Nr. 74. Abonnements- Bedingungen: 6 Abonnements Breis pranumerando: Bierteljahrl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost. bonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 24. Jahrs. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett, gebructe) Bort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Mr. 1983. Werkt neue Klassenkämpfer! in und Arbeiterklasse wirtschaftlicher Botmäßigkeit politischer Rechtlosigkeit Und dennoch hält so mancher Arbeiter noch Zeitungen dieser Richtung. Auf wirtschaftlichem Gebiet erhebt das proßenhafteste Herrentum des Kapitalismus immer un berhüllter sein Haupt: die Drangsalierungen und Aussperrungen der Arbeiter nehmen von Tag zu Tag zu. Die geeinten Feinde der Arbeiterklasse suchen durch eine brutale Gewaltherrschaft das Proletariat wirtschaftlich und politisch niederzuhalten. Als Donnerstag, den 28. März 1907. St. Manchester in Rom. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. ,, einem persönlichen Eigentum", was wohl sagen soll, zu irgend welchen Produktionswerkzeugen zu kommen. Leo XIII. sieht nicht oder will nicht sehen, daß die Arbeit heute kein persönliches, sondern fremdes Eigentum, das Kapital, schafft, in " " 1 " Bei Beratung der Konzessionen für das neu entdeckte dessen Wesen es liegt, die Arbeit in immer höherem Maße blämische Kohlenrevier beschloß unlängst bekanntlich die bel- auszubeuten. Der einzige volkswirtschaftliche Schriftsteller, Die politische Entwickelung zeigt einen von Tag zu Tag fidgische Kammer den Achtstundentag für die Hauer, den Behn- den dieser Arbeiterpapst" mit Namen und zustimmend an stundentag für alle anderen Arbeiter. Die überwiegende führt, ist- Bastiat, und wenn Lassalle in den 60er Jahren schärfer zuspizzenden Gegensatz. Die legte Reichstagswahl und die Mehrheit der Klerikalen, die in Uebereinstimmung mit der Schulze- Delißsch in Grund und Boden kritisierte, so war damit sich an diese anschließenden Debatten im Reichstage haben deutlich Regierung von einer Einmischung der Gesetzgebung in die bereits die Weisheit abgetan, die die Päpste vermöge göttlicher gezeigt, daß das Bürgertum aller Parteischattierungen sich zu einer Arbeitsverhältnisse nichts wissen wollte, stimmte gegen, eine Inspiration seit den 90er Jahren besonders zu unterstreichen reaktionären Masse zusammenschließt, der jedes Mittel recht ist, wenn Minderheit für die sozialpolitische Maßnahme. Natürlich bieten für gut befinden. es gilt, die jetzt die Reaktionäre, voran die klerikale Mehrheit, alles auf, Kein Wunder, wenn der Vatikan sich in allen einschlägigen diese Abstimmung in den folgenden Lesungen zu Erlassen gegen die Rechte der Arbeiterschaft gewandt, eine forrigieren. In erster Linie gilt es, die abtrünnigen, förmliche Theorie des Arbeitertruges aufgestellt hat. So vervon den Klerikalen abgesplitterten Jungen" in den langt Leo XIII. von der Staatsgewalt, daß sie die BeSchoß der alleinseligmachenden Arbeiterfeindschaft zurück- wegung der Massen, in welchen die Gier nach fremder zuführen. Jedes Mittel scheint hierzu recht, und nach Habe erwacht", mit Straft zügele, daß sie eingreife, wenn sich zu erhalten. Selbst der oberste Beamte des Reiches benutte unter berühmten Mustern marschiert wieder einmal die kirchliche öffentliche Birren ankündigen infolge widersetzlicher Haltung zujubelndem Gejohle des zur Unterdrückung der Arbeiterklasse Autorität als Gendarm gegen die Ketzerei der Sozialpolitik der Arbeiter oder infolge von Arbeitseinstellungen, wenn die zusammengeschloffenen Blocks die Tribüne des Reichstages zur Ver- auf. Durch Vermittelung der Bischöfe hat nämlich der Führer natürlichen Familienbande in den Arbeiterfreiſen zerrüttet breitung gröblichster unwahrheiten und nahm die von ihm weiter der flerifalen Rechten Charles Woeste an den Papst das werden, wenn bei den Arbeitern die Religion gefährdet ist, berbreiteten Verdächtigungen auch dann nicht zurüd, als die Ersuchen gerichtet, zum Normalarbeitstag grundsäglich Stellung wenn ihrer Sittlichkeit Gefahr droht...." Gegen die immer fozialdemokratischen Redner die Lügen der Hinterleute des zu nehmen. der Hinterleute des zu nehmen. Und prompt hilft der Nachfolger Petri den häufiger werdenden Streits solle die öffentliche Gewalt Reichskanzlers festgenagelt hatten. Fern blieb der Kanzler Gewissensnöten der um einige Prozent Profit bangenden Gegenwehr" ergreifen. Theologen und Zentrumspolitiker dem Reichstage auch bei der Klarlegung der amtlichen Be- Reaktionäre ab, die als reiche Leute sich ihr Christentum sind es, die in diesen Auslassungen eine ausdrückliche Ver einflussung der Reichstagswahlen. Liegt in diesem Ausweichen des etwas tosten lassen und als die Stützen des belgischen Peters- urteilung selbst der englischen Gewerkschaften erblicken. Und obersten Beamten zur Ausführung der Interessen der herrschenden pfennigs gelten wollen, der zur päpstlichen Hofhaltung wenn der Arbeiterpapft" dem Koalitionsrecht nicht völlig den Klasse nicht dasselbe System, das auch von bürgerlichen, insbesondere das meiste beitrage. Der Osservatore Romano", das Garaus macht, so deshalb, weil die Kirche selber als religiöse bon jenen unparteiisch" sich nennenden Blättern befolgt wird: die offizielle Organ des Vatikans, bringt einen Vatikans, bringt einen Artikel, Genossenschaft und kapitalistischer Betrieb desselben nicht entArbeiterklasse zu verdächtigen, zu täuschen und in Unwissenheit zu den der Papst zwar nicht geschrieben, von dem er raten kann. Aber er gibt ihm eine solch enge Begrenzung, halten? aber, wie üblich in solchen Fällen, zweifelsohne billigend daß es für die Arbeiterschaft zu einem Heft ohne Klinge Kenntnis genommen" hat. In ihm tritt Pius X. auf die Seite herabfintt. Charakteristisch ist jedenfalls, daß gerade über die der erklärten Gegner des Normalarbeitstages. Die markan- Frage des Koalitionsrechts sich der Streit erhob, ob der Erlaß testen Stellen sind wohl die folgenden: ein menschliches, überhaupt als Aeußerung„ ex cathedra" anzusehen, d. h. auf fein göttliches Gesetz kann dem gefunden, kräftigen, fleißigen göttliche Inspiration zurückzuführen sei. Wir haben an der Manne gebieten, statt zehn oder zwölf nur acht Stunden zu Entscheidung der Streitfrage tein Interesse, wohl aber an arbeiten. Die Festlegung dieses Gebotes in einem Geseze dem Umstand, daß sie sich über die Frage des Koalitions. wäre ein Anschlag auf die persönliche Freiheit, eine unzulässige rechtes erheben konnte. Beschränkung des kostbaren Vermögens des Menschen, seine In seiner Auffassung vom Wirtschaftsleben ist der Vatikan Hände und seinen Geist zu betätigen". über das bornierteste Manchestertum nicht hinausgekommen. Damit erhält das Gerede vom„ Arbeiterpapft", mit dem Noch heute steckt man dort in den Schuhen, die der Löwener man seit dem Rundschreiben Leos XIII. über die Arbeiter- Professor Périn ausgetreten hat. Keine selbständige Betätigung frage den gröbsten Unfug getrieben hat, einen neuen Stoß. der Arbeiterschaft zur Hebung ihrer materiellen Lage; die hofft man die proletarische Mehrheit des Volkes auf immer behandeln So viel Einsicht besigen heute auch die klerikalen Arbeiter- christliche Liebe macht alles! Wohl betont man, vom laissez zu fönnen. Unter dem maffen, um zu erkennen, daß Entscheidungen vom Schlage fair, laissez passer weit entfernt zu sein und lediglich eine der obigen gegen ihre vitalsten Interessen und die Vor- christliche" Freiheit für Arbeiter und Unternehmer zu stellungen von Recht und Gerechtigkeit verstoßen, die sich für wollen. Beide sollen in ,, freier und gerechter Vereinbarung" fie auf Grund ihrer materiellen Lage aus dem Christentum not- harmonisch zusammenarbeiten. Darum toppelt man sie zu wendig ergeben. Daher wird es dort, wo in Klerikalen Landen die katholischen Zirkeln" zusammen; der Arbeiter findet ,, GastIndustrie ihre Herrschaft antritt, immer stiller von den häuser, Unterstüßungskassen, Lebensversicherungen, Spartassen Arbeiterpäpsten", wenigstens vor der Deffentlichkeit. Im eingerichtet; zu vorteilhaften Bedingungen" tann er Kleidungsübrigen bietet der Entscheid nichts Ueberraschendes an stücke und notwendige Lebensmittel kaufen. Man überschüttet ihn einen Manne wie Pius X.; er ist nicht seine mit allen Wohlfahrtsplagen, damit er vor ,, lasterhaften Gewohn erste sozialpolitische Ruhmestat und wird nicht seine heiten", vor ,, demokratischen Ansichten" und ,, revolutionären Tezte fein. Als er noch Kardinal Sarto und Patriarch Leidenschaften" bewahrt bleibt. Die eigentliche Verwaltung bon Venedig war, ließ er sich von der Direktion der dortigen liegt bei der besitzenden, der ,, leitenden Klasse"; der Arbeiter Tabakmanufaktur dazu gebrauchen, armen elend bezahlten wird nur insofern beteiligt, als die ,, leitende Klasse" ,, würdige Berbreitet die sozialdemokratische Weltanschauung. Rüttelt die Arbeiterinnen eine donnernde Kapuzinade wider die Gewert Familienväter" heranzuziehen für gut befindet. Diese beMutlosen, die Trägen und Lässigen zum Klaffenbewußtsein auf. schaft zu halten, der sie sich anzuschließen gedachten. Die rüchtigte Patronage französischer und belgischer UnterMacht aus ihnen zielbewußte Streitbrechermission des Kardinals Bonomelli rühmt sich seines nehmer ist das Koalitionsrecht der Arbeiter, ist das Schußes und seines Segens. Die Bestrebungen des jungen Urbild jener von Leo XIII. in seinem Rundschreiben Priesters Murri, im italienischen Klerus freieres foziales empfohlenen Genossenschaften, das er nur mit ArbeiterEmpfinden zum Durchbruch zu bringen, hemmte er im ersten ausschüssen zur Regelung von Streitigkeiten zwischen Arbeitern Versuch; die Christlichsozialen Italiens sind zwar noch und Fabrikanten verbrämt. Man begreift, daß diese christliche pfäffischer und verwässerter, als die deutschen: aber was Rom Freiheit" für die Arbeiter schlimmer ist als die manchesterliche in Deutschland als eine rettende Tat wider den Umsturz zu Stnechtschaft. Sie schafft willige Arbeitsfflaben, sie öffnet preisen gestattet, weil es mun einmal ein agitatorisches Erb- Lohndruck und Arbeitszeitverlängerung Tür und Tor und stück aus dem Kulturkampf ist, wird in Italien verpönt und gewährleistet dem Unternehmer eine schrankenlose Konkurrenz unter die Rute bischöflicher Aufsicht gestellt. Der Besuch des auf Stoften feiner Arbeiter. Niemand wird sich wundern, Kongresses der Christlichsozialen wurde seinerzeit dem italieni- wenn solche Mehrwertsmaschinen es als einen Eingriff in schen Klerus verboten; Politik und Sozialpolitik ist Priestern die persönliche Freiheit betrachten, statt 16 nur 8 Stunden und Laien nur soweit gestattet, als es den gottseligen Dienern täglich arbeiten zu dürfen; die kapitalistische Weltgottloser Fabrikanten in den Kram paßt. Koalitionsrecht, harmonie niedriger Löhne und langer Arbeitszeit zu stören, Streit, Arbeiterschutz existieren für diese Leute nicht und, wie wird da zu einer Verlegung göttlichen und menschlichen jetzt der Dsservatore Romano" feststellt, auch kein Normal Rechtes. Wenn aber der Vatikan im Verlauf der legten arbeitstag. 30 Jahre nichts gelernt hat, so doch die klerikalen Arbeiter. Pius X. sezt nur fort, was feine Vorgänger, vor allem Der Versuch, die Patronage in Deutschland einzuführen, ist Leo XIII. begonnen; hat er sich doch bei seinem Regierungs- mißglückt; es wurden daraus die katholischen Fachabteilungen gebracht. Ein schöner Fortschritt. Aber er darf uns nicht zum antritt ausdrücklich auf den Boden der Erlasse jenes gestellt. und die interkonfessionellen christlichen Gewerkschaften. Go Ausruhen verleiten. sucht man die Sklaven Deckmantel nationaler Phrasen nationale Knechtschaft der deutschen Arbeiter unter der Botmäßigkeit kapitalistischen Herrentums aufrecht zu halten und zu vertiefen. Den empörenden Herausforderungen der Ausbeuterklasse auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete gilt es, durch doppelten Stampfeseifer zu begegnen. Für jeden denkenden Arbeiter tann es nur die Parole geben: Werbt neue Klaffenkämpfer. Klaffenkämpfer. Klärt ste über den geschichtlich vorgeschriebenen Untergang der heutigen Unrechtsordnung auf. Aber klärt sie auch über den mühebollen, aber notwendigen Weg auf, die Beschleunigung des Sieges der Arbeit durch einheitlichen Zusammenschluß der Arbeiterklasse zu fördern. Hinein in die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen! Eure treue Mitarbeit hat den Abonnentenstand des Vorwärts" von 99 800 Abonnenten am 1. Januar 1906 auf jett 139 000 Raft' ich, so rost' ich." 412 998 Stimmen wurden in Groß- Berlin bei der letzten Reichstagswahl für die Sozialdemokratie abgegeben. Für uns muß es heißen: " " 11 Als Leos XIII. Rundschreiben über die Arbeiterfrage erschien, rückständig die christlichen Arbeiter in der Erkenntnis ihrer war die Enttäuschung in den Kreisen der deutschen Kleritalen Klaffenlage auch noch sein mögen, es ist immerhin ein gut nicht gering, so sehr man sich befliß, in der Deffentlich- Stück Weges, das sie unter der vorwärtstreibenden Kraft der feit davon möglichst wenig merken zu laffen. Das Sozialdemokratie zurückgelegt haben. Und je zäher Schriftstück ist ein aus allen möglichen Ecken und Enden der Vatikan an feinem bornierten, christlich berhergeholtes und zusammengestoppeltes, in allen seinen Geschlechterten Manchestertum festhält, um so besser wird es für danken von anderen entlehntes und abgeschriebenes ober den Erkenntnisprozeß der christlichen Arbeiter sein. flächliches Machwert ohne jede Spur volfswirtschaftlicher Doch es wäre verfehlt, die Haltung des Vatikans schlechtKenntniffe, wie z. B. Genosse Laufenberg in seiner Broschüre hin aus bloßer Parteinahme für die Besitzenden erklären zu Die Legende vom Arbeiterpapst" überzeugend nachgewiesen wollen. Keine Institution kann aus den ökonomischen Behat Was Leo XIII. wider den Sozialismus zu sagen weiß, dingungen heraus, die ihr gebieterisch die Wege weisen. Beentstammt den ältesten manchesterlichen Stramläden. Er steht reits früher einmal ist an dieser Stelle darauf hingedeutet bm Kampf gegen wirtschaftliche und politische Unterdrüdung, für den noch auf dem Standpunkt, daß persönliche Arbeit das perjön worden, wie bei wachsender Demokratisierung des öffentlichen liche Eigentum schaffe. Hat ein Hinterwäldler ein Stück Lebens und der durch sie schließlich bedingten Trennung des Urwald gerodet, so gibt ihm te aufgewandte Mühe ein Staates von der Kirche diese dem drohenden Einnahmeverlust Anrecht auf den Besitz des Bodens. Für den Arbeiter bildet der Zukunft durch fortwährend gesteigerte wirtschaftliche Tätigkeit zu der Lohn das Mittel. auf dem Wege der Sparsamkeit au begegnen sucht. Das Drdenswesen dient beute einer weitauf jeden Wähler einen Abonnenten des Vorwärts". Berbt neue Klaffentämpfer durch Heranziehung immer neuer bonnenten für Euer Kampforgan „ Vorwärts"! derzwesgten großkapitalistischen Produktion, und was hier vielfach für Arbeitsverhältnisse herrschen, davon haben' die Enthüllungen aus den Klöstern zum guten Hirten in Frank- reich ein ebenso entsetzliches wie erschütterndes Bild gegeben. Die Pfarreien der Weltgeistlichkeit verfügen über namhafte, aus der Kirchenpraxis noch ständig sich vermehrende Kapitalien, die vielfach gegen Zins auf städtisches und mehr noch auf ländliches Bodeneigentum ausgeliehen sind, woraus sich zum guten Teil das große Interesse des deutschen Klerus an der Schutzzoll- Politik erklärt. In den überseeischen Kolonialgebieten besitzt die Kirche in zahlreichen Missionen entwickelungsfähige Plantagen und hierin findet es mit seinen Grund, wenn das Zentrum seinerzeit so schnell für die Bismarckschen Kolonial- Pläne zu haben war, wenn es nachmals das Geld der Steuer- zahl er in wahnwitzigen weltpolitischen Abenteuern verpulvern half. Diese ökonomische Stellung wird je länger je mehr die einzige wirtschaftliche Basis der Kirche. Dadurch ist sie ge- zwungen, das Privateigentum an den Produktions- Mitteln unter allen Umständen zu verteidigen, mag es noch so erdrückend auf den Massen lasten. Daher denn die Betonung einer Freiheit im Interesse des kapitalistischen Systems, von deren innerer Unwahrheit jeder denkfähige Mensch überzeugt sein muß. Daher aber auch das Gezeter gegen den So- zialismus. der mit seiner Sozialisiernng der Produktions- mittel die ökonomische Grundlage der Kirche ebenso zerstört, wie mit dem Fall der Klassengesellschaft der historische Boden der dogmatischen Klassenreligionen verschwindet. poUtircbe ücbcrlxcbt. Berlin, den 27. März 1907. Bergwerkskatastropheu. Eine Darstellung über die bisherigen Ergebnissei der amtlichen Untersuchungen der Ursachen des verhängnisvollen Seilbruches auf dem Mathildeschacht der Gerhardgvube vcr- öffentlicht der„Reichsanzeiger" in seiner Ausgabe vom 27. März. Als wesentliche Ursachen werden mitgeteilt: Die zur Förderung benutzten Seile sind Gußstahlbandfeile, bestehend aus 192 Drähten von je 2 Millimeter Dicke. Sie sind sowohl bei ihrer Auflegung als auch regelmäßig während des Betriebes den bcrgpolizeilich vorgeschriebenen Biegungs- und Zerrcißungsproben unterworfen worden. Diese Proben werden an Seilstücken vorgenommen, die von dem am Förder- korb befestigt gewesenen Seilende abgehauen werden. Das ge- rissene Seil, das vor beinahe 2Va Jahren aufgelegt wurde und damals eine Tragfähigkeit von rund 76 000 Kilogramm besaß, zeigte bei feiner letzten Untersuchung am 19. Februar d. I. noch eine Tragfähigkeit von über 74 000 Kilogramm, so daß sich, da die Seillastung bei der Mcnschenförderung nur 7606 Kilo- gramm und bei der Produktenförderung 9418 Kilogramm betrug, die Seilsicherheit zu 9,7 bezw. 7,8 berechnete. Das Seil riß, als am Unglücksmorgen der Förderkorb, an dem es befestigt war, zum ersten Male mit seiner vollen Be. lastung, d. s. 22 Mann, eingehängt wurde— vorher waren bereits mit demselben Korbe 11 Mann eingelassen worden—, und zwar etwa 90 Meter oberhalb des Korbes, als dieser in eine Tiefe von ungefähr 200 Meter gekommen war. Eine nach dem Unglücksfall vorgenommene Untersuchung eines unmittelbar über dem Förderkorb befindlichen Seilstückcs ließ nicht erkennen, daß das Seil durch den bisherigen Betrieb gelitten hatte. Die mit einigen Drähten ausgeführten Biegungs- und Zerreißungsproben. hatten ein ähnliches Er. gelmis wie die Proben am 19. Februar d. I., dagegen stellte sich bei einer genauen Prüfung eines 8 bis 10 Meter oberhalb der Bruchstelle befindlichen Seilstückes heraus, daß das Seil dort stark mitgenommen war. Die Drähte waren an den Stellen, wo sie nach außen treten, erheblich abgerieben, und zwar vielfach in dem Maße, daß sie' sich an den betreffenden Stellen mit der Hand leicht brechen ließen. Diese Schäden dürften auf den Druck und die Reibung, welche die einzelnen Drähte beim Auf- und Abwickeln des Seiles auf die Trommel(Bobine) gegen- seitig ausüben, zurückzuführen sein. Sic sind von den mit der täglichen Revision des Seiles betrauten Beamten und von den am Schacht beschäftigten Arbeitern nicht bemerkt worden, hätten auch wohl nur nach sorgfältiger Reinigung des Seiles von der tcerartigen Masse, mit der das Seil zu seiner Schonung häufig yeschmiert wurde, gesehen werden können. Ob übrigens die für die Seilfahrt vorgeschriebenen täglichen Seilrevisionen regel- mäßig ausgeführt worden sind, erscheint nach den bisherigen Zeugenaussagen noch fraglich. Die von der Staatsanwalt- schaft und dem Bergrevierbeamten geführte Untersuchung dürfte jedoch erst nach ihrem Abschluß hierüber sowie überhaupt über die Frage, ob und welchen Beamten etwa ein Verschulden an dem Unglücksfall zur Last zu legen ist, bestimmtes ergeben. Das gerissene Seil ist behufs genauer Untersuchung von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Mit diesen Angaben läßt sich noch nicht viel anfangen. Es ivird als festgestellt mitgeteilt, daß die vorgeschriebenen täglichen Biegungs- und Zerreißungsproben vorgenommen worden sind, aber es erscheine noch fraglich(l), ob die vorgeschriebenen tag- lichen Ravisionen stattgefunden haben. Merkwürdigerweise verlautet nichts darüber, warum gerade am Tage nach dem Unglück ein neues Seil eingebaut werden sollte? Angeblich bot es doch nach den vorgenommenen Proben eine fast zehnfache Sicherheit! Und hat sich die Untersuchung noch nicht auf die Behauptungen erstreckt, daß die Schadhaftigkeit des Seiles schon wiederholt vorher gemeldet worden ist? Das Schweigen über diesen Punkt ist sicher nicht geeignet, Vertrauen zu erwecken!—_ Kindische Anschuldigungen. Einen Leitartikel von seltener Abgeschmacktheit veröffentlicht die„DeutscheTageszeitung" unter dem schreienden Titel: „Die Sozialdemokratie als Förderin des Krieges". Die Sozialdemokratie, so behauptet das Organ Knutcn-OertelS. strafe ihre angeblichen Friedensbestrebungen schon dadurch Ltzgen. daß sie ausgesprochencrmatzen ihr Endziel im Wege der„g e w a l t» samcn Revolution" erreichen wird. Es sei bitterster Hohn, wenn eine Partei, die dem Bürgerkriege, der entsetzlichsten Form des Zusanimenstoßes der Menschen zustrebe, sich als Trägerin eines weltbeglückenden Friedens darstellen wolle. Diese pathetische An- klage ist um so alberner, weil die„Deutsche Tageszeitung" selbst erklärt, daß nicht die Sozialdemokratie die Schuld an einer eventu- cllen gewaltsamen Revolution trüge, sondern die besitzende Klasse. Das agrarische Organ schreibt nämlich: „Es ist undenkbar, daß Staat und Gesellschaft sich frei- willig dieses sozialistische Machwerk, das eine Mischung von un- erträglicher Unfreiheit und andererseits von wilder Zügellosig- keit sein würde, aufbürden lassen sollen. Rur im blutigen Bürgerkriege könnte jener Zukunftsstaat vorübergehend geschaffen werden." Das agrarische Organ bestätigt damit nur da? bekannte Wort Goethes, daß bisher noch immer die Regierungen selbst an Revo- lutionen die Schuld getragen hätten. Auf der gleichen Höhe steht die Behauptung, daß die Sozial- Demokratie den„guten Geist des Heeres" und seine Manneszucht vernichten, dadurch also eine„möglichste innere Schwächung" Deuischlands herbeiführen wolle. Sofern unter dem„guten Geist des HeereS" knechtischer Kadavergehorsam, Sol- datenschindereien und die Möglichkeit verstanden wird,, die Soldaten auf Bater und Mutter schießen zu lassen» untergräbt allerdings die Sozialdemokratie diese„Bande der Zucht und Ordnung". Sie ist so verrucht, einen Gesellschaftszustand zu er- streben, in dem ein freies, auf sein Vaterland stolzes Volk den heimischen Herd und die vaterländische Kultur gegen fremde Angriffe begeistert zu verteidigen bereit'ist, ohne durch den Korporal stock und aus Furcht vor Füsiladen in den Kampf getrieben zu werden? Eine freche Verleumdung ist es endlich, wenn die„Deutsche Tageszeitung" behauptet, die Sozialdemokratie habe die Auffassung genährt, als ob die deutsche Weltpolitik einen agressiven Charakter trage. Es war kein Sozialdemokrat, der die Krügerdepesche abgesandt hat, es war kein sozialdemokra- tischer Abgeordneter, sondern ein parlamentarischer Vertreter der Rechten, der eine südwcstafrikanische Kolonialarmee als Gegen- gewicht gegen England für notwendig erklärte. Es waren keine Sozialdemokraten, die im Flottenverein und in der Presse eine wüste Englandbetze inszeniert und einen Krieg mit England an die Wand gemalt haben! Zur schwedischen Wahlrechtsreform. Der Wahlrechtsausschuß�des schwedischen Reichstags hat am 19. März seinen ersten prinzipiellen Beschluß gefaßt. Und der ist zu- gunsten der Regierungsvorlage ausgefallen. Jedoch ist diese Vor- läge s e l b st damit noch keineswegs vom Ausschuß gutgeheißen, wie man es nach der ersten telegraphischcn Meldung annehmen konnte. Der mit 14 gegen 10 Stimmen gefaßte Beschluß besagt nur, daß der Ausschuß sich in seiner Mehrheit für das Proportional- s y st e m erklärt und es zur Grundlage für seine Arbeit machen will. Wie der Reichstag über diese Frage entscheiden wird, läßt sich noch nicht voraussagen. Wahrscheinlich wird die Zweite Kammer die Regierungsvorlage mit dem Proportionalsystem ab- lehnen, was dem Willen der Volksmehcheit entspräche. DaS Proportionalsystem an sich— die Verteilung der Mandate nach der Zahl der für die Parteien und Kandidaten abgegebenen Stimmen— gilt ja mit Recht als ein Wahlsystem, das den For- derungen politischer Gerechtigkeit am meisten entspricht. Ann liegen aber in Schweden die Verhältnisse so, daß es gerade die Reaktionäre sind, die Erste Kammer und die aus ihr her- vorgegangene Regierung, welche dieses System allerdings, aber in ihrer Weise einführen möchten: in einer komplizierten und für die Masse der Wähler unverständlichen Form. Wollte man das E i n° kammershstem einführen, so würden die Herren die Propor- tionalwahl gewiß als„höchst unpraktisch und undurchführbar" ver- werfen. Unter diesen Umständen mag es erklärlich erscheinen, daß auch die sozialdemokratische Fraktion in ihrer eigenen, in der vorigen Woche eingebrachten Vorlage zur Wahlrechtsreform und Ver- fassungsrevision Majoritätswahlen in Einmanns-Wahl- kreisen verlangt. In der Begründung, die der Vorlage beigefügt ist, heißt eS über diesen Punkt u. a.:„Die vielseitige Untersuchung über den Proportionalismus, die in den letzten Jahren hier in Schweden stattgefunden hat, hat unserer Meinung nach gezeigt, daß das prinzipiell sehr zusagende System nicht so leicht, wie viele — auch unter uns— sich anfänglich vorstellten, mit wirklichem Vorteil praktisch angewandt werde« kann."— Im übrigen stimmt die Vorlage der schwedischen Sozialdemokraten in den Grundzügen mit der bereits im Iiovemher porigen JahreS veröffentlichten über- ein: Für die Mäntter wie für die Frauen wird zur Zweiten Kammer allgemeines, aktives und passives Wahlrecht verlangt, und zwar vom vollendeten 21. Lebensjahre ab. Zur E r st e n Kammer sollen die Frauen— wie die Männer— vom 30. Lebensjahr ab wählbar sein. Der bestehende Vermögenszensus soll auf- gehoben, die Kompetenz der Ersten Kammer soll eingeschränkt werden, so baß sie nur noch suspensives Vetorecht in Verfassungs- und Gesetzesfragen besäße. Sodann wird u. a. eine gründliche Reform des Wahlrechts zu den Gemeindevertretungen und Lands- thingen gefordert, von denen ja die Zusammensetzung der Ersten Kammer abhängig ist, und daneben eine Reihe anderer Ver» fassungsänderungen. Die radikal-liberale Kammergruppe schließt sich in ihren Vorschlägen den Hauptforderungen unserer Partei- genossen an. Jene Gruppe umfaßt allerdings nur 9 Abgeordnete. Zu den, allerdings prinzipiellen, Gegnern des Propor- tionalsystems muß man auch die etwa TS Mann starke liberale Sammlungspartei rechnen. Ferner sind in der Zweiten Kammer mindestens IS Bauernvertreter Gegner des Proportionalsystems, weil es den Kleinbauern nicht vorteilhaft erscheint. Rechnet man dazu die 15 Sozialdemokraten, so wird es wahrscheinlich, daß die Zweite Kammer die Regierungsvorlage ablehnt. Eine Auflösung des Reichstags scheint in solchem Falle unvermeidlich, und sie könnte der endlichen Lösung der Wahlrechtsfrage nur zugute kommm,— •* • Deutfcbcs Reich. Das„gemilderte" Anti-GewerkfchaftSgesetz. Halbamtlich wird gemeldet: „Ueber die Umgestaltung des Gesetzentwurfes über die Rechts- fähigleit der Berufsveretne sind, wie mehrere Blätter hören. noch keinerlei Entschließungen gefaßt worden. Wenn in absehbarer Zeit unter den Bundesregierungen über eine reichS- gesetzliche Regelung deS Verein SwefenS eine Einigung nicht zu erwarten ist. wird die Reichsregierung, um nicht dem Ver- dacht der Verschleppung sozialpolitischer Gesetze ausgesetzt zu sein. das Berufsvereinsgesetz im Herbst dem Reichstag wieder vorlegen und dabei jedenfalls den Bestimmungen über die Möglichkeit der Entziehung der Rechts- fähigleit, deren allzu große Dehnbarkeit entschiedenen Widerspruch im Reichstag hervorrief, eine genauere Fassung geben. Auch einige Bestimmungen der polizeilichen Kontrolle der Vereine sollen eine Umgestaltung in liberalem Sinne erfahren." Also das Vereinsgesetz, das Bülow dem Liberalis- mus als Konzession in Aussicht gestellt, soll wahrscheinlich ver- tagt werden, wohingegen das Gewerkschaftsknebel- g e s e tz im Herbst wieder auf der Bildfläche erscheinen soll l— Preußen als Kulturvormacht, Der Berliner Kriminalpolizei ist ein großer Fang geglückt: sie hat entdeckt, daß bei dem Schuhmachermeister CalichowSki in Berlin der geprüfte Lehrer Staniözcwski einer Anzahl polnischer Kinder im geheimen katholischen Religionsunterricht gab. Und das brandenburgische Provinzialschulkollegium hat diesen schauder- haften Frepel sofort geahndet. Es hat den Schuster CalichowSki. der. ohne zu erröten, die Stirn besaß, seine„gute Stube" zum Religionsunterricht in der Sprache Henryk Sienkiewicz' herzuleihen, auf Grund des§ 42, Absatz 2 der Verordnung vom 26. Dezember 1803(!) zu einer Geldstrafe von SO M. verurteilt, und dem ruchlosen Lehrer Staniszewski wird es sicher noch biel schlimmer ergehen. Die„Köln. Volksztg." bemerkt dazu: „So wird sich wieder einmal dys Wort bewähren:„Preußen in Deutschland voran, Deutschland in der Welt voran." Der Ruh»» Preußens wird ob dieser Tat bis ao die Sterne strahlen, und in allen Ländern der zivilisierten Welt wird ma» be- wundernd ausrufen:„So was ist nur in Preußen möglich." In Japan und China darf den poknischen Kindern in privaten Räumlichkeiten ruhig polnischer Religionsunterricht erteilt werden. Kein Mandarin würde sich darum kümmern. Und wenn in England, Norwegen, Holland, Amerika— wir nennen absicht- lich nur protestantische Länder— den Behörden so etwas denun» ziert würde, würde jeder Polizeikapjtän dem Denunzierenden etwa sagen:«Daß jemand das Recht hat, polnischen Religionsunter» richt zu erteilen oder zu nehmen, ist ebenso selbstverständlich wie das Recht, zu essen, zu trinken und zu schlafen." Das ist sicher richtig; aber die„Köln. VolkSztg." scheint der» gessen zu haben, daß für Preußen, das einen Studt besitzt, die ge- wohnlichen Weltgesetze nicht gelten.— Herr Liebert. Herr Liebert, der Generalissimus des ReichslügenverbandeS, der während der Reichstagsdebatten ziemlich schweigsam ge» Wesen war, polemisiert im„Tag", wo er keine Entgegnung zu befürchten hat, gegen die Sozialdemokratie. Er wirst ihr vor, die Kolonialskandale übertrieben und demagogisch aus- habe sie sich der„armen Eingeborenen" angenommen, von denen habe sie sich der„armen Eiingeborenen" angenommen, von denen sie behauptete, daß sie ihres Landes beraubt, von den Händlern betrogen und ausgewuchert worden seien. Die„Landeskundigen" berichteten dagegen, daß die Hereros in ihrer„w ü st e n H a b g i e r" sich die Waren der Händler häufig angeeignet, im„schmutzigen Geiz" nachher aber beim Zahlen Schwierigkeiten gemacht hätten. Herr Liebert muß ganz genau wissen, daß die Sozialdemokratie während des Wahlkampfes nachzuweisen imstande war, daß die schamlose Ausbeutungswirtschaft der Hereros seinerzeit auch von der konservativen Presse, so dem„Reichs boten" und der „K r e u z z e i t u n g", ferner von einer ganze n Reihe von Missionaren zugegeben worden ist. Er mutz ferner wissen, daß den Hereros der größte Teil ihres Viehes und das best« Land abgenommen worden war. Gleichwohl behauptet er, daß daran nur die„Habgier" und der„schmutzige Geiz" der Eingeborenen die Schuld getragen habe! Wenn Herr Liebert ferner wieder von den„fürchterlichen Greueln" der Ausständischen gegen die Farmer spricht» so sollte er doch nicht vergessen, daß durch die Trothaschc Ausrottungs- strategic Zehntausende von Unschuldigen in den Tod des Ver- schmachtens getrieben worden sind. Er sollte sich auch daran er- innern, daß erst kürzlich ein deutscher Farmer wegen der grauen- haftesten Scheußlichkeiten, und wegen mehrfacher Morde an Ein- geborenen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Trotz- dem entrüstet er sich über die Bestialität der Eingeborenen! Er ist eben der Generalissimus des ReichslügenverbandeS! Das beleidigte Junkerparlament. DaS Reichsgericht verwarf am DienStag die Revision deS Genossen Hugo Schotte von der„VolkSzeitung" zu Düsseldorf gegen daS Urteil der Strafkammer Düsseldorf vom 31. Oktober 1906, das ihn wegen Beleidigung deS preußischen DreiklassenhauseSmitzwei Monaten Gefängnis belegte. Der inkriminierte Artikel war eine Kritik der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über das SchulverpfaffungSgesetz und war betitelt„Die Pfaffen-Jnsel". Er war scharf, aber zu- treffend, und das paßte natürlich den Erwählten des Dreiklassen- rechts nicht." Die Mehrheit,' gebildet ans Konservativen. Nationalliberalen und Zentrum scheute sich nicht, obgleich ste sich unter dem Schutz der Jmnmnität die gehässigsten Angriffe auf die Sozialdemokratie erlaubt, dem unbequemen Kritiker mit dem Beleidigungspgragrapheu auf den Leib zu rücken. Sie hat jetzt auch den Triumph, ihn rechtskräftig zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt zu sehen. Ein etwas teuer erkaufter Triumph allerdings, der nicht zur Hebung des Ansehens dieser gesetzgebenden Vertretung der Befitzenden Preußens dienen wird. Denn bisher gehörte außer der Redefreiheit und Unverletzlichkeit der Abgeordneten auch das zu den Borrechten der Parlamente, daß sie Kritik, die schärffte Kritik vertragen konnten, daß sie sich stark genug fühlten, um durch keinen Angriff beleidigt zu sein. Die preußische Dreillassenkammer hat dieses edelste Borrecht der Parlamente aufgegeben. Man kann steUich von der Karikatur eines Parlaments auch kaum verlangen, daß es das stolze Selbstgefühl eines Parla- ments habe. Eine Körperschaft, die nicht den geringsten Boden im Volle hat, muß füglich auf Grund ihreS mangelnden Rückhalts in der öffentlichen Meinung bei Angriffen nervös werden, und be- sonders, wenn sie verdient sind. Das Urteil deS Reichsgerichts ist der Schlußpunkt zu dem Urteil, das das preußische Voll längst über das DrciklaffenhauS gefällt hat. -» In der Revision des Genossen Schotte wurde besonder? die Ablehnung einer Reihe von Beweisanträgen gerügt. Der Angeklagte hätte durch Vernehmung mehrerer Abgeordneter gewiffe Gepflogenheiten des preußischen Abgeordneten» Hauses(Behandlung der Opposition, Beleidigung der Sozialdemo- kratie usw.) feststellen lassen wollen. Das Landgericht hatte diese Beweisanträge als unerheblich abgelehnt und dabei an- geführt:„Die Vorgänge im Parlamente sind dem Gerichte bekannt; die behaupteten Vorgänge mögen also im preußischen Abgeordneten- Hause auch vorkommen. Ob aber das behauptete Vorgehen der konservativen Partei absichtlicki geschieht, läßt sich durch die vor- geschlagenen Zeugen nicht feststellen, da sie nur ihre subjektive Auf- fassung bekunden würden. Das Gericht nimmt aber an, daß die unter Beweis gestellten Tatsachen wahr sind und hat deshalb von der Erhebung des Beweises abgesehen. Prügelszenen, wie sie in anderen Parlamenten vorgekommen sind, hat das preußische Ab- geordnetenhaus noch nicht gehabt." In der Revisionsverhaiidlnng vor dem 6. Strafsenat des Reichs- gerichts bemerkte hierzu der Rerchsanwalt Freiherr von Ebers und Rockenstein:„Die Begründung, mit der die Beweisanträge ab- gelehnt worden sind, ist in hohem Grade bedenklich. In der Annahme der G e r ich ts kun d ig keit geht das Gericht viel zu weit. ES hat auch zu u n r e ck: das Ergebnis der beantragten Beweisaufnahme vorweggenommen. Es geht nicht an, daß das Gericht sagt, die Vernehmung von Zeugen sei deshalb zurückzuweisen, weil ihre subjektive Auffassung nur eine parteiische sein könne. Der Umstand allein, daß ein Zeuge Mitglied einer politischen Partei ist, kann ihn nicht als.völlig untauglich erscheinen lassen, ein wirklich brauchbares Ergebnis zu liefern. Das Gericht hat vielmehr erst den Zeugen zu hören, bevor es darüber ein Urteil fällt, ob er parteiisch ist. So unrichtig diese Ablehnung der Beweisanträge nun auch ist, so kann sie doch nicht zur Aufhebung des Urteils führen, da das Gericht die behaupteten Tatsachen ausdrücklich als objektiv richtig unter st ellt hat. Das Gericht hat ja auch den Angeklagten nicht aus§ 186 verurteilt, well irgend eine behauptete Tatsache nicht erweislich wahr wäre, sondern aus 8 18ö, indem e» dem Angeklagten ausdrücklich den Schutz des§ 193' zu» billigt und lediglich die gewählte Form als beleidigend ansieht" 'Gemäß den. Antrage des Reichsanwalts verwarf daim das Reichsgericht die Revision._ Eine Jmportlüge des RcichsverbandcS. Die ReichSverbändler haben den Freihandel auf ihr Programm gesetzt— den Freihandel der Lüge. Reben das auf dem heimischen Misthaufen gewachsene Produst tritt die Blüte der aus» ländischen Düngergrube. Ihre Schamlosigkeit tennt feine Schranken, auch leine Grenzschranken, und die" Post" öffnet begeistert ihre Spalten den aus dem Ausland kommenden Lügen. In ihrem Abendblatt vom 22. März schrieb sie: Generalmajor" v. Deimling. Die von der Neuen Politischen! Fraktion gehören dem Ausschusse die Stadtbb. Borgmann, Korrespondenz" verbreitete Notiz, daß der aus Südwestaftita ab leimann, Sassenbach und Singer an berufene Generalmajor v. Deimling in dem neu zu errichtenden Die heutige Sigung ist zunächst der Fortseßung der Beratung Reichskolonialamt an die Spitze derjenigen Abteilung treten tverde, des. Stadthaushaltetats für 1907 gewidmet; die Beratung soll heute, Menchelmord als sozialdemokratisches Kampfmittel. welche die Angelegenheiten der Schußtruppen unter sich haben wird, eventuell aber in einer außerordentlichen Sizung am Sonnabend, Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der von Bebel fo beruht, wie das Wolffiche Telegr.- Bureau, meldet, lediglich auf den 31. März zu Ende geführt werden, da das neue Glaisjahr mit Rombination. biel gepriesenen französischen Republit mehren sich die GewaltSem nächsten Tage bereits beginnt. Die Anwesenheit einer beschlußUeber die Stellenbefegung in dem von den gesetzgebenden Körper- fähigen Zahl von Mitgliedern ist für die Etatsberatung nicht mehr und Schandtaten der Genossen" von Tag zu Tag. Welche Blüten schaften noch gar nicht bewilligten Reichstolonialamt", heißt es in erforderlich, da sämtliche noch ausstehende Spezialetats schon auf der dort die die Massen berheßende Tätigkeit der Sozialistenführer zeitigen, dem Dementi, ist selbstverständlich noch feinerlei Entscheidung ge- Tagesordnung für Montag gestanden haben.beweist das in allerletzter Zeit an dem Sohn des gelben troffen. Die Beförderung des Obersts v. Deimling Verſaiimfung einige fleinete Vorlagen ohne Debatte. Der Bor. Vor der Wiederaufnahme der Etatsberatungen erledigt die Nationalökonomen Paul Leroy Beaulieu in Montpellier( Frank zum Generalmajor erfolgte aus Dienstalter reich) anläßlich der letzten Wahlen verübte schauderhafte Attentat. rücksichten. Seine Abberufung erklärt sich aus dem Umstande, it eher spricht dem zum 1. April 1907 aus dem Amte scheidenden Darüber schreibt die Gelb. Arbeiterztg." in Nr. 82 vom 9. März daß für den Kommandeurposten der füdwestafrikanischen Schußtruppe Direktor des Bureaus der Versammlung, äfede, namens der 1907 folgendes: Sechs Genoffen lauerten in einem Didicht einen ganzen Tag tommandeurs vorgesehen sind." im Etat vom 1. April ab nur noch die Gehaltsbezüge eines Regiments. letteren und unter ihrem lebhaften Beifall den Dank für seine treuen Dienste aus. auf das Vorbeifahren des Kandidaten Leroy, um ihn meuchlings zu ermorden. Als derselbe mit seinem Wagen die Stelle passierte, knallten aus dem Dickicht heraus vier Schüsse, von denen nur einer ihn in den Unterarm traf. Inzwischen ist der gelbe Kandidat mit großer Mehrheit gewählt." . Der weimarische Landtag aber mit erschreckender Deutlichkeit, was für Früchte die systematische Durchgangsposten; außerdem an Ausgaben 1.020.000 M. Domänen- waltung Werke". " -" Stadtv. Jden( A. L.) referiert über die Spezialetats Ge hälter der Magistratsmitglieder", Personalbesoldung"," Verwaltung der Bureaudienstgebäude ist am Dienstag auf unbestimmte Zeit vertagt worden. In 25 öffent- und der außerhalb derfelben belegenen Bureaus"," Geschäfts. lichen Sibungen hat er sich mit den Voranschlägen für die Etat- bedürfnisse und Prozeßtoften"," Benfionen und Unter Es liegt nicht an dem Willen der ihrem politischen Gegner periode 1908-1910 befaßt. Der Etat des ganz Ländchens schließt stühungen", Straßenreinigung und Besprengung", nach Wegelagererart auflauernden Sozialdemokraten, wenn das pro Jahr in Einnahme und Ausgabe mit 10 630 000 m. ab. In Gemeindefriedhöfe"," Standesämter", Wasser Attentat nicht tödlich verlief. Der nichtswürdige Mordverſuch zeigt dieser Summe befinden sich 1 300 000 M. Matrikularbeiträge als werte"," Markthallenberwaltung"," Kassenbere Aufstachelung der niedrigsten Leidenschaften und Erziehung zum rente, die der Großherzog bekommt. Größere Gesegesvorlagen, verordneter Rosenow( N. 2.), daß der Magistrat als Aufsichts Itung der städtischen ben mag i ft rat" moniert StadtVerbrechen durch die Sozialdemokratie schließlich zeitigen muß. Mord- und Totschlagsversuche gegenüber Arbeitswilligen seitens wie die Vorlage betr. die äußere Heilighaltung der Sonn- und behörde gegen Krankenkassenvorstände Klage auf Erstattung der fanatisierter„ Genossen" gehören ja auch bei uns nicht mehr zu Feiertage, ein liberaler" Antrag auf Abänderung des Wahlrechts Soften erhoben habe, welche durch die Entsendung von Mitgliedern den Seltenheiten. zum Landtage und der antisemitische Antrag auf Besteuerung der zu Wohnungskongressen usw. entstanden seien. Auch jetzt noch, An der ganzen Mordgeschichte ist folgendes wahr: In Mont- Warenhäuser find unerledigt geblieben. Komisch berührte es o der Magistrat Recht bekommen habe, sollte er von diesem anpellier hat wirklich Herr Pierre Leroy Beaulieu kandidiert, noch zum Schluß, daß von den 33 Abgeordneten sich ihrer 29 für fechtbaren Wege abgehen. der Sohn des Nationalökonomen Baul Leroy- Beaulieu. Dieser ist einen Antrag begeisterten, der eine Vergrößerung des als Gemeindeorgan, sondern als staatliche Aufsichtsbehörde; die be Oberbürgermeister Kirschner: Der Magistrat handelt hier nicht einer der letzten Vertreter des reinen Manchesterliberalismus, Militärtontingents, das im Großherzogtum garnisoniert treffenden Maßnahmen unterliegen nicht der Nachprüfung durch der flaffischen Unternehmerdoktrin in Frankreich. Wenn ihn werden soll, verlangt. Von mehr Soldaten" im Goetheländchen die Versammlung. Die Krantentassen haben bisher ein folches die Gewährsmänner der" Post" zum gelben" Nationalökonomen erwartet nämlich der getreue Landtag einen wirtschaftlichen Vorteil Recht nicht, und die Schritte, welche die Ortstrantentasse der Kaufernennen, so ist gegen das darin enthaltene Bekenntnis, daß die für das Ländle! Schade, daß auf der Ilm und der Saale kein leute tat, um sich dieses Recht auf dem Wege der Statutenänderung Gelben" nur Werkzeuge der Kapitalisteninteressen sind, nichts einzu- Flottchen schwimmen kann, sonst bewilligten am Ende gar die zu verschaffen, sind in allen Instanzen reprobiert worden. Die Ob eine Aenderung des ein Aufsichtsbehörde konnte nichi anders. wenden. Aber es ist nicht nur nicht gewiß, daß sechs Ge- ganz Getreuen auch noch die Kosten dafür, selbst wenn noffen" die Urheber des Attentats waren, sondern nach der ganzen Pump angelegt werden sollte. Schon jetzt hat der Finanzminister Gesetzes angezeigt ist, ist eine Sache für sich; jedenfalls schien uns der Anlaß nicht ausreichend, mit Betitionen vorzugehen. Sachlage so gut wie ausgeschlossen. Das Mandat Leroy- Beaulieus die Genehmigung erhalten, falls die Kassenvorräte nicht reichen, Stadto. Singer( Soz.): Ueber die Rechtslage find Zweifel wohl war von der radikalen Kammermehrheit für ungültig erklärt worden. eine halbe Million als Anleihe aufzunehmen. Vorsichtigerweise nicht vorhanden. Ich möchte mich aber ausdrücklich von der„ AufIn der Nachwahlcampagne hatte Leroy- Beaulien zwei Gegner: den wurde jedoch auch gleich beschloffen, daß innerhalb der beiden sichtsbehörde" an den der letteren vielleicht nicht ganz fernstehenden Bürgerlich Radikalen Laurent und den Sozialisten nächsten Finanzperioden dieser Pump wieder abzutragen ist. Das Oberbürgermeister von Berlin wenden, um ihn zu bitten, feine Reboul. Der eigentliche Wahlkampf spielte sich zwischen dem schließt natürlich nicht aus, daß innerhalb der betr. Zeit wieder Pflicht als Aufsichtsbehörde nicht so eng zu faffen, um solche gemeins gemäßigten" und dem radikalen Kandidaten ab. Die fozialistische ein neuer Pump aufgenommen werden kann, denn die Pump- nüßigen Maßnahmen zu verhindern. Es ist doch etwas wunderbar, daß den Herren Aufsichtsbeamten nicht auch der Gedanke gekommen Kandidatur war von vornherein aussichtslos und nicht viel mehr als wirtschaft des Reiches wirkt ansteckend auf die Duodesstaaten ist, man fönne, wohl solche Ausgaben als im Sinne des Gesetzes eine Zähltandidatur. Sie erregte aber ganz besonders die Wut zurüc. liegend betrachten. Denn das Gefeß, gibt zwar der Aufsichtsbehörde der Radifalen, die Genossen Reboul wegen des angebdas Recht zur Klage, verpflichtet sie aber nicht dazu. Vielleicht lichen Bruches der republikanischen Solidarität" sogar in der ges überlegt sich der Oberbürgermeister die Sache in dieser Richtung Wie der Hannov. Kurier" sich aus Dresden melden läßt, tann noch einmal. meinsten Weise angriffen und verleumdeten. Sie schreckten das Projekt der Schiffahrtsabgaben als gescheitert gelten, und zwar Oberbürgermeister Kirschner: Da die Gesetzesbestimmungen auch nicht vor Gewalttätigkeiten gegen die sozialistischen Propagandisten zurd. Die Attentäter find bis heute unentbedt deshalb, weil Desterreich unter Berufung auf die Elbschiffahrtsakte farliegen, würde mir das gar nichts nühe Ich bin ja auch nicht und Frankreich und Holland unter Berufung auf die Rhein- die lehte Aufsichtsinstanz. geblieben und man hat noch nicht die geringste Spur von schiffahrtsakte bei der deutschen Regierung gegen jede künst Stadtv. Rosenow weist darauf hin, daß u. a, Graf v. Posaihnen, aber es fehlt jeder zureichende Grund dafür, daß es Sozia- liche Auslegung dieser beiden Atte protestiert hatten, die eine dowsky die Krankenkassen zur Befchickung des Tuberkulosentonlisten gewesen sein sollen, die den reaktionären Kandidaten angefallen Beseitigung der Abgabenfreiheit auf beiden Strömen ermög- gresses aufgefordert habe, sowie daß zahlreiche kommunale Aufsichtshaben sollen, da sich die ganze Wahlagitation der sozialistischen lichen tönnte. Das Auswärtige Amt habe die Berechtigung dieser behörden im gleichen Falle die Klage nicht angestrengt hätten Die Gehalter des Oberbürgermeisters, des Bürgermeisters und Partei weniger um die Person des durchzusetzenden Abgeordneten Broteste anerkannt, und es freite" jest absolut gegenüber den brehte, als darum, die Stärke der sozialistischen Minorität im Wahl- Forderungen der preußischen Instanzen wegen Aufhebung der Ab- der Stadträte werden bewilligt. gabenfreiheit. Zu den„ Personalbesoldungen" lag dem Ausschusse eine Reihe Treise festzustellen und zu vergrößern, ein Zweck, der denn auch Wieweit diese Meldung richtig ist, läßt sich nicht beurteilen; aber von Petitionen und Anträgen auf Gehaltsaufbesserung vollauf erreicht wurde. Natürlich aber wäre es auch ungerecht, die ver- fo leicht wird die preußische Regierung ihre Absicht nicht aufgeben, ust. bor; nach, längerer Erörterung hat er vorgezogen, teine Entwerfliche Tat etwa der radikalen Partei in die Schuhe zu schieben. Man denn hinter ihr steht als Treiber das preußische Junkertum. scheidung zu treffen, sondern will alle diese Betitionen dem be vergesse nicht, daß Montpellier im Süden liegt, im Land der fanderen Ausschusse für Stellenbermehrung und Besoldungs Tarasconaden, wo die Leidenschaften oft aus dem geringfügigften Anlaß in Siedehize geraten und die Phantasie alle Dimensionen des rheinischen Sentrums tritt, wie der Deutschen Tageszeitung zu den Gefäftsbedürfnissen und Prozeß In der Redaktion der Köln. Bolkszeitung", des Hauptblattes erhöhungen überweisen. Die Versammlung befchließt in diesem Sinne ohne Debatte. vergrößert. Doch nicht bloß ungerecht, sondern eine bewußte Ge- gemeldet wird, demnächst ein Wechsel ein. Der Meter Seminar to ſten", bemertt meinheit ist die Art, wie das von der„ Post" benutzte Organ das direktor Karl Höber wird die Leitung des Blattes übernehmen, dessen Stadtv Borgmann( Soz.), daß im Ausschuß angeregt worden ganz im Dunkeln gebliebene Attentat als eine zweifellos von langjähriger Chefredakteur Dr. Cardanus in den Ruhestand tritt. Sozialisten verübte Tat hinstellt. Die Wegelagererart" und die Höber, der früher Oberlehrer am bischöflichen Gymnasium in Straß- fei, auch den Vertretern der Presse den Stats. Straßentwurf zur Berfügung zu stellen, ein Verlangen, Nichtswürdigkeit" ist allein auf der Seite der Entrüftungsheuchler. burg war, hat sich in vielen Beröffentlichungen und ferner gls bas sich von selbst empfehle. Redner beantragt eine dement Wenn man aber von„ Aufstachelung der niedrigsten Leidenschaften" Redakteur der Akademischen Monatsblätter" in der Journalistit sprechende Resolution. Der Kämmerer habe im Ausschuß Bedenken und„ Erziehung zum Verbrechen" zu sprechen anfangen wollte, müßte man mit der Agitation der, Gelben" beginnen, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich Arbeitermorde zur Last fallen, wie die erst neulich vorgekommene Tötung eines sozialistischen Arbeiters in Fougères durch einen Intimen der gelben" Führer. Doch sind eigentlich die rohen und fanatischen„ Gelben", die wenigstens den Mut zu ihren Gewalttaten haben, noch Ehrenmänner gegen die Berleumder im Lügen verband, deren Treiben nur ein schmieriger Geschäftsfniff ift. " Ministerkandidaturen. Die Deutsche Tagesztg.", welcher der neue Ministerkandidat Adickes nicht in den auserlesenen Kreis der Geistesgrößen zu passen scheint, die zurzeit die Ministersessel zieren, schreibt mit der ihr eigenen Ueberlegenheit: versucht." Schiffahrtsabgaben. Ausland. Rumänien. gegen die Sache als au fostspielig erhobent; babon tänne aber doch * gegenüber der Bedeutung der Sache teine Rede sein. Kämmerer Dr. Steiniger: Soll der Etat a II en Beitungen zugesandt werden? Das geht doch taum, Anträgen einzelner Blätter zu entsprechen sind wir jetzt schon bereit. Ein so allge meiner Antrag schießt über das Ziel hinaus. Die Soften sind aller dings nicht ganz gering. angenommen. Der Bauernaufstand wird auch in seinen weiteren Phafen von den verschiederren Seitent so abweichend dargestellt, daß es noch immer unmöglich ist, ein flares Bild der Borgänge zu erhalten. Daß die rumänische Regierung das Rolle spielen. Der Gab muß ohnehin bezahlt werden; ob 100 ober Stadty. Singer: Die Noften tonnen doch in dem Falle feine Shrige dazu beiträgt, die Dinge weiterhin in einem für die 200 Gremplare mehr gebrudt werden, das macht den Kohl nicht Herrschenden möglichst günstigen Lichte zu schildern, das ver- fett. Wir ändern aber die Resolution dahin um, daß die Uebers steht sich von selbst. Folgende Mitteilung zeigt, wie verweisung auf Antrag" erfolgen soll. schieden die Tatsachen sich darstellen je nach der Quelle, aus In dieser Fassung wird die Sesolution Borgmann der sie fließen: 6zernowit, 27. März.( B.$.) Die hiesige Allgemeine Beim Etat der Straßenreinigung befürwortet Zeitung" meldet aus Galaß, daß dreitausend Bauern und Stadtv. Hinge( Sog.) einen Antrag, mit Rüdsicht auf bte Hafenarbeiter in die Stadt eingebrungen feien. Es tam zu Teuerungsverhältnisse die Löhne der Straßenreinigungsarbeiter einem blutigen Kampfe mit Militär, wobei auch Artillerie in zu erhöhen, einen Anfangslohn von 4 M. statt 3,50 M. zu gewähren Aktion trat. Amtlich wurde die Zahl der Toten mit 60 und und diesen Satz nach je 2 Jahren um je 25 Pf. bis zu 5 M. steigen die der Verwundeten mit 300 angegeben; in Wirklichkeit feien au lassen. Ebenso nötig sei eine angemessene Erhöhung der Löhne jedoch 300 Tote und 800 Verwundete gezählt worden! Der Vorarbeiter und Arbeitsburschen. Ganz besonders aber einer Interessant ist folgende Meldung: Erhöhung bedürftig sei die Entlöhnung der Wärterinnen in den Bedürfnisanstalten; diese Wärterinnen erhielten jetzt 1,50 m. Tage lohn.( Sört! hört!) Bukarest, 27. März.( B. H.) In Tdorohoi wurde ein Soldat, welcher sich den Aufständischen angeschlossen hatte, degrabiert und auf drei Jahre einer Strafanstalt überwiesen. Frankfurter Blätter verzeichnen höchst aufgeregt die Meldung, daß Oberbürgermeister Adides heute nach Berlin abgereist sei; das falle um so mehr auf, als Dr. Adickes in den letzten zivei Wochen frant war und seine Reise den Frankfurtern überraschend" tam. Wir können uns trotzdem nicht entschließen, die Nachricht als Sensation" zu betrachten. Auch in Frankfurt a. M. könnte man übrigens wissen, daß eine geit, wo der leitende Staatsmann und so ziemlich alle Minister im Urlaub sich befinden, nicht die günstigste für Rumänien abspielenden wichtigen und bedeutungsvollen ErEs wird einige Zeit vergehen, bis die sich jetzt in Das Bündlerblatt verrät ein geradezu föstliche Naivität. Es eignisse in plastischer Klarheit und Wahrheit erfaßt und darscheint trotz aller Erfahrungen der beiden letzten Jahre immer noch gestellt werden können. nicht zu wissen, wie in Preußen Minister auf der politischen Bildfläche auftauchen und verschwinden. Als wenn bei derartigen Berufungen der sogenannte leitende Staatsmann zugegen sein müßte! Sollte das Blatt noch niemals von dem Satz gehört haben:" Ich will mein eigener Kanzler fein." Neuernennungen ist. Journalistischer Brotneid. Marokko. Die Aktion Frankreichs. 2 Der Kämmerer verweist dem Anfrage gegenüber auf bie feht starke prozentuale Erhöhung der Löhne für diese Arbeiterkategorien; es feien Steigerungen um 28 bis 40 Bros. eingetreten. Stadtrat Bohm: Der Magistrat hat bereits eine Erhöhung um 25 Bf. eintreten laffen. Die Wärterinnen bekommen bod auch vielfach Trinkgelder( Große Unruhe); ja, die belaufen fich manchmal auf einen Tagesbetrag von 10 M.( Andauernde Un ruhe.) Diese Frauen stehen sich außerordentlich gut und brängen sich zu den Stellen. Nach den vom Minister. Bichon am Dienstag in der Stadtv. Pfannkuchh( Soz.) Herr Wallach rief eben bem Stadt Kammer abgegebenen Erklärungen verlangt die französische Trinkgelder anwies. Der Magistrat foll doch nicht etwa diefen rat zu, daß die frühere Verwaltung die Frauen überhaupt auf Regierung vom Machsen nachstehende Genugtuung für die Spuren folgen? t Es ist den Wärterinnen ein Trintgeld neben Ermordung des Dr. Mauchamp: Bestrafung der Mörder, Ab- ihrem Lohn sehr wohl zu gönnen, auch wenn dies einmal an einem fegung und Bestrafung des Gouverneurs von Marakesch, Geld- Tage und an einem Orte bis zu 10 M. geht. Die städtische Vera Zwei Bastorenblätter sogenannt, christlichsozialer" entschädigung für die Familie Mauchamps, Bürgschaften für waltung hat sich tatsächlich entgegentommend den Straßenreinigern Prägung bekämpfen sich zurzeit in der strupellosesten Weise. Der die Sicherheit der französischen Staatsangehörigen in gezeigt, das erkenne ich an; ich habe aber auch in der Deputation Reichsbote des Pastors Engel wirft dem Stöckerschen Reich" Marokko, Durchführung der vom Machsen durch Spezialver- nach Kräften dazu beitragen. Nun stellt sich der Stadttämmerer bor, mit unlauteren Mitteln Abonnentenfang zu treiben. Das Stöckerorgan habe an die Leser des„ Reichs boten" ein Zirkular ber- träge mit Frankreich sowie durch die Akte von Algeciras über- her und macht eine Aufrechnung in Prozenten gegenüber ben fandt, in dem sie aufgefordert wurden, auf das Stöderorgan zu nommenen Verpflichtungen, und schließlich Hintanhaltung Söhnen von 1901! Das beweist doch nur, wie niedrig die Löhne abonnieren. Damit vergelte das Organ Ehren Stöckers das Ent. von Unruhen, Räubereien und Einfällen in Mauretanien. Stadtv. Wallach: Es ist mir gar nicht eingefallen, den Fraues, Tanger, 27. Mirz.( W. T. B.) Die französischen ihreit Lohn beschneiden zu wollen. gegenkommen des Reichsboten", der feinerzeit den 60 000 MarkSchnorraufruf Stöders veröffentlicht und die gesammelten Gaben Kreuzer Lalande" und" Jeanne d'Arc" trafen heute auf der Am 7. Februar hatten die Stadtbb. Haberland und Genoffen an das Reich" abgeliefert habe. Damals habe das Reich" behauptet, hiesigen Reede ein. ( A. 2.) den Antrag eingebracht, den Magistrat au ersuchen, su speziell die sozialdemokratische Breffe bekämpfen zu wollen. erwägen, in welcher Weise bei größeren Schneefällen eine schnellere Nun aber treibe es die schnödeste Schmutzkonkurrenz gegen den Beseitigung der Schneemassen herbeigeführt werden tann. Reichsboten" felbft.Stadtv. Haberland( A. L.): Die Abfuhr müßte in anderer Weise organisiert werden, als es bei den letzten starken Schnee. fällen geschah. Wir sollten uns die Straßenbahnschienen zunube machen und auf Ripploren den Schnee den Flußläufen zuführen, Die Deputation befaßt sich bereits mit der Anregung. " V 10. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 13. Sigung vom Mittwoch, den 27. März 1907, nachmittags 5 Uhr. damals gewesen sind! Stadtb. Thieme( Fr. Fr.) bezweifelt den Wert eines solchen Vorschlages, den Stadtv. Haberland nochmals verteidigt, ohne für jetzt seinen Antrag wieder aufzunehmen. Nicht uninteressant ist es, daß der Reichsbote" ferner be hauptet, das Stöckersche te ich habe schon über 300 000 Mark Unterstütung verbraucht. Bei solchen Unterstützungen fönne es natürlich die Preise von Blättern unterbieten, die aus ihren eigenen Einnahmen eriſtierten. Wenn das richtig ist, und der Reichsbote" muß es ja tvissen, so ist das ein neuer Beweis dafür, welche Unsummen von den kapitalistischen Gönnern der christlichSozialen Bewegung aufgebracht werden, um die Arbeiter ihren Klaffenkampfbestrebungen abwendig zu machen. Um die christlich sozial berdummten Arbeiter, rücksichtslos ausbeuten zu können, laffen Die Wahl des Ausschusses für die anderweite Vorberatung des bie Herren Kapitalisten gern ein paar Hunderttausend Mart zur Restes der Vorlage der Umsatzsteuerordnung( betreffend die BertSubventionierung solcher Blätter springeniauwachssteuer) hat stattgefunden; von der sozialdemokratischen I mängelt insbesondere, daß bei den Mafferwerken immer noch na di Die Situng wird vom Vorsteher Dr. Langerhans nach 5% Uhr mit einem Nachruf für den verstorbenen Stadtv. Friedländer ( A. L.) eröffnet. Sodann widmete der Vorsteher Worte hoher Anerkennung dem am Sonntag dahingeschiedenen, auch, um die Stadt verdienten Professor b. Bergmann. Der Antrag Hinhe wird abgelehnt, der Etat genehmigt. Zum Etat der Wasserwerke ist vom Stadtv. in he der gleiche Antrag auf Erhöhung der Löhne eingebracht. Stadtv. Dr. Wehl( Soz.) befürwortet den Antrag und be. Stunden, nicht nach Tagen oder Wochen entlohnt wird. Jetzt finde alle drei Jahre eine Lohnerhöhung um— 1 Pf. pro Stunde statt! Der 4 M.-Lohn pro Tag entspreche ja auch den Wünschen der Arbeiter; aber tatsächlich habe erst im vorigen Jahre die Werksverwaltung 40 Pf. konzediert, und dann komme bei der stundenweisen Entlohnung zumal im Winter keineswegs ein Lohn von 4 M., sondern häufig nur von 3,60, 3,20 M. und eventuell noch weniger heraus. Die Stundenlohnberechnung bringe in das Budget eines solchen Arbeiters eine bedenkliche Schwankung. Die Leute wünschten den Tage- oder Wochenlohn, und die Fraktion mache sich zum Dolmetsch dieser Wünsche. Kämmerer Dr. Steiniger: Was an Verbesserungen möglich war. ist geschehen. Die Erhöhung des Stundenlohnes hat einiger- maßen auch mit den Ausgabesteigerungen Schritt gehalten, die in den Zeitverhältnissen liegen. An dem Studenlohn mutz festgehalten werden, da die Arbeitszeit vom Tageslicht und der Witterung ab- hängig ist. Den Ausgleich bieten die Akkordlöhne. Hauptsache ist, daß die Entlohnung gerecht ist. Stadtv. Borgmann: Dem steht doch entgegen, daß die Depu- tation vom Magistrat gezwungen worden ist, von 37 auf 40 Pfennig zu gehen, weil keine Arbeiter mehr zu bekommen waren. Eine Zulage von 1 Pf. pro Stunde nach 3 Jahren kommt in keiner anderen Verwaltung vor und ist überhaupt nicht zu rechtfertigen. Die Arbeiter können doch nicht dafür, daß die Tage kürzer werden. Der Standpunkt des Kämmerers ist von einer Engherzigkeit, die auf die Dauer zu den größten Differenzen fuhren mutz. Der Kämmerer sucht nochmals seinen Standpunkt zu der- teidigen und erklärt den Stundenlohn für unbedingt gerecht. Stadtv. Dr. Wehl: Dauernde Beschäftigung bei der Stadt, Pensionsberechtigung usw. machen sich auf dem Papier sehr schön, kommen aber für die Arbeiter der Wasserwerke bei ihrem auf- reibenden Dienst kaum in Betracht. Und soll denn dieser„einzige" Zustand bestehen bleiben, datz den unzlveifelhaft arbeitswilligen Leuten aus Rücksicht auf Witterung und Dunkelheit die Arbeits- zeit verkürzt werden? Das bedeutet für manchen im Winter SO Mark Ausfall! Der Kämmerer entgegnet, datz die Stadt vom Gelde der Steuerzahler nichts zu verschenken habe, datz die Stadt auch keine Ursache habe, sich„nobel" zu zeigen. Stadtv. Dr. Paul(N. L.) meint, Dr. Wehl habe sich in der Deputation ganz befriedigt geäußert. Stadtv. Dr. Weist: Ich habe die ungenügende Steigerung des Lohnes und den Stundenlohn damals wie heute bekämpft. Ein nobile okkicium besteht auch für die Stadt. Ihre Arbeiter müssen imstande sein, mit dem Lohn den Lebensansprüchen zu genügen; das ist aber bei den Wasserwerksarbeitern im Winter nicht der Fall, und die städtischen Unternehmungen sollen doch auch Muster- anstalten sein. Die Resolution Hintze wird abgelehnt, der Etat ge- nehmigt. Zum Etat der Markthallen beantragen Stadtv. Hintze und Genossen(Soz.) eine Erhöhung der Löhne der Markthallen- arbeiter von 4 M.(statt 3, SO M.), steigend bis 5 M. täglich, der Arbeiterinnen von 2 M., steigend auf 3 M. täglich, die Erhöhung der Gehälter der Maschinisten auf 1700— 2500 M., der Heizer auf 1SOO— 2200 M.* Stadtv. Hintze: Im Ausschutz hat der Kämmerer die Markt- hallen als Schmerzenskind der Stadt bezeichnet, weil ihre Ein- nahmen ständig zurückgehen. Wenn es auch für den Kämmerer schmerzlich sein mag, datz. er nicht mehr so tief in den Goldtopf der Reserven des Markthallenfonds hineingreifen kann, so liegen die Verhältnisse doch nicht so schlimm. Mit der Verlegung des Engros- Handels sollte man allerdings bald Ernst machen, wenigstens mit der des Fleischengroshandels, da die Zustände in der KaiserWilhelmstratzejederBefchreibungspott en. Die von uns geforderten Lohnerhöhungen sind von der Deputation wenigstens zum Teil anerkannt worden, ja selbst Herr Stadtrat Eifckibeck wollte den Arbeitern 4,75 M. Höchstlohn zugestehen(Stadtv. offmann: Hört! hört!), aber der Magistrat lehnte ab. Die Markthallenheizer sind seit den 25 Jahren des Bestehens der Markt- hallen vor 5 Jahren ein einziges Mal um 100 M. aufgebessert worden. Der Höchstlohn beläuft sich jetzt auf 1700 M. jährlich; wir nehmen den Antrag der Deputation wieder auf. eine Skala von 1500 bis 2200 M. aufzustellen, was der Kämmerer leider zunichte niachte. Auch die Löhne der Maschinisten in den Markthallen bitten wir um 100 M. zu erhöhen, da sie gegenüber ihren Kameraden in den anderen Werken schlechter dastehen. Der Ueberweisung der Petitionen der Markthallenpförwer an den Ausschutz für die Besol- du nasv e rb esse rungen stimmen wir zu. "Sämtliche sozialdemokratische Anträge auf Lohnerhöhung der Markthallenangestellen werden abgelehnt. Der Etat wird bewilligt und der Antrag wegen der Petitionen an- genommen. Als Ausschubberichterstatter für die Etats betreffend die Kanalisationswerke und Rieselfelder, den Vieh- markt, den Schlachthof und die Fleischbeschau sowie für den T i e f b a u e t a t fungiert Stadtv. Borgmann(Soz.). Der Antrag auf Erhöhung der Kanalisationsgebühr von l'/z auf 2 Proz. ist vom Ausschutz abgelehnt worden. Der Lohn für die städtischen Tagearbeiter im Straßen- und Brückenbau soll um 2>/z Pf. pro Stunde erhöht werden; desgleichen der Tagelohn für die Rieselwärter. Referent Stadtv. Borzmann berichtet auSführlrch über die Ausschutzverhandlungen und den Antrag auf Erhöhung der Kanalisationsgebühr. Mit dem 31. März 1907 laufe die Geltungs- dauer des bestehenden Ortsstatuts für die Kanalisation ab. auf Ansuchen des Magistrais sei die Gültigkeit um ein Jahr durch die Aufsichtsbehörde verlängert worden. Die Versammlung werde sich also im Laufe des nächsten Etatsjahres mit einen» neuen Statutenentwurf zu befassen haben. Dem Verlangen weiterer Lohn- erhöhung für die Rieselwärter sei entgegengehalten worden, datz man zu dem jetzigen Lohnsatze immer noch Arbeiter bekommen habe, zur Erhöhung also kein Anlaß vorliege. Der Gesamtetat schließe mit 22 Millionen ab. � Auch hier liegt der Antrag vor, d,e Lohne der Arbeiter auf 4 M.. mit der Skala bis zu 5 M. zu erhöhen. Stadtv. Hintze: Ich kann Sie auch hier nur bstten, den berechtigten Wünschen der Arbeiter Rechnung zu tragen. Wie ungesund die Arbeit dieser Leute ist, bedarf keines Beweises. Die bisherige Entlohnung ist ganz ungenügend. Der Antrag wird abgelehnt, der Etat en bloc angenommen. Beim Etat des V i e h m a r k t e s ist. wie der Referent aus- führt, die namentlich für die Anwohner leidige Düngerfrage erörtert worden Mit der Rieselfelderverwaltung sei jetzt ein Abkommen dahin getroffen worden, daß diese Verwaltung den Dünger kostenlos abführt- jeden Tag soll der produzierte Dünger fortgeschafft werden. Damit werde jedenfalls eine Besserung des jetzigen unerträglichen Zustandes erreicht werden. Auch hier liegt der Antrag vor. die ungelernten Arbeiter mtt 4 bezw. 5 M. zu entlohnen und die übrigen Arbeiterlöhne ent- ftirechend aufzubessern. Stadtv. Hintze weist in der Begründung deS Antrages u. a. daraus hin. daß die älteren Arbeiter nach der neuesten Lohnliste mit Zulagen ganz ausfallen. Die Boden- und Reinigungs- arbeiter der Fleischbeschau hatten bisher einen Wochenlohn von 24 bis 27 Mark, steigend um 1 M. nach je drei Jahren; auch hier müsse reformiert werden. Das Wort wird nicht weiter verlangt. Der R e f e r e n t bemerkt, datz das Verfahren des Magistrats, auch für diejenigen Arbeiter Lohnskalen einzuführen, welche bisher keine hatten, mehrfach zu summarisch ist und zum Teil direkt zu Verschlechterungen der Lohnverhälwisse geführt hat. Der Antrag Hintze wird abgelehnt. Dem Schlacht- und Schaugebührentarrf stimmt die Versammlung zu. Zum F l e i s ch s ch a u- Etat bemerkt Stadtv. Hoffmnun(Soz.): Der Stadtrat Fischbeck hat vorhin auf den Hinweis, datz die sechs Jahre beschäftigten Arbeiter auf Kuantw. Redakteur Heu» Weber, iveklul. Jnjergteoteil üflgattUi dem Viehmarkt bei der Zulage leer ausgehen, keine Antwort ge- geben. Ich habe hier jetzt den Fall einer Fleischbeschauerin vor- zutragen, welche schon 20 Jahre im städtischen Dienste steht, aber seit einigen Jahren an Rheumatismus wiederholt kränklich war. In letzter Zeit ist ihr die sonst gezahlte Differenz zwischen demKrankengeld und dem Durchschnitts- verdien st zu zahlen abgelehnt und ihr gleichzeitig gekündigt worden. Im Kuratorium wurde gesagt, die Frau hätte während ihrer Krankheit im Lokale ihres Gatten, eines Gastwirts, Gäste bedient, also Arbeit verrichtet. Die Frau streitet die Behauptung ab. Sie hat ein Gesuch an dasKuratorium gerichtet— das letztere erfährt übrigens fast nie etwas von solchen Gesuchen, die werden immer im Dezernatswege erledigt; das Kuratorium ist also für Ablehnung nicht verantwortlick zu machen, sie reklamiert, weil sie die Verfehlung nicht begangen habe, wie ein ärztliches Attest beweise. Es wurde erwidert, eine Vcrtrauensperson hätte sie kontrolliert, sie hätte dieser Bcafsteak, Bouillon und 5iaffee verabreicht. Das bestreitet die Frau und reicht ein abermaliges Gesuch auf Zurücknahme der Kündigung ein, da sie sich keiner Schuld bewußt sei. In den e r st e n 16 Jahren ihrer D i e n st z e i t sei sie gesund gewes en, erst seit 1903 sei sie krank, meist bettlägerig gewesen; sie sei auch wiederholt kontrolliert worden, die erhobenen schweren Beschuldigungen beruhten auf Unwahrheit. Direktor Reitzmann habe dann auf sie eingeredet, sie möchte doch diese Behauptungen zugeben, er wolle ihr durch ihr Eingeständnis eine Brücke bauen. Sie habe aber nichts zugeben können. Zwei Tage darauf sei ihr ein Herr vor- geführt worden, dem sie im Februar Bouillon und Kaffee gereicht haben sollte— vom Beefsteak wurde jetzt abgesehen—; abermals hieß es, sie solle eingestehen, dann würde sie wenigstens als Hülss- beschauerin weiter beschäftigt werden können. Das gelungenste und betrübendste geschah nun am 19. März; der Direktor schreibt da an die Frau, wegen ihrer auffälligen Gedächt- nisschwäche sehe er sich genötigt, sie bis zum 5. April, dem Tage ihrer Entlassung, sie von ihrer Tätigkeit zu suspendieren. Also eine Frau, die zwanzig Jahre beschäftigt war, wird in dieser Weise behandelt, und weil sie nicht eingesteht, was man von ihr hören will, wird sie wegen Gedächtnisschwäche vom Dienste suspendiert! Das wäre doch eine mehr als grausame Strafe, auch wenn der Beweis erbracht wäre; aber nicht einmal der Name des Vertrauensmannes ist genannt worden, sonst könnte die Frau vielleicht ge r i ch t l i ch gegen ihn vorgehen. Hier mutz Remcdur geschaffen werden!(Beifall.) Stadtrat Fischbeck: Es ist gemeldet worden, datz die Frau des öfteren fehlte und datz es mit dem Rbcumatismus nicht so weit her wäre. Der Kontrollbeamte ist mehrfach dagewesen, hat jedesmal die Frau angetroffen, hat etwas bestellt— i ch habe im Kuratorium von Beefsteak gesprochen, es handelte sich aber, wie ich nachher sah, um Bouillon— die Frau hat zu Hause den Wirtschaftsbetrieb auftccht erhalten. In solchen Fällen kann man sich nur mit der Kündigung helfen. Die Frau leugnete, sie ist mit dem Kontrollbcamten konfrontiert worden, stritt aber weiter. Wir hatten trotz allem die Absicht, die Frau wieder einzuberufen, wenn auch nur als Hülfsbeschaueriu. Da hat der Direktor dann zu ihr gesagt: Entweder Sie leugnen hartnäckig, oder die Sache ist noch bedenklicher. Jedenfalls hat er auch sonst Anlaß, dieFrau bezüglich ihrer geistigenFähig- ketten nicht allzu hoch einzuschätzen. Es handelt sich doch um Trichinenschau, eine sehr verantwortungsvolle Funk- tum. Der städtische Vertrauensarzt soll jetzt sein Gutachten ab- geben über die Frau. Allzugrotzcs Unrecht geschieht doch nicht, wenn wir in dieser Weise verfahren. Stadtv. Hoffmann: So einfach liegt die Sache denn doch nicht. Hier steht Aussage gegen Aussage; es mutz durch zeugeneid- l i ch e Feststellungen die Wahrheit ermittelt werden. Die Frau ist auch trotz der Hindeutung auf das Ruhegehalt nicht umzustimmen gewesen. Ach nein, Herr Fischbeck, nicht Sie haben ein Versehen mit dem Beefsteak gemacht, sondern vorher wurde der Frau das Beefsteak vorgehalten, nachher hat man von diesem Beefsteak ab- gesehen und bloß an der Bouillon und dem Kaffee festgehalten. In der vorletzten Kuratoriumssitzung hat der Direktor die Sache im wesentlichen zugegeben. Da Herr Fischbeck betreffs des Bees- steaks nicht so orientiert ist, möchte ich auch bei ihm Gedächt- nisschwäche konstatieren.(Grohe Heiterkeit.) Herr Fisch- deck wies auf die Rücksichten auf die Gesundheit der Berliner hin; wäre es da nicht endlich Zeit, datz die Stadt die Apparate zur Fleischbeschau selbst beschaffte? Bis jetzt ist hier Sparsamkeit Trumpf geblieben. Bei der letzten Nachprüfung hat diese Frau ohne jeden Fehler bestanden(Hört! hört!); jetzt redet man plötzlich von Gedächtnisschwäche. Mit diesem Brief will der Direktor also die Frau los werden! So sollten städtische Behörden nicht vorgehen. Stadtrat Fischbeck: Ich weise die letzte Behauptung ent- schieden zurück. Die Kündigung der Frau ist von m i r unter- schrieben. Dem vereideten Kontrollbeamten mutz ich Glauben schenken, bis das Gegenteil erwiesen ist; woher Herr Hoffmann das Recht nimmt, der Frau mehr zu glauben, begreife ich nicht. Der Brief des Herrn Reitzmann soll die Sache gerade zu einem guten Ende führen; es ist gar nicht davon zu reden, die Frau aus irgend- welchen Gründen oder Nebenabsichten aus dem städtischen Dienst zu entfernen. Die Art, wie der Fall hier breit getreten wurde, läßt ganz andere Vermutungen aus» ko m m e n. Stadtv. Hoffmann: Hierauf zu antworten, halte ich für unter meiner Würde.(Zurufe.) Ich weiß nicht, wie Sie es mit Ihrer Würde halten.(Vorsteher-Stellvertreter M i ch e l e t ruft den Redner wegen dieses Ausdruckes zur Ordnung.) Ich stehe hier als Stadtverordneter.(Stadtv. Barth: Als was für einer!) Darauf sage ich, wie schon ftüher einmal: Ich bin ein Schüler Ihrer Volksschule; besser im Kampfe mit den Regeln der deutschen Sprache als im Kampfe mit dem gesunden Menschen- verstände und m i t dem Anstände!(Sehr gut!) Die Frau will doch nichts weiter als beweisen können, datz sie nickt be- trogen hat; sie will sich davon reinigen, sie verlangt, datz der Mann gezwungen wird, zu beeidigen, was er ausgesagt hat. Protest er- hoben habe ich gegen die Art und Weise, wie man der Frau jetzt Gedächtnisschwäche nachsagt, obwohl sie vorher die Nachprüfung ohne Fehler bestanden hat. Ein Schlutzantrag wird abgelehnt. Stadw. Pfannkuch: Datz der Fall vorgekommen ist, ist recht un- angenehm. Schuld daran ist das System der Kontrolle. S i e können da von den Arbeiterorganisationen lernen, wie solche Kontrollen geführt werden müssen. Kommt der Kassenkontrolleur hin und sieht die Frau eine solche Tätigkeit ausüben, dann sagt er ihr, wer er ist und erklärt ihr:„Sie sind von heute ab des Bezuges Ihres Krankengeldes verlustig". Hätten Sie eine solche Kontrolle, dann hätte so etwas überhaupt nicht vor- kommen können. Wäre die Frau auf frischer Tat ertappt worden, Jo wäre die Sache erledigt. Aber eine Frau, die 20 Jahre in tädtischem Dienst ist, sollte, um jene Differenz sich aneignen zu können, ihre ganze Stellung aufs Spiel setzen? Die wäre dann geisteskrank oder gewissenlos bis zum Exzeß. Die Konfrontation hätte sofort vorgenommen werden müssen. Der Etat wird genehmigt. Das Referat über die Etats„N o r d w e st h a f e n", a p i t a l- und Schuldenverwaltung",„Straßen- b e l e uch t u n g",„Gasanstalten und Petroleum- b e l e u ch t u n g" erstattet Stadw. Wallach. Gegen die vom Magistrat vorgeschlagene Verwendung der für die Markthallen noch zur Verfügung stehenden Anleihemittel in der Höhe von 9 736 000 Mark für die Bedürfnisse der Waffer- und Kanalisationswerke hat der Ausschutz nichts zu erinnern gehabt. Auch für die G a s a r b e i t e r ist von der sozialdemo- kratischen Fraktion ein Antrag auf Lohnerhöhung sowie auf Einführung der Achtstundenschicht für die Betriebs-, der Neun- stundenschicht für die übrigen Arbeiter eingebracht. Stadtv. Sassenbach(Soz.): In der letzten Zeit ist anetlement» werterweise eine Verkürzung der Arbeitszeit auf den Gaswerke» probeweise eingeführt worden, zunächst bei den Retorten. Die Probe wurde in der Anstalt in der Danzigerstratze gemacht. Die Erfolge sind sehr zufriedenstellend; in der kürzeren Arbeitszeit ist dasselbe wie in der früheren langen geleistet worden. Man sollte jetzt den Achtstundentag allgemein durchführen. In letzter Zeit haben unter den Arbeitern Gerüchte zirkuliert, daß die Einrichtung wieder rückgängig gemacht werden solle, weil sich die Probe nicht bewährt habe. Die Verwaltung könnte die neue Regelung ohne geschäftlichen Schaden allgemein machen. Die städtischen Gasarbeiter schneiden bezüglich der Lohnerhöhung diesmal am schlechtesten ab. Ein Antrag aus Erhöhung der Löhne um 5 Proz. durchweg hat in der Deputation keine Mehrheit gefunden; man wollte bloß die schlechtest gelohnten aufbessern. Dies hat in den Kreisen der Gasarbeitcr bereits ziemliche Aufregung hervorgerufen. Ich bitte daher, unserem Antrage zuzustimmen. Stadtrat Namslau bittet, beide Anträge abzulehnen. Die Versammlung könne kaum darüber befinden. ob Zwölf-, Zehn- oder Achtstundenschicht daS Richtige sei; nach angestellten Versuchen werde die kürzere Schicht auf allen Retortenanstalten eingeführt werden; die ge» äußerte Befürchtung sei unzutreffend, auch bei den geraden Re- torten stehe die Einführung bevor. Es bedürfe da einer Nachhülfe nicht. Lohnerhöhungen seien bei allen Handwerkern eingetreten. Die Versammlung habe ja selbst immer die Löhne der Gaswerke als Vorbilder bezeichnet, sie seien bei anderen Verwaltungen Gegenstand des Neides. Tie fulminante Resolution einer Arbeiter» Versammlung könne die Verwaltung nicht schrecken. Stadtv.:Hintze: Die Gasarbeiterlöhne fangen allerdings schon mit 4 M. ap, aber sie hören auch schon meistens mit 4,20 M. auf. lieber 1500 Hofarbeiter haben 4,20 M., also keine Verbesserung. Wo bleibt da die Rücksicht auf die Tcuerungsverhältnisse? Wes- halb sollen wir den Magistrat nicht ermuntern durch Annahme dieser Resolution für den Achtstundentag? Bremen, Mannheim, Ossenbach, Krefeld usw. haben ihn schon 1900 eingeführt, zahlreiche andere Kommunen sind uns gleichfalls vorhergegangen. lieber die berechtigten Forderungen der Arbeiter sollte sich der Herr Stadtrat nicht so mir nichts dir nichts hinwegsetzen. Die Arbeiter müssen ja schließlich streiten, wenn sie nicht Berücksichtigung finden.(Unruhe.) Kämmerer Dr. Steiniger: Es ist immer der alte Einwand: Weil wir unten so schön erhöht haben(Rufe:„Schön?"„Es ist schon nicht mehr schön l"), sei es oben nicht genug. Wir können es machen, wie mir wollen, wir werden es den Herren nie recht machen.(Stadtv. Borgmann:„Sie haben ja oben abge- strichen!") Nein, das ist nicht der Fall. Es sind nicht nur 5 Proz., sondern vielfach darüber hinaus Zulagen gewährt worden. Be- züglich der Arbeitszeit tann nicht alles über einen Kamm geschoren werden; mit diesem Schema F kommen wir nicht durch. Stadtv. Hintze: Die Mehrcinstcllungen im Etat sind nicht bloß Lohnerhöhungen, sondern da stecken auch die Vermehrungen des Personals mit darin. Jährlich wächst die Arbeiterzahl um 300 bis 900. Das mutz doch mit verrechnet werden; dann bleibt aber von den angeführten Prozenten nicht viel übrig. Ja, Herr Wallach winkt ab und der Kämmerer folgt selbstverständlich!(Gr. Heiterkeit.)� Der Antrag Hintze wird in beiden Teilen abgelehnt. Ueber die Etats für den„Ho ch b a u",„Verschiedene Einnahmen und Ausgaben", sowie für sämtliche st ä d» tischen Steuern(Grund-, Gewerbe- und Warenhaus». Betriebs-, Einkommen-, Hunde-, Braumalz- und Wanderlager- steuer, Umsatzsteuer) berichtet namens des Ausschusses Stadtv. L i e b e n o w(A. L.). Die erste Baurate zum Neubau einer Gemeindedoppelschule an der Ecke der Pank- und Wiesenstratze kann erst in den Etat für 1908 eingesetzt werden, womit die Versamm- lung ihr Einverständnis erklären soll. Gestrichen hat der Ausschutz die Forderung von 65 000 M. für den Neubau eines Straßen- reinigungßdepots Artillcriestr. 4. Die Etats der Steuerverwaltung sind unverändert zur Annahme empfohlen; bei der Umsatzsteuer wird der zur Balance des Gesamtetats erforderliche Abstrich er- folgen. Es verbleibt bei 100 Proz. Einkommen- und 150 Proz, Realsteuern. Der Hochbau- Etat geht ohne jede Debatte vorüber. Zum Etat..Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" bittet Stadtv. Friedemann(soz.-fortschr.) um Erhöhung der Sub- vention für den Verein für Kindervolksküchen und um Herbei» führung besserer Stratzenbahnverbindung zwischen dem Hänsaplatz» viertel und dem Potsdamer Platz. Weitere Bemerkungen erfolgen nicht, auch nicht zum Steuer- etat. Die Etatsberatung ist damit beendet. Der Etat balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 147 502 734 M. Der Vorsteher-Stellvertreter Michelet spricht dem Magistrat den Dank für die umsichtige Etatsaufstellung aus. legt es dem Magistrat aber nochmals aufs dringendste nahe, den Etat künftig weit früher vorzulegen, da es so nicht mehr weiter gehen könne und an die Versammlung und an die Etatsausschutzmitglieder zu große Anforderungen gestellt würden. Der Etat müsse am 1. Januar, spätestens ausnahmsweise am 1. Februar vorliegen.(Beifall.) Bürgermeister Dr. Reicke spricht namens des Oberbürger. meisters und des Magistrats auch der Versammlung und ihrem Vorstand für ihre hingebungsvolle Arbeit bei der Etatsberatung den Dank aus. Nachdem noch die Vorlage wegen Abschlusses eines Ver« träges mit dem hiesigen Garnisonrepräsentanteck über die Einquartierungsverhältnisse der zum Empfange von Naturalquartier in Berlin berechtigten Militärpersonen und über die S e r v i S zu l a g e n.an diese Per» sonen ohne Debatte angenommen worden, schließt die öffentliche Sitzung gegen �10 Uhr. Die für Sonnabend in Aussicht ge- nommene Sitzung fällt aus.__ Letzte JNtecbncbten und Depclcbcn, Folgen des Schulstreiks.> Posen, 27. März.(W. T. B.) Die Strafkammer des hiesigeck Landgerichts verhandelte heute gegen 13 Personen aus der Stadi Moschin und Umgegend wegen Widerstandes gegen die Staats- gewalt, Beamtenbeleidigung, Gefangenenbefreiung und Vergehen? gegen die öffentliche Ordnung(§ 116 des Strafgesetzbuches) ge» legentlich einer Zusammenrottung von 500 bis 600 Personen, welche auf dem Markt von Moschin aus Anlaß einer verbotenen polnischen Schulstreiks-Versammlung stattfand, und verurteilte dieselben zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis zu zwei Monaten und drei Wochen. Zwei Angeklagte wurden zu 60 M. Geldstrafe verurteilt. Eine verhängnisvolle Motorfahrt. Brieg, 27. März.piwa::SBuchtzr.>». Lc:lag,anst«iz Kgul Singer LeCo.. Berlin S1V. HicrzulLcilaqeau.llnterhaltungsilatt Nr. 74. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 28. März 1907. Die Parteibewegung in Ungarn. Angaben herbor: Die Zahl der Wahlkreise mit feſter Organisation Fragen aus dem Einkommensteuergesetz. " Würde der Steuerzettel für das Jahr 1907 schon vor dem 25. Januar den Wählern zugehen so würde der erwerbstätigen Bevölkerung vor der Wahl finnenfällig flargemacht, wie auch auf dem Gebiete der direkten Steuern der Besiz privilegiert, die Arbeit belastet wird. Der Steuerzettel wäre ein Agitationsmittel ersten Ranges für die Wahlen." sationen im Jahre 1906 erscheinen lassen. Wir heben folgende durch einen Kreisverein hat zwar im Agitationsbezirk feine VerDie sozialdemokratische Parteileitung hat ihren Jahres mehrung im Berichtsjahre erfahren, die Mitgliederzahl der Denn wer da hat, dem wird gegeben, und wer bericht zum nächsten Landeskongresse beröffentlicht, der an den politischen Organisationen ist dagegen fast überall und zum Teil, nicht hat, von dem wird man nehmen auch das, was Osterfeiertagen in Budapest abgehalten wird. Der erste, sogar recht erheblich gestiegen. Eine unrühmliche Ausnahme macht er hat." Ev. Markus 4.25. fleinere Teil rekapituliert tura die politischen Ereignisse des ver- das Fürstentum Birkenfeld. Dort ging die Mitgliederflossenen Jahres, die sozialpolitischen Maßnahmen der Koalitions- zahl des sozialdemokratischen Vereins im Berichtsjahre um 17 1907 in veränderter Form geltenden preußischen EinkommensteuerWiederholt haben wir die Vorschriften des seit dem 1. Januar regierung und die Stellung, die die Partei angesichts des fich immer zurüd. Diefer Rückgang ist ja an und für sich nicht erheblich; er gesetzes dargelegt. Seine die Arbeiter im Gegensatz zum Be reaktionärer gestaltenden Regierungsturjes jeweils einzunehmen erscheint aber in wesentlich anderem Lichte, wenn man die Tatgezwungen war. Das neue Arbeiterversicherung 3- fache in Betracht zieht, daß in der gleichen Zeit die Zahl der fiber, insbesondere dem reichen Inhaber der Produktionsmittel gesez, das die Arbeiter ihrer bisher in den Krankenkassen inne- gewerkschaftlich organisierten Arbeiter im Fürstentum von 327 unter oder auf der Erde, schwer schädigenden, ungerechten Vorgehabten Zweidrittelmehrheit beraubt, und ihnen bloß die paritä- auf 1028 ftieg, sich also verdreifachte. Dies Erstarken der gewerk- fchriften hatten wir u. a. in einem längeren Artikel unter dem tische Vertretung beläßt; der in Budapest beispiellos betriebene schaftlichen Organisation im Fürstentum ist gewiß erfreulich. Un- 29. Dezember 1906 beleuchtet. Wir hatten damals ausgeführt: Wohnungs- und Lebensmittelwucher usw. gaben erfreulich ist dagegen, daß die dortigen Genossen darüber die besonderen Anlaß zu größeren Parteiaftionen, bei denen das Werbung für die politische Organisation und deren Ausbau so sehr Hauptgewicht selbstverständlich immer auf die Propagierung des vernachlässigten. Im Kreise Mahen- Ahrweiler, wo vorab allgemeinen Wahlrechtes gelegt wurde. noch die Beibehaltung des Vertrauensmännersystems geboten war, Ungleich interessanter und wichtiger ist jener Teil des Berichtes, gelang es, einen erheblich festeren Zusammenschluß der Genossen welcher von der Entwickelung der Parteiorganisationen au fichern. Die 3 ahl der politisch organisierten Genossen im handelt. Er zeigt, daß das verflossene Jahr, troh der Gewalt- Agitationsbezirk beträgt 6750 gegen 4500 im Vorjahre und 3200 Die Richtigkeit unserer damaligen Ausführungen wird durch eine tätigkeiten der Regierung und ihrer administrativen Schergen im im Jahre 1904. Zu der Zahl der Stimmen, der für die Sozial- Flut von Entrüstungskundgebungen und Anfragen aus Anlaß der Lande, trotz der unaufhörlichen Schifanierung der Gewerkschaften demokratie im Agitationsbezirk bei der Reichstagswahl abgegeben diesjährigen Steuereinschätzung bestätigt.. Es ist unmöglich, jede und der Konfiszierung des Versammlungsrechtes ein Jahr der wurden, steht die Zahl der politisch organisierten Genoffen noch in einzelne Frage zu beantworten. Wir faffen nachstehend die hauptSammlung und der inneren Kräftigung gewesen ist. Insbesondere argem Mißverhältnis; nicht minder aber auch zu der Zahl der fächlichsten an uns gerichteten Anfragen, Beschwerden und Entist es der Ausbau der Organisationen in der Provinz, der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter des Agitationsbezirks, die rüstungskundgebungen in Form von Frage und Antwort über die ganz ungeahnte Fortschritte gemacht hat. Im Berichtsjahre allein rund 30 000 beträgt. für die Beranlagung praktisch wesentlichsten Punkte zusammen. wurden in sieben Provinzzentren Parteisetretariate errichtet, so daß sich deren Zahl im ganzen nunmehr auf 16 beläuft. Arbeiterinnenvereine bestehen in Köln- Stadt, Kalt, Frauen und Mädchen Bildungsbereine bezw. Hat der Arbeiter, der weniger als 3000 m. Einkommen im Jahre Diese Parteisekretariate bilden fich allmählich zu wahrhaftigen Ehrenfeld, mit insgesamt 449 Mitgliedern. In Oberstein( Fürstenhat, die Pflicht zur Selbsteinschätzung? strategischen Knotenpunkten der Kampfesorganisation und der tum Birkenfeld, zu Oldenburg gehörig) sind die Frauen als Sektion Nationalliberalen und einem Teil des Zentrums in der Kommission Nein. Aber schlimmer als eine solche soll die von Konservativen, Agitation aus. Auch die Agitation unter der nicht magharischen Ar. des sozialdemokratischen Vereins organisiert. Das dortige Vereins-( im Plenum stimmte das Zentrum im Gegensatz zur Kommission recht ermöglicht dies. In Trier mußte der dort bestehende beiterschaft geht nach vorwärts. Diese Aufgabe hat der vorjährige Frauen- und Mädchen- Bildungsverein besonderer Schwierigkeiten geschlossen gegen die Neuerung) apportierte Denunziationspflicht Kongreßz bedeutend erleichtert, indem er durch Modifizierung des wegen, die sich aus behördlichen Maßnahmen ergaben, aufgelöst wirken, die§ 23 Abs. 3 alſo festlegt: Organisationsstatuts die Gründung der nichtmagharischen werden. In Mülheim, Dünnirald, Dellbrück, Porz, Poll, Aachen, Wer für die Swede seiner Haushaltung oder bei Ausübung Landesorganisations- Komitees borsah. Diese seines Berufes oder Gewerbes andere Personen dauernd gegen Möglichkeit haben sich die deutsch, slovakisch, serbisch und rumänisch mit Vertrauensperson. Die Gleichheit" hat in Köln- Stadt 280, Koblenz, Düren, Bonn und Trier besteht eine Iose Organisation Gehalt oder Lohn beschäftigt, ist berpflichtet, über das Einkommen, sprechenden Genossen zunuze gemacht, und die betreffenden Komi- in Köln- Land 451, in Mülheim 360, in Aachen- Stadt 115, in sofern es den Betrag von jährlich 3000 m. nicht übersteigt, der tees entfalteten in diesem Jahre bereits, trok der Schwierigkeiten Aachen- Land 30, in Bonn 35, in Euskirchen 30, in Koblenz 35, im Absatz 1 genannten Behörde auf deren Verlangen binnen einer des Anfangs, eine erfolgreiche Tätigkeit. Frist von mindestens zwei Wochen Auskunft zu erteilen. in Kreuznach 23, in Oberstein 32, in Trier 19, in Düren 5, in Neuwied 3, in Siegburg 2 Abonnentinnen. Im Agitations. Ueber diese neue Verpflichtung des Arbeitgebers, auf Einzelbezirt betrug, soweit festgestellt werden konnte, im Berichtsjahre fragen Auskunft zu erteilen, hinaus hat der Finanzminister unter die Zahl der Abonnentinnen auf die„ Gleichheit" insgesamt 1420, bem 6. 11. 1906 den§ 23 Abfaz 3 dahin ausgelegt, es müßten die gegen 754 im Vorjahre. Außerdem kommen im Agitationsbeziri Arbeitgeber sogar liſtenmäßig aufstellen, wer bei ihnen arbeitet und noch 800 Gremplare der Gleichheit" als Beilage der Wochenaus- was der einzelne Arbeiter verdiene. Die übergroße Zahl der Arbeitgeber hat es abgelehnt, solcher Aufforderung nachzukommen, weil gabe" zur Verbreitung. Die Parteipreffe des Agitationsbezirks hat im Berichts- ihre Erfüllung eine unmoralische mit dem Gesetz unvereinbare ZuZu erwähnen ist noch, daß nunmehr auch schon die Budapester jahre besondere Aenderungen nicht erfahren. Die Abonnentenzahl mutung sei. Sobald eine Gerichtsentscheidung über die Weigerung vorGenoffen die große Bedeutung einer energisch durchgeführten ber täglichen Ausgabe der Rheinischen Zeitung" hat sich im liegt, werden wir sie mitteilen. Wonach wird das Einkommen bemessen? Sausagitation für die Schlagfertigkeit der ganzen Partei Berichtsjahre wesentlich gesteigert, die der Wochenausgabe" nur schäben gelernt haben und daß die vorbereitenden Arbeiten zum äußerten Wunsches, der Wochenausgabe eine Beilage zuzugeben, nicht mehr nach dem dreijährigen Durchschnitt, sondern nach den mäßig. In Erfüllung eines auf dem Parteitage zu Trier_ge- Das Einkommen wird, soweit Arbeiter in Betracht kommen, Ausbau in den letzten Monaten mit Fleiß betrieben worden sind. Ueber die Entwidelung der Gewerkschaften enthält der um so auch den Frauen etwas zu bieten, wird die Gleichheit" Ergebnissen des dem Steuerjahre unmittelbar vorhergehenden Bericht nur spärliche Angaben, weil die statistischen Arbeiten hier nebst ihren zwei abwechselnd erscheinenden Beilagen Für unsere Stalenderjahres( also jetzt das Jahr 1906) bemessen. Für für noch nicht beendigt find. Der gewaltige Fortschritt der Gewerk- Hausfrauen und Mütter" und" Für unsere Kinder" der Wochen- das Einkommen aus Handel, Gewerbe, Bergbau und aus Landschaftsbewegung ist aber schon daraus zu ersehen, daß die Auflage ausgabe" ohne Erhöhung des Abonnementspreises beigegeben. und Forstwirtschaft wird auch jetzt das Einkommen nach dreijährigem ber Gewerkschaftsblätter im letzten Jahre allein von 80 000 auf Die Einnahmen der Parteiorganisationen des Agitations. Durchschnitt bemessen, sofern der Steuerpflichtige in geordneter Weise 145 900 g eft i egen ist. Es ist nicht anzunehmen, daß die Zunahme bezirks( Mitgliederbeiträge und Eintrittsgeld) betrugen 23 877,50 Blicher führt. der organisierten Arbeiter hinter diesen Zahlen zurückgeblieben sei. Mart gegen 15 348,28 M. im Vorjahre und 11 644,38 M. im Insbesondere ist es die junge 2 andarbeiterorganisation, Jahre 1904. deren erstaunliches Vorwärtsschreiten die brutalen Verfolgungen Das Agitationskomitee hatte einschließlich 916,42 M. Kaffender feudalen Klaffenregierung nicht haben berhindern können. Die Organisation zählt heute rund 50 000 Mitglieder und 532 Ortsgruppen; ihre Tätigkeit erftredt sich über 2500 Gemeinden! Bei bem vorwiegend agrarischen Charakter Ungarns und seiner Politit steht dieser mächtigen Organisation des Landwirtschaftlichen Broletariats noch eine entscheidende Rolle in den gewaltigen Kämpfen ber nächsten Zukunft bevor. Die Parteipresse machte erfreuliche Fortschritte. Außer ihrem täglichen Zentralorgan" Népnava" und dem wöchentlich erscheinenden deutschen Zentralorgan" BoIts stimme erscheinen noch ein Dugend anderer Parteizeitungen in ungarischer, deutscher, flobatischer, rumänischer und serbischer Spracha. Seit einigen Monaten besitzt die Partei nun auch ein eigenes wissenschaft liches Organ, welches zweimal monatlich unter dem Titel " Sozialismus" erscheint. Auch die Organisation der Arbeiterinnen und der jugendlichen Arbeiter hält mit der übrigen Bewegung Schritt. Beide Organisationen befißen eigene Zeitungen, die in je 2000 Gremplaren erscheinen. Den deutlichsten Beweis vom raschen Fortschritt der Partei liefert der Kaffenausweis. Danach sind die Einnahmen der Bentralorgane der Partei von 198 000 ronen im Vorjahre auf 274 000 Aronen gestiegen. An Parteisteuern sind im Laufe bes Jahres 27 000 Stronen beim Parteisekretariat eingegangen, gegen 13 000 Stronen im Vorjahre, sie sind also um mehr als das Doppelte gestiegen! Diese Daten beweisen, daß die ungarländische Parteibetvegung an Umfang fo rapid zugenommen hat, daß es großer Anstrengungen bedürfen wird, die neugewonnenen Arbeiterscharen durch planmäßige Disziplinierung und Schulung der Partei dauernd zu er halten. Die Schwierigkeit dieser wichtigen Aufgabe wird noch erheblich vergrößert durch den Umstand, daß die ungarische Partei bewegung an dem Mangel verläßlicher intellektueller Kräfte noch immer biel zu leiden hat. Die erste Landeskonferens der jugendlichen Arbeiter in Ungarn wird am 31. März und 1. April in Budapest abgehalten werden. Vor allem foll gegen das Verhalten des Ministers des Innern protestiert werden, der sich weigert, den jugendlichen Arbeitern das Recht zur Schaffung einer Vereinigung zu gewähren. Die Tagesordnung weist im übrigen folgende Punkte auf: 1. Bericht über die bisherige Betvegung. 2. Die Preffe. 3. Die Lehrlingsfrage. 4. Militarismus und Antimilitarismus. 5. Kampf gegen den Alkohol. 6. Was haben wir gelernt und was sollen wir lernen. 7. Anträge. D " " bestand, 3600 M. Zuschuß und 1200 m. Buschuß für den Volks. talender sowie 1463.07 M. Abonnementsgelder für die Wochenausgabe der Rheinischen Zeitung" eine Gesamteinnahme von 9974,05 M., gegen das Vorjahr mit 6543,19 M. ein Mehr von 8430,86 M. Die Wahlkreise, die 15 Broz. ihrer Einnahme an das Komitee lieferten, zahlten 2660,86 M., davon Köln 1575 M. Von den Ausgaben entfallen 2420,10 M. auf mündliche Agitation, 1357 M. wurden an einzelne Kreife gezahlt, für Broschüren wurden 430,95 M., für Druckfachen 558,25 M., für Unterhaltung des Parteifetretariats 1081,90 m., für den Voltskalender 995 M., für die Wochenausgabe der Rheinischen Zeitung" 1891,50 M., für Prozeßtoften 325,60 m. ausgegeben. Im ganzen belaufen sich die Ausgaben auf 9631,28 M., so daß ein Kassenbestand von 342,77 M. verbleibt. n Bom Fortschritt der Presse. Die Reußische Boltszeitung zu Greiz, bie feit 1893 Stopfblatt des Sächsischen Boltsblattes zu Zwidau war, wird vom 1. April in Gera in der Druderei der Neußischen Tribüne" gebrudt werden. Während fie bislang dreimal in der Woche vier- und dreimal_achtseitig erschien, soll sie fünftig täglich acht und Sonnabends zwölffeitig erscheinen. Die Abonnentenzahl ist fiber 3000 gestiegen. Den Berhältnissen des Fürstentums entsprechend ist die„ Bolts. geitung" prozentual, gegenüber anderen Wahlkreisen, fehr gut ber breitet. Es ist bestimmt zu erwarten, daß sie durch die geplante Aenderung noch bedeutend getvinnen wird. " Die Reußische Tribüne" benugt bekanntlich den politischen Teil der Leipziger Volkszeitung" und fügt ihm einen selbständigen lokalen " Teil an. Im Falle Krohn- Konstanz, dessen Ausgang wir nach der Mannheimer Boltsstimme" schon kurz gemeldet haben, hat das Schiedsgericht folgenden Spruch gefällt: 1. Der Vorwurf der Parteilichkeit, der gegen den Genossen Krohn erhoben ist, ist nicht erwiesen. 2. In bezug auf die in der Anklage behauptete Verleumdung von Parteigenossen durch Krohn ist das Schiedsgericht zu der Erfenntnis gekommen, daß beide Teile gleichmäßig gefehlt haben. 6. Das Schiedsgericht ist zu der Erkenntnis gekommen, daß beide Teile durch ihr Berhalten das Ansehen der Partei gefchädigt haben. Es erwartet auf das bestimmteste, daß Genoffe Strohn seine Strafanträge zurückzieht und daß die Klägerische Partei ihre Feind feligkeiten einstellt. 8. Daß Krohn die Parteigelder leichtfertig verwaltet habe, ist in Wie alljährlich, so veranstaltete die Sozialdemokratie Ungarns feiner Weise erwiesen worden. 4. Daß Strohn feine Vertrauensstellung in der Partei benutzt auch diesmal am 17. März vor dem Monumente des großen National- und Freiheitsdichters Alexander Petöfi, am habe, um sich materielle Vorteile zu verschaffen, ist nicht erwiesen, Donauquai zu Budapest, ihre März feier. Schon um 2 Uhr wohl aber hat Strohn durch sein ungeschicktes Verhalten in taktischen nachmittags bersammelten fich girla 20 000 Teilnehmer zum Fest- Fragen dazu beigetragen, solche Anschuldigungen hervorzurufen. 5. In der Entlassung eines bei Krohn beschäftigten Parteigenoffen zuge. Nachdem sich der Zug mit gewohnter Grattheit rangiert hatte, feste er sich um brei Uhr in Bewegung. Unter dem Sang der Mar- kann das Schiedsgericht teine Maßregelung im politischen oder gefeillaise und anderer Arbeiterlieder bewegte er sich nach dem werkschaftlichen Sinne erbliden, berivirft aber entschieden die brutale Petöfi- Ufer. Die Spite des Zuges, der zirka 30 berittene Sonstabler Form, in welcher die Entlassung erfolgt ist. boranritten, war schon lange am Monumente angelangt und noch immer setzten sich vom Tisza- Kálmántér neue Maffen, mit dem sozialdemokratischen Abzeichen auf der Brust, in Bewegung. Es war 145 Uhr, als der riesige, mindestens aus 20 000 Menschen bestehende Bug rings um das Petöfi- Monument in größter Ordnung Aufstellung genommen hatte. Auf dem Wege zum Monumente hatten 7. Das Schiedsgericht erkennt die Verdienste Krohns um die Nur bie Massen zu wiederholten Malen gegen die Koalition, gegen bie Bartei und seine opferwillige Tätigkeit in vollem Maße an. Regierung und gegen den Minister Grafen Julius Andrassy demon- weil absolut teine andere Möglichkeit vorhanden ist, daß in der striert. Vor dem Monumente wurde von dem Arbeitergesangbereine Konstanzer Sozialdemokratie der innere Friede wiederkehrt, fordert unter der Leitung des Chordirigenten Start die Marseillaise ge- das Schiedsgericht den Genoffen Krohn auf, die Leitung der Parteifungen. Die Feftrede hielt Jakob Weltner, der die Bedeutung der gefchäfte für eine bestimmte Beit in andere Hände zu geben. Märgfeier für die Sozialdemokratie in schwungbollen Worten würdigte und einen herrlichen, mit blutroten Schleifen versehenen Kranz auf den Sodel des Monumentes niederlegte. Nach Absingung der Marseillaise zerstreute sich die Menge in größter Ordnung. Aus der Partei. Die oberrheinischen Genossen im Jahre 1906. Das fozialdemokratische Agitationskomitee für die obere Rheinprobing hat für den zu Ostern zusammentretenden Bezirksparteitag des Gebiets den Bericht über seine Tätigkeit und die der Organi Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonto der Presse. Wegen angeblicher Beleidigung eines Bergwerksdirektors wurde der Genosse Schubert vom Sächsi schen Volksblatt" au 8 midau zu 100 M. Geldstrafe berurteilt. Der Direktor hatte während der Wahlbewegung drei Berg arbeiter gemaßregelt, die nichts weiter berbrochen hatten, als baß fie sich außerhalb des Werkes lebhaft für die Wahl unseres Genossen Stolle intereffierten. Welche Abzüge sind zulässig? Den Kapitalisten sind durch die Einkommensteuernovelle eine Reihe Abzüge bei Berechnung ihres Einkommens gestattet, denen ähnliche Abzüge der Arbeitertlafie gegenüber nicht zur Seite stehen. Die wesentlichsten dieser neuen gesetzlichen Steuerprivilegien augunsten des Großkapitals und des Großgrundberiges find folgende: Es sind fünftig abzugsfähig: 1. Die Beiträge zu öffentlichen Be- und Entwässe rungsverbänden sowie zur Unterhaltung von folchen Wasserläufen, für welche besondere Gesetze zur Verhütung von Hochwassergefahren erlaffen worden sind; 2. die von dem Grundeigentum, dem Gewerbebetrieb und dem Bergbau zu entrichtenden diretten Kommunalsteuern bis zur Höhe der staatlich beranlagten Grund, Gebäude und Gewerbesteuer. Bis zur gleichen Höhe werden in den Gutsbezirken die realen Kommunalsteuern und die neben ihnen bestehenden Guts Iaft en als abzugsfähige Werbungskosten angesehen: Die Gutslasten kommen dabei mit 30 Broz. der staatlich veranlagten Grund-, Gebäude und Gewerbesteuer auch dann in Abjaß, wenn die Gutslasten erheb lich niedriger sind; 3. die Beiträge zu den Berufstammern, z. B. die an eine Landwirtschafts-, Handels-, Handwerks, Aerzte-, Anwalts-, Apothekerkammer zu zahlenden Beiträge( nicht aber die an Gewerkschaften oder Arbeitervereine zu entrichtenden Beiträge); 4. die auf Kirchenpatronats Berpflichtungen beruhenden dauernden Lasten; 5. die auf Grund rechtlicher Verpflichtung vom Steuerpflich tigen zur allmählichen Tilgung eines auf seinem Grundbesiz haftenden Schuldtapitals zu entrichtenden Beträge, soweit sie 1 Prozent des Sapitals und den Betrag von 600 mart jährlich nicht übersteigen; 6. für die Befizer von Waldstücken, welche nicht nach einem forftmäßigen Blane bewirtschaftet werden, trifft§ 12 des Einkommensteuergeseßes das neue Privilegium, daß die Ergebnisse von Abtrieben aus diesen Waldstücken als steuerpflichtiges Eintommen nicht anzurechnen sind, wenn und soweit dieselben sich in einem Jahre auf mehr als den zehnten Teil des Wertes des vorhandenen Holzes erstrecken. Neben diesen insbesondere dem Großgrundbesizer zugute fommenden neuen Geschenken ist die Zulässigkeit der bereits früher für zulässig erklärten Abzüge aufrechterhalten. Dahin gehören zum Beispiel die Deichlasten, die indirekten zu den Geschäftsuntosten zu rechnenden Abgaben, die regelmäßigen jährlichen Absezungen für Abn uzung der Gebäude, Maschinen und des sonstigen toten Inventars. Aehnliche Abzüge zugunsten des Arbeiters bestehen nicht. Dem Arbeiter sind nach wie vor Abzüge für die zur Erhaltung seiner Arbeitskraft gemachten Aufwendungen nicht gestattet: er tann weder für Lebensunterhalt, noch für Beleibung, noch für Miete Abzüge machen. Für die Abzüge, die er vom Einkommen machen darf, gelten nur folgende allgemeine Bestimmungen. Es sind abzugsfähig: 1. die von dem Steuerpflichtigen zu zahlenden Schuldenainsen; 2. Renten und dauernde Lasten, die auf Privatrechtstiteln ( z. B. Vertrag, Verschreibung, legtwilliger Verfügung) beruhen; 3. die von den Steuerpflichtigen für seine Person gesetz- oder bertragsmäßig zu entrichtenden Beiträge zu Kranten, Unfall, Alters- und Invalidenversicherungs-, Witwen, Waisen und Pensionstassen, soweit diese Beiträge zusammen die Höhe von 600 m. nicht übersteigen; 4. Versicherungsprämien, welche für Versicherung des Steuerpflichtigen oder eines nicht selbständig zu beranlagenden Haushaltungsangehörigen auf den Todes oder Lebensfall gezahlt werden, soweit die Prämien den Betrag von 600 Mart jährlich nicht übersteigen. In Betracht kommt für den Arbeiter noch folgende durch die Nobelle erweiterte Vorschrift des§ 19 augunsten solcher Steuer »ahler, welche Älnbet oder«ngehörige zu unterhalten haben: „Gewährt ein Steuerpflichtiger, dessen Einkommen den Betrag Von 3000 M. nicht übersteigt, Kindern oder anderen Familien- angehörigen auf Grund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt, so wird ihm von dem steuerpflichtigen Einkommen für jedes derartige Familienmitglied der Betrag von SV Mark in Abzug gebracht mit der Maßgabe, daß in jedem Falle eine Ermäßigung stattfindet um eine der im Z 17 vor- geschriebenen Steuerstufen bei dem Vorhandensein von drei oder vier, um z w e i S t u f e n bei dem Vorhandensein von fünf oder mehr derartigen Familienmitgliedern. Bei Einkommen von mehr als 3000 M., aber nicht mehr als 6500 M., wird der im§ 17 vorgeschriebene Steuersatz er- mäßigt um eine Stufe, wenn der Steuerpflichtige drei oder vier, um zwei Stufen, wenn der Steuerpflichtige fünf oder mehr Kindern oder anderen Familienangehörigen auf Grund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt gewährt. Bei der Feststellung der für die Ermäßigung maßgebenden Personenzahl(Absatz 1 uud 2) werden nicht mitgerechnet die Ehefrau des Steuerpflichtigen und diejenigen Kinder und Angehörigen, welche das vierzehnte Lebensjahr überschritlen haben und entweder im landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebe des Steuerpflichtigen dauernd tätig sind oder eis eigenes Einkommen von mehr als die Hälfte des ortsüblichen Tagelohnes nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlecht haben. Ist nach Absatz 1 Ermäßigung unter den Steuersatz von S Mark begründet, so tritt Befreiung von der Staatssteuer ein.' Für einen Arbeiter, der ein kleines Anwesen mit amortisierbarer Hypothek besitzt, ist noch von Erheblichkeit, daß ferner abzugs- fähig sind: Die auf Grund rechtlicher Verpflichtung vom Steuerpflichtigen zur allmähligen Tilgung eines auf seinem Grundbesitz haftenden Schuldkapitals zu entrichtenden Beiträge, insoweit dieselben 1 Proz. des Kapitals und den Betrag von 600 M. jährlich nicht übersteigen. Welche Rechtsmittel stehe» dem Beraulagte» zu? Seit diesem Jahre ist den Steuerpflichtigen mit Einkommen von nicht mehr als 3000 M. der Rechtsweg gegen ungerechte Ver- anlagungen erheblich beschnitten. Es steht ihnen nur der Einspruch an dle Veranlagungskommission und die Berufung an die Berufungs« kommisston zu: Die Beschwerde an das Ober- Verwaltungsgericht ist also dem Mittel st and und dem Arbeiterstand genommen. Nur den mit Einkommen über 3000 M. Veranlagten steht der Weg an das von der arbeitenden Bevölkerung mit bezahlte Oberverwaltungsgericht noch offen. Zollerhöhung, Getreide- und Brotpreis. In der von ihm herausgegebenen„Wirtschaftlichen Wochen- schau" wendet sich Genosse Calw er gegen die Versuche, heute schon aus der Bewegung der Weltmarktpreise, wie sie sich seit März 1006 entwickelt haben, einen Schluß auf die Wirkung der höheren Zölle auf die deutschen Getreidepreise zu ziehen. Er be» zeichnet diese Versuche als„ganz nette rechnerische Uebungen, die aber sachlich keinen Anspruch auf ernste Beachtung machen können." Daß die Zölle einen gewissen Einfluß auf die Getreidepreise haben, sei zwar eine selbstverständliche Tatsache; Tatsache sei aber auch, daß der Deutsche trotz Schutzzöllen im Widerspruch zu der land- läufigen Ansicht ein billigeres Brot esse als der Engländer. Im Jahre 1905 habe z. B. das Kilogramm Brot in England einen Durchschnittspreis von 23 Pf. gehabt, während„es wohl keiner weiteren Beweise bedürfe", daß der Durchschnittspreis in Deutsch- land noch tiefer stehe(etwa auf 22 Pf.). Calwer fährt dann fort:„Dieser Unterschied zwischen englischem und deutschem Brot- preis verblüfft zunächst, aber der Grund diese? Unterschiedes ist sehr einleuchtend: der Engländer ißt ausschließlich Weizenbrot, der Deutsche überwiegend Roggen- brot." Dazu bemerkt die Sozialistische Korespondenz, gegen die sich die Calwerschen Auslassungen offensichtlich richten, weiter: Diese Erklärung ist allerdings ebenso einleuchtend wie verblüffend. Nur meinen wir, daß sich Calwer die Sache doch etwa? zu leicht gemacht hat, und daß er mit dieser Erklärung ungefähr das Gegenteil von dem beweist, was er beweisen will oder waS zu beweisen wäre. Es ist doch zunächst selbstverständlich, daß, wenn man die Wirkung eines Zolles auf eine Ware in einem Lande durch Ver- gleich mit einem anderen Lande feststellen will, man dann dieselbe Ware und nicht irgend eine andere nehmen darf. Man kann nicht deutsches Roggen- mit englischem Weizenbrot vergleichen, so wenig wie man etwa die Wirkung eines Baumwollzolles in einem Lande studieren könnte, indem man die aus diesem Rohmaterial her- gestellten Stoffe mit Wollstoffen eines anderen Landes vergliche. ES ist daher auch von untergeordneter Bedeutung, daß Calwer in der Behauptung irrt, daß Weizenbrot keinen größeren Nährwert als Roggenbrot besitze, was tatsächlich wegen seines höheren Eiweiß- geholtes der Fall ist. Ist es nicht der größere Nährwert, dann sind es eben andere Vorteile(höherer Wohlgeschmack, größere Bekömmlichkeit) die den Konsumenten veranlassen, Weizenbrot höher zu bewerten und zu bezahlen als Roggenbrot. Man kann also nur gleiches mit gleichem vergleichen, und da zeigt es sich denn auch deutlich, daß und in welchem Maße die Zollerhöhungen auf unsere Getreidepreise gewirkt haben. Nach einer im neuesten Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiche? veröffentlichten vergleichenden Ueberstcht ergeben sich folgende Verschiebungen der In- und Auslandspreise für Weizen in den letzten Quartalen der Jahre 1905 und 1906. Es kostete die Tonne(1000 Kilogramm) Weizen: im 4. Quartal Berlin(mittel).....- 178,9 Breslau(mittel)..... Mannheim(mittel).... Wien(Theiß-Weizen)... Budapest(mittel)..... Odessa(mittel)...... Paris(mittel)...... Amsterdam(amer. Winterweiz.) London(englisch rot).... New Jork(mittel)..... Buenos Aires(mittel)... Mit Ausnahme des Pariser Marktes, der ganz besondere Ver- Hältnisse hat, ist also auf allen übrigen Marktplätzen deS Aus- landes die gute Welternte von 1906 in einem beträchtlichen Preis- rückgang zum Ausdruck gekommen, dem in Deutschland eine ebenso beträchtliche Steigerung gegenübersteht. Die schon vorhandene Differenz zwischen In- und Auslandspreisen ist dadurch noch er- «eitert worden und zwar im Durchschnitt ziemlich genau um den Betrag der Zollerhöhung von 20 M. Aehnlich. wenn auch wegen der Verschiedenheit der börsen- mäßig gehandelten Qualitäten nicht so klar ersichtlich, liegen die Dinge für Roggen. Hier entspricht dem EingangSzoll von 50 M. eine Differenz z. B. zwischen Berlin einerseits und Wien. Budapest, Odessa anderseits von 42,30, 54,40 und 66,70 M. Ja, eS ist den deutschen Agrariern sogar gelungen, durch diesen Zoll- wucher den deutschen Noggenprei» noch um ein Erhebliches über den englischen Weizenpreis zu steigern. Selbst den Calwerschen Vergleich also einmal olS zulässig vorausgesetzt, und weiter vorausgesetzt, daß Deutsch. land ein nur Roggen konsumierendes Land sei, während es doch zu etwa ein Drittel Weizen verbraucht, würde dieser Vergleich immer noch zuungunsten Deutschlands ausfallen. Im letzten Quartal 1906 notierte Roggen an den drei deutschen Börsenplätzen Mannheim, Berlin, Breslau mit 171,60, 161,60 und 150,50 M., dagegen standen die Weizenpreise in London für die verschiedenen Qualitäten auf 135,40, 130,70 und 123,50 M. Der beste Weizen kostete also in England immer noch weniger als der billigste Roggen in Deutsch. land. Wenn nun auch im englischen Brotpreis ein höherer Arbeits. lohn der Bäckergesellen enthalten ist als im deutschen(denen dann aber natürlich auch höhere Löhne der übrigen Arbeiterschaft gegen überstehen), so ist eS demnach doch ganz ausgeschlossen, daß Eng land höhere Brotpreise hat als Deutschland. Die von Calwer in dieser Beziehung angeführten Preise, für die eS nach seiner Ansicht„keines Beweises bedarf", haben denn auch nicht die geringste Beweiskraft. Vor allem schon deshalb nicht, weil sie für das Jahr 1905, also für eine Zeit vor der Zollerhöhung gelten. Seit- dem sind, wie oben gezeigt, die Weizenpreise in England beträchtlich gesunken, während die deutschen Roggenpreise gestiegen sind. Uns liegt z. B. eine Preisstatistik für 16 Orte des Großherzogtums Hessen vor, nach der im Januardurchschnitt das Kilogramm Roggen- brot 24 Pf., das Kilogramm gemischtes Brot 28 Pf. kostete. Da- gegen war der Durchschnittspreis im gleichen Monat für vier eng- lische Pfund Weizenbrot nach einer in der„Labour Gazette" ver- öffentlichten Statistik 4,9 Pence, was unter Zugrundelegung der von Calwer benutzten Umrechnungszahlen in deutschem Gelde und Gewicht einen Preis für das Kilogramm von 21,1 Pf. ausmacht. Wir freuen uns, wenigstens in einem Punkte mit Genossen Calwer übereinstimmen zu können, nämlich wenn er sagt:„Die Statistik ist eine sehr nützliche Wissenschaft, aber sie wird in einer ganz unerhörten Weise von Unverständigen mißbraucht." Militarismus und Antimilitarismus. Folgende Erflärung geht un» aus Zürich vom 2b. März zu: Werte Genossen! Ich werde auf eine Besprechung meiner Schrift über:„Mi Ii- tarismus und Antimilitarismus" aufmerksam gemacht, die ein österreichischer Genosse, namens Leuthner, in der Berliner „Neuen Gesellschaft" liefert. Da es sich leicht erkennbar um eine— ich will höflich sein— ganz gewöhnliche Medisance etwa im Stile Benno Jakobsons handelt,'so hätte ich an sich keine Veranlassung, mich vor einer größeren Oeffentlichkeit mit dem Scherzarttkel unseres schwarzgelben Freundes zu befassen; ich könnte mir die Zeit und Ihnen den gewiß viel kostbareren Raum sparen. Aber im Interesse der Sache, der meine kleine Arbeit gewidmet ist, fühle ich mich zu einigen Zeilen verpflichtet, um deren Aufnahme ich Sie bitte. Daß mein„Antimilitarismus" gewissen Leuten unbequem ist, weiß ich nicht erst seit gestern; und daß diese gewissen Leute alles dran setzen würden, jede mögliche Frucht meiner Arbeit gewissermaßen im Mutterleibe zu töten, mußte ich mir bei mäßigstem Scharsblick voraussagen; umsomehr, als sich hier und da ein sozusagen revisio- nistisches„Pfaffentum"(um ein beliebtes Schlagwort zurückzugeben) zu entwickeln ickeint, das sich— ähnlich dem nicht seltenen„frei- denkerischen" Pfaffentum— von aller erdenklichen Pfäfferei der sogenannten Orthodoxie nur durch größere Oberflächlichkeit und Langweiligkeit auszeichnet. So hat man sich denn einen öfter- reichischen Genossen verschrieben, der nun gleich Zwei(nicht, wie das tapfere Schneiderlein, Sieben) auf einmal totzuschlagen sich eifrig bemüht: meine Wenigkeit und den verwünschten„orthodoxen Marxismus". Sein Plänlein geht dahin, meinen AytiinilitarismuS dem„Parteipfaffentum" als Muhlstein um den Hals zu hängen, um es nun endlich einmal recht gründlich zu ersäufen. Nachdem die„Leipziger Vollszeitung" ain vorigen Sonnabend in dankenswerter Weise mehreren besonders verwegenen Akrobaten- stückchen der Leuthnerschen Interpretation ein Bein gestellt hat, ver- zichte ich darauf. Einzelheiten festzunageln und bemerke nur: Fast jedes Wort Leuthners, das sich mit meinem Büchlein befaßt, steht mit der Richtigkeit auf gespanntestem Fuße. Genosse Leuthner streicht zwar mir grenzenlosem Dummkopfe gegenüber wieder- holt seine Schulbildung heraus— die er denn- auch z. B. in seinen ethnographischen Kenntnissen vortrefflich konserviert hat. Ich gebe mich aber, der fröhlichen Zuversicht hin. daß man fclbst in Ostpreußen nicht einmal einen Halbtagsschüler wird auftreiben können, der, wenn er meine Schrift liest, nicht erheitert den Kopf schütteln würde ob der grotesken Ver- zerrung, in der meine Ansichten von dem hyperrevisiouistischen Hohl- Ipiegel Leuthners wiedergespiegelt werden. Genosse Leuthner hat weder mich, noch auch gar den Marxismus totgeschlagen; er prügelt nur, ohne eS freilich zu merken, auf seinem eigenen phantastischen Verhalten herum. Mit Parteigruß Ihr Dr. K. Liebknecht. Wir werden demnächst eine Besprechung der Schrift de« Genossen Liebknecht bringen._ D. Red. Hus Induftrie und ftandd* Stahlwerksverband— Westfälische Stahlwerke. Die„Rheim-Westf. Ztg." veröffentlicht den Wortlaut des Ultimatums, das der Stahlwerksverband auf Grund der letzten am 22. März stattgefundenen Verhandlungen an die Westfälischen Stahlwerke richtet. Es lautet: „Indem wir Ihnen in der Anlage das Protokoll der gestrigen Versammlung überreichen, können wir nicht unterlassen hinzu- zufügen, daß das Verhalten Ihres Werkes die übrigen Stahlwerke aufs äußerste erbittert hat. Nachdem Sie für Ihren Beitritt zu dem neu zu gründenden Verbände Bedingungen gestellt habe». die in gar keinem Verhältnis zu den Forderungen der übrigen Werke stehen, ist Ihnen vorgerechnet worden, daß Ihr Werk mit einer Gesamtbeteiligung von 130 000 Tonnen Rohstahl aus eine mindestens gleich günstige Grundlage wie die übrigen Werke ge- stellt sein würde, so daß Ihre Forderung von 235 000 Tonnen als unbedingt übertrieben erscheint. Trotzdem halten Sie daran fest, indem Sie verlangen, daß alle anderen Werke auf Grund der Leistung in der Vergangenheit ohne Rücksicht auf die bei allen Werken vorgenommenen Neubauten und nur Sie allein auf Grund der von Ihnen optimistisch errechneten demnächstigen Produktions. fähigkeit eingeschätzt werden sollen. Sie fordern nicht weniger als 6.6 Proz. des gesamten schweren Oberbau-Materials, das ini Jnlande in dem bisher günstigsten Jahre abgesetzt worden ist. während Ihre Stahlproduktion bisher noch nicht 1 Proz. der Ge- samtheit betragen hat und auch in Zukunft kaum mehr betragen dürfte. An Rillenschienen verlangten Sie fast das Ganze, was in normalen Jahren in Deutschland abgesetzt werden tonnte, wenn Sie auch nachträglich diese Forderung in etwas ermäßigten. An- gesichts solcher Forderungen und in Berücksichtigung dessen, daß selbst die im Verbände erzielbaren Durchschnittspreise Ihnen nach Ihrer eigenen Angabe ein gewinnbringendes Arbeiten nicht ge- statten, weil Ihrem Werke die wirtschaftliche Grundlage zur Her- stellung von Massen-Fabrikaten fehlt, ist eS erklärlich, daß die Werke, die durch ihre folide Grundlage stark genu(j sind, auch einen Konkurrenzkampf aller gegen alle zu überstehen, lieber keinen Ver- band machen, al? daß sie sich dazu hergeben, die ihrer Ansicht nach in freier Konkurrenz nicht lebensfähigen Unternehmungen künstlich groß zu zWhten. Die gestrige Versammlung hat es für zweck- mäßig erachtet, Ihnen jede Hoffnung darauf zu benehmen, daß bielleicht doch ein Verband zustande kommt und Sie als außen- stehendes Werk die Vorteile genießen könnten, ohne die Lasten zu trage». ES werdeo deshalb keine weiteren Verhandlungen über die Erneuerung deS StahkwerkSverbandeS stattfinden, solange Sie keine entgegenkommende Haltung annehmen, indem Sie Ihr« Forderungen erheblich ermäßigen." WaS die Banken verdienen. Einer vergleichenden Stattstik über Kapitalveränderungen, GeschäftSumfang und Ergebnisse der Berliner Banken, die der „Internationale Volkstvirt" veröffentlicht, entnehmen wir die fol« genden Angaben: Kapitalveränderungen nach dem Stande am 1. Januar in Millionen Mark 1907 1906 1905 1904 1903 1902 1901 1900 Deutsche Bank.. 200 180 180 160 160 150 150 150 Diskontogesellschast. 170 170 170 150 150 180 130 130 Dresdner Bank.. 130 160 160 130 130 130 130 130 Darmstädter Bank. 154 154 154 132 132 105 105 105 Schaaffhausen... 145 125 125 100 100 100 100 100 Handelsgesellschaft. 100 100 100 100 90 90 90 90 Kommerzbank 85 85 5V 50 50——— Nationalbank... 80 80 60 60 60 60 60 60 Mitteldeutsche... 64 64 45 45 45 45 45 45 Breslauer Diskontobank——— 45 50 50 Genossenschaftsbank.—-—— 80 80 86 86 36 Berliner Bank..——— 42 42 42 42 42 1168 1103 1044 999 989 933 938 938 DaS Nominalkapital ist im letzten Jahre um rund 60 Millionen Mark seit drei Jahren um 169 M. und seit 1900 um 230 Millionen Mark gewachsen, obwohl seit 1905 drei Banken ausgeschieden sind. Ueber die Rentabilität orientiert diese Aufstellung, die die Gewinn- ziffem der Banken zusammenfaßt: Für die letzten zehn Jahre find demnach rund 744'/, Mill. Marl an Dividenden und 1272/, Millionen Mark an Tantiemen und Gratifikationen verteilt worden, außerdem sind in Reserve gestellt 46 Millionen Mark und zu Abschreibungen verwendet worden 73'/4 Millionen Mark. Die vier Posten zusammen ergeben da» Sümmchen von 391'/, Millionen Mark. Setzen wir das Durch- fchnittSeinkommen der Arbeiter mit 1000 M. pro Jahr an, dann müssen 33 150 Arbeiter 10 Jahre lang ihre Arbeitskraft verkaufen, um die obige Summe in Gestalt von Lohn zu erlangen und 991 50V Arbeiter, da« ist ungefähr der 20. Teil der erwerbstätigen Bevölkerung Deutschlands, müßten ein Jahr lang schaffen, um das zu verdienen, was die Berliner Banken in zehn Jahren--- erarbeitet haben. Abgeschwächt— verschärft. Die Deutsche Bank hat in ihrem Geschäftsbericht einige vor- sichtige Bemerkungen über den sich anscheinend vollziehenden Umschwung im Wirtschaftsleben gemacht. DaS trug der Verwaltung in der am Dienstag stattgesundenen Generalversammlung scharfe Vorwürfe ein. Gin Aktionär bemerkte, die Verwaltung solle fich der Meinungsäußerung über die Gestaltung der Marktlage enthalten. mit ihrer Auslassung im letzten Geschäftsbericht habe sie viel Unheil angerichtet. In seiner Entgegnung auf dieqe Angriffs versuchte Direktor Koch durch anscheinend schwaches Nachgeben die Gemüter zu beruhigen. Die geäußerten Bedenken seien durch die ungünstige Lage des Geldmarktes entstanden. D« industriellen Verhältnisse in Deutschland seien ja verhältnismäßig günstig. DaS befriedigte die Aktionäre nicht. Die Verwalrung sei schuld an der Deroute usw., wurde von den erbitterten Leuten erregt behauptet. Das rief dann Dr. Koch nochmals aus den Plan und die Antwort 'hat die Bemerkungen im Geschäftsbericht eigentlich noch kräftig unter« strichen. Er bemerkte: „Es kann nicht im Ernste behauptet werden, daß die Rück» gänge in Amerika und in London auf die paar Zeilen in unserem Geschäftsberichte zurückzuführen feien. Wenn eS so wäre, könnten wir vielleicht stolz darauf sein. Aber eS ist doch geradezu— falsch, zu glauben, daß da» große Amerika zusammen» bricht, weil Mir und in unserem Jahresberichte skeptisch aus- gelassen haben. In Amerika trat der Zusammenbruch ein, weil man kopflos wurde; in London, weil dort zu viel Material auf» gespeichert war. Aber ablehnen müssen wir es unter allen Um- ständen, daß w i r an der Deroute schuld sind. Ich kann nur wieder» holen: Wenn die Geldverhältnisse nicht berücksichtigt werden, dann bekommen wir einen Zusammenbruch, der nickst ohne ist. Ich sitze im Zentrvlausschusse der Reichsbank; sprechen Sie die Herren von der ReichSbani, wie besorgt sie sind, wie sie immer wieder betonen, Ivo sie das viele Geld hernehmen sollen. Auf» schärfste muß ich die Vorwürfe zurückweisen, die hier der Leitung der Deutschen Bank gemacht werden." Optimismus. In der am Mittwoch stattgefundenen Generalversammlung deS S ch a a f ßh a u s e n i ch e n Bankvereins, in der 49 Aktionäre 42 375 000 M. Aktienkapital vertraten, wurden alle Anträge der Ver» waltung einstimmig genehmigt und die sofort zahlbare Dividende auf 8'/z Proz. festgesetzt. Ueber die Bemmihigung der Börsen führte Direktor Albert Heimann aus, st« gäbe der Verwaltung Anlaß zu Mitteilungen über den Geschäftsgang im laufenden Jahre. Das laufende Geschäft, welches nach wie vor das Rückgrat des Schaaffhauscnfchen Bankvereins bilde, sei in sehr guter Entwickelung begriffen, der Umsatz wäre groß. Von ollen mit dem Schaaffhausenschen Bankverein arbeitenden Gewerben, namentlich den Großgewerben, wisse die Verwaltung, daß sie für lange Zeit hinaus gut beschäftigt sind und große Aufttäge gebucht haben, bei ihnen also auch da« laufende Geichäftsjahr guten Nutzen ab» ivcrfen werde. Die Vcrivaltung hoffe anch. daß die verschiedenen, dem Ende nahen Verbände verlängert werden würden, und den Großgewerben ihr guter Geschäftsgang auch weiter erhalten wü.de, so daß auch der Schaaffhausensche Bankverein gute Ergebnisse für das laufende Geschäftsjahr erwarten dürfte.— Diese Auslassung ist auf einen ganz anderen Ton gestimmt wie die der Verwaltung der Diskontobank, die für die Industrie bereits eine Stagnation konstatierte. Huö der f rauenbewegung. Konsequent! Entweder— oder! Die vorstehenden Worte haben einen guten Klang I Besonders dann, wenn sie als Ultimatum in Prinzipienfragen ausgesprochen werden, wenn sie der Ausgangspunkt sind für eine folgenschwere Entscheidung, wenn Ueberzeugung sie als Wechsel ausstellt für die durch den Intellekt eingegangene Verpflichlung, die ganze Per- sönlichkeit einzusetzen zur Erreichung des als Menschheitswohltat erkannten Zieles. Aber sind eS nur leere Worte, bei denen der Vorwagende nichts sich denkt wenn von hoher Warte herab er sie dem Tolle vorträgt, dann lönnen fie die Lächer« lichleit auslösen, die im öffentlichen Leven tötet. Oder werden sie mißbraucht, um der Hörer Ohr schmeichelnd zu täuschen, trägt ein schellenlauter Tor sie vor, dann hinab von der Tribüne mit den Schwätzern I Wie die bei besonderen Anläflen, unter besonderen Umständen gegebenen feierlichen Erklärungen zu bewerten find, das hat die Oeffentlichkeit zu entscheiden. Und die bürgerliche radikale Frauenbewegung hat sich zu einer Tat aufgeraff» oder sich der Lächerlichkeit, wenn nicht Schlimmerem preisgegeben. Entweder zwingt sie den Liberalismus, grundsätzlich und konsequent die Forderung des allgenieinen, gleichen und ge« Heimen Wahlrechts für die Frauen zu allen Vertreterkörpern zu aufzunehmen, oder die bürgerlichen Frauen müssen dem Liberalismus den Krieg erklären. Außerdem gibt eS ein Drittes I Es geschieht weder das eine noch das andere— die bürgerliche radikale Frauen- bewegung entpuppt sich als ein Haufen schwafelnder, mit des Volkes Interessen spielender Damen, die allen Mutes bar, ihre Ueberzeugung opfern, sicher andere, vielleicht auch sich selbst betrügen. Wir hoffen, das Erfreuliche wird Ereignis. Dann aber laßt uns schleunigst Taten sehen! Wir berichteten bereits kurz über den Verlauf der am Montag- abend in den Jqdustriesälen stattgefundenen Versammlung. Sie war einberufen vom sozialliberalen Berein. Zunächst sprach Doktor Breitscheid einige einleitende Worte. Das Thema, das darauf Dr. Anita Augspurg behandelte, lautete:„Was erwarten die Frauen vom Liberalismus?" Die Referentin umschrieb die bekannten Forderungen der radikalen bürgerlichen Frauen und schloß sinngemäß mit folgenden Worten: In allen diesen Fragen und vor allem in der Kardinalfrage deö Stimmrechts setzen die Frauen ihre Zuversicht auf den Liberalismus und verlangen nunmehr eine definitive Zu- oder Ab- sage. Der Liberalismus muß die Forderung des Frauenwahl- rechtes in sein, Programm aufnehmen; versagt er, dann werden die Frauen die Konsequenzen daraus ziehen!!--- Die Bedeutung dieser programmatischen Forderung kann nicht mißverstanden werden. Entweder der Liberalismus erklärt sich grund- sätzlich für das Frauenwahlrecht und nimmt in der Kommune, im Reichstage, im Abgeordnetenhause, in der öffentlichen Agitation, kurzum überall auf parlamentarischen und außerparlamentarischen Gebieten praktisch den Kampf für Erringung des aktiven und passiven Frauenivahlrcchts auf, oder aber zwischen ihm und der radikalen Frauenbewegung ist das Tischtuch zerschnitten. Es ist nicht an- zunehmen, daß Dr. Anita Augspurg nur unverbindlich, rein persön« lich gesprochen hat. Die ganze Veranstaltung schließt eine solche Möglichkeit aus. Dr. Anita AugSpurg sprach im Namen der bürger- lichen Krauen und Widerspruch ist ihr nicht begegnet, Aber eine offizielle Antwort auf ihre offene Anfrage und Auf- fordenmg steht noch aus. Dr. Broitscheid und v. Gerlach traten persönlich den Forderungen der Referentin zustimmend bei, andere „Liberale* fanden kaum mehr als Hohn und Spott für die ganze Frauenbewegung. Ein Herr Groß erklärte die Frau für politisch unreif, höchstens könnte man sich im— Prinzip für das Frauen- stimmrecht erklären, weiter aber nichts. Direktor Willner wies eS weit ab. daß Liberalismus und die Forderungen der Frauen etwas miteinander zu tun hätten. Das war eine glatte Absage. Es liegt uns aber selbstverständlich fem, etwa diese Auslassungen als bindend für die bürgerlichen Frauen bewerten zu wollen. Kein Redner hat als Vertreter oder im Auftrags einer Partei gesprochen._ Soll daher die ganze Veranstaltung nicht als ein'sehr unan« gebrachter Aprilscherz erscheinen, den die Damen sich erlaubten, oder gar als eine berechnete Komödie, dann müssen die Frauenrechtlerinnen eine Antwort auf ihr Ultimatum offiziell von den in Betracht kominenden Parteileitungen einfordem. Und wir nehmen an, daß eS umgehend geschieht. Mit„Mißbehagen* wäre das Gefühl, das die Unterlassung dieser Konsequenz auslösen müßte, nur ganz entfemt angedeutet. Vorläufig halten wir uns noch gefaßt auf eine der beiden Ueber- raschungen, daß entweder der Liberalismus bedingungslos für die Forderungen der Frauen sich erklärt, zur Erhöhung der Glückseligkeit der jungen liberal-konscrvativen Ehe, oder aber daß der Liberalismus die Paarung mit der Frauenrechtlerei ablehnt und die bürgerlichen Frauen die Konsequenzen ziehen-- oder auch nicht ziehen. Man wird ja sehen.____ GewcHtfcbaftUcbc� Schwerste Strafe dem, der einen anderen au freiwilliger Arbeit hindert! Vor uns liegt eine schwarze L i st e, die soeben in Rheinland-Westfalen verbreitet wird« und die so ausschaut: Vertraulich! Liste 1. Arvritgeberverband für das Maler- und Anstreicher-«. Gewerbe für Duisburg und Umgegend. Liste der in Duisburg ausgesperrten Grhülfea. Wir ersuchen dringend unter keine» Umständen unter Hinweis auf unsere Statuten, keinen von diesen Gehülfrn einzustellen und bereits eingestellte wieder sofort zu entlaffea. Die letzte Hälfte dieses Satzes ist auch im Original fett gedruckt. Dann folgen die Namen von 219 aus- gesperrten Gehülfen, meistens mit Geburtsort und Geburtsdatum verschön. Ueber die scheußliche Mißhandlung, die die Herren Arbeitgeberverbändler da an der deutschen Grammatik vollziehen, sei der Mantel der Nachsicht gedeckt. Im übrigen aber verrät die schwarze Liste wieder jenen brutalen TerroriSmus eines pfennigflichsenden AuSbeutertums, den, wenn sie ihn den organisierten Arbeitern andichten, die bürgerlichen Blätter so scharf zu tadeln und den unter Umständen die Staatsanwälte so gewissenhaft zu ver- folgen verstehen. Die Handlungsweise des Duisburger Arbeit- geberverbandes ist um so' perfider, weil es sich nicht mal um streikende, sondern um von ihnen selbst ausgesperrte Gehülfen handelt!_ Berlin und Umgegend* Achtung, Metallarbeiter! MS Delegierte zur Generalversammlung in München sind folgende Kollegen und Kolleginnen gewählt: Bahn, Behrend, Fritz Carl, Cohen, Dietrich. Dräger, Etvald, Gertrud Fell. Fellenberg. Fickweiler, Fink, Franke. Gaßmann, Gebert, Margarete Grabow, Grave. Gries. Gundlach, Gurtschke, Gutsche. Hartmanu, Heinemaim, Henning, Heimann, HochhänSler, Auguste Kadei. Karpenkiel, Körsten, Lubatsch, Menz, Hermann Müller(Dreher), Nerlich, Nöske, Rondke, Scheck, Sellrich, Stobsack, Weitzel, Wuschick. Deutscher Aiewllarbeiter-Verband.(Ortsverwaltung Berlin.) Achtung, Bauklempner! Rachfolgende Bauten der Firma Schmidt, Charlottenburg. Gutenbergstratze 8, sind gesperrt: Bau Baumgart. Charlottenburg. Kamerunerstraße 8, Bau Michalewsky, Tauroggenerstraße, Bau Jndler. Wilmersdorf, Mecklenburgische Straße. Ecke Auenstraße, und Hovpe, Wilmersdorf, Augustastrage. Die Ortsverwaltung. Ardeiter! Parteigenosse»! Die organisierten Friseurgehülfen haben bei ihren Bewegungen die Kardinalforderung. Freigabe der drei zweiten Feiertage, erreicht. Hierdurch ist eS den Kollegen gelungen, drei freie Tage im Jahre in Anspruch zu nehmen. Die Organisation richtet deshalb das Er» suchen an die Parteigenossen, die Barbier« und Friseurgeschäste am 2. Osterfeiertage nicht zu frequentieren. Die Mitglieder des Zentralverbandes der Friseurgehülfen haben sich zwecks Kontrolle am 2. Osterfeiertag im Bureau Nofenthaler« straße 57 in der Zeit von 8—11 Uhr zu melden. Andernfalls findet der§ 15 des Statuts Anwendung. Verband der Friseurgehülfen. Friedrichshagen. Am 31. d. M. läuft der im Jahre 19O5 ab« geschlossene Tarifvertrag der Friseurgehülfen ab. Diese haben daher ihren Arbeitgebern neue Forderungen unterbreitet. Sie fordern unter anderem: Ohne Kost und Logis wöchentlich 20 M. Lohn, halbe Kost ohne Logis wöchentlich 15 M.. für Aushülfe am Sonn- abend von 2 Uhr mittags bis 10 Uhr abends und Sonntag von 7—2 Uhr ohne Kost 8,50 M., für Aushülfe an Wochentagen ohne Kost 4 M., Aushülfe für halbe Wochentage 2,50 M. Die Arbeitszeit soll vom 1. April bis 30. September dauern von 7 Uhr früh bis S Uhr abends, mit 1 Stunde Mittagspause, vom 1. Oktober bis 31. März von 71/3 Uhr früh bis 9 Uhr abends, mit 1 Stunde Mittagspause. An Sonnabenden und 4>en Tagen vor den Feiertagen bis 10 Uhr abends. Ferner fordern die Gehülfen Freigabe der drei 2. Feier- tage, Anerkennung der Organisation und des kostenlosen Arbeits- Nachweises. Einer von den Arbeitgebern glaubt es nun notwendig zu haben, von einem seiner Kollgeu zum anderen zu laufen, diese auffordernd, die neuen Forderungen nicht zu bewilligen. Dieses kann natürlich die Gchülfen nicht abhalten, zusammen mit der organisierten Arbeiterschaft an ihren aufgestellten Forderunge» festzuhalten und diese auch zu erkämpfen. Deutfches Reich. Zur Aussperrung der Hamburger Schauerleute. Am Montagnachmittag ging es an der Wasserkante Hamburgs recht lebhaft her, indem die auf den Schiffen im Kuhlvärderhafen beschäftigten Engländer plötzlich das„Werk stoppten* und statt des Tagelohues von 7 M.— den Lohn von 5 auf 7 M. haben sie sich ebenfalls durch Arbeitsverweigerung erzwungen— einen solchen von 10 M. forderten. Als ihnen die Forderung abgeschlagen wurde, stellten sie definitiv die Arbeit ein und gerieten unter sich in recht lebhafte Auseinandersetzungen, die, wie üblich, in einen Faust kämpf ausarteten, so daß zahlreiche Polizisten intervenieren mußten. Diese streikenden Englishmens wurden am Dienstagvornuttag mit dem Dampfer„Poseidon" nach England zurückbefördert. An den englischen Streikbrechern haben die Ballin und Genossen wenig Freude; die auf dem Dampfer„Anchovis" logierenden 600 Engländer weigerten sich am Dienstagmorgen, an die Arbeit zu gehen und verlangten an Land be- fördert zu werden. Die Leute schickten einige Mann an Land, die erklärten, daß sie und ihre Landsleute auf der„Anchoria* unter keinen Umständen weiter arbeiten würden. Der Dampfer„Blankenese", auf dem die die Arbeit verweigernden Engländer zunächst gebracht werden, ist schon wieder überfüllt. Die nack Hamburg gebrachten deutschen Arbeitswilligen werden, wie schon mitgeteilt, wie Gefangene gehalten, ohne daß die Polizei gegen Ballin und Konsorten einschreitet. Dagegen schreiten die Polizisten sofort gegen die Posten der Ausgesperrten ein, wenn diese sich mit den unter schwindelhaften Angaben nach Ham- bürg gelockten Mecklenburgern, Rheinländern usw. in Verbindung setzen wollen. Die Posten werden zwecks Aufnahme der Personalien auf die Wache fistiert und die Arbeitswilligen an den Hafen zurück- befördert. Vor jedem Bezirkslokal der Ausgesperrten halten sich Polizisten auf, die mit Argusaugen die ausgesperrten Schauerleute bewachen. So„arbeiten" die Herren im Hamburger Hasen im Bunde mit polizeilichen Organen gegen die brutalisierten Schauerleute l Gegen die englischen Arbeitswilligen geht die Polizei sehr schonend vor. weil man mit den englischen Behörden nicht gern kollidieren möchte, während mit den deutschen Arbeitswilligen ganz anders umgesprungen wird. Verweigern die Engländer die Arbeit, so wendet man gegen sie keine ZwangSmaßregekn an, dagegen sind die deutschen Arbeilsverweigerer ganz schutzlos. Den Leuten ist von denBallin- schen Menschenhändlern vorgelogen worden, sie sollten an den Hafen- bauten beschäftigt werden; als man sie auf die Schiffe schleppte, protestierte ein großer Teil, worauf ihnen die Papiere vorenthalten und ihnen gesagt wurde, sie könnten sehen, wie sie nach Hause kämen. Das ist die„Freiheit im Staate■ mit den vollendeisten Rechts« garantien*. Ein Streikbrechertransport aus dem Rheinland ist auf der Reise nach Hamburg von 450 auf 70 Piann zusammen- geschrumpft. In seiner Sckarfmacherepistel erklärte Ballin. in einigen Tagen werde die Hafenkalamität beseitigt sein und der Betrieb sich in geregelten Bahnen befinden. Wie es mit dem geregelten Betriebe aussieht, davon zeugt die Tatsache, daß man nicht mehr weiß, wo die Dampfer und Segler befestigt werden sollen. Die Zahl der großen Dampfer ist abermals gestiegen. Es sind jetzt schon 269 große Dampfer im Hafen, so daß dieselben gar keinen Platz mehr finden. Außerdem werden 58 große und 25 kleine Segler gezählt. Die Reeder behaupten in der bürgerlichen Presse, sie hätten bereits 5000 Arbeitswillige, während nach der amtlichen Liste nur etwas über 3000 in Hamburg find, davon 2500 Engländer. Dann haben die Reeder an den Hamburger Senat einen Antrag gestellt, sie wollen auf der Elbinsel Waltershof Hafenarbeiter- Wohnungen errichten, wo die deutschen Arbeitswilligen, die sich fest verpflichten, untergebracht, also völlig isoliert gehalten werden. Das sind alles Vorkehrungen, die beweisen, daß an eine regelrechte Hafenarbeit nicht gedacht werden kann. Eine allgemeine Aussperrung der organisierten Gehülfen wollen die rheinisch-westfälischon Unternehmer im Maler» und An- streichergewerbe vornehmen. In verschiedenen Städten des Rheinlandes sind die Gehnlfen in eine Lohnbewegung eingetreten; sie verlangen den Teuerungsverhältnissen entsprechend eine kleine Lohnerhöhung und auch hier und dort eine ArbeitSverkürzung. Eine Einigung hat in mehreren Orten schon stattgefunden, doch nehmen die Kampfe an anderen Stellen, z. B. in Krefeld einen ernsteren Charakter an; die Vertreter der Innungen und des Arbeitgebe-verbandeS des in Betracht kommenden Gewerbes sind nun in Düsseldorf zusammeugewesen und haben einen Kriegsplan entworfen. Danach haben die Ortsverbände überall Tarife auszu- arbeiien und den Gehülfen vorzulegen. Die Anerkennung des Tarifs resp. die Unterschrift desselben seitens der Gehnlfenschaft Hot bis zum 30. März zu erfolgen. Wird auch nur in einem einzigen Bezirk die Unterschrift verweigert, so sollen am Mittwoch, den 3. April, sämtliche organisierte Gehülfen in Rheinland und Westfalen aus- gesperrt werden. Der Tarif soll unter anderm folgenden PassuS enthalten: „Dieser Tarif tritt am 1. April 1007 in Kraft und endet am 31. Dezember 1903. Er läuft stillschweigend auf ein Kalenderjahr weiter, wenn nicht von der einen oder anderen Seite mindestens 6 Monate vorher eine Kündigung erfolgt. Geschieht die Kündigung von der einen oder anderen Seite mit der deutlich erkennbaren Absicht, ein einHeiilicheeS Vorgehen durch die Hauptleitung zu vereiteln, so wird die Kündigung um acht Tage verlängert, d. h. vom 80. Juni 1903 bis 8. Juli 1908. Die Kündigung ist an die Geschäftsstelle des Haupt« Verbandes. Barmen, Neuerweg 1. zu richten. Dieser Vertrag tritt sofort außerKraft und ist als nichtig anzusehen, wenn in einem Arbeit- aeber»Verband, der mit dem unterzeichneten »rbsitgeber- Verband« im Kartellverhältnis steht, von selten der Gehülfea«tn Tarlfvruch begangen werden sollte." Daß die Gehülfen einen Tarif, der solche rigorose Bedingungen enthält, nicht akzeptieren können, liegt auf der Hand. Treibt der Größenwahn die Unternehmer nun trotzdem zur Aussperrung, so können sie sich auf einen erbitterten Kampf gefaßt machen. Die angedrohte Textilarbeiteraussperrung in M.-Gladbach findet nicht statt. Die Streikenden haben nämlich bei der Firma Josten die Arbeit schon aufgenommen und wurden die Kündigungen darauf- hin zurückgezogen. Eine Einigung fand auf folgender Basis statt: 5 Prozent Lohnerhöhung, Zeitlohn bei Verarbeitung von schlechtem Matena!. Maßregelungen finden nicht statt. Die Streikenden hatten eine Lohnerböhung von 10 Prozent gefordert; doch war nicht mehr als oben mitgeteilt zu erzielen. Ausland« Werstarbeiter-Streik. 1200 Arbeiter der Schiffswerft„La France* in Dünkirchen find wegen verweigerter Lohnerhöhung in den Ausstand getreten. Der Schneiderinncnstreik in Wie» ist beendet. Am Dienstag nachmittag wurden Verhandlungen abgehalten zwischen den beiden Lohnkomilees der Damenschneider. Es kam zu einer Annäherung, da die Arbeitgeber sich zu Zugeständnissen verstanden. Die Vor- schlüge wurden gestern der Vollversammlung der streikenden Damen- schneiderinnen vorgelegt. Heute dürfte mit der Arbeit begonnen werden. Ein neuer Tarifvertrag für die norwegischen Metallinbustrielle» scheint jetzt gesichert, zu sein. Ende porigen Jahres lagen die Verhältnisse so, daß man zum Frühjahr einen allgemeinen Kampf erwarten konnte. Dann wurden jedoch Verhandlungen gepflogen, die nun im Laufe der vorigen Woche, soweit die Eisen- und Metall- arbeiter in Betracht kommen, zu einem Uebereinkommen zwischen den Vertretern der Parteien führten, das wahrscheinlich auch die Zustimmung der Mitglieder finden wird. Das Uebereinkommen soll über das ganze Reich gelten. Die verschiedenen Orte sind in Minimallohnklassen eingeteilt. Die Löhne sowohl der Gehülfen und Hülfsarbeiter, wie die der Arbeiterinnen und die der Lehr- linge werden erhöht. Die Arbeitszeit soll in keiner Werkstatt 57 Stunden wöchentlich überschreiten. Ueberstunden dürfen inner- halb 4 Wochen nicht mehr als 30 geleistet werden, und sie müssen mit 25 bis 100 Proz. Zuschlag bezahlt werden. Besondere Verhandlungen mit den Verbänden, die, abgesehen von dem Metallarbeiterverband, in der Metallindustrie beschäftigte Mitglieder haben, stehen noch bevor. Ein Riesennusstand der amerikanischen Eisenbahner. Die Leiter der westlichen Eisenbahnen scheinen ebenso entschlossen gegen die Bewilligung eines zwölfprozentigcn Lohnzuschlags zu sein, wie die Angestellten ihn forden?. Da das Ultimatum der Streikenden nur noch wenige Tage für eine Entscheidung Zeit läßt, befürchtet man, daß der ganze Westen binnen kurzem sich inmitten eines riefen- haften EisenbahnerauSstandeS befinden wird. Die Bahnleiter sandten Depeschen an Pierpont Morgan, Harriman und Hill, in denen sie dieselben auffordern, ihren Einfluß aufzubieten, mn den Streit ab- zuwenden. Vermischtes. Die Jnteressenharmonie zwischen Arbeitgeber«nd Arbeit- nehmer wird trefflich illustriert durch die Praktiken der Weltfirma Philipp Holzmann u. Co., die bei der Hafenerweiterung in Wilhelms- Häven die Erd- und Taucherglockenarbeiten ausführt. Die Nach- läffitzkeit in bezug auf gesundheitlichen Schutz der Taucherglocken- arbeiter ist so groß, daß ffch sogar schon Werftbeamten unwillig über die Arbeiterschindere? der Firma aufgehalten haben. Sie läßt nämlich die Erdarbeiter 8 Stunden, meistens noch länger. ununterbrochen in den Taucherglocken arbeiten, obwohl bei hohem Atmosphärendruck nur 3, bei niedrigem höchstens 6 Stunden un- unterbrochen in komprimierter Luft gearbeitet werden darf. Die Maurer'und Zimmerleute arbeiten sogar 12 Stunden ununter- brachen in den Taucherglocken, ja die Zimmerleute haben schon wiederholt 24 Stunden ununterbrochen in komprimierter Luft arbeiten müssen. Dem Aufenthalt in Uebergangsräumen, in denen sich die Arbeiter an die Luftveränderung allmählich gewöhnen sollen, wird kaum Beachtung geschenkt. Die Treiberei ist so groß, daß die Leute oft fast unmittelbar auS der atmosphärischen m die komprimierte Luft gebracht werden. ES kommt denn auch fast jeden Monat vor, daß Taucherglockenarbeiter am Herzschlag sterben, der offenbar durch das allzulange Arbeiten in Preßluft herbei- geführt worden ist. In vergangener Woche hat nun Wilhelmshaven, wie wir kurz meldeten, in dem Betriebe der Firma Holzmann ein kleines CourriöveS gehabt, daS vier Arbeitern das Leben kostete. Schon vor einigen Tagen hatte sich ein von der alten Taucherglocke an Land führendes Drahtseil um eine Boje geschlungen. Da die Firma die Arbeitskräfte so raffiniert aus- nutzt, daß sie niemand für unvorhergesehene Fälle frei hat, fanden sich erst Dienstag abend um 8 Uhr 4 Arbeiter, die Zeit zur Los- Wickelung des Taues von der Boje hatten. Eigentlich hätte diese gefährliche Arbeit nachts gar nicht vorgenommen werden dürfen. Die 4 Arbeiter fuhren in dem einzigen bei der Taucherglocke be- findlichen Boote an dem Drahtseil entlang, um eS so von der Boje abzuspannen. Plötzlich machte, wahrscheinlich infolge einer Be- wegung der Taucherglocke, das Drahtieil einen Ruck und schleuderte die Arbeiter aus dem Boote in das Wasser. DieS ereignete sich 100 Meter von dem Deck der Taucherglocke entfernt, auf dem sich 25 Betonarbeiter befanden, die machtlos zusehen mußten, wie ihre 4 Kameraden elendiglich ertranken, machtlos, weil ihnen kein Rettungsboot zur Verfügung stand. Auf dem geduldigen Papier gehören nämlich zur Taucherglocke 3 Boote. Eines von diesen ist vor etwa 10 Wochen untergegangen und nicht ersetzt worden. Das andere Boot ist den Tauchern zugewiesen worden, die eS nachts an ihrem jeweiligen Arbeitsplätze zurücklassen müssen. So war denn die Taucherglocke schon 10 Wochen lang ohne die vorschriftS- mäßigen Rettungsboote, und lediglich diese Nachlässigkeit trug die Schuld daran, daß die 4 Arbeiter ertrinken mußten, die bei dem Vorhandensein eines Rettungsbootes mit einem kalten Bade davon» gekommen wären. Bezeichnend ist es auch, daß erst um 3 Uhr nachts mit der Bergung der Leichen begonnen werden konnte, da vorher keine Arbeiter dafür freigemacht wurden. Als nun um 3 Uhr nachts 8 Betonarbeiter an die Bergung gingen, wurden 4 davon auf Befehl des Bauführers wieder auf die Taucherglocke zutückgeholt. Man könne der Ertrunkenen wegen, denen ja doch nicht mehr zu helfen fei, die Betonarbeiten nicht in» Stocken kommen lassen. Auch ein hübsches Beispiel von der Humanität und Arbeiterfreundlichkeit des Unternehmertums! giechs Menschen verbrannt! In Gehnsdorf vei Bunzlau brach beim Stellenbefitzer Beer eine Feüersbrunst aus, bei welcher die Ehefrau, vier Kinder und eine Magd umkamen. Wieder e'mr Explosion im Arsenal. An Bord deS im Arsenal liegenden Torpedobootes 147 ereignete sich, wie aus Cherbourg berichtet wird, eine Explosion, durch welche mehrere Personen schwer verletzt wurden. Wege» EiSgang de» Verkehr eingestellt. Amtlich wird aus Bromberg gemeldet, daß die Moskau- Kasaner Bahn die An« nähme sämtlicher Güter für Station Rischni-Nowgorod, die über den Fluß Oka zu befördern find, vom 25. März ab wegen Eisganges eingestellt hat. � «allerftand am 27. Mär,. 616« bei«ulfig Meter, bei Dresden+ IM dp.- Elbe bei Magdeburg 4,20 Meter, steigt.— Elbe bei Vtraupsurl—,— Meier.— Oder bei Ralibor 3,11 Meter, steigt. O d« r bel Sreslau Oberpegel— ,«• Meter.— Neißemündung 3,3»»«>•• Oder bei Brieg 3.36 Mm«. Achtung: Achtung! Arbeiter, Parteigenoffen Berlins u. Umg! Möbel- Fabrik W. F. Falkenberg Die Bestrebungen unserer Organisation, auch in den Detailgeschäften der Herrenkonfektion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stichhaltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns deshalb genötigt, gegen diese Geschäfte das Mittel des Boykotts in Anwendung zu bringen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß- Berlin sind diesem Beschluß beigetreten. Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nachstehende Geschäfte meiden zu wollen: Osten: Hermann Haake, Landsbergerstr. 91. Sachs, Große Frankfurterstr. 182. Blik, Große Frankfurterstr. 137. Norden: Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 3. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Blitz, Chausseestr. 80. Blitz, Rosenthalerstr. 9. Süden: Esders u. Dyckhoff, Dranienftr. 48. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. Karl Stier, Dranienstr. 166. Blitz, Kommandantenstr. 43. Westen: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Karl Stier, Potsdamerstr. 113a. Landsberger, Friedrichstr. 108. Thiéry n. Sigrand, Friedrichstr. 179. Vandeburger, Friedrichstr. 7. Vandeburger, Turmstr. 30. Esders u. Dyckhoff, am Dönhoffsplatz. Zentrum: Weltmann Nachf. Stephan Esders, Kaiser Wilhelmstr. 41. Riethmüller, Moltenmarkt. Warenhäuser: Max Mannheim, Frankfurter Allee 112. Alle übrigen Geschäfte sind als frei zu betrachten. Die Firma G. Haake, Landsbergerstr. 93, hat den Lohntarif anerkannt, wogegen bei der Firma Hermann Haake, Landsbergerstr. 91, das Lohn- und Arbeitsverhältnis in gar keiner Beziehung als geregelt bezeichnet werden kann. Verband der Schneider, Schneiderinnen u. verw. Berufsgenoffen Deutschlands Filiale Berlin, Engel- fer 21, parterre. Die Firma Blitz" verbreitet Reflamezettel, in denen " 162/20 Sseben erschien: Tischlermeister BERLIN C. 54, Alte Schönhauser Str. 32. Engl. Schlafzimmer Satin oder amerik. Nussbaum, fourniert: 1 Schrank 2 Bettstellen m. Matratze u. Keilkissen 1 Waschtoilette mit ff. weissem Marmor 1 Anschraubespiegel 1 Nachtspind 1 Handtuchständer 2 Stühle Langjährige Garantie. Frachtfreie Lieferung durch ganz Deutschland. Gekaufte Möbel könn. beliebige Zeit in meinen Speichern lagern. Mark 275 Besichtigung meiner enormen Läger erbeten. Verlangen Sie illustr. Katalog gratis und franko! Cigarettes Presstoli feinste Handarbeit No. 2 10 Stück 20 Pf. 4355L 3 10 99 30 99 99 FrühjahrsAnzüge u.-Paletots. Robert Bohn BERLIN, N., Invalidenstr. 135. Großes Lager fertiger Herren- u. KnabenGarderoben. Maßabteilung I. Etage. 233/ 12* he behauptet, der Boykott über die Firma Thomas More und feine Utopie. sei aufgehoben. Das ist nicht wahr! Verband der Schneider und Schneiderinnen. 3. A.: Fr. Kunne. 163/14 Commerz- n. Disconto- Bank Bilanz für das 37. Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. Dezember 1906. Aktiva. Kassa und Guthaben bei der Reichsbank Sorten und Zinsscheine Guthaben bei Banken und Bankiers Wechsel. Reports und Lombards. Effekten Aktien der London and Hanseatic Bank, Ltd., in London Kommanditbeteiligungen Konsortialbeteiligungen Debitoren:( davon ungedeckt Mk. 48 869 219,71) außerdem Avaldebitoren Mk. 13 319 008,89 Grundstück„ Posthof" in Hamburg. Mk. 2 334 000, abzüglich Hypotheken Immobilien in Hamburg abzüglich Hypotheken Bankgebäude in Hamburg • Bankgebäude und Inventar in Berlin ( Zentrale und Depositenken). abzüglich Hypotheken Neubau in Kiel. Akzepte . • • Passiva. 1.075 762,57 Mit einer historischen Einleitung von Karl Kautsky. 8weite durchgesehene Auflage. Breis brosch. 2,50 M., geb. 3,- m. Wir empfehlen noch folgende Schriften von Kautsky: Die Vernichtung der Sozialdemokratie durch den Gelehrten des Zentralverbandes deutfcher Industrieller Preis 20 Pf. Die katholische Kirche und die Sozialdemokratie. Preis 75 Pf. billige Ausgabe 30 Pf. Die foziale Revolution. L Sosialreform und foziale Revolution. Revolution. - II. Am Tage nach der sozialen Breis 1,50 DR. billige Ausgabe 70 Pf. 11 950 261,65 Karl Marx' Ockonomifche Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert Breis geb. 2, M. Das Erfurter Programm in feinem grund16 300 477,37 85 096 814,27 38 894 627,97 26 670 753,57 5 000 000, fäglichen Zeil. Preis geb. 2, M. Preis 50 Pf. 4 232 959,20 Konfumvereine u Arbeiterbewegung. Breis 15 Pf. Die Klaffengegenfätze von 1789. Bernstein und das fozialdemokratische Programm. Gine Antikritik.... 13 425 400,82 173 885 539,77 1 300 000, Mk. 1 192 000, 250 000, 1 034 000, 942 000, 1540 000, Mk. 3 475 000, 280 000, • 3195.000, 520 000, Mk. 383 763 597,19 85 000 000, 8 500 000, 3 400 099, Mk. 122 277 217,43 87 497 846,54 209 775 063,97 " 69 124 094,42 Aktienkapital Reservefonds I Reservefonds II Kreditoren: auf feste Termine in laufender Rechnung außerdem Avalverpflichtungen Mk. 13 319 008,39 Beamten- Pensions- und Unterstützungs- Fonds Dividenden- Rückstände Gewinn 1906 Gewinn- und Verlust- Rechnung per 31: Dezember 1906. Unkosten NIY 724 966,92 15 684, 7 223 688,88 ME. 383 763 597,19 Ausgabe. 3 796 336,49 Steuern 428 851,14 Abschreibung auf Bankgebäude und Inventar, einschl. Einrichtungskosten für Depositenkassen 7.223 688,88 Einnahme. 219 753,18 Zinsen Reingewinn für 1906. Gewinnvortrag von 1905 Provision Gewinn auf Effekten und Konsortialbeteiligungen Kursgewinn auf Wechsel. Kursgewinn auf Sorten und Zinsscheine Hamburg, den 26. März 1907. 281 099,56 6 533 642,29 3 233 238,59 990 120,49 656 964,36 96 262,16 ME. 11 729 976,07 Der Vorstand. Berantwortlicher Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Preis 2, M. billige Ausgabe 1,-. Ethik u. materialistische Gefchichtsauffassung. Gin Bersuch. Preis geb. 1,50 m. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW., Laden. Lindenstraße 69. Laden. Arbeiter- Bekleidung Größtes Spezialgeschäft Kohnen& Jöring Hauptgeschäft: Alexanderstraße 12 zwisch. Alexanderpl. u. Jannowitzbr. 2. Geschäft: Landsberger Allee 148, Ecke Langenbeckstraße. Berufskleidung f. alle Zweiged. Industrie u. Gewerke. 2 Möbel kauft man am billigsten und besten im Spezial- Möbel- Geschäft Wilhelm Misch Grosse Frankfurter Str. 45-46. Bar Da keine Ladenmiete geringe Unkosten kleiner Nutzen. oder Die Teilzahlung. Möbel- Fabrik bon A. 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BHr tragen den Schluß des Telegramms über die Dienstag- Sitzung der Reichsduma nach: Der Berichterstatter Hessen wendet sich gegen Stolhpins AuS- führungen und verzichtet dann auf seine Forderung, daß die Kom- miflion der Duma den Antrag binnen 24 Stunden prüfen soll! Der Präsident stellt den Antrage zur Abstimmung: zur Prüfung des Antrages betreffend Abschaffung der Kriegsgerichte eine Kommission von 16 Mitgliedern zu wählen. Die Duma nimmt ihn mit überwältigender Mehrheit an und vertagt sich darauf. In der nächsten Sitzung wird über einen von der Rechten ein- gebrachten Antrag verhandelt, der eine Verurteilung der politischen Morde ausspricht.— Eine Kundgebung russischer Aerzte. Während die Reichsduma seit dem 25. d. M. mit der Er- örterung des Gesetzesprojektes, betreffend die Abschaffung der Feldkriegsgerichte, beschäftigt ist, griffen die russischen Aerzte zu einer überaus bemerkenswerten Kundgebung. Man hat sich nämlich nach einem von Dr. Wigdortschik in der Aerzteversammlung zu Petersburg gehaltenen Vortrage dahin geeinigt, alle medizinischen Gesellschaften und sonstigen Organisationen Ruhlands auf- zufordern, unter den Aerzten dafür zu agitieren, daß sie sich weigern, den Hinrichtungen beizuwohnen! Zu diesem Zweck wird die nachfolgende Resolution der Petersburger Aerzte in Masten verbreitet: „Nach erschöpfender Erörterung der Frage betreffend die Teil- nähme der Aerzte an den Hinrichtungen und in Erwägung dessen, daß die Förderung des Todes nicht zu den Obliegenheiten des Arztes gehört, der berufen ist, das L e b e n und die Gesundheit aller Menschen ohne Ausnahme zu beschützen; daß die Teilnahme an den Hinrichtungen eben eine solche Förderung des Todes darstellt, daher eine himmelschreiende Ver- letzung der Berufspflicht und verbrecherischen Verrat an dem hohen Beruf eines Arztes bedeutet; daß diejenigen Aerzte, welche auS niedrigen materiellen Rück- sichten auf derartige Berufsverbrechen eingehen, den Aerztestand diskreditieren und ihn in den Augen der ganzen Gesellschaft herab- setzen. ist die Aerzteversammlung zu dem einstimmigen Beschluß gekommen, daß alle ärztlichen Organisationen in der energischsten Weise gegen die Teilnahme der Aerzte an den Hinrichtungen pro- testieren und alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel zur Be- kämpfung derjenigen Aerzte ergreifen müssen, d'e dieser Auffassung ihres Standes nicht Folge leisten wollen." Die Kadetten und Stolypin. Petersburg» 25. März.(Eig. Ber.) Der 9.(22.) März ist ein Tag von großer politischer Bedeutung geworden: der Begründungstag des„Verbandes vom 9. März", wie er bereits von der Presse getaust worden ist. Der„Towarischtsch bringt auch die Illustration dazu: in der Mitte Stolypin, zu seiner Rechten ein echtrussischer Pogrombruder und links der Führer der Kadetten, Roditschew. Das ist die neue Bundesgenossenschaft, die auch in den nichtrussischen bürgerlichen Blättern ein wahre? Freudengeheul ausgelöst hat. Das ist ja auch erklärlich. Die russisch« Revolution ist der bürgerlichen Presse des Auslandes stet» ein Dorn im Auge gewesen. Von der neuen parlamentarischen Konstellation erwartet sie nun aber nicht weniger als das Erlöschen der Volksbewegung! Und das ist denn auch der wirkliche Zweck der kadettischen Schwenkung. Um jeden Preis gegen die Revolution — da» ist die Parole der Bundesgenossenschaft vom 9. März. Um diese Losung schart sich jetzt die ganze rechte Seite zusammen, und die Kadetten haben in diesem Reigen die Führerschaft übernommen »Ja, wer hätte e» glauben können," so schreibt die„Nowoje Wremja", daß die Rechten dem Herrn Roditschew Beifall klatschen «ud die Linken ihm zurufen würden:„Es ist genug!" und daß sie ihn der Blutsverwandtschaft mit Purischkewitsch beschuldigen werden? Wer hätte eS glauben können, daß der Premier in der Duma den Antrag Roditschew unterstützen würde und daß die Kadetten der Rede StolypinS Beifall klatschen werden? Alle diese unwahrscheinlichen und unglaublichen Sachen sind heute zur Tatsache geworden. Alles das ging vor den Augen der Duma vor sich und vor den Augen des verwunderten Publikums."„Der- artige Reden wie die RoditschewS," sa sagt der deutschjunkerliche .Herold",.konnte man in der ersten Duma nicht hören."— Gewiß, damals waren sie noch nicht so weit heruntergekommen. Die Kadetten selbst tun übrigens so, als ob sie von der neuen Konstellation überrascht wären! Es ist zum Lachen, wie sich die„Rjetsch" in ihrem heutigen Leitartikel dreht und windet, und wie doch in dem ganzen Gerede nur ein Gedanke deutlich her- vortritt, der Gedanke, daß den Gewinn aus der denkwürdigen Sitzung vom 9.(22.) März nur Stolypin nach Hause tragen wird! Die Regierung braucht Geld, das Ausland verlangt aber die Unterschrift der Duma unter den Wechsel. DaS Kapital will endlich einmal Frieden sehen, um desto bessere und sichere Geschäfte machen zu können. Dazu reichen nun die Kadetten ihre hülfreiche Hand.„Die Reden des gegenwärtigen Kabinetts," schreibt der„Towarischtsch",„sind nicht an Rußland gerichtet, sondern an Europa. Seine Aufgabe ist nicht, mit dem eigenen Lande Frieden zu schließen— das wäre wahrlich aussichtslos—, das Kabinett will einfach den Boden für eine neue Anleihe vor» bereiten." Während die Kadetten selbst noch die Ahnungslosen spielen Und nichts von geheimen Verhandlungen hinter den Kulissen wissen wollen, bringt die Presse immer deutlichere Hinweise, daß solche Verhandlungen tatsächlich bereits stattgefunden haben! Die„Russj" sagt:„In der Presse gehen Gerüchte von Abmachungen der Kadetten mit der Regierung. Wir denken, daß die Kadetten selbst nicht wissen, ob diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen. Auf jeden Fall steht fest, daß noch vor kurzem die Kadetten mit der Regierung sehr erfolgreiche Verhandlungen führten!" Die„Russj" steht den Kadetten ziemlich nahe, und sie würde diese Mitteilung daher nicht in einer so kategorischen Form gebracht haben, wenn sie dafür nicht sichere Grundlagen hätte. Es liegt natürlich im Interesse der Kadetten, jetzt zu leugnen und die unwissenden Ueber- raschten zu spielen. Ihr Spiel ist aber aufgedeckt, und daS ist den Herren unangenehm. Die Parteien in der Duma. Die Parteien sind soeben in der Reichsduma wie folgt verteilt worden: Auf der äußersten Linken sitzen 69 Sozialdemokraten, dann folgen 41 Sozialrevolutionäre, 19 Volks-Sozialisten, 16 Ukrainzy. 80 Trudowiki, 21 Kosaken, 88 Muselmänner, 46 Polnisches Kalo, 83 Kadetten. Parteilose, Oktobristen und die Rechte haben ins- gesamt 192 Plätze. Die Regierungsprovokateure an der Arbeit. Petersburg, 27. März. Den Abgeordneten von Kostroma tvurde auf ihr Gesuch offiziell mitgeteilt, daß die Un- ruhen im Gouvernement Kostroma, die von Kosaken unter- drückt wurden, wobei es 100 Tote gab, auf Provokation zu- rückzuführen seien!! Die zugereisten Provokateure hätten Schüsse abgegeben, worauf die Kosaken feuerten. Den Ab- geordneten wurde eine sofortige Untersuchung des Falles versprochen. Attentat. Moskau, 27. März.(W. T. B.) Der Redakteur der„Rußkija Wiedomosti", Dr. Jollos, Abgeordneter der ersten Reichsduma, ist heute, als er im Begriff war, seine Wohnung zu verlassen, von einem unbekannten jungen Manne durch Revolverschüsse ermordet worden. Der Mörder ist entkommen. Die„Russische Korrespondenz" erhielt ein Telegramm, aus dem hervorgeht, daß Jollos von einem gewissen Toropow, einem Mitglied« des Verbandes echt russischer Leute» getötet worden ist!— Deklaration der sozialdemokratischen Dumafraktion. Die Erklärung, die Zeretelli im Namen der sozialdemokratischen Dumafraktion als Antwort auf Stolhpins Deklaration verlas, hat folgenden Wortlaut: „Nachdem sie die erste Duma aufgelöst und jede Kontrolle über ihre Tätigkeit beseitigt hatte, zeigte die Regierung unverhüllt ihr wahres Gesicht. Sie zeigte, daß sie nichts anderes ist als eine Regierung des Adels, die in innigem Verein mit den Feudaljunkern und den Schmarotzerelementen der Gesellschaft handelt. Sie be- nutzte den ihr zur Verfügung stehenden Zeitraum von sieben Monaten, um unter dem Vorwande der„Beruhigung" des Landes mit allen Mitteln die Interessen der regierenden Bureaukratie, der feudalen Großgrundbesitzer und aller sonstigen Parasiten zu be- festigen. Sie trat alle bereits bestehenden, wenn auch sehr be- schränkten Freiheitsgesetze- mit Füßen. Die Freiheit der Ver- sammlung, der Rede, der Presse und die Koalitionsfreiheit, die durch das Manifest vom 39. Oktober verheißen waren, blieben ein leerer Schall. Die Regierung überzog das ganze Land mit dem dichten Netz des Kriegszustandes, des verstärkten und des außer- ordentlichen Schutzes. Sie zwang die Soldaten der Armee und Marine ebenso wie die Kosaken, der Sache der Volksknechtung zu dienen, und sie strafte sie schonungslos für jeden Versuch, sich auf die Seite des Volkes zu stellen. Sie trieb die administrative Will- kür bis zu einem Grade, wie man ihn selbst damals, als in Ruß- land noch keine Konstitution verheißen war, nicht gekannt hatte. Sie füllte die Zuchthäuser, Gefängnisse und Verbannungsorte mit den Kämpfern für die Sache der Freiheit und den Opfern der Exekutionen und der Rache der Feudaljunker und Parasiten. Sie spottete aller Begriffe über Rechtsprechung, indem sie die Anwen- dung der mittelalterlichen Folter zuließ, und sie krönte diesen ihren Spott durch die Einführung der Feldkriegsgerichte, die bereits mehr als 799 Menschen hingerichtet haben. Sie verschloß ihre Augen vor der verbrecherischen Tätigkeit der Schwarzen Banden, sie unter- stützte die Hetze gegen die Juden, Polen, Armenier, Grusier und Mohammedaner, sie förderte die Organisierung des Pogroms in S i e d l c e und belohnte die Organisatoren dieses Pogroms. Sie schaltete und waltete nach Gutdünken mit den Volksgeldern und ließ— in der Person des Ministergehülsen G u r k o— zu, daß man sich selbst an jenen Mitteln vergriff, die zur Unter- stützung der Hungernden bestimmt waren. Sie traf die ungesetz- lichsten Maßregeln, um Privatpersonen, die den Hungrigen Hülfe bringen wollten, daran zu verhindern. Durch willkürliche Senats- „Erläuterungen" und administrative Matznahmen brachte sie eine Million Bürger um ihr unbestrittenes Wahlrecht und suchte durch ungenierte Einmischung in den Gang der Wahlen den freien Aus- druck des Volkswillens zu hintertreiben und ihre eigenen Leute in die Duma zu bringen. Ein« ganze Reihe von Gesetzen, die von der Regierung, ent- gegen den Verheißungen des 39. Oktober und ohne Einwilligung der Volksvertretung, erlassen wurden, verfolgen den Zweck, im Interesse des Fiskus und der feudalen Großgrundbesitzer jene Landstücke zu veräußern, auf die das Volk, das so lange in Knecht. schaft und Ausbeutung schmachtet, ein unzweifelhaftes Recht besitzt. Die Regierung hat alles, was in ihrer Macht stcht, getan, um mit Hülfe dieser Gesetze über den Landverkauf und mit Hülfe jener Be- dingungen, mit denen sie den Austritt aus der Gemeinde umstellt hat, den armen Bauern zugunsten der Gutsbesitzer und der wohl- habendem Bauern zu berauben, unter der Bauernschaft Haß, Er- bitterung und Bruderzwist zu säen und auf diese Weise ihre Kräfte zu zersplittern und zu schwächen. Mit besonderem Haß aber fiel die Regierung in diesen sieben Monaten über die Arbeiterklasse her: sie suchte alle ihre politischen und gewerkschaftlichen Organisationen zu vernichten, sie mischte sich in den ökonomischen Kampf des Proletariats, indem sie sich jedesmal auf feiten des Kapitals stellte, sie unterstützte wohlwollend die Schwarzen Hunderte, welche die Arbeiterstreiks sprengten, sie tat nicht nur nichts, um dem Elend der Arbeitslosigkeit zu steuern, sondern suchte sie zu erhöhen, indem sie die Aussperrungen ourch die Arbeitgeber, die vermehrten Arbeiterentlassungen in fis- kalischen Betrieben und ihre völlige Schließung nach Kräften förderte. Durch ihre Gesetze über die Sonntagsruhe und durch die Verminderung der Arbeitszeit in Handelsbetrieben und Werkstätten legte die Regierung die Lösung dieser Frage in die Hände der Arbeitgeber und der Stadtausschüsse, die sich aus den Vertretern der Kaufmannschaft zusammensetzen; sie richtete ihre Schläge gegen die wehrloseste Kategorie des Proletariats, die Landarbeiter, und stellte ihnen die schwersten Bußen in Aussicht, falls es ihnen ein- fiele, sich zum Kampfe gegen die Gütsbesitzer zusammenzutun. Das ist die Regierung, der das Land bereits durch die Wahlen sein Mißtrauen offen ausgedrückt hat und die jetzt vor die Reicks duma mit ihrer Deklaration getreten ist, in der sie F r e i h e i t s gesehe verspricht! Als ob man an diese Gesetze und an diese Freiheiten glauben könnte, so lange eine Regierung, die sich nicht entblödet hat und nicht entblödet, alle Freiheiten und alle Gesetze mit Füßen zu treten, am Ruder bleibt! Gegenüber allen Deklarationen und Versprechungen der Re- gierung erklärt die sozialdemokratische Dumafraktion folgendes: Sie erwartet nichts von der Regierung der autokraten Bureau- kratie; sie ist dessen eingedenk, daß die erste Duma nur deswegen nichts erreicht hat, weil es ihr noch nicht gelungen war, ein festes Band zwischen Volk und Volksvertretung herzustellen; sie weiß, daß auch die jetzige Duma durch ihr bloßes Mißtrauensvotum den hart- nackigen Widerstand der autcckraten Bureaukratie nicht brechen wird, daß die Duma erst eine Macht werden muß, die geeignet wäre,«in starkes Werkzeug der Volksbefreiung zu werden; sie setzt alle ihre Hoffnungen auf die Bewegung des Volkes selbst, welches einzig und allein dem Regime der Willkür und der Gewalt ein Ende machen und der Volksvertretung die Kräfte geben kann, die nötig sind, um die Gefängnisse zu öffnen, die Freiheit zur Lösung der Landfrage zu sichern, dem Kampfe des Proletariats freie Buhn zu schaffen, das Heer zu reorganisieren, die Steuerlast von den ärmeren auf die reicheren Bevölkerungsschichten abzuwälzen usw. Die sozialdemokratische Fraktion ist eben zu dem Zwecke in die Duma eingezogen, um durch unaufhörliche Arbeit auf allen Gebieten der parlamentarischen Tätigkeit und unter Benutzung der der Duma zustehenden Rechte das Volk über die wahre Lage der Dinge aufzuklären und ihm zum Bewußtsein zu bringen, daß die Duma in allen ihren Schritten, die auf die Erkämpfung der Frei- heit und die Unterordnung der exekutiven- Gewalt unter ihren Willen gerichtet sind, unterstützt werden muß. um den Zusammen. schluß und die Organisierung der Volkskräfte zu fördern, vor allem die der Kräfte des Proletariats, einer Klasse, deren Vertreterin die Sozialdemokratie ist und die in der Sache der Befreiung des ganzen Rußlands die Hauptrolle gespielt hat, spielt und spielen wird. Indem sie an diese schwierige Aufgabe herantritt, wendet sich die fozialde molratische Fraktio« im Geiste den Kampfesgenossen zu, jenen Tausenden Verbannter und Eingekerkerter, die in der®f« fangenschaft der Regierung schmachten. Die sozialdemokratisch« Fraktion wird auch nicht einen Augenblick lang jenen Volksruf ver- gessen-, der ihre Abgeordneten geleitet hat und der täglich in un» zähligen Briefen und Mahnungen wiederholt wird. Sie wird keinen Augenblick lang der verbannten und eingekerkerten Kämpfer vergessen und wird, um ihre Befreiung zu erreichen, sich des ein» zigen Mittels bedienen, welches diese Befreiung herbeiführen kann: des stetigen Hinweises darauf, daß das Volk nur dann- seine Kämpfer befreien kann, wenn es selbst seine Ketten zerbricht. Tatjana Leontieff vor den Geschworenen. Thun(Schweiz), 27. März.(Telegr. Bericht.) Zur Begründung der Anklage ergreift heute an erster Stelle Bezirk?« prokurator Dr. Kummer das Wort: Die Blicke der ganzen Welt seien auf die Verhandlung gerichtet, und mit Recht verlange man allgemein eine Sühne für die verbrecherische Tat. Dieser Pflicht müßten die Geschworenen nachkommen, schon im Interesse des be- deutenden Fremdenverkehrs, dessen sich die Schweiz erfreue, der ja den Lebensnerv dieses Landes ausmache. Dieser Verkehr würde nachlassen, wenn die persönliche Sicherheit nicht mehr hinreichend gewährleistet sei. Was die Tat selbst anlange, so sei nicht zu be» streiten, daß gewisse äußere Umstände, vor allem die innerpolitischen Zustände Rußlands, auf die Angeklagte eingewirkt haben und daß deshalb die Beurteilung des Verbrechens in gewissem Sinne eine Milderung rechtfertige. Allein diese Milderung dürfe nicht weiter gehen, als das Gesetz es vorschreibe. Die Angeklagte sei sich ihrer Tat bewußt gewesen. Sie habe ein klares und ver- ständliches Motiv zu der Tat gehabt, und zwar ein politisches Motiv. Ihr Verhalten in der Voruntersuchung habe auch bestätigt, daß man es bei ihr durchaus mit einer intelligenten und geistig gesunden Person zu tun habe. Sie selbst bestreite ja auch auf das entschiedenste, daß sie geistig nicht normal sei. Die Angeklagte sei eine Person, die vor keiner Tat und keiner Strafe zurückschrecke, um ihre revolutionären und terroristischen Grundsätze in die Tat um- zusetzen. Sie müsse deshalb als ein der menschlichen Gesellschaft gefährliches Mitglied bezeichnet und die menschliche Gesellschaft müsse vor ihr geschützt werden. Es sei einfach empörend, daß die Angeklagte es unterlassen habe, sich genau über die Persönlichkeit Durnowos zu orientieren. Hätte sie das getan, so hätte ihr die ver- hängnisvolle Verwechselung nicht passieren können.— Der Staatsanwalt bespricht dann ausführlich den Charakter Durnowos und seine Karriere vom Polizeirat bis zum Minister des Innern. Durch die Vernehmung eines Sachverständigen habe die Verteidigung hier den Beweis führen wollen, daß auf das Schuld- konto Durnowos all' die Gewalttaten, Grausamkeiten, Pogrome und Folterungen, kurz das ganze gegenwärtige russische Schreckens- regiment zu setzen sei. Er betrachte es nicht als seine Ausgabe, an den innerpolitischen Verhältnissen Rußlands an dieser Stelle Kritik zu üben, und die Verteidigung habe diese Vorgänge wohl auch nur in die Verhandlung hineingezogen, um ein M o t i v für die Tat der Angeklagten festzustellen. Der Gapon-Zug vom 22. Januar 1995 mit seinem blutigen Ausgang brachte die Angeklagte in die Kreise der Revolutionäre, und sie führte in jenem Winter ein gefährliches Doppelleben zwischen den Prunksälen des Hofes und den dunklen Berstecken der Verschwörer. Die Familie der Angeklagten war aufs engste befteundet mit der des Generals Trepoff, und wiederholt hat daher die Angeklagte im Hause Trepoffs verkehrt. Diese Gast- freundschaft aber hat sie schnöde entgolten. Sie ließ sich durch sie nicht davon abhalten, sich an einen: Mordanschlag gegen Trepoff zu beteiligen, ja sie ging noch weiter und suchte die beiden Töchter Trepoffs zu beeinflussen, die Verschwörung gegen ihren eigenen Vater mitzumachen. Das gelang ihr auch! Aber als diese beiden Mädchen von der im März 1995 in Petersburg erfolgten Verhaftung der Angeklagten hörten, begingen sie Selbstmord, wohl aus Furcht, daß auch ihre Verschwörerpläne ans Tageslicht kommen würden. Diese beiden jungen Menschenleben hat die Angeklagte auf dem Gewissen(Bewegung). Ihre Entlassung aus der ersten Haft verdankt die Angeklagte der Verwendung ihrer Verwandten an einflußreichen Stellen. Man ließ sie frei, weil man glaubte, daß Tatjana ihren unbesonnenen Schritt einsehen und auf die Worte ihrer Eltern hören würde. Statt dessen entfernte sie sich unter nichtigen Borwänden von Lausanne, wohin sie mit ihrer Mutter übergesiedelt war, und brachte Wochen und Monate in Zürich und Genf mit ihren revolutionären Gesinnungsgenossen zu. Sie schloß sich der schärfsten Richtung der russischen Revolutionäre, der„Organigation de combat socialiste- revolutionäre rn a x i in i s t e" an, und im Auftrage dieser Organisation führte sie ihr Verbrechen aus. Sie tötete aber den Angehörigen der französischen Nation. �Frankreich respektiert das Asylrecht und kann daher verlangen, daß eine in der Schweiz vorgekommene Verletzung des Asylrechts die verdiente Sühne findet. Aber ganz abgesehen davon, die Angeklagte hat mit Vorbedacht einen Menschen ge- tötet, also einen Mord begangen und muß daher wegen Mordes bestraft werden. Die Auffassung der medizinischen Gutachter, daß man die Tat der Angeklagten ausschließlich unter dem Gesichtspunkte der gegen- wärtig in Rußland herrschenden Verhältnisse beurteilen könne, gehe zu weit. Die Tat selbst sei nicht etwa ein bedauerlicher Irrtum, sondern ein scheußlicher Mißgriff. Weil Müller ein Kapitalist, ein Angehöriger der bürgerlichen Gesellschaft war, deshalb tue der An- geklagten ihre Tat nicht leid. Die Volksmeinung über die An- geklagte sei geteilt: Die einen halten sie für eine Befreierin des unterdrückten russischen Volkes, für eine Heldin, die anderen für eine gemeine Mörderin. Wenn die Geschworenen der Ansicht sein sollten, daß die Angeklagte eine BolkSbefreierin»st, die bereit war, für die Sache des Volkes ihr Haupt auf den Richtblock zu legen, dann müßten sie zweifellos zu einer Zubilligung mildernder Um- stände komme«.(Bewegung.) Wenn das„Berliner Tageblatt" daran gezweifelt habe, daß die Bernischen Bürger und Bauern, die hier zu urteilen haben, dazu das nötige Verständnis besitzen,(Oho!» Rufe auf den Bänken der Geschworenen), so müsse das zurück. gewiesen werden. Die oberländischen Geschworenen werden vielmehr streng objektiv ihr Urteil fällen, und in deren Hand lege er vertrauensvoll das Schicksal der Angeklagten. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. B r ü st l e i n beantragte zunächst prinzipiell die Freisprechung von der Anklage des Mordes. Die Tat in Jnterlaken ist nur eine kleine Episode der großen russischen Revo- lution, die alle Schichten des russischen Volkes aufgerüttelt habe. 29 999 Menschenleben hat das russische Gewaltregiment allein in den letzten zwei Jahren auf sein Gewissen geladen. Gegenüber einem solchen Regiment war eS für eine Natur wie die Angeklagte unmöglich, ruhig zu bleiben. Sie hat sich an die Seite derer gestellt, die für die Freiheit des Volkes kämpften. Durch die Verwechselung ist die an und für sich schöne Tat der Angeklagten leider beeinträchtigt worden. Man muß aber als Erklärung in Betracht ziehen, daß der Erschossene, Müller, eine fatale Aehnlichkeit mit dem Manne hatte, dem die Schüsse eigentlich galten. Der Mut und die Willenskraft der Angeklagten sind bewundernswert, und die Mehrheit des russischen Volkes billigt ihre Tat. Es gibt eben in Ruhland gegen die Gewalthaber kein anderes Mittel als den politischen Mord. Einzig und allein unter diesem Gesichtspunkte mutz die Angeklagte und ihre Tat beurteilt werden, nur aus der Zeitströmung heraus, in der sie lebte, kann man die Handlung der Angeklagten verstehen. Man denke daran, welche Begeisterung im russischen Volke Platz griff, als die Ermordung der Bluthund« Plehwe und Großfürst Sergius bekannt wurden. Der Staatsanwalt hat gemeint, die Angeklagte habe die beiden Töchter de? Generals Trepoff auf dem Gewissen, die aus Angst vor der Aufdeckund ihrer Beteiligung an dem Mordanschlag gegen den eigenen Vater Selbstmord begangen hätten. Da ist dem Staats- anwalt eine Verwechselung passiert. Nicht die Angeklagte, sondern eine andere Leontieff hat die Töchter des Generals Trepoff in das revolutionäre Lager hinübergezogen. Wenn der Staatsanwalt die Schilderungen des Sachverständigen Wladimiroff für übertrieben hält, so mutz dem- gegenüber doch betont werden, datz Wladimiroff hier nur das ge- sagt hat, was er selbst gesehen oder gehört hat! Auch die An- geklagte Leontieff war Augenzeugin vieler Greueltaten, vor allem jenes Blutbades, das dem Bittgang des Volkes zum Winterpalais am 22. Januar IÖ05 folgte. An jenem Tage hat sie den russischen Machthabern Todfeindschaft geschworen, und die Tochter eines Generalgouverneurs ging hinüber in das Lager der Revolution. Auch sie hatte sich zu der Ansicht durchgerungen, datz die Notwehr das einzige Mittel gegen die Bestialitäten der Regierenden war. Der Rechtsbeistand der Familie Müller hat hier gesprochen, wie es ein Anwalt der russischen Gesandtschaft nicht besser hätte tun können.(Heiterkeit.) Im Gegensatz zu ihm hat der Staats- anwalt durchaus loyal die Morschheit des russischen Staatsgevauoes anerkannt und den Minister Durnowo als den Typ eines durch und durch korrupten und grausamen Menschen hingestellt. Wjera Sassulitsch, die das gleiche tat, was die Angeklagte tun wollte, ist von Petersburger Geschworenen freigesprochen worden: DaS Volksgewissen siegte über das papierne Gesetz. Sollten freie Schweizer Geschworene weniger freiheitlich urteilen als die Geschworenen Wjera Sassulitschs? Was würden die Schweizer Bauern, aus deren Reihen diese Geschworenen stammen, wohl an Mitteln der Gegenwehr für erlaubt halten, wenn man sie zwangS- weife von ihrem heimatlichen Boden losreitzen wollte, wie man die russischen Bauern zwangsweise zu Tausenden nach Sibirien über- führt und dort angesiedelt hat? Den schrecklichen Druck, den ein Durnowo auch auf den russischen Muschik ausübte, wollte Fräulein Leontieff mildern und erleichtern helfen. lind dafür sollten Schweizer Geschworene, Schweizer Bauern, sie für viele Jahre ihres jungen Leben» ins Zuchthaus schicken?— Nein, der Wahrspruch der Geschworenen mutz hier wie einst im Prozesse der Wjera Sassulitsch ein Freispruch sein. Niemals hat eine russische Regierung aus freien Stücken und eigenem Willen etwas Gutes für das Volk geschaffen, nie- malS das Volk zu irgend welcher Teilnahme an der Regierung zu» gelassen. Das Schreckensregiment Alexanders III. ist durch Nikolaus II, den blutigen Friedenszaren, in den Schatten gestellt worden! Der Verteidiger erinnert an das Ausbleiben des Professors v. Reutzner: Nicht umsonst habe die russische Regierung diesen Mann, dessen Aussagen im Königsberger Geheimbunds- und Zarenbeieidigungsprozeh die Kulturwelt zuerst auf die Leiden des russischen Volkes aufmerksam gemacht hätten, durch einen plötzlichen „amtlichen Auftrag" von dieser Gerichtsstelle ferngehalten. Seine Worte würden wiederum die fühlende Menschheit haben schaudern machen. Die russische Regierung weih gegenüber der Empörung des Volkes, gegenüber den Bauernrevolten, die in kurzen Intervallen immer wieder aufflackern, nichts weiter zu tun, als das alte Regiment der Strafexpeditionen und Hinrichtungen fortzusetzen. Die politischen Gefangenen werden in der fürchter- lichsten Weife gemartert, und zwar, wie die Enthüllungen aus dem Rigaer Gefängnis bewiesen haben, mit Wissen und Willen der Re giernag. Die russische Regierung führt ein Regiment des Massenmordes» gegen welches das Volk in einem Verzweiflungskampfe steht. Was Tatjana Leontieff tat, ist ein Akt der Kriegsführung, ein Akt der Notwehr des Volkes, nicht ein Mord. Sie hat es mir selbst erzählt, wie schwer ihr die Tat geworden ist, wie sie die Zähne zu. sammengebissen hat, als sie den tödlichen Schuh abfeuern sollte. Aber konnte sie kaltblütig zusehen, wir ihr Volk litt und für die Frei- heit kämpfte? Auch uns als Männern, als Schweizern, können die Leiden, kann der Freiheitskampf des russischen Volkes unmöglich gleichgültig sein. Der Zivilanwalt Dr. König hat sich darauf berufen, datz ein Freund und Gast des Schweizerlandes in Müller erschossen worden sei. Aber dürfen wir der Liebe zur FpeihTu die Interessen der Sotelindustrie voranstellen? Niemand wird die Gastlichkeit der chweiz deshalb anzweifeln, weil in ihr gegen einen Durnowo ein Schutz fiel. Wie beim Morde PlehweS und SfipjaginS hätte die Welt aufgeatmet, wenn die rächende Kugel Durnowo erreicht hätte. Kein Schweizer wird ihm eine Träne nachweinen, wenn er unser Land meidet. Möge der sichere Besitz der Freiheit die Schweizer- bürger nicht zu Pharisäern machen gegenüber einem Volke, das noch um feine Freiheit kämpfen mutz: „Nein, eine Grenze hat Thrannenmacht! Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, Wenn unerträglich wird die Last, Greift er getrosten Muts hinauf zum Himmel Und holt herunter seine ew'gen Rechte, Die droben hangen unveräutzerlich." MS letztes, als äutzerstes Mittel ist dem Manne das Schwert gegeben— so lassen Sie es aus„Wilhelm Tell" jeden Schweizerknaben schon in der Schule lernen, damit er weih, datz er die Freiheit bis zum äutzersten zu verteidigen hat. Viele mildernde Umstände stehen der Angeklagten zur Seite. Sie hat keinen Mord verübt, sondern höchstens einen Totschlag: Der Jammer ihres Volkes hat ihren Geist verwirrt und ihre Zu- rechnungsfähigkeit gemindert. Aber wenn ich Geschworener Ware, weitz Gott, ich spräche sie frei.(Laute Bravorufe im Zuhörerraum, die der Präsident als ungehörig rügt.) Da eS inzwischen bereits später Abend geworden ist und der Vertreter der Anklage eine längere Replik ankündigt, konnte die Verhandlung heute noch nicht zu Ende geführt, sondern mutzte sie nochmals vertagt werden._ Soziales. Haftung de» Eisend ahnfiskus für durch eine Schlägerei tu eine« EisenbahncoupS verursachte Unfälle. Beim Reichsversicherungsamt nimmt leider in wachsendem Matze die mit dem Wortlaut, der Absicht und der Entstehungsgeschichte deS Unfallgesetzes unvereinbare, dem Drängen der Berufsgenossenschaften aber entsprechende Tendenz zu, solche Unfälle als auherhalb deS BannS des Betriebes zu erachten und in diesen Fällen die Unfall- rente zu versagen, in denen Arbeiter infolge von Neckereien oder Raufereien im Betriebe verunglücken. Das Reichsgericht ver- trat schon während der vollen Geltung des Haftpflicht- aesetzeS allen Unfällen und vertritt auch heute noch den Eisenbahnunfällen gegenüber die entgegengesetzte, dem Gesetz entsprechende soziale Auslegung deS Geseye«, wiewohl auch hier der Eisenbahnfiskus das Recht in entgegengesetzte Bahnen zu leiten versucht. Aus der Praxis des Reichsgerichts heben wir nachstehenden dieser Tage entschiedenen Fall hervor: Der Maschinist S. aus Essen reiste am 6. September Ivvg per Eisenbahn m emem Wagen IV. Klasse von Wanne nach Bruch. Bei und infolge einer Schlägerei, welche sich unter Mitreisenden erhoben hatte, geriet S. aus die Plattform des Wagen» und kam während der Fahrt vom Wagen herunter, wodurch er sich einen Kniescheibenbruch zugezogen hat. Er klagte infolgedessen gegen den EisenbahnfiSkuS auf Grund deS HaftpsiichtgesetzeS auf Zahlung einer jährlichen Rente von 2100 M. unter Zugrundelegung völliger Er- werbsunfähigkeit. Der beklagte Fiskus machte eigenes Ver- schulden des Kläg-x'—'tend, weil dieser ohne zwingende Not die Plattform deS Wagens betreten hat, während verschiedene andere Fahrgäste ohne Gefahr in, Wagen geblieben sind. Das Landgericht Essen erNärte den Anspruch des Klägers dem Grunde nach für gerechtfertigt. Gegen dieses Urteil legte der BKlagte Bsrufung em, und der Kläger ermätzigte feinen Anspruch in der Verhandlung vor dem OverlanbeSgericht Hamm um monatlich 60 M. vom 1. November 1904 ab, von welcher Zeit an er diesen Betrag als Portier verdiene. DaS Oberlandesgericht sah den FiskuS ebenfalls als haftpflichtig für den be� sagten Unfall an, verurteilte den EisenbahnfiSkuS jedoch au Grund eines Sachverständigen-Gutachtens nur dahin, daß der Be klagte bis zum 1. April 1904 für eine Verminderung der Erwerbs� fähigkeit des Klägers um 100 Proz., von da ab bis zum 13. Dezember 190S für eine solche von SO Proz. und dann für ein weiteres Jabr für eine solche von 26 Proz. aufzukommen und dem Kläger auch noch allen weiteren Schaden nach dem 13. Dezember 1906 zu ersetzen habe. Die vom Reichsgericht gebilligten Ent fcheidungSgründe des Ob erl a n d e S g eri ch tS zum Unfallereignis selbst sprechen folgendes auS: Bei der dem Kläger durch das Heruntergeraten von der Plattform zw gestotzenen Verletzung handelt es sich um einen B e t r i e b s> Unfall, indem Kläger bei der Schnelligkeit deS sich bewegenden Zuges nicht habe unbeschädigt von der Plattform auf den Bahn« danim gelangen können, somit bei und durch die Fahrtätigkeit der Eisenbahn verunglückt sei. Ein Verschulden trifft ihn nicht. Was nun die Frage der höheren Gewalt, die der Fiskus aufgeworfen hatte, anlange, wenn eS als festgestellt zu gelten habe, datz Kläger durch Dritte gewaltsam von der Plattform gedrängt worden sei, so wird ausgeführt, datz hierbei die eigenartigen Ver hältniffe des rheinisch-wesifälischen Jndustriebezirks mit in Berück sichtigung gezogen werden mühten, insbesondere, datz die dicht gedrängte Arbeiterbevölkerung vielfach und namentlich an arbeitsfreien Tagen, an welchen sie die vorhandenen Transporteinrichtungen in Massen zu benutzen pflegt, zu Exzessen neige.(Der Unfalltag war ein Sonntag). ES sei zur Verhütung solcher Vorkommnisse zunächst möglich und ohne erhebliche Kosten durchführbar, datz auf jeder Seite der Eisenbahn abteile ein die Notbremse in Tätigkeit setzende. Griff angebracht werde. Ferner sei es möglich, datz die Plattform der Wagen ebenso wie bei den Kleinbahnen auf den nach dem Eisen bahndamm sllhrenoen Seiten mit Türen oder anderen SicherungS Vorrichtungen versehen werde. Endlich könnte durch kontrollierende Eisenbahnbeamte für Aufrechterhaltung der Ordnung in den Wagen gesorgt werden. Gegen diese? Urteil hatte der EisenbahnfiSkuS Revision eingelegt und um Abweisung der Klage gebeten. Auch der Kläger hatte Anschluhrevision eingelegt, mit dem Antrage, dem Klage- anspruch mit der von ihm vorgeschriebenen einschränkenden Ermähigung deS monatlichen Abzuges von 60 M. statt zugeben. Der sechste Zivilsenat des Reichs- gerichtS erkannte auf Z u rü ck w e i su n g der Revision des Beklagten und gab der Anschlutzrevission des Klägers statt, indem er annimmt, datz der dem Kläger entstandene Schaden >h" bis zum 13. Dezember 1906 zu einer anderen Beschäftigung zwingt, und das infolgedessen für diese Zeit nur der in dieser anderen Beschäftigung erzielte Gewinn in Abrechnung gebracht werden könne. ES wäre zu wünschen, datz das Reichsversscherungsamt mehr die Rechtsprechung des Reichsgerichts als die Rechtsdeduktionen der Berufßgenossenschansvertreter in Zukunft befolgt, zumal ja leider den nach dem Unfallgesey zu entschädigenden Arbeitern weit weniger als i/g dessen als Entschädigung zugesprochen wird, als im Eisenbahnbetriebe verletzte Passagiere zu beanspruchen haben. Versammlungen. Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis hielt am Dienstag abermals eine General- Versammlung ab. Gemätz dem Beschlüsse der vorigen Versamm- lung steht als erster Punkt auf der Tagesordnung: Einleitung des AuSschlutzverfahrens gegen den Genossen Möhring. Möhring, der seit mehreren Dezennien Parteimitglied ist, also zu den ältesten Genossen gehört, war jahrelang Vorsitzender deS alten Senefelder- bundes und wurde anlätzlich der Verschmelzung desselben mit dem Verband« der Steindrucker. Lithographen usw. Mitglied der söge- nannten Rechtsschutzvereinigung, deren Vorsitzender in Berlin er wurde. Diese Vereinigung stand hinter den 31 Frankfurter Mit- gliedern des Bundes, die gegen den Bund in seiner neuen Form jenen Prozeß führten, durch dessen Entscheidung das neue Statut des Senefelderbundcs(Verband der Steindrucker, Lithographen) für nicht gültig erachtet und unter anderem ausgesprochen wurde. daß aus der vertragsmäßigen Natur einer„Gesellschaft" und ihrer Satzungen folge, daß Mitglieder, die in einem Verein zu einem be- stimmten, vertragsmäßig fest gesetzten Zweck verbunden seien, nicht durch Mehrheitsbeschluß verpflichtet werden könnten zu anderen Beiträgen. Voraussetzung dafür ist nach Meinung des Reichsgerichts die Zustimmung aller Mitglieder. In Betracht kam hier, daß der alte Senefelderbund nur eine Unter- stützungsvereinigung mit verschiedenen Kassen war, während er in seiner neuen Form nach der Verschmelzung zugleich eine moderne Gewerkschaft darstellte, die die Unterstützungseinrichtungen mit übernommen hatte. Der Prozeß war geführt worden im Interesse der Mtglieder deS alten Bundes, die sich die Unterstützungen weiter sichern, nicht aber für die gewerkschaftlichen wecke, sondern eben nur für Unterstützungszwecke steuern wollten. „nr Durchführung jenes Urteils beantragten die Einunddreißig eine richterliche Verfügung, die gerade zur Zeit der Aussperrung der Steindrucker und Lithographen herauskam und an sich auch die Gewerkschaftskasse festlegte.— AuS diesen ganz turz skizzierten Vorgängen heraus resultiert nun der Antrag aus Einleitung des Ausschlußvcrfahrens gegen Möhring. den Genosse Haß vom Senefelderbund(Verband der Steindrucker, Lithographen usw.) noch einmal«ingehend begründete. Die An- klage läßt sich kurz so zusammenfassen: Möhring habe Unrecht getan, indem er an dem geheimen Wirken und dem Kampfe der Rechtsschutzvereinigung gegen die neue einheitliche Gewerkschaft. die die Berufsinteressen vertreten sollte, sich hervorragend beteiligt habe.(Die vorhandenen Akten würden dem Schiedsgericht unter. breitet werden.) In jeder Weise habe M. in der Rechtsschutz- Vereinigung gegen die gewerkschaftlichen Interessen der gesamten Berufsbollegen gearbeitet. Die schlimmste Tat der Rechtsschutz- Vereinigung sei gewesen die Einholung der richterlichen Verfügung zu einer Zeit, als die Arbeitgeberschaft zu einem gewaltigen Schlage gegen die Organisation ausholte. Die Arbeitgeber hätten davon gewußt. Möhring aber habe sein Meisterstück gemacht, indem er Flugblätter der Rechtsschutzvereinigung(mit seinem Namens- stempel) an die Kollegen in den Betrieben verschickt habe, worin ausgesprochen wäre, daß nach dem Erlaß der Verfugung kein Mitglied den Ausschluß aus den Unterstützungskassen zu befürchten habe, wenn eS nur seinen Verpflichtungen gegenüber diesen Kassen gerecht werde und sonst nach eigenem Ermessen handele. Die Folge dieses Flugblattes fei gewesen, daß am dritten Pfingst- feiertage in Berlin 83 Streikbrecher stehen blieben, und zwar Leute, die in den Betrieben erste Stellungen einnahmen, für sie also von besonderer Bedeutung gewesen seien, und dennoch vorher sich bereit erklärt hätten, mit herauszugehen beim Eintritt der Aussperrung. Besonders jenem Flugblatt und der Verfügung messe die Organisation die Schuld daran bei, daß der Kampf über zehn Wochen sich hinzog und nicht den von den Kollegen erwünschten Erfolg hatte. Wmn am Vorabend einer solchen Aussperrung ein ölches Pamphlet(das Flugblatt) verschickt werde, so bedeute das nicht mehr und nicht weniger als eine Aufforderung zum Streik- bruch, also eine ehrlose Handlung, die den Ausschluß aus der Partei rechtfertige. M ö h r i n g ging in seiner ebenfalls sehr langen VerteidigungS- rede— beide Reden, die der Anklage und der Verteidigung, um- äßken zusammen drei Stunden— ausführlich auf die Ent- lehungsgeschichte der Verschmelzung, der Rechtsschutzvereinigung und ihres Handelns ein. Er sieht die Sache, auf die es schließlich ankonunt, ganz anders an. als der Vorredner, nämlich als die Abwehr einer Minorität gegen eine VergeNattigimg, crfi eftWI Kampf ums Recht, dem er sich um der Gerechtigkeit willen an- geschlossen habe. DieS nachzuweisen, darauf liefen seine Aus- führungen hinaus, wobei er auch auf eine Anzahl Einzelheiten einging, die Jahre vor der Verschmelzung liegen. Er betonte, daß er die Notwendigkeit der Verschmelzung offen ausgesprochen habe, als die Frage reif gewesen sei, aber mit dem einen Vorbehalt, daß die erworbenen Rechte der alten Mitglieder deS Senefelder- buirdes, die zu einem Teil eine recht indifferente Masse gewesen seien, geachtet würden, daß man sie nicht vergewaltige, daß man ihnen nicht sage: entweder ihr zahlt den ganzen Beitrag ernschließ- lich Gewerkschaftskasse, oder ihr werdet rausgeschmissen und geht eurer, durch vieljährige Beiträge errungenen Unterstützungs- ansprüche verlustig. Man müsse beachten, daß viele im Laufe der Jahre 600 bis 1000 M. eingezahlt hätten, daß insbesondere Rechte an die Jnvalidenkasse erworben waren auf 365 M. Rente im Jahr, was einen Kapitalwert von 10 000 M. repräsentiere. Wer auS» geschlossen würde, verliere damit nicht bloß die gezahlten Beiträge, sondern auch den Wert eines Kapitals von 10 000 M. Das sei aber zu befürchten gewesen, nachdem die Radikaleren durchgesetzt hätten, daß die Verschmelzung in der radikalsten Form vor stch ging. Allerdings fei eine Gegenwehr eingetreten: die Bildung des Rechtsschutzvereins und die Einreichung der Klage der Einund- dreißig schon am Vorabend der Generalversammlung. Redner verliest seine damalige Austrittserklärung, aus der hervorgeht, daß er die Entwickelung der Dinge als einen Rechtsbruch gegenüber der Minorität ansah, dem auch er sich widersetzen müsse. Bei Be» Handlung des Prozesses, den er lediglich als Mittel zur Sicherung von Ansprüchen alter Mitglieder betrachtet, führte Redner zur Rechtfertigung der Einholung der richterlichen Verfügung durch Antrag vom 12. Mai an, datz sich der Verband(Bund) nicht nach den Entscheidungen gerichtet habe. Die Verfügung sei zu ihrer Durchführung nötig gewesen. Das Gericht wäre über den Antrag, wie die Kläger sich ihn dachten, hinausgegangen, indem es auch die Gewerkschaftskasse festgelegt hübe. In Betracht gekommen sei auch ein juristischer Haken. Kurz und gut: schonamVerhand- l u n g s t a g e. dem I. Juni, sei dem Vertreter der Organisatto-n sofort erklärt worden, die Gewerkschaftskasse werde natürlich freigegeben. Am 2. Juni sei es brieflich geschehen und spätestens am 9. Juni habe der Vorstand des Senefvlderbundes die notariell ausgefertigte Freigabe in Händen ge- habt. Daraus ginge hervor, daß sich die Kläger sehr wohl der Solidarität bewußt gewesen seien und es sich nur um die Sicherung der Rechte alter Mitglieder gehandelt habe. Redner führte noch Erklärungen und Gegenerklärungen an, die in der fraglichen Zeit im„Vorwärts" erschienen, richtete verschiedene Vorwürfe gegen den Vorstand der Organisation und kommt auf ein den Mitgliedern zugegangenes Zirlular der Rechtsschutzvereinigung zu sprechen, von dem er annahm, es sei das von Haß ganz besonders scharf an- gegriffene. Als er es verliest, ruft Haß dazwischen: DaS, st nicht das richtige. Möhring: Dann besorgen Sie daS richtlgel — Möhring schließt: Ich hatte die Devise: nicht gegen die Verschmelzung, wohl aber gegen Gewaltakte und Rechtsbruch. Er bestritt, Ursache deS StrcikbruchS vi» 83 Kollegen gewesen zu sein. Auf einen Antrag aus der Versammlung, der damit begründet wird, daß die Versammlung unmöglich das vorgebrachte, außer. ordentlich weitschichtige Material sichten könne. dieS aber einem Schiedsgericht möglich sei, wird von einer Diskussion Abstand genommen und die Einleitung deS schiedsgerichtlichen Verfahrens legen etwa 6 Stimmen bei einer Anzahl Stimmenthaltung be- chlossen.— Nach einigen persönlichen Erklärungen d«S Genossen Haß. die der Zurückweisung der erwähnten Angriffe gegen die Organisation dienten, ging die Versammlung über zum nächsten Punkt der Tagesordnung:„. Anträge zur Generalversammlung von Groß- � e r l i n. Es lagen nur die Anträge auf Verbilligung deS„Vor- wärts" vor. Nach lebhafter Debatte darüber wurde mit knapper Mehrheit beschlossen:„»,.- „In Erwägung, daß der„Vorwärts, unser größte» und wirksamstes AgitaiionS- und Aufklärungsorgan, in zeder Prole- tarierfamilie gelesen werden müßte, dies aber deS Preise» weg«, nickst geschieht, beantragt die Generalversammlung deo Wahl- Vereins für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis. daß bal, digst eine Verbilligung des„Vorwärts" oder eine Form der Be» zahlung geschaffen werde, welche es einem jeden Arbeiter er» leichtert, den„Vorwärts" zu abonnieren. Das Wie überläßt dm Versammlung den beteiligten Personen und Körperschaften.—> Der Antrag ist der Generalversammlung der sc�ialdemolran» scheu Wahlvereine von Groß-Berlin zu unterbreiten." Es folgten die Wahlen der Delegierten zur Generalversam«, lung von Groß-Berlin. Bereinigung der Maler. Die Filiale Berlin hielt am DvnttetS« tag eine Generalversammlung in BuggenhagenS Saal ab. Der Vorsitzende Mietz erstattete den Geschäftsbericht für da» Jahr 1906. Das bedeutendste Ereignis des JahreS war der im Früh- jähr geführte Streik, der am 12. April mit einer Einigung endete. Ein neuer Tarif wurde abgeschlossen, der einen Stundenlohn von 65 Pf. für Maler und 60 Pf. für Anstreicher festsetzt. Anfangs gab es einige Differenzen wegen Umgehung des TarifeS, die aber eine baldige Erledigung zugunsten der Arbeiter fanden. Die Tarifübcrwachungskommisston hatte bis zum Schluß des Jahres 56 Beschwerden zu erledigen.— Eine im Frühjahr vor dem Streik vorgenommene Baukontrolle erstreckte sich aus 551 Arbeitsstellen mit 3939 Beschäftigten, von denen 2965 organisiert waren. Auf 528 Arbeitsstellen wurde nur in Lohn, auf 163 auch in Akkord ge» arbeitet. Eine im Herbst vorgenommene Baukontrolle erstreckte sich auf 582 Arbeitsstellen mit 3700 Beschäftigten, von denen 3052 organisiert waren. Auf 503 Arbeitsstellen wurde nur in Lohn, auf 82 auch in Akkord gearbeitet. Der keineswegs einwandSfreie Zu- tand, daß Material im Umkleideraum lagert, wurde in 67 Fällen estgestellt. Waschvorrichtungen fehlten in 38 Fällen gänzlich.— Zm Jahre haben 17 Versammlungen und 200 Werkstailsitzung«, tattgefunden.— Die Benutzung deS Arbeitsnachweise» ist gegen daS Jahr 1905 zurückgegangen. DaS ist darauf zurückzuführen. daß das Arbeitsuchen unter der Hand eine große Rolle spielt und der Arbeitsnachweis hauptsächlich nur in der Hochsaison lebhafter benutzt wird.— Die Mitgliederzahl hat ein bedeutendes Wachstum erfahren. Von 8000 Arbeitern, die am Streik beteiligt waren. ind 7229 in der Organisation verblieben, so datz dieselbe etwa 90 Proz. der Berufsangehörigen umfaßt. Die Stabilität de« Mit- gliederbestandeS wird in erster Linie auf die am 1. Februar 1906 eingeführte HauSkassierung zurückgeführt.— Der Kassenbericht zeigt eine Einnahme von 270 721 M., eine Ausgabe von 229 252 M.. einen Bestand von 41 468 M. Ausgegeben wurde für Streiks 96 808 M.. Krankcnunterstützung 8792 M.. Reiseunterstützung 264 Mark, Gemaßregeltenunterstützung 76 M., Rechtsschutz 688 M., Sterbegeld 1050 M.« In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, wie e» mit der Durchführung der BundeSratSverordnung über die Verarbeitung bleihaltiger Farben steht. Der Vorsitzende beantwortete die Frage dahin, die Vorschriften der Verordnung würden, wie die Bau- kontrollen ergaben, tn vielen Fällen sehr mangelhaft oder gar nicht beachtet werden. In 158 Fällen waren Bürsten und Handtücher. die zur Reinigung der Hände vorgeschrieben sind, nicht vorhanden. Die Organisationsleitung wendet der Durchführung der Arbeiter- chutzvorschriften ihre lebhafte Aufmerksamkeit zu. Leider muß aber festgestellt werden, daß die Arbeiter selbst oft nicht daS er- orderliche Interesse an der Durchführung der Schutzvorschriften lekunden. Auch die Polizei, wenn sie auf Verstöße aufmerksam gemacht wird, folgt oft nur widerwillig dem an sie gestellten Er- iichen. So sagte ein Wachtmeister zu einem OrganisationS- Vertreter, der thn zum Einschreiten gegen eine Nichtbeachtung der Schutzvorschristen ersuchte:„Ach, das kennen wir schon: Sie arbeiten wohl nicht. Nachdem die Diskussion über den Bericht beendet war, er- olgten die Vorstandswahlen. Als Vorsitzender wurde Mietz wiedergewählt. Die Beisitzerwahlen ergaben kein enogulttzeS 1,50-1,60. Resultat, el mug in der nächsten Bersammlung eine Stichwahl bor.| Bersammlung mit den Borjalägen zufrieden. Die Wahl selbst 12-3. Rabllatt, geraud. p. 100 lb. 25-30. Hellbutt 0,00. Sardellen, 1902er genommen verden, findet später statt. per Anker 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75-80. Schottische Bollheringe Die Neuwahl der Delegierten für die Berliner Gewerkschafts- 1905 0,00, large 44-48, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 87-44. fommission ergab das folgende Resultat: Gewählt wurden Schu- Deringe, neue Matjes, ber 1, 20. 60-120. Sardinen, rufs., Faß mann, Streitner, Beutel, Bled, Uthes, Freude Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Schodfaß 11, fleine 5-6, Riefen- 14. Gier, Lands, per Schod 3,40-4,20. Butter per 100 ẞfb. Ia 114-116, IIa 110-114, IIIa 107, abfallende 95-100. Rosen 0,00, per 100 Bib. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Dabersche 2,25-2,50, Saure Gurfen Schod 4,10-4,50, Pfeffergurfen 4,00-4,50. Sartoffeln per weiße 2,00-2,25, Salatkartoffeln 6,00-8,00. Spinat Sellerie, hiesige, per Schod 6,00-10,00, do. pommerfche 9,00-12,00. Zwiebeln 100 fund 25-30. Karotten per 100 Pfund 18-20. große, per 100 fb. 3,50-4,00, do. fleine 2,80-3,00. bo. hiesige( Berl) 0,00. Charlotten 0,00. Beterfilie, grün, Schodbund 2,50-4,00. Stohlrabi per Schod 0,00. Rettig, bayr. per Schod 2,40-4,80. Mohrriben per 100 Pfund Berliner Marktpreife. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen 3,00-4,00. Zeltower Rüben per 100 fb. 8-10. Weiße Rüben, große Der Zatralverband der Handels- und Transportarbeiter, Berlin II, hilt am Freitag eine außerordentliche Generalversamm lung im Gewerkschaftshause ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte A. Warner die Versammelten auf den Streit der Möbeltransportarbeter aufmerksam und forderte zur moralischen Unter- Wohlau- Guhrau gebürtig sind und welche gesonnen sind, einen AgitationsParteigenoffen, welche aus dem Wahlkreis Breslau 1.Steinau ftüßung der Streifenden auf. Dann begann die Beratung einer verein des betreffenden Wahlkreises zu gründen, werden gebeten, ihre Reihe eingegangener Anträge zur Haupt- Generalversammlung des Adresse an Gustav Kunzendorf, Wrangelstr. 14, einzuschicken. Ber Verbandes. Zu§ 3 des Statuts wird ein Busah gewünscht, nach fammlungslotal wird innerhalb 8 Tagen bekannt gemacht. welchem Mitglider, die Unternehmer werden, nur dann im Ver bande geduldet verden sollen, wenn sie in ihren Unternehmungen nicht die Interesen des Verbandes schädigen. Die Versammlung erklärte fich dafür.§ 13 soll dahin geändert werden, daß Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 66-71 pr. 100 fb., 0,00, fleine 0,00. Rote Rüben 4,00-5,00. Blumenkohl ital. erlassene Beiträge bei Berechnung späterer Unterstützung nicht in a 60-65, IIIa 54-59, IVa 46-52, dan. Bullen 60-65, boll. 0,00. per Storb 2,00-2,50. Stohlrüben per Schod 2,00-2,50, Wirfingfohl Anrechnung gebracht werden. Dies wurde ebenfalls an holländ. 55-62, ban. 55-65. Kalbfleisch, Doppelländer 110-125, Ia 82-90, IIa 72-80, IIIa 52-68, ber 100 Bfb. 3,00-4,50. Rotkohl per 100 Pfd. 3,00-4,00. genommen. 19 soll genauere Bestimmungen über die Ein- Schweinefleisch 47-55. Hammelfleisch Ia 62-72 IIa 46-60. Weißkohl 100 fb. 1,75-2,75. Rosenkohl per 100 fb. 20-24. Rothirsch IIa richtung einer erheiterten Ortsverwaltung enthalten, sowie die Be wild plombiert 0,54-0,57. Dambirsch 0,00. per Pfund 0,00. Not Grünkohl per 100 Bid. 10,00-12,00. Rhabarber 100 b. 6,00-13,00. Wildschweine 0,00. Frisch Birnen, per 100 Bfd. hiesige 0,00, böбm. 15-22, ital. 28-35. epfel, per stimmung, daß mindestens 3, also auch 4, 5 oder mehr Rebi- linge 0,00. Kaninchen per Stud 0,70-1,00. Hübner, alte, per 100 fb., hiesige 5-25, Tiroler, Stifte 30-60, Calville, Stifte 50-110, foren gewählt weren fönnen. Auch damit, sowie mit einer Aendes Stud 1,60-2,70, bo. IIa 1,35-1,50, bo. junge 1,20-1,70. Wolga Amerikanische 18,00-35,00, Jtal, Stifte Ia 12,00-20,00, ertra 18,00 rung des Arbeitsldenreglements war die Versammlung einver. hühner 1,35-1,90. Tauben 0,40-0,83, italienische 0,90-0,95. Enten per Pfund bis 30,00. Zitronen, Meffina, 300 Stüd 9,00-10,00, 360 Stüd standen. Eine Diskussion entspann sich über den Antrag einer bis 5,00, Bänie, Hamburger per Pfund 1,00-1,20, dito Gis 0,58-0,60. echte 200 er stifte 6-10, bo. 300 er 8-11, 0,00, bito Eis. per Stüd 2,50-2,75, Hamburger per Stud 3,00 9,00-10,00, 200 Stud 7,00-10,00. Apfelsinen, Jaffa, per ifte 0,00, Murcia Branche, die Streib und Maßregelungsunterstübung und auch die per 100 Pfund 86-94, groß 70-86, matt 0,00. Bander mittel 0,00, bo. 714 er 15-23,50, Meffina, 100er 4,50-6, 150er 4,75-6, 16t er 8-13,00, Balencia 420 er stifte 14-22,00, Beiträge zu erhöhen. Der Antrag fiel. Gine Anregung, unfortiert 152-166, bo. matt 0,00. Agitationsschriften n polnischer Sprache herauszugeben, um unter flein 0,00. Schleie 0,00, bo. groß 88-99, bo. 200er 8-12, 300er 8-13, Blut 100er 6-7,50, bo. 150 er 6-8,00, 80 er Hale, groß 0,00, mittel 117-126, flein und mittel 0,00. 6,50-8,00. Stal. in Körben per 100 Bfd. 0,00. Mandarinen, Stiste 0,75 ben polnischen Kollegen Aufklärung zu berbreiten fand die 3uBlögen, flein 39, bo. groß 61-64, bo. 35-60. Starpfen 5-10er bis 2,00, bo. 100er, Stifte 4,00-5,00. stimmung der Versammelten. Ein Antrag über die Anstellung 0,00, bo. 50-70er 0,00, bo. 25er 0,00. Blete 0,00. Aland 63-66. von Beamten, der mch seiner Begründung das Bestimmungsrecht Bunte Fische 61-67. Barse, matt 0,00. Karauschen 0,00. Bleis der Masse der Mitgieber wahren sollte, wurde gegen eine starte Minderheit angenommen. Nach einem Besoluk der Bezirksführer und Vertrauensleute wurde eine Lifte von Kandidaten, nach den verschiedenen Gruppen geordnet, fü: die Delegiertenwahl von 12 Personen zur Haupt- Generalversammlung vorgelegt. Jm allgemeinen war die . fiche 0,00. Wels 0,00. Quappen 61. Amerikanischer Lachs Ia neuer per 100 Bfd. 110-130, do. IIa neuer 90-100, bo. IIIa neuer 75. 1,00. Flundern, Kieler, Stiege la 3-4, bo. mittel ver Stifte 2-3, Hamb. Seelachs 25-30. Sprotten, Stieler, Wall 1,00-1,50, Danziger, Stifte Stiege 4-6, halbe Stifte 2,00. Stralsunder 4,00-5,00. Hale, groß per Bid. 1,10-1,40, mittelgtog 0,80-1,00, Büdlinge, per Wall Sieler 3,00-8,50, flein 0,60-0,80. Heringe p. Schock 5-9. Schellfische Stifte 5-6, do.%, Stifte Schiller- Theater. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Publitum gegenüber feinerlei Donnerstag, abends 8 Uhr: Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 28. März. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Deffentl. Haupt probe zum Sinfonie- Konzert. Kgl. Schauspielhaus. Geschlossen. Denthes. Der Revisor. Ranmmerspiele. Frühlings Ervachen. Neues Schauspielhaus. Hohzeit. Figaros Leffing Die Stüßen der Gesellschaft. Berlinr. Sherlod Holmes. Anfang 8 Uhr. Schiller O.( Wallner Theater.) Jugend. Schiller- theater Charlottenburg. Narreglanz. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtees Theater) Jugend, Komische Oper. Hoffmanns Er zählunjen. Lorking. Der Troubadour. Zentral. Die Gloden bon Cornevile. Besten. He lustige Witte. Kleines. Sachtasyl. Meues. Bebestraft. Defidenz. Senise. Luftivielhaus. hal ower. Abrechnung. Deutsch Anerikanisches. Postillon on Lonjumeau. Thalia. Ein idealer Gatte. Cine Der Luisen. Der wissenswurm. Trianon. De Ende der Liebe. Bernhard Roe. Sherlod Holmes. Detrovol. Zer G'wissenswurm. Jugend. Liebesbrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Freitag, abends 8 Uhr: Dratoriumaufführung: Die Jahreszeiten von Joseph Hayda. Sonnabend, abends 8Uhr: Jugend. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag abends 8Uhr: Narrenglanz. Ein Spielmannsdrama in 4 Aften bon Rudolf Rittner. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Schiller- Theater N. Metropol- Theater Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater Abends 8 Uhr: Jugend. Heute Donnerstag, den 28. März: Eingegangene Druckfchriften. Sprache. Von Prof. Dr. Thtergen u. A. Clay.( Brief 16-20). Der Haberlands Unterrichtsbriefe für das Selbststudium der englischen ( Brief 16-20). Berlag bon E. Haberland, Leipzig- S., Eilenburgerstr. 10/11. franzöfifchen Sprache. Von Rektor H. Michaelis und Prof. Dr. P. Bassy. Einzelner Brief 75 Pf. 18/23/84 6. Wahlkreis. Montag, den 1. April 1907( 2. Osterfeiertag): Urania. Der Wissenswurm Acht große Matineen Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. ( Kleine Preise.) 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Vorbestraft. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend: Vorbestraft. Sonntag: Vorbestraft. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntag( 1. Osterfeiertag) nach mittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Gebr. Herruftd. Haufierer Jodele. Lortzing- Theater Die legte Ere. Wintergarten. Charlotte Wiehe. Spezialitäter Apollo. Das blaue Bild. Elfen. tüde. Spezilitäten. Rafino. Nid Cater. Spezialitäten. Walhalla. Die goldene Eva. Spe zialitäten. Folies Caprict Eine Nacht in ber Apotheke. Im Inspections zimmer. Prater- Theater. Die sechste Bitte. Palast. Geschloffa. Figaro. Seelenreter. Geifterauto. Paris. Passage. Mal wa Anderes. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Jntimes. Eine bom Ballett. Bapfenstreich. Amter Teil. Reichshallen. Stetiner Sänger. Urania. Taubenfraße 48/49. 4 Uhr: Frühlingsta e an der Riviera. ( Seleine Breise.) Abends 8 Uhr: Di Feuergewalten der Erde. Bellealliancestr. 7/8. Abends 7%, Uhr: Der Troubadour. Abonnements güllig! Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der Freischütz. Abends 8 Uhr: Lustspielhaus. Halower. Eine Abrechnung. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Die Glocken von Corneville. Freitag: Geschlossen. Bauernkomödie mit Gesang in 3 Akten von L. Anzengruber. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Karfreitag: Geschlossen. Sonnabend, den 30. März: Der G'wissenswurm. Ostersonntag und Ostermontag: Der Teufel lacht dazu. WING BARTEN 65 Letzte Vorstellungen von Charlotte Wiehe und das März- Programm. Großer Erfolg! W. Noacks Theater. Dretion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Seute: Geschlossen. Am 1. Ostertag: Die Ahnfrau. Am 2. u. 3. Ostertag: Sängerin und Näherin. Boltsstück b. Angely. An allen drei Feiertagen Anf. 8 Uhr. Am 2. und 3. Feiertag: Ball. Luisen- Theater Passage- Theater. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Sternwarte, Invadenftr. 57/62. Der G'wissenswurm. Ferdinand Bonns Donnerstag und Sonnabend: Das großartige März= Berliner Theater. Residenz- Theater. SpezialitätenAbends 8 Uhr: Sherlock Holmes Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der Hund von Basker ville. Neues Schauspielhaus Donnerstag, den 2. März: Abschiedsvorstellung sef Kainz: Figaros Hochzeit. Anfang 7%, Ur. Freitag: Oratorium Elks. Cipollo Cheater Heute und Sonnabnd: Elfentücke. Das blaue Bild und die Abends 8 Uhr: Donnerstag und Denise. Sonnabend: Ofter Sonntag und folgende Tage: Haben Sie nichts zu verzollen? 1. Osterfeiertag nachm.: Schlafwagenkontrolleur. 2. Ofterfeiertag nachm.: Hochzeits. nacht. Deutsch- Amerikanisches Theater. Gesamtgaftspiel Theater des Bestens. Heute abend 8 Uhr: Programm. Die Theims- Troupe und 14 erstklassige Attraktionen. ( Freitag gefchloffen.) Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. # Der Postillion von Lonjumeau. Die fechfte Bitte. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, Ostersonntag u. Dfter Modernes Drama von P. Hantel. Anfang 8 Uhr. montag abends 8 Uhr: Mamselle Freitag u. Sonnabend: Geschlossen. Nitouche. Sonntag nachm.: Der Bettelstudent. DERNHARD ROSE THEATER WalhallaGr. Frankfurterftr. 182. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. hervorragenden Spezialtäten. An beiden Osterfeiertagez, nach mittags 3, Uhr: Alibia Mocca. Morgen ut. Sonnabend: Geschlossen. Driginal- Bauern Hunde Theater. 1. Dfterfeiertag nachm. 3 Uhr b. fleinen An beiden Dfterfeiertagen abends: Breisen: Das Käthchen von Heilbronn. Aer Triumph des Veibes. 2. Diterfeiertag nachm. 8 Uhr: Das Geheimnis der alten Mamsell. arieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor Letzte Woche! Das vorzügliche März- Programm. Anfang 8 Uhr. in folgenden Lokalen: Schönhauser Vorstadt ( 1., 2. und 3. Abteilung). In den Gesamträumen der Brauerei ,, Königstadt", Schönhauser Allee 10 und des„, Berliner Prater- Theater", Kastanien- Allee 7-9. Unter Mitwirkung der Hamburger Sänger Direkt. Otto Steidl und der Volkssängergesellsch. Hugo Anke. Konzert ausgeführt v. Mitgl. d. Zentralverbandes d. Zivilberufsmus. Deutschl. Dirig.: M.Mehlhase. Kassenverkauf findet nicht statt.: Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen( 4., 5. und 11. Abteilung). Ballschmieders Etablissement, Badstraße 16, Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58, Marienbad, Badstr. 35-36. Mitwirkende: Norddeutsche Sänger Nega- Stechert, Berliner Ulk- Trio mit verstärkter Gesellschaft, Elite Streich- Orchester des Musikdirektors Herrn Fritz Blume. Kassenverkauf findet nicht statt. Eröffnung 11 Uhr. 248/8 Oranienburger Vorstadt ( 6. Abteilung). Germania- Säle, Chausseestr. 103. Unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Nordwacht"( M. d. A.-S.-B.), des Kraft- Jongleurs Fritz Schäfer a. der Hamburger Sänger( Wilh. Wolff.) Moabit 7. und 8. Abtellung). Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49. Unter Mitwirkung der Volkssänger- Gesellschaft Lewandowski und des Gesangvereins Vereinte Sangesbrüder Moabit". Kassenverkauf findet nicht statt.: Wedding. und 10. Abteilung). Cranz' Fest- Säle, Kösliner- Straße 8. Konzert Auftreten der Sänger- Gesellschaft Strzelewicz und Vorträge des Gesangvereins ,, Freiheit- Nord". Eintritt 25 Pi. Anfang 12 Uhr. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Donnerstag, den 28. März: Fortsehung des Finale der großen internationalen Ringkampf- Konkurrenz um ben Goldenen Kranz von Berlin. 10 000 Mark in Heute ringen: bar. Donnerstag, 28. März, 7, Uhr: Das große vollständige Gala- Programm. Die Original- Perez- Truppe. Sr. Burgkhardt Foottit, Schulr. Sr. E. Schumann, Neubreſsuren. Die Reiterfamilie Lecusson. Um 9 Uhr: ,, Rom! Große Drig. Ausft.- Bantomime in 7 Bildern. Besonders hervorzuheben: Die Todesfahrt über die Anton, Scantreid, gegen Romanoff, Xtadium Ballett. X Rußland. Jankowsky, Bolen, gegen Lassartesse, Bordeaux. Jakob Koch, Koch, Deutschland gegen Ritzler, Bürttemberg. Borher: Gala- Programm und um 94, Uhr: St. Hubertus. Sonntag und Montag nachm. und abends: St. Hubertus. Rachm. ein Stind fret. Berliner Fellx Scheuer U Feenhafte Licht und Wasserspiele. Das Komitee. Intimes Theater Dresdenerstraße 97. Täglich größter Erfolg! Willi Haases Burlesten Ensemble: Onkel Toni. Ein Nachtafyl. Alles lacht. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Fran Nachmittag 8 Uhr: Die Liebesschautel. Stadt- Theater Moabit Folies Caprice Alt- Moabit 47/49. Gente abend 8 Uhr: Gastspiel Bernhard Rose- Theater. intent. 182, an der Friedrichstr. Berliner Raubvögel. Volksstück mit Gesang in vier Aften. Das Debut Glänzender neuer Solotell Ik- Trio. Staffeneroffnung 7 1hr. Unf. 8 Uhr. Der Dorfmusikant. Billettvorberkauf bei Krüger& Oberbeck, Zurmu. Beusselstraßen- Ede, Stralsunderstr. 1. und im Theater- Restaurant. Borberkauf an der Theaterkaffe und bei Wertheim. 000 Freie Volksbühne Verband der Tapezierer. Sonntag, den 31. März und Montag, den 1. April ( 1. und 2. Osterfeiertag), nachmittags 3 Uhr: Neues Schauspielhaus. 18. Abteilung: 1. Abteilung: Berliner Theater. 11. u. 12. Abteilung: 13. u. 14. Abteilung: Weh' dem, der lügt. Baumeister Solneẞ. freitag, den 5. April, abends 81 Uhr: 23. Kunst- Abend Vorlesung Fritz Reuter: Hr. Sauermann v. Deutschen Thester und niederdeutsche Lieder, gesungen von Fran Lissi Am Klavier: Konzertmeister Clemens Schmalstich. 5 Opern- Vorstellungen im Lortzing- Theater am 21. und 28. April, 5., 12. und 26. Mai, nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann Fra Diavolo Undine Die lustigen Weiber von Windsor. Opernmarken bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. den 6. April, im Ordner- Sitzung Gewerkschaftshaus, abends 8%, Uhr. 228/15 Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. Kasino- Theater Palast- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Nick Carter. Kriminalroman in 3 Aften v. Dswald. Nid Carter, Detektiv: Hans Verg. Borber das bunte März- Programm. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Montag 4 Uhr: Ledige Leute. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhaufer Allee 148. Nroße Spezialitäten- Vorstellung. änzlich neuer Spielplan. lanz Berlin staunt über die stets wechselnden Künstler!!! Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Filiale Berlin. Zentralverband deutscher Braueriarbeiter. Zweigverein Berlin Sektion H. Nachrif. Am 21. März tarb plötzlich Donnerstag, den 28. März, abends 8 Uhr, bei Wendt, Beuthstr. 20( großer Saal: unser Mitglied, der Schiffer Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: Unsere Lohnbewegung. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. NB. Die Kleber besuchen die Versammlung erst nach Schluß ihrer Spezial Versammlung bei Augustin. Karl Andert Deutsche Bierbraucet, Pichelsdorf. Seine Beerdiging fand am 26. März in Michelsdorf bei Lehnin statt. Ehre seinen Andenken! 41/14 Jer Vorstand. 176/16 Zentralverland deutscher Allgemeiner Deutscher Deutscher Holzarbeiter- Verband. Gärtnerverein Branche Landwirtschaftsgärtnerei. Donnerstag, d. 28. März 1907, abends 9 Uhr, in Miethes Festsälen, Schöneberg, Hauptstr. 5/6: Oeffentliche Versammlung aller in dieser Branche beschäft. Gärtnergehilfen u. Gartenarbeiter. Zages Ordnung: 1. Unsere lette Antwort an bie Arbeitgeber. 288/16 2. Freie Aussprache hierzu. Die Kollegen haben pünktlich zu erscheinen. Die Lohnkommission. Kranken- und Sterbekaffe Heute Donnerstag und Freitag: aller gewerblichen Arbeiter Geschlossen! für Schöneberg n. Berlin Sonnabend, 30. März: Geschlossen. Sonntag, 31. März, abends 1,8 Uhr: Letztes Auftreten des März- Spielplans. Montag, 1. April, abends 8 ur: ( E... 115.) Sonntag, den 7. April 1907, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Hrn. Obft( Tunnel), Meiningerstr. 8: Außerordentliche Debut des April- Programms. Generalversammlung. Neu! ,, Die wilde Toni". Neu! Alles neue Attraktionen Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Nach d. Vorst., um 10 Uhr: Gr. Tanz. Gebr. HerrnfeldAnfang ang Theater Borbert 11-211hr 57 Kommandantenstraße 57. Donnerstag u. Sonnabend: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre. Ostersonntag u. Ostermontag: 3 Uhr bei halb. Staffenpreisen: Hausierer Jockele und Die letzte Ehre. 8 Uhr: Ein verrücktes Hotel Komödie in 3 Aften von A. und D. Herrnfeld. Gustav Behrens Theater SchönebergReichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Neu!„ Ballettschule Klappermat". Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Donnerstag: GustavGottschalks Gesellschafts- Konzert Walzer- und Operetten- Abend. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Tagesordnung: 1. Statutenberatung. 2. Verschtebene Staffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Heute Freitag, abends 81, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer15: Sitzung der Ortsverwaltung. Am Sonntag, den 31. März a. Osterfeiertag), nachmittags 4 Uhr, und am Sonntag, den 7. April, vormittags 10 Uhr: Urania- Vorstellungen. Bur Vorführung gelangt: Die Fenergewalten der Erde". Billetts zum 31. März find auf dem Bureau, Engel- Ufer 15, zum 7. April auf allen Zahlstellen und auf dem Bureau zu haben. Zur Beachtung: am Sonnabend, den 30. März, wird auf allen Bahlstellen nur von 7-9 Uhr abends taffiert. 83/16 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handels-, Transport- und VerkehrsArbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis:„ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15 II, Bimmer 16. Telephon: Arbeitsnachweis: Amt IV, 3348. Bureau: 4747. Achtung! Achtung! Leitergerüstbauer aus allen Betrieben Berlins n. Umgegend! Heute Donnerstag, den 28. März 1907, abends 8 Uhr: Versammlung im„ Englischen Garten", Meranderftr. 27o( unterer Saah). Zages Ordnung: I 1. Unsere bevorstehende Lohnbewegung und unsere Stellung Um pünktliches Erscheinen der Mitnahme hierzu". Referent: Rollege Werner. 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung. glieder ersucht 288/ 12* In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Diese Woche verkaufen wir soweit Vorrat, daher seltenste Gelegenheit für Herren jeden Standes, u Preisen wie solche enorm billig aus feinsten Massstoffen gefertigte letzter Saison, zurdokgesetzte, moderne hoohvornehme HerrenMünzstr. 16. Anzüge Paletots Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Der Untergang des Dampfers„ Berlin". 168 Tote, 12 Gerettete. Den ganzen Tag Vorstellung. Berlin, Goltz- Lichtenrade 20 Pf.- Tour! straße 9. Donnerstag, den 28., und Sonnabend, den 30. März: Ein hartes Vaterherz. Schauspiel in 1 Aft mit Direktor Gust. Behrens in der Hauptrolle. Borher die grandiosen Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 6, Ubr. Boltstümliche Preise. Karfreitag geschlossen. An allen drei Osterfeiertagen: Große Gala- Vorstellungen mit neuem Programm. Kottbuser Sanssouci, Straße4a. R20 M. verkauft Eigentümer Paris, Berlin, Graunstr. 27, Ede Gleimir Auch bei monati. Raten von 40-50 M. 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Allen Mitgledern die traurige Nachricht, daß unser Mitglied, der Kollege Albert Kraschewski ( Spandauerbergbrauerei) am Sonntag, den 24. März, ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. d. M., nach mittags 41, Uhr, von der Leichen halle des St. Sebastian- Friedhofes in Reinikendorf( West), Hum boldtftr. 68-73 statt. Bahlreche Beteiligung erwartet 41/15 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Schmiede. Zahlstelle Berlin.( Bezirk 11.) Unferen Mitgliedern zur Nagricht, daß der Sollege Ernst Durst am Sonntag, den 24. März ber storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. d. M., nach mittags 4 Übr, von der Lachen halle des Virchowo- Krantenlauses, Seestraße, aus statt. Rege Betelligung wird erwartet. 176/6 Die Ortsverwatung. Am Montagabend entschief nach schweren Leiden unsere herzens. gute Tochter Elisabeth Unger im zehnten Lebensjahr Die tiefbetrübten Eltern Wilhelm Unger tebft Fran. Die Beerdigung finet Freitag nachmittag 4%, Uhr om Urban Krankenhaus aus nach dem Emmaus- Kirchhof ftat. 43572 Wir fagen allen Zelnehmern bei der Beerdigung uneres Sohnes Richard Mehnert den hezlichften Dant Familie Nehnert, Niederwiese bei Chemni 43562 Arbei.- RadfahrerVeren Rixdorf. Ritglied bes Arbeit. Radf. Bun. Solidarit. Touren: Freitag, ben 29. Rära, nach Strich garten. Somming, den 31.Nära, net Bernas Montag, Bichels werder. Dienstag, den 2. April, ned Königs- Westerhausen. Sonntag, de 7. April, nach Müggelben. Start bei alle Touren: Mittags Der Vorstand. Brandenburger Ujer. Abfahrt 9 Uhr vom Bahnhof Jannowizbrüde bis 1 Uhr von§. Biel, Bergstr. 151/62. Sadowa; von dort 20 Minuten herrlicher Waldweg bis zum Lokal Schweizer garten". Für Nachzügler Treffpunkt: Lotal Schweizergarten" in Röpenid. Bahlreiche Beteiligung der Mitglieder wird erwartet. Zu dieser Partie find die Mitglieder der Sektion II ganz be fonders freundlichst eingeladen. Glück machen. Ordentlichen, nüchternen Schlossern, Monteuren usw. geben wir schon bei geringer 41/13 Anzahlung Motorwagen R.Weidner, Hutmacher wodurch fie ein glänzendes Einan der Dresdenerst.100, Prinzenstr. Greift ben besten kommen erzielen, besonders da jetzt die Fahrtage um 1 er175/ 18* Das Vergnügungskomitee der Sektion I. J. A.: Fr. Cordts. Dampfer- Extrafahrten nach Voigts Krampenburg zu! Berliner Automobilhaus- und am Karfreitag und an den 3 Osterfeiertagen. 41142+ Direttion Wilhelm Reimer. Monatsanzüge. b. 9,50 m. Heute bis Sonntag: Geschlossen. Am 1. und 2. Feiertag: Gr. Extra- Soireen b. Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Durchweg neues Stoloffal Programm. 8. Feiertag: Theaterabend. Am 2. und 3. Feiertag im großen Theatersaal: Oster Kränzchen. Bfanbleihanzüge. Abonnementsanzüge 13.00 11.00 . Partieanzüge. 12,00 Gehrockanzüge 14,50 Anzüge, Ersatz f. Mah. 20,50 Baletots. 9,50 2,00 Hosen.. Zentral- Keller, Berlin SO., Neanderstraße 35. 3 Min. von Stadtb. Jannowigbrüde, an der Köpentderftraße. 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Jet- ist die amtliche Einteilung im Rotbuch der Stadt Berli- erschienen, die sich mit unserer damaligen Veröffentlich,. lg deckt und nur insofern etwas davon abweicht, als dÄ inzwischen neu errichteten Stadt- bezirke mit berucksicht'�t worden sind. Der Gegenstand er- scheint uns aber wick�g genug, um eine erneute Vcröffent- stchung zu rechtfertigen, gibt diese doch den tätigen Genossen Gelegenheit, das Kampffeld des nächsten Jahres einer ein- gehenden Musterung zu unterziehen und eine der Sachlage entsprechende Organisation vorzubereiten. . Berlin ist für den Fall einer Neuwahl in 12 Landtagswahl- bezirke eingeteilt worden, statt der bisherigen vier Bezirke. Der 1. Landtagöwahlbezirk umfaßt die Stadtbezirke 31—49, SSA, 56B, 61 und 283— 284B m i t 136 302 Einwohnern, einschließlich der Schiffs- bevölkeru?.g, d. h. die untere Friedrich- Vorstadt, die Schöneberger Vorstadt mit der Luckenwalderstraße, Trebbinerstraße, Katzler-, Bnutz-ner-, Eylauer-, Katzbach-, Möckern-, Jork- und Groß-Görschen- stro.ße usw. Der 2. Wahlbezirk mit den Stadtbezirken 6—30, 50—65, 57—60, 62—65 hat eine Seelenzahl von 142 733 und umfaßt in der Haupffache Alt-Kölln, Friedrichswerder, die Dorotheenstadt. die Friedrichstadt, die obere Friedrich- Vorstadt, einen Teil der Tempelhofer Vorstadt mit der Großbeeren-, Horn- und Hagelbergerstraße. Der 3. Wahlbezirk mit den Stadtbezirken 82—35, 97—101, 120—144 hat eine Be- völkerung von 130 317 Seelen und umfaßt in der Hauptsache die Luisenstadt diesseits und jenseits des Kanals. Der 4. Wahlbezirk mit 130110 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 66 A— 780, 114— 119, also einen Teil der Tempelhofer Vorstadt östlich der Bellealliance- nrit der Arndtstraße, Zossener-, Nostiz-, Gneisenau-, Urbanstraße und Hasenheide, das Wassertor, die Alexandrinen- und Hollmannstraße, Gitschinerstraße ic. Der 5. Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 143 142 Seelen umfaßt die Stadt- bezirke 79—81, 86—96, 102— 113B, also in der Hauptsache einen Teil der Luisenstadt mit der Britzerstraße, Elisabethufer, Admiral-, Skalitzer-, Reichcnberger- und Oranienstraße, Adalbert-, Manteuffel- stieße und Kottbuser Ufer, sowie das Görlitzer Viertel. Der 6. Wahlbezirk mit 196 437 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 147—156, 159, 161 bis 179A. d. h. in der Hauptsache das Stralauer Viertel mit der Blumen« straße, Lebuser-, Palisaden-, Große Frankfurterstraße, den Andreas- platz und die Straßen am Ostbahnhof. Der. 7. Wahlbezirk nit einer Bevölkerung von 179 965 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 57, 158, 160, 179B bis 181F, I89a bis 192, 193B und 1930, d. h. ne Frieden-, Pufendorf-, Richthofenstraße, die Straßen am Balten- latz, am Friedrichshain und das Bötzowviertel im Nordosten. Der 8. Wahlbezirk mit 246 507 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 1—5, 146, 146, 132 bis 133, 193A. 194—208, 218—226, 228—231 und. 237— 243, das heißt „Berlin", die Schilling-, Kaiser- und Magazinstraße, da«„Königs- viertel", die Greisswalderstraße, das Spandauer Viertel, die Rosen- thaler Vorstadt mit der Belforter-, Metzer-, Danziger- und den südlichen Straßen. Der 9. Wahlbezirk mit 157 633 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 244—250. 254 A, 2540, v und E sowie 320 A— 324, also den Gesundbrunnen mit den Straßen am Nordbahnhof. Der 10. Wahlbezirk mit den Stadtbezirken 209—217, 227, 232-236, 251-253, 254 B. 255—282, 305 ist der bevölkertste, er zählt 257 869 Seelen und um- faßt vom Spandauer Viertel bis zur Rosenthaler Borstadt das Oranienburger Viertel mit dem Wedding. Der 11. Wahlbezirk mit einer Bevölkerung von 129 205 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 306—3080, 310—319, 325—3260, also in der Hauptsache den Wedding, das Afrikanische Viertel und den nördlichen Teil des Gesundbrunnens mit der Koloniestraße. Der 12. Wahlbezirk mit 189928 Seelen umfaßt die Stadtbezirke 235 bis 804 und 309, also Moabit mit den Straßen am Rudolf Virchow-Krankenhause. Der größte Wahlbezirk zählt demnach 257 869 Seelen und umfaßt hauptsächlich das Oranienburger Viertel mit der Ackerstraße, der kleinste Bezirk mit einer Bevölkerung von 129 205 Seelen umfaßt das noch im Entstehen begriffene „Afrikanische Viertel" an der Müllerstraße und der Jungfern- Heide, Es ist hierbei der in Aussicht stehende BevölkerungL- zuwachs schon eskomptiert worden. Zu berücksichtigen ist ferner, daß die angegebenen Bevölkerungszahlen sich selbswerständlich mit den Wählerzahlen nicht decken. Partei- Angelegenheiten. Die Lokalliste für Berlin und die Provinz Brandenburg ist neu herausgegeben und wiederum richten wir an alle Partei genossen das dringende Ersuchen, mehr noch als bisher dieselbe zu beachten. Hauptsächlich gilt es, unsere Partei- genossen in den Prvvinzorten in ihrem fortwährenden Kampfe um die Erringung freier Lokale mit allen Kräften zu unterstützen. Wenn auch in Berlin selbst von einem Lokalkampf nicht viel zu spüren ist, so ist es doch auch hier noch nicht gelungen, alle Lokale mit Versammlungsräumen für die Arbeiterschaft zu gewinnen. Einer ganzen Anzahl von Saalinhabern ist es immer noch möglich, ihre Räume der organisierten Ar- beiterschaft vorzuenthalten, so daß auch hier noch ein gutes Stück Arbeit zu erledigen ist. Ungleich schwieriger gestaltet sich jedoch der Lokalkampf in den Provinzorten; dort tritt man unseren Parteigenossen noch häufig offen und in der schärfsten Form ent- gegen. Ist es dort endlich einmal gelungen, ein Lokal frei zu bekommen, so geht uns dasselbe in vielen Fällen nach Stattfinden der ersten Versammlung infolge behördlicher Maßnahmen(Herab- setzung der Polizeistunde usw.) und sonstiger gegen den Wirt ge- richtete! Schikanen wieder verloren. Nun ist für die Gründung und den Ausbau unserer Organisationen sowie überhaupt für unsere ganze Agitation die Lokalsrage zweifellos eine der wichtigsten Kragen. Wo uns Säle zu Versammlungen zur Verfügung stehen, dort können wir unser Ver- sammlungsrecht er st wirklich ausnützen, daher ist der Kampf um Versammlungsräume auch ein Kampf um das Versammlungsrecht. Dies alles haben unsere Gegner auch sehr gut begriffen, und darum versuchen dieselben es mit allen Mitteln, uns die� Säle vorzuenthalten oder wieder ab- zutreiben. Unser einziges Mittel in diesem Kampf ist die Lokalsperre, und ist es daher Pflicht jedes Genossen, für strenge Durchführung derselben Sorge zu tragen. Kein Ausflug, keine Partie oder sonstiges Arrangement darf unternommen werden, ohne daß man sich vorher genau über die Lokalfrage orientiert hat. Wir empfehlen den Vereinen dringend, sich vor Arrangierung jeder größeren Partie mit der Lokalkommission in Verbindung zu setzen, dieselbe ist zu jeder gewünschten Auskunft gern bereit. Außerdem ersuchen wir, darauf zu achten, daß allen Verträgen eine Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lokal für Arbeiter- Versammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Daß dies unbedingt notwendig ist, ist durch verschiedene Vorkomm- nisse in jüngster Zeit bestätigt worden. Nach jahrelangem Kampf um die Lokale„K h f f h ä u s e r" und„L o r e l e h" an der Obersprce ist es uns endlich gelungen, beide Lokale für die Arbeiterschaft frei zu bekommen, wodurch ein- schließlich der schon früher vorhandenen freien Lokale dem Er- holungsbedürfnis der Berliner Genossen mehr Rechnung getragen ist. Ganz besonders ersuchen wir noch, die dortigen Lokale „N e p t u n s h a i n",„S e d a n".„Neuer Krug" sowie das Lokal von Wardt streng zu meiden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch wiederum auf die Lokalverhältnisse in Zehlendorf bei Berlin hinweisen; es ist uns, trotz vieler Opfer, leider noch nicht gelungen, das Lokal „F ü r st e n h o f" für die Arbeiterschaft zu gewinnen. Außerdem haben wir noch eine ganze Anzahl von Lokalen in der nächsten Um- gebung Berlins, deren Inhaber ihre zum Teil glänzende Existenz nur dem Massenbesuch der Bevölkerung Graß- Berlins verdanken. Hier gilt es. durch unermüdliche Agitation und strenge Beachtung der Lokallistc endlich einmal Wandel zu schaffen. Alle sonst nicht in der Liste aufgeführten Lokale sind g e- sperrt, und machen wir, um jeden Irrtum auL- zuschließen, darauf aufmerksam, daß es eine be- sondere Spezies sogenannter neutraler Lokale nicht gibt. Die in der Liste mit einem* bezeichneten Orte bezw. Lokale sind seinerzeit durch Beschlutz der Parteigenossen Berlins als frei erklärt worden, da dieselben meist für Versammlungen nicht in Frage kommen, außerdem würden durch eine strenge Durchführung der Sperre der Arbeiterschaft vielfach die schönsten Gegenden um Berlin verschlossen bleiben. Gleichwohl empfehlen wir dringend, die betreffenden Orte bezw. Lokale nur ini äußersten Falle zu benutzen, auf keinen Fall darf das Endziel einer Partie nach dorthin festgesetzt werden.— Des weiteren wollen wir daran erinnern, daß es Pflicht der Vorstände und Komitees ist, dafür zu sorgen, daß das zu ihren Vergnügungen und sonstigen Veranstaltungen notwendige Be- dienungspersonal stets vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Ver- bandes Deutscher Gastwirtsgehülfen(Orts- Verwaltung Berlin), Große Hamburger st r. 18/19, Tel. Amt III 1813, bezogen wird.— Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, so- wie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aende- rungen Notiz zm nehmen. Für verloren gegangene Listen kann Ersatz von sämtlichen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis. Am Karfreitag findet eine Herrcnpartie statt und zwar nach Friedrichshagcn und Umgegend. Treffpunkt morgens 8 Uhr: Schlesischer Bahnhof, an der Seite wo die Unter- grundbahn abfährt. Abfahrt 8 Uhr 23 Minuten. Für Nachzügler: Frühstück- Rahnsdorfer Mühle bei Wwe. Klemm; mittags von 1 Uhr ab: Schöneiche(Restaurant Waldschloß, Jnh. Süßmilch). Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Vergnügungslommission. Dritter Wahlkreis! Die Genossen, welche noch im Besitz von Sammellisten der Reichstagswahl sind, werden ersucht, dieselben so schnell wie möglich abzurechnen. Der Vorstand. Am Karfreitag findet eine Herrenpartie statt. Treffpunkt ist Tegel, Restaurant Drescher, Schlüterstr. 80.(Nicht bei Kittke, Berlinerstraße.) Der Abmarsch erfolgt pünktlich 10 Uhr. Es geht durch die Ruthen-Berge nach Heiligensee, dann über Neubrink bis Herinsdorf, von dort Rückfahrt. Direkte Verbindungen»ach Tegel sind die Straßenbahnlinien Nr. 25 Charlottenstraße— Tegel und Nr. 26 Oranienburger Tor— Tegel. Am Sonnntag. den 31. März(1. Osterfeiertag) mittags 12 Uhr, veranstaltet der Wahlverein im großen Saal von Bnggenhagen (Moritzplatz) eine Matinee. Dieselbe wird ausgeführt von den Willy Walde-Sängern. Billetts a 30 Pf. sind außer bei den Bezirks- führern noch an der Kasse zu haben. Um recht zahreiche Beteiligung beider Veranstaltungen ersucht _ Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Am Karfreitag findet eine Herrcnpartie statt. Treffpunkt früh 8'/z Uhr bei Willi Götz, GesellschaftShans Tegel. Schloßstraße 7/3, neben dem Straßenbahnhof in Tegel. Ab- marsch 9>/z Uhr nach Jörsfelde, Lokal Döring. Von dort per Dampfer nach Papenberge. Dann Fußtour nach Hakenfelde. Zu zahlreicher Beteiligung, hauptsächlich auch der Sangesbrüder, ladet ein Der Vorstand. Britz. Die Bücher-Ausgabe des Wahlvereins findet am Oster» sonnabend nicht statt._ Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Kinder des Proletariats. Bei einer Tasse Mokka sitze ich im Caföi Meine Hand ergreift eins der ausliegenden Journale. Ich schlage es auf und stoße auf eine geistreiche Abhandlung über— Hunde- moden. Die Haus-, Frühjahrs-, Sommer- und Sporttoilette der vierbeinigen Kinder des Glückes wird da tiefgründlich erörtert.... Eine klagend ängstliche, leise Stimme läßt mich aufschauen. Ein dürftig gekleidetes Mädchen steht vor mir.-- Mit schüchternen Blicken begleitet es die Worte: Heftpflaster, Ist Pf.l-- In dem Tonfall der Stimme liegt mehr flehende Bitte als Aufforderung. Und die ganze Erscheiouog ist eine Bitte. ein Flehen um Mitleid. Aus einem entsetzlich blassen, kummervollen, müden, Not gezeichnetem Gesichtchen schauen ein paar traurige Augen. Sie haben sicher schon viel und oft geweint, aus Not.... Wie alt bist Du denn? frage ich die Kleine. 13 Jahre, flüstert das Kind. Ich frage weiter und erfahre Verhältnisse, die nicht als besonders kraß gelten können. Es handelt sich um eine der besseren Notcxistenzen. Die Allerärmsten sind ja zu lumpig, als daß sie ein Lokal betreten dürfen. Der Vater der kleinen Verkäuferin kann nicht mehr schwer arbeiten, er verdient einiges als Zeitungsverkäufer. Die Mutter kann nicht ausgehen, sie muß 3 kleine Kinder pflegen. Darum muß sie, die kleine Verkäuferin, jeden Tag hinein in den Kampf ums Dasein. Von nachmittags 4 bis in die sinkende Nacht von einem Lokal ins andere, aus der dumpfen Atmosphäre hinein in den klatschenden Regen, in Schneegestöber und Windsturm. Und mit dem abgekühlten Körper wieder hinein in die heißen Lokale und iviedcr hin- aus, viele Stunden lang. Ohne ordentliche Ernährung, ohne wetterfeste Kleidung. Und niemand schützt das Kind vor Roheit und Gemeinheit. Noch sprachen aus seinen Blicken, aus dem ganzen Wesen Unschuld und UnVerdorbenheit. Ist es Schuld des Kindes, wenn in dem in dieser Atmosphäre sicher frühreifen Körper bald auch eine vergiftete Seele wohnt?-- Ich sehe auf die Uhr. Es schlägt bald die 11. Stunde. Wann wird das Kind zu Hause kommen? Vielleicht um Mitternacht, vielleicht später! Die Müdigkeit hat wohl längst den Hunger übermannt; erschöpft sinkt das Kind auf sein dürftiges Lager. Häßliche Bilder, die sein Auge zufällig schaute, schmutzige rohe Worte, die sein Ohr vernahm, stören im Traum den ruhigen, stärkenden Schlummer. Müde, abgespannt, mit wüsten, unklaren Vorstellungen treibt der Ruf zur Schule das Kind vom Lager auf. Nun soll es lernen! Die Schule wird zur Qual. Die Jugend dieses Kindes und taufender anderen, ist sie nicht die goldene Zeit.... Aus der städtischen Schuldcputation wird berichtet:„In der gestrigen Sitzung der städtischen Schul- deputation wurde beschlossen, Berlin zum Zweck der Be- schaffung von Schulbüchern in drei gleich große ezirle zu teilen und zwar dergestalt, daß in jedem dieser drei Bezirke für die einzelnen Fächer nur ein besonderes Buch (Lesebuch usw.) gebraucht wird. Diese Neuerung soll vom 1. Oktober in Kraft treten,| sowohl für die schon genehmigten. als auch für die noch zu genehmigenden Bücher. Es soll mit der größtmöglichsten Borsicht verfahren werden, damit die Eltern nicht belastet werden. Diese sollen vielmehr entlastet werden, damit sie bei einem Wohnungswechsel, der in Berlin in der Regel aus Stadtviertel beschränkt ist, und bei der Umschulung nicht jedesmal neue Bücher zu beschaffen brauchen. Mit den vielen verschiedenen Büchern in den Schulen wird dann nach dem 1. Oltober nach und nach aufgeräumt werden. Die Aufsichtsbehörde hat bereits ihre Zustimmung erteilt. Auf Vorschlag des Stadtschulrats Dr. F i s ch e r hat die De- putatton beschlossen, die achten Klassen in den Gemeindeschulen, die über 60 Schüler haben, in 6 bis 8 Stunden in„Deutsch" und „Rechnen" zu teilen, und daß die Klassen, welche mit 50 und mehr Kindern besetzt find, geteilt werden können." Soweit der Beschluß der Schuldeputation über die Bücherftage in Betracht kommt, ist mit der organisatorischen Aenderung nicht viel «reicht. Eine gründliche Wandlung zum Besseren in dieser Frage wird nur dann eintreten, wenn sich die Stadtverordnetenversammlung endlich bequemen wird, den schon oft von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten, von der freisinnigen Mehrheit aber immer ab- gelehnten Antrag auf unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel an- zunehmen. Dann wird auch die so große Verschiedenheit der Lehr- mittel für die einzelnen Gemeindeschulen aufhören und wenn cS wirklich nicht der Fall sein sollte, hätten wenigstens nicht die Eltern, sondern nur die Stadt den Schaden. Umlenkung bei der Straßenbahn. Die Straßenbahn ist ge» nötigt, wegen Bauarbeiten verschiedene Linien umzulenken. Der Molkenmarkt wird asphaltiert. Die Berbindungsgleise der Spandauer- und der Stralauerstraße können deshalb vom nächsten Mittwoch, den 3. April, an bis weiteres nicht befahren werden. Es wird deshalb notwendig, von jenem Tage an die Wagen der Linien 23(Britz— Reinickendorf), 29(Britz— Seestraße) und 30 kRixdorf— Swinemünderstraße) folgendermaßen abzulenken: Die. Wagen der Linien 28 und 29 fahren nicht von der Königstraße durch die Spandauerstraße, über- den Molkenmarkt und durck, die Stralauerstraße, sondern über die Königstraße, den Alexander- platz, die Alexanderstraße, die Jannowitzbrücke und umgekehrt. Die Wagen der Linie 30 fahren von der Rosenthalerstratze nicht über den Hackeschen Markt, die Straße an der Spandauer Brücke, die Rosenstraße, den Neuen Markt, die Spandauerstraße, den Molken. markt, die Stralauerstraße, sondern über die Weinmeister, um Münzstraße, den Alexanderplatz, die Alexanderstraße und die Jannowitzbrücke und umgekehrt. Die Parkdeputation tagte nach längerer Unterbrechung am Dienstag unter dem Vorsitz des Bürgermeisters. Sie stimmte dem vorgelegten Projekt zur Ausgestaltung des BahnhofSeingangeS der Untergrundbahn auf dem Wilhelnrplatz zu. Das Gesuch, den grünen Streifen in der Greisswalderstraße im Zuge der Jablonskistraße zu durchbrechen, wurde unter der Motivierung, daß die Streifen zum Schutze der spielenden Kinder angelegt seien. ab- gelehnt. Wegen Entfernung der zirka achthundertjährigen alten Rieseneichen in der Tiergartenstrahe 13—15» soll noch einmal mit der Tiergartenverwaltung in Unterhandlungen getreten werden, das Verkehrshindernis auf andere Weise unter Schutz der Bäume zu beseitigen. Ferner beschloß die Deputation den Schulen drei weitere Spielplätze im Treptower Park zur Verfügung zu stellen. Somit ist zum Teil für die Schulkinder des Ostens und Südostens� einem dringenden Bedürfnis entsprochen. Dem Antrage der Verwaltung des Gewerkschaftshauses. Engel- Ufer 15. die vor dem Grundstücke eingegangenen Bäume durch neue-f ersetzen, wurde stattgegeben, desgleichen dem Gesuche! städtischen Gärtner wegen Errichtung eines GärtnerausschuffeS. 8 der Mitte der Deputation ivurde der Wunsch ausgesprochen. SitznngSprotokolle zu vervielfältigen und jedem Mitglieds der Dl tatton zuzustellen; dem wurde allseitig zugestimmt. Ausnahmetage in Berkaufsgcschäften. Auf Grund des-§ 1 Ziffer 3 der Gewerbeordnung setzt der Polizeipräsident für Ortspolizeibezirk Berlin die Bestimmungen des 139c dieses setzes über die den Gehülsen, Lehrlingen und Arbeitern in offe Verkaufsstellen und den dazu gehörigen Schreibstuben(Kontor und Lagerräumen zu gewährende Mtndestruhez und Mittagspause für folgende Tage des Jahre 1907 ai Anwendung: 1. Bei den Händlern mtt Blumen für den 30. Marz 23., 30. November; 7., 14.. 21., 30. Dezember 1907. Ja 14» 21» 20. Dezember 1907. «. N« den HSnvlem mrt Spielwaren für den SS. und 0. November; 2. bis 7., 9. bis 14., 16. bis 21. und 23. Dezember 1907. 3. Bei den Buchhändlern für den 6. und 7., 9. bis 14., 16. bis 21. und 23. Dezember 1907. 4. Bei allen übrigen offenen Verkaufsstellen für den 28. und 30. März; 8. und 18. Mai; 23. November; 13. und 14., 16. bis 21., 23. und 30. Dezember 1907 Die Tage, an denen im Ortspolizeibezirk Berlin alle «ffenen Verkaufsstellen(einschließlich der oben zu 1 bis 3 genannten Gewerbetreibenden) für den geschäftlichen Verkehr bis 10 U h r abends geöffnet fein dürfen, find bereits durch die Bekanntmachung vom 14. Januar 1905 festgefetzt worden. Es find dies für das Jahr 190? dieselben Tage,"welche oben unter Nc, 4 genannt sind. Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Vorberatung der Magistratsvorlage über die Enteignung eines Teiles des Insel- spricher-GrundstÜcks zur Regulierung der Straße an der Fischer- brücke und zur Errichtung einer neuen Brücke hat die Vorlage eingehend beraten und beschlossen, dem Plenum die Ablehnung der Enteignung vorzuschlagen. Die Notwendigkeit des Neubaues der Brücke und der Regulierung der Straße an der Fischerbrücke Wurde von den Mitgliedern des Ausschusses nicht anerkannt. Die 4. städtische Säuglingsfürsorgestelle ist vom Luisen-Ufer 50 nach dem Schulgruüdstück N a u n h n st r. 63 verlegt worden. Die erste Sprechstunde wird dort am 30. März d. I. stattfinden und findet sie wochentäglich von 2 bis 3 Uhr statt. Die Therese Leßmannsche Stiftung gewährt in Berlin orts angehörigen Hülflosen Witwen und unverehelichten weiblichen Personen, welche keinen Ernährer haben und einen tadelfreien sittlichen Lebenswandel führen, Unterstützungen im Betrage von 180 M. Die Unterstützungen werden am 10. Juli d. I. für die Zeit vom 1. Juli 1906 bis 1. Juli 1907 gewährt und vierteljährlich pränumerando mit 45 M. gezahlt. Bewerberinnen haben ihre Gesuche mit Angabe der Vor- und Zunamen bezw. Geburtsnamcn, des Tages und Ortes ihrer Geburt an das Bureau der Therese Leßniannschen Stiftung. Poststratze 16, bis s p ä t e st e n s 31. März d. I. einzureichen. Da nach den Bestimmungen der Stifterin die Unterstützungen zur Hälfte an christliche, zur anderen Hälfte an jüdische Personen zu verteilen sind, ist in den Gesuchen auch die Religion der Bewerberinnen anzugeben. Gesuche solcher Personen, welche von der Armendirektion oder anderweitig unter- stützt werden, sowie Gesuche, welche die erforderten Angaben nicht enthalten, können nicht berücksichtigt werden. Bilderpreise. Einige sehr nette Oelgemälde und Zeichnungen Wurden hier öffentlich versteigert. Von Hugo Äauffmami zwei ganz kleine Bilderchen. aber sehr fein gemalt;„D a s Z e n t r u m". der Pfarrer liest im Wirtshaus zwei Bauern aus der Zeitung vor, und„Die Sozialdemokratie", zwei Arbeiter debattieren über einen Zeitungsartikel, nur 17 Zentimeter große Bilderchen, brachten 1330 M.— Eine Federzeichnung von H. Zügel stellte „Thras, den Reichshund", vor. 61 M. wurden dafür gezahlt. Von Adolf Menzel brachte eine Bleistiftzeichnung,„Kopf eines bärtigen Mannes", en face dargestellt, 850 M. Ein sehr originelles Aquarell war die Zillertaler Botenfrau von Karl Meyerheim, das 90 M. brachte. Eine auf braunem Papier in weiß ausgeführte Federzeichnung von Professor Rudolph Seitz trug folgende In- schrift: „Weil nicht mehr harmlos denken kann die Welt, Soll ich Ideen verschweigen, die mich freu'n? Was nützen Schätze mir, was gilt mir Geld, Wenn ich mich auszusprechen sollte scheu'n?" Der Stadtverordnete Friedländer ist Dienstagabend gestorben. Er vertrat den 6. Bezirk der 1. Abteilung. Soweit wir Gelegen- heit hatten, den Verstorbenen m seiner Eigenschaft als Stadt- verordneten kennen zu lernen, kann ihm nur nachgesagt werden, daß er ein äußerst engherziger, verknöcherter Liberaler war. DaS„Rotbuch" der Stadt Berelin für 1907 ist soeben wieder erschienen. Es umfaßt die ganze Berliner Gemeindeverwaltung, der über 20 000 Beamte dienen, die übersichtlich geordnet in diesem Nachschlagewerk verzeichnet sind. Gegen das Vorjahr hat■ das Buch eine Bereicherung von 30 Seiten erfahren. Für Private ist das Buch im Nathause zum Preise von 2 M. im Zimmer 21 zu haben. Zur Ansicht. Die Große Berliner Straßenbahn läßt gegen» wäriig in der Königgrätzerstraße einige Probemasten aufstellen, um dadurch ein Bild zu geben, wie sich an dieser Stelle die Ober leitung bei eventueller Bewilligung darstellen wird. Es wird ja nicht mehr lange dauern, dann wird der»Großen" ihr langgehegter Wunsch schon erfüllt werden. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich am Montag nach Wittag gegen 3 Uhr in der Lederzurichterei von Bolle, Wriezener , fräße 19/11. Dort geriet der Arbeiter Franz Lüdicke, Wriezener- sfraße 33, auf unaufgeklärte Weise in die Transmission, wurde hon der Welle erfaßt und einige Male herumgeschlendert, und zwar �nt solcher Gewalt, daß dabei das Fcnsterkreuz herausbrach. Er p lbst erlitt außer schweren inneren Verletzungen mehrere Bein- �rüchc, auch hing das Fleisch in Fetzen an den Beinen. Sein „Zustand ist hoffnungslos. Sofort wurde ein Krankenwagen tele- Honische bestellt; obgleich aber versichert wurde, ein solcher werde : 20 Minuten an der Unfallstelle sein, mußte bis gegen 5 Uhr .•wartet werden._ Tödlicher Unfall zweier Greisinnen. Im Straßenverkehr sind gestern abend zwei alte Frauen so schwer verunglückt, daß sie wohl kaum mit dem Leben davonkommen werden. In der Schendelgasse wurde die 79 Jahre alte Emma Micrsch aus der Wiesenftratze 55 von einem Droschkenautomobil überfahren. Neben anderen schweren rletzungen wurde der Greisin der Unterschenkel und der Ober- gebrochen. Nach Anlegung von Nowerbändcn auf der Unfall- .on 10 wurde Frau M. in das Krankenhaus am Friedrichshain »acht.— Von einem Break wurde in der Münzstraße die 76- ige Witwe Schwarz, Wörtherstr. 6, überfahren. Sie fand eben- j im Krankenhaus am Friedrichshain Aufnahme. Ihr Zustand äußerst bedenklich. Der Viehhof und die Anwohner. Das königliche Landgericht I .«rfelbst Haiden Prozeß gegen die Ausdünstungen des Viehhofes nd seiner Betriebe, namentlich der Peptonfutterwerke, abgewiesen, oie in der letzten Sitzung des Grundbcsitzervereins„Frankfurter Bezirk" durch den Syndikus des Vereins, Rechtsanwalt Brennert, bekannt gegeben lvurde. Der Eigentümer eines Grundstückes kann H f Grund des§ 906 die Zuführung von Gerüchen, die von einem deren Grundstück ausgehen, insoweit nicht verbieten, als sie un- entlich sind oder nach den örtlichen Verhältnissen bei Grund- en dieser Lage gewöhnlich sind. Dazu führt das Landgericht daß der Viehhof bereits im Jahre 1881 zugleich mit dem rnehmen der Beklagten zu I(den Peptonfutterwerken) dem Be- übergeben wurde. Dieser liegt an der äußersten Grenze des indebezirks Berlin. Auch jetzt ist die Gegend nördlich und vom Vichhof noch unbebaut. Erst später ist das Häuserviertel ' vom Viehhof bis zu den Kirchhöfen und südlich bis zur rter Allee entstanden. Zurzeit seiner Entstehung konnte «ine Belästigung von unmittelbaren Anwohnern nicht in Frage nen. Im übrigen war auch der ganze damals bestehende öst- Stadtteil Berlins zlvMie» der Spree und der Landsberger- ? der Sitz zahlreicher Fabriken. Es konnte daher auch an der blichteit solcher Betriebe wie derjenigen der Be- i keilt Zweifel sein. Der Osten ist auch der der Fabrik- und Jndustrietätigkeit geblieben Daher bringt die dortige Gsgend cS mit sich, daß sich die Ausdünstungen des Viehhofes und der mit ihm verbundenen Betriebe bemerkbar machen, und muß das von den gerade in dieser Lage sich Ansiedeln den mit in den Kauf genommen werden. Nach eingehender Be- sprechung dieses Rechtsfalles beschloß der Verein die Emlegung der Berufung gegen dieses Urteil beim Kammergericht. Von der Lokomotive erfaßt. Zwische« den Stationen Savigny- platz und Charlottenburg hat sich gestern auf der Stadtbahn ein schwerer Unglücksfall zugetragen. An der Ucberführung der Wielandstraße wird gegenwärtig das Brückengeländer repariert. In dem Augenblick, als der Sckmied Ferdinand Schlenz aus der Jungstr. 27 sich ein wenig vom Geländer zurückbog, kam ein Ring- bahnzug vorüber und Sch. wurde von der Maschine erfaßt und überfahren. Der Zug wurde sofort zum Stehen gebracht. Sch. hatte mehrere Rippenbrüche sowie schwere Kopfverletzungen erlitten und wurde nach Anlegung von Notverbänden auf der Unfall- station 20 in äußerst bedenklichem Zustande in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die erschütternde Familientragöbie, die sich am Sonntagabend in der Eckertstraße 4 abspielte, wo die Familie des Kassenbeamten Blaurock durch Gas vergiftet aufgefunden wurde, hat jetzt daS dritte Opfer in der Familie gefordert. Frau Blaurock, die noch lebend in daS Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt wurde, ist dort an den Folgen der Vergiftung verstorben. Als Sieger aus den internationalen Wett-Ringkämpfen im Zirkus Busch ging Padoubny- Rußlcmd hervor. Er erhält allster dem Hauptpreis den Goldpokal und den Ehrenpreis vom Professor Begas. Weitere Ringer kämpfen nun noch um den zweiten und dritten, vierten und fünften Preis. Im Zirkus Schu- mann verringert sich ebenfalls von Tag zu Tag der Kweis der für den Preis in Frage kommenden Ringkämpfer. Eisenbahners Tod. Auf dem Bahnhos Halensee trug sich gestern (Mittwoch) abend ein bedauernswerter Unfall zu. Dort geriet der Rottenführer D i t t w a l d aus Wilmersdorf, der mit dem Eisenbahn- unterhaltungsarbeiter Vierheller Reparaturen an einer Schiene vor- nahm, unter einen Güterzug. Dem Unglücklichen wurde der Schädel zermalmt, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Vierhellcr erlitt nur leichtere Verletzungen; er konnte allein seine Wohnung aufsuchen. Der getötete Ditlwald ist ein alter Eisenbahner, er war schon über dreißig Jahre auf der Strecke tätig. Er hinterläßt eine Frau mit mehreren Kindern. Arbeiter-Bildungsschule. Am Karfreitag fällt der Unter- richt in Nationalökonomie in der Grcnadierstr. 87 aus, ebenso der Geschichtsunterricht in Steglitz. Beide Unterrichtsstunden werden nachgeholt. Folies Caprice. Das Budapester Possentheater in der Linien- straße hat sein Programm um einen neuen Schlager bereichert. Szenen aus dem Apothekerleben ziehen in dem Schwank:«Eine Nacht in der Apotheke" über die Bühne. Wie die meisten „Stücke" dieser Bühne, bringt uns auch dieses die unmöglichsten Situationen und die tollsten Einfälle. Ein junger Apotheker hat soeben seine Hochzeit gemacht und will noch an demselben Tage feine Hochzeitsreise antreten. Er beauftragt seinen Provisor niit seiner Vertretung, aber bevor er die so fehnlichst erwartete Reise mit feiner Erkorenen antreten kann, werden ihm allerhand Schwierig- leiten gemacht und immer wieder wird der junge Ehemann daran gehindert, das Eheglück ungestört zu genießen. Es entwickeln sich Situationen, die gar nicht mehr mißzuverstehen und mit den Händen zu greifen sind. Daß unglaublich gelacht und geklatscht wurde, war bei dem guten Spiel der Mtwirkenden selbst- verständlich. Feuerbericht. Wegen einer Gasausströmung wurde der 7. Zug in der letzten Nacht um 1 Uhr nach det Boxhagenerstr. 17a gerufen. In einer Wohnung war eine Gasleitung undicht ge- worden. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahr durch Lüften und Schließen des Hauptgasrohres. Kellerbrände muhten in der Königgrätzerstr. 15 und Oranienstr. 161 gelöscht werden. Dort waren Schaldecken, Kleider von Kellnern,'Säcke und anderes in Brand geraten. Ein kleiner Wohnungsbrand rief den 3. Zug nach der Rheinsbergerstr. 20. Papier und Bretterverschläge waren vorgestern in der Zimmerstr. 95/96 in Brand geraten. In der Turmstr. 59 brannten Kohlen, Fußboden, Kasten usw. und in der Gleditschstr. 46 ein Schornstein. Mit Erfolg wurde in der v. d. Heydtstr. 10 ein Sauerstoffapparat bei einem Schwerkranken benutzt, bei einem anderen in dem Hause am Hcrkulesufer 10 hatte die Benutzung dieses Apparates keinen Erfolg, mehr. Außeo dem wurde die Feuerwehr noch nach der Müllerstr. 6a und anderen Stellen gerufen._ Vorort- JVachricbtcm Charlottenburg. lieber die Wirksamkeit der Fürsorgestellen für Lungenkranke enthalten die amtlichen Nachrichten der Armenverwaltung wert' volle Daten. Vom Jahre 1902 bis zum 1. Januar 1907 wurden nicht weniger als 1730 Familien in Fürsorge genommen. Ein Teil von ihnen ist aus verschiedenen Gründen(Wegzug aus Chav lottenburg, Tod usw.) wieder ausgeschieden. Am 1. Januar 1006 befanden sich noch 715 Familien in Fürsorge; im Jahre 1901 sind 528 Familien neu hinzugekommen, und 190 wieder ausgeschieden, so daß das Jahr 1907 mit einem Bestände von 1053 tuberkulösen Familien eröffnet worden ist. Dabei ist streng daran festgehalten worden, in die eigentliche Fürsorge nur solche Familien auf- zunehmen, in denen wirkliche Tuberkulose festgestellt wurde. Sonst würde die Zahl noch weit höher sein. Die Verwaltung hat darauf gehalten, daß die in der Lungenkrankenfürsorge tätigen Schwestern die Familien der Kranken regelmäßig besuchten und dabei nicht nur die Wohnungsverhältnisse genau prüften, sondern auch di� Angehörigen an der Hand des von der städtischen Fürsorgestelle her- ausgegebenen Tuberkulose-Merkblattes über die Ansteckungsgefahr und die dagegen zu treffenden Maßregeln belehrten und auf die genaue Beachtung der gegebenen Ratschläge hinwiesen. Wo der Kranke mit einem noch nicht erkrankten Familienangehörigen das Bett zu teilen gezwungen war, wurden zur Verhütung der An- steckung. wenn eigene Mittel fehlten, auf Antrag der Fürsorge- stelle durch die Armenverwaltung vollständige Betten beschafft und den Familien leihweise überlassen. Ließ die große Kopfzahl der Familien bei engen, womöglich noch mit Schlafburschen besetzten Wohnräumen cS unmöglich erscheinen,' in den Räumen eine weitere Ansteckung zu verhüten, so wurden die Familien veranlaßt, die Schlafleute zu entlassen oder eine geräumigere Wohnung zu be. ziehen. Fehlten die Mittel dazu,'so wurden durch die Lungen- krankenfürsorge Beihülfen von der Armenverwaltung, aus Stiftungsmitteln odse von anderen Stellen erwirkt. Kann die Lungenkrankenfürsorge auch nicht behaupten, daß fie alle unter ihrer Aufsicht stehenden Wohnungen„in bestmöglichen sanitären Zustand versetzt" hat. so war sie doch wenigstens bestrebt, an der Besserung der Wohnungsverhältnisse der Lungenkranken mit- zuarbeiten, und sie hvt auch manches erreicht. Weiter ist ein Ver- such gemacht worden, die aus der Wäsche der Tuberkulosen fließende Quelle der Ansteckungsgefahr etwas zu verstopfen, und zwar hat die Lungenkrankenfürsorge zunächst an 59 zuverlässige Familien, in denen sich ein Schwerkranker befand, Wäsche- beute! ausgegeben, in denen die schmutzige Wäsche des Kranken gesondert gesamitkelt und vor dem Waschen mit dem Beutel längere Zeit in heißer Sodalösung gelegt wird. Ist das geschehen, so kann sie ohne Gefahr mjt der übrigen Wäsche der Familie zusammen Am Montag wurde die erste Sitzung der Stadtverordneten- gewaschen verdew■. s Versammlung durch den Landrat von Stubenrauch in der Aula Mit eigenen Aufwen.]en die Lungenkrankenfürsorge nur dann eingegriffen, war geholfen werden mußte. Hülfe von anderer Seite aber nicht zu �reichen war. So hat sie 1906 an 857 Familien 16 000 Liter Mi-, ausgegeben, in 46 Fällen Fleisch, marken, in 72 Fällen Stär�gZaiittel. 5 mal Mietszuschüsse, 14 mal nötige Kleidungsstücke se,st gewährt und dafür über 3000 Mark aufgewendet. � In Lungenheilstätten sind nn\$te 1906 aus den in Fürsorge stehenden Familien 315 Personen)� og Männer, 93 Frauen und 102 Kinder, aufgenommen; den E.>lungsstätten sind 283 Per- sonen, 45 Männer. 82 Frauen und l�Kinder, zum Teil auch auf Freistellen, überwiesen worden. Die Hoffnung des Pflegeheims „Burg Daber" durch den Brandenburg. Hen Provinzialverein zur Bekämpfung der Tuberkulose ermöglichte s, 21 nicht mehr für die Hcilstättenbehandlung geeignete, eine gefchrbrwgende JnfektionS» quelle für ihre Umgebung bildende Perso-en dort in. geordnete Pflege unterzubringen, und zwar 10 Män.-xr und 11 Frauen. Für Frauen bestand eine solche Anstalt bis�r in Deutschland überhaupt nicht. Die gesamten Kosten der Lungenkrankenfürsorge beliefen sich im Jahre 1906 auf 8368 M.; hierzu hat die Stadt 5009 M. bei» getragen und außerdem die ganzen Kosten der städtischen Für, sorgestelle getragen. Keine Maßnahmen gegen die Fleischteuerung. Am 6. September 1995 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat ersucht, in gemischter Deputation in Beratung darüber zu treten,.auf welche Weise, abgesehen von zeitweiliger Aufhebung der Grenzspe-J* der Bevölkerung von Charlottenburg gutes und billiges Fleisch i.n ge» nügender Menge beschafft werden kann. Die Deputation wurde gebildet, sie hat mehrere Sitzungen abgehalten und ist jetzt au,' gelöst, ohne daß sie irgendwelche positive Arbeit geleistet hätte. 1 Von einer eigenen Schweinemästerei wurde namentlich mit Rücksichl darauf Abstand genommen, daß vom 1. April 1997 ab die samt- lichen Küchenabfälle an die Müllabsuhrgesellschast vergeben sind, die sich mit der Absicht trägt, diese' Abfälle zur Schweine- mast zu benutzen, um durch den erzielten Erlös einen Teil der Kosten der Müllabfuhr zu decken. Die gleich- Alls erörterten Gedanken der Einführung gefrorenen Fleisches aus Australien oder der Einführung von Gänsen und der Errichtung einer Gänsemast haben sich nach Ansicht der Deputation wegen der zu großen Kosten und der beim Ausbruch oder der Ein- 'chleppung einer Seuche für das Geflügel entstehenden Gefahr als unverwendbar erwiesen. Ebensowenig will man etwas von der Einführung von Seefischen zur Linderung der Fleischteuerung wissen. Der Magistrat hat hierüber Erkundigungen in anderen Städten ein- gezogen, er teilt mit, daß diese Einrichtung meist zuerst Erfolg ge- habt, daß aber später das Interesse der Bevölkerung erlahmt ist. Die Seefische seien überwiegend nur während der Herbst- und Winter- monate bezogen worden; in einigen Städten sei die Einführung von Seefischen überhaupt wieder aufgegeben worden. Die Deputation hat davon abgesehen, Vorschläge bezüglich der Lieferung guter und billiger Seefische für die ärmere Bevölkerung zu machen, weil sie der lieber- zeugung war, daß bei den besonders gearteten Marktverhältnissen und dem sehr entwickelten Seefisch-Grotzhandel Berlins eine billigere und bessere Versorgung der ärmeren Bevölterung mit Seefischen, als 'ie bisher geschieht, durch Maßregeln der Stadt nicht erreicht werden kann. So verlief denn die Aktion wie das Hornberger Schießen. Der Magistrat teilt als Ergebnis der Beratungen mit, daß der �leischteuerung durch irgendwelches Vorgehen von feiten der Stadt- emeinde Charlottenburg nicht gesteuert werden kann. Ein trauriges sugeständnis I Nixdorf. In der außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Dienstagabend fand die Einführung des neuen Bürgermeisters statt. Wie bekannt, ist als solcher der Stadtrat Kurt Kaiser aus Magdeburg seinerzeit gewühlt worden. Oberbürgermeister Boddin sowohl als auch Stadtverordnetcn-Vorsteher Sander hielten die üblichen Begrüßungsreden, worauf der neue Bürger- meister in üblicher Weite antwortete.— Anschließend hieran unterlag der Verfammlung eine Polizeiverordnung zur Begutachtung. In dieser wird bestimmt, daß Laslsuhrlverke mit festen Kutschersitzen und leicht handlichen Bremsen versehen werden müssen. Das Verteilen von Reklamezetteln wird verboten. Die Stadtvv. Colberg und Siegelkow (ihres Zeichens Holzhändler) bekämpfen die Bestimmungen bezüglich der Lastfuhrwerke. Sie behauplen, daß an Langholzwagen Kutschersitze und Bremsen nicht anzubringen seien; von dem Fuhrwerksbesitzer aber zu verlangen, daß er einen zweiten Mann, der 1599 Mark koste, jedem Fuhrwerk beigebe, sei unerhört. Man könne dem Polizeipräsidenten nur sein Mißfallen ausdrücken.— Stadt. Wutzky(Soz.) hat das Gefühl, als ob er sich unter Fuhrwerksbesitzern bezw. Holzhändlern befinde. Bon all- gemeinen Gesichtspunkten aus fei die Verordnung zu begrüßen, denn sie erstrebe höhe're Sicherheit des Verkehrs und des die Straßen passierenden Publikums. Daß die Anbringung der Bremsen und Sitze unmöglich sei, ist zu bezweifeln; er denke höher von der Technik.— Die Abstimmung�hatte das Ergebnis, daß die Wünsche der Herren Colberg und Siegelkow durch die Mehrheit dem Polizeipräsidenten zur Berücksichligung empfohlen wurden.— Dem Verlrage mit der Gemeinde Britz über die Kanalisationsdruckrohr- Verlegung sowohl als auch der Grundstückszusammenlegung im Bär- Winkel wird debattelos zugeslimmt.— In geheimer Sitzung wurde dann der Ausschuß für die Wahlen der Schöffen und Geschworenen ernannt. Diesmal war der Vorstoß unserer Genossen, auch einen Arbeitervertreter da hineinzubringen, erfolgreich. Stadtv. Conrad wurde mit geringer Mehrheit in diesen Ausschuß gewählt. Schöneberg. Der Haushaltungsunterricht in den oberen Mädchenklassen der Schöneberger Gemeindeschulen soll vom 1. April 1997 ab o b l ig a- t o r i s ch werden. Eine diesbezügliche Vorlage ist der Stadtver- ordnetenversammlung vom Magistrat zugegangen. Bisher war es den Schülerinnen freigestellt, an dem Haushaltungsunterricht teilzunehmen. Die Resultate, die bisher erzielt wurden, sind sehr er- freuliche; die Teilnehmerinnen folgten mit großem Interesse diesem Unterricht. Nach Ansicht des Magistrats kann aber dieser Unterricht nur seinen Zweck erfüllen, wenn es allen Schülerinnen der oberen Klassen zur Pflicht gemacht wird, daran teilzunehmen. Der Unterricht soll twn technischen Lehrerinnen erteilt werden. Zu der bisher bestehenden Schulküche soll am 1. April eine zweite treten, die in den Räumen der Volksbücherei untergebracht ist. Die Errichtung einer dritten Schulküche ist in Aussicht genommen. Die Lehr- und Lernmittel werden zu diesem Unterricht unentgeltlich gegeben. Zunächst soll die obligatorische Einführung für die Schülerinnen der ersten Klassen erfolgen. Die Polizeikostrn der Stadt Schöneberg. Die Gemeinde Schöneberg ist gegen den Oberpräsidenten der Provinz Branden- bürg beim Ober-Verwaltungsgericht wegen der Höhe des Beitrages zu den Kosten der königlichen Polizewerwaltung klagbar geworden. Nach den gesetzlichen Bestimmungen wären, wenn die örtliche Polizeiverwaltung in Schöneberg ganz von einer königlichen Be- Hörde geführt würde, 1,59 M. für den Kopf der Zivilbevölkerung zu den Ausgaben des Staates beizutragen. Infolge der Uebertragung der örtlichen Straßenbaupolizei an die Sladtgemeinde zur eigenen Verwaltung und der hierdurch für den Staat eintretenden Minder- ausgäbe hat aber eine dieser Minderausgabe des Staates ent- sprechende Ermäßigung des Normalsatzcs einzutreten. Die städtische Verwaltung in Schöneberg ist der Ansicht, daß nur 1,33 M. für den Kopf der Bevölkerung in Anrechnung gebracht werden kann; demnach würde sich der Beitrag zu den Kosten für die Polizeivcrwaltung auf 181591 M. belausen. Wilmersdorf. der Viltoria-Luise-Schule eröffnet. Wilmersdorf nimmt unter den Vororten Berlins eine Ausnahmestellung insofern ein, als die sozialdemokratische Arbeiterschaft durch keine Stimme in der städtischen Verwaltung vertreten ist. Das mag für dje reiche Bürgerklasse Wilmersdorfs freudige Gefühle auslösen, für die arbeitende Bevölkerung bedeutet das Nichtvorhandensein eine Recht- losigkcit schlimmster Art. Sichert das elende Dreiklassenwahlrecht in unseren Gemeinden der werktätigen Bevölkerung an und für sich nur einen minimalen Einfluh, so war es umsomehr zu der- urteilen, daß dieses elende Wahlrecht durch die Listenwahl der Arbeiterschaft eine Vertretung fast unmöglich n rächte. Das war ein wohl vorbereiteter Plan. In die muffige Atmosphäre eines Dreiklassenparlaments passen schlecht Geister, deren Sinnen und Trachten auf die Wahrung der Allgemeininteressen gerichtet ist. In der Ortspresse wird der erste Tag der Wilmersdorser Stadt- verordneten im Lakaienftil als historische Denkwürdigkeit bezeichnet. Er mag eine Denkwürdigkeit sein für jene, die in der Rechtlosigkeit der niederen Volksschichten eine Errungenschaft erblicken. Spätere Geschlechter werden für solche Geschichtsannalen nur Hohn und Spott übrig haben. Vollends widersinnig erscheint es uns, von „Morgenluft" im ersten öffentlichen Debüt zu sprechen. Dadurch. dah die einstmalige Gemeindevertretung Wilmersdorfs sich in eine Stadtvertretung verwandelt hat, ist der alte Geist nicht der- schwunden. Verjüngt wird das Stadtparlament erst, wenn das sozialistische Proletariat seine Vertreter hineinschicken wird. Daran zu arbeiten und nicht zu erlahmen, wird sich die Wilmersdorfer Arbeiterschaft trotz der Mitzerfolge, die sie bei der letzten Stadt- verordnetenwahl zu verzeichnen hatte, zur Aufgabe machen. *«» Die Versammlung wählte, nachdem die einzelnen Vertreter durch den Landrat v. Stubenrauch verpflichtet waren, den Geh. Regierungsrat Adolf Beckmann mit 24 gegen 22 Stimmen, die für den Justizrat Li««o abgegeben wurden, zum Stadtverordneten- Vorsteher. Als Stellvertreter wurde Dr. Leidig mit 44 Stimmen gewählt. Den Magistrat bilden der erste und zweite Bürgermeister, vier besoldete Stadträte, von denen mindestens zwei Stadtbauräte sein müssen, und zehn unbesoldete Stadträte. Das Anfangsgehalt des ersten Bürgermeisters beträgt 16 000 M. steigend nach 3, 6 und 9 Dienstjahren um je 1500 M. bis zu einem Endgehalt von 20 000 Mark. Das Anfangsgehalt des zweiten Bürgermeisters beträgt 10 000 M. steigend nach 3, 6 und 9 Jahren um je 1000 M. bis zum Höchstgehalt von 13 000 M. Für die Stadträte ist ein Anfangsgehalt von 7600 M. und ein Höchstgehalt von 10 500 M. festgesetzt. Stadtbauräte sollen eine pensionsfähige Zulage von 2000 M. erhalten. Steglitz. Etatsberatung. Mit einer anderthalbstündigen Rede leitete der besoldete Schöffe Dr. Beyendorfs die Etatsberatung ein, zu der sich im ganzen 18 Herren eingefunden hatten. Der Redner erläuterte die einzelnen Positionen des Etats, der mit 4 318 000 M. balanziert, und kam zu dem Schluß, daß die finanzielle Lage der Gemeinde befriedigend sei. Es werde eine abermalige Her. absetzung des Kommunalsteuerzuschlages, und zwar von 105 auf 100 Proz. vorgeschlagen. Zu diesem Satz bc- trage das Einkommensteuer-Soll 581 000 M. Die gesamten direkten Steuern seien mit 1 190 000 M.. die indirekten mit 300 000 M. veranschlagt. Durch das Steuerprivilegium der B e- a m t e n entgehe der Gemeinde die Summe von 104 140 M., und es sei wünschenswert, daß dieses veraltete Privilegium bald be- seitigt würde. Ziffernmäßig suchte er nachzuweisen, daß im Ver- hältnis zum Grundbesitz die Gewerbetreibenden in zu geringer Weise zu der Steuerlcistung herangezogen würden. Die höheren Schulen erfordern einen Zuschuß von 296 500 Mark, die Gemeindeschulen einen solchen von 285435 M. und die Fortbildungsschule von 17 687 M. Hieraus ergebe sich, daß die Gemeinde für jeden höheren Schüler 148 M., für jeden Gemeinde- schüler 106 M. aufwende. Die größere � Aufwendung für die höheren Schüler halte er für berechtigt im Hinblick auf die höhere Steuerleistung der Väter!! Eine merkwürdige Ansicht, die wir gerade Herrn Dr. Beyendorfs nicht zugetraut hätten. Ganz abgesehen von der unsozialen Rücksichtnahme auf den großen Geld- beutel, kann man wohl ohne weiteres behaupten, daß diese er- höhte Zuwendung zu einem großen Teil gerade den Beamten, die das Steuerprivilegium genießen, zugute kommt, und man geht wohl ferner nicht fehl in der Annahme, daß auch von den durch- schnittlich 7 Proz. betragenden Schulgeldbefreiungen ebenfalls ein reichlicher Prozentsatz derselben Berufstlasse zufällt. Es kommt aber noch weiter in Betracht, daß ausschließlich der höheren Mädchenschule 325 auswärtige Kinder unsere höheren Schulen besuchen, für die die Gemeinde ebenfalls ohne jede Gegenleistung den Zuschuß von 148 M. pro Kopf zahlt. Wie man da noch von einer.Berechtigung" reden kann, ist nicht zu verstehen. Die Armenverwaltung erfordert einen Zuschuß von 51 488 M., die Grunewaldbahn von 35 400 M., während das Rittergut Klein- Ziethen einen Ueberschuß von rund 23 000 M. ab- wirft. Die Schulden sind um 1 085 000 M. auf 10 943 000 M. gestiegen und erfordern eine jährliche Leistung von 536 000 M. Die U m s a tz st e u e r ist mit 60 000 M. in Einnahme gestellt. Im Jahre 1906 gingen 160 unbebaute Grundstücke für den Preis von 11413 455 M. und 94 bebaute für 12 616 710 M. in andere Hände über. Die im Bau begriffene Badeanstalt steht mit rund 41 000 M. in Einnahme und Ausgabe. Für die Ferien- k o l o n i e sind 1000 M. und zur Unterstützung von Lungen. leidenden ebenfalls 1000 M. eingestellt. Auch für Jugendspiele und Sport, für Familiengärten, Dienstbotcnvermittelung, Lese- halle usw. sind kleinere Beträge vorgesehen.— Gemcindevcrtreter Wein hausen bezweifelte den günstigen Stand der Gemeinde- finanzen angesichts der Tatsache, daß man den Etat nur durch Eni- nähme von 45 000 M. aus dem„Spartopf", genannt Steueraus- gleichsfonds. habe balanziercn können.— Aus Raumrücksichten können wir leider über die weitere, teilweise recht interessante Debatte, die bis%12 Uhr nachts dauerte, nicht berichten. Wir wollen nur festnageln, daß— wie in früheren Jahren— die von der Minorität gestellten Anträge, wie z. B. Lernmittelfreiheit für die Volksschüler. Steuerbefreiung der Einkommen von 600— 900 M., Einführung der Wertzuwachssteuer, von der.kompakten Mehrheit glatt abgelehnt wurden und der Etat schließlich ig dxx vorgelegten Aufstellung zur Annahme gelangte.- Lichtenberg. Die rasche EntWickelung Lichtenbergs zeigen einige Zahlen aus der Etatsrede des Gemeindevorstehers. Der Wert der zu versteuernde» Grundstücke, bebaute und unbebaute, ist von 88 900 000 M. im Jahre 1901 auf 182 000 000 M. im Jahre 1907 veranschlagt. Für 1907 wird mit einer Einnahme an Grundsteuern(0,26 Proz. des gemeinen Wertes) von 473 200 M. gegen 418 600 M. im Vorjahre gerechnet, also mit einem Mehr von 54 600 M. in einem Jahre. Die Einkommensteuer, 100 Proz., brachte 1901: 194 700 M., 1907: 393 000 M. Gewerbesteuer. 150 Proz., 1901: 32 000 M.. 1907: 60 000 M. Umsatzsteuer, 1 Proz. für bebaute, Proz. für unbebaute Grundstücke: der Wert der umgesetzten Grundstücke betrug 1901: 8 100 000 M.. 1905: 26 600 000 M.. die Steuer bringt 160 000 M. gegen 150 000 M. im Vorjahre. Die Schuldenlast der Gemeinde ist auf 12 773 781 M. an- gewachsen, die einen Zins- und Amortisationsaufwand von 689 900 Mark erfordert. 370 900 M. oder 56 Proz. dieser Summe bringen die Gemeindewerke auf, während 319 000 M. aus allgemeinen Mitteln aufgebracht werden. 600 000 M. rund sind als Zuschuß zu den Kosten der Gemeindcschulen und des Realprogymnasiums zu leisten, d. h. 151 Proz. der gesamten Staatseinkominensteuer. Um 85 Proz. müßten die Zuschläge zur Einkommensteuer höher sein, wenn die Gemeindewerke neben obiger Zinsdeckung usw. nicht noch einen Ueberschuß von rund öSS 000 W. lieferten» Die Gemeinde muß in den nächsten Jahren Millionen auf. wenden, um die Aufgaben zu erfüllen, die der zukünftigen Stadt gestellt sind. Der Zuschuß zu dem zu bauenden Krankenhaus läßt sich heute ziffernmäßig noch nicht darstellen. Die Fortbildungs- schule wird etwa 20— 26 000 M. Zuschuß erfordern. Die Herstellung der Ableitung der Regenwässer und der Vorflutleitungen werden etwa 6— 7 Millionen Mark erfordern. Die Beteiligung an dem Zweckverband für die Schwemm- kanalisation nach dem Rieselgut Tasdorf erfordert Millionen. Die Frankfurter Chaussee erfordert einen vollständigen Umbau und nicht zuletzt wird der Rathausbau und die Beschaffung von Grundstücken zu Gemeindezwecken und Anlagen Millionen Kapital und Hunderttausende an Zinsen erfordern. Es wird danach den Gegnern der Wertzuwachssteuer wohl klar werden müssen, daß ohne diese der Kommunalsteuerzuschlag schwerlich auf 100 Proz. erhalten bleiben kann, es sei denn, daß auch in Zukunft die notwendigen Einrichtungen sich dem Sonderinteressc der Privilegierten unter- zuordnen haben, Britz. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurde über das vom Kreis Teltow geplante Straßenbahnprojekt Canner Forsthaus— Rixdorf— Britz verhandelt. Genosse Kitzing bezeichnete dasselbe für Britz als wertlos, wenn die Linie Britz nur bis zum Busch- krug geht. Wenn die Einwohner, um nach Johannisthal zu gelangen, erst Britz durchwandern müßten, würden sie es vor- ziehen, nach dem Ringbahnhof Rixdorf zu gehen, denn da wäre es nicht nur beguemer, sondern auch billiger. Auch sei der Fahr- preis von 4 Pf. pro Kilometer viel zu hoch. Redner schlug vor, die Bahn die Rudowerstraße entlang und dann durch eine Quer- straße in der Nähe des Bahnhofs Herrmannstraße zu führen. Der Gemeindevorsteher meinte, es sei ihm zwar der Vorschlag von Kitzing sehr sympathisch, doch nicht ausführbar, da die Gemeinde in der Rudowerstraße nur auf 400 Meter das Nutzungsrecht habe. Er bitte deshalb um Zustimmung für das Projekt und ihm das weitere zu überlassen. Die Gemeindevertretung beschloß dem- gemäß. Zugestimmt wurde dem Vorschlag des Gemeindevorstehers, Berlin mit 10 450 M. und Rixdorf mit 9850 M. zu den Schul- Unterhaltungskosten für 1906 heranzuziehen. ES erfolgte alsdann die Verlesung des Etats. Beim Titel„Straßenbesprengung und Reinigung" ist zu bemerken, daß die Besprengung nicht mehr durch Rixdorf, sondern durch die Gemeinde Britz selbst besorgt wird. Die Ausgabe der Löhne für die Straßenreinigcr weist gegen das Vorjahr ein Mehr von 500 M. auf. Genosse Kitzing betonte, daß für die Reinigung der Straßen mehr geschehen müsse; trotz der Anschaffung einer Wasch- und einer Kehrmaschine seien die Straßen doch noch in einem sehr unsauberen Zustande. Trotzdem der Gemeindevorsteher meinte, für die Straßenreinigung nicht mehr tun zu können, dürfte sich Genosse Kitzing eins wissen mit der Mehrheit der Bevölkerung. Besonders unangenehm wird es empfutiden, daß der Kehricht Monate lang in den Straßen liegen bleibt; ganz besonders ist das in dem oberen Teil der Rudower- straße der Fall. Ebenso ist zu wünschen, daß die Regulierung des oberen Teils der Rudowerstraße nicht so lange dauert, wie im vorigen Jahre der untere Teil. Beim Titel„Armenetat" rügte Genosse Schliebitz, daß gegen das Borjahr 600 M. weniger eingestellt seien. De: Gemeindevorsteher entgegnete, daß man doch nicht mehr einstellen könne, wie gebraucht würde; die im vorigen Etat eingestellten Mittel seien nicht verbraucht worden; die Armut sei in Britz nicht groß! Die eingestellten Summen reichten voll- kommen aus, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Wie die not- wendigsten Bedürfnisse befriedigt werden, zeigt sich am besten bei der unentgeltlichen Lieferung von Lehrmitteln an Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind, dieselben aus eigenen Mitteln an- zuschaffen. Zu diesem Zweck sind ganze 60 M. im Etat eingestellt. Genosse Schliebitz zeigte an einem Beispiel, daß die Gemeinde in Punkw Lieferung von Lehrmittel mehr als bisher Hilfe leisten mühte und die eingestellten 60 M. viel zu niedrig seien. Doch vergebens, es blieb bei der festgesetzten Summe. Wird von einem Arbeiter die unentgeltliche Lieferung von Lehrmittel nachgesucht, so wird zunächst auf das peinlichste recherchiert. Hat sich dann herausgestellt, daß er nicht in der Lage ist, die Lehrmittel für eine Kinder anzuschaffen, so erhält ein Kind, nachdem es schließ- lich genug zum Gemeindeamt gelaufen ist, endlich die langersehnte Bescheinigung zur unentgeltlichen Beschaffung der Lehrmittel. So trägt man in Britz den Bedürfnissen armer Leute und Kinder Rechnung. Fürwahr, ein bequemes Verfahren, die hierfür aus- geworfene Summe nicht aufzubrauchen. Vermerkt werden mutz noch eine Aeutzerung des Gemeindevertreters Kuppler:„Wir sind doch nicht dazu da, für jedes Vaters Kinder die Lehrmittel zu beschaffen." Besser kann sich ein Gemeindevertretcr nicht charak- terisieren und es wäre zu wünschen, daß dem Emporkömmling einmal ein unentgeltlicher Unterricht über die Pflichten einer Gemeinde ihren Mitgliedern gegenüber erteilt würde. Weiter wurde vom Genossen Schliebitz gerügt, daß das SchulhauS in Alt- Britz nicht der Kanalisation angeschlossen ist, und daß bei den dortigen Aborten noch das Grubensystem herrscht. Wenn auch das alte Schulgebäude durch ein neues ersetzt werden soll, so müßte es doch an die Kanalisation angeschlossen werden. Nach einer Erklärung des Gemeindevorstehers soll der Neubau des Schulgebäudes in absehbarer Zeit erfolgen. Genosse Behnisch führt noch an, daß vor kurzem durch Erkrankung des Lehrers für die betreffen- den Kinder drei Tage der Unterricht ausgefallen sei. Der Gemeinde- Vorsteher hält dies nicht für glaublich, versprach aber, die An- gelegenheit zu untersuchen und eventuell für Abhülfe zu sorgen. Auf eine Anfrage des Genossen Schliebitz, wie weit die seinerzeit von der Gemeindevertretung beschlossene Verhandlung mit den in Frage kommenden Orten zwecks Errichtung eines Gewerbeschicds- gerichts gediehen sei, erklärte der Amtsvorsteher, daß die Ver- Handlungen gescheitert seien wegen mangelnden Interesses sämt- sicher in Frage kommenden Orte. Mariendorf habe z. B. geant- wartet, daß ein Gewerbeschiedsgericht überflüssig sei. Für Britz aber allein sei die Errichtung eines Schiedsgerichts nicht angängig. Die vereinigten Britzer Innungen haben auch bercts ihren Antrag zurückgezogen und wollen nun ein JnnungSschiedsgericht errichten, vorausgesetzt, daß die Regierung den nötigen Zuschuß leistet. Treptow. Ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Ge- schäftswagen ereignete sich vorgestern auf der Chaussee zwischen Nieder-Schöncweide und Treptow. Der Führer eines Kraftwagens passierte in rasender Schnelligkeit den Fahrweg, auf welchem ihm ein Lastfuhrwerk entgegenkam. Wahrscheinlich muß für einen Augenblick das Steuer des Autos versagt haben, denn dieses stieß mit großer Gewalt mit dem GeMftswagen zusammen. Durch die Wucht des Anpralls wurde der Chauffeur in weitem Bogen auf die Landstraße geschleudert, wo er besinnungslos liegen blieb. Er hatte einen Bruch des linken Unterarmes und eine klaffende Kopfwunde erlitten und mußte nach dem Krankenhause über- geführt werden. Der Kutscher blieb unverletzt. Die beiden Gc- fährte waren verhältnismäßig nur leicht beschädigt. Ober-Schöneweide. Gemeindevertreter-Sitznng. Auf dere Tagesordnung stand die W-iterberatung des Etats. In Verfolg des Antrages unserer Genossen wurde das Grundgehalt der VolkSschullehrpcrsonen um 100, das der Rektoren und Mittelschullehrer um 200 M. erhöht. Für die Maschinisten der Kläranlage wird statt der 12stündigen die 8stündige Arbeitsschicht eingeführt, unter Anstellung eines dritten Maschinisten und Erhöhung der Stundenlöhne von 45 auf 57� Pf. Für die neue dritte Gcmeindeschule werden die Mittel für den dritten Schularzt bewilligt. Der Antrag unserer Genossen auf Streichung des Gemeindezuschusses in Höhe von 4000 M. an die K i r ch c n g e m e i n d e n wurde abgelehnt. Beim Titel Armcnwescn fand der Antrag unserer Genossen: Frauen zur Armenpflege heranzuziehen, Annahme. Der An- trag, den Beginn deS obligatorischen F o r tb i ld u n g s sch u l- Unterrichts von 6 auf 5 Uhr herabzusetzen, ist bei den Ge- werbetreibenden sowohl wie bei den großen Werken auf starken Widerstand gestoßen. Beschlossen wird, diese Sache dem Kuratorium iwch einmal zu überweisen. In der Frage der Er- höhung des Stundenhonorars der Lehrkräfte an der Fort- bildungsschule noch einmal mit den höheren Instanzen, bei denen hiergegen Widerstand zu finden ist, verhandelt werdein Die Er- richtung der V o l k s b i b l i o t h e k soll nun endlich Tatsache werden, und der Bibliothekar aus der Lehrerschaft gewählt werden. Ter Antrag, den Vereinen die Turnhallen, wenn nicht unentgelt- lich, so doch für eine ganz geringe Entschädigung zu überlassen, wurde abgelehnt. Der Friedhofskominission wurde aufgegeben, in Kürze den Entwurf einer neuen Friedhofsordnung vorzulegen. Eine ziemlich erregte Diskussion entspann sich auS Anlaß des früheren Beschlusses auf Erweiterung dieser Kommission. Vom Gemeindevorsteher ist der Behörde gegenüber dieser Beschluß derart ausgelegt worden, daß der Geistliche und Gemeindeschöffe durch diesen Boschlutz aus der Kommission hinausgewählt seien. Die Regierung hat dieserhalb die Genehmigung versagt. Be- schlössen wurde, diesen Beschluß einstweilen auszusetzen. Ab- gelehnt wurden die Anträge der Grundbesitzer auf Uebernahme von 10 Proz. der Kanalisationskosten auf die Gemeinde und Er- Mäßigung der Grundwertsteuer. In der Etatskommission regten unsere Genossen die Errichtung einer Badeanstalt an. Dieser Frage soll näher getreten werden. Der Vertrag mit der Terrain- gesellschaft wegen Anlegung von Straßen im neuen Ortsteil soll in einer späteren Sitzung beraten werden. Ein Leichenfund wurde vorgestern auf dem Gemeindefriedhofe gemacht. Beim Ausheben einer Gruft entdeckte der Kirchhofs- Wärter in einer Tiefe von nur 45 Zentimetern das Skelett eines Mannes. Os es sich hier um ein Verbrechen handelt, dürfte die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben. Gericbta-Zcitiing. Der Arbeitsnachweis der BLckerinnung zu BcrliU vor Gericht. Der Arbeitnachwcis der Bäckerinnung bildet schon seit langer Zeit einen Gegenstand lebhafter Klagen in den Reihen der organisierten Bäckergesellen. Namentlich wird in bezug auf den Arbeitsvermittler, Sprech in ei st er Vogel, behauptet, er beachte nicht die Arbcitsnachweis-Ordnilng, sondern besetze die Stellen nach Gunst. Klagen und Beschwerden dieser Art sind feit Jahren in vielen Versamm- lungen des Bäckerverbandes erörtert worden. Auch„Der Bäcker", die Ze-tung der Berliner Mitgliedschaft, hat sich mehrfach mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Ein Artikel in Nr. 10 des „Bäcker s" vom Oktober 1906 sprach von skandalösen Schiebungen. die' der Sprechmeister Vogel in der Arbeitsvermittelung mache. die auch der Innung bekannt seien, ohne daß sie sie verhindere. Ein anderer Artikel in Nr. 11 des„Bäcker s" vom November 1906 führt aus. ein Bäckergeselle Dovideit, der seine Arbeitsstelle oft wechsele, erhalte durch Vogel immer sehr bald wieder andere Arbeit, denn Dovideit sei Vorsitzender des meistertreuen� Gesellen- Vereins. Ja, es sei sogar ein Werkmeister auS seiner Stelle verdrängt worden, um dem Dovideit Platz zu machen.— Durch diese Artikel fühlten sich Vogel und Dovideit beleidigt. Die Staatsanwaltschaft gab dem Straf- antrage der beiden statt und erhob im öffentlichen Interesse An- klage wegen der vermeintlichen Beleidigung des SprechmeisterS Vogel und des meistertreuen Gesellen Dovideit gegen Schneider, den Vorsitzenden der Berliner Mitgliedschaft des Bäckerverbandcs und Redakteur der Zeitung„Der Bäcker". Die Verhandlung fand am Mittwoch vor der siebenten Strak- kammer des Landgerichts l statt.— Schneider erklärte, daß er den Beweis der Wahrheit für die in den Artikeln angegebenen Tatsachen führen werde. Es solle erwiesen werden, daß Vogel die Arbeitsvermittelung nicht, wie eS das Reglement vorschreibt, nach der Reihe, wie die Arbeitslosen eingetragen sind, vornimmt, sondern daß er bestimmte Gesellen, die als meistertreu bekannt sind, bevorzugt und sie in gute Arbeit schiebt, daß er, ent- gegen dem Reglement, Arbeit in seiner Privatwohnung an ihm genehme Gesellen, ausgibt, während die Vermittelung nur in dem dazu bestimmten Lokal besorgt werden dürfe. Beschwerden dieser Art seien von den Gcselleiwertretern der Innung vorgetragen worden, es sei ihnen auch eine Besserung der beklagten Verhältnisse versprochen worden. Erst, als trotz aller Versprechungen nichts geschah, sondern alles beim alten blieb, seien die Klagen im Ver- bandsorgan„Der Bäcker" zur Sprache gebracht. Sprechmeister Vogel, der als Nebenkläger auftrat, wurde zuerst als Zeuge vernommen. Er bestritt alles, was seitens des Angeklagten gegen die Arbeitsvermittelung vorgebracht wurde und will sich stets streng an die Vorschriften der Arbeitsnachweis- Ordnung gehalten haben. Schiebungen habe er niemals gemacht, besonders auch nicht im Falle Dovideit. Wenn er Arbeit außer der Reihe verteilt habe, dann sei daS nur in solchen Fällen ge» schehen, wo diejenigen, welche an der Reihe waren, die Stelle ab- lehnten, oder wenn Meister einen bestimmten Gesellen wünschten, was nach dem Reglement zulässig sei. Eine solche Bestimmung besteht allerdings. ES ist aber durch Vogel und andere Zeugen bekundet, wie es die Meister und meiste:- treuen Gesellen verstehen, unter formeller Beachtung dieser Bc- stimmung dennoch die mcistertreucn Gesellen zum Nachteil der Verbandsmitglicder in Arbeit zu bringen. Das wird nämlich so gemacht: Dovideit, der Vorsitzende des meistertreuen Gesellen- Vereins, ging in die Bäckereien, um Mitglieder für seinen Verein zu gewinnen. Bei dieser Gelegenheit wurde er mit dem Bäcker- meister NobiliNg bekannt, und dieser äußerte dann dem Sprech- meister Vogel gegenüber den Wunsch, an Stelle seines bisherigen Werkmeisters einen anderen einzustellen. Vogel empfahl dem Meister Nobiling nun den Dovideit und Nobiling verlangte dann in der Form, die das Reglement vorschreibt, die Zuweisung des Dovideit als Werkmeister, der nun bei Nobiling die Stelle eines anderen einnahm, welcher gekündigt hatte, als ihm erzählt worden war, Dovideit solle an seine Stelle treten. Durch Aussagen Vogels und Dovideits wurde ferner erwiesen, daß Dovideit, einmal in »Begleitung seiner Frau, den Sprechmeister Vogel in dessen Privat- wohnung öfter besucht hat. Diese Besuche stehen nach Vogels Bc- kundung mit der Arbeitsvermittelung nicht im Zusammenhang. Die Zeugenaussagen ergaben weiter, daß die Bäckermeister in die Vereine der meistertreuen Gesellen gehen, sich dort Arbeitskräfte suchen und dann in der durch das Reglement vorgeschriebenen Form diese Gesellen vom Sprechmeister Vogel verlangen und auch zugewiesen erhalten. So ist die Form anscheinend, wenigstens soweit die Zeugenaussagen einen Schluß darauf zulassen, immer beachtet worden, und doch hat man stets zu erreichen gewußt, was das Reglement eigentlich verhindern sollte. Einmal erhielt ein meistertrcuer Geselle auf ausdrückliches Verlangen eines Meisters eine Stelle vom Sprechmeister Vogel zugewiesen. Dieser Meister- treue wollte aber noch einen anderen damals als meistertreu geltenden Gesellen mit in Arbeit nehmen. Dessen weigerte sich Herr Vogel, weil bezüglich des zweiten Meistertreuen die vor- geschriebene Form nicht erfüllt war. Einen Arbeitsschein konnte der Sprcchmcister für diesen Fall nicht verabfolgen. Aber er gab dem zweiten Meistertreuen die Adresse des betreffenden Meisters, der einen Gesellen suchte, und nun stand ja der Weg, auf dem die Form erfüllt werden konnte, offen.— Auf Befragen des Ver- teidigers des Angeklagten, Rechtsanwalts Dr. Heinemann, gab Vogel zu, daß er vor Jahren von der Innung in eine OrdnungS- strafe von 10 M. genommen worden ist, weil er seinen Neffen rcglementswidrig in Arbeit gebracht hatte. Ob in der Tat die Besuche Dovideits bei Vogel gar nichts mit der Arbeitsvermittclung zu tun hatten, läßt folgende Bekundung deS Zeugen Dovideit in Zweifel: Wenn ein Meister meister- treue Gesellen verlangt chatte, bestellte mich Vogel in seine Wohnung und ich nahm dort die Arbeit in Empfang, um sie den Betreffende» zu übermitteln. DaS ist allerdings toi« der Zeuge Der Ziegelstein als Urkunde. Briefkaften der Redaktio... Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenftr. 101), wochentäglich von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche tutor P. G. 35. auf eine Frage des Vorsitzenden bestätigte, immer erst geschehen,| Gruppe, beteiligte sich mit Eifer und Fleiß an dieser wenn der Schein vorlag, durch den die betreffenden Gesellen ver- negativen" Arbeit. Wenn die nächsten Wahlen kommen, langt wurden. Der Verteidiger stellte nach längerer Dauer der Verhandlung um Rosenow und um Cassel den Wählern vorschwaben, daß werden die um Ulstein wieder im trauten Bunde mit denen den Antrag, noch weitere Zeugen zur Feststellung von Unregel- die Sozialdemokraten teine positive" Arbeit zu mäßigkeiten in der Arbeitsvermittelung zu laden. Das Ge= richt beschloß darauf die Vortagung und gab dem An- leisten vermögen. wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. geflagten sowie dem Nebenkläger auf, zweds besserer Aufklärung Schon bei dem Etat der Straßenreinigung beVerwalter. Eine derartige Charge gibt es nicht. Die Gehaltsstalen finden Sie in dem Marineetat.. 2. 40. Die Straftat ist noch nicht der Sachlage ihre weiteren Zeugen zu benennen. gann der Ablehnungseifer des gesamten Freisinns ein- verjährt. Zur Anzeige braucht sie nicht gebracht zu werden. Das Kind fchließlich Sozial- Fortschrittler" sich zu betätigen. Unserem fann auch jetzt noch auf Grund des früheren Urteils zwangsvollstreckung Genossen Hinge, der die von der sozialdemokratischen vornehmen lassen, auch die Leistung eines neuen Offenbarungseides vers langen. G. U., Moabit. Am 2. April mittags. Wegen Urkundenfälschung und versuchten Betruges ist am Fraktion beantragte Resolution begründete, erwiderte der 1. Rein, Gie fönnen nur Schadenersat verlangen, falls über Gebühr 20. November b. J. vom Landgericht Hirschberg der Ziegelei Kämmerer Steiniger, die Löhne feien in der letzten Zeit hinaus die Benutzung stattgefunden hat und dadurch der Schaden entstanden pächter Wilhelm Wiesenhütter verurteilt worden. Er hatte schon genug erhöht worden. Ueber die Wärterinnen ist. 2. Ja, aber nur das Unentbehrliche. A. B. B. Sie würden beim mehrfach für die Stadt Löwenberg Ziegelsteine nach vorher ein- der Bedürfnisanstalten sagte Stadtrat Bohm, es fließe Amtsgericht zu flagen und im Falle des Konkurses Ihre Forderung beim gereichten Mustern geliefert. Im Jahre 1905 belam er die Lieferung ihnen doch auch noch manches Trinkgeld zu. Genosse Pfann- find zum Eid verpflichtet... 1000. Bis zum 31. Dezember 1908. Amtsgericht zur Konkursmasse anzumelden haben. E. B. 72. Sie ebenfalls zugewiesen, hatte aber noch teine Probesteine gesandt. fuch brandmarkte diese Aeußerung nach Gebühr. Er gab R. St. St. Eine Klage würde faum Aussicht auf Erfolg haben. Deshalb ging der Stadtbaumeister zu ihm und holte fich drei auch eine Schilderung der Schwierigkeiten, die er selber in der Rummelsburg 10. Das letzte Jahr ist maßgebend. 2. Die Ungemeſſenheit Probeſteine, auf welche er mit Bleistift Notizen schrieb. Später Straßenreinigungsdeputation gehabt hat, wenn er Lohn- der Gebühren schwankt zwiſchen 12 und 26 M. für die Entbindungshülfe und Borwande die Probeffeine zeigen. Dabei schmuggelte er einen aufbefferungen durchsetzen wollte. Bei den Werketats wiederholte sich überall dasselbe Schauspiel. Beim Etat der Wasserwerte sprachen unsere ging der Angeklagte in das Baubureau und ließ fich unter einem Genossen Weyl und Borgmann für die von der sozial- fann der Unterhalt in voller Höhe eingeklagt werden. C. B. 1879. Der Vertrag dauert bis zum Oktober und ist durch 23. 31. zwischen 50 Bf. und 3 M. für jeden Gang. D. M. 23. Benden Sie fich direkt an die Arbeiterbildungsschule. Das Nähere ist uns nicht bekannt. tweiteren von ihm selbst mit Notizen versehenen Stein unter die B. Sch. 50. Zur Koſtenzahlung sind Sie verpflichtet. E. B. 13. anderen, so daß es vier waren. Der eingefchmuggelte Stein zeigte Die Schadenersazllage wäre aussichtslos. Gegen den außezehelichen Bater 2. F. 21. Nein. die schlechteren Eigenschaften derjenigen Steine, welche er der Stadt diesmal lieferte. Natürlich wurde die Manipulation des Angeklagten demokratischen Fraktion beantragte Resolution. Weyl stellte das Unglüd nicht aufgehoben. G. 23. Antwort lehnen wir ab. bald entdeckt, so daß sein Plan, die schlechten Steine besser bezahlt fest, daß die bisher gewährten Lohnaufbesserungen nur dem K. 2. D. An den Vertrag find Sie gebunden, wenn der Wirt Sie zu erhalten, nicht gelang. Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Umstande zu danken sind, daß die Wasserwerksverwaltung nicht ausdrücklich davon entbindet. D. G. 51. 1. Nein. 2. Uns nicht Revision eingelegt. Er rügte insbesondere, daß die Eigenschaft befannt. 2. H. 52. In der Praxis wird eine geringe angemessene des eingeschmuggelten Steines als Urkunde nicht genügend festgestellt den früheren Löhnen schließlich keine Arbeiter mehr Beit, etwa fünf Minuten, über die Polizeiftunde hinaus zum Unziehen und fei. Das Reichsgericht war der gleichen Anficht, hob am Dienstag finden konnte. Doch Herr Steiniger, der Stadtfädel bergleichen gewährt.- Kurt 1. Die Annahme erfolgt in jedem Fall Verband der Zimmerer, Engel- Ufer 15. das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. bewahrer, näselte auch hier:" Die Löhne sind ja schon W. G. F. Rohrbeck. 1. Ja. 2. und 3. Nein. und wieder stimmte der Freifinn noch gerichtlich abgeschlossen ist, so ist er nicht gültig. Ob ein Vertrag rüdF. G. 1. Wenn der Kauf des Hauses weder notariell genug gestiegen" Ein Leichenbegängnis zum Aufzug gestempelt. nach Wunsch alles nieder. gängig gemacht werden kann oder vielmehr wegen seines Inhalts für unTeilnahme an einem nicht genehmigten Aufzuge wurde dem Den Arbeitern der Markthallen, der Kanali- gültig zu erklären ist, ist ohne Kenntnis des Vertrages selbst nicht zu Genossen Berginvaliden Winkler vorgeworfen. Das Landgericht fationswerte und Riefelfelder, des Viehbarungseides zieht keinerlei Verlust von Rechten nach fich. 3. Ja. 4. Nein. beantworten. Rote Nelte 1907. 1. Ja. 2. Die Leistung des Offen Duisburg verurteilte ihn auf Grund des§ 17 des Vereinsgefeges und Schlachthofes erging es nicht beffer. Die bezüg- 5. Das, was Ihnen, nicht das, was Ihrer Frau gehört, gehört zum Verzeichnis. zu einer Geldstrafe, indem es unter anderem ausführte: Der An- lichen Resolutionen wurden überall von unserem Genossen M. G. 100. Ein im Klagewege verfolgbarer Anspruch steht Ihnen getlagte habe an dem Leichenzuge teilgenommen, als ein Bergmann inte begründet, aber zu einer Debatte kam es hier nicht leider nicht zu. Vielleicht nüßt aber eine Eingabe an die städtische Schulaus Buschhausen beerdigt wurde. Einen großen Kranz mit weißer mehr. Der Kämmerer hielt es gar nicht mehr für nötig, deputation. Und im Fall der Ablehnung an die Stadtverordneten Schleife habe er am Grabe niedergelegt und dabei die Worte ge- dagegen zu sprechen. Er wußte, daß die Ablehnungsmittelung des Täters gerichtete Handlung unternommen ist. bersammlung. G. 22. Ja, vorausgesezt, daß keine gerichtliche, auf Ersprochen: Im Namen des deutschen Bergarbeiterverbandes widmen maschine ohnedies tadellos funktionierte. Beim Etat des Die Vorschriften über die Einrichtung von Arbeitsräumen usw. find in den wir, die Kameraden von Buschhausen, Dir diesen Kranz". Einen Schlachthofes wurde vom Genossen Hoffmann noch über§§ 120a bis 120e der Gewerbeordnung enthalten. Nach§ 120b hat der anderen Teilnehmer, der einen Kranz mit großer roter Schleife trug, die skandalöse Behandlung berichtet, die eine Fleischbeschauerin rechterhaltung der guten Silten und des Anstandes erforderlich find. In Gewerbeunternehmer diejenigen Einrichtungen zu treffen, welche zur Aufberhinderte ein Gendarm daran, ebenfalls am Grabe einige Widmungsworte zu sprechen. Es liege ein„ außergewöhnliches" Leichen- sich von dem Herrn Direktor hat gefallen lassen müssen. Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiter sich umtleiden begängnis vor, da damit eine Betätigung sozialdemokratischer Ge- Stadtrat Fischbeck machte einen Verteidigungsversuch, der und nach der Arbeit sich reinigen, müssen ausreichende, nach Geschlechtern finnung verbunden gewesen und das Leichenbegängnis so zu einer schlecht gelang. Genosse Pfannkuch führte Herrn Fischbeck getrennte Anfleide- und Waschräume vorhanden sein. Durch die Polizeipolitischen Kundgebung geworden sei, was über den Zwed so gründlich ab, daß der Herr Stadtrat keine Antwort mehr Mahlzeiten außerhalb der Arbeitsräume, in der falten Jahreszeit geheizte behörde tann angeordnet werden, daß den Arbeitern zur Einnahme von eines Leichenbegängnisses hinausgehe. Liege aber fein gewöhnliches fand. Räume unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Zur Errichtung von Leichenbegängnis bor, 10. fei eine polizeiliche polizeiliche Erlaubnis Beim Etat der Gaswerfe empfahl Genosse Saffen. Kantinen ist der Unternehmer nicht verpflichtet. Für einzelne Betriebserforderlich gewefen. Angeklagter sei deshalb wegen Teilnahme an bach Aufbesserungen der Löhne und eine andere Regelung arten sind auf Grund des§ 120 der Gewerbeordnung besondere Verordnungen erlassen. 23. M. 888. 1. und 2. Ja. E. V. Nein Rammergericht fand in dem Urteil, das dem Rechtsbewußtsein, der Arbeitszeit. Stadtrat Ramslau hielt beides für unB. G. 100. Was Sie da wöchentlich erhalten, sind die sogenannten dem im Sinne des gefunden Rechtsempfindens ausgelegten Vereins- nötig. Als Genosse Hinge auf das Beispiel anderer Städte Stillprämien. Gleimstraße 9. Soweit aus Ihrer Darstellung er gesetz und früheren Erkenntnissen schnurstracks widerspricht, feinen hinwies, die in ihren Gaswerken die hier aufgestellten For- fichtlich, steht nicht der Eisenbahn gegen Sie, sondern eventuell Ihnen gegen Rechts" irrtum. Die Formel ohne erkennbaren Rechtsirrtum" ist derungen bezüglich der Arbeitszeit längst erfüllt haben, ant die Eisenbahn zunächst zu klagen. Werden Sachen gepfändet, die noch dem die Eisenbahn ein Schadenersazanspruch zu. Unter allen Umständen hätte ,, tatsächlich festgestellt" und diente wie in so vielen anderen Fällen wortete Kämmerer Steiniger, man fönne doch nicht den Berkäufer gehören, so kann dieser Interventionsflage erheben. Ihr Lohn zur Verwerfung der Revision gegen das ungerechte Urteil. allgemeinen Achtstundentag einführen. Der Herr Kämmerer ist nur soweit pfändbar, als er 1500 m. jährlich übersteigt. G. 100. schien in seiner Nonchalance es für überflüssig gehalten zu reichen, für die Erziehung der Kinder verwenden. 2. Nein. 3. Die gesetz1. Die Witwe tann die Zinsen, falls die eigenen Einnahmen nicht auss haben, sich darüber zu informieren, was tatsächlich gefordert liche Erbfolge wäre so, daß die Witwe ein Biertel, die Kinder zusammen wird. Den„ Achtstundentag" fordern nur die Betriebs- den Rest erhalten. E. N. 23. 1. Diffident. 2. Nein. 5. 2. 46. arbeiter, die den schwersten Dienst haben. Alle übrigen würden 1. Dissident oder freireligiös. 2. Ebenso, nur müßte der Betreffende fich ar schon zufrieden sein, wenn ihnen die Arbeitszeit wenigstens den Beamten des Gemeindefriedhofs wenden. 3. Ja, für die Klage ist das Amtsgericht zuständig. auf neun Stunden festgesetzt würde. Selbstverständlich wurde von der freisinnigen Mehrheit der Versammlung alles abgelehnt. Kommunales. Das Witterungsübersicht vom 27. März 1907, morgens 8 Uhr. Barometer Stanb mm cichtung Bind Ein Bravo" dem Berliner Stadtfreisinn! Mit lautem, freudigem Bravo begleitete in der gestrigen Stadtverordnetensizung die freisinnige Mehrheit den Schluß der Etatberatung. Den Beifall, den fie selber sich spendete, hatte sie redlich verdient. Denn in Als in der Schlußabstimmung der gesamte Stadtfeinem Stadium dieser Etatberatung hatte sie die Pflicht haushaltetat angenommen worden war, gab es noch eine stationen der weisen Sparsamkeit" vernachlässigt, die ihr fleine Dantjagungsfomödie. Der Borsteher„ dankte" auch diesmal wieder als der Ziele höchstes gegolten hatte. dem Magistrat und besonders dem Kämmerer für alle Mühe, Gestern fanden die Vertreter des liberalen Bürger- die bei der Aufstellung des Etatentwurfes aufgewendet worden tums" besonders bei den Werfetat3 noch reichliche Ge- fei. Herr Steiniger lächelte mit der vornehmen Herablassung, Bamburg legenheit, alle Forderungen der sozialdemokratischen Fraktion die er in der Versammlung zur Schau trägt. Bürgermeister Berlin 775SB abzulehnen. Ueberall beantragten unsere Genossen Resolu- Reide antwortete mit einem„ Dank" an die Stadtverord- Frant.a.M. 773 ND München 775 SD tionen, die sich für Lohnaufbesserungen aussprachen. netenversammlung für die hingebende Arbeit", Bien Aber unentwegt wurde von dem Freifinn aller Schattierungen die auch sie geleistet habe. Brabo, bravo!" riefen die alles niedergestimmt, was zugunsten der Gemeinde Freifinnigen. Wird die Arbeiterbevölkerung Berlins einarbeiter vorgebracht wurde. Auch die sozial- fortschrittliche" stimmen? " שים Beller Stoinembe 773SB 2bebedt 776 2323 2 Nebel Temp. n.. 5º.4° R. Stationen Barometer. Stanb mm Bind Sun Windstarle Better Temp. n. 6. 15° 4° R. 11 5 2mollig 1 bedeckt 2 Petersburg 765 NW 7730 2wollent 1 halb bd. 8 Haparanda 762S 5 Scilly 3 wollen! 5 berdeen 771528 1 wollent 3 heiter 1 Baris 774ND 2 wolkent 2 molten 2 Wetter Prognose für Donnerstag, den 28. März 1907. Beitweise nebelig, sonst ziemlich heiter, troden und mild bei schwachen füdwestlichen Winden. 7742 Deutsche Nord- Ostsee- Fischhallen Johs. Skorczyk Verkaufsfiliale A.( Fernsprecher III, 3790, 8575): Schönhauser Allee No. 144 neben der Eberswalderstraße und Kastanien- Allee, gegenüber der Danzigerstraße und Pappel- Allee. Haltestelle der Straßenbahnlinien Nr. 10, 33, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 54, 57 und V. sowie Omnibus 27 Verkaufsstelle B.( Fernsprecher III, 5376): Bad- Straße 67 Ecke Hochstraße. 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Der un fich der Beleidigte" als Nebenkläger anschloß. Die Beleidigung geschriebene preußisch- deutsche Rechtsgrundsatz Wer die Wahrheit, wurde darin erblickt, daß in dem Artikel dem Regierungs- und schreibt, ist ohne Rechtsirrtum" verurteilt" wurde in allen diesen Baurat borgeworfen war, er führe als Staats. Die nationale Handwerkerfreundlichkeit vor Gericht. Fällen vom Reichsgericht betätigt: Sämtliche Verurteilungen wurden beamter Wasserleitungen für Gemeinden aus, Wegen Beleidigung des tgl. preuß. geb. Regierungs- und Bau- bestätigt. die zwar billig, aber auch, danach seien. rats Borchers zu Hildesheim durch Wiedergabe eines zuerst in Einen anderen Ausgang hatte der dieser Tage vor der Straf- und schädige durch feine Konkurrenz bie der Stuttgarter Fachzeitung für Installateure, oran" veröffent- fammer in Stuttgart in zweiter Instanz berhandelte Brozeß privaten Unternehmer. Auch die Straftammer fand lichten Artikels wurde im Frühjahr 1906 gegen die verantwortlichen gegen den Verfasser des Artikels sowie gegen den auf Grund der Beweisaufnahme weder Form noch Inhalt des Redakteure 20 deutscher im Hannoverschen und in Westfalen er- te datteur des Boran" Henting. Beide wurden im Januar Artikels beleidigend und gelangte gleichfalls zu boller Frei schienener Blätter Anflage erhoben. Wie wir seinerzeit mitteilten, dieses Jahres vom Schöffengericht Stuttgart- Stadt freisprechung. Der Artikel enthalte lediglich eine fachliche Sprachen die Gerichte Verurteilungen aus. Vergeblich traten gesprochen. Gegen die Freisprechung hatte die Staatsanwalt- ritit der von Regierungsbeamten nach Ansicht die Angeklagten den Beweis der Wahrheit an. Der Wahrheits- fchaft Berufung eingelegt, die dieser Tage vor der Stuttgarter Straf- des Verfassers dem Handwert bereiteten Ron. beweis wurde abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag abgelehnt, die kammer zur Verhandlung gelangte. Der Strafantrag war von dem kurrenz. Verhandlungen auszusetzen, bis der Prozeß gegen den Verfasser, der Regierungspräsidenten zu Hildesheim gestellt, dem Partei- Speditionen: Zentrum I: Frib 3inte, Mauerstr. 89. Zentrum II: Abert a hnisch, Auguftftr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Süden und Südwesten: Hermann Werner, Mittenwalderstr. 30. 2. Wahlkreis, Westen: Gustav Schmidt, Bülowstr. 52, Hof. Süden und Südwesten, Hermann Werner, Gneisenaustr. 72, Laden. 8. Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. 4. Wahlkreis, Diten: Robert Wengels, Nüdersdorferstr. 3, am Rüstrinerplay. Wilhelm Mann, Petersburgerplay 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 3ucht, Seibelstr. 42( Laden). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Rasch fe, Ackerstr. 36, Eingang Anklamerstraße. Gesundbrunnen: F. Trapp, Stettinerstr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, vorn I. Wilmersdorf- Halensee: Georg Feese, Berlinerstr. 46, Laden. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Seitel, Kronprinzenstraße 50, I. FrühjahrsAnzüge Unerreichte vollendete Auswahl in aparten, reichhaltigsten Sortimenten. Dtto Hochmoderne Stoffe u. Fassons. Rosenkranz, Mt- Borhagen 56. B Grünau: Otto Schröder, Köpeniderstr. 1. Rummelsburg, Boxhagen: Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Staminsty, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Gru now, Edisonstr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Haffelwerderstr. 8. Johannisthal: Franz Hünold, Bismardstr. 7. Adlershof: Erich Steuer, Roonstr. 8, I. 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Bau der Firma Marquardt: Karl Hammer, Gitschiner ftrake 63: Hammer, Eichwalde, Hammer, Lankwik. Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Erdmann, Mariendorf, Chauffeeftr. Tempelhof, Fensterbauten, Schönburgstraße. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Paulsen, Charlottenburg, Schlüter. straße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ede. Buchholz, Steglitz, Albrecht und Brüderstr.- Ede. Dahlmann, Friedenau, Barziner straße 7. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Dittmar, Bankow: Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 63, Schule. Bauten der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Buch, Siechenhaus. Bauten der Firma Schulenburg, Charlottenburg: Frantsen, Wangenheimstr.- Ede. Bauten der Firma Hegelmann: Schaum, Wilmersdorf, Kaifer lee, Ede Wilhelmsaue. Schulz, Jungfernheide, Mindener ftraße. Bauten der Firma Braun: Müller, Rigdorf, Juliusstraßen- Ede. Walter und Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fensterbau. Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther. u. Freisingerstraßen- Ede. Bau der Firma Scharwis: Stödel, Friedenau, Cranachstraße. Bauten d. Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr.1. Rigdorf, Schudowerstraße 5. Werkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Bau der Firma Mitsch, Barnimftr. 22: Christburgerstr. 41. Bau der Firma Schrammer in Nixdorf. Hedemann, Inn- u. DonaustraßenEde. Thiemann, Rigdorf, Schöneweider. straße 20. Keller, Nixdorf, Hermannstr. 11; Bau der Firma Gustrau, Riydorf: Stier, Dber- Schöneweide, Edison Straße 40. Bauten der Firma Löchel, Nirdorf: Steglit, Baschkestr. 10/11. Bauherr Lange. Baumschulenweg, Glanzstr. 2. Bauherr Knopp. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Ruwald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Kiefholzftr.Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Harms: Bettenfoferstr. 28. Bau der Firma Klempau Nachfl. Waisenhaus in Werneuchen. Bau der Firma Walter, Uferstraße: Töpfer, Pankow, Binzstraße. Bau der Firma Kurz, Charlottenburg: Boch, Charlottenburg, Fritschstraße. Bau der Firma Sommerkorn: Frankfurter Chauffee 61 a, b, c. Rigdorf, Beise und Allerstr.- Ede. Bauten der Firma Stellmaolk Treppengeländerbranche. Bauten der Firma Emmeluth, Rigdorf: Hildebrandtstr. 16. Schwabach, Wannsee, Friedrich Karlftraße. Gewerkschaftshaus Metall ber arbeiter, Charitéftr. 3. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Bartstraße. Mathefius, Nitolassee, an der Reh wiefe. Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Blah. Banten der Firma Grün& Hetwig Buch, Stechenhaus. Barbarossaplab, Hochschule. Dldenburgerstraße, Klosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Rigdorf. Bauten der Firma Gebr. Faul: Potsdamerstr. 15. Bariserstr. 21/22, Wilmersdorf. Anstalt Beelit( Fenster), Bavillon 4b. Nadge, Holzbandlung, Rummels. burg, am Wilhelmsberg. Bauten der Firma und Langermann: Charlottenburg, Bismard Weimarstraßen- Ede, Bau Hübner. Bauten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgischestr.12. Straße 26, Neumann. Neumann, Gieselerftrage. Brandenburgischestraße. Brinz- Regenten Ede Berlinerstraße. Bau der Firma Waiz: Bau Taunusstr. 29, Friedenau. Bauten der Firma Sperling& Kapelke: Briz, Werder u. Rungiusstr. Ede. Neue Wilhelmstr. 10. Bauten der Firma Schirmer: Schirmer, Zehlendorf, Neuestraße. Schirmer, Grunewald, Parkstraße. Schirmer, Behlendorf, Spandauer ftraße. Bastian, Behlendorf, Riemeister straße. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Behlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Wagenknecht: Spreba, Gürtelstraße 17. Fize, Rigdorf, Richardstraße und Bartelsdorferstraße( Ede). Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ede). Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Leffer, von der Heydtstraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter a. Ber linerstr.- Ede, Bau Bielle. Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Seibt, Bismardstraße, Ede Rüder ftraße. Lantwig, Sanatorium Bauten der Firma Gebr. Schaar: Belder u. Plathen, Lichtenberg, Dorfstraße 9. Mig u. Geneft, General Bapeftraße. Villa Baum, Billenkolonie Grune wald. Gilauerstr. 4. Bauten der Firma Schubert Mix u. Genest, General Papestraße Holland, Wilmersdorf, Holsteinische ftraße. Rohriad, Schöneberg, GrunewaldStraße 53. Bauten der Firma Kussin: Grünfeld, Sächsischeftraße 4. Bandmann, Landshuterstraße Hochschule, Barbaroffaplay. Für die Leitung der Redaktion ber Nordhäuser Boltszeitung wird Bauten der Firma Walter, sofort oder baldmöglichst ein tüchtiger Redakteur gesucht. Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen usw. erbeten an den Verleger 48512 Max Wicklein, Nordhausen, Barfüßerfir. 12. Berantwortlicher Rebatteur: Gans Weber, Berlin. Für den Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf. Hausotter und Residenzstraße- Ede. Bau der Firma Maaß: Groffe, Marienfelde, Kirchstraße. Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Ede Kreuzstraße. Bauten der Firma Röder& Comp.: Ede Schmalz, Malmöerstraße, Straße 2b. Tauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Laufikerhr. 10: Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Birchow Krankenhaus, Seeftraße. Padhof, Alt- Moabit. Bau der Firma Thal, Lebrierte. 44: Müllerstr. 52. Bauten der Firma Meta, Urban ftraße: Tempelhof, Eylauerstraße. Stegliz, Stubenrauchstraße. Bantow, Mendelftr. 18. Tegel, Spandauer, Ede Bergftraße. Wilmersdorf, Nassauischestr. 7. Bauten der Firma Herrgesell u. Hübner, Wilhelmshavener ftraße: Dalldorferstr. 24. Bauten der Weißenseer Hols bearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Ringbahnstr. 245. Knoblauch, Briz, Jahnftr. 82. Beißensee, Frifideſtr. 3. Friedenau, Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerftr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Berg u. Walterstraßen- Ede. Förster, Rirdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bauten der Firma Rachfall, Rajtanien Allee 10: Leibnizftr. 46. Bendlerstr. 19. Banten der Firma Osten, Nixdorf: Magnus, Schönhauser lee 184a. Bauten der Firma Herrmann, Stalikerstraße: Ausbau in Tegel, Beitftr. 16. Gasanstalt, Prenzlauer Allee, Direktionsgebäude und Guß röhrenlager. Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrecht ftraße 17. Butzeit, Ufer und Martin Opit ftraßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord Ufer, zwischen Lynar ftrage und Ringbahn. Bostbau, Hohenneuendorf, Berliner straße. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schoffow, Charlottenburg, Sybell ftraße 61-62. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädide, Elberfelder und Dort munderstraßen- Ede. Blantenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Brefinsky, Boghagen. Bau der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimftr. 46/47. Banten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich, Ede Mohrentraße. Schivelbeinerstr. 7. Winsstr. 17. Bauten derFirma Heinemann: Lange, Rigdorf, Bobbinstraße. Bau der Firma Schwarze, Nixdorf, Nogatjir. 25: Rigdorf, Emferftr. 32-34 Bau der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber straße 22. Sonntag und Gryflusstraße Ede. Bau ber Firma Schneider, Griebenowstraße: Adalbertstr. 9. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Steg lindeftr.- Ede. Brüll u. Schmidt, Charlottenburg, Dernburgstraße. Brode, Charlottenburg, Dahlmann Straße. Friz, Charlottenburg, Niebuhrstr. 77. Bau der Firma Hundt ,. Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Hausherr, Stegliz, Hubertusstraße, Ede Schloßstraße. Rutter, Behlendorf, Scharfeftr. 4. Scheuren, Zehlendorf, Milinowski straße. Haase, Behlendorf, Niemeisterstraße. Baftian u. Kabelis, Behlendorf, Riemeisterstraße. Postbau, Niederschönhausen, Tres torstraße 67. Barnimftr. 170. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Schmidt, Pasteurstr. 35. Wilmersdorf, Staffer- Allee 202. Martin Opikstr. 1. Gottschaltstr., Ede Martin Dpitftr. Scharntle, Reinidendorf, Dranien burger Chauffee. Uferstr. 13. Dietrich, Genterstr. 65-67. Bleje, Tempelhofer und Schöne berger Berbindungsstraße. Paulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ed Garvinusstraße. Zauber, Gleimstr. 49. Bornholmerstr. 71. Bauten der Firma Lindgren, Nixdorf: Razmann, Brüdenstr. 2. Wüzler, Rigdorf, Bergstr. 112. Wipperstr. 25. Balter und Ju maller, liusstraßen- Ede. Lowe, Gewehrfabcit, Wittenau. Altes Kriminalgericht, Moabit. Wilde, Böhmischestraße, Ede Schu domastraße. Caro, Charlottenstr. 73. Rigdorf, Emserstr. 34. Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Samoaſtr. 2, 3, 20, Bau Müller. Prinz Regentenstr. 116, Bau Last. Bauten der Firma Grieser, Steglitz, Heesestraße: Lamprecht, Stegliz, Schöneberger ftraße 10-11. Swoboda, Steglik, Grunewaldftr. 28. Willardt, Steglit, Zimmermannstr.12 Krüger, Lichterfelde, Chausseestraße Ede Stegligerstraße. Banten der Firma Heinrich, Steglitz, Plantagenstr. 19: Suchland, Stegliz, Südendestraße. Bauten der Firma Meinhardt, Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Bilmersdorf, Hildegardftr. 25. Lange, Livländischestr. Bauten der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser Friedrich Ede Scharnstraße. Bauten Engel, der Firma Uferstr. 5. Saalmann, Schwedenstraße 5. Lehmann, Boigtstraße. Raz, Pankow, Brinz Heinrich und Berlinerstraße Ede. Bau der Firma Brandenburg, Wilhelmstr. 124: Bonifaciusgemeinde, Dorfstr. 87/88. Schilling, Köpeniderstr. 27. Löffler, Krefelderstr. 8a u. 9. Henrizi, Charlottenburg, Suarez ftraße 13. Röpeniderstr. 27. D. Karl, Pasteurftr. 40/41. Bauten der Firma Vogt& Söhne, Stendalerftr. 6: Echtermaher, Driesenerstraße, Ede Stolpischestraße. Thiele, Wilmersdorf, Naffauifche straße. Herms, Pankow, Schmidtstraße. Bauten der Firma Lütjen& Bruns, Greifswalderstraße: Hubracht, Dahlmann. Ede Sybel. ftraße. Röppen, Pantow, Bollantstr. 96. Batentus, Charlottenburg, Claufe wigftr. 7. Böller, Jablonstiftr. 12/18. Oldenburgerstr. 43/44. Bauten der Firma Fröbo, Hollmannstraße. Chodowidiftraße 7-8. Ueberholz, Surfürftendamm 168/169. Bauten der Firma Sichtermann, Schmargendorf: John, Wilmersdorf. Berlinerftr. 33. Bumplun, Steglth, Schloßftr. 82. Bumplum, Charlottenburg, Suarezftraße 3. Wegen Strett und Differenzen find gesperrt: Schahorn u. Trödel, Gottlieb Kinkel gar Vergolder: ftraße. Schöneberg, Mühlenftr. 8a. Bauten der Firma Geibler, Dieffenbachstraße: Groterjahn, Schönhauser- Allee 129. Burgall u. Martin, Faldenstein Straße 49. Rottbuserdamm 87. Friebenau, Stubenrauchstr. 12. Beiler, Schöneberg, Münchenerstr.14. Mattner, Friedenau, foldeftr. 6. Menge, Pariserstr., Ede Sächsischeftr. Bornholmerstr. 4. Nolte, Heilbronnerstr. 17. Heilbronnerftr. 22. Holland, Wilmersdorf, Holsteinische ftraße 11a. Bauten der Firma Pasch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr. ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Östarstraße. Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/4. Höfelt u. Seifert, Karlshorft. Bolf, Nieder- Schöneweide. Grothe, Mariendorf, Dorfftr.- Ede. Bau der Firma Stahl, Rur fürstenstraße 37: Ueberholz, Kurfürstendamm 170. Westendorf, Stegliz, Miquelſtr. 31. Bröter, Schöneberg, Hauptstr. 88/89. Ueberholz, Eberswalderstr. 27. Anders, Chodowidiftraße. Beyer, Friedenau, Condriftraße. Bauten der Firma F. Peschel & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther ftraße 27. Seiler, Schöneberg, Ehlauerstr. 8. Baugesellschaft Barthe", Nigdorf, Hermannstr. 32. Bauten der Firma G. Bruns, Boppstraße: Wisbyerstr. 71/72, Geite. Schonenschestr. 3-4, Gelle. Beißensee, Frifideftr. 3. Grünau, Jägerstr. 16, Baek. Lankwiz, Kurfürsten- und Froben Straßen- Ede, Stöhler. Chriftet, Charlottenburg, Franklin ftraße 18. Roscher, Schöneberg, am Bahnhofe Papestraße. Friedrichshagen, Friedrichstr. 114. Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Grät, Bornholmerstraße, Gde Schön. hauser Allee. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarerstraße. Billa Berner, Stlein Blienide bet Potsdam. 8. E. Pfaff, Beughofftraße. Die Ortsverwaltung. Annahme- Stellen für„ Kleine Anzeigen" Zentrum: Brih Sinte, Mauerstr. 89. A. Hahnisch, Auguststr. 50. Westen: G. Schmidt, Bülowftr. 52. Osten: 23. Mann, Petersburgerplaz 4 M. Wengels, Rüdersdorferstr. 8. Guftab Bogel, Stoppensty. 83. Nordosten: 2. Zucht, Keibelstr. 42. J. Reul, Barnimitr. 42. Norden: H.. Naschke, Aderstr. 36. F. Trapp, Stettinerstr. 10. Karl Mars, Lychenerstr. 123. Karl Weiße, Nazarethkirchstr. 49 2. Dechand, Ruheplaystr. 24. H. Vogel, Lorkingstr. 37. A. Tick, Invalidenstr. 124. Nordwesten: Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. . Schrolle, Gozlowskyftr. 29. Südwesten: H. Werner, Mittenwalderstr. 30. H. Schröder, Hagelbergerstr. 27. Süden: St. Fritz, Prinzenstr. 31. . Gutschmidt, Kottbuser Damm 8. Südosten: Paul Böhm, Laufizer Plat 14/15. P. Horich, Engel- Ufer 15. Charlottenburg: G. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1. Friedrichsberg: D. Seitel, Kronprinzenstr. 50. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Rummelsburg: A. Rosenkranz, Alt- Boghagen 56. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr.51. Weißensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Jul. Schillert, König- Chauffee 39a. Reinickendorf: p. Gurich, Provinzftr. 108. Treptow: R. Gramenz, Stiefholzftr. 412. inferatenteil veranit.: Eb. Glode, Berlin. Drud u. Berlaa: Vorwärts Buchdruderei u. Berlaosanita's Brul Singer& Co., Berlin SW. Strausberg( Stadt). Schwarzer Adler frei. Strasburg( Udermark). Alle Lokale frei. Stralau. I.-B. Restaurant Franz Wilhelmstraße. Magnus, Briezenerstraße. Karl Albrecht, Bürgergarten, Strausberg( Worst.u.Umg.). bad Landhaus Schlagmühle Rot Wolfsthal täppchen Alte Spizmühle Vehlefanz. P.-O.-H. P.-O.-H. Frei. Valentinswerder., Wittstock. Berkehrslotal: Central Herberge. Zur Erholung, Inh. Brodmann. Ausbau, frei. Heine. Beetsch, Gesellschaftshaus, Woltersdorf( Dorf). H.-B. 1 Alle anderen Lokale gesperrt. straße 40. Fürstenhof, Inh. Philipp, KönigWannsee. T.-B. Friz Burchardt. häuschen, frei. Baul Beigelt, Kl. Ströbih. Gust. Temmlin, Rest. SchweizerPaul Nowla, Prellbod. Ströbitz( Cottb.- Sprembg.). Waidmannslust. N.-B. Reft. v. Kampf, Viezer Schmelze. Vietz. Reft. zum Neue Spigmühle Verkehrslokal: Schüßenhaus. Vetschau. Louisenstraße. See B. Weihmann. A. Conrad, Bergstr.- R. Thiele.- H. Otto. Grunow, Wilhelmstr. Geride, August Paris, Louisenstr. 17. Velten. P.-O.-H. Hungrigen Wolf. Ratsstuben, Alter Krug, Hauptstr. Hamused, Hauptstr.[ Inh. Genz. Gesperrt: Strandschloß am See, Tegel. H.-B. Alle Lotale gesperrt. Summt. H.-B. Tiefwerder a.H. P.-0.-H. Fermum, am Bahnhof, frei. Templin. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Martin Müller, Berlinerstr. 41/42. Mokulys, Berlinerstr. 9. Fret: Wilhelmsgarten", Georg Tempelhof. T.-B. Alle anderen Lofale sind gesperrt. G. Kupsch, Hoher Steinweg 10. dorferstr. 4. Berkehrslotal: E. Derk, Behlen( Versammlungslotal). E. Biedenhagen, Berlinerstr. 16 Deutsches Wirtshaus, Inhaber Teltow- Seehof. T.-B. Alle anderen Lotale find fret. Trabecke, Heideschlößchen. Gesperrt: Beter Bedmann und Tegelort. N.-B. Alle anderen Lokale find fret. Berle von Tegel, am See. Hauptstr. Inh. Lindemann, ( Cottbus- Spremberg). Trattendorf Rein Lotal frei. T.-B. Fr. Lobbes, Berliner Vorstadt 2. Treuenbrietzen. Alle anderen Lokale frei. Gesperrt: Baradiesgarten. Treptow. T.-B. Alle anderen Lofale frei. Dtto Jacob, Markt. Paul Bode, Markt. Rudolf, Plantage Cliustom. Bathe, Restaurant, Rollerstr. dantenstr. Nislers Gerichtslaube, Komman haus, Berlinerstr. Gesperrt: Fromm, Schüßen. Trebbin. Dtto Natonz frei. Alle Lokale frei. Wilhelmshagen. H.-B. Alle Lokale frei. Wilhelmsberg. N.-B. Otto Heiser, Zur Dahme". Otto Schuhmann, Wildauer Hof. Wildan. T.-B. Restaurant A. Raffe frei. ( Cottbus Spremberg.) Weskow. Kanal". Biehl, Gasthof ,, Bum Oder- Spree W. Erfner, Gasthof ,, Zur Sonne". Wernsdort. T.-B. Carl Schlottke( fr.Wittenberg) frei. Werneuchen. Koch, Fischerstr. 98. Werder a. d. Havel. Alle Lokale gesperrt. Wensickendorf. N.-B. Alle Lokale frei. Weissensee. H.-B. alle Lokale gesperrt. Weissagk bei Betschau. P.-O.-H.. Stoppen frei. Weinmeisterhorn. T.-B. Straße, Berkehrslokal. Restaurant Böhm, Dranienburger Wittenau, H.-B. Alles übrige gesperrt. Stechert. Bur Klause, Hildegardstr. 5/6, Inh. straße 3, Jnh. Stechert. Bractsäle des Westens, Spichern Daje. Louisenpark, Wilhelmsaue 112, 3nh. Wilmersdorf. Jnh. Kiefer gesperrt. Wilhelmsrah( Oberhav.). Alle Lokale fret. Wilhelmsruh. H.-B. Dampfboot. M. Drygas, Restaurant Blankefeld, Wilhelmshöhe. zum bahn", frei. C. Often, Gasthof Zur Eisen. ( H.-B.) Zehlendorf b. Liebenwalde. Wilh. Mied. Gesellschaftshaus. [ Karlstr. 12. ( Waldeslust). B. Miellei, Potsdamerstraße 25 Zehlendorf. T.-B. Restaurant Buchholz. Zehdenick. P. Behrend,( asth. z. Valme. Zeesen. T.-B. Brauerei Friedr. Buchholz. Zechin( Frankfurt- Lebus). Alle anderen Lokale find gesperrt. Hospitalstraße 43. Gasthof Bum goldenen Anker", Wriezen a. 0. walde. Alle Lokale frei. Woltersdorf bei LuckenBad, Promenadenweg. Gust. Malchom, Kaiser WilhelmBrawis, Bellevue, früber Bick [ werder. Balm, Café Ruhwald. N.-B. Woltersdort( Schleuse). Boltmann, Seehof. Säwert, Schloß Woltersdorf. Handtke, Bahnhofstr. 23. Schleusenstr. 36. Gasthof zur Schleuse( N. Albrecht), Zepernick Albert Schulze, Hauptstr. 23, frei. H. Klopsch, Mosauerstraße. Züllichan. Dorfstr. 20. Erich Bahn, Restaur. z. Niesenlinde, Zühlsdorf. H.-B. Alle anderen Lokale gesperrt. Weinberge. Restaurant Bur deutschen Eiche", Chauffee, Inh. Carl. Restaurant Flora", Neuendorfer A. Schimke, Barutherstr. 51. Verkehrs- und Versammlungslokal, Zossen. T.-B. Zinna. Hennig fret. Alle anderen Lokale gesperrt. am Bahnhof. Verkehrslokal: Rest. Kaebe, Zeuthen. T.-B. Alle anderen Lokale find frei. sperrt. Emil Schulze, Zur Eiche", ge Zernsdorf. T.-B. Bum Bank- Schlößchen"( Ostertag). an der Stettiner Bahn. N.-B. Wittenberge. Zwiebusch. T.-B. Drud: Borwärts Buchbrucerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. 68, Sinben. Berantwortlich: Richard Henschel, Berlin N. 28, Bollinerstr. 51 II. Seddin- See. Landhaus, fret. Central- Halle( Gutsche) u. Reftaur. Gärtner, Berliner Schweiz, am Lokal- Liste Alle Lokale, die keinen Saal haben, find frei! für Berlin und die Provinz Brandenburg. Ausgegeben am 27. März 1907. = P.- O.- H. bezeichnet: Nieder Barnim= N.-B., Teltow Beeslow= T.-B., Potsdam Dst- Havelland Die zu den genannten drei Streifen gehörenden Drte find durch folgende Buchstaben besonders für Kreis Potsdam- Ost- Havelland an K. Linz, Spandau, Mittelstr. 13. straße 22, part.; für Kreis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rigdorf, Selchowerstr. 22, Duergeb. III; betreffenden Streifes zu richten. Für Kreis Nieder- Barnim an R. Ried, Rummelsburg, Rant Alle Mitteilungen, Anfragen 2c. find für Berlin an das unterzeichnete Kommissionsmitglied des Obmann der Kommission: Richard Henschel, N. 28, Wollinerftr. 51, II. Für alle übrigen Orte sind Anfragen usw. direkt an den Dbmann der Kommission zu richten. Die Lokalkommission. den in der Zwischenzeit eintretenden Aenderungen Notiz zu nehmen. Diese Liste ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von diesbezügliche Anfragen recht frühzeitig an die Kommission zu richten. unternehmen zu wollen, und empfehlen wir daher, ftets bei Veranstaltung größerer Partien dringend, Vereins-, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diesen Lokalen * bezeichneten Orte bezw. Lokale gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenoffen Zur besonderen Beachtung empfehlen wir folgendes: Die in der Lifte mit einem zeit gern bereit, nur müssen wir dringend darum bitten, diesbezügliche Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. fich genau nach der Lokal- Liste zu richten. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jeder alle Vorstände und Stomitees der Vereine, Klubs usw. bei Arrangierung irgendwelcher Bergnügungen usw. mehr noch als bisher die Beachtung der organisierten Arbeiterschaft finden möge, speziell ersuchen wir Mit der Herausgabe der neuen Liste verbinden wir zugleich den dringenden Wunsch, daß dieselbe manuftr. 5-7 Habels Brauerei Ausschant, BergGründer, Schwerinstr. 13. Gramkau, Stegligerstr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. haus, Wafferthorstr. 68. Gliefings Ball- und GesellschaftsDonath, Schönleinstr. 6. fäle, Gneisenauftr. 67. Dindas Sommertheater u. SeftBohne, Hasenheide 45-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg. Anhalt. Ressource, Mödernstr. 114. Alter Bürgergarten, Lindenstr. 105. 2. Wahlkreis. Jacob Ege, Neue Roßstr. 12. Lokal- Kommissions- Mitglied: Bum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Palast- Theater, Burgstr. 22. Louisen- Belt, Jn den gelten 9a. Straße 35. Dräsels Festsäle, Neus Friedrich1. Wahlkreis. Heinrich Schröder, Hagel Lotal- Kommissions- Mitglied: E. Bühlte, Dennewigstr. 13. straße 111/112. Vittoria- Brauerei, LugowUnions- Brauerei, Hasenheide22/ 31. Thiems Festfäle, Blücherstr. 61. ftraße 8. Schwarz, Hasenheide 21, JahnSchnegelbergs Festfäle, Inh. Carl Hasenheide 57. Reinhardts Neues Gesellsch.- Haus, Raabes Festfäle, Fichteftr. 29. Mürichs Festfäle, Stegligerstr. 35. ftraße 83. Markgrafen- Kafino, MarkgrafenLinden- Kasino, Lindenstr. 106. Königshof, Bülowstr. 37-40. walderstr. 15. Königs Gesellschaftshaus, MittenKliems Festfäle, Hasenheide 13/15. Hofjäger- Palaft, Hafenheide 52/53. Ufer 30. Hochbahn- Restaurant, Tempelhofer Berlin. bergerstr. 27. ftraße 39( Inh. J. Meier). B. Frantes Feftfaal, Sebaftian Straße 75( Inh. W. Kube). Feuersteins Festfäle, Alte Jalobe Englischer Hof, Neue Roßftr. 3. straße 45( Inh. A. Hoffmann). Dresdener Garten, Dresdeners Dresdener Kasino, Dresdenerstr.96. ( Inh. Busch). Dietrichs Festfäle, Dresdenerstr. 116 Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. straße 52/53. City- Hotel( D.Holzky), Dresdener Central Festfäle, te Jakobstr. 32. ripplay. Buggenhagen- Etablissement, Mo. Berliner Klubhaus, Ohmftr. 2. Berchts Ritterfäle, Ritterstr. 71/75. straße 62. Beders Festsäle, Stommandanten. Augustin, Drantenstr. 108. ftraße 20. Kommandanten Arminhallen, drinenstr. 110. Alexandrinen Festfäle, Megan3. Wahlkreis. Domsdorf( Sorau- Forst). Roal frei. Friedrichsfelde. H.-B. Friedrichsfelde. H.-B.| Gr.- Kölzig( Sorau- Forst). Café Hoppegarten( Bansdorf), Gasthof zum Deutschen Reich, Berlinerstr. 18. Drewitz. T.-B. August Buhlmann, Botsdamerstr. Franz Bubes Festsäle, Prinzen Allee 30. Gottlieb Schulz ,,, Lindenpark", Wilhelmstr. 11. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Driesen. Conr. Marg, Rittergutsgarten, frei. Eberswalde. Friz Haberland, Wilhelmstr. 38. Restaurant Bur Mühle", Eich Friedrichshagen. N.-B. werderstr. 55. Brauerei K. Erdmann, Seestr. 23. Schröders Bollsgarten, Freien Brauftübl, A. Witte, Seestr. 22. walderstr. 8. Eggersdorf bei Strausberg. H.-B. G. Lübbede frei. Eiche b. Botsdam. P.-0.-H. Alle Lokale gesperrt. Bellevue, Schmidt, Waldowstraße. C. Conrad, Friedrichstr. 137. Eisteller, R.Büttner, Friedrichstr.97. Fischerhütte, Zachom, Seeftr. 11. Gesellschaftshaus, Kiędow, Friedridhitr. 69. Ratthey. Gr- Lichterfelde. T.-B. Aug. Reisen, Familien- Restaurant, Chausseestr. 104. Carl Müller, Restaurant Kaiser. hof", Bahnhof Dft. Alle anderen Lolale gesperrt. Gr.- Neuendorf a. 0. Hotel zum schwarzen Adler, Inh. Peter Leisten. Franz Menzel frei. Gesperrt: Gustav Binte. Gr.- Schönebeck. H.-B. W. Jung, Gasthof zum deutschen Hause". M.Lerche, Bürgerfäle, Friedrichst.110 Eichwalde. T.-B. F. Langfeld, Köpeniderstr. 1. Wittes Waldschlößchen. Seeschlößchen, A. Berndt, Seestr.77. N.-B. Sängerhalle, Werner, Friedrichst.61 Grünheide b. Ertner. H.-B. Restaurant Seidenstücker, Bahnhof- Spreeschloß, Straße 381. " Gasthaus zur Dito Schulze, Friedrichstr. 78. straße, Erkner. und Traube" gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Eulo( Soran- Forst). U. Schulze, Braueret, frei. Falkenberg. Nur die„ Carlsburg" fret. Waldkater, Bredow, Köpeniderstraße 38. Wilhelmsbad, Uzturait, Seeftr. 45. Restaurant Ravenstein gesperrt. Restaurant Waldburg amBahnhof Hirschgarten. N.-B. Falkenhagen b. Seege- Lokale am Müggelsee. feld. P.-0.-H. P. Schöneberg. Fangschleuse. N.-B. Müggelschloß. T.-B. Müggelwerder. N.-B. Rübezahl. T.-B. Restaurant Bater Fieliz. Grunewald. T.-B. Gesperrt find: St. Hubertus, Brauerei Flebinghaus, Schmargendorf, Hubertusbaderstr. 1. Waldhaus, Inh. Giesen, Schmar gendorf, Hubertusbaderstr. 5. Waldpark, Inh. Michelmann( mit Kutschertneipe), Hubertusbaderstraße 2-6. Strandschloß am Müggelfee T.-B. Café Grunewald, Schmargendorf, F.Schulze, Hotel, Zum Dampfschiff. Teufelsjee. T.-B. Fr.Karolewsky, Restaurant Werljee. Reft. Ravenstein gesperrt. Fehrbellin. P.-O.-H. Bw. Rosenträger. Schulz. Fichtenau. N.-B. R. Höhne, Gesellschaftshaus. Robbe, Kurpark- Restaurant frei. Finkenkrug. P.-O.-H. Bofmeister. Finsterwalde ( Calau- Ludau). Sämtliche Lokale fret. Forst. Schützenhaus u. Feldschlößchen ge Fürstenberg a. 0. Brauerei Schleicher frei. Fürstenwalde. Schloßkellerei frei. Emil Henze, Auguststr. 49. Baulsbornerstraße. Schillings Restaurant, Dahlem. Bw. Mads Dorfkrug, Beelitzhof: Alle Lofale gesperrt. Alle übrigen Lokale des Grunewalds gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen drin. gend, Bereins, Werkstatt oder son tige größere Partien nicht nach Gallinchen( Tottb.- Spremb.) diesen Lokalen zu unternehmen und Otto Krause frei. empfehlen daher, bei Beranstaltung derartiger Partien diesbezügliche AnGassen( Sorau- Forst). Gasthof Bum deutschen Hause" fragen recht frühzeitig an die und Wels' Berz frei. Gatow a. d. H. P.-O.-H. sperrt, alle anderen Lokale frei. Kein Lokal frei. Frankfurt a. d. 0. Gewerkschaftshaus, Oderstr. 51. Eldorado, Buschmühlenstr. 34. Germersdorf b. Guben. Restaurant Schulz frei. Giesendorf. T.-B. Franz.- Buchholz. N.-B. Alle Lotale gesperrt. Kähnes Gesellschaftshaus, Berliner- Glindow b. Werder a. d.H. straße 39. Fredersdorf. H.-B. Gasthof Ww. Clara Große und Girke frei. Freienwalde a. 0. Raddaz, Kanalstr. 3. W. Voigt, Eberswalderstr. 7. Friz Scherbing, Mt- Kiez. Gustav Schmidt, Königstr. 39. Friedenau. T.-B. Wilhelm Grube, Saifer- Allee 85. Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14. Rheinschloß. Alle anderen Rotale sind gesperrt. Friedersdorf. T.-B. Restaurant Bäntel. August Schmidt, Dorfstr. 12. Gosen. T.-B. Lindenhof, Inh. And. Wiesmann Gottow bei Luckenwalde. Reichmann und Janad frei. Lokalkommission zu richten. Grünan. T.-B. Arbeiter Verkehrslotal: 8ur gri nen Ecke, Köpenickerstr. 88, Inh. J. Franz. Restaurant Zur Gravelotte", Jnh. J. Duchauffour, Köpenickerstr. 79. Jägerhaus, Inh. G.Erhardt, Bahnhof u. Friedrichstr.- Ede. Carolinenhof b.Grünau, Jnh.Raabe Richtershorn b.Grünau, Jnh.Mohr Alle anderen Lofale gesperrt. Guben. Rest. ,, Bellevue", Schögelnerstr.21. Bur Friedensallee, Gewerkschafts. haus, Schögelnerstraße. Goldener Anker, Bösizerstr. 39. Gransee. Granseer Schützenhaus frei. Gross- Beeren. T.-B. Restaurant Fichtenwäldchen, Inh. Feldschlößchen, Kaltenbornerstraße. D. Heinze, Berlinerstr. 99. Zur Eintracht, Triftstr. 28. Gr.- Besten a. d. Görl. 8um grünen Wald, Stroffenerstraße. Bahn. T.-B. „ Waldschlößchen", Verkehrslokal: Ww. Agnes Tresper. Restaur. Walhalla, H. Meinice. Alle anderen Lokale gesperrt. Wilhelmshöhe, W. Pürschel. Gasthof zur Eisenbahn, Kupfer. hammerstraße. Bier Linden, Pförtnerstraße. Güstebiese. Bereinshaus frei. Hakenfelde 6. Spandau. P.-O.-H. M. Teßnows Bollsgarten. T.-B. Berkehrslokal: Bonczed, Kur 126. Halensee. fürstendamm Alle anderen Lokale gesperrt. F Bart Restaurant, Parkstr. 12/13. Inh. Hesse,| Voigts Krampenburg B. Krüger, Friedrichstr. 10. Wendt, Friedrichstr. 1. Lindenhof, Friedrichstr. 61. Jörsfelde. H.-B. Restaurant Döring. Hankels Ablage. T.-B. G. Kuhn, Havelschloß. B. Heinrich, Seglerschloß( früher Fr. Gumlich, Kurgarten. Rappel). Havelberg. Café Concordia( Groß). Hegermühle b. Eberswalde. Rein Lotal frei. Heiligensee. N.-B. Kagel. H.-B. Gasthof zum deutschen Hause, Dtto Fielig frei. Kanntdorf ( Cottbus- Spremberg). Matthes Kanter frei. Karlshorst. H.-B. Biekow, Dampferanlegstelle( End Restaurant station) gesperrt. Fürstenbad, Brina Adalbert, Inh. Gruhn, VerkehrsTotal. Tivoli, Sandhausen, Inh. Schröder Gesperrt: Otto Königs Festfäle, gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Heinersdorf. H.-B. Dtto Treskow- Allee. Arlts Gesellschaftshaus, Augusta Viktoriaftr. 46. Alle Lotale mit Sälen gesperrt. Alle übrigen Lokale frei. Heinrichsfeld ( Cottbus- Spremberg). Ernst Noad; Gottlieb Buder, Gast hof zum gold. Löwen. Helgoland. P.-O.-H. Kaulsdorf. N.-B. Schmödwig. T.-B. vis- à- vis Bendenschloß, vis- à- vis Grünau. Wendenschloß- Kolonie: Restaurant Gerbert. Baldesruh, Inh. Korbiskrug bei Gr.- Besten. T.-B. Gasthof Peter Kaczmarek. Kotzenburg b. Luckenwalde. Bw. Krüger. Krausnick. T.-B. Gastwirt Otto frei. Paul Böttcher gesperrt. Kremmen. P.-O.-H. Paproth. Urad. Kurtschlag. Bißmann frei. Kyritz( Dosse). Stadt London, Wilhelmstr. 8. Ladeburg. I.-B. With. Wendt frei. Landsberg a. W. Rothenburg, Cüftrinerstr. 31. Schüßenhaus, Wall. Altes Krüger, Noßwiesenstr. 49 a. Langewahl Hamanns Gesellschaftshaus, Frank. Borchmeher, Friedrichstadt. furter Chauffee, Inh. Mees. Alle anderen Lofale gesperrt. Ketschendorf. T.-B. b. Ketschendorf. T.-B. Frei: Gasthof Weidemann( Saal). Gasthof Buchwald frei. Helmsdorf( Sorau Forst). G. Noad, Gasth. z. schwarzen Adler. Lanke. N.-B. Joh. Bröllog frei. Ketzin a. d. H. P.-0.-H. Stodmann, Restaur. Waldschloß. Ottilie Wegger,„ Schloßpart". ( Insel Oberhavel) frei. Hennigsdorf. P.-0.-H. Slemms Restaurant frei. Frei: F. Brose. Rud. Teßmann. Kiekemal b. Köpenid. H.-B. Lankwitz. T.-B. Gesperrt: Bum deutschen Kaiser Restaur. Heidekrug( Schmidt) frei. Herm. Netger, Wirtshaus Zum Inh. Böhmer. Restaurant Bald- Kirchhain( Calau- Ludau). schlößchen( Balentin). Hennickendorf. H.-B. Reft. Zur Wachtelburg( G. Goldgräber). Hermsdorf. H.-B. Schulz, Verkehrslokal, Berliner ftraße 21. Schützenhaus u. Wildes Lokal frei. Kladow. P.-O.-H. alle Lokale gesperrt. Kl.- Besten. T.-B. Gasthaus Aug. Puran. Klosterdorf b. Strausbg. H. Heidenreich, Forsthaus, Auguste Buhlmanns Gasthaus. Biktoriaftr. 18. Herzfelde. H.-B. Henze, Hauptstr. 57. Steinide, Gasthof zum Kaiserhof. Hessenwinkel. H.-B. Theod. Gulich, Gesellschaftshaus. Schreyer, Kaiserzelt. Hirschgarten. H.-B. Alle Lokale fret. N.-B. Hohenbinde. Heideschlößchen zum Butenberg frei. Hohenschönhausen, Kochsdorf ( Cottbus Spremberg) Christian Budich frei. A Kolkwitz ( Cottbus Spremberg) Richard Melchert, Schwarzer Adler. Kolonie Buch. H.-B. Kaiser Friedrich- Garten frei. Königs- Wusterhausen. T.-B. Gesperrt sind: Neues Schüßenhaus, Neu- Hohenschönhaus. Ramin, Am Markt. N.-B. Alle Lotale fret. Hohenschöpping. Stein. P.-O.-H. * Hundekehle. T.-B. * Restaurant Hundekehle. Johannisthal. T.-B. Reft. Ritterhaus( Oskar Meyer). Inh. [ Roſchel. Hermann, Restaurant, Bahnhofstraße. Pfuhls Hotel, Am Bahnhof. Alle anderen Lokale frei. Könitz. Katerbow. T.-B. Köpenick. grünen Kranz", Calandrelliftr.27, frei. Aйe anderen Lokale gesperrt. Lebbin bei Stortow, T.-B. B. Lehmann frei. Lehnin. H. Taege, Hauptstr. 63, frei. Lenzen. Alle Lokale gesperrt. Lichtenberg. I.-B. Alle Lokale frei. Lichtenow b. Herzfelde. N.-B. Jähnicke frei. Liebenwalde. H.-B. Berkehrslokal: Restaur. Gleinert, Berlinerstraße. Lindow i. M. Sahlbrandt frei. Löwendorf b. Trebbin August Pintsch fret. Luckenwalde. Alle Lokale frei. Lübbenau. Schwarzer Adler.- Baumgart. Stadt Berlin. Zur gr. Linde. Lychen i. M. Ball, Vogelsangstraße. Außer Bw. Schulz, Müggelsheimer. Madlo( Cottbus- Spremberg). u. Marienstr.- Ecke, alle Lokale frei. Frik Gronemeier frei. Berkehrslokal: Alb. Gobin, Roone Marienlust b. Köpenick. T.-B. straße 2. Pferdebucht b. Köpenick. Johannisthaler Vollsgart., Senftleben, Friedrich- und Köpenider Straße- Ede. frei. T.-B. Schmetterlingsluft bei Köpenid. T.-B. Mahlsdorf. N.-B. Gasthaus Zum Wilhelmsthal", Inh. Wernede, Honowerstr. Nr.6, links der Bahn. Alle anderen Lokale gesperrt. 5 Elisabethstr. 30.| Sophien- Säle, Sophienftr. 17/18. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Bendts Bracht- Säle, Münzftr. 17, Englischer Garten, Alleganderstr.27c. Eing. Königsgraben. Feindt, Weinstr. 11. Lotal- Kommiffions- Mitglied: Flechs Festfäle, Fruchtstr. 36a. Albert Hahnisch, Auguststr. 51, Fortuna- Sale, Strausbergerstr. 3. Duergeb. pt. Germania Brauerei, Frankfurter Allee 53. Fürstenhof, Köpeniderftr. 137/138.| Elifabeth- Garten, Gesellschaftshaus, Prinzenstr. 94. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Gratweils Bierhallen, Kommandantenstr.77/ 79( Inb.Haberland). Grupes Festsale, Annenftr. 16. Hintsches Festfäle, Stopeniderstr. 62. Insel Festfäle, Inselstr. 10( Inh. Jannascht). Industrie Festfäle, Beuthstr. 19/20. Köpenicker Festsale, Köpeniderstraße 127 a. Lehmanns Festfäle, llegandrinen ftraße 82. Lulsenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37( Inh. Jat. Lis). Luisenhof, Gesellschaftshaus, Lichtenbergerft.16 Giestes Wirtshaus, Landsberger ftraße 89. Keller, Koppenstr. 29. Stern, R., Große Frankfurterstr. 18. Stolwigs Festfäle, Große Frant. furterstr. 99. 6. Wahlkreis. Moabit. Artus Hof, Berlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Eisschlößchen( Blößensee). Gieshoit, Infel- Restaurant ( Plößensee). Rud. Gohlle, Beuffelstr. 22. Kron. Brauer., Alt- Moabit 47/49. MoabiterBürgerfäle", Beuffelstr.9. C. Koczorowski, Schillingstr. 36. Butowerstr. 9( Inh. Sönigstabt- Stafino, Solamarktstr.72. Moabiter Gesellschaftshaus, Königstädtisches Stafino, Große Frankfurterstr. 76. M. Rusch). Lipple, Melchiorftr. 15. Märkischer Hof, Admiralftr. 18c ( Inh. Möhring). Miguel Sestfäle, Wichaelfirchftr. 39. Michael Festfäle, Michaelfirchstr. 39. Neues Klubhaus, Kommandanten ftraße 72. Bum Alexandriner, Megan brinenſtr. 37 a. Lokal- Kommiffions.Mitglied: Carl König, Jahnstr. 24. 4. Wahlkreis. Süd- Ost. Behrends Festfäle, Manteuffelstr.95. Borchardt, Köpeniderftr. 158. G. Strüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. 3. Liffins Ge B. Litfins Gesellschaftshaus Dftend, Memelerstr. 67. Lipps, Am Friedrichshain 22-29. Martgrafensale, Martgrafendamm. S.Mayers Vereinshaus, Gr.Frantfurterstr. 133. 2. Neumann, Langeftr. 30. C. Nicel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Dft- Kafino, Frankfurter Allee 106. Dftbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. Patria Festfäle, Gr. Frankfurter ftraße 28. [ Allee 24. Residenz- Festfäle, Landsbergerft.31. B. Schumsti, Langestr. 65. Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kasino, Wilsnaderstr. 63, Moabiter Schüßenhaus( Plögensee). Bielefe, Baldstr. 8. Schößler, Stromstr. 28. Schüler( Brauerei Moabit), Turme ftraße 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Bittoria- Salon, Perlebergerstr. 14. Walhalla- Theater, At- Moabit 104 bis 105. edding und Oranienburger Vorstadt. Berliner Bod- Braueret, Abt. II, Chauffeeftr. 58. Berliner Nordpart, Müllerstr. 148. ftraße 8. Café Alsen, Vor dem Schles. Tor 2. Bazenhofer- Brauerei, Landsberger Gebr. Grans' Festfäle, Stösliner. Central- Feftsäle, Dranienstr. 180. Gleve ,,, Süd- Dft", Baldemarstr.75. Graumann, Naunynstr. 27. Industrie Festfäle, Mariannenstr.31 Stopenider Hof, Stopeniderftr. 174. Mariannen Festfäle, Mariannen. Ufer 2. May Nowad, Manteuffelftr. 9. Dranten- Salon( U. Lott), Dranten ftraße 170. Reichenberger Hof, Reichenberger ftraße 147. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Schode( Drachenburg), Bor dem Schlesischen Tor. Schuhmacher, Staligerstr. 126. Stalizer Garten, Staligerstr. 54. Bereinshaus ,, Sängerheim", Nau nhnstr. 6. Balter( Urania), Brangelftr. 9/10. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Oft. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftshaus, Langeftraße 108. Lands. Andreas Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Landsberger Allee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-18. Boekers Gesellsch. Haus, Weberst.17. Breuer, Große Frankfurterstr. 117. Beders Gesellschaftshaus, Frankfurter Allee 127. Bürger- Hof, Rüftriner Plat 10 2. Drez, Landsberger Allee 76/77. Siegels Feftfäle, früher Haberecht, Große Frankfurterstr. 30. Zauert, Große Frankfurterstr. 85. Bimmermann, Grüner Weg 29. Lotal- Stommiffions- Mitglied: Carl Rott, Straßmannstr.29, ptr. 5. Wahlkreis. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. Detloffs Feftfäle, Invalidenftraße 84/85. B. Fortanier, Tegelerstr. 56. Funtes Gesellschaftshaus, Trift. straße 41. Genoffenschafts- Wirtshaus IV, Germania- Säle, Chauffeeftr. 103. Nord- Ufer 10. Gesellschaftshaus, Jnh. M. Schöl zel, Boyenstr. 12. Hoffmann, Basewalterstr. 3. Humboldt Säle, Hussitenstr. 40. Hübners Feftfäle, Chausseestr. 118 Köhlers Salon, Stedstr. 24. StromreysFestsaal, Eichendorffftr.8. Meeses Gesellschaftshaus, Schul ftraße 29. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Raabes Festfäle, Rolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schellbachs Festfäle, Schulstr. 66. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Karl Schraderhof, Liebenwalder straße 36. [ straße 17. Schumanns Vereins- H., Rösliner Schwantes Festfäle, Chauffeeftr. 96. Bereins- Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparrstr. 14. Bordes Vereinssäle, Neue König, straße 7. Diesener, Landsbergerstr. 87. A. Ernsts Gesellschaftshaus, Brenz lauerstraße 41. Gesellschaftshaus Berliner Mufiler, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Johannissäle, Johannisftr. 20. Stönigssäle, Neue Königftr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Kuhns Festsale, Linienftr. 8. Lehdeckers Salon, Sophienftr. 34. Logen- Restaurant, Paul Müller, Sel. Auguftstr. 14. Müller, Restaurant, Linienftr. 65. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Meranderpl. Bachuras Klubhaus, Landsberger Straße 39. Carl Batt, Dragonerstr. 15. Philadelphia, Greifswalder ftraße 188/189. Rosenthaler Hof, Rosenthaler. straße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstraße 57. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien- Halle, Gipsstr. 9. 2 Bum Storchneft, Müllerstr. 161. Bum Voltsheim, Aderstr. 128. Bum Schillerpart, Paul Mann, Müllerstr. 59. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. 0 Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. G. Daafe, Brunnenstr. 154. Dietrichs Feftfäle, Brunenftr. 84. fret. Rathenow. Stryftallpalaft, Inh. Stodfisch, Rauchfangwerder. T.-B. Rutkowskis Waldhaus. Rauen. T.-B. Gasthof zum Löwen, Inh. Bindfelder, frei. Gasthof zum großen Stein, Inh. A. Müller. Reinickendorf. I.-B. Osten. E. Kirsch,., Seepart", Martftr. 2/3. B. Lüde, Kastanienwäldchen", Residenzstr. 109. F. Sadau, Residenzftr. 124. A. Schorsch, Bur Wartburg", Kopenhagenerftr. 71. D. Knebel, Hauptstr. 51. Schaller, Schönholzer Tivoli", Provinzftr. 69-72. 3. Weber, Restaurant zur Eisen bahn, Nordbahnstr. 22. H. Schiller, Bum Storchneft", Probingstr. 79. F.Göride, Wirtshaus ,, Bur Tanne", Nordbahnstr. 11. Baumann, Hausotterstr. 55. C. Großmann, Schönholz. Flora", Provinzstr. 76. Westen, Tegeler Chaussee. Ernst Mufter, Berlinerstr. 29. J. Franke, Eichbornstr. 18, Ede Augufta Viktoria- Allee. 28. Dtto, Berlinerstr. 113/114. Engel, Eichbornftr. 73. Rixdorf. T.-B. Bereinshaus am Richard plak gesperrt. Alle anderen Lotale ftet. Röntgenthal. K.-B. E. Braun, Restaurant Röntgenthal. Rosenthal. H.-B. Q. Nabeliz, Gasthof Bur Mühle", Hauptstr. 38. Rüdersdorf( Dorf). H.-B. N. Marg, Luisenstr. 81. Rüdersdorf( Staltb.)..- B. Grewe, Gasthaus zur Linde", Heinigerstr. 19. 8. Möller, am Kaltsee, Karlstr. 8. Rudow bei Johannisthal. T.-B. Berkehrslotal: Aug. Palm, Stopeniderstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf b. Ludenwalde. Gastwirt Krüger, fret. Ruhlsdorf b. Zeltow. T.-B. E. Herold frei. Gasthaus Mannt gesperrt. Rummelsburg. H.-B. Alle Lokale frei. Saarmund( Luckenwalde). Hildebrandt frei. Saatwinkel P.-0.-H. Me Lokale fret. Sachsendort. ( Cotibus- Spremberg.) Aug. Dobring frei. Sacro.( Sorau- Forst.) Bw. Ziegler, Brauerei, frei. Sadowa. T.-B. Pflugs Rest. a. b. Oberfpree fret. Alle anderen Lokale gesperrt. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Bur grünen Tanne. Schenkendort. T.-B. Otto Pätsch( Saal). Scheuno.( Sorau Forft.) G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß), frei. * Schildhorn. P.-0.-H. Hans Rithaupt. * Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. * Schröder. Schildow. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Schlachtensee. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. Café Bein, Hubertusbadstraße 8 ( Grunewald). Schwedt a. O. Deutsches Haus, Heinersdorferr. Schwiebus. Gasthof zur deutschen Eiche, Croffenerstraße. Gustav Gondolatsch, Mühlenftr. Senttenberg II ( Calau- Ludau). Topigmühle, Inh. Seidenstider. Beusters Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale fret. Slamen.( Cottb.- Sprembg.) E. Fischer; Rest. F. Lemte; Adolf Jurt, Bellevue. Slamen Ziegelet: Dtto Qoff mann. Soldin. Wilhelm Pose, Gartenstr. 27. Sommerfeld.( Schtviebus.) Bum Kurfürsten, Bahnhofstraße. Sommerfeld b. Kremmen. P.-O.-M. Brauerei Weber frei. Sonnenburg. Barthel's Wirtshaus, Schmargen- Wilh. Greifer frei. dorf, Warnemünderstr. 6. Lindenbaum", Spandauerstr. 40, Flora. Juh. Ad. Pöttscher. Schmellwitz. ( Cottbus- Spremberg.) Ab. Lobedan. Schmertzke bet Brandenburg a. d. H. Geride fret. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof Bur Balme", am Sebbin see, Herm. Peter. Road, Restaurant Zum Seddinfee. Murfeldt, Seglerschloß". Alle anderen Lotale gesperrt. Wald- Idyll", Witwe Lorenz. Schöneberg. T.-B. Dbfts Festfäle, Martin Luther, Ede Meiningerstraße. Mtethes Festsäle, Hauptstr. 5/6. Schloßbrauerei Schöneberg. Bilhelmhof", Ebersstr. 80. Bur gold. Hundertzehn", Grune waldstr. 110. Schöneiche- Schönebeck. N.-B. Emil Süßmilch, Waldschloß. Schönholz. N.-B. . Ramlom ,,, Kastanienwäldchen", Schönholz 14. B. Baumgartner, Bartrestaurant, Schönholz 11. 5. Bapris, Birkenpart, Schön. holzer Beg 31. Schönow. N.-B. Alle Lotale gesperrt. Schönwalde i. d. M. N.-B. H. Schulz. 2. Liebenhagen. Guft. Dornemann, Internat. Sportshaus a. Gorinsee. Schulzendorf. N.-B. Reft. ,, Qubertus", Triller. frei. Alle anderen Lotal gesperrt. Soran. Gasthof zur Eile. Gasthof zum goldenen Anter, fret. Spandan. P.-0.-H. Verkehrslotale: Baul Kumte, Schönwalderstr. 80. St. Schwabe, Seegefelderftr. 54/55. E. Köpnids Ball- Salon, Bichelsdorferstr. 39. Guft. Borchardt, Seeburgerstr. 26. Gesperrt: D. Seiz Festfäle, Schüßenstraße. Spandau- Nonnendamm. P.-O.-H. Bum Nonnenfrug, Schulz, frei. Spreenhagen. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Spremberg. Baul Heinze, Gesellschaftshaus. Baul Robelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rüdert, Bürgerhaus. Springeberg( Ertner).N.- B. Restaurant Fatile frei. Stanken, P.-O.-H. Gasthof Zum braunen Hirsch". Hamburger Chauffee, frei. StahnsdorfKlein- Machnow. T.-B. Rein Lofal frei. Steglitz. T.-B. Frei: Schellbase, Saal u. Garten Ahornstr. 15a, u. Birkenwäldchen Saal und Garten. Steinfurt( Db.- Barnim). Wilhelm Schleusener fret. Stolpbrück. N.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. b. Nordbahn. H.-B. Bergemann, im Dorf, fret. Stossdort,( Soran- Forst.) Straße, frei Neubert, Waldschlößchen. Malz b. Grabowfee. Café Tiet" frei. Malchow 5. Weißenfee..- B. .- B. Michendorf( Bauch- Belzig). Ab. Schulz, Berkehrslokal. Marzahn. H.-B. Schurbaum. J. Peschel. Leffing. Marwitz. P.-O.-H. Bih. Graśnid, Langendammerstr. Det. Filcher, Langeftr. 31. bei Fürstenwalde. T.-B. Markgrafpieske gesperrt. Alle anderen 20tale Herm. Berger, Dorfstr. 30, fret. R. Jarnzewski, Riepertplatz 7. Marienfelde. T.-B. Inh. Burschte, Chauffeeftr. 82. Restaurant Bum alten Astanier" Bahnhof Marienfelde. Stripte, Gr.- Beerenstraße, am Rest. 8um Landhaus", Inhaber Rest. Reichardt, Chausseestr. 16. schlößchen", Feldstr. 44. H. Borgfeldt, Rest. Zum FeldMariendorf. T.-B. Gerisch. Gesperrt: Adolf Schmidt und Niederlehme. T.-B. straße frei. Waldschlößchen, Schulz, Goſener Neu- Zittan. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofstr. Neuzelle( Guben). Dimar, Bechliner Chauffee. Neu- Ruppin. Alle anderen Lokale fret. zum Tiergarten. Gesperrt: Bätel, Restaurant Neumühle. T.-B. Wilh. Bedmann frei. Nenbrück. P.-O.-H. Pankow. N.-B. Restaurant" Bur Dubrow" fret. Pätz bei Gr. Beften. T.-B. ftraße 30( Saal). Roggentin, Bollsgarten, Schüßen. Nieder Schönhausen. linerstraße 17 b. Alle anderen Rokale sind frei. Wordt. " Sedan"," Neuer Krug", Rest. Gesperrt sind:„ Neptunshain", T.-B. Nieder- Schöneweide. Ernst Stegling, Reichshallen. Kein Lokal frei. ( Oberhavel) P.-0.-H. Nieder- Neuendorf M. Mörschel, Inh. Guft. Heiß. Zum Sportsbaus Ziegenhals", Niederlehme Abbau. T.-B. Alle anderen Lokale frei. ( Donay) frei. Restaurant Lemple u. Eichenhain Papenberge. P.-0.-H. Ausschant, Berlinerftr 80/82. A. Schüßler, Willners Brauerei Reuters Boltsgarten, Schloßstr. 2. ftraße 3/4. Rozydi, Gesellschaftshaus, Kreuze straße 113. Bum Roland, C. Müller, Bollant. linerstr. 27. Großkurt, Feldschlößchen, Ber Friedrichstr. 12. W. Warlich, Paradiesg., Kaiser Berlinerstr. 102. Zum Kurfürsten, Ebersbach, Buge, Vereinshaus, Schulzeftr. 28. Rich. Bessen, Dameronftr. 19. giWelbjclößchen", Ber Gesperrt: Restaurant Krüger. Berkehrslokal: Jul. Fischer, BerAuguft Seyffert gesperrt. Gaſth. z. hiſtoriſchen Mönchsmühle. Florian Knappe frei. bei Schildow. H.-B. Mönchsmühle Alle anderen Lokale gesperrt. prinzen. Ernst Schmidt, Gasthof zum KronMittenwalde. T.-B. Rest. zur Mühle, Inh. E. Lier, frei. Miersdorf. T.-B. Lenz, frei, Müggelheim. T.-B. Neuer Grund", Schönborn, frei. Mückenberg b. Guben. Mönchwinkel, H.-B. Alle Lotale frei. Alle 2otale gesperrt. Münchehofe. H.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstr. frei. Ad. Baersch, Woltersdorferstr. fret. Mühlenbeck. N.-B. N.-B. * H. Kühne, Rest. Staisergarten. Pichelsberge. P.-0.-H. Otto Bräfike frei. Petershagen. H.-B. Gasthof Ferd. Roggisch frei. * Petersdorf b. Ketschendf. T.-B. Alle Rotale gesperrt. Perleberg. Lehmann, frei. Peitz( Cottbus- Spremberg). burgerstr. 4. Ulik ,,, Schwarzer Adler", Blanken-" Bum weißen Schwan"( Inhaber Settekorn, Lindenstr. 1. Neu- Carlshof, Beuth- und Char- Schröder, Rest. Reichsgarten. lottenstr. Ede. Café Bellevue, Kaiser Wilhelmstr.10. Seeschloß, Haase- Brauerei. Pichelsdorf. P.-0.-H. Kreienkramp). Tunsch, Sanssouci, Kaiser Wilhelm- Voigts Restaurant. straße 18. Nordend. N.-B. Freunds Bionsgarten, Inh. H. Bratvogel. Vertebrslotal: Friedensgarten, Inh. J. Schüßler. Herm. Bruder, Wilhelmshöhe. * B. Schmidt, Königgräßer Garten. Restaurant Peter Thomsen. * Wilh. Radwis. Pichelswerder. P.-0.-H. H. Ebel, Stahnsdorferstr. 6. T.-B. Nowawes- Neuendorf. Mar Straße 31. Karl Gruhl, Priesterstr. 69. Otto Himte, Ballstr. 55. Singer, Bollsgarten, Priester Prenzlau am Bahnhof Charlottenhof. Bittoriagarten, Alte Louisenstr. 82, Kaiser Wilhelmstr. 38. Verkehrslokal: Wilh. Ladenthin, Potsdam. P.-O.-H. Infelgarten. Nahmitz bei Lehnin. Ernst Schmidt, früher Kaifer- Saal Carl Trebesch, An der Schnelle 67 Nedlitz. P.-0.-H. Schüzenhaus, Inhaber D. Kumle, Chauffeeftr. 33. Scholz, Marktstr. 16. Nauen. P.-0.-H. August Schulze Nr. 91, fret. Ob.- Schöneweide. H.-B. Baul Junge, Großbeerenstr. 100. Engelhardt. Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Alle Lokale fret. Oderberg i. M. Berkehrslotal: E. Stausholt, il Helminenhofstr. 18. Neu- Dabendort bei Baumgart, Bur Römerschanze". Gesperrt: a. Irrlis, Sur grünen Restaurant Neu- Dabendorf, Inh. Zossen. T.-B. F. Wiese. Braun, Kurfürstenstr. 48( Saal). Oranienburg. H.-B. Alle anderen Lotal frei. Aue" und Schüßenhaus". Bald und Seeschloß Dabendorf E. Schumann, Waldhaus Sandn Neuenhagen. I.-B. ( Saater) fret. F. Heider, Verkehrslokal, Mühlenhausen( Saal), Schüßenstr. ffraße 31. H.-B. Berkehrsl.: Gafth. v. Bw. Klemm. H.-B. Alle Lotale frei. Rahnsdorfer Mühle. am Bahnhof, gefperst Bärenhöhle b. Müller, Rahnsdorf. H.-B. ,, Wilhelmsruh", Inh. Schulz, fret. Landsberg. H.-B. Radebrück 6. AltWw. Kubo, fret. Pumpe( Cottbus- Sprembg). Zum Schweizerhäuschen. Pritzwalk. Preuden. Kolonieſtr. 124. Brauerei Gabriel u. Jäger, Delon. Boltsgarten Theater, Badstr. 8 Schmidt, Herm., Brinzen- Allee 33. Forper, Prenzlauer Allee 165 Schirms Festfäle( Wäbekindt), Bad- D. Hoffmann, Kaftanien- Allee 23. Liebing, Schönhauser Allee 10. [ ftraße 19. Nagel). Marienbad, Badftr. 35/36( nb. Brauerei Königstadt, Defon. Rob. Wendorf, Bedheniderstr. 10. Leonhardt, Koloniestr. 147. Fey, Brunnenstr. 184. Elfaffer Ball- Salon, Elsasserstr. 15.| Mar Hahn, DIböter, Usedomstr. 33. Roads Festfäle, Brunnenstr. 16. Melchert, Bergstr. 68. Harmonie, Invalidenstr. 1a. Gramotte, D., Bergstr. 12. R.Frischs Victoria- Garten, Badft.12 R. Fiebigs Festfäle, Aderstr. 6/7. Roewers Festfäle, With. Schäfer). Gregory Brauerei, Badstr. 67( Inh. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70. Bernhard Rose- Theater, Babstr. 58. Ballschmieder, Badstr. 16. F. Wilkes Festfäle, Brunnenstr. 188. Weiß. Invalidenstr. 146. Schuster, Aderstr. 144. Swinemünderstr. 42. Swinemünder Gesellschaftshaus, Elisabethkirchstr.14 | ( Ringbahn- Station). Kopenhagenerstr. 74. Stolpischestr. 10. Neumanns Klubhaus, Kopenhagener Klubhaus, Hube, Adolph Genossenschafts Wirtshaus, Star Schönhauser Vorstadt. hauser Allee 148.[ garberstr.3. ( Behm und Bellermannstraße). Fröbels Allerlei Theater, Schön B U Schönhauser Maertins Festsäle, Allee 176. Lotal- Kommissions- Mitglied: Brauerei Pfefferberg, Schönhauser straße 23/24. Allee 130( Inh. Stein). Schwedter Brauerei Groterjan, Schönhauser Bernaus Festfäle, Brauerei Bößow, Brenzlauer Allee. E. Schulz Festsäle, Belforterstr. 15. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. Bier- Sprudel, Gaudystr. 10. Brater Theater, Kaftanien Allee 7/9. Allee 28. Berolina Festfäle, Pappel Allee 25. N. Henschel, Bollinerstr. 51, II. Provinz Brandenburg. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-O.-H. teller. Alle übrigen Lokale frei. Gesperrt: Restaurant Rats Adlershof. T.-B. 29. Alt- Stahnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Alt- Ranft bei Freienwalde a. O. Alle Lokale gesperrt. Alt- Rahnsdorf. H.-B. Friedrichstr. 2. Haberechts Gesellschaftshaus, auerstr. 55. Frei: Bohne, Saalbesizer, GrünStern", H.Saß, Grünauerstr. Berkehrsl.: Wirtshaus Bum gold. Alt- Glienicke. T.-B. ( H. Möbius). Gasthof zum grünen Alle Lokale frei. Baumschulenweg. Baum P.-O.-H. Bornstedt- Bornim. Alle anderen Lokalegesperrt. staurant, Fallenruh", Billa Stahl. Berkehrslotal: Carl Menzel, ReBohnsdorf. T.-B. * Stab frei. * Blankenfelde. H.-B. Wirtshaus an der Banke. Blankenburg. H.-B. H. Schulz, Paradiesgarten". Birkenwerder. I.-B. Alle Lokale gesperrt. Bindow. T.-B. Baul Reinhardt, Rosinenstraße 8, Charlottenburg. T.-B. Breitkopf fret. Carow. H.-B. Ernst Liesche, Weberstr. 36. Caputh.( Bauch- Belzig.) Bolkshaus". radiesgarten" B. Fiedler, Tegelerweg 63, Pa Festfäle". E. Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, Waldlater". Mar Fallnich, Tegeler Weg 40, Roß- Trappe" Ferd. Müller, Spandauer Chauffee, August Schulz, Friedr. Wilhelmstr. 3. Hoffmann, Tegelerweg 38/39, R.Laas ,,, Schwarzer Adler", MittelT.-B. Franz Rhinom. Bötzow. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Borsigwalde. 1.-B. straße 12. Beauregard b. Briezen. Bürgerhalle, Gr. Gartenstr. 1. Bolfsgarten, Bergstr. 20. Brandenburg a. d. H. Waldhaus". H. Höhne, Tegelertveg 74/75, Ber gnügungspart". anvquod m fanal: Bafternadi, Klostergarten". Kaiser" Mar Broß, Gasthof Bum deutschen Bruno Woiths Kastanienwäldchen. Gust. Thron, Gasthaus zum Café Helgoland, Wilhelmsdorfer Wiemer, Karlsbof" Biertelstündchen". Beelitz i. M. straße 17. Cottbus. Jul. Werner ,,, Bum Lindenbaum". K. Dyd, Deutscher Stronpring". Beetz b. Kremmen. P.-0.-H. ftraße 285. Gasthof zur Stadt Beelig, Brüder- Gasthof zur Mühle, Wollenweber Herm. Hinz, Dampferstation. Großmann, Schüßenhaus", Bernan. N.-B. Gasthof Noppen frei. Luckenwalde. Berkenbrück bei Restaurant Wille, frei. Mühlentor. Biesenthal. B. Fengler, Dorfstr. 30/31. Gesellschaftshaus", Inh. Biesdorf. N.-B. Wagner, am Bahnhof, Kaiserstr. 82. Berlinerstr. Dberreich, Schwarzer Adler", Mai, Kaiser u. Chausseestr.. Ede. Hörnide, Elysium", Königstor. Friedrich, Gasth. 8. gold. Hirsch". Heins Schüzenhaus, Fr. Land. bei Alt- Landsberg. N.-B. Bruchmühle Sämtliche Säle frei. Britz. T.-B. straße 3. Bentral- Herberge. Karnante, Zur Krone. A. Döring, Gesellschaftshaus. Herm. Rollwig, Stonzerthaus. Nagel, Bum Brinzen Heinrich", Bw. Loll. Märker. Alle Lokale fret. Buch. I.- 1. Dröscher, Zur Meze. Schulz, Wachsbleiche. Cüstrin- Neustadt. Rich. Reinsch, Schweizerhaus". Buckow.( Märt. Schwetz.) befizer, gesperrt. Dahme. login u. Roppen, Saal. Alle Lokale gesperrt. straße 12. Berkehrslotal: R. Klein, ChauffeeDahlem. T.-B. Buckow bei Britz. T.-B. Sacobi, Plantagenstraße 25/26. ( Cottbus- Spremberg.) Gr. Buckow. Alle Lofale gesperrt. D.- Wusterhausen. T.-J. August Bathe, fret. Dahmsdorf b. Lehnin. Restaurant zum Kaisergarten. Bitt. Elias, Gasthof an der Rott Döhringsbrück. P.-.-. buser Chauffee. ( Ruppiner Kanal) frei