Nr. 78. Abonnemmts- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Bierteljährl, 330 t, monatl. 1,10 m., wöchentlich& Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mi illustrierter Sonntags Beilage Dir Neue Belt" 10 Bfa. Bost. Abonnemen: 1,10 Mart pro Monat. Eingetrager in die Bost- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschlan und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumaniai, Schweden und die Schweiz. Criocint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 60 Big. für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Angeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf. Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Egbebition abgegeben werden. Die Expedition ift bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. 9r. 1983. Diplomatenpolitik und Volkspolitik. Donnerstag, den 4. April 1907, Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. r. 1984. 1 durch die Vertreter der arbeitenden Klassen! Bointe nicht entbehren, und ungestört wird auch fernerhin der Unsere Aufgabe ist es, unsere Regierung zu fragen, wie Bojar die durch den Pächter expreßte Rente in Monaco, in Nizza, sie sich zur Abrüstungsfrage stellt, und klipp und klar in Paris unter die Leute bringen.Antwort zu heischen. Ein internationales Abkommen, Von den Juden, deren beispiellos rechtlose, durch die Willkür das zunächst die Vermehrung der Kriegsflotte über ihr der Bureaukratie ausgebeutete Lage die Unruhen wieder einmal heutiges Maß hinaus verhindert, ist durchaus auch im grell beleuchtet haben, kein Wort! Die einzige Aenderung ist, daß Die deutsche Regierungspreffe, zu der ja jekt in erster Interesse des deutschen Boltes, wenn es auch nur einen ersten die konservativ antisemitischen Präfekten durch liberal. Linie auch die freisinnige Presse gehört, hat Bülows Rapallo Schritt zur Bekämpfung des Militarismus überhaupt bedeutet. antisemitische ersetzt wurden. reise als einen großen diplomatischen Erfolg gefeiert. Bülows Bir müssen von der deutschen Regierung verlangen, daß sie Das ist der rumänische National- Liberalismus": ein treuer Konferenz mit Zittoni habe ergeben, daß dem Abrüstungs- ihren obstinaten Widerstand gegen den englischen Vorschlag Selfershelfer der rumänischen Bojarenbande, stets bereit, behufs vorschlag des perfiden Albion" die Zähne ausgebrochen aufgibt. Im Parlament müssen die bürgerlichen Parteien und Erhaltung dieser Parasiten mit Gewehrfalven und Polizeiknüttel worden seien. Zittoni sei mit Bülow darüber völlig einig, die Regierung vor die Frage gestellt werden, ob es ihnen mit gegen Bauern und Juden vorzugehen. daß einer Diskussion des Abrüstungsproblems feinerlei ihren ewigen Friedensbeteuerungen ernst ist und ob sie es Mögen die im Solde des internationalen Kapitalismus Hindernis in den Weg gelegt werden solle, nicht minder einig wagen können, die Möglichkeit einer Verringerung oder stehenden Blätter die Berufung des großen"," liberalen" Staatsaber auch darüber, daß diese Diskussion einen durchaus wenigstens eines Stillstandes in dem raschen Steigen der mannes Sturdza feiern; das Proletariat Rumäniens hat diesen theoretischen und unverbindlichen Charakter zu tragen habe. militärischen Ausgaben im Vorhinein frivol von sich zu Liberalismus" schon am eigenen Leibe verspürt und weiß ihn zu Da nun die deutsche Regierungspresse mit einem weisen. Jener auswärtigen Politit der herrschenden Klassen, bewerten. Es tennt die national- liberale Partei. Ihre Be einer besseren Sache würdigen Eifer und einer selbst von ihrem die ihre Mittel in beständiger Vermehrung der kriegerischen rufung in der gegenwärtigen Situation ist ein Sohn auf die ob der Standpunkte aus geradezu täppischen Aufdringlichkeit sich gegen Rüstungen, deren legtes Wort die koloniale Expansion und Rechtlosigkeit der rumänischen Bauern und Juden ihr Haupt berden englischen Vorschlag gewandt hat, so würde das heißen, die Gefährdung des Friedens ist, muß das Proletariat seine hüllende Kultur. daß diesmal Italien die Rolle des trefflichen Sefun- auswärtige Politik entgegenstellen, die Friedens- und danten zu spielen haben werde, den angeblich Desterreich seulturpolitik der solidarisch verbundenen Das Ministerium Sturdza. Bukarest, 31. März.( Eig. Ber.) Der ehemalige rumänische Ministerpräsident Peter Carp wurde von einem Wiener Mitarbeiter des„ Bester Lloyd" noch bor der Entlassung des Ministeriums Cantacuzene und vor der Be rufung Sturdzas über die Situation im Lande und über die rumänischen Liberalen" befragt. Er äußerte sich folgendermaßen: 业 Berlin, 3. April. Die hiesige fönigliche rumänische Gesandtschaft erhielt heute folgendes schönfärberische Besänftigungs- Telegramm des Ministerpräsidenten Demeter Sturdza: Die bereits gemeldete allgemeine Beruhigung in der Walachei macht weitere Fortschritte, und es sind seitdem feinerlei Unruhen Zusammenstöße mit der betvaffneten Macht bor oder gekommen. Die Präfetten fahren in ihren Bemühungen fort, zwischen den Gutsbesitzern, Bächtern und Bauern im Sinne gütlicher Verständigung zu vermitteln. So find vielfach die bisherigen drückenden Bedingungen der ländlichen Arbeitsverträge durch Entgegenkommen der Gutsbefizer und Bächter erheblich gemildert worden, was die Wiederaufnahme der Feldarbeiten erleichtert. An berschiedenen Orten bringen die Bauern freiwillig geraubtes Gut und Bieh den Eigentümern zurück. Aus dem Distrikte Blaschea wird gemeldet, daß sie bei der Wiederaufrichtung der zerstörten Baulichfeiten behülflich sind. in Algeciras gespielt hat. Daran bermögen wir denn doch Arbeiterschaft! nicht so recht zu glauben. Jtalien wäre närrisch, wenn es sich in einer Frage gegen England engagieren ließe, in der es selbst sehr wenig interessiert ist, in der ein großer Teil seines Voltes durchaus mit England sympathisiert, bloß von den„ Impulsen" der Butarest, 23. März. Hochverehrter Herr! Von einer InterTreue gegen das verbündete Deutschland getrieben. Von Demeter Sturdza ist der Mann, der die Arbeit bestens ver- vention seitens irgend einer Macht ist mir bis jetzt nichts bekannt, Impulsen läßt sich zwar die deutsche auswärtige Politik richten wird, welche die herrschenden Klassen Rumäniens von ihm fie dürfte aber erfolgen, wenn die Sachen so weitergehen; denn die Leiten und sie ist danach aber sonst teine. Vielmehr erwarten: die Erstidung der Bauernunruhen. Und das ist nicht Lage ist bei uns sehr ernst. Die Bauernunruhen, die in wahre dürfte sich Italien im Haag ebenso viel Reserve auferlegen, nur von Sturdza allein zu sagen, sondern von seiner Partei, der Jacquerien auszuarten drohen, finden in der Schwäche der national- liberalen, überhaupt. Die geschichtlich be- Regierung, welche sich bis jetzt damit begnügt hat, den Kopf wie in Algeciras. Die auswärtige Politit aber ist keine Angelegenheit des währte Strupellosigkeit dieser Partei und ihrer Führer läßt sie wie zu verlieren, eine indirette Stüße. Leider will auch der König bon blutiger Repression so wenig wie möglich wiffen! Daß man, Fürsten Bülow und feines Herrn; die Angelegenheiten, die geschaffen erscheinen zur Berrichtung jener Sentersarbeit, und um eine Omelette zu machen, Eier brechen müsse, bas will manchem da im Haag zur Sprache gebracht werden sollen, intereffieren Rönig Carol konnte eine bessere Wahl gar nicht treffen. Wohl nicht in den Kopf. Ebenso betrübend ist es, daß bei einem not nicht nur die Diplomaten, sondern auch die Völker, und das machen alle bürgerlichen Parteien Rumäniens in Antisemitis wendig gewordenen Regierungswechsel der Stönig die 2iberalen deutsche Volt hat allen Anlaß, scharf aufzupassen mus, in Demagogie und in Irreleitung der europäischen Meinung. heranziehen wird, und biefe tragen einen Judenhaß zur Schau, ber und rechtzeitig die Regierung über ihre Ab- boch an die Gewissenlosigkeit der national liberalen für die Zukunft wenig verheißend ist. Wie Sie sehen, trübe Zeiten fichten zur Rebe zu stellen. Je wichtiger die aus- Partei reicht keine heran. Seine Waffe ist ihr zu gemein, tein und trübe Aussichten." Da sich unter den maßgebenden Politikern Rumäniens offen wärtigen Angelegenheiten werden, desto dringender wird die Manöver zu berlogen. So hezten die Liberalen durch Lug und Pflicht des Reichstages, fich endlich gründlich und fachkundig Trug aller Art die Bauern zu Revolten auf und trieben sie vor die bar viele Gemütsmenschen" vom Schlage Peter Carps befinden, mit diesen Angelegenheiten zu beschäftigen. Auch hier haben Läufe der Gewehre, als die Konservativen die Legea maxi- fo ist es allerdings kein Wunder, daß dort die Bauern und die die bürgerlichen Parteien Deutschlands ihre Pflicht nicht er mului( Gefeß der Maximaltagen für Kommunaloftroi) ein Buben zu- Omeletts verbacken werden. füllt. In keinem anderen Staate ist die auswärtige Bolitit brachten; fie scheuten sich aber nicht, als sie dann ans Ruber so völlig der Volfsvertretung entzogen, die sie so dringend famen, das Gesetz anzuwenden! Bei allen antisemitischen Ausnötig hätte, und tein Parlament der Welt nimmt seine Ausschreitungen, bei allen studentischen Grzessen haben die Liberalen schaltung in den wichtigsten und entscheidendsten politischen ihre Hand im Spiele. Zahllos sind die gefeßlichen und administraFragen so geduldig hin wie das deutsche. Auch hier muß die tiven Maßnahmen dieser Partei zum Zweck der Entrechtung der Sozialdemokratie Bandel schaffen und muß die Interessen des jüdischen Bevölkerung, der Vertreibung der in Dörfern ansässigen, arbeitenden Volkes zur Geltung bringen gegenüber den der Ausweisung der sich journalistisch betätigenden Juden. Der gegenwärtige Bauernaufstand schien anfangs den machtabsolutistisch vertretenen Interessen der kapitalistischen Schichten, gierigen Liberalen durchaus erwünscht: sie sahen in ihm vor allen gegenüber der Welt- und Expansionspolitik. Und diese Aufgabe erwächst ihr gerade gegenüber der Dingen eine nur zu willkommene Gelegenheit, die Konservativen Stellung der deutschen Diplomatie zur Haager Konferenz. au Fall zu bringen; sie jauchzten ob der Energie" des Volkes, Wir haben die Gründe der englischen Friedensliebe wieder- dessen Geduld zu Ende gegangen war!" Doch bald sollte ihr holt dargelegt und es ist kein Zweifel, daß Englands Stellung Frohloden in Todesangst übergehen, als die Unruhen zum Revoaus bestimmten Interessen und nicht aus irgendwelchen lutionssturm und die Früchte der jahrzehntelangen wüsten Parteiidealen Motiven entspringt. England ist nach der Unter- politit fichtbar wurden. Die Die Liberalen sind ans Ruder gelangt. Nun teilen sie den werfung Südafritas momentan tolonial gesättigt. Ausschaltung Rußlands hat es in Indien gesichert Bauern blaue Bohnen und Kanonenkugeln aus, und es ist den und erlaubt ihm, allmählich seine Einflußsphäre in Leuten aufs Wort zu glauben, wenn sie versichern, daß in drei Afghanistan und Ueberdies Persien auszudehnen. mal 24 Stunden von Unruhen in Rumänien nicht mehr die Rede ift es mit Japan verbündet und lebt mit Frankreich und sein wird! Italien in enger Freundschaft. Das wichtigste Problem seiner Politik, das größere Britannien, ist aber fein Problem, das Die national- liberale Partei rekrutiert sich zumeist aus den mit Gewaltmitteln, durch Krieg und Eroberung zu lösen ist. bureaukratischen und anderen Mittelstandsschichten, zählt aber auch Es handelt sich um die engere Verbindung fast unabhängiger, eine Anzahl von Großgrundbesikern zu den ihrigen, deren Klasse Hochfultivierter Staaten mit England, ein Problem, dessen gegenüber sie vollständig aktionsunfähig erscheint. Wenn wir Aehnlichkeit mit der Vereinigung der deutschen Staaten zu ihr Parteiprogramm ansehen, so finden wir nichts als Worte, einem Reich ein englischer Politiker jüngst nicht mit Unrecht Worte, Worte: Anwendung der Geseze, Gerechtigkeit und kautschulartige Versprechungen an alle Stände. Das allgemeine Wahlrecht Das ist ja gerade der Unterschied zwischen dem figuriert in ihrem Programm als ein entferntes, unfaßbares englischen Imperialismus und dem, was man deal", für welches denn auch von ihnen niemals ein Finger ge russischen oder deutschen Imperialismus nennt, daß rührt wurde. der englische viel mehr ein Problem der inneren als der Schen wir uns nun das soeben erschienene Beruhigungs- Mani äußeren Politik ist, daß er daher auch vor allem mit fried- fest an das Bolt an und betrachten wir die darin angekündigten der Sozialdemokratischen Föderation. zumal, durchzuführen ist, wobei über die Durchführbarkeit digen verspricht. Das Manifest trägt, der gefahrvollen Situation London, 1. April. Vom 28. bis zum 31. März hielt die Sozial selbst hier nicht zu urteilen ist, während der russische und entsprechend, den Stempel allerhöchster Inspiration; denn wenn demokratische Föderation( S. D. F.) ihren Jahreskongreß in Carlisle deutsche Imperialismus weitere Expansion und damit die das dynastische Ansehen mit auf dem Spiele steht, pflegt auch die ab. Es waren 100 Delegierte aus allen Teilen des Königreiches Möglichkeit triegerischer Berwickelungen in sich schließen. Unverantwortlichkeit das Gefühl der Verantwortlichkeit zu anwesend. Den Vorsiz führte Genoffe Lowthian, ein Steinmet Abgesehen von der Abschaffung einiger aus Carlisle, dessen Eröffnungsrede sich im Rahmen des Jahres betont hat. lichen Mitteln, mit handelspolitischen Maßregeln Reformen, mit denen die liberale Regierung die Bauern zu befrieEs stellt sich immer mehr heraus, daß Anstiftungen bösartiger Elemente die Aufstände von langer Hand geschürt haben. Es sind in den Landgemeinden revolutionäre Proklamationen gefunden worden, die nicht von Bauern herstammen und in denen diesen eingeredet wurde, nur diejenigen würden Land erhalten, die sich erheben. Bei Haussuchungen in Giurgiu wurde ein Depot anarchistischer Schriften entdeckt. Eine Anzahl früherer ruffischer Matrofen des Kriegsschiffes Potemlin", Rumänien geblieben und als Arbeiter auf den Petroleumfeldern im Distrikt Prahova beschäftigt waren, haben sich als gefährliches Gärungselement erwiesen, das beseitigt werden muß. Die Unterfuchungen werden eifrigst fortgesetzt. die in Nachdem jetzt nach erfolgter Beruhigung die Schäden besser überfehen werden können, gewinnt man den Eindrud, daß die Verluste an zerstörtem Gut doch nicht solchen Umfang angenommen haben, wie man ursprünglich befürchtet hatte. Der Jahreskongreß So eigennütig also die Motive Englands sein mögen, so überkommen. ist das für das deutsche Volt kein Grund, gegen fie auf- vegatorischen Steuern, deren Aussehung schon früher ange- berichts hielt. Er sagte:„ Das hervorstechendste Kennzeichen unserer zutreten. England braucht den Frieden und empfindet die strebt war, fann nur die versprochene Normierung der Zeit ist ohne Zweifel das Wachsen der sozialistischen Gefühle und ipeiteren Rüstungen als unnüße Last. Auch das deutsche bäuerlichen Afterpacht auf über den tontrattlich festgesetzten Gedanken. Dies ist nicht nur sichtbar in jenen Ländern, wo die Volf will in seiner überwiegenden Mehrzahl Frieden ge- Bachtpreis als ein ernsterer Versuch zur Eindämmung der bäuer- Sozialdemokratischen Parteien zahlreiche Vertreter in den Parlamenten haben, sondern auch in England. Die liberale Partei ist offenbar halten wissen und begrüßt mit Freude jede Möglichkeit, dem lichen Ausbeutung gelten. Natürlich müssen erst der volle Wort- weder geneigt noch fähig, ihre Wahlversprechungen zu erfüllen, und wahnsinnigen Wettrüsten Einhalt zu tun. Es mag sein, daß laut und die detaillierten Bestimmungen der Vorlage abgewartet bas. Wunder ist nur, daß die Wähler dies nicht von vornherein diejenigen recht haben, welche meinen, den tapitalistischen werden, ganz zu schweigen von den Anfechtungen, die sich gewiß iußten. Dann hat der Mann, der als Unterpfand für die guten Negierungen fei mit ihren Friedensplänen und einstellen werden, nachdem die leitenden Kreise sich vom ersten Absichten der Liberalen den Arbeitern gegenüber betrachtet wurde, Abrüstungsvorschlägen nicht ernst. Um so schlimmer für sie Schred erholt haben werden. alle Erwartungen enttäuscht: John Burns ist wahrscheinlich der hartund um so beffer für uns. Wenn die Regierungen Was aber schon jetzt auffallen muß, das ist der Umstand, daß herzigste und reaktionärste Präsident der Lokalregierung, den wir in nicht fähig sind, den drückenden Lasten des fich die vorgeschlagenen Bestimmungen zugunsten der Bauern ein- den legten 30 Jahren hatten. Es mehren sich indes die Anzeichen, waffenstarrenden Friedens Einhalt zu tun, feitig gegen die Bächter richten; der Großgrundbesitz und dessen daß das Land den wahren Charakter der liberalen Partei erkennt. Aber was wird nach ihr kommen? Die Tories find eine Partei dann ist das der schlagende Beweis, daß sie beseitigt stetig anivachsende Rente bleiben ungeschmälert!! Auch in dieser der Negation und wollen nur das Alte aufrechterhalten. Es gibt werden müssen, daß die Vertreter der fapita fchweren, die Eristenz des rumänischen Staates bedrohenden Situa- zwar im Unterhause eine Arbeiterfraktion von 29 Mitgliedern, aber listischen Interessen ersetzt werden müssen tion können die Politiker des Königs Carol also die nationalistische jie hat weder eine Politik noch ein Programm, die den Bedürfnisſen .er arbeitenden Massen gerecht werden könnten. Es ist wohl wahr, daß die Arbeiterpartei sich für den Sozialismus erklärt hat, aber ein Glaubensbekenntnis ohne entsprechende Taten ist wertlos. Die Sozialdemokratie bietet nicht nur eine Lösung der tiefen Uebel, die aus dem Prioateigentum entspringen, sondern auch praktische, ausführbare Maßregeln, die jede Kritik aushalten. Hier ist also eine Gelegenheit für die Arbeiterpartei. Glaubt sie, daß die Ziele der Sozialdemokratie richtig sind, dann soll sie sie annehmen. Glaubt sie aber, daß die sozialistischen Ziele falsch sind, dann sollen ihre Führer dies offen erklären und eine bessere Politik vorschlagen'" Der Jahresbericht beschäftigte sich auch mit dem Ausfall der Graftschaftswahlen und erklärt, daß die Sozialisten keine Ursache hätten, die Niederlage der Progressisten zu bedauern. Mit der matt- herzigen Sozialpolitik, wie sie die Progressisten betrieben, ließe sich das organisierte Kapital, das hinter den„Gemäßigten" stehe, nicht bekämpfen. Besser ein offener Feind als ein matt- herziger Freund.— Eine längere Debatte entspann sich über die Einigung der sozialistischen Elemente Englands. Den Antrag auf Einigung per- trat V e a l s aus Tunbridge-Wells. Gegen die Einigung sprach Moore aus Liochdale, der erklärte, die Frage der sozialistischen Parteiorganisation werde in England ausgefochten werden zwischen der� S. D. F. und der Jndependent Labour Party(I. L. P.>. Anstatt die Energien auf Einigungsversuche zu verschwenden, sei es besser, sie auf die Stärkung der S. D. F. zu verwenden. Hyndman meinte, die S. D. F. sei schon seit Jahren bereit, sich mit d« I. L. P. zu verschmelzen, und habe auch auf Grund des Amsterdamer Beschlusses eine Einigung versucht, aber der Erfolg dieser Versuche hänge nicht von der S. D. F. ab. Queich sprach sich im Namen der Parteileitung dahin aus, daß die S. D. F. bei jeder Gelegenheit versöhnliche Gesinnungen gezeigt habe. Die Einigung werde konimen, sobald die Arbeiterpartei ein sozialistisches Programm annehme.— Der Antrag auf die Wieder- aufnähme von Einigungsversuchen wurde hierauf mit 47 gegen 43 Stimmen angenommen. Der zweite Kongreßtag wurde fast ganz mit vertraulichen Be- ratungen ausgefüllt. Zur Frage der Arbeitslosigkeit wurde folgender Antrag gestellt: »Der Kongreß ist der Ansicht, daß die Arbeitslosigkeit dem Privateigentum an den Produktionsmitteln geschuldet ist und be- hauptet, daß sie die wichtigste Frage für die Arbeiterpartei bilden müßte. Der Kongreß ist ferner der Ansicht, daß es zur Lösung dieser Frage notwendig ist, die Lokalbehörden mit Befugnissen aus- zugcstalten, Grund und Boden zu erwerben und industrielle Unter- nehmnngeil zu gründen, und fordert die Regierung auf, Staats- mittel zu bewilligen, Mn es den Lokalbehörden zu ermöglichen, die Arbeitslosen zu beschäftigen." Der Antrag wurde von Irving begründet. Queich»nterstützte den Antrag und lvies darauf hin, daß der Premierminister Sir Henry Campbell- Bcmnerman bereit war, John Burns zum Zwecke des Ausbaues des Arbeitslosengesetzes 20 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Aber der Recht Ehrenwerte Arbeitsminister meinte, 4 Millionen Mark würden geniigen. Von dieser Summe tvurde indes nur die Hä!fte verwendet und Burns wolle weiter nichts tun. Er müsse ihn deshalb als einen Verräter an der Sache der Arbeiter brandmarken.— Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Ausbau der sozialistischen Sonntagsschulen, die in zahl- reichen englischen Gemeinden gegründet wurden, habe sich überall bewährt. Auf Antrag von Fräulein K o u g h wurde es den Genossen zur Pflicht gemacht, dieses Schulwesen zu pflegen und überall der- artige Schulen zu gründen. Auf Antrag des Wahlvereins von Willesden erhielt die Partei- leitung den Auftrag, bei vorkommenden Judenmetzeleien in Rußland den jüdischen Genossen in Ost-London Gelegenheit zu geben, Protest- Meetings in London abzuhalten. Ebenso sollte sich die Parteileitung mit den sozialistischen Arbeiterabgeordneten in Verbindung setzen und sie veranlassen, derartige Vorkommnisse im Unterhause zur Sprache zu bringen und die Aufmerksamkeit Englands auf die russischen Grausamkeiten zu lenken. Hunter Watts unterstützte den Antrag. Queich erklärte, die beste Methode der Verhinderung von Judenmetzeleien sei die Verhinderung von russischen Anleihen. Hyndman appellierte an das jüdische Proletariat, die jüdischen Finauzleute, die der russischen Regierung die Aufnahme von Anleihen ermöglichen, an den Pranger zu stellen. In der Frage des Frauenwahlrechts empfahl der Kongreß auf Antrag von Fräulein K o u g h, für das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen einzutreten. Hyndman unterstützte den Antrag. Dr. Dessin meinte, obwohl die Partei das Ziel der Frauenrechtlerinnen für ungenügend halte, so billige sie doch ihre Demonstrationen, die mit revolutionärem Mute geleitet seien. Queich sprach sodann über Parlamentarismus und Generalstreik. Er befürworte für England nur friedliche Methoden. In England ließe sich vieles auf parlamentarischem Wege erreichen. Der Generalstreik sei eine viel zu wichtige Waffe, um ihn für etwas Geringeres als für die Ergreifung der politischen Macht durch das Proletariat in Anwendung zu bringen. Vor Schluß des Kongresses hielt Hyndman ein längeres Referat über die Wahrscheinlichkeit einer in den nächsten zwei Jahren zum Ausbruch kommenden wirtschaftlichen Krise. In den Vorstand wurden gewählt: Hyndman, Green, Knee, Queich, Watts und Webster. Der nächstjährige Kongreß wird in Manchester stattfinden.—_ poUtiFebe ücbcrlicht Berlin, den 3. April 1907. Der„sozialpolitische" Freisinn auf der Flucht. Königsberg, die ehemalige Hochburg der bürgerlichen Demo- kraiie, ist dieser Tage wieder einmal durch den reaktionären Freisinn„berühmt" geworden. In einem größeren Saale fand eine öffentliche Versammlung statt, die die Ge- sellschaft für soziale Reform einberufen hatte. Zu dieser Versammlung waren ausdrücklich alle Berufsorganisationen ein- geladen, deshalb hatten sich unsere Genossen recht zahlreich ein- gefunden; es waren aber auch die hervorragendsten Freistnnslcuchten mit Reichs- und Landtagsabgcordnetcn Gyßling an der Spitze erschienen. ' Das Thema des Abends war:„Die Rechtsfähigkeit der Berufs- bereine." Als Referent war NeichstagSabgeordueter Cuno-Hagen erschienen, der einen Bortrag hielt, den, wie in der Diskussion fest- gestellt wurde, unsere Genoffen bis zu neun Zehnteln unterschreiben konnten. Von unseren Genossen wurde sehr sachlich diskutiert, was der Vorsitzende ausdrücklich anerkannte. Ja, sogar mit einer von uns vorgeschlagenen Resolution erklärte sich der Vorstand der Gesell- schaft für soziale Reform einverstanden, die dann nachher auch nebst einem Zusatz einstimmig angenommen wurde. Mitten in der Diskussion, gerade als einer unserer Redner nachwies, daß der Freisinn gegen die sozialpolitischen Forderungen der An- gestellten, wie Neunuhriadenschluß gestimmt habe, entfernte sich der Reichstagsabgeordnete Gyßling, der sich. nicht an der Diskussion beteiligt hatte. Es fiel ihm nicht ein, die Angriffe auf seine Partei zurückzuweisen. Die„Hartungsche" schreibt nun, daß sich Herr Gyßling veranlaßt sah, den Rückzug anzutreten,„da unter der terrorisierenden Herrschaft der sozialdemokratischen Majorität eine fruchtbare Erörterung von vornherein ausgeschlossen war". Eine plumpe Ausrede. Herr Gyßling ergriff die Flucht, weil er die Schwäche seiner Position erkannte, weil er nicht gewohnt ist, dem Gegner Aug' in Aug' gegenüberzutretcn, da alle Versammlungen der bürgerlichen Parteien in Königsberg schon seit langen Jahren unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- finden. Ja, es gibt böswillige Menschen, die behaupten, daß Herr Gyßling zum erstenMalo in einer öffentlichen Versamm- lung gewesen ist. Und Herr Cuno, der früher in Königsberg Stadtrat und bei der Arbeiterschaft nicht unbeliebt war, zeigte im Schlußwort, daß er in die Schule der Firma Mugdan-Kopsch gegangen ist. Er griff die Sozialdemokratie in der unverschämtesten Weise an, was zur Folge hatte, daß unsere Genossen nach dem Schluß- wort dieses Herrn beantragten, nochmals in eine Debatte ein- zutreten, damit seine Angriffe zurückgewiesen werden könnten. Der Antrag wurde auch angenommen; nur war es nicht mehr möglich, Herrn Cuno ausführlich zu antworten, da die Zeit zu weit vorgerückt war. Der Vorsitzende wurde deshalb ersucht, eine weitere Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung:„DieZiele der Sozialdemokratie". Dieses Thema wurde hauptsächlich deswegen vorgeschlagen, weil Herr Cuno behauptet hatte, die Sozial- demokratie verschleiere ihre Hauptziele. Der Vorsitzende versprach auch, die Anregung in wohlwollender Weise in Erwägung zu ziehen. Am anderen Tage aber tobten die bürgerlichen Blätter wie besessen. Sie hatten erkannt. daß die Sozialdemokratie sehr gut abgeschnitten hatte, deshalb schwindelten sie in be- kannter Manier von„sozialdemokratischer Ueberrumpelung" usw. und forderten dann die Gesellschaft für soziale Reform auf, keine weiteren öffentlichen Versammlungen mehr einzuberufen. Leider hat sich der Vorsitzende dem Verlangen der bürgerlichen Presse schon gefügt. Er gibt öffentlich bekannt, daß die Gesellschaft für soziale Reform„künftigvön öffentlichenVersamm- lungen absehen werde". Dabei macht der Professor aber auch gleichzeitig der bürgerlichen Gesellschaft heftige Vorwürfe, indem er betont, daß die bürgerlichen Kreise der Gesell- schaft für soziale Reform in Königsberg bis auf verschwindende Ausnahmen ferngeblieben seien; daher müsse man von öffentlichen Versammlungen solange absehen, bis das Interesse für Sozialpolitik und soziale Reform in den bürgerlichen Kreisen soweit gereift sei, daß die Gesellschaft für soziale Reform auf ihre Mit- Wirkung zählen dürfe. Es ist also erreicht! Auch die Gesellschaft für soziale Reform wird jetzt die Sozialdemokratie von ihren Beratungen ausschließen. Damit verliert sie alle Bedeutung, denn auf die weiten bürgerlichen Kreise darf sie nicht rechnen; die wollen von Sozialpolitik nichts wissen. Sie wird also dahin- vegetieren, ohne irgendwelches Schaffen aufweisen zu können, Das Enthüllungsfieber hat die französische Presse erfaßt. Die bürgerlichen Blätter neiden dem„Figaro" den Ruhm, zuerst in das Wespennest gestochen zu haben, und sowohl die klerikalen wie die antiklerikalen Journale in nun an, sich am Hinüber- und Hcrüberschießcn zu beteiligen. Der„Figaro" setzt zuvörderst seine Veröffentlichungen fort. Bei Montagninis Papieren befinden sich mehrere Berichte an Merry del Val nebst den Anuo orten. U. a. erzählt Montagnini, daß er 1905 mit dem englischen Botschafter Bertis eine Unterredung hatte: dieser habe gesagt, die republikanische Regierungsform entspreche Frankreich am besten, aber die Republik müsse weise und wirklich freiheitlich und gegen die Trennung der Kirche vom Staate sein. Wenn es aber dazu käme, so wäre es die Schuld der Konservativen und besonders des Adels. In einem Briefe Merry del Vals heißt es:„Ich bin mit Ihrem Eifer und Ihrer Vorsicht sehr zufrieden. Trachten Sie, viel zu hören und w euig zu sprechen." Von anderen Blättern, die jetzt Montagnini-Papiere veröffent- lichen, sind hervorzuheben die„Autorits" und der„Matin". Dieser bringt Schriftstücke, aus denen hervorgeht, daß Merry de Val und Montagnini alles aufboten, um Jacques Piou ein Deputierteumaudat zu verschaffen, und daß auch auf verschiedene konservative und nationalistische Kandidaten von kirchlicher Seite ein Druck ausgeübt wurde, damit sie ihre Wahlbezirke Piou überließen.— Zur Affäre Piou hat natürlich auch Clömenceau, Frankreichs Ministerpräsident, das Wort ergreifen müssen. Hieß es doch, Piou, der Führer der liberalen Aktionspartei, habe sich ungefähr so ge- äußert: auch Clomenceau wäre, wenn man eS nur richtig anzufangen wüßte, zu bestechen. Piou gab bereits eine Montagninis Darstellung desavouierende Erklärung ab. Nunmehr hat der Ntinisterpräsident selber in einem an den „Figaro" gerichteten Briefe die Vorgänge von seinem Stand- punkte aus dargelegt. Er erzählt, daß er im Jahre 1905 von einer amerikanischen Malerin zusammen-mit Piou, den er seit zwei Jahren nicht gesehen hätte, zum Essen ge- laden gewesen sei. Als der Kaffee herumgereicht wurde, habe Piou ihm, Clömenceau, gegenüber geäußert, er sei ein Gegner der Trennung, worauf er, Clömenceau, lediglich erwiderte, daß er im Gegenteil f ü r dieselbe sei. Als er von der Veröffentlichung der Montagnini- Papiere erfahren, habe er, Clömenceau, be- griffen, daß das Frühstück ein von Piou angewandtes Mittel gewesen sei, das ihm ermöglichen sollte, sich beim Vatikan solcher Beziehungen zu Clsmenceau zu rühmen, die ihm den Versuch erlaubten, die Mitwirkung dieses Politikers durch eine große Geldsumme zu erkaufen. Clömenceau appelliert an den gesunden Menschenverstand jedes loyalen Mannes, um ein solches Verfahren zu brandmarken, das, wie er sagt, Gauner und gewöhnlicher Wegelagerer(taxsurs) würdig sei. Die Erklärungen des biederen Clemenceau klingen recht gequält und sind reichlich gewunden.—> *»* Deutfcbcs Reich. Agrarische Schulpolitik. Agrarisch ist Trumpf I Niemand ist so fest von der Richtigkeit dieses Wahlspruches unserer Politik überzeugt, als die Agrarier selber. Darum erlauben sich die Herren auch dort, wo sie sich im Besitze der politischen Macht befinden, eine rücksichtslose Begünstigung ihrer Geldinteressen. Mit begehrlichen Augen schielen sie schon seit Menschengedenken nach der Arbeitskraft der Schulkinder, deren Ausbeutung.in der Landwirtschaft ja auch das neue Kinder- schutzgesetz keine Schranken gesetzt hat. Schon bei der großen Schul- debatte im preußischen Abgeordnetenhause am 9. Februar 1899 sagte der Abgeordnete Gamp: „Es wäre ein wesentlicher Vorteil, wenn den älteren Kindern in den Morgenstunden der Unterricht zu teil würde, vielleicht von K Uhr bis 9 oder 10 Uhr, wie es in vielen Gegenden der Fall ist. Dann meine Herren befänden sich die kleinen Bauern in der Lage, im Sommer ihre Kinder und die Kinder der ländliche» Arbeiter fast den ganzen Tag auszunutzen; das meine Herren, wäre ein großer Vorteil für sie." Ein großer Vorteil für„sie", d. h. für den Großgrundbesitzer. Wo diese gemütvolle„Ausnutzung" der Kinder nicht betrieben werden kann, hilft man sich auf andere Weise. Die Agrarier in der Gemeinde Harsum bei Hildesheim, die auch den Schulvorstand beherrschen, haben nämlich beschlossen, die großen Sommerferien, die bisher vom Ib. August begannen, um vier Wochen zu verlegen, so daß sie vom 13. September bis zum 1. November dauern sollen. DaS nennt man dann„Sommer- ferien" I Der Grund für diese moderne Schnlrefonn besteht darin, daß die Agrarier die Kinder zum Rübenroden aus- nutzen wollen. Alle Vorstellungen der Minderheit im Schul- vorstände, die pädagogischen und gesundheitlichen Gründe, die gegen diese unverftorene Forderung ins Feld geführt lvurden fanden bei der agrarischen Mehrheit kein Gehör. Wir müssen bezahlen. also wollen wir auch zu sagen haben!" erklärt-, der Oberagrarier. Und so wurde beschlossen. Hoffentlich wird die Regierung ihre Zustimmung versagen und die Kinder der Gemeinde Harsum vor der agrarischen Fron behüten. Auf alle Fälle aber ist dieser agrarische Vorstoß bemerkenswert. Einer solch rücksichtslosen und briltalen Handhabung der Macht ist man wohl noch nirgends be- gegnet. Ob nun auch die agrarische„Tageszeitung" von agrarischer Mißwirtschaft, von„Günstlingswirtschast", von„Interesse, klüngel" und dergleichen sprechen wird? Solche Ausdrücke sind ihr ja sonst so geläufig,' wenn es sich um Beschlüsse sozialdemokranscher Kollegien handelt,—_ Vom deutschen Berstimmlungs-„Recht". Daß der Bürgermeister von Offenbach einen für die Ostertage nach Offenbach einberufenen Anarchistenkongretz verböte, hat unter Berufung auf den Tagesordnungspunkt:„Antimilitarftische Propaganda" haben wir seinerzeit gemeldet. Die Einberufer liden ihre Gesinnungsgenossen darauf nach Mülheim am Rhein ein. aber hier verbot der Bürgermeister die Abhaltung ebenplls und zwar„auf höheren Befehl". Nun verkündete die anarchistische Presse, daß der Kongreß in einem Ort in der Nähe Offenbachs tagen werde. Als Treffpunkt der Delegierten winde das Gewerkschaftshaus in Offenbach angegeben. Am Sonnabeid fand dort eine öffentliche Versammlung statt, in der Dr. Friede- b e r g- Berlin über„Parlamentarismus und Generalstreik" reder sollte. Doch wurde, da er nicht erschien, das Referat von den, „Anarchist"-Redakteur Rudolf Lange gehalten, bis der über- wachende Polizeirat die Versammlung auflöste, weil der Redner er- klärte, er halte sich nicht für verpflichtet, Gesetze zu halten, wenn diese den Anarchisten gegenüber mit Füßen getreten werden. Ein starkes Aufgebot von Polizisten drang darauf in den Saal und räumte ihn. Als am Sonntagvormittag die Mehrzahl der Delegierten eintraf, war das Gewerkschaftshaus von Polizei- beamten in Zivil und Uniform förmlich belagert. Ein Delegierter, den die Polizei irrtümlicherweise für den von ihr gesuchten Holz- mann, alias Senna Hoy hielt, tvurde verhaftet und mutzte den Irrtum der Hochwohllöblichcn mit drei Stunden Haft büßen. Die Einberufung des Kongresses nach einem Ort in der Nähe Offenbachs sollte die Polizei irreführen. Indes schon am Sonntag hatte die„Frankfurter Zeitung" melden können, daß der Kongreß in Mannheim stattfinden solle. So war es erklärlich, daß die Delegierten, als sie am Nachmittag einzeln in Mannheim eintrafen, bereits auf dem Bahnhof von einem starken Polizeiaufgebot erwartet wurden. Auf dem Wege zum Kongreßlokal wurden drei anscheinend als besonders gefährlich angesehene Berliner Delegierte und der Ein- berufer Jmhoff-Offenbach verhaftet. Als der Kongreß endlich eröffnet werden sollte,„schritt" die Polizeimacht abermals ein, verbot die Tagung und erklärte sämtliche Delegierte für verhaftet. Die ftiedlichen Leute wurden zur Polizeiwache geschleppt und nach Fest- stellung ihrer Personalien wurden sie wieder entlassen. Die Delegierten haben indes schließlich doch der Polizei ein Schnippchen geschlagen— sie führten sie spazieren, entwichen ihr in der Abenddunkelbeit und darauf hielten sie auf freiem Felde jenseits des Neckars bei Feudenheim ihre Beratungen ab. Als sie um 2 Uhr morgens endeten, machlen die Delegierren in der Freude ihres Herzens der Mannheimer Polizei in höflicher Form von dem Faktum telephonische Mitteilung. Der Schluß der Affäre ist lustig— aber sie selbst ist bitter ernst. Wie wenig in Deutschland und selbst in Süddcutschland von ge- sicherten Volksrechten, von einem nicht bloß auf dem Papier stehenden Versammlungsrecht die Rede ist, geht aus den Meldungen deutlich genug hervor.'' Wie unmündige Kinder müssen sich deutsche Staatsbürger behandeln lassen— die Polizei darf alles tun, was ihr gefällt. Ueber de» Kongreß wäre noch zu melden, daß er von 49 De- legierten beschickt war. Es waren vertreten: Berlin durch IT (darunter Dr. F r i e d e b e r g), Mannheim durch 4, Ludwigshafen durch 4, Offenbach durch 3, Franffurt a. Main durch 3, Köln durch 3, München 1, Hamburg 1, Bremerhaven 1, Wiesbaden 2, Hannover 1, Stuttgart 1, Heilbrom, 1, Elberfeld 1, Mainz 3, Düsseldorf durch 1 Delegierten. Beschlossen wurde, eine Organisation der Anarchisten Deutsch- lands auf föderalistifcher Grundlage ins Leben zu rufen. Sie soll von einer aus sechs Personen bestehenden Geschäftskolnmission in Berlin geleitet werden.— Alle drei in Berlin erscheinenden Anarchistenblätter:„Der freie Arbeiter",„Der Revolutionär" und „Der Anarchist" sollen als PublikationLorgane dienen. Reue Feindseligkeiten in Südwestafrika. Es hat den Anschein, als ob die glücklich eingestellten Feindseligkeiten in Wüst-Wcst wieder aufleben sollten. Nach einer Meldung soll sich nämlich Simon Copper, der Kapitän der Franzmannhottentotten, der ebenfalls seine Kapitulation zugesagt hatte, nicht gestellt, sondern wieder in das Innere der Kalahariwüste zurückgezogen haben. Man vermutet, daß seine Kapitulation bei der Mehrheit seines Stammes keine Zustimmung gefunden habe. Nun ist aber bereits der Major P i e r e r zu seiner Verfolgung auf- gebrochen, um bedingungslose Waffenstreckung zu erzwingen. Simon Copper hat sich seit l'/z Jahren völlig passiv verhalten. Es ist deshalb auch nicht zu erwarten, daß er nunmehr, wo alle Stämme sich unterworfen haben, irgendwie an Feindseligkeiten dächte I Die Verfolgung der Franzmannhotteutotten und der Versuch, sie zur be- dinguugslosen Waffenstreckung zu zwingen, erscheint uns des- halb sehr übereilt! Daß man durch Entgegenkommen, wie es ja in erster Linie die sozialdemokratisck�e Fraktion empfohlen hatte, viel weiter komnit als durch kriegerischen Zwang, hat ja der ganze Hottentottenkrieg bewiesen. Man hätte also ruhig den Simon Coppcr-Leuten, die ja! in der Kalahari völlig unschädlich waren, noch einige Monate Bedenkftist gewähren sollen! Sie hätten sich dann jedenfalls ergeben, ohne daß ein Tropfen Blut geflossen wäre. Wie weit man durch eine schneidige Verfolgung kommt, bleibt abzuwarten!—_ Nachklänge von der letzten Neichstagswahl. Vor der zweiten Strafkammer in Bremen wurde am Donnerstag gegen den Schmied Wilhelm Büll und die Ehefrau Hoppe verhandelt, die beide beschuldigt wurden, am Tage der Neichstagswalfl in Bremen vorsätzlich ein falsches Ergebnis der Wahlhand» lungherbeigeführtzu haben. Büll logierte bei feiner Mit- angeklagten, deren Ehemann am 23. Januar in Untersuchungshaft war. Auf Veranlassung von Frau Hoppe gab Büll am Tage der Hauptwahl in Bremen für deren Ehemann einen Stimmzettel ab. Am Stichwahltage wollte Büll nochmals für den verhinderten Klcmpnergesellen Hoppe wählen; inzwischen war aber der Wahl- Vorsteher durch ein anonymes Schreiben davon unterrichtet worden, daß Büll am 23. Januar als Ersatzmann Hoppes gewählt hatte. Der Wahlvorsteher vcranlatzte darauf die Anzeige. Beide Angc- klagte wollen nicht gewußt haben, daß ihre Handlungsweise strafbar sei. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von je drei Monaten. Das Gericht glaubte den Angeklagten nicht, daß sie nicht gewußt haben, sich einer strafbaren Handlung schuldig zu machen, wenn sie wie angegeben, bei Wa-hlen verfahren. Das Gericht hielt aber eine mildere Strafe, wie die beantragte, für aus- reichend, es wurde mildernd berücksichtigt, daß die Angeklagten noch nicht vorbestraft sind und daß sie bei den Wahlen in keiner Weise agitatorisch Hervorstratjen. Da-f Urteil lautete wegen Vergehens gegen§ 108 Abs. b des Strafgesetzbuches gegen beide Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von 14 Tagefl.---> „Quatschköppe". Seit das Zentrum im Reichstage aus seiner Machtstellung der- drängt worden ist, findet die ultramontane Presse allerhand auszu- setzen an unsecen politischen und parlamentarischen Verhältnissen. Die «Kölnische VcÜszeitung" bespricht einen Artikel Delbrücks, in den «Preußischen Jahrbüchern", worin gesagt wird, daß der neue Reichstag ebmso ungenießbar sei wie sein Vorgänger. Dazu meint das Blatt: „Der Reichstag kann sich an geistiger Bedeutung mit der französisöen Deputiertenkammer und dem englischen Unterhause wohl m-ssen, weshalb erregen aber die„großen Tage" in diesen beiden Körperschaften in. viel höherem Grade die Spannung der eig-nen Nation und der ganzen zivilisierten Welt als eine wichtig: Verhandlung des deutschen Reichstages?. Weil jene Parlanente mächtiger sind als der Reichstag und von ihrem Ver- traueis- oder Mißtrauensvotum die Existenz der je- wenigen Regierung abhängt. Wenn aber von den 8S7 tteichstagsabgeordneten sich auch 300 mit aller Entschiedenheil geger den Kanzler aussprechen, so braucht ihn das nicht anjufechten, so lange der Kaiser ihm den Rücken stützt." l?tn zu zeigen, welche Wertschätzung der Reichstag in den »bessiren" Kreisen genießt, erzählt das Zentrumsblatt einen Vor- gang in einem eleganten Restanrant in Berlin. Dort saß an einem Tisck eine Gesellschaft, darunter ein Geheimrat und ein Major. Der Kellner brachte den Herren ein Abendblatt mit der Bemerkung, es steke der Anfang der interessanten Verhandlungen des Reichstages von heutigen Tage darin. Die Herren warfen das Blatt sofort auf eiten anderen Tisch und sagten untereinander:„Geht uns gar nichts an, was die Ljuatschköppe sagen, der Kaiser nacht ja doch, was er will." Die„Kölnische Volkszeitung" meint, die Einführung des Parka- mentarischen Regimes werde die Bedeutung des Reichstages steigern, aber der praktische Politiker könne ernsthaft mit dieser Frage nicht rechnen, weil keine Möglichkeit bestehe, diesen Plan durchzuführen. Zwar erkennt das Blatt die Notwendigkeit an, daß das Ansehen und der Einfluß des Reichstages gestärkt werdL, es unterläßt aber, die Mittel anzugeben, die außer dem parlamentarischen Regime das bewirken könnten. Im übrigen sagt die„Kölnische Volkszeitung" mit ihrenIKlagen über die Bedeutungslosigkeit des Reichstages nichts Neues. Jnter- essant ist nur, daß man diese Klagen in der Zentrumspresse erst jetzt vernimmt und sie nicht zu hören bekam in jener Zeit, da das Zentrum als ausschlaggebende Partei den Reichstag und die Reichs- regiernng beherrschte. Warum erzählten'die klerikalen Blätter uns da nichts von den„Ouatschköppen"?— Ein Bundesgenosse der liberalen Kulturkämpfer. Der freikonservative Abgeordnete b. Kardorff, der berühmte Laurahüttengriindcr, verteidigt in der„Post" die Unterstützung, die die Freikonservativen im Abgeordnetenhause den Liberalen in der Frage der fachmännischen Schulaussicht geleistet haben. Er erklärt, daß es politisch kurzsichtig sei, unter allen Umständen die geistliche Schulausficht konservieren zu wollen. Wenn sich der Stand der Volksschullchrer bei den heutigen Verhältnissen bedrückt fühle, so soll man nichts versäumen, ihm diejenige Freudigkeit für seinen Beruf wiederzugeben, ohne welche ihm„eine glückliche Erziehung der Jugend niemals gelingen werde". Aus diesen Betrachtungen heraus hätten auch die Freikonservativen im preußischen Abgeordnetenhaus den liberalen Antrag auf Einführung der fachmännischen Schul- aufficht unterstützt. Die freikonservativen Motive setzt Herr v. Kar- dorff dann weiter folgendermaßen auseinander: „Wenn wir das stetige Anwachsen der Sozialdemokratie be- trachten, so müssen wir doch zu der Uebcrzeugung gelangen, daß Kirche und Sch ule die äußer st en Anstrengungen machen müssen, um die deutsche bezw. preußische Jugend zur Gottesfurcht, zur Vaterlandsliebe und zu dem B e- w u tz t s e i n zu erziehen, daß nur mit energischem Fleiße in jedem Berufe, auch in dem der arbeitenden Klasse, für den einzelnen richtige Erfolge zu erzielen sind, und daß der- jenige auf eine glückliche Ausgestaltung seines Lebens verzichtet, der alles allein von seiner Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie er- wartet." Herr von Kardorff ist also der Meinung, daß die fachmännische Schulaufsicht keineswegs eine Bekämpfung der Schul- verpfaffung darstelle, sondern im Gegenteil' die Lehrer nur geneigter mache, um auch ihrerseits ohne geistliche Kontrolle � das edle Werk der Erziehung der Jugend zu„Gottesfurcht". „Vaterlandsliebe" und Unter nehmerfürchtigkeit zu vollenden I Auch wir haben bereits erklärt, daß die Frage, ob geistliche oder ob fachmännische Schulaufficht, für die muckerische, chauvi- nistische und kapitalistische Tendenz der Volksschule so ziemlich gleichgültig sei. Freikonservative und Nationalliberale glauben sich den Luxus eines formellen Zugeständnisses an die Lehrer- schaff leisten zu können in der Gewißheit, daß das Schul- verpsaffungSgesetz die Schule ohnehin den Ten- denzen des junkerlichen und kapitalistische n 21 u s- beutertums zur Genüge dienstbar gemacht Habel— _ i_ Die preußischen Behörden und der Nnternehmerprofit der Buch- druckereiuntcrnehmer. Die Zeitschrift für Deutschlands Buchdruckereiunternehmer der- öffentlichl Protokollausziige über die Verhandlungen des Vorstandes des Deutschen Buchdruckervereins. Uebcr die Sitzung am 20. März 1007 wird da u. a. berichtet: Zu den hauptsächlichsten Vereinsaufgaben übergehend, mit denen sich der Vorstand seit seiner letzten Sitzung zu befassen hatte, verbreitet sich der Bericht zunächst über die stattgehabte ausgedehnte Llgitation zur Erhöhung der Druckpreise und stellt fest, daß die Mitglieder beim Auftraggeber- publik nni im allgemeinen Entgegenkommen gefunden haben, wenn auch die vertretene Ivprozentige Erhöhung im volle» Umfange nicht immer wird hereingebracht worden sein. Die meisten Schwierigkeiten machte die Durchführung der Druck- Preiserhöhung bei den Behörden, besonders im Königreich Preuße», und der Vereinsvorstand hatte infolgedessen auf An- suchen von vielen Firmen eine umfangreiche Vermittlerarbeit zu leisten. Preußen marschiert ja in der Sozialpolitik in der Welt voran. Es ist deshalb anzunehmen, daß die preußischen Behörden sich nicht deshalb so hartnäckig gegen die Erhöhung der Druckpreise gesträubt haben, weil sie den Buchdruckereiarbeitern ihre Ivprozentige Lohn- erhöhung mißgönnen� sondern deshalb, weil sie der Ansicht sind,' daß die Buchdruckereiunternehmer die Lohnzulage auch ohne Existenz- gefährdung aus ihrer Tasche bezahlen könnten I— Irreführung. Das vom Reichskanzler belobigte Bündlerorgan»Deutsche T a g e s z t g." stachelt die agrarische Begehrlichkeit durch folgende Aufmachung an: „Die Bergarbciterlöhne haben nach der jetzt für 1006 herausgegebenen amtlichen Statistik in diesem Jahre den höchsten je beobachteten Stand erreicht. Es wurden im gesamten deutschen Steinkohlenbergbau an reinen Löhnen ausgezahlt: 1002... 409,0 Millionen Mark 1903... 449,7 1904... 474.1 1905... 475.2 1900... 562.6 Der auf einen Arbeiter entfallene reine Durchschnitts- lohn stieg 1906 gegen 1005 tm Dortmunder Revier um � � 216 Mark im Llachener Revier um... 129» im Oberschlesischen Revier um. 57» im Niederschlesischen Revier um. 42„ Kein Wunder also,, daß die„Brot- und Fleischnotschreier" bei den letzten Wahlen so schlechte Geschäfte gemacht haben I" Die Demagogie bei dieser Aufftellung liegt. in dem, was ver- schwiegen wird. Im Jahre 1905 war der große Bergarbeiter- streik. Dieser hat selbstverständlich das Einkommen beeinflußt. Zu einem guten Teile resultieren die Lohndifferenzen aus der ver- änderten Schichtenzahl. So entfallen z. B. in, Ruhrrevier auf den Kopf, der Belegschaft im Jahre 1905 296 Schichten, im Jahre 1906 aber 321 Schichten. Solche»Kleinigkeiten" werden ver- schwiegen!—_ Bayrisches Ministerium. Der Prinzregent von Bayern hat den Rücktritt des Sta.atsministerS des Innern Grafen v. Feilitzsch unter Belassung des Titels eines Staatsministers genehmigt und ihm durch den Flügeladjutanten vom Dienst Graf Castell sein Reliefbildnis in Gold überreichen lassen. Gleichzeilig wurde der Regierungspräsident der Oberpfalz Friedrich v. Brettreich zum Staatsrat im ordentlichen Dienste und zum Staatsminister des Innern ernannt. Ein neuer Beweis gegen die sozialistische Berelendungstheorir. Unter diesem Titel schreibt die„Tägl. Rundschau": Den besten Beweis dafür, daß das Einkommen der breiten Schichten der Bevölkerung in stetigem Steigen begriffen ist, liefert die Tatsache, daß die Invalidenversicherung in den höheren Lohn- klassen zu- und in den unteren abnimmt. Im Jahre 1900 wurden in Lohnklasse V nur etwa halb soviel Beiträge als in Lohnklasse I entrichtet. Im Jahre 1904 blieb die Zahl der Beiträge in Lohn- klaffe I bereits hinter der in Lohnklaffe V zurück. Im Jahre 1905 hat sich der Unterschied noch erhöht. Ob das schriftstellcrnde zweibeinige Schaf, das diese Notiz ver- faßt hat, wohl jemals etwas von Marx gelesen hat? Anzunehmen ist es-nicht, denn dann könnte dieses eigenartige Exemplar aus des Herrgotts großem Tiergarten kaum einen solchen Blödsinn zusammen- schreiben.—_ Der bestrafte Gesctzeswiichter. AuS dem Wahlkreise Zauch- Luckenwalde berichtet die „Brandenburger Zeitung": Weil er das Wahl- geheim nis eigenmächtig gewahrt, wurde der Büdner Friedrich Eichelbaum in Roppinichen vom Schöffengericht B e l z i g zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Eichelbaum verlangte nach Schluß der Wahl, daß der Wahlvorsteher die Wahlkuverte mischen solle, da, wie es in ländlichen Wahlbezirken Praxis ist, eine kleine Wahlurne benutzt war, worin Kuvert auf Kuvert gelegt wird, und zu befürchten war, daß bei dieser Handhabung der Wahl der Wahlvorsteher dahinter kommen kann, wie ein jeder gewählt hatte. Der Wahlvorstandverweigerte jedoch das Mischen der Kuverts. Darauf ging Eichelmann selbst an den Wahltisch und mit den Worten:„Ich werde Euch Eure Wiegelei anstreichen", mischte er die Kuverts gründlich durcheinander, wofür er nun 2V M. berappen muß. So gehört es sich. Wer die Verletzung des gesetzlich garantterten Wahlgeheimnisses verhütet, wird bestraft. Dem Wahlvorstande aber geschieht nichts I Und das nächste Mal wird er es ebenso machen, da das Gericht seine gesetzwidrige Praxis schützt. So will's die deutsche Gerechtigkeit!—_ Der katholische Bolksvercin. Wie das soeben herausgegebene zweite VereinSheff mitteilt, zählte der Volksverein für das katholische Deutsch- land am 1. Januar 1907 642139 Mitglieder, was gegen den 1. Januar 1906 eine Zunahme von 47 683 Mitgliedern bedeutet. Die Serie der gemeinnützigen Flugblätter wurde um zwei Nummern vermehrt; die Apologettsche Volksbibliothek zählt zehn Nummern, die neu eingeführte Soziale Volksbibliothek acht Nummern. Eine billige gemeinnützige Volksbibliothek soll folgen. Im Januar wurden 7 Millionen sozialpolitischer und apologetischer Flugblätter verbreitet. Wie die Mitgliederzahl, so erstreckt sich auch die Arbeit des Volks- Vereins zum größeren Teil auf Rheinland und Westfalen.— Hiidland, Schweiz. Die Schweizer Polizei macht wieder unliebsam von sich reden. Am 27. März— während des Generalstreiks I— wurde in Lausanne ein montenegrinischer Emigrant namens Fatitsch und einer seiner russischen Bekannten, ein gewisser Kantschelli, verhaftet und drei Tage später, am 30. März,„abgeschoben". Die beiden hatten das Verbrechen begangen, am 27. März einigen Polizeispitzeln dadurch aufzufallen, daß sie an einer Volksversammlung teilnahmen.— Die Freunde Kantschellis glauben Grund zu der Annahme zu haben, daß Kantschelli durch güttge Vermittelung der deutschen Regierung an Rußland weiter- und ausgeliefert werden soll. Wir können die Befürchtungen der Freunde Kantschellis einst- weilen nicht teilen; denn wenn wir auch wissen, daß Zarenliebe- dienerei in Preußen-Deutschland zur„Staatsräson" gehört, so glauben wir doch nicht annehmen zu dürfen, daß die Regierung Büloto Gelüste trägt, sich durch einen neuen Fall a la Leo Deutsch vor der Kulturwelt wieder einmal bis auf die Knochen zu blamieren.— England. Der Gouverneur von Jamaika. London, I.April.(Eig. Ber.) Sydney Olivier wurde zum Gouverneur von Jamaika ernannt. Er ist im Jahre 1859 als der Sohn eines Geistlichen geboren, studierte in Oxford und zeichnete sich als klassischer Philologe aus. Im Jahre 1882 trat er in das Kolonialministerium ein, bekleidete seitdem mehrere wichtige Stellen in verschiedenen britischen Kolonien. Im Jahre 1897 sandte ihn die Regierung nach Washington, um mit der amerikanischen Regierung über westindische Angelegenheiten zu unterhandeln.� Drei Jahre später ging er als Sekretär nach Jamaika, wo er bis zum Jahre 1904 blieb und auch als stellverttetender Gouverneur fungierte. Als kürzlich der Gouverneur Swettenham, der sich während des Erd- bebens mit dem amerikanischen Konteradmiral Dawis und mit der Bevölkerung von Jamaika überwarf, von seinem Amt zurücktrat, er- suchten alle Kreise der Bevölkerung die britische Regierung, Olivier zum Gouverneur zu ernennen. Die Regierung kam diesem Wunsche nach. Olivier ist Sozialist und gehört dein linken Flügel der Fabian Society an.— Finnland. Im neuen Landtag werden die Sozialdemokraten nach den letzten Feststellungen 78 Vertreter, darunter 9 Frauen, haben, die Alt- sinnen 53, darunter 6 Frauen, die Jungfinnen 26(2 Frauen), die schwedische Partei 25(2 Frauen), der»Bund der Landbewohner" 11 sl Frau), die„christlichen Arbeiter" 2.— Amerika. Ucberm großen Teich. Sensationell wirkt die am Dienstag von New Dorker Blättern gebrachte Mitteilung des Eiscnbahnmagnaten Harriman: Präsident Roosevelt habe ihn im Jahre 1904— kurz vor der letzten Präsi- dentenwahl— aufgefordert, 200000 Dollars für den republikani- schen Wahlfonds aufzubringen, da sonst der Staat New Jork den Republikanern verloren gehe, und die weitere Behauptung Harri- maus: Roosevelt habe versprochen, als Gegenleistung den Senator Depew zum Botschafter in Paris zu ernennen(was-nachher nicht geschah!—). Der Präsident veröffentlichte sofort mehrere im Oktober 1905 von ihm geschriebene Briefe, aus denen sich die Grundlosigkeit der Harrimanschen Behauptungen ergeben soll. Darauf bringt— wie ein Telegramm aus New Jork meldet— Harriman auf der Stelle eine Gegenerklärung. In dieser heißt es, daß Harriman, wiewohl- er die Veröffentlichung eines Privat- schriftwechsels beklage, doch nichts von dem Inhalt seines Briefes zurücknehmen könne. Roosevelt habe ihn zwar nicht aufgeforder», zu seiner Präsidentschaftswahl Geld beizusteuern, aber er habe ihn gebeten, im Interesse der Wahlen nach Washington zu gehen. Er habe unmittelbar nach der Unterredung mit dem Präsidenten Geld flüssig gemacht und 50 000 Dollars zu Wahlzwcckcn hergegeben. Durch die Gegen- und Gegen-Gegen-Erklärungen wird die mysteriöse Geschichte nur noch dunkler. Warten wir ab, was da schließlich herauskommt.— Australien. - Die Straßenbahnen von Adelaide hat der Staat(Süd-Ausiralien) für 230 000 Pfund Sterling käuflich erworben. Alle Bahnen werden elektrisch betrieben, die 70 englische Meilen Pferdebahn- gleise iverden in 50 Meilen für elektrische Bahnen umgewandelt. Große Bahnbauten werden über ganz 2lustralien geplant, und zwar als staatliche Unternehmungen. Zwei transkontinentale Bahnen, die eine von Norden nach Süden, die andere von Osten nach Westen, sollen geschaffen werden, entweder neu oder durch Ver- vollständigung bestehender Systeme. Dadurch wird Perth mit Sydney und Melbourne mit Port Darwin verbunden. Die An« gelegenheit wird demnächst im Bundesparlament wie in allen Staatsparlanienten zur Sprache kommen, j Gcwerfefchaftlicbce. Die Holzindustriellen auf dem Millionen-Pump? Das also ist das so rasche Ende der ebenso frech und übermütig wie großprahlerisch unternommenen Aussperrung der Holzarbeiter, daß der Scharfmacherverband, der mit seinen Mitteln prahlte, beschlossen hat, eine Anleihe auf- zunehmen. Und zwar will er nicht weniger als eine Million pumpen! Ein betrügerischer Bankrotteur, der sein Scharfmachergeschäft ohne Mittel begann und es jetzt auf anderer Leute Kosten fortsetzen will. Wenn die Scharfmacher im Holzgewerbe den Dummen gefunden haben, der ihnen auf ihr— nennen wir's so!—„ehrliches Gesicht" hin eine Million punipt, dann mögen sie ihn nur gleich auf weitere Millionenanleihen vorbereiten. Die Aussperrung steht jetzt so, daß der Holzarbeiter-Verband mit Hülfe seiner Extra- steuern die im Verhältnis zur Größe des Verbandes geringe Zahl der Ausgesperrten dauernd zu unterstützen vermag. Wenn sich dann die Herren- Scharfwacher genügend aus- gepumpt haben, dann sind sie reif genug dazu, daß der Ver- band ihnen, nicht den Meistern, die sich mit dem Verbände einigten. seine Bedingungen stellen kann. Man würde es bei der gegenwärtigen Sachlage dem Holzarbeiter- Verbände, der noch so frisch wie am. ersten Tage dasteht. wahrhaftig nicht verübeln können, wenn er die Geschichte satt bekäme und erklärte: zu den Unternehmern, welche nicht innerhalb einer gewissen Frist die Aussperrung zurücknehmen, kehren unsere Mitglieder nicht mehr— wie sonst bisher überall— zu den alten Bc- dingungen zurück. Wenn der Holzarbeiterverband zu solchen Gewaltmitteln nicht gegriffen hat, unterließ er's nur aus dem Gestihl einer Ueberlegenheit heraus gegenüber einem Scharf- machertum, dessen wirkliche Erfolge mit seinen großen Worten immer im Widerspruch gestanden habe. « Wie allerwärts ist auch in D'r e s d e n der Plan der Scharst macher mißlungen. Man schreibt uns von dort: Statt der von Scharfmacherseite angekündigten Aussperrung von 2000 Holzarbeitern waren am Mittwoch nur 350 ausgesperrt. Mit der Mehrzahl der mittleren Bettiebe ist ein Abkommen getroffen worden, wodurch diese sich verpflichten ihre Arbeiter nicht aus- zusperren. In diesen Betneben arbeiten über 900 Personen. Zurzeit sind jedoch Scharfmacher aus Werlin hier rührig an der Hetzarbeit. Etwa 100 Mann der Scharfmacher find dabei, jeden einzelnen Tischlermeister in der Wohnung aufzusuchen und zu bearbeiten. Es sind bisher noch keine sichtbaren Erfolge dieser Scharfmachcrtättgkeit zu verzeichnen. Doch wird volle Klarheit erst eine Versammlung der Meister bringen, in der dieser Tage die Aussperrungsffage noch einmal erörtert werden soll. Diese Versammlung ist auf Veranlassung der Berliner Scharfmacher einberufen worden, die auf diese Weise einen auf Generalaussperrung lautenden Beschluß herbeiführen wollen. » Anscheinend diese Versammlung ist eS. von der ein Wolffsches Telegramm berichtet: Dresden, 3. Llpril. In der heute vormittag hier abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung des Arbeitgcderschutzvcr- dandrs für das deutsche Holzgewerbe wurde beschlossen, alle möglichen Mittel in Anwendung zu bringen, um die Aussperrung siegreich durchzuführen. Der Vorsitzende, Rahardt-Berliu, erklärte. daß die gesamte deutsche Arbeitgeberschaft(?) den Schutzverband für das deutsche Holzgewerbe in jeder Beziehnng(?) unterstützen wolle. Die Versainmlung beschloß, den Borstand zu ermächtigen. eine Anleihe in Höhe vis zu einer Million Mark aufzunehmen, mit der Maßgabe, ihm zunächst 300 000 Mark zur Verfügung zu stellen., Das Wölfische Telegraphenburcau wird von den Unter- nehmern selbst inspiriert. Wenn diese Stelle die Geldnot der Hobelspan- Barone in alle Winde telegraphiert, muß es äußerst schlimm mit denselben stehen. Ob der Millionen- Pnmp retten kann? Ob er überhaupt zu den angedrohten „möglichen" Mitteln gehört? Herr R a h a r d t müßte den berühmten Treber-Schmidt an Virtuosität in der Aufnahme von Geldern übertreffen, wenn er damit eine unhaltbar ge- wordene Position retten wollte! ßcrliti und Umgegend. Achtung, Bauklempncr! Die letzte Nummer der„Berliner Klempner« und Installateur- Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Vorstandes der Berliner Klempnerinnung, worin der Borstand bekannt gibt, daß im Vorstand der Innung und der Vereinigung konstatiert sei, daß die Klcmpnermeister streng auf dem Boden des Tarif es stehen und dafür gesorgt würde, daß auch künftig der Vertrag für seine ganze Dauer innegehalten werde. Wörtlich fährt dann der Vorstand in der Bekanntmachung fort: In Verfolg dieses Beschluffes des Vorstandes werden nun hiermit die Mitglieder der Innung und Vereinigung noch bc- sonders daraus aufmerksam gemacht, daß vom 1. April 1907 ab nach dem Tarife der Lobnsat? für die länger als zwei Jahre ausgelernten Klempnergehülfen aus 72 Vi Pf. zu erhöhen ist. Die Mitglieder werden dringend ersucht, sowohl diese Be- stimmung, wie auch die. sonstigen Bestimmungen des am 16. März 1906 geschlossenen Tarifvertrages auf das genaueste einzuhalten» damit Streitigkeiten nach Möglichkeit vermieden werden. In zweifelhaften Fällen wird der Obmann der Schlichtungskommission, Herr Kunitz, weitgehendste Auskunft erteilen. Dem obigen gegenüber verweisen wir auf unsere gestrige Bekanntmachung. Halten die Arbeitgeber den Vertrag dann ist das besonders gut für die Arbeitgeber. Wir habeVr dann keine Veranlassung, irgend etwas zu unternehmen. Halten die Unter- nehmer den Vertrag nicht oder kommen einzelne Störungen vor. dann ersuchen wir. sofort nach unserem Bureau, Charite- straße, Mitteilung zu machen. Heber alles wettere werden unsere sertrauensleute am Sonntag informiert. Deshalb ersuchen wir unsere Kollegen, sich auf irgend welche anderen Dinge nicht ein aulassen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin, Achtung, Dreher und Maschinenarbeiter! Die Kollegen der Daimler- Werte in Marienfelde haben die Arbeit niedergelegt. Der Betrieb ist gesperrt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin, Am Mittwochvormittag fand in der Brauerei Friedrichshain| dortigen Reichstag fandidieren, so beantragten sie, den Rongres zu Berlin wieder eine Berfammlung der Ausgesperrten statt. später abzuhalten. Es wurde der 18. September als EröffnungsKunze erstattete den Situationsbericht. Er sagte unter anderem: tag beschlossen. Nach den Beschlüssen der Arbeitgeber sollten in ganz Deutschland Als Tagesordnung wurde folgendes beschlossen: 1. Der Kon25 000 Arbeitnehmer ausgesperrt werden. In Wirklichkeit sind aber nur etwa 3000 ausgesperrt worden. Der Beschluß des Ar- greß fordert für alle Länder die gefeßliche Achtstundenschicht, einbeitgeberverbandes ist also bei weitem nicht in dem Maße aus schließlich der Ein- und Ausfahrt; in Gruben, wo die Temperatur geführt worden, wie es nach ihren Statuten hätte geschehen müssen. hoch ist oder vor zu heißen Orten und zu nassen Stellen soll die. Die Aussperrung erstredt sich jetzt auf 34 Städte, das sind nur Schichtzeit nur sechs Stunden betragen. 2. In Antetracht der ein Drittel derjenigen Orte, auf die sich nach dem Beschluß der großen Grubenkatastrophen sollen mit Eifer von Arbitern aus Die Leitergerüstbauer haben am Mittwoch früh das in ihren Arbeitgeber der Kampf ausdehnen sollte. Das alles beweist, daß ihrer Mitte gewählte und vom Staate bezahlte Grubenkontrolleure Händen befindliche, den Unternehmern gehörende Handwerkszeug ab- das Vorgehen des Vorstandes des Arbeitgeberverbandes bei einem verlangt werden. 3. Es sollen in allen Ländern Taufverträge geliefert und bei folgenden Firmen einmütig die Arbeit nicht wieder großen Teil der Mitglieder keine Billigung findet. Man kann mit Minimallöhnen angestrebt werden. 4. In allen Ländern find aufgenommen: Manghula, Gutsche( Friedenau), Drei- hiernach sagen, die Arbeitgeber sind mit ihren Maßnahmen ins Gesetze zu schaffen, nach welchen für alle Arbeiter bei Srankheit, ling u. Sohn, Scheider u. Co., Ernst Arndt, Anton Wasser gefallen, sie haben nicht das erreicht und werden nicht das Invalidität und für ihre Witwen und Waisen eine zum anfändigen Hartleib, Siete, Weißenhagen, Hartleib, Weber, Ma 3, erreichen, was sie erreichen wollten. Die Arbeitgeber wollten ja Wenzel, Lehmann, Bush, bold, ohdorf und die Arbeiter überzeugen, daß die Tarife der Arbeitgeber gegen Leben ausreichende Renfe gesichert wird. 5. Die Frauenarbeit foll Stadermann. Bei Georg Weißenhagen ist eine Kolonne von über den bisherigen Tarifen erhöht worden sind. Der Inhaber für den Bergbau gesetzlich verboten werden. 6. Ebenso soll die fünf Mann Unorganisierter stehen geblieben. Bei Arndt u. Co. der Firma Hermann Hoffmann machte einen solchen Versuch. Arbeit von Kindern unter 14 Jahren im Bergbau völlig und für ( Wilmersdorf) find die jechs Poliere stehen geblieben, welche Als ihm nachgewiesen wurde, daß der Tarif viele Verschlechte folche unter 16 Jahren die unterirdische Beschäftigung verboten fich Herr Arndt durch Vertrag gesichert hat. Im rungen enthält, sagte er, das seien irrtümliche Auffassungen. Herr werden. 7. Bei allen Wahlen sollen nur solche Kandidaten interganzen find etwa 200 Mann an dem Streit beteiligt. Hoffmann sagte auch, die Arbeiter sollten sich für besiegt erklären, stützt werden, welche sich ehrenwörtlich verpflichten, die Forderingen Die Firma Altmann, Charlottenburg, welche seit drei Jahren nachher ließe sich über die Forderungen verhandeln. Natürlich der Bergarbeiter im Barlament zur Geltung zu bringen. 8. Vernicht mehr im Tarifverhältnis stand, hat ihren Bolieren den Lohn haben die Arbeiter feine Ursache, sich für befiegt zu erklären. Das staatlichung der Bergiverke soll in allen Ländern verlangt werden. bon 70 auf 80 Pf. pro Stunde erhöht. Die Gerüstarbeiter dagegen Gegenteil ist eingetreten. Die Arbeitgeber fallen nach und nach 9. Der Kongreß soll eine Sympathieresolution für den internatiohaben teine Zulage erhalten. Bei dieser Firma wird zurzeit noch ab, fie bewilligen die Forderungen der Arbeiter, erklären sich zum nalen Frieden faffen und beraten, wie sich die Bergarbeiter bei gearbeitet; doch ist es nicht ausgeschlossen, daß auch hier sich die Frieben bereit und unterzeichnen den Tarif des Schneider Ausbruch eines Krieges in bezug auf Kohlenlieferung stellen. Dann Stifter mit den Streikenden solidarisch erklären. Alle diejenigen verbandes. Wegen der Forderungen, die in Berlin und Gerüstbauer, welche heute noch anderweitig als Bau- oder Kohlen- Hamburg gestellt sind, hat der Arbeitgeberverband die Aus- beantragten die Belgier, noch folgendes auf die Tagesordnung zu arbeiter usto. in Arbeit sich befinden, werden ersucht, während des sperrung über ganz Deutschland verhängt. Um das zu erreichen, fezen: 10. Die Produktion der Kohlen soll international geregelt Streits ihre Arbeit zu halten und in der Leitergerüstbranche nicht hat der Vorstand des Arbeitgeberverbandes in der Proving die werden und 11. neben dem 1. Mai soll noch im August ein Feiertag anzufangen. Jeder Gerüstbauer ist verpflichtet die strengste Berliner Forderungen viel höher angegeben als sie gestellt sind. eingelegt werden, an welchem die Bergarbeiter demonstrieren, un Solidarität zu üben. Mit absichtlichen Entstellungen und Unwahrheiten über die Forde- ihren Forderungen Geltung zu verschaffen. Der internationale Sekretär Ashton teilte dann mit, daß die Tapezierer! Obwohl der allgemeine Ausstand beendet ist, rungen der Arbeiter hat der Vorstand des Arbeitgeberverbandes befinden sich zurzeit doch noch die Gehülfen einzelner Betriebe im feinen Zwed zu erreichen gesucht. Das betone ich sagte der Amerikaner den Kongreß zu beschtden zugesagt hätten. Die Streit. Unter der unwahren Angabe, auch bei ihnen seien Redner hier in der Oeffentlichkeit, um dem Vorstand des Ar die Differenzen beigelegt, suchen die betreffenden Arbeitgeber Ge- beitgeberverbandes Gelegenheit zu geben, mich zu verklagen. Ich Italiener, Ungarn und Spanier hätte er ebenfalls zu diesem KonGewerbe hülfen vornehmlich von außerhalb, um sie so zum Streifbruch zu werde dann vor Gericht die Wahrheit meiner Behauptung er- greß eingeladen. Auf Wunsch der deutschen Delegierten wurde noch töbern. Wir machen deshalb besonders darauf aufmerksam, daß weisen. Mit den aus der Wahlbewegung bekannten Mitteln des beschlossen, von Deutschland neben den christlich organisierten auch Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie ist der die in der polnischen Berufsvereinigung und die Hirsch- Dundersch zureifende Gehülfen sich zuerst auf dem Verbandsbureau, Engel- Arbeitgeberverband gegen uns vorgegangen. Es fragt sich, ob wir organisierten Bergarbeiter mit einzuladen. fer 15, zu melden haben. Aufs strengste zu meiden, weil ge- folche Leute beim Abschluß von Verträgen als gleichwertige Nonsperrt, sind die Firmen J. C. Pfaff, Groschkus, Wegeleben, Fort u. Kretschmar, Sente und Heymann. trahenten betrachten fönnen. Wenn es den Arbeitgebern ge Wer sich bort berdingt, entwürdigt sich zum Streifbrecher. Die Ortsverwaltung. Deutfches Reich. Die Aussperrung der Herren- Maßschneider. Der Allgemeine deutsche Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe" wendet sich mit folgender Kundgebung an die Deffentlichkeit: „ Trotz des Ausspruchs des ersten Vorsißenden des frei. organisierten Gehülfenverbandes, daß die Löhne der Maßschneiderei in manchen Orten so hoch getrieben sind, wie es unter den augenblicklichen Verhältnissen überhaupt möglich ift, find allein in diesem Frühjahr von 38 Ortsgruppen unseres 90 Städte umfassenden Verbandes neue Lohnforderungen über mittelt worden. Sowohl die ungewöhnlich große Zahl dieser Bemegungen, wie auch die außerordentlichen, die Gristenz des Gewerbes bedrohenden Ansprüche der Gehülfenführer zwangen die beteiligten Arbeitgebergruppen, eine einheitliche Führung des Abwehrkampfes zu sichern, um nicht nur zum Wohle des Gewerbes, sondern auch im Interesse des kaufenden Publikums allen das Maß ber Berechtigung überschreitenden Forderungen entgegen zu treten. Zu diesem einmütigen Vorgehen mahnte auch 10 000 Arbeiter ausgesperrt! Reichenberg( Böhmen), Eingegangene Druckschriften. lingen würde, in diesem Kampfe zu siegen, dann hätten wir bei den geringsten Forderungen in irgend einem Orte eine Aus- 3. April. Von der in Kraft getretenen Aussperrung in den Tuchsperrung über ganz Deutschland zu erwarten. Es gilt deshalb, fabriken find insgesamt 10 000 Personen betroffen, daß wir den Kampf folange fortseßen, bis eine der fämpfenden Parteien besiegt ist. Für uns steht die Situation durchaus günstig. Saben sich doch die Arbeitgeber durch die Ausdehnung der Ausfperrung die Möglichkeit genommen, auswärts Streitarbeit anfertigen zu lassen. Die Arbeitgeber wollen ja jetzt den einzelnen Arbeitern die neuen Arbeitgebertarife zur Anerkennung vorlegen. Angst. Behandlung und Heilung nerböser Angstzustände, Zwangs Es ist aber nicht möglich, auf diese Weise den Arbeitern zu be= weifen, ob sie eine Lohnerhöhung erhalten, denn um das fest- porstellungen und anderer nervöser Leiden. Von Dr. A. St. Phar. Ges zustellen, muß erst die Einteilung der Geschäfte in die betreffenden heftet 3., gebunden 4 M. Webels Verlag Dr. Abel u. Born, Leipzig. La Belgique ouvrière( Das arbeitende Belgien) von Emile Tariftlassen erfolgen. Der Friede mit den Arbeitgebern fann nur so zustande kommen, daß sie sich mit dem Schneiderverband ver- Bandervelde. Nr. 39 u. 40 ber Bibliothèque sozialiste. Berlag von Das Ziel des Arbeit Cornély, Paris. 192 Seiten. 1 Frant. ständigen und dessen Tarif unterzeichnen. geberverbandes ist die Zertrümmerung der Arbeitnehmerorganisation. Sorgen wir dafür, daß dies Ziel nicht erreicht wird und daß, wenn durch den Kampf eine der beiden Organisationen zertrümmert werden soll, es der Arbeitgeberverband ist. Les souffrances des juifs en Russie et le devoir des Etats civilisés( Die Leiden der Juden in Rußland und die Pflicht der zivilisierten Staaten) von Léon Allemand. Paris 1907. Berlag von Cornély. 228 Seiten. 228 Seiten. 3,50 Frant die Erfahrung, daß die Gehülfenſchaft ſeit Jahren die Taktik an der Zuversicht auf den Sieg der Arbeiterforderungen ausbrud. Letzte Nachrichten und Depeschen. Als vor 11 Die Autoraferei. Hagen( Westfalen), 3. April.( W. T. B.) Auf dem Wege zwischen Sagen und Hohenlimburg stieß heute ein Automobil mit einem Möbelwagen zusammen. Das Automobil wurde zertrümmert, alle vier Infassen erlitten schwere, zwei davon töbliche Berlegungen. Gegen den inneren Feind. Bestellte Rundgebungen. Der Die Ausführungen des Referenten fanden lebhaften Beifall. Die Diskussionsredner erklärten sich mit den Maßnahmen der Ortsverwaltung des Schneiderverbandes einverstanden und gaben wandte, bei der Mehrzahl der in Lohnbewegung berwickelten Inzwischen zeigen die von auswärts einlaufenden Nachrichten Städte einen frieblichen Abschluß herbeizuführen, um dann den mit aller Deutlichkeit, daß das Scharfmachertum ein Fiasko erDie Situation im Hamburger Hafen. Kempf gegen die wenigen übriggebliebenen Städte mit der litten hat. ganzen Macht ihrer Gesamtorganisation In Elberfeld- Barmen kommt es überhaupt nicht zur Hamburg, 3. April.( W. T. B.) Die Zahl der augenblicklich führen zu können und die Arbeitgeber dieser Städte infolge ihrer Aussperrung. Der Vorsitzende der dortigen Ortsgruppe des Unter- im Hafen liegenden Schiffe ist erneut gestiegen. Heute befinden Die Gesamtzahl lebermacht nieder zu zwingen. Nach jahrelanger Untätigkeit nehmerverbandes hat sich mit dem Ersuchen an den Hauptvorstand sich hier 293 Dampfer und 52 Segelschiffe. auf organisatorischem Gebiet sind die Arbeitgeber dem Beispiel gewandt, die Elberfelder Unternehmer der Unbequemlichkeit der der auf Rafernenschiffen befindlichen Arbeitswilligen beträgt heute der Arbeiter gefolgt; gemeinsam vertreten sie nunmehr ihre Aussperrung zu entheben. Er muß wohl so dringend geschrieben 4543, gegen gestern 4620, von denen 4210 heute morgen an die Arbeit gingen. 140 englische Arbeiter wurden mit dem Dampfer Intereffen. Und wenn auch in manchen, diesen berechtigten Be- haben, daß der Hauptvorstand dem zustimmte. strebungen fernstehenden Streisen der Ernst dieses Vor. In Frankfurt a. M. haben von 51 dem Arbeitgeberber- City of Bradford" heute nach England zurückbefördert. gebens berfannt und falsch beurteilt wird, so rechtfertigen band angehörigen Unternehmern nur 34 die organisierten Gehülfen die Arbeitgeber ihr Streben durch den Hinweis, daß Streit und ausgesperrt. Es tommen nach Feststellung der Verbandsleitung ca. Aussperrung die gleichen Mittel im Kampf der Parteien sind. 350 Arbeiter in Betracht, und zwar nur Herrenschneider. Wie fich allmählich die Oeffentlichkeit an die täglich erfolgenden 65 Firmen gehören dem Arbeitgeberberband nicht an. Diese Streits der Gehülfen gewöhnt hat, und diesen das Recht, ihre beschäftigen mit den dem Verbande angehörenden, aber nicht aus. Lage zu verbessern, nicht bestreiten will, so wolle fie auch, über sperrenden Unternehmern ungefähr 750 organisierte Arbeiter, so ben Parteien stehend, in den Abwehrmaßregeln der bak in Frankfurt a. M. nur ein Drittel sämtlicher organiArbeitgeber ein ein berechtigtes Mittel aur fierten Schneider ausgesperrt ist. Wahrung bedrohter Unternehmerinteressen In München haben ebenfalls 48 Firmen mit 600-650 Arerbliden! Nichts anderes als die Anwendung dieses ge- beitern ausgesperrt. Eine Anzahl Firmen, darunter Mitfeßlich gewährleisteten Mittels bedingt es, daß die gesamte glieder des Arbeitgeberverbandes, haben sich an der Aussperrung Paris, 3. April.( B. S.) Die Untersuchung über die gestrige organisierte Arbeitgeberschaft des deutschen nicht beteiligt und erklärt, daß sie sich unter feinen Umständen dem Mit Mobilmachung hat ergeben, daß es sich um einen Irrtum feitens Schneidergewerbes ihren bedrohten Kollegen zur Seite Gewaltstreich des Scharfmacherverbandes fügen werden. steht, um ihnen den neun Wochen währenden Kampf zu erleichtern ihrer Aussperrung in München haben die Schleiffteindreher einen eines höheren Offiziers handelte, der einen bersiegelten schriftlichen und abzukürzen. flagranten Tarifbruch begangen. Gelegentlich der Aussper Befehl geöffnet hatte, welcher nur auf ausdrücklichen BeIndem sie dies tut, ist sie sich aber auch bewußt, daß rung vor zwei Jahren wurde vor dem Einigungsamte ein Tarif fehl des Kriegsministers hätte geöffnet werden dürfen. seitens der Arbeitgeber bas möglichste Gnt auf unbestimmte Beitbauer abgeschlossen, der jedoch beiderseits Befehl enthielt die Truppenverschiebungen, welche für den evengegenkommen den Gehülfen überall bereits gezeigt worden 3 Monate borher gekündigt werden muß. ist und der bisherige Lohnfah in allen bestreitten 14 Tagen der Geschäftsführer des Schneiderverbandes auf die Ge- tuellen Ausbruch eines Bäckerstreits vorgesehen waren. Der schuldige Städten erheblich erhöht wurde. Zudem erklärten fahr einer Aussperrung hinwies, da erklärte der Vorsitzende des Dffizier wird wegen des Mißgriffes wahrscheinlich gezwungen werden, in dem liberalen Blockorgan, den feine Entlassung zu nehmen. sich die Arbeitgeber noch bereit, nach der Wiederaufnahme der Scharfmacherverbandes Arbeit etwaige Wünsche der Gehülfenschaft hinsichtlich der Gr. M. N. N.", daß man in München an eine Aussperrung niemals ledigung örtlicher Angelegenheiten tunlichst zu würdigen und gedacht habe, da man an einen Vertrag gebunden sei. Man lege überall Tarifberträge abzuschließen. Wert darauf, um eine Beunruhigung der Gehülfen hintanzuhalten, Baris, 3. April.( W. TB.) In der Angelegenheit der MonWenn troß allebem der Friede nicht erhalten blieb und selbst dies öffentlich zu fonstatieren." Nun fuchen die Scharfmacher direkt unbeteiligte Verbände in den Kampf verwickelt werden, ihren Gewaltstreich dadurch zu rechtfertigen, daß sie behaupten, tagnini- Papiere veröffentlicht der" Temps" ein Schreiben, welches so darf dieses freiwillige, unbedingte, solidarische Gintreten dieser daß Sympathiest reits und Aussperrungen vom Merry del Bal am 12. August 1905 an Montagnini richtete, nachKreise als ein schlagender Beweis dafür betrachtet werden, daß Tarifvertrag unberührt bleiben! Davon ist im Ver- dem der von der Kammer angenommene Gefeßesentwurf über die nur schwerwiegende Gründe die Veranlassung zu solchen Schritten trag jedoch auch nicht eine Silbe enthalten; eine derartige Beftim Trennung der Kirche vom Staat der Senaisfommission untergeben fonnten. mung würde aber sicher auch die ganzen Abmachungen illusorisch breitet war. Das Schreiben lautete: Ich habe Ihren Bericht Also im Intereffe des kaufenden Bublifums wollen die Scharf machen. Daher ist die Erbitterung auch unter einem Teile der Ar- betr die in Frankreich stattfindenden öffentlichen Rundgebungen Macher der Schneidereiindustrie der Gehülfenschaft nicht entgegen beitgeber groß. Mit welchen fchäbigen Mitteln die Scharfmacher ar- gegen das Trennungsgeseis erhalten. Indem ich Ihnen für die in kommen! Und das ganze Schneidergewerbe ist durch die Ansprüche beiten, mag daraus hervorgehen, daß sie ihren ausgesperrten Arbei- diesem Bericht enthaltenen Einzelheiten danke, fordere ich Sie auf, der Gehülfen bedroht! Ach! Das alte Scharfmacherlied! tern zumuteten, Streitposten zu stehen und die unter dafür zu sorgen, daß ähnliche Kundgebungen während der gegenWelches Gewerbe ist noch nicht zugrunde gegangen, wenn die ft üßung zu nehmen, bei der Nacht aber zu ar wärtigen Periode, welche sozusagen eine Uebergangsperiode ist, Arbeiter Lohnforderungen stellten? Und in welchem Gewerbe hat beiten; man werde ihnen die Arbeit durch Aus. fich mehren. Es ist natürlich überflüssig hinzuzufügen, daß Sie das vom Unternehmertum immer wohltätig vor höheren Breisen geher aufchiden und abholen lassen. Einmütig, wie bei Ihrem Vorgehen äußerste Vorsicht gebrauchen, damit Sie uns bewahrte Bublifum nicht bemerken müssen, wie die wohlgerundeten Die Münchener Schneider den Schandrevers zurüdwiesen, haben sie nicht bloßstellen." Arbeiter sich Paläste auf Baläste bauen, die Unternehmer aber auch diese infame Zumutung von fich gewiefen! an Hungerpfoten saugen? Geht in die Friedrich- und Leipziger. straße Berlins, geht in sein Konfektionsviertel und seht die Die Zimmerer in Solingen sind am 2. April in eine LohnMadrid, 3. April.( B. H.) Ein Telegramm von den AzorenHäufer an, die bort als Stapelpläße der Arbeit gebaut sind, bie unter fleißigen Sänden im Norden und Often der Riesenstadt ent- bewegung eingetreten, um eine Lohnerhöhung von 55 auf inseln berichtet über einen Erbstoß, der gestern abend verspürt wurde. stehen. Und dann geht in die Sinterhäuser dieses Nordens und 60 Pf. zu erzielen. 6 Meister haben bereits die Forderungen Besonders sind die Ortschaften St. Michel und Billafranca, die beOftens, wo die Schneider die eleganten Garderoben herstellen, die bewilligt, jedoch sträuben sich die anderen, und haben deswegen reits früher durch Erdstöße gelitten hatten, völlig zertrümmert. Die später im Sonnenschein des reichen Westviertels glänzen oder in die dort Beschäftigten die Arbeit einmütig niedergelegt. Buzug Bevölkerung ist von einer großen Panit befallen. Die überlebenden den Gesellschaftsräumen daselbst prunken. Und dann fragt die von Zimmerern nach Solingen, Ohligs, Wald, Haan Einwohner der Insel haben diese verlassen. Die Katastrophe ist in Schneider, was sie für diese Kleidungsstüde an Lohn erhalten, und Umgegend ist streng fernzuhalten. ihrem ganzen Umfange bis jetzt noch nicht bekannt. Es heißt jedoch, und fragt die Glegants, was sie dem Tailor" in der Friedrichdaß mehrere Personen umgekommen seien. straße für dasselbe Stüd gezahlt haben. Und wer dann noch nicht davon überzeugt ist, daß die Schneidereiindustriellen das Interesse der Kundschaft im Auge haben, wenn sie den Schneider hungern lassen, und wer noch nicht weiß, daß das Gewerbe zu- Das internationale Komitee der Bergarbeiter hielt am 30. Märs grunde geht", wenn die Schneider satt zu essen bekämen, dem ist in Brüffel eine Sigung ab, um für den diesjährigen internationalen Petersburg, 3. April.( B. S.) Der zur Verbannung nach wahrlich nicht zu helfen. Bergarbeiterkongreß die Tagungszeit und Tagesordnung feftau Sibirien verurteilte Deputierte des sozialistischen Arbeiterrates Für die Denkweise der Herren Scharfmacher ist es übrigens ftellen. Der letzte Kongres in London hat bekanntlich Salzburg Trozti- Bronstein ist aus seinem Verbannungsorte entflohen. charakteristisch, daß sie dem Verband einen Strid daraus zu drehen in Desterreich als Tagungsort für dieses Jahr gewählt, und es versuchen, daß er in der Mehrzahl der Streiforte einen friedlichen war in Aussicht genommen, denselben au Pfingsten abzuhalten. Da Ausgang herbeizuführen versucht; er würde es in allen tun, aber die Desterreicher zu Pfingsten gerade mitten in der Wahlwenn ihn der Scharfmacherverband daran nicht hinderte! bewegung stehen und dabei neun Bergarbeiterkandidaten zum Berantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil berantw. Husland. Internationale Bergarbeiter- Bewegung. Erdbeben. Den Schergen entronnen. h. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr, u. Berlagsanftall Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u, Unterhaltungsblatt Nr. 78 24. Jahrgang. 1. KilM des Jotmiitls" Kerl« �olMIntt. Donnerstag. 4. April 1907. Und schon wieder ein Seilbruch. Essen o. Ruhr. 3. April. Auf Zeche„Preußen I" (jt Harpen gehörig) befuhren heute früh beim Schichtwechsel stben Bergleute verbotswidrig den Brandschncht. wobei das Seil riß und der Förderkorb mit den Leute» in die Tiefe kürzte. Bier Mann waren sofort tot, die drei anderen sind nach kurzer Zeit ihren Berufungen erlegen. Wiederum sieden Leichen! * Seilbrüche und Fangvorrichtungen. Kin Fachmann schreibt uns: Merkwürdigerweise verlautet bei den Erörterungen über die Aavstrophe auf der Gcrhardgrube gar nichts über die Fang vo:richtung, die natürlich auch versagt hat. Verdient diese — Schutzvorrichtung so wenig Beachtung? Hört man sonst die Herren vom Bergbau, oder liest man in fachtechnischen Zeit sckriften, dann stößt man stets auf die Behauptung, die gebrauch lihe moderne Fangvorrichtung gewähre absolute Sicherheit, bei Teilbrüchen sei der Absturz der Förderschale fast unmöglich. Auf der Gerhardgrube ist sie trotzdem in die Tiefe gestürzt. Line absolut sicher wirkende, d. h. den Absturz der Förderschale un- bedingt verhütende Fangvorrichtung gibt es bis heute noch nicht. Das ist eine Wahrheit, über die man sich klar sein mutz. Um so mehr, als. die Gefahr des Absturzes durch das gewaltige Fort schreiten des Bergbaues nicht geringer, sondern größer geworden ist. Besaßen vor etwa Jahren die Schächte eine durchschnitt liehe Tiefe von 400— 600 Metern, so ist heute eine solche von 1000 und mehr Metern erreicht. Die Förderseile haben dadurch an Eigengewicht gewonnen und die Lasten sind gewachsen. Hatte man früher Förderkörbe, mit denen etwa 1 Tonne— 20 Zentner Kohle zutage gefördert wurden, so hat man heute Förderkörbe von drei und vier Etagen, mit denen drei, vier und mehr Tonnen zugleich gehoben werden. Man hat Schächte, wo in zwei Touren ein Waggon Kohlen zutage gebracht wird. Zum Schutze der Arbeiterleben hat die Bergbehörde besondere Bestimmungen über die Stärke und Tragfähigkeit der Förderseile erlassen, sie muß das Mehrfache der zu hebenden Last betragen. In bestimmten Zwischenräumen wird durch Zerreitzmaschinen eine Probe auf die Haltbarkeit des Seiles vorgenommen. Das einzelne Drähtchen des SeilcS mutz eine Belastung erleiden können, die — wenn wir nicht irren— mindestens einer.Tragfähigkeit von 7 Zentnern gleichkommt. Aber mit den Zerreißproben ist es oft eine recht eigene Sache, ähnlich wie mit dem Nachsehen des Förder- feiles durch einen Beamten vor jeder Menschenförderung. Wie es heißt, hat es damit auf der Gerhardgrube stark gehapert. Häufig wird gar nicht nachgesehen. Und wenn nachgesehen wird, meistens in einer Weise, daß es wirklich ein Wunder wäre, wenn der Beamte einen Fehler am Förderseil bemerken würde. Meistens aber hält sich der Beamte auf der Hängebank auf, mehrere Meter vom Seil entfernt. Eine solche Konträve ist wertlos. Sie geschieht nur, um sagen zu können, das Seil ist auf Fehler nachgesehen worden. Passiert dann etwas, dann wird von einem unerklärlichen Zufall geredet. Die Fangvorrichtung ist eine mechanische Vorrichtung an der Förderschale, dazu bestimmt, im Falle des Seilbruches die Förder- schale vor dem Sturz in die Tiefe zu bewahren. Es haben sich schon unzählige Erfinder mit dem Problem einer sicheren Fang Vorrichtung befaßt. ES gibt bereits eine ganze Reihe Systeme; wir nennen: Calow, Lohmann, White u. Grant, Fontaine, Münzner usw. Einige Erfindungen der jüngeren Zeit stellen kaum Verbesserungen dar. jedenfalls gewährleistet noch keine einzige absolute Sicherheit.... Der Förderkorb läuft in einer Führung von Spurlatten aus bestem Eichenholz. Neben diesen Spurlatten befindet sich am Förderkorbe der Mechanismus, Räder oder Exzentriks mit Zähnen, Klauen oder den Hanauer und singt. Anch eine Frau ist dabei— in der annseligen Kleidung einer Bauarbeiterin. Aber auch sie blickt mit ver- klärtem Auge in die Ferne, wie wenn das Morgenrot einer neuen Zeit von dort herüberleuchtete, und sie singt. In dem unteren Teil des Blocks ist eine Tafel aus Laaser Marmor eingelassen, aus deren Mitte daS Porträtrelief mit sprechender Plastik hervorspringt; darunter stehen die Worte:„Die Arbeit, sie bewegt die Welt, die Arbeit hoch!" und dazu die Noten.. summe für die männlichen Mitglieder bei längster Mitgliedschaft betrug, bei Arbeitslosigkeit wie Krankheit, 37,50 M.. für weibliche Mitglieder 30 M. Der Verbandstag nahm die Vorschläge der Kommission nach längerer Debatte einstimmig an. Hierauf wurde mit der allgemeinen Beratung des Statutenentwurfs begonnen, wozu eine Vorlage des Verbandsvorstandes und ver- schiedene besondere Anträge vorliegen. Bei dem Absatz„Ziveck des Verbandes" beschloß der Verbandstag, Sterbeunter st ützunx einzuführen. Das Eintrittsgeld zum Verbände wurde von 30 au 50 Pf. für männliche, und von 20 auf 25 Pf. für weibliche Mit glieder erhöht. Außerdem wurden beim Absatz„Beitritt" noch einige andere Zusätze beschlossen, wovon die wichtigsten sind, daß bei Ueberttitt wegen Berufswechsel aus anderen Gewerkschaften den Uebertretenden die in der anderen Gewerkschaft geleisteten Bei- träge angerechnet Iverden können. und daß die folgende Bestimmung eingefügt wird: Mitglieder ausländischer, gleichen Zwecken dienenden Ver einigungen treten mit der Anmeldung in alle statutarischen Rechte — ausschließlich Unterstützung in Fällen der Erwerbslosigkeit— und Pflichten unter Anrechnung ihrer Mitgliedschaft obengenannter Vereinigungen über. Das Datum des Uebertritts ist vom Bevoll- mächtigten resp. dem dazu Beauftragten im Buch zu bescheinigen, desgleichen wieviel Unterstützung jauch im Ausland) im letzten Jahre bezogen und wie weit die Beiträge im Auslande bezahlt wurden. Dre Pflicht der Beitragszahlung beginnt an dem Tage, an ivelchem das Mitglied seinen letzten Beitrag im Ausland enr richtet hat. Bei Ueberttitten aus Portefeuillerorganifationen anderer Richttmg wurde die Anrechnung der geleisteten Beiträge dem Verbandsvorstand anheimgegeben. Hinsichtlich der nun zunächst folgenden Absätze wurden nur geringe Aenderungen im Statut beschlossen, nachdem ja die Erhöhung der Verbandsbeiträge bereits ani Montag beschlossen worden war. Für die Erwerbslosenunterstützung wurde die bestehende Be- stimmung, wonach sie bei Arbeitslosigkeit vom vierten Tage ab, bei Krankheit von der zweiten Woche ab bezahlt wird, beibehalten. Die Ausführungsbestimmungen zur Erwerbslosenunterstützung bleiben, abgesehen von geringen Aenderungen, dieselben wie iin alten Statut. Die Sterbeunterstützung wurde in folgender vom Verbandsvorstand vorgeschlagenen Form und Höhe beschlossen: Den Mitgliedern, ivelche dem Verband mindestens 104 Wochen angehörten, für diese Zeit Beiträge entrichtet haben und nicht mit mehr als vier Wochen restieren, wird im Falle ihres Ablebens den Hinterbliebenen eine Unterstützung gewährt: a) Für männliche Mitglieder: 1. Nach l04wöchentlicher Mitgliedschaft und Beitragsleist.— 20,00 M. 2., 156„„..=30,00„ 3.„ 208..„=40,00„ 4.. 260„.,=50,00„ b) Für weibliche Mitglieder: 1. Nach 104wöcheutlicher Mitgliedschaft und BeitcagSleist.= 15,00 M. 2.„ 156= 20,00„ 3.„ 208„..--- 25,00. 4., 260„.„= 30,00, Der Derbandstag der Portefemller. Der vierte Verhandlungstag begann mit der Beratung über die Beschickung des Deutschen Gewerkschafts» kongresfes 1008. Nach einleitenden Worten W e i n s ch i l d S und kurzer Debatte beschloß der Verbandstag, selbst die Delegierten zum Kongreß zu wählen und zwar zwei Delegierte und zwei Ersatzmänner. Die Wahlen werden durch Stimmzettel vorgenommen. Gewählt wurden: W e i n s ch i l d- Offenbach und Hauptmann- Berlin als Delegierte, Heller- Offenbach und Schulz- Engheim als Ersatzmänner. Sodann gab Krüger Bericht von den Arbeiten der Kom- Mission, die am Montag zur Beratung der Unterstützungssätze gewählt wurde. Die Kommission hat folgende Vorschläge zur ErwerbSlosenunterstlltzung gemacht:, Im Falle der Arbeitslosigkeit: männliche Mitglieder: Eingezahlte Mitgliedschaft und Beitragsleistung Beiträge bei 52 Wochen pro Tag 1,00 M. bis 13.00 M.= 18 Tg. 23,40 M. , 104,„, 1,00„„ 36,00„=36, 46,80„ , 208,.. 1,50„„ 63,00„=42, 93,60. . 364„„„ 1,75„. 94,50„= 54„ 163,80. 52 104 158 208 weibliche Mitglieder: ,, 0,75„ „ 0,75» „ 1,00„ 1,00 „ 15,00 „ 21,00 „ 28,00 „ 35,00 -20. -23. -23„ = 35„ 10,40 20,80 31,20 41,60 Im Falle der Krankheit: männliche Mitglieder: Mitgliedschaft und Beitragsleistung bei 52 Wochen pro Tag 0.75 M. bis 18,00 M.= 24 Tg. 23,40 M. .104„„„ 0,75,„ 36,00„=48„ 46,80 208 364 1,00 1,26 63,00„=63 03,60 94,50 -75. 163,80 weibliche Mitglieder: „ 52„„„ 0,50„„ 15,00„=30„ 10,40. . 104,,„ 0,50„„ 21,00„=42. 20,80. . 156„„„ 0,70,, 28,00.=40„ 31,20. . 203..„ 0,70.,„ 35,00„=50, 41,60, Diese Sätze, sowie auch die Maximalsummen— soweit die älteren Mitglieder in Betracht kommen— sind bedeutend höher als die bisherigen. So betrugen die Sätze bei Arbeitslosigkeit bisher für männliche Mitglieder nur 75 Pf., für weibliche nur 50 Pf. Bei Krankheit wurden den männlichen Mitgliedern bisher nnr 50 Pf., den weiblichen nur 30 Pf. pro Tag gezahlt. Die Maximal- Sodann beschloß der Verbandstag auf Vorschlag des Verbands- Vorstandes, noch eine neue Art der Unterstützung einzuführen, nämlich Beihülfe zu den Uebersiedelungskosten, die Mitgliedern gewährt wird, welche einen eigenen Haus- halt haben und infolge unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ihren Wohnort wechseln. Bedingung ist, daß der Uebersiedelungs- ort mindestens 20 Kilometer vom bisherigen Wohnort entfernt liegt. Die Beihülfe darf die tatsächlichen Uebersiedelungs- kosten sowie die folgenden Sätze nicht übersteigen: nach mindestens zweijähriger Mitgliedschaft und Beitragsleistung 30 M., nach drei- ähriger 40 M. und nach vierjähriger 50 M. Die Bestimmungen über Gewährung von Rechtsschutz bleiben im wesentlichen dieselben wie im alten Statut; ebenso die über die Arbeitsnachweise, die jede Zahlstelle, soweit es möglich ist, zu er- richten hat, und auch die Bestimmungen über Organisation. An dem Abschnitt über Verwaltung des Verbandes wurden nur wenige Aenderungen vorgenommen. Der Verbands- vorstand besteht wie bisher aus fünf Personen, von denen der erste Vorsitzende und der Kassierer auf den Verbandstagen gewählt werden, die übrigen von den Mitgliedern der Zahlstelle, wo der Verband seinen Sitz hat. Der Ausschuß besteht ebenfalls aus fünf Personen, und der Ausschußvorsitzende wird von den Verbands- tagen gewählt, die übrigen Mitglieder von der Zahlstelle, wo der Ausschuß seinen Sitz hat. Der Absatz über den Ausschuh wurde insofern abgeändert, daß die Verpflichtung zu„regelmäßiger Ueber- wachung" der Tätigkeit des Vorstandes, sowie die Verpflichtung des Vorstandes, dem Ausschuß alle 13 Wochen Bericht zu senden, weg- fällt und statt dessen bestimmt wird: „Der Ausschuß hat alle Beschwerden über die Beschlüsse des Vorstandes, vorbehaltlich der Berufung an den Verbands- tag, zu erledigen. Auf Verlangen des Ausschusses ist der Vor- stand gehalten, über einzelne Punkte Bericht zu erstatten." Der Absatz über die Zahlstellen rief eine längere Debatte hervor, bei der es sich hauptfächlich darum handelte, wie viel Prozent der Verbandsbeiträge den Zahlstellen zur Bestreitung der örtlichen Ausgaben verbleiben sollen, sowie um einen Antrag, die Gehälter der Lokalbeamten und die Unterhaltungskosten der Bureauräume der Zahlstellen aus der Verbandskasse zu zahlen.— Die Debatte kam in der gestrigen Sitzung nicht zum Abschluß. Achte ordentliche Generalversammlnvg des Aentralverbnndes der Glasarbeiter und-Arbeiterinnen. 3. Verhandlungstag. P e n z i g, 2. April. ES sind Glückwunschtelegramme eingelaufen vom dänischen Glasarbeiterverband und von Amora, Portugal. Die Debatte beginnt mit Punkt 7: Uebernahme des..Fachgenossen" in eigene Regte. G i r b i g erstattet Bericht über daS Ergebnis der Kam- missionsverhandlungcn. In der Kommission habe man sich dahin geeinigt, daß H o r n, der Verleger, 7000 M. für die Abtretung des Verlags, sowie 1200 M. für Mitarbeit jährlich erhält. Gebel- Stralau hält eine Abfindungssumme von 5000 M. für ausreichend und begründet einen diesbezüglichen Antrag von der Zahlstelle Stralau. R e i m e r t- Dresden verlangt, daß das Verhältnis zwifchen Horn und dem„Fachgenossen" als unkündbar festgesetzt werden solle. Der Anttag Stralau wird nach kurzer Debatte, nach- dem die Diskussion durch einen Schlußantrag eingestellt, abgelehnt. Ein Antrag G i r b i g, dem Verleger Horn 7000 M. für Abtretung des„Fachgenossen", sowie 1200 M. jährlich für Mitarbeit zu be- willigen, wird bei namentlicher Abstimmung gegen 18 Stimmen angenommen. Die Ueberführung deS„Fachgenossen" in Verbandsregie tritt am 1. Juli 1907 in Kraft. Sitz des Verbandes und der Redaktion find zusammenzulegen. Dem Verleger Horn bleibt sein Wohn- sitz unbenommen. Auf Antrag G i r b i g s wird hieraus sofort der Punkt„Presse" besprochen. Es macht sich durch das im„Fach- genossen" hergestellte veränderte Verhältnis die Anstellung eines Redakteurs notwendig. Ein Antrag St. Ingbert fordert bei Besetzung diefes Postens nur einen Berufskollegen zu berücksichtigen. Um- breit von der Generalkommisston erklärt es als selbstverständlich, daß nur Berufskollegen bei der Redakteurpostenbesetzung in Frage kommen. Er schlägt vor, zur Lösung dieser Frage die Wahl aus- zuschreiben. Der Vorstand und die Preßkommission habe dann nach reiflicher Prüfung den geeignetsten aus den Bewerbern herauszuziehen. Ein Antrag Stralau, dem Vorstand die Festsetzung des Gehalts zu überlassen, wird angenommen. G r ü n z e l- Berlin fordert mehr Berücksichtigung der Frauenbewegung durch den' '„Fachgenossen". Sein Antrag, im„Fachgenossen" ein, Spalte der Frauenbewegung zur Verfügung zu stellen, wird dem Zorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Ein Antrag, den„Fachgmossen" all- wöchentlich an alle Fabrikinspektören zu senden, wild ebenfalls dem Vorstand zur Erwägung überwiesen. In Sachen Anstellung eines Redakteurs wird beschössen: Die Stelle wird im„Fachgenossen" ausgeschrieben. Die Bewerber haben eine Schrift auszuarbeiten und dieselbe mit der Aufschrift: „Redakteur" dem Vorstand einzusenden, welcher im Verei, mit der Preßkommission die Stelle dem Befähigstcn zu übertragen hat. Vor Beginn der Nachmittagssitzung verliest der Vorsitzende ein Glückwunschtelegramm der Glasarbeiter. Lokal Union Mexiko Hierauf folgt Punkt: Agitation. wozu die beiden Gauleiter Britze und Dirschel referieren. B ritze führt aus: Die Agitation werde noch vielfach falch ge- führt und deren Bedeutung zu sehr unterschätzt. Es sei nich: Auf. gäbe des einzelnen, agitatorisch zu wirken, sondern sie soll: von allen geführt und betrieben werden. Die Agitation dürft auf keinen Fall nur auf Versammlungen beschränkt werden. Es nüsse von den arbeitenden Kollegen permanent auf dir Mißstände im Arbeitsverhältnis hingewiesen werden. Redner schildert die Schwierigkeiten der Agitation seines Bezirks und zeigt, daß tiotz- dem Vorteile erzielt worden sind. Gegen die christlichen Gewuk- schaften empfiehlt Redner den Kampf in schärfster Form. Eilen breiten Raum seiner Atzsführungen widmet Redner den Praktit-n des Unternehmertums und plädiert für Erstrebung von Tar�. abschlüssen. Die Erstrebung di.eses Zieles bilde einen wesentlichen Vorteil bei der Agitation. Dirschel- Fürth ergänzt die Ausführungen BritzeS unl schildert die Schwierigkeiten der Thüringer Agitation. Auch dieser Redner fordert intensivere Agitation und warnt davor, die christ- liche Bewegung zu unterschätzen. Er verlangt periodenweise Her- ausgäbe von Flugblättern und Broschüren. Den Abschlüssen von Tarifverträgen steht Redner skeptisch gegenüber. Wilhelm- Heinholz schildert die Agitation in Thüringe« und macht Vorschläge zur besseren Förderung der Agitation. U m b r e i t von der Gcneralkommisswn führt aus, daß sich die Agitation der EntWickelung des Verbandes anzupassen habe. Der Glasarbeiterverband habe viel Mitglieder gewonnen, jetzt gelte es, diese zu erhalten. Dazu bedürfe es guter Leitungen und Füh- rungen und hier liege die Notwendigkeit von Anstellung weiterer Beamten vor. In meisterhafter Weise schildert Redner die Bedeu- tung und Tätigkeit der verschiedenen christlichen Organisationen. In Anbetracht der arbeiterschädigenden Tätigkeit dieser Verbände sei es notwendig, alles zu sammeln, damit jene Organisationen mit ihren eigenen Waffen bekämpft werden können. Der Redner schließt seine interessanten Ausführungen mit dem Wunsche, daß die Generalversammlung aus der EntWickelung des Verbandes die richtige Konsequenz ziehe und weitere Beamte anstelle. Sauerbrey- Großbreitenbach fordert intensivere Agitation für Thüringen. Dieses Land mit seiner genügsamen billig arbei- tendcn Bevölkerung bedürfe in agitatorischer Hinsicht mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit. Das Land, in dem die Arbeiter so schlecht gestellt seien, bilde eine ständige Gefahr für die Arbeiter ber Großstädte und der größeren Industriezentren. Schon vom rein geschäftlichen Standpunkt auS betrachtet sei eine intensivere Agitation notwendig. W u ß m a n n- Görlitz tritt für Anstellung eines Gauleiters in Westdeutschland ein. S t ö h r- Westerhusen polemisiert, mit statistischem Material bewaffnet, gegen die even- tuelle Anstellung weiterer Beamten. Insbesondere kritisiert er die Gauleiterberichte, weil ihnen jedes statistische Material fehlt. Krebs- Ilmenau plädiert für Anstellung eines Gauleiter? ür Thüringen. Darauf tritt Schluß der Verhandlung ein. 9. Derbandstag des Zentralverbaudes der deutsche« Maurer. Köln. 1. April ISO?. (Vorversammlung.) Bei Anwesenheit von fast 300 Delegierten wurde abends 8 Uhr der 9. Verbandstag von Ä u t h- Köln mit einer BegrüßunaS- anspräche eröffnet. Redner weist darauf hin, daß es das erste Mal sei, daß Köln den Verbandstag beherbergt. Noch bis vor wenigen Jahren sei es nicht möglich gewesen, auf die hiesigen Ver- Hältnisse im Baugewerbe einzuwirken. Auch heute arbeiten im „deutschen Rom" noch viele Gewalten gegen die wirtschaftliche Besserung der Arbeiterklasse, aber cS habe doch ein gewaltiger Um- schwang Platz gegriffen. 17 000 Arbeiter seien heute in Köln ge- werkschaftlich organisiert, das habe insofern diejenige Partei, welche bis vor wenigen Jahren hier tonangebend gewesen sei, auch im wirtschaftlichen Leben, aus der Reserve herausgetrieben, als man nun dazu übergegangen sei, sog. christlich-nationale-zentrümliche Sonderorganisationcn zu gründen. Das habe indes nicht ver- hindern können, daß speziell die Arbeiter im Maurcrbcrufe sehr erheblichen Einfluß gewonnen hätten. Köln habe heute im ganzen Westen Deutschlands dank der Organisation die besten Verhält- nisse im Maurerberufe. Redner weist dann noch auf die„Gewitter- wölken" am wirtschaftlichen Horizont hin und wünscht, daß die Arbeiten des Verbandstages sich so gestalten mögen, daß die Matz- nahmen der musterhaft organisierten Arbcitgeberorganisation an dem Felsen des Deutschen Maurerverbandcs zerschellen mögen. Mit einem Hoch auf die klassenbewußte Arbeiterbewegung und die der Maurer im besonderen schließt Muth seine mit lebhaftem Bei- fall aufgenommene Begrüßungsansprache. Der Vorsitzende Bömelburg erklärt sodann den 9. Ver- bandstag für eröffnet. Der Vcrbandsvorsitzende wirft zunächst einen historischen Rückblick auf das alte Köln als Stätte deutscher Kultur. Er erinnert an die vielen gotischen und römischen Bau- denkmäler als Wahrzeichen alter Kunst und stellt dann dem gegen. über die EntWickelung des modernen Kapitalismus, der gerade hier im Westen eine so riesenhafte Ausdehnung angenommen hat, womit gleichzeitig auch ein Umschwung in dem Gesamtarbeitsverhältnis eingetreten sei. In der aus dem modernen kapitalistischen Arbeits- system herausgeborenen Arbeiterbewegung spiele der Deutsche Maurcr-Berband eine bedeutende Rolle. Wie daS rheinische Volk auf Grund seiner demokratischen Denkweise von jeher eine bedcut- same Rolle in der Freiheitsbewegung der Arbeiter gespielt, so scheine jetzt auch die Maurerbewegung im besonderen sich im Westen Deutschlands mächtig emporzuringen. Das Rheinland, das einem Marx, Engels. Freiligrath und Bebel sein eigen nennen und in dem schon L a s s a I l e Triumphe gefeiert, gehöre an die Spitze der Arbeiterbewegung überhaupt. Die freiheit- liche EntWickelung sei allerdings gewaltsam gehindert/ einmal durch die Politik Bismarcks, sodann durch die Maßnahmen der Jndustrieherren, die die fehlenden Arbeitskräfte in immer größeren Haufen auS den anspruchslosesten und kulturell am tiefsten stehenden Gegenden Deutschlands nach dem Jndustrierevier ge- zogen. Allmählich sei aber jetzt der Boden so weit, daß die Frucht reife. Aller Voraussicht nach sei der Zeitpunkt nicht mehr fern, wo der industrielle Westen den wichtigsten Stützpunkt der Arbeiter- bewegung überhaupt bilden werde. Der Verbandstag habe die Waffen zu prüfen, um den kommenden Stürmen gewappnet gegen- überzustehen, er möge sich daher nur von großen Gesichtspunkten leiten lassen, denn der Verband sei der Hort der deutschen Maurer überhaupt. Mit dem Wunsche des Gelingens der schweren Auf» gaben schließt Bömelburg seine mit lebhaftem Beifall aufge- nommeneti Ausführungen. ».» Köln. 2. April 1907. (Er st er Verhandlungstag.) Nach Eröffnung der Sitzung begrüßt Bömelburg die De« legierten aus Oesterreich und Holland, wobei er darauf verweist, daß die Organisation dieser Länder noch jungen Datums, aber doch in erheblichem Maße Fortschritte macht. Auch die Or» ganisationen der B a u a r b e i te r und Stukkateure habe» Delegierte entandt, während von Schweden. Norwegen und Ungarn Snnpathiekundgebungen vorliegen. Nach einigen for- malen Bekuwungen erstattet sodann Bömelburg den.■> Vorstandsbericht. _ Redner oerweist auf den gedruckt vorliegenden Rechenschafts» bericht und oemerkt dazu in seinen Ausführungen: Die Agitation in den lctztn Jahren habe sehr lebhaft sein müssen, da dm Zahl der Kollegel mächtig gewachsen sei. 1895 habe die Gcwerbezählung 137 900 Murer aufgeführt. Am Schlüsse des 3. Quartals 1900 seien 193<00 im Verbände der Maurer, 22 000 christlich und ca. 4000 lokadrganisiert gewesen. Auf Grund der berufsgenossen- schaftlichei Angaben sei heute mit etwa 320 000 organisationS- fähigen Maurern zu rechnen, so dah noch ein groheS Arbeitsfeld bleibe, bin im Vorjahre in einer Auflage von 123 000 Exemplaren herausglgebcncs Flugblatt habe gute Früchte gezeitigt, so daß man alljährlch diese Art der Agitation zu wiederholen gedenke. Bömel- bürg kvtisiert bei dieser Gelegenheit den Buchhandel in der Ar- beiterlieratur, der sich zu teuer gestalte. Die vom Verbands- vorstawe herausgegebenen Schriften zeigen, datz man der Arbeiter- schaft die Sachen billiger liefern könne wie allgemein üblich, und das sä nötig, um das Bildungsniveau zu heben. Die vom Ver- bandKorstande eingeführten Unterrichtskursc hält Redner für un° bedirgt nötig im Interesse der Vertretung der Interessen der Kol- leger; cS bestehe die Absicht, die Einrichtung zu einer dauernden zu nachen. Wenn in Leipzig in Bezug auf die Einrichtung dieser Kuise von einer Verwirtschaftung der Gelder geredet sei, so wünscht der Verbandsvorstand hierüber die klare Meinung des Verbands- tafCs zu hören. Zur Frage der„Verschmelzung" mit verwandten B>rufen weist der Berichterstatter auf die Stukkateure und Da ch d e ck e r hin, mit denen dieserhalb in Unterhandlung getreten s-i. Mit den Stukkateuren ist die Sache so weit gediehen, daß die Lerschmclzungsbedingungen dem Verbandstag vorliegen. Mit den Zimmerern und Bauhülfsarbeitern hält der Redner die Verschmelzung nicht für angebracht wegen der Eigenarten dieser Berufe. Ein Zusammenschluß dürfe nicht künstlich forciert werden, vielmehr müßten die Organisationen, die sich als Sektionen dem Hauptverbande anschlössen, in ihrer übergroßen Majorität auch von der Nützlichkeit überzeugt sein, sonst bringe der An- schluß Schaden anstatt Vorteile. Redner behandelt dann mehrfach erhobene Vorwürfe, daß der Vorstand bei Streiks usw. seine Zu- stimmung vorwiegend den großen Orten erteile, während die kleinen die Mittel aufbringen müßten. In Wirklichkeit liege die Sache wie folgt: Die Orte unter 10 000 Einwohner hätten einen Ueberschuß von 382 000 M.— 3,76 M. pro Kopf gebracht, die Groß- städte dagegen 921000 M. oder 4,19 M. pro Kopf, die Orte von 10 000 bis 20 000 Einwohner einen Ueberschuß von 67 000 M.— 1,76 M. pro Mitglied, während die Mittelstädte von 20 000 bis 60 000 Einwohnern, die am meisten den Vorwurf der Bevorzugung der Großstädte erhoben, mit Defizit abgeschlossen hätten. Die Sta- tistik bezieht sich auf die letzten 3 Jahre. Bezüglich der Verwaltung führt Redner an, daß es ihm im Lauft der Zeit unmöglich ge- worden sei. die Auhentätigkeit in der früheren Weise fortzuführen, es ist deshalb Kollege S i l b e r s ch m i d t mit Genehmigung de« Ausschusses dazu berufen. Der Referent spricht am Schlüsse seines Berichtes den Wunsch aus, daß die Diskussion sich nicht in Kleinigkeiten verlieren, sondern von höheren Gesichtspunkten leiten lassen möge. Der Kassierer Köster weist auf die Abrechnung in den Nrn. 60 und 13 des„Grundsteins" hin und ersucht im übrigen um bessere Jnnehaltung der formalen Vorschriften seitens der Zweig- vereinS-Verwaltungen.— Koch gibt den Bericht der Revisoren und beantragt, da Ausstellungen nicht zu machen sind, die Decharge für den Kassierer und die Gesamtverwaltung.— D a e h n e- Berlin als Berichterstatter des Ausschusses verweist gleichfalls auf den vorliegenden Bericht und gibt das Resultat einiger Beschwerden bekannt.— Für die Redaktion des„Grundsteins" berichtet W innig. Derselbe bringt einige Wünsche der Expedition vor, die auf den Versand bezug haben, und konstatiert, daß— ab- gesehen von einem Falle— im allgemeinen Beschwerden über die Schreibweise des„Grundsteins" nicht eingegangen seien. An An-. klagen hat der„Grundstein" seit dem letzten Verbandstage 7 ge- habt. Eine Sache hat 160 M. Strafe gekostet, eine 76 M., eine 50 M., ein Freispruch ist erfolgt und ein Vergleich. � Fälle schweben noch. Die Auflage des„Grundsteins" bewegte sich rm verflossenen Jahre zwischen 171 900 und 208 300 Exemplaren. Die Bilanz ergibt eine Einnahme von 208 516,84 Ml. und eine Ausgabe von 207 905.48 M. In der Diskussion bemängelt Z i l l e s- Oberhausen, daß der Vorstand die Unterrichtskurse ohne Mitwirkung der Zweig- vereine eingerichtet hat; auch sei es verkehrt, daß zunächst die Gau- Vorsitzenden an dem Kursus teilgenommen hätten, diese seien doch wohl ohnedem in der Lage, die Interessen der Mitglieder zu ver- treten. Redner wünscht, daß die Sache statutarisch geregelt wird. — Haas e- Berlin fordert, daß die Verwaltung sich mehr der Agitation unter den Spezialgruppcn, namentlich der Zementierer widmen möge. Von etwa 50 000 Betonarbcitern seien nur rund 10 000 organisiert. Die Verschmelzungsbedingungcn für Stukka- teure müßten auch für die übrigen Spezialgruppen gelten.— H a a s e- Hamburg kritisiert gleichfalls die Teilnahme gerade der Gauleiter an dem Untcrrichtskursus und wendet sich ferner gegen die Redaktion des„Grundsteins", der öfter, namentlich Ende 1906. in unschöner Weise gegen das führende Partei-Organ, den„Vorwärts", polemisiert habe. Solcher Ton gehöre sich nicht und fchädigc die Gesamtbcwegung.— K i r m c s- Hamburg wünscht mehr mündliche Agitation. Tie Nachnnttagssitzung wird lediglich von der D i S k u s s i o n über den Bericht der Verbandsinstanzen ausgefüllt. Das größte Interesse nimmt die Einrichtung der Untcrrichtskurse u»d die Ver- schmelzungsfrage in Anspruch, ebenso macht sich ein lebhaftes Jnter- esse geltend in bezug auf die Haltung des„Grundsteins" gegen- über dem„Vorwärts". Der größere Teil der Delegierten ver- urteilt es. daß der Vorstand die Verbandsbeamten zuerst als Teilnehmer der Kurse zugelassen hat, während eine Minorität der Redner die Vorstandsmaßnahmen verteidigt. Zu der Ver- schmelzungsfrage sind die Meinungen so ziemlich einmütig dahingehend, daß die Stärkung der Organisationen gegenüber den Unftrnehmer-Organisatidnen ein Gebot der Notwendigkeit ist. Neubauer- Charlottenburg warnt allerdings vor den Spezial- branchen, da diese es durchweg seien, welche die Arbeit im Akkord fördern, wogegen doch die Maurer die Akkordarbeit verwerfen. Wenn die kleinen Verbände Schutz unier den Flügeln des Maurer- Verbandes suchen wollen, so möge der Verband vorher nach der Stellung zur Akkordarbeit fragen.— Der Vorsitzende des Stukkateurverbandes, Odenthal, betont dagegen, daß von einem„Schutzsuchen unter. ben Verbandsflügeln" nicht die Rede sei. Die wirtschaftliche Konstellation dränge einfach dahin. Wer noch vor wenigen Jahren den Stukkateuren mit der Verschmelzung gekommen wäre, würde auf entschiedenen Widerspruch gestoßen fein. Die Berührungspunkte im Kampfe seien enger geworden und die Macht des gemeinsamen Feindes stärker. Die Organisation der Arbeitgeber des Bauderufes schweiße die Arbeiter zusammen und treibe ihnen den Branchenstolz au»; da sei der Zusammen- schluß im Interesse beider Organisationen gelegen und nur die logische Konfequenz der wirtschaftlichen EntWickelung. Es komme noch hinzu, daß alle Tarife im Baugewerbe an einem bestimmten Tage ablaufen. Redner ist auch der Ansicht, daß Bömelburg seine Meinung über die Dreiteilung der Organisationen der Bau- berufe sehr bald werde ändern müssen. Eine einzige Organisation der Arbeiter aller Bauberufe nach dem Muster des Metallarbeiter- bezw. Holzarbeiter-Verbandcs sei die natürliche Folge der EntWickelung. Allerdings müsse die große Majorität der anzuschließenden Organisationsmitglieder das Ver- ständnis für den Zusammenschluß besitzen, da sonst eiije Verschmelzung dcgeüerierend wirke. Das Verständnis zu wecken, sei Sache der Verbandsfunktionäre auf beiden Seiten.(Lebhafte Zu- stimmung.) Die Kritik an der Haltung des„Grundsteins" gegenüber dem „Vorwärts" bringt am stärksten K o ch'- Bxrlin zum Ausdruck. Er betont, daß vier Fünftel der größten Zahlstelle deS Verbandes, Berlin, die Haltung des„Grundsteins" entschieden verurteilen. Gerade der«Grundstein" sei der eigentliche Störenfried gewesen. Auch in der Polemik gegen die Genossin Luxemburg habe der „Grundstein" schlecht abgeschnitten sowohl durch seinen Ton wie dadurch, daß er drei Wochen später, nachdem bereits eine Richtig- stellung im„Vorwärts" erfolgt war, denselben Vorwurf gegen die Genossin Luxemburg wiederholt habe.— B a n t l e o n- Ulm, B au c rs f e ld- Leipzig und andere kritisieren ebenfalls scharf den„Grundstein", während D e e g e« Halle eS mit dem Grundsatz hält:„Haust Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden".— All- gemeine Heiterkeit löst der Delegierte I a c o b y- Mannheim aus, der bezüglich der' Unterrichtskurse den Standpunkt einnimmt, daß „allzu g'fcheidt schaden könne". Redner meint auch, daß, wenn man die Bauhülfsarbeiter nicht im Verbände wolle, man dann auch die Stukkateure dort lassen solle, wo sie sind. Der Mannheimer Delegierte macht unter allgemeiner Heiterkeit ferner den Vor- schlag, die Verbandstage im Juni abzuhalten, weil dann die Lohnbewegungen größtenteils vorbei seien.— Schwarz-Berlin kritisiert ein Vcrbandsflugblatt, das die Existenzbedingungen in Berlin zu günstig schildern soll.— Schlag- Elberfeld wünscht, daß in den einzelnen Zwcigvereincn mehr für die wissenschaftliche Ausbildung der Mitglieder geschieht. Die Idee des Sozialismus müsse den Kollegen mehr in die Köpfe gepflanzt werden, auch mit der Alkoholfrage müsse sich innerhalb des Verbandes befaßt werden. Redner befürwortet gleichfalls den Zusammenschluß aller Branchen der Baubcrufc, da dies der Zeitgeist erfordere. Vor Schluß der Sitzung erstattet B e r t h o l d- Leipzig im Namen der Mandats Prüfungskommission Bericht. Anwesend sind 257 Delegierte, 22 Gauleiter, 1 Mitglied des Ausschusses, 4 Vorstandsmitglieder und 1 Mitglied der Redaktion, 2 Gäste aus Oesterreich, einer aus Holland sowie zwei Vertreter des Verbandes der Bauhülfsarbeiter und der Vorsitzende des Stukkatcurverbandes. Für 4 erkrankte Delegierte sollen telegraphisch die Ersatzmänner bestellt werden. Die Wahl des E m d e n e r Delegierten wird an- gefochten, doch wird der Protest verworfen. Nach Erledigung noch weiterer formaler Angelegenheiten erfolgt Schluß der Sitzung. Soziales* Haftung der Berufsgenossenschaft für Bummelei. Den Berufsgenossenschaften, diesem Staat im Staate, der als Organisation der Unternehmerllasse mehr als behördliche Rechte für sich in Anspruch nimmt, ist durch eine kürzlich vor dem Reichs- gericht entschiedene Schadensersatzklage des Reichspostfiskus gegen die Norddeutsche Textilberufsgenossenschaft zu Berlin klargemacht, daß wenigstens im Verkehr mit dem Fiskus auch für sie die Regel von Treu und Glauben Geltung hat. Durch Berliner Postanstalten wurden in der Zeit vom Augn 1902 bis zum Februar 1903 in fünf Fällen insgesamt 4361,40 M. auf Anweisungen ausgezahtt, die fälschlich in Betrugsabsicht von einem Ange st eilten der Norddeutschen Textil« berufSgenossens chaft auf Grund von§ 97 deS Gewerbe- unfallversicherungs-GefetzeS ausgestellt worden waren. Der Schreiber B., der Fälscher der Anweisungen, der jedesmal das Geld selbst bei den einzelnen Postanstalten abholte, hatte zu seiner Fälschking An- Weisungsformulare der Textilberufsgenossenschaft benutzt, au denen er die Namen des Vorsitzenden, des Vorstandes und deS Verwaltungsdirektors täuschend ähnlich nachgemacht hatte. Um einer Entdeckung der Fälschungen bei Erhebung des Geldes vorzubeugen, hatte B. die Anweisungs- und QuittungS- formulare mit dem Gummistempel der Beklagten„Beglaubigung erlassen. Norddeutsche Textilberufsgenossenschaft" versehen. Der ReichSpostfiSkus fordert nun von der Nord- deutschen Textilberufsgenossenschaft Ersatz des fälschlich ausgezahlten Betrages mit der Begründung, daß die Betrügereien des B. nur durch den Mangel aller Vorfichts- maßregeln seitens der Beklagten selbst und ihrer Angestellten bei der Aufbewahrung der Formulare, Stempel und Siegel, sowie des Anweisungsjournals und der Abrechnungen mit den Belegen möglich geworden seien und daß daher die Beklagte nach Maßgabe der 88 31, 89, 276, 278 event. 823 B. G. B. zum Ersatz des verursachten Schadens verpflichtet sei. Das Landgericht und Kammergericht Berlin erkannten jedoch auf Abweisung der Klage. Auf die vom Kläger gegen da» BerufungSurteil eingelegte Revision wurde das kammergerichtliche Urteil vom Reichsgericht aufgehoben und die Sache zur Prüfung darüber, ob die sorg« fältige Aufbewahrung der Stenipel und Formulare seitens der Be- klagten diese Betrügereien hätte verhindern können, an das Kaminer- gericht zurückverwiesen. Das Berufungsgericht stellt unter anderem fest, daß fich einer mißbräuchlichen Verwendung von Formularen und Stempeln bei Be- Hörden, Genossenschaften usw. niemals gänzlich werde vorbeugen lassen. Das Reichsgericht führt zu der Sache aus, daß es keinem be- gründeten Zweifel unterliegen könne, daß eine AufbewahrungSpflicht der Beklagten dem Kläger gegenüber an sich besteht: der Kläger, den das Gesetz verpflichte, gemäß den von der Beklagten aus- gestellten Anweisungen Zahlung zu leisten, könne verlangen, daß die Beklagte Einrichtungen treffe, die die möglichste Gewähr dafür böten, daß die ihm in der üblichen Weise zugehenden Antveisungen auch wirkliib von ihr ausgestellt sind. Dazu gehöre auch die sichere Aufbewahrung der Formulare, der Stempel, Siegel usw. Denn gerade die mißbräuch- liche Benutzung der Formulare, besonders aber auch des den Erlaß der Beglaubigung der Quittung ausdrückenden Stempels seitens des mit der Benutzung dieser Gegenstände nicht unmittelbar betrauten Angestellten der Beklagten habe, wie auch die von B. be- gangenen Fälschungen beweisen, zu einer Schädigung des Klägers führen können, der die Beklagte tunlichst vorzubeugen verpflichtet gewesen sei. Allerdings lasse sich eine solche Ausbewahrungspflicht nicht abstrakt annehmen; e« fei zu prüfen, inwieweit eine jeden Mißbrauch ausschließende oder doch erschwerende Aufbewahrung sich mit einem geordneten Geschäftsgänge vereinigen lasse. Erst nach dieser Prüfung könne die Aufbewahrungspflicht beurteilt werden. Eine Wärmstube hat das Dresdener Gewerkschaftskartell schon seit mehreren Jahren im Winter unterhalten. Die Einrichtung ist sehr einfach. Es wird dazu am Tage der kleine Versammlungssaal des VolkshauseS geöffnet und geheizt. Zeitungen, die teils gratis zur Verfügung gestellt werden und zurückgesetzte oder doppelt vorhandene Bücher der GewerkfchastSbibliotheken tragen etwas zur Unterhaltung der Arbeitslosen bei. Das Gewerkschaftshaus liefert Speisen und Getränke, teils zum, teils unter dem Selbstkostenpreise. Zeittveilig Iverden Kartoffeln und Brote an die Arbeitslosen verteilt, die wohl- habende Genossen oder die Konsumvereine zur Verfügung gestellt haben. Auch für eine Weihnachtsbescherung ist auf dieselbe Weise gesorgt worden. Im verflossenen kalten und schneereichen Winter ist die Wärm- stube doppelt von den arbeitslosen Gewcrkschaftsgenossen als Wohltat empfunden worden. Sie war diesmal 13 Wochen geöffnet. Die Gesamtzahl der Besucher betrügt 21 033. Den stärksten Besuch wies die Woche vom 11. bis zum 17. Februar mit 2560 Besuchern auf. Die Kosten wurden durch Beiträge mehrerer Arbeitervereinigungeu und besser situierter Parteigenossen aufgebracht. An Barmitteln verbrauchte die Wärmstube des Dresdener Gewerkschaftskartells im Winter 1906/7 1611 M. Da die Einnahme 1913 M. betrug, be- ziffert sich der Kassenbestand auf 301,24 M. /■Jus Induftnc und fjandel. Die Konjunktur wieder hergestellt. Das alte Spiel an der Börse hat sich wiederholt. Plötzlich eine Panik, ein gewaltiger Kurssturz. Kaum ist der erste Schrecken über- wmrden, da löst der tiefere Kursstand den Gedanken an Gewinn auS: die Kurse müssen doch wieder steigen! Und die Banken inter- vcnieren. So fügt eines sich zu anderen und die Kurse gehen wieder hinauf. Die Osterwoche sah in ihren letzten Tagen an der Börse neue aufsprießende Hoffnungen und kühne Träume. Aber damit ist die Geldanspannung nicht aus der Welt geschafft. Der am Dienstag- abend veröffentlichte Ausweis der Reichsbank ist sicher nicht danach angetan, alle Vorsicht und Bedenken über Bord zu werfen. Die letzte Märzwoche brachte eine Schwächung um rund 545>/z Millionen Mark und das bei einem Diskont von 6 Prozent! Ja, wenn die Lage sich nach den Wünschen einiger Bankdirektoren richtete, dann hinge der Himmel voller Geigen. Man höre nur die süßen Töne, die die Direktion der Dresdner Bank in der am Montag stattgesiindenen Generalversammlung vernehmen ließ: Daß die pessimistische Auffassung der wirtschaftlichen Zukunft, welche in den vergangenen Wochen eine panikartige Erregung unserer und der internationalen Börsen verursacht hat, stark übertrieben war, ist inzwischen allgemein anerkannt worden, und wir können uns den beruhigenden Erklärungen, welche in sämtlichen Generalversammlungen hierüber abgegeben worden sind, nur anschließen. Auch nach unseren Be- obachtungen liegen, insbesondere für Deutschland, keine Anzeichen vor, daß der Hochkonjunktur, iu welcher die industriellen Werke über das Maß der normalen Leistungsfähigkeit ihrer An- lagen und der verfügbaren Arbeitskräfte und teiliveise unter unerwünscht starker Anspannung deö Geldbedürfnisses beschäftigt waren und noch sind, nunmehr eine Epoche mangelnder Beschäfti- gung und unzureichender Rentabilität folgen werde. Für zahl- reiche Industriezweige, die gerade während der Hochkonjunktur die hohen Preise der Rohmaterialien, die hohen Löhne und die Schwierigkeit derArbeiterverhältnisse alö nachteilig empfunden haben, wird ein mäßiges Nachlassen der Hochkonjunktur sogar eine gewisse Erleichterung breten. Daß die Geldversorgung für die besonders großen Ansprüche dieses Quartalstermins sich bisher ohne die befürchteten Zwischenfälle vollzogen hat, eine wirkliche Geldkrisis also nicht eingetreten ist, kann jedenfalls als ein Beweis für die gesunde Verfassung unserer Wirtschaftslage angesehen werden. Was fpeziell unsere Bank angeht, so können wir nur sägen, daß sich das reguläre Bankgeschäft, in welchem der Schwer- Punkt unserer Tätigkeit liegt, auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres befriedigend weiter entwickelt hat, und wir glauben daher von dem neuen Jahre wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis erhoffen zu dürfen, selbst wenn mit einer fortdauernden Zurückhaltung im Emissions- und Effekten- geschäft, wie sie bis zur Wiederkehr eines normalen Niveaus der Geldsätze für geboten zu erachten ist, gerechnet werden muß. Das klingt ja für die Aktionäre ganz angenehm, aber die tat- sächlichen Verhältnisse richten sich leider nicht danach. Wir fürchten, das wieder hergestellte Konjunkturgebäude wird doch bald wieder zusammenbrechen. Der Börsenoptimismus hat übrigens schon wieder einen Knax bekommen. Am Mittwoch lagen wieder starke Verkaufsangebote vor. Besonders wurde übel vermerkt, daß„eine Bank", die in den letzten Tagen sich stark an den Jnterventionskäufen beteiligte, nun als Ver- käufer auftrat. Montanpapiere mußten einige Prozent nachgeben. Die Banken diktieren! Wie seinerzeit den Phönix, so drängen die interessierenden Banken nun auch die Westfälischen Stahlwerke in den Stahlverband hinein. Wie berichtet wird, ist in der am Mitt- woch bei der Natioualbank für Deutschland stattgehabten Sitzung der Kommissionen des Stnhlwerksverbandes und der Westfälischen Stahl- werke eine Einigung vorbehaltlich der Genehmigung der Vollver- sammlung des Stahlwerksverbandes und des AussichtsrateS der Westfälischen Stahlwerke erzielt worden. Die Bankdirettoren sind heute auch die Generale der Industrie. Kohlenhändler.- Der Zentralverbaud der Kohlenhändler Deutsch- lands wendet sich in einem Rundschreiben an die Judustrieverbände, in dem er darauf hinweist, daß von großen Betrieben an die An- gestellten und Arbeiter wichtige Bedarfsartikel, vorzugsweise aber Brennmaterialien zum Selbstkostenpreise abgegeben würden. Der Verband sieht darin eine Schädigung des Zwischenhandels und will darauf hinwirken, daß diese Abgabe ganz unterbleiben oder mindestens unter so scharfe Kontrolle gestellt iverden soll, daß eine Weitergabe an dritte Personen ausgeschlossen ist. Das Verlangen der Kohlenhändler ist durchaus unberechtigt; es steht auch in Widerspruch mit dem wirtschaftlichen Grundsatz, mit möglichst wenigen Kosten und wenig Arbeitskraft Bedürfnisse zu be- ftiedigen. Der Kohlenhandel, wie überhaupt jede Art Handel hat Existenzberechtigung und ist ein Kulturfaktor, soweit er unbedingt notwendige Arbeiten und Funktionen verrichtet; wo und in dem Umfange er auf. Kosten der Konsumenten künstliche Mästung ver- langt, beweist er höchstens seine Ueberflüssigkeit und Schädlichkeit. Kupfcrproduktion. Die Welterzeugung an Kupfer stellt sich nach der von der Londoner Firma Henry R, Merton u. Co. soeben ver- öffentlichten Tabelle im Jahre 1906 auf insgesamt 711 675 englische Tonnen gegen 682 125 Tonnen im Jahre 1905 und 373 363 Tonnen im Jahre 1896. In den letzten 10 Jahren hat sich die Produktion von Jahr zu Jahr um durchschnittlich 34 000 Tonnen erhöht, von 1899 auf 1900 allerdings nur um 5000 Tonnen. In derselben Zeit wuchs der Durchschnittpreis für G. M. Bs. von 47 Lstrl. 4 Schill. 8 Pence auf 86 Lstrl. 5 Schill. 2 Pence, und zwar bis zum Jahre 1900 in gerader Linie auf 73 Lstrl. 10 Schill. 7 Pence, dann nach einem Niedergang bis auf 62 Lstrl. 13 Schill. 6 Pence im Jahre 1902 wieder stetig bis auf den genannten Stand vom Jahre 1906. An der Produktion waren im Jahre 1906 die Hauptproduktionsländcr in folgender Weise beteiligt:.Vereinigte Staaten 408 475 Tonnen, Mexiko 60 626 Tonnen, Spanien und Portugal 49 320 Tonneu, apan 42 740 Tonnen, Australien 36 250 Tonnen, Chile 26 746 Tonnen, anada 26 460 Tonnen und Deutschland 20 340 Tonnen. „Hibcrnia". Die am Mittwoch stattgefnndene Gencralversamm- lung der„Hibernia", in der 53 Aktionäre mit 68 633 000 M. Kapital vertreten waren, setzte die sofort zahlbare Dividende auf 14 Prozent 'est. Beschlossen wurde, der Witwe des verstorbenen Direktors Behrens eine Ehrengabe von 200 000 Mark zu überweisen. Die Freigebigkeit macht sich ja ganz hübsch. Soviel verdient kein Bergarbeiter in einen: ganzen Leben und wenn er 100 Jahre arbeitet. Ja, für ölche Ehrengaben hat man Geld, aber gegen besseren Arbeitcrfchutz iräubt man sich und die Belastung durch die Sozialpolitik wird als eine Gefahr für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie ver- schrien. Die Vertreter des Fiskus hätten übrigens die Pflicht gehabt, gegen die Ehrengabe zu protestieren, was aber nicht geschehen ist. Cingesangene Druchlcknften. Hand- und Hiilfsbuch für den praktischen Metallarbeiter. Lebr- buch zum Selbslunimicht. Nebst den zugehörigen HülsSwissenschaftcu. Mit 30 Taseln und 784 Abbildungen. Von H. Schuberth. Erscheint m 30 Hesten zu 60 Ps. A. Hartlcbens Verlag in Wien und Leipzig. Teutschland und England. Eine Mahnung in zlvölster Stunde an da» deutsche Volk. Von ewem Capitaine. Druck und Verlag der Zentral- druckerei in Linz. Preis 1 Mark. Plutnö. Heft 13. Herausgeber: Georg Bernhard. Vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., direkt vom Verlag 4M. Verlag: Berlin- Charlottenburg, Gocthcslrahe 60. Weltfrieden oder Weltkrieg l Von Gras E. Ncvcntlow. 1 M. Verlag: Karl Curtius, Berlin W. 35. Zweiter Jahresbericht des Arbeiterselretariats Fürth nebst Bericht' deS Gewerkschastskartells für das Jahr 1006. 40 Seiten. Selbstverlag. Singer Nähmaschinen. 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Federkasten Federkasten doppelt Federkasten schwarz lackiert Holzfederkästchen Ordnungsmappen Zensurenmappen Schultafeln Klapptafeln 65 75, 80, 85 cm 90, 95, 100 cm 3.75 4.45 70 Länge ca. 50 55 60 65 70 75 80 cm 1.05 1.20 1.35 1.50 1.65 1.80 1.95 Kinder- Reform- Hängeschürzen schwarz Panama mit Volant und farbigem Besatz Länge ca. 60 75 80 cm 1.30 1.45 1.60 1.75 1.90 Kinder- Reform- Hängeschürzen schwarz Panama mit Volant und reicher Garnierung Länge ca. 60 65 70 75 80 cm 1.75 1.90 2.05 2.20 2.35 Kinder- Reform- Hängeschürzen schwarz Panama mit Volant, elegante Ausführung Länge ca. 60 65 1.85 2.00 2.15 2.30 2.45 70 75 80 cm 3 Dutzend 7, 12 Dutzend 20 Pf. Holzschreibzeuge mit 2 Tintengläsern do. 1 Glas 75 Pf. 40 Pf. Bleistifte Joh. Faber, Rafael" Stück 4 Pf., Dutzend 45 Pf. Bleistifte Joh. Faber. Dessin Stück 6 Pf., Dutzend 68 Pf. Stück 13 Pf. Bleistifte A. W. Faber Polygrades Bleistifte H. C. Kurz, Rubens' Stück 4 Pf., Dutzend 40 Pf. Schulfedern Schulfedern Perry 17 Schulfedern Perry 28 3 Dutzend 15 PP. Dutzend 8 Pf. Dutzend 10 Pf. Schulfedern Alfred 2160 Schulfedern Bremer Börsen Gem. Federn Frühstückstaschen Ledertuch Frühstückstaschen Korbgeflecht Frühstückstaschen Leder, braun oder schwarz Dutzend 15 Pf. Dutzend 15 Pf. Karton ca, 100 Stück 25 Pr. 48 Pf. 48, 75, 95 Pf. 95 Pf. Schulmappen für Knaben| Schulmappen für Mädchen Knopf- oder Schnür- Stiefel Glanz- Ledertuch mit Ledertuchklappen Ledertuch m. imit. Seehundklappe Leder mit Lederklappe 95 Pf. 1.35, 1.75 $ 3.75 5.85, 6.85 Schwarz Ledertuch mit Lederhenkel 95 Pf., 1.25, 1.90 Schwarz Leder Arm- und Rückenmappe Rindleder Arm- und Rückenmappe 27/30 31/35 36140 3.75 5.85, 6.85 Rossleder Rind- Box Box- Calf 3.50 3.90 5.90 4.50 6.50 5.50 7.50 7.50 9.50 Rindleder Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärta Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 78. 24. Jahrgang. 2. Keilut des.Amiirls" Iniinn lolblilstt. Dolllltlstag, 4. April 1907. Berliner JVad�ricbten» Die Masse muß es bringen! Nich bloß im Ramschbasar. Auch in der Politik und vorzügliq bei den Anlässen, wo das„Volk" seine allerloyalste und eixentliche Hauptaufgabe zu erfüllen hat. wo es bei höfisch-chnastischen Schauspielen Statist und sonst nichts zu sein hct. Wenn unsere Fürsten Zeit und Lust dazu hätten, sie kömtcn hübsche Beiträge liefern zur Psychologie der Masse... in ersterbender Ehrfurcht oder auch in auf- gepcitchtcr Hurrastimmung. Wilhelm II. versteht sich sicherlich wie kein Zweiter auf diese Materie. Er hat zweifellos sehr viel Sinn für das Jnszmieren des Massengepränges. Es nimmt uns deshalb auch kein Wunder, wenn es den Tatsachen entsprechen sollte. was eine Berliner Wochenschrift zu erzählen weiß. Es handelt sich um das„große Ereignis in der Nacht der Stchwahlen". da unter dem Schutze der Polizei eine von der Zmahme der Sozialdemokratie um'/« Million Stimmen trrnkene patriotische Menge vor dem Schlosse demonstrierte und bit Kaiser den in seinen Kreisen leider so wenig bekannten großen Iramatikcr Kleist zitierte. Die Huldigung war etwas tumul tuarisch, und da die Sache nicht genügend vorbereitet war, klappte nicht alles. So konnte der Kaiser nicht auf den historischen Balkon treten, von dem Friedrich Wil- Helm IV. an dein denkwürdigen Märztage 1848 entblößten Hauptes die gefallenen Helden der Märzrevolution hatte grüßen müssen. Die Türen waren eingefroren und kein Hurragcschrci taute sie auf. Oder wollten sie die Erinnerung an jenen anderen Borgang nicht wachwerden lassen? Die historische Stichwahlnacht begeisterte einen Berliner Buchdruckcreibesitzcr(wohl Herr Kommerzienrat Büxen stein) zu einem ebenso patriotisch preiswürdigen wie geschäftlich preiswerten Unternehmen: sie durch künst lerische Darstellung(in Vierfarbendruck) der Mit- und Nachwelt zum Kauf und Andenken zu überliefern. Ein„berühmter Professor und Sezessionsmaler"(?) wurde gewonnen, lieferte die Entwürfe. Und dann kam das Entscheidende. die kaiserliche Kritik. Verleger und Maler bekamen die nachgesuchte Audienz, und der Kaiser bewies nun, daß er sich auf die Massenwirkung versteht. Das Volk— man kann es nicht vermeiden. Im Zeitalter des allgemeinen Stimmrechts ist es der Hauptakteur wenn auch nur als Statist. Die Komparserie erzeugt auch erst die rechte Stimmung, indem sie durch Wiederholung der gegebenen Stichworte Massenwirkung erzeugt. Was von der Bühne gilt. ist auch für Staatsaktionen vor königlichen Schlössern wahr. Und so wollte der Kaiser Massen, viel Volt, noch mehr Volk auf dem Bilde. Hören wir, wie der„Roland von Berlin" den Vorgang schildert: „Als der Kaiser die Skizzen zu sehen bekam, malte sich eine gewisse Enttäusckiung in seinen Gesichtszügen. Der Augenpunkt der Darstellung war mitten im Lolksgewühl, und so konnte man auf dem Blatt eben nur die vordersten Schwärme der nächtlichen Patrioten schauen, wie sie durch den blau- flimmernden Schnee stapften und gegen die flackernd erleuchtete Schloßfassade drängten.... Um so deutlicher aber war der Kaiser samt der Kaiserin im hcllcrleuchteten Fenster zu sehen. Hier aber wollte der Kaiser auf sein« Person kein so groycs Ge- wicht legen.„Ein grauer Fleck und«in Helm darauf, das würde genügen, denn daß ich das oben im Fenster bin, ist doch klar" und dann fuhr der Kaiser fort:„Meine Herren, ich habe mir die Sache ganz anders gedacht. Mehr Volk, viel mehr Volk muß auf das Bild, Volksinassen. so weit das Auge reicht, und alles Volk in der stärksten Bewegung. Der Anblick war so gewaltig, daß ich die Kaiserin au» dem Leite holen mußte. TaS mußte sie sehen und so trat sie in einem übergeworfenen Pelz und Shawl an dag Fenster. Ja. von oben herunter sollte da» Bild eigentlich gemalt werden, wie ich da» wogende Meer von Gesichtern vor Augen hatte und dazwischen die zuckenden Hände und Hüte. Sogar die Roßbändigcr am Portal wimmelten von Menschen und es sah merkwürdig auS. wie sich die Figuren klein ausnahmen auf den Bronzemasscn. Wie gesagt, mehr Volk, viel mehr Volk!" Der Kaiser hat zweifellos mehr Blick und Verständnis für patriotische Inszenierung und höfische Masscnregic wie der Maler bewiesen. Nur schade, daß auf solchen Bildern nur ein kleines Stück der Wirklichkeit wiedergegeben werden kann. Wenn der Maler„Volksmassen. soweit das Auge reicht", auf dem Bilde aufmarschieren lassen will, so müßte er sie mit roten Fahnen und großen Tafeln darstellen, auf denen zu lesen steht: Hoch die Sozialdemokratie! Damit würde er der histo- rischen Wahrheit gerecht. Nur würde dieser wogende Vordergrund nicht gut zu „dem grauen Fleck und einem Helm daraus" passen. Wenigstens nicht für die Zwecke, die der vierfarbcndruckende Verleger im Auge hat._ Unilenkuug bei der Gtraßendahn. Die Straßenbahn ist genötigt, wieder«ine Reihe von Linien wegen de» Baue» der Untergrundbahn abzulenlen. Am Spittelmarkt wird ein Dücker für den Rotantlaß der städtischen Kanalisation hergestellt. Zur Au«sührung her Arbeiten soll die nächtliche BetriebSpanse dort in den Nächten zwischen dem 4 und 18. April aus die Stunden von 12 bis S>/, Uhr nacht» ver» längert werden. ES werden deshalb solaende Umlenkungen not« wendig: Die Wagen der Linien 47 von 11.23 ab Nordend und 11.27 ab Rixdorf Juliusstraße. 48 von 11.38 ab Ringbahnhof Schönhauser Allee und von 11.35 ab Rixdorf JnlinSstraße. 58 von 11.53 ab Moritzplatz»nd von 11.41 ab Viehhof. 66 von 12.07 ab Moritzplatz und von 11.34 ab Viehhof und 68 um 5.03 ab Hermannplatz fahren in beiden Richtungen zwischen Kommandantenstraße und König» Ecke Spandauerstrave nicht über die Beiithstraße, den Spittelmarkt. Gertraudtenstraße. Mühlendamm. Molkenmarkt, Gpandauerstraße. sondern iiberKommandanten-.Krausenstrabe.Dönbossplatz.Jerusalemer« straße, Hausvoigteiplatz. Oberwallstraße. Werderscher Marli, Schloßplatz. Königstraße. Die Wagen der Linien 38 von 11.82 ab Gesund« brunnen und 1147 ab Kreuzberg, 59 von 11.40 ab Eisenacherstraße, 62 von 11.29 ab Weißensee und von 11.31 ab Pragerplatz oder 12.16 ab Donhofsplatz, 64 von 11.46 ab Landsberger Allee und von 11.21 ab Luisenplatz. 66 um 11.24 und 11.89 ab Kaiserplatz. 69 um 11.43 ab Wartburgplatz. 71 von 11.20 ab Herzberge und von 11.36 ab Wartburaplatz, 74 von 11.29 ab EberSstraße und von 1l.46 ab KönigStor, 2.00 ab«lexanderplatz. 78 von 11.36 ab Frankfurter Allee und 12.19 ab Küstrincrplatz und von 11.28 ab LuvwigSkirch- platz sowie 11.32 ab Olivaerplatz. 79 um 11.24 ab Henricttenplatz und 38 um 6.10 ab ttreuzberg fahren in beiden Richtungen zwischen Leipzigerstraße,' Ecke Jerusalcinerstraße und Köllnlschcr Fischmarkt nicht durch die Leipzigerstraße. Spittelmarkt. Gertraudlenstraße. sondern durch die Jerusalciiicrstraße, Hautvoigteiplatz, Oberwall- straße, Werdxrscher Markt. Schloßplatz, Breitestraße. Einheitlicher Bauplan für Groß-Berlin? Nach Mitteilungen, die Herr Landrat v. Stubenrauch«nachte, läßt der Fiskus jetzt durch den Geheimen Baurat Stübben für die Orte Adlershof, Alt-Glienicke. Rieder-Schöneweide, Johannisthal und Grünau einen einheitlichen Bebauungsplan ausstellen,„in dem für freie Fläche», Wald und Wiesen gewiß genügend gesorgt ist". Ferner hat der Landrat Herrn Professor Theodor Goecke gebeten, für die südlichen Vororte im Kreise Teltow einen einheitlichen Bebauungsplan zu eut- werfen. Die ersten Schritte zur Schaffung eines„Wald- und Wiesengiirtels" von Groß- Berlin wären damit erfolgt. Interessant ist auch die bestimmte Erklärung des Herrn von Stuben- rauch,„daß von einem schiffbaren Kanal im Grunewald nicht die Rede sein kann. Es handelt sich lediglich daruin, den in der Be- bauung fortschreitenden Gemeinden Grunewald, Schmargendorf und Zehlendors die Möglichkeit zu gewähren, ihre Tagesabwässer ab- zuführen. Diesem Zwecke wird der Vorfluterkanal im Grunewald dienen, der obendrein noch das Versumpfen der Seen ver- hindern soll." Man darf nur nicht vergessen, daß gewisse Kreise sehr ernstlich an die Schiffahrt im Grunewald und Verkauf von Ländereien zu Bauten an den Ufern des geplanten Kanals denken. Die städtische Tiefbaudcputation beschloß gestern, den Oskarplatz am Treffpunkt der Schweden-, Christiania-, Schul- nud Residenzstraße mit Anlagen zu versehen. Das kürzlich auf mehrere Jahre gepachtete Gelände der ehemaligen Stettiner Eisenbahn an der Volker- und Grünthalerstraße soll der Deputation für daS städtische Turn- und Badewesen zur Verfügung gestellt worden. Die öffeutliche Beleuchtung von Berlin hat in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Von 31771 Gasflammen, die von den städtischen Gaswerken gespeist werden, brennen nicht weniger als 23 675 die ganze Nacht. Hierzu kommen noch 1125, die von der englischen Gasanstalt unterhalten werden. Ferner 205 Petroleum- lampen und 21 SpirituSglühlampen. Die Zahl der elektrischen Lampen hat sich auf 1005 erhöht. Die Gesamtzahl aller öffentlichen Flammen und Lampe» stellt sich auf 34 130, wobei zu berücksichtigen ist. daß nicht nur die absoluten Zahlen gestiegen sind, sondern daß auch das Licht durch Einführung der neuesten Systeme usw. ganz bedeutend an Stärke gewonnen hat. TaS Buch vom klugen Hans. Der gluckliche Ueberwiuder des klugen Hans, der Berliner Psychologe Oskar Pfungst, hat nach langem Zögern soeben sein Versprechen eingelöst und seine Beobachtungen, Versuche und Er klärungen veröffentlicht. Es ist Herrn Pfungst gelungen, so hieß es in dem abschließenden Gutachten Prof. Stumpfs, das den berühmten Gaul aus der Reihe der hervorragenden Denier strich, die ver- schiedencn unwillkürlichen Bewegungen zu entdecken, die dem Pferde als äußere Hülfe dienten. Er wird über die einzelnen Bcwegungsarte», über den Verlauf der angestellten Versuche und den Mechanismus der einzelnen Leistungen des Hengstes in ei» besonderen Schrift berichten. Diese Schrift liegt nunmehr in der Form eines stattlichen Buches vor mit dem Titel:„Das Pferd des Herrn üon Osten. Ein Beitrag zur experimentellen Tier- und Menschenpsychologie".(Verlang von I. A. Barth in Leipzig,) Professor C. Stumpf hat eine Einleitung dazu g« schrieben. Das außerordentlich umfangreiche und sorgfältig aus gearbeitete Werk bringt nicht»ur die angekündigten Aufklärungen, sondern auch unerwartete Aufschlüsse zur Psychologie der uuwill kürlichen Bewegungen. Der Sinn der Versuche ging dahin, festzustellen, ob Hans selbständig denken könne, also die Lösung der Aufgabe auch dann finde, wenn sie dem Fragesteller selbst nicht bekannt war. Ant wartete Hans unter solchen Umständen richtig, so konnte an seiner Denkfähigkeit nicht gezweifelt werden, imd die Welt war um das Phänomen eines vernunftbegabten Pferdes reicher. Tat er es aber nicht, so war er ein Pferd wie andere Pferde auch und be- durfte zu seinen Künsten äußerer Hülfen, die aufzufinden die Aufgabe weiterer Versuche war. Nur dafür brauchte gesorgt zu werde», daß der Experimentator, der dem Pferde Fragen stellte, daS Ergebnis nicht vorauswissen konnte Das war leicht zu erreichen. Um zu prüfen, ob das Pferd Ziffern lesen könne, wurden ihm mit Ziffern beschriebene Tafeln hingehaltc», die nur das Pferd und nicht der Fragesteller sehen konnte, und wie gewöhnlich der Befehl erteilt, die Zahl zu treten. Die Rcchengewandtheit des Hengstes wurde derart auf die Probe gestellt, daß erst von Osten ihm eine Zahl ins Ohr flüsterte und dann Pfungst eine andere, so daß jeder nur eine Zahl kannte, während der einzige, der beide Zahlen wissen tonnte, der Hengst lvar. Diese Zahlen sollte er nun addieren. Es zeigte sich bald, daß Hans nicht einmal die Elemente beherrschte und iveder lesen noch rechnen konnte. Auf 31 solcher Rechenaufgaben erfolgten nur 3 richtige Antworten, auf 31 Aufgaben, deren Lösung dem Fragenden bekannt war, 29. Richtig lesen konnte der Hengst in keinem einzigen Falle, wenn die Anwesenden die Buchstaben oder Zahlen nicht sahen. Sonst las er ebenso fliehend wie richtig. In ähnlich trübem Licht erschien das musikalische Verständnis des Gaules. Nur ein einziger von den 20 unwissentlichen Ver- suchen gelang. Damit stand fest: der Hengst konnte nicht selbständig denken und schöpfte seine Weisheit aus den aiuvcscnden Personen. Pfungst kam auch bald dahinter, daß jede Fragestellung überflüssig lvar. Da» Pferd klopfte ihm die richtigen Zahlen, wenn er auch über- Haupt nicht sprach, sofern er die Antwort sich nur lebhaft'vor- stellte. Die äußeren Hülfen, die Anregungen, deren der Hengst bedurfte, wurden ihm also nicht mit der Fragestellung gegeben, sondern erst später, während er trat. Ob und was gefragt wurde, war ihm völlig gleichgültig. Jetzt ging Pfungst daran, dem Hengst Scheuklappen an- zulegen. Sah das Tier den Fragesteller an, wann cS mit dem Treten aufhören solle, so mußte er mit seinen Künsten zu Ende sein, wenn er sich seinem Anblick entzog. Doch Hans begann bald der Minderung seines Rufes lebhaften Widerstand entgegenzusetzen. Er mochte verzweifelte Anstrengungen, den.Fragesteller im Auge zu behalten. ES war ihm nicht zu vcrdenlcn. Denn nur wenn er die richtige Lösung fand, erhielt er seinen Lohn. Brot und Mohrrüben. Suchte man ihn anzubinden, wogegen er sonst nicht» einzuwenden hatte, so tobte er und zerriß das Seil. Doch es half ihm nicht». Bald war cö offenbar. Sah HanS den Fragende», so fand er das Richtige; sah er ihn nicht, so war es auS mit seiner Klugheit. Er bedurfte optischer Hülfen. Daß diese Hülfen unwillkürlich, ohne daß ihr Urheber sich ihrer bewußt geworden wäre, dargeboten wurden, war nicht zu bezweifeln. Ar- beitete doch daS Pferd in Abwesenheit des Herrn von Osten ebensogut. ES glückte Pfungst, durch Beobachtung an Herrn von Osten die Bewegungen zu finden, die für den Hengst das Signal bildeten, mit dem Treten zu beginnen oder aufzuhören. E» waren minimale Kopfbewegungen. Durch gesteigerte Uebung wurde c» möglich, in jedem Falle des Gelingens einer Tret- aufgäbe diese Bewegungen wahrzunehmen. Mit Hülfe der Fünftelsekundenuhr wurde festgestellt, daß sie dem Anfangs- und Eiidtritte des Hengstes tatsächlich vorausgingen. Der rcgel- mäßige Zeitunterschied, die Reaktionszeit des Pferdes, betrug 'A. Sekunden. Damit war Pfungst soweit gelangt, daß er durch willkürliche Ausführung der Kopfrucke sämtliche Tretleistungen des Pferdes hervorrufen konnte. Hier ergab sich bald, daß alle Hebungen dem klugen HanS Anlaß gaben, das Treten aufzugeben, auch Hebungen Arme, sa eines KartonS, den der Fragesteller ein wenig hob. währcild Senkungen als AnfangSzeiche» wirkten. Rückte sich der Fragende ein wenig, so begann HanS sofort zu llopfen und klopfte aufgaben, die ihm gestellt wurden, störten ihn in seinem Treiben nicht im geringsten. Fragte man ihn z. B., wieviel ist 3 mal 6, bückte sich aber bei 10. so hörte er eben bei 10 auf. Dagegen klopfte er um so geschwinder, je stärker sich der Experimentator bückte. Die Zeichen für die übrigen Verständigungsmittel de» Hengstes waren weniger einfach. Wie waren nun diese Bewegungen entstanden? Die Antwort lautet: ohne daß die Beteiligten das geringste davon wußten. Pfungst selbst hat längere Zeit dem Hengst Aufgaben gestellt und richtige Antworten erhalten, ohne zu wissen, daß er selbst die Zeichen gab, die die richtigen Antworten hervorriefen. Er verfiel erst darauf, als er die wirksamen Bewegungen an von Osten be- merkte. Daß es sich um die natürlichen, in ähnlichen Fällen un» bewußt auftretenden Ausdrucksbewegungcn handelte, darüber brachten Laboratoriumsversuche hinreichenden Aufschluß. Der menschliche Körper verzeichnet die Wege, die die Gedanken wandeln. Er richtet sich dem Gegenstande zu, an den man denkt, so etwa den Füßen eines Pferdes und schreibt die Zahl, die den Geist be» schcjftigt. Die Erklärung der Leistungen des klugen Hans ist nach alle- dem ohne weiteres gegeben. Hörte das Pferd immer zu treten auf, wenn der Fragesteller die bewußte Kopfbewegung machte. und machte sie dieser im Erwartungseffekt immer dann, wenn die richtige Zahl von Hufschlägen erreicht war, verneinte e» die Fragen, wenn der Fragesteller den Kopf schüttelte und schüttelte dieser den Kops, wenn die Frage zu verneinen war, so war seine Klugheit nicht weiter verwunderlich. Da Hans mit Mohrrüben und Brot nur belohnt wurde, wenn er unmittelbar nach dieser Bewegung mit dem Treten aufhörte, so hatte er sich eben daran gewöhnt, auf sie zu achten. Ein degradierter Stadtverordneter. Am 10. April wird eine Stadtverordneten-Ersatz» wähl vorgenommen nicht nur im 39. Wahlbezirk dritter Abteilung, den als Stadlverordneter zuletzt unser Genosse Gründe! vertrat, sondern auch iin 14. Wahlbezirk erster Abteilung, dessen Vertreter der freisilinige Stadtverordnete Heilmann war. Im 39. Bezirk dritter Abteilung, der erst feit vier Jahren im Besitz der Sozialdemokratie ist, wird der Freisinn einen heftigen Kampf gegen uns führen. Aber seine Anstrengungen, dieses Mandat zurückzugewinnen, müssen erfolglos bleiben, wenn alle sozialdemokratischen Wähler des 39. Bezirks ihre Pflicht tun und am 10. April Mann für Mann ihre Stimme ab- geben für unseren Genossen Adolf Ritter. Diese verdamniten Bezirke dritter Abteilung! Eine Wahl in einem solchen Bezirke verursacht dem Freisinn viel Mühe und Arbeit, aber zu haben ist dort für ihn we n i g o d e r n i ch t S. Dagegen sind in der zweiten und vollends in der ersten Ab- teilung die Wahlen geradezu ein Vergnügen für den Freisinn. Hier, wo die Geldsäcke entscheiden, ist seine Domäne.' Hier ist er sicher vor den„Sozis", die ihm in der dritten Abteilung einen Be- zirk nach dem anderen abgenommen haben und hinterher im Rat- hause mit all' ihren Forderungen für die minder» bemittelte Bevölkerung den freisinnigen Geldsacksmata- doren lästig geworden sind. Im allgemeinen gehen die Wahlen in der zweiten und der ersten Abteilung uns wenig an, manchmal ober haben sie doch auch für uns ein besonderes Interesse. Schon mancher Freisinnige, der durch die unaufhaltsam vorrückende Sozial- dem okratie ans seinem Bezirk dritter Abteilung hinausgedrängt lvnrde. hat sich in die zweite oder er st«Abteilung hineingerettct. Er kehrte dann als Vertreter der Geldsäcks ins Rathaus zurück und lieferte hiermit den Wählern dritter Ab- teilung den überzeugenden Beweis von der„Nützlichkeit" des Drei« klassensystemS unseres GemeindewahlrechieS. Dieses erbauliche Schauspiel wird»nS jetzt wieder im 14. Wahlbezirk er st er Abteilung geboten. Zum alleinigen Freisinnskandidaten dieses Bezirkes ist ausersehen Herr Hermes, der frühere Stadtverordnete, der Jahrzehnte hindurch einen Bezirk dritter Abteilung vertreten hatte, aber im Jahre 1905 von der Sozial- demokratie aus dieser Abteilung hinausgeworfen wurde. Der Berliner Stadtfreisinn wurde damals schmerzlich überrascht durch diesen Ver- lust, und Herr Hermes selber war untröstlich. Jetzt aber soll der aus der dritten Abteilung hinausgeflogene Freisinn Sfiihrer fein Pflästcrchen kriegen: der„alleinige" Kandidat des Freisinns wird natürlich am Wahltage einstimmig zum Stadtverordueten„gewählt" werden. Wer das D r e i k l a s s e n s y st e m als Rückständigkeit ansieht. wird solche Flucht in hie erste Abteilung für eine Degradation halten müssen. Herr Hermes freilich dürfte eher die Empfindung haben, daß er„avanciert" sei. Die zwei bis drei Dutzend Geldsacks- besitzer, als deren Vertrauensmann er jetzt in das Rathaus zurück- kehren darf, sind ihm sicherlich mehr wert als die hundertfache Zahl minderbemittelter Wähler, die in einem Bezirk dritter Ab- teilung einem Sozialdemokraten ihre Stimme geben. Diese An- schauung ist nämlich— echt kominunalfreisiunig. Ein verhängnisvoller Unglücksfall, wobei ein Arbeiter den Tod gefunden und ein zweiter schwer verletzt worden ist, hat sich gestern morgen in der siebenten Stunde in der Reinickendorferstraße ereignet. Auf"bei» Abrißgeläude zwischen der Max- und der Reinicken« dorferstraße stürzte eine Mauer ein und zlvei Arbeiter, der 39jährige Robert Seide, Kolouiestraße wohubast, und der 42jährige Karl Stolzenberg wurden unter den einstürzenden Triimmcrmasson be» graben. S. war auf der Stelle tot; er lvar durch die schweren Mauer- stücke erschlagen worden. Die Feuerwehr, die sofort alarmiert wurde. machte sich lvenige Minuten später an die Bergung der Verunglückten. Zuerst stieß sie bei ihren Rettungsarbeiten aus St. Schwerverletzt zog sie ihn unter den Trümmer» hervor und brachte ihn nach der Unfallstation in der Liudolverstraße. Die linke Hüfte war dem Verunglückten gebrochen und im Gesicht war ihm die linke Hälfte ver- stümmelt worden. Nach Anlegung von Notverbänden wurde St. in die Charitä eingeliefert. S. konnte nur als Leiche ans Tageslicht befördert werde». Der Tote wurde von der Polizei beschlagnahmt. Der Unglücksfall ist jedenfalls dadurch herbeigeführt worden. daß die Mauer ohne Hinterhalt zu hoch frei gelassen wurde. sich dann nach vorne neigte und zusainmenbrach. Auf dem Gelände. auf dem sich die Katastrophe zutrug, befand sich ehemals die Ar- beiterkolonie. Unterm Omnibus zermalmt. Einen schreckliche» Tod hat Dienstag nachmittag der fünfjährige Sohn des Hausverwalters Hensel auS der Zossenerstraße 31 gefunden. Mit anderen Kindern hatte der Knabe in der Nähe des MarheinekcplatzcS gespielt und nicht auf daü Herannahen eineS Omnibusses geachtet. Er lief blindlings in den Wagen hinein und fiel mit dem Kopf unter die Räder. Der Schädel wurde dem unglücklichen Kinde fast vollständig zennalmt, sodaß der Tod ans der Stelle eintrat.-- Ein zweiter schwerer Unglücksfall trug sich an der Ecke der Frieden« und Palisadenstraße zu. Dort wurde ein unbekannter vier Jahre alter Knabe von einem solange, M fem Experimentator sich wixdex ausrichtete, Rechen-> mit Petroleumfässern bcladenen Lastwagen überfahren und in betwußtlosem Zustande nach der Rettungswache in der Frankfurter das linke Ohr abgerissen und der Unterkiefer gebrochen. Die beiden und glatt bis zum Schluß. Was sich da ereignete, wil ich hier mit Allee und nach Anlegung von Notverbänden in das Krankenhaus Ueberfahrenen wurden nach Anlegung von Notverbänden auf der gewissenhaftester Genauigkeit wiedergeben: am Friedrichshain eingeliefert. Unfallstation 6 in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus Ich verlangte das mit dem Besteller vereinbate Honorar, Moabit gebracht. 12,60 Mark. Stadtrat Hentschel:" Ich zahle Ihnei nur zehn Ein Bootsunglüd ereignete sich am Dienstag in später Abendstunde auf dem Scharmützelſee. Der 22jährige Sohn Ernst des Fischereipächters dreijährige Löchterchen des Bauarbeiters Geisler, Bergstr. 78, ge- zwölf Mark und 60 Pfennig Fahrgeld engagiert." Sintsel: Lebendig verbrüht. Einen entsetzlichen Tod hat gestern das Mark. Ich hab' nie mehr bezahlt." Ich:" Ich bin zum Preise von Reichert hatte am Bahnhof Scharmützelsee Fische verladen, die er Dann wenden Sie sich an den, der Sie bestellt hat! Vn mir benebst einer Last von 17 Bentnern Eisen auf seinem Kahne über den funden. Die Mutter hatte in der Küche auf den Fußboden eine kommen Sie zehn Mark." Ich:„ Aber, bitte, zahlen Sie mir doch See transportieren wollte. Nicht weit vom jenseitigen Ufer entfernt, Waschschüssel mit siedendem Wasser gestellt und als sie dem Gefäß den ausgemachten Preis. Der mich bestellt hat, ist Ihren genau fenterte das Fahrzeug und Reichert stürzte in das Wasser. Obgleich für einen kurzen Augenblick den Rücken kehrte, machte sich das bekannt; er wohnt hier in Köpenick, hat oft bei Ihnen zu tun. Der der Fischereigehülfe ein tüchtiger Schwimmer war, versant er sofort Mädchen heran und stürzte in die kochende Flüssigkeit. Das unin den Fluten; vermutlich hat ihn ein Herzschlag getroffen. Die glückliche Geschöpf erlitt am ganzen Körper so furchtbare Brand- ist Ihnen doch gut für 2,60 Mark." Hentschel:„ Quitteren Sie über zehn Mark!" Ich:„ Gut! Ich bin nun von sechs an hier. wertvolle Ladung wurde ebenfalls ein Opfer des Sees. Das auf wunden, daß es kurz darauf unter schrecklichen Qualen verstarb. Jezt ist's vier. Ich habe flott gespielt. Ihre Gäste haber meine dem Wasser treibende Boot wurde gestern morgen von Schiffern Ein vermißter Geisteskranker aus Berlin. Seit dem 15. Februar Leistung bewundert. Sie zahlen mir für zehn Stunden Arbeit, aufgefunden und geborgen, während es trotz eifrigen Suchens bisher 1907 wird der Arbeiter May Ernst, 8. Juli 1857 Berlin geboren, Nachtarbeit, zehn Mart. Siebzig Pfennig habe ich verfahrm. Ich nicht gelungen ist, die Leiche des Ertrunkenen zu landen. aus seiner Wohnung, Marienburgerstraße 33, vermißt. Beschreibung: verdiente also mit meiner künstlerischen Leistung nicht mal eine Mart Größe 1,68 Meter, Gestalt kräftig, Haare grau und dunkelblond, pro Stunde. Von Ihnen, als einen Stadtrat, hätte ich zu allerletzt Feuer in den Berliner Elektrizitätswerken. Glaze, Augen graublau, über dem rechten Ohr eine Tuchflappe, erwartet, daß Sie mich um lumpige zwei Mark sechzig rücken Nase nach innen gebogen, Mittelfeuer" in der Voltastr. 19 alarmierte gestern nachmittag vollständig, Bart: graumelierten Schnurr- und Kinnbart, Kennan einer Seite Narbe, Zähne würden!" Die knappen Worte versetzten den Herrn Stadtrat in Rhserei, gegen 2 Uhr die Berliner Feuerwehr. Dort war in dem dreiſtöckigen zeichen: Tätowierung auf einem Unterarm, Birkel, Bange, Winkel, so daß er sich in beleidigenden Ausdrücken gegen mich erging und Maschinenhause der Berliner Elektrizitätswerke an der Brunnenstraße im Stranz Buchstaben M. E. Als der Genannte die Wohnung ver- drohte, mir gar nichts zu bezahlen. Ich" Ich mache Sie darauf Feuer ausgekommen, das schnell an Ausdehnung gewann. Die Arbeiter ließ, war er bekleidet mit grünlichem weichen Filzhut, dunkel- aufmerksam, daß ich unter dem Schutz des Reichsgesetzes stehe. Ich konnten sich gleich beim Ausbruch des Feuers in Sicherheit bringen. meliertem Jackett, dunkelbrauner Samthose, wollenen Strümpfen mache Sie darauf aufmerksam, daß ich kein Fahrgeld besize, um Von den Hausleitungen wurden sofort mehrere Schlauchleitungen und Gummizugstiefeln, bunten Oberhemde, wollenem nach Berlin zurückzufahren, wenn Sie mich nicht bezahlen. Ich borgenommen, auch die alarmierte Feuerwehr griff mit mehreren gefütterten Chemisett, graumelierten Ueberhosen Unter mache Sie darauf aufmerksam, daß ich dann morgen ohne SubfiftarzSchlauchleitungen wacker ein. Infolge dieses Brandes traten erhebliche Bermißte ist geistesschwach und wird angenommen, daß er hosen, dunkelblauem Winterüberzieher mit Samtfragen. Der mittel bin und mit meiner Familie hungern müßte." Meiner Familie zuliebe erniedrigte ich mich so weit, den Main Störungen im Straßenbahnbetriebe und in der Lieferung von vielleicht, da er seinen Namen und Wohnung nicht angeben tann, zu bitten:" Ich appelliere an Ihr Herz, an Ihr MenschlichkeisStarkstrom im Norden von Berlin ein. Es fehlte zeitweise an Straft. als Unbekannter irgendwo Aufnahme gefunden hat. Bersonen, welche empfinden! Ich habe zu Hause eine franke Frau! Zahlen Sie Die Feuerwehr hatte bis um 5 Uhr an der Brandstelle zu tun, wo Angaben zur Sache machen können, werden gebeten, dies der mir doch wenigstens die zehn Mark aus!" fofort mit der Aufräumung begonnen wurde. Der Betrieb der Kriminalpolizei oder einem Polizeirevier zu den aften 2031 IV 207 Hentschel, zunächst noch sich ablehnend verhaltend, warf mir B. E. W. wird durch den Brand nur wenig gestört; andere Stationen mitzuteilen. schließlich eine Mark Fahrgeld auf den Tisch und wies mid liefern einstweilen den Bedarf an Strom für den Norden. aus dem Lokal. als Unbekannt. Am 26. März 1907, abends gegen 10% Uhr, schoß Wir erfahren über den Brand folgende Einzelheiten: sich ein unbekannter, ca. 28 Jahre alter, anscheinend dem KellnerDas Maschinengebäude der Berliner Elektrizitätswerke in der stande angehörender Mann auf dem Abort des Schanflotals von Voltastraße ist drei Stock hoch. Jm Parterre befindet sich der große Golle, Kaiser Wilhelmstr. 17, in selbstmörderischer Absicht eine ReMaschinensaal, in dem acht große Dynamos stehen. Der erste bolberkugel in die Schläfe und verstarb auf der Stelle. Stock enthält rechts den sogenannten Transformationsraum. Der Unbekannte war etwa 1,65 Meter groß, schmächtig, hatte Er ist vier Meter breit und fünfzig Meter lang. dunkelblondes Haar und hellblonden Schnurrbart, war sehr mager, Diese hatte eingefallene Backen, vorstehende Nase und abstehende Ohren. Station hat einen Zustrom von 6000 Volt, der dann Bekleidet mar er mit schwarzem steifen Hut, grauem Jackett, durch Transformatoren in Ströme von 220 Volt zerteilt wird. Im schwarzer Hose, bunter Weste, braungefütterten Handschuhen, Stehganzen sind sieben Transformatoren aufgestellt. Jeder einzelne umlegekragen, buntem Schlips, wollenem buntem Schlips, Hemd, schwarzen liegt in einem Delbehälter, der 25 Faß Del faßt. In einem dieser Strümpfen und Schnürschuhen. Behälter entstand nun auf noch nicht ermittelte Weise in der Etwaige Angaben zur Sache werden auf dem tgl. Polizeipräzweiten Nachmittagsstunde Feuer. Blikschnell griffen die fidium, Alcxanderstr. 3/6, Zimmer 324, zu Nr. 2467 IV 41. 07 entFlammen um sich und in wenigen Minuten brannten gegengenommen. alle sieben Delbehälter. Das Maschinenpersonal setzte Am 31. v. Mts., vormittags, ist an der Böschung der Stettiner fofort die Haushydranten in Tätigkeit und suchte dem Feuer bei- Bahn, zwischen dem Humboldtsteg und der Brücke am Gesundzukommen, während andere Leute schleunigst die Feuerwehr alarmierten. schlechts gefunden worden. Die Leiche war in graues Backpapier brunnen, die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen GeAls auf den ersten Alarm hin der 16. Löschzug aus der Pantstraße eingewickelt. Irgend welche Spuren von Verlegungen sind an der anrückte, fündigten schon in weiter Entfernung dichte schwarze Leiche nicht sichtbar. Es ist daher nur anzunehmen, daß das Kind Rauch wolten die Größe des Brandes an. Brandmeister alsbald nach der Geburt dorthin geworfen worden ist. Diejenigen Steiner gab sofort eine Nachmeldung, worauf noch fünf weitere Personen, welche Auskunft über die Mutter des Kindes geben Löschzüge unter Führung des Oberbrandinspektors Dransfeld können, werden ersucht, sich in den Polizeirevieren oder bei der Kriminalpolizei zu 2603 IV 41. 07 mündlich oder schriftlich zu herbeieilten. Bald arbeiteten mehrere Dampfsprigen, die in der melden. Volta und in der Wattstraße angelegt hatten. Mit insgesamt fechs Rohren erfolgte der Angriff gegen das Element. Innerhalb Zu unserer gestrigen Notiz:„ Ein eigenartiges Geschick" teilt einer Stunde war die Hauptgefahr beseitigt. Der Transformationsraum uns der frühere Befizer der Restauration Wassertor- und Fürstenist total zerstört. Ebenso ist ein Teil des Dachstuhls, auf den Straßen- Ecke mit, daß der Restaurateur Bollbrig bei Abschluß des das Feuer durch einen Lichtschacht übergesprungen war, vernichtet. auf die Restauration geliehen, Kenntnis hatte. Kaufvertrages von den tausend Mark, die ersterer von einer Brauerei Anch haben die Dynamos in dem Maschinensaal gelitten. Mit Ausnahme von einer Maschine werden die anderen vorläufig noch nicht wieder in Betrieb genommen werden können. Wie groß die Hige war, geht daraus hervor, daß dicke eiserne Träger fragezeichenförmig gebogen sind. Einer dieser Träger drohte abzustürzen und mußte von der Feuerwehr abgesteift werden. Der entstandene Schaden ist ganz bedeutend. Die Wehr konnte erst am Abend wieder abrücken. Feuer in einer Gemeindeschule. In der Willdenowstr. 14 kam ein größerer Brand aus. Die Wehr mußte längere Zeit mit zwei gestern nachmittag in dem Papierfeller der dortigen Gemeindeschule Rohren Wasser geben, um die Gefahr zu beseitigen. Stadtrat Die Frau Stadträtin hörte das alles mit an und berzog feine Miene. Auch der Kellner war Zenge. Gestern nachmittag 4 Uhr wurde in Köpenid eine männliche Leiche aus dem Wasser gezogen. Allem Anschein nach hat dieselbe bereits mehrere Tage im Wasser gelegen und war fast unkenntlich. Die Papiere, welche vorgefunden wurden, lauteten auf den Namen Ernst Jakob. Am Gehirnschlag auf offener Straße gestorben ist gestern nachmittag 43/4 Uhr der Ortsanivohner Koch. Er wurde in der Pumpstation, Bahnhofstraße, untergebracht. Adlershof. Achtung! Vorwärts"-Leser! Die Adresse des Parteispediteurs ist jetzt Erich Steuer, Hackenbergstraße 5, vorn II. Die„ Bortvärts"-Ausgabe in der Bismarckstraße bei Kähne wird um 7 Uhr geschlossen. Abonnenten, welche ihre Zeitung bis dahin Müller, Bismarckstraße 10( Bigarrengeschäft), abholen. nicht abgeholt haben, können dieselbe nach wie vor vom Genossen Miersdorf. Einen Gemeindewahlfieg können die Miersdorfer Genossen verzeichnen. Auf unseren Kandidaten Genossen Wilhelm Schulz entfielen in der dritten Klasse 19 Stimmen gegen 13 bürgerliche. Damit zieht der erste Arbeitervertreter in das Dorfparlament. Erkner. Die vor kurzer Zeit hier gegründete Freie Turnerschaft" hält ihre erste Uebungsstunde am Freitag, den 5. April, in Degebrodis Gesellschaftshaus, abends von 8-10 Uhr ab. Gerichts- Zeitung. Bestätigung von zwei Todesurteilen. Feuerwehrbericht. Dienstag abend nach 10 Uhr geriet im ZentralDas Reichsgericht verwarf am 2. d. M. die gegen zwei Theater in der Alten Jakobstraße durch elektrischen Kurzschluß in auf Todesstrafe lautende Urteile eingelegten Revisionen. Der der Lichtleitung die Tuchumkleidung der Lichtschnur am Kronleuchter erste Fall betraf den Fabritarbeiter Wilhelm Thiede aus auf der Bühne in Brand. Der gewöhnliche Vorhang wurde auf Berlin. Dieser hatte seine Ehefrau mehrfach mißhandelt. Durch das Feuer stockte der Straßenbahnverkehr über eine furze Zeit heruntergelassen und die Gefahr schnell beseitigt. Das Als sie deshalb im Frühjahr 1906 nach dem Grenzdorfe Stunde hindurch vollständig und konnte nur allmählich und Bublikum wurde von der Feuerwehr beruhigt. Wegen eines Keller- Schill no bei Thorn zu ihren Eltern reiste, reiste Thiede auch nur in der Stadt selbst wieder aufgenommen werden. brandes wurde nachts die Wehr nach der Linienſtr. 138 gerufen. seiner Frau nach, und forderte sie zur Rückkehr nach Berlin Jufolge des Brandes mußten sämtliche Speisepunkte der Unterstation Holz und anderes brannte dort. In der Kommandantenstr. 7/9 der B. E. W. Voltastraße außer Betrieb gesetzt werden. 34 Linien, brannten Jalousien und anderes und in der Friedrichstr. 209, Ecke auf. Als sie sich weigerte, ergriff er ein auf dem Tisch also etwa ein Drittel der gesamten Straßenbahn- ochstraße, ein Teil des Baugerüſtes. Die Gefahr konnte schnell be- liegendes Messer, womit er seine Frau erstochen hat. Das linien, mußten ihre Fahrt vorzeitig unterfeitigt werden. Wegen eines Wasserrohrbruches rückte der 17. Zug nach der Schwurgericht Thorn hatte Thiede zum Tode verurteilt. Dranienstr. 130a aus. Schwefel brannte gestern in der Forsterstr. 36, brechen resp. umgelenkt werden. Durch Hinzuschalten isten in einem Fabrikraum in der Manteuffelstr. 77 und im zweiten bestand ist eine vernichtende Anklage gegen das als Der dem zweiten Todesurteil zugrunde liegende Tat der benachbarten Zentralen wurden die beschädigten Speisepunkte Quergebäude Siboldstr. 1 standen ein Hängeboden, ein Klosett, preußische Fürsorgeerziehung auftretende der Station Voltastraße ersetzt, so daß um 3.25 Uhr nachmittags Kleider u. a. in Flammen. Wegen einer Gasvergiftung wurde die System, das in unendlich vielen Fällen die körperlichen die Linien innerhalb der Stadt wieder verkehren konnten. Dagegen Feuerwehr nach der Wilhelmstr. 31 gerufen. Durch Einflößen von und vor allem die geistigen und moralischen Fähigkeiten des blieben die Linien in den Vororten Tegel bis zur Ofenerstraße, Sauerstoff gelang es, die bewußtlose Frau wieder ins Leben zurück- Menschen geradezu vernichtet. Reinickendorf und Schönholz bis zum Gesundbrunnen, Nordend bis zurufen. Im Torwege des Hauses Andreasstr. 45 wurden Hüte und zur Ringbahn Schönhauser Allee stromlos, da die Spannung nicht Müßen ein Raub der Flammen. Stroh, Kisten u. a. brannten ausreichte. Gegen 1/210 Uhr abends erst konnte der volle Betrieb Bremerstr. 44/45, Gerichtstr. 27, Wiesenstr. 33, Röslinerstr. 3, GorFriedenstr. 79. Ferner wurde die Feuerwehr nach der Weberstr. 13, aufgenommen werden, nachdem auf der Brandstätte in der Volta- mannstraße, Blücherstr. 4, Brombergerstr. 11/12 und anderen Stellen straße selbst eine große Dynamomaschine wieder betriebsfähig ge- gerufen. macht worden war. Beigelegt sind die Differenzen, die zwischen den Aerzten und bem Berein der Bankbeamten ausgebrochen waren und dazu führten, daß die Aerzte die weitere ärztliche Tätigkeit für die Mitglieder dieses Vereins einzustellen beschlossen. Der Verein hat die Entlassung der beiden Vertrauensärzte Dr. M. Cohn und Dr. Freund wieder rückgängig gemacht und auch ihnen den neuen Vertrag zur Unterschrift zugesandt. Damit ist der Stein des Anstoßes beseitigt. den Vorort- Nachrichten. Der Tatbestand ist folgender: " Liegriz den Dienstknecht Adolf Grosser aus HerzogsWegen gemeinschaftlichen Mordes hatte das Schwurgericht waldau, Kreis Jauer, zum Tode verurteilt. Der mitangeklagte Dienstknecht Paul Hoboy erhielt 15 Jahre Gefängnis. Die Arbeiter- Samariter- Kolonne. 3. Abteilung für Schöneberg beiden Angeklagten waren früher in der Zwangs. und Umgegend: Am Sonntag, den 7. April, nachmittags 2 Uhr, im erziehungsanstalt in Groß- Rosen zusammen gefleinen Saale bei Obst, Meiningerstr. 8, spricht Herr Dr. Schwab wesen und dann beide bei dem Gutsbesitzer Stuppisch in über Abstammungstheorie. Herzogswaldau in Dienst. Ihr Dienstherr tadelte sie Das Erscheinen aller Mitglieder ist erwünscht. Ebenso find oft, züchtigte sie auch wiederholt. Darauf gab Grosser, Gäste angenehm. der ältere, den Rat, Der Sommerkursus beginnt in demselben Lokal am Donnerstag, den Dienstherrn um die Ecke 16. Mai. Lehrpläne dazu sind in der Versammlung zu haben. Dienstherrn Dünger auf die Wiese fuhren, fielen sie über zu bringen". Am 27. November, als sie mit ihrem den Dienstherrn her und schlugen ihn mit einer Schon wieder ein Leichenfund. Ausflügler, die die Umgebung Rübenhacke tot. Die Leiche warfen sie in einen Wassergraben. des Müggelsees besuchten, machten am Dienstag in der Nähe von Bei der Heimkehr taten sie, als wüßten sie nicht, wo der Friedrichshagen eine graufige Entdeckung. Sie fanden hinter einem Dienstherr geblieben. Am anderen Morgen halfen sie mit Eisschuppen, unter Stroh versteckt, die fast unbekleidete Leiche einer etiva 45jährigen Frau, die eine Schußwunde an der, rechten Schläfe Wilmersdorf. suchen, ohne die Leiche zu finden. Nachmittags fanden Nachbarn aufwies. Die Personalien der Toten konnten bisher noch nicht fest- Die Neuorganisation der Polizeidirektion Schöneberg- Wilmersdorf die Leiche, die auch, wie sich herausstellte, um 10 M. von den gestellt werden. Ob es sich um Selbstmord handelt oder ob die ist nunmehr in Gültigkeit getreten. Die Direktion ist jetzt analog Mördern beraubt war. Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen, dürfte die sofort ein- der Einrichtung des Berliner Präsidiums fachlich in sechs Abteilungen Wäre der Mord möglich gewesen, wenn die jungen Leute geleitete Untersuchung ergeben. geteilt. Die Bureaus für Fuhrivesen, Markt-, Gesundheits-, Feuer-, in der Fürsorgeanstalt wirkliche Ergänzung der mangelnden Auf einer Radpartie tödlich verunglückt ist Dienstag, abend der Schank- und Gewerbepolizei, für Vereinswesen, Preffe, soziales Erziehung erhalten hätten, wenn sie nicht dann als gute Aus24 jährige Architekt Jost aus der Stralsunderstr. 9. Der junge Mann Versicherungswesen und Schußmannschaft befinden sich in den im beutungsobjekte behandelt wären und endlich nicht versucht wäre, hatte mit einem Freunde eine Radpartie nach den nördlichen Vor- Hause Hauptstr. 97 neu zugemieteten Räumen; die Kriminalpolizei, den Rest von Selbständigkeit und Ehrgefühl ihnen durch Prügel orter unternommen und abends auf dem Heimwege tam ihnen auf das Fundbureau, die Ausfertigungszimmer für Bäffe und Jagd- auszutreiben? Schuld an diesem rohen Mord trägt nicht in der Reinickendorfer Chauffee eine Droschte entgegen. J. vermochte scheine in den alten Direktionsräumen im Hause Nr. 96. dem Gefährt, das dicht an ihm vorüberkam nicht mehr auszuweichen Schöneberger Kreisarzt Medizinalrat Dr. von Kobyledi, Mühlen letzter Reihe das von uns häufig gekennzeichnete sogenannte und wurde gegen einen Kilometerstein geschleudert. Er erlitt einen straße 6, und der Gewerbeinspektor Hesse sind als solche auch für Fürsorgesystem, das nicht auf Ersatz mangelnder ErSchädelbruch und wurde in fast hoffnungslosem Zustande in das Wilmersdorf beſtimmt; für Wilmersdorf ist aber eine neue Bau- ziehung, sondern auf grausame, ungerechte Bestrafung der inspektion eingerichtet und an ihre Spige der königliche Baurat Reiß- Kinder für den Mangel ihrer Erziehung und auf Ausbeutung Bazarus- Krankenhaus gebracht. brodt, Gasteinerstr. 19, gestellt. der Kinder, insbesondere im agrarischen Interesse, wirkt. Weit Zwei schwere Unglüdsfälle haben sich gestern nachmittag kurz mehr die Väter eines solchen Systems als die halb unbewußten hintereinander in der Müllerstraße zugetragen. An der Ecke der Nixdorf. Schulzendorferstraße hatte die Ehefrau Krut, Schwerinstr. 7 wohn- Im Rigdorfer Theater findet die Erstaufführung des Dramas dienen die schärffte Verurteilung, das Syftem selbst als ein Vollzieher der durch dies System herbeigeführten Mordtat verhaft, mit ihrem fünfjährigen geisteskranken Töchterchen gestanden, Blinde Liebe" von Dr. Eugen Berger am Mittwoch, den 10. April, un auf einen Straßenbahnwagen nach der Jrrenanstalt Dalldorf statt. Das Werk wird von Julius Türk in Szene gefekt. gemeingefährliches die rücksichtsloseste Bekämpfung. Wiederholt zu warten. Sie wollte dort ihr Kind unterbringen. In dem müssen wir bedauern, daß der von uns durch Schilderung Augenblick, als sie den Straßenbahnwagen besteigen wollte, tam ein seiner Taten gekennzeichnete Pastor der Fürsorgeerziehung Automobil vorübergesaust, riß Frau K. um und fuhr über sie hin- Unter der Spitmarke: Stadtrat Rich. Hentschel, Befizer des Nohr seinen Strafantrag zurückgezogen und uns dadurch der weg. Der Kopf wurde der Berunglückten stark gequetscht und der Restaurants Kaiserhof" in der Grünstraße als Arbeitgeber" erhalten Möglichkeit beraubt hat, an einer Fülle von Einzelfällen vor Unterschenkel mehrfach gebrochen. Wenige Minuten später trug wir von einem Musiker folgende Zuschrift: sich fast an derfelben Stelle ein zweiter schwerer Unglücksfall zu. Gericht zu beweisen, wie kinderverwüstend das heutige Der Statklub der Honoratioren in Köpenick gab vor kurzer Zeit Fürsorgesystem wirft. Das dreijährige Söhnchen des Obertelegraphenassistenten Löhnert, im Kaiserhof", dessen Befizer gleichzeitig Staffierer des Klubs ist, Die heute herrschende Klasse steckt Lynarſtr. 3, war von dem Dienstmädchen ausgeführt worden. Plök- ein Abendessen. Ich war im Auftrage des Gastwirts durch einen freilich so tief in scheinheiliger Frömmigkeit, in widerwärtigſtem lich rig sich der Knabe los und rannte direkt in einen Mörtelwagen Stöpenicker Musiker von Berlin aus als Klavierspieler hinbestellt zum Byzantinismus, in blödester Furcht vor dem Streben der Arhinein. Die Räder des Fuhrwerts gingen ihm über den Ober- Preise von 12 M. und 60 Pf. Fahrgeld. Es wurde eine sehr fidele beiter nach Gleichberechtigung und ist von rohester egoistischer förper hinweg. Das Schulterblatt wurde dem Kinde zermalmt, Kneiperei. Man war mit mir äußerst zufrieden. Alles verlief schön Raffgier so stark beherrscht, daß bei ihr ein ernsthafter Wille Köpenick. Der zur Abkehr von diesem System selbst dann noch nicht lebendig die kampfluftigen, konsequenten bürgerlichen Damen- tun des würde, wen noch mehr Mordtaten der Art wie der, in gleichen; fie fordern aus weiser Vorsicht gar keine Antwort. Das muß man entnehmen aus der Art und Weise, wie in der Herzogswadau verübten ihr sinnenfällig die Folgen des heutigen Fürsorgesytems zeigen würden. Dr. Anita Augspurg redigierten Zeitschrift für Frauenstimmrecht" über die Versammlung berichtet wird. Hier ist das Zeugnis bewunderungswürdiger Selbstverleugnung: Einschränkung des Versammlungsrechtes. Bu trfelben Zeit, wo entgegen dem Gesetz von regierungsfrommen Leuten die breiteste Versammlungsfreiheit in Preußen in Anspuch genommen wird wir erinnern an die nächtliche Besammlung mit dem Reichskanzler als Redner wird bersucht, gegen Arbeiterversammlungsbestrebungen die Maschen des Vereinsjefezes noch enger zu ziehen. Von solchem freilich vorab mißglückten Versuch gab ein kürzlich vor dem Kammergericht verhandelter Prozeßtunde. Das Landgericht Bielefeld hatte den Genossen Hoffmann in Enger auf Grund des Vereinsgesetzes zu einer Geldstrafe verurteilt, weil it seiner Wohnung die inhaltsschweren Worte gefallen waren: Es muß etwas geschehen! bon in den Briefkaften der Redaktion. eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 16 Die juriftifche Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufga Geöffnet 7 1th wochentäglich von 7 bis 9 1hr abends statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. „ Einer Aufforderung des Sozialliberalen Vereins folgend, Löwin Düsseldorf. Die Emser Depesche, herausgegeben von Liebknecht, sprach Dr. Augspurg am Montag, den 25. März, in einer enthält den Sachverhalt. Die Broschüre tönnen Sie von der Buchhandlung beziehen. P. R. 19. 1. Sie sind erfaßpflichtig. 2. Nein. 3. Verlangen öffentlichen Versammlung in Berlin Industries Sie Beseitigung des Mißstandes. Drohen Sie event. an, falls eine an Festsälen über das Thema: Was erwarten die Frauen gemessene Frist, die Sie zu stellen haben, fruchtlos verläuft, den Uebelstand bom Liberalismus". Der Saal tar bis auf das auf Kosten des Wirtes zu beseitigen und führen Sie die Drohung aus. letzte Plätzchen gefüllt, die Ausführungen der Rednerin, E. K., Charlottenburg. Ein Anspruch auf Rüderstattung steht in Ihrem welche zunächst die Erwartungen der Frauen vom Liberalismus in Fall dem Betreffenden nicht zu. Neinickendorf F. S. Leider nein. der allgemeinen Politik, dann die besonderen Forderungen der K. M. 203. Soweit ersichtlich, find Sie verpflichtet, das Geld selbst Db und welche AnFrauen behandelte, wurden mit warmem Beifall aufgenommen. zu holen oder die Zuschidung zu beantragen. Die äußerst angeregte Diskussion zog sich bis nach Mitter- prüche Ihnen zustehen, läßt sich ohne Kenntnis, welche Stellung Sie haben( Gehülfe, Kommis, Schreiber?) nicht sagen. Wiederholen nacht hin. Es sprachen die Herren Willner, von Gerlach, Dr. Breit- Sie die Anfrage unter Ergänzung nach der angedeuteten Richtung. scheidt und Cohn, ferner Fräulein Dr. Hacker u. a. Die legt- Karl Moabit 8. Ihre Tochter lebt, auch wenn sie feinen Vertrag genannten drei Herren stellten sich voll und ganz auf den Boden schließt, außerhalb der Gütergemeinschaft. Es ist aber zweckmäßig, vor der des Frauenstimmrechts." Ehe einen Vertrag vor Gericht zu schließen, in dem der Bräutigam das Eigentum der Braut, das zu verzeichnen ist, anerkennt, auf Verwaltungsund Nießbrauchsrecht verzichtet und ein für alle mal die Genehmigung zu eigener Tätigkeit erteilt. 23. S. 100. Leider ja. Gustav 122. Nein, der außereheliche Vater hat nicht das Recht zu verlangen, daß sein sind bei ihm erzogen werde. Umgekippte Dattelfiste. 1. Das Geset fennt eine Beschränkung der Ausmuzung eines Schreiberlehrlings nicht. Unterbreiten Sie den Fall mit der Bitte um Abhülfe dem Vorstand der Anwaltskammer. 2. Uns nicht bekannt. K. M. 1. Haben Sie den Bertrag unterschrieben, so würde der Wirt mit Aussicht auf Erfolg auf Innehaltung des Vertrages flagen können. Daß ein Jritum Ihrerseits borliegt, müßten Sie beweisen. Selbstverständlich können Sie berlangen, daß die Wohnung im brauchbaren Zustande Ihnen übergeben wird. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Ind das tam so: in Engern bestand die Absicht der Gründung eines sozialdemo fratichen Ortsvereins. Die Ausführung dieses Planes mußte aufgeschoben werden, weil den Genoffen kein Lokal zur Verfügung stand. Den Spott und Hohn, den einzelne Liberale über die FrauenUm die Angelegenheit zu fördern, tamen in der Wohnung bewegung ausgegossen haben, davon hat der Berichterstatter anscheinend eins Berginvaliden Hoffmann auf Einladung von Mund nichts gehört. Die Verschmähten wollen durch bescheidenes Ducken und zu Mund sechs Genossen zusammen. Eine anonyme Betteln die bersagte Zuneigung erzwingen. Das ist schon nicht Dinunziation brachte den Gendarm auf die " Eigenartige Revision eines Amtsgerichtsrates. Vermischtes. In das Dunkel der Koniker Mordaffäre . Bine, der gerade noch die letzten Worte eines Ge- mehr eine Komödie, das ist ein Trauerspiel. nssen hörte, die dahin gingen, daß etwas geschehen miffe". Die Verhandlung selbst war eine ganz formlose gewesen. Gleichwohl gab es eine Anklage wegen Uebertetung der§§ 1 und 12 des Vereinsgefezes und Genosse Hoffmann wurde als Unternehmer und Redner einer nicht angemeldeten, aber anmeldepflichtigen Versammlung zur Erörterung öffentlicher An- fcheint jetzt nach Jahren ein wenig Licht zu bringen. Gestern bor gelegenheiten zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Kammer- einem Jahre, am 3. April 1906, wurde in Beuthen in Oberschlesien Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-72 pr. 100 Bid., IIa 62-67, IIIa 58-61, IVa 00-00, dän. Bullen 0,00, 50. 0,00. gericht als Revisionsinstanz hob das Urteil auf in der Nähe des Heumarktes die zerstückelte Leiche eines jungen Stalbfleisch, Doppelländer 100-125, Ia 85-95, IIa 68-82, IIIa 00-00, und verivies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung Mannes gefunden. Der graufige Fund erinnerte in seinen Einzel- holländ. 0,00, dän. 0,00. Hammelfleisch Ia 66-70, IIa 56-65. an die Strafkammer zurück. Begründend wurde ausgeführt: Die heiten an den Konizer Mord, dem der Gymnasiast Winter zum Opfer Schweinefleisch 46-54. Rehwild, plomb. per Pfund 0,00. Rothirsch, do. Feststellung des Landgerichts, daß der Zweck der Zusammenkunft fiel. In einem Sad befand sich nur der Rumpf mit den Armen, in 0.00. Rothirsch, Abschuß 0,53-0,59. Dambirich 0,00. Wildschweine 0,58. Frischgewesen sei, die Gründung eines sozialdemokratischen Ortsvereins linge 0,50. Kaninchen per Stüd 0,50-0,80. Hühner, alte, per 0,00. bo. II a 1,20-1,30, do. junge Wolga für Engern zu beschleunigen, genüge nicht für die Annahme einer einem zweiten Sad der Kopf und die Beine, Ober- und Unterschenkel Stud 1,50-2,10, waren getrennt. Nach der Art der Zerstückelung mußte diese von hühner 1,00-1,70. Tauben 0,00, italienische 0,00. Enten per Stück Versammlung, die zur Erörterung oder Beratung öffentlicher Angelegenheiten bestimmt gewesen sei. einem Fleischer ausgeführt worden sein. Der Umstand, daß der 2,60-2,70, dito Gis per Stüd 2,60-2,70, Hamburger per Stüd 3,00 bis 4,00, Gänse, Hamburger per Pfund 1,20, dito Eis 0,60. Die Frage, ob ein derartiger Ortsverein gegründet werden solle, Fund an einem Wochenmarkttage, an dem zahlreiche jüdische Heu- echte per 100 Blund 76–89, groß 64-66, matt 0,00. Bander mittel 0,00, oder die, wo man für einen solchen Verein ein Lokal herbekomme, händler aus Galizien nach Beuthen kommen und ihren Standort unsortiert 0,00, bo. matt 0,00. Schleie, holl. 69-71, do. groß 0,00, do. ließe sich sehr wohl auch so erörtern, daß öffentliche Angelegenheiten bei der Fundstelle haben, ließ, wie einst in Konizz, die un- flein 0,00. Male, groß 0,00, mittel 117, flein und mittel 85. dabei nicht berührt würden. Da der Senat auch die tatsächlichen sinnigsten Gerüchte aufkommen. In der Annahme, daß die Leiche Blöken, Hein 30-38," do. groß 51-52, bo. 40-42. Starpfen 40-50er Feststellungen mit aufgehoben habe, so werde das Landgericht Ge- von auswärts eingeschleppt worden sei, wurden die Ermittelungen Bunte Fische 64. 66-70, bo. 50-70er 0,00, do. 40er 0,00. Bleie 65-67. Alland 62-68. Barse, matt 0,00. legenheit haben, auch nochmal nachzuprüfen, ob hier in der Zusammen- nach dieser Richtung hin ausgedehnt, führten aber trotz eifrigen Be fische 0,00. Blau Karauschen 0,00. 28els 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs Ia kunft in der Privatbude bei Anwesenheit von sechs Personen überhaupt eine Versammlung" zu finden sei. mühens der deutschen und österreichischen Behörden zu keinem Erneuer per 100 fb. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. gebnis. Mitte März wurde mit einem Male der Schleier über das 1,00. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, bo. mittel ber Stiſte 2-3, Hamb. Seelachs 25-28. Sprotten, Kieler, Wall 1,00-1,50, Danziger, Kiste geheimnisvolle Dunkel gelüftet. Das Verbrechen war in der im Zentrum Stiege 4-6, balbe Seiste 2,00. Büdlinge, per Wall Sieler 3,00-3,50, Die§§ 344 und 345 des Strafgesetzbuches bedrohen einen der Stadt Beuthen gelegenen Speisewirtschaft des Roßschlächters Stralsunder 3,00-3,50. Male, groß per Pfd. 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,00, Beamten, welcher vorsäglich eine Strafe vollstrecken läßt, von Liberta verübt worden. Der bei Liberta beschäftigte Haushälter lein 0,60-0,80. Heringe p. Schod 5-9. Schellfische Seifte 4-5, do. 2 Siste 2-3. Sabliau, geräuch. p. 100 Bfd. 25-28. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902cr der er weiß, daß sie überhaupt nicht oder nicht in der Art oder dem Kioltyka hatte, von Gewissensbissen gepeinigt, der Polizei Angaben per Anter 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75-80. Schottische Voltheringe Maße nach vollstreckt werden darf, mit Zuchthausstrafe. Ist die gemacht, die die Identität des Toten feststellen ließen und zur Er- 1905 0,00, large 44-48, full. 38-40, med. 36-42, beutsche 37-44. Handlung aus Fahrlässigkeit begangen, so tritt Gefängnisstrafe oder mittelung des Mörders führten. Der Tote war der Arbeiter Heringe, neue Matjes, per 2, To. 60-120. Sardinen, russ., Faß Festungshaft bis zu einem Jahre oder Geldstrafe bis zu Josef Bronner aus Charley und Neunaugen, sein Mörder Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. der Brot- 1,50-1,60. 900 Mart ein. Auf Grund dieser lezten Vorschrift war am Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schod 3,40-4,00. Butter 30. Oftober vorigen Jahres vom Landgericht Posen der Amtsgeber des Kioltyka, der Roßschlächter und Speisewirt Liberta. per 100 Bfb. Ia 110--112, IIa 105-110, IIIa 100-105, abjallende 95-100. Rachsucht erschlagen und Saure Gurten Schod 4,10-4,50, Pfeffergurten 4,00-4,50. gerichtsrat J. Semrau zu 10 Mart Geldstrafe Dieser hatte den Bronner, aus verurteilt. Er hatte gegen einen Verurteilten, der sich in Unter- dann mit Kioltyka zufammen die Leiche in die Abortgrube geworfen. per 100 Bib. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Dabersche 2,25-2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00-2,25, Galattartoffeln 8,00. Spinat fuchungshaft befunden hatte, eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten Nach Verlauf von 14 Tagen hatten beide die Leiche wieder heraus- per 100 Bfund 25-35. Karotten per 100 Pfund 18-20. zu vollstrecken. Er übersah, daß dem Manne ein Teil der Unter- geholt, zerstückelt und in zwei Säcken nach der Fundstelle geschafft. Sellerie, hiesige, per Schod 4,00-10,00, do. pommersche 6,00-12,00. 3wiebeln suchungshaft angerechnet worden war und verfügte eine Strafvoll Liberta befindet sich seitdem in Untersuchungshaft; die bisherigen große, per 100 Pfd. 3,50-4,00, do. fleine 2,00-2,80. do. hiesige( Perl-) streckung in Höhe von sechs Monaten statt einer solchen von fünf Ermittelungen haben eine sensationelle Wendung genommen. Die 0,00. Charlotten 0,00. Peterfilie, grün, Schockbund 2,50-3,00. Kohlrabi per Schod 0,00. Rettig, bayr. per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Bjund Monaten. Nach einem Verlauf von mehr als fünf Monaten ver- Tat Libertas selbst und die Auffindung der Leichenteile ähneln in 4,00-5,00. Teltower Rüben per 100 Bfd. 8-10. Weiße Rüben, große langte der Gefangene seine Entlassung. Er hat insgesamt vier- Beuthen wie in Konig einander so vollkommen, daß der 0,00, fleine 0,00. Rote Nüben 4,00-5,00. Blumenkohl ital. zehn Tage zu viel verbüßt. Trotz des niedrigen StrafKohlrüben per Schod 2,00-2,50. Wirsingtohl maßes legte der Amtsgerichtsrat Revision ein, in der er Gedanke naheliegt, der Täter sei hier wie dort ein und dieselbe per Storb 0,00. ber 100 Pfd. 3,00-4,50. Rotkohl per 100 Pfd. 3,00-4,00. sich darauf berief, daß ja der betreffende Gefangene absichtlich nichts Person. Zu den Verdachtsmomenten kommt noch hinzu, daß Weißlohl per 100 fb. 1,75-2,75. Rosenfohl per 100 Pfd. 0,00. gefagt habe, also selbst daran schuld sei, daß er länger als Liberka in den Jahren 1900/1901, also zur Zeit des Mordes an Grünkohl per 100 Bid. 10,00-15,00. Rhabarber 100 Bd. 10,00-16,00. notwendig im Gefängnis gefeffen habe. In Konsequenz dieser dem Gymnaftasten Winter, in Konig bei dem Roßschlächter Schulz oder Birnen, per 100 Bfd. biefige 0,00, böhm. 15-22, ital. 28-35. Alepfel, per Anschauung hätte der Richter eigentlich noch beantragen müssen, den dessen Nachfolger am Mönchsanger beschäftigt gewesen 100 Pfd., hiesige 5-25, Tiroler, Stifte 30-60, Calville, Stifte 50-110, Amerikanische in gaff. 18,00-35,00, Stal, Stifte I a 12,00-20,00, extra 18,00 Gefangenen wegen Verleitung zu zu langer Haft zu bestrafen. Er hatte damals auch mit einem Mädchen aus einem Hause gegen- bis 25,00. Bitronen, Messina, 300 Stüd 8,00-10,00, 360 Stüd Das Reichsgericht verwarf am Dienstag die eigenartige über verkehrt, das Dehnert hieß und jetzt in Berlin wohnt. Wegen 8,00-10,00, 200 Std 7,00-10,00. Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Murcia Revision. einer auswärts über ihn verhängten Strafe wurde er seinerzeit bo. 714 er 15-23,50, Messina, 100er 4,50-6, 150er 4,75-6, 16t er 8-13,00, auf dem Hofe eines jüdischen Schlächters[ verhaftet. Liberta 200er 8-12, 300er 8-13, Blut 100er 6-7,50, do. 150 er 6-8,00, 80 er trug bei der Verhaftung eine Perrücke. Nachdem er seine Strafe 6,50-8,00. Ital. in Körben per 100 Pfd. 0,00. Mandarinen, Stifte 0,75 abgesessen, wandte er sich nach Bärwalde, wvo er bei bis 2,00, bo. 100er, Stifte 4,00-5,00. einem jüdischen Schlächter Hermann Grünthal gewohnt hatte. In Stoniz hatte er zur Zeit des Mordes am Mönchsanger 10 gewohnt. Es wird vermutet, daß Liberta den jungen Winter aus Rache und Eifersucht ermordet hat. Aus der Frauenbewegung. Radikale Selbstverleugnung. Im„ Kampf mit dem Drachen" läßt Schiller den Meister des Johanniterordens, als härteren Kampf wie die Besiegung des Drachens, die Demut preisen, die sich selbst bezwungen. ist. Entgleist. Ein aus Belgien kommender Kleinbahnzug ist, wie aus Rotterdam gemeldet wird, bei Ersel entgleist, sieben Personen wurden schwer verletzt. Kartoffelu 200 er Stifte 6-9, do. 300 er 8-10, Balencia 420 er Stifte 14-22,00, Witterungsübersicht vom 3. April 1907, morgens 8 Ilhr. Stationen Barometer. ftand mm Bind. Bunsop Swinemde. 759 DSD Windstarke Belter Anscheinend haben die radikalen bürgerlichen Wahlrechtsfämpferinnen beschlossen, durch den härteren Kampf der Demut des Sieges Preis zu erobern. Wir berichteten über die fulminante, vom Gefühl unwiderruflicher Konsequenz getragene Rede der Dr. Anita Augspurg, in der sie dem Liberalismus mit un- Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin Hamburg 755 DSD 3 wolfenl erschrockenem Mute ihr: Entweder oder! zurief. Es war am und Vororte. Donnerstag, den 4. d. M., abends 9, Uhr, Rosenthaler- Berlin 757 DSD Bahlstelle Charlottenburg. Frants.a.M. 752 D 25. März in einer vom Sozialliberalen Verein einberufenen Ver- straße 11/12: Versammlung. Vortrag. fammlung. Der Liberalismus müsse grundsätzlich und praktisch für Donnerstag, den 4. d. M., abends 9½, Uhr, bei Mertens, Krummestr. 43: München Mitgliederversammlung. die Forderungen der Frauen eintreten oder man werde die Konsequenzen ziehen. Man verlange eine glatte Busage oder Absage. So lautete das Ultimatum. Die Liberalen denken natürlich nicht daran eine bindende Busage zu geben, die Parteileitungen ignorieren das Ultimatium einfach und übernimmt die Nedaktion dem Westen. Die lustige Witwe. Kleines. Nachtasyl. Für den Inhalt der Inserate Neues. Meißner Porzellan. Publikum gegenüber feinerlei Residenz. Haben Sie nichts zu Verantwortung: Theater. Donnerstag, den 4. April. Anfang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. La Damnation de Faust. Anfang 8.Uhr. Neues fgl. Operntheater. Die Entführung aus dem Serail. Kgl. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Deutsches. Das Wintermärchen. Stammerspiele. Frühlings Erwachen. Neues Schauspielhaus. Hochzeit. Anfang 8 Uhr. Leffing. Mieze und Maria. Berliner. Kean. berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Nitouche. Thalia. Olympische Spiele. Nachtafyl. Luifen. Lumpacivagabundus. Trianon. Frau. Wafferstand am 3. April. Elbe bei Aussig Meter, bei Dresden+1,07 dp. Elbe bei Magdeburg 3,50 Meter. Elbe bei Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor 3,26 Meter. der bei Breslau+0,98 Meter. Neißemündung 3,40 Meter. Dder bei Brieg 3,84 Meter. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Kean. Freitag: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnabend: Der Hund von Baskerville. meine Fil. Josette Roſe. Bernhard Nose. Sherlock Holmes. Neues Schauspielhaus Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrufeld. Hotel. Ein verrücktes Abends 8 Uhr: Wintergarten. Cleo de Mérode. Herthas Hochzeit. Spezialitäten. Apollo. Der Triumph des Weibes. Spezialitäten. Kafino. Nick Carter. Spezialitäten. Hertas Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Eine Nacht in der Apotheke. Im Inspektionszimmer. Figaro. Geschlossen. Intimes. Eine vom Ballett. Zapfenstreich. Schiller 0.( Ballner Theater.) Traumulus. Schiller Theater Charlottenburg. Im bunten Rod. Schiller N. ( Friedrich Wilhelme städtisches Theater.) Der Familien. tag. Prater Theater. Geschlossen. Balast. Spezialitäten. Passage. Mal was Anderes. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Freitag: Faust. I. Teil. Anfang 7 Uhr. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Meißner Porzellan. Freitag: Vorbestraft. Sonnabend z. erstenmal: Der Dieb. Sommtag: Der Dieb. Reichshallen. Stettiner Sänger. Trianon- Theater. Komische Oper. Hoffmanns Errania. Taubenstraße 48/49. zählungen. Lorning. Frikchen und Lieschen. 66. Die schöne Galathee. Zentral. Wiener Blut.( Anfang 7 Uhr.) Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der: Erde. Nachmittags 4 Uhr: Am Golf von Neapel. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Bien Lemp. n. C. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm Bind. richtung Windstärke Better Haparanda 766 N 2 heiter halb bd. 6 3 heiter 1 wolkenl 7 Aberdeen 754 SD 4'wolten! 1 Baris 2 758 SSD 1 Rebel 6 Petersburg 762 ND 742 23 4 Scilly 746 SSD 3 Regen 746 SSD 3 wolkig 1 Nebel 4 wollig Temp. n. E. 1479 Wetter Prognose für Donnerstag, den 4. April 1907. Ziemlich heiter, etwas fühler bei frischen östlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Kleines Theater. Bentral Theater. Urania. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Sonntag nachm. 3 Übr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Lortzing- Theater I Bellealliancestr. 7/8. Abends 7 Uhr zum erstenmal: Einatter Abend: Die schöne Galathè. Fritzchen u. Lieschen.„, 66". 99 Freitag: Martha. Auf. 7, Uhr. ( Operette.) Täglich Gastspiel des Herrn Ed. Steinberger: Wiener Blut. Deutsch- Amerikanisches Theater. Gesamtgastspiel Theater des Westens. Heute und jeden folgenden Abend: Mamselle Nitouche. Alma ma Succur und Edm. Löwe a. G. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Bum erstenmal: Sonnabend 8 Uhr: Der Barbier Lumpacivagabundus von Sevilla. oder: Das liederliche Kleeblatt. Lustspielhaus. Bauberpoffe mit Gefang in 3 StufTäglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin Fräulein Josette- meine Frau. Robert de Trivelin: Nich. Merander. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. von Anfang 8 Uhr. Freitag: Dorf und Stadt. Sonnabend 4 Uhr zu tl. Preisen: Lumpacivagabundus. Abends 8 Uhr: Der Trompeter von Sädingen. Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Am Golf von Neapel. ( Kleine Preise.) 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater Abends 8 Uhr: Der Familientag. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Heute und morgen: Sherlock Holmes. Detektivkomödie in 4 Aufzügen irach der Romanserie des Canon Doyle. Billettvorverkauf schon für Lage vorher ohne Vorverkaufsgebühr von 10-1 Uhr und von 6-9 Uhr an der Theaterkasse. W. Noacks Theater. Intimes Theater Sängerin und Näherin. Direktion: Rob. Dill. Brimmenftr. 16. Dresdenerstraße 97. Gastspiel des Boltstud mit Gesang von angely. Budapester Burlesken- Ensembles. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren und Borzugskarten gültig. und P. Veber. Sonntag nachin. 3 Uhr. Der Freitag: Die Ahnfrau. Prinzgemahl. Sonnabend: Gr. Extravorstellung. Linée Wolf. „ Eine vom Ballett." " Zapfenstreich." Bunter Teil.. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Donnerstag abends 8 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerschke. Freitag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Sonnabend, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz b. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. Frettag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Sonnabend, abends 8 Uhr: Traumulus. Zirkus Busch. Zirkus Schumann Donnerstag, 4. April, 7, Uhr: Das vollständige große Gala- Programm Die neuengagierten Geschwister Foureaux Francesko und Alberto. Ein Abend in der American Bar. Um 9%, Uhr: ROM. Große Drig.- Ausst.- Pantomime in 7 Bildern. Besonders hervorzuheben: Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. X Radium- Ballett. X Feenhafte Licht- und Wasserspiele. Heute Donnerstag, den 4. April 1907: Fortsetzung des Finale der großen internationalen Ringkampf- Konkurrenz um den ut. Goldenen Kranz von Berlin u 110 000 Mark in bar. Heute ringen: Chemjakin, Rußland, gegen Ritzler, Württemberg. Paul Pons, Baris, gegen Omer de Bouillon, Belgien Metropol- Theater Jakob Koch, Deutschland, Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Sonntag, 7. April, nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. Cipollo Theater 9 Uhr Gastspiel des Driginal- Bauern Hunde- Theaters bon E. Merians. Ein treuloses Weib. Abends 9: Der Triumph des Weibes. Borher: Die Spezialitäten Attraktionen. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das großartige April- Programm! Ki- ta- fuku die beste Japaner- Truppe der Welt. Paul Corradini Berlins beliebtester Komiter und bie erstklassigen 14 Attraktionen 14. gegen Lassartesse, Bordeaux. Vorher: Gala- Programm und um 9%, Uhr: St. Hubertus. 765 Cleo de Mérode Neues Programm. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Neu! ,, Nesemann" der beliebte aktuelle Humorist. Das vollständig neue April- Programm Nick Carter. Nid Carter, Detektiv: Dir. Hans Berg. Sonntag 4 Uhr: Ledige Leute. Steidl Theater und Konzerthaus Brückenstr. 2( a, d. Jannow.Brüde.) Jubel! Jubel! Jubel! Folies Caprice Büro Piepenbrink und Linienstr. 132, an der Friedrichstr. Hente abend 8 Uhr: Eine Nacht in der Apotheke ferner Glänzender neuer Soloteil und: Im Inspektionszimmer. Borverkauf an der Theaterkasse und bei Wertheim. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. De Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Das Geheimnis der alten Mamfell. Schauspiel in 5 Aften. Der 16. August. Anfang 8 Uhr. Vorher: Militär- Konzert. TF Steidl- Restaurant: Militär- Konzert. eute: Garde- Pioniere. Dir. Kühle. ValhallaWa Varieté-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Das neue April. Programm. 10 10 Geni Family Pers. Pers. Circensische Spiele zu Pferde. Grete Gallus Charakter- Soubrette. 12 erfillaffige Nummern 12. Raffeneröffnung 7 Uhr. n. 8 Reichshallen- Theater. Billettvorverkauf im Theaterreftaur. und Strüger u. Oberbed, Turm- und Beuffelstraßen- Ede. Gebr. HerrnfeldBorbert. Anfang Theater 11-26 8115r. 57 Stommandantenstraße 57. Die stürmisch bejubelte Herrenfeldiade Stettiner Sänger. Neu: Ballettschule Klappermatz. Burleste v. F. Mensel. Anjang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Kottbuser Gin verrücktes Sanssouci, Straße 4a. Hotel. Komödie in 3 Atten mit Anton und Donat Herrnfeld. in den Hauptrollen. Morgen: Diefelbe Borstellung. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Der Säugling. Burleste in 1 ft. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Voranzeige! Otto Pritzkow. Münzstr. 16, Sonnabend, 6. april, 8, Uhr, Gaft. Welt- Ausstellungs- ter der berühmten antiſpiritisten Lané und Ney. 0000 Freie Volksbühne Sonntag, den 7. April, nachmittags 3 Uhr: Neues Schauspielhaus. 2. u. 3. Abteilung: Berliner Theater. 15. u. 16. Abteilung: Weh' dem, der lügt. Baumeister Solneß. freitag, den 5. April, abends 82 Uhr: 23. Kunst- Abend Fritz Reuter: Vorlesung Hr. Sauermann v. Deutschen Theater und niederdeutsche Lieder, gesungen von Frau Lissi Kurz. 5 Opern- Vorstellungen im Lortzing- Theater am 21. und 28. April, 5., 12. und 26. Mai, nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann Fra Diavolo- Undine Die lustigen Weiber von Windsor. Opernmarken bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. den 6. April, im Ordner- Sitzung Gewerkschaftshaus, abends 8%, Uhr. 228/16 Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. Achtung! Posamentiere. Freitag, den 5. April 1907, 26195 bei Feuerstein( nhaber Kube), Alte Jakobstraße 75: Oeffentliche Versammlung Unserem ehemaligen Bezirksführer Genoffen Max Poritz zu seinem Hochzeitsfeste die herz26325 lichsten Glückwünsche. Der 480. Bezirk. Deutscher Bäcker- Verband Mitgliedschaft Berlin. Hierdurch die traurige Nach richt, daß unser treues Mitglied Albert Frank am 1. April verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Heilands. tirchhofes in Blößensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 40/1 Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Maschinenarbeiter Hermann Drescher verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. April, nach mittags 5 Uhr, von der LeichenHalle des Heilandskirchhofes in Plößensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 84/3 der ausgesperrten Möbel- Posamentiere Berlins. bie traurige Nachricht, daß meine Marke SALAMANDER DIA Das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Schuh- Industrie Einheitspreis: Für Damen u. Herren Mk. 12 50 Luxusausführung Mk. 16.50 SALAMANDER Schuhgesellschaft m. b. H. BERLIN W. Friedrichstr. 182 C. Hönigstrasse 47 SW. Friedrichstr. 221 Fordern Sie neues Musterbuch Friedrichstraße 112a Volksmuseum nahe Oranienburger Tor. Birta 2000 Nummern Belehrend! 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April, vormittags 10 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 5. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelbe aus statt. Um stille Teilnahme bitten Albert Hahnisch und Kinder, Auguststraße 51. InventurSozialdemokratischerWahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Stralauer Viertel. z. 351 II Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Naler Otto Bratow gestorben ist. Ehre seinem Andenen! Die Beerdigung findt am Donnerstag, den 4. April, nach mittags 3 Uhr, von der Lichenhalle des Gemeinde- Friedhops in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung eiucht 243/15 Der Vorstam. Tobes- Anzeige. Hierdurch zur Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, uner lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dnkel, dr Schlosser 4454 Otto Rahn im Alter von 27 Jahren nad schweren Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigen betrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. April, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Rigdorfer Gemeindefriedhofes am Mariendorferweg aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Schankwirt Wilhelm Günther ( 11. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4, Uhr von der Zeichenhalle des alten Rigdorfer Friedhoses( Rudowerstraße) aus statt. Ferner ist das Mitglied Schlosser Otto Rahn ( 13. Bezirk) berſtorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4, Uhr von der Leichen halle des neuen Rigdorfer Fried hofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/10 Der Vorftand. Deutscher Ausverkauf Metallarbeiter- Verband Nur solange Vorrat: Ein Posten Wollatlas- Steppdecken. Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. 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Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former August Seidel am 2. b. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Rudolf Virchow- Krankenhauses aus nach dem Friedhofe der Hedwigs- Gemeinde, Liesenstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Fehlerhafte Plüsch- Teppiche Tischler- Verein zu Berlin in allen Größen zu fabelhaft billigen Preisen, zu 10 Proz. extra Rabatt. Plüschdecken in allen Farben, solange Vorrat, Stck. 5,75, 6,25, 7,35, 8,25, 9,35, Tuch- Tischdecken 1,68, 2,15, 2,75, 3,50 etc. E. Weissenbergs Teppich- Haus Gr. Frankfurterstr. 125, 2. Haus v. d. Koppenstraße. Nach auswärts per Nachnahme. E. H. No. 89. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Hermann Pankrat Admiralstr. 18c wohnhajt am am 1. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung finder Freitag, den 5. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Simeon Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. 47 Um rege Beteiligung ersucht 198/9 Der Vorstand. Dr. Paul Caspari, Art ist berzogen nach) Metzerstr. 41, Eingang Weißenburgerstraße. Hygienische Bedarfsartikel, Neuest. Katalog m. Empfohl.viel.Aerzte u.Prof. grat. u H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Berlin. Qrud u. Verlag: Vorwärts Suchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 78 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vermischtes. Ein triegsschiff im Wege. Der Rhein- See- Dampfer" Saturn" der Neptm- Gesellschaft stieß bei der Ausfahrt von Hamburg auf der Unterelb mit dem Kriegsschiff Kaiser Wilhelm II." zusammen und erlitt hicbei solche Schäden, daß er in den Hamburger Hafen zur Löschun der Ladung zurückkehren mußte. " Donnerstag, 4. April 190. und erachtet als Ursache Ursache chemische Berseßung des angehalten werden. Der Bahnverkehr zwischen Sankt- Gilgen und Pulvers". Santt- Wolfgang wurde eingestellt; wahrscheinlich muß die Eisenbahn Drei Personen getötet und 23 schwer verlegt. Nach einer Mel- auf dieser Stelle gänzlich verlegt werden. Wie die Direktion der Salzkammergut- Lokalbahn mitteilt, ist dung aus Ruttka stieß bei der Station Varin ein Sonderpersonenzug der Absturz der Reichsstraße und des Bahnkörpers bei Lueg infolge mit einem Güterzug zusammen. Die Wagen des Personenzuges eines bedeutenden Bergsturzes erfolgt. Die durch den Sturz wurden zertrümmert, drei Reisende getötet und 23 schwer verletzt. hervorgerufenen Wellen waren so groß, daß die in einer Entfernung In den Abersee gerutscht. An der Eisenbahnhaltestelle Lueg bei von einem Kilometer belegenen Badehütten in den See stürzten. Sankt- Gilgen rutschte gestern abend unter erdbebenähnlichen Er- Der Verkehr auf der Reichsstraße sowie der Eisenbahnverkehr dürften Di Jena"-Katastrophe. Die Untersuchung über die Katastrophe scheinungen ein 155 Meter langes Stüd der Reichsstraße samt dem auf zwei Monate unterbrochen bleiben. des Pazerschiffes„ Jena" ist nunmehr abgeschlossen. Der Bericht Bahngleis in den Abersee. Menschen tamen dabei nicht zu Schaden. weist ede Verdächtigung eines verbrecherischen Verschuldens zurück Ein von Sankt- Gilgen kommender Eisenbahnzug fonnte rechtzeitig Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberall käuflich! Eigene Werkstätten! Fabrik ,, Epirus", Dresden 8621L* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Am Sonntag, den 7. April, vormittags 10 Uhr: Urania- Vorftellung. Zur Aufführung gelangt: ,, Die Feuergewalten der Erde". Billetts find im Verbandsbureau zu haben. 84/2 Die Ortsverwaltung. Bären ein kräftiger aromatischer, stets gleichmäßiger Kaffee. Original 1/2 Pfd. Packung zu 60, 70, 80, 90 und 100 Pf. in circa 2000 Geschäften. 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Bau der Firma Jarotzki: Jagdschloß Glienice. Bauten derfirma Plagemann: Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Witting, Mielerstraße und Scharnhorststraße. Bau der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, 9 Tempelhof, Germania- und Gottlieb Duntel ftraßen- Ece. Adalbertstr. 20. Bau der Firma Iden: Elisabethkirchstraße, vis a vis der Strelizerstraße. Bauten der Firma Ziehe: Rigdorf, Harzerstr. 8. Bauten der Firma Emmeluth, Nixdorf: Hildebrandtstr. 16. Schwabach, Wannsee, Friedrich Karlder Metall +138 ftraße. Farbigmacher auf gute Arbeit verlangt Gewerkschaftshaus bei Neumann, arbeiter, Charitéſtr. 3. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Partstraße. Ladeneinrichtung aller Branchen, werden Kontormöbel, Geldschränke, Eisenschautästen alt und neu, Spottpreise. Steinede, Oranienburgerstraße 2 ( Hadescher Markt). Hennig u. 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Dldenburgerstraße, Klosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. burg, Charlottenburg: Frantsen, Wangenheimstr.- Ede. Banten der Firma Hegelmann: Bau der Firma Röder& Comp.: Zauroggenerftr. 2. Bau der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Müllerstr. 52. Banten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rigdorf, Treptowers und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bauten der Firma Rachfall, Kastanien- Allee 10: Leibnizstr. 46. Bendlerstr. 19. Bau der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a. Bauten der Firma Herrmann, Allee, und Guß Staligerstraße: Gasanstalt, Prenzlauer Direktionsgebäude röhrenlager. Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrechtstraße 17. Gutzeit, Ufer und Martin Opikstraßen- Ede. Bau der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lynarstraße und Ringbahn. Bau der Firma Pohl& Sohn: Kurfürstendamm 103104. Brunnenstraße Ede boltaftraße. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstrße: Groterjahn, Schönhaur- Allee 129. Burgall u. Martin, faldensteinstraße 49. Rottbuserdamm 87. Friedenau, Stubenrauchr. 12. Beiser, Schöneberg, Mündenerstr.14. Mattner, Friedenau, Isobeftr. 6. Menge, Pariserstr., Ede Schsischestr. Bornholmerstr. 4. Nölte, Heilbronnerstr. 17. Heilbronnerstr. 22. Holland, Wilmersdorf, Holseinische straße 11a. Bauten der Firma Pasci, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfar ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Oskarstraße Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/ Höselt u. Seifert, Karlshorst. Wolf, Nieder- Schöneweide. Grothe, Mariendorf, Dorfstr.- Cle. Bauten der Firma Stahl, Sur fürstenstraße 37: Ueberholz, Kurfürstendamm 170 Westendorf, Stegliz, Miquelftr. 1. Bröter, Schöneberg, Hauptstr. 88/19. Ueberholz, Eberswalderstr. 27. Anders, Chodowidistraße. Beher, Friedenau, Condriftraße. Schoffow, Charlottenburg, Sybell- Bauten der Firma F. Peschel straße 61-62. Bauten der Firma L. Lassen: Denime, Urbanstr. 94. Schmädicke, Elberfelder- und Dort munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Brefinsky, Borhagen. Bau der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimstr. 46/47. Bauten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich-, Ede Mohrenstraße. Schivelbeinerstr. 7. Winsstr. 17. Bau der Firma Heinemann: Lange, Rigdorf, Boddinstraße. Bau der Firma Schwarze, Rigdorf, Nogatstr. 25: Rigdorf, Emserstr. 32-34. Bauten der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber straße 22. Sonntag und Gryfiusstraße Ede. Bau der Firma Schneider, Griebenowstraße: Adalbertstr. 9. Bau der Firma Scharwis: Stödel, Friedenau, Cranachstraße. Bauten d.Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr.1. Rigdorf, Schudowerstraße 5. Werkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Bau der Firma Mitsch, Bars nimftr. 22: Christburgerstr. 41. Bauten der Firma Schrammer in Nixdorf. Hedemann, Inn- u. DonaustraßenEde. Thiemann, Rigdorf, SchöneweiderStraße 20. Keller, Rigdorf, Hermannstr. 11) Bau der Firma Gustrau, Rigdorf: Stier, Ober- Schöneweide, Edisonstraße 40. Bau der Firma Löchel, Rigdorf: Steglit, Päschteftr. 10/11, Bauherr Lange. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Rutvald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Stiefholaftr.Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Harms: Bettenfoferstr. 28. Bau der Firma Klempau Nachfl. Waisenhaus in Berneuchen. Ban der Firma Walter, Uferstraße: Töpfer, Pankow, Binzstraße. Bau der Firma Kurz, Charlottenburg: Boch, Charlottenburg, Fritschstraße. Bau der Firma Sommerkorn: Frankfurter Chauffee 61 a, b, c. Schaum, Wilmersdorf, Raiſer Aee, Treppengeländerbrauche. Ecke Wilhelmsaue. Schulz, Sungfernheide, Mindenerstraße. Bauten der Firma Braun: Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fensterbau. Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther. 1. Freisingerstraßen- Ede. Bauten der Firma Stellmacik Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ecke Dernburgstraße. Pantow, Spandauerstraße, Ede Streuzstraße. Bauten der Firma C. Prächtel, Laufiterfir. 10: Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Virchow- Krankenhaus, Seestraße. Packhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Metz, Urbanstraße: Tempelhof, Eylauerstraße. Steglitz, Stubenrauchstraße. Bankow, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauers, Ede Bergstraße. Wilmersdorf, Nassauischestr. 7. Bau der Firma Herrgesell u. Hübner, Wilhelmshavener. straße: Dalldorferstr. 24. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Weißensee, Frisickestr. 3. 9 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärt Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u.. Sieg lindeftr.- Ede. Brüll u. Schmidt, Charlottenburg, Dernburgstraße. Brode, Charlottenburg, Dahlmannftraße. Friz, Charlottenburg, Niebuhrstr. 77. Bauten der Firma Hundt, Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Hausherr, Stegliz, Hubertusstraße, Ede Schloßstraße. Rutter, Behlendorf, Scharfeftr. 4. Scheuren, Zehlendorf, Milinowskistraße. Haase, Zehlendorf, Riemeisterstraße. Bastian u. Kabeliz, Behlendors, Riemeisterstraße. Postbau, Niederschönhausen, Tresfowstraße 67. Barnimstr. 170. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Schmidt, Pasteurstr. 35. Wilmersdorf, Kaiser- Allee 202. Martin Dpikstr. 1. Gottschaltstr., Ede Martin Opizſtr. Scharntte, Reinidendorf, Dranienburger Chaussee. Uferstr. 13. Dietrich, Genterstr. 65-67. Wiese, Tempelhofer und Schöne berger Berbindungsstraße. Schahorn u. Trödel, Gottlieb Kintelstraße. Schöneberg, Mühlenſtr. 8a. & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther ftraße 27. Seiler, Schöneberg, Chlauerstr. 3. Baugesellschaft Warthe", Nixdorf, Hermannstr. 32. Bauten der Firma G. Bruns, Boppstraße: Wisbyerstr. 71/72, Geite. Schonenschestr. 3-4, Geile, Weißensee, Frifideftr. 3. Grünau, Jägerstr. 16, Baez. Lankwiz, Kurfürsten- und Froben ftraßen- Ecke, Köhler. Christet, Charlottenburg, Franklin. ftraße 18. Roscher, Schöneberg, am Bahnhofe Papestraße. Friedrichshagen, Friedrichstr. 114. Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Gräz, Bornholmerstraße, Ede Schönhauser Allee. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarerstraße. Villa Werner, Klein Glienice bei Potsdam. Paulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ede Garvinusstraße. Zauber, Gleimftr. 49. Bornholmerstr. 71. Bauten der Firma Lindgren, Nirdorf: Sazmann, Brüdenstr. 2. Wüzler, Rigdorf, Bergstr. 112. Wipperftr. 25. Müller, Walter und Jus liusstraßen- Ede. Lowe, Gewehrfabrit, Wittenau. Altes Kriminalgericht, Moabit. Wilde, Böhmischestraße, Ecke Schu domastraße. Caro, Charlottenstr. 73. Nixdorf, Emserstr. 34. Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Samoaftr. 2, 3, 20, Bau Müller. Prinz Regentenstr. 116, Bau Last. Bauten der Firma Grieser, Steglitz, Heesestraße: Lamprecht, Stegliz, Schöneberger. ftraße 10-11. Swoboda, Stegliz, Grunewaldstr. 28. Willardt, Steglit, Zimmermannstr.12 Krüger, Lichterfelde, Chausseestraße Ede Stegligerstraße. Banten der Firma Meinhardt Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Wilmersdorf, Hildegardstr. 25. Lange, Livländischeste Bau der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser FriedrichEde Scharnstraße. Bauten Engel, der Firma Uferstr. 5. Saalmann, Schwedenstraße 5. Lehmann, Boigtstraße. Räb, Bankow, Prinz Heinrich- und Berlinerstraße Ede. Banten der Firma Brandenburg, Wilhelmstr. 124: Bonifaciusgemeinde, Dorfstr. 87/88. Schilling, Köpeniderstr. 27. Löffler, Krefelderstr. 8a u. 9. Henrizi, Charlottenburg, Suarez. ftraße 13. Röpeniderstr. 27, D. Karl, Pasteurstr. 40/41. Bauten der Firma Vogt& Söhne, Stendalerstr. 6: Echtermayer, Driesenerstraße, Ede Stolpischestraße. Thiele, Wilmersdorf, Nassauischestraße. Herms, Pankow, Schmidtstraße. Bauten der Firma Lütjen& Bruns, Greifswalderstraße: Hubracht, Dahlmann Ede Sybel straße. Koppen, Bankowo, Wollantstr. 96. Balentus, Charlottenburg, Claufe wikstr. 7. Bölker, Jablonskiftr. 12/13. Dldenburgerstr. 43/44. Banten der Firma Fröbe, Hollmannstraße. Chodowidistraße 7-8. Ueberholz, Kurfürstendamm 168/169. Banten der Firma Sichter. mann, Schmargendorf: John, Wilmersdorf. Berlinerstr. 33. Pumplun, Steglib, Schloßstr. 32. Bumplum, Charlottenburg, Suarezftraße 3. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: Für Vergolder: J. C. Pfaff, Beughofstraße. Die Ortsverwaltung. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.