Nr. 58. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 0, wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Boft Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland B Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. RD 24. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( tett. gedructe) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf ftellen Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Numuner müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Mr. 1983. Sonnabend, den 9. März 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. r. 1984. Der Wahlfieg der Sozialisten in pofitionellen Barteien verſtärken, wobei die Gosial- Biz egouverneur war, jest aber als Kandidat des Rußland. Wahlmännerfollegien zur Minderheit herabgedrückt wurden. Tobolsk), der Arzt Popow( Gouv. Charkow), der Etnograph Die unausbleiblichen Neuwahlen werden lediglich die Naliwkin( Gouv. Taschkent), der noch vor wenigen Jahren demokratie wiederum auf einige Mandate in den Gouverne- linken Blocks"( zu dem auch die S.-D. und die S.-R. gements Minst, Nowgorod, Poltawa und Cherson rechnen kann. hörten) gewählt wurde und seine revolutionäre Gesinnung Was die Sozialrevolutionäre Partei an- nicht verbirgt. Ferner der Priester Kolokoltschikow( Goud. Das parlamentarische Wirken des einen und des Was den glänzenden Sieg der Opposition bei den Duma- betrifft, so ist es vorläufig noch viel schwieriger, über ihre Berm), der den Sozialrevolutionären nahe steht. wahlen noch ganz besonders bemerkenswert macht, das ist annähernde Stärke in der Duma etwas Positives zu sagen. der Umstand, daß innerhalb der Opposition selbst die Einige Blätter geben sie auf 54, andere dagegen auf nur 10 anderen der 100 Sozialisten in Rußlands Reichsduma zu beExtremen", d. h. diejenigen Parteien und Gruppen, die an! Dieser Widerspruch erklärt sich dadurch, daß die Sozial- viel steht fest: Steiner von ihnen ist in die Duma gegangen, links von den Konstitutionellen Demofraten" stehen, gefiegt rebolutionären als politische Richtung nur die ertremste ohne den festen Borsak, an seinem Teile nach besten Kräften haben. Diese Tatsache ist von außerordentlicher Bedeutung, Färbung jener gewaltigen Strömung darstellen, die den mitzuarbeiten im Dienste des schwer bedrückten russischen denn sie ist ein Anzeichen dafür, daß die revolutionäre Gärung Namen„ Norodnitschestwo" führt und die charakterisiert wird Boltes, im Dienste der gewaltigen Kulturaufgabe, den Baris im Bolte andauert. Aber vor allem symptomatisch ist der für durch das allgemeine Streben, das Gebäude des Sozialismus mus so bald wie möglich von der Bildfläche verschwinden zu biele so überraschend große Sieg der Sozialisten. nicht auf der Grundlage des proletarischen Klaffenkampfes, laffen. " Die russische Revolution. Die erste Kraftprobe. Die genauen Angaben über die Parteizugehörigkeit fondern auf der Evolution der selbständigen bäuerlichen der einzelnen Dumaabgeordneten treffen nur allmählich Wirtschaft aufzubauen.( Die noch extremere Richtung der bei den Zentralinstitutionen der Parteien ein, die Zeitungs- Marimatisten", die sich vor kurzem von der Sozialund offiziellen Meldungen aber find höchst unzuverlässig, rebolutionären Partei getrennt hat, nahm an den Wahlen und sie widersprechen einander. Diefer Umstand findet seine nicht teil, da ihre Brinzipien sich dem Anarchismus nähern.) Petersburg, 8. März.( W. Z. B.) Reichsduma. Das Erklärung vor allem in der unheimlichen Macht des weißen Der rechte Flügel der" Narodnitscheſtivo" wird von den Baus nahm zunächst die Wahl der Vizepräsidenten vor, die Zerrors, der die Kandidaten während der Wahlen an vielen Boltssozialisten" gebildet; es sind dies ihrem Wesen nach drei Stunden in Anspruch nahm. Es wurden die Kandidaten Orten zwang, ihre Parteizugehörigkeit vor uneingeweihten", gewöhnliche kleinbürgerliche Radikale mit einem fathederd. h. vor den Behörden, sorgfältig zu verbergen. Diese Erfozialistischen Reformprogramm. In der Mitte zwischen den der Linken, Beresin von der Arbeitspartei und der Depu tierte für Charkow Advokat Posnansty mit 345 bezw. scheinung trat hauptsächlich auf dem Lande zutage, wo das Sozialrevolutionären und den Voltssozialisten stehen die 349 Stimmen gewählt. Der Sieg der Linken wurde von der vierstufige Wahlsystem besteht und wo die Parteigruppen Trudowifi"( Arbeitsgruppe), die keine bestimmte sozialistische selben mit lärmendem Beifall aufgenommen als ein Zeichen offen nicht agitieren konnten und deshalb zur illegalen Weltanschauung haben, aber zur Auffassung des Agrar- bes festen Zusammenhaltens zwischen den Sozialisten und den Propaganda in den geschloffenen Dorfversammlungen und in fozialismus der" Narodniki" hinneigen. Die Partei der den Dorfvertreterkollegien ihre Zuflucht nehmen mußten. Sozialrevolutionäre ist nicht nur die energischste, sondern übrigen Gruppen der Linken gegenüber den Kadetten, die als hatten, während die Sozialisten ihn ablehnten als Vertreter Die endgültige Entzifferung" jener zweideutigen auch die ausgeprägteste Gruppe der„ Narodniti", die auch Bizepräsidenten den Moskauer Deputierten Leslento gewünscht Barteibezeichnungen, die bis heute in den offiziellen und in hier und da auf die organisierte Arbeiterbewegung Einfluß einer Stadt, in der die Kadetten der Arbeitspartei kein Mandat den Zeitungsberichten mit Bezug auf die Bauerndeputierten befißt. Dennoch gingen die Sozialrevolutionären bei den angewandt werden, kann also erst in der Duma selbst er. Wahlen in der Linken der Narodniti- Richtung auf, die einerseits den Kadetten, andererseits den Vertretern des prole= folgen. tarischen Sozialismus, den Sozialdemokraten, entgegengestellt wurde. Bis jetzt sind 482 Abgeordnete gewählt. Von ihnen gehören etwa 110 zur gemäßigten Linfen( das sind die Kadetten und die ihnen Nahestehenden) und nicht weniger als 180 zur extremen Binten". Bon letteren wissen wir, daß 50 unter ihnen als Kandidaten und Mitglieder der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei gewählt worden sind, und zwar die folgenden: Es ist bis jetzt noch immer unbekannt, ob die Sozial. rebolutionären in der Duma eine felbständige Fraktion bilden werden oder nur einen Teil der allgemeinen Arbeiter partei". Jedenfalls ist die Zahl der Deputierten, die sich aum sozialrevolutionären Programm bekennen oder ihm wenigstens nahestehen, nicht gering. Wir schäßen sie auf 30 bis 40. Als reine Sozialrevolutionäre, die in die Duma gekommen sind, können angesprochen werden: einräumen wollten. Sturmzeichen. Die Russische Korrespondenz" erhält das nachstehende Telegramm: Petersburg, 8. März. Die politische Lage erfährt eine grelle Beleuchtung durch das Vorgehen der Regierung gegen Die Rjetsch", das angesehenste Drgan ber die Presse. Kadetten, wurde konfisziert, weil sie die nachstehende Resolution der sozialdemokratischen Dumafraktion abgedruckt hatte, Die Resolution lautet: Da die Mitglieder des Dumapräsidiums fortlaufend Beziehungen zum Hofe und zu den Vertretern der bureaukratischen Regierung unterhalten müssen, so verzichten die Sozialdemokraten auf Poften im Präsidium." Außerdem wurde eine ganze Reihe Redakteure unmittel bar nach Eröffnung der Duma vor Gericht gestellt. Das Drgan der Partei der demokratischen Reform( von absolut gemäßigter Richtung) wurde unterdrückt. Die Fraktion der Kosaken. Petersburg, 8. März. Die von den Rosalen gewählten Dumadeputierten haben eine besondere Frattion zum Schuße der Interessen der Kosaken gebildet.( Die Fraktionsmitglieder dürften meistens mit den Kadetten stimmen.) Der Polenklub in Petersburg. 1. Arbeiter Petrom( Goub. Petersburg), 2. Dorfschulfehrer Ismailom( Goub. Nowgorod), 3. Arbeiter Berrn ( Reval), 4. Arbeiter Wogshanom( Gouv. Twer), 5. und 6. die Arbeiter Morew und Gubarew( Gouv. Moskau), 7. Arbeiter 1. Bauer Petruchin( Gouv. Kasan), 2. Bauer Feodorow Shigilew( Jwanowo Wosnessenst), 8. Arbeiter Stalinin( Goub. Kasan), 3. ehem. Stud. Fotejem( Gouv. Nishni- Now( Gouv. Kostroma), 9. Arbeiter Romanow( Gouv. Nishni gorod), 4. Lehrer Wasnessensky Gouv. Samara), 5. Bauer Nowgorod), 10. Maschinist Stepanow( Goub. Pensa), 11. Buch- Archangelsky( Gouv. Samara), 6. Techniker Strelkow( Gouv. halter Tatarinow( Gouv. Simbirst), 12. Arbeiter Ruban Samara), 7. Simin( Gouv. Simbirst), 8. Arbeiter Rabakow Die Nachricht, daß die Hinrichtungen sistiert wurden, ist ( Gouv. Samara), 13. Bauer Komar( Goub. Samara),( Gouv. Perm), 9. Arbeiter Efremer( Gouv. Wjatka), 10. Arzt 14. Arbeiter Lopatkin( Gouv. Saratom), 15.- 17. die Dorf- Dolypolom( Stadt Nishni- Nowgorod), 11. Rechtsanwalt falsch. Es finden noch immer Hinrichtungen statt. Der Verband des russischen Volkes sendet an den Zaren Schullehrer Anifin, Anissimow und Serow( Gouv. Saratow), Shirsky( Ruban- Gebiet), 12. Bauer Chwoft( Gouv. Tscher18. und 19. die Arbeiter Schagin und Tschaschtschin( Goub. nigow), 13. Bauer Owodow( Gouv. Kursf), 14. Ingenieur fortgesetzt Bittgefuche, dahingehend, den Prozeß Herzenstein Berm), 20. Kontorangestellter Petrom( Gouv. Berm), 21. Ar- Luschenko( Gouv. Kurst), 15. und 16. die Bauern Nshechin den finnischen Gerichten abzunehmen und an ein russisches beiter Fomitschem( Krim), 22. Lehrer Nagich( Gouv. Efa- und Chworostuchin( Gouv. Saratow), 17. Lehrer Pokrowsky Gericht zu überweisen, was nur durch Gesetzesverlegung geterinoslaw), 23. Arbeiter Bjelouffon, Vorsitzender des Glaser.( Gouv. Saratow). Den Sozialrevolutionären nahestehend schehen kann. berbandes( Gouv. Jefarinoslam), 24. Arbeiter Nesterom ist auch der greise Emeljanow( Sewastopol), der wegen Zeil( Don- Gebiet), 25. Arbeiter Rybaltschenko( Gouv. Charkow), nahme an der Ermordung Alexanders II. vor 25 Jahren zum 26. Arbeiter Brichodjko( Gouv. Tichernigow), 27. Arbeiter Tode verurteilt und dann zur Zwangsarbeit begnadigt Bjelanowsky( Gouv. Kurst), 28. Arbeiter Gumento( Goub. worden war. Etwa 10 Deputierte gehören der gemäßigten Gruppe Riew), 29. ehem. Student Kirienko( Goud. Riew), 30. Lehrer Fedorow( Gouv. Riew), 31.- 34. die Bauern Lagno, Sachno, der Volksfozialisten an. Wowtschinsky und Snedir( Gouv. Kiew), 35. Lehrer Getus Im großen und ganzen werden also im neuen russischen ( Ruban- Gebiet), 36. ehem. Student Mitrow( Kuban- Gebiet), Parlament", das von dem weißen Terroristen" Stolypin 37. Arbeiter Randeljati( Gouv. Batum), 38. Schriftsteller einberufen worden ist, über 100 Deputierte, d. h. 20 bis Sarubom( Stadt Tiflis), 39.- 40. die Schriftsteller Dichugeli 22 Broz., sein, die sich offen zum Sozialismus bekennen. und Dichaparidse( Gouv. Tiflis), 41. Bauer Saglafchwili( Gouv. Die Hälfte derselben rechnet sich zur marxistischen oder orthoTiflis), 42. und 43. die Schriftsteller Beretelli und Macharadse doren Sozialdemokratie. Man kann nicht umhin, in dieser ( Goud. Kutais), 44. Arbeiter Lomtaschidse( Goub. Kutais), Tatsache einen gewaltigen Sieg des internationalen Sozialis45. Militärarzt Winogradow( Goub. Omsk), 46. Angestellter mus zu erbliden. Golowanow( Turgdi- Gebiet), 47. Arbeiter Fedorow( jäsan), Bon den sozialdemokratischen Deputierten müssen die 48.- 30. Schriftsteller Saltyfow, Arzt Bobrow und Arbeiter faukasischen Genossen Beretelli, Dichaparidse, Macharadse und Lantaschidse besonders hervorgehoben werden, die auf die ArBachruschew( Goub. Wjatka). Außerdem sind gewählt im Goub. Kowno Arzt Gudo- beiter und Bauernbevölkerung ihrer Wahlkreise großen Einwitsch, die Bauern Rupstas, Pawilis und Kubilis( alles fluß befizen. Macharadse und Zeretelli gelten als hervor Kandidaten der Litt. Sozialdem. Partei), die fich ohne ragende Redner. Die Genossen Bjeloussow( Efaterinoslaw) Zweifel unserer Fraktion in der Duma anschließen werden. und Romanow( Nishni- Nowjorod) sind Führer der gewerk Dazu kommt wahrscheinlich noch der Arbeiter Seynalow, der fchaftlichen Bewegung. Der Arbeiter Nesterom( Donim Gouv. Baku als unabhängiger Sozialdemokrat" gewählt Gebiet) und der ehem. Student Migow( Kuban- Gebiet) find wurde. Es find hier nur diejenigen Deputierten angeführt, alte Parteimitglieder. Der Maschinist Stepanow hat beim deren Parteizugehörigkeit mit voller Sicherheit festgestellt legten Eisenbahnstreik( 1905) eine führende Rolle gespielt. wurde. Die Zeitungsmeldungen rechnen noch 15 Mann Der von den Bauern des Gouv. Kiew gewählte Ririento zu den Sozialdemokraten, und 8-10 von der er steht an der Spitze des Ukrainer sozialdemokratischen Vertremen Linken" haben bereits, ohne Kandidaten der Partei bandes", der die Bauernbewegung im südwestlichen Teil Ruß zu sein, ihre Sympathie" für das sozialdemokratische lands leitet. Programm bekundet. Aus beiden Kategorien zusammen Außerdem seien noch als sehr einflußreiche Genossen der werden wohl noch etwa 10 Abgeordnete sich der sozialdemo- Bauer Komar( Goub. Samara), der Arzt Gudowitsch( Litfratischen Fraktion anschließen. Auch die noch ausstehenden tauische Sozialdemokratie) und der estnische Arbeiter Perrn Wahlen in Petersburg, Riga, Charkom und in den fibirischen( Reval) hervorgehoben. Petersburg, 7. März.( Eig. Bericht.) Der Polenklub in der Reichsduma zählt 36 Abgeordnete, deren Mehrzahl der nationaldemokratischen Partei angehört; die Minderheit ist entweder parteilos" oder" fortschrittlich", fie muß aber dem Reglement des Bolenklubs zufolge sich jeder Entscheidung der Mehrheit unterwerfen und darf ihre Sonder- Anschauungen öffentlich nicht tundgeben. Die Mehrheit des Polenklubs ist reaktionär, arbeiterfeindlich. 3hr Führer, Roman Dmowski, bot dem Grafen Witte im Jahre 1905 die Dienste der polnischen Gesellschaft" an. Seine Offerte war folgende: Gebt uns eine Autonomie, und wir werden die Revolution in Russisch Polen erdrosseln. In einer Wähler. versammlung zu Warschau sagte Dmowsti in feiner Standidaten rede: Wir mußten im Kampfe mit den Sozialisten Blut ver-3m Kampfe gegen die ausgesperrten Lodzer Arbeiter gießen." schrieb das von Dmowski redigierte Hauptorgan der Nationaldemokratie am 27. Februar: Gegen die verbrecherische Agitation es nötig ist, mit Gewalt auf Gewalt(?!) antworten." der sozialistischen Wühler müssen wir entschieden vorgehen, wenn Der Bolenflub in der Duma müßte sich eigentlich seinen antis es nötig ist, mit Gewalt auf Gewalt( 1) antworten." sozialen Instinkten nach mit Kruscheivans schwarzer Bande vera einigen. Da aber die Schwarzen Hunderte Gegner der Autonomie find, wird der polnische Klub schweren Herzens zur Rechten der abetten fiben müssen. Falls die Kadetten die Autonomic Bolens als Lösung mehr in den Vordergrund schieben, würde es wohl gar zu einem Bündnis des Polenflubs mit ihnen fommen, ein Dorn im Auge ist. Wahrscheinlich wird der Polenklub auf obwohl wieder das Agrarprogramm der Kadetten dem Polenklub eigene Hand in Kontati mit der Bureaukratie zu kommen suchen, jedenfalls aber selbst für die zwischen Reaktion und Revolution Besizungen dürften die sozialdemokratische Fraktion um Unter den Deputierten der sozialrevolutionären Partei schwankenden Kadetten einen nicht sehr vertrauenswürdigen Vereniige weitere Size vermehren. Alles in allem wird sie demi- nennen wir den sehr bekannten Rechtsanwalt Shirsty und den bündeten abgeben. Wird der Appetit der polnischen Bourgeoisie nach in der zweiten Duma nicht weniger als 65 Gige inne Arbeiter Rabatow( Berm). Unter den unbestimmten Tru- in bezug auf die politische Herrschaft in Polen auch nur ein klein haben! Es muß noch erwähnt werden, daß nach der all- dowifi" und den anderen extremen Linfen" sind sehr bekannt wenig geftillt, dann finden wir den Bolenklub bald in den bor. deren Stüße war. gemeinen Ansicht die Duma genötigt sein wird, eine ganze der Arzt Karawajew( Stadt Ekaterinoslaw), der Statistiker dersten Reihen der Reaktion, wie er ja auch in Wien jahrelang Reihe von Wahlen zu faffieren, bei denen die Sozialisten Beresin( ehem. Sozialdemokrat, Stadt Saratow), der Bauer und die Liberalen durch allerlei ungesetzliche Mittel in den Belaiem( Gouv. Aftrachan), der Astronom Stalofubor( Gouv. poUtifcbe debcrficbt. Berlin, den 8. März 1907. Der vexierte Hottentottenblock. Das Zentrum hatte in Konsequenz seiner Stellung zum Kolonialnachtragsetat vom 13. Dezember vorigen Jahres den Antrag wieder eingebracht, statt' 29 Millionen nur 20 Millionen zu bewilligen. Die Kolonialenthusiasten witterten darin eine Gefahr, sintemalen doch nun durch den Friedensschluß in den Kolonien eine Verminderung der Kriegsmittsl selbstverständlich fein müßte. Sie befürchteten eine namentliche Abstimmung über den Ausgabeposten und hatten darum alle ihre Mannen zusammentelegraphiert, die denn auch pflichteifrigst erschienen waren, denn der Block wollte doch wenigstens in dieser Frage seine unentwegte Treue der Regierung be- künden. Aber sang- und klanglos wurde die Sache abgetan. Weder beantragte das Zentrum namentliche Abstimmung, noch er- griff ein Redner das Wort zur zweitenLesung und so wurde denn in aller Ruhe das Streitobjekt vom 13. Dezember begraben, d. h. der Hottentottenblock war in der Mehrheit und bewilligte unbesehen die Forderung der Regierung, während Zentrum. Polen und Sozial- demokraten dagegen stimmten. Die„nationale Ehre" ist also gerettet. Ebenso wurden auch die weiteren Nachträge, sowie die Gewährung eines Darlehens an das südwestafrika- nische Schutzgebiet anstandslos bewilligt. ■ Dann folgten Rechnungsprüfungen, zu denen der Abg. Hug (Zentrum) erklärend hervorhob, daß die Ueberschreitungen für das Jahr 1995 sich auf 57 Millionen Mark belaufen, die zum größten Teil auf die finanzielle Steigerung der Natural- Verpflegung für das Heer zurückzuführen seien. Im übrigen habe die Regierung für den Rest Begründungen dem Rechnungs- Werk beigefügt, die aber von der Rechnungskommission geprüft werden müßten, ob sie auch ausreichend seien. Zur Rechnungslegung über den Haushalt der afrikanischen Schutzgebiete für das Etatsjahr 1896/97 monierte Abgeordneter Erzberger diese späte Rechnungslegung, die er als eine lücken- aste darstellte, lieber eine Reihe von Kolonialausgaben seien em Rechnungshofe gar keine Rechnungen vorgelegt worden und die Denkschrist sei ein Jammerlied über die Mängel der Rechnungslegung. Unter solchen Umständen sei es besser, ein Pauschquantum den Kolonien zuzuweisen, dann könnten die Herren wirtschaften, wie sie wollen. Ein Regierungskommtssar suchte diese Wirtschaft zu ent- schuldigen und meinte, es sei vielleicht möglich, bald über den betreffenden Etat vom Jahre 1899 Rechnung zu legen. Für Sonnabend sind die Interpellationen über S ch i f f a h r t s a b g a b e n auf die Tagesordnung gesetzt, die ober kaum zur Beratung kommen, da die Regierung zur Beantwortung noch nicht bereit ist; dann sollen die Jnter- pellationen über Berufsvereine, eventuell über die Strafprozeßordnung zur Beratung kommen.— Die Tarifreform und das Dreiklaffenparlament. Die am 1. Mai in Kraft tretende Tarifreform wurde am Freitag im Preußischen Abgeordnetenhause einer Besprechung unterzogen. Bekanntlich sieht diese sogenannte Reform eine Vereinfachung. wenigstens für die Verwaltung vor. Das reisende Publikum merkt von der Vereinfachung nicht viel, im Gegenteil, manche Bestimmungen sind geeignet, das Reisen noch komplizierter zu machen. Im wesentlichen läuft die Reform darauf hinaus, daß die Rückfahrkarten fortfallen und statt dessen der Preis für das einfache Billett auf die Hälfte des Preises für die bisherigen Rückfahrtkarten festgesetzt, daß ferner Gepäck nicht mehr frei befördert und daß für Schnell- zöge ein Zuschlag erhoben wird. Das Reisen wird also erheblich teurer werden, und daS fällt um so schwerer ins Gewicht, als zu den erhöhten Preisen noch die vom Reichstag beschlossene Fahrkartensteuer hinzukommt. Selbst die Nationalliberalen, deren Parteisteunde im Reichstage es sich als besonderes nationales Verdienst anrechnen, die Verkehrs- feindliche Fahrkartensteuer mit geschaffen zu haben, scheinen allmählich zu der Einsicht zu kommen, daß sie damit keine besonders kluge Tat vollbracht haben. Anders ist ihr Antrag kaum zu verstehen, durch den sie die Regierung ersuchen, mit Rücksicht aus die Verteuerung des Personenverkehrs durch die Einführung der Reichsfahrkarten- steuer und die dadurch hervorgerufene Verschiebung in der Be- - Nutzung der einzelnen Wagenklassen auf einen angemessenen Aus- gleich durch Ermäßigung der Eisenbahnpersonentarife Bedacht zu nehmen. Biel weiter gebt der Antrag der Freisinnigen, die verlangen, daß die Regierung bei oer in Ausficht genommenen Personentaristeform auf eine Berbilligung des gesamten Reiseverkehrs bedacht sei und daß sie ferner darauf hinwirke, daß die im Reich eingeführte Fahrkarten- steuer wieder aufgehoben wird. Um das Resultat der Debatten vorwegzunehmen: die Mehrheit des Dreiklassenparlaments lehnte beide Anträge rundweg ab, sie will, wie sie wiederholt betont hat, von einer Berbilligung des Verkehrs nichts wissen, weil sie davon finanzielle Ausfälle fürchtet I Daß die Ausfälle durch die infolge billigerer Tarife zu erwartende Steigerung des Verkehrs wieder wett gemacht werden, das glauben die Herren nicht. Wenigstens tun sie so.— In Wirklichkeit entspringt ihr Widerstand gegen jede Berbilligung ja ganz anderen Motiven: sie wollen, daß dem Arbeiter das Rejsen möglichst erschwert wird, damit er die seligen Gefilde Ostelbiens nicht verläßt. Die teueren Fahrpreise sind ihnen ein Mittel, die Freizügigkeit in- direkt zu beseitigen. Das einzige, was die Mehrheit.tat", war die Annahme des konservativen Antrages: die Regierung zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die im Reichstage eingeführte Fahrkartensteuer in eine andere, die Einnahme des Personenverkehrs minder schädigende Form gebracht werde. Dieser Antrag ist charakteristisch für die Art, wie heutzutage Gesetze gemacht werden. Kaum ist em Jahr verflossen, seitdem die bewilligungslustige Reichstagsmehrheit die Steuer mit Hurra eingeführt hat und schon müssen die Bäter sehen, welche Mißgeburt sie in die Welt gesetzt haben. Aber was sollen sie tun? Den einzig vernünftigen Beschluß:.Abschaffung dieser Steuer" wagen sie nicht zu fassen, obwohl das konservattv-liberale Kartell hierbei auch die Sozialdemokraten im Reichstage auf seiner Seite hätte. So begnügen sie sich denn damit, ein Pflästerchen auf die häßliche Wunde zu kleben: sie wollen eine andere Form für die Fahrkartensteuer. Wie sie sich das denken, daS deutete Abg. v. Bockelberg(k.) an, der vorschlug, Preußen solle jährlich ein Pauschquantum an daS Reich zahlen. Diesem Vorschlag widersetzen sich die National- liberalen, die keinen Eingriff des Reichs in preußische Angelegen- heiten dulden. Eine Basis zur Verständigung wird wohl schwerlich gefunden werden. Es ist eben leichter, widersinnige Geletze zu s ch a j f e n als sie zu beseitige n. Im übrigen ist aus der Debatte nur die Amegung deS Abg. v. Branden st ein(k.) bemerkenswert: Arbeiterwochenkarten nur für den Berkehr von Berlin in die Bororte gelten zu lassen» nicht aber umgekehrt! Herr v. Brandenstein will mit diesem Plan, der sich überhaupt nicht verwirklichen läßt und der nur dem Haß gegen Berlin entspringt, die Arbeiter, die in den Vororten beschäftigt sind, zwingen, dort auch zu wohnen- Daß die Arbeiter heute in Berlin, morgen in einem östlichen und übermorgen vielleicht in einem westlichen Borort beschäftigt sind, weiß Herr v. Brandenstein offenbar nicht, obwohl er früher einmal Regierungspräsident war.— Das Ende der ultramontanen Kolonialkritik. Eins der führenden bayerischen Zentrumsblätter, die»Augs» burgerPostzeitung", rüffelt in einer ihrer letzten Nummern mit aller Rücksichtslosigkeit Herrn Erzberger ab. Es liege jetzt der Beweis vor, daß Erzberger„nicht klug und nicht recht" gehandelt habe. Für die Beurteilung deS Falles sei ledig- lich die Erwägung maßgebend, ob es„zur guten Sitte gehöre, durch Drohungen mit kompromittierendem Material die andere Seite zur Einstellung eines Disziplinarverfahrens zu zwingen." Im übrigen müsse gegenüber der Hetze der nationalen Organe energisch betont werden, daß die Drohung des Herrn Erzberger als private Meinung, nicht aber als Drohung der Fraktion aufzufassen sei. Noch bemerkenswerter ist es, daß auch die„K ö l- nische Volkszeitung" sich dieser Abschüttelung Erzbergers. die sie einem Mitgliede der Z e n t r u m s f r a k t i o n zu- schreibt, vollständig anschließt. Sie bemerkt zwar einleitend, daß die Angelegenheit durch die Auseinandersetzung im Reichstage noch nicht völlig geklärt sei. andererseits jedoch müffe zugegeben werden, daß Herr Erzberger viel zu weit gegangen sei und sein Vorgehen auch dann den Charakter einer versuchten Pression getragen habe, wenn er eine Drohung ausgesprochen habe, die er völlig auf eigene Faust, ohne Wissen und Willen der Fraktion gemacht habe. Viel wichtiger als diese Abschüttelung des Herrn Erzberger ist die Absage der„Kölnischen Bolkszeitung" an die Kolonialkritil überhaupt. Herr von Her Hing habe mit seinem Worte:„Was geht mich Herr Pöplau, was geht mich Herr Wistuba an" nicht nur der Zentrumsfraktion des Reichstags, sondern auch der Z e n- trumspart ei im Lande Ausdruck gegeben. Es herrsche in Zentrumskreisen die Auffassung vor,„daß die Oeffent- lichkeit sich schon viel zu lange mit solchen Einzelheiten habe be- schäftigcn müssen, und daß eS wirklich an der Zeit wäre, die Akten über diese Dinge endgültig zu schließen." Durch eine allzu gründ- liche Behandlung der Kolonialfragen würden andere wichtige Auf- gaben nur beeinträchtigt: „Wenn der Zwischenfall Erzberger-Löbell dazu beitragen sollte, in dieser Beziehung eine Gesundung, eine Rückkehr zu einem vernünftigen Maßhalten herbeizuführen, und zwar sowohl in der Schätzung des Wertes der Kolonien, als in der Kritik der kolonialen Mißstände, so würde das sicher von allen Parteien nur freudig begrüßt werden, während bisher Mit- glicder aller Parteien nach der einen oder anderen Richtung das Maß überschritten haben." Wip haben bereits bei den großen Kolonialdebatten Ende No- vember und Anfang Dezember des vorigen Jahres die infame koloniale Vertuschungstaktik des Zentrums in der schärfsten Weise gebrandmarkt. Wir wiesen damals darauf hin, mit wie er- bärmlicher Feigheit sogleich das Zentrum von den Herren Roeren und Erzberger abzurücken begann, als durch deren Geiße- lung der Kolonialskandale sich die Situation zwischen Zentrum und Regierung zu verschärfen begann. Diese feige Bemänte- lung der Kolonialkorruption wird nunmehr gekrönt durch die Verleugnung Roerens und Erzbergers. Offen wird, aus- gesprochen, daß über die ungeheuerliche Korruptionspolitik unserer kolonialen Verhältnisse der Mantel zentrumschristlicher RegierungS- streberei gebreitet werden soll! Die Zentrumsfraksion hat es sich ja so ungeheuerlich leicht gemacht, sie überließ die ganze Kritik der kolonialen Korruption zwei Mitgliedern, den Herren Roeren und Erzberger. Diese beiden Abgeordneten waren k e i n es- Wegs die erstbesten. Herr Roeren ist eines der verdientesten, ältesten und angesehensten Mitglieder der Zentrumsfraktion. Und so schonungslos wir die jammervolle Rcchnungsträgere.i des groß- sprecherischcn Herrn Erzberger auch gebrandmarkt haben: das eine muß ihm zugestanden werden, daß er zu den fleißig st en und fähigsten Mitgliedern der Zentrumsfraktion gehört. Und diese beiden Abgeordneten werden gleichwohl schnöde im Stich gelasien, sobald das Ergebnis ihrer kolonialpolitischen Studien dem Fraktionsinteresie des Zentrums entgegenläuft! Das Zentrum will seine Ruhe haben. Es will die Kluft zwischen Regierung und Zentrum nicht noch durch kolonialpolitische Zwistigkeiten erweitert sehen. Deshalb bläst es nach den kolonial, politischen Fanfaren der Herren Erzberger und Roeren jetzt die trübseligsten Ehamaden. Während des Wahlkampfes hat es die Erzbergerschen Kolonialanklagen in Broschüren- form noch in Massen in die Bevölkerung ge- warfen. Für den Wahlkampf war Herr Erzberger für das Zentrum noch die kolonialpolitische Autorität, der am besten unter- richtete Sachkenner. Ein paar Wochen später aber gilt auch für Herrn Erzberger das Wort des Zentrumsdiplomaten Hertling: Was geht uns die Äolonialkorruption an. Mögen dort die scheuß- lichsten Bestialitäten geschehen sein, das politische Jnteresie des Zentrums gebietet, diese ganze Korruption nunmehr zu unter- drücken! Die Partei des„Christentums" hat also gegenüber den Kolonialskandalen ebenso versagt, wie der Liberalismus, dessen ehedem so energischen Anklägern, wie Herrn Müller-Sagan und' Herrn Ablaß, durch Herrn Dernburg nunmehr der Mund gestopft worden ist. Ob Christentum, ob bürgerlich freigeistige Humanität: die kapitalistische« HerrschaftS- und Ausbeutungs- gelüste gehen über alles!— •# • Dcutfcbcs Reich. - Die„Germania" über die sozialdemokratische Wahlniederlage. Dem Thema„Di e Sozialdemokratie in der Wahl von 1907" widmet das führende Zentrumsorgan, die „Germania", einen langen Leitartikel. Die„Germania" warnt darin, die Wahlniederlage der Sozialdemokratie zu über- schätzen. Der diesmalige Mandaisverlust der Sozialdemo- kratie sei im Grunde nur auf den Zusamnienschluß der bürgerlichen Parteien und dje st ä r k e r e W a h l b e t e i l i g u n a zurückzuführen. Nehme man eine Wahlbeteiligung von mehr als 8ü.Proz. an, setze man also voraus, daß die Sozialdemokratie zur Eroberung eines Mandats mindestens 43 Proz. der Wähler auf sich habe vereinigen müssen, so hätte die Sozialdemokratie 1898 statt der eroberten SS Mandate nur deren 19, im Jahre 1903 statt 81 nur deren 38 erobern können. Es sei deshalb vor einer lieber- schätzung des Erfolges über die Sozialdemokratie zu warnen. Der Mandatsverlust von 47 Proz. entspreche keineswegs dem wirklichen Stärkeverhältnis der Sozialdemokratie. Hätte sie in ähnlichem Prozentsatze oder auch nur in ein em viel gerin- geren an Stimmen eingebüßt, so läge die Sache wesentlich anders. Immerhin beweise der diesmalige Wahlausfall, daß die sozial- demokratische Macht auf parlamentarischem Boden auf ein verhältnismäßig geringes Matz eingeschränkt werden könne, wenn die bürgerlichen Parteien es ernstlich wollten. Diesmal hätten sie sich aufgerafft. Ob es aber auch ein anderes Mal f» sein werde? Der Liberalismus habe diesmal einmütig gegen die Sozialdemokratie gestinunt, die nächste Wahl könne aber ein ganz anderes Bild geben, wenn sich der Reichskanzler außer- stände zeige, den Erwartungen des Liberali snr u s nach Wunsch Rechnung zu tragen. Das werde währ- scheinlich so kommen! Dann würden aber wohl da und dort die Liberalen ihre Haltung gegenüber der Sozialdemokratie einer Revision unterziehen. Man sieht, das Zentrum rechnet bereits sehr stark mit seiner Wiederheranziehung zum Regierungsblo». Zu gleicher Zeit rechnet es damit, daß bei der nächsten Wahl der gemeierte Liberalismus der Sozialdemokratie gegenüber eine ähnliche Stellung einnehmen werde, wie sie diesmal das Zentrum zum Teil eingenommen hat. Wir unsererseits tun am besten, mit solchen politischen Z u f a ll s- konstellationen nicht zu rechnen. Die Auslassungen der „Germania" beweisen, daß das Zentrum jeden Augenblick bereit ist, bei einer neuen Wahl mit der Regierung genau ebenso zusammen- zugehen, wie es diesmal der Liberalismus getan hat. Die einzig zuverlässige Machtquelle des Proletariats besteht in seiner eigenen Geschlossenheit und Werbekraft. Die Sozialdemokratie mutz eben damit rechnen, bei der nächsten Reichstagswahl alle bürgerlichen Parteien zu einem Regierungskartell vereinigt zu sehen!— Zum Memeler Wahlprotest. Die nationalliberale„Königsb. Allgem. Ztg." sucht in einer langen Auseinandersetzung die Praktiken zu rechtfertigen, der sich nach der Darstellung des konservativen Wahlprotestes die national- liberalen Wahlmacher des Reichstagswahlkreises Memel-Heydekrug schuldig gemacht haben. Ihre Darlegungen gleichen aber weit mehr einer Belastung als einer Rechtfertigung der national- liberalen Mache. So schreibt das Blatt zum Beispiel, nachdem es zugegeben hat, daß der Herr Schwabach überall das Geld mit vollen Händen ausgestreut hat:< „Die Sache mag stimmen. Aber was will das bedeuten? Es sind dies eben nichts weiter als Leute, die, wie überall, so auch in Memel-Heydekrug gegen Bezahlung, sozusagen berufs- mätzig, agitiert, Flugblätter und Stimmzettel verbreitet und sonstige erlaubte Dienste im Interesse der Schwabachschen Wahl geleistet haben. Es lohnt nicht, über diesen Punkt auch nur ein weiteres Wort zu verlieren. Anders steht es mit den Behauptungen des Protestes, nach denen Schwabach Tausende und Tausende ausgestreut haben soll, um sich Stimmen zuzuführen, sie für seine Kandidatur zu„kaufen". Wäre das, was der Protest behauptet und unter voller Nennung der Namen be- hauptet, wahr, so würde es um die Sache Schwabachs nicht gut stehen. Aber— und das ist das Ungeheuerliche an dem Protest — nichts von alledem ist wahr. Schwabach soll den Kaufleutcn Mertins und Dittkuhn je 2000 M. versprochen und dein Reisenden Flick 1600 M. geschenkt haben. An dieser Behauptung ist nicht ein wahres Wort: den beiden ersteren ist nichts ver- sprachen, und Flick bat nicht 1600, sondern 300 Mark erhalten für sich und seine Leute zu erlaubten Agitationszwecken. Unwahr ist, daß der Kaufmann GaidjeS- Szibben 1000 Mark und der > Ziegeleibesitzer Dommasch-Klugohnen eine„größere Summe" er- halten habe». Beide enipfingen nicht einen Pfennig. Unwahr ist ferner, daß der Besitzer Kletschkus eine„größere Summe" em- pfangen und dieser mit„Dr. Kipper darüber in Uneinigkeit ge- raten" ist. Der Mann erhielt nichts, und Dr. Kipper kennt ihn seines Wissens gar nicht. Auch der Lehrer Wallatkat hat nicht 500 Mark geschenkt erhalten, sondern für Wahrnehmung der ihm übertragenen Wahlgeschäfte und Aus- lagen 244 M. Auch diese Behauptung ist ein Märchen. MaßkoS übertrieben ist ferner alles, was der Protest über die„Bewirtung" der Wähler in Wahlversammlungen zu erzählen weiß. Daß hier und da während der Wahl zeit in den Ver- sammlungen ein„Achtelchen" aufgelegt, ein Schnäpschen dargereicht worden, mag schon richtig sein. Aber i st das ein Malheur? Etivas Besonderes? Oder gar verbotener„Stimmenkaus"? Du lieber Himmel, in unserem Osten, wo die Arbeiter in den Landkreisen weite Wege zu den Versamnilungen zu machen haben und nicht selten einen guten ostpreutzischen Durst mitbringen, ist zur Wahlzeit eine derartige harmlose„Bewirtung" etwas durchaus Ue blich es..." Die letzte Bemerkung ist gleichermaßen charakteristisch für die ostpreußischen Verhältnisse wie für die Moralbegriffe des national» liberalen Blattes. Uebrigens zeigen sich in Ostpreußen nicht nur die Nationalliberalen, sondern auch die Konservativen so darauf be- dacht, den„guten ostpreußischen Durst" der Arbeiter sttllen— aller- dingS nur zu Wahlzeiten; zu anderen Zeiten quälen sie sich verflucht wenig um das Wohlbefinden„ihrer Leute".— Tie gesicherte Existenz der kai�rlichen Werftarbeiter! Durch die Bureaus der kaiserlichen Werst zu Danzig ging kürzlich folgender streng geheime„Tagesbefehl": Tanzig. den 10. Februar 1907. Tagesbefehl. Anerkannt träge Arbeiter sind zur Be. strafung und, wenn dieses nicht hilft, zur Entlassung zu melden. Dieses ist zu' veranlassen, sobald bemerkt wird, daß der Arbeiter in seinem Fleiß nachläßt. Es soll damit nicht gewartet werden, bis der Arbeiter durch seinen lang- jährigen Aufenthalt auf der Werft ein Anrecht hier zu bleiben verdient zu haben glaubt. Solche Entlassungen sind nicht als Strafentlassungen zu be- handeln, sondern es ist solchen Arbeitern wegen ungenügen- der Leistungen zu kündigen. Bevor zur Kündigung ge- schritten wird und wenn ein besonderer Anlaß zu Bestrafungen nicht vorliegt, sind solche trägen Arbeiter zunächst im Lohör herabzusetzen. Köhn von Jaski, Noch nach keiner Reichstagswahl ist der ordnungsdemagogische Wahlschwindel von dem unermeßlichen Fünfmilliardon-Flottensegen für die Staatsarbeiter so prompt von kompetentester Stelle als uichtsnutzige,Unwahrhcit gebrandmarkt, als durch diesen Ukas. Die Sozialpolitik des staatskapitalistischen Musterbetriebes, die dieses dunkle Geheimprodukt geboren, wird mit vollem Recht daS Entzücken der skrupellosesten Scharfmacher erregen. lieber seine praktische Wirksamkeit kann sich kein Kenner der Verhältnisse und vor allem kein Staatsarbeiter auch nur im ge- ringsten täuschen. Trotz der 1901 im Reichstage— nach der) durch den' Genossen Zubeil erfolgten Brandmartung der. auf der Danziger Staatswerft herrschenden unglaubliche» Gesinnungsriccherei und Polizeiwirtschaft— feierlich beschworenen Versicherung des Ge- Heimen Admiralitätsrates Harms, daß man sich um die Ge- sinnung und Organisationszugehörigteit der Arbeiter nicht kümmert, ist heute noch für die Einstellung nicht so sehr technisches-Können und praktische Fertigkeit als Gesinnungstüchtigkeit und polizeilich abgestempelter Hurrapatriotismus entscheidend. Ohne jede Schwierigkeit läßt sich so durch die Zuteilung eines oder mehrerer solcher Kriegervereins- oder Polizeigünstlinge zur Zusammenarbeit mit einem„Mißliebigen" auch bei dem ältesten und Pflichttreuesten Arbeiter mit Leichtigkeit„anerkannte Trägheit" feststelle�. Ganz abgesehen aber von diesen kleinen Hülfsmiftcln wird das Schicksal der Arbeiter durch die unerhörte Konstruktion der„anerkannten Trägheit"— die für die Herren Beamten selbstverständlich nicht existiert— selbst nach jahrelang erprobter Tüchtigkeit der schranken- losen Willkür der überzahlreichen Vorgesetzten ausgeliefert. Jeder auch nur halbwegs Kundige weiß nur zu gut, wie sehr erheblich die Ausführung selbst gut gemeinter Verordnungen usw.. in der harten Praxis von der papierenen Theorie abweicht. Dieser Tages- befehl reizt förmlich dazu, den Arbeitern—■ und besonders hervor- gehobe» sind ja gerade die alten Aobeitsveteranen. die durch lange Arbeit ein Recht auf dauernde Beschäftigung erworben haben— durch Lohnherabsetzungen, Strafen agd schließlich EtstMws das Leben zur Hölle zu machen. Neben den bekannten ZrtangSinbalidi- sierungen, die wenigstens keinen direkt beleidigenden Beigeschmack jjaben, sollen die Arbeiter nun also noch auf dem schimpflichen, aber für die Verwaltung erheblich wohlfeileren, Wege der Feststellung „anerkannter Trägheit" aus dem marinistischen Staatsparadiese hinaus befördert werden. Gegen diesen unerhörten Geheimbefchl und feine praktische Wirksamkeit die Augen zu schließen, wäre geradezu verbrecherischer Selbstbetrug? In nüchternster Wirklichkeit hat jetzt jeder Staats- arbeiter fein Schicksal unverhüllt vor Augen. Und der Arbeiter handelt mehr als gewissenlos, der sich jetzt noch länger auf das stets märchenhaste„Wohlwollen" der Vorgesetzten verlätzt, statt seine und die Zukunft der Seinigen durch den Anschluß an die moderne Ar- beiterbewegung zu sichern._ Der nationale Turm. Fe ärmer unsere Politik an Taten, desto eifriger und erfolg- reicher ist sie im Schaffen neuer Worte und Begriffe. Fürst Bülow ist seit dem 13. Dezember darin besonders fruchtbar gewesen und von seinen Worten und Wendungen aus dieser Zeit wird manches auf die Nachwelt kommen, wenn auch in einem Sinne, der keines- Wegs an den Ernst der Zeit erinnert. Wir erwähnen nur das eine große Wort von der„Paarung liberalen und konservativen Geistes", das heute schon dem humoristischen Hausschatz angehört. Unterdes ist die schaffende Blockseele unermüdlich tätig im Erfinden neuer Schlagworte. So preist die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" als Neuestes, Allerneuestes die Schaffung eines „nationalen Turmes" an. Wie die Ultramontanen ihren Zentrumsturm haben, so wollen die vom liberal-konservativen Block ihren„nationalen Turm". In diesem Sinne schreibt das Blatt, indem es darauf hinweist, daß das Zentrum dabei sei, sich von einer Regierungs- in eine Oppositionspartei zu verwandeln. „Diese EntWickelung, die eine Spanne Zeit kosten dürfte, ist allerdings zu befürchten-, ehe es aber dahin kommt, mutz die jetzige Parlamentsmehrheit ihren lockeren Zusammenhalt aus- gefüllt haben und zu einem nationalen Turm geworden sein, der dem Zentrumsturm an Stärke und Trotz nichts nachgibt. Die Richtlinien unserer Politik müffen auf einen derartigen liberal-konservativen Turm hinweisen, dessen Un- bezwingbarkeit im gemeinsamen Ziationalbewußt- fein liegen wird. Dann erst, wenn mit gleicher Stärke und unter ähnlichen Bedingungen gekämpft wird, wird die Antwort gegeben, welcher Turm auf die Dauer das deutsche Land beherrschen soll." Das Essener Blatt verhehlt sich nicht, daß der Weg zu diesem Turm nicht kurz sein werde: manchem Patrioten werde ein nationaler Turm eine ebensolche Unmöglichkeit scheinen, wie ein nationaler Block. Aber man dürfe doch auf ihn hoffen:„Auch politische EntWickelungen verlangen Geduld vom Zuschauer; auch ein nationaler Turm läßt sich nicht an einem Tage.erbauen. Und steht er aufrecht, so laßt seine Quadern sich setzen und laßt den Mörtel erkalten und sich festigen, bis er allen Angriffen trotzen und alle Widerstände beseitigen kann." Bekanntlich hat man die Möglichkeit eines liberal-konservativen Blocks damit beweisen wollen, daß man aus das Zentrum hinwies, in dem die politischen und wirffchastlichen Gegensätze nicht weniger zahlreich und schroff vorhanden seien. Allerdings, von diesem Stand- punkte aus ist auch die Paarung konservativen und liberalen Geistes möglich. Bülow braucht dazu den Blockparteien nur eine Kirche und einen Klerus zur Verfügung zu stellen, die im„nationalen" Sinne die Massen ebenso zu leiten verstehen, wie das die römische Kaplanei im Interesse des Zentrums besorgt. So lange Bülow das nicht vermag— und wir halten diese Aufgabe keineswegs für leicht— so lange glauben wir nicht daran, daß das„gemeinsame Nationalbewußtsein" vom 13. Dezember auf nationaler Seite fertig bringt, was der nun bald zweitausend- jährigen Macht der Kirche auf ultramontaner Seite heute auch nur noch mit großer Mühe gelingt. Der„nationale Turm" wird Wohl über den Entwurf nicht hinauskommen.— Eine außergewöhnlich freche Fälschung leistet sich heute die ehren- werte„Post". In einem Entrefilet über die Donnerstagssitzung des Reichstags schreibt sie: während der Sozialist Ehrhardt und der Demokrat O e s e r den Standpunkt des Weinhandels vertraten, der, wie der Fall Sartorius gezeigt hat, vielfach nach dem Fuhrmanns- grundsatze handelt:„Wer gut schmiert, gut fährt". Wie jeder, der den Reichstagsbericht gelesen hat, weiß, hat Genosse E h r h a r t(nicht Ehrhardt) nicht das gesagt, was die„Post" ihm unterschiebt, sondern das genaue Gegenteill Ob die „Post" berichtigen wird?—_ Der Reichsverband an der Arbeit. Ein an Unternehmer gerichtetes Zirkular des Reichslügcnver. bandes, das der Erfurter„Tribüne" auf den Redaktions- tisch geflogen ist. hat folgenden Wortlaut: Schleusingen, Datum des Poststempels. Eilt sehrk Vertraulich! Hochgeehrter Herr! Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie i» Berlin beabsichtigt, von Zeit zu Zeit Flugblätter pp. in geschlossenen Briefen an alle Arbeiter unmittelbar zu versenden. Zu diesem Zwecke bittet der Unterzeichnete um sehr gefällige baldige Ueber- sendung eines Verzeichnisses Ihrer sämtlichen Arbeiter— auch der nicht dort wohnenden— aus welchem Name, Stand, Wohn- ort und Wohnung derselben hervorgehen. Die nach Ihrer An- ficht reichstreuen Arbeiter, bitte ich. hierbei mit Kreuz zu be- zeichnen. Irgend welche weitere Arbeit würde Ihnen durch diese Maß- regel nicht erwachsen. Hochachtungsvoll und ergebenst Freiherr b. Funk, Borsitzender des Patriotischen Vereins(Ortsgruppe Schleusingen) des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Liegt Thorn in Preußen? Nachdem im Zirkus Busch die„Damen der Notleidenden" den Verhandlungen der Agrarier beigewohnt hatten, erschien bekannt- lich jener Erlaß des preußischen Ministers des Innern, nach dem Frauen öffentlichen politischen Vereinsversammlungen beiwohnen dürfen. Allenfalls wird verlangt, daß die Frauen in einem„Seg- ment" Platz zu nehmen haben. Die Polizeibehörden haben sich wohl meistens auch nach diesem Erlaß gerichtet. Neuerdings scheint es aber, als ob der Ministerialerlaß in Thorn— Luft ist. Wenigstens muß das nach dem Verhalten des Polizeiwachtmcistecs Kabel daselbst angenommen werden. Am 3. März mußten die zu einer Versammlung erfchieneken Frauen den Saal des Thorner Parteilokals auf Veranlassung des genannten Wachtmeisters ver- lassen. Der Saal hat eine Galerie„ auf der die Frauen hätten Platz nehmen können, wenn der Polizeibeamte es zugelassen hätte. Alle Vorstellungen des Versammlungsleiters sowie des Referenten waren vergeblich— die Frauen mußten raus. Auch die Berufung auf den Ministerialerlaß machte auf den Polizeibcamten nicht den geringsten Eindruck. Schon einmal, am 17. Februar, trat Herr Kabel in derselben Weise auf. Eine Beschwerde gegen das Vor- gehen des Polizeibeamten hatte zur Folge, daß der zweite Bürger- meister von Thorn antwortete: «Ihre Beschwerde über den Polizeiwachtmeister Kabel ent- bchrt nach den erfolgten Feststellungen jedar Begrün- dung(!!) und wird daher zurückgewiesen." . Die Thorner Genossen werden sich mit diesem Bescheid natür- kich nicht zufrieden geben und den Minister selbst veranlassen, sich darüber zu äußern, ob er sich von einem untergeordneten Polizei- beamten rektifizieren lassen will oder nicht. UebrigenS ist der S%ers& �eiiätMsi gegeg sujseis pMigen Genossen oicht ganz neu. Vor einiger Zeit mußten gar Sonnen- und Regenschirme und Spazierstöcke aus einer Versammlung entfernt werden, weil der„Ueberwachende" die nützlichen Dinaex kür— Waffen im Sinne des Vcreinsgesetzes hielt!!— Schändliche Mißhandlungen eines Rekruten enthüllte eine Ver- Handlung, die am Dienstag vor dem Oberkriegsgerichte in Dresden stattfand. Die im dritten Dienstjahre stehenden Mann- schaften fühlen sich bekanntlich den Rekruten gegenüber als Vor- gesetzte. So auch der angeklagte Husar Schellenberger von der 1. Eskadron des Husarenregiments Nr. 19 in Grimma i. S. Er hatte den erst achtzehn Jahre alten Rekruten Zaumseil in fürchterlichster Weise gemißhandelt. Der Rekrut erhielt eines Tages fünf bis sechs heftige Schläge mit dem Stie�elschaft um den Kopf. Am Abend desselben_ Tages hat der Angeklagte den Z. fünfmal hintereinander die Stube auskehren lassen, wobei er ihn fortgesetzt Schläge mit Händen und Fäusten(30—35 an der Zahl) versetzte. Als dem Rekniten- quäler davon die Hände weh taten, nahm er eine � ä b e l- scheide und schlug damit 15— 20mal ans sein Opfer ein. Mehrere Schläge hat der Rekrut auf den Kopf erhalten. Als der Angeklagte die Säbelscheide' krumm geschlagen hatte, drehte er sie um und hieb so lange auf den bedauernswerten Re- kruten ein, bis die Säbelscheide wieder gerade war. Der so Geschlagene ist denn schließlich zusammengebrochen und mit dem Kops auf einen Schemel gefallen. Obgleich der Angeklagte sah, daß der Rekrut blutete und weinte, versetzte er ihm noch mehrere Schläge mit der Faust ins Genick. Beim Verlassen der Stube erhielt Z. noch mehrere Ohr- feigen und einen heftigen Fußtritt in den Rücken. Endlich ist der Angeklagte, als der Rekrut bereits im Bett lag, an ihn herangetreten und hat ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die ärztliche Untersuchung des Gemißhandelten er- gab, daß Z. am ganzen Körper mit blauen und braunen Flecken bedeckt war. Ferner leidet der Rekrut heute noch an den Folgen der Mißhandlungen. Wegen dieser gemeinen Quälereien wurde der Angeklagte vom Kriegsgericht zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung ein, die aber vom Oberkriegs- gericht verworfen wurde. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß an dem Rekruten Zanmseil noch weitere Mißhandlungen verübt worden sind, und zwar vom Gefreiten L i e p m a n n. Es wurde festgestellt, daß der Gefreite den Rekruten bei verschiedenen Gelegenheiten mit Putzzeug und Riemen geschlagen hat. Der Gefteite wird sich deshalb noch nachträglich vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben. Der Fall zeigt recht deutlich, wieviel Soldatenmißhandlungen und Schindereien völlig in Dunkel gehüllt bleiben.— Eine Demonstration. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat zum Nachtragsetat für Südwestafrika den Antrag eingebracht, im Kapitel 2 Titel 1 der einmaligen Aus- gaben statt 29 220 000 M. zu setzen 20 288 000 M. Sie bleibt also bei dem Abstrich von 9 Millionen, der am 13. Dezember das Signal zur Reichstagsauflösung gab. Jetzt wird ihn indes die„nationale" Mehrheit verhindern._ Auslieferungsvertrag mit Schweden und Norwegen. Im Auswärtigeü Amt ist gestern mit dem hiesigen norwegischen Gesandten ein Zusatzvertrag zu dem unterm 19. Januar 1878 zwischen dem Reiche und den Königreichen Schweden und Nor- wegen abgeschlossenen Auslieferungsvertrag unterzeichnet worden. Der Zusatzvertrag enthält einige Aenderungen und Ergänzungen des Auslieferungsvertrages, soweit dieser die Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen betrifft. Insbesondere erhalten dessen Bestimmungen die Fassung, die der gegenwärtigen'staatsrechtlichen Stellung Norwegens entspricht. Ausland. Italien. Im Zeichen der Gewaltpolitik. Rom, 6. März.(Eig. Bcr.) Italien macht augenblicklich eine Phase brutaler Reaktion durch, ein in den Formen der. Gesetzlichkeit sich bewegendes Gewaliregime, das als Regime Giolitti der Geschichte überliefert zu werden verdient. Die Giolittische Reaktion dient den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmertums. Mit einer einzig dastehenden Offenheit wird das VersaminlungSrecht ge« knebelt und überall, wo die Arbetterorganisationen für ihre Interessen eintreten, Militär und Polizei gegen das Volk geschickt. In Rom beschließen die Maurer, ihren Vertrag mit den Unter- nehmern nicht zu erneuern, und wollen in einer Versammlung unter freiem Himmel über ihr weiteres Verhalten beraten. Die Behörden verbieten die Versammlung und lassen die Maurer durch Militär auseinander treiben. Obwohl hier noch nie eine Gewerkschafts- versamnilung zu Unruhen geführt hat, muß das Moment der „öffentlichen Ordnung" zur Begründung des Verbotes herhalten. Im Namen der öffentlichen Ordnung werden Infanterie und Kavallerie aufgeboten, wird in eine dicht gedrängte Menge hinein- geritten und eine harmlose Versammlung mit aufgepflanztem Bajonett auseinandergetrieben I In Ternate und V a r a n o(Mailand) streiken die Spinner, worauf die Unternehmer mit einer Aussperrung aller Textilarbeiter antworten. Was tun die Behörden? Sie lassen mehrere Schwadronen Kavallerie kommen/ die bei der nächsten Gelegenheit in die Streikenden, meist Fraiien, hineinreiten. Es wird dabei ein Kind verletzt, was natürlich der«öffentlichen Ordnung" sehr förderlich war. Erwähnenswert ist auch der den Klerikalen gewährte Schutz, den die Regierung zur Vermeidung politischer Konflikte für nötig hält, um in ihrer Günstlings- und Intrigenwirtschaft ungestört zu sein. Die Parole ist: alle antiklerikalen Manifestanten zu drangsalieren. Eine antiklerikale Demonstration wurde in M e s s i n a durch die Polizei gesprengt, wobei es 12 Verwundete gab. Von dem blutigen Zusammenstoß in G r a b i n a(Apulien) wurde bereits telegraphisch berichtet. Hier war eine Protestversammlung gegen die Mißbräuche der Stadtverwaltung einfach verboten worden. Die Bevölkerung, in der Mehrheit Analphabeten und daher des Wahlrechts beraubt, hat- nun schlechterdings in diesen Orten kein anderes Mittel, ihre Meinung zu äußern als die Straßendemonstration I Ihr diese ver- bieten, heißt sie auf die! Wege' der Gewalt weisen! Gerade das will man aber im Süden, und gerade das hat man in Gravina erreicht, wo es einige dreißig Verwundete gab. Und das ist die Blutenlese eines Tages(des 4. März)! Welches Land hat wohl im Zustande des Friedens und der Gesetzlichkeit einige fünfzig Vertvundete in Konflikten mit Polizei und Militär an einem einzigen Tage aufzuweisen I Man füge dazu die Gewalttaten der Regierung gegenüber den Lokalbehörden. Jn Reggio Calabria hat Giolitti sogar das Unerhörte gewagt, den Bürgermeister der Stadt abzusetzen. Gleich- zeitig hat er auch den Präfekten(Vertreter der Zentralregierung). der ihm nicht gefügig genug war, seines Amtes enthoben. Genosse M o r g a r i hat heute in der Kammer die Wirksamkeit der Regierung in Süditalien treffend geschildert, indem er sagte, die lokalen Cliquen plünderten und korrumpierten das Land und die Regierung leiste ihnen dabei den größtmöglichen Beistand! Im Süden eine ungeordnete konvulsivische Bewegung des aus- beuteten Proletariats und Kleinbürgertums, im Norden energische und zielbewußte Kämpfe der organisierten Arbeiterschaft und dazwischen die Regierung, die die Machtmittel des Staates den jeweiligen Aus- beutern zur Verfügung stellt— das ist die heutige Konstellation in Italien. In der Romagna streiken die Landarbeiter, um eine Revision der Pachtverträge zu erzwingen, in den reisbauenden Provinzen der Poebene sind Massenstreiks ausgebrochen gegen einen neuen von den Unternehmern ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die) Arbeit in den Reisfeldern. Ernste Ereignisse drohen. Das alte Wort vom Wind säen und Sturm ernten könnte sich in Italien zum so und sovielten Male bewahrheiten, was der unheilvollen Aera Giolitti ein jähes Ende bereiten würde. Der Premierminister scheint nicht mehr die geistige Frische zu besitzen, um die Situation ganz zu übersehen, in die er das Land bringt.— 6cwerkrcbaftUcbe9* Gelbe Hirsche. Beim letzten Streik in den Siemens-Schuckert-Werken zu Berlin flehten bekanntlich die Hirsch-Dunckerschen Gewerk- vereinter förmlich darum, mit den„gelben" Unternehmer- schützlingen auf eine Stufe gestellt zu werden. Sic fielen den freiorganisierten Arbeitern schlankweg in den Rücken. Bei dem Kampfe in der Gelbmetallindustrie in den Jahren 1901/03 war es noch anders. Damals arbeiteten die Hirsch- Dunckerschen scheinbar noch mit dem Metallarbeiter- verbände gemeinsam. Galt es doch, eine prinzipielle Forde- ruug durchzusetzen, die programmatisch auch die Hirsch- Dunckerschen stellen, nämlich zum Abschluß eines Tarif- Vertrages zu kommen. Der Wunsch, von den Unternehmern auf Kosten der freiorganisierten Gewerkschaftler groß gepäppelt zu Werden, hat sie jetzt zum Verzicht auf dieses Prinzip ge- trieben. Hinter dem Rücken der übrigen Arbeiterschaft haben die paar Hirsche für die Gelbmetallindustrie. in der sie gar keine Bedeutung besitzen, ausdrücklich auf den Abschluß eines Tarifvertrages und die Festlegung von Minimallöhnen verzichtet und sich verpflichtet, bis zum 1. April 1909 keine Forderungen zu stellen. Triumphierend teilt die„Volks-Zeitung", das Organ der gelben Hirsche, dies mit und sagt: „Jedenfalls beweist der Vertrag, daß eine Verständigung zwischen Arbeitern und Unternehmern bei Beiderseitigem guten Willen sehr wohl möglich ist." Allerdings, wenn die Arbeiterschaft auf jede Verbesserung ihrer Lebenshaltung Verzicht leistet, wird das Unternehmertum dies gern vertraglich festlegen. Für das Verhältnis zwischen Unternehmern und Arbeitern beweist dieser Vertrag gar nichts; er beweist nur, wie wir gelegentlich noch im einzelnen nach- Weisen werden, daß die Hirsch- Dunckerschen GeWerkvereinler sich um das Linsengericht einer formalen Anerkennung ihrer Organisation kontraktlich zum Streikbruch verpflichtet haben, falls bis 1. April 1909 die Arbeiter der Gelb- Metallindustrie sich einfallen ließen, eine Aufbesserung ihrer Lage zu fordern!_ Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. Für die arbeitenden Bautischler fand am Donnerstagabend eine Versammlung im„Gewerkschaftshaus" statt. Stusche be- leuchtete die Situation der Aussperrung. Er verwies unter anderem darauf, daß die Unternehmer in der Provinz Stimmung zu machen suchen für die Unterstützung des Berliner Kampfes, und daß die Ab- sicht der Unternehmer dahin geht, den Arbeitern einen Vertrag nach dcni Willen der Unternehmer aufzuzwingen. Das ist ein Vorhaben, welches auf keinen Fall ausgeführt ivcrden kann, denn wenn es sich um den Abschluß eines Vertrages handelt, haben doch die Arbeiter auch ein Wort mitzureden und daß sie einen Vertrag eingehen und halten sollen, der ihnen nicht genehm ist, dazu können sie nicht ge- zwungxn werden. Der Redner nahm Bezug darauf, daß in den Abendblättern vom Donnerstag dqs Vermittelungsangebot des Herrn Lucht mitgeteilt wird. Ter Redner bemerkte dazu: Natürlich sind wir bereit zu verhandeln; aber daß wir die Unternehmer auf- suchen sollten, um sie zu Verhandlungen zp bewegen, daran ist nicht zu denken. So steht die Situation nicht. Die Unternehmer haben den Kampf a n g e f a n g e n; es ist i h C'e Sache, uns entgegenzukommen. Schon seit einiger Zeit suchen sie ihre Gefolgschaft dadurch zusammenzuhalten, daß sie ihnen vorreden, es seien Ver- Handlungen im Gange. Bei jeder Gelegenheit wird uns gesagt, tvir sollten doch unsere Forderungen zurückziehen, damit eine Einigung zustande käme. Es muß immer wieder betont werden, daß wir gor keine Forderungen gestellt haben und also auch keine zurückziehen können. Nachdem wir uns mit den Unternehmern nicht über den Vertrag einigen konnten, hätten wir ohne Vertrag gearbeitet und alles wäre beim alten geblieben. Wenn die Unternehmer den Frieden wieder herstellen wollen, dann brauchen sie nur die Aussperrung zurückzunehmen. Wenn das geschieht, ist der ganze Konflikt erledigt.— In ahn- lichem Sinne sprachen auch die Diskussjonsredner.. Sie waren alle der Meinung, daß sich die Unternehmer arg verrechnet haben, wenn sie glauben, der H ol- arbeite rve rba nd-müsse vor ihnen zu Kreuze kriechen. Möge der Kampf noch Wochen oder Monate dauern, die Arbeiter werden- ihn aushalten und zu jedem Opfer ckereit sein, um die Absichten der Unternehmer zu vereiteln. Die Versammlung beschloß, daß die Bautischler von dieser Woche an außer den ordentlichen Verbandsbeiträgen einen freiwilligen Extrabeitrag von 1 M.-pro Woche zu entrichten haben. Gleichzeitig sprach die Versammlung den Ausgesperrten für ihr festes Zusammen» halten Anerkennung auS._ Zum Lohnkampf der Herrenmasischneider. Die in der Mitgliederversammlung am Donnerstag so außer» ordentlich zahlreich erschienenen Herrenmaßschneidcr hatten zum Teil wohl daran gedacht, daß der Streit nun unmittelbar auch auf die nicht dem Arbeitgeberverband angehörenden Betriebe ausgedehnt werden werden sollte. Daß davon vorläufig Abstand genommen wurde, war bei der Lage der Verhandlungen selbstverständlich. Die Arbeitgeber, die an den Verhandlungen teilnahmen, zeigen den ehrlichen Willen, die Tarifvorlage anzuerkennen und haben diesen Willen auch bereits zu einem guteü Teil in die Tat umgesetzt. Es sind nicht etwa nur in der dritten und vierten Tarifklasse, sondern bereits in allen Klassen mit einer Anzahl Firmen Tarife abgeschlossen worden. Leicht begreiflich ist es, daß die Einteilung der Firmen in Tqrifklassen mancherlei Schwierig- keitcn bietet und in manchen Fällen eine gründliche Aussprache mit und unter den Arbeitgebern selbst erfordert. Möchte doch jedes Ge- schüft dem Publikum gegenüber gerne als„erstklassig" gelten, aber gleichwohl nicht gerne nach dem ersten Tarif zahlen. Doch ist eine Anzahl Geschäfte vorhanden, die ohne weiteres den ersten Tarif als für sich maßgebend anerkannt haben. Die Kommission der Arbeitgeber sieht nun auch ihre Hauptaufgabe darin, diejenigen unorganisierten Arbeitgeber zur Verhandlung über die Tarife heranzuziehen, die in der Arbeitgeoerversammlung am Dienstag nicht vertreten. waren, und dieses Streben wird natürlich von der Gehülfenschaft'eifrigst unterstützt. Wie der Referent Kunze in der Versammlung am Donnerstag erwähnte, ist der Kreis der- jenigen Arbeitgeber, denen die Forderungen zugesandt wurden, noch erweitert worden. Diesen neu in die Bewegung einbezogenen Ge- 'chäften ist bis zum 10. März Zeit zur Entscheidung gewährt worden, während für die übrigen die Frist auf den 5. März fest. gesetzt worden war, die zugleich eingereichte Kündigung des Arbeits- Verhältnisses aber am 12. März abläuft. Ueber die weiteren Maß. nahmen wird eine am Sonntag im Palast-Theatcr stattfindende Mitgliederversammlung beraten und beschließen. Bis zu diesem Tage wird sicherlich ein Ergebnis der Verhandlungen mit den unorganisierten Arbeitgebern, und auch eine weit größere Zahl von Anerlennunaett isS. Zäl'fß CWliiaiß» Die in See gestern im„Vorwärts" abgedruckten Resolution des Arbeitgeberverbandes enthaltene Verdächtigung, daß jene Firmen, die den Tarif anerlannt haben, nicht die ernste Abstcht hätten, ihr Versprechen zu halten, wies der Redner entschieden zurück und be- merkte, daß es sich gerade um solche Firmen handelt, die sich bereits seit Jahren als taristrcu bewiesen haben. Ebenso wandte sich der Redner gegen die Behauptung, daß„Berlin die höchsten Löhne Deutschlands zahlt". Eine vom Schneidcrverband auf- genommene Statistik beweist, daß dies durchaus nicht den Tat- fachen entspricht. Nun hat btt Arbeitgeberverband der Streikleitung mitgeteilt, daß er nicht in der Lage sei, seine Tarif- Vorschläge vor Ende dieser Woche vorzulegen. Hierzu erklärte der Redner, daß es schließlich gleich sei, ob auf Grundlage dieser Vor- schlüge oder der eingereichten Tarife verhandelt werde, da die Ge- hülfenschaft ja so wie so wisse, was sie wolle. Doch könne man nicht verhandeln auf Grundlage von Tarisen, die man nicht kenne Und nicht geprüft habe. Uebrigens kommen wohl auch die organisierten Arbeitgeber immer mehr zu der Ueberzeugung, daß sie so schnell wie möglich eine Einigung mit der Gehülfenschast anstreben müssen, wenn sie nicht gänzlich ins Hintertreffen geraten wollen. Ten angeblich 250 Mitgliedern des Arbeitgeberverbandes mit 2500 Arbeitern stehen 350 bis 400 unorganisierte Arbeitgeber mit 3500 bis 4000 Arbeitern gegenüber. Haben diese Arbeitgeber den Tarif anerkannt, so muß das natürlich jenen, bei denen der Ausstand fortdauert, zu schwerem Schaden gereichen. Es ist denn auch nicht zu verwundern, daß organisierte Arbeitgeber nach dem Berbandsbureau der Gehülfen kommen und gar zu gerne einen Tarif anerkennen möchten. Sie finden allerdings kein Entgegen- kommen, wenn es sich um Firmen handelt, die von früher her als tarifbrüchig bekannt sind. Solche Firmen sollen zu größerer Sicherheit an den von Organisation mit Organisation abzn schließenden Vertrag gebunden tverden. Eine bemerkenswerte Erscheinung ist es, daß einzelne Groß� konfektionsfirmen Vorteil aus der Betvegung zu ziehen suchen, in- dem sie ihre Konfektionswaren den Maßges-bäften anbieten, die da- mit das Publikum betrügen sollen. Der Redner verlas folgendes vervielfältigte und an viele Maßgcschäfte versandte Schriftstück der Firma E. Elsbach Nach f.. Berlin C, Königstrahe 1—6 ~ Engros und Erport—, das vom 1. März datiert ist: „Im Fall der bevorstehende Schneiderstreik Wirkung erhält. dürften auch Ihnen Ungelegenheitcn nicht erspart bleiben, durch die Sie außerstande sind, den Anforderungen ihrer Kunden zu genügen. In der Annahme, daß es Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen ist. wie zahlreich die vornehme fertige Herrenkleidung in denjenigen Kreisen des Publikums Aufnahme gefunden hat. welche ehemals von großem Vorurteil dagegen erfüllt waren. gestatten� wir uns, JJHnen unsere Offerte nahe zu legen, höflichst bittend, solche gefälligst zu erwägen. Englische und deutsche Engagements in Stoffen, moderner Schnitt, solide Verarbeitung, elegante Ausstattung bilden die Vorzüge unserer Fabrikate. Das Renommee unserer Firma/ die führende Spitze der Spezialbranche zu sein, gewährleistet Ihnen den Erfolg in unseren Artikeln. Wir bitten höflichst, unsere Offerte einholen zu wollen, eventuell um Ihren persön- lichcn Besuch in unserem Lager." usw. � Wer sich jetzt also einen Maßanzug bestellt, muß gewärtig sein, daß er Konfektionsware von Elsbach Nachf. oder auch von Uko in der Spandauerstraße erhält, der in ähnlicher Weise den Maß gcschäften seine Waren anpreist� Mit der Lohnbewegung der Herren-Maßschnelder beschäftigte sich gestern abend eine in den Arminhallen tagende öffentliche Arbeit geber-Versammlung; sie war einberufen von Arbeitgebern, die dem Arbeitgeberverbande nicht angehören und im Gegen satz zu demselben die Forderungen der Arbeitnehmer für berechtigt halten und willens find, sich mit den organisierten Arbeitnehmern dauernd zu verständigen. Diesen Standpunkt vertrat Herr Bär als Referent, und der Vorsitzende der Versammlung, Herr Lipmann, der unter anderem bemerkte, daß nur 250 Arbeitgeber, die 2500 Arbeiter beschästigen, organisiert sind. während die große Mehrheit, nämlich etwa 400 Arbeitgeber mit 4000 Arbeitern außerhalb des Verbandes stehen.— In der Dis- kusston kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einem Vertreter des ArbeitgeberverbandeS und Wortführern der unorganisierten Arbeit- geber. Auch K u n z-e vom Verband der Schneider und Schneiderinnen beteiligte sich an der Diskussion, haupffächlich um die unzutreffenden Darstellungen des Vertreters des ArbeitgeberverbandeS bezüglich der Vorgeschichte der Bewegung zu widerlegen. Nach Schluß der Debatte wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung erkennt die seitens der Arbeitnehmer. Organisation aufgestellten Tarife den heutigen teueren Lebens. Verhältnissen entsprechend als angemessen an. Die Versamm. lung verurteilt das von wenig sozialem Verständnis zeugende Vor. gehen der im Arbcitgebcrverbande organisierten Firmeninhaber und Schneidermeister. Die Versammlung gibt ferner dem Wunsch Ausdruck, daß es gelingen möge, den Frieden in unserem Gewerbe baldmöglichst wieder herzustellen. Als Mittel zu diesem Zweck be- schließen die Versammelten, die bestehende Kommission der un. organisierten Arbeitgeber zur beauftragen. Schritte zur Gründung einer„Freiei* Organisation der Arbeitgeber" zu tun, die im Gegensatz zu dem bestehenden Arbcitgcbervcrband, etwa entstehende Streitigkeiten im Schncidergewerbe in Gemeinschaft mit der Organisation der Arbeitnehmer zu beiderseitiger Befriedigung auf gütlichem Wege beizulegen sich bemüht. Unternchmer-Terrorisuius. Der Vorstand der Tapezierer-ZwangSinnung erläßt an seine Mitglieder einen längeren Austuf, in dem der Stand der Aussperrung geschildert und bemerkt wird, daß ainige Firmen„wort. brüchig' geworden seien und entgegen dem JnnungSbefchluffe die Forderungen unterschriftlich anerkannt hätten. „Wir fordern, so heißt es weiter, diese Kollegen und Inhaber von Tapeziererwerkstätten nochmals auf. die gegebenen Unter- schriften zurückzuziehen und den Beschlüssen der Innung Folge zu geben, da wir im anderen Falle gezwungen sind, schärfere Maßregeln zu ergreifen." Auf die angedrohten„Maßregeln" darf man gespannt sein. UebrigenS setzt der§ 153 der Gewerbeordnung schon für solche Drohungen, die den Zweck haben, andere zur Teilnahme an der- artigen Verabredungen zu zwingen, eine Strafe bis zu drei Monaten fest. Der Vorstand der Tapezierer-Jnnung mag also Abschied von seinen Lieben nehmen: Streikleiter sind aus einem.solchen Anlaß mehrfach vom Fleck weg verhaftet worden. Der Lohnkampf im Tapezierergewerve. In einer Mitgliederversammlung des Tapcziererverbandes. die gestern abend den großen Saal in der Sophienstraße samt den Galerien bis auf den letzten Stehplatz füllte, berichtete der Filial» Vorsitzende Wels über die Situation, die er als durchweg günstig für die Gehülfenschast bezeichnete. 95 Geschäfte, die 692 Tapezierer- gehülfen beschäftigen, haben bewilligt. Dazu kommen 459 Kleber, die nicht ausgesperrt wurden, so daß im ganzen 1142 Kollegen in Arbeit stehen. Kleber sind nur 23 ausgesperrt. Im übrigen er- streckt sich die Aussperruitg und der Streik auf 108 Geschäfte. Daß der Verband versucht haben sollte, bei anderen Gewerkschaften Gelder aufzunehmen und abgewiesen worden sei, ist nichts als Schwindel. Es stehen eigene Mittel genug zur Verfügung. Unter diesen Umständen haben die organisierten Gehülfen den General- ouSsperrungSbeschluß, den die Uniernehmer planen, in keiner Weise zu fürchten.— Einstimmig wurde folgende Resolution an- genommen: „Die Mitgliederversammlung sieht dem erweiterten Aus- sperrungsbeschluß der Unternehmer mit Ruhe entgegen, um so mehr, als der bisherige Verlauf der Bewegung den für die Ge- hülfenschaft denkbar günstigsten Erfolg gehabt hat. Gegenüber den Behauptungen der Innung, die Gehülfenschast habe es an Bereit- Willigkeit zu Verhandlungen fehlen lassen, erklärt die Gehülfen- schaft, wie es schon in dem an die Arbeitgeber versandten Schreiben geschehen ist, wiederholt, nach wie vor zu Verhandlungen bereit zu sein. Die Verantwortung für die durch die Bewegung erfolgte Schädigung des Gewerbes fällt einzig und allein dem Jnnungs- vorstand zu, welcher jedes Entgegenkommen wiederholt rundweg ablehnte." Natürlich fühlt sich die Organisation nicht verpflichtet, un- organisierte Ausgesperrte zu unterstützen; und deshalb faßte die Versammlung folgenden Beschluß: „Im Falle der Annahme der Generalaussperrung in der Generalversammlung der Zwangsinnung beschließt die Versamm- lung: unorganisierte Ausgesperrte erhalten keine Unterstützung. Legen unorganisierte Gehülfen im Einverständnis mit der Ver- bandsleihntg die Arbeit nieder, so tritt nach erfolgtem Beitritt zum Verband die statutarische Unterstützung in Kraft. Ucber die Aufnahme in den Verband entscheidet die OrtSverwaltung. Auf den Zahlstellen sind keine Neuaufnahmen zu vollziehen." Fe-ner wurde noch beschlossen, daß vom 11. März ab die Arbeitslosen in die Streiklisten eingetragen werden und die Streik- Unterstützung erhalten sollen. .*» In einer gestern abend stattgehabten Generalversammlung der Arbcitdcber der Tapezierer-ZwangSinnung Berlins wurde mit 205 gegen 116 Stimmen bei 14 Stimmenthaltungen beschlossen. Arbeiter ebenfalls auszusperren. Achtung, Schuhmacher! Die Arbeiter der Schuhfabrik von W. H u b r i ch. Kaiser Wilhelmstraße 26. haben die Arbeit nieder gelegt. Sie hatten dem Fabrikanten einen Lohntarif vorgelegt. Derselbe lehnte aber jegliche Verhandlung mit den Arbeitern ab. Zuzug ist fernzuhalten. Zentralverband der Schuhmacher. OrtSverwaltung Berlin. Der Stand der Aussperrung der Posamentiere wurde in einer Versammlung am Donnerstagabend bei Feuerstein in der Alten Jakobstraße lebhast besprochen. Die Posamentiere bemühen sich gegenwärtig sehr um die Organisation der Arbeiterinnen und hatten Frl. Heidemann eingeladen, einen Vortrag über die Notwendigkeit der Organisation der Arbeiterinnen zu halten. Sie erledigte ihre Aufgabe mit viel Geschick und erklärte den Frauen und Mädchen, daß sie wahrlich alle Ursache hätten, bei einem Durch- schnittSverdienst von etwa 12 Mark pro Woche, sich zu organisieren. um bessere ArbeitSebdingungen zu erzielen.— Ucber den Stand der Bewegung berichtete Silber st ein, daß 168 Ausgesperrte vorhanden seien; vier hätten andere Berufe ergriffen und 12 seien abgereist. Die Unternehmer hätten noch kein Entgegenkommen ge- zeigt, ober die Arbeiter könnten eS ruhig darauf ankommen lassen, denn die Lage der Dinge sei ihnen günstig. Die Aussperrung dauert bereits 7 Wochen und beginnt den Unternehmern sehr unbequem zu werden. Sie müssen zu ihrer Verwunderung sehen, daß die UnterstützungSkaffe immer noch flott auszahlt, daß sogar ein Mietszuschuß bewilligt worden ist. Per» gcbenS haben sie auf Abtrünnige gewartet, denn die Ausgesperrten halten fest zusammen. Die notwendigen Arbeiten wurden bisher außerhalb hergestellt, aber die Organisation hat einen tüchtigen Agitator auf Reisen gesandt, der die Kollegen aller Orten auf die Streikarbeit aufmerksam macht und bisher sehr gute Erfolge er- zielt hat, denn aus einer Reihe von Städten ist berichtet worden. daß die Kollegen der Posamcntcnbranche alle Ucbcrzeit verweigern und sich mit den Berlinern solidarisck erklären. Es zirkulieren jetzt„schwarze Listen", aber darin sind auch Namen von Leuten verzeichnet, die nicht ausgesperrt sind, so daß persönliche Gehässigkeit angenommen werden muh. Am 31. März findet eine Gaukonfcrenz in Forst statt. Die Versammlung wählte Walter Hoffmann als Delegierten. Paul Hoffinann-RummclSburg wurde noch als PreßlommissionSmitglied gewählt. Die in der Stickereibranche beschäftigten Arbeiter und Arbeite- rinnen bereiten gegenwärtig eine Lohnbewegung vor. Zu diesem Zweck fand am TontierStag in den..Arminhallen" eine öffentliche Versammlung jener Berufsgruppe statt, woselbst der Gauleiter K o tz k e vom Tertilarbciterverband über die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse der Kurbclsticker sprach. Demnach sind die Löhne in den letzten Jahren eher gesunken als gestiegen. Der Durchschnitts- lohn der Sticker beträgt etwa 23 bis 25 Mk., Hefterinnen bringen es auf 10 bis 12 Mk. pro Woche. Durch den Verlust des amerikani- schon Absatzmarktes und die starke ,.Lehrlings".AuSbildung hat sich die Arbeitsgelegenheit ganz erheblich verschlechtert, so daß die „Saison", die früher etwa 8 Monate währte, jetzt auf 4 bis 5 Monate zusammengedrängt ist, und zwar entfallen auf die Früh- jahrSsaison 12 bis 13 Wochen und auf die Herbstsaison 4 bis 5 Wochen. Bereits vor einigen Jahren ist für die Branche schon ein Tarif ausgearbeitet worden, der jedoch nicht zur Einführung gelangte, weil die zirka 4000 Berufsangehörigen, die in rund 300 Arbeitsstellen größtenteils als Hansindustrielle tätig sind, zu einem einheitlichen und geschlossenen Vorgehen nicht zu bewegen waren. Diesmal ist ein ungleich regeres Interesse für eine Ver- besserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verzeichnen. Redner ist der Meinung, daß es nicht unbedingt zum Streik zu kommen brauche, sondern es sehr wohl möglich sei, auf friedlichem Wege eine- Verständigung herbeizuführen, wenn die Arbeitgeber, die fast durchweg nur Zwischenmeister der Großkonfektionäre sind, die Sachlache richtig zu würdigen verstehen.— Beschlossen wurde. eine aus 13 Personen bestehende Lohnkommission zu wählen, die eine Tarifvorlage ausarbeiten und mit den Arbeitgebern in Unter- Handlungen treten soll. Deutfchea Reich. Sämtliche Steinschleifer der Firma©. A. Bruchner in Wunsiedel legten am Donnerstagmittaa die Arbeit nieder. Es kommen 79 Mitglieder der freien Gewerkschaften und 5 christ» lich organisierte in Betracht. Letztere erklärten sich solidarisch. Die Arbeiter sind dadurch einer geplanten Aussperrung zuvorgekommen. Gerade Bruchner ist eS gewesen, der sich bei den kürzlich in Ober- kotzau stattgekundenen Tarifverhandlungen zwischen den Arbeit- geoern und Arbeitnehmern als der größte Scharfmacher aufspielte. Wenn alle Unternehmer sich zum Nachgeben herbeiließen, oder dazu bereit erklärten, so scheiterte dies immer an der Hartnäckigkeit des Bruchner. Die Arbeiter sollten mit den Verhandlungen hingehalten werden, damit die Unternehmer erst ihre Arbeiten fertig bekommen hätten und dann wäre die Aussperrung erfolgt. Die Arbeiter merkten dies aber, und haben den Unternehmern einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.— Zuzug nach Wunsiedel von Steinschleifern und Steinhauern ist streng fernzuhalten. Die im Zentralverband organisierten Schneider und Schnei- berinnen in Königsberg haben am Donnerstag früh einmütig die Arbeit niedergelegt, nachdem alle friedlichen Wege seitens der Ar- beiter, eine Einigung zu erzielen, ohne Erfolg geblieben waren. Die KönigSbcrger Schneider und Schneiderinnen erkämpften im Vorjahre 1906 nach dreiwöchentlichem Ausstand einen Lohntarif, der vor dem Einigungsamt des GewerbegerichtS abgeschlossen wurde. Die Prinzipale verlangten damals den Tarifabschluß nur auf ein Jahr, wäbrcnd die Arbeiter die neuen Bedingungen mindestens auf zwei Jahre festlegen wollten. Der bis zum 1. März 1907 laufende Tarifvertrag hatte eine dreimonatliche Küudigungs Straßenbahnerstrelk in Moskau. Moskau. 8. März.(B. H�) Die Bedientesten der elektrischen Straßenbahn sind wegen Entlassung zweier Angestellter in den AuS, .____,-v.�WWWWWWWWM �________ � stand getreten. Der Straßenbahnverkehr ruht vollständtg.',...',.�� PerorjtV. Redatteuri fenns VkfBiflaiitüai 4»SÄZSr.«.vtllsghn,jM xaul�ng�ä-�o..BeilmLVv�Hicrzu4Bcilasinu.Unterholtun«Sblatt frist. Damals war vergessen worden, einige Positionen im Tarif aufzunehmen, und dies führte in der Folge immer zu Streitig- leiten, da die Prinzipale diese im Tarif nicht näber bezeichneten Arbeiten willkürlich bezahlen wollten. Vor dem 1. Dezember 1906, dem Kündigungstage, stellten nun die Schneider und Schnei- derinnen durch ihre Vertreter das Ersuchen, diese Positionen für das kommende Vcrtragsjahr zu berücksichtigen und verlangten gleichzeitig die Wahl eines Schiedsgerichts, bestehend zu gleichen Teilen aus Arbeitern und Arbeitgebern. Anfangs waren die Per- treter des Vereins der Herren-Garderoben- und Uniformbranche auch geneigt, den billigen Wünschen der Arbeiter Rechnung zu tragen, zumal die Arbeiter alle Grundpositionen im alten Lohn- satze ließen und wieder sogar auf Extrabczahlung der zweiten Kragenprobe verzichtete�, die im Jahre 1906 die Ursache der Ar» beitsnicdcrlcgungv gewesen war. Tann aber begannen die Prin» zipale das alte Mannöver; sie begannen die ganze Sache zu ver- schleppen, allen Verhandlungen aus dem Wege gehend. Da waren die Arbeiter gezwungen, den Tarifvertrag am 1. Dezember 1906 zum 1. März 1907 zu kündigen. Schon seit der letzten Lohn- bcwcgung 1906 war der Verein der Herren-Garderoben- und Uniformbranche dem Arbeitgcberschutzverband� beigetreten, dessen Zentrale in München ist, und hieraus erklärt sich auch die schließ- liche Weigerung der Prinzipale, den Slbeitern auch nur in etwas entgegenzukommen. Kurz vor dem 1. März dieses Jahres reichte nun die Arbeitgeberorganisation den Arbeitern einen Tarifvertrag ein, der, wie es im Begleitschreiben hieß, einfach an- zuerkennen war, auf irgend welche Verhandlungen wollten die Arbeitgeber überhaupt nicht eingehen. Ter Tarif der Prin» zipale enthielt eine ganze Reihe Verschlechterungen; die Preise auf einzelne Positionen waren um 10 Proz. und mehr herabgesetzt. Hinzu aber kam noch, daß die Prinzipale eine weitere LoHnklaste. und zwar eine vierte einfübren wollten, und dann verlangten, daß alle Geschäfte ohne Ausnahme nach zwei Lohnklassen abrechnen könnten. Besonders letzteres System hat in den Städten Deutschlands, wo es besteht, so auch in Danzig, zu den schwersten Schädigungen der Arbeiter geführt, und war daher für die Arbeiter von vornherein unannehmbar. Die Schneider lehnten daher den Tarif der Prinzipale ein- stimmig ab; erklärten aber auch noch am Montag, den 4. d. M.. den Streik nicht zu proklamieren, besonders da der zweite Vor- fitzende des HauptvorstandcS nach Königsberg gekommen war. um womöglich doch noch eine friedliche Lösung herbeizuführen. Leider konnte das nicht erreicht werden, und so beschlossen denn die Schneider und Schneiderinnen, wie bereits gemeldet, in einer Versammlung api Mittwoch im LudwigShof in den Ausstand zu treten. Da eS nun einmal so Mode geworden in der Arbeiter- bewcgung, hat sich auch hier schnell ein„christlicher" Verein der Schneider gebildet, um das bedrängte Unternehmertum zu retten. Leider haben bisher nur elf Mann mit den Prinzipalen Fühlung gesucht. In einem Privatzimmer fand die erste Konferenz statt, zu der auch Vertreter des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins der Schneider«laden waren.(Diese Organisation zählt hier zirka 30 Mann.) Aber der Treuschwur auf das Evangelium der Arbeiterausbcutung konnte nicht abgegeben werden, da die Ge» werkvercinler erklärten, obne die zentralorganisierten Schneider keinen Tarifvertrag abzuschließen. Einstweilen werden also die Arbeitgeber ihre Andacht mit den 11„christlichen Seelen" allein abhalten müssen._ Die erfteu dreihundert englischen Streikbrecher kamen gestern morgen auf dem englischen Dampfer„Nottingham' von Grimsby in Hamburg an und wurden auf der Unterelbe bei Blankenese von Schleppdampfern der Hamburg-Aiuerika-Linie von Bord geholt und nach dem im Kuhwärder-Kohlcnhafen liegenden Schiffe„Rhaetia" gebracht. Huslanck. Wegen Lohnbewegung der Schneider ist der Zuzug nach K o p e n- Hagen(Dänemark) fernzuhalten. Reiseunterstützung wird nicht ausbezahlt. Nähere Auskunft erteilt William P. Arup, Römers- gade 23._ Avf sfftner Straße ermordet. Ein schweres Verbrechen ist gestern abend in der neunten Stunde im Norden der Stadt verübt worden. An der Ecke der Kopenhagener, und Sonuenburgerstraße wurde der 32jährige Zementarbciter Kali gram a von dem Bauarbeiter Luchena hinterrücks erstochen. Rache hat den Täter zu dem blutigen Ver« brechen getrieben. Sowohl der Täter als auch dessen Opfer sind Italiener. Vor längerer Zeit waren sie beide nach Berlin gekommen und hatten hier auf Neubauten gearbeitet. Zuletzt waren sie auf einem Bau in der Gleimstraße gemeinsam tätig. Gestern gerieten.sie kurz vor Feierabend in einen Streit, bei dem L. den kürzeren zog. Er wollte sich nun an seinem LandSmanne räcken. Auf dem Heimwege suchte er immer wieder von neuem Streit hervorzurufen. AIS die beiden an der Ecke der Kopenhagener. und Sonncnburgcr- straße anlangten, zog L. plötzlich ein langes Messer aus der Tasche und stieß eS dem nichtsahnenden ft. hintclHÜckS in den Rücken. Der Stich war mit solcher Gewalt ausgeführt worden, daß die Messerspitze bis ans Herz drang. Mit einem Aufschrei stürzte der Getroffene davon. Er eilte in die italienische Kneipe von Orsi in der Sonnenburgerftraße 2 und brach dort vor dem Büffet tot zusammen. Man rief noch einen Arzt hinzu, der aber nicht mehr helfen konnte. Der Täter hatte inzwischen die Flucht ergriffen. Mit dem blutigen Messer in der Rechten war er davonaestürmt und rief unter den Passanten ungeheuren Schreck hervor. Niemand wagte eS. sich dem Mörder entgegenzustürzen und ihn festzunehmen. Erst als Schutzleute hinzukamen, konnte die Verhaftung des L. erfolgen. Er setzte sich zur Wehr und konnte nur schwer gebändigt werden. Die Leiche des getöteten K. wurde polizeilich beschlag- nahmt und dem Schauhause überwiesen. Letzte IVachnchtcn und Depefeben, Streik in den Pariser Elektrizitätswerken. Paris, 8. März.(Privatdepefche des„Vorwärts".) Da dis neue Elektrizitärsgefellschast die Forderungen der Arbeiter zurückwies, sind diese in den Streik getreten. Die Boulevards sind dadurch ohne Boaenlicht, nur spärliche GaS- laternen brennen. Einige Abendblätter konnten nicht erscheinen. In den Bureaus arbeitet man bei Kerzenlicht. Das Erscheinen der Morgenblätter ist unsicher. Im Gemeinderat ist während der Sitzung das Licht erloschen. Paris, 3. März.(W. T. B.) Der Beschluß der ElektrizitätZ» arbeiter, in den Ausstand zu treten, ist darum gefaßt worden, weil die neue Gesellschaft, welche von der Pariser Stadtgemeind« die Konzession für die elektrisckie Beleuchtung erhalten soll, sich weigert, ihren Arbeitern die den städtischen Arbeitern zuerkannten Virteil« zu bewilligen. Paris, 8. März.(W. T. B.) In der Sitzung des Gemeinde- rates erklärte der Präfekt des Seinedepartements über den Ausstand der Elektrizitätsarbeiter, daß Maßnahmen ergriffen worden wären. um den plötzlichen Ausstand zu verhindern. Die Arbeiter glauben durch ihr Vorgehen den Gemeinderat zu größerem Entgegen» kommen zu bringen, sie befänden sich aber in einem Irrtum. Er gebe ihnen den Rat, die Arbeit wieder aufzunehmen und dem Wohl« wollen des Gemeinderats zu vertrauen, der sie jederzeit geschützt habe Nr. 58. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 9. März 1907. Ergebnis der Reichstagswahl. Der Reichs- Anzeiger" bringt folgendes geringen Resonanzboden hat. Bei der Fahrkartensteuer sind viele Fehler gemacht, namentlich sind die Abstufungen zu groß. Ferner ist durch Beseitigung der Rückfahrkarten ein ganz anderes Prinzip in die Angelegenheit hineingetragen. Eine systematische NachBorläufige Ergebnis der ersten ordentlichen Wahlen zur 12. Legislaturperiode des Deutschen Reichtags am 25. Januar 1907, prüfung ist deshalb nötig. verglichen mit dem endgültigen Ergebnis der gleichen Wahlen im Jahre 1903. { 1900: 56 367 178. Bevölkerung am 1. Dezember 1905: 60.605 183. Deutsch- Konserbative abgegebene gültige Stimmen 12. Legis 11. Regiss laturperiode laturperiode. weniger Wahlberechtigte{ J 1903: 12531 248. 1907: 13 349 799. Bei den ersten ordentlichen Wahlen Barteistellung sind von den Kandidaten im in zur ersten Wahlgang getpählt Stichwahl im Wahljahre 1907 gekommen 1907 1908 1907 1903 1907 1903 mehr 43 31 36 1 094 640 Deutsche Reichspartei 11 7 19 16 471 863 948 448+ 333 404 146 192 138 459 Deutsche Reformpartei 3 94 850 Wirtschaftliche Vereinigung, auch Anti2 17 363 302+ 40 087 17 308 539 19 59 64 1 652 997 1 317 401+ 335 596 16 13 353 521 110 291 26 23 726 743 538 206 188 537 10 8 164 904 91 217 73 687 2 80 607 111 375 90 88 34 36 2190 976 Bolen 19 14 8 B 453 858 347 784 106 074 Welfen. 8 78 232 94252 Dänen 1 15 425 14 843+ 582 Elsaß Lothringer 5 2 91 552 101 921 Sozialdemokraten 29 56 90 118 3 259 020 Andere Parteien, unbestimmt( auch Wilde)*) Bersplittert 3 4 4 7 217.046 8002 Zusammen, 239 217 316 360 11 262 775 92 257 124 789 11 884 9.495 587 1767-188 3 882 40.708 .43 240 femiten usw. Nationalliberale. Freifinuige Vereinigung Deutsche freisinnige Volkspartei Deutsche Voltspartei und Demokraten. Bauernbund Zentrum B15 65162LDING 203 RATIN Außerdem find abgegeben ungültige Stimmen 243-230 1 875 292315 684 3 010 771+248 249 Der Antrag Aronsohn wird gegen die Stimmen der Freis sinnigen, der Antrag Bachmann gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Freisinnigen abgelehnt. Der Antrag v. Heydebrand wird gegen die Stimmen des Zentrums angenommen. Nunmehr kommen Zugverbindungen zur Besprechung. Abg. Junghenn( natl.) dankt dem Minister, daß er jetzt endlich Zugverbindungen zwischen Hanau und Frankfurt a. M. eingeführt Abg. Baensch- Schmidtlein( frk.) verlangt allerlei bessere Verbindungen. habe. Abg. Dr. Dahlem( 3.) bittet um bessere Schnellzugsverbindungen zwischen Koblenz und Berlin und bessere Verbindungen zwischen Frankfurt a. M. und dem Rheingau. Abg. Fischbeck( fr. Vp.) wünscht bessere Zugverbindungen für Liegnit. Abg. Witmann( natl.) bittet den Minister, bessere Nachmittagszüge zwischen Liegniß und Hirschberg zu schaffen. Abg. Stull( 3.) wünscht bessere Verbindungen nach Neisse und bessere Anschlüsse für die Stadt Ziegenhals. Abg. Schmit- Elberfeld( fr. Vp.) wünscht Anschluß des bergischen Landes an den großen internationalen. Durchgangsverkehr. Nachdem noch die Abgg. v. Brcdhausen( t.),& önig( 3.), 30 768 Viered( frt.), Soheisen( 3.) lokale Wünsche geäußert haben, bertagt sich das Haus. Nächste Sigung: Connabend 11 Uhr.( Eisenbahnetat, Schluß 5 Uhr. 16 020 Bauetat.) 10 369 2 532 Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. Darunter find als" wild" gezählt die Abgeordneten: Kobelt, 4. Magdeburg mit 26 221; Keller, 8. Hessen mit 6586; Langerfeldt, 2. Braunschweig mit 22 471; Enders, 2. Sachsen- Meiningen mit 13 181, zufammen 68 459 Stimmen. Kandidaten unbestücks in der Französischenstraße zu Berlin, auf welchem stimmter Richtung, die mehr als 10000 Stimmen erhalten haben, sind: Kirchberg, 10. Breslau( reichstreue Arbeiterpartei) 11 744; Rahardt, 7. Magdeburg( Mittelstandspartei) 12055; Plate, 8. Hannover( Mittelstandspartei) 12 159; Kohl, 2. Oberbayern( liberal) 20 754; Dern, 5. Hessen( liberal) 13 479 Stimmen. Reichstag. 18. Gigung vom Freitag, den 8. März 1907, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Dernburg, Freiherr v. Rheinbaben, Freiherr v. Stengel. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Tolonialen Nachtragsetats: 29 220 000 m. für das füdwestafrikanische Schutzgebiet und 8 900 000 m. für den Bau der Bahn bon Kubub bis Keetmannshoop. Unter Ablehnung eines Antrages Hompesch( 3), den ersten Nachtragsetat nur in Höhe von 20 000 000. zu bewilligen, werden die beiden Nachtragsetats grgen die Stimmen des Zentrums, der Polen und der Sozialdemokraten debattelos angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesezentwurfs, die 8900000 m. für den Bahnbau in Form eines Darlehens vom Reich an das füdtestafrikanische Schutzgebiet zu gewähren; er wird debattelos angenommen. Bevor in der Beratung des Postetats fortgefahren wird, fommt zur Erledigung das tatnotgeses, soweit es sich auf den Postet at bezieht. Es werden ohne erhebliche Debatte vor fchußweise bewilligt eine große Menge Post gebäudeerweite= rungen und Neubauten. Für die Erwerbung eines Grundein großes Bostamt errichtet und in welchem die drei jetzigen Aemter Unter den Linden, Taubenstraße und Behrenstraße ver einigt werden sollen, werden als erste Rate 691 000 m. verlangt. Abgeordneter Singer fritisiert den außerordentlich hohen Preis und verlangt Ablehnung der Forderung. Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): Eine Reform der Personentarife, Es sei zweifellos möglich, in dieser Gegend für einen billigeren die wir seit Jahren gefordert haben, wird heute allseitig als not- Preis ein passendes Grundstück zu haben. Außerdem wendet sich wendig anerkannt. Nur ist die Mehrheit der Ansicht, daß die Haupt- Singer gegen die Belassung einer großen ersten Hypothek auf dem jache eine Vereinfachung der Tarife ist, während wir die Ver- Grundstück, die zu dem hohen Zinsfuß von 4 Proz. verzinst werden billigung für das Wesentliche halten. Nun ist die Reform da, soll. Das Reich sei doch zweifellos in der Lage, das Geld billiger aber sie hat teine Verbilligung, sondern teilweise sogar eine Berzu bekommen. Der Staatssekretär gibt zu, daß der Preis sehr teuerung und unter Berücksichtigung der Fahrkartensteuer auch hoch sei. Von Singer und Südefum werden noch große Bedenken eine Komplizierung gebracht! Die Schnellzugszuschläge bedeuten gegen die Zusammenlegung der Postämter Taubenstraße und eine dirette Verschlechterung, und ich glaube, daß auch die Eisen- Unter den Linden geäußert. Ferner verlangt Südekum mehr bahnverwaltung selbst die Reform nicht als eine ideale ansehen wird. Voraussicht in der Grundstückserwerbung. Die EntschuldiDie festen Schnellzugszuschläge sollten nur ein Ersatz der Plaßkarten gung des Staatssekretärs, daß man nicht wisse, wohin sich der sein, jetzt hört man mit einem Male, daß von zwei Drittel aller Verkehr ziehe, erscheint sehr lahm. Schnellzüge Zuschläge erhoben werden sollen! Die Beseitigung des Freigepäcks ist ein Rückschritt. Mit alledem will man die Ausfälle deden, die sich infolge der falschen Politik der letzten Jahre ergeben haben. Die Fahrkartensteuer hat ebenso Fiasko gemacht wie die Erhöhung des Ortsportos. Die Fahrtartensteuer ist ein fiskalfches Monstrum. Es ist das beste, wir machen furzen Prozeß und werfen das Scheusal in die Wolfsschlucht.( Beifall links.) Eine Reihe von Rechnungssachen wird ohne wesentliche Debatte Abg. Vorster( frt.): Meine politischen Freunde sind der Ansicht, der Rechnungskommission überwiesen. daß wir bei der Tarifreform erst einmal abwarten wollen, wie sich Bei der Beratung der Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben die Sache entwickelt. Es läßt sich nicht verkennen, daß die Schnelldes Schutzgebietes Kiautschou für 1904 und 1905 tadelt zugszuschläge eine außerordentliche Verteuerung darstellen. Die Abg. Erzberger( 3) die unübersichtlichkeit dieser vorliegenden Anträge Dr. Aronsohn werden wir ablehnen. Rechnungslegung, die jede Kontrolle durch den Reichstag und Minister Breitenbach: Die Personentarifreform bewegt sich im den Rechnungshof unmöglich mache. Wie weit ist die Unter- wesentlichen in der Richtung einer Resolution des Hauses aus dem fuchung über die„ schwarzen Kassen" gediehen? Haben wirklich un- Jahre 1905. Wenn Dr. Friedberg uns also mildernde Umstände zu richtige und falsche Buchungen stattgefunden? In der Denkschrift billigen till, so muß er sie auch dem Hause zubilligen.( Seiterkeit.) des Rechnungshofes heißt es: In manchen Kreisen der Beamten Bei der Fahrkartensteuer bitte ich Sie doch zu bedenken, daß weder fei ein bölliger Mangel an Verständnis für das der ursprüngliche Firstempel noch die Fahrkartensteuer in ihrer heuRechnungswesen vorhanden, damit darf man sich aber nicht tigen Form zur Freude des Verkehrsministers eingeführt ist. Bei der Reform bitte ich Sie, sich auf dem Boden der Tatsachen zu stellen zufriedengeben. und unter Anerkennung dessen, was erreicht ist, mit dem Kompromiß vorlieb zu nehmen. Die Gepädtarife bringen erhebliche Ermäßigungen, namentlich für die Geschäftsreisenden, die auch dadurch günstiger gestellt werden, daß fie auf die Rückfahrkarten nicht mehr angewiesen sind. Zum Schluß will ich noch bemerken, daß die Schnell zugszuschläge beim Uebergang von einem Zug zum anderen nicht von neuen erhoben werden sollen. Ein Bundesratskommissar erwidert: Die Kolonialverwaltung teilt den Wunsch nach schnellerer Erledigung der Rechnungsfachen. In dieser Session werden noch die Rechnungen von 1897 und 98, vielleicht auch noch die von 1899 vorgelegt werden können. In der Kommiffion, welcher die Prüfung der Rechnungen wohl überwiesen wird, man wird die Regierung über alle Einzelheiten gern Auskunft geben. Die Angelegenheit wird der Rechnungskommission über wiesen, ebenso debattelos einige weitere Rechnungssachen. Nächste Sigung Sonnabend 11 Uhr. Tagesordnung: Die Interpellationen Albrecht u. Gen.( Soz.). und Ablaß( frf. Bp.) über die Frage der Schiffahrtsabgaben, Trimborn( 3) über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, Hompesch( 3) und Basser, maun( natl.) über die Strafprozeßreform. Schluß 2 Uhr. Abgeordnetenbaus. 29. Gigung. Freitag, den 8. März. bormittag3.11.1 hr. Am Ministertisch: Breitenbach. Die zweite Beratung des Eisenbahnetate wird fortgefekt. Zur Besprechung steht zunächst die Personentarifreform. Hierzu liegen Die Position für Grundstückserwerbung in der Französischentraße wird dem Antrage des Abgeordneten Einger entsprechend einstimmig abgelehnt. Die Budgetkommission wendet sich nunmehr wieder der gestern abgebrochenen Debatte über die allgemeinen Boftverhältnisse zu. Dabei kommt es zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen Erzberger und den Nationalliberalen. Abgeordneter Paasche und Erzberger warf nun Paasche vor, daß er genau so viel Schuld hatte die Ortsportoerhöhung als einen Mißgriff bezeichnet, trage wie das Zentrum; die Ortsportoerhöhung sei ein Kompromiß zwischen den Mehrheitsparteien gewesen. Im übrigen fucht Erzberger die Maßregel zu rechtfertigen. Aus der Mitte der Kommission wird eine Reihe Vorschläge für Verbesserungseinrichtungen gemacht. Abgeordneter Süde= anweisungsabfertigung vor, etwa dergestalt, daß bei tum schlägt wesentliche Vereinfachung bei der Postder Bojt ähnliche Stassen mit Quittungstarteneinrichtung aufgestellt werden, wie man sie heute in jedem größeren Laden findet. Abgeordneter Semler unterstützt den Vorschlag sehr lebhaft. Laftden Kolonien, Kopsch fragt, wie hoch die Einnahmen aus den Geldmann wünscht Zulassung von telegraphischen Anweisungen nach strafen der Beamten bei der Post sind; es wird mitgeteilt, daß diefelben 1901 36 760 M., 1905 27 695. betragen haben, also trop Vermehrung der Beamten wesentlich zurückgegangen sind. Uns will scheinen, daß sie noch immer außerordentlich hoch sind. Verschiedene der Wünsche sollen einer Brüfung unterzogen werden, so auch der vielfach geäußerte Wunsch auf Herabseßung der Telephongebühren auf dem Lande. Abg. v. Quast( f.) befürwortet folgenden Antrag der Abgg. von Die Beamtengehälter betragen rund 202 Millionen Heydebrand( f.) und Frhrn. v. Zedlib( frf.): Darauf hinzuwirken, Mart, 13 Millionen Mart mehr als im Vorjahre. Fast in allen daß die Fahrkartensteuer in eine andere, die Einnahmen des Per- Stellen sind Vermehrungen eingetreten. Es liegen hierzu mehrere fonentarifs minder schädliche Form gebracht werde." Anträge auf Erhöhung der Gehälter vor. Von den Genossen Singer, Südekum und Goldstein wird beantragt: Die Kommission wolle beschließen: Kap. 85 Tit. 26 anstatt 23 400 Unterbeamte im Landbestelldienste, Botenpostdienst und Leitungs aufseherdienste fowie im Ortsdienste bei Postagenturen von 800 Mart bis 1000 M., zu fcßen: von 900 m. bis 1100 M. Außerdem unterstützt die sozialdemokratische Fraktion folgenden vom Zentrum Abg. Dr. v. Dahlem( 3): Dr. Wiemer sollte den Antrag feiner Fraktion lieber im Reichstag einbringen, wo die Freisinnigen die ausschlaggebende Partei sind, die ja auch die letzte Rate für die Hohfönigsburg in der Budgetfommission durchgebracht hat. Abg. Dr. Wagner( 1.) bezeichnet die Berechnung der Fahrpreise im Nahverkehr als Plusmacherei und befürwortet die Beibehaltung der Sonntagskarten. eingebrachten Antrag: Kap. 85 Tit. 19 anstatt 475 Unterbeamte Abg. Dr. Gerschel( fr. Bp.): Die erhöhten Fahrpreise für von 1000 bis 1500 20., zu sehen: von 1000 bis 1600 m.; Kap. 85 Reisen fönnen wohl die großen Firmen tragen, nicht aber die Tit. 22 anstatt 32 953 Ober- Postassistenten usw. von 1500 bis fleinen und der Mittelstand. Den Kauf von Rundreisefahrkarten 3000 20. zu feßen: bon 1800 bis 3600 m.; Sap. 85 Tit. 23 anstatt sollte man mehr erleichtern als bis jetzt vorgesehen ist, indem man 3051 Borsteher von Bostämtern III. Klassen( Postverwalter), davon die Geltungsdauer verlängert und die Streden berfürzt. Zum 3046 mit Gehältern von 1500 bis 3000 m. au feben: von 1800 mindesten sollte man in Personenzügen das Gepäck auch ohne Fahr bis 3600 M.; Kap. 85 Tit. 25 anstatt 43 475 Unterbeamte von 1500 M. und 79 Postschaffner von 1000 bis 1500 M. zu awei Anträge, vor. Ein Antrag Bachmann( natl.) fordert Er- farten mitgehen lassen; denn die Gepäckwagen, die als Schutz- 900 bison 900 bis 1600 m., bezw. von 1000 bis 1600 9. mäßigung der Personentarife mit Rücksicht auf die durch die Reichs- wagen mitlaufen müssen, rentieren sich gut. Ein Gepäckwagen feßen: fahrkartensteuer hervorgerujene Verteuerung und Verschiebung in der Strede Berlin- Basel bringt 2000 m., ein Personenwagen der der Benutzung der einzelnen Wagenklassen. Ein Antrag Aron dritten Klasse nur 1600 M.( Beifall links.) fohn( frf. Vp.) verlangt: 1. Verbilligung des Reiseverkehrs, 2. Aufhebung der Fahrkartensteuer. Minister Breitenbach: Die Anregungen des Vorredners zur Ausdehnung des Rundreiseverkehrs sind beachtenswert. Sie sollen geAbg. Schmedding( 3.) bekämpft beide Anträge.. Die Anträge prüft werden. Dem Nahverkehr widmen wir unsere Aufmerksam feien bei der augenblidlichen Lage der Finanzen des Reiches und feit, um die Schnellzüge zu entlasten. Den Sonderzugsverkehr Preußens nicht durchführbar. Es wäre besser, die Fahrpreise wollen wir aufrecht erhalten. Für Sängerfeste sind auch bisher etivas hoch zu halten, als die Einkommensteuer zu erhöhen. teine Ermäßigungen gewährt. Es sind höchstens Sonderzüge einAbg. v. Bockelberg( f.): Die Fahrkartensteuer hat große Beun- gelegt. ruhigung hervorgerufen. Es scheint meinen Freunden fast beffer, Abg. v. Brandenstein( f.) bittet, die Arbeiterwochenkarten, das Reich mit einem Bauschquantum abzufinden und die Fahr- welche zur Fahrt von den Großstädten in die Vororte benutt fartensteuer aufzuheben. Redner bringt sodann eine größere Anzahl würden, zu beseitigen! Die Arbeiterfahrkarten dürften nur zur Einzelwünsche vor, insbesondere bedauert er, daß die Rückfahrkarten Fahrt in die Großstädte benutzt werden! fortfallen sollen und daß es auch nicht zulässig sein solle, das Gepäc ohne Fahrkarten zu befördern. Abg. v. Arnim( t.) verlangt, daß der sogenannte Nahverkehr nicht auf andere Städte als Berlin ausgedehnt würde! Abg. Dr. Friedberg( natl.): Die Fahrkartensteuer wird sich be- Abg. Dr. v. Böttinger( natl.), regt die Einführung von Jahressonders denen fühlbar machen, die nicht im Herzen des Reiches, son- abonnementstarten an. dern z. B. im Often wohnen und deshalb im Sommer zu längeren Abg. v.. Böhlendorff- Nölpin(( f.): Dieser Personentarifreform Reisen gezwungen sind. Daher haben wir beantragt, diese Ver- fann ich nicht das geringste Lob entgegenbringen. Da haben wir teuerung des Personenverkehrs durch eine Ermäßigung der Eisen- die Gepäckmisere, die Verteuerung und andere schwerwiegende volks bahnpersonentarise auszugleichen. Für eine Aufhebung der Fahr- wirtschaftliche und politische Gesichtspunkte. Ich war im Reichstag fartensteuer tönnen wir nicht stimmen. Meine Freunde haben seiner- gegen die Fahrkartensteuer. Ich würde es auch heute noch sein, zeit im Reichstag für diese Steuer gestimmt, um die Reichsfinanz- aber eine Besteuerung von Bier und Tabat verlangen, die aus reform zustande zu bringen; sie ist gewiß nicht vollkommen, aber Gründen nicht fachlicher Natur damals abgelehnt ist. man fann sie jedenfalls jetzt nicht einfach beseitigen, ohne eine andere Abg. Gamp( frt.): Der Vorredner wird wohl selbst die EmpEinnahmequelle als Erjah vorzuschlagen.( Bravo! bei den Natl.) findung haben, daß er für seine Rede hier im Sause einen schel Der Block will einen Antrag auf Gehaltserhöhung für die Postsekretäre einbringen. Alle diese Anträge werden zurüď. geste II t. Die Debatte darüber foll verbunden werden mit einer allgemeinen Besprechung über Gehaltsverhältnisse, Teucrungszulagen und Aenderung in der inneren Organisation des Postdienstes. Die geforderten Stellen an sich werden ohne erheb liche Debatte bewilligt, nur bei der Anforderung für die Vorsteher von Aemtern I. Klasse entspinnt sich eine kleine Auseinandersehung über die Verwendbarkeit bon verabschiedeten Offizieren im Postdienst und bei der Neuanforderung von 31 Unterdirektoren äußert Herr Kopsch einige Titel Kopfschmerzen. Die sonstigen persönlichen Ausgaben werden auch bewilligt, darunter der Betrag von 50 000 M. für Beamtenvereine zur Er= bauung von Genesungsheimen. Abgeordneter Süde. tum empfiehlt die Errichtung von Walderholungsstätten. Abgeordneter Stopsch will von solchen Ausgaben nichts wissen, und der Zentrumsabgeordnete Hamacher stimmt ihm zu. Diesen Auffassungen tritt Singer fehr entschieden entgegen; man folle im Gegenteil diese Einrichtungen erweitern und dafür sorgen, daß die Insassen nicht bureaukratisch reglementiert und in bezug auf Lettüre nicht unter die geistige Vormundschaft der Anstaltsleitung gestellt werden. Die überwiegende Mehrheit der Kommission und die Regierungsvertreter slimmen dem Abgeordneten Singer zu. Die Weiterberatung wird nun vertagt. Nächste Sibung Dienstag; zur Beratung steht der Militäretat, soweit derselbe durch das Rotetatgesez berührt wird. entrichtet werden, ferner der Reichsgcsetze Unfall- endlich der Witwen- soll. Angeregt wurde, der oder und dah Die ReichstagSkominission. welche den Entwurf eines betreffend die Vornahme einer Beruft- und Bctriebszählung im Jahre 1907 zu beraten hat, begann gestern ihre Arbeit. Zunächst wurde das Gesetz selbst in erster Lesung erledigt. Der§ 1 des Gesetzes schreibt vor, daß im Jahre 1997 für den Umfang des Reiches eine Beruft- und BetriebSzählung und in Verbindung damit eine Zählung der Personen, für die Beiträge zur reichs gesetzlichen Invalidenversicherung Personen, welche ans Grund Invalidenrenten beziehen, und Waisen vorgenommen werden die Zählung in Zukunft regelmäßig alle zehn'Jahre stattfinden möge. Eine Resolution, in welcher dies gefordert wird, soll dem Plenum zur Annahme empfohlen werden. Die übrigen Bestimmungen des Gesetzes regeln die Arbeiten, welche durch die Zählung verursacht werden, m derselben Weise, wie es bei der Zählung im Jahre 1893 der Fall war und sich im allgemeinen bewährt hat. Die Bestim- mungen wurden nach univesentlicher Debatte unverändert an- genommen. Nur Z 3 des Entwurfs bildete eine Ausnahme. Nach diesem Paragraphen dürfen sich die vorzulegenden Fragen, abgesehen Von dem Personen- und Familienstände, nur ans die Berufs- Verhältnisse, und zwar bei Waisen unter 13 Jahren und Witwen auch auf die des verstorbenen Vaters oder Ehemannes und auf die reichsgesetzliche Invaliden- und Unfallversicherung be- ziehen. Jedes Eindringen in die Vermögens- und Einkommens- Verhältnisse ist ausgeschlossen. Hierzu beantragte der nationallibcrale Abg. Trentmann, die Regierungen zu ersuchen, in die BerufSzählnng auch die Frage nach der Religion aufzunehmen, wie es bei der Vorigen Zählung der Fall geivesen sei. Gegen diesen �Antrag sprechen sich die Vertreter der Regierung sehr eifrig a»S. Sie ver- sicherten, daß durch diese Frage ohnedies bekannte Tatsachen be- stätigt würden; die Frage bedeute daher eine nutzlose Belastung der Statistik. Außerdem würde durch die Frage lind deren Bearbeitung die Kosten ver Zählung, die sich ohnedies anf 4 Millionen Mark belaufen, um 39999 M. erhöht. Eine solche Mehrausgabe könne der Etat des Reiches nicht ertragen.— Die große Mehrheit der Kommission stellte sich aber auf den Standpunkt, daß kein Grund borliege, die Frage der Religionszugehörigkeit der Bernfsangehörigen ans der Statistik fort- zulassen. Ganz besonders wurde es zurückgewiesen, daß eine Mehr- ausgäbe von 39 999 M. das Reich veranlassen könnte, von einer an sich wünschenswerten Frage bei dieser Statistik abzusehen. Der An- trag des Abg. Trentmann wurde denn auch mit 8 gegen 4 Slimnien angenommen. Ferner wurde die Frage aufgeworfen, ob der Reichstag befugt fei, die Fragebogen zu einem Teil des Gesetzes zu machen und so die Regierung zu zwingen, entweder die voin Reichtag gewünschten Aenderungcn des Fragebogens anzunehmen oder das ganze Gesetz abzulehnen, so daß die geplante Zählung gar nicht zur Ausführung gelangt. Die Vertreter der Regierungen sprachen sich dahin aus, daß die Fragebogen nicht zu dem Gesetze gehören, der Reichstag daher nur Wünsche bezüglich der vorzunehmenden Aenderunge» aussprechen könne; selbstverständlich sei es, daß die Regierungen die Wünsche in entgegenkommendster Weise prüfe» und ihnen gern nachkommen werden, soweit es irgend möglich sei. Der konservative Abgeordnete Dr. D r ö s ch e r. welcher Direktor des großherzoglich statistischen Amtes im gelobten Mecklenburg-Schwerin ist, versicherte, die Fragebogen seien von den Statistikern so gründlich geprüft und so vor- züglich zurecht gemacht worden, daß der Reichstag daran nichts ändern dürfe l Dem wurde von allen Mitgliedern der Kommission widersprochen: Der Reichstag habe fraglos das Recht, die von ihm gewünschten Fragen in das Gesetz selbst einzufügen. Z w e ck- mäßig erscheine dies Verfahren aber— falls nicht besondere Gründe für ein solches Vorgehen vorliegen— nich t. Daher be- schloß die Kommission, die von ihr als zweckmäßig erachteten Aende- rungen des Fragebogens vorläufig in Form von Resolutionen als Wünsche auszusprechen, und behielt sich vor, wenn nötig, in der zweiten Lesung diese Aenderungen in das Gesetz einzuschalten. Huö der Partei. Die Parteibebatten nach den Wahlen überschreibt die„Leip- ziger Volkszeitung" einen Artikel, der sich als erster einer Serie gibt. Wir entnehmen daraus: „Diesmal ist nicht sowohl, wie ehedem, die„Leipiger Volkse zeitung", sondern der„Vorwärts" das Karnickel, das angeblich an- gefangen haben und tatsächlich abgeschlachtet werden soll. Wir könnten unserem Berliner Bruderblatte diesen Vorzug beinahe neiden, wenn wir nicht ehrlicherweise gestehen müßten, daß es ihn redlich ver- dient hat. Die klare und prinzipientreue Haltung, die der„Vor wärts" seit seinem bekannten Redaktionswcchsel beobachtet hat, ist zweifellos im höchsten Grade geeignet, den Zorn der„Neuen Gesellschaft" zu erregen. Und wenn die Gelehrten dieses Organs oder verwandte Seelen sich nun gar über die geistigen und tech nifchen Redaktionsleistungen des„Vorwärts" zu Richtern auf werfen, aus einer Sachkenntnis heraus, die sie entweder gar nicht oder nur in ganz unzureichendem Maße besitzen, so ist der„Vor- wärts" deshalb nicht weniger ein fleißiges und tüchtiges Ar- beiterblatt, wie es die Partei seit der Aufhebung des Sozialisten- gesetzes als Zentralorgan noch inicht besessen hat. Dies ist nicht etwa nur unsere Meinung, sondern die Meinung der Arbeitermassen, die sich deutlich in dem Zuwachs von 38 999 Abonnenten bekundet, die der„Vorwärts" unter seiner neuen Redaktion erworben hat.*) Das ist gewiß nicht ausschließliches Ver- dienst dieser Redaktion, aber doch immerhin ein Beweis dafür, daß ihre Tätigkeit den Arbeitermassen ebenso gefällt, wie sie den drei oder acht Parteimitgliedern, die um die„Neue Gesellschaft" wimmeln, unverdaulich sein mag. Auch bei der denkbar höchsten Einschätzung dieser intellektuellen Kräfte ist es tausendmal besser so, als wenn es umgekehrt wäre... ... Wenn die Arbeiter einen Widerwillen gegen das „Literatangezänk" hegen, und ihn auch da äußern, wo es sich um eine kritische Auseinandersetzung über wichtige Probleme handelt, so nimmt es sich nicht gut aus, wenn sie schweigend diesen sich nun schon manche Woche hinziehenden Skandalen zusehen. Die„Dog- matiker" und„Marxisten" haben dem Widerwillen der Arbeiter gegen„Literatengezänk" diesmal alle Rechnung getragen, was wir ihnen nicht weiter zum Ruhme anrechnen wollen, da es ihnen keine besondere Selbstüberwindung gekostet haben kann, den immer wieder ausgewärmten Kohl der Braun und Bernhard passieren zu lassen. Aber wenn sie dem Wunsche der Arbeiter gern entgegen- gekommen sind und an ihrem Teil jedem„Literatengezänk" vor- gebeugt haben, so sollten nun allerdings die Arbeiter einen Zu- stand zu beseitigen wissen, von dem sie am wenigsten behaupten können und werden, daß er der Partei zur Ehre oder zum Vorteil gereiche. Man kann nun freilich sagen: der ganze Spuk ist nicht der Rede wert; er hängt ja selbst schon der bürgerlichen Presse zum Halse heraus, und wenn er noch ein paar Wochen andauert, so kräht nicht einmal mehr der letzte Kuli des Reichsverbandcs danach. Das ist allerdings ein ganz beachtenswertes Argument und ein sehr tröstliches dazu: Wenn es den Bernhard und Braun nach den Wahlen von 1993 noch gelang, mit Hülfe des Herrn Harden eine große Parteihetze zu veranstalten, so fallen ihre gleichen Bemüh- ungcn nach den Wahlen von 1997 platt zu Boden, was denn ein neuer und nicht am wenigsten triftiger Beweis für dje erfreulichen Fortschritte ist, die die Partei feit 1993 gemacht hat. Aber die Sache hat doch noch eine Kehrseite, die von unserem Dortmunder Bruderblatte hervorgehoben worden ist: hätte ein proletarisches Parteimitglied sich den zehnten Teil von dem geleistet, was sich die Bernhard und Braun seit den letzten Wahlen geleistet haben, so wäre ihm längst die Stelle gewiesen worden, wo der Zimmer- mann das Loch gelassen hat. Insofern hinterläßt diese ganze Episode doch einen peinlichen Eindruck." *) Das ist nicht ganz richtig. Der Zuwachs von 38 999 wurde seit dem 1. Januar 1996 erreicht. Der Gesamtzuwachs seit dem Wechsel ist mindestens um ILM höher, beträgt also rund MM. Aenderuttg der Parteitaktik? Die„F r ä n k i s ch e T a g e s p o st" zu Mrnberg schreibt am Schlüsse eines so überschriebenen Leitartikels: „Es war in den Jahren vor den letzten Wahlen ziemlich still bei den Revisionisten. Sie fügten sich in das Unabänderliche und sie gaben die Hoffnung auf, die Partei in ihre Gedankengänge zu treiben. Nun meinen sie, daß nach den Wahlen ihre Zeit wieder ge- kommen ist, nun hoffen sie, daß die Unzufriedenheit über das Wahlergebnis gegen die Taktik unserer Partei ausgebeutet werden kann, daß man die Beschlüsse von Dresden und Jena ungeschehen machen könne und daß ihre Anschauungen maßgebend werden könnten für die künftige Richtung der Sozialdemokratie. Das ist mehr wie naiv. Das läßt auf keine tiefe Kenntnis der Stimmung unter den Arbeiter», auf keine klare Anschauung von der Entwickclung der wirtschaftlichen Dinge, auf keine richtige Deutung des Wahlergebnisses vom 23. Januar 1907 und von den darauffolgenden Stichwahlen schließen. Alles spricht gegen eine Taktik der Revisionisten, wie sie heute in Deutschland fast nur von Organen privater Natur, wie von den„Sozialistischen Monatsheften" und der„Neuen Gesellschaft" vertreten werden. Alles und in erster Linie die fast einmütige Haltung der ge- samten Parteipresse und nicht zuletzt die starke Gleichgültigkeit, die den mannigfachen revisionistischen Vorstößen gegenüber an den Tag gelegt wird, sprechen für eine Betonung der radikalen Prinzipien inner- halb der Partei, für eine Kräftigung des Klasscnkampfstandpunktes, für ein energischeres Eintreten für den Kernpunkt unserer Bestrebungen gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung, für die Erringung einer sozialistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung I Diesem Ziele das Hauptgewicht unferer Agitation zuzubilligen, entspricht der Stimmung und dem gesunden Instinkte der proletarischen Massen, die sehr wohl, wie sie das in den Gewerkschaften und Genossenschaften beweisen, auch die Gegeuwartsarbeit unserer politischen Partei zu würdigen verstehen, die aber von dieser Gegenwartsarbeit die eigentlich sozialistischen Bestrebungen nicht überwuchern lassen wollen. Mit der EntWickelung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung muß sich der Kampf der Klassen zuspitzen, muß die Scheidung zwischen den Anhängern und Gegneni der herrschenden Gcsellschafts- ordnung immer deutlicher und schärfer werden. Dies erklärt den scheinbaren Rückschlag unserer Partei bei den letzt!?» Wahlen, es be- stätigt die Richtigkeit der in den Beschlüssen von Dresden und Jena niedergelegten Taktik und beweist die absolute Aussichtslosigkeit der revisionistische� Bestrebungen."_ Die„Märkische Volksstimme" schreibt zum Artikel Südekums in der„Neuen Gesellschaft": „... Der Umstand, daß Genosse Brauu selbst Herausgeber einer Zeitschrift ist, darf ihm keinesfalls das Vorrecht ein- räumen, unter Unigehung des Instanzenweges sich ö f s e n t l i ch an der Redaktion des„Vorwärts" zu reiben. Zudem ist dem Genossen Braun wie auch dem Genossen Südekum seit Wochen bekannt, daß am 9. und 19. März in Berlin eine Konferenz der Parteiredakteure stattfindet, in der alle die Ausgestaltung und politische Haltung der Parteipresse berührenden Fragen einer gründlichen, durch keinerlei Rücksichtnahme beschränkten Aussprache unterzogen werden sollen. Hier hätten die Genossen Braun und Südekum ihre Beschwerden und Urteile über das Zentralorgan anbringen können. Aber es liegt System in den Angriffen der„Neuen Gesellschaft" gegen den „Vorwärts". Unmittelbar vor Mannheim erschien der Artikel Stampfers, unmittelbar vor der Pressekonferenz per Artikel Brauns. Diesem Treiben muß ein Ziel gesetzt werden! Wir erklären ausdrücklich, daß wir von den in Betracht kommenden Stellen, in erster Linie vom Parteivorstand erwarten, daß sie endlich Mittel und Wege finden, um dem„alten Spiel", das ein verderbliches, parteischädigendes Spiel.ist, ein für alle Mal ein Ende zu bereiten." Zu der Erklärung des Genossen Liudc-Königsberg, Parteisekretärs für Ostpreußen, gegen die„Neue Gesellschaft" wird uns aus D a n z i g vom Parteisekretär für W e st p r e u ß e n, dem Genossen Artur Crispien, geschrieben, daß er sich dieser Erklärung an« schließt. Alles was Linde für Ostpreußen ins Feld geführt habe, gelte auch für Westpreußcn. Ein Sozialdemokrat als Beigeordneter bestätigt. Der Erbpächter Ph. von LadigeS in Stockelsdorf und der Brauergehülfe Otto Nickel in Fackenburg sind als Beigeordnete des Vorstehers der Gemeinde Stockelsdorf bestätigt und verpflichtet worden.— So lautet eine amtliche Bekanntmachung der Regierung von— O l d e n- bürg.-- Genosse Nickel ist Mitglied des Zentralvorstandes der sozialdemokratischen Partei für das Fürstentum Lübeck. DaS Begräbnis eines deutschen Sozialisten in Paris. Paris, 7. März.(Eig. Ber.) Am Mittwoch wurde Paul Trapp begraben. Vom trostlosen Krankenhaus Hotel Dieu hat ihn eine internationale Schar: Deutsche. Franzosen, Russen zu Grabe ge- tragen. Weit hinaus nach dem Friedhof von Bagneux, wo diejenigen liegen, denen ihre Familie keine Grabstätte zahlen kann. Denn die „Gleichheit", die über allen AmtStoren der Republik und auf allen Geldstücken jetzt sogar zweimal angerufen wird, besteht in Wirklich- keit noch nicht einmal vor dem Tode... Unter der roten Fahne, unter der Trapp von Jugend auf gekämpft, hat er seinen letzten Weg zurückgelegt. Das schwarzumflorte Banner des deutschen Leseklubs deckte den Armensarg und die roten Schleifen der vom Klub und vom internationalen Sekretariat der BuchdruckergespendetenKränze leuchteten an � schwarzen Wagen. Viele bekannte Genossen hatten sich ein- gefunden, um von dem der Bewegung so jäh Entrissenen den letzten Ouvrier Revolütionaire" Trapp einst seine politische Arbeit in Frank reich geleistet hat, mehrere sozialistische Gemeinderäte. Delegierte der französischen Partei und ein Vertreter des Brüsseler deutschen Arbeiter- Vereins. Als der Zug nach eineinhalbstündigxm Marsch den Fried« Hof erreichte, waren es noch gut 299 Genossen und Genossinnen, die zum offenen Grabe traten: zun, eist alte und junge Mitglieder des Leseklubs, aber auch Graubärte auS der Buchdruckerbewegung und Genossen der ftanzöfischen Partei. Für den Klub hielt Genosse Schleyer eine ergreifende Ansprache, worin er den lauteren Charakter des Verstorbenen und seine ohne Unterlaß vollbrachten Leistungen für die proletarische Sache würdigte. Für die französische Partei sprach Jean Longuet, der insbesondere hervorhob, daß Trapp mit seinem Eifer und seiner Zähigkeit in der Organisationsarbeit ein Lehrmeister der ftanzöfischen Arbeiter gewesen ist. Der Delegierte des französischen Buchdruckerverbandes und des internationalen Buchdruckersekretariats, Genosse Keufer, schilderte Trapps gewerk- schaftliche Arbeit, die in ihrem Anfang wie in ihrem Ende sym- bolischen Ausdruck gefunden hat. Als Dreiundzwauzigjähriger ist Trapp von Berlin nach Paris gegangen, um seinen in den Ausstand getretenen Kämeraden den Kämpf' zu erleichtern. Eine Tat der Solidarität war cS, die ihn im vorigen Jahre um seinen Arbeitsposten gebracht und bitterer Not ausgesetzt hat. Zwischen diesen beiden Begebenheiten liegen fast drei Jahrzehnte rastloser, uneigennütziger, opfevxiilliger gewerkschaftlicher Betätigung. Trapp kam in einer Zeit nach Paris, wo der durch den Krieg entzündete Chauvinismus den Deutschen den Aufenthalt sehr unerfreulich machte. Aber seine Rechtlichkeit, seine durch nichts zu erschütternde proletarische Solidarität hat feinen Werkstattkollegen bald Achtung abgezwungen und viele zum Nachdenken gebracht. An der Organisation der französischen Buchdrucker, die damals noch in bescheidenen Anfängen stak, hat er in entscheidender Weise mit- gewirkt und besonders wichtige Arbeit vollbrachte er, als es galt, die internationale Organisation zu schaffen. Diß Kollegen werden dieser Dienste eingedenk bleiben und ihre Dankbarkeit zunächst der in größter materieller Bedrängnis zurückgelassenen Witwe beweisen. Der deutsche Arbeiter« Sängerbund beschloß mit einem Choral die Feierlichkeit. Beilchen und rote Nelken fielen mit den Erdschollen in die Grube. Arbeiterbewegung in Spanien. Eine große Rührigkeit enk- falten die Genossen nicht nur für die bevorstehenden Wahlen. sondern auch in der Agitation für die Stärkung der einzelnen Vereine und Gruppen. Die aufgelöste Gesell» schuft der Landarbeiter„La Rcdcntora" hat sich wieder konstituiert: Der Maurerverband„Jl Trabajo" in Madrid hat festgesetzt, daß jeder Genosse, der vom 1. März an mehr als acht Stunden arbeite— nach der Vereinbarung mit den Unternehmern vom 39. Juni 1999 ist den Maurern der Achtstunden- tag gewährleistet, er wird aber in der Praxis wenig innegehalten aus dem Verband unwiderruflich ausgeschlossen sein soll; weiterhin wurde die Beschickung des internationalen Kongresses in Stuttgart von verschiedenen Korporationen aus beschlossen; vielfach wurden auch in der Provinz Protestversammlungcn gegen die Perurteilung des Genossen Acevedo abgehalten. Ucber ein sozialistisches Tageblatt verfügen nunmehr auch die japanischen Sozialisten. Die erste Nummer des„He im in Shimboun"(„Volkszeitung") ist dadiert vom 19. Januar. Neben dem japanischen Text enthält das Blatt auch einen Teil in deutscher Sprache, wodurch die europäischen und amerikanischen Genossen in den Stand gesetzt werden, sich über die Entwickelung des Sozialismus in Japan zu unterrichten. Die erste Nummer wurde in einer Auflage von 39 999 in der Hauptsache in Tokio und in Osaka abgesetzt. Die Redaktion des„Heimin Shimboun" liegt in den Händen der Genossen Kotoku, Nishikawa und S a k a i, die schon das Wochenblatt gleichen Namens in den Jahren 1993 bis 1994 bis zu seiner Unterdrückung durch die Polizei geleitet haben. Die Ausbreitung des Sozialismus in Japan ist um so be- deutungsvoller, als das japanische Volk einen großen Einfluß auS- übt nicht bloß auf die mongolische Rasse, sondern auf den ganzen asiatischen Kontinent überhaupt. polizeUiebes�£5mcbUichea ukw. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung der Kasseler Eisenbahn direktion wurde Genosse Schild» bach von der„Nordhäuser Volkszeitung." zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er hatte den Betrieb an- läßlich der Tötung eines Bremsers bei», Rangieren kritisiert. Dabei hat er von Plusmacherei geschrieben. Der Staatsanwalt hielt eine ziemlich politische Rede, worin er der„Volkszeitung" Verhetzung der Arbeiter vorwarf usw. Er beantragte indes 399 M. Geldstrafe, während das Gericht auf die oben angeführte Gefängnisstrafe erkannte.. £Iiis Industrie und Kandel. Kapitalistische Rohproduktion. Verhüllt die aussteigende Preisbewegung der Kohle bereits alle Ersparnisse der Technik, des Transportes und der kapitalistischen Betriebs- und Berwaltungskonzcntration, so ist dies vollends in der Roheisenvroduklion der Fall. In dieser Industrie ist man beständig, auch im syndizierten Zustande, auf Verbesserung der Rentabilität durch alle Mittel, be- dacht! Nie hat die rationelle Gestaltung der Vcrhüttungsmethoden, die gründliche Verwertung der Absallsprodukte für industrielle und land- wirtschaftliche Zwecke, die Erniedrigung der laufenden Betriebs- kosten durch Kraftersparnis, durch erleichterten Transport zum Produktionsprozeß, die Ermäßigung der Kosten,, die auf das Roh- eisen durch die EntWickelung ocS gemischten Wevtcs, schließlich die rein kaufmännisch erlangten Vorteile durch Zusammenschluß stille gestanden. Hier, auf diesem klassischen Boden der großkapitalistischen Produktion ist der mächtige Fall der Produktionskosten durch die un- geheure Verdrängung menschlicher Arbeitskräfte just in den letzten Jahrzehnten mit absoluter Gewißheit nachgewiesen, wie sonst nirgends. Was als einziges gegenwirkendes Moment noch in die Wagschale fällt, der gleichzeitige Aufstieg der Kohlen- resp. Koks- preise, wird durch die Forsschritte der Hochofentechnik selbst be» ständig geschwächt, die heule mit 9,8 bis 1 Tonne Koks die Tonne Noheisen erzeugt, wo sie früher 2 bis 3 Tonnen benötigte. Was aufs Eutscheidende den Einfluß der Kohlenpreise reduziert, ist jedoch die dominierende Stellung der gemischten Werke in der deutschen Montanindustrie, die ihren Bedarf zum großen Teile aus eigenem decken und, ivas fortgesetzte Kostenverbilligung bedeutet, in dieser Linie sich beständig fortentwickeln. Eine Bewegung der Preise nach oben heißt also, den Wirtschaft- lichcn Bedürfnissen zweifach Gewalt antun. Ein« konstant ver- harrende Preislage ließe sich bereits mit dem Konkurreiizbcgrifs nicht vereinen. Diesem entspräche wie aiwerswo ein Fall der Markt- preise unter Wahrung eines den durchschnittlichen Verhältnissen an- gepaßten Gewinns."Ihr Steigen macht jede einzelne all der glänzenden technischen und organisatorischen Errungenschafter, illusorisch für die Konsumtion, für die Gesamtheit. Als wären sie nicht geschehen, als zeugten sie nicht von der besten Geistesarbeit des menschlichen Hirns, von der bewundernswerten Fülle der technischen Begabung des 19. Jahrhunderts. So verschwinden sie vollständig in ihrer praktischen Beeinflussung des Wirtschaftslebens der Völker. Mehr noch, sie werden zu den Ursachen der schmachvollen Uebersätti» gung einer kleinen Kaste an Genußgütern, an Macht und Einfluß. "Eine der wirtschaftlich nachhaltigsten Verbesserungen in der Montanprvduksson, die 1879 erfolgte Erfindung der Thomas und Gilchrist, welche die großen Massen phosphorreichen- Eisens erst der Verhüttung zugänglich machte, ist preispolitisch wirkungslos verpufft. Die Verminderung der Produktionskosten insbesondere später nach Wegfall der Patentgebühren schätzen durchaus kartellfreundliche Oeko- nomcn schon auf 29 Proz. Dessenungeachtet ist diese einschneidende Er- sparnis nie st, den Preisen hervorgetreten. Die bedeutenden Fortschritte der Hochofcntechnik der neueren und neuesten Zeit, wie der Abschied zu nehmen. So A l l e», a n e, in dessen„Parti Socialiste �automatifche Transport der Verhüttungsjtoffe zum Ofen, die direkte Verarbeitung des flüssigen Roheisens in, angegliederten Stahlwerk lErsparnis 4— 6 M. pro Tonne), die Einführung des Mischers(Er- sparnis zirka 1,9 M. pro Tonne), die Verwertung der kostenlosen Gichtgase in den Winderhitzern und in den GaSexplosionsmaschinen (Ersparnis 3— 4 M. pro Tonne) haben die Preise nicht zu beein- flussen vermocht. So ermöglicht erst die genaue Kenntnis der inbu- striellen Entwickelung eine richtige Wertung des ganzen Preis- Marktes. Sie vermittelt erst die Bedeutung der nunmehr„ruhigen. inaßvollen" Polissk der Rohstoffproduktion in ihrem nachhaltigsten Schaden für das Ganze. Nicht allein sozial ziehen die Unternehmerverbände schärfere Striche in das gesellschaftliche Bild, auch ökonomisch sortieren und gruppieren sie die kapitalistische Gesellschaft immer derber. Während die Unternehmer sich einst in bunten Haufen befehdeten, dann in den Jndustrievcrbänden zusammenfanden, sondern sich heute ganze andere Produktion zu deren vereinter muß stetig anschwellen, und führt zu immer klarerer Einsicht in diese Zusammenhänge. In der kapi- talistischen Rohproduktion tritt sie bereits heut« offen zutage. Wie lange immer diese Entwickelung noch treiben mag, bis zu welchem Grade der Geschlossenheit und der stufenmäßigen Gliederung der Produktionsverhältnisse und mit ihnen der sozialen Verhältnisse ihrer Träger sie noch gelangen wird, unvermeidlich wird an ihrem End- Punkt die Ueberführung in ein irgend geartetes gesellschaftliches Eigentum sich vollziehen. Heute ist ja bereits der organische Aufbau dieser Gebilde in nichts von den Bedürfnissen einer gesellschaftlichen Produktion verschieden. Weit entfernt davon utopisch zu sein, ver- mag daher die Vergesellschaftung der Rohproduktion, gemessen an der Intensität der kapitalistischen Entwickelung, in durchaus abftb- barer Zeit Aktualität anzunehmen. DaS Bankgeschäft im Jahre 1996. Aus nachstehenden Ziffern geht die Steigerung der Gewinne der Reichsbank während der letzten Jahre hervor: 1902 1993 1994 1993 Bruttogewinn in mmonin Mark Reingewinn Dividende Dividende in Prozenten 36,89 19,99 8.20 3,47 43,93 25.38 9,27 6.13 43,24 26.46 19.56 7,04 1996 43,25 64.20 25,41 49.26 11,97 14,89 6.13 8.22 . Die Dividende wäre noch sehr viel höher ausgefallen, wenn nicht seit der letzten Aenderung des Reichsbankgesetzes die Gewinn- beteiligung der Aktionäre zugunsten des Reiches wesentlich beschnitten worden wäre. Aus dem Gewinn des Jahres 1906 erhielt das Reich nicht weniger als 25.17 Millionen Mark. Seit 1902 hat das Reich rund etwa 75 Millionen Mark erhalten, die Aktionäre gegen 54. ... nachfolgende Banken stellte sich der Reingewinn in den letzten velden Jahren wie folgt:* Diskontogesellschast.... Verl. Handelsgesellschaft.. Nationalbank...... Kommerz- und Diskontobank Mitteldeutsche Kreditbank.. Die Nationalbank und die 1903 1906 in Millionen Mark 18.4.18.8 11.7 12.8 7.5 8.9 7.1 7.2 4.4 4.6 Handelsgesellschaft können eme wesentliche Steigerung ihres Reingewinnes verzeichnen. Gestiegen sind in erheblicher Weise die Einnahmen aus Zinsen und Wechsel. Bank für Handel und Industrie. Der AufsichtLrat beschloß in seiner heutigen Sitzung, der Generalversammlung für das Jahr 1906 die Verteilung einer Dividende von 3 Prozent vorzuschlagen. Der Bruttonutzen beträgt pro 1906 inkl. 293 339,95 M.. Vor- krag aus 1905 21.521 040,77 M., hiervon ab die Handlungsunkosten, Steuern. Tantiemen an den Vorstand und die Oberbeamten, die Gratifikationen an die Beamten, die Zuwendungen an den Pen- sionsfonds und für wohltätige Zwecke 7 990 374,20 M.. Abschreibung auf Immobilien und Mobilien 459 107,58 M., zusammen 8449 481,73 M., verbleibt verteilbarer Reingewinn 13 071 558,99 M. Stahlverband. In der Beiratssitzung des Stahlverbandes am 8. März wurde über die Geschäftslage folgendes mitgeteilt: Die Halbzeugbeschäftigung der Werke ist noch immer außerordentlich stark. Es ist schwierig, trotz der Einschränkung des Auslands- Versands, die Verbraucher rechtzeitig zu befriedigen. Betriebs- storungen bei einer Anzahl von Werken sowie Wagenmangel be- einträchtigen zudem die Lieferungen an die Abnehmer von Eisen- bahnmaterial� In schweren Schienen und Zubehör haben die preußischen Staatsbahnen beträchtliche Nachtragslicferungen für 1907 aufgegeben. In Gruben-, besonders in Rillenschienen laufen die Anfragen befriedigend ein, so daß die Werke immer noch außer- ordentlich lange Lieferungsfristen stellen müssen. Vom Auslände ist wieder eine Anzahl größerer Aufträge in schweren Schienen und Schwellen hereingenommen. Das ausländisch« Rillenschienen- geschäft liegt ebenfalls sehr günstig, auch in bezug auf die Preise. die bei mehreren neuen Geschäften erzielt worden sind. Der Ein- gang der Spezifikationen in Formeisen ist seither reichlich geblieben. Für Neuabschlüsse herrscht gegenwärtig etwas Zurückhaltung, Haupt- sächlich infolge der Ungewißheit über die V«rlängerung des Ver- bandcs. Der Verkauf nach dem Inland« für das zweite Quartal ist zu den seitherigen Preisen und Bedingungen freigegeben. Das Exportgeschäft ist günstig, auch hier laufen Spezifikationen in be- friedigendem Umfange ein. Die vorliegenden Aufträge in Form- eisen entsprechen einer Besetzung der Formeisenwerke für fünf Monate. Arbcitsmangcl in französischen Glaswerken. Aus Charleroi wird berichtet: In den hiesigen Glasfabriken wird mit der Notwendigkeit ge- rechnet, in den nächsten Wochen die Betriebe bedeutend ein- zuschränken oder ganz ruhe» zu lassen. Infolgedessen dürften mehrere tausend Arbeiter brotlos werden. Diese Maßregel ist er- forderlich angesichts der geringen Aufträge aus England und Ost- asien. Göttliche Wcltordnnng! Den Kapitalistenkreisen fließt jetzt aus dem Segen der Konjunktur, reicher, müheloser Gewinn zu und für den Arbeiter kündet drohend der Schrecken des Hungers sich an. Soziales. Eine gegnerische Anerkennung der geschäftlichen Leitung von Konsumvereinen, enthält der Jahresbericht der landwirtschaftlichen Genossenschaft rn Sachsen. Folgendes Urteil wird da über die Konsumvereine gefällt: „Diese Verein« beziehen bereits für 60 Millionen Mark landwirt- schaftliche Produkte; siS sind bekanntlich als sozialdemo- kratischc Pflanz st ätten verschrien, aber in geschäft- lichcr Hinsicht geradezu musterhaft geleite«, so daß unsere land- wirtschaftlichen Genossenschaften gewiß noch manches von ihnen lernen könnten." Dessenungeachtet wird man auch in Zukunft mit denselben unlauteren Mitteln gegen die von Arbeitern benutzten und geleiteten Kousumvereine hetzen und gesetzliche und behörd- liche Maßnahmen gegen sie verlangen. Landarbriterlos in Mecklenburg. Auf die traurige Lage der mecklenburgischen Landarbeiter fassen einige aus der letzten Zeit berichtete Tatsachen einen Schluß zu. In der Stadt L. schlachtete ein Einwohner ein Schwein. Dasselbe war krank, wie sich nach dem Schlachten auf Grund tierärztlicher Untersuchüng herausstellte. Das Fleisch sollte als gesundheitsgefährlich am anderen Morgen dem Fronereibesitzcr zur Unschädlichmachung überwiesen werden. Was geschah? Während der Nacht, in der man das Schwein im Hofraum hatte hängen lassen, wurde es von Arbeitern gestohlen, in Stücke zerlegt und ein- gesalzen. AuS Uebermut haben es die Arbeiter sicher nicht getan. — Auf einem Gute war eine Kuh krepiert. Der be- nachrichtigte Froncr kam nicht gleich, um sie zu holen und so wurde das verendete Tier einige Tage darauf nach dem nahen Walde geschleift. Die Schnitter wußten das und sind dann über das bereits in Verwesung übergegangene Tier her- gefallen und schnitten sich große Stücken Fleisch los, was die Polizei im angebratenen Zustande beschlagnahmte. Die gegnerisch- agrarische Presse schrieb hierzu, dicweil die Sache gar zu unge- heucrlich war, diese Schnitter seien arbeitslos gewesen. Ob das richtig ist. wissen wir nicht, da wir„auf dem Lande" zu wenig Anhängc.r haben, die imstande sind, einen Brief bezw. einen Bericht schreiben zu können. Doch werden die im Winter auf den Guts- Höfen beschäftigten Schnitter gewöhnlich nicht entlassen. Denn zum Frühjahr kommen ja erst wieder die Schnitterhcrden nach Mecklen- bürg herein und sind die Arbeitskräfte im Winter verhältnismäßig dünn gesät. Die letztgenannten Schnitter wurden wegen des Raubes des ungonießbaren Fleisches zum größten Teil(zirka 6— 8) sogleich verhaftet und sind nun versorgt. Die andere Hälfte stiehlt sich nun vielleicht anderswo durch, bis sie wieder auf irgend einem junkerlichen Gute Unterschlupf gefunden, vorausgesetzt, daß sie eben überhaupt„arbeitslos" waren.— Der Rittergutsbesitzer b. Pl. in K. hatte ein dem Froner verfallenes— Pferd schlachten lassen, weil es der Roßschlächter nicht gebrauchen konnte. Als sich von den Gutsarbeitern niemand meldete, von dem alten Gaul Fleisch zu essen, befahl v. Pl. dem Schäfer, der das Tier geschlachtet hatte, das Fleisch den Hühnern vorzuwerfen, die Knochen zum Abnagen den Sckweincn und das übrige für die Hühner einzusalzen I— Und zum Schluß: Auf dem Gute Lehsten hatten sich einige„Hofgänger" aufgemacht und wollten den Dienst verlassen. Als dies der Inspektor gewahr wurde, schickte er drei Mann zu Pferde und mit Peitschen be- waffnct den Schnittern nach; in den nahe gelegenen Tannen wurden die Flüchtlinge eingeholt und auf den Hof zurückgebracht. Voraussetzungen des Bürgerrechts. Die Städteordnung für die sieben östlichen Provinzen(Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Posen und Sachsen) nennt in ihrem§ 5 die Voraussetzungen der Erwerbung des Bürgerrechts. Noch der Nr. 4c dieses Paragraphen in seiner durch den§ 77 des Einkommensteuergesetzes erhaltenen Fassung ge- hört dazu die Veranlagung zur Einkommensteuer oder zu einem fingierten Normalsteuerfay von 4 M., oder ein Jahreseinkommen von mehr als 660 bis 900 M.— In Landsberg in der Provinz Sachsen waren sechs Arbeiter nicht in die Wählerliste aufgenommen worden, obwohl sie zweifellos ein solches Einkommen hatten. Die Kommunalbchörde erachtete, für maßgebend, daß sie zu einem fin- gierten Normalsteuersatz von nur 2,40 M. veranlagt waren.— Nach vergeblichem Einspruch gegen ihre Nichtaufnahme wurde Klage im Verwaltungsstrciiverfahren erhoben. Das Ober-Berwaltungsgcricht hat nun in letzter Instanz die Klage abgewiesen und die Nichtaufnahme der sechs Arbeiter für be- rechtigt erklärt. Es führte aus: Jene Bestimmung der Städteord- nung sei nicht so aufzufassen, daß in die Wählerliste aufzunehmen wäre, wer entweder veranlagt sei zu einem fingierten Normalsteuer- fatz von 4 M. oder ein Einkommen von mehr als 660 M. habe, also nicht so, daß es genüge, wenn nur eine der beiden Bedingungen er- füllt sei; sondern es sei danach in die Liste aufzunehmen, wer ver- anlagt sei zu den Mindestsatz von 4 M., oder wer, wenn eine Ber- anlagung nicht stattgefunden habe, ern Einkommen von mehr als 660 bis 900 M. erlange. Die vorliegende staatliche Veranlagung ent- scheide unter allen Umstanden. Ihre Richtigkeit habe der Richter auch in diesem Verfahren nicht nachzuprüfen. Glaube jemand, zu Unrecht zu niedrig veranlagt zu sein, so könne er die Rechtsmittel ergreifen, die hiergegen gegeben wären, um eine höhere Veranlagung zu erzielen. Em der frauenbexvegung. Drei Klassen von Lohnarbeiterinnen in Karlsruhe. Fräulein Dr. Marie Baum, die ehemalige badischc Fabrikinspektorin. hat in einem Bericht an das großhcrzogliche Ministerium des Innern eine Darstellung der„ D r e i Klassen von Lohnarbcitcrinnen in Industrie und Handel der Stadt Karlsruhe" gegeben, die sich in sehr ein- gehender und interessanter Weise sowohl mit den Arbeits- und Lohn- als auch mit den Familienverhältnissen der betreffenden Arbeiterinnen beschäftigt. Wenn auch Karlsruhe noch keine aus- gesprochene Fabrikstadt, sondern vielmehr der Typus einer mittleren Residenz- und Beamtenstadt ist, so werden die hier ermittelten Verhältnisse doch für eine ganze Reihe aufstrebender Industrie städte zutreffen und haben daher allgemeines Interesse. Die drei Klassen von Lohnarbeiterinnen, um die es sich bei der Darstellung handelt, sind die Fabrikarbeiterin, die Konfektion sarbcitcrin und die Ladnerin. Von den durch eine speziell zu diesem Zwecke im Jahre 1904 veranstaltete Ermittelung erfaßten 3399 Arbeiterinnen entfielen auf die erste Kategorie 2010, auf die zweite 557 und auf die dritte 832. Die Höhe der in den drei Gruppen erzielten Durchschnittslöhne ergibt sich aus folgender Aufstellung: Arbeiterinnen unter 16 Jahren.. „ von 16—18,.. „ über 18... Nicht im Elternhaus lebende in der Stadt wohnende Arbeiterinnen Fabrik- Industrie 6,59 M. 8.69„ 11,00. 11.16. Kon- fektion 3,84 M. 5.65„ 12,03. 22,67. offene Verkaufs stellen 3,80 M. 7,56 19,95 23,37 Gesamtdurchschnitt 10,02 M. 11,54 M. 16,71 M. Demnach hat die Verkäuferin, wenn sie auch mit dem niedrigsten Anfangsgehalt beginnt und eine mehrjährige Lehrzeit durchzumachen hat, die günstigsten Aussichten, ein einigermaßen menschenwürdiges Lohnniveau zu erreichen. Ihr Durchschnitts- gehalt beträgt 16,71 M.; 28,04 Proz. dieser Klasse erreichte ein Gehalt von 21 M. und darüber, 9,02 Proz. ein solches von 30 M. und darüber. Umgekehrt hat di� Fabrikarbeiterin, deren Durch- schnittseinkommen 10,02 M. beträgt, einen relativ hohen Anfangs- lohn, der aber nur gering ansteigt. Nur 1,16 Proz dieser Kategorie erhielt Löhne von 21 M. und darüber und nur 0,13 Proz.(2 Auf- seherinnen) 30 M. und darüber. Hierbei ist allerdings zu beachten, daß die Tätigkeit der industriellen Arbeiterinnen in der Stadt Karlsruhe überwiegend aus ungelernter Arbeit besteht. Die Kon- fektionSarbeitcrin steht bez. des Durchschnittseinkommens(11,54 M-) in der Mitte. Sie hat gewöhnlich eine einjährige gering ent- lohnte Lehrzeit durchzumachen, hat dann aber bei tüchtiger Leistung die Möglichkeit eines Aufrückens zu höheren Lohnklassen. Hier er- reichen 8,36 Proz. der Beschäftigten einen Lohn von 21 M. und darüber, 4,31 Proz. einen solchen von 30 M. und darüber; 2 Direktricen bezogen Gehälter von 325 und 250 M. Die Angaben über die Arbeitszeit sind etwas dürftig. Von den Fabrikarbeiterinnen erfahren wir, daß die normale 10stündige Arbeitszeit die Regel ist. Die Dauer der Pausen beträgt meist 2 Stunden, die gesamte ArbcitSfchicht also 12 Stunden. Ueber- arbcit im Sinne des Gesetzes(über 11 Stunden) kain nur in 2 Fabriken vor. Auch für die Konfektionsarbeiterinnen erstreckt sich die Arbeitszeit meist über einen Zeitraum von 12 Stunden und wird durch Pausen in der Gesamtlänge von 2 Stunden unter- brachen, so daß eine tatsächliche Arbeitszeit von 10 Stunden heraus- kommt. Infolge des Saisoncharakters des Gewerbes wird freilich in vielen Fällen, teilweise bis zu dem gesetzlich zulässigen Höchst- maß von 13 Stunden an 60 Tagen im Jahr Ucberarbeit verlangt, der dann in der stillen Zeit meist sehr unerwünschte, da unbezahlte, Ferien gegenüberstehen. Genaueren zahlenmäßigen Anhalt über den Umfang dieser Abweichungen von dem normalen Gang der Arbeit gibt das Buch leider nicht. Am ungünstigsten hinsichtlich der Arbeitszeit ist die Ladnerin gestellt, für die das Gesetz ja nur eine llstündige ununterbrochene Ruhepause und eine Ishstündige Mittagspause, sofern das Essen nicht im Laden eingenommen wird, verlangt. Hier ist also die Möglichkeit einer ll�stündigen, an Vorabenden von Sonn- und Feiertagen noch längeren Arbeitszeit gegeben. Tatsächlich stellt sich der Arbeitstag der Karlsruher Ladnerin auf 10— 11 Sunden, an Sonnabenden auf 2— 3 Stunden mehr. Hierzu kommt noch eine 2— Zstündige Sonntagsarbeit. Einen gewissen Ausgleich für diese Mehrarbeit bildet die Ge- Währung von Ferien im Sommer, die in den meisten Fällen unter Fortzahlung des Gehaltes erfolgt. Sie kommen 73,3 Proz. der Gehülfinnen in 51,7 Proz. der Betriebe(also vornehmlich in den größeren Geschäften) zugute und dauern von 4—28 Tage, gewöhnlich zwischen 8 und 14 Tagen. Bezüglich des Altersaufbaues und Familienstandes der Ar- beiterinnen ergab die Erhebung, daß in allen drei Klassen die jüngeren Altersstufen überwiegen und die verheiratete Arbeiterin die Ausnahme ist. Bei den Fabrikarbeiterinnen waren 61,7, bei den Konfektionsarbciterinncn 62,3 und bei den Ladnerinnen 45,8 Proz. unter 20 Jahre alt. Ueber 30 Jahre zählten bei den Fabrikarbeiterinnen 9,4, bei den Konfcktionsarbeitcrinnen 5,8 und bei den Geschäftsgehülsinncn 11,7 Proz. Verheiratet waren bei der ersten Klasse 18,7, bei der zweiten 1,1 und bei der dritten 3,4 Proz der erwachsenen Arbeiterinnen. Für die meisten Ar- beiterinnen ist also die außerhäusliche Erwerbsarbeit nur. ein Durchgangsstadium, das sie mit dem Eintritt in die Ehe ber- lassen. Inwieweit auch die verheiratete Frau in Karlsruhe ge- zwungen ist, durch Nähen, Waschen usw. den Verdienst des Mannes zu ergänzen, wird natürlich durch die vorliegende Untersuchung nicht erfaßt, so daß etwa ein Schluß aus diesen relativ günstigen Zahlen auf einen für die Erhaltung der ganzen Familie aus- reichenden Verdienst des Mannes nicht gezogen werden kann.— Das Buch enthält noch eine Fülle mit objektivem Blick erfaßter Details, so daß sein Studium warm empfohlen werden kann. Das Fraucnwahlrccht in England. London, 8. März. Unterhaus. Dickinson(liberal) beantragt die zweite Lesung der Bill, durch welche das Wahlrecht zum Par- lament den Frauen in allen den Fällen verliehen wird, wo sie zum Wählen berechtigt wären, falls sie Männer wären. Premier- mivistex EgMbLll-BgvnkMKN erklärt, die Regierung wolle dem Hause die Entscheidung der Frage völlig überlassen, aber er sei persönlich für Annahme der Bill. Er wolle seine Meinung dahin aussprechen, daß der Ausschluß der Frauen vom Wahlrecht weder ratsam noch gerechtfertigt oder politisch richtig sei. Whitehcad (liberal) beantragt Ablehnung der Bill. Im Laufe der Debatte werden die üblichen Argumente für und gegen das Frauenstimm- recht vorgebracht, es treten die größten Meinungsverschiedenheiten hervor, und es zeigt sich, daß innerhalb der Parteien keine ein- heitliche Haltung beobachtet wird. Die Polizei hat scharfe Maß- nahmen getroffen, um Demonstrationen der Fraucnstimmrccht- Icrinnen im Parlamentsgebäudc oder außerhalb desselben zu ver- hindern. Sozialdemokratische Frauenkonferenz in Holland- Am Sonnabend, den 30. März, dem Tage vor Eröffnung des Parteitages, findet zu Haarlem eine Konferenz der sozialdemo, kratischen Frauenklubs statt. Beraten wird dort über: Die Or« ganisation der Frauenklubs,„De Proletarische Vrouw" als Organ der Klubs und über das proletarische Fraucnwahlrccht, �' Versammlungen. Tie Lage der Berliner Zigarettenarbeiter nach Einführung der Banderolensteuer, mit besonderer Berücksichtigung der letzten Vor- kommn-issc in der Zigarettenfabrik Garbat y. So lautete die Tagesordnung einer sehr gut besuchten öffentlichen Versammlung der interessierten Tabakarbeiter, die am Donnerstag bei Boeker m der Weberstratze 17 tagte. Der Referent, Max Müller, legte eingehend dar, wie schwer die Zigarcttenarbeiter- und-arbeiterinnen Deutschlands, die schon traurig genug dastanden, unter den Wir- kungen der Banderolenfteuer zu leiden hätten. Dabei trat er den lügenhaften Notizen namentlich nationalliberaler Blätter entgegen, die von einem Blühen der Zigarettenindustrie auch nach der Ein- führung der Banderolensteuer sprechen. Als in der immer vor Weih- nachten eintretenden Saison die zur Verfügung stehenden Arbeiter und Arbeiterinnen voll beschäftigt werden konnten, habe die national- liberale und die Zentrumspresse ein großes Geschrei erhoben, daß keine Schädigung der Zigarcttenarbeiter eingetreten sei. DaS sei eine Verdunkelung der tatsächlichen Verhältnisse. Nur um eine vor- übergehende Konjunktur habe es sich gehandelt, bei der außerdem noch die verschiedensten Ursachen mitwirkten. So hätten eine ganze Anzahl Zigarettenarbeitermnen sich während der ersten großen Schlappe nach dem 1. Juli(dem Inkrafttreten der Banderolensteuer) vom Berufe abgewandt gehabt und in anderen Berufen Unter- kommen gewonnen. An 500 ausländische Kollegen seien ausge- wiesen worden. Weiter hätten sich die ausläiwischen Fabrikantcnl nicht schnell in die neue Lage hinsichtlich der Weiterführung ihrer Fabrikate in Deutschland hineinfinden können, so daß ihre bis- herigcn Abnehmer zu deutschen Fabrikaten griffen. Jetzt würden nun die ausländischen Fabrikate wieder in breiterem Umfange in Deutschland verkauft und nach dem Vorübergang der Konjunktur sei in ganz Deutschland eine überaus traurige Lage der Zigaretten» arbeiter und-arbeiterinnen zu verzeichnen. � In allen größeren Orten sei jetzt mit einer derartigen Arbeitslosigkeit zu rechnen, wie sie vor der Banderolensteuer niemals da war. Wenn die Kollegen und Kolleginnen in Berlin nicht so sehr unter dem Drucke zu leiden hätten, so wäre das namentlich der guten Organisation zu danken. Man habe die Halbtagsbeschäftigung durchgesetzt, um die Entlassuug von so und so vielen zu verhindern. Wie man nach dem 1. Juli mit dem halben Verdienst zufrieden sein mußte, genau so fange es heute wieder an. Alle größeren Fabrikanten suchten Betriebe nach aus- wärts, in die Provinzen zu verlegen und immer mehr Maschinen einzuführen. Was letzteres angehe, so habe auch hier die Organi- sation regelnd eingegriffen; nicht weil sie Gegnerin der Maschine sei, sondern um einer zu großen plötzlichen Erwerbslosigkeit vorzu» beugen. Während man bei anderen Großfabrikanten damit gute Erfosge zu verzeichnen hatte, mache die Firma Garbaty(Inhaber Rosenthal) eine Ausnahme. Redner geht auf die Ueberanstrengung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma vor dem Inkrafttreten der Banderolenfteuer ein und auf die Hausarbeit, gegen die sich die Organisation im Interesse der Arbeiter und des konsumierenden Publikums wende. Ueberäll, abgesehen von ganz kleinen Fabrikanten, habe man die Hausarbeit auf Wunsch der Kommission eingestellt. Anders liege es bei Garbaty.-rer Herr wehrte ab und erklärte, er leide an Arbeitcrmangel. Aus denselben Gründen verteidigte er auch die Maschinenarbeit. Alles natürlich leeres Gerede, sowie er ja auch� die öffentliche Meinung seinerzeit bei Einführung der Steuer irregeführt habe mit Plakaten und ZeitungSinseraten, wo er von Beibehaltung der Handarbeit sprach, um hinterher einen großen Teil mit Maschinen. herzustellen. Zu bemerken sei dabei, daß die Maschinenfabrikate wegen der auf diesem Gebiete noch nicht genug entwickelten Technik den Handarbeitserzeugnissen nicht ganz ebenbürtig seien. Etwas nähmen crstere von Maschinensubstanzen(Fett?) immer an und manchmal enthielten sie zu viel, manchmal zu wenig Tabak. Vor Weihnachten habe Garbaty-Roscnthal weibliche Lehrlinge ein- gestellt. Als die Kommission vorstellig wurde, habe er versprochen, nicht mehr als 25 einzustellen, was einem einigermaßen normalen Verhältnis entsprochen hätte. Er habe sein Wort aber nicht ge» halten, sondern wieder mehr angenommen. Nach einem Viertel- jähr würden den Lehrlingen, die die erste Zeit 3 M. die Woche erhielten, Kontrakte zum Unterschreiben vorgelegt, daß sie ein ganzes Jahr durch weiter arbeiten wollten, und zwar zu einem ge» ringcrcn Preise, als er Ausgelerntcn in anderen Fabriken gezahlt werde. Tagegen müsse Front gemacht werden. Redner schilderte ferner die Praxis der Entlassungen bei Garbaty, was in der Ver» sammlung Rufe der Empörung auslöste über die Art und Weise,, wie sich Herr Rosenthal-Garbaty ihm nicht mehr genehmer Kol» legen und Kolleginnen entledigt und sie herabzusetzen sucht. Der alte Herr Rosenthal habe sich hinreißen lassen, gegen eine Frau handgreiflich zu werden, nachdem diese dagegen protestiert habe. daß einige ihr vorgelegte Ausschuhzigarettcn von ihr hergestellt und geliefert sein sollten. Die Frau habe die Kollegen in einer Besprechung zum Zusammenhalten aufgefordert. Dem Herrn Garbaty-Rosenthal, der auch schon mal eine Kommission mit Ent, lassung bedrohte, sei klar zu machen, daß er nicht mehr in Warschau, sondern in Berlin fabriziere. Eine noch strammere Organisation wie jetzt müsse eintreten.(Lebhafter Beifall.) F r e i b i t t e r, Redakteur des„Zigarrenhändler", legte dar, daß und weshalb die Kleinhändler und die Arbeiter zusammen» gehen müßten, und sprach die Hoffnung aus, daß man Garbaty mit Hülfe der allgemeinen Arbeiterschaft noch klein kriegen werde. Auch er kam auf die bekannten Vorgänge anläßlich des Jnkraft- tretens der Steuer zurück und betonte unter anderem den Gegen- ätz zwischen den tatsächlichen Entlassungen alter Arbeiter und dem Wort Roscnthals. daß er auf der Handarbeit fußen und seinen alten Stamm behalten wolle. Wenn die Händler naturgemäß auch noch andere Wünsche hätten, wie die Tabakarbeitcr, so möchte er diese doch bitten, mit ihnen zusammen an die Arbeiterschaft Berlins und der Vororte zu appellieren. Buhl und Berg sprachen dan» noch im Sinne des Referats zu der Angelegenheit. Buhl erwähnte ferner ein Vorkommnis beim bekannten Zigarrensabrikantcn und-Händler K a p h u n. Die Zigarren- arbeiter eines der Zwischenmeister KaphunS, die bei leichteren Faeons 22 bis 24 Mk. verdienen konnten, seien bei einer schweren Faeon trotz aller Anstrengung nur auf etwas über 15 M. ge- kommen. Der Zwischenmeister habe mit Rücksicht auf den ihm von Kaphun gezahlten Preis eine höhere Bezahlung Deinerseits für unmöglich erklärt. Aus Veranlassung der Kommission sei er bei Kaphun vorstellig geworden. Kaphun habe geantwortet, er gebe nicht mehr, er würde sich freuen, wenn die Lohnkommission es ver- möchte, seine Hausarbeiter zum Streiken zu bewegen. Einen blutigeren Hohn gebe es nicht. Allerdings hätten sich die Leute 5iaphuns noch nicht an ein menschenwürdiges Dasein gewöhnt. Es sei nichts Neues, daß Leuten, die Tag und Nacht arbeiteten, beim Abliefern die Zigarren an den Kopf flögen. Auch hier sei ein größerer Zusammenhalt nötig. Beschlüsse wurden nicht aefaßt. Deutscher Metallarbeiter- Verband 6. Wahlkreis. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353, Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonntag, den 10. März, von 9 bis 1 Uhr: IF Stichwahl für drei Bureauangestellte. Die Wahlhandlung findet in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7, Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Graumanns Festsäle, Naunynstr. 27. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Metzdorf in Charlottenburg, Potsdamerstr. 44. Thiel in Rixdorf, Bergstr. 152. Sonntag, den 10. März, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23: Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Wermuth über:" Die alte und die neue Internationale". 2. Diskussion. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Die Abteilungsführer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Achtung! 247/ 17* Achtung! Urteil. In feinter Sizung vom 15. De zember 1906 hat das Gr. Schöffen gericht Pforzheim für Recht erkannt: Der Angeklagte, Redakteur A. Weißmann in Starlsruhe wird wegen Be Teidigung des Privattlägers, Rechts anwalt Dr. Netter in Pforzheim zu einer Geldstrafe von 30 Mart, an deren Stelle im Falle der Unbei bringlichkeit drei Tage Gefängnis treten und zu den Kosten verurteilt, Gez.: Ziegler. Borstehende Ausfertigung stimmt mit der Urschrift überein. Pforzheim, den 4. März 1907. Der Gerichtsschreiber Gr.Amtsgerichts. Mahlbacher. Herrenmaßschneider! Spandau. Orts- Krankenkaffe. Sonntag, den 10. März 1907, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Friedrichs- Am Montag, 18. März 1907, hain", am Friedrichshain: Mitglieder- Versammlung. 162/17 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen mehr als 13 Wochen im Rüdstande find, haben feinen Zutritt. Achtung! Achtung! Militärschneider. hing! abends 8%, Uhr, im Hotel„ Roter Adler": Generalversammlung. 1. Raffenbericht. 2. Bericht der Rechnungsprüfungs. fommission. 3. Unsere Apothekerangelegenheit. 4. Ersatzwahl eines Vorstandsmit gliedes( Arbeitnehmer). 5. Berschiedenes. Der Voritand. Wolf, Vorsitzender. 271/1 Sonntag, den 10. März 1907, mittags 2 Uhr, in den„ Arminhallen", Komman- Orts- Krankenkaffe danten- Straße 20: Schöne weide, Wilhelminenhofstr. 18. Geffentliche Militärschneider- Versammlung. Fritsch in Steglitz, Florastr. 2a. Böhle in Spandau, Neumeisterstr. 5. Kaufhold in Ober- Schöneweide, Tempel in Rummelsburg, Alt- Boxhagen 56. Gelling in Köpenick, Schönerlinderstr. 5. Schmutz in Weißensee, König- Chaussee 38. Gehlhaar in Tegel, Berlinerstr. 92. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmzettet werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Josef Hartmann, Engel- llfer 15 I. Tages Ordnung: der Stellmacher. Bekanntmachung. Die von der Generalversammlung vom 20. November 1906 beschlossenen für ertianfte Die Zustände in der Militärbranche unter Berücksichtigung der Rechtsstellung der Arbeiter. Berhaltungsregeln Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, auch die fernstehenden Kollegen sind ein Stassenmitglieder treten mit dem Tage geladen. Der Einberufer. Zentral- Verband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion I und II, der Bekanntmachung an Stelle des am 2. Februar 1904 genehmigten Anhangs zum Statut in Kraft. Der Vorstand. 270/19 J. A.: F. Josewski, Borsigender. Montag, den 11. März, Die Wahl des Verbandsvorsitzenden Arbeiterabends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung für sämtliche Norden- Bezirke im Lokal ,, Sophiensäle", Sophienstraße 18-19. Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Lage und unser Verbandstag in München. Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. Kollegen! Da es unbedingte Notwendigkeit ist über den Verbandstag findet für Berlin und Umgegend am 41/ II Sonntag, den 10. März 1907, von vormittags 12 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, In 1. Norden: in nachstehenden Bezirkslokalen statt: Wernaus Festsälen, Schwebterstr. 23/24. 2. Nordosten und Osten: Jm Lokal von informiert zu sein, ersuchen wir für regen Besuch der Bersammlung zu Beiersdorff, Elbingerstraße 9. agitieren. 3. Rirdorf und Hasenheide: Montag, den 11. März, Küssner, Safenheide 89. abends 9 Uhr: IF Versammlung der in den Eisengießereien beschäftigten Former n. Berufsgenossen ( Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes) im Kolberger Salon", Kolbergerstraße Nr. 23. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Kollegen Cohen: Jndustriekonzentration und Gewerkschaftszersplitterung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Wir erwarten zahlreichen und pünktlichen Besuch. NB. Bom 18. März ab befinden sich unsere Bureaus Charité4. Kreuzberg: Jm Lokal von 5. Charlottenburg- Westend: Bade, Nehringstraße 25. Im Lokal von 6. Gesundbrunnen- Wedding: Im Lotal bon Maaß, Brunnenstraße 96. 7. Spandau und Pichelsdorf: Im Lokal bon Böhle, Spandau, Neumeisterstr. 5. 8. Schöneberg und Westen: Jm Lokal von 3 41682* Berufs- Kleidung I. Spezial- Geschäft nur Mühlendamm 3. Geschäft: Kottbuserdamm 95. Adolf Wecker. Lichtenrade 20 Pf.- Tour! Quadratmeter 20 m. verkauft Eigentümer Paris, Berlin, Graunstr. 27, Ede Gleimstraße. Auch bei monatl. Raten von 40-50 M. 17866* Englischen Unterricht, einzeln und im Birtel, erteilt 363724 Gertrud Swienty, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Ban- u. Gartenland- Parz. Schmidt, Belle- Alliancestraße 74a.| Krüger, Schöneberg, Vorbergstr. 9. äußerst günstig nahe Berlin offeriert Ferner findet die, Wahl des Verbandsvorsitzenden am gleichen Tage in der Zeit von mittags 1-3 uhe in nachfolgenden Vororten und Lokalen statt: 1. Nieder- Schöneweide: Im Lokal von Reimann, Grünauerstraße 5. 2. Friedrichshagen: Jm Lokal von straße 3. Hof III. Berwaltung: Amt III, 1987. Arbeitsnachweis: Schnorre, Seestraße 36. Amt III, 1239. 114/14 Die Ortsverwaltung. 3. Grünau: Im Lokal von Franz, Köpenickerstraße. Im Lokal 4. Groß- Lichterfelde- Ost: ,, Kaiserhof", Am Kranoldplay. 5. Königs- Wusterhausen: 3m Lokal von Pirschel, Bahnhofstraße. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl.oegen: Es iſt Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes, ſein Wahlrecht auszuüben! Erſcheint alle zur Wahl 1 Zweigverein Berlin und Umgegend. Sektion der Putzerträger. Sonntag, den 10. März, vormittags 11, Uhr: Mitglieder Versammlung in Wernaus Festfälen, Schwedterstraße 23. Sektion der Töpferträger. Montag, den 11. März, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Rosenthaler Vereinshaus, Rofenthalerstr. 57. Die Vorstände der Sektionen I und. II. Paul Vahlteich, Berlin NW., 2ielefstraße 22. Kottbuser Sanssouci, Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Tanzkränzchen. Morg. Sonntag u. Montag: Große Elite- Soiree. ( Durchweg neues Progr.) Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Lichtenberg. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Gemeindewahl! [ 14/7] Gemeindewah!! Volksversammlung Sektion der Fahrstuhlarbeiter. Sonntag, den 10. März, mittags 12 Uhr, Sonntag, den 10. März, vormittags 10 Uhr: Mitglieder Versammlung bei Jannaschk, Inselstraße Nr. 13. Gruppe der Brunnenbauer und Hülfsarbeiter. Sonntag, den 10. März, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei R. Augustin, Dranienstraße 103. im Schwarzen Adler, Frankfurter Chauffee 5. Tages- Ordnung: Positive Arbeit der Sozialdemokratie in der Gemeinde. Referent: Stadtverordneter Dr. Alfred Bernstein. Diskussion! Freie Aussprache! Einsetzer! Sonntag, den 10. d. Mts., findet in allen Bezirken Bezirks- Sitzung ſtatt. Alle Kollegen, welche noch Billetts zu verrechnen haben, müssen dieselben am Sonntag abrechnen. 82/12 Zu der Kommissions Sigung, welche am Montagabend 8 Uhr bei Walter, Adalbertstr. 62, stattfindet, find alle Kollegen, welche in der legten Zeit der Aussperrung bei der Firma Fliege& Lehmann Der Obmann. Jeder Gemeindewähler sollte erscheinen.- Frauen haben Zutritt. gearbeitet haben, eingeladen. Die Versammlung beginnt pünktlich 12 Uhr. Das soz. Wahlkomitee. Sektion der Dachdecker- Hülſzarbeiter. Berliner Volksblatt Spezial- Möbel- Halle Sonntag, den 10. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7. Tagesordnung wird in den Versammlungen bekannt gemacht. Um recht rege Beteiligung an allen Versammlungen ersucht. Der Zweigvereinsvorstand. 32/18 Zentralverband d. Böttcher und Hülfsarbeiter Deutschlands Filiale Berlin. Sonntag, den 10. März, vormittags 10 Uhr, Weber- Straße 17: tomplette Jahrgänge, 1884-1890, au laufen gesucht. 233/ 8* Sudhandlung Vorwärts Harry Goldschmidt Lindenstr. 69, I. Hof part. Nachahmungen zurückweisen! Kraft- Rothwelo für Blutarme u. Kranke, ärztlich empfohlen F1.1,50 Außerordentliche Mitgliederversammlung. Santa lucia 2 Tages Ordnung: überall käuflich 59 Moritzplatz 59 Ecke Stallschreiberstraße. Nicht zu vergleichen mit Abzahlungs- Geschäften, welche Garderobe usw. führen. Extra- Abteilung verliehen gewesener Möbel. Wöchentliche oder monatliche Bericht über die Verhandlung und Zugeständnisse der Braue reien betreffend den Tarifvertrag und welche Stellung nehmen die In Apotheken, Drogen- u. Delikat.- Teilzahlung gestattet! 39/1 Gesch., steht unt. ständ. Kontrolle Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Möbelpolierer. Zahlstelle Berlin. Sonnabend, den 9. März 1907, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): 81/20 Großes Frühlings- feft Reigenfahren der III. Abteilung des Berliner Arbeiter- Radfahrer- Vereins, Mitglied des A.- R.- B. ,, Solidarität" -Nach dem Reigenfahren: Große Verlosung und amüsante Ueberraschung. Anfang 8%, Uhr. Billetts 50 Pf. Tanz frei. Das Komitee. Um zahlreichen Besuch bittet NB. Es wird gebeten, in Frühlingstoilette zu erscheinen. Kollegen dazu. Das Erscheinen aller Kollegen dringend notwendig. Der Vorstand. des chem. Laborat. Dr. C. Bischoff. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Snferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borivärt udbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW tr. 58. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 9. März 1907. Verfammlungen. B deutsche Proletariat die Anwendung des Massenstreits in Betracht proletarischen Kämpfer. Auch die Landarbeiter, die Post- und zieht und es sieht, was geschehen kann, wenn das deutsche Proletariat Eisenbahnbeamten, die wir als Wähler nur schwer gewinnen fönnen, Die Lehren der letzten Reichstagswahl gelernt hat, diese Waffe zu gebrauchen. Wenn man das alles betrachtet, würden für uns eintreten, sobald sich das Volt in einer direkten Be dann erst ist die Wirkung der Kolonialpolitik als Wahlparole verständlich. freiungsbewegung befindet. Wir müssen aus der russischen besprach Genoffin Rosa Luxemburg am Mittwoch in einer Es handelt sich ja bei der Kolonialpolitik um ein geradezu lächer Revolution lernen, wie unsere Gegner aus ihr gelernt haben. In sehr stark besuchten Voltsversammlung, welche die weibliche Ver- liches Objekt, aber was den großen Einbrud auf die Maffen des Rußland ist man sich des Zusammenhanges der dortigen Bewegung trauensperson nach dem Hofjägerpalast" in der Hafenheide ein- Bürgertums machte, das ist nicht das Objekt, sondern das Wagnis, mit dem Wahlausfall in Deutschland wohl bewußt. Hat doch der Berufen hatte. Die Referentin behandelte ihr Thema in einem das fühne Draufgängertum, womit die Regierung dieses Berrbild Verband echt russischer Leute den deutschen Kaiser wegen des Wahlgroßzügigen Vortrage, der 2 Stunden währte. Die hauptsächlichsten einer Kolonialpolitit in den Mittelpunkt des Wahlkampfes rüdte. Das ausfalles beglückwünscht. Bei uns scheint für diesen Zusammens Gesichtspunkte desselben sind folgende: hat dem Kleinbürgertum imponiert und es fiel deshalb auf diese hang kein Verständnis vorhanden zu sein. In dem Wahlaufruf Die Stimmung, welche der Ausfall der Reichstagswahl in Politit hinein. Aus diesem Vorgang fönnten übrigens auch wir unserer Fraktion vom 14. Dezember war fein Hinweis auf die unseren eigenen Reihen hervorrief, läßt drei Phasen erkennen. Zu- lernen, daß in einer gegebenen Situation durch fühnes Wagen biel russische Revolution enthalten. Wenn unserer Gegner Furcht und Haß erst herrschte Bestürzung, Angst, Depression wegen des unerwarteten erreicht werden kann, während Baghaftigkeit und Mangel an Selbst- gegen die Arbeiter durch die russische Revolution aufgestachelt ist, so Verlustes einer großen Zahl unserer Mandate. Doch diese vertrauen die günstigsten Gelegenheiten verpfufcht. Stimmung hielt nur furze Zeit an, dann folgte eine gewisse Bemüssen wir aus der Revolution Kraft und Zuversicht schöpfen. Ich will Die Reichstagswahl war eine parlamentarische Junischlacht des nicht die Revolution anpreisen, sondern nur sagen, daß wir uns friedigung darüber, daß trok des Verlustes von Mandaten die Zahl Kleinbürgertums gegen die Sozialdemokratie, ein Kampf einer ab- flar werden über die historisch notwendigen Bedingungen, unferer Stimmen gewachsen ist und es folgte die dritte Phase, in der sterbenden gegen eine aufstrebende Klasse, also ein Klaffenkampf vom unter denen wir unser Endziel erreichen können. Wenn wir uns jetzt befinden und die auch anzuhalten scheint: die reinsten Wasser. Diese Vorgänge zeigen uns, daß das so viel an wir die Dinge so betrachten dann haben wir teinen Stimmung der Beruhigung, der Fassung, des Vorsatzes, energisch gezweifelte Wort Laffalles von der einen realtionären Masse, die uns Grund, wegen des Wahlergebnisses pessimistisch zu sein. Mit umzukehren zu pofitiver Arbeit. Es werden Vorschläge gemacht, die gegenübersteht, sich vollauf bestätigt hat.- Jaurès gibt uns den freund Feuereifer stürmt die bürgerliche Gesellschaft der Katastrophe ent den Ausbau unserer Organisation und Presse, besonders aber die lichen Rat, wir sollten in ein freundschaftliches Verhältnis zum gegen. Wir, die wir bei der Wahl eine parlamentarische Niederlage Pflege der Kleinarbeit fordern. Gewiß ist die Kleinarbeit not- Liberalismus treten, um dem Liberalismus Gelegenheit zu geben, erlitten haben, find die lachenden Erben des Prozesses, der unsere wendig, aber sie allein genügt nicht: zu zeigen, was er leisten kann. Nun, der Liberalismus hat am Niederlage verursacht hat. Es wäre töricht, wenn man unsere Es entsteht die Frage, was bedeutet der Wahlausfall nicht nur für uns, 25. Januar und am 5. Februar gezeigt, was er leisten kann. Bom parlamentarische Niederlage auch als eine politische Niederlage an sondern für die politische und wirtschaftliche Entwickelung Deutschlands. Liberalismus haben wir in Deutschland nichts mehr zu erwarten. fehen wollte. Durch diese Wahl find wir unserem Endziel um eine Als Antwort auf die Frage, wie sich unsere unerwarteten Mandats- Giner der Hauptgründe, worauf sich unser Revisionismus stützt, ist tüchtige Strecke näher gebracht. verluste erklären, sind einzelne Ursachen angeführt worden, so der der: Der deutsche Mittelstand fei noch nicht so weit zurück- Nichts würde jegt gefährlicher sein, als eine Unterschäßung durch die Agrarzölle verursachte Umschwung der Stimmung in den gegangen wie es der Fall sein müßte, wenn sich die wirt unserec Kraft. Wenn jetzt die Seleinarbeit als unsere Parole aufKreifen der Kleinbauern, die früher für uns stimmten, fich aber jetzt fchaftliche Entwickelung in der Weise vollzöge, wie gegen uns gewandt haben. Ferner, daß die industrielle Hoch- Marg angegeben hat. es gestellt wird, so ist das nach solchem Wahlkampfe zu wenig. Gewiß Für diese Ansicht werden die Zahlen soll die Kleinarbeit so viel wie möglich betrieben werden, aber vor fonjunktur die ungünstige Wirkung der Zollpolitik weniger der Statistik ins Feld geführt. Die Zahlen beweisen allem tommt es darauf an, daß die Millionen des Proletariats mit fühlbar gemacht habe, und endlich, daß unsere Gegner einen aber an sich nichts, man muß fie an den tatsächlichen Vorgängen den Erfahrungen und Lehren dieses Wahlkampfes vertraut gemacht furchtbaren Druck auf abhängige Schichten der Bevölkerung ausgeübt prüfen. Wenn wir aber die Vorgänge im politischen Leben prüfen, werden und daß sie erfüllt werden mit Bertrauen in die eigene und uns dadurch viele Stimmen entzogen haben. Die Wirkung fo sehen wir, daß sich hier die Berhältnisse, welche sich durch die Kraft. Der Ausfall der Wahl hat uns gelehrt, daß wir viel schneller aller dieser Ursachen ist nicht zu bestreiten, aber bei Erscheinungen, die so wirtschaftliche Entwickelung herausgebildet haben, verspätet wider- unserem Siege entgegengehen, als wir vor dem 25. Januar anallgemein auftreten, wie es bei diesen Wahlen der Fall war, bei fpiegeln. Der Ausfall der Wahlen zeigt uns Deutschland als ein genommen haben. Ursachen, die nicht nur in einzelnen Kreisen, sondern in gleicher bürgerliches Land, welches feine Partei des Mittelstandes hat. Wir Der Vortrag fand allfeitigen lebhaften Beifall. Weise im ganzen Reiche gewirkt haben, angesichts so großer all- tönnen an dieser Tatsache ermessen, wie hoch die Entwickelung der gemeiner Borgänge fann man sich zur Erklärung nicht mit einer ökonomischen Verhältnisse in Deutschland schon gediehen sein muß, wenn Sammlung von Einzelheiten begnügen. So große Vorgänge müssen der Mittelstand feine politische Vertretung mehr hat, wenn es feinen Ursachen haben, die mit den politischen und wirtschaftlichen Ver- Liberalismus mehr gibt. Von allen Ländern Westeuropas ist Deutsch- den 4. Wahlkreis, fendet uns folgende Genoffe Paul Hoffmann, der Vorsitzende des Wahlvereins für hältnissen in Deutschland zusammenhängen. Gewiß ist bei den land für eine Statastrophe am reifsten, denn hier sind die KlassenWahlen mit Berleumdung und Terrorismus gegen uns gearbeitet gegensätze ami fchärfften ausgeprägt. Feststellung. worden, aber genügt das, um den Wahlausfall zu erklären? Man Die legte Reichstagswahl ist der Abschluß der bisherigen und In gestriger Zuschrift, des Genossen Bernstein Absatz 2 heißt muß doch fragen, wie war es möglich, daß in Rußland, wo doch der Ausgangspunkt der weiteren Entwickelung, fie zeigt uns, daß es: Auf mein Verlangen hatten die Veranstalter der Versamm das höchste Maß von Druck und Berleumdung gegen die Sozial die nächste politische Entwickelung unter dem Zeichen der Weltpolitit lung sich mit dem maßgebenden Parteileiter des Distrikts, Genossen demokraten angewandt worden ist, die Sozialdemokratie als Siegerin steht. Weltpolitit bedeutet Militarismus, Marinismus, Kolonial- Baul Hoffmann, ins Ginvernehmen gesetzt und seine Zustimmung aus den jüngsten Wahlen zur Duma hervorgegangen ist, obgleich fie politik. Das ist der Strudel, dem der Kapitalismus entgegen- dazu erhalten, daß die Versammlung als Voltsversammlung einin Bußland erst seit Beginn der Revolution überhaupt als Maffen- stürmt und in dem er mit Mann und Maus unterzugehen berufen werden sollte. Hierzu erkläre ich, daß diese Behauptung den Tate Es ist kein Zweifel, daß große Schichten des Volles, die sich letzte Widerstand des Bürgertums gegen die Weltpolitik gefchwunden a chen nicht entspricht. Die Angelegenheit hat sich wie früher nicht an den Wahlen beteiligten, sich diesmal gegen ist. Es ist kein Zweifel, daß sich das offizielle Deutschland in diesen folgt zugetragen: Am 26. Februar, also am Tage der Generalveruns erhoben haben und daß es dadurch gelang, uns gefährlichen Strudel schleudern wird. In der inneren und der ſammlung, erschien Genosse Lowak( soweit ich Kenntnis habe, 40 Mandate an entreißen. Das Gros diefer Leute gehört äußeren Bolitit hört jetzt jede Mittelstandsretterei auf. ist derselbe in der Konsumbewegung tätig) und trug mir folgendes Der dem Mittelstande an, ein fleiner Teil mag auch zur Arbeiterklasse weltpolitische Kurs braucht die großkapitalistische Entwickelung. partei zählt. Ap verdammt ist. Die Schwenkung des Mittelstandes bedeutet, daß der bor: sei und mit Genossen Bern sf ein nach dieser Richtung hin eine Daß diese Versammlung als Volksversammlung einzuberufen Berabredung stattgefunden habe, davon hat mir Genosse 2owat, mit dem ich die Unterredung hatte, fein Wort gesagt. Bernstein darstellt, vorgetragen worden, so hätte ich ein Ich will bemerken, wäre mir die Sache so wie es Genosse derartiges Anfinnen rundweg abgelehnt. Ich stelle also fest: Es ist nicht wahr, daß ich meine Zus ftimmung zu einer Volksversammlung gegeben habe, und somit ist auch nicht to a hr, daß ich ein Inserat, das ursprünglich auf Boltsversammlung" lautete, unterzeichnet habe. gehören. Wie kommt es, daß der Mittelstand in solchem Maße gegen Die Opposition des Bürgertums braucht er nicht mehr Sie beabsichtigten, am Dienstag, den 5. März, eine Versamm uns ins Feld geführt werden konnte? Der Hintveis darauf, daß der zu fürchten, denn ihre letzten Refte find bei der Wahl lung einzuberufen, dazu wäre Genosse Bernstein festgemacht, Mittelstand infolge seiner Zwitterstellung zwischen Bourgeoisie und für immer gefchwunden. Weltpolitik und Liberalismus lassen sich und er sagte, ob ich gewillt wäre, die Einberufung dieser VerProletariat die unzuverlässigste, bald nach der einen, bald nach der nicht mit einander vereinen. Calwer glaubt allerdings, man fönne Calwer glaubt allerdings, man könne ſammlung mit meinem Namen zu unterzeichnen. anderen Seite schwankende Klasse sei, ist teine ausreichende Weltpolitik treiben und trotzdem Sozialdemokrat bleiben. Ich beIch sagte darauf: Was ist das für eine Versammlung? Erklärung für den Ausfall der Wahl. Hat doch dasselbe Klein- greife nicht, wie Genosse Bebel es für nötig halten konnte, den Worauf mir die Antwort wurde: Vom Berliner Konsumverein. bürgertum, welches jezt im Kampfe gegen uns mit der Bourgeoisie Mantel der Liebe über Calwer zu decken und ihn im Reichs- daß es ihnen darum zu tun sei, diese Versammlung von einer Aus dem weiteren Gespräch des Genossen Lo wat entnahm ich, gemeinsame Sache gemacht hat, in den revolutionären Bewegungen tage unter die schützenden Fittiche der Partei zu nehmen. bekannten Persönlichkeit einberufen zu sehen. der Vergangenheit zusammen mit dem Proletariat gegen die herr Als die betreffende Aeußerung, in der sich Calter für die fchenden Klaffen gekämpft. Angesichts des Wahlausfalles müssen Stolonialpolitit erklärt, Ich erklärte: Wenn Ihr denkt, daß dadurch Eure Versamm im Reichstage gegen wir fragen: Welches waren die Bedingungen, die das Kleinbürger- wurde, fagte Genosse Bebel, man jolle nur die Ausführung bin ich bereit, die Einberufung zu unterzeichnen. uns angeführt lung besser besucht wird, so, aber auch nur aus diesem Grunde, tum beranlaßten, in dem Wahlkampf gerade die Stellung einzu Calwers weiter lesen, der trete dafür ein, daß die Kaufmannschaft, nehmen, die es eingenommen hat? Warum nahm das Kleinbürger- bie den Vorteil von der Kolonialpolitik hat, auch die Kosten der tum eine Schwenkung vor, die fich gegen uns richtet? Wenn man auf selben tragen solle. Das, habe Bebel gesagt, sei auch unser Standden schwankenden Charakter des Kleinbürgertums rechnet, dann nimmt punkt, uns fönne es recht sein, wenn bei der Kolonialpolitik die man ohne weiteres an, daß wir die uns abtrünnig gewordenen Wähler Kosten von den Interessenten getragen werden. Nein, sagte die aus diesen Schichten bei der nächsten Wahl wieder für uns gewinnen. Rednerin, das ist nicht unser Standpunkt. Abgesehen davon, daß Aber wir müssen nicht nur nach den Ursachen der Mandatsverluste ja das Kapital aus der Ausbeutung der Arbeiter kommt, dürfen wir fragen, sondern die ganze Reichstagswahl als eine einzige große die Kolonialpolitik nicht aus dem fleinlichen Gesichtspunkt der Kosten Erscheinung betrachten. Worin besteht nun das Resultat der Wahl frage beurteilen. Wir sind grundfäßliche Gegner der Kolonial lich unterzeichnete Inserat lautete auf Bolts versammlung. Nun behauptet Genosse Bernstein, das von mir ursprüng für uns? Wir haben annähernd die Hälfte unserer Mandate ver politit, denn wo die Kolonialpolitik herrscht, da geht die SozialAuch das ist nicht richtig. Am 2. März wurde mir das Ioren. Wer aber glaubt, daß dadurch unsere politische Macht politik flöten. betreffende Inserat von einem Mitglied des Berliner Konsumgeschwächt sei, der überschäßt den Einfluß des Parlamen Wir haben in Deutschland Teinen Liberalismus und im Deutschen vereins, dem Genossen Krüger, zur Unterzeichnung vorgelegt. tarismus. Wir sind eine revolutionäre Waffenpartei. Unsere Reichstag feine bürgerliche Opposition mehr. Was bedeutet aber Auf dem Inserat stand ja allerdings das Wort Voltsversammlung, politische Macht liegt deshalb nicht in der Bahl der ein bürgerliches Parlament ohne bürgerliche Opposition? Man hält worauf ich dem Genossen Krüger von der Unterredung mit Ge Reichstagsmandate, sondern in der Zahl unserer Anhänger das Zentrum für eine Oppofitionspartei. Auch in der sozial nossen owat Mitteilung machte und erklärte, daß ich ein Inserat, im Volfe. Wir unterschätzen die parlamentarische Arbeit nicht, aber demokratischen Wahlpolitik ließ sich von dieser Ansicht etwas spiren. wenn es eine Boltsversammlung sein soll, nicht unterzeichne. wir müssen uns auch darüber klar sein, daß wir, als geborene enn gewisse Abtönungen in unserer Politik aus Rücksicht auf den Nachdem ich dem Genossen Krüger klar zu machen versucht Minderheitspartei, sehr wenig Einfluß auf die Gesetzgebung haben. vermeintlich oppofitionellen Charakter des Zentrums zurückzuführen hatte, daß ich als Leiter der Parteiorganisation Was wir an Gesegen zugunsten der Arbeiter erreicht haben, das ist find, so ist das die Folge einer oberflächlichen Auffassung. Wenn Volksversammlungen nur auf Beschluß Der nicht der Zahl unserer Abgeordneten zu danken, sondern dem Drud auch das Zentrum zuweilen die Rolle einer Oppositionspartei spielt, Parteiorganisation einberufen kann, habe ich der Massen, die hinter ihnen stehen. In erster Linie haben unsere so ist das eine Opposition, die nicht fortschrittlichen, sondern rück- das Wort„ Volts" gestrichen und lautete die Anzeige„ VersammAbgeordneten die Reichstagstribüne zur Vertretung und Ver- schrittlichen Tendenzen entspringt, eine Diplomatie, welche die Regie- lung d. B. K. V." breitung unserer grundsäglichen Auffassung zu benutzen. In rung den reaktionären Bestrebungen des Zentrums dienstbar machen bezug hierauf ist es ohne Bedeutung, ob vir 80 oder 40 Ver- will und auf derfelben Stufe steht, wie die Opposition der tonfertreter im Reichstage haben, auch ist die agitatorische Benußung der bativen Kanalrebellen. Im Barlament sehen wir dieselbe Bus Reichstagstribüne heute nicht mehr so bedeutungsvoll wie früher, fpigung der Selaffengegensäge wie in der wirtschaftlichen Entwickelung. to es galt, die Biele einer fleinen noch wenig bekannten Bartei Nur die Sozialdemokratie ist eine Oppositionspartei und als revolu Die Unterzeichnung des Inserats habe ich erst vorgenommen, öffentlich darzulegen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, hat der tionäre Oppositionspartei steht sie zu allen anderen Parteien im nachdem im Einverständnis mit dem Genossen Krüger das Mandatsverluft für uns nur sefundäre Bedeutung. Viel wichtiger Gegensatz. Beil dem so ist, und weil wir bei der Wahl die An- Wort Volts" gestrichen war. ist dagegen die Verschiebung innerhalb der Wählermasse. Um hierüber gehörigen des Mittelstandes verloren haben, sind wir verpflichtet, Somit ist aber auch die Schlußfolgerung des Genoffert ein Urteil zu gewinnen, müssen wir fragen: Was hat den Mittel- reine proletarische Klaffenpolitit zu treiben. Damit ist nicht gesagt, Bernstein, der Vorwärts" habe von seinem Vorhaben Kennt stand gegen uns ins Feld geführt? daß wir im Reichstage ganz neue Bahnen einschlagen sollen. Gsnis gehabt und er( der Vorwärts") habe auf die Abänderung des Der Wahlkampf ist geführt worden unter der Parole der muß mehr Nachdrud gelegt werden auf solche Geseze, die die Lage Inserats gedrungen, völlig haltlos. Kolonialpolitit. Warum fonnte diese Parole eine fo große Wirkung der Arbeiter verbessern, als auf Gefeße nach Art der Ler Heinze. Um nun auch von vornherein einer etwaigen Annahme, i ch ausüben? Wer nicht schon durch unsere Agitation gegen die Reine Arbeiterforderungen müssen als Gesetzvorschläge eingebracht hätte im Auftrage anderer Personen gehandelt, entgegenzutreten, Kolonialpolitik von der Wertlosigkeit der deutschen Kolonien über- werden. will ich erklären, daß ich bis jest über diese Angelegenheit außer zeugt war, der hätte davon überzeugt werden müssen durch die Eine Richtung in unseren Reihen hält den Parlamentarismus mit Bowat und Krüger mit niemand gesprochen habe. Rolonialreklame und durch den Humbug der Kolonialfreunde. Der nicht für eine durch die Verhältnisse bedingte, sondern für die einzige Was die Resolution des 4. Kreises anlangt, deren Fassung wirtschaftliche Wert der Kolonien für das Bürgertum war es nicht, Form, in der wir unsere Ziele erreichen können. Diese Auffassung dem Genossen Bernstein nicht gefällt, so bleibt es ihm ja un was die Wirkung, die wir gesehen haben, ausübte, sondern vielmehr ist durch den Wahlausfall gründlich widerlegt worden. Man glaubt, benommen, sich an die Parteiorganisation des 4. Kreises zu wen die ganze Konstellation. Die Kolonialpolitik wurde nicht als eine wenn wir erst die Mehrheit der Wähler auf unserer Seite baben, den, wo er auch selbstverständlich zum Worte kommt. Detailfrage der Politik in den Wahlkampf geworfen, sondern sie ist dann könnten wir unsere Biele auf parlamentarischem Wege errreichen. Paul Hoffmann. zum Symbol der Politik gemacht worden, welche fich gegen Bei der Eroberung gewiffer Schichten der Wähler stellen sich uns große bie Sozialdemokratte richtet. Unter dem Symbol der Kolonialpolitit Schwierigteiten entgegen. Große Schichten des ländlichen Proleta haben sich die Anhänger der bürgerlichen Weltanschauung zum riats, das große Heer der Post-, Eisenbahn- und anderer Kampfe gegen die Sozialdemokratie gesammelt. Aber nicht nur Beamten können wegen des Druds, unter dem sie stehen, nicht als diefe, sondern noch eine andere Tatsache erklärt den Umschwung der Wähler auf unsere Seite treten. Für unser Endziel ist nur das Stimmung im Kleinbürgertum. Die russische Revolution hat den Proletariat zu haben. Wenn Angehörige des Mittelstandes für uns Stationen Glauben an die unerschütterliche Macht des Bürgertums erschüttert. stimmen, so tum sie das nicht, weil sie unsere Ziele billigen, sondern Wan hielt, selbst in unseren Reihen, die Zeit der Straßen weil fie in der Gegenwart Hülfe aus ihrem Elend von uns er tämpfe für abgetan, und nun sah man sah man diese Form des warten. In dieser Richtung fönnen wir sehr wenig pofitive Arbeit Swinembe 759G revolutionären Stampfes in Rußland aufs neue angewandt, leisten, weil uns die herrschenden Klassen Widerstand entgegen gamburg 756 23 und zwar mit Erfolg. Hätte die russische Revolution nur fetzen. Aus diesem Grunde wird das Kleinbürgertum, welches Berlin die Einführung des bürgerlichen Verfassungsstaates zum Ziel gehabt, sich von uns entfernt hat, uns auch in der Zukunft fern bleiben. Frantj.a.m. 763 G23 dann würde fich das deutsche Bürgertum damit abgefunden haben. Der Ausfall der Wahl zeigt, daß sich die bürgerliche Gesellschaft München 768 528 Aber die Bewegung ging von der liberalen zur sozialen Frage über. rapid ihrem Ende nähert und daß nur hoffnungslose Phantasten Bien 767 Still Nebel Der Gegensatz zwischen Bauer und Großgrundbesitzer, zwischen glauben können, wir könnten allmählich die parlamentarische Mehr- Wetter- Prognose für Sonnabend, den 9. März 1907. Arbeiter und Kapitalist trat in den Vordergrund. Die ruffische Re- heit bekommen und mit deren Hülfe unsere Ziele erreichen. Gewiß Bunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit Niederschlägen m volution wurde zu einem gewaltigen sozialen Kampf aller Aus- brauchen wir zur Verwirklichung unserer Ziele bie Mehrheit des frischen weitlichen Winden; später aufllarend und wieder etwas tälter. Berliner etterbureau. gebeuteten gegen alle Ausbeuter, sie zeigte eine Machtentfaltung des Boltes, aber das ist nicht dasselbe wie die Mehrheit der Wähler. Broletariats, wie fie die Welt noch nie gefehen hat. Sobald es gilt, durch den direkten Befreiungstampf unfere Biele Mit Schrecken sieht das Bürgertum, daß das Proletariat eine zu erreichen, gestaltet sich die auf unsere Seite tretende Mehrheit des neue Waffe, den Massenstreit, im revolutionären Kampfe mit Erfolg Bolles anders wie bei den Wahlen. Beim direkten Massentampf in Wasserstand am 8. März. Elbe bei uffo Meter, bei 67 dp. Das gibt auch dem deutschen Bürgertum den Gedanken einer Befreiungsrevolution kommen zum Beispie diel Frauen, die jetzt bei Straußfurt Meter. Elbe bei Magdeburg 2,38 Deter, ein: der Maffenstreit ist eine Waffe, die nicht nur auf Ruffisch ge- zur politischen Richtigkeit verurteilt find, als Kämpfer für uns in bei Breslau Oberbegel-0,88 Meter. Neißemündung 1,62 Meter. Dder braucht werden kann. Des deutsche Bürgertum fieht, daß auch das Betracht. Da ist die Frau gleichwertig mit dem männlichen bei Brieg 2,42 Meter. anwender. 1 " Witterungsübersicht vom 8. März 1907, morgens s lihe. Dresden 761 Better Stationen Beller Zemp. n. 6. Wat Do 5beiter. 6 Regen 3 woltenl 5 Regen 4 bedeckt 0 Haparanda 740S 6halb bd. 3 Betersburg 761 GG 3Schnee 1 Scilly 770 N 5 halb bd. 2 Aberdeen 753 WNW 2halb bd. 1 Baris 766 WSW 2 bedeckt -2 -1 3 6 Elbe Dder bei Natibor 1,55 Meter. Oder Urania. Für den Inhalt der Jujerate Wissenschaftliches Theater. übernimmt die, Nedaktion dem Wublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 9. März. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Sinfoniekonzert. Kgl. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Romeo und Julia. Lorking. Das Glödchen des Eremiten. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Jm bunten Rod. Schiller- Theater Charlottenburg. Narrenglanz. Schiller N.( Friedrich Bilhelm städtisches Theater). Adieu Therese. Sein Alibi. Leffing. Mieze und Maria. Wefteit. Die lustige Wittpe. Nachmittags 3 Uhr: Der Freischüb. 4 Uhr: Sizilien. 8 Uhr: Professor Kohnke: Unter den Trümmern von San Francisco. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Die Korpuskularstrahlen( 1. Teil). Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Adieu, Therese. Hierauf: Sein Alibi. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 7 Uhr: Gastspiel des Hrn. Ed. Steinberger. Zum 1. Male: Der blaue Klub. Berliner. Der Hund von Baster DERNHARD ROSE THEATED bille. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: WohltätigkeitsVorstellung. Lakmé II. Aft. Tosca III. Att. Zentral. Der blaue Klub.( Anfang 7 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Torquato Zaffo. Kleines. Die Kralle. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Rigoletto. Zhalia. Olympische Spiele. Luisen. Der lange Kerl. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Wiotik. Trianon. Frau. Bernhard Nose. Sherlod Holmes. Nachmittags 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung bei kleinen Preisen: Das tapfere Schneiderlein. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Morgen nachmittag 3 Uht: Die Verschwörung der Frauen. Residenz- Theater. Direktion Nichard Alerander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahf. Frl. Josette- meine Deutsch- Amerikanisches Theater. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Wintergarten. Charlotte Wiehė. Gesamtgaftspiel Theater des Westens. Heute abend 8 Uhr: Gastspiel Sophie Hehmann- Engel: Rigoletto. Sonntag nachm. 3 Uhr: Rigoletto. Avollo. Die 3 goldenen Jungfrauen Sonntag abend: Zigeunerbaron. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. Kajino. Nick Carter. Spezialitäten. Folies Caprice. 100 000 Gulden Mitgift. Im Inspektionszimmer. Balast. Dante, Herr Franke. Spezialitäten. Prater Theater. Geschloffen. Figaro. Seelenretter. Geisterauto. Paris.( Anfang 8%, Uhr.) Metropol- Theater Der Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater). Sonnabend, abends 8Uhr: Im bunten Rock. Lustspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Montag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. C Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Narrenglanz. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Große Extra- Vorstellung. Bum überhaupt ersten Male: Ein Spielmannsdrama in 4 atten Vor dem Staatsanwalt. von Rudolf Rittner. Sonntag, nahm. 3 Ubr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. März, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth- Kirchhofes Der sensationelle März- Spielplan. Reinidendorf- Beft) aus ſtatt. Unter andern: Kioday Godayou, japanische Equilibristen. Selfman and Punch, musikalische Erzentrils. Dante, Herr Franke Schwant. Familienkarten, wochentags zum halben Stassenpreis gültig, in Barbier, Friseur. u. Zigarrengeschäften gratis. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Fröbels Allerlei- Theater von Mk. 11,50 an 99 10,50 " " 12,00 99 99 14,50 • 99 29 16,50 99 22,50 • 99 99 10,75 29 95 5,50 " 99 99 5,75 Elegante Herren- Stoffhosen. 99 2,50 19 Schöne Knaben- Anzüge für jedes Alter Elegante Radfahr- Anzüge 99 3,50 95 39 12,50 Anfang 6 Uhr. 29 " Hochfeine Einsegnungs- Anzüge Elegante Stoff- Jacketts Feine Burschen- Anzüge • 0 19 12 Das Glöckchen des Eremiten. März- Programm. 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( Nachdruck verboten.) 82 262 339 678 750 844 946[ 300] 1172 205 7 40 354 529 60 648 97 993 2175 219 20 319 57 581 767 3329 433 69 77 763 847 4010 213[ 300] 308 10 469[ 500] 555 672 [ 1000] 742 43 850 931 47 5142 614 6088 118 292 305 84 602 [ 800] 69 7187 469[ 300] 842 904 8215 392[ 300] 503 876 910 28 9101 23 282 366 461[ 300] 662 68 772 852 57 903 63 10005[ 400] 215 47 369 460515 94 860[ 300] 941 11242 80 92 344 449 616 99 12105 209 545[ 300] 614 761 978 13086 629 955 61 14208 23 329 415[ 300] 517[ 400] 95.782. 815 15086 152 80. 212 362 440-703 10 65 920 99 16333 536 50 744 68 17153 439 662 951 18060 137 79 323 594 846 69 19034 82 378 99 609[ 1000] 28 20088 88 148 219 598 810 21150 289 316 592[ 1000] 616 749 821 71 22106 93 259 90[ 300] 332 728[ 400] 925 27 23005 178 386 522 664 701 71 98[ 400] 843[ 300] 24156 96 290 351 480 671 873 990 25169[ 300] 262 377[ 300] 85 405 678 740 44[ 300] 26140 225 730 875 27257 395 420 658 820 65 987 28270 318 74 410 589 906 29165 365 411 549 630 726 91 30071 107 260 308 405 44 45 96 514 32 677 732 31023[ 3000] 71 617 21 65 738 68 32167 289 658 59 714 33007 118 226 82 88[ 300] 337 66[ 300] 427 529 97 808 34190 292 377 81[ 300] 35118[ 300] 99 301 505 46 64 612 876 914 67 36013 42 160 90 223 669[ 500] 762 805 68 37189 515 723 38041 124 64[ 300] 871 39163 205 6 42 440 60 645 59 776 829 938 40003 89[ 300] 586 635 41236 484 508 69 786 951 42511 766 43165 459[ 300] 718 33 825 26 33 61 985 44017 100 424 552 602 11 717 43 45153 84[ 300] 367 303 809 63 46133 283 323 708 22 47092 182 571 604 36 768 91 889 901 48053 78 254 307 68 96 587 49028 247 86 454 670 796 864 4001 952 50479 558 774 800 51113 735 907 86 52029 290 313 436 656 831 970 53105 29 60 276 541 662[ 400] 704 73 921[ 300] 54133 59 460 540 77 664 83 84 847 55101 243 682 869 956 56089 656 718 982 57080 89 301 410 49 87 577 700 874 81 969 58426 877 901 93 59899 904 63 60144 62 488 550 708 983 61011 49 204 877 78 97 62013 134 227 99 613 92[ 100] 607 40 717 91 913 32 63392 99 469 530[ 400] 726 802[ 300] 45 64079 132 89 255 315 18 44 64 499 613 65 969 65026 138 224 471 566 608 88 839 80 66043 348 613 67280 363 639 708 96[ 500] 68091 120 307 79 401 588[ 300] 720 85 69189 387 579 605 754 912 17 70254 625[ 400] 737 904 71062 261 380 589 634 980 72261 376 81 571 851 78 73046[ 300] 57 156 226 41[ 500] 360[ 300] 552 890 74138 46 70 435 537 78 932 47 75490 509 15 808 958 76168 87 634 920 77189 248 330 545 62 78028 123 249 338 420 762 806 79005 349 99 412 656 92 80179 332 421 527 74 88 609 843 81271 431 707 44 918 82061 251 473 524 695 787 962 83041 42 51 233 96 499 [ 400] 509 25 893 951 84029 101 14 275 512.37 45 793 85038 74 582 697 936 86001 278 325 55 495 359 87174[ 300] 251 651 88146 389 742 802 971 79 89419[ 300] 775 911 47 90391 946 49 91143[ 300] 45 215 88 492 642 807 92128 437 56 548[ 300] 986[ 300] 93208 333 493 789 94035 319 478 611 15 49 772 95057 396 595 622 803 937 65[ 400] 96014 192 225 79 391 541 718 58 73[ 1000] 876 97123 257 482 506 76 947 53 98020 129 262 351[ 300] 54 437 520 860 930 99703 838 88 901 100096 318 460 514 738 962 101014 114 267 329 404 516 5: 81 844 929 102071 171 355 451 643 86 878 103231 51[ 500] 69 627 909 104091[ 300] 372 419 752 918 20 105163 64 219 328 757 883 106474 552 820 82 99 107014 212 432 572 692 779 857 108467 78 85 523 78 608 736 76 860 913 109105 331 503 614 33 772 110116 412[ 300] 36 550 601 893 111358 730 73 918 112097 160 70 238 59 350 70 72 522 602 61 783 113005 38 564 820[ 20 000] 80 940 114001 15 67 329 65 452 927 115040 76 161 398 449 70 565 741[ 500] 60 116080 135 41 234 63 322 464 518 49 [ 300] 59 611 98 899 117031 282 541 851 935 118100 286 714 67 119126 289 352 619 93 120400 95 530 802 926 121024 38 83 123 92 210 353 502 952 60[ 300] 96 122120 403 83 615 30 85 777 817 979 123323 764 810 56 124007 14[ 300] 97 118 45 60 231 359 97 729 894[ 300] 125339 420 549 750 845 126018 35 37 203 332 538 64[ 300] 87-746 836 907 127153 204 41 97 319 662 86 713 41 996 128157 282 479 56[ 300] 477 129023 324 897 130069 181 310 131031 77 241[ 400] 310 444 48 560 75 94[ 10000] 710 132040 109 80 417 57 647 712 133009 36 96 206 65 352 91[ 300] 471 689 915 134149[ 3001 79 278 430 90 805[ 300] 16 900 4 135208 909 136004 8 230 473[ 300] 539 40 867 137070 250 67 407 567 602 47 898 979 138105 251 332[ 300] 476[ 300] 764 867 139404 555 665 778 [ 400] 906 140045 287 426 640 844 141017 181 394 142006 713 144012 96 146 381 635 989[ 500] 143207 478 200 367 454 503 916 95 145199 209 29 345 502 62 675 für Haus und Reise. 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Wir empfehlen besonders: Kabeljau ohne Kopf im Anschnitt 30 Pf. Großer Schellfisch Pfennig pr. Pfund 28 mit Kopf im ganzen Fisch. im Anschnitt 35 Pf. Alle übrigen Sorten Seefische zu billigsten Tagespreisen. 1. Ziehung 3. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 8. März 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 188 274 388 491 664 716 1384 482 85 511 677 799 903 2006 111 78 279 593 609 98 747 89 958 3003 67 193 99 357 87 572 676 782[ 400] 4105 6 21 227 89 362 93 442 80 748 67 5022 462 74 864 6032 312 51 483 733 812 7220 66 324 43 489 934 8001 10 205 307 22 450 96 523 43 683 709 27 896 914 9158 87 206 424 29 501 884 909 33 78 10067 91 138 218 37 [ 400] 366 641 49 863 11063 335 62 430 659 766 857 12208 22 428 570 99 643 883[ 1000] 980 13268 996 14297 442 93 771 915[ 1000] 15252 76 334 53 466 830 49 910 16001 222 392 775 83 93 879[ 3000] 974 86 97 17161 62 327 581 664 717 64 18015 155 256 82 330 33[ 300] 83 457 74 521 718 801 44 988 19012 14 17 20 389 572 900 88 20012 64 254 315 36 536 610 766 21142 81 91 607 13 22050 105 269 444 48 502 629 748 973 23027 87 179 290 405 603 60 871 24343 483 719 25 970 25024 227 689 951 76 26198 230 58 90[ 300] 394 407 90 616[ 300] 958 27000 16 164 268 425 565[ 300] 726 31 96 841 967 91 28117 30 73 524 695 828 959 29144 49 63 85 92 238 512 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Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärt Buchdruderei u. Berlaasansta Paul Sirer& Berli S Nr. 58. 24. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. In Mariendorf( Teltow- Beeskow) steht uns das Lotal von Strikke Zum Landhaus" zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. " Auf Beschluß der Parteigenossen Charlottenburgs ist über den Saal sowie über die Restaurationsräume des dortigen Schiller Theaters die Sperre verhängt, da der Bächter desselben, Herr Fiebig, sich weigert, uns den Saal zu Versammlungen zur Verfügung zu stellen. In Nedlig bei Potsdam sind jetzt sämtliche Lokale gesperrt, wir ersuchen, dies bei Arrangierung von Ausflügen und hauptsächlich Dampferpartien zu beachten. Sonnabend, 9. März 1907. werbungen, die zumeist mit dem älteren Bestande im Kaifer haben durch das Hochwasser gelitten. Vorläufig besteht teine Aus. Friedrich- Museum vereinigt worden sind, lassen sich aber nur als sicht, daß die Spree wieder ihren normalen Wasserstand erhalten der Anfang eines Deutschen Museums bezeichnen. Ein wird. Aus dem Spreewalde wird noch fortwährend bedeutender folches soll durch seinen Inhalt und seine Aufstellung den Grund- Bufluß gemeldet und in kürzerer Zeit ist auch das Andringen des charakter der deutschen Kunst und den Zusammenhang ihrer ver- Schmelzwassers aus dem Gebirge zu erwarten. Falls ein scharfes fchiedenen Entwickelungsstadien farlegen, soll den Genuß daran Tauwetter einsehen sollte, dürfte bei den ungeheueren im Gebirge und das Verständnis dafür fördern, und zwar in ganz anderer lagernden Schneemassen sogar noch ein weiteres Steigen des Weise, als es bisher möglich war; es soll dadurch zugleich die Flusses zu erwarten sein. Auch die Dahme, bekanntlich der be Erforschung der deutschen Kunstgeschichte unterstützen und der bis- deutendste bei Köpenick einmündende Nebenfluß der Spree, hat her nur fümmerlich bedachten Publikation ihrer Monumente, die einen Hochwasserstand aufzuweisen, wie er schon seit Jahrzehnten mit der Bildung des Museums Hand in Hand gehen muß, zu nicht mehr beobachtet worden ist. Das Gewässer ist ebenfalls weit Hülfe kommen." hin über die Ufer getreten und befißt gegenwärtig ein ausgedehntes Der Neubau für dieses Museum soll in unmittelbarer Ueberschwemmungsgebiet. Die zahlreichen mit der Spree und der Dahme in Verbindung stehenden märkischen Seen, die teilweise Verbindung mit dem Kaiser Friedrich- Museum stehen. Da das Museum für Völkerkunde" durch den auch der Schiffahrt dienen, find bis zu einem Meter gestiegen, und vielfach ist dadurch die Lademöglichkeit für die Zillen genommen. In Zeuthen sind nach wie vor sämtliche Lotale ge- Neubau in Dahlem entlastet wird, soll in ihm der alt- Die Anlegebrüden stehen stellenweise unter Wasser. sperrt; ganz besonders machen wir auf das Reſtaurant bon asiatischen Kunst ein breiterer Raum geschaffen werden. Von Mit Rücksicht auf den außerordentlich starken SchiffahrtsRta städt, sowie auf Trills Waldschlößchen aufmerksam; ersterer will, nur vornehmen Verkehr" in seinem Lokal, der Nationalgalerie" foll eine National- verkehr, der seit einigen Tagen eingesetzt hat, ist die Mühlendamm= Auch auf eine Schleuse, deren Wiedereröffnung für den 11. März in Aussicht ge= wohingegen der lettere erst einmal sehen will, ob Porträtgalerie abgezweigt werden. fein ofal wirklich seitens der Arbeiterschaft ge- zweckmäßige Ausgestaltung der Provinzialfammlungen nommen war, schon am gestrigen Tage dem Verkehr übergeben mieden wird". nimmt das Projekt Rücksicht. _ Am Sonntag, den 10. d. M., veranstaltet der Berliner Schwimm Es find weit ausgreifende Pläne, die natürlich im ein- Zu den bevorstehenden Stadtverordneten Erfahwahlen in der flub, Forelle" bon 1903 ein Schwimmfest. Die fich hieran anzelnen sorgsam geprüft werden müssen. Der Schauplak dafür 2. Abteilung sei den in dieser Abteilung wahlberechtigten Genossen fchließende Preisverteilung nebst Tanzkränzchen findet in den Wir ist das preußische Abgeordnetenhaus, die Stätte, von der die mitgeteilt, daß fie in allen zur Wahl stehenden Bezirken ihre Stimmen Fürstenberg Festsälen, Rosenthalerstr. 38 statt. weisen darauf hin, daß das genannte Lokal der Arbeiterschaft nicht einzige Kulturpartei Preußens, die Sozialdemokratie, aus- auf den Genossen Paul Singer abgeben wollen, zur Verfügung steht. geschlossen ist. V Die Lokalkommission. 6. Wahlkreis. Sonntag abend 6 Uhr findet im Stolberger Salon", Kolbergerstr. 23, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Genosse Wermuth über:" Die alte und die neue Internationale" spricht. Zahlreichen Besuch erwarten Die Abteilungsführer. 27 Nieder- Barnim. Am Sonntag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, findet im Lokale von Weigelt in Rummelsburg, Türrschmidtstraße, eine Generalversammlung des sozialdemo Iratischen Kreiswahlvereins. Nieder- Barnim statt. Tagesordnung: 1. Kassen- und Jahresberichterstattung. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Anträge. 4. Rückblick auf die Reichstagswahl. Referent: A. Stadthagen. 5. Kreisangelegen J. A.: G. Freiwaldt. heiten. " Fort mit der Prügelpädagogik! Wenn ein großes Gemeinwesen, wie Berlin es ist, einmal den Versuch machen wollte, für seine zahlreichen Volksschulen überall einen völligen Verzicht auf die bisherige Brügelpädagogik herbeizuführen, so müßte diese Maßregel durch ihren Erfolg im ganzen Lande Aufsehen erregen und würde als Vorbild wirken. worden. Arbeiter- Bildungsschule Berlin, Grenadierstraße 37. Der Unterricht in Literaturgeschichte muß diesen Sonnabend ausfallen, da Genosse Ströbel wegen Teilnahme an einer Konferenz am Erscheinen verhindert ist. " in der Der Polizeioberst Krause ist gestern gestorben. Krause hat durch die Art, wie er sein Amt ausfüllte, nach besten Kräften dazu beigetragen, sich in weiten Streifen recht verhaßt zu machen. Unvergessen Die Verwirklichung eines solchen Gedankens ist natürlich nicht ist diesem schneidigen" Beamten, wie er anläßlich einer Arbeitslosen ganz einfach. Es gibt zahlreiche Lehrer, die leider sich und ihre versammlung in der Brauerei Friedrichshain Anfang des Jahres Schüler so sehr an den Stock gewöhnt haben, daß beide ohne 1894 in die ahnungslos die Versammlung verlassenden wehrlosen ihn zunächst schwer miteinander auskommen könnten. Wahrscheinlich Arbeitslosen mit Gummischläuchen und der blanken Waffe einbauen würde bei vielen Lehrern das Experiment nicht sogleich nach ließ. Elende Achtgroschenjungen hatte er in Arbeiterkleider gesteckt Wunsch gelingen, und es ist zu fürchten, daß dann lauter als je und diese Subjekte mußten sich zwischen die Arbeitslosen die Forderung erhoben würde, die altbewährte" Prügelpädagogik mischen, um auf ein Zeichen auf diese Ahnungslosen un Lichtenberg. Sonnabend, den 16. März, findet im Schwarzen Hierin liegt die eine barmherzig dreinzuschlagen. Damals war fast die gesamte Adler"( Gebr. Arnhold) Frankfurter Chaussee 5/6, das Stiftungsfest folle wieder in ihre Rechte eingesetzt werden. Presse Mitwirkende find: Neues Tonkünftler Schwierigkeit. Die andere liegt darin, daß die Gemeindeverwaltung Berliner des Wahlvereins statt. Verurteilung dieser standalösen Orchester( Dirigent Franz Hollfelder) und Fräulein Helene Hartwig, den an ihren Schulen tätigen Lehrpersonen über diesen Punkt eigent Polizeitat einig. Das halte allerdings zur Folge, daß nicht etwa Hofopernsängerin. Nachher: großer Ball. Um zahlreichen Besuch lich wenig vorschreiben darf. Die Prügelpädagogik ist gefeßlich der Verantwortliche dieser Heldentat", der Polizeioberst Krause, zur ersucht Der Vorstand. geschüßt, mithin hat der Lehrer grundsäglich das Recht, zu hauen, Rechenschaft gezogen, sondern die Presse wegen tadelnder AusBiesdorf, Kaulsdorf und Umgegend. Sonntag, den 10. März, wenn er es für nötig hält. Er muß nur die Klugheit üben, immer laffungen angeklagt wurde. Unser Genosse Nobert Schmidt als mittags 1 Uhr, findet in Fenglers Gesellschaftshaus, Dorfstraße, eine nur mit Maßen" zu hauen, dann kann ihm niemand dazwischen Redakteur des Vorwärts" der Genosse May Zachau und unter damals mit öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Was lehren uns fahren. Gegen ein von einer Gemeindebehörde ausgehendes Gustav Regler befanden sich die Reichstagswahlen?" 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen grundsägliches Verbot des Prügelns würden die Gemeindelehrer, urteilten. Strauſe hat sich später noch weiter anläßlich einer März Bittet Der Einberufer. die( wenn der Ausdruck erlaubt ist) der Prügel zu bedürfen glauben, feier und 1. Mai- Demonstration ähnliche Altaden geleistet. Sein Königs- Wusterhausen und Wildau. Die Parteigenossen, die sich vermutlich durch die staatliche Aufsichtsbehörde sehr nachdrücklich Name wurde auch öfter genannt aus Anlaß einer an ihn abzur Hausagitation gemeldet haben, werden ersucht, Sonntag, den in Schutz genommen werden. gefandten sogenannten Höllenmaschine, mit welcher Tat der Mechaniker 10. März, früh pünktlich 7, Uhr, im Lokale der Witwe Langen zu erscheinen. fein. " Berliner Nachrichten. Neue Museumspläne. sind vorgesehen. " den VerBerlegung von Parteispeditionen. Die Parteispedition in der Wiesenstr. 41/42 wird am 20. d. M. nach Nazarethkirchstr. 49 verlegt. Die Spedition in der Rügenerstr. 24 wird vom 15. d. Mts. ab nach der Stettinerstr. 10 verlegt. Indes, das hindert nicht, daß eine einsichtige Gemeinde- Roschemann in Verbindung gebracht und in der Folge zu 10 Jahren verwaltung sozusagen auf gütlichem Wege den Lehrern Buchthaus verurteilt wurde. Auch bei den ihm untergebenen' BeReinickendorf- Weft. Am Montag, den 11. März, abends 8 Uhr, den Stod aus der Hand winden könnte. Wenn an der amten hat sich Krause Sympathien nicht erworben und werden ihm findet im Lofal von Franke, Eichbornstr. 118, eine öffentliche Ver- Spize des Boltsschulwesens einer Großstadt eine überragende Persön- von dieser Seite nicht viel Tränen nachgeweint werden. Vermiffen sammlung statt, in welcher die Genoffin Ihrer über Fürsorge- lichkeit steht, dann ist es sehr wohl möglich, von hier aus auf die werden ihn höchstens diejenigen, die unter ihm abancierten. erziehung und deren Wirkung" referiert. Die Handzettel zu dieser Lehrerschaft in dem Sinne einzuwirken, daß der prügelnde Pädagoge Eine Nachtomnibusverbindung zwischen Rollendorfplatz und Bersammlung werden am morgigen Sonntag vormittags von den mehr und mehr in der Achtung seiner Berufsgenossen sinkt. Berlins Morisplatz ist geplant. Ende dieser Woche soll sie eröffnet werden. Lokalen H. Otto, Berlinerstraße, und Franke, Eichbornstraße, aus Volksschulwesen ist ein reichliches Vierteljahrhundert hindurch von Ab Nollendorfplaß von 11 Uhr abends bis 5 Uhr 15 Minuten früh, verbreitet. Die Genossen werden ersucht, bollzählig zur Stelle zu einem Manne geleitet worden, der fähig war, einen bedeutenden ab Moripplag von 11 Uhr 45 Minuten abends bis 6 Uhr früh Einfluß auch auf die Erziehungsmethode der Volksschullehrerschaft folgen die Wagen einander in Zwischenräumen von 15 Minuten auszuüben. Aber Stadtschulrat Bertram, den wir meinen, hat und fahren durch die Bülowstraße, Potsdamerstraße, Leipzigerunseres Wiffens niemals ernstlich versucht, für die Volksschulen straße, Beuthstraße, Kommandantenstraße, Oranienstraße; zurüd Berlins einen allgemeinen Verzicht auf die Prügelpädagogik anzu- bom Morizplak auf demfelben Wege. Die ganze Fahrt dauert bahnen. Stadtschulrat Gerstenberg, sein Nachfolger, war nicht die zirka 40 Minuten und kostet 20 Pf., Teilstreden zu 10 und 15 Pf. starte Persönlichkeit, die allein auf Gelingen bei solchem Versuch Die Berliner Museen bedürfen seit längerer Zeit bereits rechnen darf. Wird Stadtschulrat Fischer, der dem früh einer einheitlichen, zusammenfassenden Umgestaltung. Die weggestorbenen Gerstenberg gefolgt ist, in sich den Beruf führen, älteren nach modernen Anforderungen nicht mehr gweckmäßigen diesen Versuch zu wagen? Gebäude sind überfüllt, zum Teil so vollgepfropft, daß sie Wir glauben annehmen zu dürfen, daß Herr Fischer in der Eat unübersichtlich geworden sind. Vieles ist in Magazinen auf mit dem Gedanken umgeht, die Prügelpädagogik aus gestapelt und den eigentlichen Museumszwecken entfremdet. unseren Voltsschulen hinauszugewöhnen. Wir er- einem Rollwagen fand Donnerstagabend um 48 Uhr vor dem AbSo ist denn eine Reform an Haupt, und Gliedern unvermeid- fahren, daß auf eine Anregung Fischers der in der Schuldeputation geordnetenhaufe in der Prinz Albrechtstraße statt. Der von der unvermeid- fahren, öniggräberstraße tommende Rollwagen der Firma Schwinsti, lich. Generaldirektor Wilhelm Bode hat in einer Denkschrift fißende Prof. Hartmann, Vorsitzender des Vereins der Schulärzte, Holzmarfistr. 37, fuhr auf dem Straßenbahngleise entlang und ein Programm entworfen, das wenigstens den dringendsten ein für die Lehrerschaft bestimmtes Merkblatt zusammenstellen wird, bog nach dem anderen Gleise hinüber, auf dem in demselben Augenund nächsten Aufgaben gerecht zu werden versucht. Die Miß das auf die Gefahren der körperlichen Züchtigung hinweist. Daß blid ein Straßenbahnzug der Linie 59 entgegentam. Der schwere stände und Unzulänglichkeiten werden klar dargelegt und die die Schulärzte dazu berufen sind, an der Beseitigung der Prügel- aftwagen fuhr mit voller Gewalt gegen die Borderplattform des umfassender gewordenen Bedürfnisse anerkannt: Da die Schäße ganzer Abteilungen zur Hälfte oder noch dar- pädagogik mitzuwirken, das ist im Vorwärts" schon vor Jahres- Straßenbahnwagens. Der Anprall war so start, daß der Rollwagen Stadtschulrat Fischer steht, wie wir vollständig herumgeschleudert und noch gegen die Hinterplattform über hinaus magaziniert sind, muß jezt für die ausgiebige, auf frist ausgeführt worden. des Motorwaggons geworfen wurde. Die Vorderplattform bes aufhören, absehbare Zeit ausreichende Erweiterung der älteren Sammlungen, hören, auf dem Standpunkt, daß möglichst ein völliger Ber- Straßenbahnwagens war total zertrümmert und auch die Sinter wie für die Sammlungen der neu hinzugekommenen Gebiete der sicht auf Prügel erreicht werden muß. Wenn es ihm gelingt, plattform derartig beschädigt, daß der Kontroller unbrauchbar Blaz gesucht werden. Auch müssen bei dem seither wesentlich ver- bas mit Hülfe des Merkblattes herbeizuführen, so wird er selber sich wurde. Durch den Zusammenstoß wurde eine 25 Minuten währende stärkten Besuch des Publikums und den neuen Anforderungen, die ein unvergängliches Denkmal gesezt haben. für die zahlreichen, zur unentbehrlichen Gewohnheit gewordenen wissenschaftlichen und populären Vorträge und Führungen gestellt werden, die Räume zum Teil größer gestaltet werden, als früher borgesehen war." d Ein doppelter Zusammenstoß eines Straßenbahnzuges mit Betriebsstörung herbeigeführt, während welcher Zeit die durch die Zimmerstraße fahrenden Wagen durch die Koch- und Anhaltstraße abgeleitet werden mußten. Perfonen wurden glüdlicherweise nicht der Beschleunigte Ofter- Sonderzüge I- IV. Klasse werden zur Beverlegt. wältigung des Dfterverkehrs im Bezirk der königl. Eisenbahndirektion Stettin schon in der Karwoche zur Beförderung gelangen; wir heben Zusammenstoß auf der Wannseebahn. Auf der Wannseebahn erAn Um- und Ausbauten werden vorgeschlagen: Eine Erweiterung der ägyptischen Ab- nur die folgenden herbor: Von Berlin, Stettiner Bahnhof nach folgte gestern mittag 1 Uhr 34 Minuten turz hinter dem Bahnhof Stettin, 31. März und 3. April, 710 bormittags, Ankunft 932 Wannseebahn auf der Gleisüberführung ein Zufammenstoß. Eine teilung auf dem Gelände vor dem Neuen Museum und vormittags, nach Belgard, am 28. und 31. März, 2. und 3. April, tangierlokomotive stieß mit der Waschine eines befeßten WannseeBeide Lokomotiven entgleisten und sperrten im Anschluß daran die Schaffung eines besonderen 857 vormittags, Ankunft 229 nachmittags, ferner am 28., 24., 27., uges zusammen. Museums für borderasiatische Sunst, eine Er- 28. März, 2. und 3. April, 125 nachmittags, Ankunft 650 abends; den Verkehr auf beiden Gleisen. Die Fahrgäste des Wannseeweiterung der antiten Sammlungen durch An- Neustretiz Stralsund: am 28., 30., 31. März, 2. und zuges mußten den Weg zum Bahnhof Potsdamerplatz zu Verlegt wurde niemand. Die Züge Lage zweier Lichthöfe neben dem Pergamon- Museum, die dieses 3. April, 8 vormittags, an Stralsund 1249 nachmittags, am 23., Fuß zurücklegen. mit dem Neuen und Alten Museum verbinden sollen. Vor 27., 28., 30. März, 2. und 3. April, 112 nachmittags, an 550 nach Wannseebahn werden vom Bahnhof Groß- Görschenstraße ab zum allem aber wird ein Museum für ältere deutsche mittags, an denselben Tagen( außer 3. April) 810 abends, an Stral- Fernbahnhof Potsdamerplay geleitet. Infolge der Verkehrsstörung Sunst" projettiert, das die zerstreuten Schäße der älteren fund 1246 nachts, und ebenso nach Stargardi. P., 640 abends erlitt die Beförderung Hunderter von Menschen, die um diese Zeit deutschen Kunst sammeln und übersichtlich vor Augen führen( an 954 abends) bezw. 940 abends( an 1252 nachts.) Diese Sonder zu Tisch fahren wollten, eine unliebſame Verspätung. züge halten nur auf den Hauptstationen( Gesundbrunnen, EbersDie amtliche Meldung lautet: Heute nachmittag fuhr auf dem foll. Es heißt darüber in der Dentschrift, die die Unthaltbar walde, Angermünde usw. bezw. Oranienburg, Löwenberg, Fürsten Wannseebahnhof Berlin eine Reservemaschine einem von Zehlendorf teit des bisherigen Zustandes darlegt: berg usw.) Außerdem werden die fahrplanmäßigen Züge nach Be- kommenden Borortzug in die Flanke. Beide Maschinen sind entgleist Für die ältere deutsche Kunst ist der Bau eines besonderen darf in zwei Teilen gefahren; für die Sonderzüge werden nur die und gering beschädigt. Personen nicht verlegt. Wannseebahnhof ist auf drei Stunden gesperrt, Verkehr vom Potsdamer Fernbahnhof Museums erwünscht. Ein solches Museum fehlt aber nicht nur bei gewöhnlichen Fahrpreise erhoben. übernommen. uns: in ganz Deutschland befizen wir fein eigentliches Museum Die Unentgeltlichkeit der Desinfektion ist eine Forderung, die r3, der älteren deutschen Kunst. Denn das Germanische Muſeum in feit langem von unseren Genossen im Noten Hause erhoben wird; Die Berfügung des fönigl. Polizeipräsidiums, Nürnberg ist mehr eine kunstgewerbliche und kulturhistorische Samm- mmer aber wurden diesbezügliche Anträge abgelehnt. Jezt haben wonach der Großen Berliner. Straßenbahn vorübergehend die Mitlung; das Römisch- Germanische Zentralmuseum in Mainz umfaßt neben den auf deutschem Boden gefundenen Resten unsere Genossen im Etatsausschuß das gleiche Verlangen wiederholt, nahme von mehr Personen in den Wagen gestattet wurde, als nach römischer Kunst nur die Anfänge der deutschen Kunst und ist auch diesmal erfolgte Ablehnung, dafür wurde ein Antrag an den Aufschriften zulässig, tritt von morgen, den 10. Mär, auch für diese einseitig und unvollständig; das Münchener genommen, wonach dem Plenum der Stadtverordnetenversammlung ab wieder außer Kraft, da die Verkehrsschwierigkeiten, die Museum endlich, das den ersten Anspruch darauf erheben vorgeschlagen werden soll, den Magistrat zu ersuchen, in Zukunft fich infolge der Schneebertehungen ergaben, als behoben gelten. Furchtbar zugerichtet wurde Donnerstag abend der 27jährige Fönnte, will schon seinem Namen nach nur ein Bayerisches alle öffentliche Desinfektionen bei Objekten bis zu 3000 m. Kutscher Franz Toida, Elbenaerftr. 13, bei einem Verkehrsunfall in Nationalmuseum" sein. Ein Museum der älteren deutschen Kunst unentgeltlich auszuführen. ist daher eine Notwendigkeit für die Reichshauptstadt, und um ein Das Hochwaffer der Spree ist in diesem Jahre außerordentlich der Kolbergerstraße. Im Begriff, sein Fuhrwerk zu besteigen, wurde folches noch zu wirklicher Bedeutung zu bringen, müssen die Bor- anhaltend und hat bereits recht erheblichen Schaden herbeigeführt. T. von einem anderen vorüber fommenden Lastwagen umgerissen bereitungen dafür fofort in Angriff genommen werden. Besonders in den Gegenden von Wernsdorf und Neu- Zittau ist der und unter die Näder geschleudert. Dem Bedauernswerten wurde In Berlin ist bei Begründung der königlichen Museen und Fluß weithin aus den Ufern getreten und zeigt stellenweise ein der linke Unterschenkel völlig zermalnit und der Unterleib teilweise feither bis zum Jahre 1871 der deutschen Kunst so gut wie gar leberschwemmungsgebiet von über einem Kilometer Breite. Nicht buchstäblich fortgerissen. Nachdent er auf der Unfallstation VI die feine Aufmerksamkeit erwiesen worden. Erst in neuer Zeit nur die Niederungen und umgrenzenden Wiesengelände stehen in das Krankens ist, wenigstens in einigen Abteilungen der königlichen Mujeen, eine unter Wasser, sondern auch sonst von dem Hochwasser nicht berührte ersten Notverbände erhalten, Bermehrung der Sammlungen gerade nach der Seite der Feldterrains find überschwemmt und können infolgedessen nicht haus. Am Friedrichshain gebracht. Sein Zustand ist vollständig deutschen Kunst ernstlich angestrebt worden... Diese Er- bestellt werden. Auch bedeutende mit Winterfaat bersehene Felder hoffnungslos. ・・ wurde er Hier sind zwei Bezirke gebildet. Verkehrsstatistik. Im Januar d. J. hat die Große Berliner wird es fo kommen, daß die Regierung auf den Schulbau Straßenbahn infolge der Schneefälle 14 Million Fahrgäste weniger Der 1. Bezirk umfaßt den Ortsteil außerhalb der Ringbahn drängt und dann wird eben beides gebaut. Ein Ausweg befördert als im Januar v. J., obgleich die Verkehrsmittel in der( öftlicher Ortsteil), die Frankfurter Chaussee mit Neu- Lichtenberg und bleibt jetzt nur, indem man das jezige Amtshaus zu Schulzwecken Zwischenzeit zugenommen haben. Dagegen hat die Hoch- und Unter- Wilhelmsberg, Röderstraße usw. Wahllokal: Restaurant Rats- und schleunigst den Rathausbau in Angriff nimmt. Das Heruntergrundbahn im Januar d. J. rund 500 000 Personen mehr befördert teller, Dorfstr. 5/6. als in demselben Monat des vorigen Jahres. gehen des Steuerzuschlages von 130 Proz. auf 125 Proz. ist dem Die Omnibusgesell- Der 2. Bezirk: Innerhalb der Ringbahn( westlicher Ortsteil), Ümstande zu danken, daß der Kreis 5 Proz. weniger Kreissteuern Frankfurter Allee mit Nebenstraßen und Gürtelstraße usw. Wahl erhebt. Größte Aufmerksamkeit wird die Vertretung auch der Herlokal: Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5. stellung der Straßen zuwenden müssen. Der Antrag unserer GeIn diesen beiden Bezirken haben die Gegner der Wertzutvachs nossen auf Revision der Beamtengehälter und Arbeiterlöhne hat steuer zwei Mandate zu verteidigen. insofern seine Erledigung gefunden, als hierfür ein Mehr von 16 000 M. eingesetzt ist. schaft hat eine kleine Zunahme von rund 200 000 Personen bei der Beförderung mit Fahrscheinen zu 5 Pf. zu verzeichnen und eine große Zunahme von über 1 Million Fahrgästen mit Fahrscheinen zu 10 Bf., was auf die starke Frequenz der Automobilomnibusse zurüd zuführen ist. " Schwere" Diebstähle sind in der vorgestrigen Nacht in der Prenz lauer Allee berübt worden. Dortselbst wurden von 29 Masten der Straßenbahnleitung die gußeisernen Kappen abgenommen und ge stohlen. Die Diebe entwickelten eine um so größere Frechheit, als fie unbedingt von Straßenpassanten beobachtet werden mußten, außerdem auch ein lebhafter Wagenverkehr zwischen Berlin und den nordöstlichen Vororten gerade in den Nachtstunden in der PrenzTaner Allee herrscht. Die Spitzbuben befanden sich vermutlich in Arbeiterkleidung, wodurch sie, ohne Verdacht zu erregen, die Kappen abschlagen konnten. Zum Transport der mehrere Bentner schweren Gußeisenstücke müssen sie sich eines Wagens bedient haben. " Die„ honette Bürgerschaft", die 1. Wählerklasse mit 86 Wählern, der Verteilung von vier Mandaten beim Früheinschließlich 50 Proz. papierne Wähler, beschließt die Wahl" mit schoppen im Ratskeller in der Zeit von 10-12 Uhr bormittags, am Mittwoch, den 13. März. Damit teine erzögerung beim3uschlag an den Meistbietenden eintritt, ist hier nur ein Bezirk gebildet. Stralau. Zu dem Bericht über die Gemeindevertretung teilt uns die Firma ausschild( G. m. b. H.) mit, daß sie der Gemeinde einen Teil ihres Grundstückes zum Kauf nicht angeboten habe, da sie selbst nichts entbehren könne. Eichwalde. Wahlvereins erledigte die für die bevorstehende Gemeinderatswahl Die am Donnerstag stattgefundene Generalversammlung des notwendigen Arbeiten. Die am Dienstag abgehaltene Versammlung des Wahlvereins fomitee mit der Bestimmung der Kooptation aus der Gemeinde Generalversammlung. Einem event. Antrag auf eine geringe dr Laut Beschluß bleibt das derzeitige Wahl- beschäftigte sich zunächst mit der Tagesordnung der nächsten Kreisvertreterfraktion auch für die im Herbst stattfindenden Stadt- höhung des Monatsbeitrages stimmte die Versammlung in Rücksicht verordnetenwahlen in Funktion. Die Wahl einer neuen zeitungs- auf die notwendig werdende verstärkte Agitation zu. Als Delegierte fommission wurde vertagt. In die Lokalkommission wurden delegiert: wurden gewählt die Genossen Seifert, Moltenthin und Elias, Schipke und Hemming. Die Bibliothektommission wurde offmann. Sodann referierte in einstündigem Vortrage Gewiedergewählt. Die Debatte ergab verschiedene Anregungen zweds nosse Hoffmann über„ Die Lehren der letzten Reichstagswahl", Verbesserung der Bibliothek. Ganz besonders ist noch darauf hin- alle angeblichen und wirklichen Ursachen der angeblichen„ Niederzuweisen, daß als 8entralwahlbureau für die am lage" kritisch beleuchtend, und als Resultat zum Schluſſe intensivere, Montag, den 11. März stattfindende Gemeindevertreterwahl verstärkte Agitation besonders unter der Landbevölkerung, Ausbau das Lokal von B. Lange, Gürtel str. 40 bestimmt ist. der Organisalionen und der Presse fordernd. Auch bei AuseinanderNixdorf. setzungen über theoretische und taktische Meinungsverschiedenheiten müsse größere Sachlichkeit und Achtung auch der Ansicht des Gegners Platz greifen, wenn aus der vermeintlichen bei zukünftigen Wahlen nicht wirkliche Niederlagen werden sollen.- Eine Disfussion fand nicht statt. Die Leiche wurde nach dem Waschraum, der für ungefähr 40 BeEine öffentliche Versammlung für die Zwecke der Gemeindewahl findet am Mittwoch, den 13. März, bei Bitte statt. Agitiere schon jetzt jeder einzelne für zahlreichen Besuch! In der Hafenheide erhängt hat sich gestern ein unbekannter etwa 50 Jahre alter Mann. Soldaten, die zu einer Uebung ausrückten, fanden den Lebensmüden bereits als erstarrte Leiche auf. Der Selbstmörder ist bon mittlerer Statur, hat hageres Gesicht, graues Haar, grauen Schnurrbart und ist mit dunklem Rockanzug, braunem Ueberzieher, schwarzem Halstuch. und hellem Hut bekleidet gewesen. Das Taschentuch enthält das Monogramm C. A. Verschwundenes Kind. Seit drei Tagen wird die zehnjährige Schülerin Else Fischer aus der Wollantstr. 6 vermißt. Die Eltern fönnen sich über das rätselhafte Verschwinden ihres Kindes keine Aufklärung geben. Es ist möglich, daß die Kleine zu verbrecherischen In der Rosenstr. 7 zu Nixdorf befindet sich eine Herberge, in Zweden verschleppt worden ist. Sie hat hellblondes Haar, schmales welcher diejenigen, welche kein eigenes Heim haben, übernachten Gesicht und war mit grauem Jakett, blauem Hut, Knopfftiefeln fönnen, sofern sie noch über 30 Pf. verfügen. Am Mittwoch abend und schwarzen Strümpfen bekleidet. Sie ist auf dem Wege zur aller Welten" zu scheiden. Er erhängte sich an einem Bettpfosten. festgesetzt. Die dritte Abteilung wählt von 4-6 Uhr, die zweite hat nun einer jener Aermisten es vorgezogen, aus der„ herrlichsten Die Gemeindevertreterwahl ist auf Freitag, den 15. März, Schule verschwunden und trägt die Büchermappe noch bei sich. Im wissenschaftlichen Theater der„ Urania" wird der dekorativ wohner der Herberge da ist, gebracht und die Polizei sofort be- Abteilung von 6-6 Uhr. Kandidaten der Sozialund szenisch ausgestattete Vortrag" Die Feuergewalten der Erde", nachrichtigt. Anstatt nun die Leiche sofort aus einer so engen Be- demokratie find: Für die dritte Abteilung Gastwirt Emil der uns ein anschauliches Bild gibt über die unheilvollen Mächte, hausung zu entfernen, lag dieselbe noch am anderen Abend Witte, für die zweite Abteilung Silberarbeiter Rich. Mitschke. welche im Schoße der Erde ihren Sitz haben und sich als Erdbeben in demselben Raum auf dem nur und Bulfanausbrüche äußern, in dieser Woche am Sonntag, Donners- meter messenden Fußboden. Die Insassen der Herberge waren intensiver Agitation ausnützt und dafür sorgt, daß wenigstens in wenige Quadrat Es wird erwartet, daß die Arbeiterschaft die kurze Zeit noch zu tag, Freitag und Sonnabend zur Darstellung gelangen. An den dadurch gezwungen, über die Leiche zu treten, um an die übrigen Tagen, also am Montag, Dienstag und Mittwoch, wird der Waschbecken gelangen zu können. Man sollte doch annehmen, daß in der dritten Abteilung unser Kandidat den Sieg davonträgt. Vortrag Frühlingstage an der Riviera" wiederholt und am Sonn- einem solchen Falle die Polizei etwas mehr Rücksicht auf die Beabend findet eine Nachmittagsvorstellung zu kleinen Preisen statt wohner nimmt, oder liegt es daran, daß Nigdorf kein eigenes und zwar wird der Vortrag" Sizilien, Lebens- und Naturbilder aus Leichenschauhaus hat? Denn sonst könnte man sich einen anderen Klassischen Stätten" gehalten. Im Hörsaal spricht am Dienstag Fall nicht erklären, der sich vor mehreren Wochen zugetragen hat. Herr Dr. Thefing über die Darwinsche Theorie, am Donnerstag In der Hermannstr. 225 war an einem Nachmittag ein Bewohner Herr Dr. Donath über Funkentelegraphie und am Sonnabend Herr des vierten Stodes über das Treppengeländer gefallen und Dr. Donath über die Röntgenstrahlen und ihre Verwertung. Im wurde tot im Parterregeschoß aufgehoben. Die Leiche, die nun nach Hörsaal der Urania- Sternwarte in der Invalidenstraße spricht am der Wohnung gebracht wurde, gab die Polizei nicht frei. Dienstag Herr Dr. Ristenpart über den Aufbau des Weltgebäudes. Der Unfall passierte am Mittwoch; bis zum Sonnabend blieb die Kasino- Theater. Dem Zuge der Zeit folgend, hat sich auch das Frau ohne Bescheid, es ließ sich kein Beamter sehen, der die Leiche fleine Volkstheater im Norden der Stadt, das Kafino- Theater in bor der Freigabe besichtigte. Auf Reklamation der Frau bei der der Lothringerstraße, ein Detektivstück zugelegt. Nid Carter Polizei erklärte man ihr, daß die Leiche vergessen wäre. Sie bekam ist der Titel der extra fürs Rafino- Theater von Richard Dewald ihren Totenschein wieder, damit die Beerdigung am Sonntag er bearbeiteten Komödie. Im Gegensatz zu dem Schauerstüd Sherlod folgen konnte. Die Leiche hat in diesem Falle vier Tage in einer Holmes" ist der Schauplatz der Handlung nach Amerika verlegt, wo Wohnung bestehend aus Stube und Küche gelegen, in der noch die Reinickendorf- West. der Detektiv„ Nick Carter" gleichfalls ein" dankbares" Feld für Frau mit drei Kindern wohnen mußte. feine Spürertätigkeit findet. Natürlich ist auch eine Liebesgeschichte Wir erwarten, daß die maßgebenden Nigdorfer Behörden dafür in den Schauerroman verwebt und man muß es dem Helden des sorgen, daß ähnliche Vorkommnisse in Zukunft unmöglich werden. Stüdes, Herrn Berg, laffen: Er verstand es, trotz des greulichen Steglit. Hintergrundes Sache, ein Stück guten Humor zur Geltung zu bringen. Gertrud Hinzer gab auch diesmals als Schwester alias sehr erfreuliche Entwickelung der neu ins Leben gerufenen ArEs geht vorwärts! Konnten wir vor einigen Tagen über die Frau Stapleton ihr bestes. Ergänzt wurde das Programim durch beiter- Bildungsschule berichten, so können wir heute einen einaftigen Schwant:" Der Hahn im Korbe", der viel belacht hinzufügen, daß auch der Wahlverein in ständigem Wachsen bewurde und einen bunten Teil, in welchem Akrobaten mit einem griffen ist. Der Februarversammlung lagen 81 Neuan me Is Humoristen und einer komischen Musikkompagnie abwechselten. dungen vor und die Märzversammlung am letzten Mittwoch fonnte abermals 55 Aufnahmen vollziehen. Mit diesen„ Nachtlängen" der Reichstagswahl fönnen wir um so mehr zufrieden sein, als auch die Zahl der Vorwärts"-Leser eine beträchtliche Steigerung erfahren hat. Vorwärts!" heißt auch in Zukunft die Parole der Niedergerittenen"! beobachtet. " Auf der Treptow- Sternwarte spricht Direktor Archen hold am Sonntag, den 10. März, nachmittags 5 Uhr, über:" Die Bewohnbarkeit der Welten", abends 7 Uhr über:" Die Jrrlehren der Aftrologie"; am Montag, abends 9 Uhr, über: Die Vielheit der Welten". Alle drei Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche nachmittags die Sonne, auf der jest große Flecken zu sehen sind, abends der Jupiter bezw. Orionnebel Feuerwehrbericht. Am Donnerstag, nachmittags gegen 5 Uhr, fam am Magdeburgerplatz 4 in der Dampf- Kaffeerösterei von A. Zunk selige Witwe Feuer aus. Dort brannten die Baltenlagen an den Durchführungen von drei Dampfabführungsschächten im 1. bis zum 4. Stock, sowie ein Teil der Dachkonstruktion. Brandmeister v. Friden ließ vom 12. Zuge eine Maschinenleiter aufrichten und mehrere Schlauchleitungen vornehmen. Nachdem die Balten freigelegt waren, gelang es, die Flammen durch kräftiges Waffergeben zu löschen. Gleichzeitig hatte die Wehr in der Heinersdorferstr. 7 einen Dachstuhlbrand zu löschen, der im Quergebäude aus unbekannter Ursache ausgekommen war und den Fußboden in den Bodenverschlägen usw. ergriffen hatte. Auch hier mußte fräftig Waffer gegeben werden, bevor es gelang, des Feuers Herr zu werden. Auf dem Güterbahnhof Weißensee stand gestern nachmittag ein Waggon mit Preßkohlen in Flammen und in der Reinickendorferstr. 4 wurden Gardinen usw. ein Raub der Flammen. Ferner wurde die Wehr noch nach der Manteuffelstraße 20 und anderen Stellen gerufen. Lichtenberg. Vorort- Nachrichten. Gemeindewahl! Die zirka elftausend Lichtenberger Gemeindewähler find zur Wahl aufgerufen. Etwa zehntausend Wähler der III. 2ählertlaffe eröffnen am Montag, den 12. März, in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends den Wahlreigen. Der 1. Bezirk, umfassend den Ortsteil nördlich der Frankfurter Chauffee, diese selbst von Nr. 76-156 und den Ortsteil Wilhelmsberg und wählt im Restaurant Paul Schwarz, Dorfftr. 25/26. Das Bezirkslokal unserer Genossen für den 1. Bezirk ist: Schumann, Dorfstraße, vis- a- vis Schwarz. " Köpenick. Morgen Sonntag, den 10. März, abends 7 Uhr, findet in Seidels Gesellschaftshaus der zweite Kunstabend des Gewerkschaftskartells statt. Derselbe besteht in Musik, Gesang und Rezitation sowie einem einleitenden Vortrage über:" Volkstümliche Kunstabende". Der Eintrittspreis inkl. Programm beträgt 30 Pf. und find starten in folgenden Geschäften zu haben: Frizz Woid, Grünftr. 11; Franz Weber, Bahnhofstr. 16; August Tauchert, Müggelheimerstr. 4; Bernhard Lietsche, Grünauerstr. 1 und im Gesellschaftshaus von Starl Seidel. Als wurde Genosse Bolz in die Zeitungskommiffion gewählt. Ein An In der außerordentlichen Generalversammlung des Wahlvereins trag des Vorstandes, der Bibliothek einen Betrag zur Anschaffung von neuen Büchern zu überweisen, wurde angenommen. Bibliothekar wählte die Versammlung den Genossen Boldt. Der Vorsitzende gab alsdann bekannt, daß am Karfreitag eine Fußpartie stattfindet, die als Agitationstour nach den dem Wahlverein überwiesenen ländlichen Ortschaften gedacht sei, und ersuchte um rege Beteiligung an derselben. Ueber die eventuelle Erhöhung der Beiträge wurde den Delegierten keine Direktive erteilt. Eine lebhafte Debatte rief die Anregung des Genossen Ohr hervor, indem er für einen bürgerlichen Ferienkolonistenverein Mitglieder zu werben suchte. Sämtliche Redner waren der Meinung, daß es nicht Sache eines Sozialdemokraten sein könne, solchen bürgerlichen Wohltätigkeitsvereinen Vorschub zu leisten. Dadurch würde das soziale Elend Die Aufnahme einer Anleihe im Betrage von 4 200 000 m. bei nicht beseitigt. Jeder Genoffe habe die Pflicht, durch unermüdliche der Kur- und Neumärkischen Ritterschaftstasse war der erste Gang Aufklärungsarbeit auf die vollständige Umgestaltung der kapitaliſtiſchen des reichhaltigen Menus, das der Gemeindevertreter Gesellschaftsordnung hinzuwirken, zu erwähnen ist noch, daß bereits sigung am Mittwoch serviert wurde. Die Mittel sollen zur Rück- in der vorigen Versammlung der Genosse Hentschel einstimmig als zahlung von Darlehen, die in den letzten Jahren aufgenommen Kassierer und Genosse Fellwock als zweiter Vorsitzender gewählt werden mußten, und zur Deckung der durch den Bau der Badeanstalt, wurde. Straßenanlagen, Schulbauten usw. im Etatsjahr 1907 erwachsenden Tegel. Kosten verwandt werden. Da die Bedingungen des genannten Instituts bei der jetzigen Lage des Geldmarktes als günstig beDer Kreisausschuß hat, wie in der letzten Gemeindevertreterzeichnet wurden, gab die Versammlung ihre Zustimmung. Der ſigung mitgeteilt wurde, die Eingemeindung eines Teiles von Antrag auf Verlegung eines zweiten Drudrohres Wittenauer Gebiet zur Abrundung des Tegeler Wasserwerksgrundnach dem Rieselgute Klein- 3iethen wurde auf An- stückes genehmigt. Dadurch ist gleichzeitig die Wittenau- Tegeler trag eines Schöffen für die geheime Sizung zurückgestellt: Grenzlinie geradegelegt worden. Sodann wurde der Vertrag des Gründe für die Notwendigkeit der Behandlung dieser Vorlage in gweckverbandes für einen Krankenhausbau durch beraten. Bu der Dunkelfammer wurden nicht angegeben. Da dieses Geheim- den ursprünglich vertragschließenden Gemeinden Reinickendorf, kabinett mittels der Geschäftsordnung hermetisch verschloffen ist, Wittenau, Tegel und Rosenthal ist noch Hermsdorf ge werden sich die Bürger mit dem erhebenden Bewußtsein trösten kommen. Die wichtigsten Bestimmungen sind, daß der Bau und müssen, daß es ihnen wenigstens gestattet wird, die Geschichte zu die Ausstattung des Krankenhauses auf gemeinsame Kosten, die eine bezahlen. Von den erhobenen zwölf Einsprüchen gegen die Ge- gemeinsame Anleihe decken soll, geschieht, daß beim Bau ein Isoliermeindewählerlisten wurden zehn für begründet erklärt und die Nach- gebäude für ansteckende Krankheiten in ausreichender Größe vorzutragung der Beschwerdeführer beschlossen, während 2 weitere abge- fehen und zur vorläufigen Unterbringung von Geistestranten eine wiesen wurden, weil sie als Schlafburschen" nach den gesetzlichen Abteilung einzurichten ist und daß die Leitung des Krankenhauses Vorschriften zur Ausübung des Gemeindewahlrechtes nicht befähigt einem Ausschuß aus den Vorstehern der beteiligten Ortschaften und find; ein Trost bleibt ihnen jedoch: sie dürfen nach wie vor Steuern einem Vorsteher, dem jeweiligen Gemeindevorsteher von Reinicken bezahlen! So will es nun einmal die preußische Gerechtigkeit. dorf, unterstehen soll. Weiter mag es interessiren, daß der Die neue Oberrealschule ist mit einem Turm gekrönt, der Vertrag für 6 Jahre unfündbar ist und dann 18 Monate astronomischen Zwecken dinen soll. Bis jetzt war dort von einer vorher gekündigt werden muß. Geschieht dies seitens eines anFirma eine vierzölliger Refraktor leihweise aufgestellt. Für den geschlossenen Vereins, so behält Reinickendorf das Haus, wie es da Antauf dieses Instrumentes wurden 4500 M. und außerdem 500 M. steht, hat die Anleihen zu übernehmen und etwa gezahltes amortifür weitere Vervollständigung des Instrumentariums bewilligt. fiertes Kapital den betreffenden Gemeinden zurückzuzahlen. Höhere Hierbei wurde der Wunsch geäußert, daß die neue" Sternwarte" Friedhofskosten brauchen für im Krankenhaus sterbende Ausauch den gesamten übrigen Lehranstalten, sowie der Bürgerschaft wärtige" nicht gezahlt zu werden. In der Sizung wurde zugegeben, zugänglich sein soll. Zwecks Ausstattung eines physikalischen Ar- daß der Zweckverband nur als Notbehelf angesehen werde. Sobald beitsraumes für die Schüler dieser Anstalt wurden ebenfa 1000 Tegel 25 000 Einwohner habe, baue es sich ein eigenes tranfenhaus. Mart bewilligt und noch weitere 4360 M. für sonstige Arbeiten und Im Prinzip wurde der vorliegende Vertragsentwurf genehmigt, jedoch Einrichtungen an und in dem Gebäude dieser Anstalt. Ein Antrag, die alte Friedhofskapelle zu einer Urnenhalle umzunicht endgültig angenommen. Bevor dies geschieht, will die Gemeindevertretung die genaue bauen, wurde dem Gemeindevorstand überwiesen. Lage kennen lernen, die das KrankenDie übrigen Verhandlungen der 16 Bunfte umfassenden Tagesordnung boten haus erhalten soll. Die Erklärung, daß es auf einem Teil der nichts, was die weitere Deffentlichkeit interessiert. hundert Morgen Land erbaut werden soll, die Reinickendorf in der Nähe des Rathauses in Alt- Reinickendorf gekauft habe, genügte ihr nicht, da hauptsächlich die Zufahrtsstraßen von Wichtigkeit sind. Der Ober- Schöneweide. Beschluß wurde bis zur nächsten Sigung vertagt. Der Antrag, die Kommunalsteuersäge von 2,40 M. und 4 M. nicht zu erheben, fand allseitigen Beifall und wurde angenommen. Der Erweiterung der fowie der Anstellung eines neuen Oberlehrers wurde zugestimmt. Realschule um zwei Klassen und Einrichtung eines Laboratoriums, Genosse Lichtenberg versuchte dabei einen Borstoß gegen die RealDer 2. Bezirk, umfassend die Frankfurter Chaussee 1-75, Nummelsburgerstraße, Pfarrstraße, den Ortsteil Neu- Lichtenberg und die Nebenstraßen füdlich der Frankfurter Chauffee, mit Ausnahme der Gemeindehaushaltsetat. Der Voranschlag weist im Haupt. Wartenbergstraße, Sandweg und Kietzer Weg, wählt in der Aula etat inkl. der laufenden Einnahmen und Ausgaben für die Volksder Schule, Siegfriedstraße. Bezirkslokal unserer Genoffen: schule die Summe von 707 800 M. auf. Als letzte Baurate für die britte Gemeindeschule werden außerdem gefordert 400 000. Krause, Wegner- und Siegfriedstraße- Ecke. 3. Bezirk: Frankfurter Allee 172-199 mit Nebenstraßen, Warten- Der Etat der höheren Mädchenschule erfordert 29 200 M., derjenige bergstraße, Sandweg, Kiezer Weg und Kleine Straße, Weserstraße für das im Entstehen begriffene Realgymnasium 19 500 m. laufende schule. Er fragte an, ob es nicht möglich sei, die Realschulvorschule bon 1-22; Scharnweberstr. 1-8.- Wahllotal: Restaurant Ausgaben. Für die obligatorische Fortbildungsschule find 9050 M. aufzulösen und die Kinder zunächst die Boltsschule besuchen zu laffen. Gebr. Arnhold( Schwarzer Adler), Frankfurter Chaussee 5. eingesetzt. Die Kosten der Kläranlage in Höhe von 71 900 9.3 wurde ihm erwidert, daß dies einmal aus finanziellen Gründen Bezirkslokal unserer Genossen: Klüger, Scharnweberstr. 5. werden durch die Beiträge der Interessenten aufgebracht. Der Etat für jeder Schüler zahlt 80 M. Schulgeld und dann auch deswegen 4. Bezirk: Frankfurter Allee 151-171a und Nebenstraßen, den Gemeindefriedhof balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 6400 M., Scharnweberstr. 9-67, Weserstr. 23-25, Borhagenerstraße und Bor- und derjenige des Wasserwerkes für den Ortsteil Ostend mit 8200 M. hagener Chauffee. Wahllokal: Aula in der Kronprinzen- als erste Baurate für ein zu erbauendes Rathaus find 100 000 m. straße. Bezirkslokal unserer Genossen: Wildner, Friedrich Karl- in den Etat eingestellt. Der Rathausbau wird in Konkurrenz treten Straße 11. mit dem Bau einer höheren Schule. Es machen sich in dieser Be Zentralbureau bei Bernhard Lange, Gürtelstr. 40. ziehung mehrere Strömungen in der Einwohnerschaft wie in der In diesen vier Bezirken hat die Sozialdemokratie sechs Mandate Bertretung geltend. Fest steht, daß der vor 2 Jahren erfolgte Bau zu verteidigen. eines Amishauses in Verbindung mit der höheren Schule, den AmtsZwölfhundert Wähler der zweiten Wählerzwecken bei weitem nicht genügt. Hätte seinerzeit die Vertretung Das auf Sonnabend, den 9. März d. J., angefeßte Vergnügen Elaffe wählen am Dienstag, den 12. März, in der Zeit den Borschlägen auf Erbauung eines Rathauses gefolgt, stände die des Wahlvereins kann nicht stattfinden. Der Schönwalder Amtsvon 3 bis 6 1hr nachmittags. Gemeinde heute nicht schon wieder im Dilemma. Schließlich vorsteher hat, sich auf eine alte Bolizeiverfügung stüßend, das Stattnicht möglich sei, weil dann die Realschüler ein Jahr länger die Schulbant drücken würden als jetzt. Die Erweiterung der höheren Mädchenschule durch Errichtung der siebenten Klasse und Anstellung eines weiteren Lehrers mit Mittelschuleramen wie der provisorischen Unterbringung der höheren Mädchenschule im Gemeindegrundstück Berlinerstr. 4 wurde zugestimmt. Schönwalde( Bezirk Pankow). Finden desselben verboten. Da sich der Landrat auf eine erfolgte Beschwerde hin auf denselben Standpunkt stellt, muß die Veranstaltung unterbleiben. Wir können jedenfalls konstatieren, daß trob der vielen Schwierigkeiten, die uns in den ländlichen Distrikten des Bezirks Pankow von den Polizeibehörden bisher bereitet worden find, unsere Bewegung rüftig vorwärts geschritten ist. So wird es auch in Zukunft bleiben. Darum unentwegt:„ borwärts!" Nowawes- Neuendorf. " und Richtung aus. -Heute abend 9%, Uhr Sizung bei H. Stramm, Ritterstraße 123: Vortrag. Gäste willkommen. Sozialdemokratischer Diskutierklub Freie Zusammenkunft". im Musikerhaus, Kaiser Wilhelmſtr. 18 m. Verein ehemaliger Gütergoßer und Bucher. Heute abends 8%, Uhr; Briefkaften der Redaktion. Die juristische Evrechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 1hr. Jeder Aufrage ist ein Interessen beauftragten. Giner diefer Prozesse gelangte fürzlich vor der Zivilkammer V des Landgerichts Hamburg zur Verhandlung. nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich vort Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes In den Anzeigen wird behauptet, man könne mit der Stridmaschine 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Bienenkorb" 5 bis 10 M. täglich verdienen, und der Prospekt der in den Refesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art Firma K. enthält die Zusicherungen, 1. daß die Maschine zur Herstellung von einem Duhend Paar Damenstrümpfen 6 Stunden be- 8 Uhr, im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Versammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 10. März, bormittags nötige, 2. daß die Maschine einen Reingewinn von mindestens 4 M. Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 10 Uhr in der Schule, Kleine täglich und zwar während einer sehr kurzen und sehr leichten Tages- Frankfurterstr. 6: Vortrag von Frl. Ida Altmann über: Rüdfehr zur arbeit erzielen könne, und 3. daß die Arbeit leicht erlernbar sei, veil Natur"? Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Die Einführung einer zehnprozentigen Kirchensteuer für die weder ein Lehrmeister noch eine Lehrzeit erforderlich sei, sondern 11. März, abends 8 Uhr, Sebaſtianstraße 39: Beschließende Versammlung. Montag, den. Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Nowawes, welche erit- jeder nach dem Lehrbuch auf der Maschine arbeiten könne. Wie die Butritt haben nur Mitglieder mit weißer Quittung. malig am 1. April eingefordert werden wird, ist von den kirchlichen Kläger unter Beweis stellten, trifft feine dieser Zusicherungen zu. Körperschaften dortselbst beschlossen. Bisher steuerte die Gemeinde In Wirklichkeit kann bei zehnstündiger Arbeitszeit ein Arbeitsver aus allgemeinen Mitteln jährlich zirka 2000 M. zu den Bedürf- dienst von höchstens 2 bis 2,50 M. erzielt werden. Das Gericht gab nissen der Kirche zu, natürlich unter Widerspruch der sozialdemo- dem Alageanspruch in vollem Umfange statt und verurteilte die befratischen Gemeindevertreter. Da die Neuendorfer Kirchengemeinde flagte Firma zur Zahlung von je 150 m. nebst 4 Proz. Zinsen an ihre Bedürfnisse selbst deckt, so forderten bei der Beratung des Ver- die drei Kläger. In der sehr eingehenden Urteilsbegründung wird einigungsvertrages die dortigen Gemeindevertreter, daß die obige unter anderem hervorgehoben: Durch die Beweisaufnahme sei erSubvention aus der neuen Gemeindekasse nicht mehr geleistet werden wiesen, daß auf der Maschine nicht in 6 Stunden 12 Paar Strümpfe eine Tresve( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 1. dürfe, welchem Verlangen die Nowaweser Vertretung zustimmte, gestridt werden könnten. Die diesbezügliche Zusicherung der Firma wochentäglich von 7 bis 9½ be abbr. ed und so müssen wohl oder übel die Frommen und diejenigen, welche könne nach Treu und Glauben nicht dahin verstanden werden, daß Buchstabe und eine Rahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort bisher noch aus Gleichgültigkeit der Kirche angehörten, etwas tiefer in den Beutel greifen. Befreit von der Kirchensteuer sind nur die- die behauptete Leistung nur als Höchstleistung von geschulten Kräften wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. jenigen, welche zu den fingierten Steuerfäßen von 1,20 resp. 2,40 m. erreicht werden könnte. Dann seien auf der eigentlichen Strid- K. S. 25. jährlich veranlagt sind, sodaß bereits diejenigen, die 4 Mt. jährlich arbeit auf der Maschine auch noch allerhand Nebenarbeiten, wie Dispens, am besten unter Beifügung eines ärztlichen Attestes einkommen. 1. Ja, Sie müssen aber bei der Schuldeputation um zahlen, 40 Pf. Kirchensteuer für diesen Zeitraum bezahlen müssen. Wolleaufspulen, Nähen der Strümpfe usw. zu verrichten, die auch 2. Sa: Erklärung des Vormundes, der Mutter und des Ehemannes der Wir unsererseits fönnen diefe Neuerung nur begrüßen und der eine erhebliche Zeit beanspruchten. Der Prospekt fönne aber gar Mutter zu standesamtlichem Protokoll ist zu der beabsichtigten NamensHoffnung Ausdruck geben, daß sich die neue Gemeindevertretung nicht anders verstanden werden, als daß die gesamte zur Herstellung Sie die Rückgabe, eventuell flagen Sie auf Rückgabe beim Amtsgericht änderung ausreichend. R. 1000. Verjährung liegt nicht vor, fordern auch künftig von solch vernünftigen Entwägungen bei ihren Be- der fertigen Strümpfe erforderliche Arbeit von einer Person von Charlottenburg. Beträgt der Wert mehr als 300 m., so ist das Landgericht schlüssen leiten läßt. durchschnittlicher Intelligenz und Kraft in den 6 Stunden verrichtet zuständig. werden könnte. Frage 100. Sie müßten den Fall, den Sie im Auge haben, Die Nachwahl eines Mitgliedes zum Gemeindevorstand der erNach dem Prospekt müsse sogar angenommen schildern und daran die Frage, die sonst unverständlich bleibt, richten. weiterten Gemeinde Nowawes, welche durch den plötzlichen Tod des werden, daß die behauptete Leistung sogar von ganz schwächlichen A. B. 22. Den Lobn soll Ihr Cousin gegen den Bauer beim Amts Schöffen Hönow notwendig geworden war, fand in einer am und ungewandten Personen erreicht werden könnte, während in gericht einklagen.. W. 3. Wenden Sie sich direkt an eine Buch Dienstag stattgefundenen Gemeindevertreterfibung statt und hatte Wirklichkeit eben nur ganz besonders gewandte Persönlichkeiten dazu bandlung. B. Sch. 50. Sie fönnten auf Lieferung flagen. das Ergebnis, daß der Neuendorfer Schöffe Ebel, der bisher noch imftande wären. Es sei aanz ohne Bedeutung, wenn es einige Male M. 999. Wir können Ihnen lediglich den Rat erteilen, keinesfalls nicht der neuen Bertretung angehörte, mit 11 gegen 10 Stimmen einer ganz besonders geschickten Person gelingen sei, in einer halben an solche, die durch Annoncen Heilung versprechen, sich zu wenden, gewählt wurde, die auf den Gemeindevertreter Zimmermeister Stunde oder noch fürzeren Zeit ein Vaar Strümpfe herzustellen. Die sondern einen Arzt aufzusuchen, dem Sie Vertrauen haben. Meier entfielen. Damit ist die neue Gemeindevertretung fomplett Durchschnittsleistung normal befähigter Personen sei maßgebend. völlig unbeheligt auf die Dauer von sechs Monaten, hernach kann Aus Abonnent von 92. Wenn das Bürgerrecht erworben ist, jawohl. und werden in den nächsten Sizungen die Wahl der Kommissionen, Und da sei unzweifelhaft erwiesen, daß unter dieser Bedingung nur weisung eintreten. 5. 2. 3760. Sie müssen zahlen. Der Versicherungsdes Gemeindevorstehers und die Etatsberatung vorgenommen 8 bis 9 Baar Strümpfe bei täglicher zehnstündiger Arbeitszeit her- antrag und die Versicherungspolice find bindend. W. T. 2. Ja, am gestellt werden könnten. Da die Berechnung des täglichen Ver- besten in der Schweiz. 9. 2. 50. Keineswegs. G. 2. 45. dienstes auf die Leistungsfähigkeit der Maschine gegründet sei, so den von Ihnen vorgetragenen Umständen würde eine Klage feine Aussicht sei auch die Zusage über die Leistungsfähigkeit falsch und somit habe Gie teine andere Vereinbarung treffen, in Gemäßheit des Urteils die ge auf Erfolg haben. 1873. Da Sie verurteilt sind, würden Sie, falls, die Firma eine falsche Angabe über die Eigenschaften der Maschine samten Stoften zu tragen haben. Dieselben tönnen sich auf etwa 10 bis 20. gemacht, was die Klage rechtfertige. Sollte auch die Berufungs- belaufen. Anna. Versuchen Sie es mit Zitrone. W. R. 25. Nein. instanz diesem Urteil beitreten. so wird mancher Geschädigte wieder- 2 Streitende 1. S. Es gibt nur eine Reichs Gewerbeordnung. zu feinem Gelde kommen. Hoffentlich wird dieser Prozeß aber dazu Kann jeder Zeit und zu jeder Stunde nach dem Vertrage oder nach dem beitragen, daß andere Leute vor Schaden bewahrt bleiben. Tarif entlaffen werden, so hat der Arbeiter nach der überwiegenden Ansicht der Gewerbegerichte doch einen Anspruch auf Lohn für den ganzen Enta laffungstag. 2. S. 100. Wenn das Mädchen nach dem 1. April 1906 angezogen war, leider ja. 5. 8. 28. 1. Die Klage hat Aussicht auf Erfolg. 2. Amtsgericht. 3. Ja. 2. B. 19. Die Pension ist nicht pfändbar. Abschlagszahlungen können Sie annehmen. W. V. 10. 1. In 10 Jahren. 2. Verjährung liegt nicht vor. 3. u. 4. Ja. ftrahe. Der Wirt bat recht. Die Ansicht, man tonne einseitig innerhalb 24 Stunden von einem Vertrage zurüd .. 21. Vor der Heirat müssen 200 Marken gellebt sein, nachtleben ist treten, ist weit verbreitet, aber irrig. B. N. 25. Nein. untere Verwaltungsbehörde( Magiftrat Kölnischer Bark) zu richten. Zwed unzulässig. Der Antrag ist innerhalb eines Jahres nach der Heirat an die mäßiger ist es, in der Regel die Rückgabe nicht zu berlangen, sondern weiterzufleben. O.. 10. Der Betreffende hat für Kur und Vers pflegung für die Dauer von 6 Wochen Sorge zu tragen. M. G. 73. Sie können Strafantrag stellen. Zur Erhöhung des Familienzusammen banges und späteren Friedens würde derselbe aber nicht beitragen. trerden. Spandau. Freie Gemeinde. Sonntag, den 10. März, nachmittags 5 Uhr: Jugendweihe" bei Böhle, Neumeisterstr. 5. Alle Freunde und Gönner sind hierzu eingeladen. Gerichts- Zeitung. Ein Revolverattentat, das zunächst ein Verfahren wegen versuchten Mordes veranlagt hatte, tam gestern vor der 4. Straffammer des Landgerichts II zur Berhandlung. Unter der Anklage der Körperverlesung mittels einer Waffe wurde der 24 jährige Barbiergehülfe Ferdinand Kopp aus Adlershof der Straffammer vorgeführt. Der Angeklagte war bei dem Barbier und Heilgehülfen Heinrich in Adlershof als Barbier gehülfe angestellt. Er fing ein Liebesverhältnis mit der Ehefrau Heinrich an. Er gab auf den Ehemann Heinrich, als dieser Nachts durch die Rudower Forst radelte, mehrere Revolverschüsse ab. Ein Schuß traf die zum Schutz vor das Gesicht gehaltene Hand des Angefallenen. Angeklagter will die Schüsse nur zum Schrecken des Seinrich abgegeben haben. Das Gericht entnahm aus der gestrigen Verhandlung den dringenden Verdacht versuchten Mordes und verwies die Verhandlung deshalb an das Schwurgericht. Stadtgemeinde oder Hausbesitzer? Für die Stadtgemeinde Nauen besteht die Orts- und Polizei vorschrift, daß die Straßenanlieger die Straße nebst Trottoir in der Länge und Breite vor ihrem Besitztum bis zur Hälfte täglich vor 6 Uhr morgens zu reinigen und im Falle von Glatteis mit abStumpfendem Material zu bestreuen haben. Die Bredowstraße in Nauen ist nun von einer Anzahl Grundstücken durch einen 2 Meter breiten der Stadt gehörigen Streifen getrennt und entstand daraus infolge eines Unfalles die interessante Frage, ob hier die hinter dem Trennungsstreifen liegenden Hausbesißer als steuerpflichtige Straßenanlieger zu betrachten sind oder die Stadtgemeinde selbst Straßenanlieger ist. Der Korbmacher H. hatte sich im Januar 1903 auf der Bredowstraße vor dem Besitztum der Witwe M. einen Unfall mit schädlichen Folgen durch Schnee und Regen entstandene Glätte zugezogen. Er flagte jebt gegen die Stadtgemeinde Nauen auf Leistung von Schadenersatz wegen Nichtausübung der Streupflicht. Die beklagte Stadtgemeinde macht geltend, daß die Witwe M. als Straßenanliegerin in Betracht käme, wie dies auch daraus hervorginge, daß sie tatsächlich bis jetzt immer gestreut habe. Frau M. gibt hierzu als Zeugin an, daß sie nicht aus Pflichtbewußtsein, sondern nur aus menschlichen Rücksichten gestreut habe, damit niemand zu Schaden komme. Das Landgericht Berlin II erkannte auf Abweifung des Klägers, da nicht die Stadtgemeinde, sondern die Witwe M. als Straßenanliegerin in Betracht komme. Dahingegen wurde dieses Urteil vom Kammergericht zu Berlin aufgehoben und die beklagte Stadtgemeinde dem Grunde nach gemäß den Ansprüchen des Klägers berurteilt. Das Kammergericht führt hierzu aus, daß nach den Vorschriften die Straßenanlieger die Streupflicht auszuüben hätten und es hierbei ganz gleich sei, ob die nächst der Straße liegenden Grundstücke bebaut oder unbebaut sind. Daß die Frau M. bisher das Streuen übernommen habe, entlaste die Beklagte nicht von ihrer Verpflichtung. Gegen dieses Urteil hatte die Beklagte Revision eingelegt, und tam der VI. 3ivilfenat des Reichsgerichts daraufhin zur Aufhebung des Borderurteils und verwies er die Sache zur weiteren Entscheibung an einen anderen Senat des Kammergerichts zurück. Der erfennende Senat führt aus, daß das Kammergericht nicht die Vorausfebungen geprüft habe, die das Streuen bedingten. Auch sei das Verschulden der Stadtgemeinde nicht dahin geprüft worden, ob fie der Polizeiverordnung zuwider gehandelt habe. Die Majestät gerettet. Vom Landgerichte Straubing ist am 7. November v. J. der Privatier Andreas Dreger wegen Majestätsbeleidigung zu brei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Am Abend des 14. Juni v. J. befand sich der Angeklagte im Wirtshause und war schwer betrunken. Er machte Bemerkungen über den König Otto und deffen Mutter; auch über die Prinzen und Prinzessinnen des föniglichen Hauses soll er sich unehrerbietig geäußert haben. Natürlich fand fich irgend jemand, der hiervon pflichtschuldigft den Behörden KenntBoykott grober Unfug? Vor dem durch Teilung der Oberlandesgerichtsbezirke Köln und Samm neu errichteten Oberlandesgericht in Düsseldorf kamen fürzlich zwei Fälle von Boykottvergehen zur Aburteilung, wobei in beiden Fällen die Stellungnahme des Gerichts vorteilhaft abstach von der üblichen Praris, nach Schema F. in jedem von seiten der Arbeiter inszenierten Boykott eine Beunruhigung des Publikums" zu erblicken und dann demgemäß zu urteilen. Unter Huttene R. 2. Cuvry 25. 1. Oftober Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen In Narrloh und Buschhaufen im Wahlkreise Duisburg. zwei Domänen der Kohlen- und Eisenbarone, hatten die Genoffen W. und Flugblätter verbreitet, die sich mit dem Boykott von Wirtschaften befaßten, um dadurch die Wirte zur Bernabe ihrer Lokale zu Versammlungen geneigt zu machen. Das Schöffengericht in D.- Ruhrprt berurteilte den T. zu 50 M. Geldstrafe und den Genoffen W. sogar zu zwei Wochen Haft(!). Am 12. Oftober hatte sich die St. 98. Gewerbeschein ist nicht erforderlich.- Tamaichke, Hochstraße. Straffammer III in Duisburg als Berufungsinstanz mit der Sache auch wenn Aufnahme in Beelik erfolgt war oder dergleichen, hat die Witwe zu befassen. Auch dies Gericht erblickte ohne weiteres in dem Flug- 1. Offenbacher Str.- Kaffe, Prinzenstr. 66 bei Hinz. Anspruch auf Rückzahlung der Hälfte der Klebemartenbeiträge. R. r. 21. blattberteilen meds Boyfottierung der Wirtschaften eine„ Beunruhi- 4. Wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaft. 2. und 3. Nein. gung des Publikums" sowie„ groben Unfug" und verwarf dem 1887. J. 5. 99. 1. u. 2. Ja. Das hängt vom Wortlaut des Statuts ab. immer noch glaubten, nur von einem ihnen zustehenden Recht Ge- marktballen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ta 68-73 pr. 100 Bfd., gemäß die Berufung. Da muun aber die abgebrühten„ Sünder" brauch gemacht zu haben, so legten fie beim Oberlandesgericht in IIa 62-67, IIIa 56-61, IVa 48-54, dän. Bullen 60-65, bol. 0,00. Düsseldorf Revision ein, die Rechtsanwalt Saul- Duisburg vertrat. Stalbfleisch. Doppelländer 110-125, Ia 82-90, IIa 72-80, IIIa 52-68, Das Oberlandesgericht hob nun das Urteil der Duisburger Straf- holländ. 55-62, dän. 55-65, fammer auf und verties die Sache mit folgender Begründung an Schweinefleisch Hammelfleisch Ia 66-75, IIa 48-64. die Vorinstanz zurüd: 48-56. Rothirsch IIa per Pfund 0,43-0,50. Rotwild plombiert 00,00. Damhirsch 0,55-0,62. Wildschweine 0,00, Wenn der Vorderrichter festgestellt habe, daß die Ange- Frischlinge 0,40-0,75. Staninchen ver Stid 0,65-0,90: Bildenten per Stud flagten durch die Verbreitung der Flugblätter Beunruhigung im 0,00. Sübner, alte p. Stüd 1,50-3,00, bo. IIa 0,80-1,40, do. junge p. Publikum gebiet in der Arbeiterbevölkerung haben nämlich bei allen Gewerbetreibenden, die ihr Absatz Stüd 1,20-1,40. Tauben per Stüd 0,30-0,60, junge fleine 0,00, italienische im Sinne des§ 360 II 9,95. Enten ver Stüd 2,40-2,7C, dito Bamburger per Stüd 3,00 bis des St.-G.-B. hervorgerufen hätten, so sei die Voraussetzung des 5,00. Gäufe, Hamburger per Bfund 1-1,20, Gis 0,50-0,62. Hechte Begriffs grober Unfug" verkannt. per 100 Bfund 80-95, groß 0,00, mittel 0,00. Bander 0,00, mittel 0,00, AIS,„ grober Unfug" stelle sich, wie auch in mehrfachen Ent- lein 0,00. do. matt 0,00. Schleie 97-100, do. groß 90-93, bo. fcheidungen des Reichsgerichts, namentlich Bd. 31 S. 185 ausgelößen, flein 0,00, do. groß 0,00, bo. 45-47. Starpfen 59-61, do. Galiz. Pale, groß 0,00, mittel 0,00, Mein und mittel 0,00. fprochen sei, solche grob ungebührliche Verhandlung dar, durch welche 10er 48-56, do. franz. 70-100er in unmittelbarer Einwirkung das Publikum in seiner unbestimmten Bunte Fische 15-25. Barie, matt 80-87, do. groß 75. Karauschen 0,00. Blei 59-60. Bleie 44. Qand 0,00. Allgemeinheit belästigt oder gefährdet werde und zwar dergestalt, fische 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs Ta daß in dieser Belästigung und Gefährdung zugleich eine Verletzung mener ber 100 fd. 110-130, do. IIa neuer 90-100, do. Ia neuer 75. des äußeren Bestandes der öffentlichen Ordnung zur Erscheinung Seclachs 30-35. Sprotten, Kieler, Wall 0,80-1,50, Danziger, Stifte komme. Von einer Belästigung oder Gefährdung des Publikums 1,00. Flundern, Kieler, Stiege Ta 3-4, do. mittel der Stifte 2-3, Hamb. fönne aber dann nicht gesprochen werden, wenn sich die Einwirkung Stralsumber 5-5,50. Male, groß ber Bid. 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,00, Stiege 4-6, halbe Stifte 1,50-2. Bidlinge, per Ball Kieler 3,50-6,00, auf eine rein innerliche Beunruhigung beschränke, die nicht mit der flein 0,60-0,80. Beringe ber Schod 5-9. Gefahr einer nach außen zutage tretenden Gegenwirkung verbunden sei." Wenn diese sehr zutreffenden Ausführungen des Cberlandesgerichts Düsseldorf überall von den Revisionsinstanzen anerkannt würden, dann wäre eine Bestrafung wegen Boykotts auf Grund des groben Unfuaparagraphen gegenüber organisierten Arbeitern so gut wie ausgeschlossen. Der Nachweis, daß organisierte Arbeiter bei ihren Boykotts das Publikum in seiner unbestimmten Allgemeinheit gefährden oder auch nur beunruhigen, und daß dies auch nach außen in die Erscheinung tritt, dürfte wohl kaum zu erbringen sein. Vermischtes. dito Stifte 3-4. Stablian, p. 100 Bfd. 30-35. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er Schellfische Stifte 6-7, bo. ber Anker 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75-80. Schottische Vollberinge 1905 0,00, large 44-45, full. 38-40, med. 35-42, deutsche 37-44. Heringe, nene Matjes, per 1, To. 60-120. Sardinen, russ., Faß 1.50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunangen, Sodfaj 11, fleine 5-6, Riesen 14. Gier, Land-, per Schock 4-4,75. Butter per 100 Bid. Ia 114--116, IIa 110-114, IIIa 107, abfallende 95-100. Samre Girten Schock 4,10-4,50, Pfeffergurken 4,00-4,50. Startoffeln er 100 Bib. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Daberſche 2,25-2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00-2,25, Salatkartoffeln 6,00-7,00. Spinat ber 100 Pfund 25-30. Karotten per 100 Pfund 15-18. Sellerie, hiesige, her Schod 4,00-8,00, do. pommerfche 9,00-12,00. Zwiebeln große, ber 100 Bfd. 4,00-4,50, do. Meine 2,80-3,50. Do. hiesige( Berl) 0,00. Charlotten 0,00. Beterfilie, grin, Schodbund 1,50-2,00. Rohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40-4,80. Mobrriben ber 100 Pfund 3,00-4,00. Teltower Rüben per 100 pfb. 8-10. Weiße Rüben, große 0,00, fleine 0,00. Rote Rüben 3,00-4,00. Blumenkohl ital Eine Kirche vom Feuer zerstört. In der städtischen Kirche zu per Storb 2,50-3,00. Kohlrüben per Schock 2,00-2,50. Remscheid brach vorgestern Feuer aus. Wirfingfobl Ehe die Feuerwehr erschien, ber 100 Pfd. 3,00-4,25. Rotkohl per 100 Bfd. 3,00-5,00. war das ganze Drgelgebäude vollständig vernichtet. Mit großer Weißkohl 100 fb. 2,00-3,00. Rosenkohl per 100 Bid. 14-16. Mühe. konnten die Sakristeis und Altargeräte noch gerettet werden. Birnen, per 100 Bfd. Hiefige 0,00, böhm. 10-20, ital. 30-32. epfel, per Grünkohl per 100 fb. 5,00 7,00. Rhabarber 100 236. 7,00-10,00. Die Decke, das Gewölbe und die Wände der Kirche wurden der 100 Bib.. biesige 5-25, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 0,00, Stifte artig beschädigt, daß die Benutzung der Kirche auf lange Zeit un- 30-60, Amerit. 20-38. Bitronen, Meifina, 300 Stüd 9,00-10,00, 360 Stüd möglich geworden ist. 8,00-9,00, 200 Stück 9-13. Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Murcia do. 714 er 16-23,50, Messina, 160 er, 8-13,00, bo. 200er 8,50-12,00, do. 300er 200 er Stifte 6-10, bo. 300 er 7-11, Valencia 420 er Stifte 13-24,00, 8-14, Blut 100er 7-9, do. 150 er 7,50-9,00, bo. 80 er 6,50-10. Ital. in Körben per 100 Bfd. 0,00. Mandarinen, Stifte 0,75-2,00, do. in Störben per 100 fd. 32-35. Eine Kessel- Explosion. In Dresden erfolgte gestern vormittag in einer Fabrik in der Flemmingstraße eine Kesselerplosion, bei der ein Arbeiter getötet, zwei andere schwer verletzt wurden. Ein brennender Dampfer. Aus Brest wird gemeldet: Vom Leuchtturm wurde gestern abend signalisiert, daß fünf Meilen von stehe. Mehrere nis geben mußte. Die Revision des Angeklagten wurde am der Küste entfernt ein Dampfer in Brand ſieh, bie Manichaft bes Zentral- Verband der Maurer Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. dampfer gingen sofort ab, denen es gelang, brennenden Schiffes in Sicherheit zu bringen. Es handelt sich um den Dampfer Colombo". " Lohnenden Verdienst durch die Strickmaschine„ Bienenkorb" stellte in ihren Anzeigen und Prospekten die Hausarbeiter- Strid- Ein neuer Fall von Laboratoriums- Best. Die Nowoje Wremja" maschinen- Gesellschaft( Firma O. C. Kunau, Hamburg, früher meldet aus Kronstadt: Auf dem Fort Alexander I., wo vor kurzem Zollvereinsniederlage, jebt Kolonnaden 21/23) den Reflektanten in ein Arzt an Bubonenpest gestorben ist, ist am 6. März auch der Arzt Aussicht. Seit langem sind unserem Hamburger Parteiorgan wie Todlewski erkrankt. Zwar ist eine Diagnose noch nicht gestellt, doch anderen Parteiblättern von unglücklichen Menschen, die durch die glauben die Aerzte, daß die Erkrankung mit der häufigen Vornahme pomphafte Reklame verleitet wurden zur Anschaffung der Maschine von Seriuminjektionen in Zusammenhang steht. zum Preise von 150 M., recht bewegliche Beschwerden zugegangen, in benen es heißt, daß fie der Maschine, für die sie ihr letztes Geld aus dem Aermelkanal dürfte nach Londoner Meldung abgelehnt werden, Der Aermel- Tunnel. Der Plan des Baues eines Tunnels unter gegeben, nicht entfernt den versprochenen und erhofften Verdienst er bevor er noch an das Oberhaus gelangt ist. Es ist nämlich Brauch, zielen könnten. Alle Aufforderungen an die Firma Kunau, die Maschine zurückzunehmen und den Betrag dafür zurückzuzahlen, daß derartige Projekte vom Unterhause abgelehnt werden, wenn die blieben erfolglos, ebenso die scharfen Kritiken, welche die Presse an antragstellende Gesellschaft nicht vorher die erforderlichen Mittel dem Verhalten dieser Firma übte. In mehreren Orten haben sich aufgebracht hat. In diesem Falle handelt es sich um die Geselldie Geschädigten zusammengetan und gegen die Firma Kunau Zivil- schaft Dover Shettam, deren Verwaltung erklärt, daß sie nicht über flagen anhängig gemacht, so auch drei in Berlin wohnende, welche die zur Durchführung des Bauprojektes erforderlichen Gelder verfüge. Den Rechtsanwalt Dr. Sufe- Hamburg mit der Vertretung ihrer Deutschlands. Zweigverein Berlin. ( Bezirk Oranienburger Vorstadt.) Am 6. März verstarb unser Mitglied 137/7 Adolf Kunzner im Alter von 46 Jahren an Magenkrebs. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Elisabeth Kirch hofes in der Prinzen- Allee aus ftatt. fuit Um zahlreiche Beteiligung erDie Verbandsleitung. Zentralverband der Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. Den Mitgliedern obiger Ber waltungsstelle hiermit zur Nach richt, daß unser Kollege, der Kohlenkutscher Karl Klisch verstorben ist. 68/9 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem ChristusKirchhofe in Mariendorf, Chauffeestraße 43, statt. Die Ortsverwaltung Berlin II. Zeugen gesucht am Beweis unserer Leistungsfähigkeit au bringen, sind überflüssig Ich empfehle Serie IV: Getragene Herren- Paletots...5, 6 bis 10 Mark Getragene Herren- Anzüge Getragene Hosen. • .6, 7 bis 9 Mark . 1.50 bis 3.50 Mark Von feinsten Herrschaften, Reisenden nur kurze Zeit gebraucht, für jede Figur. J. Wand. Hauptgeschäft: Chausseestr. 80a. 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Für 1907 nach den im Reichsanzeiger" veröffentlichten Zahlen. in Prozent in Prozent Stimmen überhaupt Stimmen überhaupt Name des Wahlkreises der Wähler der Wahlberechtigten Name des Wahlkreises der Wähler der Wahlberechtigten 1903 1907 1903 1907. 1903 1907 1903 1907 1903 1907 1903 1907 Königreich Preußen. Reg.- Bez. Oppeln. 1. Kreuzburg- Rosenberg 310 73 2,97 0,55 1,69 0,39 Reg.- Bez. Königsberg. 1. Memel- Hendekrug 2. Labiau- Wehlau 3. Königsberg( Stadt). 4. Königsberg- Fischhausen 5. Heiligenbeil- Eylau. 6. Braunsberg- Heilsberg. 7. Holland- Mohrungen 8. Osterode- Neidenburg 9. Allenstein- Rössel. 10. Rastenburg- Friedland. Reg.- Bez. Gumbinnen. 1. Tilfit- Niederung. 2. Ragnit- Pillfallen 3. Gumbinnen- Insterburg 4. Stallupönen- Goldap 5. Angerburg- Lözzen 6. Dlezzko- Lyk. 7. Sensburg- Ortelsburg Reg.- Bez. Danzig. 1. Elbing- Marienburg.. 2. Danzig( Land) 2. Oppeln 1 284 1 105 8,43 5,23 4,83 4,18 0 4 333* 3.342 26,66 18,88 10,75 15,37 3. Groß- Strelig- Rosel. 230 451 1,46 2,11 0,87 1,63 5066 3179 35,50 19,23 25,23 16,04 4. Lubliniz- Gleiwig 985 1897 3,91 5,15 2,91 3,93 14 042 17 321 49,45 46,83 35,35 40,34 5. Beuthen- Tarnowiz. 10 258* 5.974 22,07 12,05 16,09. 8,55 7 599 5316 40,92 25,07 32,05 21,77 6. Kattowig- Zabrze. 10 444 5 665 22,44 11,00 16,02 8,16 2118 773 17,21 5,19 11,28 4,13 7. Pleß- Rybnik 130 347 0,46 1,13 0,33 0,84 256 8. Ratibor 1750 1294 204 8,81 5,77 6,30 4,60 1,64 1,19 1,23 0,97 706 264 6,75 2,08 9. Leobschütz 379 429 4,06 3,43 2,43 2,70 3,86 1,45 1043 504 6,57 2,53 4,62 2,15 10. Neustadt D.-S. 1 217 1 196 11,06 8,14 6,37 6,25 222 76 1,40 0,35 0,91 0,30 11. Faltenberg- Grottfau 295 220 2,72 1,66 1,83 1,87 3297 2304 18,98 11,63 12. Neisse 867 677 6,65 4,82 4,61 3,52 13,72 9,57 Reg.- Bez. Liegnik. 5 568* 4610 27,76 18,95 19,74 15,94 1. Grünberg- Freistadt. 4.485 5 478* 23,73 26,10 18,52 22,02 4 082 2 291 24,29 12,89 18,98 10,71 2. Sagan- Sprottau. 3652 4 233 20,43 22,58 17,10 19,46 3 080 2517 18,76 12,58 12,95 10,37 3. Groß- Glogau. 2576 2179 20,69 16,42 17,17 14,08 1493 645 9,81 3,51 6,28 2,68 4. Lüben- Bunzlau 5 279* 5.003 30,43 27,34 25,23 23,59 1093 429 • 10,13 3,53 7,36 2,84 5. Löwenberg. 1 156 1900 10,30 15,98 8,25 13,55 1106 630 6,29 2,89 4,01 2,29 6. Haynau- Liegnitz. 8619 8316 36,00 30,98 27,25 25,42 227 334 1,34 1,87 1,03 1,53 7. Landeshut- Jauer 5 501* 5019 28,26 24,95 21,91 20,26 8. Schönau- Hirschberg. 5595* 5.905* 30,97 29,97 28,84 24,55 9. Lauban- Görlig 16 567* 16 318* 45,49 40,03 86,29 34,74 6 600* 6 888* 31,17 25,69 20,93 21,12 10. Rotenbrg.- Hoyerswerda 3541 4 845 20,03 24,05 16,35 19,61 2539 2760 19,41 16,85 12,04 12,83 3. Danzig( Stadt) 6 070* 6 391* 28,94 26,01 18,67 19,39 4. Neustadt- Karthaus 130 142 0,55 0,53 0,47 0,48 5. Berent- Stargard 247 146 1,02 0,54 0,85 0,49 Reg.- Bez. Magdeburg. 1. Salzwedel Gardelegen 2. Dsterburg- Stendal. 2759 2105 18,17 9,70 10,327,76 5 630 5 803 30,91 24,83 19,82 19,87 3. Jerichow I und II 8 140* 8 351 32,30 28,10 23,93 24,11 Reg.- Bez. Marienwerder. 4. Magdeburg( Stadt). 20 871* ** 24 258 49,54 47,29 41,01 48,70 1. Stuhm- Marienwerder. 749 670 4,75 3,53 3,57 3,13 5. Wolmirst. Neuhaldensl. 8 346 8487* 38,65 34,81 29,55 30,20 2. Rosenberg- Löbau 554 148 2,08 0,73 2,62 0,69 3. Graudenz- Strasburg 6. Wanzleben. 7 900* 8814* 46,37 47,76 41,57 44,67 1401 1424 5,83 5,07 4,75 4,69 7. Aschersleben- Kalbe 20 261 21 918, 51,59 51,87 44,45 46,44 4. Thorn- Kulm 5. Schwetz. 998 528 3,51 1,71 3,05 1,58 8. Oschersleben- Halberstdt.. 13 771* 14.005* 41,73 39,96 34,21 33,63 69 75 0,48 0,45 0,40 0,42 6. Konik- Tuchel 162 252 1,21 1,67 0,98 1,46 7. Schlochau- Flatow 8. Deutsch- Krone 115 169 0,55 0,73 0,45 0,64 Reg.- Bez. Merseburg. 1. Liebenwerda- Torgau 5 027* 6.868* 29,06 32,02 20,57 27,06 645 355 5,83 3,16 5,00 2,74 2. Schweinig- Wittenberg 3 137 4.598 18,73 23,34 13,59 19,06 3. Bitterfeld- Delitzsch 10 482* 10 100* 41,14 36,40 34,78 32,18 Stadt Berlin. 4. Saalfreis Halle 20 439 21 941 51,22 46,47 42,60. 41,07 1. Wahlkreis 2. Wahlkreis • 5 315* 5042* 41,38 38,27 30,36 30,95 5. Mansfelder Kreis 9 011 8.384 33,48 24,75 25,28. 22,32 34.995 35 286 55,59 53,21 43,07 42,52 6. Sangerhausen. 5 842* 5.790 30,43 26,19 22,90 22,21 3. Wahlkreis 15-124 14259 60,03 55,03 47,99 46,51 7. Querfurt- Merseburg 8168* 8517* 31,90 30,41 26,51. 26,92 4. Wahlkreis 68 758 82 039 77,00 75,60 59,35 61,18 8. Naumburg- Zeiß. 18235 17 509 53,33 43,54 43,62 39,88 9 5. Wahlkreis 14 568 15 029 58,63 56,61 43,07 43,53 6. Wahlkreis 79 478 99560 71,19 71,66 48,19 51,07 Reg.- Bez. Potsdam. 1. Best- Prignit 3.918* 3 506 27,74 21,85 20,75 18,28 2. Oft Prignit 3. Ruppin- Templin. 4. Prenzlau- Angermünde. 5. Ober- Barnim. 6. Nieder- Barnim 7. Botsdam- Osthavelland, 1835 1527 15,98 11,17 11,07 9,35 6 775* 6506 30,99 26,41 22,23 21,45 5243 4237 28,02 19,94 18,97 15,54 Reg.- Bez. Erfurt. 1. Nordhausen 2. Heiligenstadt- Worbis 3. Mühlhaus. Langensalza 4. Erfurt- Schleusingen.. Provinz Schleswig- Holstein. 4 394* 5 498* 34,49 35,90 27,02 31,60 359 585 3,37 4,03 2,02 3,17 6429 6016 29,57 26,52 21,34 19,72 15 260* 17 107* 46,44 43,30 36,99 38,38 7202* 7 235* 42,50 37,79 33,07 31,97 1. Habersleben- Sonderbg. 712 784 4,49 4,74 8,72 3,97 38 364 57 862 59,96 61,03 44,75 51,22 2. Apenrade- Flensburg 6 316** 6 239* 31,37 26,06 23,03 22,09 15 711* 17 158* 44,72 42,08 35,95 37,67 3. Schleswig 8. West- Havelland 11228 11 154" 50,21 46,10 42,73 41,72 4. Tondern- Husum 5754* 1925 5 509 34,13 25,84 21,6820,42 2004 14,24 10,70 7,79 6,70 9. Zauch- Lucentvalde 11 070* 11 742* . 42,24 35,93 30,41 31,10 5. Nord. u.Süd.- Dithmar. 10 901* 11 138* 41,96 36,85 30,74 31,06 10. Teltow- Storkow. Reg.- Bez. Frankfurt. 2. Landsberg- Soldin 73 854 104 104 55,57 52,15 40,34 41,95 6. Ottenfen- Pinneberg. 19 144 19 617* 52,39 45,32 42,68 41,29 7. Kiel- Rendsburg. 30 836 33 008 56,26 51,21 47,9746,63 8. Altona 25 565 27 473 69,42 64,41 51,86 53,48 1. Arnswalde- Friedeberg. 3 170* 3.597 25,44 21,22 15,06 17,66 9. Oldenburg- Segeberg 4.509 3 707 26,93 19,44 20,75 17,34 6 985* 6477 30,05 24,44 22,04 20,20 10. Lauenburg. 4 148** 3 869* 40,05 34,33 32,75 29,97 3. Königsberg N.-M. 5 233 4 671 32,58 25,30 23,58 21,01 4. Stadt Frankfurt- Lebus 12 817** 12 388 45,59 40,70 36,88 Provinz Hannover. 34,15 5. Sternberg 1582 1 636 1. Norden- Emden 2851 3711 12,80 9,85 7,88 15,56 7,94 15,94 11,18 18,76 6. Schwiebus- Krossen 3745 3 814 21,42 18,59 15,92 15,76 7. Guben- Lübben 5.944* 5 909 32,08 27,83 24,59 23,60 2. Aurich- Wittmund 3. Bentheim- Meppen 1 612 2276 10,09 11,13 6,14 8,42 157 214 0,71 0,81 0,55 0,73 8. Sorau- Forst 9. Kottbus- Spremberg 10. Kalau- Ludau. Reg.- Bez. Stettin. 1. Demmin- Anklam 10 604 10 284 46,89 42,17 40,64 38,28 4. Osnabrück- Zburg 6 371 6 471 21,11 18,76 18,18 17,42 9 146* 9 082" 39,19 34,70 33,51 31,24 5. Melle- Diepholz 929 892 6,73 4,83 4,57 4,22 9163* 9 059 6. Verden- Achim. 3 598 3.491 34,42 29,91 19,26 26,86 25,57 15,02 14,08 12,45 7. Nienburg- Stolzenau 3 155 3152 16,57 13,26 11,47 11,10 8. Hannover 29 381 36 113 54,54 50,49 40,81 44,13 2124 1803 16,11 11,82 11,96 10,19 9. Hameln- Linden 10 198* 11 084* 38,39 39,12 32,34 83,73 2. Ueckermünde- Wollin 5543* 6113 33,95 29,63 22,47 23,60 10. Hildesheim. 9.023* 9 109 32,74 29,83 26,48 25,55 3. Randow- Greifenhagen. 17 145 17 162" 50,07 43,62 38,22 41,82 11. Einbed- Northeim 5 130* 5 611* 30,49 29,19 22,98 24,55 4. Stadt Stettin. 13 111** 14 528* 47,14 45,37 36,50 37,91 12. Göttingen- Münden 6 041* 6 249 31,95 27,49 24,94 24,48 4. Belgard- Dramburg. 5. Byriz- Saagig 6. Naugard- Regentvalde 7. Greifenberg- Kammin Reg.- Bez. Köslin. 1. Stolp- Lauenburg 2. Bütow- Schlawe 3. Kolberg- Röslin 5. Neustettin. Reg.- Bez. Stralsund. 2277 1865 12,59 8,90 9,38 7,64 13. Goslar- Harzburg 7 807* 7779* 38,51 34,46 30,32 29,95 1029 1451 7,40 8,66 4,97 6,81 14. Celle- Gifhorn. 6.996 7691 26,54 24,46 19,31 20,26 1 287. 1322 12,44 9,85 7,38 7,40 15. Lüchow- llelzen 2029 1806 11,02 7,65 7,30 6,29 16. Lüneburg- Winsen 5564 5 091 24,67 19,19 18,22 16,18 1213 1987 4,94 7,29 4,11 6,22 495 1.255 2,34 5,20 1,82 4,44 2973 3 390 14,07 14,06 11,40 17. Harburg- Buxtehude. 18. Stade- Bremervörde. 19. Otterndorf- Neuhaus 13 074* 14 667* 39,10 37,78 32,68 38,85 5 964* 6 442* 29,80 28,89 21,65 22,54 10 202* 10 918* 40,47 35,12 12,43 27,28 27,46 2169 1 393 15,67 8,16 10,32 6,40 Reg.- Bez. Münster. 280 633 2,76 5,02 1,88 4,18 1. Tecklenburg- Ahaus 930 1308 3,33 3,87 2,55 3,50 2. Münster- Koesfeld 1 752 2103 7,28 7,06 5,10 5,72 1. Rügen- Stralsund 4 199 4172 122,12 19,45 15,53 15,57 3. Borten- Redlinghausen. 8 897 11 415 20,22 19,39 15,44 16,39 2. Grimmen- Greifswald 2508 3450 18,48 18,34 11,13 15,81 4. Lüdinghauf. Warendorf 621 924 3,50 3,78 2,15 3,04 Reg.- Bez. Pofen. Reg.- Bez. Minden. 1. Bofen( Stadt und Kreis) 1. Minden- Lübbecke. 4 959* 4 602 1472 1377 5,23 3,96 3,92 22,87 3,28 17,43 16,26 14,39 2. Samter- Obornik. 588 544 2,24 1,85 1,85 2. Herford- Halle. 5 406* 5758 27,09 1,64 22,16 18,92 18,80 3. Mejeriz- Bomst 214 102 1,16 0,47 0,90 3. Bielefeld- Wiedenbrück 11 564* 13 642** 36,86 0,42 36,61 31,41 33,44 4. Roften- Neutomischl 5. Gostyn Rawitsch 6. Fraustadt- Lissa 7. Schrimm- Schroda 4. Baderborn- Büren 192 168 198 0,86 0,70 1,86 0,99 .1,05 0,86 419 329 3,09 2,14 2,35 1,83 5. Warburg- Hörter. 451 437 8,20 2,58 2,62 2,26 616 550 5,36 4,56 4,66 4,04 38 0,21 0,17 8. Brejchen- Pleschen Reg.- Bez. Arnsberg. 2. Olpe- Arnsberg 1. Wittgenstein- Siegen 1258 949 4,51 3,09 3,48 2,51 897 684 4,07 • 2,66 3,13 2,25 9. Krotoschin 48 0,40 0,33 3. Altena- Iserlohn 10 146* 12 129* 80,38 31,04 23,95 26,75 10. Adelnau- Schildberg. 115 1 0,48 0,40 4. Hagen 13 870* 17579* 37,77 41,30 30,33 34,57 Reg.- Bez. Bromberg. 5. Bochum. 39 135** 42 430** 35,50 33,82 29,46 29,49 1. Czarnifau- Rolmar. 6. Dortmund 33 305** 38 849** 750 1327 3,33 5,01 2,68 4,41 42,83 42,02 34,74 36,82 2. Wirsiz- Schubin 35 3. Bromberg 3066 162 1602 0,16 0,70 0,14 0,67 7. Hamm- Soest 5 794 7246 19,15 20,65 15,80 18,57 . 13,54 6,25 11,81 5,78 8. Lippstadt- Brilon. 435 407 8,26 2,61 2,48 2,17 4. Jnotrazlaw 581 320 2,33 1,18 1,93 1,06 Reg.- Bez. Wiesbaden, 5. Gnesen- Wongrowiz. 31 82 0,14 0,33 0,12 0,31 1. Uhingen- Höchst 14 239* 16 978** 48,33 42,08 33,31 36,80 2. Wiesbaden. 10 865* 12 630** Reg.- Bez. Breslau. 33,85 31,54 24,64 27,18 1. Guhrau- Steinau 1261 787 7,29 4,37 5,81 3,58 3. Goarshausen- Nassau 1 028 879 5,36 3,70 4,13 3,43 2. Militsch- Trebnik. 1372 1245 8,69 7,05 6,87 5,84 4. Diez- Limburg. 1986 1657 10,72 7,11 8,40 6,45 3. Bartenberg- Dels 984 565 6,33 3,24 4,49 2,53 5. Dillenburg- Herborn 1 312 1049 7,78 4,87 5,59 4,22 4. Ramslau- Brieg 8147 2659 21,43 16,68 16,84 14,13 6. Frankfurt a. M.. 20 178** 28 869* . 49,39 47,08 27,55 37,41 5. Dhlau- Nimptsch 6. Breslau- Dit 3980* 3 169 20,91 15,87 16,66 13,40 Reg.- Bez. Kaffel. 14 831** 16 591 48,54 42,68 35,77 35,75 1. Rinteln- Hofgeismar 3488* 4 805* 26,08 25,28 15,35 19,66 7. " West 17545 19 659 53,84 47,96 38,72 39,74 2. Kassel 8. Neumarkt 9149 7 684* 36,98 27,69 28,65 23,01 3. Friglar- Ziegenhain 14 548* 644 17 073* 47,05 43,34 35,95 38,05 795 6,46 5,62 3,85 44,43 9. Striegau- Schweidnig 8748* 8341* 35,80 32,67 30,21 28,52 4. Eschwege- Schmalkalden 6 485* 7 262* 35,67 83,53 26,20 27,97 10. Waldenburg 16 377 15 835 54,88 50,71 49,17 45,63 11. Reichenbach- Neurode 11 619 9 890* 53,33 43,23 43,52 37,45 5. Marburg- Frankenberg. 6. Hersfeld- Rotenburg.. 1490 1554 10,42 8,39 7,40 7,18 1300 1 797 9,91 11,04 7,37 9,34 12. Glaz- Habelschwerdt 1341 13. Frantenstein- Münsterb. 583 1176 404 10,33 6,88 5,62 4,81 7. Fulda- Schlüchtern. 513 808 3,60 3,69 2,34 3,35 5,75 8,32 3,59 2,53 wurde in der Stichwahl erobert. 49,48 Die Stimmenzahl fett gefest bedeutet: der Wahlkreis wurde von der Sozialdemokratie im ersten Wahlgang erobert; ein Sternchen bedeutet: unser Kandidat gelangte in die Stichwahl; zwei Sternchen: das Mandat 8. Hanau- Gelnhausen 15 470* 17 923** 47,68 38,61 41,52 in Prozent in Prozent Stimmen überhaupt Stimmen überhaupt Name des Wahlkreises der Wähler der Wahlberechtigten Name des Wahlkreises der Wähler der Wahlberechtigten 1903 1907 1903 1907 1903 1907 1903 1907 1903 1907 1903 1907 Reg.- Bez. Köln. 1. Köln( Stadt) 2. Kölur( Kreis) 8. Bergheim- Euskirchen 4. Rheinbach- Bonn 5. Siegfreis- Waldbröl 6. Mülheim- Wipperfürth Reg.- Bez. Düsseldorf. 1. Lennep- Mettmann 2. Elberfeld- Barmen 8. Solingen 4. Düsseldorf. 5. Essen. Württemberg. 13 291* 13 428 15 661* 37,62 35,22 24,55 26,53 1. Stuttgart 22 757 25 089 54,72 51,23 42,95 42,19 17 310 35,13 32,54 24,98 25,84 2. Cannstatt- Ludwigsburg 11 533* 15 488 41,31 45,03 31,92 38,15 531 603 3,66 3,31 2,55 2,76 1 610 2651 7,81 8,52 4,60 7,12 323 495 1,77 1,94 1,07 1,57 3. Heibronn- Besigheim 4. Böblingen- Vaihingen 5. Eßlingen- Nürtingen. 7816* 9468 30,36 30,82 23,35 26,78 5 539** 5813 32,40 30,45 23,36 23,69 10 168** 12 256 42,27 42,67 33,06 37,48 7 871* 8538 24,48 23,97 19,33 19,24 6. Reutlingen- Tübingen 5 338* 5 038 27,39 23,39 21,03 18,60 7. Calw- Neuenbürg. 2976 3 439 17,32 18,24 13,28 14,75 21 802** • 21 371* 49,11 41,52 39,99 36,74 8. Freudenstadt- Horb 2322 4.204 13,33 21,27 10,30 17,63 27 056 28 256* 9. Balingen- Rottweil 6017 7 080 26,29 27,40 21,16 23,29 51,09 45,76 41,95 42,02 17 255 19 589 57,14 50,91 44,33 44,66 10. Göppingen- Gmünd 8.930** 11 711 39,77 46,99 29,27 36,48 20 375* 25-389* 39,88 36,17 26,61 30,14 11. Badnang- Hall 3 648 2947 20,11 16,09 14,78 11,75 22 773* 29 378* 28,34 30,96 25,47 27,76 12. Crailsheim- Mergenthm. 1.844 1241 10,11 6,38 7,30 4,82 6. Duisburg 23 284* 27 650** 31,04 29,70 26,13 13. Aalen- Ellwangen 2422 2229 16,42 13,91 10,49 9,42 25,69 7. Mörs- Rees. 1 496 2 792 5,41 8,18 4,68 14. Ilm- Heidenheim.. 6 524* 7288 28,45 28,85 21,37 22,28 7,50 8. Cleve Geldern 494 585 2,66 15. Ehingen- Laupheim 651 979 4,13 5,43 3,06 4,46 2,64 2,01 2,27 9. Kempen. 10. München- Gladbach 2379 2483 16. Biberach Leutkirch 532 491 2,85 2,20 2,13 1,88 15,25 13,82 11,49 11,69 3 678 4375 12,58 12,00 9,22 9,91 17. Ravensburg- Tettnang. 726 963 3,81 4,27 2,64 8,87 11. Krefeld 7.298 8 617 29,67 27,97 21,85 23,56 Baden. 12. Neuß- Grevenbroich 1 590 2 038 9,42 9,33 -6,54 7,74 1. Ueberlingen- Konstanz. 1903 2565 8,03 10,04 6,74 8,64 • Reg.- Bez. Koblenz. 2. Villingen- Triberg 2189 2259 10,29 9,39 8,48 8,55 1. Weglar- Altenkirchen. 3 106 2579 13,63 9,82 10,95 8,52 3. Säckingen- Waldshut 2 343 3 059 11,29 12,62 8,67 11,05 2. Neuwied. 8. Koblenz- St. Goar 4. Kreuznach- Simmern 5. Mahen- Ahrweiler 6. Adenau- Kochem. Reg.- Bez. Trier. 1. Daun- Prüm 2. Wittlich- Berncastel 3. Trier. 558 581 4. Müllheim 2114 3445 13,15 17,79 8,79 13,98 $ 3,49 3,11 2,95 2,90 2007 2172 9,15 7,93 6,37 6,52 5. Freiburg- Emmendingen 4147 6282 16,81 20,73 13,31 18,42 1086 6. Lahr- Ellenheim 1785 2427 9,07 1 162 5,24 4,79 4,03 4,21 . 11,16 7,41 9,82 • 725 9 1 081 4,71 5,02 2,91 4,00 7. Offenburg- Kehl 2307 2554 11,99 11,03 9,02 9,85 129 " 59 0,86 0,29 0,58 8. Baden- Rastatt. 3178 4358 16,25 18,02 11,62 14,91 0,26 9. Pforzheim 13 231** 15 883* 44,73 45,13 37,26 40,14 10. Karlsruhe 11 429** 14 430* 36,27 37,80 29,77 33,93 11. Mannheim. 20 037** 25.969 48,20 50,83 39,03 45,21 67 87 0,44 0,45 0,34 0,41 12. Heidelberg. 5204 6713 22,24 24,73 17,27 21,21 803 975 4,51 4,44 3,02 3,50 13. Bretten- Eppingen. 2 163 2862 10,56 11,82 .7,98 10,03 4. Saarburg- Saarlouis 314 408 1,32 1,21 0,89 1,06 14. Wertheim. 270 580 1,50 2,60 1,11 2,34 b. Saarbrücken 1875 2922 5,07 6,72 4,41 6,06 6. Dttweiler- St. Wendel 170 571 0,49 1,51. 0,43 1,40 Hessen. 1. Gießen 6 025* 6 396 36,24 27,92 22,80 22,60 Reg.- Bez. Aachen. 1. Schleiden- Malmedy. 2. Friedberg. 6 788* 7234 38,37 35,25 29,49 30,28 284 334 1,94 1,80 1,27 1,43 3. Alsfeld- Lauterbach 1 084 1 194 8,53 7,87 5,87 6,23 2. Eupen- Machen( Kreis) 2 409 2-445 9,24 7,18 6,46 6,10 4. Darmstadt 14 144 15 046* 51,34 44,72 40,81 38,35 8. Aachen( Stadt) 3 299 3.830 22,95 19,41 13,62 15,18 5. Dieburg- Offenbach 16 539* 20 248** 47,46 49,23 38,60 43,09 4. Düren- Jülich 1.308 1 295 6,29 5,05 4,40 4,12 6. Bensheim- Erbach 5 749* 5602 35,36 26,67 23,15 21,44 5. Geilenkirchen- Heinsberg 58 73 0,31 0,31 0,23 0,28 7. Worms 4.043 4600 17,35 16,77 14,14 15,31 Reg.- Bez. Sigmaringen. 366 295 3,77 2,13 2,41 1.87 8. Bingen- Alzet. 1440 1919 7,93 9,10 5,86 7,77 9. Mainz 13 027** 14 753** 48,68 45,08 35,99 38,16 Königreich Bayern. Reg.- Bez. Oberbayern. Mecklenburg- Schwerin. 1. Hagenow Grevesmühl. 6 361* 5675 36,19 30,18 29,54 26,15 1. München I. 10 178** 8.723* 44,03 34,13 28,36 24,61 2. Schwerin- Wismar 10 380* 9 673* 43,47 36,73 36,60 33,15 1. Landshut • 2. München II 3. Aichach 4. Ingolstadt. 5. Wasserburg. 6. Weilheim 7. Rofenheim. 8. Traunstein. Reg.- Bez. Niederbayern, 2. Straubing 40 046 40-384** 56,21 49,07 36,34 34,40 3. Parchim. 6.905* 5761 38,55 29,72 30,45 25,37 2018 2617 10,65 12,86 8,07 10,07 4. Malchin- Waren 6.288 5 307 34,40 28,43 28,09 25,10 1 318 1.742 7,90 9,33 5,62 6,85 5. Rostock- Doberan. 13 393 12 314* 51,01 43,01 44,17 37,73 504 968 2,90 5,38 2,02 3,86 6. Güstrow- Ribniz. 6451 5 541* 38,66 32,41 32,38 28,37 1.798 2.850 10,19 13,51 6,74 10,02 4 370 5443 19,21 20,93 12,65 14,78 1713 2145 8,57 9,70 5,75 6,90 Mecklenburg- Strelit. Sachsen- Weimar. 1. Weimar- Apolda 6 366* 6 059* 34,09 29,87 27,13 25,53 9 10 865** 11 432* 46,62 40,91 34,30 34,95 2. Eisenach. 6 018* 7 875* 39,74 37,57 26,10 31,62 " 722 1 343 4,69 7,76 3,29 5,81 3. Weida- Jena 9 364* 9 429* 41,69 35,58 32,40 31,32 731 1 504 4,06 7,32 2,59 5,13 3. Passau 1 569 1719 12,32 10,48 6,15 6,52 Oldenburg. 4. Pfarrkirchen 217 854 1,50 4,95 0,92 3,53 1. Oldenburg. 7352* 8 247* 32,76 30,37 22,76 24,47 5. Deggendorf 1 353 1 287 12,96 9,90 6,09 5,45 2. Barel 2c. 7.959* 10 243* 45,00 36,81 25,77 30,54 6. Kelheim. 405 548 3,39 3,76 2,15 2,72 3. Delmenhorst 2c. 2660 3215 • 15,56 12,76 9,73 10,96 Reg.- Bez. Pfalz. Braunschweig. 1. Speyer. 16 567** 18 539** 45,50 45,86 39,67 41,26 1. Braunschweig 18 945 19 841 52,16 46,31 40,30 41,38 2. Landau. 5549 6 340 21,26 21,32 16,98 18,93 3. Germersheim 1 397 1.547 7,82 8,04 6,78 7,22 2. Kreis Helmstedt 2c.. 3. Kreis Holzminden 8 094* 7.998 34,42 29,23 24,92 23,67 · 9 330* 9 364* 48,63 41,66 36,95 35,68 4. Zweibrüden 5323 5 720 18,96 18,80 16,77 16,99 5. Homburg Sachsen- Meiningen. 1744 1711 10,23 8,36 7,25 6,65 6. Kaiserslautern 7.009* 7 629* 27,60 27,82 21,87 22,83 1. Meining.- Hildburghaus. 2. Sonneberg- Saalfeld 4757 5173 23,73 21,94 17,78 18,46 11924 12 712 56,07 48,95 43,55 48,47 Reg.- Bez. Oberpfalz. 1. Regensburg 2519 3.641 13,13 16,32 8,68 11,82 2. Amberg. 667 1.241 4,52 7,30 3,04 5,40 Sachsen- Altenburg Sachsen- Koburg- Gotha. 18 695 19 092* 51,62 45,05 42,87 41,72 3. Neumarkt 354 388 2,75 2,50 1,81 1,94 1. Koburg 3 972* 4 306* 36,22 • 33,44 26,63 27,99 4. Neunburg vorm Wald 785 865 6,86 6,03 3,77 4,23 2. Gotha 15 327 16 084 50,07 45,87 41,50 42,08 5. Neustadt a. d. Waldnaab 1160 1 401 6,81 7,35 4,90 5,64 Anhalt. Nag- Bez. Oberfranken. 1. Sof. 2. Bayreuth 8. Forchheim 4. Kronach. 5. Bamberg • Reg. Bez. Mittelfranken. 1. Dessau- Zerbst. 12 268* 13 322 41,53 40,97 36,39 38,44 • . 10 678* 11 785 47,12 43,83 36,52 38,60 8 078* 8 278* 44,70 38,10 32,17 31,76 2810 2557 13,37 10,46 10,07 8,98 4367 4345 21,10 18,59 16,17 15,71 2. Bernburg Schwarzb.- Sondershaus. Echwarzburg- Rudolstadt 15 404 14 319 48,91 43,14 42,81 39,30 5 237* 5.798 35,71 35,07 28,69 27,24 8.742 8250 53,57 43,78 43,00 43,42 Waldeck. 3 323 3 430 1830 1 122 20,19 17,01 14,41 12,33 10,05 14,86 8,78 12,14 Ren ältere Linie 6 840 6355 50,48 42,55 44,90 40,19 1. Nürnberg 28 812 35 033 57,08 55,16 44,45 47,29 2. Erlangen- Fürth 12 031* 14 142* 45,67 44,31 35,26 38,47 3. Ansbach- Schwabach. 4 273* 5 100 Reuß jüngere Linie Schaumburg- Lippe. Lippe- Detmold • 13 261 13 157 55,07 45,12 43,83 41,31 2310* 2668* 31,73 31,32 24,17 26,97 3719* 5756 25,25 21,24 12,06 17,22 29,92 27,22 19,19 22,15 4. Eichstätt. Lübeck. 982 877 6,60 5,35 5,05 4,4711 155 11575 55,05 50,60 49,74 46,63 5. Dinkelsbühl 534 625 5,09 4,18 2,82 Bremen 3,21 25 076 27 362* 51,08 48,40 46,89 44,88 6. Rotenburg ob d. Tauber 1 342 1 151 9,03 5,87 5,62 4,69 Hamburg. Reg.- Bez. Unterfranken. 1. Wahlkreis 1. Aschaffenburg. 3.672 4.592 18,92 18,35 13,14 15,65 2. Wahlkreis 22046 25 713 21683 67,16 66,21 56,68 55,65 25748 72,79 72,24 58,11 58,73 2. Kigingen 1 019 1038 6,11 5,17 4,57 4,52 3. Wahlkreis 52 353 65 461 56,19 55,54 47,68 47,89 3. Lohr. 1.028 1742 5,61 8,12 3,99 6,60 4. Neustadt a. Saale 800 915 4,17 4,18 3,20 3,65 Elsaß- Lothringen. 5. Edweinfurt 3.235 3 121 18,23 15,14 14,87 13,13 1. Altkirch- Thann 4023 5.570 20,27 24,15 16,16 21,78 6. Würzburg Reg.- Bez. Schwaben. 1. Augsburg 2. Donauwörth 8. Dillingen! 2. Mülhausen. 5 357* 12 665* 17 251 42,42 5.840 28,65 26,68 21,94 52,01 22,77 34,44 48,16 3. Colmar. 2 871* 4515 17,36 24,94 14,39 22,13 4. Gebweiler 3 946 4019 34,14 32,03 28,98 28,67 6.577 6 706 22,56 20,53 17,35 16,81 5. Roppolisweiler 2 690 2912 25,12 24,10 20,36 21,57 206 504 1,18 2,67 0,94 2,21 6. Echlettstadt. 2.785 2 901 29,12 21,50 18,09 18,62 308 449 2,16 2,79 1,52 2,16 7. Molsheim- Erstein 5 706 6.356 27,74 23,63 19,27 20,72 4. Illertissen 918 1522 4,78 7,01 3,42 5,50 8. Straßburg- Stadt 12 110* 12 253 45,77 40,36 36,26 31,59 5. Staufbeuren 6. Immenstadt Königreich Sachsen. 1. Zittau 2. Löbau- Ebersbach. 3. Baugen. 4. Dresden- Neustadt 5. Dresden- Altstadt. 6. Dresden- Tharandt 846 991 5,06 5,03 3,54 3,91 9. Straßburg- Land. 3 097 3.993 17,39 19,97 15,47 18,36 1 343 1 999 6,10 8,10 4,81 6,71 10. Hagenau 1787 2520 7,00 9,41 6,29 8,51 11. gabern 2240 12,41 10,93 12. Saargemünd 4793 2468 20,81 8,67 16,03 7,87 11 265 11 334 10 725* 50,50 42,96 41,91 38,98 13. Diedenhofen 6 364 4477 27,91 13,76 18,83 12,14 10 441 53,20 9 41,86 42,81 38,40 14. Metz 5430 8643 26,21 31,67 18,42 24,42 9 191* 8 619 39,03 28,47 28,46 25,46 15. Saarburg 1471 7,10 6,04 28 379 21569 26 458 60,15 50,38 50,43 44,53 18 603* 54,99 44,28 43,63 38,44 33 781 33 843 65,74 56,05 55,77 50,82 7. Meißen- Großenhain 15 191 14 171* 55,15 45,27 46,91 41,90 Die besten Kreise, in denen 1903 und 1907 mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten für die Sozialdemokratie stimmten, sind die folgenden: Zahl der Wahl- Bahl der abgegebenen Stimmen Für d. Sozialdemokratie wurd. Stimmen abgegeb. 8. Pirna 15 905 14 397 58,94 46,70 48,12 41,69 berechtigten 9. Freiberg Dederan 11 835 9455 52,39 39,22 42,68 35,46 1903 1907 10. Döbeln- Roßwein. 13 162 12 760* 54,40 47,37 47,31 44,43 11. Dichat 10 060** 9 537* 44,69 38,53. 38,11 35,43 Berlin 4 . 12. Leipzig- Stadt. 16 140** 14 366 46,82 37,18 38,25 33,46 Hamburg 2 13. Leipzig- Land 54819 56712 69,05 58,11 56,56 50,39 Hamburg 1 115 851 134 082 44 247 43 839 38 894 38 963 überhaupt 1903 1907 89 728 108 497 35 554 35 642 32 992 in Prozent der Wahlberechtigt. überhaupt 1903 1907 1903 1907 77,5 80,3 in Prozent der|| in Broz. der ab Wahlberechtigt. gegeb. Stimm. 1903 1907 1903 1907 80,9 68 758 82 039 59,35 61,18 81,3 25 713 25 748 58,11 58,73 77,00 75,60 72,79 72,24 32 746 84,8 84,0 22 046 21 683 56,68 55,65 67,16 66,21 14. Borna- Pegau 10 403** 9 811* 46,49 38,64 38,61 15. Mittweida- Limbach. 19 270 18 301 62,64 54,06 55,16 49,30 35,67 Stollberg i. S. Leipzig- Land 96 927 112 537 79 706 97 592 82,2 86,7 54 819 56 712 56,56 50,39 69,05 58,11 35 553 37 444 29 830 33 658 83,9 89,9 20 096 19 000 56,52 50,74 67,69 56,45 Glauchau • 32 819 33 324 26 047 30 184 79,4 90,6 16. Chemnitz 34 266 34 547 66,87 59,33 55,82 51,06 Chemnitz • 61 385 67 652 51 392 58 223 83,7 86,0 17. Glauchau- Meerane 18 349 16 675 71,14 55,24 55,91 50,04 Dresden- Land 60 569 66 588 51 802 60 371 85,5 90,6 33 781 33 843 18 349 16 675 55,91 34 266 34 547 55,82 55,77 50,0 71,14 55,24 51,06 66,87 50,82 65,74 56,05 59,33 18. 3wvidan- Crimmitschau 25 335 23744 67,10 55,08 54,98 49,20 Mittweida. . 34 937 37 118 30 947 33 855 88,6 91,2 19 270 18 301 55,16 49,30 62,64 54,58 19. Stollberg- Schneeberg 20 096 19 000 67,69 56,45 56,52 50,74 $ 20. Bichopau- Gelenau 21. Annaberg- Eibenstock 13 616 11 281 57,93 43,33 49,20 39,75 13 273 8 612* 56,65 43,75 45,79 38,88 B 22. Kirchberg- Auerbach 19.106 17.309 59,46 4 49,07 51,04 43,66 23. Plauen 16 406 15 197* 51,64 38,38 40,05 33,91 67,10 55,08 25 565 27 473 51,86 53,48 69,42 19 106 17 309 51,04 43,66 59,46 49,07 28 379 26 456 50,43 44,53 60,15 50,38 79 478 99 560 48,19 55,07 71,19 71,66 38 364 57 862|| 44,75 51,22 59,96 61,03 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Buferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Kaul Singer& Co., Berlin SW Zwidau . 46 081 48 260 37 962 43 108 82,4 25 335 23 744 54,98 49,20 89,3 Altona 49 292 51 370 36 968 42 652 75,0 83,0 64,41 Auerbach i. V. 37 433 39 643 32 294 35 272 86,3 Dresden r. d. Berlin 6. Niederbarnim E. C 56 272 59 407 47 666 52 515 164 932 194 941 112 014 138 938 89,0 84,7 88,4 67,9 71,2 85 731 112 951 64 295 94 806 75,0 83,9