Nr. 50. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Bur Kritik der preußischen Steuertarif- Debatten. II. Der Advokat des Mittelstandes". ( Schluß.) Sonnabend, den 28. Februar 1891. Expedition: Benth- Straße 3. diese Entlastungen der untersten Stufen in den direkten Steuern haften Politikers", durch seinen Antrag auf einen Ausfall hervorgegangen. Man kann also diesen Vergleich hier nicht im Steuerertrag von rund 10 500 000 M.) hinzuwirken, stellen; jedenfalls müßte man dann zugeben, daß nicht im Verhältniß zu dem geringeren Einkommen die Belastung mit in- für welchen dann bei der jetzigen Lage der Dinge allein direkten Steuern eine höhere ist. Wer aber den entgegengesetzten die Besitlosen durch indirekte Steuern aufzukommen Satz immer vertreten hat, sowohl im Parlamente als in der hätten. Herrn Richter's zärtliches Gewissen hält ihn von Literatur, als in Reden in Voltsversammlungen und Wahlver solchen volksfreundlichen Eulenspiegeleien flüglich zurück. fammlungen, der kann nach meiner Meinung sich hierüber am Der Abgeordnete Krause war es, welcher das Verallerwenigsten beschweren."( Sten. Ber., S. 877/8.) Und der nationalliberale Abgeordnete Dr. Krause halten Richter's mit epigrammatischer Kürze scharf und treffend kennzeichnete." Der Herr Abgeordnete Richter,' sagte er, hat hier gesprochen- und gut gesprochen " In der Faßt man die Ergebnisse der Richter'schen Dialektik bemerkte( Sten. Ber. S. 881): zusammen, so findet sich, daß er die Ausbeutung der Es ist wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß Volksmassen durch die indirekten Steuern ignorirt, daß er die indirekten Steuern, die Zölle, gerade die niederen Klaffen am als Advokat des Mittelstandes." die disparatesten sozialen Schichten zusammenwirst, um für meisten treffen; es ist wiederholt hervorgehoben worden, daß das That, er war nichts als Fürsprecher der Bourgeoisie. Und die disparatesten sozialen Schichten zusammenwirft, um für Wahlrecht in Preußen gerade ein um so geringeres und jener Aufname mag ihm bleiben; hat er ihn sich doch feine Klaffe, die Bourgeoisie, Kapital aus dieser Kon- schwächeres ist, je geringer die Einkommen der Einzelnen sind. rühmlich im Kampfe für diese Klasse erworben. Und mit fundirung der Thatsachen und Begriffe zu schlagen, daß und da nun den Verfuch zu machen, wie ihn der Abgeordnete aufmunterndem Wohlwollen begrüßt die ge- aufmunterndem Wohlwollen begrüßt Norder unter brutaler Verhöhnung des werkthätigen Boltes die Richter macht, den Mittelstand zu entlasten zu Zaften berish deutsche Allgemeine Zeitung" die Steuerrede Situation der Mittelklasse in den schwärzesten Farben verwerflich. Ich halte es nicht für überflüssig, daß man diese des Herrn Richter, welche sie( Nr. 87 vom 21. Februar) ringeren Einkommen, das halte ich in der That für sozialpolitisch malt, die Lage der Arbeiterklasse als eine durch Reformen Wirkung des Antrages Richter hier ganz besonders betont." für die„ bemerkenswertheste" erklärt, welche der Aballer Art begünstigte schildert. Während er auf der einen Die Vertheidigung auf diese Angriffe erfolgte am geordnete Richter im Verlaufe seiner parlamentarischen Seite die ausschlaggebenden Faktoren mit der Gewandtheit 17. Februar, und sie spitzte sich wiederum zu einem An- Thätigkeit gehalten". Endlich sei die Erleuchtung über eines Jongleurs estamotirt, zaubert er, als Bellachini der griff auf das Proletariat, zu einer Kundgebung für das diesen sonst hellen Kopf" gekommen, der leider so lange Politik, die niedlichsten Trugbilder und handgreiflichsten Bürgerthum zu. Richter fagte( Sten. Ber. S. 903, durch die„ agitatorischen Kraftstückchen" des Freisinns in Unwahrheiten in seine Beweisführung hinein. Was ihm 904): Verwirrung erhalten worden sei. Arm in Arm mit Herrn nicht in den Kram paßt, wird todtgeschwiegen, und so permag er triumphirend die Misère der Besitzenden mit daß bei mir eine Entlastung der niederen Einkommensteuerklassen empfängt die Bürgerkrone, welche die dankbare Bourgeoisie " Der Unterschied ist also bei einer summarischen Berechnung, Pindter erscheint Eugen Richter an der Rampe und Dem Schäferspiel der Besitzlosen zu kontrastiren. Auf um 10 pCt. und bei den Kommissionsvorschlägen um 20 pet. der ihrem Vorfämpfer aufs Haupt drückt. 20 Der etwelche logische Todtensprünge kommt es dem Chef der bisherigen Belastung eintritt. Es handelt sich also um einen ihrem Vorfämpfer aufs Haupt drückt. Pindter und " Freifinnigen Zeitung" nicht an; der Zweck heiligt die unterschied von 10 p& t., der sich ergiebt infolge der von Richter, Richter und Pindter, in der That par nobile mir angestrebten Entlastung der Mittelklassen. Nun stehe ich fratrum, ein edles Brüderpaar! durchaus nicht auf dem Standpunkt, daß ich immer dasjenige für Die Steuertarif Debatten sind unstreitig eine der richtig halte, was den niederen Einkommensklassen den größten lehrreichsten politischen Komödien, die je über die öffent- Vortheil bietet; hätte ich den Standpunkt, so würde ich mich für einen Demagogen halten und nicht für einen gewissenhaften liche Bühne gegangen. Zentrumsleute, welche die politiker. Ich bin der Meinung, daß die Gerechtigkeit maßgebend Schutzzolllasten treffend charakterisiren, Herr Richter, der sein muß, auch dann maßgebend sein muß, wenn sie nicht nur fie absichtlich übersieht, Nationalliberale, die auf die Be- zum Nußen der niederen Klassen gereicht, sondern auch andere deutung der Sozialdemokratie aufmerksam machen, und Klassen davon Vortheil haben." Mittel. 0 Mit blutigem Hohne führte Miquel den Kämpen der Mittelklasse ab: " Briefe aus Frankreich. Paris, 22. Februar 1891. Als unsere bürgerliche und regierungsfreundliche Welt voll stieg und den Göttern Konstans ein Dankgebet betete, riefen wir Erstaunen, den 1. Mai 1890 überlebt zu haben, das Kapitol erein Finanzminister, der es versteht, mit Herrn Richter, Herr Richter hält es für demagogisch", die mittleren dem spitzfindigen und scharfsichtigen Finanzkünstler, spielend Volksschichten, welche leistungsfähiger sind, als die unteren, ihr im vorigen Jahre zu: fertig zu werden, Konservative, welche die Aufopferung stärker heranzuziehen; er hält es für einen Akt der„ Ge-" Ihr triumphirt zu früh! Hütet euch! Die große inter der Sonderinteressen zu Gunsten der Gesammtheit rechtigkeit", wenn die breiten Massen der Steuer- nationale Kundgebung des Proletariats, das von einem gemeinsamen Gedanken zusammengeschlossen ein gemeinsames Ziel unpredigen, furz, ein Stoff für einen Komödiendichter, der pflichtigen um 20 pCt. entlastet werden. Er hält es ablässig verfolgt, fie liegt nicht in der Vergangenheit, nein, in der sich auf aristophanische Effekte versteht. nicht für„ demagogisch", dem Volke durch volksfreundliche Zukunft! Jedes Jahr am gleichen Tage werdet ihr die Reden Sand in die Augen zu streuen und für seine Partei mächtiger anschwellende Sturmfluth der kämpfenden ArbeiterStimmung zu machen und Stimmen zu werben auf Grund schaaren zurückkehren und gegen eure Mauern drängen und eines Programms, das in Stunden der Entscheidung flugs branden sehen, bis einst eure fapitalistische Festung fällt und ihre " Ich kann... die Ansicht des Abgeordneten Richter gerade Trümmer hinweggespült werden; und nichts wird euch helfen, von" dem Standpunkte seiner Auffassung und der seiner Partei verläugnet wird. Er hält es für eine Todsünde der Ge- möget ihr auch eure Mauern mit einem eisernen Kranze von aus, daß man hier eigentlich für die mittleren Klassen im Ver- rechtigkeit", die Mittelklasse mit einem etwas höheren Polizisten und Soldaten frönen. hältniß zu den unteren Klassen zu wenig gethan hätte, absolut Steuersatz zu beschweren, auf diese Weise die auf ihrer nicht verstehen. Meine Herren, es ist ja immer uns dargelegt Hände Arbeit Angewiesenen, die Männer der körperlichen worden, wie sehr gerade die untersten Klassen durch die indirekten Arbeit" in Bezug auf ihre Steuerleistung etwas günstiger Steuern und deren Vermehrung schärfer herangezogen seien als die höheren Klassen, und gerade aus diesem Gesichtspunkt sind ja zu stellen. Er hält es für die Aufgabe eines gewissen Sten. Ber. S. 867. Feuilleton. Nachdrud verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg, ( Schluß.) ( 50 Mit einem Worte, der 1. Mai ist kein Ereigniß, dem man einmal für immer entgeht, sondern eine taktische Maßregel, er ist *) Siehe die Ausführungen des Regierungskommissars Wallach, Fanny saß vornübergebeugt, stützte die Ellbogen aufs das? Begreifst Du, daß Du daran schuld bist; begreifst Du Knie und verbarg das Gesicht in den Händen. Plößlich es?- Ach, feine Spur, teine Spur; nichts begreifft Du; brach ein langer, dumpfer Schrei aus ihrer Brust; aber der nichts begreifst Du; nie hast Du mich verstanden; nie bist Schrei wurde zu Weinen, einem Schluchzen, so entsetzlich Du mir eine Mutter gewesen; allein bin ich herumgezogen und durchdringend, daß Mama das Strickzeug fallen ließ mein Lebelang, nie hast Du mich verstanden; Du bist eine und ganz erschrocken, mit offenem Mund und starrenden Thörin selbst; eine Thörin bist Du, eine Thörin! Darum Augen sizen blieb. hast Du auch mich zu einer Thörin gemacht! Komm mir Das war kein Weinen, das war wilder Jammer. Sie nicht nah, komm mir nicht nah! Ich will Dich nicht sehen! hatte sich abgewendet; Mama sah nichts als ihren Rücken; Ich will nicht! Nie hast Du mich verstanden, nie mich lieb so Du " Ich soll Dich übrigens von Ebba Lehmann grüßen", aber dieser Stücken wand sich in Konvulsionen.„ Nein, aber gehabt; denn hättest Du mich lieb gehabt, ſo bätteſt zu Fanny, aber Fanny doch... Mama ging zu ihrer mich verstanden; Du kümmertest Dich um gar nichts! Dir tam zum Schluß. Sie war gerade hier und erzählte, daß Tochter und suchte sie zu beruhigen;„ nein, aber Krauskopf, war alles gleichgiltig; Du wolltest mich nur, um Dir durch sie von ihrem Posten abgesetzt werde. Der Pastor besuchte mein armes Kind... so nimmm es doch nicht so schwer; mich einen reichen Schwiegersohn zu kaufen; und da ich fie und redete ihr zu; fie aber ist halbverrückt und steif- es war nicht böse gemeint, gar nicht so... nein, aber liebes hübsch genug war, was brauchte es da mehr..... oh, nackig wie Du und will natürlich flüger sein als Priester gutes Krausköpfel... es ist doch nicht am Ende etwash, Mama, Mama!" die schreiende Stimme dämpfte und Propheten." Reine Antwort. Und dann habe passirt?" sich zu einem langen, jammernden Weinen ab; Fanny hielt ich Dir noch etwas zu sagen." Reine Antwort.- Du fliegst ja jezt mit einem neuen Kerl herum, natürlich irgend taumelte: hinweg!"- Das starke, gräßliche Schluchzen halb tragend, halb stützend, brachte sie sie hinaus in den Plötzlich kriegte Mama einen Stoß, daß sie weit zurück- ich an der Lehne des Stuhles fest und schien zusammenfinfen zu wollen. Mama nahm sie in die Arme, und einem Taugenichts, einem verschuldeten Studenten oder Kopisten) oder.. Mama!"" Na, ich weiß ja nicht, Alkoven, sie dabei begütigend wie ein kleines Kind # hörte auf. • ja, Mein was er ist; aber Ebba hat es herausgekriegt. Er gilt für Fanny richtete sich empor;. mit halblautem Weinen ja, mein Kind; na ja, Straustöpferl; beruhige Dich nur; den ärgsten Lumpen von Kristiania; er ist gewiß in ging sie durch das Zimmer, warf sich aber wieder in nun legen wir uns nieder und schlafen; jett kriegst Du jeder Hinsicht zu Grunde gerichtet; allein nun soll er sich Mama's Lehnstuhl. Sie sah schrecklich aus; das Gesicht etwas Gutes und dann wirst Du schön schlafen mit einer reichen Dame aus Bergen verheirathen, und Ebba war blau, die Augen waren geschwollen; Zuckungen ver- armes Kind, mein armes Kind..." Fanny kam ins bat mich, Dich ernstlich zu warnen, daß Du Dich vor ihm zerrten die Mundwinkel; die Hände bewegten sich nervös. Bett; das Weinen dauerte fort, wimmernd und verzweifelt. in Acht nimmst; mag er etwas von Dir, so ist es gewiß Das bist Du! Alles Du!" rief sie schreiend,„ alles nur Mama wusch ihr die Schläfe mit Essig und gab ihr nichts Gutes; ich versprach, es Dir zu sagen; aber Du bist Du! Wärst Du eine andere Frau gewesen, so würde alles Wasser mit Naphta. Fanny weinte nicht mehr. Wiit hef= la nicht wie andere Leute; will ein geachteter, wohl- anders sein! alles!!" sie überschrie sich.," Du hast mich zu tigen Bewegungen warf sie sich im Bett herum; es bebte habender Manu Dich zur Frau, jo giebt es ein Nein, einer Thörin gemacht! zu einer Thörin! Ein Thöriu hast um ihren Mund; die Augen hatten etwas Frres; sie zog Stamt aber so ein verschuldeter Student, so bist Du im Du aus mir gemacht! Gine Thörin! Sie fürchten sich vor Mama an sich als wie in Angſt;„ geh' nicht von mir! geh mir! Sie verstehen mich nicht! Sie begreifen mich nicht! nicht von mir!"- Aber bald begann das Schreien wieder und Ich bin keine Dame; ich bin keine Dame; alles Mögliche die wirre Rede. Sie überschüttete Mama mit Beschuldiglauben sie, alles mögliche trauen sie mir zu; verstehst Du gungen; Mama war abscheulich gegen sie gewesen, abStande, Dich..." Ropist= Beamter der untersten Rangstufe. bereitet." gestalten. der kleine Krieg, der dem großen vorangeht und ihn vor- erregt immer einige Neugierde bei dem parlamentarischen mit denen jetzt alle Parteien um fich werfen. Und die Arbetter Theaterpublikum; und je weniger leidenschaftlich der werden wohl thun, sich diese Thatsache tief ins Gedächtniß Doch diese Worte verwehten im Winde. Man wandte sich Reichstag ist, desto mehr überwiegt der theatralische zu graben und immer vor Augen zu halten. ab und begnügte sich mit den Achseln zu zucken und zu sagen, Charakter den parlamentarischen. Bei den ersten ,, eine Bewegung von solcher Natur wiederhole sich nicht." Unsere Gegner suchen nach Beschönigungen und Ent Die Kongreffe von Bilbao, von Lille und Calais, von Halle, Worten, die der neue Herr Kriegsminister sprach, war schuldigungen. Wir zeigten schon, daß das gleichzeitige Brünn, Lissabon, Zürich und Mailand, die sämmtlich die definis ein Jeder sich klar, daß die Zahl der redekünstlerischen Tagen von Landtag und Reichstag nicht wie behauptet tive Bestimmung trafen, den 1. Mai zu dem alljährlichen Festtag Militärs feinen Zuwachs bekommen hatte. Der Herr Kriegs- worden den Grund der Beschlußunfähigkeit bildet. Das der Arbeit zu erheben, haben diese füße Ruhe bald verscheucht. minister sagte, was von 100 dazu kommandirten Offizieren Gleiche gilt von der Diätenlosigkeit, die neuerdings Und vor einigen Tagen genügte ein vorläufiger Aufruf an den 99 gesagt haben würden; und was er sagte, wurde von vorgeschoben wird. Wir sind gewiß die Leßten, welche die Mauern, der vom Nationalrath der Arbeiterpartei und dem dem fortschrittlichen Militärredner Major a. D. Hinze Verweigerung von Diäten an die Reichstags- Abgeordneten nationalen Bunde der Gewerkschaften und Fachvereine( Fédé- spielend und gut widerlegt. So gut widerlegt, daß der billigten. ration nationale des syndicats et groupes corporatifs ouvriers) Herr Reichskanzler sich veranlaßt sah, seinem Kriegsminister hässigen Maßregeln, in denen sich die Natur des von feilen So gut widerlegt, daß der billigten. Diese Verweigerung war eine jener kleinlich- ge von Frankreich unterzeichnet warum die herrschenden und besitzenden Klassen aus dem Häuschen zu bringen. zu Hilfe zu eilen. Der Herr Reichskanzler bereitete dem Lobrednern für groß", säkulär groß" erklärten Blut- und Der Temps", der nicht nur eine Bourgeoiszeitung ist, son- Haus eine Ueberraschung. Er schlüpfte was er bisher Eisenpolitikers offenbarte. Aber wenn die Mehrheit der dern die zeitunggewordene Bourgeoisie, hat schon von ihrem vor- sorgfältig vermieden hatte in die Kürassierstiefel seines Reichstags- Abgeordneten ein wirkliches Interesse an der geschobenen Posten aus den Alarmschrei ausgestoßen. Vorgängers und zog einen rothen Lappen hervor, den Arbeiterschutz- Gesetzgebung hätte, dann würde sie sich auch Er meldet die Gefahr und erklärt, man müsse die Augen er mit fast Bismarck'scher Heftigkeit und etlichen, sehr lebhaft nicht durch die Diätenlosigkeit abhalten lassen, am Blaz zu offen behalten und auf der Hut fein."" Und da er nicht um an Buttkamer erinnernden Gesten eine halbe Stunde lang sein. Die sozialdemokratischen Abgeordneten leiden persönlich hin kann anzuerkennen, daß die Führer dieser großen Bewegung herumschwenkte. Es muß nach Ansicht des Reichskanzlers von allen Abgeordneten gewiß am Meisten unter der Diätenlofig Alles thun, um jede Verletzung der Gesetze oder Störung der sehr schlecht stehen um die Unteroffiziers- Prämien- sonst feit trotzdem sind sie am Posten. Warum? Weil es ihnen öffentlichen Ruhe zu vermeiden, fordert er doch energische Maß- würde er gewiß nicht zu diesem verzweifelt abgebrauchten ernst ist mit dem Arbeiterschutz. Und wenn die Mitglieder der regeln gegen die Bewegung an sich, möge sie sich noch so friedlich Theatermittel seine Zuflucht genommen und eine so mächtige anderen Parteien, die weit weniger als wir unter der Diese Maßregeln werden getroffen werden, wir haben keinen Reklame für die Sozialdemokratie gemacht haben. Diätenlosigkeit zu leiden haben, durch Abwesenheit Grund, daran zu zweifeln. Wie vor einem Jahre werden wir Denn eine Reklame für unsere Partei war seine Rede vom glänzen, so ist es eben, weil ihnen am Arbeiterschutz nichts sehen, daß die Pariser Garnison konfignirt, durch eine aus 30 ersten bis zum letzten Wort. Der 1. Oktober das war liegt ja, weil sie ihn im Grunde des Herzens hinwünschen, Meilen im Umkreise zusammengezogene Armee verstärkt und die der Gedankengang erheischt eine verstärkte Armeeder wo der Pfeffer wächst. große Stadt in einen thatsächlichen Belagerungszustand verfekt Staat hat dem Riesen der Sozialdemokratie die Fessel des wird. Aber all dieser militärische Aufputz ist nicht dazu an Sozialistengesetzes abgestreift in der sicheren Vorausjegung, Die Mittheilungen des Herrn von Hollmann in der gethan, uns einzuschüchtern oder daran zu hindern, die soziale daß er der Staat Frage, wenn nicht auf die Straßen, wie unser feindliches Organ daß er der Staat- auch die Mittel erlangen werde, Budgetkommission, betreffend die Nothwendigkeit einer Angriffsflotte ersten Ranges für Deutschland, werden etwas vor der Zeit schreibt, aber wenigstens in der Form einer den entfesselten Simson stets bändigen zu können. ernsten Mahnung vor die Behörden zu tragen. Dies ist das Also verstärktes Heer. Und da vorläufig keine jetzt abgeschwächt. Herr v. Hollmann wird so wie Herr einzige Mittel, um die regierenden Kreise zu bewegen, Etwas für Aussicht auf eine abermalige Erhöhung des Präsenz Berdy du Vernois seine Demission geben, weil er zu ehr die arbeitende Klaffe zu thun; haben sie doch stets nur einer standes ist, so wollen wir wenigstens bessere lich die Pläne unserer Militärfanatiker verrathen hat. Triebfeder nachgegeben: der Furcht! Unteroffiziere haben. Nämlich Unteroffiziere, die nicht Diese heilsame Furcht, die sich ihrer schon bei der bloßen unzufrieden" sind, die nicht in Versuchung sind, sich den des allgemeinen Wahlrechtes beantragt. Der Antrag ift Die freisinnige Partei hat im Landtage die Einführung Ankündigung dieses Tages bemächtigt hat, da sie fürchten, er umftürzlerischen Sozialdemokraten in die Arme zu werfen, vollkommen aussichtslos und wohl auch nur deshalb gestellt tönne fie zwingen, die Hand zu öffnen, in der sie alle Reformen und die, falls es zu einem Straßenkampf kommen sollte verfchloffen halten, hat ihre Augen und ihre Sinne für die Er- ähnlich wie 1848- auch so viel staatserhaltende" Kraft eignisse, die sich vorbereiten, geöffnet. Left indeffen lieber die folgenden Zeilen aus dem gleichen hätten, daß sie das natürliche Widerstreben der Soldaten, " Temps":" Die Wichtigkeit und Macht einer derartigen Beauf ihre eigenen Landsleute und Mitbürger zu schießen, wegung wächst immer mehr infolge der Einhelligkeit unter den überwinden könnten." sozialistischen Führern aller Erdtheile. Es ist eine Art Mobili- Die Rede des Herrn Reichskanzlers, die für den firung ihrer Streitkräfte auf der ganzen Welt, die sie am 1. Mai Staat ebenso unschmeichelhaft war, wie schmeichelhaft für die verfuchen. Es ist nicht zu bezweifeln. daß sich die Kundgebung Sozialdemokratie, machte im Haus" keinen günstidieses zweite Mal weit bedeutsamer, weit feierlicher gestalten wird. gen Eindruck selbst auf der Rechten sah man sich etwas die damalige Fortschrittspartei mit allen Mitteln gegen bie worden. Zur Zeit der Lassalle'schen Agitation wehrte sich Einführung des allgemeinen Wahlrechts, obgleich, oder besser. gesagt, weil die Regierung einem dahingehenden Anfratie des Freisinns ist soviel werth wie ihre Sozialpolitik; trag keinen Widerstand entgegengesetzt hätte. Die Demo nämlich keinen Heller. wenn nun die Als Herr Stöcker die gestrige Abendnummer ber Der internationale Charakter, den die wirthschaftlichen Pro- erstaunt an. Kreuz- Zeitung" las, ist er gewiß tüchtig erschrocken. Dort bleme und die Arbeitervereinigungen, die durch jene erzeugt Sie wurde von dem Volksparteiler Hausmann wird nämlich der Staatsanwalt gegen einen Semiten an wurden, mehr und mehr annehmen, ist eine Erscheinung, die und von dem Sozialdemokraten Grillenberger gerufen, der bei einer eidlichen Zeugenaussage Angaben ge allen Staatsmännern zu denken giebt. Werden die sozialen einer scharfen Kritik unterworfen. Hausmann macht haben soll, die nicht in allen Punkten der Wahrheit Fragen ihrerseits jetzt die politischen Fragen in den Hintergrund meinte, durch Bewilligung der Prämien würde in entsprachen. Wie unvorsichtig! mag beim Lesen dieser De drängen oder ganz verschwinden laffen, wie seit einem Jahrhunden breitesten Volksklassen so viel Unzufriedenheit erzeugt, nunziation der Stöcker gedacht haben dert die religiösen Fragen vor den politischen immer mehr vom daß die Zufriedenheit, welche bei den Unteroffizieren erzeugt Gegner Schauplage der internationalen Kämpfe weichen mußten? Wird des Herrn Stöcker die zwanzig Mal be das Intereffe der verschiedenen sozialen Klaffen, die überall den werde, gar nicht ins Gewicht falle. Und Grillenberger denklichere Gidesaussage eines gewissen Er- Hofpredigers felben Kampf fämpfen, als eine mächtigere Triebfeder an Stelle nagelte es fest, daß der Reichskanzler, nachdem neulich von jetzt wieder nach dem stenographischen Bericht ver der Vaterlandsliebe treten? Werden all die Grenzstreitigkeiten höchster Stelle" gesagt worden sei, die schlimmste sozial- öffentlichten, und Anklage forderten? Verjährt ist mit einem Male dadurch gelöst sein, daß alle Grenzen verwischt demokratische Gefahr sei nun vorbei, jetzt noch das Schreck die Sache noch nicht, und wer weiß, vielleicht bild einer Straßenschlacht gegen die Sozialdemokraten an sehen die Herren Staatsanwälte heute mit anderen So prophezeite der Esel des Bileam, erfüllt vom unficht die Wand male. Das werde nicht zur Versöhnung der Ge- Augen als in der guten Bismarck'schen Zeit, wo die Stöcker, baren Hauche Gottes, den Sieg des Volkes, dessen Beschimpfung müther beitragen. Der sozialdemokratische Redner ver- Krüger, Thring- Mahlow und sonstige Biedermänner ähnlicher die Aufgabe seines Herrn war. urtheilte prinzipiell das System der Prämien, man solle die Art hoch in Gunst waren. Jules Guesde. Unteroffiziere besser besolden, und das könne man, wenn den gegeben werde. werden?" Berlin, den 27. Februar. oberen Offizieren, und insbesondere den pensionirten weniger in Paris hat dort zu chauvinistischen Rundgebungen ge Der Aufenthalt der deutschen Kaiserin Mutter Politische Weberlicht. Regierung; und die zwei Nationalliberalen, amma che völkerung von Paris für die Bornirtheit einzelner Indi Der konservative Hahn sprach zwei Mal für die führt, die von einem Theil der deutschen Presse in thörichter Weise, oder aus Berechnung, übertrieben werden. Die Be und Benda, wollten echt nationalliberal- wenigstens viduen verantwortlich zu machen, ist ebenso unfinnig, als zwei Drittel der für die Prämien geforderten Summe be- wenn man die Erzesse antisemitischer Stöckerlinge der Bes villigen. Um 25 Uhr vertagte sich das Haus- und so werden völkerung von Berlin in die Schuhe schieben wollte. Dort die Unteroffiziers- Prämien wohl noch eine zweite Sizung wie hier ist es nur eine winzige Minderheit, die aus niederem und vornehmem Böbel besteht und von jedem gebildeten und anständigen Menschen verurtheilt wird. Heute waren die Bänke des Reichstags gut besett es handelte sich ja nicht um einen so langweiligen Gegenstand, wie der„ Arbeiterschutz", sondern um das Militär, für welches in unserem Militärreich nicht blos die Köchinnen, verschlingen. sondern auch alle anderen Leute, die zweierlei Tuch für etwas Schönes und Gutes und den Sozialismus für etwas Häßliches und Schlimmes halten, sich sehr lebhaft zu interessiren pflegen. Eine Redeschlacht wurde erwartet- eine Schlacht um die Unteroffiziers- Prämien. Die Budgetkommission hat bekanntlich den für solche Prämien ausgesetzten Budgetposten gestrichen; und man wußte, daß die Regierung ernsthafte Anstrengungen machen werde, um den Kommissionsbeschluß zu Fall zu bringen und die ursprüngliche Etatforderung durchzusehen. # Die permanente Beschlußunfähigkeit des Reichstags Daß eine Anzahl von Malern sich durch die chauvi während der Debatten über das Arbeitersch u mistischen Hezdemagogen hat beeinflussen lassen und nun Gesetz" hat allgemein ein peinliches Aufsehen hervor erklärt, die diesjährige internationale Gemälde- Ausstellung gerufen. Daß Abneigung und Mangel an Interesse der in Berlin nicht beschicken zu wollen, kann bei der notorischen Grund dieser standalösen Erscheinung sind, liegt so klar zu Gesinnungslosigkeit, die unter der Herrschaft des Tag, daß bei keinem urtheilsfähigen Menschen der leiseste Kapitalismus in ftünstlerischen Kreisen herrscht, Niemandem Zweifel bestehen kann. Die Beschlußunfähigkeit des Reichs- Wunder nehmen. Weß Brot ich eff, deß Zied ich sing! tags während der Verhandlungen über den Arbeiterschuß, und die Herren Künstler stehen zu der Geldprogen- Gesell d. h. die wichtigste sozialpolitische Frage, die den schaft, von der sie ihre Bestellungen" empfangen, in einem deutschen Reichstag überhaupt jemals Bedientenverhältniß. Und die Geldprogen- Gesell Der neue Kriegsminister von Kaltenborn trat beschäftigt hat, ist der schlagendste Beweis für die schaft ist in allen Ländern chauvinistisch. Fast in noch heute zum ersten Mal auf ein solches Erstlings- Auftreten Una u frichtigkeit der arbeiterfreundlichen Phrasen, höherem Grade als die Wissenschaft ist deshalb die scheulich, ordinär; sie war niemals eine Mutter gewesen, an; hatten dieselbe hin und her, her und hingeschickt, Nein, Liebe, Du weißt, meinetwegen kannst Du thun, nie, nie; sie hatte sie nie verstanden, nie Rücksicht auf sie ihre Namen schockweise darauf geschrieben und fürchterliche was Du willst... Allerdings, wie Du weißt, ist er avanzirt, genommen, nie versucht, ihr Zutrauen zu gewinnen Umschweife gemacht, und hatten doch die ganze Zeit über hat größeres Gehalt und..." " geh' nicht von mir!! geh' nicht von mir!!" nie, nie, hatte gewußt, daß sie die arme Frau und ihre Kinder ebenso gern Glaubst Du, daß er mich noch haben will?" Krauskopf eine Mutter gehabt, und nie einen Vater, und zum Kutut fahren ließen... Und dieser Brief vom Pastor nie einen Freund; nicht einmal Gott fümmerte sich um sie, Brandt..." Es ist Ihre eigene Sache, dagegen Anstalten nach" Dir. Ob er Dich will? Armer Mann, er fragt beständig nicht einmal Gott gönnte ihr etwas Gutes, nicht einmal zu treffen!" Während Du nun frank lagst, hat er Dir Bouquets geschickt; ich wagte aber nicht Gott, nicht einmal Gott... Arme Mama; arme, alte, gequälte Frau... Unter" Glaubst Du, daß er im Stande ist, mich auf eine Frau Holmsen saß auf der Bettkante, über die Kranke den Papieren lag auch ein Brief vom gestrigen oder heutigen Reise ins Ausland zu schicken? Ich kann es hier in der gebeugt, und starrte mit leeren Augen, rathlos und ver- Tag; derselbe war von Gram; armer Junge; er fühlte sich Stadt nicht aushalten. Nein, nein, Mama; es ist zweifelt vor sich hin. Sie verstand keine Silbe von all dem. wohl auch unglücklich. Es ist etwas Altes an mir," schrieb nichts Derartiges; Du magst ganz ruhig sein. Aber eine unbestimmte Angst hatte sich ihr unter der Herz- er; ich kann nicht mit meinem ganzen Wesen lieben; Sie will ich nicht mit haben, verstehst Du; nur Dich!" grube angesammelt, und die müden, dunklen Augen stierten waren mir vielleicht mehr als irgend jemand, den ich bisher" Ja, o ja, ach, das läßt sich schon einrichten. hilflos hinaus wie in tiefe Nacht. gekanut; aber ich sah die ganze Zeit über es vollkommen genau, Aber"... meinst Du es wirklich im Ernst, Kind?- Es Fanny lag und wand und zog sich in langen, wellen- baß ich Sie nicht heirathen könne; und dann kam noch steht doch nicht schlimm um Dich?" ähnlichen Bewegungen. Die Augen ftanden voll dumpfer dieser idiotische Einfall, für den ich Sie nun um Ver" Schreibe dem Zolleinnehmer, Mama. Angst, die Nase war lang und spiß geworden und um den zeihung bitte,.. Ich bin glücklich, daß Sie in jenem elenden Reſte haben, die von mir noch übrig sind, ch Mund und deffen ungleichmäßige schreckliche Zuckungen Augenblick mehr Verstand hatten als ich; wir zwei tönnten soll er sie bekommen; allein sie kosten eine Reise nach breitete sich etwas Leichenartiges. Und hierauf kam der Krampf. 11 • • Allein ihn Will er bie und für ein solches Verhältniß nicht aushalten... Aber da ich Italien." ganz einfach allein nicht leben kann, so will ich es jetzt mit Mama wurde ganz verwirrt. Sie wollte schon in Es war um einige Tage später. Fanny faß gelblich ältere Judividuen taugt. einer Vernunftpartie probiren; das ist das einzige, was für Pantoffeln nach der Stadt laufen; sie vergaß nahezu ihre Sie ist gebildet, hat nichts be- Handschuhe." Ich muß nun doch fort bleich und schlaff, von einem grünen Schlafrock umhüllt in fonders Abstoßendes, verlangt nichts, und sie weiß, was für meinen Kraustopf etwas Gutes zu Mittag kaufen; und da Mamas Lehnstuhl, und Mama huschte eilfertig ein und aus ein Mensch ich bin... Leben Sie wohl. Dank für ists möglich, daß ich ihn treffe..." und wartete ihr auf. Alles. Zum Glück wird dies Ihnen wohl schwerlich viel" Das wirst Du gewiß, Mama. Adieu." " Du Mama", sagte Fanny plötzlich. " Ja, mein Kind?" Auf dem Tisch stand der alte Toilettespiegel, eine machen Theetasse, ein Wasserglas und eine geleerte Bierflasche. Eine Menge vergilbter Papiere lag ringsum verstreut. Mama hatte aus diesem oder jenem Grund durchaus gewünscht, daß Fanny diese alten Sachen durchsehe und Fanny hatte es gethan. Uf, was Mama alles mitgemacht, all die Enttäuschungen, Beiseiteſegungen; alle Menschen gegen sich, den Pastor, die Obrigkeit; merkwürdig, daß sie nicht ganz zu Grunde gegangen. Augen: Fanny sank in den Stuhl zurück und schloß die Bord springen," murmelte sie. " Man kann ja immerhin vom Dampfschiff über Plötzlich ergriff sie den alten Toilettespiegel. Ach ja Möchtest Du sehr gern, daß ich den Watsack nun sah sie schön aus! heirathe?" Wen, sagst Du?" " Na doch, ihn. war grausam nehmer, wie heißt er denn nur?" E zu lesen, dies Dokument des Amtmanns; wie hatteu fie ihr Spiel getrieben mit der hilflosen Wittwe, zittert. hatten gethan, als nähmen sie sich ihrer Sache ernstlich Welt mich haben! " Es fällt das Laub; nun mag die Ganz richtig, gelb Himmels Namen war aber das? Ein Strich Strich Was in ? ein I den Tod von Lübeck, den Zollein- fleiner, feiner, scharfer Strich, eine Ahnung von einem Ryen, meinst Du?" Mamas Hände begannen zu Ach keine Spur!" Doch! Doch! Bei Gott!- Er war Ryen, ja?" vom Nasenflügel herab zum Mundwinkel. da und man konnte sich nicht täuschen über den Strich! Da hatte das Krausköpfchen seine erste alte. Runst durch das Regiment der Bourgeoiste korrumpirt und wurfes zu verhindern. Damit aber würde nur erreicht| Lösung praktischer Fragen, wie z. B. Regelung der Arbeits- und demoralisirt. werden, daß sich die bisweilen recht unangenehmen Szenen Lohnverhältnisse, statistische Aufnahmen derselben u. s. w. die Daß auch ein Theil der Pariser Presse in das vor den an Sonntagen geöffneten Geschäften regelmäßig chauvinistische Horn bläset, ist bei den herrschenden Preß- wiederholen und da man in Rumänien durch Straßenzuständen sehr natürlich sind die Zeitungen doch fast demonstrationen noch immer viel auszurichten vermag, so ausnahmslos Bourgeois Unternehmungen und im Solde hoffen die jungen Kaufleute ihr Ziel zu erreichen. der Bourgeoisie. : Korrespondenzen und Parteinachrichten. Außerdem darf nicht verschwiegen werden, daß nach zuDerlässigen Berichten von deutscher Seite in Paris allerhand Taktlosigkeiten begangen worden sind, welche nothwendig verlegen mußten. Der Besuch des Versailler Saales, in welchem 1870 das deutsche Kaiserthum proklamirt, und des Schlosses von St. Cloud, das 1870 in Trümmer geschossen ward, fonnte nicht verfehlen, böses Blut zu setzen. Und ein geradezu Hamburg, 26. Februar. Als Antwort auf die Reklamationen unglaublicher Mißgriff war es, daß seitens der deutschen seitens der Tabatarbeiter gegenüber der neulichen lügenGesandtschaft der Versuch gemacht wurde, der französischen haften Depesche des Wolff'schen Telegraphenbureau's, daß die ArBreffe in Bezug auf die Berichterstattung gewisse beiter in einer Versammlung es jedem freigestellt hätten, den Schranken aufzuerlegen, die sich wohl eine deutsche Lakaien- Revers der Fabrikanten zu unterzeichnen, so daß damit der Auspresse gefallen läßt, nimmermehr aber die Presse eines freien stand der Hamburg- Altonaer Tabatarbeiter zu Ende fet, schien in der gestrigen Ausgabe des„ Hamb. Echo" folgende Erklärung. Landes. Busammenfassung aller Kräfte des arbeitenden Volkes vollständig unzweckmäßig zu erachten, indem derfelbe Berein auf dem Wege gütbedingt, so erklären die Versammelten, den Arbeiterorden als licher Vermittlung die Lösung solcher wirthschaftlicher Fragen vorzuunzweckmäßig zu erachten, indem derselbe Verein auf dem Wege gütnehmen gedenkt, die aber unter den heutigen sozialen Verhältnissen als vollständig ausgeschloffen gelten. Die Versammlung beschließt deshalb, den Arbeiterorden aufzulösen und den Mitgliedern den Beitritt in die Arbeiter- Fachvereine zu empfehlen." Weiter wurde durch einstimmige Annahme beschloffen, das Vereinsvermögen( Bibliothet, Schrank und Kassenbestand) dem Mainzer Verein nichtgewerblicher Arbeiter zu überweisen und darauf erfolgte die Wahl einer Liquidationskommission. Die„ Mainzer Volkszeitung", das Drgan der dortigen Sozialdemokratie, bemerkt dazu: Wir haben uns stets frei von jeder Sympathie für diesen Arbeiterorden" gewußt, glauben aber doch, daß dessen Gründer bie redliche Absicht hatte, auch seinerseits etwas für die Arbeiter eran thun. Daß die Art, in der dies geschehen sollte, verfehlt war, wird er nunmehr begreifen und nun, um ein Jdeal ärmer, aber an Erfahrungen reicher sein. Mit Ueberweisung seines Vermögens zu gedachtem Zwecke dürfte der Orden wohl das Nützlichste seiner ganzen Thätigkeit aufzuweisen haben." Es scheint, daß die chauvinistischen Hezereien gewissen Infolge in der letzten Woche aufgetauchter irriger Berichte Leuten in Deutschland sehr willkommen sind; und einem über unser Verhalten gegen die ansgesperrten und im Ausstand Pariser Telegramm zufolge, das uns im Laufe des Tages befindlichen Arbeiter, wurde heute in einer vollzählig besuchten zugegangen ist, haben die Abgeordneten Clemenceau Bersammlung einstimmig beschlossen, abermals zu erklären, daß und Floquet in der französischen Kammer die Ansicht wir an unseren ursprünglichen Forderungen festhalten, also nach geäußert, daß gewisse deutsche Hezartikel, z. B. ein erz- wie vor feine Hausarbeiter, Hilfsarbeiter und Sortirer be infamer der Kölnischen Zeitung" von Feinden der schäftigen werden, welche dem Unterstüßungsvereine Friedenspolitik des Kaisers ausgegangen" sei." Bemerkens- der deutschen Zabatarbeiter, beziehungsweise de m werth ist, daß die„ Kölnische Zeitung" bis vor Kurzem ein Freundschaftsklub der Hamburger Bigarrenfortirer angehören. Sprachrohr des getreuen Vasallen im Sachsenwalde war, und daß dessen jeßiges Haupt- Leiborgan: die„ Hamburger Nachrichten" sofort als die Raiserin Wittwe nach Paris abfuhr, einen giftstrogenden Artikel in die Welt schickte, der offenbar darauf berechnet war, in Paris eine übele Stimmung zu erzeugen. " Die Politik ist ein Handwerk, welches das Licht nicht vertragen tann" hat der getreue Vasall" einst im Reichstag gesagt, als er noch nicht a. D. war. So ist hüben und drüben gesündigt worden. Zum Glück sind das aber unbedeutende Vorkommnisse, die auf den Gang der Dinge keinen Einfluß ausüben können. Hamburg, 23. Februar 1891. Der Verein der Bigarrenfabritanten von 1890. Jeht nun thun die edlen Herren Fabrikanten noch so, als wenn die irrige" Nachricht sich auf ihr Verhalten bezogen hätte, während es doch sehr nahe liegt anzunehmen, daß sie selber der Depesche der genannten Agentur nicht ferne standen, um Verwirrung in die Reihen zu bringen. Am bemerkenswerthesten in obiger Erklärung" jedoch ist der Satz gegen die aus. gesperrten und im Ausstand befindlichen Arbeiter." " Parlamentarisches. Petitions Kommission. Sigung vom 26. Februar, Vorm. 10 Uhr. Nach Feststellung einiger Berichte giebt der Vorsitzende bes fannt, daß auf Anweisung ihrer Vorgesetzten zwei Regierungsfommissare verweigert haben, eine schriftliche Aer serung über die Erklärungen, welche sie gelegentlich der Berathung einiger Petitionen abgegeben haben, zu den schriftlichen Berichten zu geben. Der Vorsitzende, Abg. Dr. Büsing, giebt der Kommission die Behandlung der Frage anheim. Die Kommission will augenblicklich keinen casus belli aus ber Angelegenheit fonstruiren, behält sich dagegen vor, für die Berathung der Petitionen, bei welcher Regierungskommissare anHier wird doch endlich einmal vom Unternehmerthum wesend sind, Stenographen hinzuziehen, welche offen eingestanden, daß sie ihre Arbeiter ausgesperrt" haben, die Erklärungen der Kommissare festlegen. Es hat sich hier wieder einmal gezeigt, wie ohnmächtig arbeiter" und dem Freundschaftsklub der Bigarrenfortirer" an- Weigerung der Regierung seitens der Berichterstatter hervor. und zwar weil sie dem ,, Unterstützungsverein der deutschen TabakFerner soll in den schriftlichen Berichten an das Plenum die im Großen und Ganzen doch der individuelle persönliche gehören. gehoben werden. Zwei Petitionen, welche Beschränkungen Wille ist. Der Gedanke, welcher die Reise der Kaiserin- Sonst hört man immer nur die Deklamationen der Herren für Konsumvereine und den Hausirhandel fordern, Wittwe nach Paris eingab, war sicherlich ein guter; und Stumm, Biehl und Genossen von den„ maßlosen Forde- geben zu einer Debatte Anlaß, welche den größten Theil der ist als solcher von jedem Menschenfreund, der den Welt- rungen der begehrlichen Arbeiter". Hier aber gesteht der Sizung ausfüllt. An der Debatte betheiligen fich die Abgefrieden erstrebt und in dem Nationalitätenhaß einen Ueber- Fabrikantenverein mit dürren Worten ein, daß er die Vereine ordneten Wattenberg, v. Kehler, Münch, Dr. Gutfleisch, Geyer, rest rohester Barbarei erblickt, auch unzweifelhaft aner- der Arbeiter vernichten will und deshalb die Arbeiter aussperrt". Höffel, Sulzsch und die Regierungskommissare Reg.- Rath Dottor Auch in einer der letzten Sitzungen des Reichstages wurden Wilhelmi, Reg.- Assessor Jaup. Drei Anträge werden gestellt: fannt worden. Allein die Folgen der Bismard'schen Blutund Eisenpolitik, ſelbſt in Deutschland von der rechten Seite des Hauses die„ Forderungen“ der Ham- Der eine will die Petitionen dem Reichskanzler zur Erwägung, der zweite zur Kenntnißnahme überweisen, während der dritte noch lange nicht überwunden haben, lassen sich im inter- burger Heizer und Trimmer als" maßlose" bezeichnet. Entweder ist es grobe Unwissenheit oder böswillige Ent- Antrag Uebergang zur Tagesordnung dem Plenum empfehlen nationalen Verkehr nicht mit einem Federstrich oder einem stellung der Thatsachen, wenn von„ maßlosen Forderungen" der will. Der erste Antrag findet durch die Stimmen des Zentrums, Machtspruche beseitigen. Heizer und Trimmer geredet wird. Maßlose Forderung wird der Konservativen und des Volksparteilers mit zwölf gegen Daß namentlich in Frankreich, welches in so hohem nur von den Rhedereien erhoben, welche, wie von dieser neun Stimmen Annahme. Ferner petitioniren nnungsMaße das Opfer der Bismarck'schen Politik geworden ist, Stelle schon mehrere Male erörtert, die Monatsheuer der Leute meister" um gefeßliche Bestimmungen, welche den Nichtdie Vergangenheit nicht einfach nach Wunsch und auf Kom- für lange Fahrt um 20-25 pet. türzen, von 75 M. auf 65 M. Innungsmeistern die Führung des Titels Meister" untersagt. mando ausgestrichen werden kann, das leuchtet bei dem resp. 75 M. auf 55 M. herabsetzen wollen, daß die Arbeiter Trotz der eingehenden Darlegung der Nußlosigkeit der Forderung mäßigsten Nachdenken schon ein. sich eine solche Ausbeutung nicht ruhig gefallen lassen wollen, ist durch die Abgg. Megger, Gener und Münch nahm die KomDie Wiederannäherung und endgiltige Verbrüderung doch keine„ maßlose Forderung"! Es wäre interessant zu ermission den Antrag an, die Petition der Regierung zur Erwägung des deutschen und des französischen Volts, wie aller jahren, wie der nationalliberale Abgeordnete Herr Möller fich zu empfehlen. Nächste Sigung morgen früh 10 Uhr. Kulturvölker, wird das Werk der arbeitenden Klasse ein Viertel oder Fünftel kürzen würde! verhalten würde, wenn man ihm sein Einkommen plöglich um Die 4. und 5. Sigung der Branntweinsteuerdie wir, Der diesjährige internationale Kongres unserer Partei wird am 3. Sonntag des August eröffnet werden und un eine Woche lang in Brüssel tagen. Auf der Tagesordnung stehen: sein, die in keinem Kulturlande sich von dem Gift des Vorläufig besteht ein Theil der Rheder immer noch auf ihren Kommission fanden Mittwoch und Donnerstag Abend statt. Chauvinismus hat erfassen lassen und an die allgemeine„ maßlosen Forderungen" dem Heizpersonal gegenüber. Es wird Bur Diskussion standen der Antrag Gröber( Zentrum), es Brüderschaft der Menschen glaubt. Die arbeitende Klasse immersort noch versucht, Leute als Heizer oder Trimmer anzu- folle eine Revision der Ausführungsbestimmungen zum Branntist aber gegenwärtig unterdrückt sie ringt um ihre werben, natürlich zu den niedrigsten Lohnsätzen. Leider durch die weinsteuer- Gesetz in der Richtung eintreten, daß die Verhält wird der Weltfriede, der bis dahin ein frommer wenigstens von der Straße zu sein; ob ihre Kräfte den an sie Simonis( Elsaß) den Antrag: Landwirthe, welche nur Emanzipation, und erst an dem Tag, wo diese erkämpft ist, Noth gezwungen, gehen manche darauf ein, sie denken dann doch nisse der kleinen landwirthschaftlichen Brenner eine größere Berücksichtigung finden. Ferner stellte Dr. Wunsch ist, Wahrheit und Wirklichkeit sein.gestellten Anforderungen auch gewachsen sind, bene i bie eigene Grzeugnisse aus Trauben, Öbst, Beeren brennen, entbedenken sie vor der Hand nicht. In mehreren Fällen aber haben sich Die Nachwahl im 19. Hannoverschen Wahlkreise ist Maschinisten der Ozeandampfer geweigert, mit solchem durch die richten an Branntwein- Materialsteuer die Hälfte der bisher angeauf den 15. April angesetzt. Noth des Lebens zum Dienst gepreßten" Heizerpersonal in See ſetzten Beträge. Selbſterzeugtes gefallenes unreifes Obst ist von zu gehen, so daß die Heuerbafe, welche die Werber und Preiser der Materialsteuer befreit." In längeren Debatten wird bilden, ihre angeworbenen Refruten wieder zurückziehen mußten. Von hervorgehoben, daß die kleinen Brenner vom bestehenden Gesetz mehr Schaden als Nugen hätten. Dr. Simonis erklärt, der ör mann- Linie wurde vor einiger Beit, als her legte die elfaſſer Haustrunk- Brennereien würden durch das Gesetz verupp, bei der Kälte nur mit dünnen Drellhosen und dito ger= Schneefall herunter gegangen war, ein frisch importirter Stegt nichtet. Die Regierungsvertreter erklären beide Anträge für unJacken auf das Nothdürftigste bekleidet, zum Theil barfüßig annehmbar; im Fall der Annahme müsse die Regierung die im Schnee, durch die Hafengegend eskortirt, so daß sogar ganze Borlage fallen lassen. Trotzdem wird der Antrag Gröber Bourgeoisseelen darüber empört waren und im Hamburger mit 10 gegen 8 Stimmen angenommen; Antrag Dr. Simonis gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag des Dr. Buhl:„ Die Fremdenblatt" ihrer Entrüstung Ausdruck verliehen. steuerliche Kontrolle der Brennereien und Branntwein- ReiniAuch im Baugewerbe muntelt man von einer be- gungs- Anstalten mit Einschluß der in denselben befindlichen absichtigten Lohnreduktion in der bevorstehenden Bauperiode. Privatläger erfolgt in den vom Bundesrath näher zu bestimmenDie Innungs- und Bundesmeister der Maurer sollen, so wird den Grenzen gebührenfrei", wird mit allen gegen die Stimerzählt, anstatt des bisherigen vereinbarten einheitlichen. Stunden- men der Sozialdemokraten angenommen. lohnes von 60 Pf. einen klassifizirten Stundenlohn von 40 bis 50 Pf. einführen wollen. Um die hiesigen Arbeiter gefügig zu machen, werden schon jest Polen importirt. Es wäre Sache der polnischen Arbeiterzeitung zu versuchen, in Posen, Schlesien u. 1. w. Aufklärung in dieser Angelegenheit zu verbreiten, wenngleich zu befürchten, daß die polnischen Arbeiter noch wenig Be griff von Solidarität haben und unseren Ermahnungen nicht viel Gehör geben. 1. Der Stand der nationalen und internationalen Arbeitsgesetzgebung und die Mittel fie auszubilden und wirksam zu gestalten. 2. Das Koalitionsrecht und seine Garantien; die Streifs und Boykotts; die gewerkschaftliche Bewegung vom internationalen Gesichtspunkte. 3. Die Stellung und die Aufgaben der Arbeiterklasse gegenüber dem Militarismus. Die Berichte über die Lage der Arbeiter und des Sozialismus in jedem Lande sollen auf Kosten der Parteien und Organisationen der betreffenden Länder in drei Sprachen ( deutsch, französisch und englisch) gedruckt werden, zum Zwecke der Vertheilung an die Kongreßdelegirten. Der Rongreß steht allen Arbeiterorganisationen und allen sozialistischen Parteien offen. Telegramm des Bureau Herold meldet hierüber: Elberfeld. Die Ablehnung eines Strafrichters seitens des Soziale Uebersicht. Salle, 26. Februar. Der Streit der Former bei Heilandt und Ungnade dauert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten. Die organifirten Schuhmacher Erfurts sind, nachdem Die Frage der Verfaffungsrevision hat in Belgien Angeklagten wegen Befangenheit tann nachez, belcher geeignet site eine viermonatliche Sperre mit außerordentlichen Entbehrungen nur alle in nicht in der Lage, Arbeit ange sie hat auch zu einer Ministerkrise geführt. Ein Brüffeler ist, Mißtrauen gegen die Unparteilichkeit des Richters zu recht halten. Die Sperre wurde unsererseits am 10. Februar für fertigen. Von diesem Rechte hat am 24. d. M. der Redakteur beendet erklärt, da an einen Sieg nicht mehr zu denken war. Grimpe, Gebrauch gemacht. Vor der Straftammer des Land- uns aber jede Verhandlung kurz abgeschnitten. Nach Beendigung gerichts zu Krefeld sollte am genannten Tage gegen ihn ver- der Sperre bemühte sich ein Jeder nach Arbeit, leider ſtellten handelt werden wegen Bergehens wieder§ 166 des Strafgesetz die Fabrikanten nur wenige ein, so daß viele Familienväter gebuchs. Dasselbe soll in einem Artikel über die" fruchtbare zwungen waren, Erfurt zu verlassen. Die Bahl der GemaßThätigkeit der Mönchsorden" durch Beschimpfung von" Gin- regelten betrug am 14. Februar noch 128 Mann, und sie mußten sich richtungen der katholischen Kirche" begangen worden sein. mit einer Unterstützung von 5 M. begnügen. Da der UnterſtüßungsBor Eintritt in die Verhandlung beantragte Grimpe, die fonds, welcher von unserem Kollegen Bock verwaltet wird, durch Wie aus sicherer Quelle verlautet, hat soeben Burlet an Stelle bes zurückgetretenen Melot das Unterrichtsministerium übernommen. Burlet ist für die Verfassungsrevision.Auch in Rumänien ist jetzt eine Ministerkrise ausgebrochen. A In Rumänien hat währende Agitation der taufmännischen Angefchen Kirche behandle, die Richter des Gerichtshofes aber sämmt gewiesen. Es sind im Laufe der vergangenen Woche noch ver einen neuen Erfolg zu verzeichnen, indem durch die fort tragen; da die Anklagefache angebliche Beschimpfung der fatholi- auf das Solidaritätsgefühl der Arbeiterschaft Deutschlands an stellten die Regierung genöthigt wurde, den Kammern lich dem katholischen Glauben angehören, so beforge er Befangenschiedene Kollegen abgereift, so daß sich die Zahl der Gemaßregelten bis legen. Die erste Anregung hierzu wurde von den sozial- fämmtliche Richter katholisch feien, was jedoch durch Befragen feine ist vorläufig feine Aussicht vorhanden, Arbeit zu erhalten. einen Gesetzentwurf betreffs die Sonntagsruhe vorzu- heit. Der Präsident erwiderte, er wisse selbst noch nicht einmal ob zum 21. Februar bis auf 85 Mann reduzirt hat. Für diese Leute Bestätigung erfuhr. Der Staatsanwalt beantragte abweisung Arbeiter Deutschlands! Wir haben gefämpft, wie es Männern demokratischen Abgeordneten Nadejde und Mille gegeben, des Antrages und Eintritt in die Verhandlung. Der Gerichts- zukommt, helft uns noch weiter, versagt uns Gure Silfe nicht, welche in richtiger Erkenntniß der Sachlage eine Sonntags: hof zog sich zur Berathung zurück und verkündete fon, daß er wir werden später auch wieder, wenn sich unsere Brüder ini ruhe für die gewerblichen Arbeiter so lange als unzureichend nicht tompetent fei, über diesen Antrag zu entscheiben, da fämmt- Rampfe befinden, helfend einspringen. Das Streiffomitee. erklärten, als nicht auch die Verkaufsgeschäfte zur Schließung liche Richter katholisch seien; der Antrag wurde dem Oberihrer Läden am Sonntag genöthigt würden. Obgleich nun Landesgericht zu Köln überwiesen, welches dann zu befinden die jungen Kaufleute keineswegs wagen, offen mit der so- habe, welchem Gerichtshofe die Anklagefache zur Entscheidung zu zialistischen Partei zu sympathisiren, so griffen sie doch die übertragen sei. von ihr gegebene Anregung bereitwilligst auf und brachten Mainz. Der Mainzer Arbeiterorden" ist nun verschieden " In Erwägung, daß die heutige kapitalistische ProduktionsAchtung chirurgische Brauche! Unterstützungsgelder für von 11-12 Uhr Vormittags im Restaurant Zemter, Münzstr. 11. Auch sind daselbst Listen zu haben. D. Wilte, Vertrauensmann. die ausgesperrten Arbeiter werden entgegengenommen: Conntags In unserer gestrigen Nummer sind durch ein Versehen beim Umbrechen auf der zweiten Seite des Hauptblattes die beiden hängung der Sperre über einzelne widerstrebende Geschäfts- und in aller Stille zu Grabe gebracht worden. In einer am zur gesetzlichen Regelung der Sonntagsruhe ausarbeiten ließ. inhaber dahin, daß die Regierung schleunigft einen Entwurf Tution einstimmig Annahme: In weife immer neue zahlreiche ſoziale Kämpfe hervorruft: in weiterer Schlußzeilen der zweiten Spalte( Politische Uebersicht) zu Anfangs meses entschlossene Vorgehen der Handlungsgehilfen und Erwägung, daß diefelbe Produktionsweise wirthschaftliche Krisen, zeilen der zweiten Romanspalte geworden. Wir bitten das Verman will versuchen, die Erledigung des eingebrachten Ent- Arbeitsmangel und Arbeitslosigkeit im Gefolge hat und daß die sehen zu entschuldigen. Theater. Sonnabend, den 28. Februar. Opernhaus. Undine. Schauspielhaus. Romeo und Julia. Leffing- Theater. Der Probepfeil. Berliner Kean. [ Circus Schumann.] Friedrich- Karl- Ufer. Sonnabend, den 28. Februar: Abends 71/2 Uhr: Uuferem Freunde und Genoffen, bem Fachverein der Tischler( Norden) Montag, den 2. März, Abends 8½ Uhr, ( 708b im Lokale des Hrn. Schröder( Wedding- Park), Müllerstr. 178: Schuhm. Carl Grambsch zu seinem 25 jährigen Arbeiter- Jubiläum ein dreimal donnerndes Hoch. V. G. M. G. Beutsches Cheater. Die Kinder der Gr. Gala- Vorstellung. Genossen, Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Wallner- Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Schöller. Ostend- Theater. welche gewillt sind, d. neu zu gründenden Arbeiter- Gesangverein Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Lütgenau über:„ Die Alters- u. Invaliditäts versicherung der Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches, 4. Verschiedenes [ 31.3 und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der wichtigen Tagesordnung halber bittet um recht rege Betheiligung der Kollegen aller Branchen Der Bevollmächtigte. „ Olympia" 698 Verein z. Wahr. d. Interessen d. Klavierarbeiter u. verw. Berufsg. Besonders hervorzuheben: Die 4 fache Fahrschule mit 8 Schulpferden ger. v. Frl. Adela, Footitt, den Hrn. May u. Ernst Schumann. Musik. Entree der Clowns Gebr. Pormané; Neitkünstlerin Frl. Helene; Fidibus, asiat. Rasse, als Springpferd, vorgef. v. Direktor. Pas beizutreten, werden ersucht, sich bei de trois auf zwei nebeneinanderlaufend. F. Mundt, Schlesischestraße 12, Pension Pferden. Mr. Loyal, anerkannt bester Bigarrengeschäft ebenso b.W.Schenk, Jockey. Reiter und Spring- Entree Boenerstr. 33, H. 11, zu melden. sämmtlicher Clowns. Erstes Auftreten der berühmtesten Reiterin der Gegenwart, Miß Ella,( Parodie von Clown Little Word). Heinrich Heine. Vorher: Der Präsident. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kanfmann's Variété. Große Spe zialitäten Borstellung. Zum Schluß der Vorstellung: Circus unter Wasser. Theater der Reichshallen. Große Die Marionetten. Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. oder: Täuschungen in ein. Damen- Pensionat. Sensationelle Wafferpantomime. Allgemeiner deutscher Vereins- Versammlung am Montag, den 2. März cr., Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon", Alte Jakobftraße 48 a. Tages Ordnung: 185/17 b 1. Vortrag über: Invaliditäts- und Altersversicherung". 2. Diskussion. 3. Bericht über den Streit bei Mah& Co. 4. Vereins- Angelegenheiten und Der Vorstand. Sattler- Verein. Verschiedenes. Mitgliedschaft Berlin. Sonnabend, 28. Febr., Abds. 81/2 Uhr, bei Reyer, Alte Jakobstr. 83. Außerord. Generalversammlung Tagesordnung: 1. Anträge zu der am stattGebr. Richter's Variété. Große Spezialität: Die Wassernymphen. findenden Generalversammlung. 2. Wab Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Margarethe Steinow, Liederfängerin. Paul Jülich, Gesangshumorist. Die Marionetten. Sonntag 2 Vorstellungen. Nachm. 31/2 und Abends 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen: Zirkus unter Wasser. Empfehle allen Freunden und Genossen mein der Delegirten. 3. Verschiedenes. 264/3 Der Vorstand. Zimmerleute! Montag, den 2. März, Abds. 81/2 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Weiß- u. Bairisch- Bier- Lotal, Versammlung Mr. Goswin, Musik. Neger- Clown. Frühstück, Mittag und Abendtisch. Frl. Bonné, Kostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Tanz- Duettisten. Arbeiterblätter liegen aus. Billard steht Mons. Bernard, Schnellzeichner. zur Verfügung. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. C. Boll, Wienerstraße Nr. 1-6. Geschäfts- Gröffnung. 56L Etablissement Buggenhagen Nachricht, daß ich Grenzstraße 4 ein am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Allen Freunden und Genossen zur Restaurations- Lokal eröffnet habe.[ 469b] Ernst Poillon. Empfehle allen Freunden u. Genossen das Erust Müller'sche Schanklokal, Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Rüdersdorfer it r. 60. Vertreter Friedrich Bethge, Metalldrücker a. D. VERSES SAG#SPEEP Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 Bratweilige F. Müller. Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musit- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 5 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Achtung! des Lokal- Verbandes. Tagesordnung: 1. Vortrag d. Hrn. W. Schweizer über Nationalreichthum u. Nationalarmuth. 2. Abrechnung v. Sylvestervergnügen. 351/5 Der Vorstand. NB. Zu dieser Versammlung ist der Herr Küster Mennel, Nixdorf, Bergstr. 24, als Arbeitsvermittler für die Pianofabrit von Matz& Co. eingeladen. Achtung, Lackirer! Große öffentl. Versammlung sämmtl. Blech-, Wagen- u. Möbel- Lackirer Berlins am Montag, den 2. März, Abends 81/2 Uhr, in Reyer's Lokal, Alte Jakobstraße 83. Tages Ordnung: 1. Das Roalitionsrecht der Arbeiter. Ref.: Reichstags- Abg. Th. Schwartz. 2. Diskussion. 3. Wie gedenken wir den 1. Mai zu feiern? 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 203/2 Der Vertrauensmann: Heinr. Rautenhaus. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 1. März, Abends 6 Uhr, int ,, Gratweil's Bierhallen", Kommandantenstr. 77-79. Zages Ordnung: h δι R u ri im te G 10 ſa I 111 10 itr 10 153/128 17 eb di SU be re 100 ftä fie ge do for PL 1. Vortrag. Referent: A. Auerbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein. Genossen und Genossinnen laden Die Beauftragten. zu recht zahlreichen Besuch ein Fachverein Freie Vereinig. der Album- Arbeiter und der Tischler 1. f. w. Sonntag, 1. März, Vormittags 10 Uhr, in Norbert's( fr. May's) Restaurant, Beuthstr. 21-22. 313 Vorstands- Sitzung. -Arbeiterinnen Berlins. Montag, b. 2. März, Abds. pünktl. 81/2 Uhr, i. d. Zentral- Festsälen, Dranienstr. 180: Vereins- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Kulturaufgaben". Ref.: Hr. Freudenreich. 2. Der Nutzen des Arbeitsnachweises. Refer.: A. Sturm. Event. Wahl der Arbeitsnachweis- Kommission. 3. Verschiedenes. 4. Fragetaften. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um pünktl. Erscheinen bittet, Diejenigen Mitglieder, welche ihre Der Vorstand. Unterstützung zum Besuch der Hand- da pünktlich angefangen und geschlossen wird werkerschule noch nicht abgeholt, Empfehle allen Freunden u. Genossen werden ersucht, in der Vorstands- Siyung Achtung! Filzfdjuh- Arbeiter. Achtung! mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal. zu erscheinen. Ein großes Vereinszimmer für Gewerkschaften zu vergeben. Paul Drügemüller, 207L Wienerstr. 31. Den Genolen halte ich meine Masken- Garderobe bei Bedarf best. empfohlen. Grösste Auswahl. Bill. Pr. Vereinen Preisermässig. Fr. Panknin, Adalberttv. 91, Eme Granienſtr. Oranienstraße 178, F. Stenzel's Unter d. Linden 22/23. Elegante Masken- Garderobe, Knabe 118 Dresdener- Strasse 118, mit 2 Köpfen. empfiehlt sich den Lesern des„ Vorwärts" zu billigsten Preisen. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Alle Uhren 111 werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für 1,50 Mark( außer Bruch) bei Vereinigung der Draht- Arbeiter. Sonnabend, den 28. Februar, Abends 81/2 Uhr, Grenadierstraße 33. Versammlung. Der Drang nach Selbständigkeit. Ref. Sr. Stadtverordneter Otto Klein. 139/4 Der Vorstand. Rixdorf! Montag, den 2. März, in Wiering's Große öffentliche Bersammlung d. sozialdemokrat. Lese- u. Diskutir- Klub „ Teine". Gr. öffentl. Bersammlung mit Frauen am Sonnabend, den 28. Febr., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zemter, Münzstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn H. Pöus über:" Die Stellung der Frau in der 360/3 Industrie". 2. Diskussion. Nachher: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Um pünktl. und zahlreiches Erscheinen sowie Einführung von Gästen bittet Der Einborufer. Interessenverein d. Buchdruderei- Hilfsarbeiter Berl. u. Umgeg. Sonntag, den 1. März, Vorm. 11 Uhr, in Schmiedel's Fest- Sälen", Alte Jakobstraße 32: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung wichtig. Das Erscheinen der Mitglieder dringend nöthig, DE ih fti D li ge ba 18 Ta V ar 127 E h fo E to Billets zum Familien- Kränzchen, welches3 am SonnVortrag des Reichstags- Abgeordneten Franz Tutauer. Diskussion. Ver- tag, den 8. März, in demselben Lokale stattfindet, sind in der Versamm schiedenes. Zu zahlreichem Besuch lung, bei den Vorstandsmitgliedern und im Arbeitsnachweis Elifabethufer 28, 679b bei Krüger, zu haben. Der Vorstand. Der Vorstand. Achtung! ladet ein Achtung! Vergolder. Achtung! Große öffentliche Versammlung Castan's Panopticum." W. Winkler, Klavierarbeiter und verwandte der Vergolder, Vergolderinnen u. Berufsgen. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Berl. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Täglich: Alt- Berlin auf d. Bock. Humoristisch historischer Rückblick zur Feier der Bock- Saison 1891, verbunden mit gr. Militär- Konzert. Anfang: E Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Berl. Original- Bockbier in Flaschen, direkt von der Brauerei, 20 Flaschen für 3 M. Pfand frei.. Spandauer Berg. Täglich in beiden Etablissements: Bock- BierAusschank. 224L Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dankes- Kirche.[ 25L Lager aller Arten Uhren, Uhrketten. Marken 3. quittiren von z. 25 Monals PP Partei51 L Berufsgenossen! In der Pianoforte Fabrit von Mat& Co. haben die Arbeiter wegen Cohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zuhalten. Die Kommission. NB.: Sammellisten können jeden Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei empfiehlt allen Genossen die J. Meyer, Andreasstraße 12, und bei Quittungsmarken und Beiträgen 185 am Sonntag, den 1. März, Vorm. 10% Uhr, Was in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. V Tages Ordnung: 1. Bericht des Streif- Romitees. Refer.: Koll. Noat. 2. Verschiedenes. Der Wichtigkeit wegen darf kein Vergolder, Vergolderin und Berufs Das Streik- Komitee. genosse fehlen. Allen Freunden und Genossen empfehle meine dem Beitragſammler für den Norben Destillation, Landsbergerstr. 41. P. Weber. Kautschuk- Stempelfabrik. Neumann, Ackerstr. 133, 2. Hof, von Conrad Müller, im Keller, empfangen und abgegeben Shkendik- Leipzig. werden. Preisliste gratis und franto. Rohtabak A. 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW.. Beutbitraße 2. ge0518 ま u 84 8 697b 1 Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 50. C Parlamentsberichte. = Deutscher Reichstag. 76. Sigung vom 27. Februar. 12 Uhr. % Sonnabend, den 28. Februar 1891. 8. Jahrg. Wenn welcher Garnison ein sind, wenn die weniger zahlreichen Kräfte umsomehr heran- ist schon sehr verschieden, in gezogen werden müssen. Die Löhnung ist sehr knapp bemessen. Unteroffizier sich befindet, ob er Gelegenheit hat, sich den Im Laufe der Karrière zeigt sich, daß die Hoffnung auf Er- Vorgesetzten der Zivilbehörden persönlich vorzustellen und seine Der Unteroffizier meldet langung des Zivil- Versorgungsscheins nicht immer realisirt wird, Anstellung selbst zu betreiben. daß selbst mit der Erlangung des Zivil- Versorgungsscheins noch sich hier und dort, probirt diesen und jenen Dienst; schon diese Am Tische des Bundesraths: v. Caprivi, v. Kalten nicht feststeht, daß der Mann ein Unterkommen im Zivildienst Uebergangszeit ist eine Quelle der Unzufriedenheit. Dann werborn Stach au und Kommissarien. findet. Die Zahl der jährlich ertheilten Scheine beträgt 4917, die den die Herren, die bei Behörden angestellt sind, auch wissen, daß Auf der heutigen Tagesordnung steht die Fortsetzung der mit Militäranwärtern besetzten Stellen 1682, also zwei Drittel von allen Unteroffizieren immer die Schreiber am besten wegzweiten Berathung des Reichshaushalts- Etats für 1891 bis 1892 der Leute sind nicht angekommen. Die Nachtheile des Unter- tommen. Sie können ihre Vorbildung verwerthen. Der Unterund zwar der Etat für die Verwaltung des Reichs- offizier- Mangels für die Armee sind folgende: Es fehlen die offizier, der in der Front gedient hat, der 10-12 Jahre Rekruten heeres. Unteroffiziere für die Ausbildung des einzelnen Mannes und gedrillt hat, wird von jeder Behörde nur ungern genommen. deren UnterBeim ersten Titel der Ausgaben: Gehalt des Ministers, hebt damit fehlen dem Kompagniechef seine wichtigsten Gehilfen. Die Ich bin nicht ohne Erfahrung darin, weil ich als Chef der der Referent Abg. v. Kendell hervor, daß die Mehrausgaben Tüchtigkeit eines Kompagniechefs beurtheilt man danach, ob es Admiralität eine Truppe unter mir hatte, der Militärverwaltung folgende seien: Die Ausgaben für die ihm gelingt, ein vollzähliges Unteroffizier- Korps zu erziehen. offiziere ich versorgen mußte, während ich als Chef der VerVerwandlung von 149 Hauptmanns in Majorsstellen; für die Wenn dies dem Kompagniechef nicht gelingt, so tommt er waltung die Militäranwärter anzustellen hatte, und natürlich Unteroffizierprämien; für Pferdegelder; für die Erweiterung des in eine schiefe Lage; er muß mehr verlangen als die Unteroffiziere nicht durch mangelhafte Leistungen dieser Unteroffiziere die Radettenforps und für zwei neue Unteroffizier- Vorschulen. leisten können, daraus entsteht Mißmuth und Unzufriedenheit. Leistungen der Verwaltung herunterdrücken mochte. Ueber die Einzelheiten wird bei den betreffenden Titeln be- Ein unzufriedenes Unteroffizierkorps ist ein großer Mißstand. dann ein Mann im Rang eines ehemaligen Feldwebels der richtet werden. ( Zustimmung rechts.) Deshalb muß Abhilfe geschaffen werden. Armee eine Stellung erhält, in welcher er täglich 25 Defen Die Kapitel Kriegsministerium, Militärkassenwesen, Militär- Bei einer Mobilmachung müssen von den Kompagnien Unter- zu heizen und 25 Zimmer zu reinigen hat, so erkennt intendantur, Militärgeistlichkeit, werden ohne Debatte genehmigt. offiziere abgehen; diese Letteren kommen in wichtigere Stellungen, er doch vielleicht, daß das keine Belohnung ist für eine Dienstw. Beim Kapital Militär- Just i zverwaltung fragt als Feldwebel u. f. iv. Diese Unteroffiziere sind dazu berufen, zeit als Unteroffizier. Die Ansprüche an die Unteroffiziere Abg. v. Cuny( ntl.) nach der Lage der Vorarbeiten für die bei eintretendem Mangel für die fehlenden Offiziere einzutreten steigern sich, das liegt in der zunehmenden Bildung der Nation. und den Dienst der Subalternoffiziere zu leisten. Bei geringer Der Vorgesetzte kann seine Stellung nur dann ausfüllen, wenn er neue Militär- Straf- Prozeßordnung. Kriegsminister v. Kaltenborn Stachau: Die Reform der Begabung und ungenügender Vorbildung ist das nicht möglich. fich seinen Untergebenen gegenüber überlegen fühlt. Als ich in Straf Gerichtsordnung für das Heer ist in der Bearbeitung, fie Der Dienst wird dadurch mangelhafter. Die Festigkeit, der innere die Armee eintrat, hatte der Unteroffizier feine Ueberlegenheit in wird nach Kräften gefördert. Ich bin aber nicht im Stande, zu Zusammenhang der Truppe geht verloren und das macht der Technit. Wenn er eine Wachtparade richtig durchführen sich in verhängnißvoller Weise auf dem Schlachtfelde be- fonnte, so war das schon etwas Bedeutendes. Heute liegt die sagen, wann fie im hohen Hause zur Vorlage gelangen wird. Bei diesen nicht wegzuleugnenden Nachtheilen Sache anders. Nachtheilen Sache anders. Durch die Technik kann der Unteroffizier seine Das Kapitel wird bewilligt, ebenso die Kapitel: Höhere merkbar. muß die Heeresverwaltung auf Ab- Ueberlegenheit nicht mehr allein erweisen; er muß sie in anderen Truppenbefehlshaber, Gouverneure, Kommandanten und Platz- und Uebelständen Alle Wege, die gangbar sind, müssen Dingen suchen, wenn nicht die Disziplin darunter leiden soll. majore, Adjutanturoffiziere, Generalstab und Landes- Vermessungshilfe bedacht sein. wesen, Ingenieur- und Pionierkorps, und zwar alle diese Kapitel eingeschlagen werden. Wir suchen die Quellen des Unteroffizier- Die Disziplin wird aber erschwert dadurch, daß in die Armee unter Vorbehalt der Entschließung über die Frage der Rationen, satzes zu vermehren und zu verbessern durch Neu- Errichtung von Leute kommen, die ungleich schlechter vorgebildet find als früher; welche beim Kapitel 32: Ankauf der Remontepferde, erfolgen soll. Unteroffizier- Vorschulen. Wir hoffen, den Unteroffizieren, welche es ist eine Zuchtlosigkeit eingeriffen, und diesen Elementen gegen Im Kapitel 24: Geldverpflegung, sind mehr gefordert worden Aussichten haben, in Zivilstellen einzurücken, durch eine Pensions- über die Autorität aufrecht zu erhalten, ist teine leichte Aufgabe. 171 Stellen für Bataillonskommandeure zur Umwandlung von novelle eine bessere Versorgung zu verschaffen. Durch die Prämien( Sehr richtig! rechts.) In der deutschen Armee hat man von eben so viel Stellen der dreizehnten Hauptleute in Majorsstellen; soll eine Anregung gegeben werden, längere Zeit im Dienste zu jeher mehr darauf gesehen, daß nicht überall mit Strafen eindie Mehrausgabe beträgt 307 800 M.; die Kommission hat diese bleiben. Der Gedanke der Prämien ist nichts Neues; er besteht geschritten wird, sondern daß die Mannschaften von Vergehungen Darin liegt auch ein Theil unserer in sehr abgeschwächtem Maße feit 1878 in Gestalt einer ein- zurückgehalten werden. Mehrforderung abgelehnt. Kriegsminister v. Kaltenborn. Stachau: Die Heeres- maligen Zulage von 165 M. Das sieht fast wie ein Almosen friegerischen Erfolge. Es wird so viel von Mißhandlungen in verwaltung hat diese Forderung gestellt im Interesse der Ge- aus. Das Bedürfniß ist nicht bloß in uneerer Armee vorhanden, der Armee gesprochen. Während ich die Ueberzeugung habe, daß rechtigkeit. Diese Offiziere, die dreizehnten Hauptleute sind voll- sondern in unseren Nachbarstaaten werden größere Mittel dafür es immer besser wird, wird mehr und mehr hierüber geklagt. ständig an die Stelle der etatsmäßigen Stabsoffiziere getreten; aufgewendet. Unsere Forderung hält sich in den bescheidensten Auch nach dieser Richtung hin ist uns der gebildetere Unterfie thun fast ganz genau denselben Dienst, wie die Stabsoffiziere. Grenzen. Jin Augenblick nimmt die ganze Armee an den Ver- offizier mehr werth, als der rohere, weil er seltener von seinem Wenn bei der Schaffung der betreffenden Stellen die Regierung handlungen dieses Hauses den größten Antheil. Wenn die Temperament fich wird fortreißen lassen, selbst wenn er gereizt darauf verzichtet hat, das Gehalt für Stabsoffizier- Stellen zu geforderte Summe. nicht bewilligt wird, dann werden viele wird. Wenn die Disziplin schon an sich erschwert ist, so wird fordern, im Interesse der Sparsamkeit, so hält sie jetzt den Zeit der älteren Unteroffiziere, welche in Erwartung der anzu- fie noch schwerer, wenn wir den Kampf mit der Sozialdemokratie punkt für gekommen, die bestehende Ungleichheit zu beseitigen und nehmenden Dienstprämie noch geblieben sind, die Laufbahn auf- aufnehmen müssen; ich meine hier mit dem Kampf nicht das den dreizehnten Hauptleuten das Gehalt zu gewähren, welches geben und die Reihen des Heeres verlassen. Daß dadurch der Schießen und Stechen. Meine Erinnerungen reichen bis in das Jahr Uebelstand sich mehrt, liegt auf der Hand. Die Tragweite des 1848 zurück. Die Verhältnisse waren damals sehr viel besser, denn ihren Funktionen entspricht. Abg. Hahn( dr.) wird für den Antrag der Regierung Schadens, welcher aus dem Mangel an Unteroffizieren entsteht, die Ideen waren nicht durch langjährige Schulung entstanden, sie stimmen, obgleich derselbe wenig Aussicht auf Annahme hat. ist gar nicht zu übersehen.( Sehr richtig! rechts.) Die Heeres traten plöglich hervor, und die alten Unteroffiziere hatten den Die Bewilligung dieser Stellen als Hauptmannsstellen sei ledig verwaltung muß deshalb das hohe Haus bitten, die Mittel zur Mannschaften gegenüber deshalb eine sehr viel leichtere Stellung, lich damals aus finanziellen Gründen erfolgt, aber es lasse sich Beseitigung des Uebelstandes zu gewähren.( Lebhafter Beifall als jetzt der Sozialdemokratie gegenüber.( Sehr richtig! rechts.) Und wenn ich den äußersten Fall berühre, für den Straßenkampf nicht rechtfertigen, durch die Einfügung dieser dreizehnten rechts.) Abg. Hinte( dfr.): Der behauptete Nothstand ist weder in mit der Sozialdemokratie, brauchen wir viel beffere UnterHauptleute in den Organismus der Armee die Dauer der Dienstgeit als Hauptmann ungebührlich zu verlängern. Die Ge- der Quantität, noch in der Qualität vorhanden. Es stellt sich offiziere als vor dem Feinde. Vor dem Feinde lassen sich die hälter der Hauptleute sind überhaupt viel zu schlecht. Schon ein Fehlbetrag von 79/10 v. H. heraus; das ist noch kein Noth- Truppen durch Patriotismus und durch andere erhebende Gefühle 1816 hielt man fie für zu niedrig. Ich würde mich freuen, wenn stand, denn dieses Manquement ist zum größten Theil ent- begeistern und zur Opferfähigkeit bringen. Der Straßenkampf die Mehrheit des Hauses mit uns für die Bewilligung der Vorstanden aus der letzten, im vorigen Jahr bewilligten Heeresver- und was damit zusammenhängt, ist kein Faktor, der geeignet mehrung. Nach Abzug der Vermehrung würde bestehen bleiben wäre, das Selbstgefühl der Truppen zu erhöhen; sie fühler Tage stimmte. Abg. Hinge( dfr.): Ich glaube nicht, daß das Haus dem ein Fehlbetrag von 66/10 v. H. Das ist nicht erheblich, namentlich immer, daß sie Landsleuten gegenüberstehen. Ich habe früher Vorredner die erwartete Freude bereiten wird. Ich kann nicht wenn wir mit den Heeresvermehrungen rechnen nicht blos vom einmal gesagt: Wir werden das Gute nehmen, wo wir anerkennen, daß der dreizehnte Hauptmann die Funktionen eines letzten Jahre, sondern auch mit denen früherer Jahre, welche jetzt es finden. Aber ich möchte mir den Vorschlag erlauben: Stabsoffiziers versieht. Stabsoffiziere sind neben dem Oberst noch nachwirken. Damit wird sich auch die Heeresverwaltung Lassen Sie es nicht blos bei guten Worten bewenden. und dem Oberstlieutenant die drei Bataillonstommandeure. Die einfach abfinden müssen. Die 880 Unteroffiziere, welche sich noch fondern gehen Sie zu guten Werfen über; stimmen Sie Stellung des dreizehnten Hauptmanns, der die Ausbildung der in der Erfüllung ihrer Dienstpflicht befinden, machen 1,8 v. H. mit der Regierung, daß Sie zu den staatserhaltenden Ersatzreservisten leitet und beaufsichtigt, ist keineswegs eine solche, aus, also sehr viel weniger, als an jungen Unteroffizieren sonst Elementen gehören.( Sehr gut! rechts.) Herr Hinge hat daß er Stabsoffiziersrang haben muß. Bei der Verwaltung der in anderen Armeen, namentlich in der französischen, zu finden nicht, wie sonst davon gesprochen, daß man die Unteroffiziere zu Defonomiebestände des Regiments ist der dreizehnte Hauptmann find. Allerdings erhalten die Unteroffiziere täglich nur 2 M., Offizieren avanziren lassen soll. Ich habe einem Truppentheil nur der Gehilfe des Oberstlieutenants. Die anderen Arbeiten, aber zugleich eine Sicherheit der Existenz, während beim Arbeiter angehört, wo Unteroffiziere wegen Tapferkeit vor dem Feinde zu welche ihm obliegen, erfordern durchaus nicht die autoritative die Tage der Arbeitslosigkeit in Betracht gezogen werden müssen. Offizieren avanzirt waren. Aber trotz der höchften Achtung, der Stellung eines Bataillonskommandeurs. Repräsentative Pflichten Für die Unteroffiziere ist ferner gesorgt in Krankheitsfällen, ohne sie sich in dem Kreise der Offiziere erfreuten, führten Sie doch hat er überhaupt nicht; diese liegen allein dem Regiments- daß sie etwas dafür zu leisten haben. Für die Bivilversorgung ein peinliches Dasein; sie waren in Verhältnisse gekommen, welche des Militärs ist hinreichend gesorgt; sie stehen jedenfalls viel mit ihrer Vergangenheit nicht übereinstimmten. Die Unteroffiziere tommandeur ob. Die Mehrforderung der Regierungsvorlage wird gegen die besser da, als diejenigen, welche Jahre lang auf ihre eigenen Rosten fönnen ihre Ueberlegenheit nur dann bewahren, wenn wir sie Stimmen der Deutschkonservativen und eines Theils der Frei- leben und warten müssen auf eine Anstellung. Ein Vorwurf kann höher zu stellen suchen. Die verbündeten Regierungen wollen das dem Kompagniechef nicht daraus gemacht werden, daß er sein Unter- Niveau des Unteroffizierftandes erhöhen. Ich habe die Besorgniß, tonfervativen abgelehnt. Für Dienstprämien für Unteroffiziere hat die Regierung aus- offizierforps nicht komplet erhält; das hängt manchmal von daß auf der anderen Seite Ideen eingewurzelt sind, die, wenn ite geworfen 3 804 500 M. Die Dienstprämien sollen betragen nach anderen Verhältnissen ab, z. B. von den Garnisonverhältnissen. Ich zur That werden sollten, das Niveau unseres Offiziertorps heruntereiner Dienstzeit von 5 Jahren 50 M., von 6 Jahren 100 M., weiß nicht, ob es richtig war, unser Unteroffizierkorps als ein brücken würden. Wir haben das erste Offiziertorps der Welt und ich von 7 Jahren 200 m., von 8 Jahren 350 M., von 9 Jahren von unzufriedenen Elementen zuſainmengesetztes zu bezeichnen. als preußischer Offizier bin stolz darauf.( Beifall.) Aber wir können 550 M., von 10 Jahren 800 M., von 11 Jahren 900 M., von Wir haben aus den Kommissionsverhandlungen nicht die Ueber- auch das beste Unteroffizierkorps haben, wir haben die Mittel dazu 12 Jahren 1000 M. Bisher waren nur ausgeworfen 360 000 M. zeugung gewinnen können, daß ein qualitativer Mangel vor und brauchen den Vergleich mit Frankreich nicht zu scheuen. zu Beihilfen für Unteroffiziere, welche nach zwölfjähriger Dienst handen sei. Die Unteroffiziere müssen beim Mangel von Offizieren Wenn eine Armee nicht mehr das leistet, wozu sie gehalten wird, deren Dienst versehen; das ist selbstverständlich; dafür haben wenn sie im Kampfe versagt, so ist das unter allen Umständen zeit ausscheiden Die Kommission beantragt die Mehrforderung zu streichen wir ja auch gesorgt dadurch, daß wir die Bizefeldwebel in ihrer die theuerste Armee von allen gewesen.( Beifall rechts.) Abg. Hammacher( ntl.): Es handelt sich hier um eine so und nur die bisher bewilligten Summen wieder in den Etat ein- Stellung verändert haben, so daß sie eine Vorschule für die Thätigkeit als Offiziere durchmachen müssen. Ich kann nicht wesentliche Verbesserung eines der wichtigsten Theile der Armee, zustellen. Abgg. machen können, e die Dienstprämien zu gewähren in folgender Höhe: Nach neun- finanziellen Standpunkte aus gefchaffen werden kann. Dazu gehört auf diesem Wege allein dem Uebelstande nicht abgeholfen wird. jähriger Dienstzeit 550 M., nach zehnjähriger 800 M., nach elf- ein Gesammtplan, der auch insgesammt uns vorgelegt werden auch ein Manquement von fast 4 v. S. ist doch fein zustand, jähriger 900 m. und nach zwölfjähriger 1000 M. Die Aus- muß die franzöſiſchen Verhältniſſe fonteintjeit 20 nicht als bem man gleichgiltig gegenüberstehen darf. Der von Herrn Hinge Muster nehmen. Reglements, welche Jahren in zwischen dem Arbeiter und dem Sergeanten gezogene Vergleich ist Referent v. Rendell weist darauf hin, daß die Unteroffizier Wirksamkeit sind, haben nicht günstig gewirkt. In der franzö- durchaus unzutreffend und unzulässig. Allerdings ist für die Sivilprämien in Frankreich beständen; sie betragen dort nachsischen Armee sind Unteroffiziere von 3-10 Dienstjahren 19,5 v.., versorgung die im vorigen Jahre beschlossene Erhöhung der Beamtenals von 10-15 Dienstjahren 6,7 v. H. und über 15 Jahre 1,3 v. gehälter von sehr maßgebendem, günstigem Einfluß; aber bei der 15jähriger Dienstzeit 4000 Fr.: dafür sind 10 Millionen Fr. im Etat ausgeworfen. Aus Sachsen und Es sind also 72,5 v. H. Unteroffiziere unter 5 Dienstjahren. Bei gesteigerten Lebenshaltung bedeutet heute das höhere Gehalt mehr, als uns haben wir an Unteroffiziren mit zwölf Jahren Dienstzeit in vor wenigen Jahren das niedrigere. Andererseits hat der ReichsKriegsminister v. Kaltenborn- Stachau: Ich muß dem An- den letzten Jahren gehabt 5,91 bis 6,24 v.§.; wir haben Unter- tangler ganz recht, wenn er davon spricht, daß die Unteroffiziere frage der Kommission, nichts zu bewilligen, im Namen der offiziere der Dienstzeit von 7-9 Jahren 82 v. H. und von 10 nicht überall bei den Zivilverwaltungen das von ihnen erwartete Züchtigkeit und der Verfassung des Heeres mit Entschiedenheit bis 12 Jahren 20 v. H., also mehr als die französische Armee Entgegenkommen finden. Es ist ein dringendes Intereffe unserer Die Unteroffiziere Armee, tüchtigere, solidere, passendere Elemente in das Unterentgegentreten. Auf Grund amtlicher Zusammenstellung fann ich durch ihre gelobteu Maßregeln erreicht hat. feſtſtellen, daß am 15. November 1890 den preußischen Truppen im Dienſtalter noch höher hinaufzuschrauben, würde wohl nicht offiziertorps hineinzubekommen, als es in den letzten Jahren Dabei ist noch zu er leider der Fall war. Wie will man denn verantworten, die theilen 3945 Unteroffiziere fehlten.( Sört!) Unter den vor einmal im Interesse der Armee liegen. handenen Unteroffizieren befanden sich 880, welche sich noch in wägen, daß von den Gehaltsaufbesserungen ein größerer Theil Mittel zu verweigern, wenn sich ein Weg bietet, dieser Schwierigder Erfüllung ihrer Dienstpflicht befanden. Diese Fehlstellen auf diejenigen Stellen entfallen ist, welche durch Unteroffiziere teit zu entgehen? Die Aussicht auf, wirkliche Sicherstellung nag Diese en bie bejezt werden. Ich rechne die Summe auf 51 a Millionen Wart. der Dienstzeit wird so anziehend wirken, daß die Betreffenden sich tommen zum Ausdruck bei der Truppe. Ursachen ansieht, wie diese Manquements entstanden sind, müssen wir nicht erst die Wirkung dieser Gehaltsaufbefferung zu gern entschließen, die Unteroffizierfarrière zu ergreifen. Die Ne so ist der erste Grund die Vermehrung der neuen Stellen warten? Daß die Unteroffiziere vor dem zwössten Dienstjahre gierungsvorlage leidet an dem Fehler, daß sie die Prämien nach einer Stellen. Als zweiter Grund ist anzusehen, daß die Neigung, die willigt würde, glaube ich nicht; sie werden den Zivilversorgungs- ein Bedürfniß nicht vorzuliegen. Bei dem zehnten Jahre aber liegt schon der fritische Zeitpunkt, für Unteroffiziere vor, wo sie Unteroffizier- Laufbahn einzuschlagen, abgenommen hat, weil die schein nicht so leichtsinnig preisgeben. Reichskanzler von Caprivi: Wenn wir darauf ver sich entschließen sollen, zur Gendarmerie überzugehen; gerade gesteigerten Lohnverhältnisse den jungen Leuten viel bessere Menn man be- zichteten, das Sozialistengesetz wieder einzubringen, so mußten wir hier muß eine Prämie in Aussicht stehen, um der Armee die Chancen bieten als die militärische Laufbahn. über einen Tages- uns klar darüber sein, daß wir alle diejenigen Maßregeln er- Leute zu erhalten, die sonst zur Gendarmerie übergehen würden. daß die tüchtigen Leute einen bürgerlichen Beruf vorziehen. Wenn den Boden unter den Füßen wegzuziehen oder den Kampf mit Dienstjahre widersprechen dienstliche Interessen, indem der entsich Leute gefunden haben, welche die militärische Laufbahn ein- ihr aufzunehmen. Ich spreche hier nicht as alter Soldat, son- scheidende Offizier dann Viele bis zum zwölften Jahre durchſchlagen, so ergen haben, wi der Verfolgung ihres Ziels, eine dern als Reichsfangler, und meine, baß die wichtigste Frage schleppen wird, die er sonst schon nach acht Jahren entlassen hätte. Sivilversorgungsstelle all erlangen, Schwierigkeiten und Anannehm- unserer Zeit die Unteroffizierfrage iſt, fool was den Unter- Die Nationalliberalen werden aus allen diesen Gründen im Sinne lichkeiten, welche fie nur zu geneigt machen, ihre Stellung wieder offizier der aktiven Armee angeht, als auch den in der Zivil- Ver- meines Antrags ihr Votum abgeben. ist, die sorgung. Ich weiß sehr wohl, daß Niemand in der Lage aufzugeben. Das liegt daran, daß die Anforderungen, welche an der Herren von der Sozialdemokratie völlig zu befrie- heute von dem Herrn Reichstanzler für die Prämien ein gaus waffnung, der neuen reglementarischen Ausbildung u. f. w. digen. 63 muß versucht werden, 1992 versucht werden kann, um neuer hinzugefügt worden, nämlich die Absicht, die Unteroffiziere Diese Mehranforderungen zeigen aus dem Unteroffizierſtande die Mißvergnügten zu entfernen. und Mannschaften der Armee vor den Sozialdemokraten fich besonders start, wenn die Mäfte nicht genügend vorhanden Wer bietet einem Unteroffizier die Zivilversorgung? gabe würde sich auf 3 197 000 M. stellen. Württemberg haben früher solche Prämien gehabt. am 1. Oftober 1890. größere geworden sind. mehr nach Abg. Hausmann( Vp.): Zu den bisherigen Gründen ist Es wahren. Es ist das um so bedenklicher, als der Herr Reichs wenn " Unter denen, die tönnen fangler weiter ging und behauptete, wer nicht für diese For- 1 Reichskanzler hat dann offen gesagt, daß er, zunächst" unter dem I verlangt werden, doch müssen die Mannschaften einen Tag zuvor derung stimme, könne nicht zu den staatserhaltenden Parteien Kämpfen gegen die Sozialdemokratie nicht Schießen und Stechen in der betreffenden Anstalt bestellt werden. gerechnet werden. In den letzten Jahren haben wir gemeinte, er gab aber deutlich zu verstehen, daß es dazu kommen hervorragend Gefangene beschäftigen, nehmen die Norddeutschen fehen, wie wechselnd der Begriff des Staatserhaltenden könne. Wir haben ihm zu derartigen Anschauungen keinen An Eiswerke, Aktiengesellschaft, Komtoir Seydelstr. 32, den ersten ausgelegt wird. Staatserhaltend war das Festhalten an dem laß gegeben.( Oho! rechts.) Wir haben Sie vielmehr stets dar- Rang ein. Kutscher und Arbeiter, die schon 8-10 Jahre daselbst Stellung waren, sind entlassen; dieselben Sozialistengeseh bis vor Kurzem, dann stellte sich der Reichs auf verwiesen, daß die ganze technische und soziale Entwickelung in der Winter vorbei ist, wieder fommen, fanzler und die Regierung auf den entgegengesetzten Standpuntt, eine derartige sei, daß es Thorheit und Wahnsinn wäre, an einen ja, daß es staatserhaltend sei, alle Bürger mit gleichem Maße zu Barrikadenkampf zu denken. Solche Aeußerungen des Reichs- in ihrer Stelle werden im Winter Gefangene beschäftigt die messen. Staatserhaltend wäre doch vielmehr die Herstellung der tanzlers tragen zur Versöhnung ganz und gar nicht bei. Durch billiger arbeiten. Die Herren Aktionäre fommen dabei nicht zu Zufriedenheit der Bevölkerung. Mit der dauernden Mehr- die Zeitungen ist vor einigen Tagen die Nachricht gegangen, furz und die Eiswerke werden von Jahr zu Jahr vergrößert. belastung um 4 Millionen wird die Zufriedenheit der Bevölke- es sei von höchster Stelle die Aeußerung gefallen, die Sozial Die Kalkbrennerei von Wedde in Rummelsburg, die Jutespinnerei rung im Verhältniß mehr abnehmen, als die Zufriedenheit der demokratie habe ihren Höhepunkt in Deutschland über- in Stralau, die Gärtner der ganzen Umgegend, selbst Bauunter Unteroffiziere zunehmen. Uebrigens gehören auch die National- schritten. Wenn es wirklich der Fall ist, daß die nehmer verwenden Gefangene zu ihren Arbeiten. Dabei laufen liberalen zu den nichtstaatserhaltenden Parteien, denn sie lehnen Sozialdemokratie durch die sozialpolitische Gesetzgebung so Hunderte von arbeitslosen Leuten umher, welche meistens schon einen Theil ab, während doch die Regierung den Standpunkt in die Enge getrieben ist, daß sie nicht mehr zu fürchten ist, so 2-3 Monate Miethe rückständig sind und deren Frauen und festhalten muß, sie habe nur das absolut Nothwendige ist es um so unverständlicher, daß der Reichskanzler heute mit Kinder zu Hause faum zu leben haben, hungern und frieren; gefordert.( Heiterfeit.) Sehr wenig erfreulich ist es, daß solchen Argumenten gegen diefelbe zu Felde ziehen konnte. Die man fann es begreifen, wenn alleinstehende Menschen, die diese der Reichskanzler sich heute veranlaßt sah, zur Unter- Anträge aus dem Hause wollen die Prämien wenigstens für die Verhältnisse kennen gelernt haben, etwas Strafbares begehen, stützung der Forderungen uns die Eventualität von Straßen- älteren Unteroffizierstlassen retten, wir sind aber überhaupt gegen dann ist für sie wenigstens gesorgt. Mancher Familienvater tämpfen vorzumalen; bisher glaubten wir, unsere Feinde das Prämienwesen und lehnen es für alle Klassen ab. Die Unter- wird von solcher That vielleicht nur durch die Rücksicht auf feien die Russen und Franzosen.( Sehr gut! links). Man kehrt offiziere halten deswegen nicht bis zur Empfangnahme des Ver- seine Familie abgehalten. also wieder zu dem Standpunkt zurück: Gegen Sozialdemokraten forgungsscheines aus, weil die für Militäranwärter offenen Nach Kamerun! Nach Afrika! lautet der Refrain eines helfen nur Soldaten! Man hat aber zur Zeit der Erfindung Stellen so unglaublich niedrig dotirt sind, daß es ein Hohn ist dieses Wortes schon hinzugefügt: Aber feine Unteroffiziere. Es für einen zwölf Jahre gedienten Unteroffizier. Dieser Vorwurf schönen Liedes, welches f. 8. von den Drehorgelspielern mit ist bedenklich, für die Sozialdemokraten auf diese Weise Netlame richtete sich gegen die Landesgesetzgebung und Boltsvertretung. großem Erfolge den Berliner Hinterhäuslern" vorgetragen wurde. An diesen Refrain wird man unwillkürlich erinnert, zu machen und dieses Motiv hineinzubringen in Dinge, die gar Den höheren Beamtenstellen wird Alles in den Rachen genichts damit zu thun haben. Die lebenslängliche Anstellung der worfen, die niedrigen sind tros ihrer längsten Dienst- und wenn man zwei Notizen des„ Ev. Kirchl. Anz." in vergleichenden Bürgermeister in Württemberg hat man auch mit dem Hinweis auf Arbeitszeit unglaublich niedrig befoldet. Uebt man hier Zusammenhang bringt. So heißt es z. B. in der einen derselben: Militär Berlin ist feine protestantische Stadt", sagt die Rölnische Boltsdie subversiven Tendenzen zu vertheidigen gesucht.( Heiterkeit. Bu- ausgleichende Gerechtigkeit, so werden sich die ftimmung links.) Mit folchen Geldgeschenken an die Unteroffiziere anwärter lieber zu solchen Stellen melden. Der Reichs- Beitung" vom 15. Februar. Der Protestantismus bildet nur eine kann man eine solche Bewegung, wie die sozialdemokratische, nicht tanzler sagt, die Menschen seien ungemein schwer zu befriedigen, Tünche. Der Name„ evangelisch" isi für die Volksmassen nur noch zurückhalten. Das Fehlen der Unteroffiziere ist hauptsächlich ver- die Sozialdemokraten überhaupt nicht. Wenn Sie den Arbeiter ein leerer Schall. Neun Behntel des Voltes fümmern sich durch Berlin ist freidenkerisch". ursacht durch die Vermehrung der Stellen infolge der Verstärkung schutz richtig durchführen, die Zölle und die Vertheuerung aller aus nicht um die Kirche. Deshalb können wir ruhig prüfen, ob es mit Lebensmittel beseitigen, einen acht- oder neunstündigen Normal- Ev. Kirchl. Ang." findet es nebenbei sehr geschmacklos, wenn die dem Interesse der Sparsamkeit vereinbar ist, solche Prämien Arbeitstag einführen und ferner dafür sorgen, daß jeder deutsche größte der katholischen Zeitungen Deutschlands mit dem Bynismus zu gewähren. Denn angesichts der Finanzlage müssen wir auch Staatsbürger das Gehalt eines Stabsoffiziers hat, so wären die eines Sozialdemokraten den evangelischen Kirchen zuruft: Lange den Militäretat sehr genau prüfen. Wenn nicht blos die Miß- Leute zufrieden.( Heiterkeit.) Wir sind gegen das Prämienwesen dauert's nicht mehr, bis diese Buden geschlossen werden." handlungen beseitigt werden, sondern auch der Ton gehoben an sich, aber nicht gegen eine bessere Besoldung der Unteroffiziere Wir erfahren weiter, daß es mit dem Katholizismus in Berlin wird, in welchem die Unteroffiziere mit den Mannschaften ver- im Rahmen des heutigen Etats. Für Kulturzwecke sind wir nicht besser gestellt ist, denn der" Ev. Kirchl, Anz." sagt im fehren, wenn das Verhältniß ein fameradschaftlicheres wird, dann jederzeit zu haben, für eine Ausdehnung militärischer Verhältnisse Anschlusse an die vorigen Zitate:" Interessant ist es zu verwird das ein viel besseres Gegengift gegen die Sozialdemokratie bewilligen wir keinen Pfennig.( Beifall bei den Sozial- nehmen( aus der Köln. Volts- Zeitung"), daß die traurige Lage des Katholizismus in Berlin sich zum großen Theile aus dem werden, als ein solches Geldgeschent an die Unteroffiziere. Wenn demokraten.) durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit, durch die Re- Abg. Hahn( dt.): Die Redner haben meist ihr Wohl- Umstande ergebe, daß Berlin so freidenferisch ist"; daß der form des Einjährig- Freiwilligen- Instituts auch die Stellung der wollen für die Unteroffiziere bekundet, aber ich fann doch nicht größte Feind der Entwickelung der fatholischen Gemeinde die Unteroffiziere reformirt werden muß, dann wird man auch die absehen, woher eine Mehrheit tommen soll, wenn die Sozialdemokratie ist"; daß in keiner zweiten Stadt der Welt Gehaltsverhältnisse der Unteroffiziere besser reguliren können. verbündeten Regierungen etwa die Besoldung der Unter- es für die Katholifen so traurig aussieht, als in Berlin!" Wenn die Unteroffiziere allgemein zu Offizieren befördert werden offiziere erhöhen wollten, statt diese Dienstprämien zu gewähren. Vergleicht man hiermit die folgende Notiz des„ Ev. Kirchl. Anz.": Missions- Superintendent Merensky berechnet die Zahlen, fönnen, dann wird sich der Einzelne nicht mehr so isolirt fühlen. Diese Dienstprämien sind von der Regierung ausreichend be Redner empfiehlt die Annahme des Kommissionsantrages. gründet worden; jede Ausgabe, welche der Schlagfertigkeit des welche bei der evangelischen Mission in Afrika in Betracht Inzwischen ist ein Antrag Windthorst Orterer ein- Heeres diente, hat noch immer die Zustimmung der Mehrheit des tommen, folgendermaßen: Es giebt auf dem Missionsfelde in gegangen, 2 400 000 M. zu Dienstprämien für Unteroffiziere deutschen Volkes gefunden, und ich glaube, das wird auch bei Westafrifa 103 Missionare, 146 eingeborene Geistliche, 100 000 zu bewilligen und zwar sollen je 1000 m. nach 12 jähriger Dienst dieser Ausgabe schließlich der Fall sein. Die Stellen, welche den Getaufte und 15 000 Schüler, in Südafrika 456 Missionare, zeit gewährt werden. Militäranwärten offen gehalten sind, sind wirklich nicht ver- 91 eingeborene Geistliche, 345 000 Getaufte und 73 000 Schüler, lockend genug, um die Unteroffiziere 12 Jahre im Dienst zu in Ostafrika 100 Missionare, 5500 Getaufte und 2000 Schüler, halten. Redner verlieft einige der Anzeigen über freie Militär- in Madagastar 68 Miffionare, 859 eingeborene Geistliche, anwärter- Stellen und schließt mit dem Wunsche, daß die Mehr- 327 460 Getaufte und 135 000 Schüler, in ganz Afrika 727 Missio heit des Reichstages die verbündeten Regierungen unterstügen nare, 1096 eingeborene Geistliche, 777 960 Getaufte und 225 000 möchte bei den Bestrebungen nach Stärkung der Wehrhaftigkeit Schüler. Eine reiche Ernte! An den Afrikanern will sich das Wort erfüllen, die letzten werden die ersten sein." des Reichsheeres. Um 44 Uhr wird die weitere Berathung bis Sonn- so ist man thatsächlich versucht, mit einzustimmen in den Refrain: abend 12 Uhr vertagt. " Nach Kamerun! Nach Afrika!" der Armee. Abg. v. Benda( natl.) erklärt sich für die Bewilligung der Regierungsvorlage oder wenigstens für die Annahme eines der beiden vorliegenden Anträge. Die Regierung habe früher ihre Forderung schon vorgebracht; der Reichstag habe nur die Erhöhung der Gehälter der Zivilbeamten bewilligt, weil man nicht wissen fonnte, daß die Finanzlage sich so gut erhalten würde. Die Finanzlage gestattet die Aufbesserung der Lage der Unteroffiziere. Lokales. " " 1 Der Abg. Grillenberger( Soz.): Wir lehnen diese Forderung Kellnerinnen- Elend. In einem Lokale in der Romman selbstverständlich ab, weil wir zur Erweiterung und Vertheuerung bantenstraße, nahe der Lindenstraße, das sich durch seine auf des Militärwesens überhaupt feinen Groschen bewilligen. Man fälligen Ankündigungen und durch seinen Namen für Fremde fann von einem Kriegsminister nicht verlangen, daß er sich viel mehr als für Berliner bemerkbar macht, werden, wie uns mitge mit Volkswirthschaft befaßt, aber das fönnte auch ein theilt wird, von dem Wirthe etwa 20 bis 25 Kellnerinnen bes föniglich preußischer Kriegsminister wissen, daß die Lebens. Einen verständigen Leitartikel über die Sonntagsruhe schäftigt. Daß im wohlverstandenen Geschäftsinteresse darauf haltung der bürgerlichen Kreise nicht in steigender Tenbringt ein hiesiges bürgerliches Blatt in seiner letzten Nummer. gesehen wird, nur hübsche und ansprechende Mädchenerscheinun denz sich bewegt und dies kein Anreiz für die Unteroffiziere Der, übrigens weibliche, Autor erinnert daran, daß keine Ma- gen für diese Kellnerinnen- Stellungen zu nehmen, liegt in der fein tann. Thatsächlich sind die Löhne allenthlaben im Sinten begriffen.( Widerspruch rechts.) Wenn die Einkommen bei den schine immerwährend funktioniren kann, also auch wohl diejenige Natur der Sache. Gehalt bekommen diese Mädchen nicht; da nicht, die man menschliche Arbeitskraft nennt. Der Vergleich gegen haben sie täglich an den Wirth i Mark pro Person zu Agrariern infolge der Schnaps- Liebesgabe und des Einfuhr zwischen der Maschine und dem Arbeiter dränge allerdings ernste bezahlen, und zwar als Entgeld für die Gewährung der sogen. verbotes von Fleisch und Vieh, infolge der Getreidezölle sich ge- Gedanken auf. Denn die Maschine foste theures Geld und es halben Garderobe", d. h. eines Kostüms, das die Kellnerinnen steigert haben, so beweist das nicht, daß die Lebenshaltung im bedeute großen Verlust, wenn sie durch eine ununterbrochene Be- in der Ausübung ihres Berufes tragen und das allerdings die allgemeinen besser geworden ist. Gerade die Umstände, die Ihnen dort drüben( rechts) zur Besserung verholfen haben, haben noth- nuhung ruinirt werde; dagegen gebe es der Arbeiter mehr als Bezeichnung halbe" Garderobe mit Recht verdient, denn es wendig dazu beigetragen, die Lebenshaltung der übrigen Be- genug, oder wenigstens mehr, als heute Beschäftigung finden fängt oben spät an und hört unten früh auf!" wie eine alte völkerungsklassen zu verschlechtern. Wenn trotz alledem die könnten, und man bekomme sie fast umsonst. Die Schließung der Berliner Redensart sagt. Aus dieser Garderobe zieht der Wirth Unteroffiziere in den Kasernen nicht zu halten sind, so dürfte Geschäfte an den Sonntagen sei eine Wohlthat für die Angestellten also eine monatliche Ginnahme von 750 M. Das Kostüm beſteht Unteroffiziere in den Kasernen nicht zu halten sind, so dürfte der Geschäfte. Dagegen fönne sie für den kleinen selbständigen aus kurzem, wenig über die Knie reichendem Rock, schwarzem das wohl mit den Verhältnissen wesentlich zusammenhängen, die Geschäftsmann unter Umständen hart sein. Die reichen Inhaber Sammetmieder, Haube, Schuhen und Strümpfen. Rechnet innerhalb der sogenannten Ferienkolonien( Heiterkeit) vorhanden den täglichen Bedarf einer Kellnerin für Erfind. der großen Geschäfte könnten es wohl aushalten. Der Kleine man Der Kriegsminister hat davon gesprochen, daß die Ladenbefizer sei aber versucht, gerade dann sein Geschäft offen nährung, Wohnung und Privatgarderobe nur auf 1 M. Kompagniechefs in den Unteroffizieren tüchtige, brauchbare, zuzu halten, wenn die großen Geschäfte geschlossen seien; denn eben 50 P., so ergiebt sich die niedliche Summe Don verlässige Gehilfen haben müßten. Eine sehr große Anzahl hier hätte er eine Gelegenheit, Kundschaft zu erwerben. Im 23 000 m., die ein solches Lotal in einem Jahre an Trinkgeldern von Unteroffizieren wird sich sehr wundern, hier als Ge- Grunde genommen sei auch die Ruhe am Sonntag erst ein Vor- aufbringen soll. Der Wirth stellt natürlich nicht zu wenig hilfen bezeichnet zu werden. In dem Verkehr mit den theil, wenn an den übrigen Tagen lohnende Beschäftigung vorhanden Kellnerinnen ein; lieber mehr, denn jede Kellnerin hat ja täglich Offizieren fann man von diesem Gegenseitigkeitsverhältniß sei. Staat und Gesellschaft möchten deshalb dafür sorgen, daß eine Mart zu zahlen. Wie Einnahmen und Trinkgelder in solchem nur wenig bemerken. Gerade der Umstand dürfte wesentlich dazu Raufleute wie Arbeiter Wochentags hinreichend verdienten, um Lokale erzielt werden, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. beitragen, daß die Leute sich wieder heraussehnen nach den Fleisch Sonntags gern auszuruhen. Denn was nügt mir die So lange das Mädchen jung und hübsch ist, geht das Geschäft, töpfen des bürgerlichen Letens, die nach den Ansichten des Ferner, welcher Kaufmann so lange bis sie alt oder, was noch öfter der Fall ist, magentrant Ministers in so gefülltem Maße vorhanden sind. Wir sind über: Ruhe, wenn ich nicht müde bin?" haupt keine Freunde des Prämienwesens, sondern würden wün- werde gern hohe Ladenmiethe zahlen, wenn er fein Geschäft wird, infolge des übermäßigen Biergenusses. Dann blickt selbst schen, daß die Unteroffiziere besser bezahlt werden, aber bewilligen mache? Es bleibe also dem Staat und der Gesellschaft noch viel das Pflegepersonal der Krankenanstalt mit Geringschägung auf die werden wir dazu nichts.( Heiterkeit.) Wir verlangen von Ihnen, zu thun übrig, um Erzeugung und Vertrieb der Güter planmäßig Kellnerin". Daß das arme Geschöpf ebenso wie Taufende andere weibliche und männliche Arbeitskräfte ihren Körper ruinirt daß bessere Bezahlung ermöglicht wird im Rahmen dessen, was zum Wohle Aller zu organisiren. Die Verfasserin des Leitartikels, dessen Hauptgedanken wir hat im Dienste eines spekulativen Unternehmers, daran denkt fchon bewilligt ist. Wenn die Unteroffiziere im Kriegsfalle in die vorstehend treu wiedergegeben haben, ist- Baula Erbswurst, Niemand; am allerwenigsten aber unsere jungen Leute aus der Lücken der Offiziere einzutreten und die Führung zu übernehmen Hausvogteiplatz links". Das bürgerliche Blatt, welches den sogenannten besseren Gesellschaft, die solche Vergnügungslokale fähig sind, so müßten sie in der Friedenszeit erst recht in die Artikel enthält, ist der„ ult". Diese Zeitung ist keineswegs so mit schneidiger weiblicher Bedienung besonders zu frequentireu Offizierstellen aufrücken tönnen. Viele Unteroffiziere haben einen schlecht und Paula Erbswurst ist die verständigste Kraft, über pflegen. höheren Bildungsstand als mancher Offizier. Ließe man welche„ ult" und" Berliner Tageblatt" zusammen verfügen. biese aufrücken, so hätte man nicht nöthig, zum Prämien Gs mag allerdings ein leiser Zweifel gestattet sein, ob sie Mit Unrecht verdächtigt und in Untersuchungshaft ge system zu greifen. Daß das nicht ter Fall ist, liegt in dem ganzen Staats- und Gesellscha tssystem. Die Herren ist, was sie sagt. Es kommt ja auch vor, daß eine blinde Henne daß er der Thäter mehrerer in einem Hause der Kommandanten liegt in dem ganzen Staats- und Gesellscha tssystem. Die Herren auch selbst weiß, wie vernünftig das Meiste von dem bracht wurde ein Hausdiener, gegen den man den Argwohn hegt, auf der rechten Seite haben durch ihren Beifall bei den Ausfüh einmal ein Körnchen findet. Aber gleichviel einmal ein Rörnchen findet. Aber gleichviel durchweg schlecht straße begangener Diebstähle sei. In dem Hause befindet sich ein rungen des Reichskanzlers zu erkennen gegeben, daß sie allein ist prädestinirt seien, die Offizierstellen im deutschen Heere zu beſt die bürgerliche Preſſe doch immer noch nicht. Man thäte ihr Restaurant und zu dieſem gehört die im Keller gelegener fehen, alle anderen, mögen sie noch so gebildet und patriotisch unrecht, wenn man fte allein z. B. nach einem Eugen Richter Regelbahn. In einem Nebenraume der Regelbahn waren beurtheilte und also das Kind mit dem Bade ausschüttete. Einen zweimal Kleidungsstücke, einmal ein neuer Anzug, das fein, tönnten höchstens als Unteroffiziere verwendet werden. Der Freund des„ Berl. Tagebl." hörten wir neulich fagen: Dieses andere Mal ein neuer Anzug und ein neuer Ueber Reichskanzler hat auf die soziale Gefahr hingewiesen, allerdings Blatt sei gut, aber seine Wigbeilage, der„ Ult" sei ungenießbar. zieher, die Angestellten des Restaurants gehörten, gestohlen in etwas trasfer Weise. Er hat geglaubt, daß das Anmalen des G3 muß offenbar umgekehrt heißen: Die Wize des Tagebl.", worden, wobei der Dieb das Thürschloß erbrach. Der Haus rothen Gespenstes so auf die bürgerlichen Parteien hier werde der humoristischen Beilage zum„ ult", sind ohne Salz;" aber der fnecht, der unter dem Verdachte des Diebstahls verhaftet wurde, einwirken können, daß sie sich am Ende doch entschließen, diese ult" ist manchmal vernunftig. ist jetzt, nach mehreren Wochen, wieder aus der Haft entlassen Position zu bewilligen. Dabei war auch die Rede davon, daß" worden, weil sich keine belastenden Momente für ihn finden heutzutage Elemente in die Armee eintreten, die bereits Ju Bezug auf die Anfrage eines Lefers: ob die städtischen ließen. Gleichwohl ist er, unter gleichzeitiger Auslöhnung für mit umstürzlerischen Ansichten infizirt, daß dem Straßenreiniger jest auch mit dem Reinigen der Pferdebahn- einige weitere Wochen, entlassen worden. Mit einem Verdacht gegenüber recht träftige Vorsichtsmaßregeln nothwendig Schienen beauftragt werden, theilt uns Jemand, der über diese gegen Hausdiener find manche Leute gegenwärtig etwas sehr find. Der Umstand, daß die jungen Leute schon oft Angelegenheit unterrichtet ist, folgendes mit: Es existirt in der voreilig. mit fertiger politischer Meinung eintreten, ist nicht daran That ein Abkommen zwischen der Stadtverwaltung und der Schuld, daß der Unteroffizier- Stamm nicht mehr mehr so Berdebahn- Direktion, welches jedenfalls eine billigere Herstellung Wir erhalten folgende Berichtigung: Im Norden der zusammenzuhalten ist wie früher. Die Leute sehen vielmehr den dieser Arbeit ermöglicht. Die Pferdebahn- Verwaltung hat für die Stadt, in der Griebenowẞtraße, beginnt ein Artikel im„ Vorwärts Dienst als eine Verpflichtung an, zu der sie herangezogen werden, Reinhaltung der Straßenfläche innerhalb ihrer Geleise selbst zu Nr. 46 vom 26. Februar d. J.). Derselbe ist in allen feinen der sie sich aber so bald als möglich entziehen, weil sie der An- forgen. Diese Arbeit wird jedoch gegen Zahlung einer bestimmten Angaben falsch. Die Thatsachen sind folgende: Die Gesellen sicht sind, daß dieses System dem Bolte auf die Dauer nicht zu- Summe an die Stadtverwaltung von den Arbeitern der Straßen- find bis vorige Woche ohne Abkürzung der Arbeitszeit beschäftigt träglich ist und sie auch nicht geneigt sind, fich länger so be reinigung mit ausgeführt, und da sich beim Fegen der Geleise die worden und nicht, wie in diesem Jahre in sehr vielen Fällen, handeln zu lassen. Bei Gelegenheit eines Prozesses in München Schienen mit Schmuz füllen, so müssen dieselben nach dem jedes- wegen Mangel an Arbeit entlassen worden, trotzdem der betreffende fagte ein Unteroffizier, der vor seiner Einreihung in das Militär maligen Fegen von städtischen Arbeitern gereinigt werden; denn Meister einen großen Reservevorrath aufzuweisen hat; nur aus Mitglied eines sozialdemokratischen Fachvereins gewesen, aus, die Arbeiter der Pferdebahn- Verwaltung treten erst von 6 Uhr Rücksicht für die Arbeiter, damit dieselben nicht ohne Beſchäf daß sich die Mitglieder gegenseitig zu guter Führung ermunterten, ab in Attion und tonnten unmöglich bis zum Beginn des Be- tigung sein sollten, ließ er arbeiten. Es hatten sich aber um in die Stelle eines Unteroffiziers einzurücken. Solche Leute triebes ihre ganze Strecke gereinigt haben, da dieselbe aus leicht mit der Beit sehr viele Unzuträglichkeiten eingeschlichen, fo werden doch auch durch eine Geldprämie fünftig nicht erfauft erklärlichen Gründen nicht zu klein für jeden Arbeiter bemessen ist. 3. B. famen die meisten Gesellen erst Morgens 8 Uhr werden, um beim Militär weiter zu dienen. Nach der Dar fogar noch später zur Arbeit, des Montags wurde fast gar nicht ftellung des Reichskanzlers handelt es sich nicht bloß um Ueber die Konkurrenz, welche die Gefangenenarbeit gearbeitet u. f. w. Daraufhin hat sich der betreffende Meister eine Dienst, sondern um eine Gesundheitsprämie. Wir werden freien Arbeitern bereitet, wird namentlich in dem Nachbarort genöthigt gesehen, Folgendes zu bestimmen: den uns das merken. Wir sind sehr erfreut über die An- Rummelsburg von dortigen Arbeitern lebhafte Klage geführt. Da wir jetzt schon bis 6 Uhr Abends sehen können, fällt die erkennung unserer Machtstellung seitens des Reichslanglers, Dort befinden sich im Ort das Filialgefängniß von Blößenfee welcher meinte, daß wir eine Macht seien, der man nicht blos und das Arbeitshaus der Stadtgemeinde Berlin. Beide Anstalten zeit besser ausnußen und weniger dem Gastwirth Beschäftigung auf sozialpolitischem Gebiete, sondern auch vom militärisch- schicken ihre Mannschaften, tolonnenweise angeführt von einem geben. Sollten dennoch Einige dazwischen sein, welche die Stunde patriotischen Standpunkte aus Rechnung tragen müsse. Der Aufseher, nach denjenigen Stellen hin, wo billige Arbeitskräfte nicht missen können, so könnten ja dieselben die Vesperstunde und qu D g m 2 D D S be CO b น: B n e di C n fe e burcharbeiten. Von Frühstück und Mittag konnte dies nicht| Mibibeweis zufammen zu stellen, ben zu erheben der Staats-| ba biefe allein eintrete für gleiches Recht für Alles, das Menschenangenommen werden, da sonst schon Ueberstunden herauskämen. anwalt für unnöthig erachtete. Der Leytere war der Ansicht, antlig trägt. Jm weiteren Verlaufe schilderte der Vortragende Daß der betreffende Meister das Interesse seiner Gesellen daß dieser Antrag den Zweck der Verschleppung und der Ver- noch des Längeren die Ziele, welche die sozialdemokratische wahrnimmt, ist wohl daraus zu ersehen, daß mehr wie zehn wirrung deutlich an der Stirn trage. Der Strafantrag lautete Partei im Interesse des Boltswohles erstrebe und wies zum Mann schon fünf Jahr, feit Eröffnung der Werkstatt, auf 2 Jahre Gefängniß und Ehrverlust auf gleiche Dauer. Schlusse darauf hin, daß in Deutschland zum Reichstage das thätig sind. Außerdem ist im August vorigen Jahres eine Der Gerichtshof war auch der Meinung, daß dieser Alibi allgemeine Wahlrecht bestehe, daß damit aber auch für Jeden die zweite Werkstätte eröffnet worden, worin 10-13 Mann beweis zu Nichts führen werde, er konnte dem Angeklagten diesen Wahlpflicht erwachse und daß auch die Droschkenfutscher gehalten beschäftigt werden und in dieser zweiten Werkstatt seit dem Beweis aber nicht abschlagen und mußte deshalb wohl oder übel seien, von diesem Wahlrechte Gebrauch zu machen und für dieSeptember v. J. keine Veränderungen vorgekommen sind. die Sache vertagen. jenige Partei zu stimmen, welche am meisten ihre Interessen vers tritt.( Stürmischer anhaltender Beifall.) Hieraus ist zu ersehen, daß die meisten auch gute und einfichtsvolle Arbeiter find, aber ein altes Sprichwort sagt: unter jeder Heerde Schafe ist auch ein räubiges, so scheint sich dies Wort auch hier zu bewahrheiten. Derfelbe, dem dieser Streich zugemuthet wird, hat Aehnliches schon, nach seiner eigenen Angabe, auf mehreren Stellen gemacht. Es wird auf Lohn überhaupt keine Tischlerarbeit gefertigt, nur Polirer werden auf Lohn beschäftigt, und im Interesse der Tischlergesellen arbeiten erstere länger, um die fertig gestellte Arbeit zu bewältigen, da anderenfalls eine Stockung für die Tischler eintreten würde. Was die Wertführer anbetrifft, so sind dieselben verpflichtet, bis zur Beendigung der Aufräumungsarbeiten, welche die Lehrlinge zu besorgen haben, in der Werkstatt zugegen zu sein und selbstverständlich brauchen dieselben dazu Licht. Der Durchschnittsverdienst in der betreffenden Werkstatt ist 24 M. näher. Seine sechsunddreißigste Bestrafung erfuhr gestern der In der Diskussion nahm zuerst Herr Lehrer Rosin das Schwerin durch Urtheil der Wort, welcher, um Irrthümer zu vermeiden, sich) von vornherein Handelsmann Wilhelm Ill. Straffammer des Landgerichts I. Schwerin hat einen als" Deutschfreisinniger" bekannte. Derselbe bekannte sich bezüglich großen Theil des Straf- Gesetzbuchs kennen gelernt, er bat den des" Schulwesens zu den Anschauungen des Referenten. Über Vorsitzenden, sich und ihm die Verlesung seiner 35 Borstrafen zu was dieser wolle, das wollen eben Andere auch. Ebenso sei auch ersparen, er erfenne fie sämmtlich an. Es war ein recht schwerer die freifinnige Partei dafür, daß Haftstrafe nicht durch Geldstrafe Betrug, der ihm diesmal zur Last gelegt wurde. Mit einem nicht ersetzt werden können solle. Aber Versprechen und Durchführen ermittelten Genossen hat er an einem Novemberabende des v. I. fei zweierlei. Ebenso sei die freisinnige Partei gegen jedes einem Schanffeller am Alexander- Ufer einem pol klassen- Wahlsystem, aber Versprechen und Durchführen sei in nischen Arbeiter Dessen ganze Baarschaft, airfa 200 auch hier zweierlei. Die Sozialdemokraten könnten dies ebensoim Rümmelblättchen- Spiel abgenommen. Der Rei wenig wie Andere. Im Großen und Ganzen unterschrieb er Mart, sende hat die Fahrt übers Meer ohne einen Pfennig Geld Alles, was der Referent ausgeführt hatte, nur mit dem Zusatze, antreten und sich auf die Mildthätigkeit seiner Mitreisenden ver- daß auch Andere dasselbe wollen, die nicht Sozialdemokraten sind. lassen müssen. Wenige Tage darauf versuchte Schwerin einen In seiner Entgegnung hob Heine hervor, daß es ihm durchaus alten Schwindel, der ihn schon viele Male ins Gefängniß ge- nicht eingefallen sei, das Versprechen abzugeben, daß die Fordeführt hat. Er war gerade im Begriffe, auf dem Stettiner Bahn- rungen der sozialdemokratischen Partei in nächster Zeit in Erhofe einem Reifenden eine werthlose tombackene Uhr für eine fil füllung gehen werden, wohl aber gab er das Versprechen ab, im zwar Namen aller seiner Fraktionsgenossen, berne anzufchmieren, als er von einem Kriminalbeamten erkannt und was in ihren Kräften stehe, thun und verhaftet wurde. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß von daß dieselben alles, die Forderungen zur Erfüllung zu bringen. weiteren In der Diskussion sprachen die Urtheil auf ein Jahr einen Monat 3uchthaus, Geldstrafe event. noch 10 Tage Zuchthaus und die üblichen Droschkenkutscher Herren Engler, Mörenberg, Kaufmann Nebenstrafen. Goldberg, Fuhrherr Kulnig( welcher besonders die Zumildernden Umständen keine Rede sein könne, diesmal lautete das werden, 150 M.( Beifall.) Nothleidende Großbauern. Eine fidele Hochzeit wurde vor einigen Tagen in einem benachbarten Dorf gefeiert. Braut und Bräutigam waren die Kinder von Großbauern, die Hochzeit follte daher mit Pomp gefeiert werden. Um 11 Uhr Vormittags fand der Aft der Eheschließung auf dem Standesamte statt. Nach den Anstrengungen dieses Aftes mußte natürlich erst unterwegs eingekehrt und ein wenig gefrühstückt werden, und ebenso natürlich wurde dem bestellten Weine wacker zugesprochen. Bald befanden Als ein Mensch von besonderer Gemeingefährlichkeit stände im Droschkenfuhrwesen beleuchtete), Barth, Hoffmann fich Bräutigam und Zeugen in einem feligen" Stadium. In zeigte sich der Handlungsgehülje Friedrich Wolfner, welcher und Stiller, in ihren Anschauungen auf dem Boden des Rezwischen rückte die Stunde der kirchlichen Trauung immer gestern wegen ersuchter Erpressung in zwei Fällen der dritten ferenten stehend. Zwischen dem Lehrer Rosin und dem Abg. Heine Um 2 Uhr sollte die Zeremonie in der Kirche statt Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Am Abende entspann sich nochmals ein Kampf mit geistigen Waffen, nach finden. Schleunigst wurde heimgefahren, um dem Brauts des 9. Januar d. J. wurde ein Kaufmann von dem Angeklagten dessen Beendigung folgende Resolutionen einstimmig zur Annahme 1. Die heute im Böhmischen Brauhause tagende öffentliche zutleiden. Beim Bräutigam machte das merkwürdige Schwierig Damer Straße verlassen hatte. Der Angeklagte stellte an den Bersammlung sämmtlicher Droschkentutscher Berlins erklärt nach paare noch Beit zu geben, sich für den feierlichen Aft um angesprochen, als er soeben die Bedürfniß- Anstalt an der Pots- gelangten: keiten, und als derselbe endlich mit der Braut den Hochzeits- Kaufmann die Forderung, derselbe möge ihm vier Mark geben, dem eingehenden Referate des Herrn Reichstags- Abgeordneten wagen bestieg, da schwankte er, schreibt der Anz. f. b. Hav.", widrigenfalls er ihn Beitlebens unglücklich machen würde. wie ein vom Sturmwind gepeitschtes Schilfrohr. Den Hochzeits: würde ihn arretiren lassen, weil er in der Bedürfniß= Anstalı vorgenommen habe. Der über gäften machte das zwar ganz unbändigen Spaß, aber der Rüfter unzüchtige Handlungen begab sich zum Pastor, um diesem den bedenklichen Fall vorzu diese ungeheuerliche Behauptung empörte Kaufmann wies den tragen. Er kam mit der Ankündigung zurück, daß in dem Angeklagten, der nicht von seiner Seite wich, energisch ab, er Stadium, in welchem sich der Bräutigam befinde, die heilige bolte ein Bund Schlüssel hervor, um eine Waffe in der Hand Handlung nicht vor sich gehen könne. Die Trauung wurde zu haben, falls er auch noch thätlich angegriffen werden sollte. baher um drei Stunden verschoben, damit sich der Bräutigam Der Angeklagte zog es vor, sich mit der Drohung zu entfernen, erst ausschlafen könne. Der Herr Pastor werde dann wieder daß er dem Kaufmann die Knochen im Leibe zerschlagen werde. pünklich zur Stelle sein. Wohl oder übel mußte die Gesellschaft wieder zum Hochzeitshause zurückkehren. Der Bräutigam fchlief feinen Rausch aus, und mehrere Gäste tranten sich während der Beit einen Rausch an. Nach Ablauf der gestellten Frist ging die kirchliche Trauung leidlich von statten. Er Heine folgendes: In Erwägung, daß die Mehrheit der politischen Parteien über meist ablehnend verhalten hat; des Reichstages sich bisher dem wirklichen Arbeiterschutz gegenin fernerer Erwägung, daß die Droschkentutscher Berlins fich bisher der Politik fast vollständig fern gehalten haben in der Meinung, daß, ohne eine solche ihrerseits zu vertreten, ihre In teressen boch gehörig gewahrt werden würden; in weiterer Erwägung, daß durch die Bestimmungen in der Einen ähnlichen Anjall hatte ein anderer Herr seitens des An- Reichs- Gewerbe- Ordnung(§§ 37 und 76) die Aufsichtsbehörden geklagten in derselben Nacht auf dem Potsdamer Bahnhofe zu bestehen, in diesem Falle gelang aber die Verhaftung des scham- berechtigt sind, im Einverständniß mit den Gemeindebehörden losen Erpressers. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte nicht nur Zagen für das Droschkenfuhrgewerbe festzusetzen, sons dern auch alle anderen Bestimmungen über dasselbe zu erlassen, derartige Erpressungsversuche gewerbsmäßig betreibe und häufig genug Erfolg haben mochte, wenn die von ihm Bedrängten eine daß dadurch die Arbeiter bezw. Droschkentutscher in ihrer sozialen Berührung mit der Polizei zu fürchten hatten. Eine derartige Stellung herabgewürdigt und zu Staatsbürgern zweiter Klasse Handlungsweise grenze an Straßenraub und müsse streng bestraft degradirt werden, da diese so einseitig erlassenen Bestimmungen nie oder doch selten dem Gerechtigkeitsgefühl der Angestellten werden. Das Urtheil lautete auf zwei Jahre Gefängniß. entsprechen; Dersammlungen. Droschkenkutscher. Ein Pistolen- Duell fand, wie eine Lokal- Rorrespondenz zu melden weiß, am geftrigen Morgen, furz nach 7 Uhr, in der Nähe des Spandauer Bocks, und zwar in der hinter demselben belegenen Schonung zwischen einem hiesigen Rechtsanwalt und einem Architekten statt. Nach dem ersten Kugelwechsel, bei welchem der Architekt durch einen Streisschuß verwundet wurde, erschien der auf dem„ Bock" stationirte Gendarm, verhinberte die Fortsetzung des Zweikampfes, beschlagnahmte die Waffen und verhaftete den Rechtsanwalt nebst den beiden Sekundanten. Nachdem sich dieselben auf dem Stationsbureau legitimrt hatten, er Die öffentliche Versammlung Berliner folgte ihre Freilassung. Der verwundete Architekt war inzwischen Droichtentutscher, welche am 26. Februar vom Genossen in seinem Wagen nach Berlin geschafft worden. Engler nach dem Böhmischen Brauhause" einberufen war Ein Unglücksfall trug sich in der Nähe des Bahnhofs und unter Leitung des Einberufers, sowie der Herren August Halensee zu. Der Sohn des Bahnbeamten R. vergnügte sich mit Schulz und Barth tagte, hatte sich eines recht regen Bemehreren seiner Kameraden mit Schaufeln, indem sie einen Balfen fuches zu erfreuen. In derselben sprach Reichstags- Abgeordneter quer über einen anderen legten. Beim Schaukeln sprang nun eine über das Thema:" Die politischen Parteien plöglich einer der Knaben ab, wodurch der Balten abrutschte und des Reichstages, die Droschtentutscher Berlins dem kleinen R. auf die Brust fiel. Der Vater fand, wie die und welcher Partei haben dieselben sich anzu " Charlottenb. Gemeinde- 3tg." berichtet, seinen Liebling als Leiche fchließen, um eine Besserung ihrer sozialen vor; der schwere Balten hatte dem Knaben den Brustkaften ein- age herbeizuführen?" Redner beschränkte fich in der Erörterung der Frage, ob die Droschenkutscher sich mit Politit zu beschäftigen haben oder nicht und welcher Partei sie sich anzuJack, der Aufschliher, treibt jetzt ganz nach dem schließen haben, nicht auf den Reichstag allein, sondern mysteriösen englischen Vorbilde in dem Städtchen Rüstrin sein 3og auch den Landtag und das städtische Parlament in Wesen. Daselbst ist dieser Tage eine Frauensperson schrecklich den Kreis seiner Betrachtungen. Redner legte im Einververstümmelt, mit aufgeschlittem Leib vorgefunden worden und ständniß mit der Versammmlung dar, daß Jeder, der nach einer Bekanntmachung des Ersten Staatsanwalts scheint durch seine Steuern, durch seine sauer verdienten Groschen derfelbe Mann dieselbe schreckliche Unthat schon schreckliche Unthat schon um die beizutragen habe zu den Kosten der Stadtverwaltung, auch das Weihnachtszeit an zwei anderen Mädchen ausgeführt, und noch Recht habe, an der Verwaltung der Stadt theilzunehmen. Wenn bei zwei anderen Mädchen versucht zu haben. Der Thäter ist die Droschkentutscher dies wollen, dann hätten sie sich naturgemäß ca. 30 Jahre alt, von mittelgroßer Gestalt, mit blondem Schnurrbart. Er zeigt sich mit Berliner Verhältnissen genau vertraut und scheint hier beim Militär gestanden zu haben. gedrückt. Zu der straje zit und fei das in fernerer Erwägung, daß diese Bestimmungen aber weber durch persönliches Bitten noch durch Petitionen zu Gunsten der Petenten 2c. Abänderungen erfahren haben, und da noch insbesondere durch die Ausnahmestellung, welco die Droschkenkutscher durch die Strafrechtspflege den übrigen Staatsbürgern gegenüber einnehmen, die Lage der Droschken futscher eine unleidliche wird; in fernerer Erwägung endlich, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages sich bisher als solche bewährt hat, welche unentwegt für die Interessen der Ara beiter eintritt, die Droschfenkutscher Berlins fich aber mit der ge= fammten Arbeiterschaft solidarisch erklären, so beschließt die Verfammlung sich der sozialdemokratischen Partei als Mitglieder anzuschließen und das sozialdemokratische Parteiprogramm als für sich bindend anzuerkennen. 2, Die heute im Böhmischen Brauhause tagende öffentliche Versammlung Versammlung sämmtlicher Droschkentutscher Berlins erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten in vollem Maße einverstanden und wird bestrebt sein, nicht wie bisher sich der Mehrheit nach von der modernen Arbeiterbewegung abzu schließen, sondern in Zukunft voll und ganz sich auf den sozialdemokratischen Standpunkt zu stellen, da nur von der sozialdemo kratischen Partei eine Verbesserung ihrer Lage zu erwarten ist. 3. Die heutige Versammlung sämmtlicher Droschkentutscher Berlins protestirt energisch gegen die Auffassung der herrschenden Parteien im Reichstage, daß im Verkehrsgewerbe eine Sonntagsruhe undurchführbar ist und ersucht die sozialdemokratischen Abgeordneten, voll und ganz dafür einzutreten, daß eine solche ein. geführt wird. Die Versammlung spricht den sozialdemokratischen Abgeordneten ihre volle Sympathie aus. der sozialdemokratischen Partei anzuschließen, denn nur diese allein habe die Forderung:" Gleiches Recht für Alle!" auf ihre Fahne geschrieben. Des Weiteren erstrebe die sozialdemokratische Partei eine Erweiterung und Berbesserung des Gerichtswesens dergestalt, 4. Die heutige öffentliche Versammlung der Droschtenkutscher Polizeibericht. Am 26. d. M. Vormittags fiel ein Mann daß Jeder von seinen Standesgenossen abgeurtheilt werden solle. Berlins schließt sich den Ausführungen des Referenten voll und vor dem Hause Lintstr. 2 infolge eines Krampfanfalles zur Erde Bor den Schöffen hätten schon viele Droschtentutscher gestanden, ganz an und beschließt, sich Mann für Mann dem Verein Berliner und erlitt dabei eine so bedeutende Verlegung am Kopfe, daß er als Schöffe hätte aber wohl noch nie ein Droschenkutscher fungirt. Droschkenkutscher anzuschließen, soweit dies noch nicht geschehen nach der Charitee gebracht werden mußte. Nachmittags gerieth Ebenso erstrebe die sozialdemokratische Partei eine Aenderung sein sollte, indem nur durch eine firaffe Organisation eine ein 18 jähriger Schüler vor dem Hause Rottbuser Damm 70 mit bezw. Milderung der Verurtheilung zu Geldstrafen oder Befferung der Verhältnisse der Droschkentutscher zu erzielen ist. Ge soviel Tagen 5. Die heutige öffentliche Versammlung der Droschkentutscher dem 16 jährigen Arbeiter Baspel in Streit und warf ihn zur im Unvermögensfalle zu fo Erde, wobei dieser den rechten Unterschenkel brach. Baspel wurde fängniß. Der Arme sei selten in der Lage, die Geld. Berlins beschließt, nur bei solchen Gast- und Schankwirthen zu nach dem Krankenhause am Urban gebracht. bezahlen, demzufolge Gefängniß verkehren, wo Arbeiterblätter( Vorwärts, Volkstribüne 2c.) ausfelben Zeit stürzte ein Dachdecker von dem Dache des Neubaues hauptsächlich für die Armen da und zu diesen gehören auch die liegen, denn die Berliner wie auch sämmtliche anderen Zeitungen Weberstr. 13 auf die darunter befindliche Balkenlage herab und Droschkentutscher, welche ihre Strafe größtentheils in Perleberg sind nicht gewillt, die Intereffen der Arbeiter zu vertreten. 6. Die heute im Böhmischen Brauhause tagende öffentliche erlitt außer einigen leichteren Verlegungen eine Gehirn abrissen". Wenn die Droschkentutscher eine derartige Abänderung erschütterung, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause wünschten, dann hätten sie sich der sozialdemokratischen Partei Versammlung der Droschtenkutscher Berlins beschließt, in Zukunft am Friedrichshain erforderlich wurde. Abends versuchten zwei anzuschließen.( Ruf: haben wir schon!) Ebensowenig wie bei nur solche Hüte zu kaufen, welche mit einer Arbeiter- KontrollSoldaten gewaltsam in die Schankwirthschaft Kommandanten der Stadtverordneten- Bersammlung der Wille der Gesammtheit marke versehen sind, um die Hutarbeiter vor maßloser Ausstraße 3-4 einzudringen und zertrümmerten hierbei eine Glas zum Ausdruck komme, komme derselbe beim preußischen Landtage beutung der Fabrikanten zu schüßen. Das Der Ueberschuß der Tellersammlung wurde der General bei welcher die Soldaten von ihrer Waffe Gebrauch machten Schulwesen betreffend, legte Reoner klar, daß Preußen nicht Kommission der Gewerkschaften Deutschlands überwiesen. Fast und ein Mann durch einen Säbelhieb am Kopfe bedeutend ver- mehr an der Spize der Zivilisation marschire. Preußen bezw. in spätester Nachtstunde schloß die Versammlung mit brausenden Letzt wurde. Deutschland sei von den Nachbarnationen, insbesondere von Hochrufen auf die internationale völkerbefreiende Soziale Frankreich und der Schweiz, auf dem Gebiete des Volksschul- demokratie. wesens überflügelt worden. Heute gäbe es in Deutschland noch Gerichts- Beitung. eine große Zahl folcher, die nicht lesen und schreiben tönnen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den vierten Berliner Die Konservativen und die Zentrumsmänner gäben es offen Reichstags- Wahlkreis. Man fund, daß sie damit einverstanden seien, daß ein großer In einer zahlreich besuchten Versammlung des Vereins, Theil des Wolfes in Unbildung erhalten werde. Die welche am 25. Februar stattfand, hielt der Genoffe Robert Aus dem Amtszimmer des Staatsanwalts v. Jarczewski Freifinnigen gäben ihr Einverständniß biermit war nicht Schmidt einen Bortrag über:" Der Sozialismus und Eugen im Kriminalgerichtsgebäude au Moabit wurde am 12. Januar so offen zu, aber im Stillen feien sie auch damit einverstanden. Richter." Redner führte ungefähr folgendes aus: Als das Sogiagegen 2 Uhr Nachmittags ein fostbarer Bels gestohlen, welcher Die fozialdemokratische Partei sei die einzige, welche für eine aus- liftengesetz gefallen, da fündigte man der Sozialdemokratie einen Das Steuerwefen betreffend, großen literarischen Feldzug gegen ihre ökonomischen Lehren an. dicht an der Thür im Simmer hing. Um dieselbe Zeit war dem gedehnte Volksbildung eintrete. Hausbiener des Gerichtsgebäudes, Herrn Starke, welcher vor dem zeigte Redner, daß die größte Steuerlast auf den Schultern der- Man begann diefelben Ziraden dagegen geltend zu machen, wie Hauptportal Schnee fegte, ein Mensch ausgefallen, welcher sich jenigen ruhe, die durch saure Arbeit ihre wenigen Groschen ver- während und vor dem Bestehen des Sozialistengesetzes. einen Belz anzog, beffen offenbarer Werth mit dem sonstigen An- dienen und damit sich und ihre Familien erhalten müssen, indeffen versuchte uns nachzuweisen, daß unsere geschichtsphilosophischen zuge des Mannes nicht recht zusammen paßte. Der Mann fiel fich alle Anderen auf Kosten dieser Armen bie, Taschen füllen. Ansichten falsch seien, daß die bürgerliche Gesellschaft die allein bem Hausbiener auf ihn richtete sich auch sofort der Deshalb verlange die sozialdemokratische Partei die Entlastung richtige, die allein wahre und damit diejenige wäre, beren ewiges Berdacht, als ber Diebitaban bem Pels, welcher einen Werth der Armen, Beseitigung der indirekten Steuern und Selbsten Bestehen gesichert sei. Vor Allen zeichnete sich der Führer des von 500 m. hatte, entbed? wurde. Als des Diebstahls verdächtig schäßung. Befremden erregte es in der Versammlung, daß auch Freisinns, Eugen Richter, in diesem„ geistigen" Stampfe aus. dessen Streitschrift gegen den Sozialismus era Binde bald darauf der mehrfach bestrafte Arbeiter Karl Wilhelm bie unſelbſtändigen Droschkenkutscher nicht der Gewerbe- Ordnung, Uts eine wissenschaftliche Studie in der Hitler eingeliefert, welchenfach ausbiener mit aller Bestimmt- sondern der Gesinde- Ordnung unterſtehen, welche den„ Herrn chien, be Dienstboten" eine förperliche Büchtigung selben heit als den Belsträger wiedererkannte. Hiller mußte auch zu berechtigt, dem Dor sich zu haben; man geben, daß er an jenem Tage solche Gamaschen getragen habe, wie angedeihen glaubte, Richter zu laffen. Diese Gesinde- Ordnung sei ein werde die ökonomischen und geschichtsmaterialistischen Lehren fie an dem vermeintlichen Spitzbuben beobachtet worden sind. Ueberbleibsel der der früheren Leibeigenschaft. Diese Ge- eines Karl Mary und Friedrich Engels zu widerlegen so lange das preußische fuchen. Doch das Studium seiner Schrift belehrte und eines mittage des 12. Januar in dem Amtszimmer des Staatsanwalts Dreiflassen- Wahlsystem bestehe. Wenn daher die Berliner andern; wir sahen, daß er seine Kenntnisse des Sozialismus nur und Angeklagte auch noch im letzten Jahre wegen eines ganz ähn- Arbeiter der Gewerbe- Ordnung unterstehen und als Menschen Broschüren, deren Inhalt noch lange nicht den wissenschaftlichen lichen Gelegenheitsdiebstahls vorbestraft worden. Troz dieser betrachtet und erachtet werden sollen, dann hätten sie weiter die Sozialismus ausmacht. Und gegen ein solch' unmaßgebliches schweren Belastungsmomente versuchte der Angeklagte einen Verpflichtung, der sozialdemokratischen Partei sich anzuschließen, Material richten sich die Hauptangriffe Richter in dem Buche, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, ben meiner Entlassung durch meine Freunde eine Siste mit 28,30. 1. März, Vormittags 10 Uhr, bei Joel( früher Keller), Andreasstr. 21: uebungsstunde sämmtlicher zum Bunde gehörender Bereine. Es wird gebeten, erhalten habe. Sollte Jemand auf andere Listen gezeichnet haben, die ersten vier ersten Lieder mitzubringen. so bitte ich denselben, seine Adresse bei Gnadt, Brunnenstr. 38, Franz Nikolaus, Maurer, Borsigstr. 31. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am abzugeben. Sonntag, den 1. März, Abends 6 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Genosse Auerbach. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein. Genossen und Genoffinnen werden zu recht zahlreichem Besuch eingeladen. Tambourverein„ Deutsche Eiche". Heute feine Sigung. Sonntag: Nachmittagspartie mit Damen nach Schmargendorf. Abmarsch% 8 Uhr, TivoltBraueret. Säfte willkommen. Sonntag, den 8. März: Damen- Abend in Anfang 6 Uhr. Billets Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. pro Stück so Pfennig sind beim ersten Borsigenden, G. Sänger, Bellen Literarisches. Bon der ,, Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Ver lag) ist soeben das 22. Heft des 9. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Das unzufriedene Agrarierthum in Preußen. Carlyle und die sozialpolitische Entwicklung Die russische repoEnglands. 11. Von Ed. Bernstein. Von B. Krite lutionäre Bewegung einst und jetzt. IV. schewsky. Brief aus Berlin. Von W. Liebknecht. Feuilleton: Töchter unserer Zeit. Roman aus den modernen Gesellschaftsleben von F. v. Osta. Literarische Rundschau. ( Fortsetzung.) deffen Autorschaft ihm in bürgerlichen Kreisen einen ungeheuren Nimbus eingetragen. Die Widerlegung," welche Richter unseren ökonomischen Grundsäten widerfahren läßt, ist dabei so oberflächlich, daß sie von Jedem, der auch nur einigermaßen in dieje Lehren eingedrungen ist, mit einigen Worten umgestoßen werden fann. Redner geht nun auf die einzelnen Einwendungen, welche Richter gegen den Sozialismus in der angezogenen Schrift macht, näher ein, ihre Unhaltbarkeit in richtiger Weise würdigend. Zum Schluß seines sehr interessanten Vortrages giebt Redner der Meinung Ausdruck, daß man sich vor der Hand gar nicht damit zu beschäftigen habe, wie der sogenannte Zukunftsstaat bis in die Allianceftr. 93, fowie bei allen Mitgliedern zu haben. fleinsten Einzelheiten hinein aussehen werde. Das sei den Leuten Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend. Lese- und Diskutirklub zu überlassen, welche die Umwandlung der heutigen in eine Feuerbach" im Lokale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. fozialistisch geregelte Produktionsweise vornehmen werde. Die eine Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Bechlin, Hornfir. 11. Bese- und Diskutirklub des Arbeiterbildungs- Vereins in Weißensee, Röulte- u. Art und der Entwicklungsgrad der Produktion wird für die Aus- Charlottenburgerstraßen- Ecke bei Klebs. Gäste haben Zutritt. gestaltung der sozialistischen Gesellschaft in ihren Besonderheiten Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends maßgebend sein. Unsere Aufgabe ist es, die heutige Gesellschaft fchaft", Friedenstr. 48 bei Tolltühn. Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein, Freund: Gesangverein" Sanges Echo," zu kritisiren, die Produktionsweise, auf welcher diese Gesellschaft Staligerstraße 142 bei Greifer.- Gefangverein" yrania", Landsberger straße 31 bei Mufehold. bafirt ist, in ihrem Wesen und ihrer Entwicklung zu erforschen, Bermannfir. Gde bet Beiler. Gefangverein„ Glückzu" bet Bergmann, Brinzen Grüne Eiche", Rirdorf, Knesebeck- und die Konsequenzen dieser Entwicklung zu ziehen und die so ge- allee 10.- Gefangverein Treuer Bund" bet ulrich, Arndt- und Friesenwonnene Kenntniß in immer weitere Kreise zu verbreiten, um straßen- Ece. immer mehr Anhänger unserer Ideen zu gewinnen.( Lebhafter Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- GesangBeifall.) Diskussion fand nicht statt. Zu„ Vereinsangelegen verein" Bhön ir", Steinmegfir. 76, bet Lemm. Aufnahme neuer MitgliederGesangverein der Offenbacher Sängerfranz", Deutscher Hof, Luckauer. heiten" wurde bekannt gegeben, daß die Mitglieder, welche frank straße Nr. 15, Uebungsstunde um 9 Uhr. Gäste willkommen. Musikverein Bitherklub gewesen oder welche arbeitslos sind, für die Dauer der Vorwärts" Abends 8-10% Uhr, Annenstr. 14, part. " Waldrose", Abends 9 Uhr bei Kleemann, Lausitzerstr. 41. Sitherklubar= Krankheit bezw. Arbeitslosigkeit vom Zahlen der Beiträge monte", Uhr Uebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplaz 7.- Tambour entbunden sind. Sie sind jedoch verpflichtet, ihre Mit- Verein, Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, Waterloo- Ufer 14. Brüffel, 27. Februar. Vor dem obersten Militär- Gerichtshof gliedsbücher abstempeln zu lassen.- Zu Kontrolleuren Aufnahme neuer Mitglieder. Berliner Turngenossenschaft. 8. Männer Abtheilung. Abends wurde heute gegen vier von den Grenadieren verhandelt, welche für den Osten wurden hierauf die Genossen Ließ und 9-11 Uhr.- übed'scher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung sich am 4. Februar in dem Gefängniß der Grenadierkaserne Schüler gewählt. Nachdem die Versammlung den Vorstand furni Abends 8-10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Königstädtisches Gym- schwere Ausschreitungen zu Schulden kommen ließen. Aus den ermächtigt hatte, zum 1. Mai eine Festlichkeit, ähnlich den Fest- nasium, Elisabethstraße 57-58. lichkeiten, welche am 30. September vorigen Jahres stattgefunden, in willy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141, Genoffen sind freundlichst sozialistischen Bewegung in feinerlei Zusammenhang stehen. Statklub„ t a mi ch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends Uhr, Sigung Verhandlungen ergab sich, daß diese Ausschreitungen mit der zu arrangiren, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die eingeladen. Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10.„ Privat= Drei der Angeklagten wurden zu zweijähriger, der vierte zu dreiTheater Gesellschaft Schneeglöckchen" im Lokal Veteranen internationale Sozialdemokratie geschlossen. straße 9 bei Bettin. Theater- Verein ,, Giaconda", Abends jähriger Einstellung in eine Straffompagnie verurtheilt. 9 Uhr, Sigung. Verein Lustige Brüder", Abends 9 Uhr, Bimmerleute General Bersammlung der Freien Vereinigung am Brüderstr. 26. Montag, den 2. März, Abends 8 Uhr, in Rehliz Salon, Bergstr. 12. Tages- Liebzeit, Wrangelstr. 30. Gäste willfom. Bergnügungs- Verein" Lustige 13", Abends 9½ Uhr, bei Vergnügungsverein Sorgen: ordnung: 1. Bortrag und Distuffton über Bourgeoisie und Sozialdemokratie. breder", Mendelssohnftr. 4, Sigung mit Damen. Gäste willkommen. 2. Berschiedenes und Fragetasten. Jeder Zimmerer ist willkommen. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 1. März, Abends 6½ Uhr, Ver- Roller'scher Stenographen- Verein Süd- West Berlin", Abends fammlung Grenadierstr. 33 bei Seefeld. Vortrag des Herrn Peus über 8½ Uhr, im Restaurant Körner, Barutherstraße 1, Unterricht und Uebung. Kleidung und Gesinnung. Nachdem gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. Reinickendorf und Umgegend. General- Bersammlung des Fachvereins der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter am Sonntag, den 1. März, Vormittags 11 Uhr, im Lotal des Herrn Lüdicke, Amendeftr. 1. Tagesordnung: 1. Bericht des Borsigenden über Thätigkeit des Vereins. 2. Wahl eines ersten Borsitzenden. 3. Vereinsangelegenheit. Um pünktliches Erscheinen der Mit glieber ersucht der Vorstand. Achtung Schuhmacher. Swet öffentliche Bersammlungen finden am Montag, den 2. März, Abends 8% Uhr, statt. 1. Jm Lotale Königshof, Bülowstr. 37. Tagesordnung: 1. Die Sozialifirung der Masse infolge der tapitalistischen Produktion. 2. Diskussion. Ref. Kollege Süßmeter. 2. In Heises Salon, ftehung und Folgen. 2. Distusfion. Nef. Wilhelm Werner. Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Krise, ihre EntDer Turnverein„ Wedding"( dem Berliner Turnrath angehörend), der fett 29 Jahren besteht, eröffnet am Dienstag, den 3. März, seine dritte Sehr lings- Abtheilung in der 19. und 166. Gemeindeschule, Ruheplatstr. 5-7, welche regelmäßig Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr turnt. Gäste willkommen. Anmeldungen werden auf dem Zurnsaal entgegen genommen. " " " Sprechlaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Naum dafür abzu geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Seit einiger Zeit sind verschiedene Gerüchte in Umlauf, nach welchen für mich auf Listen Hunderte von Mark gesammelt sein sollen. Ich erkläre hierdurch öffentlich, daß nur meine Familie während meiner zweimonatlichen Gefängnißstrafe, von der ich frank zurückkehrte, von einem Privatmanne mit wöchentlich 15 M. unterstützt worden ist, und daß ich außerdem nur noch am Tage Volkversammlung !! Auf!! für Rummelsburg u. Umgegend onniger Bergeshöhe gereifte am Sonntag, den 1. März, Borm. 11 Uhr, in der Gräfl. Reischach'schen Brauerei zu Stralau. 0 Tages Ordnung: 1. Das Programm der Sozialdemokratie. Referent: Reichstags- Abg. Molkenbuhr. 2. Diskuſſion. 3. Wie stellen sich die Genoffen zur Wahi 335/108 eines Vertrauensmannes für Stralau- Rummelsburg? 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Möbel a. Theilz. Hugo Lewent, Lothringerstr. 75. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse 3. Jn zweiter Auflage erschien soeben: Die Apfelsinen, wirklich füße, dünnschalige, rothe Früchte, à Stück nur 3 Pf., empfiehlt, wie im Vorjahre, das Apfelsinen- Versand- Geschäft Depeschen. ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefi Antwort wird nicht ertheilt. Vorsicht! Es erscheint uns sehr zweifelhaft, ob ein Ber trauensmann Ihnen bei einer solchen Ermittelung dienen könnte und wollte. bereit. C. F., Liegniterstraße. Zu mündlicher Auskunft find wir O. R. Nein, natürlich wenn Sie sonst jagdberechtigt sind. Anua. Wir können Ihnen nur mündliche Auskunft ers theilen. A. 17. Vorläufig wohl die Fortbildungsschule. A. K., Schwerin. Von Ihrer Anfrage ist uns nichts be kannt. Richten Sie dieselbe noch einmal direkt an uns. Zwei Wettende 52. Im Jahre 1879. 2. G., Greifswalderstraße. Ju Rouvert ist sicherer. Praktischer Zahn- Arzt Süddeutscher Postillon Nr. J. Semmel, verfäufer lohnender Rabatt. 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Auf die von dem Vertheidiger Rechtsanwalt Freudenthal( Berlin) beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde jedoch das Urtheil der Straffammer zu Eberswalde nebst den demselben zu Grunde liegenden Feststellungen aufgehoben und zur anderweiten Entscheidung an die erste Instans zurückverweisen. Sonnabend, den 28. Februar 1891. Arbeiterbewegung. 8. Jahrg. Gerichts- Beitung. ihr VerBildstock, 25. Februar. Trotz aller Mühe, welche sich die brecher geworden seien, daß wenn die Fabrikanten dieselben Vertrauensmänner des Rechtsschutz- Vereins geben, nimmt die unter sich vertheilen würden, auf Jeden noch nicht ein Ganzer Die Fabrikanten hatten( und dies erklärt die Streitstimmung unter den Bergleuten zu. Der Erlaß des Mi- kommen würde. Parteinachrichten. nisters, den Sie wohl schon kennen, tritt nur einigen irrigen lange Dauer des Ausstandes) in dem von ihnen vom Zaun geEberswalde. Nachwehen von der letzten Reichstags- Wahl. Ein Gleiches gilt von einem Flugblatt, das vom Vorstand des Monat Januar herrschende Flaue in unserem Gewerbe und die Eberswalde. Nachwehen von der letzten Reichstags- Wahl. Auffassungen entgegen, welche sich bei den Leuten festgefeht hatten. brochenen Kampf bisher zwei mächtige Verbündete die im Um 17. Februar war Genosse Herrmann von hier damit be- Knappschaftsvereins verbreitet wurde. Der Knappschaftsvorstand infolge des hartnäckigen Winters eingetretene allgemeine Arbeitsschäftigt, in Heegermühle, einem Dorfe unweit von Eberswalde, hat die Sache dadurch verbösert, daß er eine oder zwei Eingaben losigkeit. Diese natürlichen Bundesgenossen der Fabrikanten verfozialdemokratische Wahlflugblätter zu verbreiten. Derselbe hatte der Bergleute unbeantwortet ließ. Ginige Forderungen der lassen dieſelben jetzt. fein Geschäft schon so ziemlich beendet, als er von dem dort Die Geschäftskonjunktur ist im Steigen begriffen- die ftationirten Gendarmen Gans in der Wohnung eines Arbeiters Bergleute, welche schon unter dem alten Statut erhoben waren erwiſcht wurde. Genosse Herrmann behauptet nun, daß er in der freie Aerztewahl bei Außenpflege, dann daß Jemand nur eine Arbeitsgelegenheit in allen Gewerben mehrt sich wieder, und mit bestimmte Zeit im Knappschaftslazareth zu bleiben braucht, nach mit derselben werden auch die eingehenden Gelder zur Unterbetreffenden Wohnung von dem Gendarmen so kräftig ins Genick deren Ablauf aber nach seiner Wahl selbst ein Krankenhaus stützung der Ausgesperrten wieder reichlicher fließen. gefaßt worden sei, daß er bei Seite taumelte. Die noch übrig wählen kann, Abschaffung der Knappschafts- Distriktsärzte u. f. w.) Die Berliner Arbeiter bilden eine große gebliebenen Flugblätter wurden auf dem Schulzenamt laut An- find in dem neuen Statut unerfüllt geblieben. Augen Masse ist dieselbe erst einmal in Bewegung ordnung des Amtsvorstehers durch den Gendarmen konfiszirt. blidlich richtet sich die Spitze aller Ausfälle, die man in gesezt, dann kann man darauf rechnen, daß Hierbei sagte Herrmann:„ Wegen der Beschlagnahme werde ich den Bergmannswirthschaften hört, gegen die Knappschaftsältesten, große Summen von denselben aufgebracht Protest einlegen und Sie haben mich ins Genich gestoßen." In die" Jajager" genannt werden. Der Vorstand des Rechtsschutz werden. dem letzten Ausdruck erblickte der Gendarm eine Beleidigung, und Vereins will diese Stimmung benutzen. Am nächsten Sonntag Die hiesigen Tabalarbeiter stehen im Kampfe für die InterHerrmann wurde unter Anklage gestellt. Unser Genosse erhob wird in Sulzbach eine Versammlung der Ausschußmitglieder der effen der Arbeiter ganz Deutschlands- sie haben sich als heldennun wegen des Stoßens wider den Gendarm Gegenklage. Diese töniglichen Gruben stattfinden. Dieser soll der Vorschlag gemacht müthige Kämpfer bewährt. Deutschlands Arbeiter werden dies Anklage wurde von der Staatsanwaltschaft der vorgesetzten Be- werden, eine Eingabe an den Knappschaftsvorstand zu richten, zu würdigen verstehen und alles daransehen, die nothwendigen hörde des Gans zur Voruntersuchung übergeben. Der Gendarm wonach die Neltesten fortan auf 2 Jahre gewählt werden und Mittel zur Fortführung des Kampfes aufzubringen. Wenn irgend bestritt, etwas derartiges gethan zu haben, und es wurde nun- das Umt der jetzigen mit dem 1. April, spätestens am 1. Mai zu eine Gattung von Arbeitern berechtigt ist, eine Verbesserung ihrer mehr der Spieß umgedreht und zu der ersten Anklage noch eine Ende gehen soll. Die jetzigen Aeltesten und der Knappschafts- Lage zu beanspruchen, so sind es die Tabakarbeiter zweite, wegen wissentlich falscher Anschuldigung gegen Herrmann vorstand würden also eine dahingehende Statutenänderung zu be- dienst ist ein äußerst trauriger und doch ist ihr Gewerbe eines erhoben. schließen haben. Der Herr Oberpräsident soll um Unterstüßung der lebensgefährlichsten. dieser Forderung gebeten werden. Man glaubt bestimmt und Die Tabatarbeiter, welche sich durch die Härten des Sozia ich theile diese Auffassung- daß dadurch der Streik der ein- liftengesetzes nicht vom rechten Wege abbringen ließen, haben tretendenfalls nicht auf das Saarrevier beschränkt bleiben dürfte, während der vergangenen 13 Wochen bewiesen und werden auch verhindert werden wird. für die Folge bestätigen, daß sie Männer sind, welche trotz Opfer und Entbehrungen fest wie Ein Mann im Kampfe stehen, bis ihnen die Fabrikanten ihr gutes Recht nicht mehr streitig machen. ( Stürmischer Beifall.) Es wird sodann bekannt gegeben, daß die Hausarbeiter Delte, Bartelstr. 27,.Gimsbüttel und Otto, Friedenstraße 12 Gilbeck die Arbeit wieder aufgenommen haben und erHamburg, den 23. Februar.( Mitgliederversammlung der sucht, bei denselben nicht in Arbeit zu treten. Zum zweiten hiesigen Zahlellen des Unterstützungsvereins deutscher Tabak Punkt der Tagesordnung werden zunächst die Statuten der zu Die Gründe des Erkenntnisses des Reichsgerichts Tauten: arbeiter, am Sonnabend, den 21. Februar 1891, in der Konkordia.)| errichtenden Genossenschaft verlesen und beschlossen, die BeitrittsDie Revision, welche Verlegung der SS 185 und 164 des Auf der Tagesordnung stand: 1. Stand der Aussperrung; 2. Be erklärungen in den nächsten Tagen entgegen zu nehmen. rathung der Statuten zur Errichtung einer Genossenschaft. Bum Die imposante, von 4000 Mitgliedern besuchte Versammlung Straf- Gesetzbuches und des§ 266 der Straf- Prozeßordnung rügt, ersten Bunfte erhielt der Kollege v. Elm das Wort. Derselbe wurde sodann gegen 11 Uhr geschlossen. erweist sich als begründet. Die Hinweisung auf§ 266 der Straf- führte aus, daß sich seit unserer legten Versammlung Manches Prozeßordnung hat nach der Ausführung, daß die festgestellten Thatsachen es im Untlaren lassen, inwiefern die Anzeige des An- ereignet habe, was auf unsere Aussperrung einen günstigen Eingeklagten eine objektiv falsche fet, und überhaupt nicht ersehen fluß ausüben werde. Was den augenblicklichen Stand der Aussperrung anbelangte, lassen, weshalb dieselbe eine wissentlich falsche gewesen sei, so sind die Kollegen in den verschiedenen Filialen jetzt auch bereit, unverkennbar die Bedeutung, daß sich dieselbe zugleich auf die für uns einzutreten. Unsere Kollegen Witt und Stromberg haben Nuter der Auflage des Betruges hatte gestern der HolzBeleidigung beziehen soll, welche mit den Vorgängen zu Heeger alle Filialen besucht, und die Arbeiter der Firma Herzel in Northändler Wilhelm Prenzlow vor der vierten Straffammer des mühle, die den Gegenstand der Anzeige bildeten, in zeitlichem und heim, sowie diejenigen der Firma Schmidt in Herford haben die Landgerichts I zu erscheinen. Im Jahre 1876 stand der Kauförtlichem Zusammenhang steht. In dieser Beziehung aber ist Arbeit eingestellt, trotzdem Herr Schmidt jun. sowohl wie der mann Möhring mit dem Angeklagten in Geschäfts- Verbindung. anzuerkennen, daß die Entscheidungsgründe nicht mit Bestimmtheit Kompagnon des Herrn Herzel sich sofort auf die Reise begaben, Prenzlow hatte an Möhring ein Guthaben von 2678 Mart, mußte ersehen lassen, worin die festgestellte Beleidigung gefunden um die Arbeiter umzustimmen. Auch haben die Kollegen in Minden, lagen und erftritt auch ein obsiegendes Erkenntniß. Da der wurde. Als Anhaltspunkt dafür bietet sich nur die Aeußerung die für die hiesigen Firmen Ziegenbein und Klein u. Buschke ar Schuldner zahlungsunfähig war, so unternahm der Angeklagte dar, welche Angeklagter zu dem Gendarm Gans auf dessen beiten, die Arbeit eingestellt. Diese wollen gleichzeitig verschiedene vorläufig feine Schritte gegen ihn. Erst im Jahre 1887, also Erklärung, daß er nun mit den Angeklagten fertig sei, dahin ge Mängel, die in der dortigen Hausarbeit herrschen, beseitigen. Die 12 Jahre später, wurde der ahnungslose Schuldner plötzlich von than haben soll, ja wir aber noch nicht; darüber, daß Sie mich Hausarbeiter dort bekommen nämlich 1 M. 50 Pf. weniger, wie einem Gerichtsvollzieher heimgesucht, welcher im Auftrage des hier gestoßen und geschubst haben, werde ich Sie besonders be- die Arbeiter in der Fabrit. Man sieht daraus, daß die Fabri- Angeklagten die Pfändung vornahm. Der Letztere hatte das Gr. fanten nur auf das Land gehen, um den Preis nicht nach der kenntniß mit der Wollstreckbarkeitsformel versehen lassen und ging Arbeitsleistung, sondern nach der Ausbeutungsmöglichkeit bestimmen nun gegen den Schuldner, dessen Verhältnisse sich inzwischen geEs wurden 500 Mark baares Geld, eine zu können. Auch in Rehme haben die Arbeiter der Firma Lang- bessert hatten, vor. goldene Uhr nebst Rette und verschiedene Mobilien gepfändet. hans u. Jürgensen die Arbeit eingestellt. Um die Arbeiter zum Weiterarbeiten zu bewegen, habe der Möhring bewirkte eine Einstellung des Verfahrens und strengte Buchhalter der Firma in der Versammlung, in welcher Stromberg gegen Prenzlom die Klage an. Er erbot sich zum Beweise, referirte, behauptet, die Noth unter den Ausgeschlossenen in Ham- daß bereits im Jahre 1876 eine Einigung mit Prenzlow Der Kläger Nicht weniger stillschweigend verhalten sich die Entscheidungs- burg sei so groß, daß dieselben sich nur noch von Kartoffelschalen stattgefunden habe. behauptete, daß gründe gegenüber der Feststellung, daß die Anzeige, welche An- ernährten, womit er jedoch gerade die gegentheilige Wirkung, als damals eine Hypothek von 15 000 m. von Prenzlow cedirt habe. geflagter am 7. März 1890 gegen den Gendarmen Gans bei dem von ihm beabsichtigt, hervorgebracht habe. Der Letztere habe hierdurch sein Guthaben für getilgt anerkannt Amtsgerichte zu Eberswalde erstattete, eine wissentlich falsche ge Eine in den ersten Tagen der Woche stattgehabte Privat- und sich außerdem verpflichtet, für einen damals von Möhring wesen sei. Daß diefelbe objektiv falsch war, stellt die Straftammer Unterredung einiger Ausgeschlossenen mit der Firma Weißflogg unternommenen Bau so viel Holz zu liefern, daß der aus der in hinreichend bestimmter Weise fest, indem sie annimmt. u. Fischer beweise, wie sehr das Bedürfniß nach einer Einigung Hypothek entstandene Ueberschuß ausgeglichen wurde. Möhring daß die Beschuldigung, der Gendarm habe den Anzeiger in das in den Kreisen der Fabrikanten vorhanden sei am Schluffe behauptete auch, daß er damals ein Schriftstück über diese VerGenick gestoßen, daß er der Anzeiger zur Seite getaumelt derselben habe Herr Weißslogg im Einverständniß mit Herrn einbarungen aufgesetzt und an Prenzlow zur Unterschrift aussei, durch die Aussage des Gans, wonach er den Angeklagten Muhle, dem Präjes des Fabrikantenvereins, erklärt, daß, wenn gehändigt habe. Der Letztere habe aber immer Ausflüchte genicht berührt habe, widerlegt werde. Dagegen schweigen die die Arbeiter an einem Tage ihren Austritt aus den Vereinen macht, wenn er um Rückgabe des unterschriebenen Schriftstückes Gründe vollständig darüber, in welchen Thatumständen das Be- unterschreiben würden, die Fabrikanten ihnen schon am nächsten gebeten wurde und schließlich sei die Angelegenheit in Vergessenwußtsein des Angeklagten gefunden worden ist, daß in Wirklich Tage volle Aktionsfreiheit bezüglich Wiedereintritts in dieselben heit gerathen. Prenzlow bestritt dagegen, daß ein solcher Verfeit ein Berühren des Angeklagten, welches als Mißhandlung lassen würden. trag stattgefunden habe. Das betreffende Grundstück wurde im gedeutet werden konnte, durch den Gendarmen nicht stattgefunden Die Arbeiter der Firma hätten es einstimmig abgelehnt, fich Jahre 1877 unter den Hammer gebracht, wobei die Hypothek habe. Einer hierauf bezüglichen Angabe bedurfte es um so mehr, auf eine solche Komödie einzulassen. In falsch verstandenen Ehr von 15 000 Mart ausfiel. Die Anflage nimmt an, daß als von den Zeugen, welche die Behauptung des Angeklagten gefühl beständen die Fabrikanten auf ihren Schein, um der Börse Prenzlow eine so lange Zeit verstreichen ließ, bevor er seine mehr oder weniger bestätigen, anerkannt wird, daß sie, wenn und ihren Freunden in der Gesellschaft gegenüber sich als Sieger Forderungen geltend machte, um den Nachweis des in Frage auch befangen zu Gunsten des Angeklagten, immerhin nach ihrer geriren zu können. Es liege nach seinem Dafürhalten im Inter stehenden Vertrags zu erschweren. In der Zivilflage erbot der individuellen Anschauung die Vorgänge so aufgefaßt haben, wie esse der Fabrikanten selbst, nach einen auch von ihrer Seite mit Beklagte Prenzlow sich zur Eidesleistung darüber, daß jener Versie von ihnen dargestellt wurden, und dadurch die Erwägung so großer Ausdauer geführten Kampfe einen für beide Theile an- gleich nicht stattgefunden habe. In der zweiten Instanz leistete nahe gelegt wird, inwiefern nicht auch bei dem Angeklagten eine nehmbaren Frieden zu schließen die Arbeiter könnten und Möhring einen Gid dahin, daß der Vertrag doch stattgefunden gleiche, wenn auch mißverständliche Auffassung habe Play greifen dürften auf ihr gesetzliches Bereinigungsrecht und sei es auch nur habe und es trat noch ein wichtiges Beweisstück hinzu, welches fönnen.( Folgen die Unterschriften.) für einen Tag, nicht verzichten. gegen Prenzlow sprach. Bei dem Letteren wurde der Vertrag Um jedes Gefühl der Bitterkeit zu begraben, um auch für die Zu gefunden, aber die untere Stelle des Schriftstücks, wo die UnterDanzig. In Westpreußen beginnt eine rege Agitation für funft mit den Arbeitern ein harmonisches Verhältniß herzustellen, sei schriften gestanden hatten, war durch Feuer vernichtet. die Sozialdemokratie. Eine imposante Versammlung der den Fabrikanten zu empfehlen, die Organisation der Arbeiter als Voraussetzung der Anklage, daß Prenzlow selbst diese theilDanziger Sozialdemokraten tagte am Montag, den 16. b. M., einen gleichberechtigten Faktor anzuerkennen von Siegern und weise Bernichtung der Urkunde vorgenommen habe, erwies über den Reichstag und die Arbeiterschutz- Gesetzgebung". Herr geäußert hätten, mit einzelnen Personen welche während des Jahre 1880 in seiner Wohnung ein kleines Schadenfeuer stattim Saale des Herrn Kressin in Schidlig. Herr Jochem sprach Besiegten könne dann keine Rede sein. Wenn einige Fabrikanten sich als unrichtig, die Behauptung des Angeklagten, daß im Riesop schilderte die heutige wirthschaftliche Lage der Arbeiter, wobei Kampfes in den Versammlungen sie besonders scharf angegriffen gefunden hatte, wobei eine ganze Anzahl Papiere an einer Seite er ble per ländlichen Proletarier und der Frauen hauptsächlich in Be- hätten, nicht verhandeln zu wollen, so könne diesem Wunsche, angebrannt wurden, konnte durch die Beweisaufnahme erwiesen tracht zog. Gine Resolution fand einstimmige Annahme, die da sagt, daß sofern der Fabrikantenverein denselben offiziell äußern würde, werden. Der Angeklagte bestritt, daß er auf die ihm von Möhring die Danziger Parteigenossen mit der Haltung der sozialdemokratischen Rechnung getragen werden, da die betreffenden Personen der gemachten und zu Papier gebrachten Vergleichsvorschläge eingeFraktion vollständig einverstanden sind. Eine zweite Resolution Sache wegen gern zurücktreten würden. gangen sei, er habe vielmehr die Cession der Hypothek nur als Wenn die Fabrikanten sich jedoch vielleicht mit der Hoffnung eine Sicherstellung seiner Forderung angesehen, die er wieder verlangte die Verhängung der Sperre über den Bierausschank der Wickbold'schen Brauerei aus Königsberg, weil die Direktion es schmeichelten, mit anderen Personen leichteres Spiel zu haben, so geltend machen konnte, wenn die Hypothet, wie es geschehen sei, verhinderte, daß in ihrem Lokale eine Bersammlung des sozial- feien sie im Irrthum, die Sache bleibe dieselbe- der Kurs ausfiel. Der Zeuge Möhring blieb mit voller Bestimmtheit bei demokratischen Bildungsvereins abgehalten werden konnte. Die der Alte. der gegentheiligen Behauptung. Auf Grund dieses Zeugnisses, Bei Beginn des Kampfes hätten die Bremer Fabrikanten sowie des Urtheils des Kammergerichts, wonach Prenzlow ver Abstimmung ergab einstimmige Annahme. Die Königsberger Genossen wurden in derselben aufgefordert, hierzu ebenfalls die hiesigen aufgefordert, auszuharren selbst wenn der Kampf urtheilt worden war, hielt der Staatsanwalt denselben für überStellung zu nehmen. Der Vorsitzende, Genosse Witti, schloß die 18 Wochen währen sollte. Die 13 Wochen seien vergangen, ohne führt und beantragte gegen ihn eine Geldstrafe von 600 M. Der vom besten Geiste beseelte Versammlung mit einem Hoch auf die den Fabrikanten den erwünschten Erfolg gebracht zu haben Gerichtshof folgte dagegen den Ausführungen des Vertheidigers internationale Sozialdemokratie. Nach Schluß der Versammlung ein beträchtlicher Theil der Hilfstruppen der Fabrikanten, die N.- 4. Becker, hielt das Beweismaterial nicht für belastend genug, trug der Gesangverein" Frei" noch das Lied" Ein Sohn des Arbeiter in den Filialen, sei jest mit neuem Muth in die Reihen und fällte ein freisprechendes Urtheil. Boltes" vor, welches großen Beifall fand. der für ihre gerechte Sache fämpfenden Arbeiter eingetreten die übrigen würden voraussichtlich bald folgen. 13 Wochen lang Stakfurt. Eine Bergarbeiter Versammlung tagte am feien die Gelder zur Unterstügung der Ausgeschlossenen aufdas Interesse für den Kampf sei gerade in der 22. Februar im„ Fürstenhof." Der Referent A. Siegel aus gebracht worden Gelsenkirchen legte zum ersten Punkt der Tagesordnung Zweck lehten Zeit in den Kreiſen der Arbeiter gestiegen- es sei und Ziele des deutschen Bergarbeiter Verbandes flar. Nachdem das genügend Bürgschaft dafür, daß sollten die Fabrikanten Yangen." Wäre in der That in der Ankündigung einer Klage wegen Mißhandlung ein Ausdruck der Mißachtung gegen den Gendarmen erkannt worden, so hätte diese Annahme durch Angabe der Gründe gerechtfertigt werden müssen, woraus die Berechtigung derselben auch für den Revisionsrichter hervorging. Dieses ist nicht geschehen. deutscher Bergarbeiter. -Versammlungen. er Die Zu Gunsten der Arbeiter- Bildungsschule Genoſſe Märtens die Siegel'schen Ausführungen unterstützt und feinen Frieden mit den Arbeitern schließen auch noch für fand am 25. Februar unter Zeitung des Genossen Gumpel in beschloß die Versammlung einstimmig den Beitritt zum Verband| der Norddeutschen Brauerei eine öffentliche Versammlung statt, ber Anschluß aller Bergarbeiter einmüthig befürwortet war, weitere 18 Wochen die Gelder aufgebracht würden. An ein Verzichtleisten der Arbeiter auf ihr Roalitionsrecht die von Damen und Herren derartig zahlreich besucht war, daß In übereinstimmender Einmüthigkeit tönne jetzt, wo sich mit jedem Tage die Situation für sie günstiger der geräumige Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. An Stelle gpielt dann Kamerad Siegel das Mandat als Vertreter der gestalte, nicht im Entferntesten gedacht werden, des verhinderten Reichstagsabgeordneten Schippel Bergarbeiter Staßfurts auf dem nächsten internationalen Berg( Stürmischer Beifall.) sprach Reichstagsabgeordneter Schwarz und zwar über die arbeiter- Kongreß zu Paris, während Kamerad Fritsche als Ber Reichstagsabgeordneter Herm. Moltenbuhr, welcher jetzt erhältnisse im Schifffahrtswefen. Redner schickte das Wort erhält, führt aus, daß bei Beginn des Kampfes wohl voraus, daß er durchaus nicht beabsichtige, einen agitatorischen Reiner geglaubt habe, daß derselbe mit solcher Hartnäckigkeit Vortrag zu halten, sondern nur in furzen Zügen die Verhältnisse 13 Wochen lang von beiden Seiten geführt werden würde. In im Schifffahrtswesen beleuchten wolle. Die Zeit nahe jetzt wieder der Geschichte der Arbeiterbewegung fei es wohl einzig, daß heran, wo viele Knaben die Schulen verlassen, um sich einem während eines so andauernden Kampfes noch nicht mehr Streit- Lebensberufe zu widmen. Da habe sich vielleicht in manchen trauensmann gewählt wurde. Mit einem Hoch auf den Verband erfolgte Schluß der äußerst einzeichnung in die ausgelegten Mitgliederlisten erfolgte. Bihlreich besuchten Bersammlun, worauf eine wahre Maſſen waren, wurde. Köpfen, veranlaßt durch romantische Erzählungen oder Lektüre,| Hilfe, Arzneien u. f. w. gewähren, existiren zur Zeit schon in Vortrag über Bellamy's Ein Rückblick aus dem Jahre der abenteuerliche Gedanke festgesetzt, zur See zu gehen. Anderer- mehreren Städten Deutschlands. In Halberstadt z. B. zahlten 2000 auf 1887" hielt. Von einer Diskussion wurde Abstand ge feits glauben viele Arbeiter, auf der See ein freieres Leben zu haben, die Mitglieder wöchentlich 30 Pf. und hatten dafür vollständige nommen. Unter Verschiedenem wurde zunächst ein Antrag, den als in den Fabriken und wenden sich den Häfen zu, un auf Schiffen ärztliche Behandlung und unentgeltliche Arznei; es war ferner Raffirer 2 pet. der Einnahme als Remuneration zu gewähren, Im Weiteren wurde vom Kollegen Dienste zu nehmen, besonders Arbeiter aus der darniederliegenden mit Weinlieferanten ein Vertrag abgeschlossen, nach welchem die einstimmig angenommen. ob es nicht möglich sei, Montanindustrie. Beide Theile sähen sich zumeist in ihren Er- Mitglieder des Sanitätsvereins die Krankeuweine zu einem be- Joseph die Frage angeregt, Der Goldarbeiter" eine wartungen bitter getäuscht. Das Schiffsleben mit seiner schweren deutend erniedrigten Preise beziehen konnten, mit Badeanstalten daß in unserer Fachzeitung Statistit( alle 2-3 Monate) Arbeit, mit seiner strengen Disziplin, mit seinen Entbehrungen u. s. w., sodaß jedes Mitglied außerordentliche Vergünstigungen periodisch wiederkehrende und Gefahren sei eben ganz anders, als es in phantastischen hatte. Da aber ein Sozialdemokrat an der Spitze dieses Unter- der in den verschiedenen Orten Deutschlands in unserem Gewerbe Schilderungen dargestellt werde. Die Küstenbewohner und Hafen- nehmens stand, so mußten z. B. die Angehörigen der königlichen gezahlten Durchschnittslöhne veröffentlicht würde, wodurch ver städter, die von Jugend auf mit dem Schiffsleben im Zusammen- Werkstätten und auch noch zahlreiche andere Arbeiter aus dem mieden werden soll, daß Kollegen, welche ihr Domizil nach einer hange stehen und in dasselbe hineinwachsen, sind mehr geeignet, Verein austreten, und es wurde ein neuer Verein gegründet, der anderen Stadt verlegen wollen, Stellung annehmen, in welcher Schiffsdienste zu verrichten, als die Binnenländer, die noch nie dem alten ähnlich war, aber seine Leistungsfähigkeit nie er der Lohn den dortigen Verhältnissen nicht entspricht. Nachdem ein Schiff betreten haben. In interessanter und fachlicher Weise reichte. noch der Vorsitzende die Kollegen zur recht regen Betheiligung schilderte der Vortragende mancherlei Erlebnisse aus seinem lang- Derartige Einrichtungen können nun wohl dazu dienen, an den Sammlungen für die ausgesperrten Gewerbe aufgefordert jährigen erfahrungsreichen Seemannsleben, die wohl geeignet eine fleine Hilfe zeitweilig gewähren. Ist aber hat, schließt derselbe die Versammlung. Die nächste Versamm den Seemannsberuf seines falschen romantischen unser Streben, einem jeden Menschen ärztlichen Beistand lung findet Dienstag, den 17. März, in Feuerstein's Restaurant, Nimbus zu entkleiden. Redner führte die realen Ver- sowohl wie Heilmittel zugänglich zu machen, so muß es Alte Jakobsir. 75, statt. hältnisse des Schifffahrtswesens vor Augen, besprach die See- vor allen Dingen dahin kommen, daß die Verhältnisse von Grund Der Fachverein der Bau- und gewerblichen Hilfs- Ar mannsordnung vom Jahre 1872, welche das Schifffahrtswesen aus umgestaltet werden. Erst dann ist es uns möglich, für unsere gesetzlich regelt, die an sich zwar einen wesentlichen Fortschritt eigene Gesundheit und die unserer Frauen und Kinder hinreichend beiter für Reinickendorf und Umgegend hielt am 15. seine öffentliche Mitgliederversammlung ab. gegen die frühere ordnungslose" Zeit bedeute, die aber den zu sorgen.( Lebhafter Beifall.) heutigen Zeitverhältnissen nicht mehr entspreche und dringend Die Genossen Dietrich, Heitmann, Reichling und Koopmann Herr F. Feldmann aus Berlin hielt einen Vortrag über die reformbedürftig sei und reformirt werden müsse, sofern verhindert hoben hervor, daß auch in Berlin ein Sanitätsverein existire und Ursachen des Massenelends, der mit großem Beifall aufgenommen werden solle, daß schließlich die meisten feetüchtigen jungen Leute forderten zum Beitritt auf. Deutschland den Rücken wenden und die Marine selbst der Die Genossen Pausche, Frist und Martini sprachen im Sinne Thal. Hierauf theilte der stellvertretende Borsigende mit, daß An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Maire und nöthigen geeigneten Kräfte entbehre; Redner demonstrirte ferner des Referenten. das Zurückstehen der deutschen Schifffahrt hinter derjenigen Folgende Resolution wurde gegen die Stimme des Genossen am 1. März d. J. in demselben Lokal eine beschließende Mitanderer Länder, insbesondere England und Amerita, in Bezug Wolf von der Versammlung angenommen: gliederversammlung stattfände und schloß die Versammlung, nach auf Heuerung( Löhnung), Behandlung, Rost 2c., zeigte, wie seitens Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen dem folgende Resolution angenommen war: Die öffentliche Mit der deutschen Rheder- und Rhederei- Gesellschaften die Ausnutzung des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, für den Bergliederversammlung des Fachvereins der Bau- und gewerblichen in systematischer Weise betrieben werde, wie trotz der geringen liner Sanitätsverein zu wirken und die Solidarität der Arbeiter Hilssarbeiter für Reinickendorf und Umgegend ist mit den AusHeuerung eines deutschen Matrosen( 45-50 m. monatlich, auch auf sanitärem Gebiete zu beweisen. führungen des Referenten einverstanden und erklärt, daß die während England 80-90 M. zahlt), dieselben sich nicht ent- Unter Berschiedenem" forderte Genosse Noack die Versam- jeweilige Krise unheilvolle Folgen für die Arbeiter nach sich zieht. blöden, Chinesen( Kulis) und Kamerunneger für 15-20 m. melten auf, das Bier der Adler- Brauerei nicht zu trinken, da die In Erwägung dessen verpflichten sich die Versammelten, mit aller monatlich einzustellen, zeigte, daß die Seeleute demgegenüber selbe feine Räume zu Versammlungen hergeve. Eine diesbezüg- Energie für die Ideen der Sozialdemokratie einzutreten und die gewissermaßen noch große Kinder" feien, die ihre Lage noch nicht liche Resolution wurde mit dem Bemerten zurückgewiesen, daß selben zur Verwirklichung bringen zu wollen." erkannt hätten, was bei ihrem Berufe erklärlich sei, daß aber infolge das Sache der Lokalkommission ſei. der Ausbreitung der Dampfschiffe auch die Seeleute anfangen, fejhafter zu werden, sich aufzuklären und Fühlung zu gewinnen mit der gesammten Arbeiterschaft, daß auch die Zeit kommen werde, wo die Seleute sich dem Sozialismus zuwenden und in diesem Falle, da sie international seien, der Sozialdemokratie kraftvolle BahnArbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Am brecher werden würden. Lebhafte Anerkennung wurde dem Vor- Sonntag, den 22. Februar, tagte eine Ausschußsizung des Arbeiter tragenden gezollt. Die Diskussion war eine sehr animirte, und Sängerbundes, um folgende Tagesordnung zu erledigen: 1. Aufes wurden die Verhältnisse im Schifffahrtswesen, auf Ausnahme von Vereinen, 2. Gehalt des Bundesdirigenten, 3. Gewandererschiffen u. dergl., wie a ch die Lage der Wasser- denken wir am 18. März einen Liederabend zu veranstalten? Charlottenburg. In der am 19. Februar stattgefundenen proletarier" von den Genossen Millarg, Goldberg, 4. Verschiedenes.- Zur Aufnahme haben sich wiederum acht Rost, Rodrian, Heidtmann, Dornbusch und Vereine gemeldet. Sechs Vereine wurden aufgenommen, während Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow Tenschel in lehrreicher und fesselnder Weise besprochen. In zwei zurückgestellt wurden, da deren Vertreter nicht erschienen Charlottenburg sprach Genosse Pirch über:„ Der Kampf ums die hochinteressanten Debatten kam leider ein Mißton, indem der waren. Was das Gehalt des Bundesdirigenten betrifft, so ist Dasein." An der Diskussion betheiligten sich mehrere Redner im Sinne des Referenten. Eine Resolution wurde angenommen, Student der Medizin, Herr Peters, sich wieder einmal veran- der Ausschuß sich dahin einig geworden, dasselbe nach den laßt fühlte, seine Weisheit vom Stapel zu lassen, was eine gründ- Uebungsstunden resp. Konzerten 2c. zu berechnen und zwar für welche besagt:" Die heutige Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow- Charlottenburg erklärt sich mit dem Fiche ſeemännische Kopswäsche des Herrn Studenten Peters zur eine Uebungsstunde 20 M. und für ein Konzert 25 Mt. Üeoung Referenten einverstanden und ist der Meinung, daß die heutigen Der zweite Punkt der Folge hatte. Sonst war der Erfolg des Abends ein großer, um stunden finden alle sechs Wochen statt. so mehr, als das erörterte Hauptthema bisher nur wenig oder Tagesordnung fand damit seine Erledigung, indem beschlossen schlechten Gesellschaftszustände nur durch die Sozialdemokratie zu gar nicht zur Diskussion gestanden hatte und vielen dadurch Ge- wurde, am 18. März einen Liederabend zu veranstalten und beseitigen sind. Sie verpflichtet sich, mit allen Kräften dahin zu legenheit geboten worden war, einen Einblick in die Verhältnisse zwar im Saale der Brauerei Friedrichshain( Lips). Ein An- streben, daß der Kampf ums Dasein in der heutigen Form auf auch dieses Theiles der Arbeiterschaft zu gewinnen. Nach vertrag, welcher besagte, daß in Erwägung der Stärke des Bundes hört." Zu Verschiedenem verlas Genosse Pirch einen Artikel aus schiedenen Mittheilungen schloß der Vorsitzende die stattliche Ver- bei Einführung von Gästen sich das Lokal zu klein erweisen der Charlottenburger freisinnigen Zeitung Neue Zeit" mit der fammlung mit einem Hoch auf das Gedeihen der Arbeiter- würde, die Frauen diesmal auszuschließen, wurde abgelehnt, da Ueberschrift: Die Sozialdemokratie in der Klemme Bildungsschule. auf jedem Gebiete die Frau dem Manne gleichsteht. Zu diesem Hierzu wurde folgende Resolution angenommen:„ Die heutige Feste ist ein Vergnügungskomitee von 7 Genossen gewählt. Der Versammlung des Wahlvereins erklärt, daß unsere Partei Vorsitzende macht bekannt, daß die nächste Uebungsstunde jeden- durch kritiken, wie die in Nr. 38 der Charlotten falls am Sonntag, den 1. März, stattfindet, es wird im Vor- burger Neue Zeit" nicht gespalten werden kann. Sie empfiehlt dem Artikelschreiber, erst die wärts" bekannt gegeben. Betreffs der Lokalfrage wird den Vereinen dringend em- deen der Sozialdemokratie zu studiren, ehe er pfohlen, nur in solchen Lofalen zu tagen, welche auf der Lokal- sich an eine Kritik unserer Partei wagt. lifte verzeichnet resp. wo Arbeiterblätter ausliegen, widrigenfalls solche Vereine vom Bunde ausgeschlossen werden. " Eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen fand unter dem Vorsitz des Genossen Koopmann am Dienstag, den 24. Februar im Wedding- Park" statt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Die Krankheiten und Sterbefälle, besonders bei Frauen und Kindern, wie hilft der Staat, wie helfen wir uns felbst?" ergriff der Reichstagsabgeordnete Genosse Heine das Wort und führte aus: Hierauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen, don nernden Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ge: schlossen. " " In dem Versammlungsbericht in Nr. 47 des Vor wärts" vom Verein der Klempner haben sich einige Fehler eingeschlichen. Die bewilligten 150 M. sind nicht für den Agitations fonds nach Hamburg, sondern für die Ausgesperrten zur Unterstützung bewilligt worden. Dann kosten die für Mitglieder und Freunde des Vereins angeschafften Badefarten nicht 30 Pf., sondern sind in dem Verkehrslokal für 27 Pf. zu haben. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, sowett Naum dafür abzu Interesses zur Berfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit bem geben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu verden. In dem Eingesandt( in Nr. 46 d. B.) des Genossen Hein. Ferner forderte Genosse Sillin die Parteigenossen auf, rech rege für unser am 1. Avril erscheinendes Parteiblatt Volksblatt" Ein Antrag, die Abgeordneten Genossen Bebel und Grillen- für die werkthätige Bevölkerung der Kreise Teltow- Beeskow Wie auf so manchen Gebieten herrscht besonders in Bezug auf die Heilkunde noch der krasseste Aberglaube in der menschberger zu ihrem heutigen Geburtstag zu beglückwünschen, findet Storkow- Charlottenburg, Over- und Nieder- Barnim zu agitiren einnimmige Annahme. Nachdem alle Anwesende das Bundes- Da jedoch die Gründung Geld foste, habe die Preskommiffior lichen Geſellſchaft, der die Massen in einer oft ganz und gar lied: die Arbeiter- Marseillaise, gesungen, schließt der Vorsitzende beschlossen, Antheilscheine in Höhe von 5 M. pro Stück auszu stlavenmäßigen Anschauung dahinleben läßt. Bon berufener geben, die nach Jahresfrist rückzahlbar seien. Wer nicht in Seite, d. h. vom Staat, geschieht wenig oder eigentlich gar nichts, die Sitzung. Stande sei, soviel Geld abzustoßen, möge sich an die Vertrauens um diesem Aberglauben die Lebensfähigkeit zu rauben. Eine nur Eine öffentliche Versammlung fämmtlicher in Holz männer wenden und dort nach seinen Seräften beisteuern für das einigermaßen ausreichende Kenntniß des eigenen Körpers, des fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter tagie Unternehmen. Er schloß mit einem Appell an die Genossen, fic Ernährungswesens desselben u. s. w. findet man mit Ausnahme am 23. d. M. unter dem Vorsitz des Kollegen Stein. Der erste recht rege an den Sammlungen hierzu zu betheiligen, damit auch der Mediziner nur bei äußerst wenigen Personen, und am wenig Punkt der Tagesordnung:„ Die Lage der ausgesperrten Arbeiter der Landbevölkerung unsere Jdeen durch das Blatt bekannt ge ſten bei dem Arbeiter. Gerade für den Arbeiter wäre es aber Deutschlands, speziell Hamburgs", wurde, weil der Referent noch geben werden können. Antheilscheine sind zu haben bei Sellin, von der weittragendsten Bedeutung, wenn er nicht nur den Bau nicht erschienen war, vorläufig zurückgesetzt und zum dritten ilmersdorfer- und Scharrenstraßen- Ecke im feines Körpers, sondern auch die Funktionen der einzelnen Rör Punkt, Anträge der Agitationstommission", geschritten. Die Bigarrengeschäft. pertheile einigermaßen kennte. Wir alle wissen, daß vor kommission schlägt vor, Zahlstellen zu errichten und einen geschrittene Krankheiten verhältnißmäßig schwer, häufig Reservesonds zu gründen, um hilfsbedürftige Kollegen zu untersogar absolut nicht mehr zu heilen find, während stüßen. stüßen. Ferner schlägt die Kommission vor, Quittungsbei ihrem Entstehen die Anwendung eines geringfügigen Mittels farten an die Kollegen auszugeben und Markenvertrieb, und zwar eine Heilung in kurzer Zeit herbeigeführt haben würde. Wenn in folgender Form einzurichten: Jeder Kollege erhält eine mit nun die Arbeiter, unter denen bekanntlich ja zahlreiche theils Rubriken versehene Karte, auf welche er sich die gekauften Marken leichte, theils äußerst gefährliche und verderbliche Berufskrankheiten selbst einklebt. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte einstimmig graffiren, infolge genügender Kenntniß ihres eigenen Körpers das Entstehen einer Krankheit beurtheilen könnten, so wäre die Sterb- angenommen. Da der Referent noch immer nicht erschienen war, lichkeit unter den arbeitenden Klassen ohne Zweifel bedeutend übernahm Kollege Rühl das Referat zum ersten Punkt der geringer wie augenblicklich.( Redner führte hier verschiedene Be- Tagesordnung und entledigte sich seiner Aufgabe zur vollsten dorf, betreffs Aushebung des Boykotte der Volksbrauerei, be rufskrankheiten an, z. B. die in den Schwefelholz- Fabriken, den Bufriedenheit der Anwesenden. Folgende Resolution wurde ein- findet sich folgender Satz: weil angeblich der Inhaber des Achatschleifereien u. f. w. herrschenden.) Die Krankheiten der Kollegen aller Orts auf," für die ausgesperrten Arveiter Deutsch- zeichnete Kommission nicht einverstanden erklären kann. Die Ge iminig angenommen:" Die heutige Versammlung fordert die Lokals zu Pankow seinen Saal verweigert," mit dem sich unterEltern haben aber nicht nur für diese felbst eine degenerirende lands fräftig einzutreten." Ein Antrag, den ausgesperrten Tabat- noffen könnten hieraus folgern, daß wir unüberlegt gehandelt Deutsch- zeichnete Wirkung, sondern für die ganze Familie, da die Kinder sehr oft arbeitern in Samburg 30 M. aus dem Agitationsfonds zu be- baben, dem ist jedoch nicht so. Nicht angeblich, sondern dirett den Keim der elterlichen Krankheit mit auf die Welt bringen. willigen, wurde einstimmig angenommen. Unter Verschiedenem ist den Arbeitern der Saal verweigert worden. Der Direktor der Welch ungeheuere Wirkung diese Thatsache in Bezug auf die wurde ein Antrag eingebracht, zur Bauhandwerker- Konferenz Brauerei( jegiger Inhaber des Lotals) gab an Stelle einer 3 Sterblichkeitsziffer hat, erhellt daraus, daß das Durchschnittsalter einen Delegirten zu senden, welcher, nachdem einige Redner dafür fage, einen nichtssagenden Brief und der Pächter verweigerte des Menschen sich auf 32 Jahre stellt. Nimmt man aber das und dagegen gesprochen hatten, mit großer Majoritát angenommen. unsere Anfrage den Saal. Dies zur Klarstellung. Durchschnittsalter des Arbeiters, ohne das der besitzenden Klassen Kollege Stühl wurde als Delegirter gewählt. Als noch oer Frage- Vorgehen des Genossen Heindorf in dieser Sache erklären wi hinzuzurechnen, so erhalten wir höchstens den sechsten Theil des fasten erledigt war, schloß der Vorsitzende mit einem„ Hoch" auf uns einverstanden, da diese Angelegenheit schnell erledigt werden ersteren. Eine unserer Hauptforderungen muß deshalb darin bestehen, die internationale Sozialoemokratie die Versammlung. daß jedem Menschen in der Schule eine genügende Kenntniß Die Lokalkommission von Bankow- Nieder- Schönhausen. Eine Generalversammlung des Fachvereins der feines eigenen Körpers verschafft werde. Wir wollen ja teine Former tagte am Sonntag, den 22. Feoruar, unter Vorsitz des J. A.: W. Schockel, Anatomen ausgebildet haben; aber so viel muß jeder wissen, daß Kollegen Koch. Kollege E. Grenz, Vertrauensmann aus Chemniz, Pantow, Schulzestraße 17. er das Entstehen eines Uebels tennen und eventuell auch gleich sprach über die gewerkschaftliche und politische Entwickelung der eingreifen kann, denn Krankheiten sind besser gehindert als Arbeiter. Redner erledigte fich seines mit großem Beifall auf- Otto Ghlert zu seiner Veröffentlichung in voriger Nummer gar In eigener Sache erklärt Unterzeichneter, daß der Genoffe geheilt. Eine schwerwiegende Ursache der verschiedensten Krankheiten In der Distufion betheiligten fich die Kollegen Rörsten und Bägel. Renntniß gesegt werden konnte, also nicht im Auftrage der Lokal genommenen Vortrages zur vollen Zufriedenheit der Versammlung. nicht berechtigt war, da er von dem ganzen Sachverhalt nicht haben wir ferner in der ungenügenden Nahrung der breiten Godann erstattete der Rasurer, Kollege Müller, den Rassenbericht tommission gehandelt hat. Das betreffende Schriftstück, wor Massen zu suchen. Am schlimmsten ist dieses bei den Frauen und eurde ihm, nachdem die Revisoren ihre Bestätigung aus der Pächter des Lokals im Einverständniß mit dem Direktor deg und Kindern. Die Frau, welche neben der Arbeit auch ihre gesprochen, die Decharge ertheilt. Boltsbrauerei, erklärt hat, seinen Saal zu jeder Versammlung Pflichten als Gattin und Mutter zu erfüllen hat, reibt sich bei einer ungenügenden Ernährung am schnellsten auf und giebt Dann Kindern das Leben, welche den kein des Siechthums schon folgen, weil wurde aber gemahnt zu bezahlen, widrigenfalls die also Genosse Ehlert nicht Avstand nehmen, seine voreilige Gr Die Abrechnung vom Stiftungsfest konnte wiederum nicht er- herzugeben, befindet sich in meinen Händen. Der Boykott mußte. in der Brust tragen und meistens schnell sterben. Die Kinder Namen derjenigen, die nicht innerhalb 8 Tagen ihren Verklärung zurück zu nehmen. find ebenfalls für die meisten Krankheiten sehr empfänglich, denn plichtungen nachgekommen sind bekannt gemacht werden. Zur ihr Körper bedarf einerseits zum Wachsthum der genügenden Nah- Vorstandswahl wurde vom Kollegen Wichmannn der Antrag gerung und Ruhe und andererseits auch, um gleichzeitig die durch stellt, den jetzigen Vorstand in seinem Amte zu belassen, bis der die Arbeit verbrauchte Kraft zu ersehen. Gerade dem heran- Uebergang in die lokale Zentralisation stattfindet und dieser Anwachsenden Kinde ist deshalb ein Mangel an Nahrung u. s. w. trag wurde en bloc angenommen. Unter" Verschiedenem" wurde vom Kollegen Körsten der Antrag gestellt, 100 M. für eine doppelt nachtheilig. mußte. Mit dem W. Schodel Brickhaften der Redaktion. Zu all' diesen Thatsachen gesellt sich auch noch diejenige, daß Musterkollektion von Former Werkzeugen zu bewilligen. Der An- F. G. Arust. Die Klage ist nicht zulässig. Verrufs den Klasse absolut nicht möglich ist, einen Arzt zu Rathe zu ziehen ihr Werkzeug nur vom Kollegen Grenz fernerhin zu nehmen. Arbeiter, oder von Unternehmern gegen Unternehmer ausge es im Falle einer Erkrankung den meisten Familien der arbeiten trag wurde angenommen und es verpflichten sich die Kollegen, erklärung wird nur bestraft, wenn sie von Arbeitern gegen und aus der Apotheke die theueren Heilmittel holen zu lassen. Wer also von den Kollegen Bedarf an Werkzeug hat, wende sich sprochen wird. Wir sind deshalb der Ansicht, daß der Arzt sowohl wie an den Vorstand des Fachvereins. Sodann wurde noch Be= die Apotheken Gemeingut werden und auch dem Kranken unent- schwerde erhoben über ein Vorstandsmitglied und es wurde der geltlich zugänglich gemacht werden müssen. übrige Vorstand ersucht, die Sache zu regeln. Dann schloß der Da der Staat sich nun aber nicht gemüßigt fieht, diese Pflicht Vorsitzende die gut besuchte Versammlung. gegen die Staatsbürger zu erfüllen, so bleibt den Unbemittelten und deren sind 90 pet. desselben nichts anderes übrig, Der Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter Er hat sie ja auch redlich„ verdient". F. S. 100. Er bezieht Pension. Wieviel wissen wir nicht. R. U., Effen. Wir kennen die Vereinigung gar nicht. 3. In vierzehn Tagen. " R. K., Langestraße. Ihre Mittheilungen eignen sich nicht als sich selbst zu helfen, indem sie zu gegenseitigem Beistande und verwandten Berufsgenossen hielt am 17. d. M. in Feuer zur öffentlichen 2arlegung. Wir können Ihnen nur anheimgebent, Genossenschaften gründen. Derartige Genossenschaften, die den stein's Restaurant seine Mitgliederversammlung an, in welcher sich Ihr Recht auf privatem Wege zu verschaffen. Mitgliedern gegen einen sehr geringen Monatsbeitrag ärztliche Herr Guttmann einen mit vielem Beifall ausgenommenen Baumholder. Das tennen wir nicht. Verantwortlicher Redakteur: Curt Vaake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.