Kr. 66« Rfconnt menf S'Btdlngtinjffl: •Bonn ernenn- Preis drSinnnnanB» i Pierteljährl. S.30 Mr.. monatl. l.lo MB, »vSchenliich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer B Pfg. Sonntag?. »ummer mit Musirierier Sonntage« »eiioge.Die Neue Welt' 10 Pfg. Pos!» Abonnement: l.lv Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-Zeitunae- PreiSiiste. Unter Kreuzband fit Deutschland und Oesterreich. Ungarn 8 Marl pro Monat. Poslabonnement» nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, . Schweden und die Schweiz. 24* Jahrg. KU dal Milch Ute OHtaM. Verlinev Vollrsbleltk* Die InterttenS'Gebabr f ehSgt(St die sechSgefpaltene kolanet- geile oder deren Raum 60 Pfg. für polltische und gewerNchaslllche Bereine- und«ersammlunge.ßlnz eigen 80 Psg. „Kleine Hnzcigen", da» erste(fett. pebtutfle) Wort 20 Psg. sedeS weitere Wort lll Psg. Stellengesuche und Schlaf. fiellen-Unjeigen daß erste Wort lO Psg., jede? weitere Wort 8 Psg. Sorte über >5 Buchslaben zählen für zwei«orte. Inserate für die nächste Nummer müssen d>S S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft biß 7 Uhr abends geäffnet. Telegramm- Adresse! „S»lalil(D(knl Rtrlli". Zentratorgan der rozialdemohratifcben parte! Deutfcblande. Redaktion: SÜD. 68, Lindenstraese 69. ffsernipreetier! Amt IV. Vir. lOSÜ. Dienstag, den 19. März 1907. Expedition: 8 Cd. 68, Lindcnstrasec 69. Fernsprecher: Amt IV. Rr. 1984. Zwei HnnagelUDgcD! Me wenigen Sitzungen, die bisher der neue Reichstag gehabt hat, haben ihm bereits ein bestimmtes Gepräge ge- geben. Es zeigt sich, daß die Methode im letzten Wahlkampf, die Sozialdemokratie mit allen Mitteln der Lüge und Ver- lcumdung zu bekämpfen, auch innerhalb des Reichstages fort- gesetzt werden soll. Zeitweilig hat diese Methode seitens der Gegner einen Charakter angenommen, daß man glaube es kiestünden die Redner des Blocks aus lauter Agitatoren des Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie. Umsomehr ist die Parteipresse verpflichtet, dieser Kampf- weise unserer Feinde die größte Aufmerksamkeit zu schenken und die Wortführer unserer Feinde auf ihre Taten anzunageln, wo immer die Gelegenheit sich bietet.. Der Anfang sei gemacht mit dem Abgeordneten v. Dirkse» und dem Abgeordneten v. Heyl, die beide in der vorigen Woche im Reichstag eine Rolle spielten, die zu Nutz und Frommen unserer Parteigenossen nicht tot- geschwiegen werden darf. Herr v. Dirksen und Herr Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim haben beide verschiedenes miteinander gemein. Beide sind von Adel, gehören also zu den Edelsten und Besten der Nation. Beide sind steinreiche Leute— dutzendfachc Millionäre— sie gehören also zu den Männern von Besitz, die sich rühmen. eine besondere Bildung zu genießen. Beide sind nicht nur Feinde, sondern grimmige Hasser der Sozialdemokratie, die sie skrupellos bekämpfen. lveShalb sie unsere ganz besondere Bc- achtung verdienen. Herr v. D irksen hat dem Wonnser Lederkönig voraus, daß er, wie das Reichstagshandbuch besagt, Geheimer Legations- rat a. D. und kaiserl. außerordentlicher Gesandter und bevoll- mächtigter Minister ist, also auch im Staatswesen eine hohe Stellung inne hat, die ihn zu ganz besonders anständigem Betragen verpflichten sollte. Wer Herrn von Dirksen aus dem Wahlkanipfe kennt— er ist Vertreter für Kottbus Spremberg— weiß, daß dieses durchaus nicht der Fall ist, denn Herr von Dirksen hat es im Wahlkampfe für feine Hauptaufgabe gehalten, in seinen Versamnilungen und in seinen Flugblättern die Sozialdemokratie und ihre Führer in der unwürdigsten Weise zu beschimpfen. Nach seinem Verhalten in der Sitzung des Reichstages vom Montag, den 11. März, scheint er dieses Handwerk auch tin Reichstage fortsetzen zu»vollen. Hierbei entwickelt er aber noch eine andere unschöne Eigenschaft, die man bei einem so hohen satiLfaktionsfähtgen Herrn am tvenigsten voraussetzen sollte! Nachdem Herr v. Dirksen in der Sitzung deS Reichs tageS am 11. d. M., gestützt auf das Material des Reichs Verbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie, diese aufs stärkste beschimpft hatte, ging er zu einem persönlichen Angriff auf die anwesenden sozialdemokratischen Abgeordneten ühcr. der sich nach dem stenographischen Bericht in folgender Weise abspielte: .Aber, meine Herren, wodurch unterscheiden wir uns denn von Ihnen? Sie werfen uns vor. datz wir bezahlte Agitatoren ins Land schicken; werden denn von Ihnen nicht auch Beamte be zahlt, z. B. die KonsumvercinSbeamten. GcwerkfchaftSbeamten. und nicht einmal von Ihren eigenen Geldern, sonder» von dem Gelde, das Sie von den Arbeitern erpreffen? (Lebhafte Zurufe von den Sozialdemokraten.) Ich glaube, da ist dir Bezahlung, die Sie-- (Stürmische Rufe von den Sozialdemokraten: Zur Ordnung I) — Rein, daS ist nicht Blech, sondern traurige Wahrheit. (Trnollte stürmische Zurufe von den Sozialdemokraten: Zur Ordnung!— Glocke des Präsidenten.) Präsident: Der Herr Redner hat nicht von den Sozial- demolraten hier im Hause gesprochen, sondern im allgemeinen von der sozialdemolratischen Partei. (Stürmischer Widerspruch von den Sozialdemokraten.) — Ich habe den Herrn Redner so verstanden, daß er von der Sozialdemokratie im allgemeinen gesprochen hat. (Erneute stürmische Zurufe von den Sozialdemokraten.) — Wenn der Herr Redner von den Sozialdemo« traten hier im Hause das gesagt hätte, so würde es unzulässig sein. (Wiederholte stürmische Zurufe von den Sozialdemokraten.) v. Dirksen. Abgeordneter: Selbstverständlich habe ich mich an kein Milzlied der sozialdemokratischen Partei im Hause gewandt, sondern ich habe gesagt: bekanntlich werden die Gelder, die die Sozialdemokratie für ihre Zwecke braucht, aus den Arbeitern zum Teil erpreß«. (Stürmische Zurufe von den Sozialdemokraten— Ruf: Schon wieder gelogen!) Präsident: Herr Abgeordneter Kaden, ich rufe Sie zur Ordnung! (Lebhaste Zurufe von den Sozialdemokraten. Wir meinen, nicht dem Genossen Kaden, sondern Herrn v. Dirksen hätte der Ordnungsruf gebührt. Herr v. Dirksen hatte, wie der stenographische Bericht zeigt, in der Tat die im Hause anwesenden Sozialdemokraten tatsächlich persönlich angegriffen und beschimpft und es war ein schmählicher Rück- zug von ihm. daß er aus Furcht vor dem wohlverdienten Ordnungsrufe des Präsidenten mit demselben Atem- zug die ausgesprochene Beleidigung leug- nete und etwas behauptete, was er nicht gesagt hatte. Vielleicht kommt einer unserer Abgeordneten auf dieses Gebaren des ehrenwerten Abgeordneten für Kottbus- Spreniberg zurück und läßt ihm die verdiente Züchtigung zu teil werden. Dieses ist die erste Annagelung. Die zweite betrifft den Freiherm von Hehl zu Herrnsheiin. In der Sitzung des Reichstages am Donnerstag, den 14. März stand eine Interpellation des Herrn v. Heyl auf der Tagesordnung, betreffend die Verhältnisse der Privatbeamten, wobei es sich besonders um die Ausdehnung der Versicherungs- Pflicht auf die Privatbeamten handelte. Herr v. Heyl spielt sich seit geraumer Zeit im Reichstage als großer Arbeiterfreund und Sozialreformer auf, obgleich so manches, was aus seinem Betriebe und seinem Verhalten aus Worms verlautet, damit schlecht in Anklang zu bringen ist. Als Sozialreformer spielte er sich auch wieder in der er- wähnten Sitzung auf. Er führte unter anderem aus: „Es ist ja jetzt schon Borschrift, daß die Privatbeamten in die Versicherung eingeschlossen werden bei einem Gehalte bis zu 20 Mark. Meine Herren, was wollen Sie aber mit einer derartigen GehaltSgrenze für die Privatbeamten anfangen? Bei uns am Rhein verdient der Fabrikarbeiter, der leistungsfähige Atkordarbeiter, 1S00 Mark jährlich, und der Werkmeister ist bort im Höchstbetrage auf jährlich etwa 2400 Mark einzuschätzen. Unter 3« bis 4000 Mark wird ein tüchtiger kaufmännischer oder technischer Beamter kaum eine Stelle in einem anständigen groß industriellen Betriebe annehmen. Infolgedessen ist die Grenze. die im Versicherungsgesetz für den Privatbeamten vorgesehen ist. ohne alle Bedeutung". Darauf antwortete ihm der Genoffe Heine, nachdem er über die traurige Lage vieler in diesbm sogenannten„neuen Mittelstand" Beschäftigten gesprochen und ausgeführt hatte, daß insbesondere die rücksichtsloseste Anwendung der Konkurrenz klausel viele Beamte schwer schädige, folgendes: „Sie wird ja allerdings auch den Arbeitern gegenüber in einer Weise verwendet, daß man sie wucherisch nennen könnte ES kommt vor, daß Arbeiter mit 24 M. Wochenlohn sich ver« pflichten müffen, in den Betriebsarten, für die sie engagiert waren, viele Jahre lang nicht tätig zu sein bei einer Konventionalstrafe von 5000 M. (Hört! hört!) — Herr Freiherr v. Hehl verläßt daS HauS, es bezieht sich nämlich auf ihn! (Unruhe bei den RationaNiberalen.— gumf: Er wurde gerade in diesem Augenblick abgerufen!) — Dann bitte ich um Verzeihung, wenn es ein Zufall war. Aber derartige Konkurrenzklauseln sind gerade in dem Betriebe der Firma v. Hehl etwas Alltägliches." Auf diesen schweren Angriff antwortete Herr v. Heyl später also: .Wenn der Herr Abgeordnete Heine nun geglaubt hat durch persönliche Anzapfungen gerade meine Initiative in Verbindung mit meiner industriellen Tätigkeit, ich will nicht sagen, herab' lvürdigen zu sollen, aber doch mindestens abzuschwächen, so muß ich daS außerordentlich bedauern. Er hat erklärt, in meinem Betrieb« wäre die Einfügung der Konkurrenzklausel mehr als üblich im Gebrauch. Mein» Herren, Verträge mit Arbeiter« werden in meine« Betriebe überhaupt nicht gemacht; die haben juristisch gar keine» Wert, sie sind gar nicht durchführbar. Verträge mit Koukurrenzklauscln werden in meinem Betriebe nur mit BertrauenSpersoneu abgeschlossen» die in Geheimnisse eingeweiht «erden. ... WaS speziell den Fall angeht, den der Herr Abgeordnete Heine vorher angeführt hat, so habe ich soeben schon an meinen Betrieb telegraphiert, um eine Nachricht zu bekommen, weil ich diesen Spezialfall durchaus anzweifeln mutz. Ich behalte mir vor, nachdem ich telegraphtfche Rückantwort erhalten Hab«, darüber noch nähere Aufklärung zu geben, bestreite aber, daß die Konkurrenzklausel in«einem Hause in besonders starkem Maße üblich ist. (Bravo l bei den RationaNiberalen.) In der tveiteren Debatte nahm wieder Genosse Heine das Wort und antwortete: .Ich muß nun noch auf die Angelegenheit betreffend Herrn Freiherrn v. Heyl eingehen. Der Herr Abgeordnet» hat gesagt: Solche Verträge existierten nicht in seinem Betriebe. Es ist jetzt nicht ganz zwei Jahre her. wenn ich nicht irre, daß ich von einem Angestellten oder Arbeiter, oder wie man eS nennen will, der Finna Cornelius Hehl gefragt wnrde, ob«in solcher Ver» trag, der mir überreicht wurde, gültig wäre. Leider niutzt» ich nach der bestehenden Gesetzgebung bestätigen, daß er gültig war und daß e» für den betreffenden Mann unmöglich war. ans den Fesseln dieses Vertrages zu entkommen. Vor kurzem habe ich wieder einen solchen Vertrag in die Hände be« kommen.— Auf den bezog ich mich heute. Beide sind nach demsvlben Schema abgefaßt. Der Bertrag ist im Jahre»000 geschlossen auf fünf Jahre mit der Erklärung. daß er bei Richtkündigung ein Jahr vor Ablauf sich aus im« bestimmte Zeit verlängere. Ob er heute noch besteht, vermag ich in diesem konkreten Falle nicht zu sagen, jedenfalls ist er ge- schloffen mit der Absicht auf längere Gültigkeit. In diesem Vertrage ist ein Angestellter mit 24 M. Wochen» lohn angestellt. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Abgeordnete Freiherr Hehl zu Herrnsheim hat ge» sagt, daß bei ihm Verträge überhaupt nicht mit Arbeitern, sondern nur mit.Vertrauenspersonen' geschlossen würden. Gut, dann haben wir also hier eine» BertrauenSperson" mit einem Wochengehalt von 24 Mark. (Heiterkeit.) Diese Vertrauensperson verpflichtet sich, nach Auflösung deS Ver» trageS nicht tätig zu sein in einem gleichen oder auch nur ähn« lichen Geschäft in Hessen, Baden, der Pfalz, Elsaß-Lothringen, der Rheinprovinz, Hessen» Nassau, Thüringen und im Königreich Sachsen (Hört I hört! bei den Sozialdemokraten) und dort seine Erfahrungen weder direkt noch indirekt zu verwerten. — Dann kommen die Branchen, in denen der betreffende das nicht tun darf. Diese verlese ich auS diesem Abschnitt nicht, damit dadurch nicht etwa eine Möglichkeit gegeben wird, zu er- Mitteln, wer der Beteiligte ist, und nicht Nachteile für ihn ent- stehen könnten.— Dann folgt die Bestimmung, baß, loenn er diesen Verpflichtungen zuwiderhandelt, er verbunden ist, eine Konventionalstrafe von ö000 Mark zu zahlen. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), ohne daß er durch Zahlung derselben von seinen Verpflichtungen zum Ersatz eines höheren Schadens entbunden wird. Der Mann verdient also im Jahre prastsr proptsr 1250 M., und die Konventionalstrafe würde den vierfachen Betrag seines Einkommens ausmachen. (Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Würde eine solche Klausel von einem Handelsangestellten ab- geschlossen sein, so würde sie ja nach den Bestimmungen deS Handelsgesetzbuches ohne weiteres anfechtbar sein. Leider gibt eS für die gewerblichen Albeiter eine solche Bestimmung nicht. und nach dem ganzen Inhalt dieses Vertrages bezweifle ich, daß der betreffende unter die Werbneisterbestimmung der Gewerbe» ordnung fällt. Der Vertrag hat noch eine weitere Bestimmung, datz, wem: die Finna Cornelius Hehl selber die Kündigung vornimmt, ohne einen besonderen Grund, daß dann die Zeit, wo der Arbeiter nicht in anderen Betrieben arbeiten darf, aufzwei Jahre herabgesetzt wird. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Konventionalstrafe wird dabei nicht einmal ermäßigt. Dieser Vertrag bezieht sich also auf jemanden, der nach der Erklärung des FreiherrnHehlzu Herrnsheim unter die höherenAnge st eilten fällt, der eine Vertrauensperson ist. Da muß ich sagen, e» ist daS eine Bestätigung für das, was ich vorhin ausführte, daß diese Leute vielfach schlechter daran sind als Arbeiter. gebundener als Arbeiter, und datz, wo sie sich vielleicht eine andere Stellung suchen könnten, die Konkurrenzflausel dazu dient, sie voll- ständig zu fesseln und ihnen das unmöglich zu machen. (Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Darauf gab Herr v. Heyl folgende Erklärung ab: „Meine Herren, der vorgelegte Vertrag entzieht sich meiner Kontrolle. Es ist zunächst festgestellt, daß der Vertrag unter Umständen abgelaufen ist. Keinesfalls trägt der Vertrag meine Unterschrift. Ich würde diese Kouventionalstrafe bi» 24 Mark Wochenloh« unter gar keinen Umstände« billige». Ich halte den Bertrag auch juristisch für durchaus anfechtbar (Sehr richtig l links),»v i e er abgeschlossen t st. Ick) bin der Meinung, soweit ich über Verträge in meinem Hause persönlich mit meinem Justizrat in den letzten 10, 15 Jahren verhandelt habe, daßdie Konventionalstrafe in eine m richtigen Verhältnis zu dem Lohn stehen muß. Bei einem Lohn von 24 Mark halte ich eine Konventionalstrafr von 6000 Mark für zu hoch. Ich zweifele an, daß der Vertrag noch besteht; keinesfalls ist er von mir unterfchriebc«. Aber ich habe vorhin schon, als Herr Heine die erste Rede hielt, nach Worms telegraphiert, um Mitteilung über daö Tatsächliche zu erhalten. Ich behalte mir vor, darüber nähere Auskunft zu erteilen." Die Heinesche Antwort auf diese Erklärung des Herrn v. Heyl lautete: „Die Ausführungen des Herrn Abgeordneten v. Hehl haben das eine wiederum bestätigt, was ich vorhin gesagt habe; der Herr Abgeordnete v. Heyl kennt den Vertrag nicht. Der Vertrag, der mir vor zwei Jahren vorgelegt wurde und der mit diesem hier wörtlich gleichlautend war, soweit ich mich erinnere— war in ein metallographlerteS Formular eingetragen. Es scheint doch also der Vertrag nicht nur einmal dort gc- schlössen zu werden, sondern häufig oder sagen»vir, ge- schlössen worden zu sein, weil ich ja nicht»veiß, ob heute noch solche Verträge dort neu geschlossen werden. Herr Freiherr v. Hehl kennt den Vertrag gar nicht. Er meint, er würde ihn nicht geschlossen haben, wenn er eS gewußt hätte. Ein Beweis dafür, lvas ich vorhin sagte, daß in solchen Riesenbetrieben und bei solchen Ricsenvermögen die eigentlichen Leiter des ProduktionS- Prozesses nicht die Herren Eigentümer und Chefs selber sind. EL entschuldigt, wie ich ohne weiteres zugebe, Herrn v. Hehl Person- lich in sehr hohem Grade, wenn er von diesen Dingen nichts ge- wüßt hat. und davon will ich gern Akt nehmen." Gestern schrieben»vir Montag, den 18. März. Seit jener Erklärung besHerrn Freiherr v.Heyl zu Herrn v- heim sind vier Tage vergangen, in twelcher Zeit der Neichs- 1v. Studt in seiner ganzen Ministerlaufbahn bedient hat. Die von tag drei Sigungen hielt. Herr Freiherr von Heyl zu Herrnsheim hat, wie er im Neichstag mitteilte, Donnerstag nachmittag, den 14. März fofort nach seinem Geschäft telegraphiert, die Antwort wenn auch brieflid) konnte bequem Freitagmittag vor Beginn der Sigung vorliegen. Alber selbst gestern blieb Herr v. Heyl stumur wie das Grab. Ob er noch in dieser Session die Sprache wiedererlangen wird? Politifche Ueberlicht. ihmt inszenierte Verpfaffung der Volksschule legt davon ebenso beredtes Zeugnis ab, wie die Bevorzugung der Anhänger der sogenannten positiven Richtung bei der Beschung der Lehrstühle für Theologie an den preußischen Universitäten. Eine neue staatsanwaltliche Blamage? Um diesen ihren vollständigen Rüdzug zu mastieren, zitiert die„ Nordd. Allg. 3tg." über eine Reihe führender Kommunards allerhand Stellen aus einer Schrift, die seinerzeit Franz Mehring über die Kommune veröffentlicht hat. Diese Echrift über die Kommune ist ein Seitenstück zu Mehrings ersten Schriften In der Debatte über das Ministergehalt plakten die Geister über die deutsche Sozialdemokratie. Sie ist die Polemik cines wieder heftig aufeinander: Auf der einen Seite die konservativ- leidenschaftlichen Gegners, in der es begreiflicherweise an den flerifale Mehrheit, die in Herrn Studt ihr Jdeal eines Ministers herbsten Urteilen über die Häupter der Kommune nicht fehlt. Was des Geistes erblickt, auf der anderen Seite die von freikonserva- in aller Welt will aber die„ Nordd. Allg. Ztg." Damit beweisent? tiver Seite unterstützte liberale Minderheit, die Herrn Studt bis- Ueber all die fraglichen Punkte, die wir in unseren Auslang Heeresfolge geleistet hat und nun, wo sie ihren schweren Fehler cinandersetzungen behandelt haben, befindet sich in den Zitaten einfieht, sich offen von ihm lossagt. Wir haben niemals ein Hehl aus Mehrings Schrift kein Sterbenswörtchen. Es ist daraus gemacht, daß wir das System Studt für gefährlich und ver- geradezu lächerlich, aus diesem Urteil über Personen, das sich Berlin, den 18. März 1907. derblich halten, aber wir sind unparteiisch genug, nicht dem ein- obendrein auf die tendenziöse Schilderung der bürgerlichen Gegner Das warme Herz für die Unterbeamten. zelnen Manne die Schuld aufzuhaisen. Niemals hätte das System und Schlächter der Kommune stüßt, einen Beweis für die UnIn seiner heutigen Sitzung beschäftigte sich der Reichstag Studt zu solcher Blüte gelangen können, wenn sich nicht der Minister richtigkeit der von uns behaupteten Tatsachen herleiten zu mit den überaus dürftigen Gehältern der Interbeamten auf alle Parteien des Abgeordnetenhauses abgesehen von einem tollen. Die Zitierung Mehrings ist nichts als ein findisches De der Reichspost- und Telegraphenverwaltung, die seit einem Jahr- fleinen Häuflein Freisinniger- hätte stüßen können. Die Herren nunziantenstückchen, durch das man, sei es uns, sei es Mehring, zehnt eine Aufbesserung erfahren haben. Kein v. 3edliz, Dr. Friedberg und Genossen, die jetzt so über den Verlegenheiten bereiten zu können wähnt. Diese läppischen Mensch in der Regierung dachte auch daran, ihnen endlich die unglücklichen Minister herfallen, sollten sich also an ihre eigene Mittelchen sind aber bereits mehrfach mit so negativem Erfolg an dringend notwendige Gehaltszulage zu gewähren, wenn Brust schlagen und offen ausrufen: Wir selber sind schuld, wir gewendet worden, daß man selbst von der Nordd. Allg. Ztg." cinen originelleren Trick hätte erwarten können! nicht plöblich mitten im Wahlkampfe die Regierung in der selber sind am meisten schuld! Wahlangst auf den Gedanken verfallen wäre, diese Hundert- Wohl die schärfste Kritik am System Studt übte Abg. Cassel taufende von Beamten durch das Versprechen einer Gehalts-( frs. Vp.), aber seine Kritik war zugleich eine indirekte Verurtei aufbefferung für den Regierungsblock günstig zu stimmen. Im lung des Bündnisses, das der Freijinn im Reiche mit den KonserEtat war kein Wort über diese Gehaltsauf- vativen eingegangen ist. Herr Cassel sieht allmählich ein, daß seine die Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ein Berbesserungen gesagt, dort war nur für einzelne Be- Freunde dabei jämmerlich übers Ohr gehauen sind und daß die fahren wegen Vergehens gegen die§§ 1 und 12 des Vereinsgesetzes amteufategorien eine Erleichterung des Aufstiegs in höhere Stonservativen ebensowenig wie die preußische Regierung dem Libe- cingeleitet haben, weil am 9. und 10. März im sozialdemokratischen Bosten vorgesehen. Erst mitten in der Wahlkampagne tam ralismus irgend welche Zugeständnisse machen wollen. Bei ruhiger Fraktionszimmer des Reichstages die bekannte Besprechung sozialder Regierung die Erleuchtung, daß es endlich an der Zeit Ueberlegung hätten die Freisinnigen sich das allerdings auch vorher demokratischer Redakteure stattgefunden hat. Das Scherlblatt fei, auch den Bostproletariern eine Zulage zu gewähren. Nachdem sagen können. An der Hand zahlreicher Beispiele Richtanstellung meldet darüber: dann die Wahlschlacht geschlagen war, sah sich die Regierung jüdischer Lehrer, Versagung der Bestätigung des Herrn Dr. Benzig wohl oder übel genötigt, ihr Versprechen in ihrer Weise ein als Mitglied der Schuldeputation entroute Cassel ein Bild von zulösen. Zu einer Gehaltszulage freilich vermochte sie der finsteren Reaktion, die in Preußen herrscht. Allerdings zweifeln sich auch jetzt noch nicht zu verstehen. Sie vertröstete wir daran, daß die Freisinnigen bei den nächsten Wahlen einen die Beamten auf später. Dagegen war ihnen cine armı- ernsthaften Versuch machen werden, die Reaktion zu bekämpfen. felige einmalige Notstandszulage in der Gesamthöhe Wahrscheinlich wird ihnen der Kampf gegen die rote Gefahr" dann von ganzen drei Millionen Mark oder 50 Mark pro wieder wichtiger erscheinen, als der gegen die Macht der Finsternis. Kopf zugedacht! Diese jämmerliche Abfindung war selbst den bürgerlichen Parteien zu kläglich. Die Kommission beschloß deshalb eine Resolution, durch die die verbündeten Regierungen ersucht werden, bis zur dritten Beratung des Etats ihr Einverständnis damit auszusprechen, daß den Unterbeamten je 100 M., den mittleren Beamten bis zu 4200 M. Gehalt je 150 M. als einmalige außerordentliche Beihülfe gewährt werde. Das Zentrum, auf dessen Standpunkt sich auch Sozialdemokratic und Antisemiten stellten, beantragte dagegen, dem Notgesetz einen besonderen Paragraphen 2a hinzuzufügen, wodurch den Unterbeamten je 100 und den mittleren Beamten mit einem Gehalt bis zu 3000 M. je 150 M. außerordentliche einmalige Beihülfe gewährt werde. Die Blockmehrheit also wollte sich mit einer Resolution begnügen, die diese Zulagen in den guten Willen der Regierung stellte, während Zentrum, Sozialdemokratie und Antisemiten diese Unterstützung etatsmäßig festgelegt wissen wollten. Der Staatssekretär des Reichsschaamtes beteuerte die Absicht der Regierung, den Wünschen des Barlaments Rechnung tragen zu wollen, nur möge man Zurückgewiesenes Liebeswerben. Die fonservative Presse setzt ihre herbe Kritik der vom Reichstanzler beim Festmahl des Deutschen Landwirtschaftsrats betriebenen Stimmungsmache fort. Die Kreuz3tg.", die fofort nach der Bülowschen Tischrede das agrarische Liebesgirren des Kanzlers verspottet hat, komunt in ihrer Wochenrundschau nochmals auf die Bemühungen, bei den Konservativen Stimmung zu machen" zurück und verwahrt sich dagegen, daß man die Sonservativen nach der Erfüllung einiger wichtiger agrarischer Forderungen zur Passivität verpflichten will, weil sie nun nach Möglichfeit befriedigt seien und die liberalen Forderungen an die Reihe 11 tommen lassen müßten." Das tonservative Programm, meint die Kreuz Zeitung", ist durchaus nicht einseitiger, als das Programm des Reichskanzlers, der das wohlerwogene Gesamtinteresse des Landes" sich zur Richtschnur gemacht hat und man unterschätzt uns sehr, wenn man glaubt, wir könnten in der Behandlung der Börsenfrage fünf gerade sein lassen, weil wir ja mum die guten Handelsverträge hätten und weil die Regierung nicht zulassen wolle, daß bei dieser Reform" die Interessen der Landwirtschaft geschädigt werden." Wie das Scherlblatt meldet, soll die Staatsanwaltschaft gegen " Der Bureaudirektor beim Reichstag Jungheim hatte vor einigen Tagen nichts dagegen einzuwenden, als sozialdemokra tische Abgeordnete ihm mitteilten, daß sie einige Freunde im Fraktionszimmer der Partei empfangen wollten. Wie sich aber später herausstellte, fand in diesem Fraktionszimmer an zwei Tagen eine Konferenz der sozialdemokratischen Abgeordneten mit fünfzig Parteiredakteuren statt, bei der auf Grund einer Tagesordnung die allgemeine Taktik der Parteipresse und die ParteiKorrespondenz zum Gegenstande lebhafter Debatten gemacht wurden. Von amtlicher Seite faßt man diese Konferenz nicht als eine Zusammenkunft von Freunden, sondern als eine Versammlung" von 90 Personen auf, in der politische Angelegenheiten erörtert wurden, die also nach dem Gesetz polizeilich hätte angemeldet werden müssen. Die Erterritorialität des Reichstagsgebäudes fommt hier nach Ansicht der Behörden nicht in Frage. Der§ 1 des Vereinsgefehes verpflichtet den„ Unternehmer" zur Anzeige bei der Orts- Polizeibehörde bei allen Verfammlungen, in welchen öffentliche Angelegenheiten erörtert oder beraten werden sollen.§ 12 setzt die Strafe für Unterlassung der Anzeige auf Geldbuße von 15-150 M. oder Gefängnisstrafe von acht Tagen bis sechs Wochen fest. Außerdem hat nach ihm derjenige, der den Plazz dazu( zu einer Versammlung ohne die im§ 1 vorgeschriebene Anzeige) eingeräumt hat und jeder, welcher in der Versammlung als Vorsteher, Ordner, Leiter oder Redner aufgetreten ist, eine Geldbuße von 15-150. verwirkt." Gegen das Reichstagsbureau wird jedoch wahrscheinlich nicht vorgegangen werden, weil Direktor Jungheim sich im guten Glauben befunden hat. Es wird aber erwogen, in welcher Weise ein abermaliger Mißbrauch eines Frattionszimuters zur Abhaltung einer politischen Versammlung verhindert werden kann. Wir glauben einstweilen, daß das Scherlblatt das Opfer eines Ebenso weist auch das Blatt des Bundes der Landwirte, die schlechten Scherzes geworden ist. Kann es doch selbst nicht umhin, hineinschieben" und dadurch einen Stonflikt mit der Regierung heraufzubeschwören. Die Regierung werde einen Rasenstüber zu versetzen: sobald als möglich einen Ergänzungsetat vorlegen. Auch fei der Reichskanzler bereit, die Frage einer Gehaltsaufbesserung für das Jahr 1908 in Angriff zu nehmen. Dann sei auch zu erivarten, daß sich Reichstag und Regierung über die Deckung dieser Aufwendung einigten. frci sich mit dem in der Resolution ausgedrückten Wunsche be Deutsche Tagesztg.", die Bilowschen Beruhigungsversuche zuriid, su erflären, daß hier nur ein allgemein und von alters gnügen, nicht aber in den Etat ,, ungezählte Millionen( wenn sie auch nicht zu unterlassen vermag, der„ Kreuzztg." nebenbei her geübter Brauch in Frage käme. Alle Parteien Reichstag gepflogen. Go der habe erst fürzlich der Zentralvorstand „ Unmittelbar nach der Rede des Fürsten Bülow beim Fest sinnigen Volkspartei unter Vorsitz des nicht dem Reichsmahle des deutschen Landwirtschaftsrates glaubte ein führendes Tonfervatives Blatt hervorheben zu sollen, daß man die Freundlich- tag angehörigen Abgeordneten Schmidt- Elberfeld und in Anwesen feit eines Diplomaten immer mit der stillen Frage aufnehmen heit zahlreicher Parteifreunde aus dem Lande im Fraktionszimmer miffe: Was will er von mir? Unseres Erachtens des Reichstagsgebäudes seine Sigungen abgehalten. tdar es weder nötig, noch zweckmäßig, in diesem Falle Wir können diese Mitteilungen des Scherlblattes nur be die Frage aufzuwverfen, schon deswegen, weil der faktische und stätigen. Die Sikung der Freisinnigen, die zu derselben Zeit im diplomatische Nebenzweck der Rede vollkommen klar vor Augen Reichstag abgehalten wurde, in der auch die sozialdemokratische lag. Wir glauben kaum, daß irgend ein Leser diesen Zwed nicht Breßkonferenz tagte, war von 93 Personen besucht. Ebenso haben erkannt oder verkannt hat. Der Reichskanzler wollte für die am 9. Dezember vorigen Jahres die Nationalliberalen mehrfach angekündigte sogenannte Börsenreform Stimmung machen im Reichstag eine ähnliche Besprechung abgehalten. Und wie und hat das auf eine Weise getan, der man auf keiner Seite das Zugeständnis versagen wird, daß sie recht geschickt gewesen Nationalliberale und Freifinnige, so haben es seit je alle Parsei. Trotzdem wird er selbst wohl nicht erwartet haben, mit teien gehalten; namentlich zur Zeit der Beratung des 3011feinen Freundlichkeiten, an deren Aufrichtigkeit zu zweifeln für tarifs haben wiederholt dergleichen Besprechungen stail1118 fein Anlaß vorliegt, unseren grundsäglichen gefunden. Wir halten es deshalb folange für ganz ausgeschlossen, Widerstand gegen eine Abschwächung des Börsen- daß die Staatsanwaltschaft auf die alberne Denunziation hin, die gesezes zu brechen. Deshalb hielten wir es für unnötig, vor einigen Tagen ausgerechnet von der„ Nationalzeitung" diesen unseren grundsätzlichen Standpunkt nochmals polemisch und scharf zu kennzeichnen. Wenn ein Teil der konservativen Presse ausging, den Nachweis zu führen gedächte, daß, was allen Parteien fich dazu veranlaßt gefehen hat, so mag das vielleicht daran gestattet ist, einzig der Sozialdemokratie nicht gestattet sein soll! liegen, daß in diesem Teile der Presse die Börsenfrage in Die lächerliche Attion beweist übrigens, wie notwendig für uns die jüngster Zeit wenig Beachtung gefunden hatte. Wir hätten nur Schaffung eines Reichsvereinsgesches ist! oft Gesagtes wiederholen und zuspizzen können, und das war um so überflüssiger, als die Zeit sehr bald kommen wird, wo wir unseren grundsäglichen Standpunkt mit der gebotenen Schärfe werden wahren und ber freten müssen. Diesen unseren Standpunkt aufzugeben find wir nicht in der Lage." Während die Abgeordneten Ved( natl.) und Richt. hofen( f.) gegen den Antrag Gröber sprachen, vor einem Konflikt mit der Regierung warnten, und für die Reso Iution cintraten, betonte Genosse Singer mit aller Schärfe das Recht des Reichstages, nicht nur Abstriche am Etat vorzunehmen, sondern auch die Etatspositionen zu erhöhen. Gestehe man dem Reichstag dies Recht nicht zu, so drücke man ihn zu einem gefeßgeberischen Faktor zweiten Ranges herab. Gegen eine solche Verkümmerung der Rechte des Hauses müsse energische Verwahrung eingelegt werden. Des weiteren geißelte Singer kräftig die erbärmliche Knauferei der Regierung in der Frage der Gehaltsaufbesserung der Beamten, einer der ersten Stulturaufgaben des Reiches, die man von der Deckungsfrage abhängig mache, während man für Militarismus und Kolonialpolitik ungezählte Millionen zum Fenster hinauswerfe. Um jedoch wenigstens das bei der Haltung der Blockparteien überhaupt Mögliche für die Beamten herauszuschlagen, erklärte Singer namens der Fraktion, daß die Sozialdemokratie für die von der Kommissionsmehrheit vorgeschlagene Resolution eintreten werde. Nach den Erklärungen des Staatssekretärs des Reichsschatzamtes, die gerade durch das energische Vorgehen der Winderheit erzwungen worden seien, werde die Regierung sich ja den durch die Resolution ausgesprochenen Wünschen nicht mehr entziehen können! Aehnliche Erklärungen wurden auch Die Nordd. Aug. 3tg." tritt in der Diskussion über. Bülows vom Zentrum und den Antisemiten abgegeben, so Angriff gegen die Sozialdemokratie und die offiziösen Schmähungen daß schließlich die Resolution einstimmig angenommen der Kommune heute einen kläglichen Rüdzug an. Sie bewurde. hauptet, unser Artikel über die Bestialitäten der Kommunegegner Die Redner des Blocks, der auf diese Weise die sei aus fommunistischen Tendenzschriften flüchtig zusammenetatsmäßige Festlegung der Notstandszulagen vercitelt hatte, gesuchtes Zeug, eine kritiklose Wiedergabe von teils schon im Entbesaßen noch die geschmacklose Heuchelei, sich ihrer Strategie stehen gefälschten, teils bei der Weiterverbreitung entstellten, überzu rühmen! Dem Block sei es zu danken, daß die Beamten nicht leer ausgingen, während bei einem Konflikt mit der Regierung gerade sie die Opfer des Strieges seien. Als ob die Regierung den Mut gehabt haben würde, sich gegen die etats mäßige Festlegung der Unterstützungen auch dann noch zu sträuben, wenn auch die Block parteien dafür zu haben gewesen wären! Sache der Regierung ist es nun, ihre Versprechungen auch bollinhaltlich einzulösen. Die Sozialdemokratie wird jedenfalls nicht verfehlen, die Regierung und die Mehrheitsparteien an ihre Versprechungen nachdrücklichst zu erinnern! Bibel, Katechismus und Gesangbuch. Deutsches Reich. Mühlhausen- Langensalza. Gegen die Wahl des Konservativen Arnstadt im Wahlkreise Mühlhausen- Langensalza haben die Freifinnigen Protest eingelegt. as Gründe führt die Mühlhäuser Btg." an: 17 " In Flarchheim im Streise Langenfalza lagen im Wahl. Total auf einer Kommode die amtlichen Wahlfuverts neben einem Batet Stimmzettel für den konservativen Kandidaten Arnstadt. Diese wurden von Mitgliedern des Wahlvorstandes im Wahllokal an die Wähler verteilt. Außerdem war die Wahlzelle nicht vor schriftsmäßig. In Lüzensömmern im Streise eigensce ist im Wahllokal bei der Wahl feine Wahlzelle vorhanden ge wefen. In Großballhausen im Kreise Weißenjce war eben falls zur Wahl keine geschlossene Wahlzelle hergerichtet. Der Wahlakt fand so statt, daß im Vorzimmer zum Wahlraum der Gemeindediener bereit stand und nicht nur konservative Stimmzettel, sondern zugleich auch die amtlichen Wahlkuverts verteilte bezw. die letzteren auf demselben Tisch, wo die konservativen Stimmzettel lagen, bereit hielt. In Kutzleben im Kreise Weißensee war ebenfalls tein Jiolierraum, feine Wahlzelle vorhanden, ebenso fehlte dort dic Wahlurue, und die Kuverts wurden einfach auf den Tisch niedergelegt. In Schilfa bei Straußfurt im Kreise Weißensee hatten sich die Mitglieder des Wahlvorstandes in der Wahlzelle, welche durch einen aus Zeltleinwand gebildeten Verschlag herstand indessen zur freien Benußung ohne Aufsicht da. triebenen oder aus ihrem historischen Zusammenhang, gerissenen Angaben." Die„ fümmerliche Pinselei" des Vorwärts" zu widerlegen, fehlt jedoch den ebenso gründlichen wie unterrichteten Sistorifern des offiziösen Organs jede Lust. Die„ Nordd. Allg. 3tg." fühlt keinen Beruf, aus der abstrusen Darstellung des Borwärts" das herauszuschälen, was historische Wahrheit" sei. Immerhin gibt das offiziöse Organ wenigstens insofern der Wahrgestellt war, niedergelassen und spielten Karten. Die Wahlurne heit die Ehre, daß es jetzt bekennt: Jedermann weiß, daß auch die aller Uebertreibung entkleidete Wirklichkeit noch für die Truppen der Versailler Regierung beschämend genug ist." Die Bersteigerung der Schwindfuchtsbazillen fiftiert. Die von uns am Sonnabend ausgesprochene Mahnung, tm Die„ Nordd. Allg. 3ta." ist also, wie wir hiermit feststellen, öffentlichen Interesse schleunigst zweds Hinderung einer Weiternicht in der Lage, unsere Behauptungen zu entfräften. Sie ver- verbreitung der Tuberkulose die auf gestern anberaumte mag nicht zu bestreiten, daß das bedauerliche Blutvergießen der Versteigerung der seit 35 Jahren benutten Bibel, Katechismus und Gesangbuch nannte am Montag im Kommune durch die Versailler Regierung verschuldet worden Mobilien der Falkensteiner Heilanstalt zu inAbgeordnetenhause bei der Generaldebatte zum Kultusetat der ist. Sie vermag die Tatsache nicht hinweg zu fälschen, daß die hibieren, ist nicht ohne Erfolg geblieben. Infolge einer Abg. b. Oldenburg( fons.) die heiligsten Güter des Kommune erst dann mit schwächlichen Repreffalien vorging, als Depesche aus dem kaiserlichen Kabinett ist die Volkes, und diese heiligsten Güter vor allem hat nach seiner An- sie durch die Bestialitäten der Regierung dazu genötigt war. für diese Woche anberaumte Auktion am Sonntag sicht ein Kultusminister, der etwas taugen vill, zu pflegen. Herr Sie vermag nicht zu leugnen, daß, während von den Kommunards aufgehoben. Den dringenden Appell hatten wir ausgesprochen, v. Oldenburg stellt also im Namen seiner Freunde und in Ueberein- im ganzen nur 63 Geißeln erschossen wurden, von den Versailler weil aus dem Taunuskreise an uns und an den Abgeordneten sthumung mit dem Zentrum dem Minister Studt das Zeugnis aus, Truppen zirka 20 000 Menschen, darunter viele Tausend am Kampf Brühne verzweifelte Notschreie über die kaum glaubliche Tatsache daß er ein tauglicher Minister des Geistes ist. In der Tat überhaupt nicht Beteiligte, in der bestialischsten Weise gerichtet waren, daß der öffentliche Verkauf der verfeuchten Mobilien find Bibel, Katechismus und Gesangbuch die Mittel, deren sich Herr abgcjglagtet worden sind der erste Stritt für die bauliche Inangriffnahme des Rekonvaleszenten Unter Zentrumsbrüdern. Die Zeugniszwangsfolter. Mannheim, 18. März.( Eig. Ber.) ( Privatdepesche.) heims für Offiziere fein follte. Das Offiziersheim wird auf Grund| nationaler Grundlage näherzutreten; man tvolle die Entwidelung ein Drud auf England ausgeübt werden konnte. Habibullah war einer vom Kaiser genehmigten Stiftung ins Leben gerufen. Daraus der neuen Bewegung abwarten und sich demnächst bezüglich end- nun aber in den ersten paar Jahren seiner Regierung wohl erklärt sich die Zuständigkeit des Kaisers zu der nunmehr getroffenen gültiger Stellungnahme entscheiden. geneigt, sich Rußland zuzuwenden, jedoch der Burenfrieg ging bald Anordnung. Offenbar handelt es sich um eine von seiten des liberalen zu Ende, und England hatte wiederum die Freiheit, sich in der Unternehmertums vorgenommene Schiebung, um der polnischen Weltpolitik umzusehen. Es kam zuerst das Bündnis mit Japan Bewegung entgegenzuwirken. zustande, dann die Entente mit Frankreich. Der schicksalsreiche Der frühere Abgeordnete Fusangel hat die Wahl in seinem japanisch- russische Krieg gab dann schließlich dem Gange der ehemaligen Reiche, dem Wahlkreise Arnsberg Olpe= asiatischen Geschichte eine andere Richtung. Beim Abschluß dieses Meschede, anfechten lassen. Die„ Tremonia", das Dortmunder Krieges erneuerte England das Bündnis mit Japan, und letzteres Zentrumsblatt, bemerkt zu der Angelegenheit:" Fusangel ist so verpflichtete sich, für die Erhaltung Indiens unter britischer Herrroutiniert, daß er sich gewiß keine Illusionen macht, die Wahl um- In der Affaire des Schnupftabats entwickelt die Mannschaft zu wirken. Das politische Ansehen Rußlands in Asien erzustoßen, bei der sein Gegner fast 4000 Stimmen voraus hat. Er heimer Justiz einen außerordentlichen Eifer. Wenn der Verfaffer england freundlich, und jetzt, wo der Abschluß eines russisch- englischen leichte, der Herrscher von Afghanistan wurde nach und nach macht die Wahlprotestgeschichte hauptsächlich der inkriminierten Notiz des Karnewals- Wigblatts innerhalb drei Tagen Ausgleichs bevorsteht, beeilte sich Habibullah, nach Indien zu reisen der Retlame wegen für die Westdeutsche Bolts nicht bekannt ist, soll Genosse D. Geď von der Boltsstimme" in und den Briten zu huldigen. aeitung". Lambert Lensing, der Verleger der„ Tremonia" und Johannes 3eugniszwangshaft genommen werden. Fusangel, der Verleger der Westdeutschen Boltszeitung" sind scharfe Konkurrenten und arbeiten mächtig gegeneinander, um sich die Abonnenten und Inserenten abzujagen. Daher die Freundschaft" der beiden Zentrumsbrüder! Ein Majestätsbeleidigungsprozeß in der Aera der Einschränkung des Majestätsbeleidigungsparagraphen. er Vor der Straffammer zu Insterburg stand vor einigen Tagen ein Maurer und Hausierer namens Georg Randies der Majestätsbeleidigung angeklagt. Die Anklage stützte sich nach der Anklageschrift auf das Zeugnis einer Kutscherfrau und eines Gendarmen. Danach soll der Angeklagte anfangs Januar dieses Jahres im Kreise Dar fehmen, wo mit Kurzwaren, Bildern und Ansichtskarten hausierte, auch Flugblätter und Stimmzettel der sozialdemokratischen Partei, auf den Parteisekretär Linde- Königsberg lautend verbreitet haben. Bei dieser Gelegenheit soll er in der Wohnung der Kutscher frau Krohnte in Friedrichsdorf, wo er in ein Gespräch verwickelt wurde, die Beleidigung ausgestoßen haben. Als die Frau unter anderem sagte:„ Wenn die Sozialdemokraten siegen, dann müssen wir betteln gehen!" soll Randies mit einer Majestätsbeleidigung geantwortet haben. Als dann die Frau fagte:„ Aber Mann! Obrig keit und Untertanen müssen doch sein, die Obrigkeit ist doch von Gott", da soll N. eine weitere inkriminierte Aeußerung getan haben. Dies der Tatbestand, wie er aus der Anklageschrift hervorgeht. Der Angeklagte, der bereits 15 Jahre lang treues Mitglied der Heilsarmee ist, im Sommer als Maurer arbeitet und in der arbeitslosen Winterzeit mit Kaiserbildern, Kurzwaren und der gleichen auf dem Lande haufiert, bestritt ganz entschieden, eine derartige beleidigende Aeußerung der Frau gegenüber getan zu haben. Die Zeugin Krohnke habe ihn gefragt, was er fei. Dann habe sie gefagt:„ Na ja, die Maurer verdienen im Sommer viel Geld, verſaufen es und im Winter müssen sie betteln!" Daraufhin habe er seinen Stand verteidigt und sich auch gegen abfällige Aeußerungen mit Bezug auf die Sozialdemokratie gewandt. Die ihm in den Mund gelegte, auf den Kaiser bezügliche Aeußerung habe er nicht getan. Dazu hatte er gar teine Veranlassung. Er habe auch keine sozialdemokratischen Blätter verteilt, sondern sei nur seinem Gewerbe nachgegangen. Das Gericht schenkte dem bisher unbescholtenen, ruhigen und nüchternen, ja sogar gottesfürchtigen Mann keinen Glauben, trotzdem noch mehrere Zeugen ihm das beste Leumundszeugnis ausstellten. Das Zeugnis der Denunziantin galt mehr. Der Staatsanwalt beantragte a cht Monate Gefängnis! Das Gericht nahm an, daß die inkriminierte Aeußerung von dem Angeklagten nicht in der Erregung oder aus Unbedachtsamkeit getan, sondern offenbar in der Absicht, vor den Wahlen Stimmung gegen die Regierung zu machen. Es verurteilte den Mann, der ohne einen Verteidiger, in furchtbarer Erregung und Unbeholfenheit sich zu berteidigen fast unfähig war, der den Antrag des Staatsanwalts gar nicht faffen fonnte, zu einem Jahr Gefängnis! Der Verurteilte wurde dann von der Anklagebant fort vor den Augen seiner jammernden Ehefrau sofort in Haft genomanen. Neue Uniformen. preußische Kriegsministerium bereits Bestellungen in Tuchen für Wie Fachblätter mitteilen, hat das neue Uniformen vergeben. neue Uniformen vergeben. Diese neuen Uniformen( feldgrau) sollen nur im Manöver und im Kriege verwendet werden, für den Parademarsch bleiben die schönen, bunten Uniformen. Militärjustiz. Norwegen. Die Beschlagnahme russischer Schriften. " Im September vorigen Jahres wurde in Vardö bekanntlich eine Anzahl russischer Schriften, die in der Druckerei des sozialdemo fratischen Organs Finmarken" hergestellt worden waren, beschlagnahmt. Der Besizer der Druckerei, Storthingsmann Egede Nissen, legte sofort, nachdem er die amtliche Mitteilung von der Beschlagnahme erhalten hatte, Berufung dagegen ein. Aber jetzt erst, am unter der Anklage der Soldatenmißhandlung und Beleidigung 14. März, hat der Berufungsausschuß des höchsten Gerichts seine stand vor dem Kriegsgericht der 15. Division der Unteroffizier Entscheidung getroffen. Sie besagt, daß die Beschlagnahme vor. Grabowski von dem Infanterieregiment Nr. 68 in Koblenz. läufig aufrecht erhalten werden soll. Dieser Beschluß In der Kaserne verübte eines Tages der Musketier Stieb Selbst wurde mit zwei Stimmen gegen eine gefaßt. Die zivci Mitglieder, mord und als Ursache gab er in einem Abschiedsbrief an die die dafür stimmten, äußerten Zweifel darüber, oh die Beschlag Eltern die Behandlung an, die ihm durch den Unteroffizier nahme gefeßlich berechtigt wäre, wollten ober dem Spruch der zuGrabowski zuteil wurde. Er werde von dem Unteroffizier gestoßen, ständigen Gerichte nicht vorgreifen. Das dritte Mitglied aber ergeschlagen und als Lump, Schwein, Vagabund usw. beschimpft. Auch klärte die Beschlagnahme für gesetzwidrig und verlangte FreiSie Eltern habe der Unteroffizier beschimpft und ihn gedroht, ihn gebung der Schriften. ins Zuchthaus zu bringen. Der Unteroffizier schitaniere und verfolge ihn, und er könne es nicht länger aushalten. Auch mündlich hatte der Soldat dem Vater bitter geklagt. In der Verhandlung famen noch andere von dem Angeklagten an anderen schaft hatte unter ihm zu leiden. Trotzdem wurde ihm von dem Soldaten verübte Mißhandlungen heraus. Die ganze KorporalSauptmann ein günstiges Zeugnis ausgestellt. Das Gericht erflärte, daß nach der Beweisaufnahme der Soldat keine begründete Veranlassung" zum Selbstmord gehabt habe. Es erkannte auf sechs Wochen Mittelarrest. Der Kriegszustand aufgehoben! Eine kaiserliche Order erklärt den Kriegszustand in Südwestafrika für aufgehoben. Die Kolonialarmee bleibt natürlich den Schwarzen und den deutschen Steuerzahlern erhalten Der norwegische Reichsadvokat hat nun Anklage gegen die an der Drucklegung beteiligten Russen, jedoch sonderbarerweise nicht gegen unseren norwegischen Genossen Egede Nissen erhoben! Strafe wird die Russen nicht treffen; es handelt sich für die AnSchriften„ verbrecherischen Inhalts" find. Uebrigens hat der Vertlagebehörde nur darum, durch Gerichtsurteil festzustellen, daß die teidiger der Angeklagten, Obergerichtsanwalt Puntervold, Beweise genug dafür in Händen, daß dieselben Schriften in anderen Ländern ungehindert gedruckt und von dort noch Rußland ausgeführt werden. Der Prozeß wird wohl noch mehr als die Bc. schlagnahme selbst zu einer Blamage für das neue freie Norwegen führen. Bulgarien. Die„ Agence Bulgare" meldet: Kammerpräsident Gudem hat das neue Kabinett in folgender Zusammensetzung gebildet: Er selbst übernimmt das Portefeuille des Innern; Apo fto low, bisher Generalsekretär des Ministerrats, wird Unterrichtsminister; Opfer der Kolonialpolitik. Ein Telegramm aus Windhut Stancio to übernimmt neben dem Portefeuille des Aeußern probimeldet: An Krankheiten gestorben Reiter Gustav Heppner, geboren forisch das der öffentlichen Arbeiten; im übrigen behalten die bisam 30. 7. 82 zu Groß- Schönau, am 7. März d. Js. im Lazarett herigen Minister ihre Portefeuilles. Stectmanshoop am Typhus; Reiter Hermann Salzbrunn, geboren am 19. 7. 84 zu Schubin, am 11. März d. Js. in der Krankenfammelstelle Ramansdrift an Typhus und Malaria. Breßtreibereien. Der Hamburgische Correspondent" fühlt sich durch die unter obigem Titel in der Sonnabendnummer des Vorwärts" erschienene Notiz tief gekränkt. Er schickt uns folgende Berichtigung: Auf Grund von§ 11 des Preßgesezes ersuche ich Sie, folgende Berichtigung aufzunehmen: 1. Es ist nicht wahr, daß wie in Nr. 64 des Vorwärts" behauptet wird, der Hamburgische Correspondent" Angriffe gegen den Grafen Posadowsky gerichtet hat. 2. Es ist nicht wahr, daß der Hamburgische Correspondent" sich im Besitze Scherls befindet. Seit mehr als 1½ Jahren find feine Anteile unferes Unternehmens mehr im Besitze von Scherl. 3. Es ist nicht wahr, daß im„ Hamburgischen Correspondenten" offiziöse Notizen zur Ablagerung gelangen. Hochachtungsvoll F. v. Eckardt Chefredakteur des„ Hamburgischen Correspondenten." Die Redaktion des Hamburg. Correspondenten" scheint mit dem Wort„ Angriffe" einen höchst seltsamen Begriff zu verbinden. Vielleicht hält sie gar ihre Ausfälle gegen den Grafen v. Posadowsky für Liebenswürdigkeiten! Ausland. Frankreich. Lichtschen. In der Anklage rift, bei der Gerichtsverhandlung und in den Berichten der Bürghen Provinzpresse ist der unglückliche, verurteilte Familienvat nun als sozialdemokratischer Agitator bezeichnet. Dieser Umsto mag ja wohl auch dazu beigetragen haben, daß die Richter an eine beaf ichtigte Majestätsbeleidigung glaubten, obgleich bekanntlich Sozialdemokraten bewußt niemals gegen den Majestätsbeleidigungs- Paragraphen verstoßen werden. Aber es ist gar nicht wahr und vor Gericht auch nicht erwiesen, daß der Mann sozial- Paris, 17. März.( B. H.) Der Justizminister weigert demokratische Flugblätter verbreitet hat. Exemplare davon sind auch sich, einen Ausschuß zu ernennen, der die bei Monsignore in dem Wirkungskreise des Hausierers gar nicht gefunden worden. Montagnini beschlagnahmten Papiere prüfen soll, wie es die Sie fonnten auch nicht gefunden gar werden, denn Sozialisten verlangen. Der Justizminister wünscht, daß, so im Wahlkreise Darlehmen kandidierte gar nicht der Partei- lange der Prozeß schwebt, keinerlei Veröffentlichungen über sekretär Linde, sondern Rechtsanwalt Haase. Der Mann die Dokumente erfolgen. Der frühere Finanzminister Rouvier, mag vielleicht sozialdemokratische Ansichten gelegentlich ver treten. Mitglied der sozialdemokratischen Bartei ist er, wie wir festgestellt haben, nicht. Auch ist er von niemand beauftragt worden, zu agitieren. Da in seinem Wohnort Justerburg Stimmzettel für den fozialdemokratischen Kandidaten im Darlehmer Streise gar nicht existierten, ihm solche von Königsberg auch nicht verabfolgt sind, so sei diese irrige Darstellung hiermit widerlegt. Die Höhe der Strafe ist außerordentlich in Anbetracht des Umstandes, daß der Verurteilte gänzlich unbescholten ist! Er hat den offenbar falschen Anschein, daß er Sozialdemokrat sei, schwer büßen müssen. Die aus Unbedachtsamkeit handelnden Majestätsbeleidiger follen fünftig straffrei bleiben umso härter sollen aber offenbar die Sünder wider die Majestät bestraft werden, wenn politische Zwecke bei ihnen vermutet werden. Die Sozialdemokratie wird man damit freilich nicht treffen; Opfer werden zumeist arme Teufel sein, die auf irgend eine Weise in den falschen Verdacht geraten, durch eine unbedachtsame Aeußerung über ein gekröntes Haupt sozialdemotratische Zwede verfolgt zu haben. Vom deutschen Versammlungsrecht. Offenbach, 18. März. ( Privatdepesche.) Eine für Ostern nach hier einberufene Anarchistenfonferenz ist durch die Bürgermeisterei Offenbach verboten worden. Anlaß dazu gab der Tagesordnungspunkt: Antimilitaristische Propaganda. Noch eine Arbeiterorganisation welchen Jaurès in den Dokumenten als tompromittiert hinstellt, erklärte einem Redakteur der Petite République", daß in den Dokumenten nichts enthalten sei, was ihn kompromittieren könne. Italien. Zollherabsetzung. Rom, 17. März. Die Kammer hat in geheimer Abstimmung mit 214 gegen 24 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend die Serabfetzung des Betroleumzolles angenommen. Sodann verlage sich die Stammer bis zum 23. April. England. Mittelasiatische Politik. Persien. Teheran, 17. März.( B. H.) Die Unruhen in Ispahan dauern fort. Man erwartet das Gintreffen des früheren Großvefiers Aurin Bascha, der in Europa Aufenthalt genommen hat, nachdem er aus Bersien verbannt wurde. Aurin Pascha gilt als einflußreicher Mann, Sem es gelingen dürfte, den Aufstand niederzuschlagen. Die Nationalbank hat sich bisher geweigert, die vom Sultan geforderter Borschüsse zu bewilligen. Afrika. Eine Rede Bothas. Vor wenigen Tagen gaben die Einwohner von Pretoria cir General Botha, hielt eine Rede, in der er sagte: Festessen zu Ehren des neuen Stabinetts. Der Premierminister, Kabinetts absolut gesichert sein. Die Welt wird sich überzeugen " Die britischen Interessen werden in den Händen des neuen können, daß das Transvaaler Ministerium ebenso eifrig für die britische Flagge eintritt, wie irgend ein anderes Ministerium. Es handelt sich um die Ehre und die Interessen der Burgher. Dies ist um so mehr der Fall, als wir Transvaaler von tiefer Dankbarkeit erfüllt sind gegen den König, die Regierung und das Volk Englands, die uns durch die Gewährung einer freien Verfassung ein Maß von Vertrauen gezeigt haben, wie es in der Geschichte beispiellos: dasteht. Ist es überhaupt den Buren möglich, eine solche Großherzigfeit zu vergessen? Ich erkläre, daß dies unmöglich ist. Unser Ministerium wird sein Bestes dazu beitragen, eine einheitliche Nation zu schaffen, in der kein Teil auf den anderen mit Verachtung und Mißtrauen blicken wird. Sobald die neue Verfassung auch in Cranien eingeführt ist, wird das Ministerium anfangen, für ein einheitliches Südafrika zu arbeiten... Wir haben nur noch einen Wunsch: daß den holländisch sprechenden Kindern gestattet wird, in den unteren Schulklassen den Unterricht in ihrer Mutter weinisteriums darauf gerichtet sein, aufzubauen, stetig fort prache zu empfangen. Im übrigen wird suschreiten und von Kritik und Obstruktion abzusehen." die Politik des Die Rede fand ein lebhaftes Echo im ganzen britischen Reiche. Wie wir bereits berichteten, beginnt in London am 15. April die koloniale Konferenz, an der sämtliche Premierminister des britischen Reiches teilnehmen werden. Die englische Regierung fandte auch an Botha eine Einladung, die dieser angenommen hat. Der Führer der Buren wird also an Beratungen teilnehmen, die auf die Einheit und den Zusammenschluß des britischen Reiches abzielen. Wie die Zeiten sich ändern! * London, 16. März.( B. H.) Die städtischen Behörden beabs fichtigen, General Botha bei seiner Anwesenheit in London den Titel cines Ehrenbürgers zu verleihen. Amerika. Verkehrswesen. Präsident Roosevelt hat eine aus acht hervorragenden Männern London, 14. März.( Eig. Ber.) bestehende Kommission ernannt, die sich mit der Frage einer ratio= Nach einem zweimonatigen Aufenthalte in Indien fehrte nelleren Ausnutzung der Stromläufe in den Bereinigten Staaten Sabibullah, der Emir von Afghanistan, nach seiner Heimat zurück. beschäftigen foll. In einem an die Stommission gerichteten Schreiben Anfangs zurückhaltend und mißtrauisch seinen britisch- indischen erklärt Roosevelt, daß, da die Eisenbahnen für den Transport des Gastgebern gegenüber, wurde er nach und nach immer mehr für Getreides und der Industrieerzeugnisse nicht mehr ausreichten, die sie eingenommen. Seine mohammedanischen Glaubensgenossen Ausbildung eines Waffertransportsystems neben den Eisenbahnen in Indien, die zu den loyalsten Untertanen der britisch- indischen das einzige Mittel sei, um Abhülfe zu schaffen. Regierung gehören, haben manches zur Sinnesänderung Habibullahs beigetragen. Er inspizierte die indischen Truppen, besuchte die indischen Prinzen, die indischen Fabriken, bestaunte die Wunder der abendländischen Wissenschaft, wie sie in modernen Kriegsschiffen und Geschüßen verwirklicht sind, und der junge Emir wurde allmählich stolz auf die britische Freundschaft. Gewerkschaftliches. Der Labour Leader" über die englischen Streitbrecher. London, 16. März.( Eig. Ver.) F Seit 1840 lebte England teils im Stampfe, teils im Mißtrauen gegen Afghanistan, das den Schlüsselpunkt für die Herr- Der gestern erschienene Labour Leader" enthält einen schaft in Mittelasien bildet und auf die Sicherheit Indiens einen Artikel unter der Stichmarke:" Die britische Streit. großen Einfluß ansübt. Durch Kriege und Subsidien gelang es bruch Schande", in dem gesagt wird:.... Die Ause tmt rheinisch- westfälischen Industriegebiet. den Briten endlich, die äußeren Beziehungen Afghanistans unter fuhr britischer Streifbrecher nach Hamburg ist ein Ereignis, In Bochum hat dieser Tage eine Delegiertenversammlung ihre Aufsicht zu bekommen: Der Emir darf nur durch die britische das unsere Nation und unseren Trade- Unionismus aufs tiefste des Verbandes oft- und westpreußischer Ar- Regierung in Beziehungen zu fremden Staaten treten. beiter stattgefunden. Wie die Kölnische Zeitung" mitteilt, In den zwei Jahrzehnten bis 1901 verwandelte Abdurrahman, schändet. Wir wissen noch nicht, was die Gewerkschaft der besteht dieser Verband seit dem Sommer vorigen Jahres. Er der frühere Emir, das mittelalterlich- feudale Afghanistan in Docker in dieser Sache tun will, und wir haben auch nichts hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf gewerkschaftlicher Grundlage einen zentralisierten Militärstaat, um dessen Freundschaft sich die gehört, ob das Londoner Gewerkschaftskartell und das Parlaunter ausdrücklicher Betonung seiner Reichs- und Kaisertreue die beiden europäisch- asiatischen Rivalen, England und Rußland, be: mentarische Komitee des Trade Unionskongresses Maßregeln materiellen und geistigen Interessen seiner Mitglieder zu fördern warben. Abdurrahman hielt zu England, aber als er am zum Schuße des Trade- Unionsprinzips getroffen haben. Die und das landsmannschaftliche Verhältnis zu pflegen. Seit dem 1. Oktober 1901 starb und sein Sohn Habibullah auf den Thron Arbeiterpartei hat in dieser Beziehung durch ihren AbSommer feien in mehreren Orten des Ruhrreviers Zahlstellen stieg, da machte Rußland durch General Kuropatkin, der damals geordneten Clynes den Premierminister interpelliert. Das eingerichtet worden und es habe sich bereits eine größere Anzahl den Oberbefehl in den transkaspischen Gebieten hatte, den Ber- ist gut, aber es bedeutet sehr wenig. oft- und westpreußischer Arbeiter dem Verbande angeschlossen, der such, mit dem neuen Emir in Verbindung zu treten. England war jezt seine durch die Reichstagswahl etwas in den Hintergrund damals im südafrikanischen Kriege engagiert, ſein Ansehen hatte ,, Nichts kann für unser Volt schändlicher sein oder für die getretene Werbearbeit mit erneuten Kräften wieder aufnehmen viel gelitten, und es mußte deshalb antätig zusehen, wie die internationale Freundschaft der Arbeiterklasse schädlicher sein, russische Macht sich in Mittelasien ausdehnte und immer näher an als diese offenkundig organisierte Ausfuhr von Streitbrechern, Auf dem Delegiertentag zeigte sich die Neigung, der von Indien berantam. Diese russische Politik verfolgte den 3wved, in um den deutschen Arbeitern in ihrem Stampfe gegen die Untercvangelischer Seite beabsichtigten Gründung einer Gewerkschaft auf Wittelajien einen Sebel zu erhalten, mittels dessen im Notfalle nehmer in den Rücken zu fallen. wolle. Bum Kampf im Tapezierergewerbe. Biz hoffen, daß große Entrustungshundgebungen gegenüber bie ermäßigten Bohnfäße nichts Bofitives erreicht worden, I arbeiter, namens Charles Bictor sant, bon einer Revolverlugel diefe Infamie unverzüglich veranstaltet werden. Jebe gewert. fo bag also alle Verhandlungen bisher ergebnislos geblieben und hinterm Dhr getroffen, fofort tot aufammen. nun auf unbestimmte Zeit vertagt find. Komme bis zum 28. März Die erste offiziöse Meldung sprach davon, daß man nicht wisse, schaftliche und sozialistische Drganisation des Landes soll lein Tarifvertrag zustande, so werde das Ginigungsamt angerufen woher der Schluß gefommen sei. Indes berichtet der„ Temps" heute Brotest erheben gegen diese freche Beleidigung der inter- werden, erklärt Redner, welches dann nach den Bestimmungen des abend, daß bei der Durchsuchung der Gendarmenrebolber nationalen Arbeiterfache. Die Arbeiterpartei soll nicht nur bestehenden Vertrages einen Schiedsspruch fällen werde, dem sich sich ergeben hat, daß aus einem ein Schuß abgegeben innerhalb des Parlaments thre Stimme erheben, sondern soll beide Parteien zu unterwerfen haben. Infolge der Ausführungen worden ist. Doch behauptet der Gendarm, in die Luft geschossen zu fich bemühen, in wirkungsvoller Weise zu zeigen, wie tief die über das Verhalten der Unternehmer waren die Versammelten in haben. britische Arbeiter und sozialistische Bewegung die fapitalistischen starte Erregung gekommen und es gelangte unter lebhafter Bute Der Kampf dauerte auch nach der Tötung Victors weiter. Es stimmung folgender Antrag der Vertrauensmännerversammlung zur wurden darunter 12 Verhaftungen vorgenommen, die des Pläne verurteilt." einstimmigen Annahme: Alle drei Filialen in Rücksicht auf die Generalsekretärs der Arbeitsbörse Blanchart, Berlin und Umgegend. Gesamtfituation zusammen zu schließen, um so dem Unternehmer- dem der Vorwurf gemacht wurde, einen Polizisten geschlagen zu tum ein geschlossenes Gange entgegensehen zu fönnen." Sodann haben. Wie unglaubwürdig die Aussage der belastenden Schutzwird noch folgende Resolution einstimmig angenommen:" Die Verfammlung spricht der Schlichtungsfommission ihr volles Vertrauen leute ist, geht daraus hervor, daß Blanchart wieder auf freien Fuß gesezt wurde. aus und erwartet, daß diese wie bisher die Interessen der Mitglieder Außer den Toten verzeichnet der Bericht des Temps" auf rückhaltlos weiter vertreten werde. Ferner beschließt die Versamm: Seite der Arbeiter noch einen Schwerverwundeten, der ins Krantenlung, daß, falls ein Vertrag bis zum 31. März d. J. nicht zustande haus gebracht werden mußte, und zehn andere Verwundete, die fich kommt, während der vertragslosen Zeit die Bestimmungen des bis- verbinden lassen mußten. Auf Seite der Polizei und Gendarmeric herigen Tarifs. maßgebend sein sollen". sollen fünfzehn leichte Verlegungen vorgekommen sein. In der gestrigen Abendversammlung in der Arbeitsbörse forderte der Sekretär der Dodarbeitergewerkschaft die Arbeiter auf, sich zum Schuge gegen die Polizei gleichfalls mit Waffen u berseben. Die Bauarbeiter haben zur Bekundung ihrer Solidarität den allgemeinen Ausstand beschlossen. Die Sozialisten werden nicht säumen, von der Regierung wegen bes brutalen Vorgehens der Gendarmen gegen die Streifenden Rechenschaft zu fordern. Denn wenn auch der mörderische Schuß im besonderen auf die Unbesonnenheit eines einzelnen zurückgeführt werden könnte, so ist er doch die nicht verwunderliche Folge des Clémenceauschen Regierungssystems, dessen Schwäche gegen die tapitalistische Scharfmacherei immer deutlicher hervortritt. Am Montag wurden die Verhandlungen zwischen der 3nnung und dem Verbande fortgefeßt, nachdem die Gehülfenbersammlung am 15. März die gemachten Zugeständnisse als nicht ausreichend zum Abschluß eines Larifvertrags bezeichnet hatte. Seitens der Arbeitgeber erflärte man, nicht vor die Jnnungsversammlung treten zu fönnen, um einen Vertrag zu empfehlen, der auch die letzten geftellten Forderungen der Gehülfen bewillige. Die Vertreter der Gehülfen machten bemgegenüber geltend, daß unter Kontrolle der Die Lohnbewegung der Wirker und Strider nimmt den besten Organisation außer den 500 Klebern schon über 1000 Arbeiter zu Berlauf. Gut besuchte Werkstattfizungen haben überall stattgefunden den neuen Bedingungen arbeiten und man diesen nicht zumuten und handelt es sich jetzt vorwiegend darum, die vielen in der fönne, für eine Verschlechterung ihrer jebigen Löhne zu stimmen. Sausindustrie tätigen Striderinnen für ein gemeinDas außerste Entgegenkommen fönnte in der Erfüllung der gesamten fames Vorgehen zu gewinnen. Diesem Zwede soll eine für Dienstag, Forderungen ab 1. September erblickt werden. Doch würden die den 19. März, abends 7 Uhr in die Andreasfestfäle, Andreasstr. 21, Arbeitnehmer jeben Vertrag ablehnen, ob er auch die letzte Position einberufene große Versammlung dienen, in der die gewählten Rom rückhaltlos sofort bewillige, wenn der Ablauf desselben nicht auf miffionen über ihre Tätigkeit und über die Resultate der Erhebungen den 1. März, entgegen dem vorgeschlagenen 15. Februar fiele. Die Bericht erstatten werden. Die Genossen mögen Heimarbeiter und Arbeitgeber erklärten darauf nicht eingehen zu können, worauf die Heimarbeiterinnen auf die Versammlung aufmerksam machen. Verbandsvertreter ben Gaal berließen. Ingwischen haben die größten und maßgebendsten Geschäfte, welche bisher den Beschlüssen der Innung treu geblieben find, Verhandlungen mit dem Verband nachgesucht, welche fast in allen Fällen zu befriedigendem Resultat geführt haben. Der Streit der Ziehlente. Welche Ausdehnung der Streit der Biehleute plöblich gewonnen hat, zeigte die Versammlung, die Montag mittag im großen Saal des Gewerkschaftshauses stattfand. Trobem etwa 200 Mann Streit posten standen, war die Versammlung von über 700 Streifern be fucht.. Werner vom Zentralverband berichtete, daß die Streitenden Urfache hätten, mit ber gegenwärtigen Lage der Dinge zufrieden zu sein. Bei der Firma Knauer, wo am Sonnabend noch 80 Mann arbeiteten, haben am Montag nur 20 bis 30 die Arbeit auf Deutfches Reich. Einen Antrag auf Verschmelzung der Verbände der Bauinnenarbeiter( Töpfer, Maler und Stuttateure) haben die Töpfer in Leipzig zu ihrer am 12. Mai in Berlin stattfindenden Generalversammlung gestellt. Lohnbewegung der Bädereiarbeiter. In Frankfurt a. M., Offenbach, höchst und Hanau sind die Bädereiarbeiter in die Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern u. a. gänzliche Beseitigung des Kost- und Logiszwanges im Hause des Arbeitgebers, Mindestlohne, einen wöchentlichen Ruhetag als Ersak für die Sonntagsarbeit und Festlegung dieser Beftimmungen in Tarifverträgen. 8uzug bon Bädergesellen nach den Städten des Maingaues ist strengstens biefer Notiz gebeten. Die Riesenaussperrung in Lodz ist nach Wolffs Telegraphen. bureau in 6 Fabriken beendet. Unter welchen Bedingungen die Arbeiter wieder in die Betriebe zurüdtehrten, wird nicht mitgeteilt. Eingegangene Druckfchriften. Rechenbuch für Metallarbeiterflaffen an gewerblichen Fortbildungs und Fachschulen von H. Neuschäfer, B. Gudes und E. Jurthe. Verlag von . B. Auffarth, Frankfurt a. M. Breis I. Teil 75 f., II. Teil 75 Pf. III. Zeil 90 Pf. genommen. Durch die Lohnfuhrwerke kann kein großer Schaden fernzuhalten. Die Barteipreise wird um abbrud Letzte Nachrichten und Depeschen. Die Lage in Hamburg. Die Bewegung der Schneider. Vom Streit der Schauerleute. Hamburg, 18. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) Dic Dampfer Viola" und" City of Leeds" brachten gestern und heute zusammen 400 neue englische Streitbrecher. 167 Engländer haben die Arbeit verweigert wegen Ablehnung eines geforderten Tagelohnes von 7 M.; sie werden zurückbefördert. Im Hafen passieren den Arbeitswilligen infolge der ungewohnten Arbeit viele Unfälle Heute wurden ein Engländer tödlich, mehrere schwer berlegt. Die Gleichheit vor dem Gesek. Effen a. d. Ruhr, 18. März.( B. H.) Die Stadtverwaltung lehnte das Gesuch der hiesigen Sozialdemokraten um Ueberlaffung eines städtischen Saales für ben diesjährigen Parteitag ab, weil nach dem Gefen eine solche nicht zulässig fei, geschehen, solange die Streitposten ihre Pflicht tun. Anauer suchte am Sonntag an den Anschlagfäulen 150 gute Arbeiter", aber ohne ben gewünschten Erfolg. Derselbe Knauer ist Vorsitzender des Ver. eins der Möbeltransporteure, der am Sonnabend befchloffen hat, Die Gesamtzahl der durch die Zurüdsendungen auf ungefähr an dem aufgestellten Tarif festzuhalten und sich auf keine Berhandlungen mit dem Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter 1400 Mann verminderten englischen arbeitswilligen Schauerleute einzulassen. Schon haben die Streifer mehrere Erfolge errungen. ist durch das Eintreffen von 210 neuen Arbeitern, die mit einem Die Firma Barb, die sich schon am Sonnabend zu Unterhand- englischen Dampfer hier angekommen sind, wieder bergrößert. Als lungen bereit erklärt hatte, hat die Forderungen der Streiter aner Rogierschiffe dienen jezt die Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie fannt und die Arbeit ist dort wieder aufgenommen worden. Ebenso Anchoria"," Hungaria",„ Cobra" und der Dampfer der Deutsch. haben Brode, die Internationale Transport GeAustralischen Dampfschiffsgesellschaft Effen". In der Zeit vom fellschaft, Bergemann in Friedenau, Karl Frib und Sonnabendmittag bis Sonntagmittag sind 41 Dampfer, darunter einige fleinere Firmen ihre Absicht erklärt, mit dem Zentralber die Bostdampfer Graf Walderfee"," Feldmarschall"," Batagonia", band zu verhandeln und Frieden zu machen. W. G. Lehmann, ein Mitglied des Unternehmervereins, hat bersucht, mit feinen Bhrgos" und" Andalusia" in See gegangen, Die Lage ist unverändert ruhig. Leuten Fühlung zu gewinnen und auch schon höhere Angebote ge= macht, aber er will von dem Verband nichts wissen. Schäfer fuchte am Montag 100 Arbeitswillige an den Anschlagsäulen. Die Arbeiter seien gewarnt, sich durch Versprechungen irgend welcher Art berloden zu lassen. Das Publikum sollte darauf bestehen, tüchtige, eingeübte Leute zu erhalten, da durch Arbeitswillige irgend welcher Art sehr viel bei den Umzügen ruiniert wird, wofür schwer Erfah gefordert werden kann. Bei ben Firmen, die bewilligt haben, Bei Schur, bei Uebel, bei 8immermann ist ber Streit allgemein und gut organisiert. Die Unternehmer erklären, daß fie es hier nur mit einer irregulären Maffe zu tun haben, mit der man feine Abmachungen treffen tönne, aber der Vorwurf wird von den Streifern zurüdgewiesen. Die Mehrzahl ist im Handels- und Transportarbeiterverband organisiert oder aus anderen angesehenen Berbänden, die bestimmte Verträge auch durchzuführen und zu halten wissen. Das Verlangen, daß die Arbeiter, die zum Streit gedrängt wurden, erst die Kündigung einreichen sollten, ist unberechtigt. Wenn der Krieg einmal da ist, muß auch der günstigste wohl noch Krefeld, wo die christlichen Gewerkschaften Forderungen zerstört. Die Ursache des Unglüds tonnte von den Sachverständigen Moment benutzt werden, und bie Unternehmer wußten genau, bag der Streit ausbrechen mußte. Die Unternehmer selbst sind übrigens in solchen Dingen den Arbeitern gegenüber sehr strupellos. Die Arbeiter hoffen dadurch um so schneller zum Ziele au fommen, weil es fich gerade um die Saisonarbeit handelt. Die Automobilfahrer der Firma Bebag haben in ihrem Kampfe mit den Unternehmern eine NiederTage erlitten, troßdem sie sich bis zum legten Tage, elf Wochen Die Münchener Neuesten Nachrichten" erfahren, daß der in München befindliche Zentralverband des Arbeitgeberverbandes für das Schneidergewerbe vorgestern an alle an der Lohnbewegung beteiligten Ortsgruppen die Verfügung erlassen hat, die Gehülfen auszusperren. Alle Versuche zu örtlichen Verhandlungen sollen abgelehnt und diese nur mit dem Zentralverband in München gepflogen werden. Von der Aussperrung sind folgende Städte bes troffen worden: Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Braunschweig, Chemnitz, Darmstadt, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. D., Frei burg i. Br., Fürth i. B., Gotha, Güstrow, Hagen i. W., Halberstadt, Hamburg, Mannheim, Mainz, Mülheim a. b. R., Neuwied, Nürnberg, Osnabrüd, Pößned, Rudolstadt, Saarburg, Schwerin, Uelzen, Ulm, Wiesbaden, Witten, Zittau. Hinzukommen wird eingereicht haben. Nach den dem genannten Blatte zugegangenen Informationen ist bereits eine Einigung erzielt in Bielefeld, Braunschweig, Erfurt, Freiburg i. Br, Gotha, Neuwied, Pößned, Rudolstadt und Wiesbaden. München bleibt von dieser Lohnbelegung beztv. Aussperrung vorerst verschont. In Elberfeld haben die Damenschneider in verschiedenen Geschäften die Kündigung eingereicht. Die Strohhutarbeiter im Allgäu wachen nun endlich auch auf lang, tapfer gehalten haben. Von den 150 Ausgesperrten find nur und beginnen sich zu organifteren. Die Gefahr für ihren Riesen 11 abtrünnig geworden, 34 haben andere Arbeit angenommen. profit erkennend, tommen die Fabrikanten mit angeworbenen Rabau Der Betrieb hatte gulegt 33 Wagen, für die sich Arbeitswillige gemachern in die Versammlungen und versuchen diese zu vereiteln. funden hatten. Am Montag mittag fanden Verhandlungen bor Bieberholt mußten die Unternehmersölblinge aus dem Saal hinaus bem Gewerbegericht statt, die resultatlos verliefen. Die Bebag- geworfen werden. Firma war durch den Direktor Frante vertreten; die Bebag- geworfen werden. Husland. Textilarbeiter- Ausstand. Reichenberg( Böhmen), 18. März.( B. T. B.) Heute haben in sechs Textilfabriken die Angestellten die Arbeit niedergelegt. Jm ganzen liegen in Reichenberg und Umgebung 22 Tuchfabriken still. Die Ursache des Ausstandes find Lohnstreitigkeiten. Die Explosion in St. Johann. St. Johann, 18. März.( W. T. B.) Der durch die Explosion in der hiesigen Gasanstalt angerichtete Schaden ist, wie der Direktor der Anstalt mitteilt, nicht bedeutend. Außer dem bereits als verlegt gemeldeten Arbeiter, der wahrscheinlich drei Finger berlieren wird, find Personen bei der Explosion nicht zu Schaden gekommen. Die Beleuchtung in der Stadt ist nicht unterbrochen, der Betrieb nicht gestört. Es wurden zwei kleinere Nebengebäude noch nicht festgestellt werden. Explodierter Lokomotivkessel. Loewen, 18. März.( B. H.) Der Kessel der Lokomotive eines Güterzuges explodierte gerade, als der Zug in die Bahnhofshalle einfahren wollte. Ein Maschinist wurde getötet, ein Heiser und ein anderer Beamter tödlich verwundet. Auch viele Reisende find verlegt worden, Berthelot+. Lebenslänglicher Senator, ist heute nachmittag plöslich gestorben, Baris, 18. März.( W. T. B.) Der berühmte Chemiker Berthelot, nachdem wenige Augenblide vorher seine Frau gestorben war. Berthelot wurde am 25. Oftober 1827 in Paris geboren. Vom Dezember 1886 bis Mai 1887 war er Unterrichtsminister, vom November 1895 bis zum März 1896 bekleidete er den Bosten des Ministers des Auswärtigen. Fahrer hatten drei Kollegen aus ihrer Mitte mit der Vertretung In der Lokomobilabteilung der Maschinenfabrik von Bang ihrer Sache beauftragt. Franke ließ durchblicken, daß er nur als in Mannheim ist ein Streit ausgebrochen. Ursache dazu sind Lohnhöflicher Mann" gekommen wäre, im übrigen aber feinerlei Bu- bifferenzen. geständnisse machen werde. Vertreter der Organisation der Fahrer, Sie als Zuhörer Zugang zu den Verhandlungen wünschten, wurden zurüdgewiesen, dagegen hatte das Gericht nichts einzuwenden Die Wiener Bädergehülfen haben in sämtlichen Streifvergegen die Anwesenheit des Herrn Kieper von der Vereinigung fammlungen den Vorschlag des Meisterausschusses auf Wiederherder Unternehmer. Frante stellte sich auf einen durchaus abstellung des alten Standes abgelehnt. Als Fortsetzung der am lehnenden Standpunkt; er will auch Maßregelungen sich dem borbehalten und stellt den Vertrauensmann Chmilewati nicht vorigen Sonntag aufgelösten Versammlung hielten heute 3000 wieder ein. Herr Kieper erflärte, daß er im Notfalle dem Bedag- Sandelsangestellte eine neue Versammlung ab und faßten eine ReBetriebe neu ausgebildete Fahrer zusenden werde; auch die solution, welche gegen die neue Privatbeamtenversicherung, als übrigen Garagen würden Bebag unterstüßen. Die Fahrer tamen praktisch unbrauchbar, Verwahrung einlegt und permanenten Montag abend zu einer Versammlung, die von der Leitung ein Widerstand ankündigt für den Fall, daß das Gesez durchgeführt berufen worden war, zusammen und hörten den Bericht über die werden sollte. Verhandlungen bor bem Gewerbegericht und über die gegenwärtige Situation. Nach Lage der Dinge wurde die Fortsetzung des Die Wiener Damenschneidergehülfen und Gehülfinnen haben Kampfes gegenwärtig nicht für ratsam gehalten. Auf Empfehlung in drei Maffenversammlungen einstimmig beschlossen, in den Ausvon Beder nahm man eine Abstimmung bor, durch die mit 55 gegen stand au treten. Der Beschluß ist am gefirigen Montag ausgeführt 38 bei 5 ungültigen Stimmen die Wiederaufnahme der Arbeit beworbent. ichlossen wurde. " Die Situation im Steinfegergewerbe. Der Ausstand ber Elektrizitätsarbeiter vor der Raminer. Paris, 18. März.( W. T. B.) In der heutigen Sigung des Gemeinderats stand der Bericht betreffend die fünftige Elektrizitätsgesellschaft zur Verhandlung. Bei dem Teile des Berichts, der von bent Berfonal handelt, tam auch der letzte Ausstand der Elektrizitätsarbeiter zur Sprache. Der Berichterstatter empfahl dem Gemeinderate, über die Frage zu verhandeln, ohne auf die von außen kommenden Drohungen zu achten. Zu dem legten Ausstande habe kein Grund vorgelegen, er sei in dem Augenblick ausgebrochen, wo der Gemeinderat mit den Interessierten zu einer Verständigung gekommen Der Berichterstatter führte weiter aus, die Elektrizitätswar. arbeiter hätten schon höheren Lohn und dürften nicht größere Vorteile haben, als die übrigen von der Stadt beschäftigten Arbeiter. Das Gemeinderatsmitglied Rozier trat für die Interessen der Elektrizitätsarbeiter ein und führte aus, diese feien in den Ausstand getreten, weil man sie bei den Verhandlungen über die fünftige Elektrizitätsgesellschaft vollständig vergessen habe. Rozier verlas dann einen Brief des Syndilats der Elektrizitätsarbeiter, in welchem in förmlicher Weise in Abrede gestellt wird, daß ein neuer Ausstand geplant sei. Paris, 18. März.( W. T. B.) Der Gemeinderat hat allen Beschlußanträgen feiner Stommiffion in bezug auf das Personal de städtischen Elektrizitätswerte, durch die beffen Forderungen fämtlid Berücksichtigung erfahren, zugestimmt. Bankfaffierer Müller verhaftet. Eine Arbeitermezelei in Frankreich. Paris, 17. März.( Eig. Ber.) Der einzige Boften, der im Schuldbuch des Ministeriums Die im Verband der Steinfeber, flasterer und Berufs- Clémenceau noch fehlte, steht felt gestern darin: der Arbeiter genossen Deutschlands" organisierten Steinfeger, Rammer, mord. In Nantes ist ein streifender Arbeiter bon Steinschläger unb ülfearbeiter Groß- Berlins, die einen generellen Tarifvertrag für dieses ganze Lohngebiet, welches einem Gendarmen erfchoffen worden. 520 Ortschaften umfaßt, erstreben, waren am Sonntag in großer Vor einigen Tagen waren die Kohlenlader des Hafens in den Zahl bei Wille, Brunnenstraße, versammelt, um gemeinsam zu dem Ausstand getreten. Die Dodarbeiter schloffen sich ihnen zunächst aus Ergebnis der Verhandlungen in der Schlichtungskommission Solidarität an, um dann selbst Forderungen zu stellen, beren wichtigste Stellung zu nehmen. Schen! als Kommissionsmitglied gab einen der Minimallohn bon 6 Frank für den achtstündigen ausführlichen Bericht über diese Verhandlungen. Die Meister Arbeitstag ist. Paris, 18. März. Die Kriminalpolizei hat heute in der Nähe bertreter haben es endgiltig abgelehnt, einen generellen Tarif- Ats bie Streitenden gestern nach einer Versammlung in der des Crédit Lyonnais den nach Beruntreuung bedeutender Summent vertrag für alle in cage fommenden Arbeiterkategorien abzu. Arbeitsbörse dem linken Loire- Ufer zustrebten, um zu kontrollieren, aus Speier geflüchteten Bankfaffierer Wendelin Müller verhaftet. fchließen, ebenso lehnen sie einen gemeinsamen Vertrag für Stein ob dort feine Streitbrecher eingestellt feien, wurden sie von Polizisten Bei seiner Verhaftung hatte er 400 Frant bei sich. Man glaubt, daß feber und Rammer ab, gaben jedoch zu erkennen, daß ein solcher für und berittenen Gendarmen auf die provolanteste Art belästigt. Bu- er beträchtliche Summen bei verschiedenen Kreditinstituten hinterlegt biese beiden Klaffen in absehbarer Zeit möglich fei. Auch die ber fällig kam den durch das gewalttätige Vorgehen der Ordnungshüter hat. Müller wurde bis zur Erledigung der Auslieferungsverhandtangle Bertürzung der Arbeitszeit von 9 auf 8% Stunden lehnen aufgeregten Arbeitern ein mit Steinen beladener Wagen in den lungen in Gewahrsam genommen. fie ab, b. b. mit ber mertwürdigen Motivierung, wegen der gegen. Weg und lieferte das Material zu einem heftigen Bombardement. wärtig guten Konjunktur tönnten sie eine folche nicht zugestehent, Die Gendarmen zogen blant und auf beiden Seiten gab es Verbei einem flauen Geschäftsgang ließe sich eher darüber reden. Ebenso legungen. Blöglich ertönte ein Schuß und ein 45jähriger KohlenBerantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.:.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchbr. u. Berlagsantal Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4Beilagenu. Unterhaltungsblatt lt. 66. 24. AahtMg. 1. Keilm des Lmiills" Knlim MMsT Dienstag, lg. Marz M7. Reichetag* 21. Sitzung bom Montag, den 18. März 1S07, n ach m i t t a g s 2 Uhr. Am BundeSratstisch«: Graf PosadowSky» Freiherr v. Stengel. Dernburg, Kraetke. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung des Entwurfes eines Gesetzes betreffend die Vornahme eitler Berufs- Uich Betriebszählung im Jahre 1907. Hierzu liegt ein Antrag de Witt(Z.) vor: Den in der zweiten Lesung des Entwurfs gestrichenen Zusatz, wonach auch die Frage nach der Religion in das Frageformular aufzunehmen ist, lvieder herzustellen. Abg. Tove(frs. Bg.) bittet daS HauS, eS bei der Streichung de? Zusatzes bewenden zu lassen. Abg. Schack(Wirt. Wer.) tritt für Annahme deS Antrages de Witt ein. Präsident deS Statistischen Amtes Dr. van der Borght: Ich bitte namens der Regierung um Ablehnung des Antrages de Witt. da der Fragebogen ohnehin schon überlastet ist und eS sich um eine Zählung handelt, die wirtschaftliche Ergebnisse haben soll. Der Antrag de Witt wird gegen die Stimmen der Linken angenommen; mit dieser Aenderung werden die einzelnen Paragraphen und dann das ganze Gesetz angenommen. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Be- tatung des Etatsnotgesetzes. Debattelos werden bewilligt die Positionen betreffend die Etats des Reichsamts des Innern, des Reichsheeres, der kaiserlichen Marine und des Reichsschatzamtes. Es folgt der Etat der Reichspvst- und Telegraphen-Berwaltung. Abg. Roske(Soz.): Es ist ein schleuniger Erweiterungsbau für das Postamt I in Chemnitz gefordert. Allerdings ist es dringend notwendig, dort Abhülfe zu schaffen. Bei der Gelegenheit halte ich es für not- wendig, zu betonen, dass auch gegenwärtig schon eine Reihe von Perbesserungen für die Unterbeamten bei diesem Postamt durch- geführt werden könnten. Wenn hier von Verbesserungen für die Untcrbeamten gesprochen wird, wird von der obersten Stelle aus immer ihr außerordentliches Wohlwollen versichert. Ich will am Vorhandensein dieses Wohlwollens nicht zweifeln, doch verflüchtigt es sich immer ganz außerordentlich, bis es bei den untersten Stellen anlangt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die oberen Stellen sind in der Zuweisung von Arbeitskräften so sparsam als möglich, und infolgedessen geht das Maß von Arbeit, welches von de» einzelnen unteren Beamten verlangt wird, über das Maß dessen hinaus, was billigerweise beansprucht werden kann. In Chemnitz . ist im vorigen Jahre durch eine neue Dienstordnung die wöchent- liche Arbeitszeit auf 63 bis 64 Stunden herabgemindert, doch schon »ach einigen Wochen trat die alte Dienstordnung wieder in Kraft, nach welcher die»Schentliche Arbeitszeit 68— 70 Stunden beträgt. (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Graf Posadowsky sprach vor wenigen Tagen bei Beantwortung der Interpellation Trimborn davon, daß in Staatsbetrieben jetzt schon der neunstündige Arbeits- tgg eingeführt werde. Die Reichspostverwaltung hat diesen Ehrgeiz offenbar nicht, denn sonst loäre nicht an vielen Stellen ein zehn- stündiger, elfstündiger und sogar zwölfstündiger Arbeitstag möglich. Die Chemnitzer Beamten glauben, die Verlängerung ihrer Arbeits- zeit liege an der Bewilligung von Urlaub: sie müssen, was sie während des Urlaubs versäumen, durch vermehrte Arbeitszeit lvieder herausholen!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich würde diese Klagen nicht vorgebracht haben, wenn für die Be- amten die Möglichtett vorläge, auf dem Wege der Beschwerde für ihre Klagen Abhülfe zu schaffen. Diese Möglichkeit liegt jedoch nicht vor(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), und deshalb bitte ich hier den Staatssekretär, daß bessere Verhältnisse geschaffen werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär des Reichspostamtes Kraetke bittet, die Position für die Erwerbung eines Grundstückes in der Französischenstraße in Berlin zur Zusammenlegung mehrerer Postämter, welche die Kommission gestrichen hat. wieder herzustellen. Abg. Tinger(Soz.): Die Sparsamkeit, die im Reichstage empfohlen wird und die der Reichstag selbst üben will, wird durch die Ausfuhrungen des Staatssekretärs, die wir soeben gehört haben, nicht gefördert werden.(Sehr wahr! links.) Die Grundstücksspekulanten müssen zu provoziert werden, möglichst hohe durch eine solche Rede Forderungen zu stellen und dCe einmas gestellten Forderungen auf alle Fälle festzuhalten. Ich glaube daher, daß der Staatssekretär besser getan hätte, sich in seiner Polemik gegen den einstimmig gefaßten Beschluß der Kommission etwas mehr Reserve aufzu- erlegen. Das HauS befindet sich ja in einer eigentümlichen Lage. Gegenüber dem Kommissionsbeschluß stellt sich der Staatssekretär mit seiner autoritativen Stellung hierher und erklärt den Preis des Grundstückes in der Französischen Straße zwar nicht wohlfeil, aber doch für so angemessen, daß das Reich ihn anlegen soll und muß. Da können sich die Verkäufer ja von jetzt an stets auf das sachverständige Urteil berufen, das von der höchsten Stelle der Weichspostverwaltung abgegeben ivorden ist, um den Ankauf für das Reich zu diesem Prmse noch für vorteilhaft zu erklären. Dem» gegenüber sind wir der Meinung, daß der Beschluß der Kommission sachlich durchaus gerechtfertigt war. Wir erkennen die Notwendig- keit der Verlegung der in Frage kommenden Postämter zwar durch- auö an und geben auch zu. daß der gewählte Platz an sich geeignet wäre, aber der Preis von 1800 Mark pro Quadratmeter ist doch exorbitant hoch, und eS steht auch keineswegs so, daß das Deutsche Reich einer großen Gefahr entgegengeführt würde, wenn es dieses Grundstück nicht erwürbe.(Heiterkeit.) Das Grundstück liegt in der Nähe der Großbanken, die bei der Entwickclung deS Geld- Verkehrs naturgemäß ihre Räume durch Ankauf der Nebenhäuser erweitern müssen. Unter diesen Umständen ist eS ihnen natürlich ganz gleichgültig, ob das Nebengrundstück, das sie einmal für die Erweiterung ihres Hauptgeschäftes brauchen, etlvas teuerer ist oder nicht. Das Reich ist aber nicht in demselben Maße gerade an diese Ecke der Französischen Straße gebunden, es kann in einer Nebenstraße derselben Gegend viel billiger kaufen. Wahrscheinlich hätte auch die einfache Ablehnung der Forderungen der Besitzer genügt, um für das vorgeschlagene Grundstück einen etwas billigeren Preis zu erzielen. Wir haben ja in dieser Beziehung eine Reihe von Erfahrungen. Wiederholt ist es uns gelungen, die jraufpreife herabzudrücken und Grundstücke zu einem nicht un- erheblichen, billigeren Preise zu erwerben. Diese Tatsache hätte schon den Schatzsekretär bestimmen sollen, keine Gegengründg gegen unseren Beschluß anzuführen. Ich bin fest überzeugt, das Reich loäre dabei finanziell besser gefahren.(Vielfaches: Sehr richtig! links.) Gleichviel, was er aber auch gesagt hat, ich kann nur empfehlen, bei dem Beschlüsse der Kommission zu verharren; denn wenn die Forderung abgelehnt und dieser Ankauf jetzt nicht vollzogen wird, wird der Staatssekretär bis 1910 schon Gelegenheit finden, den Erwerb desselben oder eine» anderen Grundstückes zu einem weniger übertriebenen Preise vorzuschlagen. Auf keckbcn Fall sind wir bereit, den Grundstücksvertäufern eine Prämie dafür zu zahlen, daß sie dem FiSluS überhohe Preise abfordern.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär«rätke: Ich verstehe den Herrn Vorredner gar nicht. lHeiterkeit.) Er selbst erklärt einen Reubau für dringend notwendig. Aber gleichwohl macht er mir einen Vorwurf daraus, daß ich auf die Wiederherstellung dieser Position dringe. Das ist aber geradezu meine Pflicht, denn jetzt sitzen wir in unwürdigen Räumen, die für die Beamten und das Publikum gleich schädlich sind. Herrn Singer kann ich eS ja nicht recht machen: Als ich vor einigen Jahren von der Potsdamer- in die Körnerstraße ging, schalt mich Herr Singer, daß ich nicht in der Verkehrsstraßc bliebe; jetzt bleibe ich in der ÄerkehrSstraße, und da meint er wieder, in einer Neben st raße würde der Bau billiger sein. Wir sind aber nach jeder Richtung hin in einer Not- läge. Selbst die elenden Räume, die wir jetzt haben, sind unS für 1910 gekündigt. Ich muß Sie also dringend um Wiederherstellung der gestrichenen Positionen bitten.(Bravo rechts.) Abg. Dr. Arendt(Rp.): Der Preis des Grundstückes ist ja übermäßig hoch. Aber tvir müssen ihn zahlen. Sonst geht es uns wie mit den Sibyllimschen Büchern, die immer weniger und iminer teurer wurden. In unserer Verlegenheit müssen tmr eben in den sauren Apfel beißen.(Sehr wahr! rechts.) Abg. Singer(Soz.): Das Maximum des Preises, den wir bis. her pro Quadratmeter gezahlt haben, war 1200 M. In einer noch vorteilhafteren Geschäftsgegend, in der Köniaitraße. haben wir 1000 M. gezahlt. Demnach ist der PvoiS von 1800 M. wirklich ganz unerhört hoch.(Sehr wahr! links.) Leider ist»lach diesen Reden, die wir eben gehört haben, ein Erfolg unserer Benkühung. das Grundstück billiger zu bekommen, nahezu ausgeschlossen. Danach sind wir entschlossen, lieber, als daß wir diesen Preis zahlen, auf den Ankauf des Grundstücks überhaupt zu verzichten(Sehr gut! links.) Wenn wir nach dem Rate der beiden Vorrednner verfahren wollten, so fürchte ich, daß wir ein für die Reichsfinanzen außer- ordentlich unvorteilhaftes Beispiel aeben würden.(Vielfache Zu- stimmung links.) Ich kann nur noch einmal betonen, daß auch die Ausführungen des Staatssekretärs mich nicht bekehrt haben und daß wir an dem Beschlüsse der Kommission festhalten.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Debatte. In der Abstimmimg wird der Antrag Arendt(Rp.) auf Wiederherstellung der Forderung für den Bau eines Postamts in der Französischenstraße gegen die Stimmen der Rechten ab- gelehnt, im übrigen der Etat der Postverwaltung und der der Reic�selseTlbabzieN' aenehmiazt. Zum Titel:.Gewährung außerordentlicher einmaliger Bei- hülfen an die am geringsten besoldeten Unterbeamten des ReichS- biensteS" beantragt die Kommission eine Resolution: Die der- bündeten Regierungen zu ersuchen, bis zur dritten Beratung des Etats ihr Einverständnis damit auszusprechen, daß den Unter- beamten je 100 M. und den Beamten mit einem Gehalt bis zu 4200 M. je ISO M. als einmalige außerordentliche Beihülfe ge- währt werde. ' Abg. Gröber und Gen.(Z.) sowie Werner und Gen. (Antis.) beantragen, dem Notgesetz einen besonderen§ 2a zuzufügen, wonach an die Unterbeamten je 100 M., an die mittleren Beamten mit einem Gehalt bis zu 3000 M. je ISO M. als außer- ordentliche einmalige Beihülfe gewährt werden. Abg. W i e m e r und Gen.(frs. Vp.) beantragen, der Reso- lution der Kommission hinzuzufügen: „Soweit durch den Etat für 1907 einzelnen Beamten eine Gehaltsaufbesserung zuteil wird, kommt diese auf die einmalige außerordentliche Beihülfe in Anrechnung." Abg. Speck(Z.): Die Resolution der Kommission rückt das, was den unteren und mittleren Beamten gewährt werden soll, in nebelhafte Ferne. Das Bedürfnis einer Aufbesserung für diese Beamten ist aber sehr dringend; denn seit 1896/97, seitdem ihre letzte Aufbesserung erfolgte, sind die Kosten für die Lebenshaltung ganz außerordentlich gestiegen. Man hat eingewandt, eine Er- höhung der Gehälter der Beamten durch den Reichstag sei nicht zulässig. Ich will auf diese Frage jetzt nicht eingehen, ich mache nur darauf aufmerksam, daß es früher bereits mehrfach geschehen ist.«Bravo! im Zentrum.) Staatssekretär ded Reichsschatzamtes, Frhr. v. Stengel: Der Antrag Gröber würde einen Mehraufwand von 20 Millionen Mark erfordern, nicht einen von 13— 14 Millionen, wie der Borredner meinte. Bollständige Uebereinstimmung herrscht zwischen den ver- bündeten Regierungen und allen Parteien des Hauses darüber. daß in den Beamtenfamilien infolge dex TeurrungSverhältnisse Notlage herrscht und daß Abhülfe hierfür/nicht nur im Interesse der Beamten, sondern auch im Interesse, des Reiches und Staates liegt. An Wohlwollen für die Beamten stehen die Regierungen den Parteien des Hauses nicht nach. Meinungsverschiedenheiten bestehen nur über Umfang und Weg der Abhülfe. Was den Umfang betrifft, so wollten die Verbündeten Regierungen gern weitergehen, und nur die unsichere Finanzlage hat sie davon ab- gehalten; denn vorläufig ist die EntWickelung der neuen Steuern und der Zölle noch absolut unübersichtlich. Größer sind die Meinungsverschiedenheiten über den Weg der Hülfe. Ich will auf die Rechtsfrage jetzt nicht eingehen, um so weniger, als in den früheren, vom Borredner erwähnten Fällen, die ganz anders lagen als der gegenwärtige, stet« eine Ber- ftändigung zwischen Reichstag und Regierung gefunden wurde. Aber in welche Lage kommt das Reichsschatzamt, wenn nach dem Antrage Gröber vorgegangen wird. Wochen, und monatelang arbeiten wir auf das angestrengteste, um den Etat zu balanzieren, und diese ganze Arbeit ist umsonst, wenn der Reichstag in dieser Weise ungezählte Millionen in den Etat hineinschiebt.(Zuruf bei den Sozialdemokraten:„Ungezählte"? Hört! hört!) Praktisch helfen können wir Pen Beamte» nicht, wenn wir Konflikte herbei. führen, sondern nur auf dem Wege der Berständigung. Ein solcher wird durch die von der Kommission beschlossene Resolution angebahnt. Und der Reichskanzler ergreift gern die durch diese Resolution gebotene Hand, wobei wir den Zusatzantrag Wiemer und Genossen als selbstverständlich betrachten. Im Namen und Auftrage des Reichskanzler« erkläre ich: Der Reichskanzler ist für seine Person bereit, formell und materiell auf den Boden dieser Resolution zu treten und wird auf das ernstlichste bemüht sein, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln bei den verbündeten Regierungen auf eine alsbaldige Vorlegung eines Ergänzungs- etats hinzuwirken, durch welchen die Bewilligung der zur Durch- führung dieser Resolution erforderlichen Mittel gefordert wird. lBravo! rechts und bei den Liberalen.) Der Reichskanzler ist ferner bereit, die Frage einer Gehaltsaufbesserung der Beamten im Zu- sammenhang mit der Frage der Regelung des Wohnungsgeld- zuschusscs für das Jahr 1908 in Angriff zu nehmen, und wird den Verbündeten Regierungen seiner Zeit die dazu erforderliche Vorlage zugehen lassen und sie mit allem Nachdruck vertreten.(Lebhaftes Bravo!) Andererseits aber gibt der Reichskanzler der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß es gelingen werde, in Hinsicht auf die sehr erheblichen finanziellen Aufwendungen, die dem Reiche durch die Ausführung jener Maßnahmen erwachsen, im Jahre 1908 zu einer befriedigenden Lösung der Frage nach der Deckung dieser Aufwendungen zu kommen.(Aha! links und im Zentrum.) Hier- nach bitte ich das HauS, den Antrag Gröber abzulehnen und der Resolution der Kommifswn zuzustimmen.(Beifall rechts und bei den Liberalen.) Abg. Beck-Heidelbeiy(natl.): Roch diesen hocherfvsulichen Er- klärungen stchen wir vor einer ganz neuen Situation. DaS Eni- gegenkommen der Regierung ist die beste Rechtfertigung unseres viel angegriffenen Vorgehens und unserer Resolution. Unser An» trag wird also am ehesten zur Befriedigung der Beamtenwünsche führen. Der Zentruinsautrap erweckte unnütz den alten fchioierigcn Streit, ob der Reichstag d»e Regierungen zu neuen Ausgaben zwingen kann. Uns aber handelte es sich nicht um die Austragung eines Streites theoretischer Natur, sondern um den praktischen Er- folg. Auch'"""*■ �~* früheren Ja uns' cnigeschlagene Äeg der Verständigung zum Ziel führen wird. unsere Beamten besserzustellen zum Segen des Vaterlandes.(Leb- hafter Beifall bei den Nationalliberale».) Abg. Freiherr v. Richthofe»(k.): Auch unS war die Erklärung der Regierung cßic Freudeichotfchast, Alle Parteien haben auf ihrem Wege und nach ihrem Können cm ber besseren Versorgung unserer Beamten mitgearbeitet. Aber die Initiative in solcher Frage muß bei der Regierung liegen� und wir freuen unS, daß es uns gelungen ist, sie dazu zu �drängen. Wir danken dem Staatssekretär für seine wertvolle Erklärung.(Bravo! rechts.) Abg. Singer(Soz-): Wir sind auch nach den Erklärungen des Staatssekretärs der Meinung, daß es viel besser gewesen wäre, die für eine anständige Bezahlung der Beamten notwendigen Summen gleich) in den Etat einzusetzen. Die Negierung scheint sich ja jetzt plötzlich auf den grundsätzlichen Standpunkt stellen zu wollen, daß der Reichstag nicht das Recht habe, erhöhte Summen in den Etat einzusetzen. Aber eine ganze Anzahl von Präzedenzfällen, in denen die Regierung die vom Reichstag beschlossenen Etaterhöhungen an- genommen und ausgeführt hat, sprechen für das Gegentioil. Schon früher hat zwar eimmal Graf Posadowsky dem Reichstage das Recht bestritten, diese Erhöhungen vorzunehmen, aber die Praxis hat dieses Recht immer anerkannt und sich stets den Beschlüssen des Reichstags angepaßt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das Recht des Bundesrats seinerseits, nachher dem Etat zuzustimmen oder ihn abzulehnen, wird dadurch in keiner Weise tangievt. Wir sehen eben beide Jaktoren der Rsichsgesetzgedung als gleich- berechtigt an und können-daher auch dem Reichstage das fundo- mentale Recht, nicht nur Abstriche zu machen, sondern auch Erhöhungen vorzunehmen oder neue Positionen einzusetzen, unter keinen Umständen nehmen lassen. Der Reichetag darf nicht�als gesetzgeberischer Faktor Aweiten Ranges behandelt werden.(Sehr gut! bei den Sozia ldeinoi raten.) Es handelt sich hier nicht u»i doktrinäre Diskussionen und akademische Erörterungen, sondern um die außerordentlich praktische Frage, ob der Reichstag sein ver- fassungsmäßiges Recht wahrnehme,, will, oder ob er sich von der Regierung einschüchtern läßt. Wir halten es daher für sohl nützlicki. die Frage mi Sause so lang« zu diskutieren, bis auch der forniale Widerstand der Regierung gebrochen ist. Gegen die Verkümmerung der Rechte dieses Hauses energischste Verwahrung einzulegen, mühte Sache aller Parteien, ohne Unterschiedenheit der Ueberzeugung sei». Wir tverden es uns jedenfalls nicht bieten lassen� daß man de» Reichstag von vornherein� als Nachch�ler und als Körperschaft von demvkraten.) Bundesratsgnaden ansieht.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- Auch dagegen müssen wir Verwahrung einlegen, daß die verbündeten Regierungen das wiederholte Drängen deS Reichs- tag« auf Erhöhung der Beamtengeh älter als eine Lockerung der Beamtendisziplin ansehen. Die Disziplin der Beamten wird in Deutschland durch die Disziplinarvorschriften schon genügend gesichert. Der Reichstag braucht sich deshalb nicht seiner Aufgabe zu entziehen, für eine auskömmliche Gestaltung der Beamteugehälter einzutreten, wenn der Bundesrat seine Pflicht in dieser Beziehung nicht tut. ES handelt sich hier überhaupt um das Durcheinanderwerfen zweier ganz verschiedener Dinge. Die Aufrecht- erhallung der Disziplin ist Sache der Exekutive, in die der Reichstag nur eiugreist, wenn nachweisbare Ueberschreitungen der Gesetze vorliegen. Die dringend notwendige Gehaltsaufbesserung aber ist Sache der Gesetzgebung, und die Befürchtung des Staatssekretärs, daß die Disziplin gelockert werden köniite, ist nicht geeignet, dem Streben des Reichstags nach einer Gehaltsaufbesserung F-'ieln anzulegen, einer Gehaltsaufbesserung, die nicht nur im Interesse einer ordent- lichen Verwaltung, sondern auch den Beamten die ArbeitSfreudig- keit und die Arbeitskraft wiedergeben kann, die sie brauchen, um ihr Amt auszufüllen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Bon mehreren Seiten ist ja auch die DeckungSfrage erörtert worden. Wir werden jederzeit dazu bereit sein, mit unseren Stimmen dafür zu sorgen, daß für diese Ausgaben die Mittel bereit gestellt werden. Das Urteil über die Mittel müssen wir uiiS selbstverständlich frei halten. Auf die Steuern, die die Mehrheit hier gewöhnlich vorschlägt, können wir unS nach unseren Grundsätzen nicht einlassen. Aber einer Reichseinkommen- und VermögeiiSsteuer zwecks Erhöhung der Beamtengehälter werden wir unsere Zu- stimmung niemals versagen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- traten.) Im übrigen mag sich die Regierung für ihre schwierige Siwation bei ihren agrarischen Freunden bedanken. Nicht im Interesse des Reiches find die hohen Zölle geschaffen, etwa um dem Reiche erhöhte Einnahmen zu verschaffen; denn diese Wirkung der hohen Zölle wird durch die Mehrbelastung deS Reiches bei den Beamtengehältern wieder ausgeglichen. Hier kamen die Interessen der A g r a r i e r in erster Linie in Frage, die nun auch da» Reich zu neuen größeren.AuSgaben nötigen.(Sehr wahr! bei den Sozial- oemokralenI Sowohl in der Kommission als im Hause ist ein wahrer Weit- lauf in der Versicherung des Wohlwollens für die Beamten zu be- merken gewesen. Ich habe schon in der Kommisston gesagt: Wenn Wohlwollen ein Nahrungsmittel wäre, würden die Beamten so viel zu essen haben, daß sie es gar nicht verdauen könnten. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Aber leider ist e« noch nicht gelungen, Wohlwollen in Nahrungsmittel umzusetzen. Wenn es auch erfreulich ist, daß das Wohlwollen in erhöhtem Maße gegen sonst geäußert ist,' so muß doch auch ausgeführt werden, daß dieses Wohlwollen bei der Gestaltung deS Etats zum Ausdruck kommen mutz.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wir Sozialdemokraten haben bereits Antrage auf Gehaltsverbesserungen. nan, entlich der Unterbeamten, gestellt, als die anderen Parteien noci, nicht daran dachten; denn unserer ganzen Stellung nach ist es selbstverständlich, daß wir auf die Aufbesserung der geringen Gehälter der unteren und mittleren Gehälter dringen.(Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Im gegenwärtigen Augenblick ist nun ein Antrag auf Einsetzung der erforderlichen Mittel in den Etat eingebracht, während die Mehrheit der Kommission eine Resolution empfiehlt, welche den Reichskanzler ersucht, bis zur dritten Lesung des Etats zu prüfen, od et die vorgeschlaaenen Gehaltsaufbesserungen betvilligen kann. Ein Erfolg des festen Wunsches der Kommission, die erforderlichen Summen in den Etat eingestellt zu sehen, ist die Erklärung des Staatssekretärs, die wir heute erfreulicherweise gehört haben.(Lachen rechts,) Das werden Sie doch nicht bestreiten wollen.(Zustimmung bei den Sozialdemo- traten.) Wenn der Staatssekretär diese Erklärung bereits in der Budgetkommission abgegeben hätte, so wäre der Streit, ob Ein- setzung in den Etat oder Resolution. Ivahrscheinlich gar nicht geführt worden.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Auch in der Budgetkommission hat der Staatssekretär, allerdings nicht so be- stimmt wie heute— was ja erklärlich ist— die Notwendigkeit der Aufbesieruiig der Gehälter anerkannt. Die Erklärung aber, die heute abgegeben ist, steht, wie ick, meine, in der Resolution nicht nur die Rlchtung, in der vorgegangen werden soll, sondern stellt sta, rund und nett auf den Boden der Resolution und deshalb glaube ich, daß nunmehr der Streit über den Weg der Auf- befferung der Gehälter als erledigt angesehen werden kann. DaS, was der in der Kommission und hier gestellte Antrag will. ist durch die Erklärung deS Herrn Staatssekretär» erfüllt. Der Herr Staatssekretär hat die Bereitwilligkeit der verbündeten Regierungen, diese Forderung anzuerkennen, ausgesprochen: die Folge ist, bah nunmehr die definitive Einsetzung der Summe tu den Etat nicht mehr notwendig ist.(Ah l- Rufe rechts.) Daher werben wir jetzt für die Resolution ber Kommission stimmen und freuen uns. daß die Minderheit durch ihr rücksichtloses Vorgehen errreicht hat. was sie erreichen wollte.(Lachen rechts, Bravo! bei dm Sozial-. dsmokraten.) Abg. Dr. Arendt(Rp.): Ich hatte den Eindruck aus der Rede des Herrn Singer, daß die Erklärung der Regierung ihm d� Konzept gründlich verdorben hat.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Nur der Umstand, daß die Mehrheit es verstanden hat, der» prinzipiell unannehmbaren Antrage des Zentrums ein Paroli zu bieten durch die Resolution, bat die Regierung zu ihrem Eni- gegenkommen beranlaßt.( Lachen bei den Sozialdemokraten. I struktiven Zeichnens in den Lehrplänen und geht sodann auf den Für den Seilbruch auf dem Mathildenschacht der„ GerhardBravo! rechts.) Wir hoffen, daß nie eine Regierung fo Hirschberger Giftmordprozeß ein. grube" hat man auch noch keine Erklärung gefunden. Etwas stukig schwächlich sein wird, es zuzugeben, daß einseitig vom Parlament Präsident v. Kroecher: Die Aerzte gehören zweifellos hier machen uns zwei Meldungen, die auf eine gewisse Unstimmigkeit Ausgaben in den Etat eingesetzt werden.( Bravo! rechts.) Davon, her, daß aber der Giftmordprozeß hierher gehört, kann ich nicht schließen lassen können. Einmal wird mitgeteilt, das gerissene Seil daß diese erhöhten Ausgaben, die Herr Singer meinte, eine Folge anerkennen.( Seiterkeit.) des Bolltarifs feien, ist keine Rede. Nein, umgekehrt: Durch den Abg. Heifig( 3.): Ich wollte nur sagen, daß man diesen Gift. sei noch am 1. Februar Zerreiß- und Biegeproben mit befriediZolltarif hat das Deutsche Reich die finanzielle Straft erhalten, um mordprozeß sicher nicht zugunsten der Leichenverbrennung, die bei gendem Erfolge unterzogen worden, nach einer anderen Meldung die Beamten befier zu stellen.( Große Heiterfeit b. d. Soz.: Zurufe: diesem Stat oft gefordert ist, ins Feld führen kann. sollte das Seil am Tage nach dem Unglück ausgewechselt werden. Defizit!) Die Hauptpreissteigerung liegt vor bei den Erzeugnissen Abg. Ernst( frs. Bg.) verbreitet sich über die Ursachen des Wenn das Seil durch ein neues ersetzt werden sollte, dann muß es der Industrie, vor allem bei solchen, die zollfrei find, bei der Lehrermangels. doch wohl als nicht mehr ganz betriebssicher befunden worden sein. Kohle, bei Metallen, ferner bei allem, was zum Bau gehört, daher Abg. Dr. Friedberg( natl.): Was den Fall Penzig betrifft, st das bereits am 1. Februar geschehen und hat man ungeachtet Ist die Wohnungsteuerung; die Brotverteuerung aber ist ausgeblieben. so gebe ich gern zu, daß der Wortschwall und die Phraseologie des dessen das Seil ruhig weiter benutzt? Ist die Absicht, es auszuDer ( Sehr richtig! rechts, Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Vor Benzigschen Buches mir nicht gerade sympathisch ist. Ob es aber allem aber find die Arbeitslöhne gestiegen durch den Schutz der berechtigt ist, eine Parallele mit den beim Schulstreit tätigen wechseln, vielleicht gar erst nach dem Unglück aufgekommen? nationalen Arbeit; das haben die Wähler begriffen, und daher sind polnischen Geistlichen zu ziehen, erscheint mir selbst nach der vom Menschenleben sind vernichtet worden, da heißt es, unerbittlich wir in verstärkter Zahl wiedergekommen.( Sehr richtig! rechts.) Regierungskommissar verlesenen Stelle sehr zweifelhaft. Ich bin etwaige Schäden aufdecken, sonst fehlt jede Garantie, daß nicht durch Abg. Speck( 3.): Mit Rücksicht auf die im Gegensatz zu der Er- nicht überzeugt, daß die Nichtbestätigung etwas Gutes geschaffen Nachlässigkeit stündlich Tausende Bergarbeiter in Lebensgefahr Mlärung des Herrn Staatssekretärs in der Kommission( Lachen rechts) hat. Was den rheinischen Lehrerverein betrifft, dessen Vorstand schweben. Der Seilbruch löst erneut auch die Frage nach den Fangheute hier abgegebene Erklärung der Regierung, welche die Er- vom Minister nicht empfangen ist, so meine ich, es hätte fördernd vorrichtungen aus. Warum funktionierten diese nicht? Wie war füllung des in unserem Antrage ausgesprochenen Wunsches bereits gewirkt, wenn der Minister den Herren gesagt hätte, daß ihre es möglich, daß der Korb in den Sumpf hineinrafte? Die Reserve, für 1907 in bestimmte Aussicht stellt, ziehen wir hiermit unseren An- Wünsche nicht erfüllbar seien. Auch hätte man eine andere Form die man sich allen diesen Fragen gegenüber auferlegt, ist wahrlich wählen müssen für eine Absage. aus dem geistlichen Umt berufen? Bei den kritischen null, daß man Zeit gewinnen will, vielleicht auch einige Storrekturen vorWie viele Professoren sind seit dem 1. April 1899 bis heute nicht geeignet, zu beruhigen, sie kann aber zu dem Verdacht führen, dagegen bei den positiven eine ganze Anzahl! Wie ist es mit nehmen möchte. dem Auslande? Von der dem Professorenaustausch mit Nach Meldungen aus dem Unglücksrevier ist der Statthalter der tritischen Richtung sind nicht weniger als 10 abgegeben, von Reichslande am Sonntag früh 10% Uhr in Klein- Rosseln eingeder positiven Richtung nur 3! Von der kritischen Richtung ist aus troffen und nachmittags 5 Uhr nach Berlin abgereist, um dent außerpreußischen Staaten niemand berufen, aus der positiven 4! Herr Mezenthin hat gemeint, die kritischen Dozenten seien Kaiser Bericht zu erstatten. Muß das, was der Statthalter ervom alten Glauben abgefallen. Wer gibt ihm das Recht zu solcher fahren hat, der Deffenlichkeit vorenthalten werden? Oder ist es so Splitterrichterei? Er hat ferner gesagt, die moderne Theologie belanglos, daß die Mitteilung nicht lohnt? fei nichts anderes, als der alte Rationalismus. Ist er sich denn ganz klar, was Rationalismus ist?( Heiterteit.) trag zurück.( Aha! rechts.) Antrag.( Bravo! rechts.) 3 Abg. Wiemer( fri. Bp.) erklärt dasselbe für den freisinnigen Abg. Vogt Hall( Wirtsch. Vg.) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit der Resolution der Kommission. Daß Herr Singer fich auch einmal auf einen Antrag der Rechten zurückgezogen hat, können wir nur begrüßen.( Heiterkeit rechts.) Wir haben durch unseren Antrag bewiesen, daß wir auch soziale Gesinnung befizen. Abg. Kopsch( frſ. Vp.): Ich freue mich, daß auch die Herren bom Zentrum und der Sozialdemokratie durch die Zurückziehung des Antrages anerkannt haben, daß der von uns vorgeschlagene Weg der richtige war.( Widerspruch im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Herr Singer sprach von einem Wettlauf im Wohlwollen für die Beamten; diesen Ausdruck bedaure ich; unser Wohlwollen hat keine Nebenabsicht. Ich kann auch nicht zugeben, daß die Erklärungen des Staatssekretärs in der Kommission in dem Umfange verschieden waren von der heutigen Erklärung, wie Herr Singer es dargestellt hat. Abg. Werner( Antif.): Ich freue mich der Einigkeit, die im Hause über die Frage der Verbesserungen der Gehälter der Beamten herrscht. ( Bravo! bei den Antisemiten.) gen eigne. Das Zentrum hat im Reichstage auch eine die Unglüdsfälle betreffende Interpellation eingebracht. Die Explosion. Minister Dr. v. Studt: Wenn der Borredner es als ein libecales Vorrecht in Anspruch nimmt, für die kritischen Professoren einzutreten, so erwidere ich ihm, daß sich kirchlich- liberal und poliNach Nachrichten aus Forbach merkte man' am Ausgang des tisch- liberal nicht deckt. Im übrigen bedauere ich, daß Dr. Friedberg orthodox und positiv verquickt. Die Begriffe desen sich nicht. Schachtes zunächst nicht das geringste von dem Vorgang in der Ticfe. Es fällt mir gar nicht ein, irgendwie die Orthodorie zu begünstigen. Erst als zum ersten Male die Förderschale mit einer Anzahl GeGeheimrat Elster meint, die statistische Methode fönne man retteter herauffam, wurde bekannt, was sich drunten ereignet hatte. Die Diskussion ist erschöpft. Die Resolution der Kommission hier nicht anwenden, da sie sich nur für Massenerscheinun- m gangen waren 240-245 Mann eingefahren und zwar im sogewird einstimmig angenommen.( Lebhaftes Bravo!) nannten Vuillenin- Schacht, der 417 Meter tief ist. Sofort eilte der Abg. v. Oldenburg( t.): Ich stehe auf dem Standpunkt, den Direktor Simon mit einer Anzahl seiner Beamten herbei und fuhr Debattelos wird der Rest des Gesetzes angenommen. Sie( nach links) vielleicht haarsträubend finden.( Seiterkeit links.) Hierauf vertagt sich das Haus. Vizepräsident Paasche teilt mit, daß eine Interpellation der Ich glaube nämlich, daß die Professoren nicht Selbstzwed sind, in den Schacht ein; auch die Rettungsmannschaften traten alsbald sondern einem Bedürfnis dienen sollen. Die Gemeinden wollen mit Draeger- Apparaten in Tätigkeit. Auf der Grubensohle stieß Abgeordneten will und Giesbers( 3.) betr. das Grubenunglüd aber keine Geistlichen, die ihre Herzen mit Zweifeln erfüllen. Wir man zunächst auf den Körper des Wettersteigers Hahou, der alsim Saarrevier eingegangen ist. müssen deshalb verlangen, daß die positive Richtung die Oberhand bald heraufgeschafft wurde. Hahou gab schon nach wenigen MiNächste Sizung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Gesamtabstimmung über den Gesetzentwurf hat; denn das ist die Richtung, die die überwiegende Anzahl des nuten, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, den Geist auf; Tagesordnung: Gesamtabstimmung über den Gesetzentwurf preußischen Volkes haben will.( Gelächter links.) Gerade die die giftigen Nachschwaden hatten ihn getötet. Die ganze Nacht betreffend die Berufs- und Betriebszählung, erste und eventuell positiven Geistlichen sagen jetzt: Wir können unsere Söhne nicht zweite Beratung des Vertrages mit Luxemburg behufs Beitritt zur Theologie studieren lassen, denn entweder hören sie etwas, was wurde an der Bergung der Leichen fieberhaft gearbeitet. Von den norddeutschen Brauſteuergemeinschaft, Fortsetzung der Diskussion über sie nicht glauben, oder sie lehren etwas, was sie nicht glauben. preußischen Staatsgruben waren ebenfalls Rettungsmannſchaften die Interpellation Albrecht und Genossen( Soz.) betreffend Eingriffe( Unruhe links.) Deshalb müssen wir dafür sorgen, daß die Posi- unter Führung mehrerer Bergbeamten herbeigeeilt. Diese fuhren von Reichsbehörden bei den Wahlen, Interpellation der Polen be- tiven die Mehrheit haben. Ein Minister, der das nicht tut, taugt sofort ein, doch gab es nichts mehr zu retten. Von den toten Bergs treffend Ausweisung polnischer Schüler von höheren und mittleren nichts, eine konservative Fraktion, die das nicht tut, wird auch nichts leuten waren über die Hälfte verheiratet. In Mitleidenschaft gezogen Schulen. taugen.( Beifall rechts, Gelächter links.) sind vornehmlich die umliegenden Lothringischen Bergmannsdörfer, Schluß 6 Uhr. Das Haus vertagt sich. aber auch aus den benachbarten preußischen Gebieten stammte eine Persönlich bemerkt ganze Anzahl der Umgekommenen. Die Leichen liegen in den Korridoren des Knappschaftslagaretts. Einige Tote, die von den Nachschwaden erstickt sind, sind völlig kenntlich und machen den Eindruck Schlafender. Viele dagegen, die von der Stichflamme getroffen worden waren, sind sehr entstellt. Als das Unglüd eintrat, arbeitete eine Versackungsnachtschicht, die nur ein Drittel so start war wie eine normale Frühförderschicht. Aus diesem Grunde war die Zahl der Opfer verhältnismäßig niedrig. Da die Versadungsarbeiten Icichtere sind, sind die Opfer jugendliche und alte Arbeiter. Die Verunglückten fanden einen schnellen Tod, die meisten sind ohne Verstümmelung. Jede einzelne Leiche ist kenntlich, weil die Kleider und Schuhe fast ganz unversehrt geblieben sind. Die Schwerverletzten liegen an Brandwunden und besonders an den Folgen des Einatmens giftiger Gase danieder; es stellt sich fortwährend Erbrechen ein. An der Grube herrscht großer Zudrang aus der ganzen Umgegend. Die Grube ist gesperrt und wird am Eingang von Gendarmerie bewacht. Abgeordnetenbaus. 36. Sizung. Montag, den 18. März 1907, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. v. Studt. Die allgemeine Besprechung des Kultusetats wird fortgesetzt. Abg. Frhr. v. 3eblis( frt.) bleibt bei der großen Unruhe im Hause auf der Tribüne vollkommen unverständlich. Redner scheint über die Wirkungen des Volksschulunterhaltungsgesetzes zu sprechen. Ministerialdirektor Schwarzkopff erwidert dem Borcedner, daß in Ausführung des Volksschulunterhaltungsgesetzes bei Bildung der Gesamtschulverbände auf eine Anlehnung an die vorhandenen Verhältnisse und auf die kommunale Abgrenzung Bedacht genommen werden soll. Abg. Mehenthin( f.) bestreitet einer früheren Aeußerung des Abgeordneten Dr. Friedberg gegenüber, daß die Konfiftorien einseitig orthodor zusammengefeßt seien.( Beifall rechts.) Abg. Caffel( frs. Bp.): Die neuliche Erklärung des Ministers, daß er überlastet sei, legt uns erneut die Frage vor, ob es nicht an der Zeit ist, das Medizinalwesen vom Unterrichtsministerium abzutrennen. Abg. Dr. Friedberg( natl.): DerKultusminister hat durch seine Rede gezeigt, daß er leider nicht die Fähigkeit befißt, die erforderlich ist, um Vorwürfe zu erheben, wie er sie mir gemacht hat. Die Ausführungen des Abgeordneten v. Oldenburg waren mehr unhöflich, als wißig. Du hast Unrecht; denn Du wirst grob. Abg. v. Oldenburg( f.): Dr. Friedberg erwidere ich: Freund, burg an Grobheit zu wetteifern, ist unmöglich.( Heiterkeit.) Abg. Dr. Friedberg( natl.): Mit dem Abgeordneten v. Olden Abg. v. Oldenburg( f.): Ich freue mich, daß Dr. Friedberg endlich eingesehen hat, daß ihm in einer Sache ein Mensch noch über ist.( Heiterkeit.) Nächste Sigung: Dienstag, 11 Uhr.( Fortsetzung der heutigen Beratung). Schluß: 5% Uhr. Parlamentarifches. Der Seniorentonvent des Abgeordnetenhauses beschäftigte sich Die Kranken, die durch Brandwunden entstellt sind, leiden gestern( Montag) wieder einmal mit der Frage der Freifahrtkarten große Qualen. Einige der Berunglückten haben schwere Augenberfür die Abgeordneten. Bekanntlich erhalten die Mitglieder des Ab- legungen erlitten und liegen ganz apathisch da. Diejenigen, die sich geordnetenhauses jetzt nur zu Beginn und zu Ende jeder Seffion Redner beklagt sodann, daß jüdische Lehrer nicht in der nach Freifahrt gemäß den Bestimmungen des Dienstreifentarifes für die infolge Einatmung der heißen Giftgaſe eine heftige Entzündung dem Gesez erforderlichen Zahl angestellt würden, bringt den be- höheren Staatsbeamten vergütet. Der Wunsch nach Gleichstellung der Zungen zugezogen haben, zeigen starkes Fieber. Im Verlaufe kannten Bescheid des Ministers an die Berliner Schuldeputation, mit den Reichstagsabgeordneten ist schon früher wiederholt in den des Vormittags starb noch einer der Schwerverletzten. nach dem die Vertretung durch Lehrer anderer Konfession, 3. B. Fraktionen und im Seniorentonvent zum Ausdrud gebracht worden. Die Berunglüdten fanden einen schnellen Tod, die meisten find einer katholischen Lehrerin durch eine evangelische oder jüdische, Gestern fonnte nun der Führer der konservativen Partei, Abg. ohne Verstümmelung. Die Schwerverlegten liegen an Brandwunden nicht zulässig sei, zur Sprache und fährt fort: Im vergangenen b. Heydebrand, mitteilen, daß er sich in Verfolg der Anregungen aus und besonders an den Folgen des Einatmens giftiger Gase da Jahre hat der Minister auf unsere Klage über die Nichtbestätigung dem Hause mit dem Finanzminister in Verbindung gesezt habe, und des Pädagogen Dr. Benzig in Charlottenburg als Mitglied der daß dieser- allerdings unverbindlich, aber doch mit der Erlaubnis, nieder; es stellt sich fortwährend Erbrechen ein. Der Zustand ist bei Schuldeputation erwidert, eine Beschwerde sei nicht eingegangen. Davon Gebrauch zu machen gesagt habe, er glaube, daß die Re allen Hoffnungslos. Ein verlegter geretteter Bergmann schildert der Jetzt liegt eine solche Beschwerde vor. Wie will der Minister jetzt gierung nur dann einer Bewilligung der Freifahrtkarten für die" Forbacher Zeitung" die Katastrophe folgendermaßen: Ich arbeitete feine Saltung rechtfertigen? In der Antwort des Ministers auf ganze Dauer der Session und für ganz Breußen zustimmen werde, mit einem Kameraden auf der Sohle 382. Ich stand in die Beschwerde heißt es, der Grund sei der Umstand, daß Dr. Penzig wenn auch das Diätengesch konform dem des Reichstages gestaltet einem Förderwagen, mein Kamerad neben dem Wagen, als die Entfernung des Religionsunterrichts aus der Schule fordere. werde, das heißt, wenn die Diäten in Anwefenheitsgelder plötzlich ein heftiger Stnall erfolgte, der uns beiden die Besinnung Das kann doch nicht entscheidend sein gegenüber einem Manne, der umgewandelt würden. Namens seiner Fraktion fügte Herr v. Hehde- raubte. Ich wurde samt dem Förderwagen überschlagen, während von der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung ein- brand die Erklärung hinzu, daß sie lieber auf die freie Fahrt veritimmig gewählt ist. Der Fall zeigt wieder engherzigen Bureau- 3 ich ten als sich der im Reichstag beliebten Kontrolle unterwerfen mein Kamerad in die Wassergrube geschleudert wurde. Ich kam tratismus. Er lehrt, daß Rechtskontrollen geschaffen werden wollten. Auch der Vertreter der freisinnigen Volkspartei, Abg. rasch wieder zur Befinnung. Ich sah, daß alle Lichter in der Grube müssen gegenüber dem administrativen Belieben der Verwaltung. Stindler, erklärte das Reichstagsdiätengesetz für unannehmbar und ausgelöscht waren und rief;" Was ist denn los?" Darauf fagte Was hier der Minister sagt, steht nicht im Einklang mit dem, was eines freien Parlaments unwürdig! Die übrigen Fraktionen waren mein Kamerad:„ Es hat eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden." der Fürstreichskanzler über konservativ- liberale Baarung gesagt geteilter Meinung. Das Zentrum hielt die Bewilligung eines Sch erhob mich, um mich aus dem finsteren Schacht zu retten, als mir hat. Wir glauben nicht, daß wir von diesem Minister auch nur Bauschquantums für immerhin akzeptabel. Ein Beschluß wurde plöglich ein dider heißer Sprühregen entgegen fam, wodurch mir die bescheidenste Rücksicht auf liberale Ideen zu erwarten haben.( wie stets im Seniorentonvent) nicht gefaßt. Doch dürfte die Frage der Atem und nahezu wieder die Besinnung genommen und die ( Sehr wahr! lints.) Das will ich den Herren von der Rechten der Freifahrtkarten damit für längere Zeit von der Tagesordnung linke Hälfte meines Gefichts berbrannt wurde. Sofort hielt ich jedenfalls sagen: wir denken nicht daran, als Troß und Bagage verschwinden. der reattionären Parteien zu dienen.( Beifall links.) Die Osterferien sollen im Abgeordnetenhause am Donnerstag Mund und Rafe zu, ließ mich nieder zur Erde fallen und troch auf beginnen. den Händen und Füßen in der Dunkelheit weiter. Bald verspürte ich vom Schachte einen Hauch frischer Luft, der mich wieder aufmunterte. Mein erster Gedanke war, nun bist du gerettet. Mein Kamerad fand fich auch bald ein und noch weitere drei Mann. Dieselben bliesen in der wehenden frischen Luft Lampen wieder an. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in ihrer gestrigen ihre Wir nahmen darauf im NotSigung beschlossen, aus Anlaß der neuesten Grubenkatastrophen eine pferdestall Zuflucht und beratschlagten, was zu unserer Rettung zu Ministerialdirektor Dr. Schwartkopff: Den Anlaß zu der Be- Interpellation einzubringen:„ den Reichskanzler um Auskunft dar- tun sei. Auf einmal hörten wir Stimmen, die riefen:" An den stimmung, daß Vertretungen von Lehrkräften nur durch Lehrer über zu ersuchen, welche Resultate die Untersuchungen des Reichs- Schacht, an den Schacht, hinten ist alles verloren!" Wir liefen soderselben Konfession erfolgen dürfen, hat ein Vorfall gegeben, bei dem sich ergab, daß eine jüdische Lehrerin evangelischen Re- versicherungsamtes zur Verhütung von Explosions- und Feuers- fort zum Schacht, wo der Steiger Bingert aus einem anderen Gang ligionsunterricht erteilte.( Hört! hört! rechts.) Ich habe mich gefahren in Bergwerken ergeben haben( deren Einleitung der antam, sofort zu Tage fuhr und den Förderkorb zur Einfahrt zurecht aufrichtig gefreut, daß der Vorredner auch den Fall Penzig vor- Reichstag am 25. Mai 1906 beschlossen hatte) und welche Vorschläge machen ließ. Der Förderkorb tam mit dem Steiger Bingert zurüd, gebracht hat. Dr. Benzig bekämpft den Religionsunterricht in der der Reichskanzler zur Verhütung dieser Gefahren machen können." der zunächst uns Verletzte zu Tage förderte. Wir waren froh, daß wir Volksschule, eine der wesentlichsten Grundlagen der Schule, in der wieder festen Boden unter uns und ein sicheres Dach über uns hatten schroffsten Form. Er ist nicht bloß ein idealer Schwärmer, sondern und dankten Gott für unsere Rettung. ein Agitator. Er hat in seinem Buch Der Kampf um die Ueber die Ursachen der Katastrophen verlautet immer noch Schule" auf ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie seine nichts Positives. Bezüglich der Explosion auf Klein- Roffeln ist bisHoffnung bajiert und hofft, da die Sozialdemokratie von ihrer her nicht einmal ein Bersuch gemacht worden, die Verwaltung zu Macht gegenüber der Bureaukratie Gebrauch machen werde: Wenn im Jahre 4000 bis 5000 Dispensionsgesuche tamen und 10 000 Pro- entlaften. Nach dem Unglück auf der Zeche" Boruffia" und auf teste von Eltern, dann würde sich das jebige System nicht aufrecht Reben" ließ man fleißig berichten, die Einrichtungen feien mustererhalfen lassen. Wer so die Sozialdemokratie zum pasfiben Wider- haft und die Aufsichtsorgane hätten alles in bester Ordnung bestand aufreizt, kann tein autoritatives Amt bekleiden. Abgeord- funden. Jezt verlautbart nichts dergleichen. Hoffentlich ist das kein neter Dr. Friedberg hat den Vorwurf des Bureaukratismus außer Anzeichen dafür, daß in diesem Falle noch gröblichere Verstöße konaus dem Fall Penzig hergeleitet aus dem Nichtempfang eines ftatiert werden, als wie bei den anderen Massenvernichtungen von rheinischen Lehrervereins. Dieser Lehrerverein forderte aber nicht mehr und nicht weniger als ein Grundgehalt von 1800 M. Menschenleben. Eine Meldung vom Sonnabend besagte, es sei noch und eine Alterszulage von 250 M. Das bedeutete eine Mehraus- nicht festgestellt, ob eine Explosion schlagender Wetter oder eine gabe von über 100 Millionen Mark. Was sollte da ein Empfang? Sohlenstauberplosion vorliege. Wahrscheinlich handelt es sich um Abg. Dr. Heifig( 3.) fordert größere Berüdsichtigung des ton- leine Kombination beider Explosionsarten. Minister Dr. v. Studt: Der Abgeordnete Cassel ist auf die Angriffe zurückgekommen, die der Abgeordnete Freiherr v. 3edlik gegen mich gerichtet hat. Diesen Angriffen glaube ich die richtige Behandlung dadurch haben zuteil werden lassen, daß ich sie ignorierte.( Sehr wahr! rechts und im Zentrum.) Ich gebe zu, daß die Frage der Abtrennung der Medizinalverwaltung durchaus erwägenswert ist. Es haben früher schon Verhandlungen darüber geschwebt. Diese Frage soll sorgfältig geprüft werden. Bergwerkskatastrophen. Interpellation. Wer trägt die Schuld? Angehörige von Berunglückten sowie viele Bergleute erklärten übereinstimmend, daß man allgemein im Revier die de Wendelscheu Gruben für die ungefährlichsten gehalten habe. Seit MenschenDie Schutzgedenten sei kein großes Unglüd vorgekommen. borrichtung, die Wetterführung und die Wettertüren funktionierten tadellos.. Diesem Umstande ist es zu verdanken, daß das Unheil auf seinen engeren Entstehungsort beschränkt geblieben ist. Mehrere weniger Schwerverletzte schilderten dem Statthalter die Ratastrophe in furzen Worten. Alle erklärten sie, fie seien von der gewaltigen Erschütterung der Explosion zu Boden geworfen worden und hätten längere Zeit bewußtlos gelegen. Nachdem sie wieder erwacht feien, hätten sie sich, so gut es bei ihren Verlegungen ging, friechend aus dem dunklen Stollen zu retten versucht. Infolge der fortschreitenden Verwesung der noch in der Grube befindlichen Leichen sind die Bergungsarbeiten wesentlich erschwert. Es gelang gestern, noch einen Bergmann auszugraben. Von den 12 Schwerverletzten sind sieben gestorben, man fürchtet, daß auch die übrigen im Laufe des heutigen Tages ihren Verlegungen erliegen werden. * * " Einfluß es sich der er Nach Angabe des dirigierenden Arztes des Knappschaftslazaretts| das reichsländische Honoratiorenparlament ist unfähig, cinen wirk- I Es müßte, wenn der rheinisch- westfälische Korrespondent der Dr. Herges betrug die Zahl der Toten im Lazarett Sonntag um samen Bergarbeiterschutz sicherzustellen. Dafür ist der preußische Sächsischen Arbeiterzta." recht hätte, nachgewiesen werden, daß der besitz9 1hr morgens 7 Mann, die der Kranken 9; davon haben 4 günstige Handelsminister ein klassischer Zeuge. Die Schreckensreihe der lose Proletarier zum Beispiel in den Städten Witten und Hattingen Anssichten auf Genesung, während bei den übrigen die Prognose Argument für die Richtigkeit der sozialdemokratischen Forderungen, stelle als seine Stlassengenossen auf dem Lande, die einen Prumensaarabisch- lothringischen Grubenkatastrophen bilden ein wuchtiges einen geringeren Prozentsatz zur sozialdemokratischen Wählerzahl fehr ungünstig ist. Diese haben starkes Fieber, sind aber bei flarem die alle einsichtigen Bergleute sich zu eigen machen: Her mit einem totten ihr eigen Bewußtsein. Die Zahl der geborgenen Toten ist jetzt auf 73 an- Reichsberggesetz! Das ist die Forderung, die mit Nachdruck erhoben sieht man nennen. Vergleicht man so, dann gewachsen. Vier Leichen befanden sich um 11 Uhr vormittags werden muß. sofort, daß die daß die Schlußfolgerungen des Artikelin dem Schacht, schreibers sehr anfechtbar sind. noch eine war in der Nacht geborgen So ist zum Beispiel unsere worden. Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt. Eine Leiche Stimmenzahl in der Stadt Hattingen von 529 auf 664 gestiegen, Letzte Nachrichten. während sie im Amt Hattingen von 1217 auf 1077 gefallen ist. In hatte man heute früh bereits mit dem Oberkörper bloßgelegt, als nachstürzende Gesteinsmassen sie Klein- Rosseln, 18. März. Bei der heutigen Trauerfeier waren den im südlichen Teil des Bezirks gelegenen Aemtern Linden- Dahlwieder ganz die mit Kränzen und Bahrtüchern bedeckten Särge der Toten von hausen, Herbede und Werne ist unsere Stimmenzahl absolut gleich verschütteten. In dem zum Teil mit Blattpflanzen ausgefüllten Klein- Roffeln auf einem großen Katafalk vor dem Hauptaltar auf- geblieben, obgleich dort der Haus und Hof befizende Bergmann Korridor des Knappschaftslazaretts find lange Reihen von Särgen gestellt. Bischof Benzler wies in seiner Ansprache darauf hin, daß überwiegt. Es fällt uns natürlich nicht ein, hieraus einen entgegen aufgestellt, die man bereits vormittags geschlossen hatte. Auf jedem die ganze Welt heute der hier so arg Geprüften gedente. Das geſetzten Schluß zu ziehen und zu behaupten, das Bewußtsein, Sarge befindet sich ein Zettel mit der Markennummer und dem Namen Unglüd sei furchtbar, aber für Christen nicht ohne Trost. Eigentümer zu sein, halte den Bergmann ab, sozialdemokratisch zu des darin liegenden Toten. Auf vier Särgen lautet der Vermerk Auch der Familie de Wendel, die für das leibliche und wählen. aber noch immer„ unbekannt". Man hat die Kleider, Schuhe und geistige Wohl der Arbeiter stets so treu besorgt gewesen sei, so finden wir, daß die Dinge hier gerade so liegen. Man kann Nehmen wir die Wahlstatistit des Kreises Dortmund zur Hand, den vorgefundenen Inhalt der Taschen dieser Verunglückten neben Opfern der Katastrophe widmete er warme worte der Anerkennung die auf unseren Kandidaten entfallene Stimmenzahl oft sehr gering sprach der Bischof seine innigste Teilnahme aus. Den unglücklichen auch hier die Beobachtung machen, daß in rein proletarischen Dörfern die Särge gelegt, um die Wiedererkennung zu erleichtern, doch für ihre Pflichttreue bis zum Tode. stehen diese vier Verunglückten anscheinend allein, da sich bisher fein Völklingen, 18. März. Die Leichenfeier für die im Mathilden- und umgekehrt in anderen Fällen sehr hoch ist. Ganz richtig hat Angehöriger gemeldet hat, um ihre Persönlichkeit festzustellen. schachte umgekommenen Bergleute fand heute vormittag 10 Uhr gewiesen, daß der Norden des Industriebezirks zum größten Teil der Artikelschreiber in der Sächsischen Arbeiterzeitung" darauf hin auf dem freien Plaze bor dem Rudolphschachte statt. Nach dem von der Bergkapelle gespielten Choral" Jesus meine fatholisch ist. Die Tatsache aber, daß wir gegen den politischen Zuversicht" sprachen die katholischen und evangelischen Geistlichen der katholischen Kirche einen schwereren Stand haben, als wenn katholischen Geistlichen und der Drganisation rat Krümmerg gab sodann der tiefen Trauer der Belegschaft und feine ausreichende Erklärung für unsere geringe Stimmen von Völklingen und spendeten den Hinterbliebenen Trost. Geheimum eine evangelische Bevölkerung handelte, ist ihur der Bergbeamten Ausdruck. Er betonte, zum Schuhe für die Sicherheit des Bergbaues sei bis her alles getan worden, ziffer in jenen Gegenden. Er übersicht dabei, daß es sich im Norden was die Wissenschaft als zweckmäßig anerfenne. um Arbeitermassen handelt, die aus zurückgebliebenen ländlichen Zukunft werde mit allen Mitteln für die Vervollkommnung Gegenden des Ostens tommen, die in ihrer Lebenshaltung anspruchslichen Macht nie gelingen, Unfällen vorzubeugen, sei es im Bergbau, die als Ausländer entweder kein Wahlrecht haben oder, soweit es sich des Betriebes gesorgt werden; dennoch aber werde es der mensch loser sind als die Eingeborenen. Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß darunter ein sehr großer Prozentsaz fremdsprachiger Elemente ist, sei es in anderen gefährlichen Betrieben. Völklingen, 18. März. Die Leichen der bei dem Unglück im um deutsche Reichsangehörige handelt, aus nationalen Gründen den Mathildenschachte der Gerhardgrube Verunglückten sind, dem„ Saar- Polen gewählt haben. Dieser lettere Umstand erklärt ausreichend, weshalb unsere Stimmenzahl im nördlichen Teil des Ruhrreviers Von den 22 Verunglückten sind 5 aus Wölflingen, 7 aus Derlen louifer Journal" zufolge, jezt jämtlich geborgen. und 10 aus Bous. 19 Leichen sind geborgen, 3, und zwar Bergleute bergiverts gibt folgenden amtlichen Bericht über das Unglück her- wie in Oberschlesien. Wie stark das polnische Element in einzelnen Klein- Roffeln, 18. März. Die Direktion des Steinkohlen- Bolen wohnen, machen wir in Westfalen ebenso wenig Fortschritte den Erwartungen nicht entsprochen hat. If Orten, wo zahlreiche aus Bous, liegen noch im Sumpf. Schlosser sind bei der Arbeit, aus: Die hier ausgebildeten Rettungsmannschaften waren sofort Orten in Westfalen ist, dafür einen einzigen Beleg: Im Amt Wanne um die im Snmpfe steckende Förderschale zu zerlegen, erst dann zur Stelle und befuhren in der Sonnabendnacht mit ihren Sauerwird man die letzten drei Leichen bergen können. Die Förderung stoffapparaten einige Betriebspunkte, die wegen der noch vorhan- erhielten Stimmen: der Sozialdemokrat 1506, der Pole 1112, ver des Mathildenschachtes ist eingestellt. Die Bergungsarbeiten erfolgen denen Stickgase ohne Lebensgefahr nicht betreten werden konnten. Nationalliberale 1831, und Zentrum 1197. Wie das Polentum durch den Rudolfschacht. Im Zechenhause dieses Schachtes sind die 1m 1½ Uhr morgens waren sämtliche Berletzten, dreizehn an der unserem Bordringen vorläufig noch binderlich ist, beweist auch der Leichen aufgebahrt. Seilrisse tamen bei dieser Grubenförderung Bahl, geborgen und in das Krankenhaus gebracht worden. Alle in Dortmunder Kreis. Im Landkreis Dortmund erhielten wir von felten vor, das letztemal auf der Grube von der Heydt vor vier Frage kommenden Abteilungen sind dabei befahren worden und 33 136 abgegebenen Stimmen 13 846 und die Polen 3270. Jm südJahren, wobei vier Bergleute den Tod fanden. es wurde festgestellt, daß keine Lebenden mehr vorhanden sein lich gelegenen Teil des Wahlkreises, im Landkreise Hörde, erhielten können. Außerdem wurden 67 Tote zutage gefördert. Von den wir von 24 809 abgegebenen Stimmen 12 075 und die Polen 628 Berletzten sind inzwischen sechs gestorben. Bier Mann werden noch Stimmen. Würden also an Stelle der Polen deutsche Arbeiter einvermist und liegen jedenfalls unter den niedergegangenen Gesteins- getvandert sein, so dürfte die Stimmenzahl auch im nördlichen Teil massen. Man weiß bestimmt, daß es eine Schlagwettererplosion des Kreises sich für unsere Partei ebenso günstig gestaltet haben wie war, ohne jede Beteiligung von Kohlenstaub, was auch die amtliche im südlichen mit seiner ansässigen Bevölkerung. Befahrung festgestellt hat. Ueber die Ursache der Explosion ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Ihr Herd ist nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln. Große Verheerungen in der Grube sind nicht angerichtet, abgesehen von einigen Bruchstellen, die zum größten Teil wieder aufgebaut sind. Die Weiterführung hat keine wesentliche Aenderung erlitten. Der Seilbruch. hat noch nicht in die Höhe gezogen werden können. Er ist in den Der Förderkorb auf dem Mathildenschachte der Gerhardgrube sogenannten Bergfumpf gefallen und das Wasser müsse, wie die " Forbacher Zeitung" erfährt, erst ausgepumpt werden, ehe man an die Bergung der Leichen herangehen könne. Das Unglück hat sich beim Einhängen der vierten niedergehenden Schale ereignet. Die einzelnen Drähte des Seiles find an der Bruchstelle zu Nadelspizzen fein aufgezogen. . Wieder ein deutsches Courrières! " " Aus der Partei. Parteiliteratur. Auch in Ein Jahr Parteiarbeit in Breslau. Geradezu ein Schulbeispiel dafür, daß der Verlust unserer Reichstagsmandate nicht auf uns selbst zurückzuführen ist, bietet der soeben erscheinende Bericht des sozialdemokratischen Vereins für Breslau und Umgegend für das Jahr 1906. War doch gerade dieses verflossene Jahr in der Stadt der Klassenjustiz und des Handabhaders ein Kampfjahr, im besten Sinne des Wortes. Eine Aufregung jagte die andere; noch war der Zornesschrei der Arbeiterschaft über das Bluturteil vom 10. Januar nicht verhallt, da kam der rote Sonntag und die Aufbietung von 36 Geschützen, 4000 Soldaten und 650 mit Revolvern und scharfdie Verhaftung zweier Redakteure der„ Volkswacht" und Konfistation Aus dem Saarrebier schreibt man uns: Auf dem Mathildenschacht der Grube Gerhard", die dem preußischen Bergfistus gehört, erlitten in der Nacht von Freitag auf Sonnabend 22 brave fgl. preußische Schazgräber den Tod durch Bruch des Förderseils; die Förderschale stürzte mit der Mannschaft in die Tiefe und die Knappen fanden in dem zwanzig Meter tiefen, voll Wasser stehenden Schachtfumpf den Erstickungstod, wenn sie nicht schon durch den Sturz getötet waren. Eine sofortige Bergung war nicht möglich, da der Schacht erst durch Handpumpen leer gepumpt werden muß. Der Seilbruch hat bereits schon eine amtliche ,, Aufflärung" erhalten, aus der die Deffentlichkeit ebensowenig flug wird Ms As Heft 12 der Arbeiter- Gesundheitsbibliothek" ist im Verlage geschliffenen Säbeln ausgerüsteten Schugleuten gegen das Breslauer wie aus der amtlichen Aufklärung der Ursachen der Redenkatastrophe. der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, soeben erschienen: Bom Prolatariat. Es folgte ein hauptsächlich gegen die Polizei geführter Das Seil, ein flaches Gußstahldrahtseil, soll danach erst noch vor medizinischen Aberglauben, von Dr. Ernst Thesing. Der Ver- wochenlang währender Saalboykott, der vor allem die Macht wenigen Wochen Berreiß- und Biegeproben mit befriedigendem faffer bespricht einleitend die auffällige Tatsache, daß auch bei der Polizei über die zaghaften und abhängigen Wirte und Saalbefizer brechen sollte. Der Erfolg war Erfolge" unterzogen worden sein und trotz des befriedigenden Er- Arbeitern, die mit politischen und religiösen Vorurteilen endgültig unter Beihülfe der Gewerkschaften folge" find die einzelnen Drähte des Seiles an der Bruchstelle zu gebrochen haben, der medizinische Wunder- und Aberglaube, der ein glänzender. Ueber 50 Säle wurden erobert. Nadelspitzen ausgezogen!!! Mag aus einer solchen amtlichen Auf- Glaube an die weife Frau und den Schäferarzt, an Homöopathie, Troz Verhaftung von hunderten von Boykottposten, troy Massentlärung" flug werden, wer fann und will, wir fennen uns da nicht Magnetismus und„ Naturheilverfahren" noch so überaus weit ver- anklagen, trotz der krampfhaftesten Anstrengungen der Polizei und der Behörden. An den Mezzeleien der Polizei am berüchtigten aus. In sechs Wochen reißt ein mit befriedigendem Erfolge" breitet ist. geprüftes Gußstahldrahtseil nicht, wenn der Förderkorb mit 22 ab= In dem ersten Kapitel:" Zur Geschichte des medizinischen Aber- 19. April tvar der Verein insofern beteiligt, als eine ganze Anzahl gehärmten Berglenten beschwert ist. Und nachdem vor 14 Tagen glaubens" wird seine Entstehung bei Völkern auf niedriger Kultur- feiner Mitglieder durch Säbelhiebe der blindwütig dreinschlagenden erst auf Grube Dudweiler eine Förderschale mit stufe, bei denen Medizinmann und Priester meist ein und dieselbe Berein dagegen geplanten Protestversammlungen wurden aus Furcht Bolizisten verlegt und- obendrein angeklagt wurden. Die vom 12 Mann in den Sumpf stürzte, wobei einige Bergleute ihr Person sind, geschildert: die Beschwörungsformeln, der Tempelschlaf vor der Kritik polizeilich verboten. Und noch hatte sich die Erregung Leben lassen mußten, ist es sehr verwunderlich, daß auf dem Mathilden- der Traum und die Traumdeutung, das Drakel und das Opfer, das über die Heldentaten der Polizei nicht gelegt, als am 1. Mai durch fchacht ein 20 Meter tiefer Schachtjumpf offen steht, Bernageln" der Krankheit und das Besessensein usw. Durch die ohne daß Vorkehrungen getroffen wurden, den Jahrhunderte hindurch geht der Kampf zwiſchen christlicher( gött der Mainummer neuer Zündstoff in die Massen geschleudert wurde. Sumpf zu leeren oder abzusperren. Da ist die amt- licher) und mechanischer Weltauffassung, ein Kampf, der erst im 18. Die schönste und imposanteste Maifeier, die Breslau je gehabt, war liche Aufklärung" sehr dürftig. Rechenschaft hat die fistalische Berg- und 19. Jahrhundert mit dem Fortschreiten der naturwissenschaft damit arg gestört worden. In dieser Weise rief man die Arbeiterschaft verwaltung zu geben. Freilich, diese wird ihr leicht gemacht; ihre lichen Erkenntnis zum Siege der mechanischen Weltbetrachtung fortwährend in den Kampf, hielt man sie unausgesetzt in Atem. Richter sind ja die Gesetzgeber von Geldsadsgnaden, gegen' deren geführt hat. Aber auch heute noch gibt es Hunderte, Tausende, die auf den modernen„ christlichen" Schwindel des Gesundbetens hinein- richteten Schlag parierten sie mit dem Hieb, mit einer erneut einAber die Genossen waren auf dem Posten: jeden gegen sie geWillen Minister Delbrüd feinen Bergarbeiterschuß einführen Die zweite noch furchtbarere Grubentata fallen. Bom„ Gesundbeten" handelt das folgende Kapitel, ein Mit dem Erstrophe derfelben Nacht spielte sich auf dem Vuillemin- ferneres bespricht den„ Reliquienschwindel, Sympathie und Magie" fezenden Agitation für den Berein und ihr Organ. schacht der Grube„ Rosseln" ab, die knapp 1 Stunde von dem erft und führt eine große Reihe von solchen Rezepten auf gegen das folge, daß sich die Zahl der politisch organisierten Genossen nahezu genannten Unglücksschacht entfernt liegt und dem lothringischen Reißen, Leib- und Augenschmerzen, Amulette gegen die Pest, Sprüche eins von 891 auf zirka 8000 gestiegen! Gie betrug: 1900 891, 1901 verdoppelte! In sechs Jahren ist die Mitgliederzahl des VerKohlenkröfus de Wendel gehört, demselben, der mit dem verviel zur Blutstillung, Rose büßen usw. Das vorlegte Kapitel handelt 1310, 1902 1230, 1903 1840, 1904 2260, 1905 4273, 1906 7437 fältigten päpstlichen Gegen den Wahlkreis Diedenhofen gegen das von modernen Formen medizinischen Aberglaubens", dem Arznei- und sie beträgt jetzt rund 8000! In ebenso glänzender Weise wurden Zentrum eroberte. 89 Wienschenleben verschlang eine Schlagwetter- Aberglauben und der Gegnerschaft gegen die Bodenimpfung. Im die Bemühungen der Genossen, ihr Blatt in die Höhe zu bringen, erplosion. Von den Schwerverletzten dürfte tein einziger davon- legten Stapitel: Aberglaube und Suggestion" wird die Bedeutung von Erfolg getrönt. Von 22'000 Abonnenten am Anfang des erfommen; sie sind fürchterlich verbrannt. Die Gesamtzahl der der seelischen Beeinflussung für die Behandlung und Heilung mancher eignisreichen Jahres wuchs die„ Volkswacht" bis Schluß des Jahres dahingerafften Menschenleben wird demnach ca. 85 betragen. Strankheitszustände besprochen und damit eine Erklärung abgegeben 10 000, auf rund 32 000 Abonnenten! Was dieser Von den auf derselben Sohle beschäftigten Knappen konnten sich für die Bunderheiligen und den Glauben an solche im medizinischen Erfolg bedeutet, Das Studium des Schriftchens lehren nur ganz wenige retten. Die übrige Belegschaft, ca. 130 Mann, Aberglauben bis auf unsere Tage. am besten folgende Zahlen: Noch bor ganz tann jedem Arbeiter empfohlen werden. tonnte sich in Sicherheit bringen. wenigen Jahren die betrug Abonnentenzahl mur fünftaufend. Die Volkswacht" hat jetzt aber bereits die Die soziale Stellung der sozialdemokratischen Wähler. höchste Auflage aller politischen Blätter Schlesiens inkl. Breslaus! Sie hat durch ihren rapiden Aufschwung( so wurden an einem Unter diefer Stichmarke brachte die Sächsische Arbeiterzeitung" einzigen Tage, am 28. Januar, 1000, am 29. April fogar 1500 in ihrer Nummer vom 2. März einen Artikel ihres rheinisch- west- neue Abonnenten gewonnen) den bürgerlichen Blättern derart die fälischen Mitarbeiters, der von verschiedenen Parteiblättern fritiflos Lejerzahl dezimiert, daß die Redakteure( 1) dieser Blätter oder zustimmend abgedruckt wird. Der Artikelschreiber versucht persönlich von Haus zu Haus laufen, um der Maffenflucht ihrer darin den Nachweis zu erbringen, „ daß die weitverbreitete Anschauung, unser bester Boden fei Breslau ein dauernder werden zu wollen: sind doch allein seit der Abonnenten Einhalt zu tun. Und dieser Aufschwung scheint für dort, wo sich die größten Waffen besigloser Proletarier zusammen- Auflösung des Reichstages bis heute rund 4000 neue Abonnenten ballen, durchaus nicht als Evangelium hinzunehmen ist. Gerade gewonnen worden! Rund 66 000 m. hat das Parteiorgan für 1906 in den Ruhrgebietsbezirken, wo sich die Arbeiterschaft eines we hr einnahmen an Abonnementsgeldern zu verzeichnen. Der gewissen Wohlstandes erfreut, zum Teil sogar in recht behäbigen Umfaz des Geschäfts stieg gegen das Vorjahr um 85 000 m., die Berhältnissen lebt, hat die sozialdemokratische Bewegung die Einnahme aus Inferaten um 13 000 M. An bürgerlichen Ehrentiefste Wurzel gefchlagen. Hochbedeutsam für den Fortgang unserer bezeugungen verzeichnet die Volkswacht" für 1906 zwanzig Bewegungist es auch, daß die Bezirke mit der relativ und absolut monate Gefängnis( Löbe 12, Selühs 3, Radlof 3, Müller und stärksten alteinheimischen Bevölkerung sich zu unerschütterlichen Albert je 1) und 1800 M. Geldstrafe. Alles das und die Tatsache, sozialistischen Hochburgen entwickelten." das unsere Partei bei den Stadtverordnetenwahlen 2500 und bei den Reichstagswahlen trotz Verlust der beiden Mandate zirka 4000 Stimmen gewann, zeugt von einem gewaltigen Maß posi. tiver Arbeit, die die Breslauer Arbeiter geleistet, und bietet eine sichere Gewähr dafür, daß die Gegner sich ihres Erfolges vom 25. Januar nicht allzulange erfreuen werden. Die Katastrophe ereignete sich abends 10 Uhr, also mitten in der Schicht, so daß man nicht, wie in Reden", die Schuld auf die toten Vorfahrer abwälzen fann. Ueber die Ursache der Katastrophe, die um so wuchtiger auf die Gemüter wirkt, als sie einen der mäch tigsten Ringe in der faarabisch- lothringischen Unglüdstette bildet, läßt sich noch kein flares Bild gewinnen, da aus den Bergleuten wenig herauszubringen ist. Das erklärt sich aus ihrem Abhängigsgefühl und der Furcht vor Maßregelung. Wetterführung und Berieselung sollen" in leidlich gutem Zustande gewesen sein; geschossen wird in der Nachtschicht auch nicht, so daß man zunächst fast ohne Schlüssel ist, um das furchtbare Rätsel zu entziffern. Ein in der Abteilung beschäftigter Bergmann versicherte uns aber, daß eine Reihe Pfeiler unverfact offen stand, und daß sich da im., alten Mann" die Wetter ungehindert ansammeln konnten! Nimmt man an, daß durch einen Bruch die Wetter aus dem„ alten Mann" in die Strecken und Querschläge getrieben wurden, so ist das weitere leicht erklärlich. Parteifekretärs, eine Broschüre von 32 Seiten Umfang darstellt und Bemerkt sei, daß der Jahresbericht eine fleißige Arbeit des die Art der Agitation, eine eingehende Berufsstatistik und einen sehr u. a. intereffante Angaben über die Gliederung des Vereins, über beachtenswerten Ueberblick über die Bildungsbestrebungen des Vereins enthält. Die Grube, Rosseln" hat die mächtigsten Kohlenflöße im ganzen Ats Beweis führt der Artikel nun an, daß der südliche Teil des Saarrevier, die Produktion ist pro Kopf der Belegschaft höher als Industriegebiets mit feiner zahlreichen altansässigen Arbeiter in irgend einem anderen Revier, und troß dieser äußerst günstigen bevölkerung, unter welcher sich absolut und relativ die meisten HausAbbauverhältnisse wird fast nirgends heftiger geschuftet, wie hier. und Landbefizer befinden, so viele sozialdemokratische Stimmen auf Alie Vergleute erzählen uns, daß vor 20 Jahren, als über gebracht habe, daß unserer Partei gleich im ersten Wahlgange der 3,50 M. Lohn nicht ausbezahlt wurden, das Ge Sieg zugefallen wäre, wenn der Norden mit seinen überwiegend dinge( Affordsab) pro Meter 25 M. betrug, während zugewanderten, blutarmen Proletariern ebenso günstig für uns geheute, wo der Minimallohn der Hauer 5,50 m. bestimmt hätte. trage, für dieselbe Arbeit nur 24 M. bezahlt werde. Der Die Methode, durch die der rheinisch- westfälische Korrespondent Bergmann hat nicht mehr die Zeit, über sein Leben und seine Ge- der Sächsischen Arbeiterzeitung" zu seinen Resultaten kommt, erscheint sundheit zu wachen. Einen Zola brauchte Saarabien; der Stoff uns sehr anfechtbar. Daß der Besitz eines Häuschens und einer zu einem neuen„ Germinal" ist haushoch aufgeschichtet. Die Wohlfleinen Landparzelle( Prumentötter nennt der Voltsmund in Westtat" setzt auch schon ein; damit werden im Saarrevier die erhitzten falen die Besizer solcher Rotten", weil sie nicht viel mehr als Aus dem Parteileben in Nordbayern. Der Gauvorstand der Gemüter besänftigt. Der päpstlich gesegnete Kohlenbaron de Prumen, Pflaumen ernten) fein ernstliches Hindernis für das Ent- fozialdemokratischen Partei Nordbayerns hat, beranlaßt durch den Wendel, der übrigens Kirchenpatron halb Lothringens ist, spendete stehen proletarischen Klassenbewußtseins bedeutet, steht fest. Daß Ausfall der Reichstagswahlen, eine Zusammenstellung gemacht, die den Hinterbliebenen 100 000 W., das heißt, fast ebensoviel, als ihn er aber mehr zum Sozialismus prädestiniert, als völlige Besiz den Zweck hat, das Verhältnis zwischen den am 25. Januar abfein neues Reichstagsmandat loftet. Der Stoalitionsfreiheit haben die losigkeit, ist unseres Erachtens durch die Verteilung der sozial- gegebenen Stimmenzahlen, den Mitgliederzahlen der politischen de Wendel Krieg geschworen, der Bergarbeiterschuß ist in Lothringen demokratischen Stimmen im Ruhrrevier nicht erwiesen. Um ein Organisationen und den Abonnentenzahlen der Parteipreffe festnoch färglicher bemessen, als selbst auf den eigentlichen saarabischen richtiges Bild zu gewinnen, ist es notwendig, daß man zustellen, um dabei Anhaltspunkte für die innere Festigkeit der Musteranstalten. nicht einfach Nord und Süd des Reviers vergleicht, sondern Orte, Bartei zu gewinnen und zu sehen, wo der Hebel angefegt werden Die Lehren der beiden Katastrophen für die Bergarbeiter liegen die vorwiegend von Proletariern ohne Besitz bewohnt werden, mit muß, um vorwärts zu kommen. Die Erhebung erstrecte fich auf auf der Hand. Das preußische Dreitlassenhaus und nicht minder solchen, die vornehmlich Proletarier mit Grundbefit aufweisen. 20 hon den 22 nordbanerischen Wahlkreisen. In diefen wurden ins fitfaml 106 768 Stimmen fflt unsere Partei aSaegebe«, die Zahl der Organisationen beträgt 146 mit 23 283 Mrtgliedern, dle Zahl der Abonnenten der Parteipresse 36 360. Was die Presse an- belangt, so kommen vier Organe in Betracht: die»Fränkische Tagespost" mit ihren beiden Kopfblättern»Fiirther Bürger- zeitung* und„Fränk. V o l ks tri b ü n e* und die»Ober- fränkische VolkSztg.* Die»Tagespost* ist offizielles Organ für 10 Wahlkreise, in denen sie 19 863 Abonnenten hat, da- von allein 18 000 im Wahlkreise Nürnberg. Die, F ü r t h e r Bllrgerztg.* ist nur für den Wahlkreis Fürth-Erlangen offizielles Organ und hat 7674 Abonnenten, davon in der Stadt Fürth allein 4716. Die„Bolkstribüne* ist in acht Wahlkreisen verbreitet und hat dort eine Abonnentenzahl von 4653. Die„Oberfränkische VolkSztg.* endlich, das offizielle Organ für den Wahlkreis Hof, hat nach der Zusammenstellung des Ganvorstandes 3860 Abonnenten. Die in der Zusammenstellung angeführten Einzelzahlen gestatten interessante Bergleiche und zeigen, daß die Organisation und die Verbreitung der Parteipresse noch sehr zu wünschen übrig lassen. ES gibt sogar eine ziemlich große Anzahl von Orten, in denen ziemlich erhebliche Stimnienzahlen auf uns gefallen sind, in denen aber weder eine politische Organisation vorhanden ist noch die Parteipresse Leser aufzuweisen hat. Der Gauvorstand kommt zu dem Schluß, daß neben der Befestigung der bestehenden Organi- 'ationen auch haS Hauptaugenmerk auf die Gründung neuer Organi- sationen gelegt und der Parteipresse überall Eingang verschafft iverden mutz. Gegen AuSschlujjantrSge wider Bernhard und Brau» schreibt die .Sächsisch e A rbeiterzeitung" zu Dresden: «Wir wisse», daß das Borgehen Brauns und Bernhards von vielen Seiten in der Partei scharf verurteilt wird, auch wir sind tveit davon entfernt, insbesondere das Verhalten des Genossen Bernhard zu verteidigen; man kann wohl der Ansicht sein, daß er eine Rüge verdient hätte. Nachdrücklich möchten wir aber davor warnen, vor- eilig mit Ausschlußanträgen vorzugehen. ES wird dadurch der An- schein erweckt, als sollte m der Partei die Meinungsfreiheit unter- drückt werden. Diese Annahme ist aber völlig unberechtigt, weil die erdrückende Mehrheit der Genossen sicher von oerartigen Ausschlußanträgen nichts wissen will. Die Dresdener Erfahrungen müssen überdies doppelt zur Vorsicht mahne». Die damals von Niederbarnim kommenden Ausschlußanträge gegen eine Anzahl Genossen haben nur geschadet und weit über die Dresdener Tage hinaus Verbitterung in der Partei geschaffen." Wie die erdrückende Mehrheit der Genossen über derartige Ausschlutzanträge denkt, darüber liegen nähere Anhaltspunkte nicht vor. So weit aber nach den bisherigen Kundgebungen aus den verschiedensten Gebieten deS Reiches geurteilt werden darf, hat die ..Sächf. Arbeiterzeitung* mit ihrer Annahme unrecht. Eine Unter- drückung der Meuiungsfreiheit in der Partei ist nicht zu befürchten— so weit kann sie aber in einer kämpfenden Partei mcht gehen, daß >.lilem Parteigenossen erlaubt sein dürste, einen der wesentlichsten Punkte der Parteigrundsätze, den RepublikanismuS preiszugeben. Bon den Organisationen. Eine straffere Organisation geben sich die Partei- genossen in Erfurt. Eine am Donnerstagabend abgehaltene General- Versammlung des sozialdemokratischen Vereins beschloß, anstatt der bisherigen ausschließlich zentralen Vereinigung die Einteilung der Stadt in acht Bezirke, unter Angliedcrung des Vor- orteö Ilversgehofen, in deni bisher ein selbständiger Verein bestand. Das stetige Wachstum der Bevölkerung und die dadurch bedingte außerordentliche räumliche Ausdehnung der Stadt machte die Bewältigung der agitatorischen und organisatorischen Kleinarbeit von nur einer Zentralstelle aus zur Unmöglichkeit. Es soll durch die Reorganisation bor allem auch erreicht werden, daß die Ver- sammlungen des Gesamtvereins mehr als als bisher der prin- zipiellen Schulung der Parteigenossen dienen, was durch die Belastung der Versammlungen mit rein geschäftlichen Angelegen- heilen bislang stark beeinträchtigt wurde. Ein kleiner Millerand in der Schweiz. Basel, 16. März.(Eig. Ber.) Unter dieser Ueberschrift ver- öffentlicht die„Berner Tagwacht* zwei Artikel gegen den hiesigen Genoffen Regierungsrat W u l l s ch l e g e r, die leider viel be- rechtigtes und zutreffendes enthalten. Den Anlaß dazu gab die Er- teilung der Konzession für die Rheinschiffahrt an ein groß- kapitalistisches Konsortiuui für die Dauer von 30 Jahren unter geradezu ideal günstigen Bedingungen für die Kapitalisten. Die Schiffahrt auf der Rheinstrecke Stratzburg-Basel ist erst vor etwa 2 Jahren aufgenommen worden, hat aber so gute Resultate ergeben, daß man sie nun dauernd einrichten will. Der Kanton Baselstadt hat bisher die Summe von 777 000 Fr. aus seiner Staatskasse auf. gewendet, um die Angelegenheit zu fördern und zwar 75 000 Fr. für die Probefahrten, 204 000 Fr. für die Rheinuferkorrektion, 296 000 Fr. für Rheinschiffahrtsanlagen, 77 000 Fr. für Herstellung eines WegeS, 120 000 Fr. für Herstellung eines Verbindungsgeleises und 6000 Fr. Beitrag an den Verein für die Schiffahrt auf dem Oberrhein. Nach diesen Vorarbeiten und großen Opfern, die das kleine Staatswesen gebracht, hätte es eigentlich selbstverständlich sein sollen, daß es nun auch den Betrieb der Landungs- und Um- schlagseinrichtungen auf dein Schiffmühleareal selbst übernehme bezw. fortführe, um so mehr, als der Minister, in dessen Ressort die Sache fällt, ein Sozialdemokrat ist. Das geschah jedoch nicht, der Betrieb wurde an ein Konsortium, an dessen Spitze der bekannte Oberscharfmächer und Millionär Sulzer-Zieglgr in Winterthur steht, der seine Hände überall im Spiele hat, wo fette Profite mühe» los einzustecken sind, verpachtet und zwar so, daß für die ersten 10 Jahre gar kein Pachtzins und sodann 4 Proz. Zinsen für den Bödenrvert zu entrichten sind, für die Geleiseanlagen nach 6 zähriger nnentgeltlichcr Benutzung 5 Proz., der für 10 Jahre unentgeltlich überlassene Lagerplatz umfaßt 27 090 Quadratmeter. Im großen Rate(dem kantonalen Parlament) vertrat unser Ge- nasse Wullschleger die antisozialdemokratisch-privatkapitalistische Vorlage so gut, daß der Gesinnungsgenosse und Millionärskollcge Sulzer-Zieglers, Herr Dr. Speiser Worte der Anerkennung für den Staatsmann Wullschleger fand. Die sozialdemokratische Fraktion beantragte dagegen den genossenschaftlichen Betrieb, wobei � es sich offenbar um einen reinen Verlegenheitsantrag handelte. Hier konnte ein konsequenter Sozialdemokrat nur für den reinen Staats- betrieb eintreten. Die Baseler Arbeiterschaft ist mit dieser Sorte»sozialdemo- kratischer Parteipolitik" sehr unzufrieden, denn als kürzlich bei einer Ersatzwahl für. die Regierung der tüchtige Genosse Gewerbe- inspektor Dr. Blocher als sozialdemokratischer Kandidat aufgestellt wurde, streikten die Parteigenossen, indem von zirka 4000 sozial- demokratischen Wählern nur etwas über 2000 zur Urne gingen, so daß die Partei ein schweres Fiasko erlebte. Sie fanden offenbar, es .sei vorläufig an dem einen sozialdemokratischen Regierungsrat und seinen prinzipiellen Entgleisungen genug. Diese Vorgänge sind eine tiefernste Mahnung an die hiesigen Genossen, die Dinge nicht so weiter gehen zu lassen, damit nickt die Partei auf lange Jahre hinaus schwer geschädigt wird. polizeiliches, gerichtliches uft». Strafkonto der Presse. Unter der Maske der größten Sachlichkeit, so sagte Staats- auwalt Schlüfler in Halle in dem Prozeß gegen den Genossen ' Redakteur Fröhlich vom.Volksblatt", über dessen Ausgang wir bereits telegraphisch berichteten, werden die niederträchtigsten Be- leidigungen gegen den Unterosfizierstand ausgestoßen, um den uns jeder andere Staat beneiden könne. Was war nun die„MaSke der größten Sachlichkeit", wegen der der Kriegs- minister Strafantrag gestellt hatte? J» einem unter der Spitzmarke „Befreiung geistig Minderwertiger vom Militärdienst" veröffentlichten Artikel war lobend und dankend anerkannt worden, daß Hülfs- schullehrer in Sachsen und Hamburg beantragt haben, geistig Minderwertige vom Militärdienst zu entbinde». Daran Ivar dann die vom Staatsauwalt als„niederträchtig" bezeichnete Be- Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für dt» merkung geknüpft, worin gesagt war. baß deswegen die Soldaten« Mißhandlungen nicht aufhören würden. Der Staatsanwalt be- zeichnete den Arttkel als Meisterstück, beantragte aber wegen dieses „Meisterstücks" gegen unseren Genoffen nicht weniger als fünf Monate Gefängnis. Von den Soldatenmißhandlungen, die dem Herrn Ankläger nicht so recht bekannt zu sein scheinen und um die uns nicht jeder andere Staat beneiden wird, sagte der Staatsanwalt nichts. Das Gericht erkannte an. daß der Artikel im ersten Teile eine ganz löbliche Tendenz enthalte, im zweiten Teile aber beleidigend sei und erkannte, wie schon mitgeteilt, auf 3 Monate Gefängnis. Das Wörtchen„angeblich" hatte es u. a. dem Staatsanwalt angetan in einem zweiten Prozeß, den er gegen den Genossen Redakteur Fröhlich vom, V o l ks b l a t t" vor der H a lle schen Straskammer anhängig gemacht hatte. Unser Genosse hatte unter der Spitzmarke:»Die heilige Feme der Militärjustiz" nach der„Koblenzer Volkszeitung" einen Kriegsgerichlsbencht veröffentlicht. durch den sich das Koblenzer Kriegsgericht beleidigt fühlte. Es hieß da unter anderem, ein Arbeitssoldat zweiter Klasse iei wegen angeblicher Majestätsbeleidigung und angeblicher Achtung s Verletzung init drei Monaten Gefängnis bestraft worden. Die Anklage sei hinter verschlossenen Türen verlesen worden und dem Verfahren hätten die Borbedingimgen einer geordneten Rechtspflege gefehlt, die hiesige beschließende Straf- kammer hatte das Verfahren abgelehnt und erst das Oberlandesgericht hatte die Wiederaufnahme auf Be- schwerde des Staatsanwalts angeordnet. Der Staatsanwalt nahm Aergernis daran, daß gesagt worden ist, der Mann sei wegen angeblicher Vergehen bestraft, und meinte allerdings, daß er sich bezüglich des Ausganges des Prozesses keiner Illusion hingebe. Der Ankläger vermutete also die Freisprechung, be- auttagte aber gegen unseren Genossen noch einen Monat Ge- fängnis. Das Gericht sprach Fröhlich aber frei, da es in dem Artikel nur eine erlaubte, wenn auch scharse Kritik der Militär- gerichte erblickte. Genosse Max Müller von der Chemnitzer»Volks- st i ni m e" wurde wegen angeblicher öffentlicher Beleidigung eine« Kaufmannes zu 76 M. Geldstrafe verurteilt. Der Vorsitzende hielt eS für angebracht, zu konstatieren, daß das Urteil nicht anders aus- gefallen wäre, auch wenn die Beleidigung von der Chemnitzer „Allgemeinen Zeitung" oder dem.Tageblatt" erfolgt wäre. Ei, ei! Genosse Hanth, der wegen angeblicher Fahnenflucht zu Mann- Hein« Verurteilte, ist in der Haft�erkrankt und ins Festungslazarett zu Köln übergeführt worden. Soziales. AuS dem Treiben der bankerotten Milchzentrale� Interessante Einblicke in das Treiben der Milchzentrale, jener konservativen Gründung, deren Treiben viele Kleinbauern schwer geschädigt hat und deren Geschäftsgebaren die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft erregt hat, bot ihre gestern in den»Germania- sälen" abgehaltene Generalversammlung. Auf der Tagesordnung stand die Genehmigung der für die Geschäftszeit von 1903 bis 1906 zum dritten, für das Geschäfts- jähr 1902 zum vierten Male geänderten Jahresbilanzen. Der Ver- treter der Neuendorfer Milchverwertungsgenoflenschaft, Franke. erhob Widerspruch gegen die vom Vorstand vorgenommenen „Berichtigungen" der Bilanzen, da das Kammergericht in dem Prozeß mit der Thyrower Untergenossenschaft diese Buchoperatione» für gesetzwidrig erklärt habe. Nach diesem Urteil sei der Vorstand unbedingt verpflichtet, den Konkurs anzumelden. Die Genossen« schafter seien getäuscht und schwer geschädigt, da man ihnen die Erhöhung der Geschäftsanteile auf 260 Mark im vorigen Jahre nur deshalb empfohlen habe, weil man so die ausgeschiedenen Genossen durch nachträgliche Aenderung der früheren Bilanzen zur Zahlung hoher Zubußen heranziehen könne. I u st i z r a t Rewold erklärte, daß das Kammergericht allerdings die Milch- zentrale abgewiesen und die Berichtigung der früheren Bilanzen für unzulässig erklärt habe; damit sei aber noch nicht das letzte Wort gesprochen;'«an könne heute die Berichtigung der Bilanzen von neuem beschließen und abwarten, wie die Entscheidung des Reichsgerichts ausfallen werde! Bei Vorlegung der Bilanz für da« levte Gefchäftsjahr 1906 legte der Vertreter Franke dar, daß diese Bilanz ebenfalls dem Gesetz und dem SammergerichtSurieil widersprechend aufgestellt sei. Wenn die angeblichen Ansprüche gegen die ausgeschiedenen Genossen wegfallen, ergebe sich eine llnterbilanz in solcher Höhe, daß der gesetzliche Konkursfall, nämlich die Ueberschuldung über den vierten Teil der Haftsummen hinan», vorliege. Schon zu Beginn der Generalversammlung wurden eine große Anzahl schriftlicher Proteste am Vorstandstisch abgegeben. Die protestierenden Genossen beteiligten sich nicht weiter an der Ab- stimmung, so daß die Anträge des Borstandes auf Genehmigung der Bilanzen nahezu einstimmig angenommen wurden. Bei dem Antrage, den Mitgliedern des Vorstandes und Auf- sichtörates Entlastung zu erteilen, brachte der Vertreter Franke vor, daß doch mindestens der Ausgang der gerichtlichen Untersuchung gegen die Leiter der Milchzenttale abgewartet werden müsse: es sei nämlich unwahr, daß die Staatsanwaltschaft das Verfahren bereits eingestellt habe. Es hätten vielmehr noch in der vorigen Woche Zeugenvernehmungen stattgefunden. Die Ver- Weigerung der Entlastung sei um so mehr geboten, als die Ge- nosseiischafter zweifellos durch die Vorlegung falscher Bilanzen geschädigt seien, auch die wiederholte Erhöhung der Geschäfts- anteile fei nur durch die Erklärung des Vorstandes erlangt worden, daß diese Anteile niemals eingezahlt zu werden brauchten und daß es lediglich darauf ankäme, die ausgeschiedenen Genossen für ihre Untreue zu sttafen. Die Mißwirtschaft in der Milch- zentrale sei geradezu erstaunlich gewesen. Ter Geschäftsführer habe sich enorme Diäten bewilligt. Die nicht verkaufte Milch habe man in die Kanäle fließen lassen.(Unruhe!) Obwohl die Milch- zentrale selbst 106 Pferde und zahlreiche Wagen habe, habe man an einen Fuhrunternehmer in Berlin in den ersten Geschäftsjahren 156 000 Mark und im letzten Jahre noch 122 000 Mark Fuhrlohn gezahlt. Da fei es kein Wunder, daß das Unternehmen die schwersten Opfer für die märkischen Landwirte zur Folge gehabt habe. Am Schluß der Versammlung wurden weitere schriftliche Proteste abgegeben. Hauptmann Gravenstein erklärte noch, daß er die Hoffnung hege, es würden durch die Groschensammlungen 600 000 Mark bis zum 26. März zusammenkommen. Dann wolle man, um nicht unter das Genossenschaftsgesetz zu fallen, eine neue Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht gründen, der die treu gebliebenen Genossen auf 10 Jahre beitreten sollten. Diese Ge- sellschaft solle die Milchkannen und Maschinen zum Jnventarpreise von 320 000 Mark übernehmen. WaS an 600 000 Mark fehle, würde von kapitalkräftigen Freunden der Zentrale aufgebracht werden. Man darf auf das Ergebnis deö Strafverfahrens gespannt sein. Wäre die Milchzentrale eine von Sozialdemokraten geleitete Genossenschaft, so würde nicht mit Unrecht von der konservativen Presse behauptet werden» daß alle objektiven Tatbestandsmerkmale strafbaren BanIcrottS vorliegen. UebrigenS ist bereits vor einiger Zeit über das Vermögen der Untergenossenschaften der Milch- zentrale zu Groß-WolterSdorf und Carwescc und in den letzten Tagen durch das Amtsgericht Spandau auch über das Vermögen der Rohrbecker MilchvcrwcrtungSgenossenschaft der Konkur« eröffnet._ Gilt die Sankurrenzklausel gegen einen Werkmeister auch dann. wenn vertragswidriges Verhalten des ChefS ihn zum Austritt vrranlaßte? Auf Grund eines schriftlichen Vertrages vom 24. Dezember 1900 trat der Beklagte als Jabrikauffeher in der Dachstein- und Zementfabrik SeS Kläger! ft» StelllMz. Ja BetK Betfrage Htfte er sich verpflichtet, innerhalb breier Jahre nach seinem Austritt weder in einem Geschäfte des Wettbewerbes eine Stellung anzu- nehmen, noch sich selbst mit der Herstellung von Zementware«, Dachsteinen, Platten und dergleichen für eigene oder fremde Rechnung zu befassen. Für den Fall der Zuwiderhandlung hatte er sich verpflichtet, an den Kläger eine Vertragsstrafe und Schadens- ersatz zu zahlen. Nachdem der Beklagte dann die Stellung bei dem Kläger aufgegeben hatte, hat er nach der Behauptung de« Klägers im Jahre 1903 in Oberschlesien mit der fabrikmäßigen Herstellung von Steinen und Platten, wie er sie in der Fabrik des Klägers kennen gelernt hatte, begonnen. Kläger hatte ihn aufgefordert. diesen Betrieb einzustellen und dann die jeweilige Klage erhoben, indem er beansprucht 1. die Unterlassung der Fabrikation. 2. die ausgemachte Zahlung von 200 M. Vertragsstrafe und 16 M. pro Tag Schadensersatz bis zur Einstellung des Betriebe« wegen B«, zugs nach dem Vertrage und der Aufforderung. Der Beklagte wandte zunächst ein, daß das Verbot sein Fori» kommen unmöglich mache. Sodann berief er sich darauf, daß der Kläger seinen Austritt selbst verschuloei habe, denn er habe ihm fortgesetzt unberechtigte Lohnabzüge gemacht, ihn fast täglich mit den größten Schimpfworten belegt und ihn vielfach mit Fußtritten und einmal mit den Worten:»Dich Aas muß ich erstechen!* bedroht. Das Landgericht Oppeln verurteilte den Beklagten nach dent Klageantrage mit der Einschränkung, daß es die Vertragsstrafe pro Tag auf 6 M. herabsetzte.— Die Berufung des Beklagten wurde vom Qberlandesgericht Breslau zurückgewiesen. Beide Ge» richte hielten die Einwände des Beklagten nicht für erheblich. Gegen das oberlaudesgerichtliche Urteil legte der Beklagte mit Erfolg Revision beim Reichsgericht ein. Der III. Zivilsenat erkannte auf Aufhebung des Vorderurteils und Zurückverweisung der Sache an die Vorinstanz. Aus den interessanten Entscheidungs- gründen sei folgendes angeführt:»Das Berufungsgericht hat in Uevereinstimmung mit dem Landgericht den auf das Vertrags- mäßige Wettbewerbsverbot gestützten Anspruch des Klägers gegen den Beklagten auff Unterlassung der Herstellung von Dachsteinen und anderen Zementwaren, sowie auf Zahlung einer Vertragsstrafe von 200 M. und für jeden Tag des weiteren B triebe« einer solchen von 16 M., abgesehen von der Höhe der zweiten Strafe, für begründet erachtet, indem es angenommen hat, daß die Vor- auösetzungen für die Wirksamkeit jenes Verbots und für den Verfall der Vertragsstrafe eingetreten seien. Den Einwand des Bc- klagten, daß das Wettbewerbsderbot für ihn unverbindlich sei. well es sein Fortkommen in unbilliger Weise erschwere, hat es au« tatsächlichen Gründen, den ferneren Einwand aber, daß der Kläger ihn durch sein Verhalten genötigt habe, das Dienstverhält. nis aufzulösen, deshalb verworfen, weil eine dem§ 76 H. G. B. entsprechende Bestimmung in der Gewerbeordnung nicht auf- genommen, ja ihre Aufnahme sogar ausdrücklich abgelehnt fei..." Im Urteil wird des Näheren auseinandergesetzt, daß die Zurück- lveisung des ersten Einwandes im wesentlichen aus tatsächlicher. ohne Rechtsirrtum getroffener Würdigung des Falles erfolgt sei, so daß der Revision in diesem Punkte nicht beizutreten sei. Dann heißt es über den zweiten Einwand:»Dagegen beruht die Verwerfung de« Einwandes, daß der Kläger selbst durch vertragswidriges Verhalten dem Beklagten den Grund zur Auf- lösung des Dienstverhältnisses gegeben habe, aus Rechtsirrwm. Allerdings war bei der Beratung des Entwurfs eines Einführungs- gesetzes zum neuen Handelsgesetzbuch in der Kommission des Reichstages ein Antrag gestellt, einen§ 133� in die Gewerbeordnung aufzunehmen, der die Vorschriften des K 76 des Handelsgesetz- buchs auf das Rechtsverhältnis der in§ 133s der Gewerbeordnm� bezeichneten Personen zu dem Getverbeunternehmer übertragen sollte. Der Antrag wurde, nachdem die Vertreter der verbündeten Regierungen der Ausdehnung im Grundsatze zugestimmt, aber die Sammlung ausreichenden Materials erst noch für notwendig erklärt hatten, von dem Antragsteller zurückgezogen, also nicht ab- gelehnt in einer Abstimmung, wie das Berufungsgericht anzu- nehmen scheint. Das Gesetz hat demnach zu der vorliegenden Frage überhaupt keine Stellung genommen. Die Rechtslage in bezug auf das Verhältnis zwischen den Bctriebsbeamten, Werkmeistern und Technikern einerseits und den Gewerbeunternehmern andererseits entspricht daher noch jetzt derjenigen, die vor dem Jntrafttreten des neuen Handelsgesetzbuchs in bezug auf das Rechtsverhältnis zwischen dem Handlungsgchülfen und dem Prinzipal bestand. Denn auch das frühere Handelsgesetzbuch hatte die aus dem Vertrags- mätzigen Verbote des Wettbewerbes für die Zeit nach dem Austritt des Handlungsgehülfen sich ergebenden Rechtsverhältnisse keiner Regelung unterworfen. Gleichwohl hatte schon damals das Reichs- gerichi in ständiger Rechtsprechung aus der rechtlichen Natur solcher Wettbcwerbsverbote für ihre Auslegung den Grundsatz aufgestellt, daß sie in der Regel und im Zweifel nur auf den Fall zu beziehe» seien, daß der Handlungsgehülfe dir Stellung freiwillig, ohne daß ihm der Prinzipal dazu gerechten Anlaß geboten, aufgab, also Wemr er ohne Kündigung weggehe, oder seinerseits kündige, oder wenn er durch sein Verhalten dem Diensthcrrn gerechten Anlaß zur Kün- digung gegeben habe. Dagegen sollte nach dieser Rechtsprechung das Verbot in der Regel und im Zweifel nicht als auch den Fall mitumfassend angesehen werden, daß der Dienstherr ohne einen vom Handlungsgehülfen gegebenen gerechtfertigten Anlaß das Dienstverhältnis einseitig aufhebe oder kündige, oder daß er dem Handlungsgehülfen zu seinem Anstritt gerechten Anlaß gab. Diese Sätze müssen aber, da sie aus der rechtlichen Natur der Wettbewerbsverbote überhaupt abgeleitet und somit allgemein recht- lichen Erwägungen entsprungen sind, namentlich auf der Berück- sichtigung von Treu und Glauben beruhen, noch jetzt auf das Rechtsverhältnis zwischen den in ß 133a der Gewerbeordnung bc- zeichneten Personen und dem Gewerbeuniernehmer Anwendung finden. Im vorliegenden Falle war das Wettbewerbsverbot nach dem festgestellten Sachv�hältnisse lediglich für den Fall deS„Dienst- austritts" des Beklagten ausgesprochen, eine unzweifelhaft ver- tragsmätzige Bestimmung also, daß es auch außerhalb der vorher bezcichnelen regelmäßigen Grenzen gelten solle, nicht getroffen. Es braucht deshalb nicht erörtert zu werden, da, selbst wenn dies geschehen wäre, doch in einem Falle, wie er hier behauptet ist, daß der Dienst- Herr durch die rechtswidrige Art seines Verhaltens den Betriebs- beamten veranlaßt habe, seinerseits das Dienstverhältwts zu kün- digen. der Geltendmachung der Rechte aus dem Wettbewerbsverbote die Einrede der Arglist unter allen Umständen entgegenstehen würde. Daß aber ein Verhalten des Dienstherrn, wie e« hier ber Beklagte vom Kläger behauptet hat, dem Betriebsbeamten einen gc- rechten Anlaß bot. seinerseits da« Dienstverhältnis aufzulösen, bc- darf keiner Ausführung. Das angefochtene Urteil ist deshalb, da es auf dem dargelegten Rechtsirrtum beruht, aufzuheben." Da der Kläger die zur Begründung des Einwandes geltend gemachten Tatsachen bestritten hatte, mußte die Sache zur Untersuchung hier- über noch einmal an daS OberlandeSgericht zurückverwiesen werden. (Akt.-Z. III. 422/04.) Die vorstehend wiedergegcbene Entscheidung des Reichsgerichte entspricht dem Rechtsbowußtsein, dem Gesetz und der von uns stets auf Grund allgemeiner Rechtsgrunbfätze und des§ 628 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vertretenen Ansicht. Es wäre zu wünschen, daß die Rechtsprechung der Kaufmannsgerichte, die gerade in puncto Konturrenzklausel auffallend nachteilig dem Gehülfen gegenüber geurteilt haben, nicht binter der Auffassung des Reichsgerichts zurückbleibt. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für de» Reichstags- wablkreiS Züllichau- Lchwicbus- Krosseu- Sommerfeld(Orlsverciii Berlin.) Dienslag, den tS. Mörz, abends 8'/, Uhr, bei Patt, Dragonerstr. 16: Mitgliederversammlung. Wisträtentefl verantw.'.XH. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: VorwättV«uchdrückerei u. BerlagSanstalt Paul'Singer Sc Co.. Berlin SW»' Nr. 66. 24. Jahrgang. 2. leilfljt des Jomitls" fttlinft KIKchlM. Dienstag, t9. Mar; 1907. Die russische Revolution. Der Deckensturz. Petersburg. IS. März.(Eig. Ber.) Gegen die elfte Stunde durchlief die Stadt das Gerücht, die Duma sei in die Luft gesprengt! Die Aufregung war unbeschreib- lich. Bald eilten Equipagen, Droschken und Fußgänger in Scharen nach dem Taurischen Palais, das aber von allen Seiten im weiten Umkreis von Polizei umstellt war. Man erfuhr folgendes: Kurz vor sechs Uhr hörten die Wachen im Palais starke dumpfe Ge- rausche. Sie benachrichtigten die Polizei, die sich bald einfand und alle Ausgänge besetzte. Man glaubte, es wäre eine Explosion. In den Saal hinein zu gehen getraute sich niemand. Er war wie mit Rauch gefüllt. Bald jedoch überzeugte man sich, daß es Stukkaturstaub sei, und nun drangen einige Polizisten in die Jnnenräume vor. Wie sich erwies, war ein Teil der Decke des Sitzungssaals eingestürzt, und zwar gerade der Teil über dem Kadcttcnzcntrum und über den Sitzen der äußersten Linken. Un- beschädigt waren die Logen der Minister, der Journalisten, der Reichsratsmitglicder und die Sitze der Abgeordneten auf der rechten Seite. Kurz nach sechs Uhr trafen die höheren Polizeibeamten ein mit dem Chef der Palastwache. Aus den nächsten Polizeistationen erschienen starke Polizeitrupps. Es wurden nicht weniger als 1000 Polizisten zusammengezogen, die der Gradonatschalnik Dratschewski selber leitete. Auch die umliegenden Häuser wurden von der Polizei besetzt und im Sitzungssaal Infanterie mit auf- gcpflanztem Seitengewehr aufgestellt. Um 11 Uhr erschienen die Gerichtsbehörden und das technische Komitee des Ministeriums des Hofes. Der Dachboden wurde von der politischen Polizei isoliert, Aach Zarskoje Sselo soll ebenfalls gleich berichtet worden sein. Stolypin hatte sich um 10 Uhr eingefunden. Allmählich trafen auch die letzten Abgeordneten ein. Die Bedienten des Palasts trugen in der Vorhalle Bänke und Stühle zusammen. Um 12 Uhr 40 Minuten ward die Sitzung eröffnet,- die aber mehr einem Meeting glich. Die Kadettenfraktion schlug vor, eine Kommission zu wählen, die das ganze Dumagebäude näher in Augenschein nehmen und beim Ministerium um einen anderen Sitzungssaal einkommen solle. Bei der allgemeinen Aufregung dachte natürlich niemand daran, eine reguläre Sitzung abzuhalten. Als erster erschien auf der für die Redner bestimmten Bank der Abgeordnete Dolschenkow. Er sagte unter anderem:„Schon im vorigen Jahre wurde eine Kommission zur Entgegennahme des Dumagebäudes gewählt, und schon damals hat unsere Kommission die Bauleitung darauf aufmerksam gemacht, daß die Decke nicht stark gcnpg zu sein scheint. Auch die Decke im zweiten Stock- werk"droht einzustürzen. Die Baukommission hat also gewußt, daß Gefahr droht. Für die Umbauteck wurden 000 000 Rubel aus- gegeben, und nun sehen wir die schönen Resultate! Das Duma- gebäude muß in unsere eigene Verwaltung übergehen." Der nach ihm sprechende Oktobrist plädierte ebenfalls für Abbruch der Sitzung, was mit Beifall aufgenommen wurde. Als der De- putierte der Arbciterkurie von Petersburg, Alexinski, erschien, ging eine starke Bewegung durch die Reihen. Alexinski sagte: „Bürger! Deputierte! Als ich heute in die Duma kam und er- fuhr, daß die Decke eingestürzt ist, wunderte ich mich gar nicht. daß sie gerade über die Sitze der Volksvertreter gestürzt ist. Die festeste Decke hat wohl das Polizeidepartement." Diese beißend� Bemerkung wurde von der Rechten mit furchtbarem Tumult quittiert. Die Reaktionäre schrien:„Nieder mit ihm!" Der Tumult dauerte einige Minuten. Der Vorsitzende erklärte, eS sei zu wünschen, daß die Debatten nicht allzu scharf würden. Alexinski fuhr fort:„Bürger! Deputierte! Ich werde davon sprechen, was wir heute tun müssen. Um uns möglichst vor solchen„Unglücks- fällen" zu schützen, schlage ich vor. eine Kommission zu bilden, die m Petersburg ein wirklich lebenssicheres Gebäude aus- findig macht. Wir müssen an die Arbeit gehen. Das Volk, wartet. Wenn es dann erfährt, daß über seine Vertreter die Decken ein- stürzen, dann wird es wissen, welche Schlüsse es daraus zu ziehen hat," Der Schluß dieser Rede fand starken Beifall. Krupenski von der Rechten bezeichnete die Bemerkungen Alexinskis als„schmutzige Insinuationen". Er wurde ausgezischt. Während der Rede eines zweiten Abgeordneten der Rechten erschien Stolypin und das ganze Kabinett. Es wurde beantragt, die Debatten abzubrechen. Die Anträge der Kadettenfraktion wurden angenommen, und um 12 Uhr 15 Minuten war die Sitzung zu Ende. So verlief der heutige„große Tag". Auf der Tagesordnung stand bekanntlich als zweiter Punkt nach den Berichten der Mandat- Prüfungskommissionen die Regierungsdeklaration. Man war allseitig auf den Ausgang der heutigen Sitzung gespannt und die verworrensten Gerüchte liefen um. Kommt es zu einer Generaldebatte über die Regierungserklärung oder wird sie mit demonstrativem Schweigen begleitet? Noch während- der Pause sollte ja unter der Opposition eine Einigung in dieser taktischen Frage versucht werden. Und nun plötzlich dieses Ereignis! Ge- wiß, auch das war vielleicht ein„Regiecungsprogramm", Und dann das sprechendste. Wie der Vorfall zu erklären ist, darüber werden vorderhand nur Vermutungen laut. �# Die„Voss. Ztg." erhielt folgendes Privattelegramm: Petersburg, IS. März. Der Deckeneinsturz im Taurischen Palais hat schlimme Zustände aufgedeckt. Als die Presse sich seinerzeit wunderte, daß die Pulte und Sitze für die Abgeordneten auf 180 Rubel das Stück zu stehen kamen, wurde halbamtlich mitgeteilt, die Ursache deS hohen Anschaffungspreises liege darin, daß sie aus massiver Eiche hergestellt seien. An den zertrümmerten Möbel- stllckchen siehtj man aber jetzt, daß sie nur mit Eiche für- niert sind! ES erweist sich, daß Baumeister Bruni einen großen Teil der Arbeiter, die im Taurischen PalaiS beschäftigt waren. zur Renovierung seiner Wohnung verwendete!— Andere Dienst- Wohnungen wurden garnicht renoviert, obgleich bedeutende Beträge dafür ausgeworfen waren.— Heute untersuchte die Dumakommission die Decke im Katharinensaal. AlS man von der Dachkammer aus mit einem Brecheisen auf die Decke schlug, fiel das Brech- eisen in den Saal durch. Wenn man das sieht, glaubt man kaum, daß für die Renovierung des Taurischen Palais eine Million Rubel ausgegeben worden ist.— Die nächste Sitzung der Duma findet morgen. 11 Uhr, im Saale der Adelsverfammlung statt, wo bis jetzt der Reichsrat feine Sitzungen abhielt. Stolypin wird endlich seine Erklärung verlesen können. *»■* Petersburg, 16. März.(Meldung der„Petersburger Telegraphen- Agentur".) Die Untersuchung des Sitzungssaales der Relchsduma hat ergeben, daß die Deckbalken wohlerhalten und gut verankert sind und daß die Ventilationseinrichtungen über dem Saale nicht die Ursache deS Einsturzes sein können! Die Kon, Mission der Duma ist geneigt, dem Gutachten der Sachverständigen der Regierungskommission beizutreten, daß der Temperaturunterschied den Einsturz der Deckenbekleidung herbeigeführt hat. Die Kommission der Duma ist überhaupt der Meinung, daß die Räume des Taurischen Palais für die Sitzungen der Duma nicht gefahrlos sind, und daß auch die Decke deS als Wandelgang dienenden Katharinensaales nicht sicher erscheint. Die Kommission verlangt, daß ihr sämtliche Rechnungen für den Umbau des Taurischen Palais seit 1905 vor« zelegt werden. Bei der Wahl eines anderen Sitzungssaale« entschied sich die Kommission nach Besichtigung mehrerer kaiserlicher Theater für das Bolkshaus Nikolaus' II. und trat mit dem Finanzministermm wegen Ueberlassung deS dortigen Saales in Verbindung, um für den 20. März eine Sitzung anberaumen zu können. Petersburg, 17. März.(Bon einem besonderen Korrespondenten.' Der Einsturz der Decke im Dumasaale wird von der Opposition in starkem Maße für ihre Zwecke ausgenutzt. Besonders wird es dem Kaiser verdacht, daß er der Duma aus Anlaß dieses Ereignisses, bei dem nur der Zufall größeres Unheil verhütet hat, kein Zeichen der Teilnahme hat zugeben lassen. Sogar in die Provinz werden Abordnungen zu agitatorischen Zwecken entsandt! sie haben offenbar die Aufgabe, einer günstigen Aufnahme der Regierungserklärung entgegenzuwirken. Petersburg, 17. März.(W. T. B.) Wie die Petersburger Telegraphen-Agentur erfährt, wird der Sitzungssaal der Reichsduma im Taurischen Palais Donnerstag abend wiederhergestellt sein. 600 Pioniere arbeiten Tag und Nacht, um alle Ausbesserungen aus- zuführen, die nötig sind, um die Festigkeit der Decken über den Sälen und Wandelgängen zu sichern. Petersburg, 18. März. Die nächste Sitzung der Reichsduma wird morgen vorniittag 11 Uhr im Saale der Adelsversammlung abgehalten, in dem gewöhnlich der Reichsrat tagt. Petersburg, 18. März. lW. T. B.) Die Zeitung»Russj meldet: Die Parteien der Rechten bereiten Vorlagen vor, um die Linke zu provozieren und die Entfernung der Revolutionäre auZ der Duma oder die Auflösung der Duma herbeizuführen! Die Volkssozialisten beschlossen infolge des Deckeneinsturzes im Sitzungssaale der Duma, unmittelbar nach der Regierungserklärung der Regierung ihr Mißtrauen auszusprechen, da im Grunde nur Nachlässigkeit des Regimes solche Katastrophen herbeiführen könnte. Die Partei umfaßt etwa 80 Sitze und stimmte bisher mit dem von den Kadetten gefaßten Beschluß überein, nach der Verlesung der ministeriellen Erklärung für einfachen, nicht motivierten Ucbergang zur Tagesordnung zu stimmen. Die Folternngen. Der„Russ. Kur." teilt mit: Nach einer Verständigung im russischen Mnisterrat wurden seitens des russischen Ministeriums des Innern die nötigen Vor- bcreitungen getroffen, um die Reichsdumainterpellation betreffend die Folterungen in Riga entsprechend zu beantworten. Indessen wird den in Betracht kommenden Beamten ein Schriftstück mit der Aufzählung der ihnen zur Last gelegten„Amtsüberschreitungen" unter breitet und es herrscht in den beteiligten Kreisen die Meinung, daß diese peinliche Angelegenheit auf administrativem Wege auS der Welt geschafft werden könnte. Mit anderen Worten: Man will vertuschen. Hoffentlich durchkreuzt die Duma diese edle Abficht. Die Studenten. Moskau, 17. März.(B. H.) Der geplante Auszug der Moskauer Studenten nach Petersburg mußte unterbleiben, da der Unterrichts- minister den Rektor der Petersburger Universität telegraphisch informierte, daß die Stadtbehörden den Einzug der Studenten nicht gestatten und sie zwangsweise wieder entfernen würden. Eine Ausstellnng für soziale Fürsorge und Gesnndheitspstege, veranstaltet von den Vereinen„Waisenhort", Berlin, und„W a i s e n f r e u n d", Charlottcnburg, wurde am Sonn- abend in den Räumen des Neuen königlichen Opernhauses(Etabliffe- ment Kroll) eröffnet. Sie wird bis nächsten Freitag gegen 50 Pf. Eintrittsgeld von früh 10 bis abends 8 Uhr geöffnet bleiben und gewiß zahlreiche Besucher aus bürgerlichen Kreisen mit großer Genugtuung erfüllen, wie eifrig die Wohltätigkeit am Werke ist— während sie in Wirklichkeit beim besten.Willen nur einen sehr kleinen Teil des Elends zu beseitigen vermag, zu dem die heutige Wirtschaftsweise Millionen verurteilt. Bestensalls vermag die private Fürsorge die öffentliche Aufmerksamkeit namentlich der herrschenden Klasse auf die allerschlimmsten Mißstände aufmerksam zu machen. Und ihre Aufgabe ist erfüllt, wenn sie darauf hinweist, wie die privaten Bestrebungen versagen müssen und nur Staat und Gemeinde einigermaßen die notwendigen Folgen der heutigen Wirtschaftsordnung zu mildern vermögen. Ob den Veranstaltern der Ausstellung diese Absicht eigen war oder nicht— auf jeden Fall wird der-denkende Beobachter nur den Eindruck bekommen, daß alle Liebesmüh der vielen Vereine und Vereinchen herzlich wenig Hülfe zu verschaffen vermag und nur gar zu oft das Geleistete in keinem Verhältnis zu der aufgewendeten Zeit, Mühe und den Kosten steht. Selbst von einer planmäßigen Organisation ist die private soziale Fürsorge noch weit ent- fernt; es fehlt vollständig an einem Hand-in-Hand-arbeiten und mancher Verein scheint nur der Befriedigung unklaren Mitgefühls, wenn nicht gar der Eitelkeit zu dienen. Mindestens ist'es eine arge Geschmacklosigkeit, wenu ein Wohltätigkeitsverein seinen Rechenschaftsbericht mtt Blitzlichtaufnahmcn seiner Vorstands- und Komiteesitzungen ausstellt! Die Ausstellung vereinigt 60 der bedeutenderen Wohlfahrts- Vereinigungen und Fürsorge-Einrichtungen, die zum Teil mit Proben der Leistungen ihrer Pflegebefohlenen oder anschaulichen Modellen der Einrichtungen, zum größeren Teil mit statistischen Nachweisen und Rechenschaftsberichten vertreten sind. An AuS- stellern verzeichnet der Katalog 350, von denen freilich ein sehr großer— viel zu großer Teil Geschäfte sind, die Seife und Parfüm, Nübenschneider und Pflanzenbutter. Flcischextrakt und Maiskaffee, Waschmaschinen und noch so vieles andere feilbieten, was gar nicht hingehört, aber sehr gern vom Komitee aufgenommen wurde, weil sonst, wie das Vorwort deS Kataloges wehmütig ge- steht,„ohne die finanzielle Hülfe der Aussteller der ideelle Zweck der Ausstellung nicht erreichbar gewesen wäre". Nur ist durch die übergroße Fülle dieses Jahrmarktes der ohnehin so enge, für den eigentlichen Zweck verfügbare Raum noch mehr geschmälert! Die erste Gruppe umfaßt die Ausstellung von Behörden, Instituten, Vereinen, Genossenschaften und Innungen. Darunter befindet sich auch eine sehr beachtenswerte und lehrreiche Aus- stellung, die Prof. Th. Sommerfeld. Berlin über g e w e r b- liche Gesundheitspflege veranstaltet hat. In großen Glasschränken sind die wichtigsten Staubarten, die in gewerblichen Betrieben vorkommen, in Gläsern aufgestellt, Photographien mikroskopischer Vergrößerungen zeigen die Gestalt der Staub- teilchen und menschliche Lungen von Opfern der Staubvergiftung ganz und in mikroskopischen Präparaten führen vor Augen, wie dieser Staub vernichtend auf die Arbeiter wirkt. Da ist eine ziegel- rote Lunge, die mit Eisenoxyd gefüllt ist, die schwarze Kohlenlunge eines Bergarbeiters, die grauschwarze Lunge eines Steinhauers und noch mehrere andere. Diese Sammlung von Prof. Sommer- selb ist sonst in der Charlottenburger Ausstellung für Arbeiter- Wohlfahrt zu sehen. Neu ist eine zweite Sammlung Sommerfelds, die die wichtig st en gewerblichen Gifte enthält; auf Tabellen find angegeben die Industriezweige, die sie erzeugen oder verwenden, welche Körperteile der mit ihnen Beschäftigten bedroht sind, ferner die von.den Giften hervor- gerufenen Krankheitserscheinungen sowie die erforderlichen f- zum großen Teil aber noch nicht gesetzlich borge- schrieben enl— Schutzmaßnahmen. Außerdem sind von Prof. Sommerfeld ausgestellt gewerbliche Erkrankungen der Haut, Schleimhäute und Knochen, Bleisaum der Bleiarbeiter, Ausschlag der Anilinarbeiter, und Phosphor-Kieferbrand. Solche Ausstellung kann ja freilich den Arbeiter nicht davor schützen, daß er den un- genügenden Aetriebseinrichtungen zum Opfer fällt, aber sie ist- eine dankenswerte Anregung an alle, die es angeht, an die Arbeiter wie an die Gesetzgebung, daß sie diesem Elend ein Ende machen durch ausreichenden gesetzlichen Schutz der Arbeiter. Sehr anschaulich ist die große Ausstellung deS Direktors des Erziehungsheims am Urban in Zehlendorf, Pastor P l a ß. Er will ein Bild von den in der Anstalt angewandten Grundsätzen der„Erziehung zur Arbeitsfreudigkeit und Arbeitstüchtigkeit" geben, mit denen er hofft, die ihm zur Fürsorge-Erziehung Ueber- wiesenen zu der„sozialen Brauchbarkeit" zurückzugewinnen. Die von Plaß selbst angelegten Sammlungen für Materialien- und Werkzeugkunde sind vortrefflich zusammengestellt, der Anschauungs- Unterricht wie die Erziehung zum Verständnis der Arbeit lassen nichts zu wünschen übrig— als daß nicht nur seinen Zöglingen, sondern allen Kindern der Volksschule ähnlich vortreffliche Sammlungen zur Verfügung ständen und auch der entsprechende praktische Unterricht. Aber all diese Bemühungen, obwohl sie doch in überreichem Maße in Bibelsprüche eingewickelt sind, können nicht hindern, daß die bestausgebildeten Zöglinge zu- gründe gehen, wenn und weil sie der wirtschaftlichen Not nach ihrer Entlassung früher oder später wieder preisgegeben sind. An die politische Not unserer Zeit mahnt die Ausstellung des jüdischen V o I k s v e r e i n s. der es sich zur Aufgabe macht, den flüchtigen russischen Juden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, indem er auf den Bahnhöfen sich ihnen zur Verfügung stellt. Nach dem Bericht haben sich im letzten Jahr nicht weniger als 21 000 jüdische Auswanderer an den Verein gewendet, denen er über die Arbeitsbedingungen in den Ländern ihres Reiseziels Auskunft erteilte, Unterkunft und auch Arbeit verschaffte, indem er dem ungelernten Arbeiter die Möglichkeit gab. schnell eise Berufsarbeit zu erlernen, juristischen und ärztlichen Rat er- teilte usw. Eine große Ausstellung ist vom Standesverein Berliner Zahnärzte und dem Verein Berliner Krankenkassen- Zahnärzte arrangiert; sie bringt statistisches Material, Literatur und anschauliche Darstellungen der Zahnkrankheiten wie des Zahnersatzes, letzteres zeigt noch besonders reichhaltig die Kollektivausstellung derBerlinerZahnkünstler-Vereine. Daß diejenigen Vereine, die auch die Seelen ihrer Schützlinge retten wollen, in reicher Fülle vertreten sind, ist bei einer so kirchengesegneten Stadt wie Berlin kein Wunder, ebenso- wenig daß sich der Hurrapatriotismus breit macht, wie z. B. bei der Deutschen Krieger-Fechtanftalt, die als§ 11 ihrer Statuten stolz verkündet:„Anhänger der Sozialdemokratie dürfen unseren Fcchtschulen nicht angehören." Und doch werden es diese bösen Sozi sein müssen, die dafür sorgen, daß das bißchen Wohlfahrt, das jetzt durch Zufall, Willkür oder gar um den Preis der Gesinnungspreisgabe einigen Armen und Aermsten zuteil wird, zu einer wirklich ihre Aufgabe er- füllenden sozialen und öffentlichen Fürsorge ver- wandelt wird! Die Ausstellung der privaten Bereine— Staat und Gemeinde haben sich nicht beteiligt— zeigt nur, wie viel uns Sozialdemokraten noch zu tun übrig bleibt! ßcricbtö- Zeitung. »Erdbeben und feuerspeiende Berge"— anmeldepflichtig. Dem Kammergericht ist es vorbehalten, die UnHaltbarkeit der Bevormundungsvorschristen des Vereinsgesctzes durch immer weitere Ausdehnung des Begriffs„Erörterung öffentlicher An- gelegenheiten" auch weiteren Kreisen klar zu machen. AuS dieser kanrmergerichtlichen Tätigkeit sei eme Entscheidung vom 14. d. M. über einen Vortrag, der sich über„Erdbeben und seuerspviende Berge" ausließ, hervorgehoben.. In einer Versammlung deS Remscheider Arbeiter- frauen- und Mädchenvereins, die am 6. Mai 1906 stattfand und von der Vorsitzenden, Frau Strewinski.ge- leitet wurde, referierte Markus über„Erdbeben und feuerspeiende Berge". Nach dem Bericht des Ueberwachenden verwies er auch darauf, daß in der Volksschule zu wenig. Naturwissenschaft gelehrt werde, und daß die Schule verweltlicht werden müßte, und er schloß mit den Worten:„Fort mit der Geistessklaverei, wir tragen hier Bausteine einer besseren Zukunft zusammen". Frau Strewinski wurde wegen dieser, von ihr nicht bei her Polizei an- gemeldeten Versammlung auf Grund der KZ 1 und 12 des preußischen Vereinsgesetzes angeklagt. Die?lnklage ging davon aus, daß die Versammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegen- heiten bestimmt gewesen sei und nach§ 1 des Gesetzes hätte an, gemeldet werden müssen. DaS Landgericht Elberfeld als BerufungS- in stanz sprach jedoch Frau St. von dieser An- klage frei, indem es im wesentlichen dazu ausführte: Die Angeklagte habe den Redner beauftragt gehabt, einen Wissenschaft- lichen Vortrag zu halten. Sie habe deshalb der Meinung sein können, daß er sich auf einen solchen beschränken und nicht etwa für die Verweltlichung der Schule, zweifellos eine öffentliche An- gelegenheit, agitieren würde. Es sei auch nicht erwiesen, daß Angeklagte im Laufe des Vortrags die wahre Tendenz des Redners erkannt habe. Es sei ihr deshalb auch kein Vorwurf daraus zu machen, daß sie ihn nicht an den Ausführungen hinderte. welche öffentliche Angelegenheiten betrafen. Sie müsse frei» gesprochen werden. Das K a mm ergericht hob die» Urteil am 14. d. M. auf die Revision der Staatsanwalt- schuft auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht Elberfeld zurück. Begründend wurde ausgeführt: Das Landgericht gehe davon aus, daß der Redner auch. öffentliche Angelegenheiten erörtert habe. Dies vor- ausgesetzt, seien aber die weiteren Folgerungen des Landgerichts noch nicht geeignet, die Freisprechung zu tragen. Nach dem 8 1 des Vereinsgesetzes seien anmeldepflichtig solche Versamm- lungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert oder beraten werden sollten. ES komme also auf das Programm an. DieseS könne sich aber im Laufe der Zeit und noch in der Versammlung selbst ändern. Insbesondere dadurch, daß bei der dem Programm entsprechenden Verhandlung über nichtöffent- liche Angelegenheiten irgend ein Versammlungsteilnehmer(viel- leicht der Referent schon) eine öffentliche Angelegenheit als Redner erörtere. Dann sei nach dem Willen dieses Teilnehmers die Versammlung eine solche, in welcher öffcnt- liche Angelegenheiten„erörtert werden sollen". Von nun an sei sie anmeldepflichtig; jeder, der in ihr als Leiter oder Redner auftrete, sei nach§ 12 Absatz 2 des Vereinsgesetzes(in Verbindung mit§ 1) strafbar, vorausgesetzt, daß ihm ein Verschulden zur Last falle, d. h. wenn er von dem neuen Programm wisse. oder davon nur infolge Fahrlässigkeit nicht wisse. und wenn er nun trotzdem weiter leite oder rede. — Also genüge es nicht zur Freisprechung, daß das Landgericht feststelle, eS sei nicht erwiesen, daß die Angeklagte die Tendenz des Redners im Laufe des Vortrages erkannt habe. ES müsse viel- mehr festgestellt werden, weswegen Angeklagte njcht den Charakter dessen erkannt habe, was der Redner mit fo großem Pathos sagte. Bei fahrlässigem Nichterkennen komme ein strafbares Verschulden ihrerseits in Betracht. Wegen der erforderlichen Nachprüfungen müsse die Sache das Landgericht nochmal beschästigen.— DeS langen Erkenntnisses kurzer Sinn ist: über ernste An« gelegenheiten, insbesondere über so wichtige Dinge, wie über Unter» richt, Erziehung, naturwissenschaftliche oder geschichtliche Themata darf öffentlich ohne polizeiliche Anmeldung in Preußen nicht ge. sprechen werden. Da derlei Erkenntnisse bislang noch nicht gegen ber Staatsanwaltschaft und den Richtern fozial nahestehende Leute ergangen sind, gehen wir wohl in der Annahme nicht fehl, daß diese Streife fich über ernste Sachen nicht zu unterhalten pflegen. Sollte sie daran die Besorgnis polizeilicher Ueberwachung hindern? Der Hut der Frau Meister. vielen Jahren bei den verschiedensten Stünstlern hier und außergewöhnliches" an dem Leichenzuge nicht bemerkbar, aber halb Modell steht. Im Dezember wurde er von dem Kunstmaler dennoch hatte dieser Leichenzug den preußischen Staat ins Wadeln Jordan, der ein Schüleratelier hat, als Modell angenommen und gebracht dadurch, daß neben den weißen auch einige rote Kranzsollte abends von 7 Uhr an 3 Stunden„ posen". Er stand vor schleifen bemerkbar wurden. Gendarm Wilhelm, dem das einer Anzahl Schülerinnen des Ateliers in unbekleidetem Staatsverbrechen" durch einen Hintermann überbracht war, Zustande Modell. Als nach Beendigung der üblichen viertel- fonnte dann zwar an dem inzwischen Geschehenen nichts mehr Eine Kritik am neuen Hut der Chefin hat der Filialleiterin stündigen Pause der Angeklagte aufgefordert wurde, seinen Blah ändern, er eilte aber dafür um so beschleunigter an die offene Anna H. ihre Stellung beim Bäckermeister Franz Kaczinski wieder einzunehmen und bei den weiteren Arbeiten als Modell Gruft, um wenigstens die politische Rede" noch zu vergekostet. Die zweite Kammer des Kaufmannsgerichts sollte gestern zu dienen, weigerte er sich dessen und erklärte, daß er nur pose, hindern. Doch auch das war ihm nicht gelungen. Der Gendarm darüber entscheiden, ob der Chef berechtigt ist, eine derartige wenn alle Schülerinnen wieder im Atelier wären. Es tam Wilhelm bekundete vor Gericht, er wisse ganz bestimmt", Kritisierung eines Erzeugnisses der Puhmacherkunst mit sofortiger darüber zu lebhaften Auseinandersetzungen mit dem Obmann des daß eine politische Rede gehalten ist, aber was eigentlich gesagt Entlassung zu ahnden. Die Behauptungen über den Inhalt der Herrn Jordan, dem Maler Siebert, der nach Befragung der ist, darauf konnte er sich nicht mehr besinnen. Nur Kritik gehen zwischen der Klägerin und dem beklagten Bäcker- Schülerinnen dem Modell erklärte, daß auf seine fernere Tätigkeit das weiß er, daß etwas vom" Alten Verband" meister etwas auseinander. Nach dem Beklagten soll die Klägerin verzichtet werde. Der Lärm lockte denn auch Herrn Jordan herbei, gesagt sei! gefagt haben: In dem Hut sieht Frau K. aus wie ein Berliner der die Anordnung des Obmanns bestätigte und den Angeklagten Die 4 Kranzträger wurden von dem Schöffengericht in Frauenzimmer". Das 14jährige Lehrmädchen soll diese Aeußerung aufforderte, sich zu entfernen. Bezüglich der Ab- D.- Ruhrort zu je 20 M. Geldstrafe verurteilt. Die Vergehört haben, und der Beklagte legt auch dem Gericht einen Zettel rechnung kam es nochmals zu Differenzen. Der Angeklagte wollte urteilten legten Berufung ein. Die Straffammer in vor, in welchem das Mädchen die Worte der Klägerin bestätigt. mit Recht es sich nicht gefallen lassen, daß ihm Geld dafür ab- Duisburg erkannte auf kostenlose Freisprechung, ausWie aber die jugendliche Zeugin gestern bekundet, habe sie nach gezogen werden sollte, weil er an einem der vorhergehenden Tage führend, daß von einem außergewöhnlichen" Begräbnis Diktat der Meisterin geschrieben, ohne sich über den Inhalt klar 25 Minuten zu spät gekommen war. Er wurde darüber sehr erregt keine Rede sein könne, daß vielmehr das Leichenbegängnis ein zu sein: sie habe nur aus Angst geschrieben. Sie habe in Wirt- und soll nach der Aussage vor Zeugen den Besitzer des Ateliers gewöhnliches" Gepräge gehabt habe. Hoffentlich werden die lichkeit von der Aeußerung der Klägerin nichts gehört. Die am Kinn gepackt, ihm eine Beleidigung entgegengeschleudert und Herren Gendarmen am Niederrhein sich das Urteil für die ZuKlägerin selbst erklärt, die Chefin sei an dem fraglichen Tage in ihm gedroht haben, alles kurz und flein zu schlagen, wenn ihm kunft merken. die Filiale mit einem Ungetüm von Hut gekommen, der auf der auch nur ein Pfennig abgezogen werden würde. Unter der Wucht Straße bei den Vorübergehenden Aufsehen und Lachlust erregte. dieser Drohung hat Herr Jordan dann dem Angeklagten das Geld Ueber einer Fülle von allerhand Blumen und Früchten schautelten ohne Abzug ausgezahlt. Letzterer bestritt, sich nach zivei riesige Federn. Beim Anblick dieses Monstrums von Hut habe irgend einer Richtung hin schuldig gemacht zu sie sich nicht enthalten können, zum Bädergesellen leise zu sagen: haben, insbesondere aber auch den Hausfriedensbruch, indem er Der Hut sieht aus wie von der Friedrichstraße". Ueber Frau K. darauf verwies, daß er ja nadend gewesen sei und nichts dafür felbst habe sie nichts gesagt. Das Kaufmannsgericht verurteilte tönne, wenn sein Ankleiden etwas längere Zeit in Anspruch nahm. den Beklagten zur Zahlung des Restgehalts von 72 M. Die KritiDer Gerichtshof hielt durch die Beweisaufnahme dennoch fierung des Hutes könne doch nicht als eine erhebliche Ehrverlegung Nötigung, Hausfriedensbruch und Beleidigung für dargetan und angesehen werden, da sie sich nicht auf den Charakter der Frau St. verurteilt das Modell zu 2 Wochen Gefängnis. bezog. Die Entlassung war demnach als ungerechtfertigt anzusehen. Selbst wenn die Kriterien strafbarer Handlungen vorgelegen Wird Frau Meister in Zukunft die Freiheit der Angestellten, haben sollten die Konstruktion einer Nötigung und eines Haus felbst über einen Meisterhut sich zu äußern, anerkennen oder wird friedensbruchs erscheint recht bedenklich, zeugt das Anrufen des der Hut als Zeichen des schrecklichen Terrorismus der Arbeiter von Kadi durch den Maler nicht gerade von einer Stärke der Selbstder Innung ausgestellt werden? achtung, wie sie Künstler für sich in Anspruch zu nehmen pflegen. Ein Jdyll vor Gericht. Immer wieder die rote Schleife! Witterungsübersicht vom 18. März 1907, morgens 8 Uhr. Stationen Better Stationen Beller 3beiter 3 Haparanda 7446 4 bededt 6 bedeckt 758 S28 3 heiter 3 Petersburg 759 SSD 3 Scilly 4 bedeďt 7568 5 Dunst 2 bedeďt 4 Aberdeen 733 S 1 halb bd. 4 Baris 6 760 S 3 bedeckt Swinembe. 755 SW Hamburg 753 SS Berlin Frantj.a.M. 759 S München Bien 762 764 S 58 4 bedeckt 4 wolkig Wetter Prognose für Dienstag, den 19. März 1907. Beitweise aufflarend, jedoch vorwiegend trübes Wetter bei frischen südwestlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Betterbureau Eine etwas stürmische Atelierszene fand gestern ihr Nachspiel Harmlose Proletarierbegräbnisse, um die außer den direkt vor der 3. Straftammer des Landgerichts II. Aus der Unter- Beteiligten kaum jemand zur Seite sieht, werden in den Augen suchungshaft wurde der Modellsteher Ernst Kupfer der unserer heutigen Ordnungshüter plöblich zu sogen. außer= Straffammer vorgeführt, um sich wegen Hausfriedensbruchs, Er- gewöhnlichen" Leichenzügen, sobald sich unter den Leidpreffung und Beleidigung zu verantworten. Der Angeklagte, der tragenden jemand befindet, der einen Kranz mit roter die amerikanische Staatsangehörigkeit besigt, ist ein hochgewachsener Schleife trägt. Diesem Schicksal verfiel auch ein Leichenalter Mann von klassischer Schönheit. Sein von schneeweißem begängnis in dem Bergmannsdorfe Buschhausen, wo eine Haar und langem, schneeweißem, wohlgepflegtem Vollbart um- Anzahl Bergleute ihrem verstorbenen Kollegen Lindenschmidt rahmter Kopf ist wie geschaffen zum Vorbild für künstlerische den letzten Freundschaftsdienst erwiesen. Zwar war für Leute mit Zwecke und der Angeklagte fonnte mit Stolz sagen, daß er seit gewöhnlichem Untertanenverstande irgend etwas ,, außer das Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 19. Mara. Anfang 7 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. 8 Uhr Dr. Thesing: Schutzfärbung, Mimicry u. geschlechtliche Selektion. Kgl. Overnhans. Salome.( Un Neues Theater. 8 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Deutsches. Der Gott der Nache. Neues Schauspielhaus. DerBarbier bon Sevilla. Leffing. Die Stüken der Gesell. schaft. Lorking. Eremiten. Das Glöckchen des Anfang 8 Uhr. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Minna von Barnhelm. Schiller Theater Charlottenburg. Fiesto. Schiller N.( Friedrich Bilbelm. städtisches Tb.) Das lekte Mittel. Zentral. Der blaue Stlub. Westen. Die lustige Witwe. Berliner. Der Hund von Basterville. Komische Oper. Tosca. Kleines. Allerjeelen. Neues. Meißner Porzellan. Nefidenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Der Trompeter von Sättingen. Thalia. Olympische Spiele. Luisen. Der Biberpelz. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Bernhard Rose. Sherlod Holmes. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Wintergarten. Charlotte Wiehé. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Mittwoch: Meißner Porzellan. Donnerstag: Meißner Porzellan. Freitag: Meißner Porzellan. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Ubr: Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Aufzügen v. Gotthold Ephraim Lessing. Mittwoch, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Donnerstag, abends8 Uhr: Im bunten Rock. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Das letzte Mittel. Zirkus Schumann Kleines Theater. Heute Dienstag, den 19. März: Abends 8 Uhr: Allerseelen. Fortsetzung der großen internationalen Ringkampf- Konkurrenz um Mittwoch und Donnerstag: Gin Goldenen Kranz von Berlin... idealer Gatte. Freitag: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Hierauf: Hille Bobbe. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Abends 7, Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. Abonnements gültig! Mittwoch: Zar und Zimmermann. den in 10 000 Mark bar. 36 erstklassige Ninger, davon 15 wegen erlittener dritter Niederlage ausgeschieden. Es ringen heute: Bernhard Vorrath, Berlin, geg. Paul Bahn, Bremen. Pietro le Basque, Spanien, gegen Frik Müller, Bayern. Clement le Boucher, Frankreich, gegen Apollon, Frankreich. Jakob Koch, Deutschland. gegen Jankowsky, Polen. Borher: Gala- Programm und um 92 Uhr: = Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Mittwoch, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Donnerstag abends 8Uhr: Narrenglanz. Zirkus Busch. Heute Dienstag, den 19. März: Um 7 Uhr, pünktlich zu Beginn der Bor ROM. ftellung: Original Manege- Schaustüd in 7 Bildern und das große Gala- Programm. Um 9 Uhr: Fortsetzung der International. RingkampfKonkurrenz um die Prämien v. 10 000 M. und den großen Goldpokal d. 8tg. Das Deutsche Blatt. Professor Ehrenprotektorat: Reinhold Begas. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Mittwoch: Die Jüdin von Teledo. Donnerstag u. Freitag: Sherlod Holmes. Lustspielhaus. St. Hubertus Kasino- Theater Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Albollo. Die 3 goldenen Jungfrauen. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. Haben Sie nichts zu verzollen? Kasino. Nick Carter. Spezialitäten. Walhalla. Die goldene Eva. Spe- Schwank in 3 Aften v. M. Hennequin zialitäten. und Pierre Veber. Folies Caprice. 100 000 Gulden. Robert de Trivelin: Rich. Alerander. Prater Theater. Der Beilchenfresser. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Palast. Bom Witwenball. Spes zialitäten. Figaro. Seelenretter. Geisterauto. Paris. Paffage. Mal was Anderes. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Intimes. Eine bom Ballett. Zapfenstreich. Bunter Teil. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Feuergewalten der Erde. Um 8 Uhr im Hörsaale: Dr. Thefing: Schußfärbung, Mimikry und geschlechtliche Selettion. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Hochzeitsnacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Wohltätigkeitsvorstellung. Einmaliges Gastspiel Herr Mar Grube: Der Biberpelz. Eine Diebesfomödie in 4 Atten von Gerhard Hauptmann. infang 8 Uhr. Morgen und Donnerstag: Der Hüttenbefizer. Freitag Benefiz für Herrn Bach u. Käthe Wille- Bach: G'wissenswurm. Berliner Theater Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Mittwoch: Der Hund von Baskerville. Donnerstag, Freitag: Sherlock Holmes. 12. Monat. Täglich ausverkauft! Der größte Lacherfolg der Saison: Neues Schauspielhaus Mal was Dienstag, den 19. März: Gastspiel Josef Kainz: Der Barbier vou Sevilla. Anfang 72 Uhr. Mittwoch zum letztenmal: Torquato Tasso. Anfang 7%, Uhr.j 99 Anderes". Die Theims- Troupe und die 10 glänzenden März- Spezialitäten. Größtes und sehenswertestes PrachtManegenschaustüď. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 1hr: 15 hervorrag.Spezialitäten Die goldene Eva. Uhr. Lothringerftr. 37. Täglich 8 115r. Nick Carter. Kriminalroman in 3 Aften v. Dswald. Nid Carter, Detektiv: Hans Berg. Vorher das nene März- Programm. Sonntag 4 Uhr: Ledige Leute. Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr: 5 Geschwister Pérèz Der Veilchenfresser Gymnastiker auf 3 freisteh. Reitern. Frosso, der Geheimnisvolle. 3 Soubretten. 2 Komiker usw. Luftspiel in 4 Atten von G. v. Moser. Morgen: Der Pfarrer von Kirchfeld. Zu Gunsten der öffentlichen Krankenpflege Groß Berlins ALLGEMEINE GARTENBAU AUSSTELLUNG Ausstellungshalle Zoologischer Garten 14.- 20.März 1907 MILITÄR- KONZERT 4 bis 8 Uhr Briefkaften der Redaktion. Zwei Streitende 100. 1. Nein. 2. und 3. Ja.- St. 449. Riegt Ihnen an eiliger Beantwortung, so müssen Sie die juristische Sprechstunde M. H. aufsuchen. 1. Die Steuern sind zu zahlen. 2. Ja. 3. Nein. Beide Fragen würden voraussichtlich vom Richter bejaht werden, weil ein Recht nicht lediglich zur Schikane mißbraucht werden darf. Lungenpieper. 1. Nein. 2. Sa. 2. R. 10. Die Forderung wäre eine nicht bevorrechtete Konkursforderung. Steineswegs steht dem Betreffenden Eigentum an den Waren zu. A. T. 1000. Ja. Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! 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Dirigent Max 288/8 In Szene gesetzt von Roth. Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, 24. März, nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. 11 WINTESI SARTEN .7 Charlotte Wiehe und das neue Programm. Großer Erfolg! Deutsch- Amerikanisches Theater. Gesamtgastspiel Theater des Westens Heute abend 8 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Morgen abend: Der Zigeunerbaron. Freitag: Die Zauberflöte. Sonntag nachm.: Martha. Abends: Der Bettelstudent. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. roße Spezialitäten- Vorstellung. änzlich neuer Spielplan. anz Berlin staunt über die stets wechselnden Künstler!!! Neu! ,, Die wilde Toni". Neu! Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Nach d. Vorst., um 10 Uhr: Gr. Tanz. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernh. Rose Theater. Die beiden Galeerensklaven. Boltsstüd mit Gesang in 3 Aften. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf: Intimes Theater Stono. Handwerker, Schönh. Ace 153. Dresdenerstraße 97. Gastspiel des Krüger& Oberbeck, Raftanienallee 1. Budapester Burlesken- Ensembles Ausstellung für soziale Fürs Linee Wolf. Eine vom Ballett." " Zapfenstreich." Bunter Teil. KottbuserS Sanssouci, straße 4a. A N Direktion Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Zum erstenmal: Ein fideles Gefängnis. Lustspiel in 4 Alten v. Bendig Jeden Sonntag, Montag u. Donnerst.: Nordd. Sänger. Sonnt.Beg.5, Wochent.8 Uhr. und Gesundheitspflege Berlin 16. bis 22. März 1907 in den Gesamträumen des Neuen Königl. Opern- Theaters( Kroll) Geöffnet von 10-8 Uhr abends. Eintritt 50 Pfg. Gebr. Herrnfeldig Theater Borverf. 8 Uhr. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstr. 57. Die stürmisch bejubelte Novität! Ein verrücktes Hotel. Komödie in 3 Atten mit den Autoren A. und D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag nachm. 32 Uhr bei halben Kaffenpreisen: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre mit Anton u. Donat Herrnfeld. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis Am Dienstag, den 19. März, mittags 2 Uhr, 10-2, 5-7, Connt. 10-12 Uhr findet Brauerei Friedrichshain am Friedrichshain Wäscherollen in der eine Waschmaschinen Oeffentliche Versammlung Wringmaschinen liefere als Spezialität unter Garantie 3.konkurrenzl.Preis. MeineFabrikat. sind bekannt als reell und billig.* Rudolf Knapke, Berlin SW. 19 Seydelstr. 7, am Spittelmarkt. Preisliste gratis. Kranz- und Blumenbinderei statt. Zages Ordnung: Situationsbericht. Referent: Kollege Kunze. 163/5 Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Am Donnerstag, den 21. März, abends 8, 1hr, bei Thiel, Bergstraße 151: Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Genoffe, Schneidermeister Oskar Hoffmann Merandrinenstraße 16( Bez. 238) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 6.) Den Mitgliedern zur Nachricht, Don Robert Meyer, Mitglieder- Verfammlung. Daß unser Mitglied uur Mariannen- Straße 2. Gustav Behrens Theater Bruch- Pollmann SchönebergBerlin, Goltzstraße 9. Heute und folgende Tage: Die sensationelle empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Dits- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin C., 34932* Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Davidsohn. 2. Bericht über die Aussperrung. 3. Berbandsangelegenheiten. 83/1 Die Ortsverwaltung. Achtung! Verband der Portefeuiller und Ledergalanteriearbeiter und Arbeiterinnen. 30. Linien- Straße 30. Mittwoch, den 20. März, abends 8 Uhr, bei Graumann, Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Ausstattungs- Alle Bruchbänder mit elastischen BeOperette: lotten, angenehm u. weich am Störper Trianon- Theater. Die lustige Witwe von Schöneberg Anfang 8 Uhr. sowie die erstklassigen Spezialitäten Fräulein Josette meine Frau. füllen bas aus allabendlich bis zum Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. legten Blaz. Zahn- Klinik, G. Anders Frankfurter Allee 153 Sprechz. 2-8, Sonnt. 9-1. Plomben, künstl.Zähne, schmerzlos. Zahnziehen. Anfang 7%, Uhr, Sonntags 6% Uhr. Louis Barth, Brückenstr. 10a Jeden Sonn- und Feiertag, Anfang 3 Uhr: Otto Pritzkow. Münzstr. 16, Gr. admittagsvorstellung. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Der Untergang des Dampfers„ Berlin". 168 Tote, 12 Gerettete. Den ganzen Tag Vorstellung. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Dienstag: GustavGottschalks Gesellschafts- Konzert ( Solisten- Abend). Jedes Jenensia- Rad ein Meisterwerk deutscher Technik. Teilzahlung! Zwei Jahre Garantie! Sozial- Räder. 60.-, Sozial- Luxus- it Freilauf M. 95.-. Gebrauchte Räder billig! Fahrradzubehör billig! Bitte genau auf Hausnummer 23" zu achten! 23, R. 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Die Ortsverwaltung." Bahlreichen Besuch erwartet Montag, den 1. April( 2. Osterfeiertag) findet zu Ehren der Delegierten zum 2. Verbandstage im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, ein großer statt. Billetts a 50 Bf. intl. Tanz sind noch im Bureau Engelinuft- Abrud uſer 15, Simmer 24, sowie bei famtil. Bertrauensleuten 3. pab. Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Berlin Filiale Mittwoch, den 20. März 1907, abends 8% Uhr: Oeffentliche Versammlung für alle in den Dampf- Wasch- und Plättaustalten, sowie in der Negligébranche beschäftigten Arbeiterinnen in Boekers Festfälen, Weberstrasse 17. Tages Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in den Dampf- Wasch- und Plättanstalten. Die geplante Preiserhöhung der Unternehmer von 15-50 Broz. und wie stellen sich die Arbeiterinnen dazu? Referent: Paul Keller. 252/ 5* ünchener Geld- Lose istusion. Hauptgewinne * 60 000 M., 30 000M., 10 000 M. bar Geld ohne Abzug. Ziehung am 21. u. 22. März d. J. Lose a 3 M., Porto u. Liste 30 Pf.. empLotterie- 3ötzow fiehlt Wallstraße 1, am Spittelmarkt. Ber Stoff hat, fert. HerrenAnzug 20 M., ohne Konkurr. 2 Anpr., befte Zutat. Für guten Siz gold. Medaille.. Ludw. Engel, Prenzlauer Str. 23, II. Alexanderpl. Gegr. 1892. 2. Kollegen und Kolleginnen, erscheint alle in dieser Bersammlung, handelt es sich doch um Euer Wohl und Wehe. Beweist endlich, daß Ihr nicht länger gewillt feib, Guch nechten und ausbeuten zu lassen. Werset ab die Sklaventetten. Die Mitglieder des Handels- Transportarbeiterverbandes und Parteigenossen, welche in obigen Betrieben beschäftigt find, bitten wir, unsere Stolle. ginnen auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Eue. Bureau: Neue Stönigstraße 7. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. 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Unseren Mitgliedern zurNachricht, daß der Kollege 68/16 Richard Faust verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. März, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des St. Petri- Kirchhofes, Friedenstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung I. Sozialdemokrat. Wahlverein Ober- Schöneweide. Am Sonnabend verstarb plök-. lich unser Genosse, der Tischler Albert Grüttner. Ehre seinem And enken! Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes aus statt. Die Genossen, welche ihm das legte Geleit geben wollen, bersammeln sich um 3 1hr im Restaurant Kaufholt. Rege Beteiligung erbittet 22/76 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Ober- Schöneweide. Am Sonnabend, den 16. März, verstarb unser Stollege, der Tischler Albert Grüttner. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! 22/66 Die Beerdigung findet von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofes aus am Mittwochnachmittag 4 Uhr statt. Die Kollegen, welche sich daran beteiligen, versammeln sich um 3 Uhr im Restaurant Kaufholt. Rege Beteiligung erwartet Die Lokalverwaltung. Todes- Anzeige. Nach kurzer Krankheit( Wochenbett) verstarb plößlich am Freitag, den 15. ds. Mts. meine liebe Frau und gute Mutter[ 22065 Pauline Kohlschmidt geb. Lehmann im 30. Lebensjahre. Berlin N., Sparrstraße 15. Im Namen der Hinterbliebenen: Paul Kohlschmidt und Tochter. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobikirchhofes in Rigdorf aus statt. Wohnungs- Einrichtungen jeder Preislage in allen Stylarten, zu kulanten Bedingungen Besichtigung empfehlenswert, Anerkannt billigste Bezugsquelle für gute, gediegene Möbel Besichtigung empfehlenswert, Ueberzeugen Sie sich, bevor Sie anderweitig kaufen, von unserer Leistungsfähigkeit. Strengste Reellität. ohne Kaufzwang Gekaufte Möbel können beliebige Zeit lagern! ohne Kaufzwang Referenzen aus allen Gesellschaftskreisen! Verband der freien Gastu. Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Frau des Kollegen Paul Kohlschmidt Sparrstr. 15 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. März, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Sozialdemokratischer Wahlverein Orts- Krankenkasse der Schuhmacher. für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis- General- Versammlung Dienstag, den 19. März, abends 8 Uhr: General- Versammlung im„ Hofjäger- Palast", Hafenheide 52/53. Zages Drdnung: Dienstag, 19. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Eugel- Ufer 15: General- Versammlung. Zages Drbnung: der Vertreter am Mittwoch, den 20. d. M., abends 8, Uhr, im Lokal Weberstraße 17: Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1906. 2. Stellungnahme zu dem Antrag auf Anschluß an die be 1. Bericht des Vorstandes und Diskussion. 2. Bericht der Kommissionen und Diskussion. ftehende Tarifgemeinschaft. 3. BerFortsetzung der Versammlung vom 5. März. 8. Wahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Wahl der Delegierten zur Verbands schiedene Staffenangelegenheiten. 1. Bericht der Kommiffionen und Disfuffion. 2. Neuwahl des Ge- Generalversammlung. 5. Anträge. famtvorstandes und der Kommissionsmitglieder. 3. Anträge. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet 238/17 Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 241/ 2* Sozialdemokr. Verein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. im 5.Berliner Wahlkreise. Dienstag, 19. März, abends 8 Uhr: General- Versammlung im ,, Alten Schützenhause", Linienstraße 5. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes, Kaffenbericht und Bericht der Kommissionen. Dienstag, den 19. März, abends 8%. Uhr, in Kellers Festsälen( Inhaber Freyer), Roppenstraße 29: " General- Versammlung. Tages Drdnung: 243/ 5* 1. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 2. Beratung und Beschlußfassung eventueller Anträge. 3. Bericht der Kommissionsmitglieder und Neuwahl derfelben. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Achtung, Der Vorstand. 4. Kreis! 2. Bahl der Delegierten zur Generalversammlung und zum Bentral- Mittwoch, den 20. März, abends 8%, Uhr, in den Markgrafensälen, Markgrafendamm: corstande Groß- Berlins. 3. Wahl des gesamten Kreisvorstandes und der Rebiforen. 4. Anträge des Vorstandes und der Mitglieder. 5. Partei und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erfcheinen aller Mitglieder wird erwartet. Ctwaige Anträge find fofort an den Unterzeichneten zu richten. 245/ 12* Der Vorstand. Leo Zucht, Seibelstr. 42. Genossen u. Genofsinnen des Gesundbrunnens! Mittwoch, den 20. März, abends 8, Uhr, in Schmidts Festfälen, Prinzen Allee Nr. 33: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die letten Reichstagswahlen und die Waffen bes Pro letariats." Referent: Genosse A. Störmer. 2. Diskussion. 106/10 Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Einberufer. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: of I. Amt 3, 1239. Hof III. Amt 3, 1987. Charitéstraße 3. Mittwoch, 20. März, abbs. 129 Uhr, in Wilbrodts Festfälen, Müllerstr. 7: Allgem. Versammlung der in den Eiſengießereien beschäftigton Kernmacher und Kerumacherinnen. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Link über: Arbeiterrecht. 2. Distusfion. 3. Berufsangelegenheiten. Wir erwarten zahlreichen u. pünktlichen Besuch. Mittwoch, ben 20. März, abends 51%, Uhr, im Lokale ,, Haffelwerber": Bezirks- Versammlung für Oberschöneweide. Tages Drbnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Bezirksleitung. 8. Ber bandsangelegenheiten. Bahlreicher Befuch wird erwartet. Adtung! Batons! Mellareler von Tempelhof und Marlendor!! Mittwoch, den 20. März, abends 6 Uhr, in Tempelhof im Lokale " Wilhelmsgarten"( Juh. Motulis), Berlinerstr. 9: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Genossen Block über: ,, Welche Machtmittel besitzt das Proletariat im Klassenkampf?" 2. Distusfion. Bahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein 243/6 für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 19. März, abends 8%, Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24: Verfammlung. Zagesordnung: " 1. Vortrag des Genoffen Heinrich Ströbel über: Die Reichstagswahlen und die Taktik unserer Partei". 2. Distuffion. Männer und Frauen sind auch als Gäste willkommen. zahlreichem Besuch ladet ein Sozialdemokratifcher Wahlverein Der Vorstand. 248/ 5* Rixdorf. Dienstag, den 19. März 1907, abends 8½ Uhr: Bertreterkarte legitimiert. A. Bendig, Borsigender, Richthofenstraße 17. Die Vertreterkarten pro 1907/1908 fönnen im Rassenlofal oder auch am Eingang des Saales in Empfang genommen werden.[ 22205 Gine Mark wöchentliche Tellzahlung liefere elegante, fertige HerrenModen Ersatz für Mass. Mass- Anfertig. feinste Verarbeitung. Garantie tadellos.Sitz J. Kurzberg An der Jannewitzbrücke 1, 1. Direkt am Bahnhot. Spezial- Möbel- Halle Harry Goldschmidt 59 Moritzplatz 59 Ecke Stallschreiberstraße. Nicht zu vergleichen mit Abzahlungs- Geschäften, welche Garderobe usw. führen. Extra- Abteilung verliehen gewesener Möbel. Wöchentliche oder monatliche Teilzahlung gestattet! wei Mitglieder Versammlungen A. B. Koch in Thiels Festsälen, Bergite. 152. in Hoppes Festsälen, sermannftr. Kohlen- Groß- Handlung Thema: Der neue Reichstag. Referenten: Die Reichstagsabgeordneten Eichhorn und Brey( Hannover). Gäfte haben Zutritt. 232/8 Rege Betelligung erwartet Der Vorstand. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Mittwoch, den 20. März 1907, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenftr. 29: Mitglieder Veriammlung. Zages Ordnung: Oeffentl. Metallarbeiter- Versammlung Bericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern für Tempelhof und Mariendorf.: Zages Ordnung: 1. Was haben wir bom neugewählten Reichstag zu erwarten? Refer.: 177/14 Rollege A. Wuschick. 2. Berbandsangelegenhelfen und Berschiedenes. 115/9 Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. und unsere weiteren Maßnahmen. Mitgliedsbuch oder Streiffarte legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. Preise für nur la Marken ab Plat a bon 10 8tr. an:[ 41872* Prima la Halbsteine( belannte Marlen). pr. 8tr. 82 Bj. la Diamant( 110 bis 120 Std.) 9781. la Jlie u. Akw. 1,00 M. la Anthrazit Cabb. 2,20 M. Rots, Steinkohlen usw. zu den billigsten Tagespreisen. Anlieferung frei Reller je nach Quantum pr. 8tr. 10-15 Bf. mehr. Bei Original Waggons und größeren Abschlüsse: berlangen Sie meine Spezial- Offerte. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige[ 4102L* Herren- Garderoben Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Junungs- Kranenfe Vereinigung der Maler, Julius Fabian, der Tischler- Innung. Lackierer, Anstreicher etc. Dienstag, den 26. März, abends 7, Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Melchiorstraße 28. Engel- lifer 15: General- Verfammlung der Vertreter der Kaffenmitglieder und der Innungsmitglieder. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Abnahme der Jahresrechnung pro 1906 und Bericht der Revisoren. 3. Wahl eines Borstandsmitgliedes von seiten der Arbeitgeber. 4. Erhöhung der Kassenbeiträge. 5. Wahl der Angestellten. Es find zu wählen: der Rendant und dessen Stellvertreter, 4 Kassierer und 11 Hülfsarbeiter. 6. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. 288/5 Der Vorstand. Züchtiger erfahrener Geschäftsführer Filiale Berlin. Fernfpr. Amt 4. Nr. 4787 Donnerstag, den 21. März 1907, abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, Moritplay: Mitglieder- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Neuwahl eines Haustassierers. 8. Bereins. angelegenheiten. 124/15 Mitgliedsbuch legitimiert. Dr. Simmel Hühner Spezial- Arzt junge fleißigfte Leger, für eine größere Parteidruderei und Zeitungsunternehmen in Süddeutschland zu möglichst baldigem Antritt gesucht. Anstellungsbedingungen bes für Haut- und Harnleiden. Tauben, Guten, Buten, Brutam Die Ortsverwaltung. Leihhaus puten: Bruteler Hochedelster Raffen Charlottenburg, Friedrich Karlplatz 12. Berlin, Unflamerstr. 2 F. Wegner, Berlin, Mariannenstr.34. fachen u. Kleidungsstüden 2c. Schneidermeister, Große Frankfurterstraße 37, 11. Eingang Straußberger Platz. Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalo m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle Reste! Moquetts. PlüschSatteltaschen. 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Gemeindewahlbezirk umfaßt die Stadtbezirke 268 bis 272 und 274A u. B. Die Wahl erfolgt in drei Abstimmungsbezirken und zwar im Wahllokale: Wöhlerts Garten", Pflugftr. 9. " Es der Achtung! Fünfter Wahlkreis. Heute, Dienstagabend, höhung 8% Uhr, findet im Alten Schüßenhause", Linienstr. 5, 110 Proz. die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tages- um ordnung stehen Berichte, Wahlen aller Funktionäre. der Bilanzierung des Mitgliedsbuch legitimiert! Bei der Wichtigkeit der Gegenstände erwartet das Erscheinen aller Mitglieder Der Vorstand. Rigdorf. Heute abend 8% Uhr finden zwei Mitgliederversamm lungen des Wahlvereins in Thiels Festsälen, Bergstr. 152 und Hoppes Festfälen, Hermannstraße, statt. Die Reichstagsabgeord neten Eichhorn und Brey werden über das Thema" Der neue Reichstag" sprechen. Dienstag, 19. März 1907. Und sinken die alten Fechter Müde bom schweren Strauß, Es kommen neue Geschlechter Und kämpfen es ehrlich aus." Der Kranz, den die Sozialdemokratinnen Berlins niedergelegt hatten, zeigte die Widmung: „ Die Freiheit sprach: mich schickt ihr in den Tod, Und meine Loden sind des Volfes Rechte, So schlaf ich, doch dem menschlichen Geschlechte Bleibt meine Mutter, die euch schwer bedroht: die Not." sowie die des Wahlkreises Niederbarnim waren durch Kranzspenden Auch die Parteigenoffinnen des Wahlkreises Teltow Beesłow vertreten. An einem Kranze, den die Parteischule gesandt hatte, waren die Worte zu lesen: Der Sommer reift des Frühlings Saaten, Es folgt der Juni auf den März" ,, Morgenrot, du heilig Feuer Das uns stets den Tag gebracht, Brich, ein stolzer Lichterneuer, Durch die große Völkernacht. Des Gedankenmeeres Fluten Hehr entsteig ein Himmelsbrand, Wirf den Schein von deinen Gluten Weithin in das finstre Land." Der von der Redaktion des Vorwärts" gestiftete Kranz enthielt Wir legen frischen roten Ruhm Im Kranz auf euer Bette. Wo fänden wir ein Heiligtum Wie diese Schädelstätte." bon 235 Proz und dahin streben, ihre kommunalen Bedürfnisse größtenteils aus den laufenden Einnahmen zu decken, scheuen sich die genannten Berliner Vorstädte ebenso wie Berlin felbst, über einen Zuschlag von 100 Proz. hinauszugehen, obgleich sie so gezwungen sind, fast jedes Jahr neue, hoch berzinsliche Anleihen aufzunehmen, um nur die notwendigsten Ausgaben bestreiten zu können. Im Schoße der Städteverwaltungen sind schon die merkwürdigsten Vorschläge und Anträge zutage gefördert worden, mittels deren man eine Erhöhung des Kommunalzuschlages umgehen wollte, wenn für den 1. Teil- enthaltend die Stadtbezirke 268-270 nicht Besonnenere auf die Ungefeßlichkeit solcher Maßnahmen im Wahllokale:„ Schmidts Festsäle", Gartenstr. 6, großer Saal, hingewiesen hätten. Und was ist der Grund für diese Scheu für den 2. Teil- enthaltend die Stadtbezirke 271 und vor Erhebung einer höheren Gemeindeſteuer als 100 Proz.? 272 im Wahllokale: Germania- Brachtsäle", Chausseestr. 103a ist nicht etwa die Sorge, daß die Bevölkerung in ihrer weißer SaalGesamtheit eine höhere Steuer nicht erschwingen könnte, für den 3. Teil- enthaltend die Stadtbezirke 274A u. B- höheren Zuschlag erhebt, alle reichen Leute dann nach den lediglich die Furcht, daß wenn eine Stadt einen Die Fortsetzung: D Juni tomm und bring uns Taten, Nach Der zu wählende Stadtverordnete muß aus befiber sein. Nachbarorten ziehen würden, die nur 100 Broz. Gemeinde- frischen Taten lechzt das Herz" war der Polizeischere zum Opfer zuschlag erheben. Aber viele ganze und halbe Millionäre gefallen, die diesmal zahlreiche Verstümmelungen sowie vollständige Erster Wahlkreis. Heute Dienstag, den 19. März, abends heranziehen, wobei man die Steuern niedrig halten kann, das Konfistationen von Widmungsworten vorgenommen hatte. 8% Uhr, findet in Dräsels Feftsälen, Neue Friedrichstraße 35, die ist das Alpha und Omega der Kirchturmpolitiker der reichen Die Berliner Gewerkschaftskommission hatte namens der Getvert Generalversammlung des Wahlvereins statt. Die Genossen werden westlichen Vororte Berlins. As daher neulich in Charlotten schaften Berlins einen großen Kranz niederlegen lassen mit der ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. burg von unseren Genossen im Stadtparlament eine Er- Widmung: Gemeindesteuer bon 100 auf 105 oder der Staatseinkommensteuer beantragt wurde, dieser alle Jahre wiederkehrenden Schwierigkeit Etats ein Ende zu zu machen, erklärte sofort ein Vertreter der bürgerlichen Majorität, das fönnen wir nicht, so lange Schöneberg und Wilmersdorf nur 100 Proz. erheben. Dasselbe Schicksal erlitten andere zu dem gleichen Zwecke von unserer Seite gestellten Anträge, um neue Steuereinnahmen der Stadtkasse zuzuführen, wie z. B. der die Inschrift: Antrag auf Besteuerung des unverdienten Wertzuwachſes der Grundstücke. Als ein sozialdemokratischer Stadtverordneter in Wilmersdorf. Heute abend 8% Uhr findet im„ Luisenpart" Charlottenburg einen solchen Antrag neulich stellte, lehnte die die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Deutliche Agitation und Organisation in Verbindung mit unseren Majorität denselben glatt ab, ohne die Zweckmäßigkeit erften Stadtverordnetentvahlen. 2. Wahl der Delegierten gur Streis- einer solchen Steuer zu bestreiten, weil die Nachbar- In großer Zahl waren Kränze von Arbeitern und Arbeiterinnen generalversammlung und zur Generalversammlung von Großstädte fie nicht auch einführen, und infolgedessen verschiedener Fabriken und Werkstätten gefandt. Auch die aus Berlin. Da diese Versammlung für unser Parteileben am Orte durch diese Steuer Kapitalisten aus Charlottenburg verscheucht gesperrten Möbelpoſamentiere, die streifenden Tapezierer einer von großer Bedeutung ist, ist es Pflicht der Genoffen zu erscheinen. würden. Ja auch ein Berliner Stadtverordneter erklärte un- bie Märzlämpfer durch Kranzspenden geehrt. Ferner waren ArbeiterFirma und ausgesperrte Holzarbeiter mehrerer Werkstätten hatten Der Vorstand. längst, daß die Einführung einer Wertzuwachssteuer eine stadfahrer, Turnvereine und andere ähnliche Arbeitervereine durch Zehlendorf. Heute abend 8 Uhr Wahlvereinsversammlung weitere Zahl steuerkräftiger Einwohner in günstiger fituterte Kranzipenden vertreten. Bei B. Midley, Potsdamerstraße 25. Tagesordnung: Vortrag des Vororte treibe. Genossen Ulm Das Erfurter Programm". Diskussion, VerHier und da sah man schwarze Kranzschleifen, die von schiedenes. Der Vorstand. Aus dem umgekehrten Grunde werden Anträge von der anarchistischen Bereinigungen herrührten. Bahlreicher wie sonst Majorität abgelehnt, die den weniger Bemittelten und Un- machten sich dreifarbige Stranzschleifen: schwarz- rot- gelb, bemertbar. Treptow- Baumschulenweg Seuse, Dienstag, 19. März, 8% Uhr, findet in Speers Festsäle die Versammlung das würde statt einen Zuzug folventer eher einen solchen armer Soweit wir es feststellen konnten, hatten sich die bekanntesten ben bemittelten Erleichterungen und Hülfe schaffen sollen; denn In früheren Jahren waren es einzelne freisinnige Vereine, welche die Märzkämpfer unter dem Symbol: Schwarz- rot- gelb ehrten. des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag; 2. Diskussion; Beute zur Folge haben, die man lieber fern halten will. Als daher politischen Organisationen der Freifinnigen diesmal nicht an der 3. Stellungnahme zur Kreisgeneralversammlung. Pflicht eines jeden Genossen ist es daher, heute abend zu erscheinen. Gäste, vorige Woche Genosse Magnan im Schöneberger Stadtparlament wärzehrung beteiligt. Vielleicht, um die Flitterwochen der auch Frauen willkommen! Der Vorstand. die Gewährung freier Lehr- und Lernmittel an die Schüler tonservativ- liberalen Baarung nicht zu stören. Die schwarz- rot- gelb Marienfelde. Am heutigen Dienstag findet bei Berger, Dorf der Gemeindeschulen beantragte, erklärte es der Bürgermeister befchleiften Kränze, die, wie gesagt, zahlreicher als sonst zu sehen straße, die Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahl- Blankenstein für sehr bedenklich, wenn Schöneberg als einzige waren, rührten von Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinen und Mitgliedern vereins für Marienfelde und Umgegend statt. Gäste, auch Frauen, Gemeinde von Groß- Berlin einem derartigen Antrage feine solcher Vereine aus einzelnen Fabriken her. Welches mag die Urhaben Zutritt. Der Vorstand. Zustimmung gibt. Denn es wäre dadurch ein großer Anreiz Bedürfnis fühlten, sich an der Ehrung der Märzgefallenen zu be fache sein, daß gerade die Gewerkvereinler heuer ein so großes Tempelhof. Heute, Dienstag, den 19. März, abends 8% Uhr, geschaffen für den Anzug der ärmeren Bevölkerung nach teiligen? Ist der politische Freiheitsdrang in ihnen plöglich erwacht? findet bei Müller bie Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung: Schöneberg. Nur wenn die anderen Gemeinden von Groß wollen fie vielleicht gegen die tonservativ- liberale Baarung demon Bortrag des Genoffen Rebatteur Davidsohn: Was steht uns bevor? Berlin in derselben Weise vorgingen, sei es möglich, ftrieren? Das würde mit dem Verhalten, welches die Gewerk -Diskussion;-Aufnahme neuer Mitglieder; Wahl der Dele dem sozialdemokratischen Antrage zuzustimmen. Dasselbe bereinler in legter geit auf gewerkschaftlichem Gebiete betätigten, gierten zur Kreisneralveksammlung; Verschiedenes. Die Schicksal hat daher aus dem gleichen Grunde ein An- nicht in Einklang stehen. Da mehrfach aus ein und demselben Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. trag, in dem von den sozialdemokratischen Stadtverordneten Betriebe Kränze sowohl von Gewerkvereinlern wie auch folche mit Gäste willkommen. Der Vorstand. Köpenick Heute, Dienstag, findet im Lokale des Genoffen selbst beantragt wurde. Auch hier lehnte man diese ab, früher gemeinsam vollzogenen Märzehrung eine Scheidung zwischen Charlottenburgs die Errichtung eines Obdachlosenasyls da- roten Schleifen vorhanden sind, so liegt wohl der Schluß nahe, daß das unsolidarische Verhalten der Gewerkvereine auch hinsichtlich der Seidel die Versammlung des Wahlvereins statt. Da auf der Tages- weil dann alle obdachlosen Vagabunden" von Groß- Berlin Noten" und schwarz- rot- Gelben" zur Folge gehabt hat. ordnung ein Vortrag des Genossen Mag Grunwald über die letzten Reichstagswahlen steht, des weiteren die Wahl der Delegierten zur sich nach Charlottenburg ziehen würden. Man sei nur dafür, Wie schon gesagt, sind viele Kranzinschriften der Schere des nächsten Verbandsgeneralbersammlung erfolgen soll, wird erwartet, daß ein gemeinsames Asyl für die Obdachlosen aller Berliner zensierenden Polizeileutnants zum Opfer gefallen. Nur in einzelnen daß jedes Mitglied zur Stelle ist. Der Vorstand. Vororte errichtet werde und es wurde beantragt, sich zu diesem Fällen lassen die nach der Scherenarbeit übrig gebliebenen Reste der Grünau. Heute, Dienstag, den 19. März, findet bei Franz, Zweck mit den anderen Vororten von Berlin ins Vernehmen Widmung erkennen, welch großer Gefahr die staatliche Ruhe und „ Grüne Ede", Stöpeniderstraße, die Mitgliederversammlung des au setzen. Daß auf diese Weise noch manches Jahr vergehen Sicherheit, bank der polizeilichen Fürsorge und ihrer scharfen Wahlvereins ftatt. Tagesordnung: Referat des Genossen Schröder wird, ehe ein solches gemeinsame Asyl zustande kommt, ver- Schere, entgangen ist. So hat es der Zenfor zwar nicht bedenklich über„ Die lekte Reichstagswahl". Diskussion und Vereinsangelegen. hehlte man sich nicht; aber so lange können ja die Dödach- gefunden, daß auf einer Schleife die Worte aus Schillers Tell" heiten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird erwartet, daß lofen weiter ins Polizeigewahrsam gebracht werden. fein Genosse die Versammlung versäumt. Gäste willkommen. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Hauskassieren jett in Fortfall tommt und die Beiträge in den regelmäßigen Monatsbersammlungen entgegengenommen werden. So ist die Furcht der Vertreter der bürgerlichen Parteien, daß reiche Leute aus ihrem Orte wegziehen und unbemittelte Der Vorstand. in größerer Zahl zuziehen könnten, ein großes Hindernis für eine gesunde Kommunalverwaltung und für die Schöpfung gemeinnütziger Einrichtungen. Nur in dem Bau von Prachtstraßen und Prunkgebäuden möchte man sich den Rang ablaufen, aber für die nötigsten Einrichtungen für die Bedürfnisse der Aermisten hat man kein Geld. Johannisthal. Mittwoch, den 20. März, findet bei Wendt, Friedrichstraße 1, cine außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Die Wahl des Gemeindevorſtehers; 2. Neuwahl des Kassierers; 3. Verschiedenes und Vereinsangelegenheiten. Die Mitgliebebücher sind mitzubringen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Rönigs- Wusterhausen. Den Genossen zur Stenntnis, daß die Wahlvereinsversammlung morgen, Mittwoch, den 20. März, punkt 8 1hr abends im Webhornfchen Lofale stattfindet. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Heinig:" Was lehren uns die letzten Reichstagswahlen?" 2. Wahl der Delegierten zur Streis- Generalversamm Tung; 3. Maifeier; 4. Parteiangelegenheiten. Berliner Nachrichten. prangen: das ,, Eine Grenze hat Tyrannenmacht. Wenn der Gedrückte nirgends Recht fann finden, wenn unerträglich wird die Laft, greift er getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ew'gen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst. Der alte Urstand der Natur tehrt wieder, wo Mensch dem Menschen gegenübersteht. Als letztes Mittel..." Hier hört nach polizeilichem Ermessen die Gemütlichkeit auf und Ünheil bräut in den mit scharfem Schnitt entfernten Worten: . Wenn kein anderes mehr berfangen will, ist ihm das Schwert gegeben." Eine Schleife ist tonfisziert worden, auf der nichts stand als " Den Opfern der Soldatesla von 1848." So zeigt sich auch auf dem kommunalen Gebiete, daß die auf Grund eines elenden Dreiklassenwahlsystems gewählte Stommunalvertretung sich von den kleinlichsten, engherzigsten Gesichts- die Worte: puntten leiten läßt. Nur die Sozialdemokraten sind es, die in den Stadtparlamenten großzügige Kommunalpolitik betreiben und jede Kirchturmspolitik entschieden bekämpfen. Gewiß tönnen auf beanstandeten Inschriften lauteten, denn fie find In den meisten Fällen ist nicht mehr zu erkennen, wie die vom ersten diesem Gebiete auch Gemeindezivedverbände, aber nicht nur bis zum legten Worte abgeschnitten und statt der goldenen Buchsolche der reichen Gemeinden, eine Besserung schaffen, aber staben flattert ein furzer gegen roten Bandes im Winde, bem Beeine gründliche Besserung fann nur bringen eine Henderung Bolizei. Wo man fürchtet, daß einige Worte die Grundfeften des fucher Zeugnis gebend von der wirklich unergründlichen Fürsorge der des Wahlrechts zur Gemeinde dahingehend, daß auch für diese Staates erschüttern können, da gibt es keine bessere Kennzeichnung Vertretung das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahl- der Zustände als das Wort von Madah, welches das Gewerkschaftsrecht eingeführt wird. tartell auf feine Kranzschleife feyte: Ehrung der Märzgefallenen. gestern wieder der stille Ruheplatz der Freiheitshelden im FriedrichsWie alljährlich am Gedenktage der Märzlämpfe, so war auch Sagt nicht, daß wir frei sind. Als Frebel noch Gilt jedes Wort den blinden, feigen Scharen, Das fihn zu sprengen fucht das Eisenjoch, Das auf uns liegt seit so viel trüben Jahren. Die städtische Fortbildungsschule für Schwachveranlagte verDie Konkurrenz unter den westlichen Vororten Berlins. Die westlichen Vorstädte von Berlin: Charlottenburg, Schöneberg und die junge Stadt Wilmersdorf haben infolge ihres rapiden, sprunghaften Anwachsens ein ebenso schnell anwachsendes Bedürfnis nach neuen Gemeindeeinrichtungen. Sie follen sich im Laufe weniger Jahre viele Einrichtungen aus bain das Ziel, dem viele Taufende von Proletariern und Proletarierinnen dem Boden stampfen, wie zahlreiche Gemeindeschulen, höhere ustrebten. In gewohnter Weise ehrte das Boll seine Toten. Der anstaltet am Mittwoch, den 20. März, nachmittags von 5 bis Schulen, Fortbildungsschulen, Krankenhäuser, Siechenhäuser, Massenbesuch galt den gefallenen Helden, die Blut und Leben gelassen 7 Uhr, im Schulhaus Brunnenstraße 186( 2. Sof), eine Aus= Baisenhäuser usw., zu deren Errichtung andere, langsam haben für die Erfämpfung von Freiheit und Recht, ein Ziel, das in stellung der von den Schülern und Schülerinnen hergestellten wachsende Städte viele Jahrzehnte Beit gehabt haben. Breußen Deutschland bis heute noch nicht erreicht ist. Dem laffen. Sobelbant, Bapp, Stride und Näharbeiten. Alle Freunde der Bur Bestreitung dieser gehäuften Ausgaben reichen bewußten Proletariat bleibt die Aufgabe, zu vollenden, was die Sache werden herzlich um ihren Besuch gebeten. laufenden Einkünfte nicht aus, und eine Gr Märztämpfer begannen. Getragen von diesem Bewußtsein sind es höhung derselben oder eine Schaffung neuer Steuerquellen plag der Freiheitstämpfer aufsuchen, um das Andenken der auf den denn auch ausschließlich Angehörige der Arbeiterklasse, die den Ruhewollen die Vertreter der bürgerlichen Majoritäten in den Barrikaden Gefallenen zu ehren und sich in der Erinnerung an die Stadtparlamenten nicht, obgleich der Bevölkerungszuwachs Helden des 18. März mit größerer Lebhaftigkeit als sonst bewußt zu zum ganz erheblichen Teile aus Wohlhabenden besteht. Die werden, welche hohe Kulturaufgabe das klassenbewußte Proletariat Städte sind daher gezwungen, zu immer neuen Anleihen zu zu erfüllen hat. greifen, deren schnell wachsende Berzinsung und Amortisation natürlich noch mehr zur Belastung der Kommunen beiträgt. Aber während andere Städte im Falle stärkeren Bedürfnisses zu einer verhältnismäßigen Erhöhung des kommunalen zu fchlages zur staatlichen Einkommensteuer greifen thre Auf einem Proletarierfefte. Nach einem Lokale in der Burgstraße strebten am Sonnabend abend Tausende von Proletariern und Proletarierinnen. Von der äußersten Peripherie der Stadt, aus den Mietskafernen des Weddings, des Gesundbrunnens, der Schönhauser Vorstadt und Moabits Mit dem anbrechenden Morgen tamen die ersten Besucher des war sie hierher gekommen, um nach beendetem, schwerem WahlFriedhofes, darunter zahlreiche Deputationen, welche im Auftrage fampfe auch einmal gefelig untereinander zu sein; galt es doch, von Organisationen und Arbeitergruppen Stränze niederlegten. Nach das 19jährige Bestehen einer Organisation zu feiern, die sich eben wenigen Stunden waren Sträucher und Büsche mit prächtigen als eine vorzügliche Waffe in dem verflossenen heißen Ringen be= Stränzen bedeckt, und weithin leuchtete durch die kahlen Zweige währt hatte. Bis nach dem ersten Wahlkreis, dem einzigen in furt a. D. hat einen solchen Zuschlag von 177 Bros., Spandau der Bäume das frische Not der Schleifen und der goldige Glans Berlin, über den noch nicht das role Banner weht, hatte sich die einen solchen von 190 Proz., Effen, Mühlheim a. Ruhr, Dortmund und Barmen einen solchen von 200 Proz., Elber. Vorstand des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine von ihres Wahlvereins zu feiern. Diese Verwegenen! Die organisierten Parteigenoffen Berlins, vertreten durch den rote Rotte" aus dem Sechsten gewagt, um hier das Stiftungsfest feld von 215 Broz., Oberhausen von 220 Broz, Flensburg Groß- Berlin, widmeten den Märzlämpfern einen schönen Kranz, dessen von 225 Proz., Remscheid von 230 Proz. und Hagen fogar Schleife die Inschrift trug: Gerade den Feenpalast mußten die„ baterlandslosen Gesellen" wählen und gerade dort ihre roten Vanner aufhängen, wo sich die Extreme so sehr berffrent. Dort, we gewiffermaßen vis-- bis, mur Außerdem wird bas effenbauerfum 800 Dnabratmeter hater- Tentnommen. Es zeigt fim, baß in den im allgemeinen bou burch die Spree getrennt- in der Stichwahlnacht vom Fenster des land für biefen 8wed dem Verein pachtweise zur Verfügung einer wohlhabenderen Bevölkerung bewohnten westlichen Gemeinden Schlosses aus eine triumphierende' Stebe über die Niedergerittenen stellen. Die Kosten für den Erweiterungsbau sind auf 90 000 Mart die Säuglingssterblichkeit weit geringer ist als in den eine starke berechnet. gehalten worden war. Auf den Gefichtern der Teilnehmer des Arbeiterbevölkerung aufweisenden nördlichen Gemeinden. Das ist Festes war aber von einer deprimierenden Wirkung dieser Wahl- Ein Baunnglüd hat sich gestern mittag furz nach 1 hr in an und für sich nichts Auffallendes, diese Tatsache ist den Sozial rede nichts zu bemerken, spurlos schien sie an den hier versammelten der Friedrichstr. 5 sugetragen. Dort wird von der Firma Held politikern, den Merzten und Hygienikern bekannt. Ueberraschend aber Niedergerittenen vorübergegangen zu sein. Nicht Bergagtheit u. Frante ein Bau aufgeführt. Im die oben angegebene Beit ist der gewaltige Unterschieb, dem wir begegnen. So beträgt z. B. øder Niedergeschlagenheit, sondern Kampfesmut und Siegeszuber beach im zweiten Stockwert die Rüstung durch und zwei auf der in den Sommermonaten die Säuglingssterblichkeit im Westen 23,94, ficht sprach aus den Gefichtern der Anwesenden und laute Buftim- felben arbettende Bildhauer stürzten ab, zunächst auf das Schuh in den Sommermonaten die Säuglingssterblichkeit im Westen 23,94, ficht sprach aus den Gefichtern der Anwesenden und laute Buftim- bach und dann auf einen innerhalb des Bauzaunes stehenden Sand- im Nordoften dagegen 66,17 Prozent, daß heißt bon je mung fand Genosse Ledebour, als er in martigen Worten die gegen- wagen fallend. Die beiden wurden nach der Unfallstation ge- 100 Lebendgeborenen starben in den Sommerwärtige Situation tennzeichnete und aufforderte, mun erst recht mit bracht, von wo aus fie nach Hause geben konnten. Ihre Vermonaten in Charlottenburg 23,94 Kinder bor aller Energie den Kampf gegen die heutige Gesellschaftsordnung legungen find glüdlicherweise teine schweren, wenn fich nicht noch Bollendung des ersten Lebensjahres, in Weißen fortzuführen und zu diesem Zwecke die Organisation zu erweitern nachträglich herausstellen sollte, daß fie fich innerlich Schaden getan fee jebo 66,17, also fast dreimal fo und unsere Grundfäße zu vertiefen. Einen wahren Sturm der Be- haben. In den übrigen Monaten ist der Unterschied weit geringer, doch geisterung hatten Ledebours Worte entfesselt und seine Aufforde= Wie wir erfahren, foll die Rüftung nicht vorschriftsmäßig gezeigt der Jahresdurchschnitt, wonach im Westen 15,69, im Nordosten rung, zum Zeichen des Gelöbnisses, für unsere Sache mit unverwesen sein. Als Ausleger find flache Bretter benutzt worden, 31,42 auf je 100 Kinder starben, immer noch eine für das Proletaria tein Riegel war vorhanden. Das Unglüd hätte schlimmer ausminderter Hingebung weiter zu wirken, mit ihm in unseren alten fallen fönnen, wären bie Arbeiter an der Stelle abgestürzt, an recht bedenkliche Differenz. Rampfesruf: Hoch die internationale bölterbefreiende Sozialdemo- ber das Schutzbach noch fehlt. Nachdem das Rind in den Brunnen Jm einzelnen ergibt sich folgendes Bild: Im Jahre 1905 ftarbes tratie" einzustimmen, fand ein tausendstimmiges Echo. gefallen war, tam die Bolizei und bedte ihn zu, wollten sagen, be- bon je 100 Kindern vor Vollendung des ersten Lebensjahres in Das Programm selbst war ein äußerst abwechslungsreiches. fümmerte sich um die unvorschriftsmäßige Rüftung. Berlin 20,60, im Westen( Charlottenburg) 15,09, im Südwesten Konzert wechselte ab mit einer Reihe von Spezialitäten und auch. der Humor kam durch die Aufführung eines einattigen Schwantes: Humboldthain berübt worden. Der Arbeiter Robert Sch., Neue Süden( Tempelhof, Rigdorf) 21,98, im Südosten( Treptow, Stralau, Ein blutiger Ueberfall ist in der vergangenen Nacht im( Wilmersdorf, Schöneberg, Friedenau, Steglitz, Lichterfelde) 14,49, im Com Witwen- Ball" vollkommen zu seinem Recht. Den Höhepunkt Hochstr. 28 wohnhaft, war mit seiner Braut auf dem Heimwege Rummelsburg) 26,09, im Osten( Lichtenberg, Friedrichsfelde) 25,20, des Abends bildeten außer der schon erwähnten Feftrede Bebe- begriffen und, um abzukürzen, schritten die beiden durch den im Nordosten( Hohen- Schönhausen, Weißenfee) 31,42, im Norden bours die Gesangsvorträge. Man tann Uthmanns feftgefang" Sumboldthain. Bloklich wurden sie bon ztvei unbekannten( Pantow- Nieder- Schönhausen) 19,74, im Nordwesten( Reinickendorf, oder„ Dem Lenz entgegen oder auch die Arbeiter- Marseillaise noch Männeru angerempelt und als fich Sch. dies verbat, fielen die Plögensee, Tegel) 18,83. so oft hören; von einem gut geschulten Sängerchor vorgetragen, Burschen über ihn her und stachen mit dem Meffer auf ihn ein. Man wende nicht ein, daß der Nordosten, Often, Südoften und verfehlen die Freiheitslieder ihre enthusiasmierende Wirkung nie. Auf die Hülferufe der Brant eilten der Zeichner Walter Elshola Süden ja auch eine größere Geburtenzahl hat und daß infolgedeſſen und deffen Bruder hinzu. Sie wollten die Täter von ihrem Opfer Mer im Freiheitstampf steht, seine ganze Berson für diesen Kampf wegreißen, wurden aber gleichfalls burch Meſſerſtiche verletzt. Die Sterblichkeitsziffer größer sein muß. An und für fich ift bas einfekt, wird von der machtvollen Wirkung diefer Gefänge stets er alter E. hatte einen tiefen Stich bis auf den Knochen in ben richtig, aber der Einwand ist um beswillen hinfällig, well die griffen werden. Die Leistungen der Sänger fanden auch bei den Stopf erhalten. Die Berlekten mußten ärztliche Hülfe in Anspruch Sterblichkeitsziffer ja nicht absolut, sondern relativ von uns an Genoffen volle Anerkennung, an Beifall ließen sie es nicht fehlen. nehmen. Die Messerstecher wurden noch in der Nacht in einem gegeben ist. Die gewaltigen Unterschiede lehren uns, daß die KinderSollen wir noch sagen, wie das Feft zu Ende ging? Wir wiffens Hause in der Wiesenstraße verhaftet. Sterblichkeit des Proletariats nicht auf unabwendbaren natürlichen nicht! Als wir um 12 Uhr gingen, trat der Tanz in seine Rechte, Durch Kurzschluß geriet gestern in ber fiebenten Abendstunde Gefeßen beruht, sondern daß sehr wohl erfolgreich dagegen an auf den die junge Generation schon lange gewartet hatte. ein Wagen der Siemensschen Straßenbahn in der Martgrafenstraße gekämpft werden kann. Wenn die Gemeinden fich endlich dazu auf in Brand; er wurde bald gelöscht. Die Fahrgäste tamen mit dem raffen würden, dieser Frage erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, Schreden davon. wenn fie überall Säuglingsfürsorgeftellen, Wöchnerinnenheime Nabrennen zu Treptow. Sonntag, den 17. März. und dergleichen errichten und Stillprämien gewähren würden, wäre schon viel getan. Aber leider sträuben fich Bei ihren ersten diesjährigen Rennen hatte die Treptower Bahn so bon kapitalistischen Interessen beherrschten sozialpolitisch einen sehr guten Besuch aufzuweisen. Die Hauptnummer des die Gemeindevertretungen gegen diese bon Tages, ein Dauerrennen mit Motorführung über rückständigen eine Stunde mit Preifen von 600, 400, 300 und 250 m. wurde Sozialdemokratie feit langen Jahren erhobenen Forderungen, von den bekannten Treptower Fahrern 5. Przyrembel, A. Stell- um dann hinterher der Sozialdemokratie vorzuwerfen, daß fie feine brint, A. Schulze( Zehlendorf) und E. Rosenlöcher( Dresden) beftritten. Es gestaltete sich durch den beständigen Kampf zwischen praktische Arbeit leiste. Natürlich wäre damit die übergroße Säug Przyrembel und Stellbrink zu einem fesselnden Schauspiel, dessen lingssterblichkeit noch nicht so verringert, wie es erwünscht wäre und Berlauf die Zuschauer mit Spannung verfolgten. Przyrembel wie es in der Macht der Menschen steht. Um dies Biel zu erreichen, hatte zuerst die Spize; beim 14. Kilometer rückte ihm Stellbrink muß nicht nur von den Gemeinden eine soziale Kommunalpolitik bedenklich nahe und übernahm nun seinerseits das Kommando, betrieben, sondern es muß vor allem im Reich die Sozialpolitik das ihm jedoch von seinem Gegner beim 24. Kilometer wieder ent- endlich so ausgebaut werden, wie es die Arbeiterklasse, wie es die rissen wurde; aber Stellbrink, der nahezu eine Runde eingebüßt Gesamtheit ein Recht hat zu verlangen. hatte, holte von neuem auf und behauptete vom 40. Kilometer ab wieder die Führung, einen abermaligen Angriff seines Gegners erfolgreich zurüdweisend. Schulze und Rosenlöcher konnten den Berlinern nicht folgen; fie blieben nach und nach um 9 Runden zurüd. Beim 50. Kilometer wurde das Rennen des einsehenden Regens wegen abgebrochen. Sieger war Stellbrint in 43 Min. 2% Set., zweiter Przyrembel, 120 Meter; dritter Stofenlöcher, 2820 Meter, bierter Schulze, 2920 Meter zurüd. Von dem Saison- Eröffnungspreis über 1200 Meter ( Barpreise 40, 25, 15 M.) wurden mr die Vorläufe ausgefahren; bie ersten berselben( Stabe, Mudela, Techmer, Wegener, M. Hansen) und die zweiten( Bawke, Nuß, Haberer, Commans, Teglaff) beftreiten am nächsten Sonntag die Zwischenläufe und deren Sieger den Entscheidungslauf. Die Assistenzärzte an den Rädtischen Krankenhäusern haben vor einiger Beit an den Magistrat eine Reihe Forderungen um Ver befferung ihrer Stellung gestellt Da es in unserer Verwaltung immer geraume Zeit dauert, che quf an den Magistrat gerichtete Gesuche ein Bescheid erfolgt, so wurden die Assistenzärzte ungeduldig und waren unter sich einig, den Forderungen insofern mehr Nad brud zu verschaffen, indem fie ihre Stellungen fündigen wollten Soweit fonnte es der Magistrat doch nicht kommen lassen, denn ein Streit der Affiftenzärzte an den städtischen Strantenhäusern wäre doch etwas gewesen, das die Stadt Berlin in eine bedentliche Lage gebracht hätte. So hat denn der Magistrat dem Ersuchen der Aerzte in wesentlichen entsprochen und der Stadtverordnetenbersammlung eine diesbezügliche Vorlage unterbreitet. Bisher erhielten die Assistenzärzte an den städtischen Krankenhäusern 1020 m., fteigend nach 1% Jahren auf 1200 M, daneben wird freie Beföftigung, Wohnung nebft Heizung und Beleuchtung, freie Bedienung, Dienstleidung( Aerzteröde und Schürzen) nebst freier Reinigung der felben und freie ärztliche Behandlung und Arznei gewährt. Nach ber Magistratsvorlage follen in Butunft die Affistenzärate mit 1200 M. anfangen, der Urlaub wird von 3 auf 4 Wochen bemessen, auch einige andere Wünsche der Betenten werden erfüllt. Die am Kaiser und Maiferin Friedrichfrankenhause vorhandenen drei Assistenzarztbellen mit 500 m. werden in Zukunft mit 750 M. botiert. Ob die Affistenzärzte fich mit dieser Abschlagszahlung zu frieden geben werden, wiffen wir nicht, erreicht haben sie aber auch das nur durch ihre Organisation. Eine Berzweiflungstat. Ein furchtbares Drama, das drei Menschenleben gefordert, hat fich in der vergangenen Nacht im Süden der Stadt abgespielt. In der Camphausenstraße 4 tötete die Ehefrau Elise des Biseleurs Bergmeher erst ihre belden vier und fünf Jahre alten Söhne Walter und Frit und dann sich selbst. Die Unglüdliche bergiftete ihre beiden Kinder, während fie fich durch Erhängen das Leben nahm. Das Motiv zu der traurigen Tat dürfte auf geschäftliche Schwierigkeiten zurüdzuführen sein. Orgeltonzert. Mittwoch, ben 20. März, abends 7% Uhr, veranstaltet der Königliche Musikdirektor Bernh. Irrgang in der St. Marienkirche ein Bactongert unter Mittvirting von Fraulein Else Dantewitz( Sopran), Fräulein Frieda BedersHaus( lt), Herrn Alfred von Foffard( Tenor), Herrn Robert Maitland( Baß) und Herrn Heinrich Scholz und B. Jrogang ( Orgel). Es kommt u. a. die Kantate„ O Ewigkeit, du Donnerwort zur Aufführung. Der Eintritt ist frei! Rixdorf. ber der Stadtverordnetenversammlung.( Forthegung.) Jm Kapitel Schul verwaltung" hatte der Magistrat für Erteilung fatholischen Religions unterrichts durch die Pfarrer 550 M. eingesetzt, welche der Etats ausschuß aber strich. Stadtrat Dr. Weinreich beantragt die Wieder einsetzung und fügt hinzu, daß die von einigen Stadtverordneten geäußerte Vermutung, die Pfarrer erteilten den Religionsunterricht auch in polnischer Sprache und unterstützten dadurch die nationalpolnischen Bestrebungen, durchaus der Unterlagen entbehre. Der nengewählteStadtv. Serno, ein Katholit, benutzt diefe Gelegenheit, um eine wüste Nede gegen die Sozialdemokratie loszulassen. Die frausen Ausführungen desselben gipfeln darin, daß die letztere mit ihrer Propaganda der freien Liebe schuld sei, wenn Moral und Religion heute so erschreckend abnehmen. Stadtv. Groger( Goz.) legt in flarer, Inapper Weise dar, daß die Sozialdemokratie prinzipiell die Trennung von Kirche so führt er weiter aus und Schule verlange. Wenn aber Vorredner andere für den angeblichen Mangel an Moral berantwortlich machen wolle, so flinge das sonderbar gegenüber der Tatsache, daß gerade Bertreter der Katholischen Religion häufig genug mit der Moral in Sonflitt geraten. Stadtverordneter die Streichung Bely will dem Volke die Religion erhalten, der Summe für den fatholischen Unterricht foll aber aufrechtdes Postens; wir können die Sache nicht zur Machtfrage gestalten. erhalten bleiben. Stadtv. Dr. Maaß: Ich bin für Bewilligung Stadtv. Wuky( Soz.) fertigt unter stürmischer Heiterkeit der Linken und der überfüllten Tribüne den Stadtv. Serno ab. Ein Vertreter der bürgerlichen Gesellschaft so führte er aus. sollte nicht von der freien Liebe sprechen angesichts der in dieser herrschenden Broftis tution. Wenn man über die Inanspruchnahme der letteren burch die verschiedenen Gesellschaftsklassen eine Statiftit aufnahme, Sie ( zur Rechten) würden bald schweigsam werden. Uebrigens bedarf es dem Erzieher die notwendigen ethischen Qualitäten mangeln. zu einer guten Erziehung keineswegs der Religion, es müßten denn 27 gegen 21 Simmen wird die Position wieder in den Etat einDie Familie Bergmeyer hatte bisher ihren Wohnsitz in Stettin. Dort hatte sich B. etabliert. Er eröffnete ein Silbergeschäft und Der Befucher bes Berliner Aquarium gewahrt bei Betrachtung hatte auch anfangs petuniäre Erfolge. Doch in der letten Beit wollte das Geschäft nicht mehr so recht florieren. Es ging zurüd pferdchenbassins, eigentümlich langgestreďte, walzen, wurst- oder und Durchmusterung der fogen. Stillebenbecken, besonders des Seeund B. war schließlich gezwungen, die Unterstübung seiner in gurtenförmige Gebilde, die entweder auf dem Sandgrunde ruhen Berlin in der Nostizstraße 60 wohnhaften Schwiegereltern in An- oder im Geäft eines Pflanzenstockes hängen und die bei näherer spruch zu nehmen. B. faßte nun vor einiger Zeit den Entschluß, Betrachtung durch Kriech- oder Fühlerbewegungen kundgegeben, daß mit seiner Familie nach Berlin überzusiedeln. Zuerst wollte er fie tierischen Ursprungs find. Ihrer Gestalt entsprechend wurde Fran und Kinder nach Berlin bringen. Am 3. d. M. traf er hier ihnen der Name Seewalzen oder Seegurken beigelegt. Aber dem ein und mietete in der Camphausenstraße 4 im Hinterhause eine Laien wird nicht ohne weiteres einleuchten, daß fie nahe Verwandte bescheidene Wohnung. B. fuhr dann wieder nach Stettin zurüd. der im gleichen Bassin untergebrachten fugeligen, mit beweglichen Den Anwohnern des erwähnten Hauses war es aufgefallen, daß einen Seeigel parallel mit der vom Mund- zum Afterpol gehenden Stacheln bekleideten Seeigel feien; indes braucht man sich bloß die junge Frau B. ein äußerst schwermütiges Wesen zur Schau trug. Achse ausgerollt, d. h. in die Länge gezogen zu denken, so hat man Sie sprach mit teinem Menschen und ging viel mit ihren beiden einen walzenförmigen Körper mit dem Munde am einen und der Sindern spazieren. Niemand ahnte jedoch, was im Innern der be zweiten Oeffnung am anderen Ende. Die Seewalzen zählen also bauernswerten Frau borging. Vor wenigen Tagen erhielt sie aus gleich den Seeigeln zu dem auch die Seesterne und Seelilien einStattin von ihrem Manne Nachrichten, die anscheinend recht unan- schließenden Kreise der Stachelhäuter oder Echinodermen, deren Mitgenehm waren, denn von diesem Augenblick an ließ sich Frau B. glieder ein aus fohlenfaurem Salt gebildetes inneres Stelett befast gar nicht mehr sehen. Am Sonntag war sie mit den Kindern befizen und sich vermöge zahlreicher hohler Saugfüßchen fort und den Eltern zu einer Geburtstagsfeier eingeladen worden. Die bewegen. Das Aquarium tann drei verschiedene Gattungen SeeEltern erschienen auch, doch warteten sie vergeblich auf das Gin, walzen vorführen, unter ihnen die nächsten Verwandten der von den diefer Versammlung an der Weitsichtigkeit und Einsicht in sozialen Dingen Chinesen zu ihrer Delikatesse Trepang" berarbeiteten Spezies. treffen der Tochter und Entel. Man schöpfte schließlich Verdacht und der alte P. eilte dann, bon innerer Unruhe getrieben, nach der Camphaufenstraße. Einen Schlüssel zur Wohnung besaß er zu fällig noch. Als er die Wohnung betrat, bot sich ihm ein furcht barer Anblid. Tochter und Entel waren tot. Die Zeichen wurden in der Nacht nach dem Schauhause gebracht. geftelt. Mit Der Antrag Rosenow auf Verpflichtung der Lehrer zur Abhaltung der Jugendspiele und feste Honorierung dafür, wird dem Magistrat zur Erwägung überwiesen. Stadtv. Groger( Soz.) beantragt die Verdoppelung der für mentgeltliche Zernmittellieferung ausgeworfenen Mittel, um die Obwohl es in unentgeltliche Lernmittellieferung ausgeworfenen Mittel, ermangelt( stürmische Unterbrechung rechts), stellen meine Freunde Der Zoologische Garten hat neuerdings ein Paar Schneebie Forderung immer wieder.-Stadtb. Hildebrandt bezeichnet hühner erworben, Vögel, die so bekannt fie auch in Deutsch- die Ausführungen des Vorredners als Unverfrorenheit und verlangt land im toten Zustande als Wildgeflügel sein mögen doch nur numehr eine weitere Herabminderung des Etatspostens. Stadtv. sehr selten lebend gezeigt werden können, da sie als Senofpen- und Groger( Soz.): Wenn man unserem Antrage nichts anderes ents Beerenfresser schwer auf die Dauer zu halten find. Die hübschen gegenzusetzen weiß, als unparlamentarische Schimpfereien, so zeigt Tiere tragen zurzeit noch ihr reinweißes Winterkleid, das bekanntlich das mur, auf welch niedrigem geistigen Niveau die Herren stehen. bald dem braunen Frühlingsgewande Plaß macht, und leuchten das( Ordnungsruf.) Wenn Herr Stadtrat Weinreich fagte, die Unent durch geradezu aus ihrem schneefreien Gehege in der Fasanerie geltlichkeit der Lernmittel demoralisiere, so sei festzustellen, daß dies hervor. Die Bögel stammen aus Nordeuropa und sind demnach bei den höheren Schülern durch Annahme des jährlichen städtischen Moor Schneehühner; eine Kleinere, sehr ähnliche Form lebt in den Geschenkes bon 130 m. wohl nicht eingetroffen sei. Der Antrag Vorort- Nachrichten. Die Säuglingssterblichkeit in Groß- Berlin. Groger wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. In der letzten Bersammlung des Tierschutzvereins wurde mit geteilt, daß der Verein seit Juli vorigen Jahres außer seinen männs lichen Straßeninspektoren auch einen weiblichen Inspektor angestellt habe. Dadurch werde besonders den Pferden auf den Straßen Alpen. Von der sozialdemokratischen Fraktion ist der Versammlung der Hilfe zuteil Der weibliche Inspektor führt eine Verbandstasche mit fich, die mit allen möglichen Medikamenten und Verbandsmitteln Antrag unterbreitet worden, zum Zwecke der Anstellung von Schul ausgestattet ist. Im letzten Winter find 850 bertundete Pferde, ärzten eine gemischte Deputation einzusehen und 10 000 m. in den zehn Hunde und zwei Kaßen auf den Straßen durch den toeib Etat einzustellen. Der Rechnungsausschuß beantragt dagegen Иeberlichen Inspektor verbunden worden. Außerdem wurde eine große weisung an die Schuldeputation. Stadtv. Dr. Silberstein Anzahl franter Pferde von der Straße geschafft. Aus dem führt zur Begründung aus: In der Generaldebatte wurde bes Moorefchen Legat find an Schutzlente 800 M. zur Verteilung geWie groß die Sterblichkeit der Säuglinge in Proletarierfamilien zweifelt, daß 10 000 m. ausreichen könnten. Ich kann für das langt. Außerdem hat der Verein in Not geratenen Pferdebefizern ist, ist allgemein bekannt. Mehr als einmal ist darauf hingewiesen, letztere den zahlenmäßigen Nachweis bringen. 16 Aerzte mit 600 M. würden zunächst zunächst genügen. Abgesehen aber Hafer in größeren Mengen berabfolgt. Ehrendiplome wurden an daß die Säuglingssterblichkeit gerade unter dem Proletariat be- je Sie find Stutscher wegen guter Behandlung der Tiere verliehen. Der Deutsche fonders start ist, daß infolge der mangelhaften Ernährung der babon, müssen wir Schulärzte endlich anstellen. nur nicht Tierschutzverein ist aufgefordert worden, seinen Einfluß auf die Mutter, infolge ihrer Berufstätigkeit, infolge der Arbeiterwohnungen, bauernden leberwachung des Gesundheitszustandes unserer Schul zur zur Aufnahme- Untersuchung, sondern auch Reichstagsabgeordneten dahin geltend zu machen, daß die dem denen es an Licht und Luft fehlt, furz und gut infolge der ganzen finder nötig. Die Hülfsschulen für Schwachbegabte find ohne Reichstag vorliegende Novelle zum Schutz der Vogeltpelt im Sinne der Tierschutzbestrebungen erledigt wird. Das ift geschehen. Der Berliner Lebenshaltung des Proletariats erschreckend viel Kinder vor Boll fulose und anderen Infektionsfrankheiten in der Schule ist Pflicht Magistrat hatte seinerzeit beschlossen, die Tränksteine an den öffentlichen endung des ersten Lebensjahres dahingerafft werden. Straßenbrunnen zu beseitigen. Das ist jedoch auf Antrag des Deutschen Daß es sich hierbei nicht um bloße Behauptungen, sondern leider der Städte. Nigdorf ist der einzige Drt Groß- Berlins, der teine Tierschutzvereins an die Städtische Tiefbaudeputation unterblieben. um Tatsachen handelt, das erhellt mit Deutlichkeit aus einer Arbeit Schulärzte hat; ja, wir sind gegen fast alle Groß- und Mittelstädte Die Klagen über die Fangbeamten haben nachgelassen, und zwar, des Statistischen Amtes der Stadt Charlottenburg. Das Statistische Deutschlands darin zurüdgeblieben. Unsere hohe Klaffenfrequenz und wie im Geschäftsbericht hervorgehoben wird, weil jetzt Prämien an Amt hat sich der Mühe unterzogen, die um Berlin herum liegenden großen Krankheitsziffern müßten uns unverzüglich darin vorwärtstreiben. folche Fangbeante gezahlt werden, die am wenigsten Anlaß zu Be Gemeinden nach der Himmelsrichtung, in der sie vom Zentrum Sympathie aus, macht aber eine große, durchaus zweifelhafte StoftenStadtrat Dr. Weinreich spricht der Schularztfrage seine persönliche schwerden gegeben haben. Da das Depot in feiner Weise dem immer mehr fich steigernden Verkehr genügt, so ist ein ErGruppen die durchschnittliche Höhe der Geburtenhäufigkeit und der Aeußerung des Schularztes Dr. Hartmann- Berlin muß schließlich Berlins liegen, in acht Gruppen zu teilen und für jede dieſer acht rechnung auf, um vor der Einführung graulich zu machen. Eine weiterungsban für dieses Jahr in Aussicht genommen. Die nötigen Daten find aus noch herhalten, um die Unwirksamkeit der Schulärzte zu zeigen. Ministerium für öffentliche Arbeiten hat auf Befürtwortung durch Kindersterblichkeit zu berechnen. die Protektorin des Vereins, die Frau Kronprinzessin, sich bereit den Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamtes beztv. aus Stadtv. Seltmann sieht in völliger Unkenntnis der Aufgaben erklärt, dem Tierschutz- Verein den Stadtbahnbogen 81 zu überlassen. Idem diesen Veröffentlichungen zugrunde liegenden Material leines Schularztes die Nixdorfer Wohltätialeitsvereine, welche er mit · Schularzt fast illusorisch. Vorbeugung der llebertragung von Tuber hftMi Schwall den(Borten Wert, ans allen Gebieten att aus« reichend an.— Dr. S i l b e r st e i n nimmt zu den mit den vom äußeren Schein der.Sympathie" umkleideten, aber im Grunde gegnerischen Ausführungen des Stadtrats Stellung. Währenddem verlassen fast die ganzen bürgerlichen Stadtverordneten den Saat, um die Abstimmung zu verhindern: ein parlamentarisches Unikum insofern, als zur Obstruktion doch sonst nur Minderheiten greifen. Die Sitzung mutzte abgebrochen und vertagt werden. Am Freitagnachmittag bei Fortsetzung der Schularztdebatte er- sucht Stadtv. Beiß, unter allen Umständen den sozialdemokratischen Antrag abzulehnen. Die Herabsetzung der Gewerbesteuer ist nötiger als solche Ausgaben.— Nach einem Schlutzwort des Antragstellers wird abgestimmt. Für Einstellung der 10 000 M. stimmen nur die Sozialdemokraten, für eine besondere gemische Deputation ergeben sich 19 Stimmen. Der Antrag des Ausschusses aus Ueberweisung an die Schuldeputation wird angenommen. Beim Kapitel.Armenverwaltung" beleuchtet Stadtv. Wutzky (Soz.) die Rückständigkeit vieler Armenvorsteher, welche das Ein- dringen des weiblichen Elements in diese soziale Tätigkeit ver- hindern. Es sei unbestreitbar und allgemein anerkannt, daß bei Unterstützung heischenden Frauen und Kindern eine Frau viel besser als Beraterin am Platze ist. Die Berichte der Waisenpflegerin Frau Neumann zu vervielfältigen und den Stadtverordneten zur Verfügung zu stellen, ist sehr wünschenswert.— Stadtrat Dr. Seydel stimmt den Auslastungen des Vorredners zu. Gegen die für die Bodelsckwinghsche Ansialt beabsichtigte Unter- stützung von 500 M. spricht Stadrv. Füllgras(Soz.). Er führt aus, datz mit solchen Schönheitspflästerchen Not und Elend nicht ver- mindert werden. Wenn man den.Lohn" von 20—25 Pf. pro Tag. welcher den in diesen Anstalten Arbeitenden gezahlt wird, in Betracht zieht, scheint das Heranziehen billiger Arbeitskräste dort das Leit- motiv zu sein.*)— Die Stadtvv. Koye und Beltz befürworten die Unterstützung. Der letztere meint, datz die Linke nur dagegen sei, weil in.Hoffnungstal" die Zöglinge wieder auf religiöse Pfade gewiesen werden. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.(Sehr richtig I und W i r arbeiten ja 1 links.)— Stadtrat Dr. Seydel ersucht um Annahme. Es handelt sich um Hülfe für die Unglücklichsten. 90 Proz. Alkoholiker sind unter den Zöglingen.Hoffnungstal".— Die Unterstützung wird von der Mehrheit gutgeheißen. Beim Hauptextraordinarium teilt der Oberbürgermeister mit, datz der weitere Ausbau des Schiffahrtskanals leider um ein Jahr sich hinauszögern wird, da sich neue Schwierigkeiten entgegenstellen. — Ferner wird beschlosten, den Magistrat um Einreichung eines Antrages beim Eisenbahnminister zu ersuchen, worin die Notwendig- keit eines dritten Ringbahnhofes zwischen Bergstraße und Treptow begründet wird. Es folgt die Beratung der SpezialetatS. Zehlendorf. Zwecks Gründung eines Arbeiter-TurnverelnS findet morgen abends 8 Uhr im Lokal von Mieck, Karlstratze 12 eine Zusammen� kunft statt. Wer aus Arbeiterkreisen dieses Unternehmen zu untet stützen gewillt ist. wird gebeten, dort zu erscheinen. Lichtenberg. Entwurf zum Haushaltsplan Pro 1997/08. Die Landgemeinde Lichtenberg zählte am 1. Dezember 1905 55 365 ortsanwesende Ein- ivohner. Die Zahl hat sich bis Oktober 1906 auf 62 127 und bis Ende Februar 1907 auf 63 669 erhöht. Der Hauptetat schließt in der ordentlichen Verwaltung ab mit 2 327 200 M. gegen 1906 mit 1978 300 M. Der Gesamtetat für 1907 beträgt 5 272 825 M. Hiervon werden gedeckt durch eigene Einnahmen der Gemeinde an Gebühren, Staatsbeiträgen, Ueberschüssen der Vorjahre usw.(aus- schließlich der Steuern) 1 135 700 M., so datz durch Steuern zu decken sind 1 191 500 M. Von diesem Betrage werden aufgebracht: 1. durch indirekte Steuern: Biersteuer 0,65 M. pro Hektoliter 51 000 M. Umsatzsteuer(1 Proz. für bebaute, 1% Proz. für unbe- baute Grundstücke) 160 000 M. Hundesteuer(16 M. 1 Hund) 18 000 M. 2. Durch Betriebssteuer 100 Proz. 6300 M. 3. Durch Zu- schlüge zur Einkommensteuer(100 Proz.) 393 000 M. Gewerbe- steuer(150 Proz.) 90 000 M. Grund» und Gebäudesteuer 473 200 M. Die Einzeletats erfordern nach dem Voranschlag an Zuschüssen: die allgemeine Verwaltung 299 865 M., die Polizeiverwaltung kostet den Steuerzahlern noch 99 800 M. Das Fleischschauamt er- hält sich mit rund 25 600 M. in Einnahme und Ausgabe selbst. Be- kanntlich ist durch Verfügung der Aufsichtsbehörden eine Verwendung von Einnahmen aus der Fleischschau zu anderen Zwecken als dieser selbst untersagt. Die Unterhaltung der Grundstücke und Gebäude erfordert 14 200 M. Zuschuß, während für Kapital- und Schuldenverwaltung die zweitgrößte Position des Etats mit 319 000 M. eingesetzt ist. Die Volksschule erfordert einen Zuschuß von 429 700 M.. während 1906 393 400 M. erforderlich waren. Für das im Werden begriffene Realgymnasium sind 6300 M. Zuschuß zu leisten. Die Armenverwaltung erfordert einen Zuschuß von rund 107 000 M., im ganzen ein Mehr von 3100 M. gegen daS Jahr 1906. Für Unterhaltung der öffentlichen Straßen und Plätze sind Zuschüsse in Höhe von 142 100 M. erforderlich- nicht einbegriffen sind hier oie Summen, die sich frühere Grundbesitzer für„verauslagte"(in den meisten Fällen bei Verkauf ihrer Grund. stücke schon zehnfach wieder vereinnahmte) Bürgersteigsherstellungs- kosten von der Gemeinde zurückzahlen lassen. Das Feuerlöschwesen erfordert aus allgemeinen Mitteln 7485 M. Zuschuß. Drei Etats- Positionen sind es, die außer dem Fleischschauamt sich nicht nur selbst decken, sondern Ueberschüsse abliesern. An erster Stelle die Ge- meindewerke, die insgesamt mit einem Ueberschutz von 325 000 M. figurieren. Das Elektrizitätswerk liefert 15000 M., das Wasserwerk 165000 M. und das Gaswerk 145000 M. als Bctriebsüberschüsse und Gewinn bei einschläglichen Arbeiten an die Ge. meindekasse ab. Die Steuerkasse liefert einen Ueber- schuß von 1091 600 M. ab, nachdem 156100 M. Selbst. kosten in Abzug gebracht sind. DaS Sterben bezw. sich Begraben- lasten bedeutet aber für die Gemeinde auch noch ein Geschäft. Bei einer Einnahme von 22 250 M. und einer Ausgabe von 13 400 M. hat die Fricdhofsverwaltung als dritte im Bunde das Vergnügen, dem Gemeindesäckel einen Ueberschuß von 8850 M. zur Verfügung zu stellen! Die außerordentliche Verwaltung weist als 1. Baurate für den Krankenhausbau 100 000 M. und für einen Neubau einer Gemeindeschule in Neu-Lichtenberg(Friedrichstratze) die Summe von 385 000 M. auf. Die Errichtung eines provisorischen Bureau- aebäudes(Baracke) erfordert 25 000 M. Für Straßenbauten sind 198 000 M. eingestellt(Prinzen Allee. Friedrichstraße anteilig, Wilhelmstraße anteilig, Weitzenseeer Weg und Hohenschönhausener- straße; letztere beiden Ausbesserungen größerem Umfanges). Hier- von sind 20 000 M. für die oben schon bezeichneten Grundbesitzer für Bürgersteigsregulierung reserviert. 130 000 M. sind bereits an die Petenten aus dem allgemeinen Steuersäckel berappt worden! 572 025 M. sind für Neuanschaffungen usw. der Gemeindewerke be- stimmt. Notvawes- Neuendors. Ueber den Ausfall der ReichStagSwahle« sprach in der letzten Wahlvereinsversammlung in Nowawes Genosse Ströbel. Redner erläuterte in interessanter und eingehender Weise die Momente, die dieses ungünstige Resultat herbeigeführt haben, und forderte die Genossen am Schlüsse seines mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages zum Ausbau unserer Organisationen und zur Verbreitung unserer Presse auf.— In der Diskussion bemerkte Genosse Gruhl, man müsse wieder wie früher die Reden unserer Reichstags- abgeordneten zur Agitation benutzen; die meisten Flugblätter ent- hielten zuviel Zahlen, die von der Bevölkerung nicht gelesen werden; insbesondere müsse mehr Gewicht auf Gewinnung deS städtischen Proletariats gelegt werden; die Landarbeiter als Masse würden uns noch lange fernbleiben; bedauerlich sei das gegenseitige Herunterreißen der Parteischriflsteller, womit wir den Gegnern nur Waffen liefern; auch der„Vorwärts" dürfe die Parteiskandale nicht •) Will man die Arbeitslosigkeit bekämpfen, so mache man eS ttfe Straßburg durch Zuwendungen an die Gewerkschaften. so Brett treten, sondern müsse sich mehr der Bekämpfung der Gegners Gestrenbet. Wie ans London berichtet wird, ist der Dampfe« /Xd tt r(<* S av+a K aCi Xav ff? fSZitatoif4* Sa«* STO T-i t ♦ a 0«««*a•««♦♦ A AH rtv» av» TOavX f,A» widmen. Genosse Ströbel erwiderte, datz der„Vorwärts" keine Parteiskandale anfange, da er aber Zentralorgan sei. habe er die Pflicht gehabt, zu den Auslassungen Bernsteins, Calwers und anderer Stellung zu nehmen, was in streng sachlicher Weise geschehen sei; Angriffe auf die Partei müssen auch in Zukunft zurückgewiesen werden. Genosse Otto Hoffmann betont, daß wir unser Hauptaugenmerk aus die Gewinnung der Arbeiterschichten des Zentrums legen müssen; zu diesem Zweck sei es not- wendig, datz unsere Parteisekretäre in den Zentrumskreisen bedeutend vermehrt würden; auch der Mttelstand müsse niehr als bisher aufgeklärt werden, daß sich seine Feinde nicht in den Reihen der Sozialdemokratie, sondern bei den bürgerlichen Parteien befinden; was die Slänkereien einzelner Literaten anbetrifft, so müßten die Genossen und der Parteivorstand dagegen energischer vorgehen; im übrigen werde den Auslassungen mancher Genossen. z. B. Bernhards, in unserer Presse viel zu viel Wichtigkeit bei- gelegt.— Hierauf nahm die Versammlung die Abrechnung von der Reichstags- und Gemeindewahl entgegen; die Einnahme bei elfterer betrug 743 M., die Ausgabe 462 M.; Ausgabe bei der Gemeinde- wähl 267 M.. Einnahme keine.— Bei dem Punkt„Anträge zur Kreis-Generalversammlung" wünschte Genosse Otto Hoffmann, daß sich dieselbe einmal mit dem„Mitteilungsblatt" be- schästigen möge, dessen Wert gleich Null sei, dessen Herstellung aber hohe Kosten verursache, die besser zur Agitation verwandt werden können; auch eine Herabsetzung her Delegiertenzahl zu den Verbands-Generalversammlungen müsse gefordert werden, da deren Kosten in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen. Genosse Gruhl schloß sich diesen Ausführungen an und stellte den Antrag, datz die Generalversammlung zur Verbandsversammlung beantrage, das„Mit- teilungsblatt" eingehen zu lasten, dem die Versammlung zustimmte. Als Delegierte zur Generalversammlung wurden die Genossen Krohn- berg, Adam und Otto Hoffmann gewählt. Nachdem ein Antrag des Genossen Franz Hoffmann, in den Vereinsversammlungen Beiträge zu kassieren, debattelos abgelehnt war, wurde die Versammlung, m der sich 12 Genossen zur Aufnahme gemeldet hatten, geschlossen. Spandan. Mit der Lokalfrage für Spandau beschäftigte sich vorige Woche im Kumkeschen Lokal eine gut besuchte Volksversammlung. Anlaß hierzu gab das ablehnende Verhalten der Lokalinhaber, wenn sie angegangen wurden, ihre Säle der sozialdemokratischen Partei Spandaus zur Verfügung zu stellen. Und gerade weil die Saal- Verweigerer bei Tanz, Theater und sonstigen Vergnügungen die Groschen der Arbeiter sehr gern einstreichen, hielt eS die organisierte Arbeiterschaft für ihre Pflicht, hierzu Stellung zu nehmen. Der Referent Genosse Ewald kennzeichnete das Gebaren der Saalbesitzer in treffender Weise und führte die ablehnende Haltung der Saal- besitzer zum Teil auf die verlogene und terroristische Kampfesweise der Gegner zurück. An der Diskussion beteiligte sich Genosse Pieper. Zum Schluß wurde eine Resolutton einstimmig an- genommen, in der sich die Versammelten zunächst verpflichten, das Seitzsche Lokal zu meiden. Es wurde betont, datz dieses Lokal fast nur von gewerkschaftlich organisierten Arbeitern besucht wird und eS nur eines Beschlusses bedarf um denselben die Meidung des Lokals zur Pflicht zu machen. ES fei demnach gar keine Frage, datz die Arbeiterschaft den Wirt zwingt, sie als gleichberechtigte Bürger anzuerkennen. Durch einen Lichtbildervortrag soll am Donnerstag, 21. März, abends 8 Uhr, den Anhängern der Genossenschastsbewegung im Kumkeschen Lokal, Schönwalderstr. 80, die englische, schweizerische und deutsche KonsumgenossenschaftSbewegung vor Augen geführt werden. Vortragender istMartinKrolik- Hamburg. Hus der Frauenbewegung. Für Abschaffung der reglementierten Prostituttan hat sich der finnische Senat, also daS Ministerium Finnlands, erklärt und einen AuSschutz, bestehend auS den Senatoren LtliuS, Gripenberg und Stahlberg, eingesetzt, der die dazu erforderlichen Gesetzesvorschläge ausarbeiten soll. Dieser Angelegenheit wird es jedenfalls zur Förderung dienen, datz nun in Finnland die Frauen gleich den Männern das allgemeine staatsbürgerliche, und sowohl attive wie passive Wahlrecht besitzen. Der neue finnische Landtag, der am Freitag und Sonnabend gewählt wurde, wird hoffentlich so zu- sammen gesetzt sein, datz er dem Senat bei jener Reform keine Schwierigkeiten bereitet. Bon den nordischen Ländern war Norwegen daS erste, da? die Reglementierung der Prostituttan abschafft; im vorigen Jahre folgte Dänemark seinem Beispiel. Finnland wird nun wohl daS dritte nordische Land werden, da» mit dem konzesfionierten und reglementierten Menschenfleischhandel dieser Art aufräumt. Bersammlnngen— Veranstaltungen. Charlottcnburg. Mittwoch, den 20. März, 8'/z Uhr, im VolkShause, Rosinenstt. S. Bortrag der Frau Störmer:„Mutter- und Säuglingspflege". Mariendors. Mittwoch, den 20. März, 8*/, Uhr, bei Reich ardt in Mariendorf, Chausseestr. 16. Vortrag der Frau Tölle. Reinickendorf-Ost. Mittwoch, den 20. März, 8'/« Uhr: General- Versammlung bei Gründer, Hoppestt. 24. Wahl einer Schrift« führerin. Tempelhof. Mittwoch, den 2V. März, 8'/, Uhr, im Lokal Rjeichardt, Martendorf. Britz. Donnerstag, den 21. März, abends 8% Ohr bei Weniger, Werderstraße 28. Vortrag Gen. Braun:.Gewerkschafts- und Unternehmerverbände". 20. April Stiftungsfest. Pankow. Donnerstag, den 21. März, bei Großkurt, Berlinerftr, 27. Vorttag. Herr Gädicke:„Zahnpflege". Treptow-Baumschulenweg. Donnerstag. 21. März, 8'/, Uhr, bei Christ. Martenthalerstratze, Ecke Ernststratze: Vorttag. Fräulein Kadett:„Die Bedeutung des wirtschaftlichen Kampfes für die Frauen der arbeitenden Klaffe". Vermifcbtes. Zweimal zum Tode verurteilt wurde die Ehausssewärtrtin Feige wegen Giftmordes gogen Janischek und Brückner. Der Staatsanwalt hatte beantragt, die Angeklagte in drei Fällen des Giftmordes schuldig zu sprechen. Die Geschworenen erkannten indes nur in den angeführte Fällen auf schuldig, wegen der älteren Fälle wurde die Angeklagte freigesprochen. Eine starke Explosion ereignete sich gestern vormittag in den Bettiebsräumen des städtischen Gaswerkes in St. I o h a n n, durch die ein Arbeiter schwer verletzt wurde. Die prsache ist unbekannt. Ein Betriebsgebäude ist völlig in Trümmern, in der ganzen Nach- barschaft sind die Fensterscheiben gesprungen. Der Materialschaden ist erheblich. Ob noch mehr Verunglückte unter den Trümmern liegen, ist bisher nicht festgestellt; man nimmt eS jedoch nicht an. Eine Million Mark unterschlagen hat, wie nunmehr festgestellt ist, der Kassierer Müller der Speyerschen Gewerbebank. Auf die Er- greifung Müllers, der in Paris sein soll, ist eine Belohnung aus- gesetzt. In der Herberge erstickt. In der Wanderburschenherberge der Thorner Nachbarstadt S ch ö n s e e sind zwei zugereiste Gesellen, der Bäcker Anton Dettky aus Röffel und der Müller Slnwn Wojcik aus Czacz, Kreis Kosten, die im HerbergSzimmer schliefen und zur Nacht einen eisernen Ofen geheizt hatten, infolge Einatmens von Kohlen. oxydgas e r st i ck t.• Gekentertes Fischerboot. Ein Boot mit vier Fischern, welche Reusen aufnehmen wollten, ist nach einer Meldung aus Warne- münde auf See von einer Windhose erfaßt und zum Kentern ge» bracht worden. Alle vier Fischer sind erttunken. Durch Absturz großer Lrhmmassen beim Neubau des Czer- nowitzcr Bahnhofes wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Bis zetzt ist es gelungen. 3 Leichen und 2 Schwerverletzte zu bergen, sowie zermalmte Pferde. Suevic" der White Star Linie, mit 400 Personen an Bord, bei Lizzard auf Grund geraten. Es herrscht dichter Nebel und eine grobe See. Rettungsboote sind zur Hilfeleistung ausgegangen; es besteht keine Gefahr für das Leben der Passagiere. Späterer Meldung zufolge werden die Passagiere und Mannschaften der Reihe nach an Land gebracht; an Bord herrscht große Ordnung. Menschen, leben sind, wie bestätigt wird, nicht verloren gegangen. Nach einer Lloyddepesche aus Prawle Point ist der von West» aftika kommende Dampfer„Zebba" in der Nähe von Prawle Point gestrandet. Zur Zeit der Meldung war man mit der Rettung der Passagiere von Land aus beschäftigt. Durch eine Explosion schlagender Wetter fanden gestern änK einer Grube in Northon elf Bergleute den Tod. Heftige Stürme, wolkenbruchartiger Regen und autzervrdenllich hohe Flut haben an der Novdwestküstie Englands sehr großen Schaden angerichtet, besonders in Aberystwich, New Brighton, Blackpool und Lancaster. Mehrere Wracks treiben umher, Menschenleben � sind wenig verloren gegangen. Lancaster und Umgegend sind über, schwemmt. An Genickstarre gestorben. Im Komitate Trenrsin wurden, nach Budapester Meldungen, in der Gemeinde BelluS acht, und in zwei anderen Gemeinden je ein Fall von Genickstarre festgestellt, Von den Erkrankten sind 5 bereits gestorben. Achtzehn Personen ertrunken. Infolge einer Explosion, die sich in einem überfluteten Bezirk der Stadt Wheeling in West-Virginia in einer Topfwarenfalbrik ereignete, entstand unter den meist aus Syrern bestehenden Einwohnern der benachbarten Häuser ein« Panik, bei der viele Menschen auf die unter Wasser stehenden Straßen sprangen. Durch Boote wurden die meisten gerettet, acht« zehn Personen sind jedoch ertrunken. Juwelendiebe. Bei der Ankunft im Hafen New York wurden zwei Männer verhaftet unter der Anschuldigung, die Durch» schmuggelung von Diamanten und Juwelen im Werte von 25 000 Doll. versucht zu haben. Auf Ersuchen der Londoner Polizei- behörde wurden sie in Haft behalten, da es heißt, daß die gesunde» neu Juwelen aus einem Londoner Diebstahl von Juwelen im Werts von 35 000 Dollars herrühren. Eingegangene Druckfdmften. von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben da» 24. Heft des 25. Jahrganges erschienen. ES hat folgenden Inhalt: Ueber den Reichslügenverband.— Zwischen zwei Stampfen. Von Fritz Aufterlitz (Wien).— Revolution und Kullur. Ein Kapitel zur Philosophie des Marxismus. Von A. Joffe.— Das Maurergewerbe in der Stattstik. Von August Winnig.— Die Leinenhausweberei in Nordmähren. Von Leo Freundlich(Mährisch- Schönberg).— Literarische Rundschau: Professor Dr. Andreas Voigt, Die sozialen Utopien. Von?. W.— Wilhelm Bölsche, Die SchöpsungStage. Von A. P.— Notizen: Mathematische Formeln gegen Tugan-BaranowSky. Von Otto Bauer.— Nochmals„Science and, Revolution". Eine Entgegnung von A. Pannekoek. Die„Neue Zeit' erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Perfügung. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der ArbeUerkmen (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 6 des 17. Jahr» ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Märzgedanlen. Von G. L. — Das Frauenwahlrecht vor der italienischen Kammer.— Die„erste" deutsche Konserenz zur Förderung der Arbeitertnnenintereffen. Von Luise Zietz.— Das Leben einer Jdealistin. Von Anna Bios(Fortsetzung).— Das englische Parlament und das Frauenwahlrecht. Von M. Beer-Londom. — Die Stellenvermittelung der Dienstboten. Von Luise Zietz.— Aus Bewegung: Von der Agitatton.— Von den Organisationen.-- Politische Rundschau. Pon IL B.— Gewerkschaftliche Rundschau.— Die Stellung der Genossinnen und der Generalkommisston der deutschen Gewerkschaften zu der bürgerlichen Konserenz zur Förderung der Arbeiterinnenwteressen. Nottzenteil: Dienstbotensrage.— Weibliche Fabrikinspektoren.— Soziale Gesetzgebung.— Frauenbewegung.— Feuilleton: Eooe homo! Von Friedrich v. Sallet(Gedicht).— Lenzstimmen. Von Maxim Gorki. Für unsere Kinder: Wanderluft. Von Gustav PsarriuS(Gedicht). — AuS dem Leben eines russischen Leweigenen. Von Skttaletz.— Schneeglöckchen. Von Joseph Freih. v. Eichendorff(Gedicht).— Frühling! Frühling I Von Brand.— Der Kaiser und der Abt. Von Gottfried August Bürger(Gedicht).— Ein junger Kämpfer. Von Ernst Almsloh.— Der Zwerg Nase. Von WUHelm Hauff(Fortsetzung).— Was geh'a den Spitz die Gänse an? Von Robert Reinick(Gedicht).— Die Eule. Bon Grimm. — Neckmärchen(Gedicht). Die„Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Prei» der Nummer 10 Ps., durch die Post bezogen bettägt der tlbonnemeniSpreiZ vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 M. Vom„Wahren Jacob" ist soeben die 6. Stumm« de» 24. Jahr. ganges erschienen. Sie enthält em Porträt deS verstorbenen früheren RetchStagSabaeordneten Adolf Sabor nebst einem kurzen Nachruf. Ferner erwähnen wir die beiden sarbiaen Bilder„Im deutschen Hühnerstall" und„Woher? Wohin?" sowie die weiteren Jllustrattonen.Ein Hottentotte", „In Deutschlands frommer Kinderstube",„Die Demonstration der Patrioten",„Erzberger verteidigt die Immunität der Abgeordneten",„Die Justiz von heute",„Die Lehren der ReichstagSwahl",„Das Extrablatt" und „Nach b« Paarung". Der textliche Teil d« Nummer bringt die Gedichte „Festrede zum 18. März",„Die Politische",„Ein Ereignis", sowie außer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die größeren satirischen Feuilletons„Ein Interview'.„Die Forderung des Tages". Berliner Marktpreise. SWS dem amtlichen Bericht b« städtischen Markthallen-Direktton.(Großhandel.) Rindfleisch la 68—73 pr. 100 Pfd., IIa 62-67, lila 56-61, IVa 48-54, dän. Bullen 60-65, Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 110—125, la 82—90, IIa 72—80, llla 52—68, holländ. 55—62, dän. 65—65. Hammelfleisch la 62—72, IIa 46—60. Schweinefleisch 47—56. Rothirsch IIa per Pfund 0,00. Rotwild plombiert 0,00. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,00. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,60—0,90. Wildenten per Stück 0,00. Höhn«, alte p. Stück 1,50—2,20, do. IIa 1,30—14000. junge 1,10 bis 1,25. Wolga- 1,50—1,75. Tauben 0,40—0,60, junge kleine 0,00, ital. 0,85. Enten, dno Eis- per Stück 2,25—2,65, Hamburger per Stück 2,20 bis 5,00. Gänse, Hamburger per Pfund 1,00—1,20, Eis- 0,00, Hechte per 100 Pfund 100—101, groß 0,00, mittel 104—126. Zander 0,00, dito uns. 0,00, do. mittel 0,00, do. matt 0,00. Schleie 0,00, do. groß 0,00, do. klein 0,00. Aale, groß 0,00, mittel 107—109, klein und mittel 0,00. Plötzen, klein 0,00, do. matt 0,00, do. 40—46. Karpfen 0,00, do. 10— 20er 0,00, do. 50—70 64—67, do. 40er 75. Bleie 0,00. Aland 0,00. Bunte Fische 0,00. Barse, matt 0,00, do. 72. Karauschen 000. Bleifische 0,00. WelS 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer LachS la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. IGa neuer 75. Seelachs 25—30. Sprotten,. Kieler, Wall 1,00—1,50, Danziger, Kiste 75—1,00. Fwndern, Kieler, Siiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—6, halbe Stifte 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3,00—3,50, Stralsunder 3,00—3,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1,40, mittelgroß 0,80—1,00. klein 0,60—0,30. Heringe per Schock 5—9. Schellsische Kiste 4—6, do. Stifte 3—4. Kabliau, p. 100 Psd. 25—30. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75—80. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 44-48, firU. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per'/. To. 60—120. Sardinen, niff.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Netmougen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 3,50—4,00. Butter per 100 Psd. la 114—116, IIa 110-114, lila 107, abjallende 95-100. Saure Gurken Schock 4,10— 4,50, Pfeffergurken 4,00—4,50. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, rnagnurn bonrnn 2,50—2,75, Dabersche 2,25—2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salatkartoffeln 6,00—8,00. Spinat per 100 Pfund 25—30. Karotten per 100 Pfund 15—18. Sellerie, htefige, per Schock 6,00—10,00, do. pommersche 9,00—12,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,50—4,50, do. kleine 2,80—3,50. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00, Petersilie, grün, Schockbund 2,50— 4,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Retiig, bahr., per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben per 100 Pfund 3,00—4,00. Tettower Rüben per 100 Psd. 3—10. Weiße Rüben, große 0,00, klewe 0,00. Rote Rüben 3,00—5,00, Blumenkohl ital. per Stork 2,25—2,75. Kohlrüben per Schock 2,00—2,50. Wirsingkohl v« 100 Psd. 3,00-4,50. Rotkohl per 100 Psd. 3,00—5,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-2,75. Rosenkohl per 100 Pfd. 20-22. Grünkohl per 100 Psd. 6,00-7,00. Rhabarber 100 Bd. 6,00-7,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 15-20, ital. 30-35. Aepfel, per 100 Psd., hiesige 5—26, Gravenstetner 0,00. Tirol« in Fässern 0,00, Kiste 30-60, Amerik. 20-35. Zitronen. Messina, 300 Stück 8,00-10,00, 360 Stück 9,00—12,00, 200 Stück 7,50—12. Apfelsinen. Jaffa, jei Kiste 0,00, Mtircia 200er Stifte 7—10, do. 300« 8—11, Valencia 420 er Stifte 13—18,00, do. 714 er 16—23,50, Messina, 100er 5-6, 150er 5—6, 16(er 8—13,00, 200er 8— 12, 300er 8— 14, Blut- 100er 7—8, do. 150 er 7,50— 9,00, 80 er 6,50—10,00. Ital. in Körben per 100 Psd. 0,00. Mandarine», Kiste 0,75 bis 2,00 do., in Körbm per 100 Psd. 32—35. Soeben erschien als 12. Seft der Arbeiter. Gesundheits- Bibliothek": Vom medizinischen Aberglauben Von Dr. E. Thesing- Magdeburg. Preis 20 Pf. In den Kapiteln: Zur Geschichte des medizinischen Aberglaubens Theistische und mechanische Weltaujjajjung Das Gesundbeten Der Reliquienschwindel, Sympathie und Magie Moderne Formen medizinischen Aberglaubens Der Arznei- Aberglaube Der Naturheil Aberglaube 2lberglaube und Suggestion bespricht der Ver fasser die schädlichen Wirkungen des medizinischen Aberglaubens und weist den Arbeitern den richtigen Weg, mit der Stritit auch vor eigenen Borurteilen nicht halt zu machen, sondern sich zu befreien von Bor urteilen jeder Art. Wir empfehlen ferner: Seft 1: Die erste Hülfe bei Unglücksfällen von Dr. Christeller. Muß in Fabriken, Werkstätten, auf Bauplägen vorhanden sein. Seft 2: Das erste Lebensjahr. bon Dr. Silberstein. Jeder jungen Mutter zur Anschaffung zu empfehlen. Seft 3: Gesundheitspflege des Nervensystems bon Dr. Hirschlaff. Wer seine Nerven gesund erhalten will, lese diese Anleitung. Seft 4: Der Achtstundentag........ von Dr. Zadek. Eine ärztliche Begründung der sozialdemokrat. Forderung. Heft 5: Alkoholfrage u. Arbeiterklaffe von Dr. Fröhlich. Eine empfehlenswerte Agitationsbroschüre. Seft 6: Das Schulkind bon Dr. Silberstein. Die Kinder vor Schulfrankheiten zu schüßen, ist Zwed des Büchleins. Seft 7: Geschlechtsverkehr u. Geschlechtskrankheiten bon Dr. Gebert. Belehrend über diese für jeden Menschen wichtige Frage. von Dr. Chajes. Seft 8: Nahrung und Ernährung. Ein wichtiges Stapitel für jeden Arbeiter und seine Familie. Seft 9: Wie sollen wir uns kleiden? von Dr. P. Bernstein. Eine belehrende Abhandlung über diese wichtige Frage. Heft 10: Der Arbeiterschuh...... von Dr. M. Epstein. Mit besonderer Berücksichtigung der Werkstatthygiene. Seit 11: Frauenleiden und deren Verhütung bon Dr. J. Zadek. Mit einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft. Jedes Seft koftet 20 Pf. Diese Abhandlungen sind für jedermann verständlich geschrieben und sollten in feiner Familie fehlen. 238/ 10* Expediton des Vorwärts", Berlin SW. 68 Lindenstraße 69, Laden. 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März 1907, Ich beehre mich Ihnen sehr ergebenst mitzuteilen, daß die Bertaufsbestimmungen des Verbandes der Seidenstoff- Fabrifanten Deutschlands, der Kundschaft mitgeteilt durch Zirkular vom 24. August 1906, folgenden Zusah erhalten haben: " Jeder Kunde, welcher von solchen Fabrikanten, die dem Verbande der Seidenstoff- Fabrikanten Deutschlands nicht angehören, im Zollinlande hergestellte Waren, die unter die Konventions. bestimmungen fallen, fernerhin direkt oder indirekt tauft, hat für alle in Zukunft getätigten Abschlüsse auf sämtliche Fakturen, die ihm von Mitgliedern des Verbandes der Seidenstoff- Fabrikanten Deutschlands für Lieferung von Konventionsware zugehen, einen Aufschlag von 10 Proz. des Fakturenbetrages zu zahlen und zwar an den Vertrauensmann des Fabrikanten- Verbandes zugunsten des letzteren Verbandes. ist doch wahrlich rührend, daß ausländische Firmen sich so besorgt zeigen, um den Schuß der nationalen deutschen Arbeit. schreibt die Rh- Westf. 8tg.": Die Krise. In einer Würdigung der Vorgänge an der Börse 21 Dienstag, 19. März 1907. so ständigen Uebel geworden, daß selbst bei der jetzigen Arbeiterzahl, die eingestandenermaßen den Anforderungen nicht genügt, die Eisenbahnverwaltung nicht imstande ist, den Bechen genügend Wagen ftellen zu lönnen. Sicherlich würde dies den regelmäßigen Betrieb in hohem Maße lähmende Verhältnis zu einer geradezu unerträg lichen Lage werden, wenn durch Zuzug fi eine wesentliche Erhöhung Die Rüdwirkung auf die industrielle Marktlage tann nicht der Arbeiter in kurzer Frist vollzöge. Es geht hieraus hervor, daß mehr ausbleiben, sie ist eine Frage der Zeit. Kommen die Ver- die Eisenbahnverwaltung sich der Entwickelung des industriellen bände zustande, so werden die Verbraucher wohl nochmals mit Verkehrs als nicht gewachsen gezeigt hat, und daß hierdurch dem zurückgehaltenem aber notwendig gewordenem Bedarf hervor- wirtschaftlichen Leben ganz empfindliche Schäden( Kohlenmangel, tommen, so daß wir im Mai voraussichtlich ein nochmaliges Auf- Feierschichten, Anhäufen von Lagerbeständen auf den Zechen usw.) fladern in Neubestellungen erleben werden. Der Vorgang dürfte zugefügt sind und werden. nach menschlicher Voraussicht aber nicht von langer Dauer sein, und analog dem Jahre 1900 wird sich mit Ende des Jahres der Umschwung diesmal laugfam vollziehen. So sehr, theoretisch be= trachtet, der Umschwung unter denselben Begleiterscheinungen stattfindet wie im Jahre 1900, fo liegt in den tatsächlichen Verhält nissen von damals und jetzt doch ein großer Unterschied." des Stahlverbandes durchaus nicht sehr rofig, aus den Streifen der Nach der Köln. V.- 8tg." find aber die Aussichten auf Erneuerung Verbandsmitglieder läßt das Blatt sich schreiben, daß in der Frage der Verlängerung zur Zeit ein Bustand allgemeiner Berfahrenheit ist, ob der Stahlwerksverband erneuert wird, weil sie sich nach ihren herrsche. Es gibt Berbandswerke, denen es jetzt böllig gleichgültig eigenen Worten ohne Verband auch nicht schlechter ständen. Was die Anleihen Rußland kosten. In dem Rechenschaftsbericht über die Ausführung des Budgets für 1905 finden wir eine sehr interessante Rubrik: Außerordentliche Ressourcen". Sie enthält die Summen, welche die Realisierung der ergeben hat. Anleihen zur Fortführung des verhängnisvollen japanischen Krieges Kursverluste und die Courtagegelder bei der Realisierung der Aus der Gegenüberstellung der Zahlen ergibt sich, daß die sogenannten Anleihen 242 010 951 Stubel betrugen(!). Diese folossale Schuldziffer, von der die Regierung keinen roten Heller bekommen hat und die sich auf die ohnehin schon bis zum äußersten ausgefogene Bevölkerung mit lastender Schwere legt, zeigt, daß die autokrate Regierung nur unter der Bedingung Geld betam, daß sie sich verpflichtete, die unerhörtesten Wucherzinsen zu zahlen! Wagenmangel. In der Hauptversammlung der Effener Steinfohlenbergwerte besprach der Vorsitzende unter anderem auch den Lagerplätze vorhanden seien, hatte man doch vom Oktober 1906 bis Wagenmangel. Er bemerkte dazu: Obwohl auf allen Zechen große zum März dieses Jahres 17 Feierschichten infolge Wagenmangels einlegen müssen, sonst wäre das Ergebnis noch besser. Ungarische Seeschiffahrt. Die ungarische Regierung will den Vertrag, den das Ministerium Tisza mit der Cunardlinie auf Erfolgt die Regulierung einer Rechnung ohne Zahlung dieses Materie: Auf den ersten Blid erscheint es auffallend, daß trotz dem sogenannten tontinentalen Reeder- Concern. Diesem gehören Im Geschäftsbericht der Hibernia heißt es über diefelbe 7 Jahre abgeschlossen hatte, lösen und einen neuen abschließen mit Aufschlages, so erklärt der Kunde damit, daß er seit dem Tage starker Nachfrage die Förderung beziehungsweise der Absatz die an die beiden großen deutschen Gesellschaften, sowie holländische, des Empfanges dieses Zirkulars von solchen Fabrikanten, die Beteiligungsziffer nicht erreichte, und es könnte der Glaube belgische und französische Schiffahrtsgesellschaften. Es soll ein nicht dem Verbande der Seidenstoff- Fabrikanten Deutschlands erivect werden, angehören, im Zollinlande hergestellte Waren, welche unter die und für sich die Leistungsfähigkeit der Bechen. Dies ist jedoch nicht die Geschichte einen patriotischen Anstrich bekommt, werden diese als überstiege die Beteiligungsgiffer an 14tägiger Verkehr Fiume- New York eingerichtet werden. Damit Konventionsbestimmungen fallen, weder direkt noch indirekt ge- der Fall; die Zechen sind durchgängig in einer solchen Weise aus Gesellschaften eine ungarische Ameritaschiffahrtslini e gründen. Sämtliche Verkäufe der Mitglieder des Verbandes der und vorgerichtet, daß bei genügenden Arbeitskräften ganz erheblich Das Geld hierzu geben zum größten Teil der Norddeutsche Lloyd Seidenstoff- Fabrikanten Deutschlands unterliegen obigen Bes mehr als die heutige Höchstleistung sofort gefördert werden könnte, und Herr Ballin. Außerdem erhält Ungarn eine zweite neue Secstimmungen und zwar auch ohne daß diese bei den einzelnen Ab- allerdings unter der Voraussetzung, daß ausreichend Eisenbahn schiffahrtsgesellschaft, die Levantelinie. Diese wird die Verbindung stimmungen und zwar auch ohne daß diese bei den einzelnen Ab- wagen gestellt werden. Die Förderung litt aber und leidet noch zwischen Fiume und den anderen Mittelmeerhäfen, sowie mit diesen Eine Liste der derzeitigen ordentlichen und außerordentlichenbauernd unter Arbeitermangel, obwohl im Laufe des Jahres in und dem Schwarzen Meer und andererseits mit Rotterdam und Mitglieder des Verbandes füge ich bei. aus fernen Gegenden nach dem Liverpool herstellen. Industriebezirk gezogen wurden. Aber selbst bei den schwierigen Arbeiterverhältnissen wäre die Steigerung der Kohlenförderung Wasserstand an 18. März. Ibe bei Auffig Meter, bet und hiermit die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse noch Dresden 66 dp. Elbe Elbe bei Magdeburg 1,96 Meter. weit entschiedener gewesen, wenn nicht der besonders in der bei Straußfurt-, Meter. Dder bei Ratibor 2,60 Meter. Oder ztveiten Hälfte des Jahres aufgetretene ganz außerordentliche bei Breslau Oberpegel-0,65 Meter. Neißemündung 2,02 Meter. Der Bagenmangel dies verhindert hätte. Der Wagenmangel, zu welchem bei Brieg 2,74 Meter. noch der Wangel an Lokomotiven und die Unzulänglichkeit der lauft habe. schlüssen vereinbart werden." Im Auftrage des Verbandes der Seidenstoff- Fabrikanten hochachtungsvoll Deutschlands Dr. Schlesier als Vertrauensmann des Verbandes. steigendem Maße Arbeiter aus Besonderes Interesse beansprucht dabei noch die Mitgliederliste des Verbandes. Sie enthält unter 76 Firmen 19 ausländische. Es Bahnhofsanlagen im Bezirk der Gesellschaft hinzutreten, ist zu einem Turmstr. 76. Lachmann& Scholz Ottostraße 1 Diese Woche geben wir: bei einem Einkauf von M. 5,00 1. Gratis Oster- Eier oder Konfitüren für 50 Pt. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Mauerhoff. Verlangen Sie beim Bezahlen einen Bon. 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Bau der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, Tempelhof, Germania- und Gottlieb Duntel ftraßen Ede. Adalbertstr. 20. Bauten der Firma Iden: Bolantstraße in Bantom neben dem Posadowsthhaus, Baumeister Köppen. Elisabethkirchstraße, bis a bis der Strelizerstraße. Bauten der Firma . Dombrowsky: Tempelhof, Germania, u. Gottlieb Dunkelstraßen Ede, Bauherr Tausch u. Berghäuser. Bauten der Firma Ziehe: Rigdorf, Harzerstr. 3. Bau der Firma Marquardt: Nixdorf, Weise und Allerstr.- Ede. Bauten der Firma Emmeluth, Rigdorf: Hildebrandtstr. 16. Wannsee, Friedrich Karlstraße, Bau Schwabach. Wannsee, Bismardstraße 8, Bau Benjamin. Rathaus, Schönstedtstraße. Bauten der Firma Schmidt, Frankfurter Allee: Lichtenberg, Magdalenenstr. 42, Fischer. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Parkstraße. Mathefius, Nikolassee, an der Rehmiefe. Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Platz. Banten der Firma Grün& Hetwig Buch, Siechenhaus. Barbarossaplak, Hochschule. Dldenburgerstraße, Klosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. Sybelstraße, Ede Dahlmannstraße. Bellermannstraße 92. Bauten der Firma Gebr. Faul: Mohrenstraße 44/45. Jägerstraße 63, Berlin. Potsdamerstr. 15. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Pariserstr. 21/22, Wilmersdorf. Gebr. Fidert, Chauffeestraße, Marien dorf. Offiziertafino, General Papestraße, Schöneberg. Anstalt Beelik( Fenster), Pavillon 4b. Nadge, Holzhandlung, Rummels. burg, am Wilhelmsberg. Banten der Firma Langermann: Charlottenburg, Bismard und Weimarstraßen- Ede, Bau Hübner. Bauten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgiſchestr.12. Straße 26, Neumann. Neumann, Gieselerstraße. Brandenburgischestraße. Banten der Firma Walz: Maaß, Liebenburger- und Pfalzburgerstraßen- Ede. Bau Taunusstr. 29, Friedenau. Bauten der Firma Sperling& Kapelke: Briz, Werder u. Rungiusstr.- Ede. Sybelstr. 56 und 57. Neue Wilhelmstr. 10. Bauten der Firma Schirmer: Brefer, Nikolassee, Rehwiese. Schirmer, Zehlendorf, Neueftraße. Schirmer, Grunewald, Parkstraße. Schirmer, Zehlendorf, Spandauer straße. Bastian, Behlendorf, Riemeisterstraße. Teutonenstr. 22, am Nikolaussee. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Behlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Rigdorf. Bauten der Firma Wagenknecht: Spreda, Gürtelstraße 17. Fize, Rigdorf, Richardstraße und Bartelsdorferstraße( Ede). Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ecke). Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Lesser, von der Heydtstraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter- u. Berlinerstr.- Ede, Bau Bielle. Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Seibt, Bismardstraße, Ede Rüderstraße. Lantwig, Sanatorium. Bauten der Firma Gebr. Schaar: Belder u. Plathen, Lichtenberg, Dorfstraße 9. Mix u. Geneft, General Papestraße. Jahnisch, am fleinen Wannsee. Billa Baum, Villenkolonie Grunewald. Eilauerstr. 4. Bauten der Firma Schubert Mig u. Geneft, General Papestraße Holland, Wilmersdorf, Holsteinischestraße. Bauten der Firma Schulen-| Bauten ber Firma Schneider, burg, Charlottenburg: Frantsen, Bangenheimstr.- Ede. Bauten der Firma Hegelmann: und Schaum, Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Wilhelmsaue. Schulz, Jungfernheide, Mindener straße. Bauten der Firma Brann: Walter Müller, Rigdorf, Juliusstraßen- Ede. Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fenster. bau. Banten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther. u. Freisingerstraßen- Ede. Rirdorf, Herrfurihplaz 8. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Kreuzstraße. Bauten der Firma Ede Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ede Steinplatz. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargendorf, Nuhlaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ede Straße 2b. Zauroggenerstr. 2. Banten der Firma C. Prächtel, Laujizerjir. 10: Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Birchow- Krankenhaus, Seestraße. Padhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bauten derFirma Heinemann: Lange, Rigdorf, Boddinstraße. Bauten der Firma Metz, Urban ftraße: Tempelhof, Eylauerstraße. Steglig, Stubenrauchstraße. Bankow, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauer-, Ede Bergstraße. Bauten der Firma Herrgesell u. Hübner, Wilhelmshavener straße: Dalldorferstr. 24. . Banten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jensom, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82. Löwe, Sidingenstr. 54. Weißensee, Frisidestr. 3. Schöneberg, Rohrlad, Schöneberg, Grunewald- Bauten der Firma Pätz, straße 53. Bauten der Firma Kussin: Charlottenburg, Kaiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Hochschule, Barbarossaplaz. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf. Sprengel und Samoastraße Ede. Hausotter- und Residenzstraße- Ede. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner straße 63: Tropfle, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lankwig. Bau der Firma Maaß: Grosse, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Erdmann, Mariendorf, Chauffeeftr. Tempelhof, Fensterbauten, Schönburgstraße. Banten der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Play. Buch, Siechenhaus. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Raft, Schöneberg, Barbaroffa- Ede Landshuterstraße. Baulsen, Charlottenburg, Schlüterstraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gerbisiusstr.- Ede. Buchholz, Steglit, Albrecht und Brüderstr.- Ede. Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rirdorf, Treptower und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bauten der Firma Osten, Nixdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a. 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Baumschulenweg, Glanzftr. 2. Bauherr Knopp. Banten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Ruwald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Kiefholzstr. Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Harms: Bettenfoferstr. 28. Bau der Firma Klempan Nachfl. Waisenhaus in Berneuchen. Bau der Firma Walter, Uferstraße: Töpfer, Bankow, Binzstraße. Bau der Firma Kurz, Charlottenburg: Boch, Charlottenburg, Fritschstraße. Treppengeländerbranche. Banten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieglindeſtr.- Ecke. Schöneberg, Bragerstr. 15. Brüll u. Schmidt, Charlottenburg, Dernburgstraße. Quaß, Charlottenburg, straße 56/57. Sybel Brode, Charlottenburg, Dahlmannstraße. Friz, Charlottenburg, Niebuhrstr. 77. Herbst, Schöneberg, Bambergerstr. Beiser, Schöneberg, Münchenerstr. 14. Boffe, Pariserstr. 38. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Hausherr, Steglig, Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Rutter, Zehlendorf, Scharfeftr. 4. Scheuren, Behlendorf, Milinowski. ftraße. Haase, Zehlendorf, Riemeisterstraße. Bastian u. Kabeliz, Zehlendors, Riemeisterstraße. Postbau, Niederschönhausen, Tres. tomstraße 67. Barnimftr. 170. Gutzeit, fer und Martin Dpik Bauten der Firma Pusch, straßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ulfer, zwischen Lynar straße und Ringbahn. Postbau, Hohenneuendorf, Berliner. straße. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schossow, Charlottenburg, Sybell straße 7-8. Bau der Firma Näthe, Stettinerstraße 27: Eide u. Schwarz, Schwedenstr. 5. Banten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädide, Elberfelder- und Dort munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Brefinsky, Borhagen. der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimftr. 46/47. Dahlmann, Friedenau, Barziner- Bau ftraße 7. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Dittmar, Pankow: Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 63, Schule. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: See- u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Bauten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich-, Ecke Mohrenftraße. Schivelbeinerstr. 7. Winsstr. 17. Bau der Firma Schwarze, Nigdorf, Nogatstr. 25: Rigdorf, Emserftr. 32-34. Bau der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber. ftraße 22. Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Dstarstraße. Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/4. Höselt u. Seifert, Karlshorst. Bolf, Nieder- Schöneweide. Grothe, Mariendorf, Dorfstr.- Ede. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Groterjahn, Schönhauser- Alee 129. Wurgall u. Martin, Faldensteinstraße 49. Rottbuserdamm 87. Friedenau, Stubenrauchstr. 12. Beijer, Schöneberg, Münchenerstr.14. Mattner, Friedenau, foldeftr. 6. Menge, Pariserstr., Ede Sächsischestr. Bornholmerstr. 4. Nölte, Heilbronnerstr. 17. Heilbronnerstr. 22. Banten der Firma Törmer& Scharlau: Gr. Frankfurterstr. 126. Schmidt, Pasteurstr. 35. Rigdorf, Weichselstr. 48/49. Wilmersdorf, Kaiser- Allee 202. Köpenickerstr. 71. Martin Opigstr. 1. Gottschalkstr., Ede Martin Dpigstr. Scharntte, Reinidendorf, Dranien burger Chauffee. Geschäftsführer für großes Parteilokal. uferftr. 13. Tegelerstr. 6/7. Dietrich, Genterftr. 65-67. Wiese, Tempelhofer und Schöne berger Verbindungsstraße. Schahorn u. Trödel, Gottlieb Kintel straße. Bau der Firma Stahl, Kur fürstenstraße 37: Ueberholz, Kurfürstendamm 170. Westendorf, Stegliz, Miquelſtr. 31. Bröter, Schöneberg, Hauptstr. 88/89. Bauten der Firma F. Peschel & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther. ftraße 27. Seiler, Schöneberg, Eylauerstr. 3. Baugesellschaft Barthe", Nirdorf, Hermannstr. 32. Bauten der Firma G. Bruns Boppstraße: Wisbyerstr. 71/72, Geite. Schonenschestr. 3-4, Geile. Weißensee, Frifideftr. 3. Grünau, Jägerstr. 16, Paez. Lantwig, Kurfürsten- und Froben straßen- Ecke, Köhler. 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Ludwig, Grolmanstr., Ede Bismardstraße. Schöneberg, Eylauerstr. 22. Bauten der Firma Grieser, Steglitz, Heefeftraße: Lamprecht, Steglit, Schöneberger ftraße 10-11. Swoboda, Stegliz, Grunewaldstr. 28. Willardt, Stegliz, Zimmermannstr.12 Krüger, Lichterfelde, Chauffeestraße Ede Stegligerstraße. Bauten der Firma Heinrich, Steglit, Plantagenftr. 19: Suchland, Stegliz, Südendestraße. Klitscher u. Altring, Friedenau, Wilhelmstr. 2/3. " Bauten der Firma Meinhardt, Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Wilmersdorf, Hildegarditr. 25. Lange, Livländischestr. Bauten der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser Friedrich. Ede Scharnstraße. Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Hirschfelder, Rigdorf, Juliusstr. 38/39. Bauten der Firma Engel, Uferstr. 5. Saalmann, Schwedenstraße. Lehmann, Boigtstraße. Bauten der Firma Finkendel, Groß- Lichterfelde. Bernice, Steglit, Berlinidestr. 5. Hausherr, Groß- Lichterfelde, Ring straße, Ede Dührerstraße. 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Das ganze Lokal ist mit elektrischer Beleuchtung( 40pferdiger Dieselmotor) und Zentralheizung versehen. Die Gartenräumlichkeiten fassen 6000 Personen. Bewerbungen um den Posten des Geschäftsführers sind bis 31. März an den Parteisekretär H. Tabert, Halle a. S., Harz 42/43, zu richten und müssen Angaben enthalten über die bisherige Tätigkeit des Bewerbers, seine Gehaltsansprüche und sonstigen Forderungen. Der Antritt hat möglichst vor Mitte Mai, also vor Pfingsten, zu erfolgen, da zu Pfingsten der volle Gartenbetrieb bereits im Gange sein wird. 288/ 3* Halle a. S., 15. März 1907. Die Volkspark- Baukommission. Chodowicistraße. Lichtenberg, Doffeftr. 4. Ueberholz, Kurfürstendamm 168/162 Bauten der Firma Sichter. mann, Schmargendorf: John, Wilmersdorf. Berlinerftr. 33. Pumplun, Steglit, Schloßstr. 32. Bumplum, Charlottenburg, Suarez. straße 3. Wegen Streit und Differenzer find gesperrt: Für Vergolder: 3. C. Pfaff, Beughofstraße. Die Ortsverwaltung. Rebatteurs Bans Weber. Berlin. Für den Enferatenteil berant.: E. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Parmar rei v gauftalt Baul Ser& Co., Berlin SW