Nr. 53. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 it., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Rumuner 5 Big. Sonntags. numuner mit Mustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricbeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( felt. gebrudte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1983. Mehr Bergarbeiterschutz. Sonntag, den 3. März 1907. trauensmann zu bestellen, der die Feststellung der Förderung zu überwachen hat. Die Fördergefäße sollen geeicht sein. Das Gedinge soll spätestens binnen zehn Tagen nach Belegung eines Betriebspunktes festgesetzt werden, eventuell soll dem Arbeiter ein gewisser Lohn garantiert werden. Weiter wird verlangt, daß wenn der Unternehmer ein Der Weg des Kapitalismus ist gepflastert mit Menschen- Arbeitsverhältnis fündigt, der Arbeiter, falls er eine Werksleben. Besonders groß ist die Verwüstung von Arbeiterleben wohnung inne hat, diese erst am Schlusse des nächsten im Bergbau. Trok der bei jeder Gelegenheit von Vertretern Monats nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses zu räumen geder herrschenden Gesellschaft gepriesenen Sozialpolitik zwungen sein soll. schwillt das Heer der Krüppel und Leichen immer mehr Weitere Anträge beziehen sich auf die Höhe der zulässigen an. Im Jahre 1886 ereigneten sich in Preußen 2265 ent- Strafen für mangelhafte Füllung der Wagen und auf die Verschädigungspflichtige Unfälle, im Jahre 1905 aber 10 066. wendung der Strafgelder. Für die Wahlen zu den Arbeiter Die Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgange stieg in den ausschüssen wird Einführung des Proporzsystems verlangt. 10 Jahren von 842 auf 1026. Aber auch relativ nimmt Ferner soll dem Ausschuß die Befugnis eingeräumt werden, die Zahl der Unfälle zu. Und in dieser Tatsache liegt die Arbeiterkontrolleure zur Ueberwachung der Betriebssicherheit der furchtbarste Anklage gegen die Gesellschaft. Während von je Gruben zu bestimmen. Während von je Gruben zu bestimmen. Auch sollen die Ausschüsse das Recht 1000 berjicherten Bergarbeitern im Jahre 1886 erst 6,59 einen haben, Beschwerden zu übermitteln. Sodann wird gefordert, schweren Unfall erlitten, war die Durchschnittsziffer im Jahre baß vom 1. Oftober 1907 ab die tägliche Arbeitszeit in 1898 auf 12,77 gestiegen und erreichte 1905 den hohen Stand Gruben vom Beginn der Einfahrt bis zum Beginn der Ausvon 15,55. Die Zahl aller Unfälle geht natürlich über diese fahrt nicht über 8 Stunden und vom Oftober 1908 nicht Ziffer weit hinaus. Im Durchschnitt erleidet jeder 10. Berg über 8 Stunden dauern darf. Bei Temperaturen von über mann einmal im Jahre einen Unfall. +28 Grad Celsius soll die tägliche Arbeitszeit 6 Stunden, Seit vielen, vielen Jahren rufen die Bergarbeiter nach bei mehr als+26 Grad Celsius 7 Stunden nicht über ausreichendem Schutz für Gesundheit und Leben. Vergeblich! steigen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. Der Grafschaftsrat beruht, gleich dem britischen Parlamente, auf dem Zwei- Parteien- System. Diejenige Partei, die bei den Wahlen die Mehrheit erhält, gelangt zur Regierung. Die beiden Parteien des Grafschaftsrates find: die Progressisten und die Gemäßigten. Die Progreffiften bestehen aus Anhängern einer fortgeschrittenen Sozialpolitik, worunter hauptsächlich die Uebernahme fommunaler Gebrauchsmittel in Gemeinderegie, sowie an ständige Behandlung der Gemeindearbeiter zu verstehen ist. Algemein nennt man dies: Munizipalsozialismus. Dagegen find die Gemäßigten für die Ueberlassung der kommunalen Gebrauchs. mittel an private Unternehmer und Lieferanten, sowie für niedrige Lokalsteuern. Der Grafschaftsrat von London besteht erst seit dem Jahre 1889. Die 118 Räte werden auf 3 Jahre gewählt; die 19 Aldermen auf 6 Jahre. Bis jetzt hatten die Progressisten die Mehrheit und verwalteten die Londoner Munizipalität in ihrem Sinne. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1904 erhielten die Progressisten 84 Räte, die Gemäßigten 34; die progressive Mehrheit betrug demnach 50. Die Sozialpolitik der Progressisten hat sehr viel zur Gesundung Die Verbesserung ist der Londoner Verhältnisse beigetragen. augenfällig. Die Straßen wurden reiner; enge Gassen mit starkem Verkehr wurden verbreitert, wodurch die Zahl der Londoner Straßenunfälle auf ein Minimum gesunken ist. Alte Komplere von zusammengedrängten, ungefunden Häusern, die die Zeit des individuellen Liberalismus hinterlassen hat, wurden in manchen Distrikten hinweggeräumt, wobei die Hausbesiker, die hauptsächlich zur Partei der Gemäßigten gehören, ausgezeichnete Geschäfte machten. Bernard Shaws Drama„ Widowers' House" beruht auf einem dieser Vorgänge. Das Schulwesen wurde bedeutend gehoben und modernisiert; die Kinder der Armen erhielten die Möglichkeit, Die großen, erschütternden Katastrophen in Courrières, auf der In den hier aufgeführten Punkten gehen die Anträge der Zeche Borussia und auf der Redengrube haben den Kapitalismus Sozialdemokratie und des Zentrums ziemlich konform. Die sich eine höhere Bildung anzueignen, da der Grafschaftsrat zahlnicht zur Nachgiebigkeit gezwungen. Hartnäckig verweigert er, Sozialdemokratie hat darüber hinaus noch die Einführeiche Stipendien ausseßte. Die Zahl der Spielpläge und Baris was die Bergarbeiter zur Sicherung ihres Lebens verlangen: rung der von den Bergarbeitern immer und eine ausreichende Grubenkontrolle! immer wieder geforderten Arbeiterton Man wirft einige Summen aus für die Hinterbliebenen, trolleure beantragt. Dem§ 139 b der Gewerbefonnt sich wohlgefällig in der eigenen Hochherzigkeit und Wohl- ordnung soll folgender Absatz hinzugefügt werden: tätigkeit und nach kurzer Zeit ist Gras über die Geschichte gewachsen, bis eine neue Katastrophe, ein neues Massengrab für wenige Tage die Gemüter wieder erregt. Bor wenigen Wochen, mitten im nationalen Taumel, erschreckte die Welt die Nachricht von dem Todeswüten auf der fistalischen Redengrube. 150 Knappen sahen das Tageslicht nicht wieder! " wurde erheblich vermehrt, die Feuerwehr verdoppelt. Der Grafschaftsrat erwarb Straßenbahnen, baute Brücken über die Themse, errichtete Wohnhäuser für 34 000 Arbeiter, erhöhte die Löhne der 35 000. Grafschaftsarbeiter, sette ihre Arbeitszeit herab, wodurch auch die Arbeiter in privaten städtischen Unternehmungen ihre In Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unter- Bage verbesserten. Bei Vergebung von Grafschaftskontrakten wird irdisch betriebenen Brilchen oder Gruben wählen die volljährigen immer Bedacht genommen, daß die dabei beschäftigten Arbeiter Arbeiter in unmittelbarer und geheimer Wahl Grubenkontrolleure gute Bedingungen erhalten. Besonders gebessert haben sich die als Hülfsbeamte der Bergaufsichtsbeamten. Diese sind verpflichtet sanitären. Verhältnisse Londons, was sich in der Senkung der die Gruben und Tagesanlagen in bezug auf die Sicherheit zu be- Sterblichkeitsziffer zeigt. Interessant ist es auch, die Tatsache zu fahren, sowie sich über die daselbst vorgekommenen Unfälle zu vermerken, daß der Grafschaftsrat es unseren Genossen gestattet, unterrichten. Die näheren Bestimmungen über die Zahl der sozialistischen Sonntagsunterricht in den städtischen Schulgebäuden an Grubenkontrolleure und über ihre Befugnisse trifft die höhere bie Kinder von Sozialisten zu erteilen. Dieser Unterricht, an dem Verwaltungsbehörde. geht Die Londoner Grafschaftswahlen. London, 28. Februar.( Eig. Ber.) etwa 1000 Londoner Proletarierkinder mehrerer Stadtbezirke teilnehmen, ist streng sozialistisch und freidenkerisch. Und die in voriger Woche im Abgeordnetenhaus gepflogenen Verhandlungen über diese Katastrophe enthüllten, Wollen die Zentrumsparteiler nicht offen Verratspotitik daß eine geradezu unglaubliche Mißachtung der dringendsten Troß dieser umfassenden Politit, die selbstredend mit großen Borsichtsmaßregeln das Unglück verschuldet hat. Der Minister treiben, dann müssen sie auch für diese Forderung eintreten. Noch über die Bedeutung des legten Antrages hinaus Kosten verbunden ist, zeigt die Grafschaftssteuer nur eine ganz mußte zugeben, daß nicht die geringste Kontrolle darüber bestand, ob die Vorfahrer ihre Pflicht erfüllten. Eine Leicht- der folgende von der Sozialdemokratie gesteйte Antrag: geringe Zunahme, was indes die Gemäßigten nicht abhält, über sozialistische" Verschwendung zu klagen. Die städtischen Schulden fertigkeit, die ihresgleichen sucht! Aber die eine Leichtfertigkeit" Der Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzler zu er- find zwar bedeutend gestiegen, aber diesen Passiven gegenüber mußte mit einer anderen sich paaren, um ein Massengrab von fuchen, dem Reichstage tunlichst bald einen Entwurf eines Reichs- stehen ganz bedeutende und profitbringende Attiva: StraßenBerggesetzes vorzulegen." bahnen, Brüden, Schulen, Wohnhäuser, Wasserwerke, Parts, Spieljolchem Umfange wie auf Reden aufwerfen zu können. Hätte man, wie sich das ganz von selbst verstehen sollte, vor Beginn der Für das Zentrum ist dies ein heitler Punkt. Im preußi- pläße usw. Der wirkliche Grund der Opposition der Gemäßigten Schicht geriefelt, das heißt, vorschriftsmäßig den Kohlenstaub schen Landtage ist es in der Minorität und kann sich daher ist darin zu finden, daß die Politik der Progressisten es dem befeuchtet, dann wäre man wenigstens von der so verheerend den Vorteil leisten, arbeiterfreundlich zu scheinen, ohne Brivatkapital unmöglich macht, städtische Monopole an sich zu etwas bieten zu müssen. wirkenden Kohlenstauberplosion verschont geblieben. Daher auch die Verräterpolitit reißen und jetzt auch daran geht, die städtischen Grundherren Und was antwortete Minister Delbrück auf alle Anklagen? bei der letzten Berggesegnovelle. Hätte das Zentrum die schärfer zu den Stadtlasten heranzuziehen. Am 2. März finden die Londoner Grafschaftswahlen statt. Mit einer Geschäftsmäßigkeit, die auf eine sehr robuste Novelle scheitern lassen, dann mußte es, gegebener Zu- Der Wahlkampf tobt seit ungefähr drei Monaten, aber er wurde Seelenruhe schließen läßt, konstatierte er, daß die Einfahrer sicherung gemäß, felbst einen Reichsberggefegentwurf vorlegen. seit mindestens drei Jahren vorbereitet. Eine große Presse, ihre Pflicht versäumt hätten. As ob damit die Ver- Um dieser Notwendigkeit zu entgehen, unterhandelte es mit zahlreiche Redner und ungeheure Geldmittel stehen den Gemäßigten zur Verfügung, und der Sozialismus ist das Gespenst, mit dem sie waltung entlastet sei. Gerade die Möglichkeit solcher Pflicht- den Konservativen. die Londoner Wähler bange machen. An der Spiße der Gemäßigten verlegung spricht das Schuldig!" über die Verwaltung. steht der Herzog von Norfolk, der zum ältesten Adel Englands Und die Unterlassung der Berieselung entschuldigte Herr gehört. Mit dem Grundadel, der aus seinen Londoner Befizungen Delbrück mit der Lakonischen Bemerkung:„ Wir haben sie nicht schiere Millionen zieht, gehen die Unternehmer und Finanzleute, für nötig gehalten!" Fertig! die die Londoner Elektrizitätszufuhr monopolisieren wollen. AnIm Falle der Redengrube ist von dem verantwortlichen gesichts dieses außerordentlich starken Aufgebots der Gemäßigten Minister ausdrücklich anerkannt, daß gröbliche Verstöße gegen den englischen Ausdruck County of London"( Grafschaft von war die Wahlbeteiligung gewöhnlich nicht groß. Nur etwa 45 Proz Für die Zwecke dieses Artikels wird es genügen, wenn wir mögen wohl Ueberraschungen nicht ausgeschlossen sein. Bis jetzt die Vorschriften das Riefenunglück verschuldet haben. Gibt es London), der deutschen Ohren mittelalterlich flingt, mit Muni- der Wahlberechtigten gingen an den Wahltagen zum Stimmtaſten. nun ein Mittel, solchen Verstößen vorzubeugen? Darauf zipalität von London übersehen. Die Grafschaft oder Die Zahl der Wähler zum Grafschaftsrat beträgt im laufenden fann mit ja!" geantwortet werden. Die Betriebssicherheit Munizipalität von London ist ein weites städtisches Gebiet, ein Jahre 840 730. Ein Aufgebot der Partei der Nichtwähler" ist würde beträchtlich steigen, wenn man die Forderung der Berg- Komplex von 29 Gemeinden, die zu Wahlzweden in 58 Streise wohl auch in London möglich, und die Pressen arbeiten unter arbeiter auf Einstellung von Arbeiterkontrolleuren erfüllen eingeteilt sind. Die parlamentarischen und munisipalen Wahl- Hochdruck, die Wähler aufzuflären". Aufrufe, Platate, Bilder Die wollte. Es ist kein Geheimnis, daß die Sucht, möglichst viel freise sind, abgesehen von einzelnen unbedeutenden Grenz- malen den sozialistischen Teufel blutrot an die Wand. Agitation ist fast so lebhaft wie bei parlamentarischen Wahlen. Kohlen zu fördern, die schwerste Gefahr für die Beachtung verschiebungen, in London diefelben. Diese Munizipalität, die größte und reichste der Welt, wird bedeutet. Sicherheitsvorschriften Die Sozialdemokratische Föderation hat 9 Kandidaten auf den von einem Grafschaftsrat( County Council) verwaltet. Der Graf gestellt. Die Arbeiterpartei beteiligt sich an diesen Wahlen in ganz Arbeitern erwählte Vertrauensmann würde und müßte schaftsrat ist der Staatsregierung gegenüber selbstherrlich, wie sich geringem Maße. Die Redner der Sozialdemokratischen Föderation in allererster Linie, unbekümmert um das„ Soll" des überhaupt England durch Gemeinde- Autonomie auszeichnet, und nehmen den Brogressiven gegenüber eine fritische Haltung ein, da Steigers, auf die Beachtung der Sicherheitsvorschriften worin auch eines der Kennzeichen eines freien Landes besteht. ihre Politik darin besteht, die bürgerlichen Sozialpolitiker anzudringen. Der Vertrauensmann der Arbeiter würde von Je unabhängiger die Lokalregierung von der Zentralregierung treiben und ihnen weitere Ziele zu steden. den Organen der Arbeiterorganisationen in erheblich böherem( Staatsregierung) ist, desto freier ist ein Land. Und umgekehrt, Die Independent Labour Party" erließ folgendes Wahlmanifest: Maße für die Betriebssicherheit der Gruben verantwortlich je mehr sich die Zentralregierung in die Angelegenheiten der Gemeinden mischen darf, desto unfreier ist ein Land. Dies gilt nur Das weiß man gemacht werden, wie die Staatsbeamten. So wertvoll die Tätigkeit des Grafschaftsrates in den letzten unter nichtigen Gründen die für den bürgerlichen Staat, für den nationalen Staat. zwei Jahrzehnten auch war, so bleibt doch noch eine große Zah und trotzdem lehnt man Der Londoner Grafschaftsrat besteht aus 118 Räten; 57 Wahl- höchst wichtiger munisipaler Fragen ungelöst. Um ihnen gerecht Forderung ab. freise wählen je zwei Räte, während die City, die innere Stadt, werden zu können, braucht der Rat umfassenderer Befugnisfc. Und nirgends regte sich das nationale Bewußtsein, als das fommerzielle und finanzielle Herz des britischen Reiches, Ebenso braucht der Rat mehr Mitglieder, die die Ansicht vertreten, im Abgeordnetenhause von neuem dokumentiert wurde, daß 4 Räte wählt. Diese 118 Räte wählen 19 Aldermen. An der daß das Gemeinwesen in bewußter Weise an die Gestaltung der das Leben deutscher Söhne nach wie vor dem Spiel des Spitze des Grafschaftsrates steht ein Präsident, der selbstredend Dinge im follektivistischen Sinne herangehen muß. Das heißt, Bufalls preisgegeben sein soll, daß man aus engherzigen, der töniglichen Bestätigung nicht bedarf. Der Präsident des die Sozialisten und die Arbeiterpartei müssen eine genügende Vertapitalistischen Interessen die Forderung der Arbeiter ablehnt. Grafschaftsrates ist nicht mit dem Lord Mayor( Oberbürger- tretung im Rate erhalten, um den mächtigen Anstrengungen der meister) zu verwechseln. Der Lord Mayor ist nur der oberste Gegner der munizipalen Organisation wirkungsvoll entgegentreten Hier gibt es eine nationale Ehre zu retten! Demgewählte Beamte der City, der inneren Stadt, also eines kleinen nächst werden die Reichstagsboten Gelegenheit bekommen, Bruchteils der Munizipalität von London, obwohl der Lord Mayor du fönnen, und bom Parlamente zu verlangen, daß der GrafDas Wahlmanifeft verlangt zu zeigen, wie weit ihr nationales Bewußtsein sich um- in den Augen des Auslandes eine große Rolle spielt, was meistens schaftsrat mehr Befugnisse erhält und zur einzigen Zentral. fett in Vorsorge für Gesundheit und Leben deutscher auf Unkenntnis der wahren Sachlage oder auf Tradition zurück Die schärfere Heranziehung des brachliegenden städtischen Grund Dem Reichstage liegen Anträge vor, die in der zuführen ist. Troß des Grafschaftsrates ist London noch stark und Bodens und.des unverdienten Wertzuwachses; die VereinHauptsache Forderungen enthalten, die früher schon vergeblich bezentralisiert und hat gegenwärtig nicht weniger als 72 ber- heitlichung der Lokalbesteuerung, die Uebernahme der Elektrizitätsgestellt wurden und das Mindestmaß dessen enthalten, was schiedene administrative Körperschaften: Grafschaftsrat, City- zufuhr, die Unterstellung des Hafens und der Dods unter den Sie Bergarbeiter von der Gesetzgebung beanspruchen dürfen. Sorporation, 28 Gemeindeverwaltungen, 31 Armenverwaltungen, Grafschaftsrat, die Uebernahme der Kohlen- und Milchzufuhr, die Unter anderem wird gefordert, daß nicht genügend beladene Polizeiverwaltung, Asylbehörden. Alle arbeiten faft unabhängig Abwälzung der Kosten der Hinwegräumung ungesunder Wohnvon einander und greifen in fremde Stompetenzgebiete ein, was Fördergefäße nicht unter irgend einem Vorwand bei der Lohau Geldverschwendungen führt. Es find eberreste aus alten häuser auf die Hausbesizer. berechnung in Abzug gebracht werden dürfen. Ferner soll es Beiten, die in die moderne Londoner Verwaltung hineinragen und den Arbeitern gestattet werden, auf eigene Rosin einen Ber- lbie Bewegungen des Grafschaftsrates hemmen der Söhne. Der bon förperschaft London 3 wird." Die russische Revolution. Die schwarze Bande beim Zaren. " materielle Uebergegen den Abgeordneten Semler und Sie Nationalliberalen, so daß auf einen Arzt nicht ganz 2000 Einwohner entfielen. In deren enragierteste Zeitungen, z. B. die„ Hamburger Nach den großen Städten sei aber das Verhältnis noch viel ungünstiger. richten", den Wahlrechtsraub in Hamburg auch für das Diese Klagen, wie sie alle paar Jahre durch die bürgerliche Die Russische Korrespondenz" erhält das nach Deutsche Reich als angängig bezeichnet haben. Weiter habe Presse zu gehen ffer beweisen geradezu klassisch die Sinnlosigtehende Telegramm: die Nationalzeitung" und nach den Memoiren des Fürsten keit der kapitalinesellschaftsordnung. Wie die kapitaPetersburg, 2. März. Hier findet eine Rede, die der bekannte Hohenlohe auch der Minister Miquel gegen das allgemeine, Listische Protonsweise eine Antisemit Kruschewan auf einem Meeting seinen Wählern ge- gleiche, direkte und geheime Wahlrecht gewühlt. Dann aber produktion erzeugt dem die breitesten Massen des Volkes an halten hat, große Beachtung. Er sagte: Er werde in der Duma rügte Schädler sehr scharf die Beeinflussung der Beamten den notwendigsten Werbrauchsmitteln schlimmsten Mangel leiden, offen erklären, die Geduld des russischen Volkes sei erschöpft, es durch die bülow- offiziöse Allgemeine Beitung", und warf die fo erzeugt auch bis pitalistische Bildungswesen werde der Boden mit Blutströmen getränkt werden. Die Welt Frage auf, wer wohl die Norddeutsche Allgemeine eine leberproduktion an akademisch Gebildeten, trotzdem werde staunen über ein schreckliches Volksgericht. 3eitung" entschädigt habe für, die Ausgabe von der Prozentsatz derer, die den nach unseren Bildungsverhältnissen Obgleich diese Rede bekannt ist, erfahre ich aus bester Quelle, Gratisnummern des Blattes zur Wahl- höchstmöglichen Grad von Bildung sich anzueiguen vermögen, an daß die Dumadeputierten des Verbandes des russischen Volkes mit agitation, und ob etwa Beamte aus amtlichen der Bahl der Bevölkerung gemessen ein erschreckend minimaler ist! Kruschewan an der Spike vom Zaren in Audiens empfangen Mitteln bezahlt worden seien für die Abfassung Wie der Kapitalismus infolge des Eigentums an Produktionswerden sollen. von Wahlbroschüren. Vor allem wandte sich jedoch mitteln, infolge des Lohnsystems, der Masse des Volfes niemals Ein derartiges Entgegenkommen der schwarzen Bande gegen- Schädler gegen den Reichskanzler, der als Partei- die Teilnahme an der materiellen Kultur gestattet, so verüber dem Ausbleiben allgemeinen Empfanges und einer Thron mann, ja als Parteiführer- denn als solcher habe mehrt er ihr auch nach den immanenten fapitalistischen Gesetzen rede wird hier als direkte Provokation für die Majorität der er sich bei den Wahlen geriert fein Recht habe, zu ver- die Teilnahme an der geistigen Stultur! Duma aufgefaßt. Sollte der Empfang stattfinden, wie man vor langen, daß das Zentrum die Sozialdemokratie vernichten Die Sinnlosigkeit dieses tapitalistischen Systems oftenaussett, so würde damit die politische Situation grell beleuchtet. helfe, sich selbst aber von dem„ nationalen Block" in die bart sich hier aber obendrein noch ganz besonders an den BeiPfanne hauen laffe. Das gehe über das äußerste Maß von spielen, die das fonservative Organ für die geistige Ueberproduktion Die Führer der Oktobristen gegen das Finanzministerium. Naivität hinaus. Es sei überhaupt lustig, wenn Parteiführer anzieht. Jedermann weiß, wie handwerksmäßig namentlich auf Die Unverfrorenheit, mit der das russische Finanzministerium einer Gegenpartei Ratschläge geben wollten, wie der Reichs- dem Gebiete des Strafprozesses die Fälle abgetan zu werden am Vorabend des Zusammentritts der Reichsduma bei seinen fanzler dem Zentrum. Man kenne jezt den Reichskanzler pflegen, wie arme Teufel in ein paar Minuten verdonnert werden, Finanzoperationen zu Werte geht, hat selbst den Führer des weil die Zahl der Richter eine so geringe ist. Sie ist sogar Oftobristenverbandes, A. Gutschtow, der bekanntlich dem er habe ein Janusgesicht. Ministerium Stolypin sehr nahe steht und Stolypins Politit einjo gering, daß man nicht einmal die Berufung in Strafsachen zuschließlich der Feldtriegsgerichte stets gebilligt hat, zu einem gestehen will! Ebenso ist es bei den Aerzten. Wenn es natürenergischen Protest herausgefordert. Diese Tatsache ist schon deslich auch, namentlich in Großstädten, einen Prozentsatz von wegen von Bedeutung, weil in dem Protest des Herrn Gutschtow, Medizinern gibt, die keine standesgemäße" Einnahme besitzen, so der zu der Moskauer Großkaufmannschaft gehört, sich zugleich in wird auf der anderen Seite doch kein Verständiger bestreiten wollen, gewissem Maße die Ansicht der gesamten russischen Kaufmannschaft daß eine gewissenhafte Behandlung der Erkrankungsfälle sogar der über die Finanzpolitit des Stolypinschen Ministeriumis wieder zwei oder dreifach höheren Zahl von Aerzten vollauf Gelegenheit spiegelt. zu ausreichender Tätigkeit geben würde! Was am meisten befremdet," so sagt Gutschkow in seinem Organ Golos Mostwi"( Mostauer Stimme"), sind die Anleihen ohne Genehmigung der Duma. Die vierprozentige Rente ist bis jekt nur im Betcage von 80 Millionen Rubel Nominalpreis realisiert worden, die nicht mehr als 56 Millionen Rubel Rein betrag ergeben werden.... Bei der Lage des Geldmarktes, der Geschäftsstod ung und dem Ueberfluß an freiem Geld müßte die Staatsrente viel höher im Werte stehen, als es zurzeit der Fall ist. Sobald es aber der Finanzminister willkürlich in seiner Hand hat, den Geldmarkt mit neuen Renten zu überschwemmen, find die Bedenken der Börsenkreise in bezug auf die Stabilität der Nente vollauf berechtigt.... Anlaßlich der Versuche der Regierung, gegen Verpachtung von Eisenbahnlinien im Auslande Geld zu bekommen, läßt sich Gutschkow folgendermaßen aus: Man spricht fategorisch von der Emission garantierter Gisenbahnanleihen auf dem Auslandsmarkt. Eine solche fünfprozentige Anleihe zwecks Erbauung einer zum Kohlentransport bienenden Bahn von Slawjanst bis Moskau ist bereits a 85 für 100 in Paris dem Bernehmen nach realisiert worden! Ist dieses Gerücht wahr? Eine solche Eisenbahn ist natürlich sehr nötig und nüblich. aber die Garantie ohne die Reichsduma ist unzulässig! Denn was fann man nicht alles garantieren, selbst bis au den phan tastischsten Unternehmungen! Wer wird für diese Garantie einfiehen, welchen Wert hat sie und auf Grund welcher Gefebesparagraphen übernimmt die Regierung die Garantie ohne Einwilligung der Reichsduma? An kleinen Bosheiten gegen die Regierung ließ es überHaupt der Abgeordnete Schädler nicht fehlen, der auch die Mobilmachung der„ nationalen" Katholiken verspottete und das Eingreifen der beiden bayerischen Erzbischöfe gegen die Stichwahltaktik des Centrums bedauerte, das vom nationalen Block mißbraucht worden sei und jetzt noch für den Block ausgeschlachtet werde. Daß troß alledem die Zahl der akademisch Gebildeten unseren Staatserhaltenden schon zu groß ist, daß sie den Prozentsatz dieser Gebildeten noch verringern möchten, sollte für jeden Einsichtigen als durchschlagendster Beweis der Kulturfeindlichkeit unseres ganzen kapitalistischen Systems gelten! Deutfches Reich. Der Trust der Falschspieler. and illiu @ guió od lang si 19 F Die Pariser reaktionäre Bourgeois Der ups 48 Eine Ehrenrettung der Freisinnigen versuchte heute noch der Abgeordnete Gothein, der zu diesem Zwecke die Stellung sozialdemokratischer Wahlkomitees gegen die freifinnigen Stichwahlkandidaten Quidde und Blumenthal aus zuschlachten sich bemühte. Es wird damit freilich nicht die Tatsache aus der Welt geschafft, daß der Freifinn sich für die Reaktion prostituiert hat! Gothein meint, das Wahlrecht sei jest weniger gefährdet, weil die Furcht vor der Sozialdemokratie im Bürgertum überwunden sei. Wie sehr sich im letzten Punkte Herr Gothein irrt, dafür werden die ersten besten öffentlichen Wahlen, an denen sich die Sozialdemokratie beteiligt, den Beweis liefern. Inter- Bülows Sozialistenvernichtungsrede entzückt. essanter waren die gegen den Grafen Posadowsky gerichteten tut ihr die Ehre an, sie neben Walded caus Ausführungen Gotheins, in welchen er die Unrichtigkeit und Leistungen auf diesem Gebiete und sogar neben Elémenceaus unhaltbarkeit des Vergleichs nachwies, den Pofabowsky vorjährige Rede gegen den Zukunftsstaat zu stellen, how zwischen den deutschen und englischen Zöllen und ihren Er- bekommt die schmeichelhaften Attribute energisch"," eindringlich" trägnissen gezogen hatte. ja fogar„ geistreich"! Man sieht daraus, daß sich die französischen Vorstellungen von Esprit ziemlich verändert haben müssen. Aber mit einer Stelle seiner Rede hat Bülow dem Temps" doch Verdruß gemacht und ihm sogar den recht unhöflichen Vorwurf eines gegen besseres Wissen angewendeten rednerischen Mittels" entlockt. Es ist der Hinweis auf den Patriotismus Millerands und Jaurès", der dem Kapitalistenblatt einen Wermutstropfen in den Freudenbecher der internationalen gesellschaftsretterischen Orgie träufelt. Der Temps" ftellt sofort zur Vers bütung unheilvoller Irrtümer feſt: Millerand, über dessen Patriotismus alle Welt einig fei, sei fein Sozialist im wahren Sinne des Wortes", da er er eben durch seine patriotischen Reden und Abstimmungen mit dem Sozialismus gebrochen habe nebenbei auch eine nette Fälschung, da jedermann weiß, daß sondern mit seiner alle Barteidisziplin verleugnenden persönlichen Millerands Ausschluß aus der Partei gar nichts mit Patriotismus“, Als Gothein meinte, die Sozialdemokratie habe nur Schaden davon, wenn sie mit dem Zentrum zusammengebe, lachten ihn die Sozialdemokraten aus und meinten, er folle fich keine unnötigen Sorgen um sie machen. Gotheins Behauptung, der Zentrumsabgeordnete Gröber habe sich der Einführung des allgemeinen Wahl rechts für die Landtagswahlen in Württemberg entgegen gestemmt, bestritt Gröber in einer persönlichen Bemerkung entschieden, er habe sich nur gegen gewisse Menderungen des Montag: Fortsegung der Etatsberatung. Abgeordnetenhaus. Eins von beiden: Entweder wir haben eine Verfassung und dann muß sie respektiert werden, oder wir haben keine, dann muß das Grundgeses abgeschafft werden, um den Staatsstreich an Verfassungsgefeßentwurfes gewendet. feine Stelle treten zu lassen. Man kann auch noch die Verfassung ändern; das ist jedenfalls besser als die Verlegung der Verfassung oder ihre Umgebung. Es hat aber feinen Zweck, Geseze zu schreiben, wenn man sie nicht befolgen will. Unser Grundgefeh ist überhaupt unzulänglich, nicht umsonst nennt man es die zugeftupte Konstitution". Das neue Leben des Staates mit einer Uebertretung des Grundgesebes zu beginnen, wäre sehr unbequem und könnte ernste Berwickelungen nach sich Hervorzuheben ist aus der Debatte über das gewerbliche ziehen! Scheinbar steht es dem Finanzminister, der so wenig er- Unterrichtswesen die alljährlich wiederkehrende Forderung des finderisch ist und die Verfassung so schlecht tennt, noch einmal Ageordneten oheisel( 8.) auf Einführung des bevor, eine verhängnisvolle Rolle in der Revolutionierung des Religionsunterrichts in den Lehrplan der FortLandes zu spielen. Gutschlow ist also bereit, den Staatsstreich auzulassen! Nur fordert er vom Ministerium, daß es die von ihm selbst geschaffenen Gefeße über die Bestätigung des Budgets und die Abschließung von Anleihen beachte. Gutschfom läßt sich hierbei nicht etwa von diesen oder jenen politischen Idealen oder von der Sorge um das Volts. wohl leiten, sondern einzig und allein von beschränkt- egoistischen Slaffeninteressen. Und wenn die jeder Kontrolle bare wirtschaftliche Politik der Regierung auch noch von diefer Seite verurteilt wird, so ist das der beste Beweis für ihren völligen moralischen und politischen Banterott. administrativem Wege nach Sibirien verbannt werden. den Etat der Sandels.und Gewerbeverwaltung Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend in zweiter Lesung erledigt. hin, daß es ihm auf diese Weise gelingen wird, der zunehmen. bildungsschulen. Der fromme Herr gibt sich der Hoffnung den Unsittlichkeit der Jugend zu Leibe zu rücken. Religion und Polizei sind ja die einzigen Mittel, von denen sich die Dunkelmänner Erfolg versprechen. Als ob wir daran in Preußen noch nicht genug hätten! " H Streberei zu tun hatte. Aber nun bleibt noch Jaurès. Der Temp fagt über ihn: " Herr von Bülow scheint uns zu beneiden. Wir wollen ( Jaurès) ihm gern überlassen. Der Mann, der den Dreibungs notwendiges Gegengewicht gegen die französisch- russische Aid gelobt und in der Marottoaffäre die Regierung und die Pol Frankreichs fortgefeßt verdächtigt, angegriffen und verleit hat; der an der Seite des Herrn Hervé an der Spize, ind Bartei steht, die den bewaffneten Aufstand im Kriegsfall aufläsk und anrät dieser Mann ist kein Patriot nach unserem schmad. Und wenn Herr v. Bülow an unserer Stelle wäre, wur er wie wir denken und sprechen und Herrn Jaurès alas Die in den Etat eingestellte Position zur Förderung der borwerfen, was er Herrn Bebel vorwirft. Uebrigeus nicht gewerbsmäßigen Arbeitsvermittelung und Rechtsist dieser Streit über den nationalen Wert beratung für die minder bemittelten Bevölkerungskreise gab Sozialisten hüben und drüben müßig und erre dem Abgeordneten v. Arnim Züsedom( f.) die erwünschte näre, wenn auch nicht mehr geistreicher, so doch pfiffiger find als die Der Artikel des" Temps" zeigt, daß die französischen Rea Die Rechtsgarantien". Gelegenheit, von neuem über sozialdemokra.näre, Der„ Russ. Kurier" meldet: Auf die am Mittwoch, den tischen Terrorismus au flagen und ein neues Aus- deutschen. Sie begreifen, daß das Publikum auf den alten 27. Februar eingereichte Beschwerde gegen das Urteil des Striegsnahmegesetz oder zum mindesten doch ein Zuchthausgesetz zu Schwindel, die fremden patriotischen" Sozialisten gegen die ein gerichts in Tuffum hat der baltische Generalgouverneur Baron fordern. Solange das nicht zu erreichen ist, will der fonjer- heimischen„ baterlandsverräterischen" auszuspielen, auf die Dauer Möller- Salomelsty angeordnet, daß von den awölf Freivative Scharfmacher sich mit der Unterstützung des Reichs- nicht hereinfallen kann und am Ende erkennen muß, daß die gesprochenen nur sechs freigelassen, und die übrigen fechs auf verbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie durch den vaterländischen Staatsmänner ihre Entrüstung wie ihr Lob zu preußischen Staat begnügen. Er verlangt, daß die Aus- oratorischen Zweden" fabrizieren. Der Temps" hat recht: Wenn Ein Demonstrationsstreik. funftsstellen dieses Vereins mit Geldmitteln unterstützt, d. h. Bebel ein Franzose wäre, würde er statt Bebel Jaurès sagen, Petersburgs befchloffen, am Tage der Duma- Eröffnung 3wede verwandt wird, die im schroffen Gegensatz zu man getrost weiter verleumden, die ausländischen aber darf man Petersburg, 2. März. Die sozialdemokratischen Fabritarbeiter daß das Geld der Steuerzahler für politische aber auch statt Jaurès Bebel, Jedoch mit diesem groben Kniff gehts nicht immer so fort. Die einheimischen Sozialisten mag einen eintägigen Demonstrationsstreit zu veranstalten. den Zwecken stehen, die die übergroße Mehrheit des preußischen nicht weiter als chrliche Freunde ihres Vaterlands anerkennen. man getrost weiter verleumden, die ausländischen aber darf man Die russische Polizei. Volfs verfolgt. Der Minister wies diese Forderung, wenn Gemogelt soll auch fünftig werden, aber die Mogler dürfen einander Petersburg, 2. März. Am 27. v. Wets. wurde in Finnland der auch nicht gerade sehr energisch, zurüd. Barteitag der Arbeitergruppe eröffnet. Es wurde viel Geheima Nach Erledigung des Handelsetats begann die Beratung nicht das Spiel verderben. Die Falschspieler der nationalen Politit polizei nach Finnland geschickt. In Selfingfors glaubte des Etats der 3entralgenaisenschaftskasse. In müssen unter sich Handwerksehrlichkeit bewahren. man einer organisierten Provokation auf die Spur gekommen zu der Debatte, die am Montag fortgesetzt wird, tam auch die sein; es wurde beabsichtigt, einen Banküberfall zu inszenieren, um Förderung der verkrachten Milchzentrale durch diese Kasse zur In Sachen der Fleischnot hat der seit der Reichstagsauflösung gegen die in Finnland lebenden russischen politischen Emigranten vor Sprache. Die Regierung suchte den Naiven zu spielen, ihr so fläglich verstummte Freifinn nun wieder die Sprache zugehen und Rechtsbeschränkungen in Finnland durchzuführen, nament waren die Dinge, die, wie Abgeordneter Dr. Crüger gefunden. Die Freifinnige Zeitung" widmet dec lich aber Kongreffe und Versammlungen russischer politischer Flücht( fri. Vp.) bemerkte, die Spaßen von den Dächern pfiffen, Frage der Fleischnot heute sogar einen ganzen Leitartikel. Sie führt linge zu vereitelu. völlig unbekannt. Wie im Laufe der Debatte angekündigt aus, daß nach der amtlichen Statistit bon 1892 bis 1906 fich awar wurde, werden am Montag die Zustände der Milchzentrale die Zahl des chlachtviches vermehrt habe, daß aber noch eingehender erörtert werden. trotzdem die Fleisch not eine unbestrittene Tatsache sei. Der Fleischbedarf der Bevölkerung war eben noch stärker gestiegen, als die Zunahme des Schlachtviehes. Das fomme daher, daß die industrielle Entwickelung einen mächtigen Aufschwung erfahren habe. Der Arbeitslohn sei kräftig" gestiegen, Daher auch die Bermehrung des Fleischverbrauchs. Ein Attentat oder ein Raubmord? Reval, 2. März. Der ehemalige efthländische Nitterschaftshauptmann, Baron Budberg, der Mitglied des Reichsrates und Bes figer des Gutes. Bannamoit ist, wurde, als er in Begleitung feines Noches und feines Kutschers von Wannamoit nach dem Gute Fidel fuhr, von sechs unbekannten Personen überfallen. Baron Budberg und der Koch wurden getötet und beraubt. Der Kutscher wurde verwundet. Politische Ueberficht. Berlin, den 2. März 1907. Zentrum und Reichskanzler. Geistiges Profetariat. Fleischnot und Freisinn. Die Kreuz- 8eitung" lagt wieder einmal über das Wachstum des geistigen Broletariats, das sich je länger, je mehr zu einem schweren, für den Staat und seine gesunde Fortentwidelung gefährlichen Wißstande auswachse. Aus den Reihen Die ökonomische Weisheit des freifinnigen Blattes zeugt nicht diefes geistigen Proletariats gingen geistig Geschulte für alle In von allzugroßer Gründlichkeit, denn die amtliche aufriedenen, den Bestand der Staats. und Statistit beweist auch, daß der durchschnittliche Fleischverbrauch Rechtsordnung bedrohlich auftretenden Be- pro Kopf der Bevölkerung zurückgegangen ist. Die von der Frei wegungen hervor. Die wurzellos gewordenen Existenzen finnigen Zeitung" so start betonte kräftige" Steigerung des Armit akademischer Bildung seien zum großen Teil stets bereit, ihre beitslohnes hat dieses Zurückgehen des Fleischverbrauchs nicht zu Neue scharfe Angriffe richtete bente der Zentrums- Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst destruktiver Tendenzen verhindern vermocht. Namentlich aber ist gerade in den lebten abgeordnete Schädler gegen den Reichskanzler, der den zu stellen. Jahren die Steigerung der Löhne teine derartige gewesen, um Unverwundbaren spielt und nicht, wie es Grof Posadowsky Im einzelnen weist dann die Kreuz- Zeitung" an 3Zahlen nach, die Lebensmittel- und Wohnungsteuerung auch nur vollständig in Aussicht gestellt hatte, zu seiner Verteidigung im Reichs- daß z. B. die Zahl der Juristen und Mediziner ganz un ausgleichen zu können. tage erscheint. Vielleicht auch unterläßt er es, um die verhältnismäßig anwachje. So habe die Zahl der preußischen Doch das nur nebenbei. Die Hauptsache ist die, daß erst jetzt Situation amischen Sentrum und Re- Juristen an deutschen Hochschulen 1903/1904 3645 betragen, nach den Wahlen sich der Freifinn wieder mit der agrarischen Bolts. gierung, deren Wege sich schon wieder zusammenfinden während der normale Bedarf an Nachwuchs nur 2800 betrage. auswucherung zu beschäftigen gedenkt. Während der Wahlen hatten werden, nicht noch mehr zuzuspiẞen. Der Ab- Schlimmer noch sei es um die Zahl der Mediziner bestellt. die Freifinnigen in bezug auf Brot- und Fleischwucher mit ihren geordnete Schädler polemijierte zunächst äußerst provozierend Die Zahl der Werzte in Breußen habe sich 1905 auf 18 841 belaufen, ograrischen Blockbrüdern einen Gottesfrieden gefchloffen; jet nachdem der Freifinn bei den Wahlen glüdlich 43 Abgeordneten der Lebensmittelwucherphalang zum Siege berholfen hat, besinnt er sich wieder auf seine ursprüngliche Gegnerschaft gegen diese Politik der Boltsausplünderung. Und die Streitagt ruhte, trotzdem Bülow in seinem Silvesterbrief gerade die agrarische Note besonders stark betont hatte! Der Freifinn wird also trok aller nachträglichen Kritikasterei niemals die Mitschuld dafür von sich abwälzen können, daß gerade er dazu beigetragen hat, daß die Mehrheit der Brot- und Fleisch wucherer im Reichstag für absehbare Zeit gesichert ist! Der polnische Schulstreik vor der Budgetkommission des preußischen Dreitlaffenhauses. Die Mühlhausener Blamage des Freisinns. Herr Eickhoff hat es erreicht. Er hat die lange Liste der freisinnigen Verdienste um die Reaktion noch um einen Bosten verlängert, er hat ihr noch einen Sig mehr im Reichstage verschafft, die Linke um ein Mandat mehr geschwächt. Mühlhausen- Langensalza, seit 1898 im Besiz des Freisinns, in der Stichwahl vom 5. Februar abermals mit Hülfe der Sozialdemokratie gegen die Freikonservativen dem Freifinn erhalten, ist jetzt in der Nachwahl vom 1. März, die Wahlgang von den Konservativen mit Hülfe des Zentrums erobert durch die Mandatsniederlegung Eickhoffs nötig wurde, im ersten worden. Idarauf, daß fie unter ähnlichen Umständen auch heute noch solcher Dinge fähig wäre und schreibt dann weiter: Und in der Tat, wenn das Abbröckeln der Sozial demokratie, das jetzt begonnen hat, in entsprechendem Maße anhält, wenn also diese Partei als eine Gefahr nicht mehr gelten tann, das Zentrum dagegen in seiner jebigen Größe bestehen bleibt und fortfährt, durch seine berhezenden konfessionellen Bestrebungen eine Gefahr für das deutsche Volkstum und den modernen Staat zu bilden, so werden sich in einer ähnlichen Lage wie damals und vor nochmaliger Stichwahl zwischen Zentrum und Sozialdemokratie in Köln die Liberalen ernstlich zu überlegen haben, ob nicht in einem solchen Fall der Sozialdemokrat das kleinere, der Ultramontane bas größere lebel ist. Wir stehen auch nicht dafür, daß die„ Kölnische Zeitung" bei einer solchen Lage der Dinge nicht in ihre Sünden" von 1884 zurückfällt." Gefälschte Stimmzettel. Zu den Blättern, die nach der Reichstagswahl die Behauptung aufstellten, in einer Reihe von Wahlkreisen hätte die Sozialdemo Auf die Stimmenzahlen des Wahlergebnisses gehen wir heute tratie die Stimmzettel der bürgerlichen Kandidaten gefälscht, genicht näher ein, weil offenbar noch kein genaues Resultat vorliegt. hört die ehrfame nationalliberale" Magdeb. 3tg.". Auch in MagdeBis jetzt haben Freisimm und Sozialdemokratie gegen die Hauptwahl burg sollten, wie das Blatt zu erzählen weiß, folche Fälschungen vom 25. Januar einige Hundert Stimmen verloren; der Konserva vorgekommen sein. Jest sieht sich das nationalliberale Organ tive ist ziemlich genau um die Stimmen des Zentrums gestiegen. endlich gezwungen, wenigstens in bezug auf einen diefer Fälle cine Im Wahlkreise wurde folgendes Telegramm unter den Zentrums- Berichtigung zu bringen. Es schreibt: wählern berbreitet: # Ronservativen. Spahn." Der Zentrumsvorstand empfiehlt geschlossene Stimmabgabe für Das ist nicht die konservativ- liberale Paarung, fondern die fonfervativ- flerikale gegen den Liberalismus! Ultramontane Sammelpolitik. Zur Berichtigung. Wir bemerkten fürzlich, daß im Wahlkreise Bochum der Sozialdemokrat Hue in der Stichwahl über den Nationalliberalen Haarmann mit einer Mehrheit von 1920 Stimmen gesiegt habe, weil nicht weniger als 4681 Gtimmgettel für ungültig erklärt werden mußten, die statt Haarmann den Namen Harmann trugen., Wie wir soeben erfahren, ist diese Nachricht, die durch die gesamte Presse gegangen, unrichtig. Zettel mit dem Namen Harmann mit einem„ a" sind überhaupt nicht abgegeben worden. Die 4681 ungültigen Stimmen waren aus dem Grunde ohne Kraft, weil teils weiße Zettel, teils solche mit zwei Namen, teils solche abgegeben sind, auf denen der Name Haarmann oder Hue durchgestrichen oder in anderer Weise ungültig gemacht worden tar. Herr Eickhoff hat's erreicht. Er hat sich des Vertrauens, das ihm General Keim und Wilhelmstraße 77" entgegenbrachten, würdig gezeigt, hat bewiesen, daß er wirklich der Mann ist, die Die Budgetkommission des Abgeordneten. freisinnige Boltspartei in nationalen Bahnen zu halten, daß ihm hauses sette in ihrer Freitagabend- Sihung die Beratung des finnigen Mandats tvert ist. das Wohlwollen der Regierung selbst das Opfer eines freiEtats des Kultusministeriums fort, und zwar bei dem in Herr Eickhoff hat die Gefahr, Wenn die Sozialdemokratie als eine Gefahr die er das Mandat bon Mühlhausen durch bis jetzt zurückgestellten Kapitel Ministergehalt". Auf eine Brüstierung der dortigen freifinnigen Wähler brachte, natürlich meinsam mit der Sozialdemokratie dem Kleritalismus zu Leibe die nicht mehr gelten kann, wollen die Nationalliberalen ge= Anregung aus der Mitte der Kommission gab Stultusminister wohl gekannt. Aber er durfte sich davon nicht beeinflussen b. Stubt eine Uebersicht über die Entstehung und den Verlauf lassen, er mußte aus höheren politischen und nationalen Gründen in gehen. In dieser Form dürfte sich auch Fürst Bülow zu einem des polnischen Schulstreiks, ber von großpolnischen Agis Lennep- Mettmann annehmen. Denn wenn dieser Streis auch nicht Bündnis mit der Sozialdemokratie verpflichten. tatoren hervorgerufen sei und fortgesetzt geschürt werde. Die der Reaktion hätte anheimfallen können, er war doch von der Sozialdemokratie bedroht. Und Front gegen die Sozialdemokratie, Staatsregierung sei beshalb gezwungen gewesen, mit der ganzen bas ist das erste Gebot für den freisinnigen Staatsmann, der„ oben" Strenge des Gesetzes vorzugehen. Leider seien hiervon auch Geist eine gute Figur machen will. liche betroffen worden, während die eigentlichen Urheber bes Streits sich wohlweislich im Hintergrunde verborgen gehalten hätten und so straflos geblieben seien. Verhandlungen der Staatsregierung mit den Erzbischöfen hätten zu keinem Resultat geführt. Erfreulicherweise befinde sich der Streit gegenwärtig im Abflauen. Während in der Provinz Posen rund 48 000 Schulkinder in den Streit eingetreten feien, beteiligten sich gegenwärtig nur noch 29 000 an ihm. Ein ähnlicher Rüdgang zeige fich in der Probing Westpreußen. Die Regierung werde fest bleiben und hoffe auf eine baldige Beendigung des Streifs. Die Relegation polnischer Gymnasiasten sei gerechtfertigt. Der Vertreter der polnischen Fraktion in der Kommission bestritt nicht, daß die Ursachen des Streifs vielleicht auch politische seien. Aber als Hauptursache kämen lediglich religiöse Momente in Frage. Die Regierung möge entweder ben früheren Zustand, wenigstens den Religionsunterricht in polnischer Sprache zu erteilen, wieder herstellen, oder aber den Religionsunterricht gänzlich den Geistlichen überlassen. Der Staat habe die Pflicht, sich mit der Kirche zu berständigen, weil er den Religionsunterricht ja nur in deren Auftrage erteile. Der Streit habe zweifellos große Verwüstungen aus gerichtet und auch die Polen wünschten dringend seine baldige Beendigung. Jedoch müßten sie darauf bestehen, daß der Grundfab der katholischen Kirche, der Religionsunterricht darf nur in ber Muttersprache erteilt werden, anerkannt werde. Stultusminister fährlich werden." Der Artikel gibt nun eine Anzahl von Dr. Studt bestritt den letteren Grundfah. Von autorativer Umständen an, die beweisen sollen, wie ungünstig die Lage vor Seite der katholischen Kirche sei der Streit als ein unpädagogischer der Wahl diesmal für die Sozialdemokraten gewesen sei. Dann und unkirchlicher bezeichnet worden. Ein Regierungs- heißt es:. tommissar erklärte die Bereitwilligkeit der Regierung, milde Wenn man all die inneren und äußeren Momente gezu urteilen, aber zunächst müsse sie völlige Unterwerfung fordern. bührend in Rechnung stellt, so wird man dem selbst= In der ausgedehnten De batte stellten sich fast alle Redner gefälligen Zur braunschweigischen Regentenfrage. Wie aus Braunschweig Siegestaume! einen Dämpfer auf den Standpunkt der Regierung. Nur die Relegation auffeben und sich fragen: Wie kam es, daß die Sozial- gemeldet wird, ist der Landtag vom Regentschaftsrat auf den der polnischen Gymnasiasten ging einigen au demokratie trotz alledem noch eine viertel Million Wahlstimmen 12. März einberufen worden. weit. Ein Mitglied führte aus, der Grundsatz der katholischen gewinnen konnte? Wie soll es bei der nächsten Wahl werden, Bom Kampf wider die Polen. Aus Posen wird vom 2. März Kirche verlange nicht unbedingt die Erteilung des Religionsunterwenn die bürgerlichen Parteien die 36 Wahlkreise zu ver- telegraphiert: Die Polizei beflagnahmte heute die politischteidigen haben, die jetzt mit überraschendem Glück ungeachtet raditale Zeitschrift Braca" wegen zweier Artikel, welche den richts in der Muttersprache, sondern die Kirche fordere nur, daß der absoluten Vermehrung der sozialdemokratischen Wahlstimmen Schulstreit und die Ausweisung der polnischen Gymnastasten be das Kind den Unterricht verstehe. Von anderer Seite wurde der Umsturapartei entrissen sind?" handelt. empfohlen, den Religionsunterricht in den gemischtsprachigen Und nun kommt die Hauptsache: Die Sozialdemokratie könne Landesteilen überall deutsch zu erteilen, aber ihn fakultativ nur überwunden werden, wenn das Bürgertum einig sei zu gestalten und es den Eltern zu überlassen, ob sie ihre und wenn Fürst Bülow nicht zu einer„ bernünftigen Kinder dem deutschen oder dem von Geistlichen zu er- Gammelpolitik gegenüber der Umsturzgefabr teilenden polnischen Religionsunterricht zu aurückkehre, werde es bei den nächsten Wahlen einen sehr führen wollen. Der Staat dürfe dann aber in diesem Falle den schlimmen, entmutigenden und verwirrenden Rückschlag" geben: Geistlichen keine Zuschüsse für diese Mehrarbeit leisten. Wir müssen daran erinnern, daß wir während der WahlDie Kommission vertagte sich hierauf bis Dienstag. bewegung wiederholt die Regierung aufgefordert haben, die nötige Vorsorge zu treffen, daß bei den Stichwahlen ,, Achtung, Einwohner Budapests! Der Wucherer des Hauses das Bürgertum vereint der Sozialdemokratie entgegentreten ungariastraße 118, VI. Begirt, hat in feiner Wucherwut fönne. Als unerläßliche Vorbedingung bezeichneten wir, daß den 62 Einwohnern feines Hauses gekündigt, weil sie die Annahme nicht bloß den Zentrumswählern die heroische Verpflichtung geber 8inssteigerung einmütig verweigert haben. Deshalb haben die predigt werde, fogar den grimmigsten Kulturkämpfer gegenüber Einwohner dieses Hauses den strengsten Boykott auf dieses einem Sozialdemokraten herauszuhauen, sondern daß die Haus verhängt. Wir ersuchen die Bevölkerung Budapests, diese Regierung die allgemeine und effettive ietekaserne zu meiden. Stein anständiger Mensch mietet in diesem Saufe eine. Wohnung. Ein Lump ist der, der den Kampf seiner Arbeitskollegen erschwert." Lentwein über füdwestafrikanische Herrenpolitik. Ein Redaktionsmitglied der Münchener Neuesten Nachrichten" hat den Gouverneur a. D. Leutwein über die in Südwestafrika beliebte Versklavungspolitik gegenüber den Eingeborenen interviewt. Generalmajor Leutwein erklärte: " Haben die Eingeborenen in Südwestafrika diefer Feindschaft früher durch Aufstände Ausdruck gegeben, so werden sie solches tünftig durch Weglaufen aus den Lokationen oder aus ihren Dienststellen und durch Bildung von Räuberbanden tun. Und bei der Art des landwirtschaftlichen Betriebes in Südwestafrika Wir nehmen hiervon Notiz mit dem Bemerken, daß in diesem Falle die Schuld nicht bei der Sozialdemokratie, sondern bei einer anderen Partei liegt, die ein Interesse an der Niederlage Bes nationalliberalen Kandidaten gehabt hat." Nach der letzten Reichstagswahl war in der Zentrumspresse in unzähligen Artikeln zu lesen, eine wie schwere" Niederlage" die Sozialdemokratie am 25. Januar erlitten habe. Jest auf einmal pfeift's aus einem anderen Loch. In einem Artikel, der sich in einer Anzahl Zentrumsblätter des Westens findet, wird über die interessante Beschäftigung" gespottet, das Fell der Sozialdemo fratie zu verteilen, ehe der Bär erlegt sei. Man solle über dem Berlust, den die Sozialdemokratie an Mandaten erlitten habe; nicht vergessen, daß sie immer noch 250 000 Stimmen ge= wonnen habe. Der rote Bär ist angeschossen, aber noch längst nicht erlegt. Für den unvorsichtigen Jäger kann er sehr ge- benn auch tatsächlich bisher der Sozialdemokratie nirgends hat Wie in diesem Falle, liegt es in allen anderen Fällen, wie nachgewiesen werden können, daß fie an irgendwelchen Stimm zettelfälschungen beteiligt gewesen ist. Wo die Stimmzettel Wehler aufweifen, liegt die Schuld meist an der Unfähigkeit der bürgerlichen Wahlfomitees oder der von ihnen mit dem Drud der Stimme zettel beauftragten Personen. Gegenseitigkeit proflamiere. Es ist trob wieder. Holter Aufforderung nichts, gar nichts geschehen.... Will man bei diesem Verfahren beharren, so wird es bei den nächsten Wahlen sich bitter rächen." Die Zentrumspreffe bettelt hier in aller Form um die Wahl tann eine lediglich mit Stirris bewaffnete Räuber- hülfe der Regierung, und man weiß demnach, was es zu bedeuten bande diesen Betrieb auf weiten Umkreis lähmen. Bir hat, wenn die ultramontanen Biedermänner sich anderswo über werden dann aus dem tostspieligen System des Bülows Wahlumtriebe beklagen. Das Zentrum wird, daran ist bewaffneten Schußes jeder einzelnenFarm nicht herauskommen. Wenn wir. B. unfere unter schweren fein Zweifel, alles aufbieten, um wieder als nationale" Partet Opfern errungene Machtstellung in Südwestafrika jetzt dazu be- anerkannt und in die bürgerliche Koalition gegen die Sozialdemo nüßen würden, die Eingeborenen für immer politisch machtlos tratie aufgenommen zu werden. zu machen, so sei dies eine gesunde Herrenpolitit. Wenn wir demokratischen Mord. " Ausland. Ungarn. Wohnungsboykott. Die Budapester Arbeiter haben unlängst eine Agitation gegen die wucherischen Hausbefizer der Hauptstadt Ungarns eingeleitet. Nunmehr ist der erste Boytottaufruf erschienen. Er hat folgenden Wortlaut: Nach Emerich Ferenczi( Die Wohnungsfrage") wohnen in Budapest zweiundfünfzig Prozent der Gesamtbevölkerung in überfüllten einzimmerigen Wohnungen, und es gibt sogar 11 185 einzimmerige Wohnungen ohne Küche! Frankreich. Pariser Kommunalpolitik. jedoch jedem einzelnen Eingeborenen sein Selbstbestimmungs- Die wohlanständige Ordnungspresse und die Lüge vom sozial- von neuem überliefert. Im Jahre 1904 erlangten die Anhänger recht nehmen und ihn zu einem stlabenähnlichen Da fein verurteilen wollten, so würde er dies eine ungesunde Herrenpolitit nennen." Nach dem Gas hat die kapitalistische Mehrheit des Pariser Ge meinderates nun auch die elektrische Kraft der privaten Ausbeutung der Berstadtlichung der verschiedenen Monopole im Pariser Ge meinderat die Mehrheit; die meisten aber haben ihre bei den Wahlen Die wohlanständige Ordnungspresse hütet sich, wie wir voraus- abgegebenen Versprechen nicht gehalten! Von der Rechten bis hin Man sieht, der ehemalige Gouverneur von Südwest gesehen haben, die Lüge bom sozialdemokratischen Mord zu Klein über zu den" Radikalsozialisten" haben jetzt alle bis auf einige afrika geht in seinen Konzessionen sehr weit. Die Möhlau zurückzunehmen. Die Norddeutsche Allg. 8tg." Ausnahmen für die Auslieferung der Monopole an die Banken Zwangsenteignung der besiegten Eingeborenen hält er für brachte einen durch Auslaffung wichtiger Zeugenausfagen frisierten und Stapitalisten gestimmt. Während man das Gas dem privaten durchaus berechtigt. An dem Herrenrecht der Sieger" Bericht so fehlt in der Aussage des Wirts Heinze bie ben er Sapital zunächst wenigstens nur auf weitere fünf Jahre aus. nimmt er feinen Anstoß. Nur daran, daß man die Ein- mordeten Danisch besonders scharf charakterisierende Bemerkung, lieferte, hat der Pariser Gemeinderat diefer Tage einem Bertrage zugestimmt, der die Ausnüßung der elektrischen Kraft innerhalb geborenen zu Sklaven degrabiere und dadurch zu immer daß der Zeuge den Danisch wohl fünfzigmal aus seiner Wirt- Ber Stadt Paris einem Konsortium von Bariser und auswärtigen schaft habe hinauswerfen müssen sagt aber aber im übrigen Finanziers auf 27 Jahre überläßt! Die Gemeinde hat also erst neuen Desertionen und Feindseligkeiten zwinge. Generalmajor Leutwein ist in feiner Art als Kolonial- tein einziges Wort über die Schlüsse, die aus dem Bericht zu im Jahre 1934 wieder einmal Gelegenheit, die Webernahme durch politiker sicher ein humaner Mann; aber seine Theorie von dem siehen sind. Die" Post" hat mehr Courage; sie bleibt frech und die Stadt herbeizuführen und dann natürlich nur unter großen Opfern. Die sozialistischen Mitglieder des Gemeinderates standen " Herrenrecht" der weißen Eindringlinge ist gleichwohl eigen ohne Strupel bei der Lüge vom sozialdemokratischen Mord. Schlimmer fast noch hat sich die edle Bossin" benommen. mit ihren Anträgen, die auf Kommunalisierung der ber artig. In letzter Zeit ist ja Heinrich v. Kleist zitiert Die Hhänen des Kapitalismus gleichen sich in allen Ländern. worden. Auch wir möchten diesen Dichter einmal zitieren. In Sie sagt gegen uns, sie habe nicht bloß eine kleine telegraphische treffenden Unternehmen hinauslaufen, fast ganz allein. feiner, Hermannschlacht" entgegnet Hermann der Cherusker einem Meldung des Urteils gebracht, sondern sie habe in ihrer DonnersPerpignan, 2. März. Nachdem der Bürgermeister von Canohès gefangenen Römer, der sich ihm gegenüber auf das Völker- tags- Abendausgabe" sehr ausführlich über die Verhandlung in Dessau berichtet". Das ist eine Lüge. Sie hat zwar eine Spalte die Kirche geschlossen hatte, da sie einzustürzen drohte, bat ber Geift. recht beruft, mit folgenden Worten: dieser Nummer mit Gerichtsbericht aus Dessau angefüllt, aber sie liche, die Stultusgegenstände aus der Satristei herausnehmen zu hat keinen Bericht über die Verhandlung gebracht, dürfen. Als der Bürgermeister ihn nach der Stirche begleitete, wurde sondern nur ein Bruchstück eines Berichts! Ihr Be- er von 8 Personen angefallen. Die Staatsanwaltschaft richt hört nach der Vernehmung der kleinen Frida Lorenz auf! hat die Untersuchung eingeleitet. Sie unterschlug ihren Lesern alle weiteren Zeugenaussagen, die Sachverständigen- Gutachten, die Plaidoyers. Sie unterschlug vor Wenn der seines Prinzen von Homburg wegen, allerdings allem die äußerst wichtigen Aussagen des Zeugen Wirts etwas verspätet, zum Hohenzollernpoeten avancierte Heinrich v. Kleist den germanischen Barbaren Heinze. Das nennt die edle" Vossin" einen sehr ausführlichen Besolche Rechte der Landesverteidigung einräumt, wie würde er richt. Daß sie ein eigenes Wort über die Ergebnisse der erst über das Widerstandsrecht der afrikanischen Barbaren Verhandlung gefunden hat, versteht sich nach dieser Leistung von selbst. gegen ihre weißen Bebrücker geurteilt haben! Du weißt, was recht ist. Du verfluchter Bube, Und tamst nach Deutschland, unbeleidigt, Um uns zu unterdrüden? Nehmt eine Reute doppelten Gewichts Und schlagt ihn tot." 21 Leutwein warnt vor der Verstladung der Eingeborenen, weil dann der Krieg mit immer sich neu bildenden Räuberbanden unabsehbar sei und der, bewaffnete Schut jeder einzelnen Farm" niemals fein Ende finden werde. Den Anhängern einer füdwestafrikanischen Rolonial armee würde freilich gerade aus diesem Grunde ein solches System doppelt willkommen sein! Wohlanständiges" Preßgelichter! Wenn- Politiker, Holland. Die Friedenskonferenzpoffe. Aus dem Haag wird vom 2. Mara telegraphiert: Auf Grund der Instruktionen der niederländischen Regierung sind die Vorbereitungen zur Unterbringung der Vertreter ber Wächte auf der zweiten Haager Konferenz beendet. 36 Regierungen verden auf der Konferenz vertreten sein, außerdem ist jeder Vertreter von Sekretären und Spegialdelegierten begleitet, so daß fich die Zahl der Konferenzteilnehmer auf etwa 300 belaufen wird. Ein Teil davon soll in Scheveningen untergebracht werden. Amerika. Montevideo, 1. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Abgeordnete Gröber hat in seiner Reichstagsrede vom Donnerstag bie Nationalliberalen an Aeußerungen der Kölni. Bum Bräsidenten der Republik Uruguay ist Dr. Claudis Williman schen Zeitung" aus den achtziger Jahren erinnert, worin das gewählt worden. Die Wahl erregte bei der Bevölkerung große Be friedigung. Blatt den Sozialdemokraten, um sie für die Stichwahl zu gewinnen, Heute erfolgte die Uebergabe der Präsidentschaft von Battle einige Komplimente machte. Die Kölnische Beituna" erwidert In Drdonea au Williman. Der neue Präfident legte fein Broaramu bar und versicherte, er würde den politischen Rechten, besonders ben Wahlrechten Achtung verschaffen. Her, Flotte, Justiz und Polizei reorganisieren und sich bemühen, die Beziehungen zu den fremden Böllern inniger zu gestalten. Afrika. Pretoria, 1. März. Das neugebildete Ministerium von Transvaal jetzt sich nunmehr folgendermaßen zusammen: Premierminister ist General Louis Botha, Stolonialsekretär und interimistisch Attorney- General wird Smuts, Schatzsekretär HuII; de Villiers übernimmt das Bergwerksministerium, Rissik das des Ackerbaus und der öffentlichen Arbeiten. Die Minister werden am Montag vereidigt. Das Barlament tritt sodann sofort zusammen, nimmt die Wahl hes Sprechers nor und vertagt sich sodann bis Mai oder Juni. Aus der Partei. Zu den Fällen Bernhard und Braun schreibt die Bremer Bürgerzeitung": Seit einigen Jahren können wir das Gefühl nicht los werden, als ob unsere ganze, große, herrliche Partei, dies mühsame Wert von Proletariern, die ihr Leben, ihre Muße, ihre Kraft, ihr alles daran gesezt haben, um die Partei zu dem zu machen, was sie ist, zu dem Stolz der Internationale der arbeitenden Menschheit, ein Spielball werden sollte in der Hand von ein paar Literaten, die gleichsam erproben wollen, was alles sich das Proletariat von ihnen bieten läßt. Anders find die Vorgänge der letzten Zeit kaum mehr zu erklären. Kein Tag mehr ohne Skandal, kein Tag mehr ohne Reklame für gewisse Zeitschriften und gewisse Mit arbeiter. Dem„ Temps" Interview, das ja übrigens durch Bernsteins Erklärungen erledigt ist, folgt die groteske Affäre des Georg Bernhard, dessen Parteizugehörigkeit nur den Sinn hat, seinem Börsenblatt den Hautgout, den Wildgeschmack, zu verleihen, der es den Börsenbesuchern genießbarer machen soll; und diesem wieder der neueste Standal: ein ebenso unberechtigter wie maßloser Angriff des Heinrich Braun auf den Vorwärts". " Heinrich Braun ist ja den Parteigenossen seit Dresden bekannt, wenn es auch gerade nicht Leistungen für die Partei oder in der Wissenschaft waren, die ihn bekannt gemacht haben. Wie immer bei Heinrich Braun, so läßt auch dieser Angriff auf den„ Vorwärts" jede Spur politischen Verantwortlichkeitsgefühls vermissen, das jeden Barteigenoffen in der jezigen Situation, wo die vereinte Schar der Gegner auf jedes Wort lauert, doppelt und dreifach erfüllen Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Das Bauunglück am Boltshause zu Halle a. S. vor Gericht. Halle, 2. März. Die Versammlung entnimmt aus dem vom 11. Januar ba tierten Schreiben des Verbandes der gewerbetreibenden Landschaftsgärtner, daß sich der Verband zu einer klaren, deutlichen Ant( Privattelegramm.) wort nicht entschließen konnte. Da der den Arbeitgebern gestellte Wegen fahrlässiger Tötung und Körperverlegung( Baunglüd Arbeitgeber auch nur die geringsten Zugeständnisse gemacht haben, Termin, der 1. März 1907, bereits abgelaufen ist, ohne daß die am Boltshause) wurden vom Landgericht der Polier 8a che mit erklärt die Versammlung, daß die Lohnkommission sofort der fünf Monaten, drei Maurer mit je einem Monat, der Situation entsprechende Maßnahmen zu treffen hat, um den aufgeTechniker Mehnert mit zwei Monaten und Maurermeister stellten Forderungen in allen Landschaftsgärtnereibetrieben Geltung ingesleben mit zwei Wochen Gefängnis bestraft. zu verschaffen. Die Versammelten verpflichten sich, allen von der Lohnkommission zu treffenden Maßnahmen unbedingt Folge zu leisten." Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Für das Hülfspersonal im Gastwirtsgewerbe, Zapfer, Restaurationshausdiener usw., findet eine große öffentliche Versammlung, einberufen vom Verband deutscher GastwirtsZur Aussperrung im Tapezierergewerbe. gehülfen, am Dienstag den 5. März nachmittags 3 Uhr in den Eine imposante, von über 2000 Personen besuchte Versammlung Organisierung einer Kategorie von Angestellten der Anfang gemacht Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. Es soll hier mit der der Tapezierer tagte am Freitagabend in den Sophiensälen": werden, welche infolge des Koft und Logiswesens sehr schwer We Is erstattete den Situationsbericht. Die Zwangsinnung sucht durch ihren Innungsmeister Brose ihr rigoroses Vorgehen damit ugänglich und auch für die Organisation schwer erreichbar ist. weiter kommt hinzu die unregelmäßige, oft 18 bis 20 und mehrzu beschönigen, daß sie sich darauf beruft, feine offizielle Nachricht stündige, durch keine Ruhepausen unterbrochene Arbeitszeit, welche zu haben. Dabei waren die Beschlüsse den Meistern durch die lichkeit macht. Die Parteigenossen werden daher ersucht, überall über die Beschlüsse der Gehülfenschaft vom 24. Februar erhalten den Betreffenden den Besuch einer Versammlung fast zur Unmög= Bresse ebenso gut bekannt wie umgekehrt die Beschlüsse der Meister dort, wo sie Gelegenheit haben, sei es in ihrer Eigenschaft als der Gehülfenschaft. Am 28. Februar tagte eine Innungsversamm Schlafwirte, oder als Gäste in den Gastwirtschaften, auf die, auch lung, aus welcher der Gehülfenausschuß entgegen den geseh- Schlafwirte, lichen Vorschriften hinausgewiesen wurde. Offenbar wollte im heutigen Inferatenteil bekannt gegebene Versammlung hinzuman verhindern, daß den braven Innungsmitgliedern die Wahrheit weisen und für den Besuch derselben Propaganda zu machen. über die Sachlage mitgeteilt wurde, weil man sonst befürchten Die Bewegung der Posamentierer hat im wesentlichen feine mußte, daß sie dann nicht mehr für die falschen, scharfmacherischen Veränderung erfahren. Da die Saison vor der Tür steht, ist es Vorschläge der Innungsführer zu haben sein würden. So wurde den Herren Meistern trob größter Anstrengung unmöglich, Streif den betörten Krautern vorgeredet, daß die Gehülfen binnen acht brecher heranzuziehen. Es werden jest nach allen Städten Ge Tagen zu Kreuze kriechen würden. Die liebe Unschuld wird sich hülfen verlangt, und so übertrifft die Zahl der Abgereisten bewundern. Ba II kommen lassen, der sich alle Mühe gab, die Aussperrung als lieben Arbeitswilligen behandelt, zeigt ein Artikel in Nr. 5 der Die Innungsführer hatten sich den Holzindustriellen deutend die der Streitbrecher. Mit welcher Fürsorge man die unbedingt notwendig hinzustellen. Ein weiterer Beweis, daß die Zeitschrift für Posamenten- Industrie"( Unternehmerorgan). In Aussperrung eine Machtprobe sein soll. Man will den Arbeiter diesem heißt es: aum recht- und willenlosen Heloten herabdrücken, der sich unbedingt Organisation 12 Apostel, welche auf offener Straße das Evangelium Um einen einzigen Arbeitswilligen zu befehren, entsendet die dem Kommando des Unternehmers fügt. Wer die zum Teil niederträchtige Behandlung kennt, welche sich unsere Kollegen in der Nächstenliebe zu predigen versuchen. Beim Erscheinen eines verschiedenen Werkstellen gefallen lassen müssen, der hat nur ein Hüters des Gesezes verschwinden sie spurlos." Hohnlachen für die Behauptung der Unternehmer, die Gehülfen feien jekt die Herren in der Werkstatt. Das müsse anders werden, die Meister wollten wieder Herren im eigenen Hause sein! Auf die Geschäfte, die bewilligen, will man einen Druck ausüben, indem man die Materialsperre über sie verhängt, genau wie die Holzindustriellen. Das Wohl der Partei verlangt jetzt gebieterisch, daß der persön- Geschäftsinhaber in ihrer Angst drehen und wenden. Es ist interessant, wie sich einzelne liche Streit aufhöre, den einzelne Leute fort und fort zu schüren erklärt, daß man den Kollegen nichts in den Weg legt, fie sollten unternehmen. Und die Partei wird und muß die Kraft ruhig im Verbande bleiben, nur bat man sie, einen Bettel zu haben, diesen willen durchzuseßen und mögen sich unterschreiben, daß sie ausgetreten wären. auch die Stänter zehnmal mit der liberalen Breßmüssen die Gehülfen wirklich sehr naiv einschätzen. Die Erklärung Die Meister meute verbinden. Die bezahlten Helfer des Reichsverbandes der Freien Vereinigung in der Freitagnummer des Vorwärts" bekämpfen wir, wir werden ihre unbezahlten elfers wurde mit Humor aufgenommen. Die Leute fallen von einem helfer auch nicht schonen. Wir erwarten bom Parteivorstand, Extrem ins andere. daß er mit Energie und mit rascher Initiative die nötigen Nachdem Wels die Kollegen ermahnt hatte, die Kontrolle der Schritte tut, um diesen Standalen ein Ende zu machen. Wenn der Werkstätten streng in dem Rahmen der Gefeße zu vollziehen, und Parteivorstand dazu nicht das Mandat zu haben glaubt wir die Anweisung für Auszahlung der Unterstüßungen bekannt gemacht glauben, ein Verfuch mit einer energischen Rundgebung wäre zu- hatte, teilte er mit, daß in Breslau, laut Telegramm, ein Tarif nächst sehr angebracht dann müssen die Organisationen mit den Arbeitgebern geschlossen wurde. Mit einem braufenden einschreiten. Hoch auf den Verband wurde die von einem vorzüglichen Geist Jebe Organisation muß wissen, daß sie von befeelte Versammlung geschlossen. der Gesamtpartei moralisch verantwortlich gemacht werden wird, wenn sie solche Mitglieder Nach dem, wie behauptet wurde, mit so großer Einmütigkeit nicht im Baum zu halten weiß. In dieser ernsten politischen gefaßten Beschluß der Tapezierer- und Klebermeister Berlins hätte Situation persönlichen Krakeel anzufangen und in dem ganzen man annehmen müssen, daß am 1. März mindestens 1000 Tapezierer langen Artikel des Braun( in der Neuen Gesellschaft") findet sich und Kleber ausgesperrt sein müßten. Aber wie schon oft bei nicht ein sachliches Wort ist nicht mehr bloß eine politische solchen Aussperrungsbeschlüssen in anderen Berufen, zeigte es sich Dummheit, es ist eine politische Gewissen auch hier, daß die Taten weit hinter den großen Worten zurüdlosigkeit. blieben. Bis gestern gegen Abend betrug die Zahl der Ausgesperrten erft 414, aber außerdem hatten 444 Gehülfen und Näherinnen die Arbeit freiwillig niedergelegt, so daß sich im ganzen also 853 im Ausstand befanden. Kleber waren unter den bis gestern Ausgesperrten überhaupt nicht, unter den Streifenden dagegen 40, von denen 15 schon vordem streiften, 25 wegen Aus sperrung ihrer Werkstattkollegen die Arbeit einstellten. Zu den neuen Bedingungen arbeiteten zur selben Zeit schon 350 Gehülfen bei 40 Firmen. Stündlich laufen weitere Bewilligungen ein. müßte. Und damit werden die Arbeiter in der Partei sehr bald ein Ende gemacht haben. Respekt vor jeder Meinung, die fachlich begründet und diskutiert wird! Aber feine Schonung für die Erreger von Klatsch und Standal, denen die Partei nichts ist als ein Nährboden für Sensationen, die sie dann in ihren Zeitschriften literarisch ausschlachten können. Die Sozialdemokratie ist feine Partei der Sensationen und für Sensationshascher ist in ihr fein Blaz. Bem die Sensation das Lebenselement ist, der bleibe der Partei daher fern oder er kehre ihr den Rücken." Zum Tode Adolf Sabors schreibt das Parteiblatt seines Wohnorts, die„ VoIts stimme" zu Frankfurt a. M.:. Er war früher als Lehrer tätig gewesen und wurde 1884 in der Stichwahl gegen den demokratischen Kandidaten Sonnemann in den Reichstag gewählt. Es wurde damals eine Depesche verbreitet, die angeblich vom Reichsamt an den Vorstand des nationalliberalen Vereins gerichtet worden sein soll:" Fürst( Bismard) wünscht Sabor". Obwohl seinem ganzen Wesen nach eine stille Gelehrtennatur, erachtete ihn die Polizei doch für einen so gefährlichen Revolutionär, daß sie ihn Weihnachten 1886 mit anderen Genossen auswies. Er siedelte zu nächst nach Darmstadt über und von dort nach Dresden, später nach Wiesbaden. Nach Aufhebung des Sozialistengesezes tam er wieder nach Frankfurt. Da ihm das parlamentarische Leben nicht gefiel, lehnte er es 1890 ab, fich nochmals als Kandidat aufstellen zu lassen. An seiner Stelle wurde Genosse Wilhelm Schmidt gewählt. Sabor war in den letzten Jahren sehr leidend, das mag mit der Grund sein, daß er sich ganz von der öffentlichen Tätigkeit zurüdzog und auch fast keinerlei Fühlung mit der Partei behielt. * So wurde Wenn diese geistigen Größen, wie sie sich in dem Artikel fühlen, schreiben, daß die Bewegung der Posamentiere eine aussichtslose ist, so möchten wir sie doch warnen, in ihren Schlußfolgerungen zu fühn zu sein. Die Organisation der Posamentierer wird Sorge tragen, daß es den Unternehmern einleuchtet, es sei beffer, die ihnen zugegangene Forderung anzuerkennen. Kollegen, die in der Freien Vereinigung organisiert sind, haben sich Achtung, Tapezierer! Alle streikenden und ausgesperrten täglich im Bureau: Schüßenstraße 18/19 zweimal zur Kontrolle zu Zeit von 2-4 Uhr. Ebenfalls sind Streit- Legitimationen dort in melden, und zwar vormittags von 9-11 Uhr und nachmittags in der Empfang zunehmen! Achtung, Bauklempner! Der Schulhausneubau, Verlängerte Moltkestraße, Spandau, ist für Klempner gesperrt, da jede Schutz rüstung daselbst fehlt. Die Ortsverwaltung. Der Verband Berliner Gewerbetreibender der Herrenmaß branche ersucht uns um Aufnahme einer Berichtigung dahingehend, daß in der Versammlung vom 27. Februar nicht nur ein Zirkular bekannt gegeben wurde, das an sämtliche Berliner Arbeitgeber ge= richtet war, denn das Antwortschreiben der Arbeitnehmerschaft bom 26. Februar d. J. ist auf Antrag des unterzeichneten Vorsigenden durch unseren Protokollführer in der Mitgliederversammlung am 27. Februar d. J. laut und deutlich verlesen worden, so daß jedes anwesende Mitglied von dem Inhalt des Antwortschreibens Kenntnis erlangt hat". Wir nehmen davon berichtigend Notiz. Aus den Berichten, die über jene Versammlung an die Deffentlichkeit kanten, war dies nicht ersichtlich, obgleich es das Wichtigste mit hätte sein müssen. Achtung! Kleber und Bauhandwerker! Der Unternehmer Maly, Hagelsbergerstraße 52 daß sich im Malh, Hagelsbergerstraße 52 Bau der Bonifacius- Gemeinde, Yorkstraße 88/89- ist für Kleber gesperrt. Die Aussperrung der Autodroschkenführer wird demnächst wahrscheinlich das Gewerbegericht als Ginigungsamt beschäftigen. In einer Versammlung der Ausgesperrten am Sonnabendmorgen in den„ Arminhallen" unterbreitete. Rettig einen Beschluß der Vereinigung der Unternehmer zur Beratung. Die Unternehmer hatten am Freitagabend sich dahin erklärt, daß sie nicht abgeneigt wären, das Einigungsamt des Gewergerichts den Streit mit den Fahrern schlichten zu lassen. Rettig empfahl der Versammlung, sich ebenfalls damit einverstanden zu erklären. Die Forderungen der Fahrer seien nur gerecht und billig, und man dürfe wohl erwarten, daß der Spruch des Gerichts nicht gegen fie ausfallen werde. Uebrigens würde die Entscheidung des Einigungsamtes den Ausgesperrten erst vorgelegt werden und von ihrer Zuftimmung hänge es ab, ob die Entscheidung in Kraft tritt. Becker erklärte dann die Funktionen des Einigungsamtes, und nach kurzer Diskussion stimmten die Versammelten dem Vorschlage zu. Eine Kommission, welche die Organisation der Fahrer vor dem Ginigungsamt vertreten soll, wurde sofort gewählt und besteht aus folgenden Mitgliedern: Gehring, Rettig, Beder, Zum geflügelten Wort ist eine Wendung geworden, die Sabor Spierling, Thmilewsti und als Erfahmann Telschow. in einer Rede gebrauchte, die er am 17. Dezember 1884 im Reichs-- Die Streifpoften wurden ermahnt, daß sie ihre volle Schuldigkeit tage hielt. In der Debatte über einen Antrag auf Abänderung bis zum letzten Augenblick tun müßten; niemand dürfe in der des Reichstagswahlrechtes sagte er:„ Der Herr Reichskanzler will nicht, daß das Reichstagswahlrecht in dem Umfang, wie es jetzt besteht, gelten bleibe( Widerspruch rechts), und wenn man ihm darin nachgibt, ist er bereit, in eine Berfassungsänderung zu willigen, ist sogar bereit, die Diäten zu bewilligen. Das läßt tief bliden( Seiterkeit) in die Maschine, läßt einen Einblid tun in die geistige Werkstatt, in der die soziale Reform bereitet wird." Daraus stammt das Wort:„ Das läßt tief bliden, sagt Sabor". Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer" Bureau und Arbeitsnachweis: Schüßenstr. 18/19, Teleph. I 8090, Deutsches Reich. Aussperrung der Maler in Aachen. Infolge ihrer guten Organisation war es den Malern in Aachen vor zwei Jahren möglich, nach kurzem Kampfe geregelte Verhältnisse herbeizuführen. Einem Teile der Unternehmer aber war der Tarif, der mit dem 1. März abgelaufen ist, immer ein Dorn im Auge. Die Gehülfen haben vor kurzem neue Forderungen aufgestellt, die auf die jetzigen Lebensverhältnisse Rücksicht nehmen. Sie verlangten sofort 50 Pf. Mindeststundenlohn, vom 1. März 1908 an 52 Pf. und 9% stündige Arbeitszeit. In einer zwischen den Gehülfenvertretern, dem Arbeitgeberverband und der Zwangsinnung abgehaltenen Besprechung ließen erstere die Forderung des 9% stündigen Arbeitstages fallen und gingen bei dem Stundenlohn um je 2 Pf. zurüd. Die Unternehmer aber wollten von Mindestlohn nichts wissen und boten einen Normal lohn" von 45 Pf. für gelernte Gehülfen an. Dabei muß man bedenken, daß in dem jetzt abgelaufenen Tarif schon ein Mindest lohn von 42 Pf. für alle im Beruf tätigen Gehülfen festgelegt war. Das Angebot der Unternehmer würde für viele Gea hülfen eine Verschlechterung bedeuten. Die organisierten Arbeiter denten nicht entfernt daran, auf das dreiste Angebot einzugehen. Sie lassen sich auch nicht durch die Aussperrung schreden, die die Unternehmer über sie verhängt haben. Sie sind entschlossen, den aufgedrängten Kampf mit Entschiedenheit durchzuführen. Husland. Die Schneider von Basel sind in eine Lohnbewegung eingetreten Agitation gegen die Arbeitswilligen nachlassen. Chmilewski und haben der Meisterschaft ihre Forderungen unterbreitet. Sie erzählte, wie schwer es bei der Firma Bedag sei, Arbeitswillige berlangen eine durchschnittliche Erhöhung der Affordpreise um herauszuziehen. Da werden die Leute gleich gebunden nicht nur 10 Proz. und Stellung der Fournituren durch die Meister. Die durch die Kaution, sondern auch durch hohe Anzahlung und wöchent. Meisterschaft hat sich dahin ausgesprochen, daß sie angesichts der liche Abzahlungen auf die Ausrüstung. Trotz alledem gelinge stetigen Erhöhung der Lebensmittelpreise nicht abgeneigt sind, einer es immer wieder durch eine energische Agitation, Arbeitswillige Erhöhung der Akkordpreise zuzustimmen, und erklärten sich zu zu bewegen, der Firma den Rücken zu fehren und andere rechtzeitig Unterhandlungen mit der Lohnkommission bereit. Es wird indessen gut sein, wenn die Schneidergehülfen vorderhand den Platz Basel zu warnen, sich vor Verlusten zu schüßen. Achtung, Maler! In Swinemünde sind unsere Kollegen in meiden, bis die Lohnbewegung beendet ist. Streit getreten, da die dortigen Arbeitgeber unseren eingereichten Tarif nicht anerkennen wollen und auch kein annehmbares Angebot gmacht haben. Die Kollegen Deutschlands werden dringend erfucht, jeden Zuzug nach Swinemünde fern zu halten. Die Parteiblätter werden um Bekanntgabe vorstehender Notiz gebeten. Die Bezirksleitung Berlin. Lohnbewegung der Landschaftsgärtner. Die Lohnkommission Eine wichtige Bürgermeisterwahl in der Schweiz. In Biel der in den Landschaftsgärtnereien tätigen Gärtnergehülfen und ( Kanton Bern), dem Hauptzentrum der schweizerischen Uhrenindustrie Arbeiter hatte den einzelnen Arbeitgebern sowie dem Verband der mit über 25 000 Einwohnern, ist fürzlich der Stadtpräsident Stauffer gewerbetreibenden Landschaftsgärtner Berlins und der Vororte Von den Organisationen. Eine außerordentliche von 80 Delegierten besuchte Streistonferenz des Wahltreises Hagen- Schwelm beschloß unter anderem, den Monatsbeitrag von 30 auf 40 Pf. pro Monat zu erhöhen. Ab 1. Mai soll für den Kreis ein Parteisetretär angestellt werden. Seit Ottober vorigen Jahres ist die Zahl der organisierten Genossen von 855 auf 1800 gestiegen. Die Gärtnergehülfen Basels, die erst im vorigen Frühjahr im Streit standen, sind wiederum in eine Lohnbewegung eingetreten, weil die Arbeitgeber die wenigen im vorigen Jahre gemachten Zugeständnisse nicht einmal eingehalten haben. Sie fordern einen Minimallohn von 4,50 Fr. bei zehnstündiger Arbeitszeit. Während die Handelsgärtner sich zu Unterhandlungen mit der Lohnkommission bereit erklärten, haben die Landschaftsgärtner alle Unterhandlungen abgelehnt und beabsichtigen die organisierten Gärtner auszusperren. Es wird sich darum auch hier empfehlen, wenn die Gärtnergehülfen bis auf weiteres den Blak Basel meiden. gestorben, der ein Mitglied der sogenannten freifinnigen Partei war. Ende Dezember vorigen Jahres Forderungen zur Regelung ber Letzte Nachrichten und Depeschen. Bestrafte Wahrheit. Obeffa, 2. März.( B. H.) Der Generalgouverneur hat den hier ansässigen Journalisten Treze wegen seiner Berichte über Mighandlungen in den Straßen Odessas eine siebentägige Arreststrafe auferlegt, Berzweifelter Kampf. Sebastopol, 2. März.( W. T. B.) Ein junger Mann, den man am Bahnhofe verhaften wollte, erschoß einen Gendarm und ver wundete einen Wächter tödlich. Auf das Polizeibureau gebracht, erschoß er einen Schuhmann, sprang aus dem Fenster, verwundete einen Wächter schwer und machte, als er wiederergriffen wurde, mit drei Revolverschüssen seinem Leben ein Ende. Am nächsten Sonntag findet die Ersatztahl für ihn statt und da hat Lohn- und Arbeitsverhältnisse überfandt. Die wichtigsten For nun die sozialdemokratische Partei unseren Genossen Reimann. derungen sind: neunstündige Arbeitszeit und Mindestlohne bon der ursprünglich Schriftseter war, feit 1890 aber Adjunkt des 60 Pf. für Gärtnergehülfen, 50 Bf. für Gärtnerarbeiter und 30 Bf. schweizerischen Arbeitersekretariats für die Westschweiz, Bentral für Gärtnerfrauen. Am Freitag fand nun in Miethes Festsälen in präsident des schweizerischen Grütlivereins und Präsident der Schöneberg eine vom Allgemeinen Deutschen Gärtnerverein einbeschweizerischen sozialdemokratischen Partei ist, als Kandidaten aufrufene öffentliche Branchenversammlung der Landschaftsgärtner gestellt. Die Freisinnigen stellten den Untersuchungsrichter Rudolf statt, in der über die Antwort der Arbeitgeber berichtet auf, der ihr populärster Mann ist. In der Stadt Biel hat die wurde. Die Antwort war ziemlich nichtssagend und lief darauf fozialdemokratische Partei seit Jahren die Mehrheit und wenn am hinaus, daß der Verband der Arbeitgeber noch keinen Beschluß über Sonntag die Arbeiter vollzählig zur Urne gehen und ihre Wahl- die Forderungen gefaßt habe. Selbstverständlich erregte dieses pflicht erfüllen, so ist die Wahl des ersten sozialdemokratischen Stadt- gleichgültige Verhalten der Arbeitgeber große Mißstimmung in der präsidenten in der Schweiz gesichert. Mit begreiflicher Spannung Versammlung, die in scharfen Worten zum Ausdrud tam. Einsieht man im ganzen Lande den Ausgange dieser Wahl entgegen. stimmig wurde folgende Resolution angenommen: Berontw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Injeratenteil berant. Ch. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanftel Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen, Nr. 53. 24. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. mittags 11 Uhr. 8. Sizung vom Sonnabend, den 2. März 1907, borAm Bundesratstisch: Graf Posadowsky, b. Ginem, b. Stengel. Die erste Statsberatung wird fortgesetzt. Abg. Schädler( 3.): Sonntag, 3. März 1907. im Zentrum.) Bodenlos dumm müßten wir sein, wenn wir vom einen großen wirtschaftlichen Fortschritt für das deutsche Volk, Reichskanzler, der in diesem Wahlkampf Parteimann, Parteiführer vor allem für die arbeitenden Klassen, halten.( Bravo!) Aber gewensen ist, Belehrungen über unser Verhalten entgegennehmen ich habe gestern lediglich Tatsachen festgestellt und es ist eine Tatwollten.( Sehr gut! im Zentrum.) sache, daß in weiten Kreisen des englischen Volkes der AlkoholHerr v. Liebert sprach gestern von einem Voltsgericht der genuß bei dem feuchten englischen Klima für eine unbedingte NotAbg. Gothein( frs. Wg.): An eine - Ueber wendigkeit gehalten wird. Infolgedessen bedeutet der Alkoholzoll eine schwere Belastung der arbeitenden Klassen in England. Die Theorie, daß der Preis der Waren um den Schutzoll verteuert wird, halte ich im übrigen für falsch. Die Verteuerung hängt ab von dem Verhältnis dessen, was eingeführt und was im Inlande erzeugt wird. Ich berufe mich hierfür und das wird den Herren von der äußersten Linten bielleicht angenehm sein- auf einen sehr interessanten Artikel des Herrn Schippel aus den Sozialistischen Monatsheften" über" Europäische Landwirtschaft und Freihandel", in welchem er nachweist, daß in Deutschland die Brotpreise in der Zeit der freien Getreideeinfuhr teurer waren als in der Brotzollperiode.( Buruf links: Was beweist das?) Daß ein Zoll in gewissem Grade preissteigernd wirkt, ist unzweifelhaft, ich bestreite nur, daß die durch Zölle geschüßten Waren unter allen Umständen um den Betrag des Bolles im Preise steigen müssen. Diese Theorie halte ich nicht für erwiesen. ( Bravo! rechts.) Hierauf bertagt sich das Haus. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Wölzl( wildlib.): Die von Herrn Gröber zitierte tathos lifenfeindliche Aeußerung des Kandidaten für München II habe nicht ich gemacht, sondern Rechtsanwalt Kohl als Verteidiger in einem Prozeß. Abg. Erzberger( 8.): Der Abgeordnete Gothein hat davon gesprochen, ich hätte eine Nebenregierung und einen Drud auf die Regierung auszuüben versucht. Er hat sich dabei wohl auf die falsche Darstellung in der„ Nordd. Allgem. 3tg." und auf eine durchaus unwahre Attennotiz des Chefs der Reichskanzlei gestützt. Präsident Graf Stolberg: Sie haben von einer durchaus un wahren Aftennotiz des Chefs der Reichskanzlei gesprochen; das ist nicht zulässig.( Oho! und Lachen im Zentrum.) Sie dürfen eine solche Aftennotiz hier nicht als durchaus unwahr bezeichnen. Abg. Winkler( fons.) macht im Rahmen einer persönlichen Begierung und Beamten.( Unruhe links und im Zentrum und Rufe: merkung längere Ausführungen über das Verhältnis zwischen RePersönlich!) lekten Wahlen. Das afzeptieren wir gern, haben wir doch ein Plus bon einer Million Stimmen gehabt. Wenn Herr Bassermann meinte, bei der Stichwahl waren die Sozialdemokraten unter die Soutane getrochen, 10 haben die Blockparteien sich ihrerseits unter den Schutz des bischöflichen Kirchenstabes begeben.( Sehr gut! im Sentrum.) Wir sind in alter Stärke ungebrochen wiedergefehrt. Einen Erfolg hat die Auflösung des Reichstages gehabt: Der Der Herr Reichskanzler soll ja nach der" Vossischen Zeitung" die Reichstag hat jetzt in seiner Mitte einen Oberhofmeister, einen Absicht haben, noch einmal den Appell an das Volk zu Möge der Herr Oberscharfmacher und einen Oberzeremonienmeister.( Heiterkeit.) wagen. Wir laffen uns nicht irre machen. Eine gute Vorbedeutung für die Erfolge der konservativ- liberalen Reichskanzler das Konzert dirigieren, Dissonanzen hat es schon Baarung war es, daß Herr Windler für eine der ersten genug gegeben. Wir stehen auf unserem alten Standpunkt: für das Aufgaben des Reichstags den Schutz der Arbeitswilligen, als Volt und seine Rechte. Versuchen Sie es, Sie beißen noch einmal die Neuauflage des Zuchthausgesetzes bezeichnete.( Sehr gut! im auf Granit!( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Zentrum.) Herr Dr. Semler sagte, als man ihm bei seinen Angriffen gegen uns zurief, Beweise! Ich hab's gesagt."( Schallende Heiterkeit.) Das geht noch über Pythagoras.( Erneute Heiterkeit.) Wahlbeeinflussungen der Bischöfe verurteilen wir ebenso wie Jedenfalls ist es ein Beweis seiner persönlichen Bescheidenheit. Auch alle anderen Wahlbeeinflussungen. Das Zentrum aber hat es stets auf das Klatschen bei der Auflösung ist Herr Semler zu sprechen berteidigt, wenn die Kapläne von der Kanzel herab Wahlgekommen. Beim Klatschen auf der äußersten Linten hat er die propaganda trieben.( Lebhaftes: Sehr richtig! links.) Fronie nicht gemerkt, beim Klatschen seiner Freunde sah ich viele, Gefährdung des jetzigen Wahlrechts glauben wir jetzt weniger als die es unter der Bant taten, damit es der Präsident ie, zumal die unsinnige Sozialistenfurcht gewisser Kreise genicht sieht.( Stürmische Heiterkeit.) Dr. Semler hatte dem Feste schwunden ist. Im preußischen Landtage hat das Zentrum übrigens feiner Partei nicht beigewohnt; seine Stimmung war also durch stets unsere Anträge auf Verbesserung des Wahlrechts abgelehnt. die Rede des Kollegen Gröber erzeugt.( Oh, oh! bei den National-( Sehr wahr! links.) Herr Schädler hat sich auch auf den verliberalen.) Ja, es fommt in den stenographischen Bericht, und ich storbenen Abg. Reichensperger berufen. Dieser aber würde sich würde vorschlagen, daß die ganze Dehnung des Oh! hineinkommt. nie solche Wize erlaubt haben, wie Herr Schädler, er hätte es ( Große Heiterkeit im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Daß nie fertig gebracht, mit antisemitelnder Spiße von der orienman einen Kulturkampf machen wolle, sagte man auch früher talischen Phantasie des neuen Herrn Kolonialdirektors zu sprechen. nicht; aber st and doch gleich nach der Auflösung in der( Sehr richtig! bei den Freifinnigen.) Nachdem die Herren Gröber nicht; aber st and doch gleich nach der Auflösung in der und Schädler uns jest wieder erzählt haben, wie reaktionär, Nationalzeitung die infame Bestechungsge= schichte von Leo XIII. Sie sehen also, Herr v. Semler! national und patriotisch das Zentrum seit Jahren gewesen ist, ( Burufe) ich gönne ihm das„ bon" von Herzen werden die Sozialdemokraten wohl einsehen, wie falsch sie gehandelt ( Große Heiterfeit.) Sie sehen also, Herr Kollege Semler, darauf kommt es nicht haben, als sie Demokraten wie Blumenthal und Quidde zugunsten an, daß man mit flammenden Worten zum Kulturkampf auf- bon 3Zentrumsleuten durchfallen ließen. Das war viel schlimmer, fordert.( Sehr wahr! im Zentrum.) Kolonialdirektor v. Dernburg wie Herrn v. Oldenburg gewählt haben.( Sehr richtig! bei den als wenn die Freisinnigen gegen unseren Willen einen Mann ( Burufe bei den Nationalliberalen) nun, in Ihrer natinalliberalen Bresse hat ja gestanden, daß er einen italienischen Adel hat( Heiter: wären gemeinsam angegriffen gewesen und so in dieselbe SchlachtFreisinnigen.) Herr Bebel meinte, Zentrum und Sozialdemokratie feit), also der Kolonialdirektor Dernburg zeigte die Phantafie linie gedrängt. Ein guter Tattiker aber läßt sich seine Schlacht Silberzoll nicht gefunden hat, so muß es daran liegen, daß infolge Abg. Gothein( frs. Vg.): Wenn Graf Posadowsky den englischen eines orientalischen Märchenerzählers( Abg. Semler( natl.) ruft: ordnung nicht vorschreiben. Das System der Verteilung Unerhörte Beleidigung!) Das haben Sie nicht zu beurteilen, Herr von Gelbern our Wahl durch den herrn Reichs des erdrückend hohen Bolles fast gar ein Gillette indirette Kollege Semler! Dazu ist das Präsidium da.( Sehr gut! im Zentangler können wir unter feinen Umständen Steuer auf alle Silbertvaren. Ich habe weiter nicht gesagt, daß geführt wird. Jedenfalls bedeutet der Zoll starke trum und bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie sich übrigens billigen. Wir haben kein Geld von dem betreffenden Komitee unter allen Umständen sich die Preise im Inland um den Betrag gern zu Polizeidiensten hergeben, so habe ich nichts dagegen.( Bravo! bekommen, hätten natürlich auch nichts angenommen. und Heiterkeit im Zentrum.) Im Dezember hatte der Kanzler zu- richtig! bei den Freisinnigen.) Den Sozialdemokraten kann ich den Zoll über den Weltmarktpreis erhöht werden. Die Nordd. ( Sehr des Bolles erhöhen, sondern ich habe gesagt, daß die Preise durch gestanden, daß der Aufstand zu Ende war, da haben wir nicht verlangt, daß vom 1. April die Schutztruppe auf 2500 Mann herab- nur raten, sich nicht zu nahe mit dem Zentrum zu alliieren, sonst Allgem. Zeitung" und die Notiz des Chefs der Reichskanzlei gelten gesetzt wird, sondern wir haben Vorbereitungen verlangt, mehr gegen sie wendet. Das Zentrum entrüstet sich über die amt ist es ganz naturgemäß, daß sich das Volk bei den Wahlen noch mir ebensoviel wie die Aussage des Abgeordneten Erzberger. damit, wenn der Friede hergestellt ist, die Regierung nicht sagen lichen Wahlbeeinflussungen, aber im vorigen Reichstag haben Sie ein Produkt der göttlichen Vorsehung, sondern: es sei ganz gut, daß Abg. Kohl( 3.): Jch habe nicht gesagt, die Sozialdemokratie fei kann, wir haben keine Vorbereitungen getroffen, um Truppen zu alle konservativen Wahlen auch bei den unerhörtesten amtlichen die göttliche Vorsehung in der jebigen Zeit des furor protestanticus rüdzuziehen. Das Märchen, daß wir die Festsetzung der Truppen Wahlbeeinfluffungen für gültig erklärt.( Sehr richtig! bei den die Sozialdemokratie so start habe werden lassen.( Große Heiterzum 1. April auf 2500 Mann berlangt haben, sollte man endlich Freisinnigen.) Ihre Befürchtungen vor einem neuen Kulturkampf die Sozialdemokratie so start habe werden lassen.( Große Heiterin eine Rumpelfammer oder in ein Museum für Altertümer find grundlos, wir verlangen nur die Trennung von Kirche und feit links.) werfen. Der Gang der Ereignisse hat uns recht gegeben, Staat, wie sie in Amerika durchgeführt ist, und wo die Katholiken, persönlichen Bemerkung hinaus.( Heiterkeit.) Präsident Graf Stolberg: Das ging über den Rahmen einer die Unterwerfung der Bondelzwarts, die doch nicht von den wie der Papst selbst zugegeben hat ,. vollkommen frei sind. Schwarzen in Berlin mit den Schwarzen in Afrika verabredet war. Den rohen Ton im Wahlkampf sind bewegliche Klagen von der Abg. Erzberger( 3.): Gegenüber Herrn Gothein weise ich darau) Der Wahlkampf ist ja jebt he rum, da kann man ja rechten Seite geführt worden. Nun, ein konservativer hin, daß ich die Unrichtigkeit der angeführten Quellen bereits der Wahrheit ruhig die Ehre geben.( Hört, hört! bei den Sozial- Wanderredner nannte meine Partei eine Sch.... gesell- weimal nachgewiefen habe. Ginmal ist das Datum der demokraten und Heiterkeit.) Wir denken nicht daran, in die Befug- schaft.( Heiterkeit.) Auch mir hat man Sauherdenton vor- Registraturnotiz völlig falsch und dann hat der Registrator auch die nisse des Kaisers einzugreifen. Es war ein Mitglied des Zentrums, geworfen, weil ich von Brotwucher gesprochen hätte. Nun, für Notiz erst um ein Jahr zu spät angelegt. Reichensperger, der zuerst die Wiederherstellung des Kaisertums Gegenüber der Bemerkung des Herrn Präsidenten fonstatiere forderte. Wir sehen in dem Kaiser den Hort zum Schuße des Rechts schön halte ich das Wort nicht, aber wir wissen doch alle, von wem das Wort herstammt. und der christlichen Ordnung. Das Eingreifen in die Befugnisse Seiterkeit.) Graf Posadowsky hat behauptet, daß in England hohen Hause gebraucht habe, ohne gerügt worden zu sein. ( Sehr gut! bei den Freisinnigen und ich, daß ich bereits wiederholt den Ausdruck unwahr" in diesem des Kaisers überlassen wir ruhig den Freunden des Herrn Reichs- höhere Zölle bezahlt werden als bei uns. Weiß er denn nicht, Präsident Graf Stolberg: Ich habe nicht den Ausdruck un tanzlers, der Deutschen Boltspartei, die in ihrem Pro- daß wir Schutzöllner haben, welche die Preise der Produkte wahr" an sich gerügt, sondern gesagt, Sie dürfen nicht offizielles gramm von 1895 das taudinische Joch der Mitwirkung im Inland erhöhen. Durch unsere Zölle ist den Agrariern ihr Aftenmaterial einer Reichsbehörde als durchaus unwahr bezeichnen. des Reichstags bei Erklärung von Krieg und Frieden Grund und Boden um 1365 Millionen Mark erhöht worden. Den( Lebhaftes Oho! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) aufgestellt hat.( Sehr gut! im Zentrum.)- Wenn man Alkoholzoll in England hat er angeführt und dabei zu meinem Abg. Erzberger( 3.): Es handelt sich nicht um offizielles Attenuns wegen unserer Haltung am 13. Dezember den Vorwurf anti- Bedauern gesagt, daß der Alkohol im dortigen Klima zu den not- material, sondern um eine einseitige Notiz eines Beamten. Ein nationaler Gesinnung macht, so liegt darin ein Bruch mit allen wendigen Lebensmitteln gehört. Dabei besteht dort eine stärkere Beamter kann irren wie jeder andere Mensch.( Sehr richtig! im Traditionen des Reichstags und ein Angriff auf das Budgetrecht Antialfoholbewegung als bei uns. Daß in England ein sehr ein Bentrum und bei den Sozialdemokraten.) Ich kann also nur des Reichstags.( Sehr richtig im Zentrum.)- Das Zentrum hat die träglicher Zoll auf Silber und Tafelgeschirr besteht, hat der wiederholen, es ist nicht wahr, was der Chef der Reichskanzlei in Beratung der Eisenbahnvorlage nicht verschleppt, den längsten Staatssekretär bezeichnenderweise nicht angeführt. Die Ge- der Nordd. Allgem. Zeitung" veröffentlicht hat. Raum in den Kommissionsberatungen nahmen die Vorträge der waltpolitit gegen die Polen billigen wir nicht; Abg. Gothein( frs. Vg.): Gegenüber Herrn Kohl bemerke ich: Regierungsvertreter ein. Auch haben wir für die Vorlage gestimmt, selbst wenn sie Erfolg hätte, ist sie un sittlich; aber sie hat wenn die göttliche Vorsehung die Sozialdemokratie gegeben hat, troßdem einer unserer Anträge abgelehnt wurde. feinen Erfolg, fie erreicht das Gegenteil dessen, was beabsichtigt dann hat sie sie auch gewollt.( Große Heiterkeit.) Wenn die Angabe Dieser Antrag ist übrigens in die neue Vorlage der Regierung wird.( Beifall bei den Freifinnigen.) Die russische Revolution des Herrn Erzberger richtig ist, so müssen wir eine Darstellung bom aufgenommen, anscheinend als Ueberbleibsel der alten Zentrums billigen auch meine Freunde, in diesem verrotteten Staatswesen Bundesratstisch erwarten. freundschaft.( Heiterkeit im Zentrum.) Der Herr Reichstanzler ist fie notwendig.( Beifall links.) Herr Liebert spottete darüber, verwahrte sich dagegen, daß man ihm einen Bruch der Verfassung daß Schöpflin Hirtentnabe gewesen sei. Nun, Rosegger zumute. Das hat niemand getan. Wohl aber find Angriffe auf und Defregger waren es auch; es fommt nicht darauf an, das jetzige Wahlrecht von seiten der Blockparteien erfolgt, ich er- was einer war, sondern was er ist.( Beifall links.) Herr Schädler innere nur an den bekannten Artikel der" Hamburger Nach meint, daß der Reichskanzler sein liberales Programm nicht durchrichten", der von den Leipziger Neuesten Nachführen werde. Nun, sollte sein Gedächtnis schwach werden, so richten" ohne Kommentar abgedruckt. Auch Herr Semler werden wir es ihm schärfen.( Lachen im Zentrum und bei den hat sich gegen das geheime Wahlrecht ausgesprochen.( Hört, hört! Sozialdemokraten.) Bei reaktionären Gefeßesvorlagen werden beim Zentrum und den Sozialdemokraten.) Auch die National- wir den Reichstanzler bekämpfen; hoffentlich finden Zeitung" schrieb, das allgemeine Wahlrecht verwildere, sich selbst wir dann die Unterstüßung des Zentrums; doch fürchte ich, überlassen. Bekannt ist auch der Vorschlag des Herrn Ballin, um daß dann Sie, meine Herren, bersagen.( Beifall bei der den Einfluß der Massen bei den Wahlen zu brechen. Das Wort freifinnigen Vereinigung.) des Kanzlers in allen Ehren, aber pupillarische Sicherheit bietet es auch nicht. Ich möchte wissen, wie lange der Mietskontrakt in Wilhelmstr.77 abgeschlossen ist.( Seiterkeit.) Manchmal geht es Es ist mehrfach der Verdacht ausgesprochen worden, daß man dort sehr rasch, wie das Schicksal des zweiten und dritten Kanglers an eine Abänderung des allgemeinen Wahlrechts denkt. Man bezeigt; auf das Wort des vierten Kanzlers eine Hypothek zu nehmen, zieht sich einmal darauf, daß ein sehr angesehener Schiffs würde ich daher niemand empfehlen. Nach den Worten des Reichsleiter seine Ansicht über das allgemeine Wahlrecht ausgesprochen fanglers muß der Beamte feine politische Ueberzeugung für die hat. Jedenfalls ist dieser Herr, was man ja bei seinen weit Regierung zum Opfer bringen. Dadurch wird der Beamte zum tragenden wirtschaftlichen Kenntnissen bedauern könnte, nicht MitHörigen der Regierung degradiert, zu ihrem Handlanger und glied dieses hohen Hauses. Weiter hat man auf eine Unterhaltung Schulbuben, dagegen protestieren wir mit aller Entschiedenheit. mit dem verstorbenen Minister Miquel Bezug genommen, welche in ( Lebhafter Beifall im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) den Memoiren des gleichfalls verstorbenen Fürsten Hohenlohe Sehr würdig ist es auch nicht, wenn der höchste Beamte des Reiches wiedergegeben ist. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich kann den Klingelbeutel ausstrect, um Wahlen in seinem Sinne zu nicht alles, was in Memoiren steht, für beschworen ansehen.( Sehr machen.( Burufe links.) Ich glaube selber, daß die Linte nicht gut! rechts.) Memoirenwerte sind propria scripta( eigene weiß, was die Rechte gegeben hat.( Große Heiterkeit im Zentrum Schriften) und die sind in einem Prozeßverfahren nicht beweis. und bei den Sozialdemokraten.) Herr Liebermann von Sonnen- träftig. Ich habe den Eindruck aus vielen Memoirenwerken geberg will von dem Reichskanzler nichts bekommen haben, auch die wonnen, daß dort der Schriftsteller immer recht hat, er hat immer Beim Kapitel Porzellanmanufaktur" bemängelt freifinnige Vereinigung nicht. Sollten vielleicht die Polen und alles vorausgesehen, er hat immer das richtige Urteil.( Seiter- Abg. Dr. Gerschel( fus. Vp.) die Aufstellung der Bilanzen Sozialdemokraten etwas bekommen haben?( Heiterfeit.) Es wäre feit rechts.) Minister Miquel war ein Mann von seltener Univer- und die Buchführung, die nicht kaufmännischen Grundsätzen entdoch interessant zu wissen, wo die Gelder hingefommen find. falität des Geistes, und er liebte es, wie alle geistreichen Männer, spreche. Vielleicht läßt der Reichskanzler durch Herrn v. Jedlitz Rechenschaft die verschiedensten Projekte durchzudenken, aber daraus folgt noch Minister Dr. Delbrüd erwidert, daß die Grundsätze für bie darüber durch einen Artikel im„ Tag" ablegen. Bei der bekannten lange nicht, daß er jemals bereit gewesen wäre, eine Vorlage auf Aufstellung der Bilanzen mit der Oberrechnungskammer vereinbart 12 000 M.- Affäre im Reichsamt des Innern zur Förderung der Abänderung des allgemeinen Wahlrechts zu vertreten. Seien Sie und die Zustimmung der Budgetkommission gefunden hätten. Zuchthausvorlage verurteilte der Reichskanzler die Annahme des doch nicht so nervös! Es wird über alles diskutiert in der Welt, Abg. Goldschmidt( frs. Bp.): Wir wollen durchaus nicht, daß Geldes rüdhaltlos. Damit hat er sein jebiges Berhalten selbst und daß sich auch immer Männer in der Wissenschaft und in der verurteilt. Damals fagte er:„ Meine Herren, Sie kennen mich Bragis finden, die das allgemeine Wahlrecht, das eine so unja noch gar nicht". Jest kennen wir ihn, und zwar gründlich als geheure Bedeutung im deutschen Volksleben hat, diskutieren, ist einen Mann mit einem doppelten Gesicht, wie der Gott Janus bei selbstverständlich. Wie aber der Herr Reichskanzler dazu steht, den alten Römern.( Zustimmung im Zentrum.) Uns machte der das, glaube ich, hat er ganz unwiderlegbar in flarer Weise hier Herr Kanzler Borwürfe wegen Wahlabkommens mit den Sozial- wiederholt dargelegt. demokraten. Ach! Wenn es nach dem Block gegangen wäre, so wäre es zu einem Generalabkommen zwischen ihm und der Sozialdemokratie gekommen. Der Kanzler treibt hier eine Politit mit doppeltem Boden, wenn er uns die Unterstübung der Sozial demokratie als moralisches Unrecht anrechnet; in seinem Sylvesterpunschbrief hat er uns mit der Sozialdemokratie auf gleichen Boden gestellt, nachträglich freilich tut er so, als ob der Kampf nur aegen die Sozialdemokratie geführt werden sollte,( Sehr richtig Staatssekretär Graf Posadowsky: Nächste Sizung: Montag 2 Uhr. Fortsetzung der ersten Etatsberatung. Gefeß betr. die Berufs und Betriebszählung. Schluß 3½ Uhr. Abgeordnetenbaus. 24. Sizung. Sonnabend, den 2. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Delbrüd. Die Beratung des Etats der Handels. und Gewerbe, berwaltung wird fortgesetzt. Abg. Hoheisel( 8) spricht für Förderung der christlichen Jugendvereine. 140 000 M. Förderung der nicht gewerbmäßigen Arbeitsvermitte Abg. v. Arnim( f.) tritt für eine Erhöhung der Position lung und Rechtsberatung für die minderbemittelten Bevölkerungsfreise ein. Auch der Reichsverband gegen die Sozialdemokratic habe solche Auskunftsstellen errichtet, die Unterstütung verdienten. Redner polemisiert dann gegen die Bemerkung des Abgeordneten Trimborn, daß der Reichsverband eine schwächliche Nachahmung des Volksvereins für das fatholische Deutschland darstelle. weiterer Mittel Sorge zu tragen. Bei der Unterstützung von VerMinister Dr. Delbrück: Ich bin bereit, für die Einstellung einen muß aber sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden. Ich fann ihnen keine Zuschüsse bewilligen, wenn ich nicht sicher bin, daß parteipolitische oder tonfeffionelle Bestrebungen von den Vereinen unterstützt werden. die Porzellanmanufaktur fistalische Interessen verfolgen foll. Auch wir sind der Ansicht, daß das Institut lediglich der Kunst und dem deutschen Kunstgewerbe dienen soll. Redner fordert für die ungelernten Arbeiter der Porzellanmanufattur eine Lohnerhöhung. Abg. Kindler( frf. Vp.) dankt dem Minister für die Unterstüßung der Handelshochschulfurse in Königsberg. Herr Gothein hat meine Darlegungen über die Belastung Abg. Dr. Grüger- Hagen( frf. Bp.) nimmt den Finanzrat des deutschen und des englischen Volkes durch Zölle bemängelt. Sufenberg gegen frühere Angriffe des Abgeordneten Hammer in Von einem Boll auf Silberwaren kann ich in der englischen Schutz. Wenn das eingewerbliche Genossenschaftswesen sich nicht Statistit nichts finden, er müßte denn in der Position Boll auf so entwidelt habe, wie man erwartet hätte, so liège das zum Teil andere Artikel" enthalten sein. Diese beträgt aber nur 7 Mil- daran, daß man die Hoffnungen zu hoch gespannt habe. Die Ans lionen von den 700 Millionen der englischen Zölle. sichten der Regierung deckten sich jetzt vollständig mit den Ansichten Ferner: ich bin gewiß der eifrigste Unterstüßer der Temperenz- iciner politischen Freunde. Der Abgeordnete Hammer habe keine bewegung und würde eine Berdrängung des Alkoholgenusses für Ursache, sich zu rühmen, daß er für das Genossenschaftswesen acht Jahre arbeite, der Liberalismus set schon seit 50 Jahren bafür, treten. Die Bentralgenossenschaftstasse hat im Jahre 1887 ihre| lich beswegen, weil sie zu einer Konzentration des Kreditverkehrs tätig.( Beifall lints.) Tätigkeit begonnen mit 11 Verbandsfaffen und 786 Genossenschaften, führt. Aus diesem Grunde bekämpfen wir auch die Einführung Der Etat wird bewilligt. während fie 1906 mit 51 Verbandstaffen und 18 912 Genossenschafts- bes Postchedverkehrs, der in Frankreich mit dazu beigetragen hat, Es folgt die Beratung des Etats der preußischen faffen gearbeitet hat. Der Umfaß der Kaffe hat im letzten Jahre die Entwickelung des Genossenschaftswesens au hemmen. Daß die Genossenschaftstaffe. 12 Milliarden Mart betragen. Die Kaffe ist bemüht gewesen, den Zentralgenossenschaftskaffe in die Diskontopolitik der Reichsbank Abg. Hammer( f.): Die Angriffe, die Herr Dr. Crüger in Binsfab auf einer gleichmäßigen Höhe zu erhalten. Die Anregung eingegriffen hat, hat der Präsident der Genossenschaftskasse in der Wort und Schrift stets gegen die Zentralgenossenschaftskasse richtet, des Borredners, das Genossenschaftswesen in den Dienst der Ent Kommission bestätigt, wenn auch in vorsichtiger Form, indem er wenden sich in der Hauptsache gegen den Hauptverband gewerblicher fchuldung zu stellen, halte ich für erfolgversprechend. Die An erklärte, daß die Zentralgenossenschaftstasse teinen großen EinGenossenschaften. Gerade die fleinen Gewerbetreibenden werden regung, das Grundkapital zu erhöhen, scheint mir der Erwägung fluß" ausgeübt habe. Die Kreditgenossenschaften kann man nicht von den Kassen nach Schulze- Delitzsch zurückgewiesen. Die Schulze wert zu fein. Dann kann das Kapital der Genossenschaften für die in den Dienst der Entschuldung stellen, denn sie würden dann nicht Delitzsch- Naffen sind Großbanken geworden. Ich fordere Dt. Crüger Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes dienstbar gemacht mehr in der Lage sein, ihre Mittel genügend flüffig zu erhalten. auf, zu sagen, wo denn Millionen für den einen Mann aufgewerben. Dies kann in der Weise erfolgen, daß die Landschaften Die Genossenschaftstaffe gibt billigen Kredit, fie gewährt aber dafür wendes sind, wie er behauptet. Herr Dr. Grüger hat Vorstöße den Meaffrebit, die Genossenschaften den Personalkredit befriedigen. auch den Genossenschaften, die ihr überflüffiges Geld bei ihr an wegen der Milchgentrale gegen die Preußenfasse gemacht. Ber Abg. Dr. Crüger- Hagen( fef. Bp.): Die Ausführungen des legen, nur eine sehr geringe Verzinsung. Ich schließe mit dem chrier Herr Oberzensor Dr. Crüger, Sie müssen doch selbst sagen, Abgeordneten Sammer waren nichts als persönliche Angriffe.( Sehr Wunsche, daß die Zentralgenossenschaftstaffe dahin wirken möge, wenn eine derartige Setz gegen die Milchzentrale getrieben wirb, richtig! lints.) Er sagt, wenn man hier etwas sage, müsse man es daß das Genossenschaftswesen sich auf soliden Bahnen entwickelt. daß damit jede Genossenschaft ruiniert wird. Wir haben eine weiße auch beweisen können, zu gleicher Zeit schiebt er aber die Beweis.( Beifall links.) Weste an und lassen uns von Ihnen nicht auf die Stiefel treten. last dem Gegner zu.( Heiterkeit.) Er fragt, wo denn die Millionen Präsident der Zentralgenossenschaftstasse Heiligenstadt wendet ( Beifall rechts.) pären, die zur Förderung des Genossenschaftswesens ausgegeben Abg. Dr. Faßbender befürwortet eine Erhöhung des Grund- feien. Sind denn die 50 Millionen Grundkapital der Bentral- sich gegen eine Reihe der vom Vorrebner erhobenen Bedenken. Die fapitals der Zentralgenossenschaftstaffe und fragt, ob es richtig sei, genossenschaftskasse nicht solche Millionen? Sind nicht weiter zur Bentralgenoſſenſchaftskaffe wirke in bezug auf den Kredit- und Geldverkehr nicht zentralisierend, sondern dezentralisierend. Die daß die Preußenkasse mit schuld sei an dem hohen Disfontfab dörderung der Kornhausgenossenschaften etliche Millionen auf Grundfäße, von denen die Staffe fich leiten laffe, seien durchaus Die Beamten der Zentralgenossenschaftstasse gewandt? Herr Hammer meinte, ich hätte meine Abneigung gegen Befunde, als Bumpstation tonne sie nicht betrachtet werden. müßten aufgebessert werden. Das Genossenschaftswesen sollte sich bie Bentralgenossenschaftstasse auf den Hauptverband übertragen. Befunde, als Pumpstation tönne fie nicht betrachtet werden. in den Dienst der Entschuldung ländlicher Grundstücke stellen. Demgegenüber stelle ich fest, daß die Differenzen zwischen mir und Sierauf berta gt das Haus die Weiterberatung auf Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Im vorliegenden Etat ber Bentralgenossenschaftstasse rein fachlicher Natur sind, während Montag, 11 Uhr. Außerdem stehen noch eine Reihe anderer ist eine Reihe von mittleren Stellen aufgebeffert worden, der die mit dem Hauptverband vorwiegend persönlicher Art sind. Wir Stats auf der Tagesordnung. Aufbesserung der höheren Beamten konnten wir noch nicht näher bekämpfen die Zentralgenoffenschaftstasse nach wie vor nament Schluß 4 Uhr. der Neichsbant. Bleiben Sie fest Kath Kneipe reiner ner's! Kaffee Wat she es das Pack end Besses Verschlem are Scho arte vnd Fires agra Hafreiger's Mattafire- Fairies, PehltIhnen etwas? für die neue Wohnung, so geben Sie rechtzeitig in unser Spesial- Haus. Dort finden Sie eine überraschend grosse Auswahl Neuheiten: Teppiche Gardinen Portieren 450, 8. 18.50, 24, 36, 45 usw. 2.10, 8.50, 5, 7.50, 9, 12 usw. 6, 6.75, 9, 11.50 usw. sowie Steppdecken, Tisch- und Diwandecken, Läufer- und Möbelstoffe eto Zum diesmallgen Umzüge sind grosse Partie- Posten zu wirklichen Ausnahme- Preisen zum Verkauf gestellt, worauf wir besonders aufmerksam macben. 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Sonntag, 3. März 1907. man durch den herostratischen Gründungsrummel doch geradezu Die erste Antwort war die anmarschierende Polizei. gewiffenlos ba banque gespielt hatte- sollten( so wurde feierlichst macht. Soweit wir beobachteten, benahm sich die Polizei aber va Das„ Nordische" Industrieglück der verkündet) teine Nachteile erleiden. Die Stadt werde sich zu dem recht gemäßigt; eine Siftierung erfolgte nur. Eine fünfgliedrige Arbeiter! Danzig, 26. Februar 1907.( Eig. Ber.) Das Danziger Rathaus im Belagerungszustande! Den Eindrud mußte jeder gewinnen, der am Dienstag, den 26. Februar, den Langenmarkt und die Langgasse, die„ bornehmste" Hauptverkehrsader des„ Nordischen Venedig" um die Mittagszeit passierte. Auf beiden Seiten dieses Straßenzuges in der Nähe des Rathauses in kurzen Abständen Polizeiposten. Vor dem Rathause als Oberkommandierender der Polizeiinspektor v. Saucen und die Polizeikommissare Pohlmann und Schuezza. Neben den wenigen sonst das Straßenbild beherrschenden Börsenleuten und Couleurbrüdern aber die hier in dieser Menge geradezu überraschende Erscheinung zahlreicher abgearbeiteter und abgehärmter Proletarier im Arbeitsanzuge. Die 200 brot- und existenzlosen Arbeiter der verkrachten Nordischen Elektrizitäts- und Stahlwerke" waren in ihrer Hülflosigkeit direkt vor das Rathaus der sozialliberalen Gerechtigkeit" gezogen, um Hülfe in ihrer Not und die Erfüllung der ihnen gemachten Versprechungen zu fordern. " zwar außergewöhnlichen, aber dringend notwendigen Schritte ver- Deputation wurde beim Oberbürgermeister Ehlers vorstellig. stehen, den Arbeitern die Löhne weiter zu zahlen. Viel Preß- und der sonst so wißig sein wollende Diplomat", der noch am qualm wurde noch darüber gemacht, daß die Fortsetzung des Be- 15. Februar für die bankbrüchige Liebesgabenpolitik das charakte triebes und deshalb die Erhaltung branchekundiger Spezialarbeiter ristische Programm prägte:" Die Dummheiten sind dazu da, daß unerläßlich notwendig sei. Auf Vorschlag des Magistrats be- fie gemacht werden, und die Klugheiten führen auch nicht zum Ziel", willigten denn auch die Stadtverordneten am 15. Februar die vor vergaß angesichts dieser Arbeiter allen Wi" und jegliche schußweise Zahlung von 28 000 M. an Gehältern und Löhnen an Diplomatie. Ehlers ersuchte die Arbeiter nur dringend: die Ardie Beamten und Arbeiter. Ferner wurde aber gleich wieder eine beit wieder aufzunehmen und den Betrieb nicht zu neue Liebesgabenaktion durch den Beitritt zu der sogenannten stören! Vor allem sollten sie aber dafür sorgen, daß die„ ArBetriebsgemeinschaft"„ Ostdeutsche Stahlwerke, G. m. b. H.", bes beitseinstellung" und die Nichtzahlung der Löhne nicht in die schlossen, zu deren Stammkapital von 300 000 m. die städtischen 3eitungen tomme. Würde diese Tatsache öffentlich bekannt, Steuerzahler noch das heißt natürlich bloß vorläufig 23 100 fo würden die Gläubiger die neue Betriebsgemeinschaft" wieder Mark opfern müssen. auflösen und die im Betrage von 300 000 M. gezeichneten Kapitalien zurückziehen! " Soviel Aufhebens das gute Gewissen unserer Kommunaldespoten von den lumpigen 28 000 m. Ablaßgeld für die durch den offiziösen Gründungsschwindel böse genarrten etwa 400 Arbeiter und Beamten nun auch machte, so bald erhielten die Arbeiter die Gelegenheit, die wahre Süßigkeit der sozialpolitischen Großtat auszufosten. Das war die ganze Magistratsweisheit, mit der man 200 schuldlos hungernde Arbeiter abspeiste. Mit den paar kapitalistischen Gründungsspekulanten hat man viel mehr Aufhebens gemacht; aber für diese geistige Elite" wurde ja auch noch niemals ein so starkes Polizeikommando mobil gemacht! sprache auf dem Langemarkt zur Neuaufnahme der Arbeit; dann würde ihnen der Lohn schon werden. Nachdem die Deputation das Rathaus verlassen, ersuchte auch der Polizeiinspektor von Saucen die Arbeiter durch eine AnFest entschlossen, die Arbeit nicht wieder zu beginnen, bis man ihnen den längst fälligen Lohn zahlte, begaben sich die Arbeiter gegen 1 Uhr wieder nach Schellmühl. auch diese Das war der wirkungsvolle Schlußakt der kommunalfreisinnigen Liebesgaben- Politik für die Gründer und Spekulanten der famosen beitern davon gerade 10 Minuten vor Schichtschlußz Mitteilung geAm 31. Januar wurde der Betrieb eingestellt und den ArRegierungsgründung aus Ostmarkenmoral. Für die profit- macht! Die durchweg ohne Kündigung beschäftigten Arbeiter der lüfternen Kapitalisten des Werkes, bei dessen Gründung auf höchsten Betriebsabteilung„ Ostdeutsche Industriewerke" wurden ohne Wunsch der damalige Oberpräsident v. Goßler der Mann des be- weiteres aufs Pflaster gesetzt. Die mit 14 Tagen Kündigung eintannten„ Sic volo, sic jubeo!"-, der Oberbürgermeister Delbrück, gestellten Arbeiter des Walzwerkes auf dem Holm erhielten erst am der aber bald darauf über den Oberpräsidenten expreß ins Handels- 5. Februar die Kündigung durch eingeschriebenen Brief des Konkursministerium expediert wurde, und der hiestige Kämmerer Ehlers, verwalters Lorwein zum 19. Februar. Von der Nachzahlung der Der Vorgang hatte aber doch soviel Aufsehen erregt, daß die der dann mit unglaublicher Eile die Bestätigung zum Oberbürger- Löhne usw. enthielt der Brief nicht ein Wort! Die fündigungs- lokale Preffe trotz der interessanten Preßscheu des freisinnigen meister erhielt, pflichtgemäß Paten standen, wurden nicht nur die losen Arbeiter des Landwerkes erhielten die Restlöhne in zwei Oberbürgermeister diesen unsagbar kläglichen Bankerott der freifamosen 1 400 000 m. des Waggonkartells mit dem folgenden Staats- Raten am 8. und 25. Februar gezahlt. Die Herren Beamten von sinnigen Liebesgaben- Sozialpolitik doch nicht gut totschweigen vertrag mobil gemacht. Ueber sie wurde auch mit vollen Händen den Direktoren abwärts erhielten dafür ihre Gehälter anstandslos kann. Die" unparteilichen“„ Neuesten Nachrichten" sind denn auch zahler mit vollen Händen, beginnend mit der ominösen Einviertel- sprach der Direktor Scheiffele nach der Kündigung, daß ihr Lohn stören, sehr ungehalten. Sie faseln mit der üblichen Unfehlbarkeit der kommunalfreifinnige Liebesgabensegen auf Kosten der Steuer- und nicht portionsweise gezahlt! Den Walzwerkarbeitern ver- über die„ die Arbeit verweigernden" Arbeiter, deren knurrende Magen die schönen Kreise der Sanierungsspekulationen so rücksichtslos millionen- ,, Sypothet", und zwar bloß aus reinster Arbeiter- ebenfalls in zwei Raten gezahlt würde. Zum 20. Februar wurde stören, sehr ungehalten. Sie fafeln mit der üblichen Unfehlbarkeit freundlichkeit, ausgeschüttet. Aber so wenig ein Xerres die Naturkraft des Meeres in Ketten dem nichts erhielten, sollte am 22. Februar gezahlt werden. Aber bummen als dreisten Verdunkelungsversuche passen auf die bisauch die erste Zahlung in Aussicht gestellt, als sie dann aber troß- einiges Verlegenheitsgerede und jonglieren sogar mit den geseklichen Vorschriften der Konkursordnung". Diese wohl mehr zu bändigen vermochte, so wenig vermochten die höchsten Staats- auch dann erhielten die in größter Not befindlichen Leute nichts! herigen Reklameposaunen über die völlige Schabloshaltung der kommandos das moderne Wirtschaftsleben nach ihrem Belieben zu Auf weiteres Drängen wurde eine Abschlagszahlung für den 25. Arbeiter" durch die großherzige Sozialpolitik der Kommune" wie dressieren. Da hilft eben auch kein„ Sic volo, sic jubeo!" Dazu zugesagt. Auch diese unterblieb aber! Der Konkursverwalter er- bie Faust aufs Auge. Für die richtige Erkenntnis der kapitahalf nicht einmal die polizeiliche Auflösung der Volksversammlung, flärte nun, er fönne nicht zahlen, weil die Direktion noch nicht liftisch- gesinnungslosen Parteilosigkeit sind aber in der unsere Danziger Genossen die staatliche Ostmarkengründung die Lohnlisten herausgegeben habe. Auf Vorstellung bei dem Täuschungsmanöver nicht ganz überflüssig. Wie freie Arbeiter, und die dabei geübten Manipulationen zur Zeit der Gründung Direktor gab dieser den Arbeitern die schriftliche Erklärung, daß die von der Kontursverwaltung schon zum 19. Februar durch die unter die Lupe nehmen wollten. er die Listen bereits am 8. Februar dem Konkursverwalter über- Kündigung regelrecht entlassen wurden, die Arbeit berDem Werke fehlten nach dem Urteil aller ernst zu nehmenden geben habe! Als Herrn Lorwein diese Erklärung übergeben weigern fönnen, ist wohl nur das Geheimnis der unparteiischen Sachverständigen von vornherein alle Griftenzbedingungen. Und worden, behauptete er: die Direktion habe befohlen, daß das Geld Spezialweisheit. Die Mommsensche Danziger Zeitung" ehrt den selbst die überreiche Ordensfülle des ersten recht bald verschwundenen nicht eher gezahlt werden dürfe, bis die Leute wieder eine Woche Wunsch ihres geistesverwandten Kommunalchefs und schweigt die Direktors Salomon Marg, der aber für die oberfaule Tochter gearbeitet hätten! Dazu riet er den Arbeitern, die Arbeit wieder notgedrungene Verzweiflungsaktion der maßlos dupierten Arbeiter gründung des Memeler Elektrizitätswertes vorher bloß 20 000. aufzunehmen.... Diese erklärten aber mit Recht, ohne den rückals besondere Ehrengabe einstrich, konnte an dieser harten Tat- ständigen Lohn nicht leben zu können und deshalb auf dessen ohne Umstände tot! fache selbstverständlich nicht das geringste ändern. Troß der un endlicher Herausgabe bestehen zu müssen. Einmütig lehnten die geniert fast nur in geheimen Sibungen beschlossenen kommunal- Arbeiter, darunter ergraute finderreiche Familienväter, die unfreifinnigen Liebesgaben aus den Taschen der hier wahrlich schon glaubliche Zumutung, sie auf diese Weise in ein neues ganz un genug gebrandschatten Steuerzahler trachte das Schwindfuchtswerk gewisses Arbeitsverhältnis für die Bankrotteure zu zwingen, ab. Spekulanten des Werkes, sämtlich natürlich schwerreiche nach mancher vergeblichen Sanierungs- Gewaltoperation am Nur die paar Hirsch- Dunderschen konnten auch in dieser Kapitalisten, unbedenklich Hunderttausende 31. Januar endgültig zusammen. Ein zwanzigstel Prozent von den Situation ihre Natur nicht unterbrüden. Unter diesen schenkt, so muß man selbstverständlich den Arbeitern doch 250 000 m. 125 M. das ist, außer dem radikalen Verlust Rausreißern standen sogar die beiden Gewerbegerichts- mindestens den rechtmäßig verdienten Lohn herausbon sämtlichen Zinsen, rund 60 000 M. usw., der praktische Effekt Kandidaten der Hirsche, die Walzmeister Urbanned der unglaublichen Vergeudung der Steuergroschen durch die natür- und Schlottczyc, an der Spize! Verzweifelnd nach den geben! Dabei sind doch nicht wenige derselben durch den Grünlich prinzipiell durchaus subventionsfeindlichen freisinnigen" vielen ihnen nicht gehaltenen Versprechungen erinnerten sich die dungshumbug aus guten Arbeitsstellen herausgerissen und hierher Stadtbäter. In dieser heiflen Situation hielt es der Kommunal- troß des grimmigen Winters seit dem 22. Januar- der letzten geschleppt, wo die Walzwerksarbeiter z. B. ihre Facharbeit überfreifinn für rätlich, sich wieder einmal seiner Arbeiterfreundlich- Lohnzahlung ohne einen Pfennig Lohn gebliebenen Arbeiter haupt nicht mehr finden können! Schließlich hat man die befeit" zu erinnern. In langen Reklamen verkündeten denn auch die der schönen Rathausreden. Und am 26. mittags setzte sich die rühmten 28 000 M. doch auch nicht etwa nur für die Herren Direttoren usw. bewilligt?! lokalen Zeitungswindmacher den prinzipiellen Selbstmord des ganze Schar der 200 Opfer der freisinnigen Kapitalistenpolitik von freifinnigen Manchestertums. Die Arbeiter mit deren Eristenz Schellmühl aus zum Rathause in Bewegung. und Logisgeber nicht in der bitteren Not befänden, die sie jest Selbst wenn sich auch die Arbeiter und dadurch auch ihre Kost leiden müssen, könnte doch kein Zweifel darüber bestehen, daß die Stadt für sie einzutreten verpflichtet ist! hat man den ge= Wegen Umbau und Umgestaltung Grosser Ausverkauf. 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Wie rroch erinnerlich sein dürfte, machte vor einigen Wochen ein sensationeller Poli�eibericht die Runde durch die Presse, wonach eA'der Fixigkeit bei Berliner politischen Polizei gelungen war. eir.cn.groß angelegten anarchistischen Coup" zur Betreibung der anarchistischen Propaganda zu verhindern. Die Darstellung der Angelegenheit in dem Polizei- bericht erweckte den Anschein, als hätten die Anarchisten von einem der berühmten Abteilr.ng VII genau bekannten internationalen Gcheimwinkel aus ganz Deutschland mit fürchterlichen Brand- schristen gegen geheiligten Militarismus überschwemmen wollen, und nr c der Allwissenheit der„Politischen" am Alexander- platz es zu danken sei, daß dieses ruchlose Vorhaben entdeckt und jene Schrien nebst deren Verbreitern abgefangen wurden. Wie es sich mit dem grandiosen Fang der Polizei in Wirklichkeit ver- hielt, zeigte die Gerichtsverhandlung in ziemlich dürrer Weisp. Angeklagt waren der Elektrotechniker S a u t e r aus Berlin und der Schuhmacher Schaus aus Arefeld wegen Aufforderung lzur Begehung strafbarer Handlungen und öffentlicher Aufreizung zu Gewalttätigkeiten nebst unbefugten Gebrauchs der Abbildung des kaiserlichen Wappe ns, begangen durch Verbreitung von Druckschristen. Als solche kamen in Frage das anarchistische „Soldaten Brevier" und das„Internationale Rebellen-Lieder- t«ch". Mitangeklagt war außerdem noch der Drechsler M a l h ck a ems Berlin, der aber flüchtig geworden ist. Die beiden erst- genannten AngeUagten wurden aus der Untersuchungshaft vor- geführt. Den� Vorsitz führte Landgcrichtsdirektor M e n z, die Anklage vertrat Staatsanwalt Lindow, als Verteidiger fungierte Rechts- unwalt Dr. Halpert. Nicht weniger wie fünf vereidete Dol- metscher waren zür Uebersetzung der inkriminierten Lieder bemüht worden, da die Liedertexte außer in der deutschen auch noch teils in französischer, italienischer, spanischer, tschechischer, russischer und Polnischer Sprache abgefaßt sind. Bei seiner Vernehmung erklärte der Angeklagte Schaus: Er bedauere es aufs tiefste, sich in diese ganze Sache eingelassen zu Herbem Hätte er ahnen können, um was es sich hier handelte, so würde es ihm niemals eingefallen sein, sich an dem Transport jener Schriften zu beteiligen. Unter Träne» beteuerte er, von jetzt«b ein neues Leben beginnen zu wollen und seine anarchistische Meinung ein für allemal abzulegen. Bisher sei er auch Dissident gewesen, doch habe er bereits Schritte getan, um wieder in die katholische Kirche aufgenommen zu werden. Er bat dann, man möge ihn während der Verhandlung doch nicht mehr Anarchist nennen, denn er habe es sich, durch seine jetzige Erfahrung klug geworden, fest vorgenommen, für immer mit den Anarchisten zu Ivrechen. Deswegen wolle er, so wie schon bei seiner Vorverneh. mung, auch jetzt ein volles und reumütiges Geständnis ablegen Eines Tages habe er in seiner Wohnung in Krefeld einen Eilbrief mit der Unterschrift Sauters erhalten, worin er gebeten wurde, nach Duisburg zu fahren, wo ihn ein anarchistischer Genosse er- warte. Als er dort ankam, erfuhr er, daß ein Holländer Schriften gebracht hatte, die nach Berlin geschafft werden sollten, die man der Post nicht anvertrauen wolle. Nach einigem Zureden über- nahm er es, die in zwei Handkoffer gepackten Schriften nach Berlin zu bringen, woselbst ihn Taut« und Malhcka auf dem Lehrter 'Bahnhof empfingen. Die Koffer wurden nach Malyckas Wohnung gebracht. Später gingen sie gemeinschaftlich in die Wohnung des Anarchisten Frauböse. Bei Malhcka übernachtete Schauf sodann, woselbst auch die Koffer entleert wurden. Am anderen Morgen, am 7. Februar, wollten sich beide mit den leeren Koffern nach der Redaktion des„Freien Arbeiters" begeben, sie wurden jedoch, ehe sie dort ankamen, auf der Hochbahn verhaftet. Taut« bestritt, jenen Eilbrief an Schauf geschrieben zu haben. (Ter Brief selbst ist nicht mehr vorhanden.) Beim Transport der Koffer nach Malyckas Wohnung will er sich auf dessen Auf- forderung nur deshalb beteiligt haben, weil er annahm, daß es sich hierbei um eine Privatgefälligkeit jenem gegenüber handelte. Der Inhalt der Koffer wie auch der Broschüren sei ihm unbekannt ge- Wesen. Als Zeugen waren drei Beamte der politischen Polizei ge- laden. Von diesen bekundete der Kriminalkommissar Kunze: Die Ueberwachung der Anarchisten sei sein Spezialgebiet. Bei der Observation des Anarchisten Frauböse sei es dem damit beauf- tragten Beamten aufgefallen, daß am Abend des 6. Februar ein „neuer, bisher� unbekannter Genosse" dort mit einging. Dieser Fremde war Schauf. Er wurde beobachtet, wie er mit Malycka wieder nach dessen Wohnung zurückging und dort erst am nächsten Morgen mit jenem wieder zum Vorschein kam. Die Koffer, die beide trugen, fielen auf und erregten Verdacht. Es erfolgte die Verhaftung. Die Koffer wurden untersucht, und da sie leer waren — Malhcka aber ein Exemplar des„Soldnten-Brevier" in seiner Brusttasche hatte—, so erfolgte in der Wohnung von Malyckas Mutter eine Haussuchung. Denn für die Polizei wäre es doch klar gewesen, daß zwei Anarchisten doch nicht zu ihrem Vergnügen mit leeren Koffern spazieren gehen würden. Die Haussuchung verlief zunächst ergebnislos. Erst bei einer späteren Vernehmung— Malycka w.ar nämlich zweimal verhaftet und zweimal wieder cnt- lassen worden— machte Malycka der Polizei das Geständnis, daß die Broschüren bei ihm auf dem Boden in einer Kiste verborgen waren. Gefunden wurden 1232 Exemplare. Es erfolgte nunmehr die Verlesung resp. Uebersetzung der in- kriminierten Erdichte und der beschlagnahmten Broschüre. Während dieser Zeit wurde auf Gerichtsbeschluß die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausgeschlossen. Den Ver- tretern der Presse wurde das Verbleiben gestattet. Das„Sol- daten-Brevier" zeigt ein schwarz-wciß-rotes Titelblatt mit dem Reichsadler und der Inschrift„Mit Gott für König und Vaterland". Unten steht der Vermerk:„Verlag des königlichen Kriegs- Ministeriums". Der Staatsanwalt sah in dem Inhalt des Liederbuches wie auch der Broschüre Aufforderungen zur Gotteslästerung, Fürsten- enord, zum Hochverrat, zu Dynamitverbechen, zur Desertion, mili- tärischem Ungehorsam usw. Es handele sich hier vor allem um den ersten größereu Borstoß zur antimilitaristischen Propaganda. Er beantragte die Unbrauchbarmachung der Schriften. Hinsicht- Itch des Strafmaßes sei bei Schauf dessen Reumütigkeit zu berück- sichtigen und halte er infolgedessen eine Strafe von drei Monaten Gefängnis für angemessen. Bei Sauter komme jedoch in Betracht, daß dieser als bewußter Anarchist den Staat mit allen Mitteln bis zur Vernichtung zu bekämpfen gewillt sei, deshalb habe der Staat und seine Organe auch die Pflicht, solchen Bestrebungen mit aller Strenge entgegenzuwirken. Er beantragte deshalb gegen Sauter eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten. Der Verteidiger Dr. Halpert führte in seinem Plaidoyer unter anderem aus: Wenn das Gericht sich diesen Standpunkt des Staats- anwalts zu eigen machen wollte, dann würde dadurch der Richter einfach zum Parteiinanne degradiert werden und der Strafprozeß würde damit zum Parteiprozeß. Zweifellos hätten den Angeklagten Sauter edle Motive geleitet. In seinen weiteren Ausführungen würdigte er dann das Ergebnis der BoweiSaufnaHnie in totsächlicher und juristischer Hinficht zugunsten der Angeklagten. Unter anderem wies er darauf hin, daß nach der Beweisaufnahme die Polizei bei dem Metallarbeiter Zumpe in Charlottenburg 42 Exemplare dieses Liederbuches vorgefunden habe, die diesem ans London zugesandt worden ivaren. Wenn die Londoner Propaganda schon bei Zumpe eine Art Zentraljtätte für die deutsche Propaganda , hatte, sei, siicht anzunehmen, daß sie eine kurze Strecke davon noch . eine csentralstätte bei dem Angeklagten eingerichtet habe. Rück- I sittlich des„Soldaten-Breviers" sei nach der Beweisaufnahme nicht Sauter, sondern Malycka die treibende Kraft gewesen. Denn Sauter sei nichts nachgewiesen, waS auf eine Verbreitung durch ihn hindeute. Die Polizei habe in diesem Falle 24 Stunden zu früh ihres Amtes gewaltet; hätte sie 24 Stunden gewartet, dann wäre vielleicht wirklich eine Propaganda nachweisbar gewesen, was jetzt nicht der Fall sei. Bei dieser Gelegenheit, so slocht er ein, wolle er auch die Legende zerstören, als hätte die Polizei hier eine große Entdeckung gemacht. Lediglich bei der Observation Frau- böses sei die Polizei zufällig auf den bis'dahin unbekannten Schauf aufmerksam geworden, und das Versteck der Schristen habe Malycka später selbst angegeben. Er beantragte Freisprechung. Das in später Abendstunde gefällte Urteil lautete, wie wir bereits gestern mitteilten, für Schauf auf 3 Monate Gefängnis, wovon zwei Wochen als durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet ivurden. Auch erfolgte dessen Haftentlassung. Für Sauter erkannte das Gericht dagegen auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Auch wurde auf Einziehung der Schristen erkannt. �* Wir kennen den Inhalt der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verlejpnen Schriften nicht. Es können die zur Anklage und Ver- urteilung herangezogenen Stellen wohl ohne eine Partei- politische Interpretation schwerlich als Aufforderungen zu all den strafbaren Handlungen, deren Liste der Staatsanwalt gab, erachtet werden. Denn sonst ist unverständlich, aus welchem Grunde der Staatsanwalt die vermeintliche parteipolitische Richtung der Angeklagten verwertete. Auffällig ist ferner, woraus denn die Zuständigkeit der Strafkammer gefolgert ist, wenn in der Tat angenommen wurde, es handle sich um Aufforderungen zum Hoch- verrat gegen das Reich. Denn nach Z 136 des Gerichtsverfassungsgesetzes ist zu einer Aburteilung hierüber das Reichsgericht ausschließlich zuständig. Völlig unklar bleibt, worin denn die Ver- breitungstätigkeit des Sauter bestanden haben soll. Nicht eine Handlung, sondern die Tendenz des Angeklagten erscheint nach dem Gesamtergebnis der Beweisausnahme als das Moment, das zur Anklage und zur Verurteilung geführt hat. Gegen eine Verurteilung, die zum mindesten im letzten Grunde auf die politische Ansicht des Angeklagten zurückzuführen ist, müssen wir aber auch in diesem Falle, in dem es sich um politische Gegner der Sozial- demokratie handelt, anfs energischste uns aussprechen. Je schärfer der Klassengegensatz sich zugespitzt hat, desto mehr wird die Grund- läge jedes gerichtlichen Verfahrens, das auf Gerechtigkeit abzielt, verlassen: lediglich Handlungen, aber nicht die politische Gesinnung des Angeklagten zur Verantwortung zu ziehen. Die verhandelten Anarchistenprozesse legen aber auch die Ver- mutung dringend nahe, daß es sich bei der gesamten Aktion um den Hereinfall des Angeklagten Sauter in die Fallen eines agenr provocateur gehandelt hat. Die Seele des Ganzen— Malycka— trägt ein Exemplar des Soldatenbreviers in der B r u st t a s ch e. Ferner: erst durch sein„Geständnis" wird die Polizei zu dem vorher vergeblich gesuchten Versteck von 1232 Exemplaren geführt! Dieser Haupttäter wird dann zweimal verhaftet, zweimal wieder entlassen— und entkommt! Hinzu tritt die sonderbare Rolle des Angeklagten Schauf. Das einzige Belastungsmoment gegen Sauter besteht in dem Brief, den Schauf von ihm empfangen haben evill und dessen Existenz Sauter entschieden bestritt. Der Brief selbst war nicht vorhanden. Schaus, der auf die auffällige angebliche briefliche Aufforderung hin sich sofort zur Abholung �es Koffers bereit erklärte, tritt dann vor das Gericht als reuiger Sünder hin. Das sind durchweg Dinge, die neben der vom Verteidiger besonders gewürdigten Londoner Abholungsstelle die Vermutung als zutreffend erweisen, daß es sich um das Manöver von Spitzeln gehandelt hat, deren Opfer Sauter geworden ist. Es ist eine plumpe Falle in Anlehnung an ältere Polizeispitzelstücke gelegt. Wir rufen das bekannte„Buben- stück", das die Ohm, Gödsche und Piersig gegen Waldeck ausführten, als ältestes Muster, den Druck der„Most"schen„Freiheit" durch Polizeigeld, die Taten eines Wichmann, Hamm und dergl. als neuere Muster ins Gedächtnis. Als wir am IS. Februar gegenüber der im Polizeistil abge- faßten Notiz über die angeblich große, jetzt in ein Nichts zer- flossene Heldentat der politischen Polizei auf die Wahrscheinlichkeit des Wirkens eines Spitzels hinwiesen, siel das Organ der Anarchisten, „Der freie Arbeiter", wütend über uns her. Vielleicht ist es durch den Gang des Prozesses darüber belehrt, daß der Kurs, der die Mostsche„Freiheit" auf Polizeikosten drucken ließ, um Schein- Material gegen die Verlängerung des fluchwürdigen Sozialisten- gesetzes zu beschaffen, auch heute noch am Werk ist. Die„Gentle- mens", die gewünschte Verbrechen auf Lager arbeiten, sind nicht ausgestorben: nach ihnen schreit die Reaktion wie der Hirsch nach dem Wasser. Der Prozeß Sauter hat aufs neue die Gemein gefährlichkeit einer Institution erwiesen, deren Kreaturen die Hallunkenmoral von Lockspitzeln gewerbsmäßig betätigen. Das genügt freilich der liberal-konservativen Paarung nicht als Grund zur endlichen Beseitigung der politischen Polizei. Ihr sind die Arbeiten der Lockspitzelei willkommener Anlaß zur Enschüchterung des Philisters._ Hus Induftrie und Kandel. Lohnsteigenillg— Mehrleistung. Das erste Geschäftsjahr der Essener Steinkohlenbergwerke nach Angliederung der Gewerkschaften„Herkules",„ver. Pörtingssiepen" und„ver. Dahlhauser Tiefbacc" muß als günstig bezeichnet werden. Nach dem Vorstandsbericht betrug die Kohlenförderung 1396 923 Tonnen(im Vorjahre 1 183 706 Tonnen), mehr 213 217 Tonnen— 18 Proz.; die Brikettherstellung 469 803 Tonnen(im Vorjahre 344 109 Tonnen), mehr 125 696 Tonnen— 37 Proz; der Effekt pro Mann und Schicht 1,06 Tonnen(im Vorjahre 0,97 Tonnen), mehr 0,09 Tonnen. Die Lohnsteigerung bedeutet eine jährliche Mehrausgabe von rund 780 000 M. oder eine Verteuerung der Selbstkosten von 8 Proz., dagegen stieg die Leistung pro Mann und Schicht um 9 Proz._ Ein technisches Riesenprojekt. Der bayrische Ingenieur und Major a. D. D o n a t hat ein großes Projekt zur Ausnützung der Jsarträfte ausgearbeitet und versucht es jetzt zu verwirklichen, loobei er— fast möchte man sagen, selbstverständlich— gegen eine planmäßige Verschleppung der maßgebenden Staatsbaubehörden anzu- kämpfen hat. Donats Projekt läuft in seinen Grundzügen darauf hinaus, den ungeheuren Druck des Walchensees, der über 200 Meter über dem Kochelsee liegt, für die Jsarevasser nutzbar zu machen. Er will die Wasserkraft des Walchensees durch einen Staukanal in den Kochelsee und von da in die Isar leiten. Vermittels einer gewaltigen 435 Meter langen, in 50 Meter Tiefe auf dem gewach- senen Felsenuutergrund der Isar fundierten Talsperre vei Vorderriß soll ein künstlicher Stausee und damit eine Kraft von rund 100 000 Psi-rdekräften erzeugt werden, groß genug sämtliche elek- irische Kraftanlagen in Bayern zu versorgen. Durch die Wasser- entziehung würde, nach Donats Angaben, der Walchenseespiegel eine Absenkung von 7 Meter erfahren und zwar nur zur Winter- zeit. Die größten Bedenken bei den Baubehörden scheint die Tal- sperre zu erregen. Die Talsperre, die einen Druck von 73 Millionen Kubikmeters! auszuhalten hätte— die 2000 Meter lange Nilsperre hei Assuan schließt beispielsweise eine Wassermenge von 1200 Millionen Kubikmeter ein—, bietet alle Garantien der Sicherheit nach Donats Angaben, wenn sie in bestem Portlandzementbeton nach dem patentierten Verfahren einer Düsseldorfer Sperrenbaufirma ül'i gemach ien