Nr. 4V. HtwimeiMnU'BcAnsuiWB: KSotmmeni». Preis pränumerando: Pierteljährl.».ZV Ml., monatt 1,10 B».. wdchenllich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummcr mU illustrierter Sonntags» Beilage.»ie Neue Seit* 10 Pfg. Post, Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post. Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband(St Deutschland und Oesterreich. Ungarn Z Mark, für das übrige Ausland » Mark pro Monat. Poslabonnements nehmen an: Beigten, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. «lttlümen. Schweden und die Schweiz. am««istr iioiutt. 24. Jahrg. Nevlinev VolKsblerkk. VI« Tnftrtlons'StHlir detrügt für die sechsgefpMene«olonel- geil» oder deren Raum so Psg., für politische und gewerkschaslliche Perein», und»ersammlungs-Anzeigen 80 Psg. „Kleine»ureigen", das erste sfett» gedruckte)«ort 20 Pfg., jede» weiter« «ort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas» stellen-Anzeigen das erste«ort 10 Pfg., jede» weiter««ort S Pfg.«ort«»der >b Buchstaben zählen für zwei«orte. Inserate für die nächst« Rummer müssen dt« Ii Uhr nachmittags in der«xpedwon Idgegeben«erden. Die«xvedttio»«p dt» 7 Uhr abend» gedgllet, Telegramm- Adresse: „SiiUMnMknt Bull»", Zentralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlands» Rcdahtlon: 8 Cd. 68. Lindenstraese 69. shernspreitier: tlm< IV, Nr. 19X3. Expedition: SRI. 68. Lindenstrassc 69. ksernivrecher: Ilm« IV. Nr. 19X4. vomStts! Ftt Bet Diskussion über den Wahlausfall shielt nach- krLglich auch noch die sogenannte„Revolutions- rom antik" eine Rolle. Es wird verschiedentlich behauptet, auch das Spielen mit der Revolution, das An»die°Wandmalen des„großen Kladderadatsches habe viel zum Abfall der Mitläufer oder doch zur Abschreckung der Elemente beigetragen, deren Ge- winnung sonst möglich gewesen sei. Diese Revolutionsspielerei fei so weit gegangen, daß man sogar den Massenstreik in voller Oefsentlichkeit erörtert habe. Wir glaubten, daß die Anklagen gegen die„Revolutions» komantit" seit dem Mannheimer Parteitag ihr Ende gefunden haben würden. Wurde doch in der diesem Parteitag vorangegangenen Diskussion und auf dem Partei tag selbst festgestellt, daß die angeblichen Revolutions. und Massensweiksromantiker niemals die ihnen zugeschriebene re- volutionsromantischen Ansichten vertreten hatten. Aber auch noch aus westeren Gründen hätten wir erwartet, derartigen Klagen nach Mannheim— und erst recht nach dem biesmaligcnWahlauSfall— nicht wieder zu be gegnen. i Wie ist es möglich, die Erörterung des politischen Massenstreiks als einen verhängnisvollen Fehler zu be geichnen. da doch auch der Mannheimer Parteitag nach monatelanger Diskussion mit 386 gegen 5 Stim men für eine Resolution gestimmt hat. die mit den Worten beginnt: der Parteitag bestätigt den Jenaer Parteitagsbeschluß zum poli tischen Massen st rei k". Freilich, um die Mannheimer Bestätigung des Jenaer Beschlusses mit an Einstimmigkeit grenzender Mehr heit zu erzielen, war es notwendig gewesen, da» Problem. des Massenstreiks noch eingehender zu behandeln, als das in Jena der Fall gewesen war, und Mißverständnisse hinweg- guraumen. die sich über die Tendenz der Rede Bebels in Jena, den Sinn der dort angenommenen Resolution und die auS ihr abzuleitenden Verpflichtungen eingeschlichen hatten. Bekanntlich war die Jenaer Resolution— und zwar nicht von derjenigen Richtung in der Partei, die als die .„radikale" bezeichnet zu werden pflegt— so ausgelegt worden, als habe der politische Massenstreik bereits zur Fort- führung und Verschärfung der preußischen Wahlrechtsbewegung proklamiert weichen müssen, die von der Partei im Winter und Frühjahr des vergangenen Jahres inszeniert worden war. Eine Ansicht, die speziell bei den Gsverkschaften lebhafte Beunruhigung hervorgerufen hatte, weil diese der Auffassung waren, daß der politische Massenstreik in der zur rechten Zeit gegebenen politischen Situation nur ass eine ultima ratio zur Verteidigung der elementarsten politischen und sozialen Rechte in Frage kommen könne, nicht aber auch, um einen Angriff zu unter- nehmen, dessen Folgen unabsehbar sein würden. In Jena wurde die Verständigung erzielt. Die„Radikalen" erklärten, daß sie— wie ja Bebels Rede. Kautskys Artikel zur Massen- streikfrage und die Broschüre der Genossin Roland-Holst bewiesen— in der Frage des Massenstreiks niemals eine Taktik befürwortet hätten, wie sie nach der Veröffentlichung des Gewerkschaftsprotokolls von einer Reihe von Genossen empfohlen worden mar: der Massenstreik sei in der Tat die ultima ratio der Arbeiterklasse. Auch könne er nicht „gemacht" werden, sondern nur einer politischen Situation entspringen, die dem Proletariate diese Waffe direkt in die Hand zwinge und eine Kampfbegeisterung erzeuge, die auch vor den opferreichsten und schwersten Kämpfen nicht zurück- schrecke. Die Gewerkschaften ihrerseits erklärten, daß auch sie die Anwendung des politischen Massenstreiks unter solchen Umständen nicht verwürfen: die von dem Ge- werkschastskongreß in Köln angenommene Massenstreiks- resolution solle nur besagen, daß die Gewerkschaften den anarchistischen Generalstreikgedanken ablehnten und die Versuche, durch die Propagierung des Massenstreiks die Gewerkschaften auf eine bestimmte Taktik festzulegen, für verwerflich hielten. Damit war die Einheitlichkeit der Auffassung festgestellt und die neue Massenstreikresolution, die die Jenaer Resolution bestätigte, fand nahezu ein- stimmige Annahme. Die Massenstreikdiskussion hatte also nicht die Partei zerrissen und gesckwächt, sondern im Gegenteil die vorher ge- teilten Anschauungen geklärt und namenflich die zwischen Partei und Gewerkschaften_ anscheinend bestehenden Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege geräumt. Die proletarische Massenbewegung steht nach Mannheim geeinter und geschlossener da wie je zuvor. Ist es deshalb grundverkehrt, auch jetzt noch von Revo- lutions- und Massenstreiksromantik zu sprechen, so sollte auch die Geschichte der Entstehung dieser Debatten eine solche Legende von vornherein ausschließen. Der Massenstreik als internationales Problem war lange da. hatte bereits schon lange in der internationalen Praxis eine Rolle gespielt,� bevor in Deutschland die Massenstreikdebatten begannen. Die Massenstreiks in Belgien. Holland, Italien und Rußland nötigten geradezu das deutsche Prole- t>riat, auch diese Frage zu diskutieren. Nur der Umstand. daß die Diskussion nicht von Anfang an mit der gebotenen Gründlichkeit geführt wurde, zeitigte in einigen Köpfen die irrige Vorstellung einer Revolutionsromantik. Und ist denn etwa die Massenstreikdebatte ergebnis- los gewesen? Betonte nicht bereits die Jenaer Reso- lution, noch viel nachdrücklicher aber die Mannheimer Resolution die Notwendrgkeit der politischen Aufklärung und prinzipiellen Schulung in allen Kreisen des Proletariats? Forderte nicht gerade die Mannheimer Resolution die Erfüllung auch der Gewcrkschastsorganisationen mit dem Geiste des sozialistischen Klassenkampfes? Und hat nicht gerade der Wahlkampf bewiesen, wie unbedingt notwendig auch die politische Schulung der gewerkschaftlich organisierten Massen ist? Ist nicht gerade von gewerkschaftlicher Seite während und nach der Wahl— wir erinnern nur an die Auslassung des Korrespondenzblattes der Generalkommission — diese Notwendigkeit mit dem größten Nachdruck betont worden? Und sind nicht gerade die Massenstreik, und die damit in Verbindung stehenden Gewerkschastsdebatten in Jena und Mannheim ein Mittel gewesen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit der beiden Organi- sationen zu stärken und alle vorhandenen Miß- Verständnisse zu beseitigen? Besser noch wäre es freilich gewesen, wenn solche Dis- kussionen überhaupt nicht notwendig gewesen wären, wenn Partei und Gewerkschaften stets und in allen Teilen in solch innigem Verhältnis zu einander gestanden hätten, wie das jetzt der Fall ist. Aber es liegt einmal in der Natur der Dinge, daß solche Einmütigkeit sich nur durch Diskussion, durch Meinungsaustausch erzielen läßt! Gerade die„radikale" Richtung hat die inzwischen ein- getretene EntWickelung der politischen Verhältnisse in Deutsch- land richtig vorausgesagt. Sie hat seit jeher die Auffassung vertreten, daß sich die Klassengegensätze zuspitzen. daß das Proletariat sich immer mehr auf die eigensten Kräfte angewiesen sieht. Sie hat auch nicht die Befürchtung verhehlt. daß dem Proletariat noch schwerste Kämpfe um seine politischen und gewerkschaftlichen Grundrechte bevorstehen dürften. Ueber die Unausbleiblichkeit solcher Kämpfe die Masse deS Proletariats jeder Zeit ohne optimistische Verschleierung der wirklichen Zu- stände aufzuklären, das Proletariat durch Erfüllung mit dem Geiste des Opfermuts und Idealismus darauf vor- zubereiten, hat gerade die„radikale" Richtung als wesentlichste Aufgabe der beiden Organisationen der pro- letartschen Klassenbewegung bezeichnet. Daß diese Auffassung begründet und richtig war, wird heute von allen Richtungen in der Partei, von den politischen wie den gewerkschaftlichen Führern zugegeben. Und was noch wichtiger: alle Kreise der Partei mühen sich, diese Erkenntnis durch Ausbau der Organisationen, durch Erfüllung derselben mit sozialistischem Geiste auch in die Praxis de» Klassenkampfe» umzusetzen! Möchten deshalb auch die vereinzelten Genossen, die noch immer über eine vermeintliche Schädigung der Partei durch eine in Wirklichkeit nie vorhanden gewesene Revolutions- romantik klagen, ihren Blick nunmehr auf die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft richten I Arbeiten wir gemeinsam am Ausbau, an der inneren und äußeren Stärkung der Organi» sationen. an der Verbreitung und Vermehrung unserer Presse, an der Belebung und Vertiefung unserer Agitation. Borwiirt» gegen den Feiud_ Die russische Revolution. Die Wahlen in Petersburg. Petersburg, 20. Febr.(Eig. Ber.) Der heutige Tag wird die Entscheidung in der städtischen Kurie Petersburgs bringen. Die besondere Bedeutung der Petersburger Wahlen ist an dieser Stelle bereits dargelegt worden, und die letzten Stunden vor der Wahl haben die einzelnen, schon früher betonten Momente noch stärker hervortreten lassen. Das Eingreifen der folizei, die selbstverständlich besonders eifrig gegen den inken-Block vorging, seine Fluasckriften und Wahlbulletins kon- fiszierte, feine Redner und Kandidaten verhaftete, zeigt, daß die Regierung sehr wohl begreift, welche Bedeutung für sie die neue reaktionäre Wandlung der Kadetten hat. Während diese unzählige Gelegenheiten haben, agitatorisch zu wirken, müssen die Block- Parteien sich mit den Mitteln de« alten unterirdischen Daseins be- genügen. Die letzten großen Haussuchungen am Sonntag allein kosteten den, Block 1S0 Pud Schriften, unter denen groß« Massen Wahlflugblätter waren, die bei der Haussuchung in der Universität in die Hände der Polizei fielen. Außerdem verlor die Partei der Sozialrevolutionäre bei den letzten Verhaftungen in der Universität ihre tüchtigsten Wahlorganisatoren. Die Kadetten verfügen über sämtliche liberalen Blätter PeterS- burgs, während der Linken-Block nur im„Towarifchtsch" einen Verteidiger findet. Auf die Polemik der Kadetten gegen den Linken-Block wollen wir nicht eingehen; cS ist von ihnen darin das Widerwärtigste geleistet worden, das man sich nur denken kann. Besonders der L e a d e r der Kadetten, Miljukow. hat in dieser Hin- ficht Leistungen hinter sich, die jeden anständigen Menschen ge. radezu peinlich berühren müssen. Das Bild in letzter Stunde ist also da? folgende: Unter den größten Schwierigkeiten kämpfen die sozialistischen Parteien, zu einem Wahlblock vereinigt, auf einem bürgerlichen Boden, der nur mit schwachen demokratischen Schichten durchsetzt ist. Nicht um Dumaplätze handelt es sich dabei für sie, sondern um einen Appell an das liberale oder liberal sein wollende Bürgertum: nicht in naiven parlamentarischen Illusionen aufzugehen, sondern eine Lö- sung der Krise in der Arbeit mit dem freiheitsstrebenden Volke zu suchen. Der russische Liberalismus löst sich von der Demokratie los, um dem revolutionären Volkshecr in den Rücken zu fallen. Auf diese Gefahr weist besonders eindringlich der heutige Wahltag hin. Das ist nur der erst« Zusammenstoß, dem andere— in der Duma— folgen werden, da cS dort die Kadetten an Versuchen nicht werden fehlen lassen, der Demokratie in ihrem Kampfe gegen den Absolutismus hindernd und Verrat übend in den Weg zu treten. Es wird nicht leicht sein, die kadettischen Schacherpläne zu durchkreuzen, welche diesmal ohne Zweifel in noch größerem Maße zu erwarten sind, als es in der ersten Duma der Fall war. Die Kadetten kämpfen um ö Dumasessel, der Linken-Block um die Entfaltung und Kräftigung der politischen und sozialen Demo- kratie» die allein den alten Polizeistaat in Trümmer legen kaum *«>* Petersburg, 21. Februar.(Eig. Ber.) Heute früh begann die Zählung der gestern abgegebenen Stimmzettel, und erst um die Mittagszeit konnte man einiges über die Resultate erfahren, die indes noch unvollständig sind. Als sicher ist anzunehmen, daß die Kadetten die meisten Stimmen auf ihre Liste vereinigen werden. Ihr Erfolg ist aber stark durch den Linken- Block beeinträchtigt, der über Erwarten gut abgeschnitten hat. Nur in 4 Stadtbezirken entfallen auf die Kadetten zwei Drittel der Oppositionsstimmen, in 7 Stadtbezirken halten sich die beiden Listen im Gleichgewicht, und im Wyborgcr Bezirk hat die Liste des sozialistischen Blocks die kadettische Liste geschlagen. Weit zurück bleiben die Oktobristen und die„Monarchisten", die größere Stimmenzahlen nur in den Stadtteilen mit Elementen aus der hohen Bureaukratie aufzuweisen haben. Ihre Niederlage ist nicht geringer als in Moskau. Die Endergebnisse werdm das allgc- meine Bild nur wenig beeinflussen. Die Mörder Herzenstein». Vor Gericht ist jetzt die freilich längst außer Zweifel stehend? Urheberschaft des„V e r b a n d e S d e r r u s s i s ch e n Leute" an der Ermordung Herzensteins festgestellt. Dem.Berliner Tageblatt" wird unterm 23. Februar auS Petersburg gedrahtet: Im Prozeß wegen der Ermordung Herzen st eins änderte gestern abend der Arbeiter Alexandrow seine Aussagen wie folgt: JuSkewitsch-KraSkowSlt schickte am 23. Juli Polownjew, Pimenow, Laritschktn, Rudfik und K a s a n k o w nach Terijoki, um Herzenstein zu töten. Äm nächsten Tage kehrte Laritschktn nach Petersburg zurück, um sich bei Juskewitsch Geld zu holen. Bei der Fahrt nach Terijoki nahm Laritschkin den Arbeiter Alexandrow mit und eröffnete ihm an Ort und Stelle den Zweck der Fahrt. Alexandrow wollte sofort abreisen, blieb jedoch, weil er kein Geld hatte, bis zum nächsten Morgen. Am 30. �nli fuhr er mit dem ersten Zuge nach Peters- bürg. Am 31. Juli ermordeten Laritschkin und K a s a n k o w. der auch den Namen G a m s e i führt, Herzenstein, während JuSkewitsch-KraSkowSki, der Führer der Kampfes- Organisation deS„Verbandes des russischen Volkes", sie ini BahnhofSrestaurant erwartete. Bald nach dem Morde erhielten Polownjew und Kasankow Geld, und Laritschkin erhielt von AraSkowSki neue Kleider und eine Uhr. Alexandrow behauptete weiter, der Hauptrat des„Verbandes de» russischen Volkes" habe Laritschkin, Polownjew und Kasankow je zwei Karten mit der Auffchrist„Kamorro der Vergeltung deS Volkes" gegeben und ihnen befohlen, nach dem Mord die Karten auf dem Boden liegen zu lassen als Beweis, daß der Mord von niemand anders als dem Obengenannten ausgeführt worden ist. Die Zeugenaussagen fügten zu den stüheren Bekundungen wenig Neues hinzu. Von Interesse ist nur die Aussage Alexandrow?» daß Dr. D u b r o w i n, der be- rüchtiate Präsident deS„Verbandes der echt russischen Leute, Mitwisser des Mordes war. Da« finnländische Gericht be- schloß hierauf die Vertagung deS Prozesses bis zum 19. März. In- zwischen soll der Gouverneur von Äiborg aufgefordert werden. Kasankow. Laritschkin, Polownjew und JuSkewitsch-KraSkowSki zur Stelle zu schaffen. Die Papieraeld-Hochffut. Aus Petersburg wird der„Russ. Korreip." geschrieben: Die immer steigende Flut des Papiergelves bedeutet eine solche wirtschaftliche Gefahr, daß die Presse selbst im gegenwärtigen hock- politischen Augenblick sich mit dieser ernsten Frage beständig befaßt. Der Geldverkehr leidet noch jetzt unter den Folgen deö letzten Krieges. Das Finanzministerium hat von Anfang an die zur Kricgsführung notwendige Summe zu niedrig berechnet; dazu der- pflichtete es sich noch, letztere in kurzer Frist zu tilgen. Die Regie- rung versäumte die für Anleihen relativ gunstige Zeit und fing dann an. höchst nachteilige Anleihen abzuschließen und gleichzeitig in zunehmendem Maße Papiergeld zu emittieren. Infolgedessen verdoppelte sich die Menge de« im Berkehr befindlichen Papier- geldeö bis auf 1230 Millionen Rubel. Außer der drückenden Schuldenlast entstand somit die Gefahr einer inneren ökonomischen Erschütterung infolge der Umwandlung des Preises und Wertes des Geldes. Solange die Papiergeldzuschüsse, die für Kriegszwecke bestimmt waren, am Kriegsschauplatz blieben, konnten sie das Wirt- schaftliche Leben im Innern des Landes nicht beeinflussen; aber die Lage veränderte sich mit ihrer Rückkehr von dort. Was geschieht nun mit dem großen Ueberfluh an Papiergeld? Die Offiziösen des Finanzministeriums unterschätzen die Bedeutung der vorhandenen Papiergeldmasse, indem sie von ihr die baren Geldmengen der Reichsbank abziehen. Di« Masse de« Papiergeldes kann nicht ohne gefährliche Wir- kung auf die Preise der Waren und auf den Preis de» Goldes bleibe»! wobei letzteres au» dem Berkehr verschwindet und ins Ausland geht- Solange der Prozeß des Zufließens des neuen Papiergeldes in die alten Kanäle sich noch im Anfanasttadlum be- findet, konnte man der drohenden Gefahr durch Beseitigung der überflüssigen KreditbillettS vorbeugen. Nach Vollendung des er- wähnten Prozesses aber wirb auch eine fokche Beseitigung nicht mehr helfen können, im Gegenteil, fie würde dann nur wiederholte Erschütterungen zum Schaven vieler wirtschaftlicher Jnteressen verursachen. Bon allen Seiten richtet man an das Finanzministerium die S Anfrage, ob es beabsichtigt. Maßnahmen z» treffen, um die Papier- eldmasse zu reduzieren. Der sonst so redselioe Finanzministcr hweigt sich darüber aber hartnäckig au». Politifche Uebersicht. " ficher, wenn es irgend eine alte, längst abgetane Lüge durch Eine andere Lügenspezialität, die jekt eifrig gepflegt wird, fleine zeitgemäße Aenderungen modernisiert dem allzeit ist die Terrorismuslüge. Für heute sei nur eine Berlin, den 23. Februar 1907. gläubigen Spießerpublikum vorfekt. besonders liebliche Probe davon gegeben. Die ehrentverte Die Reben" Ratastrophe. Besonderer Vorliebe erfreut sich jetzt eine Lügenspezialität, Bossische Zeitung" brachte in ihrer Ausgabe vom Deutschland hat sein Courrières. Jm vorigen Jahre im Anschluß die wir die Stimmzettelfälschungs- Lüge nennen Freitag abend folgende gruselige Geschichte aus Dessau von an das Ereignis in Courrières wurde in der deutschen Unter- möchten. Aus einer ganzen Reihe von Wahlkreisen wußten einem Mörder, den sie als sozialdemokratischen nehmerpresse von den nationalliberalen Abgeordneten und den Ne- die Lügenfabrikanten zu berichten, daß dort die Sozialdemo- Hetzer bezeichnet: gierungsvertretern behauptet, im deutschen Bergbau sei ein gleiches fratie wer auch anders könnt' es sein Stimmzettel verEreignis unmöglich. Die dringenden Mahnungen zur Vorsicht ver- verbreitet habe, die einen dem Namen eines bürgerlichen hallten ungehört. Die Anflagen in der Arbeiterpresse wurden mit der Bes Gegenkandidaten ähnlichen Namen tragen, um ihm so durch hauptung abgetan, sie seien der Ausfluß einer böswilligen Hege. Täuschung der arglosen Ordnungswähler Stimmen zu entUnd die Behörden waschen auch nun wieder ihre Hände in Unschuld. ziehen. Der Reichsverband zur Verleumdung der Sozial151 Tote hat die Katastrophe von„ Reden" gefordert, 176 Waisen demokratie stellte diese Lügen zu folgendem schönen Strauß beweinen den Ernährer. Was gleich nach dem Unfalle über die „ musterhaften" Einrichtungen auf der Redengrube bekannt wurde, erschien fast unglaublich. Aber die Beschuldigungen waren be rechtigt, nur allzu berechtigt. Interpellationen des Zentrums und der Freisimmigen brachten die Angelegenheit im Abgeordnetenhause auf die Tagesordnung und die Bergbehörde und die Verwaltung von„ Reden" auf die Anklagebant. Und die öffentliche Meinung wird feinen Freispruch fällen. Was festgestellt wurde, genügt hinreichend zu dem Vorwurf: Das System trägt die Schuld! würfe erhoben: Es wurden von den Juterpellanten und Rednern folgende VorAm Unglüdstage sind die Einfahrer, einer um 1% Stunde, der andere um 1 Stunde au spät eingefahren. Der erstere hat bereits eine Stunde nach der Einfahrt die Grube wieder verlassen, aber gemeldet, es sei alles in Ordnung. Es soll öfter vorgekommen sein, daß Einfahrer jich verfchliefen. Die Steiger fahren nicht mit der Belegschaft zusammen an. Gine festliche Ge Iegenheit habe die Pünktlichkeit der Beamten beeinträchtigt. Am Unfallort hätten sich schon öfter Gase bemerkbar gemacht, trotzdem sei die nötige Vorsicht unterblieben. Das Unglück habe nur den großen Umfang annehmen können, weil nicht ordentlich gerieselt worden sei, zum Beispiel 24 Stunden vor der Katastrophe überhaupt nicht. Die Kontrolle fei eine unglaublich unglaublich mangelhafte, denn, nach mehreren Tagen war die Verwaltung noch nicht in der Lage, eine genaue Aufstellung über die Opfer zu geben. Weiter wurde die Frage gestellt, ob es wahr sei, daß alle Beamten, sogar die Maschinenwärter, an der Festlichkeit Staifers Geburtstagsfeier, die bis in die frühe Morgen stunde dauerte teilgenommen haben. zusammen: H „ Es stellt sich heraus, daß die sozialdemokratische Partei ganz systematisch in vielen ahltreifen absichtlich unrichtig gedrudte Stimmzettel für den gegnerischen Kandidaten berbreitet hat, um, weil folche ungültig find, den bürgerlichen Parteien Stimmen zu entziehen. Wie man bei den Wahlen in Barmen aus Linz"" Link" und in Frankfurt aus Deser"" Dseer", in Bochum aus„ Haarmann" " Harmann" gemacht hat, so mogelte man auch in Hagen- Schwelm. Die Leitung der Freijinnigen Volkspartei sah sich veranlaßt, am Stichwahltage durch große Platate vor gefälschten Stimmzetteľn zu warnen. Man hatte von interessierter Seite Bettel ausgegeben, auf denen der bürgerliche Kandidat statt Cuno"" Cumo" hieß. Die Freis. 3tg." fügt hinzu, daß auch in Nordhausen Fälschungen zum Nachteil der Freifinnigen Volkspartei versucht worden sind, indem Zettel verteilt wurden, die statt des Namens Dr. Wiemer" den Aufdruck„ Dr. Wiener" trugen. Nichtsdestoweniger preisen die Urheber dieser nichtswürdigen Gaunerstreiche sich immer wieder aufs neue als die einzigen Vertreter von Wahrheit, Freiheit und Recht." " " " " 1 Die Tatsache, daß dieser neuartige Versuch, die Zahl der für Gegner der Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen zu drücken, um dadurch den Sieg der sozialdemokratischen Kandidaten zu er möglichen, außer im Wahlkreise Potsdam- Osthavelland auch in einer Heihe anderer Wahltreise gemacht worden ist, erweist unwiderleglich, daß die Initiative hierzu von einer Zentralstelle ausgegangen sein muß...." " „ Nach staatsanwaltschaftlichen Ermittelungen ist in Kleinmöglau, wie der Minister v. Dallwitz im Landtage bekannt gab, cin junger, tüchtiger Arbeiter, der den Abg. Schrader gewählt hatte, weil er es verschmäht hat, seine nationale Gesinnung zu verheimlichen, noch am Wahltage von sozialdemokratischen Arbeitsgenossen meu chlings mit dem Messer überfallen und fo lange mit Messerstichen bearbeitet worden, bis er verschied. Mit 22 Messerstichen war der Körper des unglücklichen Mannes durchbohrt." Weiter sagte der Minister:„ Es ist in der Tat weit gediehen in Anhalt, wenn ein deutscher Mann, ein deutscher Arbeiter, tveil er seine nationale Gesinnung frei und offen vertritt, weil er einen nationalen, noch dazu linksliberalen Kandidaten wählte, seine Gesinnungstreue und Gewissenhaftigkeit mit dem Tode büßen muß. Der elende Mörder wird der gerechten Strafe ja nicht entgehen; es bleibt aber doch immer eine nur unbefriedigende Sühne, wenn zwar die Schwere des Gesetzes die betörten Werkzeuge trifft, die geistigen Urheber solcher bestialischen Verbrechen aber frei ausgehen. Herr Peus, die Saat des Hasses, die zu solchen Taten führt, die wird der Jugend eingeimpft durch gewissenlose Volks verführer, die den Kampf gegen Staat und Gesellschaft erwerbsmäßig betreiben. Die moralische Verantwortung für diese Tat fällt demjenigen Teil der sozialdemokratischen Presse zur Last, deren Schreibweise zu derartigen Verbrechen geradezu ans reizt. Aber auch die sozialdemokratische Parteileitung wird sich dem Vorwurf nicht entziehen können, daß sie das gemeingefährliche Treiben ihrer Organe nicht nur geduldet, sondern auch gebilligt und teilweise gefördert hat." Mit heuchlerischem Augenaufschlag setzte das freisinnige Am 28. Januar, morgens 7 Uhr, furz nach Beendigung der Seilfahrt ereignete sich auf der fünften Tiefbausohle des Bildstock schachtes der fiskalischen Grube Reden" bei Saarbrücken eine Schlagwettererplosion, der eine Kohlenstauberplosion folgte. Die Statastrophe hat 151 Bergknappen das Leben gekostet und noch 30 anderen schwere Gesundheitsschädigungen zugefügt. Die Unternehmerorgane wußten am nächsten Tage zu berichten, auf der Grube sei alles in bester Ordnung gewesen, vielleicht hätte das Deffnen einer Lampe oder der durch Diese Zusammenstellung ist veröffentlicht, nachdem eine Schlag auf einen Stein herausspringende Funke die Er ganze Reihe von Erklärungen sozialdemokratischer Parteiplosion verursacht. Wenn auch kein Zeuge der direkten Unfall- leitungen und Zeitungen diese frechen Behauptungen längst Blatt hinzu: urfachen vorhanden ist, die Beschuldigungen gegen die Arbeiter sind als Lügen gebrandmarkt und nachgewiesen haben. Das macht Leider wird uns nicht mitgeteilt, was der Genosse Beus einwandfrei entfräftet worden. Wer die Schuldigen sind, natürlich den Lügnern des Reichsverbandes und den von ihm auf diese furchtbare Anklage erwidert hat." crgibt die Verhandlung des Abgeordnetenhauses. Natürlich hat sich das edle Organ gar nicht darum ausgehaltenen Zeitungen nichts aus, aus, sozialdemokratische Richtigstellungen nicht zu beachten, gehört zu den ersten Minister im Landtage gab, zu bekommen, denn auch in bemüht, die Erwiderung, die Genosse Peus dem Herrn Grundregeln dieser staatserhaltenden Lügensyndikate. Auch den folgenden Nummern des Blattes ist nichts davon enthalten. das Blatt der Regierung, die Nordd. Allgem. 3tg." und die nicht minder edle„ Nordd. Allgem. Zeitung" brudte noch in ihrer Sonnabendnummer der Magdeburgischen empfand zwar das dringende Bedürfnis, die Mitteilung Zeitung" ein solches Lügenragout nach, in dem es heißt: der Vossin abzudrucken, nicht aber, sich über die Entgegnung des Genossen Peus zu informieren. Wir wollen das Versäumnis nachholen. Nach dem Berichte des Dessauer Voltsblatts für Anhalt" über die betreffende Landtagssigung hat Genosse Peus zu der Mordgeschichte ausgeführt: .. Der Herr Minister tam auch auf die Tat in Möhlau zu sprechen. Dieselbe ist noch nicht aufgeklärt; das Gericht hat noch nicht gesprochen. Ich verstehe nicht, wie der Staatsminister es angesichts dessen fertig bringt, hier schon vor dem Lande fein Urteil abzugeben. Hätte ich es umgekehrt getan über eine Tat, die etwa in anderer Weise gegen die Regierung zu verwerten wäre, dann dürfte ich wahrscheinlich den Vorwurf erwarten, ich hätte, che das Gericht gesprochen, schon meinerseits mir eine solche Qualifizierung erlaubt. Ich glaube, es steht auch einem Minister an, in dieser Beziehung erst den Verlauf der ge richtlichen Verhandlung abzuwarten. Der Mörder Galbierich steht uns als Partei absolut fern; er hat zu unserer Partei nicht gehört, er ist aber das Produkt jener polnischen Erziehung, die da hinten in den polnisch- schlesischen Provinzen seitens der herrschenden Klassen geübt wird Ich glaube, Sie haben schon öfter Fälle vor dem Schwurgericht erlebt, wo die Erziehungsfrüchte der polnisch- schlesischen Magnaten hier vor dem Gericht abgeurteilt worden sind. Wollen Sie daher den Schuldigen finden für diese bestialische Tat, die so ohne Besinnung verübt worden ist, die uns ganz geflissentlich cinem Menschen vor Augen führt, der vom Suff komplett verdorben worden ist, der alfo in seiner alkoholistischen Berseuchung jedweder Selbstbeherrschung ermangelt hat, dann meine ich: wenden Sie sich nach Polnisch- Schlesien! Erkundigen Sie sich mal danach, wie es da zugeht! Da ist der Schuldige zu suchen, nicht aber hier in Anhalt. Und wenn der Herr Staatsminister fich sogar gestattet, mit ganz deutlicher Anspielung auf die sogenannten geistigen Urheber folcher Taten zu verweisen, so würde ich mich selbst ja ganz er heblich getroffen fühlen müssen. Herr Minister, daraufhin gebe ich Ihnen nicht die Antwort, die ich deutlich geben sollte, denn auch die würde wieder aus dem Rahmen des parlamen tarischen Gebrauchs herausfallen! Aber das fann ich Ihnen fagent, es hat hier in Dessau schon mal einen Stadtrat gegeben, der hat in öffentlicher Verhandlung zugestanden, daß die Dessauer Arbeiterschaft sich auszeichne durch ihre geradezu musterhafte Haltung und ebenso hat in Brandenburg der Magistrat eines Tages für die geradezu musterhafte Haltung der brandenburgischen Arbeiter schaft ein öffentliches Zeugnis abgelegt..." Zur Kennzeichnung der erschütternden Gewissenhaftigkeit des Blattes, das der Inspiration Bülows gewürdigt wird, wollen wir feststellen, daß vor mehr als einer Woche die hiesigen antisemitischen Blätter die Berichtigung des sozialdemokratischen Zentralwahlkomitees für den Wahlkreis Bochum ( der in der Veröffentlichung der Nordd. Allg. 3tg" auch wieder als einer der durch Stimmzettelfälschung heimgesuchten Wahlkreise aufmarschiert) brachte, worin mitgeteilt wurde, Auf die letzte Frage ist der Minister bei Beantwortung der selbst das Bochumer Amtsblatt", der nationalInterpellation nicht eingegangen! Im übrigen machte der Minister liberale Märkische Sprecher" habe festgestellt, daß sich die Sache leicht. Die erhobenen Vorwürfe hat er nicht ents unter den ungültigen Stimmzetteln feine mit dem fräftet, sondern die Tatsachen als richtig anerkannt. Aber daß die durch Auslassung eines a gefälschten Namen Haarmann feien! Nachlässigkeit die Ursache des Unglüds sei, tönne nicht unbedingt Vom Vorstand und Agitationsausschuß des behauptet werden. Es sei, meinte er, nicht ausgeschlossen, daß die Sozialdemokratischen Vereins des Wahlkreises Katastrophe auch dann eingetreten wäre, wenn die Vorfahrer ihre Nordhausen Grafschaft Hohnstein wurde dieser Schuldigkeit getan hätten. Das Rieseln sei unterblieben, weil man Tage eine Erklärung erlassen, in der es heißt: es nicht für nötig gehalten habe. Einfacher kann man sich die Verteidigung nicht machen. Es besteht durchaus teine Sicherheit, daß die Arbeiter nicht in Drte hineinlaufen, die mit Gasen gefüllt sind. Die Katastrophe hat das bewiesen. Trogdem unterläßt man die Berieselung, weil sie nur notwendig ist, wenn die Gefahr einer Schlagwettererplosion besteht. Der Abgeordnete Hilbd hat den Minister mit dieser Verteidigung gründlich anlaufen lassen. Er erklärte und schilderte, daß im Ruhrrevier eine Falschmeldung der Vorfahrer und ein unpünktliches Einfahren so gut wie ausgeschlossen sei. Darauf wußte der Minister und feine Säte nichts anderes zu er widern, als daß man aus dem Unglück gelernt habe und es besser machen werde. Hilbe wies auch darauf hin, daß die Summe der Schlagwetter tonform sei mit der Menge der Förderung. Bei der intensiven Förderung wäre daher erhöhte Vorsicht erforderlich gewesen. Wie laum anders zu ertvarten war, will der Minister von der Einführung von Arbeiterkontrolleuren nichts wissen. Es könne ihm nicht einfallen, den Privatgruben die Einrichtung der Arbeiterausschüsse mit Bertrauensmännern aufzuzwingen. Dies Versprechen an das Brivatkapital brachte bem Minister ein Bravo! çin. Die Herren verstehen sich. Der Minister ging aber noch weiter. Er beschuldigte die Arbeiter, daß sie sich bei der Forderung nach Vertrauensmännern nicht von Gründen der Betriebssicherheit, sondern lediglich von politischen Erwägungen leiten ließen. Die Einrichtung der Vertrauensmänner müßten die Arbeiter sich erst durch gutes Verhalten bei den Unternehmern verdienen. Sie müßten erst moralisch und ethisch erzogen werden, sonst diene die Einrichtung nur dazu, den Frieden zu stören. Es wird nichts geändert, das ist das Fazit, das aus der Verhandlung zu ziehen ist. Die Bergarbeiter haben wieder eine neue Lehre empfangen. " " Wir sehen uns deshalb gezivungen, hiermit vor der Deffentlichkeit den oder die bisher leider unbekannten freisinnigen Urheber der gemeinen Verdächtigung, die Sozialdemokratie des Wahlkreises Nordhausen- Grafschaft Hohnstein oder irgend einer ihrer Anhänger habe die Verteilung von falschen freisinnigen Stimmzetteln beabsichtigt oder vorgenommen, als gewissenlose Berleumder zu brandmarken, die nach dem Beispiel ihrer Erfurter Gesinnungsgenossen jene Behauptung lediglich zu dem Zweck erfunden haben, um die sozialdemokratische Partei in den Augen der Wählerschaft herabzusetzen und ihr Stimmen abzutreiben. Gleichzeitig teilen wir mit, daß die sozialdemokratische Parteileitung unseres Streifes gegen den Bürgermeister b. Schrabisch in Sachsa die Beleidigungsflage erhoben hat, und daß sie auch gegen die Redakteure Nebeding und Felz gerichtlich vorgegangen wäre, wenn diese Herren nicht wohlweislich für ihre Verdächtigung der Sozialdemofratie eine Form gewählt hätten, durch die sie sich ihrer gerichtlichen Verfolgung entzogen haben." Unser Elberfelder Parteiblatt brachte aus Lüden cheid, im Wahlkreise Altena Iserlohn folgende Festftellung: " Db das cole Brüderpaar Bossische Zeitung"- ,, Nordd. Allg. 8tg." von dieser Entgegnung des Genossen Peus Notiz nehmen werden? Warten wir's ab. Deutfches Reich. Die Kolonialpolitik des ,, nationalen Jbealismus". Die auf den Namen Mülle statt Müller lautenden Stimm zettel find in der bürgerlichen Druderei von Wilh. van Heese Söhne im Auftrage der freisinnigen ParteiLeitung hergestellt worden. Ob der Fehldruck des Namens mit Absicht, um ein Wahlmanöver zu inszenieren, vorgenommen ist, Vor den Reichstagswahlen flatschten bie nationalliberalen Blätter wissen wir nicht; feststellen wollen wir aber, daß die freisinnige Parteileitung bis zum heutigen Tage zu unseren Behauptungen geschwiegen hat." " 19 " den phantasievollen orientalischen Märchen Dernburgs von den präch tigen Dattelpalmenhainen Südwestafrikas enthusiastisch Beifall. Selbst die albernsten Prophezeiungen über den künftigen Reichtum Lassen wir es bei diesen Kennzeichnungen der gegnerischen der deutschen Kolonien stießen auf verständnisinnige Zustimmung. Lügenmache bevenden. Nichts liegt uns ferner, als etwa die Nachdem die Phantasien Dernburgs ihre Wirkung getan, schlägt die Sozialdemokratie gegen die nichtswürdige wissentliche Lüge, fie nationalliberale Preffe weit nüchternere Töne an und die Nationalhabe gegnerische Stimmzettel gefälscht, zu verteidigen. Fest- Beitung" mahnt bereits den Herrn Kolonialdirektor in der Vorstellen wollten wir durch diese Zitate bloß, mit welcher Un- aussicht, daß ihm seine erotische Phantafie eine Schlappe zuWährend der Besprechung blieben faum 3 Dugend Abgeordnete verfrorenheit die vornehme ,, Nordd. Allg. 3tg.", das Bülow- Blatt, ziehen könnte, seinem Erzählertalent feinem Erzählertalent nicht im Reichstage im Saale, auf den Bänken der Konservativen sah man nur ein Lügen dann noch verbreitet, wenn sie längst gekennzeichnet sind. die Bügel schießen zu lassen und fich nicht wieder auf Bilanzyaar schwazende Leute. Auch ein Beitrag zur Arbeiterfreundlichkeit. Angesichts des gleichzeitigen Auftauchens der Stimmzettel- verschleierungskunststückchen einzulassen, sondern das ideate" Sobald man die Gewißheit hatte, daß die Forderung auf Einführung fälschungs- Lüge in den verschiedensten Wahltreisen aber müssen Moment in der Kolonialpolitik zur Geltung bringen. Allem Anschein von Arbeiterkontrolleuren keine Aussicht auf Erfolg hatte, war das wir der Elberfelder Freien Presse" zustimmen, die dazu sagte: nach fürchten die Hintermänner des Blattes, daß, wenn die hohen Interesse an der Sache verschwunden. Anfangs waren wir zu der Annahme geneigt, daß bei der Stolonialforderungen an den Reichstag gelangen, doch mancher stußig ganzen Geschichte von Böswilligkeit taum die Rede sein fönne, werden und sich die Frage vorlegen könnte, ob jemals die uitdaß es fich wohl um berdrud te Zettel handeln möge. Aber geheuren Ausgaben sich rentieren könnten. Deshalb foll die dann fiel bald auf, daß genau dasselbe aus verschiedenen aufmännische" Betrachtungsweise beiseite gestellt und die Streifen gemeldet wurde. Es ist bezeichnend, daß es in allen Kolonialpolitit als Forderung des nationalen diesen Fällen die Breßbanditen des Reichsverbandes zur Ver- dealismus", als ein Erfordernis des Fortschritts Deutschleumdung der Sozialdemokratie find, die die Beschuldigung gegen lands zu höheren Kulturstufen hingestellt werden. Wörtlich heißt cs unfere Partei in die Welt fegten, ohne den geringsten Anhalts- in den Artikel: punkt für ihre Behauptung zu haben. Immer mehr drängt sich der Gedanke auf, daß es sich bei den verdruckten" Stimmzetteln, die aber nur wenig Schaden angerichtet haben, um eine Mache der Agenten des Reichsverbandes handelt, um der Sozialdemokratie eins anzuhängen und eventuell einen Grund zum Brotest gegen die Wahl zu haben. In der Tat sollen in Bochum, wo der Sozialdemokrat gewählt wurde, die zur Verbreitung gelangten Stimmzettel, auf denen der Name des nationalen Kandidaten Haarmann mit nur einem a gedruckt war, als Protestgrund dienen. Orgien der Lüge. Ein bekanntes Wort sagt, niemals werde so viel gelogen, wie vor einer Wahl. Das Wort stimmt nicht mehr. Die bürgerliche Presse bemüht sich mit Ausdauer und Erfolg zu beweisen, daß sie nach einer Wahl mindestens ebenso viel lügen fanu, wie por der Wahl. Ein wahrer Plazregen von Lügen über die Sozialdemokratie geht täglich in den Spalten der edlen Drgane des deutschen Bürgertums nieder. Schlaue und dumme Lügen, solche, denen man die unwahrheit auf den ersten Blick ansieht und andere, die geschickter mastiert find, in buntem, trititlosen Allerlei. Eine wahre Gier nach Lügen gibt sich in den Blättern aller bürgerlichen Parteirichtungen fund. Den angesehensten Organen, Blättern, die bis vor kurzem noch einigermaßen auf Reinlichkeit und Reputation hielten, sind die dümmsten Lügen nicht zu schlecht, Hoffentlich gelingt es bei dem Prozeß der Nordhausener tvenn sie sich gegen die Sozialdemokratie richten. Das Genoffen gegen den Bürgermeister Schrabisch, in die Geheimobffurfte Winkelblättchen ist ihrer liebevollen Aufmerksamkeit geschichte dieser schurkischen Machenschaften einzubringen. n cine Bei den zu ertvartenden Wiederholungen der faum verhallten Solonialdebatten wird es im neuen Reichstag zweifellos nicht an Hinweisen fehlen, daß in dem Wahlergebnis flar und deutlich der Wille des deutschen Volkes zum Ausdruck gekommen sei, Solonial politik zu treiben. Als ein Hauptfaktor zur Zeitigung dieses Erfolges wird vielfach dann die wachsende Erkenntnis der Nation hingestellt werden, daß unsere Kolonien gute Rente der bisher für sie aufgetvendeten Millionen ertvarten lassen, daß Deutschland mit seinen Kolonien ein gutes Geschäft" mache. Vor solcher Auffassung muß aber doch dringend gewarnt werden. Es soll nicht bezweifelt werden, daß sich einzelne Wähler durch diese lukra. tive Spekulation zur Abgabe eines der Regie " Stimmen fielen. Schwetz. rung genehmen Stimmzetters berteiten ließen. mit den 2iberalen Köln, Effen und Büffeldorf vor ber Verallgemeinern aber darf man diefen rein kaufmännischen Sozialdemokratie zu retten ein Beweis, wie wenig fies fidein neues Wahlrecht hat der Züricher Stantonsrat für die Standpunkt nicht. Hächst beklagenswert wäre die deutsche das Zentrum in diesen seinen Hochburgen" fühlt. Wahlen zu dieser Körperschaft in zweiter Lesung angenommen. Nation, wenn fie sich überhaupt erst durch Aussichten Der Vollständigkeit wegen hätte bie Germania" auch der In Kommissionsberatung ivar beschlossen worden, die dreimonatige auf materielle Ausnutzung unserer Kolonien zur Fortießung Wahlkreise Duisburg, Bochum und Dortmund gedenken sollen, Wartezeit für die zugewanderten Schweizerbürger aus anderen unferer Kolonisationsbestrebungen bestimmen ließe. Treffend betonte vor wenigen Jahren auf dem Kolonialfongreß( 1905) der von denen es Bochum einst besessen, während es in Duisburg Kantonen aufzuheben und diesen das Wahlrecht sofort zu geben. bekannte Lehrer des Völkerrechts Professor Felix Stoert wiederholt in Stichwahl gestanden hat In allen drei Kreisen war Das ist vielen der Herren Kantonsräte zu weitgehend; sie fürchten Ueberrumpelung". Um die Gefahr von Wahlmanövern zu zeigen, Greifswald in seinem geistvollen Vortrage Die völkerrechtliche das Zentrum einst der Sozialdemokratie voraus, heute hat unsere behauptet Dr. Escher: in Deutschland sei bei den Reichstagswahlen Staatengesellschaft und das koloniale Problem" u. a.: Weiten Schichten Partei den Vorrang, sie hat das Zentrum aus der Stichwahl ver- mehrfach Niederlassungswechsel in größtem Maßstabe vorgekommen! der deutschen Bevölkerung, und selbst manchem Politiker, muß drängt und uns gehören die drei Riesenfreise mit ihrer starken Genosse Mana wies diese Behauptung des Reichslügen- Verdas Wort auf die Seele gebunden werden: Der Wappen- katholischen Bevölkerung, wie uns auch in anderen Zentrums- handes zurück, und Greulich trat mit großer Energie für die spruch des kolonisierenden Kulturstaates lautet:„ Ich dien!" wahlkreisen die Arbeiterschaft schon gehört. Das beweist der Aus- Aufhebung der bisherigen Wartezeit ein, aber schließlich wurde der nicht:" Ich verdien!" An dieses Wort muß um so häufiger fall der lebten Gewerbegerichtswahl in Köln, wo auf die Liste der Kommissionsantrag doch mit 89 gegen 88 Stimmen abgelehnt. und eindringlicher erinnert werden, als die Berufung eines Kaufmanns zur Leitung unserer Solonialpolitik leicht die irrige Chriftlichen 7500, während auf die der freien Gewerkschaften 16 500 Ebenso scheiterte der Versuch, denjenigen Bürgern, welche Armen unterstützung empfangen, das Wahlrecht zu sichern. Die dahin. Auffaffung Boden getvinnen lassen tönnte, als ob die deutsche Nation nur mit gewinnsüchtigen Absichten kolonisiere, nicht aber Noch einuial: Die letzten Wahlen haben uns nicht den gehenden Anträge wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Danach bleibt die selbstverschuldete" Armut vom Wahlrecht ausgeschlossen. in Erfüllung ihrer idealen und nationalen Stimmenzuwachs gebracht, den wir erwarteten und unsere Gegner Bezüglich der Stellvertretung bei Wahlen hatte die Kom Aufgaben als lebensfähiger, mächtiger, moderner fürchteten. Aber es ist dummes Gerede, wenn das Zentrum das mission beantragt, daß Kranke, Gebrechliche, Landesabwesende ihre Kulturstaat. Nicht der Glaube an einen hohen materiellen Ergebnis des 25. Januar als Anlaß nimmt, sich mit seiner Un- Stimme durch Stellvertreter abgeben tönnten. Alle diese Anträge Gewinn muß daher propagiert werden, sondern die befiegbarkeit inmitten der Fabrik- und Bergwerksdistrikte" zu wurden aber abgelehnt; indessen wurde die Stellvertretung zuge Ueberzeugung, daß jeder lebensfähige National brüsten. laffen für Leute, die das 60. Jahr zurückgelegt haben. Augenommen staat seine Mission, den Glauben an sich wurde sodann eine neue Bestimmung, wonach für Beamte und Anfelbst und seinen heilspendenden Beruf hat" gestellte der Post-, Telegraphen- und Zollverwaltung, der Eisenund daß jeder Kulturstaat Solonialpolitik treiben muß, ob er will bahnen und Dampfschiffe, kantonalen Anstalten und des Polizei. oder nicht, und das auch ohne daß der Erfolg der Kolonisation forps besondere Urnen aufgestellt und eine besondere Wahlzeit animmer in Heller und Pfennig auszurechnen wäre, denn Kolonigeordnet wird! Es folgten dann lange Auseinandersetzungen über fation ist als Aeußerung der Expansionskraft in der Natur jedes die Einführung des Proportional- Wahlsystems. Unsere Genossen lebensfähigen Verbandes gelegen" Dr. Studer und Lang traten energisch für die Forderung ein; diese wurde aber mit 98 gegen 85 Stimmen abgelehnt und das ganze Wahlrecht hierauf mit 127 gegen 41 Stimmen( darunter alle sozialistischen) angenommen. Der bilangkundige, geschäftsgewandte Kolonialdirektor Dernburg darf diese Sachlage nicht verrücken und würde der Nation einen nicht wieder gut zu machenden schlechten Dienst erweisen, tenu er sich schlechthin auf den Standpunkt des nur fichere und glatte Geschäfte machenden Kaufmanns stellen wollte und das Bolt von der Berechtigung seines Standpunktes zu überzeugen fuchte." Vor den Wahlen wurde einanderer Tegt ferbiert. Gehaltsaufbesserung der Reichsbeamten. Dem Reichstag ist gestern ein Nachtragsetat zugegangen, der für die während des Wahlkampfes von der Regierung den Reichsbeamten versprochenen Gehaltsaufbefferungen 4 904 731 M. fordert, und zwar sind 1839 426 M. zu Gehaltsaufbefferungen und 3 065 305 M. zur Gewährung außerordentlicher einmaliger Beihülfen an niedrig befoldete Unterbeamte ausgeworfen. Wie die Regierung in der Denkschrift behauptet, feien bereits in dem Etats,, Das Reich". Der Verlag des Reich" schickte uns gestern eine Berichtigung, in der er zum Ueberfluß nochmals eine den Druckereivertrag dieses Blattes mit dem Deutschen Verlag" betreffende Notiz berichtigte, die wir bereits längst aus eigenem Antriebe berichtigt hatten. Wir empfehlen bei dieser Gelegenheit zugleich dem Verlag, des Reich", bei der Redaktion seines Blattes dahin vorstellig zu werden, daß sie in gleicher Weise verfährt, wenn in der Presse Notizen des ,, Reich" berichtigt werden. Wie angebracht diese Mahnung ist, beweist das„ Reich" in seiner gestrigen Abendnummer, in der es die von der Sächs. Arbeiterzeitung", dem Vorwärts" und ver schiedenen anderen Blättern dementierte schöne Geschichte von dem prachtvollen Pelz der Frau Gradnauer seinen Lesern nochmals auftischt und geschmackvoll hinzufügt: Hätte auch Lily Braun sein können!" Daß das„ Reich" seine Notiz in einer der nächsten Nummern berichtigen wird, erwarten wir nicht; denn wir haben nicht zu der Redaktion des Reich" dasselbe Vertrauen, das der Verlag des Reich" zur Redaktion des„ Vorwärts" bekundete, als er an sie seine Zuſchrift richtete. " Noch ein Beitrag zur Charakteristik der anständigen" Presse. " Frankreich. Interpellation. Paris, 23. Februar. Der Abgeordnete Leboucq hat den Kriegss minister benachrichtigt, daß er ihn zu interpellieren gedenke über die Tatsache, daß Wachtposten auf Flüchtlinge schießen und auf dieſe Weise die Todesstrafe ersetzen, die in Frankreich doch abgeschafft werden solle. Berschärfung des Kirchenkonfliktes. Aus Paris wird vom 23. Februar gemeldet: Auf dem heute im Elysée abgehaltenen Ministerrate erklärte der Kultusminister Briand, er habe den Präfekten des Seinedepartements angewiesen, dem Erzbischof von Paris mitzuteilen, daß seine Vorschläge unannehmbar feien sowohl hinsichtlich der darin gebrauchten Ausbrüde wie hinsichtlich der gestellten Bedingungen. Wenn derErzbischof neue Vorschläge Aus der Partei. entwurf für einige mittlere und untere Beamte Besoldungs- Die Verleumdernotiz bezüglich des Seftgelages der Genossen aufbefferungen vorgesehen gewesen. Inzwischen sei nun die preußische Bebel und Singer hatte auch Aufnahme im„ Generalanzeiger" im Sinne der von Briand abgegebenen und von der DeputiertenRegierung in den Gehaltsaufbesserungen weiter gegangen, indem sie namentlich Beamten des Außendienstes, vor allem Gendarmen von M.- Gladbach gefunden. Der Aufforderung der Düssel- lammer gebilligten Erklärungen machen werde, werde er, der Präfekt fie namentlich Beamten des Außendienstes, vor allem Gendarmen Dorfer Volkszeitung", die unwahrheit zu widerrufen, kam das Blatt des Seinedepartements, dieſe prüfen. und Schuhleuten, sowie Eisenbahnbeamten ausgedehntere Gehalts- nicht nach. Darauf sandte Genosse Banhuis in M.- Gladbach dem aufbefferungen bewilligt habe. Um nun die gleichartigen Beamten Generalanzeiger" die Erklärung Bebels brieflich zu mit dem Erdes Reiches nicht hinter den preußischen Beamten zurüd- fuchen, davon Notiz zu nehmen. Darauf erhielt unser Genosse die stehen zu lassen, feien, soweit die bezüglichen Etatsansätze mitteilung, der Aufnahme der Bebelschen Erklärung Beschlug der Genossen von Konstanz Der Boltsfreund" Befrembliche Unkenntnis des Organisationsstatuts verrät ein des Reichsetats die des preußischen Etats nicht erreichen, stehe nichts im Bege, wenn die Anzeigegebühr in Beschluß der Genossen von Konstanz. Der„ Boltsfreund" die zur Gleichstellung erforderlichen Mittel noch nachträglicher Höhe von 20 Mart vorher eingefchidt würde. zu Karlsruhe berichtet darüber: Die Parteitvirren in gefordert worden. Und zwar sollen mit der Aufbesserung Konstanz haben einen Beschluß des dortigen fozialdemokratischen Die Erfüllung einer für jeden anständigen Menschen selbst Vereins gezeitigt, der Aufsehen erregen muß. Man hat nämlich Sedacht werden 13566 Unterbeamte der Postverwaltung, verständlichen Pflicht will sich also der„ Generalanzeiger" in den Genossen August Krohn, der in den letzten Jahren wiederholt 2400 mittlere Beamte der Eisenbahnverwaltung und M.- Gladbach bezahlen lassen. Das ist eine neue Art, Geschäfte zu im ersten Streis zum Landtag und zum. Reichstag kandidierte und die mittleren Berwaltungsbeamten im Reichsamt machen: man bringt flott Berleumdungen über seine Mitmenschen auf den sich noch bei der verflossenen Reichstagswahl 2565 Stimmen des Innern und in den Verwaltungen des Reichs- und fordert für den Widerruf nach der üblichen Tage Bezahlung! vereinigten, aus dem sozialdemokratischen Verein Konstanz ausheeres und der Marine. Mit Rücksicht auf die bereits sehr und das Geschäft blüht, je flotter man verleumdet. Was doch im geschlossen. Von 35 abgegebenen Stimmen waren 24 für den hohe Belastung des Etats sei es, wie die Denkschrift weiter aus Beitalter des Reichsverbandes für sonderbare Begriffe von Anstand Ausschluß, 9 dagegen und 2 Anwesende übten Stimmenthaltung. führt, nicht möglich, allen Unterbeamten eine Gehaltserhöhung zu und Ehrlichkeit aufgekommen find. zubilligen. Dagegen ist mit Rücksicht auf die gestiegenen Preise vieler Rebensbedürfnisse die Gewährung außerordentlicher einmaliger Beihülfen an gering befoldete Unterbeamte, für die der Mindestsatz des Gehalts nicht mehr als 1100 m. beträgt, ins Auge gefaßt und demgeinäß ein entsprechender Fonds für 1907 vorgesehen worden. Solcher Beamte sind im ganzen 101867 vorhanden, tobon auf die Reichspost- und Telegraphenverwaltung allein 90 000 entfallen. Landtagserfahwahl in Ober- und Nieder- Barnim. Ultramontanes Gerede. Generlmajor Keim flagt. Wie der Rechtsanwalt des Generalmajors Keim uns mitteilt, hat der Herr Generalmajor ihn beauftragt, gegen die verantwort lichen Redakteure der„ Germania" und des" Bayrischen Kuriers" Antlage wegen verleumderischer Beleidigung anzuftrengen. Der Brozeß dürfte hochinteressant werden. Wahlproteste. Gegen die Wahl des Grafen Carmer für Breslau( Land)- Neumarkt sowie gegen die Wahl des Fürsten Sabfeld für Breslau- Ost wird von der Sozialdemokratie bei der Mandatsprüfungstommiffion des Reichstags Protest erhoben werden. Die Spandauer Waffendiebstähle. Wir stehen nicht an, den Beschluß als einen verfehlten zu erklären. Die ihn gefaßt haben, waren sich der Tragiveite ihrer Abstimmung nicht bewußt. Hatte sich Krohn gegen die Parteiprinzipien vergangen, dann gab es Mittel und Wege genug, um entsprechende Sühne zu erlangen. So aber ignoriert man alle Parteiinstanzen und wirft einen Mann aus der Parteiorganisation, der noch vor vier Wochen der Erwählte der sozialdemokratischen Wählerschaft des 1. Kreiſes war. Nicht genug, daß in Konstanz bei der Wahl am 25. Januar ca. vierzig Stimmen auf den Genossen Bebel abgegeben wurden, der nicht aufgestellt war, faßt man jezt den unüberlegten Beschluß, Krohn aus der Parteiorganisation zu entfernen. In der Eile hat man ganz vergessen, fich an das Organisationsstatut der Partei zu halten. Der§ 27 lautet nümlich: Im Falle des§ 2( Ausschluß eines Parteigenossen wegen prinzipienwidrigen Verhaltens) entscheidet über die fernere Bu gehörigkeit zur Partei ein Schiedsgericht, das der Parteivorstand Beruft. Der Antrag auf Einfeßung eines solchen Schiedsgerichte fann nur durch eine Parteiorganisation gestellt werden. Man wird also schon den gefaßten Beschluß einer nochmaligen Durchficht unterziehen müssen, brauchte es fomit nicht so eilig zu haben, unseren Gegnern das bedauerliche Schauspiel zu bieten, daß ein sozialdemokratischer Reichstagskandidat vier Wochen nach der Reichstagswahl aus der Parteiorganisation verwiesen wird." Der Termin zur Landtags- Erfahwahl im Wahlkreife Ober- und Nieder- Barnim für den zum Kurator der Universität Greifswald er nannten Abg. Prof. Dr. Jrmer ist festgefeßt auf Mittwoch, den 20. März( Wahlmänner- Wahl) bezw. Mittwoch, den 3. April ds. Js. Abgeordneten- Wahl). Die Wahl soll in vier Gruppen der Wahl- In dem Prozeßverfahren gegen den Zeugoberleutnant Poppe männer stattfinden, welche zu diesem Zwed in Eberswalde, vom Artilleriedepot in Spandau ist gestern nachmittag durch das Rummelsburg, Lichtenberg, Bankow und Reiniden Kriegsgericht der Königlichen Kommandantur das Urteil gefällt dorf zu versammeln find. Zum Wahlkommissar ist der Landrat worden. Der Angeklagte wurde wegen fortgeschten militärisch disb. Oppen in Freienwalde a. D. ernannt worden, zu Stellvertretern qualifizierten Diebstahls, wegen Betrugs und schwerer die Amtsvorsteher Dr. Hahn- Rummelsburg( Gruppe I), Biethen- Urkundenfälschung aus dem Heere ausgestoßen Lichtenberg( Gruppe II), Kuhr- Pankow( Gruppe III) und Bille- und zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Die sechs Monate Reinickendorf( Gruppe IV). der erlittenen Untersuchungshaft werden als verbüßt erachtet. Das Striegsgericht hat kein Bedenken getragen, den Angeklagten für seine Handlungen verantwortlich zu machen. Maßgebend sind für das Die liberalen Blätter rechnen dem Zentrum vor, wieviel Gericht die beiden Gutachten der beiden Sachverständigen der Wahlkreise in der Stichwahl den Sozialdemokraten durch Hülfe Irrenanstalt Herzberge und der Charité. Sie haben sich beide dader Klerikalen zugefallen seien, die Zentrumspresse übt dann das hin ausgesprochen, daß der Angeklagte im Jahre 1905 nicht geistesfelbe Berfahren gegenüber den Liberalen. Die„ Germania" bringt frant gewesen ist. Allerdings liege eine geistige Minderwertigkeit eine neue Note in diesen recht langweiligen Streit, indem sie den bor, doch sei der Zustand nicht derartig, daß eine freie Willensbestimmung ausgeschlossen erscheine. Alle diese Momente hat das Liberalen vorhält, daß, wenn 20 Wahlkreise aus sozialdemokrati- Striegsgericht beim Urteil in Erwägung gezogen. Es hat ferner schem in liberalem Besik übergegangen seien, dies nur mit Hülfe anerkannt, daß dem Angeklagten die Arbeitslast schwer geworden der Konservativen, Mittelständler und Antisemiten habe geschehen ist. Wäre der Angeklagte vollkommen normal, so würde das Gericht fönnen. Diese Kreise seien aber unsicherer Bestand, es feien feine auf eine weit höhere Strafe erkannt haben. B. hat es verstanden, Hochburgen, wie solche das Zentrum in großer Menge habe. Vor das in ihn gesezte Vertrauen in der gröblichsten Weise zu mißallem," so schreibt das ultramontane Blatt, hat das Zentrum sich brauchen. Es kommt hinzu, daß er in schmählicher Weise das Aninmitten der Fabriten. und Bergwerks- sehen des Offizierkorps und besonders das seiner Kameraden herabdistrikte noch immer völlig intaft gehalten. gewürdigt hat. Er hat sich als Offizice vollkommen unwürdig ge In allen diesen Kreisen hat die Sozialdemokratie ihr Stimmen- eigt und deswegen mußte auf Ausstoßung aus dem Heere erkannt wird. werden. verhältnis nicht nur nicht verbessert, sondern sogar noch, zum Teil recht erheblich, verschlechtert." " 1 Ausland. Desterreich. Die Germania" führt nun fünf Streise an, in denen das Zentrum seine Stimmenzahl, zum Unterschied von der SozialEin Hungerstreit. Aus Wien wird dem„ Tag" unterm demokratie, bedeutend vermehrt habe. M.- Gladbach, Aachen- Stadt, 22. Februar gemeldet: Aachen- Land, Merzig- Saarlouis und Augsburg. Diese Kreise find Die verhafteten ruthenischen Studenten im Lemberger Landesallerdings fleritale Hochburgen, aber gerade deshalb braucht sich gericht haben gestern den ganzen Tag feine Nahrung zu fich gedas Zentrum nichts auf seine Stimmenzunahme einzubilden, denn genommen. Mehrere find kränklich und durch die dreiwöchige Haft eben die Bombensicherheit hielt viele Zentrumsleute ab, aur Wahl- fehr herabgekommen. Die Erkrankten weigerten sich, ins Gefängnisurne zu gehen; der Kandidat wurde ja doch gewählt. Diese wahl- hospital zu gehen. Mehrere frühere ruthenische Neichsrats- und faulen Glemente hat das Zentrum mobil gemacht, was ihm mit Landtagsabgeordnete erhoben Vorstellungen bei dem Lemberger Hülfe des willigen und ergebenen Klerus nicht schwer fällt; es Statthalter und in Wien bei den Ministern des Unterrichts und der handelt sich hier nicht um einen Gewinn neuer, sondern um die Justiz und verlangen baldigen Abschluß der Untersuchung sowie Freilassung der Studenten. Aufrüttelung alter wahlfauler Parteianhänger. Achtung, Polizeispitzel! Das, Bochumer Boltsblatt" schreibt: Der Bergarbeiter Bernard Vervoort in Wanne, Hermannstr. 18a, der bisher dent sozialdemokratischen Verein für den Wahlkreis Bochum- Gelsenkirchen angehörte, ist ein Polizeispizel. Da jest die schriftlichen Beweise für seine Verrätertätigkeit vorliegen, ist er fofort aus der Mitgliederiste gestrichen worden. Die Parteigenoffen mögen fich ganz be fonders vor ihm in acht nehmen, da er auch als agent provo cateur aufgetreten ist. Vervoort ist der Agent des Polizeikommissars Krohne in Gelsen firchen. Ueber das Befinden des Genossen v. Bollmar fann die Münchener Bost" eine erfreuliche Mitteilung machen. Bollmar ist so weit wieder hergestellt, daß er nach einem furzen Erholungsaufenthalte im Süden wieder seine völlige Stampfesfähigkeit gewonnen haben Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " 4 Straffonto der Breffe. Die Straftammer verurteilte den Genoffer Deifel von der Bergischen Arbeiterstimme in Solingen wegen Beleidigung eines Rektors und eines Amtsrichters zu drei Monaten, den Genoffen Grüß von dem in Remscheid erscheinenden Stopfblatt der Arbeiterstimme", der Remscheider Arbeiterzeitung" wegen Beleidigung eines Pfarrers zu einem Monat Gefängnis. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. um Freitag abend tagte in Kellers Saal eine Versammlung Aus Lemberg wird vom 23. Februar gemeldet: der gesamten Vertrauensmänner des Holzarbeiterverbandes. Weiter nennt die Germania" vier Wahlkreise: Köln- Stadt, Lemberg, 23. Februar. Wie die Blätter melden, dauert der Stusche gab den Bericht über die Situation der Aussperrung, Köln- Land, Essen, Düsseldorf, in denen die Zentrumsstimmen re- Hungerstreit der ruthenischen Studenten in vollem Umfange fort. Damit auch die in Arbeit stehenden Mitglieder durch die Ber lativ zurückgegangen seien, desgleichen aber auch die der Sozial- Die Studenten, gegen welche tein Strafantrag vorliegt, sowie die- mittelung der Vertrauensmänner über die Lage des Mampfes Der Redner teilte die Zahlen der Ausdemokratie, so daß diese dem Zentrum gegenüber nicht gewonnen jenigen, für welche die geforderte Kaution erlegt worden ist, sind unterrichtet werden. habe. Das Zentrumsblatt tut flug daran, sich nur auf die letzte auf freien Fuß gefeßt und, da sie sich mit den weiter in Saft gesperrten vom Beginn des Kampfes bis zur Stunde der Wer Wahl zu beziehen, die allerdings nicht unseren Erwartungen Befindlichen solidarisch erflärten, zwangsweise zum Berlassen sammlung mit. Die hauptsächlichsten Zahlen find folgende: m entsprochen hat, die aber auch nicht für die Entwickelung unserer des Landesgerichts veranlaßt worden. Zwei von ihnen wurden ganzen find bis jetzt gemeldet 716 aussperrenbe Betriebe und 856a Davon sind abgegangen Partei allein maßgebend ist. In den genannten Streisen ist die bei 18 wurden leichte Fiebererscheinungen festgestellt. 28 Häftlinge 113 Betriebe und 1792 Arbeiter. Am Sonnabend, den 16, Februar wegen Fiebers und großer Mattigkeit in ein Krankenhaus übergeführt. ausgesperrte und streifende Arbeiter. Sozialdemokratie stetig und start mit jeder Wahl gewachsen und sollen in Anklagezustand verseßt, jedoch gegen Kaution auf freien betrug die Zahl der aussperrenden Meiriepe 603, die ber qua. dem Zentrum immer näher gerückt, derart, daß das Zentrum Fuß gefeßt werden, diejenigen ausgenommen, welche russische Staats- gesperrten und streitenden Arbeiter 0778, 23 Unternehmer haben selber darauf bedacht war, durch einen Wahlkompromißlanacbörige find, die Aussperrung Aurüdgenommen Die Babt der Ausgesperrten ist. feie der Redner Seifet Süfcfüljtfe, jzefeiß groß, js> erheblich kicötzer wie bei früheren Kämpfen, aber doch bei weitem nicht so nroß, wie die Unternehmer in ihren Organen und in ihren Ber« sammlungen angeben. Wenn da von 13000 oder gar 1b 000 Aus. gesperrten die Rede ist, so ist das eine Uebertreibung, die ebenso wie andere Ausstreuungen der Unternehmerorgane dazu bestimmt ist. die Meister, welche den Scharfmachern folgen, über die Lage des Kampfes zu täuschen.— Der Anregung. Berlin zu verlassen, sind />ie Ausgesperrten in erheblicher Zahl gefolgt, sogar verheiratete Mitglieder verlassen Berlin; ihre Frau bekommt in diesem Falle die Hälsfte der Unterstützung.— Unter anderen Einzelheiten aus dem Kampfe teilte der Redner mit. daß der bekannte Tischler» meister Thoms nunmehr nach vielen Mühen Ib Arbeitswillige für seine Werkstatt bekommen hat. die nun durch den Meister unter Mitwirkumg eines zahlreichen Polizeiaufgebots vor jeder Berührung mit den Streitposten behütet iverden. Bei Schluß der Arbeitszeit sind 8— 10 Schutzleute zur Stelle, unter deren Obhut werden die Arbeitswilligen in Droschken verpackt und nach Hause trans- portiert« Die Polizei, die sich in dem gegenwärtigen Kampfe im allgemeinen zurückhaltend verhält, geht gegen die Streikposten bei Thoms mit ungewöhnlicher Schärfe vor. Der Vertrauensmann des Betriebes und noch ein anderer Kollege sind am Freitag als Streikposten vor dem Betriebe des Herrn Thoms verhaftet worden.— Zum Schluß führte Redner aus. die allgemeine Lage sei derart, daß die Hoffnungen der Unternehmer, den Holzarbeiter» verband niederzuzwingen, nicht erfüllt werden. Glocke, der hierauf das Wort nahm, kennzeichnete die Taktik der Unternehmer, deren Führer von Anfang an darauf ausgingen, durch unwahre Tarstellungen sowohl ihre Kollegen, wie das Pu. blikum über die Ursachen der Aussperrung zu täuschen. Man habe den Tischlermeistern vorgeredet, der Kampf werde nicht lange dauern, der Holzarbeiterverband könne es nicht lange aushalten. Rachdcm nun der Kampf schon sechs Wochen dauert und noch gar nicht daran zu denken ist. daß der Holzarbeiterverband kampfes- unfähig wird, fangen die Meister an. ungehalten zu werden. Erst vor einigen Tagen habe eine Versammlung der Bautischlermeister stattgefunden, wo die Empörung darüber zum Ausdruck gekommen sei, daß die Aussperrung nun schon so lange dauert. Nun werden die Arbeitgeber immer noch mit der Versicherung getröstet, es könne nicht mehr lange dauern, sie sollten nur noch kurze Zeit aushalten. Dem Bestreben, die aussperrenden Meister bei Stimmung zu er» halten, diene auch eine Notiz im Lokalanzeiger" des Inhalts, der Holzarbeiterverband habe bereits Verhandlungen mit den Unter- nehmern angeknüpft. Diese Behauptung sei unwahr.— Der Redner schloß mit der Versicherung, daß der Verband keine Opser und keine Mittel scheuen werde, um den Kamps zum siegreichen Ende zu führen. Die nun folgende rege Diskussion brachte nichts Bemerkens- wertes. Angenommen wurden folgende Anträge: Die ledigen Kollegen, sowohl die Ausgesperrten wie die Ar- beitslosen haben Berlin zu verlassen. Ausnahmen find nur durch die Ortsvcrwaltung zulässig. Arbeitslose, welche der Anordnung der Verwaltung, Streik, Posten zu stehen, nicht nachkommen, erhalten nur die Arbeitslosen-, aber nicht die Streikunterstützung. Der Aussperrungsplan der Unternehmer des Tapezierer- gewerbes wird sicherlich nicht zu dem Ziel führen, die von der Ge- hülfenschaft angestrebte Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeits bedingungen zu verhindern, die ja übrigens nur einen schwachen Ausgleich der Verteuerung aller Lebensbedürfnisse bieten soll. Daß die Gehülfenschaft sich nicht durch den Aussperrungsbeschluß ins Bockshorn jagen läßt, dafür zeugte eine Werkstatt- und Bau- delegierten-Versammlung. die am Freitag abend bei Augustin in der Oranienstraße tagte. Obwohl die Tische entfernt ivaren, ver- mochte der Saal die Masse der Vertreter der Gehülfenschaft kaum zu fassen. Gründlich wurde über die Situation beraten, und man einigte sich aus eine ebenso entschlossene wie wohlüberlegte Taktik. Die Vorschläge, die hierzu von der Ortsverwaltung gemacht wurden. fanden die Billigung der Dckegierten und sollen nun am Sonntag der Mitgliederversammlung eine Herabsetzung der Fof die Polsterbranche 70 Pf.,| werden. Sie enthalten so daß nun für Minimallohn ver unterbreitet :rungen um 5 P ..» die Kleber 75 P, langt werden sollen, und etz.« allgemeine Lohnerhöhung um 5 Pf. für alle diejenigen, die diche Minimallöhne schon erhalten oder höheren Lohn haben. In den Akkordwerkstätten soll eine Erhöhung um 15 Proz. gefordert werden. Die Festsetzung der Positionen des Klebertarifs bleibt einer am Dienstag stattfindenden Kleber- Versammlung überlassen. Hinsichtlich der Arbeitszeit soll eine Verkürzung auf wöchentlich 50 Stunden verlangt werden. An diesen Forderungen soll unter allen Umständen festgehalten werden. Alle Machtmittel der Organisation sollen aufgeboten werden, um sie zur Geltung zu bringen. Die ausgesperrten Automobilführer versammelten sich am Sonnabend morgen in voller Stärke in den „Arminhallen". F. R e t t i g erstattete den Bericht über die gegen- wältige Lage. In der letzten Woche haben 00 Ausgesperrte andere Arbeit angenommen und 45 Neuangelernte haben sich den AuS- gesperrten angeschloffen. Es gelang den letzteren. Arbeitswillige aus den Betrieben der N. A. G., der Großen Berliner. Blitz, Bedag und von Zimmermann u. Sohn herauszuziehen. Fast täglich fanden Besprechungen mit einzelnen Unternehmern statt, die aber meist resultatlos verliefen. ES kam auch eine Verhandlung mit Ver» tretern der Vereinigung der Unternehmer zustande. Bei dieser Verhandlung machte ein Fahrer den Borschlag, Jxrij eine bevollmächtigte Kommission von der Organisation der Fahrer mit einer Kommission der Unternehmer die Friedensbedingungen ausarbeiten solle.„Das geht nicht!" lies sofort ein Scharfmacher aus. „Aber bitte, warum nicht?" wurde er gefragt. «Weil wir nicht wollen!" lautete die Antwort. Man will mit der Organisation nicht verhandeln und damit waren natürlich die Verhandlungen zu Ende. Die Anzeigen der Unternehmer in der Provinzpresse hatten keinen Erfolg. Die Fahrschule in Wilmersdorf mit dem auf- gehobenen„Stern"-Betrieb bewährt sich sehr schlecht. Die gelbe Gewerkschaft bei Bedag hat nicht die erwarteten 5000 M. von der Firma bekommen, sondern muß sich mit einem Zuschuß von L5 Pf. pro Kopf und Woche begnügen.— Mit großem Beifall wurde die Ankündigung aufgenommen, daß der Zentralverband den Ausgesperrten eine Erhöhung der Unterstützungen bewilligt habe. Kahler vom Zentralvorstand richtete eine An- spräche an die Versammelten und erklärte, daß der Verband mit Stolz und großer Befriedigung auf die musterhafte Einig- k e i r der Ausgesperrten blicke. Er warnte vor den gelben Gewerk- schaften, die e,n Mittel der Unternehmer seien, von dem sie sich in der neuesten Zeit besonders viel versprechen; es sei aber eine eitle Hoffnung, damit die modernen zielbewußten Gewerkschaften nieder- ringen zu können. Tie Unternehmer geben ihren Arbeitswilligen gerne gute Rat- schlage, so wurde ihnen auch empfohlen, nicht lange auf den Halte- Plätzen zu verweilen, sondern das polizeiwidrige„Greisen" zu be- treiben, dadurch seien sie dann der Kontrolle der Ausgesperrten weniger ausgesetzt und könnten bessere Geschäfte machen. Die Ver- sammelten wurden vom Borfitzenden Becker noch aufgefordert, un- ermüdlich ihre volle Schuldigkeit zu tun; Mcrndets wird von den Bertrauensmämiern verlangt, daß sie alle ihre Pflichten erfüllen. Gestern. Sonnabendnachmittag, fand eine Verhandlung von Vertretern der Fahrerorganisation mit der Firma Lennert u. BarkosSky statt. Es gelang, zu einer Verständigung zu kommen, was um so mehr zu begrüßen ist. als diese Firma zum Unternehmerring gehört und da» erste gute Beispiel zum Friedensschluß gibt, das allem Anscheine nach bald Nachfolger finden wird. Schon hat ein« zweite Firma von sich hören lassen und weitere Verhandlungen stehen in Aussicht. Die kleineren Be- sitzer. die selbst Verwalter ihrer Betriebe sind, fühlen sich mit der Dauer b«t Aussperrung gegenüber den großen Unternehmern immer mehr im Rachteil und haben wenig Neigujng. schließlich als Opfer der Spekulation der Großen zu fallen. Dws erzielte lieber« einkommen mit der genannten Firma ist abgeschossen worden auf Grund des Beschlusses der Ausgesperrten, mit 1eb0 M. Tagelohn und 20 Proz. der Einnahme sich begnügen zu wvllkn. Im übrigen gelten, die alten Bedingungen. Brauereiarbelteri Die Betriebsleitung Norddeutschen Brauhauses in Grünau gibt sich alle erdenkliche Mühe, Str«k brecher von außerhalb heranzuziehen. Auf telegnnphischem Wege wurden drei Kollegen aus Leipzig herangelockt. Giner dieser Zu gereisten lehnte, nachdem er von der Sachlage unterrichtet war, die Aufnahme der Arbeit ab. Die beiden andeoen scheinen sich aber in ihrer Rolle als Arbeitswillige wohl zu fühtzen. Die Bier abteilung der Norddeutschen Eiswerke, welche auckschlicßlich das Bier der gesperrten Firma sühnt, stellte, wie bereits gestern mitgeteilt wurde, einen Kellermeister.und 4 Arbeiter als Streikbrecher. Die Betriebsleitung des Norddeutschen Brau- Hause? scheint mit den Streikbrechern keine besonders guten Er- fahrungen zu machen. Sie gibt sich alle erdenkliche Mühe, die streikenden Arbeiter zur Umkehr zu verleiten und sichert ihnen behördlichen Schutz zu, wie sich aus nachstehendem Brief ergibt; Berlin SO. 16, 20. Zebr. 1907. Köponickerstr. 129. Herrn N. 31., Köpenick. Wir ersuchen Sie hierdurch, die Arbeit bestimmt: am Freitag, den 21. Februar 1907, also morgen früh, wieder aufzunehmen. da wir anderenfalls gezwungen find, die Stelle anderweitig zu besetzen. Sollten Sie etwa durch die Streikenden verhindert werden, zur Arbeit zu gehen, so raten wir Ihnen, zur Gen- darmerie zu gehen, der Gendarm wird Sie gemeinschaftlich zur Brauerei begleiten, bis der Streik beigelegt ist. > Achtungsvoll Norddeutsches Brauhaus. Akt.-Ges. I.A.: Köppel. m)0 in die Gendarmerie setzt die Betriebsleitung ihr ganze Hoffnung. Und auch in dem Grünauer Streik ist der schon oft beobachtete Fall zu verzeichnen, daß sich die Polizeikrhörde bei Kämpfen der organisierten Arbeiterschaft ganz einseitig auf Seiten der Unternehmer stellt. Die Arbeiter müssen sich von einer Be. Hörde in der Ausübung ihrer gesetzlich gewährleisteten Rechte teeinträchtigen lassen, die sie selbst durch ihre Steuergroschen zum großen Teile erhalten müssen. Die Haltung der Streikenden ist as Norddeutsche Brauhaus in Grünau ist gesperrt. Zuzug nach Grünau ist fernzubalten. dIL. Arbeitslose radsahrende Kollegen werden dringend er« sucht, sich im Bureau ihrer Sektwn zu melden. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Ortsverwaltungen Berlin l u. II. von der Polstermaterialienhandlung Danziger in der Junker- straßc 19 werden wir ersucht, mitzuteilen, daß diese in keinerlei Geschäftsverbindung mit der Firma Markiewicz steht und in- folgedessen auch gar nicht in die Lage kommen konnte, für diese Firma kleine Meister zu besorgen. Deutsches Reich. Vom Zentralverein der Bildhauer erhalten wir folgende Zuschrift: Nicht die schwebende Aussperrung in der Holzindustrie ist die Ursache d«S zwischen dem Deutschen Holzarbeiter-Verband und dem Zentralverein der Bildhauer Deutschlands abge schlossenen Kartellvertrages, sondern eS ist das die Folge eines Beschlusses der letzten Generalversammlung des ZcntralvereinS der Bildhauer im September v. I. in Frankfurt a. M., wie auch Kartellverträge mit dem Steinarbeiter- und Stukkateur-Berband dem Abschluß nahe sind. Wir hatten in unserer gestrigen Notiz auf die gegenwärtige Aussperrung in der Holzindustrie keinerlei Bezug genommen. Ein Scharfmacherverband für da? deutsche Glasergewerbe. Unter dem Namen.Schutzverband selbständiger Glaser und verwandter Gewerbe Deutschlands" ist nun eine Unternehmer organisation zustande gekommen, die sich ihrem Statut nach als ein echter Scharsmacherverband darstellt, mit dem ja glücklicherweise unerreichbaren Zweck, jedes ernste Streben der organisierten Glasergehülfen nach Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhält nisse unmöglich zu machen. TaS Unternehmerorgan, die„Deutsche Glaserzeitung. veröffentlicht in ihrer neuesten Nummer die Satzungen des„Schutzverbandes" sowie ein Normalstatut für die Lokalverbände, und schon die Einleitung, die sie vorausschickt, zeßgt. welch feindselige Gesinnung gegen die vorwärts strebende Ge- hülfenschaft bei der neuen Gründung vorherrschend war. Sie be- ginnt nämlich so: »Die unausgesetzt sich mehrenden Lohnkämpfe im Glaser- gewerbe und die hierbei hervortretenden stetig weiter gehenden Forderungen der Gesellenorganisationen haben einen unertäg- liehen und so bedrohlichen Charakter angenommen, daß die Ar- beitgeberschaft nachgerade dazu gedrängt wird, sich auch ihrer- , seits fester zusammenzuschließen, um sowohl im eigenen Interesse wie auch zum Schutze der arbeitswilligen Gesellen unberechtigte Forderungen mit Erfolg zurückweisen zu können." Weiter ist in der Einleitung von dem„sich immer anmaßender gebärdenden Streikterrorismus" der Gehülfenschaft die Rede, während die Herren Schutzverbändler gar nicht zu merken scheinen, daß sie selbst gegen ihre eigenen Meisterkollegen wie gegen die or- ganisierten Gehulfen in ihren Satzungen einen Terrorismus als Pflicht hinstellen, der gewiß in der Arbeiterschaft seines gleichen nicht findet. Die Namen aller streikenden und ausgesperrten Ar- beiter sollen im BerbandSorgan veröffentlicht werden, und unter keinen Umständen soll ein Arbeitgeber die also geächteten ein- stellen. Im ganzen Reich sollen sie brodloS gemacht werden, und darüber hinaus soll jene Bestimmung auch für die Arbeitgeber- verbände gelten, mit denen der Schutzverband einen Kartellvertrag abgeschlossen hat. Nicht viel besser soll� es den Arbeitgebern ergehen, die sich solchen Befehlen nicht fügen. Auch sie sollen ge- achtet werden, auch ihre Namen sollen im BerbandSorgan ver- öffentkicht werden. Sie werden ausgeschlossen aus dem Schutz- verband und ihr Ausschluß wird unter Angabe der Gründe in der „Deutschen Glaserzeitung" bekanntgegeben. Das alles ist natürlich kein Terrorismus, weil es die Arbeitgeber sind, die so handeln. Siatürlich sollen die fügsamen Arbeitgeber auch Eni- schädigung erhalten bei Streiks und Aussperrungen, und sie kann 1 M. pro Arbeitstag und pro Geselle betragen. Das wird schwerlich ausreichen, um einen wenig kapitalkräftigen Meister vor dem Ruin zu bewahren, wenn ein Ausstand lange dauert und seine großen kapitalkräfttgcn Herrn Kollegen dielleicht ein Interesse daran haben, den Friedensschluß hinauszuschieben. Aber die Bezirks- oder Lokal. verbände und der Hauptvorstand sollen auch prüfen und darüber entscheiden, ob ein Ausstand vielleicht gar berechtigt ist. Unter welchen außerordentlichen Umständen lemals das Recht der Gesellen zu streike« anerkannt werden kann. daS verraten die Satzungen nicht, abgesehen von dem Umstand, daß ein Bezirks- oder Lokal- verband sich weigert, den Anordnungen des Hauptvorstandes Folge -u leisten. Wobl aber steht in den Satzungen: „Ein Arbaite rausstand ist stets als unberechtigt anzusehen, wenn durch denselben die Bewilligung folgender Forderungen erzwungen werden soll: 1.«bsckasfung der Akkordarbeit. S. Garantie des Durchschnittslohnes oder Einführung eines Minimallohn eS. g. Andere Forderungen von prinzipieller Bedeutung." di« sich etwa einfallen lasse«, Suf bernünstiger Basis Friede« mit ihren Gehülfen zu schließen, ebenfalls. Die Glasergehülfen Deutschlands werden selbstverständlich nicht vor dem Schutzverband ins Mauseloch kriechen, sondern vielmehr mit um so größerer Kruft und Ausdauer ihren Kampf um bessere und geregelte Arbeitsbedingungen fortsetzen. Eine baugewerbliche Scharfmachertagung. In Köln hat dieser Tage die Generalversammlung deZ «Deutschen Arbeitgeberhundeö für das Baugewerbe" stattgefunden. Die Zahl der erschienenen Delegierten betrug mehr als 200. Ten Vorsitz führte Baumeister A. Vahl(Berlin). Die Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Auch die Presse war nicht zugelassen. Aus dem nach der zweitägigen Verhandlung herausgegebenen kurzem Bericht ergibt sich aber, daß die Tages- ordnung mindestens zu drei Vierteln gegen die or- ganisierte Arbeiterschaft gerichtet war. Man be- faßte sich zunächst mit dem Gesetzentwurf zur Sicherung der Bau» forderungen. der nicht die allgemeine Sympathie der Versammlung fand. Die für und gegen den Entwurf gehaltenen Vorträge sollen dem Bundesrat unterbreitet werden. Es folgte ein Vortrag über die Rechtsfähigkeit der Arbeiterberufsvereine, gegen die man sich allgemein aussprach, lieber die V e r s i ch e» rung gegen Streikschäden berichtete Vahl(Berlin). Die Angelegenheit wurde bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Nach einem bezüglichen Vortrag über die Einführung der Streikklausel be.i Werkverträgen beschloß man. daß die Fristen dex Verträge bei Streiks oder Aussperrungen um die Dauer der Kämpfe verlängert werden sollen. Weiter wurde beschlossen, daß man mit de» Baumaterialienhändlern zwecks gegenseitiger Unterstützung in Verbindung treten will. Die Materialienlieferanten will man bekanntlich bei Lohnkämpfen gegen solche Unternehmer ausspielen, die nicht ohne Widerspruch den Scharsmacherverbänden Gefolgschaft� leisten. Endlich be- richteten die einzelnen Vertreter über die in ibrcm Bezirk im per- gangenen Jahre vorgekommenen Streiks und Aussperrungen. Eingegangene l)ruckfckriften. Hand- und Hülfsbuch sllr den praktischen Metallarbeiier. Hest 2t bis 25. Lehrbuch zum Selbitmiterricht In der gesamten Metallverarbeitung sür den Praltiter. Mit 30 Tafeln und 784 Abbildungen. Von H Schuberth Erscheint in 30 Hcston zu 50 Ps. Gebunden in Halbsranzbaud 18 M. A. HarllebenZ Verlag in Wien und Leipzig. Kampf von Dr. Emanuel Laster, 7g Settel». Verlag der LaSkerZ Publishing Co.. llk Nassau Street. New Jork Dr. F. Leiter, Die Verteilung des Einkommens in Oesterreich. 10 M.. geb. 11,80 W. Verlag SB. Braumüller, Wien. Die äußerster der Gehülfen sollen also mft bekämpft werden, und die Arbeitgeber, Letzte JSachrichtcn und Dcpefcben. Gesunldner Dampfer. Trieft, 23. Februar.(W,. T. B.) Der am IV. Februar von Trieft nach Bomvav in See gegangene Dampfer.Jmperatrix" vom Oesterreichischcn Lloyd ist am 22. d. M. abends bei Elaphonisi in der Höhe der Insel Candia gestrandet und gesunken. Der Dampfer „Cäswr" ist von der Insel Candia sofort an die Unfallstelle beordert wcsrden. Die Ursache des SchisisbruchS scheint schwere See zu sein. Ueber Verluste an Menschenleben liegen noch keine bestimmte» Ziacktichten vor. Die..Jmpevitrix" hatte 120 Mann Besatzung und 20 Passagiere an Bord» darunter zwei Kinder und vier Orden?. schwestern. ..Bereichert Euch!" Budapest» 23. Februar.(B. H.) Hier droht ein neuer Skandal auszubrechen.„Budapesti Hirlap." meldet, daß der frühere Minister- Präsident Tisza aufgefordert werden soll, über die Verwendung des Dispositionsfonds von 200 000 Kronen detaillierte Angaben zu mache«. Das Blatt berichtet wsiter, daß aus den dem Parlamente vorgelegten Akten hervorgehe, daß ein früherer HandelSmiuister 19000 Kronen im eigenen Interesse aus dem DiSpositiooSfondv verwendet habe._ Der Erfolg des Hungerstreik».- Lemberg, 23. Februar.(W. T- B.) Wie die Blätter melden, hat das OberlandeSgericht heute mittag den Beschluß gefaßt, eS seien die verhasteten ruthenischen UniverfitätShörer mit Ausnahme von fünf ohne Kaution auf freien Fuß zu setzen. Da» Abkomme» mit den Boodelzwart». verlin, 23. Februar. Da» und den Bondelzwart-Hottentot schen Oberstleutnant v. EstoiF mit Zustimmung des Oberst keiapllp. Redakteur; H-nS kLeber, Berlin. Inseratenteil vrilmt».:».GIrckc, Berlin. Druck u.V-r'ag: VorwcntsBuchdr.u. Verl llg,an8g?!�aÄ Singer LeL!o., Berlin LW, von Deimling abgeschlossene Unterwerfungsabkommen vom 23. De- zember 1900 hat folgenden Inhalt: 1. Die Bondelzwart-Hottentotten unterwerfen sich der Deutschen Regierung und erkennen deren Herrschaft an. Sie geben das Versprechen ab, fortan treue und gehorsame Untertanen zu sein; L. die Bondelzwart-Hottentotten liefern alle Gewehre und die noch in ihren Händen befindliche Munition ab. In Zukunft dürfen sie weder Gewehre noch Munition führen. Zu Jagdzwecken können ihnen jedoch auf einige Tage von den AnssichtSorganen einige Gewehre leihweise überlassen werden; 3. die Bondelzwarts erhalten zur Ansiedlung die Plätze Warm- bad, Haib. Gobis Draihuk und Wortel. Die BondelzwartS sollen aus ihren Plätzen als freie Männer leben. Freie Bewegung inner- halb der Plätze ist ihnen gestattet; nach außerhalb dürfen sie nur mit Paß gehen. Bon den ihnen überwiesenen Plätzen dürfen sie ohne Genehmigung weder etwas verkaufen noch verpachten; 4. zum Lebensunterhalt erhalten die BondelzwartS 1500 Bockies(Ziegen und Schafe), hauptsächlich Muttervieh, das bei Gestellung von Zurückkehrenden entsprechend nachzuliefern ist. Der Kapitän der Bondelzwarts erhält etwa 300 Stück Kleinvieh und ein Gespann Ochsen. Die 1500 Bockies bleiben Eigentum der Regierung: der Nachwuchs gehört den Bondelzwarts. Das dem Kapitän überwiesene Gespann Ochsen ist nach und nach von Er- träanissen des Frachtfahrens abzuzahlen. Die 300 Stück Klein- Vieh sind freies Eigentum deS Kapitäns. Bis das Bich heran- f�eschasft worden ist. und solange die Bondelzwarts sich noch nicht ellsst ernähren können, bekommen sie Verpflegung von der Re- gierung; 6. von der Regierung wird sofort bei der Kapregierung die Rückkehr der noch auf englischem Gebiet befindlichen Männer, Weiber und 5kinder verlangt werden; 0. die vorliegende Abmachung wird auf alle Bondelzwarts. welche sich noch stellen wollen, ausgedehnt, z. B. Morris, Joseph Christian mit Anhang. Aber auch diese müssen ihre Gewehre ab- geben; 7. den Stuurmann-Leuten wird freigestellt, nach Spitzkopf zu gehen;_ 8. für die Bondelzwarts wird ein Offizier oder ein Beamter — vorerst Graf Kageneck— bestimmt, der ihre Interessen vertreten soll, und au den fie sich in allen Kragen wenden können. Durch eine Schn«lawi«e getötet. Ehristiania, 23. Februar.es Lsmiilts" Klllim KIIlsdlM Aomtag. 24. Februar IM. KbgeoränetenKaus. 18. Sitzung vom Sonnabend, den 23. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Delbrück. Auf der Tagesordnung stehen die Interpellationen über das Redener Unglück. Die Verhandlung war gestern abgebrochen, nachdem Abg. G o l d sch m i d t oie freisinnige Interpellation be- gründet hatte. Zur Begründung der Interpellation des Zentrums führt Abg. Marx(Z.) aus: Ich muh zunächst die Ruhe und Be- sonnenheit der Bergleute anerkennen, ferner den Mut der Rettungs- Mannschaft, den Mut, die treue Pflichtersiillung, mit der der Ober« berghauptmann v. Velsen selbst Vorangegangenist. tBeifall.) Dankgebnhrt auch dem Minister für sein Eingreisen. Es scheint doch, als ob die Kontrolle nicht ausreichend gewesen ist. Ein liberales Blatt in Neunlirchen hat behauptet, die Einfahrer hätten die Zeit meist verschlafen, aber immer gemeldet, es sei bei der Kon- trolle alles in Ordnung gesunden. Die wahre Ursache des Unglücks wird man nicht erfahren. Ich nehme an. dah daö. was die„Frank- furter Ztg." veröffentlicht hat. den Ansichten der Regierung ent- spricht. Die wahren Gründe wird man deshalb nicht'gewahr werden, weil der Saarbergmann Schweigen gelernt hat, weil er eine Scheu davor hat, die Wahrheit an den Tag zu bringen. ES war deshalb angebracht, sofort eidliche Vernehmungen anzuordnen. Ich bin in der Lage dem Minister Zeugen mitzuteilen, dir schon einige Tage vor dem Unfall schlagende Wetter beobachtet haben wollen. Der Unfall zeigt, dah die Schaffung von Arbeiterkontrolleuren dringend nötig ist. Daö System der Vertrauensmänner ist, wie sich besonders im Kraemer Prozeh gezeigt hat. völlig veraltet. Auch bezüglich der Be> rieselung sollen Fehler vorgekommen sein. Man soll den Sonntag über die Berieselung ausgesetzt haben. Es wird auch berichtet, dah Borfahrer schlafend gefunden seien. Dah so etwas vorkommt, beweist der Umstand, dah vor kurzem noch au» Ottweiler gemeldet wurde, ein Borfahrer sei in, Schacht schlafend gesunden, er sei offenbar betrunken ge- Wesen. Ich bedauere, dah in unseren Bergwerken nicht einmal ein ordentliches Marlenkoutrollsystem durchgeführt ist. Dadurch ist eS gekommen, dah man die Leichen wegen de« Fehlens der Erkennungs- inarken nicht rekognoszieren konnte. Hat sich doch sogar jetzt ein Mann gemeldet mit der Bitte um Unterstützung, iveU fem Sohn getötet war, ohne dah sich sein Name in der Liste befand. Könnte man nicht die Schicht von Montag morgen auf Sonn- tag nacht verlegen? Sollte eS nicht möglich sein, eine allgemeine Stiftung für Unfälle zu schaffen? Der Minister hat gesagt, wir ständen am Grabe der Toten mit dem Belvuhtsein, dah sie ihre Pflicht getan hätten. Sorgen wir dafür, dah wir auch von uns sagen können, dah wir unsere Pflicht getan haben.(Beifall.) Mnister Dr. Delbrück: Ich danke den Interpellanten für die versöhnliche Art, mit der sie diese traurige Angelegenheit be- sprachen haben. Die Leute waren eingefahren, nachdem die beiden Wettermänner gemeldet hatten, dah alles in Ordnung fei. Der Wettermann Dingel, von dem später bekannt geworden ist, dah er zu spät eingefahren ist, hatte noch eingehende Mitteilungen über den Befund gemeldet. Die Mehrzahl der Leute konnte die Arbeits frube noch nicht erreicht haben, als gemeldet wurde, dah ich ein Unglücksfall ereignet haben müsse. Es wurde sofort mit den Rettungsarbeiten begonnen. Jnivieweit die Borfahrer und Wettermänner ihre Pflicht getan haben, läßt sich nicht feststelle». Festgestellt ist allerdings, dah der Wettermann Dingel nicht um 3 Uhr, sondern erst um 4.50 Uhr eingefahren ist und schon um 5JiO wieder über Tage war. Auch der zweite Wettermann ist eine Stunde zu spät ein- gefahren. Es ist aber denkbar, dah das Unglück ebenso geschehen wäre, wenn die Betreffende» ihr« Pflicht erfüllt hätten. Als Ursache kann als zweifellos festgestellt an- gesehen«erden eine Explosion von schlagenden Wettern. Es ist eidlich festgestellt, dah aus dieser Strecke schlagende Wetter vorher nicht festgestellt find. LuS den Koksperlen, dl« sich erfahrnngS- gemäh stets nur an der der Explosion abgewandten Seite finden. und auS der Flammenentwickelung ist zu schlichen. dah die Explofion auf der Strebestrecke V sich ereignet hat. Den Beamte« kann der Borwurf einer Leichtfertigkeit nicht gemacht werden. Die Saargruben sind im allgemeinen ziemlich reich au Schlagwettern, speziell der Thiele«Flötz hat aber ein« relativ geringe Gchlagwetterneigung. An anderen Stellen sind vorher Schlagwetter beobachtet, die Ursachen waren aber vor dem Unglück bcseiligt. Die verderblichste Wirkung in Reden hat die K o h l« n- staubexplosion gehabt. Die Gefahr einer Staubentwickelung ist auSgeschloffen, wenn die Strecken hinreichend befeuchtet sind. Die dazu erforderlichen Apparate sind in Reden vorhanden gewesen. Erst einige Tage vor dem Unglück waren einige nicht mehr ganz einwandfreie Berieselungoeinrichtungen durch neue er- setzt worden. Die Frage ist nun. ob diese Apparate auch benutzt morde» sind. Und da ist im vorliegenden Fall zu sagen: im allgemeinen wird eine Be- rieselung der Baue an Sonn- und Feiertagen nicht vorgenommen in der Voraussetzung, daß Wettermänner und Borfahrer ihre Schuldigkeit tun. Wenn da« allerding«, wir r« im vorliegenden Falle gewesen zn sein scheint, nicht geschieht, dann kann eine 24 stttndige Unterbrechung der Berieselung schwere Folgen haben. Die Temperatur in der Grube schwankte kurz vor der Explosion zwischen 21 und 2S Grad Eelsiu«; gegen sie war also nichts ein- znlveiiden. Ich kann die Frage, ob die zum Schutze von Leben und Gesundheit der Bergleute nötige» Ein- richtu ugcn in Reden vorbanden waren, mit Ja beantworten und auch ordnungsmäßig funktioniert haben. Es ob diese Vorschriften ausreichende und auch der Herr Oberberghauptmann einzelne Bestimmungen einer Aendrnmg find auch nach dem Unglück eine Reihe worden. Wir werden weiterhin Prüfen, ob der Wetteriiiännerdienst nicht in anderer Weife geregelt wrrdrn kann und ob es nicht notwendig ist, den Wettermännern an den Tagen nach Sonn- und Feiertagen Beamte beizugeben. Auch werden wir eventuell die Zahl der Wettermänner erhöhen. Der Abg. G o l d f ch m i d t hat die Frage aufgeworfen, weshalb in Reoe» keine elektrische Lampen vorhanden waren. Es ist wirklich nicht der Geiz, der die Verwaltung bisher von der Einführung eletlrischer Grubenlampen ablielt, sondern lediglich der Umstand, dah bisher eine absolute Sicherung auch bei den elektrischen Lampen nicht vorhanden war. Auch der Vorwurf, daß die Bergleute nicht mit Erkennungsmarken versehen worden sind, ist unberechtigt. Die Bergleute nennen diese Marken„TvdeSmarkea" und sträudeo sich «US Aberglauben gegen ihre Einführung. Sowohl der Abgeordnete Marx wie die Abgeordneten Gold- fchmidt sind für die Anstellung von Arbeiterkontrolleuren ein- getreten. Wenn in Reden überhaupt Fehler vorgekommen sind, so sind sie nicht von den Beamten, sondern von de« Vertrauens- männern der Arbeiter gemacht worden. Auch wenn diese Ber- traueusmänner durch ihre Kameraden gewählt worden wären, ist keine absolut« Garantie gegen Unglücksfälle vorhanden. Tie beiden ArrtrauenSmäyner, dir vermutlich im vorliegenden Fall ihre Pflicht nicht getan haben und dies mit dem Leben büßen mußten,«waren absolut zuverlässtge und nüchterne Leute. Wir können die schön- sten Anordnungen treffen, die Unvollkommenheit de» Menschen wird un» immer«inen Strich durch unser« wohlllber- legten Maßnahmen machen. Es ist absolut ausgeschloffen, daß die. iveiter sagen, daß sie fragt sich nur. sind. Da bin ich der Ansicht,'' bedürfen. Tatsächlich Aenderungen getroffen Bergleute im Saarrevier aus Angst vor ihren Borgesetzte« nicht wagen, Bemängelungen vorzubringen.(!!!) Der Saarbergmann ist außergewöhnlich intelligent und die Vertrauensmänner haben wiederholt Moniten gemacht, denen Rechnung getragen wurde. Aber wir können dies Institut nicht auf gesetzlicher Grundlage aus- bauen. Es funktioniert nur so lange, als Verwaltung und Arbeiter sich verstehen. Ist das nicht der Fall, wirb es zu politischen Zwecken ausgenutzt, dann schadet es. Die ganze Frage ber Zuziehung von Arbeitern zur Kontrolle ist nicht nur eine Frage des Vertrauens, fondern auch eine Frage der Entwickelung des geistigen und ethischen Niveaus der Arbeiter. In dem Maße, wie dieses sich hebt, werden auch die Arbeitgeber ihren Arbeitern mehr und mehr Entgegen- kommen zeigen. Zurzeit, auch unter dem Eindruck des Redener Unglücks, kann ich eine gesetzliche Regelung der Arbeiterkontrolle nicht in Aussicht stellen. Gewiß sind die Bergleute mit Heldenmut vorgegangen, um noch Lebende zu. retten oder oie Leichen zu bergen. Aber auch die Beamten haben vollauf ihre. Pflicht getan.(Leb- Haftes Bravo! rechts.) Die Saarbergleute gehen gewöhnlich ziemlich früh an den Erwerb eines HaufeS. Es muh dafür gesorgt werden, dah allen Kindern ihre Häuser erhalten werden.(Beifall.) Die Staats- regierung wird in ihren Leistungen weit üoer ihre berufsgenossen, schaftlichen Leistungen hinausgehen und Renten und andere dauernde Unterstützungen gewähren. Ich hoffe, dah das Haus etwaige Etatsübcrschreitungcn genehmigt.(Beifall.) Wir gedenken bei späteren einzelnen Unfällen ebenso zu verfahren.(Beifall.) Wir hoffen, dah sich auch im Einvernehmen mit den Spendern eine dauernde Stiftung für Saarbcrgleute schaffen läht. Allen Spendern des In- und Auslandes sage ick, namens der Bcrgverwaltung und des Baterlandes Dank.(Betfall.) ES erfolgt die Besprechung der Interpellation. Abg. Stackman»(k.) erklärt sich mit den Ausführungen des Ministers befriedigt. Abg. Brust(Z.) meint, die Beamten Hütten ihre Aufgabe etwas leicht aufgefaßt, sie hätten den Arbeitern gesagt: Ihr seht überall Mllcken! Dadurch seien die Arbeiter in eine falsche Vertrauens- seligkeit geraten. Einer der Steiger habe die Zustände auf Grube Reden als mustergültig bezeichnet. Wären sie wirklich muster- gültig, so wäre das Unglück wohl nicht geschehen. ES sei kaum anzunehmen, daß die Wetterführung in Ordnung war, die Ab- tetlung 16 habe wahrscheinlich nicht, wie es Vorschrift sei, eine eigene Wetterführung gehabt; die Zahl der Beschäftigten i» den einzelnen Abteilungen sei zu groh gewesen. Die Querschläge hätten nicht die vorschriftSmähige Ausdehnung gehabt. Wenn der Minister in der Kommission die Vermutung ausgesprochen habe, dah die Entzündung der schlagenden Wetter infolge deS nnvorsichtigen Um- gehens mit einer Lampe erfolgt sei, so sollte er lieber fragen, wie es komme, dah sich dort so viele Wetter angesammelt haben. Oberberghauptmann v. Belsen: Ich will zunächst konstatieren, dah überall im Saarrevier Polizeiverordnungcn über die Beriefe- lung des Kohlenstaubes bestehen, daß ferner der doppelte Luftvorrat vorhanden gewesen ist, der vorgeschrieben ist. Rettungsapparate waren genügend vorhanden, sodah wir die Hülfe der Nachbar- gruben dankend ablehnen konnten. Abg. Hilbck(natl.): Wir haben in Westfalen manche Einrichtungen, die mir besser zu sein scheinen, als die im Saarrevier. Die Wettermänner in geheimer Wahl zu wähle», halte ich nicht für angängig. Die Arbeiter würden die wählen, die am beste» reden, nicht die, die am besten Wetter machen. Dah noch ISO Personen verunglücken, nachdem 56 gerettet sind, könnte bei uns nicht vorkomincn, da nur 66 Personen bei uns in einem Wettcrftrom seftt dürfen. Ein Regierungskommissar: Die Vorredner haben bemängelt, dah im Saarrevier andere Vorschriften beständen lvie in den übrigen Bestimmungen. Ich führe demgegenüber an. dah die Ober- bergämter in dieser Beziehung durchaus selbständig sind. Der Minister hat aber stets dahin gewirkt, die Verordnungen einheitlich zu gestalten. Hier im Hause hat dieses Streben aber keine An- erkennung gefunden, man hat vielmehr gewünscht, bah wir in die Befugnisse der Oberbergämter nicht zu sehr ringreisen sollten. Abg. Jßmer(fk.) spricht im Namen auch seiner Fraktion das tiefste Bedauern über das Redener Unglück aus. Die Hauptsache zur Vermeidung ähnlicher Unglücksfälle ist eine häufig wiederholte Kontrolle. Auch wenn eS automatische Warnungssignale gäbe, würden sie nichts nützen, wenn ihre Warnungen übersehen würden. Abg. Korfanth(Pole): Die Hauptschuld an dem Unglück trägt die mangelhafte Berieselung. Leider haben die Arbeiter meist nicht den Mut, Beschwerden bei den Beamte» vorzubringen: sie greifen daher zu anonymen Beschwerden. Das beweist, wie man mit systematischer Androhung von Schikanen und Verfolgungen gegen sie vorgeht, falls sie solche Beschwerden vorzubringen wagen. Wenn der Herr Minister alles in schönster Ordnung gefunden hat. so möge er sich von den Arbeitern sagen, lassen, wir ein paar Tage vor seiner Ankunft alles erst in Ordnung gebracht worden ist. Wir müssen an der Forderung der Arbeitcrkon trollen rc festhalten. Wie diese Einrichtung zu politischen Zwecken mitz- braucht werden könnt«, verstehe ich nicht. Man sollte doch erst ein- mal den Versuch mächen. Bei den Arbeiterausschüssen ist dieselbe Befürchtung ausgesprochen worden; ihre Grundlosigkeit hat sich inzwischen erwiesen.(Bravo! bei den Polen.) Minister Dr. Delbrück: Ich kann dem Herrn Vorredner be- stätigen, dah die Bergleute im Saarrevier und in Oberschlesien durchaus verschieden geartet sind. Davon, dahdieArbeiter in Oberschlesien ängstlich und scheu seien, habe ich nichts gemerkt. Die Leute bringen ihre Wünsche mit einer grotzen Unbefangenheit--- man könnte beinahe einen etwas stärkeren Ausdruck brauchen(Heiterkeit rechts) vor. Trotzdem ist es den Arbeitern deswegen keineswegs schlecht gegangen. Eine Entlassung von Arbeitern deswegen, weil sie berechtigte Wünsche im ArbeiterauSschuß vorgebracht habe«, ist, solange ich Minister bin, nicht vorgekommen.(Bravo!) Abg. Schmitz-Elberfeld(frs. Vv.): Jedem Lobe, das den Ar- beitern und den Beamten gezollt ist. stimme ich durchaus zu. Für uns kommt es weniger darauf an, den Schuldigen zu ermitteln, als Besserung für die Zukunft zu schaffen. Da scheint mir aber doch viel zu bessern zu sein. Aus den Ausführungen des Abgeord- neten Hilbck und des Kommissars ergibt sich doch, dah man sich im Saarrevier die Erfahrungen der Privatindustrie und aus West» falen nicht zunutze gemacht hat. Minister Dr. Delbrück: Ganz gkeichmähige Bestimmungen für alle Oberbergämter lassen sich nicht treffen. Was dt« Einführung von Arbeiterkontrolleuren betrifft, so haben wir Versuche im Saar- regier und Ruhrrevier damit gemacht. Ich bin nicht in der Lage, diese Einrichtung den Privatbetriebe« aufzuzwäugen. Wenn sie sich bewährt, werden die Prtvatunternehmunge» unserem Beispiel von selbst folgen. Das Vertraue» dazu müssen sich die Arbeiter aber erst erwerben, indem sie lernen» ihre Wünsche ohne Hetzereien mit Ruhe vorzutragen.(Beifall.) Ein Antrag auf Schluß der Besprechung wird angenommen. Da« Haus vertagt sich. Nächste Sitzung: Montag. 11 Uhr.(Antrag betr. Einleitung eines Strafverfahren« gegen einig« sozialdemokratische Redakteure, Berggesetznovelle.) Schluh 4 Uhr- parlamentarilckes. Dem Reichstage ist eine Reihe weiterer wichtiger Anträge zu- gegangen. Es beantragen: Bcpfsermann. Dr. Heinz«. Der Reichstag wolle be- fchliehen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, mit tunlichster Be- schleunigung einen Gesetzentwurf borzulegen, durch welchen die Berechtigung der Mitglieder des Reichstages oder anderer gefetz- gebender Versammlungen sichergestellt wird, tvegen desjenigen. was ihnen in Ausübung ihres Berufs anvertraut worden ist oder was sie in Ausübung ihres Berufs anderen anvertraut haben, ihr Zeugnis zu verweigern. Beck- Heidelberg. Dr. H i e b e r. Dr. I u n ck. Der Reichstag wolle beschliehen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher das Vereins- und Ber- sammlungsrecht für alle Bundesstaaten einheitlich ordnet, soweit dasselbe nicht schon durch das Bürgerliche Gesetzbuch geregelt ist. Bassermann. Freiherr Heyl zu Herrnsheim. Dr. Hieber. Merkel. Der Reichstag wolle beschließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag baldigst eine» Gesetzentwurf vorzulegen, welcher 1. die Einrichlung eines Reichsarbeitsamtes schafft, mit der Maßgabe, daß auf dasselbe die Obliegenheiten und Befugnisse der Kommission für Arbeiterstattstik übergehen, und daß ihm je in gleicher Zahl Vertreter der Arbeit- geber und Arbeitnehmer als ständige Beisitzer angehören, 2. gesetzliche Bestimmungen über die Formen trifft, in denen die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besitzen, an de» Regelung gemeinsamer Angelegenheiten beteiligt und zur Wahr- nehmung ihrer Interessen bei Verhandlungen mtt den Arbeitgebern und mit den Organen der Regierung befähigt werden. temer ein längerer Antrag des Grafen v. Hompesch. Dr. Schädler, pahn. Gröber und Genossen betreffend die Arbeitsordnung per Bergwerksbetliebe, den wir in nächster Nummer mitteilen. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses beriet in ihrer Freitagabcnd-Sitzung das Extraordinarium des Etats der Eisenbahnverwaltung. Die Gesamtsumme der ein- maligen und außerordentlichen Ausgaben ist mit 186 Mill. Mark veranschlagt. Gegen daS Borjahr beträgt das ein Mehr von 46 Mill. Mark. In den diesjährigen Etat sind u. a. eingesetzt S Mill. Mark als letzte Rate zur Umgestaltung der Eisenbahn- anlagen in Hamburg, ll/2 Mill. Mark zum Ausbau der Berlin-Görlitzer Bahn von der Berliner Ring- bahn bis Grünau, 1 Mill. Marl zur Hoch legung der Bahnstrecke Potsdam— Wildpark, 3 Mill. Mark zur Umgestaltung der Bahnanlagen bei Spandau, ö Mill. Mark als lveitere Rate für die Herstellung eines Haupt- bahn Hofs i,l Leipzig, 4'/2 Mill. Mark als tveitere Rate für den Bah n Hofs neubau in Wiesbaden und 50 Mill. Mark für die Vernrehrung der Betriebsmittel. Das ge- waltige Projekt des Zentralbahnhofs in Leipzig wird insgesamt 122 Mill. Mark kosten. Davon haben Preußen 52 Millionen, Sachsen öS Millionen und die Stadt Leipzig 17 Millionen aufzubringen. In der Debatte wurden die Betriebsstörungen auf dem neuen Hamburger Hauptbahnhof zur Sprache gebracht. Von der Regierung wurden die Störungen darauf zurückgeführt, dah man in Altona die provisorische Anlage für den Vorortverkehr zu früh aufgegeben habe. Dadurch sei emi. vorübergehende Heber- lastung Altonas herbeigeführt worden, die jetzt beseitigt sei. Man plane jedoch»och einen Ergänzungsbau des Bahnhofs in Mono. Im übrigen feien die Bahnhöfe sowohl in Hamburg als in Altona Vetriebsanlagen ersten Ranges und vollkommen leistungsfähig. Bon einer zu frühen Inbetriebnahme des Hamburger Bahnhofs könne keine Rede fein.— Für den Umbau der Rheinbrücke bei Köln ist mit der Stadt Köln ein Uebereinkommrn dahin getroffen»Vörden, daß die Brück« in ihrer Breite verdoppelt werden soll-— AuS dem Ruhrgebiet wurden wieder Klagen über großen Wagen mangel vorgebracht. Es haben in den letzten Tagen 4666 bis 6666 Wagen gefehlt. Die Regierung gab als Ursache dafür die gegenwärtige Witterung an. die die Schiffahrt aus dein Rhein fast zur Unmöglichkeit mache und deshalb eine stärkere Belastung der Bahn zur Folge habe. Für die Zukunft sei in solchen Zeiten eine Aufhebung der Sonntagsruhe ins Auge gefaßt, um wenigstens den dringlichsten Anforderungen gerecht werden zu können. Hierauf wurde das Extraordinarium unverändert bewilligt. Nächste Sitzung Dienstag: Kultusetat. Die Redaktion der«Frankfurter Zeitung" sendet uns folgende Berichtigung.. Der„Vorwärts" vom 22. Februar 1967 hat unter dem Titel: „Ein bayerisches Staats- und Bankpanama" mit Erörterungen über die Bayerische Bodenkreditanstalt in Wttrzburg Angriffe gegen die„Frankfurter Zeitung" verquickt, deren Behauptungen sämtlich unwahr sind. 1. Es ist unwahr, daß in bezug auf Ausführungen des Ab- geordneten Hall er tn der Sitzung des bayerischen Abgeordneten- hauseS vom 18. Dezember 1663„skruvellos die„Frankfurter Zeitung" in ihrem Abendblatte vom IS. Dezember 1963 den Inhalt der Ber- Handlungen inS Gegenteil fälschte". Wahr ist vielmehr, daß das Referat der„Frankfurter Zeitung"(nicht tn jenem Abendblatt, sondern im 2. Morgenblatt vom 26. Dezember 1963) den Inhalt der Verhandlungen vollkommen zutreffend und sachgetreu wieder- gegeben hat. 2. Es ist unwahr, daß die„Kritik der„Frankfurter Zeitung" genau von demselben Augenblick an verstummte, in welchem die große und mächtige Diskontobank das EmisstonShauS der Würz- burger Bank wurde, ohne daß sich an den Geschäften derselben etivas änderte." Wahr»st vielmehr, daß die Kritik der„Frankfurter Zeitung" auch nachher fortgedauert hat, wie u. a. durch ihre Artikel vom 13. März und 24. Mai 1966 bewiesen wird. 8. Es ist unwahr, daß„die„Frankfurter Zeitung" geflissentlich unterdrückte". tvaS der„Vorwärts" jetzt auS der Generalvcrsamm- lung von 1966 als„Geschichte eines Anstellungsvertrages" ver- öffeutlicht. Wahr ist vielmehr, baß die Erörterung hierüber damals nicht entfernt in der jetzt veröffentlichten Ausführlichkeit geschah, daß aber die„Frankfurter Zeitung" auch jene kurze Episode auS der zehnstündigen� Versammlung vom 10. März 1966 berichtet hat, sowohl in ihrem telegraphischen wie sodann im ausführlicheren brieflichen Referat, und zwar sowohl die Kritik der AnstellunaSverträge wie auch die der Tantiemen. 4. EL ist unwahr, daß hinter der„Frankfurter Zeitung" diese Banldirektorcn und ihre Aufsichtsräte stecken." 5. Es ist unwahr, baß„ihrem(der„Frankfurter Zeitung") Finanzredakteur daS Vorhandensein eines Würzburger„„Konto K"" schon vor der Generalversammlung von 1966 zuverlässig mitgeteilt wurde". Wahr ist vielmehr, daß von einem«Konto K". oder von den jetzt durch den„Vorwärts" so bezeichneten Vorgängen, bis Sestern keinem ber Redakteure deö Handelsteils ber„Frankfurter letümg" irgend etwas bekannt gewesen ist. Wir haben unseren Gewährsmann um eine Aeußerung zu dieser Berichtigung ersucht. Eine Erpressungsklage wegen Ber- tretung von Arbeiteriuteressen wurde gestern vor der zweiten Strafkammer am Landgericht I verhandelt. Die Verhandlung nahm den SitzungStag voll in An. fpruch. Angeklagt waren 18 HülfSarbrlter an» 4>em Druckerei- betriebe de» Berliner„Lokal-Anzeiger". Meist find e» Vertrauens- leute der verschiedenen Betriebsabteilungen de«„Lokal-Anzeiger", die alle noch daselbst, teils schon seit vielen Jahren, in Arbeit stehen. Den Angeklagten wird zur Last-gelegt, dah-siedi« tSnt. lassung eines ihnen mißliebigen Mitarbeiters verlangt haben, nach- Die Bernehmung der Angeklagten Urteil. dem ihr Versuch, denselben zum Wiedereintritt in den Verband, Anzahl Unorganisierte im Betriebe des Lokal- Anzeiger" arbeiten, 1 Serein ein selbständiger Verein werden. Wäre die entgegentder Buch- und Steindruckerei- Hülfsarbeiter zu bewegen, keinen Er- denen von den Organisierten keinerlei Schwierigkeiten gemacht gesetzte Ansicht des Kammergerichts so richtig wie sie falsch folg gehabt habe. Die Anklage lautet auf versuchte Erpreffung werden. Daraus gehe hervor, daß man mit Minning, dessen Ver- ist, dann wäre es Pflicht der Anklagebehörden, nunmehr und Vergehen gegen§ 153 der Gewerbeordnung. segung nur wegen seines unverträglichen Wesens verlangt wurde, schleunigst gegen die Filialen, Ortsgruppen und Ortsvereine der in einer anderen Abteilung ruhig würde zusammen gearbeitet haben, ohne ihn deswegen zu behelligen, weil er dem Verbande Arbeitgeberverbände, des Bundes der Landwirte, der Kriegernahm fast vier Stunden in Anspruch. Den Hergang, auf den sich nicht angehörte. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung vereine, des Flottenvereins, der konservativen, nationalliberalen und freisinnigen Vereine anklagend vorzugehen die Anklage stützt, stellen alle Angeklagten übereinstimmend so dar: aller Angeklagten. Rechtsanwalt Dr. Gurt Rosenfeld, der einen der Angeklagten und, falls dies unterlassen wird, gegen die anklageverpflichte In der galvanoplastischen Abteilung war ein Hülfsarbeiter Ramens Minning beschäftigt. Er gehörte dem Verbande der Buch- berteidigte, begründete in kurzer Rede den Antrag auf Freia ten Beamten wegen Unterlassung der Anklage. Die stereotype Redewendung insbesondere unrichtiger Kammergerichtsund Steindruckerei- Hülfsarbeiter an, ist aber am 20. Mai 1906 fprechung. wegen rückständiger Beiträge aus dem Verbande ausgeschlossen Landgerichtsdirektor Rosenberg verkündete das entscheidungen: die Revision scheitere an der tatsächlichen woorden. Die Mitarbeiter Minnings hatten nicht das Verlangen, Feststellung" des Vorderrichters, der ohne erkennbaren ihn wieder im Verbande zu sehen. Im Gegenteil wünschten sie, Der Gerichtshof habe für festgestellt erachtet, daß derjenige Rechtsirrtum usw." festgestellt habe, ist ein bequemes Vehikel daß er nicht wieder aufgenommen werde, weil er ein unverträg- Angeklagte, welcher dem Zeugen Minning riet, falls er den Rüd- für Entscheidungen von Urteilen unserer Klassenjustiz, die licher Mensch ist, der mit seinen Kollegen in der galvanoplastischen stand nicht begleichen könne, neu einzutreten, um sich vor Unan- durch die blutleere, zur Zurückweisung der Revision anAbteilung auf sehr gespanntem Fuße stand, weil er seine Kollegen nehmlichkeiten zu schüßen, den Zeugen nicht bedroht, sondern ihm gewendete Formel den springenden Punkt nicht zu beseitibei der Geschäftsleitung verklatschte und einen derselben bei der einen wohlmeinenden Rat erteilt habe. Ein anderer Angeklagter gen, nicht einmal zu verhüllen vermag, daß ein und dieselbe Geschäftsleitung als Anhänger anarchistischer Bestrebungen denun-( Griesler, dessen Bestrafung der Staatsanwalt beantragt hatte) Handlung strafbar oder straflos fein soll, je nachdem, ob der ziert hatte. In einer Besprechung der Betriebsvertrauensleute der habe zu Minning gesagt, wenn Du nicht nachzahlst, machen wir gegen Staatsanwalt Anklage erhoben oder unterlassen und ob das Hülfsarbeiter wurde über Minnings Verhalten geklagt. Man tam Dich Front, glaube nicht, daß Du in anderen Betrieben Arbeit zu der Ueberzeugung, daß das unerträgliche Verhältnis in der findest, wenn Du aus dem Sofalanzeiger" herausbist. Der An- Landgericht das eine oder sein Gegenteil tatsächlich feſtgalvanoplastischen Abteilung nicht aufhören werde, solange Minning geflagte Griester habe als Revisor des Verbandes ein Interesse gestellt" hat. Eine Judikatur, die so durch die Art der Verin dieser Abteilung arbeite, da er durch sein Verhalten das gute in dieser Abteilung arbeite, da er durch sein Verhalten das gute baran gehabt, der Verbandstasse die Beiträge des Minning zu teilung der Verantwortlichkeit zwischen den Instanzen.der Einvernehmen der Arbeiter störe. Die Vertrauensmänner kamen zuführen. Seine Aeußerung sei eine Drohung, also liege bei diesem tatsächlichen Feststellung" und der rechtlichen Würdigung der zu dem Entschluß, die Geschäftsleitung des„ Lokal- Anzeiger" zu Angeklagten ein Vergehen gegen§ 153 der Gewerbeordnung, sowie Tatsachen den Klassencharakter der Strafjustiz klarstellt, iſt ersuchen, den Minning in eine andere Abteilung des Betriebes zu versuchte Erpressung vor. Das weitere Vorgehen der Angeklagten freilich nur durch die eigenartige Unterscheidung in unserer versehen. Die Vertrauensmänner gingen von der Ansicht aus, daß, gegen Minning jei dahin gegangen, daß er, wenn nicht aus dem Strafprozeßordnung zwischen Verlegung von Rechtstvenn Minning in einer großen, von vielen Arbeitern befesten Ab- Betriebe entfernt, so doch mindestens in eine andere Abteilung ber normen" und" falscher tatsächlicher Feststellung" möglich teilung beschäftigt würde, wohl Ruhe und Frieden herrschen werde, ſetzt werde. Der Grund dieses Verlangens sei der gewesen, daß Strafprozeßordnung zwischen Berdrehung von Rechtswährend in der galvanoplastischen Abteilung, die nur acht Hülfs- Minning dem Oberfaktor gegenüber Aeußerungen gemacht habe, Strafprozeßordnung zwischen Verdrehung von Rechtsarbeiter hat, die Herstellung eines guten Verhältnisses aus die ihn in den Geruch eines Denunzianten brachten. Die Vereine Unterscheidung, die des logischen Grundes und Eingeschlossen sei, solange Minning dort anwesend sei. Daß Minning handlungen mit der Geschäftsleitung hätten sich bis zum 17. August teilungsprinzips völlig entbehrt. Bekannt ist, daß deshalb entlassen werde, hat niemand verlangt. Im Juli v. J. wurde hingezogen, dann sei die Arbeitsniederlegung erfolgt. Ob auf auch das Reichsgericht an ein und demselben Tage Revisionen dem Abteilungsvorsteher der Wunsch der Vertrauensmänner unter Anordnung der Vertrauensleute, möge dahingestellt bleiben. Es gegen Urteile zurüdweisen fonnte, von denen eins tatsächbreitet. Der Abteilungsvorsteher erklärte, er könne in der An- habe sich aber um ein planmäßiges Vorgehen gehandelt. Daß hier lich feststellte", eine Handlung sei strafbar, während das gelegenheit nichts machen. Die Vertrauensleute wandten sich des- durch aber erreicht werden sollte, Minning wieder für den Verband andere dieselbe Handlung für straflos erklärte. halb an den Oberfaktor Wolten. Dieser stellte die Versehung des zu gewinnen, dafür habe die Beweisaufnahme keinen Anhalt erinnern an die Judikatur über das Flugblatt vom 21. Januar Minning für eine spätere Zeit in Aussicht. Nach einiger Zeit er- geben, im Gegenteil. Die Beweisaufnahme spreche dafür, daß die innerte man den Oberfaktor wieder an seine Zusage, er ersuchte Angeklagten fein Interesse an der Mitgliedschaft Minnings hatten. Sollte die Praris, über die wir eingangs berichtet die Vertrauensleute, noch 14 Tage zu warten, er werde inzwischen Hiernach könne von einem Vergehen gegen§ 153 der Gewerbeeine andere Stelle für Minning im" Lokal- Anzeiger" besorgen. ordnung oder 253 des Strafgesetzbuches teine Rede sein. Die An- haben, gegen Arbeiter weiter um sich greifen, so dürfte es Dem Oberfaktor ist ausdrücklich gesagt worden, daß die Entlassung geklagten, welche an dem Vorgehen, welches zur Entlassung eine Pflicht sein, durch Strafanzeigen die Frage beantworten Minnings nicht gefordert werde. Nachdem die 14 Tage reichlich Minnings führte, beteiligt waren, haben sich demnach nicht strafbar zu lassen, weshalb dieselbe Handlung, von anderen Perverflossen waren, ersuchte man am 16. August den Oberfaktor, sein gemacht und sind freizusprechen. Griesler ist zu zwei Wochen Ge- fonen begangen, ohne ersichtlichen Rechtsirrtum" nicht einVersprechen zu erfüllen, er ersuchte die Arbeiter, sich noch bis fängnis verurteilt. mal unter Anklage gestellt wird. 5 1hr zu gedulden. Auch an diesem Tage erfolgte noch nichts. Da auch am folgenden Tage, dem 17. August, der Wunsch der Arbeiter noch nicht erfüllt war, traten sie um 4 Uhr nachmittags ohne besondere Aufforderung zusammen und sagten: Jest warten wir, bis wir endgültigen Bescheid über unser Ersuchen erhalten. Der Betrieb ruhte infolgedeffen 20-30 Minuten lang. Nun wurde Minning sofort entlassen. Wie die Angeklagten versichern, tat die Geschäftsleitung mit diesem Schritt etwas, was niemand von ihr verlangt hatte. Minning spielte als Zeuge 1906. " Der Prozeß Pöplau Wir erIst demnach auch die Anklage in der Hauptsache zusammengebrochen, so ist doch die Verurteilung des Griesler erfolgt. Und diese Verurteilung widerstreitet aufs schärfste dem allgemeinen mußte am Sonnabend vertagt werden, da der nochmalige VerRechtsbewußtsein. Die Konstruktion einer Erpressung aus der such, die Verhandlung fortzusehen, wiederum ergebnislos war. vermeintlichen Aeußerung des Griesler widerstreitet dem Begriff Wiederum war der Angeklagte ausgeblieben. An den einer Erpressung aufs allerentschiedenste. Die Künstelei, die die Gerichtshof hatte er ein Schreiben gerichtet, worin er erklärte, er gelehrte Rechtsprechung seit dem Jahre 1887 und in dem letzten sei so trant, daß er zum Termin nicht erscheinen könne. MedizinalJahrfünft in wachsendem Maße in den§ 253 St.-G.-B. zu un- rat Dr. Hoffmann, der als ärztlicher Sachverständiger geladen war, gunsten der Arbeiter hineingetragen hat, ist im Reichstag seit Be- gab das Gutachten ab, er müsse Pöplaus Angaben für glaubhaft ginn der 90er Jahre von den verschiedensten Parteien, mit Aus- halten im Hinblick auf den Zustand, in dem er ihn am Freitag au nahme der konservativen, lebhaft getadelt. Leider haben die wieder getroffen habe. Staatsanwalt Lindow warf die Frage auf, ob die holten Anträge der sozialdemokratischen Fraktion auf Aenderung enorm hohe Bulsfrequenz( 168 Schläge in der Minute!), die der des§ 253 St.-G.-B. nur platonische Anerkennung bei den anderen Sachverständige bei Pöplau festgestellt hatte, nicht künstlich hergestellt Parteien gefunden. Es ist um so dringender, der verkehrten Judi werden könne. Gewiß," antwortete Herr Hoffmann, aber ich habe fatur auf diesem Gebiete einen Riegel vorzuschieben, als es wieder- keine Anhaltspunkte dafür, daß das wirklich geschehen ist." holt abgelehnt ist, Unternehmer und Großgrundbefißer wegen Er- fügte hinzu, zu dieser hohen Pulsfrequenz habe übrigens auch das pressung anzuflagen, die, wenn die besprochene Judikatur zu- ganze Verhalten des Kranten gepaßt, feine Aufgeregtheit, sein treffend wäre, wegen Erpressung hätten angeklagt werden müssen. hastiges Emporfahren usw. Hiernach beschloß das Gericht, die Sache auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Wann Herr Böplau wieder verhandlungsfähig sein wird, darüber konnte feine Angabe gemacht werden. Er wird dann den ganzen Prozeß, aus dem allem Anschein nach wenig oder nichts herauskommen wird, nod) einmal über sich ergehen lassen müssen. Gerichts- Zeitung. 27 Er mit Geschick und anscheinend auch mit Erfolg die Rolle des wegen seiner Nichtzugehörigkeit zur Organisation Verfolgten und Bedrückten. Er trug eine klägliche Miene zur Schau, sprach mit einer Stimme, als ob er sich des Weinens kaum erwehren könne, preßte auch ab und zu eine Träne heraus, die er mit dem Taschentuch abwischte. Er sagte, er sei nur auf Veranlassung seiner Mitarbeiter dem Verbande beigetreten, nach einiger Zeit sei es ihm schwer geworden, die Beiträge zu zahlen, er sei im Rüdstande geblieben und von einem der Angeklagten aufgefordert worden, entweder nachzuzahlen oder sich streichen zu lassen und wieder beizutreten, in diesem Falle brauche er die rückständigen Beiträge nicht zahlen. Wenn er nicht organisiert sei, so könne das für ihn üble Folgen haben, er könne vielleicht entlassen werden und würde keine Ein Teil eines Vereins ein Verein? Arbeit finden. Auch ein zweiter Angeklagter soll sich in ähnlichem Wie ein Zentrumsmann ein Urteil begründet. Sinne geäußert haben. Wie der Zeuge zugab, ist nach seiner Friedland und Umgegend bildet einen der Bezirke des Der Tagelöhner Georg Murr wurde vom Schöffengerichte Streichung aus dem Verbande ein Drud, der ihn zum Wieder- sozialdemokratischen Wahlvereins für den Kreis Waldenburg. Ordnung zu bier Monaten Gefängnis verurteilt. Murr eintritt bewegen sollte, nicht auf ihn ausgeübt worden. Weiter Bezirksführer war im vorigen Jahr Genosse Liebig. As a chau wegen eines Bergehens nach§ 153 der Reichs- Gewerbesagte der Zeuge Minning, er sei bei der Geschäftsleitung an- solcher beruft er auch Versammlungen für den Bezirk ein. hatte in seiner Eigenschaft als Vertrauensmann des Verbandes geschwärzt worden, weil er beleidigende Aeußerungen über dieselbe In einer dieser Versammlungen wurde der zweite Ver- der Bauhülfsarbeiter auf einem Neubau die Arbeiter nach ihrer gemacht haben solle. Als ihn der Oberfaktor deswegen zur Rede trauensmann ausgeschlossen und ein neuer gewählt. Diese zugehörigkeit zur Organisation kontrolliert und dabei einen nichtstellte, habe er gesagt: der mich verklatscht hat, ist ja Anarchist, der Tatsache in Verbindung mit der Abhaltung von Bezirks- organisierten Maurer beschimpft. Dies der einfache Tatbestand, lieft ja solche Blätter wie„ Anarchist" und" Der freie Arbeiter". genügte der Straffammer in der zu dieſem geradezu egorbitanten Mittel führte. Die UrteilsGegenüber der Aussage des Zeugen Minning wird seitens der versammlungen Angeklagten behauptet, nicht eine Notlage des Zeugen habe ihn be- Waldenburg zu der tatsächlichen Feststellung" eines begründung offenbart, wie die Politit von einem Gericht in ein wogen, die Beiträge nicht mehr zu zahlen, sondern er sei deshalb besonderen Bezirksvereins der reiswahlvereins- Urteil getragen wird. Hier einige Proben: Schon seit längerer Zeit fuchte die Sozialdemokratie. mit dem Berbande unzufrieden geworden, weil er, als im Betriebe mitglieder in Friedland und Umgegend. Liebig wurde als in Dachau festen Fuß zu fassen, aber lange wollte es trop ſehr Lohnzulagen gegeben wurden, eine geringere Zulage bekommen dessen Vorsteher angesehen und wegen Uebertretung der häufiger in mehr oder minder deutlicher Weise den Klassenin Dachau festen Fuß zu fassen, aber lange wollte es troß ſehr habe wie die anderen Arbeiter. Von da an habe Minning fort-§§ 2 und 13 des Vereinsgesetzes zu einer Geldstrafe ver- häufiger in mehr oder minder deutlicher Weise den Klassenhaß schürenden Versammlungen der Sozialdemokratie nicht gegesetzt auf den Verband gestichelt und gesagt: Ich pfeife auf den urteilt, weil er ein Verzeichnis dieser Mitglieder nicht der lingen, eine sozialdemokratische Organisation ins Leben zu rufen. Verband, was ich jetzt bekommen habe, hätte ich auch ohne den Polizeiverwaltung in Friedland eingereicht hatte. Seine Als endlich die Organisation der Bauhandwerker gelungen war, Verband erhalten. Auch durch diese Reden habe sich Minning bei stevision, welche Rechtsanwalt Dr. Behrend be- bestand das Bestreben, dieselbe auf alle Bauhandwerker ausden Kollegen unbeliebt gemacht. gründete, wurde bom Rammergericht ab zubehnen. Zur Unterstübung der geistigen Werbemittel, welche gewiefen. Der erste Straffenat ging von folgenden auf anderer Seite als Predigt des Klaffenlampfes bezeichnet wurde, Erwägungen aus: Wenn sich eine Zahlstelle oder ein Bezirk wurden Versprechungen und Drohungen in Anwendung gebracht eines größeren Vereins in seiner Geschäftsgebarung nur als und durch die verschiedenen Aufklärenden"( im Urteil in") entstand bei den organisierten Maurern eine so triegerische dienendes Glied des Ganzen gebe, dann bilde die Zahl- Stimmung, daß bei einem Bau in Boll die organisierten Maurer stelle oder der Bezirk keinen selbständigen Verein. Wenn die Arbeit deshalb niederlegten, weil der Maurerpolier Gittau die Tätigkeit aber darüber hinausgehe, wenn ein ſelb- feinen verheirateten nichtorganisierten Bruder als Maurer einständiges Vereinsleben entfaltet werde, dann entstehe ein gestellt hatte und nicht entlassen wollte, als dieser der Organisation besonderer Orts- oder Bezirksverein. Da die zweite Instanz anzuschließen sich weigerte. Dieses in dem Gewerkschaftsverbande dies tatsächlich feststelle, so sei ihre Entscheidung rechtlich der Maurer Herrschende Bestreben, auf alle mögliche Weise den unbedenklich. Nicht nachprüfen könne das Revisionsgericht, freien Willen der Bauhandwerker dahin zu beeinflussen, daß sie was die Straffammer tatsächliches dazu ausführe. dem sozialdemokratischen Verbande der Maurer sich anschließen, Oberfaktor Wolten und Prokurist Tochtermann fagten als 3 eugen aus, daß nicht die Entlassung des Minning, sondern seine Versetzung in eine andere Abteilung von ihnen gefordert wurde, sie meinen aber, die Verschung ließe sich nicht machen, die Forderung sei daher gleichbedeutend mit dem Verlangen der Entlassung. Der Zeuge Tochtermann sagte, er hätte den Einbrud für den er allerdings keine Tatsachen anführen fonnte, daß die Nichtzugehörigkeit Minnings zum Verbande die Ursache der Forderung gewesen sei. Jedoch meint der Zeuge Wolten, am 17. August, dem Tage der spontanen Arbeitsniederlegung, seien die Arbeiter mit dem Minning fertig gewesen, seinen Eintritt in den Verband habe zu jener Zeit wohl feiner mehr gewünscht. Einige andere Zeugen machen noch weniger wesentliche Angaben über die verschiedenen Verhandlungen der Vertrauensmänner mit den Geschäftsleitern. Der Staatsanwalt Diese Rechtsauffassung des Kammergerichts wider ging selbstverständlich vom Verbande der Maurer in geringerem spricht dem Gesetz und dem Begriff eines Vereins. Sie stellt daher die vorgekommenen Ausschreitungen nicht in vollem Maße einen Rückfall in die verkehrte Judikatur der sozialisten- als eigene Schuld aufgerechnet werden können, da ein großer Teil gesetzlichen Zeit dar. Damals konstruierte man gegen einige der Schuld auf Rechnung des Verbandes zu sehen ist, sowie der von Vereine einen Verstoß gegen das im Dezember 1899 durch dort stammenden Belehrung und Rüdendedung.( Folgen die gab nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme die Anklage fast ganz preis. Er beantragte, 17 der Angeklagten freizusprechen, weil Reichsgesetz beseitigte Verbot des Inverbindungtretens poli- zum Tatbestand nötigen Feststellungen.) Bei Ausmaß der Strafe gegen fie nichts erwiesen sei, was eine Berurteilung aus§ 253 des fischer Vereine aus dem Bestehen einzelner Filialen. In wurde als mildernd in Betracht gezogen, daß sich Murr unter dent Strafgesetzbuches oder§ 153 der Gewerbeordnung rechtfertigen ähnlicher Weise wurde, tatsächlich festgestellt", daß z. B. die Einfluß seiner Gewerkschaft befand, welche für sich zwar unbedingte Freiheit der Organisation beanspruchte, in bewußtem und gewolltem tönnte. Nur einen von den 18 Angeklagten beantragte der Staats- Sagener Filiale des Schuhmacherverbandes ein selbständiger Gegensabe zu dieser für sich beanspruchten Freiheit jedoch sich nicht anwalt zu verurteilen, und zwar zu vier Wochen Gefängnis. Verein sei. Diefelbe den tatsächlichen Verhältnissen und damit begnügt, auf Organisierung aller Arbeiter in beliebiger Dieser Angeklagte soll nach der Aussage des Minning zu diesem dem Begriff eines Vereins schnurstracks entgegenstehende Richtung hinzuwirken, sondern ihren Mitgliedern Anregung gibt, gefagt haben: Wenn Du Deine Beiträge nicht nachzahlst, dann Annahme hat man, soweit wir uns zu entfinnen vermögen mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß alle Arbeiter den sozial machen wir gegen Dich Front, und wenn Du nicht mehr im Lokal- und aus der Sammlung kammergerichtlicher Entscheidungen demokratisch organisierten Verbänden, oder den feit dem MannAnzeiger" bist, wirst Du auch anderwärts keine Arbeit bekommen." Hierin liege sowohl eine Drohung im Sinne des§ 153 der Ge- zu entnehmen ist, niemals gegenüber fonservativen Ver- heimer Parteitag von 1906 ersteren so ziemlich gleich gestellten einen, Kriegervereinen, Arbeitgeberverbänden, Flotten fogenannten freien Gewerkschaften sich anzuschließen. werbeordnung wie der Versuch der Erpressung. Diese Urteilsbegründung zeichnet sich durch eine verblüffende vereinen oder dergleichen angewendet. Man unterließ Außerachtlassung des goldenen Grundjates aus: dem Richter auch Jahre hindurch Arbeitervereinen gegenüber die An- ziemt es, allein die Tat, nicht die Gesinnung des Angeklagten der 17 der Angeklagten zu verteidigen hatte, führte aus, daß die wendung fo eigenartiger Breßmaschinen zweds zur Rechenschaft zu ziehen; je ferner er der politischen Richtung Voraussetzung der vom Staatsanwalt angezogenen Paragraphen Destillierung bon Teilen eines Vereins aut selb des Angeklagten steht, desto mehr sollte er sich hüten, an Stelle auf keinen der Angeklagten zutreffe, auch nicht auf den, deffen Beständigen Vereinen. Die, wie aus dem oben angeführten, fühler objektiver Ermittelung und Beurteilung der Tat feine ftrafung der Staatsanwalt beantragte. Habe doch selbst der Zeuge Minning gesagt, daß seit Mai Einwirkungen, dem Verbande wieder am Dienstag gefällten Kammergerichtsurteil hervorgeht, politische Anschauung urteilen zu lassen. Das Kunterbunt uite beizutreten, nicht auf ihn gemacht worden sind. Auch der Zeuge wieder ins Leben gerufene Methode wird durch die Er- richtigster Auffassungen über gelvertschaftliche und politische Beburch die Annahme erklärlich, daß der Richter seine gewerkschaftliche Wolfen habe ja bekundet, daß am 17. August niemand mehr den neuerung nicht beffer. Sie übersieht, daß jeder Teil eines strebungen, das im Urteil eine Stätte gefunden hat, wird lediglich Eintritt des Minning in den Verband gewünscht habe. Damit Vereins, auch jedes einzelne Organ des Vereins stets etwas und politische Kenntnis aus scharfmacherischen Breßerzeugnissen fallen die Voraussetzungen sowohl des§ 253 des Strafgesetzbuches anderes betreibt, als der Verein in seiner Gesamtheit, daß gefchöpft hat, die ihre Spalten mit der Aufhebung gegen die Arwie des§ 153 der Gewerbeordnung fort. Die Angeklagten hätten dadurch aber feineswegs ein selbständiger Verein gebildet beiterklasse und mit gewerbsmäßigen Verleumdungen gegen sie ja auch gar nicht die Entlassung Minnings gefordert. Wenn Herr wird, solange der Zusammenhang mit dem Verein als Gefüllt. Der Vorsitzende, ein Oberamtsrichter, ist ein 3entrum 3Tochtermann ihn am 17. August entlassen habe, so möge er unter famtheit und dessen Zwecken gewahrt bleibt und der Teil- mann vom Scheitel bis zur Sohle, der als Gegner der Sozialdem Eindruck der spontanen Arbeitsniederlegung, die ihn zu einem Arbeiterversammlung in Dachau einem Münchener Genossen, der schnellen Entschuß drängte, borschnell gehandelt haben. In dem verein mit Aufhebung des Hauptvereins eingehen würde. demokratie bekannt ist. Satte er doch einmal in einer christlichen Miesenbetriebe des„ Lotal- Anzeiger" hätte sich wohl eine andere Lediglich, wenn die Sabungen des Vereins als für die sich zur Geschäftsordnung gemeldet hatte und der trok Widerspruchs Stelle für Minning finden lassen. Es sei ja auch in der Beweis Filialen, Bezirksvereine u. dergl. nicht verbindlich erachtet des Oberamisrichters darauf bestand, daß ihm das Wort erteilt aufnahme festgestellt worden, daß derartige Verfebungen aus einer werden und wenn trotz Auflösung des Vereins die Filialen wurde, die Verhaftung angedroht. Und doch gibt ca Abteilung in die andere schon öfter stattgefunden und daß eine weiter eriftieren könnten, fann unter Umständen der Filial- Leute, die behaupten, cs gäbe keine Klaffenjuftis. Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Vom Kriegsschauplak gegen die Polen. Am Freitag verurteilte das Rissaer Landgericht nach zwölf stündiger Berhandlung gegen 12 Uhr nachts den Pre b ft Niedbal aus Dubin, Kreis Rawitsch, wegen Vergchens gegen die§§ 130a und 110 des Strafgesetzbuches zu 1 Monat Festungshaft und 200 Mark Geldstrafe. Es waren 25 Zeugen geladen. Durch die Behandlung des Chefs schwer erkrankt. Welche sonderbare Art des persönlichen Verkehrs mit einem Personal der Kaufmann Lichtenstein, Inhaber der Berliner Shirmmanufaktur Lichtenstein u. Co., hat, zeigte ein gegen ihn anhängig gemachter, am Freitag vor der ersten Kammer des Kaufmannsgerichts verhandelter Prozeß. Die Klägerin Elsbeth H. war am 1. November von 2. als Leiterin einer Filiale in der Müllerstroße mit einem Monatsgehalt von 60 M. engagiert worden. Das befcheidene junge Mädchen war gleich in den ersten Tagen nach ihrem Antritt wegen geringfügiger Versehen mit Worten wie:" Underschämte Person"," Freches Frauenzimmer" u. v. a. trattiert werden. Sie wollte fast schon verzagen, da tröstete sie das Lehrmädchen mit den Worten:" Das geht uns hier allen nicht besser, ein Frauenzimmer" bekommen wir von Herrn 2. bald mal an den Kopf geworfen". Sie ertrug darauf auch die Schimpfreden in Geduld, bis zum 17. November. An diesem Tage machte ihr der Chef heftige Bortwürfe wegen des Dekorierens. Sie machte einen ganz befcheidenen Einwand, worauf 2. fie freches Frauenzimmer" nannte und ihr mit erhobener Hand Ohrfeigen anbot. Die Szene spielte fich in einem fleinen Raum ab, wo sie dem großen und kräftigen Manne ganz allein und hülflos gegenüberstand Die Klägerin verfiel noch an demselben Abend infolge der erlittenen Aufregungen in ein schweres Nervenleiden, das sie acht Wochen ans Krantenbett fesselte. Wie die Mutter der Klägerin gestern bekundete, war ihre Tochter vorher kerngesund gewesen, fie fei an dem fraglichen Abend mit Weinkrämpfen und Angstzuständen nach Hause gekommen. Der Beklagte 2. weigerte sich nicht nur, der Klägerin das Gehalt bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist zu zahlen, er enthält ihr auch den Betrag vom Tage des Eintritts bis zum 17. November vor, indem er einavendet, die Klägerin sei schon frank zu ihm hingekommen. Das Kaufmannsgericht verurteilte ihn aber zur Zahlung des Gehalts bis zum 31. Dezember in Höhe von 130 M., indem es annahm, daß die Klägerin erst am 17. November und ohne eigenes Verschulden erfrankte. Steht Gärtnern das Betreten des Kirchhofs frei? Vieſe ſeit langer Zeit in den Kreiſen der Handelsgärtner effrig ventilierte Frage beschäftigte gestern das Schöffengericht Berlin- Schöneberg. Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Bedrohung mußten sich die Gärtnergehilfen Gustav Alisch und Artur Jan fo w sfy verantworten. Auf den ver schiedensten Friedhöfen in der Umgebung Berlins ereignen sich häufig höchst unerquickliche Szenen zwischen den Friedhofsverwaltern und Gärtnern, die von den Angehörigen Verstorbener mit der Pflege und Instandhaltung von Gräbern und den darauf befindlichen Pflanzen, betraut worden sind. In den Gärtnerkreisen besteht die Meinung, daß die betreffenden Friedhofsangestellten aus nicht ganz uneigennüßigen Motiven heraus den beauftragten Gärtnern die Ausübung ihres Berufes erschweren, weil ihnen selbst Sadurch eine gewisse Einnahme entgeht, die ihnen sonst für die Pflege der Pflanzen zufließen würde. Ein derartiger Zusammen stoß zwischen Gärtnern und einem Friedhofsangestellten lag auch der jeßigen Anklage zugrunde. Zwischen dem Friedhofsverwalter Bierschent, der auf dem neuen Jerusalemer Kirchhof angestellt ist, und dem Handelsgärtner Alisch, der in der Nähe dieses Friedhofes in der Bergmannstraße sein Geschäft betreibt, herrscht seit langer Zeit ein gewisses gespanntes Verhältnis. Am 3. März v. J. hatte A. den Auftrag von auswärts wohnenden Verwandten erhalten, das Grab eines Fräuleins Pigulla mit neuen Gewächsen und Zum 50. Geburtstage unferes Bezirksführers Gustay Pinner die besten Glückwünsche. Die Genossen vom Wasserturm Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Lichtenberg. Am 21. Februar verstarb nach furzen, schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, der Gastwirt 69/9 Wilhelm Tieke Herzbergstraße 23. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. 5. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Kirchhofes an der Bornißstraße aus statt. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Todes- Anzeige. Den Kolleginnen und Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Frau Berta Peters Rüdersdorferstraße 10 nach langer Strankheit am Frei tag, den 22. d. Mts., verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 25. Februar, mittags 1 Uhr, von der Zeichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichs. jelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 187/5 Die Ortsverwaltung. amt Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwieger- und Großmutter, die Witwe Berta Peters geb. Neese nach langen, schweren Leiden am Freitag, den 22. Februar 1907 fanft entfchlafen ist. Dies zeigen an am Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, den 25. Februar 1907 von der Leichenhalle des ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Möbelpolierer Fritz Arndt am 22. Februar nach langen Leiden verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 25. Februar, nach mittags 3 Uhr, von der LeichenHus der Frauenbewegung. Lorbeerbäumen zu versehen. Zu diesem Zwecke begab sich der jebige in seinem gesamten Umfange zu bestellen. Große Eisenbahnbauten Angeklagte, der Sohn des Alisch, mit Jankowsky auf den Friedhof. werden in kommenden Sommer ausgeführt werden, um die ErInmitten ihrer Arbeit wurden sie von dem Friedhofsverwalter fchließung der westlichen Provinzen noch mehr zu fördern. Allein Bierschenk und dem Rendanten Schüße aufgefordert, ungefäumt für diese Arbeiten werden sechzigtausend Leute von den kanadischen den Kirchhof zu verlassen. Beide meigerten sich, da es Behörden gesucht, die in allernächster Zeit in allen Hafenstädten ihr gutes Recht sei, ihrem Gewerbe nachzugehen. Europas, die als Auswandererhäfen in Betracht kommen, Agenturen Es kam zu einem heftigen Wortivechsel, bei welchem sich die An- errichten werden, um den Strom der Europamüden nach dem neuen geklagten der Beleidigung und auch der Bedrohung mit einem Stanaan nördlich der großen Seen zu leiten. Spaten schuldig gemacht haben sollen. Auf eine Anzeige durch den Gemeindekirchenrat wurde das jebige Verfahren in die Wege geleitet. In der gestrigen Verhandlung bestritten die Angeklagten, sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht zu haben. Der Verteidiger führte aus daß ein Gesez, durch welches die Angeklagten an der Ausführung von gärtnerischen Arbeiten auf einem Friedhofe verhindert werden können, nicht be= stehe. Dies sei ihr Gewerbe, an dessen freier Ausübung sie niemand hindern könne, so lange sie sich nicht ungebührlich benehmen. Das Gericht erkannte auch wegen des Hausfriedensbruches und der Bedrohung auf Freisprechung, hielt dagegen die den Angeflagten zur Last gelegten Beleidigiangen für nachgewiesen. Das Urteil lautete mit Rücksicht auf die ganze Sachlage auf nur je 10 Mark Geldstrafe. cafe.. Unterschlagung seitens cines Stationsvorstehers. An die Genossinnen! " Um in bezug auf die Erste deutsche Konferenz zur Förderung der Arbeiterinneninteressen" Untlarheiten nicht aufkommen zu lassen, verweist die Unterzeichnete auf die seit Jahren bestehenden und bes folgten diesbezüglichen Beschlüsse, dahinlautend, daß Parteigenoffinnen an dergleichen bürgerlichen Veranstaltungen sich weder als Ver treterinnen der Genossinnen oder Organisationen, noch als Einzel personen aktiv beteiligen. " Schon der Titel: Erste Konferenz ust" ist eine Anmaßung, denn alle bis jetzt abgehaltenen sozialdemokratischen Frauenkonferenzen, wie auch die Gewerkschaftskongresse, waren Veranstaltungen, die in Recht topflos hat der Stationsvorsteher Falter gehandelt, hervorragender Weise die Arbeiterinneninteressen gefördert haben. der gestern vor dem Landgericht Berlin III wegen Unterschlagung Die Tendenz der besagten Konferenz ist in der Nr. 3 ber zur Verantwortung gezogen wurde. Er war von außerhalb nach Gleichheit“ vom 6. Februar d. J. und in der Nummer des Berlin gekommen und hatte bei der Reinickendorf- Liebenwalde-" Borwärts" vom 14. Februar klar und deutlich dargelegt. Es möge Schönebeder Privatbahn eine Anstellung als Stationsvorsteher ge- noch darauf hingewiesen werden, daß mehrere der Beranstalterinnen funden und die Stationskasse in Gr. Schönebeck zu verwalten. Er die liberale Frauenpartei gegründet haben. hatte von früher her drückende Verpflichtungen und geriet in eine Mit Leuten, die den unseren entgegengesezte Bestrebungen bergewisse Notlage, aus der er sich vorübergehend dadurch zu befreien folgen, in jeder Hinsicht unsere Gegner find, tönnen Parteigenossinnen suchte, daß er aus der Kasse einen größeren Betrag entnahm und unmöglich gemeinsam verhandeln. das Manto zu vertuschen wußte. Bei einer Revision kam aber die Sache heraus, der Angeklagte, der sich dem Revisor, entdeckte, hatte aber keine weiteren Unannehmlichkeiten, denn es gelang ihm, von mehreren Personen die fehlende Gumme geliehen zu erhalten, so daß er schleunigst das Manto ergänzen konnte. Er kam jedoch bald wieder in eine Notlage, denn die Beute, die ihm das Geld geliehen hatten, verlangten es sehr bald zurück, und so entnahm der Augeklagte abermals aus der Stationskasse den Betrag von 550 M., ohne ihn decken zu können, als wiederum unvermutet eine Revision stattfand. Der Staatsanwalt teantragte mit Rücksicht auf den immerhin recht groben Vertrauensbruch 9 Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Arigeflagti zu 3 Monaten Gefängnis. Aus Industrie und Handel. Deutschlands Kohlenproduktion im Januar 1907. Jm Deutschen Reiche wurden im Januar 1907 im Vergleich zum Vorjahre produziert: Steinkohlen Tonnen 1906 11 881 344 1907 12 296 774 Braunkohlen Tonnen Koks Tonnen 5 116 2772 5 181 531 1 608 493 1 768 304 Brifetts Tonnen 1 266 794 1.255 746 Bei Steinkohlen beträgt das Plus fast 2 Million Tonnen, bei Sots 159 811 Tonnen, und bei Briketts ergibt sich ein Minus von 11 048 Tonnen. Sechzigtausend Arbeiter verlangt! Die Entividelung des westlichen Kanada, das erst seit kurzer Zeit der Kultur erschlossen worden ist, macht Riesenfortschritte. Der einzige Mangel, der sich fühlbar macht, ist brauchbares Ansiedlermaterial. Das westliche Kanada mit seinem fruchtbaren Weizenboden fönnte in furzer Zeit die Kornkammer der gesamten Welt fen, falls es möglich wäre, das Land Danksagung. Allen denen, die meinem liehen anne die lette Ehre bewiesen haken, sage hierdurch meinen besten Dant Frau Volgt nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bon feiten der Herren Kollegen und Be fannten bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes sowie dem Holzarbeiter Verband sage hiermit meinen aufrichtigen Dank. 16705 Margarete Brügge geb. Henze. Prinzenhalle des St. Andreas- Kirchhofes Dr. Simmel, Str. 41, in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Svezialarzt für 3/5 Haut- and Harnleiden. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Eröffnung der Frühjahrs- und Sommer- Saison 1987. Westmanns Engroshaus Hauptgeschäft W., an den Mohrenstr. 37a, Kolonnawen. Filiale: O., Große Frankfurterstr. 115, an der Andreasstraße. 2 18 Damenkonfektion. Einzelverkauf an Private! 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Ottilie Baader, Berlin SW., Lindenstraße. 3. Das Frauenwahlrecht in England. Charles Dilfe hat in Gemeinschaft mit Kcir Hardie, Bell, Shackleton und anderen einen Gefeßentwurf eingebracht, in welchem folgende Forderungen aufgestellt sind: Alle Männer und Frauen, ob verheiratet oder ledig, erhalten das Stimmrecht für das Parlament oder für die lokalen Wahlen, in deren Bezirk sie ihren Wohnfiz haben. Das Sonderrecht der Universitäten, Vertreter ins Barlament zu schicken, wird aufgehoben. Steine Person, ob männ lich oder weiblich, fant, weder durch Geschlecht noch durch Vers heiratung, ihres Rechtes, in die parlamentarischen Störperschaften oder in den Gemeinde- oder Grafschaftsrat gewählt zu werden, verTuftig gehen, noch kann ihr irgend eine öffentliche Funktion, die sie ausübt, deswegen aberkannt werden. Es hat sich nun auch eine Anti- Frauenwahlrechtsliga gebildet. Diese hat einen Aufruf an ihre Geschlechtsgenossinnen gerichtet, in dem es heißt: Die Unterzeichneten scien vollauf überzeugt von dem Wert und der Bedeutung der Frauenarbeit im Leben der Nation, besonders was die Erziehung und die Sorge für diese anlange, aber fie protestieren gegen die Gewährung des Wahlrechts an die Frauen. Sie befürchten davon nur eine Herabminderung ihres Einflussce in der Sphäre, in welcher die Frau zu wirken habe. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be. nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Nichtung aus. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Bahltag Aderstr. 123 bei Wiesenthal und Mariannenstr. 48 bei Ricbehenschel von 3-6 Uhr. Dr. Schünemann Anton Boekers Ball- Salon Alhambra 35112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. 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Februar, abends 8 Uhr, im City- Hotel, Dresdenerstr. 52/53: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Lehren der Reichstagswahl. Referent: Reichstagsabgeordneter Eichhorn Pforzheim. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 27. Februar 1907, abends 8%, Uhr: Außerordentl. General- Verfammlung bei Freyer( früher Keller), Koppenstraße 29. Lages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Krätzig über: Die Tattit der Unternehmer bei wirtschaftlichen 240/19 Rämpfen". 2. Distuffion über die vorgeschlagenen Kandidaten des 8meigvereinsvorstandes. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jebes Stollegen, zu erscheinen. Der Zweigvereinsvorstand. J. A.: E. Thōns. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 26. Februar, abends 8% Uhr: General- Versammlung bei Keller( Inhaber Freyer). Koppenstr. 29. Zages Drdnung: 1. Geschäfts, Staffens und Nevifionsbericht. 2. Distusfion. 3. Neuwahl des Gesamtvorstandes und der Revisoren. 4. Anträge auf Ausschluß aus der Organisation. 5. Berschiedenes. 242/17 Zahlreichen Besuch erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 186/19 Möbelfabrik„ Phönix“. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Cingetragene Genossenschaft mit befchränkter Haftpflicht. Die diesjährige - Zahlstelle Berlin. General- Versammlung Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. am 10. 1907, mittags 9 Uhr, in unferem Gefhäfts. Atung! Pianomechanik- Arbeiter und-Arbeiterinnen! Total, Cadinerstr. 21, ftatt. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Geschäftsjahre Montag, den 25. Februar, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): 1906. 2. Wahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. 3. Geschäftliches. Die Bilans Heat sur Churligtnahme Versammlung liegt für die Genoffen im Geschäftslotale aus. Der Vorstand. Petersen. Friederici. 105/14 aller in der Mechanikindustrie beschäftigten Personen. Gewerkschaftshaus 15. für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis.roßer Mittagstis. Dienstag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28: Versammlung. Zages Drdnung: 247/14 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genoffen Stücklen über: Rückblicke und Ausblicke". 2. Diskussion. Gäfte Bu zahlreichem Besuch ladet ein - auch Damen haben Zutritt. Der Vorstand. Charlottenburg. Dienstag, den 26. Februar 1907, abends 8% Uhr, im Voltshause", Rosinenstraße 3: General- Versammlung des Wahlvereins. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes und der Funktionäre. 2. Neuwahl des Borstandes und der Funktionäre. 3. Bahl der Delegierten zur Streis- Generalversammlung. 4. Berschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erwartet Mitgliedsbuch legitimiert: [ 250/7] Der Vorstand. Bon 5%, Uhr ab:[ 4475 Künstler- Konzert. Eintritt fret.= Reichhaltige Abendkarte. Bestgepflegte Biere aus der Schultheiß- Brauerei. Schluss des InventurAusverkaufs Donnerstag, den 28. Februar. Sämtliche Artikel sind bis zu 331% herabgesetzt: 3774 Teppiche Gardinen 6. Kreis Genossinnen! Genossen! Moabit. Portieren Dienstag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24 und Emdenerstr. 41: Volksversammlung. Zages Drdnung: 1. Frauenbewegung und politische Entwickelung. Referent: Genosse Redakteur Wilhelm Düwell. 2. Disfuffion. Bahlreichen Befuch erwartet Die Vertrauensperson. Kleber! 1/ 4* Dienstag, den 26. februar, abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobftr. 75 ( oberer Saal): Versammlung. Zagesordnung: 1. Stellungnahme der Kleber zum Aussperrungsbeschluß der Unternehmer. 177/ 8* 2. Diskussion. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. Die Verbandsleitung. V. M 460, 8, 24, 88, 45 usw. 60& 18.60, M. 2.10, 850, 5, a 7.60, 9, 12 usw 11.50 usw. sowie Steppdecken, Tisch- a. Diwandecken, Läufer- und Möbelstoffe ete. Zages Ordnung: 1. Die Konferenz der deutschen Blanomechanik- Fabrikanten in Leipzig und ihre Stellung zur Arbeiterbewegung. 2. Branchenangelegenheiten. 8. Berschiedenes. Bei der Richtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen fämt. licher Stollegen und Kolleginnen, gleich viel ob fie organisiert sind oder nicht, Die Branchenkommission. bringend notwendig. Dienstag, ben 26. Februar, abenbe 8, Uhr, bei A. Baeter, Weberstr. 17: Versammlung der Drechsler Berlins und der Vororte. Zages Drdnung: 1. Die gegenwärtige Aussperrung und die Freie Bereinigung ber Drechslermeister Deutschlands. 2. Disfuffion. 3. Bericht der Kommiffion. 4. Berbands. und Branchenangelegenbelten. In Anbetracht der Bichtigkeit der Tagesordnung werden alle 81/4 Stollegen ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kommission. Achtung! Treppengeländer- Branche. Achtung! Montag, den 25. februar, abends 8 Uhr, bei Bocker, Weberstr. 17: Vertrauensmänner- Versammlung aller in Treppenfabriken beschäftigten Tischler, Stellmacher, Drechsler, Polierer, Maschinenarbeiter. Sede Berkstatt, auch die ausgesperrten, müssen vertreten fein. Die Kommission. Branche der Maschinenarbeiter. Mittwoch, 27. Februar, abends 8%, Uhr, in ben Andreasfälen, Andreasstr. 21: Nie wiederkehrende Branchen- Versammlung Gelegenheit. TeppichAdler Königstrasse 20-21, 8. d. Judenstr. EinsegnungsAnzüge. Robert Bohn BERLIN, Invalidenstr. 135. Großes Lager fertiger Herren- u. KnabenGarderoben. Maßabteilung I. Etage. Ohne Mitgliedsbuch Die Branchenkommission. Adtung! Bodenleger und Bohner. Atung! Mittwoch, den 27. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag über: Organisation und Arbeitsnachweis. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Sollegen werden aufgefordert, die Bohner auf diese Ber fammlung aufmerksam zu machen. Die Bertrauensleute tönnen die Billetts ahrechnen. Die Bodenleger der Firma Elbinger perden aufgefordert zu Die Kommission. erfcheinen. Branche der Stuhl- und Möbelpolierer. Mittwoch, den 27. Februar, abends Bunft 8 Uhr, im Königstabt.Rafino, Holzmarliftr. 72: Versammlung. Zagés Drdnung: 1. Vortrag des Genossen R. Ahrens: Der gewerbliche Arbeitsvertrag. 2. Diskussion. 8. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Begen der Wichtigkeit der Tagesordnung zahlreiches Erscheinen ber Kollegen notwendig. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Herren- Maßschneider! Achtung! memenbig Schöneberg. Dienstag, den 26. Februar 1907, abends 8 Uhr, bet Obst, Meiningerftr. 8: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers und der Funthonäre. 2. Neu wahlen. 3. Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalversammlung. 4. Vereins. angelegenheiten. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 14/5 Achtung! Rohrer Berlins. Achtung! Mittwoch, ben 27. Februar 1907, abenb8 7 Uhr, bei C. Patt, Dragonerstraße 15: Sonntag, den 24. februar, mittags 12 Uhr, im Feen- Palast, Bargstr. 24: Die Adreffen der Dbleute find: Sehrelber, Brandjenleiter, Rixdorf S. 59, Maybach- Ufer 7; F. Errulat für SO., Rixdorf, Bigmannftr. 16; F. Bollfraß für O., Am Oftbahnhof 7; M. Knoll für Nord, Hochftr. 82. Die Branchenleitung. Mittwoch, den 27. februar 1907, abends 8% hr, Branche der Modell- und Fabriktischler im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Zages Dronung: Oeffentl. Verfammlungen. Die Situation in der HerrenMaßbranche. Referenten: Kollegen Ritter und Kunze. Außerordentl. Mitglieder- Versammlung des Vereins der Rohrer Berlins u. Umg. 162/ Zages Drdnung: 287/6 Bahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. fowie Modelldrechsler. Branchen- Versammlung. Donnerstag, den 28. Februar, bet Schmidt, Gartenstraße 6: Zages Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten( Arbeitsnachweis). 2. Berschiedenes. Die Bichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen Die Kommission. aller Kollegen. Branche der Korbmacher. Montag, den 25. Februar 1907, abends 8%, Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15. Zages Drdnung: Am Montag, der 25. Februar, abends 8%, Uhr, findet 1. Bortrag des Genoffen Fritz Kater über: Wandlungen im in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, eine Sigung proletarischen Klaffenkampf. 2. Diskussion. 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiebenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich in der Bersammlung zu der Kollegen statt, welche für Geschäfte arbeiten, für die keine Werkstattfizungen stattfinden. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Kommission. Ble Kommission. Der Vorstand...: H. Hilliges. Berantwortlicher Bedakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil berantiv.: Th. Glode, Berlin. Drid u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. erfcheinen. Gäste willkommen. Nr. 47. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 24. februar 1907. Wie schwach aber die Wahlbeteiligung 1903 in den uns wieder organisieren, also arbeiten tut not, um mehr Sozial46 oft das prozentuale Verhältnis unserer Stimmen zu der Gesamt Staatskunst und reichsverbändlerische Verleumdungssucht wirkungslos zahl der Wahlberechtigten in den betreffenden Streifen war, bemeift abprallen! wohl am besten die Tatsache, daß in zwei Fällen unsere damals Zum Ausfall der letzten Reichstags: berloren gegangenen de Streifen bielfach geweien und wie gering bemokraten zu erziehen, an denen die Wahlparolen Bülowſcher wahlen. Wahlkreis A. F. Der Buschrift eines anderen Parteigenossen entnehmen wir Der Wahlausfall am 25. Januar und bei den darauffolgenden gewählten Abgeordneten bei der Hauptwahl noch nicht 25 Broz. Stichwahlen vom 2.- 5. Februar hat der Sozialdemokratie be- der Stimmen aller Wahlberechtigten erhielten, folgendes: deutende Mandatsverlufte gebracht. Von den 81 Wahlkreisen, die in drei Fällen noch nicht 30 Proz., in dreizehn Fällen noch nicht.... schlecht hatten die Gegner( mit ihrer Lügentaktil) nicht ihr 1903 in den Haupt- und Stichwahlen zufielen, gingen diesma: 40 Proz. und in fiebenundzwanzig Fällen noch nicht 50 Proz. Nur gerechnet. Sie lennen den Landarbeiter und den Bewohner Kleiner nicht weniger als 46 wieder verloren, wobei allerdings zu berüd- Stirchberg- Auerbach, das uns leider auch verloren ging, brachte Brovingstädte nur zu gut, sie wußten, daß gerade die nieberfichtigen ist, daß zwei Mandate( S.- Altenburg und Frankfurt- Lebus) 51,04 Prog. fozialdemokratischer Stimmen von allen Wahlberechtigten trächtigsten Verleumbungen bei den Leuten mit geringer Bildung auf. Nachstehend lassen wir die 18 Streife folgen, die 1903 no verfangen. durch Wahlungültigkeitserklärung und ein Mandat( BichopauUnd was diesmal an Verleumdungen und VerGelenau) in der Nachwahl 1904 bereits uns wieder verloren nicht 40 Pro: an sozialdemokratischen Stimmen von allen Wahl- brehungen geleistet wurde, ist wohl noch nie dagewesen. berechtigten erhielten: Dem Sozialdemokratischen Redner tvar es nicht möglich, gingen; bagegen wäre der erst im norigen Jahre neu gewonnene Kreis Altena- ferlobn, der un jest ebenfalls wieder in einer Bersammlung alles gründlich zu widerlegen. Es war zu entrissen wurde, in das Verlustkonto mi cuigurechnen. Die Einbuße biel Unrat. Und die Flugschriften der Partei, erfüllten sie ihren ist also zweifellos eine schwere und es ist nötig, zu ihrer Erklärung Zived? Wohl faum. Dort, wo der Reichsverband seine„ edle" nach den Gründen zu forschen. Tätigkeit entfaltet hatte, sicher nicht. Wie Aussäßige wurden hier oftmals unsere Genossen behandelt. Landarbeiter, mit denen man früher so manches Stündchen geplaudert, glaubten ein Verbrechen zu begehen, wenn sie mit einem Sozialdemokraten sprachen. Wohl oder übel muß die Partei unter der Landarbeiterschaft anders agiDer Wahlkampf hat deutlich die Frage gestellt: 28ie wir agitieren erfolgreich unter den Landarbeitern? Das ist in der Parteipreffe auch schon vielfach geschehen, und besonders ist mit Recht darauf verwiesen worden, daß Mandatsverlust mit Stimmenverlust nicht identisch ist, daß unsere Partei dank der immer mehr zu unseren Ungunsten sich geltend machenden Wahlkreisgeometrie aus dem Jahre 1869 diesmal wohl fast eine Viertelmillion Stimmen mehr aufbrachte, dagegen nahezu bie Hälfte ibres früheren Mandatbestandes einbüßte. Welche Umstände sonst noch ungünstig auf unsern Wahlerfolg eingetvirtt haben tönnen und welche Mittel und Wege die Partei ausfindig machen kann, um die Scharte bei der nächsten Gelegenheit wieder auszuwegen, soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Wir möchten für diesmal nur an der Hand der Wahlstatistik zeigen, daß nach dem Wahlergebnis vom Jahre 1908 die jetzt erlittenen Rüdschläge zum großen Teil erklärlich sind, weil uns damals das Wahlglück eine Reihe Mandate in den Schoß warf, die uns unter normalen Umständen, das heißt gestügt auf eigene Kraft, oder bei einer stärkeren Wahlbeteiligung, wie sie die letzte Wahl tatsächlich zeitigte, nicht zu gefallen wären. 1. Königsberg- Stadt 2. Frankfurt- Lebus 8. Randow- Greifenhagen 4. Stettin 5. Breslau- Dft Prozent aller Wahlberechtigten 35,35 36,88 38,22 36,50 35,77 6. Breslau- West 88,72 7. Apenrade- Flensburg. 23,03 8. Lauenburg 82,75 9. Frankfurt a. M. 27,55 10. Lennep- Mettmann 39,99 11. München I 28,36 88,11 38,25 88,61 23,36 33,06 29,27 12. Dichaz i. S. 18. Leipzig- Stadt 14. Borna- Begau 15. Böblingen- Vaihingen 16. Eßlingen. 17. Göppingen- Gmünd 18. Weimar- Apolda • Richt zu unterschätzen ist die Frage der gegnerischen Versammlungen. Die darauf bezügliche Parole des Parteivorstandes konnte zuletzt faum noch befolgt werden. Das Mittel, den Gegner in der eigenen Versammlung festzunageln, wurde zu einer Waffe, die benutzt werden mußte. Hier zeigte sich aber, daß trotz der guten Organisation, die Partei einer solchen Kampfesweise noch nicht gewachsen ist. Stets fehlte e8 an Rednern. Das soll natürlich fein 34,30 Vorwurf sein. Die örtlichen Organisationen müssen aber, angesichts nur 10 Minuten Redefreiheit zu gewähren Diese Aufstellung zeigt deutlich die Schwäche unserer Bofition der Taftit der Gegner in vielen der Partei jegt verloren gegangenen Streifen. Wir wieder mit aller Energie dahin arbeiten, daß genügend rednerische Kräfte holen: folche Kreise tönnen nicht als sichere gelten. Die Werbefraft am Drte find. Jeder organisierte Barteigenoffe muß imftande sein, Von den 46 Wahlfreifen, die uns 1907 berloren gingen, waren der Partei hätte in den legten 4 Jahren eine ganz ungeheuere die Lügen und Verleumdungen der Gegner an der Hand des Erfurter 1908 17 erst in der Stichwahl erobert worden, unter den bei der fein müssen, wenn gegenüber dem Ansturm des Kolonialblods und Programms zu widerlegen. Hauptwahl eroberten 29 Mandaten von eben diesen 46 Kreisen be- der teilweise bisher noch nie dagewesenen Wahlbeteiligung die Die Organisationen der Kreise werden sofort daran gehen fanden sich nicht weniger als 12, wo unsere gewählten Abgeordneten Mehrzahl der obigen Streise hätte gehalten werden sollen. Dieser müssen, die Wähler zu organisieren. Die Mitgliederzahl der Partei noch nicht 52 Broz. aller abgegebenen Stimmen und einen teilweise Erkenntnis dürfen wir uns bei nüchterner Prüfung nicht ver muß gewaltig anwachsen. Der legte Wähler muß gewonnen werden weit niedrigeren Prozentiaz an Stimmen aller Wahlberechtigten schließen, so schmerzlich fie uns auch sein mag- Bahlen für die Organisation. Die neuen Witglieder find dann zu tüchtigen erhalten hatten. Solche Kreise tönnen gewiß nicht als sichere gelten, find nun mal brutale Dinger, wie uns schon Rodbertus lehrte; fie Sozialdemokraten, die intelligentesten unter ihnen zu gewandten fie werden vielmehr, wie die Tatsachen gelehrt haben, bei einer wird uns auch nicht abbalten, nach vorhandenen Fehlern zu forschen Agitatoren auszubilden. halbwegs regen Wahll eteiligung und bei geschlossenem Vorgehen der und sie nach Möglichkeit zu beseitigen. Grund zu Klageliebern und Gegner wieder eine Beute der letzteren. allerlei düsteren Prophezeiungen liegt aber nicht vor. Agitieren, Einsegnungs- Anzüge. Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden und Webarten, Kammgarnen, Satins, Cheviots, Drapés, Meltons, Tuchen usw. 83.- 30.- 27.24,- 2220.- 18.10.- 14-1210M. 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Berliner Theater: Baumeiſter Berliner Aquarium 8./9. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Weh dem, der lügt! Nene freie Volksbühne. Nach mittags 2, Uhr: 16. Abteilung im Deutschen Theater: Ge Spenster. Naam. 3 Uhr: 8. Abteilung im Neuen Theater: Dämonen. Nachm. 3 Uhr: 12. Abteilung im . Schiller Theater O.: Maria Stuart. Nahm. 3 Uhr: 4. Abteilung im Schiller- Theater N.: Die Teufels. firche. Anfang 7 Uhr. Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag: Eintrittspreis Welt 25 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 15/9 Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Kgl. Opernhaus. Lohengrin.( n- Der Hund von Baskerville. fang 7 Uhr.) Montag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Tod. Rachmittags 2%, Uhr: Ballenfteins Lager. Die Piccolomini. Montag: Klein Dorrit. Neues fgl. Operutheater. Bie die Alten jungen.( Anfang 7 1hr.) Deutschres. Romeo und Julia. Montag: Der Staufmann von Benedig. Leffing. Mieze und Maria. Nachmittags 3 Uhr: Die verfunkene Glode. Montag: Rosenmontag. Westen. Der Zigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Der Trompeter von Säffingen. Montag: Der Bostillon von Lon jumeau. Lorging. Die lustigen Weiber von Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Der Mikado. Montag: Fra Diavolo.( Anfang 8 Uhr.) Romische Oper. Tosca. Nachm. 3 Uhr: Pariser Leben. Montag: Sherlock Holmes. Dienstag: Der Hund von Bas terville. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Maison de Poupée ( Nora) Suzanne Desprès a. 6. Montag: Gioconda.( Suzanne Desprès a. G. Dienstag: Le Détour.( Suzanne Desprès a. G.) Kleines Theater. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Die Kralle. Montag: Die Kralle. Dienstag: Ein idealer Gatte. Mittwoch, Donnerstag: Die Kralle. Neues Schauspielhaus Montag: Romeo und Julia auf Sonntag, den 24. Februar 1907: dem Dorje. Schiller Anjang 8 Uhr. 0. ( Wallner Theater.) Der Kaiserjäger. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Jugend. Schiller Theater Charlottenburg. Im bunten Rod. Nachmittags 3 Uhr: Wallensteins Tod. Montag: Fiesto. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Adieu Therese. Sein Altbi. Nachmittags 3 Uhr: Die Teufelstirche. Montag: Der Familientag. Berliner. Der Hund von Basterbille. Montag: Sherlod Holmes. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Montag: Torquato Tasso. Zentral. Der Milliardär.( Anfang 72 Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Boccaccio. Kleines. Die Kralle. ( Anfang 72 Uhr.) Nachm. 3 Uhr: Nachtashl Montag: Die Stralle. Neues. Maison Poupée. Montag: La Giaconda. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Nachmittags 3 Uhr: Der PrinzGemahl. Herthas Hochzeit. Montag Gastspiel Josef Kainz: Torquato Tasso. Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Rich. Allegander. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Zentral- Theater. ( Operette.) 3 Uhr II. Br.: Die Geisha. Abends 72 Uhr: Der Milliardär. Montag fleine Preise: Boccaccio. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittags 3 Uhr Sherlock Holmes Abends 8 Uhr: Der Erbe Montag: Haben Sie nichts au von Baskerville. verzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Unsere Käthe. Montag: Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Der Rachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Der Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Nachm. 3 Uhr: Der Hochtourist. Montag: Eine lustige Doppelehe. Luisen. Der Erde von Basterville. Nachm. 3 Uhr: Sherlock Holmes. Montag: Der lange Sterl. Trianon. Frau. fchaufel. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Unsere Käthe. Abends 8 Uhr: Husarenfleber. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Borstellung des Vereins für Bolts. unterhaltung: Der Mikado. Abends 7%, Uhr: Frl. Josette-meine Die lustigen Weiber v. Windsor. Abonnements gültig! Nachmittags 3 Uhr: Die Liebes- Montag: Fra Diavolo. Anf. 8 Uhr. Montag: Frl. Josette Frau. meine Trianon- Theater. Bernhard Rose. Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Rattenfänger Fräulein Josette- meine Frau. bon Hameln. Montag: Sherlod Holmes. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Me tropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrücktes Hotel. Nachm. 3 Uhr: Endlich allein. Der Fall Blumentopf. Montag: Ein verrücktes Hotel. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. Nachmittags 3 Uhr: Das blaue Bild. Spezialitäten. Rajino. Ledige Leute. Spezialität. Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Montag: Ledige Leute. Speziali täten. Folies Caprice. Jm Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Montag: Dieselbe Borstellung Passage. Spezialitäten. Prater Theater. Der Veilchen reffer. Montag: Flotte Weiber. Figaro. Paul Scheerbart-( bend. ( Anfang 8, Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverlaud. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. 11 Uhr: Tlerleben in der Bildris. 8 Uhr: Die Fenergewalten ber Erde. Sternwarte, Suvalidenstr. 57/62. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. 165 Menes Programm Otto Reutter Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. Heute nachm. 3 Uhr: Kabale u. Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Abends 7, Uhr: Der Veilchenfresser. Lustspiel in 4 Aften von Moser. Morgen zum erstenmal: Flotte veiber. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater). Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Ein Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Romödie in 3 Aufz. v. Hans Brennert und Hans Dftwald. Montag, abends 8 Uhr: Jugend. Dienstag, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Wallensteins Tod. Ein Trauerspiel in 5 Alten von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. N. Schiller- Theater Zirkus Schumann Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Die Teufelskirche. Abends 8 Uhr: Adieu, Therese. Hierauf: Sein Alibi. Zirkus Busch. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz Sonntag, den 24. Februar 1907, b. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. : Große brillante: Montag, abends 8 Uhr: 2 Gala- Vorstellungen. Fiesko. Dienstag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Berliner Volks- Chor. Dirigent: Dr. E. Zander. Montag, den 11. März, abends pünktlich 8, Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108-114: MendelssohnAbend. ( SommernachtstraumOuverture, Violin- Konzert, Loreleyfinale, 1. Walpurgisnacht) unter Mitwirkung von Frau Schauer- Bergmann( Sopran), Frau Weinbaum( Alt), Herrn Jungblut( Tenor), Herrn Lederer- Prina( Baß), Herrn Professor Lewinger, fönigl. Hoffonzertmeister( Violine), des MozartsaalOrchesters( 53 Künstler) und des Berliner Volks- Chors ( 200 Mitwirkende). Einlaßkarten a 70 Bf.( einschließlich Garderobe und Brogrammzettel) von heute ab bei W. Erbe, Hasenheide 9, Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40 a, P. Horsch, Engel- Ufer 15, Böttcher, Boffener ftraße 30, Thomas, Gartenstr. 71, Beyer, Beteranenstr. 13, Tabakarbeiter- Genossenschaft, Stopenhagenerstr. 2, Fehmarnstr. 7, Swinemünderstr. 86 und Butlibstr. 15, Weber, Rigdorf, Hermannstr. 10, Tolksdorf, Görligerstr. 58, Heinrich, Wrangelstr. 107, Rühle, Musikalienhandlung, Morigplag, Philipp& Sohn, Reue Schönhauserstr. 8, Verband der Konditoren, Brunnenſtr. 30, Weidler, Schliemannstr. 45, Menz, Wilhelmshavenerstr. 61, Henze, Petersburgerstr. 34, Niemeyer, Weberstr. 19, Vogel, Stoppenſtr. 83, Schrolle, Landwehrstr. 3, Parteispedition, Steibelstr. 42, Ihm, Wrangelstr. 58. An der Abendkasse 1 Mark. Kasseneröffnung 7 Uhr. Reservieren der Pläge ist nicht gestattet. 65/6 Programm- Bücher mit Mendels. sohn- Bild, Tert der Gesänge und Erläuterungen der Werte 10 Pf. Die Chor- Uebungen finden Freitags abends von 29 bis 211 Uhr in der Aula Steinstr. 31/34 statt. Gäste willkommen! Der Vorstand. Ausstellungs- Hallen AM ZOOLOGISCHEN GARTEN Istal Populäre Konzerte unter persönlicher Leitung der Komponisten und Mitwirkung erster Solisten SONNTAG, den 24. Februar, 7 Uhr: EINÖDSHOFER DIENSTAG, den 26. Februar, 8 Uhr: EINÖDSHOFER DONNERSTAG, 28. Februar, 8 Uhr: EINÖDSHOFER SONNTAG, den 3. März, 7 Uhr: EINÖDSHOFER SONNTAG, den 10. März, 7 Uhr: VICTOR HOLLÄNDER SONNABEND, den 23. März, 8 Uhr: VICTOR HOLLÄNDER SONNTAG, den 31. März, 7 Uhr: VICTOR HOLLÄNDER MONTAG, den 1. April, 7 Uhr: VICTOR HOLLÄNDER Parkett 1 Mark Parkettfauteuil. 2 Mk. Balkon Stehplatz 2 Mk. • 50 Pf. Billetts bei Bote& Bock, A. Wertheim, Leipziger Straße, und an der Abendkasse. C 4011L astans Panopticum Friedrichstraße 165 ,, Nada" der sprechende Kopf. Von abends 7 Uhr ab:. -Berliner Sänger. Reichhaltiges und originelles künstlerisches Programm. 2 Nachm. 4 Uhr. Abends 7, Uhr. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Erwachsene auf allen Sigplägen 1 Kind 10 then frei. Jahren Jed.weit. 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Nachmittags zum Schluß: Die große Ballettpantomime Auftreten sämtl. Clowns mit ihren Frühling, Sommer, Herbst u.Winter. neuesten Wizen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: Clown François m. d. Dadelpferd, sowie ,, Aus der Pußta". Drig.- Ausst.- Pant. d. Zirkus Busch. Abends 72 Uhr: ROM. Gr.Orig. Ausstatt.- Bant. d. Zirkus Busch in 7 Bildern. Metropol- Theater Nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol! Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7. Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. pollo Theater Nachm. 31 Uhr! Kleine Preise! Große Doppelvorstellung. 1.Teil: Das blaue Bild. 2. Teil: Variété. Abends 8 Uhr: Elite- Vorstellung mit Bernhard Mörbitz als Baulchen auf der Wanderschaft. Passage- Theater. Heute Sonntag, 24. Februar, zum 19. Male: Mal was Anderes! Bosse von Leop. Ely. Josefine Dora, Georg Kaiser, Martin Bendix, Ernst Kettner. Ferner: Die glänzenden Februar Spezialitäten. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Um 9 Uhr zum 66. Male: Noch nie dagewesener Erfolg! St. Hubertus. Gebr. HerrnfeldBorbert. Theater 11-2 1hr 11-2 1hr Borbert. 57 Kommandantenstr. 57. Nachmittags 32 Uhr: bei halben Kassenpreisen: Endlich allein! und Fall Blumentopf! 8 Uhr Die stürmisch bejubelte Novität Ein verrücktes Hotel Komödie in 3 Aften mit den Autoren A. und D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Morgen Montag: Ein verrücktes Hotel. Deutsch- Amerikanisches Theater. Heute nachm. 3 Uhrz. letzten Male: , Ueber'n großen Teich". Heute sowie Montag, Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag zum letzten Male: ,, Der Sorgenbrecher". Freitag, den 1. März, u. folg. Tage; Gastspiel des Theaters des Westens. „ Cousin Bobby". Edm. Löwe a. G. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Rei chshallen- Restaurant Bockbier- Fest. 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Nachm. 312 Uhr. Kleine Preise. Jeder Erwachsene 1 Kind frei. Abends 8 Uhr: Noch ist es Beit! Nur noch wenige Tage! Max Franklin Truppe, die großartig. Trampolinspringer. Anna Müller- Lincke, die luftige Gesangs- Soubrette. Leonhard Haskel, der beliebte Berliner Komiter. 15 glänzendeSpezialitäten 15 Für Abend- Theaterbesucher freier Eintritt zu den Bockbierfesten. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 28 Uhr: Der auserlesene Februarspielplan u.a.: Die 3 Harders, Könige der Luft. Grete Füllgraf, jüngste Berwandlungskünstlerin. Vom Witwenball. Schwant. Entree 50 Pf. Fröbels Alleriel- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntag, den 24. Februar: Volks- Kabarett der :: Großes Bockbier=:: Brettldiva Margarete Walkotte. Jubel- und Trubelfest berb. mit Konzert, Theater- und Spezialitätenvorstellung. Nach der Vorstellung: Gr. Extraball mit vielen Ueberraschungen. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Neue Welt Hasenheide 108-114. Heute Sonntag: Schluß des Münchener Bockbier- Festes. 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Einen Tag und eine Nacht rangen sie mit Sturm und Brandung, bevor sie die dem Vco derben Geweihten aus ihrer verzweifelten Lage befreien konnten Ueber das Rettungswerk erzählt nach der.Daily Expreß- ein Matrose folgendes: „Unsere Bemühungen, die armen Schiffbrüchigen zu retten. haben 36 Stunden gedauert, als wir endlich Erfolg hatten. Ich kann Ihnen versichern, daß keiner von uns während dieser Zeit sich auch nur einen Augenblick Ruhe gönnte. Wir dampften immer wieder hinaus zum Wrack und mußten immer wieder zurückkehren, denn die Wellen machten die Rettung unmöglich. Unser Herz blutete angesichts der Verzweiflung der Schiffbrüchigen, deren Schreckensausrufe wir hören und deren Jammer wir sehen konnten, wenn es immer wieder schien, als ob wir sie ihrem Schicksal über- lassen wollten. Daß die Rettung endlich gelang, muß alg ein Wunder bezeichnet werden. Mein Kamerad, der mit eigener Lebensgefahr in einem ganz kleinen Boot sich dem Wrack näherte und an Bord kletterte, leistete Unmenschliches. Jeden Augenblick glaubten wir, bah fein kleines Boot vor unseren Augen an dem Wrack zerschellen müsse, aber jeder von uns war bereit, den Versuch sofort wieder zu unter- nehmen. Wir waren selbst angesichts der verzweifelten Gebärden der Schiffbrüchigen todesmutig geworden, daß wir entschlossen waren, der Reihe nach unser Leben zu opfern, um die Trosse an Bord zu bekommen. ES war ein Augenblick des unbeschreiblichen Triumphes, als unser Kamerad mit seiner ganzen Kraft aufS Deck des Wracks emporkletterte. Die Schiffbrüchigen stürzten ihm weinend vor Freude ent- gegen. Die Männer wollten ihn umarmen, die Frauen seine Hände küssen. Sie waren alle durch die Nervenerschütterung hysterisch geworden und wußten kaum, was sie taten. DaS Wrack war noch fest, aber das Deck lehnte sich auf eine Seite hin, so daß die Schiffbrüchigen unaufhörlich das Gefühl hatten, das Ganze müsse umkippen. Der Matrose befestigte die Rettungsleine und glitt selbst zuerst hinab, um die Schiffbrüchigen zu ermutigen. Denn es war ein gefährliches Unternehmen, an dieser dünnen Trosse durch die Luft gezogen zu werden, nur einige Fuß über den tobenden Wellen. Die entmutigten Schiffbrüchigen zögerten auch, sich retten zu lassen, entschlossen sich aber endlich, die gefähr- liche Luftreise zu unternehmen. Nur drei Frauen hatten nicht den Mut, das Wrack zu verlassen. Obwohl sie gesehen hatten, daß alle anderen mit Sicherheit hinabgeglitten waren und das Rettungsboot erreicht hatten, waren sie doch nicht dazu zu bewegeu, selbst die Sache zu wagen. Wir schrien und schwenkten die Tücher, aber vergebens. Sie blieben auf dem Wrack, und die Rcttungs- arbeit wird infolgedessen morgen früh wieder beginnen müssen.- Hork van Holland. Auf dem Wrack der.Berlin- befinden sich noch Frau Wenberg au» Berlin, ihr Dienstmädchen und Fräulein Theile au» Berlin. Die Genannten sind noch am Leben und es besteht Hoffnung, sie zu retten. Herr Wenberg und ein Kind der Familie Wenberg sind tot, die Leiche WenbergS ist erkannt. Tie Namen der zur Besatzung der«Berlin- gehörigen Geretteten sind: Matrose Fisher. Deckjunge Farthing, Steward Carter, Heizer Pond und Heizer Rhcroft. Auch die letzten drei Frauen gerettet. Wie ein Telegramm vom gestrigen Tage besagt, sind auch n-'ch die drei Frauen, die sich auf der Berlin befanden, gerettet worden. Amsterdam, L3. Februar. Dem„Telegraaf" wird gemeldet, daß drei Frauen, die sich noch auf dem Wrack der„Berlin- be- fanden, heute früh 3 Uhr gerettet worden seien. Die Gesamtzahl der Geretteten beträgt also IS, darunter S Frauen. London, 23. Februar. Die Great-Eastern-Bahngesellschaft be- stätigt, daß letzte Stotyi Fräulein Theile aus Berlin. Frau Wenberg und das Dienstmädchen Minna Ripler von Bord deS Wracks der„Berlin- gerettet worden sind. Aussagen von Geretteten. Da» gerettete Fräulein Gabler erzählte, daß eS furchtbar zu sehen gewesen sei. wie in den ersten Stunden nach der Katastrophe noch immer Männer und Frauen über Bord geschlagen wurden, bis nur noch IS übrig blieben, von denen schließlich wieder kurz vor der Rettung eine Dame weg» gespült wurde. Es war entsetzlich, wie sich die kleine Gruppe aneinanderklammerte und sich dadurch die Kleider vom Leibe rissen. Fräulein Gäbler hatte schließlich nur noch Hemd und Hosen an und sie kauerte an der Wand und auf ihren Beinen, die an- schwollen, standen mehrere Männer, da kaum Platz vorhanden war. Alle waren mehr oder weniger unbekleidet und litten sehr durch Sturm und Feuchtigkeit und Kälte. Fräulein Schräder schien bei ihrer Rettung ziemlich guten Mutes. Sie erzählte: Gegen S Uhr morgens klopften Matrosen an die Tür unserer Kabinen. Wir zogen uns eilend an, wurden aber nicht herausgelassen. Plötz- lich wurde unS geöffnet und gesagt, ein Unglück sei geschehen. AlS wir nach oben kamen, war das Schiff schon gebor st en und wir sahen die Menschen vor unseren Augen ver- sinken. Wir blieben S4Stundenso eng aneinander, gedrängt in einer Ecke stehen, daß mir oft Personen auf den Füßen standen. Beständig leckte Wasser an uns herauf. Die Matrosen, die mit un» an Bord waren, zeigten sich äußerst gütig und teilten ihr letzte? mit uns. Die Lotsen werden von allen Geretteten als brave und gütige Helden geschildert. Länger als 24 Stunden waren die Ueberlebenden ohne Nahrung. Bis jetzt sind 42 Tote geborgen. An Einzelheiten von der Rettung der letzten drei Ueber- lebenden von dem Wrack der„Berlin- wird gemeldet: Gegen 1 Uhr nachts ging der Schleppdampfer„Wodan" mit einer kleinen Jolle im Schlepptau nach dem Wrack der.Berlin" ab. Der Kapitän de» Schleppers. Sperling, stieg von der Mole herab und kletterte auf da» Wrack. Er band dann den Frauen Stricke um den Leib und ließ sie in die Jolle herab. Die Geretteten wurden von dort an Bord des„Wodan" gebracht, der sie gegen 3 Uhr früh in Hoek van Holland landete; man überführte sie sofort in ein Hotel, in Welchem ihnen die ausgesuchteste Pflege zuteil wird. Kapitän Sperling wird heute im Laufe des Tages noch einmal auf das Wrack gehen, um die darin befindlichen Leichname zu bergen. *»* Dem Meere entrissen. Der Fischdampfer„Pohl" landete gestern in Geestemünde ose sieben Mann starke Besatzung der von England nach Arendal bestimmten russischen Brigg„Aloerson", die er in der Nacht zum 26 d. MtS. bei schwerem Sturm von ihrem sinkenden Schiff gerettet hat. Der Fischdampfer hat dabei B e- schädigu ngen erlitten. Zum Untergang de» SeeschlcpPerS„Neufahrwasser" wird noch gemeldet: Als der Kreuzer„Medusa" am 2l. Februar vormittags der bei Norderpiep bei auflandigem Sturm vor Anker liegenden Viermastbark„Alster" Hülfe bringen wollte, kam ein Seeschlepper unaufgefordert längsscit und hat sich wahrscheinlich hierbei leck- gestoßen. Er sank bald darauf. Kreuzer„Medusa" hat zwei Mann gerettet, drei oder vier Mann sind ertrunken; die übrige Besatzung nahm ein anderer Seeschlepper auf. Die Namen der beiden durch den Kreuzer„Medusa" Geretteten sind: Maschinist Schmidt und Heizer W e i n g a n d. Beschädigt in Cuxhaven angekommen ist die norwegische Bark „Alborga", mit einer Holzladung von Westindien nach Goole unterwegs. Die„Alborga" hat die gesamte Mannschaft des eng. lischen Dampfers„C o r a I i e" an Bord, der eine Ouebrachoholz- Ladung von La Plata nach Hamburg bringen wollte und 40 Meilen unterhalb Helgoland auf der Höhe zwischen Borkum und Terschelling gesunken ist.__ partci- Angelegenheiten. Achtung! Parteigenossen Groß-BerlinS! Heute Tonntag, 24. Februar, früh 8 Uhr. findet eine Flngblattverbreitnng statt, in welcher zum A o n n e m e n t auf den„Vorwärts" und zum Eintritt in die Wahlveretne aufgefordert wird. Im Laufe dieses Monats sollen dann die uns noch Fernstehenden persönlich aufgesucht werden, um so ein Resultat der Aktion herbeizuführen, neue Abonnenten für den „Vorwärts", neue Mitglieder der Partei zu gewinnen. Bei der bewährten Tatkraft der Genossen Groß-Berlins hoffen wir, daß kein Mitglied der Partei am Sonntag früh fehlen wird, damit die Arbeit prompt und schnell von den bekannte» Stellen aus erledigt wird. _ Der Zenträlvorstaud. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 26. d. M., abends 8 Uhr. findet im City-Hotel, DreSdenerstr. 62/63, eine Wahlvereinsver- sammlung statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu er- scheinen. Der Vorstand. Der vierte Wahlkreis veranstaltet heute eine Urania- v o r st e l l u n g, zu der noch Billetts im Bureau, Tilsiterstr. 81, zu haben sind. Teltow-BeeSkvw-Storkow-Charlottenburg. Die Kreisversammlung der proletarischen Frauen findet heute nachmittag 4 Uhr in Britz, im Lokal Buschkrug, Rudowerstraße statt, in welcher Reichstags- abgeordneter Fritz Z u b e i l 1. einen Vortrag über„Die Frau un jetzigen Klassenkampf" hält. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Kreisvertrauensperson und der Ortsvertrauensperfon von Britz. Große Beteiligung der Genossinnen und Genossen aller Orte unseres KreiseS erwartet Die Kreisvertrauensperson. SchSneberg. Die Generalversammlung de» sozialdemokrati- schen Wahlvereins findet Dienstag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, bei E. Obst, Meiningerstr. 8, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers, sowie der Funktionäre und Neuwahl derselben. 2. Vereinsangelcgenheiten. 3. Verschiedenes. Mit- gliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Groß-Lichterfelde. Am Montag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, findet bei Reisen. Chaussee skr. 464, die ord'entl ich e G e n era l'» Versammlung statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Revisoren. Neuwahl des Gesamtvorstandes und der Funktionäre. Wahl der Delegierten zur Kreis-Generalversamm- lung.— Der Wahlkampf 1907 und seine Lehre für das Proletariat. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Zeblenborf. Heute, Sonntag früh 7% Uhr, findet eine Flug. blattverbreitung statt. Die Genossen des 1. Bezirks sammeln sich im Lokal Wilh. Mieck, Karlstr. 12; die des 2. und 3. Bezirks bei Benno Mickley, Potsdamerstr. 26; und die deS 4. Bezirks im bekannten Lokal in Schlachtensee. Pflicht aller Genossen ist es, an dieser Arbeit teilzunehmen. Lankwitz. Dienstag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, Sitzung deS Wahlvereins im Restaurant Retger, Calandrellistr. 27/29. Parteigenossen, erscheint vollzählig. Wichtige Tagesordnung. Mariendorf und Umgegend. Am heutigen Sonntag früh Flug- blattverbreitung. Die Parteigenossen werden ersucht, recht zahl reich um 7% Uhr in den BezirkSlokalen zu erscheinen. Schmargendorf. Am Dienstag, den 26. Februar, abends 8H Uhr, findet im Restaurant Sanssouci� Ruhlqerstr. 20/21, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Lichtenberg. Montag, den 26. Februar, abends Sl-H Uhr, findet im Schwarzen Adler(Gebr. Arnhold), Frankfurter Chaussee 6/6, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung: Berichterstattung aus der Gemeindevertretung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. KarlShvrst. Zur heutigen Flugblattverbreitung werden die Parteigenossen ersucht, sich um 8% Uhr in den beiden Bezirkslokalen Gruhn und Sabrowski einzufinden. Zossen. Die Genossen werden auf die am Mittwoch, den 27. Februar, abends 8� Uhr. bei Schimke stattfindende Wahl- veremSversammlung aufmerksam gemacht und ersucht, für guten Besuch zu agitieren. Auf der Tagesordnung steht Wahl deS Ge- samtvorstandeS und Vortrag über die letzte Reichstagswahl. Der Vorstand. Rieder-Tchönhausen. Am Dienstag, den 26. Februar, abends �9 Uhr, findet im Lokal Wilhelmshof, Kaiser Wilhelmstr. 64. die Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bortrag deS Genossen M. Schütte:„Vor �00 Jahren. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Reinickendorf(Ost und West). Die Flugblattverbrei- t u n g beginnt um l48 Uhr von den bekannten Stellen aus und erwarten wir, daß sich alle Mitglieder daran beteiligen. Für Ret- nickendorf-Ost findet die Generalversammlung am Dienötag abend 3 Uhr im Restaurant Sadau, Residenzstr. 124, statt. Auch hierbei ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder Pflicht. Der Vorstand. berliner jVacbricbten. Die Nebenbeschäftigung der Berliner Geweindeschullehrer. Dem diesjährigen Etat der Berliner Gemeindeschulen ist eine genaue Erläuterung über da» Nebeneinkommen der Rektoren und Lehrer aus öffentlichen und privaten Fonds beigegeben, eine Tat- fache, die der MagistratSoffiziosuS schon vor einigen Wochen mit allbewährter Geschösugkeit und Ungeschicklichkeit in die Presse warf. Zweifellos sollte sie als Dämpfer für die übertriebenen Forderungen der Stadtverordneten in der Besoldungsfrage des Lehrpersonals an den Gemeindeschulen dienen. Aus der Zu- sammenstellung erfährt man. daß 88 Rektoren für die Leitung und den Unterricht au Fortbildungsschulen mehr als 63 000 M., 1188 Lehrer mehr als 626 000 M., 167 Lehrerinnen mehr als 66 600 M. an Nebeneinkommen beziehen. Uns interessiert an diesem Nachweise weniger die Höhe der Summen, als vielmehr die Art und Weise, wie diese Neben- einkünfte zustande kommen. Leider sind viele Lehrer, vor allem die jüngeren, gezwungen, sich bei der bisher ungenügenden Be, soldung nach Nebenbeschäftigung umzusehen. Wir Sozialdemv- traten haben von jeher sowohl diese als auch jene in den maß- gebenden Körperschaften und in der Presse bekämpft. Die schädigenden Einflüsse dieser Nebenbeschäftigung sind ja auch unverkennbar. Es ist unbestritten, daß eS kaum einen Beruf gibt, der wie der des Lehrers einen ganzen Mann fordert, einen Mann, der geistig völlig intakt ist, der ganz in seinem Berufe aufgeht. Dazu kommt, daß es kaum eine Beamtenklasse gibt, die wie die Lehrer- schaft verpflichtet ist. sich sowohl wissenschaftlich als auch beruflich weiterzubilden. Beides aber. Gesundheit und Fortbildung, leiden, wenn ein großer Teil der Arbeitskraft und der Zeit der Erholung auf Nebenbeschäftigungen verwandt werden mutz. Die oben erwähnte Zusammenstellung würds viel lehrreicher sein, wenn der Magistrat zugleich festgestellt hätte, wie viele Lehrer mit Nebenbeschäftigung krankheitshalber gefehlt haben oder beurlaubt worden sind, und wie sich die Nebeneinkommen auf die einzelnen Gehaltstufen und auf diejenigen Personen, die Stunden» ermäßigungen genießen, verteilen. Bekanntlich ermäßigt sich die Anzahl der Pflichtstunden der Rektoren auf der ersten und zweiten Gehaltstufe von 12 auf 10, bei den Lehrern auf der ersten von 28 auf 24 und auf der zweiten, dritten und vierten von 28 auf 26. Man hat diese Maßnahmen getroffen, um die Lehrer solange als möglich gesund und arbeitsfähig zu erhalten. Dieser Zweck wirb aber illusorisch, wenn die Stundenermäßigung durch die Neben- beschäftigung nicht nur aufgehoben, sondern sogar noch über« boten wird. Am meisten schädigt aber diese Art deS Unterrichtsbetriebes die Fortbildungsschule selbst. ES ist zweifellos nur eine der» schwindend kleine Anzahl der Lehrer, die sich dieser Neben- beschäftigung auS reinem Interesse für die Sache widmet. Es sind vorzugsweise, wenn nicht ausschließlich, pekuniäre Vorteile, welche den Lehrer bestimmen, sich durch Erteilung des Fort- bildungsschulunterrichtS ein Nebeneinkommen zu verschaffen, ein Bestreben, da? wir den Lehrern durchaus nicht verdenken. Für die Schule ist eS aber keineswegs förderlich. Diese Art der Unter- richtSerteilung ist zweifellos die Hauptquelle der Klagen über die Disziplinlosigkeit und die Roheit der FortbildungSschüler. Ein Lehrer, der sich der Fortbildungsschule ganz allein und auS Liebe zur Sache widmet, ist schon um seiner selbst willen gezwungen, auf Mittel und Wege zu sinnen, das Interesse und das Vertrauen seiner Schüler zu gewinnen, und er wird sie sicherlich auch finden. In richtiger Erkenntnis dieser Uebelstände hatte die sozial- demokratische Fraktion der Stadtverordneten bei der Einführung der Pflichtsortbildungsschule den Antrag gestellt, Fortbildungs- schullehrer im Hauptamte anzustellen. Leider hat die Mehrheit der Stadtverordneten-Vcrsammlung und auch der Magistrat diesen Antrag au» finanziellen Gründen abgelehnt. Damit schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe, man hatte billige Lehrkräfte und verschaffte den Lehrern ein Nebeneinkommen, auf da» man ge- bührend hinweisen konnte, wenn die Lehrerschaft um Gehalts- aufbesserung einkam. Da für uns einzig und allein daS Interesse der Schule maß- gebend ist, so müssen wir auch ferner an der Forderung, selbst- ständige Fortbildungsschullehrer anzustellen, festhalten. Di« Berliner Stabtbibilothek hat zurzeit einschließlich der Friedlaenderschen Sonderbibliothek zur Geschichte der Bewegung von 1848 und der ihr im Jahre 1903 als Schenkung zugefallenen Engelienschen Bibliothek zur Geschichte der deutschen Sprache und der Cohnschen Bibliothek, die ihr 1905 zugesallen ist, einen Bücher- bestand von mehr als 70 000 Bänden. In diesem Jahre sollen nun zwei neue Abteilungen. Technologie und Mathematik gebildet wer- den, wofür aus Gemeindemitteln 9000 M. ausgeworfen worden sind. Außerdem stehen noch die Zinsen der Leo-Stiftung zur Ver- fügung, die für die Ausbreitung und Ausgestaltung der Berlinec Volksbibliotheken mit der Bedingung zu verwenden sind, daß bei jeder aus der Leo-Stiftung unterstützten und errichteten Volk»- bibliothek in erster Reihe ein jedermann täglich offen stehender Lesesaal hergestellt werden muß,— Die Stadtbibliothek soll vom 1. Oktober 1907 ab der Berlinec Bürgerschaft allgemein zugänglich gemacht und gleichzeitig mit einer Bücherausgabcstelle auch ein Lesesaal in der Zimmerstr. 92 eröffnet werden. Die Goeritzschc Bibliothek wird in dem neuen MuscumSgebäude am Köllnischen Park untergebracht und Ende dieses Jahres zugänglich sein. Neue Linienform der Straßenbahn: Achterlinie. Eine neue Linienform kommt bei der Großen Berliner Straßenbahn am 1. März zum erstenmal zur Einführung. Neben den geraden Linien gibt eS bekanntlich Linien in Vollring- Und Halbringform. Andere Linien kann man als schlangenförmig bezeichnen, während die Linien mit Endschleifen wieder eine besondere Gattung dar- stellen. Zu diesen Formen kommt eine neue, die Achterform. Die erste Linie mit dieser Formung erhält die bisher fehlende Nummer 99. Sie kommt in folgender Weise zustande: Die Linie 96 erfährt eine Erweiterung, indem jeder zweite Wagen von der Behrenstrahc bis zur Fichtestraße den gewöhnlichen Weg nimmt, aber von da an über die Hasenheid«, die Blücherstraße, den Belle-Alliance-Platz, die Lindenstratze, die Jerusalemerstraße, den Dünhaff- und HauSvogteiplatz und den Werderschen Markt bis zum Schinkelplatz geführt wird und dann denselben Weg in um- gekehrter Richtung zurücklegt. Wa» der Teltowkaaal kostet, erzählte der Kreistagsabgeordnete' Fischer-Steglitz im„Verein der HauS- und Grundbesitzer des Westens von Groß-Lichterfelde". Der Kanal war 1896 im Voran- der Kostenanschlag auf 26� Millionen qrhüht. Gebraucht sind aber der Kostenanschlag auf 25% Million erhöht. Gebraucht sind aber tatsächlich ganz andere Summen. Von dem Kreistage wurden bisher für den Bau des Teltowkanals 44 668 000 M. bewilligt: dazu kommen noch die Kosten für das elektrische Kraftwerk mit 1272 000 M. und für die Personenschiffahrt(Kanalflotte) mit 432 000 M.— insgesamt also 46 372 000 M. Da nun weiter die Kosten der letzten Strecke in Lichterfelde noch nicht berücksichtigt worden sind, so darf man als sicher annehmen, daß der Teltow- kanal 60 Millionen Mark kosten wird. Die organisierten Gaftwirtsgehülfen haben bei den gestrigen Delegiertenwahlen zur Jnnungskrankenkass« der Berliner Gast- Wirte einen schönen Sieg erfochten. Trotzdem die Herren Gast- wirte.„Meister" die Wahlen zu der denkbar ungünstigsten Zeit, nämlich am Sonabend nachmittag 4VH Uhr, anberaumt hatten, sind sie doch dabei die betrübten Lohgerber gewesen. Sie hatten zwar alles aufgeboten,„ihre Leute" auf die Beine zu bringen, ihr« Liste brachte es aber nur auf 63 Stimmen, während die List« der Orga- nisierten mit 124 Stimmen den Sieg davontrug. Die Zrntralkommifsion der Krankenkassen Berlin» und der Lororte veranstaltet im Laufe der nächsten Woche unter Mit- Wirkung der Herren Aerzte und Professoren nachstehende hhgic- nische Vorträge. Diese Vorträge sind für jedermann unentgeltlich. Am Donnerstag, den 28. d. M.. abends 8 Uhr, finden in fol- genden Schulaulen Vorträg« über da» Thema:„Schutz und Pflege Jn�der 247./LS2. Gemeindeschule, Rigaerstr. 81/82 spricht Herr Dr. Hoff. In der L46./264. Gemcindcschute, Waldenserstr. 25/20, spricht Herr Dr. Meier. In der L17./278. Gcmeindeschulc, Ebcrs- walderstr. 10. spricht Herr Professor Dr. G. Guttmann. In der 20. Gemeindeschule, Waldemarttr. 77, spricht Herr Dr. Maschkc. Am Freitag, den 1. März, stnden w folgenden Schulcmten Vorträge über das Thema:„Gesundheitspflege von Nase und Ohr" statt. In der 91./101. Gemeindeschule, Gneisenaustr. 7, spricht Herr Dr. Gebert. In der 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5, spricht Herr Dr. B. Hirschfeld. In der 118./127. Gemeindeschule, Pankstr. 8, spricht Herr Professor Dr. Rosen. In der 228-/279. Ge- meindeschule, Pasteurstr. 5, spricht Herr Dr. Rosenthal. In Boxhagen- Rummelsburg, Boxhagener Schule, Holteistr. 7/3, spricht Dienstag, den 26. Februar. Herr Dr. Lewan- dowski über das Thema:„Kochkunst und Verdauung". In Charlottenburg, 13. Gemeindeschule, Nehring- straße 9/10, spricht am Mittwoch, den 27. Februar, Herr Dr. Le- wandowski über das Thema:„Gefahren des Alkoholgenusies". In Lichtenberg in der Gemeindeschule, Kronprinzen- strahe 10. spricht am Donnerstag, den 28. Februar. Herr Dr. Hantle über das Thema:„Schwangerschaft und Wochenbett".(Nur für Frauen.) In R i x d o r f, 9-/10. Gemeindeschule, Kaiser Friedrichstr. 4, am Hermannplatz, spricht am Freitag, den 1. März, Herr Dr. Hirsch über das Thema:„Schlechte Haltung und Rückgratsverkrümmung". (Mit Projektionen.) Für Tempelhof und Mariendorf findet am Freitag, den 1. März, ein Vortrag des Zahnarztes Herrn Alfred Cohn über das Thema:„Zahn- und Mundpflege" bei Herrn Müller, Ber- linerstr. 41/42 in Tempelhof statt. In Schöneberg, in der der 10./11. Gemeindeschule, Feurig. stratze 61/62, spricht am Dienstag, den 26. Februar, Herr Dr. Chajes über das Thema:„Das Kind im ersten Lebensjahre". In W e i tz e n s e e, in der Gemeindeschule, Langhansstr. 120, findet am Freitag, den 1. März, ein Vortrag des Herrn Dr. Freund über das Thema:„Geschlechtliche Ansteckung und ihre Folgen" statt. Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich abends 3 Uhr. Ein netter Bodelschwinghscher Sammler. Der Pastor Bodel- schwingh hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, der heutigen Arbeits- losigleit durch Gründung von Arbeiterkolonien zu begegnen, und er ist stolz ob seiner Erfolge. Erst dieser Tage hat er im Abgeordneten- Hause wieder für seine Kolonien eine Lanze gebrochen und in einer Versammlung der Technischen Hochschule hat er in gleicher Weise für sein Werl Propaganda zu machen versucht. Unsere Leser werden auch noch wissen, wie Bodelschwingh die Stadt Berlin zu einem erheblichen Zuschuh für die Kolonie Hoffnungstal zu veranlassen wußte, und man muß eS Bodelschwingh lassen: In Punkts Sammelei und Bettelei für die Kolonien hat er was los. Auch Haussammlungen veranstaltet Bodelschwingh und vor kurzer Zeit haben wir erst das Ergebnis einer solchen Sammlung eingehender gewürdigt. Was für Elemente aber mit solchen Samm- langen betraut werden, beweist eine Zuschrift, die wir heute erhalten und deren Inhalt wir kurz wiedergeben möchten. Ein Arbeiter H. aus der Müllcrstraße schreibt uns:„Es war am Donnerstag, den 21. Februar, nachmittags Va4 Uhr, als jemand an meiner Wohnung stark klingelte und dann so lange klopfte, bis meine allein in der Wohnung anwesende Frau öffnete. Sofort drängte sich der draußen stehende Mann durch die Tür. geht geraden Weges in die Küche und stellt sich an das Fenster. Auf die Frage meiner Frau, was er denn eigentlich wolle, erklärt er, daß er ein Abgesandter Bodelschwinghs sei und für die Arbeits- losen sammele. Meine Frau wollte nun zehn Pfennige geben, um den Aufdringlichen los zu werden; damit war er aber nicht zu- frieden, 20 Pf. müsse er haben, und leider gab ihm meine Frau auch das Verlangte. Als er ein Sofakissen liegen sieht, gibt er meiner Frau eine Karte vom Brockenhaus in der Ackerstraße mit dem Bemerken, sich dahin zu wenden, wenn wir alte Sachen hätten. diese würden umsonst abgeholt. Dabei klopfte der Kerl meiner Frau auf die Arme und gab seiner Bewunderung über die schönen Arme Ausdruck. Meine Frau verbat sich die Bemerkungen, was aber den frechen Burschen nicht hinderte, noch unverschämter zu werden und meiner Frau unsittliche Zumutungen stellte. Die Antwort be- stand darin, daß der Bodelschwinghsche Sammelkandidat hinaus- geworfen wurde. Meine Frau hat sich geschworen, niemand mehr die Wohnung zu öffnen." Das ist ja ein recht netter Bursche, der da als Sammler für Bodelschwingh». Arbeiterkolonien sein Wesen treibt, solche Kerle bilden geradezu eine öffentliche Gefahr. Wenn Arbeiter für aus- gesperrte Kollegen unter Gesinnungsfreunden sammeln, macht man ihnen die größten Schwierigkeiten und wir wissen von Vornhein, daß die Polizei nie und nimmer eine Genehmigung zu einer Hauskollekte geben würde. Die Bodelschwinghsche Sammelei hat die Genehmigung der Polizei, damit entsteht aber unseres ErachtenS auch die Ber- pflichtung, Leute mit solchen Sammlungen zu betrauen, die au§ anderem Holze geschnitzt find, als dieser Schuft, der die Arbeiterftau attackierte. Sollte ein solcher Kerl etwa noch anderswo sein Heil versuchen wollen, so wird man gut tun. ihm einen recht fühl» baren Empfang zu bereiten. Zur Errichtung ber Musteranstalt zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit werden auch im Reichsetat Mittel verlangt, und zwar will das Reich 40 000 M. zu den Unterhaltungskosten beitragen. Ueber die Anstalt wird in der Begründung der Forde- rung gesagt: „Unter dem Protektorat der Kaiserin sei im Januar 1906 ein Komitee zusammengetreten, das sich das Ziel gesetzt habe. eine Anstalt ins Leben zu rufen, die den Umfang und die Ursachen der Säuglingssterblichkeit in Deutschland und in den anderen Kulturstaaten wissenschaftlich erforschen und die geeigneten Unter- lagen für die zu ergreifenden Abhülfemaßregeln beschaffen soll. Die Anstalt soll ferner die Ergebnisie ihrer Forschungen durch Veröffentlichung der allgemeinen Ausnutzung zugänglich machen. In ihr find vorgesehen eine Schule für Wochen- und Säuglings- Pflegerinnen, Unterkunftsräume für Schwangere, eine Wöchne- rinnenabteilung, ein Mütter-, ein Säuglingsheim, eine Abteilung für kranke Säuglinge, eine Fürsorgestelle zur Beratung von Müttern und Pflegemüttern, ferner chemische und bakteriologische Laboratorien, eine Stallung für Milchvieh sowie Räume und Vor- richtungen zur tadellosen Gewinnung, Keimfreimachung, Ab- kühlung und Aufbewahrung der Milch. Die Stadt Charlottenburg hat dem Unternehmen durch Schenkung des Baugrundes dankens- werte Beihülfe geleistet. Preußen gibt einen jährlichen Zuschuß von mindestens 20 000 M., und so dürfte es angezeigt sein, daß auch das Reich sein Jntereff« an dem Zustandekommen der Anstalt unter Sicherstellung des Betriebes durch finanzielle Zuwendungen betätigt. Der Bau des Anstaltsgebäudes soll in aller Kürze in Angriff genommen und möglichst im Laufe deS JahreS 1907 vollendet werden." Verschwundene Mädchen. DaS rätselhafte Verschwinden eines jungen Mädchens beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. Seit dem 14. d. M. wird das 16jährige Lehrmädchen Martha Fölz aus der Prinzen-Allee 24 vermißt. Das junge Mädchen verließ an dem erwähnten Tage die elterliche Wohnung, um sich wie gewöhnlich nach ihrer Arbeitsstätte zu begeben. Bis zum heutigen Tage ist sie jedoch weder dort eingetroffen noch zu den Eltern zurückgekehrt. Die Polizei nimmt an, daß die Vermißte, ein hübsches junges Mädchen, verschleppt worden ist. Die F. war bei ihrem Weggange mit dunkelgrauem Jackett, dunklem Kleid und rotem weichen Hut bekleidet.— Nach einem weiteren verschwundenen jungen Mädchen sucht gegenwärtig die Polizei. Am Dienstag entfernte sich die 18 Jahre alte Frida Buschmann aus der elterlichen Wohnung in der Herbert- straße 1 und ist seitdem verschwunden. In einem Briefe, den sie surückgelgssen, teilt die Vermißte ihren Eltern mit- daß sie die Abficht habe, sich in einem hiesigen Hotel U» Lebe» f» nehmen. Bisher hat das junge Mädchen ihr unseliges Vorhaben noch nicht zur Ausführung gebracht. Die Falschspieler-Geschichte. Die Ermittelungen der Kriminal- Polizei scheinen einen größeren Umfang anzunehmen, als man zu- erst erwartete. Wie die„B. Z. a. Mitt." erfährt, richtet die Be- Hörde ihr Augenmerk auch auf einige ständige Besucher der Spiel- klubs und untersucht, ob nicht wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels gegen einzelne Personen vorgegangen werden soll. Die Arbeiten der Beamten sind erschwert durch den Umstand, daß gerade jetzt ein beträchtlicher Teil der fraglichen Herren an der Riviera weilt, und daß andere, die noch bis vor kurzem in Berlin ihr„Jeuchen" machten, es vorgezogen haben, einen schleunigen Klimawechsel vor- zunehmen. Auf furchtbare Weise hat gestern mittag der Hausdiener Ro- bert Bötzow, Jahnstr. 7, den Tod gefunden. B. war mit einem Freunde, einen Handwagen schiebend, die Brückenstratze entlang ge- gangen und überhörten dabei das Warnungssignal des vorüber- kommenden Straßenbahnwagens der Linie 35. B. wurde erfaßt und mit solcher Gewalt gegen einen Rollwagen gedrückt, daß ihm seine Taschenuhr in den Leib eindrang. Er wurde sofort nach der Unfallstation am Grünen Weg gebracht und, nachdem er dort d'ie erste ärztliche Hülfe erhalten, sollte er nach einem Krankenhause übergeführt werden. Aber bereits auf dem Transport starb der Un- glückliche an innerer Verblutung. Ein bedauerlicher Unglücksfall, wobei drei Personen zu Schaden kamen, ereignete sich an der Kreuzung der Berg- und Prinz Handjerystraße in Rixdorf. Die 60jährige Witwe Auguste Nowacki, Prinz Handjerystr. 68 wohnhaft, wollte mit ihren beiden 3 und 4 Jahre alten Enkelinnen an der Hand den Straßendamm über- schreiten, als plötzlich um die Ecke ein mit Holz beladener Wagen in schnellem Trabe herumgefahren kam. Die alte Frau versuchte zwar noch, sich mit den beiden Kindern in Sicherheit zu bringen, doch bevor sie den schützenden Bürgersteig erreichen konnte, wurde sie von dem Fuhrwerk erfaßt und mitsamt den Kleinen unter die Räder geschleudert. Frau N. zog sich einen komplizierten Bruch des rechten Armes zu, während die Enkelinnen am Kopf und im Gesicht schwere Hautabschürfungen davontrugen. Auf der Unfall- station in der Steinmetzstraße erhielten die drei Verunglückten die ersten Notverbände. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Heute abend 8 Uhr im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, Vortrag von Frau Henriette Roland-Holst aus Amsterdam:„Die ökono- mischen und historischen EntwickclungSgesetze der Gesellschaft." Zahlreicher Besuch wird erwartet. Alois Prusch, der frühere Berliner Theaterdirektor, ist in einem Prager Sanatorium gestorben. Das Auf und Nieder eines mo- dernen Theaterdirektors hat der Verstorbene in reichem Maße aus- gekostet. Dem Sohne eines Staatsanwaltes(geb. 8. Oktober 1858 in Aussig in Böhmen) war eine rasche Bühnenkarriere besckneden. Erfolg und Glück blühten. Er wurde Intendant des Mannheimer Hoftheaters. Aber es trieb ihn weiter nach Berlin, wo er seit 1895 das Berliner Theater und dann das Goethe-Theater(jetzige Theater des Westens) dirigierte. Verschwendung, Schulden, eine unerhörte Pumpwirtschaft, die sich bis auf die Toilettefrauen seines Theaters ausdehnte, Zusammenbruch waren die Stationen. Ein in die Geld- geschäfte verwickelter Geheimrat beging Selbstmord. Prasch aber verließ im Herbst des vorigen Jahres zerrüttet und gebrochen Berlin, das ihm einst so viel versprochen zu haben schien und suchte vergebens Heilung. Im Folies-Caprice-Theater gelangt am Montag ein Einakter: „10000 Gulden Mitgift", sowie die Burleske:.Jnspek» tionszimmer" zum ersten Male zur Aufführung. Das königliche Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34— 36, veranstaltet in der kommenden Woche, abends 8 Uhr, folgende öffentliche, Herren und Damen zugängliche Vorträge: Montag, den 25 d. Mts., spricht Herr Geheimrat Flamm-Bcrlin über: „Geschichtliche EntWickelung des Seeschiffes"; Freitag, den 1. März, Herr Dr. Zöpfl-Berlin über:„Der Verkehr nach der südamerikani- schen Westküste und seine Wege". Einlaßkarten sind von 12 bis 2 Uhr mittags und an den Vortragsabenden selbst von 6 Uhr ab zum Preise von 25 Pf. in der Geschäftsstelle des Instituts er- hältlich. Im Zoologischen Garten ist dieser Tage ein junge» Renntier- Paar dirett aus Neufundland eingettoffen, womit zum ersten Male wilde Renntiere lebend gezeigt werden können. Während nämlich das gezähmte Renntier, von dem der Garten auch einen schönen Bock besitzt, kaum in einer Tiersammlung fehlt, hat die Er- langung von aus der Freiheit stammenden Stücken ihre großen Schwierigkeiten. Auch der Blick deS Ungeübten unterscheidet die wilde und zahme Form leicht, die erstere zeichnet sich durch schlankeren. eleganteren Körperbau und größere Lebhaftigkeit vor dem Haustier aus. Da« Neufundland-.Canbu' ist außerdem durch seine weißliche Farbe gekennzeichnet. Auf der Treptow-Sternwarte spricht Dir. Archenhold am Sonntag. den 24. Februar, nachm. 5 Uhr, über:„Die Kant-Laplacesche Eni- stehungshypothese", um 7 Uhr über:„Einführung in die Astronomie"; am Montag, abends 9 Uhr:„Ueber die Jahreslänge auf dem Saturn". Alle drei Vorträge find mit zahlreichen Lichtbildern auS- gestattet.— Mit dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche nachmittag« die Sonne, abends der Mond bezw. Jupiter oder der Orionnebel gezeigt. Berliner Aquarium. Der Eintritt bettägt heute am letzten Sonntag im Monat nur 26 Pf. pro Person. Der Berliner BolkS-Chor veranstaltet am Montag, den 11. März, sein letztes Chorkonzert in diesem Winter als Mendels- sohn-Abend unter Mitwirkung der hervorragendsten Solisten und des Mozartsaal-Orchesters. Da eine Wiederholung dieses Kon» zertes nicht stattfindet und die Einlaßkarten zu den Konzerten deS Volks-Chors stets rasch vergriffen sind, so wird darauf auf- merksam gemacht, daß schon von heute ab Einlaßkarten a 70 Pf. (einschließlich Garderobe und Programm) in den Verkaufsstellen (siehe Annonce der heutigen Nummer) zu haben sind. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Montag abend 9 Uhr, 2. Abtei- lung, bei Dase, Brunnenstr. 154. Vortrag über gefahrdrohende Krankheitszustände. Vortragender: Herr Dr. Wunsch. Daran an- schließend praktische Uebungen. Neuaufnahmen in der Kolonne können in jeder Uebungsstunde bewirkt werden. Einschreibegeld 25 Pf. Monatsbeitrag 25 Pf. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Vorort- JVacfmcbtcn. Charlottendurg. Die städtischen Arbeiter waren am 20. d. M. zahlreich im großen Saal des Volkshauses versammelt. Stadtverordneter Dr. Borchardt referierte über die Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter CbarlottcnburgS. In treffender Weise zeigte derselbe, wie auf so vielen Gebieten die Stadtverwaltung ihren sozialen Pflichten den Arbeftern gegenüber nicht nachkomme. An den bestehenden Einrichtungen anderer Kommunen gemessen, bleibe der Charlottenburger Stadtverwaltung noch bedeutendes zu leisten. Diese zu verlangenden Mehrleistungen waren in einer vom Kollegen Schulz vorgelegten Allgemeinen Arbeitsordnung zum Ausdruck ge- bracht. Danach wäre anzustreben: Einführung des Achtstundcn- tage» für alle Schichtarbeit; neunstündige Arbeitszeit für alle übrigen Arbeiten; Minimaltagelohn von 4 M. Bessere Bezahlung der Sonntags- und Uebcrstundenarbeit, dazu Gewährung eines verbesserten Urlaubs. Fortbezahlung der Lohndifferenz in Krank- heitsfällen für alle städtischen Arbeiter. Einrichtung von Arbeiter- gusschüssen für alle Mtifches Betriebs die aber auf fre.'he'ilichArcr Bast», als der i, de» Gasanstalten schon bestehe»»«, beschaff« sein müßten. Die versammelten städtischen Arbeiter erklärten sich in einer einstimmig angenommenen Resolution mit den gemachten AuS- führungen einverstanden. Das Bureau wurde beauftragt, diese allgemeine Arbeitsordnung dem Magistrat und der Stadt- verordneten-Versammlung zu übermitteln. Des weiteren aber wissen die Versammelten, daß die aufgestellten allernotwendigsten Forderungen mit dem nötigen Nachdruck durch eine starke Organi- sation vertreten, schneller zum Durchbruch kommen. Demgemäß verpflichten sich alle tatkräftig für den Ausbau der zuständigep Organisation, dem Verband der Gemcindearbeiter, zu arbeiten. Rixdorf. Bei einem Unfall tödlich verletzt wurde am Freitag nachmittag der in einer Tempelhofer Fahrstuhlfabrik beschäftigte 18jährige Arbeiter August K o l l a tz, Kranoldplatz 5, bei seinen Eltern wohn- Haft. Derselbe hatte in Köpenick bei einer Fahrstuhlreparatur in einer Wäscherei zu tun und war gerade im Begriff, bei dem nicht funktionierenden Stuhl etwas zu untersuchen, als derselbe mit ihm in die Tiefe sauste. Schwer verletzt wurde der Verunglückte nach dem Britzer Kreiskrankenhaus gebracht, wo er gestern früh an den Folgen des Unfalles verstarb. Die Mutter des Verstorbenen liegt bereits seit Wochen in demselben Krankenhaus schwer krank danieder. Der Tod des gut geratenen Sohnes ist für sie, wie auch für den Vater ein schmerzlicher Verlust. Wilmersdorf. Ein Steckbrief gegen den flüchtigen Rechtsanwalt Ernst Schrryer auS Wilmersdorf, Berlinerstraße 131, ist von der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin III erlassen worden. Schreyer, der seit zwei Wochen aus Wilmersdorf verschwunden ist, hat sich des Be- truges und der Unterschlagung schuldig gemacht; seine Akten sind bereits durch die Kriminalpolizei mit Beschlag belegt worden. Treptow-Baumschulenweg. In der Generalversammlung des WahkvcreinS, die am Dienstag in Speers Festsälen stattfand, erstattete Genoffe König zunächst den Jahresbericht des Vorstandes. Redner betonte, daß es leider noch vereinzelte Mitglieder gibt, welche eine bürgerliche Zeitung oder gar keine Parteipresse lesen.— Es fanden im Geschäftsjahre, bis nach den Wahlen, 16 öffentliche. 17 Vereinsversammlungen und 29 Vor- standssttzungen statt. Von der intensiven Agitation der Genoffen am Ort zeugt noch, daß 14 Flugblatt- resp. Druckschriftenverbreitungen in einer Gesamtzahl von 64 600 Exemplaren vorgenommen wurden. Außerdem wurden 3 ,Vorwärts"-Agitattonen und 4 Landagitattons- touren unternommen.— Den Kassenbericht erstattete Genosse M i ck l e h. Danach betrug die Einnahme im letzten Quartal 820,94 M. und die Ausgabe 706,0« M.; an den Zentralvorstand wurden abgeführt 547,28 M., denmach bleibt ein Bestand von 114,80 M. Der Jahresbericht(1906) weist eine Einnahme von 3149,22 M. und eine Ausgabe von 949,12 M. auf. An den Zenttalvorstand wurden 2045,81 M. abgeliefert. Im Jahre 1905 betrug die Ein- nähme nur 1653.29 M. und die AuSgabe 1507,59 M. An den Zentralvorstand wurden nur 1102,18 M. abgeliefert. Die Mitgliederzahl des Wohlvereins beträgt 476. Davon ent- fallen auf den OrtSteil Baumschulenweg 303 und auf den Ortsteil Treptow 172 Mitglieder. Anschließend hieran gab Genosse Karow die Abrechnung vom letzten(10.) Stiftungsfest. Hiernach betrugen die Einnahmen 297 M., die Ausgaben 260,06 M., so daß ein lleberfchuß von 4S.9V M. ver» bleibt. Genosse Hering erstattete den Bericht der Lokalkommisfion und Genoffe Schüler den über die Benutzung der Bibliothek.— Auf Antrag des Genossen L ü d k e soll in einer spateren Versammlung über die Lehren der Reichstagswahl diSkuttert werden.— Zwecks Ausgestaltung der Bibliothek wurde folgender Anttag angenommen: „Die Generalversammlung fordert vom Zentralvorstand des Kreisel zur Ausbauung der Bibliothek am Ort Mite! zu bewilligen, damit dem dringenden Bedürfnis nach Weiter- und Durchbildung der Ge- nossen mehr Rechnung getragen werden kann, besonders wird auf die Anschaffung der vom Berlage Dietz in Stuttgart empfohlene« Arbeiterbibliothek hingewiesen." Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Genoffe Posselt. 2. Genosse khm, 1. Schriftführer: Genoffe Lüdke, 2. Genoffe Strieder, 1. Kassierer: Genosse Miekley, 2. Genoffe Palm. Bei- sitzer die Genosien T h i e m i ck e und Weiß. Revisoren die Genoffen Assing, Schiefke und Winterfeld. Zu Mit- gliedern der Lokalkommisston wurden die Genossen L e h- mann und Wege gewählt. Die Genossen G r a m e n z und Stock wurden als Parteispediteure wiedergewählt. Mit dem Amt als Bibliothekare wurden die Genossen K o b b e r t und Zimmer betraut. Als Bezirksführer fungieren die Genossen Wicht, M a- tusch. Hendrich, Datsch. Kutzner, Neundorf und M a y r. Neu aufgenommen wurden S6Mitglieder. Genosse H e n f e k (Vorsitzender des Verbandes der Fleischergesellen) machte darauf auf- merksam, daß die Fleischergesellen in Eisenberg inThürtngen sich im Kampfe mit den Wurstfabrikanten befinden und forderte die Genossen auf, beim Einkauf von Wurstwaren darauf zu achten. Durch daS rücksichtslose Fahre» eine? Fuhrwerks der WirtschastS- genosienschast wurde dieser Tage an der Treptower Landstraße ei» nach Köpenick fahrender Wäschewagen schwer beschädigt und daS Pferd vor demselben an der Brust gefährlich verletzt. Das Gefährt der WirtschastSgenossenschast soll, wie uns mitgeteilt wird, ohne Licht in entgegengesetzter Richtung gekommen sein und, um einen Zu- sammenstoß mit dem Dreigespann auf der schmalen Straße zu ver« meiden, hielt der Wäschewagen und der Kutscher rief den auf dem herankommenden Wagen befindlichen Personen zu, mehr nach rechts zu fahren. Dessen ungeachtet fuhren die Kutscher darauf los. was zur Folge hatte, daß durch den Anprall das Pferd des WäschewagenS förmlich hochgehoben wurde. Empört über diese Rücksichtslosigkeit suchten nun die auf dem Wäschewagen befindlichen Personen daS Dreigespann zum Halten zu bringen, worauf die Führer desselben mit der Peitsche schlugen. Dem Geschädigten gelang eS unter der Treptower Bahnüberführung, das Gefährt feststellen zu lassen; und hier wurde dem Beamten der Bescheid, daß sie bis 8 Uhr auf dem Hofe sein müßten. Träfe dies zu, so wäre eS allerdings an der Zeit, daß eine Aenderung der Vorschrift vorgenommen würde. Denn dadurch werden geradezu Menschenleben in Gefahr gebracht. Lichtenberg. Am Dienstag, dm 19. Februar, hielt der sozialdemokratische Wahlverein in H. Gürschs„Kronprinzen-Garten" seine General- Versammlung ab. Aus den, Geschäftsbericht deS Vorstandes ist zu entnehmen, daß im abgelaufenen Jahre 31 engere und 19 erweiterte Bezirksvorstandssitzungen stattfanden; an Versammlungen wurden 4 General-, 8 Mitglieder und 16 öffentliche Versammlungen abgehalten. An Flugblättern wurden bei 13maliger Verteilung 265 000 verbraucht. Zur Agitation für den„Vorwärts" und den Wahlverein wurde eine Flugblattverbreitung vorgenommen, ebenso je eine für die Gewerkschaften und für die Koniumbewegung. Der Vorstand hatte auch einen Vortragszyklus über:„Die Geschichte der Sozialdemokratie" ein- gerichtet, doch war die Teilnahme der Mitglieder nicht befriedigend. An Einnahmen verzeichnete der Vorsitzende vom Juni 1906 bis Fe- bruar 1907 3002,77 M. inkl. eines Bestandes im Juni 1906 von 327,80 M. Dem steht eine Ausgabe gegenüber von 2419,74 M., so daß ein Bestand verbleibt von 583,03 M. Die ReichstagSwahl- bcwegung brachte eine Einnahme von 661,42 M. und verursachte eine Ausgabe von 899,84 M. Das Resultat ist nicht endgülttg, da einiges Material noch aussteht.— Der Kassierer hatte vom 17. Juni 1906 bis 17. Februar 1907 eine Einnahme von 2649,39 M., eine Ausgabe von 2639,91 M., das ergibt einen Bestand von 9,48 M. Die Milgliederzahl ist im dauernden Aufstieg begriffen. Im De- zember 1906 hatte die Organisation deS Ortes 856 Mitglieder, im Januar 1907 waren es 17a0 Genossen.— Die Neuwahlen erledigten stch wie folgt: Paul Brühl, 1. Lorsitzender; Alfred Linke 1. Äftffleter; vwh. Schulz. 1. Schriftführer;«iehuu«. 2.«or- fitzender; Spieckermann, 2. Kassterer und S l> d ow, 2. Schriftführer. Ms Revisoren wurden Levyn, Graf und BackhuS gewählt. Zur Kreis-Generalverfammlung am 1/z Uhr: Wallen- fteins Lager. Die Piccolomini. Abend»: WallenftcinS Tod. Montag: Klein Samt. Dienstag: Torquato Tasso. Mittwoch: Die OuitzowS. Donners. tag: WalleujteinS Lager. Die Piccolomini. Freitag: WallenftcinS Tod. Sonnabend- Di««ekt, in da man sich langweilt. Sonntag- Uttel Acosta. Kontag: Wilhelm Tell. Neue» königl. Opern-Dheater. Sonntag, den 24. Februar: Wie die Alten sungen.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag, den 3. März: Der Barbier van Sevilla.(Ansang 70, Uhr. Schiller-Dheater«. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Der Kaiserjäger. Montag; Jugend. Dienstag: Minna von Barnhelm. Mittwoch: Im bunten Rock. Donnerstag: Die Räuber. Freitag: Jugend. Sonnabend: Narrenglanz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Narrenglanz. Montag: Mathias Gollinger. SchiUer-Theater Eharlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wallensteins Tod. AbendS: Im bunten Rock. Montag: FieSko. Diens- tag: Im bunten Rock. Mittwoch: Der Kaiserjäger. Donnerstag: Der Kaiserjäger. Freitag: Ftesko. Sonnabend: Im bunten Rock. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Ktrchseld. AbendS: Weh' dem, der lügt. Montag: Der Kaiserjäger. Schiller-Theater R. tFriedrich-WUHelmstädttscheS Theater.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Die Teufelskirche. AbendS: Adieu Therese. Sein Alibi. Montag: Der Familientag. Dienstag: Die von Hochsattel. Mittwoch: Adieu Therese. Sein Alibi. Donnerstag: Die von Hochsattel. Freitag: Der Familientag. Sonnabend: Die Erziehung zum Don Juan. Sonntag- nachmiiiag 3 Uhr: Die Teuselskirche. AbendS: Die Erziehung zum Don Juan. Montag: Unbestimmt. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Herthas Hochzeit. Montag bis Mittwoch: Torquato Tasso. Donnerstag: Hertha? Hochzeit. Freitag und Sonnabend: Faust I. Tell. Sonntag: Weh' dem, der lügt. Montag: Unbestimmt. Lesiiiig-Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die versunkene Glocke. SlbendS: Mieze und Maria. Montag: Rosenmontaa. DienStag: Mieze und Maria. Mittwoch: RoSmersholm(Ansang 7'/, Uhr.) Donnerstag: Mieze und Maria. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend: Mieze und Maria. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Das Blumenboot. AbendS: Mieze und Maria. Montag: Die versunkene Glocke. Deutsches Theater. Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Dienstag: Romeo und Julia. Mittwoch: Ein Sommernachtslraum. Donnerstag: Romeo und Julia. Freitag: Ein W int ermärchen. Sonnabend und Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Kammerspiele des Deutschen DheaterS. Sonntag, Frettag und Sonntag, den 3. März: Frühlings Erwache». Montag, DtenStag(7 Uhr), Mittwoch. Sonnabend, den 2. und Montag, den 4. Marz: Hedda Gabler. Donneistag: Das FriedenSsest. Neues Theater. Sonntag: bloison Konpös. Montag: Gioconda. Dienstag: Le Lstour. Mittwoch: L'Ainse. Donnerstag: Rosine. Freitag: La Rod Gonge, Sonnabend: 8. Desprös. Sonntag: Meißner Porzellan. Montag: Unbestimmt. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. AbendS: Zigeunerbaron. Montag: Der Postillon von Lonjumeau. Dienstag: Die Zauberstöte. Mittwoch: Der Postillon von Lonjumeau. Donnerstag: Der Trompeter von Säkkingen. Freitag: Die lustige Witwe. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Die lustige Witwe. Sonntagmittag 3 Uhr: Martha. Abends: Die lustige Witwe. Montag: Die lustige Witwe. Berliner Theater. Sonntag: Der Hund von Baskerville. Montag: Sherlock HolmeS. Dienstag und Mittwoch: Der Hund von BoSkerville. Donnerstag: Sherlock Holmes. Freitag bis Montag: Der Hund von BoSkerville. ttustipielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Kötc. Sonst allabendlich: Husarensieber. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Käte. Lorhina-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Mikado. Abends: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Fra Diavolo.(Ansang 8 Uhr.) DienStag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Martha. Donnerstag: DaS Glöckchen,von Eremiten Freitag: Der Mikado. Sonn. abcudiiachmittag 30, Uhr: Gänseliesel. Abends: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Zar und Zimmennann. AbendS: DaS Glöckchcn des Eremiten. Montag: Undine. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Pariser Leben. Abends: ToSta. Montag: Romeo und Julia aus dem Dorfe. DienStag: Toska. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: T«Ska. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hofs- maimS Erzählungen. AbendS: Toska. Montag: Lakmä. Kleine» Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasvl. Abends und Montag: Die Kralle. Dienstag: Ein idealer Gatte. Mittwoch und Donnerstag: Die Kralle. Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: Di/: Kralle. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. AbendS: Die Kralle. Montag: Ein idealer Gatte. Trianon- Theater. Sonntag, den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Allabendlich: Fröul. Josette— meine Frau. Sanntag- nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sherlock Holmes. AbendS: Der Erbe von Baskerville. Montag: Der lange Kerl DienStag: Der Erbe von Baskerville. Mittwoch: Der Erbe von BoSkerville. Donnerstag: Fledermaus. Freilag: Der Hüttenbesitzer. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Sneewittchen. AbendS: Der Erbe von Baskerville. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Abends: Der Erbe voll Baskerville. Montag: Die schöne Ungarin. Zentral- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. MendS: Der Milliardär. sAnsang 7>/, Uhr.) Montag: Boccaccio. DienStag: Der Milliardär. Mittwoch: Ran an. Donnerstag: Der Milliardär. Freitag: Die Fledermaus. Sonnabend: Der Rastelbinder. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Puppe. AbendS: Der Milliardär.(Anfang 7'l, Uhr.) Montag: Der Milliardär. Bernhard Rose-Theater Sonntag, den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr: Die Rattensänger von Hameln. Sonntag bis Frettag: Sherlock Holmes. Sonnabendnachmittagl Uhr: Rotkäppschen. Abends Marianne, ein Weib aus dem Volke. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Marianne, ein Weib aus dem Volke.(Ansang 8 Uhr.) Abend»: Sherlock Holmes. Thalia. Theater. Sonntagnachmittag 20, Uhr: Der Hochtourist. Allabendlich: Eine lustige Doppelehe. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hochtourist. Reiidenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pnnz-Gemahk. Sonst allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen? Nächsten Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Der Schlaswagenkontrolleur. Wietropol-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Aus ins Metropol. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Aus ins Metropol. »Ipollo-Tticatcr. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Das blaue Bild. Allabendlich: Bernb Mörbitz. Spezialitäten. Deutsch- Amerikanische» Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n grotzen Teich. Sonntag bis Donnerstag: Der Sorgenbrecher. Ab Freitag: Cousin Bobby. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann.' Paiast-Theater. Spezialitäten. Walhalla-Theater. Spezialitäten. Neichshallcn> Theater. Stettiner Sänger. Passage- Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Otto Rcutter. Spezialitäten. Karl Haverland-Theater. Spezialitäten. Kasino-Theatcr. Allabendlich: Ledige Leute. Heute und nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Folie» Eaprtcc. Im Casä Abels. KlabriaSprozesi. Gebr. Herrnfcld-Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr. Endlich allein I Der Fall Blumentopf. Jeden'Abend: Ein verrücktes Hotel. Nächsten Sonntagnachmittag 30, Uhr: Endlich allein 1 Der Fall Blumentops. Urania< Tbeater. Taubenstrasie 48/49. Täglich: Die Feucrgcwalten der Erd«.(Ansang 8 Uhr.) Sonnlag, den 24. Februar, vormittags tt Uhr: Ttalcben m der Wildnis. Nächsten Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Stciiten.__ ßrlefhaltcn der Redaktion. Di« juristische Sprechstunde findet Friedrichftr. IN, Rufgana 4, eine Treppe lvaudelsftättc Bellealliance, Durchgang auch Lindenftr. 101), wochenläglich von 70, vis U'/i llvr adeuds statt. Geäst»et 7 Uhr. Eoiiiiabcnb? deginni dir Lprcchstuudr um« Nor. Jeder Antrag« ist ein «uchslade und eine Zalil als Vtertzeiche» beiziisiige». Brieslich«'Autwort wird nicht erteil». Eilige Fragen trage man lu der Sprechstunde»or. R. P. 117..Kadetten' em Scherzname, gebildet au» den An- fangSbuchstaben der beiden Worte:„Konstitutionelle Demotraten".— O k t o b r i st e n nach dem Gründungsmonat(Oktober) deS BerbandeS.— Die bisher gewählten Dumamitglieder bekennen sich zu LS(s e ch S u n d. zwanzig!) verschiedenen Parteien, von denen sehr viele sich erst nach dem Zusammentritt der Duma gemäß ihrer Gruppierung nach rechlS oder links im einzelnen werden beurteilen lassen.— P. Z. 21. 02. Lassen Sie eS auf eine Klage ankommen und wenden Sie nachher der Klage gegenüber ein, daß Sie sich im Irrtum besundrn haben. Wir können Ihnen lediglich empfehlen, sich wegen Beseitigung des Stottern» nicht au irgend jemand zu wenden, der Reklame macht, sondern sich an einen ver- standigen Arzt zu wenden.— K. B 05. Nein.—= II «1 747 W 748 WSW 751 W erlin Frankf.a.M. 757 SW München!75l>W Wie» 1758 33 S atun l 4balb bd. 6 Schnee 4 wollig 3 wolkenl 4 Schnee 4 heiter W K u H S> Stationen — 0 0 0 —3 —4 — 1 paranda 1 742 N Petersburg 742 SO Scilly ildrrdeen Paris 761 NO 761 NW 7 59 NO veUer »K c» s i 1» *a> 2 wolkig 2bede» 3 wolkig 3 halb bd. 2 bedeckt —11 —2 4 Wetter-Prognoie für Sonntag, de« S4. Februar 1807. Zeitweise heiter, nachts leichter Frost, von mittag ziemlich mild bei mäßien westlichen Winden; keine erheblichen Niederschlage. Berliner W e t t e r b u r e a u. Wafferftand am 23. Februar. Elb e bei Aussig Meter, bei Dresden— 2,00 dp.— Elbe bei Magdeburg 2,45 Meter, eisfrei.— Elbe bei Straugsurt—,— Meter.— Oder bei Ratibor—,— Meter. O d e r bei Breslau Oberpegel— 0,55 Meter.— Neißemündung 3,41 Meter. Oder bei Brieg 4,74 Meier.— Der„Katffreiner" das deutsche FamMengetrank! Millionen Menschen trinken täglich KathreinerS Malzkaffee mit Behagen und fühlen sich wohl und frisch dabei! 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Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Rixdorf! Montag, den 25. Februar, abends 82 Uhr: Bezirks- Versammlung für Rixdorf und Umgegend im Saale des Hrn. Thiele, Rixdorf, Bergstr. 152. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Stürmer über: ,, Der Kampf ums Recht: 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Montag, den 25. Februar, abends 7 Uhr: Versammlung aller in Metallgießereien beschäft. Former und Berufsgenoffen im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal IV). Tages- Ordnung: Der nengewählte Reichstag und die Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. Referent: Kollege Körsten. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Wir ersuchen die Kollegen um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Montag, den 25. Febrnar, abends 7 Uhr: Mitglieder- Versammlung für Königs- Wusterhausen und Umgegend im Lokal von Lange, Königs- Wusterhausen, Berlinerstraße Nr. 31. Zagesordnung: Finsegnungs Betten Anzüge ein- oder zweireihige, moderne schicke Form, hochelegant und tadellos sitzend. 4029L⭑ Beste Verarbeitung. Vollständiger Ersatz für Maßarbeit. Die Preise sind je nach Größe. Anzüge Kammgarn von gutem schwarzem Satin11, 12, 13, 14, 15, 16 u. 17 M. Anzüge v. elegant. Satin- Kammgarn 14, 15, 16, 17, 18, 19 u. 20 M. Anzüge von vorzügl. Rips- Kammgarn 15, 16, 17, 18, 19, 20 u. 21 M. von hochf. Satin- Kammgarn 18, 19, 20, 21, 22, 23 u. 24 M. Anzüge von bestem Kammgarn- Rips 20, 21, 22, 23, 24, 25 u. 26 M. von Cheviot, Twill od. TuchAnzüge Anzüge Kammgarn, feinste Qualität. 25 bis 33 M. bas Bfund von Bettfedern 55 Pf. bis au 6 M. Bettstellen das Stüd von Kinderwagen 5 M. bis zu 300 M. in allen Preislagen ( nur Heinrichsplay). 4025L* A. Schonert, Oranienstraße 12 ( Eckhaus Heinrichsplak). 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Banten der Firma Jäger, Charlottenburg: Charlottenburg, Straße 26, Parz. 25. Jablonskiftr. 25. Lantwig, Sanatorium. Bau der Firma Jarotzki: Jagdschloß Glienice. Banten derFirma Plagemann: Fürstenhof, Potsdamer Play. Witting, Kielerstraße. Färber, Zehlendorf Goethestraße. Bau der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, Tempelhof, Germania- und Gottlieb Duntel straßen- Ede. Bauten der Firma Iden: Wolankstraße in Banten neben dem Bosadowskyhaus, Baumeister Stoppen. Elisabethkirchstraße, vis a vis der Strelikerstraße. Bauten ber Firma Dombrowsky: Tempelhof, Germania- u. Gottlieb Dunkelstraßen Ede, Bauherr Tausch u. Berghäuser. Bauten der Firma Ziehe: Charlottenburg, Tauroggenerstr. 46. Nixdorf, Harzerstr. 3. Tegelerstr. 7. Bau der Firma Emmeluth, Rigdorf: Gewerkschaftshaus der Metall arbeiter, Charitéstr. 3. Charlottenburg, Hildebrandtstr. 16. Wannsee, Friedrich startstraße, Bau Schwabach. Wannsee, Bismardstraße 8, Bau Benjamin. Bau der Firma Marquardt: Rigdorf, Beise und Allerstr.- Ede. Bauten der Firma Gebr. Faul: Mohrenstraße 44/45. Jägerstraße 63, Berlin. Potsdamerstr. 15. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Pariserstr. 21/22, Wilmersdorf. Gebr. Fidert, Chauffeestraße, Mariendorf. Offizierkafino, General Papestraße, Schöneberg. Anstalt Beelib( Fenster), Pavillon 4b. Nadge, Holzbandlung, Rummelsburg, am Wilhelmsberg. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Nirdorf. Bauten der Firma Grunert& Seemann: Schönhauser Allee 97. Dänenstraße, Ecke Schönfließerftraße. Invalidenstr. 33. Nieder- Schönhausen, Bismardstr. 32. Trestomstr. 14. Banten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgischestr.12. Straße 26, Neumann. Tegeler Weg 101/102. Bauten der Firma Prill, Fürbringerstraße. Henrizi, Charlottenburg, Suarezstraße 13. Bauten der Firma Walz: Maaß, Liegenburger- und Pfalzburgerstraßen- Ede. Bau Taunusstr. 29, Friedenau. Bauten der Firma Sperling& Kapelke: Briz, Werder u. Rungiusstr.- Ede. Sybelstr. 56 und 57. Neue Wilhelmstr. 10. Bauten der Firma Schirmer: Breker, Nikolassee, Mehwiese. Schirmer, Zehlendorf, Neuestraße. Schirmer, Grunewald, Parkstraße. Schirmer, Zehlendorf, Spandauerstraße. Bastian, Zehlendorf, Riemeisterstraße. Halensee, Wangenheimstraße. Bauten der Firma Wagenknecht: Spreda, Gürtelstraße 17. Fize, Rirdorf, Richardstraße und Bartelsdorferstraße( Ede). Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ede). Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Lesser, von der Heydtftraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Lorenz, Sybelstraße 47. Seibt, Bismardstraße, Ede Rüder. straße. Lantwig, Sanatorium. Schröder, Charlottenburg, Spielhagenstraße, Ede Wilmersdorfer straße. Bauten der Firma Gebr. Schaar: Belder u. Blathen, Lichtenberg, Dorfstraße 9. Mig u. Geneft, General Papeftraße. Jahnisch, am fleinen Wannsee. Charlottenburg- Westend, Soorstraße. Billa Baum, Billenkolonie Grune wald. Bauten der Firma Schubert: Mig u. Geneft, General Papestraße. Holland, Rigdorf, Elbestraße 87. Holland, Wilmersdorf, Holsteinisches straße. Banten der Firma Kussin: Charlottenburg, Raiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Hochschule, Barbaroffaplaz. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinickendorf. Sprengel- und Samoastraße Ede. Hausotter- und Residenzstraße- Ecke. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner Straße 63: Tropfte, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lankivik. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter- u. Ber linerstr.- Ecke, Bau Bielke. Banten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Groffe, Marienfelde, Kirchstraße. Banten der Firma Henke, Mariendorf: Mette, Martendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chauffeeftr. Tempelhof, Fensterbauten, Schön burgstraße. Bauten der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Halensee, Hertastr. 18. Buch, Heilstätte. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Raft, Schöneberg, Barbarossa- Ede Landshuterstraße. Paulsen, Charlottenburg, Schlüterstraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ede. Buchholz, Stegliz, Albrechts und Brüderstr.- Ede. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 37. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Osten, Nigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a, Bauten der Firma Dittmar, Pankow: Wollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 63, Schule. Bauten der Firma Hegelmann: Bommel, Rigdorf, Kaiser Friedrichstraße 219-220. Schaum, Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Wilhelmsaue. Schulz, Jungfernheide, MindenerStraße. Böttcher, Reinidendorf, Justusstraße. Böttcher, Borhagenerstr. 17. Bauten der Firma Braun: Walter Müller, Rirdorf, Juliusstraßen- Ede. und Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fensterbau. Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther u. Freifingerstraßen- Ede. Rigdorf, Herrfurihplay 8. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Span dauerstraße, Kreuzstraße. Ede Bauten der Firma Schulenburg, Charlottenburg: Frantsen, Wangenheimftr.- Ede. Ueberholz, Kurfürstendamm. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: See u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Banten der Firma Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ede Steinplay. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargen dorf, Rublaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ede Straße 2b. Tauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Lausitzerhr. 10: Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Birchow- Krankenhaus, Seestraße. Backhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bauten der Firma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorfstraße. Brehm, Gleimstraße. Krüger, Dernburgstraße. Lange, Nirdorf, Boddinstraße. Lange, Steglit, Forststraße. Rigdorf, Lahnstraße. Bauten der Firma Metz, Urban. straße: Tempelhof, Eylauerstraße. Steglitz, Stubenrauchstraße. Bankow, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauer, Ede Bergstraße. Achtung! Bauarbeiter! Die Bauten der Firma Vereinigte Bautischler aus Riez bei Treuenbriezen: Bau Albrecht, Barbarossastraße( Schöneberg), Ban Völker, Jablonskistraße 12/13. Sentinger, Hochstraße, Bauten der Firma Schmidt, 80/5 Frankfurter Allee: Dudenarderstr. 5, Dowe. Lichtenberg, Magdalenenstr. 42, Fischer. Banten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Partstraße. Mathesius, Nikolassee, an der Rehwiese. Jagdschloß Glientde. Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Bauten der Firma Langermann: Wilmersdorf, Pariser und Wittenbergstraßen- Ecke, Bau Hesse. Charlottenburg, BismardBeimarstraßen Ede, Bau Hübner. Bauten der Firma Grün& Hetwig: Städtische Anstalt in Buch. Barbarossaplatz, Hochschule. Oldenburgerstraße, Klosterbaut. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. und Sybelstraße, Efe Dahlmannstraße. Bellermannstraße 92. Unterrock- Stepperinnen verlangt Mangelsdorff, Weißenburgerstraße 20. Ferantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlir Für den Prehn, Lisztstraße, 99 Bornholmerstraße, Prenzlauer Allee, Ecke Chodowleckistraße, find für Tischler und Einseker gesperrt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Da wir am 1. April d. J. das Der Gauvorstand. 287/3 Restaurant des Gewerkschaftshauses in eigenen Betrieb übernehmen, suchen wir zu diesem Zeitpunkt einen er. fahrenen, mit der Arbeiterbewegung vertrauten Dekonomen. Schriftliche Angebote mit Angabe der Gehaltsansprüche bitten wir möglichst bald an uns einzusenden. Berlin, Engel- Ufer 15, den 21. Februar 1907. Gewerkschaftshaus( Gesellschaft mit beschr. Haftung). Mehrere geübte Glimmerfpalterinnen für Zylinder- und Ofenplatten für dauernde Beschäftigung nach auswärts gesucht. Guter Lohn sowie Reise- und Umzugbergütung. Offerten unter 14/ 16* F. N. W. 968 an die Expedition dieses Blattes. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlaa: Vorwärts Bau der Firma Herrgesell& Bau der Firma Handt, Hübner, Wilhelmshavener. ftraße: Charlottenburg, Werner Siemensstr. Mommsenstr. 27. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Friedenau, Schöneberg, Lohse, Wilmersdorf Ringbahnstr. 245. Busse u. Jensom, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82. Löwe, Sidingenstr. 54. Stronenstr. 33. Bandmann, Heilbronnerstr. 22. Weißensee, Frifideftr. 3. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rirdorf, Bergu. Walterstraßen- Ece. Förster, Rigdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bau der Firma Bauschke: Charlottenburg, Schillerstr. 11. Bauten der Firma Herrmann, Stalizerstraße: Ausbau in Tegel, Beitstr. 16. Gasanstalt, Prenzlauer Direktionsgebäude Allee, und Gußröhrenlager. Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrechtftraße 17. Reinickendorferstr. 95. Butzeit, Ufer- und Martin Opikftraßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lynar straße und Ringbahn. Reinickendorferstr. 49. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädicke, Elberfelder und Dortmunderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Brefinsky, Borhagen. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schossow, Charlottenburg, Sybellstraße 7-8. Bau der Firma Näthe, Stettinerstraße 27: Elde u. Schwarz, Schwedenstr. 5. Bill u. Jakob, Rigdorf, Donaustr. 114. Bau der Firma Schneider, Griebenowstraße: Bellermannstr. 84. Adalbertstr. 9. Bauten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich-, Ede Mohrenstraße. Schivelbeinerstr. 7. Winsstr. 17. Bau der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimftr. 46/47. Firma Knöfel, Lichterfelbe, Manteuffelstr.7: Stegliz, Herderstr. 7. Bau der Firma Krüger, Reichenbergerstr. 64: Briz, Germania- Promenade. Bau der Firma Schwarze, Rigdorf, Nogatstr. 25: Rigdorf, Emserstr. 32-34. Bau der Firma Wagenknecht, Petersburgerstraße: Friedrichsberg, Pfarrstr. 4. Bauten der Firma Heidenberg, Prinzenallee 20: Thiele, Wilmersdorf, Nassauische. straße 5. Bau der Firma Scharwis: Stödel, Friedenau, Cranachstraße. Bau der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweberstraße 22. Bau der Firma Mader, Schön. hausen: Panlow, Schmidstr. 6. Bau der Firma Reuter, Stein: metstr. 24: Haumann, Münchener, Ede Rosen heimerstraße. Bau der Firma Rachfall, Ra stanien- Allee 10: Schönhauser Allee, Ede Bornholmerstraße. Leibniaftr. 46. Bau der Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Raiser Friedrichstr.1. 2erkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Bau der Firma Seeger, Nieder Schönhausen, Bis: mardstr. 38: Tresdomftr. 67. Bau der Firma Mitsch, Bar nimftr. 22: Christburgerstr. 41. Grimmstraße: Faul, Jägerstr. 63. Kurfürstendamm 144, Bau Beitscher. Bauten der Firma Pasch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarrstraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Östarstraße. Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/4 Höfelt u. Seifert, Karlshorst. Wolf, Nieder- Schöneweide. Schwindt, Charlottenburg, Ger. binusftr. 3. Grothe, Mariendorf, Dorfstr.- Ede. Bauten der Firma F. Peschel & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther ftraße 27. Seiler, Schöneberg, Ehlauerstr. 8. Baugesellschaft Barthe", Nigdorf, Hermannstr. 32. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Groterjahn, Schönhauser- Allee 129. Hesse, Pariserstraße. Supte, Schlüterstraße, Ede Liegen burgerstraße. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Menge, Wilmersdorf, Schwäbische ftraße. Burgall u. Martin, Faldenstein straße 49. Kottbuserdamm 87. Friedenau, Stubenrauchstr. 12. Billenkolonie Nikolassee, Sudeten. straße, Körner. Desgl., Sudetenstraße, Nołowsky. Edert u. Denneberg, Bödiderstr. 8. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Gr. Frankfurterstr. 126. Schmidt, Pasteurstr. 35. Rigdorf, Weichselstr. 48/49. Burnau, Charlottenburg, Mommsen. straße 42/43. Lehmann, Charlottenburg, Momm fenstraße 44. Wilmersdorf, Kaiser- Allee 202. Bauten der Firma G. Bruns, Boppstraße: Wisbyerstr. 71/72, Geite. Schonenfchestr. 3-4, Geile. Weißensee, Frifideftr. 3. Grünau, Jägerstr. 16, Baez. Lankwiz, Kurfürsten- und Froben straßen- Ede, Köhler. Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Graz, Bornholmerstraße, Ede Schönhauser Allee. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarerftraße. Villa Berner, Klein Glienide bet Potsdam. Paulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ede Garvinusstraße. Bau der Firma Stahl, Rur fürstenstraße 37: Ueberholz, Kurfürstendamm 170. Bauten der Firma Lindgren, Nixdorf: Kazmann, Brüdenstr. 2. Wüzler, Nixdorf, Bergftr. 112. Wipperstr. 25. Müller, liusstraßen- Ede. Walter- und Ju Lowe, Gewehrfabrik, Bittenau. Altes Kriminalgericht, Moabit. Bauten der Firma Marzahn, Bergmannstraße: Lorenz Repke, Sybelstr. 47. Karl Schmidt, Helmstädterstr. 2. Brinzessinnenftr. 18. 23ilhelmstr. 45/46. Gewerkschaftshaus d. Metallarbeiter, Charitéstraße 3. Fröhlich u. Ludwig, Grolmanftr., Ede Bismardstraße. Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Samoaftr. 2, 3, 20, Bau Müller. Bring Regentenftr. 116, Bau Laft Bauten der Firma Grieser, Steglit, Heeseftraße: Lamprecht, Steglit, Schöneberger straße 10-11. Sinnig, Bankow, Schulzestraße. Swoboda, Stegliz, Grunewaldstr. 28. Willardt, Steglitz, Zimmermannftr.12 Strüger, Lichterfelbe, Chauffeestraße Ede Stegligerstraße. Bauten der Firma Heinrich, Steglitz, Plantagenstr. 19: Sinnig, Steglitz, Martinstr. 5. Sinnig, Stegliz, Albrechtstr. 107. Suchland, Steglit, Südendestraße. Willardt, Steglig, Zimmermannftraße 12/13. Selitscher u. Altring, Friedenau, Wilhelmftr. 2/3. Bau der Firma Schrammer Bau der Firma Meinhardt, in Nixdorf. Bauherr Hedemann, Inn- und Donaustraßen- Ede. Bau der Firma Krause in Rigdorf: Rudolf u. Lempte, Mariendorf, Feldftr. 65. Bauten der Firma Gustrau, Rigdorf: Stier, Ober- Schöneweide, Edisonftraße 40. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Rutvald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Kiefholzftr.Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Schliemannstr. 5. Bau der Firma Harms: Pettenfoferstr. 28. Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Bau der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser FriedrichEde Scharnstraße. Vauten Engel, der Firma Uferstr. 5. Saalmann, Schwebterstraße. Maaß, Dortmunderstraße. Lehmann, Voigtstraße. Bauten der Firma Finkendei, Groß- Lichterfelbe. Bernice, Steglit, Berlinidestr. 5. Hausherr, Groß- Lichterfelde, Ringftraße, Ede Dührerstraße. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: Für Vergolder: Treppengeländerbrandhe.. J. C. Pfaff, Beughofstraße. Banten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Für Kammacher und Bilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieg Zelluloid- Arbeiter: lindeſtr.- Ecke. Schöneberg, Bragerstr. 15. Firma Grünberg, Brüll u. Schmidt, Charlottenburg, Weißenfee, Langhansstr. 58. Dernburgstraße. Duaß, Charlottenburg, Sybel Für Bodenleger: ftraße 56/57. Brode, Charlottenburg, Dahlmannstraße. Friz, Charlottenburg, Niebuhrstr. 77. Herbst, Schöneberg, Bambergerstr. Belfer, Schöneberg, Münchenerstr. 14. Bosse, Bariserstr. 38. Buchdruckerei u. Verlanzanitalt Paul Lux, Neue Kant- und Dernburgstraßen- Ede. Bau Kottbuserdamm 84. Bau Kottbuserdamm 9. Buzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Singer& Co.. Berlin SW.