Nr. 68. Abonnements- Bedingungen: Bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 t, monatl. 1,10 2, toochentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit lustrierter Sonntags. Beilage Die Reue Bell" 10 Bfg. Bost Elbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cridhelpt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Bort 20 Bfg. jebes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für groei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 511hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. 9r. 1983. Sozialdemokratie und Hüttenarbeiterschutz. Donnerstag, den 21. März 1907. das Beispiel vom Siegerland betveist eben, daß man mit christlichen Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Dieser Antrag wird den bürgerlichen Parteien Gelegenund nationalen, mit verständigen sozialen Gedanken eine Arbeiter- heit geben, ihr während der Wahlzeit von Arbeiterfreundlichkeit schaft vor der roten Fahne behüten tann. Ich bin mit Ausnahme überströmendes Herz auch positiv" zu zeigen. Im vorigen einer Seffion seit 25 Jahren der Abgeordnete dieses Kreises. Jahre hat die sozialdemokratische Fraktion UnterFür Herrn Stöcker, dem Prediger der chriftlichen Nächsten- suchungen beantragt. Dem hat der Reichstag zugestimmt. feine liebe, genügt es, wenn ein Sozialdemokrat irgend eine Be- Der Reichskanzler hat dem Antrage aber Es ist kaum anzunehmen, daß der Reichskanzler Fürst hauptung aufstellt, um sie ohne Gewissensstrupel sofort als Folge gegeben, wenigstens ist darüber nichts bekannt geworden. Bülow die von uns in der Sonntagsnummer besprochene unwahr" abzuweisen. Genosse Hue hat im Reichstag am Auf Grund der privaten und gewerkschaftlichen Untersuchungen Denkschrift des Metallarbeiterverbandes über die Lage der 17. Februar 1906 den Herrn Stöder scharf zurückgewiesen und beantragt die sozialdemokratische Fraktion jetzt den Hüttenarbeiter lesen wird. Solche ,, Kleinigkeiten" interessieren gleich mit einigen Einzelheiten festgestellt, Herr Stöcker Erlaß von Bundesratsverordnungen zum Schutz einen großen Geist" nicht; er überläßt es gleich dem großen habe sich während der 25 Jahre um die Lage der Hütten- der Hüttenleute. Damit soll der Anfang gemacht werden. Beamtenfreund Heyl zu Herrnsheim den untergeordneten arbeiter in seinem Wahlkreis( Siegen) nicht gefümmert. In Das Ergebnis der vorjährig vom Reichstage verlangten, von ..Hülfsarbeitern", derartige Sachen zu regeln". Die Hütten- der Denkschrift des Metallarbeiterverbandes hat auch eine Ab- der Regierung auszuführenden allgemeinen Untersuchung der arbeiterbentschrift betrifft freilich nicht die Lage von Agrariern, handlung des Genossen Hue, betitelt:" Aus dem Reiche Arbeiterverhältnisse wird die Unterlage für das dringend nötige sondern die Verhältnisse vieler hunderttausender Arbeiter. bes Hofpredigers a. D. Stöder". Aufnahme ge- Schußgeset bilden müssen. Wen gegen Einsicht nicht eine Würde Fürst Bülow etwa in den Barlamentsaften nachsehen, funden. Die Abhandlung ist das Resultat einer im Herbst Rhinozeroshaut schütt, ersicht auch aus diesem Hergang, daß ob und was denn überhaupt schon im Parlament zur Aus- 1906 von Hue und dem Genossen Spiegel Düsseldorf die sozialdemokratische Partei keineswegs„ pure Berneinungsmerzung der Hüttenwerksmißstände geschehen ist, so würde unternommenen Untersuchung Siegerländer Hüttenarbeiter- politik" treibt, auch nicht alles oder nichts" verlangt, sondern er finden, daß die Gesetzgebung die Hüttenarbeiter bisher als zustände, an Ort und Stelle vorgenommen. Herrn Stöcker, ftets auf allen Gebieten der Sozialreform positive, praktisch Stieftinder behandelte und es auch hier wieder die sozial- ber der Sozialdemokratie ohne Besinnung immerfort" Unwahr sofort durchführbare Vorschläge gemacht hat. demokratische Frattion gewesen ist, deren Vertreter heit", Schädigung der Arbeiterinteressen" vorwirft, wird Punkt Nunmehr liegt es an den bürgerlichen Parteien im das Eingreifen der Gesezgebung zum Schute für Punkt nachgewiesen, daß er sich entweder in der Reichstage und an der Regierung, ihre so oft und oft lärmend der Hüttenleute gefordert haben. unverantwortlichsten Weise nicht um die Verhält- betonte Arbeiterfreundlichkeit praktisch zu beweisen. Die Reichsverbandslügen über sozialdemokratische Pumpwirtschaft". Ain In der Sitzung des Reichstages vom 6. Februar 1906 nisse der Arbeiter in seinem Wahlkreise kümmert, Arbeiter mögen acht geben, welche Partei es ernsthaft mit schilderte der sozialdemokratische Abgeordnete Hue oder wider besseres Wissen den sozialdemo- der arbeiterfreundlichen Sozialgesetzgebung meint. Die HüttenDas leidensvolle Dasein der Arbeiter in den Hütten- tratischen Vertreter verleumbet hat! Zwölfarbeiterschutzfrage ist ein ausgezeichneter Prüfstein für die und Walzwerfen. Er machte aufsehenerregende Angaben stündige regelmäßige, auf 24 bis 36 Stunden ausgedehnte über die unmenschlich lange Arbeitszeiten, die Abhegung Arbeitszeiten sind auch im Siegerlande üblich! Auch dort negierende Sozialpolitik des positiven" Fürsten Bülow. der Hüttenleute, über die grauenhaften sanitären Ein- gibt es für die Feuerleute keine regelmäßigen Essenszeiten. richtungen"; er teilte mit, wie Strankheiten und Unfälle Schauberhaftefanitäre Zustände" herrschen unter den Hüttenwerksarbeitern verheerend wirken. Es auch im Siegerlande, zum Teil noch schlimmer war das erste Mal, daß im Reichstag die Verhältnisse der als wie sie der sozialdemokratische Vertreter im Reichstage geHüttenleute derart flargelegt wurden. Es war wieder schildert hatte. Aber Herr Stöcker deckt den Mantel christlicher Die von der Kloake des Reichslügenverbandes berieselte bürgerdie Sozialdemokratie, die die Gesetzgebung auf Blindheit über diese nationalen" Mißstände. liche Presse enthält einen Artikel, der sich mit dem Rechnungswesen dieses schwerbernachlässigte Gebiet hinwies. Es waren Unumstößlich steht fest: als die Sozialdemokratie in des Parteivorstandes der Sozialdemokratie" beschäftigt. In dem Wachwert wird behauptet, daß früher, so lange ber bürgerliche Blätter, die über die Rede unseres Genossen der gesetzgeberischen Versammlung die dringende Schutzschrieben, habe der er Gesetzgebung ein der Hütten- und neues bedürftigkeit Walzwerksarbeiter mit alte Liebknecht noch lebte und sein wachsames Auge auf dem Land" gezeigt. Wer die Blätter unserer Parlaments- unanfechtbarem Material nachwies und gesetzliche Reformen Rechnungswesen ruhen ließ, ganz geordnete Verhältnisse" geherrscht hätten. Nach dem Tode Liebknechts fei aber durch übermäßige geschichte studiert, wird entdecken, daß insbesondere auf dem verlangte, da waren es ein nationalliberaler und ein„ chriftlich- Gewährung von Darlehen liederliche Wirtschaft eingeriffen. Gebiete des Arbeiterschutes die sozialdemokratischen sozialer" Vertreter, die beide den geforderten Hüttenarbeiter schlimmsten hätte sich diese Entwickelung in den Jahren 1905 und Abgeordneten fast immer die Anreger und Wegweifer schutz für nicht begründet erklärten. Das Zentrum schlug seine 1906 gezeigt. waren. Von den Forderungen, die unsere Genossen Bebe 1, alte Tattit ein; es ließ in der Reichstagssigung vom Im ersteren hatte die Darlehnskasse eine Einnahme von Fritsche, Liebknecht usw. seit dem Jahre 1869 und 9. Februar 1906 durch den Abg. Giesberts wesentlich be- 55 262,50 M. Darlehen gewährte die Kaffe in Höhe von 152 144 W., Man sieht, die Parteitajie im Jahre 1877 in ihrem großen Arbeiterschußgefeßentwurf ſtätigen und unterstreichen, was der sozialdemokratische also etwa ein Fünftel der Einnahme. aufstellten, zehren heute noch die bürgerlichen Sozialpolitiker Redner drei Tage vorher ausgeführt hatte, brachte auch einen wird immer mehr Pumpinstitut, die Rüdzahlung der Darlehen wird dem sozialdemokratischen nachgebildeten Antrag in verblüffender Weise zum Ausdruck gebracht.... Das Darlehnskonto immer geringer. im reichen Maße. Das Jahr 1906 hat diese Bestimmung denn aud) Es war die sozialdemokratische Fraktion, ein. Wer nur die Zentrumswahlzitate fennt, könnte freilich steht in der Einnahme mit 15 360 M. da! Es wurde also der zehnte die führend den Weg zum Hüttenarbeiterschußgesetz zu der Ansicht kommen, dem Zentrum gebühre das Ver- Teil der 1905 verborgten Gelder zurückgezahlt. In den Ausgaben aber einschlug. Unsere Genossen beantragten im Reichstag eine dienst, die Sache der Hüttenleute vor allen anderen Parteien steht das Unterstützungskonto mit 132 020,00 M. und das Darlehnskonto Resolution folgenden Inhalts: bertreten zu haben. In Wirklichkeit gebührt dies mit 327 606 M. Das ist mehr als der dritte Teil der Einnahmen. Der Reichstag wolle beschließen den Reichslangler zu ersuchen, Verdienst der angeblich negierenden"," arbeiterschädi- Es sind Darlehen in zwanzigmal größerer Höhe gewährt, als zurüc daß eine eingehende Untersuchung der Arbeitsverhältnisse genden" Sozialdemokratie. gezahlt worden, und da, wer als Darlehnnehmer teine Zinsen zahlen der Arbeiter in der Großeisenindustrie eingeleitet Vom Regierungstisch sind keine Einwendungen gegen die fann, auch keine zu zahlen braucht, an Rückzahlung des Kapitals werde. Die Untersuchung wäre unter anderem auf folgende Darstellung der Hüttenwerksmißstände erhoben worden. Auch ebenfalls nicht weiter zu denken hat, so stellt die sozialdemokratische Bunte zu erftreden: Parteitasse mit ihren Haupteinnahmen an Arbeitergroschen ein 31. über die Dauer der täglichen Arbeitszeit oder die später wurde nicht einmal der Versuch gemacht. Was hat nun großes Bumpinstitut unreellster Art bar!!" die Regierung des positiven" Fürsten Bülow in der Sache Damit das Ganze den Eindruck unanfechtbarer Darlegung 2. über die Ueberstumden und Ueberschichten unter Be- positiv getan? Aus der unterm 11. März 1907 dem Reichstage macht, wird noch hinzugefügt:" Die Zahlen find den Protokollen rüdsichtigung der Zahl der Heberarbeit leiftenden Arbeiter für zugegangenen Uebersicht der vom Bundesrat gefaßten Ent- über die Verhandlungen der Parteitage der angeführten Jahre entjedes einzelne Wert sowie der auf jeden Arbeiter entfallenden schließungen auf Beschlüsse des Reichstages" erfahren wir, daß der nommen, die im Verlage des Vorwärts" erschienen sind. Die An durchschnittlichen Zahl der Arbeitsstunden; Reichstagsbeschluß betreffend Vornahme von Untersuchungen über gaben für 1906 entstammen den als Beilagen des„ Vorwärts" herausdie Hüttenwertszustände vom Bundesrate, dem Reichs- gegebenen Berichten an den Mannheimer Parteitag und befinden tanzler überwiesen" ist. Ob dieser irgend etwas sich dort auf Seite 44-45. An der Richtigkeit läßt sich also nicht 4. über die Durchführung und die Wirkung der bis jetzt steht nicht in der amtlichen Druckschrift. Bofitives auch nur für die Einleitung der Untersuchungen getan, rütteln, selbst nicht von der Sozialdemokratie." Die angeführten Zahlen sind richtig. Die Sozialdemokratie, die Derartig nichts zu verheimlichen hat, legt, im Gegensatz zu allen anderen erlaffenen Schutzbestimmungen für die Arbeiter; 5. über die von den Wertsleitungen getroffenen Gin- gleichgültig behandelt der Reichskanzler Parteien, öffentlich vor aller Welt Rechnung. In den Protokollen richtungen, wie waschgelegenheit, Badeeinrichtungen, Räume Fürst Bülow eine Arbeiterschusfrage bon befinden sich aber, wenige Zeilen von den zitierten Zahlen entfernt, zum Einnehmen von Mahlzeiten usw. außerordentlicher Bedeutung! Und dieser Mann auch eingehende Erläuterungen, die darlegen, warum eine bestimmte Die Resolution wurde am 27. Mai 1906 gegen die wirft der Sozialdemokratie negative Politit" bor. Die Ausgabe in einen bestimmten Zeitraum fich hoch oder niedriger geStimmen der konservativen Fraktion und fast aller National- Verhältnisse der Hüttenarbeiter bedürfen dringend einer Reform ſtaltet. liberalen angenommen. Diefen ersten gesetzgeberischen Att im Interesse des Allgemeinwohls. Diese Tatsache könnte zugunsten eines Hüttenarbeiterschutzgesetzes haben die der Reichskanzler schon den Berichten der Eisen- und StahlSozialdemokraten bewerkstelligt, dieselben Sozial berufsgenossenschaften oder auch den letzten Gewerbedemokraten, denen der Reichskanzler stetige Verneinungs- inspektorenberichten entnehmen, wenn der große, positive politik" vorzuwerfen wagt. Geist" sich die Zeit nähme, sich um solche Kleinigkeiten" zu Für die Geschichte des Hüttenarbeiterschutzes, der vorerst kümmern. Was nun die Enquete des Metallarbeiternoch verlangt wird, ist es von Bedeutung festzustellen, wer verbandes an Material zur Begründung eines Hüttenarbeiterbersucht hat, die Hüttenherren zu verteidigen, die sozialdemo- schutzgesetzes beibringt, darf von der Gesetzgebung erst recht fratischen Anklagen als haltlos hinzustellen. Das unter- nicht übersehen werden. Dauer der Arbeitsschichten; 3. über die Einwirkung der Arbeitszeit sowie der Nacht und ueberarbeit auf die Unfallhäufigkeit und die Erkrankungsgefahr für die Arbeiter; " " So heißt es in dem Sassenbericht vom Jahre 1905: Weiter sind auch die in der Entwickelung etwas zurückgebliebenen Parteiblätter, wie die gegen das Vorjahr um dreifach höhere Breßunterstützung beweist, fräftig gefördert worden. Auch die mit 152144 Mart zur Ausgabe gelangten Darlehen dienten in erster Linie zur Förderung unserer Presse, indem fie, mit Ausnahme einiger zu anderen 8weden gegebenen Summen, denjenigen parteigenössi= fchen Unternehmungen zur Verfügung gestellt wurden, die zwar in erfreulich stem Aufschwung begriffenfind, aber doch nicht in der Lage waren, die Kosten notwendig gewordener Vergröße rungen fofort aus eigenen Mitteln bestreiten zu können." Jm Kaffenbericht vom Jahre 1906 heißt es zu den Ausgaben: Eine unverhältnismäßige Höhe hat das Darlehnstonto mit 327 606 Mart erreicht. Abgesehen von einem größeren Darlehn, das einer burch wiederholte Aussperrungen in Bedrängnis geratenen Gewerkschaft gegeben wurde, sowie einigen Beihülfen zur Errichtung und Erhaltung von Gewertschaftshäusern, bie zugleich Versammlungslotale unserer Partei sind, wurden auch diese Ausgaben fast ausschließlich im Interesse unserer Parteipreffe gemacht." Also im eminentesten Parteiintereffe, weil der Aufschwung der 4. sanitäre Einrichtungen der Arbeitsräume, Anwendung Parteipreffe die Parteidruckereien zu großartiger Erweiterung ihrer von Staubsaugeanlagen in den Metallschleifereien, Einrichtung technischen Einrichtungen, Herstellung von Steubauten, Erwerb von und gute Instandhaltung von Wasch- und Badeanstalten, Grundstüden usw. zwang, wurden die Darlehen gegeben. SelbstAnkleide- und Speiseräume und Bereitstellung von Erfrischungs- verständlich waren die betreffenden Geschäfte, die bei den Um mitteln. änderungen ihre eigenen verfügbaren Mittel mit verbraucht hatten, nahmen in der Sigung vom 12. Februar der national- Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion liberale Reichs- und Landtagsabg. Dr. Beumer und hat denn auch die Konsequenzen aus dem vorliegenden Material Herr Abg. Stöder, einer der Inspiratoren der christlich gezogen. Sie reichte unterm 9. März 1907 folgenden Annationalen Arbeiterbewegung". Bon Herrn Beumer, dem trag ein: Generalsekretär der Eisen- und Stahlindustriellen RheinlandWestfalens, können seine Brotherren verlangen, daß er wenigstens versucht, aus schwarz weiß zu machen. Aber Herr Stöder, dessen Dallesblätter nun auch von der christlichen Gewerkvereinspresse empfohlen werden, hat sich bei der Debatte über die Hüttenarbeiterzustände mindestens als ein sozialpolitischer Nichtswisser gekennzeichnet. Der würdige Herr Hofprediger a. D. sagte: " Das Schauerbild, das neulich Herr Hue entworfen, aber Herr Abgeordneter Beumer widerlegt(!) hat, trifft nicht zu. Das find Berallgemeinerungen einzelner Fälle und lebertreibungen bon Wirklichkeiten. Ich bin in einem Wahlfreife gewählt, wo die Eisen- und Stahlindustrie sehr bedeutend ist. Ich habe von jenen Greueln nichts erfahren(!). Das aber fönnen Sie glauben, daß die Arbeiter, die mich wählen, mich auch in Kenntnis fezen würden, wenn solche Schauermärchen irgendwie(!) Wahrheit wären. Aber Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, auf Grund des§ 120e der Reichsgewerbeordnung zum Schutze der in Walz-, Hüttenwerken und Metallschleifereien beschäftigten Arbeiter Verordnungen zu erlassen, die bestimmen: 1. die Festsetzung der Dauer der Arbeitszeit sowie die Einführung der achtstündigen Arbeitsschicht für die in den Feuerbetrieben beschäftigten Arbeiter, 2. Einfänkung der Ueberarbeit, 3. strenge Durchführung der zum Schuße der Arbeiter erlaffenen gefeßlichen Bestimmungen und Unfallverhütungsvorschriften ,. nicht sofort in der Lage, umfangreiche RiiSzaülungen machen zu können. ErwieS sich doch bei verschiedenen die geschaffene Erweiterung alsbald wiederum als ungenügend, so daß weitere Mittel zu erneuter Bergrößemng gebraucht wurden. Der Ausgleich zwischen Ab- und Zufluß im Darlehnskonto voll- zieht sich naturgemäß in einem längeren Zeitraum. DaS ist im »Rechnungswesen" der sozialdemokratischen Partei schon immer so gewesen. So weist beispielsweise das Jahr 1394 eine Einnahme im Darlehnskonto von 104 731,76 Mark auf, während die Ausgabe nur 39 100 Mark beträgt. So wird auch in den nächsten Jahren— normale Zeitumstände Vorausgesetzt— der Rückfluß der Darlehen wieder ein stärkerer Werden. Für das �sahr 1906. in dem die Gewährung von Darlehen eine unverhältnismäßige Höbe erreichte, wurden außerdem noch genaue Angaben darüber gemacht, in welche Landesteile die Darlehen ge- flössen sind.(Seite 168 und 169 des Protokolls.) Außerdem liegen während der Verhandlungen des Parteitages über den Tätigkeitsbericht des Parteivorstandes die Kassenbücher für jeden Delegierten offen aus, so daß sich also jeder legitimierte Ver- tretcr der Partei auf das genaueste überzeugen kann, wer die Darlehns- empfänger waren, ganz abgesehen davon, daß die vom Partei- Vorstande ganz unabhängige Kontrollkommission der sozialdemo- kralischcn Partei den Sachverhalt, der zur Gewährung eines DarlehnS geführt hat. in jedem einzelnen Falle genau prüft. Die Ausführungen, die der Delegierte von Hannover, Genoffe Leinert, auf dem Parteitag in Mannheim im Jahre 1906 zu dem Kapitel der Darlehen machte, zeigen am besten, wie auch die ältesten und bcslfundiertesten Parteiorganisationen in die Lage kommen können, ein Darlehen aufnehmen zu müssen; sie zeigen aber auch weiter, waS es mit dem»großen Pumpinstitut unreellster Art" für eine Bewandtnis hat. Genosse Leinert führte auS:»Wenn davon gesprochen wird, daß wir Hannoveraner ö8 972 M. von der Zentralkasse erhalten hätten, so darf dabei nicht übersehen werden, da» öS 000 M. davon Darlehen waren. Diese Darlehen mußten ganz aus den Leistungen der Zentral- lasse für die Wahlkreise ausscheiden, weil der Borstand sein Geld ja zu einem hohen Zinsfuße verliehen hat. Das ist kerne besondere Leistung, die als Unterstützung in Anrechnung gebracht werden darf. Wir hätten das Geld auch von anders her borgen können; daß wir eS vom Parteivorstande nahmen, ist ein besonderes Entgegenkommen von unserer Seite. Wir haben in Hannover ein Geschält errichtet, das 250 000 M. gekostet hat. Der wesentlichste Teil der Summe ist von Hannover allein aufgebracht, der Rest ist entliehen worden." Diese ihnen wohlbekannten Tatsachen verschweigen natürlich die Dreckfinken de» ReichslilgenverbandeS geflissentlich. Dafür spritzt da» Gesindel am Schluß des Artikels noch folgenden Jauchestrahl gegen die sozialdcmolratische Partei: »Die Hälfte der Einnahmen des Jahres wird verborgt und verschenkt, niemand weiß recht, an wen. Zurückgezahlt wird nicht», Zinsen werden auch nicht gezahlt. Eine herrliche Wirtschaft I" In der Tat, eine herrlich- Wirtschaft!— Pfui Teufel über dieS Lügengesindel des ReichsverbandeS! politische Qchcrücht. Berlin, den 20. März 1907. Serien-Eile. Die Probezeit für das Blockpräsidium des Reichstages ist vorüber. Heute wurde die geschäftSordnungSmäßig nach vier- wöchentlicher Karenzzeit vorzunehmende endgültige Präsidentenwahl vollzogen; dabei wurden für den Präsidenten, Graf v. Stolbcrg. 192 Stimmen abgegeben, 133 Stimmzettel waren unbeschrieben. Abgeordneter P a a s ch e erhielt als erster Vizepräsident 191 Stimmen, Abgeordneter K a e m p f als zweiter Vizepräsident 180. Es folgte die zweite Beratung des NotgesetzcS für die Schutzgebiete, bei der es zu etatsrechtlichen Auseinander- setzungen kam, die eine Ueberetnstimmung de« ganzen HauseS mit den vom Unterstaatssekretär T w e l e im Namen der ver- bündeten Regierungen abgegebenen Erklärungen ergab und darum auch zur einstimmigen Ablehnung deL in dieser Ve- zi�hung von der Mehrheit der Budgctkommission irrtümlich beschossenen Antrages führte. Genosse Singer gab für die sozialdemokratische Fraktion die Erklärung ab, daß sie un- beschadet ihrer prinzipiellen Stellung zum Etat die etatSrecht- liche Erklärung des RegicrungSvertreters teile. Daran schloß sich die dritte Beratung des Notgcsetzeö zum Hauptetat, die sich ohne Debatte vollzog, l�n der Abstimmung wurden die beiden Notgcsetze, die der Re- gierung vorläufig zwei Zwölftel des Etats bewilligen, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die zweite Beratung des Gesetzentivurfes, betreffend die Bemessung des Kontingentsfußcs für landwirtschaftliche Brennereien, vollzog sich ebenfalls ohne Debatte. Der Entwurf wurde angenommen. Da die Regierung durch den Staatssekretär Grafen Posadowsky die Erklärung abgeben ließ, daß sie die Jnter- pellationen des Zentrums und der sozialdemokratischen Fraktion bezüglich der Grubenkatastrophen in Klein-Roffeln in einer sp äter«n Sitzung, zu der ein technischer Beamter sowie der preußische Handelsminister hinzugezogen werden niüsse, beantworten werde, so schied diese Angelegenheit aus de» heutigen Tagesordnung aus. Der Präsident gab zum Schluß dem Hause eine Mit- tcilung des Reichskanzlers bekannt, betreffend die Konferenz� im Zimmer der sozialdemokratischen Fraktion. Die Frage der polizeilichen Anmeldepflicht sei so meldete Graf Stolberg — von der Polizei nicht aufgeworfen worden; die Polizei habe nichts beantragt und der Staatsanwalt habe in dieser Sache nichts getan. Sollten weitere Ermittelungen die Angelegenheit anders erscheinen lassen, dann werde die Staatsregierung dem Präsidium deS Reichstages Nachricht geben. Nunmehr beraumte der Präsident eine neue Sitzung auf eine halbe Stunde später an, um die dringendsten Sachen noch zu erledigen und die Osterferten beginnen zu lassen. In dieser Sitzung wurden schnell nacheinander in dritter Beratung der Vertrag zwischen Deutschland und Luxemburg über den Beitritt Luxemburgs zur norddeutschen Brausteuer- gemeinschaft, daS Notstandsgesetz für die Schutzgebiete und das Gesetz über die Liebesgabe an die Schnapöbrcnner ohne Debatte vollzogen. Dann ging das Hau? in die Ferien. Die nächste Sitzung findet am 10. April statt. Preußisches Bolksschulwesen. Da« Mgeordnetenhaus hat am Mittwoch die Beratung de? KultuSetats beim Kapitel Elementarunterrichtswesen fortgesetzt. Die Debatte, die in den letzten Tagen einen hoch- politischen Charakter getragen hatte, sank wieder auf daS gewöhnliche Niveau des HauseS; sie verlor sich völlig in Einzelheiten. Trotzdem ist auch dieser Erörterung die Bedeutung nicht abzusprechen; denn in ihrer Gesamtheit ergaben die vorgetragenen Einzelfälle ein Bild von den preußischen VolkSschulzuständen, daS geradezu trostlos ist und zur schärfsten Kritik herausfordert. Wir sehe» ganz von den vom Abg. Dasbach zur Sprache ge- brachten Fällen von Wahlbeeinflussungen der Lehrer durch ihre Kreisschulinspelloren ab. WaS wollen diese Fälle sagen gegen» über der ungesunden Wahlbeeinflnssung, die im ganzen Reiche geübt ist und die unseren Genossen Fischer und Bebel ein so wuchtiges Anklagematerial gegen die Regierung und die bürgerlichen Parteien lieferte I Außerdem sind wir eS ja nachgerade gewöhnt, daß alles. was in Preußen Beamteneigenschaft hat, von der Regierung in den Dienst der»nationalen" Sache gestellt wird. Die Regierung vertritt die Anschauung, daß die Beamten ihr nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern zugleich auch ihre politische Gesinnung zu verkaufen haben. Wie alljährlich, so wurde auch diesmal wieder lebhaft über »die Schullasten auf dem platten Lande" gellagt. DaS im vorigen Jahre verabschiedete SchulunterhaltungSgesetz hat diese Klagen nicht verringert, sondern eher vermehrt. Wie die Regierung bei der Regelung der Lehrergehälter verfährt, dafür wurde eine ganze Reihe das System Studt charakterisierende Beispiele aufgezählt: Für die Lehrer, die gleichzeitig ein Kirchenamt be- kleiden, hat Herr Studt einfach angeordnet, daß die 400 Mark übersteigende Entschädigung für dieses Nebenamt ihnen auf ihr Grund- g e h a l t angerechnet, d. h. daß daS Grundgehalt um so diel gekürzt wird I Staatliche, den Gemeinden versprochene Zuschüsse werden einfach wieder zurückgezogen usw. In welche Verlegenheit dadurch ärmere Gemeinden geraten, die bielleicht im Vertrauen auf die Zusage der Regierung einen zweiten Lehrer angestellt haben. und wie daS Schulwesen darunter leidet, das bedarf keiner näheren Erläuterung. Auch das ist charakteristisch, daß die Regierung bezw. deren Organe sich nicht scheuen, den Gemeinden mit Entziehung der StaatSbeihülfcn zu drohen, falls sie die Lehrergehälter erhöhen I— Der Minister blieb allen diesen schweren Anklagen gegenüber stumm; er überließ seine Verteidigung dem Ministerialdirektor S ch w a r tz- kopff, der sich leicht damit ausreden konnte, daß ihm die meisten Fälle unbekannt, oder daß die Abgeordneten falsch unterrichtet sind. Am Schluß der Sitzung beriet das Haus noch einige Anträge, die darauf hinausliefen, die O st m a r k e n z u l a g e n zu erhöhen. Mit Rücksicht auf die schwache Besetzung wurde die A b st i m m u n g bis zur dritten Lesung des Etats vertagt. Vorher hatte das Haus in Anbetracht des UmstandeS. daß der Etat nicht rechtzeitig fertig wird, einen Antrag, der die Regierung zu Ausgaben in gewissen Grenzen ermächtigt, der Budgerkommisfion überwiesen.—_ Liberale Ministerstürzer. Die liberalen Blockverbündeten, die im Reichstag so überaus bescheiden aufgetreten sind, hatten erwartet, daß sich die Regierung dafür wenigstens in anderer Weise erkenntlich zeigen würde. Ihre bedingungslose Zustimmung zur Welt- und Kolonialpolitik und ihre Resignation gegenüber der Agrarpolitik hofften sie durch einige kleine Konzessiönchen auf dem Gebiete der preußischen Politik belohnt zu sehen. So rechneten sie darauf, daß im Landtag dem liberalen Antrag auf fachmännische Schulaufsicht an Stelle der geistlichen Schulaufsicht von der Regierung ein ge- wisscS Entgegenkommen bewiesen werde. Nun hat aber die prcu- hische Regierung durch Herrn von Studt ganz im Gegenteil ein Loblied auf die geistliche Schulaufsicht gesungen. Dieser schnöde Undank für alle liberalen Liebesdienste hat selbst den Liberalismus einigermaßen in Harnisch gebracht. So behauptet der Freiherr von Zedlitz, daß er auf Grund von Unterhandlungen in der W i I h e l m st r a ß e 77 eine entgegenkommendere Ant» wort des Kultusministers zu erwarten Beranlassung gehabt habe. Die freisinnige„Königsbcrger Hartungfche Zeitung" vollends behauptet, daß B ü l o w zu einer Konzession bereit ge- Wesen sei, daß er jedoch der gegen ihn bestehenden Fronde unter der Führung des Grafen Posadowsky und des Frciherrn von Rheinbabcn erlegen sei. ES sei deshalb notwendig, daß der Reichskanzler, falls er sein Paarungsprogramm in die Tat umsetzen wolle, bald„reinen Tisch" mache. Die Studt und Stengel könne er ja auch leicht über die Klinge springen lassen. Ander« stehe eS mit Rheinbaben und Posadowsky,»Männern von reichem Wissen, großer Begabung und seltener Arbeitskraft". Vor allem werde auch Posadowskhs Abgang, als des Ministers für So» zialpolitik, im liberalen Bürgertum schmerzlich empfunden werden. Allein seiner Tätigkeit setze ja schon das Aller Schranken, auch ließe sich ja wohl ein geeigneter Nachfolger finden. Wenn cS also Bülow ernst sei mit seinen Zugeständnissen an liberale Forderungen, so müsse er sobald als möglich Klarheit schaffen und ein homogenes Ministerium bilden, sonst säge er sich selbst den Ast ab, auf dem er sitze. Die konservative Presse behandelt diese ministerstürz. lerischen Umtriebe der Liberalen mit eisigeni Hohne. Zunächst er- klärt die„Deutsche TageSzeitun g", daß Herr von Zedlitz einenr Mißverständnis zum Opfer gefallen sei, wenn er aus seinen Unterhaltungen mit dem ReichSkanzleramt gefolgert habe, daß Fürst Bülow auf einem anderen Standpunkt stehe, al» der preußische Kultusminister. Bon Unstimmigkeiten inner- halb der Regierung könne keine Rede sein. In einer so wich» tigen Angelegenheit habe Studt nur im Sinne der Anschauungen und Absichten des leitenden Staatsmannes handeln können. Eine noch schärfere Absage erteilt die„K r e u z z e i t u n g" den Kulturkampfillusionen der Nationalliberalen und Freisinnigen. Der Reichskanzler, der laut und deutlich erklärt habe, daß er keinen Kulturkampf wolle und daß er sich auf keine Neben- rcgierung mehr einlassen könne, habe durchaus im Sinne seiner programmatischen Erklärungen gehandelt, als er das»kau» dinische Joch der liberalen Minderheitsparteien unbeachtet' gelassen habe. ES ist dem Liberalismus also einstweilen nicht einmal ge- lungcn, das kleinste Konzessiönchen gegen seine Politik der Eni- sagung einzuhandeln. Die liberale Presse wird nach einigem Rumor wohl auch diese Enttäuschung resigniert hinnehmen. Un» sere Liberalen sind nun einmal nicht aus dem Holze geschnitzt, um Minister zu stürzen. Auch dieser Borgang bestätigt vollständig un- sere Voraussagen: Der Liberalismus wird zwar der Reaktion als willkommener Bundesgenosse gelten, solange eS gilt, militaristische. marinistische und kolonialpolitische Forderungen durchzudrücken. Sobald aber der Liberalismus den Versuch macht, als Gegen- leistung dafür kulturelle Konzessionen einzuheimsen, finden sich Konservative und Zentrum als treue Stützen der Regierung gegen die»liberale Minderheit" zusammen! Das ist die konserdativ-Iiberale Paarung! » 4« DeulTchco Reich. Doppelte Moral. Einen»feinen" Unterschied weiß die»N a t i o n a l- Z e i t u n g' zwischen der Veröffentlichung vernntrenter Briefe und amtlicher Aklenstücke einerseits und der Veröffentlichung peruntrenier ver- traulicher Zirkulare von Parteiinstanzen andererseits zu iiiockjen. Das erstere ist ein Verbrechen. daS zweit« eine löbliche Tat. Dieser Unterschied, so meint die»Rational-Zeitung" ist»nur für Leute nicht wahrnehmbar, die in ihren Anschauungen über Dielretion Und Eid von sozialdemokratischer Vorurteilslosigkeit sind.. Muß wohl sein, denn wir stehen allerdings auf dem Stand- Punkt, daß eine Veruntreuung eine Veruntreuung ist und halten die freiwillig übernommene Verpflichtung des Mannes, vertrauliche An- gelegenheiten seiner Partei den �Gegnern nicht zu verraten, für ebenso heilig, wie den Amtseid des Beamten und das Brief- geheiumis. Der Benutzer solcher veruntreuter vertraulicher Zirkulare kann deshalb nicht gut anders bewertet werden, als der Benutzer veruntreuter Briefe oder amtlicher Aktenstücke. UebrigenS fälscht die»National-Zeitung", wenn sie uns einer .EntriistnngSkomödie" wegen ihrer Benutzung des veruntreuten Materials bezichtigt. Wie jeder Leser unserer gestrigen Notiz weiß, die.National-Zeitung" inbegriffen, haben wir uns nicht entrüstet, sondern eine nüchterne Anfrage gestellt, die nicht den Zweck hatte, die»Nattonal-Zeitung" wegen der Beröffentlichung ver- imtreuten Materials anzuklagen, sondern ihre doppelte Moral zu kennzeichnen. Wir verübeln es der.National-Zeitung" durchaus nicht, wenn sie sich auf den Standpunkt stellt: ,... Was geht es schließlich uns an, wenn die Empfänger»ver- traulicher Zirkulare" allerhöchster Parteiinstanzen nicht dicht halten? Und wenn uns solche Zirkulare»auf den Redaktionstisch fliegen"— glaubt der»Vorwärts", wir wären die Narren, sie ihm postwendend zurückzuschicken?„A la guene cornrne k la guerre." Wir denken nicht daran, wie die„Nattonal-Zeitung" wiederum fälschlich behauptet, uns darüber zu beklagen. Wogegen wir uns wandten und wenden, das ist die erbärmliche Heuchelei der Ordnungspresse und der.National-Zeitung" insbesondere, die jede Veröffentlichung veruntteuter Schriftstücke, die in der gegnerischen Presse erfolgt, eine unehrliche und unanständige Handlung schilt, dabei selbst ohne jedes Bedenken solche Veröffentlichung veruntreuter Schriftstücke der Gegenseite vornimmt, die Gleichheit der Handlung aber dann mit Rabulistereien über den Unterschied zwischen Briefen und Zirkularen aus der Welt zu lügen sucht!— Wenn zwei dasselbe tun? Es ist ja inzwischen festgestellt worden, daß die von dem Scherl- blatt mitgeteilte angebliche staatsanwaltliche Aktion wegen der sozialdemokratischen Redakteurkonferenz nur der Phan- tasie eines Scherl-Schmocks entstammte. Nicht die Staatsanwalt- schaft, sondern die P o l i z e i hat sich für diese Zusammenkunft interessiert. Der Seniorenkonvent des Reichstages hat sich ein» mutig gegen den polizeilichen Uebereifer ausgesprochen. Auch die bürgerliche Presse in ihrer Mehrheit war einsichtig genug, das exzeptionelle Interesse der Behörden für eine sozialdemo- kratische Konferenz für u n a n g e m e s s e n zu erklären, da bei ganz gleichartigen bürgerlichen Veranstaltungen ein solches Jnter» esse noch niemals an den Tag getreten war. Die Akten über diese Staatsaktion können deshalb geschlossen werden. Immerhin verdient es verzeichnet zu werden, daß sich gleich- wohl einige agrarische und antisemitische Blätter gc- sunden haben, die auch bei dieser Gelegenheit ihre Schwärmerei für eine auSnahmegcsetzliche Behandlung der Sozialdemokratie nicht bemeistern konnten. So erklärte die»Deutsche Tageszei- tung" in ihrer gestrigen Abcndnummer, daß es ja richtig sei, daß auch andere Parteien im Reichstag dergleichen Konferenzen veranstaltet hätten. Es werde sich jedoch darum handeln, genau zu prüfen, ob die Konferenz als eine Versammlung im Sinne de» VereinSgesetzcS aufgefaßt werden könnte. Die Prüfung dieses Tat- bestandeS bei den früheren Konferenzen anderer Parteien e n t. ziehe sich der Beurteilung. Im vorliegenden Fälle jedoch sei die Staatsanwaltschaft v er pf lich t e t gewesen, cinzu- schreiten, wenn nach ihrer Auffassung eine polizeilich nicht angc- Ineldete Versammlung stattgefunden habe.— Unverfrorener noch tritt die Schwärmerei für da« zweierlei Maß der gesetzlichen Bc- Handlung im ,.R e i ch" hervor. Dies konservativ-antiscnntische Organ hält es trotz des ZugeständisseS der bürgerlichen Presse, daß auch von den bürgerlichen Parteien wiederholt ähnliche Veranstaltungen im Reichstagsgebaude stattgefunden haben, für »ganz unrichtig", der Sozialdemokratie gleich« Rechte einzuräumen. Die Sozialdemokratie treibe mit dem Rechte der Abgeordneten zur Benutzung der Konferenzzimmer so»groben Un- fug", daß die Staatsanwaltschaft dem„Unwesen" unbedingt steuern müsse. Den»Zerstörern von Staat und Gesellschaft" dürfe»im ReichStagShauS kein Asylrecht" eingeräumt werden Die bürgerlichen Parteien dürfen also im RDhstagSgebäude Konferenzen aller Art abhalten, an denen auch zahlreiche Nicht- Parlamentarier teilnehmen. Sobald aber die Sozialdemo- k r a t i e das gleiche Recht in Anspruch nimmt, hat die Staats- anwaltschaft gegen sie vorzugehen!—* ReichStagSleistung des liberal-konservativen Blocks. Die»Antisozialdemokratische Korrespondenz" vermißt in den bisherigen Reichstagsverhandlungen jeden Versuch einer Darlegung der»Grundzüge antisozialdemotratischer Politik" und erteilt de. � halb dem unter dem Zeichen deS liberal-konservativen Paarungs- triebes stehenden Reichstag eine schlechte Zensur. Sie schreibt: »Die bisherigen Verhandlungen.dieses" Reichstages können — von ganz wenigen und vereinzelten Lichtblicken abgesehen— nur als der Ausdruck zunehmender parlamentaris�er Verwilde- rung eingeschätzt werden. Die Aufgaben de« Reichstages sind politischer, aber nicht agitatorischer Natur, und von den Mit- gliedern de�, Reichstags muß man verlangen, daß sie Politik treiben und die Gewohnheiten der Volksversammlungen hinter sich lassen. Ist durch alle die jetzt im Reichstage gehaltenen sozialdemokratischen und antisozialdemokratischcn Reden irgend etwas zur Aufhellung des sozialdemokratischen Problems gc» schehen? Hat irgend wer auch nur den Versuch gemacht. die Grundzüge antisozialdemotratischer Poli- tik wenigstens anzudeuten? Keiner hat es getan! Niemand ist dazu imstande gewesen! Und was wird fernerhin geschehen, wenn die Etats de» Reichskanzlers, der Reichskanzlei und des Reichsamis des Innern werden beraten werden? Dann werden wir noch einmal und wiederum dieselben Lieder mit gc- ringen Variationen zu hören bekommen. Daß der Reichskanzler solchen Verhandlungen„dieses" Reichstages bald ferngeblieben fft, ist er nicht nur seinem persönlichen Aniehen, sondern auch der Würde seines Amtes schuldig gewesen." Herr Lorenz hat, was seine Bemerkungen über den Wert der antisozialdemokratischen Reden anbelangt, sicherlich recht; nur be- greifen wir nicht, daß er die rednerischen Leistungen de» Kanzlers höher einschätzte. ES fehlen in ihnen nicht nur der Versuch einer Andeutung der Grundzüge der„antisozialdemokra- tischen Politik", sondern überhWpt irgend welcher Politik.— AuS Württemberg. Di« württembergische Regierung hat den Ständen eine Denk- schrift über eine Erhöhung der Posttarife für den Orts- und Nachbarortsderkehr vorgelegt. Die Denkschrift weist nach, daß die Tariferhöhung im Interesse der Erhaltung deS �Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben für den Staatshaushalt nicht zu entbehren sei, da sonst die fehlenden Beträge durch einen Steuerzuschlag aufgebracht werden müßten. ES soll deshalb vom 1. April ab das Briefporto von S Pf. auf b Pf. und das Post- kartenporto von 2 Pf. auf 5 Pf. erhöht werden; das Porto für Drucksachen. Geschäftspapiere und Warenproben wird ebenfalls er- höht. Die Zweipfennigmarken und d,e Zweipfennigkarien sollen ganz in Wegfall kommen. Die zu erwartenden Mehreinnahmen sind auf«13 000 M. geschätzt. Die Postverwaltung glaubt, daß zu- nächst mit einer VcrkehrSverminderung zu rechnen sein werde, daß aber dieser Stückgang bald einer normalen VerlehrSentwickelun-» wieder Platz machen werde. Die Regierung hat den Ständen ferner eine Borlage über Aufbefferung der Beamtengehälter übergeben. Die Vorlage sieht dem Staatsanzeiger" zufolge eine Erhöhung des Wohnungsgeldes um durchschnittlich 60 Broz. des bisherigen Betrages und eine Aenderung der bisherigen Einteilung in Ortstlassen vor. Außerdem sollen die Unterbeamten, die Volfsschullehrer und Volksschullehrerinnen sotpie die Landjäger eine dauernde Zulage von 50 M. mit Rückwirkung vom 1. Oftober vorigen Jahres erhalten. Der gesamte Aufwand, den die Beamtenaufbesserung erfordert, beträgt 4 360 047. im ersten und 3756 127 M. im zweiten Jahre. Für den Hauptfinanzetat 1907/1908 ergibt sich nunmehr eine ungedeckte Mehrausgabe von 570 040 M., die in Erwartung späterer Deckung durch die Ueberschüsse des Rechnungsjahres 1906 aus dem Betriebs- und Vorratstapital der Staatshauptkasse vorgeschossen werden soll. in Schweden. Graf Lambsdorff ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch San Remo gestorben. sprechen nicht dagegen, da es sich hierbei um monopolartige Unter Reichstags- Ausschuß mit vier Stimmen Mehrheit beschlossen. Die Annahme der Stimmrechtsvorlage wurde am Dienstag bom nehmungen, bezi. um langjährige Kontrakte handelte. Bezüglich der Kioske sind Tiefbaudeputation und Magistrat in Tätigkeit getreten und die Fraktionen der Versammlung sind verständigt worden. Rußland. Gegen die vorgeschlagene Resolution habe ich persönlich Bedenken. Die Sidste hätten die Versammlung zu nicht weniger als zu fünfzehn Malen beschäftigen müssen; sie verunzieren das Straßenbild beineswegs, fondern verschönern es. Nach drei Jahren kann ja die Wladimir Nikolajewitsch Lambsdorff ist 1845 geboren, hat also Versammlung gegen die Verlängerung Oppofition machen, wenn die ein Alter von 62 Jahren erreicht. Vierzig Jahre hat er der Verlängerung auf mehr als drei Jahre nachgesucht werden sollte. russischen Diplomatie angehört: 1866 trat er ins Auswärtige Amt Die Anregung, alle derartigen Dinge vor die Bersammlung zu ein, machte langsam aber sicher Karriere und durfte 1878 den bringen, macht sich etwas wunderlich in dem Moment, wo gleichzeitig Fürsten Gortschatow zum Berliner Kongreß begleiten. Als eine Beschleunigung des Geschäftsganges gefordert wird. Murawjew im Juni 1000 plötzlich starb, ward Lambsdorff Verweser lassen. Die Resolution empfiehlt er zur Annahme, macht aber darauf Stadtv. Gericke( Fr. Fr.) will diese Argumentation nicht gelten und Anfang des folgenden Jahres Minister des Aus- aufmerksam, daß für diese Angelegenheiten schon früher ein Auswärtigen. Unter seiner Regierung" ward der unglückselige schuß niedergefeßt und fragt, weshalb dieser seit dem vorigen Juni Krieg mit Japan begonnen und kläglich zu Ende geführt. Lambs- noch nicht berufen worden ist. dorff war zu schwach und zu unbedeutend, um sich der Kriegspartei Stadtv. Borgmann( Sog.): Die Argumente des Bürgermeisters am Hofe( Alexejewo und Konsorten) energisch genug zu widersetzen. sind zu weit hergeholt. Die Reglements für die GrundeigentumsIm Jahre 1906 ging seine Ministerherrlichkeit zu Ende und beputation müssen hier ohne weiteres ausscheiden. Für die InAnschlagsäulen usw. ist stets die Genehmigung der Versammlung eingeholt worden. Das hatte auch hier zu geschehen. Nehmen Sie die Resolution an.( Beifall.) Arbeiter als Geschworene. In der Finanzkommission der Zweiten Kammer in Württemberg erklärte Justizminister Schmidlin, baß er die Frage, ob Arbeiter als Geschworene zuzulassen seien, unbedingt bejahe, womit gefagt sei, daß auch Sozialdemokraten Jewolski übernahm Lambsdorffs Portefeuille. nicht auszuschließen seien. " Aus der Aera der Einschränkung des Majestätsbeleidigungsparagraphen. Aus Plettenberg( Westfalen) berichtet die Elberfelder Freie Breffe": Der Bäder Robert H. von hier hatte fich vor der Hagener Straffammer wegen Majestätsbeleidigung zu Wirtschaft, wie die Wirtin und der Zeuge W. bekunden, bezüglich des Er hat am 8. Januar d. J. in der Ambrodschen deutschen Kaisers beleidigende Aeußerungen gemacht. Der Angeklagte wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Unterwerfung Simon Coppers. Auch der letzte Hottentottenführer, der sich übrigens bereits seit Jahresfrist jeder Feindseligkeit enthalten und in unzugänglichem Terrain eine neutrale Haltung beobachtet hatte, hat sich nunmehr ergeben. Amtlich wird darüber gemeldet: Berlin, 20. März. Oberst von Deimling meldet unter dem 19. d. M., daß sich nunmehr auch Simon Copper, der Kapitän der Franzmann- Hottentotten, der sich bisher in der für Truppen schwer zugänglichen Kalahari abwartend ber hielt, unterworfen hat. Eine Persönlichkeit ist Lambsdorff nicht gewesen. Man tann ihn geradezu als das Urbild des diplomatisierenden Bureautraten bezeichnen. An einer Reihe von Barenzusammenkünften der letzten drei Zaren mit fremden Herrschern( Wilhelm I, Wilhelm II., Franz Josef) hat Lambsdorff teilgenommen. Wenn andere mehr Memoiren hinterlassen haben sollte, so würden er, der nie ein Deutschenfreund war, wie Bismard, Hohenlohe und wir falls diese je zur Publikation gelangten fehr viel Interessantes zu hören bekommen, zumal über gewisse Vorgänge, bei denen die deutsche Diplomatie eine wenig rühmliche Rolle gespielt hat. Finnland. Die Landtagswahlen. stattgefunden. Es war das erste Mal, daß das finnische Volt sich Am 15. und 16. März haben die Wahlen zum finnischen Landtag Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts wählen statt der alten Ständebertretung eine Bolts vertretung auf fonnte, das für die Frauen ebenso wie für die Männer gilt. Welche Zusammensetzung der neue Landtag erhält, läßt sich jetzt noch nicht feststellen. Es wird Anfang April werden, bis das Grgebnis der Wahlen endgültig vorliegt. Die Auszählung der Am 3. März erschien vor seiner Werft bei Kowise- Kolt über- Stimmen und die Berechnungen, die das Proportionalsystem notraschend Major Bierer mit einer Kompagnie, einem Maschinen- wendig macht, erfordern Zeit. Die offiziellen Wahlzettel, auf die gewehr- Bug, einer Bastardabteilung und 30 Kamelreitern. Gegen alle angemeldeten Kandidatenlisten aufgenommen werden mußten, Busage von Leben und Freiheit versprach der Kapitän, feinen waren größtenteils sehr umfangreich. So hatte der Wahlzettel ganzen Stamm zu sammeln und die Waffen für die Wahltreise von Nylands- Län 75 Zentimeter Länge und bei Gochas abzugeben. Er entfandte sofort Boten an 45 Zentimeter Breite und enthielt 72 verschiedene Listen mit je die in der Kalahari weit zerstreut sigenden Stammesteile, die 3 Kandidaten! angeblich zufammen 100 Gewehre start sind, und trat selbst am 7. März den Abmarsch nach Gochas an. Damit wäre der legte glimmende Funken des Aufstandes erloschen. Trotzdem sollen außer der um 600 Mann zu verStärkenden Polizeitruppe noch 4000 Mann Kolonialarmee in Südwest bleiben! Und das, trotzdem sich jetzt auch 5000 erwachsene männliche Europäer in der Stolonie befinden. Neue Strafexpeditionen in Kamerun? Nach einem amtlichen Telegramm aus Kamerun ist dort der Angestellte o von der Firma Wörmann im Kameruner Hinterland durch Eingeborene getötet worden. Das Gouvernement bezeichnet den Vorgang als nnpolitisch und hebt hervor, daß sich die Bevölkerung ruhig berhalte. Hoffentlich bewahrt auch die Kameruner Verwaltung diese Ruhe und hütet sich davon, durch die so beliebte summarische Justiz in Gestalt einer Sttaferbedition, die ganze Dörfer zerstört, die Eingeborenen zu Repreffalien zu reizen 1 Gerade Kamerun war ja bisher das Experimentierfeld solcher Straferpeditionen"! Ausland. Defterreich- Ungarn. Zum Ausgleich". Budapest, 19. März. Die Ausgleichsverhandlungen zwischen den österreichischen und ungarischen Ministern, die heute den ganzen Tag dauerten, werden morgen fortgefeßt. In der heutigen Beratung ist bezüglich der Verzehrungssteuern eine erhebliche Annäherung erzielt worden. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich lebhaft. Aus Helsingfors wird berichtet, daß 72 roz. der Wahlberechtigten gestimmt haben. Im Lande war die Beteiligung in manchen Gegenden noch stärker und erreichte bis zu 90 Proz.! Auch der a hitampf war außerordentlich lebhaft, wie man seinesgleichen in Finnland noch nie gesehen hat. Unsere Genoffen hatten durch ihre Parteileitung alle Arbeitgeber ersucht, den Arbeitern am Wahltage freizugeben. Im allgemeinen tamen die Arbeitgeber dem Verlangen nach. Die Arbeiter hatten aber beschlossen, daß überall an den Wahltagen gefeiert werden sollte, und damit mußten sich auch die Arbeitgeber zufrieden geben, die dagegen waren. Nur für die Buchdrucker galt der Beschluß nicht in seinem ganzen Umfang, damit die Wahlagitation nicht beeinträchtigt würde. Die Läden wurden in Helsingfors an beiden Wahltagen um 4 Uhr geschlossen, die Schankwirtschaften überhaupt nicht geöffnet. Rumänien. Perfien. Vom konstitutionellen" Schah. Bürgermeister Dr. Reide: Es handelt sich nicht um eine Befugnis der Grundeigentumsdeputation, sondern um einen Gemeinde beschluß von 1897, der für alle städtischen Verwaltungen gilt. Der zu groß. Gesellschaft war das Risiko für einen mehr als dreijährigen Kontraft nicht nehmen lassen. Es könnte ja sonst auch dahin kommen, daß wir Stadtv. Dr. Langerhans: Wir werden uns doch ein solches Recht wenn wir die Bläke anderweit gebrauchen, noch eine gehörige Entfchädigung zahlen müssen.( Zustimmung und Heiterkeit.) Die Versammlung nimmt sämtliche Anträge und Resolutionen des Ausschusses an. Zu den Krankenhäusern ist von den Stadtv. Dr. Arons und Gen.( Sog.) beantragt:" Die Zahl der Assistenzärzte Urban von 12 auf 13, beim Birchow- Arnkenhaus von 26 auf 28 zu beim Krankenhaus Friedrichshain von 16 auf 17, beim Krankenhaus 16 Oberschwestern 18 in den Etat einzusetzen. Denselben erhöhen und beim Krankenhaus Friedrichshain auch statt Antrag hat die Neue Linke( Stadtv. Dr. Ifaac und Gen.), ſowie wegen der Assistenzärzte auch die Alte Linke und die Freie Fraktion eingebracht. lichen Fraftionen der gleichlautende Antrag gestellt, die Zahl der Stadtv. Profeffor Landau( A. L.): Wie Sie sehen, ist von sämtAssistenzärzte zu erhöhen. Mit der bloßen Verhältniszahl ein Assistenzarzt auf 50 Stranke kommt man nicht durch. Im UrbanKrankenhaus tommt in Wirklichkeit 1 Assistenzarzt auf 68 Stranke. Die Not an Assistenten ist groß; im Urban hat man sogar einen holländischen Arzt herbeiziehen müssen. Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Ungleich ungünstiger als die Assistenzärzte stehen und recht schlecht vom Magistrat behandelt werden auch die Angehörigen des Krankenhauswartepersonals. Jm Etatsaus schuß wurde auf diese schlechten Löhne hingewiesen; der Magistratsbertreter erklärte, es sei diesmal nicht möglich gewesen, den Ana trägen der Krankenhausdeputation zu entsprechen, man werde sich bestreben, bis zum nächsten Jahre eine Stala einzuführen. Wenn ein verheirateter Pfleger nach 3 Monaten 36 M. Lohn erhält, so tommen unter zurechnung der Kleidung, Wohnung und Beköstigung etiva 16, Pf. pro Stunde bei 14stündiger Arbeitszeit heraus. Ein verheirateter Wärter, der 2% Jahre im Dienste steht, erhält BarJohn 49 M., im ganzen etwa 2,81 M. Tagelohn oder einen Stundenlohn von 20 Bf.! Davon kann doch unmöglich eine Familie ernährt werden. Hier muß doch der Magistrat einschreiten, wenn man nicht das Trinkgelderumvesen auch bei den Wärtern noch unterſtüßen will. Jeder städtische Arbeiter soll doch einen Minimallohn von 3,50 M. erhalten; das Personal unserer Krantenanstalten ist bisher noch nicht in den Genuß dieser Mindestsumme gekommen. Die Folge diefer Mißstände, namentlich dieser jammervollen Bezahlung in den Beutel gegriffen werden; die diesmalige Lohnerhöhung ist ist die ungeheure Fluttuation im Pflegerpersonal. Es muß tiefer teine Verbesserung. in Die Banernunruhen greifen laut Meldungen aus den Grenzbezirken, und zwar vorwiegend im ganzen nördlichen Teile der Moldau, immer mehr um sich. Der Ort Burdujeni ist zerstört worden. Etwa 3000 jüdische Flüchtlinge haben Die Krankenhausdeputation hat eifrig dahin gearbeitet, dem in den jenseits der Grenze gelegenen Nachbarorten Setany Strankenhauspersonal das Nötigste zuzuwenden. Seit 4 Monaten und Suczawa Zuflucht gefunden. In den in der Nähe von Tagen ihre Vorschläge dem Magiftrat bor, aber der hat bisher keine Synout gelegenen Orten Rumäniens dauern die Unruhen Beit gefunden, unsep Material durchzusehen, es ist in den großen fort. Etwa 2000 Aufrührer befinden sich auf dem Mariche Bapierforb gewandert. Das untergeordnete Dienstpersonal wird Wien, 19. März. Budapest, daß die Verhandlungen der Minister über einen langwerden. Auch dort überschreiten jüdische Flüchtlinge, zumeis zu verbessern. Die Assistenzaratbewegung wird ja nächstens als Die„ Neue Freie Presse" melbet aus gegen Mihaileni, wo stündlich Gewalttätigkeiten erwartet schließlich ebenso wie die Herren Assistenzärzte zum Mittel der ge meinsamen Interessenwahrnehmung greifen müssen, um seine Lage fristigen Ausgleich ein negatives Ergebnis haben und als ge- Frauen und Kinder, die Grenze, um sich zu retten. scheitert zu betrachten sind. Frucht eine Magistratsborlage bringen. In der Presse war mitgeteilt, die Assistenzärzte seien organisiert und würden eventuell am 1. April die Arbeit niederlegen. Der Magistrátsoffiziofus dementierte allerdings sofort die Nachricht. Die Lage der Assistenzärzte ift aber tatsächlich berart, daß sie unbeugsamentschlossen find in üblicher Weise zu fündigen, wenn ihre wünsche nicht erfüllt werden. Sonst war ja das Mittel Prag, 20. März. Die Kommission des Landtages für den öster der gemeinschaftlichen Interessenvahrnehmung, der Streit, bei der reichisch- ungarischen Ausgleich hat in der heutigen Sibung behöheren Intelligenz verpönt; hier aber hat sich mun ein erfreulicher schlossen, den früheren Resolutionsantrag fallen zu lassen, bafür aber folgenden einstimmig angenommen: Der Landtag wolle beWechsel bollzogen. Von den'88 Assistenzärzten haben 80 biesen Entfchluß gefaßt. Volontärärate gibt es ja fajt nicht mehr, deshalb hat schließen, die Regierung werde aufgefordert, bei den gegenwärtigen bie Strantenhausdeputation im wohlerwogenen Intereffe der Verhandlungen eines Zoll- und Handelsbündnisses mit der anderen Krantenfürsorge und der Aerate selbst ihnen eine Entschädigung von Reichshälfte keinesfalls ihre Zustimmung dazu zu geben, daß die 50 M. zubilligen wollen, der Magistrat hat aber auch das abgelehnt gegenwärtige Reziprogität verlängert werde, und dem( Abschlusse und will es bei der bloßen freien Beföstigung belaffen. Dafür wird eines Handelsvertrages bis zum Jahre 1917 nur unter der Voraussebung zuzustimmen, daß das Bankprivilegium im Jahre 1910 fich feiner mehr zur Verfügung stellen und die Laft für die Assistenzärgte wird immer stärter werden. Unabhängig davon hat die erlischt und daß keinerlei wirtschaftliche und finanzielle Kongeffionen 10.( außerordentliche) Sibung bom Mittwoch, Deputation erklärt, es müsse wenigstens die bisherige Zahl ber oder folche auf dem Gebiete des Verkehrswesens zugestanden werden. Assistenzärzte beim Friedrichshain beibehalten bleiben, wenn bie Im Falle der Unmöglichkeit, die volle Gleichberechtigung der wirtDer Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sibung um 5% Uhr Krankenversorgung nicht leiden soll. Die leitenden Aerzte haben schaftlichen und finanzillen Interessen mit jenen der anderen mit dem Ausdruck der tiefen Teilnahme der Versammlung an den fogar von einem eventuellen Notstand gesprochen. Im Friedrichshain Reichshälfte ficher zu stellen, wird die Regierung aufgefordert, uns schweren Grubenang füdsfällen, die in jüngster Zeit sich würden sonst auf einen Assistengarat 70 Strante fommen. Im verzüglich alle Vorkehrungen zu treffen für die voraussichtlich uns ereignet und zahlreiche Menschenopfer gefordert haben. Gr fügt den Magistrat scheint eine leinliche Snauferei den Sieg davon ausbleibliche vollständige wirtschaftliche Trennung."( Siehe Wunsch hinzu:" Möge unfere Tecnit, ber ja alles möglich ist, endlich getragen zu haben. Ein solcher Notstand ist der Stadt untvärdig; unseren Artikel Der Ausgleich" in der heutigen Nummer.) ein Mittel finden, damit derartige Unfälle etwas beschränkt werden." Sie Stulburaufgaben auf diesem Gebiet dürfen unter keinen Um Bei der nun folgenden Etatberatung führt der Stellvertreter ständen leiden.( Beifall.) Michelet den Vorsiz. Frankreich. Deputiertenkammer. London, 20. März.( B. H.)„ Daily Mail" meldet aus Teheran, es feien Anzeichen vorhanden, daß der Schah einen Staatsstreich gegen das Parlament plane. Die Lage im Innern werde immer unhaltbarer, die Plünderungen nehmen überhand. Die Bollbeamten sind in den Ausstand getreten und weigern sich, unter einem Belgier Dienste zu leisten. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. den 20. März, nachmittags 5 Uhr. " " Stadtrat Weigert: Die höheren Zahlen in den Etat einzu Die Versammlung beginnt die Spezialberatung des Stadthaus- feßen, ist nicht notwendig; es genügt, wenn die Assistenzärzte eine Baris, 20. März. Das Haus lehnte mit 878 gegen 154 Stimmen baltsetats für 1907 auf Grund der Beschlüsse des Etatsausschusses. gestellt werden, sobald es erforderlich ist.( Buruf: Es ist eben er einen Antrag des Abbé Gabrand( katholischer Republikaner) ab, Referent für die Spezialetats Grundstücke in der Stabt", forberlich!) Es find in den Krankenhäusern mehrere Bavillons ge welcher die Freiheit des Kultus in den Militär- und Marine Ländliche Grundstücke in- und außerhalb, sowie Wietsgrundstücke schlossen und entsprechend Assistenzarztstellen gestrichen worden. Der hofpitalen fordert. Der Antrag war veranlaßt dadurch, daß außerhalb der Stadt und Kalksteinbruch zu Rüdersdorf" gesteigerten Arbeitslaft der Assistenten soll durch Gewährung von in einem Hospital in Toulon einem Geistlichen, ber von der Berechtigungen" und Krantenhäuser"( riedrichs- Erleichterungen für die Volontärärzte, wodurch deren Zahl hoffentlich war, der Zutritt versagt worden war. Der Marineminister Thomson Kinderkrankenhaus, Rudolf Birchow- Krankenhaus) ist Stadtó. Magistrat wie bisher auch später entgegenkommen. Der erwähnte erklärt, daß die Freiheit gewahrt worden sei und daß die Schulze( A. L.) Assistenzarztstreit wird nicht eintreten, ist auch nicht beabsichtigt Priester gemäß der Anstaltsregeln zu den Betten derjenigen Patienten behalt gemacht, baß die Bewilligung der in den Etat eingestellten tat für 1907 erfüllt. Ich bin nicht der Ansicht, daß die Lage Auch diesmal hat der Etatsausschuß den generellen or gewesen, der Magistrat hat ja auch fast alle ihre Wünsche im zugelassen worden feien, die nach ihnen begehrt hatten. Im weiteren Verlauf der Sigung brachte Jaurés einen Antrag vorbehaltlich der Zustimmung der Versammlung zu den betr. be- ist eine durchaus günstige. Budem find sie boch bei uns, um neuen Stellen und Gehaltsverbesserung en nur ein, welcher die Ernennung einer Kommission von 24 Deputierten borbehaltlich der Zustimmung der Versammlung zu den betr. be- berselben eine berartige Bewegung nötig machte; thre Situation fordert, die die politische Tragweite der Papiere des Migr. Mon- fonderen Magistralsvorlagen erfolgen soll. tagnini untersuchen soll. Der Antrag wünscht ferner die sofortige Ber- Schwibbogens in der Französischenstraße hat den Ausschuß veranlaßt, Gyklusivität wie Fabrikarbeiter foaliert.( Burufe.) Der Appetit Die Aufstellung von Zeitungstiosten und bes Modelles des zu lernen und sich auszubilden; über Ueberbürbung lönnen sie nicht flagen. Die Herren haben sich nun trotz ihrer öffentlichung der gesamten Bapiere, um tendenziösen Publikationen vor- folgende tesolutionen vorzuschlagen: zubeugen und die herausfordernde Saltung Roms farzustellen. Castelnau von der Rechten tritt bem Antrage entgegen und bezeichnet Einrichtungen von Bauwerken auf öffentlichen Blägen und Straßen des Virchow- Krankenhauses beweift. Sie haben dort Kafino mit 1. Die Versammlung ersucht den Magistrat, in Zukunft bei allen wächst auch hier mit dem Effen, wie eine Eingabe der Affistenzärzte ihn als Frankreichs unwürdig und ungefeßlich. Darauf nimmt Loggia, berlangen aber auch noch einen eigenen Garten Denys Cochin( L.) das Wort; er erinnert an die Intervention Defterreich die Beschlußfassung der Bersammlung herbeiguführen. 2. Die Versammlung dehnt die 1906 zum Etat für den Straßen mit überdachtem gelt und Springbrunnen.( Seiterkeit.) Die Ungarns; er spricht sodann von der Erregung, die sich der und Brüdenbau gefaßte Resolution, worin ber Magistrat wiederholt Herren scheinen doch ihre Stellung etwas zu berkennen. europäischen Diplomatie bemächtigt habe, bestreitet, daß die be- ersucht wird, bie allgemeine Inftruttion für die Verwaltung Vorlage, bie Ihnen später zugehen wird, stellt öffentlich das alte fchlagnahmten Papiere wichtig seien, und wirft der Regierung eine bes städtischen Bauwesens einer Revision zu unterziehen, gute Verhältnis wieder her. Tyrannei über die Gewissen" bor. auch auf den Bodbauetat aus." Kämmerer Dr. Steiniger: Jm Friedrichshain entfallen bei Zu den Anträgen des Etatsausschusses ergreift das Wort 16 Affiftenten genau 50 Strante auf einen Arzt.( Widerspruch des Dänemark. Bürgermeister Dr. Reide: Es handelt sich bei ben Zeitungs Stadtb. Web. Der Magiftrat tann fich doch nur auf getviffe fiosten nur um einen breijährigen Kontraft. Nach einem Gemeinbe- Grundzahlen festlegen; biefe Bahl war bisher 50-55. Das Diensts beschluß von 1897 bedurfte es der Genehmigung der Versammlung personal ist durch die Bant um 20 M., das Wartepersonal im zur Vermietung der betreffenden Bläße nicht. Auch früher ist die Friedrichshain um 86 m. verbessert worden. Bersammlung bei Aufstellung von Buben und dergleichen auf Straßen Stadtv. Dr. Jfaac( N. L.): Die Zahl von 50-55 ist von der und lähen nicht gehört worden, jebenfalls nicht seit 1876. Die Strantenhausdeputation gebilligt, aber sie ist leider nicht scheinbaren Ausnahmen bei den Litfaßsäulen, Standgeldern usw. die Regel, sondern tatsächlich schwankt die Strantenzahl zwischen Arbeitslosenunterstützung. Kopenhagen, 20. März. Das Landsthing hat den Gesetzentwurf betreffend staatlich anerkannte Unterstützungskaffen für Arbeitslose in dritter Lesung angenommen; damit ist das Gesetz endgültig nom Reichstage angenommen Die 80—70. Bei tZglich 7—8 Stunden Dienst auf der Station, bei der Schreibarbeit usw. bleibt dem Assistenzarzt kaum noch Zeit zur Weiterbildung, er wird zum bloßen Routinier. Mt der Ver- besserung der Situation der Volontäre wird auch nicht viel ge- Wonnen. Die Rechnung des Kämmerers stimmt nicht; er vergißt den Assistenten des Prosektors und den Assistenzarzt du jour, die gehen von der Gesamtzahl ab. Ich empfehle also den Gesamtantrag aller Fraktionen. Stadtv. Bamberge gesetzliche Haudhabe-um Vorgeben gegen den Raubbau an der Gesundheit l der Schauerleute ist vorhanden, sie braucht nur angewandt zu werden. Aber--- Trotz dieser Gerichtsentscheidung haben die Schauerleute durch blicken lassen, daß sie Willens sind. Vis 12 Uhr nachts und aus- nahmsweise auch darüber hinaus zu arbeiten, ein Beweis für die Friedensliebe der Arbeiter. Andererseits weichen sie aber nicht von dem Standpunkt ab, daß sie bezüglich des Verschleißes ihrer Ar beitskraft als Mitkontrahent in Frage kommen, während die Reedersippe, die an Protzigkeit selbst die ostelbischen Krautjunker in den Schatten stellen, den nackten Herrenstandpunkt einnimmt. Hohnlächelnd mögen die Herren auf das Sprüchlein am Rathause schauen, daß das Wohl des Staatswesens das höchste Gesetz sein soll. Das von England nach Hamburg eingeführte Streikbrecher� gesindcl ist von einer Beschaffenheit, daß man es auf mitten im Wasser vertauten Logierschisfen von der Außenwelt abschneidet und die Schiffe fortwährend von Polizeidampfboten umkreisen läßt, damit niemand sich an Land setzen lassen kann. Da sich diese Streik brecher nicht mit Vertretern anderer Nationen boxen können, hauen sie sich gegenseitig die Köpfe blutig. Verlangen sie allzu stürmisch, an Land gelassen zu werden, um Hamburger Nachtfreuden genießen zu können, so werden ihnen die Schreckworte zugerufen:„Kemain on board, the Germans are Willing to attack you!"(Bleibt an Bord. Die Deutschen wollen Euch angreifen.) So wird mit den „freien" Englishmens umgesprungen. Wie schon tclegraphisch ge meldet, befanden sich am Dienstag abend 1838 englische Scabs im Hamburger Hafen. Davon logieren auf der„Hungaria" 326, der „Cobra" 173, der„Essen" 607 und der„Anchoria" 732. Die um höheren Lohn streikenden Streikbrecher befinden sich auf der Rück reise nach England, wohin mit dem nächsten Dampfer weitere „Streitende", etwa 60 an der Zahl/ folgen werden. Soll die Arbeitsleistung der 4000 ausgesperrten Schauerleute von Engländern der bisher eingeführten Qualität ersetzt werden, so werden noch Nachschübe von mindestens 10 000 dieser Strolche erforderlich sein. Sollte Old-England noch so viele Lumpaziusse aufzuweisen haben? Bezeichnend für die Situation im Hafen ist die Tatsache, daß von Tag zu Tag die Güter sich anhäufen und die Schiffe sich mehren. Zum Streik der Hamburger Schneider. Wie schon kurz mitgeteilt, haben am Dienstag die bei Mit- gliedern des seit einigen Jahren völlig von Scharfmacherallüren befallenen Arbeitgeberverbandcs beschäftigten Gesellen die Arbeit eingestellt. Es handelt sich um etwa 70 größere und größte Ge schäfte, in denen gegen 1000 Arbeiter beschäftigt sind, während bei den anderen Meistern weiter gearbeitet wird. Die Arbeitgeber streuen das Gerücht aus, die Gesellen hätten Kontraktbruch be gangen, obwohl sie es gewesen sind, die den Gesellen mit Aus sperrung gedroht und ihnen, entgegen den vertraglichen Bestimmun- gen, ihre Bedingungen aufzuzwingen suchten. Bei den Einigung� Verhandlungen vor dem Gewerbegericht stellten die Arbeitgeber den von ihnen begangenen Vertragsbruch in Abrede, weil ihr Ultl matum von der zentralen Körperschaft beschlossen sei, dem sich die lokale fügen müsse! Die Gesellen haben ihre ordnungsmäßige Eni lassung genommen und ihre Forderungen bewegen sich in äußerst bescheidenen Grenzen._ Die MöbeltranSportarbeiter in Leipzig haben, nachdem die ge pflogenen Unterhandlungen mit den Unternehmern gescheitert sind, am Dienstag den Streik beschlossen. Einige Unternehmer haben inzwischen die Forderungen— 10!4 stündige Arbeitszeit, 28 M. Minimallohn für ständige Packer, 6 M. Tagelohn für nicht ständige Arbeiter usw.— bewilligt. Die Möbeltransportarbeiter hoffen in Kürze zum Ziel zu kommen. Hushmck. Die Angestellten der Ungarischen Sübbahn sind in eine Bc- wegung eingetreten. Der„Arbeiterkorrespondcnz" zufolge haben Delegierte der Arbeiter und Unterbeamten der Südbahn der Direk- tion ihre Forderungen in neun Punkten mitgeteilt, deren wesent- lichste sich auf die Erhöhung der Bezüge, das automatische Avance- ment und kürzere Arbeitszeit beziehen. Die Direktion wird ihre Antwort innerhalb 14 Tagen erteilen, hat jedoch zugesichert, daß die ungarischen Angestellten jedenfalls so viel erhalten werden, als die österreichischen erhalten haben. Der Organisationsausschutz der Angestellten hat hierauf an alle Stationen telegraphiert, von der passiven Resistenz solle bis auf weiteres abgesehen werden. Ms ein kleines Zuchthausgesetz entpuppt sich das französische Gesetz betreffend das Vercinigungsrccht der Staatsfunktionäre. Nachdem der Ministerrat unzählige Sitzungen auf die Ausarbeitung dieses Gesetzes verwandt hat, wurde es vor einigen Tagen der Kammer unterbreitet; insbesondere sind bei der Ausarbeitung die Ressortminister Barthou(öffentliche Arbeiten), Viviani(Arbeits- minister), Briand(Unterricht) und Clemenceau als Minister des Innern tätig gewesen. Als„Funktionäre" im Sinne dieses Ge- setzcs werden alle angestellten Agenten, Unteragenten, die im Dienst des Staates stehen, bezeichnet. In den Motiven heißt es, daß man den Dienern des Staates dieselben Freiheiten hätte geben müssen, wie allen anderen Staatsbürgern; sie erhielten durch das Gesetz das Recht der beruflichen Vereinigung, den Schutz gegen Willkür, dem- gegenüber müsse aber auch mit besonderer Strenge die Erfüllung ihrer Pflichten als Diener der Oeffentlichkeit von ihnen gefordert werden. In der Tat ist mehr für die Erfüllung der Pflichten getan, als an Freiheiten gegeben. Die Vergehen gegen die Disziplin sollen in Zukunft schwerer bestraft werden. Die Postbeamten und die Lehrer, auch einige andere Kategorien der Staatsfunktionäre haben sich bereits eine gewisse Position errungen, haben der Regie- rung ihre Anerkennung„als Gewerkschaft" halb und halb schon ab- getrotzt. Stellen diese sich unter den„Schutz" dieses Gesetzes, so be- geben sie sich freiwillig aller dieser Errungenschaften. Dafür tau- schcn sie herzlich wenig ein. Das Beschwerderecht wird durch das Gesetz in der Weise geregelt, daß die Staatsfunktionäre ihre Wünsche dem Minister unterbreiten können, aber es ist der genaue Instanzenweg vorgczeichnet, so daß sie, haben sie etwas gegen ihre nächsten Vorgesetzten anzubringen, diesen nicht übergehen dürfen. Der Beamtenvereinigung steht ferner das Recht zu, die gerichtliche Annullierung von Maßnahmen zu beantragen, die nach ihrer Auf- fassung den Gesetzen und Verordnungen nicht entsprechen. Legate dürfen von den Vereinen angenommen, aber nur zu Wohltätig- keitszwecken verwandt werden. Durch eine Art„Verbindungs- verbot", das man ins Gesetz aufgenommen hat, scheint die Regie- rung verhindern zu wollen, daß die Vereinigungen der Staats- funktionäre allzu große Macht erringen. Es dürfen sich nämlich immer nur die Beamten einer Kategorie beruflich vereinigen und sie dürfen mit engeren Korporationen in keinerlei Verbindung treten. Ein Anschluß der Beamtenvereine an die Arbeitsbörsen wäre danach unstatthaft. Das Schlimmste aber sind die Bcstim» mungen, die sich auf die eventuellen Arbeitseinstellungen beziehen. Ein Beamter, der ohne rechtliche Entschuldigung mit anderen zu- sammen seine Tätigkeit in den öffentlichen Diensten verweigert, wird entlassen; vorbehalten bleibt die Verfolgung auf Grund des Strafgesetzbuches. Wer in Wort oder Schrift zum Streik auffor- dert, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. Ist der Versuch von Erfolg begleitet oder hat der Betreffende dabei seinen Einfluß als Beamter ausgeübt, so kann die Strafe bis auf ein Jahr erhöht werden. Außerdem kann ausgesprochen werden, daß der Bestraste ein bis zehn Jahre nicht mehr als Staatsfunktionär dienen kann.» Dies im wesentlichen das Gesetz, welches das Koalitionsrecht der Beamten regeln soll. Es ist nicht zu erwarten, daß die ftanzö- Ischen Beamten und Lehrer, welche sich schon längst an die gewerk- chaftlichen Kampfesmittel gewöhnt haben und denen der bei den leutschen Beamten so ausgeprägte Geist der Subordination gänzlich 'ehlt, sich diesem Gesetze fügen bezw. unterstellen werden. Wahr- (cheinlich werden sie, falls dieser Entwurf wirklich zum Gesetz wird, es vorziehen, ihre früheren Freundschaftsvereine wieder zu errichten und dort den begonnenen Kampf um ihre Rechte weiter zu führen. Hua Induftm una fiandel. Kartelldiktatur. Eine Berliner Firma schreibt dem„B. T.": Die Kartelldiktatur der Seidenstofffabrikanten mit ihren Will« kürlichkeiten und rigorosen Maßnahmen schreit nachgerade zum Himmel! Das allerbeste Einvernehmen, wie es jahrzehntelang zwischen Lieferanten und Abnehmern bestand, hat sich in offene Feindschaft verwandelt, und der Mut, mit dem die Hamburger Firmen gegen diese Zustände vorgehen, ist um so lobenswerter, als sich die Berliner niemals zu einem solchen aufschwingen würden, sondern heute nur noch Vasallen ihrer Lieferanten sind. Weil es auch in der Seidenbranche wie in jeder anderen einzelne Schika- neure gab, die unberechtigte Abzüge machten und für zu langes „Pumpen" noch eine besondere Prämie beanspruchen zu dürfen glaubten, schlössen sich die Fabrikanten zusammen, um dagegen Front zu machen. Das konnte man ihnen nicht verdenken, wenn es auch bequemer und erfreulicher gewesen wäre, nur gegen diese Elemente vorzugehen, und wenn es bei den festgelegten Zahlungs- bedingungen geblieben wäre. Sehr bald aher folgte jene Auf- schlagsankündigung, die uns die Disposition in unseren eigenen Geschäften wegnahm. Die Herren Seidenstofffabrikanten gingen schnell noch einen ebenso wesentlichen wie bedenklichen Schritt weiter: sie knebelten sich selbst, unterbanden die Leistungsfähigkeit und die Intelligenz des einzelnen, indem sie feste Preisskaten nor- mierten, zu denen einzig und allein verkauft werden durfte. Nun erwachten die Berliner aus ihrer Lethargie und berieten, was tun? Wie lehnen wir uns gegen solche Uehergrifse auf? Sie kamen zu der Ueberzeugung, daß es ein Mittel nicht gibt, weil man zu lange geschlafen hatte. Da aber doch irgend etwas geschehen mutzte, da man doch nicht ganz umsonst„getagt" haben durfte, so wurde jeden- falls ein neuer„Verband" gegründet(es fehlte nämlich gerade noch einer), und man verschrieb sich mit Leib und Seele— haltet das Lachen, Freunde— seinen Lieferanten, also denen, gegen die man sich eigentlich hatte verbünden wollen. Und weshalb? Weil es einige wenige aufgeklärte Köpfe gab, die ein so widersinniges Tun nicht mitmachen wollten, die geradezu lächerlichen Maßnahmen des Verbandes nicht sanktionieren wollten.— Und wie wollte man die Widerspenstigen zähmen? Es wurde das kategorische Ansinnen an die Lieferanten gestellt, den nicht zum Verbände gehörenden Firmen Ware überhaupt nicht mehr zu liefern; man wollte also deren Exi- stenz mit einem Schlage vernichten. Indessen die klugen Herren hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Zu einem so un- menschlichen Vorgehen waren die Fabrikanten doch nicht zu haben. Allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen! Und der Tag dürfte nicht in allzu weiter Ferne liegen, an dem die„Kartellwut" aus- gerast hat. Darum Glück auf, Ihr Hamburger und Ihr paar Männer, die Ihr den Mut habt, ein ehrliches, freies Wort offen auszusprechen!_ Geschäftsergebnisse. Die Eisengießerei Aktiengesellschaft vorm. Kehling u. Thomas in Berlin erzielte in 1906 laut Geschäftsbericht einen Bruttogewinn von 839 951 M.(717 365 M. in 1905). Bei 180 661 M. Abschreibungen(167 054) ergibt sich cm Reingewinn von 245 219 M.<216 663 M.) aus dem 9 Proz. Dividende(Vl2) verteilt und 5868 auf neue Rechnung(6237) vorgetragen werden sollen.— Dip Berlin-Anhaltische Maschinenbau-Aktiengesellschast bringt eine Dividende von 14 Proz. gegen 12 Proz. heraus.— Die Bcurather Maschincnfabrik-Aktiengesellschaft beschloß, die Verteilung von 5 Proz. Dividende(4 Proz. i. B.) in Vorschlag zu bringen.— Die Hein, Lehmann u. Co.. Aktiengesellschaft berichtet, daß auf eine Dividende von mindestens 10 Proz. zu rechnen sei.— Die Generalversammlung der Magdeburger Vergwerks-Aktiengesellschaft setzte die Dividende auf 33 Proz. fest.— Die Verwaltung der Kronprinz-Aktien- gesellschaft für Metallindustrie in Ohligs bei Solingen schlägt für das Jahr 1906 die Verteilung einer'Dividende von 27 Proz.(im Borjahre 25 Proz.) vor.— Der Aufsichisrat der Eisenhütte Silesia Aktiengesellschaft W Paruschowitz-Berlin hat beschlossen, der Generalversammlung eine Dividende von 14 Proz.(im Borjahre 11 Proz.) in Vorschlag zu bringen. Der AufsichtSrat der Angls- Continentalen(vormals Ohlendorfschen) Guanowerke in Hamburg bringt für daS Geschäftsjahr 1906 die Verteilung einer Dividende von 71/2 Proz. gegen 7 Proz. im Vorjahre in Vorschlag. — Die Generalversammlung deS Bonner Bergwerks- und Hütten- Vereins, Zementfabrik bei Oberkassel setzte'die sofort zahlbare Dividende auf 12 Proz. fest. Der Vorsitzende führte aus, daß vor- läufig der Geschäftsgang noch gut sei, daß es aber unmöglich sei, im Hinblick auf die Spannung am Geldmarkt und die hiervon aus- gehende Einwirkung auf die Baugewerbe schon heute ein bestimmtes Urteil über die voraussichtliche Gestaltung des Geschäftes abzugeben.— Die Generalversammlung der Schleswig- Holsteinischen Bank in Tönning setzte die Dividende auf 11 Proz. fest und beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals um 2 Millionen auf 6 Millionen Mark.— Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft für Strumpfwarenfabrikation vormals Max Segäll in Berlin genehmigte eine Dividende von 7,/2 Proz.(i. V. 7 Proz.) — In der Generalversammlung der Meißner Ofen- und Porzellan- fabrik(vormals C. Teichert) in Meißen wurde die sofort zahlbare Dividende auf 10 Proz.(9 Proz. i. B.) festgesetzt. Der Berein Berliner Kolonialwarenhändler, dessen Mitglieder fast sämtlich dem Stande der Detaillisten an- gehören, hatte auf die Tagesordnung seiner Sitzung vom vorigen Mittwoch gesetzt:»Die Vertretung deS Kleinhandels in der Handelskammer". Der Bericht- erstatter, Herr Dr. Ehlers, volkswirtschaftlicher Syndikus der Handels- kammer zu Berlin, wies auf die Verwirrung hin. die dadurch entsteht, daß man Kleinhandel— in dem Sinne: Handel der Kleinen— und Detaillisten identifiziert. Der letztere umfaßt auch eine beträchtliche Zahl von Großfirmen; die Errichtung von Detaillistenkammern ist also kein Mittel, die Interessen der Kleinen gegen die Interessen der Großen zu schützen. Dem vermeintlichen Gegensatz zwischen klein und groß könnte nur dadurch genügt werden, daß man aus der Gesamtheit der Kaufleute die Inhaber der kleinen und kleinsten Betriebe aussonderte und ihnen eine SpezialVertretung schüfe. Aber die Loslösung dieser Schicht— es kämen vornehmlich die- jenigen Kleinhändler in Betracht, welche keine eingetragene Firma haben— würde praktisch die größten Schwierigkeiten verursachen und zu einer Verdorrung der betreffenden Interessenvertretung führen. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: »Der Verein Berliner Kolonialwarenhändler ist mit der jetzigen Vertretung des Kleinhandels durch den der Handelskammer an- gegliederten Ausschuß für den Detailhandel zufrieden und erachtet die Bildung einer sogenannten Kleinhandelskammer oder Detaillisten- kammer für überflüssig." Ludwig L-ewe u. Co., Aktiengesellschaft in Berlin. Der von der Ludwig Loewe u. Co., Aktiengesellschaft, auf Fabrikations« und Be- tciligungskonto erzielte Gewinn beziffert sich auf 2 600 522 M.(im Vorjahre 1 906 572 M.). Es beträgt der Bruttogewinn 2 758 473 M. (i. V. 2 161 530 M.). Es verbleibt ein Reingewinn von 1 374 197 M. (i. V. 965 962 M.), wovon 50 000 M.(i. V. 0) der Ludwig Loewe- Stiftung überwiesen. 1200 000 M.(i. V. 900000 M.) als 16 Proz. (i. V. 12 Proz.) Dividende sowie 59 778 M.(i. V. 38 063 M.) als Tantiemen verteilt und 64 419 M.(i. V. 27 394 M.) auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. 72 Proz. Gewinnsteigerung. Die Aluminiumindustrie Aktien- gesellschaft in Neuhausen erzielte im letzten Jahre einen Rein- gewinn von 7 972 159 Fr. gegen 4 039 935 Fr. im Vorjahre. Es soll eine Dividende von 26 Prozent ausgeschüttet werden. Georg A. Jasmatzi Aktiengesellschaft. Die Generalversammlung genehmigte die Ausschüttung einer sofort zahlbaren 7prozentigen Dividende._ lWaslerüand am 20. März. Elbe bei Ansfig— Meter, bei Dresden-f 20 dp.— Elbe bei Magdeburg 2,20 Meier, steigt.— Elbe bei Strautzsurt— Mcier.— Oder bei Ratibor 4,0 Meier. Oder bei Breslau Oberpeacl 4- 0,54 Meter.— Aeikemmiduug 3�2 Meter, fällt. Oder bei Brieg 4,34 Meter. Rangoon- Reis Bassein- Reis Java- Reis A.WERTHEIM KOLONIAL- WAREN Pfd. 16 Pf. Pld, 20 Pf. Pid. 25, 30, 38 Pf. Echtes BudapesterAuszug- Mehl Feinstes KaiserAuszug- Mehl Weizen- Mehl 00 Píd, 24 Pf. Pfd. 18 Pf. Pfd. 15 Pf. Backpulver Paket ca. 1, Pfd. 45 Pf. Backpulver kleine Beutel Stück 8 Pf. Backmehl Mais- Puder selbsttätiges Paket ca. 1 Pfd. 32 Pf. garant. rein, Beutel ca. 1/2 Pid. 1 Pfd. 2 Pid. 24, 42, 75 Pf. Puddingpulver m.Vanille-, Mandel-, Himbeer- Zitronen-, 5 Pack Erdbeer-, Apfelsine, Schokolade- und Ananas- Geschmack( leicht gefärbt) Rote Grütze 30Pt. mit Johannisbeer-, Himbeer-, Erd- 3 Packete beer- und Kirsch- Geschmack( leicht gefärbt) süss und 30 PI. Riesen- Mandeln bitter Pfd. 1.30 Mk. Gem. Backobst pra. 30, 52, 70 Pf. Amerik. Ringäpfel Pra. 42, 50 Pf. Amerik. Bohräpfel Pfd. 50 Pf. Italienische Prünellen Pfd. 75 Pf. Paket ca. 1 Pfd. Deutsche Makkaroni Pak., ca.1Pid.34 Pf. leicht gefärbto :( leicht gefärbt) Italien.Makkaroni Pak., ca. 1 Pid. 40 Pt. Pa. Handschnittnudeln ca.1Pid.42 Pf. Paket, Pa. Fadennudeln 42 Pf. Pa. Bandnudeln Pak, ca. 1 Pid. 42 Pf. Handschnittnudelnpak. ca. 1Pfd, 36 Pf. Vanillin Zucker Paket ca. 1, Pfd. 50 Pf. Vanillin Zucker kl. Beutel Stück 6 Pf. leicht gefärbt Gebrannter Kaffee Mischung II Pfd. 95 Pf. 1.10 1.35 Souchong- Melange II III IV 1.50 1.70 Ceylon- Tee V Pid. 1.20 1.80 2.40 3.20 4 Mk. Pekko- Melange Pfd. 4.80 Sultaninen I Sultaninen II Rosinen Korinthen III IV V VI VII Mandeln süss und bitter Pfd. 1.10 Mk. 1.90 Pfd. 80 Pf. Pfd. 3 Mk. Pfd. 65 Pf. Pfd. 65 Pf. Pfd. 38 Pf. Pfd. 90 Pf. Pid. 60 Pf. Pfd. 1.35 Mk. 1.95 MK I II III 4 Mk. Kongo- Tee Pfd. 2.20 2.80 Pfd. Mk. Zervelat u. Salamiwurst. in Rinddarm 1.25 M Plockwurst Riesen- Stangen- Spargel Dose 2.20, 1/2 Dose 1.15 Stangen- Spargel extra stark Dose 1.60,% Dose 85 Pf. Stangen- Spargel I Dose 1.35, Dose 73 Pf. Brech- u. Schneidebohnen Dose 25, 1% Dose 40, 2% Dose 65 Pf. Stangen- Perlbohnen, Dose 45 Pf. Dose 1.10 Kaiserschoten Junge Schoten extra fein Dose 90 PL, 1/2 Dose 50 Pf. Junge Schoten II Dose 52 Pf.,% Dose 32 Pf. Junge Schoten III% Dose 48 Pf. Junge Schoten IV Dose 38 Pf. Schoten u. Karotten, Dose 60 Pf. Karotten Dose 48 Pf. Gemischtes Gemüse I, Dose 95 Pf. Ostsee- Bratheringe Pfd. 1.10 Mk. Deutscher Kakao Pfd, 1.10, 1.25 Mk. halben Brüsten Zitronat Orangeat Gänsebrust( Spickgans) In ganzen und Frische Suppen- Hühner KONSERVEN Vorteilhaftes Angebot Stangen- Spargel II Riesenbruch- Spargel Bruch- Spargel extra stark Gem. Gemüse/ Dose 42, Karotten in Streifen 1 Dose 1.15, 12 Dose 63 Pf. Dose 1.20 1 Dose 1.05,% Dose 58 Pf. 42, Dose 28 Pf., Dose 28 Pf., II/ Dose 58 Pf. 1 Dose 25 Pf. Wirsingkohl Dose 25 Pf., Weisskohl/ Dose 28 Pf. Erdbeeren 2½ Ko. 1.50, ca. 5 Ko. 2.90 1 Dose 1.28, 12 Dose 70 Pf. Preisselbeeren 1/1 Dose 63, 1/1 Dose 63, Dose ca. Pflaumen in Zucker Glas 48, Melangefrüchte 85 Pf. 47 Pl. Bismarck- Heringe 47 Pig Lachs in Gelee Russische Sardinen Dose 1,10 Mk. Glas 25 Pf. Heringe in Aspic 40 Pf. Anchovis Glas 25 Pf. Delikatessheringe Prima Hummern Dose 2.25 Mk. Pf. Neunaugen Dose 95 Pf. Nordseekrabben Aal in Gelee Dose 70, 40 Pf. Dose 80 Pf. in verschiedenen Saucen. Dose 83, 52 Lachs- Kotelette Dose 1.50, 1/2 1 MK. Corned- Beef( Deutsch. Fabrik) Dose ca. 2 Pfd, englisch Gewicht 1.60 Mk. Apfelsinen Dz. 25, 30, 45, Franz. Sardinen Amieux Frères D. Chancerelles % Dose 95 Pf. Dose 1 Mk. 1, Dose 1.65 Mk. Arsène Saupiquet Sardinen in Oel 1/ Dose 70 Pf., Dose 1.20, Dose 1.85 kleine Dose 28 Pf. 1 Dose 40 Pf. Sardinen in Oel, Marke Martell Sardinen in Oel MurciaBlut 40, Messina Bittere Orangen Französ. Kognak J. Monnet& Co. Gold Etikett 1900 er Flasche 1.60,%, Flasche 3 MK 1 Flasche 2.10, Moselweine 1905er Burger 1904er Ernster Mark Flasche 4 Mk. WEIN Rhein- u. Pfalzweine Dose 1.15 Mk. Saure Kirschen mit Steinen Dose 65 Pf../ Dose 38 Pf. Reineclauden Dose 85 Pf.,% Dose 48 Pf. Pflaumen in Essig u. Zucker Dose 75 Pf. Apfelmus Dose 58 Pf.,%, Dose 1.10 Dunstfrüchte Stachelbeeren, Birnen, Johannisbeeren, Kirschen m. Steinen, Heidel- 55 Pf. beeren Ananas geschnittene Frucht Glas Dose 1.25,% Dose 75 Pf. Ananas zur Bowle Dose 1.50,% Dose 85 Pf. Schmorgurken Senf- Gurken Zucker- Gurken Dose 90 Pl. Glas 90 Pf. Znaimer Gurken Gewürz- Gurken Glas 1.10 Mk. Glas 1.20 Mk. Glas 65 Pf. 65, Zitronen 33 40. Dtz. 65 Pf U. Tarragona- Portwein II Bordeauxweine 1/ Flasche 70 Pf. Südweine Pf. Fl. 70 Pf. 1904er Bretzenheimer F1. 90 Pf. 1902 Montferrand FI. 90 Pf. 75 Pf. 1904er Laubenheimer 1 Mk. 1904er Sennheimer 99 1 Mk. 1901er Niersteiner 1.10 " 1900er Chât. Fronsac 1902er Beautiran 1 Mk. " Tarragona- Portwein Portwein II 14, Fl. 90 Pf. 1.25 99 1 Mk. 9 1904er Valwigsberger 1.35 99 1904 Oppenh. Schloss 1.10 99 1904er Piesporter 1.50 1902er Rüdesheimer 1.20 " 99 1904er Trabener 1.60 39 1904 Hallgartner 1.30 39 1900er Chât. Larrivaux Ciss. 1.10 1902er Chât. Talbot d'Aux 1.10 1900er Blanquefort Portwein I Alter Portwein 1.60 99 1, Fl. 2 Mk. 1.20 99 1904er Brauneberger 1.80 93 1903er Binger Rochusb. 1.40 Sherry I Alter Sherry 1.70 39 99 2 Mk. " 1902er Chât. Angludet 93 2 Mk. 99 2 Mk. 1903er Rauenthaler 1903er Rüdesh. Rottland 1893er Ockenh. Hölle 1.60 33 99 1.70 2.40 13 دو FI. 4 Mk. 5 Mk. 6 Mk. 1904er Enkirch.Stefansb. 1904 Rübertberger 1903er Graach.Himmelreich 2 Mk. Fuder 28. Kreszenz Kgl. Gymnasium Trier. Burgunderweine 1900er Macon 1. Choix, FL. 1.50 1900er Beaune 2ième Crû 2.70 1899er Pommard 2ième Crû 2.85 1900er Romanée Original1898er Pommard Abzug 1898er Sontenot Volnay grand vin Alter Malaga( 5 jährig) 1.80 Samos II 80 Pf. Samos I, 1 Mk. 99 Am Sonntag vor Ostern bleiben unsere Geschäftshäuser, wie an allen Sonntagen, geschlossen. Rand gesetzl. geschützt, Cantenac Margaux Feiner alter Sherry 2.60 1.25 99 39 1900er Chât. de Parempuyre 1.25 1900er Extra alter Sherry 3.25 " Chât. Abel Laurent Margaux 1900er St. Emilion ler Crû 1903er Chât. Latour grand 1.80 grand 1900er Chât. Citran vin 1.90 1900er Chât. Branaire Ducrû 2 Mk. Sherry amontillado 4.50 " Madeira 1.25 1.40 99 35 Alter Madeira 1.60 93 1.50 99 vin 9 Feiner alter Madeira Malaga 2.60 99 1.20 99 99 9 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Bnseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 68. 24. Jahrgang. 2. Itilnp des Joiwrts" Sttliutt itolbliliitt. Donnerstag. 21. Mar; 1907. Versammlungen. Der Wahlverein des ersten Kreises stielt seine General- dcnammlimg in DrSselS Festsälen ab. Vor Eintritt in die Tages- Ordnung wurde das Andenken der verstorbenen Genossen H a n d r o w und W o l d t in der üblichen Weise geehrt. Dann erhielt Genosse O p p e I das Wort zum Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes: Im Jahre 1906 hielt der Vorstand des WahlvereinS 21 Sitzungen ab. ferner fanden im Berichtsjahre 6 Kreiskonferenzen, 2 ordentliche und 4 außerordentliche Generalversammlungen statt. 9 Agitations- resp. Protestversammlungen wurden abgehalten, die sich eines guten Besuches zu erfreuen hatten. Flugblätter, in einer Gesamtauflage von 195 000 Exemplaren, wurden im Kreise verbreitet. An Broschüren und Zeitungen gelangten 4100 Exemplare zum Pertrieb. Die Be- teiligung bei den stattgefundenen Arbeitgeberwahlen zum Gewerbe- gericht war wie in den Vorjahren eine äußerst minimale und bleibt wohl zu überlegen, ob für die Zukunft in so aussichtslosen Bezirken eine Wahlbeteiligung überhaupt angebracht ist. Der Mitglieder- bestand betrug am 1. Januar 1906 580, Neuaufnahmen fanden 237 statt. Ausgeschieden sind resp. gestrichen wurden 203 Mitglieder, so daß der Bestand 614 Mitglieder beträgt. Den Verlust von 203 Mitgliedern erklärte der Redner des näheren durch die besondere Lage im ersten Kreise. Während die gesamte Bevölkerung Berlins von der Volkszählung 1900 bis zu der von 1905 wieder um 7,8 Proz. gewachsen war, sank in demselben Zeitraum die Bevölkerung der Friedrichsstadt von 57 071 auf 51 937 Einwohner, eine Abnahme von fast 10 Proz.; im Stadtteil Alt-Berlin(Stadtbezirke 1—5) ging im gleichen Zeitraum die Bevölkerung von 16 372 auf 13 855 zurück, eine Abnahme von 21,7 Proz." Wenn auch natürlich für das Jahr 1906 keine amtlichen Zahlen vorliegen, so ist doch auch im Berichtsjahr die Abnahme der Einwohnerzahl in unserem Kreise fortgeschritten. Hinzu kommt noch die geographische Lage des Kreises an sich, bei jedem Umzug gehen immer wieder ein großer Teil der erst kaum gewonnenen Mitglieder verloren, ein Uebelstand, unter dem wohl kein Kreis in Groß-Berlin so außerordentlich zu leiden hat, wie der erste. Die Reichstagswahlen stellten an unsere Organisation außer- ordentliche Aniprüche, denen wir nur dadurch nacbkommen konnten, daß uns bereitwilligst 500 Genossen vom 6. Kreis zur Verfügung gestellt wurden und nehmen wir gern die Gelegenheit wahr, für die opferwillige Tätigkeit dieser Genossen unseren besten Dank aus- zusprechen.(Beifall.) Während der Wahlbewegung fanden zwölf öffentliche Wählcrversammlungen, sieben Bezirksversammlungen und zwei Nachtversammlungcn statt. Der Besuch dieser Ver- sammlungen war im allgemeinen ein sehr guter und traten in ver- schiedenen Versammlungen uns Gegner gegenüber. Hervorgehoben zu werden verdient, daß bei dem Gegner die Wahlbewegung viel energischer als sonst einsetzte. Unsere Praxis änderte sich dahin, daß wir es dieses Mal vermieden, gegnerische Versammlungen zu benutzen. Hervorzuheben ist weiter, daß die Gewerkschaften ver- sckicdentlichst für uns bei ihren Berufsangehörigen agitierten. Während der gesamten Wahlbewegung, also inklusive der Stichwahl wurden 148 500 Flugblätter. 93 600 Handzettel. 99 500 Wahl- anffordernngen verbreitet. Ferner wurden 113 000 Kuverts, 180 000 Stimmzettel und 2000 Hauslisten derbraucht. Die Wahl- beleiligung im Kreise stieg in diesem Jahre auf 81,14 Prozent, eine Beteiligung, die nur im Jahre 1881 übertroffen wurde. Da die Anzahl der Wahlberechtigten schon seit dem Jahre 1884 in ständiger Abnahme begriffen(seit der Wahl 1903 sind wieder 1219 Wähler weniger ge- tvorden), so ist ein Vergleich der auf unsere Partei entfallenen Stimmen nicht gut anganqig. ES genüge die Feststellung, daß 30,95 Proz. aller Wahlberechtigten für unseren Kandidaten stimmten. Der Redner machte noch auf die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation neben der politischen aufmerksam und wünschte, daß kein Zahlabend vorübergehen möge, ohne daß auf die Wichtigkeit der Organisation hingewiesen werde. Er empfahl zum Schluß seiner Aiisführungen die Erhöhung der Wahlvereinsbeiträge ans 30 Pf. pro Monat und legte den Genossen ans Herz, neue Mitglieder zu werben und die Organisation kräftig auszubauen. In der Diskussion nahm Genoste B r o h zuerst das Wort und versuchte den Gründen nachzuspüren, warum der erste Wahlkreis nicht erobert worden sei. Er gefiel sich dabei in einer sehr langen Epistel gegen den.Vorwärts", der die intellektuell höher stehenden Leute im ersten Kreise vor den Kopf gestoßen habe durch seine revolutionäre Schreibweise. Broh kam dann des langen und breiten auf den �RevisiomsniuS zu sprechen und ver- tcidigt die Revisionisten gegen die Vorwürfe der„Dumm- heil" und der.Stänkeret". Bernstein ist seiner Meinung nach der größte„Wissenschafter" in der Partei. Heftig wendet er sich gegen Rosa Luxemburg, die mit revolutionären Phrasen um sich werfe und weder das russische noch das deutsche Volk verstehe; er bezeichnet sie als„vaterlandslos" und setzt den Zuhörern seine Ideen über Jnternationalität auseinander. Immer wieder kommt der Redner aus den„Vorwärts" zurück, von dem der ganze Nnnbus seit dem letzten Redaktionswechsel ge- nomnien sei. Es seien jetzt arn Zcntralorgan Redaktionsarbeiter mit ganz unbekannten Namen tätig, die zu viel in Revolution »lachen und während des Wahlkampfes hin und her geschwankt hätten. Von prinzipieller Aufklärung hätte der Redner im„Vorwärts" nichts finden können. Er verlange positive Politik; man solle zu erreichen suchen, was möglich sei. Genosse B e n a d a antwortete unter starkem Beifall der An- wesenden, daß man nicht recht klug daraus werden könne, was Genosse Broh eigentlich wolle. Von praktischer Arbeit in der Agitation habe er keine Ahnung, sonst könnte er dein.Vorwärts" nicht solche Vorwürfe macheu. Was er über Rosa Luxemburg sagte, klänge gerade so, als hätte er eö vorher in der„Norddeutschen Allgemeinen" gelesen. Wir müßten de» revolutionären Geist pflegen, wenn wir vorwärts kommen loollen; mit schönen klugen Reden sei eö allein nicht getan, wenn man selbst keine besseren Mittel vorzuschlagen habe. Scharf wendet sich Genosse D i e s e l e r gegen Broh. der sich mit seiner Bildung spreize, si-st aber nicht schäme, in so unwürdiger Weise gegen eine brave Genossin wie Rom Lurembnrg herzuziehen. Energitch nimmt er den„Vorwärts" in Schutz und erklärt. Broh sei es selbst, der hin und her schwankt nnd nicht weiß, was er will.— In ähnlicher Weise sprach Genosse Wilde, der meinte, es sei das alte Lied, was Genosse Broh in jedem Jahre zur General- versaminlung singt. Broh habe zur Wahl eine Agitations- tour durch Schlesien gemacht, und man könne wahrlich nicht sagen, daß er mit Ruhm bedeckt zurückgekehrt sei.— Ge- nosse Schwabedal hat Broh dahin verstanden, daß wir nach rechrs paktieren sollten; aber das könnten und wollten wir nicht.— Genosse Broh nimmt noch einmal das Wort und will vielfach mißverstanden worden sein. Er wünsche keine Fühlung nach rechts. Dann wendet er sich von neuem gegen den„Vorwärts", in dessen Redaktion so bedeutende Köpfe wie Bernstein nicht vorhanden wären.— Nach einer kurzen Belehrung aus der Parteigeschichte, die der Vorsitzende dem Genossen Broh zu teil werden ließ. nahm Genosse O p p e I das Wort. der erklärte, daß Broh einen Ton in die Debatte getragen habe, der sehr bedauerlich sei. Besonders unstatthaft sei die Art, wie der Genosse Broh über Rosa Luxemburg gesprochen. was scharf zurückgewiesen werden müsse. Die Angriffe gegen den .Vorwärts" feien ungerechtfertigt. Oppel wies darauf hin, daß Berlin II, m und V behauptet worden sei, während der alte Bres- lauer Kreis,.wo das Parteiorgan dem Revisionismus sehr freundlich gesinnt sei, verloren ging. Genosse Oppel verteidigte den„Vorwärts", und setzte noch einmal die schwierige Lage im ersten Kreise dem Genossen Broh auseinander. Da Mitternacht herangerückt war. wurde die Diskussion und «eitere Berichterstattung der verschiedenen Kommissionen vertagt und nur noch der Kassenbericht entgegengenommen. Der Kassierer B i t t n e r erhielt das Wort, der über die Zeit vom 1. Juli 1906 bis 1. Januar 1907 berichtete. An Einnahmen waren gebucht 4101,43 M., die Ausgaben betrugen 3392,78 M., somit bleibt ein Bestand von 708,65 M. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassierer entlastet. Die dann vorgenommene Neuwahl des Vorstandes ergab das folgende Resultat: t. Vorsitzender Wolderski, 2. Vor- sitzender Lucht; 1. Kassierer B i t t n e r. 2. Kassierer Weihnacht; 1. Schriftführer Oppel, 2. Schriftführer Meier; Beisitzer Bartsch, Dieseler und Schuster; Revisoren sind die Genosien Schmidt, Simon und Strelow. In den Aktionsausschuß wurden gewählt W o l d e r s ki und Lucht, in die Preßkommission D i e s e l e r, in die Agitationskommission Schuster, in die Lokalkommission Ege. Die Versammlung gab ihre Zustimmung zu der Einsetzung der vorgeschlagenen Bezirksführer der einzelnen Abteilungen und wählte 10 Delegierte für die General- Versammlung Groß-Berlins.— Der Vorschlag, den Monatsbeitrag auf 30 Pf. zu erhöhen, wurde angenommen. Der sozialdemokratische Wahlverein für de» zweiten Berliner ReichstagswahlkreiS hielt, zur Fortsetzung der neulich vertagten Generalversammlung, am Dienstag wieder eine Generalversamm- lung im Hofjägerpalast ab.— Zunächst erstattete Genosse Meier den Bericht der P r e ß k o m m i s s i o n. Er verwies auf das rapide Steigen der Abonnentenziffer im letzten Jahre. Dieses beweise, daß es nicht richtig sei, wenn die angebliche besondere Güte der früheren Redaktion mit dem Anwachsen des Abonnentenstandes in ursächlichen Zusammenhang gebracht worden sei. Allerdings, das möchte er betonen, könne auch der jetzigen Redaktion nicht das Verdienst der schnellen und großen Steigerung des AboimentenstandeS während ihrer Tätigkeitszeit zugesprochen werden. Im allgemeinen sei das erfreuliche Wachstum ein Erfolg der Arbeiterschaft selbst und ihrer Organisationen, die fortgesetzt für den„Vorwärts" agitierten, was ja auch ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit sei. Was die Haltung des„Vorwärts" im allgemeinen betreffe, so entspreche sie in prinzipieller Beziehung den Anschauungen der Parteigenossen. Während des letzten Wahlkampfes sei der„Vorwärts" geradezu mustergültig, geradezu eine Fundgrube für die Agitation gewesen. Bezüglich der Haltung des„V." gegenüber der übrigen Parteipresie und der Gewerkschaftspresse könne man sagen, daß er sich im allgemeinen eine großs Reserve auferlegt habe. Manche Genossen empfänden manche Polemik unangenehm; indessen sei zu bedenken, in welcher Weise der„V." gelegentlich angerempelt worden sei. Er wolle andererseits aber nicht bebaupten, daß er ganz einwandsfrei gewesen sei und immer das richtige getroffen hätte. Er meine ja auch, daß unsere Schriftsteller in der Presse hier und da etwas taktvoller vorgehen könnten, daß sie sich z. B. nicht gegenseitig die Achtung absprechen sollten.— Was ihm und anderen aufgefallen wäre, sei die Stellungnahme gegen den„Korrespondent für Deutsch- lands Buchdrucker". Den Leuten werde eine zu große Bedeutung beigemessen. Von ungefähr 9000 Buchdruckern Berlins seien nur etiva 1500 Abonnenten des„Korrespondent". Es werde so Rex- Häuser, der nicht zu uns gehöre, eine Bedeutung beigelegt, die ihm nicht gebühre. Ebenso verhalte es sich auch mit anderen Partei- genossen, die immer flugs Stellung nähmen, ehe eine Frage noch ausgereift oder wenn eine Tatsache kaum erst in die Er- slsteinung getreten sei, wie wir es bei den Wahlen er- lebt hätten. Man denke an Braun. Bernstein, Schippel, Calwer usw. Was speziell Heinrich Braun betreffe, so habe er bei jeder Gelegenheit eine dissentierende Stellung eingenommen. Bei Erkennung des Gegensatzes, in dem er sich immer, so auf ver- schiedenen Parteitagen, zur Gesamtparteigenossenschast befunden habe, hätten andere sich längst gesagt:„Gehe in dich!" Bei Braun aber gehe das immer so weiter. Es sei ein parteischädigendes Treiben. Er wolle berühmt sein und suche auch aus Geschäfts- rücksichten sich und sein Blatt„Neue Gesellschaft" inter- effant zu machen. So gehe er auch unter die Gewcrk- schaffen, hole sich dort Mitarbeiter und suche so und auch sonst sich bei den gewerkschaftlich Organisierten auf alle mög- liche Art einen Leserkreis zu verschaffen. Die Parteigenossen müßten sich sagen, daß sein Treiben unterbunden werden müsse. Wenn er Kritik üben will, solle er es ruhig tun, aber nicht in der angewandten Weise, sondern dem Jntereffe der Sache angepaßt.— Redner wendet sich der Affäre G. Bernhard zu und ging auf die Bernhardschen Artikel in der „Welt am Montag" ein sowie auf die in der„Volkszeitimg" veröffentlichten Auslassungen gegenüber dem Herrn Cohn. Sein Urteil ging dahin, daß man zu verschiedenen Ausführungen Bernhards nur sagen könne: wer sich dazu versteige, der solle wo anders hin- gehen, nicht aber uns beglücken. Ueberhaupt krabbelten auf dem breiten Rücken der Arbeiterschaft zuviel umher, die nur berühmt werden wollten.— Im„Vorwärts" habe auck die Frage der Lokal- und Zentralorganisationen eine Rolle gespielt. Von dieser Stelle aus möchte er die Lokalorganisierten auffordern, in sich zu gehen. Nur eine Organisation könne maßgebend sein. die Zentralisation. In der Preßkommission habe es nur eine Meinung gegebe» dahin, daß eine jede Absplitternng von den großen Organisationen schädlich sei. Hierbei kommt Redner näher ans die Absplilterung der Rohrleger und Helfer vom Deutschen Metallarbciterverband und auf die_ Gründung des Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverbands(Wiesenthal) zu sprechen und recht- fertigt die Sperrung des„Vorwärts", wobei er betont, daß diese nicht vom Deutschen Metallarbeiterverband ausgegangen, sondern von der Preßkommission angeregt sei. Wenn einer bestimmten Gruppe i» einen, großen Verbände Unrecht geschehen sei — nnd da? Gefühl hast- er, daß man den Rohrlegern und Helfern im Deutschen Metallarbeiterverband hier und da Unrecht getan habe— so müßte» die Leute durch Benutzung aller Instanzen innerhalb der Organisation eine Sühne zu erlangen suchen. Sie hätten aber nicht den Instanzenweg bis zum Ende verfolgt.— Mit einem Appell an die Versanimeiten, bei- zutragen an, Ausbau eines unserer wichtigsten Kampfmittel, der Presse, danrit sie auch immer vollkommener iverde, schloß der Bericht- erstalter. Genosse Ewald j u n. als erster Diskussionsredner bemängelt. daß bei der Agitation für den„Vorwärts" nicht Probeexemplare milgcgeben seien. Bedauerlich findet er es, daß der„Vorwärts" auf Braun und auf die Anzapfungen des Herrn Bernhard eingegangen sei. Den, werde damit zuviel Ehre angetan. Zu rügen seien gewisse Arten von Polemilen schon deshalb, weil das Heran- holen von Abonnenten nnd die Werbung von Anhängern dadurch er- schwert werde. Wcim beispielsweise einer sage:„Der„Vor- lvärts" lügt", und cS komme dann ein anderer und anttvorte: „Nein, der lügt I" so müsse das einen durchaus schlechten Eindruck machen. Di« Genossen, die an der Taktik oder sonst etwas zu rügen hätten, sollten sich auf eine anständige Führung der Polemik einrichten. Ein Fehler wären ferner lange Erklärungen und Gegenerklärungen, mit denen zum Glück die„Vorwärts"-Lescr nach dieser Wahl verschont geblieben seien. Genosse R e i ni a n n: Um mehr zu erreichen, müßten die Preß- erzeugnisse billiger geliefert werden. Entschieden sei die Presse, in Berlin und Umgegend der„Vorwäns", unser bestes Kampforgan. Aber was nützen die schönsten Artikel, wenn sie nicht auf die große breite Maffe, die immer noch die nationale Einlullungsmedizin zu sich nehme, einwirken könnten. Wolle man die Verbilligung des „Vorwärts" nicht, io ließe sich durch ein Wochenabonnement die weitere«Verbreitung fördern. Genosse G o l l n i ck: In manchem habe Genosse Meier recht. Wenn aber Meier von gewiffen Genossen sprach, die immer und immer wieder schreiben müßten, so erwidere er. daß man es den Genossen doch nicht verargen könne, wenn sie ihrer Meinung Ausdruck geben wollten. Sllerdlngs fei es nicht richtig, daß ein Genoffe gleich zur « bürgerlichen Presse hinlaufe. wie Bernhard. Anders sei es mit Braun. Als Herausgeber seines Blattes habe er seine Meinung gesagt. Verfehlt sei es. das gleich als Parteiverrat hinzustellen. Er glaube, ein großer Teil der Genossen werde den kurzen AuS- fiihrungen der„Sächsischen Arbeiterzeitung", die im„Vorwärts" zitiert wurden, zustimmen. An der Zeit wäre es. den Genossen in der Presse, die jeden Andersdenkenden als Verräter hinstellten, zuzu- rufen:„Auf daß Ihr Erich nicht selbst betrügt I" Zwei Anträge, die auf die Verbilligung des„Vorwärts" abzielen, einer von einem Bezirk, der andere vom Genossen Reimann, werden aus der Diskussion ausgeschieden und bis zu der Versamni- lung vertagt, welche zur Generalversammlung von Groß-Berlin Stellung nehmen wird. Genosse L e w i n als Mitglied des Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverbandes protestiert gegen die gegen den Verband ge- richteten Vorwürfe, ebenso dagegen, daß man ihn immer den Wiesen- thalschen Verband nenne. Er richtet an Meier u. a. die Frage, wie sich die Preßkommission dazu stelle, daß der„Vorwärts" über den vor dem Einigungsamt vollzogenen Anschluß des Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverbandes an den Rohrlegervertrag nickt berichtet habe? Er nehme für sich und im Namen der Rohrleger und Helfer im Allgemeinen Deutschen Metallarbeit auch für diese das Recht auf gleiche Behandlung in Anspruch. Genosse Meier bclämpfte in seinem Schlußwort die Anregung der Verbilligung des„Vorwärts", weil das notwendig dabei heraus- kommende Defizit es nicht ermögliche, abgesehen davon aber die Ver- billigung die scharfe Waffe nicht schneidiger, sondern stumpfer machen müßte, weil dann an einen besseren Ausbau nicht gedacht werden könnte. Gegenüber einigen Ausführungen in der Debatte betonte er, daß die Preßkommission die Meinungsfreiheit durchaus nickt unterbinden wolle; sie solle aber in einer Form zum Ausdruck konimen, die erkennen lasse, daß man nutzen, nicht aber für sich und seine Person Reklame oder Geschäfte machen wolle. Auf die Frage Lewins präzisierte Redner noch einmal den Standpunkt der Preß- kömmisfion zur Absplitterung der Rohrleger usw. vom Deutschen Metallarbeiterverband, wonach eben der Allgemeine Deutsche Metall- arbeiter-Verband nicht als vollgültig anerkannt werde. Der Bericht der Agitationskommission, verfaßt vom Genosien Zinke, liegt gedruckt vor. Er beschränkt sich auf eine kurze Darstellung der Agitations- nnd Organisationsverhältnisse in den Provinzkreisen, die dem zweiten Wahlkreise zur Mitbearbeitung überwiesen sind, wobei auch hier und da auf die Ergebnisse der Wahlen Bezug genommen ist. Genosse Lau verspricht sich nichts von dem Vorschlage, jeden Monat einmal oder mindestens viermal im Jahre auf dem Lande Schriften zu verbreiten. Er kenne die Landbevölkerung. Die Schriften machten wenig Eindruck. Die„Fackel" sei ja vorzüglich redigiert, aber für die Großstadtbewohner, nicht für die auf dem Lande. Der geistige Horizont der großen Maffe der Landbewohner reiche nicht aus, die Lektüre aufzunehmen. Am besten wirke die mündliche Siede. Da nun Säle fehlten, so wäre es praktisch, daß systematisch immer dieselben Parteigenossen nach demselben Ort kämen und die Be- völkerung mündlich aufklärten. Genosse Wolf(Maurer) wendet sich gegen den Bericht, weil er indirekte Vorwürfe gegen die Maurerorganisation durchklingen lasse. Er legt die sozialen Ursachen dar, welche die Maurer der Provinz zwängen, in der Stadt Arbeit zu nehmen. Viel mehr Mühe, wie die Partei, gebe man sich im Maurerverband, um die Maurer in der Lausitz z. B. zu organisieren und aufzuklären. Die Organisation und der„Grundstein" hätten das ihre getan. Der„Grundstein" sei rein sozialdemokratisch redigiert. Er Hab« auch den Lesern ans Herz gelegt, zur Wahl ihre Schuldigkeit zu tun. Nachdem Genosse Schröder den Bericht der Lokalkommission gegeben hatte, erfolgten die Neuwahlen. Gewählt wurden die Genossen Schwemke als 1. Vorsitzender. Köckeritz als 2. Vorsitzender. Schmidt als 1. Kassierer. L o h s e als 2. Kassierer, Rautmann als 1. Schriftführer, Jakobowski als 2. Schriftführer. Werner als Beisitzer, Henning, Simon und Bernhard als Revisoren, Julius Meier als Mitglied der_ Preßkommission, Zinke für die Agitationskommission, H. Schröder in die Lokalkommission und Königs als Aspirant zum Zentralvorstand.— In das Vergnügungskomitee gewählt wurden Köckeritz, Berger, Bauer, Heilmann und I a c o b e y sowie R i ck e r als Ersatzmann. Beschlossen wurde, den einzelnen Abteilungen je 6 M. pro Viertel- jähr als Mankogeld zu bewilligen.— Ein Antrag, gegen Genoffen Robert Schulz, der des Streikbruchs beschuldigt wird, das Verfahren auf Ausschluß einzuleiten, wurde angenommen.— Eine andere Aus- schlußangelegenheit(Möhring) kam wegen vorgerückter Zeit nicht zur Erledigung. Die Verhandlung wurde vertagt, nachdem der Antrag- stcller Haß dazu gesprochen und Möhring mit seiner VerteidigunaS- rede begonnen hatte. Die Sache soll als erster Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung kommen. Wir werden im Zusammenhang dann darüber berichten. Dritter Wahlkreis. In der am Dienstag abgehaltenen Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Vorsitzende P o h den Geschäftsbericht des Vorstandes, der sich auf neun Monate erstreckt. Es fanden 25 Vorstandssitzungen, 4 Vereins- und 4 Sonntagsversammlungen statt. Während der Reichstagswahl- bewegung wurden 24 Agitationsversammlungen abgehalten und 6 Flugblätter in 280 000 Exemplaren verbreitet. Der Redner stellte eine Betrachtung an über das Stimmenverhältnis bei der Reichstagswahl im Kreise. Weiter teilte er mit, daß die Partei- spedition des Kreises 3290„Vorwärts"-Abonnenten und der Wahl- verein 2418 Mitglieder hat.— Der Kassierer Harndt erstattete den Kassenbericht erst für das letzte Halbjahr, dann für das ganze Jahr 1906. Der Jahresbericht zeigt eine Einnahme von 23 976,94 M., eine Ausgabe von 2t 453,06 Äi., einen Bestand von 2523,83 M.— In der Diskussion über den Vorstandsbericht bezeichnete Markus die kürzlich stattgefundene Agitation für den„Vorwärts" durch Verbreitung eines Flugblattes als ungeeignet und keinen Erfolg versprechend, toirksamer wäre es, wenn statt dessen eine Agitations. nummer des„Vorwärts" verbreitet würde. Den Bericht der Preßkommission erstattete K r ä k e r. Er machte Mitteilung von den geschäftlichen Verhältnissen deS.Cor» wärts", der Besetzung der Redaktion und besprach eine Reihe von Beschwerden, welche die Preßkommission zu erledigen hatte. Ferner gab der Redner eine Uebersicht über die Zunahme der Abonnenten und die Einnahmen des Blattes. Prinzipielle Differenzen mit der Redaktion hat die Preßkommission nicht gehabt. Während des Wahlkampfes war die Redaktionsführung geradezu glänzend.— Die Diskussion drehte sich um Einzelheiten, welche in dem Bericht berührt worden waren. Angenommen wurde ein Antrag, welcher die Preßkommission beauftragt, dafür einzutreten, daß Exemplare des„Vorwärts" von Zeit zu Zeit zur Agitation zur Verfügung gestellt werden. Gehrmann erstattete den Bericht der Agitationskommiffion für die Provinz Brandenburg. Er gab einen Ueberblick über die Kaffenverhältnisse sowie über die Tätigkeit der Kommission, welche in verschiedenen Kreisen einen guten Erfolg gehabt hat. Den Bericht der Lokalkommission erstattete König. In Berlin stehen der Partei 240 Lokale zur Verfügung, darunter 35 im dritten 5breise. Die Zahl ist für den Bedarf mehr als aus- reichend. Nun folgte die Wahl des Vorstandes und der Funktionäre. Sie hatte folgendes Ergebnis: Aktionsausschuß Pohl. Preß- kommission Kräkcr. Agitationskommission Gehrmann. Lokalkommission König.— Vorstand des WahlvereinS: 1. Vorsitzender Pohl. 2. Vorsitzender Wartenberg. 1. Kassierer H a r n d t. 2. Kassierer FritzSchmidt.l. Schriftführer Hahn, 2. Schriftführer Engelig, Beisitzer Kabb/zt, K�ulch- Sontt?, Fritz, Kavier, Revisoren Hoffmann. Ast, A. Fröhlich, Zeituiigölonimission Mittag, Kurt, T o r g l e r. Hierauf diskutierte die Versammlung einige Anträge, welche der Generalversammlung für Grotz-Berlin unterbreitet werden sollen. Angenommen wurden folgende Anträge: Der nionatliche Beitrag zum Wahlvcrein ist um 5 Pf. zu erhöhen.— Auf je 1200 Beitragsmarken soll ein Delegierter zur Verbands-Gencralver- sammlung gewählt werden. Außerdem wählte die Versammlung die Delegierten zur Ver bands-Generalvcrsammlung. Vierter Wahlkreis. Am Dienstag, den IS. März tagte eiw sehr gut besuchte Generalversammlung des WahlvereinS fü den vierten Berliner Reichstaas Wahlkreis i KellcrS Fesisälen. Debattclos wurde beim ersten Punkt die in den Bezirken aufgestellte Liste der 227 Delegierten zur Verbands- Gcncralversanimlung angenommen. Genosse Rosen treter stellt und begründet darauf folgenden Antrag: „Die Verbandsversammlung wolle beschließen, das in den Kreis wahlvcreinen zu erhebende Eintrittsgeld beträgt 20 Pf. und wird jedem neu eintretenden Mitgliede die Broschüre„Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie" gratis geliefert. § 7 des Statuts des Verbandes der sozialdemokratischen Wablvereine Berlins und Umgegend ist dementsprechend zu ändern Der Antrag wird angenommen. Darauf steht folgender Antrag des Genossen G l a ß zur Debatte: „Die Generalversammlung wolle beschließen: „Um eine intensivere Agitation unter den in Berlin und Um gegend wohnenden Polen wirksamer entfalten zu können, und denselben überzeugend klar zu machen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, gemeinsam nnt den deutschen Arbeitern gegen die kapitalistische Ausbeutung zu kämpfen, enipfiehlt es sich, daß der Vorstand von Groß-Berlin zusammen mit der AgitationSkommission des„Polnischen sozialistischen Vereins in Berlin" die hierzu not wendigen Vorbereitungen trifft." Der Antragsteller beschwert sich, daß unter der polnischen Bevölkerung zu wenig, und so wenig zweckentsprechende Agitation getrieben werde. Die S'/z Millionen Polen müßten in ihrer Muttersprache aufgeklärt werden, solle die Agitation überhaupt Erfolg haben. ES fehle den polnischen Genossen an einer Zugkraft. Rosa Luxemburg köiiue doch auch in polnischer Sprache Agttations Vorträge halten. Der Antrag wird sodann devattelos angenommmen. Genosse D a b e r k o w plädiert für ein Wochenabonnement auf den „Vorwärts" und beantragt: „Den„Vortvärts" auch im Wochenabonnement abzugeben und zwar für 23 Pf." Aach einer lebhaften Debatte, in der die Gegner des Antrages auf die finanziellen Schwierigkeiten hinweisen und der Meinung Ausdruck geben, daß dadurch der Ueberschuß des„Vorwärts" ver- schwinden werde, glauben wieder die Befürworter, daß dies nur .Schwarzseherei" sei und daß das eventuelle Defizit sehr wohl durch Erhöhung der Aunonceiipreise und durch größere Verbreitung des Blattes wettgemacht werden könnte, wird der Antrag angenommen, nachdem die Debatte durch einen Schlußantrag beendet wurde. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung, Berichterstattung, gibt als erster Genosse Otto Büchner für die Preßkommission den Bericht. Redner bedauert, daß die Raumverbältnisse deS„Vorwärts"- Hauses es notwendig machten, die Sprechstunde nach der Friedrich- ftratze 16 zu verlegen. Aber wegen des erfreulichen Wachstums der Abonnentenzahl des„Vorwärts" sei die Anschaffung neuer Maschinen zur Notwendigkeit geworden und wurde deshalb der Raum gebraucht. Ueberhaupt sei die Sprechstunde das ständige Schmerzenskind des„Vorwärts", da nicht alle Wünsche zu befriedigen seien. weil die paar Abendstunden zu kurz sind, eine Tages sprechstunde deshalb zwecklos sei, weil die Arbeiter nur abends Zeit haben. Die Angelegenheit her Rohrleger betreffs Sperrung des„Vorwärts" für die neue Organisation sei wieder nach dem früheren Beschluß der Kommission entschieden. An Stelle des verstorbenen Genossen Nikolaus Kraus sei der Genosse D ö s ch e r für die Unterhaltungsbeilage des „Vorwärts" gewonnen worden. Auch die Ueberbürdung der Sekre- täre solle durch die Jkeuanstcllung eines dritten Sekretärs behoben werden. Redner gibt eine Entwickelungsgeschichte des«Vor« wärts" aus den letzten zehn Jahren an der Hand von Zahlen zum besten und spricht seine Anerkennung über die Haltung deS „Vorwärts" sowohl in den Parteifragen der letzten Zeit als auch während des Wahlkampfes auS. Der„Vorwärts" fei während des Wahlkampses mustergültig, eine wahre Fundgrube an Material gewesen. Meinungsverschiedenheiten seien aum in der Partei notwendig, und wenn sich Genosse Eduard Bernstein vielleicht während seiner Redaktionstätigkeit am„Sozialdemokrat" Verdienste erworben haben möge, so sei' der vom 4. Wahlkreise ge- faßte Beschluß nicht weniger richtig. Bernstein hätte nicht notwendig gehabt, sich über den Beschluß in einer Konsumvereins- Ver« sammlung auszulassen. Er hätte sich vielmehr an die Organisatton wenden sollen, und niemand würde ettvas gegen eine Aussprache gehabt haben. Er(Bernstein) sei doch schon lange genug in der Partei, um wissen zu können, an welche Instanz er sich zu wenden habe. Die Berichtigung des Genossen Hoffmann habe gezeigt, wie leichtferttg Bernstein mit der Ehre des Zentral- organs umgesprungen sei. Redner wendet sich nun in lebhafter Weise gegen Genossen Bernhard, dieser habe wissen müssen, daß er sich an die Preßkommission zu wenden hatte, wenn er eine Be« schwerde gegen den„Vorwärts" habe. Wer den Dresdener Partei- tag verfolgt habe, der kenne freilich schon den ehrenwerten„Genossen". Die Abfertigung Bernhards im„Vorwärts" habe die Preßkommission gut geheißen. Wir wollen nicht mehr Recht haben, als die Akademiker, aber auch umgekehrt soll es nickt sein. Hätte ein Arbeiter das gleiche gemacht wie Bernhard, vielleicht ein Gewerk- schaftsvertraucnSmann oder Branchenvertreter nach einem verlorenen Streik in gegnerischen Blättern über die Taktik sich ähnlich ausgelassen, der wäre einfach mit beschleunigtem Tempo hinaus- geflogen. Redner verliest sodann einige Stellen der Bernhard- scheu Ausführungen, um sie kritisch zu zerpflücken. Nach den vorliegenden Tatsachen hätten die betreffenden Instanzen die Pflicht, Bernhard vor die Tür zu setzen. Beruhard scheine noch mit viel Geschick die Nellamettommel bei der Affäre zu rühren, damit er sich noch als Märtyrer aufspielen könne, um dann mit offenen Armen bei den Bürgerlichen aufgenonimen zu werden. Aber auch mit Heinrich Braun, Stampfer und Genossen müsse ein ganz ernstes Wörtchen gesprochen werden. Die Situation sei so, wie sie jetzt sei, ganz unmöglich und eine baldige Acnderung notwendig. Genosse Stumpe schließt sich den Ausführungen Büchners an. Er bedauert, daß sich die Parteipreffe immer noch mit Leuten herumschlagen müßte, die innerlich nicht mehr zu uns gehören. So habe es Genosse Schippe! fertig gebracht, nachdem die Arbeiter 3Vz Millionen Stimmen gegen die Zollvorlage in der Petition ge- sammelt, sich immer wieder gegen die Partei und ihre Taktik zu wenden. ES sei traurig, daß sich jeder beliebige Skribifax, der sich„Genosse" nenne. von bürgerlichen Gegnern inter- viewen lasse. Die Früchte dieser Streiche würden wir schon bei der nächsten Aktton zu spüren bekommen, denn der Reichslügcnverband sainmele sehr eifrig Material gegen uns, um da-m bei geeignetem Anlaß auszupacken. Die Leute, die vielleicht in der bürgerlichen Presse mehr verdienten und deshalb bei uns un- zufrieden seien, sollten nur ruhig dort�n gehen; niemand würde ihnen eine Träne nachtveinen. Wenn Genosse Bernstein aber nach dem vierten Wahlkreise Sehnsucht habe, so könne man ihn ja ein- uml einladen; ob eS ihm hier gefallen Ivürde, dafür könne er ftcilich nicht garantieren- Der Vorstand könne ihn ja auch deshalb eminal einladen, da auch wir einige Sehnsucht nach ihm hätten. Genosse Rohrbach sagt, Bernstein hätte auch ihm gegenüber oen Wunsch ausgedrückt, im vierten Kreise sprechen zu tonnen. Ja der Konsumvereinsversammlung habe sich Bernstein leider zu s/io in seiner persönlichen Angelegenheit wegen der Resolutton des Wahl- Vereins ausgelassen und nur zu Vio zu dem Zweck, zu dem die Versammlung einberufen war Er, Redner, habe auch in der Ver- sammlung dazumal nicht den Wunsch ausgedrückt, Bernstein solle seinen Vortrag hier wiederholen, sondern habe nur getagt, die ganzen Ausführuilgen Bernsteins gehören hierher, wo der Beschluß gefaßt tei, aber nicht in eine Agitationsversammlung für Konsumvereine. Redner könne nickt behaupten, Sehnsucht nach einer Wiederholung des Vortrages zu haben, wenn er auch glaube, daß Bernstein sich hier die notwendige Abftihr holen werde. Auch Genosse O st r o w s k i spricht im Sinne des Bericht« crstattcrS, init dem er ganz einverstanden sei. Wenn er es nicht für notwendig halte, daß der„Vorwärts" Bernhard als einen politischen Clown bezeichnete, so sei es aber mehr, als geschehen, notwendig, ihn sachlich zu bekämpfen und ihm sein soziales Königtum gehörig um die Obren zu schlagen. Redner bemängelt sodann, daß der„Vorwärts" nicht am 13. März einen der Bedeutung des Tages entsprechenden Leitartikel gebracht habe. Im Schlußwort meint Büchner, auch er habe geglaubt, daß Bernstein so viel Takt und journalistischen Anstand besitzen würde, um seinen Vorwurf gegen den„Vorwärts" zurückzunehmen; aber nach seinen eigenen Worten sei ja die Sache für Bernstein erledigt. Wir hätten deshalb auch keine Veranlassung, Bernstein einzuladen. Wenn er sich beschwert fühle, so wisse er. wo er sich hin- zuwenden habe. Aus dem Bericht des Genoffen I. Jansen von der A g i- tationskom Mission war zu ersehen, daß, trotz der wenig erfolgreichen Agitation, die Kommission ihre Schuldigkeit vollauf getan hat und daß mehr als je gearbeitet worden war. Genosse Jansen zeigt dies durch die näheren Angaben über die Zahl der abgehaltenen Versammlungen im letzten Jahr und während der Wahlbemegung. und an der Zahl und Auslage der Flugblätter, Zeitungen und Kalender. Den Bericht von der Lokalkommission«stattet Genoffe Karl Rott, der unter anderem mitteilt, daß die„Pracht- säle des Ostens" nicht mehr gesperrt sind, obgleich sie nicht auf der Berliner Liste stehen, da sie zu Friedrichsberg gehören. Auch das Lokal„Kyffhäuser" sei nicht mehr gesperrt und könnten deshalb auch die Dampfer der Dampfergesellschaft Tißmer benutzt werden. Unter„Verschiedenem" sprach Genosse M o tz k a u noch den Wunsch aus, bei ähnlichen Anlässen wie nach der Wahlbewegung lieber den„Wahren Jakob" einzustampfen als ihn zu verkaufen, wenn er sich als so schlechter Prophet erweisen sollte. Seine Bilder hätten wie Hohn angemutet. Fünfter Wahlkreis. Der Sozialdemokratische Verein im fünften Berliner Wahlkreise hielt am Donnerstag im„Alten Schützenhause" seine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden die Namen der seit der letzten Ver» sammlung zur Ausnahme gemeldeten Genossen verlesen. Es waren 171; Einwendungen dagegen wurden keine gemacht. Ten Bericht deS Vorstandes gab der Vorsitzende Zucht. Es haben im verflossenen Jahre 10 Mitgliederversamm lungen stattgefunden, die meisten mit Vorträgen belehrenden Inhalts. In der Zeit der Wahlagitation wurden nur öffentliche Versammlungen veranstaltet, weshalb in den Monaten Dezember und Januar aus Vereinsvcrsammlungen verzichtet wurde. Der Vorstand hat 18 Sitzungen abgehalten, und Bezirtssührersitzungcn 'anden 10 statt. Im Laufe des Jahres wurden 1164 neue Mit- glieder in den Verein aufgenommen; gleichwohl ist die Mit- gliederzahl nur auf 1761 gewachsen. Die starke Fluktuation ist zum Teil auf die ungünstige Lage und Gestalt des Wahlkreises zurückzuführen, die es mit sich bringen, daß neugewonnene Mit- glieder oft bald in einen der benachbarten Wahlkreise hinausziehen und so für die Organisation des fünften Kreises verloren gehen. Doch müßte, bemerkte der Redner weiter, vor allem in den Be- zirken mehr dafür gesorgt werden, daß die neuaufgcnommenen Mitglieder der Parteiorganisation dauernd erhalten bleiben. Zur Generalversammlung des Verbandes von Groß-Berlin kann der Verein, weil nicht auf SO Mitglieder, sondern auf 600 Beitrags- marken ein Delegierter kommt, nur 23 Delegierte wählen. Der Redner erwähnte ferner den Ausfall der Gewerbegerichtswahlen und ging dann kurz auf das Ergebnis der Reichstagswahlcn ein, die bekanntlich für den fünften Kreis günstig verlaufen sind und im Vergleich zur vorigen Wahl eine Erhöhung der sozialdemo- kratischen Stimmenzahl von 14 S63 auf 15 029 gebracht haben. Daß nur etwas mehr als 10 Proz. dieser Wähler dem Wahlverein angehören, zeigt, welche Arbeit hier noch zu leisten ist; ebenso der Umstand, daß immer noch eine große Zahl Wahlberechtigter überhaupt nicht gewählt hat. Der Vorstand hat Maßnahmen ge- troffen, um hier Besserung zu schaffen. Unter Hinweis auf die weniger günstigen Ergebnisse der Reichstagswahl in der Provinz begründete der Redner einen Vorschlag des Vorstandes und der Bezirksführer, für die Erhöhung des MonatSbcitrages um 5 Pf. einzutreten. Schließlich machte der Redner darauf aufmerksam, daß nun nach den ReichStagSwahlen keineswegs eine Zeit der Ruhe eintreten kann. Im Herbst sollen in zwei Bezirken des Kreises Stadtverordnetenwahlen stattfinden, und dann folgt im nächsten Jahre die Landtagswahl. Es liegt eine ganze Reihe von Fragen vor, die emsige und große Arbeit erfordern. Der Kassenbericht, den der Kassierer K i r st e Verla?, chlotz mit der Einnahmensumme von 8960,61 M., der eine Aus- zabensumme von 8140,12 M. gegenübersteht, so daß am Schlüsse 'i)c3 Halbjahres, auf das sich der Bericht erstreckt, der Bestand 820,49 M. betrug. Unter den Ausgaben sind 1163 M., die an die Verbandskasse abgeliefert wurden. Die Mitgliederzahl des Ver- eins ist von 1164 auf 1761 gestiegen. Der Redner verlas eine Statistik über die in den letzten 10 Jahren geleisteten Mitglieds- beitrüge, aus der zu entnehmen ist, daß ihre Zahl von 1161 im Jahre 1896 auf 14 224 im Jahre 1906 gestiegen ist. Dann folgte der Bericht vom Aktionsausschuß. Genoffe Liepmann führte hierzu aus, daß, wie in anderen Kreisen Berlins, so auch im fünften der Stand der Organisation im Verhältnis zur Wählerzahl unbefriedigend sei. Er wies darauf hin, daß in Hannover bei ungefähr 30 000 sozialdemokratischen Wählern 13 000 Genossen organisiert sind. Das müsse für die Berliner ein Ansporn sein, ihre Organisation weiter auszubauen. Ferner bemerkte der Redner, daß Partei und Gewerkschaften jetzt im besten Einvernehmen stehen, und daß der Aktionsausschuß alles beitragen werde, um dieses gute Verhältnis dauernd zu fördern. Der Redner forderte zu eifriger Beteiligung an der auf Antrag der Schnciderorganisation beschlossenen Flugblattverbreitung am Sonntag auf. Er sprach ferner über den verflogenen Wahlkampf und die schoflen Mittel, die der berüchtigte Reichsverband, unter- tützt durch die Börse, Regierung und den Jndustriellcnverband, hierbei gegen uns angewandt haben. Der Wahlkampf habe ge- zeigt, wo nun die Agitation vor allem einsetzen müsse. So groß auch die Summen seien, die unsererseits für die Provinz auf- gebracht würden, hätten sie sich doch nicht als ausreichend erwiesen. Deshalb empfehle der Zentralvorstand, die Beiträge zu erhöhen, und wenn auch Anträge auf Erhöhung um 10 und um 15 Pf. vor- lagen, hätte man sich, um einen einmütigen Beschluß zu erhalten. auf 5 Pf. beschränkt. Für Berlin brauche man keinen Pfennig mehr; aber den Berlinern liege die Pflicht ob, für die weniger günstig gestaltete Provinz zu sorgen. Die Organisation habe in Berlin seit Gründung des Zentralverbandes recht erfreuliche Fort- schritte gemacht. Die Zahl der organisierten Genossen ist seitdem von 41 700 auf zirka 65 000 gestiegen. Der Redner bemerkte weiter, daß der fünfte Kreis seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Verband musterhaft nachgekommen ist und äußerte ich dann über einige Wünsche, die an das„Mitteilungsblatt" gestellt worden sind. Es war der Wunsch laut geworden, das Blatt möchte„ethisch anregende" Artikel bringen. Der Redner erklärte, daß dies dem Charakter des Blattes, das lediglich bestimmt sei, Mitteilungen über die Vorgänge innerhalb der Organisation zu bringen, nicht entsvreche. Was darüber hinausgehe, sei Sache des „Vorwärts" und der„Neuen Zeit". Daß daS„Mitteilungsblatt" {einen Zweck erfülle« zeige jxch auch ia der Tatsache, daß es vo» anderen Parteiorganisationen im Reich zum Muster genommerl werde. Die Genossen anderer Parteiorte hätten um Zusendung des Blattes ersucht, um dort etwas AcbnlicheS einzuführen. Die Kosten des„Mitteilungsblattes" seien nicht bedeutend, da Redak- tiou und ELpedition im Verbandsbureau ausgeführt werden und keine Kosten verursachen. Zum Schluß fordert der Redner die Anwesenden auf, dem Vorschlage auf Beitragserhöhung ihre Zu- stimmung zu geben. Den Bericht von der Preßkommission gab Genosse Wels. Er erwähnte zunächst die Veränderung in der Redaktion des Unterhaltungsblattes, die durch den Tod des Genossen Kraus notwendig wurde, ferner die beschlossene Anstellung eines dritten Sekretärs, die dadurch notwendig wurde, daß die Arbeiten im Sekretariat sich mit dem Wachstum der Auflage des„Vorwärts" immer mehr häuften. Dann machte der Redner auf die Ver- bcsserung des redaktionellen Teiles durch Ausbau imd Belebung der Berichterstattung aus dem Ausland, durch französische, russische und englische Korrespondenzen aufmerksam, sowie aus die im Inter- esse der Vororte liegende Vermehrung der Bogenzahl und damit des Stoffes. Mancherlei Beschwerden über die juristische Sprech- stunde sei dadurch nach Möglichkeit Rechnung getragen, daß nun die Sprechstunde auch Sonnabends abgehalten wird und der Ge- nosse Kurt Rosenfeld hierfür gewonnen ist; dann auch dadurch, daß, einer Anregung des Genossen H e i n e m a n n entsprechend, den Ratsuchenden die Rechtsbelehrung gleich schriftlich mitgegeben wird. Ferner hat sich die Preßkommission infolge einer Annonce der„Neuen freien Volksbühne" auch mit dem Philharmonie- boykott befassen müssen und dann der Expedition aufgegeben, alle solche Annoneen zurückzuweisen, wenn nicht auf die Erwähnung boykottierter Lokale verzichtet werde. Dann hatte sich die Preß» kommission mit einem Antrag des früheren„Unterftützungs- Vereins", jetzigen„Vereins zur Wahrung der Interessen der Putzer" wegen Aufhebung der vor 4 Jahren durchgeführten Sperre des„Vorwärts" zu befassen. Der Antrag wurde abgelehnt, nach- dem man durch gründliche Prüfung erkannt hatte, daß der Verein wohl seinen Namen, nicht aber seinen Charakter geändert habe. Dem Verein wurde anheimgegeben, zunächst Anschluß bei der Gewerkschaftskommission oder dem Kartell zu suchen. Ein anderer Antrag auf Aufhebung der Sperre des Zentralorgans lag vom Wiesenthalschen neuen Metallarbeiterverband vor. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt, da die Preßkommission in keiner Weise der Zersplitterung der Gewerkschaftsorganisation Vorschub leisten wollte. Der Redner bemerkte hierzu, daß, wenn jener Verband sich nun der Metollarbeitergewerkschaft angeschlossen habe, man Wohl erwägen müsse, ob die Sperre nicht auch aus diese Organ:- sation ausgedehnt werden solle. Im übrigen erklärte der Redner, daß die Preßkommission und Redaktion stets, von einzelnen Fallen abgesehen, in bester Uebereinstimmung gewirkt haben. Namentlich während des Wahlkampfes sei der..Vorwärts" in vollem Matze seiner Aufgabe gerecht geworden und eine Fundgrube der Agitation gewesen. Auch in der Polemik gegen Bernstein, Schippel, Braun, Calwer und Bernhard sei die Preßkommission einstimmig mit der Redaktion einverstanden. Die ebenso entschiedene wie maßvolle Haltung des„Vorwärts" in dieser Polemik sei durchaus zu billigen. Pflicht der Redaktion sei es, in solchen Fällen Stellung zu nehmen. Ter Redner wies schließlich noch auf die Steigerung der Abou- nentcnzahl seit dem Jahre 1897 von 52 000 auf nun 140 000 hin und bemerkte, daß dies ein Gradmesser für die EntWickelung der Partei sei und nun dafür gesorgt werden müsse, daß die Zahl der Abonnenten verdoppelt werde. An den Bericht schloß sich eine kurze Diskussion, in der Genosse M a i e r anfragte, warum in diesem Jahre keine Märzzeitung erschienen sei, und Genosse Noak sich darüber beklagte, daß Ver- sammlungsberichte von dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften teils ganz verspätet und erst nach mehreren Anfragen im„Vor- wärts" erschienen seien und ein Bericht von den Fliesenlegern überhaupt nicht aufgenommen sei. Genosse Blanke erklärte sich hinsichtlich des Wiesenthalschen Verbandes durchaus mit dem Genossen Wels einverstanden und äußerte den Wunsch, daß, wenn sich dieser Verband der Metallarbeitergcwerkschaft angeschlossen habe und somit Aufnahme in das Kartell finde, die Preßkommission daraus auch hinsichtlich der Lokalorganisierten die Konsequenzen ziehen möge. Auf diese verschiedenen Aeußerungen erwiderte Wels, daß die Herausgabe der Märzzeitung nichts mit der Preßkommission zu tun habe, sondern Sache der Buchhandlung sei. Wenn Genosse Noak glaube, daß die Redaktion den Lokalisten gegenüber parteiisch verfahre, so könne er die Preßkommission nicht dafür verantwortlich machen. ES müsse doch dem Redakteur überlassen bleiben, zu eut- scheiden, ob ein Bericht für die Oeffentlichkeit wichtig sei oder ob er wegen wichtigerer Sachen zurückgestellt werden müßte. Von feiten der Zentralorganisationen sei die Zahl derartiger Be- schwerden noch viel größer als von den Lokalorganisationen. Dem Genossen Blanke erwiderte der Redner, daß die Preßkommission doch keinerlei Oberinstanz für die Gewerkschaftskommission und das Kartell sei und die Regelung der Streitfragen, dem Beschlüsse des Mannheimer Parteitages gemäß, zunächst diesen beiden Körper- schaften zu überlassen sei. Aus eine weitere Beschwerde darüber, daß am 18. März keine Versammlungen veranstaltet wurden, bemerkte Liepmann, die Wahlvcreine seien befragt worden, ob sie Versammlungen abhalten wollten, aber keiner habe sich dafür erklärt. Uebrigens ehre man die Märzgefallenen am besten dadurch, daß man in ihrem Sinne wirke und handele. Von der Lokalkommission gab Genosse Rausch Bericht. Die Zahl der Postsendungen dieser Kommission betrug 938, die der Veröfsentlichungen im„Vorwärts" 118. Im fünften Kreise ist das Lokal von Mendt freigeworden; das von Apitsch ist auS der Liste zu streichen, weil dort kein Betrieb mehr ist. Infolge der Ausdehnung der Lokalliste auf die Provinz, sowie dank der Unter- stützung der Agitationskommission und des Arbciter-Radfahrcr- bundes, sind hier jetzt mehr Lokale als früher frei geworden. Die Lokalkommission äußert den dringenden Wunsch, daß die Genossen bei Ausflügen mehr als bisher die Lokalliste beachten. Bei Ver» anstaltung von Vergnügungen sollen die Vereine darauf dringen. daß die Wirte ihren Bedarf an Kellnern vom Arbeitsnachweis de? GostwirtsgehüIfcn-VerbandeZ beziehen. Von der Agitationskommission berichtete Genosse Zucht. Er hob zunächst hervor, daß die Gewerkschaften die Partei bei dem Wahlkampfe in bester Weise unterstützten, und zeigte dann an mehreren Beispielen, welchen schändlichen Terrorismus die Gegner in der Provinz bei dem Wahlkampfe ausgeübt haben und fortdauernd zur Bekämpfung der Sozialdemokratie anwenden. Er erwähnte die Saalabtreibereien, die Schikanierung der Wirte durch die Behörden, die Konzefsionsentziehungen unter dem Vorwand, daß der Völlerei Vorschub geleistet werde, wodurch man eS dahin gebracht hat, daß Wahlkreise in der Provinz existieren, wo unS überhaupt kein Lokal zur Verfügung steht. Bezeichnend für die Art, wie auf großen Gütern die Wahlhandlung vorgenommen und das Resultat„festgestellt" wird, ist ein Vorgang im Wahlkreise Prenzlau-Angcrmünde, in dem unsere Stimmenzahl um 1000 zurückgegangen ist. In einem Orte des Kreise« nahm der Wahl- Vorsteher nach Schluß der Wahlhandlung die Wahlurne unier den Arm, um die Stimmen zu Hause auszuzählen. Er brachte heraus, daß in dem Orte nur 4 sozialdemokratische Stimmen abgegeben waren. Nun aber haben sich 5 Leute im Orte bereit erklärt, zu be- weisen, daß mindestens 20 sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden sind. Zudem wurde ein Mann gleich nach der Wahl aus der Arbeit entlassen mit der Begründung. er sei Sozialdemokrat. Im Kreise Arnswalde-Friedeberg. wo unsere Stimmenzahl um 40V zugenommen hat, ist auch die Organi- sation bedeutend gewachsen. Die Flugblätter sind dort größtenteils von den im Kreise wohnenden Genossen selbst verbreitet worden. Der Redner bemerkte noch, daß es notwendig sei, tüchtige für die Partei tätige Genossen in der Provinz mit Geldmitteln zu unter- tützen, um ihnen trotz der Verfolgungen den Aufenthalt am Orte möglich zu machen.— Der«Märkische Landbote" ist in 300 000 Exemplaren verbreitet worden. Die„Fackel" wird ebenfalls plan» mäßig verbreitet. Nach Erledigung diefes Punttes folgten die Wahlen des reis-, 350 253 m., bei Maßregelungen 91 438 M., in Notfällen 10 285 M., weshalb fie die Bestrebungen der Hausbesiker unterstützt. Also in borstandes. Genoffe 3ucht, der 6 Jahre lang das Amt des ersten Sterbegeld 3120 M., Rechtsschutz 46 697 M. Die Abrechnung der Nürnberg vereinigen sich Armenpflege und Hausagrarier, um ge Vorsitzenden bekleidet hatte, lehnte eine Wiederwahl mit Rücksicht Lokaltasse zeigt in Einnahme und Ausgabe die Summe von meinsam die Wohnungsfrage durch Verschlechterung der Woh auf seine Tätigkeit in der Agitationstommission ab. Der Vorstand 778 982 M., der Kassenbestand beträgt 212 679 M. An Unter- nungen zu lösen; das ist doch sicherlich das höchste, was freisinnige erhielt folgende Zusammensetzung: 1. Vorsitzender Fried stübungen aus der Lokaltasse wurden gezahlt an Durchreisende Sozialpolitik leisten kann. länder, 2. Fröbel; 1. Kassierer Kirste, 2. Liepmann; 1852 M., in Notfällen 300 M., bei Streits 161 327 M., bei Maß1. Schriftführer Weise, 2. Ringe; Beifizer Albrecht und regelungen 25 504 M., an andere Verwaltungsstellen 1500 M. Jm Böttcher. Als Revisoren wurden Lubiger, Dr. Stulz ganzen hat die Berliner Verwaltungsstelle im Jahre 1906 aus der und Fischer gewählt. Als Abteilungsführer wurden die von den Haupt- und der Lokalkasse für Unterstützungszwede 1 128 030 M. Abteilungen vorgeschlagenen Genossen: Wasser für die erste, ausgegeben. Christen für die zweite, Wolff für die dritte, Holzapfel Nachdem die Berichte erledigt waren, erfolgte die Neuwahl des für die vierte, Stoppe für die sechste und Wiese für die statutenmäßig ausscheidenden Teils der Verwaltungsmitglieder. siebente Abteilung bestätigt. Die Bestätigung des für die fünfte Für das Amt des ersten Bevollmächtigten wurde durch die VerAbteilung vorgeschlagenen Genossen wurde vorläufig ausgesetzt, bis waltung und die Vertrauensmänner Cohen wieder in Vorschlag eine Streitfrage in seiner Gewerkschaft erledigt ist. gebracht. Andere Personen, die aus der Versammlung heraus In die Kommissionen wurden, den Vorschlägen der Bezirks- borgeschlagen wurden, lehnten ab, so daß Cohen als einziger Kanführer und des Vorstandes entsprechend, gewählt: für den Attions- didat auf der Liste stand. Ueber seine Berson entspann sich eine ausschuß Liepmann, die Agitationsfommission 3ucht, die längere Debatte, die auf die bekannten Streitigkeiten des vorigen Preßkommission Wels und die Lokalkommission Hahnisch. Jahres Bezug nahm. Schließlich wurde Cohen mit einer an Die Delegiertenwahlen zur Generalversammlung von Groß- Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit wiedergewählt. Ferner Berlin ergaben die Annahme der von den Abteilungen vor- wurden wiedergewählt als Revisor Schmidt, als Beisiber Menz geschlagenen Liste. Von den Anträgen zur Generalversammlung wurde der auf Erhöhung des Beitrages um 5 Bf. gutgeheißen. Ferner beauftragte die Versammlung die Delegierten des Kreises für die Wiederwahl der im Verbandsbureau tätigen Genossen Liepmann, Böste und des Vorsitzenden Genossen Eugen Ernst einzutreten. und dert. Die Behandlung der Schiffsjungen wurde dieser Tage vor der 2. Straffammer des Bremer Land-, gerichts in der Verhandlung gegen den Steuermann Holling wieder treffend illustriert. In der Zeit vom 23. März bis zum 30. Mai 1905 den Schiffsjungen Paul Landré fast täglich mit einem Tauende, ben hatte der Angeklagte an Bord der deutschen Tjalk„ Frieda" das er extra zu diesem Zwede reserviert hatte, mißhandelt. Am 29. Mai 1905 iurde Landré wieder in einer schamlosen Weise von dem Steuermann mißhandelt, zahlreiche Striemen und blutunterlaufene Stellen auf dem Rücken und der Schulter wurden durch ärztliche Untersuchung als die Folgen der Mihhandlung fonstatiert. Außerdem war der Junge von dem brutalen Vorgesetzten mit Fußtritten trattiert worden. Lag das Schiff im Hafen, dann weckte der Steuermann den Schiffsjungen schon um 4 Uhr morgens, abends wurde er mehrfach um 11 Uhr zum Kartoffelschälen aus dem Bett geholt. Wenn sich der Mißhandelte bei dem Kapitän über die Behandlung von dem Steuermann beschwerte, so erhielt er regelmäßig zur Antwort, er solle sich nur schicken". Der Aus Induftrie und Dandel. und Handel. Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von Rudiat gegen den Angeklagten. Das Gericht erkannte aber mit Rücksicht auf die recht erheblichen Mißhandlungen auf eine Freiheitsstrafe. Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen§ 111 der Seemannsordnung auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen. ( Siehe auch 1. Beilage.) Berggefet, Exportprämien und eine verlorene Wette. Arbeiter- Sängerbund. In der legten Ausschußßißung wurden zuSaßen da jüngst in einer Wirtschaft zwischen Wupper und Ruhr nächst die Wahlen vollzogen. Als Revisoren wurden gewählt ein Arzt, ein Bergrat, ein Theaterdirektor und ein Regierungsrat Rätebusch, Kupfer, Obiglo. Die bisherigen Kontrolleure beim Dämmerschoppen und unterhielten sich von Tagesereignissen, Schleifer- Merkblatt. Merkblatt für Feilenhauer. Merts wurden en bloc wiedergewählt; ebenso ergab die Wahl des Bundes- die jeder nach seiner Auffassung zum besten gab. Der Bergrat blatt für Arbeiter in Chromgerbereibetrieben. Sämtlich bearbeitet dirigenten die Wiederwahl des Herrn Blobel. Bei der Be- wehrte sich gegen die Behauptung des Arztes, das Privatmonopol im Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin. sprechung der Generalversammlung der Liedergemeinschaft" wurde fei doch stärker als der Staat. Stolz verwies er auf den Entwurf Diese flugblattähnlichen Drudsachen sind dazu bestimmt, die zum Tagungslokal das Gewerkschaftshaus, für den Kommers des neuen preußischen Berggesetzes. Der Regierungsrat, ein Eisen- betreffenden Arbeiter über die mit ihrer Beschäftigung verbundenen Brauerei Friedrichshain bestimmt. Die weiteren Arrangements Eisen- Gesundheitsgefahren aufzuklären und sie in bezug auf ihr persön werden erledigt und deren Ausführung dem Vorstand übertragen. bahnfachmann, mischte sich ein mit der Bemerkung, daß gerade die liches Verhalten zur Mitwirkung an den Bestrebungen zur BesseAnträge zu dieser Generalversammlung sind seitens der Vereine bis Bergbehörde es sei, die seit 30 Jahren, früher im Bunde mit den rung der Gesundheitsverhältnisse in ihren Gewerben zu gewinnen. spätestens 24. März an den Vorstand einzusenden. Eine längere Debatte Privatbahnen, jezt mit den Grubengesellschaften, der Verkehrs- Die Merkblätter schildern die Krankheitserscheinungen, die bei zeitigte die Festsetzung unseres Sängerfestes. Wiederholt wurde verwaltung unaufhörlich die Ermäßigung der Frachtsätze für berg- Metallschleifern das Einatmen von Sand-, Schmirgel- und Metallhierbei auf die Widerwärtigkeiten hingewiesen, die bei den bis- bauliche Erzeugnisse, speziell für Steinkohlen, empfehle. Beispiels- staub beim Trockenschleifen, bei Feilenhauern die Aufnahme des herigen Sängerfesten in Friedrichshagen mit in den Kauf genommen weise würden Stein- und Braunkohlen nach dem Auslande giftig wirkenden Bleis bei Benugung von Unterlagen aus Blei werden mußten. Da deren Abstellung bisher leider unmöglich war, zu 1,6 Bf. pro Tonnenkilometer verfrachtet. Dieser Einheitsfazz sei oder Bleilegierungen, und bei Arbeitern in Chromgerbereien das so beschloß der Ausschuß, die Feier des diesjährigen Sängerfestes viel billiger als der für die gleichen Artikel zur Anwendung ge- zugleich Verhaltungsmaßregeln, bei deren Befolgung die GesundHantieren mit äßender Chrombrühe zur Folge haben; sie geben fragen bezüglich Neuherstellung des Liederbuches wurde erklärt, daß langende deutsche Rohstofftarif, der aber nur innerhalb der schwarz- heitsgefahren vermieden werden. am 4. Auguſt in Weißensee abzuhalten.- Auf verschiedene An- langende dasselbe einer Umarbeitung unterzogen und demnächst in Druck ge- weiß- roten Pfähle gelte. Deutsche Kohlen seien deshalb in der Auf starkem Kartonpapier gedruckte, zum Aufhängen bestimmte geben wird. Bei der Maifeier werden gesungen: Gruß an den Schweiz und in der Lombardei billiger als in Süddeutschland. Gremplare sind von der Verlagsbuchhandlung Springer in Berlin Mai"," Stolz und kühn"," Dem Lenz entgegen",„ Sturm". Jm weiteren Verlaufe der Unterhaltung behauptete der Re- gegen einen billigen Preis zu beziehen. Auf dünnem Papier hergierungsrat auch noch, es würden sogar Exportprämien gezahlt. Der gestellte Abzüge der Merkblätter werden vom Kaiserlichen GesundBergrat besttitt das und bot eine Wette von 20 M. an, die von dem beitsamt an Behörden, gemeinnüßige Körperschaften und Vereine Regierungsrat akzeptiert wurde. unentgeltlich geliefert; einzelne Eremplare werden auch Privatpersonen kostenlos verabfolgt. genommen. Er ließ bei der Güterabfertigungsstelle den Ausnahmetarif für die Beförderung von Steinkohlen aus Deutschland nach Italien, gültig vom 1. Dezember 1904- Preis 40 Pf. holen. der Der Regierungsrat schlug Seite 6 des Tarifs auf und las: ,, Bei gleichzeitiger Aufgabe von Steinkohlen in Ladungen zu 50 Tonnen oder von 3 Wagen zu je 15 Tonnen werden an den Absender folgende Rückvergütungen gewährt: 0,10 Fr. für fanitären Gefahren, die die Arbeit in den genannten Betrieben Die Merkblätter sind nützlich; wirksamer zur Bekämpfung der nach sich zieht, sind Arbeiterschutzbestimmungen, wie sie von den Arbeitern seit Jahrzehnten verlangt werden, in erster Reihe: Verkürzung der Arbeitszeit. 100 Kilogramm nach den italienischen Stationen an der Aus der Frauenbewegung. schweizerischen Grenze, 0,20 Fr. für 100 Kilogramm nach den übrigen italienischen Stationen." Jeder der Anwesenden überzeugte sich dann noch persönlich von Richtigkeit. Der Bergrat langte ärgerlich nach der Geldbörse, holte eine Doppelkrone heraus, schob sie dem Theaterdirektor zu und entfernte sich mit einen fühlen' n Abend!=== Soziales. Bordelle in Essen. " Die heutige Versammlung ist nach Anhören der Referenten und der Diskussionsredner der Ueberzeugung, daß die Frage der öffentlichen und geheimen Unsittlichkeit und ihre Bekämpfung mit der sozialen Frage überhaupt auf das engste verknüpft ist und nur mit dieser gleichzeitig gelöst werden kann. Die Versammlung erkennt als die Hauptursache des Uebels: 1. das soziale Elend überhaupt; Wie lebt eine Arbeiterin in Paris? noch weniger eine anständige Arbeiterin in Paris auskommen? Wie kann mit einem täglichen Einkommen von drei Frank oder fragen sich manchmal Leute, die gewohnt sind, jeden Tag 25 Frank auszugeben. Und dennoch, schreibt eine französische Zeitung, fällt es in Paris gar nicht so schwer, ein armes, hübsches, junges Mädchen zu treffen, das sich den Lurus erlaubt, tugendhaft zu bleiben. Frau fann sie nicht, Geliebte mag sie nicht werden. Um den bescheidenen Bedürfnissen dieser ehrbaren Arbeiterinnen entgegenzukommen, hat vor etwa zehn Jahren eine gemeinnüßige Gesellschaft, die Union des ateliers de femmes", eine Anzahl von Frauenwirtshäusern"( Restaurants pour dames seules) begründet, die alle Speisen und Getränke zum Selbstkostenpreise liefern. Aber welchen Preis müssen wohl ihre niedlichen Kamerabinnen, die ihr Effen gleich zu bezahlen haben, für eine Mahlzeit anlegen? Gewöhnlich geben sie dafür 70 Centimes aus. Dafür kann man aber ein komplettes Dejeuner", das die Stelle unseres„ Mittagbrotes" vertritt, haben, und zwar nach folgender Karte: 20 Cts. Metallarbeiterverband. Am Sonntag fand in der„ Neuen Welt" eine Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin statt. Zu nächst empfahl Cohen einen Antrag der Ortsverwaltung und der Vertrauensleute auf Erhöhung des örtlichen Beitrages. Er begründete den Antrag folgendermaßen: Die Ausgaben des Verbandes für Erwerbslosenunterstüßung in Berlin seien seit Anfang dieses Jahres bedeutend gestiegen. Das möge wohl im Zusammenhang stehen mit der Holzarbeiteraussperrung, wodurch Bauanschläger und andere Arbeiter der Metallindustrie arbeitslos geworden seien. Für die nächsten Wochen stehe allem Anschein nach ein großer Kampf im Baugewerbe bevor, woran der Metallarbeiterverband mit einer erheblichen Zahl von Bauklempnern, Bauschlossern, Elektromonteuren und anderen Branchen in Mitleidenschaft gezogen würde. Wenn 25-30 000 Maurer, Zimmerer und Bauhülfsarbeiter im Kampf stehen, so würden 6-8000 Metallarbeiter dadurch arbeitslos werden. Die Unternehmer in der Metallindustrie trügen seit einiger Zeit ein so herausforderndes Benehmen zur Schau, daß man sagen fönne, es liege eine Gewitterschwüle in der Luft. Aus all diesen Gründen rechtfertige sich eine Erhöhung des Beitrages, damit der Verband auf die zu erwartenden Kämpfe vorbereitet sei. Sollten diefe Kämpfe nicht kommen, so könne ja die Mehreinnahme dem Holzarbeiterverband zugewendet werden, der jedenfalls noch längere Zeit im Kampfe stehen müsse. Ausdrücklich solle jedoch bemerkt werden, daß der Holzarbeiterverband kein Ansuchen um Unterstügung gestellt habe und in der Lage sei, den Kampf noch wochenlang aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Es sei aber selbstverständlich, in solchen Fällen freiwillig Solidarität zu üben. Der Redner strafbar. In vielen preußischen Städten, so auch in Essen, werden Bordelle zu halten ist nach dem Strafgesetzbuch verboten und Das größte dieser„ Restaurants" liegt in der Rue Jean- Jacques empfahl eine wöchentliche Erhöhung von 15 Pf. für die Zeit vom dennoch Bordelle gehalten. Eine interessante öffentliche Versamm Rousseau, und schon vom frühen Morgen an wird es von seinen 1. April bis 1. Juli. Der Antrag wurde fast einstimmig an- lung mit dem Thema:" Prostitution und Bordell Stammgästen besucht. Diese bestehen aus Arbeiterinnen aller Art unwesen in unserer Stadt" fand am Montag in Essen und aus Angestellten benachbarter Bank- und Handelshäuser, aus Cohen erstattete hierauf den Jahresbericht der Ortsverwal- statt. Als Referenten traten auf die Herren Ingenieur Beamtinnen der Post und Telegraphie und anderer Behörden. Die tung. Den vorliegenden gedruckten Bericht zusammenfassend und Lindeholz und Tischlermeister Krall, als Diskussionsredner Verwaltung des Fernsprechnetzes, deren Zentralbureau in der Nähe, ergänzend, führte der Redner aus: Das Jahr 1906 war für den die Herren Pfarrer Zander, Arbeiterfekretär Limberk, Dr. med. in der Rue Gutenberg, liegt, hat fogar mit diesem„ DamenMetallarbeiterverband ein sehr ereignisreiches. Die geschäftliche Baubiger, Berichterstatter Beyer, der Vorsitzende des Effener Restaurant" vertraglich die Beköftigung seines gesamten Bersonals Ronjunttur war äußerst günstig, es konnten deshalb Lohnbewegungen Abstinenzlervereins, Fröhlich, und Schlosser Brods. Die Aus- vereinbart. Die Beamtinnen dieses Instituts sind die Favoriten des Zahl der Verbesserungen, die ohne Streit erlangt wurden, ist so folgender Resolution: in viel größerer Zahl als in den Vorjahren geführt werden. Die führungen dieser Herren fanden ihren Niederschlag in nach- Lokals; sie haben ihren besonderen Eingang, reservierte Zimmer, fennen die Spezialitäten des Hauses und erfreuen sich überdies noch groß, daß fie nicht alle einzeln angeführt werden können. Im Beder auch nicht zu unterschäßenden Annehmlichkeit, daß sie nicht jedesrichtsjahre wurden 76 Streits geführt. Davon waren 39 Angriffsstreits mit 3526 Beteiligten und 37 Abwehrstreits mit 4958 Bemal zu zahlen brauchen. teiligten. Außerdem fanden statt 8 Lohnbewegungen ganzer Branchen, an denen etwa 12 000 Arbeiter beteiligt waren und 4 Aussperrungen mit 1594 Beteiligten. Die Maiaussperrung erstreckte fich auf 15 000 Arbeiter, darunter 11 000 Mitglieder. Von den 39 Angriffsstreits hatten 25 bollen, 6 teilweisen, 8 feinen Erfolg. Von den 37 Abwehrstreits hatten 18 vollen, 8 teilweisen, 11 feinen Erfolg. Der Arbeitsnachweis, der im Jahre 1900 nur 980 Stellen bermittelte, hat im Jahre 1906 10 534 Stellen vermittelt. Der Aufschwung, den der Arbeitsnachweis erfahren hat, ist demnach ein sehr erheblicher; für mehrere Branchen ist er vorherrschend geworden und hat in denselben den Nachweis der Industriellen weit überflügelt. Die Arbeitslosenunterstüßung hat trob der guten Konjunktur bedeutend größere Ausgaben erfordert, als im Vorjahre. Im Jahre 1905 find 168 000 M., im Jahre 1906 aber 262 000 m. an Arbeitslose gezahlt worden. Der Grund dieser Erscheinung ist der, daß im Jahre 1905 nur ein Drittel der Mitglieder, im Jahre 1906 aber zwei Drittel bezugsberechtigt waren. Das zeigt, daß der Mitgliederstand weit stabiler geworden ist. Trotz der Auseinanderfegungen und dadurch verursachten Aufregungen im Verband ist die Mitgliederzahl um 4400 gestiegen. Sie betrug am Schluß des Jahres 1905 57 413, und am Ende des Jahres 1906 61 834. Für Wie der Freifinn Wohnungs- Sozialpolitik treibt. das Bildungsbedürfnis, dem der Verband Rechnung trägt, zeugt Die Wohnungsmisere wird seit vier Jahren in Nürnberg immer unter anderem die Benützung der Bibliothek. Es wurden im Laufe größer. Die Mietpreise find folossal in die Höhe gegangen, die des Jahres 25 719 Bücher ausgegeben. Zum Kapitel„ Rechtsschutz" Wohnungen sind zu einem großen Teile überfüllt, weil sehr häufig Die Pariser Industrie tennt aber auch eine„ tote Saison", in sagte der Redner, dieser Abschnitt des Jahresberichte konnte noch mehrere Familien in einer Wohnung beisammen leben müssen; der vierzehn Sous für manche brave Arbeiterin eine unerschwingin teinem Jahre ein Loblied auf den Rechtsstaat Preußen sein. fleine Wohnungen sind sehr schwer zu bekommen. Selbst der Haus- liche Summe bilden. Dann sieht man die niedlichen Schneider- und Immer mußten wir fonstatieren, daß uns eine das Rechtsempfinden besitzerverein gesteht zu, daß ein immer mehr zunehmender Mangel Buzmamsells Arm in Arm zu zweien das Lokal in der Rue Jean der Arbeiter schwer verleßende Behandlung seitens der Behörden, an Wohnungen im Preise bis zu 400 M. existiert und daß Gegen- Jacques Rousseau betreten. Die, die Arbeit hat, ladet besonders der Polizei, zuteil wurde. Wir haben versucht, die äußerst maßregeln ergriffen werden müssen. Um aber das so sehr ge- die andere ein, die feiert; gemeinschaftlich erfreut man sich groben Berstöße der Arbeitgeber gegen§ 153 der Gewerbeordnung fürchtete öffentliche Eingreifen zu verhüten, wollen die Hausagrarier an dem Fleisch mit Sauce oder Gemüse, an dem Käse, dem und die klar liegenden Nötigungs- und Erpressungsversuche gegen die Lösung der Wohnungsfrage selbst in die Hand nehmen, und Deffert, und auch der kleine Schwarze" wird redlich geteilt. Solch unsere Mitglieder zur gerichtlichen Aburteilung zu bringen. Die zwar dadurch, daß sie eine Verschlechterung der Bauvorschriften an- fleine Liebesdienste befestigen die Freundschaft und freundschaftlich Angelegenheiten sind noch nicht erledigt. Viel Hoffnung, daß streben, um eine größere Ausnüßung der Baupläße zu ermöglichen. Halten die Pariser„ Duvrières" auch zusammen. etwas dabei herauskommt, brauchen wir nicht zu hegen. Aller- Sie verlangen z. B. vom Magistrat die Beseitigung der Bestim Wenn diese fleinen Marmortische reden könnten! Von manch dings dürfen die Behörden unter folchen Umständen sich nicht mungen, die vorschreiben, daß jede Familienwohnung einen eigenen, heldenmütigem Entsagen und Entbehren würden sie dann erzählen; wundern, wenn der bei den Arbeitern vielleicht noch vorhandene innerhalb des Wohnungsabschlusses befindlichen Abort haben, daß wie so manche Portion Fleisch heimlich in ein Stück Zeitungspapier Rest von Vertrauen zu ihnen schwindet. Schließlich verwies der ein Drittel der Baufläche als Hofraum liegen bleiben muß, daß die eingewickelt wird, um es der tranten Mutter oder dem kleinen Redner auf die im August 1906 zwischen den für die Metallindustrie Dachgeschosse nur bis zur Hälfte ihrer Grundfläche zur Anlage der Brüderchen zu Hause mitzunehmen; wie jedes Krümchen Brot sorgin Frage kommenden Organisationen abgeschlossene Vereinbarung Stockwerte durch die Straßenbreite beschränkt wird. Man möchte fältig aufgelesen wird, um damit die Vögelchen zu füttern. bezüglich gegenseitiger Verständigung über Lohnbewegungen. alfo die fanitären Verhältnisse der Wohnungen verschlechtern, den Durch etwas aber fallen die Besucherinnen dieses DamenDurch dies Kartell ist mehr als bisher Einheitlichkeit in die Be Mietern Licht und Luft beschneiden. Auch die städtische Armenpflege Restaurants", von denen die reichsten nicht mehr als zwanzig Sous wegung gekommen, jedoch ist es noch keine Einheitsorganisation, hat sich mit der Frage befaßt und„ Erhebungen" veranstaltet, die( 80 Bf.) den Tag auf ihre Nahrung ausgeben tönnen, auf. Und wie sie geschaffen werden müßte, um gegenüber der geschlossenen darin bestanden, daß fie 21 Fälle feststellte, in denen Familien keine zwar durch die Eleganz und den Schick, mit dem sie sich zu fleiden Bhalang des Unternehmertums die Interessen der Arbeiter erfolg Wohnungen finden konnten, wobei sich ergeben habe, daß in mehr als verstehen. Unter zehn tragen neun Handschuhe und Hut, denn die reich vertreten zu können. der Hälfte der Fälle die Betreffenden schlechte Zahler waren, in den Bariser Arbeiterin hungert lieber, als daß sie sich in ihrer Toilette Den Kassenbericht ecstattete der Rendant Behold. Die Ab- anderen Fällen sei die Ursache Bösartigkeit, Trunksucht, zu große etwas vergibt. rechnung der Haupttasse schließt in Einnahme und Ausgabe mit Kinderzahl usw. gewesen. Die Armenpflege kam deshalb zu dem der Summe von 1704 572. Ausgegeben wurde unter anderem Schluß, daß eine Wohnungsnot nicht vorhanden sei, aber aus einer Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin für Reisegelb 20 443 M., Unterstübung bei Umzug 10 433 M., bei Busammenstellung des Bauamts über die eingereichten Baugesuche und Bororte. Donnerstag, den 21. März, Rosenthalerstr. 11/12: GeneralStrankheit 152 054 M., bei Arbeitslosigkeit 262 824 M., bei Streits lentnimmt sie, daß nicht genug kleine Wohnungen gebaut werden, versammlung. Erscheinen unbedingt notwendig. 2. die verderblichen Einwirkungen des Alkohols; 3. die absolute Unwissenheit der heranwachsenden Jugend in allen seruellen Fragen. Sie fordert in Konsequenz dieser Erkenntnis von Staat und Gemeinde: 1. die beschleunigte Fortführung des sozialen Reformivertes; 2. die absolute Bekämpfung des Alkoholmißbrauches; 3. die vernünftige Aufklärung der heranwachsenden Jugend in den Uebergangsjahren von dazu berufenen Lehrpersonen. Ueber die Frage, ob Safernierung oder das Freiwohnen der Prostituierten das beste ist, will die Versammlung feine bestimmten Vorschläge machen, weil in der Diskussion schwer zu bereinende Widersprüche auftraten; fie verlegt daher den Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Grundursachen." Brot und Wein( eine Karaffe) Suppe oder Consommé Fleisch mit Sauce oder Gemüse Braten Salat oder Gemüse Käse, verschiedenes Deffert Kaffee Liköre. 15 u. 20€ ts. 30 Cts. 40 Cts. 15 u. 20 Cts. 10 u. 15 Cts. 10 Cts. 10 u. 15 Cts. Vierzehn Sous!( 56 Pfennig.) Dafür versteht es eine Arbeiterin, sich ein Mittagsmahl zu beschaffen, und daß es sättigen muß, mag wohl die Tatsache beweisen, daß die eine Mahlzeit oft für den ganzen Tag vorhalten muß. Das Restaurant, welches am Tage zwischen zwölf und ein Uhr die Baht seiner Gäste kaum faffen fann, steht des Abends leer. Deswegen braucht man aber noch nicht zu glauben, daß diese Gamines" mit hungrigem Magen zu Bette gehen oder statt ein Nachtmahl einzunehmen, an einer Tafel Schokolade knabbern; die meisten haben eine Familie, in deren Kreis fie sich nach beendetem Tagewerk zurückziehen können. " Zentralverband der Handels-, Transport, Verkehrsarbeiter.- Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. „ Gewerkschaftshaus", Engel fer 15, II, Zimmer 13-17. Arbeitsnachweis: Telephon- Anit IV, Nr. 3318. # Bureau: Telephon- Amt IV, Nr. 4747. Mitglieder aller Branchen! Am Freitag, den 22. März, abends 8% Uhr: Außerordentliche General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal). Zages Ordnung: 1. Beratung eingegangener Anträge zur Haupt- Generalversammlung. bie Delegiertenwahl zur Haupt- Generalversammlung. 3. Neuwahl der Delegierten für die Berliner Gewerkschafts2. Borschläge der Kandidaten für tommission. Mitaliedsbuch ist mitzubringen und am Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Wer mit feinen Beiträgen über 10 Wochen im Rest ist, hat feinen Zutritt. Die Ortsverwaltung II. Deutscher Metallarheiter- Verband Extra- Unterstützungskasse Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Hof III. Amt 3, 1987. Charitéstraße 3. für Buchbinder und verwandte Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 24. März 1907, vorm. präzise 10 Uhr: Sonnabend, den 23. März, Ordentl. General- Versammlung abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung für Köpenick im Lokal von Jakob Moll, Köpenick, Grünauerstr. 7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Störmer über: Das Entstehen, Werden und Vergehen aller Dinge. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. bei Lippke, Melchiorftr. 15. Zages Drdnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Bericht des Rendanten und Decharge erteilung. 3. Statutenänderung(§ 5, Absatz 1). 4. Berschiedene Kaffenangelegenheiten. 2265b Der Vorstand: 3. A.: H. Herzhoff, Borsitzender. 6rts- Krankenkasse der Zigarrenmacher, Zigarettenmacher, Zigarrensortierer Sonntag, 24. März, März, macher, von vorm. 10-2 Uhr findet die u. deren gewerbliche Hülfsarbeiter zu Berlin. Donnerstag, den 28. März, abends 81, Uhr, im Englischen Garten, Meganderftr. 27c: Wahl von 39 Delegierten General- Versammlung. für die 8. General- Versammlung in München in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23. Kranz' Restaurant, Dunckerstr. 8. Litfins Festsäle, Memelerstr. 67. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 1). Dalgs Restaurant, Skalitzerstr. 51/52. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Volkshaus in Charlottenburg, Rosinenstr. 3, Thiel in Rixdorf, Bergstr. 152. Fritsch in Steglitz, Florastr. 2a. Böhle in Spandau, Neumeisterstr. 5. Kaufhold in Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Tempel in Rummelsburg, Alt- Boxhagen 56. Schüler in Köpenick, Hohenzollernplatz 6. Schmutz in Weißensee, König- Chaussee 38. Gehlhaar in Tegel, Berlinerstr. 92, Mokulys in Tempelhof, Berlinerstr. 9. Wetthorn in Königs- Wusterhausen. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmlisten werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist Otto Handke, Charitéstr. 3. 115/12 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Stukkateure Filiale Berlin. Sonnabend, den 23. d. M., abends 29 Uhr, in den festlich dekorierten Räumen der Brauerei Friedrichshain am Königstor. Tages Drbnung: 1. Borlegung des Jahresberichts. 2. Bericht der Revisionskommission. 3. Borbesprechung über Statutenänderung. 4. Verschiedenes. Nur Delegierten zur General bersammlung haben Zutritt. Der Vorstand. 271/11 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Vergolder. Montag, den 25. März, abends präzise 8 Uhr, in den Armin. hallen, Rommandantenstr. 20( großer Saal): Branchen- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Unser Arbeitsnachweis: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Versammlungen werden pünktlich a cht Uhr eröffnet. Mitgliedsbuch ist behufs Eintragung des Kontrollstempels am Eingang vorzuzeigen. Der Branchenleiter: Emil Oehlert, ab 1. April cr.: Friedrichsfelde bei Berlin, Prinzen- Allee 12, I. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr: Sigung der Branchens tommiffion bei Mertomosti. D. D. ( 83/4) Heute wie seit Jahren erfreuen sie sich der Gunst der Raucher, welche Qualität suchen und dieselbe zu würdigen verstehen, JOSETTI VERA CIGARETTEN stehen nach wie vor auf dem höchstep Gipfel der Vollkommenheit to St. 30 Pfennig, Soeben erschienen: Der Weg zum Licht. MHICL 23311 Ein Bedruf an die deutsche arbeitende Jugend von May Peters. Mit einem Vorwort von Paul Göhre.- Preis 25 Pf. Ferner empfehlen wir: Die jugendlichen Arbeiter und ibre Organisation von Dr. Ludwig Frant. Preis 20 Pf., in befferer Ausstattung 50 Pf. Militarismus und Antimilitarismus unter befonderer Berücklichtigung der internationalen Jugendbewegung. Von Dr. Karl Liebknecht.- Preis 1 Mart. Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands Expedition des Vorwärts", Berlin S. Verein Berlin und Umgegend. Bureau n. Arbeitsnachweis: Alte Schönhauserstr. 20, Ging.Steinstr.38. Geöffnet von 9-2 und 4-8 Uhr. Telephon: Amt III, 8574. Sonntag, den 24. März, vormittags 10 Uhr, im ,, Rosenthaler Hot", Rofenthalerstr. 11/12: Beschließende Mitglieder- Verfammlung. 280/2 Tages Ordnung: 1a. Kaffenbericht vom 4. Quartal 1906. b. Bericht der Revisoren. 2. Berichterstattung von der Freien Metallarbeiterfonferenz. 8. Beschlußfassung und Anträge. 4. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Der Vorstand. J. A.: Max Zedler. Achtung! Donnerstag, den 21. März 1907, abends 8½ Uhr: „ Kirchweih in Schopfheim Geffentliche Versammlung Großes Alpen- und Kostümfest aller Deand'In, Buab'n, G'scherte, Sepp'l, Lack'l und Wurz'n! Da san ma bei'nand'. 3 Kapellen. Tanz in zwei Sälen. Garderobe 20 Pt. Festzeitung 10 Pt. Eintrittskarten a 50 Pf. in den Zahlstellen des Verbandes. Die Nummer der Festzeitung dient als Lotterienummer zu einer Verlosung, in der nur agrarische Produkte wie Tauben, Hühner, in Kellers Festsälen( Inh. Freyer), großer Saal, Koppenstr. 29. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Eugen Brückner über: Die bürgerlichen Parteien bei der letzten Reichstagswahl, und was haben die Konfumenten zu tun?" 2. Diskussion. Der Einberufer. 106/ 9* Deutscher Holzarbeiter- Verband. 1 Ziege, Käse und noch mehr so lebende Ware zur Verteilung Sente Donnerstag, den 21. März, vormittags 10 Uhr: gelangt. Vier Wochen und länger erwerbslose Kollegen erhalten von heute ab bis Sonnabendmittag 1 Uhr im Verbandsbureau zwei Einlaßkarten frei. Das Bureau ist von 1 Uhr ab für Sonnabend geschlossen. Zahlreiche Teilnahme erwartet und einen humorvollen Abend verspricht allen Kollegen, Freunden und Bekannten 178/12 Das Festkomitee. Versammlung der Ausgesperrten in der Neuen Welt", Hafenheide. Die Ortsverwaltung. Lindenstraße 69, Laden. Die Möbel- Fabrik bon A. 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März geschrieben: " wurde man hatte sich so geholfen, daß man die Verhandlungen mit Italien möchte zwar auch einen Vertrag über 1917 hinaus schließen, doch und Deutschland auf Grund des Bolltarifentiurfes geführt hatte, müßte er die 3 wischenzolllinie schon von 1917 an enthalten, der freilich als die Vereinbarung zweier Regierungen der müßte er das selbständige Zollgebiet wenigstens für die Zu Wieder reisen die Minister von Budapest nach Wien und von Bolltarif zugrunde liegende Zoll- und Handelsbündnis blieb aber österreichische Regierung auf diese Zwischenzolllinie nach zehn Jahren Einflußsphäre der Parlamente ohnedies unerreichbar war. Das dem funft begründen. Es ist unmöglich und undenkbar, daß sich eine Bien nach Budapest: wieder einmal wird über den sagenhaften auch in Desterreich unerledigt. Ausgleich verhandelt. Wie lange noch und wie oft noch? Oder fchon jegt einläßt; für einen solchen Vertrag ist zehn Jahre später zum legen Male? Denn diesmal ist es ernst, und es fann leicht war, brach wieder in Ungarn eine schwere politische Krise aus, die das Bündnis! da haben die Ungarn schon gefiegt) auf zehn Jahre Als der österreichische Reichsrat halbwegs in Drdnung gekommen noch iminer Zeit genug, Es wird also bei einem Vertrage( nicht ber berühmten„ Monarchie auf Kündigung" wirklich gekündigt parlamentarische Leben durch Jahre zum absoluten Stillstand brachte. bleiben, und sicher ist, daß er ungleich weniger innig" sein wird, werden wenngleich nicht auf vierzehn Tage, auf zehn Jahre. jo doch Als man infolge Vereinbarung mit Deutschland im März 1906 den weniger Gemeinsamkeiten enthalten wird als die bisherigen ZollDer Ausgleich geht diesmal auf Tod und Handelsvertrag in Kraft feßen follte, tvar er im ungarischen Reichs- und Handelsbündnisse. Vor allem strebt die ungarische Regierung Leben. Ende 1907 läuft der Vertrag über die Zollgemeinschaft tag gar nicht beraten! Ebensowenig der Zolltarif, der seine Grund- nach der Auflösung der Gemeinschaft bei den Verzehrungssteuern, ab, und irgend etwas muß nun vereinbart werden wenigstens lage ist. Das Abgeordnetenhaus selbst war aufgelöst, und die Krise( Bier, Branntwein, Buder und Petroleum) die jetzt nach gleichen das, daß nichts Neues vereinbart wird, daß alles beim Alten bleibt. stand auf ihrem Höhepunkt. Zwar ist durch den mittlerweile erfolgten Abschluß der Handels- verträgen Dem Tarif und den Handels- Grundsätzen geregelt, also in beiden Staaten in gleicher Höhe einberträge der augenblicklichen Trennung ein Riegel vorgeschoben, in- ämter daher durch Weisungen ant die Boll- gezogen werden und deren Ertrag nach dem Konsum verteilt wird; der deffen bloß auf indirettem Wege tann die Rolleinheit doch nicht Friedensschluß zwischen der Koalitionsmehrheit und der Krone, will die österreichische Regierung die Aufhebung der Verträge über provisorische Geltung verschafft. Nun tam der freie Verkehr in diesen Artikeln wird also wohl verschwinden. Dagegen begründet werden. Nun ist aber der Standpunkt beider Regierungen es folgten die Neuwahlen, welche der ein in jeder Beziehung entgegengesetter: die österreichische möchte partei, die die Gemeinsamkeit mit Desterreich prinzipiell verneint, die auch sie tann ihre Forderung durchsetzen, weil ja überhaupt die Unabhängigkeits- die Eisenbahntarife und eine Verschärfung der Veterinärvorschriften; die Zolleinheit über 1917 hinaus sichern, die ungarische will schon Mehrheit im Reichstage brachten. Die Trennung verkünden Position desjenigen unüberwindlich ist, der in diesen Verhandlungen heute abmachen, daß 1917 die 8ollschranken aufgerichtet werden. konnte diese Mehrheit natürlich nicht; also wollte sie wenigstens die etwas nicht will. Wie es mit der Gemeinsamkeit der Notenbant, die Wie es da zu einem wirklichen Ausgleich kommen soll, ist wahrlich Rechtslage" des selbständigen Zollgebietes bewahren, aus welcher Ende 1910 abläuft, beschaffen ist, das ist nicht leicht zu erkennen. nicht abzusehen. die selbständige" Regelung des Jahres 1899 hervorgegangen war. Ginesteils fordern die ungarischen Unterhändler ihre Verlängerung Das Tragikomische der gegenwärtigen Situation ist nun, daß Sie erklärte also, sich an den Palt Koerber- Szell nicht gebunden zu als Folge der Zollgemeinsamkeit in deren Dauer, also bis ein Ausgleich schon vorlag, die Vereinbarung schon zustande ge- fühlen. Zwar wollte sie nicht seinen Inhalt verwerfen, wohl aber feine Ende 1917; andererseits gebärdet sich die ungarische Deffentlichkeit, kommen war, daß diese aber aus Mutwillen vernichtet wurde und Form: es sollte kein Bündnis geschlossen werden, sondern ein Ver- als ob sie die Errichtung einer eigenen Notenbank nicht erwarten daß jezt beide Regierungen, obwohl sie beide gleichermaßen Schuld trag, und der gemeinsame( österreichisch- ungarische) Zolltarif follte sich in fönnte. Sicher ist, daß Oesterreich an der Bankgemeinschaft nichts tragen, innerlich bedauern werden, diese unfruchtbaren Ver- einen autonomen( ungarischen) verwandeln, dem die Geltung für verliert, an ihrer Auflösung nur gewinnen könnte, daß also die handlungen ohne rechte Nötigung heraufbeschworen zu haben. Der Desterreich nur durch die Klausel der Reziprozität verschafft wird. Drohung, das Bankübereinkommen nach 1910 nicht zu erneuern, in Ausgleich unter welchem Namen man die periodisch wiederkehrende Man hat hier eine Probe von dem geistlosen, nur auf die Effekt- diesen Verhandlungen so ziemlich seine stärkste Waffe ist. Neuregelung der wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten versteht hascherei dressierten Chauvinismus der zurzeit in Ungarn auswurde bekanntlich im Jahre 1867, dem Geburtsjahr des schließlich herrschenden Klassen; denn außer einer mehr als frag- Fragen, die wahrscheinlich weiter ungelöst bleiben werden. Neben dem Ausgleich läuft noch eine ganze Reihe ungelöster dualistischen Desterreich- Ungarn, zum erstenmal geschlossen und seit- würdigen Gitelfeit kann die bloße Umtaufung des Zolltarifs( denn Da ist die Frage nach der Kapitalisierung des ungarischen her alle zehn Jahre erneuert. Im Jahre 1897 wurde die fällige inhaltlich und materiell ist und bleibt er ja gemein Beitrages zur Erneuerung, die natürlich nur durch Gesetze geschehen kann, durch sa m) wohl kein Berzinsung der einst gemeinsamen Staatsdenkbares Interesse befriedigen. Darüber schuld. die damals ausgebrochene Obstruktion der Deutschen verhindert; diese kam es nun zu einem Konflikt mit der österreichischen Regie- der Notenbank( durch die Bankakte ist nämlich die VerDann die Frage der Aufnahme der Barzahlungen ist überhaupt, wenn man es auch in Desterreich nicht gern hören will, der rung; die Krone ſtelte fich auf seite der Ausgangspunkt der dualistischen Krise. Man behalf sich zuerst mit Regierung, fie gab ihre Zustimmung zur Einbringung des un suspendiert), sodann die Bahnverbindung zwischen Dalmatien und ungarischen pflichtung der Vant, ihre Banknoten bar einzulösen, derzeit einer bloßen einjährigen und also provisorischen Erneuerung garischen" Tarifs, Hohenlohe demissionierte, und die neue der alten Verträge; da aber das Abgeordnetenhaus konstant arbeitsreichische Regierung Beck erklärte, nach jener Vertragsuntreue fich wendig wäre, da Dalmatien mit dem übrigen Reich territorial nicht öfter- dem übrigen Desterreich, wozu das Einverständnis Ungarns notunfähig blieb und da Ungarn zu einem Definitivum drängte, griff gleichfalls an die alten Abmachungen nicht halten und mir über den zusammenhängt. Für diese Bewilligung verlangt Ungarn eine man zu dem Ausweg, der unter dem Namen des oktrohierten Aus- ganzen Kompler der Ausgleichsfragen verhandeln zu wollen. Dieses ähnliche, nur weit bedeutsamere: den Anschluß seiner Schienen gleichs bekannt ist. Es wurden nämlich die Vereinbarungen, zu lebertreiben der Wirkungen einer äußerlichen Veränderung läßt sich über das österreichische Gebiet an Annaberg, also feine direkte benen die Regierungen Badeni und Banffy gekommen waren, von nur aus der exponierten Stellung erklären, welche den österreichischen Verbindung mit Deutschland. jedem Staate selbständig verfügt, also nicht mehr als Bündnis mit Regierungen nach Gautsch durch die Wahlreformschwierigkeiten feinen größten Vorteil, den Vorteil seiner geographischen Lage, aufAber damit würde Desterreich dem anderen Staate, und zwar unter Voraussetzung und Bedingung zugewiesen war. Es richteten die Wahlreformfeinde nämlich ihren geben und es ist ausgeschlossen, daß sich die österreichische Regierung der Gegenseitigkeit im anderen Staate was man das„ Regis Angriff vorzugsweise gegen die vermeintliche Schwäche der öster auf die Erfüllung dieser Forderung einläßt. prozitätsverhältnis" nennt. In Ungarn geschah das durch das reichischen Minister gegenüber Ungarn; also zwang sich Hohenlohe Szellsche Gesetz vom Jahre 1899; hier wurde der Ausgleich mittels und zwang sich noch mehr Beck zur„ Energie", obwohl es eigentlich es wird ein Vertrag zum Zwecke der Auflösung sein. Wenigstens Irgend ein Ausgleich muß natürlich zustande kommen, aber der berüchtigten Verordnungen auf Grund des§ 14"( Verordnungen flar war, daß man von einer ungarischen Regierung der Unab- nach dem Willen der gegenwärtigen Machthaber in Ungarn der Gesamtregierungen ohne Zustimmung des Reichsrates) in Kraft hängigkeitspartei nicht mehr erzielen werde, als von einer den und nach der augenblicklichen Stimmung in Desterreich. Doch gesetzt. Gleichzeitig wurde aber vereinbart, daß die Verhandlungen Dualismus bejahenden, als von dem ausgleichstreuen Szell erzielt in zehn Jahren kann sich vieles ändern, kann insbesondere über einen normalen Ausgleich( also wieder in Form des worden war. Seither find aber die chauvinistischen Strömungen durch die Wahlreform in Ungarn ein Parlament hervorgebracht Bündnisses) von neuem begonnen werden sollen, daß der in beiden Staaten nur noch stärker geworden, und für einen Aus- werden, das weniger an chauvinistische Mäßchen denkt, dagegen weit nächste Ausgleich demnach wieder in althergebrachter Form zu gleich ist das die rechte Stimmung nicht. schließen sei. Dieses Bündnis wurde dann zwischen den Regierungen mehr den realen Notwendigkeiten Rechnung trägt. Und dann kann Koerber und Szell tatsächlich perfeft: nach unsäglichen Mühen fam der neue Ausgleich Silvester 1902 zu stande. " Wie steht nun die Sachlage in materieller Hinsicht? Die es sich vielleicht herausstellen, daß Desterreich und Ungarn, die mitösterreichische Regierung wäre, obwohl sie natürlich auch Detail- einander jährlich für zwei Milliarden Kronen Waren tauschen, die forderungen erhebt, sicherlich geneigt, die alten Vereinbarungen zu einander so bedürfen und einander ergänzen, erst den rechten Es wäre also wohl möglich gewesen, wieder in das alte Gleis übernehmen, wenn der Ausgleich statt auf zehn, auf zwanzig Ausgleich schließen können und schließen werden. einzubiegen, wenn eben die gefeggeberische Besiegelung der Verein Jahre getroffen würde: ihre Forderung ist der lang= barungen der Regierungen nicht durch die inneren Wirren in beiden fristige Ausgleich, der die Fortdauer der Rolleinheit für Staaten gehindert worden wäre. Das österreichische Abgeordneten zwanzig Jahre verbürgt. Darauf läßt sich aber bie haus litt an der tschechischen Obstruktion und gelangte erst ungarische Regierung Budapest, 19. März.( B. H.) Der überwiegende Teil der Blätter Franz Kossuth hat es legten Freitag fonstatiert, daß der Stand der Ausgleichsverhandlungen ein unnach dem Falle Koerber dazu, ein Stüd des Ausgleiches, mit der größten Deutlichkeit erklärt absolut nicht ein. Ungarn befriedigender und wenig Aussicht auf eine Einigung zwischen nämlich den autonomen Bolltarif, zum Gesetze zu ge will unter allen Umständen 1917 auch gegen Oesterreich Boll- Desterreich und Ungarn vorhanden sei. 4 stalten. Und zwar wurde der Bolltarif erft beschlossen, nachdem schranken aufrichten, es will für seine aufstrebende Industrie auch die wichtigsten der internationalen Handelsverträge bereinbart waren; I gegen Desterreich Bollschutz verlangen. Die ungarische Regierung Möbel Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Straße 125. 2294* 2295* Gegr. 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Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaifer- Allee u. Sieglindestr.- Ecke. Brüll u. Schmidt, Charlottenburg, Dernburgstraße. Brode, Charlottenburg, Dahlmann. ftrage. Fris, Charlottenburg, Niebuhrstr. 77. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Hausherr, Steglit, Hubertusstraße, Ede Schloßstraße. Kutter, Zehlendorf, Scharfeftr. 4. Scheuren, Zehlendorf, Milinomsti. ftraße. Haase, Zehlendorf, Niemeisterstraße. Bastian u. Kabelik, Zehlendorf, Riemeisterstraße, Bostbau, Niederschönhausen, Tres. tomstraße 67. Barninstr. 170. Gutzeit, Ufer und Martin Dpiz. Bauten der Firma Pusch, ftraßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lynarstraße und Ringbahn. Postbau, Hohenneuendorf, Berliner. straße. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schoffow, Charlottenburg, Sybell straße 7-8. Bau der Firma Näthe, Stettinerstraße 27: Eide u. Schwarz, Schwedenstr. 5. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. 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Henrizi, Charlottenburg, Suarezstraße 13. Köpeniderstr. 27. D. Karl, Pasteurstr. 40/41. Bauten der Firma Vogt& Söhne, Stendalerstr. 6: Echtermayer, Driesenerstraße, Ede Stolpischestraße. Thiele, Wilmersdorf, Naffauische. Straße. Herms, Bankow, Schmidtstraße. Bauten der Firma Lütjen d Bruns, Greifswalderstraße: Hubracht, Dahlmann- Ecke Sybel straße. Köppen, Bankow, Wollantstr. 97. Balentus, Charlottenburg, Clause wißftr. 7. Bölfer, Jablonstiftr. 12/13. Oldenburgerstr. 43/44. Bauten der Firma Fröbe, Hollmannstraße. Die Firmen Schulmeister, Dresdenerstraße, Zobel, Röpeniderstraße, Seide, Chodowidistrage. Dresdenerstraße, Peek& Cloppenburg, B. Leinweber, Röllnischer Fischmarkt und Oranienstraße, Esders& Dyckhoff und Riethmüller, Moltenmarkt, haben sich an der Aussperrung der Herren- Maßschneider beteiligt. Da diese Firmen versuchen, ihre Arbeiten in der Konfettion anfertigen zu lassen, verhängen wir über den Gesamtbetrieb dieser Firmen die Sperre. Lichtenberg. Dossestr. 4. Ueberholz, Kurfürstendamm 168/169. Bauten der Firma Sichtermann, Schmargendorf: John, Wilmersdorf. Berlinerstr. 33. Bumplun, Stegliz, Schloßstr. 32. Bumplum, Charlottenburg, Suarezstraße 3. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: Begen Anfertigung von Streitarbeit verhängen wir über die Firmen Ertler, sa Vergolder: Lindenstr. 29 und Hauffa, Moabit, Stirchstr. 5 die Sperre. 163/6 Die Ortsverwaltung. 3. E. Pfaff, Beughofstraße. Die Ortsverwaltung Hans Weber, Berlin. Für den inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 68. 24. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 21. März 1907. Partei- Angelegenheiten. 148 Achtung! Am Sonntag, den 24. März, früh 8 Uhr, findet im 4., 5. und 6. Berliner Wahlkreise sowie in Nixdorf eine Flugblattverbreitung zur Unterstübung des Boykotts, welchen der Verband der Schneider über eine Reihe Firmen berhängt hat, statt. Geschichte, wie ein paar Pastoren gleichermaßen ihre Schäf- 4. Abteilung in Lichtenberg bei Piekenhagen, Scharnweberstr. 60. ein zu beschwindeln wußten. Wir möchten aber keinem Vortrag nur für Frauen. Es spricht Herr Spezialarzt Dr. Hirsch der Angestellten Bolles raten, daraus den Schluß zu ziehen, daß feld über„ Die Hygiene der Frau", wozu auch Gäfte zugelassen es noch mehr Pastoren von dieser Sorte gebe. Oder denkt jemand, find. Für die männlichen Mitglieder findet Rezitation und praktische Uebungen statt. Es wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. daß ein Pastor zu diesem Zweck solche Geschichten erzählt? Die Polizeistunde in Berlin. Feuerwehrbericht. In der Luisenstraße 10 tam in der letzten Nacht Feuer aus. Das Zwischengebält brannte dort. Gleichzeitig Zwar sind wir in Berlin noch nicht so weit", daß die Polizei hatte die Wehr in der Friedrichstraße 155 zu tun, wo Fußböden und die Einwohner mit einem sanften Druck ins Bett befördert", wie Spinden brannten. Durch einen Gasofen tam in der Müllerstr. 8 Wir bitten die Genoffen der genannten Kreise zah!-bies Herr v. Schuckmann neulich im Abgeordnetenhause verlangte, und durch einen eisernen Ofen in der Alexandrinenstraße 105/106 reich und frühzeitig bei der Verteilung tätig zu sein aber wir sind auch nicht so sehr weit davon entfernt. Das bestimmt Feuer aus. Wegen eines Schornsteinbrandes wurde der 13. Zug und so der Gewerkschaft der Schneider die beschlossene Beihülfe sicher die Polizei schon heute, wann der Bürger nach Hause gehen nach der Kleinen Auguststraße 11a gerufen. Weitere Alarme liefen zu leisten. Der Attionsausschuß. muß und das fordert sie durch die Polizeistunde. Sie fett fest, zu aus der Belle Alliancestraße 18, Pflugstraße 5, Kazbachstraße und welcher Zeit die Lokalinhaber ihre Lotale zu schließen haben und anderen Stellen ein. Ferner hatte die Wehr vor dem Hause Neue Beamtenapparat auf. Der hat genau aufzupassen, ob nicht etwa au tun. bietet zur Kontrolle ihrer Vorschriften einen ganz ansehnlichen Wilhelmstraße 116 mit der Beseitigung eines Verkehrshindernisses einige Minuten über die festgesette Beit sich noch Gäste in einem Lokale befinden und mehe dem, der da erwischt und angezeigt wird. Die Strafmandate hageln dann nur so. Lokale der Witwe Haberecht, Friedrichstr. 2, eine öffentliche VerAlt- Glienice. Heute, Donnerstag, abends 8 Uhr, findet im sammlung für Männer und Frauen statt. Die Tagesordnung lautet: Was lehren uns die letzten Reichstagswahlen?" Referent: Genosse Ju'ius Hildebrandt, Berlin. Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Berliner Nachrichten. Pastorenweisheit aus Klingel- Bolles Reich. Die Festsetzung dieser Polizeistunde in Berlin wie auch anderwärts ist aber feine einheitliche. Mit feinem Gefühl für das Bedürfnis unterscheidet die Polizei, wer einer Verlängerung der Polizeistunde für würdig erachtet wird. 11 Uhr ist die Beit, zu welcher gewöhnlich die Schließung der Lokale einzutreten hat und es ist bekannt, daß diese Bestimmung in den meisten Fällen streng beobachtet wird, wenn es sich um Lokale mit Arbeiterkundschaft handelt. Besizer von Lokalen mit Damenbedienung oder Inhaber von Cafés mit dem Verkehr der Demimonde erhalten viel leichter längere oder gar Nachttonzession als ein Gastwirt, bei dem Arbeiter oder deutlicher gefugt, Sozialdemokraten verkehren. Die Festsetzung der Polizeistunde für ein Lokal ist heute der Willkür der Polizei überliefert und speziell auf dem Lande wird die Polizeistunde als Erziehungsmittel für politisches Wohlverhalten benutzt. Antwort des Ministers im Abgeordnetenhause beschäftigte sich auch Infolge der Rede des Abgeordneten v. Schuckmann und der eine Delegiertenversammlung des Verbandes der Gast- und Schant wirte Berlins mit der Polizeistunde für Berlin. Es wurde dargelegt, daß Berlin noch dieselbe Polizeistunde habe, wie sie im Jahre 1866 festgefekt worden sei. Eine Reform sei dringend notwendig. Es bleibe nichts anderes übrig, als daß die Gastwirte nochmals an den Minister heranträten, und um eine Verlängerung der Polizeistunde nachsuchten; zunächst soll aber eine Petition an den Polizeipräsidenten geschickt werden. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Ein Eisenbahnunglück hat sich gestern vormittag um 9 Uhr in Buckow ereignet. Dort stieß ein von Mittenwalde kommender Personenzug infolge falscher Weichenstellung auf einen dort stehenden Güterzug. Die Lokomotiven wurden start beschädigt und mehrere Personen erheblich verletzt. In letzter Zeit häufen sich auf dieser Kleinbahn die Unfälle in geradezu bedenklicher Weise. Im Verlauf einiger Wochen ist dieser Eisenbahnunfall bereits der dritte, und es muß die Frage aufgeworfen werden: Ist auf dieser Kleinbahn alles so, wie es sein muß, um das Leben der Passagiere zu schüßen? Infolge der Unfälle auf dieser Bahnlinie greift ein immer größeres Bahn noch in den Ruf, daß jeder Passagier gut tut, bor Antritt Gefühl der Unsicherheit Plaß. Geht das so weiter, so kommt diese der Fahrt erst sein Testament zu machen. Im Interesse des fahrenden Publikums muß eine dringende Revision dieses Bahnbetriebes gefordert werden. Bei der Ausübung eines schweren Sittlichkeitsverbrechens ist gestern der Händler K. festgenommen worden. Der Unhold hatte in der Kopfstraße das fechsjährige Töchterchen des Droschkentutschers Schöneberger an sich gelodt und es unter Versprechungen in den Hausflur des Grundstückes Kopfstraße 43 geführt. Dort verging sich dann der Wüstling in der schwersten Weise an dem bedauernswerten Geschöpf. Aber noch während der Ausübung des Verbrechens wurde er überrascht und festgenommen. Dieser Fall mahnt die Eltern von neuem, ihre Kinder zu warnen, den Lockungen fremder Personen zu folgen. geflärt werden. Steglitz. Was Zur Bekämpfung der Sozialdemokratie sind den Gegnern der Arbeiterklasse alle Mittel recht. Preßorgane aller bürgerlichen Parteien, von angesehensten" Zeitungen der Haupt- und Refidenzstadt bis zu armseligsten Käseblättern entlegener Landstädtchen, übernehmen unbesehen all die Schauergeschichten, die aus der Fabrik des Lügenverbandes hervorgehen. Seit der Lügenverband gezeigt hat, wie man's machen muß, um Erfolg zu haben, hat er allenthalben bei den Gegnern der Arbeiterklasse an Kredit gewonnen. Kürzlich hat man uns einige Nummern einer in Berlin erscheinenden Auch Zeitung" zur Verfügung gestellt, des " Fabrikboten der Meierei C. Bolle", der allwöchentlich den Angestellten Klingel- Bolles als Lektüre aufgenötigt wird. Auch in diesem Blättchen begegnen wir manchem der Fabrikate des Rügenverbandes. Redakteur des Fabrikboten" ist Herr Pastor Arnold, der bei der Firma Bolle das Amt eines Hausgeistlichen inne hat. Dieser Prediger des Gotteswortes würde Außerdem hat auch eine Deputation von Gastwirten dem Polizeiwahrscheinlich sehr entrüftet sein, wenn z. B. der Vorwärts" aus präsidenten ihre Wünsche um Verlängerung der Polizeistunde vor anderen Blättern die erste beste Notiz über Klingel- Bolle über- getragen. Der Polizeipräsident soll diesen Wünschen durchaus nähme, ohne selber zu prüfen. Und vielleicht würden wir dann sympathisch gegenüberstehen und feineswegs den Standpunkt teilen, von ihm uns auf das achte Gebot hinweisen lassen müssen, das daß die Bewohner der Reichshauptstadt schon um zehn oder elf Uhr ihm als Geistlichen ja bekannt sein und zu allererst einfallen wird. schlafen gehen müssen. Der gewaltige internationale FremdenWir täten dem Blättchen des Herrn Pastors zuviel Ehre an, präsident teilte auch die, von den Gastwirten vorgebrachte Auffassung, Reppmann, Richardstr. 22, zu teil. berkehr erfordere ein besonderes Entgegenkommen. Der Polizeia Eine furchtbare Neberraschung wurde gestern dem Arbeiter Richard wenn wir es ernst nehmen und es einer Widerlegung würdigen daß, im Falle die Polizeistunde herabgesezt würde, das nächtliche der Canner Chauffee belegene Laube betreten, als er plöglich jäh Ahnungslos hatte R. seine an wollten. Uns dient es höchstens zur Erheiterung. Damit aber auch Klubleben einen so groß Aufschwung nehmen würde, daß es sich zurückfuhr. In der Laube fand der Bedauernswerte seinen 20jährigen unsere Leser sehen, mit wie wenig Verstand der Bollesche Fabrik- jeder Kontrolle entzöge. Weiterhin machte der Polizeipräsident Sohn Paul erhängt auf. Der Lebensmüde war bereits tot. bote" redigiert wird, wollen wir aus den uns vorliegenden Nummern den Gastwirten Hoffnung auf Festsetzung einer einheitlichen den jungen Menschen in den Tod getrieben hat, konnte nicht aufein paar Proben zum besten geben. Wir lesen da z. B.: In Polizeistunde für Berlin und den ihm unterstellten Vororten. Der Luckenwalde beschloß die Partei der Roten" die Gründung Bolizeipräsident ersuchte zum Schluß die Deputation, das mit einer Vereinsbäderei mit 128 000 m. Anlagekapital, was aus nahe- gebrachte Material in einer Denfschrift zusammenzustellen. Wünschenswert wäre allerdings auch auf diesem Gebiete eine liegenden Gründen den Ruin des dortigen Bädergewerbes bedeuten Ginheitlichkeit und vor allen Dingen eine gleichmäßige Behandlung fann." An diese Nachricht knüpft das Blättchen noch einige ein- der Lofalinhaber. Vorläufig aber bezweifeln wir, daß die Schikanen, fältige Bemerkungen über den angeblichen Wunsch der Sozial- die durch die Polizeistunde heute geübt werden, sobald verschwinden. demokratie, den kleinen Geschäftsmann durch solche und ähnliche Unternehmungen au ruinieren. Als Herr Pastor Ein heftiger Zusammenstoß giveier Straßenbahnzüge fand am Arnold das aufnahm, dachte er offenbar nicht an die bedeutende Dienstagabend gegen 7 Uhr in der Berlinerstraße in Bantoto statt. Arnold das aufnahm, dachte er offenbar nicht an die bedeutende In der Nähe des Vorortbahnhofs der Stettiner Bahn hielt ein Zahl fleiner Geschäftsleute, die durch die Meierei Bolle Straßenbahnzug der Linie 57, dem ein Straßenbahnzug der Linie 49 überflüssig gemacht worden sind. Uns ist nicht genau bekannt, wie folgte. In dem Augenblick, als bei dem Vorzug die Bremsen ge= groß gegenwärtig Bolles Milchumsaß ist, er wird aber mit 100 000 lodert wurden, rollte der Motorwagen an der an jener Stelle abLiter pro Tag nicht zu hoch gegriffen sein. Jeder kann sich leicht schüssigen Straße ein kurzes Stückchen zurück und der Zug lief an ausrechnen: erstens, wie hoch Bolles Profit pro Tag sein wird; den nachfolgenden Straßenbahntrain an. Der Anprall war so heftig, und zweitens, wie viele selbständige Milchhändler daß dem Anhängewagen des Straßenbahnzuges der Linie 57 beide Plattformen, an dem Motorivaggon die Hinterplattform eingedrückt von dem Profit dieser einen Großfirma leben wurden. An dem Motortwagen des angefahrenen Zuges tourbe der tönnten. Die meisten der Hunderte von erwachsenen An- Kontrollertisch beschädigt. Die Herren Oberpostsekretär Straft und gestellten Bolles, die jetzt in drüdendster und beschämendster Ab- Kaufmann Senauert, die beide im Begriff waren, den Anhängehängigkeit von dieser Firma ihr Brot verdienen müssen, fönnten wagen des lebtgenannten Zuges zu verlassen, wurden zu Boden ihr eigenes kleines Geschäft haben, wenn Bolles Meierei nicht wäre. geschleudert. Der erstere erfitt eine Berstanichung des rechten Selbstverständlich wissen wir so gut wie die Firma E. Bolle, daß Beines, Knauert eine Verstauchung bes Rüdgrates. Die beiden Ber es nun mal die unausbleibliche Folge des An unglüdten erhielten auf der Unfallstation die erste Hülfe. wachsens der Großbetriebe ist, daß dabei zahlreiche Heine Gewerbetreibende zugrunde gehen müssen und dem einen Großunternehmer als Angestellte zu dienen genötigt find. Und die Firma C. Bolle weiß das so gut wie wir. Aber dieser Großunternehmer und sein Bastor bilden sich doch hoffentlich nicht ein, daß die kleinen Geschäftsleute sich von einem gottes fürchtigen Kommerzien rat lieber ruinieren wurde und mit dem rechten Bein unter die Räder des schteren lassen als von Genossenschaften und Konsumbereinen Kirchenfremder Arbeiter? = Ueberfahren und schwer verletzt wurde am Dienstag ein Kutscher in der Gollnowstraße. Dort fuhr ein mit Brettern beladener Leiterwagen entlang. An der Ede der Gollnow- und Neuen Königstraße hielt ein Wäschereitwagen, an welchem sich der Kutscher zu schaffen machte, um die Bespannung in Ordnung zu bringen, an dem Wäschereiwagen vorbeibog, daß der Kutscher niedergerissen als das mit Brettern beladene Fuhrtverk herankam und so dicht Lastwagens geriet. Dem Unglücklichen wurde der Knochen dea Unterschenkels buchstäblich zermalmt. Der Schwerverletzte wurde nach der Unfallstation in der Keibelstraße und von dort nach dem Krankenhause Am Friedrichshain übergeführt. Die Gartenbauausstellung im Zoologischen Garten ist bis einschließlich Sonntag, den 24. d. M., verlängert worden. Die in beiden Zirkussen stattfindenden Ringkämpfe haben schon wiederholt zu Ausschreitungen der Ringer unter sich und zu tollen Lärmszenen des Publikums geführt. Der Polizeipräsident hat auch schon eingegriffen und in einem Falle das Auftreten einiger Wettringer untersagt. Zu erheblichen Lärmszenen kam es am Dienstag im Birkus Schumann während des Ringens zwischen dem Polen Jankowski und Jakob Koch. Die ersten 15 Minuten verliefen ruhig. während der zweiten 15 Minuten brachte Jankowski verbotene Griffe in Antvendung und erhielt deshalb vom Schiedsgericht eine Ver warnung. Lärmen und Pfeifen durchhallte den Zirkus. Dadurch wurde Jankowski noch mehr gereizt, er stellte seinem Gegner ein Bein und brachte ihn so auf beiden Schulter zu liegen. Als das Publikum dieses sah, fing es wiederum an zu lärmen, zu johlen Schiebung! waren an der Tagesordnung. Von einem der numeund zu pfeifen. Rufe wie: Schwindel! Betrug! Schieber! und rierten Bläbe wurde sogar ein Bierseidel in die Manege geworfen. Der Kampf wurde aber weitergeführt und mußte nach 30 Minuten als unentschieden abgebrochen werden. unserer Parteigenossen und zur Belehrung gefezesunkundiger Ungültige Gemeindeverordnetenwahl. Zu Nuh und Frommen Kommunalbehörden wollen wir nachstehend aus dem nunmehr vorliegenden schriftlichen Urteil in der Klage unserer Genossen gegen die hiesige Gemeindebertretung die entscheidenden Stellen veröffentlichen. Der Kreisausschuß des Kreises Teltow hat in seiner Sizung vom 5. Februar 1907 entschieden " Die Wahl des Reichstagsstenographen M. Hänete zum Ge meindeverordneten der Gemeinde Steglitz wird, unter Kraftloserklärung des Beschlusses der Gemeindevertretung vom 29. Juni 1906, für ungültig erklärt. Das Bauschquantum bleibt außer Ansatz. Die baren Auslagen des Verfahrens, sowie die erforderlichen baren Auslagen des Klägers werden der Beklagten auferlegt. Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 2000 m. festgesetzt." Aus den Gründen zitieren wir: „ Das Wahlverfahren leidet insofern an einem wesents lichen Mangel, als die Bildung des Wahlvorstandes bei der engeren Wahl nicht den gesetzlichen Vorschriften ent sprechend erfolgt ist. Wie sich... ergibt, ging der Wahlvors stand bezw. dessen Vorsitzender, welcher in der Hauptwahl bom 5. März 1906 fungiert hatte, von der Ansicht aus, daß er ohne weiteres auch in der engeren Wahl als Wahlborstand zu fungieren habe. Nur die Abwesenheit des einen Beisizers hatte zur Folge, daß der Wahlvorsteher die Wahlversammlung zur Wahl eines neuen Beifibers beranlaßte, während der andere Beifizer aus der Hauptwahl, ohne daß er neu gewählt worden wäre, das Amt des Beisizers übernahm. Dieses Verfahren war unzulässig. Der§ 62 Absatz 4, der Landgemeindeordnung bestimmt ausdrücklich, daß die engere Wahl nach denselben Vorschriften wie die erste statt. finde. Es greift also auch unter anderem der§ 60 für die engere Wahl Plaz, wonach der Wahlvorstand aus dem Gemeindebor steher oder einem von ihm zu seinem Stellvertreter ernannten Schöffen und zwei von der Wahlversammlung gewählten Beis sizern besteht. Daraus ergibt sich, daß auch beim Stich wahltermin die Wahlversammlung beide Beia sizer zu wählen hatte, und daß, wie dies auch ausdrüda lich in einer Entscheidung des Kgl. Oberverwaltungsgerichts vom 2. Dezember 1904( Entsch. 46, 106 und Kunze- Rauß, Rechtsgrund säge, Ergänzungsband 1905/06 G. 71) ausgesprochen wird, die Aufgabe des bei der ersten Wahl tätig gewesenen Wahlvors standes mit der Bekanntgabe der engeren Wahl (§ 62 Absatz 3) beendet war. Dieser Mangel des Verfahrens ist ein derartig erheblicher, daß er die ungültigkeit der Wahl zur Folge hat. Denn das Kgl. Oberverwaltungsgericht hat mehrfach den Grundsaß ausa gesprochen, daß eine dem Gefeß nicht entsprechende Bildung des Wahlborstandes diese Folge habe( Entscheid. VIII, 122; IX, 88, Preuß. Verwalt.- Blatt X, 611 und v. Kamph Rechtsprechung I, 447). Es war deshalb der Klage stattzugeben, ohne daß es einer Würdigung der einzelnen Klagepuntte bedurfte." Noch eine andere, amüsantere Probe aus Pastor Arnolds Blättchen verdient mitgeteilt zu werden. Jede Nummer des " Fabrikboten" beginnt mit einem religiösen Teil, der aus Bibellefetabelle, Lied, Spruch, Predigt, erbaulicher Grzählung usw. beteht. In diesem ersten Teil des Blättchens wird die„ Milch Sexe frommen Dentart" verzapft, die nachher in der Politischen Wochenschau" sich in gärend Drachengift" verwandelt ib as folches gegen die Sozialdemokratie versprigt wird. Eine der Grahlungen schildert in ernsthaftem Ton, wie die Bewohner eines Dorfes bon ihren Sünden bekehrt werden. Das fam fom Nachbardorf ließ ein Junge einen Drachen steigen, an deffen Schwanz er eine Bibel angebunden hatte, um ihn zu beschweren. Der Bengel, der dieses gotteslästerlichen Frevels fich erfrechte, war sogar des Pastors Sohn. Man sieht, daß selbst in Bastorenhäusern die Bibel zu sehr sonderbaren Zweden mißbraucht werden kann. Wir möchten aber keinem Bolle- Burschen raten, mit seiner Bibel ähnliches zu versuchen. Wenn er dafür nicht fofort aus Bolles Paradies hinausflöge, so würde mindestens über ihn die härteste aller Strafen verhängt, die in dem reichhaltigen Straflerikon der Meierei Bolle verzeichnet stehen. Doch tehren wir zurüd zu dem unfrommen Pastorssohn. Auch bei ihm folgte auf die böse Tat sofort die bittere Strafe: die Schnur zerriß und futsch war der Drachen samt der Bibel. Erst über dem erwähnten fündhaften Dorf, das eine Meile weiter lag ,. lofte sich die Bibel von dem Schwanz des Drachens, und das Gotteswort fiel Straßensperrung. Die Unionstraße von 40 Meter westlich der mitten unter die gottentwendeten Bauern. Diese erschrafen nicht Bremerstraße bis zur Bremerstraße wird behufs Umpflasterung wenig über das vom Himmel gefallene Buch, und in ihrer Herzens- fofort bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. angst holten sie den Pastor. Der aber belehrte sie, das Buch sei Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Vortrag vor etwa zwei Monaten zum Gegenstand einer kurzen Besprechung eine Bibel, der liebe Gott habe ein Wunder verrichtet, Die Feuergewalten der Erde", der nicht nur die Steize der Vulkan- machten und an deren Schluß wir dem Wunsche Ausdruck gaben, er rufe die Bauern zur Buße, und so weiter. Da liegen die Bauern gebiete durch Dioramen, Wandelbilder und faenische Einrichtungen daß die Polizei und Boft eine baldige Besserung eintreten laffen ab von ihrem fündhaften Lebenswandel und bekehrten sich und in packender Wirklichkeit wiedergibt, sondern auch alle Schrecken, die mögen, geht, einer Buschrift zufolge, noch immer im alten Gleise das unterirdische Feuer bei seinem gewaltsamen Hervorbrechen ber bor sich. Nur bei der Polizei soll eine fleine Beschleunigung eina wurden fromm. Und die Jahre vergingen, der Pastor starb und ursacht und all die wunderbare Neugestaltung, die seine Macht getreten sein. Bei der Post ist es jedoch noch schlechter geworden. ein anderer Pastor fam ins Dorf. Als der die vom Himmel ge- erzwingt, schildert, nur noch in dieser und der nächsten Woche zur wartenden wurden von einer Viertelstunde zur anderen bertröstet, So war am 1. März um 11% Uhr plöblich das Geld alle. Die fallene Bibel zu sehen friegte, erkannte er, daß es seine eigene Darstellung gelangen. bis schließlich eine Anzahl Harrender ihre Quittung zurückwar, die er als Junge an den Drachen gebunden hatte. Da Arbeiter- Samariter- Kolonne. Heute abend 9 Uhr: 3. Abteilung verlangten. Die gab es natürlich nicht zurüd und auf zurufen lächelte er, aber er sagte feinem, was für eine Bewandtnis in Schöneberg bei Obst, Meiningerstr. 8: Schlußvortrag des Winter- einiger, daß man sich beschweren werde, wurde durchs Schalteres mit der Bibel hatte. So steht's zu lesen in dem Bolleschen fursus über„ Die Grundzüge der Krankenpflege".. Bortragender: fenster erwidert:" Das müßt Ihnen ja doch nichts!" Manche Fabrikboten", den ein Pastor redigiert. Man ersieht aus dieser Herr Dr. Schwab. Daran anschließend praktische Uebungen.-Frauen mit Kindern auf dem Arme, die für ihre Angehörigen von 3m Prater- Theater wird am Freitag, Der hypochonder" Lustspiel in 4 Atten von Gustav v. Moser zum ersten Mal in Szene gehen. Ob angesichts dieser Gründe die Gemeindevertretung ihr Glüd noch bei einer höheren Instanz versuchen wird, möchten wir bors läufig bezweifeln. Beruhigt sich die Gemeindebertretung bei dem Urteil, dann wird der Vertreter des Mietervereins, Herr Hänete, bald seinen Platz im Rathause räumen müssen und ein frischa fröhlicher Wahlkampf wird uns in allernächster Zeit bevorstehen. Rummelsburg. Das Auszahlen der Unfall- und Invalidenrente, das wir bereits 18�-1 Uhr da» Essen dereit halte» müssen, fingen an zu Seinen� Erst gegen! Uhr wurden zwei Schalterfenster geöffnet und die Auszahlung vorgenommen. Aber auch jetzt muhten diejenigen, die bereits 1% Stunde gewartet hatten, bis zuletzt warten, da bei der Auszahlung die Bücher immer von oben genommen werden und dadurch die Zuletztkommenden zuerst abgefertigt werden. Für die Kranken und Krüppel bedeutet so langes Stehen eine wahre Tortur. Wir können unsere Forderung nur wiederholen und wünschen. daß endlich für eine schnellere Abwickelung der Auszahlung» geschäfte Sorge getragen wird. Ober-Schöneweide. Eine gut besuchte Bolksversammlung nahm am Montag im Wilhelminenhof ein Referat des Reichstagsabgeordneten Genossen Lehmann-Wicsbaden über den ,18. Marz" entgegen. Das fünf- viertelstündige Referat wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Vor Eintritt in die Tagesordnung trug der Gesangverein.Liedertafel" das stimmungsvolle Lied.Dem Lenz entgegen" vor. Genosse Muth teilte in der Diskussion mit, dah der »Vorwärts" bereits in tausend Exemplaren am Ort verbreitet sei. und feuerte die Versammelten an, unermüdlich weiter zu agitieren. Der Referent hob in seinem Schluhwort besonders die Wichtigkeit der Agitation unter den Frauen hervor. Lichtenberg. Der Minister de» Innern»der die Frage der Einverleibung von Ortsteilen der Bororte. Der Grundbesitzerverein.Friedrichsberg- Boxhagen", der eigens zu dem Zwecke gegründet ist. die Ein- verleibungsfrage der Ortsteile westlich der Ringbahn, soweit diese zu den Gemeinden Lichtenberg und Rummelsburg gehören, zu be- treiben, ist nun vom Minister dahin beschieden worden, dah an eine solche Lostrennung nicht zu denken ist. Der Minister erklärte, daß er den Petitionen und Denkschriften nicht näher zu treten gedenke. Die offiziellen Verwaltungskörperschaften der fraglichen Gemeinden hätten mit aller Bestimmtheit sich im entgegengesetzten Sinne aus- gesprochen. Bei dieser Sachlage müsse der Minister es ablehnen, dem Verlangen Folge zu geben. Friedrichsfelde. Zum besoldeten Gemeindevorsteher ist an Stelle des pensionierten Herrn Löchert der beigeordnete Schöffe Ungewitter aus Lichtenberg mit 1ö von 20 abgegebenen Stimmen in der Gemeinde- Vertretersitzung am Dienstag gewählt worden. Trebbin(Kreis Teltow). Die Lehren der lebten Reichstagswahl lautete das Thema, über das Genosse Maah in der letzten Wahlvercinsversammlung referierte. An der Diskussion beteiligten sich mehrere Genossen, die sich zum Teil gegen die Ausführungen von Maah wandten. In den Bildungsausschuh wurde Genosse Renneberg, zur Kreis-Generalversammlung Stamann.Knorr und Krüger, zur Verbands-Generalversammlung Knorr und Stam ann delegiert. Die Lokalfrage entfesselte wieder eine lebhafte Dchatte; ein Antrag, die Sperre auf die in der Stadt der Partei nicht zur Verfügung stehenden Lokale zu beschränken und auherhalb der Stadt liegende Lokale freizugeben, fand keine Zustimmung. Ferner wurde lebhaft bedauert, dasi durch die Arbeitsniederlegung der organisierten Buchdrucker in der Vcrlagsdruckerei G. Reimer eine grötzere Zahl von Parteigenossen Trebbin verlasse und der ganzen Bewegung am Orte ein harter Schlag versetzt werde. Auch von den 3 Stadtverordneten sind 2 Buchdrucker. Aufgenommen wurden S Genossen, eine Aufnahme zurückgestellt. Klostcrfclde(Bezirk Pankow). Der nördlichste Teil dcS Kreises Niederbarnim, von BaSdorf bis in die Schorfheide hinein, ist einer der am schwierigsten zu bearbeitenden. Versammlungsverbote unter Angabe der nichtigsten Gründe stehen laufend auf der Tagesordnung. �""�m�Age�oer melcyslagsivay/ würde den sozialdemokratischen Helfern der Aufenthalt im Wahllokal stets verboten, sobald sie nicht eine amtliche Bescheinigung über ihre Eigenschaft als Wähler vor- zeigen konnten. Die letztere wird von den Behörden obendrein noch als Privaturkunde(Objekt mehr als Ibl) M.) angeschen, sodass 1,60 M. Stempelsteuer zu bezahlen ist. In Klosterfeld«, in dem sich die politische Organisation zum Aergec der Behörden seit einigen Monaten breit zu machen be- gönnen hat, getraut sich keiner der Saalbesitzer, sein Lokal zur Verfügung zu stellen. Selbst der Holzarbeiterverband, der am Orte eine zirka 80 Mitglieder zählende Zahlstelle besitzt, ist gc- zwungen, seine Versammlungen in Zehlendorf abzuhalten. Ge. nosse Exner referierte dortselbst am Sonntag, den 10. März, über gewerkschaftliche Kämpfe. Redner berührte ebenfalls die Auslegung des Vereins- und Versammlungsrechtes durch die Polizei. Mehrere Diskussionsredner wiesen auf die traurigen Lokalverhältnisse in Klosterfelde hin und betonten, dah bei einem energischen Zusammen- halten aller Genossen und Kollegen auch hierin baldige Besserung zu erhoffen sei. Nur durch Zusammenschlutz der am Orte be- stehenden Arbeitervereine könne energisch gegen die Saalverweige- rung Front gemacht werden. Werden die betreffenden Lokale em- mütig gemieden, so dürften die Saalschwierigkeiten bald über- wunden sei». RauchfangSwerder. Der Erinnerung an die Märzkämpfe des JahreS 1848 diente eine für Sonntag einberufene öffentliche Versammlung im Lokale von RutkowSki. Der Referent Genosse Schütte- Berlin verstand eS meisterhaft, den Erschienenen in einem geschichtlichen Rückblick die schweren Kämpfe und Opfer vor Augen zu führen, die notwendig waren, um zu einer halbwegS annehmbaren Verfassung zu gelangen. Diskussion fand nicht statt.— Das Andenken der Opfer deS 18. Marz wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Borsigwalde-Wittenau. Gemeindevertreter-Sitzung. Unter geschäftlichen Mitteilungen wurde die Beihülfe deS Kreises zur Pflasterung der Spandauer- straße in Höhe von zirka 14 600 M. in Aussicht gestellt. Der Vor- anschlag des AmtSetats für Wittenau-Lübars balanziert in Ein- nähme und Ausgabe mit 26 250 M. Die Aufnahme eines Darlehens zur Bestreitung der Kosten für die Erweiterung der Wasser- Versorgungsanlage in Hohe von 4S000 M. wird einstimmig beschlossen. In den SteuerauSschuss wurden die Gemeindevertreter Gerike, Dessin, Siedmann und als Ersatzmänner Genosse Eckardt und Gemeindevertreter Hempel gewählt. In die Gesundheits- kommission wurden die Gemeindevertretcr Dr. Blaß. Dr. Cassel und Dr. Misch gewählt. Auf Anfrage des Genossen Adam betreffs der Gemeindewahlen teilt der Gemeindevorsteher Witte mit, daß dieselben im Monat April stattfinden. Hierauf folgte eine nicht- öffentliche Sitzung._ eÜvaZ Eetnger knauserig zu sein, kam zum AusSru? kn mehreren Anträgen. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion. Genosse W e y l, beschränkte seine Wünsche nicht auf die Äerzte und Schwestern, sondern sprach mit eindring lichen Worten auch über die Lage des Dien st» und Wartepersonals, die noch immer so erbärmlich sei, daß man sich nicht wundern dürfe, wenn niemand lan�e im Dienste der Krankenhäuser bleiben wolle. Wey! wies hm auf das gemeinsame Vorgehen der Aerzte, die früher noch als das Dienst- und Wartepersonal die Macht der Organi s a t i o n zu erproben sich entschlossen haben. Oberbürger meister Kirschner überließ die undankbare Aufgabe der Bei teidigung des Magistrats dem Stadtrat Weigert. Irren wir nicht, so befindet sich unter den Assistenzärzten, die gegen den Magistrat revoltieren wollen, zufällig ein Sohn des— Oberbürgermeisters. Die Anträge zu ihren Gunsten wurden übrigens nahezu einstimmig angenommen. Zu den Etats der Irrenhäuser wurde von unseren Genossen eine Resolution beantragt, diefürdas Warte Personal höhere Löhne forderte. Genosse Z a d e k, der die Resolution begründete, sagte der Verwaltung manche bittere Wahrheit auch über die Behandlung, die dem Personal zuteil wird, über die Drangsalierung derjenigen, die organi- siert sind, und so weiter. Stadtrat Straßmann bestritt alles, wie sich das bei ihm von selber verstand. Die Reso- lution wurde vom Freisinn abgelehnt, was sich am Ende gleichfalls von selber verstand. Die Löhne sind dem Freisinn hoch genug. Eine kurze, aber lehrreiche Debatte gab es bei dem Etat der B a d e a n st a l t e n. Hier rügte unser Genosse Borg- mann, daß bei der Bemessung der Löhne noch mit den Trinkgeldern gerechnet wird, obwohl dem Personal untersagt ist, Trinkgelder anzunehmend Stadtrat V e n z k y erwiderte— aber auf diesen Vorwurf blieb er die Antwort schuldig. Beim Etat der Desinfektionsanstalt wurde wieder einmal die Frage der allgemeinen Unent- geltlichkeit der Desinfektionen erörtert. Den von der sozialdemokratischen Fraktion zum soundsovielten Male ein- gebrachten Antrag begründete Genosse W e y l unter anderem damit, daß ja jetzt sogar der Herr Oberbürgermeister für diese alte Forderung der Sozialdemokraten gewonnen sein solle. Doch Herr K i r s ch n e r antwortete mürrisch, es falle ihm gar nicht ein. sich festlegen zu lassen. Genosse Z a d e k drückte sein Bedauern darüber aus, daß der Oberbürgermeister ich also immer noch nicht auf die Seite deS gesunden Menschenverstandes stellen wolle. Zu einem Beschluß der Versammlung kam es noch nicht. Wegen Beschluß- Unfähigkeit, die in der zehnten Stunde eintrat, mußte die Sitzung abgebrochen werden. kommunales. Die Stadtverordnetenversammluog Legann gestern in einer außerordentlichen Sitzung mit der zweiten Lesung des Stadthaushaltsetats für 1907. aber sie kam nicht hinaus über das Kapitel Gesundheitswesen. Die Bemängelungen und An- regungen, die die sozialdemokratische Fraktion in der Etats- beratung vorzubringen pflegt, sind in der Regel bei diesem Kapitel besonders zahlreich. Zu den Etats der K r a n k e n h ä u s e r wurden gestern sogar auch von freisinniger Seite einige Wünsche geäußert, die sich zum Teil mit denen unserer Genossen deckten. Die Versorgung der Anstalten mit Arzt- und Pflegepersonal war vom Magistrat, entgegen den Vorschlägen dxr Krankenhaus- Deputation, zu knapp bemessen worden. Die Forderung, hieritt Sericbts- Leitung. Hohe Schadenersatzansprüche eines beim Stratzcnbahnbctriebe verunglückten HoteldircktorS. Der Hoteldirektor Backhoff zu Berlin kam am 23. August 1900 im Alter von 68 Jahren dadurch zu Unglück, daß er auf dem Hinterperron eineS Straßenbahnwagens von einem an diesen ahrenden anderen Motorwagen derart mit dem Kopfe an die yv»vo-vw, uap ernf({Üsiuctt» laCtvefuCTOCIl DCI ihm einstellte, welches ihn gänzlich arbeitsunfähig machte. ES wurde der ersatzpflichtige Betriebsunfall von der Bahn nicht be- stritten und behandelte der sich cntsponnene Rechtsstreit nur die Höhe der Rente. Der Verunglückte hatte anfangs pro Tag 30 M. Rente beansprucht, indem er einen Mindestverdienst von jährlich 8—9000 M. angab. Im Laufe deS Rechtsstreits erhöhte er seine Rentenansprüche auf 40— 50 M. pro Tag. Von der �beklagten Betriebsunternehmerin Siemens u. HalSke sind dem Kläger nach dem landgerichtlichen Urteil denn auch bis zum Jahre 1908— während welcher Zeit Kläger Stammgast in allerhand Sanatorien und Heilanstalten war— pro Tag 30 M., im ganzen zirka 48 000 Mark ausgezahlt worden. Gegen das Urteil deS Landgerichts Berlin hatte die Beklagte Berufung eingelegt und um Rückzahlung der zu viel bezahlten Beträge gebeten. Das Kammergericht zu Berlin erklärte den Rentenanspruch des Klägers von täglich 26 M. für gerechtfertigt und zwar bis zu dessen 85. Lebensjahre. Von da ab stufte es die Rente pro Tag und Jahr um 6 M. ab: 1909 bis 1910 pro Tag 20 M., 1910—1911 pro Tag 16 M.. 1911—1912 pro Tag 10 M., 1912—1913 pro Tag 6 M.. während cS von diesem Zeitpunkt ab eine weitere Rentenzahlung ganz verneint, indem eS eine weitere Erwerbsfähigkeit des Klägers nach 70 Jahren nicht für möglich hält. Wegen den bis 1908 zu viel gezahlten Beträgen erkannte eS auf Rückzahlung von 6004 M. Und zwar führt das Berufungsgericht aus, daß der Anspruch von 50 M. pro Tag von vornherein nicht gestellt worden und auch unwahr- scheinlich sei. Auch sei von keiner Zeugenaussage ein so hoher Tagesverdienst angegeben worden. Dagegen hält daS Gericht den Verdienst von 25 M. pro Tag für erwiesen, weil dieS schon auS der Steuerveranlagung des Klägers von 8—9000 M. pro Jahr hervor- gehe. Bei einem niedrigeren Verdienst würde Kläger dieser Ein» schätzung widersprochen haben. Da Kläger aber bereits 83 Jahre alt sei und die Erwerbsfähigkeit mit so hohem Alter bald abzu- nehmen beginne, sei es angemessen, von seinem 66. Lebensjahre, also von 1909 ab. die Rente abzustufen. Und zwar geschah dies in der oben angeführten Weise. Gegen diese Rcntenbemessung richtete sich die vom Kläger gegen das Berufungsurteil eingelegte Revision. Während der Revisionskläger anführte, daß seine Geschäftstätigkeit mehr in geistiger Tätigkeit unter Ausnützung der früher erworbenen Kennt- niste bestanden habe, lieh die Revisionsbeklagte ausführen, daß auch der Berufungsrichter auf die eigenartige Lebensweise und die häufige Gelegenheit zum Alkoholgenuß be, einem Hotelvorsteher Rücksicht genommen habe und so zu seiner Beurteilung gelangt sei. Der VI. Zivilsenat deS Reichsgericht« erkannte die vom Kammergcricht festgesetzte Rentenabmessung, soweit sie bis zum Jahre 1909 ausgedehnt war, als gerechtfertigt an. dahingegen wurde das Urteil insoweit aufgehoben, als die Abstufung nach dem Jahre 1909 in Betracht kommt und die Sache zur Prüfung über die individuelle Beschaffenheit des Klägers und die konkrete Sach- läge wegen der weiteren Rentenbemessung nochmals an das Kammergericht zu Berlin zurückverwiesen. Man vergleiche mit der hier zugesprochenen Summe den .Segen" einer Unfall.rente" für Arbeiter. ,, Ordnungsstrafen" gegen Polizeibeamte. Wie unfrei die Stellung der Polizeibeamten ist. zeigt eine kürzlich vor dem Oberverwaltungsgericht anläßlich der Bestrafung eines Polizeikommissars durch.Ordnungsstrafe" verhandelte Ber- waltungsstreitsache. Die Ordnungsstrafe charakterisiert sich als ein Ausnahmestrafrecht, unter dem die untergeordneten Polizei- beamten stehen. Diese dem absoluten BureaukratiSmuS entlehnte Peitsche muß gesteigerte Abhängigkeit und Botmäßigkeit dieser Bcamtenkategorie zur Folge haben. Aus Anlaß der Pensionierung des bisherigen Polizeiinspektors von Staßfurt war die Stellung eines solchen ausgeschrieben worden. Der Polizeikommissar Kaden, welcher glaubte, ein Anrecht auf die Stelle zu haben, war darüber erbittert. Er richtete eine Eingabe an den Regierungspräsidenten in Magdeburg, worin er sich sehr über die vermeintliche Zurücksetzung beschwerte, die darin läge, ligsn zu über. ihm zurückstände". raktcr, seine»trotz Pekuniären Ver» nicht aufrücken ferner richtete ster, die darin ulden kommen Audienz oder sich selbst.— daß man«beabsichtige, die Stellu_ aeben, der an Jahren und Erfahr» Er rühmte seine eigenen Fähigkeiten, s> absichtlich niedrig gehaltenem Gehalt" Hältnisse, wie er sich ausdrückte. Daß ließ, führte er auf„persönliche Moiive' er verschiedene Vorwürfe gegen den gipfelten, daß dieser Beamte, die sich et! ließen, geschont habe. Schließlich bat er um Eröffnung eines Tisziplinarverfahrei„ Uebrigens betonte er auch, daß, wenn er nicht ii» die Stellung deS Inspektors aufrücke, seine Autorität gegenüber der zahlreichen sozialdemokratischen Arbeiterschaft leiden würde. Der Regierungspräsident lehnte die Einleitung des DiS- ziplinarverfahrens ab, nahm den Kommissar aber in«s# Disziplinarordnungsstrafe von 30 fflcd wegen des in der Eingabe gebrauchten Tones und der Vorwürfe gegen den Bürgermeister, die der Regierungspräsident als verfehlt und längst widerlegt erachtete. Leichtfertigkeit im Erheben von Ver- dächtigungen und Anmaßung warf der Regierungspräsident dem Beschwerccführer vor Na' gegen ihn jedoch ebenfalls ab und führte aus: Maßgebend sei, daß der Ton und der Inhalt der Eingabe, insbesondere die darin enthaltene Art der Verwertung der Vorwürfe gegen den Bürger- meister die Bestrafung ausreichend rechtfertigten. ach�tjergeblicher Beschwerde beim Obcrpräsidenten klagte St. dsiKen. Das Oberverwaltungsgericht wie» Venirifcbtcö. Hochwasser. Durch de�tn den letzten Tagen niedergegangenen Regen wird aus den verschiKenen Gegenden des Reiches ein weiteres Steigen der Flüsse gemeldet. Nach einer Meldung auö Breslau ist die Oder in rapidem Steigen begriffen. Auch alle ftänkischen Flüsse, namentlich die Saale. Smn und Tauber, sind hoch angeschwollen. An Wielen, Becker» und an den Ufern sind große Schäden angerichtet. Viele Gebäude und Stallungen mußten geräumt werden. Der Pegelstand des Mains bei Dischberg betrug vorgestern 3,63 und gestern 6,03 Meter, bei Würzburg vorgestern 2,13 und heute 2,93 Meter. Der Rhein ist in Mannheim in vergangener Nacht von 418 auf 607 Zentimeter gestiegen. Auch vom Oberrhcin wird ein starkes Steigen gemeldet; in Hüningen stieg der Rhein von 230 auf 345 Zentimeter. Der Neckar stieg in Mannheim von 472 aus 815 Zentimeter, in Heilbronn von 308 aus 416 Zentimeter: wenn er in Mannheim nocki um 25 Zentimeter steigt, tritt eine ernste Be- schränkuna in der Schiffahrt ein.— Wie aus Konstanz berichtet wird, bilvet die Donau von Donaueschingen bis Pfohren einen großen See, die Donauquellflüsse Brigach und Breg sind sehr gestiegen. Ertrunken sind Dienstagabend in Wilhelmshaven vier bei der Taucherglocke beschäftigte Arbeiter. Sturm und Schiffsunfälle. Seit 43 Stunden wütet ein furchtbarer Sturm an der Süd- und Westküste von England. In Mount Cambe wurde an den Kaianlagen großer Schaden an- gerichtet. Bei Kingstown wurde ein Militärboot vom Sturm um- gerissen, wobei zwei Mann ertranken. Die Ortschaften Blackpool. Barrow, Holyhcad und Newbrighton haben durch den Sturm stark gelitten. Weiter wird berichtet, daß ein Dampfer, in welchem man den.Canto" vermutet, bei Gravesend mit dem Dampfer„Resolut" zusammengestoßen ist, wobei letzterer schwer beschädigt wurde. Im Mersehflutz stieß der Dampfer„San Kevan" mit dem Dampfer „Munter" zusammen, beide Schiffe erlitten schwere Havarien. Der Dampfer„Trimm" ist auf offener See gesunken. Vier Mann der Besatzung konnten sich in Booten retten. Der englische Schlepp» oamh'scr'.ÄNgent��iss' gestern''abend"1n'OueenSborough ein. getroffen. Er hatte die Passagiere dcS PostdampferS„England" an Bord, welcher den Passagierverkehr zwischen Queensborough und Clurshing versah. 300 Menschen in FeuerSgefahr. Londoner Meldung, zufolge wurde in Manmouth ein Zell, in welchem eine Theatervorstellung gegeben wurde, vom Sturme umgerissen. Dreihundert Personen liefen Gefahr, zu verbrennen, da das Zelt Feuer fing; indessen .konnten alle Personen bis auf eine gerettet werden. Ein Tunnel-Einsturz. Aus Madagaskar wird berichtet, daß ein im Bau begriffener Tunnel in Tananarivo eingestürzt ist, wobei eine große Anzahl Arbeiter umgekommen ist. Schneesturm herrscht noch immer, wie auS Innsbruck ge, meldet wird, am Arlberg. In der Nähe von Hintergase ist die Bahn durch fünf Lawinen neuerdings verschüttet. Abends kamen über Arlberg nochmals 3000 Auswanderer an. Mit den bayerischen Bahnen sind Verhandlungen eingeleitet, um die Auswanderer über Kufstein nach Bayern zu befördern. Berliner Marttprrtse. MS Sem amtlichen Bericht der städtlschen Marklballen-Dircltion(Großhandel) Rindfleilch I» 68—73 pr. 100 Pfd., II» 62 67, nia 66—61, IV» 48-54, dän. Bullen 60—65, Holl. 0,00. <10(56 fisch, Dopp-Nänd-r 110-123, la 82- 90, IIa 72-80, ITla 52-68, Holland, 55-62, dän. 55-65. Hanimelfleisch la 62-72, IIa 16-60. ZchwciiicNeiich 48-56. Roihirsch Na per Psund 0.00, Rot» wild plombiert 0.00, Damhirsch 0.35—0,60. Wildschweine 0,00. Frisch» linge 0,67. Kaninchen per Stück 0,70—0,90. Wildenten per Stück 0,00, Hühner, alle p. Stück 1.60—2,60, do. IIa 1,30—1,50, do. junge l.i bis 1,60. Wolga- 1,30—1,75. Tauben 0,60—07,0, junge(leine 0,00, 0,85. Enten, dito Eis. per Stück 2,00—2,70, Hamburger per Stück bi« 4,75. wnnse. Hamburger per Pfund 1.05-1,20. Ei«. 0.60.'" per 100 Psund 92—104, groß 85, mittel 0,00. Zander uns. 0,00, do. mittel 0,00, do. matt 0,00. Schleie 68—95, do.| klein 0,00. flflte, groß 160, mittel 0,00, Nein und Plötzen, Nein 28—39, do, matt 0,00, do. 40—51. Ka 10— 20er 0,00, do, 50-70er 0,00, do. 40er 0.00. Bleie 37- Bunte Fische 37— 48. Börse, matt 0,00, do. 0,00. Karaul fische 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Amerikan,, neuer per 100 Psd. 110—130, do,(Ta neuer 90— 100, do. Seelachs 25—80. Sprotten. Kieler, Wall l.00. Danziger, W 0.75—1,00. Flundern. Kieler. Stiege la 3—4. do. mittel ver Kiste 2-3, Hamb. Stiege 4-6. halbe Kiste 2,00, Bücklinge, per Wall Kieler 3.00-3.50. Stralsunder 3.00-3,50. Aale, groß per Psd. 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1.00, klein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5—9. Schellfisch« Kiste 4—5, do. >/, Kiste 2-3. Kabliau.p. 100 Psd. 25-30, Heilbutt 0.00. Sardellen. 1902er per Anker 95. 1904« 93, 1905er 90, 1906er 75-80, Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 44-43. füll. 38— 40, mod. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matje», per To. 60—120, Sardinen, russ,. Faß 1,50—1.60. Bratheringe. Büchs«(4 Liter) 1,50-1,76. Neunaugen. Schocksaß 11, kleine 5—6. Niesen- 14. Eier. Land-, per Schock 3.60—4.20. Butter per 100 Psd, la 114—116. IIa 110—114. Ma 107. absallende 95—100. Saure Gurten Schock 4,10—4.50. Psefiergurken 4.00—4.60. Kartofieln per 100 Pid. 0,00, magnum bomun 2,50—2,76, Dabersche 2,25—2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00-2,25, Salattarwssel» 6,00-8,00. Spinat per 100 Psund 25-30. Karotten per 100 Psund 16-18. Sellerie, hiesige, per Schock 6,00-10.00, do. pommersche 9.00-12.00, Zwiebeln große, ver 100 Psd. 3,60-4.00, do. kleine 2.80-3.00. do. hicfige lPerl.) 0.00. Charlotten 0,00. Peterftlle, grün. Schockbund 2,50—4,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig. bahr., per Schock 2.40-4.80. Mohrrüben der 100 Psund 3,00-4.00. Teltower Rüben per 100 Psd. 8-10. Weiße Rüben, grobe 0,00, kleine 0,00. Rote Rüben 3.00-5.00. Blumenkohl ital. per Korb 2.26-3.00. Kohlrüben per Schock 2.00-2.50 Wnsmgkohl per 100 Psd. 3,00-4,50. Roikohl per t00 Psd. 3,00-4.00. Weißkohl 100 Pfd. 1.76-2,76. Rosenkohl per»00 Pfd. 20-22. Giünkohl per 100 Psd. 10,00—12,00. Rhabarber 100 Bd. 6,00—12,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0.00. bShm. 16-20. ital. 30-85. Aepfel. per 100 Psd., hiesige 5—25, Gravenstelner 0,00. Tiroler in Fassern 0,00, Kiste 30-60, Slmcrik. 18—36. Zitronen, Messina. 300 Stück 8,00—10,00. 360 Stück 8.00-12.00, 200 Stück 7,60-12. Apselsine» Jaffa, per Kiste 0.00. Murcia 200« Kiste 7—10, do. 300 et 8—11, Valencia 420« Kiste 13—13.00. do. 714« 15—23,50, Mesfina. 100« 4,50—6, 150«4,75— 6, 16c« 8—13,00, 200« 8—12, 300er 8—13, Blut» 100« 7—8, do. 150« 7,00—9,00, 80« 6,50—10,00. Ital. in Körben per 100 Psd. 0,00. Mandarinen, Kiste 0,75 bis 2,00 do., in Körbm per 100 Pjd. 32. Briefkaften der Redaktion. Alimente ist vom Gericht angemessen festzusehen 3. und 4. Wenn Sie| Aufhebung des Berlöbnisses auf Rüdgabe der Geschenke Hagen, sonst nicht. im Verhandlungstermin nicht erscheinen, ergeht Bersäumnisurteil gegen Sie. 2. R. 16. 1. Sie müßten darlegen, wann die Erbschaft erfolgt ist, und 5. Ueberhaupt nicht. P. G. 100. Auf drei Jahre ist Nachforderung wo der Erbe sich befindet. 2. Wenden Sie sich direkt an die Sparkasse. Die juristische Svrechstunde findet Friedrich ft r. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), möglich. E. N. 1111. Vorteilhafter isi weiter zu fleben. 2. A. 54. 3. Der Betreffende ist Däne geblieben. Der Bruder ist infolge der Natura 5. 6. 13. wochentäglich von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. 1. Wenn nichts vereinbart ist besteht, vierzehntägige Kündigung. 2. Nein. lisation vollkommen Preuße und hat nichts zu fürchten. E. 3. 11. 1. Die Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein M. H. D. 1. bis 6. Wegen dieser Punkte würde zuerst polizeilich, Leider würde nur Armenunterstüßung zu zahlen sein. Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort dann gerichtlich einzuschreiten sein. 7. In der Regel dauert der Ver- Firma ist im Irrtum, weil Sie nicht Werkmeister sind. 2. Je zwei Jahre 2. W. 100. wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. trag auf ein Jahr. 9. 50. 1. Das mit Rechtstraftattest versehene hindurch 20 Marken, gleich viel welche Stlaffe. 3. Nein. M. S. 57. Wenden Sie sich an das Standesamt des Bezirks, in Scheidungsurteil ist erforderlich sowie ein vom Amtsgericht auszustellender Dissident nennt man sowohl jemand, der sich zu einer von der Landesdem Sie jetzt wohnen. Unglück 62. Wenn Sie nachweisen, daß die Auseinandersetzungsschein. 2. Wenden Sie sich an den Anwalt oder fonfession abweichenden Konfession bekennt, wie den tonfessionslosen, aus Frau seit mindestens 3 Jahren unheilbar geistestrant ist, so tönnen Sie an das Landgericht Breslau. Nein. B. 6. 1. bis 4. der Kirche Ausgetretenen. 3. K. 54. Die Tochter kann auf Zahlung mit Aussicht auf Erfolg die Scheidungsklage einreichen. Bu raten ist Ihnen, ihres mütterlichen Grbteils flagen; soweit Ihre Schilderung erkennen läßt, . R. 83. 1. Reichstag. fich das Armenrecht bewilligen zu lassen.. S. 1000. Bu Elsaßhat aber die Mutter nichts hinterlassen. Lothringen. St. 32. Bom letzten Jahr. C. 39. Klagen Sie 2. Bor langen Jahren. 3. Nein. 4. Wenden Sie sich an den Letteverein. gegen die Staffe bei der Gewerbebeputation Stralauerstr. 1/3, anzuerkennen, 23.6.10. Das Eigentum befindet sich im Besitz einer französischen Gesellschaft. daß Sie Mitglied der Kasse sind oder sämtliche gezahlten Beiträge zurückzuzahlen. A. J. 72. Sie können wegen Beleidigung flagen, indes ist der Ausgang der Klage ein sehr zweifelhafter. O. P. 56a. 1. Bei den Standesämtern, in deren Bezirk die betreffende gewohnt hat. 2. Innerhalb 6 Wochen nach erlangter Kenntnis tönnen Sie auf Üngültigkeit der Che klagen. R. 16. Der mündlich abgeschlossene Vertrag ist gültig. Dieser gilt alfo, nicht aber die Nebenbestimmungen, die sich in den meisten Berliner R. S. 77. 1. Jm Termin kann Mietsvertragsformularen vorfinden. der Antrag gestellt werden. 2. Nein. 3. Sie können in Ihrem Fall den Lohnarrest erivirten. A. K. 74. Wenden Sie sich an den Handels- und Transportarbeiterverband, Engel- Ufer 15. O. Sch. 199. Ohne Einsicht in das Stassenstatut sind die Fragen über Rechte aus demselben nichi zu beantworten. G. S. 100. Für den Fall der Erwerbsunfähigkeit steht die Invalid enrente zu, ferner für den Fall, daß infolge der Krankheit 26 Wochen hindurch Erwerbsunfähigkeit vorlag. G. 3. 102. 1. Bei den Gutsbesitzern Hofer und Ebhard in Dstpreußen ist der 1. Mai gefeiert und der Achtstundentag eingeführt. 1. 9 Uhr morgens 50 Pf.- C. S. J. Wir müssen Sie bitten, sich an einen Arzt zu wenden. Beantwortungen über Heilmethoden, Heilanstalten und dergleichen sind nur durch einen Arzt und nur nach Kenntnis des Einzelfalles möglich. M. 2. 12. Ja. A. S. Nein. 111. R. S. St. 1. Nein. 2. Der außereheliche Bater hat nach dem Gesetz voll für den Unterhalt aufzukommen. Die Höhe dec Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 21. März. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Tannhäuser. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Witterungsübersicht vom 20. März 1907, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung . 9. 3. 999. Sie würden beim Bezirkskommando um Auslandsurlaub nachsuchen müssen, um später nicht in Ungelegenheiten zu fommen. H. H. Der Betreffende hat Strafe nicht mehr zu befürchten. O. 3. 200. 1. Nein, aber ihre eigene. 2. Ja.- Alter Genosse 1907. Der Wert ist sehr verschiedenartig. Diamant hat die Härte 10. S. Sperlich. Sit 14 tägige Kündigung vereinbart, so ist diese gültig. Den Beweis für die Vereinbarung muß aber das Mädchen führen. R. H. Uns nicht bekannt. C. Gumtow. Soweit ersichtlich, würden die von Ihnen angedeuteten Schritte leider erfolglos jein. Dringend. S. 29. Ohne Einsicht in den Vertrag Wenden Sie sich an einen Arzt. sind Fragen, die sich auf Rechte und Pflichten aus dem Vertrage beziehen, nicht zu beantworten. A. H. Velten. Wir würden nicht zur Annahme raten, zum mindesten müßte für die wirkliche Sichers stellung der Kaution gesorgt werden. W. Dresdenerstraße. Nein. F. K. 80. Beide Schreibweisen sind zutreffend. O. 34. Weder das Fahrgeld noch die Wohnungsmiete kommt bei der Steuerveranlagung Swinemde. 751 3 in Abzug. O. G. 12 728. Leider sind Sie zur Weiterzahlung verDamburg 753 WS pflichtet und würden im Falle der Klage zur Zahlung verurteilt werden. Berlin 753 WSW P. C. Rigdorf 100. Nein. 23. 7. 30. Ohne Einsicht in das Statut Franff.a.M. 751 SW und ohne mündliche Rücksprache ist Ihre Frage nicht zu beantworten. München D. 200. Sie haben kein Recht, einbehaltene Sachen als Ihr Eigentum Wien zu behandeln. Sie können lediglich einen Gerichtsvollzieher beauftragen, wegen des Ihnen zugesprochenen Betrages die Pfändung vorzunehmen. A. S. 2. 1. Keine. 2. Wenden Sie sich an das Bureau Portal V. .. 500. Hat ein wirkliches R. 2. 3. Eine Bestrafung wäre möglich. Berlöbnis vorgelegen, so kann die Betreffende innerhalb eines Jahres nach Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8uhr: Donnerstag abends 8Uhr: Im bunten Rock. Freitag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Sonnabend, abends 8Uhr: Die rote Robe. Narrenglanz. Freitag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Lortzing Theater Schiller- Theater N. Zirkus Schumann Bellealliancestr. 7/8. Abends 72 Uhr: Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Die Regimentstochter. Tod. Deutsches. Der Gott der Nache. Neues Schauspielhaus. Fauft. 1. Teil. Anfang 7 Uhr. Lorning. Die Regimentstochter. Komische Oper. dammung. Faust's Ver Anfang 8 Uhr. Leffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Sbiller 0.( Wallner- healer.) bunten Abonnements gültig! Freitag: Der Mikado. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Der blaue Klub. Freitag: Der Rastelbinder. Schiller Theater Charlottenburg. Residenz- Theater. Narrenglanz. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Tb.) Das legte Mittel. Zentral. Der blaue Klub. Westen. Die lustige Witwe. Berliner. Sherlod Holmes. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Schüken liesel. Thalia. Olympische Spiele. Luisen. Der Hüttenbesizer. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Bernhard Rose. Sherlock Holmes. Direttion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Das letzte Mittel. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, den 21. März, 7 Uhr: Fortsetzung der International. RingkampfSonder- Konkurrenz um die Prämien v. 10 000 M. und den großen Goldpokal. Ehrenprotektorat: Professor Reinhold Begas. Die Ringkämpfe beginnen wieder um 8 Uhr. Ferner zum ROM. Schluß: Große Orig.- Ausst.- Pantomime in 7 Bildern Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und das große Gala- Programm. und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Luisen- Theater Opollo Reichenbergerstr. 34. Anfang 8 Uhr. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Der Hüttenbefizer. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Wintergarten. Charlotte Wiehe. Spezialitäten. Apollo. Die 3 goldenen Jungfrauen. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. Kasino. Nid Carter. Spezialitäten. Walhalla. Die goldene Eva. Spe zialitäten. Folies Caprice. 100 000 Gulden Mitgift. Im Inspektionszimmer. Prater Theater. Die sechste Bitte. Balajt. Bom Bitwenball. Spezialitäten. Figaro. Seelenretter. Geifterauto. Paris. Passage. Mal was Anderes. Spe zialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Intimes. Eine bom Ballett. Zapfenstreich. Bunter Teil. Schauspiel in 4 Aufzügen von George Dhnet. Freitag Benefiz für Herrn Bach u. Käthe Wille- Bach: G'wissenswurm. Sonnabend 4 Uhr legte Stinder: borstellung: Mar u. Morik. 8 Uhr: Der lange Sterl. Sonntag 3 Uhr: Dorf und Stadt. 8 Uhr: G'wiffenswurm. Deutsch- Amerikanisches Theater. Gesamtgastspiel Theater des Westens. Heute abend 8 Uhr: Das Schützenliesel. Morgen: Die Zauberflöte. Sonnabend: Der Zigeunerbaron. Sonntag nachm.: Martha. Abends; Der Bettelstudent. Reichshallen. Stettiner Sänger. DERNHARD ROSE THEATED Urania. Tanbeustraße 48/49. Die Feuergewalten der Erde. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Detektiblomöble in 4 Aufzügen nach der Romanserie des Canon Doyle. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Rübezahl. Sherlock Holmes Sonntag nachm. 3 Uhr: Marianne. Freitag: Sherlock Holmes. Sonnabend zu halben Preisen: Die Jungfrau von Orleans. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Theater 9%, 15: Die 3 goldenen Jungfrauen 10 ur: Bernhard Morbitz Borher 8 Uhr: Ali ben Mocca, Freitag, den 22. März cr.: Novität! Der Triumph des Weibes. Operetten- Burleste Mufit b. Jos. Helmesberger u. P.Lincke. Gebr. Herrnfeld8 Uhr. Theater Borbert. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstr. 57. Die stürmisch bejubelte Novität! Ein verrücktes Hotel. Komödie in 3 Aften mit den Autoren A. und D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag nachm. 3 Uhr bei halben Raffenpreisen: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre mit Anton u. Donat Herrnfeld. Neues Schauspielhaus Der Teufel lacht dazu. W. Noacks Theater. Donnerstag, den 21. März: Gastspiel Josef Kainz: Faust. I. Teil. Anfang 7 Uhr. Freitag: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Freitag: Meißner Porzellan. Sonnabend: Meißner Porzellan. Sonntag: Meißner Porzellan. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Sonntag, 24. März, nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. Passage- Theater. 2. Monat. Täglich ausverkauft! Kleines Theater. Der größte Lacherfolg Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Freitag: Die Stralle. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatie. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfeber. der Saison: ,, Mal was Anderes". Die Theims- Troupe und die 10 glänzenden März- Spezialitäten. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum legten Male: Der Verschwender. Zaubermärchen mit Ges. v. Raimund. Geift Azur, Bettler: Dir. Rob. Dill. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Freitag zum letztenmal: Vor dem Staatsanwalt. Intimes Theater Dresdenerstraße 97. Gastspiel bes Budapester Burlesken- Ensembles Linée Wolf. " Eine vom Ballett." " Zapfenstreich." Bunter Teil.. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. roße Spezialitäten- Vorstellung. änzlich neuer Spielplan. Manz Berlin starnt über die stets wechselnden künstler!!! Neu! ,, Die wilde Toni". Neu! Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Nach d. Vorst., um 10 Uhr: Gr. Tanz. Heute Donnerstag, den 21. März: Fortsegung der großen internationalen 765 S 761 Bindstärke Beller Temp. n.. 56.= 4°. Glationen Barometer. stand mm Bind. 2 Haparanda 748 SD 4 Betersburg 771 23 Bun Bindstarle Beller Zemp. n. 6. 2Schnee- 2 4'wollig 6 Regen 3 Regen 2 Scilly 5 bedeckt 6 Regen 7 8 heiter 6 woltig Aberdeen 6 Paris 8 752 23 5 wolkig 770S 3 bedeckt Wetter Prognose für Donnerstag, den 21. März 1907. Beitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Niederschlägen, frischen wefte lichen Binden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. Stadt- Theater Moabit Ausstellung für soziale Fürsor Alt- Moabit 47/49. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Die beiden Galeerensklaven. Bolfsstück mit Gesang in 3 Akten. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf bei Krüger& Oberbeck, Turm u. Beusselstraßen- Ede, sowie im Restaurant d. Stadt- Theaters. Ringkampf- Konkurrenz Walhalla den in u. Goldenen Kranz von Berlin 10 000 Mark bar. Heute Entscheidungskampf zwischen Jakob Koch, Deutschland, und Ursus Jankowsky, olen. Ferner ringen: Paul Moldt, Berlin, gegen Romanoff, Rußland. Omer de Bouillon, Belgien, gegen Friz Müller, Bayern. Borher: Gala- Programm und um 9 Uhr: Varieté-Theater und Gesundheitspflege Berlin 16. bis 22. März 1907 in den Gesamträumen des Neuen Königl. Opern- Theaters( Kroll) Geöffnet von 10-8 Uhr abends. Eintritt 50 Pfg. Weinbergsweg 19/20, Rofenth. or Sanssouci, Straße4a. Heute abend 8 Uhr: 15 hervorrag. Spezialitäten Die goldene Eva. 5 Geschwister Pérèz Gymnaftiker auf 3 freifteh. Leitern. Frosso, der Geheimnisvolle. 3 Soubretten. 2. Komiker usw. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. St. Hubertus eute 8 Uhr: Entree 50 Pf. Größtes und sehenswertestes Bracht Der sensationelle März- Spielplan. Manegenschaustüď. WING I SARTEN Baronesse Vallénoire in ihrem Lichtaft. Willi Meybrych Humorist. Vom Witwen- Ball, Schwant. 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Abteilung: Weh' dem, der lügt. Baumeister Solneß. freitag, den 5. April, abends 82 Uhr: 23. Kunst- Abend Vorlesung Fritz Reuter: Hr. Sauermann v. Deutschen Theater und niederdeutsche Lieder, gesungen von Frau Lissi Kurz. Am Klavier: Konzertmeister Clemens Schmalstich. 5 Opern- Vorstellungen im Lortzing- Theater am 21. und 28. April, 5., 12. und 26. Mai, nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann- Fra Diavolo- Undine Die lustigen Weiber von Windsor. Opernmarken bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. Sonnabend, den 6. April, im Ordner- Sitzung Gewerkschaftshaus, abends 8%, Uhr. 228/14 Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. Berliner Bandonion- Verein „ Saxonia", Dirigent: Willy Böttger. Sonnabend, den 23. März 1907, findet unser diesjähriges Gr. frübjabr- Konzert bestehend in musikalischen Vorträgen BALL mit nach folgendem im Etablissement ,, Sanssouci", Rottbuserstr. 4a, statt. Anfang 9 Uhr. Freunde und Gönner unserer Musik sind hierdurch herzlichst eingeladen. Der Vorstand. 22596 Trianon- Theater. Hühner, garant, leb. Untuni, franto, Anfang 8 Uhr. , 11 Monate alt, Farbe nach Wahl, ruff. Rasse, am Legen, 17 Stüd infl. Hahn 32 M., 12 Stüd 27. Fräulein Josette meine Frau. Ad. Streusand, Myslowit D./S. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Gustav Behrens Theater SchönebergBerlin, Goltzstraße 9. Heute und fol gende Tage: Die sensationelle AusstattungsOperette: Die lustige Witwe von Schöneberg sowie die erstklassigen Spezialitäten füllen das Haus allabendlich bis zum legten Plaz. Anfang 7, Uhr, Sonntags 6 Uhr. Inventur- Verkauf Nur einmal jährlich! teppdecken S Spezialbaus Emil Lefèvre, Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Unter nirgends Filialen! halte in rot, Sonderangebote Similiseidel Farben( 525 750 Wollatlas blau, 1675 850 Schlafdecken 150 250 350 Bunte NormalWolldecken. oliv ganz dick ( engl.) 300 400 Reisedecken Sength 6,8,10M. Inventur- Extraliste gratis und u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. franko Lichtenrade 20 Pf.- Tour! 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März, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Westend aus nach dem Luisen- Kirchhof, Fürstenbrunner Weg, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gastu. Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Ober- Schöneweide und Umgegend. Am Dienstag, den 19. März, verstarb durch Operation der Kollege August Großmann Ober- Schöneweide. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr, in Berlin von der Leichenhalle des Georgenkirchhofs, Landsberger Allee, aus statf. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Treffpunkt der Kollegen um 3 Uhr Landsbergerstr. 8 beim 22585 Kollegen Hasselow. Sozialdemokratischer Wahlverein Ober- Schöneweide. Am Dienstag verstarb unser Mitglied, der Restaurateur August Großmann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 22615 Der Vorstand. Allen Verwandten und Freunden die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Metallschleifer 22555 Julius Malmethie plötzlich verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonn tag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzen- Allee aus statt. D Am Dienstag, den 19. d. Mts., früh 28 Uhr, starb nach kurzem, aber schwerem Leiden unser inniggeliebter Sohn, Bruder, Schwager, Bräutigam und Neffe, der Mechanifer 22546 Willy Duwe im noch nicht vollendeten fünfundzwanzigsten Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Fidicinstraße 21. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 22. 8. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heiligkreuz- Kirchhofes, Mariendorf aus ftatt. Am 18. März verstarb nach furzen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Agnes Lenz geb. Tietz. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, bom Krankenhause Moabit aus, nach dem Heilands- Kirchhof statt. Karl Lenz nebst Kindern. Zahn- Klinik, G. Anders Frankfurter Allee 153 Sprechz. 2-8, Sonnt. 9-1. Plomben, künstl.Zähne, schmerzlos. Zahnziehen. Parteilotal auf Gute Existenz. Bierpacht zu ver pachten. Aufschlag p. hl 8 M. Einiges Inventar ist vom Pächter mit zu übernehmen. Buschr. sub N. 60 an Haasenstein& Vogler A. G., Dessau. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Zh. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW