Nr. 63. Abonnements- Bedingungen: 6 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 t, monatl. 1,10 M., roochentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 6 Crichelat täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. " 1 Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. " " Freitag, den 15. März 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. Mr. 1984. d. Zentralwahlv. f. d. 19. Hannov. Wahlfr., 4. Quart. 06 200,- borsieht. Eine Erhöhung der Gehälter wird von unserer Lübed, Sozialdemokr. Verein, 4. Quart. 06 400,- London, Nachtr. Partei schon seit mehr denn sechs Jahren gefordert, weil die vom Monat Januar Kommun. Arbeitbild.- Verein 4,30. Lemtverder, bayerischen Beamten tatsächlich am schlechtesten bezahlt sind Jm Monat Februar gingen bei dem Unterzeichneten Wahlverein 18,30. Luckenwalde, Rufus 5,-. München, Waldläufer im Reiche. Bis jetzt waren die nötigen Gelder nicht vorfolgende Parteibeiträge ein: 5,-. Mannheim, sozialdemokr. Verein, 4. Quart. 06 750,-. Altona, fozialdemokr. Verein f. 5. 8. 11. 10. fchlesw.- holst. Wahl- Moers- Rees, aus dem Wahltr. 28,10. Mühlheim a. Nh., Bollsverein handen. Nun scheinen sich die Finanzen so gebessert zu haben, freis 3. Quartal 1906/07 1345,68. Madjen- Stadt, fozialdemofr. Verein f- d. Wahltr. Mülh.- Wippenfürth- Gummersbach 210,50. München, daß eine Gehaltserhöhung durchgeführt werden kann. Aufgabe 4. Quart. 06 78,90. Groß- Berlin a Konto seiner acht Wahlkreise fozialdem. Berein, 4. Quart. 06 616,62. New York, Paterson 3,30. der sozialdemokratischen Fraktion wird es sein, darauf zu achten, 10 000,-( darunter C. Schwedler, für Wahrheit und Recht 3,- Nordhausen Graffch. Hohenstein, sozialdemokr. Ver. 4. Quart. 06 daß die mittleren und kleinen Beamten und namentlich die Bau Behrenstraße 7,90, zum Wahlfonds, Zwirnburg, Zwirngraben 108,12. Nieder- Schöneweide, Einzelmitglied C. Sch. 2, Olden Bediensteten nicht zu kurz kommen. Nr. 2 2,71, Unterhaltungsabend Süden 88,-, von der Auktion zweier burg( Großherzt.), fozialdemokr. Ber. f. d. 1. oldenb. Wahltr. 95,60. Die wichtigsten Gebiete für die Sozialdemokratie sind Harzertäje am Geburtstag von Kirste, darunter ein Eispächter 6,75, Osnabrück, Beitrag der Parteiorganisation 110,-. Oberlangen- aber der Arbeiterschutz und die Arbeiter fürsorge. Freundschaftsklub„ Klette" 5,-, zwei Extrabeiträge von Herzberg bielauer Agitationsbezirk 4. Quart. 06 273,53( darunter aus Wahl- Der Vollzug der Sozialgesete läßt in Bayern viel zu wünschen 6, Kollegen u. Kolleginnen der Säle 26-27 d. A. E.-G. durch K. W. freis Reichenbach- Neurode: Langenbielau 74,-, Neurode 10,78, Auf dem Gebiete der Krankenversicherung ist die 16,65, Kranzüberschuß v. 546. Bez. 2,25, von einem Dmnibusfchaffner 1,50, Beilau 8,-, Peterswaldau 29,70, Reichenbach 26,50; Wahlkreis übrig. A. B. 38 3,-, Statklub„ Oller ehrlicher Seemann" 10,-, Bier Waldenburg 104,40; Wahlkreis Schönau- Hirschberg 20,15). Regens- schlechteste Art, die Gemeindeversicherung vorherrschend. Geprozente der Maurer vom Bau Parijer Play 6,-, Bierprozente der burg, fozialdemofr. Verein 4. Quart. 06 18,90. Reit- Dresden, Tischler meindeverwaltungen, deren sozialpolitische Einsichtslosigkeit Maurer Bau Aschinger 24,-, von" Baß- Start" 5,-, Stellermann 0,60. Winsche 2,40. Schweinfurt, sozialdemokr. Ver. 4. Quart. 06 39,27. allgemein bekannt ist, halten diese Versicherungsart selbst gegen Sparverein Sicher angelegt" 10,-, Rauchflub Granium" 6,- Schönlante, Beitrag des Wahlvereins 8,64. Staßfurt, Ueberschuß den Willen der Versicherungspflichtigen aufrecht. Die Be Möbelfabrik Klug 29.20, Franz M. 1 ,,. f. 0,60, 2. 0,60, at der Wahlabrechnung v. Wahlkreis Calbe- Aschersleben 420,42. Des aufsichtigung der Berufsgenossenschaften ist in Bayern eine 18, Guter Tipp" 1,80, Stranzüberschuß Saal I Aderstraße 6,85, gleichen Parteibeitrag für 4. Duartal 06 140,40. Schleswig, mangelhafte. Von den Sozialdemokraten sind die ArbeitsF. M. Sattler 3,-, Sechsertaffe Eisengießerei Schwitlinsli 5. Bentralver. d. 3. schlesw.- holst. Wahltr., 4. Duartal 06 55,23. verhältnisse in den Staatsbetrieben zu beachten, in denen über D. B. 1, Geburtstagsfeier bei Freher( früher Keller, Stoppen- Stuttgart, 1. württemb. Wahlfr. Streiswahlver. 3. u. 4. Quart. 06 berhältnisse in den Staatsbetrieben zu beachten, in denen über 1,-, straße) 10,-, Sparverein Blühauf" 5,-, Beiträge erftes und 817,48. Solingen, Wahlüberschuß 2000,-. Wiesbaden, fozial: 100 000 Personen beschäftigt sind. So lange unsere Vertreter 3tveites Quartal von Th. 6,-, von Rigdorf 3,-, Maskenball demokratischer Verein f. d. 2. nassauischen Wahlkreis 125,- bent bayerischen Landtage angehören, haben sie ihre volle Aufder Maurer S. D. 4,32, zur Stichwahl 3,-, Liste 15 096 Schulbau Würzburg, sozialdemokr. Berein f. d. Wahlfr. Würzburg- Heidingsfeld merksamkeit den Arbeitsbedingungen in den Staaatsbetrieben zuLittauerstraße 14,70, Möbelfabrit Belder u. Plathen 2941, 42, 43, 4. Quartal 06 52,02. gewendet. Wenn heute die Verhältnisse nicht mehr so beklagenswert 44, 4634,40, Berliner Lokal- Anzeiger, Falzerei 2329 und 2949= In der Quittung in Nr. 14 des Vorwärts" vom 17. Januar find, wie vor 10 und 12 Jahren, so ist dies mur dem energischen 20,05, Firma Nötling 281741,70. Monteure und Hülfsarbeiter d. J. muß es unter den Berliner diversen Beiträgen nicht heißen: Eintreten der Sozialdemokratie zu danken. Viel zu wenig ist der B. V. E. W. Steglig 2730= 13,00, tontobuchfabrit Bumpe die roten Brüder b. Jmlaff, Reuterstr. 96 68,- fondern 8. In noch durchgeführt, aber wenigstens ist ein ernster Anfang ge1894= 17,95, Möbelfabrik Lennig u. Jaşti 1915= 13,10, Grön ber Cuittung in Nr. 40 des„ Vorwärts" vom 16. Februar d. I. macht zur Besserung der sozialen Lage der Arbeiter. J. Roßstraße, Ede Schornsteinfegergaffe 2568 11,50, Balzerei 700,- aufgeführt. Diefer Betrag wurde gegeben vom Zentral- liche Frage der Handwerksbetriebe. Es wird der Sozial 16,55, von den Maurern und Arbeitern vom Bau sind unter Hamburg vom Konsum-, Bau-, Sparverein„ Produktion" In engem Zusammenhange damit steht die gewerbAbteilung unstein u. Co. 17,10, desgleichen 15 200 31,90, Möbel verband der Stuffateure und Gipser. fabrik Straßburg 26308,90, Maschinisten und Heizer, StiftungsBerlin, den 13. März 1907. demokratie vorgeworfen, sie habe nichts getan zur Hebung des feft, 3114 3,40, 3142 12,80, Maschinenfabrik Becker 2165 Handwerkerstandes. Diefer Vorwurf beruht entweder auf 30,10, Auto", Ober- Schöneweide 2881 23,-, Abteilung Falzer Unkenntnis der Verhältnisse oder auf böswilliger Verleumdung. Berliner Lokal- Anzeiger 3138 13,55, 39 7,05, Druderei Die sozialdemokratischen Abgeordneten des bayerischen LandAshelm 9,10, Deimler, Marienfelde 1546 8,50, Becer tages haben den ersten Entwurf zur Regelung des Subu. Hofbauer 1547 16,05, Arbeiter der Firma Dewitt missionswesens eingebracht. Mit einem anderen des Zentrums u. Herz, Georgenkirchstraße 24, 1548= 18,60. Liften aur wurde er vom Ausschuß beraten, von der Abgeordnetenkammer Reichstagswahl: Bechstein, Grünauerstraße, Nr. 3501-10-79,65, Nr. 3512-22 79,55; Tischlerei von Bünger, Görliger Ufer, bestätigt, aber von der Reichsratskammer, dem Schleifsteine der Nr. 3723 7,65; Goliasch u. Co., Nr. 42079,70; Lüben u. Buse, Gesetzgebungsmaschinerie, abgelehnt. Immerhin wurde ein Teil Köpenickerstr., Saal 15, Nr. 423310,85, Saal 20, Nr. 4252-18,30; der Beschlüsse von der Regierung bei Vergebung der Arbeiten Heilstätte Buch, Nr. 429420,05; Bauarbeiter Jakobftr. 56/57 durch größten deutschen Bundesstaates das direkte Wahlrecht ein- zur Ausführung gebracht. Die Sozialdemokraten haben auch Marquardt, Nr. 4364= 5,40; Wöbelfabrik Phönig 26,50. 5,40; Möbelfabrik Phönig 26,50. Bau geführt worden, war die Hauptarbeit der jetzigen Session des die Verhältnisse zur Sprache gebracht, durch welche den HandCharlottenburger Ufer 3 9,50, desgleichen von den Töpfern 4,80, Bayerischen Landtages erledigt. Die Nachfession, zu der die werkern so schwere Konkurrenz in der Gefängnisarbeit ergesammelt von den Maurern Bau Wittenbergplatz 3,20, Mitgl. Abgeordneten noch einberufen wurden, um ein wichtiges Gesetz wächst. Was auf diesem Gebiete verbessert werde, kann die 5. U. Dr. 4,20, gesammelt von Mildner in Schweden 3,50, gef. auf dem Maskenball bei Hoffmann 7,20, gef. von den Roll. bei zu Ende zu bringen, damit die darauf bereits verwendete Arbeit Sozialdemokratie als ihr Verdienst in Anspruch nehmen. Wir Guggenbichler Nachf. Botte 3,50, gef. Klosterstr. 41 1,-, Guten- nicht umsonst aufgewendet worden sei, soll am 26. März ab- find eingetreten für Errichtung von Handwerkerschulen, wir berg 38,60.) Berlin, diverse Beiträge: Allgemeiner deutsch. Gärtner- geschlossen werden. Jedenfalls in der zweiten Hälfte des haben Rohstoffgenossenschaften höhere staatliche Zuschüsse erberein, Ortsverwaltung Groß- Berlin 10,- lleberschuß des gemein- Monats Mai dürften dann die Neuwahlen nach dem wirft. wald 2417 " Für den Parteivorstand: A. Gerisch. Lindenstr. 69. Die bevorstehende Landtagswahl in Bayern. Nachdem für die Wahl zum Landesparlament des zweit famen Bergnügens d. Berb. b. Portefeuiller, Sattler u. Vergolder direkten Wahlsystem vollzogen werden. Die Parteifonstellation Von Wichtigkeit ist ferner vor allem die Forderung auf am 24. 11. 06 in der Neuen Welt" 49,75. Unbekannt in 6" 5,- wird diesmal cine andere sein wie bei der letzten eine Aenderung des Vereins- und VersammlungsMachetes 5,-. Von der Zehnpfenniglaffe d. A. E.-G., Aderstraße, Wahl. Sozialdemokratie und Zentrum haben beschlossen, rechte s. Die Gesetzeswächter haben jetzt die merkwürdigsten Saal 18 5,- Prozentsaz der freiwilligen Beiträge der Genossinnen selbständig in die Wahl einzutreten, während Liberale und Ansichten darüber, was Recht und Unrecht ist. des 6. Wahlkreises 50,- Von den Verwaltungsbeamten d. Metall- Bündler schon ein Kompromis abgeschlossen haben. Weiter kommt eine Aenderung der Gemeinde. arbeiter- Stranten- u. Sterbelasse( E. H. 29 Hamburg( Filialen Berlins D Der nächste Landtag wird einer der wichtigsten sein. ordnung in Betracht. Mit dieser geht es ähnlich wie mit u. Umg. 75,-. Aus der Groschenkasse d. Koll. d. Fa. Schwarzkopff. Eine ganze Reihe von Aenderungen gesetzgeberischer Art, die der Aenderung des Landtagswahlgefeyes. Seitdem SozialReinidendorferstr. 15,-. Zum Wahlfonds ges. b. b. Rohrlegern u. Helfern( Mitgl. d. Allgem. deutsch. Metallarb.- Werb.) d. Fa. A. Stußner, für das Bolt von Interesse sind, stehen dem neuen Landtag demokraten im bayerischen Landtage sind, haben sie energisch Wilmersdorf, Uhlandstr. 157 7,- Personal der Buchdruderei„ Bor- bebor. Eine der ersten Aufgaben ist die Reform der die Aenderung der Gemeindeordnung betrieben. Ihre Anträge wärts", Abt. Buchbinderei, 2 Raten 21,-. Rauchflub Pfeifendedel" diretten Steuern, die zum Teil schon im Jahre 1899 und Anregungen beachtete man anfangs überhaupt nicht. Vor zum Wahlfonds 5,-. Gesammelt i. d. Fa. C. P., Goerz, Friedenau, durchgeführt wurde. Nunmehr wird es sich darum handeln, zwei Jahren war es endlich möglich, einen sozialdemokratischen Abteil. Elektro- Montage 15,80. Ueberschuß v. Kranzsp. A. E.-G., die durchaus veralteten Haus- und Grundsteuern, die von Antrag vor den Ausschuß zu bringen, und dieser beschloß, die Brunnenstraße, Meister Arlt 3,40. Gesammelt von den Richt- geringem Ertrag sind und doch eine ungerechte Belastung dar von uns verlangte Aenderung der Regierung zur Kenntnis wahlberechtigten der Firma Bergmann, Abt. J., Werkzeugbau 32, stellen, durch eine progressive Einkommensteuer zu ersetzen. dienen zu lassen. Jetzt scheint das Zentrum die Sozialdemo Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-. Bierprozente vom Baustellen, Boswan u. Knauer, Königgrägerstraße, 2 Naten 10,-. M. N., Ebenso drängt die Reform des Kommunalsteuervesens. Städte, tratie unterstügen zu wollen. Es hat einen Antrag einWilhelmstraße 1,50. Dr. 2. A. 100,-. Lese- und Diskutiertlub bie in rascher Entwickelung begriffen find, haben unter den jetzigen gebracht, der zwar nicht an das heranreicht, was wir wollen, Wilh. Liebknecht, Bezir! 181e 10,70. Jule II, Ritterstraße 11,- Steuerverhältnissen zu leiden. Werden 1910 die reichsgesetzlichen der aber doch einer weiteren Reform den Weg ebnen würde. Handtuch- Verleih- Institut P. Pötsch, Glogauerstr. 3 5,50. Uebersch. Bestimmungen in Kraft gesetzt, nach denen die Gemeinden Der neue Landtag wird auch zu der Frage Stellung d. Gehülfenfeier S. 90, M. u. G. 7,45. P. S. 50,- A. B. 50,-feinen Aufschlag auf Nahrungsmittel mehr erheben dürfen, so nehmen müssen, ob nicht eine Aenderung im Eisenbahn Sinabe 6,-.. 12,. 1,-. Jm Monat Februar in der fommen viele große Gemeinden in eine fatale Lage, die nur wefen eintreten soll. Eine Zentralisierung der deutschen Erpedition des Vorwärts" für den Wahlfonds eingegangen 1861,85. behoben werden kann, wenn den Gemeinden durch eine Reform Eisenbahnen nach der einen oder anderen Richtung könnte zur Butzbach i. S., E. t. 10, Bern 50,- Bielefeld, sozialdemokr. bes Staatssteuerwesens neue Einnahmen zugewiesen werden. Hebung der finanziellen Lage beitragen. Eine ReichseisenbahnBerein f. d. Wahltr. Bielef.- Wiedenbrüd 4. Duart. 06 364,16. Buenos- Aires, Aleman, zum Wahlfonds 1000,-. Crefeld, fozial Andere Maßnahmen, welche die Kammer beschäftigen gemeinschaft wird ja zunächst noch an dem unvernünftigen demokratischer Bollsverein 4. Quart. 06 136,80. Celle, 14. hannov. werden, sind nicht weniger wichtig, so vor allem das Bartitularismus scheitern, der sich nicht nur in Bayern, Sahltreis 4. Quart. 06 190,90. Colmar i. E., Beitrag b. Wahl- Straßengefet. Es ist ein Gesek, das die Herstellungs- sondern weit mehr noch in anderen Staaten bemerkbar macht. Treis für das 2. Halbjahr 06 24,96. Cannstadt, 2. württemb. und Unterhaltungspflicht ordnet für die Staats, Distrikts. Bei einer Betriebsmittelgemeinschaft würde Bayern schon Wahlfr. 4. Quart. 317,20. Chemniz. 16. fächsischer und Gemeindestraßen von Gemeinden unter 2000 Einwohnern. Millionen jährlich ersparen. Aus der Tatsache, daß bei einer Reichstagswahlkreis 4000,-. Chemniz, Brutus 1,50. Düren Nach unseren Grundsägen sollte das ganze Straßenwesen vom Wagengemeinschaft Bayern jährlich 1400 000 202. gewinnen Jülich, Beitrag v. Bolksverein 12,-. Dresden, General Bum Staate übernommen werden, diesem Grundfaße kommt das würde, läßt sich ermessen, wie große Vorteile eine Betriebsbum 2,55. Düsseldorf, Wahlkreisorganisation 2. Quart. 1906/07 Gesetz nur wenig nach. Es wird die Aufgabe der Sozial- mittelgemeinschaft brächte. Dresden- Land, 6. sächsischer Reichstagswahlkreis 1000, Delmenhorst, sozialdemokr. Verein f. d. 3. oldenburg. Wahlfr. 49,- demokraten im neuen Landtage sein, das ganze Straßen- Für das nächste Dezennium kommen große wasser. Duisburg, fozialdemokr. Verein f. d. Wahlkreis Duisburg- Mülheim, wefen dem Staate zu übertragen. wirtschaftliche Projette in Frage, vor allem die 4. Quartal 06 528,- Gifen a. Ruhr, sozialdemokratischer Verein, Der Kammer wird auch eine Kirchengemeinde- Mainkanalisation zwischen Hanau und Aschaffenburg. Durch 4. Quart. 06 378,-. Erlangen, Jahresbeitrag b. St. E. 4, Frant- ordnung zugehen, ein Gesetzentwurf, der jetzt schon viel diese würde der Bezug von Rohmaterialien und Kohlen sehr furt a. M., A. M. 500. Friedrichshagen, Gewerkschaftskartell 50,- Staub aufgewirbelt hat. obwohl er die Kammer noch nicht erleichtert werden. Von größerer Bedeutung sind noch die Faltenberg( Oberschl.) 3,- Friedenau, C. A. 5, Gera( Reuß), beschäftigt hat, sondern erst den Bischöfen zur Begutachtung Projekte, die vorhandenen Wasserkräfte durch Erzeugung von fozialdem. Verein Reuß j. 2., 1. Duart. 07 200. Grünberg- Freystadt, vorlag. An dem Zusammenstoß der fonfessionellen Gegensäte Elektrizität dienstbar zu machen. Es würden dadurch 160 000 fozialdem. Wahlver., 4. Quart. 06 19,70. Gelsenkirchen, 2. 3.5, Greiz, wird die Sozialdemokratie nicht interessiert sein. Die ton bis 200 000 Pferdekräfte elektrischer Energie gewonnen werden. Midahl. nicht gebr. Wahlzusch. 1000,-. Göttingen- Münden, Kreiswahlv. 1. Juli- 31. Dez. 06 79,45. Hannover, sozialdemokr. Verein f. b. fessionellen Gemeinden gehen immer mehr dazu über, Kirchen- Diese Projekte basieren auf der Grundlage, daß sich der Staat 8. hannov. 23ahltr. 1085,- Hagen, fozialdemokr. Ver. des Wahltr. umlagen zu erheben, in manchen Distrikten haben diese schon zunächst so viel elektrische Energie sichert, um die Eisenbahnen 4. Quart. 06 174,24. Salle a. S., Parteiorganisation Halle und eine Höhe von 40 Prozent der Staatssteuern erreicht. Ueber elektrisch betreiben zu können. Ein Versuch damit soll Saalfr., 4. Duart. 06 300,-. Heidelberg, 12. bad. Wahlkr., die Verwendung dieser Umlagen entscheidet der Kirchen- fo bald gemacht werden, als das deutsche Kriegsministerium, 4. Quart. 06 41,80. Hamburg, im Monat Februar in der Expedition vorstand, um dessen Zusammensetzung sich die große Masse das Bedenken gegen den elektrischen Betrieb äußerte, seine d." Hamb. Echo" eingegangen 81,55. Höchst, 1. nassauischer Wahltr., nicht gebrauchter Wahl zufch. 1600,- Köln a. Mh., N. 9. des Volkes nicht fümmert. Die Sozialdemokratie muß ver- Zustimmung gibt. Ferner besteht die Absicht, den DonauWahltr., nicht gebrauchter Wahlzufch. 1600, Köln a. Rh., N. N. langen, daß die Kosten der einzelnen Kirchengemeinden nur Main- Kanal für größere Schiffe tragbar zu machen. Für die 20,- Kulmbach, fozialdemokr. Berein 27,36. Konstanz, sozialangen, demokr. Verein des 1. bad. Reichstagswahltr., 4. Quart. 06 bon denen getragen werden, die ihnen angehören. Entwickelung der Industrie sind alle diese Fragen von großer 265,20. 06 40,80. Ludwigshafen a. Mh., Gau Pfalz, 1. Wahltr. 376,53, Ferner wird dem neuen Landtage ein Beamtengesetz Bedeutung. desgl. 2. Wahllr. 75,51, desgl. 8. Wahltr. 16,35, desgl. 4. Wahltr. zugehen, das nicht nur die rechtliche Stellung der Beamten Es wird von dem Eifer und der Opferwilligkeit der Partei95,79, desgl. 5. Wahltr. 4,44, desgl. 6. Wahltr. 61,38. Lehe, Beitr. regelt, sondern auch eine Aenderung des Gehaltsregulativs laenossen abhängen, wie stark die Sozialdemokratie im neuen ndtag vertreten sein wird. Da zum ersten Male das direkte Wahlrecht in Anwendung kommt und sich dieses vom Reichs- agswahlrecht dadurch unterscheidet, daß nur wählen kann, wer ein Jahr Steuern bezahlt hat und bayerischer Staats- angehöriger ist, da ferner die relative Mehrheit im Wahlgesetz vorgesehen ist, lassen sich Voraussagungen über den Ausfall der Wahl gar nicht machen. Daß sich die Genossen keinen Illusionen hingeben, ergibt sich aus dem Beschluß einer Landes- konferenz, bei der Ausstellung der Kandidaten die sorgfältigste Auswahl zu treffen und darauf bedacht zu sein, daß die Fraktion Kräfte erhält, die etwas zu leisten vermögen. poUtifcbc Geberlicbt. Berlin, den 14. März 1907, Beamtenfang. Die erste und zweite Beratung des Gesetzentwurfs, be- treffend den Hinterbliebenen-Versicherungsfoiids und den Reichsinvalidenfonds, der hauptsächlich eine gemeinsame Ver- waltung der beiden Fonds bezweckt, wurde ohne bemerkens- werte Debatte vollzogen. Dann begann der sozialpolitische Wettlauf um die Wählergunst der Privatbeamten. Herr v. H e y l, der groß- industrielle Lederkönig, spielte sich bei der Begründung seiner Interpellation, betreffend die Versicherung der Privatbeamten, als Förderer der Interessen der Privatbeamten auf, mußte sich aber vom Genossen Heine darauf aufmerksam machen lassen, daß die Beamten für seinen industriellen Machtbereich durch den bei Herrn v. Hey! üblichen Vertrag sehr beengt seien. Graf Posadowsky erklärte, dem Reichstage werde eine Denkschrift, deren Tenor er präzisierte, zugehen. Aufs neue wandte er sich gegen die Scharfmacher, die von einem Automobiltempo in der Sozialgesetzgebung geredet hatten, um in puncto Sozialpolitik bremsen zu können. Der Staats- sekretär erkannte an, daß Privatbeamte, die lange Jahre ausgenutzt und dann aufs Pflaster gesetzt werden, keinen Rück- halt für ihre Existenz haben und zum Teil sogar der öffent- lichen Wohltätigkeit anheimfallen. Vorsichtige Behandlung erfordere— so setzte er auseinander— die Gestaltung der Versicherungsbeiträge, die nach seiner Ansicht zirka 19 Proz. des Jahreseinkommens— bei einer dennoch bescheidenen Unterstützungssumme— betragen würden. Alle Redner traten für die Schaffung einer Versiche- rungsanstalt für die Privatbeamten ein, und wieder stritten die Vertreter der einzelnen Parteien um die Priorität der Anregung dieser Frage. Genosse H� i n e ironisierte die Jagd um die Gunst dieser Wählergruppe und er beklagte die materielle Stellung der Privatbeamten, die in vielen Fällen die geistigen und tech- uischen Leiter großer Unternehmungen seien, deren Besitzer nur den Profit einstecken, ohne dabei arbeitstätig zu sein. Als Beispiel führte Heine einen Vertrag mit strenger Konkurrenz- klausel von der Firma— Hey! an! Zwischen Zentrum und Nationalliberalen gab es dann ein Geplänkel, weil der Zentrumsredner S i t t a r t die Doppclnatur nationalliberaler Blätter, von denen ein Teil die Sozialpolitik fördern will, während der andere b r e m st, gekennzeichnet hatte, wogegen die nationalliberalen Redner vergebliche Abschüttelungsversuche unternahmen. Zum Schluß kam es noch zu einem Rencontre zwischen dem Abgeordneten v. H e y l und unseren Genossen Heine und Bebel, v. Heyl bezweifelte, daß ein Vertrag, wie ihn Heine stigmatisiert hatte, bei seiner Firma bestehe. Heine aber wartete dem Herrn auf mit der Verlesung der an- rllchigen Vertragsklausel? Das Fechterkunststückche» Heyls, sich über den Vertrag ununterrichtet zu stellen und die Ver- antwortung seinem Justitiar zuzuschieben, parierte Heine mit dem Hinweis darauf, daß dann Herr v. Heyl ja einer von jenen Unternehmern sei, die mit der Leitung ihres eigenen Unternehmens wenig oder gar nichts zu tun hätten! v. H e y l suchte nun einen Gegensatz in der sozialpolitischen Taktik Heines und Bebels zu konstruieren, fiel aber damit völlig ab; denn Heine sowohl wie Bebel konstatierten das Gegenteil. Be- sonders scharf, knapp und deutlich erklärte der letztere die Stellung der sozialdemokratischen Fraktion zur Sozialreform, wie er auch die Haltung der bürgerlichen Parteien zu be- stimmten Gesetzen einleuchtend darstellte. Freitag: Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion über Eingriffe der Behörden bei Wahlen. Der polnische Schulstreik vor dem Abgeordnetenhause. Für die Polenfresser und die Erbpächter der nationalen Gc- sinmtng war die am Donnerstag eröffnete Generaldebatte zum Kultusetat die willkommene Gelegenheit, ihrem gepreßten Herzen Luft zu machen imd ihrem Haß gegen die großpolnische Bewegung beredten Ausdruck zu verleihen. Man hatte sich dahin verständigt, den polnischen Schulstreik vorweg zu behandeln und gestattete groß- mütigerweise zunächst den Polen als Anklägern das Wort. Diese schickten den Abg. S t y ch e I vor, der in längerer Rede Kritik an den Maßnahmen der Regierung übte und die Polen, die einen Per- zweiflungskampf führen und einen Akt der Notwehr gegenüber den Gewaltakten der Regierung begehen, wider die Angriffe ihrer Gegner in Schutz nahm. Seine Rede bildete eine gewaltige Anklage gegen das in Preußen herrschende System, das in einem Studt seine „würdigste" Vertretung gefunden hat. Die Erwiderung dieses „Ministers des Geistes" war vorher sorgfältig ausgearbeitet. Wie immer las er seine Rede vom Anfang bis zu Ende ab— eine Ver- günstigung, die nach der Geschäftsordnung nur den Mitgliedern des Hauses zusteht, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Ein Minister— noch dazu der Kultusminister— versteht natürlich deutsch; wenn Herr Studt trotzdem dauernd jene Vergünstigung für sich in Anspruch nimmt, so wirft das auf seine geistigen Fähig- leiten ein eigenartiges Licht. Inhaltlich bestand seine Rede aus einer Reihe von nationalen Phrasen und bunt durcheinander gewiirfelten Aufzählungen von Einzelfällen, durch die er Stimmung für sich zu machen suchte. Er hätte das aber gar nicht nötig gehabt, da von vornherein die große Mehrheit des Hauses in dieser Frage fest auf feiten der Regierung steht. Die Führer der beiden konservativen Parteien und der Nationalliberalen, die Herren v. Hey debrand. Frhr. v. Zedlitz und Dr. Fried- b e r g suchten den Minister in Kraftausdrücken gegen die Polen und in berauschenden nationalen Phrasen noch zu übertrumpfe» und sie ernteten damit natürlich den lebhaftesten Beifall. Die MehrheitSparteien sind blind für die schtvere Schädigung, hie der preußische Staat sich durch seine Polenpolitik zufügt i sie sehen nicht, daß alle diese Maßnahmen nur die groß- polnische Bewegung stärken, und sie drängen die Regierung dazu, Ruf dem bisherigen Wege fortzufahren und auf Kosten der Gesamt- fcsit immer größere Mittel für die Bekämpfung der großpolnischen Bewegimg zur Verfügung zu stellen. Wenn auch die Debatte noch nicht beendet ist—- sie wird am Freitag fortgesetzt— so läßt sich doch das eine schon mit Bestimmtheit voraussagen, daß sie sich zu einem glänzenden Ver- trauensvotum für die Gewaltpolitik der preußischen Regierung ge- stalten wird.—_ Die Herrenhäusler als grostpolnische Agitatoren. Das preußische Herrenhaus hat am Donnerstag einen Beschluß gefaßt, der sowohl in staatsrechtlicher wie auch in politischer Be- ziehung von höchster Bedeutung ist: es hat entgegen der bisher von allen Parlamenten geübten Praxis einen Antrag auf Einstellung eines gegen ein Mitglied des Hauses schwebenden Strafverfahrens abgelehnt. Allerdings handelt es sich um einen Polen und die Polen leben heute in Preußen ja— wie die Sozialdemokraten— wenn auch nicht rechtlich, so doch in Wirklichkeit unter Ausnahmegesetzen. Gegen den ehemals bei Hofe so beliebten Rittergutsbesitzer von Koscielski, der im Herrcnhause den alten und befestigten Grundbesitz des Netze-Distrikts vertritt, hatte der Staats- anwalt ein Strafverfahren wegen angeblicher Uebertretung des Vereinsgesetzes eingeleitet: Herr v. Koscielski hatte den Sokol-Ver- einen zu ihrem Turnfest seinen Park zur Verfügung gestellt, nach- dem ihnen die Polizeibehörde, welche die polnischen Turnvereine als politisch betrachtet, die Abhaltung des Festes verboten hatte. Für den preußischen Staat bedeutet das Vorgehen des polnischen Rittergutsbesitzers natürlich eine„große Gefahr" und das Herren- haus fühlte sich verpflichtet, dem Staatsarüvalt in seinem staats- retterischen Bestreben beizuspringen! Die, allerdings nicht große, Mehrheit stellte sich auf den Standpunkt, daß es nicht zur Regel werden dürfe, Strafverfahren gegen Mitglieder einstellen zu lassen; denn sonst werde ja— so drückte sich ein Herr von Buch aus— der oberste Grundsatz der Verfassung verletzt, wonach alle Preußen vor dem Gesetz gleich sind.— Daß das Vorhandensein des Herrenhauses s e l b st der beste Beweis dafür ist, wie dieser Grundsatz stets nur auf dem Papier gestanden hat, scheint Herr v. Buch ganz zu über- sehen. Eine Minderheit, zu der u. a. der Universitätsprofessor Dernburg und der frühere Justizministcr Schönstedt gehören, war für den Antrag auf Einstellung des Verfahrens, sie drang aber nicht durch, da der Mehrheit offenbar in ihrem blinden Haß gegen die Polen selbst die törichtesten Mittel am Platze er- scheinen. Herr v. Koscielski kann mit dem Ausgang der Sache zu- frieden sein. Er wird zu ein paar Mark Geldstrafe verurteilt, und die großpolnische Bewegung hat Tausende von neuen Anhängern gewonnen. Vielleicht werden die Nationalpolen dem Hcrrenhause aus Dankbarkeit einen Fackelzug bringen.— Offiziöse Geschichtsfälschung. In unserer Dienstagnummer beschäfttgten wir uns mit einem historischen Irrtum Biilows. Bülow hatte dem Zentrum vorgeworfen, daß es im Wahlkampf mit einer Partei zusammen- gegangen sei, die für die P a r i s e r K o m m u n e eingetreten sei, für die Pariser Kommune, die den Erzbischof Darboy füsiliert habe. Diese ganze Auslassung atmete sittliche Entrüstung gegen die Sozialdemokratte und die von ihr verteidigte Pariser Kommune. In unserem Artikel wiesen wir das unangebrachte moralische Pathos des Reichskanzlers zurück. Wir wiesen nach: erstens, daß an der Erschießung des Erzbischofs Darboy die Bersailler Regierung und die päpstliche Nunziatur in erster Linie die Schuld trage. Zweitens, daß die Erschießung Darboys und der anderen Geiseln nur eine schwäch- liche Vergeltung darstelle für die vorher verübten Bestialitäten der französischen Regierungsmordbuben! Gegen diesen unseren Artikel bringt die„Nordd. Allgem. Ztg.", offenbar im Auftrage Bülows, in ihrer heuttgen Abenduummec einen langen Gegenartikel, in dem sie unsere Darstellung zu ent- kräften versucht. Daß Erzbischof Darboy und die übrigen Geistlichen sich am 24. Mai 1871 nur durch die Schuld der Regierung und der päpst- lichen Nunziatur überhaupt nockj als Geiseln in den Händen der Kommune befanden, haben unsere Darlegungen auf Grund des Berichts des amerikanischen Gesandten W a s h b u r n e so unwider- leglich dargetan, daß das offiziöse Organ auf jeden Versuch verzichtet, an diesem historischen Faktum zu rütteln. Wäre Blanqui von der Versailler Regierung gegen Darboy und seine Gefährten aus- gewechselt worden, wie das die Kommune monatelang vorschlug, so hätte seine Füsilade überhaupt nicht erfolgen können. Aber auch an der zweiten Tatsache, daß die Füsilierung der sechs Geiseln nur einen Sühne- und Racheakt für die Bestialitäten der Versailler darstellt, vermag die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" nicht zu rütteln. Sie sucht sich dadurch aus der Affäre zu ziehen, daß sie den Nachweis unternimmt, daß die sechs Geiseln nicht das Opfer eines spontanen Racheaktes geworden seien, sondern daß ihre Erschießung auf Anordnung des Kriegsmini st ers der Kommune erfolgt sei. Selbst wenn dieses Faktum richtig wäre, würden die von uns hervorgehobenen Tat- fachen damit noch keineswegs aus der Welt geschafft sein, kommt es doch darauf an, welche Seite mit den Füsiladen zuerst begann. Ist es richtig, daß die Versailler Truppen unter Führung von der Vinoy, Gallifet usw. zuerst Ge- fangene erschossen, so fällt, wie wir am 12. März schrieben, die Schuld für das vergossene Blut auf das Haupt der Rcgierungs- mordbnben, die erst den Rachedurst der zur Verzweiflung Getriebenen entflammten I Es ist nun eine historische Tatsache, daß die Bersailler Truppen zuerst mit der Erschießung Gefangener begannen. Es nützt dem offiziösen Blatt auch nichts, sich darauf zu berufen, daß bereits am 18. März die Generale Thomas und L e c o m t e bei dem Versuch, den Pariser Nationakgarden die Kanonen wegzunehmen, er- schössen wurden. Denn dieser Akt der V o l k s j u st i z wurde erst provoziert durch die Eröffnung des Bürgerkrieges, den die beiden Generale begonnen hatten. Erst nachdem von den Regierungs- truppen wiederholt auf die Masse Feuer gegeben worden und Bürger blnt geflossen war, vollzog sich das Volksgericht an den beiden Generalen I Wie in diesem Falle von den Versailler RcgierungStruppen das Signal zum Blutvergießen gegeben worden war, so auch später! Am 3. April wurden mehrere gefangene Offiziere der Kommune erschossen. Erst daraufhin erfolgte am S. April von der Kommune der Befehl, Geiseln einzuziehen, und die Proklamatton, die Mordtaten der Versailler durch Füsilierung der inhaftierten Geiseln beantworten zu wollen. Trog des furchtbarsten Bürger- krieges jedoch wurde diese Proklamation nicht ausgeführt; Die schauderhaften Metzeleien der Regierungstruppen am 23. und 24. Mai erst riefen den Bergeltungsakt an Darboy und seinen Gefährten hervor. Bereits am 23. Mai wurden 42 Männer, 3 Frauen und 4Kinder von den Regierungstruppen füsiliert. Diesen ersten Schlächtereien folgten zahlreiche andere, sowohl am 23. als auch im Laufe des 24. Mai. Trotzdem setzte die Kommune noch am 24. Mai 450 Gefangene, die als Geiseln festgehalten worden waren, in Freiheit. Ms sich dann freilich die Bestialitäten im Laufe des 24. Mai häuften, übten die Kommunards am Abend des 24. Mai dadurch Vergeltung, daß eine Reihe von Geiseln, darunter auch der Erzbischof Darboh erschossen wurden. Die„Nordd. Allgem. Ztg." behauptet nun, daß die Verant- wortung für diese Erschießung der Geiseln die Leitung der Kommune, speziell dem Kriegsminister Delescluze(das offiziöse Organ nennt ihn Celesclure) treffe, während wir be- hauptet hätten, daß zu dieser Zeit bereits der Rat der Kommune und die Zenttalverwaltung auseinandergesprengt ge- Wesen seien. In der Tat erfolgte die Auflösung des Rats der Kommune bereits am 21. Mai. Aber selbst an- genommen, wenn auch nicht zugestanden, daß Delescluze den Befehl zur Erschießung der Geiseln gegeben habe, so würden wir keinen Augenblick Anstand nehmen, diese Handlung für durchaus gerecht fertigt zu erklären. Bedeutet doch die Erschießung der Geiseln nur eine schwächliche Wiedcrvcrgcltung für die schauerlichen Bestialitäten» die vorher von den Regicrungstruppen an den Kommunards verübt worden waren. Aber der Beweis für die Verantwortlichkeit der leitenden Männer der Kommune läßt sich nicht erbringen! Die„Nordd. Allgem. Ztg." sucht den Beweis dadurch zu führen, daß selbst L i s s a g a r a y. das ehemalige Mitglied der Kommune. in seinem bekannten Werke mitteile, daß dem Kriegsminister der Kommune durch zwei Offiziere die Meldung von dieser Hinrichtung erstattet worden sei. Die Erstattung dieser Meldung beweist aber noch keineswegs, daß Delescluze auch den Auftrag dazu gegeben hat! Die betreffende Stelle in dem Werk Lissagarays lautet nämlich wörtlich: „Um 11 Uhr traten zwei Offiziere des letzten Kriegsministers der Kommune in DelescluzeS Zimmer und meldeten die Hin- richtung der Geiseln. Er hört, ohne mit dem Schreiben anzu- halten, den Bericht an. der mit unsicherer Stimme vor- gebracht wird, und fragt nur:„Wie starben sie?" Nachdem die Offiziere die Frage beantwortet und sich dann entfernt hatten, wandte sich Delescluze zu dem Freunde, der mit ihm arbeitete, und sagte, indem er sein Gesicht in die Hände barg: „Ach, welch ein Krieg, welch ein Krieg!"" Wenn Delescluze selbst den Befehl zu der Erschießung der Geiseln gegeben haben sollte, so ist zum mindesten nicht ersichtlich. warum die beiden Offiziere die Meldung mit„unsicherer Stimme" gemacht haben sollten. Ebenso wenig wäre dann der schmerzliche Stoßseufzer des letzten Kriegsministers der Kommune, der wenige Stunden darauf im Kampfe den Tod fand, erklärlich. Wie dem aber immer sei: Die historischen Tatsachen beweisen, daß die Rcgiernngstruppen im Auftrage der Bourgeoisregierung die Bestialität der Kriegsführung begannen und jene Repressalien, jene schwächlichen Repressalien provozierten, die dann von der Kommune geübt wurden. Gerade eine Regierung, die an den süd- westafrikanischen Eingeborenen die Opfer des Aufstandes durch hundertfache Rache sühnte, sollte ein Verständnis dafür haben, daß auch in einem Bürgerkriege ruchlos vergossenes Blut Sühne heischt l- ' Zk Deutrehes Reich. Zu den deutsch.amerikanischcn Handelsvertragsverhandlunge«. Vor einigen Tagen wurde aus Washington gemeldet, daß das bestehende Handclsprovisorium zwischen Deutschland und den Ver- einigten Staaten von Amerika vorläufig bis Ende dieses Jahres verlängert werden solle, und der Präsident Roosevelt zu diesem Zwecke bereit sei, Deutschland die in der Sektion III des Dingley- gesetzes genannten Zollvorteile einzuräumen, also eine Herabsetzung der Zölle auf Weinstein. Hefekristalle, Champagner, stille Weine, Branntweine und andere Spirituosen sowie Statuen und andere Kunstwerke zu gewähren. Wie die„Deutsche Tagcsztg." jedoch von gut unterrichteter Seite erfahren haben will., denkt man„deutscher- seits" nicht daran, das Handelsprovisorium mit den Vereinigten Staaten ohne besondere Zugeständnisse zu verlängern. „Man hat der amerikanischen Regierung gegenüber", schreibt das Blatt des Bundes der Landwirte,„kein Hehl daraus gemacht, daß eine Verlängerung des Provisoriums im Reichstage auf starken Widerstand stoßen werde, und daß deshalb der Abschluß eines Handelsverttages mit entsprechenden Zugeständnissen amerikanischer- seits geboten erscheine. Daß die Zollherabsetzmigen und Er- leichterungen, die der Präsident Roosevelt auf Grund des Dinglcytarifs ohne Mitwirkung des Kongresses gewähren kann, durchaus nicht genügen, um die Grundlage eines Handelsvertrags zu bilden, darüber ist man sich hier vollkommen klar. Der Konventionaltarif, der den Amerikanern jetzt provisorisch gewährt worden ist. wurde von den europäischen Vertragsstaaten durch erhebliche Zu- geständnisie erkauft, so daß es schon mit Rücksicht auf diese Staaten als ausgeschlossen erscheinen muß. ihn auf die Dauer den Amerikanern ohne gleichwertige Zu- g e st än d u i s.s e zu gewähren. Mau wird in den Vereinigten Staaten diese Verhältnisse gebührend berücksichtigen müssen, wenn man nicht Ueberraschungen erleben will, für die dann nicht die deutsche Regierung, sondern die der Vereinigten Staaten die Verantwortung tragen würde. Diese Auffassung scheint sich auch in amerikanischen Kreisen immer mehr Bahn zu brechen.— und diese Entwickelung dürfte nicht ohne Eindruck und ohne Einfluß auf die Entschließungen der amerikanischen Regierung bleiben. Vielleicht sieht sich der Präsident doch noch veranlaßt, den Kongreß zu einer Sonder- tagung einzuberufen." Die Notiz, die allem Anschein nach den Zweck verfolgt, die Ent- schließungen in Washington zu beeinflussen, ist recht vorsichtig ab- gefaßt. Sie erklärt nicht, daß der deutschen Regierung die Vorteile der Sektion III des Dingley-Gesetzcs nicht genügen und sie zu einer Verlängerung des Provisoriums auf dieser Grund- läge nicht bereit ist, sondern nur, daß eine solche Verlängerung im deutschen Reichstage— was jeder weiß— auf starken Wider- stand stoßen werde. Sie erklärt auch nicht klipp und klar, daß die Regierung schon für die Dauer der Verlängerung„gleich- wertige Zugeständnisse" fordert, sondern spricht nur davon. daß„auf d i e D a u e r" den Amerikanern der deutsche Vertrags- tarif nicht ohne solche Zugeständnisse gewährt werden könne. Das ganze Gerede mag sehr diplomatisch sein, aber präzise und bestimmt ist eS nicht.—_ Eine Polizeitat und ihre Sühne. Das Schwurgericht in Köln hat kürzlich, wie wir berichteten, den Schutzmann Weis von der Anklage, den 43 Jahre alten Arbeiter Berndgen in dem Vororte Bickendorf totgeschossen zu haben, freigesprochen. Die fünf Familienangehörigen des Getöteten bekundeten übereinstimmend und, soweit sie sich nicht mehr im Kindesalter befanden, unter Eid, daß der Schutzmann sich auf den zu Boden gestürzten Berndgen gekniet und ihm eine Kugel in den Leib gejagt habe; zwei andere Schuß Verletzungen habe der Schutzmann dem Berndge» vorher im Stehen beigebracht. Das Gericht aber glaubte dem angeklagten Schutzmann, daß die drei Schüsse aus dem Revolver durch— Zufall losgegangen sind. Jetzt hat den Schutzmann Weis dennoch die Vergeltung ereilt. Die Kölner Schutzleute sind nämlich nicht berechtigt, Revolver bei sich zu führen. Sie werden zwar im Revolverschießen für„eventuelle Fälle"(Siehe Roter Sonntag u. a.) aus- gebildet, nicht aber ständig mit Revolvern ausgerüstet. Der Schutzmann Weis aber hatte an jenem Abend seinen Privatrevolver bei sich geführt. Weil er also gegen seine Diensworschriften ver- stoßen hat, wurde er vom Kölner Polizeipräsidenten zu acht Tagen Arrest.verurteilt". Die Wirklichkeit schreibt doch immer die schärfsten Satiren. Kein Genie ist imstande, eine wirksamere Verhöhnung und Verulkung unseres Gerechtigkeitsbetriebes zu vollsühren, als es hier geschieht. Der Mann, der das Leben eines braven Arbeiters vernichtet und eine ganze Familie in unsägliches Unglück gebracht hat, erhält zur Strafe acht Tage Arrest wegen„unbefugten Waffentragens"! Sanierung der Milchzentrale. Von den Leitern der agrarischen Agitation wird zurzeit unter ten kleinen Landwirten, besonders den in amtlicher Stellung be- kindlichen Bauern, Gemeindevorstehern usw., eifrigst gesammelt. um die Schulden der Berliner Milchzentrale zu decken. So ver- sendet der Provinzialvorsitzende des Bundes der Landwirte für die Provinz Posen, Herr Major a. D. Endell, im Anschluß an eine in der„Deutschen Tageszeitung" veröffentlichte Sammel- aufforderung des Herrn von Arnim-Blankensee einen Aufruf an die Bundssmitglicder der Provinz, in dem es heißt: „Ein großartiges Werk, in erster Linie im Interesse der märkischen Landwirte von unserem unvergeßlichen Landes- ökonomierat Ernst Ring ins Leben gerufen, die„Milchzentrale" zu Berlin, ist in Gefahr, zu Grunde zu gehen! Mißgunst, aus Kreisen kommend, die für die Landwirtschaft niemals etwas übrig gehabt haben, hat dieses Werk in seinem Bestehen der- artig erschüttert, daß die Liauidation unvermeidlich erscheint, wenn nicht Hülfe von außen komnlt. Wenn auch zunächst nur die märkischen Bauern dadurch schweren Schaden erleiden, daß das berechtigte Bestreben, ländlichen Produkte, in der Haupt- stadt Berlin einen angemessenen- Preis zu sichern, zur unver- hohlencn Freude unserer Gegner derartig im Sande verläuft, so»ruß doch diese Tatsache ihre Schatten auch auf die Absatz- Verhältnisse ländlicher Produkte in anderen Teilen unseres Vaterlandes, namentlich in anderen großen Städten warfen. Handel und Industrie dürfen sich ohne Widerspruch weiter Kreise zusammenschließen, um ihren Produkten bessere Preise zu sichern. Tun die Landwirte ein Gleiches, so wird ihnen Aus- beutung des Publikums vorgeworfen, ihr Zusammengehen als Schädigung der Allgemeinheit hingestellt..." Es würde den Gründern des Unternehmens, unter denen sich sehr reiche Grundbesitzer und Berliner Millionäre befinden, ziemlich leicht sein, die Schulden der Milchzentrale zu decken. Dazu ver- spüren sie aber nicht die geringste Neigung; lieber lassen sie die Bauern in die Tasche greifen.— In dem Konkursverfahren des„Arbciterheims" in Trier fand, wie die„Trierische Landeszeitung" berichtet, am Dienstag die erste Gläubigcrversaminlung statt. Nach dem vom Konkursverwalter erstatteten Bericht wurde im Jahre 1904 der Volksbildungsverein ins Leben gerufen, der zunächst in der Ziegelstraße sein Versammlungslokal hatte. � Da dieses Lokal sich als zu klein erwies, wurde das Haus Gartenfeldstraße 6 zum Preise von 60 000 M. durch die genannte Genossenschaft käuflich erworben. Das Anwesen wurde völlig umgebaut, wobei besonders Rück- ficht aus ein großes Versammlungslokal und gute Logierräume für durchreisende Gewerkschaftler genommen wurde. Die Polizei- liche Genehmigung wurde aber versagt sowohl für die Herberge, als auch für die öffentliche Wirtschaft. Die Genossenschaft konnte unter diesen Um- ständen die Zinsen von den 92 000 M. betragenden Hypotheken- schulden nicht mehr aufbringen, an Amortisation war überhaupt nicht zu denken. Vor kurzem verkündete die„Trierische Landcszeitung", daß die Sozialdemokratie in Trier nicht voran komme, sondern dank dem Wirten des katholischen Arbeitervereins im Rückgang begriffen sei, ein Beweis dafür sei der Konkurs des Arbeiterheims. Der„Vor- ivärts" hat schon darauf hingewiesen und jetzt wird es durch den Konkursverwalter bestätigt, daß die Ursachen des Konkurses nicht im Rückgänge der Sozialdemokratie, denn eine solche ist nicht vor- handen, sondern im Verhalten der Behörde zu suchen ist, die einem gemeinnützigen Unternchnien jene Schwierigkeiten bereitete, die zu seinem Untergange führen mußten. Militärische Rechtspflege. Wie schwer beim Militär auch die geringfügigsten Eigentums- vergehen bestraft werden, dafür lieferte am Mittlvoch eine VerHand- lung vor dem Kriegsgericht der 33. Division in Erfurt einen drastischen Beweis. Der Musketier Mathesius von der J. Kompagnie des 94. Regiments in Eisenach hatte in der Kantine eine Ansichtspostkarte entwendet und war dabei von dem Kantinenwirt betroffen worden. Trotzdem M. die Postkarte gleich bezahlte, erfolgte doch eine Anklage wegen Be- truges und seine Verurteilimg zu drei Tagen Gefängnis sbeantragt waren fünf Tage). AlS st rafver schärfend kam in Betracht, daß M. vor acht Jahren wegen eines Diebstahls von drei Gurken im Werte von elwa 30 Pf. mit einem Verweise gericht- lich vorbestraft war, als strafmildernd, daß� der Diebstahl kein sog. militärischer war, da der Kantinenwirt nicht im militärischen Ver- hältnis steht. Und mm bedenke man die ganze Aktion wegen eine? lächerlich geringfügigen Objekts, für das von einem bürgerlichen Gericht viel- leicht auf eine geringe Geldstrafe erkannt worden wäre: das Schreibwerk, das allein den Wert der Ansichtskarte mehrfach über- steigen dürfte, den Transport des Soldaten von Eisenach nach Erfurt und zurück, die Gerichtsverhandlung und die entehrende Gefängnisstrafe. Die Gerechtigkeit triumphiert! Schiffahrtsabgabe». Die Finanzkommission der württembergischen Abgeordneten be- handelte heute, wie aus Stuttgart gemeldet wird, in vierstündiger Debatte die Frage der Erhebung von Schiffahrtsabgaben.'Ein Beschluß wurde nicht gefaßt und die Verhandlung als vertraulich erklärt, jedoch wird für die Oeffentlichkeit konstatiert, daß in der Rechtsfrage, der Auslegung des Artikels 54 der Reichsverfassung. die Kommission einmütig den Standpunkt der Staatsregierung teilt, wonach die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf nur regulierten Flüssen nach der Reichsverfassung nicht zulässig ist und eine solche Erhebung eine Abänderung der Reichsverfassung darstellen würde.— Protest deS Herzogs von Cumbcrland. Der Herzog von Cumberland hat an das braunschweigische Staatsministerium ein Protestschreiben gerichtet,.in dem er sich gegen den Beschluß des Landtages in der Regentschaftsftage wendet. In dem Schreiben heißt es: .Den BundeSratsbeschluß vom 23. Februar können wir ebenso- wenig wie den Beschluß des Bundesrats vom 2. Juli 1835 als rechtsgültig ansehen, und müssen wir unsere und unseres Hauses Rechte auf die Thronfolge und Regierung im Herzogtum Braunschweig samt allen zugehörigen Rechten hiermit offen verwahren, wie wir eine solche Rechtsverwahrung gegen den Beschluß vom 2. Juli 1886 an das herzogliche Staatsministerium seinerzeit gerichtet haben. Indem wir unserem Bedauern Ausdruck geben, daß der Bundesrat, ungeachtet der auch nach Ansicht der braunschweigischen Regierung und der Landcsversammlung durch unsere Erklärungen vom 16. Dezember v. I. veränderten Sach- und Rechtslage, unserem Vorschlage zur endgültigen Ordnung der Regierungsverhältniffe im' Herzogtum nicht Folge gegeben hat, sprechen wir erneut in fester Zuversicht die Erwartung äns,' daß die verfassungsmäßigen Organe des Herzogtums ihre fort- dauernde Pflicht nicht vergessen, mit allen reichs- und landes- verfassungsmäßig zulässigen Mitteln dafür einzutreten, daß uns als dem legitimen Souverän die Führung der Regierung nicht weiter behindert und unser Thronrecht wie das Thronrecht unseres niit dem nde Braunschweig in fast tausendjähriger Geschichte durch Huld und Treue innig verbundenen Fürstenhauses ungeschmälert erhalten werde. Der Herzog ersucht dann das Staatsministerium, dieses Schreiben zur Kenntnis der Landesversammlung zu bringen.— Auf Grund einer Falschmeldung haben wir gestern berichtet, daß sechs russische Studenten in Dresden wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes verurteilt worden seien. Tatsächlich sind sie freigesprochen worden, weil ihnen politische Tätigkeit nicht nachgewiesen wurde. Auch der Name des ersten Angeklagten war falsch wiedergegeben. Er heißt nicht Feigewitsch, sondern Falke- witsch. Husland. Frankreich. Der Präsident der Ordnung. Paris, 13. März.(Eig. Ber.) Der Name Casimir Periers, des Dienstagnacht ge- storbcnen ExPräsidenten,' wird in der französischen Geschichte nur darum fortleben, weil er mit dem letzten Versuch des gemäßigten Liberalismus, d. h. der Großbourgeoisie verknüpft ist: die Republik als monopolistische Ausbeutungsdomäne des Finanz- und Industriekapitals zu erhalten. Der Versuch ist aus mancherlei Gründen mißlungen, trotzdem er anscheinend unter den günstigsten Bedingungen unternomnien worden war. Die anarchistischen Attentate von Ravachol bis Caserio hatten den Massen des Kleinbürgertunis Angst eingejagt und die Stimmung für eine bourgeoise Klassendiktatur bereitet. Indes war die Persönlichkeit des am 27. Juni 1894 von einer Koalition aller reaktionären und gemäßigten Parteien gewählten Präsidenten nicht geeignet, die ihr zugetrauten Aufgaben zu erfüllen. Ein launischer, eitler und hohler Dekadent, hatte Casimir Perier von seinen Ahnen wohl den Dünkel des Gcldmenschen geerbt, aber nicht die kalte politische Rechenkunst, die diese Kapitalistendynastie in der Acra des Bürgerkönigs emportrug. So enttäuschte er rasch seine HiMermänner, machte sich vor seinen Gegnern lächerlich und erregte das Mißvergnügen des Publikums. Die sozialistische Partei, die damals eben ihre Organisation ein wenig gefestigt hatte und als selbständige Opposition im Parlament auftreten konnte, billigte dem repräsentativen Manne des Kapitalismus keine Schonung zu. In den: satirischen Kampfblatt„Chambard" richtete Gsranlt- Richard, damals in der Jugendblüte seines Talents und seiner Gesinnung, temperamentvolle Angriffe gegen den Millionär im Elysoe. Der Staatsanwalt rückte an, um dem in nervöse Wut geratenen Präsidenten Genugtuung zu verschaffen, und die Spießbürger im Schwurgericht sprachen Gsranlt-Richard schuldig. Die Verhandlung erregte besonderes Aufsehen durch die gewaltige Verteidigungsrede, die der kurz vorher zum Sozialismus herübergekommene Janrss hielt. Sein zermalmendes Plaidoyer gegen die Dynastie Perier stellte ihn mit einem Schlage in die Reihe der sozialistischen Vor- streiter. Die Aergernisse des Präsidenten waren durch die Verurteilung seines heftigsten Angreifers nicht beendigt. Görault-Richard wurde zum Deputierten gewählt. Wohl verweigerte die Kammer— allen Präzedenzfällen zum Trotz— seine Befreiung aus der Haft, nnd sogar radikale Republikaner nahmen an der antisozialistischen Protest- lomödie teil, die Casimir Perier zu Ehren veranstaltet wurde, aber am 15. Januar 1895 wurde die Welt durch seine Abdankung überrascht. In der Botschaft an die Kammern war von einer„sechs- monatlichen>Lchmähungs- und Verleumdungskampagne gegen die Armee, die Magistratur, das Parlament und das. unverantwortliche Staatsoberhaupt" die Rede. Casimir Perier jammerte über das mangelnde Vertrauen der Republikaner zu seiner Gesinnung und forderte eine Regierung, die die„Achtung vor den Gesetzen und den Gehorsam ihrer Untergebenen" sichern könne. Die eigentliche Veranlassung zu dieser Demission ist bis heute im Dunkel geblieben. Bekanntlich hat man sie auch mit Vorgängen in der äußeren Politik in Verbindung gebracht: mit den fortgesetzten Briefdiebstählen in der deutschen Votschaft, so daß Casimir Perier gegangen wäre, um dem deutschen Kaiser, der schon zu einem Ultimatum geschritten sei, Genugtuung zu geben. Ans den Er- eiginssen jener Zeit hat sich der D r e y fus Handel kristallisiert, in dessen späterem Stadium der ExPräsident— als Zeuge im Prozeß zu Reimes— eine klägliche Rolle spielte. Kein Talent und kein Charakter, sank er bald in die wohl- verdiente Vergessenheit und wurde nur hin und wieder in der be- schränkten Oeffentlichkeit der Generalversammlungen der von ihm präsidierten kapitalistischen Gesellschaften sichtbar als eine jämmerliche Parodie des bourgeoisromantischen„Hauptmanns der Industrie". Der wiedererwachte kleinbürgerliche Radikalismus aber verdrängte auch die konservative Klasse, der er angehörte, von der Regierung. Doch diesen kleinbürgerlichen Radikalismus führte der sich mit un- geheuerer Schnelligkeit entwickelnde Klassenkampf zum wütenden Wider- stände gegen das vorwärtsdringende Proletariat. Heute besorgt C l s ,n e n c e a u ganz gut die Geschäfte, für die eheden, ein Casimir Perier notwendig erschien. Wer den Witdgeruch der politischen Korruption einzuatmen liebt, der mag sich obendrein daran ergötzen, daß Gorault-Richard, heute selbst ein wohlgebetteter Jndustrieunternehmer und geschäftekundiger Zeitungsherausgeber, in eben diesen Geschäften seinen Agentenprofit Italien. Giolittis Ende. !Honi, 14. Marz.(B. H.) Wie ein Regierungsmitglicd er- klärte, wird der Kabinettschcf Giolitti Sonnabend seine Demission einreichen. Eine Krise sei unvermeidlich geworden durch den Tod des Ministers Gallo und die Erkrankung des Justizministers. Wie, Giolitti erklärte, leidet er an Nervenzerrüttung. Spanien. Madrid, 14. März. Nachdem nunmehr die Wahlen für die Provinzialräte beendet sind, ist der Termin sür die Wahlen zur Tcputiertenkammcr auf den 21. April und für die Wahlen zum Senat auf den 6. Mai festgesetzt worden. Amerika. Teure Kolonien sind den Amerikanern die Philippinen. Ter Kongreßabgeordnete Clark von Florida und der Senator Clah von Georgia haben über die Kosten für die Inselgruppe Berechnungen aufgestellt. Sie hatten versucht, offiziellen Aufschluß darüber zu erhalten, aber ohne Erfolg. Man will die Wahrheit nicht, preisgeben; denn man fürchtet die Folgen bei den Wahlen. Das Repräsentantenhaus hat einen Antrag Clarks, den Kriegs- minister aufzufordern, die Kosten für die Philippinen bekannt zu geben, mit 165 gegen 105 Stimmen abgelehnt? Im Senat war man vorsichtiger uyd ließ es zu einer Abstimmung nicht kommen, sondern erledigte sich des Antrags Clay durch parlamen- tarische Manöver. Clark machte nun eine eigene Zusammen- stellung, die er auf Grund amtlicher und nicht amtlicher Jnfor- mationen erlangte. Er kam zu dem Ergebnis, daß die Philip- pincn den Vereinigten Staaten bereits mehr als eintausend Mil- lionen Dollar gekostet haben und daß noch ein jährlicher Zuschuß von beinahe einhundert Millionen Dollar erforderlich ist! Auch der Senator Clah ging selbstverständlich vor, begegnete aber vielen Schwierigkeiten in den Regierungsämtern. Er erklärte dem Senat, daß er nur soviel feststellen konnte, daß die Philippinen den Ver- einigten Staaten jährlich 55 bis 60 Millionen Dollar kosten. Clarks Rechnung stellt sich höher, weil er den größeren Auf- wand für Armee und Marine mit in Betracht zieht, was Clay unterläßt. Von der Bundesarmee liegen gegenwärtig etwa noch 18 000 Mann auf den Philippinen, die(Transportausgaben ein- geschlossen) etwa 30 Millionen Dollar pro Jahr kosten.— Viele Stimmen erheben sich dafür, daß man die Philippinen aufgeben solle, aber dagegen wird„die Ehre der Nation" ins Feld geführt, und diese Phrase ist zugkräftig genug, um radikalen Anschläge zu verhindern. Der Handel mit den Phi. pincn ist geringfügig. Nach den neuesten Publikationen d Handelsamtes in Washington betrug der gesamte Handeksverkeh der Inseln 57 700 000 Dollar. Davon kommen auf den Import 25 800 000 und auf den Export 31900 000 Dollar. Selbst der Handelsverkehr mit dem kleinen Porto Rico ist für die Amerikane? wertvoller als der Handel mit der ganzen Philippinengruppe. kommunales. Stadtverordueten-Versammlung. 9. Sitzung vom Donnerstag, den 14. März, nachmittags 5 Uhr. Der Vorstcher-Stellvcrtretcr Michelet eröffnet djeSitzung nach Z>Vi Uhr mit dem Ausdruck der herzlichen Teilnahme der Ver- trctung der Berliner Bürgerschaft für das große Unglück, welches die französische Nation durch die Explosion auf dem Schlachtschiffe „Jena" und die Vernichtung von 200 blühenden Menschenleben be- troffen hat. Vor der Sitzung haben die Abteilungen eine Reihe von A u S- schüssen gewählt. In den Ausschuß für die Vorlagen, welche Gehaltsaufbesserungen für städtische Beamte und die Vermehrung der etatsmätzigen Stellen im Etatsjahre 1907 betreffen, sind von der sozialdemokratischen�Fraktion die Stadtv. Bruns, Hei- mann, Schulz und Ringer deputiert werden. Der Stadtv. Gründe!(Soz.) hat das Mandat wegen Verzuges nach außerhalb niedergelegt. In die Finanzdcputation wird anstelle des ausgeschiedenen Stadtv. Heilmann der Stadtv. H e i m a n n(Soz.) gewählt. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle der Ausschuß- bericht über die Vorlage betr. den Erlaß einer Grund st euer- ordnung nach dem Akaßstabe des geni einen Wertes und einer revidierten Umsatz st cuerordnung unter Einführung einer Wertzuwachs st euer. Berichterstatter ist der Stadtv. Werner(N. L.) Die Vorlage ist bereits am 31. Mai v. I. in erster Lesung beraten und dann cinein Ausschusse überwiesen worden, der am 10. Oktober seine Arbeit begonnen und in 9 Sitzungen zum Abschluß gebracht hat. Die Schlußsitzung hat am 20. Februar d. I. statt- gefunden. Das Prinzip der Grundsteuervcranlagung nach dem gemeinen Wert(anstelle des Nutzungswertes) ist vom Ausschusse schließlich angenommen, ebenso die revidierte Umsatzstcucrordnung; die Wertzuwachs st euer dagegen, welche alle Hausagrarier- vereine, der Verband der Baugeschäfte u. a. in einer Flut von Petitionen bekämpft haben, ist, nachdem sie durch abschwächende .Amendements schon gründlich verstümmelt war, in der Schluß- abstimmung abgelehnt worden. Ein Antrag Arons geht aus Annahme der betr. 8§ 7—11 der Umsatzsteuerordnung mit geringen Modifikationen. Aus dem Entwurf der neuen Grund st cuerordnung sind die auf die. Feststellung des Rutzungswertcs gerichteten Be- stimmungcn durch die Ausschußmehrheit gestrichen; es sollen die bezüglichen Vorschriften der alten Grundsteuerordnung in Kraft bleiben, bis auch in die Kanalisationsgcbührcnordnung entsprechende Vorschriften Aufnahme gefunden haben.— Ueber die W e r t- z u w a ch s st e u e r veranstaltete der Ausschuß eine umfassende Gencraldiskussion; sodann beschloß die Mehrheit: die eventuelle Wertzuwachssteucr auf die Umsatzsteuer in Anrechnung zu bringen, womit der finanzielle Effekt der neuen Steuer so ziemlich ver- nichtct wurde, und lehnte schließlich den grundlegenden Z 7 ab Die Skala des'Entwurfs (5 Proz. Steuer von einer Weristeigerung von mehr als 10—20 Proz. 6.«»,,„ 20—30, 7«„»„„„„„ 30 40„ 9»„„„„ 40— 50„ 9„„„„„„„„ 50 60„ des früheren Erwerbspreises bczw. des gemeinen Wertes zur Zeit der letzten Eigentumsübertragung usw. je 1 Proz. Steuer mehr bis zum Maximalsatz von 20 Proz.) lvurde dann aber mit Rücksicht auf die Eventualität einer zlveiten Lesung durchberaten und hier ein Antrag angenommen, der die Möglichkeit ausschließt, alle früher erworbenen Werte durch die Steuer für die Stadt heranzuziehen, indem nicht der frühere Erwcrbspreis sondern der jetzige gemeine Wert der Steuerbercchnung beim ersten Besitzwechsel nach dem Inkrafttreten der neuen Steuerordnung zugrunde gelegt werden soll. In der zweiten Lesung erfolgte schließlich die Ablehnung der neuen Wertzuwachssteuer mit 8 gegen 4 Stimmen.— Der Antrag Arons will in der Skala die Worte„der letzten Eigentumsüber- tragung" ersetzen durch die Worte„des letzten entgeltlichen Eigen- tumsüberganges unter Lebenden". Ueber die Wertzuwachssteuer soll bei§ 7 der Umsqtzsteuer- ordnung eine Art Generaldiskussion stattfinden. In der Debatte über die neue Grund st cuerordnung erklärt sich Stadtv. Wallach(A. L.) gegen die beabsichtigte Aendcrung und rekapituliert nochmals alle Gründe, welche ihn persönlich zu dieser Ablehnung führen. Er weist auf die schlechten Katasterunterlagcn, auf die größeren Veranlaguiigsiojtcn und auf die große Un> gcrcchtigkeit gegen die Hausbesitzer hin, die darin liegt, daß größere Mietsausfälle nicht abzugsfähig sein sollen. Hierauf wird ohne weitere Debatte auf Antrag der Stadtvv. Singer(Soz.) und Dr. Prcuß(soz.-fortschr.) die neue Grund- steuerordnung en bloc angenommen, desgleichen ohne jede Dis- kussion die redaktionelle Neufassung(§8 1— 6) der Umsatzsteuer' Ordnung. An§ 7 knüpft nunmehr die Generaldiskussion über die W e r t« zuwachs st euer an. Der Referent meint, daß diese Steuer für die bürgerlichen Klassen ebenso sozial störend und erbitternd wirken müsse wie die Lustharkeits- und Thcatcrbillettstcucr für die unteren Klassen der Bevölkerung. Es sei gar nicht richtig, daß die kommunalen Ver- kehrsverbesserungen dem Grundbesitz allein oder vorwiegend zugute kämen; auch sei es schwer, wenn nicht unmöglich, den unverdienten vom verdienten Wertzuwachs zu trennen, da doch nur der erstere getroffen werden solle. Die Argumentationen des Magistrats und der Minderheit des Ausschusses hätten die Mehrheit nicht eines anderen belehren können. Das Flaumachcn mit der Aussicht auf die Ueberschreitung der 100 Proz. Einkommensteuer habe nicht ver- fangen, da die Finanzlage Berlins eine gute und gesunde sei und der Etat fortgesetzt große Ueberschüsse liefere. Vor allem aber dürfe der schon ohnehin überlastete Grundbesitz nicht noch mehr und ungerecht überbürdet werden, sondern müsse endlich Zeit bekommen, sich zu verschnaufen. Stadtv. Heimann(Soz.): Schon bei der ersten Beratung mußte. ich der Vorlage ein schlechtes Heroskop stellen. Trotzdem aber hatte ich eine solche Behandlung nicht erwartet, wie sie sie im Ausschusse gefunden hat. Als ich damals im Plenum als die letzte Ursache der Rückständigkeit der vreußischen Kommunen in sozialen Dingen das Hausbesitzerpriviteg und das Dreiklassenwahlrccht bezeichnete, erhob sich der Oberbürgermeister und erklärte unter dem großen Beifall der Mehrheit, daß ihm kein Fall bekannt sei, wo die Grund- besitzer irgendwie eine nützliche kommunale Maßregel verhindert hätten. Ich möchte fast meinen, heute wird der Oberbürgermeister einen solchen Hymnus auf die gemeinnützige Gesinnung der Ber- liner Grundbesitzer nicht mehr verlauten lassen. Er erklärte ja schließlich selbst im Ausschuß, er hätte dem grausamen Spiel durch Zurückziehung der Vorlage längst ein Ende gemacht, wenn er nicht ein Schluhergebnis der Verhandlungen des Ausschusses haben wollte. Was heute vorliegt, ist genau das Gegenteil hpn dem Inhalt der Magistratsvorlage. Was hat denn diese so Fürchterliches ent- halten, um den erbitterten Widerstand der Grundbesitzer zu recht- fertigen? Die Behauptung, die neue Steuer sei eine schwere Neu. belastung des Grundbesitzes, die die Grundbesitzer zum Zusammen- brechen bringen müßte(Widerspruch), ist ganz haltlos. Nicht der Grundbesitzer als solcher soll getroffen werden, sondern derjenige. der übermäßig hohe Gewinne aus depi Verkauf erzielt, und auch Aur mit einem sehr mäßigen Sah( Sehr richtig! bei den Sozial- nur noch in ganz geringem Umfang vorhanden. Was will der( Lebhafter Beifall.) Täuschen Sie sich nicht: eingeführt wird die tokraten.). Auch die Gegner konnten ja doch nichts Stichhaltiges Magistrat von uns mit dieser Vorlage? Geld will er haben! Sache; die Wissenschaft ist dafür begeistert. Wenn jetzt die Eingegen geltend machen, daß es zuleßt die Gemeinde sei, welche( Heiterkeit.) So arg wie es gemacht wird, steht es auch mit der kommen unter 3000 m. stärker herangezogen werden, müssen wir esen Wertzuwachs durch ihre Einrichtungen schafft.( Rebhafter Abwanderung der reichen Leute nach den Vororten nicht; die Ge- auch an andere Türen flopfen.( Erneuter Beifall.) Nimmt der Biderspruch.) In der Grundbesiterpresse schreibt man uns die meinde- Einkommensteuer befindet sich keineswegs im Verfall. Grundbesitz in der Kommune eine so bedeutende Stellung ein, so unglaublichsten Absichten zu: meine Freunde hätten sich beunruhigt Tritt in Zukunft ein finanzielles Bedürfnis ein, was verschlägt hat er auch Pflichten zu erfüllen und darf auch nicht den Schein darüber gefühlt, daß der Strom neuer Anhänger uns nicht so reichlich dann die Wertzuwachssteuer? In Köln steht sie mit ganzen aufkommen lassen, als ob er aus einseitigen Gründen sich abfließe, und da hätten wir überlegt, woher Abhilfe zu schaffen fei, 20 000 M. im Etat, in Riautschou mit 420 Dollar, obwohl sie dort lehnend verhält. Entscheiden Sie sich heute nicht, so ist die beste und hätten als bestes Mittel die Wertzuwachssteuer ausgeflügelt, 33% Proz. beträgt. Auch für Berlin rechnet der Magistrat besten Zeit versäumt!( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) denn die Wirkung dieser Steuer müßte schließlich dahin führen, falls 1-14 Million heraus, ein Betrag, der ein solches Experiment Stadtv. Wallach sucht unter großer Unruhe und Unaufmerkdie Grundbesizer befiklos zu machen.( Zuruf: Wo steht das?) nicht lohnt. In Frankfurt a. M. sind die Bodenpreise trotz der famkeit der Versammlung vom Standpunkte des HausIn der„ Grundbesiberzeitung". Sind die Grundbesizer erst einmal Zuwachssteuer in stetem Steigen begriffen; Herr Adickes hält mit agrarier die Argumentation des Oberbürgermeisters zu ent bejiblos gemacht, so werden sie selbstverständlich, nach dieser Quelle, einem abschließenden Urteil noch zurüd. Da brauchen wir uns doch träften, findet aber nur teilweise Gehör. Große Heiterkeit entmit flingendem Spiel in unser Lager abschwenken.( Große Seiter mit dieser Steuer nicht zu beeilen; wir brauchen es doch nicht fesselt er mit der an den Oberbürgermeister gerichteten Apostrophe: fcit.) Solche Ausführungen fann man verlachen, man tann auch die zu sein, die die Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses" Den Fall der Luftbarkeitssteuer haben Sie auf dem Gewissen!" Auffassung anderer Kreise, daß diese Steuer die soziale Frage löse, praktisch erproben. Wir handeln mit der Ablehnung nicht im Nach 10 Uhr schlägt Stadtv. Mommsen( Fr Fr.) die weit von sich weisen, und man kann doch für die Wertzuwachssteuer Interesse des Grundbesizes, sondern der Allgemeinheit, im Inter- Vertagung vor, da noch sieben Redner gemeldet seien und eine sein, denn man fann mit ihr eine Reihe jozialer Zwede fordern. esse Berlins und seiner Entwidelung!( Beifall.) drei- bis vierstündige Fortsetzung der Debatte doch nicht mehr Unziweifelhaft wird durch eine richtig angelegte Steuer dieser Art Stadtv. Dr. Preuß: Die Rede des Kollegen Lebh hat mir eine möglich sei. Der Vorstand solle am Mittwoch in außerordentlicher die Grundstücksspekulation erschwert und damit ein Preisdruck auf angenehme Ueberaschung bereitet( Zustimmung). Mit den„ ollen Sigung die Etatsberatung beginnen lassen und die Fortsetzung die Grundstücke geübt werden. Die Gegner stellen ja die genau Ramellen" aus der ersten Lesung sind wir heute wieder regaliert der heutigen Beratung am nächsten Donnerstag auf die Tagesentgegengefeßte Behauptung auf; die Grundbefizer würden die worden. Die Wertzuwachssteuer will er nicht, weil nicht mehr ordnung sehen. Steuer abwälzen können. Diese Behauptung widerspricht aber viel daraus zu holen sei. Gerade der viel stärkere Bevölkerungs- Stadtv. Cassel tritt diesen Vorschlägen bei. allen Erfahrungstatsachen. Die Wertzuwachssteuer, die die zuwachs, der in Berlin die Grundrente unnatürlich steigert, fordert Die Versammlung beschließt demgemäß. einzelnen Grundbesitzer zu ganz verschiedenen Zeiten und zu ganz hier gebieterisch die Wertzuwachssteuer weit dringender als. in verschiedenen Säben trifft, wird sich niemals überwälzen lassen, und diese Auffassung ist ja auch in der gesamten Theorie die herr- Frankfurt oder Köln. Wer lediglich die Einkommensteuer will und schende. Wenn also einzelne Ausschußmitglieder die Ablehnung Bahnen ein. Und trägt der Grundbesizer die Grundsteuer, die jede andere Steuer ablehnt, lenkt damit in die sozialistischen so ist das doch nur ein Mäntelchen, welches die Herren ihrer ab- in den Mieten drin?( Sehr gut!) Die Wertzuwachssteuer ist lehnenden Stellung umhängten.( Bebhfter Widerspruch.) Gine Steuer wird um so beffer und gerechter sein, je mehr sie nach dem tatsächlich unabwälzbar; sie ist aber auch gerecht, wenn die Prinzip der Leistungsfähigteit abgestuft ist und je Leistungsfähigkeit gewahrt bleibt. Verlangt man nun die Kon= Berlin, 14. März. Bei dem heutigen Festmahl des Deutschen mehr fie diejenigen trifft, welche von bestimmten Leistungen der junkturgewinnsteuer allgemein, so ist für die Besteuerung Gemeinde Vorteil ziehen. Nach diesem Prinzip gibt es gar keine von Börsengewinnen einmal die Kommune nicht kompetent, anderer Landwirtschaftsrats hielt Reichskanzler Fürst von Bülow eine gerechtere und bessere Steuer als die Wertzuwachssteuer. Sie ist seits aber gerade diese für die Heranziehung solches Gewinnes Rede, der wir folgende Sätze entnehmen: auch der Anfang einer allgemeinen Konjunkturgewinnbesteuerung, durch ihre direkten Leistungen ganz besonders berufen. Ich kann Nach einem für das Land und für mich bewegten Jahr stehe nämlich an Grund und Boden. Nun spricht man von den persön- mich hierfür auf eine Schrift eines Praktikers berufen. Redner ich wieder vor dem deutschen Landwirtschaftsrat. Ein ernster und lichen Leistungen der Grundbesizer. Ist die vereinigte Tüchtigkeit berliest die betr. Ausführungen und nennt dann als deren Vergeradezu als foziale Tat im Intereſſe der fleinen Mieter hinſtellten. Wasser- und Kanalisationsabgaben etwa allein, liegen die ni Nach lebhaften persönlichen Auseinandersehungen zwischen dent Stadtvv. Preuß und Haberland schließt die Sihung um 10 Uhr. Letzte Nachrichten und Depeschen. Bülows Grabinschrift. und Intelligenz aller Grundbefizer imstande, dem Grundbesis in fasser den Kollegen Haberland, was stürmische Heiterkeit hervor- schwerer politischer Kampf liegt hinter uns, der viel Aufregung ciner Kommune, die fich aus anderen Gründen im Niedergang ruft.) Das opferbolle Dasein des Grundbesizers fann wirklich hervorgerufen, aber auch gesunden Sinn, träftiges Nationalgefühl befindet, irgendwelchen Wertzuwachs hinzuzufügen? Diese Frage nicht das Kriterium des unverdienten" Gewinnes aus der Welt im deutschen Volk von neuem hat hervortreten lassen. Denn der stellen, heißt fte gleichzeitig werneinend beantworten. schaffen. Moralische Urteile sprechen bei Steuerfragen überhaupt Kampf ist der Vater aller Dinge. Ein Band ist in diesem Kampfe ( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Ober. nicht mit; es bleibt trotz alledem im wesentlichen unverdienter erfreulicherweise nicht gelodert, sondern, wie ich hoffe, noch gebürgermeister hat eindringlich auf die Notwendigkeit Wertzuwachs. Niemand will ja auch den ganzen Wertzuwachs festigt worden: Das Vertrauen zwischen dem deutschen Reichs. neuer Einnahmequellen hingewiesen; wir fönnen feine bezüglichen wegsteuern; es sollen ja nur sehr mäßige Getpinnteile fanzler und der deutschen Landwirtschaft.( Lebhaftes Bravo!) Ausführungen nur aufs stärkste unterstreichen. Die Grund- an die Stadt abgegeben werden und darum Dieses Bertrauensverhältnis wird auch keinen Wandel erfahren, .. befizer stehen sich aber auch mit ihrer Opposition selber im Lichte. Räuber und Mörder! Es sind geradezu unmäßig Von allen Etatsrednern ist die allgemeine Finanzlage feineswegs mäßige Säße. Die Wertzuwachssteuer ist unaufhaltsam im des bin ich sicher, wenn ich mich anschide, Wünsche zu erfüllen, als besonders günstig bezeichnet worden; auch Herr Wallach hat Marsch, sie wird kommen, sie wird uns schließlich aufgezwungen die bereits seit langer Zeit von den Parteien der bürgerlichen sich noch vor zwei Tagen in diesem Sinne öffentlich geäußert. werden. Von rückwirkender Kraft kann eigentlich feine Rede sein; Linken gehegt werden. Wenn ich im Reichstage unter anderem Erschließen Sie nicht zeitig neue Einnahmequellen, so mut bis in die aschgraue Pechhütte" braucht man nicht zurüdzugehen, meine Bereitwilligkeit erklärt habe, eine Reform des Vereins. am Ende die Einkommensteuer und die Grund- da in solchen Fällen auch ein Zusatz zur Umsatzsteuer genommen und Versammlungsrechts, des Strafrechts und der Strafproachsteuer erhöht werden, und dann können die Herren wieder werden kann. Man würde aber gerade die größten Wert- ordnung durchzuführen, so leitet mich dabei die Ueberzeugung, mit einem Schein von Recht sagen, es werde damit eine weitere fteigerungen privilegieren, wenn man nicht den Zusakantrag Arons daß ein führender und verantwortlicher Staatsmann nicht zögern Zahl steuerfräftiger Ginwohner in günstiger fituierte Vororte ge- annähme. Die Anrechnung auf die Umsatzsteuer erscheint als der foll, unzeitgemäße Zustände durch sachgemäße Reformen zu ändern. trieben. Wie gering die neue Abgabe ist, ergibt sich ja aus Gipfel der Ungerechtigkeit; der größte Vorzug der Wertzuwachs- Es war, wie mir scheint, eine große Weisheit der englischen dem vom Magiftrat gelieferten Material. Ein Haus in der steuer, die Unabhängigkeit, würde damit in Frage gestellt. Die Leipzigerstraße, das mit 823 000 m. erivorben war, fourde nach Wertzuwachssteuer, wie sie hier gedacht ist, tann immer nur als Aristokratie, notwendige Ronzessionen rechtzeitig zu machen. Als neun Jahren mit einem Gewinn von 367 000 m. verkauft, die ein Zuschlag zur Umsatzsteuer angesehen werden. Ein Umschlag eine segensreiche Folge dieser Weisheit sehe ich es an, daß EngWertzuwachssteuer würde davon ganze 9000 M. befragen. Stollege in der Konjunktur tann enorme Umwälzungen land seit mehr als 200 Jahren von revolutionären Erschütterungen Reimann hat im Ausschuß Mitteilungen gemacht, welche die Ge- mit sich bringen. Dann brauchen wir neue Ein- verschont geblieben ist, die namentlich die romanischen Länder in winne der Grundbefizer noch in ganz anderem Lichte erscheinen nahmen. Es ist anzuerkennen, daß sich die Sozialdemokraten diesem Zeitraum so oft heimgesucht haben. Auch über die im laffen; er hat mitgeteilt, daß die Grundbefizer nur ganz hier bemühen, die Wertzuwachssteuer durchzusehen; bom rein Reichstag von mir angekündigte Reform des Börsengeseses will io enig eigenes Kapital in ihren Häusern zu agitatorischen Standpunkte aus hätten sie ein ich mich hier ganz offen aussprechen. Wir werden bei dieser stecken. haben. Berechnet man den Wertzuwachs auf größeres Interesse an der Ablehnung.( Sehr richtig! dieses eigene Kapital Sypothekengläubiger fallen ja dabei bei den Sozialdemokraten.) Brunhuber, der Rebatteur der Röle notwendigen und dringenden Reform nichts bringen, was die ( Bravo!) Jch vollkommen aus dann kommt in vielen ein Wertzuwachs nischen Beitung", spricht etwas unhöflich von dem armen Gehirn Intereffen der Landwirtschaft schädigen könnte. von vielen hundert Prozent heraus, und davon des Grundbesizers, in das die Erkenntnis eindringen müsse, daß erwarte deshalb auch, daß die Vertreter der Landwirtschaft im soll doch nur diese überaus geringe Abgabe gezahlt werden! Grund und Boden für die Allgemeinheit herangezogen werden Reichstage den Entwurf borurteilslos prüfen werden Unbedingt müssen wir früher oder später Mehreinnahmen für müßten. Der normale Hausbefizer wird kaum durch die Steuer Wir haben in Deutschland noch zu viel Vorurteile, in allen Berlin schaffen. Wenn Sie das von mir Vorgeführte objektiv betroffen, allein die Terrainspetulanten.( Beifall.) Lagern, bei allen Parteien, in allen Schichten der Bevölkerung. prüfen, möchte ich doch nicht alle Hoffnung aufgeben, daß das Oberbürgermeister Kirschner: Ich halte mich für verpflichtet, Wir haben zu viele vorgefaßte Meinungen, die als Scheuklappen Plenum zu einem anderen Relultat fommt, als der Ausschuß. in dieser wichtigen Frage der Bürgerschaft gegenüber Rechenschaft den Blick einengen. Vor Jahren fagte mir einmal ein liberaler Die Ausschußmehrheit huldigt dem Prinzip: Sei in der zu geben, weshalb der Magistrat die Vorlage als eine nötige und Profeffor, ein ganz gebildeter Mann( Heiterkeit): Wie tönnen Macht und Du hast Recht! Wir haben bisher keine solche gerechte eingebracht hat. Herr Zeby hat die Bedürfnisfrage in Sie, Herr Reichskanzler, eine agtarische Politik machen, wo Sie Steuer gehabt und wir wollen sie auch in der Zukunft nicht." 3weifel gezogen. Berlin steht wirtschstaftlich gewiß auf einer Golche Machtstellung wäre unmöglich, wenn wir nicht unter fast durchaus gefunden Basis, besser als viele andere Städte. Aber es doch so gebildet sind."( Heiterkeit.) Als ob man nicht ganz ge mittelalterlichen Verhältnissen arbeiten müßten. Berlins Bevöl- fommt weder Berlins großes Stapital hier in Betracht, noch der bildet und dabei ein Stodagrarier sein könnte.( Trifft aber selten ferung hat 1 Broz. Grundbesitzer, in dieser Versammlung Umstand, daß wir verhältnismäßig wenig Schulden haben; wohl zu! Red. d.„ V.") aber find es 66% Broz, und die Mehrheit dieser Versammlung, aber müssen wir dafür sorgen, daß die Ausgaben aus den Gin- Wenn ich jene Reformen in Aussicht stelle, so bleibt un welche auf dem Hausbesikerprivileg beruht, hindert eine Maßnahmen fachgemäß gededt werden können. Wenn wir in diesem angetastet das Wirtschaftsprogramm, das ich seit bald sieben Jahren nahme, welche von der gesamten nicht grundbesitzenden Bevölkerung Jahr den Etat haben balanzieren können, so deshalb, weil wir uns vertrete und durchführe: Schutz der nationalen Arbeit, Schutz unseaufs dringendste berlangt wird! Wenn immer auf in einer ausnahmsweise günstigen wirtschaftlichen die pretäre Lage des Grundbesizers angespielt wird, so wird ge- Lage befanden. Aber in den nächsten Jahren werden die rer Broduktion, Schuß und Fürsorge insbesondere für die Landfliffentlich die toloffale Steigerung des Grundwertes in Berlin Ausgaben auf allen Gebieten der städtischen Verwaltung wachsen. wirtschaft.( Lebhafter Beifall.) Ich habe vor Ihnen einmal geverschwiegen. Erwägen Sie schließlich noch, daß die Bewegung Die Gemeindeschulen müssen auch innerlich ausgebaut fagt, daß ich die Bezeichnung als Agrarier als Ehrentitel ansehe, als für die Einführung dieser Steuer in weitem Umfange bereits werden durch Herabsehung der Schülerfrequenz. rühmliche Anerkennung.( Bravo!) Und wenn ich mich einmal der 5000 Klassen nur einen Erfolg gehabt. Auch mit einem heute verneinenden Beschlusse Entnehmen wir jeder aus dem öffentlichen Leben zurückziehe der Augenblick wird ja wird diese Frage nicht von der Tagesordnung abgesett Schüler, so müssen wir für die 5000 Schüler mehrere mal kommen, wenn auch nicht so bald, wie das dieser oder jener 100 neue Lehtstellen schaffen. Dabei werden. Führen wir die Steuer rechtzeitig ein, wo sie Schulen und so mag man nur auf uns noch größere Beträge abwirft, fo wird das wird man dann auch nicht stehen bleiben wollen. Für Schwach zu wünschen scheint( Große Heiterkeit) verständiger sein, als wenn wir uns später durch die Gesetzgebung begabte wollen wir besser forgen und für die förperlich meinen politischen Leichenstein schreiben: Dieser ist ein agrarischer ( Sehr wahr! Reichskanzler gewesen".( Lebhafter Beifall.) Und warum, meine dazu zwingen lassen müssen, wo die Grträge geringer sein müssen, Schwachen durch die Waldschulen eintreten. weil das Weichbild inzwischen bebaut ist. Wir halten also bei den Sozialdemokraten.) Glückt das Experiment, so foll es Herren, war ich das und bin es, und werde es bleiben? Weil eine Die Ablehnung für einen fchweren wirtschaft weiter durchgeführt werden!( Erneuter Beifall bei den Sozial- vernünftige agrarische Politik meiner vollen Ueberzeugung entlichen und finanziellen Fehler. Eine Wertzuwachs demokraten.) Wenn auch die höheren Knabenschulen teine allzu spricht, weil sie sich wirtschaftlich und politisch wohl bewährt hat. steuer, wie wir sie uns denten, tönnen wir ja nicht erlangen; bei heftigen Ansprüche stellen werden, so doch die höheren Ich sage politisch auch im Rückblick auf die Wahlen. Mit Recht hat Dieser Sachlage bescheiden wir uns mit der Magistratsvorlage und Mädchenschulen, für die eine neue Organisation im Gange mein Freund, Herr v. Oldenburg, darauf hingewiesen, daß wir machen den Versuch, wenigstens diese zu retten. Einstimmig ist. Die Pflichtfortbildungsschule ist erst im Anfang, werden wir, ohne unserer prinzipiellen Auffassung etwas zu ber mir müssen für sie eigene Gebäude und einen Lehrerstamm dem braven Schwein Dank schulden.( Stürmische Heiterkeit.) Gar geben, dafür eintreten. Ich muß mich nun noch gegen die wieder schaffen. Dann wird folgen die Pflichtfortbildungsschule für manchen Abgeordneten hat es durch den reißenden Wahlstrom geeingebrachten Anträge Wallach wenden, wonach die Steuer nach Mädchen. Das Virchow Krantenhaus wird bei boller tragen. Schon darum gebe ich es nicht preis, sondern schütze es dem gemeinen Werte von 1908 berechnet werden soll und wonach sie Belegung erhöhte Ausgaben verursachen; wir müssen ferner heute vor Pestilenz.( Bravo!) Die Landwirtschaft fängt an, sich endlich auf die Umsatzsteuer angerechnet werden soll. Der ausgesprochene schon damit rechnen, daß die vierte 3rrenanstalt nicht zu erholen, die Industrie blüht... Ich vertraue, daß mein berZweck dieser Anträge ist, jede Wirkung dieser Steuer un mög- mehr ausreichen wird, troßdem fie noch nicht gebaut au erholen, die Industrie blüht... Ich vertraue, daß mein verlich zu machen; er hat der Vorlage damit ihre Giftzähne" aus- ist. Wir denken an ein zweites Kinderkrantenhaus, cehrter Kollege, der neue Landwirtschaftsminister, den Spuren gebrochen.( Stadtv. Wallach: Sehr richtig! Große Seiterfeit.) vir wollen die ungentranten ebent. in einem Hospital feines vortrefflichen Vorgängers folgend( Stürmischer Beifall), Lehnen Sie die Steuer ab, so würden wir diesen Beschluß kurz auswärts unterbringen. Diesmal schnitten wir mit der Armen auch diese Frage, wie das Problem, das große Problem der Ent sichtig und sehr bedauerlich finden; aber eine Wertzuwachssteuer erwaltung günstig ab, aber das bleibt nicht. Waisen- schuldung zu einem günstigen Abschluß führen wird. An meiner annehmen und dann solche Bestimmungen hineinschreiben, damit Pflege, Säuglingspflege bedürfen dringend der Hebung. Hülfe wird es ihm nicht fehlen.( Lebhaftes Bravo!) würde die Stadtverordneten- Versammlung von Berlin sich in der alles das erfordert Zuschüsse; an der Erhöhung der Bensions die Landwirtschaft und daß mich insbesondere der Bund der LandBarfoerwaltung, Martthallen, Hafenbauten, Und nun noch eins. Ich will dankbar anerkennen, daß mich Oeffentlichkeit einfach lächerlich machen. Wir lehnen die Mitverantwortung für einen solchen Beschluß ab. äbe, die jetzt der Staat vornehmen will, kommen wir auch nicht wirte nicht im Stich gelassen haben, vor allem nicht in meinem borbei. Alle diese Ausgaben gehen in Berlin gleich in die Millionen. Sollten diese Anträge Wallach angenommen werden, so würden Darum müssen wir gerade in relativ günstigen Beiten wie jetzt Stampfe gegen die Sozialdemokratie( Lebhaftes Bravo!) wir gegen das Ganze stimmen müssen; den Schein für Bedacht nehmen auf einen Rückhalt in Zeiten des Rückschlags. Die Verhältnis zum Bunde der Landwirte war ja anfänglich etwas das Sein zu nehmen, das machen wir absolut Tendenz der Zeit geht doch auch mit Recht auf Ausdehnung der stürmisch.( Große Seiterteit.) So geht es gerade in guten Ehen, nicht mit. Rehmen Sie also unseren Antrag an und stellen städtischen Aufgaben; nehmen wir das nicht freiwillig auf uns, es daß man sich zunächst kabbelt und zanft, bis man sich kennen lernt Sie für Berlin damit eine in überaus mäßigen Grenzen sich be- ommt über uns gegen unseren Willen!( Lebhafte und aneinander gewöhnt und ineinander gefunden hat.( Heiterwegende Wertzuwachssteuer fest!( Beifall bei den Sozial- Bustimmung.)- Eine Steuer, die niemand etwas nimmt von seinem teit.) Dann geht es um so besser. Ich halte es trotzdem nicht Befitz, sondern einen Teil von dem Vermögenszuwachs, den er demokraten.) 1 Mein Stadtv. Levy( Fr. Fr.): Es ist sehr leicht, Grundstücke vor- erfährt, ist eine gerechte Steuer. Es soll bei der Wertzuwachs- für ausgeschlossen, daß auch in Zukunft gelegentlich Meinungszuführen, an deren Verkauf Hunderttausende verdient wurden; steuer nur von einem erheblichen Reingewinn ein Teil an die verschiedenheiten zwischen mir und dem Bund der Landwirte voraber die Möglichkeit, diefen mühelosen" Gewinn allein zu Allgemeinheit abgegeben werden. Der Grundstüdshandel hat auch kommen werden.( Große Heiterkeit.).... erfassen-worüber sich reden ließe ist nicht gegeben; die durch die Umsatzsteuer nicht gelitten, im Gegenteil. Und Steuer würde auch den mühevollsten, verdientesten Breiszuwachs Grundstüdspekulation wird doch wirklich nicht bloß in Neue Fälle von Genicstarre. treffen. Für die Leistungen der Kommune, die dem Grundbefizer unbebauten Terrains getrieben! Aufrichtig zu bedauern ist, St. Ingbert( Pfalz), 14. März.( W. T. B.) Hier find fünf zugute kommen, zahlt der lettere auch der Kommune feine daß der ganz falsche Gedanke, daß die Steuer sich gegen den Grund- Fälle von Erkrankung an Genidstarre amtlich festgestellt worden, Steuern und Abgaben. In dem englischen Munizipalsozialismus befis richtet, in der Bürgerschaft agitatorisch ausgebeutet wurde. ebenso in Ober- und Niederwürzbach je ein Fall. In Erfweilerfindet sich kein Seitenstück zu unserer Wertzuwachssteuer. Herr Wir haben allen Grund, den mit der Kommunalverwaltung so Ghlingen ist ein Mann an Genidftarre gestorben. In allen Orten, Heimann hat das alte Leitmotiv variiert, daß die Spekulation be- eng berwachsenen Grundbesitz zu schonen und zu schäßen; aber schäben; aber schränkt werden müsse, weil sie die Mieten berteuert. Auch Prof. die Steuer richtet sich eben nicht gegen den Grundbesib, sondern in denen die Krankheit auftrat, wurden sofort die Schulen geschloffen. Adolf Wagner ist dieser Meinung. Wenn alles müheloser Gewinn gegen den, der seinen Grundbesitz aufgibt um eines großen Das moderne Unternehmertum. ist beim Grundstücksverkauf, dann wären alle Bodenreformer und Gewinnes willen!( Lebhafte Zustimmung.) Gewiß steht für den M.- Gladbach, 14. März.( B. H.) Falls bis morgen 200 Weber Sozialdemokraten Millionäre.( Seiterfeit.) Der hervorragende Magistrat die finanzielle Bedeutung der Maßnahme im Vorderfozialdemokratische Kommunalpolitifer Dr. Hugo Lindemann hält grunde, aber weite Streife der Bürgerschaft würden nicht verstehen, der Gladbacher Wollindustrie die Kündigung nicht zurücknehmen, bon jenem Leitmotiv sehr wenig und warnt mithin bor einer wenn Sie es ablehnen, Leute mit einem geringen Satz heranzu- dürften 10.000 Weber vom Textil- Industriellen Verein ausgesperrt Ueberschäßung der Vorlage. Bauland im Berliner Weichbild ist ziehen, die aus dem Grundbesitz in Berlin große Gewinne ziehen. werden. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil berant.; C.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanftall Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 63. 24. Jahrgang. $ Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 15. März 1907. ragenden Industriellen, wie Herrn v. Hehl ausgegangen ist, und Jedenfalls ist es gut, wenn man sagt: neue r" Mittelstand; weil sich durch die Besprechung der Interpellation hier im Hause denn der alte ist es eben nicht.( Sehr richtig! bei den Sozialdes Privatbeamtenstandes endlich ein Gefühl der Beruhigung be- demokraten.) Ich halte es für das Wesen des alten Mittelmächtigen wird. Daß die Privatbeamtenbewegung erst im Jahre standes, daß er, gleichweit entfernt von übermäßigem Reichtum 18. Sigung vom Donnerstag, den 14. März 1907, schon früher hier zur Sprache gebracht. Die maßgebenden Stellen nissen lebte. Und dieses trifft für den neuen Mittelstand nicht 1903 geboren wurde, ist nicht ganz richtig; ich habe die Angelegenheit und von außerordentlicher Armut, in gesicherten Lebensverhält nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. von eine Absicht, die Vorlage zu verschleppen, glaube ich nicht. unsicherer als vielfach selbst die Arbeiterklasse. Es ist überhaupt find ja recht vorsichtig, che sie den ersten Schritt tun, aber an zu, denn in Wahrheit ist er in seinen Lebensverhältnissen pretärer, Stengel Erster Gegenstand der Tagesordnung ist: erste und eventuell ein wie geringer Prozentsatz der Privatbeamten tatsächlich über Den Unterschied, den der Staatssekretär zwischen geistiger und Es hat mich interessiert, aus der Denkschrift ersehen zu können, sehr schwer, diese Schichten von der Arbeiterklasse abzugrenzen. atveite Beratung des Gefeßentwurfs betr. den Hinter- 3000 Mart Gehalt hat und daß noch nicht 10 Proz. der Privat- Handarbeit aufstellte, möchte ich nicht ohne weiteres gelten lassen. bliebenen Versicherungsfonds und den Reichs- beamten über 4000 Mart an Einkommen haben. Es gibt Diplom- Ich meine, der Fabritarbeiter und überhaupt jeder, der in einem invalidenfonds. ingenieure, die mit einer monatlichen Bezahlung von 150 bis Reichsschazsekretär Frhr. v. Stengel: Nach§ 1 des vorliegenden 200 Mark abgefunden werden! Der Staatssekretär Graf Posa- technischen Betriebe tätig ist, leistet auch ein gut Stück geistiger Gesezentwurfes soll die im Zolltarifgesetz vorgesehene Ansammlung dowsky hat die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Versicherung der Arbeit.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) In meinem von Zollerträgen zur Erleichterung der Durchführung einer Witwen- Privatbeamten anerkannt und es ausgesprochen, daß man ihnen in Berufe haben die Angestellten neben der selbstverständlichen Beund Waifenversorgung zu einem besonderen Fonds unter dem Namen ihrer schweren Lage helfen müsse. Ich bin überzeugt, daß diese herrschung der mechanischen Tätigkeit auch ein gut Stück Hinterbliebenen- Versicherungsfonds" geschehen. Der Geseßentwurf Worte einen Widerhall im ganzen Lande finden werden und danke geistiger Arbeit zu leisten. Und so ist es wohl überall. Daher stellt somit den ersten gesetzgeberischen Schritt zu der beim Zolltarif dem Staatssekretär und seinen Mitarbeitern für das, was sie bisher ist also die Abgrenzung dieser Schichten von der Arbeiterklasse gesetz vorgesehenen Witwen- und Waisenversicherung dar. Um die in dieser Angelegenheit getan haben.( Betfall im Zentrum.) Der sehr schwer. Die Schwierigkeit dieser Abgrenzung zeigt sich auch Verwaltung dieses Fonds möglichst einfach zu gestalten, soll sie durch ganzen Frage stehen wir sehr sympathisch gegenüber, und da der darin, daß ein gut Teil dieser Männer bald in diesem Berufe die Verwaltung des Reichsinvalidenfonds mitgeschehen. Auch die Wille des Staatssekretärs so fräftig zutage getreten ist, so wird tätig sind, bald in jenem. Die Handelsangestellten, ebenso die übrigen Bestimmungen des Gesetzes entspringen der Abficht, die sich auch ein Weg zur Durchführung finden.( Beifall im Werkmeister, die Arbeiter haben eine Spezialgesebgebung; aber Verwaltung des allmählich immer geringer werdenden Reichsinvaliden- Bentrum.) dieselben Personen gehen bald in die eine, bald in die andere fonds zu bereinfachen und zu verbilligen. Stellung über und sind bald mehr, bald weniger geistig tätig. Darum tut man am besten, die Verbindung der Gefeße für diesen neuen Mittelstand nicht zu lösen von den Gefeßen, die für die arbeitenden Klassen gelten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemo traten.) Es hat gar keinen Wert, hier für diese Kategorie von schweißt die Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse diese Angestellten ein besonderes Gesetz zu schaffen, denn tatsächlich verschiedenen Schichten immer mehr zusantmen.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Es ist ein Widerspruch zu den realen Verhältnissen, hier Unterscheidungen vornehmen zu wollen, die sich in der Wirklichkeit nicht bewähren werden. Vorredner hat von dem Die Notlage dieser Schichten ist unbeschreiblich. Einer der Personenwucher der Privat.beamten. Abg. Pauli- Potsdam( f.): Das Zentrum hat die PrivatNach unwesentlicher Debatte wird die erste Beratung ge- beamtenversicherung nicht zuerst angeregt. Schon im Jahre 1900 hat schlossen, und darauf werden in zweiter Lesung die einzelnen meine Partei diese Versicherung gefordert. Das stelle ich fest, auch Paragraphen des Gesetzes debattelos angenommen. für den Fall, daß ein anderer käme und mitteilt, daß seine Es folgt die Interpellation der Abgg. Heyl zu Herrns- Freunde noch früher dafür eingetreten find.( Große Seiterkeit.) heim und Genossen( natl.) betreffend die Verhältnisse werben ja dann wohl auch Ihren Standpuntt llarlegen wollen. Vielleicht Sie, Herr Singer?( zu den Sozialdemokraten). Sie Graf Posadowsky erklärt sich zur sofortigen Beantwortung der( Lachen und Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Privatbeamten sind nicht von Angehörigen des Mittelstandes angestellt, sondern von den Industriellen, in der Landwirtschaft, von den Rechtsanwälten, also von Leuten, die sehr wohl zu den Kosten der mit Ausnahme der Ingenieure, sind durchschnittlich geringer als die Versicherung beitragen können. Die Gehälter der Privatbeamten, der Staatsbeamten. Die Privatbeamten werden meist in sehr jungen Jahren angestellt; je älter sie werden, desto schwerer ist es Interpellation bereit. Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim( natl.): Seit Jahren schon haben wir Arbeitstammern verlangt, ferner Schuß für die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Regierung hat einerseits stets ihre Sympathie bekundet, andererseits stets die Schwierigkeiten hervorgehoben. Die männischen Streifen bringt man darauf, daß die Regierung den Wünschen der Privatbeamten entgegenkommt. In Desterreich ist ein derartiges Gesetz bereits geschaffen. Die verbündeten Regierungen haben zwar eine Denkschrift über die Verhältnisse der Privatbeamten ausgearbeitet; doch das genügt nicht; es muß nun auch auf dem Wege der Gesetzgebung borgegangen werden.( Bravo! bei den Staatssekretär Graf Posadowsty: Rationalliberalen.) worden. Abg. Heine( Soz.): Ich will was Da Sozialpolitik soll eine Politik des Vorbeugens sein, nicht des für sie, eine angemessene Stellung zu erlangen. Alle Versicherung, gesprochen, der mit solchen Angestellten geübt wird. Beobachtens und Abwartens. Die Privatbeamten beantragen die die ihnen zuteil, geworden ist, war bis jetzt nur Vereinstätigkeit daran erinnern, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Ausdehnung der Versicherung, sie wünschen für ihre Ver- Wir werden zeigen, daß wir der Staatsversicherung freundlich bereits im Jahre 1893 bei der Beratung des Wuchergeſehes einen ficherung einen Reichszuschuß, sie verlangen, daß die Arbeit gegenüberstehen.( Beifall bei den Konservativen.) Antrag gestellt hat, der gerade die wucherische Ausbeutung der geber die Hälfte des Versicherungsbeitrages zahlen, sowie dag alle Arbeitgeber dem Gesetz unterstellt werden. Abg. Dr. Botthoff( fri. Vg): Wenn von gewisser Seite Ver- Arbeitskraft unter Strafe stellen und dadurch möglichst verhindern Dieser Antrag Gerade in den Kreisen der Industrie und in tauf suche gemacht werden, den Staatssekretär des Innern aus seiner wollte.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Interesse der Privatbeamten ein Erfolg dieser Versuche sehr zu be-( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) zum Dank dafür wurde fruchtbaren sozialpolitischen Tätigkeit zu verdrängen, so würde im wurde damals von der Mehrheit des Reichstages abgelehnt. dauern sein. Im Wahlkampfe haben sich die meisten Reichstags- uns dann in den Flugblättern der Mittelstandspolitiker gesagt, tandidaten der Versicherungsfrage freundlich gezeigt; wir dürfen wir wären gegen die Wuchergeſetze gewesen.( Sehr gut! bei den aber, wenn wir Praftisches erreichen wollen, nicht immer mit einem Sozialdemokraten.) Die Abhängigkeit, die Gebundenheit dieser Wust einander widersprechender Anträge kommen. Bedauerlich ist Schichten der höheren Angestellten ist durchweg größer als die der es, daß die Denkschrift dem Hauſe erst jetzt zugeht, trotzdem das eigentlichen Arbeiter.( Seh. richtig!) Sie sind durch ihre speziell Manuskript schon seit Monaten fertiggestellt ist. Die Gehälter der technische oder wissenschaftliche Vorbildung an gewisse Berufe ge Privatbeamten sind zuweilen so niedrig, daß z. B. das Berliner bunden und können sich deshalb nicht so frei bewegen. Sie können Seit Jahren habe ich den Vorwurf gelesen, man solle in der Kaufmannsgericht einen Vertrag mit einer Angestellten, als gegen auch nicht ohne weiteres ihre Stellung aufgeben, um eine andere Sozialpolitit nicht im Automobiltempo vorgehen. Heute hören wir die guten Sitten verstoßend, für ungültig erflärt hat! Wenn ein zu suchen, weil es für ihr spezielles Arbeitsgebiet nur 20 bis von einem Vertreter der bürgerlichen Parteien, von einem National- Kaufmann einem Stellungslosen ein zu 10 Proz. verzinsliches 30 Betriebe im Reiche gibt. Und wo die Möglichkeit vorhanden ist, liberalen, den Vorwurf: wir hinten den sozialpolitischen Forderungen Darlehen gewähren würde, würde er gewiß eine Bestrafung als die Stellung zu wechseln, da hilft der Zeit nach. Aus der Gegenüberstellung dieser beiden Be- Bucherer riskieren; der weit schlimmere Wucherer, die Anstellung die Konkurrenzklausel hauptungen mögen Sie ersehen, ob wir wirklich Sozialpolitik im folcher Leute mit einem zur Arbeitsleistung in keinem Verhältnis Automobiltempo treiben.( Ach nein!" bei den Sozialdemokraten.) stehenden Gehalt, ist allerdings straffrei. Die Berufs- und Ge- nach, die Konkurrenzklausel, die gerade gegen die höheren AnSo etwas kann man wohl urteilslosen Zeitungslefern vorſeßen, der Privatbeamten beitragen.( Beifall bei den Freifinnigen.) Die richtig!) Gewiß, auch Arbeiter haben häufig unter der Stonwerbezählung dieses Jahres wird auch einiges Material zur Lage gestellten in der rücksichtslosesten Weise ausgenutzt wird.( Sehr aber wahr ist es nicht. Jedenfalls bedürfen alle Vorschläge einer ernsthaften Prüfung nach ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Seite. Berechnung des Staatssekretärs, wonach zur Erfüllung der Wünsche turrenzklausel zu leiden. Es kommt vor, daß Arbeiter mit 24 M. der Angestellten eine Kostenrate von 19 Proz. des Einkommens.er- Wochenlohn sich verpflichten müssen, in der Betriebsart, in der sie Die Behauptung, daß von uns in unbedachter, überhafteter Weise forderlich wäre, scheint mir etwas zu hoch; im österreichischen Gejet engagiert waren, bei einer Konventionalstrafe von 5000 W. viele Sozialpolitik getrieben wird, ist falsch und unwahr. Die Erhebungen find die Beiträge erheblich geringer, und ähnliche Ergebnisse hat Jahre lang nicht tätig zu sein! Solche Konkurrenzklauseln sollen über die wirtschaftliche Lage der Privatbeamten und ihr Versicherungs- eine von mir selbst angestellte Untersuchung ergeben. Die Ver- unter anderem auch im Betriebe der Firma Heyl etwas ganz bedürfnis sind im reichsstatistischen Amte wissenschaftlich bearbeitet sicherung soll möglichst für den ganzen Stand oder möglichst große Alltägliches sein!!( Lebhaftes Hört! hört! bei den SozialdemoGruppen der Angestellten, nicht für viele fleine Zweige für sich kraten.) Gerade die höhere Lebenshaltung, die von derartigen In der darüber verfaßten Denkschrift werden auch die Kosten organisiert werden, so daß die einzelnen Kaffen miteinander in Angestellten gefordert wird, erschwert ihnen das Fortkommen. der Durchführung einer Versicherung berechnet, wenn sie nach den Verbindung stehen tönnen. Die Regierung möge sich über das Sie verdienen zum großen Teil nicht mehr als die Arbeiter. Grundfäßen der Versorgung der Reichsbeamten und ihrer Hinter- Nähere des von ihr beabsichtigten Gesetzentwurfes äußern, denn Aber es wird von ihnen ein Aufwand an Kleidung, ein äußeres bliebenen geschieht. Will man den Forderungen der Beamten im wenn sich dieser Entwurf allzu genau an das österreichische Gesetz Auftreten verlangt, wie von keinem Arbeiter, und es wird ihnen vollen Umfange entsprechen, so wäre ein Jahresbeitrag notwendig in Höhe hält, wäre nur der Weg eines Ausbaues des Invalidenfondsgefeßes übelgenommen, wenn sie einmal in Schulden geraten von 19 Proz. des jährlichen Dienſteinkommens. Läßt man die Ge- beschreitbar. Auf die neue Versicherung kann nicht genug Gifer einem Arbeiter kein Arbeitgeber übelnimmt. Wir haben für diese haltssteigerungen fort und legt den Berechnungen nur das durch verwendet werden; sie ist wertvoll nicht bloß für die Angestellten Session einen Antrag eingebracht, der eine Reihe von Forderungen schnittliche Einkommen zugrunde, so würde der Beitrag 14 Proz. selbst, sondern für den ganzen Handelsstand, für die Industrie und zur Besserung der Verhältnisse dieser Angestellten enthält. des jährlichen Dienſteinkommens betragen. Das Durchschnittsein- wie ich gegenüber dem Abgeordneten Pauli bemerken möchte haben wir gefordert, daß die Verhältnisse dieser Klasse erst einmal kommen ergab sich zu 2100 M., der jährliche Beitrag würde also auch für das Kleingewerbe und für den Mittelstand, die dann nur durch Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatistik aufgeklärt 304,50 M. sein. Hierfür würde den Privatbeamten neben der Heil- die lebensfähigen Elemente an sich ziehen würden. Beifall werden. Das entspricht dem, was auch die Parteien des Hauses fürsorge zustehen: nach 10 Jahren eine Invalidenpension von 525 M., links.) eine Witwenrente von 210 M. und für jedes Kind unter 18 Jahren mehrfach gefordert haben. Wir haben besondere Gründe für die eine Waisenrente von 47 M. Nach 20 Jahren würde die InvalidenErhebung einer solchen Statistit. Es hat nämlich kürzlich im Es ist ja heute eine allgemeine Begeisterung für die Sache Berufe der Anwaltsangestellten eine Erhebung stattgefunden, die pension 875 M., die Witwenrente 315 M., die Waisenrente 70 M. der Privatbeamten im Hause vorhanden, aber mir scheint doch, das preußische Justizministerium veranstaltet hat. Und da hat betragen, nach 30 Jahren wären die Säße 1225 M., 490 M., daß das Automobil nur geheizt wird, aber noch nicht abgefahren man nicht die Angestellten gefragt, sondern ausschließlich die 98 M. und nach 40 Jahren würden sie 1575 m., 630 M. ist, und wir wissen noch gar nicht, welches Tempo später ein- Organisationen der Arbeitgeber die Anwaltskammern! und 126 M. betragen. Für einen Jahresbeitrag von 150 M., der geschlagen wird.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist zum mindesten also etwa die Hälfte des vorhergenannten Beitrages von 304 M. iſt, llebrigens war die Anspielung des Herrn Staatssekretärs ganz eine Ungeschicklichkeit, die, selbst wenn dahinter keine böse Absicht würde den Privatbeamten auch nur die Hälfte dieser Bezüge zu- interessant, denn da haben wir ja einmal erfahren, wer die Leute gesteckt hat, von vornherein alles Vertrauen in die Ergebnisse stehen. Die Dentschrift wird Ihnen noch heute zugehen.( Bravo!) find, gegen welche er sich mit seinen Erklärungen in diesen Tagen dieser Erhebung zerstören muß.( Sehr wahr! bei den SozialNach dieser Dentschrift aber werden die Privatbeamten selbst sowie gerichtet hat: der Urheber des Wortes vom Automobiltempo ist demokraten.) Und tatsächlich ist es auch so gekommen, daß eine die berbündeten Regierungen die finanzielle Seite eingehend zu der Herr v. Dirksen, der es im preußischen Abgeordnetenhause Anzahl von Anwaltskammern geantwortet hat: in ihrem Bezirke prüfen haben sowie Die Frage, welchen gesetzgeberischen gebraucht hat. sei alles in Ordnung, man brauche also keine besonderen gesetzWeg man für die Versicherung der Privatbeamten zu gehen Wir stehen der Frage der Versicherung der Privatangestellten, lichen Maßnahmen, während die Angestellten durchaus anderer deren Notwendigkeit und wirtschaftliche Nüglichkeit die oder wie man jetzt zu sagen pflegt, um ihnen einen schöneren Meinung waren. Ich kann mich der Sorge nicht entschlagen, daß verbündeten Regierungen anerkennen. Es wird sich darum handeln, ob Namen zu geben, der Privat beamten, mit großem Interesse auch die Denkschrift über die Lage der Privatbeamten nicht volles man eine Erweiterung des Invalidengesetzes vorzieht, oder ob man für gegenüber. Wir verkennen die Bedeutung dieser Schichten durch- Vertrauen verdient. Ich befürchte, daß eine große Anzahl von die Privatbeamten eine besondere Zwangsversicherung gründet, ferner aus nicht. Was der Herr v. Heyl über die Bedeutung dieser Leuten überhaupt nicht gefragt worden ist, namentlich die schlechtest darum, bis zu welchem Marimalbetrag man die Beamten für Schichten für die Industrie gesagt hat, kann ich Wort für Wort bezahlten. Ich will damit mich über die Denkschrift durchaus nicht zwangsversicherungspflichtig erklären soll, und bis zu welchen unterschreiben. Ich meine, daß hier gerade das Gebiet ist, auf absprechend äußern. Ich meine, daß hier gerade das Gebiet ist, auf absprechend äußern.( Zuruf rechts.) Was wünschen Sie?( Abg. Marimalbetrag die Arbeitgeber verpflichtet sein sollen, zu dieſer dem eine Vermählung der Wissenschaft mit der Handarbeit statt- Dr. Arendt: Das wundert mich!) Ich wundere mich bei Ihnen Bersicherung beizutragen. Dazu kommt noch die andere Frage, wie findet, durch welche unsere ganze Industrie befruchtet wird, und über vieles nicht mehr.( Heiterkeit.) Ich wiederhole: auch wenn weit man eine solche Zwangsversicherung ausdehnen kann, ohne das daß diese Befruchtung durch die Wissenschaft für unsere Industrie die Denkschrift eine Masse sicheren Materials bringen wird, muß Gebiet der Privatversicherungsgesellschaften in einer diesen höchst sich gerade durch diese Privatbeamten vollzieht, daß diese Privat- unserem Antrage auf Klarstellung der Lage der Privatbeamten abträglichen Weise zu begrenzen und einzuengen. Die verbündeten beamten, die sich mit recht schlechten Gehältern und schlechten durch den arbeitsstatistischen Beirat Folge gegeben werden. Regierungen werden es fich angelegen sein lassen, auf Grund Lebensverhältnissen abfinden müssen, die eigentlichen Führer Die Antwort des Staatssekretärs stimmt mich nicht gerade der Denkschrift die Frage eingehend zu studieren; sie werden der Industrie sind.( Unruhe bei den Nationalliberalen und Frei- hoffnungsvoll: 19 Proz. ihrer Einnahmen als Ausgabe für eine dann erklären, ob sie bereit sind, den Wünschen der Privatbeamten sinnigen.) Sie sind die eigentlichen Leiter der Industrie, während Versicherung, das ist denn doch ein bißchen zuviel.( Sehr richtig! entsprechend, den Weg der Gesetzgebung zu beschreiten und auf die Herren Chefs oft fern von den Geschäften weilen und recht bei den Sozialdemokraten.) Da wäre zunächst einmal ein sehr welchen Grundlagen diese Gefeßgebung aufgebaut werden soll. Vor wenig tun.( Lebhafter Widerspruch bei den Nationalliberalen großer 3uschuß der Arbeitgeber notwendig und selbstendgültigen Beschlüssen wird es aber auch für die Mitglieder dieses hohen Hauses und für die Privatbeamten selbst nüßlich sein, sich in und Freifinnigen. Buruf bei den Sozialdemokraten: Sie tun verständlich auch ein sehr erheblicher Reichszuschuß. Wir stehen die Einzelheiten der Denkschrift zu vertiefen und sich darüber klar gar nichts!) Nein, so boshaft bin ich nicht, das zu behaupten. prinzipiell auf dem Standpunkt, daß es sich hier nur um eine zu werden, wieweit sie bereit sind, den finanziellen Opfern einer Am meisten ist das noch in der Landwirtschaft der Fall, wo die 3wangsversicherung zu genügen Daß ein Bedürfnis nach einer Inspektoren die Güter bewirtschaften, während die Herren sich handeln darf. Es geht nicht, etwa die Versicherten auf die Privatfolchen Versicherung vorliegt, erkenne ich an. Es ist sehr traurig, in Berlin amüsieren. Es ist sehr traurig, in Berlin amüsieren.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten; versicherungen anzuweisen und den Privatversicherungen dadurch ( Sehr wenn ein Privatbeamter, der jahrelang redlich gedient hat, stellenlos Unruhe rechts.) Und gerade die Verhältnisse der Privatbeamten die Vorteile des Versicherungszwanges zuzuschanzen. wird und schließlich fogar der öffentlichen Wohltätigkeit verfällt. in der Landwirtschaft sind überaus traurig.( Widerspruch rechts.) richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich meine, daß selbst die Besonders traurig liegen nach meinen Erfahrungen die Verhältnisse Gerade in meinem Berufe habe ich Gelegenheit, das zu erkennen. Versicherungsvereine, die Berufsvereine darauf verzichten müssen, für die Privatbeamten auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Man wird oft von alten Inspektoren von Rittergütern an- die Träger dieser allgemeinen staatlichen Versicherung zu sein; Ueber die wirtschaftliche Notwendigkeit und die sittliche Berechtigung gegangen, die sich in ihrem Berufe abgearbeitet haben: ob es nicht ihnen bleibt immer noch das große Feld der Zuschußversiche= einer solchen Versicherung kann also gar kein Zweifel bestehen. möglich sei, ihnen eine Stellung als Bureauschreiber zu ver- rung offen. Wir verlangen auch, daß die Versicherung obli Zweifelhaft fann man nur über die Wege sein, die einzuschlagen schaffen. Auch zahlenmäßig ist diese Schicht von Privatbeamten sind, und über die Frage, wie die notwendigen finanziellen Mittel nicht gering anzuschlagen. Sie wächst im Verhältnis zu ihrer aufgebracht werden sollen. Das kann erst Gegenstand der Erwä- früheren Zahl noch stärker als selbst die Arbeiterklasse. gungen der verbündeten Regierungen und des hohen Hauses sein, wenn Sie von der Dentschrift eingehend Kenntnis genommen haben. ( Beifall.) hat, Auf Antrag des Abg. Bassermann( natl.) wird in die Be ( prechung der Interpellation eingetreten. Abg. Sittart( 3.): Ich könnte di Interpellation, wie es die Nationalliberalen bei der Interpellation Trimborn getan haben, auch einen Schlag ins Wasser nennen. Ich tue das aber nicht, sondern begrüße die Interpellation, weil sie von einem so hervor. N Reichsversicherung gatorisch sein muß. Nun haben sich die Bureaugehülfen in ihren verschiedenen Organisationen mit der Frage beschäftigt. Die einen sind mehr für eine besondere Versicherungsanstalt, Auch für das Wohlergehen der gesamten Gesellschaft ist die andere denken daran, daß eine neue Klasse auf den Unterbau der Lage dieser Klasse nicht bedeutungslos. Es ist für die Gesellschaft Invaliden- und Altersversicherung aufgebaut wird; sie meinen, von Wert, daß es Stellen gibt, die gewissermaßen das Sprung- daß dabei zugleich die Altersgrenze auf 60 Jahre herabgesetzt brett für das Talent sind, daß aus den breiten Massen diejenigen werden könnte. Das wäre ja das einfachste und könnte auch am herausgezogen werden, welche kräftiger und tüchtiger arbeiten schnellsten erledigt werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo fönnen als andere, und daß diese den Anreiz zu einer Stellung fraten.) Den Prioritätsstreit der verschiedenen Parteien halte bekommen, die ihnen entsprechend ihrer Tätigkeit auch mehr ich für unfruchtbar, aber betont sei doch, daß meine Partei bereits bietet. Man hat behauptet, diese Schichten stellten einen neuen im Jahre 1899 bei dem Invaliditäts- und AltersversicherungsMittelstand dar. Der Ausdruck Mittelstand ist ja sehr vieldeutig. I gesek den Antrag gestellt hat, alle Angestellten mit einem Ein Abgeordnetenbaus. 33. Sigung. Donnerstag, den 14. März 1907, mittags 12 Uhr. Die Der Staat!( Gelächter hmen bis zu 3000 M. in die Versicherung einzubeziehen, und die Möglichkeit hätte, aus den Fesseln des Vertrages herausB das abgelehnt wurde.( Hört! hört! bei den Sozialdemo- zukommen. Bor ganz furzem wurde mir wiederum ein raten.) Ja, es hat eine Zeit gegeben, wo Gugen Richter in Ver- folcher Vertrag, wie der von derselben Firma, vorgelegt, bindung mit der Zentrumspartei sich für den allmählichen Ab- der im Jahre 1900 auf 5 Jahre geschlossen war, mit der Bestimmung, der Invaliditätsversicherung ausgesprochen hat!( Sehr daß er bei Nichtkündigung auf unbestimmte Zeit verlängert sei. Db richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese Zeiten sind vorbei. der Vertrag noch besteht, weiß ich nicht, jedenfalls war er auf längere Am Ministertisch: Dr. v. Studt. Wir Sozialdemokraten erklären, daß wir uns, frei von aller Zeit beabsichtigt. Dieser Vertrag ist mit einem Angestellten mit Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des KultusEmpfindlichkeit, an jeder Arbeit beteiligen werden und daß, wenn 24 M. Wochenlohn geschlossen!( Bewegung. Rufe bei den Sozial- etats. Zunächst erfolgt eine Besprechung des polnischen Schulstreiks. Abg. Stychel( Bole, schwer verständlich): Die politischen Erperiman uns zu Vorbesprechungen aufgefordert hätte, wir uns daran demokraten: Hungerlohn!) Herr v. Heyl sagte: Verträge werden beteiligt haben würden, ganz gleich, wer uns diese Bitte vor- bei ihm nicht mit Arbeitern, sondern nur mit Vertrauenspersonen mente der preußischen Regierung haben große Erbitterung hervorgetragen hätte. Wir sind aber nicht aufgefordert worden. Wir geschlossen.( Lebhafte Heiterkeit.) Nun gut, also diese Vertrauens- gerufen. Die Gegenbewegung hat der preußischen Regierung Unhoffen, daß auf diesem Gebiete bald etwas erreicht wird, aber person verpflichtet sich, nach Auflösung des Vertrages 5 Jahre lang annehmlichkeiten gebracht, der unabhängigen Presse Freunde. In nicht nur für diesen neuen Mittelstand, sondern wir hoffen, daß das nicht in einem gleichen oder auch nur in einem ähnlichen der ganzen zivilisierten Welt hat die Bewegung Bewunderung erGute, was geschaffen werden soll, zugleich ein Anreiz sein möge, Geschäfte tätig zu sein: in Westfalen, der Rheinprovinz, Süd- regt.( Oho! rechts und bei den Nationalliberalen.) auch die Versicherung der eigentlichen Arbeiter zu verbessern. deutschland, Thüringen und dem Königreich Sachsen!( Bewegung. rechts.) Redner verliest einen Artikel der Frankfurter Beitung", führen einen gerechten Verzweiflungstampf.( Schallende Heiterkeit ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nähere Angaben will ich der auffordert, die Nationalität der Polen zu respektieren. Abg. Linz( Rp.): Es gibt keinen Stand, der soviel nach außen nicht machen, damit nicht gleich erkenntlich ist, wer der Betreffende Langmut der Polen ist erschöpft.( Schallendes Gelächter rechts.) repräsentieren muß und dabei unter einer solchen Fülle von Not und ist.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Bei Zuwiderhandlung Der Kultusminister hat sich nach meiner letzten Rede erlaubt, den Elend zu leiden hat wie der Privatbeamtenstand. Der Abgeordnete sieht der Vertrag eine Konventionalstrafe von 5000 M. vor, Heine hat die Privatbeamten für seine Partei in Anspruch ge-( Bewegung. Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ohne daß Schulstreit als ein pädagogisches Verbrechen zu bezeichnen. Wer nommen. Man scheint aber in Privatbeamtenkreisen der Sozial- der Betreffende von seiner Verpflichtung, einen der Firma hat das pädagogische Verbrechen begangen? rechts.) Redner führt zahlreiche Beispiele an, in denen von den demokratie doch nicht recht zu trauen; denn gerade dieser Stand etwa entstandenen höheren Schaden zu ersetzen, entbunden ist! Stindern verlangt sei, deutsche Antworten zu geben, ohne daß die ist bei den letzten Wahlen eine der zuverlässigsten Stügen Der Mann verdient also etwa 1250 M. und die Konventionalstrafe Kinder sich deutsch hätten verständigen können. Ein Lehrer habe den der bürgerlichen Ordnung gewesen,( Zustimmung rechts.) und auch beträgt etwa das Bierfache davon.( hört! hört!) Würde eine solche Kindern den Saz:" Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" aus diesem Grunde ist es unsere Pflicht, für ihn einzutreten. Nach Klaufel mit einem Handelsangestellten abgeschlossen werden, so farmachen wollen. Das Kind habe aber das Wort„ Anfang" nicht den Erklärungen des Staatssekretärs scheint es, als ob man auch in wäre fie nach dem Handelsgesetzbuch einfach ungültig. Leider gibt berstanden. Da habe der Lehrer das dadurch klarmachen wollen, daß dieser Frage noch nicht über die ersten Stadien der Erwägungen es für gewerbliche Angestellte eine solche Bestimmung nicht, er auf den Anfang einer Bank zeigte. Als er dann fragte: Was hinausgekommen wäre. Wir erwarten, daß die Wünsche der Privat- und ich glaube nicht, daß dieser Vertrag angefochten schuf Gott? antwortete das Kind: Eine Bank!( Heiterkeit.) Ein beamten recht bald erfüllt werden.( Beifall rechts.) werden kann. Eine weitere Bestimmung des Vertrages besagt: Lehrer, den die Kinder auf polnisch mit„ Gelobt sei Jesus Christus!" Wenn die Firma felbst die Kündigung ohne besonderen Grund vor- begrüßten, antwortete ihnen:„ So könnt Ihr Schweine grüßen!" nimmt, wird die Zeit, innerhalb deren der Angestellte in einem( hört! hört! bei den Polen.) Ich habe viele Zeugnisse von Aerzten, anderen Betriebe nicht arbeiten darf, auf zwei Jahre herabgesetzt. dic beweisen, wie brutal die polnischen Kinder oft mißhandelt. Die Konventionalstrafe wird auch in diesem Falle nicht ermäßigt! werden. Es kommt vor, daß die Kinder bis 30 Schläge am Tage ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben hier also erhalten und daß sie ohnmächtig zusammenbrechen. Redner verliest einen solchen Vertrag mit jemand, der nach den Erklärungen des eine Reihe solcher Atteste! Eltern, die ihre Kinder anhalten, in Herrn v. Heyl zu den unteren Angestellten gehört. Das ist eine der Schule polnisch zu antworten, werden bestraft. Wir wußten Bestätigung für das, was ich ausgeführt habe: daß diese Leute bisher nicht, daß auch die Eltern der Schuldisziplin unterliegen. vielfach schlechter daran sind als die Arbeiter; sie sind gebundener( Sehr gut! bei den Polen.) schon durch ihre Verhältnisse, und die Konkurrenzklausel dient dazu, Wir erkennen die preußische Volksschule und den preußischen fie vollständig zu feffeln.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Staat an, aber nicht die herabwürdigung der Schule durch Lehrer, Abg. v. Heyl( natl.): Der Vertrag, den der Kollege Heine vor die sich zu Werkzeugen der Politik machen. Gegen diese Sorte gelesen hat, hat sicherlich nicht meine Unterschrift getragen. Ich müssen wir auftreten.( Bravo! bei den Polen.) hätte diese Konventionalstrafe von 5000 m. bei 24 M. Wochenlohn Kultusminister Dr. Studt: Was der Vorredner vorbrachte, feineswegs gebilligt, halte sie auch nicht für einklagbar. Ich habe stammte aus dem alten Arsenal der Polen. Schon vor 24 Jahren, nach Hause telegraphiert, um nähere Mitteilungen über den Vertrag am 14. März 1883, hat der damalige Abgeordnete v. Stablewsti diezu bekommen. Ich behalte mir vor, morgen außerhalb der Tages- selben Argumente geltend gemacht, nur mit einem viel weiterordnung eine weitere Erklärung abzugeben. Im übrigen konstatiere gehenden Biel, nämlich dem: für den ganzen Schulunterricht die ich mit Freuden, daß der Abg. Heine die Politik aufgeben will, die polnische Sprache zu bekommen.( Hört! hört!) Der Vorredner befeither von den Sozialdemokraten und besonders von Bebel betrieben handelt alles vom polnischen Standpunkt aus, soweit es sich worden ist( Abg. Bebel: Jch melde mich zum Wort!"), die Politik um die Religion handelt, während die Interessen vieler Tausender ( Oho! bei den nämlich, die alle fozialreformatorischen Gefeße der bürgerlichen deutscher Katholiken ihn nichts fümmern. Parteien als Konzeffiönchen an die Arbeiter bespöttelt.( Sehr wahr Polen. Sehr richtig! rechts.) Gestatten Sie mir, gegenüber der Tiebevollen Beurteilung des Vorredners, der uns roh, blödsinnig, Abg. Hormann( frs. Vp.): Von einem Automobiltempo in der bei den. Nationalliberalen.). brutal, barbarisch nannte, eine Zusammenstellung unserer MaßSozialpolitik habe ich noch nichts bemerken können. Allerdings Abg. Heine( Soz.): nahmen zu geben.( Der Minister verliest die Erlasse der Regierung, ist das sozialpolitische Verständnis im Bürgertum sehr gewachsen, und hoffentlich wird infolge dessen das Tempo der Sozialpolitit Die Ausführungen des Abg. v. Hehl haben wiederum bestätigt, in denen bestimmt ist, daß alle unnötigen Härten zu vermeiden find.) Der Vorredner sprach von einem Jungen, der eines polnischen etwas schneller werden. Für die Privatangestellten verlangen wir was ich vorher gesagt habe. Herr v. Hehl kennt den Bertrag Grußes wegen bestraft sei. Wie ist es in Wahrheit? Der Junge nur einen Teil dessen, was die Staatsbeamten haben. Die Kommunen nicht, vor zwei Jahren vorgelegt wurde, und sind auf diesem Wege, bereits vorangegangen. Auf die Selbsthülfe der mit dem hier verlesenen gleich lautend war. Diese Verträge sind hatte den Lehrer mit einem polnischen Gruß ostentativ belei und auf Sparen darf man die Privatangestellten nicht verweisen in ein metallographiertes Formular eingetragen.( hört! hört! bei digt. Der Lehrer stellte ihn zur Rede. Da warf der Junge sich ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.); dazu reichen die Gehälter den Sozialdemokraten.) Der Vertrag scheint dort also nicht nur aur Erde und biß dem Lehrer ins Bein, daß das Blut in die Stiefel nicht aus. Das Durchschnittsgehalt hat der Staatssekretär mit einmal, sondern recht häufig geschlossen worden zu sein. Der lief. Das ist der arme mißhandelte Junge!( Seiterfeit.) Auf 2100 M. zweifellos viel zu hoch angegeben, dagegen wird es sicherlich Abg. v. Heyl kennt den Vertrag nicht; er meint, er würde ihn nicht unserer Seite ist nicht nur die Macht, sondern auch das Recht. ( Beifall.) möglich sein, den Beitrag viel niedriger zu halten als 19 Prozent. abgeschlossen haben, wenn er ihn gekannt hätte. Das ist ein Beweis ( Beifall bei den Freisinnigen.) für das, was ich vorhin sagte, daß in solchen Riesenbetrieben und bei solchen Millionenvermögen die eigentliche Leitung des Geschäfts nicht in den Händen des Chefs selbst liegt.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Daß Herr v. Hehl persönlich eutschuldigt ist, gebe ich gerne zu. Abg. Saß- Jaworski( Pole) erklärt die Versicherung der Privatbeamten für eine ideale Ehrenpflicht des Deutschen Reiches. Abg. Lattmann( Wirtsch. Vg.): Es ist falsch, unsere Mittelstandspolitit nur als eine Wirtschaftspolitik zugunsten des selbständigen alten Mittelstandes zu betrachten; die Gesellschaft hat die Pflicht, auch den un selbständigen Mittelstand nach Möglichkeit zu schützen und zu stützen. Es ist zu wünschen, daß die Arbeiten, die zur Vollendung dieses sozialen Werkes noch erforderlich sind, möglichst beschleunigt werden. Abg. Bruhu( Antis.): Das Kapital macht die Berselbständigung der Angestellten beständig schwieriger. Für den infolgedessen immer größer werdenden Mittelstand, dessen Existenz immer unsicherer wird, muß daher die Gesetzgebung eintreten.( Beifall bei den Antisemiten.) Herr Heine will die Versicherung der Privatbeamten an die Arbeiterversicherung anschließen. Das wundert mich nicht; denn die Sozialdemokraten wollen alle Klassen auf das Niveau der ArbeiterKlasse herabbringen und ihnen das proletarische Gefühl, das Solidaritätsgefühl, beibringen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Stresemann( natl.): Ueber die Notwendigkeit der Versicherung der Privatbeamten sind alle Parteien einig; sie ist notwendig auch im allgemeinen staatlichen Interesse, um dem Kern des deutschen Mittelstandes eine wirtschaftliche Sicherung zu verschaffen. ( Lebhaftes Bravo! bei den Nationalliberalen.) abg. Sittert( 3.) betont gegen die Abgeordneten Pauli und Stresemann, daß das Zentrum die Angelegenheit zuerst und am energischsten angeregt habe. Abg. Dr. Potthoff( fri. Bg.): Herr Heine hat sich auf mich als Kronzeugen dafür berufen, daß die Denkschrift lüdenhaft und feine geeignete Grundlage für eine gesetzgeberische Maßnahme sei. Das Gegenteil ist meine Ansicht. Abg. Frhr. v. Heyl( natl.): Der Abgeordnete Heine hat vers sucht, meine Initiative als Interpellant durch Behauptungen aus dem Kreise meiner eigenen Industriellentätigkeit herabzuwürdigen. Verträge mit Konkurrenzklausel werden in meinem Betriebe überhaupt nicht mit Arbeitern, sondern mit Rück sicht auf die ausländische Konkurrenz nur mit Beamten geschlossen, die in gewisse Geheimnisse der Fabrikation eingeweiht find. Diese Beamten erhalten dann ein besonderes, sogenanntes Unternehmergehalt. Die Industrie muß eben ebenso geschützt werden wie die Angestellten. Was den von dem Abg. Heine angeführten einzelnen Fall betrifft, so habe ich bereits an meine Fabrit um Auskunft telegraphiert; mir ist jedenfalls von diesem Falle nichts bekannt, und ich darf ihn wohl vorläufig bezweifeln.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Stresemann( natl.) bestreitet, daß der Bund der Industriellen in der Frage der Versicherung eine andere Stellung einnehme als der Interpellant. Abg. Heine( Soz.): der mir ! Abg. Dr. v. Heydebrand( k.): Es handelt sich bei dem Streik nicht um eine Forderung der Religion, sondern des nationalen Stampfes gegen das Deutschtum. Damit ist für uns die Antwort gegeben: Sie stoßen mit Ihren nationalen Forderungen gegen einen nationalen Staat.( Beifall.) Wenn wir im Religionsunterricht Es ist jetzt Mode, immer zu behaupten, die Sozialdemokratie nachgeben, dann verlangen Sie( zu den Polen) auch bald die polUnruhe.) Ein tapferes Volt schickt in einem Kampf um feine mache jetzt eine neue Bolitik. Nein, diese Bolitit, die ich vorhin nische Schule.( Abgeordneter Korfanty: Das tun wir schon jetzt! dargelegt habe, ist für die Sozialdemokratie nichts Neues.( Sehr nationalen Güter nicht die Kinder voran.( Sehr wahr!) Ich fürchte richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist dieselbe Stellung, die leider, daß wir einen vollen Erfolg nur haben werden, wenn wir die Partei zu allen Zeiten sozialpolitischen Vorschlägen gegenüber auch gegen die eigentlichen Träger des Streits vorgehen. Wenn eingenommen hat.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie hat die gefeßlichen Vorschriften dazu jeßt nicht ausreichen, werden wir versucht, alles zu bessern, was wirklich zu bessern ist, hat sich natürlich zu einer Ergänzung bereit sein, wenn die Regierung uns entwirklichen oder versteckten Verschlechterungen immer widersetzt und sprechende Vorschläge macht.( Bravo! rechts.) hat sich auch solchen Dingen widersetzt, die den einer Befferung erweckten, während sie das nicht gaben, was bei den gegenwärtigen Verhältnissen gegeben werden konnte.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) In dieser Lage wird unsere Fraftion immer wieder so handeln. Und ohne meinem Parteifreunde Bebel borgreifen zu wollen, glaube ich sagen zu dürfen, daß Bebel mit dem, was ich vorhin fagte, ganz einverstanden war; denn er hat es durch Zuruf bestätigt. Abg. Bebel( Soz.): Anschein Abg. Dr. Dittrich( 3.) verurteilt den Streit, weil er gur Untergrabung der Autorität führe. Im Prinzip müsse man aber daran festhalten, daß der Religionsunterricht in der Muttersprache erteilt werde. Abg. Dr. v. Jazdzewski( Pole) sucht in längeren historischen Darlegungen nachzuweisen, daß die katholische Kirche stets den Standpunkt vertreten habe, daß der Religionsunterricht in der Muttersprache erteilt werden müsse. Es gebe für die Regierung jezt nur einen Weg zur Verständigung, nämlich den, den Religionsunterricht in den Ostprobingen der Kirche zurüdzugeben. Das habe früher schon Kultusminister Dr. Bosse empfohlen. Staatssekretär Graf Pojadowsty: Die Denkschrift enthält sehr Der Abg. v. Heyl hat versucht, zwischen mir und meinem Barteiviel Neues und Schäzbares. Wir haben aus der Denkschrift erst Kultusminister Dr. v. Studt: Wäre die Ansicht des Vorredners das wichtigste über die Lage der Privatbeamten und vor allem über genossen Heine einen gewissen Gegensatz zu konstruieren. Heine ihr Versicherungsbedürfnis erfahren. Die Fragebogen wurden von hat seinerseits diese Behauptung bereits zurückgewiesen. Ich kann richtig, so wäre der seit Menschenalter bestehende Zustand längst den eigenen Organisationen der Angestellten verfandt und im nur konstatieren, daß das, was mein Parteigenosse Heine vorhin Veranlassung zu einem Eingreifen von autoritativer firchlicher Seite Statistischen Amt nur wissenschaftlich bearbeitet. Dieses Material über die Stellung der Sozialdemokratie zu der bürgerlichen Sozial- gewesen.( Sehr richtig!) Es ergibt sich auch, daß die Forderung politit ausgeführt hat, ganz und gar auch meine Meinung ist. immer nur von einem bestimmten Agitationsgebiet ausgeht. Allein war versicherungstechnisch durchaus notwendig. Ich bin nicht im stande, sagen zu können, ob ich irgendwo einmal dieser tatsächliche Zustand beweist, daß der Herr Abgeordnete nicht im Laufe der Jahre von Konzession chen gesprochen habe. recht hat.( Sehr wahr! rechts und bei den Nationalliberalen.) Ich gebe aber die Möglichkeit zu. Jedenfalls ist das, was Abg. Dr. Friedberg( natl.): Es ist vielleicht ein besonderes Migdie Sozialdemokratie an Forderungen für soziale Reform geschick der Polen, daß sie Herrn Stychel borschickten, dessen Pathos, aufstellt, viel weitergehend als das, was die bürgerlichen beffen Uebertreibungen jede nüchterne und unbefangene Beurteilung Die nationalliberalen Redner verwahren sich dagegen, daß ihre Parteien bieten, so daß es in unseren Augen eben Konzeffiönchen sind. zurückdrängt. Er hat damit angefangen, von einer Art AbwehrPartei nicht sozialreformerisch gesinnt sei. Nun, wir wissen ja alle,( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie aber meinen, maßregel zu sprechen. Damit hat er zugegeben, daß der Streit in daß bis vier Wochen vor den Reichstagswahlen die nationalliberale daß bei uns von vornherein allgemein feststehe, wie unsere Ab- erster Linie politische Motive hatte. Er hat damit etwas aus Bartei immer in zwei Hälften zerfallen ist: eine scharfmacherische Stimmung über sozialreformerische Gesetze ausfallen wird, die im der Schule geplaubert.( Seiterkeit.) Seit den 70er Jahren haben und eine fozialreformerische. Im Jahre 1899 hat Herr Hause hier eingebracht werden, so muß ich sagen: wir haben in wir die jetzigen Vorschriften. Jeht schlägt der polnischen Geistlichkeit Baffermann gegen das Zuchthausgesetz gesprochen, und jedem Falle in unserer Fraktion sehr genau erwogen und mit einem Male das Gewissen. Das kommt doch wirklich sehr vergleichzeitig brachte einer seiner Fraktionsfreunde einen Antrag ein, oft sehr lebhafte Debatten darüber gehabt, ob wir für spätet.( Sehr wahr!) Ich meine auch, daß der Staat sich um die ( Lebhafte Geseze der Kirche nicht kümmern tann. Sonst könnte es ja fommen, der diesem Gesetz das Leben sichern sollte!( Sehr wahr! im Zentrum oder gegen ein sozialpolitisches Gesetz stimmen sollen. Und wir haben stets daß sie verlangt, daß der Eid nur in der Muttersprache abgeund bei den Sozialdemokraten.) Dasselbe erlebten wir bei dem Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Gesetz über die Berufsvereine: Herr Bassermann sprach zwar( das dann dagegen gestimmt( Stürmische Heiterkeit beim Kartell)- Gie nommen werden dürfe.( Sehr wahr! rechts und bei den Nationalliberalen.) Die Regierung ist maßvoll und milde vorgegangen. wir haben stets dann dagegen geerkenne ich an) recht gut gegen das Gesez, weil es ein Gesetz zu lassen mich ja nicht ausreden ungunsten der Arbeiter sei, und sein Fraktionsgenoffe Beumer sprach stimmt, wenn sich nach unserer Auffassung herausstellte, daß die Ver- Die Lehrer sprechen mit den Kindern solange deutsch, bis sie diese ( Abgeordneter Korfanty: Nein!) Sind Sprache verstehen. zwar auch gegen das Gesetz, aber lediglich, weil es zugunsten schlechterungen die Verbesserungen überwogen. Das war z. B. im Sie Kreisschulinspektor, Herr Korfanth?( Abgeordneter Korder Arbeiter sei!( Heiterkeit und Sehr richtig! 6. d. Soz. u. i. 3.) Jahre 1891 der Fall bei der damaligen Novelle zur Gewerbeordnung. fanty: Nein!) Die Qualifikation dazu haben Sie auch nicht! Wenn sich das jetzt geändert haben sollte und wenn die national Das ist ein Standpunkt, den auch die bürgerlichen Parteien ein-( Seiterteit.) Gs ist eine ganz oberflächliche Ansicht, zu glauben, liberale Partei jegt eine ernsthafte Sozialreform treiben sollte, fo genommen haben, z. B. beim Reichspreßgefeß, das notorisch für eine daß es unbedenklich sei, die Erteilung des Religionsunterrichtes hat meine Fraktion nichts dagegen.( Heiterkeit.) ganze Reihe von Staaten eine Verschlechterung brachte, für Sachsen in polnischer Sprache zu gestatten. Redner führt zahlreiche BeiHerr Bruhn meinte, ich hätte mit einem gewissen Bedauern fogar, für Bayern, für Württemberg, für die thüringischen Klein- spiele dafür an, daß die Polen in Galizien die Ruthenen viel und einer gewissen Resignation davon gesprochen, daß jetzt auch staaten. Es wurden damals Befürchtungen in bezug auf das Reichs- schlechter behandelten, als Preußen die Polen.( Lebhafter Beifall.) wie jetzt wieder werde. preßgesetz gehegt, in bezug auf das anderer Seite die Sozialreform betrieben Abg. Frhr. v. Beblik( frt.) meint, es sei nötig, Strafbestim= Danials Meine Partei steht dazu folgendermaßen: Mögen wir in Reichsvereins- und Versammlungsrecht gehegt werden. mungen für die Eltern einzuführen, die ihre Kinder zum Ungedie Mehrheit des Hauses, repräsentiert durch die horsam anhielten, sowie für diejenigen, die, ohne öffentlich hervorfolchen fozialreformerischen Aktionen auch bei weitem nicht hat die Erfüllung deffen fehen, was wir erwarten und verlangen, nationalliberale Partei, das jetzt bestehende Gesetz geschaffen. zutreten, die Eltern aufhezten. Eine solche Bestimmung würde und mögen wir auch vielfach überzeugt sein, daß mehr Schein Die Fortschrittspartei hatte dagegen beschlossen, gegen das Gesetz auch gegen die Sozialdemokraten mit Erfolg angewandt werden als wirkliches Wollen dahinter steckt( Lebhafte Zustimmung bei den zu stimmen. Darauf erklärten die Nationalliberalen, daß sie dann können! Das Haus verlagt sich und beschließt, am Freitag, um 12 Uhr, Sozialdemokraten), so sind wir doch zufrieden, wenn überhaupt etwas auch nicht die Verantwortung übernehmen wollten; und nun geschieht. Vor allem fürchtet sich die sozialdemokratische Partei nicht, machte die Fortschrittspartei Rotau und stimmte für das Gefeß! zunächst die Besprechung des Schulstreits zu beenden, dann den durch Sozialreformen aus dem Sattel gehoben zu werden, vielmehr Uebrigens haben wir für eine Reihe von sozialreformerischen Antrag auf Durchführung der Fachschulaufsicht gesondert zu beraten find wir davon überzeugt: Je beffer es dem Arbeiter geht, je mehr Novellen gestimmt, weil da Berbesserungen vorhanden waren, für und darauf die allgemeine Debatte des Kultusetats vorzunehmen. Schluß 5% Uhr. Zeit er für seine geistige Kultur hat, um so sicherer wird er sich der die wir stimmen konnten. Das ist die Taktik, an der wir auch Sozialdemokratie zuwenden.( Lebhafte Zustimmung bei den künftig festhalten werden, mögen Sie nun dagegen reden, was Sie Sozialdemokraten, Widerspruch bei den Nationalliberalen, im wollen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Zentrum und rechts.) Warten wir das doch ruhig ab, meine Damit ist die Besprechung geschlossen. Herren. Nächste Sigung: Freitag, 15. März, 1 Uhr. Auf der TagesHerr v. Heyl erklärte hier: Solche Verträge, wie ich sie ge- ordnung steht die dritte Beratung des Zufaßübereinkommens vom schildert, existierten in seinem Betriebe nicht. Vor nicht ganz zwei 19. Dezember 1906 zum internationalen EisenbahnfrachtverkehrJahren wurde mir von einem Angestellten der Firma Cornelius Hebereinkommen und die Interpellation Albrecht und Genossen( Soz.) Heyl ein solcher Vertrag vorgelegt, und ich wurde angefragt, ob er über Wahlbeeinflussungen durch die Behörden. gültig wäre, und nach der bestehenden Gesetzgebung mußte ich leider bestätigen, daß er gültig sei, und daß der Betreffende nicht bot Schluß 6% Uhr. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. ( Sigung vom 14. März.) wird fortgesetzt. Abg. Sped( Bentrum) bekämpft die Resolution Die Debatte über die Teuerungszulagen für die Unterbeamten des Blocks, die zunächst die Sache verschleppen will und erklärt noch einmal, daß das Zentrum keine Veranlassung habe, sich um die Deckung der Kosten zu kümmern. In der EtatS-Denkschrist seien ja neue Steuern angekündigt. Warum kommen die Vorlagen nicht? — Schatzsekretär v. Stengel ersucht nochmals, den Zentrums- antrag abzulehnen, insbesondere auch aus etatsrechtlichen Gründen. Es gehe doch nicht an, dah der Reichstag ins Blaue hinein Positionen erhöhe und die Bundesstaaten dann die Kosten zu tragen hätten. Steucrvorlagen seien nicht gemacht, weil man doch Steuern nicht auf Vorrat bewilligt hätte. Gegenüber der Bc- merkung, dah an anderer Stelle gespart werden möge, meint der Schatzsekretär ziemlich grob: Der Reichstag habe es doch in der Hand, Forderungen zu streichen, warum tue man das nicht, wenn gespart werden könne! Kopsch bat Angst vor einer Reichstagsauflösung: es sei doch jeder von der unangenehmen Wirkung einer Wahlbewegung über- zeugt. Und nun gar eine Auflösung wegen Beamtcngehalts- crhöhung! Das würde eine böse Verhetzung der Bevölkerung geben.— S ü d e k u m erklärt, dag die Sozialdemokraten für den Zentrumsantrag stimmen würden: Die Herren von der Rechten ernten jetzt, was sie gesäct, als sie den Zolltarif durchdrückten. Von sozialdemokratischer Seite ist damals die kommende Teuerung auf allen Gebieten� der Lebenshaltung vorausgesagt worden: nun sollen die Zollfreunde auch die Konsequenzen tragen und dick Gehälter der Beamten erhöhen. Die Regierung wolle ein Trink- g e l d geben, das den Hunger nicht aus den Arbeitcrwohnungcn verscheucht.— Liebermann örgert sich über die Presseberichte aus den Sitzungen der Budgctkommission und sagt, er sei auch Beamtenfreund, spricht aber gegen den Zentrumsantrag.— Singer und Spahn treten nachdrücklich für das Budgctrccht des Reichstages ein, kraft dessen es dem Reichstage unbestritten gestattet sein müsse, nach seinem Ermessen Positionen zu erhöhen, über deren Annahme oder Ablehnung allerdings dann der Bundesrat zu beschließen habe. Im Gegensatz zu Richter habe Wicmer das Budgetrecht, dieses einzige Recht, mit dem der Reichs- tag noch Einfluß ausüben könne, preisgegeben. Singer nimmt sich sehr warm der Beamten an und bekämpft energisch die Block- resolution, die einen Unterschied zwischen ctatsmätzigen und nicht etatsmäßig angc st eilten Beamten machte. Die Notlage ist doch bei allen dieselbe und da das reichlich gespendete ..Wohlwollen" kein Nahrungsmittel ist, so müsse man schon eine Teuerungszulage gewähren und zwar an ctatsmätzige und aw nicht ctatsmäßige Beamten nach Maßgabe des Zentrumsantrages, der einen gangbaren Weg bietet, der größten Not zu steuern. Man solle es aber dabei nicht bewenden lassen, man solle die Beamten überhaupt so bezahlen, daß sie auskommen können. Die Kostendcckungsfrage sei leicht zu lösen durch Abstriche an weniger. notwendigen Forderungen, die auch diesmal wieder in hohem Maße vorliegen. Im übrigen mache man doch eine Reichseinkommen- und Vermögenssteuer— dann haben wir Geld!— Wremer teilt namens der Blockparteien mit. daß sie in ihrer Resolution die Unterscheidung zwischen ctatsmäßigen und nicht etatsmäßigcn Beamten fallen lassen.— Schatzsekretär v. Stengel gibt sich nochmals Mühe, Stimmung für den Regierungsvorschlag zu machen: Der Zentrumsantrag koste 20 Mil- lionen Mark und zwar werden die dauernd bleiben, da man doch im nächsten Jahre diese Zulage nicht wieder versagen könne. Gegenüber verschiedenen.Hinweisen auf die Deckung der Teuerungszulage durch die Matrikularbeiträge, die ja gestundet werden, teilt der Regierungsvertrctcr T w e l e mit, dah diese gc- stundeten Matrikularbeiträge schon sehr hoch seien und doch nach je drei Jahren gedeckt werden müßten. Außerdem würden für die gestundeten Summen Schatzanweisungen ausgegeben, welche das Reich auch belasten. Nach weiterer längerer Debatte erfolgte die Abstimmung über die Anträge: der Zentrumsantrag wird mit 10 gegen 12 Stimmen abgelehnt, die Blockresolution mit demselben Stimmenverhältnis angenommen. Die dadurch nicht berührte Regierungsvorlage, welche im Notgesetz 3 Millionen Mark für die Teuerungszulagen verlangt, wird gegen L Stimmen abgelehnt. Die Sozialdemokraten stimmen des- wegen dagegen, weil als sicher anzunehmen ist, daß die Regierung dann keinen Schritt weitergehen und eS bei dem Trinkgelde von 30 M. belassen würde. Nach Ablehnung ihrer Forderung musi sie auf Grund der angenommenen Resolution mit einer neuen Vorlage kommen. Damit ist das Etatsnotgesetz erledigt. ES soll nun das Notgesetz über den Etat der S ch u tz.t r u p p e beraten werden und zwar wird verlangt, daß von den für ISOS bewilligten Summen je ein Zwölftel in den Monaten April und Mai verausgabt werden dürfe. Nachträglich ist die Rate auf je ein Achtzehntel ermäßigt worden. Von Zentrumsseite wird nachgewiesen, daß im neuen Etat einige Anforderungen so ver- ändert sind, daß die hier geforderten Vorbewilligungen die Gesamt- anforderung wesentlich übersteigen würden, es sei also unmöglich, auf dieser Grundlage Gesetze zu machen. D er n bürg, der Berichterstatter S e m l e r und emige Blockmitglieder möchten diese Unstimmigkeiten unter der Hand ausgleichen, aber von sozialdemo- kratischer Seite wird energisch gegen solche liederliche Gesetzes- macherei protestiert. Schließlich setzt man den Gegenstand ab, ohne zu einem Resultat gekommen zu sein, wie die Geschichte arrangiert werden soll.—_____ Berufs- und Betriebszählung im Jahre 1007. Am Mittwoch hat die Kommission ihre Arbeit zu Ende geführt. Zu dem Gewerbe- bogen schlug Abg. Hoch vor» eine Frage nach der regelmäßigen Arbeitszeit(Stunden per Woche) hinzuzufügen. Die Vertreter der verbündeten Regierungen erklärten sich gegen den Antrag, da die Kosten einer solchen Erhebung in keinem Verhältnis zum Ergebnis derselben stehen würden. Die Antworten auf die Frage würden von den Unternehmern gegeben werden, ohne vaß eine Kontrolle bezüglich der Richtigkeit der Antworten möglich sei. Da aber gerade jetzt eine gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit in Frage stehe, so liege die Vermutung nahe, daß die Fragen nicht immer richtig beantwortet würden. Aus diesen Gründen würde den Antworten nur ein ganz geringer Wert zuerkannt werden können. Abg. Hitze schloß sich den letzten Bedenken an und sügte hinzu, man sollte solche Fragen vermeiden, deren wahrheitsgemäße Beant» worwng die Unternehmer in einen Gegensatz zu ihren persönlichen Interessen bringen würde. Der Antrag wurde mit allen Stimmen gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt. Bezüglich der in den gelverblichen Betrieben beschäftigten Per- sonen wird in dem Fragebogen nach der Zahl 1. der Personen unter 16 Jahren und 2. der Personen über 16 Jahre gefragt. Hierzu be« antrogte Abg. Hoch weitere Fragen nach der Zahl der beschäftigten Personen im Alter unter zwölf Jahren, von 12—13 Jahren, von 13—14 Jahren und von 14—16 Jahren. Auch hiergegen sprachen sich die Vertreter der Regierungen sowie der Abg. Dr. Stresemann aus, während Abg. Dr. Hitze den Antrag insoweit befürwortete, daß nach der Zahl der beschäftigten Kinder unter 14 und von 14—16 Jahren gefragt werden soll. Dieser Antrag wird schließlich, nachdem der Antrag des Abgeordneten Hoch abgelehnt war, mit sieben gegen drei Stimmen angenommen. Zur Land- und Forstwirtschaftskarte hatte in der vorigen Sitzung Abg. Hoch den Antrag gestellt, die Frage nach dem Eigentümer des Grund- slückeS und femer für die Fälle, in denen der Betrieb von dem Eigentümer des Grundstücks geleitet wird, die Frage hinzuzufügen, ob der Eigentümer noch andere landwirtschaftliche Grundstücke im Eigentum hat und wo diese gelegen sind. Die Debatte über diesen Antrag wurde von neuem aufgenommen und der Antrag schließlich abgelehnt, dagegen einer Resolution des Abg. Hitze zugestimmt, durch welche die Regierungen zur Vornahme einer besonderen Erhebung über die Eigenwmsverhältnisse in unsererLandwirtschaft ausgefordert werden. Abgelehnt wurden zwei weitere Anträge des Abg. Hoch, von denen der eine die Feststellung der Arbeiter, die in Kost und LogiS bei dem Arbeitgeber stehen, der andere die Feststellung der Betriebe bezweckte, welche einem Syndikat angehören. Sodami wurden noch mehrere Wünsche bezüglich der Vorbereitung der Zählung sowie die Zusammenstellung und Veröffentlichung der Ergebnisse der Zählung vorgetragen, deren Berücksichtigung die Vertreter der Regierungen versprechen. AIS Berichterstatter wurde Abg. Dr. Stresemann bestimmt, der mündlich Bericht erstatten wird, damit der Gesetzentwurf möglichst bald im Plenum zur Beratung kommen kann. Die PctitionSkommission des Reichstages befaßte sich in ihrer ersten Beratung am Donnerstag mit 25 Zuschriften, die in ihrer großen Mehrheit für ungeeignet zur Behandlung im Plenum erklärt wurden. Darunter befindet sich z. B. die Beschwerde des Zahnarztes Smith in Hadersleben gegen die Handhabung einer schon über 40 Jahre alten Polizei- Verordnung, welche sich auf das Verbot des Singens auf- reizender Lieder erstreckt. In dieser rein preußischen Angelegenheit hat bereits im vorigen Jahre das Kammergcricht die Fortdauer der Rechtsgültigkeit ausgesprochen.— Als Material für die Abänderung der Rechtsordnung überwies die Kommission dem Reichskanzler eine aus Hanau eingelaufene Darstellung eines außerordentlich gelagerten Falles zu K 580,3 der Zivilprozeßordnung: ebendahin sollen auch alle den Vogelschutz bc- treffenden Eingänge gelangen: die Bittschriften des Bundes deutscher Militäranwärter in Berlin betreffend Neuregelung des Wohnungsgeldbezugcs mittlerer Beamten soll die Budgetkommission erhalten. Interessant wurden die Auseinandersetzungen bei den folgenden Materien: Der Verband der deutschen Blumengeschäfts- in Haber zu Berlin wendet sich gegen den Vepkauf der Blumen auf den Straßen durch arme Leute und fordert gegen diese„Schleuderkonkurrenz" eine Abhülfe mittels des Hausierhandelsgesetzcs; dagegen treten die Handelsgärtner im Interesse ihre? Gewerbes für die Duldung dieses Ver- schleißcs ein. Die Schützer des Mittelstandes teilen sich: Die Groß- Händler werden von den einen, das GärtNergewrebe wird von den anderen für schutzbedürftig erklärt. Nachdem ein vom Abg. Geck gestellter Antrag auf Uebcrgang zur Tagesordnung gegen die sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt worden war, erfolgte die Ueberweisung der Petition zur Kenntnisnahme. Dagegen war man e i n st i m m i g in der Ueberweisung ihres zweiten Teiles, der sich mit den Uebclständen befaßt, welche zutage treten, wenn Sendungen bestellter frischer Blumen nicht abgeholt und deshalb von der Post veräußert werden. Da nämlich mitgeteilt wurde, dqtz sich zur Herbeiführung solcher billigen Erwerbungen schon spekulative Organisationen gebildet haben, wurde von sozialdemo- kratischer Seite die Ueberweisung dieses Teiles des Antrages befürwortet. Recht unbequem berührte die zolltariffreundlichc Mehrheit der Kommission eine Eingabe des Verbandes deutscher Lohnfuhr- Unternehmer in Frankfurt a. M.» welche dringend bitten, d i e Zölle auf Futter mittel aufzuheben und die Eisen- bahntarife herabzusetzen! Die Petenten. beklagen sich über den Rückgang ihres Gewerbes, wobei die Ver- teuerung der Futtermittel neben anderen Ursachen einen großen Einfluß übe! Die Forderung wegen der Eisenbahntarife eignet sich nach allgemeinem Einverständnis nicht zur Behandlung im Reichstag; dagegen beantragte Genosse Sachse, den Protest gegen den Zolldruck zur Kenntnisnahme zu überweisen. Die Mehr- beit hielt den Stoff für ungeeignet. Der sozialdemokratische Antrag wurde schließlich gegen 6 Stimmen abgelehnt.(Die Frank- furter Fuhrunternehmer haben sich bei der Rcichstagswahl trotz der Zollplage sehr hurrapatriotisch benommen. D. B.) Mus Induftne und ftandel. Handel der Vereinigte» Staaten von Amerika mit Deutschland im Jahre 1906. Die Einfuhr der Vereinigten Staaten aus Deutsch- land ist nach der amerikanischen Handelsstatistik im letzten Jahre ? gegenüber 1906 uni rund 26 Millionen Dollar gestiegen; die AuS- uhr nach Deutschland stieg um fast 30 Millionen Dollar. Dem Werte nach betrug die 1904 1906 1906 in Dollar Einfuhr..... 111 942 336 124 127 448 150 894 393 Ausfuhr..... 193 642 733 212 624 359 242 922 487 der Ausfuhrüberschuß 81 700 398 88 496 911 92 028 094 Deutschlands Einfuhr aus Amerika ist demnach von 1904 auf 1906 absolut in stärkerem Matze gestiegen, als die Ausfuhr nach dort, prozentual ist das Verhältnis anders. Es steht der Einfuhr- steigerung von etwas über 26 Proz. eine Ausfnhrsteigerung von fast 36 Proz. gegenüber. An erster Stelle der amerikanischen Ausstihr nach Deutschland steht Baumwolle, für das letzte Jahr mit 109 060 748 Dollar, da« sind über 44 Proz. der Gesamtausfuhr. Gegenüber 1904 ergibt sich für das letzte Jahr eine Steigenmg um annähernd 16 Millionen Dollar. Die zweite Stelle in der amerikanischen Ausfuhr nimmt Kupfer ein, für 1906 mit einem Wert von 18 197 853 Dollar. 1904 ergab der Wert der deutschen Kupfercinfuhr aus Amerika erst eine Summe von 13 270 994 Dollar. Unser Hauptausfuhrartikel nach den Vereinigten Staaten sind Baumwollwaren. Diese stellen für 1904 einen Wert von 13 991 174 Dollar dar, für 1906 beläust sich die Wertsumme auf 16 922 912 Dollar. Die Steigerung beträgt mithin rund 4 Millionen Dollar. An zweiter Stelle unserer Ausfuhr nach Amerika stehen Pelze und Pelzwaren,' für 1906 mit 7 782 637 Dollar, dann folgen Seidenlvaren mit 6 681 667 Dollar, ferner Zucker mit 6 304 286 Dollar, Spielsachen mit 6 949 411 Dollar, Papier und Papierwaren mit 5 408 634 Dollar, irdene Waren, Steingut und Porzellan mit 6136 913 Dollar, Felle und Häute mit 4 061 669 Dollar. Hamburg-Amerika Linie. Der Bericht über das Geschäftsjahr 1906 weist sehr günstige Ziffern auf. Wenn dieselben hinter den- jenigen deS Jahres 1906 etwas zurückbleiben, so ist dabei in Be- rücksichtigung zu ziehen, daß dem letztgenannten Jahre außerordent- liche Einnahmen von sehr beträchtlicher Höhe zur Seite standen, während der ganze Reingewinn des Jahres 1906 im wesentlichen aus dem regelmäßigen Geschäftsbetriebe� entsprungen ist. Der nach Deckung aller Unkosten verbleibende Betriebsgewinn beträgt 34 469 431,23 M.(gegenüber 37 769 784,40 M. iin Jahre 1906 und 29 504 331,84 M. im Jahre 1904). Der nach Abzug der Zinsen auf die Prioritätsanleihen mit 2 165 859,37 M. verbleibende Reingewinn stellt sich hiernach auf 32 303 671.91 M.(gegen 36 142 987,65 M. im Jahre 1906 und 27 829 722,44 M. im Jahre 1904). Neben der Zahlung einer Dividende von 10 Proz.(im Vorjahre 11 Proz.. im Jahre 1904 9 Proz.), verbleiben, zu Abschreibungen vom Werte der Schiffe usw., sowie zur Dotierung deS ErneuerungS« fondS und des Reserve-AssekuranzfondS 21 782 200,41 M.(im Jahre 1906 24 009 427,85 M., im Jahre 1904 17 969 886.67 M.) verfügbar. Der Reservefonds hat durch Zuführung des AgioS, welches bei der letzten Erhöhung deS Aktienkapitals der Gesellschaft von 100 Millionen auf 120 Millionen Mark sich ergab, eine Erhöhung um ruich 6 Millionen Mark erfahren. Die gesamten Reserven der Hamburg- Amerika-Linie betragen gegenwärtig rund 33 Millionen Mark, gleich 271/2 Proz. deS Aktienkapitals. Die dem Bericht beigefügte Flottenliste weist 158 Ozeandampfer und 206 Flußda-npfer, Schlepper. Leichter und sonstige HülfSfahr- zeuge mit einem Gesamt-Brutto-Raumgehalt von 926 493 Register- Tonnen auf, gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 114 660 Tonnen. Die Gesellschaft hat eme größere Zahl für ihren Dienst zu klein gewordener Dampfer durch Verkauf abgestoßen. Anderer- seit« hat sich die Flotte durch Ankauf mehrerer Dampfer vergrößert. Außerdem befinden sich gegenwärtig 13 Dampfer im Bau, loelche zum Teil sehr bedeutende Dimensionen aufweisen. ES befinden sich darunter ein Schwesterschiff der„Amerika" mit einem Brutto-Raum- gehalt von nicht weniger als 29700 Tonnen, ferner zivei Passagier- und Frachtdampfer, welche»President Lincoln" und„President Grant" genannt werden sollen, von 18 120 Register-Tonnen. sowie zwei weitere Passagier- und Frachtdampfer von je 17 000 Register- Tonnen. Der ständig anwachsende BetriebSumfang der Hamburg-Amerika Linie hat zur Folge gehabt, daß die vor kaum drei Jahren in Be- Nutzung genommenen neuen Hafenanlagen tn Hamburg sich bere als zu klein erwiesen haben. Die Gesellschaft steht daher berei lvegen der Pachtung weiterer Kaistrecken mit den hamburgischen Be Hörde» in Unterhandlung: bis zur Fertigstellung derselben werden einige Liegeplätze provisorisch zur Benutzung durch die Schiffe der Gesellschaft hergerichtet. Auch das Verwaltungsgebäude am Alster» daimn iu Hamburg sieht einer Erweiterung entgegen Die Konjunktur. Auf der Generalversammlung der„Gelsenkirchcn" wurde auch die Frage der Konjunktur gestreift. Generaldirektor Kirdorf zeichnete die augenblickliche Lage sehr rosig, aber mit sehr starker Reserve äußerte er sich über die Zukunft. Der Kohlen- und Kols- Versand sei so flott wie noch nie, und es könne nicht soviel geliefert werden, als gefordert werde. Auch die Beschäftigung im Eisen- und Stahlgeschäft sei unverändert stark, und man wolle hoffen, daß die von verschiedenen Gesellschaften ausgesprochenen günstigen Er« Wartungen sich erfüllen mögen. Die Gelsenkirchener Gesellschaft ser mit solchen Prophezeiungen zurückhaltend, da es ein sehr mißliches Geschäft sei, den Propheten zu spielen. Krisis in der russisch-polnischen Hüttenindustrie. Die Hütten in Nussisch-Polen müssen aus Mangel an Aufträgen ihre Betriebe immer mehr einschränken. Ständig werden Arbeiter entlassen. Hus der frauenbcwcciuncf. Eine vorwiegend von Frauen besuchte Volksversammlung, eick« berufen von den proletarischen Frauen, tagte am Dienstatz im Kolberger Salon. Genossin Ottilie Baader referierte über das Thema:„Was haben die Proletarier, insbesondere die Dienst- boten, vom neuen Reichstag zu erwarten?" Die letzten Wahlen, führte sie aus, haben uns die gegnerischen Parteien als eine ein- zige reaktionäre Masse gezeigt. Die Sozialdemokratie sei durch- aus nicht weniger mächtig, weil sie weniger Mandate habe. Und die Kräfte, die draußen seien, würden als Agitatoren im Lande fleißig wirken. Nach einer Kritik der Weltmachtspolitik, deren Förderung vorerst das Programm der Regierung und der aus- schlaggcbenden Parteien beherrschen werde, ging sie auf die sozial- politischen Verheißungen der neuesten Zeit ein. Der zehnstündige Arbeitstag für Fabrikarbeiterinnen sei in Aussicht gestellt._ Aber wie werde schon vorgebeugt! Nicht in dieser, sondern in der nächsten Session soll die Vorlage kommen. Vorläufig habe man anderes zu tun. Dann aber solle auch für den Fall der Gesetzwerdung noch eine Karenzzeit geschaffen werden, damit sich die Unternehmer vorbereiten könnten auf den„großen" Uebergang von der elf- stündigen auf die zehnstündige gesetzliche Arbeitszeit, die schon in vielen Berufen von den Gewerkschaften durchgesetzt sei. Ja, eine weit geringere sei schon vielfach erkämpft.(Zuruf: achtstündige!) Wenn aber die Regierung komme und die zehnstündige für Fabrik- arbeiterinnen gesetzlich festlegen wolle, dann erscheine ihr noch eine Karenzzeit nötig für die Unternehmer, die nicht mit der Zeit mitgingen, das heißt für die rückständigsten Unternehmer, z. B. Pie in der Textilindustrie. Tatsache sei denn auch, daß nichts her- auskomme, wenn nicht das Volk dränge, wenn nicht tüchtig agitiert werde. Die Versprechungen der Liberalen seien keinen Pfiffer- ling wert.— Jetzt kämen auch die Freisinnigen und sogar Konser- vative, die sich für ein Reichsvereinsrecht aussprächen. Gutes sei von den reaktionären Mehrheitsparteien nicht zu erwarten. Schließlich werde die Entwickelung der Verhältnisse ein freies Vereins- und Versammlungsrecht notwendig machen. Manches alte Gesetz werde durch die Entwickelung der Verhältnisse außer Kraft gebracht, im ganzen überholt. Höchstens grabe man es dann gelegentlich aus zur Verwendung gegen das Proletariat. Red- nerin geißelt das törichte Gerede der Gegner, daß die Sozial- demokratie Fortschritte auf sozialpolitischen und anderen Gebieten verhindert, dabei würden Stimmen laut für Nückwärtsrevidierung der Versicherungsgesetzgebung. Gegen die kleinen Unfallrenten, sogar gegen solche bis zu 33J4 Proz. laufe man Sturm. Daß Kindern Renten gewährt würden, rege die Herren auf. Nicht im geringsten dächten sie aber daran, die Körper und Geist schädigende Beschäftigung der Kinder ünter 14 Jahren zu verbieten. Leider sei von dem jetzigen Reichstag das schlimmste zu erwarten. Dieser Reichstag werde auch nicht davor zurückschrecken, die„nützlichen Elemente", das Streikbrcchertum, kräftig zu schützen. Bei den immer mehr zunehmenden Aussperrungen habe dagegen noch niemand gerufen:„Harte Strafe dem, der andere an freiwilliger Arbeit hindert." Das sei das gleiche Recht in unserer„Rechts- ordnung". Die Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter vergesse die Gesetzgebung immer wieder. Das Prügelrecht der Herrschaft sei ja durch das Bürgerliche Gesetzbuch beseitigt. Wenn aber ein Dienstmädchen wegen Mißhandlung plötzlich den Dienst verlasse, dann sei ihm trotzdem schwer Recht zu verschaffen. Von diesem Reichstag wäre nicht zu erwarten, daß er Schritte tue zur Ab» schaffung der Gesindeordnungen der verschiedenen deutschen Vater- länder. Es sei aber zu hoffen, dah die Entwickelung, unter an- derem die Landflucht und die Aufklärung durch die Sozialdemo- Iratie das ihre tun würden, daß auch ohne formelle Aufhebung der geschriebenen Gesindegesetze diese faktisch Geltung verlören. Die sozialdemokratische Partei sei, wie sie auch sonst immer auf sozialpolitischem Gebiete voran ging, schon längst für die Auf- Hebung der Gcsindeordnungen eingetreten. Immer hätten sich die anderen Parteien dagegen gestemmt.- Selbsthülfe sei notwendig. Rcdnerin schilderte die Tragödie aus der Oudenardcrstraße(„Vor- wärts" Nr. 61), die auf die Versammlung erschütternd wirkte. und rief die Versammelten auf, alle Dienstmädchen zu verweisen auf den Verein der Hausangestellten. Es müsse und könne Propo- ganda dafür gemacht werden, dah kein Dicnstbote mehr einen Dienst antvete, ohne daß er einen Vertrag eingehe, der seine Bedingungen enthalte und einigermaßen gegen die Sklaverei der Gesindeordnung und so weiter sichere. Dies Recht habe jedes einzelne„Gesinde"' für sich, wenn auch ein gemeinsames Vorgehen nach Art der ge- iverblichen Arbeiter rechtlich nicht möglich sei. Dem Verein der Hausangestellten der die Interessen der„Dienenden" fördere, ihnen einen Halt und Aufklärung biete, könne jeder Dienstbote beitreten. Je größer der Verein sei. je mehr könne er leisten.— Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Genossin Buchmann rechnete besonder? ab mit dem bürger- lichen Geschwätz von der„brillanten Lage" der Arbeiterschaft und von dem„negativen" Wirken der Sozialdemokratie, indem sie die Tatsachen dem gegenüberstellte. Wie sie, wandte sich auch Genossin Bar vom Verein der Hausangestellten im Sinne des Referats an die Arbeiter und Arbeiterinnen, sich der Dienstmädchen anzu- nehmen und sie der für sie bestimmten Organisation zuzuführen. Die Dienstboten hätten keine andere Stühe als die Arbeiterschaft. — Genossin L u n k e w i tz schloß sich den Vorrednerinnen an. Sie teilte noch nkit, daß im Ausnahmebureau des Virchow-Kranken- Hauses einem kranken Dienstmädchen, das wegen Uedcrfüllung ab- Sewicsen werden sollte und das nicht wußte, wohin, gesagt worden ei. sie könne ja ins Asyl für Obdachlose gehen.(Pfui!) Nur dem guten Herzen einer Schwester, die sich für sie einlegte, sei cS zu danken gewesen, daß ein Bett freigemacht und das Mädchen auf. genommen worden sei.— Alle Rcdnerinncn traten für den An- schluß an den Frauen-BildungSverein, an die in Betracht kom. inenden Gewerkschaften und an die Partei(freiwillige Mitglied- sthaft) ein. An Stelle der Genossin Buchmann, die von Berlin verzieht, wurde Genossin Hoppe als Vertrauensperson für den Wcdding gewählt, und als ihre Stellvertreterin Genossin Hoffmann, Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Montag, den 18. März, abends S'/o Uhr, im Neuen Klub- hause, Kommandantcnstr. 72: Generalversammlung. Bericht des Vorstandes. Diskussion. Neuwahl des Vorstandes. Mitglieds- buch legitimiert. Rixdorf. Sonntag, den 17. März, abends 6 Uhr bei Thiel, Berg- straße 161/152: Oeffentliche Frauenversammlung. Lortryg deS Herrn Julian Borchardt: Das neue Evangelium. Weiße»sce. Sonntag, den 17. März, nachmittags 6>/g Uhr bei Ulrich, Rölkestr. 20: Vortrag, Genosse Weiß: Der Proletarier und die bildende Kunst. 100000 Lebensmittel.000000 Soweit der Vorrat reicht. 1/1 Dose 1/2 Dose Stangen- Spargel Extra- Prima 1.50 80P. Stangen- Spargel Pa. 1.40 75Pf. Stangen- Spargel I 1.20.65P. Stangen- Spargel art dann u. 85 48Pf. Bruchspargel Prima 90 50P. Bruchspargel mit Köpfen 70 40Pf. Bruchspargel ohne Köpfe 55 33Pf. Schoten Feinste Schoten feine junge Schoten junge Schoten Gem. Gemüse la Gem. Gemüse ll Erbsen u, Carotten Freitag, Sonnabend Dose Dose 83 47P. Preisselbeeren 53 32. Apfelmus 45 28Pf. Reineclauden 38 24P 11 Dose 2 Dose 60Pf. Verkauf nicht an Wiederverkäufer. Dunstfrüchte 55 33 P. Stachelbeeren Glas 78 44 Heidelbeeren Birnen 65 38P Pflaumen 90 50. Pflaumen mit Kern 45 28 P. Johannisbeeren 54 60 35Pf. Pflaumen ohne Kern 55 33P Kirschen Pfennig 45 Pflaumen in Essig und Zucker 65 38 Pr. Birnen Kohlrabi in Scheiben mit 24 Pf., ca. 4 Pfund- Dose 40 Pf. Grün 1/1 Dose Schnitt- und Brechbohnen Dose 25 Pf. Spinat Dose 34 Pf., ca. 5 Pfund- Dose 70 Pf. Carotten Streifen/ Dose 23 Pf. Hall. Fleischwurst Pfund 1.00| Ringäpfel Pfund 1.10 Pflaumen Pfd. 1.25 Pfund 1.10 Pfund 1.00 Pfund 90Pf. Cervelatwurst in Fettdarm Pfd. 1.30| Zwiebelleberwurst Pfund 55 Pf. Cervelatwurst in Rinddarm Pfd. 1.25 Salamiwurst in Rinddarm Plockwurst Leberwurst ff. Landleberwurst Pfund 55 Pf. Hall. Leberwurst Pfund 90 PL Rotwurst II Rotwurst I Mettwurst( Braunschweiger Anna 1.00 Nussschinken Pfund 1.20 Art) Pfund Weizenmehl 00 2 Pfd. 5 Pfd. 30 Kaiser Auszugmehl 35 Morcheln 1, Dose 75 Pf. Pfd. 50Pf Pfd. 20, 23, 38 PL. Ptd. 40P Pf. Glas 62 Pf. Glas 75Pf Glas 65 Pf. Pflaumen ohne Stein 73 P. Senfgurken 85 Pt. Zuckergurken ff. Kaiser Auszugmehl 1.00 Gewürzgurken Cassler Rippespeer Pd. 85P. Suppenhühner st. 1.95 Apfelsinen Dz.30, 38, 50Pf.| Citronen Dtz. 35,45 Pf. A.Jandorf& Co Spittelmarkt Belle Alliancestr. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Verkäufe. 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Der Genoffe Johann Merkel, der für den zweiten Wahlkreis aufgestellt war, hat jedoch die Annahme einer Kandidatur abgelehnt, weshalb an feiner Stelle der Genoffe Mag Walther, Borfizender der Sozialdemokratischen Parteiorganisation für den Gau Niederbayerr aufgestellt wurde. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. die Verhandlungen der Duma zu berichten, keinerlei Ver- wesenden auch nur genannt. Natürlich wird trotz dieser Feststellung jammlungen zu gestatten! Mit den Abgeordneten, die sich nicht in der bürgerlichen Preise weiter gelogen werden. fügen, fei nach dem Gesetz zu verfahren". Die Magdeburger Boltsstimme" behauptet, daß der Verlag der Der Petersburger Stadthauptmann, Generalmajor. Tribüne" zu Erfurt dem inhaftierten Genossen v. Lojewski Betersburg, 14. März.( Meldung der Petersburger Dratschewstij, ordnete an, daß in den Wohnungen der Reichs- aus der Redaktion der" Tribüne" die Mittel, 3 M. pro Tag verTelegraphen- Agentur.) Die Mitglieder der oppofitionellen dumamitglieder unter feinen Umständen Versammlungen ge- weigere, um die Selbstbeschäftigung zu erlangen, die er sich Dumafrattionen hielten gestern bei dem Fürsten Dolgorukom duldet werden. Zu diesem Zwecke sind außer zahlreichen uni- Justizminister erobert habe. Wie uns vom Verlag und Redaktion der gegen den Oberstaatsanwalt zu Naumburg im Beschwerdewege vom eine Sigung ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, nach der formierten Schußleuten auch Kriminalbeamte hinzugezogen Erfurter„ Tribüne" mitgeteilt wird, ist diese Meldung durchaus falsch. Berlesung der ministeriellen Erklärung für einfachen, worden, die ihrerseits mit den Dwornits in Verbindung Genosse v. Lojewski hat, wie alle Redakteure der„ Tribüne", einen Vernicht motivierten Uebergang zur Tagesordnung zu stimmen. stehen. Hierauf erklärten die Sozialdemokraten, daß sie ihren Rednern trag nach den Forderungen des Vereins Arbeiterpresse, wonach der Im Dienste der Herren Barone! Verlag verpflichtet, im Falle der Inhaftierung die Kosten der gestatten würden, die Politik des Kabinetts Stolypin einer Die Landzuteilung an landarme Bauern in den Ostseeprobingen, Selbstbeschäftigung und der Selbst beköstigung Kritik zu unterziehen. Alle Parteien, Sozialrevolutionäre, vor allem in Livland und Kurland, ist plöblich unterbrochen worden! zu zahlen. Der Geschäftsführer würde diese Pflicht auch ohne Arbeiterpartei und Kadetten, erhoben Widerspruch gegen diese Man wollte etiva 30 000 Familien mit je 40 Morgen Land ver- weiteres erfüllen, indes hat Genosse v. Lojewski bisher dem Taktik der Sozialdemokraten, die sich das Recht vorbehalten forgen, aber die baltischen Barone, denen dadurch so manche billige Verlag in Erfurt nichts mitgeteilt, daß ihm Selbstbeschäftigung wollen, im Namen des gesamten russischen Volkes zu sprechen. Arbeitskraft entgangen wäre, übermittelten dem baltischen General- zugebilligt wurde und daß also die Gelder dafür eingezahlt werden. Es wurde ein Antrag der Sozialrevolutionäre angenommen, gouverneur, Baron Möller Sakomelstij, eine Kollektivbeschwerde, in möchten, die Einstellung der Debatten zu verlangen, sobald die Sozial- der sie unter anderem darauf hinweisen, wie gefährlich es für die demokraten sich zum Wort melden. Diese Forderung dürfte russische Regierung sei, den Bauern selbständig zu machen. eine wirksame Maßnahme darstellen; denn nach dem Regle- Die Vorgänge in Odessa in amtlicher Schwindel- Beleuchtung. ment der Duma dürfen die Debatten nicht eingestellt werden, Betersburg, 13. März.( Meldung der Petersburger Telewenn 50 Mitglieder der Duma sich dagegen erklären; die graphenagentur.) Heute ist über die Vorgänge in Odessa, die zu Sozialdemokraten verfügen jedoch nur über 47 Stimmen. zahlreichen Klagen der Bevölkerung und auch der fremden Konsuln Sollte diese Maßregel jedoch nicht von Erfolg sein, so wollen Anlaß gegeben haben, eine amtliche Darstellung erschienen. Darin sämtliche linksstehenden Deputierten den Sigungssaal ver- heißt es, daß nach den vom Minister des Innern eingezogenen Gr Lassen, um auf diese Weise den Präsidenten zu zwingen, die im Hafen von Odessa organisierten Ausstand hervorgerufen worden fundigungen die dortigen Unruhen durch einen von den Sozialisten Sigung aufzuheben. Fürst Dolgorukom machte den Sozial- feien. Um Schaden für die Stadt und eine Beeinträchtigung des demokraten den Vorschlag, ihren Entschluß noch einmal zu Handels zu verhüten, bildeten Mitglieder des Verbandes russischer erwägen und ihre endgültige Entscheidung ihm mitzuteilen. Leute aus Angehörigen ihrer Partei Schiffsbesaßungen, was die Revolutionäre damit beantworteten, daß sie eine Reihe von Das Budgetrecht der Duma. Schreckenstaten begingen. Sie töteten unter anderem zwei Kapitäne, In Ländern, in denen die Verfassung nicht nur auf dem Papier sprengten Schiffe in die Luft und machten Angriffe auf die Polizei. steht, ist das Budgetrecht, d. h. das Recht der Kontrolle über die Alle diese Taten reizten die Monarchisten auf, die nun ihrerseits die Einnahmen und Ausgaben des Reiches, eine der schärfsten und wirk- Juden und Studenten angriffen als Glemente, die nach ihrer famſten Waffen im Stampfe des Parlaments gegen die Regierung. und der Minister des Innern ergriffen dagegen nachdrückliche Maß Meinung das normale Leben in Odessa störten. Die Ortsbehörde Auch die russische sogenannte„ Verfassung" enthält eine im Gesetz vom regeln, wobei sie beine politische Partei bevorzugten. Ein Mitglied 8. März 1906 niedergelegte Anerkennung des Budgetrechts der des Verbandes des russischen Voltes, das der Plünderung beDuma, jedoch in einer Form, die den Gebrauch dieses Rechts schuldigt war, wurde hingerichtet. Um den 18. Februar war die als eines Kampfmittels ungemein erschwert. Vor allem Ruhe wieder hergestellt. Dem General Kaulbars sprachen die muß die Duma ihr Budgetrecht mit dem bureaukratischen fremden Konsuln ihren Dank für seine Maßnahmen zu ihrem Staatsrat teilen, ja diefer legtere genießt es in noch Schuße aus. höherem Maße, da die Rechenschaftsberichte der staatlichen Kreditinstitute Reichsbank, Bauernbank usw. nur ihm allein bors gelegt werden! Der Staatsrat hat das Recht, die von der Duma gefaßten Beschlüsse zu verwerfen oder abzuändern; in diesem Falle wählt die Regierung zwischen den beiden Beschlüssen, oder aber sie kann, wenn es ihr beliebt, stets einen Kredit in Höhe des entsprechenden Postens im vorjährigen Budget fordern, mit anderen Worten: sie kann sich stets über die Beschlüsse der Duma hinwegsegen und in der alten Weife weiter fortwirtschaften. Das Gebiet, auf dem sich die Budgetbeschlüsse der Duma bewegen können, ist ein äußerst beschränktes. Ein großer Teil des Budgets ist vor ihren Eingriffen geschüßt"! So unterliegen zum Beispiel die Ausgaben für den taiserlichen Hof nicht der Kontrolle der Duma; sie hat nicht das Recht, die Zinszahlungen für die Schulden herabzusetzen oder gar zu verweigern. Außergewöhnliche, feinen Aufschub leidende Ausgaben", ferner Aufwendungen zur Kriegführung oder zu Vorbereitungen zu ihr sowie die„ aus höherem Staatsintereffe gebotenen" geheimen Ausgaben bedürfen keiner Bestätigung durch die Duma und hängen vom Ermessen der Regierung ab. Auf solche Weise find annähernd 40 Broz. des diesjährigen Budgets der Kontrolle der Duma entzogen. Aus der Partei. Göthener Seminars stand Genoffe Baulid vom„ Boltsblatt" Straffonto der Presse. Wegen Beleidigung der Lehrer des zu Deffau vor der Dessauer Straffammer. In einem Artikel des Volksblatt" war das Seminar als Stlavenschule bezeichnet worden. Das soll eine Beleidigung der Lehrer fein. Paulick führte vor Gericht aus, daß an den Universitäten für jedes Fach mehrere Lehrer vorhanden feien, die aber jeder ganz unabhängig von dem anderen eine beondere Richtung vertreten. Hier sei es jedem Hörer selbst überlassen, sich der Richtung anzuschließen, die ihm paßt. Anders sei es bei der Regierung, Abteilung für das Schulwesen, vorgeschriebene Richtung dem Seminar in Köthen. Dort hätten die Lehrer nur die eine von zu vertreten und die Seminaristen hätten diefelbe zu lernen. Eine Freiheit in der Wahl der Richtung sei dort ausgeschlossen, daher der Ausbruck Slavenschule", der rein bildlich zu verstehen sei und feineswegs eine Beleidigung enthalte. macherrede ähnlich sah, wie ein Ei dem anderen. Er erklärte, die Der Staatsantvalt hielt eine Rede, die einer ScharfSchreibweise des Boltsblatts" sei so verhegend, was ja auch schon von anderen Blättern und in Versammlungen erörtert worden sei, daß endlich einmal ettvas dagegen getan werden müsse. Die unteren Schichten der Bevölkerung müßten sehen, daß der Staat nicht ruhig zusieht, wie seine Einrichtungen Monatshefte", geht uns folgendes Schreiben zu: Bom Genoffen J. Bloch, Redakteur der Sozialistischen untergraben werden. In Anbetracht der Vorstrafen bes Angeklagten und da Geldstrafen bei ihm die erhoffte Wirkung Werte Genossen! Im Vorwärts" vom 13. März wird von nicht haben, beantragte er gegen ihn eine Gefängnisstrafe von drei einer Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins Monaten. Genosse Paulid wies darauf hin, daß die Richter nicht Dortmund berichtet, die den Genossen Bernstein, Calwer und über die Schreibweise des ,, Boltsblatts" อน urteilen hätten, Schippel einen scharfen Tadel" dafür ausgesprochen, daß sie, denn diese stehe nicht unter Anklage, sondern nur, ob der Auswo wir noch in der Stichwahl standen, in den druck" Sklavenschule" eine Beleidigung sei. Das Gericht erkannte Monatsheften" in der ungehörigsten Weise dabei waren, an auf drei Wochen Gefängnis. Der Vorsitzende führte der Partei herumzukritisieren". Die gleiche Behauptung kehrt in der Begründung aus, das Gericht habe die Ueberzeugung, der in einem Bericht über eine Versammlung des 3. Berliner Angeklagte habe den Ausdruck„ Sklavenschule" gebraucht, um zu Reichstagswahlkreises im Vorwärts" vom 14. März schimpfen und um zu hetzen. Es sei in dem Artikel nicht begründet, wieder. Darauf habe ich zu bemerken: Die Voraussetzung, von wie das Cöthener Seminar anders sein sollte, sondern einfach das der jene Redner ausgingen, ist falsch. Das Heft mit den betr. Schimpfwort hinausgeschleudert. Diese Art, öffentliche Anstalten Ausführungen der genannten Genossen erschien nicht vor, herabzusetzen, sei sehr gefährlich und das urteilslose Boll sondern selbstverständlich erst nach der Stichwahl. Die jene Tabel ausgesprochen haben, müssen jene Artifel selber offenbar werde dadurch leicht aufgebeßt. " nicht gelesen haben. Denn sowohl im Artikel Bernsteins, wie Wie man uns behandelt. Die Magdeburger Bolfsstimme" in der Rundschau des gleichen Seftes( Seite 161 ff) find schreibt: Aus dem Gefängnis entlassen wurden am Sonnabendbereits die zahlenmäßigen Resultate der abend und am Montagmittag die Genossen Holzapfel und Stichwahlen mitgeteilt, woraus ohne weiteres hervorgeht, aupt, die wegen des Rotesonntags- Flugblattes sechs Wochen lang Daß jenes Heft erst nach den Stichwahlen gedruckt und zur Aus- sich bessern" mußten. Der dritte der Sünder, Genosse Bethge, der gabe gelangt sein kann. Wenn Genosse Gehrmann( nach dem ebenfalls zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt wurde, wird am komBorwärts" bericht) behauptet, ihm sei der Bernsteinsche Artikel menden Sonnabend den gaftfreien Ort wieder verlaffen. Dem Ge schon am 3. Februar in der Wahlagitation entgegengehalten nossen Holzapfel war von der Oberstaatsanwaltschaft in Naumburg die worden, so ist das offenbar eine Verwechslung, denn gerade der Selbstbeschäftigung verweigert worden. Der Justizminister, an den Bernsteinsche Artikel enthält bereits auf Seite 108 und 114 die sich Genosse Holzapfel beschwerdeführend wandte, hat diesem dann Zahlen der Stichwahl vom 5. Februar! das Selbstverständliche zugestanden, so daß er während der legten Woche seiner Haft davon glücklich noch Gebrauch machen konnte. Aber nur gegen Vorausbezahlung von drei Mark täglich an die Gefängniskasse! Die Duma hat nichts darüber zu bestimmen, wie die für die einzelnen Ressorts bewilligten Summen innerhalb dieser Ressorts felbst verteilt werden: wenn zum Beispiel die Duma für Beamtengehälter des Ministeriums des Innern die im Budget vorausgesehenen 97 Millionen Rubel bewilligt, so kann die Regierung unbehindert die niederen Beamten mit Bettelsuppen abspeisen, hochgestellte Muttersöhnchen aber, Spigel, Geheimagenten und ähnliches Ich würde es als eine schwere Beklegung des ParteiGelichter auf Voltstoften mit Riesengehältern aushalten. Eine der interesses betrachten, angesichts noch ausstehender Wahlen irgend ärgsten Beschränkungen des Budgetrechts der Duma ist es aber, daß wie geartete Kritiken an der Partei zu veröffentlichen. Ich alle auf Grund von Gefeßen, nicht von ministeriellen Ver habe es daher für meine Pflicht gehalten, jede Kritik bis zur Die„ Tribüne" zu Erfurt bemerkt dazu: fügungen erfolgenden Ausgaben vor einer Abänderung oder völligen Erledigung der Wahl zurückzustellen. Um so mehr muß „ Der Oberstaatsanwalt in Naumburg, ein v. Brittwitz und ich es bedauern, daß jezt ein solcher völlig aus der Luft ge- Gaffron, ist wegen seiner Veriveigerung der Selbstbeschäftigung an Verweigerung so gut wie gesichert sind: sie können nur durch griffener Vorwurf erhoben wird. Ich erwarte von der Loyalität sozialdemokratische Redakteure sehr bekannt. Er hat sowohl seiner Aufhebung des entsprechenden Gesetzes bewirkt werden, der Genossen, die das getan, daß sie ihn nunmehr zurücknehmen. zeit dem Genossen Hennig als auch jetzt wieder dem Genossen und diese Aufhebung fann nur auf dem Langwierigen Die Genossen haben allerdings in diesem Punkte geirrt. v. Lojewski die Selbstbeschäftigung veriveigert. Hennig hat während Wege geschehen, den jedes bon der Duma eingebrachte Wahrscheinlich ist daran der Umstand schuld, daß während der acht Monaten Körbe geflochten, Bojewski macht während elf Monaten Gesetzprojekt durchlaufen muß. Das Recht der Duma aber, neue Wahlbewegung der Vorwärts" eine im Januar- Seft der Buchbinderarbeiten. Reiche Bankrotteure und Millionendiebe erSteuern, Kredite, Anleihen usw. zu verweigern, wird zum guten Teil Sozialistischen Monatshefte" erschienene Notiz langen oft leichter Selbstbeschäftigung als Leute, die den Mut dadurch illusorisch gemacht, daß die Regierung stets die bereits er- Calmers zurüdweisen mußte, die über die Steigerung der haben, öffentlich die Wahrheit zu sagen." wähnten„ teinen Aufschub leidenden" oder geheimen Ausgaben Löhne im Jahre 1906 sehr optimistische Ansichten aussprach und die von der bürgerlichen Bresse in der Wahlagitation gegen die vorschützen kann. Die Duma ist auch der Möglichkeit beraubt, von Partei ausgenügt wurde. Außerdem war an den Februar dem äußersten Mittel jedes Parlaments der Verweigerung Artikeln der Genossen Bernstein, Calwer und Schippel in der des gesamten Budgets Gebrauch zu machen, da der Regierung in Bresse und in Versammlungen getadelt worden, daß sie offenbar diesem Falle gefeßlich" monatliche Kredite in der Höhe von in der Hauptsache schon vor den Stichwahlen verfaßt, wenn auch 112 des letzten ordnungsmäßig betätigten Ausgabenetats zur Ver- erst nach den Stichwahlen gedrudt wurden, daß ihre Verfasser fügung stehen. Nun rechnet aber der Finanzminister Kotoffzet, wie wir fich also keine allzu große Frist zur Prüfung der Tatsachen und bei der Bestimmung der vorläufigen Kredite für 1907- für die Zeit bis zur zur ruhigen Ueberlegung gegönnt haben. haben." Soziales. Dringende Warnung vor Arbeiteragenten. Wiederholt wurde von uns davor gewarnt, Arbeit nach dem niederrheinischen Industriegebiete anzunehmen, bevor nicht Erkundigungen durch die Arbeiterorganisationen oder die Duma gefehen haben, dieses Zwölftel aus der Zusammenlegung Ueber die Konferenz der Redakteure unserer Presse, die am Arbeiterpresse des Industriegebiets eingezogen sind. Selbst der ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben( für 1906 faft Sonnabend und Sonntag in Berlin stattfand, werden in der bürger- feste fontraftliche Abschlüsse über Lohn- und Arbeits2, Milliarden) heraus. Auf diese Weise würde die Regierung im lichen Bresse allerlei falsche, aus den Fingern gefogene Meldungen bedingungen sollte man erst vorher einer Durchficht an einFalle der Budget Ablehnung durch die Duma gar nicht so verbreitet. So behauptet der Frankfurter Generalanzeiger", von geweihter Stelle unterziehen lassen. Denn fast immer schlecht abschneiden und stets ungeheuere Summen zur Verfügung einem„ gelegentlichen Mitarbeiter" erfahren zu haben, daß beschlossen folgt die Enttäuschung hinterher. Leider finden wurde, in der Reichshauptstadt ein großes gemeinschaft aber diese Warnungen nicht die gebührende Beachtung. Es liches Journalistenbureau zu gründen. Daran Alles in allem ist also das Budgetrecht der Duma, wenn man schließt sich folgender Unsinn:„ An der Versammlung nahm der zwar richtig, daß die für das rheinisch- westfälische Industriees aufmerksam betrachtet, recht illusorischer Natur, und es eignet Parteivorstand teil, der auch eine" Subvention zusicherte. Es wurde gebiet von gewissenlosen Werbeagenten gefaperten Arbeits sich schlecht dazu, den Boden für eine entscheidende Schlacht mit der aber von seiten der Redakteure volle Unabhängigkeit von dem Partei- flaven zum allergrößten Teile infolge ihres geistigen TiefRegierung abzugeben, wie es z. B. in der englischen Revolution vorstand in allen publizistischen Fragen verlangt und auch durch- standes oder auch infolge allzugroßen Hungers gegen jede der Fall gewesen ist. Trotzdem sind aber die bevorstehenden gefegt, so daß also das Berliner Bureau im Gegensatz zu dem Warnung taub sind. Aber immerhin ist auch die Zahl derBudgetdebatten in der Duma von höchster Bedeutung. Bentralblatt feinerlei Weisungen und Kontrolle von dem Partei- jenigen, die über den Agentenschwindel unterrichtet fein Fönnten und ihnen dennoch ins Garn laufen, eine ganz erhebSoll doch zum ersten Male das innerlich hohle, auf Aussaugung borstand entgegenzunehmen braucht." Wie wenig der gelegentliche Mitarbeiter" über die Konferenz liche. Fast in jeder Waggonladung" Arbeiter und Ausbeutung des Bolles gegründete russische Finanzsystem mit wirklich unterrichtet ist, ergibt sich schon aus dem Umstande, daß er finden sich auch organisierte vor. Zurzeit besteht all seinen schmutzigen Praktiken vor der weitesten Deffentlichkeit einer den Parteivorstand, der der Einberufer war, auch teil- wieder eine wahre Völkerwanderung im buchschonungslosen, in alle dunklen Eden hineinleuchtenden Kritik unternehmen läßt und daß er die Konferenz beschließen läßt, worfen werden. Der glizernde Schleier, mit dem pie Witte und während Beschlüsse gar nicht gefaßt wurden. Ebenso unrichtig i täblichen Sinne des Worts nach den Gefilden Roloffzet die wahre Lage des russischen Reiches vor den Augen alles andere, was die Notiz über die Verhandlungen behauptet. Der Gruben und Eisenbarone. Die HinzuziehenEuropas zu verhüllen fuchten, soll gründlich gelüftet werden. Was Die Prestonferenz hat sich mit den Ausbau der Parteipreffe befaßt, den halten aber gewöhnlich- falls sie nicht schon sofort Kehrt nur so lange aus, bis sie sich das Geld für die Rückfür Augiasställe werden wir da zu sehen und zu riechen be- sie war eine unverbindliche Aussprache über dieses Thema, die machen kommen, wenn es dem„ unerforschlichen Ratschluß" der Zarentlique lediglich gegenseitige Anregung bermitteln sollte. Deshalb erübrigt reise vom Munde abgedarbt haben. In der dem bekannten Millionär Hainel gehörenden Kolonie Rheingefallen follte, fich mit der Dumaauflösung nicht gar zu sehr zu be- fich auch eine Berichterstattung über die Verhandlungen. Die gegnerische Presse wittert aber natürlich hinter diesem preußen" fonnte man vorige Woche Hunderte von Schweigen unserer Bresse furchtbare Dinge und nimmt gefchäfts- Desterreichern ab- und andere zuziehen sehen. Die gleichfalls Die Immunität" der Abgeordneten. eifrigen und ſtrupellosen Zeilenschindern den größten Unsinn ab. weltbekannte Firma Thyssen hatte erst vor einigen Wochen So wird im Hamb. Corresp." eine Meldung gebracht, die bereits Petersburg, 14. März. Die Gerüchte von einer zum burch die gesamte Drdnungspresse den Rundlauf angetreten hat, Bech gehabt mit einem Trupp Holländer in Stärke von 14. März bevorstehenden Dumaauflösung werden weiter ver- wonach auf der Konferenz die Genossen Bebel und Mehring 60 Mann, die bis auf 3 wieder Reißaus nahmen, bevor sie breitet. Gleichzeitig mit der Verbreitung dieser Gerüchte Gegenstand heftiger Angriffe gewesen seien. angefangen hatten. Jetzt ist es der Firma mit einem in, wird die Aufsicht über die Abgeordneten verschärft. Der Ad- Es set hiermit festgestellt, daß nicht ein Wort des Angriffs zwischen neu eingetroffenen Trupp ähnlich ergangen. Die Zechen Nordstern", Konkordia",„ Neumühl", Westende" ministration wurde durch ein Zirkular vorgeschrieben: falls gegen Bebel gerichtet wurde und der Name Mehrings wurde Abgeordnete ihre Absicht verwirklichen, ihren Wählern über lobgleich Genoffe Mehring anwesend war von leinem der An- usw. gleichen wahren Zaubenschlägen, Die" Nordstern" ereilen. ."ielt vergangene Woche durch einen einäugigen Werksagenten �Gerhard Kühnen einen Transport Elsaß-Lothringer ' zugeführt. Den Leuten war ein Schichtlohn in Höhe von 5,50 M. versprochen. An Ort und Stelle angelangt, hieß es ganz einfach:„Wenn Herr Kühnen Euch 5,50 M. versprochen hat, so mag er sie auch zahlen!" Aver wo ist inzwischen Herr Kühnen schon wieder! Vielleicht auf neuer Jagd nach„Händen". Ein Teil der Leute, die nicht aus und ein wußten, ließ sich verlocken, nach„Neumühl" zu Pilgern, um vom Regen in die Traufe zu kommen. Ein anderer Teil blieb und gab sich willenlos den diktierten Be- dingungen preis. Der Rest dankte, verschwand und tauchte in dem großen Heer der von einer zur anderen Zeche ziehenden Arbeiter unter. Für Zeche„W e st e n d e" hatte ein Agent K n o t h e in Waldenburg in Schlesien und Breslau einen Transport„Hände" erwischt. Unter Führung des Steigers B l a t ch e n kamen �6 Mann am Ziele an. Ganz so arg wie der Kühnen hatte man in Schlesien nicht zu schwindeln brauchen. Schon für 4 M. bis 4,50 M. hatten die Arbeiter angebissen. Als sie sich nun weigerten, für 3,50 M. anzufangen, hieß es ganz höhnisch:„Macht, was Ihr w o 1 1 t. Hier haben wir andere Gesetze! W e r n i ch t a r- beitenwill.kannsofortwiedergehen". Aber wohin mit knurrendem Magen? 29 von dem Tnipp singen an, 17 machten Kehrt. Charakteristisch für das Pascha- regiment ist unter anderem mich, daß zwei Ungarn, die in Waldenburg engagiert waren, zurückgewiesen wurden, obwohl sie arbeiten wollten. Den Genasführten die Rückreise zu ersetzen, fällt niemanden ein.„Macht, was I h r w oll t"— lautet die stereotype Antwort, wenn der Arbeiter sein Recht fordert. Tie Leute sollen doch ihr Recht vor Gericht fordern, wird man vielleicht im übrigen Teutschland entgegnen. Als ob im Ruhrgebiet gegen das Kapital mit den Zwirnsfäden des„Rechts" etwas anzufangen wäre! Und dann erst die sogenannte„Menage"! Zu 10 bis 16 Mann wohnen die Arbeiter kasernenmäßig in einem Zimmer zusammen. Und für dieses famose„Logis" zahlen sie 13 M. pro W o ch e. Tie Zeche leistet der Menage- .Verwaltung Garantie, daß niemand durchbrennt. Denn be- vor Löhnung erfolgt, werden erst die Menagekosten abgezogen. Tie erste regelrechte Abrechnung erfolgt gewöhnlich erst nach 8 Wochen. Mancher läuft dann ebenso nackt wieder fort, wie er gekommen ist.» Dies wahnsinnige Draufloswirtschaften kostet natürlich den Werken schweres Geld. Aber das macht nichts. Das Herbeischaffen von auf möglichst niedriger 51ulturstufe stehen- den Arbeitskräften aus aller Herren Länder und den zurückgebliebensten Gegenden Teutschlands dient weniger der Arbeit selbst, sondern mehr als Schreckmittel. Damit die unzufriedene Masse nicht muckst, steht fortwährend Ersatz vor den Toren. Wie lange noch wird dieser Tanz auf dem Vulkan fortgesetzt werden können? GewcrfcrchaftUchc*)« Berlin und llmgeg-end. Der Lohnkampf der Herrenmaßschneider. Testern nachmittag füllte Saal und Galerien des„Palast- thcaters" eine Mitgliederversammlung der Herrenmaßschneider, die sich mit der Tarifvorlage der Arbeitgeber befaßte. Das Referat hielt Kunze. Seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß die Lohnkommission noch nicht in der Lage war, die Tarifvorlage der Arbeitgeber gründlich zu prüfen, weil sie ihr zu spät zugestellt worden war. Am Dienstag traf erst ein Teil der Vorlage ein, der Rest kam dann endlich am Mittwochabend. Wie die Arbeit- geber selbst mitteilten, war in dem ersten Teil eine große Zahl von„Druckfehlern" enthalten. Sie schrieben denn auch, daß sie zu„Aufklärungen" über den Tarif bereit seien, verlangten aber gleichwohl, daß die Arbeitnehmer bis Donnerstagmittag 12 Uhr über die 38 Seiten umfassende Vorlage entscheiden und ihre Ant- wort, nicht etwa der Berliner Gruppe des Arbeitgeberverbandes, sondern— der Zentral st elle in München zusenden sollten! So war es von ihrer Konferenz in München beschlossen worden. Dik Vorlage selbst bietet, wie der Redner an verschiedenen Bei- spielen zeigte, mehr Lohnhcrabsetzungen als-Erhöhungen. Das gilt sowohl für den Akkordtarif wie für den Tagschneidcrtarif, der unter anderen auch eine Lohnklasse mit 25 bis 28 M. vorsieht, so niedrig wie sie bisher nicht bestanden hat. Mit Recht konnte der Redner denn auch sagen, daß die Vorlage nicht, wie die Arbeit- geber angekündigt hatten, Lohnerhöhungen biete, sondern vielmehr geradezu als eine Verhöhnung aufgefaßt werden müsse. Daß er die Vorlage für unannehmbar erklärte, wurde von der Versammlung mit stürmischem Beifall begrüßt. Der Redner berichtete ferner über eine Sitzung des Hauptvorstandes und des Beirates vom Schneiderverband, die am Mittwoch hier in Berlin stattgefunden hat, um über die Situation zu beraten und den Filialen, die an der Bewegung beteiligt sind, Ratschläge für ihre Maßnahmen zu geben. Hier trat zunächst die Tatsache zutage, daß alle Filialen des Reichs bereit sind, wenn es nötig sein sollte, durch Extra- beitrüge die Streikenden oder Ausgesperrten zu unterstütze» und alles auszubieten, um ihnen den Sieg zu sichern. Beschlossen wurde in der Sitzung� den in Betracht kommenden Filialen zu empfehlen, keine Nachrichten an die Zentralstelle der Arbeitgeber in München zu senden, sondern ihre Antwort cm die betreffende Ortsgruppe zu richten. Wo eine Filiale glaubt, die ihr zugestellte Vorlage der Arbeitgeber annehmen zu können, soll sie dies der Ortsgruppe mitteilen. Für die übrigen Filialen gilt das folgende Antwortschreiben, das auch der Berliner Ortsgruppe des Arbeitgeberverbandes zugestellt wird: Antwortlich Ihrer werten Zuschrift vom... d. M. teilen wir Ihnen mit, daß wir uns nicht veranlaßt sehen, über Annahme oder Ablehnung des uns von Ihnen überreichten Lohntariss an die Hauptstelle Ihres Verbandes in München zu berichten. Wir haben seinerzeit der hiesigen Ortsgruppe des Arbeitgeber- Verbandes unsere Forderungen überreicht, von dieser einen Gcgentarif erhalten und können auch nur mit ihr resp. ihrem Vorsitzenden in dieser Angelegenheit korrespondieren. Zu dem uns überreichten Tarif gestatten wir uns zu be- merken, daß wir uns einer so einseitigen Stellungnahme seitens Ihrer Organisation nicht unterwerfen können, sondern daran festhalten müssen, daß nur solche Lohn- und Arbeitsbedingungen im Gewerbe maßgebend sein können, die von den in Betracht kommenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen in aller Form vereinbart worden sind. Wir sind jederzeit bereit, auf Grund der nun vorliegenden beiderseitigen Tarifentwürfe mit Ihnen zu verhandeln und ersuchen Sie, Ort und Zeit hierfür bis Sonnabend den 1ö. d. M. bestimmen zu wollen. Hochachtend Verband der Schneider, Schneiderinnen und verwandten Berufs- genossen Deutschlands, Filiale...... Im übrigen soll die Aussperrung abgewartet werden, wo sie noch nicht durchgeführt ist. Versuchen jedoch die Arbeitgeber eines Ortes, am Sonnabend ihre Vorlage den Arbeitnehmern.aufzu- zwingen, so ist die Arbeit dort niederzulegen. Wie diese Beschlüsse zeigen, ist die Gehülfenschaft, obwohl kämpf- bereit, noch jederzeit gewillt, mit den Arbeitgebern zu verhandeln, während die Arbeitgeber, entgegen dem Uebcreinkommen, das ihr Verband erst Anfang dieses Jahres mit dem Schneiderverband ge. troffen hat, ohne weiteres den Kampf wollen. Im weiteren Verlaus der Versammlung wurde mitgeteilt» daß die Polizei nun in verschiedenrn Straßen den Streikenden das Koalitionsrecht zu beschneiden sucht, indem sie nach altbekannter Manier den Streikposten das Auf- und Abgehen verbietet und mit Sistierungen gegen sie vorgeht. Diese Mitteilungen wurden von der Versammlung mit Entrüstungsrufen aufgenommen. Selbst- verständlich werden sich die Streikposten nicht abhalten lassen, in aller Ruhe und im Rahmen des gesetzlich Zulässigen ihre Pflicht zu erfüllen. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung nimmt mit Genugtuung Kenntnis von den, vom Geiste der Solidarität getragenen Beschlüssen des Haupt- Vorstandes und Beirats. Von der gesamten Kollegenschaft erwartet sie, daß in allen Betrieben, die vom Streik oder von der Aus- sperrung betroffen sind, die Kollegenschaft es als Ehrensache be- trachtet, keine Arbeit zu liefern." Eine Wendung zum Frieden scheint sich im Tapezierergewerbe zu vollziehen. Tie Arbeitgeber haben nämlich gestern die Ortsverwaltung des Tapezierer-Verbandes eingeladen, an einer Sitzung der Bezirksvereinsvorstände teil- zunehmen. In dieser gemeinsamen Sitzung, die der Verbands- vorstand, um seine Friedensliebe zu bekunden, natürlich nicht von der Hand wies, kam es zu einer Auseinandersetzung über die Grund- lagen für einen korporativen Arbeitsvertrag. Heute mittag sollen zwecks Abschluß eines solchen weitere Verhandlungen stattfinden. Die Situation im Tachdeckergewerbe. Der Schutzverband der Arbeitgeber für das Tachdeckergewerbe Berlins war am Mittwochabend bei Schultheiß, Neue Jakobstraße, versammelt, um sich nochmals mit der Situation im Beruf zu beschäftigen. Der Vorsitzende des Verbandes, Dachdeckermeister Weißenhagen, bezeichnete die Forderungen der Gehülfen nach wie vor als unannehmbar. Besonders die achtstündige Arbeitszeit sei entschieden abzulehnen, ebenso wie im Baugewerbe. Nach einer längeren lebhasten Debatte beschloß die Versammlung einstimmig, den Gehülfen anzubieten, vom 1. April ab zu den alten Bedingungen weiter zu arbeiten. Sollten nach dem zu er- wartenden Kampf im Baugewerbe die Maurer und Zim- merer eine Verbesserung ihrer. Lohn- und Arbeitsverhältnisse errreichen, so sei man auch bereit, den Dachdcckergehülfen dement sprechen de Auf- besserungen zu gewähren. Dieser Beschluß soll den Gehülfen mitgeteilt wcrdey mit dem Bemerken, daß die Arbeitgeber auf dieser Basis gern zu Verhandlungen bereit seien. Im weiteren Verlauf der Versammlung versuchte der schärfste der Scharfmacher, der Generalsekretär Maß, auch die Dach- dcckermeister für seinen Arbeitgeberbund zu gewinnen. Allzu großen Erfolg soll er besonders bei den kleineren und mittleren Jnnungsmitgliedern nicht erreicht haben. Doch soll eine später »och einzuberufende Versammlung hierzu erst definitiv Stellung nehmen. Deutfcbes Reich. Die Situation im Hamburger Hafen. Es ist den ausständigen Schaucrleuteu gelungen, etwa SO von den 1500 englischen Hafenarbeitern zur Verweigerung der Arbeit zu veranlassen; diese 50 Mann sollen nach England zurückbefördert werden. Lohnkämpfe im Schncidcrgcwcrbe. | Die Schneider stehen gegenwärtig in eiuer großen Anzahl Orten in Lohnbewegung. Der Zentralvorstand des Arbeitgeberverbandes in München hat nun durch seine Ortsgruppen am 11. u. 12. d. M. den Arbeitern das Ultimatum gestellt, die von den Arbeitgebern vor- gelegten Lohntarife bis Donnerstag, den 14. d. M., mittags 1 Uhr. bedingungslos anzunehmen und darüber nach München zu berichten; andernfalls der Arbeitgeberverband, wenn einzelne oder sämtliche Filialen des Schneiderverbandes dieses Ansinnen ablehnen, sich seine Maßnahmen bis Sonnabend, den 16. d. M., vorbehält. Worin diese Maßnahmen bestehen sollen, darüber der- lautet nichts. Die Arbeiter werden es natürlich ablehnen, in dieser Angelegen- heit nach München zu berichten. Offenbar traut der Vorstand des Arbeitgeberverbandes seinen Ortsgruppen nicht recht, er befürchtet, daß sie geneigt sein könnten, mit den Arbeitern zu verhandeln, Ivo- durch seine Pläne durchkreuzt würden, und deshalb sollen die Arbeiter über die Köpfe der Arbeitgeber am Orte einfach nach München berichten. Die Arbeiter werden da, wo die Tarife der Arbeitgeber an- n e h m b a r sind, diese annehmen; andernfalls den Unternehmern erklären, daß sie sich einer solchen Diktatur nicht unter» werfen können, aber jederzeit bereit sind, auf Grund der beider- seitig vorgelegten Tarife mit den Unternehmern zu ver- handeln. Wenn dessen ungeachtet die Scharfmacher im Arbeit- geberverband einen Kampf heraufbeschwören, so tragen sie nicht nur allein die Verantwortung dafür, sondern auch die Folgen. Die Arbeiter sehen den kommenden Dingen mit Ruhe und Entschlossen» heit entgegen. In Königsberg i. P r. ist der Kampf schnell uud glücklich für die Arbeiter verlaufen. Am Mittwoch, den 6. d. M. wurde seitens der Arbeiter der Streik proklamiert und am folgenden Donnerstag die Arbeit eingestellt. Drei Tage später schon zeigten sich die Prinzipale zu Verhandlungen geneigt, obwohl sie anfangs gar keine Zugeständnisse machen wollten. In einem der feinsten Lokale Königsbergs, im„Thcatcr-Rcstaurant", tagten dann die beiden Lohnkommissionen, die der Arbeitgeber und Arbeiter. Den armen Lohnsklavcn ward es in den fashionablen Räumen ganz eigentümlich zu Mute, aber trotzdem blieben die Arbeiter Meister der Situation, und gerade die Prinzipale, sonst. g«vöhnlich die „Herren im Hause", konnten sich diesmal in den ihnen so ver- trauten Hallen durchaus nicht heimisch fühlen. Die Lohnkommission der Arbeiter blieb fest, und nach fast Ibstündiger Verhandlung mußten die Prinzipale die Segel streichen und alle ihre Positionen aufgeben. Sie zogen ihren gesamten Lohntarif zurück, der unter anderem vier Lohnklasscn vorsieht und nach zwei Lohnklassen in allen Geschäften entlohnt wissen wollte, abgesehen von den be- deutenden Preiskürzungen der einzelnen Positionen, oft bis zehn Prozent. Am Dienstag, den 12. d. M., war das Werk vollendet, ein für die Arbeiter und Arbeiterinnen günstiger Lohntarif ab- geschlossen und am Mittwoch wurde die Arbeit wieder in allen Geschäften aufgenommen. Ausgenommen hiervon sind zehn kleine Firmen, die nicht am Arbeitgeberbund angegliedert sind. Diese iverden einstweilen gesperrt bleiben. Somit hat die Königsberger Mitgliedschaft im Zentralverband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands durch einmütiges Handeln einen schönen Sieg er- rungen. Es muß aber auch anerkannt werden, daß dieses Mal die kleine Organisation des Hirsch-Dunckerschcn Gewerkvereins der Schneider in Königsberg ihre Pflicht getan hat. indem sie ein Zu- sammengehen mit den„Christlichen" ablehnte, d. h. keine Streik- brecherdienste verrichtete und sich solidarisch den Zentralvercinlern anschloß. Erwähnt sei hier noch, daß die Gewerkvcreinler auch bei den im Frühjahr in Königsberg stattfindenden Gewerbegerichts- Wahlen auf die Freundschaft der„Christlichen" zu verzichten ge- denken, mit denen sie bei den im Herbst 1006 vollzogenen Wahlen noch ein Herz und eine Seele waren. Es halt allo den Anschein, als ob auch sie zum Klassenbewußtsein erwachen. Ausland. Gewerkschaftliche Kämpfe in Schweden. Im Malergewerbe Stockholms steht eine allgemeine Aussperrung bevor. Verhandlungen, die über einen neuen Tarif- vertrag geführt wurden, find gescbeitert. Die Malermeister haben nun angekündigt, daß sie Anfang April alle organisierten Gehülsen entlassen, und mich dafür sorgen vollen, daß die Ausgesperrter, in keinem anbeten Orte Schwedens Arbeit erhalten.— Einen gwßen Kampf um das KoalitionSrecht hat wieder einmal eine Anzahl Säge- Werksarbeiter im schwedischen Nordland zu bestehen. Der Inhaber eines großen Sägewerkes bei Dal in Nordland hat allen organisierten Arbeitern gekündigt, weil sie seinem Verlangen, aus der Organisation auszutreten, nicht nachkommen wollten. Die Arbeiterschafr der in der Nähe liegenden Stadt Sundsvell prote- stierte dieser Tage in einer 800 Mann starken Versammlung gegen diese Schändung des Vereinigungsrechtes.— Die Arbeiter der städtischen Gaswerke in Göteborg haben am Montag beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Es war zwar durch VerHand- lungen ein Tarif zustande gekommen, so daß der Friede gesichert schien, da kamen jedoch die Vertreter der Werke nachträglich mit einem Zusatz zum Vertrag, der von den Arbeitern als eine Becin- trächtigung ihrer Organisation aufgefaßt wird. Gegen diesen Zusatz richtet sich der Streik.— Unter den schwedischen Staats- bahnangestellten herrscht zurzeit eine lebhafte Bewegung. In großen Versammlungen protestieren sie gegen die von dem Lohnregelungskomitee gemachten Vorschläge, die zwar dem Staat eine Erhöhung der Ausgaben um ungefähr 4 Millionen Kronen verursachen, aber gleichwohl nicht genügend den Forderungen der Angestellten entgegenkommen. Die Protestbewegung richtet sich im übrigen auch dagegen, daß jenes, eigentlich nur zur Beratung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse eingesetzte Komitee darüber hinaus auch Bestimmungen vorschlägt, die den Angestellten jeden Streik unmöglich machfcn, und sie unter Umständen zu Strcitbrecherdiensten zwingen soll. Die Angelegenheit wird selbstverständlich noch den schwedischen Reichstag beschäftigen.— Der Streik bei der Ka l m a e r Privateisenbahn, der zu Weihnachten stattfand und sich gegen die Maßregelung eines Stationsdieners richtete, endete bekanntlich damit, daß ein Untersuchulrgskomitee mit einem un- parteiischen Vorsitzenden eingesetzt wurde. Dieses Komitee hat nun sein Urteil gesprochen und festgestellt, daß tatsächlich eine Matzrege- hing vorlag, womit zugleich anerkannt ist, daß der Streik berechtig! war, als ein Mittel zum Schutze des Koalitionsrechtes. Der Polizeisäbel. In Belgrad streiken die Arbeiter einer Zuckerfabrik. Die Fabrikleitung engagierte eine Anzahl Bauern als Streikbrecher. Als die Ausständigen die Arbeitsaufnahme seitens derselben zu ver- hindern versuchten, wurden die Streikbrecher unter dem„Schutze" von Gendarmen nach dem Fabrikgebäude gebracht. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmerie nnd Streikposten, bei dem die'Gendarmen von der Waffe Gebrauch machten. Drei Ar- beiter wurden getötet, fünf verwundet. Die Ausständigen zogen nun. mit einem Leichenwagen, in dem sich der Leichnam eines bei dem Zu- sammenstoß mit der Gendarmerie getöteten streikenden Arbeiters befand, vor die Skupschtina und veranstalteten dort eine Kundgebung gegen den radikalen Abgeordneten Minitsch, auf dessen Veranlassung arbeitS- willige Bauern zum Ersatz der ausständigen Arbeiter vom Lande herangezogen worden sind. Der sozialdemokrattsche Abgeordnete Laprevitsch bewog die Ausständigen, von der Skupschtina abzuziehen. Die Streikenden wollten darauf mit dem Leichenwagen vor das königliche Palais ziehen, sie ließen sich jedoch von einem Sozialisten bewegen, davon abzustehen und überführten die Leiche nach dem Spital._ Huq der fraucnbewe�ung. Charlottenburg. Mittwoch, den 20. März, abends 8'/., Uhr, int Volkshause, Rosinenstr. 3. Genossin Stürmer: Mutter- und Säuglingspflege. Spandau. Am 19. d. M., abends 8,/2 Uhr bei Bühle, Neilmeister- straße 5: Versammlung des Vereins für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Lichtenberg. Montag, den 18. März, abends O'/g Uhr, bei Gebrüder Arnhold, Frankfurter Chaussee 5/6: Vortrag des Herrn Albert Cohn über:„Wohnungsfragen". Borfigwalde, Tegel. Mittwoch, den 20. März, abends 8'/, Uhr, im Lokale des Herrn K u b e, Borsigwalde: Mitgliederversammlung. Herr Dr. Gl im in spricht über:„Epidemisch auftretende Kinderkrankheiten"._ Sericdts- Leitung. Nahrungsmittelschweinerei. Als einen schweren Verstoß gegen die Gesundheit ihrer Mit« menschen bezeichnete der Staatsanwalt die Handlungsweise der Ge- flügelhändlerin Martha K o h n. welche sich gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I wegen wissentlichen Nahrungs» mittelvergehens verantworten mußte. Die Angeklagte ist schon zweimal wegen Vergehens gegen da-Z Gesetz betreffend den Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln vom 14. Mai 1879 vorbestraft. Sie hat sich diese beide» Bestrafungen jedoch nicht zur Lehre und Warnung dienen lassen, sondern sie scheint der An» ficht zu sein, daß der Magen eines Berliners alles vertragen kann. Eines Tages im Januar d. I. wurde der Polizei Meldung gemacht, daß in dem Geschäft der Angeklagten in der Warschauerstraße sich ein großer Posten vollständig verdorbenes Gänsepökelfleisch befinde, welches an einen Detaillisten versendet werden sollte. Der Polizeileutnant Sattig be- gab sich sofort mit einem Beamten in das Kohnsche Geschäft und beschlagnahmte hier im Keller fünf Zentner Gänsepökelfleisch, welches versandfertig in drei Fässern sich befand. Das. Fleisch strömte einen pcstilenzialischcn Geruch aus, durch den selbst hin Laie schon den verdorbenen Zu- stand erkennen konnte. Das Fleisch mußte der Abdeckerei überwiesen werden. Auch diese Beschlagnahme stellte für die Angeklagte keine Warnung dar, denn einige Tage später erschien eine Frau auf demselben Polizeirevier und brachte ein Gänseklein zur Untersuchung, welches, wie sie sich ausdrückte,„furchtbar stank". Die Betreffende gab an, das Fleisch in dem Kohnschen Geschäft gekauft zu haben. Als sie in ihrer Wohnung den Zustand des GänsekleinS erkannte, begab sie sich in das Geschäft der Angeklagten zurück und verlangte Umtausch. Dieser wurde ihr verweigert und erst jetzt begab sie sich zur Polizei. Die Untersuchung des Fleisches ergab, daß es teilweise ichon in Fäulnis übergegangen war. Die Folge war die jetzige Auflage wegen NahrungsmittelvergehenS. Bor Gericht bestritt die Angeklagte, daß das Gänsepökelflcisch überhaupt für den Verkauf bestimmt gewesen sei. DaS Gericht kam auch bezüglich dieses Falles zu einer Freisprechung. Dagegen erblickte es in dem Verkauf des verdorbenen GänsekleinS einen ichwcren Verstoß gegen die menschliche Gesundheit, da der Genuß dieses Fleisches nach dem Gutachten der Sachverständigen schwere gesundheitliche Störungen nach sich ziehen konnte. Das Urteil lautete demzufolge auf eine Woche Gefängnis._ Die rechte Hand des BrcSlauer Polizeipräsidenten ist vom Breslauer Schwurgericht als ein gemeiner Erpresset entlarvt worden. Der Sachverhalt ist nach der Beweisaufnahme folgender: Der Polizeibote oder Polizeisekretär DanielPrzigode stand derart hoch beim Polizeipräsidenten in Ansehen, daß er ihn des Ver- trauens würdigte, sämtliche einlaufenden Briefe, auch eingeschriebene, zu öffnen und deni Präsidenten vorzulegen. Da dieser Vertrauensmann ständig Geld nötig hatte, betrieb er ein regelrechtes Trinkgelder- syftem nach russischem Muster. Mit Leuten, die Geiuche, Beichwcrden. Petitionen usw. an den Präsidenten richteten, trat er persönlich in Verbindung und gab sich ihnen gegenüber als die rechte Hand auS, die alles zu machen im stände sei. Durch folgenden Fall kam die Betriebsart des Herrn ans Licht: Gegen emen Rcstaurateur war eine anonynte Anzeige wegen verbotenen Schnapsausschankes dem Präsidenten als Einschreibebrief zugegangen. Die nicht abgehackte Hand unterschlug den Brief, ging zu dem Denunzierten und erbat sich ein Trinkgeld dafür, daß er die Anzeige dem Präsidenten nicht vorgelegt Zur Plakatplacerei. " hatte. Diese eigenartige Liebestätigkeit des Breslauer Polizei-| Mitgliederversammlung einzuberufen zur Stellungnahme zum Beschluß| Landgerichts sei verfehlt, denn es sei doch kein Verteilen me beamten wurde zur Anzeige gebracht. Der Przigode wurde vor der Danziger Filiale, beim Zentralverbande die Anstellung eines be- fondern ein Berkaufen, wenn der Schriftenverteiler, wenn ein Ko das Schwurgericht gebracht. Der Spruch der Geschworenen lautete foldeten Beamten zu beantragen, welcher die Agitation in Ost- und porteur die Schriften gegen Bezahlung an die Empfänger abgebe nur auf Schuldig des versuchten Amtsverbrechens. Das Westpreußen zu betreiben habe. Lediglich mit dieser vor Hier habe nun Angeklagter für das Berteilen der VersammlungsGericht verurteilte den Polizeibeamten zu sechs Monaten Ge- bereitenden Frage beschäftigte man sich in der Zusammen- einladungen von seinem Auftraggeber eine Entschädigung ers fängnis und zu einem Jahre Ehr verlust. Vor Gericht war noch funft. Gleichwohl wurde Brade angeklagt und halten, die nach der ausdrücklichen Feststellung des Landgerichts eine festgestellt worden, daß es Leute gab, die das Treiben des P. schon vom Landgericht Königsberg i. Pr. zu einer Geld- Bezahlung und nicht bloß ein Scheinmanöver gewesen sei. Es liege Tange" gekannt und verschwiegen hatten. Man weiß ja, wie hart strafe auf Grund der§§ 1 und 12 des Vereins somit ein entgeltliches öffentliches Verteilen vor, und Anderlei Anzeigen bestraft werden, wenn man nicht das Tipfelchen über gesetzes verurteilt, weil die Zusammenkunft eine an- getlagter könne gleich, unter Aufhebung der Vorentscheidung, freidemi" beweisen tann. meldepflichtige Versammlung zur Erörterung öffentlicher An- gesprochen werden. gelegenheiten die gewesen sei, B. zu Unrecht nicht angemeldet habe. Das Kammergericht Боб am Prozeffe wegen Streitpostenstehen und kein Ende. § 9 des preußischen Preßgesezes, der noch gilt, bestimmt: Dienstag dies Urteil auf und verwies die Sache zu Sechs Arbeiter in Haspe i.. sollten durch Streitpostenstehen " Anschlagzettel und Plakate, welche einen anderen Inhalt haben, nochmaliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Die Fest- die öffentliche Sicherheit gefährdet haben und wurden je mit einem als Ankündigungen über gefeßlich nicht verbotene Versammlungen, stellungen der Borinstanz, so heißt es im Urteil, reichen nicht zur auf 30 M. lautenden polizeilichen Strafmandat bedacht. Die Polizei über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene, verlorene oder Verurteilung aus: Allerdings ist nicht ausgeschlossen, daß auch in hatte einen Verstoß gegen die Regierungspolizeiverordnung vom gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachrichten für den dieser Vorbesprechung die allgemeinen Verbandsziele und damit 2. Februar 1900 tonstatiert. Aber das Schöffengericht, das gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen, angeheftet oder vielleicht öffentliche Angelegenheiten erörtert wurden. Es ist von den sechs Arbeitern angerufen wurde, befand, daß die anin sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden." Wegen Ueber- das aber nicht festgestellt. Außerdem ist sehr gut denkbar, daß man gezogene Regierungspolizeiverordnung dem Willen des Gesetzgebers tretung dieser Bestimmung wurde der Barbier Napieralla zu Berlin sich auf eine Erörterung der Fragen beschränkt hat, ob Geld genug widerspreche und sprach die Angeklagten frei. Dagegen bom Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er anläßlich zur Anstellung eines derartigen Beamten da sei und ob man mit legte der Amtsanwalt Berufung ein und so tam die Sache vor des Friseurgehülfenstreits das Bevilligungsplakat im Schaufenster dem Vorhandensein einer geeigneten Persönlichkeit rechnen könne. die Strafkammer des Landgerichts Hagen. Diese hängen hatte, das folgende Aufschrift zeigte:„ Achtung! Forderungen Das wären aber keine öffentlichen Angelegenheiten. Zu dem ist befand, die Regierungsvolizeiverordnung sei rechtsgültig; der Polizei der Friseurgehülfen hier anerkannt. Achtung!- Zweigverein des aus dem landgerichtlichen Urteil nichts über die Prinzipien und Ab- stehe daher auch die Befugnis zu, sie anzuwenden, wenn nach ihrem Verbandes der Friseurgehülfen Deutschlands. Dieses Plakat sichten des Gesamtverbandes zu ersehen. Ermessen die öffentliche Sicherheit gefährdet erscheine. Das freibleibt Eigentum des Verbandes." Den Einwand des Angesprechende Urteil des Schöffengerichts wurde aufgehoben und den Anflagten, es habe sich hier nur um eine Nachricht für den gewerb= lichen Verkehr gehandelt, ließ das Gericht nicht gelten. Es führte geflagten eine Geldstrafe von je 20 M. zudiktiert. aus, das Plakat sei dazu bestimmt gewesen, einen Druck auszuüben Der Bergmann Kupper verteilte am 29. September 1906 auf auf die, welche nicht bewilligt hätten, und zwar zugunsten der dem Wege von Camen nach Lünen an die Vorübergehenden Zettel, Friseurgehülfen, deren Bewegung von der sozialdemokratischen welche die Einladung zu einer Versammlung enthielten. Stupper, ber Partei gefördert worden sei. Ob Angeklagter bei Gestattung des kein gewerbsmäßiger Bettelverteiler ist, hatte von seinem Auftrag Aushangs seine Geschäftsinteressen wahrnehmen wollte, sei uner- geber für das Verteilen 50 Pf. erhalten. Eine polizeiliche Erlaubnis heblich gegenüber dem politischen Charakter des Plakats. Es hatte er nicht. Kupper wurde angeklagt und in zweiter Instanz vom handele sich nicht um eines der durch§ 9 freigegebenen Plakate. Landgericht Dortmund zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er sich Angeklagter legte Revision ein, zu deren Begründung Rechts- gegen§ 10 des preußischen Preßgefeßes vergangen habe. Nach anwalt Dr. Heinemann geltend machte: Das Landgericht rechne diesem Paragraphen in der durch§ 30 des Reichspreßgesezes erauch damit, daß der Angeklagte selber lediglich seine wirtschaft- haltenen Fassung bedarf der polizeilichen Erlaubnis,„ wer auf öffentlichen Zwecke verfolgte. Das müsse aber nach dem Gesetz ent- lichen Wegen, Straßen, Plägen und an anderen öffentlichen Orten scheidend sein. Die Auslegung des Landgerichts sei falsch. Wenn unentgeltlich Bekanntmachungen, Aufrufe oder Plakate berdas Plakat nun lauten würde:" Ich habe bewilligt. Napieralla. teilen" will. Das Landgericht führte nun begründend aus: Das ist zutreffend. Der Verband!" Dann wäre es doch zweifel- Von der Entschädigung von 50 Pfennig, die S. erhielt, sei allerLos ein rein geschäftliches. Auf die Form könne es aber rechtlich dings nicht anzunehmen, daß sie nur erfolgte, um den Verteiler doch nicht ankommen. Ausschlaggebend sei nur, was der bezweckte, der Bestrafung zu entziehen. Es sei eine Entschädigung geder es ausstellte. wejen. Gleichwohl sei ein entgeltliches Verteilen, was Entgeltliche oder unentgeltliche Verteilung von Druckschriften? Danach stände der Schußmann höher als der„ unabhängige" Richter. 19.RO Eingegangene Druckschriften. Die erfolgreiche Reklamation gegen zu hohe Steuerberanlagung. Praktischer Ratgeber. Formulare nebst preußischem Eiufommensteuergeset vom 19. Juni 1906. Preis 1,30 Mark. Verlag L. Schwarz u. Komp., Berlin S. 14. Aus dem Lande der Unzufriedenen. Gedanken über Bolt, Heer und System. 1,50 Mart. Verlag H. Walther, Berlin W. 30. Kürschner's Deutscher Reichstag 1907. Mit Porträts und Biographien der Abgeordneten. Preis 60 Pfennig. Berlag H. Hillger, Berlin W. 9. Germanus. Liegt die Schaffung eines Fünf- Milliarden- Eisenbahnfonds im vaterländischen Interesse? 1 Mart. Verlag J. Harrwis Nachflg., Berlin SW. 48. Witterungsübersicht vom 14. März 1907, morgens& Ihr. Slationen Barometer Wind richtung Windstacke Better 2 wolfig Temp. n. G. 6° G.= 4° N. Stationen Barometer. stand mm richtung Wind Windstärke 1 Haparanda 758 N Weller 2 bedeckt Das Kammergericht verwarf aber die Revision mit folgender durch§ 10 des preußischen Preßgesezes nicht getroffen würde, Begründung: Hier handele es sich um den§ 9 des Gesezes. Dieser nicht anzunehmen. Denn nach dem allgemeinen Sprachgebrauch berbiete allgemein das öffentliche Anschlagen usw., abgesehen von fei als ein entgeltliches Verteilen diejenige Abgabe von Sachen zu den angegebenen Ausnahmen. Es könnte höchstens dem Angeklagten verstehen, bei der seitens des Empfängers ein Entgelt gegeben zugute fommen, wenn er eine geschäftliche Anzeige gemacht hätte. werde. Nicht entscheidend wäre somit, daß Angeklagter von seinem Das Gegenteil sei aber vom Landgericht tatsächlich festgestellt", Auftraggeber eine Entschädigung erhalten habe. Er hätte, da nach Swinemde. 750 weil es nicht von dem Angeklagten ausgegangen sei, sondern Meinung des Landgerichts ein unentgeltliches Berteilen vorlag, einer Hamburg 750 SSD 3 Schnee 1 Belersburg 758 SSD Schnee vom Gehülfenverband. Der habe nach der Feststellung etwas durch polizeilichen Erlaubnis bedurft. den Angeklagten bekannt gemacht. Es sei nicht so, daß man hier sagen könne, daß lediglich ein geschäftlicher Zweck des Angeflagten verfolgt würde. Ein anderer Zweck sei noch damit verbunden gewesen. Die Revision müsse an den Feststellungen fcheitern. Deffentliche Angelegenheiten. Was alles als„ öffentliche Angelegenheit" konstruiert wird, um eine Anklage auf Grund des Vereinsgefezes aufbauen zu können, geht selbst dem Kammergericht zu weit. Der Vorsteher Bracke der Filiale Königsberg des Tapeziererverbandes hatte eine Anzahl Mitglieder zusammenberufen, um sie darüber zu hören, ob es ratsam sei, eine der Inserate Ferdinand Bonns Für den Inhalt on Berliner Theater. die Redaktion dem ublikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Anjang 8 Uhr. Berlin 752 S2 758 S d 2 Scilly 2 lberdeen -0 Baris 5 halb bd. Temp. n. C. 50 G.= 4º R. -11 18825 3 bededt 768 NW Der Angeklagte legte Revision ein. Sein Vertreter Rechts- Frantj.a.M. 753 S 5 Schnee 756 WNW 4 heiter anwalt Wolfgang Heine rügte Verkennung des Begriffs München 5 Schnee 761 N 3 wolfig des unentgeltlichen Berteilens im Sinne des§ 10 des preußischen Bien 758 23 4 moltig Preßgesetzes und plädierte für sofortige Freisprechung. Wetter Prognose für Freitag, den 15. März 1907. Das Kammergericht folgte am Donnerstag Beitweise heiter, aber sehr beränderlich mit geringen Niederschlägen, diesem Antrage und erkannte, im Gegensatz zu den Wünschen mäßigen westlichen Winden, etwas tälterer Nacht und wenig veränderter des Vertreters der Oberstaatsanwaltschaft, auf Freisprechung. Temperatur. Das Kammergericht geht davon aus, daß unter einem entgelt lichen öffentlichen Verteilen, wozu, wenn es nicht gewerbsmäßig Dresden Wafferstand am 14. März. Elbe bei Aussig 67 dp. Elbe bei Magdeburg 2,21 Meter, Elbe fei, feine Erlaubnis nötig wäre, ein solches Verteilen zu bei Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor 1,43 Meter. Oder verstehen fei, 100 der Verteiler bon seinem Auftrag bei Breslau Oberpegel-0,48 Meter. Neißemündung 1,79 Meter. Dder geber ein Entgelt, eine Entschädigung erhalte. Die Auffassung des bei Brieg 2,64 Wieter. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballmer Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Sherlock Holmes in Sonnabend, Sonntag: Der Hund von Baskerville. Freitag, den 15. März. Neues Schauspielhaus Anfang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. Der Evangelimann. Freitag, den 15. März: Gastspiel Josef Kainz: | Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Spielmannsbama in 4 Atten Zuſtſpiel in 3 Aufzügen von Franz Rudolf Rittner. Sonnabend, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Schiller- Theater N. Kgl. Schauspielhaus. Ballenfteins Torquato Tasso Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Tod. Deutsches. Romeo und Julia. Rammerspiele. Frühlings Erwachen. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Torquato Tasso. Lortzing. Das Glöckchen des Eremiten. Anjang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Narrenglanz. Schiller- Theater Charlottenburg. Jm bunten Rod. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Th.) Adieu, Therese. Sein Alibi. Lessing. Rosenmontag. Zentral. Der blaue Klub. Westen. Die lustige Witwe. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Tosca. Kleines. Allerseelen. Neues. Meißner Porzellan. berzollen? Anjang 7 Uhr. Sonnabend: Gastspiel: Weh' dem, der lügt. Anfang 7 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Abends 8 Uhr: Adieu, Therese. Hierauf: Sein Alibi. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Meißner Porzellan. Die Feuergewalten der Erde. Sonnabend: Meißner Porzellan. Sonntag: Meißner Porzellan. Montag: Meißner Porzellan. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Allerseelen. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Zirkus Schumann Heute, Freitag, den 15. März: Fortjehung der großen internationalen Ringkampf- Konkurrenz um Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtafp.ben Goldenen Kranz von Berlin Nejidenz. Haben Sie nichts zu Abends 8 Uhr: Allerseelen. Lustspielhaus. Husarensieber. Deutsch Amerikanisches. Cousin = Bobby. Thalia. Olympische Spiele. Luisen. Der Trompeter von Sälfingen. Trianon. Fr. Josette Frau. meine Charlotte Wiehé. Bernhard Nose. Sherlock Holmes. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. 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Sonntag, den 17. März cr.: 2 große Galavorstellungen nachm. 4 und abends 7%, Uhr. In beiden Vorstellungen: Rom. Kinder unter 10 J. halbe Preise. Deutsch- Amerikanisches Theater. Gesamtgastspiel Theater des Westens. Heute abend 8 Uhr: Cousin Bobby. Edm. Löwe a. G. Sonnabend: Der Zigeunerbaron. Sonntag nachm.: Die Fledermaus. Sonntag abend 8 Uhr: Metropol- Theater Heute Entscheidungskampf zwischen Chemjakin, Rußland, u. Clement Der Trompeter von Säckingen. le Terrassier, Belgien. Ferner ringen: Dmer de Bouillon, Belgien, gegen van Riel, Amsterdam. Bambula, Westindien, gegen Laffartesse, Bordeaur. Paul Pons, Paris, gegen Limousin, Frankreich. Der Mikado.( Anfang 8 Uhr.) Borher: Gala- Programm und Zentral- Theater. ( Operette.) Täglich 8 Uhr: Der blaue Klub. Sonntag 3 Uhr: Die Fledermaus. um 9 Uhr: Abends 8 Uhr: Berliner Betterbureau. Bären ein kräftiger aromatischer, stets gleichmäßiger Kaffee. Original 1, Pfd. Packung zu 60, 70, 80, 90 und 100 Pf. in circa 2000 Geschäften. Kaffee Meter, bei Opollo Intimes Theater Theater Dresdenerstraße 97. Gastspiel des Budapester Burlesken- Ensembles Linèe- Wolf. 9%, 15: Die 3 goldenen Jungfrauen„ Eine vom Ballett." 10 Uhr: Bernhard Mörbitz mit neuen Typen. " " Zapfenstreich." Bunter Teil. Borher 8 Uhr: Ali ben Mocca, Kasino- Theater Burleske. Musik von W. Kollo. Sonntag nachm. 31, Uhr( fl. Breise!): Ali ben Mocca und Spezialitäten. Der Teufel lacht dazu. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. St. Hubertus Große Jahresrevue in 7 Bildern Musik von Gesundbrunnen. ( Sonnt. in beid. Borst., nchm. 1 d. frei). von Julius Freund. Viktor Hollaender. Dirigent Max Größtes und sehenswertestes PrachtRoth. In Szene gesetzt von Manegenschauftüd. Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Luisen- Theater DERNHARD ROSE THEATER Reichenbergerstr. 34. Figaro. Seelenretter. Geisterauto. Benefiz für den Kapellmeister Uhlig. Paris. Zum ersten Male: Gr. Frankfurterstr. 132. Heute und morgen: Sherlock Holmes. Passage. Mal was anderes. Spe- Der Trompeter von Säkkingen.orgen 4 Uhr: Stindervorstellung: zialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Intimes. Eine bom Ballett. Bapfenstreich. Bunter Teil. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Feuergewalten der Erde. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Anfang 8 Uhr. Sonnabend 4 Uhr: Mar und Morig. 8 Uhr: Der Hüttenbesizer. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Novität! Novität! Das äußerst padende Sittenbild: Vor dem Staatsanwalt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Große Extravorstellung: Menschenhaß und Neue. Die sieben Raben. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Sonntag, 17. März, nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. Pech- Schulze. Uhr. Lothringerstr. 37. Täglich 8 11hr. Nick Carter. Kriminalroman in 3 Aften v. Oswald. Nick Carter, Detektiv: Hans Berg. Borber nene März- Programm. das Sonntag 4 Uhr: Ledige Leute. Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr zum ersten Male: ( Novität!) Sens. Bosse in 3 Atten( 7 Bildern). Staffeneröffnung 7 Uhr. Ant. 8 up: Die fechste Bitte. Billettborverkauf von 10-2 Uhr Billettvorverkauf von 10-2 Uhr Drama in 4 Alten von P. Hankel. an der Theaterkasse. Morgen geschlossen. Fröbels Allerlei- Theater Walhalla- Reichshallen- Theater. men, beste site Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: 15 hervorrag. Spezialitäten Die goldene Eva. want in 3 atten b. M. Hennequin 5 Geschwister Pérèz und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Rich. Merander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Brinzgemahl. Gymnastiker auf 3 freisteh. Leitern. Frosso, der Geheimnisvolle. 3 Soubretten. 2 Komiker usw. Stettiner Sänger. Neu! Ballettschule Klappermat". Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. neue erstklass. 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Schulz, Kottbuser Tor; Emil Schulz, Mittenwalderstr. 2; Wilhelm Otto, Stallschreiberstr. 20; Richard Heinrich, Wrangelstr. 107; Parske, Büschingstr. 2; Böttger, Skalitzerstr. 107; Meyer, Schöneberg, Kolonnenstr. 48, und in den mit Plakat belegten Handlungen. WINET CARTEN 6 Charlotte Wiehe und das Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaufel. Gustav Behrens Theater Goltzstraße 9. Nur noch bis Freitag, den 15. infl.: Das sensationelle SpezialitätenProgramm mit der Ausstattungspoffe Husarenfieber in Potsdam. neue Programm. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anjang 8 Uhr. Großer Erfolg! Gebr. Herrnfeld8. Theater Borbert. Uhr. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstr. 57. 8um 50. Male: Ein verrücktes Hotel. Romödie in 3 Aften mit den Autoren A. und D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag nachm. 3½ Uhr bei halben Raffenpreisen: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre mit A. und D. Herrnfeld. Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. 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März 1907, in Kellers Festsälen( Inhaber Freyer), Koppenstr. 29: Sinfonie- Konzert verbunden mit Rezitationen revolutionärer Dichtungen unter Leitung des Konzertmeisters Rudolf Tietz und des Rezitators C. A. Stripp. Billett einschl. Garderobe 50 Pf. Eröffnung 4 Uhr, Anfang 5 Uhr. 243/ 3* X4 Das Komitee. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Wahlkreis. Stiftungs- Fest im Palast- Theater( früher Feenpalast) am Sonnabend, den 16. März 1907. Reichhaltiges Programm: Konzert. Spezialitäten. Theater- Aufführung. GesangsVorträge mehrerer Gesangvereine( M. d. Arb.- Sängerb.) Billetts 25 Pf. Festrede. Nach der Vorstellung: Tanz. An der Abendkasse 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Gegründet Verein Berliner Hausdiener 1883 Gegründet 1883 Mitgliedfchaft I des Zentralverbandes der. Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Sonnabend, den 16. März 1907: Zwei Kostüm- feste 雙 Neue Welt, Hasenheide 108-114 Moabiter Gesellschaftshaus, Eine Fahrt Wiclefstraße 24 nach dem Riesengebirge Ein Strandfest an der Ostsee. OOO In sämtlichen Sälen: Großer Ball. OOO !!!!! Sämtliche Festteilnehmer werden gebeten, in einem dem Charakter des !!!!! Festes entsprechenden Kostüm, event. in Sommertoilette zu erscheinen. Anfang 8%, Uhr. Die Billetts haben in beiden Lokalen Gültigkeit. Ende??? Festkarten à 50 Pl. sind bei den Bezirkskassierern, Betriebsvertrauensleuten, in den Zahlstellen und im Bureau des Vereins, Alte Leipzigerstraße 1a, zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung I. Bildschön ist ein zartes, reines Gesicht mit rosigem, jugendfrischen Aussehen, weißer, sammetweicher Haut und blendend schönem Teint! Alles dies erzeugt die echte: Steckenpferd- Lilienmilch- Seife von Bergmann& Co., Radebeul- Dresden allein echt mit Schutzmarke: Steckenpferd. à St. 50 Pf. in den Apotheken, Drogerien und Parfümerien. 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M. entschlief sanft in feinem Heimatsorte Oberfaz nach langem schweren Leiden mein innigftgeliebter Mann und Bater unseres Sohnes Walter, der Kürschnermeister Karl Kirchner aus Berlin im 32. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am 15. d. M. in Oberkap in Thüringen statt. 21076 Dies zeigt tiefbetrübt an Die trauernde Witwe Martha Kirchner geb. Gerlach. Das Begräbnis des verstorbenen 77 Jahre alt gewordenen Bettstellenfabrikanten und Tischlermstr. Albert Lüders findet am Sonntag, den 17. d. M., nachm. um 1 Uhr, in Weißensee, Bartholomäus- Kirchhof, Fallenbergerstraße, statt. 20985 Die trauernden Hinterbliebenen. Am 13. März starb nach langem schweren Leiden meine liebe Frau Berta Schulz geb. Mechler im 49. Lebensjahre. 20945 Die Beerdigung findet heute ( Freitag) nachmittag 4 Uhr bon der Halle des alten SophienKirchhofes- Invalidenstraße, Ede Bergstraße aus statt. Frit Schulz, Steindruder, Stegliz, Bahnstr. 2. Am 12. d. Mts., früh 7%, Uhr, entschlief nach kurzem Leiden unfere gute Mutter 21015 Marie Borkowski geb. Neumann. Die Beerdigung findet heute Freitag nachmittag 8 Uhr auf dem Weißenseer Kirchhof statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Todes Anzeige. Am 13. März verstarb unser Mitglied, Frau Marie Graefel. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. März, nach mittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 187/5 Die Ortsverwaltung. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes " Solidarität". Touren Sonntag, den 17. März: 1. u. 2. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Zehlendorf( bei Mied). Starts: 1. Abt. Bülowstr. 59, 2. Abt. UrbanStraße 7. 3., 4., 7. u. 8. Abt. Familientour, nachmittags 1%, Uhr nach Hirsch garten( Wilhelmshoj. Starts: 3. Mariannenplay, 4. Stiftrinerplay, 7. Grenzstr. 21, 8. bei Bielede, Waldstraße 8. 5. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Bruchmühle bei At- Landsberg( Sum Prinz Heinrich). Start: Elysium. 6. Abt. früh 8 Uhr Biesenthal ( Schüßenhaus Fr. Land), nachmittags 12 Uhr nach Bernau( Elysium). Start: Dderbergerstr. 30. 11/14 Montag, den 18. März, abends pünktlich 8, Uhr: Vorstands- Sitzung bei Lorenz, Markgrafeustr. 83. Bäckerei, Konditorei und Café Dr. Simmel tomplett eingerichtet, in bevöllerter Gegend, gutgehend, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Adressen unter W. 12 Bostamt 31 erbeten. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Restaurant ,, Waldkater" Tegeler Weg 40. Prinzenstr. 41, dicht am " ( Inhaber M. Fallnich.) Sonnabend, den 16. März 1907: Benefiz zugunsten Zentral- Keller, Berlin SO., des Hauskellners Paul Weiß. Neanderstraße 35. 3 Min. von Stadtb. Jannowigbrüde, Duabrafrute 20 9. verlauft Eigen- Englischer Garten, an der Köpeniderstraße. Straßenbahn Bergütung. Lichtenrade 20 Pf.- Tour! tümer Paris, Berlin, Graunftr. 27, Ede Gleimstraße. Auch bei monatl. Raten von 40-50 M. 17866* Alexanderstraße 27 c, Der zweite Osterfeiertag oberer großer Saal fret. 41992 Max Queisser, Gastwirt 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Neu eröffnet! Erste Tegeler RoßSchlächterei Schlieperstraße 80, am Bahnhof. Für gute Ware ist bestens gesorgt! 89782* Hermann Hinz. Den ganzen Tag Vorstellung. Berantwortlicher Redakteurs Hand Weber, Berlin. Für denjeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 63. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Explosionskatastrophe auf der „ Jena“ Ein weiterer Beschluß Freitag, 15. März 1907. Osten mit dem Vorort Berlin, Mitteldeutschland mit Leipzig, streifenden Arbeiter vor sich hätte. Und er äußert den Wunsch, Norden mit Hamburg, Westen mit Frankfurt a. M. und Süden daß diese löbliche Gleichheit vor dem Schuhmann mit München bleiben mit angestellten Gauleitern bestehen. In zur Regel werden möchte. Gau Norden führt der Hauptvorstand die Geschäfte. Der hierdurch sich nötig machenden Aenderung des Statuts und der EinNeuerwerbungen des Postmuseums. Jm Reichspostmuseum hat, wie jetzt amtlich bekannt gegeben ist, 118 Opfer gefordert. teilung Deutschlands in 58 Bezirke wird zugestimmt. Ein Antrag, sind jetzt nach seiner Wiedereröffnung nicht nur die zahlreichen Ein Telegramm aus Toulon meldet: den Krankengeldzuschuß statt wie bisher nach dreijähriger MitMarineminister Thomson besichtigte am Nachmittag nochmals gliedschaft bereits nach einjähriger zu zahlen, wird angenommen. Gegenstände wieder vereinigt, die die Ausstellung in Mailand gedie" Jena". Das Bassin ist jetzt ganz trocken, so daß das Schiff Weiblichen Mitgliedern soll auch im Falle einer Niederkunft der ziert haben, sondern auch viele Neuerwerbungen zum ersten Male in Berlin zu sehen, die bisher nur in Mailand ausgestellt gewesen untersucht werden kann. Das Vorderteil ist völlig unversehrt, am sichert verheirateten Mitgliedern Umzugskosten. Der Zentral- find, Gleich beim Eintritt sieht man eine thronartige Schmuckwand Hinterteil zeigt sich ein enormer Rig am Schiffsrumpf. Dieser arbeitsnachweis des Verbandes wird aufgehoben. An dessen Stelle mit einem anschaulichen und anmutigen Modell des Gebäudes des Riß, der gewissermaßen als Sicherheitsventil wirkte, durch welches sollen Bezirksarbeitsnachweise errichtet werden. Der Verbands- Museums selbst. Die Sammlung der Modelle von Posthäusern die Gase entwichen, verhinderte die völlige Zerstörung des Schiffes. vorstand wird ermächtigt, zu den Unterrichtskursen der General- ist durch ein besonders groß und sorgfältig gearbeitetes Stück bereichert worden, eine Darstellung des Postfuhramtes Der Panzer, die Schraube und das Steuerruder scheinen un- tommission zunächst drei Angestellte der Organisation zu ent- Melchiorstraße in Berlin. Der große Posthof, die in mehreren versehrt zu sein; dagegen sind die Brücken, der Speisesaal und die senden. Die Unterstüßungserweiterungen und Statutenänderungen Sabinen trotz ihrer soliden Bauart völlig zerstört. Während der sollen mit dem 1. Juli in Kraft treten. Zum internationalen Stockwerken übereinander angeordneten Ställe, die Rampen usw. Besichtigung dauerten die Bergungsarbeiten fort. Die Leichen Songreß werden Allmann- Hamburg und Gaßner- München dele- find deutlich zu sehen. Die Sammlung der fleinen Nachbildungen giert, zum internationalen Bäckerkongreß 1907 zu Stuttgart von Bahnpostwagen ist durch den neuesten Typus ergänzt worden. werden von Matrosen in Säden transportiert. Der Minister Allmann, Gaßner, Laukes, Kahl, Freitag, Kretschmer- Hamburg, Es ist dies ein zweiteiliger Wagen, von dem die eine Hälfte für begab sich dann nach den Kasernen, wo durch einen Appell fest Wichers. Auf dem allgemeinen Gewerkschaftskongreg 1908 sollen die Briefpost, die andere für die Patetpost bestimmt ist... Die jebigen geſtellt wurde, daß 110 Mann fehlen, also mit den Offizieren die Bäcker von Laukes, Kahl und Hetzschold, sowie einem Vertreter Uniformen der deutschen Postbeamten, vom Hülfsboten bis zum 118 Menschen umgekommen sind. Dazu kommen noch die Ver- des Hauptvorstandes vertreten werden. unglückten, die sich in ärztlicher Behandlung befinden. stümmelter Leichen gefunden, deren Zahl auf annähernd 50 geGestern nacht wurde in der Munitionskammer des Hinterschiffes der Jena" ein Knäuel furchtbar verbrannter und ver= schätzt wird. Die meisten Verwundeten leiden furchtbar, haben fast durchiveg hohes Fieber und müssen sorgfältig gepflegt und überwacht werden, da sie jeden Augenblick im Fieberdelirium die Verbände von den Brandwunden reißen. Einem Berichterstatter zufolge ist es möglich, daß eine Pulverfifte offen geblieben und durch einen von Kurzschluß herrührenden Funken zur Explosion gebracht worden ist. Die gestern von einem Blatte wiedergegebene in Marinetreifen geäußerte Vermutung, die das Unglück auf der Jena" auf einen berbrecherischen Anschlag zurückführte, findet bisher in der Presse keinen Glauben, dagegen wird die Ansicht allgemein für zutreffend gehalten, daß die Explosion durch Selbst= entzündung des sogenannten Schwarzpulvers entstanden sei. Das „ Echo de Paris" teilt mit, Artillerieoffiziere der Kriegsmarine hätten schon lange darauf aufmerksam gemacht, daß die bei der französischen Artillerie eingeführten Pulversorten den großen Fehler haben, sich allzu leicht zu zersetzen; vor kurzem habe noch ein Artillerieoffizier des Panzerschiffes Jena" in einem Briefe an einen Kameraden hierüber geschrieben und hinzugefügt: ,, Eines schönen Tages werden wir in die Luft fliegen." Hülfsaktionen für die Hinterbliebenen. Das Syndikat der Pariser Presse hat 5000 Frank als erste Rate zur Verteilung an die Witwen und Waisen der Opfer der " Jena"-Katastrophe nach Toulon gesandt. Der Polarforscher Charkott wird zugunsten der Hinterbliebenen einen Vortrag halten. Ferner soll eine große Ausstellung veranstaltet werden, zu der namhafte Künstler Gemälde zur Verfügung gestellt haben. Ebenso wird die Abhaltung eines Stonzertes geplant, an dem zahlreiche Mitglieder der Pariser Theater ihre Mitwirkung zugesagt haben. Nach amtlicher Feststellung sind bis jetzt erst 98 Leichen von der Besatzung geborgen, aber noch nicht rekognosziert. Der Zustand der Verwundeten mit Ausnahme von zweien ist befriedigend. Die Beerdigung der Opfer foll Sonnabend vormittag um 10 Uhr statt. finden. Durch einen Beschluß werden die Gehälter der Angestellten erhöht und geregelt. Der Ausschuß bleibt wie bisher in München, der Sitz des der Redakteur werden wiedergewählt; neugewählt wird als zweiter Verbandes in Hamburg. Die bisherigen Vorstandsmitglieder und Kassierer Langhann- Hamburg, als weiterer Sekretär Kahr Leipzig. Neuer Gauleiter für Leipzig wird Freitag. Der nächste Verbandstag soll Anfang Juni 1910 in Berlin stattfinden. mannslust. Partei- Angelegenheiten. Herzfelde. Sonntag, den 17. März, nachmittags 3 Uhr Versammlung des Wahlvereins im Lotal des Herrn Steinide, Hauptstraße 37. Tagesordnung: Neuwahl des gesamten Vorstandes. Bericht der Delegierten. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Am Sonntag findet eine Flugblattverbreitung für Mahlsdorf statt. Die Genossen werden ersucht, sich recht zahlreich daran zu beteiligen. Treffpunkt früh 8 Uhr bei Schliefer, Hönowerstraße und Heydendorf, Köpenickerstraße. Der Vorstand. Neuenhagen und Umgegend. Am Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 4 Uhr findet in Fredersdorf im Lokal von Mar Gierke eine Voltsversammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung: 1. Die Ziele der Sozialdemokratie. Referent Redakteur Hans Blod. 2. Diskussion. Genossen! Agitiert noch fleißig für die Versammlung, damit dieselbe zahlreich besucht wird. Der Einberufer. 1. Trebbin( Kreis Teltow). Sonnabend, den 16. d. M., abends Trebbin( Kreis Teltow). Sonnabend, den 16. d. M., abends 8 Uhr Wahlvereinsversammlung bei Wolf. Tagesordnung Die Lehren der letzten Reichstagswahl." 2. Unsere Tattit der Lokalfrage. 3. Vereinsmitteilungen. 4. Verschiedenes. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Genossen ist Pflicht. Der Vorstand. in der Staatssekretär, sind nunmehr in einem neuen Schrank vereinigt zu sehen. Die Sammlung der Schiffsmodelle ist durch ein besonders anziehendes Stück vermehrt worden. Es ist dies eine Nachbildung des Kabeldampfers Großherzog von Oldenburg" der Norddeutschen fonderen Zweck des Schiffes treten verhältnismäßig wenig in die Neukabelwerke in Nordenham. Die Einrichtungen für einen beErscheinung.. " Ueber die Einführung des elektrischen Zugbetriebes auf den Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen hielt im Hörsaal der Technischen Hochschule der Professor Dr.- Ing. Reichel einen Vortrag. Der Vortragende hob die hohe Bedeutung der Stadtbahn hervor, die seit ihrem Bestehen bis heute 1050 Millionen Fahrgäste befördert habe, die aber jetzt an der Grenze ihrer LeistungsAchtung, vierter Kreis. Wir bitten die Abteilungsführer, die fähigkeit angelangt sei. Da es sich beim Uebergang zum elektrischen nicht verkauften Billetts zum Sinfoniekonzert am Sonnabend, den Betriebe nicht um eine Neuanlage, sondern um einen Umbau 16. d. Mts. zurückzubringen, andernfalls werden dieselben als ver- keiten bereiten. Zu elektrisieren wären außer der Stadt- und fauft betrachtet. Der Vorstand. Ringbahn die Strecken nach Ertner, Kaulsdorf, Grünau, KönigsWaidmannslust. Die Bibliothek des Wahlvereins wird vom Wusterhausen und Potsdam, zusammen 152 Kilometer. Schon im Sonntag, den 17. März ab wieder geöffnet. Die Ausgabe erfolgt Jahre 1899 fei die Staatsbahnverwaltung dem Plane der Elektrigegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches vom Wahlverein alle Sonn- fierung der Stadtbahn näher getreten, indes habe sich damals die tage vormittags von 10-12 Uhr im Schweizerhäuschen in Waid- Tragweite der elektrischen Spannung noch nicht als ausreichend erwiefen, weshalb das Projekt der Uniongesellschaft( Gleichstrom) fallen gelassen werden mußte; auch die zweipolige Fahrleitung für Drehstrom schien für ein so großes Eisenbahnnetz ungeeignet, und sei man zu den Versuchen mit einfachem Wechselstrom gelangt, an denen sich die maschinenbautechnische Abteilung des Eisenbahnministeriums beteiligt habe. Die Versuche der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft auf der Spindlersfelder Strede, deren Ergebnisse für die Hamburg- Altonaer Verbindungsbahn vorbildlich sein werden, seien bekannt; der Wechselstrom habe sich inzwischen auch anderwärts gut bewährt, und es lägen nunmehr schon so viele Erfahrungen vor, daß der Zeitpunkt der Elektrifierung der Stadt- und Ringbahn als gekommen zu er achten sei Dieſe fordere gebieterisch das Verkehrsbedürfnis. Der Zuwachs der Stadtbahn betrage pro Jahr 5 bis 6 Millionen, der der Ringbahn 6 bis 7 Millionen Personen; auf beiden Bahnen feien im letzten Jahre 140 Millionen Fahrgäste befördert worden. Während die Dampfzüge nur 475 Pläke aufweisen, seien in den elektrischen Zügen 602 Personen unterzubringen; die Zugfolge fönne auf 100 Sekunden gesteigert werden, die Anfahrbeschleunigung betrage bei den neuen Heißdampflokomotiven nur 0,18 Meter, bei den elektrischen Motoren dagegen 0,5 bis 0,6 Meter; daraus resultiere eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit von 120 Proz Die Reisegeschwindigkeit anbetrifft, wies Profeffor Reichel nach, und gegenüber dem verbesserten Dampfbetrieb von 80 Proz. Was daß auf der Strede Charlottenburg- Schlesischer Bahnhof zehn Minuten erspart werden könnten. Die wirtschaftlichen Vorteile des elektrischen Betriebes seien auf anderen Bahnen nachgewiesen, die Betriebsersparnisse schwanken dort zwischen 15 und 25 Proz. Auch für ein etwaiges zweites Stockwerf der Stadtbahn empfehle Zweiter Verbandsvorsitzender Zur Nachtzeit im Friedrichshain zu spazieren, das sich der elektrische Betrieb, da die Lokomotiven mit ihrem 60 Tonnen Kretschmer Hamburg halten viele Leute für ein bedenkliches Wageſtück. Gewicht gegenüber den Drehgestellen der Motorwagen( 26 Tonnen) halten viele Leute für ein bedenkliches Wageſtück. Schon zu schwer erscheinen. Die mittlere Reisegeschwindigkeit werde sich referiert über den Entwurf zum Tarifvertrag mit den Konsum mancher soll dort, so sagen sie, unliebfame Bekanntschaft mit bon 23 auf 33 Kilometer per Stunde steigern lassen. Für die Leuten gemacht haben, denen ein Vorsichtiger bereitwilligst Fahrdrahtanlage( durch die der einfache Wechselstrom von 10 000 und Genossenschaftsbädereien, mit dem sich bereits eine Konferenz der Genossenschaftsbäder aus dem Wege geht. Indes, auch der Friedrichshain scheint Bolt Spannung geschickt werde) empfiehlt sich das System der Vielbeschäftigte. Der vom Verbandsvorstand ausgearbeitete und im doch nicht ganz so schlecht wie sein Ruf zu sein. Auch hier fachaufsaugung, wie es die Siemens- Schuckert- Werte auch für Druck vorgelegte Entwurf regelt in 12 Paragraphen Arbeitszeit wacht getreulich das Auge des Gesetzes", während der fried- Hamburg- Altona gewählt hätten. Die Motoren wären so ein( 6 Schichten zu 8 bezw. 9 Stunden), Lohn( mindest 24 m. liebende Bürger schläft; auch hier ist die Schußmannsfaust zurichten, daß von der Spike des Zuges aus alle 12 Motoren der bier im Zuge eingestellten Motorwagen gleichzeitig( durch die neue für Bäder, 22 M. für Hülfsarbeiter, 12 M. für Arbeiterinnen, bereit, mutig den Frevler zu packen, der die heilige Ordnung Zugsteuerung) betätigt würden. Zur Speisung der Arbeitsleitung 1600 M. pro Jahr für Badmeister usw., außerdem Lokalzuschläge), zu stören sich erfrecht. feien zwei Kraftwerke im Osten und im Westen von je leberstundenbezahlung, Arbeit an Sonn- und Wochenfeiertagen, Ein im Bökomviertel" wohnender Genosse, der in einer 30 000 Stilowatt Leistung erforderlich. Die elektrische Ausrüstung Lohnzahlung, Ferien( eine Woche), technische und ſanitäre Gin- der legten Nächte etwa um 23 Uhr durch den Friedrichshain würde rund 80 Millionen Mark tosten; der Wert der be= richtungen, die Auslegung des§ 616 B. G. B., Neueinstellung von Arbeitskräften( durch die Verbandsarbeitsnachweise), Kündigungs- nach Hause ging, ist dort Zeuge einer Szene gewesen, die stehenden Anlage sei auf 140 000 Millionen zu schäßen, die Befrist, Schlichtung von Differenzen( durch Schiedsgerichte) und uns lehrt, wie energisch im Hain gegen nächtliche triebskosten auf 20 000 Millionen pro Jahr. Bei 300 Millionen In der Fahrgästen( a 9 Pf. Einnahme) würden 7 Millionen zur VerDauer des Tarifs. Redner empfahl den Entwurf zur Annahme Störenfriede eingeschritten wird. und ersucht, weitergehende Ansprüche zu unterlassen, um das Nähe des Friedrichs- Denkmals, das mitten im Hain zinsung übrig bleiben. Gelingen der Abschlußverhandlungen nicht in Frage zu stellen steht, wandelte und dem Tarif in allen, auch den jetzt sozialpolitisch noch rüd- dem Dunkel der Nacht Leuchtete seine Bickelhaube, ftändigen Betrieben Geltung zu verschaffen. anheimelnd und Vertrauen erweckend, wie es nun Während draußen Schneeflocken einen spättpinterlichen Tanz ber Es wird in die Diskussion eingetreten. Rehmann- Birkigt mal die aller Schußmannspielhauben ist. Ein anstalteten, bereitete sich in der Ausstellungshalle am Zoologischen begründet die von Sachsen gestellten Anträge auf Abänderung des Tarifentwurfs. Diese verlangen u. a. höhere Bezahlung der Mann, der gleichfalls zu so später Stunde noch den Hain Garten eine allgemeine Gartenbau- Ausstellung vor, die den guten Nachtarbeit. Krohn Hamburg legt die Gründe dar, die die passieren mußte, marschierte sorglos fürbaß und pfiff dabei Zweck hat, ihren Steinerlös einer Stiftung zuzuschlagen, aus deren Hamburger Genossenschaftsbäder veranlaßten, weitgehende Ab- gemütlich irgend eine neue Melodie. Als er aber an dem Mitteln die Stuben der Krankenhäuser Groß- Berlins. mit Blumenänderungsanträge zu stellen. Den Arbeiterausschüssen müßten die Schuhmann vorüberzog, kommandierte dieser:" Unterlassen und Blattpflanzen geschmückt werden sollen. Die Ausstellung wurde zustehenden Rechte unbedingt gewahrt. werden. Redner befriedigt Sie das!" Der Pfeifer erwiderte ruhig, das" könne doch Mittwochmittag vom Gartenbaudirektor Fintelmann vor einem Der Pfeifer erwiderte ruhig, das könne doch großen Streis geladener Gäste eröffnet. Es ist die erste derartige der Entwurf keineswegs. Es folgen Wichers- Homburg und keinen stören. Er marschierte weiter und begann von Beranstaltung, die die weiten Räume der neuen Halle be Friedrich Halle. Neumann- Leipzig tadelt, daß der Ent- neuem zu pfeifen. Wahrscheinlich dachte er, daß im muzt, und sie führt solche Ausstellungen durch ihre Gewurf so spät vorgelegt sei. Freitag Leipzig wünscht, daß sich einzelnen das Pfeifen diegenheit vorzüglich ein. Etwa fünfzig Aussteller haben der nächste Verbandstag nicht mit dem Genossenschaftstarif be- Friedrichshain einem Verbandstag der Bäcker. Rassel, 13. März. Vierter Verhandlungstag. Es ist ein Glückwunschtelegramm von den organisierten Bädern in Petersburg eingelaufen. = Berliner Nachrichten. " Das Auge des Gesetzes wacht! ab. ein Schuhmann auf und er Aus Gartenbau- Ausstellung. fchäftige. Die Kündigung solle dem Hauptvorstand überlassen nicht verwehrt werden kann, nachdem in der hier ein Material zusammengebracht, wie es uns im Vorbleiben, ein neuer Tarif fönnte unter Mitarbeit einer Kommission Nacht nach der Stichwahl einem Trupp einiger frühling sonst selten begegnete. Th. Frante aus Groß- Dttersleben von Genossenschaftsangestellten vereinbart werden. Das Halten tausend Personen gestattet worden ist, in geschlossenem Zuge bei Magdeburg ist mit einer hervorragenden Anzahl prächtiger bon Lehrlingen müßte den Genossenschaften untersagt und weiter durch die Straßen der Stadt zu marschieren und dabei Orchideen vertreten. Sie geben ein annäherndes Bild über den Stand deutscher Orchideenkultur. Mit einer Serie hübscher Neuheiten Beseitigung der Alterszulagen verlangt werden. Seshold Lieder mancherlei Art zu singen und übrigens ist die englische Orchideenzüchterei Charlesworth u. Co. aus Bradford berichtet über die Abänderungsvorschläge der Redaktionskommis: gelegentlich auch im Chor zu pfeifen. Doch der Schuhmann noch in lester Stunde gekommen. Leider sind bei der Ungunst der fion. Ma nz- Stuttgart will die Genossenschaften nur als Arbeitgeber betrachtet wissen und warnt vor Gewährung zu war wohl anderer Meinung, und der freche Widerstand Witterung während des Transportes ein paar feltene Pflanzen einden der einsame Pfeifer gegangen. Der Belgier Ch. Vuylsteke( Gent) hat schöne Odontogloffengroßer Ellenbogenfreiheit an die Tarifabschließenden. Nach gegen die Staatsgewalt, zu herausnahm, schien ihn nicht wenig ver- Hybriden ausgestellt, und A. Koschel- Berlin zeigt in feiner gelungenen Kretschmer Zeit folgt AI Imann, der die Hamburger Ansich drießen. ging Raschen Schrittes träge nicht für alle Orte geeignet hält. hinter dem Schnittblumen- und Bindekunftabteilung zwei Dußend Orchideenblumen, Ein Antrag auf Schluß der Debatte findet Annahme. In Frevler her, wie wenn er ihn festnehmen wollte. Jetzt deren Pflanzen nach den angehängten Breistafeln Werte von 500 bis Entwurf des Vorstandes mit einigen Aenderungen der Kommission verstummte er und durch Beschleunigung seines Marschtempos Blumentorso mit verschwenderischer Pracht ausgestattete Equipage namentlicher Abstimmung wird mit 50 gegen 7 Stimmen der erst fapierte dieser, daß die Sache ernst gemeint war. Sofort 40 000. repräsentieren. Auf der Galerie, wo alle diese Pflanzen Unterkunft gefunden, sind ferner eine neue Art Bantanus, eine zum nach dem Vorschlage von Freitag gutgeheißen. boller Kalla, Schneeglöckchen, Nellen und Veilchen und MusterAn der demnächst stattfindenden ersten Beratung über den brachte er sich außer Greifweite. Mancher wird sich wundern, daß aus folchem Anlaß ein sortimente von Schnittrosen, Reseden, Tulpen und Grasblumen Tarif zwischen Genossenschaftsverband und Verbandsvorstand sollen neben Allmann Neumann Leipzig und Wichers- Schuhmann seine Gehwerkzeuge in Bewegung setzen mußte. eigenartigster Farbe zu sehen. Den Rest der oberen Ausstellung Hamburg teilnehmen. Wir selber hätten den Pfeifer fast in dem Verdacht gehabt, machen Modelle, Pläne, Entwürfe, Gartenmöbel und-Geräte, Samen, Lautes- Frankfurt und Barth Berlin referieren dann daß er am Ende gar auf den„ ollen Frigen" und auf noch optische Instrumente und Haushaltungsgegenstände aus. Der prächtigste ber: Agitation und Organisation. einiges andere gepfiffen habe. Aber unser Gewährsmann Teil der Ausstellung ist der riesige Blumengarten im Saale. Er Von einer Diskussion der Vorträge wird Abstand genommen. schilderte ihn uns als einen Herrn, der offenbar den besseren zerfällt in drei gleich große Felder mit zahlreichen Beeten schönster Es folgen die Abstimmungen über gestellte Anträge. AnLinienführung. Das erste ist mit Hyazinthen und Tulpen in blau genommen wird der Antrag des Hauptvorstandes, nach dem das Ständen" angehörte und solche Leute sind ja wohl ge- und gelb, das hintere mit den gleichen Blumen in weiß und roja System der Gauvorstände und Gauleiter aufgehoben wird und sichert vor so schrecklichem Verdacht. Unser Gewährsmann bestanden. Dazwischen gruppieren sich auf dunkelgrünem Unterdas System der angestellten Bezirksleiter je nach der Leistungs- fügt übrigens hinzu, der Polizist habe diesen gut gekleideten grunde prachtvolle Azaleenschleifen, Brimelnrondelle und Lilienbögen. fähigkeit der Organisation weiter auszubauen ist. Die Gaue Hainwanderer in einem Zon angehaucht, wie wenn er einen weiße Rosen ragen in geschmackvollem Arrangement über die noch = horticole gantoise hat höchste Zeit, daß endlich eine solche allgemeine Veranstaltung die in hellen Flammen. war. In wenigen Minuten stand der ganze erste Stod zunehmen.( Lebhafter Widerspruch.) Daß Sie, meine Herren, Buschig- fleinen Heckenröschen. Zwischendurch schlängeln sich Bier- Um Verwechselungen vorzubeugen, bittet uns Herr M. Samolewis,| Verwaltungsberichtes wieder den bekannten Hymnus auf unfere pfade von goldgelbem Kies. Das Mittelfeld enthält ein Wasser Fehrbellinerstr. 30, mitzuteilen, daß er mit dem in unserer Notiz Voltsschule angestimmt. Bei übermäßig bescheidenen Ansprüchen an bassin, aus dem hundert Röhren ihre Strahlen werfen. Bom Dienstmädchenschicksal" genannten Herrn Schmulewiß, Dudenarder dieselbe ist das ja verständlich. Wir können darin nicht einstimmen. Nande fallen die zarten Strähnen des grünen Zierspargels. Davor Straße 34, nicht identisch ist. Da sein Name ähnlich klinge und auch Bezüglich der höheren inimer erheben sich vier mächtige Kallabestände Schulen versagt ja auch schneeweißen oft wie letztgenannter ausgesprochen werde, sei es schon zu Vers diese Bescheidenheit. Gibt man Blüten, flankiert doch für einen höheren bon breiten Azaleengruppen in tiefem wechselungen gekommen. Schüler 130 M., für einen Volksschüler aber nur 54 M. Not. Diese Gesamtanlage( Soschel) ist auf starke Farbenwirkungen berechnet, und der Farbenkontrast ist in der Tat hervor- Der Gegner des Hauptmanns von Bercken, der beim ersten Kugel Ebensowenig ist es bis jetzt gelungen, die Schulbrausebäder durchZu dem Zweikampf in Tegel wird noch folgendes gemeldet: pro Jahr aus. Von der für jeden modernen Schulmann selbstverständlichen Einrichtung von Schulärzten verlautet gar nichts. ragend. Die linke und rechte Seite des Hauptsaals ist dann in wechsel durch einen Schuß in die Leber tödlich getroffen wurde, Kleine Sondergärten, in Kinder, Borfrühlings-, Vorgärten und war ebenfalls ein Offizier, und zwar der Hauptmann Pachaly. zusehen. An die unentgeltliche Lieferung der Lernmittel denkt der Wintergärten eingeteilt. Da blühen Narzissen und Crocus, Amaryllis ber vor kurzem dem Ostfriesischen Infanterie- Regiment Nr. 78 Pagiftrat offenbar auch nicht. Bei all diesen und noch anderen Mängeln und Hortensien, Rosen und Alpenveilchen, Flieder und Schneeball. An den reizvollen Gitterwänden klettert die großblumige Klematis. zugeteilt worden und in Osnabrück garnisoniert war. Die Ver- fich so aufs hohe Roß zu setzen, wie es der Herr Dezernent tut, das Gartenarchitekt H. Hallervorden hat die Pläne zu den Gärtchen ent- gefallenen Hauptmanns. Herr von Berden, der von ihr seit zwei ihrer fakultativen Ausgestaltung ihre Aufgaben. Der Absicht, zur Durch anlassung zu dem folgenschweren Zweikampf war die Ehefrau des ist unverständlich. Die Fortbildungsschule erfüllt feineswegs in worfen, Obergärtner Peter und Neumann die Anordnung getroffen. Jahren getrennt lebte, ohne geschieden zu sein, glaubte die Ueber- führung des Obligatoriums erst die Zusage der Regierung über den Belebt werden die Gruppen durch zahlreiche Büsten und Modelle des Prof. Cuno v. Uechtriz- Steinkirch, des Bildhauers Joh. v. Klinkow- zeugung erlangt zu haben, daß die Beziehungen des Hauptmanns Gewiß erwarten auch wir, daß der preußische Minister hier pflichtvon dieser erbetenen Zuschuß abzuwarten, tönnen wir nicht beitreten. ström und der Bildhauerin Frl. Schreier. Sehr schöne Beete wurden Bachaly zu seiner Frau nicht völlig forrefter Natur waren. Die aus Maiblumen, weißem Flieder und gelben Azaleen hergestellt. Den Folge davon waren schwerwiegende Auseinandersetzungen zwischen mäßig beiſpringt; unsere Entschließung machen wir davon Hintergrund bilden Lorbeerbäume von oft zwei Meter Durchmesser in der beiden Offizieren, die schließlich zum Duell führten, dem aber nie und nimmer abhängig. Bezüglich der Armenpflege wird hier auch immer start in Selbstlob gemacht. Krone. Eine Seltenheit findet sich unter der Balmengruppe in der bon Berden zum Opfer fiel. Livistonia Latania aurea. Sie hat große glänzend hellgelbe Wedel Dazu liegt angesichts der niedrigen Unterstützungssäge und Im Arbeiterinnenheim III, Rottbuser Ufer 33, findet der der außerdem in der Zumessung derselben herrschenden Knauferei und macht dadurch aus einiger Entfernung den Eindruck, als sei sie nächste Vortrag über Gesundheitslehre und„ Erste Hülfe bei Unglücks- gar keine Veranlassung vor. Im Gegenteil! Bei den Aermsten der ihrem Ende nahe. Je näher man aber kommt, um so schöner gibt fällen" von Frau Dr. Cronheim- Klausner am Montag, den Armen darf nicht gespart werden. Unsere Krantenfürsorge läßt sich diese Balme. C. Schulze- Groß- Lichterfelde hat eigenartige 18. März, um 8 Uhr statt. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Koniferen in der Halle, die Stadt Schöneberg die Pläne, die aus auch zu wünschen übrig. Es muß bei der Errichtung des neuen dem Wettbewerb um ihren geplanten Stadtpart hervorgegangen einen erheblichen Schaden verursachte, kam gestern mittag gegen aussehe, was einen Beschluß auf Herabfezung der GewerbeCroßfeuer in einer Kostümrodfabrik. Ein gewaltiger Brand, der Krankenhauses ein flotteres Tempo eingeschlagen werden. Es iſt im Etatausschuß behauptet worden, daß unser Etat sehr günstig find, ausgestellt, der Düsseldorfer Modelleur W. Schwarz ist mit 1 Uhr in der Wallstr. 20 zum Ausbruch. Die Geschäfts- und Lager- aussehe, was einen Beschluß auf Herabsetzung der Gewerbeeiner hübsch gearbeiteten Gartenanlage vertreten, die Société räume der Kostümrockfabrik von L. Honig, Inhaber Leopold Honig, steuer von 175 auf 150 Proz. zeitigte. Gewiß wäre das den Gewerbetreibenden zu gönnen. Sander u. Söhne aus Brügge in Belgien aparte Neuheiten in Stock des Borderhauses, Seitenflügels und Quergebäudes. Gestern Freunde dagegen immen Trotzdem werden meine einmal weil wir nicht wissen Palmendekorationen ausgestellt. 3. Grofchtus zeigt einige Brunt zimmer im Blumenschmuck und das Medizinische Warenhaus hat mittag waren zwei Arbeiter mit dem Chef im Lager beschäftigt, als wie die nächsten Jahre ausfallen und deshalb unsere Reserven stärken zimmer im Blumenschmuck und das Medizinische Warenhaus hat plöglich in der Mitte des Raumes eine große Stichflamme empor- müssen; andererseits aber find zunächst die indirekten Verbrauchsbollständige Kranken-, Wöchnerinnen- und Babyzimmer eingerichtet. schoß. Die drei Personen flüchteten, da das Feuer mit unheim- abgaben wie die Biersteuer zu beseitigen. Als Ersatz dafür wäre Alles in allem ist die Ausstellung so reichhaltig und hervorragend, licher Schnelligkeit um sich griff und Wasser nicht zu haben die Umwandlung der Umsatzsteuer in eine Wertzuwachssteuer vordaß man sie mit großer Befriedigung wieder verläßt. Es ist auch Straßenpassanten alarmierten sofort die protestieren würden, wußte ich vorher, habe auf Ihre ZuFeuerwehr. Als diese bald darauf aus dem nahen Depot an der Stimmung, auch nicht gerechnet. Hoffentlich gelingt es Fischerbrücke mit dem 20. Löschzuge eintraf, war die Situation morgen im Berliner Rathause, die Wertzuwachssteuer durch Die Entlastung des Potsdamer Plazes äußerst bedenklich. In der Wallstraße werden augenblicklich Repara- zubringen; dann wird auch in den Vororten freie Bahn geschaffen beschäftigte unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Erzellenz die Straße ohne Wasser. turen an den Wasserröhren ausgeführt und aus diesem Grunde ist werden trotz Ihres Widerspruchs. Nur solche Steuern in GemeinBranddirektor Düber ließ daher schaft mit einer wirklich progressiven Einkommensteuer werden eine Schroeder den Verein für Eisenbahnkunde. Ministerial fofort an der Spree anlegen, wodurch aber tostbare Zeit verloren gerechte Verteilung der Lasten bringen und können die Gewerbesteuer direktor Mice, Direktor der Großen Berliner Straßenbahn, ging, da Lange Schlauchleitungen nötig waren. Dazu kam, daß und ähnliche herabsetzen bezw. beseitigen. trat in längerer. Ausführung für die Pläne dieser Gesellschaft ein; die Wehr nicht mit einer mechanischen Leiter vorgehen konnte, da die ( Fortsetzung des Berichts morgen.) den Plan, einen Tunnel von der Potsdamer Brücke bis zum angriff ungemein. Auf die Meldung„ Mittelfeuer" waren noch weitere Straße aufgerissen ist. An diese Umstände erschwerten den LöschPotsdamer Platz, unter der Leipzigerstraße zur Aufnahme der Straßenbahnen gegen eine Konzessionsverlängerung von 90 Jahren waren mehrere Dampfsprigen in Tätigkeit. Ueber die Treppen und Züge und auch der Branddirektor Reichel herbeigeeilt. Bald zu bauen, verteidigte der Redner und wurde dabei vom Eisenbahn- eine Steckleiter hinweg drangen die Sappeure mit sechs Rohren Präsidenten Kranoldt warm unterstüßt. Stadtbaurat Krause vor. Die in den oberen Stockwerken durch Rauch stark belästigten kritisierte unter allgemeiner Zustimmung die Pläne der ge- Personen wurden beruhigt. Trozdem ununterbrochen gewaltige nannten Gesellschaft, wobei er darauf hinwies, daß die Wassermengen in die Flammen geschleudert wurden, dauerte es doch Große" in ihrem bekannten Prozeß mit der Stadt Berlin be- fast eine Stunde, bevor die Gefahr beseitigt war. Das erste Stock hauptet habe, durch den Bau der Untergrundbahn Potsdamer werk ist total ausgebrannt. Blak- Spittelmarkt usw. würde der Verkehr von diesem Platz und der Leipzigerstraße abgelenkt und die Gesellschaft geschädigt. An der Hand von Zeichnungen erläuterte Baurat Krause die Pläne der Stadt zur Entlastung des Verkehrs am Potsdamer Plaß. besonders den Durchbruch der Boßstraße nach dem Kemper- Platz, die Beseitigung der Vorgärten am Potsdamer Platz, den Bau einer Brücke im Zuge der Köthenerstraße usw. Regierungsrat Kemmann und noch einige andere bekannte Techniker schlossen sich den Aus führungen des Stadtbaurats Krause und seiner Kritik an, so daß man das bemerkenswerte Faktum erlebte, daß die Juristen mit ihrer Ansicht sich von der der Techniker vollständig trennten und in der Minderheit verblieben. minderwertigen Ausstellungen mancher Art, von denen genug in den legten Monaten geboten waren, vergessen macht. 11 " Rigdorf. Vorort- Nachrichten. Kaiserliche Ober- Postdirektion Berlin hat soeben bestimmt, daß Das neue Hauptpostgebäude ist jest fertig gestellt. Die 16. zum 17. März, bezogen wird. Das Poftamt Rigdorf 1 wird der Neubau in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, den also in dieser Nacht aus dem Hause Bergstraße 133 in das reichseigene Dienstgebäude Richardstraße 119/120 verlegt werden. Der Sonntagsdienst erfolgt bereits im neuen Hause. Der schlichte, aber schmude Neubau dient dem aufblühenden Vorort zur besonderen Bierde, zumal Rigdorf an öffentlichen und monumentalen Gebäuden verhältnismäßig arm ist. Das Postamt 1 in Nixdorf ist ein Bostamt erster Klasse mit Telegraphen- und Rohrpostbetrieb. Ihm sind die Postzweigstellen Rigdorf 2 in der Hermannstraße 207, Rigdorf 3 in der Bendastraße 22, Rigdorf 4 in der Hobrechtftraße 71/73 nachgeordnet. Die Fernsprechvermittelungsstelle des Postamts Rigdorf 1 bleibt vorläufig noch in den bisherigen Charlottenburg. Räumen. kurz nach 4% Uhr vom Vorsteher Sander mit einigen geschäftlichen Stadtverordnetenversammlung. Die Sigung am Mittwoch wurde Mitteilungen eröffnet. An erster Stelle stand auf der Tagesordnung der Verwaltungsbericht des Magistrats für 1906. Beitungstioste sollen jetzt in Charlottenburg aufgestellt werden. Oberbürgermeister Boddin weist auf den gedruckt vorgelegten Mit den Kiosken soll Fernsprech- und Schreibgelegenheit, unentBericht hin und erklärt sich zur Beantwortung von eventuellen geltliche Einsicht des Berliner Adreßbuches und Planes, Verkauf Fragen bereit. von Postmarken und Karten, ein Thermometer und ein BaroStadtv. Conrad( Soz.): Der Bericht zeigt ein erfreuliches Gleichzeitig sollen fie Einrichtungen zur Aufnahme von Normalmeter, sowie die täglichen Wettervoraussagen verbunden werden. Besonders hinweisen müssen wir noch auf den Umstand, daß haben das Soll wesentlich überschritten. Aber nicht in allen Punkten Gesellschaft in Berlin einen Vertrag bis zum 1. April 1918 abWachstum unserer Stadt. Die Jft- Einnahmen aus den Steuern uhren erhalten. Der Magistrat will mit der Deutschen Kiosk. der Eisenbahn- Präsident Kranoldt im Vorjahre in den Ruhestand steht es so günstig. Nur einiges sei kritisch betrachtet. So sind die schließen. In Charlottenburg wurde bisher der Grundsatz befolgt, getreten ist und von der letzten Generalversammlung der Großen Fortschritte im Volksschulwesen nur verschwindend gering. Die Berliner" in den Aufsichtsrat der Gesellschaft berufen wurde. Klaffenfrequenz ist kaum nennenswert gesunken und beträgt immer für den Verkehr freizuhalten. Die neuen Rioste sollen deshalb das Straßen- und Playland von jeglichen fremden Bauwerken Man muß es der„ Großen Berliner" lassen: Auf gute Be noch 58 Schüler. Auch die fliegenden Klassen sind noch nicht mit dem Tage ihrer Fertigstellung unentgeltlich in das Eigentum ziehungen" hält sie. beseitigt; es sind deren immer noch 39 vorhanden. Die Forts der Stadtgemeinde übergehen. Es sind im ganzen 11, unter bildungsschule entwidelt sich ebensowenig. Die obligatorische morgen, den 15. März, an ihre sämtlichen Betriebswagen mit zwei die Einbeziehung der Handelsangestellten nicht unterlassen werden platz, Savignyplak, in der Nähe der Charlottenburger Brüde, auf Die Verwaltung der Großen Berliner Straßenbahn hat von Ausgestaltung derselben muß endlich vorgenommen werden, wobei Umständen 14 Kioske vorgesehen, und zwar am Knie, auf dem Wilhelmplatz, dem Auguste- Bittoriaplay, Wittenbergplah, Steinroten Bappplakaten folgenden Inhalts ausgerüftet: Bur gefälligen darf. Bei dem starken Schneefall dieses Winters hat unsere dem Friedrich- Karlplatz, dem Stuttgarter- Platz, dem KurfürstenBeachtung! Linienumlentung. Aus besonderer Veranlaffung nimmt Straßenreinigung gänglich versagt. Die verkehrshemmenden Schnee- damm an der Ede der Uhlandstraße, am Bahnhof Zoologischer dieser Wagen einen anderen als den fahrplanmäßigen Weg. Aus- massen haben bis in die letzten Tage noch gelegen, ehe ihre Abfuhr Garten, unter Umständen auch auf dem Sophie- Charlottenplatz, funft erteilt der Schaffner." Diese Schilder werden bei allen durch bewerkstelligt wurde. Betriebsstörungen veranlaßten Ablenkungen von Wagen von dem dem Amtsgerichtsplatz und am Kurfürstendamm an der Ede der Oberbürgermeister Boddin: Den Wunsch des Vorredners fahrplanmäßigen Wege, sowie auch bei polizeilichen Absperrungs- nach schnellerer Beseitigung des Schnees aus den Straßen teilt Schlüterstraße. maßnahmen und sonstigen Anlässen, bie eine vorübergehende auch der Magistrat; eine größere Beschleunigung war nicht möglich. Alt- Glienicke. Aenderung der Linienführung bedingen, im Wageninneren rechts Die Abfuhr hat der Stadt 20 000 Mart getoftet. von den Fahrplanplakaten aufgehängt. Unbeschadet dieser MaßEinen glänzenden Sieg errangen unsere Genoffen bei der Stadtrat Dr. Weinreich verteidigt die Schulverwaltung gestrigen Gemeindewahl in der dritten Klaffe. Auf die fozialnahmen liegt aber den Schaffnern nach wie vor die Pflicht ob, den gegen die Kritik des Stadtv. Conrad. Fast keine andere Stadt leistet demokratischen Kandidaten Kaiser und Gerlach Fahrgästen vor Antritt der Fahrt und vor Aushändigung des Fahr das im Schulbau wie wir. entfielen scheines von der Ablenkung des Wagens unter Angabe der Gründe Die Versammlung tritt in die Beratung des Haushalt- 258 Stimmen, während die Gegner nur 80 Stimmen auf sich verMitteilung zu machen, namentlich auch darüber, ob und an welcher Voranschlages für 1907 ein. Mit 24 gegen 21 Stimmen wird einigten. Bekanntlich waren die Mandate bisher in bürgerlichem Stelle der Wagen wieder auf den fahrplanmäßigen Weg gelangt. Eintritt in die Generaldiskussion beschlossen. Befiz. Es find fortan also vier Genossen im Gemeindeparlament Eine derbe zurechtweisung bei der Stadtverordnetenersatzwahl wahlen zurückommen zu müssen. Er verbreitet sich in längeren Stadtb. Beermann erklärt auf die legten Stadtverordneten vertreten. der zweiten Wählerklasse des 9. Kommunalwahlbezirks, bie am Ausführungen, welche wiederholt vom Widerspruch der Hausagrarier Mittwoch stattfand, mußte fich der Wahlvorfteber im Wahllokal unterbrochen werden, über die Wahlbewegung. Rebner meint, Eichwalde. Mariannen- Ufer 2 gefallen lassen. Als ein Wähler nach den Achtung, Gemeindewahl! Die Wahl findet heute, Freitag, üblichen Formalitäten seine Stimme auf Paul Singer abgab, be- vertreter gewählt und kämen auch nur allein als solche in Betracht. von 6-6% Uhr) statt. Kandidaten der Sozialdemokratie sind für feine engeren Freunde und er feien als Mittelstands im Rathause( für die 3. Klasse von 4-6 Uhr, für die 2. Klasse gleitete der Wahlvorsteher diese Wahl mit einem ironischen Aha". Von den anderen bürgerlichen Stadtverordneten habe der Mittel die 3. Klasse Gastwirt Witte, für die 2. Klasse Silberarbeiter Der Wähler fragte: Was soll das Aha" bedeuten?" und erhielt stand nichts zu erwarten. Bei Prüfung der Vorschläge über die Er Mitschke. Parteigenoffen! Laßt Euch durch die anscheinende die Antwort, Herr Singer sei ja schon Stadtverordneter. Der höhung der Beamten- und Lehrergehälter haben wir im Vergleich Uneinigkeit der Gegner nicht betören. Erscheint Mann für Mann Wähler erklärte, dies wisse er selber, wähle aber trobem, en er wen wolle und nicht denjenigen, den der Herr Wahlvorsteher gewählt an der nötigen Einsicht und an wünschenswertem Entgegenkommen und tretet für Gure Interessen ein durch Wahl de sozialdemo wolle und nicht denjenigen, den der Herr Wahlvorsteher gewählt zu den Petitionen der Beteiligten gefunden, daß es der Magistrat Uneinigkeit der Gegner nicht betören. Erscheint Mann für Mann wiffen möchte. Außerdem verbitte er sich jede überflüssige Aeußerung hat fehlen laffen. Die in seiner Vorlage getroffenen Festießungen tratischen Kandidaten. des Wahlvorstehers bei seiner Stimmabgabe, da er dies als eine find ungenügend. Wahlbeeinflussung betrachte. Hiermit war der Zwischenfall erledigt. Zu der am Mittwoch bei Witte stattgefundenen öffentlichen Vielleicht wird dem übereifrigen Herrn auch noch vom Wahl wie der Vorredner, eine Wahlrede zu halten. Und doch war die lichen Kandidaten sowie eine größere Anzahl bürgerlicher Ges Stadtv. Wutty( S03.): Es ist nicht meine Abficht, Ihnen. Versammlung waren auf besondere Einladung auch die bürger bureau des Magistrats klar gemacht, daß er sich jeder Beifalls- herzerfrischende Art, wie derselbe manches richtig tennzeichnete, sehr meindewähler erschienen. Ueber„ Die Bedeutung der Gemeindeoder Mißfallensäußerung bei der Stimmenabgabe der Wähler zu erfreulich an dieser Stelle, wo bis jetzt meine Freunde allein die wahlen" referierte Genosse Kubig Pantow, der in großen Zügen Gestohlener Mörtelwagen. Vom Lagerplab ist vorgestern ein Arbeit dieser Versammlung wäre eine solche Wandlung in der meindevertretung gab. Einwendungen gegen diese wurden seitens Prediger in der Wüste waren. Im Interesse fruchtbringenderer eine Erläuterung unserer prinzipiellen Forderungen an die Ge beladener Mörtelwagen gestohlen worden. Auf dem Grundstück Gruppierung nur zu wünschen; ich bin aber nicht Optimist genug, der bürgerlichen Gegner nicht erhoben; dafür aber kam es zwischen Köpeniderstraße 48 war der Wagen Nr. 32 der Firma Gustav daran zu glauben. Bonn mit einer Ladung Mörtel versehen worden, und als der Armen Die Herren werden sich bald in den den Kandidaten des Grundbesißervereins und denen der" liberalen Tiegen und den Bruderschmat austauschen. Kutscher, der sich auf einige Augenblicke entfernt hatte, wieder nun einiges zum einiges zum Etat! Die Vorschläge des Magistrats fegungen bei Werbung um die Arbeiterstimmen. Unsere Genossen friedliebenden Bürger" zu ganz netten häuslichen Auseinanderzurückam, war das Gefährt bereits verschwunden. Ein un bezüglich bekannter Mann hatte es entführt. Der gestohlene Wagen ist mit teils ungenügend. Die Unterbeamten sind mit Zulagen bon 100 und hinter die Kulissen tun. So hat( um nur ein Beispiel anzuführen) der Gehaltsaufbefferungen sind ungerecht, fonnten bei dieser Gelegenheit einmal den so notwendigen Blick einem Rotschimmel und einem Fuchs bespannt. 150 M. abgespeist, den höheren Beamten soll das Sechs- bis acht die hurrabegeisterte Mehrheit der Gemeindevertretung fache gegeben werden. Die Bugeständnisse an die Lehrer bleiben Striegerverein persönlich aur würdigen Feier des Kaisergeburts. hinter ben berechtigten Wünschen derselben so weit zurück, daß fie tages 100 m2. für die Gasterei bewilligt. Für den Kirchenfaum als nennenswert zu bezeichnen sind. Besonders wäre die Er- neubau find 40 000 m. bewilligt und man ist bereits dabei, ber höhung der Wietsentschädigung angesichts der teueren Wohnungsmieten Heinen Gemeinde durch eine 100 000 Mart- Anleihe zum Bau einer am Blaze gewesen.( Widerspruch.) Meine Herren! Und wenn Sie eigenen Gasanstalt neue Schulden aufzuhalsen, anstatt gerade bundertmal widersprechen, wahr bleibt's doch, daß auch in Rigdorf die in diesem Falle mit der Nachbargemeinde Beuthen, deren Gas Mieten bedeutend gestiegen find.- Bon der geplanten Lohn anstalt auf Eichwalder Grenze steht, die notwendige Intereffen. erhöhung für die städtischen Arbeiter läßt sich auch nur deren Un gemeinschaft zu suchen. Unsere Genossen ließen denn auch in zulänglichkeit feststellen. 2 Bf. pro Stunde mehr führt zwar endlich der Diskussion feinen Zweifel darüber, daß sie für das Liebeszu dem von den Arbeitern geforderten Minimallohn von 4 Mart; werben der„ bürgerlichen Vertreter" kein Interesse haben und aber die Löhne unserer Arbeiter bleiben dann immer noch so ge- festen Willens sind, durch Wahl ihrer eigenen Vertreter wirksam Einen günstigen Moment hat vorgestern ein Fürsorgezögling waltig hinter denen der Privatindustrie zurück, daß die Magistrats einzutreten für die Interessen der Arbeiterschaft und damit der zur Ausführung seiner Flucht benutzt. Ein Beamter hatte den borlage der Korrektur bedarf, um in der Lohnfrage die städtischen Gemeinde. Auftrag erhalent die 19jährige Artistin Meta H., die in Fürsorge Betriebe der Bezeichnung Musterbetriebe" wieder etwas näher Erziehung genommen ist, nach ihrem Bestimmungsort zu trans au bringen. Wir find davon allerdings noch weit ent- Reinickendorf. portieren. An der Ecke der Leipziger- und Friedrichstraße be fernt, wenn wenn man die ablehnende Haltung des Magistrats Der Arbeiter Turnverein Reinidendorf beabsichtigt, in nächster nutte das junge Mädchen das starte Menschengewühl dazu, seinem in der Berkürzung ber Arbeitszeit sieht. Es wird Beit eine Altersriege einzurichten. Die Turnerschaft hofft nun Transporteur zu entweichen. Tatsächlich gelang es auch der Aufgabe in der Spezialdebatte fein, hier energisch Abhülfe an- von der Arbeiterschaft Reinickendorfs in ihrem Vorhaben tatau entkommen zubahnen. Herr Stadtrat Weinreich hat bei der Besprechung des kräftig unterstügt zu werden. Die Turnabende finden im Weiten enthalten habe. " # 1 Auf dem Pionier- Uebungsplatz erhängt hat sich ein etwa 50 Jahre alter unbekannter Mann. Pioniere, die aur Uebung nach dem 13. Nebungsplatz in der Hasenheide ausgezogen waren, fanden den Selbstmörder an einer Birte erhängt auf. Der Tote wurde zur Rekognoszierung in das Schauhaus gebracht. Er hat graumeliertes Haar, blonden Schnurrbart, hohe Stirn, ist von untersetter Figur und mit grauem Jackettanzug bekleidet. Straßensperrung. Die Spreestraße zwischen Friedrichsgracht und Brüderstraße wird Kanalisationsarbeiten halber vom 14. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. teils MenStag und Freitag bei Franke. Eichbornstrahe 18, im Osten Dienstag und Freitag im Restaurant zur Eisenbahn am Bahnhof Schönholz statt,-■ Herzfelde. Wahlbecinflussungen schlimmster Art sind, wie uns mitgeteilt wird, bei der Reichstagswahl von einigen Arbeitgebern in Herzfelde gegen ihre Arbeiter versucht worden. So soll der Lieaeleibesitzer Herr Behne an seine zirka 2(1 Arbeiter die Weisung gegeben haben, nur dem bürgerlichen Kandidaten Ziethen die Stimme zu geben; und damit dies auch ja geschehe, soll den Wählern sogar ein von ihm geschriebener Stimmzettel für Ziethen in die Hand gedrückt worden sein. Nicht wenig erstaunt war Herr B., als er beim Aus- zählen der Stimmen gewahrte, dast die Arbeiter ihrer eigenen Uebcrzeugung Ausdruck gegeben halten. Am anderen Morgen soll Herr B. hierauf den Treulosen gesagt haben, das; sich jeder bald um andere Arbeit bemühen solle, da er solche Arbeiter, die seiner Weisung nicht gehorchen, nicht gebrauchen könne. Verhält es sich so, wie uns auf das bestimmteste versichert wird, so ist das ein Be- ginnen, gegen das entschieden vorgegangen werden mutz. Es wäre dies ein Wahlterrorismus schlimmster Art, wie wir ihn wohl in den Gefilden OstelbienS, nicht aber vor den Toren Berlins erwartet hätten. Neu-Zittan(Kreis Beeskow). Ein dickfelliges Dorfobcrhaupt. Unter dieser Spitzmarke ver- öffentlichte vor einiger Zeit der„Anzeiger für Erkner" eine Zuschrift aus Neu-Zittau, in welcher der dort wiedergewählte Gemeinde- Vorsteher als Alp bezeichnet wird, der über einen grotzen Teil der Einwohner Neu-Zittaus laste. Es handelt fich um den schon lange an der Spitze der Gemeinde stehenden Herrn Borch, dessen Führung der Gemeindcgeschäste schon seit längerer Zeit Anlah zu Klagen gegeben haben soll. Auf Beschwerden beim Landrat wurden Umer- suchungen angestellt, die das Ergebnis hatten, datz die Beschwerden begründet waren. Borch erklärte hierauf, datz er wegen seines hohen Alters nicht mehr imstande sei, sein Amt korrekt zu führen und bis zum 1. Juli 1906 sein Amt niederlegen würde. B. versah den Posten aber noch über diese Zeit hinaus und beantragte einb Ge> Haltserhöhung, die abgelehnt wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen. einen neuen Gemeindevorsteher mit einem JahreSgehall von KOV bis 700 M. anzustellen.(Das Gehalt deS B. betrug nur SSO M.> Die 600—700 M., die wahrlich für einen Gemeindevorsteher nicht zu hoch find, schienen nun aber für Borch einen gewissen Reiz auszuüben, weshalb er sich mit einem Male wieder rüstig genug fühlte, sich um die Stelle zu bewerben und die Gemeinde- geschäfte zu übernehmen. Mit Feuereifer empfahl er sich selbst als den geeigneten Mann, gegen den seine Konkurrenten die reinen Waisenknaben seien. B. wurde mit 10 gegen 0 Stimmen, die auf seine Gegner entfielen, wieder gewählt. Und als man ihn darauf aufmerksam machte, datz er seihst unterschriftlich bekundet habe, infolge vorgerückten Alters auherstande zu sein, die Geschäfte weiter leiten zu können, erwiderte er:„Geld macht wieder jung. das mühten Sie doch auch wissen." Die Bevölkerung Neu-Zittaus ist nun empört darüber, datz ihm seine Freunde wiederum die Führung der Geschäfte in der Gemeinde ühergeben haben. Durch Beschwerden an den Landrat erwartet man mit Bestimmtheit, datz B. nicht bestätigt wird. Interessant ist, datz in obengenanntem Blatte ein wahres Bombardement von Verdächtigungen und Bor« würfen gegen B. losgelassen wird. Wir wollen abwarten, ob Neu- Zittau seinen wiedergewählten Gemeindevorsteher behält. Pankow. Aus dem soeben erschienenen Rechenschaftsbericht über die Tätige keit des Gewerbegerichts Pankow für 1906 ist hervorzuheben, datz für das abgelaufene Jahr 3S9 Eingänge zu bearbeiten waren, unter denen sich 192 Streitlachen befanden. Auf das Baugewerbe entfielen 70 Streitsachen, auf Fabrikbetriebe 22, Fuhrwerksbetriebe 8, auf das Handwerk 46 und 46 auf sonstige Betriebe. Die Erledigung dieser Streitsachen nahm 48 Sitzungen in Anspruch, in denen 40 mal ohne und 8 mal mit Beisitzern verhandelt wurde. Die Zahl der an den einzelnen Gerichtstagen zur Verhandlung gelangten Streitsachen bt trug vor dem Spruchgericht 194, die Höchstzahl der an einem Tage verhandelten Sachen betrug vor dem Spruch gericht 26. Im Durchschnitt wurden 24,4 Streitsachen an einem Tage erledigt. Diese Feststellung ist der beste Beweis unserer früheren Behauptung, datz die Sitzungstage de« GewerbegerichtS überlastet sind. Von den angegebenen Streitsachen waren anhängig gemacht 2 Klagen von Arbeitgebern, 190 Klagen von Arbeitnehmern. Es wurden erledigt durch Vergleiche 63. durch Verzicht 19, durch Versäumnisurleil 38, andere Endurteile 60, durch Erscheinen der Parteien 9 und al« unerledigt in das neue Jahr hiuübergenommen 19 Fälle. Die Zuziehung von Sachverständigen war in 7 Fällen erforderlich. Der Wert des Streit- gegenständes betrug bis zu 20 M. in 80 Fällen, bis zu 60 M. in 62 Fällen, bis 100 M. in 28 Fällen und mehr als 100 M. in 21 Fällen. Als EinigungSamt ist das Gewerbegcricht nicht in Funktion getreten.— Das Kaufmannsgericht ist nur in acht Fällen angerufen worden, davon wurden erledigt durch Vergleich fünf, durch Klagezurücknahme zwei und durch Endurteil eine Sache. Berufung gegen Urteile ist nicht erhoben worden. Aus der Haft entlassen wurde gestern der Arbeiter August Lange, welcher unter dem Verdacht, an den Einbrüchen im Norden Berlins und der Pankower Krankenkasse beteiligt gewesen zu sein. festgenommen worden war. Er hat sein Alibi nachweisen können. Die beiden anderen Verhafteten sind dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden und haben verschiedene Einbrüche eingestanden. Tegel. In der Schulgemetndevertretersitzung gab der Vorsitzende� Gel meindevorsteher Weigert, bekannt, datz eine Regierungsverfugung eingelaufen sei. wonach die fiskalische Bcihülfe zum Schulbau, die sogenannte Rundholzentschädigung für die im Bau befindliche Doppelturnhalle, abgelehnt wird, weil eine Turnhalle für den Unterricht kein unbedingt erforderliches Gebäude sei.(Heiterkeit.) Wenn in einem Falle einmal schon früher für eine Turnhalle Ent. schädigung gezahlt sei. so sei dies irrtümlich geschehen und müsse zurückgezahlt werden.(Erneute Heiterkeit) Superintendent S u t t k u s meinte, dagegen müsse etwas getan werden, um der- artig verzopften Anschauungen entgegenzutreten, während Rektor Märiens den Widerspruch der Regierung hervorhob, die den Turnunterricht auch im Winter wünsche. Turnhallen aber nicht für erforderlich halte. Die Debatte zeitigte einen Beschlutz, zunächst bei den anderen Orten mit Patronat anzufragen, ob dort ein ähnlicher Vorgang vorliege. Wie komisch der Vorfall an sich wirkt. ging daraus hervor, datz d,e Verlesung der Regierungs-Verfügung aus dem Protokoll wiederum Heiterkeit auslöste. Der Antrag der Gemeinde auf Ueberlassung der Schulbaracke für die Kleinkinder- schule zum 1. April 1907 wurde genehmigt. Dann kam die Frage der Erhöhung der Lehrergehälter. Ein Antrag de« Lehrerkollegiums lag vor. dem der Schulvorstand bereit« in der Hauptsache zu- gestimmt hatte. Dessen Antrag wurde dann auch nach einer die Gründe für die Notwendigkeit erörternden Debatte einstimmig angenommen. Die neue Besoldungsordnung, die nun schon am 1. April 1907 in Kraft treten soll, setzt die Bezüge der Bolksschul. lehrer und-Lehrerinnen in folgender Weise fest: A. Grund. gehalt: Rektoren 2400 M.(statt 2200 MI.), Lehrer 1450 M.(statt 1400 M.), wissenschaftliche Lehrerinnen 1160 M.(statt 1100 M.). technische Lehrerinnen 1060 M.(statt 1000 M.), einstweilig an- gestellte Lehrer 1160 N.(statt 1140 M.), definitiv angestellte Lehrer 1260 M.(statt 1240 M.), einstweilig angestellte wissenschaftliche Lehrerinnen 1000 M.(nicht erhöht), einstweilig angestellte tech. nische Lehrerinnen 840 M.(statt 800 M.). L. Alterszulagen:'für Rektoren und Lehrer 250 M.(statt 226 M.). für wissenschaftliche Lehrerinnen 150 M.(statt 126 M.) und für technische Lehrerinnen 125 M.(nicht erhöht). C. Mietsentschädigung: für Rektoren 550 M.(statt 750 M.) für Lehrer mit eigenem Hausstand 600 M. (statt 650 M.). für die übrigen Lehrer und Lehrerinnen 370 M. (statt 320 M.). Die Schulkasse wird durch die.Erhöhung Mit 6192 M. für da« Rechnungsjahr 1907 belastet. Die Gemeinbevertretersibung beschäftigte sich zunächst mit dem Antrag der Gemeinde Lübars, die Gemarkung dieses Ortes an das Kanalisations- und Wasserversorgungsnetz Tegels anzu- schließen. Die Gemeindevertretung konnte sich in bestimmter Form nicht schlüssig werden. Sie beschloß aber zu antworten, daß Tegel der Gemeinde Lübars in drei Monaten betreffs der Wasser- Versorgung, in Jahresfrist betreffs der Kanalisation Vorschläge machen werde. Es wird endgültig erst nach der Beendigung der jetzigen Bauprojekte möglich sein, die Leistungsfähigkeit des ver- grötzerten Wasserwerks und der Kläranlage zu übersehen. Der geforderte Grund und Boden für die Kreisindustriebahn soll dem Landrat jetzt überwiesen werden. Beschlossen wurde dann, zwei große Anleihen auszunehmen. Die eine in Höhe von 500 000 M. zu 4 Proz. mit Tilgung vom 1. April 1910 ab von einer Berliner Kirchengemeinde zum Ankauf deS Kreisbahnareals, die andere in Höhe von 300 000 M. von einer preußischen Versicherungsanstalt zu 4 Proz. und 1 Proz. Tilgung für die Erweiterungsbauten auf dem Wasserwerk und der Kläranlage, für den Bau des neuen Gemeindehaufes und zur Anlage des Bahnhofsplatzes mit den anliegenden Straßen. Ueber 2 Millionen Mark von einer Berliner Bank soll noch in der nächsten Sitzung beraten werden. Sie werden für die grotzen Projekte im Anschluß an die Industriebahn, wie den Umschlagshafen, benötigt. Der Bebauungsplan Oppenheim jenseits der Kremmener Bahn wurde mit Interesse angesehen und der Gemeindevorsteher mit den Verhandlungen beauftragt. Das unentgeltlich angebotene Stratzcnland am Strandschlotz soll auf- gelassen werden. Die Kläranlage erhält dadurch eine zweite Zu- fahrtsstratze. Nowatves-Ncnendorf. Gegen die Wahl des Neucndorfcr Schöffen Ebel' zum Schöffen der erweiterten Gemeinde Nowawes war von bürgerlicher Seite Protest eingelegt worden, weil bei dieser Wahl die zuletzt gewählten Gemeindevcrtreter nicht mitgewirkt haben. Bekanntlich wurden, nachdem die neue Vertretung gewählt war, von dieser die Schöffen ernannt; da sich diese sämtlich aus Mitgliedern der neuen Vertretung rekrutierten, fand darauf eine Ergäuzungswahl von Gemeinde- Vertretern statt. Dann starb plötzlich der neugewählte Schöffe Hönow, und eS mutzte für diesen eine Ergänzungswahl vor- genommen werde»; diese Wahl fand am Dienstag voriger Woche statt. Da die Einspruchsfrist gegen die zuletzt gewählten Vertreter noch nicht beendigt und die zuerst gewählten Schöffen als solche noch nicht in Funktion getreten waren, erhielten die zuletzt ? gewählten Gemeindevertreter zur letzten Schöffcnwahl keine Ein- adungen und konnten somit nicht wählen, da der Amtsvorsteher der Ansicht war, datz erst der Einspruchstermin verstrichen sein mutz und die neugewählten Schöffen bei dieser Wahl nur als Gemeinde- Vertreter zu gelten haben. Diese Ansicht war aber eine irrige, denn die Bestätigung des Schöffen Ebel ist wegen formaler Verstötze bei der Wahl versagt worden, so daß demnächst eine Neuwahl statt- zufinden hat._ Kommunales, Ter Entscheidungskampf um die Wcrtzuwachssteuer» der gestern in der S t a d t v e r o r d n e t e n v e rs amm- l u n g begann, wird von den Hausagrariern, die im Rathause mächtig sind, mit einer Hartnäckigkeit und Zähigkeit geführt, wie man sie von diesen ewig notleidenden Mitbürgern in solchen Fragen gewöhnt ist. In der gestrigen Sitzung konnte die Debatte, zu der nicht weniger als neun Redner gemeldet waren, noch gar nicht zu Ende geführt werden, so datz erst die nächste Sitzung die Entscheidung bringen wird. Eröffnet wurde die Debatte von unserem Genossen H e i m a n n, der in einer groß angelegten Rede noch einmal die soziale und kommunalpolitische Bedeutung der Wert zuwachssteuer nachwies. Heimann zeigte, wie der erbitterte Widerstand des Hausagrariertums gegen die B e st e u e r u n g desunverdientenWertzuwachsesundmühe- losen Gewinnes die Berliner Gemeindeverwaltung daran zu hindern sucht, sich diese neue Einnahmequelle zu ev schlietzen. �m Ausschutz sei die Ablehnung der Wertzuwachs� steuer von ihren Gegnern geradezu als eine soziale Tat be zeichnet worden, man müsse sie aber als eine r ü ck s i ch t s> lose Wahrnehmung der Hausbesitzerinter- essen bezeichnen, die ja leider durch das Privileg er möglicht werde, das durch die Städteordnung dem winzigen Häuflein der Hausbesitzer vorbehalten worden ist. Der Chor der Hausbesitzer begleitete die treffenden Aus� führungen unseres Redners mit lärmenden Unterbrechungen, Es trat dann einer der Ihren auf den Kampfplatz, Herr L e w y von der„Alten Linken", der in so ungeschickter Weise gegen die Wertzuwachssteuer zu Felde zog, daß er wiederholt Stürme der Heiterkeit entfesselte. Herrn P r e u tz(„Soziak Fortschrittler") fiel die dankbare Aufgabe zu. diesen hülflosen Fechter, der übrigens bei der..Vossischen Zeitung" die Stelle des Leitartiklers inne hat, zu Boden zu strecken. In einer sehr wirksamen Rede faßte dann Oberbürgermeister K i r s ch n e r noch einmal alle Gründe zusammen, die den Magistrat bestimmt haben, den Stadtverordneten dieses Steuerprojekt vorzulegen. Er legte dar, datz die Stadt Berlin neue Einnahmequellen haben mutz, wenn sie all die grotzenAufgaben erfüllen will, die schon die allernächste Zukunft ihr bringen muß. Den Hausagrariern versuchte Herr Kirschner die Pille möglichst zu überzuckern, die sie herunterschlucken sollen. Mer Herr Wallach, der nach ihm sprach und in komisch wirken dem Zorn gegen Herrn Kirschner losfuhr, ließ keinen Zweifel darüber, daß ein echter Berliner Hausagrarier den Teufel was danach fragt, wie die nicht grundbesitzende Bevölkerung über die hausagrarische Jnteressenpolitik denkt. Nach Wallachs Rede wurde Vertagung beantragt und beschlossen. Bis zur nächsten Sitzung wollen die um Wallach„alle Minen springen lassen"._ Vermifcbtes. Wegen vierfachen Giftmordes angeklagt. Gestern begann vor dem Hirschberger Schwurgericht eine Ver- Handlung gegen die Ehausseewärtersfrau Feig«, die wegen Mordes in vier Fällen angeklagt ist. Wie unseren Lesern erinnerlich sein wird, wurde Frau Feige wegen dringenden Mordverdacht« ver- haftet. Am 26. März errWete die Schneidersfrau Brückner. die bei der Angeklagten wohnte, ein Testament, in dem sie allein die Feigeschen Eheleute zu Erben einsetzte, Zwei Tage später starb Frau Brückner unvermutet. Als die Familie erfuhr, datz sie völlig enterbt war. machte der Schneidermeister Brückner den Mordverdacht gegen Frau Feige rege, zumal schon mehrere Pensionäre der Frau Feige unmittelbar nach Errichtung eines Testaments, das stets zugunsten der Feigeschen Eheleute lautete, plötzlich verstorben waren. Die Leiche wurde exhumiert und festgestellt, datz große Mengen Arsenik sich in der Leiche vorfanden. Eine Haussuchung bei Feiges führte zur Beschlagnahme einer Reihe Medizinflaschen mit Arsenik, Sfrau Feige wurde verhaftet. Sie behauptet, die Flasche zu Kur- pfuschzwccken benutzt zu haben. Davon, datz der Inhalt Arsenik sei, will sie nichts wiffen. Sie bestreitet überhaupt zu wissen, was Arsenik sei. Eine E�humierung von früher plötzlich verstorbenen Pensionären der Frau Feige sowie ihrer Stiefmutter und ihrer Schwägerin ergab ebenfalls das Vorhandensein von Arsenik. Die Angeklagte steht deshalb unter der Anklage: 1. die Schneidersfrau Brückner, gestorben am 28. März 1906; 2. den Arbeiter Josef Janitsch ek. gestorben am 22. Juni 1903; 3. ihre Stiefmutter, die Witwe Christiane Müller, gestorben am 3. November 1899 und 4, ihre Schwägerin, die ledige Weberin Friederike Feige, gestorben am 31. März 1897 durch Beibringung von Gift getötet und diese Tötungen mit Ueber- lcgung ausgeführt zu haben. In bezug auf drei weitere Leichen. die ebenfalls in dem Heimatsorte der Angeklagten, dem Städtchen Grünau ausgegraben wurden, schwebt die Unter- suchung gegen die Angeklagte zurzeit noch. Es bandelt sich dabei um den Stellmachermeister Hornig aus Borbisdorf, den früheren Karussellbesitzer Marport aus Grünau und eine unmittelbare Ver- wandle der Angeklagten. Ein wesentlicher Teil der Beweisaufnahme erstreckt sich darauf, ob die Angeklagte, die bestreitet, Arsenik auch nur zu kennen, in vielen deutschen und österreichischen Apotheken Arsenik gekauft habe. Ueber das Urteil werden wir berichten. Verkehrsstockung. Infolge des gestern nachmittag eingetretenen Schneefalls ist die Strecke Gehren— Grotz-Breitenbach der Ilmenau« Grotz-Breitenbacher Bahn seit gestern abend für den Verkehr gesperrt. Der gestern abend 6 Uhr 9 Minuten von Grotz-Breitenbach ab- gegangene fahrplanmäßige Zug blieb bei Gillersdorf im Schnee stecken. Ueber einen Eisenbahnzusamnienstoß wird von Finsterwalde amtlich gemeldet: Am 13. März abends lO1/« Uhr ist auf Strecke Kottbus-Finsterwalde Personenzug 505 von Halle mit Güterzug 9310 in Km 133 zwischen Gollmitz und Finsterwalde auf einer wegen Brückenumbau eingleisig betriebenen Strecke zusammengestotzen. Strecke voraussichtlich 24 Stunden gesperrt. Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Ein Lokomotivführer und ein Bremser sind schwer, fünf andere Bedienstete leichter verletzt. Verletzmrgen von Reisenden sind bisher nicht bekannt geworden. Materialschaden bedeutend. Des Raubmordes verdächtig. Gegen den feit einiger Zeit wegen Ermordung des Kaufmanns Hendschel in Haft befindlichen ZirkuS- direktorösohn Niederhofer ist nunmehr, wie die»Münchener Neuesten Nachrichten" melden, auch eine Untersuchung Ivegen Raubmordes, begangen am 31. Mai 1906 an der Prostituierten Frieda Franke in Innsbruck, eingeleitet worden. Die polizeilichen Ermittelungen haben ergeben, daß Niederhofer zur Zeit dieses Mordes in Inns» brück war. In der Schule wahnsinnig geworden. In Przemhsl wurde der Schüler Sarhluk von der fünften Klasse des ruthenischen Gymnasiums während des Unterrichts wahnsinnig. Bevor es noch gelang, ihn unschädlich zu niachen, zog er einen Revolver und verletzte den vor» wagenden Professor nicht unerheblich. Schiffsunfall. Der Lloyddampfer.Aglaja' ist einer Meldung aus Triest zufolge auf der Heimreise in der Bucht von Otranto auf» gelaufen. Man hofft, das Schiff wieder flott machen zu können. Durch niedergehendes Gestein verschüttet wurden nach Sterkrader Meldung gestern vormittag auf Zeche„Sterkrade" zwei Bergleute. Ewer war sofort tot, der andere wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Schneefall in Tirol. In Nordtirol ist frischer Schnee gefallen. An einzelnen Stellen bilden die ungeheuren Schneemaffen eine große Lawinengefahr. Die Hochfinstermünzsttatze ist durch neue Lawmen- stürze unterbrochen. Große Urbers chwemmungrn sind in Wesipennsylvamen und West- virginien eingetteten. Biel« Städte sind davon betroffen. Die Kohlengruben im Tale des Monongahela sind überschwemmt; Tausende von Bergleuten swd brotlos. Eine Anzahl von Personen soll ertrunken sein. Die niedriger gelegenen Bezirke von PittSburg und Alleghenh sind überflutet; der Verkehr wird dort durch Boote vermittelt. Die Ueberschwemmung droht noch größer zu werden als die verhängnisvoll« Flut vom Jahre 1834. »erliner Marktpreise,«u« dem amtlichen Bericht der städtilchen Markthallen-Direktion.(Wrotzhandel.) Rwdfleifch 1» 68—73 pr. 100 Pid, IIa 62—67, III» 56—61, IVa 48—64, bän. Bullen 60—65, Holl. 000 Kalbfleisch. Doppelländer 110—126, la 84-92, IIa 74—82, via 54-7o' hollSnd. 55—62, bän. 55—65. Hammelfleisch 1» 62-72, IIa 46—60 Schweinefleisch 47—56. Rothirsch IIa per Pfund 0,00. Rotwild plombiert 00,00. Damhirsch 0,60—0,67. Wildschweine 000 Frischlinge 0,65—0,62. Kaninchen per Stück 0,50—0.90. Wildenten per Stück 0,00, Hühner, alte p, Stück 1,60—3,60, do, IIa 1.40—1.50, do. junge p Stück 1,40—1,80, Tauben per Stück 0,40—0,65, junge kleine 0,00. italienische 0,85-6,90. Enten per Stück 2.00— 2,60, dito Hamburger per Stück 3,00 bis 5,00. Ganse, Hamburger per Pfund 1,10—1,20, Eis- 0,50—0,55. Hechte per 100 Psund 88-107, groß 85,00, mittel 0,00. Zander 0,00, dito uns. 0,00, do. mittel 0,00, do. matt 0,00. Schleie 0,00, do. mittel 0 00 do Nein 118—121. Aale, groß 0,00, mittel 0.00, klein und mittel 000. Plötzen, klein 0,00, do. matt 0,00, do. 35—44. Karpfen 0,00, do 20— 30er00— 00, do. uns. 00—00, do. 70— 80er 62—65. Bleie 49— 51 Aland 0 00 Bunte Fische 43,00. Barse. matt 0,00, do. 82—84. Karauschen 0,00. Blei-' stich- 0,00. WAS 45. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—180, do. IIa neuer 90—100. do. lila neuer 75. Seelachs 25. Sprotten. Kieler. Wall 0.80-1.50. Danziger, Kiste 0.75. Flundern, Kieler, SNege la 3—4. do. mittel ver Kiste 2-3. Hamb. Stiege 4-6, halbe Kiste 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3.00-4,00 .Stralsund«: 8,00—3,75. Aale, groß per Psd, 1.10—1.40, mittelgrotz 0,80-1 00 klein 0,60-6.80, Heringe per Schock 5—9, Schellfische Kiste 4—6. do. 'h Kiste 3— 4. Kabliau, p. 100 Psd. 30—35. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 95, 1904er 93. 1905« 90, 1906 et 75—80. Schottische Bollberinae 1905 0.00, large 44—48, fall. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44 Heringe, neue MatseS. per•/, To, 60-120. Sardinen, ruft.. Fast l�-1.60. Bratheringe Bü�se(4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen? «chocksatz II, kleine 5-6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 3,75—4,00. Butter per 100 Psd. la 114-116, IIa 110-114, lila 107, abfallende 95-100. Simve Gurken schock 4,10—4,50, Psessergurken 4,00-4,50. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Dabersche 2,26—2 50 Rosen 0,00, roetfee 2,00-2,25, Salatkartoffeln 6,00-7,00. Spinat per 100 Psund 25—30. Karotten per 100 Psund 15—18 «ellerie. hiesige, v-r Schock 4.00-8.00. dv. pommersche 9,00-12,00. Zwiebeln r°b-. ver 100 Psd 8.50- 4,50. do. kleine 2,80-3,50. do. hiesige(Perl.) W �horiojcken 0,00. Pelersilie. grün, Schockbund 2,50-4,00, Kohlrabi per schock 0.00. Rettig. bahr., per Schock 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Pfund �.00-4.00. Teltow«-Rüben per 100 Pfd. 8-10. Weihe Rüben,«roste 0,00, llcme 0,00. Rote Rüben 3,00-5,00. Bliimenlohl itai. per Korb 2,40—3,00. Kohlrüben per Schock 2.00-2.50. Wirsingkohl per 100 Ptd.- 3.00-4.50. Rotkohl p« 100 Pfd. 3,00-5.06. «eihkohl 100 Bit)- 2,00—2,75. Rosenkohl per 100 Psd. 18-25. Grünkohl per 100 Psd 6,00-7,00. Rhabarber 100 Bd. 6,00-10,00. Bwnen. per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 15-20, itai. 30-35. Aepsel, per iöO Psd., hiesige 5—25. Gravensteiner 0,00. Tirol« in Fässern 0,00, Kiste 30-60, Amerik. 20-35, Zitronen, Messina. 300 Stück 8,00-10.00, 360 Stück 200 Stück 9-10. Swfdfinftt, Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia �i er, Kiste 8—10, do, 300« 7—11, Valencia 420« Kiste 10— 16,00, do. 714 er 16-23.50, Mesfina, 16l«,8-13,00. do. 200« 8,50-12,00, do, 300er 8-14. Blut. 100er 7-8, do. 150« 7,50-9,00, do. 80« 6,50-10. Itai. in Körben per 100 Psd. 0.00. Mandarinen. Kiste 0,75-2,00. do. in Korben per 100 P d. 32-35. Arbeiter-Samriter-Koloim Todes- Aneelffe. Pm 12. d. M, verstarb unser Mitglied und Mitbegründertn der Kolonne, Frau Lmesline Dielrieb. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 5 Uhr von der Leichen- Halle des städtischen Friedhose« in FriedrichSseldc aus statt.' Um rege Beteiligung bittet »er Vorstand. Klanz- mldKiMt»l>jildertl von ködert Klemer.. nur Morionntn-Strnße 2. 8nglisehen Unlerrichf einzeln und im Zirkel, erteilt 36372» Gertrud Swienfy, Schöneberg, sedanstrahe 57, III. Iii Q- Anders' -,'"'V Frankfurter Allee 153 2-8. S°nni. 9-1. Plomben, kunstl, Zähne, schmerzlos, Zähnziehen. Sozialdemokr. Verein Deuticher im 5.Berliner Wahlkreise. Dienstag, 19. März, abends 82 Uhr: General- Versammlung im Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Zimmer 34, Amt IV, 3353. Engel- Ufer 15.. Haupt- Bureau: Zimmer 1-5. Amt IV, 9679. Achtung! Mitglieder Achtung! der Allgemeinen Orts Krankenkasse A zu Berlin. in der Neuen Sonntag, den 17. März 1907, Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: General- Versammlung. Tages- Ordnung: vormittags 92 Uhr, im Englischen Garten, Aleranderstraße 27c, oberer Saal: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das Verhalten der Angestellten der Allgemeinen Drts- Krankenkasse 145/3 gegenüber den Beschlüssen der General2. Diskussion. 1. Antrag der Drtsverwaltung und Vertrauensleute betreffend zeitweise Erhöhung des versammlung vom 9. Dezember 1906. Lokalbeitrages. 2. Jahresbericht der Ortsverwaltung, Jahresbericht des Rendanten und Bericht ,, Alten Schützenhause", Linienstraße 5. Der Revisoren. 3. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten, eines Revisors und zweier Beisitzer. Dreizehner- Komission und Neuwahl Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes, Kassenbericht und Bericht der Kommissionen. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung und zum Zentralborstande Groß- Berlins. 3. Wahl des gesamten Kreisvorstandes und der Rebiforen. 4. Anträge des Vorstandes und der Mitglieder. 5. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erfcheinen aller Mitglieder wird erwartet. Etwaige Anträge sind sofort an den Unterzeichneten zu richten. 245/ 12* Der Vorstand. Leo Zucht, Seibelstr. 42. 6.Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den 17. März, abends 6 Uhr, in den„ Berolina- Sälen", Schönhauser Allee 28: Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: $ 1. Vortrag des Genossen Dittmann über: Sozialismus in Amerika". 2. Diskussion. 248/2 Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen Die Abteilungsführer. Adtung! Maurer. Achtung! Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Ortsverein Berlin. 129/4 Fernsprecher: Amt III, 3100. Bureau: C. 54, Steinstr. 38, 1. Etage. Sonntag, 17. März, vorm. 10 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18 Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Sußmann: Bollendete Streitbereitschaft die Grundlage jeder gewerkschaftlichen Taktik; vollendete Generalstreilbereitschaft die Grundlage jeder politischen Taktik der deutschen Sozial demokratie!" 2. Diskussion. 3. Antrag des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Bejuch erwartet Der Vorstand. 129/4 Achtung! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! 3. Bericht und Abrechnung der derselben. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist pünktliches u. zahlreiches unbedingt Dreizehner- Kommiſſion. Von Dienstag, den 19. März, früh aner- Kommison. befinden sich unsere gesamten Bureaus Orts- Krankenkasse Charitéstr. 3, Hof. Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. J. A. Robert Leutner, Obmann, Pintschstr. 6. für das 271/6 Tapezierer- Gewerbe zu Berlin. Außerordentl. Generalversammlung am Dienstag, den 19. März 1907, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8). Tagesordnung: 1. Statutenänderung der§§ 9, 13, 14, 31, 32, 35. 2. Wahl von 10 Borstandsmitgliedern Fernsprecher Amt 3, Nr. 5028.( 8 Staffenmitgliedern, 2 Arbeitgebern). Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, Hof I. Sonntag, den 17. März 1907, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Mitglieder- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend in den Industriesälen, Beuthstr. 20. Tages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der inneren und äußeren Politik". Referent Dr. A. Bernstein. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. J. A.: Albert Juppenlah. 257/5 Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Freitag, den 15. März 1907, abends 8 lthr, Brauerei Friedrichshain( Lips), Am Friedrichshain 23: Mitglieder- Versammlung. 3. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Lobitz. 271/5 Spandau. Orts- Krankenkasse der Tischler. Am Sonnabend, den 23. März 1907, abends 8 Uhr, bei Kumke, Schönwalderstr. 80: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Sassenbericht und Bericht der Abrechnungs- Prüfungskommission. 2. Unsere Apothekerangelegenheit. 3. Verschiedenes. 271/7 Der Vorstand. K. Gottwalt, Borsigender. Hüte in allen Preislagen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Bericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern. R. Weidner, Kutmacher Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Zementierer. Sonntag, den 17. März, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal I): 137/8 Mitglieder- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem Unwesen der Ueberstundenarbeit in der Zementbranche. 2. Neuwahl des Zweigvereinsvorstandes. 3. Verschiedenes. Alle bei der Firma M. Czarnikow u. Co. beschäftigten Mitgliedsbuch oder Streiffarte legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. 177/ 13* Zentralverband der Maschinisten und Heizer Verwaltungsstelle Sowie Berufsgenossen Deutschlands. Berlin und Umgegend. Sonntag, den 17. März, nachmittags 2 Uhr, bei Pickenhagen in Lichtenberg, Scharnweberstr. 60: Oeffentl. Versammlung Kollegen find zu dieſer Berjammlung besonders eingeladen. Bilicht der Maschiniften und Heizer Lichtenbergs und Umgegend. eines jeden Kollegen ist es, für einen guten Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Der Gruppenvorstand. Verband der bangewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Sektion der Deckenbranche. Montag, den 18. März, abends 8 1hr, bei Wohlfarth, Rosenthalerstr. 41: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Adolf Ritter über: Die jetzige wirtschaftliche Lage der Arbeiterschaft. 2. Gründung des Bezirks Lichtenberg der Zahlstelle Berlin. 138/11 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Julius Siewert, 1. Bors., Prinzenstr. 98. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Verfammlung. Sitzung der Ortsverwaltung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Verhandlung über unsere Forderung. 2. Bericht von der Vertretersitung. 3. Verbandsangelegenheiten. Sektion d. Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter. Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Verfammlung bei Augustin, Oranienstraße 103. Tages Ordnung: 1. Wahl eines ersten Sektionsleiters. 2. Bericht von der Vertreter fizung. 3. Berbandsangelegenheiten. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes dieser Gruppen, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Der Zweigvereinsvorstand. Tischler- Verein( E. D. 89). Sonnabend, den 16. März, abends 82 Uhr, Melchiorstraße 15: Vereins- Versammlung. Vortrag des Herrn Ernst Brückner:" Die Arbeiter und die besizenden Klassen." Ein Unterstüßungsgesuch. Bereinsangelegenheiten. Der Vorstand. 198/7 Berichtigung! In dem in der Mr. 62 befindlichen Inserat Cacaol muß es am Schlusse heißen: Gamel- Bates Max Henneking, General- Vertreter Berlin W. 50, Pragerstraße 31/33. Amt Wilmersdorf Nr. 2768. Achtung! Feilenhauer und Berufsgenossen. Die Ortsverwaltung. an der Dresdenerst.100, Prinzenstr. Soeben erschien als 12. Heft der Arbeiters Gesundheits- Bibliothek": Vom medizinischen Aberglauben Bon Dr. E. Thesing- Magdeburg. Preis 20 Pf. In den Kapiteln: Bur Geschichte des medizinischen Aberglaubens Theistische und mechanische Weltauffaffung Das Gefundbeten Der Reliquienschwindel, Sympathie und Magie Moderne Formen medizinischen Aberglaubens Der Arznei- Aberglaube Der Naturheil- Aberglaube Aberglaube und Suggestion bespricht der Ber fasser die schädlichen Wirkungen des medizinischen Aberglaubens und weist den Arbeitern den richtigen Weg, mit der Stritik auch vor eigenen Vorurteilen nicht halt zu machen, sondern sich zu befreien von Vorurteilen jeder Art. Wir empfehlen ferner: Heft 1: Die erste Hülfe bei Unglücksfällen bon Dr. Christeller. Muß in Fabriken, Werkstätten, auf Bauplägen vorhanden sein. Heft 2: Das erste Lebensjahr bon Dr. Silberstein. Jeder jungen Mutter zur Anschaffung zu empfehlen. Gesundheitspflege des Nervensystems bon Dr. Hirschlaff. Wer seine Nerven gesund erhalten will, lese diese Anleitung. Achtung! Seft 3: Seft 4: Der Achtstundentag.... bon Dr. Zadek. Eine ärztliche Begründung der sozialdemokrat. Forderung. Sonnabend, den 16. März 1907, im" ,, Kolberger Salon"( Raabe), Stolbergerstraße 23: Konzert Winter- Vergnügen. Ball Gesangsaufführungen unter Mitwirkung 115/4 des Gesangvereins Rote Rose"( M. d. A.-S.-B.) Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Das Vergnügungskomitee. Backwaro * Das größte Brot! 6 Stück 10Pf. nur allein in: Krautstr. 19, Wrangelstr. 135, Albrechts Bäckereien: Lausitzerstr. 2, Falckensteinstr. 32, Zentrale: Boxhagenerstr. 13. Pücklerhalle 222/223, Andreashalle 16/18 H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. 3535L* Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. Fein eingerichtetes Automatisches Restaurant in lebhafter Gegend sehr preiswert zu verkaufen. Adressen unter H. 7 Poftamt 31 erbeten. 42122 Seft 5: Alkoholfrage u. Arbeiterklasse von Dr. Fröhlich. Eine empfehlenswerte Agitationsbroschüre. Heft 6: Das Schulkind bon Dr. Silberstein. Die Kinder vor Schulfrankheiten zu schüßen, ist Swed des Büchleins. Heft 7: Geschlechtsverkehr u. Geschlechtskrankheiten bon Dr. Gebert. Belehrend über diese für jeden Menschen wichtige Frage. Seft 8: Seft 9: Wie sollen wir uns kleiden? von Dr. P. Bernstein. Eine belehrende Abhandlung über diese wichtige Frage. bon Dr. M. Epstein. Mit besonderer Berüdsichtigung der Werkstatthygiene. Nahrung und Ernährung... von Dr. Chajes. Ein wichtiges Kapitel für jeden Arbeiter und seine Familie. Seit 10: Der Arbeiterschut Heft 11: Frauenleiden und deren Verhütung bon Dr. J. Zadek. Mit einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft. Jedes Heft kostet 20 Pf. Diese Abhandlungen sind für jedermann verständlich geschrieben und sollten in feiner Familie fehlen. 233/ 10* Expediton des Vorwärts", Berlin SW. 68 Lindenstraße 69, Laden. rantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.