Nr. 60. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 R., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. BoftAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost. Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien. Luxemburg. Bortugal, Numänien, Schweden und die Schweiz. Cridelat täglich außer Montags. Vorwärts e Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder betren Raum 50 Bfg. für politische und gewerffchaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", daß erfte( fett. gebructe) Bort 20 Bfg. jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengefuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Big. Borte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernrecher: Amt IV. Nr. 1983. Dienstag, den 12. März 1907. Ein historischer Trrtum Bülows.ierung erklärte, Blanqui nicht ausliefern zu können, weil haben." " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Berniurecher Amt IV Nr. 1984. handlungen mit Thiers erfolglos bleiben würden. Die Unter- Ich räche meinen Bruder"." Ich," rief ein Nationalhandlungen mit Thiers zerschlugen sich. Die Versailler Re- gardist, räche meine Frau, die sie mit erschossen So traten 80 Mann zusammen, die die Eretution dadurch die Pariser Insurrektion erst einen Kopf erhalten vollzogen. Die Schuld für die Füsilierung des Erzbischofs Darbon Als am 25. Februar Fürst Bülow gegen das 8entrum würde. Die Vorstellungen Darboys, den Bürgerkrieg polemisterte und ihm vorwarf, daß es bei dem Wahlkampf doch möglichst human zu führen, beantwortete Thiers mit und der anderen Geifeln fällt also auf das Haupt der Verin einigen Streifen die Sozialdemokratie unterstügt habe, griff ber fügnerischen Versicherung, daß die Armee der National sailler Regierung und der päpstlichen Nuntiatur, die einer er auch auf eine alte Verleumdung zurück, die er folgender bersammlung die ihr zugeschriebenen Verbrechen nicht be- Auswechselung der Geiseln bis zum letzten Augenblick widermaßen formulierte: gangen habe. ftrebten. Sie fällt auf das Haupt der Regierungsmordbuben, Es war ein Unrecht, ein schiveres moralisches Unrecht, zu Diese Verhandlungen zwischen dem Erzbischof Darboy die in den Straßen von Paris ein beispielloses Blutbad infammenzugehen mit einer Bartei, die hier in diefem hohen Hause und der Versailler Regierung währten viele Wochen. Als izenierten und den Racheburst der zur Verzweiflung für die Pariser Kommune eingetreten ist, für die Pariser Vermittler zwischen Darbon resp. der Kommune einerseits Getriebenen entflammten! Kommune, die den Erzbischof Darboy füfiliert hat daran er und der Versailler Regierung und dem römischen Wenn also Fürst Bülow die Geschichte der Pariser innere ich Sie, Herr Bebel, gegenüber der Seiterkeit, die sich Ihrer Nuntius Chigi andererseits übernahm zum guten Sommune etwas sorgfältiger studieren wollte, würde er sich plöglich bemächtigt; die Sache war nicht heiter, die den Zeil der Gesandte der Vereinigten Staaten genieren, die längst dokumentarisch widerlegten Anklagen Erzbischof Darboh erschießen ließ..." Diese Verleumdung der Pariser Kommune spielte in Regierung in Paris, E. V. Washburne, der einzige gegen die Pariser Kommune von neuem zu erheben. Fürst Diese Berleumdung der Pariser Kommune spielte in früheren Wahlkämpfen, als die Schwindler des Reichsver- Diplomatische Vertreter, der während des Bürgerkrieges in Bülow wird natürlich auch diesen historischen Irrtum nicht Paris zurückgeblieben war. Die Verhandlungen, die von eingestehen. Wir hielten es deshalb für unsere Aufgabe, bandes noch kein so reich assortiertes Lager frecher Ver dem Gesandten der Vereinigten Staaten, Washburne, damals diese alte und von dem deutschen Reichskanzler zu neuen leumdungen aufgestapelt hatten, in der Bekämpfung der Sozial. geführt worden sind, sind im Jahre 1878 von der Regierung Ehren gebrachte Geschichtsläge nochmals zu entlarben! demokratie eine hervorragende Rolle. Da Fürst Bülow diefe der Bereinigten Staaten herausgegeben und im Jahre 1887 Verleumdung der Pariser Kommune abermals in Surs ge- von Washburne selbst ergänzt worden. Aus bracht hat, ist es nur zu wahrscheinlich, daß bei dem Lügen diesen Aufzeichnungen Washburnes geht hervor, daß der GeDie russische Revolution. feldzug unserer Gegner auch diese historische Fälschung wieder fandte der Vereinigten Staaten viele Wochen lang un Ein echt russisches" Auslieferungsbegehren. ihre Rolle spielen wird. Im Interesse der historischen Wahr- unterbrochen bemüht war, eine Auswechselung Das Internationale Sozialistische Bureau unterbreitet allen heit wollen wir deshalb dieser Verleumdung die wirklichen des geschichtlichen Tatsachen gegenüberstellen. Erzbischofs Darboy gegen Blanqui durchzusetzen. Partei- Organisationen und Zeitungen das Ersuchen, von der Eins Der Gesandte der Vereinigten Staaten erklärte fo leitung des Auslieferungsverfahrens gegen den Genossen Kilacaili Zunächst ein paar Worte über die Pariser Kom wohl der Versailler Regierung als auch dem Rotis su nehmen. Der Brotest richtet sich vor allem gegen die hin mune felbst. Die Pariser Kommune war ein Aufstand päpstlichen Nuntius gegenüber unausgesetzt, daß das Leben des länglich bekannte zaristische Manier, ein offenbar politisches der Verzweiflung des Pariser Kleinbürgertums und Prole- Erzbischofs und der übrigen Geistlichen in der schwersten Weise Vergehen in ein Striminalverbrechen umzuigen. tariats. Am 28. Januar 1871 war Baris übergeben worden bedroht sei. Auch die Briefe des Erzbischofs selbst beteuerten, Schweiz verhaftet. Die Auslieferung wird unter der Beschuldigung Auf Ersuchen der russischen Regierung wurde Nilacziki in der und damit der Krieg eigentlich zu Ende. Im Februar wurden daß die Gefahr für sein Leben durch die rücksichtslose bes Mordes verlangt. In Wirklichkeit handelt es sich um ein die Wahlen für die französische Nationalversammlung vor: Führung des Bürgerkriegs immer mehr gefährdet werde, daß also reguläres politisches Attentat gegen den Eisenbahnverwalter genommen. Sie ergaben eine reattionäre Mehrheit eine Auswechselung gegen Blanqui dringend notwendig sei. Zwanoff, der sich durch provokatorische fonterrevolutionäre Betätigung von industriellen Großkapitalisten und Agrariern. Dieser Wahlausfall rief in der Pariser Be- So teilte am 11. Mai 1871 der Gesandte der Vereinigten bei seinen Untergeordneten verhaßt gemacht hatte. Nun kann aber Staaten Washburne seinem Bertreter in Versailles vor allen Dingen nachgewiefen werden, daß Kilacziki gar nicht der völkerung die Befürchtung hervor, daß fünftig das französische mit, daß er ein Memorandum des Erzbischofs Darbon selbst Täter ist, sondern dem Attentat nur bei wohnte und dem Attentäter Volt erst recht der kapitaliſtiſchen Ansbeutung und reaktionären an den Runtius Chigi abgesandt habe, worin erneut betont bie sucht erleichterte, Kuechtung ausgeliefert sein werde. Als die reaktionäre National worden sei, daß das Leben des Erzbischofs in höchster Gefahr schwebe. begehen, wenn er bei diesem Tatbestand Nilacziki auslieferte. Der Der Schweizer Bundesrat würde geradezu eine Infamie versammlung givei den Parisern verhaßte Personen zum Polizei- Das in den Aften Washburnes abgedruckte Memorandum betont Fall Ticherniat sollte felbft ben garenfreundlichen Regierungen Europas präfetten und Oberkommandanten der Nationalgarde ernannte, als sie ferner betretierte, daß die am 30. November diese Gefahr selbst aufs schärfste und beteuert, daß die Freilaffung zu benten geben, Blanquis doch keinerlei Gefahr in sich schließe:„ Der WiderDie Folterer. 1870 verfallenen Wechsel, deren Zahlung wegen des Krieges stand von Paris ist ein rein militärischer; der Der„ Nuff. Kur." schreibt: auf unbestimmte Zeit vertagt war, innerhalb zwei tann durch Blanquis Gegenwart nicht er. Wegen der Grausamkeiten, die im Rigaer Gefängnis beTagen eingetrieben werden sollten, erhob sich nicht nur das höht werden. Die politischen und sozialen Ideen der gangen wurden und von denen sich das russische BolizeiBariser Proletariat, sondern auch das gesamte Bartfer Sommune sind weder in theoretischer noch in praktischer bepartement überzeugt hat, verfligte foeben der PolizeiKleinbürgertum, dessen Ruin durch diesen Beschluß Beziehung diejenigen Blanquis; und sollte sich Blanqui der präsident Truffe witsch, eine Anklage zu erheben. geradezu heraufbeschworen wurde. Als schließlich am 17. März Kommune anschließen, so würde dies die Stommune nicht Die Vossische Zeitung" hat behauptet, in Riga feien gar feine in der Ministerratssigung beschlossen wurde, die Pariser nur nicht einigen, sondern viel eher fpalten." Folterungen vorgekommen. Die Untersuchung wird ihr und anderen Nationalgarde zu entwaffnen, und in der Trotz allebem dachte Thiers nicht an eine Auswechselung der Barenfreunden die Augen öffnen. Nacht zum 18. März General Lecomte den Versuch beiderseitigen Geiseln, ebensowenig setzte der päpstliche Nuntius Die Studenten. machte, vor allem die hunderteinundsiebzig Seanonen seinen Einfluß ein, um den gefangenen Erzbischof zu befreien. der Nationalgarde wegzunehmeu, brach der Petersburg, 10. März.( B. S.) Die Drohung Stolypins, die Aufstand der Pariser Bevölkerung aus. Das Pariser Volt Die ganzen durch zahllose Aftenstücke zu belegenden Berniversität dauernd burch Gendarmerie besetzen zu lassen, falls handlungen bewiesen vielmehr, daß weder die Versailler der Neftor den Eintritt von Nichtstudenten in das Universitätsgebäde vertrieb die Regierungstruppen und proklamierte die Som Regierung, noch die päpstliche Nuntiatur irgend welche An- nicht verhindern könne, hat in der Studentenschaft große Erregung mune, d. h. die interimistische revolutionäre Selbstverwaltung strengungen machten, um den gefangenen Erzbischof aus hervorgerufen. Neue Zwischenfälle werden befürchtet. von Paris. Daß die Bariser Kommune keineswegs eine bloße feiner sich täglich gefährlicher gestaltenden Lage zu befreien! Erhebung der Arbeiterklasse der Reichshauptstadt war, Erfreute sich doch Darboy als ehemaliger Günstling Bona bewiesen die am 26. März vorgenommenen Wahlen aum partes nicht der Sympathien der neuen republikanischen Munizipalrat. Bei der Abstimmung entfielen auf 70 Versailler Regierung: ebensowenig besaß er bei der päpst revolutionäre Wahlen nur 25 Arbeiter. 3 wei Drittel des lichen Nuntiatur als ausgesprochene Gallifauer, d. h. fran Rats der Kommune waren aus Klein bürgern zusammen- iii- nationalistischer Briefter, besondere Symgesetzt! Politische Ueberficht. Berlin, den 11. März 1907. Die Freunde" der Arbeiter. pathien. Alle Verhandlungen zerschlugen sich also. Der Die Mugdan und Dirksen, Senning und Die in Versailles tagende Bourgeois Austausch der Gefangenen wurde von Thiers abgelehnt. Sieber- und wie sie alle sonst noch heißen mögen die regierung beschloß, die Pariser Kommune mit brutaliter Gbensowenig mühte sich Thiers, die bestialische Kampfes- Männer der neuen Mehrheit des nationalen Blods" im Waffengewalt niederzuwerfen. Am 1. April erklärte auf Un methode des Mordbuben Gallifet abzustellen. neuen Reichstage haben heute wieder ihre Lippen übertreiben von Thiers die Versailler Regierung Paris offiziell So kam es denn, wie es kommen mußte. Am 21. Mai fließen lassen von sozialpolitischer Bereitwilligkeit, den den Krieg und begann das Bombardement der Reichs- gelang es den Versaillern in Paris einzubringen. Und arbeitenden resp. werktätigen" Klassen mit guten Gesetzen hauptstadt! nun begann ein furchtbarer Kampf der Verzu helfen. Aber das sind Worte, nichts als Worte, die den Diesem Bürgerkriege wurde durch die Regierung zweiflung. Darboy und die mitgefangenen Geistlichen Darbenden feinen Bissen Brot schaffen, so deutliche Brablefofort der Stempel der Bestialität aufgedrückt. Bereits am mußten am 22. Mai nach einem anderen Gefängnis über- reien, daß selbst der Pole Korfanty über die triefende 3. April kam es zur abschenlichsten Abschlachtung von Ge- geführt werden. Auch an diesem Tage fuhr der amerikanische Arbeiterfreundlichkeit des Blocks feinen Spott ausgoß: auch fangenen, welche die Regierungstruppen gemacht hatten. Gesandte Washburne noch einmal zu mac Mahon, dem prüfte er die Busage des Grafen Bofadowsky: den Reichstag Bereits an diesem Tage ließ General Vinoy, wie der Oberbefehlshaber der französischen Truppen, um eine baldigst mit den gewünschten Gefeßentwürfen zu beschäftigen, deutsche Schriftsteller Wittig, der die Kommuneperiode Rettung Darbons durchzusetzen. Diese Unterredung," er- an Beispielen preußischer Sozialpolitik im preußischen Abgein Paris mit durchlebt hat, erzählt, drei gefangene Offiziere zählt Washburne, war aber nichts weniger als ordnetenhause auf ihren Wert, so am Berggefeß usw. Zwei der Kommune erschießen. Daraufhin erließ am 5. April auf ermunternd für mich. Ich verließ das Hauptquartier Seelen, meinte er, wohnen in der Brust all dieser Sozialdiese Füsiladen von Vinoy und andere ähnliche Schlächtereien von des Marschalls mit dem Bewußtsein, daß das Schicksal des politiker". Gallifet hindie Komminne eine Proklamation, in der sie erklärte, Grzbischofs besiegelt sei." Das heißt, die Befehlshaber der Eine turbulente Szene provozierte der Abgeordnete von daß sie durch diese Bestialitäten gezwungen fei, nötigen Versailler Truppen lehnten jede Rücksichtnahme auf das Dirksen( Reichspartei), ein eifriger Gönner des Reichsfalls Repreffalten zu üben. Auf Beschluß des Rats Schicksal der Geiseln ab! Sie jetzten ihre Schlächtereien verbandes, der aus deffen Zügenblättern die didsten Verber Kommune wurden infolge deffen diejenigen, die des Ein- gegenüber den Kommunekämpfern mit gesteigerter Brutalität leumdungen gegen die Sozialdemokratie vorlas und durch verständnisses mit der Versailler Regierung verdächtig waren, fort! diese selbstgefällige Weiterverbreitung offenbarster Unwahrals Geiseln in Haft genommen. Unter diesen Geifeln Defand Der Straßenkampf tobte weiter. Am 23. Mai Iöste heiten einen tiefen Blid in fein Inneres tun ließ, das durch sich auch der Erzbischof Darboy mit mehreren anderen sich der Nat der Kommune bollständig auf. loyale Beklemmungn nicht getrübt wird. Geistlichen. Und am Abend des 24. Mai, als teine Zentralbehörde der Der Arbeiterabgeordnete des Zentrums, Giesberts. Erzbischof Darboy richtete bereits am 8. April 1871 einen Sommune mehr eriftierte, vollzog sich der Nacheakt der pries die Wichtigkeit der Interpellation über das Bohnenlied. Brief an den Präsidenten Thiers, in dem er ihn beschwor, Kommunards an den Geiseln. Darboy nebst den übrigen Er erwartet, daß die Regierung die Versprechungen des Staatssekretärs Bosadowsky baldigst einlöfel Bitter flagte Giesberts seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um ein baldiges Ende des geistlichen Gefangenen wurde erschossen! -Bürgerkrieges herbeizuführen. Auf alle Fälle möge er dahin Diesem Rache und Sühneakt des Volkes aber gingen darüber, daß Dirksen die Streitbrechergarde die gelben wirken, den Charakter des Bürgerkrieges zu die scheußlichsten Schlächtereien und Massenmezeleien am Gewerkschaften gelobt hatte; er meinte, das schädige die mildern. Am 12. April reiste der Generalvitar Lagarde als 23. mai voraus! An diesem Tage wurden die Pariser christlich- nationale Arbeiterbewegung. Er tröstet sich aber Unterhändler nach Versailles, um dort in ähnlichem Sinne weitere Kommunekämpfer rücksichtslos von der Soldateska der Ver- damit, daß die Clique der Scharfmacher isoliert sei. Ja, Vorstellungen zu erheben, namentlich aber auch den Vorschlag zu sailler niedergemegelt! Die Gefangenen wurden au das war sie immer, fie war immer eine nicht übermäßig machen, einen Austausch der Gefangenen dahin vorzunehmen, Hunderten erschossen, nicht nur Männer, sondern auch große, aber eine äußerst einflußreiche Clique, die es daß Blanqui gegen Darboy und die übrigen Geistlichen aus- Frauen! Als die Füfilierung der sechs geistlichen Geiseln durchfette, daß die Sozialpolitik des Reiches unfruchtbar blieb. getauscht werde. Lagarde mußte bei seiner Abreise schwören, erfolgte, meldeten sich zur Erekution Leute, von denen der Genosse Sue charakterisierte die Aeußerungen Dirkfreiwillig ins Gefängnis zurückzukehren, falls seine Ver- leine rief: Ich räche meinen Bater"; ein anderer: Ifens als auf tiefem parlamentarischen Niveau stehend, und wies die Unwahrhaftigkeit der von Dirksen vorgetragenen Behauptungen nach was den Reichslügenverband nicht abhalten wird, die gebrandmarkten Lügen weiter zu verbreiten. Die Arbeiterfreundlichkeit der Dirksen und Konsorten ist vom christlichen Bergknappen" seinerzeit bei der Berggesetzgebung als eine heuchlerische kritisiert worden, was Genosse Hue der Dirksen- Clique ins Angesicht schleuderte. Dann präzisierte Hue nochmals kurz und kräftig die Steliung der sozialdemokratischen Fraktion zur Sozialpolitik und wiederholte, daß die bürgerlichen Parteien seit dem Bestehen des Reichstages, d. h. seit 40 Jahren, die Mehrheit und also immer Gelegenheit hatten, den Arbeitern zu helfen, wenn fie nur gewollt hätten. In ganz Europa erging man sich in viele und besorgnis- feinen politischen Auffassungen nicht fortgeschrittener, sondern konfer erregende( anxious) Spekulationen über die Wirkung, die die bativer und reaktionärer geworden. Daraus erklärt sich seine KampfWahlen möglicherweise auf die deutsche auswärtige Politik haben methode. werden. Die Frage ist schwer zu entscheiden, aber die Kommentare waren meistens fehr übertrieben. Hauptsächlich verantwortlich Wahlnachklänge aus Reuß i. 2. für ihren alarmierenden Ton( alarming colour) war die Mitter- Nachdem die Wahl bei unerhörten Machinationen den Sieg" nachtsrede des Kaisers an die Berliner Manifestanten, die- nach eines nationalliberalen Landrats ergeben hatte, erachtete die dem Bekanntwerden der vollständigen Niederlage der Sozialisten Clique bürgerlicher Wahlmacher im Kreise den Zeitpunkt für geden Palast umgaben. Unbelehrt( unchastened) durch manche kommen, Vernichtungsfeldzug Resultate seiner Beredsamkeit, erklärte der kaiserliche Redner einen gegen die in herausfordernder Sprache, die deutsche Nation werde alle" Reußische Tribüne" zu unternehmen. Eine Hehe, wie sie Hemmnisse niederreiten, die auf ihrem Wege liegen. Es toller selbst im Wahlkampfe gegen unsere Partei nicht betrieben ist nicht mehr als gerecht, wenn tvir hervorheben, daß wurde, setzte ein. Um der verhaßten Tribüne" den Garaus zu der ganze Zusammenhang des Sages, obwohl keineswegs frei machen, wurde veranlaßt, ihr die Inserate, die Abonnenten, ja von Ünklarheit( obscurity) und störenden Andeutungen( disturbing selbst die Ausgabestellen abzujagen. suggestion), fich eher auf die baterlandslosen Gesellen", als auf fremde Nationen bezieht." Der Abgeordnete Pauli- Potsdam machte gegen lettere Unter dem Vorgeben, dem angeblich von der Sozialdemokratie Behauptung unter dem Gelächter der Sozialdemokraten die bedrängten Mittelstand zu helfen, setzten die vereinigten, lächerliche Einwendung: weil die sozialdemokratische Fraktion Also nach Ansicht der Fortnightly" war es nicht mein Artikel, bürgerlichen Parteien" ein Flugblatt in die Welt, das Widerspruch gegen die sozialpolitische Tätigkeit der Bürger- der dem Sieg der nationalen Parole eine beunruhigende Deutung gab. in wüster Verleumdung und Verdächtigung der Sozialdemokratie lichen erhoben habe, sei vieles gescheitert! Natürlich hielt Ein viel wichtigerer Zeuge ist der radikale Abgeordnete Sir im allgemeinen und der„ Reußischen Tribüne" im besonderen sich Pauli, der seine Wahl dem Reichslügenverband ver- Charles Dilke, der zu den hervorragendsten Politikern und sogar die berüchtigsten Sudeleien des Reichsverbandes übertraf. dankt, für verpflichtet, diesen zu verteidigen, und es kam Bublizisten unserer Zeit gehört. Bei der gestrigen Debatte über den Außerdem arbeiteten die Textilfabrikanten Geras nach Crimmitdabei zu den ergöglichsten Szenen. Wieder erklärte fich Flottenetat fagte er: schauer Muster mit Hochdruck, um einen Keil in die gewerkschaftPauli gegen den Befähigungsnachweis, mit dem die KonAlarm wurde hervorgerufen durch eine Rede des deutschen tiche Organisation ihrer Arbeiter zu treiben. Bei Freibier und fervativen zwei Jahrzehnte hindurch als einen HaupthülfsKaisers und durch die Tätigkeit der deutschen Flottenliga. Aber mittel für das Handwerk krebsen gingen, der aber nach Pauli die wirkliche Lage der beiden Flotten ist im höchsten Maße er- unter„ nationalem" Kriegsgeheul wurde ein„ Reichstreuer Textilnichts nügt. Man soll so will er den Mittelstand entmutigend für uns. Die Politik unseres Flottenamtes ist, Deutsch- arbeiterverein" gegründet. Die Mitglieder dieser gelben Gewerklasten, das sei die beste Sozialpolitik. Wie letteres geschehen land zu bewachen. Wer unsere Flottenpolitik verfolgt, fann gar schaft rekrutieren sich zum großen Teil aus ehemaligen Streifsoll, verriet dieser Handwerkerfreund nicht; er verschwieg auch nicht im Zweifel sein, daß sie sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen brechern und Angebern, den Vorsitz führen ein Fabrikdirektor und jedes deutsche Schiff zwei englische Schiffe und noch etwas darüber ein 2ehrer(!), Geldgeber und Ehrenräte" sind Fabrikanten wohlweislich, daß gerade er und seine Freunde dem Mittelzu bauen." und die Werksbeamten rühren in den Betrieben unablässig die stand und die Arbeiter durch den Wucherzolltarif und durch Zu bemerken ist noch, daß wir im Zitate aus der Fort- Werbetrommel. die indirekten Steuern schwer belastet haben. Die höchste Potenz der Hehe wurde aber durch folgendes ernightly" zwei Adjektive vegließen, die zwar nicht beleidigend, aber doch wenig respektvoll sind. Ferner, daß diese Revue schon seit reicht: In allen Fabriken und Werkplägen gehen mehreren Jahren dem Sozialismus absolut feindlich gesinnt ist. die Vorgesezten der Arbeiter von Webstuhl zu Schließlich, daß Diffe sich zwar zu den Demokraten rechnet, aber webstuhl, von Arbeitsplab zu Arbeitsplab und dem deutschen Sozialismus gegenüber eine durchaus ablehnende bieten die aus der Futterkrippe des Reichsver= Haltung einnimmt. bandes fressenden bürgerlichen Zeitungen den Arbeitern für ein wöchentliches Abonnement von 5 Bf. an!!! Den Fehlbetrag zu dem Abonnementspreis wollen die Fabritanten zulegen! Dienstag: Nachtragsetat und Interpellationen über Strafprozeßordnung sowie über behördliche Eingriffe bei Wahlen. Scharfmacherisches aus dem Junkerparlament. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am Montag zunächst nochmals mit der Frage, ob es die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung der Redakteure einiger unserer Parteiblätter wegen Beleidigung des Hauses erteilen sollte. Bekanntlich hatte die Geschäftsordnungskommission ursprünglich dem Antrage auf Strafberfolgung zugestimmt. Die Sache war dann an die Kommission zurüdverwiesen worden, die nunmehr zu dem entgegengesetten Beschluß kam. In Uebereinstimmung damit versagte das Haus einstimmig die Ermächtigung zur Einleitung des Strafverfahrens, die Konservativen betonten aber ausdrücklich, daß prin: zipiell eigentlich jede Beleidigung des hohen Hauses geahndet werden müsse, und auch die Nationalliberalen sind nicht grund fäßliche Gegner eines derartigen Vorgehens. Nur im vorliegenden Falle sah man noch einmal von der Klageerhebung ab. Die fozialdemokratische Presse soll es wenig fümmern, ob das DreiElaffenparlament zum Sadi läuft oder nicht, sie wird sich in ihrer Kritit nicht einschränken lassen und offen genau so wie bisher fagen, was im Interesse der Arbeiterbewegung zu sagen ist. Das Dreitlassenparlament aber sollte sich endlich einmal darüber flar werden, wie lächerlich es sich dadurch macht, daß es so überaus empfindlich gegen jede Kritik ist, obwohl seine Mehrheit es sich nicht nehmen läßt, bei jeder Gelegenheit gegen die Sozialdemokratie zu heben und die Partei zu beschimpfen, die zwar die stärkste in Preußen ist, der aber dank dem clendesten aller Wahlsysteme die Möglichkeit genommen ist, von der Tribüne des Parlaments herab jenen Angriffen entgegenzutreten. Es sei nur daran erinnert, daß erst vor wenigen Tagen der Präsident v. Kröcher unter dem Beifall des Hauses einen Redner, der einen anderen als Schrittmacher der Sozialdemokratie bezeichnet hatte, zur Ordnung rief! Nach Erledigung des Antrages auf strafrechtliche Verfolgung sette das Haus die am Sonabend abgebrochene Beratung des Eisenbahnetats fort. Es wurde wieder von fast allen Rednern weidlich auf die Sozialdemokratie geschimpft und die Entfernung aller sozialdemokratisch gesinnten Beamten und Arbeiter aus der Verwaltung gefordert. Hand in Hand mit dem Verlangen, gegen sozialdemokratische Eisenbahner noch schärfer vorzugehen, gingen die auf den verschiedensten Seiten zutage getretenen Wünsche auf Besserstellung einzelner Beamtentategorien. Die im nächsten Jahre stattfindenden Landtagswahlen werfen ihre Schatten voraus. Sonst bleiben die berechtigten Wünsche der Beamten und Arbeiter gewöhnlich unberücksichtigt, und ihre Petitionen wandern in den Papierkorb. Aber im Hinblick auf die Wahlen entdeckt so mancher plöblich sein, arbeiterfreundliches" Herz. Warten wir ab, was bei der angekündigten Besoldungsaufbesserung herauskommt! Biel scheint es, nach den bisherigen Proben zu urteilen, nicht zu werden. Eine Abwechselung brachte nur der Abg. v. Brandenstein( f.) in die Debatte. Dieser hochfeudale Herr, der es wohl infolge seiner Zugehörigkeit zu einem der ersten Korps als infolge seiner geistigen Fähigkeiten bis zum Regierungspräsidenten gebracht hat und der jcht glücklich der Präsident des kaiserlichen Automobilklubs ist, gehört dem Abgeordnetenhause erst kurze Zeit an. Er ist an Stelle des Herrn v. Loebell in Brandenburg gewählt. Aber er hat in dieser kurzen Zeit schon des öfteren gezeigt, wes Geistes Kind e ist. Diesmal forderte er mit dürren Worten, die erste Wagenklasse folle für ihn und seine Standesgenossen reserviert bleiben! Er ist entsetzt darüber, daß auch Beamte und sogar Reichstagsabgeordnete diese Wagentlasse benutzen, und er erging sich in seinem Aerger in allerhand Ausfällen gegen diese Leute, die ihrer ökonomischen Lage nach eigentlich gar nicht in die erste Wagenklasse hincingehören!" Die Beratung des Eisenbahnetats soll am Dienstag zu Ende geführt werden. Nach den neuesten Dispositionen bleibt der Mittwoch für die Kommissionen frei, und am Donnerstag beginnt die Beratung des Kultusetats. Das angekündigte Polizeifoftengesek geht dem Landtage vor Ostern nicht mehr zu. ,, Die Beunruhigung des Auslandes." Zu den Bülowschen Etatsreden schreibt uns unser Londoner Korrespondent: Die Leser mögen sich nun über die Interpretationskunst des Fürsten Bülow ein Urteil bilden. Für uns steht das Urteil schon lange fest: am Fürsten Bülow ist ein schneidiger preußischer Staatsantvalt verloren gegangen. Deutsches Reich. Es wird weiter gelogen. Wie aber hielten die Arbeiterschaft und die proletarischen Institutionen dem vereinigten Ansturm fanatisierter, vor keinem Mittel zurückschreckender Gegner stand? Nun, die Auflage der Reußischen Tribüne", das Parteiorgan im Wahlkreise, ist noch nie so stark gewesen wie gegenwärtig. Die Gewerkschaften In der Sigung des Reichstags vom Freitag den, 1. März, hat aller Branchen haben an Mitgliedern gewonnen und entwickeln Genoffe Singer dagegen protestiert, daß der Reichskanzler dem Druck erzeugt Gegendrud eine erfreuliche Rührigkeit. Der Genossen Bebel den Vorwurf gemacht hatte, dieser habe auf dem Inter- Konsumverein Gera- Drebfchwiz, gegen den sich die Heze ganz benationalen Kongreß in Amsterdam dem Deutschen Reich ein sonders mit richtete, hat in den letzten Wochen an 900 neue MitSedan gewünscht. Jetzt geht durch einen großen Teil der glieder gewonnen, der Umsatz ist um über 30 Proz. gestiegen. Die bürgerlichen Breffe ein Bericht, in dem behauptet wird, der Protest Bäderei ist an der Grenze ihrer jebigen Leistungsfähigkeit angelangt. Singers sei gänzlich unberechtigt gewesen, denn Bebel habe in Das erfreulichste aber ist, daß die sozialdemokratischen Amsterdam geäußert: Genossen, ich wäre es ganz zufrieden, wenn Vereine im ganzen Ländchen überall an Mitgliedern zunehmen, wir auf dieselbe Weise zur Republit tämen!( Wie die Franzosen.) daß neue Vereine allerorts gegründet werden, daß, mit einen Diese Darstellung ist eine Fälschung der Worte Bebels. Nach Worte, alles geschieht, um die Scharte von der letzten Wahl ausdem Protokoll über den Amsterdamer Kongreß führte Bebel gegen zuwezen. Es leben unsere Feinde die Freunde! den Genossen Jaurès folgendes aus: " Zentrum und Sozialdemokratie. " Ich wiederhole also: wir sind selbstverständlich Republikaner, fozialistische Republikaner. Es war allezeit eine der schwersten Die Deutsche Tageszeitung" hat ermittelt, daß bei den letzten Anklagen, die sowohl Fürst Bismard wie jetzt Graf Bülow und Reichstagswahlen die Sozialdemokratie in 5 Streisen feine, in sieben fast die gesamte Presse gegen uns richtete, daß wir Anti- Kreifen unter 100, in 31 Streisen unter 500 und in 39 Kreisen unter monarchisten, Republikaner seien. Aber wir schwärmen 1000 Stimmen erhalten. Die ultramontane Presse findet, daß hierdeshalb nicht für die bürgerliche Republik. So bei das Zentrum besonders gut abschneide. Von den fünf Kreisen, sehr wir Euch Franzosen um Eure Republik beneiden und uns in denen die Sozialdemokratie teine Stimme habe, gehöre einer eine wünschen, uns ihretwegen die Köpfe einschlagen zu lassen, dem Zentrum, von den 7 Streifen mit weniger als 100 sozialdemodas fällt uns nicht ein.( Stürmischer Beifall.)... kratischen Stimmen seien 4, von den 31 Kreisen mit weniger als Immerhin hat die Republik vor der Monarchie vieles voraus. 500 fozialdemokratischen Stimmen 16, und von den 39 Kreisen mit Aber so schlecht wie Ihr die Monarchie macht, ist sie nicht, und so weniger als 1000 fozialdemokratischen Stimmen 22 im Besitz des gut wie Ihr die Republik darstellt, ist sie auch nicht.... Zentrums. Im ganzen gehören dem Zentrum von den Kreisen Im weiteren führte Bebel aus: mit weniger als 1000 sozialdemokratischen Stimmen 43.„ Das Sentrum" so heißt es in der ultramontanen Presse- fann stolz darauf sein, daß es auch hier wieder an erster Stelle steht, ein Beweis, daß es die Sozialdemokratie erfolg. reicher bekämpft wie jede andere Partei." Jaurès sagt:„ Eure Machtlosigkeit kommt daher, daß Euch das allgemeine Wahlrecht geschenkt worden ist, Ihr habt keine revolutionäre Vergangenheit." Aber wie kamt Ihr denn in Frant reich dazu? 1848 tämpften Arbeiter und Bürger gemeinsam in der( Februar-) Revolution für die Republik und erfämpften mit Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß diese Kreise, in denen ihr das allgemeine Wahlrecht. Das Proletariat verlangte aber das Zentrum der Sozialdemokratie fo erfolgreich" entgegenzutreten auch einschneidende soziale Reformen, das heißt Brot, und stellte weiß, ausschließlich oder vorwiegend ländlicher Art sind. In ihnen der Republik drei Monate Hunger zur Verfügung. Dann aber ist der Sozialdemokratie jede Art der Agitation verwehrt; ihre Ankam die Junischlacht; das Proletariat wurde niedergeworfen und hänger, die sich offen als solche fundgeben, sind der Aushungerung es war die honette Republit, die das allgemeine Stimmrecht und ihre Flugblattverbreiter des Empfanges durch den Dorfhund wieder abschaffte. Wenn Ihr es wiederbekamt, so nicht und den Dreschflegel sicher. Wenn das Zentrum stolz" darauf ist, weil Ihr es erobert habt, sondern weil der Mann des Staatsstreichs, daß es auch hier wieder an erster Stelle steht", so mag man ihm Napoleon III., es wieder herstellte, um mit Hülfe der Bauern seine Macht diesen Stolz gönnen. zu stügen. Und die neue Republik, die habt Ihr wieder nicht erobert, die bekamt Ihr durch Euren Feind Bismard, als er nach Zweierlei Maß im Strafvollzug? Sedan Napoleon nach Wilhelmshöhe führte.( Sehr richtig!) Das Im Untersuchungsgefängnis Moabit hat sich, wie der Vorwärts" war für Euch feine Schande und fein Schade.( Große Heiterfeit.) furz berichtete, der frühere Kölner Arzt Dr. Jmmanuel Kötschau Bekäme Deutschland je einmal unter ähnlichen das Leben genommen. Kötschau war in Köln wegen gemeiner BeBerhältnissen und ähnlichen inneren Gegen- trügereien zu anderthalb Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrfägen die Republit, es wäre nicht das größte verlust verurteilt, sowie aus dem Aerztestande ausgestoßen worden. Unglüd, das uns treffen tönnte." " vor etwa einem Jahre Bebel sagen lassen und die Lüge, die Fälschung liegt auf der erkrankte die Frau und Nötschau wurde nun, nachdem er erst Man vergleiche diese Ausführungen mit dem, was die Gegner während er damals in Köln in Untersuchungshaft faß, war seine Frau nach Berlin verzogen. Später Hand. Kein Wort davon, daß Bebel Deutschland ein" Sedan" atvei Monate von seiner Strafe verbüßt hatte, beurlaubt. wünsche. Er zieht nur in der Abwehr gegen Jaurès einen Dem Stadt- Anzeiger" zur Kölnischen Zeitung" wird nun in der Er zieht nur in der Abwehr gegen Jaurès einen historischen Vergleich. Dieser ganze Vorgang ist interessant genug, um hier auf eine Sache folgendes geschrieben: Die Krankheit der Frau zog sich auffallend lange hin. Schließlich erfuhr die Behörde, daß Frau K., andere historische Tatsache hinzuweisen. Bekanntlich ist das gesamte falls sie wirklich frank gewesen, doch längst wieder Bürgertum der Ansicht, daß Ferdinand Lassalle sich von der heutigen deutschen Sozialdemokratie zu seinem Vorteil dadurch unter- gesund war. Inzwischen aber hatte Kötschau seine Freiheit dazu so benutzt, erneut Betrügereien zu verüben, und von Köln aus war fcheide, daß er national" gewefen fei und fo baterlands- feine Wiederverhaftung gefordert worden. Gleichzeitig waren auch feindliche" Anschauungen nie gehabt habe, wie sie die heutige verschiedene Anzeigen gegen K. bei der Berliner Staatsanwaltschaft Sozialdemokratie entwickele. Wie grundfalsch auch diese Auffassung ergangen, und auch diese fahndete nach ihm...." " ist, bestätigen folgende Säge aus Lassalles Vortrag:" Was nun?", den er im Oktober 1862 in Berlin hielt. Auf Seite 33-34 der ersten Auflage heißt es: Das genannte Blatt berichtet also, daß der Betrüger und Schwindler anscheinend aus dem Gefängnis beurlaubt worden ist Endlich aber ist die Existenz der Deutschen nicht von so pre- ohne daß die Krankheit seiner Frau sicher festgestell: färer Natur, daß bei ihnen eine Niederlage ihrer Re- war. Bestimmt aber gibt der Bericht an, daß Kötschau sich immer gierungen eine wirkliche Gefahr für die noch auf freiem Fuß befand, als seine Frau, falls sie überExistenz der Nation in sich schlösse. Wenn Sie haupt wirklich frank gewesen ist, längst wieder gesund war. meine Herren, die Geschichte genau und mit innerem Ver- Wir erinnern uns, daß man politischen Gesezesübertretern und ständnis betrachten, so werden Sie sehen, daß die Kulturarbeiten, jozialdemokratischen Breßsündern gegenüber in ähnlichen Lagen mit die unser Volk vollbracht hat, so ruhmhafte und so gewaltige, so rücksichtloser Härte verfahren ist. Nach dem oben geschilderten Falle Bei der Generaldebatte über den Etat hat Fürst Bülow in seiner Antwort an Genossen Bebel auch Gelegenheit genommen, über meine Deutung der Wahlen( Borwärts", 30. Januar) den Stab zu brechen. Er verurteilte sie als umpatriotisch, verwerflich und unsinnig, und fügte hinzu:" Auf solche Manöver, auf solche Quer- bahnbrechende und dem übrigen Europa vorleuchtende find, daß an muß man annehmen, daß im Strafvollzug in der jüngsten Zeit treibereien ist es auch zurückzuführen, daß im Auslande hier und da der Sieg der nationalen Parole bei den Wahlen als eine Bedrohung des Friedens aufgefaßt worden ist." Der vierte deutsche Reichskanzler ist wegen seiner Interpretationsfunft allgemein bekannt; sie gehört zum diplomatischen Metier; jedoch hängt ihr Erfolg davon ab, ob ihr im Ausland Glauben geschenkt wird. Und dies scheint in unserem Falle nicht zuzutreffen. Es ist wohl wahr, daß der Eindruck, den das Ausland von den deutschen der Notwendigkeit und unverwüstlichkeit unserer nationalen Eristenz bumanere Sitten eingetreten sind. Es ist nicht anzunehmen, daß gar nicht gezweifelt werden fann. Geraten wir also in einen großen äußeren Krieg, so tönnen dieser Fortschritt nur Betrügern zuteil wird, sondern daß auch anint demselben wohl unsere einzelnen Re- ständige Menschen, wie Streit und Preßsünder davon gewinnen. gierungen, die sächsische, preußische, bayerische Wir wollens abwarten! zusammenbrechen, aber wie ein Phönig würde sich aus der Asche derselben unzerstörbar erheben, Ruge ist die erste Bürgerpflicht für Sozialdemokraten. Die das, worauf es uns allein autommen tann das Ordnungspresse meldet: deutsche Bolt." „ Der Statthalter von Elsaß- 2othringen hat die LandesBorin unterscheidet sich diese Ausführung Lassalles bor fünf- behörden angewiesen, am 17. und 18. März teinerlei Straßens An diesen beiden Tagen wollen die Sozialdemokraten zugunsten des fundgebungen und Massenansammlungen auf der Straße zuzulassen. allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechtes für den Landesausschus; Wahlgängen gewonnen hat, keineswegs friedlich war, aber er wurde undvierzig Jahren, von der Bebels vor vier Jahren? Dadurch, durch eine Aeußerung hervorgerufen, die von einer viel wichtigeren daß die Auffassung Lassalles wo möglich noch" antinationaler" ist. Persönlichkeit stammt, als von meiner Werigkeit. Das Märzheft Damals aber hat auch der größte Feind Lassalles ihm den Vorwurf der Fortnightly Review" und die Flottendebatte im englischen antinationaler Gesinnung nicht gemacht, obgleich seine revolutionäre Interhause am 5. d. M. liefern dafür unwiderlegliche Beweise. Auf Gefinnung über allem Zweifel stand. Aber wir sind jetzt 45 Jahre Seite 545 des angezogenen Heftes wird gefagt: älter geworden, und das deutsche Bürgertum ist mittlerweile in allen demonstrieren." Unsere Genossen haben beschlossen, in großen Versammlungen zu demonstrieren. Die fluge Regierung aber baut vor. Denn auf der Straße demonstrieren dürfen in Deutschland nur die Patrioten". Und die sogar zur nächtlichen Stunde und vor fürstlichen und fatfer lichen Palais. Solches nennt man dann Gleichheit vor dem Gesetz.Patriotische Ware. " notiert. Dänemark. sprochen wurde, besinnen und habe nicht stenographiert, Der Gefehentwurf über Staats- und Gemeindezuschüsse zur fondern nur einzelne Stichworte, die ihm aufgefallen feien, Arbeitslosenunterstüßung ist am Sonnabend vom Foltething in Er mußte weiter zugeben, daß der Vortragende dritter Lesung angenommen worden, und es ist wahrscheinlich, daß von der Bibel als einem Wert von hoher fulturhistorischer Außerdem stellte sich heraus, daß Die vom Verlag Bertrieb patriotischer Seit things finden wird, so daß er noch in diesem Jahre Gesekeskraft der Beamte das Wort Mythus, das vom Redner wiederholt gebraucht er ohne wesentliche Abänderungen auch die Zustimmung des Lands. Bedeutung gesprochen habe. fchriften, Berlin SW." herausgegebene Broschüre mit den erlangt. Das Geses, welches einen jährlichen Staatszuschuß bis zu wurde, nicht kennt. Aber für das Gericht genügte trotz alledem, daß illustrierten Bülowschen Etatsreden genügt selbst den bescheidenen 240 000 kronen in Aussicht stellt, woraus den Arbeitslosenkassen ein er beschwor, der Angeklagte habe den inkriminierten Saz wörtlich Ansprüchen nicht, welche die„ Deutsche Tagesztg." an patriotischen Drittel ihrer Ausgaben ersetzt werden soll, während die Kommunen gesprochen. Schriften zu stellen pflegt. Sie meint verächtlich: noch ein Sechstel zuschießen können, wird wohl die einzige annehm- In die Freiheit" zurückgekehrt ist am Sonnabend der Genosse Wir halten eine solche Behandlung der Neden des ersten bare Frucht der gegenwärtigen Reichstagssession sein. Die Reform Gustav Riem von der Sächsischen Arbeiterzeitung" Reichsbeamten für nicht recht würdig, aber in diesem besonderen partei hat es zwar durchgesetzt, daß die Session über Ostern hinaus zu Dresden. Sechs Monate hat er in dem Gefängnis zu Falle auch für recht ungeschickt, da die Karikaturen oft recht wenig verlängert wird, um vor die Wählerversammlungen, die sonst gleich Baußen zubringen müffen; wegen einer Plauderei, durch die der sinnreich und manchmal geradezu tindisch sind. Wir nach Ostern veranstaltet werden, nicht mit einem gar zu kläglichen Militarismus beleidigt sein sollte. Hoffentlich hat er die lange Haft heben zum Beweise dessen nur die Bilder hervor, die den Zidzad- Ergebnis hintreten zu müssen, doch werden die großen Reformen ohne dauernden Schaden an seiner Gesundheit überstanden. furs und das Fortwursteln, ferner den Kolonialdirektor als Haus- wie die des Zolltarifs und des kommunalen Wahlrechts schwerlich Inecht, weiter den Fürsten Bülow vor dem ihm hingeworfenen fertig werden. Die Landsthingsreaktion sucht diese beiden ReHandschuh, endlich den Abgeordneten Bebel huldigend vor der formen mit einander zu verkoppeln und the Entgegenkommen in ZollBüste Bismarcks darstellen. Solche Karikaturen sind fragen davon abhängig zu machen, daß durch die Wahlrechtsreform an sich sinnlos, als llustrationen aber zur an den bestehenden Ungerechtigkeiten so wenig wie möglich geändert Rede eines Staatsmannes völlig unangebracht." wird. Reiner fann mehr geben, als er hat auch ein bülowBegeisterter Künstler" nicht! Allen Anschein nach denkt der Verlag, daß die patriotische Flagge auch den größten Mist deckt. Deutsch- amerikanische Handelsvertragsverhandlungen. Wie aus den Vereinigten Staaten von Amerika gemeldet wird, wird Präsident Roosevelt den auterikanischen Kongreß nicht zu einer besonderen Sizung einberufen, um ihm den Entwurf eines Handelsvertrages mit Deutschland vorzulegen. Vielmehr soll das zur Zeit zwischen Deutschland und der Union bestehende Handelsprovisorium borläufig verlängert werden, aber in der Weise, daß Deutschland auf Grund der Sektion 3 des Dingleygefeßes einige weitere fleine Zollvergünstigungen eingeräumt werden. Das, Wolffsche Telegraphenbureau verbreitet folgende Meldung der„ Associated Preß" aus Washington: Schweden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Jagb auf Streikposten. Zu Gunsten einer ehrlichen Wahrechtsreform ist eine Er- Nur in wenigen Fällen sind den Schneidern während des gänzungswahl zur Zweiten Kammer ausgefallen, die anr Freitag im Streits Schwierigkeiten bereitet worden bei der Ausübung des vierten Wahlkreis Stockholms stattfand. An Stelle des verstorbenen Soalitionsrechts. Eine unrühmliche Ausnahme glaubt Herr Julius fonservativen Vertreters wurde der gemeinsame Kandidat der indenbaum in der Großen Frankfurterstraße machen zu Radikalliberalen und Sozialdemokraten, Gewerbeinspektor Thor- sollen. Am Freitag voriger Woche ließ er einen Streitposten verwald Fürst, mit 3403 gegen 2848 Stimmen gewählt. Bei der haften, während er am Sonnabend drohte, einem Streitposten„ den bidat 1892, der liberale 1582 und der sozialdemokratische 996 auf Arbeiterkundschaft rechnet, sollte Arbeiter, die er ſelbſt Wahl im November vorigen Jahres erhielt der konservative Kan- Schlund auszureißen". Ein Geschäftsinhaber, welcher vorwiegend Stmmen. ausgesperrt hat, nicht in dieser Weise von der Ausübung ihrer Pflicht abhalten. Es mag ja ärgerlich fein, daß die Arbeiter nicht so gefügig sind, wie man das bei einer Aussperrung gerne wünschte; das berechtigt aber nicht zu solcher Handlungsiveise. Thorwald Fürst gilt als zuverlässiger Anhänger einer wirklich demokratischen Wahlrechtsreform. Bulgarien. Sofia, 11. März. Ministerpräsident Petkow wurde, als er mit den übrigen Ministern im städtischen Borisgarten Nach einer Reihe von Besprechungen zwischen Staatssekretär promenierte, von einem entlassenen Beamten durch drei Root und dem Zensusdirektor North darf angenommen werden, Revolverschüsse getötet. Handelsminister Grenadjew wurde daß vor Ablauf des Provisoriums auf Grund der Seftion 3 des am Arm verwundet. Dingleygefezes ein neues Arrangement mit Deutschland getroffen werden kann, das bis zur Kongreßsession im Dezember d. J. in Kraft bleiben würde. Die genannte Sektion gestattet dem Präfidenten eine Zollreduktion für gewisse Artikel als Gegenleistung für die Minimalsäge anderer Länder." Die Boft" berichtigt. Heute endlich bringt die" Post" fol. gende Notiz: ( Weingeset und Sozialdemokratie.) In unserer Uebersicht aus dem Reichstage am Freitag in Nr. 113 ist irrtümlich der sozialdemokratische Abg. Ehrhardt im Gegensaße zu den Abgeordneten genannt, die eine Aenderung des Weingesetzes und schärfere Kontrolle verlangten. Tatsächlich hat der Abg. Ehrhardt ebenfalls eine Aenderung des Gesetzes und eine weiter gehende Kontrolle befürwortet, wie unsere Leser schon aus dem Parlamentsberichte entnommen haben werden. Wir stellen das hiermit ausdrücklich richtig. Es freut uns, daß unsere Annagelung der Fälschung Erfolg gehabt hat, wenn auch sehr nachträglich erst. in Militärjustiz. Aus der Partei. Bom Fortschritt der Presse. Das Boltsblatt für Geffen" in Kassel hat seit dem 1. April 1905 rund 6800 neue Abonnenten gewonnen. Es wird vom 1. April ab neben der Neuen Welt" noch zwei Unterhaltungsbeilagen wöchentlich beigeben. Das Offenbacher Abendblatt" hat wegen des fort gefeßten Steigens der Auflage Vervollkommnungen und Erweite rungen des Betriebs, insbesondere auch den Erwerb einer größeren Rotationsmaschine einleiten müssen. " Der Boltsfreund" zu Karlsruhe wird jetzt in einer Auflage von 16 200 gebrudt. Unsere Toten. In Straßburg i. E. starb der Genoffe Charles Fink, einer der ältesten elfäffischen Genoffen. Er war mit einer der ersten in Straßburg, der sich am Parteileben energisch beteiligte und hat besonders anfangs der 90er Jahre und das ganze legte Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts hindurch der Partei gute Dienste geleistet. Der Jahresbericht über die sozialdemokratische Arbeiterpartei Hollands für 1906. Amsterdam, 8. März. Zu der furchtbaren Strafe von drei Jahren und ein Monat Gefängnis wegen einiger am Neujahrstage in hochgradiger Trunkenheit begangenen Verfehlungen verurteilte vor einigen Wochen das Kriegsgericht der 18. Division den Musketier Reßmer vom 84. Infanterie- Regiment( Schleswig). Da der Angeklagte Be Der Bericht, den der Parteisekretär van Kuhfhof für den zu rufung einlegte, tam die Angelegenheit vor dem Oberkriegsgericht des 9. Armeekorps( Altona) erneut zur Verhandlung. Am Neu- Ostern in Haarlem tagenden Parteitag publiziert, erwähnt als die jahrstage betrant R. fich in der Kantine, worauf er belangreichsten Resultate des Berichtsjahres den Amsterdamer Kon einem Tanzlokale weiter trank und dann in feiner greß für die Berkürzung der Arbeitszeit, hebt lobend die einmütige erregten Stimmung mit dem Säbel umherfuchtelte. Einen Freund Zusammenarbeit zwischen der Gewerkschaftsbwegung und der aus seiner Kompagnie, der beruhigend auf ihn einzuwirken suchte, S. D. A. P. in diesem Falle hervor und spricht das Vertrauen aus, berlegte er mit seinem Säbel schwer am Kopf. Die hiervon in daß die beiden Teile der Arbeiterbewegung noch häufig gemeinsam Senninis gefette Militärpatrouille arretierte St., der Widerstand auftreten werden. Des weiteren werden die inneren Angelegen leistete und sich an einem Gefreiten der Patrouille dadurch vergriffen heiten der Partei besprochen, wobei die Zwistigkeiten über Taktik haben soll, daß er ihm den Helm vom Stopfe schlug. Auch soll er und die Programmrevision eingehende Erwähnung finden, ebenso den Gefreiten durch die Worte:„ Du Hund, willst mich aus dem wie die Propaganda. Hieran schließen sich die Berichte zweier ParteiLokale bringen!" beleidigt haben. Der um feine Frei- propagandisten und die Mitteilungen über die Tätigkeit der Parteis sprechung ersuchende Angeklagte will in finnloser Trunkenheit ge- abteilungen und ihren inneren Zustand. Diese Gesamtübersicht erhandelt haben und sich daher der Vorgänge nicht erinnern fönnen. gibt leider eine nur geringe Parteitätigkeit nach außen, einen ziem Die als Sachverständige geladenen Militärärzte halten es für möglich deutlichen Stillstand im Wachstum der Partei und ein wenig lich, daß der Angeklagte infolge des starten Alkoholgenusses nicht befriedigendes inneres Parteileben. Als Ursache ist einerseits die gewußt habe, was er tat, während aus den Aften berlesen wird, politische Windstille des vergangenen Jahres anzusehen, andererdaß der Angeklagte nicht von Sinnen gewesen sei. Das Oberkriegs- feits die feit dem letzten Parteitage zu Utrecht verschärften Gegen gericht verwirft die Berufung und bestätigt das Urteil der fäße zwischen den beiden Parteirichtungen. Der Bericht des ParteiBorinstanz. Weil es fich um schwere Verfehlungen gegen die sekretärs schließt, mit der Bemerkung, es sei Vogelstrauß- Bolitit, militärische Disziplin handele, seien dem Angeklagten mildernde darüber zu schweigen. Klärung müsse kommen, aber die ParteiUmstände versagt worden. genoffen dürften nicht vergessen, daß fie, ein Ziel erstrebend und den Selaffentampf kämpfend, alle Sozialdemokraten sind und zusammengehören. Die Landwirte im Reichstage. Kein Erwerbszweig ist int Reichstag so start vertreten wie die Landwirtschaft. Es gehören dem Reichstag nämlich zurzeit 98 .Landwirte" an, und zwar sind 11 von diesen Majoratsherren ( 7 tons. 1 Reichsp., 1 3., 1 Natl., 1 freisinnige Bereinigung), 39 find Rittergutsbesitzer( 25 tons., 3 Reichsp., 3 3, 4 Polen, 4 Natl.), 35 find Gutsbesitzer( 5 fons., 5 Reichsp., 1 deutsche Reformpartei, 3 wirtschaftl. Vereinigung, 11 3., 1 Bole, 9 Natt.), 6 find Guts: pächter( 3 fons., 2 Reichsp., 1 Natl.) und 7 Landwirte( 1 tons., 1 wirtschaftl. Bereinigung, 5 3.). In der Friedrichstadt scheinen der Polizei einzelne Streikposten mehr Berkehrshindernis" zu sein, als die" Freudenmädchen", die sich an einzelnen Straßeneden rudelweise aufhalten. Uebrigens ist ja auch in der Friedrichstraße mit ihrem Riefenverkehr der einzelne Arbeiter, der einsam in dieser Menschen- Flutwelle Streif. posten steht, ein ganz besonderes" Verkehrshindernis". Die Aussperrung der Automobilfahrer beendet! Die ausgesperrten Autodroschfenführer tamen am Sonntagmittag in den Arminhallen" zusammen, um den Vorschlag des Einigungsamtes zu besprechen. Mit diesem Vorschlag schienen die Versammelten zuerst durchaus unzufrieden zu sein. Als F. Rettig ein Bild der Verhandlungen entwarf und das Resultat ankündigte, acigte sich der Unmut darüber in vielen erregten Zurufen und einem allgemeinen Murren. Erst im Laufe der Diskussion machte fich eine etwas veränderte Stimmung bemerkbar. Es wurde geltend gemacht, daß die Unternehmer sich täuschen, wenn sie glauben, der Mut der Fahrer sei gebrochen. Sollten sie jetzt zu den anFahrer gelernt, den Wert der Organisation zu schätzen, denn ihr gebotenen Bedingungen in die Betriebe zurüdkehren, so haben die haben sie es zu danken, daß die Unternehmer nicht einen vollen Sieg errungen haben, sondern zu einem Entgegenkommen gezwungen waren und daß der berüchtigte Aushang vom 1. Januar verschwinden mußte. Diese Organisation zu stärken, muß die wichtigste Aufgabe aller Fahrer sein; es sollte in feinem Betriebe ein Mann geduldet werden, der nicht dem Verbande an gehört. Die Art, wie Magistratsrat v. Schulz sein Amt als Vorfizzender im Gewerbegericht bei den Verhandlungen ausübte, schien einigen Rednern nicht einwandfrei zu sein. Es wurde kritisiert, nehmer können sonst nicht bestehen!" Ob die Arbeiter sonst nicht daß Herr v. Schulz viel Wert auf den Sak legte:„ Die Unterbestehen können, davon wäre überhaupt nicht die Rede gewesen. Es wurde eine geheime Abstimmung über die Entscheidung des Ginigungsamtes vorgenommen. Das Resultat follte bis Montagmittag dem Gewerbegericht mitgeteilt werden. Am Montagmittag hatten auch die Unternehmer eine Versammlung, um über den Vorschlag abzustimmen. Sie erklärten sich für die vorgeschlagene Ginigung. Nicht so leicht waren die Fahrer damit fertig. Die Zählung ihrer Stimmen brachte eine Ueberraschung. Von den mehr als 400 Fahrern, die hier in Betracht kamen, waren 290 am Sonntag in den" Arminhallen" anwesend. Davon gaben 272 beim Verlassen des Saales ihre Stimmzettel ab; 131 waren für„ ja", 131 für" nein"; 10 Bettel mußten für ungültig erklärt werden, weil" ja" und" nein" darauf geschrieben stand. Die Entscheidung lag nun beim Zentralvorstand des Verbandes, der am Montag= mittag eine Sigung hielt und sich für die vorgeschlagene Ginigung erklärte. Dies Resultat wurde den Ausgesperrten in einer Versammlung am Montagnachmittag in den„ Arminhallen", die außerordentlich start besucht war, mitgeteilt und im ersten Augenblicke mit Ausrufen des Bedauerns aufgenommen. Das durch den Frieden Die Anzahl der Parteiabteilungen war Ende 1905 150 mit gewonnene schien den meisten zu wenig; aber man fand sich bald 6805, Ende 1096 167 mit 7471 Mitgliedern. mit den bestehenden Tatsachen ab und ging an die Beratung, wie Außer dem Parteiorgan Het Bolt", das täglich erscheint mit am besten die Arbeit am Dienstagfrüh wieder aufgenommen werden illustriertem Sonntagsblatt, und der wissenschaftlichen Monatsschrift sollte. Rettig und Beder machten bestimmte Empfehlungen. De Nieuwe Tyd", bestchen 10 Wochenblätter und ein Halbmonats= blatt. Ferner die Monatsblätter" De Proletarische Broum" und Von allen Betrieben muß durch die Vertrauensmänner Nachricht " De Baaier"( Der Rächer), Ichteres als Organ der sozialdemo- bei der Leitung einlaufen. Den Kollegen, die jetzt Pferdedroschken fratischen Jugendvereine. fahren, wird empfohlen, sich in den ersten Tagen noch zurüdDie Parteieinnahmen betrugen 14 313,26 ft., die Ausgaben zuhalten. Bei allen neu auftauchenden Streitfragen sollen die 12 982,89 ft. Fahrer nicht selbständig vorgehen sondern immer nur im Einver Die böse Bresse hatte jüngst gemeldet, daß die Reichstags- Auch der Tätigkeitsbericht der sozialdemokratischen Kammerständnis mit der gesamten Organisation Handeln. Daher ist co abgeordneten am 1. März 800 M. Diäten erhalten hätten, am fraktion liegt dem Berichte des Parteisekretärs bei. Er gibt als notwendig, daß in allen Fällen die Verbandsleitung 1. April wiederum 800 M. erhalten würden und zum Schluß der Richtschnur der Fraktion gegenüber dem jebigen Kabinett an, daß fie Session die im Gesetz vorgesehenen 1000 M. Das ist unrichtig. Am fraft des Prinzips und der Taktik zur Opposition in der Zweiten erst unterrichtet wird. Dringend wurde wiederholt die 1. März sind nicht 800 M., sondern wie das Gesetz vorschreibt, 500 W. Stammer gehöre, der Regierung aber das Regieren nicht unnötig zu bie Organisation agitieren müsse, um bei zukünftigen Notwendigkeit betont, daß jeder mit allen Kräften für ausgezahlt worden, und daß ihnen am 1. April auch nicht 800, erschweren oder unmöglich zu machen trachte. Die Fraktion nehme fondern 600 M. ausgezahlt werden, vorausgesetzt, daß sie in allen an und verteidige, was die Regierung Gutes beantrage, fie be- Kämpfen immer gut gerüstet dazustehen. Sigungen anwesend sind. Die Schlußrate von 1000 m. wird am Standpunktes. Soweit die Fraktion im Prinzip nichts gegen die tämpfe das Schlechte, immer eingedenk ihres sozialdemokratischen Regierungsanträge einzuwenden hatte, unterstüßte sie das Kabinett, Ausland. das mehrere Male die Kabinettsfrage stellte und durch die sozialSpanien. demokratische Kammerfraktion verschiedentlich vor den bereinigten tirchlichen Parteien vom Sturze gerettet wurde. Ende der Session gezahlt. und mehrere verwundet wurden. Die Wahlen am Sonntag find soviel bisher bekannt ist ziemlich ruhig verlaufen. In Barcelona herrschte große ErVon der amerikanischen Parteipreffe. Der„ Daily Socialist" au regung. Zwischen den Anhängern und Gegnern der Konföderation Chicago foll in Parteibesit überführt werden. Eine Versamm kam es zu einem Handgemenge, in welchem eine Person getötet lung der Partei beschloß eine Resolution, in der die Gesellschaft, die die meisten Stimmen. Nach den bis zur Stunde bekannt gewor. Partei zu überlassen. Die„ Genossenschaftliche Verlagsanstalt" hat Die Anhänger der Konföderation erhielten in Barcelona zurzeit den Verlag inne hat, ersucht wird, 50 Proz. der Aktien der die meisten Stimmen. Nach den bis zur Stunde bekannt gewor- dieser Resolution zugestimmt und so wird auf diese Weise das erste denen Wahlresultaten scheinen die Konservativen bei den Wahlen und einzige Tageblatt der englisch sprechenden Sozialisten Ameritas eine bedeutende Mehrheit erzielt zu haben. in Parteieigentum übergeführt werden. Madrid, 11. März.( W. T. B.) Nach den bisher bekannt gcivordenen Wahlergebnissen sind in Madrid 10 Konservative, Polizeiliches, Gerichtliches ufw. bekannt geworden, daß sie sich dem getroffenen Abkommen anVon der Bedag- Gesellschaft, die nicht zum Ring" gehört, war schließen werde. Damit ist ein Kampf beendet, der in bezug auf seine Ursache und die Hartnäckigkeit der Streitenden nicht leicht seinesgleichen findet. Die Unternehmer hatten bekanntlich bei den Behörden durchgefeßt, daß die Fahrtage für die Berliner Droschten mit dem 1. Januar 1907 erhöht wurde. Damit gab sich aber ihr Kapitalistenherz noch nicht zufrieden. In demselben Augenblick, als man ohnreduzierung zu und als diese damit nicht einverstanden ihnen ihre Einkünfte erhöhte, muteten sie den Fahrern eine waren, warfen sie dieselben am 1. Januar rücksichtslos auf die Straße. Die Ausgesperrten standen im Kampfe wie die Mauern; eine starke Organisation schützte fie. Nur wenige ficlen ab. Dic Unternehmer aber schidten rüdsichtslos ungeübte Arbeitswillige wie zu erwarten 2 Liberale und 1 Republikaner gewählt worden. In Barcelona Die gefährlichen Bersammlungsreferate der der überwachenden auf die Berliner Straßen, die denn auch tourden 7 Solidaristen und 1 Antifolidarist, in der Stadt Valencia Polizisten. Der Genoffe Zielfe zu Harburg ist vom dortigen in zahllosen Fällen Unheil anrichteten. Die Zahl der Automobil1 Konservativer, in der Provinz Valencia 16 Stonservative gewählt. Landgericht wegen Gotteslafterung zu einer Woche Gefängnis unfälle nahm bedenklich zu. Die bürgerliche Presse aber verschwieg Der Blod der Konservativen hat auch in Bilbao und in San verurteilt worden. Er soll in einer Versammlung nach dem Zeugnis forgfältig, daß es fich in all diesen Fällen um arbeitswillige Sebastian den Sieg davongetragen. des überwachenden Beamten einen sehr rohen Ausdruck in bezug Droschtenführer handelte. Selbst als am Wittenberg- Plaß ein auf die Bibel gebraucht haben. Obgleich er das entschieden bestritt, Kind auf dem Bürgersteig von einem arbeitswilligen Bedagobgleich drei Entlastungszeugen, die den Vortrag eifrig berfolgt führer totgefahren ward, hörte man keinen Schrei der Entrüstung hatten, den Sag nicht gehört hatten, obgleich sie übereinstimmend Oxford, 10. März.( W. T. B.) Lord Tweedmouth, der Erste bekundeten, daß der Angeklagte nicht im rohen Ton und aggressiv in der bürgerlichen Presse; auch von keinem Einschreiten der Sicherheitsbehörde erfuhr man ctwas. Weder dem Fahrer Lord der Admiralität, führte in einer Rede hier aus, daß England gesprochen, sondern sich gewählt ausgedrückt und den ganzen Vortrag keinerlei Absicht habe, seine Seemacht zu schwächen, daß es vielmehr in dozierendem Ton gehalten habe, und obgleich der Polizeibeamte Stein. der das Kind totfuhr, geschah etwas, noch der Gefellin der Zukunft wie in der Vergangenheit ohne Rücksicht auf die erklären mußte, er habe das Original seiner Notizen verloren, tönne schaft, die den unfähigen Menschen an diesem Tage 14 Stunden Kosten an dem Zwei- Mächte- Standard festhalten werde. sich im allgemeinen nicht mehr genau auf alles, was ge- in Dienst gelassen hatte. Dagegen ist man heftig bemüht, dem England. Vor der Friedenskonferenz. Die Fahrer niederzuzwingen ist den Unternehmern bei der borzüglichen Organisation derselben nicht gelungen. Jebt, nachdem sie notgedrungen zum Frieden mit diesen gekommen sind, wird der kapitalistische Vernichtungskrieg nach einer anderen Front geführt werden. Der kleine Mittelstand, den die Pferdedroschten befizer repräsentieren, wird daran glauben müssen; in wenigen Jahren wird das Auto die Droschte alten Stiles aus den Straßen Berlins verdrängt haben. 1000 Deutfches Reich. Der Seine- Präfett versprach ferner, daß der neue Konzessionär die Forderung der Arbeiter, daß der Gewerkschaftssekretär als Angestellter auf Urlaub ohne Bezahlung anzusehen sei, erfüllen werde, venngleich eine solche Bestimmung von Gesezes wegen nicht in die Bedingnishefte eingetragen werden könne. Bezüglich des am Morgen gemaßregelten Genossen Morelli verpflichtete sich der Präfekt für die Wiederaufnahme zu wirken, und fägte hinzu, daß Herr Sartiaug mit ihm einverstanden sei. Rinde felbst die Schuld an dem Unglüd zuzuschreiben. Es ist aber, fünfjähriger 5 Tage, nach sechsjähriger und darüber 1 Woche. I nicht eingeschüchtert hatten. Baris war fo buntel wie am Abend festgestellt, daß der sechsjährige Knabe auf dem Bürgersteige, Der Vertrag foll vom 1. April 1907 bis 31. März 1910 gelten. zuvor. Die meisten Theater blieben geschloffen, improvisierte Gaswo er harmlos spielte, überfahren worden ist. Die Eltern find Achtung! Kleber, Bauhandwerker! Gesperrt sind: Müller, und Kerzenbeleuchtung half in den Cafés und Restaurants aus. arme Leute, die im Keller auf dem Hofe in der Lutherstraße 13 Rochowstraße. Bauten: Wilmersdorf, Mainzerstr. 23; Westend, Das ganze an Souzabenden sonst besonders start pulsierende Leben der Großstadt war stillgelegt. wohnen. Der Mann ist 60 Jahre alt, schwerhörig und arbeitslos; Gräfeftr. 1-4 und 10; Charlottenburg, Steinplay 4. Kreide, Unter folchen i uständen mußte es der Regierung flar geworden er war ehemals Kutscher. Die Frau verdient ihr Brot durch Stegligerstraße. Bau v. b. Heydtstr. 12( Hardt u. Leper). sein, daß sie in ihrem eigenen Intereffe am besten täte, ben durch Botengänge und als Aufwärterin. Natürlich werden die Leute Luby, Meiningerstraße. Bau Rigdorf, Treptower, Ede eine seit langem vährende Provokation der Arbeiter heraufeine Entschädigung von der Gesellschaft verlangen. Wegen seiner Weserstraße( Baumeister Bäzold). Schmidt, Charlotten beschworenen Ausstand auf billige Weise zu beendigen. Für Montag Schwerhörigkeit des Mannes war der Kleine eine wertvolle Stüge burg, Kirchstraße. Bauten: Charlottenburg, Suarezftr. 8 beschworenen Ausstand auf billige Weise zu beendigen. Für Montag Schwerhörigkeit des Mannes war der Kleine eine wertvolle Stüße( eigener Bau); Steglig, Schloßftr. 32( v. d. Smissen). Jahn, Militärs zu Streitbrecherdiensten angekündigt. Für das Ministerium im Hause, beiden Eltern Trost und ihre Hoffnung für die Zu- how straße. Bau Hildebrandtstr. 16( Privatstraße). Spiller, fonnte die Situation unangenehm werden, wenn sich die zahlreichen tunft. Aber was schiert das den Kapitalismus. Rigdorf. Bauten: Nixdorf, Wanzlikstraße; Pankow, Florastraße. Gegner Clémenceaus in den bürgerlichen Parteien zusammenschlossen. So waren die Bedingungen für eine friedliche Vereinbarung günstig. Zur Aussperrung der Hamburger Schauerleute. Im ganzen find es allerdings mehr Versprechungen, die der Wie wir schon angedeutet haben, ist die Aussperrung eines Geinepräfekt bieten konnte, als bindende Verpflichtungen, da die großen Teiles der Hamburger Schauerleute perfeft geworden, endgültige Entscheidung dem Gemeinderat zusteht. Die Verhandlung während die für Rechnung der auswärtigen Reedereien beschäftigten brehte sich zuerst um die rüdwirtende Kraft der AltersHier befamen die Arbeitervertreter die VerSchauerleute in Arbeit verblieben sind. Von der Aussperrung versorgung. betroffen sind über 3000 Mann, die bei der Amerika- Linie, etwa ficherung, daß der Nepräsentant der neuen Gesellschaft, Herr der Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, der Sartiaug, bereit fei, sie anzuerkennen. Er meine nur, daß feine Woermann- und Levante- Linie usw. beschäftigt waren; ein ebenso 7 Millionen hierzu nötig seien. Genosse Pataud erwiderte, daß Der Lohnkampf der Herrenmaßschneider. großer Tell arbeitet bei den auswärtigen Reedereien. Die mit die Arbeiterschaft vor allem eine sichere Bürgschaft für diese EinEine Mitgliederversammlung der Herrenmaßschneider füllte am einer Brutalität fondergleichen in Szene gefeßte Aussperrung richtung der Altersversorgung verlange, dagegen die Fizierung einer Sonntag wiederum den großen Saal der Brauerei Friedrichshain. wird von der von den Herren im Hafen" ausgehaltenen, mit Summe dafür in zweite Reihe ſterle. Sie könne fich damit zufrieden Der Referent tunge berichtete über den Stand der Bewegung, fetten Anzeigen gespidten ehrbaren" Presse, zu der auch die ent- geben, daß die neue Gesellschaft die notwendigen Summen zur worauf der Verbandsvorsißende Stühmer noch weitere Auf- fchieden" liberale gehört, als etwas ganz Selbstverständliches be- Verfügung stellen wolle. flärungen über die Bewegung in anderen Städten Deutschlands zeichnet. Zur Charakteristik dieser anständigen" Bresse jei begab, sowie über den großen Kriegsplan, den der Arbeitgeberverband merkt, daß sie ohne Kommentar eine Erklärung des Vereins am Donnerstag auf der Konferenz in München ausgehedt hat. Hamburger Reeder abbrudt, in der eine nette Moral verWährend hier in Berlin die nicht dem Verband angehörenden zapft wird. In dieser„ Erklärung" wird zynisch gesagt, es sei Arbeitgeber beschloffen, eine freie Organisation zu gründen, die ganz selbstverständlich, daß die Arbeitgeber auf das vom Hafen bestimmt ist, alle Streitigkeiten mit der Gehülfenschaft auf fried- arbeiterverband gemachte Angebot, über die Nachtarbeit zu verlichem Wege beizulegen, bat jene Konferenz beschlossen, in allen handeln, nicht reagierte. Die Reeder vertreten eben den nackten Orten Deutschlands, wo Lohnforderungen gestellt sind, am Diens- Herrenstandpunkt und betrachten ihre Arbeiter als willenlose Werf tag der Gehülfenschaft einen Tarif vorzulegen, der unbedingt zeuge, die jedes Wintes gewärtig zu sein, aber selbst nicht einmal bis Donnerstag anerkannt werden soll. Verhandlungen Wünsche zu äußern haben. Am Sonnabendabend wurden die und Beratungen mit der Gehülfenschaft über diese Tarife sollen Schauerleute aufgefordert, im Arbeitsnachweis die Karten mit dem überhaupt nicht stattfinden. Nicht weniger als Aufdruck: 8ur Nachtarbeit bereit" in Empfang zu 35 Orte sind es, wo diese rücksichtslose Maßregel angewandt nehmen, aber niemand ging hin, weil die Parole ausgegeben war, werden soll. Aus Städten, wo die Verhandlungen bisher gut daß die Versammlung am Sonntag zu entscheiden habe, was geund Erfolg versprechend verlaufen sind, liegt bereits die Nachricht schehen solle. vor, daß sie auf Weisung aus München plöglich von den Arbeitgebern abgebrochen wurden. En selben es in bambu die hatten die Unterstellung bis 10 the abends zu arbeiten und Nürnberg, Wiesbaden und anderen Städten. Daß die hätten den Beschluß, nur bis 10 abends zu arbeiten und Konferenz in München einen solchen Beschluß faffen fonnte, wurde weitere Nacht- und Sonntagsarbeit zu verweigern, nur 3 offenbar nur dadurch möglich, daß die Arbeitgeberschaft von ihren Demonstrationszweden gefaßt und wollten aus reiner Frivolität Führern über die Stellung der Gehülfenschaft systematisch getäuscht Handel und Schiffahrt gefährden, entschieden zurückgewiesen. wird. Als ob eine Lüge dadurch, daß man sie immer von neuem Dieser Beschluß, so wurde ausgeführt, sei gefaßt worden, weil den wiederholt, glaubwürdig werde, stellen fie die Sache immer wieder Schauerleuten Siz und Stimme in dem ihnen aufgezwungenen so hin, als wollten die Gehülfen in Berlin überhaupt nicht ver. Arbeitsnachweis verweigert worden sei und weil die Nacht- und Handeln oder hätten den Arbeitgebern gar nicht Zeit gelaffen, die Sonntagsarbeit unzureichend bezahlt werde. Trotz der ablehnenden eingereichten Tarife zu prüfen. Und doch waren sie schon im Haltung der Reeder hat der Vorstand der Schauerleute am Dezember bon der Tarifbewegung unterrichtet, 20. September 1906 eine Verhandlung anzubahnen versucht über Tonnten also in aller Ruhe eigene Vorschläge ausarbeiten. Aber die Frage der Nacht- und Sonntagsarbeit, worauf die Reeder er. auch nach Ginreichung der Tarife war ihnen Frist genug gewährt, Härten, Slagen über die Beschränkung dieser Arbeit seien ihnen und es hätte längst eine beiden Parteien nüßliche Einigung erzielt nicht zugegangen, wie auch im Jahresbericht der Handelskammer werden können, wenn die Arbeitgeber ihre Kräfte nicht an eine erklärt wurde, die Reeder usw. hätten sich mit dem Beschluß der fruchtlose Aussperrung und in allerlei Schwindeleien über un- Schauerleute abgefunden. Dieses Abfinden" geschah in einer verschämte und unerfüllbare" Forderungen verschwendet hätten. flotten Geschäftszeit, während in der jetzigen flauen Konjunktur Uebrigens fommen auch organisierte Arbeitgeber mehr und mehr die Nacht- und Sonntagsarbeit unerläßlich sein foll! Troß und zu der Einsicht, daß sie von ihren Führern schmählich getäuscht alledem erklärten die Schauerleute sich nochmals zum Verhandeln werden. Der Referent verlas den Brief eines Mitgliedes des bereit, doch wurden sie brüst zurückgewiesen. Wie schon vor Arbeitgeberverbandes an die Lohnkommission der Gehülfenschaft, einigen Tagen bemerkt, wollten die großen Reedereien schon Anfang worin, eventuell an Gerichtsstelle, eine Bestätigung darüber ver- Februar die Aussperrung vornehmen, stießen aber damit auf langt wird, daß die Gehülfenschaft sich von Anfang an zu Ver- Widerspruch bei den kleineren. Die Herren Ballin und Genossen handlungen bereit erklärt hat. Selbstverständlich wurde dem Ar- haben sich partout vorgenommen, den Hafenarbeitern die„ Mai beitgeber mitgeteilt, daß die gesamte Lohntommiffion und Ortsfeier auszutreiben", umb die jetzige Maßnahme hat lediglich ben verwaltung jederzeit gewillt ist, dies vor Gericht zu bezeugen. Zweck, die Arbeiter durch eine wochenlange Aussperrung in der Der Referent jowie der Verbandsvorsitzende führten im flauen Geschäftszeit finanziell fo zu schwächen, daß die Maifeier übrigen aus, daß die Gehülfenschaft und ihr Verband den Konflitt, ins Wasser fällt. Ein Oberscharfmacher hat ja auch vor einigen wir am 1. Mai vier Wochen lang aussperren." Bataud erflärte darauf, daß die Streiffommission unter diesen Bedingungen für die Wiederaufnahme der Arbeit eintreten werde, jedoch darauf Gewicht lege, zu betonen, daß sie nicht den Drohungen weidfe. Die Versammlung der Ausständigen in der Arbeitsbörse, to die Delegierten den Bericht erstatteten, beschloß die Arbeit wieder fuck, for flammten in ganz Paris In dieſer von über 4000 Schauerleuten besuchten Versammlung aufzunehmen, und fura, ver Mitterna, bello die Arbeit wieder Die reaktionäre Presse weiß nicht, wie sie fich angesichts dieses Endes verhalten soll. Teils wütet sie über die Kapitulation der Regierung", teils fucht sie den Erfolg der Arbeiter zu verkleinern und die Rückkehr zur Arbeit als Resultat der Berufung des Militärs hinzustellen. Der Temps" erklärt, dieser Ausstand habe nicht der Koalitionsfreiheit, sondern im Gegenteil ihrer Beschränkung gedient. Der moralische Eindruck auf die Arbeiterschaft ist natürlich ungeheuer, und die gewerkschaftliche Bewegung hat an diesem einen Tage ge= waltige Antriebe gewonnen. Buchdruckeraussperrung. Jn 25 bon 48 dem Verbande der Druckereibefizer angeschlossenen Drudereien Mostaus wurden Aussperrungen bor. genommen. Der Arbeiterverband beschloß, bon aggressivem Vorgehen abzusehen, die Beziehungen mit dem Verbande der Drudereibefizer abzubrechen, mit den einzelnen Unternehmern jedoch zu befiber abzubrechen, mit den einzelnen Unternehmern jedoch zu verhandeln. Eingegangene Druckfchriften. „ Volkswirtschaftliche Blätter". 2. Februarbeft. Herausgegeben im Auftrage des Deutschen Bollswirtschaftlichen Verbandes von Herm. Edw. Strüger- Berlin. Karl Heymanns Verlag, Berlin W. 8. Katechismus des guten Tones und der feinen Sitte von Conftanze 12. Auflage( 34.- 36. Tausend!) May Hesses Verlag in bon Franken. Leipzig. Preis geb. 2,50. ben der Arbeitgeberberband nun heraufbeschwören will, nicht zu Wochen geäußert. Sperren vir jebt richt aus, bann müfen( Letzte Nachrichten und Depeschen. Unter fürchten haben und hinreichend gerüstet sind, um den Stampf auf zunehmen. Doch sollte nun die ganze Macht der Organisation Nach eingehender Aussprache nahm die Versammlung eingegen den Arbeitgeberverband gerichtet, und von einer Arbeits- ftim mig eine Resolution an, in der es u. a. heißt: Deutsche ausgleichende Gerechtigkeit. niederlegung bei den unorganisierten Arbeitgebern Abstand ges diesen Umständen erklärt die Versammlung, daß der Beschluß vom Breslau, 11. März.( Privattelegramm des Vorwärts".) nommen werden. Dieser gemeinsame Vorschlag der Lohntom 28. Mai 1906( es darf nur bis 10 Uhr abends gearbeitet werden) miffion, Ortsverwaltung und des Verbandsvorstandes wurde nach hochgehalten werden muß, bis eine Verständigung stattgefunden Die Breslauer Straffammer hat es abgelehnt, gegen furzer Debatte durch Annahme der folgenden Resolution gut- hat. Dem Vorstand der Schauerleute wird Vollmacht zur Ver- die Metallindustriellen wegen Terrorismus und Erpressung handlung mit den Reedern erteilt, falls dieselben sich hierzu bereit Anklage zu erheben. Damit ist festgestellt, daß in Breußengeheißen: Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des erflären. Das endgültige Beschlußrecht behält sich die Ver- Deutschland Arbeiter und Unternehmer durch das Gesetz nicht Referenten einverstanden. Den Täuschungsversuchen der Arbeits fammlung vor." gleichmäßig getroffen werden. Was zu beweisen war. geber gegenüber erklärt sie, daß ihnen zu Verhandlungen mit unferer Organisation hinreichend geit gelassen worden ist, daß aber die von uns angebotenen Verhandlungen von den Arbeitgebern abgelehnt wurden. Angesichts der veränderten Situation beschließt die Versammlung, daß in den Geschäften, wo bisher die Arbeit nicht niedergelegt ist, weiter gearbeitet wird." Die Militärjchneider beabsichtigen, ihren Arbeitgebern dem= nächst eine Tarifvorlage zu unterbreiten. Eine Branchenversamme Tung, die am Sonntag in den Arminhallen" stattfand, hieß den von der Kommiffion ausgearbeiteten Entwurf in allen feinch Positionen gut. Den Hauptwert legen die Militärschneider auf die Abschaffung des Prozentewesens, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß bei der Auszahlung der Prozente vielfach ziemlich will fürlich verfahren wird. Außerdem ist in dem Entwurf eine geringfügige Aufbesserung verschiedener Lohnfäße vorgesehen. Die Duma. Petersburg, 11. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) Sier fursieren stark Gerüchte, daß die Dumaauflösung nahe bevorstehend sei. Der Straßenbahnerstreik in Moskau. Moskau, 11. März.( B. H.) Der Magistrat hat die Forderungen der streikenden Straßenbahner abgelehnt und beschlossen, fämtliche Streitenbe am 13. b. Mts. auszusperren. Infolgedessen dürfte auch in den übrigen städtischen Betrieben, wie der Gasanstalt, dem Schlachthause usw., ein Streit der Arbeiter zu er= warten sein. Die Versammlung der Kaiarbeiter beschloß, die eigenen Arbeiten auszuführen, aber Schauermannsarbeiten an Bord unter allen Umständen zu verweigern. Die ausgesperrten Schauerleute fanden sich am Montag morgen in der Hafengegend ein, aber niemand folgte den Lockrufen, sich der " Form halber die Arbeitskarte mit dem Stempel zur Nachtarbeit bereit" zu holen. Die Schleppdampfer, die fonst Tausende bon Arbeitern nach den Schiffen befördern, dampften leer ab. Um parlamentarischen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, find die zur Aufnahme der englischen Streifbrecher hergerichteten Staatsschuppen 78, 74 und 76, die von der Amerika- Linie gemietet find, geräumt und die Streitbrecher auf den außerhalb des Freihafengebiets vertauten Dampfern Rhätia" und" Cobra", beide der Amerita- Linie gehörend, untergebracht worden. Dieses Gefindel, von dem selbst die englische Zeitung Mail" sagt, es bestehe zum Moskau, 11. März.( W. T. B.) Heute traten die Schlosser größten Teil aus Bagabunden, erhält bei freier Berber Straßenbahngesellschaft in den Ausstand; infolgebessen ruht pflegung und Unterkunft einen Tagelohn von 5 M. bei neun der Straßenbahnverkehr völlig. Die Gasarbeiter drohen, wenn Die in den Brauereien beschäftigten Böttcher haben über einen tündiger Arbeitszeit und für die Ueberstunde 1 M., während die Forderungen der Straßenbahnschloffer nicht bewilligt werden, die Hamburger Schauerleute einen blanken Tagelohn von 4,80. gleichfalls die Arbeit niederzulegen. Unter den Arbeitern der neuen Tarifvertrag Verhandlungen gepflogen. In einer außer bei zehnstündiger Arbeitszeit erhalten. Außerdem wird diesen Wasserwerte ist eine Agitation im gleichen Sinne ohne Erfolg ordentlichen Mitgliederversammlung des Bentralverbandes am" Gentlemens" freie Ser- und Nüdfahrt und am Rüdfahrtstage geblieben, hingegen zeigt sich bei den Schlachthausangestellten er Sonntagmorgen erstattete lapsus Bericht darüber. Ueber eine Gratifikation von 20 M. gewährt. Die Scharfmachergesell geblieben, hingegen zeigt sich bei den Schlachthausangestellten er= den von der Böttcherorganisation eingereichten Tarif fand eine schaft läßt sich im„ nationalen Interesse die Niederringung und regte Stimmung. eingehende Grörterung statt, wobei die Arbeitnehmervertreter ent- Brutalisierung der einheimischen Arbeiter etwas kosten. Die Deputiertenkammer zum Elektrizitätsarbeiterstreit. schieden für die von ihnen gestellten Forderungen eintraten, Ueber die Zahl der Streifbrecher liegen noch keine zuverlässigen Paris, 11. März. Ueber die versuchte Verwendung von Namentlich verlangten sie die Bewilligung der 9stün di Angaben vor; die bürgerliche Presse beziffert sie auf 800. Soldaten als Streifbrecher wurde die Regierung in der heutigen gen Arbeitszeit mit der Begründung, daß sie diese in allen Hamburg, 11. März.( Brivatdepesche des Vorwärts".) Heute Sigung von den Sozialisten interpelliert. Am Schluß eines sehr sonstigen Betrieben bereits erreicht hätten, und auch ein Drittel trafen auf zwei Dampfern 500 Engländer ein; die Gesamtzahl ist heftigen Rededuells zwischen Jaurès und Clémenceau schlägt der in den Brauereien beschäftigten Böttcher zurzeit nur neun Stunden arbeite. Seitens der Brauereibefizer wurde erklärt, daß jest 1400. Der Hafenbetriebsverein faßte erneut den Beschluß, Jaurès folgende Tagesordnung vor: Die Deputiertenkammer ist Der Verein mit Rüdsicht auf die Parität der Arbeitnehmer in ohne Unterschrift der Bereitwilligkeit feinen Schauermann anzu der Ueberzeugung, daß das Zurüdgreifen auf militärische Hülfsarbeit mit dem Zwede, die ausständigen Arbeiter der Elektrizitätsden Betrieben nicht in der Lage sei, einer einzelnen Stategorie stellen. günstigere Bedingungen zuzugestehen als den anderen. Die Grenze wverte zu erfeben, eine Beeinträchtigung des Streifrechtes und ein Mißbrauch der Kommandogewalt gegenüber den Soldaten ist, und des Entgegenkommens für die Brauereien sei vielmehr durch den mit den Brauern abgeschlossenen Tarif ge geht zur Tagesordnung über. Der Vorrang für diese Tageszogen. In der Versammlung wurde den Brauern der Vorwurf ordnung wird mit 418 gegen 90 Stimmen abgelehnt; ebenso wird gemacht, daß fie nicht mit aller Energie für die 9stündige Ar- Der Streit der Elektrizitätsarbeiter ist nach eintägiger Dauer der Vorrang für eine von Lasies beantragte Tagesordnung mit beitszeit eingetreten seien. Die Böttcher sind durchaus nicht ge- mit einem unzweifelhaften Erfolge der Ausständigen beendigt worden. 337 gegen 28 Stimmen abgelehnt. Präsident Brisson stellt sodann sonnen, mit 9½stündiger Arbeitszeit zufrieden zu sein. Das wurde mit prachtvollem Elan waren die Arbeiter in die Bewegung ein- eine Tagesordnung zur Abstimmung, die der Regierung das Verin der Diskussion von allen Seiten scharf betont. Weitere Ver- getreten, mit bewunderungswürdiger Besonnenheit wußten fie im trauen ausspricht und folgenden Wortlaut hat: Die Kammer billigt handlungen sollen stattfinden, bis der Ostündige Arbeitstag be- geeigneten Moment abzuschließen. Unt Spätnachmittag des Sonnabend die Erklärungen der Regierung, lehnt jeden Busabantrag ab und willigt ist, der im Böttchergewerbe in Berlin allgemein in Geltung hatte das Streiffomitee, das den Gemeinderat Genoffen Rozier geht zur Tagesordnung über. Diese Tagesordnung wird mit 378 ift. Die Organisation ist start; von 800 Böttchern gehören über 600 als Berater an feiner Seite hatte, eine Unterredung mit dem Seine gegen 68 Stimmen angenommen. dem Verbande an. In sämtlichen Brauereien sind 243 Böttcher präfetten, der ben Arbeitern beruhigende Zusagen über ihre wichbeschäftigt; davon arbeiten 84 nur 9 Stunden und 159, von denen tigsten Forderungen verfchafite. 25 nicht organisiert sind, 9% Stunden täglich. Mit den übrigen Das Streiffomitee fand diesmal die entgegenkommendste Auf- Baris, 11. März.( W. T. B.) Der Justizminister hat heute Punkten des Tarifvertrages erklärte man sich im allgemeinen nahme. Noch am Vormittag hatte Clémenceau zubersichtlich erklärt, der Deputierbentammer den Entwurf oines Beamtengefeßes poreinverstanden, wenn auch noch viel zu wünschen übrig bleibt. Der daß Paris am Abend feine gewöhnliche Beleuchtung haben werde. gelegt. Der Entwurf legt die Beamteneigenschaft jedem bei, der Lohn beträgt 35 Mt. pro Woche. Die Stüdarbeit ist berboten. Die Der Ministerrat beschloß, zu diesem Zivece das 5. Genieregiment als Beauftragter der öffentlichen Gewalt dem vom Staate ausUeberstunden find mit 75 Bf. pro Stunde, an den beiden Oster, herbeizurufen. Am Nachmittag jagte Clémenceaus Kabinettschef gehenden, für die Verrichtung des öffentlichen Dienstes organis Pfingst- und Weihnachtsfeiertagen mit 1 M. pro Stunde zu ver- Sarraut den Vertretern der Streifenden, daß die allgemeinen fierten Beamtensystem angehört. Die Beamten mit Ausnahme güten. Wo günstigere Bedingungen erzielt worden sind, bleiben Interessen" der Bevölkerung die Zuziehung des Militärs recht der Gerichts- Polizeibeamten dürfen sich zur Wahrnehmung ihrer fie auch bestehen. Der Urlaub, unter Fortzahlung des Lohnes, fertigten, worauf Genoffe Bataud rundweg erklärte, daß in diefem beruflichen Intereffen beliebig zufammenschließen. Diese Verbeträgt nach zweijähriger ununterbrochener Beschäftigung in einer Falle Blutvergießen unvermeidlich sein werde. Am einigungen dürfen sich untereinander verbinden nach den im GeBrauerei 2 Tage, nach dreijähriger 8, nach vierjähriger 4, nach Abend aber sah die Stegierung. daß ihre Schreckschüsse die Arbeiter fete vom Jahre 1884 angebenen Grundfäßen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Injeratenteil verantw.:.Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Husland. Der Sieg des Lichtes. Paris, 10. März.( Eig. Ver.) Beamtengeset in Frankreich. Ar. 60. 24. Iahrgavg. 1 Wige des Joriüittü" Kerlim PsIUlntt. Dienstag. 12. Marz 1907. tv. Reichstag. Sitzung vom Montag, den 11. Mär� 1V07. nachmittags 2 Uhr. Am BundesratStisch: Graf PosadowSky. Auf der Tagesordnung sieht zuerst die Fortsetzung der Be- sprechung über die Jnterpellaliou Trimborn und Genossen betr. 1. ein Gesetz über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, 2. die Einführung deS sogen, kleinen Befähig ungsnach- weises, 3. über das Aus v er kaufs Wesen»ud das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 4. die Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit für Fabrikarbeite- rinnen und 5. ein Gesetz über A r b e i t s k a in m e r n. Abg. Mugdan sfrs. Bu): Herr Trimborn hat niit Recht die sozialpolitiiche Unfrnchlbarkeit des Reichstages betont: er sollte aber nicht vergessen, dah in diesen, sozialpolitisch»ufruchrbarcii Reichstage das Zentrum die ausschlaggebende Partei war. sLachen im Zentrimy. Ich halte Arbeiterkammern für bester als ArbcilSkaiiuner»: doch sind die ersteren hier im Hause nicht zu erreichen und ich stimme deshalb den Arbeitskammern zu.— Wenn aber die Wahl der Arbeiter- Vertreter zu diesen Kammern den rcchlssähigen Vereinen übertragen wird, so mutz dag Gesetz über diese ganz anders aussehen als das in der vorigen Session eingebrachte, sonst halten sich die Arbeiter- vereine fern davon. Für die Verkürzung der Arbeitszeit der Arbeiterinnen sind wir auch früher schon eingetreten. Einer Vor- lag«, welche gegen Mißstände auf dem Gebiet« des Aus- verkaufswescnS gerichtet ist. werden meine politischen Freunde zu- stimmen. Wenn die Handwerker glauben, ihnen könne durch Ein- führnng des sogenannten kleinen Befähigungsnachlveises, durch die Meisterprüfung, genützt werden— und es scheint, als ob die Mehr- heit der Handwerker das glaubt— so würden meine politischen Freunde gegen eine solche Bestimmung nichts einwenden. Nutzen allerdings versprechen wir unS nicht davon. Jiciine es nur auf Prüfungen an. so wäre China das am besten verwaltete Reich.(Zu- stimmung bei den Freisiunigen.) Bon den Sozialdemokraten wird unsere Paarung mit den Konservativen als notwendig unfruchtbar verspottet. Haben Sie doch Geduld I Keine Paarung zeigt in wenigen Tagen schon ein Resultat. lHeiterkcit.) Die neue Mehrheit ist nicht den Wünschen des Reichskanzlers entsprungen, sondern der Notwendigkeit, zu ver- hindern, dah das Zentrum, eine Minderheit, in Verbindung mit der Sozialdemokratie dem deutschen Volke seinen Willen aufdrückt. sLachen im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Deshalb wird die neue Mehrheit auch Bestand haben und wir werden in ihr im Geiste der Freiheit und deS Friedens arbeiten.(Bravo I bei den Freifinnigen.) Abg. v. Dircksen(Rp,, anfangs auf der Tribüne nnverständ- lich): Das Deutsche Reich ist das in sozialpolitischer Hinsicht am höchsten entwickelte Land' Frankreich und England kommen nuserer Gesetzgebung erst allmählich nach, lieber den kleinen BefähigungS- Nachweis und den unlauteren Wettbewerb find schon so viel Er- Hebungen veranstaltet, daß wir ein« entgegenkommendere Erklärung vom Staatssekretär erwartet hatten. Abgeordneter Hue ver- sichert, auch die Sozialdemokratie wolle den Handwerkern wohl. DaS Gegenteil ist richtig; die Sozialdemokratie ist eine direkte Femdin des Handwerks und Mittelstandes. So hat der frühere Abg. Pens bei feiner Agitation für die Konsumvereine gesagt, er wolle dadurch so viel selbständige Existenzen vernichten, als ihm Stimmen zur Mehrheit gefehlt haben; überhaupt werden die Konsumvererne von den Sozialdemokraten nur propagiert, um den Mittelstand zu schädigen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Un- glaublich! Zuruf rechts: Aber wahr!) Abg. Hue sagte, die National- liberalen sollten einige Millionen für das Handwerk zur Verfügung stellen. Eine Partei, welch« Millionäre und reiche Erben in ihrer Mitte hat und von jüdischem Kapital unterstützt wird, sollte solche Anwürfe anderer Parteien unterlassen.(Zustimmung rechts.) Abg. Hue hat sich gegen den Reichsverband gewendet. Nun, Sie senden auch Agitatoren ins Land: alle GewerkschastSbeamten find Agitatoren, die Sie noch dazu mcht mit eigenem Gelde bezahlen. sondern mit dem Geld, da» Sie den Arbeitern erpressen.(Stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten.) Präsident Gras Stelberg: Der Herr Abgeordnete hat nicht von Sozialdemokraten hier im Hause gesprochen.(Stürmische Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Er hat von der Sozialdemokratie im allgemeinen gesprochen. Hätte er von den Sozialdemokraten im H a u s e gesprochen, so wäre das unzuläsfig. Abg. v. Dircksen(Rp.): Ich habe gesagt, die Gelder, welche die Sozialdemokraten für ihre Zwecke brauchen,«erden von den Ar« beitern erpreßt.(Stürmische Zurufe bei den Soziaidemolraten. Abg. Kaden sSoz-j ruft: Lügner!) Präsident Graf v. Stolberg: Herr Abgeordneter, ich rufe Sie zur Ordnung.(Stürmische Zurufe und anhaltende Unruhe bei den Soziaidemolraten.) Abg. v. Dircksen: Der Reichsverband ist ein patriotischer Verband. der nicht dazu da ist, die Bevölkerung zu verhetzen.(Erneute Unter- breckiuiigen bei den Sozialdemokraten.) Wir begrüße» die gelbe» Ge- «erkschastcn, welche sich von dem TerroriSmuS der fozialdemokrati- fchen freizumachen suchen. Herr Hue hat auf die großen Ausgaben der sozialdemokratischen Gewerkschaften für humaiiiläre Zwecke hingewiesen. Er hat aber nicht erwähnt, daß die Ausgaben der Gewerkschaften für P r o p a« aandazwecke»och viel größer find. Daß Sozialdemokratie und freie Gewerkschaften vollständig eins find, geht aus den Ver- Handlungen der sozialdemokratischen Parteitage. zum Beispiel aus dem Antrage KautSky vom Mannheimer Parteitage deutlich hervor.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Der ist ja nicht au- genommen I) Nein, aber Sie werden doch nicht leugnen, daß KautSky cine Leuchte der Sozialdemokratie ist(Sehr richtig! bei den Sozial- dcmokraten), und weiter wollte ich nichts beweisen, als daß maß- gebende Kreise in der Sozialdemokratie die Durchdringung der Gewerkschaften mit sozialistischem Geiste wollen. Was die Fortführung der Sozialpolitik angeht, so halten wir eS mit dem Grafen PosadowSky für richtiger, uns jetzt mit einigen Abschlagszahlungen zu begnügen anstatt zu weite Ziele zu verfolgen. (Bravo! rechts.) Abg. SchaS(Wirisch. Vq.): Wir Irmgkonservativen find mindestens ebenso energisch wie da» Zentrum für die Fortführung der Sozial- Politik eingetreten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.»— Herr Hue leugnete, daß die Sozialdemokratie die Vernichtung deS Hand- werks wolle. Wenn er aber die möglichst baldige Erreichung der Ziel« der Sozialdcmolratie will, so muß er auch den Untergang des Handwerks wünschen. UebrigenS har Herr KautSky noch im Jahre 190« das Handwerk als einen.Schmarotzer am gesellschaft- lichen Körper, der nur auf dessen Kosten seine Existenz zu fristen vermag' bezeichnet. Bei der Neubearbeitung des Gesetze? über die Rechtsfähigkeit der Berussvereine möge der Staatssekretär in die Arbeiterbewegimg hineingreifen und sich bei christlichen Gewerkschaftsführern Rat holen. Aber viel wichtiger als dies Gesetz wärej einel Vorlage über ArbeitSlammern. Daneben find auch HaaSlungsgehülfeiikamniern notwendig. Um den Abgeordneten, die sich nach sozialpolitischer Tätigkeit sehnen und jetzt arbeitslos in Berlin und im Reichstag umherirren. Gelegenheit zur Betätigung zu geben, sollte inan eine ständige sozialpolitische Kommission einrichten.(Bravo! bei der Airtichastlichen Vereinigung.)_... Abg. Lorfanty(Pole): Nach den Reden der letzten Tage zu urteilen, besteht der ganze Reichstag aus Anhängern einer groß- zügigen Sozialpolitik. Freilich, vergleicht man die Reden mit denen der Herren im Abgeordnetenhause, so muß man wohl sagen, daß die Herren entweder hier oder da drüben nicht ganz nackr ihrer lleberzeugung reden.(Heiterkeit«nd Sevr richtig! links.) Di- Erfolge der Sozialpolitik stehen freilich nicht im Verhältnis zu den Reden. Ich erinnere nur an die beiden Novellen zum Berg- gcsetz, die gar nicht schlechter hätten sein können.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler sagte, er denke an ein freiheitliches Vereins- und Versammlungsrecht. Das wäre für die Arbeiter wichtiger als ein Gesetz über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. Freilich, die preußische Polizei benutzt die gegen- ivärtigen vereinsgesetzlichen Bestimmungen zu den kleinlichsten Schikanen gegen die Arbeiter. Abg. v. Dircksen klagte, die Gewerkschaften benutzten ihre Mittel nicht zu kulturförderndc» Zwecken. Nun. als in Schlesien die Ge- wertscvasten Vorträge astronomischen und literatnrgeschichtliche» Inhalts veranstalten wollten, wurden diese als öffentliche Lustbarkeiten(Hört I hört! bei de» Sozialdemokraten) von der Polizei verboten, und der Regierungspräsident zu Oppeln bestätigte dies Verbot 1 1 Der Ver« Minderung der Arbciiszeii der Frauen stimmen wir gern zu. Im Berg- und Hüttenwesen sollte die Frauenarbeit überhaupt ver- boten werden. Leider besteht die Frauenarbeit aber noch in kehr hohem Maße. z. B. in de» Bergwerken des FiSt»» in Oberschlcsien, und zwar ivird sie dort noch dazu außerordentlich schlecht bezahlt. Man hat vom Schutze des Mittelstandes gesprochen. In den polnischen Provinze» aber Ivird der Mittelstand, die polnischen Kaus- lente und Handwerker, mit allen Mitlein des Boykotts von der preußiichen Regierung bekämpft. Diese ganze preußische Polenpolitik ist aufgebaut ans llnsittlichkeit und moralischer Verkommenheit. (Bravo! bei den Polen.) Abg. GicSberts(Z.): DaS Resultat unserer Interpellation ist ein sehr erfreuliches. Die große Mehrheit des neuen Reichstages hat ein offene» BetennlniS für eine energische Fortführung der Sozial- polilik abgelegt. ES ist keine Stinnne laut gelvorden, die jene Richtung unterstützte, welche Gras PosadowSky als stille Feindin der Sozialpolitik kennzeichnete. Die Regierung kann sich jetzt auf eine von ihr selbst geschaffene Mehrheit stützen, und wir dürfen erwarten, daß sie ihre Versprechungen auch erfüllt. Ich habe also den Eindruck, als ob jetzt ZentrumSpolilik ohne Zentrum ge- trieben werden soll.(Heiterkeit und Sehr gut! im Zentrum.) Als erfreuliches Ergebnis der Besprechung begrüße ich auch die Anerkennung, daß— ebenso wie der Klassenkampf der Arbeiter— auch der Klassenkampf des GroßkavitalS gegen die Organisationen der Arbeiter bekämpft werden muß.(Bravo I im Zentrum.) Im Gegensatz zu Herrn v. Dircksen muß ich mich gegen die Existenz- bercchtiguiig der gelben Gewerkschaften aussprechen, d. h. derjenigen Gewerkschaften, in denen die Arbeiter nicht selbständig entscheiden, sondern lediglich unter der Botmäßigkeit der Arbeitgeber stehen. (Sehr wahr! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Biel wichtiger ist es. wenn Sie(nach rechts) die Gleichberechtigung der Arbeiter anerkennen. Herr Hue hat unS wieder das alte Lied von der Einigung der Arbeiterorganisationen gesungen. Sein Freund Leimpeter» hat aber vor kurzem in der»Neuen Zeit' die offene Bekämpfung der christ- lichen Gewerlschakten proklamiert. Gewiß ist er vom Verbands« vorstand desavouiert worden, aber es ist doch bemerkenswert, daß zwei so verschiedene Strömungen innerhalb desselben Verbände» be- stehen, und es wird Herrn Hue ja auch bekannt sein, daß in der Parteipresse im Ruhrgebiet die Stellungnahme Leimpeters freudig begrüßt worden ist von dem Vater jene» Artikels, der seinerzeit schrieb. daß der große Kohlenarbeiterstreik weniger dem Grubenkapital hätte gelten müssen als vielmehr den verhaßten christlichen Organisationen.(Hört! hört! im Zentrum.) Erkennen Sie esfft einmal die christlichen Gewerkschaften als existenz- berechtigt an.(Zuruf des Abg. Hue: Das tun wir!) Sie wisjen aber, was Herr Legi» gesagt hat: So lange er an der Sgitze der freien Gewerkschaften stände, würde er die Existenz- berechtignng der christlichen Gewerkschaften niemals anerleunen. (Hört! hört! im Zentrum.) Also diese Rattenfängertöne locken uns nicht.(Heiterkeit im Zentrum.) Einem friedlichen gusammenarbeiten sind wir niemals abgeneigt gewesen. Bor allem wehren wir uns gegen den Terrorismus, der in den Werkstätten gegen die Arbeiter geübt wird, die ihre christliche Weltanschauung nicht verleugnen. Wenn wir diesen Terrorismus bekämpsen, so liegt darin nicht etwa der Ruf nach einem Schutz durch Gesetze, etwa nach einem neuen Zuchthausgesetz; wir fühlen un« stark genug, un» s e l b st zu tchützen, auch reichen die vorhandenen Swatsgesetze aus.— Wenn Herr Hue uns die Arbeitsverhältnisse aus den schlesischen Gruben vorbehalten hat, so haben wir gar keine Ursache, diese Zustände zu ver- teidlgen. Auch in den Kreisen der Arbeitgeber, die zu Ihrer Partei gehören, ist nicht alles Gold, was glänzt.(Sehr richtig! im Zentrum.) Als Arbeiter haben wir alles Interesse an der Erhaltung eineS kräftigen Mittelstandes, der seinerseits an einer gut gestellten Arbeiterschaft Interesse hat. Wenn das Gesetz über die Rechtsfähig« keit der Berufsvereine von der Regierung nach unseren Wünschen verbessert wird, werden wir un» darüber treuen. In Rücksicht auf die in Preußen aus Grund des Vereinsgesetzes ausgeübten Schikanen gegen Ardeiter habe ich früher bei der Kritik dieses Gesetzes gesagt, man müsse sich fast schämen, Preuße zu sein. DaS ist mir als Mangel an vaterländischer Gesinnung ausgelegt worden. Ich glaube, gegen derartige Vorwürfe sollten wir gefeit sein.(Sehr richtig I im Zentrum.) Gegen eine Ueberloachung öffentlicher Versammlungen haben wir prinzipiell nichts einzuwenden, doch muß fie durch qualifizierte Beamte geschehen, und die Berichte der Beamten dürfen nur an die Vorgesetzten erstattet werden, nicht, wie es vorgekommen ist, an die Fabrikanten!(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär hat uns ein Gesetz über die Arbeitskammern angekündigt. Ich bedauere, daß auch dieser Entwurf wieder aus- gearbeitet wird, ohne daß die interessierten Arbeiterorganisationen gehört werden. Sonderbar ist bei dieser Frage die Stellung der Sozialdemokratie. Bis vor wenigen Jahren haben Partei und Ge« werlichasten paritätische Arbettskammern verlangt(Abg. Hue: Die Gewerkschaften nicht!), und nun. wo die Regierung den Wünschen des Reichstages nachkommt und eine Vorlage ankündigt, verlangen Sie plötzlich Arbetterlammern. Herrn Dircksen bemerke ich, daß mit seinen Bemerkungen über die Gewerkschaftssührer, die sich von Arbeitergroschen mästen, die Sozialdemokraten nicht bekämpft werden können-; solche Bemerkungen richten sich auch gegen alle anderen Gewerlschastsorganiiationen, und doch wird gerade nirgend« so viel selbstlos« Arbeit geleistet, wie gerade in den Ge- werkschaften. Was die Beschränkung der Arbeitszeit der Frauen anlangt, so freuen wir un«. daß darin da» ganze HauS jetzt einig ist. und erwarten ein schleunige« Vorgehen der Regierung. Der neuen Mehr- heit rufe ich zu: Vorwärts aus sozialpolitischem Gebiet l(Lebhaftes Bravo! im Zentrum.) Vizepräsident Kämpf: Der erste Herr Vizepräsident hat mir mit- geteilt, daß er die Schlußworte des Herrn Abg. Korfanty von seinem Platze aus nicht gehört hat. Nach dem Stenogramm lauteten sie:.Dies« Worte mag fich der Herr Reichskanzler, oder ich will lieber sagen der Herr Ministerpräsident von Preußen in« Stammbuch fckreiben. Räch diesen Worten mag er sich leine Polenpolitik einrichten, und dann mag er zur Sittlichkeit bei- tragen. Denn mit Sittlichkeit hat die preußische Polenpolitil nichts zu tun.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wirklich gar nichts.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie ist ausgebaut auf einen Sumpf, und dieser Sumpf ist Unfittlichkeit und moralische Verkommenheit.(Lebhafte» Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich muß diese Charakteristik der Polenpolitik des Reichskanzlers und der preußischen Regiermrg al« durchaus ungehörig bezeichnen und rufe den Abg. Korfanty nachträglich zur Ordimng.(Lebh. Beifall rechts und bei den Ratl.) Abg. Hue(Soz.): Ich bedaure, daß die Debatte über Sozialpolitik durch die Aus- führungen de» Herrn Abg. v. Dircksen auf ein rein persönliches Ge- biet aclenkt worden ikt Gegenüber der tviederbolten Behauptung, wir seien Feinde des Handwerks und Mittelstandes, erkläre ich noch- mals: Wir sind keine Feinde des Mittelstandes und unterstützen nicht Maßregeln zu seiner Schädigung. Wir erNären dem Hand- werker nur, warum er aus naturnotwendigcn Gründen sich gegenüber dem Großkapital nicht erhalten kann, und diejenigen Herren, welche die volkswirtschaftlichen Kenntnisse haben und trotzdem dem Handwerker- stände vorreden, daß ihm durch den kleinen Befähigungsnachweis geholfen werden kann gegenüber der Konkurrenz des Großkapitals, sagen ihm nicht die Wahrheit.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Unruhe rechts.) Das ist meine Antwort auf die Ausführungen des Herrn b. Dircksen,' der uns noch viel schwerere Borwürfe gemacht hat.— Dann hat Herr v. Dircksen wieder behauptet, wir wollten den Mittelstand vernichten. Er mag vielleicht an das Bauernlegen seiner Standesgenossen denken.(Unruhe rechts.) Die Vergewaltigung der kleinen Bauern durch die Großgrundbesitzer ist eine historische Tatsache; daran können Sie nicht rütteln.(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Die Zitate des Herrn v. Dircksen stammten mit wenigen Ausnahmen aus einem Flugblatt deS RrichSlügenverbandeS. Mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit kann ich leider darauf nicht mehr so ausführlich eingehen, wie ich wollte; ich will nur erklären, daß das Zitat einer angeblichen Bebelschen Aeußerung von diesem längst als durchaus erfunden bezeichnet und nachgewiesen worden ist. Weiter kann ich feststellen, da mein Parteifreund Bock heute im Reichstage anwesend war. daß da« �itat, welche« der Herr Abg. v. Dirckien als von Bock stammend ingestellt hat, tatsächlich in der Zeitung, die von meinem Partei- freunde Bock herausgegeben wird, gestanden hat, und zwar unterzeichnet mit vollem Namen von dem betreffenden Ein« s e n d e r. In einer der darauffolgenden Nummern hat dann die Redaktion selbst gegen die Auffassung Stellung genommen und unsere Stellung vom Mittelstande so präzi- iiert, wie ich es am Sonnabend getan habe. UebrigenS ver- weise ich daraus, daß Herr v. Dircksen es war, der— ich glaube, es war in der vorigen Session— einmal recht schnell an seinem Stenogramm herumkorrigieren mußte, um nicht auf eine Aeußerung, die er gemacht hatte, festgenagelt zu werden!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)— Was er dann des weiteren über die Führer, die von den Arbeitergroschen leben, sagte, hat bei unS einen berechtigten Entrüstungssturm hervorgerufen. Herr GicSberts hat eS schon gekennzeichnet als auch gegen die christlich-nationale Arbeiterschaft gerichtet. Wir Beamte der Gewerkschaften werden den zehnten Teil so bezahlt wie die Beamten der Unternehmerverbände: wir werden angestellt mit einem Durch- schnittsgehalt von nicht einmal 100 M. pro Monat.(Na, na I reckits.) Ich bin nicht gern persönlich. aber da diese Behauptung eine der immer wiederkehrenden niederträchtigsten Berteumdungen des Reichslügenverbandes ist, so will ich Ihnen sagen, daß ich persönlich mit 40 Mark pro Monat vom Bergarbeilerverbande angestellt worden bin, und noch in vielen Ge- werkschaften sind die Gehälter unter 100 Mark.(Zuruf rechts: Hungerlöhne I> Allerdings sind das Hungerlöhne, aber Sie sind wirklich merkwürdige Heilige: Erst behaupten Sie, die GewerkschaftL- Beamten werden dick und fett von den Arbeiteraroschcn, und nun reden Sie von Hungerlöhnen.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Herr v. Dircksen hat weiter von den Unterstützungen für Streikende gesprochen. Als langjähriger Gewerkschaftsbeamter will ich Ihnen sagen: Jeder Erfolg, den wir erzielen können ohne Streik, ist uns mmdestenS ebenso so lieb, wie der durch einen Streik erreichte. Fragen Sie die Kollegen GieöberiS, Wiedeberg und die andere» Vertreter der christlichnationalen Gewerkschaften, ob eS ihnen nicht genau so geht, daß sie gern bereit sind, wenn die Unternehmer nur unterhandeln wollen,, mit etwas weniger vorlieb zu nehmen, wenn es ohne Streik geht. Wie kommt eS, daß wir in den letzten Jahren so außerordentlich hohe Streik- Unterstützungen gehabt haben? Die Zahl der Aussperrungen durch die Arbeitgeber ist ständig gestiegen. Im Jahre 1900 gab eS in Deutschland 35 Aussperrungen mit 008B ausgesperrten Arbeiter». im Jahre 1903 70 Aussperrungen mit 35 000 Arbeitern, 1905 254 Aussperrungen mit 818 400 Ausgesperrten.(Hört l hört! bei den So�ialdemolraten.) Wenn die Unternehmer— das bat auch Herr Gresberts gesagt— sich auf den Herrenstandpunkt stellen wie die Thyssen und Tille, dann werden sie um diese großen Kämpfe niemals herumkommen. Wir können dokumentarisch nachweisen: Wenn die Herren vom Bergbaulichen Verein mit der Siebener- kommission verhandeln wollten, dann wäre eS nicht zu dem große» Bergarbeiterstreik gekommen.(Sehr richtig l bei den Sozial- demokraten.) Da Herr v. Dircksen die Arbeitcrfreundlichkeit der Konservativen gerühmt hat, verweise ich darauf, daß ein christlich-nationaleS Blatt. der„Bergknappe', bei Gelegenheit der sogenannten Bergarbeiterschutz- Novelle im Landtage schrieb:«Besser, daß die volle Rückständigkeit -des konservativen Klüngels vor der Welt in erschreckender Deutlichkeit klargelegt wird, als daß man sich noch länger der Täuschung hin- gibt, bei diesen einseitigen Scharfmachern könne noch eine einzige arbeiterfreundliche Saite angeschlagen werden.(Hört l hört I bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär hat eS Ihnen ja schon einmal gesagt: Im Landtage sehen die Herren Konservative» ganz anders aus; da erkennt man die Konservativen von hier gar nicht wieder. Ich will übrigens der Gerechtigkeit halber feststellen: Die Führung bei der Verschlechterung des Berggesetzes in der Kommission haben die Herren Nationalliberalen gehabt. Im Plenum hatten die Herren nicht den Mut, ihre führende Rolle bei der Verschlechterung einzugestehen; sie wollten sie den Konservativen in die Schuhe schieben. Aber Herr v. Heyde- brandt stellte fest, daß die Herren Hilbck und Franken die Per« schlechterung gewollt hätten. Da Herr GiesbertS auf den Artikel meines Freundes Leim- peterS gegen das Zusammengehen mit den Christlichen hingewiesen hat, möchte ich noch einmal unterstreichen, was Herr GiesbertS ja auch erwähnte, daß sowohl der Vorstand deS Bergarbeiter-Verbandes wie die Redaktion der„Bergarbeiter-Zeituna" sich ausdrücklich gegen diese Auffassung gewandt haben. Der Bergnrbeiter-Verband hat durch Generalversammlungsbeschluß festgelegt, daß wir mit jeder anderen Gewerkschaftsorganisation zusainmengchen. In der Beurteilung der gelben Gewerkschaften bin ich mit Herrn GiesbertS ebenso vollkommen einverstanden— wie in bezug aus die Notwendigkeit eines Zusammengehens der Arbeiterorganisationen. Zu der Frage, ob Arbeilskanunern oder Arbeiterkammern den Vorzug verdienen, wird, wenn die Borlage kommt, einer meiner Freunde eingehend nachweisen, daß eS unter den gegebenen Um- ständen besser ist, Arbeiterkammern zu fordern, und ich glaube, auch die Kollegen von den christlichen und Hirsch-Dunckerschen Bereinen werden unS beistimmen, wenn sie diese Frage ohne politische Rücksichten lediglich vom Standpunkte praktischer Arbeiter- interessen prüfen. Wa» die Erfolge der konservativ-liberalen Paarung auf sozial- politischem Gebiete betrifft, so hat ja der sachverständige Herr Dr. Mugdan selbst erklärt, daß ein Produkt von dieser Paarung sobald nicht zu erwarten sei.(Heiterkeit.) Wir meinen aber, es könnte noch in dieser Sesfion wenigstens schon das Allerdringendste erledigt werden. Was aber von der bürgerlichen Sozialpolitil zu er- warten ist, hat Herr GieSberts sehr qut auf dem christlichen Gcwcrk- schaftskongreß in Breslau 1905 festgestellt. Er sagte da:»Weder die Arbeitgeber noch die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit noch der Staat haben ihre Pflicht gegenüber dem Arbeiter- stände erfüllt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ES würde keinem Menschen eingefallen sein, Sozialpolitik zu treiben und den Wünschen der Arbeit« gerecht zu werden. wenn nicht die Arbeiter selbst in nickt mißzuv erstehender Dentlickkeit thre Unzufriedenheit zu erkennen gegeben und auf die Mißstände j hingewiefen hätten. Was erreicht worden ist, ist erreicht worden durch die Arbeiterschaft. Stets haben die unteren Klassen um ihr Necht kämpfen müssen, und auch wir müssen darum kämpfen." Da haben Sie die volle Bestätigung dessen, was ich am Sonnabend gesagt habe. Wenn wir etwas erreichen wollen, dürfen wir uns nicht auf die liberal- konservative Baarung verlassen, sondern nur auf die Kraft und die Einmütigkeit der Arbeiterschaft. Gegenüber den Herren Schack und v. Dircksen betone ich noch einmal: So lange der Reichstag existiert, sind die bürgerlichen Parteien in der übergroßen Mehrheit gewesen. Sie haben immer Gelegenheit gehabt, die Gesetzesvorlagen so zu gestalten, daß sie den Arbeitern gerecht würden, wenn sie nur wollten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mein Parteifreund Bebel saß in diesen Tagen 40 Jahre im Reichstag. Er könnte Ihnen fagen, wie unsere Anregungen im Interesse der Arbeiter stets behandelt worden sind. Darum sage ich mit Recht: Nicht eher werden wir in diesem Hause eine gute Sozialpolitik bekommen, als bis sich die gewaltigen Massen der Arbeiterschaft einmütig zusammenscharen; erst diesem Druck der Arbeiterschaft wird die Mehrheit dieses Hauses nachgeben. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Defer( frs. Vp.) bedauert, daß bei einzelnen Beamten fategorien die Aufrüdungszeit verlängert sei und befürwortet so dann seinen Antrag. Redner fordert weiter die Einführung von festen Lohnstalen für die Arbeiter und bittet den Minister, das Haus alljährlich über die sozialpolitischen Erlasse des Eisenbahnministeriums zu unterrichten. Minister Breitenbach: Die Lohnstalen, welche der Borredner fordert, bestehen bereits. Ein Antrag auf Schluß der Besprechung wird angenommen. Die vorliegenden Anträge werden der Budgetkommission überwiesen. Es folgt die Besprechung des Titels:„ Tagegelder, Reise- und Umzugskosten". scheidung über die Konkurrenzflaufel bei Warenhäusern und wollen bei dieser Gelegenheit bemerken, daß in dem von uns damals mit geteilten Fall der Berichterstatter zu unrecht die Beklagte für minderjährig hielt. Christlicher Terrorismus. Den Hintermännern der" Post"," Hamburger Nachrichten" und ähnlichem Gelichter, ganz besonders dem Reichsverband gegen die Sozialdemokratie empfehlen wir unter der so beliebten Ueberschrift: und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein, folgenden Vorfall sorgfältig zu registrieren: In Hildesheim ist der Tischler Wilhelm Kraft bom Schöffen gericht zu 25 M. Geldstrafe verurteilt worden. Straft ist Mitglied Abg. v. Brandenstein( f.): In den Wagen erster und zweiter des christlichen Holzarbeiterverbandes und agitierte für diesen VerKlasse begegnet man jetzt vielfach Personen, die durch ihr Ver- band. Er wollte besonders den Tischler Wagner zum Eintritt in halten Anstoß erregen! Es gibt leider gewisse Beamte, die zwar den Verband bewegen. Als Wagner den freiwilligen Lockungen aber studiert haben, aber doch sich nicht so in ihrem gesellschaftlichen durchaus nicht folgen wollte, schlug ihn der Beschuldigte schließlich Benehmen verhalten, wie man in dieser Klasse verlangen kann. mit einem Hammerstiel einigemal über den Kopf. Wegen dieser ( Heiterkeit.) Es ist jetzt bestimmt, daß Assessoren und Bau- unchristlichen Tat wurde Kraft entlassen, obgleich er schon 8 Jahre meister die erste Klasse benußen. Daraus geht doch hervor, daß in dem Betriebe der Gummifabrik beschäftigt war, denn der Ober3. B. Bauführer nicht in diese Klasse gehören! Da hat mir ein wertmeister Herbeld erklärte kategorisch, daß er Herr im Hause Abg. Pauli- Potsdam( f.): Alle Versuche der bürgerlichen Mitglied dieses Hauses eine nette Geschichte erzählt: Ein Abteil bleiben wolle und keine Organisation in der Fabrik dulde. Ferner Parteien zu guten sozialpolitischen Gesetzen sind gescheitert an dem erster Klasse war von Beamten voll besetzt. Der Herr wollte nun hat Straft am Morgen des 10. November den Wagner, als dieser sich Widerspruch der Sozialdemokraten.( Lebhafte Heiterkeit bei den feststellen lassen, ob die Beamten wirklich berechtigt wären, alle nach der Arbeitsstelle begeben wollte, angefallen und derartig mißSozialdemokraten.) Der Vorredner beschwert sich über ehrenrührige erster Klasse zu fahren. Der Schaffner machte einige Umstände, er handelt, daß er besinnungslos zu Boden stürzte. Der Verteidiger des Angeklagten bat das Gericht, zu berüd Angriffe des Herrn Dircksen; aber wie es in den Wald hineingenierte sich. Ebenso machte es der Zugführer. Nun ging der sichtigen, daß die Gewerkschaft, für die der Angeklagte Propaganda fch allt, schallt es heraus. Wenn Sie auch behaupten, Sie feien Herr zum Stationsvorsteher und wurde etwas ernstlicher. Nun mache, nicht auf revolutionärem Boden stehe, sondern treu zu Kaiser nicht Feinde des Mittelstandes, so trifft das nicht zu. Der Vor- erreichte er seinen Zweck. Da mußten denn sämtliche Infassen bis und Reich halte, und das mag wohl auch bei Bemessung der oben anrebner hat vom Reichslügenverband" gesprochen. Der Reichs auf einen aussteigen. Der eine war nun nicht etwa pitiert auf geführten minimalen Geldstrafe mit berücksichtigt worden sein. Wie berband trägt alles zusammen,( Buruf bei den Sozial- diejenigen, die unberechtigt bei ihm geteilt hatten, sondern würde man wohl den Fall ausgeschlachtet haben, wenn es sich nicht demokraten: Lauter Lügen!) was notwendig ist, die inter- gegen den Herrn, der sich an den Vorsteher gewandt hatte. Gegen um den christlichen, sondern um den sozialdemokratischen" Holznationale Sozialdemokratie zu bekämpfen.( Buruf bei den Sozial- diesen richtete er wütende Blicke.( Heiterkeit.) Die Beamten arbeiterverband handeln würde! Uns fällt es nicht ein, diesen Fall demokraten: Lügen trägt er zusammen!) Sie wundern sich, wenn regulieren die Heizung, wie es ihnen beliebt, rauchen, wo dies einer christlich nationalen Roheit sondergleichen zu verallgemeinern Sie vom„ Reichslügenverband" sprechen, daß auch gegen Sie An- ohne Genehmigung der Mitreisenden nicht gestattet ist, unterlassen und behaupten zu wollen, dieser Fall sei typisch für die Art der griffe gerichtet werden. Der Reichsverband bemüht sich, die Sozial- es, um Entschuldigung zu bitten, wenn sie jemand auf die Füße christlichen Agitation. Wir veröffentlichen ihn lediglich, um den demokratie zu befämpfen.( Zuruf bei den Sozialdemokraten: durch getreten haben, machen in ausgiebiger Weise von der neuen Gr- rüden Anivürfen gegen freie Organisationen zu begegnen. Lügen!) und darum muß er geachtet werden als eine Partei, findung der Zerlegbarkeit ihrer Hemden Gebrauch.( Große Heiter- Der christlich- nationale Angeklagte tam, troßdem er seinen und was er vorbringt, ist wahr( Lachen bei den Sozialdemokraten) keit.) Man sagt, die Zahl der Reisenden erster Klasse sei zurüd- Kollegen so brutal mißhandelte, daß er besinnungslos zusammendaran ist nichts zu ändern, auch durch Ihr Lachen nicht.( Erneutes gegangen; man meint wohl die Zahl der Zahlenden; denn brach, mit einer milden Sühne davon. Hält man nun dieses Urteil Gelächter bei den Sozialdemokraten.) die Frequenz der Nicht zahlenden hat entschieden zugenommen. auf seiten der Nationalen für gerecht, so wird man zugeben ( Seiterkeit.) Man sagt jeht schon: In der ersten Klasse fahren nur müssen, daß die hohen Strafen gegen Mitglieder der freien GewerkBauinspektoren und Reichstagsabgeordnete.( Große Seiterkeit.) schaften, die wegen wörtlicher, oft harmloser Beleidigung ins Bei einem Eisenbahnüberfallprozeß fragte der Vorsitzende den Gefängnis gestedt wurden, sehr ungerecht sind. Zeugen, ob er denn dem Täter nicht sofort angesehen habe, daß er nationale" Presse die Roheit ihres nationalen Schüßlings totnicht in die erste Klasse gehörte. Da antwortete der Ueberfallene schweigen und über den Terrorismus der freien Gewerkschaften gewissenhaft und treu:" Ich habe angenommen, das wäre ein weiter lügen? Reichstagsabgeordneter."( Stürmische Heiterkeit.) Wenn Sie sich bergegenwärtigen, wie einzelne von den Herren aussehen, werden Sie diese Antwort begreifen. Ich bitte den Minister, die Bestimmungen über die Benutzung der einzelnen Wagenklassen zu revidieren. Minister Breitenbach: Ich stehe seit 30 Jahren in der Verwaltung, tann aber erklären, daß Beschwerden, wie sie der Vorredner vorbrachte, eine Ausnahme bilden. Aus dem ganzen Aufbau der Verwaltung ergibt sich, daß höhere Beamte die erste Klasse, mittlere die zweite, untere die dritte Klasse benutzen. Die Sozialdemokraten können nicht abstreiten, daß fie fleine Geschäftsleute schädigen, wenn diese die Partei nicht unterstützen. Die Sozialdemokraten sind ihrer ganzen Natur nach Feinde des Mittelstandes und des Handwerks. Ein Antrag auf Schluß der Besprechung wird gegen die Stimmen des Zentrums und der Sozialdemokraten angenommen. Nächste Sizung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Dritte Beratung des Kolonial- Nachtragsetats, Interpellation Graf Hompesch und Genossen( 3.) betr. Revision der Strafprozeßordnung, Interpellation Albrecht und Genossen( Soz.) betr. Eingriffe von Behörden usw. bei der Reichstagswahl, Interpellation Heyl und Genoffen( Natl.) betr. die Verhältnisse der Privatbeamten. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. Montag, den 11. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Breitenbach. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Bericht der Ge. schäftsordnungskommission über die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung der sozialdemokratischen Redakteure Molkenbuhr, Wittmaack und Dornheim wegen Beleidigung des Abgeordnetenhauses. Die Kommission beantragt: die Genehmigung zur Strafberfolgung nicht zu erteilen. Abg. Dr. Fervers( 3.) erklärt, daß seine Fraktion der Anficht sei, daß eine Genehmigung zur Strafverfolgung nur in Ausnahmefällen zu geben sei. Ein solcher Ausnahmefall liege hier nicht vor. Die Abgg. Kreitling( frf. Vp.) und Peltasohn( frs. Vg.) er flären, daß ihre Fraktionen die Erteilung der Genehmigung zu einer Strafverfolgung prinzipiell ablehnten. Die Abgg. Dr. v. Heydebrand( f.) und Schiffer( natl.) bitten dagegen, die Genehmigung nur für diesen Fall zu bersagen, weil die fraglichen Artikel vor dem ersten Beschluß auf Strafberfolgung geschrieben seien. Der Antrag der Kommission wird angenommen. Hierauf wird die zweite Beratung des Etats der EisenbahnAbg. Busch( 3.) bedauert die Angriffe des Abg. v. Brandenstein, insbesondere seine versteckten Angriffe auf die Reichstagsabgeordneten. Abg. Macca( natl.) schließt sich dem an. Abg. Fund( frs. Vp.) bezeichnet die Ausführungen des Abg. b. Brandenstein als geschmacklos und nicht geeignet, den guten Ton in den Parlamenten zu heben.. Das Haus vertagt sich. In einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte erklären sich Freiherr v. Zedlik( frk.), Dr. Friedberg( natl.) und Dr. v. Heydebrand( f.) damit einverstanden, daß noch vor Ostern mit der Beratung des Kultusetats begonnen wird, da das Polizeitostengesetz de mhause vor Ostern nicht mehr zugehen wird. Am Mittwoch soll die Plenarsizung mit Rücksicht auf die Sizungen der Kommissionen ausfallen. Nächste Sibung: Dienstag, 11 Uhr( Eisenbahnetat). Schluß 4% Uhr. Soziales. Formale Auslegung durch das Berltner Kaufmannsgericht. Wird die Die Errichtung einer städtischen Schul- Zahnklinik für Voltsschüler haben am Freitag die Stadtverordneten in Seit ungefähr sechs Jahren bestand dort Erfurt beschlossen. bereits die Einrichtung der regelmäßigen, zahnärztlichen Untersuchung So günstig die und periodischen Beobachtung der Volksschulkinder. relativen Ergebnisse dieser Einrichtung an sich auch waren, so erwiesen sie doch andererseits gerade, daß es unmöglich ist, auf diese Weise eine gründliche Besserung auf dem leider schon bei der Schuljugend weit verbreiteten Gebiete der Zahnkrankheiten herbeizuführen. der Schulbehörde die Einsicht, daß man So reifte bei sondern vers nicht auf halbem Wege stehen bleiben dürfe, sondern suchen müsse, gründliche Besserung zu schaffen. Das Beispiel, das Straßburg mit der Errichtung einer städtischen Schulzahnklinik gegegben hat und der außerordentliche Erfolg dieser Einrichtung auch in den Städten, die Straßburg bereits nachgeeifert haben, ließ die Absicht der Schulbehörde zur Tat reifen. Es wurde ein Projekt ausgearbeitet, das in seiner Begründung die Stadtverordneten überzeugte und sie zur Bewilligung der erforderlichen Mittel geneigt machte, die auf 4600 m. laufende jährliche Ausgaben und 2500 m. einmalige Kosten veranschlagt sind. In Betracht kommt eine Boltsschülerzahl von 9000. Aus Induftrie und Handel. Tributpflicht. Den glücklichen Besitzenden gilt der Kapitalismus als etwas Vollfommenes, Gerechtes, Unentbehrliches. Ohne Kapitalismus, das heißt ohne Plusmacherei, erscheint ihnen jede Produktion und Kultur unmöglich. Jedenfalls behaupten sie das. Und da sie es sind, die verwaltung beim Kapitel Besoldungen( Allgemeine Besprechung Welche Vorsicht bei Abfassung von Anstellungsverträgen feitens durch den Kapitalismus nicht leiden, sondern nur genießen, nicht der Angelegenheiten der Beamten und Arbeiter) fortgesetzt. Dazu der Vertragschließenden am Blaze ist, lehrte ein Fall, der gestern ihm dienen, sondern durch ihn herrschen, ist ihr vorgetäuschter oder liegen vor der Antrag Kopsch( frs. Bp.) auf Besserstellung der die erste Kammer des Kaufmannsgerichtes beschäftigte. vorhandener Glaube von dem Welterhafter und Kulturförderer Lokomotivführer und der Antrag Trimborn( 3.) betr. die Die Eheleute St. waren von Dessau aus von dem Kolonial- Kapitalismus sehr erklärlich. Wir wollen hier nicht auf die geEisenbahnsekretäre. Engroshaus Antelmann zur Leitung einer Berliner Filiale schichtliche Bedeutung des Kapitalismus eingehen; daß er in Zukunft Abg. Schroeder- Staffel( natl.) wünscht Gleichstellung ber engagiert worden. Ihre Anstellungsbedingungen gingen dahin: ausgeschaltet werden kann, ergibt sich für den Denkenden Eisenbahnassistenten mit den Postassistenten. Die Anträge Trim- Das Ehepaar hatte vor Antritt eine Kaution von 2000 M. zu schon aus der Funktion des Kapitals. In letzter Linie beborn und Kopsch sind meinen Freunden sympathisch; wir werden stellen und sollte ein Gehalt von je 75 m. beziehen. Der schränkt sich die Funktion auf eine gewisse Kontrolle und für ihre Ueberweisung an die Budgetkommission stimmen. Redner Vertrag war als Jahresvertrag" bezeichnet, wie auch in Organisation in der Produktion und Verteilung der Güter. bespricht des weiteren die Lage der Werkführer, Kolonnenführer den Vorverhandlungen stets von einem einjährigen Die Funktionen des Kapitals müssen durch eine andere Organisation, und Bahnwärter. Insbesondere die letzteren seien, wenn man Engagementsverhältnis die Rede war. Indessen hieß es " 1 Auf dessen die Schwere ihres Dienstes berücksichtige, sehr schlecht gestellt. Die im§ 7 des Vertrages: Das Engagementsverhältnis beginnt am bie nicht wie jenes einen erheblichen Teil des Arbeitsertrages ab Lohnstatistik über die Löhne der Streckenarbeiter würde nur einen 1. September 1900 und ist mit einer einmonatigen forbiert, ersetzt werden. Warum sollten die Direktoren, Techniker, Bert haben, wenn sie für die einzelnen Orte aufgestellt würde, Frist auftündbar." Auf Grund des letzteren Bassus fündigte Ingenieure, faufmännischen Beamten, Werkmeister, Arbeiter usw. nicht und zwar unter Gegenüberstellung der Löhne in der Industrie. der Beklagte A. den Eheleuten am 1. Oktober zum 1. No- unter einem anderen Eigentumstitel genau so sich betätigen, wie Die Kläger erheben Anspruch auf 1500 M. unter der kapitalistischen Herrschaft? Niemand kann als Produzent Dann würde sich zeigen, daß die Löhne vielfach noch hinter den bember 1906. in der Industrie gezahlten zurückbleiben.( Bravo! bei den Gehaltsausfall und 300. Reisekosten für den Umzug von ein Interesse daran haben, daß ein Teil von seinem Anteil am geDessau nach Berlin. Sie führen aus, Nationalliberalen.) daß fie durch meinsamen Arbeitsertrage in die Tasche von Leuten fließt, mit denen den Beklagten fast völlig ruiniert worden sind. glänzende Versprechungen hin gaben sie ein gutgehendes Geschäft in er gar feine persönlichen Beziehungen unterhält, die ihm völlig fremd gegenüberstehen. Und der Hochofen scheidet Eisen und Dessau auf und bewerkstelligten mit ihren Ersparnissen den Umzug. Beide Eheleute betonen, daß es ihnen gar nicht eingefallen wäre, die Schlacke, das Walzwerk arbeitet, der Hammer faucht in gleicher ob die Werke im Dienste des Privatkapitals oder Position anzunehmen, wenn ihnen nur der Gedanke gekommen wäre, Weise, Warum sollte die der Jahresvertrag fönne durch den betreffenden Passus durchbrochen als Gesellschaftsbesitz betrieben werden. sich dauernd das Joch der tapitalistischen werden. Man müsse doch als selbstverständlich annehmen, daß sich Menschheit da Eine Kleine Borstellung von der die einmonatige Kündigungsfrist nur auf eine Kündigung Tributpflicht gefallen lassen? am Ende des elften Monats zum Endtermin des Tributpflicht ermöglichen die nachfolgenden Angaben. Im Jahre Vertrages beziehe. Das Kaufmannsgericht trat dieser Ansicht nicht bei. 1900 hatten 163 Banken, deren Papiere an der Berliner Börse geDie Ehefrau wurde wegen Unzuständigkeit abgewiesen handelt werden, ein Kapital von 2762 Millionen Mark investiert. und der Ehemann zwar als Handlungsgehilfe angesehen, aber Der erzielte Reingewinn stellt sich auf rund 294 Millionen Mark. mit seiner Forderung abgewiesen. Der betreffende Bertrags- Legt man die Zahl der von der Unfallversicherung umfaßten Personen paffus laffe es nicht zweifelhaft erscheinen, daß das Engagement sollte als Erwerbstätige zu Grunde, dann ergibt sich pro Kopf der Erwerbstätigen allein für diesen Zweig fapitalistischer Betätigung von Monat zu Monat aufgekündigt werden können. Abg. Lüdice( frk.): Namens meiner Freunde habe ich zu erklären, daß wir die Aufassung des Herrn Ministers über die Eisenbahnvereine teilen. Wohlwollende Förderung solcher Vereine ist angebracht, soweit sie lediglich berechtigte Berufsinteressen vertreten, es muß ihnen aber energisch entgegengetreten werden, sobald sich in ihnen sozialdemokratische Regungen zeigen oder der Beamtendisziplin zuwider gehandelt wird. Das ist nicht staatliche Unduldsamkeit, wie Herr Goldschmidt meinte, sondern staat liche Notwendigkeit im Interesse der Verkehrssicherheit( Bravo! rechts.) Seitdem die Sozialdemokratie sich mit dem Gedanken des Massenstreifs beschäftigt, fönnen wir sozialdemokratische Arbeiter nicht mehr als zuverlässig anerkennen, und die Eisenbahn. berwaltung fann nur zuverlässige Arbeiter brauchen. Abg. Ernst( frs. Vg.) begründet seinen inzwischen eingegangenen Antrag( Deser- Kopsch- Ernst), durch welchen die Regierung ersucht wird, bis zur dritten Lesung ihr Einverständnis dahin auszusprechen, daß das Gehalt der Eisenbahnassistenten derart festgesezt wird, daß das Endgehalt von 3000 M. in den bisherigen Dienstaltersstufen erreicht wird. Aber B 4 in Mill. Mark in Mill. Mart in Mill. Mart 1900 1906 1900 1906 1900 1906 .150 200 32,50 48,89 20,50 31,74 150 170 16,93 26,03 12,34 18,84 130 180 15,98 31,18 9,89 21,98 100 145 8,94 18,30 6,55 14,78 105 154 7,60 21,22 4,28 18,07 100 11,26 14,71 7,45 12,85 60 80 7,82 11,29 2,03 85 Die Fällung eines solchen Urteils durch ein Kaufmannsgericht eine Last von 10 Mart, soweit der ausgewiefene Reingewinn in ist im höchsten Grade bedauerlich, weil es einer Auslegung nach Betracht kommt. Damit hat man nur einen Bruchteil der Tributdem Grundsatz von Treu und Glauben nicht entspricht und statt zu Abg. Stroffer( f.) bestreitet dem Abg. Goldschmidt gegenüber, einer Verurteilung des großen Kolonialhauses zu einer Abweisung Pflicht erfaßt, aber auch dieser Teil wächst, wird größer, drückt daß die Wohnräume in Berlin, in denen 21 Personen zusammen des in zuversichtlicher Hoffnung auf längere Stellung nach Berlin immer stärker. Das illustriert folgende Zusammenstellung über das lebten, fistalische Kasernen seien. So etwas zu behaupten, sei eine gezogenen Klägers erkannt hat. Nicht der Wortlaut allein, sondern Ergebnis von neun Großbanken. Aktienkapital Bruttogewinn Reingewinn starte Zumutung an die Leichtgläubigkeit des Hauses. Solche die gesamten Umstände müssen zu einer Auslegung herangezogen Wohnungen wie in Berlin gebe es auf dem Lande überhaupt werden. Treu und Glauben sollen unter Rücksicht des Zweckes des nicht. Seine Fraktion danke dem Minister für sein energisches Vertrages und der Art des Vertrages die leitende Richtung weisen. Borgehen gegen sozialdemokratische Bestrebungen. Wenn man Es hieße ja geradezu dem Betrug Tür und Tor öffnen, wenn Deutsche Bank seine Freunde deswegen Scharfmacher nenne, so wollten sie diesen man die mündlichen Vereinbarungen unberücksichtigt ließe, nach Diskonto- Gesellschaft Ausdruck gern als Ehrentitel annehmen. Mit der Beseitigung der denen unzweifelhaft ein Jahresengagement in Aussicht ge- Dresdner Bank. Unzufriedenheit tönne man feine Sozialdemokratie bekehren; denn nommen war. auch der Wortlaut des Vertrages Schaaffhausen mit der Sozialdemokratie gehe es darin wie mit den Köpfen der läßt klar und zweifelsfrei unter Berücksichtigung von Treu und Darmstädter Bank. Hydra.( Beifall rechts.) Glauben allein die Auslegung zu, die der des Kaufmanns- Berliner Handelsgesellschaft 90 8,92 gerichts entgegensteht. Ein Vertrag, der sich selbst als" Jahres- Nationalbank. 5,23 11,51 3,23 7,22 vertrag" bezeichnet, hätte, wenn der Vertrag von Monat zu Monat Kommerz- und Diskontobant 50 45 53 5,08 6,72 3,36 4,63 sollte gekündigt werden können, dies mit zweifelsfreien Worten aus- Mitteldeutsche Kreditbank Summa 880 1168 111,40 189,85 69,63 133,98 bedingen müssen. Das Kolonialhaus ist der wirtschaftlich Kräftigere gegenüber den mit 75 Mart Angestellten. Treu und Glauben Von 1901 bis 1906 ist das Kapital um 32,7 Proz., der Bruttofordern, daß der wirtschaftlich Kräftigere das für ihn Vorteilhafte mit So hat gewinn um 65,9 Proz. und der Reingewinn um 92,4 Proz. ge zweifelsfreien Worten klar und unzweideutig, ausbedingt. in ständiger Judikatur z. B. das Reichsoberhandelsgericht( z. B. stiegen! Rechnet man noch den Gewinn der Reichsbank hinzu, Entsch. Bd. 17 S. 19) entschieden. Die Judikatur des Berliner dann entfällt für 1906 auf den Kopf der Eriverbstätigen allein für Kaufmannsgerichts steht hinter der des gedachten Gerichts bedauerlich die zehn Banken ein Reingewinn von rund 9 Mart. Seit 1901 ist weit zurüd wir erinnern an die neulich von uns mitgeteilte Ent- I die Last um fast 1000 Proa. gestiegen.] Abg. Wismann( natl.) empfiehlt die vorliegenden Anträge. Abg. Ziefché( 3.) tritt für Besserstellung der Heizer und Lokomotivführer ein. Minister Breitenbach erwidert, mit der Besserstellung der Beamten solle man sich bis zu der in Aussicht genommenen Neuregelung der Beamtengehälter gedulden. Abg. Dr. Wagner( fef.) verlangt Gleichstellung der Landmesser bei der Eisenbahn mit denen bei den übrigen Verwaltungen und Vermehrung des Lokomotivpersonals. Abg. Dr. v. Böttinger( natl.) befürwortet die Zahlung von Repräsentationtageldern an die Eisenbahnprafidenten. GOOD Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 12. März, abends& Uhr, im ,, Märkischen Hof", Admiralstr. 18c: Mitglieder- Versammlung. Tages Drbnung: Fortfehung der Diskussion über: Die Lehren der Reichstagswahl". Um zahlreiches Erscheinen der Genossen ersucht 241/1 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands.( zahlstelle: Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. Donnerstag, den 14. März, nachmittags 5 Uhr, beim Stollegen Fortanier, Tegelerstr. 56. 2. Freitag, den 15. März, beim Kollegen Frisch, Badstr. 12. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag den 12. März, abends 8%, 1hr, in den Markgrafen- Sälen, Markgrafendamm: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen M. Grunwald: Welche Machtmittel besitzt das Proletariat? 2. Diskussion. Gäste wiIIIommen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. 3. Freitag, den 15. März. beim Kollegen Joser Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, im Bernhard- Rose- Theater, Schütz, Schönhauser Allee 28. " 99 4. Donnerstag, den 14. März, beim Kollegen Mer99 99 6. Freitag, den 15. März, nachmittags 5 Uhr, beim Stollegen Philipp Hummel, Sophienstr. 5. 69/10 kowski, Andreasstr. 26. Bad Straße 58: Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Böhle- Straßburg über ,, Die Sozialdemokratie und ihre Mitläufer". 247/ 18* Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Landsberger Biertel.) Bezirk 406. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Richard Ritter Ebertystraße 42 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der AuferstehungsGemeinde in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 243/2 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. her Nachruf. Am 7. März verstarb unser Mitglied, der Maler me Albert Hug Prinz Eugenstr. 22. Derselbe wurde am Sonntagnachmittag auf dem neuenNazarethfirchhof beerdigt. 247/20 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Die Ortsverwaltung. Neu erschienene Broschüren: Die materialistische 2. Diskussion. Männer und Frauen sind auch als Gäste willkommen. Zahlreichem Besuch ficht entgegen Der Vorstand. Geschichtsauffassung. Achtung! Genossinnen! Genossen! Achtung! Leichtfaßlich dargestellt von Hermann Greulich. Zweite, durchgesehene Auflage.- Preis 25 Pf. Die Sozialdemokratie und die Wahlen zum deutschen Reichstage. Von Paul Hirsch und Bruno Borchardt. Mit einer farbigen Uebersichtstarte und zwei graphischen Darstellungen. Preis 1 Mt. Zeitungs- Fremdwörter Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23: Volksversammlung. Tages- Ordnung: 1. ,, Was hat das Proletariat, insbesondere die Dienst boten, vom nenen Reichstag zu erwarten?" Referentin: Ottilie Baader. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Vertrauensperson. Zahlreichen Besuch erwartet Die Vertrauensperson. und Politische Schlagworte. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verdeutscht und erläutert von Adolf Braun. Zweite, vielfach verbesserte und wesentlich vermehrte Auflage. Preis 30 Pf. Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW. 68 Lindenstr. 69, Laden. Sie sollten No. 610 probieren eine wirklich vorzügliche 6ch ligarre von I- NEUMANN 6 jojanst Cigarren- Fabriken 103 Zweiggeschäfte . 233/ 9* Davon in BERLIN: Brunnenstr. 32, Ecke Anklamerstr. Chausseestraße 16, Ecke Invalidenstr. Chausseestr. 36/37, Ecke Schwartzkopffstraße. Dresdenerstr. 5, Ecke Adalbertstr. Ecke Französ. Str. Friedrichstr. 171, Gertraudtenstr., Ecke Breitestr. 20a. Invalidenstr. 148, Ecke Bergstr. Jerusalemerstr. 41, Eck. Krausenstr. -Kaiser Wilhelmstr. 19, Ecke Münzstr. Markgrafenstr. 17, Ecke Junkerstr. Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstr.- Potsdamerstr.57/ 58, Ecke Bülowstr. O Prinzenstr. 91, Ecke Ritterstr. RosenthalerBranche der Vergolder! auensperson Danksagung. 1/ 8* Donnerstag, den 14. März cr., abends präzise 8 Uhr, öpfer und Herrn Töpfermeister in Dietrichs Festsälen, Dresdenerstr. 116, Nähe Dranienplatz: Versammlung aller in den Betrieben beschäftigten Kollegen, wo naturpolierte Leisten angefertigt werden. 82/14 Die Preistarife find sämtlich mitzubringen. Bünktliches Erscheinen der betreffenden Stollegen dringend natwendig. Der Branchenleiter. Emil Oehlert, ab 1. April dieses Jahres: Friedrichsfelde bei Berlin, Prinzenallee 12 I. Achtung! Weißensee! Für die Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters fage ich allen Freunden, Bekannten und Berwantten, sowie den früheren Stollegen und dem Zentralverband der Wendt hiermit meinen herzlichsten Dank. 20376 W. Elisabeth Daborkow nebst Sohn. Hiermit fage ich allen Freunden und Bekannten, sowie den Genossen des 6. Wahlkreises, Bezirk 729, insbesondere dem Gefangverein BruderHerz und dem Lotterieklub Hoffnung für die Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes meinen besten Dank. Bitwe Hug nebst Stindern. Stenographie. Neuer Kursus in der deutschen Bolts- Kurzschrift beginnt am Donners Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Max Nitschke am 8. März an der Proletarierfrankheit verstorben ist. Ehre seinem Angedenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12, März, vom Urban Krankenhause nach dem Neuen Jakobi Kirchhof in Brizz statt. 41942 Um zahlreiche Beteiligung ersuchen J. A.: Ashälter, Morifz, Moniac. Nachruf. Am 9. d. M. verstarb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Mitarbeiter, der Hausdiener Wilhelm Schmiedchen. Wir werden diesem ehrenhaften Mann cin treues Andenken bes wahren. 20386 Singer& Wahrenberg. Verein Berliner Hausdiener gegründet 1888. Mitgliedschaft I des ZentralVerbandes d. Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschland. Todes- Anzeige. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 68/12 tag, den 14. März, abends 9 Uhr, Friedrich Steinbacher Heute Dienstag, abends 8%, Uhr, im Prälaten", in Restaurant Handle, Bastianstr. 19, Lehderstraße Nr. 122: " Oeffentliche Kreisversammlung der Frauen Nieder- Barnims. Zages Ordnung: Näbe Badstraße, Gesundbrunnen. Unterricht lostenfrei, Lehrmittel 2 M. Um zahlreichen Besuch bittet der deutsche Arbeiter- Stenographenbund. Danksagung. Für die so rege Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau, 1. Bortrag: Unsere Boltsschulen". Referent: Stadtverordneter Genosse unserer guten Tochter und Schwester Schubert. 1/10 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Kreis vertrauensperson. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Kreisvertrauensperson. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, eim Lokal Kaiserhof, Grünstraße: Köpenick. Volksversammlung. Zages Ordnung: Klara Riemer geb. Gaßmann sowie für die reichen Stranzspenden hiermit allen Beteiligten unseren Dank. Heinrich Riemer. Familie Gaßmann. Badstr. 14. Danksagung. 2047b Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters fagen toir allen unseren innigsten Dant. Emilie Lange nebst Stindern. 1. Vortrag des Genoffen Kurt Heinig- Berlin. 2. Diskussion. 41912 straße 48, Ecke N. Schönhauserstraße. Uhlandstr. 33, E. Lietzen- 3. Bericht und Neuwahl der Vertrauensperson. 4. Verschiedenes. Wallstr. 14a, Ecke Neue Grünstr. Wienerstr. 22, Ecke Grünauerstr. Rixdorf: Bergstr. 146. besonders eingeladen. burgerstr. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Hühner Amt 4, 3014. junge fleißigfte Leger, Tauben, Enten, Puten, Brutputen: Bruteier Hochedelster Rassen empfiehlt unter Garantie für Reellität F. Wegner, Berlin, Mariannenstr. 34. At Wäscherollen Waschmaschinen Wringmaschinen liefere als Spezialität unter Garantie 3.konkurrenzl.Breis. Meine Fabritat. find bekannt als reell und billig. Rudolf Knapke. Berlin SW. 19 Seydelstr. 7, am Spittelmarkt. 3464L* Die Frauen von Köpenick sind zu dieser Versammlung ganz Es erwartet recht zahlreiches Erscheinen Die Vertrauensperson. Was ist Reise- Cheviot? Ein eleganter Anzugstoff in modernen echten Farben, reine Schafwolle, un zerreißbar, 140 cm breit, 3 Meter tosten 12 Mart franto. Diretter Versand nur guter Stoffneuheiten zu Anzügen, Paletots, Sofen bet billigen Preisen. Jeber genaue Bergleich überrascht. 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März, vormittags 9 Uhr, in unserem Geschäftslotal Romintenerstr. 21 stattfindet. Tages Ordnung: 1. Borlage des Jahresabschlusses. 2. Reuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrats: 3. Anträge. 4. Verschiedenes. 106/4 Wir machen darauf aufmerk fam, daß die Bilanz für die Genossen verstorben, ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Andreas Martus- Kirchhof in Wilhelmsberg statt. Die Ortsverwaltung I. Am Sonntag, den 10. März, pormittags 9, entschlief sanft nach langen, fchweren Leiden unsere innigstgeliebte Mutter, Schwieger, Großmutter, Frau Sophie Reichert geb. Rauchfuß im Alter von 63 Jahren. Um stilles Beilcid bittet Im Auftrage der Hinterbliebenen W. Reichert, Sohn, Berlin, Hornstr. 3. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. d. M., nachmittags 4 1hr, vom Heilig Kreuz- Kirchhof aus statt. 2040b Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Luise Zeise geb. Roseck nach schwerem Leiden am 9. März verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes aus statt. Dies zeigen tiejbetrübt an Gustav Zeise nebit Sohn Erich. 41932 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben guten Sohnes, des Mechanikers in unserem Kontor zur Einsicht ausliegt. Gustav Albin Amberg Der Vorstand. H. Hemp, Geschäftsführer. H. Breitbarth, Staffierer. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. fagen wir allen Verwandten und Bekannten, besonders den Stollegen der Firma Siemens u. Halste sowic dem Lotterieverein Beros lina" unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Eltern 20456 und Geschwister. Preisliste gratis. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für des Snferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärt Buchbruderci u. Berlagsan alt Baul Ginaer& o. Perlin SW A. JANDORF& Co Dienstag Mittwoch Donnerstag Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse GARDINEN UND PORTIEREN Tüll- Gardinen weiss oder creme Meter 38, 50, 65 Pr Tüll- Gardinen weiss oder crème Fenster 1.95, 2.65, 3.25 Tüll- Gardinenweiss od. crème Fenster 4.50, 5.75,6.25 Fenster 7.75,9.50,11.75 weiss od. crême, weiche Tüll- Gardinen Appretur, Scheiben- Gardinen weiss od.créme Mtr. 20, 25, 48PL. Congressstoffe glatt od. gestreift Mtr. 38, 50, 65 Pf. Erbstüll- Stores reich m. Band be 5.75, 8.50, 10.25 setzt Stack Tüll Brise- Bise Stack 35, 55 P. Tüll- Stores weiss oder crème Brunnenstrasse Stack 1.85, 2.25 Portieren glatt mit hübscher Bordüre Portieren glatt m.hübsch. Blumen- Bordüre Stok. 2.45, 2.75 Titian Plasch Portieren- Garnituren Filztach, mit habsch. Kurbelei 7.25,9.75 Portieren- Garnituren elegant bekurb.12.75,14.50 Portieren- Stoffe gestreift Meter 38, 50P. Portieren- Stoffe glatt m. hübsch. Bordüre Mtr. 65, 85 PL Lambrequinstoffe Filztuch, reich bekurbelt 50, 75PL Erbstüll Brise- Bise mit Stange und Zubehör Stack 1.75, 2.25, 3.50 60PL 3.95 Stock 3.75, 5.25 Fenster 10.75, 13.25 Kottbuser Damm Soweit Vorrat! 132 TEPPICHE Axminster size ca. 130/195 7.25 ca. 160/235 12.25 ca. 200/295 17.50 7.75 Tapestry Velour ca. 130/200 ca. 160/235 12,75 ca. 200/295 16.75 Erbstüll- Stores elegante Ausführung Madras- Stores bunt Mull- Gardinen mit Volant Portieren- Garnituren Filztach babsch bekurbelt 3.25, 4.75 Titian- Plüsch mit Portieren- Garnituren moderner Kurbelei elegante 7.25, 10.75 Schlafzimmer- Garnituren Ausführung 10.75, 14.25 DECKEN UND MÖBELSTOFFE Tischdecken Fantasiestoff Tischdecken Filztuch, hübsch bekurbelt Tischdecken Mohair Plusch, elegant bekurbelt bekurbelt 2.75, 3.85 Schlafdecken 3.75, 5.25 9.25, 11.75 Divandecken hübsche Muster 4.15, 6.25, 8.75 Divan- Wanddekoration Fille 7.50, 9.75 Komodendecken Filztuch, hübsch bekurbelt 95, 1.25 Komodendecken Plusch, eleg. Kurbelei 4.25, 5.50 Steppdecken Satin" 3.50, 5.25, 6.75 Steppdecken Handarbeit" 6.75, 8.50, 10.50 Steppdecken Handarbele 9.50, 12.50, 14.75 Satin, doppelselt. Erbstüll- Bettdecken far 1 Bett Erbstüll- Bettdecken tar 2 Betten 1.75, 2.50 6.50,8.75 8.75, 12.50 Cöper- Rouleaux itellig Fenster 2.15, 2.75, 3.50 Möbelstoffe far Sophabezüge Meter 95, 1.45, 2.25 Titian- Plüsch viele Farben Möbelfranze Möbelschnur Möbelkattun hübsche Muster Sopha- Kissen mit Volant Pomponfranzen Meter 2.75, 3.25 Meter 45, 75 PL. Meter 6, 8Pf. Meter 38, 45, 55 Pf. 95PL Meter 12, 22 PL. Tüll- Bettdecken weiss oder creme für 1 Bett 1.70, 2.50, 3.75 Tüll- Bettdecken weiss od. creme für 2 Betten 3.95, 4.75, 6.25 Rouleaux- Stoffe crème oder altgold, hübsche Blumenmuster dis Gobelins für Betthimmel, hübsche Sujets 6.75 Gobelin- Kissen- Platten 68 PL 18219 Meter 68 P Cöper- Rouleaux 2 tellig Fenster 1.75, 2.25 Möbelplüsch- Mouquet ca. 130 cm breit Meter 4.75, 5.50 Filzt., hübsch 1.75,2.25 Bett 4.75 Tischdecken berbelt 1.75, 2.25| Erbstüll- Bettdecken Bett 4.75 Tischdecken absch bekurbelt 5.75 Plüsch- Divandecken 17.25 gods- and eleg. Ausf. ca. 130/200 12.75 ca. 165/235 23.50 ca. 200/295 32.75 Prima Velour ca. 130/200 16.75 ca. 170/235 28.50 ca. 200/295 38.75 Linoleum ca. 150/200 ca. 180/250 6.75 10.50 ca. 200/300 13.75 Vorleger Axminster 1.75, 2.25 Tapestry 1.85, 2.75 Velour 3.25, 4.75 Imitiert Perser mit Franzen, sehr hübsche Muster 95PL Zimmerbelag Linoleum) glatt oder gemustert Meter 1.25 Läuferstoffe Linoleum) ca. 67 cm breit 78Pf. ca. 90 cm breit Meter Jute Tapestry Velour Cocos ca. 67 cm breit Meter 1.20 Meter 30, 45 PL Meter 1.75, 2.25 Meter 3.75, 5.25 Meter 95, 1.25 Treppen- Matten Cocos 65Pt. Japan- Matten 55, 90, 1.25 Gardinenstangen Holz 28, 55PF. Gardinenstangen Hob.1.15,1.65 verstellb. Portiérenstangen Zubehör 1.95.2.25 Holz- Rosetten HOLZ- GALANTERIE 1979618 12, 15, 18 PL. 5.00, 6.00, 7.00, 8.50 1.65, 2.65 2.90 Handtuchhalter braun gebeizt Console braun gebeizt 48,95 Pf. 42, 55, 75, 95 PL Vogelbauer Holzgestell mit Scheiben 1.65, 2.25, 2.90 Vogelbauer- Arme 48, 95 Pf. Bauerntische mit gravierter Platte Salontische sechseckig 2.90 Vogelbauer- Ständer 2.90, 4.75 Reisekörbe Waschkörbe Wandbilder ca. 60/70 2.90 Palmständer 2.90 Garderobenleisten 3 Salonsäulen braun oder schwarz 2.25, 2.90 2.25, 2.90 Stühle mit Rohrgeflecht. Flur- Garderoben 3.75 Paneele braan gebeizt 50 60 17.75 Schirmständer 4 5 6 Metall- Haken 33,42,48,60 PL. 80 100 cm 95, 1.60, 2.65, 3.25 Bei uns gekaufte Waren werden bereitwilligst bis nach dem Umzuge aufbewahrt. itr.6o. numm.__ 2. Aeilltgt des„Potmitlo" Kttlim DIIlsIllM ß- m IM. Hm WMoch findet Nerdandstag der Kölker. Kassel. 1V. März. Erster Verhandlungstag. Im Lokale Finkenherd trat heute nachmittag 2 Uhr die 11. Generalversammlung des Verbandes der Bäcker und Berufsgenossen zusammen. Es sind außer dem Zentralvorstand, einem Vertreter des Ausschusses, dem Redakteur SS Delegierte anwesend, die 11 033 Mitglieder in 47 Wahlkreisen vertreten, ferner zwei Gauleiter ohne Mandat. Die Mitgliedschaft Berlin vertreten Hetzschold. Barth, Schneider, H u l i t s ch k e und L i e f l ä n d e r. Vertreter der Generalkom» Mission der Gewerkschaften ist Genosse Knoll. Hauptvorsitzendcr A l l m a n n eröffnet die Verhandlungen mit einer Schilderung der lokalen Berufs- und OrganisationSver. bältnisse. Nach vielen gescheiterten Versuchen gelang es seit 1003, die Mitgliedschaft zu halten und in über die Hälfte aller Berufs- tollegen am Orte zu vereinigen. Redner hofft, daß das Stattfinden eines Verbandstages in Mitteldeutschland der Ausbreitung der Organisation in diesem noch rückständigen Gebiete förderlich sein möge. Vom österreichischen Verband der Bäcker ist ein Glückwunsch» schreiben eingegangen, in dem mitgeteilt wird, daß von einer Delegation abgesehen wurde, weil berufliche Lohnkämpfe in Aus- ficht stehen und der Kampf für die Reichsratswahlen entbrannt ist. Telegramme sind eingegangen vom internationalen Bäckerei» arbciterverband in London und den Mitgliedschaften Spremberg, Frankfurt a. O. und Königsberg. Die Redaktion der Anträge auf Aenderung deS Statuts wird der Mandatsprüfungskommission übertragen. Es erfolgt nunmehr die Berichterstattung des Hauptvorstandes. Vorsitzender A l l m a n n verwerft auf den gedruckt vorliegenden Bericht(dessen wesentlichste Angaben wir bereits wiedergaben). Erfreulich sei der regelrechte Fort- schritt in der Mitgliederzahl. Dem sprunghaften Emporschnellen der Mitgliederzahl sei noch fast jedesmal ein Rückschlag gefolgt, z. B. nach dem Berliner Streik. Wie bisher sind auch in der ab- gelaufenen Geschäftsperiode für die Agitation Mittel aufgewendet, wie kaum in irgend einer anderen Organisation. Dem Verlangen nach Herausgabe schriftlichen Agitationsmaterials und der An- stcllung von besoldeten Bezirksleitern wurde in weitgehendstem Maße entsprochen. Freilich war es nicht leicht, stets geeignete Personen zu finden. Neun Anträge mußten abgelehnt werden. Die Erfolge waren nicht überall gleich, weil in vielen Fällen nach der Anstellung von Organisationsleitern die Arbeitgeber sich be- mühten, in den Mitgliedschaften Streitigkeiten anzuzetteln. Wie bisher wird auch das Hauptaugenmerk in der Agitation auf die größeren Städte und Industriegebiete gerichtet werden müssen.. Die Verhandlungen mit dem Zentraloerband der Kon- d i t o r e n wegen Verschmelzung beider Organisationen sind so weit gediehen, daß mit dem 1. Juli der Zusammenschluß er- folgen wird. Redner verbreitet sich weiter über unliebsame Vor» kommnisse in Magdeburg, deren Regelung gelungen sei. sowie über die Ausschließung von Pfeifer-Berlin und Kasting-Düsseldorf. Die sich stetig steigernde Arbeit im tzauptbureau ist nicht mehr von drei Personen zu leisten, der Vorstand beantragt deshalb die Anstellung von zwei weiteren Beamten für das Hauptbureau. Den Kassenbericht erstattete Friedmann: Wir haben günstig abgeschnitten und konnten allen Ansprüchen genügen. Eine Veränderung der Beitragshöhe ist nicht notwendig. Urber das Fachblatt berichtete Redakteur Heeren. Die Menge des zu verarbeitenden Stoffes machte die Erweiterung des Blattes von sechs auf acht Seiten pro Nummer notwendig. Dem Antrage auf Veröffentlichung fachtechnischer Abhandlungen zu entsprechen, wird sich empfehlen. Es folgt Berichterstattung über die Tätigkeit des Ausschusses durch G a>ß n e r- München. Mit ocr Begründung der Anträge zum Vorstandsbericht schließen die Verhandlungen. Morgen beginnt die Debatte über den Bericht._ partei- Hngelcgcnbcitcn* Dritter Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß heute abend 8 Uhr eine Wahlvereinsvcrsammlung im„Märkischen Hof", Admiralstr. 18c, stattfindet. Auf der Tagesordnung steht die Fort» sctzung der Diskussion über:„Die Lehren der ReichstagSwahl. Charlottenburg. Noch einmal machen wir die Genossen auf die heute, am Dienstagabend, im Volkshause stattfindende General- Versammlung des Wahlpereins aufmerksam. Wir erwarten, daß alle Mitglieder zur Stelle sind, denn abgesehen von einigen wichtigen Vercinsangclegenhciten(Wahl eines 2. Spediteur?), dürfte auch der Vortrag, den Geiwsse Hans Block über die ReichstagSwahl halten wird, von besonderem Interesse sein. Wilmersdorf. Am Mittwoch, den 13. d. M., ist Zahlabend. Die Genossen toerden dringend ersucht, zahlreich zu erscheinen, da- mit die bis jetzt zum Teil recht schwach besuchten Zahlabende in Zu- kunft eine stärkere Teilnahme aufzuweisen haben. Erfülle also jeder Genosse seine Pflicht. Der Vorstand. Zehlcndorf. Am Freitag, den IS. März, abends 8 Uhr, findet bei Micck, Karlstr. 12, eine Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung: Vortrag de« Genossen Kurt Heinig über„Die Frau im proletarischen Befreiungskämpfe", Diskussion, Wahl einer weiblichen VertraucnSperson, Verschiedenes. Die Einberuferin. Schmargendorf. Die nächste Versammlung des Wahlvereins findet am Mittwoch, den 13. März, abends 8'/h Uhr, im Wirtshaus Schmargendorf. Warnemünderstr. 8, statt. Um pünktliche? Er- scheinen ersucht Der Borstand. Tempelhof. Der Zahlabend findet diesmal nicht am Mittwoch sondern besonderer Umstände halber schon heute, Dienstag, statt. Die Parteigenossen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen- Königs-Wusterhausen. Am morgigen Mittwoch, abends 7zh Uhr, findet die Mitgliederversammlung des WahlvcreinS bei Wedhocn. Altes SchützenhauS. statt. Tagesordnung: Vortrag deS Genossen Heinig-Berlin, Abrechnung von der Reichstagswahl. Wahl der Delegierten zur Krcisgeneralversammlung, Vereinsangelegen- hciten und Verschiedenes. Die Parteigenossen von Königs-Wuster- bauscn, Wildau und Niederlehme werden ersucht, vollzählig in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Stralau. Mittwoch, den 13. März, findet im Lokal von Schmidt. Markgrafendamm 18. der Zahladend für den 2. Bezirk statt. Das Erscheinen aller Mitglieder, namentlich der neu- aufgciwmmenen. ist Pflicht. Der 1. Bezirk hält am Mittwoch keinen Zahlabend ab. Der Vorstand. «arlLhorst. Achtung, Parteigenossen! Der Zahlabend findet am Mittwoch, den 13. März, abends 8% Uhr. im Lokale des Herrn A. SabrowSki. TreSkowallee. Ecke Krausenstraße, statt. Die Parteigenossen werden dringend ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig rindet die Ausgabe der Einlaßkarten zum Märzfest am Sonnabend, den 16. März, statt. Programm: Künstlerkonzert, Gesänge und Rezitationen aus den Werken der Freiheitsdichter. Der Borstand. für Kerlin und Vororte Wilhelmsruh. Achtung! Die Generalversammlung des Bezirks Reinickendorf findet nicht, wie irrtümlich bekannt gegeben, am morgenden Mittwoch, sondern erst Dienstag, den IS. d. M., statt. Der Zahlabend am morgenden Tage fällt daher n i ch t a u S, sondern findet, wie immer, in Barth'S Lokal statt. Reinickendorf-West. Laut Beschluß der letzten außerordent- lichen Generalversammlung tagen oie Bezirke an den Zahlabenden getrennt von jetzt an in den folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Ä e t t w e l l, Wittestr. 76, 2. Bezirk bei Franke, Eichbornstr. 18, 3. Bezirk bei Fröhlich, Antonienstr. 62, 4. Bezirk bei Mombrai, Scharnweberstr. 36, S. und 6. Bezirk bei Otto, Berlinerstr. 113. Der Vorstand. Friedrichsfelde. Mittwoch, den 13. d. M., finden in folgenden Lokalen die Zahlabende statt: 1. Bezirk bei F. Bartolein, Prinzen. Allee SS, 2. Bezirk bei I'. Lasse, Luisenstr. 20, 3. Bezirk bei A. Gebert, Berlinerstr. 08, 4. Bezirk bei G. Schulze, Wilhelmstr. 11. Jeder Genosse hat die Pflicht zu erscheinen. Der Vorstand. ßerliner JVachricbtcn. Polizeilicher KraukeatrauSport. In Berlin kommen Beamte der Polizei oft in die Lage, die Rolle von Kronkentransporteuren übernehmen zu müssen. Wenn jemand auf der Straße krank wird oder verunglückt, dann ist der Schutzmann der nächste dazu, dem Hülflosen beizustehen. Ein Schutz- mann, der hierin wohl noch nicht die rechte Erfahrung hatte, erregte am vorigen Sonntag in der Alexandersttaße Aufsehen durch die Art, wie er sich seiner Aufgabe entledigte. In seiner Obhut befand sich ein alter Mann, namens S., der gegen Mittag in der Nähe des Alexanderplatzes auf der Straße ohnmächtig geworden und umgefallen war. Herr S. war nach der nächsten Unfallstation geschafft worden und hatte dort die erste Hülfe erhalten. Nachdem man ihm eine Stirnwunde verbunden hatte, sollte er nach seiner im Stadtteil Wedding gelegenen Wohnung entlassen werden. Ein Schutzmann (anscheinend derselbe, der den Kranken zur Unfallstatton geschafft hatte) wollte dafür sorgen, daß S. ungefährdet nach Hause käme. Dieser Schutzmann brachte nun den Kranken nach der Alexander- straße und versuchte dort an der Ecke der Prenzlauerstraße, ihn auf einen nach dem Wedding fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 3 zu verladen. Da er vom Schaffner abgewiesen wurde, so begab er sich mit S. nach dem Vorderperron, aber auch hier wurde ihm die Mitfahrt vom Schaffner unter- sagt. Herr S. fiel auf durch einen Verband am Kopf sowie durch seine bei dem Unfall schmutzig gewordene Kleidung, und im Publikum wunderte man sich, warum für den Verunglückten nicht eine Droschke genommen werden sollte. Erst als der Straßenbahn» wagen bereits abfuhr und den Schutzmann samt seinen Schützling zurückließ, erkannten einige auf dem Wagen stehende Herren(drei auf dem Wedding wohnende Steinmetzen, die aus einer im Englischen Garten abgehaltenen Versammlung kamen), daß der Ver- unglückte ja ein Bekannter von ihnen war. An der nächsten Halte- stelle stiegen fie ab. um zurückzugehen und nach ihm Ausschau zu halten. ES glückte ihnen auch. Herrn S. samt seinem Schützer noch zu treffen. Kaum aber waren fie an S. herangetteten, um sich seiner anzunehmen, da entschwand auch schon der Schutzmann ihren erstaunten Augen. Er bestieg einen Straßenbahnwagen der Linie 22 und fuhr davon in dem frohen Bewußtsein, seine Aufgabe erfüllt zu haben. Es blieb dann den Zivilpersonen überlassen, den verunglückten alten Mann ungefährdet nach Hause zu bringen. Selbstverständlich nahmen sie dazu eine Droschke. Die Wertzuwachssteuer wird in der am Donnerstag stattfindenden Sitzung der Stadverordnetenversammlung als erster Gegenstand der Tagesordnung behandelt werden. Der Bund Berliner Grundbesitzer- vereine läuft in einer erneuten Petttion an die Stadtverordneten» Versammlung Sturm gegen die Einführung einer Wertzuwachssteuer. In dieser Petitton wird die Steuer als ungerecht bezeichnet, außer- dem stelle die Umsatzsteuer bereits eine Besteuerung des Wert« Zuwachses dar. ES dürfte bekannt sein, daß der Bund Berliner Grundbesitzer- vereine in der Stadtverordnetenversammlung zahlreiche Vertreter hat, die auf Grund ihrer Privilegien als Hausbesitzer bestrebt sind, die Interessen der 28 000 Hausbesitzer in Berlin gegen die Hundert- tausende der übrigen Bürger nach besten Kräften wahrzunehmen. Gerade bei der Beratung dieser Borlage dürste sich die Uuhaltbarkeit der heute noch geltenden, aber veralteten Städteordnung, nach deren Bestimmungen die Hälfte der Stadtverordnetenversammlung aus Hausbesitzern zusammengesetzt bestehen muh, aufs evidenteste er- weisen. Die eventuelle Ablehnung der Wertzuwachssteuer durch die Hausbesitzermajorität im Roten Hause dürste gutes Material sein, um gegen die in dir heutige Zeit gar nicht hineinpassende Städte- ordnung Sturm zu laufen. Uebcr die Bauspekulation an der Weidendammer Brücke be- richtet ein hiesiges Mittagsblatt:„Die Unterführung der pro. jektierten Unterpflasterbahn hinter dem Stadtbahnhof Friedrich- straße und die Herstellung eine? Uebergangsverkehrs zwischen Stadt- und Untergrundbahn hat auf die Grundstückspreise der dortigen Gegend eine starke Wirkung ausgeübt. Die Grundstücks- svekulation einiger Bauunternehmer und Häusermakler nimmt immer größere Dimensionen an. Die Preise der an der Weiden- dammcr Brücke belegenen Grundstücke der nördlichen Friedrich- straße sind in den letzten Wochen zu einer unglaublichen Höhe emporgeschnellt. Man rechnete dort allgemein mit einer Halte- st e l l c, da man angenommen hatte, daß die Bahnlinie im Zuge der Charlotten-Prinz LouiS Ferdinandstraße jenseits der Weiden. dammer Brücke in die Friedrichstraße einmündend geführt werden wird. Dieser Plan ist aber in der letzten Konferenz fallen gelassen. Infolgedessen herrscht eine allgemeine Enttäuschung; die Nachricht wirkte ernüchternd auf die genannten Hauseigentümer und der Spekulationswut ist ein kleiner Dämpfer aufgesetzt worden." Die Bereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 24. bis einschließlich 31. März im inneren deutschen Verkehr nicht g e st a t t e t. Auch für den AuS- landöverkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jeden» Pakete besondere Begleitpapiere auszufertigen. Der Neubau deS alten KriminalgerichtSgebäude» geht»mmnehr seiner baldigen Beendigung entgegen. An dem Aeußeren des Ende der siebziger Jahre erbauten GeväudeS hat fich so gut wie nichts verändert, um so eifriger waren dagegen im Inneren Scharen von Handwerkern tätig, um die zum größten Teil veralteten Einrich- tu ngcn und Baulichkeiten zu modernisieren und nttt allen technischen Errungenschaften der Neuzeit zu versehen. Das leidige stunden- lange Warten auf den zugigen Korridoren ist durch Anlegung ge- räumiger Wartehallen beseitigt tvordm. DaS ganze Gebäu-de ist ler Zahladend statt. ferner, im Anschluß an die Krostzentaile in dem neuen Gebäude, mit elektrischem Licht versehen. Bei dem Umbau war in erster Linie darauf Rücksicht zu nehmen, eine vollständige Trennung zwischen den geladenen Personen und dem Zuhörerpublikum herbeizuführen. Es mußten deshalb besondere Treppen durchgebrochen werden, die in fünf, nur für Zuhörer bestimmte Eingänge direkt auf die Straße Alt-Moabit bezto. Rathenowe rstraße münden. Auch die Vorführung der in Hast befindlichen Personen geschieht nicht, wie früher, den Korridor entlang, sondern, ähnlich wie im neuen Gerichtsgebaude, durch besondere Gänge, die aber nicht direkt in die Anklagebank hinein münden, sondern neben dem Zuhörerraum, von diesem getrennt durch eine GloSwaiid. Nach Eröffnung des alten GebäudrS wird in beiden Gerichtsgebäuden streirg darauf geachtet werde», daß nur mit Ladung versehene Personen auf die Korridore usw. gr° langen können. Die beiden Schwurgerichtssäle sind nur gering- fügig abgeändert, insbesondere ist auf eine Verbesserung der Akustik in dem fleinen Schwurgerichtsfaale Rücksicht genommen worden, die früher viel$a wünschen übrig ließ. Die große Halle vor der Freitreppe hat ein« neue Innendekoration erhalten, die sich infolge der etwas grell-bunten Farbtons nicht sehr vorteilhaft zu den Korridoren und sonstigen Räumen verhält, die in einem wohltuend auf die Augen wirkenden dunkelgrünen Ton gehalten sind. Die beiden Gebäude sind durch einen iwer 100 Meter langen Gang ver- bunden. der jedoch für das Publikum gesperrt ist. Dieser ist, den vielfachen Wünschen der Rechtsanwaltschaft entsprechend, mit einem Äostenaufwande von 60 000 M. hergestellt worden, da sich in dem alten Gebäude ein Anwaltszimmer nicht befindet.— Die Uebergabc an die Justizbehörde soll am 17. März er. erfolgen, nach ander- seitiger Erlläruug jedoch erst Ende März, zu welchem Termin die bisher in einem Privathause in der Werftstraße befindlichen Ge- richtsschreibereien geräumt sein müssen. Insgesamt sind fünfzehn Schöffeiisäle eingerichtet, die zum Teil von dem Amtsgericht Berlin Mitte, zum Teil von ersuchten Richtern und Untersuchungsrichtern belegt lverden. Ebenfalls toerden ii» dem alten Gebäude die ge- samte Amtsanwaltschaft und die Gerichtsfchreibercien untergebracht. Die ersten Verhandlungen werden schon Anfang April stattfinden. Der Eingang in das Gebäude findet nur durch das Haupiportal statt.- Besser ist eS schon, wenn man da draußen nichts zu tun hat. Kostbare Briefe. In der Buchhandlung von C. G. Boerncr in Leipzig wurde eine. Sammlung von Autographen versteigert, die weniger durch ihre Reichhaltigkeit, als durch die für dieselben gezahlten Preise viel Aufsehen erregte. Zur Versteigerung waren Privatliebhaber und Händler aus Wien, London, Paris, Brüssel, Frankfurt o. M., Berlin ufw. erschienen. Zuerst kam ein Brief von Ealvin zum Ausgebot, der 1900 M. brachte. Einer des Predigers Paul Gerhardt, dessen 300jähriger Geburtstag dieser Tage gefeiert wird, bOS M.; ein Brief von Götz von Berlichingen 320 M.; von Ulrich von Hutten 1000 M.; von Kaiser Karl V. an den Papst Klemens VIl. für 1300 M.— Dies waren die Präliminarien erst. nun kam die erste Sensation! Drei Briefe von Martin Luther 7550 M.l Dazu noch die 10 Proz. Aufgeld für die Bersteigerunys- firma, also zirka 8000 M.! Von Heinrich Heine erzielten eimgc Briefe und Gedichte 1015 M. Bei den Briefen von Heinrich von Kleist erregte der kurz vor seinem Selbstmord gemeinsam mit Henriette Vogel geschriebene Abschiedsbrief an den KriegSrat Peguilhen in Potsdam, worin sie. genaue Anordnungen über ihre Beerdigung treffen und die Stelle angeben, wo sie fich das Leben nehmen, das größte Interesse; er brachte 1500 M. Zwei Gedichte von Kleist,„Germania an ihre Kinder" und„KriegSlied der Deutschen", und«in Sonett an die Königin Luise von Preußen 1730 M. Hätte Kleist bei Lebzeiten in seiner finanziellen Be- drängniS nur den vierten Teil gehabt, der jetzt für feine Briefe ge- zahlt wurde, hätte er sicher seinem Leben nicht«in tragisches Ende bereitet. Auch Lassalles gesamte auS 28 Briefen bestehende Korrespondenz mit Hans von Bülow wurde versteigert. Es be- fanden sich darunter solche Briefe, die noch nirgends veröffentlicht sind. Die letzten Briefe sind kurz vor dem Duell, in dem er sein Ende fand, geschrieben. Sehr interessant ist der Brief von Wagner von 1848 an den Abgeordneten beim Frankfurter Parlament. Pro- fessor Wiegand. tvorin Richard Wagner folgende Forderungen stellt:„Der bisherige deutsche Bundestag ist sofort aufzuheben. Sofortige Einführung der Volksbewaffnung nach dem uns be- kannten Modus. Abschluß eines Schutz- und Trutzbündnisies mit Frankreich." 620 M. brachte derselbe.— Zum Schluß kam Karl Maria von Weber mit einem im Gefängnis zu Stuttgart auf- gesetzten Bekenntnis seiner sämtlichen Schulden!— Ein Lied ohne Worte! Auch eine Empfehlung. Für die in der 2. Abteilung des 0. Kommunalwahlbezirks notwendig gewordene Stadtverordnetenersatz- wähl ist von den Freisinnigen der Bezirksvorsteher Fritz Schmidt, Waldeinarstraße 75, aufgestellt worden.' In einem zu seinen Gunsten verbreiteten Flugblatt wird der Mann wie folgt empfohlen:„Unser Kandidat kennt das praktische Leben durch und durch, i st mehr» facher Hausbesitzer und durch langjährige©!» fahrungen wohl berechtigt, in wirtschaftlichen Fragen unsere Bürgerschaft voll und ganz zu vertreten." Nicht weniger dem, 21 BezirkSvorstcher haben daS Flugblatt unterzeichnet. Herr Schmidt, der mehrfache Hausbesitzer, ist also in der Hauptsache der Venreter der Bezirksvorsteher. Leichte Arbeit hatte ein Schwindlerkonsortium aus Berlin. IvelcheS bei dem Kaufmann K. in Gosen 1000 M. erbeutete. Bor einigen Wochen erhielt K. aus Berlin einen Brief, in welchem zwei Händler dem Kausmam, eine außerordentliche günstige Offerte in Hafer machten. Die beiden teilten mit, daß sie an dem nächstfolgenden Tage in Köpenick eintreffen würden, um mit dem Gosener Kaufmann das Geschäft zum Abschluß zu bringen. K. holte die beiden von Köpenick ab und kaufte einen bedeutenden Posten Hafer erheblich unter dem Marktpreise. Nach etwa 14 Tagen er» hielt der Kaufmann ebenfalls aus Berlin die Mitteilung, daß der Hafer nach Berlin verfrachtet sei. An demselben Tage, an dem bei K. diese Ankündigung eintraf, besuchten ihn die beiden Verkäufer in seiner Wohnung in Gosen und erzählten dem vertrauensseligen Manne, daß sie in großer Geldverlegenheit seien. Sie baten K. um eine Vorschußzahlung von 1000 M. auf die zedenfalls schon auf dem Güterbahnhof in Köpenick eingetroffene Sendung. Der Kaufmann ließ sich denn auch dazu verleiten, das Geld zu geben, wartete jedoch vergeblich auf die Ankunft des Hafers und erfuhr dann auf Anfrage bei der Bahn, daß überhaupt kein Getreide an ihn verfrachtet fei. K. begab sich nun nach Berlin und stellte fest, daß er Schwindlern in die Hände gefallen war. Die von den beiden Verkäufern an- gegebenen Namen und Adressen waren gefälscht. Jedenfalls dürften sie versuchen, das mit so gutem Erfolge ausgeführte Manöver an anderer Stelle zu wiederholen. DaS Kapitel vom Aberglauben in der Stadt der Intelligenz ist um einen neuen Beitrag bereichert worden. Ein älteres Fräulein kam vor zwei Jahren, nach Berlin und»vurde mit einer »dausgenossin bekannt, die daS Fräulein mit Hülfe der Karten einen Blick in die Zukunft tun ließ. Die Pythia auS Berlin kl. erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß daS Fräulein etwas Vermögen besaß und den Wunsch hegte, ihre Tage einmal in einem Stift zu beschließen. Diesem Wunsche gemäß wußte sie ihre Weissagungen einzurichten, und nachdem die Karten festgestellt hatte», daß die alte Dame in ein Stift kommen werde, bot sie auch ihre Hülfe an. Sie keime, wie sie erzählte, den.Magijtcatösclretär Müller", ■W B!t Stift»fachen SeatBHf!. Mt fcü Volle sie sprechen, dann werde die Angelegenheit bald erledigt sei». Die nächste Folge war, daß Magistratssekretär Müller von dem Fräulein für vorläufige Unkosten 50 M. einforderte. Die Kartenlegerin vermittelte auch die Zahlung. Dann schrieb„Stadtrat Schlesinger", dem Antrage auf Aufnahme in ein Stift werde stattgegeben unter der Bc« dingung, daß sofort S00 M. entrichtet würden. So ging es weiter. Das Fräulein fragte bei jeder Zustellung ihre Kartenlegerin um Rat, und diese vermittelte stets bereitwilligst die Zahlung. Endlich schlief die Sache ein. Als sich das Fräulein dann wieder an ihre Ratgeberin wandte, brauchte diese für den Magistratssekretär Müller„noch 500 M.". damit er jetzt die Aufnahme endgültig er- ledigen könne. Aber es wurde wieder nichts daraus. Jetzt wandte {ich das Fräulein endlich an den Magistrat und erfuhr von dem zu- tändigen Stadtrat, daß sie betrogen worden war. Die Kriminal- Polizei nahm die Kartenlegerin fest. Zusamweustoß auf der Stadtbahn. Gestern morgen hat auf der Stadtbahn bei der Station Charlottenburg ein Zusammenstoß zwischen einem Leerzug und einem Nordringzug stattgefunden. Die Maschine und drei Wagen des elfteren kamen zum Entgleisen. Passagiere find glücklicherweise nicht verunglückt. Die Eisenbahn- Verwaltung erläßt über den Unfall folgende Bekanntmachung: Montag früh 6 Uhr 16 Minuten überfuhr auf der Westseite des Charlottenburger Bahnhofs der auf dem Südringgleis vorrückende Leerzug 2713 das auf„Halt" stehende Mastsignal„dl" und stieß mit dem in derselben Richtung einfahrenden Nordringzuge 1721 in Weiche 36 zusammen. Hierbei sind eine Maschine und drei Wagen entgleist und leicht beschädigt. Personen sind nicht verletzt. Der Berkehr der Züge erlitt eine Verspätung bis zu 20 Minuten. Die Ursache des Zusammenstoßes ist darauf zurückzuführen, daß der Lokomotivführer des Leerzuges unbefugterweise über das Haltesignal hinausfuhr. Die Gerüchte, wonach eine ganze Reihe von Personen bei dem Unfall verletzt fem sollen, bestätigen sich nicht. Einen Selbstmordversuch auf dem Begräbnisplatz verübte am Sonnabendvormittag die 6Sjährige Witwe Peters aus der Mar- burgerstraße. Besucher des Louisen-Kirchhofes vernahmen aus den Graberreihen ein heftiges Stöhnen und fanden neben einem frisch aufgeworfenen Grabe die P., die dort Lysol getrunken hatte. Die geleerte Flasche lag neben der sich am Boden in Krämpfen windenden Frau. Die Peters wurde in hoffnungslosem Zustande nach einem Krankenhause übergeführt. Selbstmord eiueS Berliner Armenvorstehers. Am Sonntag- nachmittag wurde aus dem Wannsee die Leiche eines gut ge- kleideten, älteren Mannes herausgefischt. Aus vorgefundenen Papieren ergab sich, daß man es mit dem Postmeister a. D. Ruhmland, Vorsteher der 1061. Armen kommission im Stadtbezirk 2S3b zu tun hatte; als solcher ist der Tote auch alsbald rekognosziert worden. Ruhmland, der auch S ch i e d s- m a n n des'293. Bezirks war, wohnte in der Bredowstr. 34, er ist Witwer und hinterläßt, nachdem eine Tochter vor zwei Jahren der- starben ist, nur einen Sohn. Er lebte in sehr geordneten Verhält- nisten. Als Mottv zum Selbstmord wird geistige Umnachtung angegeben. Falschmünzer und Hehler verhaftet. Der bereits wegen Falschmünzerei vorbestrafte Händler August Eigenbrodt und der Händler Thormeyer wurden wogen Falschmünzerei verhaftet. Eigenbrodt hatte eine Anzahl Zwei- und Fünfmarkstücke mit Hülfe einer Gipsform hergestellt und sie Thormeyer zum Verkauf über- geben. Dieser versuchte vorgestern in der Schwedterstraße bei einem Korbhändler ein Fünfmarkstück zu wechseln, wurde aber samt seinem Genossen verhaftet. Die gefälschten Fünfmarkstücke tragen das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1003, die Zwei- Markstücke zu demselben MLnzzeichen die Jahreszahl 1906. In einer Strafsache werden Personen, die in der Nackt zum 4. November Zeugen einer in der Petersburgerstraße, zwischen Ebelingstraße und Sttaßmannstraße, stattgefundenen Schlägerei waren, um die Abgabe ihrer Adresse ersucht an A. Gerlach, Wilhelm Stolzestr. 40. Orgelkonzert. Mittwoch, den 13. März, abends 7%— 8% Uhr, veranstaltet der Kgl. Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der St. Marienkirche im Rahmen seiner Orgelkonzerte eine Paul- Gerhardt-Feier unter Mitwirkung von Frau Emmh Collin- Haberlandt(Sopran), Frl. Agnes Friedrichowicz(Alt) und Herrn Georg Dieburtz(Violine). Der Eintritt ist frei! Frurrwehrbericht. In der letzten Nacht um 11 Uhr kam in der Markusstr. 18 in einer Wohnung Feuer aus, das bei Ankunft der Wehr schon eine große Ausdehnung erlangt hatte. Wegen der Ver« gualmung wurde eine große Leiter aufgerichtet, über die Feuer- manner in die Wohnung einstiegen. Durch kräftiges Wassergeben ivurde der Brand auf die Wohnung beschränkt. An zwei Stellen, in der Warschauerstr. 20 und Reinickendorferstt. 48. waren durch Ueberkochen von Fett in einer Bäckerei und in einer Küche Brände ausgekommen. In der Neuen Hochstr. 20 war ein Feuer durch einen Ofen ick einer Fabrik entstanden. Alle drei konnten bald gelöscht iverden. Möbel u. a. brannten in der Potsdamerstr. 37, Stroh in der Adalbertstr. 66, ein Schornstein im Seitenflügel Manteuffelstr. 30. Ferner hatte die Wehr noch in der Kolbergerstr. 8, Greisswalber- straße 55/56 u. a. Stellen zu tun. Vorort- l�acknckten. Groft- Lichterfelde. Seit einiger Zeit macht sich in gewissen Kreisen der größeren westlichen Bororte, hauptsächlich in Groh-Lichterfelde und Steglitz, eine Mißstimmung gegen den Landrat von Stubenrauch bemerkbar, die ihren Grund hat in der von diesem inaugurierten Steuer. Politik des Kreises. Der Wunsch der beiden großen Vorort- gemeinden zum Ausscheiden aus dem Kreisverband hat damit neue Nahrung erhalten. So sehr nun auch der Landrat von Teltow politisch zu be- kämpfen ist, so ist doch anzuerkennen, daß er für die Wirtschaft- lichen Aufgaben und Bedürfnisse seines Kreises ein Verständnis besitzt, wie man es sonst bei Landräten nicht allzuhäusig anzu- treffen pflegt. Die jetzige, allerdings hohe finanzielle Belastung des Kreises resultiert aus dem Bau des Teltow-Kanals, der statt der veranschlagten 22 Millionen nunmehr 46 Millionen kostet. Ab- gesehen von dessen Bedeutung als hervorragendes Kulturwerk des öffentlichen Verkehrs, ist durch ihn auch gleichzeitig die immer brennender gewordene Frage der Entwässerung der sich mächtig cutwickelndeu westlichen Vororte gelöst worden. Zur Deckung der Kosten dieses Unternehmens mußten daher neue. Steuerquellen für den Kreis erschlossen werden. Als solche kommen nunmehr in Betracht: die Umsatzsteuer, die Schank-Konzessionssteuer und Er- satz der bisherigen Grund- und Gebäudesteuer durch eine solche »ach dem gemeinen Wert, ferner die Präzipualsteuer (Vorwegbelastung) einer Anzahl Gemeinden, die unmittelbar am Kanal liegen und denen infolgedessen größere wirtschaftliche Vor- teile erwachsen. Der Schwerpunkt dieser ganzen Steuerreform beruht darin. daß vom 1. April 1907 ab die Grundsteuer nach dem ge- meinen Wert erhoben wird. Diese Maßregel ist vom Stand- punkte der Gerechtigkeit durchaus zu begrüßen und wird finanziell für den Kreis von hervorragewdem Nutzen sein. Die staatliche Grundsteuer im Kreise Teltow beträgt 101 200 M. Die Werte der unbebauten Grundstücke des Kreises ohne Wilmersdorf be- ziffern sich auf zirka 700 Millionen Mark. Der künftigen Be- steuerung wird also nicht mehr die Summe der staatlichen Grund- steuer, sondern der gemeine Wert von 700 Millionen zugrunde gelegt. Das ist natürlich ein gewaltiger Unterschied. Es sind daher nicht wenig Grundbesitzer, die über diese neue„Belastung" äüßtn; eß Ware ihnen ljMk/ wenn|if fljtf den WeMawaM bekämen und die anderen die Laste«. Dagegen ist mit Recht die Präzipualsteuer bekämpft worden, leider ohne Erfolg. Unter allen Umständen mußte erst die aus der Umsatz- und Grundsteuer sich ergebende Summe zur Deckung der Kanalanleihen verwendet und eventuell eine Erhöhung dieser Steuer ins Auge gefaßt werden. Daß die Vorlage bezüglich der Präzipualsteuer vom Kreistage angenommen wurde, dafür macht man die vom Landrat abhängigen Elemente verantwortlich, die in nicht geringer Anzahl in jener Kreiskörperschaft sitzen. Auch die Uebernahme der bisherigen Siemens u. Halskeschen Straßen- bahnen durch den Kreis erscheint unseren bürgerlichen Kommunal- Politikern bedenklich, da einigen Gemeinden dadurch das Aus- scheiden aus dem Kreise erschwert würde. Aber das ist ja eben die sträfliche Nachlässigkeit der beteiligten Gemeindeverwaltungen, daß sie bezüglich der Kommunalisierung des Verkehrswesens event. mittelst Gründung eines Zweckverbandes nicht das Geringste unter- nommen haben. An der Rivalität der Gemeinden unter sich ist eben mancher Fortschritt, der ihnen allen zugute gekommen wäre. gescheitert. Und da war die Uebernahme der Bahnen durch den Kreis das zunächst richtige Mittel. Daß über die Kreisbahnen noch sehr berechtigte Klagen erhoben werden, ist allerdings richtig. Aber ebenso richtig ist, daß die Gemeinden aus Abstellung der Mängel dringen können, während sie früher den Privatbesitzern gegenüber einfach machtlos waren. Wie in der Frage der Er- Haltung des Grunewalds die westlichen Vororte einmütig die nötigen Schritte unternommen haben, so gibt es auch noch auf anderen Gebieten gemeinsame wichtige Interessen, die allerdings nicht gefördert werden können nach den Anschauungen eines Groß- Lichterfelder Schöffen, der deshalb mit der Steglitzer Ge- meindeverwaltung nichts zu tun haben wollte, weil sie— die Lichterfelder— dabei doch die Dummen wären. Uebrigens eine Selbsteinschätzung, die wahrscheinlich den Vor- zug der Richtigkeit für sich hat. Heute Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung im Reisen. schen Saale, Chausseestraße 104. statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Stürmer über: Die wirtschaftliche Lage der arbeitenden Klasse und das Genossenschaftswesen. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, erwartet Der Einberufer. Treptow-Baumschulenweg. In der letzten Gemeindeverttetersstznng standen neben der Fest« setzung des Etats für daS Rechnungsjahr 1907 noch eine ganze Reihe sehr wichtiger Punkte auf der Tagesordnung. Aus den ge« schäftlichen Mitteilungen ist hervorzuheben, daß der Gemeindebeschluß vom 12. Juni 1906, nach welchem über die Brauchwässerkanalisatton die Gemeinde Treptow den Einheitssatz der von den Grundeigen- tümern zu zahlenden Beittäge auf 48 M. für jedes laufende Meter Straßenfrontlänge der Grundslücke festgesetzt wurde, auch vom Bezirksausschuß zu Potsdam genehmigt worden ist.— Ein Prozeß der Gemeinde Treptow gegen den EisenbahnfiskuS, welcher sich weigerte, den auf ihn entfallenden Betratz zu den Herstellungskosten der Brauchwässerkanalisation zu zahlen, ist zugunsten der Gemeinde endgültig entschieden worden. Ein Gesuch der Lehrerschaft um eine den gesteigerten Wohnungs- und Lebensmittelpreisen entsprechende Gehaltszulage war in einer Kommission abgelehnt worden. Die Lehrerschaft hatte ihrem Antrage eine sehr umfangreiche und sorgfältig ausgearbeitete Motivierung beigegeben. Die Gemeindevertretung wird dringend tzebeten, die Gehälter der Lehrer doch der Skala der Gemeindesekretäre näher zu bringen, denen man im vorigen Jahre sowohl wie den übrigen Gemeidebeamten in dankenswertester Weise entgegengekommen sei. Ein Antrag des Genossen Gramenz, in der Gemeindeverlretersitzung die Petitton der Lehrer zu besprechen, und wenn in dieser Sitzung nicht genügend Zeit vorhanden sei, die Be- sprechung und Beschlußfassung über die Petition der Lehrer bi» zur nächsten Sitzung zurückzustellen, wurde ohne jede weiter« Erörterung mit allen gegen fünf Stimmen abgelehnt; zur Minderheit zählte der dieser Abstimmung außer den drei Sozialdemokraten auch der Herr Gemeindevorsteher Schablow. Eine durch unsere Genossen ein- gebrachte Arbeitsordnung für sämtliche in der Gemeindeverwaltung beschäftigten Arbeiter ist in der Kommission zwar nicht ganz, aber in wesentlichen Punkten abgelehnt oder stark abgeschwächt worden. Auf Anrrag des Genossen Gramenz wurde beschlossen, den Entwurf der Arbeitsordnung zu der nächsten Gemeindeverordnetensttzung auf die Tagesordnung zu setzen.— Der bisherige Schiedsmann Herr Chemiker Dr. Genz für den Bezirk 48 Treptow I, dessen Wahlzeit abgelaufen ist. wird auf weitere drei Jahre wiedergewählt.— Nach den Voranschlägen für das Rechnungsjahr 1907 belaufen sich die Einnahmen und Ausgaben auf 1 010 800 M., gegen 726 260 M. im vorigen Jahre, mithin ein Mehr von 284 650 M. Die Schulden der Gemeinde Treptow betragen am 1. April 1907 2 661 823 M. gegen 2 021814 M. in demselben Zeitraum des vergangenen Jahres. Der wieder auf 100 Prozent festgesetzte Gemeinde- Ein- kommensteuerzuschlag soll 210000 M. ergeben gegen 148000 Mark im Vorjahre. Die Gewerbesteuer beträgt wieder 160 Proz. deS staatlich veranlagten Steuersolls und soll 60 000 M. ergeben gegen 61 000 M. im Vorjahre. Die gesamten Liegenschaften und Gebäude Treptows haben nach einer Neueinschätzung durch den Gemeindesteuerausschuß im Jahre 1907 einen Wert von 112 600 000 M. ergeben gegen 90 000 000 M. im Borjahre. Zur Deckung deS Steuerbedarfs»st eine Belastung der Grund- und Ge- bäudesteuer, welche nur 60 000 M. nach dem staatlich ver- anlagten Soll beträgt, mit 300 Proz. erforderlich und bettägt 180 000 M. oder 1,60 M. für je 1000 M. deS gemeinen Wertes. Im Jahre 1906 betrug die Gemeindegrundwertsteuer 136 000 M. Danach beläuft sich das Soll der gesamten direkten Gemeindesteuer auf 460 000 M. Das der indiretten Gemeindesteuern 90 000 M., hiervon entfallen auf die Hundesteuer 6000 M., Lustbar- keitssteuer 17 000 M.. Umsatzsteuer 47 000 M.. Biersteuer 20 000 M. Das gesamte Einnahme-Soll der Steuerverwaltung bettägt mithin für 1907 460 000 M. gegen 393 500 im Jahre 1906. Bei Gelegenheit der Besprechung des Schuletats wurde der Posten Beihülfe für die Privat- schule in Baumschulenweg von 2400 M. durch die Genossen Karow und Gerisch bemängelt. Sie meinten, wem die Gemeindeschule nicht gut genug für seine Kinder sei, möge auch die Kosten für eine Privatschule selbst ttagen, besser wäre es aber, wenn den Kindern im zartesten Alter nicht schon die Klassenunterschiede fühlbar gemacht würden. Es wurde lebhaft darüber geklagt, daß von der Lehrerschaft der Ge- meindeschule II zu wenig Rücksicht auf die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der einzelnen Schüler genommen werde, und daß man Verfehlungen, die durch krankhafte Veranlagungen vielfach gar nicht auf das Schuldkonto eines solchen Kindes gesetzt werden können. sehr häufig durch Schimpfworte. Isolierung und Prügel zu ahnden suche. Ein Antrag des Genossen Gramenz, besondere Schulklassen für Minderbegabte Schüler einzurichten, wurde der Schulkommission zur Erwägung überwiesen. Au» de« Fenster gestürzt hat sich am Sonntagabend in Baum- schulenweg in der Kiefholzstraße eine Wöchnerin, die Frau des Arbeiters P. Sie benutzte die Zeit, wo die Angehörigen einen Moment nicht im Zimnier waren, sich aus dem Fenster zu stürzen. Die Bedauernswerte starb nach einer Slunde. Die unselige Tat ist in einem hochgradigen Fieberzustande geschehen. Lichteulierg. Gemeindewahlerfolg! Die gestern vorgenommenen Ersatzwahlen der dritten Wähler- Nasse zur Gemeindevertretung brachten unseren Genossen die Genug- tuung, daß die Mandate der dritten Wählerklasse in den Händen der Sozialdemokratie verbleiben. Von den sechs zu verteidigenden Mandaten konnten fünf wieder- besetzt werden. während das sechste Mandat(ein Angesessener) in- folge notlvendiger Doppelwahl des Genossen Oswald Grauer noch frei bleibt. Es ziehen also zu den zwei Verbleibenden fünf Genossen in das Rote Haus von Lichtenberg ein. Gewählt find: O«v«lb Grauer, vilh.«draha«, Wilh.Düwell, Oskar Sander und Hermann Spieker- mann. Die Genossen vereinten auf sich 2473 Sttmmen, während auf die Kandidaten des Grundbesitzer- und des Bürgervereins 47 Stimmen entfielen. Heute, Dienstag, den 12. März, von nachmittag? 3 bis 6 llhr, werden in zwei Bezirken die 1200 Wähler der II. Abteilung zwei Gemeindevertreter wählen. Die Grundbesitzervereine und der „Bürgerverein" präsentieren zwei„Grundbesitzer" als Kandidaten. Mit der vorgeschlagenen Wahl des Magistratsbeamten Rott und des Bankdirektors Plonz würden unter den 31 Mirgliedern des Gemeinde- Vorstandes und der Gemeindeverordneten— die bekanntlich gemein- schaftlich die Gemeindevertretung in gemeinsamer Beschluß- körperschast darstellen— im ganzen drei Gemeinde- Vertreter vorhanden sein die„Nichtangesessene" sind. Außer« dem hätte das„Meterelement" noch die beiden Bürgermeister als ihre„Vertreter" in der Gemeindeverwaltung. Die Landgemeinde« ordnung läßt ein Drittel, d. h. zehn Mandate für die Nichtangesessenen ftei. Werden die Wähler der II. Klasse den Einfluß der „Privilegierten" ohne zwingenden Grund zum Nachteil der„Nicht- angesessenen" verstärken, zugeben, daß die Handvoll Hausbesitzer mehr Rechte haben als Tausende der NichtHausbesitzer? Die Sozialdemokraten stellen im ersten Bezirk. umfassend den Ortsteil östlich der Ringbahn, als Kandidaten auf den Redakteur Wilhelm Düwell. Wahllokal: Restaurant Ratskeller. Dorffttaße. Im zweiten Bezirk, dessen Wahllokal im Restaurant der Gebrüder A r n h o l d(„Schwarzer Adler)", Frankfurter Chaussee 6 sich befindet und der den westlichen OrtSteil(innerhalb der Ring- bahn) umfaßt, wird der Gemeindevertreter Oswald Grauer zur Wahl empfohlen. An den Wählern, im besonderen den Geschäftsleuten, den kleinen Gewerbetreibenden usw. wird es nun liegen, zu entscheiden. ob die Gegner der.Wertzuwachssteuer", die Anhänger der Betriebs- steuer, der Biersteuer, die Vertreter der Anschauung, daß die Meter als Suchsteuerzahler weniger Interesse an der Entwickelung der Gemeinde haben, als die Herren vom„Besitz", einen noch verstärkte» Einfluß gewinnen, noch mehr Rechte ausüben sollen, als bisher. Mit einem Revolver Unheil angerichtet hat am Sonntag der 24jShrige Arbeiter Bahnke aus Friedrichsberg. B. ging mit seiner Braut, der 19jährigen Arbeiterin Bertha Rathenow aus der Wilhelmstt. 76 in Neu-Lichtenberg, spazieren und passierte einen Feldweg hinter der Landsberger Chaussee, woselbst er einen Revolver aus der Tasche nahm, diesen seiner Braut zeigte und ihr den Mechanismus erklärte. Er löste die Sicherung und berührte unvorsichttgerweise den ge- spannten Hahn. Die Waffe entlud sich und die Kugel ging der R. in den linken Oberschenkel. DaS Geschoß war in daS dicke Fleisch gedrungen und hinter dem Knochen, ohne diesen zu beschädigen, stecken geblieben. Die Verletzte wurde sofort nach dem lttankenhause Friedrichshain gebracht. Adlershof. Die Generalversammlung der OrtSkrankenkasie, in der 33 Arbeiter- Vertreter gewählt werden sollen, findet nicht am Donnerstag, de» 14. d. MS., sondern erst am Donnerstag, den 21 März, bei Kähne, Bismarckstr. 60, abends 7 Uhr statt. Näheres in den nächsten Tagen im Inseratenteil deS„Vorwärts. Der Obmann des Gewerkschaftskartells. Weiheasee. Ein Bertrauensvotnm erhielt Herr Dr. Pape von einer ver- sammlung deS Hausbesitzervereins, nachdem er in einem großen Schreibebriefe seinen Dank aussprach für die tapfere Haltung der Hausbesitzer-Gemeindevertreter in seiner Sache. Die Darstellungen seiner Amtsentsetzung in den Zeitungen seien, wie es in dem Briefe heißt, ganz falsche, wa« das Disziplinarverfahren ergeben werde.— Die jetzige Pape- Affäre wirst schon Schatten voraus für die nächstes Jahr stattfindenden Gemeindevertreterwahle». Der HauS« besitzerverein befürchtet hierbei ganz an die Wand gedrückt zu werden, waS nur durch eine Einigung der beiden Hausbesitzergruppen beseitigt werden könnte. Die letzten Beschlüsse der Geineindever» ttetung. u. a. die Errichtung einer Gemeindeturnhalle im Werte von 142 000 M., die Amtsentsetzung Dr. Papes ust»., mußten herhalten. um unter allen Umständen die Einigung zu beschleunigen; denn wenn weiter den Wünschen der Sozialdemokraten nachgegeben wird, heißt es, dann müßten die; Hausbesitzer davonlaufen. Auch im Grundbesitzerverein wurden wie aus Kommando Einigungs- bestrebungen angeregt, jedoch ist man sich hier seiner Stärke bewußt und läßt den Hausbefitzerverein an sich herantteten. Als älterer Berein läßt er sich den Rang nicht ab- laufen und beansprucht den nöttgen Respekt. Zum Schluß war man jedoch auchl hier gewillt, der Anregung des Hausbesitzervereins zu begegnen und in kürzester Frist sich in einer allgemeinen Hausbesitzer- Versammlung auszusprechen, auf welcher Basis sich eine Einigung erzielen läßt. Ob die Einigung gelingt oder nicht, ist für die Sozial- demolratie am Orte gleichgültig, sie wird auch ohne die Herren HauS- besitzer ferttg._\ ßcncbtö- Zeitung* Die Ehre eine« Arbeitswilligen sollte zum zweitenmal der Redakteur der„Buchbinder-Zeiwng" Karl Michaeli« beleidigt haben. Im Sommer 1906 tat sich bei der Buchbinderaussperrung in Dresden der Arbeitswillige Bönhardt als Gegner der Ausgesperrten hervor. Die„Buchbinder-Zeitung" be- merkte über ihn, daß er im Gefängnis zu Zwickau und im Zucht- Haus zu Waldheim keine unbekannte Persönlichkeit wäre. Bönhardt klagte wegen Beleidigung und Mchaelis wurde am 7. November 1906 zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt, einmal weil er von Böhnardt gesagt hatte:„der Edle", und ferner weil sich herausstellte, daß Bönhardt zwar etwa 17 Jahre im Gefängnis zu- gebracht, aber keine Zuchthausstrafe erlitten hatte. Ueber diese Ge- richtsverhandlung brachte die„Buchbinder-Zeitung" vom lö. Dezember 1906 einen Bericht. Hierbei erläuterte der Redakteur Michaelis, durch welches Mißverständnis eine Gefängnisstrafe des Bönhardt irrig als Zuchthausstrafe angesehen worden wäre. Er kritisierte das Urteil, das die Sttafen des Bönhardt als„zum Teil nicht erheblich" bezeichnet hatte, und führte diese Sttafen einzeln auf. Mit Bezug auf eine Bemerkung des Urteils, daß nicht jeder» mann befugt wäre, einem Bestraften dies öffentlich vorzuhalten. schrieb Michaelis: „Gegen diese Auslegung müssen wir, so weit sie uns betrifft, protestieren. Es muß den Vertretern und Beauftragten der organisierten Arbeiter gestattet sein, in solchen wirtschattlictien Kämpfen, wie es der untere einer war. die moralische Oualifi- kation des Gegners zu beleuchten, noch zumal, wenn derselbe in diesem Kampfe eine gewisse Rolle spielt. Wir haben umso mehr Veranlassung dazu, als die Gegner der Arbeiterbewegung nicht müde werden, die sogenannte»„Arbeitswilligen" als eine Art moralisch höher stehender Musterarbeitcr, als„für den Staat besonders nützliche Elemente" unseren Kollegen gegenüber- zustellen, denen alle möglichen Schändlichkeiten angedichtet werden. Wes Geistes Kind gerade auch der Kläger Böhn- Hardt war, geht aus seiner Aeußerung in der Gcrichtsverhand- lung gegen uiiS hervor. Hier suchte er die Schuld an seinen vielen Vorstrafen auf seinen Vater zu schieben, weil dieser— man höre!—„Sozialdemokrat gewesen wäre und ihn deshalb schlecht erzogen hätte". Diese pietätlose und unwahrhaftige Denunziation paßt nach unserer Auffassung vollkommen zu dem Bilde, das die Vorstrafen des Bönhardt und fei» Verhalten in unferern Lohn- bie Entgleift. Nach amtlicher Mitteilung aus Stuttgart entgleifte fampfe von feinem Charakter geben. Und dies follten wir nicht| borlegte, was denn eigentlich geschehen sei, erklärte fie, daß fie be in Wahrung unserer berechtigten Interessen beleuchten dürfen?" goffen sei und die weitere Frage, ob sie die Frau, die gegossen habe, gestern früh auf der Strede Schramberg- Schiltach der Personenzug Wegen dieses Actikels erhob Bönhardt eine neue Belenne, beantwortete sie dahin: Ja wohl, Frau Schmidt, Nr. 237 infolge Ueberspülung der Bahn. Der Lokomotivführer leidigungstlage und berlangte außer der Bestrafung des Rosto der str. 52. Diese Angabe wiederholte sie noch mehreren wurde leicht verlegt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht Michaelis gar noch eine Buße von 3000 Mart, weil er durch die Personen gegenüber auf dem Wege nach dem Lazarus- Krankenhause, erhalten. Bekanntmachung feiner Strafen geschädigt worden wäre. Die wohin fie gebracht wurde. Aeußerung über seinen Vater fonnte er nicht bestreiten, auch wurde Es bestreitet die angeklagte entschieden, Abgebrannt ist nach einer Meldung aus Konstantinopel infolge fte durch den amtierenden Richter bestätigt. Der Verteidiger Täterin zu fein. Rechtsanwalt Wolfgang Heine wies darauf hin, daß Bönhardt seine tiefen Groll hatte und Sie gibt zu, daß fie gegen Frau Streer asexplosion gestern nacht das türkische Lyceum Galata Serai und sie wiederholt aufgefordert habe, Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. erste Strafe mit 23 Jahren gehabt hätte, also in einem von ihrem Manne abzulassen, behauptet aber, daß sie am 3. Oftober Alter, wo man der elterlichen Autorität entwachsen zu sein in der kritischen Zeit zu Hause gewesen sei. Ein gefährlicher Bursche. In Baris bersuchte gestern abend der Die Wohnung der Wagenbauarbeiter Jolibois im Hotel Montmartre eine Frau zu er pflegte, und daß die Strafen fast durchweg Diebstahl, Urkunden- Frau Kreer in der Schönholzerstraße habe sie überhaupt niemals würgen, mit der er dort abgestiegen war. Ms der Besizer des fälschung und dergleichen beträfen, also mit der angeblichen besucht. Die Charakteristit, die die Angeklagte von der verstorbenen Hotels und ein Kellner ihn daran verhindern wollten, zog Jolibois politischen Gesinnung des Vaters nichts zu tun haben könnten. Im Frau Streer gibt, läuft darauf hinaus, daß diese eine total ver- einen Revolver, verwundete den Hotelbefizer und tötete den Kellner. übrigen drehte sich die Verhandlung darum, daß Michaelis seinen dorbene Person gewesen sei. Artikel zu seiner Rechtfertigung dem ersten Urteil gegenüber gestorben. Frau Kreer ist am 6. Oftober ber- Als er dann von dem Polizeibeamten Monnier und dem Unterschrieben und deshalb in Wahrung persönlicher berechtigter leutnant der Reserve der Kolonialinfanterie Cupillat verfolgt wurde, Interessen gehandelt hätte. zog Jolibois von neuem seinen Revolver, tötete Monnier und ver Das Gericht schloß sich wundete Cupillat. Jolibois wurde dann durch Polizeibeamte verwollte. In der Beweisaufnahme Dieser Auffassung an und sprach den Angeklagten wird der eingangs geschilderte Hergang bestätigt. Ueber die verhaftet und mußte vor der Menge geschützt werden, die ihn lyncher Michaelis frei. Körperverlegung mit tödlichem Ausgang. storbene Frau Kreer wird von verschiedenen Seiten bekundet, daß fie mit mehreren Männern intim verkehrt habe, unter dem Spiẞnamen " dide Weste" bekannt und sehr lügenhaft gewesen sei. Festgestellt Eingegangene Druckfchriften. wird, daß die Verstorbene über die beiden Töchter der Angeklagten Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das die Lüge verbreitet hatte, sie hätten sie mit Knüppeln überfalen. 23. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Das Heft hat folgenden Inhalt: Dem Charakter der Angeklagten wird durchweg ein treffliches Barteitaktit. Von K. Kautsky( Schluß). Das gegen die Töchter eingeleitete Strafverfahren wurde eingestellt. Deutscher Liberalismus und zussische Duma. Ausländische und deutsche Der Breußentag. Von Leo Beugnis ausgestellt. Arons. Die Opfer der russischen Freiheitsbewegung. Bon A. Below. Stichtigstellung von Ernst Untermann. Friz Auſterlis, Das neue Bebe Die Arbeiterpolitit der letzten Jahre in Moskau. Von Paul Dauge- Mostau Literarische Rundschau: Science and Revolution. Eine Unter großem Andrange des Publikums begann gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I, das unter Vorsiz des Landgerichtsrats Methmer zu einer neuen Tagung zusammentrat, die Verhandlung gegen die Frau Auguste Marie Luise Schmidt, geb. Marg, die beschuldigt ist, am 3. Ottober v. J. eine Frau reer mit einer Flüssigkeit, die bald in Brand geraten ist, begoffen zu haben. fo frage. Das Urteil lautete demzufolge auf foſtenloſe Freisprechung so daß Frau Die Geschworenen verneinten nach kurzer Beratung die SchuldKreer an den den Folgen der entseglichen Ber legungen nach drei Tagen gestorben ist. Diese Ander Angeklagten. flage, gerichtet auf Körperverlegung, in deren Folgen der Tod eintrat, bertritt Staatsanwaltschaftsassessor Lehmann, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Santorowicz. Es find über 30 Beugen geladen. Die 49 Jahre alte Angeklagte Lautem Vermischtes. im recht. Von E. L. Ernst Alfred Bizetelly, Emile Zola. Sein und seine Werke. Michael Georg Comrad, Emile Zola. Von Herman Wendel. Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch. handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft mur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Bf. Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. treppe. " Der„ Süddeutsche Postillon" versendet seine Nummer 6. In dem lichtfarbenen Titelbild sieht M. E. schon die Schrecken für den lieben Michel boraus, die ihm der Reichstag bereitet. Steinberger bringt ein Bagabundenbild Bormärzler". Im Schlußbild marschiert Stardorff und die freifinnigen Küchlein in den Reichstag. Fm Terte tritt der lösende März in in Märzblüten scharfe spike Gedankensplitter. Besonders hervorzuheben ist seine Rechte. Einst se I a ar fingt die Märzhoffnung; dem Gedichte folgen Gustav Bebers Gedicht: Der Toten Ruf. Biedermeier ärgerte sich trot aller Biederfeit. Es folgen: Die ruffische Regierung und die Duma ( Illuftr.) 2. R's. Dreiftrophler: Koloniales. National. Bohrende Ge danken. Finis poloniae. Gestohlene Briefe( Ged.) Die Hinter politischen Blocksberg( Ged.) Neues vom Reichstage. Bom wadeligen Stengel. Auf dem Plutus. Heft 10. Kritische Wochenschrift für Bollswirtschaft und Finanz. wesen( Herausgeber: Georg Bernhard.) Abonnements einschließlich der Blutus- Merttafel vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., direkt bom Berlag 4 M. Berlag: Berlin- Charlottenburg, Goethestraße 69. Die internationale Hülfssprache und das Esperanto von Prof. Dr. B. Dftwald. Esperanto- Verlag Möller u. Borel, Berlin S. 42. Preis Der deutsche Kaufmann im Kampf ums Dafein. Von B. Heß. Der Kontinent. Deutsch- französische Monatsschrift. Heft 5. Heraus. geber Dr. S. Richter für Deutschland. Jährlich 12 Hefte. 12 M. Berlag B. Süfferoit, Berlin W. 30. Wider das Gesunddenken. Bon Pfarrer E. Klein. 61 Seiten. Verlag: E. Röttger, Kaffel. Preis 50 Bf. Berlag St. Mientina, Berlin O. 27. Eine entsetzliche Familientragödie ereignete sich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in Dresden. ist die Ehefrau des Kahnführers Karl Schmidt und Mutter bon liche Oberförster a. D. Edmund Hermann Wilsdorf erschoß feine Der dort wohnhafte tönigacht Kindern im Alter von 9 bis 24 Jahren. Einige dieser Frau und fünf von seinen sechs Kindern. Kinder sind als Zeugen geladen und betreten unter Das sechste Kind, die Schluchzen den Gerichtssaal. Die Angeklagte hat, wie sie angibt, älteste Tochter, ist gleichfalls schwer verlegt, fonnte aber noch lebend mit ihrem Ehemann im allgemeinen recht gut gelebt und über die nach dem Friedrichstädter Krankenhaus gebracht werden. Am Sonnhin und wieder vorgekommenen Entgleisungen desselben hinweg- tag oder in der Nacht zum Montag hat Wilsdorf dann sich gesehen. Der Ehemann unterhielt mit der ver- selbst erschossen. Der Grund zur Tat ist in Nahrungssorgen zu storbenen Frau Elisabeth Sreer ein Liebes- fuchen. Die noch lebende Tochter ist nicht vernehmungsfähig, da sie berhältnis, von welchem die Angeklagte zufällig dadurch noch bewußtlos ist. Kenntnis erhielt, daß fie einen Zettel mit der Adresse der Frau Die Opfer der Tat in der Familie sind zwei junge Mädchen Streer in der Westentasche ihres Mannes vorfand. Sie suchte die im Alter von 14 und 17 Jahren, zwei Knaben Zwillinge Streer wiederholt auf und bat fie fort und fort einmal fogar alter von 12 und ein Anabe von 15 Jahren. Die schwerverletzte Iniefällig bon ihrem Ehemann abzulassen. Sie hatte damit aber feinen Erfolg. Frau Kreer berhöhnte sie Tochter, die bewußtlos im Krankenhause liegt, ist etwa 20 Jahre alt. vielmehr und soll in gemeinen Ausdrücken betont haben, daß fie Die ermordete Ehefrau zählt 40 Jahre. Wilsdorf war zulegt Oberberlehren könne, mit wem sie wolle. Noch einige Tage vor ihrem förster in Jöhstadt. Tode soll sie an die Angeklagte einen Brief gerichtet haben, der Weiter wird noch gemeldet, daß die Hausnachbarn der Familie bon gemeinen Ausdrücken strogte. hatte der 56 Jahre alten Nebenbuhlerin, die ihren häus- ohne daß dies indes aufgefallen wäre. Erst vorgestern früh wurde 20 Die Angeklagte Wilsdorf bereits seit Freitag von dieser nichts mehr gehört hatten, lichen Frieden störte, wiederholt gesagt, fie tönne ihren Mann nicht von seinen Seitensprüngen abhalten, bitte fte aber auf Veranlassung des Hausverwalters die Wohnungstür durch die doch, ihre Rendezvous mit ihm anderswohin zu verlegen als gerade Polizei geöffnet und auf dem Flur die älteste Tochter des Oberin Moabit, wo sie, die Angeklagte, so lange wohne und so vielen försters blutüberströmt, aber noch lebend aufgefunden. Die anderen Leuten bekannt sei. Frau Kreer baite aber für alle fünf Rinder, zwei Töchter und drei Söhne, fand man tot in ihrem folche Vorstellungen nur taube Dhren. Es soll bei gemeinschaftlichen Schlafzimmer, ebenso die Mutter. Der Be solchen Gelegenheiten manchmal zu stürmischen Auftritten gekommen fund der Polizei ergibt, daß zwischen Wilsdorf und fein. Es wird behauptet, daß fie einmal gedroht habe, die Frau R. der ältesten Tochter ein Ringen auf Leben und Tod stattgefunden mit einem Hammer zu erschlagen oder ihr Alaun ins Gesicht zu haben muß, bei dem das junge Mädchen, das sich ins Freie au gießen, Frau R. soll auch, wie behauptet wird, Drohbriefe von ihr retten bersuchte, auf dem Flur von mehreren Schüffen getroffen, erhalten haben. Am 8. Oftober zwischen 6 und 61% Uhr abends fab ber sechsjährige Schüler Rowalstieine Frau, zulegt ohnmächtig zusammengebrochen ist. 23. felbst lag mit einem in der er die Angeklagte Schmidt wieder zu er. Schuß in der Schläfe, den Revolver noch in der Hand, tot in seinem tennen glaubt, an die Tür der Frau Kreer, Arbeitszimmer. Er war ein Mann von 51 Jahren, der mit seiner Schönholzerstraße 19, lopfen. Als die Kreer Bension nicht austam und deshalb mehr und mehr in Schulden geöffnete, goß ihr die unbekannte aus einem raten fein soll. Seine mißliche Vermögenslage, die, wie es heißt, Swinembe. 756 NN6halb bd. blauen Zopf eine Flüssigkeit über das Geficht auch der Grund zu einem unglüdlichen Familienleben gewesen ist, Berlin Damburg 761 NNW und den Rörper und sündete die bon ber Flüssig hat ihn offenbar zu seiner Berzweiflungstat getrieben. 757 N Franj.a.M. 759 ND Teit geträntten Kleider an, dann entflob fie München 756 NW eiligst. Auf die markerschütternden Hülferufe der lichterloh Eine Rollifion auf See. Gestern nachmittag stieß nach Londoner Bien 752 NNW 1 Schnee brennenden Frau Atreer eilten mehrere Hausbewohner herbei, einer Meldung während eines. heftigen Sturmes 35 Meilen südlich von Wetter- Prognose für Dienstag, den 12. März 1907. bon ihnen erstickte die Flammen und hierbei wurde Frau K. Hartlepool die französische Fischerbarte Marionett" mit dem engliVielfach heiter bei ziemlich frischen nördlichen Winden, noch etwas ohnmächtig. Man trug fie in ihre Wohnung. Hier tam schen Dampfer Evening Star" zusammen, wobei das erstere Fahr- tälterer Nacht und langsam steigender Tagestemperatur; teine wesentlichen fte wieder zum Bewußtsein. Als man ihr bie Frage zeug fofort sant. Die Mannschaft tonnte gerettet werden. Niederschläge. Für den Inhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 12. März. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Lohengrin. Anfang 7 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Deutsches. Der Revisor. Kammerspiele. Hedda Gabler. Anfang 7 Uhr. Neues Schauspielhaus. Das Fest des St. Mattern. arme Figaro. Seelenretter. Geisterauto. Paris. Baffage. Mal toas Anderes. Spe. zialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Intimes. Eine bom Ballett. Zapfenftretch. Bunter Teil. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 18/49. Frühlingstage an der Riviera. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Thefing: Die Darwinsche Theorie. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Urania. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Ballner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Luftspiel in 4 Aufzügen von Dslar Blumenthal und Mag Bernstein. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Räuber. Donnerstag, abends8Uhr: Narrenglanz. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends Uhr: Die Erziehung zum Don Juan. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufz. v. Hans Brennert und Hans Dftwald. Mittwoch, abends 8 U br: Minna von Barnhelm. Donnerstag abends 8Uhr: Im bunten Rock. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Anfang 8 Uhr. Wissenschaftliches Theater. Kleines Theater. Der Hund von Baskerville. 8 Uhr: Marr.- Der goldene Schlüfer. Frühlingstage an der Riviera. Lorging. Das Glöckchen des Eremiten. Anjang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mathias Gollinger. Schiller Theater Charlottenburg. Der Kaiserjäger. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Tbeater). ziehung zum Don Juan. Leffing. Mieze und Maria. Zentral. Der blaue Klub. Westen. Die lustige Witwe. Die Er Berliner. Der Hund von Basterville. Residenz. Haben Sie nichts zu Komische Oper. Carmen. Kleines. Allerseelen. Neues. Meißner Porzellan. berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Der Bettelstudent, Thalia. Olympische Spiele. Luifen. Der Hund von Baskerville. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Bernhard Rose. Sherlock Holmes. Metrovol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdles Hotel. 23intergarten. Charlotte Wiché. Spezialitäten. Zum ersten Male: Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Allerseelen. Mechanik und Wellenlehre. Witterungsübersicht vom 11. März 1907, morgens 8 hr. Stationen Barometer. Better Stationen Better Zemp. n. 6. 5° 4°. -8 4 wollenl -3 aparanda 7609 Betersburg 754 SD 2halb bd.- 14 3 Schnee 2 better 5 bedeckt 5 bedeckt -3 Scilly -1 berbeen 770 N 771 282 5 moltig -6 8 0 Barts 762 NNW 2 heiter 3bedeďt Berliner Betterbureau Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberall käuflich! Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Ein Sherlod Holmes- Erlebnis in vier Atten von Fred Gibson. Mittwoch und Donnerstag: Der Große Jahresrevue in 7 Bildern Freitag: von Julius Freund. Musik von 8 Uhr: Dr. Thesing: Die Dar- Spiel in 3 Aften von H. Hetjermans. Hund von Baskerville. Benefta für den Kapellmeister Ullig: Viktor Hollaender. Dirigent Max Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Allerseelen. Donnerstag: zum 1. Male: Der Trompeter von Roth. In Szene gesetzt von Die Kralle. Sonnabend 4 Uhr: Freitag: Allerseelen. Säffingen. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Mag und Morib. 8 Uhr: Der Hütten. Massary. Wolff. Bender. befizer. winsche Theorie. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Dienstag und folgende Tage: Der Hund Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Dienstag, den 12. März, 7%, Uhr: von Baskerville. Das Glöckchen des Eremiten. Freitag: Sherlock Holmes. Neues Schauspielhaus Dienstag, den 12. März, 7, Uhr: Gastspiel Josef Kainz: Das Fest des Sankt Matern. Der arme Narr. Der goldene Schlüssel. Mittwoch: Gastspiel: Faust L. Zeit. Anjang 7 Uhr. Neues Theater. Zum 25. Male: Meißner Porzellan. Anjang 8 Uhr. Mittwoch: Meißner Porzellan. Avollo. Die 3 goldenen Jungfrauen. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. Kasino. Nid Carter. Spezialitäten. Walhalla. Die goldene Eva. Spezialitäten. Folies Caprice. 100 000 Gulden Freitag: Meißner Porzellan. Donnerstag: Meißner Porzellan. Witgift. Im Inspektionszimmer. Lustspielhaus. Else Brater Theater. Erlenhof. Palast. Dante, Herr Franke. Spezialitäten. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Abonnements gültig! Mittwoch: Fra Diavolo. Bentral- Theater. 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Aus demselben sind folgende bemerkenswerte Einzelheiten mitzuteilen: Der Vorstand hielt 23 Sibungen ab, außerdem fanden 8 erweiterte Vorstandssitungen und 5 Generalbersammlungen statt. Bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen hat unsere Partei gut abgeschnitten. Zurzeit haben wir in 39 Gemeinden 80 Vertreter. Die Anzahl der Vertreter würde weit größer sein, wenn uns nicht das Privileg der Hausbesitzer entgegenstände. In den Gemeinden, wo Gewerbegerichte bestehen, sind zum größten Teil sozialdemokratische Arbeitnehmerbeisiger gewählt. Gleich den bei den Reichstagswahlen abgegebenen sozialdemofratischen Stimmen ist im Laufe der Jahre auch die Zahl der organisierten Genoffen gestiegen, wenn auch nicht in wünschenswertem Maße. Im Jahre 1903 zählte der Kreis 4150, im Jahre 1904 5281, im Jahre 1905 6090 organisierte Genossen. Nach der vom Verbande Groß- Berlins veranstalteten Statistik hat der Kreis gegenwärtig 6730 organisierte Genossen. Der Vorwärts", der für den Kreis fast allein als Bauteiorgan in Betracht kommt, hatte im Jahre 1904 im Kreise 6802 Abonnenten, während für das verflossene Geschäftsjahr 12 945 Abonnenten ermittelt wurden. Der Agitationstalender Märkischer Landbote" ist im Geschäftsjahre in 28 000 Exemplaren verbreitet worden. Zum Zweck der Agitation wurden in 18 Bezirken des Kreises 153 Wahlvereins- und öffentliche Versammlungen abgehalten, außerdem fanden 86 Agitationsversammlungen in solchen Orten statt, wo wir keine Organisation haben. Bei den Agitationstouren wurden 475 000 Flugblätter und 14 450 Exemplare der Fadel" verbreitet.-Anklagen und Polizeistrafen sind, dank der Fürsorge, welche die Behörden uns angedeihen lassen, nicht ausgeblieben. Hervorzuheben ist die Grschießung des Genossen Herrmann durch einen Gendarmen in der Nacht vom 22. zum 23. September 1906. Gegen vier Genossen, welche bei dieser Tat zugegen waren, ist Antlage wegen ruheftörenden Lärms(!) erhoben worden. Von einer Anflage gegen die Gendarmen wegen Tötung eines Menschen hat man bis jetzt nichts gehört. Dagegen schweben einige Anflagen gegen Genossen, welche am Grabe Herrmanns Kränze niedergelegt und einige Worte gesprochen hauen. In bezug auf die Frauenbewegung im Kreise sagt der Bericht, daß es den tätigen Frauen gelungen ist, im berflossenen Jahre wieder neue Anhängerinnen unserer Jdeen zu gewinnen. Die Zahl der Vertrauenspersonen hat sich gegen das Vorjahr berboppelt. Ginen erfreulichen Aufschioung hat die Zahl der organi fierten Frauen und der Leserinnen der Gleichheit" erfahren. Der Kaffenbericht für die Zeit vom 1. Oktober 1905 bis 31. De zember 1906 zeigt in Einnahme und Ausgabe bie Summe von 17 155,67 M. Die Abrechnung des Kreistassierers zeigt eine Einnahme von 12 733,29 M. und eine Ausgabe von 9535,75 M. Der Kreisvorsitzende Freiwaldt gab mündlich noch einige Ergänzungen zum Bericht und bemerkte unter anderem: Es sei gewiß eine intensive Agitation getrieben worden, doch gebe es noch einige Bezirke im Kreise, wo wir trotz aller Bemühungen nicht festen Fuß fassen konnten. Die Agitation müsse eine Aenderung erfahren, derart, daß wir in den ländlichen Bezirken ein Gegengewicht schaffen gegen die Agitation unserer Gegner. Auch für die Verbreitung der Parteipreffe müsse lebhaft agitiert und unfere Presse so ausge staltet werden, daß sie dem Resebedürfnis der breiten Masse, beSonders der Frauen, Rechnung trage. Dem Vorstandsbericht folgte eine längere Diskussion, bie sich ausschließlich auf Einzelheiten in der Geschäftsführung des Vorftandes fotvie auf örtliche Angelegenheiten in bezug auf Organifation und Agitation erstreckte. Sonnenburg empfahl den Delegierten namens des Vorstandes und der Revisoren, in ihren Orten für die Erhöhung des Beitrages von 25 auf 30 Pf. einzutreten. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kreisvorsitzende und der Kassierer einstimmig entlastet. Nach Feststellung der Mandatsprüfungsfommission war die Generalversammlung besucht von 117 Delegierten, 16 Funktionären, 4 Delegierten der Frauen und deren Vertrauensperson, zu sammen 138 stimmberechtigte Vertreter. Dienstag, 12. März 1907. diesem Grunde müßten wir uns auch an der Ersatzwahl zum Landtage beteiligen. Stadthagen führte dagegen aus: Wenn bei dieser Wahl ein agitatorischer Erfolg in Aussicht stände, dann würden wir uns selbstverständlich beteiligen. Da es sich aber nur um Grsakwahlen eines Teiles der Wahlmänner handelt, so biete sich keine Gelegenheit, die Wahl agitatorisch auszunuzen, unsere Beteiligung sei deshalb zwedlos. Die Resolution wurde hierauf gegen 3 Stimmen angenommen. Auf der Tagesordnung stand noch ein Punkt: Rüdblid auf die Reichstagswahlen. Da aber der Saal wegen anderweiter Benutzung geräumt werden mußte, so wurde dieser Punkt von der Tagesordnung abgesetzt. Aus der Frauenbewegung. Als zweiter Punkt stand die Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre auf der Tagesordnung In bezug auf einige der borgeschlagenen Kandidaten hatten die Lichtenberger Genossen Anträge gestellt, welche Aenderungen in der Besehung einzelner Aemter bezvedten. Nach längerer Debatte wurden die Lichtenberger Anträge abgelehnt. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Kreisvorsitzender: Freiwaldt. Kreistassierer: Seitel. Prez fommission: Grauer und Kubig Agitationsfommiffion: Jakobsen. Obmann der Lokalfommission: Riet. Beifizer: ehlting und Lorenz. Revisoren: Sonnenburg, Rebekurse für Frauen und Mädchen haben unsere Genossinnen Peutert und Nollstedt. Ein Antrag wurde angenommen, in Köln veranstaltet. Es sollen insgesamt sechs Diskussions. welcher besagt, über die Verhandlungen der Generalversammlungen abende, jede Woche einer, stattfinden. Genoffin Kähler, die die sowie über die Situngen des engeren und des erweiterten Vor- Kurse leitet, hält jedesmal zunächst einen etwa dreiviertelstündigen standes ist Protokoll zu führen. Vortrag aus einem der verschiedenen Wissensgebiete. Dann tritt Folgende Anträge wurden dem erweiterten Vorstande über- man in die Diskussion ein, die sich insofern von den üblichen Dewiesen: batten unterscheidet, als nicht das Wort auf Wunsch erteilt wird, Im Mitteilungsblatt" find, wie von anderen Kreisen be- sondern die Vortragende, ähnlich einer Lehrerin, auf den Inhalt bereits geschehen, furze Auszüge aus dem Protokoll zu veröffent- ihrer Rede bezügliche Fragen stellt, die dann auf Grund der von lichen." den einzelnen Teilnehmerinnen während des Vortrages gemachten Notizen in furzen zusammenhängenden Sätzen beantwortet werden. Es werden auf diese Art die Hauptgedanken des Vortrages der Reihe nach kurz wiederholt und so dem Gedächtnis besser eingeprägt; andererseits gewöhnen sich die Zuhörerinnen an die größte Auf merksamkeit und an zusammenhängendes Denken, In Erwägung, daß bis jetzt für die Landbevölkerung viel zu wenig getan wurde, in weiterer Erwägung, daß die Kalenderberbreitung im Kreise allein nicht genügt, die Maffen aufzuklären, beantragt der Wahlvereinsbezirk Nieder- Schönhausen, mindestens im Jahre 4 Agitationsschriften herauszugeben und dieselben im Wahlkreise zu verteilen, damit die Jdee des Sozialismus mehr und mehr an Boden gewinnt, um damit ein Bollwert zu schaffen gegen die Reaktion bei fünftigen Wahlen. Der Kreisvorstand soll sich mit dem Aktionsausschuß in Verbindung setzen betreffs der Agitation für den Vorwärts", ob es nicht möglich wäre, anstatt des Flugblattes in Butunft eine Nummer des Vorwärts" zur Verbreitung zu bringen. In§ 5 Abfab 1 des Verbandsstatuts ist wie folgt der qu. Satz zu ändern: Auf je 100 Mitglieder ist ein Delegierter zu wählen. Falls das Mitteilungsblatt" teine Aenderung in seinem Inhalt bringen fann also etwas Neues für die Abteilungsführer dasselbe wieder eingehen zu lassen." " Mit Rücksicht auf die Erfahwahl zum Landtage, die im Wahlfreise Ober- und Niederbarnim vorzunehmen ist, weil der Abge= ordnete Jrmer wegen seiner Beförderung das Mandat niederlegen mußte, empfahl freiwaldt namens des Vorstandes folgende Resolution: " In Erwägung, daß die bevorstehende Ersakwahl zum preußischen Landtage für den Kreis Ober- und Niederbarnim der sozialdemokratischen Partei feine positiven Erfolge bietet, da nur Erfahwahlen für ausgeschiedene Wahlmänner borgenommen werden, das Endresultat bei der Abgeordnetenwahl baber das gleiche sein muß wie bei der Haupttahl im Jahre 1903, beschließt Bie Generalversammlung, borbehaltlich der Bustammung des Parteivorstandes als Zentralwahlfomitee für die Landtagswahlen in Preußen, sowie der Zustimmung des Kreises Oberbarnim, fich nicht an der Grfahwahl zu beteiligen. Die Parteigenossen erflären aber, daß vorstehender Beschluß keine Bindung für die allgemeinen Landtagswahlen im Jahre 1908 bedeutet und er klären, sich den Beschlüssen der Landesorganisation unterzuordnen. Lint sprach gegen die Resolution. Es sei unsere Pflicht, jede Möglichkeit der Agitation, die sich uns bietet, auszunuzen; aus Versammlungen Veranstaltungen. Berlin. Dienstag, 12. März, 8 Uhr, im Rolberger Salon" Volte bersammlung. Vortrag der Genossin Ottilie Baader über Was hat das Proletariat, insbesondere der Dienstbote bom neuen Reichstage zu erwarten?" Weißenfee. Dienstag, den 12. März, 8½ Uhr, im„ Prälaten", Rehderstr. 122, Streisgeneralversammlung. Vortrag des Genoffen Schubert über Unsere Boltsschule". Berichterstattung und Neuwahl der Vertrauensperson. Köpenid. Dienstag, den 12. März, 8 Uhr, im Lokal Kaiserhof", Grünftr., öffentliche Versammlung. Vortag des Genossen Kurt Seinig. Bericht und Neuwahl der Vertrauensperson. Charlottenburg. Mittwoch, den 20. März, 8% Uhr, im„ Boltshaus", Rosinenstr. 3, Vortrag von Frau Störmer über Mutter und Säuglingspflege". Zehlendorf. Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, bei Mied. Karlstr. 12, Vortrag der Genoffin Störmer über Mutterund Säuglingspflege". Neuwahl des Vorstandes. Steglis. Donnerstag, den 14. März, 8% Uhr, bei Wahrendorf, Schloßstr. 117, Bortrag des Herrn Eichler über„ Charakter bildung". Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und Mr. beiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Dber Schöneweide Bortrag. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstage. wahlkreis Züllichan Schwiebus- Kroffen. Sommerfeld( Ortsverein Berlin). Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß die Mitgliederversammlung heute Dienstag ausfällt und dafür am 19. März stattfindet. Turmstr. 76. Lachmann& Scholz Ottostraße 1 Größtes Warenhaus in Moabit. Während dieser Woche verkaufen wir besonders preiswerte Waren und geben außerdem Doppelte Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. 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Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Dittmar, Pankow: Wollanfftr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 63, Schule. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: See u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 37. Bauten der Firma Schulenburg, Charlottenburg: Frantsen, Wangen.heimstr.- Ede. Bauten der Firma Hegelmann: Schaum, Wilmersdorf, Katser Allee, Ede Wilhelmsaue. Schulz, Jungfernheide, Mindener straße. und Bauten der Firma Braun: Walter Müller, Rigdorf, Juliusstraßen- Ede. Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fenster bau. Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther- u. Freifingerstraßen- Ede. Rigdorf, Herrfurihplatz 8. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Ede Kreuzftraße. Bauten der Firma Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ede Steinplag. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargen. dorf, Ruhlaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerftraße, Ede Straße 2b. Tauroggenerstr. 2. Bauten der Firma Bauten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich, Ede Mohren straße. Schivelbeinerstr. 7. Binsstr. 17. Bau der Firma Schwarze, Rigdorf, Nogatstr. 25: Rigdorf, Emferstr. 32-34. Bau der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber. ftraße 22. Bauten der Firma Schneider, Griebenowstraße: Bellermannstr. 84. Adalbertstr. 9. Bau der Firma Muder, Schön. hausen: Bankow, Schmidstr. 6. Bau der Firma Rachfall, Kas stanien- Allee 10: Leibnizstr. 46. Bau der Firma Scharwis: Stöckel, Friedenau, Cranachstraße. Bauten d.Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr.1. Rigdorf, Schudowerstraße 5. Werkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Bau der Firma Seeger, Nieder Schönhausen, Bis mardstr. 38: Tresdowstr. 67. Ban der Firma Mitsch, Bar nimstr. 22: Christburgerstr. 41. Bau der Firma Schrammer in Rigdorf. Hedemann, Inn- u. DonaustraßenEde. Bau der Firma Krause in Rigdorf: Rudolf u. Lemple, Mariendorf, Feldstr. 65. Bau der Firma Gustrau, Rirdorf: Stier, Ober- Schöneweide, Edison. ftraße 40. Bauten der Firma Löchel, Nixdorf: Stegliz, Baschfeftr. 10/11. Bauherr Lange. Baumschulenweg, Glanzftr. 2. Bauherr Knopp. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Ruwald, Komintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaafe, Treptow, Kiefholzftr.. Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Harms: Bettenfoferstr. 28. Bau der Firma Klempan Nachfl. Waisenhaus in Berneuchen. Ban der Firma Schrammer, Rigdorf: Thiemann, Rigdorf, Schönewalber ftraße 8. C. Prüchtel, Sauterkr. 10: Treppengeländerbranche. Dahlem, Botanischer Garten. Charité Krankenhaus. Birchow- Krankenhaus, Seestraße. Backhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Steglit, Friedrichstr. 6. Müllerftr. 52. Banten derFirma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorffftraße. Krüger, Dernburgstraße. Lange, Rigdorf, Boddinstraße. Bauten der Firma Metz, Urban. strake: Tempelhof, Eylauerstraße. Steglit, Stubenrauchstraße. Bantow, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauer, Ede Bergstraße. Bauten der Firma Herrgesell u. Hübner, Wilhelmshavener straße: Charlottenburg, Werner Siemensftr. Mommsenstr. 27. Dalldorferstr. 24. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf- Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jensom, Schöneberg, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82. Löwe, Sidingenstr. 54. Beißensee, Frifideftr. 3. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rigdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Banten der Firma Osten, Nixdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a. Banten der Firma Herrmann, Staligerstraße: Ausbau in Tegel, Beitstr. 16. 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Frib, Charlottenburg, Niebuhrftr. 77. Herbft, Schöneberg, Bambergerstr. Beiser, Schöneberg, Münchenerstr. 14. Boffe, Bariserstr. 38. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Maaß, Lizenburgerstraße, Ede Pfalzburgerstraße. Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Hausherr, Steglig, Hubertusstraße, Ede Schloßstraße. Stegliz, Ahornftr. 12, Ausbau. Rutter, Zehlendorf, Scharfeftr. 4. Scheuren, Zehlendorf, Milinowski ftraße. Haase, Zehlendorf, Riemeisterstraße. Bastian u. Kabeliz, Zehlendorf, Riemeisterstraße. Postbau, Niederschönhausen, Tres. tomstraße 67. Barnimstr. 170. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Dstarstraße. Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmftr. 3/4. Höfelt u. Seifert, Karlshorst. Bolf, Nieder- Schöneweide. Schwindt, Charlottenburg, Ger. vinusstr. 3. Grothe, Mariendorf, Dorfstr.- Ede. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Groterjahn, Schönhauser- Allee 129. 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Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Samoaftr. 2, 3, 20, Bau Müller. Prinz Regentenstr. 116, Bau Laft. Bauten der Firma Marzahn, Bergmannstraße: " Lorenz Reple, Sybelstr. 47. Karl Schmidt, Helmstädterstr. 2. Brinzessinnenstr. 18. Wilhelmstr. 45/46. Gewerkschaftshaus d. Metallarbeiter, Charitéstraße 3. Fröhlich u. Ludwig, Grolmanfr., Ede Bismardstraße. Schöneberg, Eylauerstr. 22. Bauten der Firma Grieser, Steglit, Heesestraße Lamprecht, Stegliz, Schönebergerstraße 10-11. Sinnig, Pankow, Schulzeftraße. Swoboda, Steglig, Grunewaldftr. 28. Billardt, Steglig, Zimmermannstr.12 Krüger, Lichterfelde, Chauffeestraße Ede Stegligerstraße. Bauten der Firma Heinrich, Steglit, Plantagenftr. 19: Suchland, Steglit, Sübendeftraße. Klitscher u. Altring, Friedenau, Wilhelmstr. 2/3. Bauten der Firma Meinhardt, Dennewigstraße: Schönebergerstr. 27. Wilmersdorf, Hildegardtr. 25. Lange, Livländische Bauten der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser Friebrich. Ede Scharnstraße. 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