Nr. 69. Abonnements- Bedingungen: 19 bonnements Breis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nunumer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bia. Bost Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen all: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricbeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 50 Big.. für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte Inserate für die nächste Nummer müsser bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition t bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. wernsprecher: Amit IV. Nr. 1983. Der Reichstag des Motetats und die freifinnigen Tothelfer. " Freitag, den 22. März 1907. Das Abgeordnetenhaus setzte die zweite Beratung des Kultusetats fort und richtete beim Kapitel Elementarunter richtswesen an die Regierung das Ersuchen, die Ostmarkenzulage für Lehrer und Lehrerinnen auch in den gemischtsprachigen Teilen von Schlesien einzuführen. Nur Zentrum und Polen leisteten dieser Ausdehnung des Storruptionsfonds Widerspruch. Beim Kapitel Provinzialschulfollegien wurden einige Fälle zur Sprache gebracht, die zeigen, in welcher Weise für die Hinterbliebenen preußischer Lehrer gesorgt" wird und die einen Beweis für die Wertschäßung bilden, deren sich die Lehrer selber in der Aera Studt erfreuen. Der Reichstag hat sich nach kurzer Arbeit im Töff- TöffZempo vertagt. Er war ja auch nur einberufen worden, um der Regierung einstweilen das Fortwursteln zu ermöglichen. Dazu war die Durchpeitschung der Kolonial forderungen und des Notetats notwendig. Die neue Mehrheit des Regierungsblocks hat auch ihre Schuldigkeit Das Abgeordnetenhaus wird seine Sigungen am 10. April zu getan. Die neuen Verbündeten des agrarischen" gleich mit dem Reichstage wieder aufnehmen. Kanzlers und der Konservativen haben die Forderungen Das Herrenhaus nahm nach univesentlicher Debatte die bewilligt, ohne auch nur einen Augenblick spröde zu tun. Beamtenpensionsgefeße an und erklärte den Bericht über die ErEinige Herren von der Freisinnigen Vereinigung gebnisse des Betriebes der staatlichen Bergs, Hütten- und Salinenund der Süddeutschen Voltspartei glaubten werte durch Kenntnisnahme für erledigt, nachdem Oberberghauptwenigstens in der Etatsdebatte ihr freisinniges Gewissen mann Belsen bezüglich des letzten Grubenunglüds angegeben schüchtern salvieren und die bescheidentliche Hoffnung auf hatte, daß wahrscheinlich ein Fehler in der Seilfonstruktion das Unheil spätere Gegenleistungen, äußern zu dürfen. Die Frei verschuldet habe. sinnige Volts partei verzichtete selbst darauf. Sie bewilligte, ohne zu markten, so daß sie ob dieser entschlossenen treten. Resignation sogar die Lobsprüche der Agrarier einheimsen durfte, während die Schrader und Payer von oben herab abgerüffelt wurden, weil sie sich doch nicht aller freisinnigen Reminiszenzen zu entschlagen vermocht hatten. " 1 4 Die Regierung überließ diesmal vornehm den Reichstag sich selbst. Sie hatte ja bei der Wahl so sehr den Schritt macher der Blockparteien gespielt und auch den Freisinn durch ungesetzliche Wahlbeeinflussung derartig eingewickelt, daß sie den Karren nun ruhig weiter laufen lassen konnte. Nachdem Fürst Bülow geruht, eine Programmrede" von beispiellofer Verwafchenheit zu halten, in der er das famose Wort von der ,, konservativ- liberalen Paarung" geprägt, z og er sich unnahbar zurück. Trotz der schonungslosesten Angriffe seiner ehemaligen ultramontanen Busenfreunde überließ er die Verteidigung der Regierung dem Grafen Posadowsky, der, an die neue Regierungstaktit des neifens noch nicht gewöhnt, Bülows Erscheinen für später in Aussicht stellte. Aber wer nicht erschien, war der Reichskanzler! Er blieb fern bei der Etatsdebatte, bei der Solonialdebatte, er glänzte durch ostentative Abwesenheit auch bei der großen Abrechnung mit der skandalöfen Wahlmache der Regierung. Ja, bei dieser Debatte blieben die Regierungspläge sogar völlig unbesetzt: die schmeichelhafte Einschätzung des Parlaments durch den Reichskanzler hatte bei allen Vertretern der verbündeten Regierungen Nachahmung gefunden! Und der Freisinn hatte fein Wort für diese Nichtachtung, diese Brüstierung des Reichstags! Er hält es offenbar nicht nur für die Pflicht der Regierung, im Wahlkampf die Regierungsparteien mit allen Mitteln einer forrupten Wahlmache zu unterstützen, sondern auch für ihr gutes Recht, nur diese Regierungsmehrheit als Volts. bertretung anzuerkennen, während die Minderheit und sei es auch nur eine Minderheit um einige wenige Stimmen für die Regierung einfach nicht existiert! Die politische Würdelosigkeit, die der Freisinn während der Wahlkampagne bewies, hat er während der Reichstagsverhandlungen womöglich noch übertrumpft! Die Haltung des Freisinns hat also das Regierungsschifflein für die nächste Zeit über alle Fährnisse und Klippen hinweggebracht. Der Freisinn hat alle von der Regierung geforderten Mittel bewilligt. Ueber die Zukunft macht er sich einstweilen keine Skrupel. Er harrt geduldig des Produktes feiner, wie Barth es nannte, perversen politischen Neigungen", er wartet es ab, welches Schaubudenwunder aus der Paarung des Karpfens und des Kaninchens" heraustommen wird. Er ist überdies geneigt, der Regierung 3eit zur Verwirklichung ihres Programms zu lassen. Er konzediert der Regierung gern die, bielen Sessionen", die Graf Posadowsky für notwendig erklärte, um Bülows Programm zu verwirklichen. Bor Ende April werden die Herren nicht wieder zusammenDer Abschied Theodor Barths. 11 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: 2mt IV. Nr. 1984. 11 mitten im politischen Frühling. Schon bereiten fte für den ersten Platz an der Bundesratsestrade die Inschrift vor auf dem Reichskanzlerplay, nicht etwa auf einen Leichenstein-: Dem liberalen Reichsfanzler.( Große Heiterkeit.) Als ich die geniale Jdee von der Paarung" zuerst hörte, mußte ich an die Geschichte des Schaubudenbesizers denken, der anzeigte: Naturwunder: Das Junge von einem Karpfen und einem Kaninchen.( Große Heiterkeit.) Näherliegend als die Hoffnung auf die Produkte der Paarung scheint mir die auf die liberale Einigung.( Lebhafter Beifall.) Schon haben die drei Kompagnien das gleiche Egerzierreglement.( Heiterkeit.) Gemeinsam haben sie auch das Bewußtsein, daß der Liberalismus die etwas frisierte und hoffähig gewordene Demokratie ist( Stürmische Heiterkeit), wenn er auch manchmal seine Mutter etwas schroff berleugnet. Und so trinke ich auf die Zukunft des Liberalismus. Vielleicht wird doch aus ihm, wie aus Dernburgs vielberufener Dattelliste, ein Wald mit reichen Blüten und Früchten erstehen." Albert Träger gehört zu den Besten seiner Partei. Aber wenn felbst er von der Politik dieser seiner Partei nur durch ein Märchenwunder liberale Erfolge erwartet, wenn selbst er die liberale Politik nur im Tone des Galgenhumors zu behandeln vermag, so steht es hoffnungslos um den deutschen Liberalismus. Mit Fronie bekämpft man unter Umständen den Gegner; aber aus Selbstironisierung ist niemals eine kraftvolle Tat der Selbstbefreiung geboren worden! Deutsches Reich. Politische Reklame. Zu Ehren Theodor Barths, der demnächst seine AmeritaReise antreten will, hatte sich auf einem Abschiedsbankett eine Anzahl von Freunden des Scheidenden, Schriftsteller, Gelehrte und Politiker, zusammengefunden, Die erste Ansprache hielt der bekannte Stathedersozialist Lujo Brentano. Er klagte darüber, daß die deutsche Einheit anders gekommen sei, als die Alten gehofft hatten:" Die Das durch seine Beziehungen zu den Resten der Dynastie Biss Freiheit wird uns nur in starker Berdünnung zu teil". mard auch außerhalb Hamburgs bekannt gewordene Blatt der Der Redner feierte dann Herrn Barth als einen Politiker voll Hamburger Scharfmacher, die„ Hamburger Nachrichten", hatté jüngst absoluter und rücksichtsloser Wahrhaftigkeit". Brentano schloß seine wieder an den Fürsten Bülow die Forderung gestellt, AusnahmeRede mit den Worten: geseze gegen die Sozialdemokratie zu schaffen. Anstatt diese und " Barth war einer der schärfsten Gegner der Sozialdemokratie albernen Wünsche des Leiborgans jener Hamburger kommerziellen ist es vielleicht noch heute. Aber darum war er doch von Kreise, die weit mehr durch Glücksgüter als durch Verstand ausgezeichnet jeher ein Gegner des Ausnahmegefeßes und hat selbst Bamberger find, einfach zu ignorieren, benutzt der Reichskanzler diesen Anlaß, in feinen legten Lebensjahren überzeugt, daß Deutschlands um sich in einer offiziösen Notiz der Südd. Reichskorrespondenz" Zukunft davon abhänge, daß der Liberalismus sozialer und der Sozialismus liberaler werde und aus Berlin als der große Staatsmann feiern zu lassen, der sich, fie gemeinsam Deutschlands Freiheit wahrten.( Lebhafter Beifall.) feines schließlichen Siegeserfolges über die Sozialdemokratie gewiß, Mit feinen wirtschafts- wie sozialpolitischen derartige gewalttätige Mittel verschmäht und auf die Ueberlegenheit Anschauungen ist Barth heute gescheitert. Aber feiner Staatsfunst verläßt. Wörtlich heißt es in der Südd. Neichswie sein Geistesverwandter John Bright wird er wieder korrespondenz": tommen und dem Vaterlande noch große Dienste leisten. ( Stürmischer Beifall.) Hoffen wir, daß er bald neugestärkt zu mutigem Kampfe wiederkehrt. Unterdessen bleiben wir ihm treu in Dankbarkeit für alles, was er dem Liberalismus geleistet hat." Theodor Barth selbst dankte mit einer Rede, in der er unter anderem sagte: „ Ich habe nicht die Absicht, dauernd vom Forum zu berschwinden. Es gibt aber Zeiten, wo es beredter ist zu schweigen, als zu reden. Eine solche Zeit scheint jetzt gekommen zu sein. Man spricht von neuen, sonderbaren Begriffen, von Paarungen( Heiterkeit), die nicht nur vom naturwissenschaftlichen, sondern auch vom moralischen Standpunkt nicht zu rechtWenn ich fertigen find.( Beifall.) bon konserbatib liberaler Paarung höre, frage ich mich immer, ob da nicht gewisse perverse politische Triebe im Spiele find. " 84 " In der Behandlung der Sozialdemokratie braucht der gegen. wärtige Reichstanzler feinen Vergleich schenen. Die Partei als solche ist, nach Zeugnissen aus sozialdemokratischer Quelle, innerlich mehr, als der oberflächliche Anschein verrät, geschwächt worden. Die noch sehr große Bahl der fozialistischen Stimmzettel bedeutet an fich feine Gefahr, tenn auf jedes Arbeiterbataillon ein Res giment nationalgesinnter Wähler kommt. Daraus folgt nicht etwa, daß man die Massen sich selbst, der Sozialdemokratie, überläßt. Sie können und sollen vielmehr zurüdgewonnen eine werden für nationalpolitische Welt. anschauung. Aber der Gedanke an Ausnahmegeseze ist in diesem Zusammenhange abzulehnen. Eine Wählerschaft von drei Millionen und mehr zersetzt man nicht durch Gewaltmaßregeln. Die Taten, die die Hamburger Nachrichten" vom Fürsten Bülow, gegen die Sozialdemokratie verlangen, tönnen neben energischer Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung nur in gründ licher, unablässiger sozialpolitischer Arbeit bestehen für die Abstellung wirtschaftlicher Mißstände, wie für die Aufklärung der werktätigen Klassen über ihre wirklichen Bes dürfnisse und über die Unfruchtbarkeit des sozialdemokratischen Parteitreibens. Diese Arbeit ist freilich schwieriger, als Repressivgesetze zu ersinnen, und an Kampf fehlt es dabei keineswegs; er muß nicht nur gegen die sozialdemokratische Verhegung geführt werden, sondern auch gegen die Jrrlehren eines furzsichtigen, rüdständigen Scharfmachertums. Und solche Kämpfe zu ber meiden, hat der Kanzler fein Bedürfnis." Bülow ist kein Graf Mirabeau- dazu fehlt ihm die nötige Begabung; aber darauf, für sich in geschickter Weise Neklame zu machen, versteht er sich nicht weniger gut als die„ Fackel der Provence". Der Liberalismus täte besser, nicht vorzugsweise darauf zu sehen, daß er vornehm heiratet, sondern er sollte lieber mit einer Tochter des arbeitenden Voltes vorlieb nehmen.( Großer Beifall.) Ich glaube, das Glück des Vaterlandes würde bei dieser Verbindung mehr getvahrt sein, selbst wenn diese Lebensgefährtin in den Manieren etwas zu wünschen übrig läßt.( Seiterkeit und Beifall.) Die Zeit wird nicht allzufern sein, wo man sich wieder daran erinnern wird, daß auch im politischen Leben nicht das Komplizierte sondern das Einfache, leicht Verständliche und Natürliche das Wahre und Gute sei.( Beifall.) Wenn wir in Deutschland politisch vorwärts kommen wollen, müssen wir demokratischer sein. Dieses Ziel ist des Schweißes der Edlen wohl wert. Es müßte Aufgabe eines aufgeflärten Liberalismus sein, diese Demofratifierung Deutschlands vorzubereiten.( Beifall.) Ich habe meine Galeere auf den Strand gesezt. Ich hoffe bald mit einer statt lichen Flotte wieder ausfahren zu können, einer Flotte unter Db freilich der Hottentottenblock diese vielen Sessionen demokratischer Flagge. Unter dieser Flagge werde ich überdauern wird? Selbst Graf Posadowsky äußerte wieder Dienst nehmen und dann meinen Mann stehen. In der Nr. 39 des Simplicissimus vom 22. Dezember 1906 darüber leise 3 weifel. Und jedenfalls wird schon der Theodor Barth hat also trotz aller herben Enttäuschungen noch wurden in einem Bilde satirisch die Profite der Wörmann- Linie an den Wiederzusammentritt des Reichstages die Blockbrüderfchaft auf nicht alle feine politischen Hoffnungen eingeſargt. Er hofft noch Transporten nach Südwestafrika behandelt. Das Bild trägt die noch weit ernstere Proben stellen, als sie das fleine immer, daß des Besizes Silberflotte doch noch einmal die" demo- Ueberschrift:„ Die Witwe des Afrikakämpfers" und die Unterschrift: Zerwürfnis in Sachen der fachmännischen Schulaufsicht im fratische Flagge" hiffen wird! Wir haben Barths Hoffnungen nie„ Wir können Vatern nicht begraben. Wörmann gibt die Leiche nich preußischen Abgeordnetenhause bereits darstellte. geteilt und teilen sie auch heute nicht. Aber wenn wir es auch stets für Wie kurz oder wie lange aber auch die Blockfreundschaft das erste Erfordernis einer vernünftigen Politit hielten, die un- raus, bis das Lagergeld bezahlt ist." dauern mag: die Sozialdemokratie wird ohne Rück erbittlichen politischen Realitäten fühl und nüchtern zu beurteilen, einem Stinde, die traurig auf einen im Hamburger Hafen liegenden sicht auf alle Zufallstonstellationen und alle Wirrnisse des und wenn wir deshalb auch heute Barths unverwüiftlichen Optimismus Börmann- Dampfer blidt. Durch diese Satire fühlt sich der SchiffsTages ihre energische Arbeit der Förderung der proletarischen nicht zu teilen vermögen und an eine Demokratisierung des Libera- reeber und frühere Reichstagsabgeordnete für Hamburg III Adolf Klasseninteressen mit verdoppelter Tattraft fortseßen. Die lismus nicht glauben, so foll damit keineswegs gefagt sein, daß wir mörmann beleidigt. Er hat gegen den Verantwortlichen vom Sozialdemokratie hofft nicht wie der Freifinn auf politische nicht auch eine solche politische Verjüngung des Liberalismus" Simpliciffimus", Hans Kaspar Gullbransson, Dattelfistenwunder, sondern sie rechnet auf die Ernte wünschten. Nur richtet sich der Verlauf der politischen Ent- Privatbeleidigungsflage angeftrengt, die vor dem Schöffengericht II ihrer konsequenten Vertretung des wirtschaft widelung leider nicht nach unseren 23 ünschen, sondern nach den in Hamburg zur Verhandlung gelangte. Der Privatbeklagte wird Lichen Fortschritts, der Volkswohlfahrt und Gesezen des Klassentampfes! Voltsfreiheit! Politische Ueberlicht. Berlin, den 21. März 1907. Landtagsferien. Am Donnerstag ist nun auch der Landtag in die Ferien gegangen. Vorher hielten beide Häuser noch kurze geschäftliche Sigungen ab Wörmann- Linie gegen Simpliciffimus". " " In dem Bilde erblickt man eine verhärmte junge Witwe mit eine Eine höchst originelle Rede hielt Herr Albert Träger, der durch Dr. Braband- Hamburg und den früheren ReichstagsSenior der Freisimmigen Bolfspartei. In dieser Rede stritten, wie abgeordneten Conrad Haußmann- Stuttgart vertreten, während als Senior der Freifimigen Bolkspartei. In dieser Rede stritten, wie Rechtsbeistand des Privatklägers Dr. Hauers- Hamburg fungiert. in diesen launischen Märztagen, Schneegestöber und Sonnenschein, Bor Einreichung der Klage hatte Wörmann an die Nedaktion blutigste Selbstironie und naivfte Hoffnungsseligkeit. Träger fagte: des„ Simplicissimus" einen Brief gerichtet, in dem er dieser anheim" Jezt, wo endlich die Frucht seiner Saaten reift, jetzt, wo die neue Hera anbricht( Seiterkeit), da geht Barth. Ich glaube, er gibt, sich bis zum 7. Januar 1907 zu entschuldigen, weil er sofort tut recht daran. Unsere Berhältnisse sind so verwidelt und nach Ausbruch des Krieges in Südwestafrika den unentgeltlichen verwirrt, daß man sie aus einiger Entfernung Transport der gefallenen Soldaten übernommen habe. Die Redaktion betrachten muß. Die Optimisten sagen, so sehr ihnen antwortete, daß seine Leser eine Satire nicht so wörtlich wie einen auch der Regen übers Haupt fließt, wir seien schon Bolizeibericht nehmen und auch nicht glauben, daß die Börmann- Linie Leichen zurückbehalte. Dagegen begrüße sie den angedrohten Prozeß mit Freuden, weil dadurch festgestellt werden würde, daß die Wör- mann-Linie große Vorteile aus den Liegegeldern usw. gezogen habe. Der Privatbeklagt« ist infolge Krankheit nicht zum Termin erschienen; feine Verteidiger beantragen die Aussetzung der Verhandlung. DaS Gericht lehnt diesen Antrag ob, worauf beide Verteidiger erklären, unter diesen Umständen nicht die Verteidigung führen zu können. Das Gericht setzt sodann die Verhandlung auf den 16. April aus und beschließt, daß beide Parteien persönlich zu erscheinen haben. „Christliche Verleumder." �nde Ssovember v. I. ging durch die gesamte Zentrumspresse die Nachricht von einem„unerhörten teuflischen Rache- akt zweier sozialdemokratisch organisierter N aurer gegenüber einem christlichen Arbeite r." Danach sollten in Ingolstadt zwei freiorganisicrte Maurer auf einem Neubau einen Riegel des im Sticgenhause angebrachten Ge- rüstes durchschnitten haben, um einen noch im Bau befindlichen christlichen Arbeiter durch einen Sturz in die Tiefe dem sicheren Tode preiszu- geben. Die Nachricht wurde von der Scharfmacher- und „liberalen" Blockpresse gierig nachgedruckt und vom Rcjchslügenver- bände im Wahlkampfe, nach bekanntem Schema ausgeschmückt, nach Kräften ausgenutzt. Diese fette„Ente", die zuerst in der christlichen ..I n g o l st ä d t e r Zeitung" aufflatterte, wurde am Sonnabend vor dem Schöffengerichte Ingolstadt als eine gemeine Ver- leumdung gebrgndmarkt. Der Redakteur und Verleger dieser Zeitung hatte sicki vor diesem Gerichte wegen Beleidigung zweier freiorganisierter Maurer zu verantworten. Die Verhandlung ergab die völlige UnHaltbarkeit her schweren An- schuldigung. Der Redakteur war von seinen christlichen Ge- lvährsmännern. wie sich herausstellte, in der e r b ä r m l i ch st e n Weise angelogen worden. Deshalb ließ auch der Vertreter der so schwer verleumdeten Arbeiter, Rechtsanwalt Gen. Dr. B e r n- Heim-München Gnade vor Recht ergehen und kam dem hercingc- legten Redakteur mit folgendem Vergleich entgegen:„Redakteur Baum er nimmt die aufgestellten Behauptungen mitdem Ausdrucke des größten Bedauerns zurück, übernimmt sämtliche Kosten des Verfahrens, einschließlich der den Privatklägern erwachsenen Auslagen, sowie die durch die Publikation dieses Vergleiches in den beiden am Vrte erscheinenden Zeitungen erwachsenden Kosten."_ Aus der Stadt der„reinen Vernunft". Um dem sich bei allen Bcvölkerungsschichten Königsbergs seit langer Zeit fühlbar machenden Saalmangcl abzuhelfen, hat sich dort eine Aktiengesellschaft zum Bau eines Konzert- und Gesell- schaftshauscs größeren Stils gebildet. Am 1. April d. I. läuft nun der Termin ab, bis zu welchem die für den gedachten Zweck erforderlichen Grundstücke zum Kaufe freistehen. Jetzt hat der Magistrat der bedrängten Gesellschaft unter die Arme gegriffen. Er machte der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage, nach der die S t a d t g e m e i n d e der„Aktiengesellschaft zum Bau einer Stadthalle" vom 1. April 1908 ah einen jährlichen Zuschuß von 15 909 M. zur Verzinsung und Tilgung des Obliga- tionen-Kapitals gewährt. Dafür sollen der Stadtgemeinde samt- liche Räumlichkeiten der zu erbauenden Stadthalle an 30 Tagen im Jahre unbeschränkt und kostenfrei zur Verfügung stehen und ihr auch mitbestimmender Einfluß auf die Verwaltung der Stadthalle gesichert sein. Hierzu stellte als sozialdemokratischer Stadtverordneter unser Genosse Haase einen Zusatzantrag, nach welchem die Bestimmung im Vertrage getroffen werden soll, daß die Stadthalle allen Bürgern zu Versammlungen und Veranstaltungen gegen die festgesetzte Eni- schädigung hergegeben werden solle. Dieser Antrag stieß beim Magistrat und bei der ganzen„liberalen" Stadtverordnetenver- sammlung auf den heftigsten Widerstand! Und der Oberbürger» meister betonte ausdrücklich, daß der Magistrat bei Bearbeitung der Vorlage von vornherein die Absicht hatte, es zu hindern, bah die Stadthalle zu politischen Versammlungen oder politischen Ver- einsfestlichkeiteu hergegeben«erde! Denn, so begründete er diesen famosen Standpunkt, in politischen Versammlungen prallen sehr oft die Leidenschaften heftig aufeinander. Die Besucher erscheinen meistens so, wie sie vom Geschäft, von der Arbeit kommen(also nicht salonfähig!) und der Bau. der eine Stätte für Kunst und Wissenschaft sein und der friedlichen Geselligkeit dienen soll, könne dadurch sehr leicht„entweiht" werden! Der Oberbürgermeister hatte so ganz im Sinne der national- liberalen und freisinnigen Stadiväter gesprochen; denn für den Haaseschen Antrag stimmten außer den Sozialdemokraten nur noch 3 bis 4 liberale Stadtverordnete von zirka 80 Anwesenden! Nun brachte Genosse Haase einen, der Magistratsauffassung weit entgegenkommenden Antrag ein, wonach die Stadthalle allen Bürgern und Vereinen zu geselligen Zwecken gegen Bezahlung her- gegeben werden solle. Aber auch dieser Antrag wurde bekämpft und mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und eines einzigen liberalen Stadtverordneten abgelehnt!! Mit derselben Mehrheit wurden dann aber auch die 15 099 M. Subvention aus den Steuergroschen aller Bürger der Stadt bewilligt. Benutzen dürfen die Stadthalle nur die AuSerwählten der„oberen Fünftausend", die ganz ungeniert Politik treibenden Krieger- und bürgerlichen Turnvereine sowie sonstige„oben" nicht anstößige Gesellschaften. Die Stadt der„reinen Vernunft" hat sich durch ihren neuesten Schildbürgerstreich eine weitere traurige Berühmt- heit zum Russenprozeß seeligen Angedenkens, zur Aktion gegen die Jugendorganisation und zu ähnlichen Heldenstücken sonst hinzu- erworben.— Christliche Arbeiter über die ReihtSfShigkeit der BernfSvereine. Die Einführung von Arbeitskammern und die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine stehen seit langem als erste, wichtigste und dringendste Forderungen auf dem sozialpolitischen Programm des Zentrums. Noch im Winter 199ö drängte die ultramontane Presse die Regierung, endlich mit der Erfüllung dieser beiden Forderungen Emst zu machen, und als dann die Vorlage betreffs der Rechts- fähigkett der Berufsvereine angekündigt wurde, da priesen die klerikalen Blätter daS als einen Erfolg der Zentrumspolitik. Auch aus den zu der Vorlage gehaltenen Reden der ZentrumSmänner war immer noch die Bedeutung zu erkennen, die auf ultramontaner Seite der Rechtsfähigkeit der Bcrufsvereine beigelegt wurde, zum Unter- schied von der Sozialdemokratie, die, ganz abgesehen von der ver- >verflichen Tendenz der Regierungsvorlage, der Frage kühl gegen- überstand. Merkwürdigerweise stellt sich min die„Westdeutsche Arbeiter-Zeitung"(M. Gladbach) vollständig auf den Stand- Punkt der Sozialdemokratie, während sie vorher nicht Wesens genug aus der Rechtsfähigkeit der Berufsvereine machen konnte. Das Blatt meint, in Prenßen-Deutschland seien anscheinend die Berhältniffe noch nicht reif für ein modernes Gewerkschaftsrecht und die Gewerk- schaften dürften sich nicht gern in gesetzliche ZwangSformen ein- pressen lassen. Dann schreibt das Blatt: „Ist'die Rechtsfähigkeit für die Berufsvereine heute das Rot- wendigste und Brennendste? Entschieden nicht! So sehr wir die prinzipielle und praktische Bedeutung der Rechtsfähigkeit an» erkennen, so haben unsere Gewerkschaften sich doch bisher ohne dieselbe ganz trefflich zurecht gefunden. Was uns vielmehr hindemd im Wege steht, istdaS überlebte Vereins- und Ver» fammlung«r«cht in Preußen. Auf die Summe von Un» zuträglichkeiten, Belästigungen, die daraus schon für unsere christ- lichen Gewerkschaften entstanden sind, soll hier nicht mehr ein- gegangen werden, ebenso nicht auf das Maß von Erbitterung und Verärgerung, das infolge Bestrafungen, auf Grund dieses Gesetzes, schon in der Arbeiterschaft hervorgerufen wurde. Hier Wandel zu schaffen, erscheint uns notwendiger und dringender als die Verleihung der Rechtsfähigkeit." Nun sei aber, so meint das Blatt weiter, kaum zu hoffen, daß wir bald ein Reichsvereinsgesetz bekommen. Deshalb müsse ein anderer Weg beschritten werden. Das Koalitionsrecht sei Reichsrecht. Würde das Koalitionsrecht geregelt, dann können dabei diejenigen Bestimmungen etnzelstaatlicher Bereinsgesetze, die der Entwickelnug des Gewerkschastswefens hinderlich seien, durch ReichSgesetz außer Kraft gesetzt werden. Dieser Weg sei wohl gangbar und die Ar» beiter.würden eine Reform des Vereins- und Versammlungsrechtes freudiger begrüßen und mehr Vorteil davon haben, als von der Verleihung der Rechtsfähigkeil unter Bestimmungen, welche die Be- wegungSfreiheit der Organisationen in Frage stellen", Die Erkenntnis kommt den M.-Gladbackern zwar spät— aber sie kommt. Wir hoffen, daß die sieben christlichnationalen Arbeiter- Vertreter recht bald die Gelegenheit benutzen, um zu zeigen, daß sie imstande find, die bürgerlichen Parteien auf den„Weg einer entschiedenen Sozialreform" zu drängen. Sozialdemokraten als Richter. Stuttgart. 20. März.(Eig. Ber.) Aus der gestrigen Sitzung der Fjnanzkonuznssion'des württem- bergischen Landtags ist über einen Hemerkenswerten Vorgang zu be- richten. Der volksparteiliche Abg. V. Gauß, Oberbürgermeister von Stuttgart, bemäugelte, daß die als Geschworene in Vor- schlag gebrachten Angehörigen und Vertreter des Arbeiter- st a n d e s von den Landgerichten meistens wieder ansgeschieden würden. In der Zeit von 1395—1095 habe sich beim Landgericht Stuttgart unter 1329 Geschworenen nicht ein einziger Arbeiter be- fnnden. Der erst seit einigen Monaten im Amt befindliche Justiz- minister v. S ch m i d l i n erwiderte, daß er die Frage, ob Arbeiter als Geschworene zugelassen werden sollen, unbedingt bejahe und es im Interesse des Vertrauens zur Justiz begrüße, wenn auch Vertreter dieses Standes an den Volksgerichten beteiligt werden. Der Genosse Linde- mann warf darauf die Frage auf, ob etwa die Zugehörig- keit zur sozialdemokratischen Partei von Einfluß auf die Zusammensetzung der Geschworenenliste sei? Darauf antwortete Herr v. Schmidlin, daß die politische Gesinnung der Vorgeschlagenen auf keinen Fall einen Grund bilden werde, sie von der Geschworenenfunktion auszuschließen. Schon mit der von ihm abgegebenen Er- klärung, daß Vertreter der Arbeiterschaft nicht ausgeschlossen sein sollen, sei ja gesagt, daß auch Mitglieder der Sozial- demokratie nicht auszuschließen seien.— Zur Braunschweiger Negentschaftsfrage. Der„Braun- schweigischen Landeszeitung" zufolge wird der Regentschaftsrat dem am Dienstag zusammentretenden Landtage den Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, den Vorsitzenden der deutschen Kolonial- gesellschqft. als Regenten vorschlagen.--- Eine«ationalliberale Gründung. Der von den Rationalliberalen im biergemütlichen München gegründete neue Rationalverein erläßt als Nachklang zur großen Redoute eine lange Beitrittsaufforderung in den.Münchener Neuesten Nachr.", in denen er die zuliinftigen.gemeinsamen Richtlinien" seiner Politik darlegt. Es heißt darin: Wir sind einig in der Pflege nationaler Gemeinschaft. Im Zusammenhang mir der großen Kulturgemeinschast aller Nationen wollen wir dem Deutschtum seine Stellung in der Welt be» haupten. Wir fordern, daß die Sicherung des Reiches und unserer nationalen Jnteresien nicht abhängig gemacht werde von Erwägungen parlamentarischer Taktik und von der Stellung der Fraktionen zur Regierung. Wir sind einig in dem Ver- langen nach freiheitlichem Ausbau der inneren Einrichtungen des Reiches und der Einzelstaaten, der Verfassung und der Ver» waltung; einig in der Vertretung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes, einig in dem Ziel: ein freies Deutsches Reich, ein Volk von freien Bürgern. Wir find einig in der Forde» rnng einer freien und volkstümlichen Erziehung aller Staats» angehörigen. vor allem der heranwachsenden Jugend, zu den nationalen, staatsbürgerlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auf- gaben der Gegenwart.., Liberal sein heißt das Recht des freien Arbeitsvertrages, das Recht der wirtschaftlichen Organisation, volle KoalitlonSfreiheit für die Angehörigen beider Geschlechter, die Gleichberechtigung von Arbeitgeber und Arbeit- nehmer anerkennen. Im wirtschaftlichen Kampfe sehen wir nicht Selbstzweck, sondern mir ein Mittel, um zum sozialen Frieden zu gelangen. Diesem Zweck soll auch der Ausbau der sozialen Gesetzgebung und ihre Ausdehnung auf weitere Kreise der Bevölkerung dienen. Nicht die Klassengegensätze verschärfen, sondern alle Berusslreise zu gemeinsamer friedlicher Arbeit zu einen, ist ein« nationale, freiheitliche Aufgabe. Das find vier große Richtpunkte, die dem gesamten Liberalismus gemeinsam sind. Sie sollen di« Tätigkeit unserer neuen Gemeinschaft be- stimmen. Es ist schwer, keine Satire zu schreiben, wenn man diese kraft- geschwollenen Phrasen liest und in Betracht zieht, daß nichts dahinter steht als der komische Tatendrang einiger durch die letzten Wahlen aus ihrem geistigen Gleichgewicht gebrachter liberaler Gernegroße.— Hamburger Bürgerschaft. In der Sitzung der Bürgerschaft des Hamburger Parlaments vom Mittwochabend wurde die Nenkonstituierung des Präsidiums vorgenommen. Der seitherige Präsident Engel, seines Zeichens Landgerichtspräsident, w>zrde wiedergewählt, dagegen ließ man den zur Fraktion der Vereinigten Liberalen über- getretenen seitherigen ersten Vizepräsidenten Dr. Wex durchfallen, an Hessen Stelle der eifrigste Befürworter des Wahlrechtsumsturzes, Herr Bliuckmann von der Linken.. gewählt wurde. In den Bürgerausschuß wurde außer einem Mitglied« der Vereinigten Liberalen auch unser Genosse Stalten delegiert. Der aus Parlamentsmitgliedern bestehende VürgerauSschuß ist die höchste Veschwerdeinstaiiz für Versassungsstreitfragen und Konflikte mit dem Senat. Er hat mithin recht wichtige Funktionen zu erfüllen.-» Naive Leute! Daß Kriegervereine auch noch nach den soeben beendeten Hottentottenwahlen an den.nichtpolitischen" Zweck ihres Daseins zu glauben vermögen, dieses Kunststück zeigen uns die braven Krieger im schwarzen Müiisterlande. In einer in Münster (Westfalen) abgehaltenen Versammlung der Kriegervereine des Stadt- und Landkreises Münster wurde nämlich folgende.Resolution" an» genommen: .Die in Münster versammelten Abgeordneten der Krieger- vereine des Stadt- und Landkreises Münster usw. haben nur ungern Kenntnis davon genommen, daß der Vorstand des deutschen Kriegerbundes bei Gelegenheit der Wahlen zum deiuschen Reichstag« durch Verbreitung von Flugblätter» in den Kriegervereinen, sowie durch Veröffentlichung von Wahl- aufrufen und Wahlartikeln in der.Parole' in die Wahlbewegung eingegriffen hat. In Erwägung, daß die Satzungen der Kriegervereine aus- drücklich das Betreiben jeglicher Politik innerhalb der Vereine verbieten, daß femer durch ein derartiges Vorgehen der Bundes- leitung der guten Sache in keiner Weise genutzt ivird, daß vielmehr d.urch solche Versuche, auf die Wahlen eiuzuwirlen, nur Unfrieden zwischen die Kameraden gesäet und der Parteizwist in die Kriegervereine hineingetragen wird, spricht die Kbgeordnetenversammlung dem Bundesvorstände über dieses Ver- fahren ihr lebhaftes Bedauern und zugleich die Erwartung aus, daß der Porstand in Zukunft sich einer derartigen Wahlagitation enthalten wird." Diese biederen Kriegervereine des Münsterlandes scheinen danach immer noch nicht zu wissen, wozu sie eigentlich da sind— trotz deS königlich preußischen Generalleutnants p. Liebert und des General- majors Keim._ Der Mißbrauch der Schule zu politischen Zwecke«. Dal hessische Ministerium, Abteilung für Schulangelegenheiten, er- teilte dem Klassenlehrer einer höheren Anstalt in Mainz einen Verweis, weil dieser kürzlich seinen Sckrnlern die Aufgabe gestellt hatte, ihre„Ansichten über den Ausgang der kürzlich stattgehabten Reichslagswahlen" in Aussatzform niederzulegen. In Preußen wäre das sicher dem Lehrer nicht passiert. Aber Hessen, wo ja bisweilen sogar sozialdemokratische Beigeordnete be- stättgt werden und der Großherzog sich schon eiiimal zu einem sozialdemokratischen Abgeordneten an den Tisch gesetzt hat, ist eben ein noch halbwildes Land, wo man natürlich von der richtigen Umsturzbekämpsung keine Ahnung hat.— Fahnenflucht. Vor dem Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt stand am Mittwoch der Musketier Karl S e i d l e r von der 5. Kompagnie des 04. Regiments in E i s e n a ch unter der Anklage der Fahnen- flucht im ersten Rückfalle. Der Angeklagte ist 18 6 5 in Weimar geboren, wurde 1885 zum ersten Male zum genannten Truppenteile eingezogen, desertierte aber schon 1886, wofür er ein- schließlich einiger Nebendeliktc vom Kriegsgericht der 22. Division in Kassel zu 8 Monaten 2 Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Im Juni 1887 war diese Strafe verbüßt, S. kam wieder zu seiner Kompagnie, aber zehn Tage später desertierte er abermals, wie er angibt, weil er mißhandelt, mit vollem Gepäck auf dem Kasernenhof umhergehetzt und vom Gefreiten ins Gesicht geschlagen worden sei. Auf eine Erörterung dieser Ursachen der zweiten Desertion ließ sich das Kriegsgericht natürlich nicht mehr ein; diese Ursachen der Desertion waren ja längst ver- jährt, die Desertion selbst aber nicht. Von 1887 bis zum Dezember vorigen Jahres befand sich der Angeklagte auf Wander- schaft im In- und Auslände, bis er endlich wieder einmal verhaftet wurde, wobei er seinen richtigen Namen angab und die Fahnenflucht freiwillig eingestand. Das Erfurter Kriegsgericht erkannte auf die Mindeststrafe von 1 Jahr Gefängnis und wegen zweier intellektueller Urkundenfälschungen(er hatte, bei zwei vorher erfolgten Verhaftungen wegen Betteln» einen falschen Namen angegeben) auf 1 Woche Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde. Nach Verbüßung seiner Strafe hat der dann 43 jährige Mann den Rest seiner Militärzeit abzudienen, HtasUmd. Frankreich. Proportionalwahl. Paris, 21. März.(B. H.) Der Verband für Einführung par- lamentarischer Reformen hielt gestern abend eine Versammlung ab, an der über 2999 Personen teilnahmen. Verschiedene Redner, darunter auch Jaurös, traten für Einführung der Listen» und Proportionalwahl ein, indem sie auf die Ungelcnkigkeit des jetzigen Wahlsystems hinwiesen. Eine diesbezügliche Resolution wurde schließlich angenommen.— Italien. Em Gesetzentwurf für die Stadt Rom. Rom, 16. März.(Eig. Ber.) Dieser Tage hat Giolitti der Kammer den seit langem er- warteten Gesetzentwurf zugunsten der Stadt Rom vorgelegt. Durch diesen Entwurf will die Regierung zum soundsovielten Male der temptstadt, die in chronischer Finanznot lebt, Beistand gewähren. s handelt sich dabei nicht um einen Akt der Großmut, die ja den finanziellen Maßregeln aller Regierungen fern zu liegen pflegt. sondern lediglich um einen pflichtschuldigen Beitrag zu den Kosten, die Rom aus seiner Stellung als Hauptstadt erwachsen und die billigerweise nicht den Konimunalfinanzen auferlegt werden können. Von den beiden Hauptproblemen, die Rom zu lösen hat, dem der Anbahnung seiner industriellen Produktion und der Wohnungsfrage, findet nur das zweitein dem RegierungS- cntwurf eine halbwegs zufriedenstellende Berücksichtigung. Rom ist wohl die einzige Stadt der Welt, in der Hunderte von Familien aller sozialen Klaffen(mit Ausnahme der kleinen Minderheit der Reichen) sich monatelang ohne Wohnung behelfen müssen, obwohl sie imstande und bereit sind, die ortsüblichen Mietspreise zu bezahlen. In den Hotels, als Aftermieter, in Lagerräumen, Kellern und in den Ruinen römischer Monumente und Aquädukte je nach Gesellschaftsklasse und Portemonnaie— warten viele, viele Hunderte aus das Freiwerden einer ihnen paffenden Wohnung. Die Ursachen dieses Zustandes, der in keiner anderen Stadt seinesgleichen hat, sind hauptsächlich zu suchen in der Kon- zentration der Häuser und Bauplätze in wenigen Händen und in der aus ästhetischen und hygienischen Gründen erfolgten Demolierung der alten Stadtteile, ohne entsprechende Neubauten. Die Baukrise der achtziger Jahre nöttgte einige große Banken, zahllose Miets- Häuser und Bauplätze zu übernehmen und schuf so ein Monopol für einige große Hausbesitzer, die sich sehr wohl hüteten, die Preise ihrer Monopolware durch reichliches Angebot zu drücken; gleichzeitig ent- mntigte die Krise das kleine Kapital, das sich ganz von den Bau- unteruehiuiiugeu zurückzog. Was die DemolierungSarbeiten betrifft, so genüge der Hinweis, daß von den im Jahre 1883 für die bauliche Eni- Wickelung Roms vom Staate ausgeworfenen 299 Millionen nicht weniger als 176 Millionen für Demolierungen verausgabt wurden. Wie immer riß man vor allem die Häusep der kleinen Leute nieder und baute elegante Mietswobnungen, Villen und Paläste. Mit dieser Wirtschaft ist man so weit gekommen, daß der ärmste Arbeiter 15 bis 25 Lire im Monat für ein elendes Gelaß zahlen muß, in einer Wohnung zusammengepfercht mit drei, vier Familien, deren jede eine Kammer bewohnt und die alle gemeinsam m einer, gleichfalls als Wohnraum vermieteten Küche kochen! Die Beamten mit 299 oder 399 Lire Monatsgehalt geben die Hälfte ihres Einkommens für Miete aus. vermieten iuöblierte Zimmer, wobei sie selbst fast ebenso elend und ungesund wohnen wie di« Arbeiter. Die Hausbesitzer sehen zu, steigern bei jeder Konirakterneuerung und bauen nicht. Die Situation ist nachgerade unerträglich geworden, und die Regierung macht mit deni Gesetzentwurf, der sich ergänzend an frühere Gesetzesinaßiiahmen für Rom anreiht, den Versuch, Wandel zu schaffen. Dazu ist zunächst Geld nötig mid das wird beschafft, indem die Regierung die nach dem Gesetz von 1899 in dem Jahrzehnt von 1049—1069 fälligen Zahlungen von insgesamt 25 Millionen schon in dem Jahrzehnt von 1090 bis 1019 in zehn Raten zur Auszahlung bringt. Außerdem wird die Reichsdepositenkasse ermächtigt, 89 Millionen Darlchn an die Stadt zu überweisen, hon denen die Hälfte für den Bau von Schulgebäuden und Stratzenbauten bestimmt»st, während die andere Hälfte Zlnn Ankauf von Bauplätzen dienen soll. Um diesen Ankauf zu er- leichtern, bestimmt da? Gesetz, daß alle Banptätze nach ihrem K a n f w e r t besteuert werden bis zu 3 Prozent dieses Wertes(bisher 1 Proz.); den Wert hat der Besitzer zu deklarieren, er muß aber für den deklarierten Wert daS Grundstück der Stadtverwaltung verlaufen, wem» dieie«s verwenden. bverlangt! Es ist dies jedenfalls einer der besten Zeile des Gefezes. I fann wiffen, ob's jetzt für die rumänische Regierung nicht Stadtv. Haberland( A. 2.): Nach den lichtvollen Ausführungent Die Stabt gibt die erworbenen Baupläge zum Selbst! osten schon zu spät ist? des Stadtverordneten Dr. Levy( Seiterkeit) hätte ich verzichten preise oder mit geringem Profit an Privatleute ab, unter der Bedingung, daß fie in furzer Zeit Häuser errichten. Das Gefeß für seine Verwaltungspraxis, feine Gesetzgebung. Agrarisch ist Trumpf!" das gilt auch für Stumänien, fönnen, wenn mich nicht die Liebenswürdigkeit des Kollegen Preuß Von dem Inhalt meiner Schrift zu einer Erwiderung nötigte. Ueber bereichert auch die Stadt um einen gewaltigen, im Nordwesten zum preußischen Wohnungsgesehentwurf habe ich kein Wort zurüd awischen Liber und Monte Mario gelegenen Bauplatz, den heutigen kurz oder lang mußten die Frevel seines agrarischen zunehmen. Die vorgeschlagene neue Steuer trifft gar nicht den Baradeplay, der nicht weniger als 800 000 Quadratmeter umfaßt. Regimes die Bauern zur Verzweiflung treiben. Was aber unverdienten Wertzuwachs. In England existiert eine besondere Diesen tritt die Regierung der Stadt ab gegen lleberlaffung eines wird jetzt geschehen? Wir enthalten uns des Urteils über die Steuer auf das uncarned increment" gar nicht. Auch ist es nichts weiter außerhalb gelegenen nur 500 000 Quadratmeter großen Wahrscheinlichkeiten oder Unwahrscheinlichkeiten einer für die mit der Unabwälzbarkeit der Steuer; mir selbst sind Verträge be Blazes. Den heutigen Baradeplatz bergibt dann die Stadt in Bauern siegreichen Beendigung des Aufstandes oder einer tannt, in denen der Verkäufer die Wertzuwachssteuer übernommen fleinen Bauplätzen für 10 bis 15 Lire pro Quadratmeter an solche, brutalen Niederknüppelung der Revolution durch die Re- hat.( Sört! hört!) In Frankfurt a. M. sind die Grundwerte bieten, daß sie die Häuser nicht zu Spekulationsaweden die gestern( Donnerstag) abend einen Artikel über„ Die gegen mich war nichts als ein Theatercoup des Dr. Preuß( Leb die sofort bauen und gewisse noch festzusetzende Garantien dafür gierung. Wir erteilen der„ Vossischen Zeitung" das Wort, trok dieser Steuer dauernd gestiegen: das ist die gerühmte soziale Wirkung der Wertzuwachssteuer. Das Zitat aus meiner Schrift Dem Institut für Arbeiterhäuser werden 300 000 Lire jährlich Bauernunruhen in Rumänien" mit folgenden Worten schloß: haftes Oho!), ein durchaus tendenziöses Berfahren, welches er sich Man wird vermutlich eine Anzahl Bauern niedermachen extra für das Plenum vorbehalten hatte. von der Stadt zur Verfügung gestellt, ferner fällt ihm die Hälfte und dann wird Ruhe sein bis zum nächsten Male. Die Zuder Bauplatzsteuer zu. Auch werden ihm weitere Baupläge angewiesen Stadtb. Sonnenfeld( A. L.): Mit einer Minderheit meiner stände selbst aber werden sich nicht ändern. werden.( Das Institut baut Wohnungen für Familien, die ein EinDie herrschende Fraktion bin ich für die Wertzuwachssteuer, wenn ich auch nicht tommen von nicht mehr als 3000 Lire jährlich haben und es ber= Klaffe, die für die bestehende Judengesetzgebung und für die elende die Ansicht des Oberbürgermeisters teile, daß man mit redlicher mietet sie zu etwa 9 Lire pro Raum und Monat.) Lage der Bauern verantwortlich ist, hat das größte Interesse daran, Arbeit nicht mehr als 10 Broz. Berzinsung des Grundbesizes her daß alles beim alten bleibe. Man wird bloß einige Hochtönende beiführen könne. Wesentlich unzulänglicher sind die Maßnahmen für die In dieser irrigen Meinung liegt eine Unterindustrielle Entwickelung der Hauptstadt. Diese beschränken sich auf Phrasen von Vaterlandsliebe, fozialen Pflichten, rumänischer schäßung des produktiven Wertes der geistigen und organisatorischen Kulturhöhe und dergleichen im Parlament vernehmen." die kostenfreie Gewährung von Wasserkräften( die Wasserkräfte geArbeit. Wir sind für die Steuer, weil sie den Großgrundbesitz hören dem Staat), aus denen sich 25 000 Dynamo- Pferdekräfte Ob die freisinnige Vossische Zeitung" ebenso spräche, feineswegs besonders hart trifft dies könnte viel eher bei den industriellen und Beleuchtungszwecken gewinnen lassen, auf die wenn deutsche Bauern so energisch, wie jetzt die rumänischen, leineren Kapitalisten in Frage kommen weil sie weder auf die Gründung einer kunstgewerblichen Schule und den Bau eines nach Land schrieen?! Spekulation erschwerend einwirken, noch auf die Grundstückspreise drücken wird, weil sie, wie die Einkommensteuer, taum abwälzbar Hafens am Liber. Ferner sieht das Gesez Regierungsneubauten bor, für deren Beginn oder Fortführung im laufenden Jahre gegen Wir lassen die bis Redaktionsschluß eingelaufenen trifft. Es handelt sich in Wirklichkeit bei dieser neuen Steuer um ist und weil sie die Leistung auf dem Gipfel der Leistungsfähigkeit fünf Millionen ausgeworfen werden. Diese Arbeiten betreffen bie Depeschen folgen: Universitätsgebäude, das Blindeninstitut. die Freilegung der Dios eine endliche Ausgleichung eines bisherigen Steuerprivilegs.( Bus Bukarest, 21. März.( W. T. V.) Der" Agence Roumaine" zustimmung und Widerspruch.) Der wichtigste Einwand, meine tletiansthermen, das Hauptpostgebäude und das Arbeitsministerium. folge sind die Meldungen der Blätter über eine rumänische Bauern Damen und Herren( Stürmische, nicht endenwollende Heiterkeit) Schließlich trifft das Gesez Bestimmungen über die Freilegung bewegung durchaus übertrieben. Nur in den Bezirken der Ober- ja, es herrschte im Saale solche Unruhe, daß ich wirklich glaubte, der sogenannten„ monumentalen Zone", die im Südosten der Stadt Moldau tam es zu einigen Unruhen der Bauern gegen den Trust der in einer Volksversammlung zu sein( Oho! und erneute Heiterliegenden Reste der Thermen, das Kolosseum usw. Es werden für ausländischen Bächter. Der Kriegsminister hat nun aus Vorsicht teit), ist der, daß wir hier Steuern auf Vorrat bewilligen follen. die nötigen Expropriierungen und den Bau von zwei großen Alleen Reserven einberufen, um die Truppen zu verstärken und die Ordnung Aber das Zukunftsbild der kommunalen Entwickelung Berlins läßt 6 Millionen ausgeworfen, die in 35 Jahresraten zu einem Drittel aufrecht zu halten. auch diesen Einwand in einem anderen Lichte erscheinen. Und bon der Stadt und zu zwei Dritteln von der Regierung Wien, 21. März.( W. T. B.) Der„ Neuen Freien Preffe" wird schließlich ist der Steuerertrag auf fünfviertel Millionen geschäßt, zurückgezahlt werden müssen. Eine dieser Alleen soll vom Kolosseum aus Ezernowig gemeldet: Nach einem Telegramm aus Sereth womit die Braumalzsteuer und besonders die lästige Betriebssteuer nach San Paulo führen, die andere vom Tiber am Circo Massimo wurde die Grenzstadt Michaileni nachts von Bauern gestürmt. Die leicht abgelöst werden könnten. Wenig genehm ist auch uns die und den Therman des Caracalla vorbei bis zur Via Appia. ganze jüdische Bevölkerung ist dorthin oder nach Synous geflüchtet. rückwirkende Kraft, und zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung Den Grenzorten droht große Gefahr. Heute früh sind Flüchtlinge muß eben die Umsatzsteuer auf die Wertzuwachssteuer wenigstens aus Roman eingetroffen. Dörfer und Gutshöfe in diesen Bezirken für eine Uebergangszeit angerechnet werden. Fallen die betreffenfind bereits geplündert. Die Stadt ist in Gefahr. den Wallachschen Anträge, so werden zahlreiche Freunde der neuen Steuer dagegen stimmen müssen.( hört! hört!) zu * " Unverkennbar besteht also auf Seiten der Zentralregierung das Bewußtsein ihrer Verpflichtungen gegen die Hauptstadt. Troßdem bleiben die in Aussicht gestellten Leistungen hinter dem zurüd, was man zu erivarten berechtigt war. Alles was z. B. für die antifen Bukarest.( B. H.) Hier fanden große Studentendemonstrationen zu Monumente zu geschehen hat, sollte ganz, nicht bloß zu zwei gunsten der Bauern statt. Da ein Bogrom befürchtet wurde, Dritteln dem Staate zur Last liegen. Die Distuifion des Gesetzes wird nach den Osterferien beginnen. Schloffen die Juden ihre Geschäfte. In verschiedenen Stadtteilen fanden Exzesse statt, die aber vom Militär unterdrückt wurden. Der Ausschuß der Arbeitskammer hat bereits eine Reihe von Czernowik, 21. März.( B. H.) Hier hat sich ein Hülfskomitee gebildet, Amendementsvorschlägen ausgearbeitet, die möglicherweise die um den aus Stumänien flüchtenden Juden erste Hilfe angedeihen zu Platform der Volksparteien bei den nächsten städtischen Wahlen sein laffen. Nach oberflächlicher Schätzung hat die Bevölkerung in der werden. Ihre Hauptpunkte bestehen in der Forderung von 5 Millionen Moldauproving bisher einen Schaden von über 1 Millionen Kronen statt 3 Millionen für die Arbeiterhäuser, Ueberweisung der ganzen erlitten. Bauplatzsteuer sowie der durch Erhöhung der Steuer zu erzielenden Wien, 21. März.( W. T. B.) Das Neue Wiener Abendblatt" Mehrerträge aus den Abgaben auf Pferde, Hunde, Wagen und meldet aus Bukarest: Dienstboten an das Institut für Arbeiterhäuser, Gründung einer Freihafenzone und Festsetzung von Steuererlassungen für neue Industrien. Leider fehlen in der römischen Wählerschaft die Mittel, ein demokratisches Programm durchzuführen und eine bemokratische Verwaltung auf den Schild zu heben. Finnland. Die ersten Wahlresultate, von der Petersburger TelegraphenAgentur übermittelt, sind eingelaufen. Das Telegramm besagt: Bis jetzt find aus 45 der insgesamt 226 Wahlkreise die Wahl ergebnisse bekannt. Die Kandidaten der Sozialdemokraten vereinigten auf sich 64 177 Stimmen, die der altfinnischen Partei 87 678, die der neufinnischen Partei 22 343, die der Schwedenpartei 20 455. Die Schwedische Partei erhielt nur in den Provinzen Nyland, Wasa, Abo und Wiborg Stimmen. Rumänien. Die Bauern. SPPOPIS Stadtv. Caffel( A. L.): Ich meinerseits fann die neue Steuer nicht billigen. Es ist ungerecht, ein an sich gerechtes Prinzip einseitig in die Pragis überzuführen, einen unverdienten Gewinn an Grundbesitz zu besteuern, den Gewinn an mobilen Werten aber nicht.( Sehr richtig!) Die Steuerbefugnis haben wir nicht auszuführen nach den Möglichkeiten, die das Kommunalabgabegeſetz gibt, sondern nach den Bedürfnissen der Kommune Berlin. Der Wert des Grundbesizes steigt nicht lediglich durch städtische Leistungen, sondern auch durch den Bevölkerungszuwachs, ohne daß städtische Leistungen in Betracht kommen. Für Vorteile, welche In Botoschani haben die Bauern dem Militär ein regelrechtes den Grundbesizern durch städtische Anlagen erwachsen, soll ja ohneGefecht geliefert, bei dem 12 Bauern erschossen und 19 verwundet hin nach der lex Sachs von 1902 eine Gegenleistung erzielt werden. wurden. Oberstleutnant Burdeano wurde durch Steinwürfe im Die neue Steuer ist schematisch und schablonenhaft. Ste will nur Gesicht schwer verwundet. Ebenso wurde der Major Heresco leicht den unverdienten Wertzuwachs treffen; das ist aber nicht möglich, verlegt. Viele Soldaten sind verwundet. Heute traf das 15. Re- und so wird sie gleichzeitig eine hohe Besteuerung desjenigen Baugiment aus Piétra Neamt in Botoschani ein. 106 Verhaftungen gewerbes, welches in seiner Existenz auf den Umfaß in Grundwurden vorgenommen. In Bucapeacen wurde gleichfalls die Nube stüden angewiesen ist. In diesen Kreisen wird die neue Steuer durch drei Kompagnien des Regiments Resboeni hergestellt. Nach lediglich Mißmut und Erbitterung erzeugen. Die vorige Debatte Jassy ist das 10. Infanterieregiment von Putna und das 6. Husaren hat Gründe für eine veränderte Beurteilung der Frage nicht beiregiment von Tecuce zur Verstärkung abgegangen. In Bivolari gebracht, weder die Darlegungen des Kollegen Heimann, noch die brachen neue Unruhen aus. Der Prokuror Chessem wurde von des Dr. Preuß. Den Kollegen Haberland hat Dr. Preuß recht den Bauern als Geisel fortgeschleppt. Der Untersuchungsrichter schlecht behandelt und ganz unverdient lächerlich zu machen gesucht, Erbiceano ist mit zwei Rompaguien Infanterie nach Bivolari denn Haberland hat sich in jener Broschüre durchaus nicht für eine abgegangen. Aus Jassy wird hierher telegraphiert: Aus Jassy wird hierher telegraphiert: Die ein Wertzuwachssteuer erklärt. Der Oberbürgermeister hat seine Ausberufenen Refervisten, selbst aus meuternden Dörfern, find pünktlich führungen in ruhiger, sehr würdiger Weise gemacht( Heiterkeit) in den Kafernen eingetroffen. Im Distrift Piétra- Neamt wurden ich wiederhole diefe Anerkennung troß dieses unmotivierten Lachens die Gutshöfe in Habaseschti( Gut des Bojaren Schendrea), in aber wenn er auf die bevorstehenden großen kosta Strunza( Gut des Dr. Manulesco), Crineschti und Bratuleschti spieligen kommunalen Aufgaben hingewiesen hat, so ist demgegengeplündert, Der Gutsbesitzer von Bratuleschti, Herr Lupaschko, über auch zu beachten, daß in den nächsten Jahren eine Reihe von fonnte nur durch die Flucht sein Leben retten. Der Kauf Leistungen an die Stadt nicht mehr so große finanzielle Anforde mann Karl Jakobsohn in Strunga wurde drei Stunden rungen stellen werden, so beim Brückenbau und in anderen VerWas aus den ersten Mitteilungen über die„ Unruhen" in feinem berbarrifabierten Hause in Trumos belagert, bis waltungen. Bei der gesunden Finanzlage Berlins werden sich Neue Unruhen werden andererseits auch die Einnahmen fortdauernd, wenn auch in ihn eine Schwadron Husaren befreite. in Rumänien nicht zu erkennen war, schält sich allmählich mit aus Baneshti, Bodoleni, Costica und Buhusini gemeldet, wo Wellenlinien, steigern. Das Interesse der Kommune erfordert furchtbarer Deutilchkeit aus den neueren Mitteilungen heraus: überall zahlreiche jüdische Familien wohnen. In Roman wurde der nachgerade auch, daß diejenigen für den Berliner Stadtsäckel heranEin regulärer Bauerntrieg ist über Rumänien herein- ruffifche Emisfär Viktor Dogario als Agitator berhaftet und der gezogen werden, die in Berlin ihr Einkommen erwerben, aber ausgebrochen! Ein Bauernkrieg mit den Begleiterscheinungen Präfettur eingeliefert. Auch das 7. Infanterie- Regiment in Prahove fürchte mich vor dem Vorwurf, daß sei ein philiftröser und rückwärts wohnen( Zustimmung und lärmender Widerspruch)- ich aller Bauernkriege der Vergangenheit: Plünderung, Ber- hat Befehl erhalten, sofort nach Jaffy abzugehen, desgleichen das störung, Totschlag. Wie der Bundschuh im deutschen Bauern- 21. Jujanterie- Regiment 3lfow und das 6. Infanterie- Regiment ständiger Standpunkt, gar nicht; wir würden damit nur nachholen, was alle anderen Kommunen mit sehr wenigen Ausnahmen längst friege, wie der Wuschik in der russischen Revolution, so setzt Michael der Tapfere sowie das 2. und 6. Jäger- Bataillon in Bufarest. getan haben. Daß es mit der Unabwälzbarkeit nichts ist, dafür ist. jezt die rumänische Bauernschaft dem verhaßten Ausbeuter Durch diese großen Truppenaufgebote hofft die Regierung die ge- Material bereits angeführt worden; ebenso steht es mit der angeb Den roten Hahn aufs Dach, und weithin durchs Land leuchtet fährdete Bevölkerung der Moldau genügend ſchützen und die Unruhen lichen sozialen Wirkung, die gerade ein sozialdemokratischer Schriftrasch unterdrücken zu fönnen. Das Cut Darabanhi, welches der steller, Dr. Hugo Lindemann, äußerst gering anschlägt, ba bei dem die Lohe niedergebrannter Befizungen. Und wie der russische Schwiegerfohn des früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Straucher, heutigen privaten Eigentum an Grund und Boden schließlich jede Bauer bei den letzten Erhebungen im Barenreiche den gefähr Fischer, gepachtet hat, ist, um Plünderungen zu verhüten, militärisch Last des Grundbesizes auf die Mieter abgewälzt wird. Der Hinlichen Regierungsfufel in die Goffe rinnen ließ, so hören wir, besetzt worden. Fischer weilt mit seinen Angehörigen gegenwärtig weis auf die stärkere Heranziehung der Einkommen unter 8000 M. daß auch sein rumänischer Leidensgefährte in diesen Tagen in Wien. Aus Jassy wird gemeldet: An der Barrière Baourari er- Novelle zum Einkommensteuergesetz tann eine so einseitige Maßdurch die veratorischen und denunziatorischen Bestimmungen der allenthalben Wein und Schnaps zum Auslaufen gebracht hat. Dem rumänischen Bauern fehlt, was allen notleidenden schienen am 19. dieses Monats 300 Bauern aus Miroslava, bie nahme wie die der Besteuerung einiger willkürlich herausin der Stadt einbringen wollten. An der Barrière befand sich gegriffener reicher Leute nicht rechtfertigen. Ich halte schon die, Bauern von je gefehlt hat: Aderboden! Der wohlhabende, der reiche, der steinreiche Großgrund- nur eine aus 10 Mann bestehende Kavallerieabteilung, der jedoch umsatzsteuer für ungerecht und für eine schwere Laft der Hausbefizer Rumäniens vergehrt in irgend einer europäischen fich gelang es jedoch, die Bauern nach erbittertem Widerstande aus- noffen sie, leider vergeblich, bekämpft. Die Aussicht auf eine der Hülfe gesandt wurde. Es kam zu einem Handgemenge. Schließ befizer und ich habe seinerzeit mit den Herren Singer und GeVergnügungsmetropole die Renten seiner ungeheuren Ein- einander zu treiben und die Führer zu berhaften. Unter den noffen sie, leider vergeblich, bekämpft. Die Aussicht auf eine der= au einstige Ermäßigung der Grundsteuer mit dieser Steuereinnahme fünfte, und daheim leidet der Bauer Hunger und Not. In Bauern, die in besonderer Wut mit ihren Senüppeln gegen die scheint mir gleich Null; es bliebe ja dann auch im Stadtfädel bon Rumänien hat sich das System des Zwischenpächtertums aus Offiziere losgingen, befanden sich auch viele Reservisten. Es ihr nichts übrig. Man denkt denn offenbar auch schon an eine gebildet, und zwar sind die Zwischenpächter zum großen Teil wurden Patrouillen ausgesandt, welche nach den herannahenden Erhöhung der so„ unmäßig mäßigen" Säße; Herr Heimann hat rumänische Juden. Entlädt sich der Zorn des Bayern nach Bauernmassen rekognoszieren sollten; sie konstatierten, daß etwa das auch offen ausgesprochen, der Oberbürgermeister hat es nur langer Zeit geduldigen Ertragens, so muß er mit seinen 40 000 Bauern im Anmarsch auf Jaſſy begriffen feien. Sofort angebeutet. Auf diese Tragweite der Vorlage möchte ich hinweisen; furchtbaren Folgen naturgemäß zuerst auf den Zwischenpächter wurden die Militärpatrouillen verstärkt und gleich nach Bukarest haben wir erst die Steuer, dann wird sie ebenso sicher erhöht wie um Entsendung weiterer Truppen telegraphiert. Aus Bukarest die Umsatzsteuer.( Zustimmung.) Vor der Uebernahme der Steuer den Judenherniederfausen. Sigt doch der eigentlich und Bolichani find bereits starte Truppenabteilungen nach Jassy burch den Staat fürchte ich mich nicht; eine solche Maßnahme wäre Schuldige, dem Bauern unerreichbar, in Paris, London, Wien, auf dem Weg. auch kaum durchführbar. Möge man doch eine reformierte Bau=" an der Riviera, am Genfer See oder sonst wo auf einem herrplatzsteuer und eventuell eine reformierte Ergänzungssteuer zu lichen Fledchen Erde. realisieren versuchen, um auf diesem Wege, someit die Biele disa Schon häufig haben rumänische Bauern die jüdischen futierbar find, vorwärts zu kommen. Auch Kollege Sonnenfeld Zwischenpächter für deren eigene und für die Sünden der San Francisco, 21. März.( Meldung der Associated Preß".) will die Wertzuwachssteuer, nur mit den Wallachschen Anträgen; Großgrundbesitzer büßen laffen. Solange es dabei blieb, Die Großjurh erhob Auflage wegen Bestechung gegen eine Anzahl er hat die Magistratsvorlage geradezu gegeißelt. Um praktisch zu hat sich die rumänische Regierung um jene Erscheinung herz- städtischer Beamten, die im Zusammenhang mit Meldungen von nüßen, muß man doch zu der Vorlage wie sie liegt Stellung lich wenig gefümmert. Sigt doch auf Rumäniens Thron Ruef, einen führenden Politiker, der beschuldigt wird, die Vorsteher- Um die Steuer zu verhindern!)- Sehr richtig. Kollege Heimann ftädtischen Standalen genannt wurden, darunter auch gegen Abraham nehmen. Wir stimmen alle für diese Anträge, aber nur( Buruf: neben dem Könige Karol seit mehr als 20 Jahren dessen Ge- schaft durch Bestechung dazu veranlaßt zu haben, an Pferdebahn-, sprach von dem Mäntelchen", welches wir umnehmen, um einmahlin Carmen Sylva", der man nachsagt, daß fie eine Telephon- und Gasgesellschaften Konzeffionen zu vergeben. Der feitige Grundbesißerinterffen zu faschieren.( Stadtverordneter Dichterin und eine Antisemitin zugleich sei! Vielleicht hat Diftrittsstaatsanwalt fagt, die gegenwärtigen Anklagen wären nur Singer: Das war doch sehr höflich! Heiterfeit.) Wir haben man„ oben" gar des öfteren seine stille Freude daran gehabt, der Beginn in der Aufdeckung der städtischen Korruption in San von solchen die Ehre angreifenden Aeußerungen eine andere Ansicht daß" der dumme Bauer" sich immer wieder beschwichtigen Francisco, an der Millionäre und andere Bürger beteiligt wären!- und finden es empörend, daß man die sachlichen Anführungen Wallachs neulich einfach ausgelacht hat. Es ist nicht wohlgetan, ließ und daß man nach bekanntem Rezept seinen blinden Groll so schön auf den Juden ablenken fonnte. Die durch eine solche Maßnahme den grundbesitzenden Teil der Bürgerschaft zu erbittern und einen so folgenschweren Schritt durch eine nationalistische akademische Jugend Rumäniens tat im übrigen stets das ihre, um den Antisemitismus unter den Bufallsmehrheit tun zu lassen!( Beifall und Händellatschen, auch auf den Tribünen.) Bauern und sonst im Lande nach Kräften zu schüren. " Amerika. Die Korruption. " Kommunales. Stadtverordncten- Versammlung. 11. Sigung vom Donnerstag, den 21. März, nachmittags 5 Uhr. Jetzt respektieren die Bauern die Grenzen des religiösen Bekenntnisses nicht mehr: fie zerstören das Eigentum des christlichen Blutsaugers genau so wie das des jüdischen. Und nunmehr hält die Regierung den Zeitpunkt für gekommen, um mit fester Faust zuzupacken und dem Tun der Bauern 5% Uhr eröffnet. energisch entgegenzutreten. " " Oberbürgermeister Kirschner: Auch diejenigen, die für die Vorlage stimmen, werden, wie ich meine, nur aus fachlichen Gründen und aus Rücksicht auf das Wohl der Stadt fich für sie enta scheiden.( Bustimmung.) Ich habe bisher kein Wort gehört, woraus Die Situng wird vom Vorsteher Dr. Langerhans nach sich ergäbe, daß den Gegnern irgend ein unsachliches Motiv untergelegt ward.( Buruf des Stadtv. Cassel: Heimann!) Den An Stelle des Stadtverordneten Gründel( Soz.) werden durch Grundgedanken, jemand, der einen erheblichen Gewinn macht, Buruf gewählt: in den Rechnungsausschuß Stadtverordneter heranzuziehen, hat Herr Cassel nicht verworfen; ich akzeptiere das Aber auch gegen die kapitalistische Ausbeutungs- Praxiseib, in den Wahlprüfungsausschus Stadtverordneter Dupont, bejtens. Wir sind nicht in der Lage oder nicht berechtigt, die Geder Großpächter scheint Rumäniens Regierung endlich in die Tiefbaudeputation Stadtverordneter Wengels und in winne an einem mobilen Befik heranzuziehen. So innig wie der vorgehen, zu wollen. Wenigstens wird gemeldet, daß der die Deputation für die Feuersozietät Stadtverordneter inte. Grundbesitz ist kein anderes Glement mit der Stadt verbunden. Ift Kammer schleunigst ein Gesetz gegen die Pächtertrufts vor- Die Versammlung feht die Generaldiskussion über die Wert etwa das Aufblühen der Stadt, die Bevölkerungszunahme, auf die gelegt werden jolle. Hätte man das mur früher getan! Wer zuwachs steuer fort man hingewiesen hat, nicht gewertet worden in den Mietspreisen, T Soweit das Drgan des Fürsten Bülow, welcher doch jetzt eingesehen haben mußte, daß man von unserem Boltsschulwesen diese Forderung noch lange nicht erwarten fann. elche z. B. für die Läden in der Leipzigerstraße gezahlt werden? Der Frankf. Zeitung" wird aus Met berichtet: Mek. Vor daher aller Rechte auf die Kasse berlustig gegangen sei. Freilich ( Sehr gut!) Ich habe bei meiner Betrachtung der zukünftigen Auf- der Straffammer stand heute ein Bauernmädchen aus Keschingen bei die 50 M. sollten ein Anfporn zur Betätigung eines Verhaltens sein, gaben der Stadt im wesentlichen nur von laufenden Ausgaben ge- Garsch unter der schweren Anklage der Fälschung einer Privaturkunde das dem Zweck des Unternehmens dienlich war. Was kann aber sprochen. Für laufende Ausgaben kann ich nur durch neue Ein- zum Zwecke der Täuschung und der Benuzung einer Quittungskarte die Witwe dem Unternehmen nützen? nahmen, eventuell also durch neue Steuern sorgen. Gerade die ihrer Schwester. Die Angeklagte, Elisabeth Kuhl, 19 Jahre Selbst wenn die Angabe der Verwaltung über das Ausscheiden Ausgaben, welche fünftig wegfallen werden, aus Brückenbau usw., alt, Dienstmädchen, hatte ihre fast vollgeklebte Quittungskarte für des Mannes aus dem Arbeitsverhältnis stimmte, wäre es etwas find aus Anleihen gedeckt worden! Wir müssen auch damit Arbeiterversicherung verloren. In ihrem nächsten Dienste( 4 Monate) Unerhörtes, daß der Mann, der seit 1879 auf dem Werte arbeitete. rechnen, höhere Zinsen zu bezahlen, unsere Anleihen teurer zu be- hatte sie teine Quittungskarte. Als sie damn nach längerer Aus also auch die Beiträge zur Kasse zahlte, wegen Betriebseinschränkung tommen, und damit wächst unser Interesse, möglichst segung des Dienstes nach ledingen zu einer neuen Dienstherrschaft entlassen und damit aller Ansprüche an die Kasse verlustig gehen biel aus laufenden Einnahmen zu decken. Wie weit wollte, fab sie so viele Quittungskarten bei den Eltern herumliegen sollte.„ Soziale Fürsorge" nennt das das nationalliberale UnterBerliner Beamte und Lehrer auswärts wohnen sollen, und sagte zu ihrem zwölfjährigen Bruder, er solle den Namen der nehmertum und spreizt sich dann noch mit der Wohlfahrtsplage, die darüber wird ja noch zu reden sein; aber was foll Schwester herausradieren, und ihren Namen dafür aufschreiben, die nur zugunsten des Arbeiters eingeführt sei. damit für die städtischen Finanzen gewonnen werden? Die 5000 Starten hätten sonst doch keinen Wert. Der Junge tat es, aber die Die Witwe des Verstorbenen bestreitet, daß Lehrer sind kommunalsteuerfrei.( zurufe: Aber Privatvermögen! Polizei in Uedingen entdeckte das plumpe Manöver. Der Staatsanwalt ihr Mann jemals entlassen worden sei, erhabenut Und die anderen Beamten?) Von den 3000 Beamten wohnt doch ftüßte seine Anklage darauf, das Mädchen kenne die foziale Gesetzgebung eine Beitlang trant gefeiert. Nun werde es hingestellt, nur ein Prozentsaz außerhalb. Und das Privatvermögen? Ich und wisse, daß man mit zwei vollgeflebten Karten den Anspruch auf als sei er während dieser Zeit entlassen worden. glaube, es gibt manchen unter Ihnen, der hat mehr Privat- Invalidenrente erwerbe. Das Mädchen fagt: Davon weiß ich nichts. Mit Recht kann sich die Frau auf das erste bermögen, als diese 5000 und 3000 Mann zusammen!( Große Als der Staatsanwalt zwei Wochen Gefängnis beantragt, wird das Dokument berufen; würde die Verwaltung dies Heiterkeit; Rufe: Haberland!) Zur Deckung der neuen Aus- Mädchen freideweiß und ein verhaltenes Schluchzen erschüttert den ausgestellt, würde sie die fünfzig Mart gezahlt gaben, die uns obliegen, werden die Steuerfräfte nicht ausreichen. ganzen Körper. Ungläubig starrt es seine Richter an, die aber ent- haben, wenn der Mann inzwischen wirklich ab. Das wäre schon früher nicht möglich gewesen, wenn Sie den Spuren gegen dem Antrag des Staatsanwaltes auf Freisprechung erkennen. gefehrt gewesen wäre? des Herrn Cassel gefolgt wären, wenn Sie vor vier Jahren die Der Fall lehrt aufs neue, wie notwendig cs ist, die Arbeiter- Der Witwe bleibt nun nichts anderes übrig, als flagbar gegen Verdoppelung der Umsatzsteuer abgelehnt hätten.( Sehr richtig!) Unfall- und Invalidenversicherungsgeseze schon in der Schule zum die Union zu werden; ein Prozeß, auf den das Werk stolz Ueber den Ertrag der Steuer tappen wir noch völlig im dunklen; Gegenstande eingehender Belehrung zu machen." sein kann. eine ganz schöne Beisteuer zu unseren finanziellen Verhältnissen wird sie jedenfalls liefern. Eine so große materielle Einwirkung Von der Schadenersahpflicht des Untervermieters. in sozialer Richtung verspreche ich mir auch nicht davon, dazu sind Nach der zurzeit in unserer Judikatur herrschenden Ansicht die Säße viel zu gering; aber der Gedanke, daß es zurück- Unfundig treten deshalb Millionen Kinder; wieder zu Ostern in hat der Vermieter dem Mieter Schadenersatz zu leisten, wenn der gewiesen wird, einen erheblichen Gewinn zur Abgabe heranzuziehen das Leben ein und laufen Gefahr, durch ihre Untenntnis zum Ver- vertragsmäßige Gebrauch der gemieteten Sache dem Mieter während in dem Augenblick, wo der Gewinn gemacht wird, der hat eine brecher zu werden. Nicht immer finden sich Richter, die zu einem der Dauer der Mietszeit infolge einer 3wangsversteigerung des große soziale Kraft, der wird fortwirken, bis die Sache sich durch Freispruch in solchen Fällen kommen. vermieteten Grundstücks gemäß den Vorschriften des§ 57 des Gegefeht hat. Die Grundbesitzer, die ihren Grundbesitz festhalten, Bezeichnend ist es aber auch, daß der Berichterstatter der seges über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung vom trifft ja die Steuer überhaupt nicht. Wenn jemand aber von einem Franff. Beitung" auch nicht ganz beschlagen" in der Gesetzgebung 24. März 1897 entzogen wird. Für den Untervermieter besteht diese Gewinn 95 Proz. für sich behalten darf, fann er nicht flagen. fein muß. Sonst könnte er unmöglich berichten, daß es sich Verpflichtung dem Untermieter gegenüber jedoch nicht, wie fürzlich Herrn Cassel würde es doch sehr angenehm, sein wenn heute die um eine Quittungstarte für Arbeiterbersicherung" gehandelt das Reichsgericht durch Bestätigung eines Urteils des OberlandesSozialdemokraten mit ihm stimmten( Heiterkeit), es hat ihm ja habe. Es war doch eine Invalidenkarte. Vekanntlich existieren gerichts Frankfurt a. M. festgestellt hat. auch keine Schmerzen gemacht, bei der Umsatzsteuer in ihrer Ge- noch die drei Geseze: Kranken-, Unfall- und Invalidengejek. Die Brauerei Binding, Aktiengesellschaft in Frankfurt a. M., sellschaft gewesen zu sein. Die Leg Sachs ist nicht praktisch ge- Das Krankenversicherungsgesetz, als wichtigstes Gesetz für die hatte dem Gastwirt T. dortselbst am 10. März 1904 in einem Erdworden.( Zwischenrufe der Stadtvv. Haberland und Gaffel.) Arbeiter, hat der Berichterstatter in seiner Schlußbelehrung ganz geschoffe der Großen Gallusgasse belegene Wirtschaftsräume und Ich bin noch nie sobiel unterbrochen worden durch Zwischenrufe vergessen! Er muß aber auch den Staatsanwalt von Mez falsch eine im vierten Stockwerk desselben Hauses belegene Wohnung wie heute, ich kann verlangen, daß, wenn ich hier meiner Pflicht verstanden haben! Denn Staatsanwälte als Aufläger gegen uns zum jährlichen Mietspreise von 5500 M. auf 10 Jahre vermietet, gemäß mich äußere, ich mit Ruhe angehört werde.( Lebhafter wissende Menschen müssen doch wissen, daß man mit zwei welche Räume sie erst am 5. März desselben Jahres vorher von Beifall.) Die Verhandlungen gleichen genau derjenigen bei der vollgeflebten starten" noch lange feinen Anspruch dem Befizer des betreffenden Grundstückes, dem Kaufmann D. Umsatzsteuer; das Grundstücksgeschäft floriert und die Mieten gehen auf Invalidenrente erwerben kann! Es muß diesen Herren dortfelbst, für 6500 m. gemietet hatte. Jeder Partei wurde das zurück, während das Umgekehrte vorausgesagt wurde.( Beifall.) doch bekannt sein, daß erst vier Jahre Wartezeit, also 200 Beitrags- Recht vorbehalten, nach Ablauf des dritten Jahres vom Vertrage Stadtv. Bamberg( A. L.) wird mit einem ganz fleinen Teil marken= bier bolle Karten, nötig sind, um den Anspruch zurückzutreten. Im November 1904 tam das betreffende Grundfeiner Fraktion gegen die Steuer stimmen, obwohl er sie billigt, auf die hohe" Reute von 13 M. pro Monat zu erwerben". stück zur Zwangsversteigerung und wurde von den neuen Erwerbern weil er nicht Steuern auf Vorrat bewilligen, weil er keine das Mietsverhältnis zum 1. April 1905 gekündigt. Die Gastwirts Thesaurierungspolitik treiben will. Eheleute verlangten daraufhin von der Brauerei Binding als Untervermieterin weitere Erfüllung ihrer Verpflichtung, ihnen die vermieteten Räume wieder zu gewähren und forderten dann Schadenersatz für den mehr zu zahlenden Mietspreis auf Grund eines mit dem neuen Erwerber geschlossenen Vertrages. Die Be tlagte beruft sich auf die Tatsache, daß den Klägern bei dem Abschluß des Mietsvertrages mit ihr bekannt war, daß sie nicht Eigentümerin des betreffenden Grundstückes war, sondern ebenfalls nur Mieterin der an sie weiter vermieteten Räume. Stadtv. Dr. Kuhlmann( Fr. Fr.) lehnt ebenfalls mit der Hälfte seiner Fraktion zurzeit die Steuer ab, weil sie, wenn auch gerecht, einstweilen bei den vorhandenen Ueberschüssen nicht nötig ist. Auch hier sei ein Automobiltempo vom Uebel. Wenn der Oberbürgermeister sogar den diesjährigen Schneefall zur Begründung des Projektes herangezogen habe, so mache das doch den Eindruck, als ob man auf jeden Fall die Steuer durchdrücken wolle. Die Tätigkeit der Terraingesellschaften sei eine sehr ersprießliche. Stadtv. Rosenow( N. L.): Die Mehrheit meiner Freunde will von neuen Steuern nichts wissen und lehnt die Vorlage angebrachtermaßen ab. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Die Mehrheit von uns ist besonders durch die Darlegungen des Oberbürgermeisters davon über zeugt worden, daß die Steuer gerecht, richtig und notwendig ist. Man lehnt die Steuer als unnötig ab, beschränkt sich aber auf die Vorführung der Ueberschüsse der letzten beiden Jahre. Die Zeiten werden nicht so bleiben; die heutige Hochkonjunktur dauert nicht emig, fie neigt sich ihrem Ende zu. In guten Zeiten muß man sich einrichten, um in schlechten nicht sofort mit der EinkommenSteuer hochzugehen. Der Gedanke, die städtischen Beamten und Lehrer zu zwingen, in Berlin zu wohnen, hat in dem Rahmen dieser Debatte wirklich etwas Kleinliches. Die Grundbesizer hätten tatsächlich das größte Interesse daran, daß die Steuer eingeführt wird. Dente Sie an die Entwickelung der Umsatzsteuer! Je länger wir warten, desto weniger friegen wir. Die Umsatzsteuer hat das Terraingeschäft nicht erschwert, auch nicht nach der Verdoppelung. Den mäßigen Säßen der neuen Steuer fönnte selbst Herr Cassel zustimmen. Eine Wertzuwachssteuer mit den Anträgen Wallach ist ein steuerliches Unding. Ueber die Anrechnung der Umsatzsteuer ließe sich vielleicht noch reden, aber nur unter der Boraussetzung, daß für die Stadt mehr herauskommt als bisher bei der Umsatzsteuer. Eventuell könnte nach der prinzipiellen Zustim mung ein neuer Ausschuß noch über diese Modalität beraten. Die Warnung des Kollegen Cassel an den Magistrat vor der Unterstützung durch die Sozialdemokraten können wir nur als unberech tigt gurüdweisen.( Beifall und Bischen.) Stadtv. Kylmann( Fr. Fr.) verweist auf die mißliche Lage, in welche die kleinen Bauunternehmer durch die Steuer geraten würden. Jedenfalls werden sie die Mieten in den Quartieren, wo die kleinen Mieter wohnen, steigern; sei das eine soziale Maßregel? Die Versammlung solle auch aus diesen Gründen die Vorlage ablehnen.( Beifall.) geschlossen. Hierauf wird die Debatte auf Grund zweier Schlußanträge Persönlich erklärt Dr. Preuß, daß ihm durch den Schluß verwehrt sei, sachlich zu antworten, und einer der Schlußanträge sei vom Kollegen Haberland gestellt worden.( Hört! hört! und große Unruhe.) Redner sucht unter nochmaligem Zitieren der Haberlandschen Broschüre nachzuweisen, daß er Herrn Haberland nichts Unrichtiges untergelegt hat. Stadtv. Gaffel tritt in persönlicher Bemerkung nochmals aus. führlich für den von Haberland und Levy vertretenen Standpunkt ein. Stadtb. Haberland bekennt sich zu dem Schlußantrag; Herr Preuß habe ja alles, was er fachlich sagen wollte, in der persönlichen Bemerkung angebracht. Die Zwischenrufe in der Rede des Oberbürgermeisters seien nicht so böse gemeint gewesen.( Große Heiterfeit.) Das Schlußwort des Referenten, Stadtb. Werner( N. 2.), der die Ausschußmehrheit verteidigt, findet bei der Versammlung( es ist inzwischen 410 Uhr geworden) keine Aufmerksamkeit mehr. Ueber den Modus der Abstimmung entspinnt sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte. Die Versammlung entscheidet, nachdem die Stadtverordneten Singer, Mommsen, Cassel und der Vorsteher gesprochen, nach einem Vorschlage Singers zu= nächst über§ 7 Abs. 1 des Entwurfs einer revidierten Umsatzsteuerordnung( Prinzipielle Einführung einer Wertzuwachssteuer, sofern der jetzige Erwerbspreis um mehr als 10 Proz. denjenigen beim lehten früheren Eigentumswechsel übersteigt). Die Abstimmung ergibt die Annahme mit 65 gegen 54 Stimmen.( Beifall.) Die Geschäftsordnungsdebatte wiederholt sich, als der Vorsteher den Antrag Mommsen verliest, den Rest der Vorlage an einen Ausschuß zu verweisen. Die Stadtv. Wallach und Gaffel bestehen darauf, daß auch über Abs. 2( Bei der Veranlagung dieser Zuschläge ist es belanglos, ob der frühere Eigentumswechsel vor oder nach dem In Trafttreten dieser Ordnung stattgefunden hat") noch abgestimmt werde. Nach wiederholter Auszählung lehnt die Mehrheit den Antrag Wallach ab und beschließt nach dem Antrage Mommsen. Hierauf wird die Situng gegen 10 Uhr abgebrochen. Soziales. Unkenntnis der Bersicherungsgefehe. Welche Unkenntnis noch unter den Versicherten über das Wesen der Arbeiterversicherungsgesetze herrscht, zeigt uns wieder nach stehender Fall. Berantw. Redakteur; Hans Weber, Berlin. Injeratenteil perant.; Arbeiterfreundlichkeit, Wohlfahrterei und soziale Fürsorge des nationalliberalen Unternehmertums. Bei den fozialpolitischen Debatten, die fürzlich im Reichstage stattfanden, suchten sich die Vertreter der bürgerlichen Parteien in Arbeiterfreundlichkeit zu überbieten. Und als die besten Arbeiter freunde präsentierten sich die geborenen Arbeiterfeinde, die Nationalliberalen. Man sollte, nach den Reden zu urteilen, beinahe glauben, für die Arbeiter sei nunmehr das goldene Zeitalter angebrochen. Aber die Reden der nationalliberalen Abgeordneten und die Taten des nationalliberalen Unternehmertums find zweierlei. Dafür tönnen täglich neue Beweise beigebracht werden. Für heute ein fumenten belegen. Fall von der Dortmunder, Union", den wir mit zwei DoSie liefern für die Arbeiterfreundlichkeit, die Wohlfahrt und die soziale Fürsorge des nationalliberalen Unternehmertums ein recht charakteristisches Bild. Dokument Nr. 1. Herrn Wilhelm König, Horst. " In Anerkennung der treuen Dienste, die Sie mehr als 25 Jahre hindurch der Union" leisteten, haben wir unsere Hauptkasse angewiesen, Ihnen eine Remuneration von 50 M. anszuzahlen. Wir hoffen, daß Sie auch weiterhin bentüht sein werden, unser Unternehmen zu fördern und namentlich allen Bestrebungen entgegenzutreten, die angetan sein können, das gute Einvernehmen zwischen der Werksleitung und den Werksangehörigen zu stören. Hochachtungsvoll Das Landgericht Frankfurt a. M. verurteilte die Beklagte zur Zahlung von Mietszuschußgeldern. Auf die Berufung der Beflagten wurde dieses Urteil vom Oberlandesgericht Frankfurt a. M. dahin umgeändert, daß die Klage abgewiesen wurde. Das Oberlandesgericht nimmt an, daß in dem betreffenden Falle der Untervermieter nicht haftbar erklärt werden könne, weil ihn, abgesehen von besonderen Ausnahmefällen, keine Schuld daran treffe, daß sein Bermieter die Zwangsversteigerung nicht verhindert habe, es sich hierbei vielmehr um solche Umstände handele, die seinem Ginflusse völlig entzogen seien, und für die er schon dadurch die Verantwortung abgelehnt habe, daß er überhaupt nur als Untervermieter aufgetreten sei. Dabei müsse allerdings vorausgesetzt werden, daß infolge der Kündigung des Hauptmietsverhältnisses durch den Ersteher dem Untervermieter es wirklich unmöglich ge= Mietsräume zu erfüllen. Das Gericht führt aus, daß sich unter worden sei, den Untermietsvertrag durch fernere Gewährung der Umständen zwar der Fall denken lasse, daß sich der Mieter eines bertretbaren Versehens dadurch schuldig mache, daß er einen Untermietsvertrag abschließe, obgleich er wisse oder wissen müsse, daß er ihn infolge einer dem Eigentümer drohenden Zwangsversteigerung des Grundstücks nicht aushalten könne. Jedoch sei eine solche Annahme nicht schon dann zulässig, wenn dem Untervermieter nur Das ist sehr nett und sehr nobel von der Union" gehandelt, bekannt sei, daß die Verhältnisse des Eigentümers keine nicht wahr? Mehr als 25 Jahre hat der Mann der„ Union" treue glänzenden oder nach unten neigenden sind. Dieses Urteil Dienste geleistet, dafür werden als Anerkennung ganze 50 M. auf wurde auf die Revision der Kläger hin vom 3. Zivilsenat des einen Haufen gezahlt. Aber die Verwaltung knüpft daran die Er- Reichsgerichts bestätigt. Der erkennende Senat des höchsten Gewartung, daß er weiterhin dem Werke treue Dienste leisten richtshofes führt hierzu aus, daß der Befiber bei einer Vermietung werde, daß er das Unternehmen fördern werde, daß er vor allen unbedingt für seine Vermögensverhältnisse und die Vermietung Dingen Bestrebungen entgegentreten werde, die einstehen müsse, da er diese Verhältnisse ganz genau tenne oder fich vielleicht zur Aufbesserung der miserablen fennen müsse. Was ganz anderes sei es aber bei dem Unterohne geltend machen würden. Denn diese Bestrebungen vermieter. Dieser habe nachträglich eintretende Mängel im Rechte tönnten das gute Einvernehmen" stören. des Grundstücseigentümers deshalb nicht zu vertreten, weil es sich hierbei um Kenntnis fremder Vermögensverhältnisse handele. Union Attiengesellschaft für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie. Der Borstand. Dortmund, den 21. Dezember 1904. Ob das alles für 50 M. nicht doch ein wenig viel verlangt war? Wir wissen nicht, ob sich der Mann darüber Gedanken gemacht hat, wir wissen nur, daß er der Union" nach wie vor treue Dienste geleistet hat, bis er sich hinlegte und starb. = Letzte Nachrichten und Depefchen. Metallarbeiter- Aussperrung. Der Hingang Königs wird der Verwaltung nicht zu ſehr zu Herzen gegangen sein, fie fann jüngere Kräfte haben, die den Sie war mit König Zweden des Kapitalismus dienlicher sind. Solingen, 21. März.( W. T. B.) Bei der Firma Gottfried fertig, nicht aber mit dessen Witwe. Denn ihr Mann hatte unter ihnen sämtliche doch auch Staffenbeiträge geleistet und nun glaubte fie, An Hammesfahr sind heute 350 Arbeiter, unter sprüche auf eine Pension zu haben. Sie stellte Schlägereiarbeiter, in den Ausstand getreten, weil die Firma also einen Antrag auf Zahlung der Pension. Abgelehnt! einen Schlägereiarbeiter ohne Angabe von Gründen gekündigt hat. Bu ihrem größten Erstannen erhielt sie einen Bescheid, den wir die Firma lag schon seit längerer Zeit mit ihren dem Deutschen zum Abdruck bringen als Metallarbeiterverband angehörigen Arbeitern in Differenzen wegen Dokument Nr. 2. Einführung der Nachtschicht. Dortmund, den 22. März 1906. Frau Witwe Arbeiter Wilhelm Stönig. Steele, Königstr. Nr. 7. Unter Beziehung auf unser Schreiben vom 17. d. M. ertvidern wir auf Ihren Antrag vom 12. d. M., daß Ihnen nach dem Statut der Invaliden, Witwens und Waisentasse unserer Hüttenwerte ein Anspruch auf Witwenpension nicht zusteht. A. III. Nr. 3600. Die gefüllte Kompottschüssel. Königsberg, 21. März.( W. T. B.) Heute abend wurden der stellenlose Arbeiter Rosenbaum und seine Frau in ihrer Wohnung tot, anscheinend vergiftet, aufgefunden. Die 17jährige Tochter der Gheleute, die vermutlich auch Gift genommen hat, wurde dem Krankenhause zugeführt. Als Motiv der Tat, die nach Aussage der Hausbewohner wahrscheinlich schon in der vergangenen Nacht verübt worden ist, werden Nahrungssorgen angenommen. Unwetter. Ihr verstorbener Ehemann ist zunächst vom 25. Januar 1879 bis 20. Mai 1901 auf unseren Horster Werken beschäftigt gewesen, aber mit Ende Mai 1901 aus unseren Diensten geschieden nach der am 15. Mai 1901 wegen Betriebseinschränkung erfolgten Kündigung. Durch das Ansscheiden aus unseren Diensten( Ende Mai 1901) hatte Ihr verstorbener Ehemann die Mitgliedschaft zur Invalidentasse und auch den Anspruch auf Unterstüßung aus der Kaffe verloren, § 2 legter Absatz des Kassenstatuts. Am 5. April 1903 ist Ihr Charleroi, 21. März.( B. S.) Sämtliche Glasfabriken des verstorbener Mann dann wieder auf unseren Werken in Arbeit getreten und beschäftigt gewesen bis zum 2. Februar 1905. Auch hiesigen Bezirks haben durch Maueranschläge befannt machen lassen, für diese Zeit ist aber ein Anspruch auf Witwenpension nicht er- daß vom 1. Mai ab cine 15prozentige Lohnherabsehung eintreten wachsen, da hierzu eine ununterbrochene mindestens wird. Die Arbeiter werden ersucht, ihre Antwort vor dem 25. April zehnjährige Beschäftigung auf einem unserer Werke einzureichen. Man glaubt, daß infolge dieser neuen Bedingung erforderlich, ist§ 19 des Statuts der Invalidentaffe und§ 11 des die Arbeiter in den Ausstand treten werden. Statuts der früheren Pensionsfasse für unsere Horster Werke. Innsbrud, 21. März.( W. T. B.) Jm Arlberggebiet wütet neuerdings ein Schneesturm. Unternehmerpraxis. Die Jnvalidentasse kann Ihnen deshalb leider, feine Witwenpension gewähren. Ueberdies haben wir Ihnen auf Antrag unferer Horster Werte noch am 14. Februar 1906 eine Unterstützung von 20 M. gelvährt. Hochachtungsvoll. Union Aftiengesellschaft für Bergbau, Eifen- und Stahlindustrie. Der Vorstand. Erst erhielt der Mann zu Ende 1904 ein Anerkennungsschreiben Der Kampf ums Frauenstimmrecht. London, 21. März.( W. T. B.) Die gestern berhafteten Frauenstimmrechtlerinnen sind heute zu Geldstrafen im Betrage bon einem bis zwei Pfund Sterling bezw. Gefängnis von vierzehn Tagen bis zu einem Monat verurteilt worden. Alle Verurteilten sind entschlossen, ins Gefängnis zu gehen. Ruffische Praxis. Sebastopol, 21. März.( B. H.) Der hiesige Hafen wurde au und 50 M. für seit mehr als 25 Jahre tren ge- Befehl der Regierung gesperrt und sämtliche Hafenarbeiter wegen leistete Dienste, dann aber, als die Witwe Ansprüche erhebt, politischer Umtriebe entlassen. Ueber 3000 Familien find hierdurch wird ihr mitgeteilt, daß ihr Mann schon 1901 ausgeschieden und brotlos geworden. Ch. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanitals Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 69. 24. Jahrgang. 1. KnlM des Joriuütts" Kerlim ilolteliliitt. Freitag, 22. März 1967. Remnhaus. 6. Sitzung vom Donnerstag, den 21. März 1907. nachmittags 1 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben. Oberberghauptmann v. Belsen macht Mitteilung über das Unglück in der Mathildengrube, bei dem 22 Bergleute im Förderkorbe ab- stürzten, weil das Seil riß. Es ist festgestellt worden, daß die Mini- malsicherheit der Seile in diesem Falle sogar überschritten war. Ob das Seil zuerst vielleicht festgehakt und dann durch die Gewalt des Sturzes gerissen ist, hat sich noch nicht feststellen lasten.— Dagegen ist konstatiert, daß das Seil an der Bruchstelle sehr schadhaft gewesen ist. Das widerspricht allen Auffassungen, die man bisher gehabt hatte. Man nahm bisher an, daß das Seil an d e r Stelle am meisten in Anspruch genommen wird, wo es am Fördcrkorbe festgehalten wird. Sofort nach dem Unglücksfalle ist nun an der Bruchstelle ein Stück zur Prüfung abgehauen worden. Ob ein Fehler in der Seilkonstruktion gewesen ist, ob das Seil, weil der Stahl zu weich war, sich vielleicht zu sehr abgerieben hat, ist bisher nicht festgestellt; ebenso nicht, ob die vorgeschriebene tägliche Revision immer in vorschriftsmäßiger Weise stattgefunden hat!! Die be- treffenden Beamten behaupten es; es liegen aber einige Anzeigen von Leuten, die noch nicht vereidigt sind, vor, daß die tägliche Revision in der lebten Zeit etwas mangelhaft gewesen ist. Die Nachrichten werden hierauf für erledigt erklärt. Es folgt die Beratung der Novellen zu den Pensions- gesetzen. Die Kommission hat einige redaktionelle Aenderungen an der Borlage vorgenommen. Abg. Frhr. v. Manteuffel begründet einen Antrag, nach dem den Kommunalbeamten, die in den Staatsdienst übertreten, die im Kommunaldienst verbrachte Dienstzeit bei der Pensionsbe- rcchnung voll in Anrechnung gebracht werden soll. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Schon jetzt könne die im Kommunaldienst zugebrachte Zeit bei den in den Staatsdienst übertretenden Beamten im Wege der Allerhöchsten Gnade angerechnet werden, und es wird davon in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht, so daß die in den Staatsdienst tretenden Kom- munalbeamten vor jeder Verschlechterung ihrer Verhältnisse be- wahrt werden. Wenn aber der Antrag des Frhr. v. Manteuffel nun die Anrechnung der Kommunaldienstzeit obligatorisch machen will, so geht das viel zu weit. Das Prinzip, welches Herr v. Manteuffel hier einführen will, weicht ab von unserer bisherigen Gesetzgebung, und es würde zu einer vollkommen ungerechten Be- vorzugung der Kommunalbeamten und zu einer Benachteiligung der Staatsbeamten führen, die dauernd im Staatsdienst tätig ge- Wesen sind. Wenn der Antrag des Frhr. v. Manteuffel Annahme finden würde, so würden wir uns in Zukunft außerordentlich be- sinnen müssen, noch Kommunalbeamte in den Staatsdienst zu über- nehmen. Oberlandesgerichtspräsident a. D. Dr. Kanne und Oberbürgex- meister Struckmann-Hildesheim treten für den Antrag Manteuffel ein. Reichsbankpräsident Dr. Koch stellt fest, daß auch die Reichs- bankbeamten unter den Antrag v. Manteuffel fallen würden. Finanzminister v. Rheinbaben betont, daß die S5aatsregierung wie bisher dafür sorgen werde, daß die Beamten in ihren Pensions- Verhältnissen nicht verkürzt würden. Frhr. v. Manteuffel zieht hierauf seinen Antrag zurück.— Oberbürgermeister Struckmann tritt gegen die Bestimmung ein. nach der die Pension insoweit fortfallen soll, wie die Beamten Gehalt von Kommunen erhalten. Das Gesetz wird hierauf angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident teilt mit. daß die nächste Sitzung nicht vor dem -25. April stattfinden werde. Schluß Uhr. Hböfcordnctenhaua» 39, Sitzung vom Donnerstag, den 21. März 1997, vormittags 19 Uhr. Am Ministertisch: Dr. v. S t u d t. Die zweite Beratung des Kultusetats wird fortgesetzt. Abg. Rzesnitzek(ftk.) beantragt, die Ostmarkenzulage von 1907 ad auf Schlesien auszudehnen. Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff bittet, den Antrag abzulehnen, da der Antrag prinzipiell bedenklich sei. Die Regierung sei aber bereit, den Fonds für Renumerationen im nächsten Jahre zu erhöhen. Abg. Dr. Boltz fnatl.) tritt für den Antrag Rzesnitzek ein. Abg. Dr. Dittrich(Z.) erklärt, daß seine Freunde auch diesen Antrag ablehnten, da sie prinzipiell gegen die Ostmarken- ��Der� Antrag Rzesnitzek wird angenommen, ebenso eine Rcso- lution der Budgetkommission, die erst von 1998 die Einführung der OstMarkcnzulage für Schlesien fordert. Abg. Eickhoff ffrs. Vp.) bittet, die Position„499 999 M. Unter- stützungen von Witwen- und Waisen von vor dem 1. April 1999 verstorbenen Volksschullehrern" erheblich zu erhöhen. Redner ver- liest zur Begründung einen Artikel aus dem»Boten auS dem Riesengebirgc" mit der Ueberschrift: „Die Notlage einer 83 jährigen Lehrerswitwe." Ein Regierungskommissar erwidert, der in dem vorgelesenen Artikel angezogene Fall der Lehrerswitwe Fuchs sei ihm genau bekannt. Frau Fuchs hätte nach dem jetzigen Pensionsgesetz noch weniger erhalten, als ihr zugebilligt war. Sie bezog übrigens auch Unterstützungen vom Pestalozziverein. so daß sie jährlich über 499 M., die deutsche Regierung aber müsse auf dem Gebiete noch lernen I Be« solchen Dingen entständen stets Reibungen. Keineiifalls aber dürfe doch der Angeklagte Ausdrücke wie.ruchloS" gebrauchen. Der Verteidiger: Wolle man die Anklage ausschließlich auf ein paar vielleicht allzukrästige Wörtlein stützen, dann könne der Angeklagte die Arme kreuzen und sich verurteilen lassen. Er glaube kaum, daß dem Fürsten Vülow mit einer Verurteilung des An- geklagten wegen formeller Beleidigung gedient sei: eö entstehe doch die Frage, ob es wichtiger sei, daß der Angeklagte den Aus- druck„ruchloS" gebraucht habe oder ob die Kolonialgreuel ge- schehen und gehehlt und die übrigen sachlichen Beschuldigungen gegen die Reichsregierung begründet seien. An den Fällen Arenberg, Putkamer, Brandeis, Horn, Thierry, v. Besser, Kannenberg, Wegener, Dominik u. a. m.. sowie an dem Geschick Pöplaus weist der Verteidiger im einzelnen nach, wohin der inkriminierte Artikel zielte. Dast eine unblutige, friedliche Kolonialarbeit möglich sei, ergebe in erster Linie das Urteil des Gouverneurs Leutwein. Daß Hunderte von Millionen in die Hände raffgieriger Kolonial- spekulanten gefallen seien, zeige das Beispiel Tippelskirch u. Co. swelcher Firma selbst Podbielski als Minister angehörte). Der Anwalt belegte schließlich die Behauptung, daß ein Ausrottungs- krieg gegen die Eingeborenen von Südwestafrika geführt sei, ins- besondere durch die Trothasche Kriegsfiihrung.<80 000 Verhungerte und Verdurstete in der Wüste Omaheke!) Er.tritt für alle seine Behauptungen einen umfangreichen Zeugen- und Urkundenbeweis an. Der Erste Staatsanwalt, Herr Haueisen, beantragte aus 88 185, ILO, 187 sverleumderifche Beleidigung) 3 Monate Ge- fängnis. Verteidiger Liebknecht: Wenn der Angeklagte wissentlich v e r l e u m d e t hat, so hat Fürst Biilow im Reichstag die Sozial- demokratie hundertmal verleumdet, wenn er z. A. als Mann, der amtlich über unsere Sozialpolitik genau orientiert sein muß, die Behauptung wagt, die Sozialdemokratie habe positiv nichts geleistet. Aber eS sei einfach ausgeschlossen, aus§ 187 zu verurteilen. Jedenfalls seien die dem Reichskanzler in dem Artikel gemachten Borwürfe hundertmal leichter zu beweisen, als daß e» dem Reiche kanzler gelingen würde, seine gegen die Sozialdemokratie ge> schleuderten Verdächtigiingen und Behauptungen zu beweisen. Wenn man sich auf den Siandpunkt stellt, daß Bülow mit seinen Aus führuugen die Sozialdemokratie nicht beleidigt hat, so ist das dem Angeklagten u m s o m e h r zuzubilligen. Es sei überhaupt unglück lich, politische Zwiespältigkeiten zum Ausgange von Prozessen zu machen, umsomehr, wenn anzunehmen sei, daß die Richter in ihren politischen Anschauungen den Anschaliungen des Angeklagten diametral gegenüberstehen. Als besonders erschwerend betrachtet die Anklage den Borwurf gegen den Reichskanzler, daß er das Wort„national" zu einer Blasphemie gemacht habe. Was werde heute nicht alles als.national" betrachtet l Leute, die vor dem 13. Dezember entschiedene Gegner der Kolonialpolik gewesen seien, hätten nach dem 13. Dezember ihre Meinung gewechselt, wie man ein Hemd wechsele, das sei nicht jedermanns Sacke. Der Angeklagte beansprucke für sich das wahre Rationalgefühl. die wahre Vaterlandsliebe; darüber, wer hier recht habe, könne natürlich der Gerichtshof nicht aburteilen. Der Artikel enthält ohne Zweifel recht scharfe Ausdrücke, habe aber einen sachlichen Kern; es seien nicht bloß Redensarten, sondern es feien tatsächliche Be- Häuptlingen. Der Vertreidiger geht nochmals alle Verfehlungen der Regierung durch. Bülow fei Leiter der Reichsregierung und als solcker staats- rechtlich verantwortlich. Der Vorwurf der Pflichtvernachläisigung ist bereits berechtigt bei Fahrlässigkeit. Die politische Sprache sei eine ungleich drastiichere, härtere, eine gänzlich andere als im ge- wöhnlichen Leben. Die Worte haben eine ganz andere Be- deuwng, es muß geradezu übertrieben werden, wie im Handel. Darum fei auch das in dem Artikel angewandte Wort„ruchlos" nur im abgetönten Sinne zu verstehen. Eine geradezu unerschöpfliche Flut von Verleumdungen habe sich über den Angeklagten und seine Partei ergossen. Wolle man nun jetzt den Versuch machen, die Anklage auf daS rein Formelle zu drängen, so zerre man dieselbe zu einer reinen Bagatelle herab. Er(der Verteidiger) habe den Prozeß begrüßt; denn er habe ge- glaubt, daß es Bülow darum zu tun sei, in Ermangelung von parlamentarischen Untersuchungskommissionen in Deutschland eininal die ganze Frage der Kolonialgreuel u. a. vor dem unparteiischen Forum des Gerichts aufzurollen und nachprüfen zu lassen. So aber verpuffe das Ganze in der Luft. Bülow selbst war gewöhnlicher Agitator im Wahlkampfe; deshalb scheide er als Reichskanzler aus; er sei einfacher Kombattant und es mute eigenartig an, daß er, wenn auf ihn z u r ü ck g e s ch o ss e n werde, nun zum Gericht laufe und sage: ich als R e i ch s l a n z l e r verlange Bestrafung I Was schwer sei an den in dem Artikel enthaltenen Behauptungen, dafür sei der Wahrheitsbeweis angeboten; 72 Proz. seien zu beweisen. Wolle man nun wegen der verbleibenden 22 Prozent, die auf das formale Gebiet entfallen, Strafe eintreten lassen, obwohl diese 22 Prozent eigentlich von vornherein durch Zeit und Um- stände zu entschuldigen seien, unter denen der Artikel geschrieben wurde? Die Wahlbewegung sei diesmal heftiger gewesen als je, und man könne sagen, daß sie noch heute nachztttere. Man könne den Angellagten nicht dafür bestrafen, daß er etwa die loSmo- politischen Ansichten wie Fichte und Kant habe und nicht dem jetzt beliebten nationalistischen Draufgängertum zuneige. Der Artikel sei geschrieben, als der Angeklagte im Steinhagel saß. in Kriegszeiten seien die Sitten rauher. Er empfehle darum, auf Freisprechung oder höchstens auf eine geringe Geldstrafe zu erkennen. Nach etwa einhalbstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende, daß der Angeklagte wegen Verletzung des 8 132 des Strafgesetzbuchs zu verurteilen fei. Das Gericht stehe über den Parteien. Aber hier handle es sich nickt um die Zänkerei zweier Dienstknechte l! 1 1>. die anders einzuschätzen sei, sondern um eine grobe Beleidigung des höchsten Reichsbeamten. Es sei keine Kleinigkeit, wenn man diesem nachsage, er treibe eine ruchlose Politik, er habe ein Riesenmaß von Sünden auf sich geladen und sei ein schuldbeladener Minister. DaS Gericht habe daher auf zwei Monate Gefängnis erkannt. Also ward Bernhard von BülowS ReichslanzlerSehre in Saal- keld repariert I_ Hus InduCtm und Ftandel Aktien-GaSgefellschaft Magdeburg. Die Abschlüsse der 12 Gas. Werke und des StadtgeschäftS ergaben einen Gewinn von 443 772 M., die Abschlüffe der drei Werke der Lothringcr-Luxemburger Gesell- schaft einen Gewinn von 37 072 M. Der verfügbare Reingewinn stellt sich einschließlich 3« 890 M. Vortrag auf 390 301 M. und findet folgende Verwendung: Tilgungs- und Erneuerungsbestand 124 000 Marl, Berfügungsbestand 12 000 M., Feuerversicherungsbestand 3000 M.. Gewinnanteile 9813 M., 7 Proz. Dividende gleich 210 000 M. und Bortrag SS 4öS M. Diese Gewinne könnten in die Kommunalsäckel fließen» wenn man solche Unternehmen nicht dem Privatkapital zur Ausbeute überließ. Da aber bei diesen Geschäften so manche Finger ver- golde! werden, erklärt sich die vielfach zu Tage tretende Abneigung gegen Kommunalwerle._ Ein gutes Jahr. Wie die Aktiengesellschaften, so haben auch die gewerkschaftlich betriebenen Unternehmen im letzten Jahre gute Erträgnisse gebracht. Daß die Gewinne gegen daS Vor>ahr teilweise erheblich gestiegen sind, zeigt folgende Aufstellung: Zeche Blankenburg.,, Karoline.... V'tlor,,.. Dorstwld..,. Elwr,.,. G."irS>eaen,. Gi-.a» Schwerin.. {viccai.. Jedanu De'melsberg Konig Lutwig.. Schallmauer,. Trappe.,,, Beienrode.,, Alerandechall, Slab'erilanv D'e Verhandlungen über Verlängerung des Slahlweltsoellandrs wurden abgebrochen, nocheem die Westfäli- scheu Stahlwerke in der Vorveihandlung am Mittwoch bei ihren Forderungen verblieben waren. Lberschleüsche Eiscnbahn-Bedarss-A.-G. Berlin. Bei einem Rohgewinn von 7 119 400 M.— im Vorjahre 6 616 221 M.— und 3 016170 M. Abschreibungen, gelangt eine Dividende von 7 Proz. zur Verteilung. Obcrschlcsische Eiscil-Jttdustrir-Aktien-Gesellschaft für Bergbau und Hütlenbetrieb in Gleiwitz O.-S. Der Betriebsgewinn für 1906 betrügt inll. 28 579,83 M. Vortrag aus dem Vorjahre nach Abzug aller Unkosten 3 299 093.66 M. sim Vorjahre 3 093 810,64 M.). Es wurde beschlossen, 1800000M.(im Vorjahre 1600 000) auf Anlage- konto abzuschreiben, der Generalversammlung eine Dividende von 6 Prozent(im Vorjahre S'/z Prozent) vorzuschlagen und 167 022,84 Mark(im Vorjahre 28 279,83 M.) auf neue Rechnung vorzutragen. Der Vorstand berichtete, daß die Gesellschaft in allen ihren Betriebs- zweigen sehr stark beschäftigt ist. Die Schweiz— riu Industriestaat. Auch in der Schweiz wird von der Gesetzgebung die Landwirtschaft zuungunsten der Industrie bevorzugt, dabei hat die Schweiz längst aufgehört, ein Agrarstaat zu sein. Jetzt liegen wieder neue Zahlen von der Berufszählung des Jahres 1900 vor, und diese zeigen, daß in der ganzen Schweiz von je 100 Personen, deren Berufe man kennt, nur noch 33 der Landwirtschaft oder dem Weinbau angehören. Bei den Zählungen von 1888, 1880 und 1870 waren es noch 40, 41 und 42. Der Rückgang der Landwirtschaft ist also ganz enorm, und damit steigt natürlich die Bedeutung der Arbeiterschaft für daS gesamte wirtschaftliche Leben. Um so größer ist der Lohn, der darin liegen muß, daß diese schweizerische Arbeiterschaft seit den letzten Wahlen anS der Bundesversammlung fast ganz verdrängt ist. CkwerK rcbaftUcbe� Der Esel in der Löwenhaut. Um bei dem allgemeinen„Niederreiten" der Arbeiter in Unter- nehmerkreisen nicht als Stümper zu gelten, greift das kurzsichtige Kleinmeiftertum in seiner Großmannssucht hauftg zu Maßnahmen, wie sie brutaler der protzigste Scharfmacher auch nicht ersinnen kann. Daß ein solches Nachäffen kapitalistischer Scharfmacher- Allüren sehr oft den Anfang vom Ende der Talmi-Unternehmer- Herrlichkeit so mancher Kleinmeister bedeutet, sehen diese gewöhnlich erst dann ein, wenn ihnen der Größere bereits den Strick um den Hals gelegt hat und die Schlinge zuzuziehen beginnt. Ein solches Experiment bereitet sich zurzeit im Maler-, Lackierer, und Anstreicher-Gewerbe am industriellen Niederrhein vor. In Duisburg traten die Maler, und Anstreicherge- hülfen vor einigen Wochen an die Arbeitgeber heran, um in den zerfahrenen Lohn- und Arbeitsverhältnissen geordnete Zustände zu schaffen. Die Hauptforderung der Gehülfen war die Festlegung eines Mintmallohne« von 4b Pf. pro Stunde. Da der Lohn bisher zwischen 38 und 25 Pf. betrug, so bedeutet die tarif- liche Festlegung eines MinimallohneS von 45 Pf. im Grunde ge- nommen nichts anderes, als die Anerkennung des bisherigen Stundenlohnes unter Ausschaltung der aller- schlimm st en Lohndrückers i. Die Unternehmer ver- trösteten zunächst die Gehülfen auf einen in Aussicht stehenden Tarif des Unternehmerverbandes. Dieser ist nun inzwischen erschienen. An eine Annahme desselben seitens der Ge- hülfen ist aber nicht zu denken, da der Tarif gerade in den Haupt- punkten die vollständig willkürliche Ausbeutungsfreiheit der Unter- nehmer beibehalten und tariflich festlegen will. So z. B. will man den Minimallohn von 42 Pf. erst dann zugestehen, wenn der Gehülfe 3 Jahre als Gehülfe gearbeitet und die Gesellenprüfung abgelegt hat! Also gerade diejenige Zeit nach Beendigung der Lehrjahre, vom 17. bis 20. Lebensjahre, in welcher die Ausbeutung der jungen ArbeitSlräfte am größten ist, will das Unternehmertum sich frei halten für schrankenlose Willkür. Die Arbeiter müßten schon halbe Idioten sein, wenn sie solchen Unsinn sanktionieren würden. Ferner heißt es in einem Paragraphen des Unternehmertarifs: „Dieser Tarif tritt sofort außer Kraft und ist als nichtig anzusehen, wenn in einem Arbeitgeber- verbände, der mit unterzeichnetem Arbeitgebervrrbande im Kartellverhältnis steht, von feiten der Gehülfen«in Tarifbruch begangen werden sollte." Ja, hält man denn die Arbeiter für komplette Narren, daß man ihnen zumutet, so etwas zu unterschreiben? Aber es kommt noch besser. Als die Verhandlungen zwischen den Gehülfen und den Arbeitgebern zu einer Einigung nicht führten, riefen die Gchülfen daS Gewerbegericht in Duisburg als EinigungSamt an. Kategorisch erklärten die Unternehmer, vor dem Einigungsamt könnten und. wollten sie nicht verhandeln! Der Tarif der Arbeitgeber löst die Frage, weshalb die Unternehmer daS Einigungsamt scheuen. ES heißt nämlich u. a. in dem Untcrnehmer-UkaS: „Der OrtSvorstand des Arbeitgeberver- bandeS lehnt es ab, mit dem Gewerbegerichte über Tarife usw. in Verhandlungen zu treten. Arbeitgebcrverband für das Maler-, Anstreicher-, Glaser- und Tapezierergewerbe in Duisburg und Umgegend." Die Unternehmcrorganisation macht eS also den Unternehmern zur Pflicht, das Gewerbegericht als EinigungSamt a b z u- lehnen! Das allertollste aber ist, daß man den Gehülfen zu- mutet, folgenden Wisch zu unterschreiben: „Der..... verpflichtet sich, weder dem Verbände der freien Gewerkschaften noch der christlichen Gewerkschaft anzugehören, auch diese Organisationen weder moralisch noch finanziell zu unterstützen." Einige Leutchen haben sich nun tassächlich unter den Malern gefunden, die daS Ding unterschrieben haben. Dafür ist ihnen denn auch gnädigst gestattet, nach Belieben der Meister weiter arbeiten zu dürfen. Alle anderen, soweit sie Kün- digungsfrist hatten, find gekündigt und etwa 40, die ohne Kündiguna standen, jijid sofort entlassen.' Eine brutalere Aussperrung, wie sie diese Kleimneister inszenieren, kann auch das schlimmste Echarfmachertum nicht vor« nehmen. Da eS höchstwahrscheinlich nun auch seitens der Gehülfen zur Arbeitsniederlegung kommt, so sei jedenfalls dringend vor der An» nähme von Arbeit nach dem niedcrrheinischcn Industriegebiet ge- warnt! Von zirka 400 ortsanwesenden Malern und Anstreichern sind 230 im Verbände, etwa 70 sind christlich organisiert. Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. Am Donnerstag vormittag fand wieder eine Versammlung der Ausgesperrten und Streikenden in der„Neuen Welt" statt. S t u s ch e erstattete den Situationsbericht. Die Zahl der im Kampfe stehenden Kollegen ist im Laufe der vorigen Woche wieder um 352 zurückgegangen, sie betrug am Sonnabend 2501. DaS ist eine Ver- ringerung um 1342 seit dem Höchststand am 9. Februar. Seit dem Abbruch der Verhandlungen haben eine Anzahl von Kleinmeistern und ein größerer Betrieb die Aussperrung zurückgezogen. Der In- haber dieses Betriebes ist von Herrn R a h a r d t und noch zwei anderen führenden Arbeitgebern in der intensivsten Weise bearbeitet worden, um ihn bei der Fahne zu behalten, er ließ sich aber durch diese Einwirkungen in seiner Absicht, mit den Arbeitern Frieden zu machen, nicht erschüttern. In der bürgerlichen Presse wird die Nachricht verbreitet, es hätten sich viele Ausgesperrte als Arbeits- willige angeboten, auch erklärt, sie wollten ans dem Holzarbeiter- verband austreten, als sie aber ihren Austritt durch Unterschrist unter einen ihnen vorgelegten Revers erklären sollten, hätten sie sich dessen geweigert und seien nicht eingestellt worden. Der Redner erklärt diese Nachricht für falsch. Dem Verbände ist nicht? davon bekannt, daß sich aus seinen Reihen Arbeitswillige in größerer Zahl gefunden haben. Einzelne haben sich wohl den Meistern unterworfen und die Arbeit aufgenommen. Die große Masse der Ausgesperrten und Streikenden denkt nicht an Unterwerfung.(Bei- fall.) Die Verbandsmitglicder in allen Orten Deutschlands haben sich bereit erklärt, den Kampf in Berlin zu unterstützen. In den verschiedensten Zahlstellen sind Erhöhungen des Beitrages, mitunter bis zu 3 M. beschlossen worden. Am Sonntag werden Konferenzen in Guben und Küstcin abgehalten, wo ebenfalls die Unterstützung des Berliner Kampfes erörtert wird. Auch die auswärtigen Kollegen nehmen lebhaften Anteil an dem Kampfe in Berlin. Die Holz- arbeiter in Paris und in Zürich haben Unterstützungsgelder gesandt.— Tie Unternehmer machen jetzt alle möglichen Versuche. um Arbeitswillige von außerhalb heranzuziehen. In verschiedenen auswärtigen Blättern erscheinen Inserate des Inhalts, daß 100 nicht dem Holzarbeiterverbande angehörende Tischler in Berlin Ar» beit finden und sich in der Alexanderstrahe bei Herrn Rahardt melden können. Die Streikposten haben also jetzt mit verdoppelter Aufmerksamkeit acht zu geben, wo etwa Arbeitswillige erscheinen. — In Görlitz sind die Verhandlungen bereits abgebrochen, dort kommt es also ebenfalls zur Aussperrung. Auch in mehreren anderen Orten ist die Aussperrung mit Sicherheit zu erwarten. Es steht demnach fest, daß der Kampf in der schärfsten Weise auf Seite der Arbeitgeber fortgesetzt wird. Sie wollen den Holz- arbeiterverband vernichten und weil es so ist. darum werden die Ar- bester im Kampfe aushalten und dafür sorgen, daß die Absicht der Unternehmer nicht verwirklicht wird. Lebhafte Beifallskundgebungen bettätigten, daß die kämpfenden Holzarbeiter durch die Maßnahmen der Unternehmer keineswegs entmutigt, sondern entschlossen sind, alle Konsequenzen des ihnen aufgezwungenen Kampfes zu tragen. Achtung, Metallarbeiter! Die Firma Heingärtner u. Winterberg, Emaillier- werk, Rixdors, Richardstr. 116, ist wegen schwebender Differenzen gesperrt. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Ortsvertvaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! Durch einen gewissen Herrn E. Kurth. wohnhast Boppstr. 3, werden Dreher und Schleifer nach Hamburg für die Firma Fleck u. Söhne engagiert. Da bei dieser Firma sehr schlechte Arbeitsverhältnisse herrschen, warnen wir die Kollegen, davor, etwaige ArbeitSvermittelung des Herrn Kurth zu befolgen. Wir ersuchen dringend, nach Hamburg keine Arbeit anzunehmen. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Die Möbeltransportarbeiter erhielten am Donnerstag die erste Streikunterstützung ausgezahlt. Im Laufe deS TageS wurden eine Reihe Verhandlungen gepflogen; das Telephon war immer in Bewegung, die Streikkommisjion war den ganzen Tag auf den Beinen. Genauere Resultate über die Verhandlungen werden erst heute bekannt gegeben werden. Mit den neuangeworbenen Leuten aus dem Asyl und wo sie sonst noch aufgetrieben werden, haben die Unternehmer kein Glück. Es sind meist unfähige, kraftlose Gestalten. Achtung, Kleber, Bauhandwerker! Der Bau Hildebrandtstr. 16 (Kaiser u. v. Großheim) ist für Kleber gesperrt. Die Berbandsleitung. Die Zuschneider und Zuschneiderinnen versammelten sich am Mittwoch in DräsclS Festsälen zu einer Beratung über Ver- besserungen der Lage im Beruf. Am 1. März hatten sie eine Kom- Mission erwählt, die Vorschläge zu einer Besserstellung machen sollte. Von den Vorarbeiten der Kommission entwarf der Referent Ritter in großen Umrissen ein Bild und zeigte, welche Wege eingeschlagen werden sollten. Eine Regelung der Verhältnisse ,st notwendig nicht nur für die männlichen, sondern auch für die weiblichen BerufSangehärigen. Ein M i n i m a l l 0 h n müßte festgesetzt werden; cS sei vielleicht eine Forderung von 36 M. pro Woche zu erheben, steigend bis 42 M. Wichtig fei, die B e.» zahlung der Uebcrstunden allgemein einzuführen, dabei aber auf Beseitigung der lieber stunden zu dringen. Die tägliche Arbeitszeit sollte auf 3 Stunden festgesetzt werden. Auf die Anerkennung der Organisation muß selbst- redend gedrungen werden. Dann gilt es, den ArbeitSnach» weis paritätisch zu gestalten. Die Kündigungsfrist bedarf einer Regelung; ebenso muß die Frage der K 0 n k u r r e n z- und Kontra ktklausel erledigt werden. ES gilt, gegen die bisher geübte Kontrolle im Beruf einzuschreiten, für die Ge- Wahrung von Sommerurlaub und gute sanistäre Ein- richtungen zu agitieren.— Die Versammlung zollte den Aus- führungen lebhaften Beifall. Die Kommission wird in einer später einzuberufenden Versammlung genau ausgearbeitete Vorschläge unterbreiten und rechnet auf die Mitwirkung aller organisierten Zuschneider, um reiches Material für ihre Arbeiten zur Verfügung zu haben. Die Marmorarbeiter beabsichtigen eine Lohnbewegung. Seiten? der Tarifkommission erstattet Z u n l in einer Versammlung des Ortsvereins Bericht über den bei Henkel, Marienfelde, auSye- brochcnen Streik, der durch Tarifbruch der Firma entstanden ist. Nach reger Debatte wird den Streikenden Unterstützung in vollstem Maße zugebilligt. ES wird sodann darüber beraten, ob der am 1. September d. I. ablaufende Tarif zu kündigen sei. Die Orts» Verwaltung, deren Ansicht Kollege Ungemach erläutert, empfiehlt die Kündigung, weil verschiedene Tarifpositionen vieles zu wünschen übrig lassen.— Ein Antrag Zunk, den Vorsitzenden zu beauf- tragen, zur nächsten Monatsversammlung die Forderungen zu prä- zisieren und zur Beratung vorzulegen, wird angenommen. Ebenfalls wird einstimmig beschlossen, den Tarif zu kündigen, lieber die von der Ortsverwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Beiträge ent- spinnt sich eine ausgedehnte Diskussion, nach deren Schluß die Ver» sammlung einer Erhöhung von 60 auf 70 Pf. pro Woche ab 1. April zustimmt. Der letzte Zahltag, an dem noch 60 Pf.-Marken gellebt werden, findet am Sonnabend, den 30. März statt.— Die Ortsverwaltung regt an, den streikenden Holzarbeitern einen wöchent- lichen Zuschuß zu gewähren. Die Versammlung beschlieht, bis zur Beendigung oes Streik« eine Beihülfe von 2v M. pro Woche an bis Streittaffe zu leisten. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegen-| auch durchblicken, ba bie Behörden und die Regierung viel mehr für heiten erfolgte Schluß der Versammlung. wird. Noch einmal die gelben" Hirsche. den Arbeitswilligenschuh tun müßten. Er schiebt im wesentlichen die Schuld an dem Streit der Organisation der Hafenarbeiter zu. Alle übrigen Hafenarbeiter, auch die von der Aussperrung nicht betroffenen haben erklärt, die Arbeiter unterstüßen zu wollen. mit dieser Angelegenheit beschäftigen werden. Am Freitagabend finden 7 große Versammlungen statt, die sich Verfammlungen. des Mannes, der sich über schlechte Manieren der Radikalisten fittlich entrüstet. Noch charakteristischer für ihn ist die Infamie, Die Speicherarbeiter der Firma Salomo u. Co., Mühlenstr. 8 mit der er einen Mehring zu verleumden wagt. Rehbein hat Meh( Weizenmühle und Getreidelagerei) haben am Donnerstag früh rings frühere Schriften nie gelesen, weder seine Broschüre gegen die Arbeit einmütig niedergelegt. Die Arbeiter, 26 an der Treitschke, noch seine erste Geschichte der Sozialdemokratie, noch Bahl, beklagten sich seit langer Zeit über schlechte Entlohnung, feine Gartenlauben"-Artikel. Er hat keine blaffe Ahnung von wodurch sie zugleich zu langer Arbeitszeit genötigt waren, denn dem Entwickelungsgang dieses Mannes. Ich kenne diese Schriften fie versuchten, durch Ueberstunden ihren Verdienst zu erhöhen. Bei und habe seinerzeit nachgewiesen, daß Mehring in seiner ersten einer Tagesarbeit von 10 Stunden erhielten sie 40 Bf. Lohn pro Periode überhaupt kein Sozialdemokrat war, sich in die wissenStunde. Für die sehr schwere Arbeit werden in anderen Speichern schaftliche Ideenwelt des Sozialismus noch nicht eingelebt hatte. längst 50 und 55 Pf. pro Stunde bezahlt, und die Arbeiter, welche Und da behauptet Rehbein mit der ganzen edlen Dreistigkeit des diesen Lohn erhalten, sind damit auch nicht mehr zufrieden. Die Die Parteigenoffen des 6. Berliner Reichstagswahlkreises, wechselt habe, und sie, wenn er nur könnte, auch noch zum dritten Ignoranten, daß Mehring zweimal seine Ueberzeugung geArbeiter der Firma Salomo wandten sich an ihre Organisation, Abteilung Moabit, hielten am Dienstag eine auch von Frauen zahl- Mal webfeln würde. Und das wagt über den schlechten Ton der den Handels- und Transportarbeiter- Verband, der sofort für die reich besuchte Vereinsversammlung bei Peters, Wiclefstraße, ab, in Radikalisten" zu zetern. Das wagt zu behaupten, Mehring habe Arbeiter eintrat und mit der Firma Unterhandlungen pflog. Herrn der Genosse H. Ströbel über:" Die Reichstagswahl und die den Ton der„ berfeinerten Rieberträchtigkeit" in die Salomos Erklärungen waren unbefriedigend und anscheinend Tattit der Partei" sprach. Der Redner entwidelte unter lebhaftem Parteibiskussion eingeführt! Und weiter behauptet Rehbein, seit darauf berechnet, die Entscheidung hinauszuziehen, bis die Situation Beifall der Versammlung seinen schon bekannten Standpunkt. für die Firma günftiger lag. Kurz entschlossen stellten daher die Dresden sei die altbewährte Taktik durch allerhand Dummheiten Arbeiter ihre Tätigteit ein. Sie fordern einen Stundenlohn von Wort, um unter großer Unruhe und heftigem Widerspruch der Ver- ignoriert er, um teck zu behaupten, die Befürworter der In der Diskussion nahm zunächst Genosse Rebbe in bas preisgegeben worden. Au meine tatsächlichen Ausführungen 55 Pf. für alle zurzeit im Betriebe beschäftigten Speicherarbeiter sammelten dem Referenten entgegenzutreten. Da Ströbel hier Massenstreifdiskussion hätten die Partei geschädigt. Nirgends stüßt fowie für Neueintretende, welche in Getreidespeichern beschäftigt einen derartigen Vortrag abgelesen, fehe er sich genötigt, die irrigen er sich auf eine Tatsache, auf eine Renntnis der Borgänge. waren; andere dagegen sollen zuerst 50 Pf. und nach vier Wochen Anschauungen desselben richtig zu stellen. Jezt nach der Wahl hat Er behauptet einfach das blaue vom Himmel herunter und 55 Pf. Stundenlohn erhalten. Die Arbeitszeit soll 10 Stunden be- man scheinbar die Schäden erkannt; nun frage er, warum bie wagt dann die Versammlung zu belehren: sehen Sie, Genossen, so tragen, bon morgens 6 bis abends 6 Uhr mit 2 Stunden Bause. Leuchten der Partei dies nicht vorher gekonnt haben? Man hat ein- liegen in 23irklichkeit die Dinge." Die Wahlrechtsdemonstra Ueberstunden sind möglichst einzuschränken und mit 10 Pf. Auf- fach erklärt, die Mitläufer seien wir, Gott sei Dant, los!" Die tion, diese imposante Kundgebung, die unsere Organisation und schlag zu bezahlen, Sonntagsarbeit mit 1 M. pro Stunde. Vor Mittel der Partei werden aber dazu aufgebracht, die Mitläufer auf- Bresse so außerordentlich gefördert, nennt er in seiner Bescheidenden hohen Festen ist 2 Stunden früher Feierabend ohne Lohn zuklären. Die Zahl der organisierten Genossen sei noch viel zu heit einen Demonstrationsrummel". Dann versucht er, ohne abzug. Die Streifenden rechnen darauf, daß der Zuzug fern flein, als daß man sich aufs hohe Pferd seßen tonne. Wenn Ströbel ben geringsten Anlaß, die Gewerkschaftler gegen die„ Radigehalten wird und erwarten von allen solidarisch fühlenden Kol- sage, die Partei habe keine Schuld an dem Ausfall der Wahl, so sei falisten" aufzuheben. Mich nennt er einen auptmuder". legen, daß keine Streitarbeit für die Firma Salomo übernommen das unwahr. Er bestreite auch, daß Braun an dem Standal von Warum? Weil ich, der natürlich keine Ahnung vom GewerkschaftsDresden die Schuld trage. Wer einen Blick hinter die Kulissen gewesen hat, während Rehbein aus einer gewaltigen Gewerkschaftsworfen habe, der urteile anders darüber. Wenn sich niemand ge- pragis ein profunder Sachkenner ist, seinerzeit die UeberGerade Mehring, der seine Ueberzeugung schon so oft ge- fampfschulung auch von den Gewerkschaften gefordert habe, wie sie traue, die Wahrheit auszusprechen, so habe er noch den Mut dazu. neutralität als eine Gefahr bezeichnet und eine Klassenwechselt habe, sei schuld an Dresden gewesen. M. habe die Partei durch den Mannheimer Parteitagsbeschluß unter Zustimmung aufs schärffte bekämpft und habe er die Ueberzeugung, daß derfelbe der Gewerkschaftsführer fast einstimmig für notwendig erklärt mehr haben wollen. Seit Mehring in der Partei sei, habe sich die Auftreten ebensowenig erbaut sein, wie die Versammlung, fie nur darum noch in der Partei sei, weil ihn die Bürgerlichen nicht worden ist. Freilich, die Gewerkschaftler werden von Rehbeins verfeinerte Niedertracht breit gemacht, die uns mehr schade, als werden sagen: Gott schüße uns vor solchen Freunden. alle sogenannten revisionistischen Angriffe. Dresden sei die altbewährte Tattik der Partei festgelegt; aber ge- den Herren" Literaten gesprochen habe, während ich doch selbst Ströbel sage, in( Lebhafter Beifall.) Rehbein hat es mir aufgemust, daß ich von rade nach Dresden find die verhängnisvollsten Neuerungen einge- dazu gehöre. Gewiß: aber unter den Herren" Literaten verstehe Wahr ist vielmehr, daß ein Vertrag angeboten wurde, in führt worden. Durch die Genossin Nol and Holst sei erst die ich eben diejenigen, die sich fortgesetzt über die Parteidisziplin welchem die Unterschrift des bekannten Reverses aufrecht er- Massenstreiffrage aufgeworfen und diese dadurch zur internatio- in der strupellosesten parteischädigendsten Weise hinwegsehen zu halten wurde und auf diesen Bassus bezog sich unsere vom Vornalen Heiligen der Sozialdemokratie erhoben. Auch Ströbel war dürfen glauben, während sie sich als Soldaten in die Organisation wärts" gebrachte Aeußerung:" Wenn wir einen solchen Vertrag einer der eifrigsten Anhänger der neuen Idee, von der so mancher einzugliedern und die Gegner zu bekämpfen hätten.( Beifall.) eingehen, wären wir wert, daß uns unsere Mitglieder mit einem Genosse glaubte, daß sie übermorgen schon Wirklichkeit werden Besonders hübsch macht sich bei Rehbein, dem Tadler der schlechten Knüttel totschlügen!" J. Schumacher. A. Strubelt." fönnte.( Lebhafter Widerspruch.) Wir haben dem Reichsverband Sitten der Radikalisten", sein Wort von dem erkünftelten" Wir haben wegen der damaligen Verhandlungen Erkundi dadurch die Waffen heuwagenweise geliefert. Die Art, wie die Radikalismus. Fände seine Tonart, feine Kampfmethode in der gungen eingezogen und uns wird bestätigt, daß der Vertrag von anderthalb Revisionisten bei uns bekämpft werden, sei alles andere, Bartei Nachahmung, so wäre das allerdings die Zerrüttung der vor zwei Jahren im wesentlichen dem jezigen Streifbruchbertrag wie vornehm; wie hungrige Raben fallen die Radikalen über jede Partei. der Hirsche entsprach. Im übrigen fonstatieren wir nur, daß auch Auslassung von jener Seite her.( Unruhe.) Wenn Bernstein, läufiger Genosse, um irgendwo Schule zu machen. Aber zum Glück ist denn doch Rehbein ein zu beis der vorliegende Vertrag die Unterschrift unter den Revers nicht Calmer oder Bernhard hier gesprochen hätten, so wären sie haben keinerlei Ursache, auf die Reichstagswahl mit kleinmütigem ausschließt. ebenso mit Beifall bedacht worden wie Ströbel oder sonst einer! Bedauern zurüdzubliden. Sorgen wir durch einmütige energische ( Anhaltende Unruhe.) Der radikale Ströbel hat von den Revisio Organisations- und Agitationsarbeit dafür, daß wir bei den nisten als den Herren Literaten gesprochen. Heute ist es allerdings nächsten Wahlen stärker und unerschütterlicher denn je dastehen! nicht schwer, radikal zu sein. Hätten wir ein Sozialistengeset, so( Lebhafter Beifall.) Gewerkschaften hat man beschimpft und Ströbel ist gerade der wäre wohl mancher Radikale von der Bildfläche verschwunden. Die Hauptmuder dabei gewesen.( Schlußrufe.) Die Genossen sollten sich lieber die Radikalen ansehen, denn deren Handlungsweise sei find es, die die Partei in Swiftigkeiten und Stänkereien hinein doch nur Komödie und Heuchelei. Gerade die radikalen Literaten führen.( Ironischer Beifall.) Seien wir nicht optimistisch, sondern überlegen wir, was uns am dienlichsten ist. überlegen wir, was uns am dienlichsten ist. Die Herren vom Metallarbeiter- Gewerkverein haben den Wunsch, noch einmal in unserem Blatte bestätigt zu finden, daß fie durchaus auf einer Stufe mit den Gelben" stehen. Sie schiden uns folgende Berichtigung": " Es ist unwahr, daß dem Metallarbeiter- Verband und Gewerkverein vor 1½ Jahren ein solcher Vertrag, wie er jetzt zwischen der Vereinigung der Berliner Metallwaren- Fabrikanten und dem Gewerkverein der Deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter abgeschlossen ist, angeboten wurde. Antwort: Deutsches Reich. Mit Ströbels Weil Calwers und Wir lichen Bemerkung, doch gingen seine Worte bei der großen Unruhe Genosse Rehbein meldete sich zum Schluß noch zur persön vollständig verloren. Rehbeinschen Ausführungen bemächtigt. Die Deutsche TagesInzwischen hat sich die bürgerliche Presse schon eilfertig der zeitung" knüpft an den Bericht die Bemerkung:" Armer Rehbein, wie wird es Dir ergehen!" Die Frage ist so albern, wie möglich. aufkommen zu lassen, die bei der bekannten Art unserer Gegner um aber in Zukunft aus diesem Anlaß keine Geschichtsfälschungen zu erwarten sind, wollen wir bei dieser Gelegenheit vorbeugend feststellen, daß der Genosse Rebbe in Ende voriger Woche vor seiner Rebe im sechsten Streise aus seiner Tätigkeit als Berichterstatter des„ Vorwärts" ausgeschieden ist. also Unter der sonderbaren Ueberschrift Berichtigung" glaubt Ge nosse Broh in unserem Blatte folgenden Schmerzensschrei unterbringen zu fönnen: " In der Diskussion im ersten Kreis habe ich nicht gesagt, ich fei bielfach misverstanden worden. Vielmehr habe ich nur ein Mißverstehen auf feiten eines Redners bemängelt, indem ich herborhob, daß ich nicht die positive Arbeit der Partei, sondern nur das pseudo- revolutionäre Getue gewisser Kreise verurteile. Jm übrigen muß ich es dem Kundigen selbst überlassen, sich aus den Superlativen und der tendenziösen Darstellung des Reporters, ber sich viel zu durchsichtig zum Bensor über meine revisionistische Schwachtöpfigkeit aufgespielt hat, ein zutreffendes Bild von der Diskussion zu machen. J. Broh. Wir haben unserem Berichterstatter die Zensur des Genoffen Die Bewegung der Schneider. Der Zentralverband der Schneider hat unter dem Datum vom 18. März an den Arbeitgeberverband in München folgendes Schreiben gerichtet: Wir bestätigen hiermit den Empfang Ihrer Zuschrift vom 16. d. M. Danach sollen, laut Beschluß Ihrer in München stattgehabten Konferenz, die Verhandlungen über Ihre mit Lohn Bewegungen bedachten Ortsgruppen nur zwischen Ihnen und uns erfolgen. Wir möchten Sie daher freundlichst ersuchen, uns geeignete Vorschläge machen zu wollen, die zu einer Verständigung bezw. Regelung der Differenzen führen können. So lange uns fachlich gehaltenen Vortrag Ströbels gar nicht passen, waren offenbar Ledebour: Die Ausführungen Rehbeins, die auf den ganz feine Vorschläge von Ihnen vorliegen, tönnen wir uns auch nicht darauf berechnet, die Gewerkschaften gegen die sozialdemokratische dazu äußern." Darauf erhielt der Verband aus München die nachfolgende Bartei zu verheizen. Es sei eine völlig wahrheitswidrige Behauptung Stebbeins, bag Ströbel die Gewerfichaften beschimpft habe. Wenn " Ihr Schreiben vom 18. cr. gelangte in unferen Besitz und übrigens Rehbein sich über die Art beklage, wie der Revisionismus be teilen wir Ihnen hierauf mit, daß die bestehenden Differenzen nur im Munde eines Mannes, der sich nicht scheue, eine ganze Anzahl fämpft worden fei, so nehme ein solcher Vorwurf sich höchst wunderbar aus dann geregelt werden können, wenn Sie bereit sind, die von von Genoffen bloß, weil ihm deren Ansichten nicht paffen, als noch nachzutragen, daß außer den angeführten vier Vereins- und Zu dem Bericht aus dem dritten Wahlkreise werden wir gebeten unferen Ortsgruppen Ihren Filialen überreichten erhöhten Tarife mit uns nach unserem neuen Tarifvertrags- Schema festzulegen. Heuchter zu verdächtigen. Da höre die Möglichkeit einer Ber- vier Sonntagsversammlungen, noch fünf Generalversammlungen Wir sind hieran durch unseren Konferenzbeschluß gebunden und ständigung auf. Wir könnten indes mit völligem Gleichmut dem Treiben und fünf Bezirksführerkonferenzen stattfanden. Die Zahl der bemerken Ihnen des weiteren, daß falls in dieser Woche die Rebbeing zusehen, da man zu den Genossen das Zutrauen haben agitationsversammlungen betrug nicht 24, wie es infolge eines schwebende Differenz noch nicht beigelegt sein sollte, für die nächste dürfe, daß sie Rehbeins Berbegungen und Berleumdungen überall ebenso Druckfehlers heißt, sondern 34. abbligen lassen würden wie in dieser Versammlung. Woche der Hauptvorstand zwecks Beschlußfassung weiterer Maß- Ausführungen sei er im wesentlichen einverstanden. Was Calwer nahmen zusammentritt." Der Konfektionär" schreibt heute, daß diese Sigung des Arbeit- und Bernstein anbetrifft, so machten Bernsteins Angriffe auf die geberverbandes am Dienstag, den 26. März in München stattfinden aktit der Partei unmittelbar nach den Wahlen infofern einen noch foll und daß es dann sehr wahrscheinlich zu einer General peinlicheren Eindruck als die Calwers, als Bernstein in der letzten aussperrung fommt, was bedeuten würde, daß wenigstens Legislaturperiode dem Reichstag bis zum Schluß angehört habe, 25 000 Arbeiter ausgesperrt werden würden, die pro Woche 350 000 ohne gegen die von der Fraktion eingenommene Haltung in der Mart beanspruchen. Ganz so schlimm ist es nun nicht, da der Kolonialpolitik Einspruch zu erheben, während er nach den Arbeitgeberverband mit seiner Organisation, selbst wenn alles flappt, Bekämpfung der kapitalistischen Kolonialpolitik der Dernburgschen Wahlen sofort durch Angriffe auf die sozialdemokratische höchstens 15 000 der Mitglieder des Schneiderverbandes auf die stolonialpropaganda zu Hülfe gekommen sei. Straße segen tann, während fie 23 000 unserer Mitglieder mit Bernsteins Ausführungen jetzt schon im Reichstag von den Gegnern ihrem Verbande nichts anhaben können. Hinzu kommt, daß die Arbeitgeber sich bezüglich der Dauer der Aussperrung gründlich ver- gegen uns ausgenügt werden und später, wie Herr Bassermann rechnen werden und sich gerade jetzt in der Hochsaison mit ihren als Waffe zur Bekämpfung der Sozialdemokratie verwandt werden obendrein ausdrücklich angekündigt habe, mit besonderer Vorliebe Beschlüssen ins eigene Fleisch schneiden würden. Sowie die Witterung follten, sei es unbedingt nötig, jene Angriffe auf unsere Taftit Broh vorgelegt. Er gesteht zu, daß sein Bericht unvollkommen sei. etwas zum Beffern umschlägt, sind selbst bei normaler Leistung der etwas zum Bessern umschlägt, sind selbst bei normaler Leistung der in der Presse gründlich zu widerlegen, damit die Genossen Aber den lächerlichen Eindruck objektiv zu schildern, den die Arbeiter nicht einmal die Aufträge der Kundschaft zu befriedigen. überall den mit Calmerichen und Bernsteinschen Waffen kämpfenden Ausführungen des Genoffen Brob auf die, wie er ja selbst sagt, Die nichtaussperrenden Arbeitgeber und die Konfektionäre find in diesem Kampfe also die lachenden Dritten. Gegnern entgegentreten fönnten. Wohl sei es das Recht Bernsteins intelleftuell höher stehenden Leute im ersten Kreise machten, dazu und Calwers wie jedes anderen Parteigenossen, durch wissenschaftlich reiche die Feder des besten Stilfünstlers nicht aus. gehaltene Artikel auf Henderungen des Programms oder der Taftit der Partei hinzuarbeiten. Wenn aber ein Parteigenoffe in solchen Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub Safenelever". wesentlichen Fragen, die zurzeit im Vordergrunde des öffentlichen Freitag, den 22. März, abends 8% Uhr, bei Storff, Elisabethkirchstr. 18: Stampfes stehen, der Partei entgegenwirken wolle, so fei es Sigung. Gäste willkommen. mindestens doch ein Gebot des Tattes, daß er sich nicht als Kandidat für den Reichstag aufstellen lasse, ehe er nicht die Partei für seine abweichende Ansicht gewonnen habe. Denn das Amt eines Reichstagsabgeordneten sei nicht bloß eine Ehre und ein Recht, sondern lege auch dem Inhaber die Verpflichtung auf, die Partei im Sinne der Parteitagsbeschlüsse im Wahlkampfe wie Die erpresserischen Taten eines Schußmannes beschäftigten im Reichstage den Feinden gegenüber zu vertreten. Sonst werde gestern die erste Straflammer des Landgerichts II. unter Vorsitz des die Einheitlichkeit der Parteiaktion in unheilvoller Weise gestört. Landgerichtsrats ellwig. Aus der Untersuchungshaft wurde der Schippel habe schließlich in durchaus richtiger Weise diese Konfequens 30jährige Schumann Ludwig Parnau vorgeführt, der be aus seiner abweichenden Stellung zur Schutzzollfrage gezogen. schuldigt wurde, in Schöneberg und Berlin im Oktober und Noa Calwer und Bernstein hätten ebenso handeln müssen.( Lebhafter bember 1906 in zwei Fällen Erpressungen versucht zu Die Lage im Hamburger Hafen. Beifall.) haben. Dem Angeklagten war bekannt, daß ein Herr St. Homos Hamburg, 21. März.( Privattelegramm des„ Vorwärts".) Heute noch viele Mitläufer in der Partei haben. Mancher lerne eben nie verlangte darin eine Summe Gelbes, die in einer bestimmten Frist Vieth: Rehbeins Ausführungen haben bewiesen, daß wir feguelle Neigungen hatte. Er schrieb nun an R. einen Brief und find mit Dampfer Lincoln" wieder 200 Engländer gebracht worden, etwas hinzu. Wenn unsere Hoffnung auf Vermehrung unserer gezahlt werden follte, widrigenfalls er ihn in dem Hause, wo er wovon jeboch einige schon wieder auf der Rückreise begriffen find, Mandate nicht erfüllt ist, so liege dies nicht daran, daß Mitläufer wohnt, bei allen seinen Bekannten und in der Presse nach Kräften andere aber die Arbeit verweigert haben. Es befinden sich zur Zeit vor den Kopf gestoßen wurden oder wir in Kolonialfragen nicht den blamieren würde. Der Coup gelang ihm aber nicht. Es wurde von 1941 englische Streitbrecher in Hamburg. Die Arbeit häuft sich richtigen Weg gegangen wären, auch nicht daran, daß die Intellet- der Kriminalpolizei auf dem von dem Angeklagten in dem Brief immer mehr und die große Kalamität wird selbst von den tuellen nicht genügend berücksichtigt würden, sondern an der bezeichneten Bostamt 30 in der Neuen Winterfeldtstraße ein fingierter Reedern zugegeben. Die Hamburg Amerika Linie hat allein schmutzigen Stampfesweise der Gegner und der Furcht vor der So. Brief hinterlegt und das Bostamt selbst unter Beobachtung gestellt. 29 große Dampfer im Hafen, davon sind 18 voll beladen. Auch zialdemokratie. Aus feiner Stenntnis als tätiger Parteigenosse wisse Als der Angeklagte den Brief abholen wollte, wurde er festgenommen. viele andere Schiffe liegen voll beladen im Hafen. Heute abend er, daß der Vorwärts" von den Arbeitern mit Genugtuung ge- Es wurde dann noch ein zweiter Fall ermittelt, in dem der Anhat Ballin in der linken bürgerlichen Bresse eine Erklärung ab- lesen werde, er möchte bitten, die Worte unseres alten Liebknecht zu geklagte schon einige Zeit borber einen gleichen erprefferischen Verfuch beherzigen: Unsere Hauptaufgabe ist, zu agitieren und zu orga- gemacht haben soll. Er richtete, wie die Auflage behauptet, an eine gegeben, in welcher er auf die Ursachen des Streits eingeht und sich nisieren. Frau St., über welche freundliche Hausbewohnerinnen allerlei Klatsch folgendermaßen äußert: Ströbel: Rehbein meinte, die Calwer und Bernhard seien verbreitet hatten, einen Brief und drohte ihr darin mit einer Anzeige Die Ausgesperrten müssen mit allen Mitteln niedergerungen abgenagte Knochen", die man mit drei Zeilen abtun könne. Nach bei der Staatsanwaltschaft, falls er nicht bis zu einem bestimmten werden. Es hoffe binnen acht Tagen 6000 fremde Arbeiter hier zu diesem Rezept wäre an den kahlen Knochen Rehbeins überhaupt Termin 80 M. poftlagernd nach dem Bostamt 29 geschicht erhalte. haben, toste es, was es wolle. Lieber ein Ende mit Schreden, als fein Wort zu verschwenden. Rehbein begann seine unglaublichen Frau St. fchickte aber fein Geld, sondern einen Brief mit Zeitungs ein Schreden ohne Ende. Die Arbeitskraft der Hafenarbeiter müffe Ausführungen mit einer Bemerkung, die seine Methode sofort papier. Diefer Brief wurde von einem 12 jährigen Knaben abgeholt intensiv ausgenutzt werden, weil die Hafenanlagen zu klein seien. charakterisiert. Er warf mir vor, meinen Vortrag abgelesen" und einem an der gegenüberliegenden Straßenecke wartenden Manne zu haben. Er, der sich mit seiner Erfahrung als Versammlungs- ausgehändigt. Dieser Mann soll der Angeklagte sein. Die Beweis berichterstatter brüstet, weiß ganz genau, daß ein Referat durch aufnahme lieferte aber für diesen Fall keine hinreichende lleber forgfältige Vorbereitung nur gewinnt. Er weiß ebenso genau, daß führung. Das Gericht hielt den Angeklagten deshalb nur in dem ich ohne jede Notis so lange sprechen fann, als es meine förperliche Falle des Herrn. für überführt und verurteilte ihn zu Jahr Ausdauer nur immer geftattet. Das ist die noble Kampfesweise 3 Monaten Gefängnis. Von den Schneidermeistern haben 14 die Forderungen der Gehülfen bewilligt. Dagegen mußten die Gehülfen bei noch einer Firma aufhören, so daß die Zahl der Ausständigen bezt. Ausgesperrten jetzt immer noch über 150 beträgt. Eine überfüllte Bersammlung der Schneider in Frantfurt a. M. beschloß, einen Extrabeitrag von 1 M. pro Woche zu erheben. Die Verfammlung erkennt in dem diftatorischen Vorgehen der Arbeitgeberorganisationen lediglich eine Aufrollung der Machtfrage, zu dem Zweck, ihre Organisation lahmzulegen. Die Anwesenden erklären sich mit den zum Stampfe getriebenen Kollegen solidarisch und sichern diesen ihre weitgehendste Unterstützung zu. Hedorah Hustand.no → Daran wären doch aber nicht die Needer schuld. Die Gefangenhaltung der fremden Arbeiter auf den Schiffen rechtfertigt er damit, daß er befürchte, wenn er die Arbeiter an Land biefe allen Soilanen und Angriffen ausgefest feien. Er ließ Li " Gerichts- Zeitung. Schuhmann als Erpresser. 000000 Lebensmittel.000 Soweit der Vorrat reicht. Weizenmehl 00 2 Pfund 30, 5 Pfund 73Pt. Kaiser Auszugmehl 2 Pfund 35, 5 Pfund 85 Pf. ff. Auszugmehl Rosinen Sultan- Rosinen 5 Pfund 1.00 Pfund 50P Pfund 65 Pf. Cervel... Salamiwurst Ptd. 1.25 Plockwurst Pfund 1.10 1.10 Freitag, Sonnabend Corinthen Citronat Pfund 40 Pf. Pfund 80PL Süsse od. bittere Mandeln Pfund 1.20 Backe bequem fertige Kuchenmasse Pfund 48 P Doktor Oetkers Backpulver& Packete 25 Pf. Kassler Rippespeer Pfund 85Pt. ff. Leberwurst Frische Weintrauben Pfand 1.00 Verkauf nicht an Wiederverkäufer. Brat- od. Bismarckheringe Dose 45 PL Sardinen Marke„ Amieux frères" Sardinen 1 Dose 90PL % Dose 35, 45 Pt. Glas 24 Pr Dose 38 PL/ Dose 65 PL Sardinen oder Anchovis Krabben Mettwurst nach Braunschw. Art, Pfand 1.00 Rot- od. Zwiebelleberwurst PM. 55 PL Pfund 85 Pt. Obermoseler Flasche 50PL Moselblümchen Flasche 55P Bretzenheimer Herxheimer Zeltinger Flasche 65Pt. Laubenheimer Lieserer Flasche 85 PL Niersteiner Trabener Flasche 1.05 Winzenheimer Flasche 60Pt. Medoc Cantenac Flasche 70 Pt. Med. St. Estéphe Flasche 80Pt. Flasche 85 Pf. Med. Margaux Flasche 1.00 Flasche 1.05 Chateau Larose Flasche 1.25 Flasche 1.25 Chateau Libarde Flasche 1.40 Flasche 1.50 Dutzend 35, 45PM. Apfelsinen 30, 38, 50P. Blut- Apfelsinen Blut- Apfelsinen Dtz. 60 Pf.| Citronen Dutzend Original- Kiste zirka 150 Stück 7.00 A.Jandorf& C Spittelmarkt Belle Alliancestr. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Sonntag den 24. geöffnet von 12 bis 6 Uhr Teures Fleisch Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft ,, Nordsee" ( Größte Hochseefischerei- Gesellschaft Deutschlands.) billige Seefische!! Filiale: Berlin C. 2, Bahnhof Börse, Bogen 8–10. Bester Fleischersatz, schmackhaft u. durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! Große Fänge in lebendfrischer Ware täglich eintreffend! Zentral- Fernsprecher: Amt III No. 8804. FF Seefisch- Kochbücher gratis. Verkaufs- Niederlagen: Prinzenstr. 30 am Moritzplatz. Madaistr. 22 Landsbergerstr. 52-53 am Stuttgarter Platz. im Schlesischen Bahnhof. der Kurzen Straße gegenüber. 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Glode, Berlin. Drud u. Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 69. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Jaber sie besannen sich bald eines anderen. Die Leutnantsgüte mit schnödem Undant vergeltend, ließen sie den Schuhmann stehen und fuhren mit dem nächsten Straßenbahnwagen heim zu Muttern. Ja, Nieder- Schönhausen. Die Wahlvereinsversammlungen fo sind die Arbeiter! finden künftig nicht mehr im Hotel„ Wilhelmshof", Kaiser Wilhelmstraße, sondern im Etablissement Neu- Sarishof", Beuthstraße, statt. Ueber den Grund dieser Lokalveränderung werden die Wahlvereinsmitglieder am Sonntag durch Handzettel unterrichtet werden. Berliner Nachrichten. Freitag, 22. März 1907. Vorort- Nachrichten. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht gegen 2 Uhr hatte der 16. Zug in der Koloniestraße 14 zu tun, wo Bretter, Lumpen u. a. brannten. Heute früh um 7 Uhr wurde der erste Zug wegen eines Schornsteinbrandes nach der Landsbergerstraße 118 gerufen. In der Kaiserin Auguftaftr. 70 stand ein Teil des Dachstuhls mit der Schal Ein folgenschwerer Zusammenstoß im Straßenbahnbetriebe, bei dede in einer Waschküche in Flammen. Ferner hatte die Wehr noch welchem fünf Personen verlegt wurden, fand gestern Donnerstag einige fleinere Brände zu löschen. bormittag in der Schönhauser Allee statt. As der aus dem Motorwagen Nr. 1826 und dem Anhängewagen Nr. 844 bestehende Straßenbahnzug der Linie 48( Schönhauser Allee- Rigdorf) die Schönhauser Allee an der Buchholzerstraße kreuzte, bog aus der letteren ein Flaschenbierwagen der Bözowschen Brauerei, dessen Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Pferde dem Anschein nach scheu geworden waren, in die Schönhauser Der öffentlichen Sigung vom Mittwoch ging zunächst eine ge Einschränkung der Sonntagsruhe bei der Poft zu Ostern. Bei Allee ein und sauste mit voller Gewalt gegen die Seitenwand des Motor- heime Sigung voraus, die sich ungewöhnlich lange ausdehnte. In der Durchführung der Sonntagsruhe bei der Post wurde in Aussicht genommen, an Festtagen, wo zwei dienstfreie Tage zusammentreffen, waggons. Der Anprall erfolgte so heftig, daß die Vorderplattform der Hauptsache handelte es sich dabei um den Bericht des zur Vorausnahmsweise Bestellgänge für Briefe, Postanweisungen und unter zertrümmert, die Perronstügen zerbrochen, die rechte Seitenwand einsberatung der Wahl des Stadtbaurats für den Hochbau eingefegten Ausschusses. anderem auch Bakete an einem der beiden Tage einzurichten. Für gedrückt und selbst die Sigbank noch zertrümmert wurde. Fast die das bevorstehende Osterfest sind im Bezirk der kaiserlichen Oberposts sämtlichen Scheiben des Straßenbahnwagens zersplitterten. Die des Stadtbaurats vorgenommen. Nach Herstellung der Deffentlichkeit wurde zunächst die Wahl Von 59 abgegebenen direktion Berlin folgende besondere Maßnahmen in Aussicht ges Fahrgäste wurden von ihren Sigen geschleudert und durch Glas- Stimmen entfielen 42 auf Herrn Baurat Heinrich Seeling, nommen. Eine zweimalige Brief- und eine einmalige Geldbestellung splitter und Holztrümmer überschüttet. Verletzt wurden Kaufmann 14 auf Herrn Stadtbauinspektor Winterstein, 3 waren unbeschrieben. findet am Ostersonntag statt. Je eine Postbestellung wird am Kar- Krause, Dänenstraße 1, der Schnittwunden im Gesicht, Maurer- Ersterer ist somit gewählt. Das Gehalt war durch Gemeindefreitag und am Ostersonntag ausgeführt. meister Krüger, Stargarderstraße 3, der ebenfalls Schnittwunden beschluß auf 12 000 m. festgesezt, es wurde aber noch in derselben In der gestrigen Situng der Deputation für die städtischen Fach- und eine Kopfverlegung erlitten, Sekretär Schirmer, Schönhauser Sizung auf 15 000 M. erhöht! Gegen dies Verfahren er und Fortbildungsschulen wurde beschlossen, der Erweiterung des be- Allee 108, Bostassistent Bulsch, Schönhauser Allee 72, und Bostbote hoben unsere Parteigenossen Einspruch, einmal aus formellen und stehenden Weißnähe- Kursus an der städtischen Webeschule zuzu Alüsener, Schönholzerstr. 15, die Schnittwunden im Gesicht resp. an nämlich gleichzeitig eine Gehaltserhöhung des Baurats für den zweitens aus sachlichen Gründen. Die Gehaltserhöhung hatte stimmen. Die Mittel dazu sind von Firmen der Konfektionsbranche den Armen davongetragen hatten. Sämtliche Verunglückte erhielten Tiefbau zur Folge, obwohl dieser Herr erst vor wenigen Jahren zur Verfügung gestellt. Die versuchsweise Einführung von Kursen im Französischen und auf der Rettungswache in der Schönhauser Allee Verbände und eine Zulage von 3000 m. erhalten hatte. Der Protest unserer Fraktion Englischen an einer Fortbildungsschule für begabte Schüler und konnten sich dann nach ihren Wohnungen resp. Dienststellen begeben. blieb ohne Erfolg; die Gehaltserhöhungen wurden in namentSchülerinnen der I. und II. Klasse der Gemeindeschulen soll beim Der Führer des Brauereiwagens war auf den Straßendamm ge- licher Abstimmung mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemo Magistrat beantragt werden. schleudert worden, tam jedoch mit leichteren Kontusionen davon. An fraten genehmigt. Eigentlich sollte nach der Bauratswahl mit der Etatsberatung dem Flaschenbierwagen waren beide Achsen zertrümmert. Die AufDiesen Plan vereitelten aber die Freisinnigen, begonnen werden. räumungsarbeiten nahmen zirka zwanzig Minuten in Anspruch und die es für wichtiger hielten, zunächst eine persönliche Angelegenheit war während dieser Zeit der Verkehr in der Richtung nach dem von ganz untergeordneter Bedeutung zum Austrag zu bringen. Schönhauser Tor gesperrt. In einer früheren Sizung hatte der Stadtv. Dr. Spiegel Be schwerden darüber vorgebracht, daß die Qualität des von dem Städtischen Elektrizitätswerk gelieferten Stromes vielfach zu Unaufriedenheit und Klagen Veranlassung gab. Der Magistrat ist nun, wie es seine Pflicht war, den Beschwerden auf den Grund gegangen, und er bezeichnete in einer Mitteilung an die Versammlung als Ergebnis lich nicht zutreffend. Darob großes Geſchrei bei der Gruppe der feiner Prüfungen die Beschwerden des Stadtv. Spiegel als tatsächentschiedenen Freisinnigen, die in der Mitteilung des Magistrats eine persönliche Beleidigung erblickten und ihm sogar einen scharfen Tadel in Form einer Reſolution aussprechen wollten. Fast zwei Stunden janmerten und wehklagten die Herren Dr. Spiegel und Genossen, sie hatten offenbar gar kein Gefühl für das Lächerliche der Situation. Die Vertreter aller übrigen Fraktionen, fich energisch dagegen, daß die fostbare Beit der Versammlung durch so belanglose Dinge vergendet wird, aber es nutzte nichts, die Freisinnigen waren zu nervös erregt, um Vernunftgründen zugänglich zu ſein. werden. Beim Etat der Gasanstalten begründete Stadtv. Klid( Soz.) Gegen 1210 Uhr endlich konnte mit der Etatsberatung begonnen in eingehender Weise einen Antrag unserer Fraktion auf Herabsetzung der Gaspreise um 1 Pf. pro Kubikmeter. Die Mehrheit lehnte den Antrag debattelos ab, sie hielt es nicht einmal der Mühe für wert, ihre ablehnende Haltung zu motivieren. Aus der städtischen Schuldeputation. In der letzten Sitzung der städtischen Schuldeputation wurde beschlossen, die 8. Klassen in den Gemeindeschulen eine Stunde später als bisher, d. h. im Winter um 9 Uhr und im Sommer um 8 Uhr früh beginnen zu lassen, voraus gesetzt, daß die Einrichtung der fliegenden Klassen kein Hindernis für die Durchführung dieser Maßnahmen bieten. In Zukunft sollen nicht nur die jungen Lehrerinnen, sondern auch die jungen Lehrer an den Fachbildungskursen im Turnen im Winter teilnehmen. Ferner wurde beschloffen, ein Merkblatt bruden zu lassen, enthaltend Hinweise auf die Gefahren ber förper lichen Büchtigung, besonders bei nervösen und schwächlichen Kindern. Drei Kaufleute verschwunden. Die hiesige Polizeibehörde sucht gegenwärtig das Verschwinden dreier Kaufleute aufzuklären. Zunächst wird der Kaufmann Paul Tamborine, der bei seinen Eltern in der Schönebergerstraße 16 wohnte, vermißt. T. entfernte sich am vergangenen Montag von seinen Angehörigen und ist bis daß ihm ein Unglücksfall zugestoßen ist. Der Vermißte ist hellblond, her noch nicht wieder zu ihnen zurückgekehrt. Es wird vermutet, schlank und war mit dunklem Jadettanzug, schwarzem steifen Hut und Schnürstiefeln bekleidet. Ferner ist der Kaufmann Paul Nirgends in der Welt herrscht auf einem so fleinen Gebiete Müller aus der Schloßstraße 12 verschwunden. M. ist am 15. Februar wie dem von Groß- Berlin innerhalb der kommunalen Verwaltungen 1868 geboren. Er wird bereits seit dem 7. d. Mts. vermißt. Ob eine solche Verschiedenheit, wie zwischen Berlin und seinen 23 Bor- er sich selbst ein Leid angetan hat, oder vielleicht das Opfer eines orten und zwischen diesen. Verschieden sind die Steuern und Lasten, Verbrechens geworden ist, bedarf noch der Aufklärung. M. trug bei die Verkehrsverhältnisse, die Einrichtungen auf den Gebieten des seinem Fortgange einen grauen Jadettanzug mit der Firmenauf- Dr. Riel, Borchardt, Hirsch. Becker verwahrten Feuerlöschwesens, des Polizeiweſens, der öffentlichen Gesundheits- zeichnung F. Noad. Der dritte Vermißte ist der Kaufmann Mag pflege, des Rettungswesens, des Krankenhaus- und Armenwesens, Grün, aus der Gartenstraße in Salfberge. G. war erst seit kurzem des Unterrichts, der Versorgung mit Elektrizität, Gas, Wasser, verheiratet. Bor mehreren Tagen entfernte er sich von Frau und der öffentlichen Beleuchtung usw. Berlin hat gegenwärtig einen Kind und vergeblich harren die Verlassenen der Rückkehr des VerFlächeninhalt von rund 6350 Hektar, ist also die kleinste Großstadt, schwundenen. Daß sich G. ein Leid angetan hat, ist kaum anzu und wird von Köln, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, München, nehmen. Mannheim, Dresden und Leipzig hierin übertroffen. New York hat einen Flächeninhalt von 86 664 Hektar, ist also fast 15 mal fo umfangreich. Ein Todesfall, der noch der Aufklärung bedarf, beschäftigt die Polizei. In ihrer Wohnung in der Bergstraße 63 wurde gestern die Frau des Instrumentenmachers Karl Meyer tot aufgefunden. Das Polizei- Allmacht. Wenn die Polizei befiehlt, dann hat der Bürger Bimmer war dicht mit Leuchtgas angefüllt und der Tod war zweifelzu parieren wenn ein Schuhmann einen Streitposten von los durch Gasvergiftung eingetreten. Ob Frau M. nun das Opfer der Straße wegweist, dann hat besagter Streifposten gefälligst zu eines verhängnisvollen Unglüdsfalles geworden ist oder ob sie frei der Straße wegweist, dann hat besagter Streifposten gefälligst zu willig aus dem Leben geschieden ist, bedarf noch der Aufklärung. machen, daß er fortkommt. Das ist die Meinung der Polizei, und Die Leiche ist von der Polizei beschlagnahmt und zur Obduktion in Tag für Tag handelt sie danach. Wer aber an solche Allmacht des das Schauhaus eingeliefert worden. Schußmanns nicht glauben will, der wird aufgeschrieben und kriegt sein Strafmandat. Warunt? Ein Fuhrwerk mit Ladung im Werte von 3000 m. ist gestern Ei, ber§ 132 der polizeilichen in der Reichenbergerstraße gestohlen worden. Vor dem Hause Straßenordnung für Berlin sagt doch klar und deutlich:" Den Reichenbergerstraße 107 hatte ein Wagen der Speditionsfirma zur Erhaltung der Sicherheit, Bequemlichkeit, Neinlichkeit und Marzillier u. Co., Lüßowstraße 102 gehalten. Während der Kutscher Ruhe auf der öffentlichen Straße ergehenden Anordnungen Warenballen auf das Grundstück transportierte, wurde das mit zwei der Aufsichtsbeamten ist unbedingt Folge zu leisten." Nun braunen Pferden bespannte Gefährt gestohlen. Drei Ballen Gewebe sind freilich die„ Anordnungen der Aufsichtsbeamten", denen der hatten sich noch auf dem Wagen befunden. Bürger unbedingte Folge" zu leisten hat, keineswegs Durch einen Revolverschuß lebensgefährlich verlegt. Das leichtimmer dazu geeignet, auf der Straße die Erhaltung der wünschens- sinnige Umgehen mit der Schußwaffe hat gestern morgen wieder werten Sicherheit, Bequemlichkeit usw. zu fördern. Wenn ein Schutz- einen verhängnisvollen Unglücksfall herbeigeführt. Der 11jährige mann einen Streifposten, der keinen Menschen belästigt, von der Schüler Mar Lauer aus der Hochstraße 29 hatte während der AbStraße wegweist, so ist es eigentlich die Polizei selber, die die wesenheit der Mutter aus der Schublade den Revolver des Vaters Bequemlichkeit, Sicherheit und Ruhe beeinträchtigt. Und wenn gar um sich zu erschießen. Ohne daß der Knabe ahnte, daß die Waffe hervorgeholt und wollte einmal probieren, wie man anlegen müsse, ein harm- und ahnungsloser Passant von einem mißtrauischen geladen war, legte er den Revolver an die Stirn an und drüdte ab. Polizisten irrtümlich für einen Streitposten angesehen und als Ge frachte ein Schuß und getroffen stürzte der leichtsinnige Schüße solcher behandelt wird, dann ja, dann kann auch einem polizei- zu Boden. Die Kugel war ihm tief in den Kopf gedrungen. In frommsten Spießbürger die Galle überlaufen. Doch wird recht bedenklichem Zustande wurde L. nach der Königl. Klinik in der auch er als vorsichtiger Mann gut daran tun, fich Biegelstraße übergeführt. " Ein besseres Schicksal hatte die zum Etat der Armenverwaltung eingebrachte sozialdemokratische Resolution, die den Magistrat ersucht, das städtische Familienhaus so auszugestalten, daß auch ledige, obdachlose Personen darin Aufnahme finden. Diese Reſolution gelangte zur Annahme, ebenso die Resolution des Etatsausschusses, worin der Magistrat ersucht wird, zwecks Errichtung eines gemeinschaftlichen Asyls für Obdachlose mit den übrigen Gemeinden von Groß- Berlin in Verbindung zu treten. Gegen 11 Uhr wurde die weitere Etatsberatung auf nächsten Mittwoch vertagt. Schöneberg. Die Schöneberger Stadtverordneten traten am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sigung zusammen. Ein Antrag der Liberalen, die Bläge im Sigungssaale den einzelnen Fraktionen entsprechend neu zu verteilen, wurde nach längerer Debatte einem Ausschuß überwiesen. Desgleichen ein Antrag, worin der Magistrat ersucht wird, der Stadtverordneten- Versammlung eine Vorlage zu machen betreffend die Einrichtung einer Automobil- Omnibuslinie tragsteller hob hervor, daß diese Linie bereits einer Brivatgesellschaft Friedenauer Ortsteil- Behrenstraße" in städtischer Regie. Der Antonzessioniert worden sei, jedoch habe diese Gesellschaft von der Einrichtung Abstand genommen. Aus der Versammlung wurde noch ein weiterer Antrag gestellt, neben der genannten noch zwei weitere Linien einzurichten, und zwar vom Berliner Ortsteil und von der sogenannten " Insel" nach dem Innern Berlins. Die einstimmige leberweisung diefer Anträge an einen Ausschuß beweist, daß es der StadtWilmersdorf. bor der Allmacht selbst des irrenden Schutzmanns สน Sonderzüge nach Hannover- Köln werden u. a. wie folgt abbeugen und ihm schleunigst seine Rückseite zu zeigen. Denn gelassen werden: In den Nächten zum 28. und 29. März und 2. und verordnetenversammlung ernst damit ist, endlich einmal selbständig auch ein irrender Schutzmann glaubt nach§ 132 noch, unbe- 3. April ein Schnellzug mit Abteilwagen 1. bis 3. Klasse, ab Berlin vorzugehen. Um einem vielfach empfundenen Uebelstande abzuhelfen, bedingte Folge" fordern zu dürfen und es soll schon dagewesen Schlesischer Bahnhof 9.28 abends( an Hannover 1.40 nachts, an sein, daß er vor Gericht Recht behielt. Köln 7.08 früh); am 27. bis 30. März, 2. und 3. April ein D- Bug fchloß die Versammlung, neben dem Sigungsfaal für die StadtEin paar Arbeiter B. und N. haben kürzlich auf dem Hannover 3.49 nachmittags, an Köln 9.27 abends); am 28. und Beleuchtung im Saale verbessert und die Tribünen eine Vermehrung 1. bis 3. Stlaffe, ab Schlesischer Bahnhof 11.45 vormittags( an verordneten einen Erfrischungsraum einzurichten. Ebenso soll die Büschingplay ein Abenteuer dieser Art erlebt, das aber doch 30. März ein Schnellzug, ab Schlesischer Bahnhof 8.27 vormittags der Siggelegenheit erfahren. glimpflicher für sie endete. Sie tamen von der Arbeit und wollten( an Hannover 12.31 mittags, an Köln 6.38 abends). Ebenso vers Am Schlusse der Sizung entspann sich eine längere Debatte auf der Straßenbahn heimfahren. Nachdem sie eine Weile in der fehren in den Tagen vom 28. März bis 3. April in umgekehrter über die neue Hundesteuerordnung. Die Erhöhung der Nähe der Straßenbahn Haltestelle gewartet hatten, Richtung außerfahrplanmäßige Schnell- und Personenzüge. Steuer war bekanntlich in der vorigen Šizung einstimmig bewurden sie plöglich von einem dort umherstehenden Schutzschlossen worden. Von verschiedenen Seiten wurde für BauwächterGegen die Vernichtung des Grunewalds hat der Haus- und hunde völlige Steuerfreiheit verlangt. Die Erledigung der Anmann aufgefordert:„ Scheren Sie sich hier weg!" Der eine Grundbesitzerverein von Halensee und Umgegend in einer überaus gelegenheit mußte aber vertagt werden, da mittlerweile die Beder beiden Arbeiter antwortete: Das haben wir nicht nötig, start besuchten Versammlung einstimmig folgende Resolution ange- chlußunfähigkeit eingetreten war. wir warten hier auf einen Straßenbahnwagen." Auf ihre nommen: erstaunte Frage, was denn überhaupt los fei, erflärte der" In Anbetracht der widerspruchsvollen Erklärungen des OberBom Polizeipräsidenten nicht genehmigt wurde die zuerst beSchußmann: Hier ist ein Streit." Nun wußten sie landforstmeisters im Abgeordnetenhause und der Tatsache, daß die Bescheid. Ihr Versuch, die Nummer dieses übereifrigen Beamten Veräußerungen von Grunewaldgelände zu den verschiedensten absichtigte Linienführung der von Wilmersdorf geplanten Automobilfestzustellen, mißlang. Den einen fragte er:„ Sie sind wohl trant?" Sweden bis in die neueste Zeit ununterbrochen fortgedauert haben, omnibusse, da eine zu starke Belastung einzelner verkehrsreicher erklärt die Versammlung einmütig, daß nach ihrer Ansicht eine Straßenzüge daraus folgen würde, weshalb die Benutzung anderer und dem anderen fündigte er an: Sie können' was anderes ernste Gefahr für den Fortbestand des Waldes im jezigen Umfange weniger frequentierter Straßen verlangt wird. Die drei Berliner friegen." Beide fuhren schließlich nach Hause, da sie keine Lust besteht. Die Versammlung bedauert ferner, daß der Bevölkerung Linien sollen in der Linkſtraße bezw. Bellevuestraße und am hatten, fich lange mit dem Mann aufzuhalten. Am anderen Tage von Halensee wie überhaupt den Einwohnern Groß- Berlins durch Wilhelmsplay endigen. Die Polizeipräsidenten von Charlottenburg aber begaben B. und N. sich nach dem zuständigen Polizeibureau die andauernde Verkleinerung des Grunewaldes die Gelegenheit zu und trugen dort den Fall vor. Der Leutnant versprach ihnen, den aweddienlicher Erholung und Anregung verkürzt wird, und hofft, Beamten zu belehren und er nannte ihnen auch dessen Nummer. daß es den Anstrengungen Berlins und der Vororte gelingen wird, Die beiden Arbeiter saben hiernach die Sache als erledigt an. As ieder weiteren verderblichen Berkleinerung Einhalt zu tun." sie aber am nächstfolgenden Tage nach Feierabend wieder zu der. Abgestürzt. Am Mittwoch Abend war das 15jährige Dienstfelben Straßenbahn Haltestelle gingen, erblickten sie den Herrn mädchen Gertrud Lude im Hause Belleallianceplaz 9 damit be. Leutnant selber. Dieser winkte sich einen Schuhmann heran und schäftigt, die Fenster der Wohnung ihres Dienstherrn, des Cafétiers Teez, zu reinigen. Dabei ist es auf ein Fensterbrett getreten, abbefahl:„ Wenn die Herren in einer halben Stunde nicht geglitten und auf den Hof hinabgestürzt. Teek schaffte die Verunabgefahren sind, nehmen Sie sie mit ohne Erbarmen." Sprach's gludte mittels Droschte nach einer Klinik in der Neuenburger und empfahl fich; der Schutzmann aber blieb als getreuer Wächter Straße, wo man Brüche beider Arme konstatierte und auch innere zurück. B. und N. sahen einander verbuzzt an. Ja, was wollte Verlegungen für wahrscheinlich hält. И denn der Herr Leutnant nun wieder von ihnen? Vorgestern hatte Ein Baunnfall ereignete sich im Laufe des geftrigen Tages im wegen des Streiks es dem allmächtigen Schuhmann zu lange ge- Ban der Firma Held u. Franke, Mohrenstr. 58/54. Dort stürzte dauert, daß sie nur ein paar Minuten an der Haltestelle standen, heute beim Ausschalen der Deckenwölbung eine schwere Eisenstange aber wollte trotz des Streits der allmächtige Leutnant ihnen gütigst herunter und traf den im Kellergeschoß arbeitenden Maurer Sasse gestatten, eine halbe Stunde umherzustehen. Un so unglüdlich, daß derselbe mit einer schweren Kopfverletzung zu erforschlich sind doch die Ratschlüsse der Polizeiallmacht! B. und N. fammenbrach. überlegten, ob sie nicht von der freundlichen Erlaubnis Gebrauch Die Zeitungsspedition Borwärts", Wiesenstr. 41/42, befindet machen und die ihnen zugebilligte halbe Stunde abstehen sollten. sich jetzt in der Nazarethkirchstr. 49, Laden. und Schöneberg sowie der Amtsvorsteher von Wilmersdorf haben für ihre Gebiete die Konzessionserteilung genehmigt. Um mun die Autoomnibusse möglichst schnell einrichten zu können, werden jetzt andere Linienführungen ausgearbeitet; man hofft, den Betrieb noch in diesem Frühjahr aufnehmen zu können. Tempelhof. In der am Dienstag stattgehabten Generalversammlung bes Wahlvereins referierte Genosse Georg Davidsohn über: Was steht uns bevor?" Vor Eintritt in die Tagesordnung chrte die Ver sammlung durch Erheben von den Bläßen das Ableben des Genossen Gustav Weiß. Bur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen A. Thiel, die Versammlung einstimmig an, ebenso die vom Kreise vorgeschlagene Beetz und Budzinski delegiert. Die geplante Beitragserhöhung nahm Bezirkseinteilung. Zu stellvertretenden Bezirksführern wurden die Genossen Plättke und Günther bestätigt. Folgender Antrag soll der Kreisgeneralversammlung unterbreitet werden: den Vorwärts" am 1. Mai als Agitationsnummer herauszugeben. Die diesjährige Maifeier, welche im Lokale von Mokulys, Ber linerstr. 9, abgehalten wird, soll in Gestalt eines Vereinsvergnügens mit Tanz stattfinden. Aufgenommen wurden vier Genossen. Lichtenberg. Die Debatte bot noch manches Bemerkenswerte. Ihren der inzwischen wegen einer Knieverlegung für dauernd invalide Die Fortführung der Flachlinie der Hochbahn von der Höhepunkt bildete gestern die Rede des Herrn Cassel gegen die erklärt und jetzt Landwirt ist. Dem Angeklagten, deffen Bater Warschauerstraße nach Lichtenberger Gebiet ist gesichert. Die Ver- Wertzuwachssteuer und die Antwort des Oberbürgermeisters Major in Königsberg i. Pr. war, wurde zur Last gelegt, am 5. Dehandlungen des Gemeindeborstandes von Lichtenberg mit der Kirschner. ember v. J. in der schleswigschen Ortschaft Tarf den Mechaniter von Lichtenberg mit der Kirschner. Herr Cassel kämpfte wie ein Löwe, um die Dreßler aus Schleswig ein Auge aus dem Kopf geschlagen und ihm Direktion der Hoch- und Untergrundbahn haben dem Vernehmen Vorlage zu Fall zu bringen. Den Eindruck der Rede, mit mit einem Bierglase noch andere Verlegungen beigebracht zu haben. nach den Erfolg, daß mit Bustimmung der Verkehrsdeputation Berlins der Herr Kirschner vor acht Tagen die Vorlage verteidigt Leutnant Pauli war an jenem Tage von seinem Gute in die die Fortführung der Flachbahn von der Warschauerstraße zunächst über und das Steuerprojekt empfohlen hatte, suchte dieser Führer Stadt gekommen und hatte in der Petersenschen Gastwirtschaft in Rummelsburger Gebiet bis an die Juntstraße, dann die Scharn der hausagrarierfreundlichsten Fraktion, der Tarf eine Unterredung mit einem Baumaterialienhändler, die fich teberstraße, Gürtelstraße bis zum Treffpunkt der Frankfurter Chaussee Dorfstraße vorgesehen ist. Eine Weiterführung nach der Alten Rinken", möglichst abzuschwächen; aber der Erfolg um die Errichtung von Gebäuden auf seinem Gute drehte. Als sich Herzbergstraße ist vorläufig als unrentabel abgelehnt, doch soll ein blieb ihm versagt. All seine demagogischen Kunststückchen der Leutnant an den Tisch setzte, faßen außer dem ihm bekannten Anschluß mittels Umsteigebilletts in Aussicht stehen. Mit einer wandte er an, um das vom Magistrat vorgelegte Steuer- Baumaterialienhändler schon vier andere Beute an diesem, unter ihnen auch der Mechaniker Dreßler. Der Leutnant fragte diesen größeren Terraingesellschaft find seitens der Gemeinde Ber- projekt, für das vor allen die sozialdemokratische Fraktion über den Tisch hinweg wiederholt nach seinem Namen, worauf ihm handlungen angebahnt über den Ankauf eines großen Terrains, das geschlossen eintrete, der freisinnigen Mehrheit gründlich zu Dreßler schließlich eine Geschäftstarte überreichte. Der Leutnant der zukünftigen Stadt Lichtenberg einen Stadtpart" bieten soll. berefeln. Er jammerte, ein Gefühl des Mißmutes und der fnitterte diese jedoch zusammen und warf sie unter den Tisch. Die Generaldistuffion über den Voranschlag zum Haushaltsplan Erbitterung müsse die Grundbesiber beschleichen, wenn ihnen Gleich darauf fragte der Leutnant den Mechaniker nochmals nach pro 1907/08 gab den Rednern der beiden bürgerlichen Gruppen" in dieser Weise immer neue Lasten aufgepackt würden. Als seinem Namen, worauf dieser sich schließlich büdte, unter den Tisch Gelegenheit, ihrer Freude und ihrem Stolz Ausdruck zu geben, daß er mit der Erklärung schloß, er müsse dieses Projekt„ im griff und die zerknitterte Geschäftskarte wieder hervorholte, die er es gelungen fet, durch Serabjegung des Einkommensteuerzuschlages wohlverstandenen Interesse der Stadt.darauf vor dem Leutnant ausbreitete. " g Der Leutnant zerknitterte die Karte darauf nochmals, zerfette auf 100 Prozent Lichtenberg in die Reihe der„ bestituierten" Ge- gemeinde" ablehnen, antwortete ihm auf der Tribüne, fie und warf sie mit einer verächtlichen Handbewegung weg. Dieses meinden einrücken zu lassen. Nun müsse es gelten, den überlasteten allwo etliche hausagrarische Größen dem Ende des Kampfes Benehmen empörte die Tischgenossen. Der Mechaniker Dresler forGrundbesig" zu entlasten, die Grundbesizer brächen unter der entgegenharrten, begeistertes Händeklatschen. Das ließ sich berte den blutjungen Offizier darauf auf, doch vor die Tür hinausSteuerlaft zuſammen. Die angekündigte Wertzuwachsstener set denken! Oberbürgermeister Kirschner gab dem Schüßer zukommen, wo er sich mit diesem in einen Faustkampf einlaſſen eine neue Belastung usw. Unsere Parteigenossen ließen durch ihren der Hausagrarier zu verstehen, daß das Interesse der Stadt- wolle, da der Leutnant ihn, den Mechaniker, ja doch wohl nicht für Redner feinen Zweifel darüber aufkommen, daß diese sprunghafte Herabjegung der Steuerzuschläge nur erzwungen ist auf Kosten gemeinde besser von den Freunden der Werfzuwachssteuer ge- fatisfaftionsfähig helte. Als die Sache diese Wendung genommen notwendiger sozialer und hygienischer Einrichtungen. Er wies wahrt werde. Herr Kirschner wurde von Cassel und hatte, legten sich die übrigen Herren ins Mittel und der Streit unter anderem hin auf das Fehlen der Fortbildungsschule, der Bolts- seiner Clique fortgefest in so ungezogener Weise schien geschlichtet. In demselben Augenblick jedoch, als Dreßler sich babeanstalt, jeglicher öffentlicher Erholungsanlage und anderes mehr. durch 8 wischenrufe unterbrochen, daß er sich erhob, um sich zu verabschieden, ergriff der Leutnant das vor ihm stehende Bierglas und sching es dem Mechaniker mit solcher Gewalt Die„ Voltsschule" fei außerordentlich verbesserungsbedürftig, die das schließlich in sehr scharfem Tone verbat. Herr Cassel ins Gesicht, daß es zersplitterte und die ganze rechte Stopffeite zerArmenpflege sei unzureichend. Die Gemeindewerke, deren Getvinne selber liebt es sonst, in der Stadtverordnetenversammlung fleischte. Das Auge des Unglücklichen lief fofort aus. In rasendem allein etwa 85 Proz. der gesamten Einkommensteuer ausmachten, den Anstandslehrer zu spielen, wenn ein ihm unbequemer Schmerze versuchte der Mechaniker nunmehr auf den Leutnant einmüssen die in diesen Werken beschäftigten Arbeiter besserstellen, insbesondere die Bezahlung der Differenz zwischen Lohn und Kranten 3wischenruf ihn unterbricht. Und in der Agitation zu den zubringen, wurde jedoch hieran von den übrigen Gästen daran bergeld obligatorisch machen, noch zumal die Arbeiten erkrankter diesjährigen Reichstagswahlen war es ihm in seinen Wähler- hindert, die ihn vielmehr in ein Krankenhaus brachten. Im NebenGemeindearbeiter durch deren Arbeitskollegen ohne Entschädigung versammlungen ein ganz besonderes Vergnügen, sozial- zimmer saß die Mutter des Leutnants, die den Streit zum Teil mit versehen werden müssen. Die Betriebssteuer sowie die Bier demokratische Zwischenrufer mit all' feiner mit anhörte und statt ihren Sohn zur Vernunft zu bringen, diesen steuer feien zu verwerfen, deren Beseitigung anzustreben. Daß der Schnodderigkeit zurüdweisen zu können. Er hat die nach geschehener Tat noch beglückwünschte und ihm sagte, daß er durchaus richtig gehandelt habe. Auch damit war der Fall noch freifinnige" Redner der Besitzer" sich und feine Freunde als Beffion, die nun Herr Kirschner ihm erteilen mußte, reich nicht erledigt. Wenige Tage später sandte Leutnant Bauli dem wahre Förderer der Volksschule feierte und dabei betonte, daß feine lich verdient. Sehr viel stiller als er benahm sich übrigens bedauernswerten Mechaniker einen Arzt aus Tarf, der diesem eine Freunde erhoffen, wenn die Volksschulbildung eine bessere werde, diesmal sein Gesinnungsfreund Herr Rosenow, der Duellforderung überbrachte. Diese wurde damit begründet, daß der bei der Reichstagswahl 1907 begonnene Niedergang der Sozial: Führer der„ Neuen Linfen". Rosenow begnügte sich mit der der Mechaniker ihn aufgefordert hatte, mit ihm vor die Tür zu demokratie wesentlich beschleunigt werde, sei nur nebenbei erwähnt. Auch in der Rolle eines Freundes der Gemeinde- fleinlauten Erklärung, daß er mit den Seinen gegen die fommen. Darin liege eine Beleidigung, die nur durch ein Duell beamten nahm sich derselbe Herr genau so spaßig aus. Wertzuwachssteuer stimmen werde. Die Hausbesitzer, denen ausgelöscht werden könnte. Der Mechaniker lehnte die Forderung Die Privatbeamten ständen sich viel schlechter als die der Gemeinden, er sein Landtagsmandat verdankt, werden's nicht anders ab mit dem Hinweise darauf, daß der Leutnant seinerzeit auf eine es müsse der„ Schrauberei" der einzelnen Gemeinden endlich ein erwartet haben. Die Gemeindewähler dritter Abteilung, die fofortige Genugtuung verzichtet habe und nun nicht nachträglich Ende gemacht werden, dazu sei das Einschreiten der ihn noch einmal ins Stadtparlament entsandten, werden es mit einer solchen kommen könne. In der Verhandlung erklärte der Angeklagte, er habe nicht Aufsichtsinstangen anzurufen! Es ginge nicht an, daß ihm hoffentlich nicht vergessen. daran gedacht, seinem Gegner etwa ein Auge auszuschlagen. Aber Gemeinden noch höhere Gehälter als Kreis und Staat zahlten! Mit 65 Stimmen gegen 54 wurde der Einführung einer nach den in seinen Kreisen herrschenden Anschauungen habe er das Zum Schluß sei noch der Freundschaft gedacht, die derselbe Herr Wertzuwachssteuer grundsätzlich zugestimmt. Das Anerbieten Dreßlers, mit ihm vor die Tür zu kommen, so auffaffen den Terrainspekulanten entgegenbringt. Die Bauspekulanten erfüllen doch auch einen getvissen Bwed und tragen zum Teil zur Schicksal der Wertzuwachssteuer- Vorlage ist damit leider müffen, als wenn er von dem Mechaniker bereits geschlagen fei. Er Lösung der sozialen Frage bei!" Diesen Vertreter" feierte ein noch nicht entschieden; denn der Ausschuß, dem der fei nun einmal als Offizier erzogen und könne nicht anders han Berichterstatter als eleganten", ein unglaubliches Wissen bergenden Rest überwiesen wurde, wird sich alle Mühe geben, der beln. Die ihm anerzogenen Sitten saßen nun einmal feft in ihm, Redner! Auch in diesem Etat werden Forderungen verwirklicht, die Schlange die Giftzähne auszuziehen. Herr Wallach hatte kommando Mitteilung gemacht; dieses habe ihm das Bedenken aushatter habe von dem Vorfalle fofort feinem zuständigen Bezirks das stete Drängen unserer Genossen benötigten. Der Errichtung sich nach Kräften bemüht, das schon gestern zu erreichen. Wir geredet, daß der Mechaniker nicht fatisfattionsfähig sei, und nuneiner Rettungswache find 6000 m. gewidmet. Die Einrichtung müßten unsere Hausagrarier schlecht kennen, wenn sie die mehr habe er diefem die Duellforderung übersenden müssen. Das zweier Hülfsklassen für minderbegabte Kinder ist durch Einstellung aufs neue gewonnene Frist nicht doch noch zu ihrem Vorteil Kommando habe ausdrücklich gesagt:„ Wenn er Sie angefaßt hat, bon 4000 m. in den Etat gesichert. Der Beginn des Krankenhausbaues ist durch Einstellen der ersten Baurate von 100 000 m. in die auszunuzen verständen. Nähe gerückt. Mahlsdorf a. d. Ostbahn. " Gerichts- Zeitung. Zwei schwere Betriebsunfälle, ・ geht es gar nicht anders, als daß Sie ihn fordern." Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren, indem er die Tat als ein ungeheuerliches Roheitsverbrechen charakterisierte, für welches die Strafe um so schwerer ausfallen müsse, als man es mit einem den ersten Kreisen entstammenden Manne zu tun habe, dessen Erziehung und Taft ihn davon unter allen Umständen hätten abhalten müssen. Das Gericht er. fannte trotz der Feigheit der Tat nur auf 1½ Jahr Gefängnis, indem es die Möglichkeit zugab, daß der Angeklagte die ihm anerzogene militärische Ehre falsch verstanden habe. Jedenfalls müsse es von der Hand gewiesen werden, daß die Tat mit diesen militärischen Ehrenkränkungen irgendwie in Einklang zu bringen fei. Und da fomme noch jemand und bestreite, daß Deutschland un die Anschauung seiner Offiziere in der Welt beneidet werde. Vermischtes. Dem hiesigen Wahlverein, dessen Mitgliederzahl im verflossenen Jahre in so erfreulicher Weise gestiegen ist, erwächst jetzt durch eine beständige Bunahme der Einwohnerzahl namentlich in der bei denen zwei in den besten Lebensjahren stehende Arbeiter in der Kolonie Rietemal ein reiches und hoffentlich auch dankbares Feld Ausübung ihres Berufes um das Leben tamen, hatten gestern vor feiner Agitationstätigkeit. Am Sonntag, den 17. März, folgte der den Straflammern des Landgerichts II ein gerichtliches Nachspiel. am Vormittag stattgefundenen Verbreitung einer Agitationsbroschüre Bei dem Bau des neuen Wasserwertes der Stadt Köpenick er am Abend eine öffentliche Versammlung im Lotal Heidekrug- Stiefemal, eignete sich am 24. Februar v. J. ein schwerer Unfall. Am Fuße in der Genosse W. Düwell über„ Die Ziele der Sozialdemokratie" der Müggelberge, in der Nähe der Bismarckwarte wurden anfangs referierte. Der Redner machte, bezugnehmend auf den Aus- vorigen Jahres verschiedene Tiefbrunnen gebohrt. Die Bauausführung fall der Reichstagswahl, in feinem beifällig aufgenommenen war von der Firma Friedrich b. Hoff im Submissionswege über Referat den Anwesenden flar, daß die Ziele der Sozial- nommen worden. Zweds Herstellung der Tiefbrunnen mußte demokratie nicht genügend bekannt sind, andernfalls würde der eine Grube ausgeschachtet werden, die bis zu dem Grundwasserspiegel Reichslügenverband mit seinen Verleumdungen gar nichts erzielen. führte. Infolge mangelnder Aufsicht unterließen es die Arbeiter, Dem kleinen Unternehmer und Landwirt, dem sogenannten Mittel- diese Gruben, wie es gefeßlich vorgeschrieben ist, sobald sie die Tiefe stand, müßte flargemacht werden, daß die sozialistische Gesellschaft von 11% Meter erreicht hatten, durch das Einführen von weiten Beim Rettungsmanöver ertrunken. Während eines Dampferihnen allen eine größere Anteilnahme an den Kulturgütern garantiere. Röhren abzusteifen, um einer Einsturzgefahr vorzubeugen. Mehrere manövers im Lindauer Hafen im Bodensee schlug ein Rettungsboot Genosse Düwell machte zum Schluß jedem Genossen zur Pflicht, in dieser zirfa sechs Meter tiefen Gruben waren ohne einen Unfall diesem Sinne für Aufklärung zu wirken. In der Diskussion schloß ausgeführt worden, erst als der 20jährige Arbeiter Gohdes die letzte um. Ein bayerischer Matrose ertrant. fich Genoffe Dertel den Ausführungen des Referenten an und forderte Grube ausschachtete, ereignete sich ein entsetzlicher Unfall. Die Erd- Erneute Schneefälle sind seit borgestern in Nordtirol niederzum Eintritt in die Parteiorganisation auf, um mitzuwirken an der massen gaben plöglich nach und begruben den unten arbeitenden Gohdes. gegangen. Bei Steinach, bei Rematen, im Oberinntal und im LechErringung des großen Bieles, das sich die Sozialdemokratie gestedt Ghe Sülfe herbeieilte, war der Unglückliche erftidt. Die Staats- tal find zahlreiche Lawinenstürze borgekommen. Viele Dorfschulen hat:" Die Menschheit zu erlösen bom Joch des Kapitalismus." anwaltschaft beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit und find geschlossen worden, weil die Wege nicht paffierbar sind. Aus leitete ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den mehreren Orten Südtirols werden orfanartige Südwinde gemeldet. Spandau. Bauführer Dnten und den Schachtmeister Fuchs ein, die sich Bawinenstürze. Der Verkehr zivischen Langen und Bludenz ist, Der Beschluß der Spandauer Genossen, gegen die Lokalinhaber gestern bor der ersten Straffammer des Landgerichts II verantworten wie aus Innsbruck gemeldet wird, abermals durch Lawinenstürze borzugen, die zwar die Arbeiter ganz gern als Gäste sehen, fich mußten. Der Sachverständige Architekt St a l'bit begutachtete, daß unterbrochen. Bei Hinterberg wurden zwei Bahnarbeiter durch eine aber weigern, der stärksten Partei am Orte ihre Lotalitäten zu Ber eine gröbliche Nachlässigkeit darin bestanden habe, daß es unterlassen Lawine verschüttet; einer wurde lebensgefährlich und der andere fammlungen zur Verfügung zu stellen, hat die bürgerlichen Blätter fei, die Gruben schon von einer Tiefe bon 1 Weter ab durch schwer verlegt. Infolge des vorgestern abend eingetretenen am Drte, insbesondere das Spandauer Tageblatt", in helle Ent- Röhren abzusteifen. Für den Angeklagten Onken machte die Ver- Witterungsumschlages sind die Wegräumungsarbeiten wegen der rüstung bersetzt. Es wird die höchste Zeit, gegen ein solches Ge- teidigung geltend, daß diesem fein Vorwurf einer pflichtwidrigen Lawinengefahr eingestellt. Bei Klösterle ging ebenfalls eine Lawine baren mit allen gesetzlich erlaubten Witteln vorzugehen und diese Nachlässigkeit gemacht werden könne, da er als einziger tech- nieder, wodurch der Verkehr eine große Störung erleidet. Gesellschaft in ihre Grenzen zurückzuweisen", also geifert das Blatt nischer Aufsichtsbeamter an brei weit auseinander liegenden Mit einem großen Diebstahl beschäftigt sich die Pariser Polizei. gegen die Sozialdemokratie. Doch es bemerkt auch, daß hinter dem Baustellen zu tun gehabt habe. Staatsanwaltschafts Rat Kühne Es handelt sich um die Entwendung eines Wertbriefbeutels, der Beschluß eine große Anzahl„ berkappter Helfershelfer" der fgl. Institute hielt bei beiden Angeklagten eine Nachlässigkeit für vorliegend und Geldsendungen in Höhe von 2 Millionen Frant enthielt. Es ist ständen, was aus der Stimmenzahl der sozialdemokratischen Reichs- beantragte gegen Onten sechs Wochen, gegen Fuchs drei Monate noch nicht festgestellt, ob der Briefbeutel auf der Fahrt zwischen tagswähler flar hervorgehe. Daß das Blatt diese Arbeiter am Gefängnis. Die Straftammer sprach Onten frei und er- New York und Habre ober bei der Ankunft in Havre entwendet liebsten brotlos sähe, versteht sich bei dem Charakter desselben von fannte gegen Fuchs auf einen Monat Gefängnis. worden ist. Die Polizei verhaftete einen verdächtigen Mann, der selbst. Bezeichnend ist es jedoch, daß der Kostgänger" des Reichs- Einen entsetzlichen Tod fand am 3. Juni v. J. der in den eine Summe von 210 000 Fr. bei sich trug, fich darüber aber nicht berbandes auffordert, einmal gründlich hineinzuleuchten in die Berliner Vororts- Elektrizitätswerken in Steglis angestellte Arbeiter ausweisen konnte. töniglichen Inftitute, wo die verkappten Genossen" zu finden find. Schüler. An jenem Tage sollte in dem Maschinenhaus ein großes Unvorsichtig in der Wahl des Opfers. Das Zivilgericht in Zum Schluß wird den Saalbefizern der Rat erteilt, jeben llebergriff Reservoir repariert werden, in dem das Kondenswaffer aufgefangen Caen( Frankreich) verurteilte den Grafen de Noailles, durch dessen der Sozialdemokraten dem Staatsanwalt anzuzeigen. und später wieder den Kesseln zugeführt wird. Da dieses Reservoir Die offene und versteckte Denunziation hätte das Blatt fich sparen sehr verfchmugt war, wurde der Arbeiter Schiller mit der Reinigung Automobil in Villers- fur- Mer der Oberstleutnant Croizot getötet Ft. tönnen; unsere Genossen werden den Kampf so führen, daß für das beauftragt. Während. S. in bem mehrere Meter tiefen Baffin worden war, zur Zahlung einer Schadenerfassumme von 200 000 r. " Spandauer Tageblatt" feine Polizeidienste übrig bleiben. arbeitete, wurden von unbekannter Hanb bie Hähne der Kondenstöpfe an die Hinterbliebenen des verstorbenen Oberstleutnants. Wenn geöffnet, so daß der überhigte Dampf und siebendes Waffer mit großer der Herr Graf einen Arbeiter totgefahren, wäre ihm die Geschichte Potsdam. Gewalt in das Reservoir strönite. Schüler fand einen qualvollen billiger gekommen. In einer öffentlichen Versammlung referterte am 18. März Tod durch Verbrühen, da er sich nicht mehr vor den Dampfmassen Der Suezkanal gesperrt. Der Holländische Postdampfer„ Rindiani" Gen. Dittmer Berlin über die Bedeutung dieses Tages. Hierbei retten konnte. Für diesen Unfall wurde erst der Werkmeister Weinert ist im Suezkanal auf Grund geraten und speret den Verkehr. Zwanzig beleuchtete er unter anderem das Bürgertum von 1848 und heute. verantwortlich gemacht, der jedoch von der Straffammer frei- Schiffe haben bereits Verzögerungen erlitten. Damals. set das Bürgertum noch von demokratischem Geifte erfüllt gesprochen wurde, da ihm ein strafbares Verschulden nicht nach- Die Hungersnot in China. Aus verschiedenen Provinzen Chinas gewesen, heute tönne man immer mehr wahrnehmen, daß auch den gewiesen werden konnte. Die Staatsanwaltschaft erhob nunmehr treffen schlimine Nachrichten über die dort herrschende große Hungers Freifinn bie Furcht vor dem roten Gespenst immer mehr in die eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den Schloffer Mas not ein. Die Gouverneure haben vom Pekinger Hofe mehrere Arme der Realtion treibe. Deshalb könne sich die Sozialdemokratie Blech, der sich gestern vor der 3. Straffammer des Landgerichts II Millionen für staatliche Getreideantäufe verlangt mit der Erklärung, nur noch auf ihre eigene Straft verlassen. Die Versammlung spendete verantworten mußte. Die Fahrlässigkeit des B., der die Reparatur daß ein allgemeiner Ausstand zu befürchten sei, wenn eine derartige dem Redner starten Beifall. Am Schlusse wandte fich Gen. des Reservoirs auszuführen hatte, sollte nach der Anklage darin be- Unterstügung nicht gewährt würde. Staab gegen die Ausführungen des konservativen Abgeordneten stehen, daß er es unterlassen hatte, die Absperrhähne von der DampfRreth im Reichstage, wonach die Sozialdemokratie in Potsdam leitung an den Kondenstöpfen abzunehmen, Vor Gericht gab Stimmzettel mit falschen Vornamen für Pauli verbreitet haben B. dies zu, behauptete jedoch, daß diese Hähne niemals abgenommen soll. Rebner bezeichnete dies als eine den Praktiken des Reichsver- würden, da man nicht mit der Möglichkeit rechnen könne, daß irgend bandes ähnelnde Lüge. ein Unbefugter die Hähne wieder aufdrehen würde, zumal es allgemein bekannt war, daß in dem Reservoir gearbeitet würde. Ihm selbst hätte dasselbe Unglück passieren fönnen, da er ebenfalls in Der Kampf um die Wertzuwachssteuer bem Bassin arbeitete. Der technische Sachverständige begutachtete, daß in dem Nichtabnehmen der Hähne eine Fahrlässigkeit nicht er- Swinemde 762 N fonnte in der Stadtverordnetenversammlung blidt werden könne. Der Angeklagte wurde demzufolge dem Antrage pamburg 768 N auch gestern noch nicht zu Ende geführt werden. Die grund des Staatsanwalts gemäß freigesprochen. fäbliche Bustimmung zur Einführung dieser Steuer - das ist das einzige, was erreicht wurde. Sie wurde mit einer nicht sehr großen Mehrheit beschlossen, dann aber wurde der ganze Rest der Vorlage aufs neue an einen Ausschuß zu nochmaliger Prüfung überwiesen, Offiziersroheit und Offiziersanschauung vor Gericht. Die Tat eines Offiziers beschäftigte am Mittwoch die erste Straffammer des Flensburger Landgerichts. Auf der Anklagebant saß der Leutnant Kurt Pauli aus Kiel, Witterungsübersicht vom 21. März 1907, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer fland mm ind Dunit Windstarte Beller 3'wolfenl 4 wolfent Berlin 765 NS Franti.a.M 770 NW München Wien 771 SB 761 N 4 bedeckt 4 halb bd. 4 wolfig 4 bebedt Temp. n. 5. 5= 4° Stationen Baroureter fland mm ind Витфр 3 aparanda 755 Still 2 Petersburg 749 ND 2 Scilly 1775D 4 berbeen 769 SSW 0 Baris 776 ND Bindstärke Welter Zemp. m. E. halb bb 1 Schnee 2 better 2 wollen! -5 4. 2 wolfent Wetter- Prognose für Freitag, ben 22. März 1907. Etwas wärmer, zunächst vielfach heiter, bei lebhaften südwestlichen Winden. später wieder zunehmende Bevölkung und leichter Regen. Eingegangene Druckfchriften. Bunte Fische 0,00. Barse, matt 62-67, bo. 0,00. Starauschen 0,00. Blet| 3,00-4,00. Teltower Rüben per 100 Bfb. 8-10. Beiße Stüben, große fifche 0,00. Wels 0,00. Quappen 56. Amerikanischer Lachs Ia 0,00, fleine 0,00. Note Rüben 3,00-5,00. Blumenkohl ital. Stohlrüben per Schod 2,00-2,50. Aphorismen zur Moralphilosophie. Von M. Meyer. 297 Seiten. neuer per 100 Pfd. 110-130, do. IIa neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. per Storb 2,00-3,00. Wirfingtohl Seelachs 25-30. Sprotten, Stieler, Wall 1,00, Danziger, Kiste ber 100 3fb. 3,00-4,50. Rotkohl per 3 M. Berlag: H. Seemann Nachfl., Berlin NW. 87. 100 Pfd. 3,00-4,00. 0,75-1,00. Flundern, Nieler, Stiege Ia 3-4, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. Weißkohl 100 Bfb. 1,75-2,75. Rosenkohl ber 100 3fb. 20-22. Stiege 4-6, halbe Stifte 2,00. Bücklinge, per Ball Kieler 3,00-3,50, Grünkohl per 100 Bfd. 10,00-12,00. Rhabarber 100 26. 6,00-12,00. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Stralsunder 3,00-3,50. Aale, groß per Bfd. 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,00, Birnen, per 100 Pfd. hiesige 0,00, böhm. 15-22, ital. 30-35. lepfel, per Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-73 pr. 100 ẞfd., lein 0,60-0,80. Heringe per Schod 5-9. Schellfische Siste 4-5, do 100 Pfd., hiesige 5-25, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 000, Stifte IIa 62-67, IIIa 56-61, IVa 48-54, dan. Bullen 60-65, holl. 0,00. Stifte 2-3. Stabliau, p. 100 Pfb. 25-30. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er 30-60, Amerit. 18-35. 3itronen, Messina, 300 Stüd 8,00-10,00, 360 Stüd Stalbfleisch, Doppelländer 110-125, Ia 82-90, IIa 72-80, IIIa 52-68, per Anfer 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75-80. Schottische Boltheringe 8,00-12,00, 200 Stüd 7,50-12. Apfeljinent, Jaffa, per Rifte 0,00, Murcia holländ. 55-62, dän. 55-65. Hammelfleisch Ia 62-72, IIa 46-60. 1905 0,00, large 44-48, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. 200 er Stifte 7-10, bo. 300 er 8-11, Valencia 420 er stifte 13-18,00, Schweinefleisch 48-56. Rothirsch Ila per Pfund 0,00. Rot- Heringe, neue Matjes, per ½ To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß do. 714 er 15-23,50, Messina, 100er 4,50-6, 150er 4,75-6, 160 er 8-13,00, wild plombiert 0,00. Damhirsch 0,55-0,60. Wildschweine 0,00. Frisch 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, 200er 8-12, 300er 8-13, Blut 100er 7-8, do. 150 er 7,00-9,00, 80 er linge 0,00. Staninchen per Stüd 0,70-1,00. Bildenten per Stüd Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen 14. Eier, Land-, per Schock 3,45-4,20. Butter 6,50-10,00. Stal. in Körben per 100 Bfd. 0,00. Mandarinen, Stifte 0,75 0,00. Hübner, alte p. Stüd 1,60-2,60, bo. IIa 1,30-1,50, do. junge 1,00 per 100 Bfd. Ia 114-116, IIa 110-114, IIIa 107, abjallende 95-100. bis 2,00 do., in störben per 100 ẞfb. 0,00. bis 1,60. Wolga- 1,25-1,75. Tauben 0,60-0,84, junge fleine 0,00, ital. Saure Gurten Schod 4,10-4,50, Pfeffergurfen 4,00-4,50. Startoffeln 0,00. Enten, dito Eis- per Stüd 2,20-2,70, Hamburger per Stüd 3,00 per 100 Bfd. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Dabersche 2,25-2,50, bis 5,00,( Sanse, Hamburger per Pfund 1,05-1,20, Cis- 0,60. Hechte Rosen 0,00, toeiße 2,00-2,25, Salatkartoffeln 6,00-8,00. Spinat Bander 0,00, bito per 25-30. per 100 Pfund 83-101, groß 85, mittel 104. 100 Bfund Karotten per 100 Pfund 15-18. Wafferstand am 21. März. Elbe bei Aufsig Meter, bei unf. 0,00, bo. mittel 0,00, do. matt 0,00. Schleie 0,00, do. groß 0,00, do. Sellerie, hiesige, per Schock 6,00-10,00, do. pommersche 9,00-12,00. Zwiebeln Dresden+185 dp.- Elbe bei Magdeburg 2,30 Meter, steigt. Elbe flein 0,00. Alale, groß 0,00, mittel 0,00, flein und mittel 0,00. große, per 100 Pfd. 3,50-4,00, bo. fleine 2,80-3,00. do. biefige( Perl-) bei Straußfurt Dder bei Ratibor 4,10 Meter. Ober Plößen, flein 0,00, do. matt 0,00, bo. 37-43. Karpfen 0,00, do. 0,00. Charlotten 0,00. Beterfilie, grün, Schodbund 2,50-4,00. Kobirabi bei Breslau Oberpegel+1,18 Meter. Neißemündung 4,44 Meter. 10-20er 0,00, do. 50-70er 0,00, do. 40er 0,00. Bleie 0,00. Mand 0,00. per Schod 0,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Bfund Oder bei Brieg 4,82 Meter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber teine: lei Verantwortung. Theater. Freitag, den 22. März. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Sinfoniekonzert. Mittags 12 Uhr: Sinfoniematinee. Kgl. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Der Gott der Rache. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr. Lorking. Der Mikado. Anfang 8 Uhr. Komische Oper. Toska. Leffing. Mieze und Maria. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Die Räuber. Schiller Theater Charlottenburg. Der Kaiserjäger. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Tb.) Unsere Stäte. Zentral. Der Rastelbinder. Westen. Die lustige Witwe. Berliner. Sherlod Holmes. Kleines. Die Kralle. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Bauberflöte. Thalia. Olympische Spiele. Luisen. G'wissenswurm. Trianon. Frl. Josette Frau. Urania. Schiller- Theater Schiller- Theater. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Die Kralle. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Montag: Eine triviale Komödie für feriöse Leute.( Bunbury.) Lortzing Theater Bellealliancestr. 7/8. Abends 7%, Uhr: Der Mikado. Abonnements gültig! Sonnabend: Die lustigen Weiber v. Windsor. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Die Zentral- Theater. meine Bernhard Nose. Sherlod Holmes. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Serrnfeld. Ein verrücktes Hotel. Wintergarten. Spezialitäten. Charlotte Wiehe. Apollo. Die 3 goldenen Jungfrauen. Bernhard Mörbig. Spezialitäten. ( Operette.) 8 Uhr: Der Rastelbinder. Sonnabend: Der blaue Klub. Luisen- Theater Neichenbergerstr. 34. Anfang 8 Uhr. Benefiz für Käthe Wille- Bach und H. Bach: Rafino. Rid Carter. Spezialitäten. Der G'wissenswurm. Walhalla. Die goldene Eva. Spezialitäten. Folies Caprice. 100 000 Gulden Mitgift. Im Inspektionszimmer. Prater Theater. Der Hypochonder. Palast. Vom Witwenball. Spezialitäten. Figaro. Seelenretter. Geisterauto. Paris. Passage. Mal was Anderes. Spe zialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Intimes. Eine bont Ballett. Bapfenftretch. Bunter Teil. Reichshallen. Stettiner Sänger. Irania. Taubenstraße 48/49. Die Feuergewalten der Erde. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Bauernkomödie in 3 Atten von 2. Anzengruber. Sonnabend 4 Uhr lette Stinder borstellung: Mar u. Morig. 8 Uhr: Der lange Kerl. Sonntag 3 Uhr: Dorf und Stadt. 8 Uhr: G'wissenswurm. Montag: Dorf und Stadt. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8Uhr: Die rote Robe. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 br: Flachsmann als Erzieher. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufz. b. Hans Brennert und Hans Ostwald. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Ausstellungs- Hallen AM ZOOLOGISCHEN GARTEN SION 19doalusu PROMENADEN- KONZERT SONNABEND, den 23. März, 8 Uhr: Meter. Passage- Theater. 2. Monat. Täglich ausverkauft! Der größte Lacherfolg der Saison: ,, Mal was Anderes". 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Sonntag nachmittag 3 Uhr: Gine Berliner Theater. Sochzeitsnacht. Anfang 8 Uhr. Sherlock Holmes Sonnabend zu halben Preisen: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag: Der Hund v. Baskerville. Neues Schauspielhaus Freitag, den 22. März: Herthas Hochzeit. Anfang& Uhr. Sonnabend Gastspiel Josef Stainz: Figaros Hochzeit. Anfang 7 Uhr. int Bar. Kämpfe des Finale. Heute ringen: Paul Pons, Paris gegen Romanoff, Rußland. Ferner Entscheidung zwischen Chemjakin, Rußland und Clement le Terrassier, Belgien und Entscheidung apischen Omer de Bouillon, Belgien und Appollon, Frankreich. Schluß: Große Orig.- Ausst.- Pantomime in 7 Bildern. Mit Rücksicht auf die ordnungsmäßige Durchführung und event. Dauer der Ringkämpfe werden in der Pantomime nötigenfalls Kürzungen vorgenommen, damit die Vorstellung nicht gegen die polizeiliche Vorschrift zu spät ausgedehnt wird. Bother: Gala- Programm and Deutsch- Amerikanisches Theater. um 9 Uhr: Metropol- Theater St. Hubertus Gesamtgaftſpiel Theater bes Beſtens. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. ( Sonntag in beiben Borstellungen. Nachmittags ein Kind fret.) Größtes und sehenswertestes PrachtManegenschauftüd. Heute abend 8 Uhr: Die Zauberflöte. Sonnabend: Der Zigeunerbaron. Sonntag nachm.: Martha. Sonntag abend 8 Uhr: und das neue Programm. Großer Erfolg! Gebr. Herrnfeld8 Uhr. Theater overk. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstr. 57. Die stürmisch bejubelte Novität! Ein verrücktes Hotel. Komödie in 3 Aften mit den Autoren A. und D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag nachm. 3½ he bei halben Kaffenpreisen: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre mit Anton u. Donat Herrnfeld. Intimes Theater Dresdenerstraße 97. Gastspiel bes Große Jahresrevue in 7 Bildern DERNHARD ROSE THEATED Der Bettel student. Budapester von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, 24. März, nachm. 3 Uhr: Neues Theater. Auf in's Metropol. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Sonnabend: Meißner Porzellan. CPOLLO Pollo Cheater Sonntag: Meißner Porzellan. 914 Zum erstenmal! 94 Dienstag 3. erſtenmal: Vorbestraft. Der Triumph des Weibes. Trianon- Theater. Operetten- Burleste in 4 Bildern pon Anfang 8 Uhr. Benno Jacobson. Mufit bon Josef Helmesberger und Paul Lincke. Vorher: Fräulein Josette- meine Frau. Die hervorragenden Spezialitäten mit Bernhard Mörbitz. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaufel. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich: Sherlock Holmes. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Rübezahl. Sonntag nachm. 3 Uhr: Marianne. Billettvorverkauf schon für 8 Tage 10-1 Uhr an der Theaterkasse. borber ohne Borvertaufsgebühr von Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Neu!„ Ballettschule Klapperman". Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Brunnen- Theater Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Die beiden Galeerensflaven. Volksstück mit Gesang in 3 Akten. Stasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvornerkauf bon 10-2 Uhr an der Theaterkaffe. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brummenfle. 16. Bum legten Male! Mit großem Erfolg aufgeführt: Burlesken- Ensembles Linde Wolf. " Eine vom Ballett." #Zapfenstreich." Bunter Teil.. Prater- Theater Stastanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Der Hypochonder. Lustspiel in 4 Atten von G. v. Moser. Morgen: Geschlossen. Buggenhagen Moritzplatz. Vor dem Staatsanwalt. Jeden Freitag: A Modernes Sittenbild in 4 Atten. Sonnabend Extra- Benefiz- Vorstellung für die Damen Reich und Rochow: Heimat. GustavGottschalks Gesellschafts- Konzert ( Wunsch- Abend.) Deutsche Nord- Ostsee- Fischhallen Johs. Skorczyk Schönhauser Allee No. 144, Haltestelle der Straßenbahnlinien No. 10, 33, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 54, 57 und V sowie Omnibus 27. neben der Eberswalderstraße und Kastanien- Allee, gegenüber der Danzigerstraße und Pappel- Allee, Geräucherte und marinierte Fische zu den billigsten Preisen. Cabliau im Anschnitt Pfd. 25 Pf. 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März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Michael- Kirchhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 243/7 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. ( Bezirk Südosten.) Am 20. März starb unser Stollege Otto Erl im Alter von 57 Jahren an Waffersucht. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des EmmausKirchhofs, Rirdorf, Hermannstraße, aus statt. 137/11 Rege Beteiligung wünscht Die Verbandsleitung. usstellung für soziale Fürsorge Gesundheitspflege und Berlin 16. bis 22. März 1907 in den Gesamträumen des Neuen Königl. Opern- Theaters( Kroll) Geöffnet von 108 Uhr abends. Eintritt 50 Pfg. ValhallaWa Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: 15 hervorrag. Spezialitäten Die goldene Eva. 5 Geschwister Pérèz Gymnastiker auf 3 freisteh. Lettern. Frosso, ber Geheimnisvolle. 3 Soubretten. 2 Komiker usw. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. 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General- Versammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen Arisstattungs- ber Maurer, der Sektion der Putzer, der Gips- und Zementbranche, sowie der Fliesenleger. Operette: Tages Ordnung: 6 Benzinmotore Die lustige Witwe von Schöneberg aufgenommenen Statiſtit liber, bie„ Borwärts"? 2lbonnenten und Bahlvereinsmitglieder unseres Zweigvereins. zu kaufen gesucht. Sw. 838, 1. Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1906. 2. Diskussion. 3. Das Ergebnis der im Februar d. J. vierpferdig, sofort gegen Kasse sowie die erstklassigen Spezialitäten füllen das Haus allabendlich bis zum legten Blab. Anfang 7 Uhr, Sonntags 6 hr. Kottbuser Sanssouci, Straße4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns 137/10 Daube& Co., Uhlandstr. 69. 4. Berschiedenes. Régen Besuch erwartet Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Zweigvereinsvorstand. J. A.: Emil Thōns. Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Ein dreimal donnerndes Hoch unserem Kollegen und Partei22826 genossen, Fräser Karl Edler zu seinem 25. Ehejubiläum. Bö öö Wink. Wink. Wink. 1. 2. 3. Karl, laß das Fluchen! Die Kollegen der Berliner Motorwagenfabrik. ..Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". Mitglied des Arbeiter: Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Unserem Sportsgenossen Willi Mychalski nebst seiner Braut Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für den Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Sektion der Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter. Norddeutsche Sänger. Sonntag, 24. März, vorm. 10 Uhr, bei Augustin, Oranienstr. 103: Sonntag und Montag: Große Elite- airce ( Durchmeg neues Proyc.) Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 1. J. Dienst.: Theater- Abd. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. roße Spezialitäten- Vorstellung. änzlich neuer Spielplan. anz Berlin staunt über die stets wechselnden Künstler!!! Meu! ,, Die wilde Toni". Neu! Anjang 6 Uhr. Eintritt 50 Bf. Nach d. 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Orts- Krankenkasse der Nadler und Siebmacher. Die dritte Abänderung des Statuts unserer Kaffe ist vom Bezirksausschuß genehmigt. 271/12 Dieselbe tritt am Montag, den 25. März 1907 in Straft. Berlin, im März 1907. Der Vorstand. Rob. Schmidt, Vorsitzender. Spezial- Haus für Damen- Konfektion von S. Nesselroth N., Chausseestr. 9. Mein Lager für die FrühjahrsSaison ist vollständig komplett und biete ich meinem Kundenkreise ganz besondere Vorteile. Jacketts anliegend u. lose, in 7.50-30 allen Farben von M. Frauen- Paletots in Tuchu. Kammg., a. f. d. stärkst. Damen 10-45 Paletots Tuch, geschmackv. Garnitur, in mode, weinrot, grün u. M26-60 schwarz.... von M. Bolero- Kostüme schicke Fassons, Röcke 12-60 elegant garniert, vonM. Lift- Boy- Kostüme in d. neuesten Farben, 18-75 Tuch u.Cheviot, von M. Jackett- Kostüme mit kurzem u. langem Jackett, auch f.ganz starke 13.50-45 Damen von M. Kostüm- Röcke i.jed.Ausführ.fußfr. u. l., farb.u. schw., v. 2.75-25 A. f. ganz starke Damen vorrät. 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Reiferent: ReichstagsAbgeordneter Fritz Zubeil. 4. Anträge zur Generalversammlung Groß- Berlins. 5. Sonstige Anträge. 6. Berschiedenes. Jeder örtliche Wahlverein des Kreises ist berechtigt, drei Delegierte zu entsenden. Die Delegierten müssen mit Mandaten verfehen sein. 202/3 Parteigenossen haben als Gäste Zutritt. Der Zentralvorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer15: Sitzung der Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Wilhelmshagen( Neuer Krug). Start: Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Mariannenplay. 4. Abt. nachmittags i Uhr nach Spandau( Sumte). Start: Rüstriners play. 5. Abt. früh 8 Uhr nach Schwiebus ( Gasthof zur deutschen Eiche), nachmittags 1 hr nach Müggelheim. Starts: Elysium. 6. Abt. früh 9 Uhr nach Zühlsdorf ( Dorfstr. 20), nachmittags 1, Uhr nach Mühlenbed. Starts: Genossenschaft Oderbergerstr. 30. 7. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Cladow( Restaurant Helgoland). Start: Grenzstraße 21 bei Begener. Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Sonntag, 24. März, von vorm. 10-2 Uhr findet die Wahl vo.. 39 Delegierten Bant beigtopnit. 8. Spandau bei Köpnid. Start: Siemens straße 3 bei Stürmer. 9. Abt. nachmittags 1, Uhr nach Bichelswerder( Freund). Brandenburger Tor. Neue Berliner 11/15 für die 8. General- Versammlung in München in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23. Genossenschafts- Bäckerei Kranz Restaurant, Dunckerstr. 8. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Reinickendorf- Ost, Billestraße 62. Litfins Festsäle, Memelerstr. 67. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Bilanz per 31. Dezember 1906. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal I). Aktiva. Grundstücks- Konto Gebäude- Konto Raffa- Konto Bant- Konto. Effekten- Konto. Inventar- Konto Maschinen- Konto. Gespann- Konto Waren- Konto Betriebs. Unt- fonto Gespann Unt.- Konto Passiva. Hypotheken Konto 33 000, 182 500, Dalgs Restaurant, Skalitzerstr. 51/52. 3 664,35 Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. 1 530,85 379,40 Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. 2 100, 5500 Volkshaus in Charlottenburg, Rosinenstr. 3. 9.900, 2183,72 Thiel in Rixdorf, Bergstr. 152. 35, 356,80 Fritsch in Steglitz, Florastr. 2a. 241 150,12 Böhle in Spandau, Neumeisterstr. 5. 200 Bypoth- Tilgungsf.- Stonto. 7 800,-Kaufhold in Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Refervefonds- Stonto. Unterstügungsf.- Konto. Konto- Korrent- Konto 602063 Tempel in Rummelsburg, Alt- Boxhagen 56. 19 629,49 Schüler in Köpenick, Hohenzollernplatz 6. Stonto der Genossenschafter 1100,- Schüler in Köpenick, 241 150,12 Schmutz in Weißensee, König- Chaussee 38. 20 Gehlhaar in Tegel, Berlinerstr. 92. Bahl der Genoffen am 31. Dezember 1905 Beigetreten bis 31. Dez. 1906 Mitgliederbestand am Schluß deß Geschäftsjahres. Mitgliederguthaben am 31. Dez. 1905 am 31. Dez. 1906 1 21 1 200, 1 100, Verminderung 100, Haftfumme der Genoffen am 31. Dez. 1905 am 31. Dez. 1906 1.200, TUL 1 100, Verminderung 100, Reinickendorf, den 21. März 1907. 106/11 Der Vorstand. Robert Engel. Karl Marschel. Lichtenrade 20 Pf.- Tour! Butter! Honig! R20. verkauft Eigentümer Paris, lief. frto. garant. naturrein.: Suhbutter Berlin, Graunstr. 27, Ede Gleimstr. 10 Pfd. Kolli 7,25 M., 10 Pfd. Dose ff. Auch bei monatl. Raten von 40-50. Bienenhonig 4,50 M., 3. Br. 1 Butter Honig 5,50. M. Toni Andermann, Buczacz No. 7 via Breslau. H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. 2014 Mokulys in Tempelhof, Berlinerstr. 9. Wetthorn in Königs- Wusterhausen. wählen. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmliften werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist Otto Handke, Charitéftr. 3. Die Ortsverwaltung." 115/14 Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 24. März, vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung Tages Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern und was gedenten wir nun zu tun? 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Verbands. angelegenheiten. Pünktliches Erscheinen erwartet Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Genosse, Buchbinder Richard Müller Alexandrinenstr. 58( Bez. 261) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für Charlottenburg. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Genosse, Mafchinenformer Karl Steinhäuser gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitag, nachmittag 5 Uhr( Stirchhof Fürstenbrunner Weg, Leichenhalle) statt. 250/10 Treffpunkt 4 Uhr bei Bade, Nehringstr. 25. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genosse Ernst Schultchen ( 13. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2, Uhr von der Leichen halle des neuen Rirdorfer Fried hofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Rixdorf. Den Kollegen zur Kenntnis, daß unser Mitglied, der Stellmacher am Ernst Schultchen am 19. März verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 22., nachm. 2, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 83/7 Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Oskar Werner aus Klub„ Guter Bug" am 18. b. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 22. d. M., von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus ftatt. 2/11 54/7 Der Vorstand. Zentralverband des techn. Bühnen- Personals Sitz Berlin. Sonnabend, den 23. März cr., abends 11 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Der Vorstand. Danksagung. Für die herzlichsten Beweise innigster Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Steindruders Hermann Schubert Mitglieder- Verfammlung. fage ich allen Freunden und Be35351* 190/2 Tages Ordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Berschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist erwünscht. Der Vorstand. fannten, den Kollegen der Firma Schäfer& Scheibe sowie dem Deutsch. Senefelder Bund meinen besten Dant. Frau Minna Schubert nebst Kindern. 22855 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glade, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 69. 24. Jahrgang. Groß- Berlin 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Freitag, 22. März 1907. vielen Gebieten. Ferner hob er hervor, wie das ganze Gebiet Es entspann sich eine lebhafte Diskussion, an der sich Stadt. der Sozialpolitik fruchtbar und sachgemäß nur von einer Organi- berordneter Dr. Artur Bernstein Charlottenburg, Oberlehrer = Eingemeindung oder fation in die Hand genommen werden könne, die dem wirtschaftlich- Aigte- Rummelsburg, Stadtverordneter Rechtsanwalt GottZweckverband? " sozialen Zusammenhange und der wirtschaftlichen und sozialen schalt- Schöneberg, Kämmereiinspektor Busch- Neu- Weißensee, Einheit entspreche. Bei Behandlung der Armen- und Schullasten Baurat a. D. Köhn- Charlottenburg und Mewes- Schöneberg erinnert er an die Prozesse aus§ 53 des Kommunalabgaben- beteiligten. Wenn auch alle darin übereinstimmten, daß etwas Ueber diese für Berlin und seine Vororte äußerst wichtige Gesetzes, die Rirdorf und Weißensee gegen Berlin geführt und geschehen müsse und daß Dr. Preuß im allgemeinen recht habe, so tommunalrechtliche Frage referierte Stadtverordneter Privat- zum Teil getvonnen haben, wo es sich darum handelte, daß Berlin hatten doch Rechtsanwalt Gottschalt, Herr Busch und Herr dozent Dr. Hugo Preuß in einer öffentlichen Versammlung, als Betriebsgemeinde" zu den Schul- und Armenlasten der Köhn schwere Bedenken dagegen, daß durch einfache Gingemeindie vom Liberalen Verein zu Schöneberg in Gemeinschaft mit| Arbeiterwohnsitgemeinden" Rigdorf und Weißensee beitragen soll. dung" historische Gebilde",„ blühende Vorortsgemeinden" zerfämtlichen Schöneberger kommunalen Bezirksvereinen einberufen Man müsse nur das Erkenntnis in Sachen Weißensee kontra Berlin schlagen würden. Rechtsanwalt Gottschalk brachte eine Resolution worden war und den großen Saal der Schöneberger Schloßbrauerei lesen, wie sich da das Ober- Verwaltungsgericht im Schweiße seines ein, die im Gegensatz zu einer anderen, welche sich streng an Worte bis zum letzten Plas füllte. Der Einladung waren auch eine An- Angesichts abquäle, auszurechnen, welche Vorteile und andererseits von Dr. Preuß hielt, eine Stadtproving Groß- Berlin" befür In seinem Schlußwort bemerkte Dr. Preuß, daß von zahl Magistratsmitglieder und Stadtverordnete aus den ber- welche Nachteile Weißensee aus der Nachbarschaft Berlins habe. wortet. schiedensten Gemeinden Groß- Berlins gefolgt. Und dann der Gedanke, daß diese Vororte, ebenso aber auch die einem Zerschlagen" bestehender Gemeinwesen keine Rede sei. wohlhabenderen, doch Fleisch vom Fleisch und Blut vom Blut Die eine Resolution, welche gemäß den Ausführungen von Berlins seien. In der Steuerpolitit, auf die Redner weiter Dr. Preuß die Schaffung einer Stadtgemeinde Groß- Berlins Bezug nimmt, leide man ebenfalls der der kommunalrechtlichen als fommunalen Selbstverwaltungsförper mit dezentralisierenden Einrichtungen" befürwortete, wurde von Dr. Boßberg dahin abZerrissenheit. geändert:" Die Versammlung spricht die geugung aus, daß die soziale und wirtschaftliche Einheit Groß- Berlins in der kommunalen Organisation zum Ausdruck kommen muß und daß demgemäß die Schaffung einer verwaltungsrechtlichen Einheit GroßBerlins als kommunalen Selbstverwaltungskörpers mit dezentraliDie Versammlung sierenden Einrichtungen unabweislich ist. fordert deshalb die Bürgerschaft von Groß- Berlin auf, in allen Gemeinden eine kraftvolle Agitation für den Gedanken einer solchen einheitlichen Organisation zu entfalten." Diese Resolution wurde gegen 12% Uhr nachts mit großer Mehrheit angenommen, D Aus der Frauenbewegung. Dr. Preuß verwies einleitend darauf, daß die Bewegung für ein fommunalrechtliches Groß- Berlin, die sich bis jetzt zumeist in amtlich- offiziellen Formen gab, bisher leider nichts erzielt habe. Mit Vergnügen begrüße er diese große, öffentliche, hoffentlich in augurierende Versammlung. Die geradezu unerträglichen Schäden, Helfen könne nur die Eingemeindung, die propagiert des Zustandes, wie er im Augenblick in Groß- Berlin bestehe, lasse werden müsse. Allerdings müßte damit eine Dezentralisafich wenn man die ganze Einheit Groß- Berlins tion der kommunalen Selbstverwaltung Hand in Hand gehen. ins Auge fasse nur bezeichnen als einen 3u stand kom. Diese wäre aber nicht nur als Folge eines Groß- Berlin nötig; sie munaler Anarchie. Nicht nur jeder, der irgendwie in der sei auch für die Stadt Berlin heute schon eine unabweisfommunalen Verwaltung einer Gemeinde Groß- Berlins stehe, bare Notwendigkeit. Man fönne sagen, Berlin sei in seiner habe die Schäden des jezigen Zustandes am eigenen Leibe erfahren, jebigen Verwaltungsorganisation einerseits zu klein, anderersondern auch jeder Bürger in Groß- Berlin könne nur allzu beseits zu groß. Bu flein als Kern von Groß- Berlin; es müsse sich trübende Erfahrungen in der Hinsicht machen. Das tönne auch erweitern zu einer Organisation Groß- Berlins. Aber schon zu nicht anders sein. Eine Gemeinde sei feine willkürliche Schöpfung, groß sei Berlin, um zentralistisch von einem Punkte( Magistrat sondern ein organisches Gebilde, das auf einem organischen und Stadtverordnetenversammlung) aus verwaltet zu werden. Kompler von Interessen, von Lebensgemeinschaften in größer oder Viele Schäden, die man Berlin vorwerfe, erklärten sich aus der fleiner gefaßtem nachbarlichem Verbande beruhe. Eine solche Unmöglichkeit solcher großen Verwaltung. Wenn nun bei einem wirtschaftliche und soziale Einheit, das Groß- Berlin in Verbindung mit der Dezentralisation den einzelnen Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt organische Leben hinüber und herüber flute, sei unser Groß- Berlin. iezigen Gemeinden eine gewisse Selbständigkeit und Autonomie Rechtlich entspreche aber dieser Einheit keine irgendwie auch im Groß- Berlin erhalten bleiben sollte, so trete die Frage am Montag seine Generalversammlung ab. Die Vorsitzende gab geartete verwaltungsrechtliche Organisation. Rechtlich unverbunden an uns heran, ob dasselbe Ziel nicht von anderer Seite zu erreichen den Bericht der letzten halbjährigen Tätigkeit des Vereins. Es ständen zwei Duhend Stadt- und Landgemeinden nebeneinander. wäre: die viel erörterte Frage einer Provinz Berlin. Diese hatten 18 Versammlungen stattgefunden, ein Ausflug, ein geselliger Sozial und wirtschaftlich dagegen ständen Schöneberg oder Frage sei bei näherer Betrachtung zu verneinen.( Von der Abend, Besuch der Treptow- Sternwarte, Besichtigung der ArbeiterBankow usw. zu Berlin nicht anders, als die Berliner Stadtteile schwierigen Haltung der Regierung sehe er ab.) Eine große Wohlfahrtausstellung in Charlottenburg. Ferner die Feier des Moabit und Wedding. Deshalb müsse das Fehlen einer einheit- Schwierigkeit und ein wichtiger Grund gegen die Bildung einer Weihnachts- und Stiftungsfestes. Es folgte nun der Bericht der lichen rechtlichen Organisation zu den schwersten Mißständen führen. Provinz Groß- Berlin sei die Duplizität unserer Provinzverfassung, Kassiererin. Die Mitgliederzahl hat sich im Laufe des Jahres von Seit über 46 Jahren sei keine in Betracht kommende Ver- die Doppelgarnitur einer Organisation der Staats verwaltung 507 auf 631 erhöht. Auf Antrag der Revisorin wurde Frau Klotzsch entlastet. Nach Angabe der Bibliothekarin besteht jetzt die Biblioänderung des Berliner Gemeindegebietes erfolgt. Die natür- einerseits und daneben einer Organisation als höherer Kommu= liche Folge sei die Tatsache, die dem gefunden Menschenverstand nalverband. Der Seinepräfett wäre ausgeschlossen. Das thet aus 121 Bänden und wurde 150 Mal in Anspruch genommen. und dem unbefangenen Beurteiler höchst wunderbar erscheinen Vorbild Londons wäre auch wenig verwertbar. Es sei allerdings Gine lebhafte Diskussion folgte dem Vorstandsbericht. Allgemein als Grafschaft organisiert, aber ausschließlich und ganz trat man dafür ein, daß im nächsten Winter wieder ein Vortragsmüsse, daß die weitaus bevölkertſte Stadt Deutschlands an Ge- tommunal organijiert, wie ja England die Duplizität der zyklus veranstaltet werden sollte. Der Besuch der Museen mit Fühbietsumfang an siebenter Stelle steht. Der Gebietsumfang Staatsverwaltung neben der kommunalen Organisation nicht rung wurde angeregt und vom Vorstand baldige Ausführung zugeKölns z. B. stehe zu dem Berlins in einem Verhältnis von 11 zu 6. fenne. Manches würde es für sich haben, aber unsere Regierung sagt. Ein Antrag, den Mitgliedsbeitrag zu erhöhen, wurde abgeDem entſpreche in Berlin auf der anderen Seite naturgemäß eine würde absolut dagegen sein. Man fei gezwungen, sich an lehnt, dagegen der Antrag, das Einschreibegeld auf 10 Bf. zu e ungeheure Bevölkerungsdichtigkeit, auf den die preußischen Organisationsprinzipien zu niedrigen, angenommen. Die nächste Versammlung ist am 8. April Quadratkilometer berechnet. In Berlin kämen nahezu 30 000 Einwohner auf den Quadratkilometer, während es in der nächst dicht halten. Dann aber komme bei der Proving Berlin ein zu kom- im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72. bevölkerten Fabrikstadt Essen nur 12 000 auf den Quadratkilometer pliziertes Gebilde heraus und allerlei Reibungen würden kommen, Frauenagitation gegen die Obstzölle in Dänemark. die Reibungen von heute würden lediglich eine andere Gestalt anseien. Das seien an sich schon auf den ersten Blick unnatürliche, nehmen. Ein rechtlicher Ausdruck für das, was ist, würde übrigens Von den neuen Zöllen und Zollerhöhungen, die der neue auf die Dauer unhaltbare Zustände. Nun könne bei einem eine Provinzverfassung Groß- Berlins auch nicht sein. Zweck- und dem Landsthing vorliegende dänische Zolltarifentwurf neben AufOrganismus, wie es eine Gemeinde sei, nicht das Ganze leiden, ohne daß die Teile leiden; besonders gelte das im Verhältnis des sachgemäß könne Groß- Berlin nur als eine große Gemeinde, aller- hebung oder Herabsetzung von Zöllen bietet, ist es die Erhöhung dings mit zweckentsprechender Dezentralisation gedacht werden. der Obst zölle, die im dänischen Volke den stärksten WiderKerns zum Ganzen wie zu den Teilen. Die Stadt Berlin sei nun Nun werfe man noch ein das Wort vom Zweckverband. Es spruch hervorgerufen hat. Das Volt, das den Wert des Obftes für innerhalb der sozialen und wirtschaftlichen Einheit Groß- Berlin habe eine starke Anziehungskraft entwickelt. Der Zweckverband, wie die Ernährung und Gesundheit erkannt hat, fordert 3ollfrei. der Kern. Gewiß werde ein solch großes Gemeinwesen, wie Berlin, ihn die Landgemeindeordnung kenne, sei für die Aufgaben Groß- heit auf Obst und Obstkonserven, wie es der vom Folkething mit als Sonderegistenz auch durch sehr ernste Mißstände an Berlins unverwendbar. Gine organisatorische Form für solche 58 gegen 33 Stimmen verworfene Antrag der Sozialdemokraten sich noch nicht etwa vor die Existenzfrage gestellt. Wenn aber der Zweckverbände könne ja gefeklich geschaffen werden. Die verlangte. Kern des Groß- Berliner Gebietes, die Stadt Berlin, sich auf eine selben Schwierigkeiten erwüchsen aber dabei, wie er sie hinsichtlich Vor allem sind es die Frauen, die sich ganz entschieden gegen partikulare Sondereristenz zurüdziehen wollte, so müßte in Groß- der Organisation der Provinz betont habe. Noch bedenklicher fände die Obstzölle wenden. In Kopenhagen hat eine Frau Alexandra Berlin der Krieg aller Gemeinden gegen alle die notwendige Folge er bei derartigen Zwedvecbänden die Berarmung des kommunalen Möller, deren Mann Höchstgerichtsanwalt ist, eine" aus. sein; wie schon heute ein Teil der Kräfte, die der gemeinschaftlichen Lebens. Auf der einen Seite Fortbestehen der einzelnen Gemein- frauenvereinigung zur Bekämpfung der ObstWohlfahrt gewidmet feien, absorbiert würde durch die den, auf der anderen Berreißung. Es möge ja etwas für sich haben 3ölle" gegründet, die es im Laufe einer Woche auf 800 MitReibungen, die aus dem anarchischen Zustand Groß- vom Grundsak der Regierung aus: Teile und herrsche! Bu wenig glieder brachte. Dieser Verein hielt am Montag im StudentenBerlins folgten. Was die Stadt Berlin insonderheit zu leiden Aufsicht sei schlimm, zu viel Aufsicht indessen viel schlimmer. Hause eine große Protestversammlung gegen die Obstzölle ab. habe, das leide sie nicht als Einzelgemeinde, sondern als Kern der Gerade die Reibungen, die bei der Vielheit der Gemeinden in einem Neben den Frauen waren es auch hier vor allem Aerzte, die Groß- Berliner Gesamtheit. Die Forderung des Tages gehe auf gefeßlich geschaffenen derartigen Zwedverband bei deffen Tätigkeit auf die Schädlichkeit einer Verteuerung von Obst und Obstsäften, Herstellung einer den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen herbeigeführt werden könnten, böten der Beaufsichtigung ein namentlich auch im Interesse der Kranken, hinwiesen. Der Verein entsprechenden Organisation. Wie unmöglich die jeßige Verteilung breites Feld. Etwas anderes wie solche gefeßliche Schaffung sucht unter anderem auch dadurch zu wirken, daß er unentgeltlich der Gemeindegrenzen für alle wirtschaftlichen und sozialen sowie eines Bwedverbandes sei die freie Vereinbarung der Massen von Flugschriften verbreitet, worin auf den Nutzen des alle Verkehrsverhältnisse sei, werde am schlagendsten dadurch be- Gemeinden von Fall zu Fall. Freilich wäre sie nur Obstes für die Haushaltung aufmerksam gemacht wird. wiesen, daß sich Reich und Staat bei ihren Einrichtungen um diese Stück wert. Als Notbehelf, als Uebergang könnten Grenzen nicht fümmerten. Das könnten sie auch nicht. Er er- bertragsmäßige freie Zwedverbände dienen, wenn hinter ihnen innere an die Post, an die Polizeiorganisation usw. Eine große eine Bentralstelle stände, ein Organ, das bei der jetzigen Lage auch Unübersichtlichkeit werde herbeigeführt, und namentlich durch eine nur durch freie Vereinbarung geschaffen werden könne und an fich weitgehende Entrechtung in polizeilicher Beziehung. 8. B. seien feinerlei Zwangsgewalt gegenüber den Gemeinden hätte, und teine Polizeivorschriften, die für beide Seiten bestimmter Grenzstraßen andere Autorität, als die, welche ihm inne wohne als gemeinschaftgelten sollten, nur möglich als landespolizeiliche, also lich von allen Gemeinden geschaffenem Organ, und die sich aus nicht als ortspolizeiliche, wodurch jede der beiden an die der sachlichen Richtigkeit der gefaßten Beschlüsse ergebe. Eine verStraße grenzenden Gemeinden das Recht der Zustimmung ber- tragsmäßige Vereinbarung in dieser oder jener Form könne auf Hochwasser. Die Breslauer Eisenbahndirektion teilt mit: Um loren gehe. Und anderes mehr. Rebner verweist noch auf die keinen Fall Endziel oder dauernder Zustand sein, sondern schlagverfehr Laube( Elbe) wegen Hochwasser bis auf weiteres eine Justizorganisation Groß- Berlins und geht ein auf eine Anzahl höchstens als Mittel zum Zweck, zur Erreichung des Endziels gestellt. Güterannahme ist zu fiftieren. Rollendes anzuhalten und der bekannten Schwierigkeiten, unzulänglichkeiten und Schäden, die dienen, und das könne nur sein die Eingemeindung mit dezentrali- Bersendern zur Verfügung zu stellen. Das Wasser im Bodensee Die liberale" englische Polizei. London, 21. März. Die Zahl der gestern verhafteten Frauen stimmrechtlerinnen beträgt insgesamt 76. Vermischtes. der kommunalrechtlichen Berriffenheit fierter Verfassung. Möge man alle Waffen benußen, Groß- Berlin ist seit gestern um 18 Bentimeter gestiegen. Die Schwarzwaldbäche Groß- Berlins ergeben. Dabei berührt er das Volksschul- zu einer Selbsttätigkeit zu verhelfen, damit die Regierung vor der find infolge des Schmelzens des Schnees und des eingetretenen wesen, das Fortbildungsschulwesen, die Fragen des Armenrechtes, Macht der Tatsachen in sich gehe.( Rebhafter anhaltender Beifall.) Regenwetters start angeschwollen und führen Stammhölzer mit. die Wohlfahrtspflege( Krankenhäuser usw.), die Baufragen( Be- Es folgte ein zweites Referat des Schöneberger Stadtverord- An bauungspläne, Bodenpolitik), die Gemeindeeinrichtungen neten Dr. Boßberg, das sich im wesentlichen in den Bahnen an vielen Orten sind die niedrig gelegenen Häuser überschwemmt. ( Wasserleitung, Kanalisation usw.), das Verkehrswesen, die des ersten bewegte und das Interesse der Vororte an demselben Beim Einsturz des Giebels des Villinger Postgebäudes wurde Hygiene. Er zeigte auch die Kräfteverschwendung auf 8iel betonte. Auch dieser Redner fand lebhaften Beifall. ein Bole getötet und mehrere Arbeiter verletzt. Bären ein kräftiger aromatischer, stets gleichmäßiger Kaffee. Original 1/2 Pid. Packung zu 60, 70, 9, 90 und 100 Pf. in circa 2000 Geschäften. Kaffee Erstklassige Fahrräder Marke„, Berlin" 22/ 17* mit Continental- Pneumatik Berlin W. 9, Köthenerstraße 14. Berliner Fahrradindustrie. Rothenburger Versicherungs- Anstalt a. G. in Görlitz. Gegründet im Jahre 1856. Größte deutsche Anstalt für Sterbegeld- Versicherung. Billige Beiträge. Sehr vorteilhafte Bedingungen. Alle Ueberschüsse fallen dén Mitgliedern zu. Dividende seit 1898 ständig 25%, eines Jahresbeitrages, für ältere Versicherungen 50% Versicherungsbestand Mill. Versich. über 80 Millionen M. Gesamtvermögen 21 Millionen M. • 17 Millionen M. 5 Millionen M. Seither ausgezahlte Sterbegelder pp. Seither an die Mitglieder überwies. Dividende Höchstzulässige Versicherungssumme M. 1500, zahlbar nach Wahl auch schon bei Lebzeiten. Keine ärztliche Untersuchung. 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Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nachstehende Geschäfte meiden zu wollen: Osten: Haacke, Landsbergerstr. 93. Sachs, Große Frankfurterstr. 132. Blik, Große Frankfurterstr. 137. Norden: Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 3. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Blik, Chausseestr. 80. Blitz, Rosenthalerstr. 9. Süden: Esders n. Dyckhoff, Dranienstr. 48. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. Karl Stier, Dranienstr. 166. Blitz, Kommandantenstr. 43. Westen: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Karl Stier, Potsdamerstr. 8. Landsberger, Friedrichstr. 108. Thtéry u. Sigrand, Friedrichstr. 179. Bandsburger, Friedrichstr. 7. Bandsburger, Turmistr. 30. Esders u. Dyckhoff, am Dönhoffsplak. Zentrum: Weltmann Nachf. Stephan Esders, Kaiser Wilhelmstr. 41. Riethmüller, Moltenmarkt. 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