Mr. 82. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 I., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das fibrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz . Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf ( tellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition t bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Abreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Ami IV. Nr. 1983. Dienstag, den 9. April 1907. immer noch auf die liberale Hochflut, die sein gestrandetes Schiff Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. 92r. 1984. Die Schicksalswende des Freisinns. Effieber flott machen foll. Dieſem Optimismus entſprang Die Auſchuldigungen gegen die ,, Azione". " Nom, 4. April.( Eig. Ber.) Die von Morgari unternommene Kampagne gegen das auch sein Unternehmen, auf dem 2. Delegiertentag des( freifinnig bereinigten) Wahlvereins der Vom Gesichtswinkel Theodor Barths aus gesehen, steht Biberalen" den freisinnigen Kompromißpolitikern ins Geder deutsche Freifinn am Scheidewege. Gerade sein Ein- wissen zu reden. Er erlebte auch die Genugtuung, seine Aus- Syndikalistenblatt" Azione" droht zu einem Parteikonflikt rücken in den Regierungsblock hat ihn vor die verhängnisvolle führungen, die die naturwidrige konservativ- liberale Paarung schlimmster Art auszutvachsen. Morgari hat Material vorAlternative gestellt, entweder gleich dem Nationalliberalismus zwischen Karpfen und Kaninchen geißelten und wider seines gebracht, das in der Tat zu ſehr ernſten Zweifeln über die finanzielle politisch völlig zu degenerieren oder aber nachdrücklicher als ehemaligen, inzwischen treulos abgefallenen Kampfgenossen Nau- unabhängigkeit der" Azione" berechtigt. So hat er bewiesen: bisher ſeine liberalen und demokratischen Prinzipien zu bermann naive Illusionen polemisierten, mit starkem Beifall" 1. Daß der offizielle Hauptgeldgeber der Zeitung ein Staatsangestellter namens Scarano ist; 2. daß dieser selbst keine treten. Wir haben ja kürzlich ausführlich die taktischen Ratschläge belohnt zu sehen. Aber Herr Barth ist sicher selbst genug Mittel hat; 8. daß der von dem Staatsangestellten Scarano wiedergegeben, die Herr Barth dem Freisin erteilt. Statt politischer Routinier, um zu wissen, wie solch platonischer durch ängstliches Kompromissein mit Regierung Achtungserfolg zu bewerten ist. Wann hätte jemals das An- als Geldgeber hingestellte Degli Uberti, ein Schwager Scaranos, und Konservativen ein paar bescheidene Konzessionen von der schlagen prinzipieller Töne beim Liberalismus versagt! Aber über ein steuerpflichtiges Einkommen von 10 600 Lire jährlich verReaktion zu erschmeicheln, solle der Freifinn mit rücksichtsloser wenn Wilhelm„ der Große" einmal gesagt haben soll:„ Heute fügt, also nicht gut 42000 Lire in einem halben Jahre für UnterEntschiedenheit für liberale und demokratische Forderungen, jubeln sie( die Massen) mir zu und morgen wählen sie doch nehmungen seines Schwagers geben kann und daß er vor Zeugen nicht nur im Reiche, sondern auch in Preußen, eintreten sozialdemokratisch", so wird sich erst recht Herr Theodor Barth erklärt hat, wohl von einem Unternehmen gegen den„ Avanti" und durch geschickte Ausnutzung der zurzeit im Zentrum sagen, daß dieselben Leute, die ihm heute Beifall zollten,( sic!) zu tviffen, aber kein Geld dafür gegeben zu haben. Diese drei Punkte können als bewiesen gelten es sei denn, vorhandenen Oppositionsstimmung dem politischen morgen doch den kompromißlichen und alle liberalen PrinFortschritt die Gasse zu bahnen versuchen. Gelinge es, das zipien kompromittierenden Sirenentönen der Herren Bachnicke man wolle Morgaris Borte in Zweifel ziehen, was niemandem, der diesen Genossen fennt, in den Sinn fommen Zentrum mitfortzureißen, so ermögliche die Situation die und Naumann folgen und mit den Oldenburg Januschau und Durchführung energischer Wahlrechtsreformen. Versage das Arendt zufammen für die Blockpolitik der beiden Bernharde tann. Sie schließen aber nicht aus, daß der Chefredakteur der " Azione", Genosse Enrico Leone, sich in gutem Glauben beZentrum, so sei es wenigstens möglich, ihm das demokratische eintreten werden! Mäntelchen von den Schultern zu reißen und es in seiner Der ganze Verlauf des Delegiertentages wird das Herrn fand, als er die Redaktion übernahm und ihn nur der Vorwurf wirklichen reaktionären Mißgestalt an den Pranger zu Barth beweisen. Herr Potthoff behandelte das Thema trifft, leichtfertig geglaubt zu haben, was ihm schlaue Lügner und stellen. Der entschiedene Liberalismus werde also in jedem Liberalismus und Beamte" und entlockte dadurch bezahlte Parteifeinde vorlogen. Uns ist es ebenso unmöglich, Leones Falle bei einer solchen Taktik gewinnen. Bescheide er sich da Herrn Tischendörfer den Stoßseufzer, daß man doch guten Glauben wie Morgaris Rechtschaffenheit in Frage zu ziehen. gegen mit der Rolle eines pflaumenweichen national recht bald auch einmal das Thema Liberalismus und Wir halten es daher für bedauernswert, daß die Genossen, national- recht liberalisierenden Kompromisselns, so verscherze er damit Arbeiter" behandeln möge. Herr Naumann empfahl die erst den Verdacht und dann das Material gegen die auch den Rest seines liberalen und demokratischen Nimbus, so zwar in seinem Referat über„ Die nächsten Aufgaben des" zione" hatten, Leone nicht persönlich davon in Kenntnis gehe er jeder Anziehungskraft auf die breiten Massen der Liberalismus" die liberale Initiative auf dem Gebiete der fepten, anstatt ihn in einen Standal zu verwickeln. Desgleichen fortschrittlich geachteten Bevölkerung verlustig. Sozialreform, aber er begeisterte sich doch in erster bedauern wir, daß die Integralisten in Rom die Sache, die doch die " " So Herr Theodor Barth über die Schicksalswende des Linie für die famose Welt- und Kolonialpolitit. Genoffen jeder Tendenz in gleicher Weise angeht, als ihre AnFreisinns. Wir haben die von Barth empfohlene Taktik als Das Plebiszit" der Neuwahlen habe bewiesen, daß die jetzige gelegenheit behandeln und Sonderversammlungen ihrer Tendenz die vom prinzipiell liberalen Standpunkt aus Stolonialpolitik teine Politit Wilhelnis II., sondern eine„ a II- einberufen, um über die Maßnahmen zum Schutze der Parteiehre zu einzig richtige durchaus anerkannt. Wir haben aber zugleich gemeine nationale" geworden sei. Ein Plebiszit", dessen beraten. Sie schleudern damit den Syndikalisten und den Inkeinen Zweifel darüber gelassen, daß der deutsche Freifinn Stimmenmehrheit gegen die Kolonialpolitit ausgefallen ist 1 transigenten eine Beleidigung ins Gesicht, indem sie bei ihnen weder gleichwohl diese Tattit nicht einschlagen dürfte. Und das trotz der schamlofen Wahlmache der Regierung, trotz Interesse noch Beruf zum Schuße der Parteiehre voraussetzen. Dies Die Tendenzen und Entwickelungsmöglichkeiten unseres der standalösen Tätigkeit des Flottenvereins und der Berhalten ist nicht geeignet, die Parteieinheit zu feftigen. Auf der anderen Seite verfahren die Syndikalisten die Sache, Liberalismus dürfen ja nicht nach den schönen Prinzipien Siebert- Garde des Reichslügenverbandes! " " Auf beiden Seiten schlägt man also Wege ein, die ganz beurteilt werden, mit denen er so gern hausieren geht. Man Auch Herr Naumann meinte übrigens, daß die augen- indem sie den Angriff auf die„ Azione" als einen solchen auf den hat vielmehr zu untersuchen, ob diese Prinzipien, die einer bridliche Situation des Liberalismus, d. h. seine Block Syndikalismus ausgeben und mit maßlofer Heftigkeit antworten, längst berjährten Vergangenheit angehören, auch wirklich noch brüderschaft, teine Ewigteitssituation" sein werde. ohne das Tatsachenmaterial Morgaris zu widerlegen. Anstatt abden politischen und sozialen Interessen derjenigen Der legte große Kampf des Liberalismus werde unterwehren greifen sie Morgari und Ferri an; wie bürgerliche Schichten entsprechen, denen die politische Leitung des allen Umständen gegen rechts gefochten werden. Ein Blätter wissen wollen, bereiten sie auch eine Veröffentlichung Die" Azione" beschuldigt Ferri, Freisinns zugefallen ist. Liberalismus, der in letter Linie gegen links geführt werde, gegen den Abanti" bor. Den Kern des deutschen Freisinns bilden Kapitalisten fei fein Liberalismus. Die schwierigste Probe des Liberalismus gegen den Parteibeschluß mit dem Freimaurerorden unterhandelt und Mittelständler. Deren Interessen können wohl liege darin, daß er liberal bleibe. Immerhin sei zurzeit au haben, burch Gunst ein Kontokorrent bei der Banca d'Italia zu mit gewissen sozialen Interessen des Agrariertums der aus der tonservativ- liberalen Paarung zu erharrende genießen, trotz seiner notorischen Mittellosigkeit, und eine Verstart tollidieren, nicht aber auch im gleichen Maße mit deren Sperling in der Hand" der„ Taube auf dem Dache" des sicherungsgesellschaft durch Abonnements mit Versicherung" den politischen Interessen. Die Hochschutzöllnerei kann von prinzipiellen Liberalismus vorzuziehen! Eine famose Vor- Lefern des„ Avanti" empfohlen zu haben, obwohl die betreffende den Vertretern des mobilen Kapitals und dem freisinnigen bereitung auf den letzten unausbleiblichen Entscheidungstampf Gesellschaft nicht empfehlenswert sei. Weiter fordern die Syndikalisten, daß Morgari nicht weiter politischer Sekretär bleibe, wenigstens so Kleinbürgertum schmerzhaft genug empfunden werden gegen die Reaktion, diese liberale Spazenjagd! gleichwohl aber kann dieser Kern der freisinnigen Truppe Das Ende vom Liede ist also der erneute Treu- lange die heutige Frage schwebt, da man ihm teine Dofomente anvorsichtig einem Entscheidungstampf mit dem sch wur zur Blodbrüderschaft! Als hübsche vertrauen fönnte. Agrariertum aus dem Wege gehen und ihm den entsagens- betorative liberale Verbrämung dieser reaktiovollen Weg des Kompromisselns vorziehen, weil er nären Bourgeoispolitit gelangte dann zuguterlegt folgender direkt zur Parteispaltung führen. Die Syndikalisten beschlossen, sogar gestern abend, einen Kongreß ihrer Fraktion einzuberufen. sich durch andere stärkere Interessenbande Antrag des Parteivorstandes zur Annahme: mit der agrarischen Rechten verbunden fühle. Ja, lägen 1. dafür Sorge zu tragen, daß die Frage des parlamen- Man scheint die Tat der Jugendorganisationen nachahmen und die die Dinge so, wie sie viele Jahrzehnte hindurch in England tarischen Regiments in der agitatorischen und literarischen Partei in Jntegralisten und Syndikalisten spalten zu wollen, was lagen und noch liegen: stellte der Sieg des parlamentarischen Tätigkeit der Partei mehr als in den legten Jahren notwendig zu einer Dreiteilung führen müßte, da die Revolutionäre betont wird, oder Intransigenten sich weder den reformistischen Integralisten noch und demokratischen Systems der industriellen Stapitalistentlasse den Syndikalisten anschließen könnten. Wir glauben, daß nur noch einen Sieg in Aussicht, den sie fruchtlos genießen könnte, so eine energische Haltung der Masse diese unheilvolle Lösung wird ver. würde auch der deutsche Liberalismus entschiedener auftreten. hüten können. In Deutschland aber hat die kapitalistische Klassenfcheidung auch bereits in der fraftvollen, entschiedenen Klassenbewegung des Proletariats seinen Ausdruck gefunden. Ein Sieg des Parlamentarismus und der Demokratie würde im letzten Ende nicht dem Liberalismus, sondern dem fozialdemokratschen Proletariat zu gute kommen, und deshalb zieht es der deutsche Liberalismus vor, sich mit der agrarischen Reaktion felbst dann in die politische Klassenherrschaft zu teilen, wenn der weitaus größere Vorteil auf seiten der junkerlich beherrschten Regierung, des Juntertums und der verjunkerten Bureaukratie liegt! 2. dieses Thema auf die Tagesordnung des nächsten Delegierten tages gesezt werde. Die Reichstagsfraktion der Freifinnigen Bereinigung wird ersucht, dahin zu wirken, daß die Beratung des Antrags Ablaß und Genossen betreffend Neuabgrenzung der WahI= kreise und Sicherung des Wahlgeheimnisses ( Nr. 134 der Drucksachen des Reichstags) mit allen parlamentarischen Mitteln möglichst bald, in jedem Falle aber im Laufe der gegen wärtigen Seffion erzwungen wird. Politische Ueberlicht. Berlin, den 8. April 1907. Reichsverfaffungsänderungen. Der Delegiertentag betrachtet es als die wichtigste Aufgabe Die preußische Regierung ist eifrigst bemüht, den Ansprüchen der Liberalen im preußischen Abgeordnetenhause, mit allen Kräften der Agrarier zu genügen und die Widerstände, die der Einführung immer aufs neue auf die Ersetzung des preußischen Dreiflaffen von Schiffahrtsabgaben entgegenstehen, aus dem Wege zu räumen. wahlrechtes durch das Reichstagswahlrecht hin- Sie tämpft für die Durchführung des§ 19 des preußischen Kanalzuwirken. Die Freifinnige Bereinigung im preußischen Abgeordnetenhaus wird ersucht, in Gemeinschaft mit den beiden anderen liberalen Fraktionen dahin zu wirken, 1. daß der genoffenschaftlichen, insbesondere der tonfum genossenschaftlichen Arbeiterbewegung weder auf gefeßgeberischem( Umfassteuer) noch auf verwaltungsmäßigem( Verbot des Beitritts für Staatsangestellte) Wege Sindernisse bereitet werden, Das sei es noch so würdelose Kompromiß mit der Reaktion sichert der liberalen Bourgeoisie wenigstens die tapitalistische Ausbeutung der befitlosen Klasse, die politische und ökonomische Niederhaltung des Proletariats, an der sie in ihrer Art nicht minder interessiert ist, wie das Agrariertum an der Knebelung und Ausbeutung der ländlichen Heloten. Es sichert ihr das möglichst langsame Tempo der Sozialreform, einen Schutz gegen allzu unbequeme gewerkschaftliche Forderungen des organisierten Proletariates, die Beherrschung der großstädtischen Kommunen und wenn auch bescheidenen, Durch die Annahme dieser von einem fürsorglichen so doch halbwegs sicheren politischen Besitzstand in Reichstag Barteivorstand präparierten prinzipiellen" Wünsche hat der und Landtag. Das parlamentarische und demokratische System freifinnig- vereinigte Liberalismus also wieder einmal sein dagegen würde die politische und materielle Machtstellung der prinzipielles Gewissen salviert! freisinnigen Bourgeoisie schließlich nicht minder bedrohen, wie 2. daß die staatsbürgerliche Freiheit der Arbeiter und Angestellten in staatlichen Betrieben feinen unzeitgemäßen und unberechtigten Beschränkungen unterworfen werde." gefeges, der solche Abgaben fordert, mit einer Aufopferung, die zu der Lässigkeit, mit der sie für den Bau des Mittellandkanals ein getreten ist, in schärfstem Kontrast steht. In lezter Zeit war es befonders Württemberg, das die preußische Regierung durch allerlei Locmittel für ihren Plan zu gewinnen suchte. Das scheint ihr jetzt gelungen zu sein. Die„ Dresdener Neuesten Nachrichten" melden: " Nach unseren zuverlässigen Informationen ist eine definitive Einigung zwischen Württemberg und Preußen hinsichtlich der Schifffahrtsabgaben in den letzten Tagen erfolgt. Württemberg wird im Bundesrat für die Einführung von Schiffahrtsabgaben stimmen. Die 30 Silberlinge" erhält Württemberg in Form eines erheblichen Beitrages zur Neckarkanalisation. Wie man nicht nur in Berliner eingeweihten Kreisen, sondern auch in Karlsruhe auf das bestimmteste versichert, ist auch Baden ent fchloffen, umzufallen. Der persönliche Widerstand des Großwird und uns mitgeteilt bon sonst zuverlässiger, informierter Seite bestätigt, mit Erfolg be tämpft worden. Auch Baden soll für seine Zustimmung einen speziellen Beitrag zur Nedarregulierung erhalten; außerdem follen gewisse oberrheinische Wünsche Badens erfüllt werden. Das mit erscheint trop aller Proteste das Schicksal der Schiffahrtsabgaben im Bundesrat besiegelt, auch im Fall der Opposition Sachsens." herzogs fei, fo Die 100 000 Arbeiter der Hirsch Dunderschen sie die Hochburg des Junkertums brechen würde. So ent- Organisationen, die dem Freisinn aus politischer Kurzspricht es also nur der ehernen Logit der ökonomischen Ent- sichtigkeit und fleinlicher Verärgerung noch immer nachwickelung, daß der Freisinn den fadenscheinigen Vorwand der tappen, dürfen sich also auch fernerhin ohne Gewissensstrupel durch Verweigerung der Südwestafrikakredite bedrohten um das liberale" Banner scharen, trotz der dem„ Block" ,, nationalen Ehre" benutte, um mit Bauten und Trompeten geleisteten Vorspanndienste des Protektors aller Streit. in das Lager der Reaktion überzugehen! brecher und Gelben, trotz des an Herrn Liebert ge" Indes ist damit, daß die preußische Regierung einen Bundes Herr Theodor Barth hat nun zwar seine Galeere auf den richteten Silvesterbriefes des hohen Gönners des verständigen" Strand gesetzt, aber er bofft als unverbefferlicher Dotimift Liberalismus, des agrarischen Kanalers" Fürften Bülow! staat nach dem andern für die Erhebung von Schiffahrtsabgaben einfZngt, die Frage keineswegs erledigt. Der Artikel S4 der ReichZverfassuiig steht nach Ansicht von fast der gesamten deutschen StaatSrechtSwissenschaft den preußischen Plänen entgegen. und dieser Paragraph verliert nicht dadurch seine Gültigkeit, daß die preußische Negierung plötzlich eine andere Auslegung beliebt und für diese infolge allerlei Gefälligkeiten die Zustimmung anderer Bundesstaaten findet. Wenn sich die Bundesstaaten unter der Hand darüber einigen, einem Berfassungsparagraphen eine andere Deutung zu geben, als er bisher hatte, so wird dadurch diese neue Jnter- pretation keineswegs ohne weiteres maßgebend. Auch daS deutsche Boll kommt in Betracht, und diesem wird durch das Bestreben der preußischen Regierung, die Abgabenfreiheit auf den natürlichen deutschen Strömen zu beseitigen, ein Recht genommen, daS ihm durch die Reichsvcrfassung gewährleistet ist. Gelingt es der preußischen Negierung, einfach durch eine andere Interpretation einen Artikel der Reichsverfassung außer Kraft zu setze», dann wird sie sicherlich auch in anderen Fällen, wo ihren Absichten Bestimmungen der Reichsverfassung entgegenstehen, versuchen, über diese Hindernisse dadurch hinweg zu kommen, daß sie die betreffenden Bestimmungen anders interpretiert oder durch gefügige Staatsrechtslehrer inter pretieren läßt und dann für diese neue Auslegung-unter den anderen Bundesstaaten so viele Stimmen wirbt, daß sie mit diesen zusammen im Bundesrat die Mehrheit hat. Der Reichstag muß deshalb energisch Protest gegen das von der preußischen Regierung ein- geschlagene Verfahren einlegen.— Montagnini und kein Ende. Paris, S. April.(Gig. Ber.> Noch immer regnets„Montagnini-Papiere" von allen Seiten, Und aus des päpstlichen Auditors Tagebüchern und Briefregistern kommt noch manches Geheimnis des vatikanischen Geschäfts an den Tag. An dem Gesamtbild wird sich indes kaum mehr etwas ändern. Festgestellt ist die leitende Rolle, die Merry del Bal in der Wahlkampagne der„liberalen Aktion" gespielt hat, festgelegt seine Einflußnahme auf die Jnventurskandale und nicht minder das gegen die versöhnlicherer Stimmung verdächtigen Geistlichen be triebene Intrigen» und Spionagesystem. Auch über die anti- demokratischen Umtriebe der internationalen Diplomatengesellschaft ist hinlänglich Licht verbreitet, und es kommt nun nicht mehr daraus an, ob der schreiblustige Montagnini in Einzelheiten zu stark auf. getragen und loses Gerede zu festen Behauptungen verdichtet hat. Die große Frage ist jetzt, ob die Regierung aus der Beröffent- lichung der Papiere politische Konsequenzen ziehen wird. Schon gibt es genug Leute, die allen Ernstes von einem Hochverrats- Prozeß sprechen. Ohne Zweifel ließe sich aus den Papieren des Auditors von einem staatsanwaltschaftlich Begabten eine einiger. maßen ansehnliche Anklage konstruieren. Aber ebenso klar ist es, daß eine derartige Anklage nichts als ein politischer Humbug wäre. Man braucht sich ja nur die Leute anzusehen, die nach einer solchen Aktion rufen. Es sind die Radikalsozialisten vom Schlage des klein bürgerlichen Reaktionärs Maujan, des giftigsten Gegners der Sonntagsruhe und der Arbeiterbewegung. Denen käme cS zupaß, die Unterdrückung der Gewerkschaften, nach der sie jetzt schreien, unter einer demagogischen Sensation zu verstecken und die so oft versprochene Erfüllung des radikalen Reformprogramms durch die Verewigung des religionspolitischen*ZankS zu ersetzen. Bei der Regierung würde der Wunsch jener schwerlich auf einen aufrichtigen Widerstand stoßen. DaS Ministerium Clcmenceau ist nämlich in einer so üblen Lage, daß es bei normalem Verlauf der parla mentarischen Politik binnen kurzem fallen muß. Nur ein Theater. coup der Regierung kann ihre portefeuillesüchtigen Gegner auf der Linken zwingen, ihren Machttrieb zu zügeln. Clemenceau ist sicher nicht der Mann, sich der M i t t e l halber Skrupel zu machen. Man hat ihn bor einem Jahre ein„Komplott" erfinden sehen, dem die tatsächliche Grundlage noch ganz anders fehlte als emec etwaigen Anklage gegen Piou und Genossen. Clemenceau würde sich aber auch daraus nichts machen, daß er selbst durch die Unlust, mit der er sich von den Sozialisten zur Ausfolgung der Papiere MontagniniS an das Parlament bewegen ließ, eingestanden hat, daß kein Staats- interesse die Einleitung eines Prozesses verlangt. Aber die Sozialisten, die das radikale Ministerium vor seinen ehrgeizigen Parteifreunden solange beschützten, als es noch einigermaßen Ernst machte mit seinen Reformvorschlägen, haben das höchste Interesse daran, es zu stürzen, wenn es sich durch eine demagogische, die ganze Demokratie kompromittierende Schwindelpolitik zu retten sucht. Sie werden auch nicht übersehen können, daß der klein- bürgerliche Chauvinismus, der das Einverständnis der französischen Römlinge mit den Politikern dcS Vatikans als Hochverrat strafen will, unter Umständen auch nicht davor zurückschrecken würde, sozialistischen Arbeitern den Prozeß zu machen, wenn sie Beschlüsse internationaler Kongresse zur Ausführung bringen. Die Sozialisten haben mit Ergötzen die Enthüllungen betrachten dürfen, die die wildesten Nationalisten als Mietstruppe Roms zeigten, sie werden aber auch bei der patriotischen Komödie nicht mitspielen, die zum heimlichen Benefiz deS Unternehmertums aufgeführt werden soll. •»• Oeutkickes Reich. Woermann klagt weiter. In d'er Nummer vom t. Dezember 1906 der„Frank- furter Zeitung" ist unter der Rubrik„Deutscher Reichstag" ein Entrefilet über die Reichstagssitzung vom 30. November enthalten, in dem die Woermann-Linie beschuldigt wurde. das Reich übervorteilt zu haben, besonders durch die Berech- nung der Liegegelder. Hierdurch fühlt Woermann sich beleidigt. Er behauptet, Erzberger habe den in der„Frankfurter Zeitung" enthaltenen Ausdruck nicht gebraucht, der auch nicht im stenographischen Reichstagsbericht enthalten sei: es sei mithin unwahr, was die„Frankfurter Zeitung" dem Abgeordneten Erzberger in den Mund lege. Woermann hat nun durch seinen Schwießersohn Rechts- anwalt Dr. Hauers, der am Sonnabend im„Simplicissimus"» Prozeß den Ausspruch tat:„Wir können uns so etwas nicht mehr gefallen lassen", gegen den für den politischen Teil des Frankfurter Blattes als Verantwortlicher zeichnenden Redak- teur Albert Büsching eine Privatbeleidigungsklage beim Schöffengericht I zu Hamburg anhängig gemacht. Der Vertreter des Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Hertz- Frank- furt, hat gegen die Klagebegründung eingewendet, eS handle sich bei Besprechung der Reichstagsrede nicht um eine wört- tiche Wiedergabe, sondern nur der Sinn der Ausführungen des Abgeordneten Erzberger über die Liegegelder sei kurz angedeutet. Die Verhandlung gegen Büsching findet in einigen Wochen statt.— -. Juristische Tüfteleien. DaS neue bayerische Landtagswahlgesetz hat seine erste Probe noch nicht bestanden, und bereits mutz eö sich von den Juristen die wunderlichsten Auslegungen gefallen lassen. Bekanntlich ist die Ausübung des Wahlrechte? davon abhängig gemacht, datz der Wähler fxst mindestens einem Jahre eine direüe Steuer entrichte� d. h. er mutz seit mindestens einem Jahre zur Steuerzahlung an- gesetzt sein und diese Steuer auch entrichtet haben. Aach dein ge- sunhen Menschenverstände ist das nicht anders aufzufassen, als datz die Steuer für das dem Wahljahre vorausgegangene Jahr, also für 1306, bezahlt sein mutz. Anders entschieden jedoch die Bambergcr RathauSjuristen. Sie bestimmten, datz nur diejenigen in die Liste eingetragen werden, die auch für das erste Semester 1307 die Steuer bezahlt haben. Da die Steuern distriktweise ein- gehoben werden, so werden bis zur Beendigung der Listenauflage noch nicht einmal alle Steuern fällig sein. Die Betreffenden dürfen dann nicht wählen, wenn sie auch gerne die Steuer bezahlen würden. Eine ebenso rigorose Auslegung erfährt eine andere Be stimmung, die vorschreibt, datz jeder Wähler nur in dem Wahl bezirk wählen darf, in dem er wohnt. Die Auslegung geht nun dahin, datz jeder, der nach der Auflage der Listen aus einem Wahl bezirke verzieht, weder in dem alten noch in dem neuen Bezirk wählen darf; er ist einfach seines Wahlrechtes beraubt, auch wenn er nur eine Straße weit verzogen ist und den Wahlkreis nicht vco lassen hat. Es braucht nur eine WahlbezirkSgrenze zwischen der alten und der neuen Wohnung zu liegen. Datz der Gesetzgeber dies auf keinen Fall beabsichtigt hat. steht fest. Wenn zwischen der Auflage der Listen und dem Wahltermm ein Quartalsziel läge, wären Tausende von Wählern ohne weiteres um ihr Wahlrecht gebracht, aber es gibt auch noch monatliche Umzüge genug. Natür» lich wird hiervon die arbeitende Klasse am meisten getroffen. Im neuen Landtage wird man sich wohl über diese Auslegungskünste näher unterhalten müssen._ Hottentottisches. Die Regierung fühlt sich bewogen, der Welt mitzuteilen, wie es trotz der vom Kommando der Schutztruppe getroffenen Maßregeln dem Hottentottenhäuptling Simon Kopper möglich geworden ist, er« neut eine feindliche Haltung einzunehmen und in die Wüste Kala. hart auszurücken. Das„Wolffsche Telegraphenbureau" berichtet nämlich: „Der Marsch Simon KopperS nach GochaS wurde durch die Heranziehung entfernter und in der Kalahari weit zerstreuter Banden sowie durch daS tiefe, sandige Dünengelände-und die Mitführung von Weibern und Kindern erheblich verlangsamt. Major Pierer, der diesen Marsch zunächst überwachte, wurde durch Mangel an Verpflegung und Wasser gezwungen, die Truppe schneller nach Gochas vorauszusenden. Mit Patrouillen hielt er jedoch die Fühlung mit Simon Kopper aufrecht und hoffte hier- durch dem Kapitän, dessen Haltung bisher verläßlich erschien, das Sammeln seiner ängstlichen und mißtrauischen Leute zu er« leichtern." Biel deutlicher wird durch diese nichtssagende Entschuldigung das Entkommen des Hottentottenhäuptlings auch nicht.— Ein Majeftätsbcleibigungsprozeß in Sachsen. Zwickau, 6. April.(Eig. Bcr.) Vor dem hiesigen Landgericht begann gestern ein Majestäts. bekeidigungsprozeß gegen fünf Parteigenossen aus Oberlungwitz. Die Anklage resultiert aus einem Borgang aus der Reichstagswahl- bewegung. In einer von nationalliberaler Seite einberufenen Wählerversammlung, die am 13. Januar in Oberlungwitz stattfand. trat ein Meerancr Parteigenosse dem jungliberalen Kandidaten Dr. Clauß entgegen. In seinen Ausführungen berührte er auch die bekannte Rekrutenvcrcidigungsrede des Kaisers. Seine diese Rede betreffenden Ausführungen wurden von einem großen Teil der Anwesenden mit lauten Pfuirufen begleitet. Der die Versamw lung überwachende Brigadier Kluge aus Oberlungwitz erwähnte das auch in seinem Bericht an seine vorgesetzte Behörde und er- hielt auf Antrag des Staatsanwalts den Auftrag, Erörterungen nach den Rufern anzustellen. Auf diese Weise kamen die Genossen Riedel, Bennewitz, Ficker, Fischer und Sturm auf die Anklagebank. Die Verteidigung führte der Zwickauer Rechtsanwalt Eißner I. Sämtliche Angeklagten stellten die ihnen zur Last gelegte Bcleidi- gung deS Kaisers durch Pfuirufe eintschieden in Abrede. Durch Vorlegung einer ausführlichen Zeichnung deS Saales führten sie den Beweis, daß, selbst wenn sie sich an den Zwischenrufen be- teiligt hätten, die Belastungszeugen dieses von ihren Plätzen aus nicht hätten wahrnehmen können.' Die Belastungszeugen Brigadier Kluge, Gendarm Feuer und Schutzmann Lasch wollten jedoch an Mund, und Körperbewegungen die Teilnahme der Angeklagten an den Pfuirufen wahrgenommen haben. Auf die Frage deS Per teidigers, welche Mundbewegung der Zeuge Gendarm Feuer im Moment des Rufe? bei den Angeklagten wahrgenommen habe, gab der Zeuge �ur Antwort:„DaS Mundspitzen l" Auf die Frage des Verteidigers nach der Körperbewegung machte der Zeuge mehr. malS pfuirufcnd die von ihm angeblich wahrgenommene Kopf. vorwärts-bcugt-Bewegung. Der Schutzmann Lasch will den An. geklagten Ficker an seiner Stimme erkannt haben. Mehrere weitere Belastungszeugen, darunter ein Schutzmann und der Ortsrichter von Oberlungwitz erklärten, nicht in der Lage gewesen zu sein, auS den vielen Stimmen Bestimmtes herauszufinden. Die Eni- lastungSzeugen Herold, Katzsch und Weber, die mit den Angeklagten an denselben Tischen gesessen haben, erklären, daß von den An- geklagten keiner sich an den Pfuirufen beteiligt hätte. Die sehr bestimmte Aussage des Zeugen Herold wurde auf Antrag des Staatsanwalts protokolliert. Der Zeuge hatte, die Begriffe„nahe Berwandschast" und„Freundschaft" verwechselnd, die nähere Be- kanntschast mit dem Angeklagten Riedel in Abrede gestellt. Auch das wurde protokolliert, trotzdem der Zeuge, nachdem der Brigadier Kluge ausgeführt hatte, daß Riedel und Herold Mitglieder eines '«zialdemokratischen Vereins seien, sofort erwidert, er habe die .rage des Borsitzenden nur dahin verstanden, als handele es sich üm nähere Verwandschaft. Die Vereidigung des Zeugen Herold wurde vorläufig ausgesetzt. Der Verteidiger behielt sich einen die Aussage des Zeugen Brigadier Kluge betreffenden Protokollierungs- antrag vor. Er beantragte die Vorladung weiterer Zeugen, die eine? die Schwerhörigkeit des Angeklagten Bennewitz begutachten- den Sachverständigen und die gerichtliche Inaugenscheinnahme des SaaleS, um festzustellen, wie weit die Belastungszeugen von ihren Plätzen aus die bekundeten Wahrnehmungen machen konnten. Auch der Staatsanwalt beantragte die Vorladung weiterer Zeugen. Die Anträge des Verteidigers und des Staatsanwalts auf Vorladung weiterer Zeugen nahm da» Gericht an, lehnte aber alle anderen Anträge ab. Montag, den 8. April, nachmittags 4 Uhr« soll die Verhand- lung fortgesetzt werden.—__ Ermäßigung der Zucket[teuer. Der Verein der deutschen Zuckerinduftrie hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der er eine Herabsetzung der Zuckersteuer um 4 M.. also von 14 auf 10 M. pro Doppelzentner verlangt. Die Agrarier denken durch eine derartige Verbilligung des Zuckers den einheimischen Konsum zu heben und dadurch die deutsche Zucker- industrie von dem Export unabhängiger zu gestalten, der noch immer äst die Hälfte der deutschen Zuckerproduftion beträgt. Die agrarische Presse ist deshalb über die Eingabe sehr erfreut. Die»Deutsche TageSztg." schreibt z. B. zu ihrer Empfehlung: .Diese EntWickelung ist nicht ungefährlich. Der durch die Steuer übermäßig erhöhte Zuckerpreis ermöglicht nur eine lang« fame Steigerung des inländischen Verbrauchs, obwohl der Zucker vonHauS au» da» billigste und gesündeste Nahrungsmittel ist. Bei fortschreitender Vervollkommnung de» Rübenbaues und Erhöhung der guckerausbeute wachsen die Mengen de» Zucker», der aus den Markt kommt. Eine Einschränkung deS Anbaues durch eine Pro« duzentenvereinigung, um lohnendere Preise zu erzielen, ist seit Aufhebung der Prämien durch die Brüsseler Konvention und der Sprengung des Kartells bisher nicht möglich gewesen. Sie ist im Interesse der Landeskultur auch keineswegs Wünschens« wert, weil die Rübe in der Fruchtfolge vieler Gegenden gar nicht' mehr entbehrt werden kann, ohne den Betrieb aufs schwerste zu beeinträchtigen." Sonst ist eS der agrarischen Presse höchst gleich, ob dem Volk die„gesunden" Nahrungsmittel verbilligt werden; entscheidend ist für sie allein der Nutzen der Landwirtschaft; in diesem Fall ver« schmäht sie jedoch nicht, auch die Billigkeit als Argument zu be« nutzen.—_ Herr Liebermann von Sonncnberg. Die Geistesgröße des Antisemitismus, Herr Liebermann hat im Reichstage sehr energisch bestritten, datz er die von der„Hess. Rundschau", einem Organ der Reformpartei, ihm nachgesagte Aeußerung:„Dt eine Schwälmer Bauern sind treu wie die Hunde, aber dreckig wie die Schweine" jemals getan habe, und erklärt, er habe gegen das Blatt Beleidigungsklage angestrengt. Bisher ist aber, obwohl bereits über sieben Monats darüber verflossen sind, den Gerichten ein solcher Strafantrag gegen das antisemitische„Bruderblatt" nicht zugegangen. Dagegen hat Herr Liebermann, wie die„Voss. Ztg." berichtet. jüngst einen Homberger Sattlermeister, der am Biertisch gelegentlich diese Aeußerung erwähnte, vor den Kadi geladen. Am Mittwoch voriger Woche fand die Gerichtsverhandlung statt, die das über« raschende Ergebnis hatte, daß Herr Liebermann von Sonnenberg seine Klage zurückzog und die Kosten des Verfahrens tragen muß.— Der Elberfeld er„Wahlkrawall" vor Gericht. In der Sonnabendsitzung wurden zunächst die von der Ver« teidigung nachträglich geladenen Zeugen vernommen. Durch ihre Aussagen wurde festgestellt, daß die Polizei nicht nur in dem allge- meinen Trubel Unschuldige getroffen, sondern auch auf ziemlich menschenleeren Straßen völlig unschuldige Per- sonen mißhandelt hat. Eine herzleidende Frau nmrde, ob- wohl sie fortgesetzt rief, sie sei krank und könne nicht voran, mit Säbelhieben selbst dann noch traktiert, als sie schon am Boden lag; ein Mann, der sich ihrer annahm und sie fortführen wollte, bcl...» gleichfalls Säbelhiebe. In einer anderen Straße wurde ein KommiS, der sich um den ganzen Auflauf gar nicht gekümmert hatte, als er im Begriffe war, die Haustür zu seiner Wohnung aufzuschließen, von hinten durch zwei Säbelhiebe so schwer verletzt, daß er längere Zeit arbeitsunfähig war. Noch weitere Fälle werden konstatiert, wo Passanten ohne jede Veranlaffung von Polizisten geschlagen oder mit Schlägen bedroht wurden.— Vor Schluß der Beweisaufnahme wurde von der Polizei in einem Falle der Strafantrag gegen die Genossen Eberle und Hoffmann zurückgezogen.— Der Staats- anwalt beantragte, von den wegenA uflaufs, Widerstand»« le istung und Beleidigung angeklagten Personen vier zu Gefängnisstrafen von zwei Wochen bis zu sechs Dtonaten zu ver- urteilen, gegen die übrigen beantragte er Geldstrafen von 30 und 60 M., gegen Dr. Rascher eine Geldstrafe von 200 M. und gegen den Genossen Eberle drei Monate Gefängnis und 200 M. Geldstrafe. In einem Falle beantragte der Staatsanwalt Freisprechung.— DaS Gericht erkannte in zwei Fällen auf Freisprechung, ein Angeklagter wurde wegen tätlichen Angriffs und Beleidigung zu d r e i M o n a t e n, ein anderer wegen Wider- standSleiswng und Beleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, fünf erhielten wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs Geldstrafen von 30 und 60 M. Dr. R a s ch e r erhielt wegen öffent« licher Beleidigung 60 M. Geldstrafe. Beim Genoffen Eberle wurde nicht eine fortgesetzte Handlung angenommen, sondern wegen jedes einzelnen der noch unter Anklage siebenden Artikel erfolgte Verurteilung. Die Gesamtstrafe beträgt bei Eberle 1160 M. Von einer Gefängnisstrafe, so heißt es in dem Urteil, habe das Ge- richt auS dem Grunde Abstand genommen, weil die aus der Wahl hervorgegangene Erregung dem Angeklagten zugute gehalten werde. Im übrigen aber sei der von der„Freien Presse" der Polizei ge« machte Vorwurf ungerechtfertigt, die Polizei habe vielmehr Pflicht« gemäß gehandelt und ihr besonnenes Vorgehen verdiene alle— An- erkennung I Wenn bei solchen Vorkommnissen Unschuldige leiden müßten, so sei da» nicht zu vermeiden. Wir verzichten auf eine Kritik deS Urteils. Unterlasten wollen wir aber nicht die Bemerkung, daß nach dem Stichwahltage die Freie Preffe" rund 6000 neue Abonnenten bekommen hat und die bürgerliche Presse ihrem Neid durch Rufe nach dem Staatsanwalt gegen da»»verhetzende Treiben' der»Freien Presse" Luft gemacht hat._ Regenmcmgel— Frost— Heuschrecken. AuS unserem südwestafrikanischen»Neu-Deutschland" berichtet daS Organ der deutschen Kolonialgesellschaft nach einem Briefe aus Windhuk: »Mit dem Viehstande ist eS recht gut bestellt. Wer außer« ordentlich betrübend sieht es mit Wasser und Weide auS. Zwar hatte die Regenzeit gut eingesetzt, und daS GraS war gut aufgegangen, aber plötzlich erschienen ungeheure Mengen von Heuschrecken, wie sie seit vielen Jahren nicht mehr beobachtet worden waren, und große Strecken swd wie mit einer Decke von der jungen Brut bedeckt, so datz die Weide vollständig vernichtet ist. Außerdem ist der Regen seit Wochen ausgeblieben, und die Regenzeit geht bald zu Ende. Wir müssen wohl auf ein schlimmes Jahr für die Farmwirtschaft gefaßt sein. Ebenso stark haben die Kleinsiedelungen gelitten. In Klein-Windhuk hat zuerst der F r o st ein D r i t t e l biS zur Hälfte der Weinernte vernichtet. Jetzt sind nun auch dort die Heuschrecken eingefallen, gegen deren Andrang wir ziemlich machtlos sind. Sie haben alle Kartoffeln und alle» Gemüse verzehrt und zum Teil bis auf den Stumpf abgefressen. Auch in Osona ist die ganze Ernte dahin." Ein reizendes Land, dieses Wüst-West, für das wir eine halbe Milliarde verpulvert haben und fortdauernd noch mindestens fünfzig Millionen verpulvem sollen l—_ Durch Mißhandlungen in den Tod getrieben. Wegen fortgesetzter schwerer Mißhandlungen Untergebener hatte ich am Sonnabend vor dem Kriegsgericht der 7. Division in Magdeburg der Unteroffizier Bernhard Fiebellorn zu ver- antworten. Fiebelkorn. der bei der 4. Kompagnie deS in Hohensalza qarnisonierenden 140. Infanterieregiments steht, ist wegen achtzehn MßhandlungSfällen angeklagt, die aber nach einer Bemerkimg de» Anklagevertreters nur einen Bruchteil der wirklich vor- gekommenen Mißhandlungen darstellen. In der Kompagnie des Soldatenschinders diente auch der Musketier Stanbert, der an einer Hand gekrümmte Finger hatte, so daß er die Gewehrgriffe dem Unter« offizier nicht zu Dank machen konnte. Dieser suchte„nachzuhelfen". indem er dem armen Menschen fortgesetzt Schläge mit seinem Seitengewehr auf die Finger versetzte, so daß der Mißhandelte da» Lazarett aufsuchen mutzte. Nach seiner Entlastung ans dem Lazarett, wo man ihm die Jfinger auch nicht hatte gerade richten können, schrieb Stanbert an eine Eltern, daß er die„Drieseleien" des Unteroffiziers nicht länger ertragen könne und deshalb in den Tod gehen wolle. Am 14. Dezember 1304 führte der Unglückliche diesen Vorsatz au» und erschoß sich. Dem Musketier Knopf hat ferner der ehrenwerte»Stellvertreter Gottes" immer mit der Faust ins Gestckit geschlagen, so daß die Wangen und da» Zahnfleisch bluteten. Selten sei ein Tag ohne Mißhandlungen vergangen, sagte Knopf als Zeuge au». Auch er lat die Absicht gehabt, Selbstmord zu begehen; nur der Gedanke an eine armen Eltern hat ihn die Absicht nicht ausführen lassen, wie er mit tränenerstickter Stimme bekundete. Zu beschweren getraute er sich nicht, au» Furcht, daß es ihm dann später noch schlimmer er- gehe» würde. Dem Musketier Streife! hat der Angeklagte mit seinem Gewehr die Brust blau und braun gestoben. Die Mibhandlungen waren derart schlimm, daß Kreisel sich durch Kameraden ausziehen und inS Bett bringen lassen mußte. Als er sich beschweren wollte, bat ihn der Unteroffizier, das nicht zu tun, weil ihm dadurch seine Karriere verdorben werden könnte. Eine Meldung ist denn auch nicht erstattet worden. In ähnlicher Weise hat der saubere Herr Unter- offizier auch die anderen Soldaten mißhandelt, ihnen die Finger blutig geschlagen, mit der Faust unter das Kinn gestoßen, daß es anschwoll, und dergleichen mehr. Einen Rekruten hat er einmal auf dem Exerzierplatz so»geschliffen", daß der Hauptmann hinzukam und drohte, dem Oberst Meldung machen zu wollen, wenn das nicht aufhöre. Das Gericht verurteilte den brutalen Rekrutenerzieher zu a ch t Monaten Gefängnis. Auf Degradation wurde nicht erkannt. Obgleich die Mißhandlungen roh gewesen seien, habe der Angeklagte, da er diensteifrig gewesen sei, nicht aus un- edlen Motiven gehandeltl Der Anklagevertreter hatte ein Zahr Gefängnis und Degradation beantragt.— Husland. Dänemark. Das Kommunalwahlrecht. Kopenhagen, S. April. Nach längerer Verhandlung in einer aus Mitgliedern des Folkethings und des LandthingS zusammengesetzten Kommission über den Regierungsentwurf des Gesetzes, betreffend die Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Männer und Frauen unter Anwendung der Proportioualwahlmrthode für die Gemeinde- Vertretungen legten heute die Leiter der Regierungspartei sowie die Wortführer der gemäßigten Linken der genannten Kommission einen Vorschlag zu einem Uebereintommen vor. Dieser Vorschlag kommt in einzelnen Punkten den Wünschen der Freikonservativen ent- gegen; so wird als Bedingung für Ausübung des Wahlrechts einjähriger Aufenthalt in der Kommune während des dem jeweiligen Steuerjahre voraufgehenden Jahres gefordert. Der Vorschlag sieht ferner bei größeren Steuererhöhungen ein Referendum an die Ge- meindewähler vor. Schließlich ist auch die Wahlmethode zu den Amtsräten verändert, indem die größeren Gutsbesitzer, welche bisher , die Hälfte der AmtsratSmitglieder wählen konnten, nur mehr ein Drittel der Plätze besetzen dürfen. Die freikonservative Partei, deren Zustimmung zu diesem Vor- schlage für notwendig erachtet wird, hielt heute eine Sitzung zur Besprechung der Angelegenheit ab. Die endgültige Entscheidung wird von der morgen nachmittag stattfindenden Sitzung der Reichs- tagSkommisston erwartet. ... Für den Achtstundentag. Am Sonnabend mußte sich das Folke- thing wieder einmal mit dem sozialdemokratischen Vorschlag auf ge« setzliche Einführung deS achtstündigen Normalarbeitstages befassen. ES war vor zehn Jahren, daß dieser Gesetzentwurf zum erstenmal zur Verhandlung kam. Gleichwohl zeigte sich das Folkething jetzt noch nicht reif, um ein solches Gesetz zu beschließen. Von den bürgerlichen Parteien war eS nur der Wortführer der Radikalen, der feine Sympathie aussprach, und die Sozialdemokraten ersuchte, ihren Entwurf immer von neuem einzubringen, bis er eines Tages Gesetz werden müsse. Der Minister des Innern teilte mit. daß er zurzeit Untersuchungen über die Frage vornehme, aber noch nicht versprechen könne, daß die Regierung selbst einen Gesetzentwurf ein- bringen werde. Der Entwurf unserer Parteigenoffen wurde schließlich einem Ausschuß von 11 Mann überwiesen. Eine gerechte Einteilung der FolkethingS-Wahlkreise wollte die Regierung bekanntlich auf dem Wege der Verfaffungsänderung durch- geführt wissen, weshalb unsere Genossen im Folkething vorläufig auf ihren Vorschlag verzichteten, der die Erfüllung der Verfassungs- bestimmung bezweckt, daß auf je 16 000 Einwohner ein Abgeordneter kommen soll. Nun steht jedoch fest, daß der Landsthing den Regierungsvorschlag zur Verfaffungsänderung scheitern läßt. Darum hat die sozialdemokratische FolkethtngSfraktion am Sonnabend ihren im Februar 1S0S eingebrachten Vorschlag wieder auf« genommen und verlangt, daß eine Kommission eingesetzt werde. die zu einer dem K 32 der Verfassung entsprechenden Wahlkreis- eintcilung Vorschläge ausarbeiten soll, welche dem Folkething im Oktober dieses Jahres vorzulegen find. Finnland. Helstngfors, 6. April. Nach dem nunmehr vorliegenden end- gültigen Ergebnis der Landtagswahlen sind gewählt 80 Sozial- demokraten, 68 Altfinnen, 25 Jungfinnen, 24 Mitglieder der schwedischen Volkspartei, 11 Agrarier und 2 Mitglieder der christlichen Arbeiterpartei. Von den gewählten 12 Frguxn gehören 2 der sozialdemokratischen Partei an.— Rnmänien» Regime Sturdza. Der Wiener.Arveiter-Zeitung" wird geschrieben: Die rumänischen Ordnungsmänner haben ein neues Opfer ge« funden: die einstigen Matrosen deS»Potemkin", die hauptsächlich im Petroleumgebiet Arbeit gefunden haben. Keiner dieser im Exil lebenden Revolutionäre wurde irgendwie beim Agitieren oder Manifestverteilcn betroffen. Trotzdem sind sämtliche P o t« m« kinisten imPetroleum gebiet Campina-Bustenarie arretiert worden, aber ohne jede gesetzliche Grundlage. Mehrere Offiziere sprachen in einem öffentlichen Lokal üver die Lage und äußerten ihre Freude über die Art. wie die Unruhen ge- stillt wurden. Im Ausland weiß man nur, daß in Rumänien jetzt alles ruhig ist. nicht aber, daß diese Ruhe durch M a s s enm or d e von Bauern erzielt wurde, und daß es noch jetzt, wo doch schon »Ruhe" herrscht, genügt, einen Bauern zu denunzieren, daß er ein- mal eine Zeitung gelesen habe, damit er erschossen wird. Ein Potemlunst, der die Aeußerungen der Offiziere hörte, ent« fernte sich und sagte seine Meinung offen über die Offiziere. Einer, der seine Worte hörte, hinterbrachte sie dem Hauptmann Ton« d e e S c u, Kommandanten der in Campina sich befindlichen Kom- pagnie, und dieser rapportierte siedemGeneralHarieu, Komman« bauten der in dem betreffenden Bezirke dislozierten Truppen. Darauf befahl der General, sowohl die 43 in Caurpina als auch die 36 in Bustenari arbeitenden Potemkinisten zu arretieren. Sie wurden von der Arbeit geholt, und ohne daß man ihnen Zeit ge- geben hätte, sich zu waschen, wurden sie zum Bahnhof geführt und Nach der Begirkeyauptstadt Plojsti transportiert. Auch in Bukarest würgen mehrere Potemkinisten verhaftet! unter anderen Ivan Siloghin und Eugen Bugilen, die im Nestau. rant Dumitrescu beschäftigt waren. Keinem von ihnen hat man eine direkte Teilnahme an den Unruhen nachweisen können. Von der liberalen Regierung Sturdza ist zu erwarten, daß die Potemkinisten guSgewiesen oder aar an Rußland ausgeliefert werden. Marokko. Die Kundgebung des Sultans, uzckche in der Haupt- Moschee zu Fez verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut: »Ihr habt Kenntnis erhalten von der Ermordung des französischen ArztcS durch den Pöbel von Marrakefch sowie auch von der Ermordung von Franzosen in Tekna und Tanger. Ihr wißt auch, daß ein Franzose in Fez verwundet wurde. Wir teilen Euch mit. daß die französische Regierung sehr auf- gebracht ist und daß ihre Erregung ihren Höhepunkt erreicht hat. Daher hat sie auch einen Teil ihrer Truppen zu- samniengezsaen und die Stadt Udschda besehen lassen. Die französische Regierung ist hierbei in ihrem Rechte. Wir hatten Euch zu wiederholten Malen nachdrücklichst auf die Folgen aufmerksam gemacht. die das Verhalten der Ve- völkcrung haben könnte und Ihr habt unseren Ermahnungen .nicht Rechnung getragen; die gegenwärtigen Ereignisse sind durch Eure Schuld entstanden. Jetzt wollen wir uns bemühen, diese Angelegenheit zu regeln und dafür, wenn es nötig ist, Gut und Blut zu opfern, um zwischen der fran- zösischen Regierung und uns gute Beziehungen wieder her- zustellen und der Besetzung Udschdas ein Ende zu machen. Wir teilen Euch dieses mit, damit Ihr Euch von allen Un- ruhen fernhaltet." Tanger, 8. April. 2,23 nach Grünau, von Berlin 7,10 nach Grünau, von dort 8,55 nachm. nach Berlin. Spandau— Berlin— Straußberg erhält Züge Charlottenburg ab 11,38 nach Spandau, Spandau ab 12,13 nach Charlottenburg, Rüdersdorf ab 7,55 nach Fredersdorf» Fredersdorf ab 8,40 nach Rüdersdorf. Vom Lehrter Bahnhof geht ein neuer Zug 3,44 nach Spandau, von dort 4,48 nach Berlin. Vom Stettiner Vorortbahnhof verkehrt ein Zug 9,45 nach Tegel, von dort 10,38 nachm. Nach Oranienburg geht ein Zug 7,10, von dort 8,25. Von Berlinnach Groß-Lichtcrfcldc-Ost gehen Züge 4,25, 5,25, 5,45 früh, von dort 4,45, 5,45, 6,05 früh. Von der Wannseebahn gehen in den Stunden von 6 bis 9 Uhr vorm. 4 Zugpaare zwischen Berlin, Steg» litz, Zehlendorf, außerdem verschiedene Züge auf dem äußeren Teil der Bahn. Neue Züge gibt es außerdem von Berlin nach Werder und nach Dallgow— Döberitz. Verschiedene Züge werden verschoben. 27 neue Fahrkartenschalter werden auf den Berliner Fernbahn» Höfen am 1. Mai d. I. eröffnet werden, 24 davon sind nach dem System Weiß eingerichtet, welches eine schnellere Abfertigung und größere Ucbersichtlichkeit gewährt. Der Fembahnhof Friedrichstratze erhält 4 neue Schalter, von denen je zwei für den Verkehr nach Osten und Westen bestimmt sind. Auf dem Anhalter Bahnhof werden die Schalter ebenfalls nach den Verkehrsrichtungen ge- trennt werden, sodaß auf der einen Seite die Fahrkarten nach Leipzig, Hof usw. aus der anderen nach Halle, Frankfurt am Main usw. zum Verkauf gelangen; für die dritte Verkehrsrichtung, Dresden, Chemnitz, Wien usw. wird ein neuer Schalter ein- gerichtet werden. Auf dem Stettiner, Görlitzer usw. Bahnhof werden, abgesehen von den Neueinrichtungen, auch Schalter, an denen jetzt nur Fahrkarten 4. Klasse zum Verkauf standen, zu Voll-Schaltern umgebaut, so daß man hier künftig, außer den Fahrkarten der letzten, auch solche aller übrigen Wagenkarten erhalten kann. Derartige Umbauten sind für den Stettincr Fembahnhof z. B. drei vorgesehen. Bezüglich des Umfanges der Berliner Bahnhofsschalter sei bemerkt, daß jeder derselben 5—6000 Fahrkarten-Sorten, die meisten der- selben in ganz beträchtlichen Auflagen beherbergt. DaS NeberschwemmungSgebiet der Havel hat eine ganz un- gewöhnlich große Ausdehnung erlangt. Von Werder bis Potsdam und besonders in der Nähe von Brandenburg sind die Wiesen meilenweit überschwemmt. Vom Marienberge bei Brandenburg kann nmn ein Ueberschwemmungsgebiet überblicken, das unabsehbar ist und an die Ostsee erinnert. Das Wasser sinkt nur langsam und macht den Landwirten bei der Bestellung große Schwierig- leiten. Mit Rücksicht auf die Zunahme der Automobilunfälle im Grunewald hat der Amtsvorsteher der Kolonie Grunewald folgende Bekanntmachung erlassen:„Die wachsende Belästigung und Ge- fährdung des Publikums durch übermäßig schnell fahrend« Auto- mobile veranlaßt mich, auf�die Bestimmungen der Oberpräsidial- Verfügung vom 26. September 1906 und die Ortspolizeiverordnung vom 21. November 1899 hinzuweisen, nach welchen in den Straßen des Amts- und Gemeindebezirkes Grunewald eine größere Fahr- geschwindigkeit als 15 Kilometer in der Stunde, d. h. 250 Meter in der Minute(der sogenannte„schnelle Trab"), nicht gestattet ist. Die Polizeiorgane sind von mir angewiesen worden, jede Ueber- tretung dieser Bestimmungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. und ich werde im Interesse der Sicherheit des Publikums in Zu- kunft solche Uebertretung mit der höchsten zulässigen Strafe ahnden. Grunewald. 4. April 1907.'Der Amtsvorsteher B. Wieck." Die städtische Waisendeputatian beabsichtigt zwei neue Säuglingsfürsorgestellen, und zwar im Südwesten(Jork- oder Groß- becrenstraße) und im Nordosten(Prenzlauer Allee oder Raumer- straße) zu errichten. Bisher bestanden fünf solcher Stellen, die sich außerordentlich bewährt haben. Bei dem hiesigen Kaufmannsgericht, Zimmerstr. 90—91, ist am I. April eine neue Kammer errichtet worden, so daß jetzt 5 Kammern bestehen. Es ist deshalb eine anderweitige Zuweisung der Beisitzer an die 5 Kaminern nötig geworden. Zuzüglich der seit der letzten Wahl ausgeschiedenen 6 Kauflcute und 13 Handlungsgehülfen ent- fallen auf jede Gruppe jeder Kammer nach der neuen Verteilung 20 Beisitzer.— Vorsitzender der 5. Kammer ist Magistratsassessor Korn. Die Opfer deS Bootsunglückes auf dem Wolziger See, bei welchem bekanntlich am zweiten Osterfeiertage drei Berliner Ruderer ertranken, haben bisher ihrem nassen Grabe nicht entrissen werden können. Trotzdem täglich die größten Anstrengungen gemacht worden sind, ist es bisher nicht gelungen, die Leichen der Ver- unglückten zu landen. Aus der stadtischen Anstalt in Buch entwichen ist wieder ein ge- meingefährlicher Geisteskranker und zwar der Ingenieur Gotthold Fischer aus der Schlüterstraße. Die Große Berliner Straßenbahn schreibt uns:„Zu Ihrer Notiz:„Wenn Straßenpassanten unter die Elektrische kommen" vom 5. April er. bemerken wir, daß schon seit Jahren jeder Straßenbahnioagen eine Wagen windle mit sich führt, deren von den Aufsichtsbehörden vorgeschriebene Konstruktion sich bisher durchaus bewährt hat. Tatsächlich ist auch sowohl die Befreiung des verunglückten Knaben in der Brunnenstraße, als auch des Rad- fahrerS in der Leipzigerstraße durch unsere aus dem Straßenbahn- wagen mitgeführten Winden erfolgt. Daß solche Rettungen längere Zeit erfordern, ist durch besondere Umstände zu erklären. Z. B. war der Radfahrer in der Leipzigerstraße vollkommen unverletzt; er lag jedoch zwischen zwei Motorwagen und feinem Dreirad eingeklemmt, so unglücklich, daß größte Vorsicht bei der Befreiung angewendet werden mußte, um ihn nicht zu verletzen. Daher die lange Dauer. — Auch die Befreiung deS Knaben in der Brunnenstraße wäre schneller erfolgt, ivenn nicht seine Lage unter dem Wagen eine so gefährliche gewesen wäre, daß zu seiner Schonung besondere Be- hutsamkeit notwendig war." Diese Zuschrift entkräftet die von uns aufgestellte Behauptung über die Unzulänglichkeit der zurBefreiung von unter die Straßenbahn geratenen Verunglückten vorhandenen Rettungsmittel in keiner Weise. Tatsache bleibt, daß die Verunglückten ,n den von uns er- wähnten Fällen% Stunden in ihrer qualvollen Lage unter den Motorwagen liegen mußten, ehe sie hervorgeholt werden konnten und diese Fälle ließen sich vormchren. Da ist es in der Tat nur ein sehr billiges Verlangen, eine Besserung auf diesem Gebiete anzu- streben. Gibt es Mittel, die eine schnellere und leichtere Befreiung Verunglückter herbeiführen können— und wie wir dargelegt haben, gibt es solche— so ist es Pflicht der Unternehmer des öffentlichen Verkehrs, solche in Anwendung zu bringen, auch auf die Gefahr hin, daß für ihre Einführung etwa mehr oder minder erhebliche Kosten aufgewendet werden müssen. Einbrecher, die seit langem das Bötzowviertel zum Schauplatz ihrer Tätigkeit gewählt hatten, sind jetzt festgenommen worden. Bon einem Omnibus überfahren wurde gestern morgen gegen 7 Uhr ein Radfahrer. Der Radler wollte vor dem Omnibus in der Blücherstraße an der Kreuzkirche die Passage kreuzen, um nach der anderen Seite hinüberzukommen, rutschte aber bei dem schlüpfrigen Wetter mit seinem Rade aus und kam zu Fall. Der Omnibus fuhr über den Unglücklichen hinweg und zwar mit dem rechten Hinterrad über den Rücken. Mit einer Droschke wurde der schwer Verletzte nach einem Krankenhaus gebracht. Arbeiter-Bildungsschule, Berlin. Der nächste Unterricht in Nationalökonomie findet heute, Dienstag- abend statt. Eknes schwer zu ersetzenden Verlust yat«in Buchbinder er. Issken, der am Donnerstag, den 4. April, Mischen 2—%3 Uhr, in einem Omnibus der Linie Alexanderplatz— Schönhauser Allee (Nr. 27) ein Paket liegen ließ, das drei ihm zur Arbeit übergcbene Bücher enthielt. Da der Arbeiter Ersatz leisten muß, wäre er sehr dankbar, wenn sich der eventuelle Finder melden möchte bei % Frankcnstein, Rykestr. 54 III. Ein eigenes Heim haben sich die Fritz Steidl-Sänger unter Leitung des Direktors Fritz Steidl in der Brückenstraße geschaffen. Während im Parterresaal eine Militärkapelle konzertiert, werden in dem eine Etage hoch belegenen Theatersaale Vorträge gesang. licher und humoristischer Natur dargeboten. Was in der Burleske: „Bureau Piepenbrück" zur Darstellung gelangte, reizte wohl die Lach- muskeln aufs äußerste, war aber unglaublicher Blödsinn. In einem von Fritz Steidl verfaßten Lebensbild:„Der 16. August" wird stark in Kolonialbegcisterung gemacht. Was sonst noch geboten wurde, war unerheblicher Natur, verschiedene Vorträge sogar recht ehr» würdigen Alters. Radrennen zu Berlin-Treptow, 7. April. Die heutigen Rennen, deren Abhaltung durch das regnerische Wetter sehr in Frage gestellt wurde, gestalteten sich, als gegen 4 Uhr der Regen nachließ, sehr spannend. In den beiden Danerrennen wollten verschiedene Anfänger zum erstenmal hinter Motoren ihre Künste zeigen. Der Hamburger Thom Süden konnte sich nicht zur Geltung bringen, dagegen fuhren zwei andere Neulinge, Hofsmann und Stabe, vorzüglich. Einige Nennen für die„Flieger" vervollständigten das Programm. 30 Kilometer-Rennen mit Motorführung. 250, 175, 125 M. 1, Fr. Hoffmann in 8 Min. 4S Sek.; 2. E. Stabe 650 Meter. Aufgegeben: C. Moritz. Hoffmann hat von Beginn an die Spitze, Stabe bleibt langsam zurück. Moritz gibt kurz vor dem 20. Kilometer auf,' er wird in der Entfaltung seines Könnens durch einen vor kurzem beim Trainieren erlittenen schweren Sturz beeinträchtigt. Match Hellemann- Rabe. S00 Meter. Dem Sieger 100 M. Rabe gewinnt beide Läufe, den ersten knapp, den anderen mit etwa 5 Längen. 50 Kilometer-Rennen mit Motorführung. 300, 250, 200, 150 M. 1. A. Steffen in 45 Min. 47-/. Sek,; 2. E. Puhlmann 260 Meter, 3. H. Sucher 1180 Meter, 4. W. thom Süden 2140 Meter zurück. Der zuerst führende Puhlmann wird beim 5. Kilometer von Steffen überholt, der bis zum Schluß die Spitze behauptet, allerdings von Puhlmann, der ihm oft dicht auf den Fersen sitzt, arg bedroht. Bei einem Vorstoß, den der letztere unternimmt, fällt er von seinem Motor ab, und ehe er wieder in Schwung kommt, hat er gegen drei Runden verloren, doch holt er unverdrossen auf, er machi seinen Verlust wieder gut und NP noch etwa 50 Meter trennen ihn von seinem Gegner, schon scheint es, als ob er seinen Gegner erreichen wird, als er auss neue„schwimmt" und dadurch Steffen den Sieg überlassen muß. Sucher und W. thom Süden blieben immer mehr zurück. Hauptsahren sür Klasse Hl. 1200 Meter. 25, 15. 10. 5 M. Endlauf: 1. Mühlbach; 2. Merck, dicht aus; 3. Sckröder; 4. Woitke. In fünf Vorläufen weitere 20 Fahrer ausgeschieden. Orgelkonzert. Mittwoch, den 10. April 1907, 7�— 8% Uhr abends, veranstaltet der königliche Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelkonzert, unter Mitwirkung von Fräulein Manon Desire« Jansen(Sopran), Fräulein Johanna Kieß(Alt) und Hefen Nikitits(Bioline). Der Eintritt ist- frei! Fcuerwehrbcricht. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr wieder einmal böswilliger Weise nach dem Gesundbrunnen gerufen. Als die Feuerwehr dort nachts um 1 Uhr in der Behmstraße ankam, war trotz Snchens nicht die geringste Gefahr zu entdecken. Der Täter war natürlich längst über alle Berge. Der 16. Zug hatte am Sonntag abend zum zweitenmal in kurzer Zeit in der Willdenow- straße 14/15, Ecke Triftstraße zu tun. Dort stand der Keller der Gemeindeschule, wo Papier lckgert, in Flammen. Die große Oualmentwickelung erschwerte die Löschung. Es gelang durch kräftiges Waffergeben den Brand auf den Keller zu beschränken. Ein zweiter Kellerbrand beschäftigte die Wehr in der Grenadierstratze 45. Stroh u. a. brannte dort. Gestern früh um 3 Uhr wurde der 12. Zug nach der Kurfürstenstraße 264 ge- rufen, wo eine Badestube und Bretterwand brannten. In der Mten Jakobstraße 4 mußte ein Zimmerbrand gelöscht werden. Zweimal innerhalb einer Biertelstunde wurde der 7. Zug nach der Blumen» straße 1 gerufen, wo ein Schornstein brannte. In der Wienerstr. 34 stand eine Fachwerkwand u. a. in Flammen, in der Schäserstr. 6a II ein Hängeboden, in der Schwedterstr. 35» eine Küche in Flammen. Außerdem hatte die Wehr noch in der Elsafferstr. 7, Marienburger- straße 30 und an anderen Stellen zu tun. Vorort- JVadmebtem Gchöneberg. Die Schnecabfuhr hat auch der Stadt Schöneberg in diesem Winter ganz außerordentlich Hohe Kosten verursacht. Die durch Freilegung oer Straßen und Wegschaffung deö Schnees notwendig gewordenen Ausgaben belaufen sich auf 81 639 M. Im Etat waren aber für diesen Zweck nur vorgesehen 7500 M.. so daß von der Stadtverordnetenversammlung 74139 M. nachbewilligt werden müssen. Ei» schwerer Betriebsunfall im Straßenbahnverkehr ereignete sich am Sonntag an der Endhaltestelle Ecke der Haupt- und Mühlen- straße. Dort war der Schaffner OSke damit beschäftigt, von dem Motorwagen 2845 eines Zuges der Straßenbahnlinie 74 den An- Hängewagen abzukuppeln. Er hatte sein Vorhaben eben ausgeführt, als der Motorwagen etwa einen Meter vorrückte. Sofort setzte sich auch der Beiwagen, dessen Bremse noch nicht angezogen war, in Bewegung und drückte den Schaffner, der noch zwischen den beiden Wagen stand, gegen den Motorwagen. Oske erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels und mußte nach dem Augusta Viktoria-Krankenhause übergeführt werden. Steglitz. Die letzte Gemeindevertretersttzung eröffnete der Vorsteher �it einem Nachruf für den kürzlich verstorbenen Gemeinde- verordneten Kaufmann G e r i ck e und den ebenfalls vor einigen Tagen verschiedenen SanitätSrat Dr. A l b e r t S, der lange Jahre hindurch als Armen-, Gemeinde- und Polizeiarzt seine Dienste der Gemeinde in uneigennützigster Weise zur Verfügung gestellt habe. — Als regelmäßiger Sitzungstag der Gemeindevcr- tretung wird auch für das Rechnungsjahr 1907 wieder der erste Freitag jeden Monats festgesetzt. Als dritter Punkt stand die Stadtwerdungsfrage unseres Dorfes auf der Tages- ordnung. Die Sache schemt sehr lichtempfindlich zu sein, denn sie wurde in die geheime Sitzung verwiesen.— Die kaum� ins Leben gerufene höhere Mädchenschule ist schon wieder überfüllt und erfordert deshalb einen Erweiterungsbau, zu dem 53 500 M. gefordert und bewilligt werden. Auch für das Ghm- nasium macht sich schon wieder die Anstellung eines Oberlehrers und diverser anderer Lehrkräfte nötig, die gleichfalls bewilligt werden. Wären diese Summen in den kaum aufgestellten Etat aufgenommen worden, dann wäre der Zuschuß der Gemeinde pro Kopf de? höheren Schülers noch um ein Bedeutendes gestiegen und derjenige pro Kopf des Gemeindeschülers hätte sich noch kläg- licher ausgenommen. Klixdorf. Ein Elendsbild. Wegen Nahrungssorgen unternahm gestem der Schuhmachermeister Hermann Richter in der Werderstroße 6 einen Selbstmordversuch. Vor einigen Wochen wurde die Ehefrau des R. von einem Kinde entbunden und sie erkrankte dabei so schwer, daß sie nach dem Krei°'rankenbause a-bracht werden mußte. Seitdem mußte sich nun R. selbst um die Kinder kümmern und er konnte infolgedessen weniger verdienen als sonst. Auch die Einnahmen der Frau blieben aus. R. geriet schließlich in bitterste Not, wcShaW er gestern in der Verzweiflung Gift trank. In bedenklichem Zustande ivurde der Lebensmüde gleichfalls in das Kreiskrankenhaus ein- geliefert. Die kleinen Kinder dürsten borläufig in dem städtischen Waisenhause Unterkunst finden. Treptow-Baumschulenweg. Aus der Gemeindevertretung. Zur ThphuSepidemie bemerkte der Gemeindevorsteher, daß die Zahl der Kranken sich von neun auf zwölf vermehrt habe. Außerdem seien vier Todesfälle zu verzeichnen. Das Grundwasser sei untersucht und als seuchenftei befunden worden. Genosse Karow brachte die frühere Kanalisation in Erinnerung und machte der Aufsichtsbehörde zum Vorwurf, daß den Grundbesitzern gegenüber zu viel Rücksicht genommen worden sei; gleichzeitig stellte er die Frage, ob es zutrifft, daß in einem öffentlichen Geschäft, wo in der Familie des Inhabers TyphuS geherrscht, ja sogar ein Todes- fall zu verzeichnen war, Familienangehörige die Kundschaft bedient hätten. Der Gemeindevorsteher nahm die Behörde nn Schutz und teilte mit. daß die Gruben entleert und gefüllt werden müssen. In dem angeführten Fall habe der Kreis- arzt nur verlangt, daß die Frau im Laden nicht verkaufen dürfe oder der Laden geschlossen werden müsse.— Eine längere Aussprache rief eine Resolution der Lehrer unter den Bürgerlichen hervor. Dieselbe bedauert das ablehnende Verhalten der Gemeinde« Vertretung gegenübersihrer Petition um Gehaltsausbefferungen.— In den einzelnen Ausschüssen und Kommissionen fungieren folgende Genossen: Steuerausschuß: G r a m e n z, Gesundheitskommission: Karow, PetittonSkommission: Gramenz und Verkehrsausschuß: Gerisch. Der Antrag eines Grundbesitzervereins, Bürger in den VerkehrSaus- schuß zu wählen, wurde, nachdem Genoffe Karow und Gerisch dagegen ge- sprachen, abgelehnt.— Ein Ortsstatut, wonach die Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft, auch wo nicht Branntwein und Spiritus aus- geschenkt wird, von einem Bedürfnis abhängig gemacht wird, auch wenn die Bevölkerung 15 000 oder mehr Einwohner zählt, wurde angenommen. Genosse Karow und Gerisch bekämpften dasselbe. Der frühere Gastwirt Buchholz vertrat die Ansicht, daß nur die „alten bewährten Gastwirte" ein Recht auf eine Existenz haben.— Ein Ortsstatut betreffend die Ausdehnung der KrankenversicherungS- Pflicht auf die bei der Gemeinde beschäftigten Personen fand An- nähme.— Zum Neubau einer Gemeindeschule an der Wildenbruch- straße wurde beschlossen, eine Anleihe von 250 000 M. vom Kreise aufzunehmen, obige Summe soll der jetzt zur Zurückzahlung gelangenden Kanalisationsanleihe entnommen werden.— Zu Kreis- tagsabgeordneten wurden Kommerzienrat Beermann und Fabrik- besitzer Mosdorf gewählt. Unsere Genossen gaben weiße Zettel ab. Der Bürgermcistcrtitel ist nach einer Bekanntmachung des Ministers des Innern dem Treptower Amts- und Gemeindevorsteher Schablow verliehen worden. Bei einem bedauerlichen Unglücksfall hat am Sonnabendabend der Arbeiter Fritz HermeS aus Baumschulenweg das Leben eingebüßt. H. befand sich auf dem Heimwege und bat untexwegS einen vorüber- fahrenden Möbelkulscher, ihn doch mitzunehmen. Sein Wunsch wurde auch erfüllt. An der Einbiegung in die Baumschulenstraße vermochte sich H. infolge der hochaufgeladenen Möbel nicht festzuhalten, er verlor das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße hinab. Un- glücklicherweise schlug er mit dem Kopfe so heftig auf das Pflaster, daß er einen Schädelbruch erlitt und nach wenigen Minuten starb. Britz. Lieb' Baterland, magst ruhig sein. Auch Britz wird in dem Kranze der Orte, die ein Kaiser Wilhclm-Denlmal haben, nicht zurück- bleiben. Ein Denkmalsausschutz unter dem Vorsitze des Gemeinde- Vorstehers ist eingesetzt und der Platz ist auch schon gesimden. Auf dem Platz an der Chausseestraße gegenüber dem Schloßteich soll das Denkal Aufstellung erhalten; eine Anzahl Künstler find bereits zum Einreichen von Skizzen aufgefordert worden. Unsere Pattioten, die hier nicht sehr dick gesät sind, aber dank eines miserablen Wahl- rechtes das Heft in den Händen haben, schwelgen in nationaler Be« geisterung. Lichtenberg. Ein Beriand zur Abwehr„maßloser" Beamtenforderungen? Ihre Beamtenfteundlichkeit zeigen die liberalen Kommunal- Politiker bei jeder passenden Gelegenheit. Die Beamten und Lehrer der Vororte haben das Bestteben, ihre wirtschaftliche Lage nach Kräften zu verbessern. Daß. um dieses Ziel zu erreichen, Oraani- sattonen notwendig find, haben die Beamten und Lehrer begriffen. Dafür sprechen die gelegentlichen Petitionen, die meist eine ver- gleichende Uebersicht der Gehaltszahlungen anderer Vororte ent» hielten. Nun war es der Vertreter der„liberalen Gruppe", der er- klärte,„so gehe das nicht weiter, die Vororte müßten sich zur ge- meinsamen Abwehr dieser Schraube ohne Ende zusammenfinden, eventuell die Aufsichtsbehörde zum Einschreiten veranlassen. Die Beamten stehen schon heute besser als die Angestellten in Privat» betrieben, ergo rechtfertige sich ein solches Vorgehen gegen die maß- losen Forderungen" I Vielleicht erbarmt sich der Lanorat und leitet die Gründung deö Verbandes zur Abwehr unberechtigter Gehalts- forderungen der Borortbeamten und Lehrer in die Wege l Nach 5vjähriger Tätigkeit als Schornsteinfeger soll der in diesen Tagen sein Jubiläum feiernde Obermeister der Schornsteinfeger- Zwangsinnung, Herr Kielblock von hier als Nachfolger deö nach Fricdrichsfelde als Gemeindevorsteher gewählten besoldeten Bei» geordneten Ungewitter auSersehen sein. Nach dem OrtSblatt soll die nächste Kreisausschutzsitzung hierüber beschließen. Bei der Auffassung über Selbstverwaltung der Gemeinden in„liberalen" Kreisen nimmt eine solche Kenntnis der Dinge durchaus nicht Wunder.— Hierbei sei auf eine Unsitte hingewiesen, die ihre Erklärung nur aus dem Milien der Majoritäten der Gemeindevertretungen, die ihre Existenz dem jämmerlichen Wahlrecht verdanken, finden kann. Die Bewerber um die Stelle des besoldeten Schöffen— zu denen Herr Kielblock gewiß nicht gehört— halten es für notwendig, die Bewerbungen durch persönliche Vorstellungen bei einer Reihe von Gemeindevertretern zu unterstützen. Wozu das? Die Gemeindevertretung ist doch die anstellende Behörde! Johannisthal. Zum Gemeindevorsteher gewählt wurde in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung der bisherige Kassenrendant Hamel mit 7 gegen 5 Stimmen, welch letztere auf den bisherigen Vorsteher Kober entfielen. Wie das„Kreisblatt" bereits am Sonntag zu melden wußte, soll Hamel die Wahl abgelehnt haben; näheren Mit- teilungen zufolge trägt selbiger jedoch nur die Absicht, die Aimahme des Amtes rückgängig zu machen. DaS Spiel um den kommenden resp. bleib enden Mann könnte demnach bald wieder von neuem beginnen. In genanntem Blatt wird denn auch der bisherige Ge- memdevorstehcr in den rosigsten Farben geschildert. Ob das Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Die Freunde des bisherigen Ge- meindcvorstehers übernehmen gegenwärtig die Rolle des Verleumders. Aus der Gegnerschaft unserer Genossen zum Gemeindevorsteher schöpfen sie den Verdacht, als seien dieselben gekaufte Individuen. Solche Freunde und Fürsprecher dürften die Situation für den jetzigen Gemeindevorsteher gerade nicht verbessern. Bekanntgegeben wurde in der Sitzung, daß der Bebauungsplan für das ftühere v. Trützschlersche Gelände bis zum 27. April aus- liegt. Der Antrag der freiwilligen Feuerwehr auf Bewilligung der Kosten zur Beschaffung eines Rauchhelmes wurde angenommen. Ebenfalls nahm die Gemeindevertretung einen Antrag an, einen jährlichen Beitrag von 20 M. an den Brandenburgischen Zentral- verein zur Bekämpfung der Tuberkulose zu verabfolgen. Adlershof. Die letzte Gemeindevertretersttzung beschäftigte sich wiederholt mit dem Einspruch deS Fabrikbesitzers Hans Lutze gegen die Richtigkeit der Gemeindewählerliste. DaS Gutachten, welche? hierüber eingeholt war, sprach sich für die Berechtigung les Ein- spruches aus und beschloß dementsprechend die Gemeindeveitretung die Aufnahme des Lutze in die Wählerliste.— Um eine Ueber- füllung der unteren Klassen der Gemeindeschulen vorzubeugen, wurde die Anstellung eines neuen Lehrers beschlossen.— Tie ein- gegangenen Offerten für die Pflasterung der Kaiser Friedribstraße bewegten sich zwischen 38 500 M. als Höchstforderung und 27369 M. als Mindestforderung. Der Zuschlag wurde dem Mindestfordwnden, Steinsetzmeister Schier-Berlin, erteilt, welcher bisher die Straßen» Pflasterung im Orte ausgeführt hat.— Der von der eingisetzten Kommission ausgearbeitete Bebauungsplan für das eingemündete forstfiskalische Terrain fand allseitige Zustimmung der Gemeinde- Vertretung. Dasselbe enthält neben gut geplanten direkten Ver- bindungsstraßen mit den umliegenden Ortschaften mehrere gützere Schmuckplätze und breite Straßen mit Mittelanlagen, wodurh der notwendigen Luft genügender Zutritt gewährt wird. Das de: Ge- meinde zustehende Areal für öffentliche Anlagen, als Stätvplatz an der Spree, Schulbausneubauten und Erbauung eines Rat- Hauses usw. dürfte eine zweckentsprechende Verteilung gefrnden haben. Nach Ferttgstellung dieses Bebauungsplanes durch die Kommission wurde bekannt, daß der Fiskus jetzt für die an der Eingemeindung beteiligten Gemeinden einen Bebauungsplan ruf- stellen läßt, in dem„für freie Flächen, Wald und Wissen genügend" gesorgt werden soll. Es wird abzuwarten sein, ob kaS- selbe unseren Ansprüchen auf freie Luft genügen wird oder ob>as forstfiskalische Interesse, wie bei dem ersten Bebauungsplan?eS Fiskus, vorherrschend sein wird.— Eine längere Debatte führte der Antrag der Berliner Metallwarenfabrik H. A. Fürst u. Co. auf Genehmigung der Ableitung der Fabrikwässer von i)rem Grundstück Auguste Viktoriastraße nach dem Stratzengully an der südlichen Ecke der Auguste Viktoria- und Moltkestratze herbei. Für die Genehmigung hatte der Gemeindevorsteher Bedingungen ms- gearbeitet, welche aber seitens der Fabrikleitting als zu hart und drückend abgelehnt waren, trotzdem durch dieselben nur die Ge- meinde vor späterem Schaden, welche diese Abwässer in den Cnt- Wässerungsanlagen herbeiführen könnten, geschützt werden solte, für die Fabrik aber immer noch ein großes Entgegenkommen be- wiesen. Der Antrag der Fabrik wurde schließlich einstimmig rb- gelehnt und der Fabrik gDattet, ihre Abwässer gegen eine jchr- liche Anerkennungsgebühr von 30 M. direkt in den Vollkropfgralen abzuleiten. Köpenick. In der letzten Stadtverordncten-Bersammlung wurde zunäch't der neugewählte und bestätigte Herr Stadtbaurat Kinzer in fest Amt eingeführt. Alsdann wurde die Wahl von vier Kreistags- Abgeordneten vorgenommen. Die ausscheidenden Vertreter wurde? sämtlich durch neue ersetzt. AlS gewählt gingen hervor Bürger- meister Langerhans, Stadtrat Hentschel, Stadtv. Cunitz und Genosse Herbst. Mit dem Genossen Herbst zieht somit der erste Sozial- demokrat im Teltower Kreistag ein. Bezugnehmend auf die am Donnerstag, den 4. April veröffentlichte Zufchnst teilt uns Herr Stadttat Henschel-Köpenick in einem längeren Schreiben mit, daß der bei der in Frage kommenden Festlichkeit engagierte Klavierspieler nicht mehr als zehn Mark zu verlangen hatte. Dem Schreiben liegt eine Beglaubigung des Kapellmeisters Herrn Koster bei, welcher bestättgt, daß Herr Henschel nur zehn Mark zu zahlen verpflichtet war. Außerdem sei der Musiker gut bewirtet und ihm noch eine Mark extta gegeben worden. Weistensee. Aus der Gemeindevertretung. Der neugewählte Gemeindearzt SanitätSrat Dr. Dyrenfurth und der besoldete Schöffe Dr. Klamroh wurden in ihr Amt eingeführt und letzterer vereidigt. Einen Projekt und Kostenanschlag wegen Umgestaltung des Antonplatzet wurde z?>gestimmi Die Kosten der Umgestaltung belaufen sich au' 11 340 M. Für Friedhofszwecke hat sich die Gemeinde ein Terrain in Wartenberg gesichert zum Preise von 1050 M. pro Morgen. DaS Terrain liegt 3 Kilometer von der Weitzenseer Grenze. Die Aufstellung des Haushaltsplanes ist in einer dritten Sitzung zum Abschluß gebracht worden. Der Etat der Straßen und Plätze schließt ab in Einnahme mit 36 750 M. in Ausgabe mit 114 650 M., so daß em Zuschuß von 77 900 M. erforderlich ist. Die FnedhofSverwaltung verursacht eine Einnahme und Ausgabe von 19 955,50 M. Der Etat der Kapital- und Schladen- Verwaltung weist eine Einnahme von 178 750 M. und eine Ausgabe von 382 513 M. auf. DaS Vermögen der Gemeinde beirägt 10 550 237 M.. die Schulden 6 464 059 M. Der Etat der allgemeinen Verwaltung schließt mit einer Einnahme von 63 740 M. und einer Ausgabe von 374 823,59 M. ab. An direkten Steuern sollen aufgebracht werden 125Proz. Zuschlag zur Staatseinkommensteuer— 221 312,50 M., 125 Proz. zu dem fingierten Normalsteuersatze von mehr als 660 bis 900 M.— 6250 M., 126 Proz. zu den fingrert veranlagten SwatS« einkommensteuersätzen von den Forensen, und zwar von den physischen rrnd nichtphysischen Personen, 31250 M.; an Gewerbesterler 245 Proz. der staatlich veranlagten Beträge der Klassen I bis IV 80 850 M, an Betriebssteuer 30 Proz. Zuschlag zur Gemeindesteuer--- 1470 M.. an Gemeindegrundsteuer 0,4 Proz. des gemeinen Wertes der bebarten und unbebauten Grundstücke— 420 000 M. Die indirekten Steuern ollen bringen: Lustbarkeits- u?ld Billettsteuer 23 000 M., Hunde- teuer 20 000 M., Brau- und Biersteuer 30000 M., Umsatz« teuer 150 000 M.. Wertzuwachssteuer 100 000 M. In Summa 1034 132,50 M. Mühlenbeck. Die BerttauenSleute der vereinigten Gewerkschaften Mühlenbecks beschlossen, den 1. Mai wie in den Vorjahren durch Arbeitsruhe zu begehen. Die Versammlung findet nachmittags 2 Uhr bei Meyer, die Abendfeier im«Gasthof zur Sonne' bei B ä r s ch statt. Sencdtg- Leitung. Die Lerhältnisse der Madeira-Aktiengesellschaft, die schon so oft Gegenstand öffentlicher Erörterung geworden find. wurden auch in einer Privatklagesache gestteift, zu deren Verhandlung gestern Termin vor dem Amtsgericht Berlin-Mtte anstand. Als Kläger figurierten der Hauptmann a. D. Hans von Blottnitz, Professor Dr. Gotth. Pannwitz und HandlungSgehülfe Schaper. Die Klage richtete sich gegen dm Direktor der Madeira-Aktiengefellfchaft Ernst H o f m a n n und den Hamburaer Rechtsanwalt Dr. S u s e. Die Anklage ist ein Glied in einer galzen Reihe von gerichtlichen Aktionen, in deren Mittelpunkt die Madeira-Aktiengesellschaft steht. Diese hat den Zweck, Sanatorien für Lungen- und andere Kranke zu erwerben, zu erbauen und zu verwalten. Vor der Gründung der Gesellschaft war eine sogenannte Vorbereitungsgesellschast gebildet worden, deren Geschäftsführer Prof. Pannwitz war. Er behauptet, daß er durch die Manipulationen des Herrn Holmann aus der Gesellschaft hinausgedrängt worden ist und es ist zwischen ihm und dem Direktor Hofn,ann e?n hefttger Kampf entstanden. Letzterer hatte seinerzeit gegen Prof. Pann« witz die Privatklage angestrengt, weil er sich durch ein Schreiben beleidigt fühlte, das Herr Prof. P. über Vorgeschichte und Ent- Wickelung der Madeira-Sache am 22 Personen gerichtet hatte. Direktor Hofmann erblickte in einigen Stellen dieses Schreibens den Vortvurf.'datz er 20 000 Mark unterschlagen habe und 5000 M. Ausgabe auf falschen Buchungen beruhten. Professor P a n n w i tz ist in jenem Beleidigungsprozeß wegen Beleidigung in drei Fällen zu je 30 M. Geldstrafe verurteilt. Die Sache schwebt in zweiter Instanz rmd wird noch in diesem Monat die Strafkammer be- schäfttgen. Außerdem schwebenmoch verschiedene Zivilprozesse des Prof. Pannwitz gegen die Vorbereitungsgesellschast. Zwischendurch läuft eine Duellsorderung, die Vrof.P. dem Rechtsanwalt Dr. Suse hatte zuko??lmen lassen. Durch eme anonyme Anzeige ist diese Heraus- sorderung zm Kenntnis des Staatsanwalts gekommm. Professor Pannvitz ist dieserhalb von der Strafkammer zu Hamdurg zu einem Tage Festungshaft verurteilt worden. Anderseits ist gegen Prof. Pannwitz eine Strafanzeige ergangen, in welcher er des Meineids und des Betruges bezichtigt wird. Das Verfahren wegen Meineids ist seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt. Rechtsanwalt Dr. Suse hat hiergegen die Beschwerde eingelegt, so daß auch diese Angelegenheit noch in der Schwebe ist. Bei der jetzigen Privatklage handelt es sich um folgendes: Herr A. Wör- mann in Hamburg hatte in einem Privatgespräch über Direktor Hofmann sich dahin geäuhert, daß dieser ein„Erzschwindler� sei. Darauf hin hatte Rechtsanwalt Dr. Suse für Direktor Hofniann die Privatklage gegen Herrn Wörmann angestrengt. Bon dem gegnerischen Rechtsanwalt kam dann ein Schriftsatz, in welchem auf die Herren P a n n w i tz und v. B l o t t n i tz Bezug genommen wurde. um die Berechtigung jenes Ausdrucks zu erweisen. Diese beiden Herren hatten dann auch bei einer Vorladung sich dahin ausgelassen, dag auf Grund einzelner von ihnen behaupteter Tatsachen nach ihrer Meinung der von Herrn Wörmann gebrauchte Ausdruck be- rechtigt sei. Gegenüber diesem Verfahren, welches Rechtsanwalt Suse für unzulässig hielt, reichte der letztere einen Schriftsatz ein, in welchem er m einer temperamentvollen Form auf Grund der In- formation seines Klienten Hofmann diese beiden Zeugen in einer Weise schilderte, die nun Anlaß zur Erhebung der Privatklage ge- geben hat. Nach stundenlangem Hin und Her beschloß das Gericht, da Segen den Bescheid der Staatsanwaltschaft in der Meineidfache Be- hwerde eingelegt ist, auf Grund des Z 191 der Strafprozeßordnung die Verhandlung auszusetzen bis das gegen Prof. Pannwitz vor dem Landgericht III schwebende Verfahren beendet ist. Betrügereien gegen eine Ortskrankcnkasie. Gestern stand vor der hiesigen Strafkammer nicht ein Unter- nehmer, sondern ein Angehöriger des Aerztestandes, der prak- tische Zahnarzt Tiburtius wegen Vergehen gegen die Kasse unter Anklage. Er war beschuldigt, in mehrerenFSllen s ich eines Betruges gegen die Ortskrankenkasse der Kaufleute sowie der schweren Urkunden- fälschung in drei Fällen schuldig gemacht zu haben.■— Der Angeklagte ist seit mehreren Jahren in der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kauf- leute, Handelsleute und Apotheker als Kassenarzt angestellt. Seitens der Kasse wurden an Tiburtius drei verschiedene Honorarsätze für die Behandlung ihrer Mitglieder gezahlt und zwar für Extraktionen 7S Pf., für Plomben 1,50 M. und für zahnärztliche Behandlung unter Anwendung einer Narkose 4,50 M. Wie die Au- klage behauptet, soll der Angeklagte in einer großen Anzahl Fällen der Kaste zu hohe Liquidationen eingereicht baben, ins- besondere soll er wiederholt eine Behandlung mis Narkose liquidiert haben, obwohl er in Wirklichkeit nur eine lokale Narkose des Kiefers vorgenommen hatte. Anfang Dezember vorigen Jahres überreichte der Angeklagte eine Rechnung, deren Bezahlung jedoch von der Kasse abgelehnt wurde, da er eine auffallend hohe Zahl von Extraktionen liquidiert hatte. Eine genaue Prüfung ergab, daß T. in mehreren Fällen falsch liquidiert hatte. Zugleich wurde festgestellt, daß T. sich in drei anderen Fällen der Urkundenfälschung schuldig ge macht hatte. Nach einer Ministerialverordiiung ist ein Arzt ver- pflichtet zu einer Narkose stets noch einen zweiten Arzt hinzuzuziehen. In feiner Sufftellung hatte T. bei Behandlung einer Klavierlehrerin B. die Vornahme einer Narkose in Gegenwart eines zweiten ArzteS in Rechnung gestellt und ein Attest beigefügt, welches die U n t e r- schrift erneS»Dr. LubowSki" trug. Die Ermittelungen ergaben, daß bei dem Angeklagten ein junger Mediziner dieses NamenS vorübergehend als Assistent beschäftigt war, der zu der fraglichen Zeit noch nicht daS Staatsexamen gemacht hatte. Obwohl der Angeklagte dies genau wußte, setzte er den Namen „Dr. Lubowski" unter das Attest. Hierdurch erweckte er den An- schein, al» ob ein.Dr." und prakt. Arzt bei der Narkose zugegen gewesen war. In gleicher Weife unterschrieb Tiburtius noch zwei andere Atteste und stellte sie der Kasse in Rechnung. Vor Gericht bestritt der Angeklagte, sich strafbar gemacht zu haben. Bei der großen Anzahl der Behandlungen der Kasten- Mitglieder wäre ihm allerdings einmal ein Irrtum unterlaufen, er habe dann ganz allgemein der Einfachheit halber alle diejenigen Behandlungen, für die er den Satz von 75 Pfennigen zu beanspruchen hatte, als Extrakttonen bezeichnet und auch anderwcittge Leistungen unter dieser Bezeichnung liquidiert. Die Kasse sei mit dieser Art der Liquidation auch einverstanden gewesen und habe nie etwas moniert, bis er im Dezember vorigen Jahres mit einem Kastenbeamten einen Streit gehabt habe. Den INamen Lnbowski habe er nur mit Genehmigung gebraucht und da er stets der Meinung gewesen sei, jener Herr L. wäre Doktor der Medizin, so habe er auch den Doktortitel auf den Attesten angegeben. Der Zeuge L. bekundete, daß der Angeklagte allerdings mit seiner Er- laubnls seinen Namen unter die Alteste gesetzt habe in der Zeit, als er selbst durch eine Armverletzung am Schreiben verhindert gewesen sei. Daß er nicht Dr. med. war, habe der Angeschuldigte jedoch besttmmt gewußt. ES waren mehrere zahnärztliche Sach- verständige geladen worden, die begutachten sollten, daß der Angeklagte mit Recht eine lokale Narkose des Zahnfleisches mit Aetbvlchlorid als« eine Narkose liquidieren konnte. während dre Anklage davon ausgeht. daß als Narkose nur eine vollständige Betäubung der Pattenten bezeichnet werden dürfe. Auf Grund der Gutachten hielt das Gericht es nicht für festgestellt, daß sich der Angeklagte nach dieser Richtung hin eines Betruges schuldig gemacht habe. Da die Beweis- aufnähme auch weiterhin ergab, daß T. bei den Liquidationen nicht in betrügerischer Weise vorgegangen war, so erfolgte in dieser Hinsicht seine Freisprechung. Dagegen hielt die Straf- kammer eine einfache Urkundenfälschung in drei ällen für festgestellt und erkannte auf zwei ochen Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt._ Eigenartiger Nötigungsversuch. Zu einem besonders verwerflichen Msttel griff ein Chemnitzer Photograph K., um einen Kunden zur Abnahme der bestellten, aber wegen angeblich verspäteter Lieferung nicht angenommenen Bilder zu bestimmen. Der Kunde hatte sich nebst seiner jungen Frau in verschiedenen Stellungen aufnehmen lassen und K. drohte schließlich ganz offen, wenn die Bilder bis zu einer bestimmten Frist nicht abgenommen würden, werde er die Platten davon an ein Budapester Institut verkaufen. Wenn dann der Kunde eines schönen Tages den Kopf seiner Frau auf obskönen, nackten Frauen- bilden» wiedersehe, solle er sich nicht wundern, er sei hiermit gewarnt. Um die Sache glaubhafter zu. machen, schilderte K. in seinen Briefen einen ähnlichen Fall, wo dann schließ- lich der Besteller froh gewesen sei, als er die bereits im Umlauf befindlichen Bilder gegen teueres Geld zurückkaufen konnte. Der Kunde ließ sich aber nicht einschüchtern und zeigte K. an. der sich nun wegen versuchter Nötigung zu verantworten hatte. K. beteuerte, die ganze Geschichte sei nur eine leere Drohung gewesen, er habe derarttge Manöver noch nicht ausgeführt und würde es auch in diesen, Falle nicht getan haben. Das Gericht hielt für diese Niederträchtigkeit eine exemplarische Strafe für angezeigt und erkannte auf drei Monate Gefängnis. Hallenser Polizeibcamte in der Silvesternacht. Ein Bild über das Treiben einiger Polizeibeamten entrollte eine am Sonnabend vor der Strafkammer stattgehabte Verhandlung gegen die drei jugendlichen bisher unbestraften Arbeiter Ebert, Giersch und Jäger von hier, die vom Schöffengericht wegen Widerstandes, Gefangenenbefteiung usw. mit Gefängnis- st r a f e n von 6 Wochen auf 2 Wochen herab belegt worden waren. Gegen dieses Urteil hatten die Angeklagten Berufung ein- gelegt. In der letzten Silvesternacht war ein Polizeibeamter, der dem edlen Naß mehr wie notwendig zugesprochen hatte, in einem Restaurant am Moritzzwinger auf dem Sofa eingeschlafen. Die ver- gnügten Gäste hatten dagegen gar nichts einzuwenden; sie meinten „wer schläft, der sündigt nicht". Da erschien der Polizist Hank trat an seinen auf dem Sofa ruhenden Kollegen heran, nahm desienHelm und stauchte ihm diesen derartig auf den Kopf, daß dem Schlafenden die Lippen bluteten. Nunmehr ergriffen die Gäste Partei gegen Hank, und es ertönten Rufe:„Schmeißt den Kerl raus." H a'n k lief dann auf die Straße, pfiff und holte mehr Polizisten, die dann das Lokal säuberten. Man schleppte eine Anzahl Personen nach der Wache, wo es dann un- glaublich herging. Den Arrestanten wurden beim Hineinwerfen in die Arrestzelle die Sachen vom Leibe gerissen, und es setzte Ohrfeigen, daß das Blut aus dem Munde spritzte. Ter ganz unbeteiligt gewesene Handlungsgehülfe Lichtenstein b e- s ch w o r als Z e u g e: In der Arrestzelle j a m m e r t e n die Leute, und ich erhielt von einem Polizisten ohne jeden Anlaß eine Ohrfeige, daß ich mit dem Kopf gegen den Schrank flog. Vor der e r st e n I n st a n z hatte der Hauptattentäter Polizist Hank eidlich be st ritten, An- geklagte mißhandelt zu haben. Vor der Strafkammer ver- weigerte er auf diesbezügliche Fragen die Aus- sagen. Der Staatsanwalt setzte sich in seinem Plaidoyer über die Polizcitaten hinweg. Die Verteidiger bedauerten dies schwer. Sie führten aus, der Staatsanwalt hätte sich wahrlich nichts vergeben, wenn er die Brutalitäen und Unmensch- l i ch k e i t e n der Polizisten wenig st ens als unkorrekt bezeichnet hätte. Den Aussagen des Polizisten'Hank sei kein Gewicht beizulegen. DaS Gericht hob das erste Urteil auf. sprach Giersch frei, verhängte aber gegen Ebert und Jäger noch Geldstrafen von 60 und 30 M. Wird nun gegen die Polizisten Anklage erhoben werden? Vermilcbtes. Die Pocken in Metz. Seit dem Austreten der Pocken in Metz wurden festgestellt von Ende Juli bis zum 1. Dezember vorigen Jahres in Dtetz Stadt 47 Fälle, in Metz Land 8 Fälle, darunter ins- gesamt 8 Todesfälle; vom 1. Januar bis 8. April dieses Jahres wurden festgestellt in Metz Stadt 77 Fälle, darunter 22 Todesfälle, in Metz Land in 9 Gemeinden 15 Fälle, darunter 4 Todesfälle. Dazu treten noch ein Fall aus Tettingen, Kreis Bolchen, und ein Fall aus Dieuze, Kreis Chüteau-Salins. Außer den öffentlichen un- entgeltlichen Impfungen an zwei Stellen in der Stadt, die seit November 1906 eingerichtet sind, ist mit einer systematischen, sttaßen weisen Durchimpfung der Bevölkerung zunächst in dem von den Pocken besonders bcsallenen Stadtteile begonnen worden, wobei sich jedesmal über 30 Zivil- und Militärärzte beteiligten. Auch werden die in Sonderzügen ankommenden ausländischen Arbeiter(Italiener sofort auf dem Bahnhofe einer Impfung unterzogen. Ehescheidungen in Amerika. Nach statistischen Erhebungen vom Zensusbureau in Washington sind in den letzten 20 Jahren, von 1887—1907 in den Vereinigten Staaten 1200 000 Ehescheidungen vorgenommen worden. In den großen Städten sind die Scheidungen am häufigsten, weit seltener auf dem Lande. An der Spitze marschiert Chicago mit dreimal soviel Scheidungen wie New ork, im Verhältnis zu der Zahl der Bevölkerung. Von 1867 bis 387 zählte man nur 328 000 Ehescheidungen. DaS durch die Statistik gewonnene Material soll benutzt werden,»nn gleichlautende Gesetze für die Ehescheidung in allen Staaten der Union herbei- zuführen. Gegenwärtig haben die verschiedenen Staaten ihre eigenen Gesetze über Ehescheidungen. DaS Messer. In Frankfurt a. M. versetzte im Verlaufe eines Streites der 28 Jahre alte Schneider Josef Zeidler dem 23jährigen Speisewagenkellner Paul Bökner aus Hamburg-Uhlenhorst in der Nacht auf Sonntag so schwere Messerstiche, daß er aus dem Trans port nach dem Kraickenhaus starb. Der Täter ist verhaftet. Auf den Felsen gerannt. Aus London wird gemeldet, daß das englische Schlachtschiff„Trafalgar", von Plymouth kommend, bei Devilspoint-Stonehouse auf einen Felsen rannte. Schleppdampfer sind zur Hülfeleistung abgegangen. Nach einer späteren Meldung ist daS Schiff gestern nachmittag durch Schleppdampfer loSgebracht worden und kehrt in den Hafen zurück, um dort ins Dock zu gehen. In dem vorderen Schiffsleil steht 18 Zoll hoch Wasser. Eine Feuersbruust zerstörte vergangene Nacht in Paris eine Maschinenfabrik. Zwischen der Feuerwehr und dem Fabrikbesitzer kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen, wobei der letztere unter dem Verdachte der Brandstiftung verhaftet wurde. Feuer in der Kraftzentrale. Gestern morgen wurde die Kraft« station der städtischen Straßenbahn in New Dork durch Feuer zer- stört. Sieben Feuerwehrleute sind durch einstürzende Mauern erschlagen worden. Eingegangene Drucfercbriften. Don der„Neuen Zeit« �Stuttgart, Paul Singer) ist soeben da» Von Henriette stlkoland-Holst.— Neue Beiträge zur Biographie Marx und Friedrich Engels. Von Franz Mehring.— Positive Leistungen der Soztaldemokratte. Ein Beitrag zur Geschichte der Gesetzgebung. Bon Hermann Molkenbuhr.— Bekenntnisse eines ehemaligen Ossiziers. Von Audolf Kragt.— Landagitation. Von F. Starosson.— Literarische Rund- schau: Lascadio Hearn, Jzumo. Von C. Korn. Napoleone Colajanni, JUttni e Anglosassoni. Bon 0. L. I. Gaule, Kritik der Erfahrung vom Leben. Von A. P. Die„Neue Zeit* erscheint wöchentlich einmal und Ist durch alle Buch- idiungcn, Postanstallen und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post rmr pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pj. Probennmmern stehen jederzeit zur Verfügung. ßriefhaften det* Redaktion. $1* snristitche Eprcchstund« finde« Frtedrichftr. R«, Rufgana 4, eine Treppe(Handelsstättc Bellcalltancc, Turchgang auch Lindensir. tut), wochentäalich von?>/, bis ß'/i Uhr abends statt. Geiisfnet? Uhr. Sonnabends bcainnt die Sprechstunde um 0 Uhr. Jeder alnfrage ist ein Buchstabe n»d eine.stahl al« Merkzeichen beizufiige». Briefliche Aniworl wird nicht erteiit. Eilige Jragen trage man>n der Sprechstunde vor. .1. 2. 77. In Nr. 74 des„Vorwärts- vom 28. März 1907 haben wir aussührlich unter dem Titel Fragen aus dem Einkommensteuergesetz dar- gelegt, was vom Einkommen in Abzug zu bringen ist. Miete lann nicht in Abzug gebracht werben.— 21. D. 81. Sie müssen Pfändung bei dem Amtsgericht beantragen oder die Sache einem Anwalt übergeben.— L. L. 1. Die Forderungen müssen Sie bezahlen, Sie haben leider der unwahren Bcrficherung des Klägers, er werde die Klage zurücknehmen, Glauben ge- schenlt.— Austritt aus der Landeskirche. Jeder Ausweis genügt.— H. P., Drenfteinsnrt. 1. Ja. 2. Wer den Antrag aus Einberufung einer Der- sammlung zu diesem Zwecke stellen kann, muß das Kassenstatut ergeben. Die »utrcsscnder Ansicht nein. 2. Keineswegs.— H. S. 47. Gefängnis, aui Zuchibausstrase ist möglich.— Kohlen 3,50. Sie haben richtig ge. bandelt, warten Sie ruhig eine etwaige Klage ab. Daß der von Ihnen angegebene Preis vereinbart ist, müssen Sie aber beweisen. — Mir oder mich 100. Mir ist richtig.— W. H. 00. Die Polizei hat gegen Entrichtung der ungefähr 25 Ps. betragenden Gebühr Auskunft zu erteilen. Eventuell teilen Sie dem Gericht den Sachverhalt mst und beantragen, da» Gericht möge die Polizei um Angabe des jetzigen Auf- enthalis ersuchen.— G.®. 78. Von einem Eingehen der betreffenden Gesellichast ist uns nichts bekannt.— P. 2. 07. Seit dem Juni ver- gangenen Jahres besteht eine Älcnderung in der Berliner Gerichtsorganj. fation, die wir aussührlich dargelegt haben. ES ist zwar bureaukratisch, aber tat ächlich, daß die verschiedenen Berliner Gerichte irrtümlich an sie gelangte Schreiben nicht an daS zuständige Gericht abgeben, sondern an den Adressaten zurücksenden. Welches Gericht für die einzelnen Stadtteile zu- ständig ist, ersehen Sie auch aus de« Ädreßkalender.— H.«. 13. Alle fünf Punkte können Sie in der Reklamation anführen. Voraussichtlich wird jedoch nur auf die beiden ersten Rücksicht genommen werden — G. St., Nixdorf 119. Sie können die Miete hinterlegen, können auch außerdem gegen den Wirt aus Anerkennung klagen, daß der Vertrag weiter dauert.— I. K. 101. Nein.— H. 2. 0. 1. Da kein selbständiges Ge- werbe vorliegt, nein. 2. Weiter zu kleben ist ratsam. Das Kleben von 20 Marken für je zwei Jahre hält Ihnen Ihre Rechte ausrecht.— 1001 H. H.Ja: der mündliche Vertrag, mag es Kaufvertrag oder Mietsvertrng sein, ist bindend. Die Annahme, daß man denselben widerrufen könne, oder daß Draufgeld erforderlich sei, ist durchaus irrtümlich.— Ott. 31. Ihre Braut soll bei der AussichtSbehörde Beschwerde führen. Ein solches Statut ist nicht möglich.— Neuer Abonnent 14» 1. und 2. Ja.— N. M. T. 00. Nein: Nuswättcrinnen sind nicht krankenverstcherungspflichtig, wohl aber invalidenverstcherimgspflichtig.— Kircheiiaustritt. Sie können selbst und können nach den neueren Entscheidungen auch für Ihre minderjährige Tochter aus der Kirche austreten. Bleibt Ihre Frau in der Kirche, jo hat sie die Kirchensteuer weiter zu zahlen. Für die Zahlung hasten Sie. — 100. Großbesten und H. V. 81. Die Nachzahlung kann für drei Jahre rückwärts verlangt werden. Beantragen Sie Stundung.— O. 91. Den Plan können Sic von Ihrem Verkäufer nicht verlangen. Aus Ihren Slntrag erhalten Sie aber eine Zeichnung vom Katastcramt. Die bau- polizeilichen Aolschristen sind an den verschiedenen Orten verschieden. Die für Ihren Ort gültigen erfahren Sie aus der Polizeibehörde.— W. G. 88» Nein, denn die Altersrente würde in Ihrem Falle ungefähr 20 Mark niedriger als Ihre Invalidenrente sein. Beide Renten zusammen werden nicht gezahlt.— 100. M. 2. 1. Ausschluß der Gütergemeinschaft besteht auch ohne besonderen Vertrag. Ein notarieller Vertrag, durch den daS Vermögen der Frau nach Möglichkeit weiter sicher gestellt wird, würde bei dem von Ihnen angegebenen Vermögen etwa 20 M. Kosten verursachen. 2. Wenn die Statülen der letzten Krankenkasse nichts anderes besagen, so steht der Frau, da sie nicht ununterbrochen sechs Monate einer Krankenkasse angehörte, ein Anspruch aus Eiiibindungsgeld nicht zu. — H. M«, Elisabethkirchstraße. Die Heirat entbindet nicht vom Miets- oertrag.— Abrnschess. Derartige Probleme können nicht im Rahmen des Briestastens erörtert werden. Lesen Sie die Parteitagsprotokolle und die Gewerkschastsprotokolle sowie die umfangreiche, wie es scheint, Ihnen nnbclaimte Literatur.— L. 33. 1. Noch nachträglich können Sie den Antrag aus Ladung unter Angabe des Bcweisthemas uellen. 2. Teilen sie dem Gericht den Sachverhalt mit der Bitte mit, nach der Vorstrafe nicht zu fragen.— G. P. 13. Im Fall der Bedürftigkeit könnte sich die Bettcssende lediglich an die Armeiikommiffion wenden.— P. M. Anfragen, die sich aus schriftliche Vcrttäge, Testamente uiw. beziehen, find ohne Einficht in die Verträge usw. oder in genaue Abschriften derselben nicht zu beantworten. — 101. R. Als Stcuerjahr kommt bei der Veranlagung das 5kalender- jähr 1900 in Betracht.- F. Sch. 10. Sie bättcn bei Abschluß der Ver- sicherung vorsichtiger sein sollen. Wahrscheinlich sind Sie einer Ver- Vertrag für. die Dauer des Vertrages gebunden. W> noch weit erheblichere Summen zu zahlen haben. Aus die Versicherung eines Agenten sich nicht zu verlassen, sondern sich das Unlerschttebcne genau durchzulesen, haben wir unendlich häufig gemahnt. Sie sind nur dann an den Vertrag nicht gebunden, wenn Sie etwa beim Abschluß desselben noch nicht 21 Jahre waren und ihn auch später nicht genehmigt haben.— B. 18. Nicht ohne weiteres. Der Vater müßte zu standesamtlichem Protokoll seine Vaterschaft anerkennen. LllSdann ist Anzeige an daS VormundschastSgericht zu erstatten.— B. Ja. — Drei Streitende. 1. Nein. 2. Die rote.— A. H. 100 und Zl. 2. 03. Ja.— 2orge 188. Auch ohne besonderen Vertrag leben die Eheleute außer Külergemeinschast. Es ist aber zweckmäßig, vor Abschluß der Ehe einen Eheoerttag zu schließen, in dem der Bräuligam das Eigentum seiner Braut anerkennt, aus sein VerwaltungS- und Nutznießungsrecht ver- zichtet und vereinbart, daß alles, was durch gemeinsame Arbeit erworben wird, jedem der Eheleute zur Halste gehören soll. Ein solcher Vertrag ist notariell oder gerichtlich zu-schließen. Ein Beispiel für einen solchen Vcrttag finden Sie Seite 225 Nr. 22 deS dem.Arbeiterrecht" betgesügtcn Führer«. DaS Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.— H. D. I. K. Wels wohnt GreifZwalderslr. 45 IV.— 2. B., Moabit 30. Der Vater des unehelichen Kindes ist auch dann verpflichtet, die Alimente zu zahlen, wenn die Mutler es ablehnt, ihn zu heiraten oder wenn deren Vater die verweigerte »erttner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der Marithallen-Dircktion.(Großhandel.) Nindsieisch la 68—72 pr. 100 Pfd., IIa 62-67, Ula 58-61, Bullenfleisch la 66—70, IIa 56—64, Kühe, seit 54—60, do. mager 44—52, Fresser 52—65, Bullen, dän. 60—62, do. Holl. 00—00. Kalbfleisch, Doppclländer 100—125, Mastkälbcr la 90—96, IIa 80—88, ma 00—00, Kälber ger. gen. 55—70, do. Holl. 00—00, dän. 57—64. Hammelfleisch Mastkälber 71—74, la 66—70, Ha 62—65, Schafe 55—60. Schweinefleisch 48—56. Rehwild, plomb. per Psd. 0,00. Rothirsch, do. 0,00. Roihirsch, Abschuß 0.00. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,41—0.50. Frischlmge 0,45—0,55. Kaninchen per stück 0,85. Hühner, alte, per Stück 1.50—2,75, do. Na 1,30—1,50, do. junge 0,00. Wolgahühner 1,10—1,70. Tauben 0,60—0,79, italienische 0,00. Enten per Stück 2,50, dito Eis- per Stück 2,50, dito Hamburger per stück 3,50 bis 4,50, Gänse, Hamburger per Pfund 1,15—1,20, dito Eis- 0,00. Hechte per 100 Pfund 70—75, groß 56, matt 0,00. Zander mittel 0,00, unsortiert 0,00, do. matt 0,00. Schleie, Holl. 92—95, do. groß 0,00, do. klein 120. Aale. groß 126, miltcl 0,00, klein und mittel 0,00. Plötzen, matt 0,00, do. groß 0,00, do. 0,00. Karpfen 40—50« 0,00, do. 50— 70er 0,00, do. 40er 0,00. Bleie 0,00. Aland 0,00. Bunte Fische 63—80. Barse, matt 0,00. Karauschen 0,00. Blei- fische 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110— 180, do. Na neuer 90—100, do. llla neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 1,00—1,50, Danziger, Kiste 0,80 bis 1,00. Flundern, Kieler, stiege 1» 3— 4. do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3,00—3,50, Sttastunder 3,00—3,50. Aale, groß per Pfd. 1,10—1.40, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,00— 0,80. Heringe p. schock 5— 9. Schellfische Kiste 2,50— 4,00, do.'/, Kiste n m** rr._______~. Jf... 4 n/l CYitS. Ort OE„irf,..«4 rt Drt«nrtO�- Heringe, neue MatjeS, per»/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1.50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 3,40—3,80. Butter per 100 Psd. la 106—108. Ua 103—105, INa 98—102, abjallende 90—95. Saure Gurken Schock 4,10—4,50, Pfeffergurken 4,00—4,50. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnnrn bonmn 2,50—2,75, Dabersche 2,25— 2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salattarlossein 8,00. Spinat per 100 Psimd 30. Karotten per 100 Pfund 20. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—10,00, do. pommersche 6,00—12,00. Zwiebeln poße, per tOO Psd. 3,50— 4,00, do. kleine 2,00—3,00. do. hiesige(Perl.) _l,0O. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00—2,50. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr, per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben ver 100 Pfund 3,60—4,00. Teltower Rüben per 100 Psd. 8—10. Weiße Rüben, große 0,00, kleine 0,00. Rote Rüben 4,00—5,00. Blumenkohl ital. per Korb 2,00—4,00. Kohlrüben per Schock 2,00— 2A0. Wirsingkobl per 100 Psd. 4,00-4,50. Rotkohl per 100 Psd. 3,00-4,00. Weißkohl per' 100 Pfd. 2,00—2,75. Rosenkohl per 100 Psd. 0,00. Grünfohl per 100 Psd. 15,00. Rhabarber 100 Bd. 8,00—16,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 15—22, ital. 25—32. Aepsel, per 100 Pfd., hiesige 6—25, Tiroler, Kiste 80—60, Calville, Kiste 50—110, Amerikanische in gäss. 15,00-35,00, Ital., Kiste la 12,00-20,00, extra 18,00 bis 28,00. Zitronen. Mclfina, 800 Stück 8,50-12.00, 360 Stück 8.00— 10,00, 200 Stück 8,00—15,00.»lpselstnen, Jaffa, per Kiste 0,00, Mnrctq 200er Kiste 6—9, do. 300er 8—10, Valencia 420er Kiste 12—22,00, do. 714 er 16-23,50, Messina. 100er 4,00-6, 150er 4,75-6, 161 et 8-13,00, 200er 7,50—12, 300er 8—13, Blut- 100er 6—7,50, do. 150 er 6-8,00, 80er 6,50-8,00. Ital. in Körben per 100 Psd. 0,00. Mandarinen. Kiste 0,00, do. 100er, Kiste 4,00-5,25._ Wttteriingoaberstcht vom 8. April 1907, urorgen» 8 Uy«. Statinen L 8 «■* S h c a «— Oester Swtnemde 753 SSO amburg i 754 SSW .erlin 175438 ra»ks.».M.!756S tünchen 175723 Wien 1757 23• l'bebedft 3 bedeckt 2 Regen 1 heiter 4 wolkig 2 Regen w« C � #«. ~* w S> Stationen LS ~ 6 Ii Ii a t ______ Ida 1767® leiersburg 774S Scillp ilberdeen Pari« 752 W 747 SSO 755SSW Weste» 2 bedeckt 4 bedeckt 5 wolkig 1 Regen 2 halb bd. »ui c 5. §• f «a Wetter-Prognose für Dienstag, den 9. April 1907. Zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe und etwa» regnerisch chwachen südwestlichen Winden und ivenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterburea» bei Wasserstand am 8. April. Elve bei Aussig— Meter, bei Dresden+ 0,90 dp.— Elbe bei Magdeburg 3,50 Meter.— Oder be! Ratibor 3,66 Meter.— Oder bei Breslau-si 0,66 Meter.— Ober bei Brieg 8,63 Meter.— Neißemündung 3.24 Meter. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 9. April, abends 8%, Uhr: General- Versammlung in den Germania Festsälen, Chauffeestraße 103. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Ledebour über: Unsere Aufgaben im politischen Kampfe". 2. Diskussion. 3. Bahl der Delegierten zur Generalversammlung GroßBerlins. 4. Anträge. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Mitgliedsbuch legitimiert. 248/ 13* Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 10. April 1907, abends 8 Uhr, im Lokal„ Neue Welt", Hafenheide 108-114: Außerordentliche General- Versammlung aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer. Tages Ordnung: 1. Bericht über den Ausgang der Verhandlungen mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. Das Mitgliedsbuch, in dem für das Jahr 1907 schon Beiträge quittiert sein müssen, legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt! 187/ 13* Die Verbandsleitung. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschl. Freitag, den 12. April, abends 8 Uhr: Das unstreitig grösste Spezial- Geschäft Deutschlands für Bettfedern ist die erste Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68. Lindenstraße 69. Ziele und Wege Erläuterungen der fozialdemokratifchen Gegenwartsforderungen Unter Mitarbeit von Hugo Lindemann, Max Süßheim, Friedrich Stampfer und Klara Zetkin herausgegeben von Adolf Braun Preis 20 Pf. Bettfedern- Fabrik Zahn- Klinik, Anders mit elektrischem Betriebe Gustav Lustig Berlin, Prinzenstr. 45 u. 46. Die Firma führt nur Bettfedern zu 0,55, 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 5 Mk. per Pfd. bis Daunen zu 2,85, 3,50, 4,50, 5,50, 6,50 bis 8 Mk. Fertige Betten, bestehend aus Oberbett, Unterbett, 2 Kissen zu 12, 15, 19, 22, 25, 28, 36, 43, 51, 60, 75, 90 bis 105 Mk. Außerordentliche General- Versammlung Bettinlette und andere Bettartikel. in Kellers Festsälen, Koppenstraße Nr. 29. Zages Drdnung: 32/ 2* 1. Bericht von den bisherigen Verhandlungen mit den Arbeitgebern und unsere weitere Stellungnahme dazu. 2. Diskussion. Da diese Versammlung für uns eine sehr wichtige ist, ersuchen wir unsere Kollegen, die regste Agitation hierfür zu betreiben! Kollegen! Erscheint in Massen in dieser Versammlung! Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe kein Eintritt! Der Zweigvereinsvorstand. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, Hof I. Fernsprecher Amt 3, Nr. 5028. Donnerstag, den 11. April, abends 8% Uhr, im Böhmischen Brauhause", Landsberger Allee 11-13: Außerordentliche General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: B 1. Bericht der Achtzehner- Kommission über die letzten Verhandlungen. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 25/76 Der Vorstand. J. A.: Albert Juppenlatz. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: 0. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. Mittwoch, den 10. April, abends 8%, Uhr, bei Freyer( früher Keller), Koppenstr. 29: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Drdnung: Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern und 129/ 6* Stellungnahme hierzu. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Eintritt. Der Vorstand. J. A.: Gustav Zeglin. Orts- Krankenkaffe Zentralverband der Steinarbeiter für das Tapezierer- Gewerbe zu Berlin. Freitag, den 12. April 1907, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: General- Versammlung. Tages- Ordnung: Berlin I. Donnerstag, den 11. April, abends 8 Uhr: Mitglieder- Verfammlung im Englischen Garten, Meranderstraße 27c. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Karl Wermuth über:" Der moderne Sozialismus. 2. Abrechnung vom ersten Quattal. 3. Zarifangelegen 172/10 Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet 1. Rechnungsbericht. 2. Beschluß- heiten. 4. Verschiedenes. fassung über die Jahresrechnung 1906 und Erteilung der Decharge. 3. Bes tanntmachung der Beschlüsse des Vorstandes. 4. Wahl von Hülfsarbeitern. 5. Antrag der Angestellten auf Ge haltserhöhung. 6. Berschiedenes. Bu obiger Versammlung ladet die Herren Delegierten mit der Bitte um Die Ortsverwaltung. Achtung, Lederarbeiter! pünktliches Erscheinen freundlichst ein Donnerstag, den 11. April 1907, abends Punkt 8 Uhr, Der Vorstand. H. Lobltz, 1. Vorfizender. 272/6 Sie bertreiben + Wanzen+ Flöhe, Schwaben, Motten etc. totsicher mur durch meine bewährten Spezialmittel Pyrethrolin usw. 1. 0,50 u. 1,00. Profp. gr. u. fr. Max Denk, Volta- Drogerie, N. 2. Hermsdorfer Straße 5. im Marienbad, Badstraße 35/36: Mitglieder- Versammlung der Filiale I. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Maifeier. 3. Regelung des Herbergs. wefens. 4. Berichterstattung der Rotallassen- Kommission. 5. Bereinsangelegenheiten. Der reichhaltigen und wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und zahlreiches Erscheinen notwendig. 289/6 Der Vorstand. J. A.: Franz Runge. Besonders empfehlenswerte Bettenfüllung: Echt chinesische( gesetzl. geschützt) Monopoldaunen Pfund Mk. 2.85. Der beste Beweis für die Güte meiner Bettfedern ist der Umsatz im Jahre 1906: 2389 Zentner Bettfedern wiederum ca. 200 Zentner mehr als im Jahre 1905. Kein zweites Bettfedern Detail Geschäft hann einen auch nur annähernden Umsatz nachweisen. Gleiche an derweitige Angaben sind unwahr; man lasse sich daher nicht täuschen. Neu eingetroffen zwei Waggons Metallbettstellen besonders preiswert, u. A.: Metallbettstelle No. 238 mit Zugfedermatratze TULENEVENTUTING Mit 6 Füllungstäben, 90 cm breit 106X203 em mit 33 mm starken Pfosten, oberen Messingstangen, Messingglocken, Messingkugeln und Messingverzie. rungen über den Fussróllen Mk. 39,50. zum Ausnahmepreise von M. 36 Andere Metallbettstellen schon von 5 Mark an. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. ( 11808 G. Frankfurter Allee 153 Sprechz. 2-8, Sonnt. 9-1. Plomben, künstl.Zähne, schmerzlos. Zahnziehen. Bine Mark wöchentliche Tellzahlung liefere elegante, fertige HerrenModen Ersatz für Mass. Mass- Anfertig. feinste Verarbeitung. 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