Nr. 64. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 8,30., monatl. 1.10 mt., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Dentichland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Crideipt täglich außer Montags. Horwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsbrecher: Amt IV. Mr. 1983. Die gewerkschaftliche Sonnabend, den 16. März 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Dann kommt Schweden mit 24 Prozent und an Hier wie dort, in Deutschland und in Schweden, haben bierter Stelle erst Deutschland mit 23,93 Prozent wir eine stürmisch sich entwickelnde Industrie und eine dem organisierter Industriearbeiter. Desterreich steht mit angepaßte Gewerkschaftsbewegung; in England haben beide 13 Prozent hinter Ungarn mit 15,9 Prozent zurück. eine Art Beharrungszustand erreicht. Internationale. Dagegen ist Desterreich dasjenige Land, in dem die Dem Zweck einer internationalen Regelung des Kampfes aber Bentralisation am weitesten durchgeführt ist, vermutlich weil oder gar der Unterstüßung hat das Sekretariat nur wenig Die Zeit, in welcher das Proletariat seine Rolle auf der man dort sofort nach deutschem Muster Zentralisationen dienen tönnen. Dazu bleibt in den einzelnen Ländern noch Weltbühne zu spielen beginnt, drängt nach Organisation, gründete, während die deutsche Gewerkschaftsbewegung noch die viel zu viel am Ausbau der Organisation zu tun. drängt nach Zentralisation. Der Starte ist am mächtigsten Rudimente der durch die Ausnahmegezgebung bedingten Für den deutschen Bergarbeiterstreit im Jahre 1905 gingen allein. Die Riesenkapitalisten der Gegenwart haben deshalb kein Gewerkschaftszersplitterung mit sich herumschleppt. In Eng- auf Gesuch des Sekretariats von den Landeszentralen ein: aus Interesse an gesellschaftlicher Organisation; ihnen genügt der land steht es in dieser Beziehung womöglich noch schlimmer, Desterreich 2545,50 M., aus Ungarn 1000 M., aus dem kleinen organisatorische Ausbau des eigenen Betriebes und der da dort 100 Zentralverbänden mit 1127 529 Mitgliedern Dänemart 10 405 M., aus Schweden 1124,23 m., aus NorAbsagverbindungen. Anders beim Proletariat. Das ist 1048 lokale Organisationen mit 739 224 Mitgliedern gegen- wegen 559,25 M., aus England- 204 M.(!), aus den nur als organisierte Masse bedeutungsvoll, als über stehen. giederlanden 448,35 M., aus Frankreich 852,25 M., aus Spanien unorganisierter Haufe dem kapitalistischen Gegner rettungslos In absoluten Ziffern hat die deutsche Gewerkschafts- 898,25 M., zusammen 17 536,83 m. preisgegeben. Diese Erkenntnis hat die Organisation in ihren bewegung die englische fast erreicht; hinter insgesamt Bei der Unterstützung der ausgesperrten Metallarbeiter in ersten Anfängen bedingt, diese Erkenntnis hat am Ausbau 1866 755 gewerkschaftlich organisierten Arbeitern in England Schweden gingen mehr, nämlich 217 456,97 Stronen ein. An der proletarischen Organisation mitgewirkt, sie führte von der steht Deutschland mit 1822 343 nur wenig zurück. Der nächste der Spike stand hier im Geben wieder das kleine Dänemark örtlichen Drganisation zur nationalen Vereinigung und von internationale Bericht dürfte dies Verhältnis noch mehr zu mit 150 330 Stronen, dann folgte Norwegen mit 55 700 Kronen, der Berufsorganisation zur über die Branche hinausgreifenden Deutschlands Gunsten verschieben oder aber die deutsche Ge- an dritter Stelle Deutschland mit 6926,95 Kronen. England Finnland zurück; Zentralisation, fie zwang Fühlung zu suchen mit den Berufs- werkschaftsbewegung ziffernmäßig an die Spige der Gewert steht wieder mit 978,19 Stronen hinter genossen jenseits der Landesgrenzen und machte endlich eine schaftsbewegung in der ganzen Welt setzen, denn die Zahl für internationale Solidarität scheinen in der englischen internationale Verständigung unter den Landeszentralen not der den Landeszentralen angeschlossenen Gewerkschaften hat Gewerkschaftsbewegung die Fonds zu fehlen. wendig; so setzte sie den Schlußstein auf den Bau der gewerk- feit Veröffentlichung des ersten Berichtes vor zwei Jahren Von diesen kleinen Unstimmigkeiten abgefehen, zeigen die schaftlichen Internationale. in England nur um 16,04 Proz., in Deutschland um nicht Berichte des internationalen Sekretariats eine erfreuliche EntDie deutschen Arbeiter dürfen stolz darauf sein, daß man weniger als 51,49 Proz. zugenommen. wickelung des Gewerkschaftslebens als nationale Einzelheit die Pflege der internationalen Beziehungen im Gewerkschafts- Interessant ist ein Vergleich der Einnahmen und Aus- ebenso wie in bezug auf die internationalen Beziehungen der leben ihnen anvertraute, daß man das internationale gaben in den verschiedenen Ländern. Die Gewerkschafts- gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft untereinander. Sekretariat in die Hände des Genossen Legien legte, in beiträge haben in Deutschland allmählich fast die Höhe der Dies Stück Arbeit, das da an der Befreiung des Proletariats dessen Person sich dem Auslande gegenüber die deutsche englischen erreicht. Während aber die Engländer diese Beiträge geleistet wird, ist ureigenstes Wert der Arbeiter selbst. Gewerkschaftsbewegung berkörpert. Die deutschen Gewerk wesentlich zum Ausbau ihrer Unterstützungs- Einrichtungen ver- Daß Arbeiter internationale Beziehungen überhaupt schaftler dürfen aber andererseits dem Genossen Legien wenden konnten, wurden die deutschen Arbeiter zur Erhöhung zu finden wußten, ist an sich schon der Bewunderung wiederum dafür dankbar sein, daß er das Vertrauen der der Beiträge fast jedesmal erst durch einen Kampf mit dem wert. ganze Erziehung der Arbeiterklasse ist organisierten internationalen Arbeiterschaft auf die deutsche Unternehmertum gezwungen und mußten das Geld auch darauf gerichtet, sie von ihren Brüdern jenseits ber Intelligenz und Gewissenhaftigkeit rechtfertigte, daß er die wieder für solche Stämpfe verwenden. Obgleich die Ziffern, Grenze zu trennen. Mangel an fremdsprachlicher Bildung deutsche Gewerkschaftsbewegung würdig vor dem Auslande die der internationale Bericht wiedergiebt, nicht alle Organi- und Ueberfluß an nationaler Selbstbeweihräucherung und repräsentiert, daß unter seinen Händen im Zeitraum weniger fierten umfassen, sind sie doch charakteristisch genug, um die byzantinischer Geschichtsklitterung sind Eigenheiten, welche Jahre ein Wert internationaler Organisation entstand, das Unterschiede zwischen den Gewerkschaften der einzelnen Länder die Voltsschule hüben wie drüben auszeichnen. Aber der sich wohl sehen lassen kann, wenn es auch darüber dürfen zu zeigen. wir uns nicht täuschen- erst den Keim einer wirklich um- Der Sassenbestand der englischen Gewerkschaften ist mit fassenden und auch praktisch eingreifendeu gewerkschaftlichen 94 171 092 Mart viermal so groß als der der deutschen mit Internationale darstellt. 24 656 133 Mart. Die Jahresausgabe der Engländer beträgt aber noch nicht einmal die Hälfte des Bestandes, die der Deutschen übersteigt diesen bei weitem. Die Sozialismus wischte die künstlich anerzogenen Vorurteile hintveg und gab den Arbeitern die Energie, die Mängel der formalen Bildung auszugleichen, die den internationalen Verkehr erschwerten. Nun, wo die Organisation des internationalen Sekretariats Der Bericht, den das internationale gewerkschaftliche ihnen die Möglichkeit der gegenseitigen Mitteilung gibt, wird Sekretariat alljährlich herausgibt und von dem jetzt der die Gewerkschaftsbewegung schnell über die engen Landesdritte Band vorliegt, ist geradezu ein Kompendium der Angaben über die Ausgaben für Bildungs- grenzen hinaus ihre Aufklärungsarbeit in die Weltfremdheit Der schnöde Trid des Gewerkschaftsbewegung in den europäischen Ländern. Zwar we de fehlen in dem Budget der englischen Gewerkschaften; zurückgebliebener Distrikte tragen. beträgt die Zahl der angeschlossenen Länder nur fünfzehn; die deutschen gaben für Verbandsorgan und Bibliotheken im Kapitalismus, Arbeiter gegen Arbeiter auszuspielen, wird aber fie umfaßt zweifellos gerade die Länder, in Jahre 1905 nicht weniger als 1820 425 M. aus. Selbst wenn unmöglich gemacht werden und der ökonomischen Aufklärung denen von einer wirklichen Gewerkschaftsbewegung bisher diese Ausgaben im Budget der englischen Gewerkschaften vor der internationalen Arbeiterschaft wird bald ihre politische Be gesprochen werden kann mit einer Ausnahme. Mit Aus- handen sein sollten und nur in der Abrechnung nicht in die freiung folgen! nahme von Rußland nämlich, wo unter revolutionären Kämpfen Erscheinung treten, zeigte doch gerade diese Nichtachtung derin der Tat eine umfassende Gewerkschaftsbewegung geboren felben einen tiefen Besensunterschied zwischen beiden Gewerkwurde, wo aber unter den fortdauernden Wirren die Organi- fchaftsformen. Reiseunterstüßung zahlen die Engländer nichtsation etwas so wenig Festes, Dauerndes zu werden vermochte, der englische Arbeiter geht nicht auf die Landstraße, er daß an eine über Sympathiekundgebungen hinausgehende inter- sei denn zum Tramp" herabgesunken die deutschen Die amtliche Wahlmache für den Hottentottenblock wurde nationale Verbindung nach dort noch nicht gedacht werden Gewerkschaften wandten dafür mehr als dreiviertel Millionen gestern zur Blamage der Blodmehrheit des neuen Reichstags kann. Heute unterdrüdt, morgen neu auftauchend, jetzt von auf. Ungeheure Aufwendungen müssen dagegen die englischen schonungslos aufgedeckt. Genosse Fischer drückte den amtder Reaktion niedergeschlagen, im nächsten Augenblick zum Gewerkschaften für die in Deutschland staatlich geregelte lichen Protektoren, den Agenten des Reichsverbandes, den wuchtigsten Schlage, den das Proletariat führen kann, zum Stranken- und Invalidenunterstüßung machen. Im Budget wohlbezahlten Haufierburschen des Patriotismus" ein untilgGeneralausstand ausholend, genießt die ruffische organisierte des deutschen Arbeiters fehren natürlich diese Ausgaben genau bares Brandmal auf! Arbeiterschaft unserer aller Sympathie; aber indem sie durch so wieder, wie in dem des englischen. Nur ist die Kontrolle Die Präfettenwahlen Napoleons III. haben am 25. Jaim Interesse des Augenblics notwendig gewordene, selbst über die Verwendung dieser Gelder dem deutschen muar und 5. Februar in Deutschland eine verschlechterte Aufherbeigeführte Desorganisation dem Schlage des Feindes Arbeiter durch die„ Sozialgesetzgebung" zum guten Teil ent- lage gefunden. Napoleonisches Preß- und Polizeigesindel hat ausweicht, verhindert sie eine dauernde organisatorische Verwunden. Für Arbeitslosenunterstügung zahlten faum gewagt, in so finn- und gewiffenloser Beise die Nedie Engländer nicht weniger als 13 218 529 M. gegen nur gierung zu blamieren, wie es durch den Flottenverein und den bindung mit dem Freunde. -, Das Strafgericht. Wie gesagt, außer Rußland sind alle Länder von Be- 2 185 670 M. in Deutschland. Umgekehrt gestaltet sich das Reichslügenverband in Deutschland geschehen ist. Die Bolts deutung dem internationalen Sekretariat angeschlossen; so Bild bei der Streitunterstügung. Für diese wandten betrüger witterten Morgenluft, als die Regierung in der England, Frankreich, die Niederlande, Bel die englischen Gewerkschaften im Jahre 1905" nur" Reichstanzlei, im Marine- und Kolonialamt, im Reichspoſtgien, amit usw. wie Fischer nachwies Beamtenträfte in ben Dänemart, Schweden, Norwegen, 2579 498 2., die deutschen dagegen 11 447 822 M. auf. Deutschland, Desterreich, Ungarn, Serbien, Den Scharfmacherblättern, die wir geschäftig über diese Wahldienst für den Hottentottenblock stellte! Und als dann Bulgarien, die Schweiz, Italien und Spanien. Ziffern herfallen sehen, müssen wir jedoch gleich etwas Wermut der Reichskanzler gegen das schwarz- rote Startell" losging Mit Nordamerita, Südwales, Queensland. in den Wein gießen. In diesen Ausgaben sind nämlich für und durch seinen Silvesterbrief den famosen Generaliffimus Südaustralien, Viktoria und Japan wurde Ver- Deutschland auch die Ausgaben für Aussperrungen des Reichslügenverbandes zum Feldherrn der Korruptionswahl bindung gesucht. Nordamerika und Japan antworteten bisher enthalten. Und diese haben sich seit dem Jahre 1900, feit sie ausrief entleerten sich alle Sloaten der amtlich gespeisten Niedertracht. auf die Zuschriften nicht. In Australien besteht die Absicht, in der deutschen Gewerkschaftsstatistit gesondert geführt werden, eine Landeszentrale zu schaffen; deswegen ist von dem An- ungeheuer vermehrt. schluß der jetzt bestehenden vier dortigen Zentralen an das internationale Sekretariat Abstand genommen. Sie erforderten: im Jahre 1900 eine Ausgabe von 600 498 M. " " 1901 1902 283 576 D " D 308 023 " 1903 1798 801 1904 1870 647 2 1905 4 196 927 " " Als nun gestern die Regierung für ihre amtliche Wahlbeeinflussung zur Verantwortung gezogen werden sollte, lehnte der Staatssekretär Graf Posadowsky im Namen des ReichsDer uns vorliegende Bericht hat sich bemüht, die Zahl Tanzlers die Beantwortung der sozialdemokratischen Interpellation mit dem Vorbehalt ab, wenn etwaige angeführte Fälle es der organisationsfähigen und schon organisierten Arbeiter in nötig erscheinen ließen, werde die Regierung Remedur schaffen. den einzelnen Ländern festzustellen, um so gewissermaßen das Bülows Kneiferet scheint also chronisch zu werden! Troß der Feld für die organisatorische Tätigkeit abzusteden. Die Ziffern, Ablehnung einer Antwort wurde die Besprechung der Interdie da aus der öffentlichen Statistit gewonnen wurden, sind leider zum Teil sehr alt, am ältesten in Deutschland Anscheinend find die deutschen Scharfmacher mit Erfolg pellation beschlossen. es parlamentarischen Anstandes bar too die Verhältnisse der Boltszählung von 1895 wohl bemüht, im tommenden Jahre diese Ziffern noch um ein paar zeigte sich dabei eine Anzahl freifinniger Abgeordneter, twie rundweg als veraltet bezeichnet werden können. Die Millionen zu vermehren. Sei es drum: die deutsche Gemert- iemer, Pfundtner usw., die den Antrag auf BeStatistit, welche Industrie- und Landarbeiter auseinander hält, fchaftsbewegung ist trotz dieser Tattik der Unternehmer, sprechung der Interpellation nicht unterstüßten! Die Blodzeigt, daß die Organisation der Landarbeiter zu wünschen vielleicht auch durch fie, stärker und stärker geworden; fie freundschaft hinderte sie daran. übrig läßt. Wo die Gesetzgebung eine Drganisation der marschiert jezt an der Spitze der gewerkschaftlichen Bewegung Genosse Fischer geißelte die amtliche Wahlbeeinflussung Bandarbeiter nicht hindert, macht offenbar die ökonomische aller Länder! in ihrem ganzen Umfange. Eine Beeinflussung, die von der Struttur eine folche unmöglich. Aber auch unter den Auch das kleine Schweden hat mit 3876 760 M. für Reichskanzlei ausging und bis herunter zum leßten Feldindustriell tätigen Arbeitern bleibt noch ein weites Feld Lohntämpfe einen erheblich größeren Aufwand machen müssen schüßen" reichte, wie der Zentrumsredner Schädler sich zur Agitation. Ueber die prozentual best e Organisation ver- als die Engländer. Und auch hier erklärt sich dies aus dem ausdrückte. fügt Dänemart mit 49,11 Prozent organisierter Industrie- Vorgehen der Scharfmacher, namentlich in der Metall- Es ist ja begreiflich, daß sich der Reichskanzler, der arbeiter. Das früher für die Gewerkschaftsbewegung vorbild- industrie, die im Jahre 1904 ihre Leute in Summa bereits die tollste Wahlbeeinflussung in seinem Silvesterbriefe liche England folgt ihm erst in weitem Abftande mit 450 000, im Jahre 1905 aber nicht weniger als insgesamt betrieb und obendrein im Reichstage erklärte, er werde bei 26 Prozent der organisationsfähigen Industriearbeiter. 2 500 000 Arbeitstage aussperrten! kommenden Wahlen der Sozialdemokratie noch ein ganz Politifche Ueberficht. erklären der Kölnischen Volkszeitung, daß ihre Behauptung nichts als eine böswillige Auslegung ist und daß fie gar kein Recht hat, zu bezweifeln, daß wir den Grafen Posadowsky als Sozialpolitiker aufrichtig schäßen und sein Verbleiben im Amte aufrichtig wünschen.. " anderes Ried" borblasen, der Verantwortung zu entziehen p sucht. Aber Antwort wird die Regierung geben müssen auf Berlin, den 15. März 1907. die Frage, woher der Reichskanzler die Gelder nahm, die er den Flottenverein usw. zur Verfügung stellte, wenn ,, Nichts hinzugelernt und nichts vergessen!" sie nicht den Vorwurf auf sich lasten lassen will, daß sie Diese Worte, die der Minister v. Studt am Freitag im Ab- Es mag sein, daß man in Frankfurt a. M. den Grafen Mittel aus geheimen Fonds zu Wahlzwecken entnommen habe. geordnetenhause bei der Fortsetzung der Debatte über den so- Posadowsky„ als Sozialpolitiker aufrichtig schäßt" Genosse Fischer führte eine Reihe von Beispielen an, wie genannten Schulstreik den polnischen Abgeordneten polnischen Abgeordneten zurief, vielleicht ist man dort auch bei der Aufnahme der Notiz so naiv zu politischen Zwecken Dispositionsfonds geplündert worden charakterisieren so recht die ganze Polenpolitik der preußischen Re- gewesen anzunehmen, sie verfolge lediglich den Zweck, festzustellen, find für Polizeispielei, für den Hülleschen gierung: Seit Jahren sucht diese dem Vordringen des Polentums daß Posadowsky der Untergebene des ReichsSchriftenverlag gegen die Sozialdemokratie, Ginhalt zu tun, Millionen und Abermillionen werden dafür auf- tanzlers" ist; aber sollte auch Herr Stein mit der Notiz keinen für Remunerationen für Schuhleute im Dienste gegen gewendet, und der Erfolg? Gerade das Gegenteil von dem, was anderen Zived verfolgt haben? Wir halten ihn nicht für so die Regierung erwartet, tritt ein. Das Polentum dringt immer politisch naib, sich zum Vergnügen solche Feststellungen zu leisten. streikende Arbeiter usw. usw. Den Nachweis der offiziellen Wahlbeeinflussung erklärte weiter vor, die polnischen Stimmen schwellen gewaltig an, die ErFischer allein schon dadurch für erbracht, daß die Verbreitung bitterung in den ehemals polnischen Landesteilen nimmt zu. Die Deutfches Reich. von Wahlflugschriften von der Reichskanzlei offiziell or- Regierung aber ist blind; sie vermag sich nicht zu der Einsicht aufDie Konservativen und der agrarische Reichskanzler. ganisiert worden sei und der ganze Block damit unter- zuschwingen, daß allzu scharf schartig macht und daß Druck Gegenstützt wurde. Aber außerdem habe sich das Ober- druck erzeugt. Unterstützt wird sie in ihrem unverständigen VorDie konservativen Blätter nehmen die agrarischen Versiche kommando der Schuttruppe in den Wahldienst für gehen durch eine gefügige Landtagsmehrheit, der es noch nicht ge- rungen, die sich der Reichskanzler gestern beim Festmahl des den Block gestellt; das Reichspostamt habe Anweisung gegeben, nügt, daß die Polen im Verwaltungswege anders behandelt werden Deutschen Landwirtschaftsrats geleistet hat, recht fühl auf. Die Wahlflugschriften durch die Postdirektoren verbreiten zu lassen; als die Deutschen, sondern die lieber heute als morgen ein Aus- Kreuzztg.", die gewöhnlich über die Vorgänge, die sich hinter den im Generalstabe seien Wahlflugschriften verfaßt usw. Der nahmegesetz gegen die Polen haben möchte. Kulissen in den Ministerien abspielen, gut unterrichtet ist, fertigt Die Kreuzztg." springt denn auch mit dem Kanzler keineswegs fein säuberlich um. Nachdem sie angedeutet hat, daß sie die Stimmungsmache durchschaut, kritisiert sie die Bülowschen Ausführungen über die Notwendigkeit der Börsengeschreform in folgender Weise: Reichskanzler habe sich geradezu als Wahlkassierer für Obwohl es sich bei dem Kampf gegen das Polentum nach den sogar die Bülowsche Tischrede mit einer gewissen unverkennbaren die Blockparteien qualifiziert, als er private Spenden annahm wiederholten Erklärungen der Regierung um eine„ nationale Ironie ab. Sie meint, Bülow hätte ja schon oft ähnlich vor den und sie durch seine Hände an die Macher der Blockparteien a t" handelt, find doch außer dem Zentrum auch die freisinnigen Parlamenten und besonders vor dem Herrenhause gelangen ließ. Die Version erscheine glaubhaft, daß die Volksparteiler so antinational, daß sie der Regierung die Heeres- gesprochen und die Freundlichkeiten eines Diplomaten müsse man immer mit der stillen Frage aufnehmen:" Was will er von Börse" sich dabei splendid gezeigt habe, der Dank dafür folge versagen. Ihr Redner, Herr Kindler, mißbilligt zwar mir?" Die„ Kreuzztg." ist demnach, wie es scheint, über gewisse immer mit der stillen Frage aufnehmen:„ Was will er von liege in dein Versprechen einer Börsengesekreform. den Schulstreik, er bekämpft aber zugleich die ganze Ostmarken- mir?" Hatte Fischer mit diesen Feststellungen schon den Zorn politik und gibt sich der naiven Hoffnung hin, daß die konservativ- von Bülow gerngesehene Veränderungen in der Regierung gut unterrichtet und sieht den Zweck der Rede darin, für Bülows der Hottentottenmehrheit erregt, so erweckten die Geißelhiebe liberale Baarung auch auf diesem Gebiete Wandel schaffen Wünsche ein wenig Stimmung zu machen. gegen den Reichslügenverband und seinem Protektor resp. werde! Die weibliche Linie des Freisinns dagegen ist schon feinen Generalissimus v. Liebert einen wahren Höllen- längst mit fliegenden Fahnen ins Regierungslager abgeschwenkt, standal auf den Junkerbänken. und sie sucht sich mit den Konservativen und den Nationalliberalen Aber es wurde trotz wiederholter Blockliebesdienste des um die Wette als Elitetruppe für den Kampf zur Erhaltung des präsidierenden Herrn Kaempf dem Lügenblock nichts Deutschtums anzupreisen. geschenkt. Die standalösesten und offenbarsten Lügen Nach Besprechung des Schulstreiks trat das Haus in die Befeiner Flugblätter wurden ihm zerfetzt ins Angesicht ge- ratung eines von freifonservativer, nationalliberaler und freischleudert, es wurde unbarmherzige Kritik an der de- sinniger Seite gestellten Antrages auf allgemeine Einführung der moralisierenden Wahlpolitik der Liebert- Männer geübt. fachmännischen Schulaufsicht. In Preußen wird die SchulDer Generalissimus selbst fuchtelte wütend mit einigen aufsicht bekanntlich noch in großem Umfange durch Geistliche im Lügenfahnen des Reichsverbandes in der Luft herum und Nebenamt ausgeübt, und der jetzige Kultusminister ist nicht nur schrie mit seinem Freunde Arendt um die Wette dem Genossen nicht geneigt, diesem Mißstande ein Ende zu machen, sondern sein Fischer Worte im Stallknechtstone entgegen- aber es half Streben geht sogar dahin, den Geistlichen einen immer größeren alles nichts, Fischer vollzog unbeirrt die moralische Hin- Einfluß einzuräumen! Das geht selbst den Nationalliberalen zu richtung an der ganzen Lügengemeinschaft des Blocks. Fischer weit, die doch eben erst durch ihr Eintreten für das Verpfaffungsmachte speziell den Reichskanzler für die Wahlunmoral ver- geset bewiesen haben, daß sie bereit sind, die Volksschule der Kirche antwortlich, da er für die Mittel gesorgt habe, die zu den auszuliefern. Selbst der Abg. Schiffer, der sich um das Zuschmählichen Lügenprodukten des Flottenvereins und Reichs- standekommen jenes volksfeindlichen Gesezes so hohe Verdienste verbandes erforderlich waren. erworben hat, daß er zum Kammergerichtsrat ernannt wurde, mag Auf glühenden Kohlen saß der freisinnige Teil des Blods, wohl keine rechte Freude an seinem Kinde empfinden. Wenigstens als Fischer die amtliche Wahlhülfe für Eidhoff kritisierte und läßt darauf die Andeutung in seiner den Antrag begründenden auf die Tatsache hinwies, daß der Freisinn durch den Silvesterbrief Bülows an Liebert in den tollen Wirbel jener Wahlmache hineingezogen wurde und die strupellose amtliche Wahlbeeinflussung zu seinem Vorteil auszunügen suchte, wobei er der Reaktion die schimpflichsten Vorspanndienste leistete. Blamiert, geschändet steht die Blockmehrheit vor aller Welt nach diesen Vorhaltungen ihrer Schändlichkeiten, die sie zum Betrug des Volkes bei den Wahlen verübte! Nichts hinzugelernt und alles vergessen! Preßtreibereien. „ Aber leider zeigte sich in den folgenden Ausführungen des Reichskanzlers, daß er sich seiner Verdienste um die gesamte Volkswirtschaft noch nicht einmal ganz bewußt ist, und daß er noch kein Recht auf die Inschrift hat, die er selst für seinen politischen Leichenstein bestimmt. Er kennt Konservative und Agrarier mit Scheutlappen, und er selbst hat sich eine Binde vor die Augen legen lassen. Denn welchen glänzenderen Beweis für die ausgleichende, allseitig fördernde, lebertreibungen und Rückschläge hintanhaltende Wirkung seiner Wirtschaftspolitik kann ein Staatsmann sich wünschen, als den, daß das Effettenspiel außer Landes geht? Man hat dem Reichskanzler borgeredet, bas Börsengesetz mit seinem Terminregister und seiner Einschrän fung des offiziellen Terminhandels habe die Berliner Börse in den Zustand der Inferiorität gefeßt. Ach nein, die Sache ver= hält sich ganz anders. Diejenigen Börsen ziehen das größte Geschäft an sich, die die größten Kursschwankungen, also auch die größten Gewinndjancen aufzuweisen haben. Die stetige Entwidelung unserer Voltswirtschaft, die Frucht der langweiligen" Politik des Fürsten Bülow, hatte mun unsere heimischen Börsenwerte so stabil gemacht, daß an ihren minimalen Schwankungen nichts mehr zu verdienen war · Was der Reichskanzler von dem Einfluß des Börsengesetzes auf den Bankdiskont sagte, zeigt ebenfalls, daß er nicht gut unterrichtet ist. Die Börsenberichte aller Zeitungen haben seit Jahren betont, daß die Ansprüche der Effektenspekulation an den Geldmarkt nur gering waren. Eine genaue Untersuchung wird sicher ergeben, daß nicht wir die Scheuklappenträger sind." Offiziöse Wahrheitsliebe. Die„ Nordd. Allgem. 3tg." weiß auf unsere gestrigen Feststellungen gegen die Bestialität der Kommuneschlächter nur mit einigen Verlegenheitsflaufen zu antworten. Sie beginnt mit der Verdrehung, daß der„ Vorwärts" den Hinweis des Reichskanzlers, auf diese Bluttat der Kommune nicht mehr für eine Verleumdung zu erklären" wage. In Wirk. ich keit wiesen wir gerade durch eine Reihe neuer Feststellungen nach, wie ungerechtfertigt die fittliche Entrüstung des Reichsfanzlers über die Bluttaten der Kommune sei. Nicht die Kommune, sondern ihre Gegner hätten sich der bestialiſchſten Gewalttaten schuldig gemacht! Das offiziöse Organ sucht seine Leser also über den wirklichen Inhalt unserer Notiz zu täuschen! Zur Sache selbst erklärt die„ Nordd. Allgem. 3tg." erstens: Rede schließen: daß manche seiner Parteifreunde ihm vorwerfen, daß er in seinem Entgegenkommen gegen die Kirche zu weit gegangen fei. Als gewandter Jurist sucht er sich damit herausaureden, daß durch jenes Gesetz die Mitwirkung der Geistlichen an der Volksschule festgelegt ist und daß deshalb eine geistliche Schulaufsicht unnötig sei. Von der Entfernung des Religionsunterrichts aus dem Lehrplan der Volksschule will er nichts wissen, im Gegenteil, er will ihm einen hervorragenden Anteil eingeräumt sehen. Nur sollen die Geistlichen in den Schuldeputationen zwar Aufs neue bäumte der Block auf, als der Abgeordnete sien, aber die Lehrer nicht beaufsichtigen. Schädler bom Zentrum das von Fischer aufgetischte Dieser nationalliberalen Halbheit trat Herr v. Studt entSündenregister noch ergänzte, denn auch gegen das Zentrum gegen. Er will ganze Arbeit machen und die Volksschule völlig hat sich die verlogene, schmähliche Heße des Blocks gewandt. verpfaffen. Er hält vorläufig an seiner Praris fest und denkt gar Um das Zeitbild der Hottentottenwahlen zu vervollständigen, nicht an die allgemeine Einführung der fachlichen Schulaufsicht. verlangte Schädler Auskunft von der Regierung, wie sie sich dazu Für seine Ausführungen erntete der Minister den lebhaften stelle, daß Schutleute und Staatsarbeiter antreten und von Beifall der konservativ- klerikalen Mehrheit. Herr Glatt. Vorgesetzten den eindringlichen Wunsch" anhören mußten: felter( 3.), der nach ihm das Wort ergriff, will, daß die Schule feinen Zentrumsmann zu wählen. Gegen die Einmischung der die Kinder religiös- fittlich erziehe. Das könne aber am besten von Staatsleitung in die Wahlen erhob Schädler schärfsten Protest. der Geistlichkeit kontrolliert werden. Kenntnisse sind Nebensache, Er verlangte, wie Fischer, daß der Reichskanzler Rede und die Hauptsache bleibt die gute Gesinnung. Antwort stehe. Der Reichstag sei seit längerer Zeit fanzlerlos", während der Reichskanzler im Landwirtschaftsrat sehr redelustig auftrat und dort seine politische Grabschrift höchstselbst in treffender Weise vorausbestimmte. Für die Zentralstelle der ganzen amtlichen Wahlagitation, die der Die Angriffe gegen den Grafen Posádowsky mehren sich in der Die Versailler Regierung und die päpstliche Nuntiatur habe in Flottenverein tatsächlich gewesen, sei Bülow verantwortlich, Breffe, und zwar finden sich diese Preßattaden in solchen Blättern, Sachen des Auswechselungsversuches ganz einwandfrei gehandelt, Denn der Flottenverein habe sich in der Wilhelmstraße Nr. 77 die sich guter Beziehungen zum Reichskanzleramt erfreuen: cine da sonst an Stelle des Erzbischofs Darbol und der Geistlichen Reichskanzleramt Rat und„ Draht" geholt. Tatsache, die darauf schließen läßt, daß fie in einem bestimmten andere Geiseln erschossen worden seien. Fürst Bülow suchte Schwächlich und fleinlich waren die Versuche der Ver- Interesse erfolgen. Die gröbste der Anrempelungen des Grafen doch aber gerade das Zentrum durch die Erschießung des Erzteidiger jener Wahlmachenschaften, die Anklagen der beiden Bosadowsky fand sich bisher im amb. Korrespondenten", bischofs Darboh gegen die Sozialdemokratie scharf zu machen. Oppositionsredner zu entkräften. Und es muß auch jeder einem Blatt, in dem, feit es in den Besitz Scherls übergegangen Im übrigen wäre es überhaupt nicht zur Erschießung auch nur fernere Versuch fehlschlagen, weil bei deutschen Wahlen eine ist und seine Redaktion gewechselt hat, manchmal solche offiziöfen einer einzigen Geisel gekommen, wenn, wie wir feststellten, so jeder Moral und Gerechtigkeit ins Gesicht schlagende Notizen zur Ablagerung gelangen, die man in Berlin aus ge- die Regierungstruppen nicht durch ihre vichische Bestialität zur Agitation, wie die gestern gekennzeichnete, noch nie geübt wissen Gründen nicht gerne veröffentlichen möchte. Neuerdings Bergeltung aufgereist hätten! worden ist. Versicherten die Herren Kreth und v. Liebert, schließt sich auch die Frantf. 3tg.", deren gute Beziehungen zur daß in Zukunft noch ärger mit dergleichen Mitteln Wilhelmstraße ebenfalls bekannt sind, dem Treiben an. In der gehegt und gewühlt werden solle, so haben wir die feste Zu- Form einer Polemik ihres Berliner Korrespondenten gegen die bersicht, daß diefes torrupte Lügensystem um so cher zu- Deutsche Tagesztg." leistet sie sich folgenden verstedten Ausfall: Welch frommer Wunsch! Latet anguis in herba. Der fammenbrechen wird. Staatssekretär des Innern ist, auch wenn er preußischer Staatsminister ist, wie nun einmal unsere Reichsverfassung ist, ein Untergebener des Reichskanzlers. Er hat sich mit deffen Politik nicht nur mehr oder weniger zu identifizieren, sondern er hat sie einfach voll ständig zu vertreten. Er hat auch den Kanzler nicht mehr oder weniger warm, sondern er hat ihn nach besten Kräften zu vertreten, und wenn er das wir sprechen rein theoretisch und bom praktischen Falle ganz abgesehen- nicht mehr will oder tann, wofür er ja sehr achtbare Gründe haben kann, so ergibt sich die ganz natürliche Folge, daß der Kanzler und sein Stellvertreter nicht mehr zusammenwirten können. Wir wissen nicht, ob dieser Fall jest vorliegt, und haben bisher keinen genügenden Grund, es zu glauben. Wir wollten gegenüber der Bemerkung des agrarischen Blattes nur darauf aufmerksam machen, welches nach der Reichsverfassung die Stellung eines Staatssetretärs zum Reichs= tanzler ist.“ Den Beweis für die amtliche Beeinflussung hielt der fonservative Rreth nicht für erbracht. Die Ansicht, die er über amtliche Wahlbeeinflussung zum besten gab, kenngeichnete überhaupt den intellektuellen Tiefstand der reaktionären Politit. Um so lächerlicher nimmt sich in solchem Munde die banale Kraftphrase aus, bei gleichem Zusammenhalt der Bürgerlichen werde die Sozialdemokratie bei den nächsten Wahlen ganz aus dem Reichstage hinausgeworfen werden. -Es blieb nun nur noch übrig, daß der Generaliffimus des Reichslügenverbandes den Beweis erbrachte, daß unter seiner Führung die Gewissenlosigkeit und die bereits vor aller Welt gebrandmarkte Lügenverbreitung im Reichsverband weiter grassieren wird. Aus dem Archiv des sauberen Verbandes trug dieser neueste Sozialistentöter bereits widerlegte Lügen und neu zusammengestellte von ebenso unverfrorener Die Köln. Volfsztg." bezeichnet diese Notiz in richtiger EinArt in der naivsten Weise vor; sie bezeichnen den moralischen schäßung als eine„ bülow offigiöse" Verwarnung. DarUnwert des Verbandes zur Genüge. Im Brusttone der über ist die Frankf. 3tg." sehr erbost. Sie schreibt in ihrem " getränkten Leberwurst" verkündete er sittlich- stolz, er habe heutigen vierten Morgenblatt: Schöpflin verklagt, der ihn wegen seiner neulich im Reichstag wiederholten unwahrheit, Schöpflin habe die Reichsfahne Schmuklappen des Hottentottenblods genannt, einen Lügner genannt hat. Den Titel„ Reichslügenberband" nahm der Tiefgetränkte als Ehrentitel für den Verband in Anspruch. Heute foll der Kampf weiter geführt werden, wenn der Blod ohne Beihülfe des Freisinns ist dies freilich nicht möglich nicht etwa Obstruktion treibt, um die WeiterFeratung unserer Interpellation zu vereiteln. Zweitens: Die„ Nordd. Allgem. 3tg." meint, die Versailler Regierung habe hauptsächlich deshalb die Auswechselung abgelehnt, um nicht durch irgend eine Art von Verhandlungen den Schein der Anerkennung der kommunistischen Aufrührer und Verbrecher als kriegführender Partei zu erwecken". Das offiziöse Organ gesteht damit nur zu, daß die Versailler Regierung die Pariser Kommunards von vornherein à la Trotha zu behandeln beabsichtigte, daß sie die wenigen Geifeln preisgab, um dafür bis zu den Knien im Blute der eigenen Volksgenossen waten zu können! In der Tat wurden denn auch für die 63 Geifeln, die nach den Bestialitäten der Regierungstruppen am 23. und 24. Mai erschossen wurden, 20 000 Menschen abgeschlachtet! Drittens: Als Beweis für die Grausamkeit der Kommunarde zitiert die Nordd. Allgem. Ztg." eine Auslassung Washburnes über die an den Generälen Lecomte und Thomas berübte Lynchjustiz. Die in diesem Zitat geschilderte Tatsache ist von uns nie bestritten worden. Wohl aber unterschlägt wiederum bewußt das offiziöse Organ die andere und wichtigere Tatsache, daß dieser Akt der Lynchjustiz nur provoziert wurde durch das Blutvergießen, das vorher durch diese Generale veranlaßt worden war! Es bleibt also das Faktum bestehen, daß der Bürgerkrieg von der Regierung zuerst begonnen wurde! Festgestellt zu werden verdient übrigens noch die Tatsache, daß die beiden Generale von ihren Vergebens bemühten sich eigenen Soldaten gelyncht wurden. Offiziere der Nationalgarde, also führende Kommunards, diesen Aft der Vergeltung zu verhüten! Die Kölnische Volkszeitung" behauptet, daß die " Frankfurter Zeitung" dem Grafen Posadowsth eine„ bülowoffiziöse publizistische Verwarnung" erteilt habe und findet sie in der Polemik, die unser Berliner Korrespondent im 4. Morgen blatt vom 13. d. M. gegen die Deutsche Tageszeitung" geführt hat. In dieser Polemit war nichts enthalten als ein Hinweis auf die staatsrechtliche Stellung eines Staatssekretärs gegenüber dem Reichskanzler. Nach der Köln. Volkszeitung" muß also die Erwähnung, daß ein Staatssekretärs ein Untergebener des Reichstanzlers sei, den geheimen Zwed Mit dem Schluß des vergangenen Jahres wurde, wie wir mithaben, dem Staatssekretär einen Hieb zu versehen, und das natürlich im Auftrage des Kanzlers. Nun, wir begreifen, daß es teilten, die Heilanstalt Falkenstein im Taunusdenjenigen, die mit ultramontanen Trids vertraut find, teine gebirge ihrem gemeinnüßigen Zweck entzogen. Die im Jahre Schwierigteiten macht, die Handlungsweise einer solchen 1872 mit rund 50000 Talern Kapital errichtete, bis zum Tode publizistischen Berwarnuna" anderen zuzutrauen. Aber wir Dettweilers( 1896) berühmte Lungelheilaustalt, sollte vor zwei Die Nordd. Allgem. 3tg." empfiehlt uns schließlich, von einct weiteren Erörterung der grauenhaften Ereignisse der Kommunezeit" abzusehen. Wir begreifen durchaus diesen Wunsch des offiziösen Organs, bedauern jedoch, ihm im Interesse der historischen Wahrheit nicht entsprechen zu können. Morgen cin weiteres darüber! Das Falkensteiner Offiziersheim wirft seine Schatten voraus. Jahren in eine städtische Volts- Lungenheilanstalt der wahren Lage der Gesellschaft unter Dernburg erworben zu stellend. Sowohl in dieser wie in anderen Angelegenheiten sei umgewandelt werden. Gegen diesen humanen Plan wurde haben. Die Bemerkungen Müllers lassen einen Blick hinter die ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen, gleichwohl sei es vorvon einflußreichen wohlhabenden Kreisen losgewettert, weil sonst Stuliffen der Haussetreiberei tun. Der Angeklagte schien aus seiner eilig, zu sagen, daß die Erzielung eines endgültigen UebereinVerbindung mit dem Registraturbeamten von Deutsch- Luxemburg fommens unmittelbar bevorstehe, obschon angenommen werde, daß „ die Gegend verseucht werden" würde. Darauf wurde der Plan über die Gesellschaft und ihre Verbindung mit der Darmstädter die Unterzeichnung eher eine Frage von Wochen als von Monaten angeregt, an Stelle einer Zungenheilanstalt für Minderbemittelte Bank noch mehr zu wissen. In dem Prozesse wurde auch mitgeteilt, fei. Die Verhandlungen zwischen Rußland und Japan, befonders ein Rekonvaleszentenheim für Offizere zu errichten. daß nach Veröffentlichung des vertraulichen Briefs über den Stand mit Bezug auf den Handelsvertrag, nähmen einen befriedigenden Einige Aktionäre verzichteten auf ihren Aktienbesitz von der Gesellschaft der Nachfolger Dernburgs im Aufsichtsrate der Fortgang. 75 000 M. zugunsten dieses Planes. 425 000 M. wurden Deutsch- Luxemburg, Stinnes, von Berlin aus dringend ersucht durch Sammlungen unter sehr vermögenden Leuten auf wurde, auf telegraphischem Wege ein Dementi der Nachricht zu Van Niederlande. an Bulgarien. bie Auf die Juterpellation über den Schiffbruch bei Hoek van gebracht. Die Summe wurde dem Kaiser zur Verfügung gestellt. geben. Stinnes dementierte aber nicht und leistete damit der Hausse- Holland hat der Handelsminister unserem Parteigenoffen Es kam dann eine Stiftung zustande, in deren Namen der Land- treiberei keinen Vorschub. Kol schriftlich geantwortet. wogegen, da rat des Obertaunus Kreises v. Mary Ende des versich nichts einzuwenden Terroristisches aus Baden. Man schreibt uns: Die Militär- Rammer zurzeit Ferien hat, Die gangenen Jahres eine halbe Million zur Erwerbung Falten- vereine werden wie die edlen Rosse am reaktionären Wagen ist. Antwort felbst jedoch tann nicht befriedigen. steins zwecks Umwandlung der Heilanstalt in ein Rekon bald hüst, bald hott gezügelt. Vor zwei Jahren traten sie offiziell Minister Veegans schreibt, die Firma Hudig u. Pieters zu Rotterdam valeszentenheim für Offiziere zahlte. Bei der Mitteilung für sozialdemokratische Kandidaten an die Landtagswahlurne. habe ihm mitgeteilt, daß den Befehlshabern der Postschiffe der „ Great Eastern Railway Company" teine besonderen Instruktionen diefer Tatsache gaben einige bürgerliche Blätter ihrer Freude darüber Heute sucht man sie von der Berührung mit der SozialdemoAusdruck, daß nun definitiv der Plan einer Lungenheilstätte für fratie abzuhalten. Noch mehr: sie sollen uns mit ihren genagelten über die Einfahrt bei Hoek van Holland gegeben seien, sondern Unbemittelte gescheitert und damit die schöne Taunusgegend„ von der Stiefeln in den Boden stampfen. Da ist ein Epigone des Adels- daß es ihnen selbst überlassen werde, die nötige Vorsicht walten zu geschlechts v. Oppenau auf die nicht mehr originelle Jdee ge- lassen. Dieser Behauptung stehen die Aeußerungen zahlreicher SachGefahr einer Verseuchung befreit" sei. Die Befürchtung einer solchen kommen, die Sozialdemokraten von dem Besuche der Wirtschaften verständigen entgegen, wie auch die Tatsache, daß Schiffe anderer Gefahr war vollkommen grundlos: es ist schlechterdings unverständlich, fern zu halten, damit sie verdursten. Der Oberleutnant a. D. Gesellschaften, die allerdings keine Post an Bord haben, bei schwerem tveshalb eine Gesundheitsgefährdung durch eine Anstalt dann verfaßte einen Armeekorpsbefehl an sämtliche Wirte seines Städt- Sturm und Nebel eine so gefährliche Einfahrt wie die bei Hoek van eintreten soll, wenn fie nicht mehr nur der Heilung chens Oppenau, worin er von ihnen die unterschriftliche Zu- Holland nicht wagen und besseres Wetter abivarten, wofür besonders Bemittelter, sondern wesentlich der Unbemittelter dienen soll. Wie sage fordert, keine sozialdemokratische Veranstaltung in ihren unser Bruderorgan Het Volk" Beweise genug veröffentlicht hat. uns mitgeteilt wird, wird nunmehr aber durch die Errichtung Wirtschaftsräumen zu dulden. Als zeitliche Strafe für die Weigerung Im übrigen hält der Minister die Rettungseinrichtungen bei Hoek eines Offiziersheims gerade die Gefahr heraufbeschworen, die man wird der Ausstoß aus dem Bunde der Oppenauer Krieger an- ban Holland für ausreichend und erachtet Verbesserungen nicht für von einer Volksheilstätte zu Unrecht erwartete: am Montag soll gedroht. Und doch fanden sich zwei Wirte, welche so anständig notwendig. das gesamte Mobiliar der seit 35 Jahren benutten und flug waren, sich von dem Erbadeligen der badischen SprudelDie Ermordung des Ministerpräsidenten. Falkensteiner Heilanstalt für Schwindsüchtige gegend nicht geschäftlich drangfalieren zu laſſen. Sehr schön geht auch die badische Staatsbehörde der EisenSofia, 13. März.( Eig. Ber.) versteigert werden. Eine solche Maßnahme, die doch lediglich bahnen mit der Abschreckungstheorie voran. Der Eisenbahner- Dimiter Petkows Mörder sei so meinte man anfänglich durch den Wunsch, einige Mark herauszuschlagen, erklärlich wird, verband erfuhr am 1. März eine Maßregelung; die General- ein über die Schließung der Universität empörter Student. dürfte in der Tat geeignet sein, die Tuberkulose weiter zu verbreiten. direktion der badischen Staatsbahnen entzog dem Verein die Er- fehlte auch nicht an Zeitungsgaunern, welche sofort die SozialdemoIm öffentlichen Interesse läge es, wenn der Landrat denselben laubnis, sein Verbandsorgan„ Der Eisenbahner" fürderhin fraten für die Tat verantwortlich machen wollten. Der Mörder Eifer, den er zwecks Errichtung des Rekonvaleszentenheims für noch unter dem Vermerk" Bahndienstsache" unentgeltlich an selbst aber hat sich nun als Mitläufer der konservativen VolksOffiziere entwickelt hat, schleunigst zur Vorbeuge gegen die Weiter- das Blatt zu, weil es entgegen den Warnungen Artikel aufnahm, Zeichen für die Gereiztheit, welche die Repressionspolitik der gegen= die einzelnen Stationen befördern zu lassen. Diese Ungnade zog sich partei erklärt! Somit ist das Attentat ein höchst charakteristisches verbreitung der Tuberkulose durch Inhibierung der Versteigerung worin fich Mitarbeiter über Ginrichtungen und Angehörige der Beichen für die Gereiztheit, welche die Repressionspolitik der gegennoch im letzten Augenblick entwickelte. Ladischen Staatsbahnverwaltung in durchaus unpassender Weise wärtigen bulgarischen Regierung im Lande geschaffen hat. Die reaktionäre Regierung selber hat sich gerade in der leßten ausgelassen haben". Beit durch Gewaltmißbräuche ausgezeichnet. Zu der gesetzwidrigen Schließung der Universität und der Estamotierung ihrer Autonomie geſellte sich die Anwerbung von Klopffechterbanden, die gegen die Die Verfolgungen der regierungsOpposition toben mußten. gegnerischen Presse, die Aufnahme einer ungünstigen Staatsanleihe von etwa 150 Millionen Frank, von der ein großer Teil für Militärzwede verwendet werden soll, tamen hinzu. Diefes Kesseltreiben hat nun eine Atmosphäre geschaffen, deren Verantwortlicher als Opfer gefallen ist. Positive Zentrumsarbeit. Diese preußischen Behörden nachgeahmte Befchdung eines Verbandsorganes der Bediensteten wird in Baden den gewünschten Erfolg nicht haben. Der„ Bad. Eisenbahner" teilt mit, daß man in der Vorstandssitung es begrüßte, nunmehr von einem Druck befreit aufatmen zu können; die gleiche Stimmung herrsche im ganzen Lande, daß man mit solchen Mitteln das nationale Gefühl der Eisenbahner nicht gehoben habe". Nachwahl in Randow- Greifenhagen? Der Baugewerkschaft", dem Blatt des Verbandes christlicher Bauhandwerker, wird aus der Eifel geschrieben:" Wie sehr die Verhältnisse der Steinarbeiter in manchen Gegenden daniederliegen, kann man deutlich in der Eifel sehen. Von der Handhabung einer Bundesratsverordnung merkt man hier keine Spur und von einer regelmäßigen Arbeitszeit erst recht nicht. Im Sommer machen verschiedene Kollegen zwei bis drei Tage blau, die übrigen Tage aber wird gearbeitet von morgens 4 Uhr bis abends 9 Uhr. Daß dies keine gesunden Zustände sind, Bei der Prüfung der Wahl des Abgeordneten v. Steinäder muß jeder rechtdenkende Kollege zugeben. Wäre hier eine stellte sich in der Abteilung heraus, daß die Akten eine Annahmegeregelte Arbeitszeit vorhanden, sowie ein den Verhältnissen ent- erklärung des zum Abgeordneten Proflamierten nicht enthalten. Die sprechender Stundenlohn, so wären diese Mißstände bald ver- Abteilung gab deshalb die Aften, wiewohl ein Protest nicht einschwunden. Wieviele Kollegen haben um die Bundesratsverordnung gelaufen ist, an die Wahlprüfungskommission ab. gekämpft, und hier wird sie mit Füßen getreten. Bis wann werden denn hier die Kollegen zur Einsicht kommen?" Bom Sauherbenton". Ausland. Frankreich. " # " 8 Ordnung bei der Leichenfeier für den ermordeten Winter Bettow Sofia, 15. März.( W. T. B.) Zur Aufrechterhaltung der find strenge Maßnahmen getroffen worden; im Laufe der Nacht Siss wurden alle verdächtigen Personen verhaftet. Heute nacht wurde in der Nähe des Bahnhofes der mazedonische Bandenführer Trajko Christow von hinten erschossen. Der Mörder konnte in der Dunkelheit entfliehen; es scheint sich um einen persönlichen Racheaft eines Mazedoniers zu handeln. Sofia, 15. März( W. T. B.) Die heute fortgesette Untersuchung wegen der Ermordung Petkows hat Anhaltspunkte für die Annahme ergeben, daß jene sozialistischen Glemente unter der Studentenschaft, die bei Gröffnung des Nationaltheaters den Fürsten auspfiffen und mit Schneebällen bewarfen, mit dem Morde wenigstens in entferntem Zusammenhange stehen. Mehrere Studenten wurden verhaftet, ebenso die übrigen Mitarbeiter des So das christliche Fachblatt. Mitte der 90er Jahre haben Blattes Balkanska Tribuna". Die Redaktion dieses Blattes foll unsere Leute von Köln aus einen Vorstoß nach der Eifel ge= von dem Mordplan Kenntnis gehabt haben, auch einige Mitglieder macht; in Mayen, dem Mittelpunkt einer lebhaften SteinViviani gibt den Ausbeutern nach. Der radikal- demokratischen Fraktion scheinen in die Angelegenheit industrie, wurde eine Organisation geschaffen, die bald einen beParis, 14. März.( Eig. Ber.) verwickelt zu sein. Petkow hat, wie nunmehr festgestellt ist, am Vorträchtlichen Teil der dortigen Steinarbeiter umfaßte. Das machte Einige Tage hat es eine Art Konflikt zwischen dem Ministerium mittag feines Tadestages, während zwei Freunde bei ihm weilten, die Geistlichkeit mobil, die zunächst in der üblichen Weise gegen den Die Delegation der Linken hatte einen Drohbrief erhalten, den er lachend vorlas. Er bemerkte Verband wetterte, sodann eine Gegenorganisation gründete, mit und den Radikalen gegeben. der es den hochwürdigen Herren gelang, unsere Organisation zu nämlich eine von Delcassé beantragte Resolution zur Frage der er könne nicht ermordet werden, weil er niemandem Böses zugefügt habe. Es verlautet, daß der diplomatische Agent in Petersburg, vernichten. Als das geschehen war, erlosch auch ihr Eifer für Sonntagsruhe angenommen, die eine liberale" An- Baprifow, auf telegraphische Berufung des Fürsten nach Sofia die eigene Schöpfung, die christliche Organisation verschwand, und wendung des Gesetzes bei Aufrechterhaltung seines kommen werde. Die Berufung wird auf den Umstand zurüd wenn seitdem für die Steinarbeiter in der Eifel nichts geschehen ist, Prinzips" forderte, d. h. eine den Interessen der Unternehmer geführt, daß der Fürst in ähnlichen Fällen stets die Ansicht bes wenn sie auf das ärgste ausgebeutet werden, so trägt daran das Zentrum schuld, dessen" positive Arbeit" barin besteht, die Arbeiter entsprechende Interpellation, während Viviani auf einer genauen Petersburger Agenten hörte. Auch gilt es nicht ale ausbewegung zu zersplittern und da lahmzulegen, wo sie dem Kleri- Einhaltung der Gesetzesvorschriften zu beharren schien. Clémenceau geschlossen, daß Paprikom bei der Um- oder Neubildung des talismus gefährlich werden könnte. hat sich sogar am Montag in seiner Polemit gegen Jaurès auf Kabinetts in Betracht kommen werde. diese sozialpolitische Energie des Ministeriums nicht wenig zugute getan. Gestern aber ließ die Delegation der Linken Viviani vor In einer Wählerversammlung im Wahlkreise Gebweiler ihre Schranken laden, und der sozialistische" Minister knickte sehr geriet der Zentrumstandidat, nunmehriger Reichstagsabgeordneter tnieweich zusammen. Er erklärte fogar, daß das Gesetz mancher auß, mit einem Lehrer aneinander. Weil der Lehrer sich Abänderungen bedürfe und daß die Regierung die Initiative als liberal bekannte, meinte Herr Hauß, die Gemeinde dürfe einen solchen Mann nicht länger im Amte dulden. Als nun," so be- dazu ergreifen werde! Er verlangte nur, daß man ihm dafür keinen Termin feze und ihn nicht zu sehr dränge, da sonst die öffentliche richtet die Korrespondenz des deutschen Lehrervereins", ,, der Sofia, 14. März.( W. T. B.) Während der Mörder des Lehrer zu seiner Verteidigung die Anwesenden zu Zeugen dafür Meinung aufgeregt werden könnte. Doch verpflichtete er sich, die aufrief, daß er troh seiner Zugehörigkeit zum Liberalismus stets Abänderungsbestimmungen vor den großen Parlaments- Ministerpräsidenten Betkow bisher ein selbstbewußtes Benehmen feine religiösen Pflichten erfüllt habe, nannte ihn der Herr Pfarrer ferien vorzulegen. Begreiflicherweise war die kapitalistische und zur Schau trug, beginnt er jegt fleinmütiger zu werden und zeigt bereits Reue. Das Verhör mit ihm wird unter Zuziehung von cinen Komödianten. Der Herr Reichstagskandidat wollte fleinbürgerliche Mehrheit der Linksparteien von diesen Erklärungen Beugen abgehalten, um etwaigen Behauptungen zu begegnen, daß hinter seinem Gesinnungsgenossen im geistlichen Gewand um überaus befriedigt, und der Millionär Josef Reinach, einer der Mörder bei seinen Aussagen beeinflußt worden sei. Die gefeinen Preis zurückbleiben und warf dem fich entfernenden Lehrer der typischsten Vertreter des arbeiterfeindlichen Liberalismus, legte richtsärztliche Untersuchung ergab, daß der Mörder geistig normal, den Kosenamen Hornochse" an den Kopf." In einer Auseinandersetzung mit den Berliner Fachabteilern den Wortlaut einer Vertrauensresolution vor, die die Kammer am wenngleich hochgradig exaltiert sei. Die meisten Verhafteten wurden ergeht sich die Baugewerkschaft", das Fachblatt der christlichen Freitag annehmen soll. Natürlich kommt auch da die Aufrecht- wieder auf freien Fuß gesezt. Im ganzen sind etwa 30 Personen erhaltung der wesentlichen Prinzipien" des Gesetzes über den noch in Haft, darunter einige, mit welchen der Mörder heimliche Bauhandwerker, in folgenden Liebenswürdigkeiten: " Es ekelt einen vor dieser inneren unwahrhaftigkeit. Und wöchentlichen Ruhetag vor. Was aber der Majorität das Vertrauen Zusammenkünfte hatte. Hierzu gehören der Student Dimitrow und die entlassenen Beamten Mirtschew, Bojadschiew, Chranom und diese Spottgeburt von Dred und Feuer, welche die Arbeiterinter- zur Regierung einflößt, das ist die Erwartung einer weitgehend Graschew. Der Mörder gestand, daß er den Word unter dem Ginessen in tausendfacher Weise schädigt besitzt die dreiste Stirn, die liberalen( largement libérale) Anwendung des Gesetzes und fluß der verheßenden Artikel der oppositionellen Presse sowie wegen christlichen Gewerkschaften, die es ehrlich mit den Interessen der das Versprechen, die notwendigen Abänderungen" vorzuschlagen. seiner eigenen und seiner Mutter verzweifelten materiellen Lage Arbeiter und deren christlicher Weltanschauung meinen, zu ver- Die zwei Vertreter der unabhängigen Sozialisten" wollten berübt habe. Er gestand ferner ein, daß der Mordplan mit. den An einer anderen Stelle schreibt das christliche Blatt gegen wenigstens ben Schein der sozialpolitischen Unabhängigkeit ihrer Stomplizen zu wiederholten Malen beraten worden sei, wobei beBarteigenoffen im Minifterium retten und sie beantragten daher schlossen wurde, den Fürsten Ferdinand oder den Minister Bettow " Diese Gesellen, die vorgeben, aus idealen Gründen" fich eine einfache Tagesordnung, die die Erklärungen Vivianis zur oder Genadjem zu töten, damit das jebige gewalttätige Regime beseitigt werde. Auch zwei in Frankreich studiene niversitätsfatholisch zu organisieren. Ein unsäglich bitteres Gefühl über- Senntnis nahm; die Mehrheit jedoch bestand auf der Reinach- hörer hätten den Mörder brieflich zu der Wordial angefeuert.tommt uns, wenn wir denken an den Mißbrauch dieser Worte schen Formel, die die Abhängigkeit der Sozialpolitik der Regiejenerseits. Diese Leute und Ideale! o bittere Fronie. Prinsipiell borniert, praktisch fanatisiert, im Gewande der Pharifäer, ung von der bürgerlichen Mehrheit zu unzweideutigem Ausdruck bringt. so sollte man diese Mischmaschfippe, die sich bemüht, alle volkswirtDie Arbeiterklasse aber weiß heute, daß sie nur auf ihre eigene schaftlichen Begriffe zu verdunkeln und alle fortschrittlichen Be- Kraft rechnen darf, wenn sie verhindern will, daß ihr der Ruhetag strebungen zu hindern, nennen." Darauf erwidert der Arbeiter", das Organ der Berliner: hintvegesramotiert werde. Vom Sozialisten" Viviani, der der " Wir wollen der Baugewerkschaft" hiermit erklären, daß wir Rommandierung von Soldaten zum Streifbruch zugestimmt hat und auf diese Art niedrigster Polemit nicht reagieren. Auf den Gaffen- sich selbst unter das Kommando eines Reinach stellt, ist nichts übrig ton lassen wir uns nicht ein! Wir gestehen aber, daß wir am geblieben als eine schöne Programmrede, die neben Briands Generalallerwenigsten durch solch wüste Schimpfereien uns werden abhalten lassen, in ieder Hinsicht für unsere Verbandsmitglieder cinliche Freiheit als ein wertvoller Beitrag zur Psychologie der bürgerhalten lassen, in ieder Hinsicht für unsere Verbandsmitglieder ein- streikreden und den Auffäßen und Reden Clémenceaus für die bürgerlichen Politik bestehen kann. tchern." die Berliner Arbeitervereinler: zutreten." Dernburgsche Bilanzen. " England. Macht- Kombinationen. Marokko. vom Tanger, 14. März. Der Inspekteur der maroffanischen Polizei Oberst Müller und sein Adjutant Hauptmann Fischer find, heute hier eingetroffen. Bei der Landung wurden sie auf dem Quai sour ersten Sekretär der portugiesischen Gesandschaft, den Majoren Mangin und Santa Olalla sowie dem Hauptmann Bascot empfangen, denen Oberst Müller seinen Adjutanten Hauptmann Fischer vorstellte. Ein Vertreter des Machsen war nicht zugegen. Amerika. Staaten gewinnt immer mehr Raum in der öffentlichen Meinung. Die Berstaatlichung der Eisenbahnen in den Vereinigten Die Reichtümer der Bahngesellschaften schwellen ungeheuer an, und ihre rücksichtslose Bereicherung auf öffentliche Stoften erscheint in weiten Streifen immer deutlicher als Gemeinschaden. Im Senat Welche großartige Gewandtheit Dernburg in der Aufstellung brachte Patterson von Colorado einen Antrag auf Verstaatlichung von Bilanzen besitzt, haben seine Denkschriften über die wirtschaftliche Entwickelung der deutschen Kolonien bewiesen. Einen neuen London, 14. März.( W. T. B.) Reuters Bureau erfährt, daß der Bahnen ein und hielt eine große Rede, in der er zu beweisen Beweis für dieses Geschick erbrachte ein am Dienstag vor der die Meldung von Verhandlungen behufs Abschlusses einer„ Entente suchte, daß die Staaten von Rechts wegen sich der Bahnen Bechumer Straffammer verhandelter Prozeß, der sich um die Ver- à quatre"( Viermächte- Ginvernehmen) zwischen England, Frant- bemächtigen könnten. Die Kosten dafür würden 11 000 bis 12000 öffentlichung vertraulich gehaltener Uebersichten reich, Rußland und Japan, betreffend den fernen Osten, unwahr Millionen Dollar betragen, die durch Regierungsschuldscheine aufder Betriebsergebnisse der Deutsch- Luremburg- Werte drehte, an ist. Wahr sei allerdings, daß Verhandlungen im Gange feien gebracht werden sollten. Er berechnet, daß bei sparsamer Verdenen die Darmstädter Bank stark interessiert ist und in deren Auf- zwischen England und Rußland sowie zwischen Rußland und waltung die Personenbeförderung um die Hälfte und die Bc= fichtsrat deshalb Dernburg vor seinem Eintritt in den Staatsdienst Japan. Obwohl diese Verhandlungen vollständig unabhängig ge- förderung der Waren ganz beträchtlich herabgefeht werden könnte. den Posten des Vorsitzenden bekleidete. Günstige Briefe über führt würden, hätten sie doch Beziehung zu einander. Die Annahme, Die Verstaatlichung würde in Kürze kommen müssen und Deutsch- Luremburg in der Presse hatten den Kurs der Aktien der Ge- daß die englisch- russischen Verhandlungen sich hauptsächlich auf könne von feiner Macht der Erde aufgehalten werden. Die allgemeine Stimmung gegen die Eisenbahnen ist den fellschaft so bedenklich in die Höhe getrieben, daß einflußreiche Perfien bezögen, sei nicht zutreffend; fic erstreckten sich auf ein Blätter Zweifel an der günstigen Lage hegten. Troß derartiger viel weiteres Gebiet! Hinsichtlich Persiens seien England und dabei in Frage kommenden Großkapitalisten höchst unangenehm, Breßäußerungen stieg der Kurs noch zusehends. Da erhielt der Rußland übereingekommen, sich nicht in seine inneren Angelegen- und einige der größten Gesellschaften haben ihre Präsidenten zu Handelsschuldirektor Müller- Dortmund im August 1906, furz vor heiten einzumischen; auch seien bestimmte Gebiete abgegrenzt, in Roosevelt gesandt, um mit ihm über die Lage zu fonferieren. Der dem Uebergang Dernburgs in den Staatsdienst, durch Untreue denen keine der beiden Mächte Handelskonzessionen zu erwerben bekannte J. P. Morgan war am Dienstag bei Roosevelt, um die eines Registraturbeamten streng vertraulich gehaltene Mitteilungen suchen wird. Nach den letzten offiziellen Nachrichten aus Teheran Eisenbahnfrage zu besprechen Roosevelt strebt eine größere Stondes Aufsichtsrates über den Stand der Gesellschaft. Diese, in die dauere der Kampf der verschiedenen Parteien in der Bevölkerung trolle über die Bahnen durch die Bundesbehörden an, wogegen fich Breffe gebracht, machten der Haussetreiberei der Darmstädter Bant noch an, doch sei ein Angriff auf die fremden Staatsangehörigen die Bahngesellschaften bisher ganz besonders gesträubt haben. In 28 Staatsparlamenten schon wurden in der letzten Zeit jählings ein Ende. Die aufsehenerregenden Mitteilungen drückten nicht wahrscheinlich. Das Anerbieten einer gemeinsam zu ge= den Kurs der Luxemburgattien gewaltig herunter. Der Angeklagte währenden Anleihe sei zwar von Persien bisher noch nicht ange- Gesetze angenommen, die alle darauf hinausliefen, die Macht und rühmte sich in der Prozeßverhandlung, wie die„ Germania" be- nommen, sei aber trotzdem nicht zurückgezogen worden. Auch be- die Ausbeutungssucht der Bahugesellschaften zu beschränken, bcrichtet, sich ein volfswirtschaftliches Verdienst durch die Aufdeckung züglich Tibets sei die Stimmung unter den Mächten zufrieden- I fonders aber die Raten su ermäßigen, Washington, IB. März.(Meldung der.Associated Srefc'.) ES kann autoritativ versichert werden, daß Präsident Roosevelt seine Haltung gegenüber den Eisenbahnen nicht ändern wird, obschon zu» gegeben wird, daß die Regierung nicht beabsichtigt, mit einem extrem radikalen Angriff gegen die Bahnen im allgemeinen vorzugehen. Dem Präsidenten nahestehende Persönlichkeiten bören, daß die Eisenbahnangestellten in ihn dringen werden, Schritte zu tun, um die im Publikum herrschende Be- sorgnis, die die KapitalSanlage in Eisenbahnen und den Bau von solchen zu stören drohe, zu beruhigen. Präsident Roosevelt hat seit seiner Unterredung mit Morgan mehrere Be- sprechungen mit dem Vorsitzenden der zwischenstaatlichen Verkehrs- kommiffion Knapp und anderen Mitgliedern derselben gehabt. Der Präsident ist noch inrmcr der von ihm im Dezember aus- gesprochenen Ansicht, daß die Eisenbahnlinien in der Zeit seit dem Inkrafttreten de« neuen Gesetzes erhöhte Einnahmen und zum Teil ganz ungewöhnlich hohe Dividendenverteilungen aufgewiesen haben und daß hierdurch die Behauptung der Eisenbahngesellschaften, daS neue Gesetz würde sie zugrunde richten, widerlegt sei. GewerfcfcbaftUcbw. Abgeblitzt! Der liberalen..Augsburger Abendzeitung", die schon zum zwölften Male die Freude hatte, in ihrem politischen Teil an erster Stelle die Griindung eines gelben Vereins in Augsburg mitteilen zu können, kam, nachdem die Maschinenfabrik Augs� bürg in ihrem Geschäftsbericht geschrieben hatte, daß sich der gelbe Verein für die Fabrik als sehr segensreich erwiesen habe, denn es wurden einige Millionen Reingetvinn erzielt, ebenfalls der Appetit nach einem solchen für das Unternehmertum so segensreichen gelben Verein und sie schickte sich an. die Buchdrucker ihres Betriebes mit einem gelben Verein in Form einer Pensionskasse zu beglücken. Das Organ der groß industriellen Scharfmacher und die Kloake des Reichsverleumder Verbandes fiel dabei aber ganz gewaltig herein. Die Buch drucker pfiffen auf die„Wohltat" und sagten, daß ihnen ihre Organisation allein der Rückhalt ist und daß sie es auch noch sein wird, wenn bereits alle Pensionskassen und gelben Vcr eine der Vergessenheit anheimgefallen sein werden. Die „Abendzeitung", die bisher mit Vorliebe die„braven" Buch drucker gegen die„terroristtschen" Gewerkschaften ausgespielt hat. diese nämliche„Abendzeitung" schimpft jetzt ebenso auf die von gewissenlosen Agitatoren verhetzten Buchdrucker. In seinem gerechten Zorn entfiel dem liberalen Blatte unbemerkt der liberale Mantel und es schaut hervor der Wolf; es sagt zum Schlüsse seines Lanientos über die mißglückte Gründung: „Derartige Vorkommnisse dürfen nicht außer acht gelassen werden, wenn man dem- nächst daran geht, die Rechtsposition solcher Berufsvereine noch zu verstärken."— Jetzt sind die Wahlen vorbei, jetzt zeigt sich der Liberalismus in seiner wahren Gestalt l Berlin un et Qm gegen ck« Der Kampf in der Holzindustrie. Eine ungemein stark besuchte Versammlung der Vertrauens- tänner des Holzarbeiterverbandes fand am Donnerstagabend in > Brauerei„Friedrichshain" statt.— Glocke erstattete Bericht über die am Dienstag abgehaltene Einigungsverhandlung. Nach dem er den bekannten Verlauf derselben eingehend geschildert lsatte. teilte er mit, daß, nachdem die Verhandlungen am Dienstag «gebrochen waren, aus Veranlassung des Herrn v. Schulz am und Donnerstag bereits wieder private Verhandlungen zwischen Vertretern beider Parteien stattfanden. Aber auch diese haben kein Ergebnis gehabt. Die Vertreter der Arbeiter vertraten im Eitnxrständnis mit der Ortsverwaltung des Holzarbeiter- verbände» ven Standpunkt, daß sie in ein Vertragsverhältnis nicht eingehen tu.«,««!!!, wenn ihnen nicht eine sofortige Verkürzung der Arbeitszeit Eon einer Stunde wöchentlich und eine weitere Ver- kürzung von oiner Stunde nach einem Jahre zugestanden werde. Auch aus einer sofortigen Lohnerhöhung bestanden die Arbeiter- Vertreter, während die Arbeitgeber erklärten, sie seien an die Beschlüsse ihres V erbandes gebunden und könnten diese Forderungen nicht bewilligen.' Es ist also auch bei diesen Besprechungen kein Resultat erzielt worden und die Verhandlungen feien nunmehr endg'ültig gescheitert; der Kampf geht weiter. Stusche, der die Ausfuhrungen des Referenten ergänzte, sagte unter anderem? Nachdem nun die Verhandlungen gescheitert sind, wird der Kampf schärfere Formen annehmen. Die Arbeitgeber werden versuchen, die Aussperrung aus die Provinz auszudehnen, vielleicht sogar unter Vertragsbruch in solchen Orten, wo Verträge bestehen� Vorwände zu solchem Vorgehen finden sich ja, wie man in Stegl itz gesehen hat.— Jedenfalls wird der Kampf noch längere Zeit d-auern. Wir werden ihn durchführen, unsere Kollegen werden dte Opfer bringen, welche nötig sind, um den Kampf zu einem siegreichen Ende zu führen. Die rege Diskussion war eine Bekundung vollen Einverständ- nisses mit der Haltung der Verbandsvertreter. Es wurde aus- geführt, die Kollegen hätten mit Unwillen die Nachricht vernommen, daß Berhandlunejen mit den Arbeitgebern angesetzt seien, um so größer sei dam,»ber die freudige Genugtuung gewesen, als man erfuhr, dl Haltung billigt Burg un.» �xbandsvertreter eine feste und konsequente haben, die von den Kollegen vollkommen ge» tcke r- Stuttgart führte unter anderem aus: In l l e habe der Arbeitgeber-Schutzverband bereits ein .... der von den Unternehmern ins Werk gesetzte ' einen für die Arbeiter günstigen Verlauf. In Halle pirsche auch wieder eine Verräterrolle gespielt. Sie geheimen Vertrag mit den Arbeitgebern abgeschlossen, � im in 3 Jahren eine Lohnerhöhung von 2 Pf. zusichert, jedoch sollen sie, wenn der Holzarbeiterverband niehr erreicht, dieselben Löhne bekommen, die dem Verbände gewährt werden.— Die gegenwärtigen Kämpfe in Berlin und anderen Orten Deutschlands drehen sich in letzter Linie nicht um Lohnerhöhung oder Verkürzung der Arbeitszeit, sondern es sei ein großer Kampf zwischen dem Arbeitgeber-Schutzverband und dem Holzarbeiterverband. Haben doch die Arbeitgeber jetzt gesagt, sie würden sich a» die Seite der Kühnemänner stellen, um die Arbeiter noch energischer als bisher bekämpfen zu können. Diese Drohung macht natürlich keinen Ein- druck. Der Holzarbeiterverband führt den Kampf unbeirrt weiter. — Nach weiterer Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung der Vertrauensleute des deutschen Holz- «beiterverbandes erklart sich mit den Ausführungen des Refe» renten einverstanden. Sie billigt ferner das Verhalten der OrtSverwaltuna bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern ausdrücklich. Verpflichtet wird die Ortsverwaltung, de» Unter- nehmern nicht weiter entgegen zu kommen. Die arbeitenden Kollegen sind bereit, zur Durchführung des Kampfes noch größere Opfer zu bringen. Von den Ausgesperrten wird erwartet, daß dieselben auch ferner den Kampf mit aller Energie führen. � Die Ausgesperrten waren am Freitagvormittag in der „Neuen Welt" versammelt. Heber t den Stand der Aussperrung teilte der Referent Stusche mit: In der vorigen Woche ist die Zahl der Ausgesperrten und Streikenden um 262 zurück- gegangen. Seit dem S. Februar, dem Höhepunkt der Aus- sperrung, hat sich die Zahl um Sgl vermindert. Am Sonnabend, den 8. März, waren 5853 Ausgesperrte und Streikende vorhanden. — lieber die vergeblichen EiniguugSverhandlungen erstattete der Redner einen eingehenden Bericht. Die Versammelten gaben durch Zwischenrufe und Beifallskundgebungen unzweideutig zu erkennen, daß sie sich mit der Haltung ihrer Vertreter bei den Einigungs- Verhandlungen in vollem Einverständnis befinden. Mit kühlem Lächeln nahm die Versammlung die Mitteilung von der Drohung des Herrn Rahardt auf, die Tischlermeister würden eS so machen wie die Mctallindustriellen, nämlich keine Mitglieder des Holz- arbeiterverbandes einstellen, sondern nur für Unorganisierte die Betriebe öffnen. Diese Drohung bezeichnete der Referent als un- wirksam und nicht durchführbar, denn die Metallindustrie könne sich zum großen Teil auf ungelernte Arbeiter stützen und finde deshalb mehr Unorganisierte und Indifferente wie die Holz- industrie, die fast ausschließlich auf gelernte Arbeiter angewiesen, die den Wert der Organisation begriffen haben. Der Verlauf der Versammlung zeigte, daß man in den Reihen der Ausgesperrten auf die Einigungsverhandlungen keine Hoffnungen gesetzt hatte und daß deshalb niemand durch den ergebnislosen Verlauf und das völlige Scheitern derselben enttäuscht ist. Die Losung: Ohne Verbesserung der Verhältnisse, namentlich ohne Verkürzung der Arbeitszeit, schließen wir keinen Vertrag mit den Arbeitgebern ab, fand allseitigen Beifall. Die Versammelten waren beseelt von dem Gedanken: Wenn auch die Arbeitgeber jetzt die von Herrn Rahardt angedrohten schärferen Kampfmittel anwenden sollten, wir halten aus, wie wir bisher ausgehalten haben. Die Verhandlungen im Tapezierergewerbe, die gestern stattfanden und den ganzen Nachmittag dauerten, haben noch zu keiner Einigung geführt, sollen jedoch am Montag fort- gesetzt werden. Wels berichtete gestern abend in einer Mitglieder- Versammlung des Tapeziererverbandes, die den großen Saal der Brauerei Friedrichshain füllte, über den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen, schilderte jedoch zunächst die Lage des Lohn- kampfes, die als über Erwarten günstig für die Gehülfenschaft be- zeichnet werden muß. Die Zahl der Streikenden und Aus- gesperrten ist auf 780 zurückgegangen, während die Zahl derer, die zu den neuen Bedingungen arbeiten, auf 830 gestiegen ist. Aus den Verhandlungen, die mit allgemeinen Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der Innung und denen der Gehülfenschaft be- gannen, ist besonders eine Aeußerung des Möbel- fabrikanten Ball bemerkenswert. Herr Ball, der auch sein Teil zum Scheitern der Einigungsverhandlungen mit den Holzarbeitern beigetragen hat, sagte zu den Vertretern der Tapezierergehülfen:„Sehnen Sie sich nur nicht nach den Fleisch- töpfen der Holzarbeiter, denn die werden selten ein Stück Fleisch darin finden."— Die Verhandlungen selbst führten nach langem Hin und Her dazu, daß die Jnnungsvertreter folgende Angebote machten: Verkürzung der Arbeitszeit auf 50� Stunden, also um 30 Minuten; Erhöhung des Gehülfcnlohns auf 68 Pf. bis zum 31. Januar 1908, von da ab auf 70 Pf.; Erhöhung der Löhne derer, die höhere Löhne haben, um 3 Pf. und vom 1. Februar 1008 ab um weitere 2 Pf.; Erhöhung der Akkordsätze um 10 Proz. und Fest- setzung des Minimallohnes der Näherinnen auf 40 Pf.; zwecks Revision des Klebertarifs Einsetzung einer aus 5 Meistern und 5 Mitgliedern der Klebersektion bestehenden Kommission. Hinsichtlich der Arbeitszeit erklärten die Jnnungsvertreter noch, daß daran die Verhandlungen nicht scheitern sollten; sie scheinen also geneigt, auf die geforderte 50 stündige Arbeitszeit ein- gehen zu wollen. Die Gehülfenvertreter konnten ihre Zustimuiung zu den Angeboten, namentlich hinsichtlich der Löhne und der Arbeits- zeit, nicht geben. Darum wurden die Verhandlungen abgebrochen; man erklärte sich jedoch gleichzeitig bereit, sie am Montag sortzu- setzen. Die gestrige Mitgliederverscrmmlnng des Tapeziereverbandes nahm nach kurzer Diskussion einstimmig eine Resolution an, in der die Zugeständnisse der Meister als unzureichend bezeichnet werden, die Leitung der Organisation jedoch beauftrag-t wird, die Verhandlungen fortzusetzen und dabei auf Annahme der Forde- rungen, wie sie in der Versammlung am 24. Februar normiert worden sind, zu drängen._ Die Automobilführer hatten bekanntlich das Einigungsamt noch einmal anrufen müssen, weil verschiedene Unternehmer dem ersten Spruche sich nicht fügen wollten. Die Verhandlungen fanden am Freitag mittags statt. Von der Vereinigung der Unternehmer waren als Vertreter anwesend Kieper, Schmidt und Kandelhard. Die Fahrer waren vertreten durch Rettig, Becker und Ehmilewski. Magistratsrat v. Schulz führte den Vorsitz. Die Frage des Wagenwaschens mutzte genauer präzisiert werden, und man einigte sich dahin, daß der Fahrer 45 Pf. zu zahlen habe und dasür den Wagen gewaschen und geputzt erhalte. Noch einmal wurde mit Nachdruck betont, daß Maßregelungen nicht stattfinden dürfen. Die anwesenden Vertreter der Unter- nehmer erkannten an, daß es nicht zu billigen sei, wenn einzelne Firmen die Vertrauensmänner von der Wicdereinstellung aus- schließen und eS wird erwartet, daß die Maßregelungen zurück- gezogen werden. Der Arbeitsnachweis der Unternehmer, gegen den die Fahrer mit Recht sehr mißtrauisch sind, wird auf. gehoben. Das wurde ebenfalls zugestanden. Und damit waren die Widerstände gegen die Einigung beseitigt, ausgenommen bei der Bedag-Gesellschaft. Die Firma Bedag war vor dem Einigungsamt nicht vertreten und hatte auch niemand mit der Vertretung beauftragt. Herr Kieper machte telephonisch einen Vermittlungsvorschlag, damit auf der ganzen Linie der Frieden mit den Fahrern wiederhergestellt werden könnte, aber die Firma verhielt sich durchaus ablehnend. Somit werden die Bedagfahrer die Arbeit noch nicht wieder aufnehmen. Es heißt, daß Bedag sich viel auf die neugegründete gelbe Gewerkschaft verläßt. Die Fahrer wollen ihr Augenmerk darauf richten, daß die Gelben nicht zu üppig ins Kraut schießen und das schlechte Beispiel keine Nachahmung finde; denn es besteht an einigen Stellen eine Neigung dafür. Nach den Erfahrungen der ersten Tage sind dje Fahrer mit den Resultaten unter der erhöhten Taxe und ihrem verringerten Anteil gar nicht zufrieden. Viele haben nur sehr geringe Einnahmen, wenn sie sich auch zu trösten suchen, daß es mit der Zeit sich wieder bessern werde. Man hat bemerkt, daß die Unter- nehmer bei der Wiederanstellung der Leute gerade diejenigen über- gehen, welche während der Aussperrung ausgebildet worden sind. aber später die Garagen verließen und zu den Ausgesperrten traten. Ueberhaupt ziehen sie die alten Fahrer vor. weil diese die tüchtigen Leute sind, während sie mit den ehemaligen Arbeits- willigen manche schlechte Erfahrung gemacht haben. Die Firma Barr Sohn ersucht unS einem Gerücht entgegen- utreten. nach welchem die Geschäftshäuser dieser Firma, Große frankfurterstraße 20, Brückenstraße 11 und Chausseestraße 24s/2J ohkottiert seien. Wir erklären hiermit, daß zurzeit Tis- ferenzpunkte zwischen uns und der Firma Baer Sohn nicht be- stehen. Die von unS boykottierte Firma Beruh. Baer, Rosen- thalerstraße, ist mit Baer Sohn nicht in Verbindung zu bringen. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin. Deutftsies Reich. Der Lohnkampf im Schneidergewerbe. Der Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe ver- breitet die Nachricht, daß heute. Sonnabend, in zirka 40 Städten die Aussperrung der Schneider begonnen werden solle, falls Auch in Chemnitz stehen die Schneidergehülfen in der Lohn- bewegung. Sie haben den Prinzipalen vor einiger Zeit einen Tarif zur Annahme unterbreitet. Die Antworten gingen spärlich ein und die eingingen, waren meist Ablehnungen. Eine Schneider- Versammlung, die sich mit der Lage der gegenwärtigen Lohn- bewegung befaßte, hätte am liebsten den Streik beschlossen, was aber der anwesende Gauleiter zu verhindern verstand. Nun haben die Arbeitgeber durch ihren Verband einen Tarif den Gehülfen vorgelegt und ein Ultimatum gestellt, das aber die Gehülfen nicht beachteten. Es ist infolgedessen möglich, das die Gehülfen am Sonnabend ausgesperrt werden. Die Tarifbewegung in der Leipziger Holzindustrie. Allem Anschein nach wird die Tarifbewegung in der Leipziger Holzindustrie einen ebenso ernsten Charakter annehmen, als in Berlin usw. Wenigstens legen die Leipziger Unternehmer alles darauf an, den Holzarbeitern das Entgegenkommen so weit lvio möglich zu versalzen. Nach der am 10. Januar erfolgten Kün- digung des am 1. September 1304 in Kraft getretenen und noch bis zum 1. April d. I. gültigen Tarifes ließen sie geraume Zeit nichts von sich hören, bis dann die Ortsverwaltung der Holz- arbeiter die Einladung zu einer Sitzung auf den 4. März erhielt. In dieser Sitzung wurde den Delegierten der Holzarbeiter unter der Versicherung, daß die Unternehmer den Frieden im Gewerbe wollen, ein Vertragsentwurf unterbreitet, der schon im Titel un- annehmbar war. Es sollten nämlich die Hirsch-Dunckerschen und die christlichen Holzarbeiter, von denen die einen mit etwa 20 bis 22 Mann, die anderen mit sage und schreibe— 4 Mann in Leipzig antreten können, als gleichberechtigte Kontrahenten gelten. Dam: enthielt aber der Entwurf eine solche Menge Verschlechterungen— von Verbesserungen war überhaupt keine Rede—, daß die letzte Versammlung der Holzarbeiter ihn glatt ablehnte. So wollen die Unternehmer die Arbeiter unter 20 Jahren, für die gegenwärtig ebenfalls ein Mindestlohn besteht, in Zukunft nach„freier Ver- einbarung"— lies nach freiem Ermessen des Unternehmers— entlohnen; die bestehende Garantie des Stundenlohnes bei Akkord» arbeit wollen sie aufheben und dafür den Akkordarbeitern wöchent- lich nur einen Abschlag zahlen im Verhältnis zur fertiggestellten Arbeit. Darüber, wie weit die Arbeit fortgeschritten sei, befindet natürlich der Unternehmer. Dann rangieren sie eine Menge Maschinenarbeiter willkürlich in die Gruppe Hülfsarbciter, die sie ebenfalls nach„freier Vereinbarung" entlohnen wollen. Und das ist nur ein Teil der Verschlechterungen, die ihnen nach eigenem Geständnis zum großen Teil aus Berlin diktiert worden sind. In ihren beiden Versammlungen haben aber die Leipziger Holzarbeiter bewiesen, daß sie nicht willens sind, sich dem Diktum der Unternehmer zu fügen. Sie haben den Wochenbeitrag aui 1 M. erhöht und sehen dem ihnen aufgezwungenen Kampf mit Ruhe und Zuversicht entgegen. Huslanck. Die Wiener Bäckergesellen sind urplötzlich in eine Lohnbewegung eingetreten. Es kommen etwa 6000 Bäckergesellen in Betracht, die in 700 Betriebsstätten beschäftigt sind. Der Ausbruch des Ausstandes kam für die Meister ganz unerwartet und hat auch die Bevölkerung vollständig über- rascht. Zahlreiche Schüler mußten gestern in die Schule, ohne Früh- stück mitnehmen zu können. Es wird nur in den wenigsten Be- trieben gearbeitet, wo die Meister die Forderungen der Gehülfen bewilligt haben. Die Meister, welche entschlossen sind, den Forde- rungen der Gehülfen den äußersten Widerstand entgegenzusetzen. wollen sich damit helfen, daß ein Teil von ihnen die Betriebe vollkommen schließt und bei den anderen arbeiten geht. Die Gebäck- austräger haben sich mit den Gesellen solidarisch erklärt. Streik und Aussperrung dänischer Schiffszimmerer. Die Zimmerer der Schiffswerften in Kopenhagen haben die Arbelt niedergelegt, weil eine geringe Erhöhung ihrer Stundenlöhne von den Unternehmern rundweg abgelehnt wurde. Die Unternehmer suchen sie nun durch Aussperrung ihrer Kollegen an anderen Orten zur Wiederaufnahme der Arbeit zu zwingen. Die Arbeitgeber- Vereinigung hat bereits angekündigt, daß vom Donnerstag nächster Woche ab alle organisierten Zimmerer der Schiffswerst in Helsingör ausgesperrt werden sollen. Hus Induftm und bandet Panik an der Börse. Während die industriellen Marktberichte die Wirtschaftslage wenigstens für die nächste Zukunft noch sehr optimistisch beurteilen, überraschte die Berliner Börse am Dienstag durch eine ganz unvermutete Deroute. Die Kurse gingen sprunghaft zurück. Als man später erfuhr, daß an der Londoner und New fiorker Börse die Tendenz an dem Tage festgcblieben war, machte sich am Mittwoch auch in Berlin wieder einige Erholung bemerkbar. Aber das war nur ein Tag. Obwohl die erwartete Diskonterhöhung der Londoner Börse nicht vorgenommen wurde, riß hier und in New Dork eine panikartige Bewegung die Kurse noch heftiger herunter. als am Dienstag in Berlin. Am Donnerstag wiederholte sich denn auch hier in noch schärferer Weise das Spiel vom Dienstag. Gegen Schluß der Börse trat infolge der tntervention der Großbanken eine geringe Erholung ein. m Freitag wurden Verkaufsorders von, Tage vorher teilweise zurückgezogen. Trotzdem hatte die pessimistische Stimmung in der letzten Stunde wieder Oberhand. Aus Washington wird vom 14. März gemeldet, daß der Schatzsekretär Cortclhon Maß- nahmen getroffen hat, um der panikartigen Stimmung am New- Dorker Geldmarkt abzuhelfen. Die 18 Millionen Dollar Noten, welche nach dem Nunderlaß des Schatzsekretär-; Shaw vom 22. Oktober 1906 jetzt hätten eingelöst werden müssen, sollen vorläufig noch im Verkehr bleiben. Ferner sind Zolleinnehmer in den Städten, wo dies für wünschens- wert befunden worden ist, angewiesen, die Zolleingänge bei den ilhlen der Nationalbanken zu hinterlegen, die bereits in denselben ötädten wie die Zollämter errichtet sind. Der Schatzsckretär hat ferner bekannt gegeben, er werde mit Zinsen bis zum 1. Juli d. I. bis zu einem Betrage von nicht über 25 Millionen Dollar vier- prozentige im Jahre 1907 einlösbare sogenannte roaistsrock or ooupon-vouiZs der Regierung der Vereinigten Staaten einlösen, die sofort zur Rückzahlung eingereicht werden können. Letzte IVacbricbtcn und Dcpefcbcn, Eine gut verwaltete Bank. Speyer, 15. März. Häuptlinge, gefallen, sowie 72 Männer und 200 Frauen gefangen rung stattftndet.— Es handelt sich um zirka 15(XX) Arbeiter, genommen worden. Die Truppen hatten MMt nur unbedeutende die m Betracht kommen.___ Verluste. CtUDt».»»ak'eu-i KmS Weber, Berlin. Inseratenteil verant».: AH.GUckc.Vcrlm. Druck u. Verlag: vorwärt«Buchdr.«.verlae»Wst«llPaulSingerLeCo.. Berlin LW Hierzu 3 Beilagen«.Unterhaltnngsblatt Nr. 64. 34. Jahrgang. 1. KtilM Im Jonrätls" KMtt WsM--»-»»»«« K.eickstag. 10. Sitzung vom Freitag, den 1v. März, mittags 1 Uhr. Am BundeSratötisch: Graf v. PosadowSty. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Beratung deS am IS. September 190(5 in Bern abgeschlossenen zweiten Zu» sotzübereinkommens zum internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr vom 14. Oktober 1899. Dasselbe wird debattelos angenommen. Es folgt die Interpellation Albrccht und Gen. sSoz.) betr. Umgriffe von Behörden usw. bei der Reichstagswahl. Sie lautet: „Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß da« Reichs» kanzleramt, das Reichsmarineamt, das Reichs- Postamt und das Oberkommando der Schutztruppen in die Agitation für die Wahl zum Reichstage eingegriffen haben, und zwar sowohl durch Erteilung von Ratschlägen und Winken, als auch durch Herstellung und Berbrettung von Agt« tationSmaterial und die Sendung von Agtta» toren für die Wahl von Kandidaten der söge. nannten nationalen Parteien? Ist weiter dem Herrn Reichskanzler bekannt, dast der deutsche Flottenverrin, der von den Polizeibehörden als unpoli- tischer Verein angesehen und behandelt wird, die Wahlagitation durch Wort und Schrift beeinflußte und dabei im Einverständnis mit dem Reichskanzleramt handelte? Und was gedenkt der Herr Reichskanzler gegen diese unge. setzlichen Handlungen zu tun?" Auf Anfrage des Präsidenten, ob der Reichskanzler zur Beant- Wartung der Interpellation bereit sei, erklärt Graf Posadowsky: Der Herr Reichskanzler lehnt die Beantwortung der Interpellation ab in Hinsicht auf seine all» gemeinen Erklärungen vom 25. und 28. Februar. Sollte sich bei der Verhandlung der Wahlprüfungcn ergeben, daß berechtigte Beschwerden gegen Matznahmen einzelner untergeord- ncter Beamten vorliegen, so wird der Reichskanzler nicht zögern, die geeigneten Weisungen zu erlassen. Auf Antrag deS Abg. Singer(Soz.) findet die Besprechung der Interpellation statt, da die Unterstützung(50 Stimmen) aus- reicht. Mit den Sozialdemokraten strmmen Zentrum, Polen und einzelne Freisinnige. Graf Posadowsky verlaß« den Saall Abg. Fischer(Soz.): Im Grunde ist ja die Antwort, die der Herr Staats. sekretär im Auftrage des Reichskanzlers verweigert, in ihrem wesentlichen Teile auch eine Antwort. Denn wenn der Reichskanzler sich frei von Schuld und Fehle fühlte, so hätte er die Gelegenheit nicht versäumt, uns nachzuweise», datz der in der Interpellation vorausgesetzte Mitzbrauch der Amtsgewalt in den von uns aufgeführten Fällen nicht zuträfe.(Sehr richtig,! bei den Sozialdomokratcn.) Wenn er uns mitteilt, datz er bereit sein würde, falls einzelne Fälle von AmtSmitzbrauch sich herausstellen sollten, auf ihre Abstellung zu dringen, so ist das für den vor. liegenden Fall ganz bedeutungslos, denn die Interpellation richtet sich nicht darauf, was untergeordnete Beamte getan haben, fon» oern sie richtet sich gegen die Fälle und gegen all das, w.aS der Herr Reichskanzler selber getan hat.(Lebhaftes Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Seitdem der Reichstag existiert, hqt er unverbrüchlich an dem Grundsatz festgehalten, datz die Wahlen sich vollziehen ohne jeden Einfluß der Regierung und ihrer Organe auf den Ausgang der Wahl. Und in dieser Auffassung von der Notwendigkeit des Schuhes des Wahlgeheimnisses waren alle Parteien dieses Hauses einig bis auf einzelne Abgeordnete der Rechten. Diese Auffassung hat sich im Laufe der Jahre nicht ab. geschwächt, sondern verstärkt, und sie hat im letzten Reichstag auf Antrag der Nationalliberalen und Konservativen noch eine Aus- dchnung erfahren. Man mag zu den Fällen Braun und Buchwald stehen wie man will, so steht doch das eine fest, datz diese Wahlen kassiert sind, weil eine unberechtigte Wahlbeein. f l u ss u n g schon darin erblickt wurde, weil schon 6 Monate vor der Wahl ein Landrat ein Wahlflugblatt unter- zeichnet hat und weil ein Minister in einer öffent. lichen Versammlung einen konservativen Kan. didaten als nicht geeignet zur Bekämpfung der Sozial- demokratie bezeichnet hat. Diese strenge Auffassung des Reichs- tages hat bewirkt, datz alle Bundesregierungen diese Beschlüsse des Reichstags respektirrten, mit Ausnahme einiger preutzischer Land- röte, die besonders schwer zur politischen Wohlanständigkeit, die der Reichstag immer gekannt hat, zu erz»chcn zu sein scheinen. Seitdem der Typus eines solchen preuhischen Landrats in die Reichskanzlei eingezogen ist(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), seitdem scheint mir dort auch die Noblesse abgewandert zu sein. Mit vollem Recht hat der Reichstag alle Einmischungen der Regierung und ihrer Organe als uzulässig zurückgewiesen. Denn hätte eine Regierung das Recht, auf die Gestaltung der Wahlen einen Einfluß auszuüben, dann wäre schließlich der Ausgang einer Wahl nur noch abhängig von dem mehr oder weniger hohen Grade der politischen Gewissenlosigkeit,(Scbr gut! bei den Sozialdemo. kratcn.), den die Regierung anzuwenden sich für befugt hält, von dem Grade der politischen Korruption, den die Regierung auszuüben imstande ist.(Unruhe rechts. Sehr gut! b. d. Soz.) Auf welch niedriges Niveau würde die Regierung die von ihr abhängigen Beamten stellen, wenn cS Aufgabe der Beamten wäre, je nach der politischen Auffassung der Regierung bei den Wahlen Büttel der Negierung zu sein. Sogar ein ehemaliger Landrat, der Herr Abg. Winckler, hat jüngst hier erklärt, datz die Regierung diesen Kadavergehorsam der politischen Ueber- zeugungslosigkeit höchstens von ihren politischen Beamten fordern könne, nicht aber auch von den Justizbeamtcn, den Lehrern usw. Der preußische Landwirtschaftsminister ist fieilich anderer Meinung. Er hat jüngst eine Verfügung erlassen, wonach die preußischen Forstbeamten aus dem Berein preußischer Forstbeamteu aus- zutreten und das Abonnement auf das Bereinsorgan abzubestellen hatten, lediglich deshalb, weil dieses Organ mit der Gehalts- rcgulierung der Forstbeamten nicht einverstanden gewesen ist. In 'dem Geheimerlaß heißt es: Wer dieser meiner Erwartung nicht entspricht, wird in der Folge von dem Aufrücken in eine höhere Gehaltsstufe ausgeschlossen und hat nicht darauf zu rechnen, datz er im Besitz der Ostmarkenzulage bleibt. Vorstehendes ist sämt- lichen Forstbeamten mitzuteilen.(HörtI hört! b. d. Soz.) Durch die Zentrumspresse ist letzthin auch ein Geheimerlatz des Regierungspräsidenten von Trier gegangen, worin er bittet, ihn Mitteilung über Beamte und Geistliche zu machen, welche in regierungsfeindlichem Sinne gewählt haben! Der Reichs- tag hat sich also immer mit Recht diese Einmischungen verbeten, und er hat damit nichts anderes getan, als was die national- liberale Partei vor 49 Jahren forderte, bald nach ihrer Gründung, zu der ihr ja vor wenigen Tagen der Reichskanzler gratulierte. Freilich ist das schon 49 Jahre her, heute ist die Dreh. scheive nach rechts gedreht.(Heiterkeit b. d. Soz. und datz nicht hinter seinem Rücken andere als die ihm unterstellten Reichsbehörden dennoch die ihnen an- vertrauten Gelder mißbraucht haben?(Oho! und Lachen rechts.) So etwas ist wohl in Preußen und Deutschland noch gar nicht da gewesen?(Zurufe rechts.) Ach, das ist ja alle Tage an der Tagesordnung in Preußen. Ich werde Ihnen den Beweis hierfür erbringen.(Erneute Zurufe.) Ja, Sie bestreiten alles solange, bis man Ihnen den Beweis unter die Nase reibt, und nur solange Sie den Beweis unter der Nase haben, halten Sie mit Ihren Behauptungen zurück,-nachher kommen Sie immer wieder damit.(Lärm rechts.) Mißbrauch amtlicher Gelder. Nach§ 24 des Gesetzes vom 11. Mai 1898 dürfen autzcrordent- liche Remunerationen und Unterstützungen für Beamte nur aus den in den Etat ewg« setzten Fonds gewahrt werden. Im Jahre 1909 hat der Minister v. Rheinbaben für Fonds für ge- Heime politische Ausgaben 50 000 Mark entnommen, um die Berliner Schutzleute für die Dienste zu belohnen, die sie der Pferdebahn- gesellschaft bei dem Streik der Angestellten geleistet haben. Sie haben bestritten, daß jemals in Deutschland amtliche Gelder zu anderen Zwecken verwendet worden seien als zu denen sie gesetzlich bestimmt sind. Die von mir angeführte Tatsache beweist doch das Gegenteil. Ich habe ein« ganze Liste von Tatsachen von Polizei. beamten, Polnzeifpitzeln. davongejagten und verurteilte» Polizei- kowmissaren und Inspektoren, die trotzdem aus dem geheimen Fonds von der Polizei noch heute 800, 1800, 1800 Mark jährlich kriegen. Sogar die Witwen von Polizeispionen werden aus diesem Fonds für geheime politische Ausgaben der politischen Polizei be s o l d e t.(Unruhe rechts.) Der Polizeipräsident von Stettin, Herr v. Puttkamer, hat mehrere Jochre hinteremander 2000 bis 5900 Mark zu persönlichen Zwecken aus diesen politischen Kor- ruptionsfond» erhalten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokrat!. Unruhe rechts.) Zwei bis drei Wochen, bevor der Minister v Kölker fein Amt niederlegte, hat er dreimal je 19 990 Ma: für die er persönlich die Verantwortung tragen wollte, n., i die er für sich selbst beantragte, aus diesem geheimen Fond» d politischen Polizei entnommen.(Andauernder Lärm rechts. Höi hört! bei den Sozialdemokraten. Zuruf rechts: Wofür denn) Ja, da» weiß ich nicht ganz genau.(Aharufe rechts, Lärm u: Gelächter.) DaS weiß ich nicht ganz genau, aber das eine weiß i.. daß er sie nicht für die Zwecke der politischen Polizei verwendet ha.. (Lärm rechts, Unterbrechungen und Zwischenrufe.) Ich weiß, da* er sie verwendet haben soll.(Erneute Unterbrechungen recht. Rufe: Soll?) Ach, meine Herren, Ihr Bestreiten beweist doch nicht. (Rufe rechts: Ihr Behaupten erst recht nichts!) Nun, ich behaupl. es an dieser Stelle, und die Negierung soll mich widerlegen, wen sie kann; die Tatsachen, die ich anführe, sind vor Gericht sestgelcg'. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Staatsanwalt Isen biel hat sie zur Kenntnis genommen; eine Verurteilung ist rn, deshalb nicht erfolgt, weil man sagte: man kann dem Minister dr böse Absicht nicht nachweisen. Minister v. Koller hat alsi dreimal je 10000 Mark aus dem Fonds für geheim« politisch« An- gaben entnommen für die Zwecke, für die er sie nicht entnehme. durfte, um sie dem Verlag der Hüllcschrn Zeitschriften zur Brkämpfunt der Sozialdemokratie zu geben.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wollen Sie bielleicht annehmen, daß die Unter- ftützung der Hülleschen Zeitschristen einen Beitrag auS dem Fonds für geheime politischen Ausgaben rechtfertigt?(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Also der Umstand, daß der Herr Reichslanzler uus gesagt hat, er habe aus amtlichen Fonds keinen Pfennig für Wahlzwccke gegeben, der würde, auch wenn er bis auf den Buch- staben richtig wäre, den Vorwurf der amtlichen Wahlbeeinflussung durchaus nicht erschüttern.(Lobhaste Zustimmung bei den Sozial- demokraten. Oho! bei der Mehrheit.) Fürst Bülow hat an den Fürsten Salm einen Brief geschrieben, in dem er 30 000 M. dem glottenverein für die Wahlagitation zur Verfügung stellt. Am 26. Februar hat er hier im Reichstage er- klärt, er habe das Geld nicht selber verteilt, sondern durch einen Beauftragten verteilen lassen. Das sollte wohl eine Einschränkung, eine Art Entschuldigung sein. Er selbst will es nicht gewesen sei». (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Es wäre ja auch fchlteylich für die Blockkandidaten zu beschämend gewesen» sich das Geld vom Reichskanzler selbst auszahlen zu lassen.(Lärm bei der Mehrheit. Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Herr Eickhoff hat sich beim Reichskanzler darüber beschwert, daß ihm als RcgicrungS- kandidat noch ein anderer Regierungskandidat in Mühlhauscn- Langensalza entgegengestellt worden sei. Dieser Gegenkandidat war aber der Frh. v. Zedlitz und gegen-den konnte die Regierung nichts unternehmen. Der weiß zu viel, der ist in der Hinter- treppenpolitik gar zu sehr beschlagen.(Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten. Lachen bei der Mehrheit.) Man hatte es bis- her für unmöglich gehalten, daß ein Reichskanzler sich dazu hergibt. für bestimmte Parteien den finanziellen Maller zu spielen. Wenn wir Sozialdemokraten sonst behaupten, die Regierung im bürgcr- lichen Klassenstaat sei nichts andere? als die Sachwalterin, der Verwaltungsausschuß der kapitalistischen Interessen, dann konnten Sie sich nicht genujj entrüsten über diese Verleumdung der Sozial- demokratie, über die Herabsetzung aller staatlichen Autorität. Und jetzt sagt der Herr Reichskanzler selbst, cS sei sein gutes Recht, den Wahlkassierer für die Blockparteien zu spielen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben ja nichts dagegen, der Reich?. Innzltt muß selbst wissen» wie hoch er sich einzuschätzen hat. Woher stammt der WahlkorruptionsfoadS? Aber wenn das sein gutes Recht ist, dann ist es das gute Recht des Parlaments, Auskunft zu verlangen: Woher'sind die Gelder geflossen, die der Reichskanzler für diese Zwecke zur Verfügung gestellt hat?(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Diese Feststellung ist notwendig im Interesse des Ansehens des Reiches. des Reichstages und auch der Regierung.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) ES gibt nun verschiedene Versionen. Die einen sagen, das Geld stamme von der Börse.(Lärm bei den Liberalen, Lachen rechts.) Sie(nach rechts) kommen auch noch dran. Ihnen— Herr v. Liebert— wird auch nichts geschenkt werden. Im Wahlkampf sind Sie gekniffen(Lärm rechts), haben Sie uns das Wort ab- geschnitten, hier haben wir Redefreiheit, hier nebme ich mir die Redezeit und rede, so lange es mir beliebt.(Bravo! bei den Sozial- demokraten. Lärm bei der Mehrheit. Anhaltende Zurufe.) Hier sind wir gleichberechtigt und an dieser Stelle werde ich stehen, so lange eS mir beliebt.(Erneutes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Also das Geld soll von der Börse gegeben fein und die Börsengesetz- reform soll der Dank des Retchskonzlers sein für das, was ihm die Börse im Wahlkampf geleistet hat.(Lachen bei der Mehrheit. Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn das richtig ist, dann muß der Reichskanzler doch selbst fühlen, in welche Abhängigkeit er sich mit der Annahme dieses Geldes begeben hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Eine andere Version sagt, das Geld, das der Reichskanzler den Blockparteien zur Verfügung gestellt hat, stamme von Herrn Kirdorf, dem Herr» des ßluhrrcviers, und von Herrn Bopelins, dem Vorsitzenden des Scharfmacherverbandrs. der schon bei der Zwölftausendmark-Affäre eine Rolle gespielt hat, und diese Herren sollen das Geld gegeben haben für die hohe» Ordensverleihungen, deren sie jüngst teilhaftig wurden.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die dritte Version schließlich geht dahin, daß der Zentralvcrband dentscher Industrieller das Geld gegeben hat.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Vielleicht hat die Regierung auch hier das Unglück, daß ihr Briefwechsel mit den Herren Bucck und Genossen einmal veröffentlicht wird, und vielleicht wird dann Herrn Bueck wieder einmal Gelegenheit gegeben, sich despektierlich über die Regierung als einen zudringlichen Bettler auszulassen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler, der hier von russischen Schnorrern und Ver- schwörern sprach, kann dann am eigenen Leibe spüren, wenn ihn die Presse den Schnorrer für die Blockparteien und den Verschwörer gegen die Wahlfreiheit nennt.(Minuten- langer Lärm bei den Mehrheitsparteien. Vizepräsident Kaempf hat sich erhoben und läutet mit der Glocke. Die Erregung will sich jedoch nicht legen.) Ich rede hier, was mir gefällt, nicht was Ihnen gefällt.(Bravo l bei den Sozialdemokraten.) Wer nun immer auch diese Gelder gegeben hat, ob Hinz oder Kunj), ob die Börse oder die Industrie(neuer Lärm bei der Mehrheit, Ent- rüftungSrufe, in der die Worte des Redners verloren gehen.) Heucheln Sie(nach rechts) doch leine Entrüstung! Sie wollten ja unter die Sozialdemokraten gehen, wenn Sie nicht genug kriegten! (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Erneuter Lärm rechts.) Der Reichskanzler hat es ja erst gestern abend auf dem Festessen dei� LandwirtschaftSrates gesagt, daß mancher von Ihnen(nach rechts) nur auf dem Schwein in den Reichstag hineingeritten ist. (Stürmische Heiterkeit.) ES ist ganz gleich, woher die Regierung die Gelder hat, sie durfte keine Gelder annehmen und keine Gelder verteilen.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) ES ist bezeichnend für die MehrheitSparteten, daß sie dem Antrag auf Besprechung der Interpellation nicht zugestimmt haben. Dieses Verhalten war diktiert von der Angst, die sie vor den Enthüllungen haben, die kommen könnten.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- traten.) Sie müßten sich ja selbst anklagen, sich an die Brust schlagen und sagen: oootra culpa, noitra msxima culpa! Als vor Jahren die Summe von 12 900 M. zur Propaganda für die Zucht- Hausvorlage verwendet wurde, hat die Mehrheit des Reichstages " darin eine Verlegung des Budgetrechtes des Reichstages gesehen. lärmende Unterbrechungen rechte, Pfuirufe! Gin Abgeordneter den Redner zu provozieren, damit er durch Ordnungsrufe verhinderk Die reisinnige 3eitung schrieb, es gäbe sehr viele der Rechten ruft mit hoher Distantstimme fortgesetzt: Namen werden soll, seine Ausführungen zu beenden.( Sehr gut! bei den politische Aktionen im Reich und in den Einzelstaaten, an denen nennen!" Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) In diesem Sozialdemokraten.) Ich konstatiere, daß ich von Ihnen durch potente Kapitalisten interessiert seien, die dann die öffentliche Sinne habe ich den Ausdruck„ Praktiker in der Wahlfälschung" Zwischenrufe provoziert worden bin.( 3uruf bei den SozialMeinung beeinflussen könnten. Und das Berliner Tage- gebraucht, und nur so war er zu verstehen. Ich hätte deshalb auch demokraten: Das stört den Präsidenten nicht!) blatt" protestierte ebenfalls mit scharfen Worten gegen die An- nicht zur Ordnung gerufen werden dürfen.( Oho! rechts.) nahme privater Gelder durch die Regierung, und die National- Viezepräsident Kaempf: Sie haben nicht das Recht, gegen Zeitung", die Stipendiatin des Reichskanzlers in diesem Wahl- einen Ordnungsruf zu polemisieren. Ich stehe nach wie vor auf tampfe, fagte, es sei unbegreiflich, daß ein Beamter des Reiches dem Standpunkt, daß, wenn Sie sich gegen einen Ordnungsruf es für zulässig halte, für Agitationszwecke der Regierung von verwahren wollen, Ihnen der geschäftsordnungsmäßige Gang vorcinem privaten interessierten Verein Gelder anzunehmen. Wort geschrieben ist. für Wort trifft das auf den jetzt vorliegenden Fall zu, der durch die Abg. Fischer( fortfahrend): veränderte politische Situation nur noch verschärft ist.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei der 12000 Markaffäre sagte sogar der Reichskanzler, es müsse auch der Verdacht des Anscheines irgend welcher Abhängigkeit vermieden werden und bezeichnete den damaligen Fall als einen Mißgriff, der nur deshalb möglich gewesen sei, weil er felber damals noch nicht an der Spitze der Reichsregierung gestanden habe.( Lebhaftes hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Jeht steht er an der Spitze. Was er selber damals gemißbilligt hat, hat er selbst jetzt getan.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler hat uns keine Silbe davon gefagt, wieviel Geld er bekommen hat. Er meinte, er habe ja nicht selbst verteilt. Aus den Veröffentlichungen des„ Bayrischen Kuriers" wollte. Ich wollte also ausführen: Jm vorigen Sommer ist ein Prospekt herausgegeben worden zur Gründung einer Gesellschaft Afrikanische Kompagnie" in Südwestafrika durch einen Optionsvertrag mit dem alten Hamburger Hause A. und C. Lübke. Dieſe Gesellschaft, hat 1903 16 Proz., 1904 30 Proz., 1905 35 Broz. Divi dende gegeben und in dem Prospekt heißt es unter anderem: Selbst wenn eine Weiterentwickelung nicht stattfindet und ein Anerhöhte Abschreibungen ein Mehr von rund 10000 W. ansehen wachsen der Handlungsunkoſten um 63 Proz. cintritt und wir für 20 Broz. Dividende im ersten Jahre. Das sind Vorteile für die müssen, so verbleiben immer noch 300 000 M. Reingewinn oder Aktionäre, wie sie bisher kein ähnliches Unternehmen bieten konnte." und an der Spike dieses Unternehmens, von dem die Presse gesagt hat, daß es dem Deutschen Reiche viel Geld koſten wird, steht Herr Generalleutnant v. Liebert. Sozialdemokraten.) ( Hört! hört! bei den Am 15. Januar schreibt der Generalmajor Seim an Herrn einfach erklärt, wie mein Ausdrud zu verstehen sei, und habe es Ich habe nicht polemisiert gegen den Ordnungsruf, sondern dem Herrn Präsidenten anheim gegeben, ob er mit dieser Definition vielleicht den Ordnungsruf als nicht zutreffend zugibt.( Gelächter und Zurufe rechts.) Gegen Sie( nach rechts) habe ich nicht zu reden. Ich komme nun zur Sache zurüd. General Keim schreibt: " Ich bin gestern bei dem Fürsten Bülow und heute bei Herrn v. Löbell gewesen, die meinen Besuch gewünscht hatten. Wir find konform, was die Agitation angeht."( hört! hört! bei den die Antwort auf Herrn Grzberger heißen muß: Die Siebert:„ Es ist von hier aus alles geschehen, auch von seiten Lügen des Herrn Erzberger"; jeder andere Titel ist unwirksam." der Reichskanzlei, um Ihnen die unbequeme konkurrenz ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dann folgt der Wunsch, vom Salse zu schaffen."( Hört! hört! bei den Sozialdemo daß diese Broschüre möglichst bald erscheine und ihre Korrektur fraten.) Mit dieser Konkurrenz war gemeint der antisemitische haben wir nun von verschiedenen Dingen Kenntnis erhalten. Herrn Keim zugehe. Also das Kolonialamt stellt sich unter das Blockkandidat, und der Reichskanzler hält es für seine Aufgabe, Erstens sind die Briefe nicht gestohlen worden, wie der Reichskanzler Kommando des Herrn Keim. ihm gegenüber Herrn Generalleutnant Liebert zu einem Mandat in sittlicher Entrüstung hier behauptet hat.( Minutenlanger Widerzu verhelfen. Das ist doch in der Tat die allerkrasseste WahlDer Kanzler des guten Tons". spruch bei der Mehrheit.) Bereits am 6. Februar wurde im Bureau beeinflussung. des Flottenvereins konstatiert, daß kein einziger Brief gestohlen guten Ton und politische Moral uns Vorträge hält, sinnigen etwas mehr. Im Januar schreibt Herr Keim Für den deutschen Reichstanzler, der hier über Ein anderer Fall interessiert vielleicht die Herren Frei. worden war.( Erneuter andauernder Lärm bei der Mehrheit, Sehr ist es gewiß auch höchst würdevoll, wenn er sich mit Herrn General- in bezug auf die Wahl des Herrn Eidhoff:" Ich war gestern bei wahr! bei den Sozialdemokraten und im Zentrum, Zurufe bei den major Keim darüber unterhält, wie man einem Mitgliede dieses Fürst Bülow und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, er müſſe Liberalen: Abgeschrieben!) Abgeschrieben und gestohlen sind zwei Hauses den Vorwurf der Lüge, d. h. der bewußten unwahrheit, die Güte haben, das Steuer einige Grade nach links zu drehen ganz verschiedene Dinge.( Lachen bei der Mehrheit, Zustimmung machen kann.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten und im Zen- und vor allem dafür zu sorgen, daß die Konservativen und der bei den Sozialdemokraten.) Es liegt hier ein Vertrauensmißbrauch trum.) Worauf es aber vor allem ankommt, ist, daß hier der Bund der Landwirte nicht Sonderpolitik treiben."( Hört! hört! bor, nicht begangen durch den Diebstahl, sondern ein Vertrauensmiß- Reichstanzler, der oberste und berufenste Hüter der Gesetze, das bei den Sozialdemokraten.) Das ist eine brauch verursacht durch eine ganz gewöhnliche Schlamperei im preußische Vereinsgesetz offen und rückhaltlos übertreten hat, inBureau des Flottenvereins.( Anhalt. großer Lärm b. d. Mehrheit, dem er mit dem unpolitischen Flottenverein Hand in Hand neue Art der Hintertreppenpolitik, zurufe: Unerhört! So etwas war ja noch nicht da!) Beruhigen politische Agitation treibt.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial- die fich ganz nett macht in dem Augenblick, wo eben der Reichstag Sie sich doch, Sie haben auch schon Briefe gestohlen, aus Ihnen bemokraten. Das steht freilich ja nur auf demselben Blatt wie aufgelöst wurde, um der Hintertreppenpolitik des Zentrums entspricht ja nur der Aerger, daß es Ihnen nicht gelungen ist. Wenn die Erklärung des preußischen Kriegsministers zur Duellfrage, in gegenzutreten.( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) Herr Sie etwas friegen, veröffentlichen Sie es auch.( Lebhafte Zu- der auch nicht weniger enthalten war, als die Aufforderung an Keim schreibt weiter an Herrn Eickhoff:" Fürst Bülow hält Sie für stimmung bei den Sozialdemokraten und im Zentrum, fortgesetzte die Offiziere, in bestimmten Fällen die Geseze zu übertreten, den geeigneten Mann, um die freisinnige Partei dauernd im Zurufe bei den Nationalliberalen.) Aber Sie haben keinen Kredit; wenn sie nicht mit Schimpf und Schande aus dem Heere aus- nationalen Fahrwaffer zu halten." Mit Sped fängt man Mäuse. wenn Ihnen jemand etwas anvertraut, dann ist er verloren. Lieber geschlossen sein wollen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Auf der einen Seite will man das Steuer ein paar Grad nach geht er gleich zur Polizei, als zu den Nationalliberalen.( Stürmische Sch bringe das auch nicht vor, um mich zu entrüften, nein, fest- linte drehen und hält schöne Reden, was man sich alles„ denkt" Heiterkeit bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Ich be- nageln will ich es für den Fall, daß der Herr Reichskanzler wieder und auf der anderen Seite kommt dann die agrarische Grabſchrift, greife ja Ihre Entrüstung. So ähnlich war es auch im Flottenverein einmal die Sozialdemokratie als Gesetzesverächter stigmatisieren wie wir es gestern im Landwirtschaftsrat gehört haben.( Sehr furz nach der Veröffentlichung der Briefe. Da wußte man, daß, gut! bei den Sozialdemokraten.) Herr Keim schreibt weiter: wenn der Betreffende alle Briefe abgeschrieben hatte, dann Keim, Roch zwei Fälle will ich anführen für die skrupellose Wahl- der Wilhelmstraße 77, wo man sich für Ihre( Herrn Eidder Flottenverein, kurz alles futsch war.( Unruhe von der Mehrheit.) agitation. Am 11. Januar beschwerte sich Herr Generalleutnant hoff) Wahl warm interessiert, ist die amtliche Unterſtüßung im Der Bureauvorsteher des Flottenvereins rief, es wäre ein Liebert darüber, daß er in seinem Wahlkreise mit Mißtrauen Wahlkreis Lennep- Mettmann in jeder Weise sicher gestellt.( Hört! fürchterlicher Standal empfangen werde. Wunderbar war das ja nicht, denn seine hört! bei den Sozialdemokraten.) Was den Wahlkreis Langensalza geworden, wenn auch die Briefe, die Keim unter Verschluß eigenen Blodfreunde, die Freifinnigen, hatten ihm durch Herrn betrifft, so bedauere ich und ebenso Wilhelmstraße 77 aufrichtig Ablaß wenige Tage vor der Auflösung des Reichstags ein Sted: Diese Mitteilung aber ganz vertraulich( beiterkeit), daß hielt, veröffentlicht worden wären.( Hört! hört! bei den brieflein mitgegeben, das ihm freilich bei seinen Wählern kein be- dort ein nationaler Gegenkandidat gegen Sie aufgestellt ist." Sozialdemokraten.) In einem der veröffentlichten Briefe an den sonderes Ansehen geben konnte. Das hat freilich die Freisinnigen Das war Herr Octavio von Zedlik und daher durfte diese MitGeheimrat Wie unser Fürst Salm- Horstmar mir mitteilt, hat nicht abgehalten, nachher doch für Herrn Liebert zu stimmen, sie feilung nur ganz vertraulich sein, denn die Artikel in der Post, der Reichskanzler zu den Wahlagitationskosten 30 000 Mart zur müssen ja pissen, wer ihrer Stimme wert ist.( Sehr gut! bei den im" Tag" und die Hintertreppeneinflüsse des Herrn von Zedlik Verfügung gestellt und Herr Dernburg meint, daß sich der Rest Sozialdemokraten.) Herr Ablaß hatte folgendes ausgeführt: hat man auch in der Wilhelmstraße 77 zu fürchten. Also auch hier auch noch auftreiben laffe."( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial- Eines Tages im Jahre 1897 meldet sich ein Regimentskommandeur hilft alles Drehen und Deuteln nichts, das find Wahlbeeinflussungen demokraten und im Zentrum.) Also neben dem Reichstanzler sehen aus Frankfurt a. D., Herr Liebert, beim Reichskanzler Fürsten frassester Art. Nun hat Herr Eickhoff freilich in einer Bemer wir hier Herrn Dernburg als den Mann, der besorgt ist für die Hohenlohe als kaiserlich deutscher Gesandter in China. Der gute fung gegen Herrn Spahn, der da meinte: Wenn Herr Eugen Sanierung der finanziellen Nöte der Blockparteien, und es läßt sich staunt gewesen sein, als sich ihnen plößlich ein Mensch als Ge- gewählten Abgeordneten verhindert haben, in der freijinnigen Memoirenfürst und das Auswärtige Amt mögen nicht wenig er- Richter noch hier wäre, so würde er einen unter solchen Umständen nicht bestreiten, daß Herr Dernburg hier zweifellos ein Sachver- fandter präsentierte, von dessen Ernennung sie bis zu dieser Stunde Partei seinen Platz einzunehmen, erklärt, er habe die amtliche ständiger ist.( Seiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Die Buch- nicht eine blasse Ahnung hatten. Herr Liebert erklärte, daß der Unterſtüßung nicht erbeten. Ja, darauf kommt es nicht an. bruderei mittler u. Sohn, die für amtliche Drucksachen ein Staiser ihn persönlich zum Gesandten ernannt habe. Nun war das Wenn bloß diejenigen Wahlkandidaturen als amtlich beeinflußt Monopol hat, fragt am 30. Januar beim General Keim an, wie sie für die Herren vom Auswärtigen Amt eine verzweifelt pretäre zur Stassation hätten gebracht werden können, wo der Kandidat so wenig es für die Stichwahlen mit der Vergrößerung des Vorrats halten Situation. Sie glaubten wohl, daß Herr Liebert alles mögliche selber die amtliche Unterstüßung nach gesucht hat ein solcher Fall folle. Da antwortet Herr Keim, daß das von einer Unterredung leisten könne, aber der Ansicht waren sie doch, daß er die Vor- stolz waren bisher wenig Leute im Reichstag! mit der Wilhelmstraße abhänge( Lebhaftes Hört! hört bei den bildung für einen derartig verantwortungsvollen Bosten wie den ist in meiner 13jährigen Tätigkeit in der Wahlprüfungstommission Sozialdemokraten und im Zentrum.) Wörtlich heißt es: Will diese eines Gesandten in Peking nicht habe und daß ihm dazu doch wohl überhaupt noch nicht dagewesen. Es kommt darauf an, ob sich gemeint ist die Wilhelmstraße- außer den bis jetzt ent- der Befähigungsnachweis fehle. Da fand man den Ausweg, daß Herr Eickhoff die amtliche Wahlbeeinflussung hat gefallen lassen! Herr Liebert nun zum Gouverneur von Ostafrika ernannt wurde.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben von ihm selbst standenen Kosten für Druck und Versand auch noch die Kosten für und so ging er mit dem anständigen Gehalt von 50 000 m. auf gehört, daß er sogar die Adressen der Mühlhauser Vertrauensdie eventuell zu den Stichwahlen zur Versendung gelangenden seinen neuen Posten. Das ist auch so ein kleines Bild für das leute an den Generalmajor Keim zur Bearbeitung eingeschickt, Sachen übernehmen, so ist es uns recht. Wir sind nicht in der persönliche Regiment, über das sogar die Herren Nationalliberalen und ihm gegenüber bewegliche Klage über die sozialdemokratische Lage, dafür auch nur einen Pfennig auszugeben."( Hört! hört! jeht zu flagen beginnen." Inzwischen sind Sie( zu den Frei- Gefahr in dem Wahlkreise Lennep- Mettmann geführt hat. Freibei den Sozialdemokraten.) Im Auftrage der Wilhelmstraße, sinnigen) ja wieder still geworden.( Große Heiterkeit bei den lich, nachdem er gewählt worden war, ist er stolz geworden wie ein lediglich im Auftrage der Wilhelmstraße sind also Flugschriften und Sozialdemokraten. Zurufe rechts: Ist ja lange widerlegt! Kein Spanier und hat gesagt:„ Ich habe die amtliche WahlbeeinBroschüren verfaßt und gedruckt worden. Am 26. Februar hat uns wahres Wort ist dran!) Ich habe doch bloß das vorgelesen, was flussung weder verlangt noch gespürt.". Ja, wenn wir uns der Reichskanzler erzählt, er habe lediglich die Rolle des ehrlichen die eigenen Freunde des Herrn Liebert ihm am 6. Dezember hier erst darauf verlassen, zu prüfen, wie fein oder wie wenig fein entMaklers gespielt. Am 30. Januar aber schreibt Herr Keim, daß im Reichstag als Begleitbrief mitgaben, um zu erklären, warum widelt die Gefühlsnerven der einzelnen Abgeordneten sind diese Tausende von Flugschriften lediglich im Auftrage der Reichs- Herr Liebert mit Mißtrauen aufgenommen wurde und warum brauchen wir uns nur zu erinnern, daß der Herr Reichskanzler er sich dann an das Reichskanzleramt wandte: hilf, Samuel, gesagt hat, Politiker müßten cine Rhinozeroshaut haben.( Heiter= kanzlei zur Versendung gelangt und bezahlt sind. Das ist doch ein hilf! Wenn es nicht wahr ist, um so besser für Herrn Liebert, feit.) Wenn es bloß aufs Spüren ankommt, dann gibt es lauter offener Widerspruch.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) aber ich kann doch das Stenogramm nicht ändern.( Seiterkeit. ehrenfeste Charaktere und gar keine Abgeordneten, die das Mandat Entweder hat der Reichskanzler von diesem Mißbrauch in der Unruhe rechts.) wegen amtlicher Wahlbeeinflussung ablehnen müßten.( Sehr wahrl Wilhelmstraße nichts gewußt, oder er hat aus diplomatischen Liebert der Arbeiterfreund. bei den Sozialdemokraten.) Gründen abgewartet, bis man ihn auf diesen Widerspruch auf- Ein anderer Grund, warum Herr Liebert von Mißtrauen Politifierende Generale. merksam machen werde.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) empfangen wurde, lag in folgendem. Für Herrn Liebert sind nicht Aber Reichskanzler und Kolonialamt waren noch nicht einmal Der Reichskanzler hat ferner am 26. Februar seine Verbindung bloß die Sozialdemokraten die schlechten Kerle, die begehrlichen die einzigen amtlichen Stellen, die offen Wahlagitation betrieben mit dem Flottenverein als harmlos und unschuldig hingestellt. Er Arbeiter und die Führer, die sich von den Arbeitergroschen mästen, haben. Auch das Oberkommando der Schußtruppen konnte, wo so fagte wörtlich:„ Wenn ein hervorragendes Mitglied des Flotten- sondern ganz in derselben Lage sind die christlichen Gewerkschaften. viele politisierende Generale auf der Bildfläche erschienen, nicht zurückvereins zu mir kommt und mir erklärt, daß es sich in den Dienst an den Landrat v. M a I ban schreibt er mit Bezug auf den jetzigen stehen. Es sollte ja eigentlich Aufgabe der Regierung sein, zu Abg. Wiedeberg, den Vorsitzenden des christlichen prüfen, wie weit sie es im Interesse des Staates für angebracht der nationalen Sache stellen und bei den Wahlen für den Stand- Bauhandwerkerverbandes, es sei ein unklarer Kopf, hält, daß die Armee so in den politischen Tagestampf hereinpunkt der Regierung wirken will, dann nehme ich eine solche Unter ein politischer Eigenbröbler( hört! hört! bei den Sozialdemb: hält, daß die Armee so in den politischen Tagestampf hereinftübung dankbar an." Der Reichskanzler hätte recht, wenn traten) und wenig geeignet zur Zeitung einer gezogen wird. Herr Keim, der ja nicht bloß einem Bassermann es sich nur um die Person des Herrn Keim handelte, aber man Gewerkschaft. llebrigens werde von den chriftlichen Gewerf nicht traut, Herr Keim, der nicht bloß dem Reichskanzler und dem Staatssetretär des Marineamts hinter deren muß bedenken, daß Herr Keim schon im Jahre 1893, damals erst schaften ganz ebenso wie von den sozialdemokratischen Klaffenkampf Rüden Vorwürfe macht, daß ihre Flottenpläne zu flau Major, nach der Auflösung des Reichstags die offizielle Wahl- getrieben, in dieser Frage seien die christlichen organisierten Ge- feien, ist eigentlich schon ein vielversprechendes Beispiel für eine agitation in der Wilhelmstraße geleitet hat.( Lebhaftes Hört! hört! werkschaften durchaus nicht allzusehr verschieden von den sozial- feien, ist eigentlich schon ein vielversprechendes Beispiel für eine bielleicht noch kommende militärische Hintertreppenpolitit. Ich demokratischen. Wenn unter diesen Umständen Herr Liebert von meine, die Rolle der Boisdeffre, Henry und Esterhazy im franzöſibei den Sozialdemokraten.) Herr Keim schreibt unter dem 2. Januar an den Geheimrat v. d. Gröben, dem Preßdezermenten den Arbeitern mit Mißtrauen aufgenommen wurde, so ist das ja schen Dreyfus- Prozeß sollte für die Regierung eine Warnungsganz erklärlich. Im übrigen meine ich, daß ein Mann, der eine in der Kolonialabteilung:„ Der Herr Reichskanzler ist, wie ich Pension von Tausenden bezieht, erst dann das Recht hat, über tafel sein.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Was also das heute erfahren habe, durchaus einverstanden damit, daß eine Zentral- die Begehrlichkeit der Arbeiter zu schimpfen, wenn er auf seine nuar Herr Hauptmann Salzer eine bewegliche Klage, daß er Oberkommando der Schuhtruppen anlangt, so schrieb am 26. Ja stelle für die Herausgabe von Flugblättern usw. geschaffen wird." Pension verzichtet und mit dem Gelde lebt, von dem er glaubt, ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Hier haben wir also daß es für die Arbeiter genug fei!( Lebhafte Zustimmung bei den erst als zweiter Redner und in einem Tanzlotal dritter Güte schon die offizielle Organisation der Flugschriftenverbreitung. Und Sozialdemokraten. Gelächter rechts.) reden dürfte. Charakteristisch für uns sind seine Worte:" Ich weiter heißt es in dem Briefe:„ Ich habe darauf gesagt, daß der Und noch ein anderer Grund ist vorhanden, warum Herr habe mich dem Flottenverein nur auf ausdrücklichen Wunsch des Oberkommandos zur Verfügung gestellt."( Hört! hört! bei den Flottenverein diese Stelle im Interesse der guten Sache annehmen Liebert mit Mißtrauen aufgenommen wurde. Er ist natürlich Sozialdemokraten.) Also sogar die Offiziere sind für die werde." Nun könnte ja der Reichsfanzler sagen, was geht mich auch Kolonialschwärmer und wie so viele Kolonialschwärmer in das an, was Herr Keim erfahren haben will; aber schon am Tage der unglücklichen Lage, nicht unterscheiden zu können, wie weit die Wahl agitation abkommandiert worden; denn, wenn zutrifft, fo nach diesem Briefe schreibt Herr Keim, der gefährliche Brief- Schwärmerei dem Vaterlande und wie weit sie dem eigenen Geld- irgendwo das Wort: Ihr Wunsch ist mir Befehl schreiber:" Ich bin gestern beim Fürsten Bülow und heute bei beutel zum Vorteil gereicht.( Stürmische Pfuirufe rechts.) Ich doch an dieser Stelle! Profitable Wahlagitation. Herrn v. Loebell gewesen." Natürlich, Herr v. Loebell, dieser alte sage ja, er ist in einer unglücklichen Lage: als Flottenschwärmer ist er überzeugt von dem Nußen der Kolonie, und als finanziell Am 25. Janúar erhielt der Rentner Dieb aus Bromberg Praktiker in der Wahlfälschung, muß dabei sein.( Anhaltender Beteiligter an Gesellschaften hat er auch Profit davon.( Wieder auf die Frage, was er dem Konteradmiral Holzhauer für seinen Lärm rechts und bei den Freifinnigen.) holte andauernde Pfuirufe rechts.) Wenn ich mich von den Pfui- Bortrag zahlen müsse, die Antwort: 150 Mark und Fahrgeld Vizepräsident Kaempf: Ich muß Sie wegen des Ausdrucks, rufen all derer, die in all diesen Dingen nicht sauber sind, beein- 2. Klasse.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Also dieser daß ein Vertreter der verbündeten Regierungen ein alter Praktiker fluffen lassen wollte, so tönnte ich über Kolonialpolitik überhaupt Patriotismus ist wenigstens für die Herren Agitatoren des in der Wahlfäischung sei, zur Ordnung rufen.( Lebhaftes Bravo! nicht mehr reden.( Große Unruhe rechts. Abg. Liebert: Un- Flottenvereins und des Reichsverbandes rentabel. Und wenn die bei der Mehrheit.) verschämtheit!) Unverschämt sind immer nur Sie!( Andauernde gewerbsmäßigen Berleumder des Reichsverbandes wieder einmal Unruhe rechts.) ehrlos genug sind, uns Sozialdemokraten vorzuwerfen, daß wir, die Führer, uns von Arbeitergroschen mästen und Arbeitergroschen expreffen, dann wollen wir ihnen entgegenhalten: 150 Mark und Fahrkarte 2. Güte. Und Herr von Dirdjen möge als Mitglied des Reichsverbandes dafür sorgen, daß dort genau wie in der Sozialdemokratischen Partei und bei den Gewerkschaften Buch geführt und Rechmung abgelegt werde über die vereinnahmten und berausgabten Gelder.( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) Auch es wohl erst dann eine Wahlfälschung, wenn man, wie der beeine Reihe anderer Tatsachen sind bekannt geworden, daß tannte Wahlvorsteher aus Ostpreußen, Stimmzettel aus der Urne Die Sachen sind in der Tat so aufregend, wie wir vergewaltigt Ordonnanzen, Kanzleidiener, Offiziere in Marineamt für WahlEerausnimmt und andere dafür hineinlegt.( Minutenlange und verleumdet sind, daß es Ihnen( nach rechts) sehr wohl ansteht, arbeiten zur Verfügung gestellt wurden. Konteradmiral Capelle Stelle Abg. Fischer( fortfahrend): Der Reichstag hat selber damals die Wahl des Herrn v. Löbell Bizepräsident Kaempf: Jch rufe sowohl Sie wie den Lassiert, weil er in Brandenburg- Westhavelland, wo er Landrat und Abg. v. Liebert wegen dieses Ausdrucks: Unverschämtheit! zur zugleich Kandidat war, ein Zirkular an die untergeordneten Be- Ordnung( 3uruf rechts: Zum zweiten Male!) und mache Sie, hörden erlassen hat, in dem er auffordert, man folle überall von da dieser Ordnungsruf der zweite ist, auf die geschäftsordnungsden sozialdemokratischen Abgeordneten, die die Wahlhandlung mäßigen Folgen aufmerksam, falls ich in die Lage kommen sollte, fontrollieren wollen, Legitimationen verlangen.( 3urufe rechts: Sie zum dritten Male zur Ordnung zu rufen.) " Das ist ganz in der Ordnung!") Bei Ihnen( nach rechts) ist Abg. Fischer( fortfahrend): da bewußt erlogenen Behauptungen Hat ja barauf erflärt, die eingeleitete Untersuchung habe ergeben, J( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In der auf Beranlassung rechts, lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wollen daß der Sekretär des Flottenvereins ein früherer Beamter des der Reichskanzlei verfaßten, verbreiteten und bezahlten Broschüre Sie die Soldatenmißhandlungen, die Nichtswürdigkeiten leugnen, Admiralstabes gewesen sei. Das erinnert an das Verhältnis der Deutsches Volt" heißt es gleich im Anfang:„ Auf der einen Seite für die Unteroffiziere in das Gefängns gesteckt worden sind, so daß Berliner Straßenbahngesellschaft zum Eisenbahnministerium. So die entschliche Mark und Bein erschütternde Szene, auf der anderen heute ieder Bater, der seinen Sohn zum Militär gibt, Angst hat, oft die Straßenbahngesellschaft einen Aufsichtsrat oder Direktor Seite August Bebel im deutschen Reichstage, die Hereros ver- daß er auch nicht in die Hände eines solchen Scheufals fällt.( Lärm braucht, holt sie sich immer einen aus dem Eisenbahnministerium, teidigend und uns, die deutschen Soldaten, die wir vor einem solchen rechts.) und die Gesellschaft fährt ganz gut dabei. Also dieser Sekretär des Feinde stehen, beschimpfend." Halten Sie es mit der Würde des Tausende sind nach Afrika gegangen, getrieben von der sozialen Flottenvereins hat die Leute gegen Extrabezahlung und in ihrer Reichskanzlers vereinbar, daß Gelder ausgegeben werden für Rot oder weil ihnen Bilder vorgegaukelt wurden von dem Lande, freien Zeit engagiert, und der Staatssekretär des Reichsmarine- solche Broschüren, daß sie von Beamten verfaßt werden, die die der Wirklichkeit nicht entsprachen. amts hat dann diese Tätigkeit den Seesoldaten untersagt. Aber solche Ein anderes Flugblatt des Reichsverbandes beschuldigt uns, erst dann, als die ganze Geschichte in der Presse ruchbar geworden daß wir den Meineid empfohlen haben. Als Herr Romen war, uns zu einer Zeit, wo die Wahlagitationsarbeiten bereits in die Wählermassen hineinwerfen?( Sehr gut! b. d. Soz.) Ein in Hamburg und ein Breslauer Gerichtsvorsißender diese Behaup abgeschlossen waren.( Sörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Flugblatt scheint sogar dem Allerweltsscherl bedenklich gewesen tungen aufstellten, da haben wir diese Herren öffentlich der UnWie es mit solchen freiwilligen Arbeiten untergeordneter Beamten steht, wissen wir z. B. aus der Wahl des Abg. Mal kewib, wo fein. Er wollte seinen Namen nicht als Druder hergeben wahrheit geziehen, und nun hat der Reichsverband den Mut, diese der Landrat seine Schreiber in der Nacht die Wahlkuverts für die( Hört! hört! b. d. Soz.) und hat darunter geschrieben: Drud und Dinge weiter zu verbreiten. Herr Liebert hat dann behauptet, Schöpflin, sein Gegentonservative Partei schreiben ließ, wobei sie noch das Gas be- Verlag der Patria G. m. b. H. Wenn der Reichskanzler nicht zahlen mußten.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) und gar zu beschäftigt wäre, und das Flugblatt in einzelnen Teilen kandidat, den er in seinen Versammlungen im Wahlkreise nicht hat gerade in der Nacht war der Herr Landrat verreist. Als letztes nicht gar zu niedrig stände, könnte man es beinahe für einen zum Wort kommen lassen, hätte unsere heilige schwarz- weiß- rote Glied in der Kette der amtlichen Wahlbeeinflussungen erscheint dann meinheiten darin, deren er sich doch wohl nicht schuldig machen ist es erwiesen, daß Schöpflin geschrieben hat: auf einer ganzen Herzenserguß des Fürsten Bülow halten. Doch sind einige Ge- Flagge" den Schmuklappen des Hottentottenblocks genannt. Nun auch das Reichspoftamt. Am 7. Januar ersucht Herr Keim den Chef der Reichskanzlei, er möge doch bei der„ Staatsbürgerzeitung". eine gewisse Interessengemeinschaft der antideutschen Engländer der Schmuklappen des Hottentottenblocks. Damit hat er nur die So heißt es:" In diesen Auslassungen offenbart sich Reihe Festungen weht nicht mehr das stolze rote Banner, sondern wie er selbst es schon beim Reichsboten" getan habe, darauf hin- und der schwarz- roten Patrioten."( Pfui! b. d. Soz.) Etwas Fahne des Reichsverbandes gemeint.( Lärm rechts.) wirken, daß diese das Christlichnationale in der Arbeiterbewegung Dredigeres und Ordinäreres gibt es nicht.( Lebh. Sehr richtig! im Nach allem, was wir an amtlichen Wahlbeeinflussungen, an mehr in dem Hintergrund ließen; und auf die„ Vossische Zeitung" Zentr. u. b. d. Soz.) Weiter heißt es: Bei einer Wahlversammlung Wahlverleumdungen, Wahlforruption und niederträchtigen das„ Berliner Tageblatt" und den„ Börsen- Courier" dahin, daß ist bei dem Thema: der Kaiser und die deutschen Arbeiter folgender Fälschungen in diesem Wahlkampfe erlebt haben, erzählt uns der diese von ihrer Mißtrauenspolitik ablassen. Hier haben Sie wieder die ganze Hintertreppenpolitit, und in diesem Brief heißt nationale Ehre verlangt man vom deutschen Arbeiter, den man Kampfesweise( langanhaltendes Geschrei rechts: Sehr richtig!) und Sab gesprochen worden:" Gefühl für die nationale Würde, für Reichskanzler: der Wahlausgang sei die Strafe für unsere politische cs dann auch, der Chef der Reichskanzlei möge sich vermittels des Reichspostamtes die Adressen der Postdirektoren geben lassen, da- nicht viele von den Versammelten empfunden haben, daß ihnen rechts) solange als vaterlandslosen Gesellen bezeichnet hat." Könnten unsere politische Methode,( erneutes und noch lauteres Schreien mit diese die Flugblätter berteilen lassen tönnten, wie das schon im Jahre 1903 geschehen wäre.( hört! hiermit eine zhnische Unwahrheit ins Gesicht geworfen wurde? hört! bei den Sozialdemokraten.) Niemand hat den deutschen Arbeiter als vaterlandslosen Gesellen bezeichnet, am allerwenigsten der fer auf den der Sab gemünzt war." Der Redner, der diesen Sa Bajpochen haben soll, war ich. ,, Vaterlandslose Green = Im Jahre 1903 hat derselbe Herr Keim, damals noch im Generalstabe, die offizielle Wahlagitation betrieben, und gerade so vie damals verlangte er jetzt, daß durch Vermittelung der Reichsfanzlei das Reichspostamt die Reichspostdirektion veranlaßt, ihre Kenntnis der Adressen den Blockparteien zur Verfügung zu stellen, und das ist denn auch in einer ganzen Reihe von Orten während des Wahlkampfes geschehen; so sind z. B. die 124 000 Druckfachen an die Volksschullehrer, von denen in einem anderen Briefe die Rede ist, durch die Postdirektoren verteilt worden.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wie gesagt, alle Reichsbehörden Reichsfanzler, Reichskanzlei, Marineamt, Reichspostamt, Kolonialamt, Oberkommando der Schußtruppen, Generalstab alle haben die skrupelloseste Wahlagiation betrieben in einem Umfange, wie man es sogar um Jahre 1878 bei den Attentatswahlen nicht erlebt hat, und man muß schon nach Serbien gehen oder nach Ungarn, wo der ehrenliberale Minister Polonhi Wahlen macht, um ein Pendant zu diesen Wahlen zu finden.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) würde. Ich habe ihn nicht gesprochen, aber dem Gedanken Ausdruck gegeben, man wende sich jetzt an die sozialdentottatischen Arbeiter, wende sich an ihren Patriotismus, an den Patriotismus der Arbeiter, die man bisher von allen Parteien von der Rechten bis zur Linken, als vaterlandslose Gesellen bezeichnet habe, und wenn man hier sagt, der Kaiser habe das Wort nicht gesprochen, wohlan, ich bin auch in der Lage eine Kaiserrede zu zitieren, in der das gesagt ist.( 3uruf rechts: Vorsicht!) O gewiß! Ich habe in der Bolksversammlung darüber gesprochen, und werde wohl im Reichstag sagen dürfen, was ich unter den Augen der Polizei wiederholt gesagt habe. Es war ja in der Zeitung gedruckt. In Bremerhaven sagte der Kaiser: „ Die Medaille, die Ihr erhieltet, ist nur ein Zeichen meines Dantes für Eure Arbeit an sich. Ich spreche Euch meine Anerkennung aus dafür, daß Ihr nicht dem Beispiel der vaterlandslosen Gesellen gefolgt seid, die jetzt gerade die Arbeit niedergelegt haben." ipie ich kann abwarten, bis Sie nicht mehr schreien die gebildete Welt sie noch nicht gesehen hat, während wir früher ein anständiges, vornehmes, von idealistischem Schwung getragenes öffentliches Leben gehabt hätten. Nun, die im Auftrage der Reichsfanzlei, der Kolonialabteilung, des Reichsmarineamts, des GeneralMistkübel voll Berleumdung Wir Der Herr Reichskanzler hat in der Wahllotterie gewonnen, ge Abg. Dr. Schädler( 8.): ebenso entschieden lege ich Protest ein gegen die amtlichen Wahlstabes, des Reichspostamtes, des Oberkommandos der Schuttruppe verfaßten oder verbreiteten Flugblätter haben uns ja gezeigt, was für ein anständiges, vornehmes, von idealistischem Schwung ge= tragenes öffentliches Leben die Regierung bei diesen Wahlen ge= zeitigt hat. Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir Sozialdemokraten hätten doch noch wenigstens die Entschuldigung für uns, daß wir Arbeiter sind.( Widerspruch rechts.) Sind wir etwa keine Arbeiter?( Nein, nein! und Lachen rechts.) Ist die Tatsache, daß ich heute nicht mehr am Seßkasten stehe, ein Beweis, daß ich nicht mehr Arbeiter bin? Und warum stehe ich nicht mehr am Setzfasten? Fragen Sie doch einmal Herrn v. Hehl, der keinen Arbeiter in seinem Betriebe duldet, der auch nur gewerkschaftlich organisiert ist.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Fordern Sie nicht die Regierung auf, aus allen ihren Betrieben alle sozialistischen Arbeiter zu entlassen? Wenn die im Vordergrund der Bewegung stehenden gemaßregelten Leute sich eine neue Eristenz gründen Auch eine andere Seite muß bei dieser Frage mit in den müssen und in die Leitung von Parteidruckereien berufen werden, Vordergrund gestellt werden. Wenn der Reichsfanzler das Geld für glauben Sie doch selbst nicht, auf alle Fälle glaubt es die deutsche dann wollen Sie sagen, das wären keine Arbeiter mehr? Ja, das die Wahlagitation und für die von ihm geschaffene Zentralstelle zur Arbeiterklasse nicht!( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Flugblattverteilung zur Verfügung stellt, wenn er seinen SilvesterEs handelte sich damals um die Expedition nach China, und Sozialdemokraten streben aus den Tiefen der Gesellschaft empor, brief an den Reichsverband adressiert, dann kann und muß man ihn die Hamburger Arbeiter hatten nicht die Arbeit niedergelegt, der Herr Reichsfangler aber steht auf der Sonnenhöhe des Glückes für den Inhalt der Broschüren mitverantwortlich machen, die mit sondern sie waren ausgesperrt worden. Kein einziger von diesen und des Reichtums. Er ist angetan mit allem Glanze äußerer diesem Gelde angeschafft, verbreitet oder sogar von den Beamten ausgesperrten Arbeitern hat im Hafen oder an Geräten für die Bildung. Wie steht es da ihm an, uns Vorhaltungen über den verfaßt worden sind.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Was Chinaexpedition mitgearbeitet; deshalb der kaiserliche Ausspruch. guten Zon zu machen in einer Rede, wo er selber Ausdrücke gefind das nun für Druckschriften! Ich möchte nur noch ein paar citer heißt es:„ Ehrlos, wer sein Vaterland im Stich braucht, wie Lumpereien, ruchloses Spiel, Parteibonzen, perfide fleine Blütenlesen herausgreifen. Ich muß mir leider in der lägt. Ihr habt gezeigt, daß ihr Ehrenmänner seid." Also auch Forderungen( Sehr richtig! rechts), niederträchtige Verleumdung Kritit große Zügel anlegen, damit der dritte Ordnungsruf nicht damit hätte man dem Wahlkampf fernbleiben sollen. Für die be-( Sehr richtig! rechts). Das ist die Sprache des obersten Beamten Tommt.( Große Heiterkeit.) Aber ich werde mich von Ihnen nicht wußten unwahrheiten im Wahlkampf noch ein Beispiel: Ein des Deutschen Reiches( Sehr richtig! rechts) in einer Rede nach provozieren lassen. Die Tatsachen genügen, man braucht sie nicht zu Flugblatt lautet: Heute sind die Arbeiter viel besser daran als einer Wahlagitation, in der die Regierung charakterisieren. Wer noch ein Gefühl für politische Ehre hat früher, das tann kein Mensch bestreiten. Die Arbeiter find faſt ( Großer Lärm rechts), für den genügt das Vorlesen dieser Stellen. ganz steuerfrei." In einem Flugblatt des Reichsverbandes, das Die offiziösen Wahlsudelschriften. sonst denselben Worlaut hat, wird der letzte Satz durch die Worte geöffnet hat!( Großer Lärm rechts.) Also was find das für Flugblätter? Zunächst der bekannte ersetzt: ihre Löhne sind gestiegen, ihre Lage ist erheblich verbessert." schöne Bilderbogen aus Südwestafrika, welcher die Stelle enthält: Das eine Flugblatt ist zugunsten des Herrn Pauli- Potsdam ver- fiegt hat die strupellose Demagogie von oben und die von oben me Zentrum und Sozialdemokratie wollen die Zerstüdelung der breitet worden, das andere in meinem Wahlkreis. Da hat man nationalen Einheit, Zentrum und Sozialdemokratie treiben nichts doch nicht gewagt, dem Berliner Arbeiter die unverschämte Züge züchtete Korruption! Wenn nur ein Funke von Recht und Geregteit anderes, als Verrat am Vaterlande.( Hört! hört! bei den Sozial- des Reichsverbandes zu bieten. In einem Flugblatt, das von in diesem Reichstage vorhanden wäre, dann müßten alle Mandate der demokraten und im Zentrum.) Auf der dritten Seite dieses Flug- einem unserer Kollegen in Würzburg verbreitet wurde, heißt es: Blockparteien tassiert werden.( Großer Lärm und zadjen bei den Wenn Ihr nicht wollt, daß auch bei Euch die Kruzifige aus Blockparteien.) Sie sind in der Macht, Sie sind im Besitz und dablattes stellt ein Bild Herrn Erzberger neben Bebel, Herrn Roeren neben Singer dar, wie sie hohnlächelnd den in der Schlacht ge: Seiligtümer verzettelt werden, dann wählet teine Mittel, Ihre Macht zu befestigen.( Lärm rechts.) Und wenn Sie den Schulen geworfen, die Kirchen erbrochen, die mit auch im Recht. Für Sie sind ja die Gefeße nichts als ein fallenen Soldaten betrachten.( Hört! hört! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Nun frage ich, wer hier im Reichstag hat Liberalen und keine Soziademokraten." In Bochum aber haben vorhin gelacht haben, weil ich Glauben geäußert habe an Necht und den Mut, zu diesem Flugblatt zu stehen?( Sehr gut! im Zentrum die Nationalliberalen ein Flugblatt verbreitet, worin es und bei den Sozialdemokraten.) Mit dem Gelde der Reichskanzlei heißt:" Wollt Ihr, daß die Kirchen in Heumagazine umgewandelt Gerechtigkeit in diesem Hause, dann haben Sie die Ironie nicht veroder vielmehr, das der Reichskanzler dem Flottenverein zur Ver- werden, daß keine Glocken mehr schlagen, und daß Eure lieben standen.( Großer Lärm bei den Blockparteien.) Nein, dieser Reichsfügung gestellt hat, sind diese Flugblätter gebrudt: Vertrieb patrio- Toten, die Kranken und Sterbenden nicht mehr den Trost der tag mit den Blockparteien, das ist das lebendige Spiegelbild der Wahltischer Zeitschriften in Berlin, gedrudt in der„ National Religion empfangen, dann wählet einen Sozialdemokraten." Das korruption!( Lebhafter, wiederholter Beifall bei den Sozialdemokraten. Herr Zischen rechts.) zeitung"( Aha! im Zentrum) steht darunter. Ich glaube wohl, haben die Nationalliberalen verbreitet, und hier hat das ganze Haus ist mit mir einig, daß die einzig richtige Unter- assermann diese Behauptungen im Zentrumsflugblatt als schrift wäre: Bertrieb scham- und ehrloser Flugblätter.( Unruhe Schandtaten bezeichnet, und Herr Paasche uns dann nochNicht mit so viel Temperament wie mein Borredner, aber rechts und bei den Nationalliberalen.) Wie kann der Reichskanzler mals mit der ganzen sittlichen Entrüstung, die ihn so schön kleidet, es mit der Würde seines Amtes vereinbaren, wenn folche Flug- gesagt: Ja, das sind Schandtaten, die man uns vorwirft. beeinflussungen bei diesem Wahlkampfe. Wohl hätte der Reichskanzler blätter mit dem von ihm zur Verfügung gestellten Gelde verbreitet hier sein sollen, nicht unseretwegen, sondern der Sache wegen, um worden sind. Es wäre seine Pflicht gewesen, hier sofort mit- Nun, meine Herren, in Mains hat der nationalliberale Stadtrat Aufklärung zu geben über das, was Herr Fischer gesagt, und wenn zuteilen, ob er damit einverstanden ist, ob er davon gewußt hat; Naude beantragt, die Kruzifire aus den Simultanschulen zu ent- er tann, auch Richtigstellungen zu machen. Da die Rewas er tun wird, daß so etwas nicht mehr vorkommt.( Sehr richtig! fernen.( Hört!. hört! im Zentrum.) Diese Schandtaten haben gierung durch Abwesenheit glänzt, wird das Gesagte seinen Eindrud im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) In einem Flugblatt unsere Genossen natürlich unterstützt.( Heiterteit.) Als diese im Bolte nicht verfehlen. Bohl hätte der Reichskanzler auch Aufdes Reichsboten" heißt es: Die Sozialdemokratie steht in allen das Kruzifire dann im Verlauf von 10 Jahren langsam wieder einge- flärung geben sollen, ob in Berlin die Schußleute und EisenbahnAusland berührenden Fragen auf seiten des Auslandes.( Sehr schmuggelt wurden, hat derselbe Stadtrat, der noch den Mut hatte, beamten gewarnt feien, einen Zentrumskandidaten zu wählen. Bei richtig! rechts.) Weiter kommt ein Flugblatt, das direkt aus dem liberal zu sein, während die Fraktion„ Drehscheibe" wieder einmal der Generaldebatte des Etats habe ich bereits gegen die Tätigkeit des Kolonialamt stammt, das verfaßt und unterschrieben ist von dem be- eine Wendung nach rechts gemacht hat, nochmals den Antrag auf Flottenvereins protestiert. Man mag ihn noch fo fehr tannten Farmer Schlettwein, vom Kaufmann Busch, überhaupt Entfernung dieser Kruzifire gestellt. Nun mag Herr Paasche diese unter die Fittiche nehmen, ihm auch verzeihen, daß er in vom Wahlberein der alten Afrikaner; darin heißt es:" In dem alten Schandtat von Mainz ungeschehen machen! In der Kolonialab- Schlesien mit den Sozialdemokraten anzubandeln versuchte, so viel Europa ist das Vorwärtskommen herzlich schwer. Wessen Vater tein Geld hat, der kann nicht einjährig dienen, und wer als Arbeiter- teilung ist, wie schon Herr Schädler konstatiert hat, auch ein Flug- steht fest, er ist ein unpolitischer Verein, und er ist Zentralstelle der find geboren ist, der wird wieder Arbeiter." Wenn wir Sozial: blatt mit der Unterschrift ein Katholik" verfaßt worden, daß aber politischen Agitation geworden und zwar mit Wissen und Willen des demokraten es als Fluch und Verhängnis, als immanentes Ge- von einem württembergischen Protestanten verfaßt ist. Im dritten Reichskanzlers( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten und im Berliner Reichstagswahltreise ist ein Flugblatt verbreitet worden, Zentrum.) und er ist verantwortlich für das, was in der Zentrale ſetz der bürgerlichen Gesellschaft bezeichnen, daß sie aus Proletariern worin es heißt:„ Nur noch wenige Tage trennen uns von der ernsten seiner Wahlmache geschehen ist.( Sehr richtig! bei den Sozialdemofortwährend Proletarier erzeugt, daß sie dem Proletarier becwehrt, in eine höhere Lebenslage aufzurücken, dann nennen Sie Entscheidung, wo das lang ersehnte und endlich gekommene deutsche traten und im Zentrum.) Anfangs hat der Flottenverein noch die Vaterland in seinem durch das Blut seiner Söhne fest geeinten Strallen eingezogen. Am 19. Dezember erfolgte ein Rundschreiben, das: Verhekung der Arbeiter". Hier aber wird Er erhielt ein offizielles Dantdie, die dieses Flugblatt geschrieben, haben ja nicht diese Ueber- Bestande erhalten bleiben soll." Das gaben also die Freifinnigen Anleitung zur Wahlagitation. ,, im Auftrage des Reichskanzlers".( Hört! hört!) zeugung, sonst müßten sie ja Sozialdemokraten sein- hier als Ziel der Wahlbewegung an!( Große Heiterkeit bei den Sozial- schreiben also wird aus reiner niedriger elender Demagogie dieselbe Sprache demokraten.) Ja, meine Herren, der Reichsverband hat sich Dieser unpolitische Flottenverein, dem auch Mitglieder des gebraucht.( zurufe und Unruhe.) Den Arbeitern wird gesagt: wenigstens an die politisch indifferente Bevölkerung gewandt, aber Bentrums angehören, hat dann sehr minderwertige FlugIhr müßt nach Südwestafrika, dort könnt Ihr Gure Zukunft besser sich in dieser Weise an die politisch aufgeklärte Berliner blätter verbreitet, in denen das Zentrum verleumdet wird. der bekannten Keim Briefe.) Die gestalten. Und dabei weiß die Reichskanzlei und weiß alle Welt, Bevölkerung zu wenden, das ist zum Lachen. Nur ein politischer( Redner verliest einige Broschüre Die Lügen des Herrn Erzberger" würde richtiger daß die Kolonien, man mag über sie denten wie man will, als Aus- Trottel oder Lumpazi kann diese Alternative stellen.( Heiterkeit.) genannt: die Lügen über Herrn Erzberger"( Zustimmung im wanderungsfeld für deutsche Arbeiter nicht in Betracht kommen, daß Zentrum.) Wenn jetzt noch ein Zentrumsmann Mitglied dieses meiße Arbeiter dort unter dem Klima die Arbeit in den Plantagen Bereins bleibt, verdient es diese Behandlung durch die Wahlmacher nicht verrichten können. Wenn diese verlogene Behauptung und ( Sehr richtig! im Zentrum.) Nachdem der Darstellung in einem in der Kolonialabteilung hergestellten und zum Flugblatt des Reichsverbands, das in einer Vorstands des Flottenvereins. mit Zustimmung der Kolonialabteilung und mit dem vom Reichs- ibung dieses Verbandes von Herrn v. Liebert vorgelegt und von Flottenverein sein Versprechen, sich politisch nicht zu betätigen, so tanzler verteilten Gelde hergestellten Flugblatt vertreten wird, dann dem Vorstandsmitglied, dem Reichstagsabgeordneten Hagemann strupellos gebrochen hat, wird ihm natürlich niemand mehr glauben, meine ich, hat der Reichstanzler Auskunft zu geben, ob er davon iuristisch begutachtet sein soll. Da heißt es genau so, daß er nicht wieder wortbrüchig wird. Deswegen sucht man ihn jekt gewußt hat, und welche Stellung er dazu einnimmt. Uns Sozial- wie in dem nichtswürdigen Flugblatt, das von dem bekannten zu einem„ nationalen" Verein zu stempeln und Herrn Keim zu einem demokraten und das Zentrum hat mar als im Dienste des Aus- Preßdezernenten in der Kolonialabteilung herausgegeben worden ist: Privatmann. Ach nein, Herr Keim ist der offizielle Wahlmacher landes stehend im Silvesterbrief hingestellt, und als ob wir kein" Die Sozialdemokraten lachten wiederum, als der Reichskanzler( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten und im Zentrum) und die Gefühl für das Ansehen des deutschen Vaterlandes haben. In dieser von dem Heldenmut unserer Truppen in Südwestafrika sprach." Verantwortung trägt der hinter ihm stehende Reichstanzler. offiziösen Broschüre aber heißt es:„ Der englische Oberst Upington Nun, Herr Hagemann war in jener Sizung anwesend, er kann un- richtig! bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Welche Aufhat täglich bis zu 1200 Mark Bestechungsgelder von uns eingeheimst, möglich behaupten, daß wir gelacht hätten; wir müßten auch wahn- regung und Nervosität zeigte sich hier nicht auch beim Reichskanzler Bon Entrüstung habe ich nichts bedamit wir nur das nötige usw. kriegten." Hier wird also vor dem finnig sein, wenn wir das getan hätten. Wer sind denn all diese über die gestohlenen Briefe". Auslande erklärt, wir haben einen englischen Obersten bestochen, da- Soldaten, die dort unten diese furchtbaren Strapazen erduldet merkt, als der Brief des Herrn Wistuba an unseren Stollegen mit er uns die Neutralität verlegen läßt. Machen Sie das mit Ihrem haben? Sind es Bourgeoissöhne oder Arbeitersöhne? Sind das Roeren zwei Tage vor der Wahl in den Hamburger Nachrichten" 06 die Briefe nun gestohlen worder: ünd Patriotismus aus.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.). An nicht unsere eigenen Kinder?( Große Unruhe rechts.) Gerade im erschien. ciner anderen Stelle heißt es:" Rund 160 Abgeordnete stimmten Interesse des Soldaten haben wir verlangt, daß diese nutlosen oder nicht, fie haben jedenfalls einen unerhörten Standal enthüllt. würde es als die schlimmste Majestätsbeleidigung die Bahn von Kubub nieder, und rund 160 Millionen Mehrausgabe Opfer aufhören.( Lärm rechts, Sehr richtig! bei den Sozialdemo- Jch wenn man annehmen sollte, der Kaiser habe gehatten wir wegen des Fehlens der Bahn. Jeder foloniale Nein- fraten.) Wir haben eine andere Kriegsführung verlangt, denn diese ansehen, fager hat also seinem Wahlkreis eine Million gekostet." Das sagen Kriegsführung, die nicht wußte, wie man Kolonialfriege führt, wußt, mit welchen Mitteln dieser Wahlsieg erfochten worden Beamte aus dem Kolonialamt, welche wissen, daß das von Anfang( Lärm rechts) trägt einen Teil der Schuld an den Strapazen, an ift. Wo aber steckt der Reichskanzler? Er läßt sich in diesem Hause bis zu Ende erlogen ist. Denn der Kolonialdirektor Dernburg hat den kolossalen Verlusten.( Erneuter Widerspruch rechts.) Freiwillig überhaupt nicht mehr sehen, und er hätte doch allen Grund, sich zu hier selbst im November erklärt:" Die verbündeten Regierungen zu dem Kriege gemeldet werden sich so und so viele haben, weil den den Behörden gemachten Vorwürfen zu äußern. Unser Standerfennen gerne an, daß durch die seinerzeitige Ablehnung der Bahn fie fich gesagt haben, mehr Strapazen, mehr Schikanen, mehr Drang- punkt ist der: Etwas anderes ist es, Aufklärung zu geben, und eine sehr wesentliche Ginbuße für das Reich nicht entstanden ist." sale als in der Kaserne habe wir dort auch nicht.( Gelächter etwas anderes, den ganzen Regierungsapparat bis un legten Diener denn Nationalliberale Bilderstürmer! Nun, meine Herren, nun komme ich zum Glou der ganzen Wahlagitation, " ( Sehr das binak in Bewegung zu setzen. Da ist e« doch Vesser, lieber ReglmiiigSltmdidaten zu ernennen. Wir«eisen den Bersnch bcn Reichöwgswahlrn napoleonische Zustände einzufahren, auf rntschiedenste zurück.(Lebhafte Zustimmung beim Zentrum.) Abg. Kreth(k.): Wir befinden UNS in der angenehmen Lage, feststellen zu können. dast in keinenr der von den Interpellanten angeführten Fälle die so- genannte Wahlbeeinflussung zugunsten rineS unserer Kandidaten er- folgt ist. Bisher sind nur Behauptungen aufgestellt worden, aber man hat noch keine Spur eine? Beweises für die behaupteten amtlichen Wahlbeeinflnssungen erbracht. Meiner Fraktion können Sie alle möglichen Vorwürfe machen. Aber bei keiner Gelegenheit haben wir aus unserem Herzen eine Mördergrube gemacht. Auch am Reichstags- Wahlrecht wollen wir nicht rütteln. Wir wollen nur, daß man daS Instrument dieses Wahlrechts so gut spiele, wie man es diesmal ge- spielt hat. Dann wird es auch gelingen, die letzten Reste der Sozial- demokratie wegzublasen.(Sehr gutl rechts, Lachen links.) Die Sozialdemokraten haben ja erklärt, mit dem Ausgang der Wahl zufrieden zu sein. Wozu dann also die Beschwerde So kleinliche Mittel wie Wahlbeeinflussungen können ja gar nichts am Wahlresultat ändern. Ich bin ja lange genug Landrat gewesen (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten), wir haben ja gar keine dis- kretionäre Beamtengewalt. Die konservativ-liberale Ehe ist ja keine Liebesheirat, sondern eine Bernunftheirnt; aber gerade deshalb er- fordert sie eine um so größere Delikatesse. Von unserer Seite wird alles vermieden werden, was den jungen Ehefrieden zu stören ge- eignet wäre.(Bravo! bei den Liberalen.) Aber wir haben eine düstere Wolke an unserem Ehehimmel, die böse Schwiegermutter Gothein(Heiterkeit). Die stört unsere Flitter- Wochenseligkeit nicht nur dadurch, dah sie sich von dem Er- folge unserer Handelspolitik nicht überzeugen lassen will, sondern auch dadurch, das; er noch neulich behauptete, Malkewitz wäre nur durch amtliche Wahlbeeinflussung gewählt worden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die freisinnige Volkspartei hat in allen Wahlkreisen, in denen wir gegeneinander zur Wahl standen, sich uns gegenüber durchaus korrekt verhalten. Hoffentlich halten Sie auch Herrn Gothein im Zaum. In allgemein nationalen fragen nehmen wir natürlich auch vom Zentrum gern Hülfe.(Heiterkeit im Zentrum.) In der Wahl sind wir z. B. � in Königsberg für den uns sehr sympathischen freisinnigen Kandidaten so begeistert eingetreten, als ob es ein konservativer gewesen wäre.(Sehr gutl bei Kons, und Liberalen. Zuruf Singers: Ist ja auch kein großer Unterschied! Große Heiterkeit.) �ch wünschte, es wäre aar keiner mehr.(Heiterkeit.) Das Uebel tst uns jedenfalls immer die Sozialdemokratie. Der Abg. Fischer hat vom Wahlterrorismus und den Wahllügen gesprochen. Wenn ein eifriger Parteigänger die Be« geisterung der Wähler durch Lieferung geistiger Getränke anfeuert, so ist das ja nicht so schlimm.(Hört I hört I bei den Soz.) Sonst aber verabscheuen wir die Wahlbestechung, und ein Kandidat, der sich ihrer schuldig machte, hätte bei uns keinen Platz. Wahllügen hat auch die Sozialdemokratie angewandt. Wie haben sich die Herren Bebel und Singer für die Dynastie Liebknechts, für des großen Vaters unbedeutenden Sohn ins Zeug gelegt. Wie hat noch jüngst die Dortmunder„Arbeiterzeitung" Bebel gehuldigt, indem sie schrieb, er hätte an der Etatsdebatte„mit souveräner Ueberlegenheit die armseligen Einwände der Gegner abgetan". So armselig ist denn Fürst Vülow doch nicht.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ein sozialdemokratisches Flugblatt begann:„Die� ganze Bande ist am 13. Dezember auseinander� demokratie dazu uns als worden." Wie kommt die Sozial- ande zu bezeichnen.(Stürmische Heiter- keit bei den lsozialdemokraten.) Weiter heißt es, ein goldener Strom hat sich in die Taschen der Edelsten der Nation durch die Zollpolitik auf Kosten des Volkes er- gojjen. Nun, die Edelsten der Nation haben von diesem goldenen Strom noch nichts gespürt.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Auf """iscl� des Haufes lege ich Flugblätter nieder, in denen Herr -ras Kanitz und andere Abgeordnete als Raubtiere In einem Flugblatt wird der Kolonial« als Moses IL bezeichnet, der den Stab b t habe. Die Sozialdemokraten sagen zwar: Religiön"tfh>VrMtsachc. In Wirklichkeit ist bei ihnen Irreligiosität Parteisache. lBeifall reckt«.) Bei der Stichwahl haben die Sozialdemokraten im Wahlkreise Paulis Wahlzettel mit falschem Vornamen verbreitet, um die Wähler Paulis zur Abgabe ungültiger Stimmzettel zu verleiten.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Aehnliches haben die Sozialdemokraten auch in anderen Wahlkreisen getan. Dem Reichskanzler ist Dank zu erstatten, daß er den Kampf gegen diese Partei aufgenommen hat.(Lebhafter Beifall rechts und her den Nationallibcralen.) Abg. v. Liebert(Rp): Die Regierung hatte die Pflicht und das Recht, die Wähler nach der Auflösung über ihre Absichten auf zu klären. Beamte und öffentliche Gelder sind nicht verwandt worden. Wenn der Herr Kolonialdirektor Vorträge über die Kolonien gehalten hat, so sind wir ihm dafür Dank schuldig. Hoffentlich werden im nächsten Wahlkampf auch alle anderen Staatssekretäre ihre Schuldigkeit tun.(Bravo I rechts.) In seiner letzten Rede über die Kolonialpolitik ist Herrn Bebel ein schwerer Rechen fehler unterlaufen. Er führte auS, der Verbrauch an Baumwolle betrug 1905 394 000 Tonnen und nicht, wie der amtliche Bericht angibt. 1 000 000 Tonnen. Dabei übersieht er, daß der Kolonial- direktor von Ballen zu 600 Pfund gesprochen hat. während eine Tonne 2000 Pfund, also viermal so viel hat. Herr Bebel sollte bedenken, daß jetzt eine Anzahl wirklicher Afrikaner und auch Leute, die die Kolonien aus eigener Erfahrung kennen, hier sitzen. Wenn nicht zwischen diesen ein stillschweigendes Uebereinkommen bestünde, auf die Reden des Herrn Bebel nicht näher einzugehen, würde es heißen müffen:„Bis früh um Fünfe, kleine Maus!"(Heiterkeit rechts.)— Der Herr Begründer der Interpellation hat in einer allen parlamentarischen Gepflogenheiten fremden Art die schwersten persön« lichen Angriffe gegen mich gerichtet. Daß ich dem mir seit 20 Jahren befreundeten Herrn Keim gegenüber mein Gefühl zum Ausdruck brachte, daß mir in einem mir noch fremden Wahlkreis zumal als Preuße und General Mißtrauen entgegengebracht würde, war doch nur natürlich, wie aber die Reichskanzlei in Sachsen irgend etwas für mich hätte tun können, ist mir ganz unverständlich.(Sehr richtig I rechts.) Dann die traurige olle Kamelle von meiner China« mw Afrikasache:»Wie man Kommandeur wird!" Herr Ablaß hat aus völliger Unkenntnis der Tatsachen hier etwas vorgetragen, was zwei Tage darauf mein Freund Arendt völlig widerlegt hat. Es handelte sich einfach darum, ob ich als Instrukteur für chinesische Truppen nach Peking oder waS auch längst geplant war als Gouverneur nach Oft- afrika gehen sollte. Die Entscheidung fiel dann im letzteren Sinne. Die„Afrikanische Compagnie" ist gebildet worden nach dem Vorbilde der von dem Großen Kurfürsten' begründeten Gesellschaft. Mit Rücksicht auf diese historische Erinnerung habe ich mich bereit gefunden, den Vorsitz zu übernehmen, nachden, fei.(Hört! hört! der„Vorwärts", um moralisch herabzudrücki und sie auf 43'/, � 60 Millionen Einw- das einen frecken aller drei Klaff wohl wisse. wie in der Als in Berlin Herzblut gegeben habe. Mir recht geschmacklos.(Sehr ich 22 Jahre für die Kolonien mein daraus einen Vorwurf zu machen, i..„ richtig I rechts.) Die Sache mit dem„Schmutzlappen des Hotten- tottenblockS" wird vor Gericht entschieden werden.— Dem Flotten- verein kann man auS seinen; Vorgehen keinen Vorwurf machen. Er sagte sich, wenn seme Ziele verwirklicht werden sollten, so mußte eine nationale Mehrheit geschaffen werden. d. h. eine Mehrheit, die mit der Reichsregierung über nationale Fragen nicht feilscht und nicht handelt, sondern dem Kaiser gibt, was deS Kaisers ist.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Flottenverrin steht auf dem Standpunkt eines beschleunigten Ausbaues unserer Flotte innerhalb des Rahmens deS Flottengesetzes. Er sagt sich, was nützt es uns, wenn wir im Jahre 1920 eine große Flotte haben, während uns 1910 oder 1912 eine auswärtige Flotte überfällt.(Große Unruhe bei den Sozialdem.) Die Kriegervereine sollen nicht politisch sein, aber niemand wird es ihnen verwehren, national zu fühlen, zu handeln und zu wählen, zu- Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für de» mal«S sich diesmal um militärische Fragen drehte.(Sehr richtig! rechts.) Sie waren besonders verstimmt darüber, daß die Kommandogewalt des Kaisers angegriffen war.(Unruhe bei den Sozialdemokraten und Zurufe im Zentrum.) Ich weiß nicht, ob daS Verlangen, zuerst die Truppen nach Hause zu holen und sie dann, wenn der Aufstand wieder ausbricht, wieder herauszuschicken, juristische und kirchliche Logik ist(Große Unruhe im Zentrum), militärische oder strategische Logik ist jedenfalls nicht dabei.(Sehr gut I rechts.) WaS den Reichs- verband anbetrifft, so wiederhole ich, daß er gänzlich unabhängig von der Regierung ist. Dem Herrn Reichskanzler bin ich erst im Februar vor- gestellt worden. Allerdings bin ich stolz darauf, ihm durch ein Schreiben den bekannten Silvesterbrtef ent- lockt z u haben.(Bravo I rechts�) Gegen die Bezeichnung Reichs- lügenverband muß ich protestieren.(Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Unter einer Lüge versteht man eine bewußte Unwahrheit.(Stürmische Zurufe: Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Und davon spricht nian sonst unter Ehrenmännern nicht. Wenn Sie aber bei diesem Worte verharren, dann sind wir 160 000 Mitglieder des Reichs verbände» bereit, wie die Geusen den Bettelsack, diesen Namen als Ehrennamen anzunehmen. Der Reichslügenverband soll ein Verband sein, der das Reich gegen die Lügen der Sozial- demokratie schützt.(Lebhafter Beifall rechts. Große Heiter- keit bei den Sozialdemokraten.) Daß ein solcher Verband not- wendig ist, dafür kann ich Ihnen einen authentischen Beweis geben. Hie nur einige Blütenlesen. Die sozialdemokratische„Freie Presse" veröffentlichte am 12. Dezember 1900 einen Artikel, in dem erzählt wurde, daß katholische Familien, um bevorstehende Geburten günstig zu beeinflussen, einen eigenartigen Hausartikel deS Klosters„Maria Hilf" benutzten. Ein katholisches Blatt in Kolmar schreibt dazu, daß dieser Artikel in allen seinen Teilen erlogen ÄeÄm November 1900 hatte der kaiserlichen Botschaft der versicherten zusammengestellt echnet, während das Reich nur Die„Schlesische Volkszeitung" nannte der„Vorwärts" zähle die Versicherten -erungen zusammen, während er doch Meisten' Leute sowohl in der Unfall- etsicherung seien.(Hört! hört! rechts.) zialdemokratische Versammlungen abgehalten wurden, schrieb der„Vorwärts", sie seien von 60 000 Personen be- sucht worden. Festgestellt ist. daß nur 10 000 Personen in die Lokale gehen und 21 600 gezählt waren, 28 600 hat der„Vorwärts" dazu gelogen.(Hört! Hort! reckts.) Bekannt sind ja die Wahllügen über die Bedrohung des Reichstagswahlreckts. Ende Dezember meldete der„Vorwärts", daß für MitteJanuar 30000 Landwehrlente eingezogen werden würden, die so an den Wahlen nicht teilnehmen könnten. Auch das war ein dreister Schwindel. Mir ist es in meiner ganzen Militärzeit noch nicht vorgekommen, daß im strengen Winter größere Uebnngen abgehalten wurden. Redner zitiert dann weiter die an- gebliche Aeußerung des Abg. Bebel über die„egoistische brutale Klasse der Bauern" vom Münchener Parteitag. Für die Flugblätter des Reicksverbandes sind Herr Hagemann und ich nicht der- antwortlich, da wir sechs Wochen von Berlin abwesend waren. Warum ist denn aber diese Interpellation überhaupt eingebracht worden? Weil das deutsche Volk sich seit 40 Jahren zum ersten Male des allgemeinen Wahlrechts wirklich bedient hat, während eZ bis dahin nur die sozialdemokratische Partei tat.(Lebhafte Zu- stimmung rechts. Lachen bei den Sozialdemokraten.) Daher die Ueberraschung. der Groll und der Ingrimm der Sozialdemokratie. Und nun soll auf einmal die Regierung schuld sein. Vor allem hat sich die Sozialdemokratie unsterblich blamiert durch ihr fanatisches Borgehen gegen die Kolonialpolitik. Das deutsche Volk hat einen feinen Instinkt für die Faktoren seiner Macht und 'einer Zuktnift.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Wir werden fort- ahren, mit Belehrung und Aufklärung des Volkes über die Sozial- demokratie weitere Wahlbeeinfluffung zu treiben.(Bravo I rechts.) Abg. BrejsN(Pole): Die Agitation der Polen ist in diesem Wahlkampf in jeder Weise beschränkt worden, in willkürlichster Weise sind Versammlungsverbote ergangen, in deutlichem Widerspruch zu den klaren Bestimmungen des Gesetzes. Die Beamten, welche die Wählerlisten aufstellten, sind polenfeindlich und die Listen unvollständig aufgestellt. Freilich sagt man, jeder kann sie einsehen und seine Eintragung beantragen. Aber wehe dem polnischen Arbeiter, der das tun wollte; er würde als Krakeeler entlassen(Sehr richtig! bei ben Polen.), und wenn er dem Gutsherrn unentbehrlich wäre, würde er zum mindesten schikaniert werden.(Zustimmung bei den Polen.) Erstaunt war ich, daß man uns und den Sozialdemokraten politischen Boykott vorwarf: bei uns wird der politische Boykott den Behörden zur Pflicht gemacht.(Sehr richtig! bei den Polen.) Redner zeigt an einer großen Zahl von Einzelfällen, welcher TerroriSnuls bei den Wahlen gegen die Polen ausgeübt ist. DaS Haus vertagt die weitere Beratung. Abg. Gyßling(frs. Vp.)(zur persönlichen Bemerkung): Die Be« hanptung der konfervativen Presse, die gestern wiederholt wurde, daß der Borsitzende einer freisinnigen Königsberger Versammlung erklärt hat, her einer Stichwahl zwischen Konservativen und Sozial- demokraten sei der Sozialdeinokrat als das kleinere Uebel zu be- trachten, entspricht nicht der Wahrheit. Nächste Sitzung: Sonnabend 11 Uhr. Tagesordnung: Dritte Beratung des Gesetzentwurfs über den Hinterbliebenen« Versicher ungS- und den Rrichsinvalidenfonds: zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die B e r u f S z ä h l u n g: erste Beratung deS Gesetzentwurfs über die Mais st euer: Fortsetzung der heutigen Debatte. Schluß 6'/. Uhr. Sicherheit, Bequemlichkeit und Ruhe auf der Straße erblickte.— Diesen etwas merkwürdigen Standpunkt vertrat auch der S t a a t S» anwalt in der Verhandlung vor der Berufungskammer, und be- cmtragte deshalb eine Geldstrafe von 20 M. Rechtsanwalt Dr. Heinemann als Verteidiger des An. geklagten führte demgegenüber auS. daß diese an und für sich nur recht geringfügige Sache durch die Deduktion der Anklagebehöcde doch eine recht weittragende Bcdeutuug erhalten habe. Wenn näm- lich die Anschauung deS Staatsanwalts Geltung haben solle, dann wäre ein Schutzmann ja ohne weiteres berechtigt, ein Reichsgesetz außer Kraft zu setzen. Das Recht deS Streikpostenstehens sei laut Entscheidung deS Reichsgerichts ein integrierender Bestandteil des den Arbeitern gesetzlich gewährleisteten KoalitionsrcchtS. Das Ansprechen von Arbeitsuchenden aber mache ja gerade das Wesen des Streikposten st ehenS aus. WaS nütze den Arbeitern denn das Recht deS Streikpostenstchcns. wenn ihnen dabei nicht gleichzeitig gestattet wäre, in friedlicher Weise die Arbeitsuchenden anzusprechen und sie auf den Streik auf- merisam zu machen.— DaS Gericht schloß sich den Ausführungen deS Verteidigers vollinhaltlich an und erkannte auf Fre-i- s p r e ch u n g. Gegen die Anmaßung mancher Hauswirte fällte gestern die zweite Strafkammer des Landgerichts Berlin II ein durchaus zutreffendes Urteil, welches in Mieterkreisen allseitigen Beifall finden dürfte. Auf der Anklagebank hatte die taub- stumme Näherin Marie Fritsch Platz zu nehmen, die sich wegen Hausfriedenbruchs verantworten muhte. Als Dolmetscherin nahm-die Taubstumanenlehrerin Frau Schenk an der Verhandlung teil. Die Llngcllagte hängt mit großer Liebe an einem kleinen Hündchen, von welchem sie auf Schritt und Tritt begleitet wird. Diese Anhänglichheit des Tierchens sollte die An- geklagte in eine sehr unangenehme Situation bringen. Sie be- suchte häufig eine Bekannte, die in-dem Hause des Hauseigen- tünters Lilicnthal wohnte. Dieser zählt zu jenen Leuten, die aus irgend einem Grunde gegen HcruStiere eine Antipathie haben. Trotzdem sich der Hund der Anjje-klagten überaus sittsam in dem L.schen Hause benahm und sich keiwerlei Berstöße gegen die Reinlich- keit zuschulden kommen ließ, vcrkot Herr L. der Angeschuldigten, den Hund fernerhin in das Hans zu bringen. Diese» Verbot wurde der F. auf einem Zettel mitgeteilt. Anfänglich mutzte „Flockchen" auch zu Hause bleiben, schließlich aber brachte cS die Angeschuldigte nicht mehr fertig, ihre einzige Freude einzusperren. Als sie wieder einmal mit dem Hunde einen Besuch abstattete, verbot ihr der Hundeseind das Haus, mit dem Bemerken, daß er sie ohne das Tier unbehindert aus- und eingehen lassen werde. Als die Angeklagte trotzdem dieses eigenartige Verbot überschritt, er- stattete Lilienthal eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Diese hatte auch tatsächlich ein Strafverfahren zur Folge und die be- dauernswerte Hundeliebhaberin mußte sich den Unannehmlichkeiten einer Gerichtsverhandlung aussetzen. Das Schöffengericht hielt einen Hausfriedensbruch für erwiesen und verurteilte die Angeklagte zu 10 M. Geldstrafe. Hiergegen legte Rechtsanwalt M a r ch a n d als Verteidiger der Angeklagten Berufung ein, sodatz die Sache nunmehr die Strafkammer beschäftigte. Den Ausführungen des Verteidigers entsprechend hielt da« Be- rufungsgericht einen Hausfriedensbruch nicht für f e st g e ft e l l t. Zu den Rechten des Mieters gehöre es natürlich auch. Besuche zu empfangen. Man könne es keinesfalls dem Hauswirt zubilligen, aus eigener Willkür heran? die Beglei- tung des Besuches vorschreiben z-u können. Selbst wenn der Eigen- tümcr in dem vorliegenden Falle es der Angeklagten ausdrücklich verboten habe, das HauS in Begleitung des Sundes zu betreten, so sei dieses'Verbot absolut hinfällig. Die Strafkammer hob aus diesen Gründen das erste Urteil auf und erkannte auf kostenlose Freisprechung. Weshalb mußte die Anllage überhaupt erhoben werden? bottich Wegen Former R. �ericbts- Leitung. Steht ein Schutzmannsbefehl über dem Reichsgesetz? Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft müßte dies eigentlich der Fall sein. War da unlängst der Metallarbeiter W. mit einem polizeilichen Strafmandat beglückt worden, weil er anläßlich deS Streiks in den Siemenswerken in seiner Eigenschaft als Streikposten Arbeitsuchende angesprochen hatte. Er sollte sich da. durch gegen die berühmte Straßenordnung vergangen haben. In wie sinnreicher Art dieses Bergehen herausdestilliert wurde. darüber gaben die Ausführungen der Anklagevertreter vor dem Schöffengericht und darauf jüngst vor der Strafkammer inter- effanten Aufschluß. Der„Verbrecher" hatte nämlich gegen das Strafmandat die gerichtliche Entscheidung angerufen und war vom Schöffengericht zu Charlottenburg kurzerhand frei. gesprochen worden, weil sich irgend ein Verstoß gegen die Straßenordnung nicht feststellen ließ. Der Amtsanwalt legte Be- rufung ein und machte zu deren Begründung folgendes geltend: Als sich der Polizeiwachtmeister Man-teufel zur Beobachtung der Streikposten auf dem Nonnendamm befand, teilten ihm Arbeits- willige mit, sie feien von Streikposten angesprochen und damut be- lästigt worden. Der Beamte trat darauf an den Angeklagten heran und sagte zu ihm:„W e n n S i e noch einmal ArbettS- willige ansprechen, s o sistiere ichSie." Hiermit, so deduzierte die Amtsanwaltschaft, habe der Wachtmeister eine An- ordnung erlassen, welche zur Erhaltung der Sicherheit, Bequemlich. keit und Ruhe auf der öffentlichen Straße unbedingt erforderlich war und welcher der Betroffene unter allen Umständen Folge zu leisten hatte. Do dieser trotzdem Arbeitsuchende ansprach, so war seine Sistierung und die Verfügung deS Strafmandates berechtigt. Nicht das Streikpostenstehen an sich sei dem An- geklagten verboten worden, sondern nur das Ansprechen van Arbeitsuchenden, worin der Beamte nach seinem indivi. duellen Ermessen mit Recht eine Beeinträchtigung der Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwSrtI Ouchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, Graf Pückler- Kl.-Tfchiene stand gestern wieder einmal vor der dritten Strafkammer deS Landgerichts l, um sich wegen Auf- reizung zu Gewalttätigkeiten zu verantworten. Der Angeklagte verbüßt zurzeit eine ihm am 20. Oktober auferlegte Strafe von drei Monaten Gefängnis und wurde deshalb aus dem Gefängnis in Tegel vorgeführt. Zur Anklage standen zwei Reden der bc- kannten Art, die der Angeklagte am IL. Inn, v. I. bei Buggen- Hagen und am 3. Juli in den Arminhallcn gehalten hat. Bezüglich dieser beiden Reden beschloß der Gerichtshof die Einstellung des Verfahrens, da er annahm, daß das Urteil vom 20. Oktober eine einheitliche fortgesetzte Handlung feststellte und die jetzt in Frage stehenden beiden Reden zeitlich vor der Verurteilung gehalten sind.— Alsdann verhandelte das Gericht über eine dritte Rede, die der Angc- klagte am 6. November». I. in Kellers Festsälen gehalten hat. In dieser Sache hat schon einmal Termin angestanden, der aber der Vertagung verfiel, weil der Angeklagte Gelegenheit haben wollte, Zeugen zu laden. Er hat aber solche später nicht an- gegeben, wiederholte jedoch im heutigen Termin den Vertagung«- antrag, der vom Gerichtshof abgelehnt wurde.— In der inkrimi- nierten Rede hat der Angeklagte nach den Aufzeichnungen des über- wachenden Polizeioffiziers u. a. die Offiziere und Soldaten und die Polizeioffizierc aufgefordert, mit ihm einmal eine fröhliche „Bierreise" Unter den Linden zu machen und die dortigen Lokale zunächst von den„Ratten und Mäusen" zu säubern. Im Anschluß an einen damals vorgekommenen Diebstahl bei Salinger u. Lipp- mann, wo 14 000 M. gestohlen worden sind, riet der Angeklagte seinen Zuhörern, persönlich zu Juden hinzugehen und dort zu ..pumpen", wie ia erst neulich einige forsche Kerle gepumpt hätten: sie hätten das Geld bis jetzt noch nicht zurückgebracht und würden es hoffentlich auch nicht tun. Dann trat in der Diskussion ein junger Mann auf und erzählte, daß er kürzlich bei einem Juden habe einbrechen wollen, aber abgefaßt und zu drei Monaten Ge- fängnis verurteilt worden sei. Er wollte wissen, was er denn nun machen solle, denn er sei mittellos und ohne Arbeit und erhielt vom Angeklagten die Antwort, daß er doch auch, wie jene forschen Kerle bei einem Juden„pumpen" solle.— Der Angeklagte bestritt. zu Gewalttätigkeiten angereizt zu haben. Er vertrete eine von Gott gewollte Sache, er wolle die infernalische Macht dcs Juden- tumS brechen und müsse in Volksversammlungen eine kräftige und humoristische Sprache führen.— Der Staatsanwalt beantragte eine Zusatzstrafe von 0 Wochen GefänaniS. DaS Gericht erkannte auf einen Monat Gefängnis. DaS Versprechen deS Arbeitgebers. Vergehen gegen Z 163 der Gewerbeordnung war der zu Elsterwerda angeklagt. Er sollte anläßlich eines Streiks im dortigen Stahlgutzwerk zu einem Arbeitswilligen gesagt haben:„Na. das hätte ich nicht von Dir gedacht, daß Du jetzt in der Bude arbeiten würdest", und ihn dabei beleidigt haben. Nach- gewiesen wurde nun durch Zeugnis des Gauleiters Zernicke- Berlin, daß der Streik lediglich deshabb ausgebrochen war, weil der Eisengicßereibesitzer Dietrich fein gegebenes Versprechen nicht urnegehalten hatte. Dieses bezog sich darauf, daß er die An- schaffung von fchlenden Werkseugen-, Werkzeugkästen, Kleider» spinden und Wascheimern innerhalb zwei Wochen absolut fest zu- sicherte, seine Zusage aber nicht hielt. Das Urteil stützte sich auf die Ausführungen der Verteidigung, von der eingewandt wurde, daß die§§ 152 und 153 der Gewerbeordnung hier keine Anwendung finden könnten, weil die Arbeiter durch den Streik lediglich das erstrebten, worauf sie einen vertragsmäßigen Anspruch hatten. Es habe sich daher nicht um eine Erlangung günstipever Lohn« und Arbeitsbedingungen gehandelt, sondern um die Auf» rechterhaltung vertragsmäßiger, also rechtskräftig be- stehender Lohn- und Arbeitsbedingungen. Es mußte daher auf Freisprechung erkannt werden. Nr. 64. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die russische Revolution: Ein Symbol. Sonnabend, 16. März 1907. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. ( Sitzung vom 15. März.) Broschüre veröffentlicht, die in den nächsten Tagen erscheinen wird. Diese Broschüre enthält die Reden der Genossen Bebel, Singer und David, sowie des ZentrumsPetersburg, 15. März. Heute morgen gegen 5% Uhr ist die abgeordneten Gröber. Soweit es zum Verständnis dieser Dede des Sigungssaales der Reichsduma eingestürzt. Als Ursache Reden erforderlich ist, werden auch die der gegnerischen des Einsturzes wird Baufälligkeit des. Saales angenommen. In den Etat find 892 320 m. eingestellt für Grunderwerb Abgeordneten und des Reichskanzlers aufgenommen. Die zum Bau eines Reichs- Militärgerichts in Berlin. Jezt befindet Petersburg, 15. März.( Meldung der Petersburger Tele- Broschüre dürfte für jeden der agitatorisch tätigen Genossen sich dieses oberste Militärgericht in Mieträumen, für die fast, graphen- Agentur.) Ueber der heute früh eingestürzten Dede des unentbehrlich sein. Bestellungen bittet der Verlag schon jetzt 100 000. Miete bezahlt werden. Die Forderung ist schon Reichsdumasaales befanden sich Ventilationsvorrichtungen mit einzusenden.- Für Agitationszwecke gibt die Buchhandlung wiederholt abgelehnt worden, teils wegen zu hohen Preises des großen Blasebälgen. Das große Gewicht dieser Apparate und die Vorwärts die Reden der Genossen Bebel, Singer und Geländes, teils weil dasselbe nicht günstig gelegen war. Auch jetzt Baufälligkeit der Dede werden als Ursache des Einsturzes an: David auch einzeln heraus. Diese Broschüren sind für die wendet sich der Referent( Erzberger) gegen die Forderung, weil gesehen. Zweihundert Size in der Mitte des Saales sind mit herabgefallenen Brettern und Stuffatur bedeckt; ein kostbarer Massenagitation bestimmt und werden zu billigen Preisen an der frühere zu teure Plak wieder vorgeschlagen Stronleuchter wurde vernichtet. Die Wiederherstellung der Dede die Agitationskomitees usw. abgegeben. Bestellungen sind worden ist. Es seien viel billigere Grundstüde zu haben, dürfte etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Nach neueren Be- umgehend zu richten Der Präsident des Reichsmilitärgerichts rechtfertigt das die Buchhandlung Vorwärts, Projekt, und Schaksekretär v. Stengel unternimmt eine kleine stimmungen wird die für heute anberaumte Sigung im Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Flucht in die Oeffentlichkeit mit seinen Beschwerden gegen die Statharinensaal des Taurischen Balais abgehalten werden; auf Eine Reihe der besten, älteren Parteischriften sind foeben Ressorts, die viel zu hohe Anforderungen stellten! Zu Wunsch der Abgeordneten findet vorher Gottesdienst statt. im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, in neuer die jeder Genosse lesen sollte: Auflage herausgegeben worden. Wir nennen folgende Schriften, die jeder Genosse lesen sollte: Das zaristische Staatsgebäude ist nicht minder baufällig als die Dede des Dumajaales. Je früher jenes einstürzt, desto eher Das zaristische Staatsgebäude ist nicht minder baufällig als wird das russische Bolt es sich nach seinem Geschmad neu auf bauen können. Reichsduma. Petersburg, 15. März.( W. T. B.) Die Sizung, der der Ministerpräsident Stolypin und mehrere andere Minister bei wohnen, wird um 11½ Uhr im sogenannten Runden Saale des an Laffalle, Ferdinand: Arbeiterprogramm. Ueber den besonderen Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. Mit Vorbemerkungen herausgegeben von Eduard Bernstein. Preis 75 Pf. Agitationsausgabe 30 f. Kautsky, Karl: Die soziale Rebolution. I. Sozialreform und soziale Revolution. II. Am Tage nach der sozialen Revolution. Preis 1,50 M. 40 Pf. Am Tage nach der sozialen Revolution 30 f. AgitationsSozialreform und soziale Revolution. Ausgaben. diesen Refforts zähle auch die Militärverwaltung; er hoffe, daß der Reichstag den Schatsekretär stets gegen unerfüllbare Ansprüche unterstüßen werde. Die Forderung wird schließlich borläufig zurückgestellt; es sollen noch weitere Bemühungen un billigere Grundstücke gemacht werden. Nunmehr wird die Beratung des Postetats fortgefekt. Zunächst werden 9574 000 M. Miete für Geschäfts- und Wohne räume der Post verlangt. Genosse Singer wendet sich gegen Marg, Karl: Lohnarbeit und Kapital. Separatabbrud aus die Bewilligung einer so hohen Summe als Sammelposten; das Taurischen Palastes eröffnet. Viele Deputierte können den der Neuen Rheinischen Zeitung" vom Jahre 1849. Neu Heraus- laufe darauf hinaus, daß die Poſt einen Dispositionsfonds erhalte, Präsidenten nicht verstehen. Es entsteht große Unruhe, der über dessen Verwendung im Einzelnen der Budgetkommission Bräsident hat Mühe, die Protestruse zu unterdrüden. Die Fraktion gegeben mit einem Vorwort von Karl Kautsky. 75 Pf. Agitations- iebe Kontrolle fehle. Man müsse verlangen, daß die Mieten in der Kadetten beantragt, die Beratungen zu unterbrechen angesichts ausgabe 25 Pf. spezialisierter Liste mitgeteilt werden; das perhindere der Unmöglichkeit, unter solchen Verhältnissen zu arbeiten.( Bei- In der Einleitung, die Friedrich Engels dieser vorzüglichen jedenfalls etwaigen Mißbrauch, da den Abgeordneten dann für den fall.) Andere Deputierte unterstüßen den Antrag. Der sozial- Agitationsschrift über das Wesen der heutigen Produktionsweise Breis eine gewisse Stontrolle gegeben fei. Diesem Verlangen demokratische Abgeordnete Alerinsty sagt, ihm scheine es, als vorausschickt, gibt er eine flare ökonomische Auseinandersetzung über schließen sich mehrere Abgeordnete an. Der Posten wird dann ob die Mitglieder der Rechten ein Komplott organisiert hätten. die verschiedenartigen Begriffe: Arbeit und Arbeitskraft. Stautsty bewilligt. Nicht ohne Interesse ist die hierbei bekannt gewordene ( Beifall links.) Der Präsident ruft Alerinsky zur Ordnung. erläutert in seinem Vorwort, weshalb er nicht wieder die Engelssche und von Singer entsprechend beleuchtete Tatsache, daß für das Mehrere andere Deputierte treten dafür ein, daß die Beratungen Ausgabe, sondern einen Abdruck nach dem Original der Rheinischen Postgebäude Kiautfchou 20 000 M. Miete bezahlt wird! Staatsunterbrochen werden, bis sich ein neuer Raum für die Zeitung" Herausgegeben hat. sekretär Kraette gibt das nicht nur zu, er teilt noch mit, daß Sigungen gefunden habe. Unter großer Unruhe des Hauses bringt ieht 42 Beamte dort beschäftigt seien und daß man, da das ganze aber es sei der Präsident den Antrag zur Abstimmung, daß die Beratungen Haus gemietet sei, sogar 32 000 M. Miete bezahle unterbrochen werden und das Präsidialbureau der Reichsduma Berlin. beauftragt wird, fich mit der Regierung ins Benehmen zu ſehen, auf den Bau von Postgebäuden beziehen und einschließlich der im pro Quadratmeter viel weniger als in Die einmaligen Ausgaben, die sich in der Hauptsache damit eine Stätte für die Fortführung der Beratungen her gerichtet werde. Der Antrag wird fast einstimmig angenommen Notetat bewilligten Summen rund 16 Millionen betragen, werden und die Situng sodann um 12% Uhr geschlossen. Beide Schriften hängen miteinander zusammen, jede einzelne genehmigt bis auf die Anforderung für Grunderwerb in der bildet aber ein abgeschlossenes selbständiges Ganzes. Die erste be- Französischen Straße in Berlin. Bei dieser Position kritisiert handelt den Begriff der sozialen Revolution, ihre Entwickelung und Singer scharf die Treibereien der bürgerlichen Presse, die die Petersburg, 15. März.( Meldung der Petersburger Tele- Wandlung und erörtert die Frage, ob diese Wandlungen die Ne- dortigen Grundbefizer veranlaßt haben, bei ihrer unerhörten Forgraphen- Agentur.) Nach Schluß der heutigen Dumafißung lub volution fünftig unmöglich und unnötig machen oder einen neuen derung stehen zu bleiben; er schlägt vor, die Forderung nun endMinisterpräsident Stolypin den Dumapräsidenten Golowin in den Typus einer fozialen Revolution vorbereiten. Die atveite unter- gültig abzulehnen; die Post möge sich noch weiter mit den bisMinisterpavillon, wo auch mehrere Minister anwesend waren. Nach sucht die Aufgaben, die dem Proletariat am Tage nach der Revolution herigen Lokalitäten behelfen; es werde sich später schon etwas furzer Beratung wurde beschlossen, den unbeschädigten Teil der zu lösen gestellt sind, deren Schwierigkeiten und die Hülfsmittel zur Passendes finden. Die Grundstückspreise sind in den letzten Jahren Saaldecke zu beseitigen und vorläufig eine Segeltuchdecke herzu- Lösung. derart in die Höhe getrieben worden, daß von Maß und Ziel überstellen, damit die Sigungen am 20. März wieder aufgenommen werden können. Der Dumasaal zeigt ein trauriges Bild der haupt nicht mehr gesprochen werden kann. Das darf nicht so Zerstörung. Fast Dreiviertel der Deckenbekleidung sind herabweiter gehen. Müller Fulda ist der Meinung, daß jeht für das Grundgestürzt und haben die Size der Linken, des Zentrums und eines Stück 200 000 m. zuviel bezahlt werden; an der Börse zeige fich Teils der Rechten verunstaltet und mit Trümmern bedeckt. Hätte ein Sturssturz; es dürfte also später vorteilhafter gekauft werden. sich ein derartiger Einsturz während einer Sigung ereignet, fo Die Forderung wird einstimmig abgelehnt. wären wenigstens 200 Abgeordnete unter den Trümmern beWiederholt haben sich unsere Parteitage mit Anträgen zu be- Jm außerordentlichen Etat werden für Fern. graben worden! Die Architekten erklären den Einsturz der Decke dadurch, daß der Sizungssaal ursprünglich ein niemals geheizter schäftigen gehabt, welche die Ausmerzung der Fremdwörter aus iprechzwede 44 835 000 m. bewilligt. Singer fragt an, wie Wintergarten war, auch noch während der Tagung der ersten unserer Parteipresse verlangten. In einem Vorwort legt der Ver- es mit der Herstellung einer direkten Fernsprechleitung von Duma. Der jetzt durch Heizung und Lüftung herbeigeführte fasser, Genosse Adolf Braun, dar, daß der Gebrauch fremder Worte Mannheim- Karlsruhe Pforzheim nach Hamburg steht. Temperaturunterschied habe offenbar den Umfang der mit fonischen auf das notwendigste Maß eingeschränkt werden muß, daß es aber staatssekretär Sybow erklärt, daß die Linie Mannheim- Hamburg Nägeln befestigten Holzbalken verändert, weshalb die Stuftatur unmöglich ist, gänzlich auf den Gebrauch solcher, fremden Sprachen mit anderen großen Linien gestrichen werden mußte wegen herabstürzte. entnommener Borte zu verzichten. Der Verfasser hat deshalb die des hohen Kupferpreises. Hätten die 5 projektierten Zeitungen Die sozialdemokratische Fraktion am häufigsten in der Tagespresse vorkommenden Fremdwörter und gebaut werden sollen, so hätte das einen Schaden von 5½ Milpolitischen Schlagworte zusammengestellt und nach ihren Begriffen Tionen bedeutet. soll wie ein Wolff- Telegramm aus Petersburg meldet erläutert. Das Format ist so eingerichtet, daß das Büchlein bequem endgültig erklärt haben, daß sie ihre Absicht, auf die Er- im Taschenkalender untergebracht werden kann, damit es der Arbeiter flärung der Regierung zu antworten, nicht aufgeben tönne. stets zur Hand hat. Zu beziehen ist dasselbe durch alle Buch Die oppofitionellen Fraktionen hielten am Donnerstag- handlungen, Kolporteure und gegen Einsendung von 33 Bf. direkt abend noch einmal Beratungen über ihre Haltung gegenüber bom Verlag. der zu erwartenden Regierungserklärung ab, ohne daß ein endgültiger Beschluß erzielt wurde. Die Sozialdemokraten erflärten, wie gesagt, daß sie bei ihrem Beschlusse verharren, zu und schlugen der Arbeiterpartei vor, sich ihnen anzuschließen; die lettere weigert sich aber. Man beschloß, die Frage am Freitag in einer Pause der Dumasizung, die vor der Verlesung der Regierungserklärung stattfinden soll, nochmals in den Fraktionen zu beraten. $ In zweiter, vielfach verbesserter und wesentlich vermehrter Auflage ist soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienen: Zeitungsfremdwörter und politische Schlagworte. Verdeutscht und erläutert von Adolf Braun. Preis 30 f. . UnterBei der nun folgenden Beratung der Gehaltsforderungen werden die Anträge auf Gehaltserhöhung und Teuerungszulagen mit besprochen. Eine längere Diskussion entsteht über die prinzipielle Frage, ob die Gehaltserhöhungsanträge, falls sie angenommen werden, sofort in den Etat einzusehen seien oder ob der Weg der Resolution gewählt werden solle. Den ersteren und sicherreren Weg beantragt das Zentrum, und Singer tritt Im Verlag des, Voltsblattes für Anhalt" namens der Sozialdemokraten lebhaft dafür ein, entsprechend der Dessau erschien soeben: Der Mord in Kleinmöhlau. Kritische Untersuchung von Heinrich Be u 8. 32 Geiten 10 Pf. " Haltung der Sozialdemokraten bei den Teuerungszulagen. Der Block dagegen beantragt, die Forderungen in die Refolutions form zu fleiden. Für den sicheren Weg: die For tionsform derungen in den Etat einzustellen, stimmen nur 11 Abgeordnete Diese Broschüre enthält die stenographischen Berichte der Ver-( Sozialdemokraten und Zentrum), die Blodresolution findet Anhandlungen des anhaltischen Landtages, die sich mit dem Morde be- nahme. Im einzelnen wird in der Resolution verlangt: das Gehalt schäftigten, aus den ausführlichen Berichten über die Prozeß der Bureaubeamten 2. Klasse bon 1500-3000 M. auf 1800 bis verhandlungen des Wolfsblattes" und des anhaltischen Staats- 3600 W. zu erhöhen. Das Gehalt der Unterbeamten soll von Das Berl. Tagebl. erhielt gestern( Freitag) abend folgende Anzeigers" alle Stellen, die irgendwie über den Charakter des Ver- 1000-1500 2. auf 1000-1600 202., das der Postsekretäre von Privatdepesche: brechens Aufschluß geben können. Daran schließt sich eine kritische 1700-3500 2. auf 2000-3800 M., das der Postassistenten bon Petersburg, 15. März. Gestern abend nahm die Polizei Würdigung der Verhandlungen, und eine Wiedergabe von Preß- 1500-3000 2. auf 1800-3600 M. erhöht werden. Endlich sollen bei dem sozialdemokratischen Abgeordneten äußerungen dazu. Den Schluß machen einige Ausführungen über noch Unterbeamtengehälter erhöht werden, und zwar von 900 bezw. Dshaparidse Gschechina eine Haussuchung vor, wobei das, was denn in Wahrheit der Politiker aus dem Verbrechen 1000-1500 W. auf 1000-1600 M. und von 800-1000 9. auf 900-1100 9. Die letztere Erhöhung, die die Landbriefträger neun in der Wohnung anwesende unbeteiligte Per- Der Landesvorstand der Sozialdemokratie Anhalts bemerkt in betrifft, ist von den Sozialdemokraten beantragt, weil sie sonen sowie mehrere russische Korrespondenten einem Begleitschreiben zu der Broschüre: Bei dem Bestreben der in anderen Anträgen fehlte; die anderen Parteien haben fie berhaftet wurden. Die Haussuchungen hängen einerseits Reichsregierung und der anhaltischen Landesregierung durch deren dann schleunigst in ihre Anträge aufgenommen. Zum Schluß wird mit einer von mehreren Abgeordneten unter Fabritarbeitern Bertreter, Reichskanzler Fürst Bülow Staats den Mechanitern, Maschinisten usw. Anfangs- und Marimalgehalt begonnenen Agitation, andererseits mit einer Bestimmung des minister v. Dallwitz, der Sozialdemokratie diesen Mord an die nach den Vorschlägen des Ergänzungsetats auf 1400-2600 W., ben Stadthauptmanns zusammen, die alle Privatber- Rodfchöße zu hängen, dürfte es ratsam sein, wenigstens unseren Unterbeamten in gehobener Stellung von 1200-1800. auf 1400 sammlungen bei Abgeordneten der Linten agitatorisch tätigen Genossen Gelegenheit zu geben, fich mit dem bis 1800 erhöht. untersagt, und als Versammlung ein 8usammen Borkommnis durch Lesen der Broschüre, die wir zum SelbstloftenZusammenpreise sein von fünf Menschen betrachtet.(!!!) Durch diese preise abgeben, vertraut zu machen, um in der Agitation darauf reagieren zu können." Haussuchungen ist die Erregung der Sozialdemokraten reagieren zu können." begreiflicherweise ungemein gesteigert. lernen fann". " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Judenmetelei. Freigesprochen wurde vom Schöffengericht zu Magdeburg der Genosse Vogeler zu Magdeburg. Er hatte vor Der Hülfsverein der deutschen Juden erhält das nachstehende der Wahl in seinem Schaufenster Blafate ausgehängt mit der AufTelegramm: forderung: Wählt Pfannfuch!" Die Plakate waren konfiziert Petersburg, 15. März. Nachdem gestern vage Gerüchte über worden und unser Genosse hatte ein Strafmandat über 10 M. er einen Bogrom in Elisabethgrad umliefen, besagen jetzt die ersten halten wegen Vergebens gegen das Plakatgesetz. Genosse Vogeler zuverlässigen Telegramme, daß der Verband des russischen hatte richterliche Entscheidung beantragt. Das Urteil lautete auf Volkes daselbst den ernsten Versuch einer Judenmezzelei veranstaltete. Freisprechung unter Auferlegung der Kosten auf die StaatsEin Jude wurde erschlagen, die Zahl der Verwundeten soll groß sein. fasie. Das Gericht war der Meinung, daß in diesem Falle das Alle Läden find geschlossen. Panit herrscht in der Stadt und Um- Plakatgefez zu Unrecht in Anwendung gebracht worden sei. gebung. Bittern die Leute vom Verband des russischen Volkes" schon wieder Morgenluft? Das Verhalten der Regierung ist allerdings nur zu sehr dazu angetan, den Bogromhelden und ähnlichen Busenfreunden Stolypins Mut einzuflößen. Die Unruhen unter den Studenten. Petersburg, 15. März.( B. S.) Trotzdem der entlassene Rektor der Technischen Hochschule, Fürst Gagarin, die Studenten schaft aufs eindringlichste ermahnt hat, nicht in den Streit einzutreten, beharren diese auf ihrem Entschluß und werden morgen mit dem Ausstand beginnen, Aus der Partei. Parteiliteratur. Die Reben der Reichstagsabgeordneten zum Reichshaushalt etst werden von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, in einer Nächste Sigung Dienstag. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bea nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 1hr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. März, vormittags 8% hr, im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Bersammlung. Frankfurterftr. 6: Vortrag von Herrn Prof. Dr. A. Gehrke über: Bormittags 10 Uhr in der Schul- Aula, Kleine Freireligiöse Vorlesung. greidenfer Reimarus und Lessing". Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Der Sozialdemokratischer Agitations Verein für den Wahlkreis Arnswalde Friedeberg. Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 4%, Uhr, im Lokale von Boeker, Weberstr. 17: Außerordentliche Generalversammlung. Lese- und Diskutierklub„ Sokrates". Sonntag, den 17. b. M., bei Litfin, Manteuffelstr. 67: Vortrag. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Zu Wasser und Brot verurteilt wurden am Dienstag vom Kriminalgericht in Kopenhagen 13 Mitglieder des SoziaFiliale Berlin 3. Sonnabend, den 16. März, abends 8, Uhr, bei stayser, Reichenbergerstr. 157: Mitgliederversammlung. Filiale Berlin 4. Sonnlist is chen Jugendverbandes Dänemarks und zwar abend, den 16. März, bei Mertowski, Andreasstr. 26: Mitglieder der Vorsitzende des Verbandes, Mittel Kristensen, zu sechs versammlung. Filiale Berlin 6. Sonnabend, den 16. Mara, abends mal fünf Tagen, die übrigen jeder zu zweimal fünf Tagen. Ihr 8 Uhr, bei Wiesenthal, Aderstr. 123: Mitgliederversammlung. ,, Verbrechen" war, daß sie eine Extranummer ihres Verbandsorgans Ny Tyd", das antimilitaristische Artikel enthielt, unter Soldaten berbreitet hatten. In den Artifeln wurden die Soldaten unter Hinweis auf die Ereignisse in Rußland ermahnt, wenn fie in eine ähn liche Lage wie das russische Militär tommen sollten, nicht auf ihre Klaffengenoffen zu schießen. Gedenke daran," so schloß ein Artikel, „ daß, wenn einmal" Feuer" tommandiert wird, nicht der Kommandant, sondern Du derjenige bist, der bestimmt, in welcher Richtung die Kugel abgeschossen wird!" Das harte Urteil, das auf Grund des militärischen in VerBindung mit dem bürgerlichen Strafgesetzbuch gefällt wurde, hat in weiten Streifen Entrüstung hervorgerufen und fann natürlich feineswegs dazu dienen, die antimilitaristische Agitation zu erstiden. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Bindenfer. I. wochentäglich von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Rigdorf, Erfstraße 1. Sie müffen sich an die Landesversicherungs anstalt der Provinz Brandenburg, Matthäilirchstr. 19, wenden. Wasserstand am 15. März. Elbe bet luffig-- Meter, bei Dresden 81 dp. Elbe Elbe bei Magdeburg 2,14 Meter, bei Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor 1,42 Meter. Dbet - 0,63 Meter. Reißemündung 176 Meter. Dber bet Breslau Oberbegel bei Brieg 2,60 Meter Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 16. März Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Salome.( Anfang 8 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Das Glas haus. Deutsches. Das Wintermärchen. Nenes Schauspielhaus. Weh' dem, der lügt. Leffing. Die Stüzen der Gesell. fchaft. Lortzing. Der Mikado. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Jm bunten Rod. Schiller- Theater Charlottenburg. Der Kaiserjäger. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Th.) Adieu, Therese. Sein Alibi. Zentral. Der blaue Klub. Westen. Die lustige Witwe. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Urania. Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Sizilien. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. 8 Uhr Dr. B. Donath: Die Röntgenstrahlen und ihre Verwertung. Residenz- Theater. Direktion Richard Merander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Rich. Alerander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittag 4 Uhr Kindervorstellung: Max und Moritz. Eine Bubengeschichte in 7 Streichen. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz b. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Montag, abends 8 Uhr: Jugend. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufz. v. Hans Brennert und Hans Ostwald. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Prater- Theater Kaftanien Alee 7-9. 10 1 Heute geschlossen. Morgen Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 7, Uhr: Sonntag, abends 8 br: Die fechfte Bitte. Die Braut von Messina. Montag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Schiller- Theater N. Zirkus Schumann Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. bends 8 Uhr: Adieu, Therese. Sein Alibi. Zirkus Busch. Anfang 7%, Uhr. Um 8, Uhr: Fortsetzung der International. RingkampfKonkurrenz um die Prämien v. 10 000 M. und den großen Goldpokal und das große Galaprogramm. Um 9, Uhr: ROM. Driginal Manege- Schauftüd in 7 Bildern." Sonntag, den 17. März cr.: 2 große Galavorstellungen In beiden Vorstellungen: Rom. Kinder unter 10 J. halbe Preise. Berliner. Der Hund von Baster. Der Hüttenbesitzer. nachm. 4 und abends 7, br. ville. Romische Oper. Hoffmanns Er. zählungen. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Schühen. liesel. Thalia. Dlympische Spiele. Luifen. Der Hüttenbesizer. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Schauspiel in 4 Atten v. G. Dhnet. Sonntag 3 Uhr: Sherlock Holmes. Abends 8 Uhr: Der Trompeter bon Säktingen. Deutsch- Amerikanisches Theater. 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Nachher: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Deutfcher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Zimmer 34, Amt IV, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5. Amt IV, 9679. Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide 108/114: General- Versammlung. Zages Drdnung: 115/6 1. Antrag der Ortsverwaltung und Vertrauensleute betreffend zeitweise Erhöhung des Lokalbeitrages. 2. Jahresbericht der Ortsverwaltung, Jahresbericht des Rendanten und Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des ersten Bevollmächtigten, eines Revisors und zweier Beisitzer, Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Achtung! Von Dienstag, den 19. März, früh an befinden sich unsere gesamten Bureaus Charitéstr. 3, Hof. Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 18. März 1907, abends 6 Uhr, bei Graumann, Naunyn Straße 27: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Abrechnung von der Uraniavorstellung, Weihnachtsvergnügen und Maskenball. 2. Drganisationsangelegenheiten. a. Der 18. März des Bürgertums und die Aufgaben der Arbeiterklasse. 4. Diskussion. Referent: Redakteur Genosse Hans Block. 141/7 Zur Beachtung! Kollegen! Mit der 13. Beitragswoche werden die Mitgliedsbücher burch die Werkstattbelegierten eingezogen und mit der 14. Woche die neuen ausgegeben. Die Mitglieder werden bringlichst ersucht, bis dahin mit ihren Beiträgen in Ordnung zu kommen. Für Besuch obiger Versammlung ist rege zu agitieren. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin, Sektion 1( Brauer). Geschäftsstelle: 0 54, Linienstr. 19, I. Fernsprecher Amt VII 13 837. Sonntag, den 17. Mära, nachmittags 2, Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal I. Tages Drdnung: 41/12 1. Bortrag des Genossen Düwell: Die Lehren der letzten Reichstagswahl. 2. Bereins- und Tarifangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Der Vortrag beginnt präzise 3 Uhr. 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W a h l b e z i r k der dritten Abteilung, der zum sechsten Reichstagswahlkreis ge- hört und die Stadtbezirke L68, 293, 270. 271, 272, 274 umfaßt (Straßen in der Umgebung des Stettiner Bahnhofs). In diesem Bezirk hat nun eine E r s a tz w ah I stattzufinden. Nach§ 23 der Städte- Ordnung muß der Wahltermin mindestens 14 Tage vorher bekannt gegeben werden. In 14 Tagen haben wir Ostern, da wird man natürlich keine Wahl vornehmen. Die Ersatzwahl wird erst nach Ostern stattfinden, also nach dem 1. April. Eine neue Gemeindewählerliste wird für diese Ersatz- ivahl nicht aufgestellt. Zugrunde gelegt wird noch die Liste vom Juli 1906, das heißt: an der Ersatzwahl dürfen jetzt noch alle die- zenigen teilnehmen, die damals in der Liste für den 39. Wahlbezirk standen, auch diejenigen, die etwa seitdem aus dem 3 9. W a h l- bezirk verzogen sind oder inzwischen noch aus ihm Verziehen wollen. Zwischen der Aufstellung der Wähler- listen im Juli 1906 und dem Vollzug der Wahl nach dem 1. April 1907 werden zwei große Umzüge liegen, der Michaelisumzug vom vorigen Jahre und der Osterumzug von diesem Jahre. Ein er- heblicher Teil der Wähler wird also bereits aus dem Wahlbezirk verzogen sein, wenn die Wählerschaft zur Ersatzwahl schreiten wird. Das bringt besonders der Arbciterbevälkerung eine Er- schwerung der Agitation; denn gerade der Arbeiter sieht sich viel öfter als der selbständige Gewerbe- und Handeltreibende genötigt, seine Wohnung zu wechseln. ES dürfte sich empfehlen, daß im 39. Wahlbezirk unsere Ge- Nossen und Freunde genau darauf achten, wer in diesen Wochen aus dem Bezirk verzieht. Wenn sie durch eine Anfrage sich Kenntnis von der neuen Adresse eines etwa verziehenden Hausbewohners verschaffen, dann werden sie in der Lage sein, den an der Wahlagitation beteiligten Genossen durch Auskunfterteilung einen sehr schätzenswerten Dienst zu er- weisen. Manchmal wird sich auch die Adresse eines etwa schon im Oktober vorigen Jahres verzogenen Hausbewohners noch jetzt fest- stellen lassen. Die Straßen und Grundstücke, die zum 39. Wahlbezirk gehören, sind die folgenden: Bergstraße 6S, Borsig- straße ganz, Chausseestraße 1— 56 und 82—123, Eichendorffstraße ganz. Elsafferstraße 16— 40, Gartenstraße 1—32 und 84—115, Hannoverschcstraße 1— 8, Jnvalidenstraße 6—37 und 111—147, Kesselstraßc ganz. Novalisstraße ganz. Pflugstraße ganz. Schlegel- straße ganz. Schröderstraße ganz. Schwartzkopffstraße ganz, Ticck- straße ganz, Wöhlertstraße ganz. Zur Lokalliste. Den Vereinen und Gewerkschaften, welche Partien nach Rüdersdorf(Niederbarnim) planen, zur Kenntnis. daß uns das Lokal.Schützenhaus", Jnh. Robert Zademack, in Rüdersdorf(Dorf) zu Versammlungen nicht mehr zur Verfügung steht und bitten wir, dies besonders zu beachten. Die Lokalkommisston. Achtung! Vierter KreiS. Am Sonntag, den 17. März, der- anstaltet der Wahlverein ein Sinfoniekonzert verbunden mit Rezitationen revolutionärer Dichtungen. Das reichhaltige Programm verspricht einen genußreichen Abend. Billetts a 90 Pf. einschließlich Garderobe sind mr Bureau. Tilstterstr. 81, sowie in der ZeitungS- fpedition, 80. Lausitzcrplatz 14/15 zu haben. Nach dem Konzert: Tanz. Offene Kasse findet nicht statt. Sechster Wahlkreis.(Roscnthaler Vor st ad t.) Morgen Sonntagabend 6 Uhr, findet in WilkcS Saal, Brunnenstr. 188, eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse Atbrecht Fülle daL Thema behandelt:.Aus der Geschichte der deutschen Sozialgesetzgebung". Nach dem Vortmg findet gemütliches Beisammensein mit Tynz statt. Um regen Besuch der Versammlung ersucht Der Einberufer. Lichtenberg. Heute Sonnabend findet das Stiftungsfest des Wahlvereins im.Schwarzen Adler"(Gebr. Arnhold). Frankfurter- Chaussee 5/6 statt. Mitwirkende sind: Neues Toukünstler-Orchester. Dirigent Franz Hollfelder, und Fräulein Helene Hartwig, Hofopernsängerin. Nachher: Großer Ball. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Rudow. Sonntag, den 17. d. M.. nachmittags 4 Uhr. findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei A. Palm statt. TageS- ordnung: Wahl der Delegierten zur Kreis-Generalversammlung. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht. pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Gäste willlommen. Der Vorstand. Friedrichshagcn. Sonnabend, den 16. März, abends 8'/, Uhr. im Restaurant WilhelmLbad, Seestraße 45: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten über die letzte Kreisgeneralversammlung. 2. Die Speditionsfrage. 3. Die Erhöhung der Beiträge. 4. Die diesjährige Maifeier. 5. Aussprache über die letzte Rcichstagswahl. 6. Verschiedenes. Mahlödorf a. Ostb. Am Sonntagabend 6 Uhr findet im.Heide- krug"(Kiekemal) eine Volksversammlung statt, in welcher der Genosse W. Düwell über:.Die Ziele der Sozialdemokratie" referieren wird. Früh 3 Uhr: Flugblattverbreitung aus den bekannten Lokalen. Berliner JVachricbten. Die allgemeine Unentgeltlichkeit der Desinfektion ist eine alte Forderung der sozialdemokratischen Stadt- verordnetenftaktion, ihre Erfüllung ist aber bisher noch immer wieder an dem kleinlichen Ärämersinn der freisinnigen Mehr- heit der Stadtverordnetenversammlung gescheitert. Weil der Freisinn angeblich nicht will, daß ein paar Leute, die die Des- Infektion ohne Mühe bezahlen können, die Gebühren geschenkt kriegen, soll die große Zahl der Minderbemittelten, denen die Bezahlung schwer wird, entweder gleichfalls die Gebühren erlegen oder aber erst um die Niederschlagung bitten. Das ist um so ungerechter, da ja in der Regel nicht zum Schutze desjenigen desinfiziert wird, bei dem die Desinfektion vorgenommen werden muß, sondern zum Schutze seiner Nachbarschaft und der gesamten Bevölkerung, die da- durch gegen eine Uebertragung und Wcitervcrbreitung an- steckender �Krankheiten gesichert werden soll. Solange nicht für die Desinfektton allgemeine Ge- bührenfreiheit besteht, werden leider viele sich ab- schrecken lassen, überhaupt die Desinfektionsanstalt in Anspruch zu nehmen. falls sie nicht direkt von der Behörde dazu genötigt werden. Man möchte fast vermuten, daß gewissen Leuten im Rathause, die immer so gern die Pflicht der„weisen Spar- s a m k e i t" betonen, geradezu damit gedient ist, wenn die Inanspruchnahme der DesmfektionZanstalt nicht allgemein üblich wird. Die sozialdemokrattschen Mitglieder des Etats- ausschusses haben auch diesmal wieder den Antrag auf all- gemeine Unentgeltlich keit der Desinfektton eingebracht, und wieder ist er abgelehnt worden. Wird er einmal endlich doch angenommen, so kommt es zweifellos sehr bald zu einer sehr bedeutenden Vermehrung der Desinfektionen, die übrigens zum Teil auch nach den neuesten Gesetzesbestimmungen über die Erweiterung der Desinfekttonspflicht(z. B. bei Tuberkulose) schon zu erwarten ist. Dem Zeitpunkt, wo die Desinfektion so allgemein üblich wird, wie man sich das vor zwei Jahr- zehnten bei Gründung der Anstalt als möglich gedacht hatte. sehen die„weisen Sparer" des Rathauses mit Bangen ent- gegen, weil dann die Anstalt selbstverständlich noch sehr viel mehr Aufwendungen als heute erfordern würde. Der im Ausschuß mit knapper Mehrheit durchgedrungene Antrag, die unentgeltliche Desinfektion wenigstens jedem Hanshaltungs- vorstand zu gewähren, der ein Einkommen nur bis zu 3000 Mark hat, ist ein Kompromiß, von dem es uns noch sehr fraglich erscheint, ob die Ausführung den ge- wünschten Erfolg bringen wird. Auch so wird ja die gnädigst gewährte Niederschlagung immer noch vielen peilltich er- scheinen, so daß sie nach wie vor lieber ganz auf die Des- infektion verzichten werden. Niedergeschlagen konnte ja auch bisher schon werden, und zwar bei einer Wohnungsmiete bis zu 300 M. ohne weiteres. Man darf indes hoffen, daß der Zeitpunkt doch nicht mehr fern ist, wg die alte sozialdemokratische Forderung, die" so oft abgelehnt wurde, endlich in vollem Umfange erfüllt wird. Im Geschäftsausschuß der ärztlichen Standesvereine hat kürzlich Medizinalrat Nesemann über die Desinfekttonsfrage referiert. Auch er erklärte, die Kosten der Desinfektion feien in Berlin zu hoch. In der Diskussion berichtete dann Schularzt Dr. Rau über eine Unte? redung, die er selber mit Oberbürgermeister K i r s ch n c r gehabt habe. Er. Dr. Rau, sei für kostenlose Desinfektion eingetreten. Kirschner habe sich zunächst ab- lehnend verhalten, später aber habe er den Dr. Rau um einen zweiten Besuch gebeten. In der Berliner„Aerzte- korrespondenz" teilt nunmehr Rau mit. in dieser zweiten Unterredung habe Kirschner sich bereit erklärt. im Magistrat für kostenlose Desinfektion zu wirken. Hoffen wir, daß Herr Kirschner wirklich die allgemeine Gebührenfreihet nieint, und daß es ihm ge- fingen möge, von ihrer Notwendigkeit das Magistrats- kollegium zu überzeugen, wie er selber(so nehmen wir an) von ihrer Notwendigkeit sich hat überzeugen lassen. Aus dem Etatsausschuß. Eine lebhafte Debatte gab eS im letzten Etatsausschutz bei Gelegenheit der Beratung des EtatS der Bolksbibliotheken und Lesehallen. ES wurde scharf getadelt, daß der Magistrat die aus der Leo- und der Cohiistiftung fließenden Mittel(rund 18 000 M.) dazu benutzt, um die Aufwendungen auS Kämmereimitteln zn verkürzen. Das läge nicht im Sinne der Stifter; denn der Zweck der Stiftungen sei doch unzweifelhaft der. schneller und besser als sonst das städtische Bibliothekwescn vorwärts zu bringen und nicht, wie eö im Etatsentwurf geschehe, die Stadt- hauptlasse zu entlasten. Es wurde dabei darauf hingewiesen, daß das Verfahren des Magistrats geradezu abschreckend aus etwaige Stifter wirken müfie. Stiftungen würden fast nie gemacht, die Steuerzahler zu entlasten, sondern um einen bestimmten Zweck zu fördern. Wie sehr in diesem Etat, der doch nur rein kulturellen Zwecken dient, gestrichen wurde, geht daraus hervor, daß zum Beispiel im Jahre 1902 19 506 M. für die Volksbibliotheken zu Neuanschaffungen zur Verfügung standen. während der jetzige Etat nur noch 3000 M. enthält. Dabei befinden sich in den Beständen der Bibliotheken ein Wust der erbärmlichste� Schmöker. Von den fünf bisher gedruckten Katalogen konnten nur drei erscheinen, weil lein Geld für Buchbinder- arbeiten da ist. Beim Park- und Gattcnetat kam eS bezüglich der Löhne zu scharfen Erörterungen. Zwar ist der Tagelohn der Vollarbeiter auf 3,50 M. erhöht, aber damit ist doch nur der längst gefaßte Gemeinde- beschluß endlich durchgeführt. Nach 6 Jahren wird der Höchstlohn von 4 M. erreicht, dann ist eS zu Ende. Während die Gärtner nach 9 und 12 Jahren Verbesserungen erhalten, gehen die Arbeiter leer aus. Das schönste ist aber in den Erläuterungen zu finden. Dort wird gesagt:„Die jetzigen Höchstlöhne erhalten zurzeit noch 17 Gärtner und 13 Arbeiter, welche bei Festsetzung deS vorstehenden Höchstlohnes bereits höhere Löhne bezogen", das beißt damit ist gesagt, daß die Lohnaufbesserung auch in gewissem Sinne eine Verschlechterung enthält. Der Dezernent sprach dann auch freundlich und liebenswürdig wie immer davon, daß eS bei Schaffung dieser Lohnskala daraus ankam, die höheren Löhne z u b e- s e i t i g e n. Beun Etat der Wasserweeke beschloß der Ausschuß, die Ver- sammlung solle sich damit einverstanden erklären, daß die Anleihe- mittel um 9 Millionen Mark, welche zur Erbauung der Zentral- Markthalle zur Verfügung stehen, zur Anlegung der neuen Wasser- werke übertragen werden. Auch hier wurde von unseren Genossen die Lohnregulierung einer eingehenden Besprechung unterzogen Leider zeigte sich der Dezernent nicht gut informiert und eS läßt sich daher begreifen, daß die Arbeiterinteressen einein solchen Käinmerer gegenüber, wie der neue Herr eS ist, sehr schlecht gewahrt sind. El läßt sich daher auch weiter begreifen, daß, hier LoHw skalen bestehen, die von drei zu drei Jahren eine Steig* rung von 1 Pfennig pro Stunde vorsehen, also nach neun Jahren 27—80 Ps. pro Tag. Es ist dies übrigens die einzige Verwaltung, in der noch nach Stunden bezahlt wird, eine Lohnform, die dazu führt, daß die Arbeiter im Winter bei den kurzen Arbeits- tagen auf den Hungeretat gesetzt werden. Den Hinweis des Kämmerers, daß ia die Mindcstlöhne von 37 auf 40 Pf. erhöht seien, begegneten unsere Genossen mit dem Hinweis, daß hierdurch nur ein großes Unrecht gut gemacht sei, weil die WassertverkS- Verwaltung seinerzeit ganz unberechtigterweise den Beschluß der städtischen Behörde„mindestens drei Mark fünfzig Pfennig pro Tag Lohn zu zahlen" nicht durchgeführt habe, lieber die regellose Lohnzahlung im Werke Friedrichs Hägen konnte der Dezernent keine Auskunft geben. Der Vieh- und Schlachthofs- Etat zeigt für die Arbeiter zum Teil in den unteren Lohnsätzen eine Aufbesserung, dafür find aber ver- schiedentlich die Aufbesserungen in den späteren Jahren gestrichen. Immer wurde von dem Kämmerer darauf hingewiesen, daß eS nicht notwendig fei. da sich die Leute ja schon in einem guten Lohn- Verhältnis befänden. Von den Freisinnigen rührte sich keiner, der für die Arbeiter ein Wort einlegte. Ein Herr meinte, die Arbeiter sollten nur fleißig sparen, dann brauchten sie keine Lohnaufbesserung. Die Abneigung gegen dir F-rtbildungSpflicht ist bei gewissen Arbeitgebern noch größer als bei ihren jugendlichen Arbeitnehmern. Unter den jungen Leuten sind manche, die aus Unverstand den Wert de« Besuches einer Fortbildungsschule gering achten und sich vom Schulbesuch zu drücken suchen. Den Arbeitgebern aber kann nicht zweifelhaft sein, daß die Fortbildungsschule für die heranwachsende Jugend eine Notwendigkeit ist. Doch leider finden sich immer noch auch Arbeitgeber, die sich der Verpflichtung zu entziehen suchen, die w ihrem Betrieb beschäftigten jungen Leute der Fortbildungsschule zuzuführen. Sie sind der Meinung, daß sie sich ihre Lehrlinge und Arbeitsburschen doch nicht zu dem Zweck halten, sie noch m eine Schule zu schicken. In den zivei Jahren, die jetzt seit Eröffnung der Berliner Pflicht- fortbitdungsschule verflossen sind, ist mancherlei versucht worden, um möglichst alle Drückeberger zu erwischen. Ein neues Mittel wird jetzt zum erstenmal versucht: von Mitte März ab werden die Gemeindeschlller. die am Schluß dieses Winterhalbjahrs ihre Schul- Pflicht vollenden und aus der Schule entlassen werden sollen, aus ihren Klassen gemeinsam vor den Direktor der Pflichtfortbildungsschule ihres Bezirls geführt. Dort werden sogleich ihre Personalien notiert. und die Jungen werden über die Pflichten belehrt, die sie gegenüber der Fortbildungsschule haben. Hiernach werden die Schüler sich nicht mehr damit entschuldigen können, daß sie nicht gewußt hätten, was ihre Pflicht war. Es bleibt nun nur noch übrig, auch die Herren Arbeitgeber zwangsweise über ihre Pflichten zu be» lehren. Vielleicht versucht man'S, auch sie truppweise vor den Direktor der PflichtforrbildungSschule ihres Bezirkes zu führen. Die Gewerbedeputation des Magistrats beschloß in ihrer letzten Sitzung die jährlichen Durchschnittswerte, welche event. auf Grund der Unfall- und JnvalidttätSgesetze für die in städtischen Betrieben beschäftigten Personen zur Anrechnung kommen, für von der Stadt- gemeinde an die Betreffenden gelieferte freie Heizung wie folgt festzusetzen: für BctriebSbeamte 40 M., für erwachsene Arbeiter 25 M. und für jugendliche Arbeiter 10 M. Für Beleuchtung wurden dieselbe» Sätze festgesetzt. Der Verein junger Kaufleute der Lederbranche Deutschlands ersuchte vor längerer Zeit um Erlaß eines Ortt�-tnts zur Ein- fiihrung völliger Sonntagsruhe in den offenen Verkaufsstellen, Kontoren und Lagern der Roh- und Garlederbranchc cngros und detail Berlins. Der genannte Verein hat eine Rundfrage bei den betrcffede» Geschüftsanhabern erlassen und ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß die große Mehrzahl derselben mit dem Verbot der Sonntagsarbeit in der Branche einverstanden sei. Der Magistrat ließ die Gewerbedeputation durch den Stadtrat Dr. Weigert in Kem.iuiS setzen, daß er bis auf weiteres nicht geneigt sei, dem Wunsche der Antragsteller zu entsprechen. Er will erst abwarten, velche Wirkung das unlängst in Kraft getretene Ortsstatut ausüben wird, durch welches in den Kontoren usw. der Fabrik- und Engros- geschäfte die zulässige Sonntagsarbeit auf höchstens zwei Stunden iven 8 bis 10 Uhr vormittags) festgesetzt worden ist. Denselben Be- schluß hatte die Gewerbedeputation ebenfalls in einer früheren Sitzung mit geringer Mehrheit(mit 9 gegen 8 Stimmen) gefaßt.� Stadtverordneter G o l d f ch m i d t bedauerte, daß einige Zeitungen irrtümlich belichtet hätten, duß er sich gegen die Ein- führung der völligen Sonntagsruhe in den Berkaufsstellen, Kontoren und Lagern der Roh- und Garlederbranche ausgesprochen hätte. Er unterstütze die Forderung des vorgenannten Vereins und wünsche, daß sich auch die Mehrheit der Prinzipale der Branche mit derselben einverstanden erklären möchte. Bürgerdcputierter T u tz a u e r bedauerte, daß die Mehrheit der Gewerbedeputation die berechtigten Wünsche der Petenten ab- gelehnt und der Magistrat sich ebenfalls ablehnend verhalte. DaS Ortsstatut, dessen Wirkung der Magistrat erst abwarten wolle, treffe die Forderungen der Petenten nur teilweise, da diese die völlige Sonntagsruhe auch für die Verkaufsstellen eingeführt wissen wollen, nicht nur für die Kontore und Lager der Engroögeschäfte. Er erinnert daran, daß für die offenen Verkaufsstellen der Leder- brauche und zwar auf Antrag der Geschäftsinhaber selbst ja bereits der Achtuhrladcnschluß eingeführt worden sei. Er hoffe ferner, daß die völlige Sonntagsruhe ebenfalls recht bald die Zustimmung der Geschäftsinhaber dieser Branche finden werde. Die Mißstände, welche seit langer Zeit im Arbeitsnachweis der hiesigen Fleischerinnung bestehen, haben die Gewerbedeputation bereits mehrfach beschäftigt. Die Arbeitsvermittelung geschah in der primitivsten Weise. Eine Liste der arbeitsuchenden Gesellen wurde nicht geführt. Das Arbeitsnachweislokal in der Schlächter- Herberge erwies sich als viel zu klein, so daß der Hofraum mit benutzt werden mußte. Die Meister behaupten, die Gesellen ivcigerten sich, ihre Namen in eine Liste eintragen zu lassen. Die Gewerbedeputation hatte in einer früheren Sitzung beschlossen, den Jnnungsvorstand anzuhalten, geordnete Verhältnisse in seinem Arbeitsnachweis zu schaffen und eine ArbeitsnachweiSordnung auszuarbeiten. Diese lag nunmehr vor. fand jedoch nicht die Zustimmung der Gewerbedeputation, da sie nur die Bestimmung enthielt, daß die Arbeitsuchenden auf ihren Wunsch in die Liste eingetragen werden können. Stadtverordneter Basner empfahl, auf die obligatorisch! Eintragung aller arbeitsuchenden Gesellen in die Liste zu bestehen. Nur dadurch könne eine geordnete Arbeitsvermittelung ermöglicht tverdem Auch im Arbeitsnachweis der Schmiede hätten sich die Gesellen anfänglich gegen die Listenführung gesträubt. Jetzt hätten sie den Nutzen derselben erkannt. Die Gewerbedeputation beschloß hierauf, die Innung zu ver- anlassen, ihre Arbeitsnachweisordnung dahin abzuändern, daß alle um Arbeit anfragende Gesellen in die Liste der Arbeitsuchenden einzutragen sind. Die II. städtische WahlfortbildungSschnle für Jünglinge in der Zehdenickerstr. 17/18 hört mit Ablauf deS Wintersemesters auf, als selbständige Schule zu bestehen. Nach dem Beschluß der Deputation für die städtischen Fach, und Fortbildungsschulen wird dieselbe mit der!V. Wahlfortbildungsschule für Jünglinge. Heinersdorfer- straße 18. verschmolzen. DaS neue Sommersemester beginnt am Sonntag, den 7. April.„ Die Anmeldungen zur Aufnahme für alle kaufmännischen und technischen Fächer: Englisch, Französisch. Maschinenschreiben. Stenographie, Zeichnen, Modellieren, Elektrotechnik. Zuschneide- kursuS für Herren- und Knabengarderobe, werden schon jetzt ini Schulhause, HeinerSdorferstr. 18, Zimmer 13, 1 Treppe, Sonntags von 8—12 Uhr vormittags und an den Wochentagen von 7—9 Uhr abends entgegengenommen. Die Siegerstatue im Tiergarten, die der Kaiser angekauft hat und die auf der Tulpeninsel an der Großen Ouerallee dicht bei der Charlottenburger Chaussee ihren Standort hat, scheint der Kaiser selbst vor der Spottlust der Berliner nicht gefeit zu halten. Bei einer Besichtigung, die er gestern vornahm, soll er gemeint haben: „Neugierig bin ich nur, was die Berliner wieder für Witze darüber reißen werden." Die Drahtdlrbe entwickeln, obwohl e» in letzter Zeit gelungen ist. mehrere derartige Spezialisten festzunehmen, eine ununterbrochene Tätigkeit und fast täglich werden den Polizeibehörden der Umgebung Berlins Anzeigen über derartige Diebstähle gemacht. So ist dieser Tage die Telephonleitung zwiichen Spandau und Seegefeld zerstört' worden, was erst nach vergeblichen Bemühungen. Verbindungen her- zustellen, entdeckt wurde. Ferner tourden 13 Kilogramm Fernfprech» oraht in der Seestraße an der Jungfernheide gestohlen. Ein SchiffSuntergaua wurde gestern durch Treibeis an der Spreemündung herbeigeführt. Ein aus Kohlenzillen bestehender Schlepperzug geriet bei der Einfahrt zum Seddinsee zwischen Eis- schollen, die sich besonders an dem letzten Fahrzeuge des Zuges, der Äohlenzille deS Schiffers Hinzmann, stießen. Der EiSdruck wurde schließlich ein so gewaltiger, daß mehrere Planken an der rechten Seite deS Schiffe» zertrümmert wurden. Das Wasser drang mit so unheimlicher Schnelligkeit in da« Fahrzeug, daß die Schiffs- besatzuug nur mit knapper Not das Leben zu retten vermochte. Innerhalb drei Minuten verschwand die Zille in den Fluten. Ferner fand ein Schiffszilsammenstoß auf der Oberspree in der Nähe von Erkner statt. Eine KieSzille wurde durch die scharfe Strönmng de» Hochwassers gegen eine in der Rühe des UferS ver» ankert liegende eiserne Kohlenzille getrieben, und zwar mit solcher Gewalt, daß das angefahrene Fahrzeug leck wurde. Glücklicherweise gelang eS jedoch, die Kohlenzille zu halten und durch verstopfen deS Leckes mit Segeltuch den Untergang des Schiffes zu verhindern. Ein Schwindler, der mit Serienlosen arbeitet, treibt gegen- wärtig in Berlin und Umgebung sein Unwesen. Der Betrüger, ein elegant gekleideter Mann im Alter von etwa 35 Iahren mit rot- blonden, Schnurrbart« und Kopfhaar, sucht Anteilfpieler für Serien- lotterien zu gewinnen und auch Serienlose zu verkaufen. Die von ihm verkauften Serienlose sind nichts weiter als wertlose Nach- ahmungen, die noch dazu ziemlich ungeschickt gemacht sind. Den Anteilspielern schreibt der Gauner Quittungen aus, durch welche ihre Beteiligung an irgend einer Serienlotterie bescheinigt wird. Natürlich find auch diese Quittungen vollständig wertlos. Dienstmädchen-Schicksal. Herr Philipp Schmulewicz. Fabrikant und Hausbesitzer, wohnhaft in seinem Hause Oudenarderstr. 34. fühlt das Bedürfnis, sich zu dem Artikel zu äußern, den wir in Nr. 31 unter der Uederschrift„Dienst- mädchen-Schicksal" veröffentlicht hatten. Er sendet uns ein Schrift- stück, das er als«Berichtigung" bezeichnet, und fordert Aufnahme unter Berufung auf das Preßgcsetz. Diese„Berichtigung" ent- spricht zwar den Bestimmungen des Preßgesetzes schon deshalb nicht, weil in ihr Herr Schmulewicz sich auch gegen solche Vorwürfe ver- teidigt, die ihm von uns gar nicht gemacht worden waren. Wir drucken aber das Schriftstück ab, damit unsere Leser den Herrn Schmulewicz ganz genau kennen lernen. Er schreibt wörtlich und buchstabengetreu: „Es ist unrichtig, daß ich das Dienstmädchen Frieda Jakull am Abend des 16. Februar hinaus geworfen habe. Nachdem die Jakull in den letzten Wochen bereits meine Frau und mein Kind in Gegenwart von Zeugen wiederholt geschlagen hatte, meiner Frau eine brennende Lampe an dem Kopfe zu werfen, habe ich ihr am Morgen des 16. Februar erklärt, sie solle ihre Sachen packen und das Haus verlassen. Als ich um 4 Uhr Nachmittags zurück- kam, war die Jakull noch in unserer Wohnung; ich erklärte sie nochmals sie solle ziehen. Sie packte dann ihre Sachen, ließ diese aber in der Wohnung und ging ohne mein Wissen von bannen. Daß Dienstbuch mit dem Zeugnis hatte sie nicht mitgenommen, sie hatte von dem Zeugnis auch noch gar keine Kenntnis. Die Herausgabe der Sachen ist ihr niemals verweigert worden. Ich wußte nicht, wo die Jakull sich aufhielt. Etwa am 20. Februar erschien der Armenvorsteher mit 2 Schutzleuten bei mir, ersuchte mich zu gestatten, daß das Mädchen bei einer Mieterin im Hause übernachte und erklärte, sie solle am nächsten Morgen nach dem Krankenhause gebracht werden. Ich erteilte die Erlaubnis. Nach weiteren 4 Tagen etwa erschien die Jakull mit einem Schutzmann in meiner Wohnung und erbat ihr Dienstbuch und ihre Sachen; beides wurde ihr anstandslos herausgegeben. Daß die Jakull unterkunftslos war, konnte ich um so weniger annehmen, als ich wußte, daß ein Bruder von ihr in Französisch Buchholz wohnt.", Was Herr Schmulewicz zu seiner Verteidigung anzuführen weiß, ist so geringfügig, daß man wirklich fragen muß, wozu er noch einmal von sich reden machen will. Er hätte besser getan, zu schweigen. Ein Mann, der eS fertig bringt, einem offenbar nervenkranken Dienstmädchen nach zehnmonatigem Dienst das folgende Zeugnis ins Dienstbuch einzuschreiben:„Plötzlich entlassen, frech bis zum Exzeß, faul, gemein. roh, lügenhaft, hat sich meiner Frau tätlich widersetzt"— ein solcher Mann hat sich selber ge- richtet. Herr Schmulewicz täte auch noch aus anderen Gründen gut daran, sich ganz still zu verhalten. Es gibt Leute, die da meinen, er sei in unserem Artikel noch viel zu glimpflich behandelt worden. Frl. Frieda I. hat erzählt, sie sei von Herrn Schmulewicz geschlagen worden. Diese Angabe ist uns bestätigt worden von einem Zeugen, der selber mit angesehen haben will, daß Herr Schmulewicz' sich an dem Mädchen vergriffen habe. Sind Schläge das richtige Mittel, um ein Mädchen zu„bessern", das sich so sinnlos benimmt, wie Frl. Frieda I. nach dem eigenen Zeugnis ihres Dienstherrn Schmulewicz sich benommen haben soll? UebrigenS hat Herr Schmulewicz es leicht, jetzt noch westere Angriffe gegen das Mädchen zu richten. Frieda ist tot und kann sich nicht mehr verteidigen. Sie war, wie wir in Nr. 61 eingehend berichtet haben, schließlich im„Mädchen- heim" aufgenommen worden, hatte dort nichts von„Frechheit", „Gemeinheit",„Roheit" usw. an sich bemerken lassen, wurde als anscheinend nervenkrank an die Charite überwiesen und starb am S. März. Das war 17 Tage nach jenem Tage, an dem Herr Schmulewicz ihr kaltblütig ins Dienstbuch geschrieben hatte, daß sie frech bis zum Exzeß, faul, gemein, roh usw. sei. Unfälle im Straßengetriebe. Tfas Opfer eines schweren Straßen- Unfalls wurde gestern der Stadtverordnete Rudolf aus der Grüne- waldstr. 112 in Schöneberg. R. hatte an der Ecke der Flottwell- straße und Karlsbad einen Straßenbahnwagen verlassen und war im Begriff nach dem Bürgersteig hinüberzugehen, als plötzlich die Droschke Nr. 9768 unmittelbar hinter dem Straßenbahnwagen her- vorbog und dicht an dem an der Haltestelle stehenden Motorwagen vorbeifuhr. Rudolf gelang es nicht mehr, der Droschke auszuweichen. er wurde umgestoßen und überfahren. Er erlitt eine 51opfverletzung und Bruch des linken Unterschenkels und wurde nach dem Elisabeth- Krankenhause übergeführt.— In der Drakestraße wurde der Schlächtergeselle Ewald Walter, Friedrich Wilhelmsttatze 40, in dem Augenblick, als ein Straßenbahnwagen der Linie O. am Zoologischen Garten eine starke Kurve nahm, von der Plattform auf den Fahrdamm herabgeschleudert. W. zog sich einen schweren Ober- schenkelbruch zu.— Am Stettiner Bahnhof wurde der Omnibus- kutscher Katendorf beim Ueberschreiten des FahrdammeS von einem Wagen der Linie 51 B erfaßt und überfahren. Er erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und erhebliche Quetschwunden und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.— An der Ecke der Rhein- und Ring- straße sprang die Putzmacherin Elisabeth Naujark zu früh von einem Waggon der Linie F. ab, kam zu Fall und wurde ein Stück mit- geschleift. Die Unvorsichtige erlitt ,m Gesicht und an den Händen erhebliche Verletzungen. Zu dem Kapitel Bauarbeiterschutz wird uns geschrieben: Alte Iakobstraße 156, Ecke der Gitschinerstraße wird im Austrage der Firma Albert Labus von dem Maurermeister Eicke ein großes Fabrik- und Geschäftshaus aufgeführt, bei dessen Ausführung allem Anschein nach gezeigt werden soll, was alles auf dem Gebiete der Unfall- Verhütung unterlassen werden kann, ohne daß die zur Aufsicht ver- pflichteten Organe dagegen einschreiten. Bei diesem Bau werden die Etagendecken gewölbt und zwar wird hierbei— wie üblich— so Verfahren, daß mit der Herstellung der Decken der unteren Etagen erst begonnen wird, während die oberen Etagen noch heraus ge- mauert werden. Für solche Fälle besteht die polizeiliche Vorschrift, daß die zwischenliegende Etage vollständig abgedeckt werden muß. Die Befolgung dieser Unfallverhütungs- Vorschriften scheint auf dem Bau nicht notwendig zu sein; Schutzdächer über den Eingängen, Umfriedigungen offener Stellen in der Rüstung und aus den Höfen, Fanggerüsle zum Schutze der oben arbeitenden Maurer gegen Abstürze sind auf diesem Bau unbekannte Dinge.— Wie wenig aus die Gesundheit der Arbeiter Rücksicht genommen wird, offenbart sich in der Drohung der Bauleitung, falls eine bessere Ab- deckung durchgesetzt würde, könnten nicht mehr so viel Arbeiter wie bisher beschäftigt werden, da nicht mehr Bretter zum Rüstungsbau auf den Bau kämen. Diese Drohung soll die Arbeiter nur von der Wahrnehmung ihrer Rechte abhalten. Ganz in der Nähe des Baues in der«lexandrinenstr. 134, befindet fich.daS Bureau des 41. Polizeireviers, doch scheint dort von den Zuständen auf dem Bau nichts vekannt zu sein. Würde in der Gegend eine ArbeiterauSsperrung, ein Streik oder eine Sperre bestehen, so würde die Pol?-f schneller auf dem Plane ' erscheinen, und gälte ei auch tmr> den Streikposten oll„Verkehrshindernis" zu beseitigen. von der Gchnellzugmaschine erfaßt. Im Dienste schwer ver- unalückt ist der Heizer Benart aus der Schlefischenfttaße. B. war auf einem Personenzug der Schlesischen Bahn als Maschinenheizer tätig. Als er gegen Mitternacht bei Friedrichshagen einen Schnellzug passierte, beugte er sich aus der Maschine hervor, verlor das Gleich- gewicht und stürzte herab. Er wurde von der Lokomotive des Schnellzuges erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Schwerverletzt mußte der Bedauernswerte in das Krankenhaus am Feiedrichsham eingeliefert werden. Aus der Selliftmordchronik. Auf der Fahrt nach Breslau hat sich der hiesige Hausdiener Max Röhr das Leben genommen. Von anderen Passagieren war der Selbstmord bemerkt worden und auf der Statton Fürstenwalde machten sie den Vorsteher darauf auf- merksam. R. hatte sich mit Arsenik vergiftet und starb noch auf dem Transport nach dem Kreiskrankenhause. lieber daS Mottv zur Tat hatte er jede Auskunft verweigert. Auch seine in der Wienerstraße 36 wohnhaste Mutter vermag sich diese Ursache nicht zu er- klären.— Auf dem Bahnperron der Station Westend hat sich gestern ein unbekannter Mann erschosien. Seiner Kleidung nach zu urteilen, scheint der Lebensmüde ein Stallmann gewesen zu sein. Er war etwa 30—35 Jahre alt, hat rotes Haar, blonden Schnurrbart, läng- licheS Gesicht, kleine vorstehende Augen und tief liegende Backen- knochen. Bekleidet war derselbe mit dunklem Jackettanzug und Sportmütze. Eine religiöse Wahnfinnige, eine etwa 40jährige Frau, verursachte heute mittag gegen>/z1 Uhr in der Leipzigerslraße eine größere Verkehrsstörung. Mehreremal versuchte sie sich durch die Straßen- bahnen Übersahren zu lassen. Sie trug ein größeres Paket im Arm, warf sich vor die dort verkehrenden Straßenbahnwagen, wurde aber immer von Passanten und Schutzleuten zurückgezogen. Dann ging sie nach dem Hausvogteiplatz und versuchte sich dort von Droschken überfahren zu laffen. Zwei Herren veranlaßten schließlich ihre Polizei- liche Festnahme. Auf der Polizeiwache erkannte man, daß man es mit einer geistig Gestörten zu tun hatte. In dem Paket, daS sie bei sich hatte, befanden sich 20 Sparkassenbücher, 300 M. Papiergeld, viel Kupfergeld und ein Hypothekenschein über 1000 M. Sein eigenes Kind getötet zu haben, wird der Arbeiter Wusch- nakowsky beschuldigt. Abends als seine Frau Anna um 7 Uhr von der Arbeit in ihre Wohnung im Hause Schreinerstr. 11 zurückkehrte. fand sie ihr 16 Wochen altes Kind, das in der Küche in einem Korbe lag, tot auf. Sie rief sofort einen Arzt herbei, der feststellte, daß der Tod infolge eines Schlages gegen die linke Kopfseite erfolgt sei. wo sich eine blutunterlaufene blaue Stelle zeigte. Die weiteren Ermittelungen sollen ergeben haben, daß der Vater des ÄindeS, der 24 Jahre alte Arbeiter Artur Wuschnakowsky es gemißhandelt hatte. Wuschnakowsky ist nachts gegen 1 Uhr verhaftet worden. Die Steinhausen-AuSstellung, die in den Räumen deS Albrecht Dürer-Hauses(Kronenftr. 18) veranstaltet wird, wird bis Ende März geöffnet bleiben. Der Besuch ist bei freiem Eintritt Wochen- täglich von 8— 8 gestattet. Vorort- JVacbnchtern Charlottenburg. Aus dem EtatsauSschuß. Im EtatSauSschuß, der nunmehr seine Arbeiten beendet hat, sind einige Fragen von allgemeinem Interesse zur Sprache gekommen. Bei der Etatsposition„Verpflegung nächtlich obdachloser Personen in Polizeigewahrsam" wurde beantragt, den Magistrat zu ersuchen, im Anschluß an das Familienhaus eine Erweiterung desselben dahingehend vorzunehmen, daß auch in Charlottenburg obdachlos gewordene Ledige dort aufgenommen werden können. Diesen Antrag hat der Ausschuß abgelehnt, dagegen hat er den Magistrat ersucht, Erwägungen darüber einzuleiten, ob es sich nicht empfiehlt, einen Zweckverband innerhalb Groß-Berlins anzustreben, durch den in Eharlottenburg obdachlos gewordene Ledige in einem Asyl Aufnahme finden können. Einen ähnlichen Beschluß hatte die Stadtverordnetenversammlung schon vor Jahren gefaßt, ohne daß etwas darauf erfolgt wäre.— Abgelehnt wurde ferner ein Antrag auf versuchsweise Anstellung von zwei Schulärzten an einer höheren Schule sowie ein Antrag auf Gewährung freier Lehrmittel an alle Schüler der Gemeindeschulen.— Beim Etat der Fortbildungsschulen wurde die Einrichtung eines Kursus in der Bürgerkunde beschlossen.— Der Beitrag an die Volksküche oder ähnliche Veranstaltungen gegen die Verpflichtung, Kindern in der Gemeindefchule Frühstück und im Falle besonderer Unter- ernährung auch Mittagbrot zu liefern, ist auf 8000 M. erhöht worden.— Für den Straßenbau ist der Beschluß von Wichtigkeit, wonach von der den Jahresüberschuß für 1006 um eine Million übersteigenden Summe 200000 M. zur Neupflasterung von Straßen bereit zu stellen sind. — Eine längere Debatte über die Wertzuwachs st euer hatte daS Ergebnis, daß ein Anttag auf Einbringung einer Borlage über Einführung einer Wertzuwachssteuer abgelehnt wurde, ebenio ein Anttag, den Magistrat zu ersuchen, sich mit den Kommunal- Verwaltungen von Wilmersdorf und Schöneberg behufs gemeinsamer Einführung einer Wertzuwachssteuer baldmöglichst in Verbindung zu setzen. Dagegen wurde der Magisttat ersucht, eine Abänderung der Gemeinde-Umsatzsteuerordnung anzustreben, wonach auch diejenigen Geschäfte steuerpflichttg gemacht werden, die auf Grund von Anstellungsanträgen im Wege der Zession mit Gewinn Wyler begeben werden. Im Plenum beginnt die zweite Etatsberatung am nächsten Mittwoch. � Rixdorf.« Stadtverordnetenversammlung.(Fortsetzung.) Stadtrrat Dr. Wein- reich sagt, daß der Magisttat einen tteferen Einblick in den Etat habe und deshalb auch vorsichtiger bei Bemessung der einzelnen Posten vorgehen müsse. Bon der Erhöhung der Mietsentschädigung für die Lehrer hat der Magistrat in Rücksscht aus die Haltung der Stadtverordnetenversammlung bei früheren gleichen Anträgen abgesehen.— Bezüglich der nach Anficht des Stadtv. Wutzky unzureichenden Arbeiterlöhne behauptet er (Redner), daß Nixdorf mit den anderen Vororten«inen Vergleich gewiß aushalte.— Die zu niedrig befundenen 2000 M. für Schüler- bibliotheken dienen nur zur Ergänzung. Ueber die Brausebäder sind die Ansichten noch geteilt; es fragt sich, ob man diese in die Schule verlegt oder besser anderweit dafür Sorge ttägt. Die obligatorische Fortbildungsschule wird in diesem Jahre noch kommen. Die Herabsetzung der Gewerbesteuer und Beseitigung der Biersteuer ist unmöglich, da noch große Opfer von der Stadt verlangt werden. Stadtv. Adam: Die Ergebnisse der Einkommensteuer sind bei uns lange nicht so günstig wie in Berlin, Charlottenburg usw.. dämm können wir auch nicht die geforderten Gehaltserhöhungen genehmigen. Stadtv. Rahmig singt das Lob der Volksschule in allen Ton- arten, für welche man allein über 1 Million ausgebe; daS sei mehr als die ganze Einkommensteuer. Stadtv. Dr. Silberstein(Soz.): Wir haben in puncto Schule ja heute dieselbe Stadtratörede wie früher gehört; immerhin war zu bemerken, daß sie schon einige Ottaven tiefer gestimmt war. Die fliegenden Klaffen und die hohe Frequenzziffer wird erst beseitigt werden können, wenn ein neues SchulhauS mehr als üblich in Benutzung gestellt wird. Die Ausführungen des Herrn SiadttatS zu den Brausebädem waren doch merkwürdig. Demgegen» über muß hervorgehoben werden, daß vor kurzem erst Herr Ober- bürgermeister Boddin die Schulbrausebäder als Herzenssache des Magistrats bezeichnet hat. Der Etatsausschuß will die Schularztfroge der Schuldepution zur Erwägung überweisen; das würde bei deren Zusammensetzung nichts weiter als ein Begräbnis bedeuten. Einmal gehören derselben nur drei Stadtverordnete an. von diesen sei aber nicht einmal etwas zu erwarten. Herr Sander hat die Schulärzte als„große Spielerei' bezeichnet, Herr velß— der faitmet noch der Bestätigung harrt— hat sich geäußert, daß die Geschichte nur den Zweck habe, um einigen Aerzten wieder mehrere hundert Mark Verdienst zu verschaffen. Wie Herr Gröpler. das dritte Mitglied der Deputatton denkt, hat er noch nicht verraten. (Gröpler: Ich bin dagegen!) Na also— da sieht man, wie die Schulärzte bei der Schuldeputatton ausgehoben wären. Wir müpen jetzt verlangen, daß eine solche Sache, die bereits seit 17 Jahren in Deutschland akut ist und die sich mit verschwindenden Ausnahmen alle Groß- und Mittelstädte zu eigen gemacht haben, endlich auch bei uns vorwärts kommt. DaS wird aber am besten durch Ueberweisung an eine gemischte De- putation erreicht werden. Die Kosten werden nicht zu hoch; mit 15 000 M. wird ein ansehnlicher Anfang möglich sein.— Beim Steuerplan halten wir daran fest, daß zunächst die indiretten Steuern zu beseittgen find. Dem Einwände gegenüber, es sei daL nicht möglich, entgegnen wir. daß unsererseits niemals die spnxng- haste Herabsetzung der Einkommensteuer gutgeheißen worden ist. Stadttat Dr. Weinreich springt nochmals für die Vorzüge der Rixdorfer Volksschule in die Bresche und führt als Beweis die Einrichtung eines Schulgartens an. Stadtv. R o s e n o w beginnt mit einem LobeShymnuS auf den Magistrat. Schulhäuser können eben nicht aus der Erde gestampft werden. Für die Lehrer müffe aber doch mehr geschehen. Bei einer Durchschnittszahl von 53 Schülern pro Klasse ttagen sie durch diese Ueberbürdung einen Teil der Schullasten mit. Die Generaldiskussion hat cht Ende erreicht. Ein BertagungS- anttag wird angenommen. Am Donnerstag tritt die Versammlung in die Spezialberatung ein. Zum Kapitel I„Aus Borjahren" erklärt Stadtv. Kohe, er sehe angesichts der Ueberschüsie im Gegensatz zu anderen Herren den Etat sehr rosig an. Aengstlichkeit sei mcht am Platze. Im Kapitel II stellt Stadtv. Thurow(Soz.) den Anttag, die Entschädigung der Gewerbe- und Kaufmannsgerichtsbeisitzer von 4 auf- 6 M. zu erhöhen. Die bedeutende Vermehrung der pro Sitzung zu erledigenden Fälle— sagt Redner— rechtserttge eS vollauf, daß der schon 1905 vom Magisttat im Einverständnis mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeisitzern gestellte Anttag wieder aufgenommen wird. Für die Beisitzer bedeutet jede Sitzung einen vollen Tag Arbeitsverlust; da sind 4 M. eine absolut unzureichende Entschädigung. — Die Stadtv. Röster und Seltmann bekämpfen den Antrag.— Stadtrat Dr. Glücksmann macht verfassungsrechtliche Bedenken geltend. da eine Aenderung des OrtsswtutS voraufgehen müsse.— Nach kurzen Widerlegungen der Stadtv. Conrad und Wutzky wird der Antrag Thurow gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ab- gelehnt. Bei Festsetzung der Subventton des Rixdorfer Theater? enttpimtt sich eine lebhaste Debatte über den Antrag des EtatsauSschusieS, den Zuschuß von 5000 auf 6000 M. zu erhöhen.— Stadtv. Röster spricht gegen die Erhöhung, Stadtv. Seltmann dafür. Stadtv. Wutzky (Soz.) erklärt, daß auch seine Freunde fiir die� Erhöhung der Subventton seien, allerdings in der Boraussetzung der Vermehrung der Volksvorstellungen und besseren Ausgestaltung der Schülervorstellungen. Die Erhöhung der Subvention wird bewilligt. Dem Oratorien- Verein will der Magisttat 300 M. überweisen. Gegen die Stimmen der sozialdemokrattschen Fraktion wurde den: zugestimmt. Zur Einweihung des RathauSanbaueS sind 5000 M. eingestellt. Stadtv. Wutzky(Soz.) beanttagt Streichung. Die Positton wurde von der Mehrheit bewilligt. Genosse Wutzky rügt weiter das ablehnende Verhalten des Magistrats gegenüber den iviederholten Gesuchen von Turnvereinen um Ueberlassung der Schulturnhallen. Die sogenannten schultechnischen Gründe sind haltlos; eS ist, wie Redner sich überzeugt hat. nicht wahr, daß die Turnhallen bis zum späten Abend besetzt seien. Wer die Nützlichkeit und Notwendigkeit körperlicher Erziehung zu schätzen wiffe, der muß dem Anttage zustimmen, daß der Magistrat ersucht wird, die Turnhallen zur Verfügung zu stellen. Der Magistrats- Vertreter rückte wieder die alten„Gründe" inS Feld und befürwortete Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages. Für den Antrag stimmten nur die Sozialdemokraten. Der Antrag des EtatSauSschusseS, die Uebernahme des Leichen- tragens auf den städttschen Friedhöfen in eigene Regie anzubahnen, fand Annahme. Mit der vom Stadtv. Dr. Silberstein beantragten Stteichung der Lesegebühren bei der Bolksbibliothek war die Versammlung ein- verstanden. Die Anstellung de« Oberführers der freiwilligen Feuerwehr und weiterer 3 Feuerwehrmänner durch Privatdienftverttag wird be- schloffen. Stadtv. Wutzky(Soz.) verlangt die Ausdehnung der Ruhegeld- und Hinterbliebenen-Versorgung aus die Feuerwehrmänner. Es ist eine einfache Pflicht der Stadt, für die Männer, welche Leben und Gesundheit im Dienste der Bürger- schast aufs Spiel setzen, ausreichend zu sorgen. Stadtv. Rahmig bekämpfte in langen deplacirten Ausführungen die Forderung. Ober- bürgermeister Boddin erkannte diese zwar an, bekämpfte den Anttag unserer Genoffen aber trotzdem. Schließlich mußte er die Feststellung des Stadtv. Koye, daß die Feuerwehrmänner durch ihr AnstellungS- Verhältnis ohne weiteres unter die Reliktenversorgung fallen, akzeptieren. Widmungsworte bei einer Kranzniederlegung am Grabe sind, wie das Amtsgericht in Rixdorf entschieden hat, eine Rede, die an- gemeldet werden muß. Am Grabe des im September v. I. ver- storbenen Genossen Weniger in Britz legten neun Genoffen Kränze mit einigen Widmungsworten nieder. Die Genossen BoeSke, Voigt und Frau Thiel erhielten ein Strafmandat von je 30 M.; hieraus beantragten sie gerichtliche Entscheidung, die nun am Donnerstag, den 14. März, stattfand. Zeuge war der Gendarm Daberkow-Britz. Derselbe sagte aus, daß daS Begräbnis des sozialdemokrattschen GemeindevertteterS Weniger ein außergewöhnliches gewesen sei. Der Gemeindevorsteher von Britz habe den Befehl ge- geben, das Begräbnis zu überwachen und jede Uebertretung zur Anzeige zu bringen. Die drei Angeklagten hätten sich besonders hervorgetan. Herr BoeSke habe eine außerordentliche Rede gehalten, sodaß der KirchhofSvorsteher Einhalt gebieten mußte. Genossen Boeske besttitt eine Rede gehalten zu haben, seine Widmungsworte lauteten folgendermaßen:„Im Namen des sozial- demokraltschen Zcnttalwahlvereins für Teltow-Beeskckw-Storrow- Eharlottenburg lege ich diesen Kranz nieder. Dem Toten zur Ehre. den Lebenden zur Lehre. Ehre Deinem Andenken I" Diese Widmungsworte, meint Boeske, können doch unmöglich als Rede be- zeichnet werden. Es hals jedoch nichts; die Regierungsverordnung vom 15. November 1365 soll übertreten worden sein, weshalb das Gericht die Geldstrafe zu Recht erkannte und die Angeklagte» zur Zahlung der Kosten verurteilte. Ein angeblicher Bcrficherungsbeamter treibt seit einiger Zeit in Rixdorf sein Unwesen. So wurde unter anderen am Donnerstag vor acht Tagen der in der Kaiser Friedrichstraße 239 wohnhafte O. P. von demselben in Begleitung noch eines jungen Menschen aufgesucht und bestagt, ob er sich mcht versichern lassen wolle. Auf die Antwort, daß, wenn er sich gegen Diebstahl usw. versickern laste, er dieS einem Bekannten von ihm übertrage, entfernten sich beide. Am Sonnabend darauf erschien der Mann wieder. Kaum hatte P. die Tür geöffnet, als er sich auch schon in den Korridor drängte. Auf den Einwand P.s, daß er doch schon einmal da war und er ihm den klaren Bescheid gegeben, daß er keinen Gebrauch von dem Angebot machen könne, erhielt P. von dem frechen Gesellen einen Schlag inS Gesicht. Hierauf verschwand der dreiste Bursche. Er ist von großer untersetzter Figur, und sollte er sich noch wo anders anheischig machen, so sei an dieser Stelle vor ihm gewarnt. Lichtenberg. Die Gemeinbeverttetung nahm in ihrer Sitzung vom 14. d. M. den Jahresabschluß der Gemeindekasie und der Gemeindewerke pro 1905 entgegen. Einer Einnahme von 1 203 827,50 M. steht eine Ausgabe von 1009 068,14 M. gegenüber. Es verbleibt demnach für das Rechnungsjahr 1905 ein Ueberschnß von 199 759,36 M. Der aus den Ueberschüssen der horaufgeganoineu Rechnui ge- Verfammlungen. Der Schaben, ben die großen Ueberschwemmungen in Bittsburg angerichtet haben, wird auf zehn Millionen Dollar geschätzt. 14 Personen sind ums Leben gekommen. In den Fabriken steht Alle öffentlichen Arbeiten müssen nahezu der ganze Betrieb still. Hunderte von Häusern sind unterwaschen und drohen einzustürzen. unterbleiben. Gegen 30 000 Menschen sind obdachlos; mehrere Nach einer anderen Meldung wird die Zahl der arbeitslosen Arbeiter auf 100 000 angegeben. Witterungsübersicht vom 15. März 1907, morgens 8 ithe. Barometer fland mm richtung Bind Bindftarle Better Zemp. n. T. 5°.= 4°. Stationen Barometer. stand mm Bind richtung Windstarle Better Temp. n. T. bildete Ausgletsforbs hat mit diefer Summe die Höhe von 470 982,33 m. erreicht. Die Kosten der Aufstellung der Reichstagswählerlisten mit rund 1150 M. wurden widerspruchslos bewilligt. Der beantragten Pflasterung für die Verlängerung der Alfredstraße Sechster Wahlkreis. Eine Wahlvereinsversammlung für den zwischen Wagnerstraße und Straße 3 fowie einer ausnahmsweisen Diftritt Gesundbrunnen fand am Dienstag im BrunnenBauerlaubnis an der Frenestraße, Ede Triftweg unter den orts- Ausfall ber lebten Reichstagswahl. Hinsichtlich der Bauerlaubnis an der Frenestraße, Ede Triftweg unter den orts- theater" statt. Genosse Böhle- Straßburg sprach über den statutarischen Bedingungen wurde zugestimmt. Eine längere Debatte entwickelte sich bei dem alljährlich wiederkehrenden Mitläufer gab er der Meinung Ausdruck, daß wir, vom reinen Antrage auf Heranziehung der Nachbargemeinde Berlin zu den lassenstandpunkte aus betrachtet, die Abkehr jener politisch in Laften der Bollsschule auf Grund des§ 53 des Kommunalabgaben- differenten Kreise von uns durchaus nicht zu bedauern brauchten. gefezes. Von den 157 Klaffen der Gemeindeschulen, deren Kosten Zuviel Mitläufer fönnten einer Partei wie der unsrigen unter Umauf je 3302,80 m. berechnet sind, werden 13 Klassen als von den ständen sogar gefährlich werden, mindestens gäben sie gar leicht zu Kindern gebildet bezeichnet, deren Eltern in Berlin beschäftigt find. Wahlausfall habe aber auch gezeigt, daß wir unserem Endziel schon einer Ueberschätzung der wirklichen Parteistärke Anlaß. Der Diese 656 Kinder verursachen eine Ausgabe von 42 946,40 m., um feineswegs so nahe seien, wie das vielfach in Parteifreiſen an deren Rückerstattung Berlin wiederum in Anspruch genommen wird. genommen worden ist. Durch die wirtschaftliche Entwickelung ist Stationen Die erste Inanspruchnahme aus dem Jahre 1903 schwebt noch immer eine Art neuer Mittelstand gebildet worden, der wohl seiner beim Bezirksausschuß in erster Klageinstanz. Unsere Genossen beleuchteten auch die Kehrseite der Medaille Eriftenzlage nach zu uns gehört, sich jedoch nicht mit dem Proletariat eins fühlt, vielmehr der nationalen Phrase zugänglich ist. Es Swotnembe 761 23 und verwiesen auf die Notwendigkeit eines Bwedsverbandes aller Bor bedürfe also noch einer recht ausgedehnten intensiven Aufklärungs- Bamburg 763 5 Ein darauf hinzielender Antrag fand aber arbeit, um diese Schichten für den Sozialismus zu gewinnen. Im Berlin 763 NW nicht die Mehrheit, weil angeblich zurzeit aussichtslos. Anschluß hieran wendete sich der Redner dann gegen einige Aus- Frantj.a.M. 766 SW 3 wollig Der Antrag des Gemeindevorstandes auf Erhöhung der Gehälter der führungen der Genossin Rosa Luxemburg, die diese türalich München 767 23 6 Schnee mittleren und Unterbeamten der Gemeinde wurde der Etatstommission in einer Boltsversammlung des zweiten Wahlkreises gemacht hat, Bien 763,2 2 heiter überwiesen. Vorgeschlagen wird, die Gehälter der Gehaltsklassen und die ihm teilweise einen zu großen Optimismus wie auch eine Wetter- Prognose für Sonnabend, den 16. März 1907. von 1-5 um je 400 M. und die der Unterbeamten um 150 M. pro unrichtige Beurteilung der politischen und wirtschaftlichen Trieb- Etwas wärmer, veränderlich, vorwiegend trübe mit Niederschlägen Jahr aufzubeffern. Die hierzu erforderlichen Mehrkosten von fräfte in Staat und Gesellschaft zu enthalten schienen. Er empfahl und lebhaften südwestlichen Winden. 35 000 M. find borläufig zur Verfügung der Gemeindevertretung in sodann eine regere Agitation unter den Gewerkschaftsmitgliedern, Berliner Betterbureau den Etatsvoranschlag eingesetzt. Der Haushaltsplan pro 1907 wurde, um diese auch gleichzeitig zu überzeugten Parteiangehörigen zu wie in früheren Jahren, nach einer Generaldebatte an eine neun- machen. Sei es doch tatsächlich vorgekommen, daß in einer Reihe gliedrige Kommiffion verwiesen, der unter anderen unsere Genossen von Ortschaften wahlberechtigte Mitglieder der GewerkschaftsorganiSertscher und Grauer angehören. Auf die Generaldiskussion und fationen gegen uns gestimmt haben. In Zukunft möge man fich den Etat, der mit einer Gesamtsumme von 5 272 825 M. abschließt aber auch die aus bürgerlichem Lager zu uns herüberkommenden und als der legte der Dorfgemeinde gilt, tommen Leute etwas näher ansehen, ehe sie in einflußreiche Parteistellen wir noch zurüd. hineingehoben werden, denn es lasse sich nicht leugnen, daß wir durch das Literatengezänt der letzten Jahre ebenfalls einen Teil der Schuld an den Mißerfolgen der leßten Wahl tragen. Vermehrte Aufklärung nach innen und außen und Festigung der Organisationen werde uns die erlittene Schlappe zweifellos bald wieder wett machen lassen.( Beifall.) orte mit Berlin. Groß Lichterfelde. Der Gemeindehaushalt pro 1907/08, der gegenwärtig der Gemeindevertretung zur Besprechung und Verabschiedung vorliegt, erreicht in Einnahmen und Ausgaben die Summe von 2509 900. Die Konkurrenz der einzelnen benachbarten Orte, die fast ausnahmslos eine geringere Ginkommen, aber höhere Grundwertsteuer erheben als Groß- Lichterfelde, hat auch hier in gleicher Richtung gewirtt: die Einkommensteuer ist von 125 auf 110 Bros. ermäßigt und die Grundwertsteuer von 2,4 Proz. auf 3 pro Mille erhöht worden. Erstere ist mit 661 000.( 10 900 m. weniger als 1906/07), lettere mit 483 750 M.( gegen das lezte Etatsjahr mehr 118 950 M.) in den Etat eingestellt. Die Gewerbesteuer der 3. und 4. Klasse ist von 160 auf 125 Broz. herabgesett, jene der 1. und 2. Klasse von 192 auf 240 Pro. erhöht worden und sind mit 22 875 m. bezt. 26 400 m. veranschlagt. Die UmsatzSteuer( 1 Proz. für bebaute ,, 1% Proz. für unbebaute Grund ftüde) foll 170 000 m. einbringen. Die unter dem Zwarge der finanziellen Notlage in der jüngsten Zeit beschlossene, aber leider böllig unzureichende Wertzuwachssteuer ist mit 50 000 m. berechnet. Selbstverständlich fehlt unter den indiretten Steuern auch die Biersteuer mit 24 000 m. nicht. Unter den laufenden Ausgaben befinden sich 303 586 M. Kreissteuern, die in der Gemeinde- Ein kommensteuer von 110 Broz. enthalten find. Für Straßenbau und -Unterhaltung find 76 055 M., für Straßenbeleuchtung 63 000 M. erforderlich. Die sächlichen und persönlichen Kosten der Geschäftsführung betragen 333 909 M. Während den Kommunalbeamten eine Gehaltserhöhung bewilligt worden ist, sind leider die nur allzu berechtigten Ansprüche der Lehrer gänzlich unberüdsichtigt geblieben, ebenso die der Gemeindearbeiter. Die Volksschulen er. fordern die Summe von 224 863 M., die höheren Knaben- und Mädchenschulen einen Zuschuß von 160 451 M. Die Kosten der Armenpflege find mit 44 850 M. im Etat eingestellt. Für den Bau einer Badeanstalt, der nun endlich beschlossen ist und wahr fcheinlich auf lange Zeit hinaus als einziges Wahrzeichen GroßRichterfelder Kultur glänzen wird, ist eine weitere Rate von 50 000 M. vorgesehen. Unter den einmaligen Ausgaben figurieren u. a. noch: 40 000 M. für den Erweiterungsbau des Rathauses und als erste Rate 10 000 m. für die Anlagen am Teltow- Kanal. Schönerlinde bei Fr.- Buchholz. In der Diskussion warnte Hegewald dabor, etwa die Gewertschaften als solche für die dissentierende Wahlbetätigung einiger ihrer Mitglieder in fleinen entlegenen Orten verantwortlich zu machen. Betreffs der Mitläufer fönne man auch nicht fategorisch erklären: Es ist gut, daß wir sie losgeworden sind. Wir werden ja doch wieder arbeiten müssen, um die Ausreißer zu Verstand zu bringen. Brinkmann stellte sich bezüglich der Mitläufer auf den Standpunkt des Referenten und fügte hinzu, daß wohl gerade die Zahl der Mitläufer und die Ueberschäßung ihrer für uns bekundeten Sympathie eine der Ursachen mit waren, die uns zu der Annahme verleiteten, als fönnten wir bald von den Machtmittel des Massenstreits Gebrauch machen. Diese Wahl habe uns jedenfalls eines anderen belehrt. Nach dem Schlußwort Böhles vies der Vorsitzende Brunner auf die Nüßlichkeit solcher fachlichen Aussprachen hin, bedauerte jedoch den nur verhältnismäßig mangelhaften Besuch der Versammlung, die er dann mit einem Hoch auf die Partei schloß. Vermischtes. Die Ursache der Jena"-Katastrophe. Aus Toulon wird berichtet: Die zur Erforschung der Ursachen der Jena"-Ratastrophe eingesetzte Kommission hat festgestellt, daß in den Munitionskammern für die 10 gentimetergeschüße eine Temperatur zwischen 50 und 56 Grad geherrscht hat, während normale Temperatur höchstens 35 Grad betragen solle. Die beiden Ventilatoren, die zur Abkühlung der Temperatur in diesen Kammern bestimmt sind, waren beschädigt und funktionierten nicht. Ferner war verabsäumt, Abkühlvorrichtungen in den Dynamokammern, die wegen nicht genügender Leistungen entfernt waren, durch neue zu ersetzen. Dazu kam, daß die Sonne bon 10 Uhr morgens an auf das Hinterschiff brannte, wodurch die Temperatur in den Munitionskammern jedenfalls wesentlich erhöht In ständiger Angst verprügelt zu werden, leben die Fußgänger, worden ist. Ein Offizier der„ Jena" erflärte bei einer Unterredung, die den Weg, der von der Bahnstation Buch durch die Heide nach die Schuld an der Katastrophe trügen die Ingenieure, welche die Schönerlinde führt, benügen. Schon einige Mal ist es vorgekommen, Munitionstammern gebaut haben, und die Artillerieverwaltung, daß Personen von dem Förster Metschte angehalten und gerade nicht fanft behandelt wurden. So erging es vor wenigen Tagen die verabsäumt habe, für die Verwendung gewisser Pulversorten eine einem Kolonist Grothe. Als er mit seinem 15jährigen Sohn die Marimalfrist festzuseßen. Heide passierte, wurde er plöglich von dem Förster in Bis gestern vormittag find von den 107 geborgenen Leichen Begleitung bon noch zwei Personen angehalten und 58 refognosziert worden; einige, die zu sehr verstümmelt oder verbarsch gefragt, wohin er wolle! G., der glaubte, nicht brannt sind, werden auf sichere Weise überhaupt nicht refognosziert notwendig zu haben, dem Förster eingehend Rede und Antwort werden können. Mit der Einsargung der Leichen wird begonnen. zu stehen, wurde bald geohrfeigt und aus dem Walde transportiert. Die von der Pariser Bresse veranstaltete Geldsammlung zugunsten Seinem Sohne wurde der Rucksack untersucht, ob er auch etwas Verbotenes in demselben habe. Wie es Grothe, so erging es acht der Hinterbliebenen der Opfer der Katastrophe weist bereits über Tage vorher feinem Schwiegervater- nur daß der die Fäuste des 68 000 Frant auf. Försters nicht zu spüren betam. G. sezte hierauf den Gendarm in Eine neue Katastrophe für die französische Marine hätte, nach Schönwalde von dem Vorfall in Kenntnis und dieser äußerte, daß Brester Meldung, gestern abend ein Zwischenfall nach sich gezogen. sich der Förster schon des öfteren solche Uebergriffe erlaubt habe; Während der Schießversuche der Torpedoboote gegen den Küstener versprach G. sogleich diesen Fall in die Hand zu nehmen und panzer Fulminant" wurde das Kriegsschiff von einer Torpille gegegen M. gerichtlich vorzugehen. Leuten, die öffentliche Wege, wie troffen und schwer beschädigt. Es gelang glüdlicherweise, das Led hier geschehen, unsicher machen, muß das Handwerk so schnell wie zu stopfen und das Schiff in den Hafen zurückzubringen, wo es möglich gelegt werden. Potsdam. Bauunfall. Bei der Ausführung von Bauarbeiten stürzte der Zimmermann Krüger auf dem Grundstüd Humboldtstraße 4 von einem 5 Meter hohen Gerüst und zog sich Verlegungen am Kopf, im Gesicht und am Unterarm zu. Nach Anlegung eines Ver bandes tonnte der Verletzte seine Wohnung aufsuchen. Der Potsdamer Pauli. Herr Pauli, die konservativ- antisemitische Berle, die mit freisinnig- liberaler Hülfe in den Reichstag stolperte, wird in dem nationalen Organ Rheinisch- Westfälische Zeitung" also apostrophiert: Aber Herr Pauli aus Potsdam, der sich dieses Ziel gesetzt hatte( der Sozialdemokratie entgegenzutreten), zeigte fich ganz außer stande, es zu erreichen. Er ist einer der unfähigsten Debatter der Konservativen, und trotz der Dank: barkeit seines Themas gelang es ihm nur, stürmische Heiterkeit bei den Sozialdemokraten zu entfesseln. Kurzum, es war ein Fiasto. Das schienen denn die Mehrheitsparteien auch einzusehen; während seiner Rede stellten sie einen Antrag auf Schluß der Debatte, der zur allseitigen Erleichterung auch gegen die Stimmen von Sozialdemokratie und Zentrum, die sich einmal wieder zu trauter Brüderschaft zusammenfanden, angenommen wurde. Auf diese Leuchte fönnen die Potsdamer stolz sein. zwecks Vornahme umfassender Reparaturen ins Dod gehen muß. Ihren Verlegungen erlegen ist in der letzten Nacht die Tochter Slda des Oberförsters Wilsdorf, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Die übrigen Mitglieder der durch Mord bezw. Selbstmord geendeten Familie des Oberförsters find heute vormittag auf dem Toltewiger Friedhof beerdigt worden; die fieben Leichen fanden in einem Grabe Aufnahme. Sein Kind erfchoffen. In Affeln ergriff, wie aus Herford gemeldet wird, während eines Familienstreites der Arbeiter Klode eine Flinte und legte auf seine Frau an, um sie zurückzuschrecken. Der Schuß ging los und tötete das dreijährige Kind Klockes, der Er wurde sofort in Haft ge= über seine Tat untröstlich war. nommen. Die Genicftarre. Wie aus dem Monatsbericht des bakteriologischen Instituts in Gelsenkirchen hervorgeht, würden 109 Erkrankungen an Genicstarre behördlich gemeldet, was eine 50prozentige Zunahme der Epidemie gegen den vorigen Monat bedeutet. Aus 200 Personen durch Ueberschwemmungen umgekommen. Haag ist ein amtlicher Bericht über die Ueberschwemmungen eingetroffen, welche im Januar an der Küste von Atjeh durch eine Flutivelle hervorgerufen worden waren und ungeheure Verheerungen angerichtet hatten. In dem Berichte wird mitgeteilt, daß 40 Ortschaften zerstört nnd 200 Personen umgekommen seien. 2wollig 2 wolfig 0 Haparanda 763 N 2 bedeckt 1 Petersburg 764 2 1 bededt -21 -7 2 bedeckt 0 Scilly 765 S 4 wolfig 9 2 Aberdeen -2 Baris 748 SS 3 wolfig 7 768 SS 3 bedeckt Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Paul Schiefke am 15. b. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Treptower Kirchhofes, Neue Krug- Allee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/7 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 3.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Ernst Henschel am Mittwoch verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr vom Krankenhause am Friedrichshain aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/5 Die Bezirksleitung. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 13. März starb nach furzem Krantenlager im ter von 46 Jahren an Gehirnhautentzündung unser Mitglied, der Zimmerer Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Wert zeugmacher Emil Göritz geftorben ist. 115/5 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Habe mich Badftr. 55 als Spezial arzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe niedergelassen. Sprech Stunden 8-9.-.: A. IIIa, 4131. Boliklinik f. Unbemittelte: Badftr. 54, 277/8 werktäglich 2-3. Dr. med. Arthur Simon. Dr. Schünemann 35112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Ganz neu! Ganz neu! Fredersdorf- Petershagen ( Oftbahn). 42152* R. 6 MK.. bon Nahe Bahnhof. Auskunft im Schultheiß- Restaurant bon 6tto Bresicke, Petershagen und bei den Befizern Nieschalke& Nitsche, Berlin, Landsbergerstr. 66. Suche für meine Tochter Pension mit Familienanschluß in einfacher Familie, Rigdorf, Nähe Berlinerstraße. Offerten mit Preisangabe Ernst Hentschel. unter H. A. 22", Bromberg, Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend nachmittag 33 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses am Friedrichshain, Birchowstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 21196 Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Ehefrau des Mitgliedes Robert Heiland aus Klub Neuer Hain" am 13. März verstorben ist. 2/10 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 18. d. M., nachmittags 3 11hr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee, Lichtenbergerstraße, aus statt. Der Vorstand. Am 13. d. M. entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe, gute Frau Ludowika geb. Müller im 44. Lebensjahre. Nigdorf, 15. März 1907. W. Ginius. Die Beerdigung findet am 18. d. M. in Neuruppin statt. Deutsche Nord- Ostsee- Fischhallen Johs. 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Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nachstehende Geschäfte meiden zu wollen: Osten: Julius Lindenbaum, Fransedistr. 15. Julins Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 141. Haacke, Landsbergerstr. 93. Sachs, Große Frankfurterstr. 132. Blik, Große Frankfurterstr. 137. Norden: Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 3. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Blik, Chausseestr. 80. Blik, Rosenthalerstr. 9. Süden: Esders u. Dyckhoff, Dranienſtr. 48. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. Karl Stier, Dranienstr. 166. Pfund 18 Pf. Stück 15 Blitz, Kommandantenstr. 43. Pf. Räucher- Lachs in Portionsstücken Pfund 80 P Feinste Tafelbutter 118 Pfund Camembertkäse 18 PL. hochfein im Geschmack Stck. Sonnabend früh eintreffend. Pökel- Eisbein Pfund 55 Pf. Westen: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. 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