Nr. 83. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 MI, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Boste Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Rauni 50 Pig., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ..Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafftellen Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition if bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berila". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Wem verdanken die linksliberalen Gruppen ihre Mandate? Mittwoch, den 10. April 1907. münde, Greifswald, Parchim, Hagenow, Glogau, Schweinitz, Plön, Detmold, Waldeck und Heilbronn. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. Der deutsche Vorschlag ist etwa folgender: Wir gewährleisten euch die Privilegien unserer niederen Vertragszölle Die Freisinnige Volkspartei hat von 27 Mandaten 7 mit für euere Waren, ohne daß wir von euch etwas dafür erhielten. Sozialdemokratischer Unterstüßung gewonnen, nämlich Bunzlau, Unsere Waren, die wir nach Amerika schicken, sind den allgemeinen Liegnik, Jauer, Löwenberg, Stralsund, Tondern und Schleswig. Bestimmungen eures Tarifes unterworfen, eure Zölle find in In Niederschlesien hat die gehässige Kampfesweise des Frei- manchen Fällen zehnmal höher als die unserigen für dieselben finns den Freisinnigen bekanntlich den Verlust des Saganer Güter, die ihr nach Deutschland bringt. Die Fortdauer dieses Zu Die linksliberalen Gruppen haben im neuen Reichstage Mandats gebracht. Auch im Löwenberger, Bunzlauer und standes ist unmöglich, ebensowenig tönnen wir euch ohne Gegens 49 Size inne, davon die Freisinnige Volkspartei 27, die Frei- Liegniger Streise enthielt sich ein Teil der Sozialdemokraten leistung jene Zugeständnisse machen, die wir den europäischen finnige Vereinigung 14, die Süddeutsche Volkspartei 7. Als der Stimme in der Stichwahl. Aber selbst ein Stopsch hätte Nationen auf Grund des Reziprozitätsprinzips zubilligten. Wir wildliberal gilt der Inhaber des Sonneberger Mandats. Von nie gewählt werden können, wenn nicht ein Teil der Sozial- find aber gern bereit, mit euch einen Vertrag einzugehen, der für uns beide zufriedenstellend ist. Das war die Situation, als der diesen 49 Mandaten haben die notdürftig geeinten" Links- demokraten für ihn gestimmt hätte. liberalen 10 bei der Hauptwahl erobert. 1903 haben die drei Die Süddeutsche Volkspartei verdankt von 7 Mandaten Präsident in seiner Weisheit sich dazu entschloß, die Angelegenheit linksliberalen Fraktionen bekanntlich kein einziges Mandat in der sozialdemokratischen Stichwahlunterstützung, nämlich gründlich an Ort und Stelle untersuchen zu lassen. Er sandte letten Herbst die Kommission des Dr. North, der von Herrn der Hauptwahl erobert. Wodurch war es diesmal möglich, daß Balingen, Nagold und Freudenstadt. die Linksliberalen im ersten Rennen zehn Mandate gewannen? Bei unseren Betrachtungen haben wir Mühlhausen in Gerry vom Schazamt und Herrn Slone vom Handelsdepartement, Haben sie wieder soviel eigene Kraft" entwickelt? Steine Thüringen außer Betracht gelassen, obwohl es gleichfalls am Männern von reicher Erfahrung und wohlgeeignet für diesen Spur. Die gewonnenen zehn Mandate fielen den Links- 5. Februar mit sozialdemokratischer Hülfe für den Freisinn 3wed, begleitet war, nach Berlin. Der Bericht der Kommission liberalen bereits am 25. Januar zu, weil in den betreffenden erobert wurde, denn Mühlhausen hat ja Herr Eickhoff in- befindet sich zurzeit in den Händen des Präsidenten, der seine AnKreisen die Rechtsparteien im Gegensatz zu 1903 feine Stanzwischen durch seinen Mandatsverzicht dem Bunde der Land- sichten darüber wahrscheinlich bald dem Lande bekanntgeben wird. didaten aufstellten. Die Freisinnigen haben, wie in Nr. 40 wirte in die Hände gespielt. Wenn die Linksliberalen vierzig Prozent ihrer des Vorwärts" nachgewiesen ist, durch Verzicht auf freisinnige Standidaten bei den Hauptwahlen der Reaktion Mandate der Sozialdemokratie verdaufen, so haben sie elf Mandate zugeschanzt. alle Ursache, endlich so verlogene Redensarten beiseite zu Die von den Linksliberalen im ersten Gange gewonnenen lassen, wie z. B. die abgedroschene Phrase, die Sozialdemo 10 Mandate sind dafür nur die Gegenleistung der Reaktion. Kratie hätte die Reaktionäre unterstützt habe. Es brachten 1903 auf in. Dessau die Nationalliberalen Meiningen, Göppingen, 5704 Stimmen 3891 7573 Sof " Reutlingen, " • 4744 3725 Beig 9458 Königsberg die Konservativen 3213 • Breslau W., 8180 Sonneberg, Reichspartei. 2716 Die russische Revolution. Aeußerungen ein Bogrompolitik. erDie„ Russ. Korresp." erhält das nachstehende Telegramm: Petersburg, 9. April. Die Agitation des Verbandes des russischen Volkes gegen die Duma wird mit steigender Kraft, und wie ich mitzuteilen in der Lage bin, unterstützt von einDeutschlands Handelsbeziehungen zu finßreichsten Streifen, fortgesetzt. Bezeichend sind nachstehende aus Kreisen des Verbandes: Bulagel, den Vereinigten Staaten von Amerika. führendes Mitglied der russischen Leute", Der amerikanische Botschafter in Berlin, Charle- flärte zynisch ausländischen Korrespondenten, daß in der magne Tower, hat auf einem von der New Yorker Rußtoje Snamja" in fürzester Zeit ein neues symbolisches Staatsztg." veranstalteten Bankett im Manhattanklub eine Beichen mit Direttiven für die Gesamtorganisation erscheinen lange Rede über die guten Beziehungen zwischen Deutsch- werde! Einem Redakteur der„ Rodnaja Semija" wurde von In Halle( Saale) stand 1903 dem Standidaten der Frei- land und dem nordamerikanischen Freistaat gehalten, die Verbandsmitgliedern erklärt: das erste Stadium der Kamfinnigen Bolfspartei ein Standidat der Freijinnigen Vereinigung von dem Wolfffchen Telegr.- Bureau in einem 31 Spalten pagne gegen die Duma sei beendigt. Nunmehr würden gegenüber, der auch von den Konservativen und National- langen Telegramm veröffentlicht wird. Von der langen Deputierte der Verbandsfilialen nach Petersburg berufen liberalen unterstützt wurde und 9431 Stimmen erhielt. Am Nede, die sich über alles mögliche verbreitete, tommen als werden; diese Konferenz sei als echte Boltsvertretung zu be interessantesten sind die Verhältnisse in Breslau- West und in politisch wichtig nur die Ausführungen über die Handels- trachten! Ihre Beschlüsse würden vom Volte unterstützt werden, Naumburg- Zeit. In Breslau- West erhielt der frei- beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und der Union und zwar um so zweifelloser, da Juden soeben wieder Ritualfinnige Kandidat 1903: 6594 und der konservative Kan- in Betracht; Charlemagne Tower sagte: morde begangen hätten! Unter diesen Umständen müsse die didat 8190 Stimmen. Trotzdem durfte der Freifinnige Die wichtigste Transaktion, welche die amerikanische Regierung jüdische Frage überall im Lande, wo es Juden gibt, gelöft" Volksparteiler 1907 Sammelfandidat des Hottentottenblocks fürzlich mit Deutschland hatte, betrifft unsere Handelsbeziehungen werden, nachdem die bureaukratischen Minister durch sein, weil die Freifinnigen dafür in Breslau- Ost gegen den mit dem Deutschen Reiche und die Schaffung einer Grundlage, Männer nach den Bedürfnissen des Verbandes ersetzt seien! Konservativen Fürsten Hatzfeld auf die Aufstellung eines auf der wir unseren kommerziellen Verkehr in Zukunft fortsetzen Die Unterredung schloß mit den prahlenden Worten:" Wir liberalen Standidaten verzichteten. In Naumburg- Zeit wurden sollen. Mehrere Jahre hindurch erfreuten sich die Vereinigten erfreuen uns so hoher Unterstützung, wie sich niemand denken für die Kandidaten der bürgerlichen Parteien 1903 abgegeben Staaten infolge der erzielten Vereinbarung und unter der Meist- kann." 6403 freifonservative, 9458 nationalliberale und 0 frei begünstigungsklausel gewisser Handelsprivilegien, welche das Diese Aeußerungen sind sehr ernst zu nehmen, da im sinnige Stimmen! 1907 siegte der freisinnige Volfs- Deutsche Reich den europäischen Mächten durch verschiedene Ver- ganzen Lande Gerüchte über Ritualmorde verbreitet werden! parteiler aber als alleiniger Kandidat des tonservativ- national- träge einräumte: Amerikanische Waren tamen unter einem 3oll Die Rußtoja Snamja" druckt mit fetten Lettern die Nachliberal- freifinnigen Mischmaschs im ersten Gange! Von Partei- faze nach Deutschland, wie er dessen Nachbarn unter fieben Sonder- richt, es feien in Petersburg zwei Kinder verschwunden! prinzipien und Parteiprogrammen haben mindestens 99 Proz. berträgen zugestanden war; das bedeutete für uns eine große Aus dem Kiewschen Gouvernement berichtet der Polizeichef, der bürgerlichen Wähler feine blasse Ahnung. Wohltat, aber vor zwei Jahren liefen die erwähnten Verträge ab. daß dort gleiche Gerüchte in Umlauf gesetzt sind, und daß " als 9 Blattes Wie in Nr. 38 des Vorwärts" nachgewiesen ist, haben An ihre Stelle traten sieben neue Reziprozitätsverträge mit den Bogromvorbereitungen bemerkbar seien. Anderswoher kommen die Freisinnigen in den Stichwahlen den Rechtsparteien europäischen Mächten. Die deutsche Regierung verständigte die gleiche Nachrichten. 32 Mandate zugeschanzt. Was war hier die Gegenleistung? Vereinigten Staaten davon mit dem Bemerken, wir könnten jene Ernste Politiker rechnen mit der Tatsache, daß bei den Die Antisemiten halfen in Stettin, in Lauen- Privilegien nicht länger für uns verlangen, welche den anderen ständig sich zuspißenden Konflikten zwischen Duma und burg und in Lennep dem biederen Freisinn. Sie Ländern auf Grund des Reziprozitätsprinzips zugestanden Ministerium eine neue Sprengung des Parlaments bevorgaben dem Freisinn drei Mandate und verdanken wurden, gleichzeitig sagte die deutsche Regierung: Wir sind gern steht und daß alsdann durch Pogrome und Ritualmordselbst der freisinnigen Hülfe nicht weniger als bereit, einen Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten ab- märchen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung abgelentt fechs. Im politischen Geschäft" sind die Antisemiten zuschließen, seid Ihr bereit, mit uns in Unterhandlungen ein- werden soll. dem Freisinn also über. Vier Mandate lieferten die Konzutreten? Da der Kongreß keine Schritte tat, die Neuregelung servativen dem Freisinn in der Stichwahl aus, nämlich der Handelsbeziehungen zu Deutschland herbeizuführen und die Die Ernennung des Professors Pichno zum Staatsratsmitglied Danzig, Plauen, Görlig und Oldenburg I. Beitgrenze, welche Deutschland zur Anknüpfung von Unterhand( Berlin I und Hirschberg, die auch in der Stichwahl vom lungen über diese Frage einräumte, bald erreicht war, lag vor rust in russischen Kreisen die tiefste Entrüftung hervor, da Bichno Redakteur des ultra antisemitischen Freifinn erobert wurden, lassen wir bei dieser Betrachtung einem Jahre die Befürchtung nahe, daß amerikanische Waren in Stijetljanin" und als Mitglied des Zentralfomitees des Verbandes aus, da hier der Freisinn vor den Sozialdemokraten einen Deutschland fünftig nur nach den Bestimmungen des allgemeinen wahrhaft russischer Lente" bereits wiederholt Pogroms in Kiew proVorsprung hatte, der die reichlich gewährte Hülfe der Rechts- 3olltarifes eingeführt werden könnten und wir auf die früheren voziert hat, von dem dortigen Gericht mehrmals bestraft worden ist parteien nicht als zum Erfolge unbedingt notwendig erscheinen Privilegien verzichten müßten. Das war bei unseren riesigen, und allgemein als Menschenfeind" gilt! läkt.) Der Bund der Landwirte lieferte dem Freisin immer mehr zunehmenden Export nach Deutschland, der sich jährdrei Mandate aus, nämlich Zittau, Bremen und Erlangen, der lich auf 325 bis 350 Millionen Dollar beziffert, von höchster Be- Das Ansehen des Reichsdumapräsidenten Golowin wird von Tag Süddeutsche Bauernbund 1, nämlich Ulm. Den National- deutung, und im Hintergrunde lauerte die Gefahr eines zu Tag gefährdeter, und zwar in erster Linie durch das mehr als liberalen verdankt der Freifinn in der Stichwahl drei 3011trieges. Ein Zolltrieg mit Deutschland wäre eine ge eigenartige Verhalten des Ministerpräsidenten Stolypin und der Mandate, nämlich Pinneberg, Jeber und Nord- fährliche Sache, was Sie besser als ich zu beurteilen ver- übrigen Regierungsorgane dem Reichsdumapräsidenten gegenüber. Die hausen. Endlich haben Nationalliberale, Antisemiten und mögen und was ich unter feinen Umständen heute abend ausmalen Agitation gegen Golowin geht soweit, daß man sich nicht genient, ihn das Zentrum gemeinsam Frankfurt a. M. den Links- möchte. Wie jeder Krieg müßte er Schaden und Opfer für beide in Blättern, die der russischen Regierung ergeben sind oder von ihr subventioniert werden, öffentlich bloßzustellen. In der Nowoje liberalen ausgeliefert. Die Rechtsparteien gaben Teile zur Folge haben, die um so schwerer zu ertragen sind, wenn remja" werden an leitender Stelle die schwersten Beleidigungen also den Lintsliberalen in der Stichwahl sie durch gütliche Vereinbarung, gegenseitige Verständigung und und Verspottungen gegen Golowin gebracht, während sich zwischen 15 Mandate und erhielten dafür 32 Mandate!! wechselseitige Zugeständnisse vermieden werden können. An diesem den Zeilen die versteckten Drohungen gewiffer Kreise wahrnehmen Die Linksliberalen haben durch die Unterstüßung nicht nur ihre kritischen Wendepunkte im Anfang des vorigen Jahres entschloß laffen! Der Bizepräsident Beresin hat deshalb schon privatim eine Prinzipien verraten und ihre politische Ehre verkauft, sondern sie sich die deutsche Regierung mit jenem liebenswürdigen Entgegen- Ronferenz mit einigen Reichsdumamitgliedern gehabt, um zu eruieren, sind auch noch die Gemeierten bei diesen politischen Schacher- tommen, mit welchem sie alle internationalen Diskussionen mit wie sich die Reichsduma dazu stellen will, falls die Angelegenheit dew geschäften. Die beiden Mandate für Hagen und Iser uns behandelt, den Vereinigten Staaten ein wichtiges 3u- Plenum unterbreitet wird. Konfliktsstimmung. Iohn erhielten die Freisinnigen, weil die sogenannten besseren geständnis zu machen, um uns mehr Zeit zu geben, die komKatholiken in der Stichwahl den liberalen Kandidaten dem merziellen Fragen zu erwägen und ein Mißverständnis zwischen Petersburg, 9. April. Die Konflikte der Regierung mit der Sozialdemokraten vorzogen, während die kleinen Leute sozial- beiden Nationen zu vermeiden. Im Februar 1906 wurde dem Reichsduma wegen Kompetenzüberschreitungen seitens der letzteren demokratisch wählten. In beiden Streifen hatten übrigens die Reichstage eine Gesetzesvorlage überreicht, welche bestimmte, daß bauern fort. Ministerpräsident Stolypin richtete zwei Schreiben an Rationalliberalen 1907 feine Standidaten aufgestellt, während die Zollfäße des Vertragstarifs auch auf amerikanische Export- ben Dumapräsidenten Golowin mit dem Hinweis, der Regierung 1903 in Hagen 5786 und in Jseerlohn 7440 nationalliberale artifel für weitere sechzehn Monate Anwendung finden sollten. fei bekannt, daß die Dumalommission für das VerpflegungsStimmen abgegeben wurden.) Die Vorlage wurde angenommen. Unter den Bestimmungen dieses wesen und zur Durchsicht des Budgetentiourfs Privatpersonen Die übrigen 20 von insgesamt 49 Mandaten sogenannten Provisoriums vollzieht sich nunmehr unser Sandel mit als Sachverständige heranzuziehen beabsichtige. Verfahren bedeute eine wesentliche Kompetenzüberschreitung verdanken die Lintsliberalen der sozial- Deutschland. Dieses Provisorium bleibt in Kraft seitens der Duma und Stolypin ersuche den Dumapräsidenten demokratischen Unterstützung. bis zum 30. Juni; dann erwartet Deutschland Antwort von um eine Benachrichtigung darüber, welche Maßnahmen das Die Fretsinnige Vereinigung hat von 14 Mandaten 10 uns, ob wir geneigt sind, neue Arrangements zum Austausche Dumapräsidium ergriffen habe oder zu ergreifen beabsichtige, nur mit sozialdemokratischer Hülfe erobert, nämlich Uecker- I unserer Handelsprodukte zu treffen. um die gesetzliche Ordnuna der Dinge zu wahren und eine Ver Ein solches »etzung der bestehenden Gesetzesvorschriften fernerhin unmöglich machen. Der Minister de? Innern wies die Gouverneure an, keine Dorf- �ersamnilungen zur Beratung von Vorschlägen, die seitens der Duma- abgeordneten brieflich oder telegraphisch an die Dorfbehörden gemacht werden würden, zu gestatten bezw. die Schuldigen sofort zur Ver- antwortung zu ziehen. Konzessiöncheu. Petersburg, 9. April. Die Sektion der Budgetkommisston des Reichsrats hat das Budget des Kriegsministeriums bereits um sieben Millionen herabgesetzt. Weitere Streichungen sind in Aussicht genommen. Ebenso werden eine Reihe von Sinekuren aus den Etats des Justiz- und des Unterrichtsministeriums und der Synode gestrichen werden. Budgctberatung. Gestern(Dienstag) wurde in der Reichsduma das Budget weiter beraten. Der Kadett F e d o r o w, Abgeordneter für die Stadt Petersburg, trat der Ansicht des Finanzministers bei, welcher sagte, daß eine Generaldebatte über das Budget nur in der Budget- kommission von Nutzen sein werde und dast diese Beratung vor allem in Ruhe und ohne Voreingenommenheit sowie ohne politische Sonderbestrebungen geführt werden müsse. Redner erinnerte daran, daß man von dem gegenwärtigen Ministerium nicht Ueber- mätziges verlangen dürfe, da es erst seit zwei Jahren einer neuen Lage gegenüberstehe und da es durch die ernste und bewegte Ver- gangenheit Rutzlands ein schweres Erbe angetreten habe. Fedorow kritisierte im weiteren Verlaufe seiner Rede die Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung und sagte, die Regierung könne die Ausgaben nicht verringern; ihre einzige Aufgäbe müsse sein, die produktiven Kräfte des Landes zu verstärken. Redner tadelte die Regierung wegen der Geringfügigkeit der für eine Unter- stützung solcher Entfaltung der produktiven Kräfte ausgeworfenen Mittel gegenüber den stets wachsenden Ausgaben für Gendarmerie und Polizei. Er bezeichnete es als eine verderbliche Politik, die Ausfuhr von Lebensmitteln, die für das Volk nachteilig sei, zu begünstigen und die indirekten Steuern zu erhohen. Fedorow schlotz mit einem Appell zur ruhigen Arbeit ohne Furcht bor einer Dumaauslösung. politische debersicbt. Berlin, den 9. April 1907. Der Wiederbeginn der Parlamente. ' Der Reichstag und das preußische Abgeord- netenhaus nehmen morgen, am Mittwoch, nach den Oster- ferien ihre Verhandlungen wieder auf. Im preußischen Abgeordnetenhaus wird die zweite Beratung des Kuttusetats mit den Universitäten fortgesetzt und im Reichstage ' stehen auf der Tagesordnung die erste eventuell zweite Be- ratung des Gesetzentwurfes betr. Gebührenerhebung auf dem Nordostsee-Kanal sowie die zweite Be- ratung des Etats, die mit dem Reichsamt deS Innern beginnen wird. Die Zeichendeuter der bürgerlichen Presse sind an der Arbeit, anzukünden, wie in beiden Parlamenten die konser- vativ-liberale Paarung ihre Geschäfte machen wird, und es ist sehr ergötzlich, wenn auch politisch völlig belanglos, wie kaum zwei dieser Weltweisen in ihren Prognosen übereinstimmen. Nur in einem sind sich wenigstens die Blockparteien einig, daß man im Reichstage vor dem Herbste, also in den bevor- stehenden Wochen, alles vermeiden müsse, was ernste Kon- flikte zwischen Regierung und„nationaler" Mehrheit hervor- rufen könnte.„Stille, stille, kein Geräusch gemach t", das ist die Parole dieser Herren. Tatsächlich wird es mit dieser so heiß ersehnten Stille und Konflikts- losigteit gute Weile haben, sintemalen die Logik der Tat- fachen ihren eigenen Willen hat und vor den edlen Absichten des Blocks keineswegs den regierungsfrommen Respekt hat. Konflikts st off liegt nämlich im Reichstage wie im Landtage überreichlich vor, und es ist ganz zweifellos, daß er in die Erscheinung treten wird, wenn auch mit den Unter- schieden, die in der Natur der Zusammensetzung der beiden Parlamente hinlänglich begründet sind. Im R e i ch s t a gc wird die zweite Beratung des Etats für unsere Vertreter die Einzelkritik ermöglichen, und sie werden sich darin, was Griindlichkeit betrifft, auch nicht durch die Schlußrufe der bürgerlichen Sommerreisenden hindern lassen, die zufällig Reichstagsabgeordnete geworden sind. Wollen einzelne Parteien, wie aus der agrarisch-konser- vativen Presse mit besonderer Deutlichkeit hervorgeht, die an sich schon so begrenzte parlamentarische Kritik diesmal noch durch gewaltsamen Debattenschluß einengen, so dürften sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben, ja sie dürften im Reichstage nicht einmal die Majorität für solche Mordgelüste unter den jetzigen Verhältnissen zusammen- klappern können. So wird es denn auch eine ziemlich eitle Hoffnung sein, den Etat bis Pfingsten unter Dach und Fach zu bekommen, und ein erneuter K n a l l e f f e k t ist nicht ganz ausgeschlossen. Die Debatten der zweiten Reichsetat-Lesung dürfen und können diesmal um so weniger eingedämmt werden, als besonders für die Etats des Reichsamts des Innern, des Auswärtigen und der Kolonien eine solche Fülle von Material vorliegt wie kaum zuvor. Dazu wird die Opposition im Reichstage mit aller Energie darauf dringen müssen, daß sein Recht der Initiative gerade jetzt verstärkt zur Geltung kommt, wo die Regierung in allen sozialen und kulturellen Fragen sie völlig vermissen läßt. Die strikteste Innehaltung der Schwerinstage ist eine abfolute Notwendigkeit. Das jetzt viel diskutierte Ver- h ä l t n i s der„Paarung" ist nachgerade zur Lächer- lichkeit geworden: sachlich in sich widerspruchsvoll bis zum äußersten, hatte es schon in den ersten Wochen des neuen Reichstages die wunderlichsten Beispiele seiner Haltbarkeit gegeben, und die ganze Systemlosigkeit bürgerlicher Par- lanwntspolitik konnte an dieser„Paarung" wahre Schul- beispiele erleben lassen. DaA muß mit fortschreitender Zeit immer gegensätzlicher wirken, und die gloriose Politik des Reichskanzlers wird auf ihren eigenen Dunghaufcn verwesen. Dieser Verwesungsprozeß hat sich nicht bloß im Reichstage schon angekündigt, sondern auch im preußischen Ab- geordnetenhause.wo die liberal-konservative Paarung von vornherein nur mit Hohn und Spott begrüßt wurde. Da hier überdies jeder frische Luftzug durch das Fehlen sozialdemokratischer Reinigungsbemühungen ausgeschlossen ist, wird das Hinfaulen dieser Mißgeburt von„Liberal- Konservativ" noch widerlicher wirken. Es ist sonach kein Wunder, daß beim Wiederbeginn der Parlamente den Siegern vom 25. Januar vor ihrer eigenen Herrlichkeit Angst und Bange wird, und daß nur die„nationalen" P a r t e i e n", zu denen sehr wider eigenen Unmut und Willen auch das Zentrum gehört, so etwas wie Freude in die neue Arbeit mitbringen. Ministcrwechsel in Bayern. AuS Bayern wird uns geschrieben: Mit dem Beginn der Landtagswahlbewegung hat sich in Bayern ein Ministerwechsel vollzogen, bei dem welter nichts ver- wunderlich ist, als daß er so lange hat auf sich warten lassen. Herr v. F e i l i tz s ch, der ein halbes Menschenalter fast Minister des Innern war, ist auf seinen Wunsch in Huld und Gnaden ent- lassen worden, und an seiner Stelle ist der Mann seiner Empfehlung, der frühere Regierungspräsident der Oberpfalz, Herr v. Brett- reich, getreten. Vor wenigen Jahren noch wäre es ein unerhörtes Ereignis ge- Wesen, unter der Regentschaft in Bayern einen lebenden Minister aus dem Amte scheiden zu sehen. Wie alles Gute im Reiche von Preußen kommt, ist aber die Zerstörung der Seßhaftigkeit unseres Ministerinvcntars aus dem Jahre 1886 auch von dort eingeleitet worden. Jenes Swinemünder Telegramm des deutschen Kaisers, das der„Empörung" Ausdruck gab«über die schnöde Undankbarkeit" der Streichung von IVO OVO M. für Kunstforderungen im Kultus- etat durch das Zentrum und das im Hofjagdlager des Prinzregenten völlige Verblüffung erregt hatte, war zum Stein geworden, über den der damalige Ministerpräsident v. Crailsheim stolpern sollte. Da sich in Bayern Ministerernennungen und Entlassungen im engen Zirkel des Hofes, des Geheimkabinetts und einer kleinen Zahl von berufenen und unberufenen Ratgebern vollziehen, kennt man noch heute die näheren Einzelheiten dieser auffälligen Wendung nicht. Aber, wie gesagt, der Regent ließ damals Herrn v. C r a i l s- heim ziehen, der noch rüstig genug war, nachher die aufreibende Tätigkeit eines Aufsichtsrats einer großen Bank und eines bedeutenden industriellen Unternehmens auf seine gräflichen Schultern zu laden. Und wie Herrn v. F e i l i tz s ch jetzt, so folgte dem Minister- Präsidenten damals das laute Wehegeschrei der Konservativen und Liberalen, die in Bayern seit Jahren schon so innig gepaart sind, daß man sie kaum mehr von einander kennt. Was auch biologisch begründet sei mag. da in einer guten und langen Ehe die liebenden Gatten häufig eine erstaunliche Aehnlichkeit gewinnen sollen. Dieser Liberalismus, der sich soeben mit den Konservativen und Landwirtsbündlcrn und mit— den acht oder neun hundert Soldaten der„demokratischen" Armee Q u i d d e s zum Landtagsblock wieder verbunden hat, trauert dem scheidenden F e i l i tz s ch heftig nach. Es ist allerdings die Nachrede, die die trauernd Hinterbliebenen ihrem Toten gönnen, nicht bei allen von gleicher Lieblichkeit. Am untröstlichsten geberdet sich das Organ der süddeutschen Volkspartei in Frankfurt, das überhaupt in den letzten Jahren eine bayerische Politik gemacht hat, für die das Eigenschafts- wort nationalliberal noch viel zu schmeichelhaft ist. Dieser Demo- kratie war F e i l i tz s ch ein Mann mit einem unsäglich edlen Herzen, ein Liberaler erster Güte, dem für sein Wirken der ewige. unauslöschliche Dank des Landes gebührt. Die„Kölnische Zeitung" tat» etwas billiger wie�das Frankfurter Demokratenblatt"; sie rühmte nur den„gemäßigten Beamtenliberalismus" des Dahin- geschiedenen. Der„Nürnberger Anzeiger" aber, der sich manch- mal noch des einen oder anderen demokratischen Prinzips erinnert, tut seiner größeren Schwester in Frankfurt das Leid an, auch in dieser schweren Stunde die Wahrheit zu bekennen und bezichtigt den in Gnaden entlassenen und mit dem goldenen Neliefbilde des Regenten beschenkten Minister der ödesten Polizeireaktion. Nicht zu den Leidtragenden gehört daS Zentrum. Und es ist nicht etwa ein Ausfluß edler Christenliebe, wenn die Zentrunispresie ihre Freude über das Ereignis keusch im Busen barg. Die Mehr- heitspartei hat schon im Herbst 190S die Entlassung deS jetzt frei- willig Gegangenen stürmisch gefordert. Und das war so ge- kommen: Als im Februar jenen Jahres Liberale und Konservative gegen das neue Wahlgesetz gewütet hatten, sah sich die Regierung zu der Erklärung veranlaßt, sie werde nach dem Fall des Gesetzes die— auf den Gewinn der Liberalen zugeschnittene— Wahlkreiseinteilung nach den Grundsätzen des befehdeten Entwurfs ändern. Das Gesetz fiel. Aber Herr v. F e i l i tz s ch, der alte Freund deS Beamtenliberalismus, sorgte dafür, daß den Liberalen kein Leid geschah und wandte die neue Wahlgeometrie zum Schaden deS Zentrums und zum Vorteil der Sozialdemokratie an. Unsere Partei hatte dem Polizeiminister nicht erst neue Fehde anzusagen, sie lag von jeher mit ihm im Kampfe. DaS Zentrum jedoch faßte feierliche und hallende Beschlüsse und schwor, der Erzfeind F e i l i tz s ch müsse verschwinden. Beim Begiim der Landtagssession fehlte es auch nicht an großen und scharfen Worten, gerade wie jctzv im Reichstage. Sogar eine Tat geschah: Dr. Heim wurde zum Referenten für den Etat des Ministeriums des Innern ernannt. Wollmar war Korreferent. Daniit schien das Zeichen einer unerbittlichen Opposition gegeben. Indessen Herr von F e i l i tz s ch kannte seine Pappenheimer vom Zentrum. In aller Gemütlichkeit legte er die Gegenmine. Wozu hat man denn auch Vettern beim Zentrumsadel und mit guten Diäten gesegnete Hagel- und Viehversicherungskommissäre unter den Zentrumsbauern? Zudem war der Minister davon unterrichtet, daß der gute Franz Seraph P i ch l e r seinem Freunde Heim es nicht gönnen werde, so edles Hochwild zu fällen. Eines schönen Tages legte denn auch Dr. Heim das Referat nieder, die Treibereien in seiner Fraktion waren ihm zu dumm geworden. Die Friedenstaube mit dem Oel- zweig im Schnabel flog auf das Referentenpult in der Gestalt eines indifferenten ultramontancn Landgerichtsrats, und der Be- Herrscher des Innern feierte seinen Sieg über die umgefallenen Krieger Gottes, indem er lächelnd blieb, so lange es ihm paßte. Vielleicht wäre er auch jetzt noch nicht freiwillig gegangen, lvenn nicht eine gewisse Erkältung eingetreten wäre zwischen dem Hofe und dem Ressort des Innern. Es spielt da das Wassergesetz hinein und die Frage der Was'erkraftverwertung im Zusamnienhang mit der Hofjagd und der gefährdeten Popularität des Prinzregenten: Dinge, die dadurch peinlich geworden sind, daß sie unser Mlliichener Parteiorgan öffentlich erörtert hat. Unserer Partei gegenüber war F e i l i tz s ch ein rücksichtsloser Vertreter der herrschenden Klassen. Unter dem Ausnahmegesetz putt- kamerte er besser wie sein preußischer Kollege. Und daß er nicht mehr Unheil angerichtet hat, daran ist lediglich der Umstand schuld. daß seine Untergebenen menschlicher waren wie er. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes schikanierte er die politische Partei wie die Gewerkschaftsbewegung unablässig weiter, bis um Weihnachten 189ö unser unvergeßlicher Grillen berger im Landtage so gründ- lich mit ihm abrechnete, daß selbst bürgerliche Organe von einer„parlamentarischen Hinrichtung" sprachen. Oeffent- liche Bloßstellungen aber waren nicht nach dem Geschmack des Ministers, und je mehr der Einfluß unserer Presse und unserer Partei in Bayern wuchs, umso vorsichtiger wurde er nun. An die Stelle der offenen Drangsalierungen trat mehr die hinterlistige Be- lästigung, die- allerdings unterstützt wurde durch eine von den bürger- liehen Parteien aufrecht erhaltene, unwürdige Vereinsgesetzgebung aus den Jahren der Konterrevolution. Bei alledem muß zugestanden werden, daß Feilitzsch kein Durchschnittsmensch war. Mit einer ungewöhnlichen Routine ver» band er eine hervorragende Arbeitskraft, und wenn er seinem Nach- folger auch ein auf vielen Gebieten verrostetes Ressort hinterläßt, so muß man bedenken, daß er zwanzig Jahre fast mit einem Land- tag zu wirtschaften hatte, für den die Bezeichnung hieratisch-archaistisck (priesterlich-altmodisch) noch eine sehr höfliche Oualifikation ist. Was den Nachfolger anbetrifft, so hat er die Gunst, daß dai früher sehr umfangreiche Gebiet des Ministeriums des Innern durch Zuteilung einiger wichtiger Sparten(Handel und Gewerbe. Fabrik- inspektion usw.) an das Ministerium des Aeutzern verkleinert worden ist. Die bürgerliche Presse iveiß viel Rühmendes von ihm zu melden über seine Beliebtheit in seinem früheren Wirkungskreise und seinen Arbeits- eifer. Politisch ist er nie hervorgetreten, und die Zentrumspresse findet, er passe ausgezeichnet in das neue völlig parteilose Kabinett. Warten wirs ab. Und sehen wir vor allem, was die Wahlen er- geben. Denn, wenn auch Bayern nichts weniger als ein parlamen- tarisches Regime hat, von der Entschiedenheit und Stärke der sozial- demokratischen Fraktion im Landtage hängt doch gerade auf dem Felde der inneren Verwaltung viel ab. Das hat sogar ein so zäher Polizeibureaukrat wie der verflossene Herr v. Feilitzsch er fahren müssen.— � � Deutfebeo Reich. Die Zeugnisfolter im Aufschwung. Nürnberg, 9. April. (Privatdepesche.) Genosse Paul Schlegel von der„Volkstribüne" wurde vom Schöffengericht zu Kulmbach in Zeugniszwangshaft genommen, weil er als Zeuge im Prozeß des Fabrikbesitzers Hornschuh gegen den Genossen Goller-Kulmbach den Verfasser eines Artikels in der.Volkstribüne" nicht verraten wollte. Zugleich wurde er zu ISO M. Geldstrafe verurteilt. Am Sonnabend mußten wir aus Mannheim melden, daß in der bekannten„Schnupftabaks"-Affäre die Strafkammer die Beschwerde des Genossen O. Geck von der„Volks stimme" gegen die Verhängung der Zeugniszwangshaft verworfen habe und daß Genosse Geck— der inzwischen Beschwerde beim Ober- landesgericht Karlsruhe eingelegt hat—, aufgefordert worden ist, die Haft im Mannheimer Gerichtsgefängnis am Mittwochvormittag 11 Uhr anzutreten. Noch ehe das geschehen ist, sind schon wieder einem sozialdemokratischen Redakteur die Zeugnisdaumschrauben an- gelegt worden! Die Zeugnisfolter erfreut sich steigender Anwendung in der neuen„konservativ-liberal gepaarten" Aera. Gedeiht trotz der Proteste der liberalen Presse, trotzdein vor kurzein selbst ein sächsischer — wohlgemerkt: ein sächsischer— Staatsanwalt sie bekämpft hat! Bemerkenswert ist, daß auch der Fall Schlegel in Süddeutsch- land spielt. Die Fälle Geck und Schlegel, die Behandlung der Dele- gierten zum Anarchistenkongreß, alles beweist, daß die Borussifizierung Süddeutschlands mächtige Fortschritte macht. Kulturelle Forlschritt» sind das indes nicht.— Ein Kuckucksei. Während die liberale Presse seit den letzten Reichstag?- Mahlen tatsächlich ihren Lesern die Mär auftischt, die deutsche Sozialdemokratie habe ihren Höhepunkt überschritten und der sozialdemokratische Wahlausfall des 25. Januar 1907 sei der Anfang eines unvermeidlichen Endes der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, bringt die letzte Morgennuminer der bis- her am lautesten diese tiefgründige politische Weisheit ver- kündenden„Nationalzeitung" einen Leitartikel, in dem die Ansicht ausgesprochen wird, weder habe die sozialistische Be- wegung ihren Höhepunkt erreicht, noch könne sie jemals unterdrückt werden, denn sie fei nichts als ein notwendiges Produkt der Entwickelungsverhältnisse und in diesen fest verankert. Wörtlich heißt es in dem Aufsatz: „Wer zurückdenkt, von welch geringen Anfängen die Be» wegung im Jahre 1848 ausging, und welche Bedeutung und Macht sie seitdem in allen Staaten, in der Wissenschaft und Kunst erlangt hat, wird sich nicht zu dem Wahne verleiten lassen, sie habe ihren Höhepunkt erreicht oder könne jemals unterdrückt werden. Die' soziale Frage hat von dem Leben der Menschheit fortan Besitz ergriffen, wie ehedem die- Religion. Schon der feudale Staat hat in schweren Krisen Aenderungen der gesellschaftlichen Ordnung ausführen müssen und alte historische Rechte und Ein- richtungen beseitigt. Das Eigentum ist so wenig heilig gewesen, wie die Unterschiede der Kasten und die Vorrechte der Stände. Die Emanzipation des Bürgerstandes, die Befreiung der Bauern- schaft aus der Leibeigenschaft sind das Vorspiel und das Vorbild der Emanzipation der arbeiten» den Klassen geworde n." Nach der Versicherung des Verfassers können zwar die Forderungen der sozialdemokratischen Arbeiterschaft nicht durch eine revolutionäre Erhebung, fondern nur durch eine „längere Entwickelung" izur Verwirklichung gelangen, aber andererseits meint er, werde nie die soziale Bewegung auf die revolutionären Elemente verzichten, denn sie seien„ihre werbende und treibende K r a f t": „Da sie in jeder Nation die überwältigende Mehrheit aus- machen und von ihrer Erhaltung und Tüchtigkeit die Sicherheit und Wohlfahrt des Staates abhängt, kann ihre Erhebung und Gleichstellung mit den oberen Schichten nur ein Werk sorg- fältigster Erwägung und die Folge einer längeren Entwickelung sein. Von der Ansicht, durch den großen Krach den Zukunftsstaat oder auch nur die Herrschaft des Proletariats herbeizuführen, sind die verständigen Führer der sozialdemokratischen Partei überall zurückgekommen, und die Ereignisse, die sich in Rußland vollziehen, übernehmen auch für die revolutionslüsternen Ge- nossen den Beweis von der Vergeblichkeit des Schreckens und des Generalstreiks, die bestehenden Zustände zu ändern. Wie kirchliche und politische Umwandlungen, sind auch die sozialen einzig durch Reformen und allmähliches Fortschreiten möglich, auch sie stehen unter dem Gesetz der organischen Entwickelung. Die soziale Bewegung wird nie auf die re- bolutionärcn Elemente verzichten, sie sind ihre werbende und treibende Kraft, aber so- lange die Regierungen und die bürgerlichen Parteien dem Re- formwerk treu bleiben, ist die Gefahr eines wirklichen, allgemeinen Zusammenbruches nicht groß, sie verschwindet in demselben Ver- hältnis, wie der Fortschritt der' Reformen sich ausbreitet und die Steigerung ihrer Wirkungen wächst. Nur eine heilige Allianz gegen die Sozialdemokratie könnte diese«Revolution heraufbeschwören, weil sie durch ihre Rückwirkung auf die politischen Verhältnisse das ganze Volk in Mitleidenschaft fortreißen würde." Erstaunt fragt man sich, wie diese Aeußerungen in da? Bartningsche Blatt kommen, das sonst seinen Lesern lediglich den faden Abspülicht eines seichten liberalen Aufktärichts vorsetzt. Sollte vielleicht einer der professoralen Mitarbeiter, deren das Blatt noch einige aus früheren besseren Tagen besitzt, der Uchgltion dieses ausgetragen�! Zuckucksei in das nnt Dividendsnscheinen ausgefütterte tvarme Nest gelegt baben, ohne daß sie in ihrer Einsäst die Qualität des fremden Eis erkannt hat?—_ Die Ehre der Reservisten. Bei den Frühjahrskontroll- Versammlungen in Lübeck wird gegenwärtig den Reservisten ein Passus verlesen, in welchem es heißt,„daß es mit der Ehre der Reservisten nicht vereinbar sei, der sozialdemokratischen Bewegung an- zugehören." So unglaublich es klingen mag, es ist Tatsache, daß eine militärische Behörde sich herausnimmt, indirekt die Sozial- demokraten als ehrlos zu bezeichnen. Sie handelt allerdings nach bekannten Vorbildern. Aber das macht die Sache nicht besser. Die sozialdemokratischen Staatsbürger haben allen Anlaß, sich solche Beleidigung von amtlicher Stelle entschieden zu verbitten. Es muß die Frage gestellt werden, ob der Kriegsminister und der Reichs- kanzler dieses Verfahren des Lübecker Bezirkskommandos zu billigen wagen. Vielleicht kann es uns der„Reichs-Anzeiger" mitteilen. Sonst gibt es ja auch noch andere Gelegenheiten, wo man die Herren zum Sprechen bringen kann.— Scharfmachcrsehnsucht nach der starken Faust. Unsere Bemerkungen über die brutale Unterdrückung der sozialistischen Partei Japans haben dem Organ Knuten-Oertels einen sehnsuchtsvollen Stoßseufzer entlockt: „Es wird der japanischen Regierung verzweifelt gleich- gültig sein, ob das führende Organ der deutschen Sozialdemo- traten von der schweren Faust der Reaktion und den Brutalitäten der Regierung spricht. Die Japaner, für die wir sonst nicht all- zuviel übrig haben, sind durchaus reale Politiker, die sich durch den Dunst der Phrase nicht blenden und verblöden lassen. Sie haben mit Recht erkannt, daß die Sozialdemokratie den Frieden im Staate gefährdet: deshalb haben sie sich nicht nur für berechtigt, sondern sogar für verpflichtet er- achtet, die sozialistische Partei aufzulösen. Es wird viele Leute in Deutschland geben, die das japanische Volk um diese Möglichkeit und Entschließung beneiden." Das agrarische Organ zeigt also wieder einmal sein wahres Gesicht. Es möchte die„niedergerittene" Sozialdemokratie gar zu gern nach japanischem Muster von der schweren Faust nieder- geschmettert zehen. Auch glauben wir ihm gern, daß es in den ihm nahestehenden Kreisen viele Leute gibt, die solch' liebenswürdige Wünsche teilen I—_ Bennigsen— Erzbcrger.. In einer Privatklage des Gouverneurs a. D. Rudolf v. Bennigsen in Charlottenburg gegen den Reichstagsabg. Schriftsteller Mathias Erzberger stand gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte Termin zur Hauptverhandlung an. Die Privatklage ist angestrengt worden wegen einer im Dezember v. I. vom Abg. Erzberger herausgegebenen Broschüre unter dem Titel „Warum ist der Reichstag aufgelöst?" In einzelnen Stellen dieser Broschüre erblickt Herr v. Bennigsen den gegen ihn gerichteten Vorwurf, daß er seine Stellung als Mitglied des Kolonialrats dazu mißbraucht habe, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Zum gestrigen Termin waren die Parteien persönlich erschienen, ebenso als Verteidiger des Angeklagten der Rechtsanwalt Bertram. Dagegen war von dem Vertreter des Privatklägers, Justizrat Achter- mann, die Anzeige eingegangen, daß er wegen plötzlicher Erkrankung nicht erscheinen könne. Unter diesen Umständen beschloß das Gericht, die Verhandlung zu vertagen und einen neuen Termin im Mai an- zusetzen.—_ Das Hauspolizeirecht des Reichstages. Die„Kreuz-Zeitung", das ehemals offizielle Organ der Ohm, Gödsche, Piersig und anderer edler Polizeihelden, durch deren wissentlich falsche Denunziationen gegen Waldeck und andere Ehren- männer diese konservative Zeitung einen Weltruf als Abladestelle für Schurkereien sich erworben hat, läßt die Verachtung nicht schlafen, die die„National-Zeitung" sich jüngst dadurch erworben hat, daß sie ihre Spalten für jenen Erguß einer Polizei- seele bereitstellte, der zu einem strafrechtlichen Einschrerten gegen die sozialdemokratische Fraktion animierte, weil deren Mitglieder im Reichstage mit anderen als Abgeordneten sich unterhalten hatten. In ihrer gestrigen Morgennummer sucht sie unter Mißachtung der Reichsverfassung darzulegen, daß das Reichstagsgebäude der Polizeigewalt unterliege. Auf den Galli- mathias staatsrechtlicher Deduktionen ihres polizeilichen Hinter- mannes einzugehen, lohnt nicht. Es mag nur festgestellt werden, 'daß es ein sehr bekanntes konservatives Reichstagsmitglied war, das neben dem konservativen Reichstagspräsidenten in erster Linie gegen den Versuch eines Eingriffs in das Hauspolizeirecht des Reichstages protestierte.— „Nationale" Wahlschlepper und Streikbrecher werden als nütz- liche Elemente hochgeschätzt und beschützt. Diejenigen, die diesen Leuten auf die Hühneraugen treten,„terrorisieren" und müssen empfindlich bestrast werden. Als„nationaler" Wahlschlepper tat am LS. Januar in Euba bei Chemnitz der dortige Einwohner 3t e u b e r t Dienst. Da er es zu toll trieb, wurden bald auch Arbeiter aufmerksam und beobachteten den Herrn. Der Hand- arbeiter Auerbach konnte sich nicht enthalten, dem Wählschlepper in kerndeutschen Worten die Meinung zu sagen. Das brachte ihm eine Anklage wegen öffentlicher Beleidigung ein. Vom Chemnitzer Schöffengerlcht wurde der noch unbescholtene Auerbach zu der ver- hältnismäßig hohen Strafe von einer Woche Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung, wurde gesagt, daß die Er- regung des Wahlkampfes als strafmildernd in Betracht gezogen worden sei, aber von einer Geldstrafe sei mit Rücksicht darauf, daß diese doch die sozialdemokratische Parteikasse bezahle und somit den Angeklagten nicht treffe, abgesehen worden. Auch müsse der„Ter- rprismus" gegen politisch Andersdenkende empfindlich bestraft werden. Man vergleiche mit dieser harten Bestrafung die Entscheidung wider die patriotischen Versammlungssprenger in Nöbdenitz.— Die Wahlen zu der badischen Landwirtschaftskammer sind gestern beendigt worden. Gewählt sind: 16 Vertreter des klerikalen Bauernvereins, 11 Vertreter der liberalen landwirtschaftlichen Be- zirksvereine und ein Vertreter des Bundes der Landwirte. � Zu diesen Gewählten kommen noch 16 Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände und 4 Vertreter der Forst- und Domänendirektion hinzu.—_ Russcnhetze in Bayern. Die„Münchener Post" erhielt dieser Tage folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! Am 3. Februar und 19. März wurden von mir, als Vorsitzender der Russischen Studenten-Kassa in München, zwei Wohltätigkeits- Bälle zugunsten der genannten Kassa und der politischen Gefangenen in Rußland veranstaltet. Die der Kasse gehörigen Summen blieben bei mir, das Geld für die Gefangenen wurde meinem Kollegen Herrn Tomaschewsky übergeben. Vor kurzem hat beim Herrn Toma- fchewsky eine Haussuchung stattgefunden. Später wurde auch meine Wohnung polizeilich durchsucht und dabei mein Paß und meine Korrespondenz beschlagnahmt; bei dieser Gelegenheit wurde mir auch meine bevorstehende Ausweisung aus Bayern mitgeteilt. Um die Gründe meiner Ausweisung zu erfahren, wandte ich mich an den Referenten der politischen Polizei, Dr. Bittingcr. Dr. Bittinger stellte mir eine Reihe von Fragen über die Existenz von russischen rSvolutionären Gruppen in München und deren angebliche Tätigkeit. Tann erklärte er mir: er halte mich für einen„lästigen Ausländer", er sei im Besitze der Abdrucke der Stempel der Russischen sozialdemokratischen Gruppe in München. Schließlich forderte er mich auf, ihm mitzuteilen, bei wem sich die Stempel befänden und wer zu der Gruppe gehöre; im Falle meiner Neigung, die Fragen zu be- antworten, könnte ich ruhig meine Studien am Münchener Polh- technikum fortsetzen. Darauf erklärte ich, dem Wunsch des Herrn Dr. Bittinger nicht nachkommen zu können.„Sie wollen oder Sie können nicht? fragte er mich.„Ich will nicht," so sagte ich.„Dann werden Sie ausgewiesen!" lautete sein Schlußwort. Jetzt habe ich im Ministerium des Innern erfahren, meine Ausweisung wäre bereits eine Tatsache. Bevor ich München auf diese Weise verlasse, will ich der Oeffent- lichkeit auf diesem Wege von dem Falle Mitteilung machen; ins- besondere möchte ich aber die Tatsache hervorheben, daß ein aka- demisch gebildeter Regierungsbeamter einen Studenten unter Drohung der Ausweisung derartige Vorschläge gemacht hat. Ich mache auch noch an dieser Stelle auf das aufmerksam, daß ich keiner politischen Partei angehöre. Daniel Meerowitsch. Seit geraumer Zeit betreibt, wie die„Münchener Post" er- fährt, die Münchener Polizei eine ausgodehnte Russenhatz. Sie hält Haussuchungen bei russischen Studenten, konfisziert Bücher, die sogar in Rußland erlauht sind, ohne sie wieder herauszugeben, schließt Studentenvereine, weist aus und gebärdet sich ganz als Organ der russischen Gesandtschaft. Die bayrische Parteipresse glaubt, daß Bayern bei diesen Maß- nahmen preußischem Gebote folgt. Das wird schon stimmen. Prüfungsordnung für Aerzte. Durch die Zulassung der Ober- realschüler zum Studium>der Medizin und der ärztlichen Prü- fungen sind verschiedene Abänderungen der bisher gältigen Prü- fungsordnung für Aerzte vom 28. Mai 1961 nötig geworden. Nach der Mitteilung der„Köln. Ztg." gelten fortan folgende Bestim- mungen: Inhaber des Reifezeugnisses einer Oberrealschule haben nachzuweisen, daß sie in der lateinischen Sprache die Kenntnisse besitzen, die sie für die Versetzung in die Obersekunda eines deut- schen Realgymnasiums gefordert werden. Sind diese Kenntnisse erworben an einer deutschen Oberrealschule mit wahlfreiem Lateinunterricht, so genügt das Zeugnis des Anstaltsleiters über die erfolgreiche Teilnahme an diesem Unterricht, anderenfalls ist der Nachweis durch ein auf Grund einer Prüfung ausgestelltes Zeugnis des Leiters eines deutschen Gymnasiums oder eines deutschen Realgymnasiums zu erbriiigen. Dieser Nachweis ist von den Oberrealschülcrn erst bei ihrer Meldung zu den ärztlichen Prüfungen beizubringen, es ist nicht Voraussetzung für den Beginn des medizinischen Studiums. Letzteres nimmt ein- schließlich der für die ärztliche Vorprüfung nachgewiesenen medi- zinischen Studienzeit mindestens zehn Halbjahre an Universitäten des Deutschen Ileiches in Anspruch. Auf diese zehn Halbjahre ist die Zeit des Militärdienstes, sofern der Studierende während dieser Zeit an einer Universität immatrikuliert war und die Ableistung am Universitätsort erfolgte, bis zur Dauer eines halben Jahres anzurechnen. Husland. Frankreich. Ein Provinzskandal. Paris, 8. April.(Eig. Ber.) Skrupellose Geschäftspraktiken, die eine Vereinigung von Händlern zum Schaden der Staatsfinanzen übte, haben jetzt das Einschreiten der Gerichte veranlaßt. Die Affäre hat für denjenigen. der in die Natur des aus Geschäften mit den öffentlichen Körper- schaften gezogenen Kapitalprosits jemals einen Einblick gewonnen hat, nichts Erstaunliches. Diesmal aber ist gerade diejenige Presse, die sonst die allergrößten Korruptionsaffären geflissentlich durch ihr Schweigen deckt oder durch eine bezahlte Argumentation noch begünstigt, eifrig bemüht, die Sache nach Kräften aufzu- bauschen: denn sie findet eine Gelegenheit der verhaßten soziali- stischen Partei, die so oft die Diebswirtschaft der Großkapitalisten gestört hat. tückisch die Handlungen eines ihrer Mitglieder an- zurechnen. Der kompromittierte Sozialist ist der Abgeordnete und Bürger- meister D u f o u r von Jssoudun im Departement I n d r e. Dufour, seines Zeichens Althändler, war Mitglied eines Konsor- tiums, das bei den von der Militärverwaltung in Bourges ver- anstalteten Versteigerungen außer Gebrauch gesetzter Objekte tätig war. Man kennt das Treiben dieser Versteigerungshyänen: Der Händlerring läßt einem der Seinen die Ware um einen minimalen Preis zuschlagen und teilt hernach den beim Weiterverkauf er- zielten großen Gewinn. In Bourges bestand das Konsortium in aller Oeffentlichkeit volle 35 Jahre! Dufour hat seine Stellung darin sozusagen von seinem Vater ererbt, was für den G e s ch ä f t s- mann immerhin als eine Ausrede, für den Sozialisten sicher nicht als Entschuldigung gelten kann. Neben Dufour war eine Menge anderer„Honoratioren", Bürgermeister und Generalräte aus den verschiedensten Parteien, in der Kompanie, und die Duldung des bei hellem Tageslicht verübten Betruges am Staatsvermögen mag im Lauf der Zeit den Tätern an Ende eine Art Gewissensberuhigung gewährt haben. Dufour will dieses Treiben sogar als für den Staat nützlich hinstellen, mit der Begründung, daß ohne die Vereinigung der Händler der Verkauf der oft sehr bedeutenden Vorräte ganz unmöglich gewesen wäre. Wie denn der Ausbeuter den Leuten und womöglich auch sich selbst als Wohltäter vorkommen möchte. Die sozialistische Partei hat in diesem Falle nichts zu be- schönigen, nichts zu vertuschen. 3licht s i e wird durch die Geschäfte Dufours kompromittiert, sondern die kapitalistische Profitmacherei, von der diese Machenschaften doch nur ein bescheidenes Beispiel geben. Für die Partei läßt sich darum bloß die Folgerung ziehen, daß sie, um der bürgerlichen Korruption in ihren Reihen zu ent- gehen, die Gewählten in den engsten Zusammenhang mit den organisierten Arbeitermassen bringen muß— ein Ziel, dem die geeinigte Partei unleugbar zustrebt. Den moralisierenden Bourgeois aber kann man nur raten, über den sicher sehr beträcht- lichen Trödlerprofiten des Dufourschen Ringes die denn noch ganz anders beschaffenen Profite nicht zu übersehen, die beim Einkauf von Kriegsschiffen, Uniformen usw. sowie bei den Finanzgeschäften des Staates den Zierden des bürgerlichen Parlamentarismus zufließen. England. Das militärische„Berufsgeheimnis". Letzten Freitag erschien unter dem Rubrum«Mit- teilungen für die Presse" folgender Armeebefehl: „Offizieren und Mannschaften ist verboten, direkt oder in- direkt der Presse irgendwelche militärische Information oder ihre Ansichten über irgendwelche militärische Angelegenheiten ohne spezielle Autorisation mitzuteilen. Jede Information mili- * tärischor Natur, die sie auf Märschen, Reisen oder im Dienst er- langen, ist als Eigentum des Liriegsdepartements zu betrachten und darf in keiner Form ohne Erlaubnis des Armee-Ratcs veröffentlicht werden. Offiziere und Mannschaften werden für alle Berichte an ihre Freunde, die später in der Presse veröffentlicht werden, ver- antwortlich gemacht.(!) Sie dürfen in Zeitungen kein Urteil abgeben über Fragen, die unter Erwägung höherer Militär- behörden sind, weder anonym noch anderswie, und sie dürfen an keiner Diskussion in der Oeffentlichkeit teilnehmen, die sich aus Befehle, Regulative oder Instruktionen ihrer vorgesetzten Behörde bezieht." „Daily News" bemerkt hierzu: „Der drastischen Armee-Order muß besondere Aufmerk- samkeit geschenkt werden. Zweifellos ist in Verbindung mit militärischen Angelegenheiten„Geheimnis" angebracht. Die Japaner unterdrückten die Kriegskorrespondenz im russisch- japanischen Kriege, und es ist zu bezweifeln, ob für einen zweiten Archibald Fordes oder W. Rüssel sich Gelegenheiten für fernere Tätigkeit finden werden.— Wir sind durchaus nicht dafür, daß sich die Soldaten eine freie Kritik erlauben dürfen; es ist jedoch notwendig, sich alle Mitteilungen während des Transvaalkrieges und der Natalunruhen ins Gedächtnis zurückzurufen, um zu verstehen, was der Armee- befehl in Wirklichkeit bedeutet, ebenso die Enthüllungen über die russische Armee, die nur durch Mitteilungen der unteren Grade bekannt geworden sind. Es ist eine äußerst scharfe Maßregel, die Armee gewissermaßen hermetisch zu ver- schließen und somit die Kritiken der Kriegskorrespondenten während der Krim-Greuel, jene Kritiken, denen England so viel verdankt, und die Berichte der Soldaten aus der Welt zu schaffen, die zu den südafrikanischen Armeelieferungs- Skandalen Anlaß gaben." „Daily News" hätte kürzer sagen können, daß der Armeebefehl eher russisch anmutet als englisch! Uin die Ungeheuerlichkeit der Order zu erkennen, braucht man nur daran zu denken, daß bei peinlich-strenger Durchführung der Bestimmungen z. B. Soldaten, die ihren Angehörigen brieflich Mitteilung davon machen, daß sie mißhandelt werden, wegen Verletzung des„Berufsgeheimnisses" bestraft werden könnten! Soweit sind wir noch nicht einmal in Preußen.— Holland. Theater-Ansage. Haag, 9. April.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Eröffnung der zweiten Friedenskonferenz ist auf den 15.� Juni, 2 Uhr nachmittags im großen Rittersaale des Binnenhofs festgesetzt. Als Generalsekretär wird Dr. Doude van' Troostwyk, früher Bureauchef in der politischen Abteilung des Ministeriums des Aeußern, vorgeschlagen werden. Serbien. Belgrad, 8. April. Die Skupschtina ist heute durch einen Er- laß des Königs bis zum 9. Juni vertagt worden, ohne daß das Budget oder das Budgetprovisorium genehmigt worden wären. In Sofia herrscht große Unzufriedenheit infolge der Härten des neuen Preßgesetzcs. Insbesondere agitieren sozialistische Lehrer gegen die Regierung. Die Gefahr eines allgemeinen Lchrerstreiks ist vorhanden,—_ GewerkfehaftUebe� Christliche Gewerkschastskampfesweise. Die Maler und Anstreicher in Frankfurt a. M. stehen in einer Lohnbewegung. Die christliche Gewerkschaft, der ein Ver- treter bei den Verhandlungen seitens des Malerverbandes zu- gebilligt wurde, versuchte im Trüben zu fischen und versandte an die Arbeitgeber einen eigenen Lohntarif mit verminderten Forderungen. Und zwar wollten sich die christlichen Organi- sationszcrsplitterer mit einem Mindestlohn von 53 Pf. für Gc- hülfen über 26 Jahren und 42 Pf. unter 26 Jahren begnügen, während der Verband 55 resp. 44 Pf. und vom 1. April 1968 an 57 und 46 Pf. pro Stunde fordert. Mit der 9lbstündigen Arbeits- zeit, die schon 1899 in Frankfurt a. M. errungen wurde, sind die Christlichen ebenfalls zufrieden. Die moderne Gewerkschaft verlangt 9stündige Arbeitszeit. Obwohl die Christlichen den Wünschen der Arbeitgeber weit- gehendst nachkamen(Arbeitszeit dieselbe, die Mindcstlöhnforderung ist nur um 1 Pf. pro Stunde höher, als die Meister Zugeständnisse machten), fanden sie bei denselben nicht die gewünschte Gegen- liebe. Die Arbeitgeber sagten sich wohl, daß sie mit einer Or- ganisation, hinter der nur einige Dutzend Mitglieder stehen, keinen Vertrag abschließen können. Und so bekamen sie vom Arbeitgeber- verband dieselbe brutale Antwort wie der Verband. An diesem Schreiben ist interessant, daß die Unternehmer kategorisch erklären, der von ihnen ausgearbeitete Tarif müsse unbedingt an- genommen werden, da sonst der alte Tarif— der von der Organisation gekündigt ist— bestehen blefbe. löerlin und Omg-egend« Achtung» Dreher und Maschincnarbeiter! Der Streik bei Daimler ist beendet. Die Kollegen haben die Arbeit wieder auf- genommen. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! Die Sperre über die Firma Fleck u. Söhne wird hierdurch aufgehoben. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Die Lohnbewegung der Bäcker. Vor kurzem hatte eine große Versammlung der Bäckergesellen ihre Forderungen für die gegenwärtige Lohnbewegung aufgestellt. Der Wortlaut der Forderungen ist seinerzeit im„Vorwärts" mitgeteilt worden. Dieselben sind inzwischen den Innungen sowie der Freien Vereinigung der Bäckermeister mit dem Ersuchen um Antwort bis zum 9. d. M. übermittelt worden. Am Dienstagnachmittag(gestern) tagte in Kellers Saal wieder eine öffentliche Bäckerversammlung, welche die Antwort der Arbeit- geber entgegenzunehmen und Beschlutz darüber zu fassen hatte. Dei Versammlung war ungewöhnlich stark besucht. Obwohl der Saal samt den Galerien von einer Kopf an Kopf gedrängten Menge gefüllt waren, vermochte das Versammlungslokal nicht alle Einlatzsuchenden aufzunehmen. Der Referent Schneider beleuchtete die bekannten Ursachen und Ziele der gegenwärtigen Lohnbewegung und teilte dann die Antwort der Meister mit. Im Namen der beiden� Berliner und 14 in den Vcuwrten bestehenden Jnnüngen schreibt der Obermeister Schmidt: „... Die Innungen sind gewillt, mit den gesetzlichen Ver- tretern, den Gesellenausschüssen, unter Hinzuziehung von je zwei Vertretern des Verbandes und des Bundes der Gesellen in Verhandlungen einzutreten. Unter welcher Leitung die Ver- Handlungen geführt werden sollen, können erst die Jnnungs- Versammlungen beschließen, welche in der nächsten Woche statt- finden." Der letzte Passus des Antwortschreibens bezieht sich darauf, daß der Verband bei Einreichung der Forderungen sogleich bemerkt hat, er könne nur dann mit Vertrauen in Verhandlungen ein- treten, wenn dieselben nicht unter Leitung der Innung, sondern des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts stattfinden. Der Vorsitzende der Freien Vereinigung der Bäckermeister schreibt, die Vereinigung werde sich in ihrer am Donnerstag statt- findenden Versammlung mit den Fotderungen beschäftigen und ihren Beschkuß dem Verband mitteilen, sie hoffe, daß eine Ver» ständigung mit den Gesellen herbeigeführt werde. In seinen weiteren Ausführungen betonte der Referent, daß auch er und seine Kollegen eine friedliche Erledigung der Bewegung wünschen, aber eine Vertretung des Bundes, der gelben Gewerk- schaft, könnten sie nicht anerkennen, denn der Bund sei keine Ver- tretung der Gesellen, sondern der Meiste r. Nur der Verband mit seinen 2566 Mitgliedern könne als die Vertretung der Berliner Bäckergesellen angesehen werden.— Der Referent empfahl die nach- stehende R eso l u t i o n, welche nach einer zustimmenden Diskussion einstimmig angenommen wurde: Die heutige öffentliche Versammlung der Bäcker Berlins und Umgegend nimmt Kenntnis von dem Antwortschreiben der vereinigten Innungen Berlins und Umgegend, nach welchem diese zu Verhandlungen mit der Gesellenvertretung bereit sind. Die Gesellenschaft glaubt aber, es aussprechen zu müssen, daß die Agitation der Innungen und ihrer Organe in den letzten Wochen nicht gerade von Friedensliebe zeugen. - Die Maßregelungen vieler Gesellen, die schon jahrelang in den betreffenden Stellen waren und als die fähigsten Arbeiter bekannt waren, die Aufforderung hervorragender Jnnungsführer, die Mitglieder des Deutschen BäckerverbandeH überall aufs Pflaster zu sehen und dafür gelbe Streitbrecher in Arbeit zu und Referbefahrer der Berliner Brauereien nur im vorgenannten nehmen, weiter, die den einzelnen Meistern vorgelegten Reverse, Verbande organisiert sind, erklären wir, daß dieselben schon seit nach welchen diese sich verpflichten sollten, keinerlei Kundschaft Jahren im Zentralverbande deutscher Brauereiarbeiter organisiert von solchen Meistern anzunehmen, die die Gesellenforderungen sind und als Legitimation eine Wochenquittungskarte bon roter Farbe abgelehnt haben und in Uebertretungsfällen sogar hohe Geld- haben, welche sie angewiesen sind, auf Wunsch vorzuzeigen. strafen in Aussicht stellten, endlich die zahlreichen Annoncen in Die Karten sind nur gültig, wenn sie ordnungsgemäß' geallen Provinz- und Kreisblättern, in welchen Streitbrecher gesucht stempelt sind. wurden, beweisen vielmehr, daß es den Innungen nur um den Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter, Sektion II. Rampf zu tun war. J. A. Arthur Schuldt. Ungeachtet aller Provokationen, die sich in den borgenannten Maßnahmen sowie in vielen anderen Rundgebungen der Innungen äußerten, dokumentiert die heutige Versammlung aufs neue ihre Friedensliebe. Der Gesellenschaft ist es einzig und allein nur darum zu tun, ihre berechtigten Forderungen, deren Erfüllung bereits im Vorjahre zum größten Teil seitens der Innungen zugesichert war, die aber nicht erfüllt wurden, erfüllt zu sehen. An einem Kampfe hat die Gehülfenschaft gar fein Jnteresse. Aus diesen Gründen beschließt die heutige Versammlung, mit den Innungen in Verhandlungen einzutreten, wenn genügende Gewähr für unparteiische Leitung derfelben gegeben ist, und wenn auch für Erfüllung des geschaffenen Vertrages genügende Garantien ge= boten werden. Die Versammlung sieht aber in nur zwei Vertretern des Deutschen Bäckerverbandes nicht die genügende Vertretung der Gesellenschaft, muß vielmehr unter allen Umständen mindestens sechs Verbandsvertreter beanspruchen. Wieviel Innungsvertreter zu diesen Verhandlungen zugezogen werden, ist lediglich Sache der Innungen, wie es ihnen auch unbenommen bleibt, soviel Vertreter von Korporationen und Vereinen der Meisterschaft, die alle mehr oder weniger mit den Innungen foaliert sind, zu den Verhandlungen zuzuziehen, als sie nur immer wollen. Als Vertretung der Gesellenschaft aber hat neben den Gefellenausschüssen nur der Verband der Bäcker und Berufsgenossen Deutschlands au gelten. Deutfches Reich. An die deutsche Arbeiterschaft! Die Agitation in den Gewerkschaften. Paris, 8. April.( Eig. Ber.) Die Bewegung in den Gewerkschaften wirft immer höhere Wellen. Gestern haben die Delegierten der bereinigten Nahrungsmittelgewerbe in der Arbeitsbörse eine Beratung abgehalten, die den Generalstreit beschloß. Das Datum wird noch nicht bekanntgegeben, doch kündigt ein Blakat eine Bäckerverfammlung für Donnerstag abend an, auf der entscheidende Beschlüsse gefaßt werden sollen. Dem Verband der Nahrungsmittelarbeiter gehören 170 Drganisationen an, die allerdings von fehr ungleicher Stärke sind. Der Kampf der Nahrungsmittelarbeiter soll vor allem der Sicherung von Minimallöhnen und der Durchsetzung des Die organisierten Gintassierer und Sassenboten Ruhetages gelten. Die Bourgeoispresse wetteifert in blödersuchen die deutsche Arbeiterschaft, mehr als bisher auf die finnigen Sensationsartikeln, um gegen die Arbeiter Stimmung bom Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrs- zu machen, die die Stadt der Hungersnot preisgeben" und die arbeiter eingeführte braune Kontrollkarte zu achten, welche nur Bewohner durch das„ Sabotage" vergiften oder auf andere grauann Gültigkeit hat, wenn dieselbe jedes Quartal abgestempelt ist. same Weise umbringen wollen. Den Spießern wird täglich erzählt, Es hat sich herausgestellt, daß in lezter Zeit von verschiedenen daß sie Glassplitter ins Brot eingebacken bekommen werden und „ Auch- Kassierern" das Gerücht verbreitet wird, eine Organisation dergleichen. Bezeichnend ist, daß auch radikale Blätter, wie der der Gintassierer und Kassenboten existiere nicht mehr. Dies ist Radical" des Deputierten Ma ujan, des verbisfensten Feindes der unwahr; wir sind nach wie vor auf dem Posten. Sonntagsruhe und die radikal- sozialistische Depèche de Toulouse", Bei jeder Zahlung, bei jedem Geschäftsabschluß, sei es Ab- das größte demokratische Provinzblatt Frankreichs, an dieser Heze zahlungs-, Versicherungs- oder Nähmaschinen- teilnehmen. branche, verlange man die braune Legitimationstarte:" Hoch die Solidarität." Die gesamte Parteipresse, insbesondere aber die Gewerkschaftspresse werden um Veröffentlichung dieses Aufrufes gebeten. Die Agitationskommission, der Eintassierer und Kassenboten. J. A.: Friedr. Ludow, Berlin N., Fehrbellinerstr. 3. " Auch die Marinearbeiter sind in einer Bewegung, die zum allgemeinen Streit hinzutreiben scheint. Gestern haben sie in allen Seestädten Versammlungen abgehalten, auf deren Tagesordnung die Altersversorgung stand. Die Marinearbeiter haben auf ihrem letzten Kongreß einem Gesetzentwurf zugestimmt, den der radikale Abgeordnete Siegfried ausgearbeitet hat. Die Regierung aber besteht auf einer Vorlage, die den Arbeitern viel Zur Aussperrung der Hamburger Schauerleute. weniger bietet. Die gestrigen Versammlungen haben einstimmig Die vom Hamburger Gewerbegericht angebotene Vermittelung den Entwurf des Marineministers Thomson verworfen. Am ist auf feiten der Reeder auf Widerspruch gestoßen, während die 13. Mai werden die Delegierten der 116 Organisationen der MarineSchauerleute erklärten, jederzeit vor dem Ginigungsamt des Ge- angestellten neuerdings zusammentreten, um die der Sachlage entwerbegerichts erscheinen zu wollen. Von dritter Seite wird der sprechenden Maßregeln, gegebenenfalls den allgemeinen Streit, zu Verfuch gemacht, eine Ginigung auf mittlerer Grundlage" zu er- beschließen. zielen. Es wird auch höchste Zeit, daß eine Einigung zustande Die Tarifbewegung in der Herrenkonfektion. Der Kampf der Regierung gegen die Staatsangestellten Schon wird aus Die für die Berliner Herrenkonfektion tätigen Schneider wollen fommt, denn die Zustände auf den Kasernenschiffen werden immer ist in das entscheidende Stadium getreten. bekanntlich in diesem Jahre allgemeine Lohntarife durchführen, die unhaltbarer, und die Arbeit stockt nach wie vor, was aus dem er der Provinz die Maßregelung eines Finanzbeamten gemeldet, der bisher durch keinerlei Regeln eingeschränkten Ausbeutung ihrer neuten Anwachsen der Schiffe ersichtlich ist. Die Kaufmannschaft der das Gewerkschaftsrecht seiner Kollegen in einem Artikel verteidigt Arbeitskraft gewisse Grenzen sezen sollen. Die Tarifvorlage ist den zeigte gegenüber dieser„ prompten" Beförderung eine wahre hat. Das Ministerium seht aber namentlich die Taktik fort, die Unternehmern bereits vor ungefähr 14 Tagen zugestellt worden, Lammesgeduld, doch mehren sich jetzt von Tag zu Tag die Stimmen, Einigkeit der Beamten zu brechen. Es ist ihr gelungen, die Vereinigungen der Gefängniswärter und der Ministerialbeamten zu früh genug, damit sie sich bei Berechnung ihrer Warenpreise danach die auf eine Beilegung der Differenzen hinweisen. einer Erklärung gegen das Schußkomitee der Staatsangestellten zu richten, und nicht mit der Ausrede kommen fönnen, sie hätten schon alles faltuliert, ihre Reisenden seien unterwegs und darum sei es Gestern nachmittag fand, wie uns ein Privattelegram m bewegen. Die Gefängnisbeamten erklären nicht nur, das Manifest unmöglich, eiue andere Lohnregelung durchzuführen. aus Hamburg mitteilt, zwischen den Vertretern des Hafen- gegen Clémenceau nicht gezeichnet zu haben, sondern stellen diesem Am Montag fanden nun vier große öffentliche Verbetriebsvereins und denen des Hafenarbeiterverbandes eine auch das Attest aus, daß er sie immer mit Wohlwollen" empfangen sammlungen der Konfektionsschneider statt: bei weitere Besprechung zwecks Beilegung des Konfliktes statt. Das habe. Nicht Wohlwollen", sondern zu mindest eine Unhöflichkeit Haberecht in der Großen Frankfurterstraße, in den Königssälen" Ergebnis derselben wird einer heute nachmittag stattfindenden und eine, eines ernsten Politikers unwürdige Kinderei ist es, daß das in der Neuen Königstraße, bei Wilfe in der Brunnenstraße fowie in Versammlung der Schauerleute vorgelegt werden. der„ Berolina" in der Schönhauser Allee. Die Versammlungen lassen. " " Eingegangene Druckfchriften. Ministerium den Lehrern das Antwortschreiben, dessen Wortlaut schon bor zwei Tagen durch Agence Havas" verbreitet worden ist, noch immer nicht hat zustellen lassen. waren sämtlich zahlreich besucht, ein Beweis dafür, daß es den Schneidern Ein neuer Tarifvertrag ist zwischen den 2übeder KlempnerAngesichts der prinzipiell ablehnenden Haltung des radikalen der Konfektionsbranche ernst ist mit der Verbesserung ihrer Lebenslage. gesellen und der Klempnerinnung auf drei Jahre abgeschlossen Die Referenten waren: Kunze, Mähr, Mirus und Stühmer. worden. Nach demselben darf der Lohn für Gesellen unter 20 Jahren Ministeriums in der Frage der Beamtengewerkschaften erinnert die Auf der Tagesordnung stand: Die Stellung der Konnicht unter 43 Pf. pro Stunde, für Gesellen über 20 Jahre nicht" Humanité" heute an die Tagesordnung der Kammer vom 22. Mai fettionäre zu unseren eingereichten Lohntarifen." unter 50 Bf. pro Stunde betragen. Außerdem erhalten alle Gesellen, 1894, die lautete:" In Erwägung, daß das Gesetz von 1884 auf Darüber konnte allerdings noch nicht viel berichtet werden. Irgend die über 20 Jahre alt sind, eine Zulage von 3 Bf. pro Stunde. die Arbeiter und Beamten des Staates ebenso anwelche bestimmte Antwort auf die Tarifvorlage war noch nicht ein- Die Arbeitszeit wird im Winter von 9% auf 9 Stunden herab- zuwenden ist wie auf die der Privatindustrie, fordert die Kammer die Regierung auf, dieses Gesetz zu achten und feine Ausgegangen. Doch läßt der Umstand, daß die Konfektionäre sich zu gefet. führung zu erleichtern." Diese Resolution brachte den Ministereinem Arbeitgeberberband für die Herrenkonfektion zusammen- Die Arbeiter der Maschinenfabriken Offenbachs a. M. haben, präsidenten Casimir Perier zu Fall. Heute, nach 13 Jahren, geschlossen und eine besondere Kommiffion gewählt haben, erkennen, nachdem die Unternehmer es abgelehnt hatten, sich zu den gestellten steht der radikale Demokrat Clémenceau dort, wo der repräsentative daß sie sich wohl mit der Angelegenheit befaffen wollen. Es bleibt Forderungen zu äußern, nunmehr am Montag in einer überaus start Mann des Finanzkapitalismus gestanden hat. also abzuwarten, welche Stellung fie einnehmen werden. Sollte die besuchten Versammlung gezeigt, daß es ihnen Ernst mit der VerAntwort allzu lange ausbleiben, so wird es die Kommission der besserung ihrer Lage ist, indem sie in geheimer Abstimmung gegen Konfektionsschneider gewiß nicht an der nötigen Mahnung fehlen nur einige Stimmen beschlossen, am nächsten Sonnabend die Kündigung einzureichen. Die Referenten sprachen ferner über die Tarifbetvegung im Die Schmiede, Kesselschmiede und Hülfsarbeiter der Firma Geschäftsbericht für das 8. Geschäftsjahr 1906 des Konsum, Bau allgemeinen wie über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der mächtig aufblühenden Konfektionsindustrie, die den Unternehmern P. Schimmelbusch in Kaiserslautern stehen seit Montag und Sparverein Produktion" zu Hamburg. 40 Seiten. Berlag Auer u. Co. immer größere Profite bringt, den Arbeitern aber nicht das bietet, im Ausstande. Von Arbeiterfeite ist alles mögliche getan, um eine in Hamburg. Geschäftsbericht der Union", Baugesellschaft auf Aktien, für das Jahr was bei der Steigerung der Preise aller Lebensbedürfnisse friedliche Lösung der Differenzen herbeizuführen. 1906. Selbstverlag Marfgrajenitr. 92/93. zum Leben notwendig ist. Die 12 Prozent Lohnerhöhung, Fabritinspektion und das Gewerbegericht, welches von den Arbeitern Cin als Einigungsamt angerufen wurde, konnten dem Fabrikanten Bortrag von Dito Rühle, Bremen, Berlag des Sozialdemokratischen Die Aufklärung der Kinder über geschlechtliche Dinge. die durch den großen Streit von 1896 errungen wurden, find nur zubald wieder verloren gegangen. Die Bewegung von Vernunftgründe nicht beibringen. Auf die Forderung einer Schutz Bereins( Kommissionsverlag Buchhandlung der Bremer Bürger- Zeitung"). damals war wie ein Strohfeuer. Die Massen, die zu einmütigem halle wußte Herr Schimmelbusch nichts auderes zu antworten als: Handeln zusammengeführt waren, hielten nicht fest an der Organi- Er sehe wohl die Berechtigung dieser Forderung ein; aber er habe sation und darum fonnten sie sich die gewonnenen Vorteile nicht tein Geld zu so was. Wenn ihm der Zentralverband der Schmiede sichern. Nun aber stehen sie weit zahlreicher und fester in der 50 000 m. pumpen würde, so wäre er bereit, die Halle zu bauen. Drganisation da und werden, wenn es sein muß, sich ihre kämpfenden Für das gepumpte Geld würde er gern 4 Proz. zahlen. Da aber u. Schauer, München. Kollegen in der Maßbranche zum Muster nehmen. Sind die Tarife die Arbeiter ein großes Interesse an der Erhaltung von Leben und einmal durchgeführt, so werden sie traft ihrer Organisation auch da- Gesundheit haben, so beharren fie auf ihren Forderungen, ohne für zu forgen wissen, daß sie dauernd innegehalten werden. Selbst daran zu denken, dem reichen Fabrikanten 50 000 m. zu pumpen. verständlich wird es auch weit leichter sein, an bestimmten Tarifen Buzug von Schmieden, Kesselschmieden und Hülfsarbeitern ist zu dauernd festzuhalten, als an einer prozentualen Lohnerhöhung, wie bermeiden. Husland. Die Maßschneider in Zürich( Schweiz) stehen die fünfte Woche im Streit. Zuzug ist strengstens verboten, bis der Kampf beenbet ist. fie vor 11 Jahren erreicht wurde. Die Tarife felbst sind Die Schuhmachergehülfen in Ranstanz sind in den Ausin Geschäftssizungen von den Arbeitern der verschiedenen stand getreten. Firmen gründlich beraten und sorgfältig ausgearbeitet worden. Jetzt ist es so, daß für ein und dasselbe Stück in demselben Geschäft die Preise um 10 bis 25 Pf. in 7 bis 8 Stufen steigen, der Güte der Arbeit entsprechend. Jedoch bringt es diese Groschen steigerung mit sich, daß oft die bessere Arbeit für denselben Breis verlangt und geliefert wird wie geringere. Die Tarifvorlage teilt mun die Geschäfte in drei Klassen und für jeden Artikel sind wiederum besondere Serien vorhanden, so daß z. B. in der mittleren Tariflasse für einen Baletot je nach der Güte der Arbeit Arbeitspreise festgesetzt werden von 4,25 m., 5 W., 5,75 M. und 6,50 M. Für Lohnarbeit wird verlangt 33 M. Wochenlohn für Gehülfen und 18 M. für Arbeiterinnen bei neunstündiger Arbeitszeit. Der Einwand, daß einheitliche Tarife in der Konfektion nicht durchführbar sind, wird widerlegt durch die Tatsache, daß solche schon durchgeführt sind in Breslau, Elberfeld, Stutgart, Augsburg, Frankfurt a. M., Mainz, Offenbach, München, Stettin. Von den größeren Konfektionsstädten sind es nur noch Berlin und Aschaffen burg, wo Tarife noch nicht bestehen. Die Konfektionäre müssen übrigens auch leicht zu der Einsicht kommen, daß die Einschränkung der zügellosen Konkurrenz, die eine feste Lohnregelung mit sich bringt, ihnen selbst eher zum Vorteil als zum Nachteil gereicht. Wenn die Konfektionäre mit hohen Arbeitslöhnen großtun, die angeblich verdient werden, so darf man nicht vergessen, daß in den Löhnen auch die Tagesarbeit der Frauen der Arbeiter steckt und daß den Konfektionsschneidern, die doch zum allergrößten Teil Heimarbeiter sind, eine Arbeitszeit von 12 Stunden meist als furz erscheint, sie aber nur zu oft 14-15 Stunden, wenn nicht noch länger täglich arbeiten. In allen Versammlungen trat ein reges Interesse für die Tarifbewegung hervor und die Aufforderung der Referenten, nun für eine weitere Stärkung der Organisation unablässig tätig zu sein, berfehlte nicht ihre Wirkung. Beendigung der Aussperrung im Schneidergewerbe? Wie durch eine Zeitungskorrespondenz gemeldet wird, fanden gestern in München zwischen den Zentralvorständen der beider fenitigen Organisationen längere Verhandlungen statt, die folgendes Ergebnis hatten: Am Donnerstag, den 11. d. M., erfolgt in allen deutschen Städten die Wiederaufnahme der Arbeit von seiten der Ausgesperrten und Ausständigen. Alle Verhandlungen über den abzuschließenden neuen Tarif finden auf der Grundlage der borliegenden Arbeitgebertarife in den in den einzelnen Orten zwischen den beteiligten Organisationen statt. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins und Umgegend. Bezugnehmend auf die unter Gewerkschaftliches in Nummer 81 des Vorwärts" vom Sonntag, den 7. April, gebrachte Notiz des Zentralverbandes der Handels, Transport und Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen, wonach es erscheint, als ob die Fahrer, Mitfahrer Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Die Bauarbeiter in Antwerpen sind in eine Bewegung eingetreten. Der Ausstand hat einen großen Umfang angenommen. Die Bahl der Ausständigen beläuft sich bereits auf mehrere Tausend. Sie durchziehen demonstrierend die Straßen der Stadt. Eine neue Aussperrungsandrohung der dänischen Arbeitgeber. vereinigung Preis 20 Bj. " Abdruck aus dem Jahrbuch" der Bodenreform: Das neue Baupfandgeseh von 5. Freese. Verlag: G. Fischer in Jena. Das Mittelgeschlecht von Ed. Carpenter. 2,40 M. Berlag: Seik Letzte Nachrichten und Depefchen. Lohnbewegung. Budapest, 9. April.'( B. H.) Die Zuderbäder sind heute in den Ausstand getreten; sie fordern Lohnerhöhung. Militär und Gerichte gegen das Koalitionsrecht. Paris, 9. April.( B.$.) Gegenüber der vom Vorstand des Verbandes der Arbeitersyndikate betriebenen, auf allgemeinen Streit abzielenden Agitation hat die Regierung die strengsten Maßregeln ergriffen. Die Führer des Syndikats der Volksschullehrer fowie des Synditats der Briefträger, Telegraphenboten und unteren Bostbeamten, die den öffentlichen, gegen die Regierubng gerichteten Aufruf unterzeichnet hatten, sind vor die zuständigen Disziplinargerichte verwiesen worden. Was den für Donnerstag angekündigten Ausstand der Syndikate der Nahrungsmittelgewerbe anlangt, so hat die Regierung beschlossen, auf Grund des Strafgesetzes gegen sämtliche Anstifter vorzugehen. ist dem Verband der dänischen Gewerkschaften am Freitag zugestellt worden. Sie betrifft die organisierten Fuhrleute in Kopenhagen, die sämtlich ausgesperrt werden sollen, weil bei zwei Unternehmern die Fuhrleute dagegen protestierten, daß zwei unorganisierte Arbeitsleute beim Ein- und Ausladen tätig waren. Die Arbeitgebervereinigung hat in diesem Fall nicht einmal Verhandlungen zwischen den Fuhrherren und Fuhrleuten abgewartet, sondern will gleich mit der allgemeinen Aussperrung vorgehen. Gleichzeitig fündigt sie dem Gewerkschaftsverband an, daß die werden von Militär und Polizei bewacht werden. Aussperrung sämtlicher organisierter Arbeiter der drei großen Schiffswerften in Kopenhagen und Helsingör am Sonnabend, den 13. April, stattfinden soll. Paris, 9. April.( B. H.) Die Behörden haben umfassende Maßregeln für Donnerstag getroffen, angesichts des für diesen Tag angekündigten Ausbruches des Streits der Arbeiter der Lebensmittelbranche. Sämtliche Truppen der Garnison bleiben an diesem Tage in den Kasernen konfigniert. Die bedrohten Läden Streit angekündigt haben die Gießereiarbeiter Generalstreik der Bäder. Marseille, 9. April.( B. H.) Die Bäder haben beschlossen, in Kopenhagen und Helsingör, die seit Oktober vorigen Jahres ver in den Generalausstand zu treten, nachdem die Arbeitgeber die For: geblich versuchten, durch Verhandlungen mit den Eisenindustriellen derungen der Gehülfen abgelehnt haben. ihre Stundenlöhne zu erhöhen; ferner die Stellmacher, deren Tarifvertrag am 1. März abgelaufen ist, ohne daß inzwischen ein neuer zustande kam. Auch die Straßenbahnangestellten in Kopenhagen drohen mit einer allgemeinen Arbeitsniederlegung, und zwar wegen ungerechtfertigter Dienstentlassung eines Mitgliedes ihrer Organisation. Ein neuer Tarifvertrag der Schneider Kopen hagens ist am Freitag endgültig angenommen worden. Er bietet Lohnerhöhungen von durchschnittlich 10 Broz. Die verschiedenen Geschäfte sind in 5 Klassen eingeteilt, doch soll die Einteilung nach Berlauf von 2 Jahren auf 4 Klassen beschränkt werden. Das Budget und die Duma. Petersburg, 9. April.( W. Z. B.) Das Haus beschloß mit allen Stimmen gegen diejenigen der Sozialdemokraten und Sozialrevolutionäre das Budget der Budgetkommission zu überweisen. Ueberfall durch Polizeibeamte. Riga, 9. April.( B. H.) Jn einem Hause der SmolensterDie Steinhauer auf Bornholm und in Kopen- straße fand am Sonnabend eine geheime revolutionäre Versammagen haben ebenfalls einen neuen Tarifvertrag mit den Unter- lung statt, die von der Polizei aufgelöst wurde. Mehrere Verhafnehmern abgeschlossen, der ihnen Lohnerhöhungen und eine Ver- tungen wurden vorgenommen. In der darauf folgenden Nacht fürzung der Arbeitszeit von 10 auf 9% Stunden bringt. Die Arbeiterinnen der größeren Glasfabriken in Dänemark kündigten Ende vorigen Jahres die damals geltenden Tarifverträge. Zu einer Einigung ist es bis jetzt mit Tuborgs Fabriten in Kopenhagen und mit dem Aarhus Glaswerk gekommen, die ungefähr 400 Arbeiterinnen beschäftigen. Sie erreichten Lohnerhöhungen von 1,50 bis 2 Kronen die Woche. nahm die Polizei zahlreiche Haussuchungen vor und kam irrtümlicherweise auch in die Wohnung des reichsdeutschen Fabrikmeisters Rittinghaus, wo sie Einlaß forderte. Dieser hielt die Polizisten für Räuber und verteidigte sich mit Revolverschliffen. Die Polizei erwiderte das Feuer und verlegte Rittinghaus schwer. .Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 83. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 10. April 1907. Deutscher Handelstag. Der Deutsche Handelstag trat heute( Dienstag) zu seiner 33. Vollversammlung zusammen. Nach den üblichen Formalitäten hielt Graf Posadowsky eine Rede, aus der wir folgendes wiedergeben: Die fortschreitende Entwicklung unserer Industrie hat wesentlich dazu beigetragen, die Lebenshaltung der industriellen Arbeiter zu heben, eine Tatsache, die wohl von keiner Seite mehr ernstlich bestritten wird. Aber mit der induſtriellen Entwicklung sind auch mancherlei Gefahren für unsere Volksgesundheit verbunden und die Kurve der Betriebsunfälle zeigt leider eine aufsteigende Linie Die rege Beschäftigung, deren sich gegen= wärtig unsere Industrie erfreut, beruht zum Teil sicherlich auf deshalb auch allen Kreisen von Handel und Industrie, im Ver- Ungarn angeschlossen hat; Schweden und Holland dürften bald beitrauen auf eine großzügige Leitung der Kolonialverwaltung, treten. Die amerikanische Bruderorganisation hat den Beitritt die tatkräftige Mitarbeit an den Vorarbeiten für die Schaffung zum Kartell auf der letzten Generalversammlung abgelehnt. volkswirtschaftlich wichtiger Rohstoffe und Produkte, sowie zur Unter dem hohen Eintrittsgeld, das jene fordert, leiden die BerufsFörderung des Absages deutscher Industrieerzeugnisse in den kollegen, die nach. Amerika kommen. Die Lohnbewegungen deutschen Kolonien." zeigen den Einfluß, den der Verband auf die Gestaltung der Lohnund Arbeitsbedingungen hat. Der günstigen Konjunktur, dem Grstarken der Organisation und auch den neu angestellten Bezirks leitern und Lotalbeamten ist neben der Kampfesfreudigkeit der Mitglieder der Erfolg der letzten zwei Jahre zu verdanken. Rohn, bewegungen wurden im Jahre 1905 102, und zwar in 81 Orten von 13 799 Personen geführt, im Jahre 1906 aber 152 Lohnbewegungen in 227 Orten und mit 25 794 Kollegen. Die 286 Lohnbewegungen ohne Streits im Jahre 1905 brachten für 967 Rola Die 41 AngriffDer letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Frage des Zeichenschutzes. Handelskammersyndikus Schloßmacher- Offenbach begründete im Auftrage des Ausschusses einen längeren Antrag, der das Gesetz zum Schuße der Warenbezeichnungen vom Jahre 1894 zwar als einen bedeutsamen Fortschritt anerkennt, jedoch die Befeitigung einer Reihe von Mängeln fordert, die sich im Laufe der Wirksamkeit des Gesetzes herausgestellt haben. dem Wiedererſtarken der Landwirtschaft, wie es fich namentlich Neunter Verbandstag des Verbandes der bangewerblichen legen pro Woche 4429 Stunden Arbeitszeitverkürzung und für Hülfsarbeiter Deutschlands. Hamburg, 8 April 1907. nachmittagssigung. = in ihrer erhöhten Bautätigkeit und verstärkten Verwendung von streifs, wovon nur 9 erfolglos waren, brachten im Jahre 1905 für Maschinen zeigt. Wenn gleichzeitig gewisse Lebensmittel eine 2550 Kollegen pro Woche 8227 Stunden Arbeitszeitverkürzung und Preissteigerung aufweisen, so haben hierauf die günstigen Lohnfür6273 Personen 14 002 M. mehr Lohn pro Woche. Abwehrstreiks verhältnisse und die hierdurch ermöglichten Ansprüche unserer wurden 12 im Jahre 1905 und 7 im Jahre 1906 geführt. Die schnell wachsenden Bevölkerung auf verbesserte Lebenshaltung einen wesentlichen Einfluß geübt; in der steigenden Nachfrage Das Resultat der Mandatsprüfung ergibt die Anwesenheit 60 Lohnbewegungen ohne Streits im Jahre 1906 ergaben für nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen liegt indes wiederum ein bon 132 Verbandsvertretern auf dem Verbandstage, deren Mandate 5615 Stollegen 10 853 Stunden Arbeitszeitverkürzung und für 7718 Kollegen mehr Lohn von 17 979 m. pro Woche. Die 67 Anstarker Anreiz zur Verbesserung der landwirtlichen Technik und sämtlich für gültig erklärt werden. damit zur Hebung der gesamten Landeskultur Die Diskussion über die Vorstandsberichte wird fortgesetzt. griffstreiks desselben Jahres brachten an Erfolgen( nur 8 waren Außer der Vermehrung der Unfälle und der wirtschaftlichen Roschker Dresden, Wende Elbing( Gauleiter), Reinide erfolglos) für 1816 Kollegen 6525 Stunden Arbeitszeitverkürzung Rämpfe, die Graf Posadowsky ebenfalls berührte, sieht er alle Leipzig und andere beschäftigen sich besonders mit den Kartellver- und ein Mehr an Wochenlohn von 52 985 M. für 11 493 Beteiligte. Verhältnisse mit optimistischen Augen an. Millionen deutscher trägen und dem Bestreben der Maurer, die Zementarbeiter in Von Aussperrungen wurden betroffen 650 Mitglieder im Arbeiter wissen nichts von einer Hebung ihrer Lebenshaltung; ihre Organisation hineinzuziehen. Die Debatte wird durchaus Jahre 1905 und 1706 Personen im Jahre 1906. Die Gesamt. relativ betrachtet dürfen sich tatsächlich nur verhältnismäßig wenige fachlich geführt und Koschter findet Beifall, als er ausführt, a usgaben der Lohnfämpfe betrugen in den beiden BeDie Verbands. Arbeiter einer Verbesserung ihrer Position freuen. Der verminderte wenn der Kartellvertrag mit den Mauern zu 75 Proz. sich bewährt richtsjahren 237 160 und 358 238 m. Fleischkonsum ist jedenfalls auch kein Beweis für bessere Lebens- und zu 25 Proz. sich nicht bewährt habe, jo dürfe man die vorge- einnahmen sind von 614 090 M. im Jahre 1905 auf 880 002 m. im Jahre 1906 gestiegen, ebenso die Gesamtausgaben von 396 939 haltung. Die Agrarier, denen Posadowsky schon lange ein Dornfallenen Mißhelligkeiten nicht verallgemeinern. im Auge war, werden nach seiner jetzigen Verteidigung der Lebens- den Kartellvertrag und die Verschmelzung behandeln, ein. Wenn Jahres 1906 346 713 M. In den Filialen liegt dann noch ein Bömelburg geht auf die Fragen, welche die Zementarbeit, auf 503 321 M. Das Verbandsvermögen beträgt am Schlusse des mittelpreissteigerung wohl etwas wohlwollender werden. Man stelle sich nur vor, ein Staatssekretär würde in einer Bündler- teils die Maurer bestrebt sind, die Zementarbeiter zu ihrer Or- Vermögen von 108 363 M. Von den über eine halbe Million Geversammlung in solch prononzierter Weise sich als Schüßling des ganiſation hinüberzuziehen, so treffe dasselbe mindestens in dem- samtausgaben entfallen für persönliche Verwaltungskosten 13 431 Er Mark und sächliche Verwaltungskosten 14 106 M. An VerbandsHandels und der Industrie aufspielen. Die Junker würden nicht selben Maße auch auf die Bauhülfsarbeiterorganisation zu. stehe nach wie vor auf dem Boden, daß die gelernten Arbeiter der unterstützung wurden 59 475 M. an 5309 männliche Mitschlecht auffahren und den Kühnen derb heimleuchten. Ein Referat des Präsidenten Kämpf über Weltpostporto und Bementbauindustrie in den Maurerverband und die Hülfsarbeiter glieder, die 90 108 Tage im Jahre 1906 frant waren, ausgezahlt. den Bauhülfsarbeitern gehören. Es gibt in der Zementbranche Sozial interessant ist die Statistik über die Art der Krankheiten. engerer Postverein" folgte. Er führte dazu u. a. aus: hoch qualifizierte Arbeiter. Es sei notwendig, daß die beregten Von 4717 und 5299 Krankheitsfällen in den Jahren 1905 und 1906 Die Verbilligung des Portos gehört zu den wichtigsten Fragen Bustände von den Zentralvorständen zunächst untersucht werden. entfielen auf Bleikolit, Bleilähmung und Bleivergiftung 405 und des Verkehrs. Es war geradezu eine Großtat, als im Jahre Dazu sei infolge der gewaltigen Lohnbewegungen bisher keine Zeit 421, auf durch Unfälle verletzte Glieder 639 und 996, auf Influenza 1840 in England das Pennyporto eingeführt wurde. Gerade wir in Deutschland müssen umsomehr nach einer Herabsetzung des gewesen. Erstaunt sei er aber darüber, daß heute noch Organi- 620 und 427, auf Luftröhrenentzündung, Bronchitis, HalsPortos streben, als bei uns im Inlandsverkehr das Porto höher fationsleiter und dazu rechne er alle, welche an der Leitung in irgend- entzündung 305 und 424, auf Lungenentzündung, Lungenkatarrh, ist als in anderen Kulturstaaten. In Frankreich zahlt man für einer Weise teilnehmen, die Aufhebung des Kartellvertrages zur Zungenbluten und Lungentuberkulose 335 und 439, auf MagenDebatte bringen. Der Kartellvertrag sei ein Produkt der Ver- und Darmleiden 449 und 459, auf Rheumatismus und Gicht 682 einen einfachen Brief 10 Ct., in Belgien und der Schweiz nicht hältnisse. Die Verhältnisse hätten uns zusammengeführt, die Ver- und 802 und auf Nervenleiden 150 und 194 Krankheitsfälle. Von mehr, in Oesterreich 10 Heller(= 8,5 Pf.), in England 1 Benny hältnisse werden uns zusammenhalten. Wenn hier und dort Ver- 79 und 113 verstorbenen Mitgliedern im Jahre 1905 und 1906 (= 8,5 Pf.). Nur in Deutschland zahlt man noch das bedeutendstöße vorkommen, so liege das nicht an dem Kartellvertrag, sondern starben allein an Tuberkulose und Kehlkopfleiden 44 und 42. Als höhere Porto von 10 Pf. An einer Verbilligung des internationalen Portos ist Deutschland umsomehr interessiert, als an den ausführenden Personen, die manchmal schlechte Musikanten erfreulichen Abschluß teilt der Bericht noch mit, daß das Vereinsorgan an dem allgemeinen Aufstieg mit teilgenommen habe. gegen 4 Millionen deutscher Reichsangehöriger sich im Auslande sind. Auf beiden Seiten müsse das Bestreben vorwalten, die Meimungsverschiedenheiten auszugleichen. Da, wo unvollkommene Bereits im März 1906 wurde zum ersten Male eine Auflage von aufhalten und etwa 9 Millionen im Auslande Ansässiger reichs- Menschen zusammenarbeiten, wird es immer Reibungsflächen 40 000 erreicht, die im 2. Quartal 1907 sicherlich auf 50 000 gedeutscher Herkunft sind. geben. Es dürfe aber nicht jede Kleinigkeit an die weite Deffentlich- stiegen sein wird. feit gebracht werden. Da wirkt sie dann erst recht zum Schaden aller Beteiligten. Die Zeit, wo die Notwendigkeit der Verschmelung einmal kommen werde, kann näher oder ferner sein: kommen wird sie. Das glaube er. Heute, wo der Kartellvertrag besteht, sei die Verschmelzung weniger dringlich als früher. Was bis heute geschehen ist an der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse Arbeitsruhe am 1. Mai beschlossen in Lübeck bisher im Baugewerbe, ist das Resultat der gemeinsamen Arbeit. Dieses die Maurer und Schauerleute. Hand in Handarbeiten wird sich, zur weiteren Vervollkommnung Die Bauhülfsarbeiter Hamburgs und Umgegend beentwickeln. Vor der Verschmelzung müßten die einzelnen Organi- fchloffen, den 1. Mai durch allgemeine Arbeitsruhe zu feiern sowie fationen sich erst gehörig ausbauen. Die einzelnen Berufsgruppen an dem Demonstrationszuge teilzunehmen. müssen sich aus sich selbst heraus zur Hülfe kommen, daß sei innerhalb von 10 Jahren bei den Bauhülfsarbeitern in hervorragender Weise schon geschehen. Darum aber liegt doch dieser Berufsgruppe noch ein gewaltiges Feld vor. Er sei der festen Ueberzeugung, daß die Bauhülfsarbeiterorganisation sich nur darum so weit entwickeln fonnte, weil sie in der Organisationsform allein war. Die übrigen Schwierigkeiten, welche bei einer Verschmelzung mitsprechen, werden sich einmal zur Spruchreife entwickeln. Heute gelte es zunächst, alle Kräfte zum Besten der einzelnen Organisationen und so für die Gesamtheit zu heben und zu entwickeln. Auf dem im Mai vorigen Jahres in Rom abgehaltenen Weltpostkongreß hat Neu- Seeland den Antrag gestellt, für alle Länder des Weltpostvereins das Porto von 10 Cts. einzuführen, während Japan, unterstützt von England, eine Herabsehung des jezigen internationalen Portos von 25 Cts. auf 20 Ets. für je 15 Gramm beantragte. Beide Anträge sind indes abgelehnt worden. Dagegen ist beschlossen worden, zwar das 25- Cts.- gleich 20- Pf.- Porto beizubehalten, aber das zulässige Gewicht eines einzelnen Briefes von 15 auf 20 Gramm zu erhöhen und für das Mehrgewicht von je 20 Gramm nur 15 Cts. bezw. 12 Pf. zu erheben. Folgender vom Referenten befürworteter Antrag wurde ein stimmig angenommen: " Der Deutsche Handelstag ersucht den Herrn Reichskanzler, dahin zu wirken, daß, unter möglichster Herabfeßung des Portos im inneren deutschen Verkehr für Briefe von 10 auf 8 und für Postkarten von 5 auf 4 Bf.: 1. zunächst zwischen Deutschland und dessen Nachbarländern Postverträge geschlossen werden nach Art der zwischen Deutschland und Desterreich- Ungarn, sowie zwischen Deutschland und Luxemburg bereits bestehenden Verträge, wonach für den Verkehr zwischen diesen Ländern nur die für den inneren Verkehr derselben bestehenden Bortosäze in Anwendung kommen; 2. fünftig zwischen sämtlichen Ländern des Weltpostvereins die Herabsehung des Portos auf die in deren innerem Verkehr geltenden Säße herbeigefürt wird." Hierauf erstattet über die Revision des Börsengefeßes der Vizepräsident der Berliner Handelskammer Herr v. Mendelssohn das Referat: Die Debatte über den Geschäftsbericht wird bis zum Schluß der Situng fortgeführt. Hamburg, 9. April. Aus der Partei. Vorbereitungen zur Maifeier. Der erste Maiaussperrungsbeschluß ist heraus. Der Arbeitgeberverband der Holzbearbeitungsbranche in Magdeburg beschloß am Freitag, jeden Arbeitnehmer, der am 1. Mai feiert, für den Rest der Woche, also drei Tage auszusperren, fo baß vor Montag, den 6. Mai tein Teilnehmer an der Maifeier wieder eingestellt werden darf. Im Vorjahre haben diese Arbeitgeber einen ähnlichen Beschluß gefaßt. Die organisierten Holzarbeiter beschlossen demgegenüber, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen. Bildungsbestrebungen. Die Genossen zu Chemniz beranstalten Serien populärwissenschaftlicher Vorträge. Am 7. Mai wird Genosse Dr. Dunder aus Dresden einen auf fünf Wochen beIn der Sizung vom Dienstag vormittag wurde die Debatte rechneten Vortragszyklus als Einleitung in die Volkswirtschaft beüber den Vorstandsbericht fortgesetzt. Fröhlich- Köln ist mit ginnen. Weiter wird Genosse Düvell aus Dresden einen Unterder Stellungnahme des Fachorgans in politischen Fragen nicht richtskursus in Parteigeschichte abhalten. Im Herbst soll der zufrieden. Leider werde der Meinungsaustausch über diese Dinge eigentliche Unterrichtskursus in Volkswirtschaft folgen. Ferner berhindert durch das selbstherrliche Verfahren des Redakteurs, der ist in Aussicht genommen zunächst ein Unterrichtskursus Die großen Uebel, die das Börsengesetz anerkanntermaßen die strittigen Sachen auf das persönliche Gebiet übertrage. Das in mündlichem und schriftlichem Gedankenausdruck in deutscher im Gefolge hatten, sind weder an den Symptomen, noch am Grunde gelte von der Behandlung des Vorwärts"-Konflittes ebenso wie Sprache, für spätere Zeit sind Vortragszyklen oder einzelne der Krankheit selbst bisher furiert worden. Das Verbot des Terminhandels im Bergwerts- und Hütten von dem über das Ergebnis der Reichstagswahl geschriebenen Vorträge über allgemeine Geschichte, Staatswissenschaften, Naturusw. anteil sollte große Kursschwankungen verhüten und die wilde Speku- Artikel, der nicht zur Hebung der Kampfesstimmung geeignet sei. wissenschaften, Philosophie, Literatur, Sunſt uſtv. projektiert. Der anteil sollte große Kursschwankungen verhüten und die wilde Speku- Auf diese Angriffe antwortet der Redakteur Töpfer, der u. a. Vortragszyklus über Volkswirtschaft soll fünf, der über Parteilation beschränken. Beide Folgen hat das Verbot nicht gehabt, dagegen hatte es andere Nachteile, die nicht nur vom Standpunkte der hervorhebt, es müſſe ſchlecht bestellt ſein um die Partei, wenn geschichte 12 bis 15 Abende umfassen. Der Beitrag für den einzelnen Börse, sondern vom allgemeinen wirtschaftlichen Standpunkte aus sie in ihrer Kampfesstimmung durch fachliche Erörterung von Tat- Wortragszyklus oder für den einzelnen Unterrichtstursus soll nur je tief zu beklagen find. Die Gegner des Terminhandels in Getreide fachen geschädigt werde. Das sei aber gar nicht der Fall. Politische eine Mark betragen. Doch wird die Bedingung daran geknüpft, daß und Mühlenfabrikaten argumentieren damit, daß der Terminhandel Reiſetreterei treibe das Fachblatt nicht. Allerdings laffe er sich der Schüler ein Jahr lang dem sozialdemokratischen Verein für den die Einfuhr ausländischen Getreides fördere, große Preisschwan- nicht bestimmte Anschauungen aufzwingen. Wolle man es anders Chemnizer Wahlkreis als Mitglied angehört haben muß. tungen hervorrufe und preisdrückend wirte. Demgegenüber ist zu haben, dann müsse man sich einen anderen Redakteur wählen. betonen, daß unter dem jezigen Börsengesetz die Einfuhr ausländischen Getreides nicht ab-, sondern hat, trob Der günstigen Ernten in Deutschland. Die Vermehrung der Eine Verbandstag der Maler, Lackierer, Auftreicher, Tündher tagswahltreises hat folgenden Antrag nahezu einstimmig angenommen: genommen. und Weißbinder Deutschlands. Leipzig, 8. April. Sozialdemokratie und bürgerliche Parteien. Eine sozialdemo fratische Kreisversammlung des 14. württembergischen Reichs" Nachdem die Vorgänge bei den letzten Wahlen wiederholt bewiesen haben, daß die bürgerlichen Parteien unserer Partei gegenüber nicht bündnistreu sind, spricht die Versammlung den Wunsch aus, der Landesvorstand möge dahin wirken, daß derartige ahlbündnisse überhaupt nicht mehr abgeschlossen werden." fuhr ist einfach eine notwendige Folge der Vermehrung der Be völkerung und der besseren Lebenshaltung. Der Import regelt sich nicht nach dem Börsengesetz, sondern nach dem Bedarf. Auch die Die Verhandlungen des Verbandstages begannen am 8. April Schwankungen im Getreidepreis hat das Börsengeseh nicht vermeiden fönnen, und die dritte Behauptung, der Terminhandel wirke preis- im Volkshause und werden voraussichtlich am 13. April beendet drückend, wird durch die Erfahrung der letzten Jahre widerlegt. sein. Dem gedrudt vorliegenden ausführlichen Geschäftsbericht Gemeindewahlen. In Lesum( Provinz Hannover) ziehen die Eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution wurde an- des Vorstandes und Ausschusses über die Jahre 1905 und 1906 entnehmen wir folgendes interessante Material: Die Mitgliederzahl ersten beiden Sozialdemokraten ins Gemeindeparlament ein. Sodann beriet der Handelstag über die Haftung des Staates ist in den beiden Berichtsjahren von 22 859 auf 36 626 gestiegen, Stelle zweier aus der zweiten Wählerklasse ausscheidender Bürgers Sie erzielten 50 und für den von seinen Beamten zugefügten Schaden. Berichterstatter eine Steigerung um 13 767 vollzahlende Mitglieder oder 60 Proz. licher wurden zwei Genossent gewählt. ist Generalsekretär Soetbeer. Die zu diesem Punkt nachher an- Schon von 1903 zu 1904 war die Zahl der Mitglieder um denselben 51 Stimmen, während für bier bürgerliche Kandidaten insgesamt genommene Resolution lautet: Prozentsaz, um 8556 Personen gestiegen. Allerdings wird es wohl 64 Stimmen aufgebracht wurden. „ Die Haftung des Staates und anderer juristischer Personen faum noch eine zweite Gewerkschaftsorganisation geben, in der Genosse Gabriel Löwenstein, der für den ersten Nürnberger des öffentlichen Rechtes für den von ihren Beamten in Ausübung eine fo große luftuation der Mitglieder stattfindet. So Landtagswahlkreis als Kandidat aufgestellt ist, hat aus Bozen, der diesen anvertrauten öffentlichen Gewalt zugefügten Schaden wurden zivar 27 434 Mitglieder im Jahre 1906 neu aufgenommen, Landtagswahlkreis als Kandidat aufgestellt ist, hat aus Bozen, ermangelt zurzeit in Deutschland der einheitlichen Regelung. Nur davon blieben nur 13 767 im Verbande, ein Verlust von 60 Proz. wo er sich zurzeit seiner Gesundheit wegen aufhält, an die Parteiin einem Teil der Bundesstaaten findet eine unmittelbare Haftung statt; in einem anderen Teile wird nach Art einer Bürgschaft Trotzdem hat sich auch jene Erscheinung ein wenig gebessert. Inter- leitung ein Schreiben gerichtet, worin er bemerkt, er habe die essant ist, daß die Fluktuation der Mitglieder, die nach einem Jahre Kandidatur übernommen, weil er glaubte, daß er infolge seiner Ergehaftet; in einem dritten Teil, darunter Preußen, mit Ausnahme bereits Anspruch auf Kranken-, Reise- und Sterbeunterstübung fahrungen im politischen und parlamentarischen Leben sich der Partei der Rheinlande, fehlt es an jeder Haftung. Dieser Zustand steht haben, wesentlich geringer ist. Rechtsschutz wurde 48 mal bei trop feines Alters( er ist 82 Jahre alt) immerhin noch in seiner Art mi: der Einheit des Deutschen Reiches und den Forderungen gewerblichen Streitigkeiten, 6 mal in Fällen bei Bergehen gegen müßlich machen könne. Nunmehr müsse er aber gestehen, daß er seine Kraft überschätzt habe und daß sie nicht ausreiche, die tritt der Deutsche Handelstag in Uebereinstimmung mit dem das Vereinsgesetz und 3 mal in Unfallsachen gewährt, was eine ehrenbolle, aber schwierige Aufgabe in entsprechender Weiße zu Deutschen Juristentag dafür ein, daß durch Reichsgesetz die un- Gesamtausgabe von 6423 m. verursachte. Maßregelungs- ehrenvolle, aber schwierige Aufgabe in entsprechender Weise zu mittelbare Haftung des Staates und anderer juristischer Per- Unterstützung wurde in 96 Fällen in Höhe von 3316 M. gezahlt. erfüllen. Deshalb lege er sowohl im Partei-, wie im eigenen perGenosse Löwenstein hat für die Partei in langer Dienstzeit sonen des öffentlichen Rechtes für den von ihren Beamten in Aus- Dazu kommen aber noch 2100 M. für Mitglieder, die nach Streits fönlichen Interesse seine Kandidatur nieder. übung der dieſen anvertrauten öffentlichen Gewalt zugefügten oder. Aussperrungen nicht in Arbeit treten konnten. An den soviel getan, daß er sich einen ehrenvollen Ruhestand vollauf verwerkschaftlichen Unterrichtstursen in Berlin Schaden festgesezt werde." Es folgte auf der Tagesordnung die Beratung der Kolonial- nahmen die acht angestellten Bezirksleiter Teil, was eine Ausgabe dient hat. Möge er sich seiner noch recht lange erfreuen. In diesem frage. Der Ausschuß des Deutschen Handelstages legte folgende bon 1279 M. verursachte. Der Geschäftsbericht empfiehlt, eine Wunsche werden mit den zunächst beteiligten Nürnberger Genossen die gewiffe Summe für Bildungszwede in den Etat der Organisation ganz Deutschlands übereinstimmen. Erklärung vor, die natürlich auch Annahme fand: Die Beerdigung des Genossen Grimpe hat am Sonntag in ,, Ueberzeugt von der großen Wichtigkeit des deutschen Kolonial- einzustellen, damit die Anforderungen, die die Entwickelung der befizes für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands, sowie für die Organisation an die leitenden Personen stellt, auch erfüllt werden Elberfeld in würdiger Weise stattgefunden. Zu Taufenden hatten sich Die internationalen Beziehungen sind die Genossen von nah und fern eingefunden, um einem alten freuen Stärkung seiner handelspolitischen Stellung tritt der Deutsche können. Handelstag warm ein für eine zielbewußte und kraftvolle wirt- bis jetzt soweit gediehen, daß dem bekannten Kartellvertrag, der Kämpen der Partei das letzte Geleit zu geben. In der Wohnung schaftliche Entwidelung unserer Kolonien, insbesondere durch einen bereits zwischen Deutschland, Dänemark, Oesterreich, Serbien und Grimpes am Nüßenberg ging eine kurze Trauerfeier vorauf. Genosse planmäßigen Eisenbahnbau. Der Deutsche Handelstag empfiehlt der Schweiz abgeschlossen ist, sich auch die Zentralorganisation in with. Schmitt Düsseldorf würdigte am Sarge die Verdienste Grimpes für die Partei. Die Arbeiterfänger fangen als Scheidegruß Federstahlindustrie vormals A. Hirsch u. Co. schlägt Wieder ein Streiter" und" Zum Reich der Gräber". Alsdann Dividende von 15 Proz.( im Vorjahre 12 Proz.) bor. formierte sich der Leichenkondukt, den der sozialdemokratische Verein eröffnete; es folgten verschiedene Gewerkschaften und die sonstigen Arbeitervereine, auswärtige Deputationen usw. eine| Darauf stellten die anderen bei Gericht Klage an und erfvirkten auch eine borläufige Verfügung, wodurch bei Strafe bon 1500 M. für jeden Zuwiderhandlungsfall verboten wurde, die bewilligt habenden Meister bekannt zu geben. Die Beklagten erhoben Widerspruch und kehrten sich im übrigen nicht an die Verfügung, sondern ließen die Bekanntmachung weiter erscheinen. Die Zivillammer bestätigte die Verfügung, das Oberlandesgericht hob aber das Urteil auf, erklärte jedoch den Einspruch für unzulässig. Seitdem ist dieser Prozeß in der Schwebe geblieben, ebenso eine andere Klage, in der 16 Bädermeister 20 000 Mart Entschädigung wegen Veröffentlichung der Liste beanspruchten. Nunmehr haben die Meister bom Backtrog die Klagen zurückgezogen und die nicht unbeträcht lichen Kosten übernommen. Die von den Kieler Genossen im Vorjahre siegreich durchgeführte Klage scheint auch sie endlich von der Aussichtslosigkeit solcher Klagen überzeugt zu haben. Deutschlands Außenhandel im laufenden Jahre. Im Vergleich zum Vorjahre weist sowohl die Einfuhr als auch war ein endlos langer, nicht zu übersehender Zug. Die Polizei die Ausfuhr einen gewaltigen Rüdgang auf. Es betrug nämlich der übte weise Zurückhaltung. Am Grabe wurde der Versammlung" Gesamtumjag in 1000 Doppelzentnern: die bekannte Mitteilung gemacht, daß keine Reden gehalten werden dürften. So begnügten sich denn nach einem Abschiedslied der Arbeitersänger die Deputationen damit, die Kränze mit entsprechender Widmung niederzulegen. Das Agitationskomitee für den Niederrhein, der sozialdemokratische Verein Elberfeld- Barmen, die Konsums genossenschaft Befreiung", das Personal der Freien Presse", der Kreiswahlverein Düsseldorf, dessen Reichstagskandidat der Verstorbene war, fast sämtliche Gewerkschaften sowie die Genossen von Remscheid, Solingen, Krefeld ehrten also den toten Kämpfer. Der Parteikonflikt in Nordhausen ist beigelegt. Am Sonnabend wurde in der Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Vereins Nordhausen mitgeteilt, daß vor Beginn der Versammlung eine Sitzung der Parteifunktionäre, der Redaktion der Volks zeitung" mit dem Genossen dem Genossen Schildbach Schildbach unter Hinzuziehung bes Vorsitzenden des Bereins" Arbeiterpresse" getagt und fich auf eine den Konflikt beilegende Resolution ge= einigt habe. Genosse Schildbach verzichtete von vornherein auf weitere Tätigkeit an der Nordh. Volksztg." Es wurde anerfannt, daß er mit großem Fleiße gearbeitet habe, wie auch er anerkannte, daß ihm bis zum Ausbruch des Konstiftes alles Entgegentommen erwiesen worden ist. Der Konflikt sei entstanden infolge fachlicher Differenzen, bei denen jeder Teil im Interesse der Partei und des Parteiblattes zu handeln geglaubt habe. Diese Resolution wurde ohne Debatte von der start besuchten Vereinsversammlung einstimmig angenommen und damit der Streitfall für erledigt erklärt. Das Parteisekretariat Elberfeld- Barmen ist eröffnet worden. Genosse Drescher hat seine Stelle angetreten. Bis zum 1. Mai werden die Geschäfte in den Räumen der Freien Presse", Robertstraße 8a pollführt, von da ab befindet sich das Bureau in Barmen, Marienstraße 22. Personalien. In die Redaktion der Freien Presse" zu Elberfeld wird zum 1. Mai Genosse Artur Moltenbuhr bom Voltsblatt" in Halle eintreten, und zwar an Stelle des Genossen Karl Eberle, der am 1. April in die Verwaltung des Konsum bereins Vorwärts" in Barmen übergetreten ist. Genosse Eberle hat der Redaktion 5% Jahre angehört. " In die Redaktion der Bielefelder Bolts wacht" ist der Genosse Mar Sach& eingetreten, früher in Breslau, in letzter Zeit Darmstädter Mitarbeiter der Mainzer Boltszeitung". Bon der russischen Sozialdemokratie. Die Führer der russischen fozialdemokratischen Arbeiterpartei( darunter die Genossen Martow, Dan, Martynow, Starower u. a.) haben unter Anteilnahme der Gruppe der Menschewits die taktische Plattform zu dem bevorstehenden Parteitag ausgearbeitet, wonach die Aufgaben der Sozialdemokratie in der nächsten Periode in folgendem bestehen follen: 1. Griveckung der politischen Initiative der Proletariermassen. Indem die Sozialdemokratie hierbei das Proletariat zur Unterfügung aller fortschrittlichen Klassen in ihrem gemeinsamen Kampfe gegen die Reaktion aufruft, verwirft sie zugleich jede dauernde Vereinigung mit irgend einem Teile der nichtproletarischen Klassen. Ihre Kritik richtet die Sozialdemokratie in gleicher Weise gegen die fonterrevolutionären Gelüste der Bourgeoisie und gegen die utopistischen Vorurteile des agrarkleinbürgerlichen Sozialismus. 2. Energischer ideeller Kampf gegen alle Versuche, die Klassenselbständigkeit des Proletariats zu beschränken und sein Klassenbewußtsein mit reaktionären fleinbürgerlichen Jllusionen trüben. หน 3. Entwickelung der politischen und organifatorischen Selbständigkeit der Arbeitermassen auf der Grundlage der Wahrung ihrer Interessen, als einer Klasse von Lohnarbeitern. Förderung des organisatorischen Aufbaues, der sich unter den breiten Proletarierschichten auf der Grundlage der Befriedigung ihrer nächsten gewerkschaftlichen, politischen und fulturellen Bedürf nisse und des Kampfes um die Erhaltung und Erweiterung der dem alten Regime abgerungenen Zugeständnisse weiterentwickelt." Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonto der Presse. Genosse Lingweiler wurde wegen feiner verflossenen Tätigkeit am Bochumer, Voltsblatt" am 5. April vom Bochumer Schöffengericht zu 80 Mark Geldstrafe oder 16 Tage Haft verurteilt wegen Beleidigung der Polizei des Ortes Horst- Emscher. Es handelte sich um eine Notiz über die angebliche Mißhandlung eines Arbeiters durch mehrere Schußleute. Die Schutzleute beeideten, nicht geschlagen zu haben. Die Entlastungszeugen beeideten das Gegenteil, aber das Gericht glaubte den Schuyleuten. Januar 1904. 62 389,9 1905. 63 701,0 1906. 81 893,3 74 131,6 Februar 59 409,7 69 415,0 94,808,2 70 785,0 1907. Nachdem in den drei vorhergegangenen Jahren der Umsatz im Februar andauernd flott gewachsen war, erscheint im laufenden Jahre ein starker Rüdgang. Mit 1906 verglichen wurden 24 Millionen Doppelzentner im auswärtigen Handel Deutschlands weniger umgefeßt. Das gewaltige Minus gegenüber 1906 sowie die geringe Bunahme gegen 1905 ist zum größten Teil durch die Bewegung der Einfuhr veranlaßt. In den ersten beiden Monaten wurden nämlich in 1000 Doppelzentnern eingeführt: Februar Januar 1904. 1905. 32 830,3 31 324,3 6 36 084,4 43 084,3 1906. 45 781,0 54 315,2 36 589,0 1907. 41 543,7 Lange nicht in dem Grade wie die Einfuhr ist die Ausfuhr zurückgegangen, es machte sich vielmehr ein ziemlich starkes Export bedürfnis geltend. Ein Beweis dafür ist es, daß von Januar auf Februar noch eine Zunahme der Ausfuhr eingetreten ist, während, bon 1906 abgesehen, in jedem vorhergegangenen Jahre der Export von Januar auf Februar abgenommen hat. Die Ausfuhr betrug nämlich in 1000 Doppelzentnern: Januar Februar 22 559,6 Von der Armenfürforge" auf dem Lande. Tage vor dem Landgericht Augsburg stattfand. Eine arme Ein trauriges Kulturbild entrollte eine Verhandlung, die dieser Frau saß wegen Beleidigung des fatholischen Pfarrers Gaßner in Klimmach auf der Anklagebank. In der Verhandlung wurde folgendes festgestellt: Die Witwe Rampp fiel nach dem Tode ihres Ernährers der Armenpflege zur Last, d. H. sie erhielt täglich 12 Liter Milch und wöchentlich 1 M. in bar. Der genannte Pfarrer machte nun alle Anstrengungen, die arme Frau aus dem Dorfe hinauszubringen. Er kündigte im Namen der Kirchenstiftung die auf dem Hause der Witwe ruhende erste Hypothek und veranlaßte an anderer Stelle die Kündigung der zweiten Hypothet. Dann nahm der Pfarrer zwei Kinder der Witwe weg und brachte sie zu fremden Leuten. Als der Pfarrer dann weiter die Absicht bekundete, das jüngste( dritte) Sind ebenfalls wegzunehmen und es an den Mindest nehmenden zu versteigern, da flehte ihn die arme Mutter an: Herr Pfarrer! Sind's barmherzig!" Der Diener des barmherzigen Nazareners war aber nicht barmherzig. Als er hörte, die Arme wolle aus Verzweiflung mit ihren Kindern ins Wasser gehen, da sagte er: " Das soll's nur tun; wenn's zum Teufel ins Loch neinfahren will, dann soll's neinfahren, und wenn's spinnt, dann tun wir's ganz einfach ins Narrenhaus; da zahlen wir pro Tag bloß 1 M. und um zu erforschen, wodurch Rückgang gegenüber 1905 hervorgerufen mildernder Umstände vier Tage Gefängnis. Sucht man die Einfuhr nach Warengruppen zu spezialisieren, find fertig damit!" Weil die so behandelte Frau den Pfarrer einen Pfaffen, einen Heuchler genannt hat, bekam sie unter Annahme Und der ist, so ergibt sich, daß vorerst Kohle sehr viel weniger eingeführt Pfarrer?- predigt als Stütze der Gesellschaft, die solche Zustände wurde als damals. Dadurch ist aber noch nicht der ganze Rückgang erklärt, denn es bleibt immerhin noch ein Minus von rund 3 Millionen zeitigt, weiter über die Themata: Liebe deinen Nächsten wie dich Doppelzentnern, das sich auf die anderen Warengruppen verteilt. selbst und vergieb denen, die dich hassen. Da der Import landwirtschaftlicher Erzeugnisse gegenüber 1905 augenommen hat, so ist die Abnahme schließlich auf die Gruppe Fertig fabrikate zurückzuführen, um so mehr als auch der Import von Textilrohstoffen gegenüber 1905 gestiegen ist. 1904. 28 085,4 1905. 27 616,6 26 330,7 1906. 36 112,3 40 493,0 1907. 32 587,9 34 196,2 Wertsteigerung der Hüttenerzeugnisse. Nach dem im Kaiserlich Statistischen Amte zusammengestellten Nachweise über die Ergebnisse der Bergwerke, Salinen und Hütten im Deutschen Reich und Luxemburg ergeben sich für fast alle Erzeugnisse ziemlich erheblich höhere Einheitswerte. Es stellt sich z. B. der ermittelte Durchschnittswert für die Tonne: Steinkohlen. Braunkohlen Bintera 1905 Eisenerz. 8,66 M. 2,33 3,49 65,42 1906 8,93 M. 2,33 " " 3,84 " " 74,16 " " Gießereiroheisen 56,77 61,88 " " Gießwaren I. Schmelzung 99,81 104,44 " " Bessemerroheisen 60,72 64,35 " " Thomasroheisen 50,05 54,47 " 71,47 80,46 " " 52,81 56,87 " 34,86 40,10 " " 53,22 58,08 " " 493,62 269,01 528,23 " " 1 338,60 " " 1 406,57 1788,91 " " 2 666,12 3 344,80 " " 82,35 90,91 " 2 790,09 2 790,98 # " " " Stahl und Spiegeleisen Siliziumeisen Buddelroheisen Bruch und Wascheisen Blockzint Blockblei Kupfer. giun . Silber( Reinmetall) per kg Gold Soziales. Zur Armenfürsorge auf dem Laude. Aus dem Dorfe Glöwen im Streife Westprignitz geht uns folgender Bericht zu, der für die soziale Auffassung und Aufklärungsarbeit auf dem Lande nicht ohne Interesse iſt: Der Armenfürsorge in unserem Dorfe ist eine 86 Jahre a Ite Matrone anheimgefallen. Das alte, völlig erwerbsunfähige Mütterchen lebt im Armenhause. So nennt man die alte bauDer Genoffe Miller von der Breslauer Volkswacht" fällige Lehmkate, die Hülfsbedürftigen als Wohnung angewiesen wurde wegen Beleidigung des Staatsanwalts Strahler aus Gleiwik wird. Zum Lebensunterhalt wirft die Gemeinde der alten Frau zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Die" Volkswacht" hatte, wie monatlich drei Mark aus. Man mache sich ein Bild davon, wie mehrere andere schlesische Blätter, berichtet, der Staatsanwalt habe eines Nachts auf der Straße in animierter Stimmung einige Damen beleidigt und sei dafür von einem Ziegeleibefizer geohrfeigt worden. Die Ohrfeigen stimmen, für die Beleidigung der Damen aber wurde der Wahrheitsbeweis nicht erbracht. Bon der Dresdener Ortskrankenkasse. Nationale" Beamte der Dresdener Ortskrankenkasse hatten beim Ministerium des Innern eine von Unwahrheiten und Verdächtigungen stroßende, gegen den Vorstand der Kasse gerichtete Eingabe eingereicht, weil der Vorstand der Kasse die zwischen dem Kassenbeamtenverband und dem Zentralverband von Ortskassen vereinbarten Anstellungsverhältnisse einführen wollte. Der Oberbürgermeister nahm sich der Sache der„ nationalen" Beamten an und verbot, wie wir feiner Zeit mitteilten, der Kasse die Einführung der Verträge. Die Kasse hat gegen diese oberbürgermeisterliche Verfügung unter Beilegung eines Die Wühlerei der natiojuristischen Gutachtens Refurs erhoben. nalen" Beamten und die verständnisinnige Aufnahme ihrer Beschwerde bei der vorgesetzten Aufsichtsbehörde haben aber dazu geführt, daß die Kasse die Einführung der Gehaltsaufbesserung usw. fallen läßt, wodurch sie pro Jahr etwa 20 000 m. erspart, die sons die Beamten als Gehalt ausgezahlt erhalten hätten. Verfammlungen. Die Bauanschläger nahmen in ihrer am Sonntag abgehaltenen Versammlung einen Vortrag des Genossen Eduard Bernstein entgegen. Derselbe behandelte das Thema: Der Geldlohn und der Reallohn des Arbeiters, eine Kernfrage der Nationalökonomie. Der Gedantengang des auf zahlreichen statistischen Angaben beruhenden Vortrages ist folgender: Der Geldlohn der Arbeiter ist im Laufe der Zeit erheblich gestiegen. Die hierauf bezüglichen statistischen Angaben erstrecken sich hauptsächlich auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus der Steigung des Geldlohnes folgt aber noch nicht, daß auch der Reallohn, das heißt die Menge der Konjumartikel, die der Arbeiter für seinen Geldlohn taufen kann, sich erhöht hat. Betrachtet man die Statistik über die Preise der für den Arbeiter hauptsächlich in Frage kommenden Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, so ergibt sich, daß in England ein Preisrückgang von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zu verzeichnen ist, während Deutschland von Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, abgesehen von einzelnen Schwankungen, im allgemeinen eine stetige Preissteigerung der wichtigsten Lebensmittel aufweist. Der englische Arbeiter ist demnach in der Lage, billiger zu leben als der deutsche Arbeiter. Das ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß in England eine Wirtschaftspolitik herrscht, welche auf Verbilligung der Lebensmittel gerichtet ist, die infolge der steigenden Produktion naturgemäß eintretende Verbilligung der Produkte aufzuhalten, die Preise der wichtigsten Konsumartifel zu steigern oder doch ihr Sinken fürstlich die Ernährung und Pflege der armen Alten von den zehn zu verhindern. Infolge dieser Wirtschaftspolitik wird die Steigung Pfennigen täglich sich gestalten muß. Früher, als sie noch arbeiten des Reallohnes der Arbeiter aufgehalten, Streits zur Aufbesserung fonnte, fümmerten sich allenfalls die Bauern noch um sie seit dem der Löhne werden deshalb geführt. Diejenigen, welche die Streits gänzlichen Verfall ihrer Kräfte gilt sie als überflüssige Drohne, die nicht gern sehen, mögen bedenken, daß dieselben begünstigt werden das Verbrechen begeht, noch zu leben, wiewohl sie eriverbsunfähig durch die in Deutschland herrschende Wirtschaftspolitik. Die ift. Von hülfsbereiter Unterstützung durch Lente, für die sie früher tätig Politik der Arbeiterklasse muß der Politik der herrschenden Klassen gewesen, teine Spur. Der Vorsteher unserer fürsorglichen Gemeinde entgegenwirken. Der Organisation des Kapitals muß die Organis hatte sich nach der Reichstagswahl nicht verkneifen können, unseren fation der Arbeitskraft, die Gewerkschaft gegenübergestellt werden. Vertrauensmann mit seinen Wigeleien zu bedenken. So erklärte er Auch die Organisation in Konsumbereinen ist ein Mittel zur Verhämisch:" Nun hat die Agitation des roten Lehmann( dies ist der besserung der Lage der Arbeiter. Weiter ist notwendig die poliEine Verdoppelung der Landpreise in Dst- Name unseres Genossen) doch keinen Erfolg gehabt; unsere Kleinen tische Organisation der Arbeiterklasse in der Sozialdemokratie, der preußen und Posen hat in den letzten 20 Jahren stattgefunden. Leute werden sich hüten, ihre Schweine mit den Noten zu teilen." einzigen Bartei, welche die Interessen der Arbeiterklasse politisch Und doch ist der Mann keineswegs der Belehrung und humanen und wirtschaftlich tonsequent vertritt. Die Ansiedelungskommission zahlte pro Hektar: Ideen wizugänglich. Aus Rücksicht auf die alte Frau und um dem Vortragenden fanden lebhaften Beifall. Manne ein bißchen Verständnis für die Kulturarbeit der„ Roten" beizubringen, feste unfer Genoffe gelegentlich dem Gemeindeoberhaupt auseinander, daß die Art der Verpflegung der alten Frau doch eigentlich eine Schande für die Gemeinde Der Süddeutsche Postillon Nr. 8 ist soeben erschienen. Aus dem fei. Der Gemeindevorsteher gab schließlich dem Genossen reichen Inhalt heben wir hervor: Die liberal- tonservative Paarung( Illustr.), im Grunde recht. Erzberger als Löwe und Hafenfuß( Illustr.), Die Claque im Reichstag GemeindeEr versprach, der nächsten ( Juustr.). Das Leitgedicht behandelt die Solidarität der Hamburger bertretersizung die Sache zu unterbreiten. Da ein vernünftiges Schauerleute. Sonst sind noch zu nennen die Beiträge: Wenn Fürsten Wort solch gute Stätte, wenn auch nach langer Diskussion, fand, reisen, Tatjana Leontieff, Der Boykott des Reichskanzlers, Rumänische fetzte der Genosse seine Aufklärungsarbeit fort. Er setzte dem Bauernrevolte, Pobjedoneszew, Dernburg der Phantasievolle, Die FriedensSehen Sie, Herr Gemeinde- fonferenz, Die Weltausstellung in Berlin, Aus dem Tagebuch eines Abderiten, Gemeindevorsteher auseinander: vorsteher, so ungefähr wollen wir Sozialdemokraten unsere Schweine Marotto. mit den armen Leuten teilen". Ob die Gemeindevertreter ein" Neue Gesellschaft". 2. Heft. Herausgeber Dr. H. Braun und Lily tatkräftiges Einsehen haben werden, bleibt abzuwarten. Vorab hat Braun. Einzelheft 20 Pf. Berlag Berlin W. 15. Diese schlichte Auftlärungsart den Vorteil, daß in unserem Dorfe zugunsten der Frau und der sozialdemokratischen Auffassung über diese Unterhaltung lebhaft diskutiert wird. Vielleicht läßt sich auch an anderen Drten diese ruhige Art der Aufklärung anwenden. Deshalb teilen wir diesen kleinen Vorfall mit. Schadenersatzklage wegen Boykott. Hus Induftrie und Handel. Nationaler Bodenwucher. Westpreußen Posen Angekaufte Hettar M. Angekaufte Hektar 1886 4644 523 7 215 M. 601 1890 1678 492 6.088 702 1895 2851 609 4715 548 1900 4252 821 12 328 811 1905 8080 1004 26 581 1238 Ein Teil dieser Steigerung ist durch stattgefundene Meliorationen ( Bodenverbesserungen) bedingt, zum größten Teil handelt es sich das bei jedoch um künstliche Preistreibereien der deutschen und polnischen Großgrundbefizer, die aus der hier getriebenen nationalen" Ansiedelungspolitik ihren Vorteil zu ziehen wissen. Die Zeche zahlt natürlich der angesiedelte Bauer, der von vornherein mit einer hohen Grundrente belastet wird. Auch ein Beitrag zur Agrarfrage und zur„ Not der Landwirtschaft"! Glückliche Aktionäre. Die Ausführungen des Eingegangene. Druckschriften. Witterungsübersicht vom 9. April 1907, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer760 SD Belter Stationen Windstarle Better 6 Haparanda 770 SSB 2 bedeckt 5 Petersburg 774 7 Scilly Aberdeen 5 1 bedeckt 752 23 754 SSD 1 bedeckt 755 SS 3 bedeckt 4 wolfig Xenp. n. G. 600 02860 Der Kölner Bergwerksverein erzielte im bergangenen Jahre bei einer Gesamtbelegschaft von 2478 Personen Nachdem das Reichsgericht dem Gesetz entsprechend entschieden ( Arbeiter und Beamte, ausschließlich der Kranken) eine Förderung hat, daß der Boykott ein gesetzlich zulässiges Kampfmittel ist und Swinemde. 759 Still Regen von 780 710 Tonnen, gegen nur 688 914 Tonnen im Vorjahre bei daher seine Anwendung nicht zum Schadenersatz verpflichten fönne, Hamburg 758 DGD 3 wolfenl 2 heiter 2477 Mann Belegschaft. Die Zunahme der Förderung stellt sich auf geben die Unternehmer mehr und mehr den Versuch, eine Schaden Berlin 1 wolfig 13,8 Proz., während das Plus der verfahrenen Schicht 1905 war ersattlage durchzudrücken auf. Das haben jüngst auch die Nürn- Frantj.a.M. 758 SD München. 761 GD 3 heiter 3 Baris der große Streit nur 8,4 Proz. ausmacht. Die Leistung pro berger Bäckermeister getan. Wien 762 Still bedeckt Schicht ist demnach erheblich gestiegen, aber auch der pro Stopf Im Sommer 1905 streiften in Nürnberg die Bäckergesellen, um Wetter- Prognose für Mittwoch, den 10. April 1907. erzielte Reingewinn. Im Vorjahre wurden aus 1 500 000 Mart ihre miserablen Lohnverhältnisse zu verbessern und das versflavende 25 Proz. Dividende verteilt, diesmal gibt es 30 Proz. Der Nein- Kost- und Logiswesen abzuschaffen. Damit stießen sie bei dem Biemlich heiter, etwas wärmer bei schwachen südöstlichen Winden; keine gewinn beträgt 1 800 000 m. Mithin entfällt für das lezte Jahr größten Teil der Unternehmer auf härtnäckigen Widerstand. Die oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Betterbureau. auf den Stopf ein Reingewinn von rund 726 M.; für 1905 ergab gesamte Arbeiterschaft und ihre Organisationen verfolgten den Streik sich eine Kopfquote von 605 M. Die Aktionäre der Metall- mit größtem Interesse und unterstüßten die Streitenden nach Kräften. warenfabrik Attiengesellschaft Baer in Stettin In der Fr. Tagespost" wurde ständig eine Liste der Meister verfollen für das letzte Jahr 25 Proz. erhalten, 20 Proz. im Vor- öffentlicht, die bewilligt hatten und das Publikum auf jahre. Der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft für aefordert, nur bei diesen Bädermeistern zu kaufen. Wafferstand am 9. April. Elbe Dresden+ 0,96 dp. bei Ratibor 4,21 Wieter steigt. Dder bei Brieg 3,90 Meter. Elbe bei Ansfig--Meter, bei bei Magdeburg 3,45 Meter. Ober Oder bei Breslau+0,74 Meter. Neißemündung 3,62 Meter. Schiller- Theater. Für den Inhalt der Inserate Schiller- Theater O.( allner- Theater). übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feine: lei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 10. April Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Coppelia. Anfang 8 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Aufzügen von Dstar Blumenthal und Mar Bernstein. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerschke. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: 0. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. Donnerstag abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Mittwoch, den 10. April, abends 8%, Uhr, bei Freyer( früher Keller), Koppenftr. 29: Maihias Gollinger. Freitag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Traumulus. Freitag, abends 8 Uhr: Traumulus. Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: Urania. Zirkus Schumann Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern und Die Welt, Wissenschaftliches Theater. Mittwoch, 10. April, abends 7, Uhr: in der man sich langweilt. Deutsches. Der Gott der Rache. Leffing. Marquise. Anjang 8 Uhr. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Neues Schauspielhaus. Gerthas Zirkus Busch. Hochzeit. Berliner. Sherlod Holmes. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Mathias Golinger. Schiller- Theater Charlottenburg. Traumulus. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Unsere Käte. Komische Oper. Tosca. Lorking. Die Fledermaus. Zentral. Wiener Blut. Westen. Die lustige Witwe. Kleines. Allerseelen. Neues. Der Dieb. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Mamzelle Nitouche. Thalia. Olympische Spiele. Nachtasyl. Luisen. Marianne, ein Weib aus dem Volke. Trianon. Fil. Josette meine Frau. Bernhard Rose. Der Pfarrer von Kirchfeld. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Wintergarten. Cleo de Mérode. Spezialitäten. Apollo. Der Triumph des Weibes. Spezialitäten. Kafino. Nid Carter. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Eine Nacht in der Apotheke. Im Inspektionszimmer. Figaro. Geschlossen. Intimes. Eine vom Ballett. Bapfenstreich. Palast. Spezialitäten. Passage. Mal was Anderes. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Mittwoch, 10. April, 7, Uhr: Große Gala- Sport- Vorstellung. Die ersten Dressurnummern des rn. E. Schumann. Die neuengagierten Reitkünstler Geschw. Foreaux, Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin, Springpferde- Nonturrenz usw. usw. Um 9 Uhr: ROM. Große Drig.- Ausst.- Pantomime. Besonders hervorzuheben: Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. X Radium- Ballett. X Feenhafte Licht- und Wasserspiele. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Marianne, ein Weib aus dem Volke. Donnerstag: Marianne. Freitag: Lenore. Sonnabend 4 Uhr zu kleinen Preisen: Hänsel und Gretel. 8 Uhr: Dorf und Stadt. Sonntag 3 Uhr: Sherlod Holmes. 8 Uhr: Marianne. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 14. April, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater. Auf in's Metropol. Anfang 8 Uhr. Sherlock Holmes Donnerstag: Geschlossen. Freitag, Sonnabend. Sonntag: Der Hund von Baskerville. Neues Schauspielhaus Abends 8 Uhr zum 50. Male: Herthas Hochzeit. Donnerstag Anfang 7 Uhr: Faust. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Donnerstag und folgende Tage: Der Dieb. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Allerseelen. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend zum erstenmal: Die Bächterin von Litchfield. Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. Abends 7, Uhr: Fra Diavolo. Abonnements gültig! Donnerstag Einalterabend: Fritzchen und Lieschen. No. 66. Die schöne Galathé. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) Täglich abends 8 Uhr: Wiener Blut. Operette in 3 Aften v. Joh. Strauß. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater Abends 8 Uhr: Unsere Käte. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und B. Beber. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Pollo Theater 8 Uhr: Bedeutende Spezialitäten. 9 Uhr: Merians Original- Bauern- Hunde- Theater. Ein treulofes Weib. 92 Uhr: Die neue Operetten- Burl. Der Triumph des Weibes b. Benno Jacobsohn. Mufit b. Josef Hellmesberger und Paul Lincke. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. Morgen und folgende Tage: Sherlock Holmes. Billettvorverkauf schon für 8 Tage borher ohne Vorverkaufsgebühr von 10-1 Uhr und von 6-9 Uhr an der Theaterkaffe. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr Gastspiel des Theater des Westens: Mamselle Nitouche. Teleftin Edm. Löwe a. G. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Wildschütz. Grande Soirée équestre. Elite- Prophänomenale gramm Les 4 Rassos, Luftgymnast. 129/ 6* und Luigi Rossi und das Wunderpferd Emir. Sascha Gerard Eva Powell Parforce- Reiten. Um 9%, Uhr: St. Hubertus. Größtes und sehenswertestes PrachtManegenschaustüď. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das großartige April- Programm! Ki- ta- fuku die beste Japaner- Truppe der Welt. Paul Corradini Berlins beliebtester Komiker und die erstklassigen 14 Attraktionen 14. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Der brillante April- Spielplan. 1.a.: Hasson u. Jenny Kugelläufer. Alcide und Alberti Luftakt. Die vier Lunas Damen- Quartett und 10 erstklassige Nummern. Familienkarten, wochentags zum halben Kassenpreis gültig, in Barbier-, Friseur- u. Bigarrengeschäften gratis. Gebr. HerrnfeldAnfang Theater Borbert. 8 Uhr. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstraße 57. Die stürmisch bejubelte Herrnfeldiade Gin verrücktes Hotel. Komödie in 3 Alten mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Morgen: Dieselbe Borstellung. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Das neue April Programm. Pers. 10 10 Geni Family Pers. Gireeniche Spiele zu Pferde. Grete Gallus Charakter- Soubrette. 12 erstflassige Nummern 12. Brunnen- Theater Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Sonntags, Montags, Freitags: WINGT BARTEN Tale. Bortellung Breltag, 12. pril 8 Cleo de Mérode Neues Programm. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Neu: Ballettschule Klappermatz. Burleste v. F. Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Große Theater- Vorstellung. Romeo und Julia. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum letzten Male: Die Ahnfrau. Schauspiel in 5 Aufz. v. Grillparzer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Donnerstag: Sängerin und Näherin. SteidlTheater- und Konzerthaus, Brückenstr. 2. Jubel! Bureau Piepenbrink. Anfang 8 Uhr. Vorher: Militär- Konzert. Steidl- Restaurant: Großes Militär- Konzert. eute: 3. Garde Feld- Artillerie- Regiment. Dir. Spiegelberg. Stellungnahme hierzu. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Eintritt. Der Vorstand. J. A.: Gustav Zeglin. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschl Freitag, den 12. April, abends 8 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung in Kellers Festfälen, Koppenstraße Nr. 29. Zages Drdnung: 32/ 2* 1. Bericht von den bisherigen Verhandlungen mit den Arbeitgebern und unsere weitere Stellungnahme dazu. 2. Distuffion. Da diese Versammlung für uns eine sehr wichtige ist, ersuchen wir unsere Kollegen, die regste Agitation hierfür zu betreiben! Kollegen! Erscheint in Massen in dieser Versammlung! Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe kein Eintritt! Der Zweigvereinsvorstand. Der tägliche Genuss von 181 CECBO! Ein nahrhaftes wohlschmeckendes Frühstücksgetränk General- Vertreter: Max Henneking Pragerstrasse 31 Amt Wilmersdorf 2768 Folies Caprice Linienstr. 132, an der Friedrichstr. Kolossaler Erfolg! Eine Nacht in der Apotheke. Anfang 8 Uhr. fördert das Wohlbefinden Ueberall zu haben. Originalpaket Pfd. 50 Pf.,% Pfd. 1 Mk. nade Kasino- Theater Gustav Behrens- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Neu! Nesemann" der beliebte aktuelle Humorist. Das vollständig neue April- Programm Nick Carter. Nid Carter, Detektiv: Dir. Hand Berg. Sonntag 4 Uhr: Singvögelchen. Der Hahn im Korbe. Kottbuser SchönebergBerlin W., Goltzstraße 9. Nur noch wenige Auf führungen der zugkräftigen Operette: Borverkauf an der Theaterkaffe Sanssouci, Straße 4a. Die lustige Witwe von und bei Wertheim. Paul Töbs, Ghneidermeister. Justerburger: straße 16. Laden. Lager ins n. ausländischer Stoffe. Direttion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Schöneberg. In Vorbereitung: Norddeutsche Sänger Die tolle Ausstattungs- Burlesle: u. Tanzkränzchen. Stets nenes aktuelles Soiree- Programm. Lustige Einakter. Soloszenen usw. Sonnt. Bg. 5, wochent. 8 U. Englischen Unterricht, einzeln und im Zirkel, erteilt 36372* Gertrud Swienty, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Meschuggemann im Sündenpfuhl Berlin. 00000 Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Mittwoch u. Sonnabend: Humoristisches Konzert und Freitanz. Verband der haugewerblichen Hülfsarheiter Deutscher Metallarheiter- Verhand Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Sektion der Puterträger. Sonntag, 14. April, vormittags 11, Uhr: Mitgliederversammlung in Paul Obiglos Festsälen, Schwedterstraße 23. = Sektion der Töpferträger. Montag, 15. April, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstr. 57. Gruppe der Brunnenbauer und Hülfsarbeiter. Sonntag, 14. April, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung bei Julius Meyer, Oranienstraße Nr. 103. = Sektion der Fahrstuhlarbeiter. Sonntag, 14. April, vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung bei Jannaschk, Inselstraße Nr. 10. Sektion der Rohrer. Sonntag, 14. April, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 5. Sektion der Kunstsandstein- Arbeiter. Donnerstag, 11. April, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Nierisch, Rigdorf, Hermannstr. 152. Sektion der Fliesenleger- Hülfsarbeiter. Heute Mittwoch, 10. April, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Wagner, Michaelkirch- und Wuster. haufenerstraßen- Ecke. Sektion der Dachdecker- Hülfsarbeiter. Sonntag, 14. April, vormittags 10 Uhr: Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Achtung! Klempner! Achtung! U Donnerstag, 11. April, abends 8, Uhr, in den Musiker Sälen, Kaiser Wilhelmstraße 18m: Allgemeine Klempnerversammlung Tagesordnung: 1. Situationsbericht. 2. Verbandsangelegenheiten. NB. Wir erwarten in Rüdsicht auf die Durchführung der tariflichen Erhöhungen des Lohnes, welche vom 1. April 1907 an gezahlt werden. müssen, das Erscheinen aller Solegen. Achtung! Spandau! Achtung! Kollegen! Die Arbeitslosenkontrollstelle befindet sich nicht mehr Neumeisterstr. 5, sondern beim Kollegen Böhle, Linden- Ufer 17. Ferner find folgende Bahlstellen eingerichtet worden: 1. Böhle, inden- llfer 17. 2. Kern, Potsdamerstr. 7. 3. Kumke, Schönwalderstr. 80. 4. Johansen, Synarstr. 8. 5. Fink, Jagowstr. 9. 6. Schuster, Wröhmännerftr. 11. 7. Schröter, Pichelsdorferstr. 5. 8. Ulrich, Hamburgerstr. 49. 9. Ristow, Seegefelderstr. 65. 10. Fr. Rühmund, Zigarrengeschäft, Falfenhagen. Seegefeld. Den Mitgliedern zur Beachtung! Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Puzer Christian Nemeck am 7. April an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 11. April, nachmittags 4/2 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes- Kirchhofes in Reinickendorf, Blankestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 116/10 Die Ortsverwaltung. Am Montag, den 8. April, verschied nach furzem schweren Leiden im noch nicht vollendeten 45.Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Werkmeister Gustav Naujoks, am Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Simeon Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben unber geßlichen Frau 27706 Hermine Ullrich geb. Rau, sage ich allen Freunden und BeReinhold Ullrich. Auf Beschluß der Generalversammlung Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Gaal 7. Dom 17. März 1907 beträgt der Beitrag tannten meinen herzlichsten Dank. Tagesordnung wird in den Versammlungen bekannt gemacht. für die Dauer von 13 Wochen, und zwar Um recht rege Beteiligung an allen Versammlungen ersucht. Der Zweigvereinsvorstand. von der 14. bis 26. Woche für männliche Mitglieder 75 Pfennig. Achtung! Bezirk Westen- Schöneberg! Achtung! 169 Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unsere nächste Bezirksversammlung der Gaukonferenz halber nicht am 21. April, sondern am 14. April stattfindet. 33/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, den 11. April, vorm. 10 Uhr, bei Keller, Stoppenstraße 29: Verband der freien Gast- und Schankwirte Versammlung der Ausgesperrten. Deutschlands.( zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. Donnerstag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, beim Stollegen Funke, Triftstr. 41. 69/15 99 99 99 99 99 2. Freitag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Obiglo, Schwedterstr. 23/24. 3. Freitag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Boeker, Weberstr. 17. 4. Donnerstag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Litfin, Memelerstr. 67. 5. Donnerstag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Donath, Schönleinstraße 6. 6. Freitag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, beim Stollegen Blank, Stallschreiberstr. 29. Die Ortsverwaltung. Achtung! Kleber. Donnerstag, den 11. April, abends 8 Uhr, bei Meyer ( früher Augustin), Oranienstr. 103: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Welche Mittel ergreifen die Kleber, um etwaigen Tarif: brüchen der Unternehmer entgegenzutreten? 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. 177/ 17* Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. Die Verbandsleitung. Jede Dame lese! Trianon- Theater. 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Zeppelin Hauptgewinne: Mark 60,000 50,000 40,000 30,000 20.000 10.000 7 Zus. 9892 Geldgew. mit 380,000 M ohne Abzug. 320,000 Lose.- Versand durch Lud. Müller& Co. in Berlin C., Breitestr. 5. Telegr.- Adr.: Glücksmüller. Achtung! Kammacher! Donnerstag, 11. April, abds. 9, Uhr, bei Walter, Adalbertstr. 62: Sitzung der Kommission mit Vertrauensmännern. Jede Werkstatt mnß vertreten sein! Spar- und Produktiv- Genossen( eingetragene Genossenschaft mit be schaft Groß- Lichterfelde. schränkter Haftpflicht.) Freitag, 19. April, abends 8 Uhr, im„ Kaiserhof", Kranoldplak: Außerordentl. Generalversammlung Tages- Ordnung: Antrag der Verwaltung: Errichtung einer Verkaufsstelle in Lankwig betr. Sonstige Anträge. Halbjähriger Geschäftsbericht. Zutritt mur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. 106/ 20* Der Vorstand. J. A.: Harring. Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. Kein Laden!= Nach beendeter Engros- Saison Die besten Wünsche zur silbernen Hochzeit unserem alten Genossen Theodor Birr nebit Frau. Die Genossen des 6. Kreises. Bezirk 681.[ 27796 Unserem Freund und Genossen Louis Hempel nebst seiner freuen Lebensgefährtin, Frau Berta Hempel, Rüdersdorferstr. 21, zur heutigen Silberhochzeitsfeier die herzlichsten Glückwünsche. 45212 Die Bezirksgenossen des 173. Bezirks Berlin IV. Sozialdemokratischer Wahlvere des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. April verstarb unser Mitglied, der Stuffateur Adolf Reichenbach Togoftraße 4. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Nazareth- Kirchhof in Reinidendorf- West, Berlinerstraße statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/15 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. April verstarb unser Mitglied, der Maurer Franz Nauck Stromstr. 28. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch nachmittag 4 Uhr, auf dem Johannis- Kirchhof in Plößenſee ſtatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/16 Der Vorstand. Nachruf! Am 3. April verstarb unser Mitglied, der Schankwirt August Winkler Aderftr. 66 und wurde derselbe am Sonntag auf dem Hedwigs- Kirchhof, Liesenstraße, beerdigt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Zentralverein der Bildhauer auch Einzelverkauf Bezirk Lichtenberg. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 11. April, abends 82 Uhr, in Wendts Industrie- Festsälen, Beuthstraße 19/21: Versammlung. 1. Geschäftliches. Dr. David. Gäste willkommen! Tages- Ordnung: 2. Bortrag über Genossenschaftswesen von Der Vorstand. 20/7 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Schöneberg. Donnerstag, den 11. April 1907, abends 8% Uhr, bei Obst, Meiningerstraße 8: General- Versammlung Zages Drdnung: 84/11 1. Kassenbericht. 2. Vorstandsbericht. 3. Neuwahl der Ortsverwaltung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet Sparkasse! Die Ortsverwaltung. enorm billig UebergangsCapes Paletots Jacketts Staubmäntel Kostüm- Röcke MädchenPaletots Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Oskar Baech verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes, Bornikstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 250/11 Der Vorstand. Robert Baumgarten Bereinigung der Maler, Hausvoigtel- Platz 11, 1. Etage ( an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung dieses Inserates an der Kasse werden 5% Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet! Ausnahmetage! Sparkasse! Pariser- American- Wiener- Schick!! Damenkonfektionshaus Westmann Hauptgeschäft: W., Mohrenstr. 37a, an den Kolonnaden. Filiale: o., Gr. Frankfurterstr. 115 a. d. 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April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Friedrichs. berg( Strugstege) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 124/17 Die Ortsverwaltung. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Often. Todes- Anzeige. Am 8. April verstarb unser treuer Kollege Paul Ruden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 33/6 Der Zweigvereinsvorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichlichen Kranz spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer unvergeßlichen Mutter sowie dem Gesangverein der Fleischbeschauer sagen wir hiermit 45222 unseren herzlichen Dank. Otto Schulze nebst Kindern. Frankfurter Allee 128. Berantwortlicher Bebatteur; Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantwv.; Zh. Glode, Berlin. Drud u. Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 83. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 10. April 1907. Heute Mittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend statt. Am Sonntag früh 8 Uhr in Groß- Berlin: Allgemeine Die Stadtverordnetenersatzwahl im 39. Kommunalwahlbezirk findet heute Mittwoch, 10. April Sozialdemokratie ist Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Säuglingsfürsorge in den letzten Jahren erreicht worden sind. Herr einer Fürsorgeanstalt Ueberwiesenen nicht die Behandlung zuRosenow vergaß aber, den Zusatz zu machen, daß just diese teil wird, die sie erhalten müßten, sollen die jungen Menschen Neuerungen von den Sozialdemokraten des Rat nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft werden. Wir hauses angeregt worden sind von den Sozis", die nie zu haben uns oft überzeugen müssen, daß in einigen befrieden sind und immer alle möglichen Anträge stellen", wie Herr fonders unter Aufsicht von Pfarrern stehenden Anstalten eine statt. Kandidat der Rettig fagt. Auch Herr Rosenow flagte, die sozialdemokratische Frattion habe es leicht", Anträge zu stellen, weil ja die kleinen Prügelwirtschaft herrscht, die roh und brutal bezeichnet werden Steuerzahler nur wenig zu den Kosten beitragen und die Hauptlast muß und keineswegs geeignet erscheint, einen erzieherischen den großen Steuerzahlern zufällt". und sittlichen Einfluß auf die Zöglinge auszuüben. Uns sind Arbeitersekretär Adolf Ritter, Engel- Ufer 15. wählt wird: im Wahllota I Gartenstr. 6, Schmidts Festsäle; von den Wählern der Stadtbezirke 271 und 272, d. H. der Grundstüde Borsigstr. 28-34, Chausseestr. 1-27 und 94-123, Eichendorffstraße ganz, Elsasserstr. 31-40, Gartenstr. 84, Hannoverschestr. 1-8, Invalidenstr. 24-37 und 111-128, Novalis straße ganz, Schlegelstr. 1-15 und 18-33, Tiedstr. 1-13 und im Wahllofal Chauffeestr. 103a, Germania- Brachtsäle, 18-41: " Merten, zu berDer 39, Wahlbezirk gehört zum sechsten Reichstags= In der Versammlung ergriff als dritter Redner der Freisinns- Fälle berichtet worden, in denen Zöglinge wegen geringer Wahlkreis, ist ein Teil der Oranienburger Vor- kandidat Herr Liebner das Wort. Er schloß sich den Aus- Verschlungen mit 25, 50, in einem Falle mit 75 Hieben bestadt und umfaßt vom Stettiner Bahnhofsviertel führungen der beiden Vorredner an", twie zu erwarten war. dacht worden sind, auf Veranlassung eines Pfarrers. In die Stadtbezirke 268, 269, 270, 271, 272, 274A, 274B. Für die Ab- für den 39. Bezirk und auch nicht lediglich für die dritte Abteilung, folgten Verlegungen noch sichtbar, und das Blut in den Adern Im übrigen erklärte er, er wolle Stadtverordneter sein nicht allein manchen Fällen waren monatelang die durch die Prügelei erstimmung ist er wegen der Größe seiner Wählerzahl in drei Teile fondern für ganz Berlin". Anderer Meinung als er war an zerlegt worden, die jeder ihr besonderes Wahllokal haben. Ge- scheinend der Gemeindeschullehrer Werten, der Vorsigende des stand einem still, wenn man die Wirkung dieser barbarischen freisinnigen Wahlvereins für den sechsten Reichstagswahlkreis, der Behandlung sich ansehen mußte. Mit Beschwerden ist da nicht viel von den Wählern der Stadtbezirke 271 und 272, d. h. der als Kommunalwähler des 39. Bezirks in der Diskussion mitsprach. auszurichten, es handelt sich ja um verdorbene Judividuen", Grundstüde Bergstr. 65, Borsigstr. 1-27, Elsasserstr. 16-30, Er fragte, was in aller Welt habe der Kandidat der Sozial- heißt es da. Ist es da ein Wunder, wenn sich in solchen auf Gartenstr. 1-32 und 85-115, Invalidenstr. 6-23 und 129-147, demokratie, der Gewerkschaftssekretär Ritter, bisher für die Dranien- diese Weise behandelten jungen Menschen eine ungeheure ErSchlegelstr. 16-17, Schröderstraße ganz ,. Tiedstr. 14-27: burger Borstadt geleistet. Und er fügte hinzu, da habe Herr bitterung, eine maßlose But ansammelt, wenn die guten Liebner denn doch schon bewiesen, daß er für diesen Stadtteil Eigenschaften aus dem Menschen heraus. und die rohen Interesse habe. Herr Liebner ist nämlich eine freisinnige t es Herr Bezirksvereinsgröße. der die Agitation des Instinkte hineingeprügelt werden? " Bortvärts" an wegen des Berichtes, den das Blatt wahrscheinlich eigentlich reisinns im 39. Bezirk leitet, frafeelte im voraus den wundern, wenn solche Menschen, die in diesen Anstalten liebevoll erzogen werden müßten, auf den bringen werde. Er behauptete auch, in einem der sozialdemokratischen Gedanken kommen: Lieber ins Gefängnis als in Flugblätter seien schwere Beschimpfungen enthalten. Dieser frei die Anstalt? Uns wundert das nicht! nicht! Uns wundert finnige Anstandslehrer ist derselbe Merten, der in der daher auch nicht, wenn die Zahl der Entweichungen Agitation zu den Reichstagswahlen sich dadurch einen Namen ge- der Fürsorgezöglinge sich immer mehr häuft. Sind macht hat, daß er in einer für Herrn Rosenow veranstalteten Frei- die Zöglinge aber erst entwichen, so ist ihnen nur noch der finnsversammlung des Wahlkreises Berlin III schimpfte und tobte, von den Wählern der Stadtbezirke 274A und 274B, d. h. der bie Sozialdemokratie führe den Kampf im Tone der Weg zum Verbrechen offen. Zu Angehörigen dürfen sie nicht, Grundstücke Chauffeeſtr. 28-56 und 82-93, Kesselstraße ganz, Schnaps destille. Sollen wir uns mit solchem Gegner herum- denn diese machen sich strafbar, wenn sie ihr einer Anstalt Pflugstraße ganz, Schwarzkopffstraße ganz, Wöhlertstraße ganz: schlagen? zugewiesenes Kind oder Verwandten bei sich aufnehmen. im Wahllokal Pflugstr. 9, Wöhlert- Garten. Interessant ist das Liebesiverben des Freisinns um diejenige Leben will aber der der Anstalt Entwichene. Papiere, um eine Die heutige Wahl erfolgt noch auf Grund der Kommunal- Wählergruppe, die weder freisinnig noch sozialdemoArbeit anzunehmen, hat er nicht, was bleibt ihm weiter übrig, Kommunal- tratisch wählen mag. wählerliste, die in der Zeit vom 1. bis 15. Juli vorigen Jahres Wähler ihm Handlangerdienste leisten. Herr Liebner, der Freifinns- Das Ende vom Liede ist der Kreisgang von der Anstalt nach Der Freisinn rechnet darauf, daß diese als zu stehlen, und zwar so lange, bis er gefaßt wird. aufgestellt worden ist. Mithin haben an dieser Ersatzwahl kandidat, wird ihnen als alleiniger Kandidat aller bürgerlichen dem Gefängnis. auch noch diejenigen Wähler teilzunehmen, die im Juli 1906 Wähler" angepriesen. In der Versammlung erklärte Herr Rettig, im 39. Wahlbezirk wohnten, aber dann aus ihm weggezogen sind. wenn jeder der sta atserhaltenden Wähler seine Pflicht Sollen die Fürsorgeanstalten wirklich einen Zwed crSeit Aufstellung der Kommunalwählerliste im Juli vorigen tue", dann müsse der Freifinn ſiegen. Ja, die Beiten ändern sich. füllen, so muß in ihnen ein anderer Geist hinein, als der, der Jahres haben zwei Umzüge stattgefunden, im Oktober vorigen Jahres Rasch genug scheint man vergessen zu haben, daß Freisinnige sonst heutzutage mit seltenen Ausnahmen in den meisten Anstalten und am 1. April dieses Jahres. Dadurch sind zahlreiche Wähler den Ausdruck staatserhaltende Elemente" nur in ironischem Sinne das Regiment führt. aus dem Bezirk fortgezogen, die aber heute ihr Wahlrecht ausüben zu brauchen pflegten, daß in Versammlungen des Freisinns die Staatserhaltenden" mit Spott und Hohn überschüttet und unter fönnen, weil sie noch als wähler dieses Bezirks gelten. Von diesen dem jubelnden Beifall der Zuhörer als die vom Staat Erhaltenen" Umzügen wird bekanntlich die Arbeiterbevölkerung am meisten be- gebrandmarkt wurden. troffen und somit auch die Arbeiterwähler. Die Freisinnigen bauen auf die Lässigkeit gerade dieser Wähler ihre Hoffnungen, uns den Bezirk wieder entreißen zu können. Diese Hoffnungen müssen zu nichte gemacht werden. Kein Wähler darf heute fehlen, auf jede einzelne Stimme kommt es heute an! Eine Stimme kann heute den Ausschlag geben! Die Freifinnigen arbeiten ohnehin mit den strupellosesten Mitteln, ganz im Stile des Reichsverbandes und in würdiger Fortsetzung ihrer bei den Reichstagswahlen betriebenen niederträchtigen Kampfesmethode. So haben die Herren ein Flugblatt verbreitet, in welchem sie die Sozialdemokratie begeifern und sich als die einzigen Kulturförderer bezeichnen, ohne ein Wort über te Wähler dritter Abteilung, die noch einen Freifinnigen wählen, müssen geradezu mit Blindheit geschlagen sein. Das Dreitlassensystem des Gemeindewahl rechts sichert dem Freifinn im Rathause ohnedies die Mehrheit, weil in der zweiten und der ersten Abteilung die Geldsäcke für ihn entscheiden. Da soll wenigstens die dritte Abteilung völlig derjenigen Partei gehören, über die der Freifinn selber sagt, daß ihr Gintreten für die minderbemittelte Bevölkerung, für die fleinen Steuerzahler ihm zu weit geht. Partei- Angelegenheiten. Der Aktions- Ausschuß. Tagesordnung für die Situng der Stadtverordnetenversamms lung am Donnerstag, den 11. April dieses Jahres, nachmittags 5 Uhr: Festsetzung einer neuen Fluchtlinie für das Grundstüc infstraße 25/ Königin Augustastraße 5 im Zusammenhang mit einer Verschiebung der Auguftabrücke, die Enteignung einer zur Freilegung der Greifswalderstraße erforderlichen Fläche des Grundstüds Greifswalderstraße 154, die provisorische Pflaste Iden Abschluß von Verträgen mit der rung der Senefelderstraße, Dorfgemeinde in Rosenthal und den Anschluß von Rosenthal an die Berliner Kanalisation, den Erwerb forstfistalischer, zur Freilegung der Afrikanischen Straße erforderlichen Fläche und die Ent eignung von Gelände zum Comeniusplatz, 13 Rechnungen, Berichterstattung über den Antrag von Mitgliedern der Ver. fammlung, betreffend die Fertigstellung des IX, Radialsystems, Vorlagen, betreffend Uebereignung von Uferland an den Stroms fistus, Errichtung eines Neubaues auf dem Grundstück Albrechtstraße 26, die Herstellung einer gemeinsamen Friedhofsanlage die Er. ihre liberalen Grundsäge verlauten zu lassen. Liberal sind die Achtung! Am Sonntag, den 14., früh 8 Uhr, findet dies. für die städtischen Anstalten und das Rieselgut in Buch, die Herren allerdings schon lange nicht mehr, daß fie aber nicht mal in ganz Groß- Berlin eine Flugblattverbreitung zugunsten Neuregelung der Anstellungs- und Besoldungsverhältnisse der mehr wagen vom Liberalismus zu reden, beweist, wie charakterlos des Verbandes der Schneider statt, bei welcher sich die Genossen rung des§ 6 der Einrichtung der Pflichtfortbildungsschule zu der Freifinn ist. Er tut dies lediglich deshalb, weil er auch bei des Verbandes der Schneider statt, bei welcher sich die Genossen Assistenzärzte an den städtischen Krankenhäusern, die Mendes dieser Wahl auf die Stimmen der Konservativen und Antisemiten Groß- Berlins, gemäß ihrer früheren Beschlüsse, pünktlich Berlin, die täufliche Uebernahme einzelner vom früheren Mieter rechnet. Deshalb verleugnet er die liberalen Grundsäge, die heute ann für Mann einfinden wollen. beschafften Einrichtungen bei dem Gasthausgrundstück in Treptow Die vom Verbandsbureau für den 1. Mai verlangten und einige sonstige Auseinandersetzungen mit demselben und dem zur Schande des Freisinns die Sozialdemokratie verteidigen muß. Ilns erwächst deshalb aber die dringendste Verpflichtung, alles Referenten werden von dort aus prompt besorgt, die Zuteilung neuen Wieter des Gasthauses, die Entschädigung für Ent. wertung eines Grundstücks durch den Umbau der Grünstraßen. aufzubieten, damit uns heute keine Stimme verloren gehe und und Bekanntgabe erfolgt in einigen Tagen. brücke, den Abschluß eines Vertrages mit der Gemeinde Treptow Genosse Arbeitersekretär Adolf Ritter, Engel- Ufer 15, als Sieger aus zwecks Regulierung der Dorfstraße und der Neuen Krugallee in dem Wahlkampfe hervorgehe. Jeder Wähler sei heute zur Stelle. Wilmersdorf. Die Genossen werden dringend ersucht, zahl- Treptow, die Zustimmung zu der von der Gesellschaft für den Wer heute fehlt, ist mitschuldig, wenn der Bezirk dem verlotterten reicher wie bisher im heutigen Zahlabend zu erscheinen. Gleich Bau von Untergrundbahnen beabsichtigten Herstellung eines Ver Freifinn in die Hände fällt! zeitig werden die Genossen auf die reichhaltige Bibliothek des Wahl- bindungsgleises von dem Endpunkte ihrer Bahn in Treptow nach vereins hingewiesen. Bahlreiche Werke belehrender und unterhaltender den in die Dorfstraße daselbst neu einzulegenden Gleisen, die Die Wahlzeit ist festgesetzt auf die Stunden von 10 Uhr natur liegen aus. Die Bibliothek ist im Luisenpart, Wilhelmsaue 112, Nachbewilligung von Geldmitteln für den Abbruch der alten im morgens bis 8 Uhr abends. Punkt 8 Uhr wird das jeden Sonnabend von 8 Uhr ab geöffnet. Ebenfalls werden die Zuge der Brommystraße belegenen Eisenbahnbrücke, Wahllofal geschlossen; wählen darf dann nur noch, wer bereits im im Luifenpark ausliegenden namhaften Parteizeitungen den Genossen höhung der für den Neubau einer Fleischvernichtungs- und Ver. zur Lektüre empfohlen. Der Vorstand. wertungsanstalt bewilligten Baukosten und den Vorentwurf Lokal ist. Jeder sollte möglichst zeitig den Gang nach dem Nieder- Schöneweide. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß der für die Wohn- und Stallgebäude auf dem Grundstück der Fleisch wahllokal erledigen, damit nicht unsere im Wahlbezirt Rahlabend heute und für die Zukunft in folgenden Lokalen statt vernichtungs- und Verwertungsanstalt in Rüdnik. Bericht tätigen Genossen noch in der letzten Stunde Hunderte fäumiger findet: 1. Bezirk von der Sedan- bis zurüd zur Brigerstraße erstattung über die Vorlagen betreffend: den Abschluß eines VerWähler an ihre Pflicht zu mahnen brauchen. beim Genossen Julius Fischer, Berlinerstr. 92; 2. Bezirk von trages zwischen der Stadtgemeinde Berlin und der Gemeinde der Brizerstraße die Berlinerstraße bis zur Schule, Hasselwerders und Blankenburg über die Gasversorgung dieser Gemeinde durch die Am Montag hatten unsere Genoffen zwei Kommunalwähler. Bennstraße beim Genoffen Hermann Hilfcher, Berlinerstr. 110, städtischen Gaswerke und die Einbeziehung der Blankenburger Ge markung in das städtische Gasrohrnek, die Auswahl der Neuversammlungen einberufen und zwar fand die eine in der Chaussee- und der 3. Bezirk von der Hasselwerderstraße die Grünauer- und die die Ents straße, die andere bei Hübner, gleichfalls in der Chausseestraße ober- Berlinerstraße bis zu Kunheim mit allen Nebenstraßen beim Ge- und Umpflasterungen für das Rechnungsjahr 1907, halb der Invalidenstraße statt. Während in der letzteren Genoffe noffen Karl Bottle, Berlinerstr. 123. Zahlreichen Besuch er eignung eines Teiles des Inselspeichergrundstücks und den Er erwerb von Straßenland in der Neuen. Wilhelmstraße. Vorlagen, Der Vorstand. Pfannkuch die Tätigkeit der Sozialdemokratie in der Kommune betreffend: die Umgestaltung der Gartenanlagen auf dem Oranien. barlegte und das Schuldkonto des Freifinns einer Nieder Schönhausen. Am heutigen Zasilabend werden die plab, die erfolgte Abnahme mehrerer Bauten auf dem städtischen treffenden Kritik unterzog, gab in der Versammlung Billetts zur Maifeier ausgegeben. Zahlreiches und pünktliches Er Schlachthofe, die Nachweisung des Umfanges der öffentlichen in der Norddeutschen Brauerei Genosse Paul Singer ein Bild scheinen der Genossen ist Pflicht. Der Vorstand. Beleuchtung im Vierteljahr Oktober- Dezember 1906, die Er. von den Aufgaben der Kommune, deren Erfüllung die Sozialrichtung des städtischen Untersuchungsamtes, die Teilung des demokratie von der Gemeinde fordert. In großen Zügen verbreitete Bezirks der 161A. Armenfommission, eine Umgestaltung des sich der Redner über die verschiedensten Gebiete der städtischen VerVorplates zum Bahnhof Friedrichstraße und eine Landabtretung waltung, nachweisend, daß es überall die Sozialdemokratie war, daselbst, die Errichtung einer Baradenschule auf dem Plaze G. die die Freisinnsmehrheit auf die Erfüllung sozialer Aufgaben hinan der Danzigerstraße. Außerdem findet am Beginn der Eizung drängte. In beiden Versammlungen richtete der Kandidat Genosse Die Entweichung von Zöglingen aus den Fürsorgeanstalten die Einführung und Verpflichtung der zu Stadtverordneten ge Ritter eine Ansprache an die Wähler, diese auffordernd, Mann für ist zu einer ständigen Rubrik in den Zeitungen geworden. Goeroldt statt. wählten Herren Jmberg, Schmidt, Dr. Tropffe, Landsberg und Mann von ihrem Wahlrecht am Mittwoch Gebrauch zu machen. Keine Woche bergeht, in der nicht über mehrere derartige tartet Berliner Nachrichten. Der Radfahrerverkehr soll für Deutschland einheitlich Die Freifinnigen hatten am Montag ihre Getreuen zu einer Entweichungen berichtet wird. Angesichts dieser Erscheinung geregelt werden. Der Bundesrat hat beschlossen, die verbündeten Abendunterhaltung- Pardon, Wählerversammlung eingeladen, muß doch auch die Frage aufgeworfen werden: Welches Regierungen zu ersuchen, den Radfahrerverkehr in ihren Gebieten in der hauptsächlich die Stadtverordneten Rettig und Rosenow die sind die Ursachen, die zu diesen Entweichungen führen? nach Maßgabe der vom Bundesrat aufgestellten Grundzüge zu Kosten trugen. Herr Rettig will nicht glauben, daß der Eine gewisse Presse ist ja sofort bei der Hand mit der regeln. Aus diesen Grundzügen heben wir folgende Bestimmungen 39. Bezirk wieder einen Sozialdemokraten und gar einen Arbeiter Antwort, daß die jugendlichen Böglinge sich nach der hervor: Jedes Fahrrad muß versehen sein: 1. mit einer sicher sekretär wird wählen wollen". Die Stadt Berlin tue ja jo viel; Freiheit sehnen, die sie im Herumtreiben zu finden wirkenden Hemmvorrichtung; 2. mit einer helltönenden Glocke zum aber, so fügte er hinzu, den Sozis genügt das immer glauben. In dem einen oder dem anderen Falle abgeben von Warnungszeichen; 3. während der Dunkelheit und bei noch nicht, und stets stellen sie alle möglichen Anträge, weil fie wissen, wissen, daß es für fie felber nichts mag diese Antwort vielleicht zutreffen, sie trifft aber nicht startem Nebel mit einer hellbrennenden Laterne mit farblosen Loftet." Was die Stadt Berlin bisher getan habe, das segte dann den Kern der Sache. Wir haben an den zahllosen und sehr läsern, welche den Lichtschein nach vorn auf die Fahrbahn wirft. Der Radfahrer hat eine auf seinen Namen lautende Radfahr Herr Rosenow genauer auseinander. Dabei rühmte er auch oft vorgetragenen Klagen über die Behandlung der Fürsorge- farte bei sich zu führen und auf Verlangen dem zuständigen Beametliche Fortschritte, die auf dem Gebiet des Schulwesens und der zöglinge in den Anstalten den Eindruck gewonnen, daß den ten vorzuzeigen. Die Karte wird von der zuständiaen Bc. hörde des gewöhnlichen Aufenthaltsortes des Radfahrers nach dem Muster der Anlage unter Verwendung von auf Leinwand aufgezogenem Papier ausgestellt. Für Personen unter 14 Jahren erfolgt die Ausstellung auf Antrag des Vaters, Vormundes oder sonstigen Gewalthabers. Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutschen Reiches. Radfahrer, welche ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutschen Reiches haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Person bei sich zu führen und auf Verlangen dem zuständigen Beamten vorzuzeigen. Der Brand eines Bigarrenlagers alarmierte am Dienstag die halle des Gymnasiums. Der erste Bezirk wählt einen Mieter und Feuerwehr nach der Luisenstraße 68. Dort brannten Bigarrentisten einen Eigentümer, der zweite Bezirk einen Mieter. Die zweite mit Inhalt u. a. Der Besitzer des Ladens hatte bei dem Bemühen, I asse wählt am Dienstag, den 23. April, nachmittags die Flammen zu löschen, Brandwunden erlitten, die ihm von von 5-7 Uhr im Rathause. Samaritern der Wehr verbunden wurden. Gleichzeitig hatte der 11. Bug an der Fontane- Promenade 3 zu tun, wo auf einer Treppe Papier, ein Korb u. a. brannten. Vorort- Nachrichten. Das Ginbiegen in eine andere Straße hat nach rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen zu geschehen. Der Rad- Schöneberg. fahrer hat bei der Fahrt die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer legten Sigung und entgegenkommenden Fuhrwerken, Reitern, Radfahrern, Fuß- eine reichhaltige Tagesordnung von 29 Punkten vor sich, fie erledigte gängern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend aber nur den Anfang derselben. Zur Beratung standen folgende nach rechts auszuweichen oder, falls dies die Umstände oder die drei Resolutionen des Etatsausschusses: Dertlichkeit nicht gestatten, so lange abzusteigen, bis die Bahn frei ist. Das Vorbeifahren an eingeholten Fuhrwerken, Kraftfahrzeugen, Reitern, Radfahrern, Fußgängern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen. Das Radfahren ist außer auf den für Radfahrverkehr eina gerichteten besonderen Wegen( Radfahrwegen) nur auf den für Fuhrwerke bestimmten Wegen und Pläßen gestattet. Außerhalb der geschlossenen Ortschaften darf das Fahren mit Zweirädern auch auf den neben den Fahrwegen hinführenden, nicht erhöhten Banketten stattfinden. Die Wegepolizeibehörden sind befugt, den Radfahrverkehr auf Fußwegen und auf Pläßen, die für Fuhrwerke nicht bestimmt find, zuzulassen. Reiten, Fahren, Schieben von Handwagen und Handkarren oder Viehtreiben auf den Radfahrwegen ist nicht gestattet. Das Wettfahren und die Veranstaltung von Wettfahrten auf öffentlichen Wegen und Plätzen sind verboten. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der zuständigen Polizeibehörde, welche im einzelnen Falle die besonderen Bedingungen festsetzt. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen und gegen die darin vorbehaltenen allgemeinen ortspolizeilichen Vorschriften oder besonderen polizeilichen Anordnungen werden in Gemäßheit des§ 366 Nr. 10 des Reichsstrafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Die Verordnung soll am 1. Januar 1908 in Kraft treten. Mit diesem Zeitpunkte sind die bisherigen Vorschriften über den Radfahrverkehr auf öffentlichen Wegen und Plägen aufgehoben. Die nach den bisherigen Vorschriften ausgestellten Radfahrkarten gelten noch bis zum 1. Januar 1910, fofern sie nicht für eine fürzere Zeit ausgestellt sind. 1. Den Magistrat zu ersuchen, für das Etatsjahr 1908 die Einführung eines erhöhten Steuersages für den unbebauten und entsprechende Ermäßigung für den bebauten Boden in Erwägung zu ziehen; 2. eine Vorlage für Einführung der Wertzuwachssteuer für 1908 zu machen; Wahlzeit hat der Gemeindevorstand den bürgerlichen Wählern Parteigenossen! Durch die außergewöhnliche Festsetzung der den Wahlakt recht schmackhaft gemacht. Die besseren" Wähler sind dadurch in der Lage, ihre Stimme zu einer Tageszeit abzugeben, in der sie nicht zu befürchten haben, mit Arbeitern im Wahllokal zufammenzutreffen, und„ man" erwartet dadurch offenbar eine stärkere Beteiligung. Die bürgerlichen kommunalen Vereine werden diesmal, wie verlautet, mit besonderem Eifer das Wahlgeschäft betreiben. Da heißt es denn auch für die Arbeiterschaft, die auf sich selbst angewiesen ist, alle Hebel anzusetzen, um unsere Wähler an die Urne gewiesen ist, alle Hebel anzusetzen, um unsere Wähler an die Urne zu bringen. Nur 14 Tage bleiben uns zur Agitation, die müssen gründlich ausgenutzt werden. Jeder muß seinen Mann stehen, wenn wir den ungleichen Kampf siegreich bestehen wollen. Im März vorigen Jahres fehlten uns nur drei Stimmen an der Majorität; am 22. April dieses Jahres müssen wir fiegen! Lichtenberg. 3. die Einführung des Zuschlags zur Reichsbrausteuer als Der Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl in der zweiten Gemeindesteuer in Erivägung zu ziehen. Wählerklasse( 2. Bezirk), der am Donnerstag in der Gemeindes Nach einer kurzen Begründung dieser drei Resolutionen durch vertretung zur Verhandlung fommt, entbehrt nicht des allgemeinen den Berichterstatter des Ausschusses erklärt sich Stadtv. Kuznizky Interesses. Bekanntlich war es der Herr Bankdirektor Plonz, der für Annahme der ersteren Resolution. Die Verhältnisse Schöne gelegentlich eines Wahlrechtsantrages unserer Parteigenossen den bergs machen die Annahme derselben notwendig. Der unbebaute fiefsinnigen, von„ Liberalismus" diktierten Ausspruch tat: Den Grundbesitz befindet sich in den Händen einer kleinen Anzahl reicher Frauen das Kommunalwahlrecht geben, heißt das heutige Wahlrecht Leute, die der Stadt nicht das geringste Interesse entgegenbringen. in ein Wahlunrecht verwandeln!" Nun haben aber die Freunde und Stadtv. Gottschalk( Lib.) tritt ebenfalls für Annahme der Re- Klassengenossen nichts dagegen einzuwenden gehabt, daß eine leibsolution ein. Auch Stadtv. Küter( Soz.) erklärt, für die erste haftige Frau an dem Wahltisch erschien und laut und vernehmlich Resolution stimmen zu wollen. Die Resolution sorgt dafür, daß die ihre Stimme abgab für Herrn Direktor Plonz! Die Stimme erhöhten Steuern nur den tragfähigen Schultern auferlegt werden. Dieser Frau Zimmermann geb. Müller ist gewissenhaft, wie Die Stadtvv. Schneider und Schüler( Hausbefizerfraktion) bürgerliche Wahlvorstände nun einmal sind, gebucht und gezählt. fönnen sich nicht für die Resolution erwärmen, sind aber für Ein- Nur die Anhänger des Frauenstimmrechtes wollen hier eine segung einer gemeinsamen Deputation mit dem Magistrat, um an„ Gesetzesverletzung" finden. Eine weitere Gesetzesverlegung eine Prüfung der Frage heranzugehen. Beschlossen wird sodann, wollen die Einsprucherhebenden in dem Umstande ersehen, daß, die erste Resolution einer gemischten Deputation zu überweisen. obwohl die Zahlen in der Hauptliste mit den Zahlen in der NebenDie zweite Resolution betreffend die Wertzuwachssteuer wird in liste nicht übereinstimmen, ein Vermerk über die Ursachen der längeren Ausführungen vom Stadtv. 3obel( Lib.) befürwortet. Differenz oder diese selbst im Protokoll, trop Verlangen der anRedner weist rechnerisch nach, daß die Wertzuwachssteuer eine völlig wesenden Wähler nicht gemacht wurde. Ob die Mehrheit der gerechtfertigte ist. Stadtv. Schneider( Hausbesizerfraktion) wendet Gemeindevertretung diese offenbaren Gesetzesverlegungen als solche sich energisch gegen die Einführung der Wertzuwachssteuer; sie ist behandeln wird? eine ungerechte Steuer, wie es keine zweite gibt. Seiner den Liberalen Im Berufe feinen Tod gefunden hat der Bauarbeiter August Meinung nach scheint es an Material für Schenkendorf. Lehmann, Schöneberg, Hauptstr. 30 wohnhaft. Auf dem Neubau in fehlen, deshalb beginnt man die Herbste stattfindenden Stadtverordnetenwahlen zu In überfüllter öffentlicher Versammlung sprach am Sonntag schon heute die Bürgerschaft Reichstagsabgeordneter Genosse Frig 3ubeil über das Thema: der Mohrenstr. 54/55 werden zur Beförderung der Baumaterialien auf die Haus- und Grundbesitzer zu hetzea. Durch eine ufer- Was haben die Frauen vom neuen Reichstag zu erwarten?" Bu nach den oberen Etagen Aufzüge benutzt und in sogenannten Kipp- lofe Sozialpolitit treibe man Schöneberg immer mehr in nächst ging Redner auf die schamlose Kampfesweise des Reichslowrys wird das Material nach den einzelnen Räumen transportiert. Die Schuldenwirtschaft hinein und wolle dann die Hausbesizer zur lügenverbandes während des Wahlkampfes ein. Alsdann entwarf Gestern mittag nun wollte der Arbeiter Lehmann seine mit Kofs- Tilgung dieser Schulden heranziehen. Woher kommt denn die Wert- er ein Bild der elenden wirtschaftlichen Lage der Arbeiter. Ins asche gefüllte Lowry auf den Fahrstuhl schieben, wobei er nicht zuwachssteuer? Von den Sozialdemokraten! Das allein spreche schon besondere kennzeichnete der Referent die dem gegenwärtigen Zeitalter darauf geachtet haben mag, daß der Fahrstuhl schon in die Höhe ge- dafür, daß man die vorliegende Resolution abzulehnen habe. Die hohnsprechende Gesindeordnung, die die ländlichen Arbeiter zu gangen war. Er stürzte deshalb durch den Fahrstuhlschacht in den Wertzuwachssteuer ist eine Programmforderung der Sozialdemo- Hörigen ihrer Dienstherrschaft mache. Nachdem Redner noch gezeigt, Keller hinab, die Lowry mit sich reißend und auf ihn auffallend. tratie, man bewillige deshalb nicht eine Forderung, die uns dem daß wir von dem jetzigen Reichstag nichts zu erwarten haben als sozialdemokratischen Zukunftsstaat näher bringt. Der bürgerlichen neue Lasten, forderte er die Anwesenden, insbesondere die Frauen Dem Arbeiter wurde der Schädel vollständig zertrümmert und der Gesellschaft wird dann ein Stück nach dem anderen abgenommen auf, sich zu organisieren und mit dem Manne gemeinsam für die Tod trat auf der Stelle ein. Aerztliche Hülfe konnte nichts mehr werden. Besserung ihrer Lage zu kämpfen. Der Vortrag fand großen Beifall. tun. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause Stadtv. Kuhnisky ist für Einführung der Wertzuwachssteuer In der Diskussion ergänzte die Genossin Thiele die Ausführungen gebracht. bei unbebauten Grundstücken. Die Einführung dieser Steuer bei des Referenten und forderte die Frauen auf, den Kampf um Gleichbebauten Grundstücken würde das ganze Baugewerbe zugrunde berechtigung in Staat und Gesellschaft mit allen Sträften aufzunehmen. richten. Die Lage des Hausbesizers ist keine glückliche, die noch als Vertrauensperson wurde Frau Fischer gewählt. berschlimmert werde durch die unlautere Konkurrenz im Baugewerbe. Redner hofft, daß auch die Sozialdemokraten, wie ihre Genossen in Süddeutschland, für Ablehnung der Wertzuwachssteuer bei bebauten Grundstücken eintreten werden. Ein großer Waldbrand wütete am Montag unweit von Zerpenschleuse an der Reinickendorfer Nebenbahn. Das trockene Gras brannte und bei dem ziemlich kräftigen Wind nahm das Feuer im Walde einen so großen Umfang an, daß beim Eintreffen der Feuerwehren eine Fläche von bestimmt 50 Morgen in Flammen stand. Der Schaden ist sehr bedeutend, eine vor vier Jahren angelegte Schonung und ein kleiner Wald an der Chauffee, der älteren Kiefernbestand aufwies, find vollständig vernichtet. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht festgestellt werden. • im Reinickendorf. Vom Arbeitswagen geschleudert und schwer verletzt wurde am Montagvormittag der Kutscher Ernst Pehn. Derselbe passierte mit einem Arbeitswagen die Flottenstraße, als in der Nähe des Kreuzungspunktes dieser Straße mit dem Steegewege die Pferde vor einem vorüberfahrenden Eisenbahnzuge scheuten und durchgingen. Während der tollen Jagd über Stock und Stein wurde Pehn, der die Gewalt über die dahinrasenden Tiere verloren hatte, vom Bocke so heftig auf den Erdboden geschleudert, daß er einen Bruch des linken Oberschenkels und Verlegungen am Kopf und an den Händen erlitt. Nachdem ein herbeigerufener Arzt dem Verunglückten einen Notverband angelegt hatte, wurde er nach dem Lazarus- Krankenhause übergeführt. Stadtv. Dr. Morrwis hält es für einen Fehler, jetzt schon wieder zu der Wertzuwachssteuer Stellung zu nehmen, nachdem man vor Jahresfrist den Magistrat ersucht habe, Erwägungen darüber anzustellen. Im übrigen ist Redner für Einführung der WertDen Kassenräumen der Ortskrankenkasse für das Buchdruck zuwachssteuer, es könne dadurch die Umsatzsteuer ersetzt werden. gewerbe statteten am Montagabend in der elften Stunde Einbrecher Stadtv. Lohausen ist der Meinung, daß man nicht zu prüfen einen Besuch ab. Durch Eindrücken einer Fensterscheibe des in der habe, ob die Wertzuwachssteuer gut oder schlecht ist, sondern man Alexandrinenstraße 44, of parterre, belegenen Bureaus hatten muß sich fragen, kann diese Steuer in Schöneberg eingeführt werden sich die Spitzbuben Ginlaß verschafft und versuchten nun durch oder nicht. Er könne die letztere Frage nur verneinen. Die TerrainAnbohren den Kassenschrank zu öffnen. Eine elektrische Läutes spekulation ist ein Segen für Schöneberg gewesen. Wenn Charlottenborrichtung, die bei dem Hantieren an dem Geldschrank in Funktion burg und Wilmersdorf die Einführung dieser Steuer ablehnen und Ein schweres Brandunglück ereignete sich vorgeffern nachmittag trat, verscheuchte die Einbrecher. Die alarmierten Hausbewohner Schöneberg führe fte dennoch ein, so begehe Schöneberg einen auf der Oranienburger Chaussee. Dort spielten in der Nähe der fonnten der Spizbuben nicht mehr habhaft werden, da dieselben finanziellen Selbstmord. Deshalb ersucht er, die Wertzuwachssteuer Eisenbahnbrücke mehrere Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren, die durch einen zweiten Hausausgang entflohen waren. Bei der eins für allemal abzulehnen. Flucht hatten die Spitzbuben eine elegante Ledertasche, gefüllt mit Stadtv. Gottschalk( Lib.) kann nicht zugeben, daß die Wert sich damit belustigten, gefüllte Streichholzschachteln anzuzünden. den verschiedensten Einbruchswertzeugen, im Stiche lassen müssen. zuwachssteuer von den Sozialdemokraten stamme. Es sind bürger- Feilner aus der Residenzstraße in Brand, und im Nu glich die Hierbei gerieten die Kleider der 6jährigen Tochter des Arbeiters Falsche Zweimarkstücke befinden sich wieder einmal im Umlauf. liche Nationalökonomen gewesen, die zuerst eine derartige Steuer Kleine einer Feuersäule. Der Friseur Lüder aus der Brunnenstraße, Es hat den Anschein, als ob sich nach der Verhaftung jener gefähr- gefordert haben. Sie ist die gerechteste Steuer, die man sich denken der zufällig auf einem Zweirade die Chauffee passierte, hatte den lichen Falschmünzervande, über deren Festnahme wir seinerzeit kann, denn sie richtet sich nur gegen diejenigen, die einen un- Vorfall bemerkt und eilte dem bedauernswerten Kinde, das sich in berichteten, wieder ein neues Konsortium zur Herstellung von verdienten Gewinn aus dem Grund und Boden ziehen wollen. Schmerzen auf dem Erdboden wand, zu Hülfe. Er veranlaßte die Falsifikaten gebildet hat. Die falschen Geldstücke sind so sorgfältig Das beweist die große Gegnerschaft der Terraingesellschaften. nachgeahmt, daß sie nur schwer zu erkennen sind. Stadtv. Küter( S03.) hält es für überflüssig, sich darüber Ueberführung der F. nach dem Krankenhause, wo das Mädchen inauseinanderzusetzen, wer der Erfinder der Wertzuwachssteuer ist. folge der davongetragenen schweren Brandwunden in hoffnungslosem Zustande darniederliegt. Die Sozialdemokratie würde dagegen sein, wenn wir eine allgemeine progressive Einkommensteuer hätten. Da dies aber nicht der Fall Hohen- Schönhausen. ist, halte er es für nötig, daß die Leute, denen auf Kosten der Allgemeinheit hohe, mühelose Gewinne zufließen, einen Teil der mit 53 Stimmen ihren Gegnern, auf welche 71 entfielen. Die Bei der gestrigen Gemeindewahl unterlagen unsere Kandidaten Allgemeinheit zurückgeben. Genau denselben Standpunkt vertreten ungünstige Wahlzeit hat, wie das vorauszusehen war, einem Teil auch die süddeutschen Sozialdemokraten, im Gegensatz zu den Aus der Arbeiter die Ausübung ihres Wahlrechts unmöglich gemacht. führungen des Stadtv. Kuznizky. Der solide Hausbesis werde Gegen die Wahl ist Protest eingelegt worden. feineswegs durch die Steuer getroffen. Zum Schluß wendet sich Redner gegen die Ausführungen des Stadtv. Schneider, der die uferlose Sozialpolitik Schönebergs für die Schuldenwirtschaft veranwortlich machen wolle. Es ist unerklärlich, wie man von einer urferlosen Sozialpolitik reden kann, während in Schöneberg doch erst der Anfang mit einer Sozialpolitik gemacht worden ist. Wegen eines größeren Dachstuhlbrandes wurde am Montag die Feuerwehr von drei Seiten nach dem Nottbuserdamm 18-19 gerufen. Die Flammen schlugen bei Ankunft der ersten Löschzüge schon hell aus den Dachluten heraus. Energisch wurde von mehreren Seiten gegen den Brandherd vorgegangen und träftig Wasser gegeben. Die Flammen hatten an dem Inhalt der Bodenräume und Sem Dachgebält reiche Nahrung gefunden, so daß es längerer Lösch tätigteit bedurfte, um die Flammen auf den Dachstuhl zu beschränken. Der Schaden ist bedeutend, da der Dachstuhl erneuert werden muß. genommen werden. Der Zuschneidekursus für Herren- und Knabengarderobe an der 4. städtischen Fortbildungsschule, Heinersdorferstr. 18, hat begonnen. Im Laufe dieser Woche können noch Teilnehmer aufDer Unterricht ist unentgeltlich und wird an den Sonntagen von 8-12 Uhr vormittags erteilt. Anmeldungen nimmt der Dirigent Herr Bidermann im Amtszimmer, Heinersdorferstraße 18, wochentäglich von 7-9 Uhr abends und Sonntags von 8-12 Uhr vormittags entgegen. " " Nach einer langen Geschäftsordnungsdebatte wird die Resolution sodann in namentlicher Abstimmung mit 32 gegen 16 Stimmen abgelehnt. Die übrigen Punkte der Tagesordnung werden vertagt. Zu Beginn der Sigung erfolgte die Einführung des Stadtrates Leidig. Nixdorf. Gerichts- Zeitung. Die Offiziersfalle in der Friedrichstraße. Gestern wurde der Prozeß gegen den Darlehnsvermittler Uhlig beendet. Ueber den der Anklage zugrunde liegenden Sachverhalt haben wir am 5. April berichtet. Der Staatsanwalt führte aus, daß der Angeklagte ein flar überlegender, scharf denkender Mensch sei, der zur Zeit der Tat in strafrechtlicher Beziehung in jeder Weise verantwortlich gewesen und auch jetzt nicht geistesIm wissenschaftlichen Theater der Urania finden in dieser Woche gestört, sondern nur hysterisch und nervös sei. Sein Hauptgeschäft die letzten Wiederholungen des dekorativ und szenisch ausgestatteten Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Montag in der ei die Geldhingabe an junge und leichtsinnige Offiziere. Vortrages Die Feuergewalten der Erde" statt. Am Sonntag Berlinerstraße. Der Kutscher Oswald Langner fuhr mit einem gewesen, die aufs empfindlichste geschädigt worden seien. Die glüdgelangt zum erstenmal der Vortrag Durch Dänemark und Süd- Wagen die genannte Straße entlang und hatte unterwegs seinen lichsten von ihnen haben 3/4 der ihnen zustehenden Gelder erhalten, schweden, nordische Städte und Landschaftsbilder" zur Darstellung elfjährigen Sohn zu sich auf den Kutscherbock genommen. Beim die meisten aber gar nichts. Bei der Abwickelung dieser und am Sonnabend nachmittags 4 Uhr noch einmal eine Wieder Einbiegen in eine Seitenstraße stieß nun das rechte Vorderrad des Darlehnsgeschäfte sei der Angeklagte in der empörendsten, gewissenholung des Vortrages Am Golf von Neapel" zu kleinen Preisen. schweren Gefährtes so heftig gegen die Bordschwelle des Bürger- lofesten Weise borgegangen, das erbeutete Geld habe er feinem Komplicen Schneidler geteilt und zum Teil Feuerwehrbericht. Die nächtlichen Alarmierungen der Feuer- steiges, daß der Kleine Langner das Gleichgewicht verlor und auf mit wehr von unbefugten wollen fein Gnde nehmen. Es vergeht fast das Straßenpflaster stürzte. Er fiel so unglücklich, daß er mit beiden berjubelt. Das Geschäft sei ein sehr blühendes gewesen und feine Nacht, in der die Feuerwehr nicht ein oder mehrere Male Beinen unter den Wagen geriet, dessen Räder ihm über beide Unter- es sei nur auffällig, daß sich die Geschäftspraktiken der Firma Friz böswillig durch einen Feuermelder zum Ausrüden veranlaßt wird. schenkel hinweggingen. Der Vater brachte seinen verunglückten Sohn, Uhlig u. Co. nicht schon früher in den interessierten Streisen herumDie Täter suchen sich in der Regel Feuermelder für ihr verwerf dem der rechte Unterschenkel total zerschmettert war, nach dem gesprochen hätten. Von den Offizieren sei ja dem Angeklagten liches Treiben aus, die recht entlegen sind oder an Stellen stehen, Virchow- Krankenhause. Die Sache leider sehr leicht gemacht worden. die wenig beobachtet werden können. So wurde in der letzten Steglit. Er habe sich aber nicht gescheut, auch ganz arme Lente um ihre Nacht die 4. Kompagnie um 2 Uhr nach der Gartenstraße 74 geSpargroschen zu bringen. Unter Ausscheidung einiger Betrugsfälle Gemeindewahlen! Die im März v. J. stattgefundenen Wahlen beantragte der Staatsanwalt, den Angeklagten außer wegen rufen. Als sie dort ankam, war der Täter schon verschwunden. Eine Stunde später erfolgte ein Alarm nach der Elberfelderstraße, im ersten Bezirk, bei denen die Mieterkandidaten Häneke und Dende- Betruges in zahlreichen Fällen wegen dreier Urkundenfälschungen, wo ein Neubau in Flammen stand. Wie leicht kann es nun vor- wiz mit Hülfe der Hausbefizer die Mandate der dritten Klasse er- einer versuchten Urkundenfälschung, einer versuchten Erpressung und tommen, daß turz hintereinander Alarme einlaufen und daß dann obert hatten, find bekanntlich auf unsere Klage durch Urteil des wegen des Unternehmens der Verleitung zum Meineide zu verurteilen. infolge solcher böswilligen Alarmierungen nach entfernten Stellen Kreisausschusses für ungültig erklärt worden. Der Gemeinde- Wildernde Umstände seien gänzlich ausgeschlossen. Der Angeklagte die Feuerwehr nicht sofort an der Brandstelle eintreffen kann. vertreter Mirbach ist verzogen und der Vertreter der zweiten Klasse, habe viele Leute schwer geschädigt und viele Existenzen ruiniert. Er In der Elberfelderstraße hatte die Feuerwehr längere Zeit mit Kaufmann Geride, ist verstorben. Diese Mandate sind neu zu be- fei nicht aus Not getrieben, sondern ein gut veranlagter Mensch mit Neubaues ist vernichtet. Ferner hatte die 4. Kompagnie in der ſeßen und find nunmehr die Wahltermine anberaumt. Der erste einem ungewöhnlich guten Gedächtnis. Unter Berücksichtigung des hysterischen und nervösen Zustandes des Angeklagten beantragte der Roloniestraße 118 zu tun. Dort stand ein Futterboden in und zweite Bezirk der dritten lasse wählen am Montag, Staatsanwalt 6 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverlust. Flammen. Der 16. Bug löschte den Brand mit einer Schlauch- den 22. April, bon 10 Uhr bormittags bis 2 Uhr Rechtsanw. Dr. Werthauer hielt aus tatsächlichen und recht leitung. In der Kopernitusstraße 9 und an anderen Stellen mußten nachmittags und von 5 bis 8 Uhr abends und zwar lichen Gründen das Ausscheiden einer ganzen Reihe von BetrugsGardinenbrände gelöscht werden. der erste Bezirk im Albrechtshof", der zweite Bezirk in der Turns fällen, insbesondere aber auch der Fälle der Verleitung zum Mein elfce und der meisten Fälle der Urkundenfälschung und der Erpressung für geboten. Der Angeklcigte sei zweifellos ein schwer kranker, stark minderwertiger Mensch, dessen Geisteszustand an sich den Gegen- stand einer besonderen Assessorarbeit in bezug auf die ver- schiedenen Abstufungsnwglichkeiten geistiger Störung bilden könnte. Schon dies rechtfertige die Anwendung einer milderen Strafe. Dazu komme, daß dem Angeklagten die Sache von den jungen Offizieren doch sehr leicht gemacht worden sei. Ein derartiges Uebel wie die Kreditnahme seitens junger leichtsinniger Leute lasse sich nicht ausrotten durch eine solche schwere Strafe. So lange es Offiziere gebe, die in so erheblicher Weise Kredite in Anspruch nehmen und sich Gelder beschaffen müssen, so lange werden sich auch Leute finden, die aus der Hingabe der Gelder ein Geschäft machen. Wenn sie nicht bei Uhlig borgen, borgen die jungen Leute anderswo. Dem Angeklagten, der zweifellos von Schneidler ver- leitet worden sei, müsse doch auch zugute gehalten werden, daß er doch in dieser Sache schon seit dem 18. Oktober 1904 in Freiheitsbeschränkung sich befindet und deshalb sollte die Strafe doch wesentlich gemildert werden. Das Gericht fällte nach IVestündiger Beratung folgendes Urteil: Der Gerichtshof nahm an, daß der ganze Geschäftsbetrieb der Firma llhlig u. Co. von vornherein auf einen Schwindel an- gelegt worden war. In schamloser Weise sei der Leichtfinn und die Unerfahrenhcit junger Offiziere zu den unglaublichsten Geschäften mißbraucht worden: selbst � davor hätte der Angeklagte nicht zurück- geschreckt, sich die kärglichen Ersparnisse eines Dienstmädchens und einer Arbeiterfrau anzueignen. Derartig gemeingefährliche Talente verdienen auch nicht die geringste Milde, das Gericht habe deshalb von einer Zubilligung mildernder Umstände abgesehen und die Zuchthaus- strafe für zulässig erachtet. Das Urteil lautet demgemäß wegen Betruges in 22 Fällen, Unterschlagung in einem, versuchter Verleitung zum Meineide in zwei Fällen und schwerer Urkundenfälschung und ver- sachter Erpressung aus sechs Jahre Zu ch t h a u s und zehn Jahre Ehrverlust, unter Anrechnung von sechs Monaten der erlittenen Untersuchungshaft.— Der Angeklagte erklärte, die Strafe nicht an- nehmen zu wolle»._ Der Sohn eines Generals ans der Anklagebank. Um schwere Verfehlungen eines ehemaligen Offiziers und Sohnes eines aktiven Generals handelte es sich in einer Strafsache, die gestern bis in die Abendstunden hinein die 7. Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen Betruges und schwerer Urkundenfälschung mußte sich der Oberleutnant a. D. jetzige Kaufmann Hans v. Salisch vor dem Strafrichtcr verantworten. Der Angeklagte ist der jüngste Sohn des noch aktiven Generals v. S a l i s ch, der bis vor kurzem den Posten eines Platzkommandanten bekleidete. Nach Absolvierung der Kadetten- a n st a l t trat der Angeschuldigte in das Ofsizierkorps eines Infanterieregiments ein und brachte es bis zur Charge eines Oberleutnants. Ein Unfall, den er erlitt, machte ihn dienst- untauglich, so daß er mit einer Pension als Invalide aus dem Heere ausscheiden mußte. Sein Vater unterstützte ihn wegen seiner Verheiratung nicht. Der Angeklagte gab vor Gericht an, daß er verschiedene Stellungen inne hatte, aber diese wieder verlor. Es sei ihm so schlecht gegangen, daß er wiederholt mit seiner Ehefrau tagelang nur von Schrippen und Kaffee gelebt habe. Vor einiger Zeit hatte v. S. für einen Geldsuchenden ein Darlehnsgeschäft vermiitelt, von dem eine Frau Geißler zufällig Kenntnis erhalten halte. Auf deren Empfehlung wandle sich ein Leutnant von der H. in Hannover an den An- geklagten zwecks Beschaffung eines Darlehns. Dieser verlangte von dem Offizier einen Wechsel über 1200 M. den er bei einem Geldmann diskontieren lassen wollte. Nach einigen Bemühungen erhielt v. S. auch 380 M. auf das Papier, weil die Auskünste über den Aussteller sehr uiigünstig lauteten. Den Erlös sandte der Angeklagte jedoch nicht an seinen Auftraggeber ab, sondern behielt ihn für sich. Eines Tages wurde dem Leutnant von der H. der Wechsel präsentiert,.trotzdem er noch nicht einen Pfennig von dem Angeschuldigten erhalten hatte. Der Offizier verweigerte die Ein- lösimg aus diesem Grunde; später mußte er das Papier nach vorausgegangenem Prozeß einlösen und hatte noch die Kosten dazu zu zahlen. Hiermit war jedoch die Angelegenheit noch nicht erledigt. Zu seinem größten Erstaunen wurde einige Zeit später Herrn v. d. H. ein zweiter Wechsel über(JOO M. und bald darauf ein dritter über den gleichen Betrag präsentiert. Wechseln gefälscht worden. Wechsel weitergegeben hatte, Verdachte der Fälschung verfahren bestritt v. S., die und blieb auch, obgleich eS Die Unterschrift war auf beiden Der Angeklagte, welcher die wurde unter dem dringenden verhaftet. In dem Vor- Papiere gefälscht zu haben der Zeuge unter seinem Eide in Abrede stellte, dabei, daß die Wechsel von Herrn von der H. her- rührten und ihm von diesem zum Diskont übergeben worden wären. — Trotz ernster Ermahnungen durch den Vorsitzenden blieb der An- geklagte in dem gestrigen Termine dabei, die beiden 600 M. Wechsel von dem Offizier erhalten zu haben.— Die Beweisausnahme nahm mehrere Stunden in Anspruch. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß wurde der Sohn des Generals wegen Untreue und schwerer Urkundenfälschung zu einem Jahre und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Angebliche Verfehlungen des Kaplans. Ein Prozeß, in welchem der Kläger schwere Beschuldigungen gegen den bekannten Zentrumsabgeordneten 5?aplan Dasbacb erhob, kam gestern vor der zweiten Kammer des K a u f m a n n s g e r i ch t s zur öffentlichen Verhandlung. Die Beschuldigungen stehen in ursächlichem Zusammenhang mit der Klage selbst. Der Kläger Eduard Hirsch klagt gegen die Kohlenfirma v. Friedländer- Fuld auf Ausstellung eines anderen Zeugnisses, in welchem der Grund, warum man ihm nach langjähriger einwandfreier Tätigkeit gekündigt hatte, wahr- h e i t s g e m ä ß angegeben werde. In dem sonst vorzüglich ge- haltenen, den Kläger' sehr lobenden Zeugnisse heißt es nämlich, daß H. nur wegen U e b e rz ä h l i g k e i t des Personals entlassen wurde. Der Kläger behauptet aber, daß er nur durchJntrigen des Kaplans Dasbach die Stellung habe verlassen müssen. Er habe, um sich einen Nebenverdienst zu verschaffen, eine Zeitlang für D. schriftliche Arbeiten verrichtet, es sei aber bald zwischen ihm und Dasbach zum Zwist gekvmmen. D. hätte von da au einen glühenden Haß gegen ihn. und sein erster Rachealt sei gewesen, ihn bei seinen Chefs zu verdächtigen. Nach seiner Entlassung stellte H. gegen Dasbach Forderungen auf Schadenersatz. D. wollte auch nach der Behauptung deS Klägers diesem so lange 200 M. pro Monat zahlen, bis er Stellung gefunden habe. Dasbach sei aber wort- brüchig getvorden, habe nichts gezahlt und ihn mit Frau und Kindern in größter Not zurückgelassen, so daß er die öffentliche Armen- pflege habe in Anspruch nehmen müssen, Stellung habe er bis heute msolge zurückhaltender Auskünfte der Beklagten nicht erhalten können. D. habe auf einen„Offenen Brief", in welchem H. den Kaplan der schwersten Vergehen bezichtigte und ihn zur Stellung des Straf- antrages gegen ihn aufforderte, nicht reagiert. Das Gericht beschloß, zur Klärung der Sachlage vier Zeugen zu lade» und die Sache bis dahin zu vertagen. Die Nadclstichpolitik gegen die Organisatiousbestrcbungen der Arbeiter hat in letzter Zeit zu einer Fülle von Strafprozessen in solchen Fällen geführt, in denen Arbeiter von dem geringen ihnen zu- stehenden Rechte für eine Organisation Gebrauch machten. Einer der vielen, sich mehr oder minder ähnelnden Fälle, die in den letzten Wochen vor dem Kammergericht zur endgültigen Entscheidung kamen, ist der folgende: Im August vorigen Jahres waren in Besenkamp im Gasthos fünfzehn bis zwanzig Zigarrenarbeiter einer Fabrik zusammengekommen und Gutapfel vom christ- lichen Tabakarbeiterverband hatte den Anschluß an diesen empfohlen, während der Genosse Wetzler für den Anschluß an den Deutschen Tabakarbeiterverband eintrat. Das Beisammensein war an sich formlos.— Genosse Wetzler wurde wegen U e b e r» t r e t u n g der ß§ 1 und 12 des Vereinsgesetzes angeklagt und vom Landgericht Bielefeld auch zu einer Geldstrafe ver- urteilt, weil er in einer nicht angemeldeten, aber anmelde- Pflichtigen Versammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten als Redner aufgetreten sei. Wenn auch nur, so meinte das Gericht, IS bis 20 Personen da waren und man weder ein Bureau wählte, noch eine Rednerliste führte, noch„das Wort erteilte", so stände das doch nicht der Feststellung einer „Versammlung" entgegen. Auch wäre anzunehmen, daß die Aus- sührungen des Angeklagten und des Zeugen Gutapfel über die Zwecke ihrer Verbände und die Nützlichkeit des Anschlusses Erörte- rungen öffentlicher Angelegenheiten darstellten, da diese Verbände bezweckten, Einfluß zu gewinnen auf die gesamten Lohn- und Arbeitsbedingungen der Tabakindustrie, worin eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten liege.— Der Angeklagte legte Revision ein. Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht als sein Vertreter machte unter anderem geltend, daß die„Feststellung" einer„Ver- sammlung" im Landgerichtsurteil eine durchaus ungenügende sei, wie auch die der„Erörterung öffentlicher Angelegenheiten", und daß eine falsche Würdigung der entsprechenden Rechtsbegriffe dabei mitspiele. — Das Kammergericht verwarf jedoch am 4. d. Mts. die Revision. Würde das Kammergericht sich mit der gleichen Begründung gegen die Wahrnehmung der Rechte durch Unternehmer zu wenden Gelegenheit nehmen, so würde seine Rechtsprechung einen Sturm entfachen, der längst die reaktionären Fesseln des Vereins- und Ver- sammlungsrechts weggefegt hätte. Bürgermeister und Schutzmann als Angeklagte. Einen netten B ü r g e r m e i st e r hatte bis vor kurzer Zeit das sächsische Schusterstädtchen Siebenlehn. Der Mann, Karl Richard B a r t h e l ist sein Name, wurde abgegangen, weil er stark in einer aufsehenerregenden Brandstiftungsangelegenheit verwickelt ist und sich sonst amtliche Verfehlungen zum Schaden der Sladtgemeinde hat zuschulden kommen lassen. Barthel wurde jetzt vom Land- gericht Freiberg wegen Unterlassung einer Anzeige zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Im Zusammenhange damit steht die Verurteilung des früheren Schutzmanns Schwenke in Siebenlehn, der wegen Unterschlagung im Amte mit einer sechs- monatigen Gefängnisstrafe belegt wurde. Wahrnehmung berechtigter Interesse». Das Absprechen des Rechtes der Staatsbürger durch Versagen des Schutzes der Wahrnehmung berechtigter Interessen ist allinählich bis zu einer Gefahr der Bestrafung einer Ausübung des Beschwerde- rechtes geworden, wenn die Beschwerde Beamte betrifft. Das geht selbst dem Reichsgericht zu weit, wie bei einem am Montag dort verhandelten unpolitischen Prozeß sich zeigte. Vom Landgericht Metz ist am 20. Dezember v. I. der Buchhändler Theodor Schölten wegen Be- lei digung eines Amtsrichters zu Strafe verurteilt worden. Er hatte in einer Eingabe an den Vorgesetzten des Amtsrichters S. gesagt, der Amts- richter habe sich allerhand Amtsvergehen zuschulden komnien lassen. In einer zweiten Eingabe suchte er jene Behauptungen durch Angabe von Tatsachen zu bekräftigen. Der Amtsrichter habe einem Beaniten zu- liebe Personen verhaften lassen und verurteilt. Er habe bei einer dem Bankrott nahen Firma gekauft, zu deren Inhaberin er in uner- laubten persönlichen Beziehungen gestanden habe. Er habe angeordnet, daß der Gerichtsschreiber die Verurteilten, besonders die Ausländer, zu möglichst raschem Verzicht auf Rechtsmittel veranlatzte. Damit hat der Angeklagte, wie das Gericht feststellt, dem Amtsrichter Beugung des Rechts und bewußte Herbeiführung einer falschen Beurkundung vorgeworfen. Der Angeklagte ist zwar, so heißt es weiter im Urteile, Gerichtskonsulent und Geschäftsagent, ober die Konzession als Rechtsagent war ihm entzogen worden. Der An- geklagte hatte kein naheliegendes Interesse. Er hat geradezu Material gegen den Amtsrichter gesammelt. Es war ihm darum zu tun, den ihm im Betriebe seines Gewerbes hinderlichen Richter zu beseitigen und damit vor dem Publikum groß dazustehen. Er hat nicht einmal geglaubt, in Wahrnehmung berechtigter Interessen zu handeln.— Die Revision des An- geklagten wurde vom Reichsanwalt für begründet erklärt. Der Angeklagte habe sich nicht an das Publikum gewandt, sondern an den Vorgesetzten des Richters. Es sei das Recht jedes Gerichts- eingesessenen, vermeintliche Uebergriffe eines Richters zur Anzeige zu bringen, auch wenn sie nicht den Anzeigenden betreffen. Fest- gestellt sei, daß der Angeklagte auch die Beseitigmig des Richters bezweckt habe. Dazu habe er ein Recht gehabt. Das Gericht habe offensichtlich Form und Inhalt verwechselt und damit den tz 193 verletzt. Es empfehle sich, die Sache an ein anderes Gericht zu verweisen.— Das Reichsgericht hob am Montag das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Stratzburg. VernrileKtes. 1 Die Breslauer Eisenbahndircktion gibt bekannt: Wegen Güter- stauung infolge ungenügender Frachteniibernahme durch die Kaschau- Oderberger Bahn wird die Aufnahme von Wagenladungsfrachten nach und über die Kaschau-Oderberger Bahn über Oderberg und für Oderberg-Ort bis auf weiteres eingestellt. Für Oderberg dürfen nur die für die Anschlußwerke und außerdem für die Spediteure daselbst bestimmten Frachten, sofern sie auf der Nordbahn zur Weiterbesörde- rung bestimmt sind, angenommen werden. Desgleichen sind Regie- kohlen für die königlich ungarische Staatsbahn zur Beförderung auf der Kaschau-Oderberger Bahn bis auf weiteres anzunehmen. Mit genannter Ausnahme sind alle im Rollen befindlichen Sendungen anzuhalten und den Versendern zur Verfügung zu stellen. Unter der Maschine. In der vergangenen Nacht warf sich kurz hinter dem Schwelmer Bahnhofe ein Mann bor die Lokomotive eines Schnellzuges Köln— Hagen. Der Mann wurde sofort zu einer unkenntlichen Masse zugerichtet. Grosffcuer brach gestern abend in einer Petersburger Spinnerei und Weberei aus. 24 Paar Webstühle wurden durch das Feuer zer- stört. Ueber 100 Arbeiter sind arbeitslos geworden. 200 Waggons Zucker verbrannt. In der Zuckerfabrik B e d i- hascht bei Proßuitz in Mähren brach ein Brand aus, welcher 200 Waggons Zucker vernichtete. Ter verursachte Schaden beträgt 800 000 Kronen; er ist durch Versicherung gedeckt. Aus dem dunkelsten Wien. Das„Deutschs Volksblatt" in Wien verbreitete die Meldung, daß einem Dienstmädchen namens Karoline Podsemnik bei dem jüdischen Handelsagenten Heller Stich- und Schnittverletzungen an den Füßen beigebracht worden seien, um zu rituellen Zwecken Blut abzuzapfen. Die Polizei bezeichnet die Angaben des Mädchens als erfunden, das zur Prüfung seines Geisteszustandes nach dem Krankenhause gebracht wurde. Borzeitig explodiert? Vorgestern mittag 1 Uhr explodierte in Madrid unter der Tribüne, auf welcher die Behörden der Eides- leistung der Rekruten beiwohnen sollten, eine Bombe. Man ver- mutet, daß die Bombe zu früh explodiert ist und dazu bestimmt war. in dem Augenblick, wo die Eidesleistung erfolgen sollte, die Tribüne mit den darauf befindlichen Personen in die Luft zu sprengen. Eine weitere Bombe explodierte in Barcelona im Flur eines Hauses, welche großen Schaden anrichtete. Ein Teil des Hauses stürzte zusammen; vier Personen wurden verschüttet und konnten erst nach anstrengender Arbeit hervorgezogen werden. Alle vier waren schwer verletzt. Wie nachträglich gemeldet wird, sind durch die erfolgte Bomben- explosion fünf Personen schwer verletzt worden. Gestern vormittag um 10 Uhr erfolgte eine neue Bombenexplosion, durch die Personen zu Schaden gekommen sein sollen. Eingegangene Dpuchrcbrfften. Geschichte der öffentliche» Sittlichkeit in Rußland. Von Bernh. Stern. 502 Seiten. I. Band. 2 Bände drosch. 15 M., geb. 18 M. Verlag H. Barsdrs, Berlin W. 30. 3. Bericht des Arbeitersekretariats Psorzheim für das Geschäftsjahr 190S. 13 Seiten. Selbstverlag: Psorzheim, Waisenhausplatz 3. ßnefkartcn der Redaktion. Die inriftische Sprechstunde findet Fried richstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe tHandclsstätte BelleaUiance, Durchgang auch Liudenstr. 161), wochcutäglich von?>/, bis Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Kahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. H. L. 1. 1. Nach§ 52 der Landgemcindeordnung müssen mindestens flz der Mitglieder der Gemeinde Angesessene sein. Die Zahl der Gemeinde- verordneten, welche hiernach aus der Mitte der Nichtangcsessenen gewählt werden können, wird aus die drei Klassen gleichmäßig verteilt. In Ihrem Falle kann also der zu Wählende ein Nichtangesessencr sein, braucht also nicht Hausbesitzer zu sein. 2. Der Stempel beträgt 1,50 M.— P. D. 100, 6 Wochen vor dem 1. des Quartals müßte in Ihrem Fall getündigt werden, also spätestens bis znm 15. Mai.— Schmargendorf B. 1. Die Schul- bchörde ist im Recht. Sie sind mit der Annahme, daß die Schulpslicht mit dem vollendeten 14. Jahre beendet ist, im Irrtum. — M. S. 51, Köpenick. Wenn in dem Perirage steht, daß sür den Fall der Nichtkündigimg der Vertrag sich verlängert, so laust der Vertrag weiter, sonst nicht, salls nicht aus der Fassung des Vertrages etwas anderes erhellt. Wir müssen wiederholt im Interesse der Fragenden darum ersuchen, falls die Anfragen sich aus Verträge, Urkunden, Testamente und dergleichen be- ziehen, die Schriftstücke im Original oder in der Abschrift beizusügcn, oder mit demselben die juristische Sprechstunde zu besuchen.— E. S. 100. Es könnte eine Bestrasun� lvegen Unterschlagung eintreten.— 200. 1. Verkauf ist in der Regel völlig ohne Einfluß aus dw Mietsvcrtrag. Eine Aus- »ahme macht die Subhastation. Im Falle der Subhastation können längere Verträge vorzeitig gekündigt werden. Wird z. B. am 30. April din Grundstück im Wcge�cr Subhastation zugeschlagen, so kann der Ersteber bis am 3. Juli einen etwa länger währenden Vertrag zum t. Oktober 1307 kundigen. 2. Nein. — F. D. Sch. Um Baukonscns müßten Sie in Jbrem Fall bei dem Land- rat cinkommen.— F. G. in B. Die Ansetzung ist möglich, aber unwahr- scheinlich.— Mikroskop 2. Mehr als in der Notiz stand, ist uns nicht bekannt. — M. 100. Ein solches Recht steht nach Ansicht der meisten Mitglieder der betreffenden Gewerkschajt nicht zu.— O. F. 81. Tritt jemand im Jahre 1307 aus der Kirche aus, so bat er vom Schluß des Jahres l308 ab Kirchensteuern nicht mebr zu zahlen. Eine.Meldung nach de: Heimat findet selbst- verständlich nicht statt, cbensomenig eine Verrufserklärung von der Kanzel aus. — H. 2. Sie sind keineswegs vcrpslichftet, irgend einen Pfennig Trink- geld in einer Poliklinik zu geben. Teilen Sie den Fall den Professoren mit der Bitte um Beseitigung dieses Mißstandes mit.— M. S. 100. Soweit ersichtlich, liegt ein Grund zum Ziesten ohne Mieiszahluug nicht vor. Sie können den Wirt auffordern, inuerbalb einer angemessenen von Ihnen zn stellenden Frist den Mißstand zu beseitigen, androhen, daß Sie eventuell ans seine Kosten die Beseitigung vornehmen würden, vnjz die Drohung ans- führen. Die Kosten klagen Sie dann beim Amtsgericht ein. Ans Ein- räumung des Kellers und Schadensersatz wegen verspäteter Eiiiräumung können Sie klagen. Ein Abzug von der Miete ist wahrscheinlich durch Ihren Vertrag ausgeschlossen. Gibt Ihnen der Wirt schrisilich, daß Sic ohne Miete zu zahlen, ziehen können, so haben Sic sölbstoerständlich ein dahin ge- richtetes Recht. Aus Redewendungen, die er Dritten gegenüber gebraucht hat, erwächst Ihnen lein Recht.— B. L. 100. Da teins Ihrer Kinder t linderjährig ist(unter LI Jahr), so ist eine Auseinandersetzung vor er zweiten Heirat nicht erforderlich.— Ma. M. 1000. Rein. — H. S. 10. Was vom Einkommen abzuziehen ist, ist ausführlich in einem Artikel vom 28. März dargelegt. Wir müssen Sic aus diesen ver- weisen. Für den Arbeiter kommt das letzte Kalenderjahr, nicht die drei letzten Jahre bei der Steuerveranlagung in Betracht.— M. Z. 09. Ja. Berliner Marktpreise. Ans dem amtliche» Berich! der städtischen Martthallen-Direltion.(Grußhandel.) Nindsletsch In 68—72 pr. 100 Pfd., IIa 62—67, lila 58-61, Bullenfleisch la 66-70, IIa 56-61, Kühe, seit 54— 60, do. mager 44—52, Fresser 52—65, Bullen, dän. 60—62, do. Holl. 00—00. Kaibsteifch, Doppeiländer 100—125, Mastlälbcr la 90—96, IIa 80-88, ITIa 00-00, Kälber ger. gen. 55-70, do. Holl. 00-00, dän. 57— 64. Hammelfleisch Mastkälber 71-74, la 66-70, IIa 62-65, Schaft 55-60. Schweiuesleisch 48—56. Rehwild, plomb. per Psd. 0,80. Rothirsch, do. 0.00.» Rothirsch, Abschuß 0,58. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,41—0,50. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,60—0,85.. Hühner, alte, per Stück 1,75—3,20, do. Na 0,00, do. junge 0,00. Wolgahühncr 1,50—1,30. Tauben 0,55—0,75, italienische 0,00. Enten per Stück 3.50, dito Eis- per Stück 2,50—2,80, dito Hamburger per stück 4,75 bis 5,00, Gänse, Hanlburger ver'Pfund 1,10—1,20, dito Eis- 0,40—0.55. Hechte per 100 Pjuud 63—80, malt 68, mittel 83.' Zander mitlel 130, unsortiert 0,00, do. matt 0,00. Schleie 100— Hl. do. groß 0,00, do. klein 0,00. Aale, groß 114—121, mittel 118, klein und mittel 0,00. Plötzen, matt 0,00, da. groß 56, do. 33—33. Karpsen 40— 50-r 0,00, do. 50— 70er 0,00, do. 40er 0,00. Bleie, klein 46—50. Aland 0,00. Bunte Fische 50—51. Barse, matt 50. Karauschen 80— 93. Blei- fische 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la lieuer per 100 Psd. 110—130, do. Na neuer 30—100, do. INa neuer 75, Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler. Wall 1,00—1,50, Danziger, Kiste 0,80. Flundern, Kieler, stiege la 3—4, do. mittel per Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3,00—3,50, Stralsunder 2,50—3,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1.40, mittelgroß 0.60—1,00, klein 0,60—0,80. Heringe p. schock 5—9. Schellsische Kiste 2.50—3,50, do.>/, Kiste 2,00. Kabliau, geräuch. p. 100 Psd. 20—25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75—80. Schottische Bollberinge 1905 0,00, large 44-48, füll. 38—40, med. 36-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjcs, per ff, To. 60—120. Sardinen, russ.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß tl, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, PerSchock 3,30—3,80. Butter per lOOPsd. la 106—108, IIa 103-105, INa 98-102, abfallende 90-95. Saure Gurken Schock 4,10—4,50, Pjcffergnrten 4,00—4,50. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magrrnm bonurn 2,50—2,75, Dabcrschc 2,25— 2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salattariosseln 8,00. Spinat per 100 Pstmd 20—25. Karotten per 100 Pfund 20. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—10,00, do. Pommersch« 6,00—12,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,50—4,00, do. kleine 2,00--3,00. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00—2,50. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr, per schock 2.40— 4.80. Mohrrüben per 100 Pstmd 3,50—4,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 8—10. Weiße Rüben, große 0,00, kleine 0,00. Rote Rüben 4,00—5,00. Blumenkohl iial. per Korb 2,00—3,50. Kohlrüben per Schock 2,00—2,50. Wirsingkohl per 100 Psd. 4.00-4,50. Rotkohl per 100 Psd. 3.00-4,00. Weißkohl per 100 Psd. 2,00-2,75. Rosenkohl per 100 Psd. 0,00. Grünkohl per 100 Psd. 10-15. Rhabarber 100 Bd. 8,00-16,00. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 0,00, böhm. 15—22, ital. 25—32. Acpscl, per 100 Psd., hiesige 5—23, Tiroler, Kiste 0,00, Calville, Kiste 50—110, Amerikanische in Fäss. 15,00-35.00, Ital., Kiste I a 12,00-20,00, extra 18,00 bis 28,00. Zitronen, Messina, 300 Stück 9,00—12,00, 360 Stück 8,00-10,00, 200 Stück 8,00-15,00. Apfelsinen. Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia 200er Kiste 6-9, do. 300er 8—10, Valencia 420er Kiste 13-22,00. do. 714er 16-23,50, Messina. 100er 4,00-6, 150er 4.75-6. 16t er 8-13,00, 200er 7,50-12, 300cr 8-13, Blut- 100er 5-7,50, do. 150 er 6-8,00, 60 er 6,50—8,00. Ital. in Körben per 100 Pfd. 0,00. Mandarinen, Kiste 0,00, do. 100er, Kiste 4,00-5,25. 4361O* Phänomen- mit Kopf , 4 u. 5 Pf. das Stück. ZIGABETTClie-FABUIK„NAÜIROKI'«. Hochmoderne, tadellose Mass- Arbeit aus erstklassigen deutschen u. englischen Erzeugnissen mässigen Preisen Sauberste Ausführung Kleidsamste Fassons Umfangreichste Betriebe. Wegen grossen Andranges wird das geehrte Publikum gebeten, die Mass- Aufträge möglichst frühzeitig aufzugeben, damit den bestimmt zu erwartenden gewaltigen Dimensionen zum Pfingstfeste vorgebeugt wird. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a- 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Der Hauptkatalog Nr. 31( neueste Moden 1907) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Achtung! Achtung! Arbeiter, Parteigenoffen Berlins u. Umg.! Verband der Friseurgehülfen Deutschlands Zweigverein Berlin und Vororte. Bureau: Rosenthalerstr. 57 u. Gormannstr. 28. Telephon: III, 1926. Geöffnet 9-12 vorm. u. 2-4 nachm. In folgenden Geschäften werden Gehülfen mit der Kontrollkarte( Arbeitsberechtigungskarte) beschäftigt. Diese dient als Ausweis, daß die Forderungen des Verbandes erfüllt werden. Die Karte ist nur gültig, wenn Laufend gestempelt und obigen Titel trägt. Centrum, Nemiz, Steinstr. 17. Lorbeer, Gormannstr. 12. Schmidt, Gipsstr. 32. Norden. Barbier- und Friseur- Genossenschaft Boran", Bankſtr. 32 d. Leonhardt, Ererzierstr. 21. Klees, Ererzierstr. 11. Jacob, Ererzierstr. 2a. Witte, Gropiusstr. 6. Pöthke, Drontheimerstr. 5. Hohmann, Prinzen- Allee 11. Hübner, Prinzen- Allee 26. Sander, Soldinerstr. 10. Graff, Soldinerstr. 66. Müller, Bellermannſtr. 88. Dtte, Stettinerstr. 39. Kolberg, Grünthalerstr. 11, Willmann, Hochstr. 46. Lasch, Neue Hochstr. 16. Schent, Wiesenstr. 19a. Heinrich, Scheringstr. 12. Borges, Kolbergerstr. 12/13, Krause, Kolbergerstr. 30. Engel, Gerichtstr. 19. Freihube, Gerichtstr. 46, Bape, Gerichtstr. 80. Marts, Weddingstr. 8. Mai, Ruheplasstr. 18. Päsler, Antonstr. 16. Holz, Reinickendorferstr. 61. Setlaczed, Neue Hochstr. 43. Schwanebeck, Hochstädterstr. 26. Sterber, Lüderigstr. 59. Mehling, Utrechtstr. 5. Brandt, Müllerstr. 58. Beder, Müllerstr. 157. Flöter, Fennstr. 52. Stappe, Gartenstr. 54( am Plat). Müller, Gartenstr. 78. Manthei, Tegelerstr. 43. Franke, Hussitenstr. 18. Mohr, Hussitenstr. 45. Lange, Usedomstr. 2. Lorenz, Usedomstr. 9. Dlecop, Ujedomstr. 34. Schimming, Wattstr. 18. Karbe, Strelitzerstr. 21. Papenfuß, Lynarstr. 15. Wirth, Brunnenstr. 92. Luze, Brunnenstr. 128. Kellner, Ramlerstr. 16. Dahlke, Ramlerstr. 33. Wittkopf, Lorgingstr. 8. Lowad, Putbuserstr. 2. Zeiske, Putbuserstr. 19. Hoffmann, Putbuserstr. 46. Beccardt, Putbuserstr. 47a. Beccardt, Lorkingstr. 41. Barowski, Ruppinerstr. 24. Ahl, Binetaplah 8. Stier, Fürstenbergerstr. 11. Balm, Bollinerstr. 7. Reimann, Wollinerstr. 31. Schlutius, Wollinerstr. 34. Hoffmann, Swinemünderstr. 19, Regling, Swinemünderstr. 74. Speer, Boltaftr. 18. Ditrowsli, Jasmunderstr. 11. Glogner, Aderstr. 32. Müller, Aderstr. 141. Goede, Korsörerstr. 12. Zde, Korsörerstr. 23. Buchholz, Oderbergerstr. 31. Kühl, Oderbergersfr. 56. Fähnrich, Veteranenstr. 23. Die Bestrebungen unserer Drganisation, auch in den Detailgeschäften Buch der Herrenkonfektion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu Bunge, Chorinerstr. 28. erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Morik, Fehrbellinerſtr. 26. Zionstirchstr. 49. Hertel, Kopenhagenerstr. 23. Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stich ertnei, Kopenhagenerstr. 76. gefunden. Wir sehen uns Scharnei, Kopenhagenerstr. 76. haltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns Steinhof, Schiebelbeinerstr. 45. deshalb genötigt, gegen diese Geschäfte das Mittel des Boykotts in An- Sitel, Stargarzerstr. 14. wendung zu bringen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß- Berlin sind diesem Beschluß beigetreten. Bringer, Seelowerstr. 12. Döhring, Carmen- Sylvaftr. 153. Dommisch, Driesenerstr. 11. win, Sagenauerstr. 10. Scholz, Stargardterstr. 58. Saalmann, Schönhauser- Allee 122. Heise, Schliemannstr. 20. Deichsel, Pappel- Ace 9. leiſcher, Schliemannſtr. 45. Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen Daunert, Bappel- Allee 33. und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nachieblert, nach- Miehlert, Danzigerstr. 87. itehende Geschäfte meiden zu wollen: Osten: Sachs, Große Frankfurterstr. 132. Norden: Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 3. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Süden: Esders u. Dyckhoff, Dranienſtr. 48. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. Karl Stier, Dranienstr. 166. Westen: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Karl Stier, Potsdamerstr. 113a. Landsberger, Friedrichstr. 108. Thiéry u. Sigrand, Friedrichstr. 179. Bandsburger, Friedrichstr. 7. Bandsburger, Turmſtr. 30. Esders u. Dyckhoff, am Dönhoffsplak. Zentrum: Neye, Greifenhagenerstr. 33. Discher, Stolpischestr. 16/17. Kroll, Wisbyrstr. 74. Buda, Schliemanstr. 1. Wiedenhaupt, Antonstr. 2. Meyer, Boyenstr. 2. Nordosten. Schrolle, Landwehrstr. 3. Zaharsti, Höchstestr. 41. Schubert, Strausbergerstr. 35. Bolz, Greifswalderstr. 30. Halle, Immanuelkirchstr. 20. Kaiser, Braunsbergerstr. 32. Kaiser, Hufelandstr. 31. Minta, Winsstr. 10. Günther, Ebelingstr. 3. Bredaned, Friedenstr. 38. Weltmann Nachf. Stephan Esders, Kaiser Bogel, Liezmannſtr. 35. Wilhelmstr. 41. Riethmüller, Moltenmarkt. Warenhäuser: May Mannheim, Frankfurter Allee 112. Alle übrigen Geschäfte sind als frei zu betrachten. Verband der Schneider, Schneiderinnen n. verw. Berufsgenossen Deutschlands Filiale Berlin, Engel- Ufer 21, parterre. Jedermann verlange gratis und franko: Schriftenverzeichnis der Buchhandlung Vorwärts FrackBerlin S. 68, Lindenstraße 69. 120/26 Verleih- Institut: Friedrichst. 115 I, a.Drabg. Schröder, Linienſtr. 6. Riedel, Elbingerstr. 7. Schnupp, Marienburgerstr. 6. Nordwesten. Arlt, Sidingenftr. 7. Schneider, Sidingenftr. 79, Schlidert, Waldstr. 19. Bahl, Waldstr. 24. Teichert, Rostockerstr. 1. Herbst, Rostoderstr. 42. Cipy, Huttenstr. 32. Dehlte, Wittstockerstr. 2. Röhl, Wittstoderstr. 8. Knöfel, Beusselstr. 8a. Peters, Beusselstr. 80. Cichy, Bensselstr. 84. Kinder, Waldenserstr. 28. Rosemann, Emdenerstr. 4. Weiß, Zwingliftr. 10. Reihe, Berlichingenstr. 6. Leupold, Wiclefftr. 21. Freinid, Putligstr. 12. Boigt, Jagowstr. 22. v. Zeddelmann, WilhelmshavenerStraße 65. Schmidt, Wilhelmshavenerstr. 66. Müller, Werftstr. 21. Gaudide, Alt- Moabit 54. Osten. Barbier und Friseur- Genossenschaft Boran", Borhagenerstr. 43. Schuster, Borhagenerstr. 41. Kleinfeld, Borhagenerstr. 26. Restel, Waschauerstr. 63. Buchholz, Petersburgerstr. 3, Habekost, Thaerstr. 35. Stolib, Liebigstr. 14. Teßmer, Tilsiterstr. 75. Jacob, Straßmannstr. 27. Gelhaar, Pintschstr. 21. Schwandt, Matternſtr. 4. Niedermeyer, Matternstr. 11. Wölfling, Kochhannstr. 40. Braun, Hausburgstr. 3. Bürkner, Wilhelm Stolzestr. 16. Henke, Heidenfeldſtr. 2. Scholle, Eberthstr. 44, Maz, Weidenweg 73. Lewke, Weidenweg 76. Hein, Weidenweg 80. Ludwig, Romintenerstr. 29b. Burschwitz, Königsbergerstr. 8. Brandenburg,( Subenerstr. 4. Wirth, Gubenerstr. 25. Manigt, Memelerstr. 6. Eichberg, Memelerstr. 18. Kerber, Billauerstr. 7. Aft, Lithauerftr. 25. Gelhaar, Fruchtstr. 43. Nint, Münchebergerstr. 11. Dlschewski, Grüner Weg 46. Lutschke, Marsiliusstr. 23. Wilke, Markusstr. 9. Töpfer, Blumenstr. 46. Rudolp, Mühlenstr. 47a. Bärwinkel, Langestr. 80. Hente, Frankfurter Allee 177. Giese, Simon Dachstr. 17. Buff, Wartenburgstr. 68a. Dlschewski, Gürtelstr. 9. Schneider, Wilhelmstr. 19. SO. Barbier und Friseur- Genossenschaft Boran", Balbemarstr. 65. Wille, Wrangelſtr. 26. Müde, Manteuffelstr. 5. Fabian, Manteuffelstr. 9. Röhle, Manteuffelstr. 71. Kowalsti, Manteuffelstr. 75. Dallwig, Manteuffelstr. 91. Frank, Manteuffelstr. 106. Böhmer, Oppelnerstr. 3. Bunzel, Oppelnerstr. 11. Redin, Oppelnerstr. 26. Göbel, Sorauerstr. 16. Golz, Cubrystr. 8. Kahrstedt, Cuvryftr. 23. Schröder, Cuvryftr. 41. Priemann, Lausigerstr. 22. Fielit, Lausitzer Blak 12a. Engel, Görlizerstr. 34. Kohle, Grünauerstr. 4. Lehniger, Grünauerstr. 28. Nicoleit, Grünauerstr. 35. Heidtmann, Liegnigerstr. 35, Nehrte, Glogauerstr. 18. Kanow, Glogauerstr. 32. Ofupnic, Wienerstr. 58b. Sauerwald, Wienerstr. 64. Rothensee, Stalizerstr. 18. Taubert, Stalizerstr. 80. Heidekamp, Stalizerstr. 141. Römbold, Reichenbergerstr. 88. Zachwey, Reichenbergerstr. 155. Wenzel, Adalbertstr. 4. Moranz, Adalbertstr. 96. Brenzel, Engel- Ufer 13. Rohde, Köpenickerstr. 48. Romeife, Köpenickerstr. 155. Poppel, Admiralftr. 18a. Schreiber, Brizerstr. 14. Blüßenreuter, Rottbuser User 33, Boppe, Kottbuser Ufer 56. Buff, Stralauer Plaz 22. Stark, Stralauer Allee 23. S. Kathen, Gräfeſtr. 9. Bolljahn, Gräfeſtr. 33. Weigt, Schönleinstr. 29. Scharndle, Müllenhoffstr. 10. Weffel, Brinzenstr. 77. Kuhnau, Fürbringerstr. 24. Notnagel, Gitschinerstr. 51. Rinke, Stallschreiberstr. 59. Johanowicz, Kommandantenstr. 42. Rempf, Rostizstr. 14. Rotal, Urbanstr. 104. Schmeißer, Frobenstr. 7. Lazar, Markgrafenstr. 100. W. Geppert, Kaplerstr. 6. Feldheim, Nollendorfstr. 34. Weiß, Mansteinſtr. 2. Schöneberg. Abelt, Hohenfriedbergstr. 1. Härtel, Hohenfriedbergstr. 27. Hankei, Afazienſtr. 21. Reeczed, Barbarossastr. 79. Brauer, Feurigstr. 70. Müller, Ebersstr. 74. Bohr, Merseburgerstr. 4. Prippe, Kolonnenstr. 54. Steglitz. Steinert, Schützenstr. 54. Groß- Lichterfelde- Ost. Scheeler, Jägerstr. 14. Charlottenburg. Nietsch, Kantstr. 60. Hoppe, Kaiser Friedrichstr. 27. Stummer, Spreestr. 5. Laute, Rückerstr. 3. Wartmanu, Sesenheimerstr. 4. Messerknecht, Knobelsdorffstr. 14. Hübner, Potsdamerstr. 44. Grunewald, Bestalozzistr. 67. Blonz, Bestalozziftr. 74. Schmidt, Osnabrüderstr. 3. Behrend, Osnabrüderstr. 27. Girndt, Erasmusstr. 9. Weißensee. Simson, Charlottenburgerstr. 95. Koch, Gustav Adolfstr. 19. Kauf, Straßburgstr. 24. Junke, Streustr. 4. Olschock, Lehderstr. 28. Arndt, Langhansstr. 9. Reinickendorf. Toft, Provinzstr: 82. Jost, Markstr. 12/13. Borsigwalde. Straube, Ernststr. 22. Pankow. Fäder, Kaiser Friedrichstr. 71. Schulz, Wollantstr. 71. Rummelsburg- Stralau. Lange, Alt- Stralau 17. Wenzel, Neue Bahnhofstr. 6. Münster, Neue Bahnhofstr. 22. Reiche, Neue Bahnhofstr. 46. Klitschmüller, Sonntagstr. 3. Müller, Grünbergerstr. 7. Peters, Gärtnerstr. 14. Treptow. Hecht, Elsenstr. 37. Heher, Beermannstr. 2. Gottschlag, Baumschulenweg 12. Grimm, Baumschulenweg 73. Voges, Baumschulenweg 100. Adomat, Kiefholzstr. 183. Köpenick. Jahn, Grünstr. 17. Rother, Grünauerstr. 71. Leuchtenberger, Schönerlinderstr. 15. Stubisch, Kaiserin Augusta Biftoria straße 24. Wesener, Hohenzollernplatz 5. Kerber, Rudowerstr. 27. Bradlow, Elisabethstr. 2. Schwarz, Müggelheimerstr. 2. Görs, Stubenrauchstraße. Adlershof. Preuß, Bismardstr. 17. Heinrich, Bismarditr. 50/51. Müller, Hadenbergstr. 7. Donner, Radideftr. 33. Bryd, Bismardstraße. Rixdorf. Bädert, Steinmegstr. 47. Baude, Münchenerstr. 44. Beutel, Rottbuserdamm 91. Beutel, Reuterstr. 30. Behlendorf, Steinmesstr. 99. Cicielski, Jägerstr. 75. Erdmann, Elbestr. 8. Fellenberg, Prinz Handjerhstr. 18. Fütterer, Reuterstr. 77. Gransee, Hermannstr. 91. Jungmann, Prinz Handjerhstr. 54. Henning, Barthestr. 61. Kühne, Kopfstr. 28. Langner, Herzbergftr. 11, Lenz, Weserstr. 205. Leich, Steinmetstr. 20. Marr, Pannierstr. 5. Manzelmann, Lenauftr. 7. Müller, Zietenstr. 31. Neumann, Neue Jonasstraße Nagel, Wigmannstr. 22. Dehmchen, Kaiser Friedrichstr. 77. Plan, Selchowerstr. 35. Peters, Berlinerstr. 26. Raabe, Jägerstr. 41. Roh, Hermannstr. 207. Rausch, Walterstr. 27. Stöbe, Hobrechtstr. 6. Strehlke, Walterstr. 3. Siebke, Allerstr. 1. Bogel, Steinmetzſtr. 33. Bogel, Berlinerstr. 89. Walter, Karlsgartenstr. 20. Wisodi, Kaiser Friedrichstr. 244. Malid, Mainzerstr. 5. Hoffmann, Harzerstr. 32. Weiß, Boberstr. 3. Friese, Zietenstr. 6. Friedrichshagen. Wille, Zietenstr. 6. Wegen Differenzen sejperst für Mitglieder: Mar Gros ut. Co. Machfolger Arndt, Bergmannstr. 112. Mexanderplatz 2. Neue Königstr. 62. Puzke, Rüdersdorferstr. 43. Die Kontrollfarte ist weiß mit rotem Rand. Der Vorstand. J. A.: Paul Liere. teppdeden Dr. Simmel Hervorragender Violinvirtuos billigst direkt in der Fabrit 72. Wallstr. 72, Spezial- Arzt ( Solo- Geiger) nimmt vom 1. April d. J. noch für Haut- und Harnleiden. Schüler auf gegen ein Honorar von dicht am brei Mark pro Leftion. Vor- und Tor. Eleg. Frad, Gehrod wo auch alte Steppbeden aufgearbeitet Prinzenstr. 41, Moritzplatz, usbildung zur Künstlerschaft. Ge 1,50, Hose 1,00, Weste 50 Pf. werden. Bernhard Strohmandel, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Berlin Ks. Juftr. Katalog gratis. fällige Offerten erbeten unter Z. 2 an die Expedition des Vorwärts". Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für de Enferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstolt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dr. 83. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Auf das Wer nicht arbeitet... Sell spiegelt sich die Sonne in den Fenstern des Schloffes. hohem Berge gelegen gewährt es einen weiten Blick über Land. Hinter dem umgrenzenden Walde, tief in der Ebene, steigen aus einem Wald von Fabrikschloten schmutzige Wolfen von Rauch auf. Es ist Mittagszeit. Aus den Toren streben hunderte, tausende Menschen. Eilenden Schrittes wenden sie sich ihren Wohnungen zu. Rauchgeschwärzte, einförmige Steinfästen, auch Holzbaracken, nehmen die Massen auf. Vielfach sieht man auch Frauen, junge und alte, von Kindern begleitet, mit dem Essenträger an der Hand, auf dem Wege zur Fabrit. Mancher der Lohnfklapen hat nicht Zeit, das Mittagmahl zu Hause einzunehmen. Jm Vordergrunde des Schlosses, auf halber Anhöhe, ist ein Trupp Arbeiter beschäftigt einen Bau aufzuführen. An einem Fenster des Schlosses steht die Fabrikherrin. Sinnend schaut sie hinab auf den Ameisenhaufen von Menschen. Geschäftige Hände legen Stein auf Stein. Sie bauen eine Kapelle. Eine Kapelle erschien: In neuer Auflage Die Zukunft der Sozialdemokratie bon J. Dietzgen mit einem Vorwort und Nachtrag. Preis 20 Pf.. Beffere Ausgabe 50 Pf. Ferner empfehlen wir folgende Schriften von Josef Dietzen: Sozialdemokratische Philosophie. Eine Artikelserie. Das Wesen der menschlichen Kopfarbeit. Preis 30 Pf. Beffere Ausgabe 75 Bf. Eine abermalige Stritit der reinen Die und praktischen Vernunft bon Josef Dietzgen. Mit einem Vortwort von Anton Pannekock. Gebunden 2 M. Religion der Sozialdemokratie. Preis 1,50. Preis 25 Pf. Beffere Ausgabe 50 f. Das Acquisit der Philosophie Streifzüge eines Sozialisten in das Gebiet der Erkenntnistheorie Mit einem Anhang: und Briefe über Logik. Speziell demokratisch- proletarische Logik. Zweite Auflage. Gebunden 2 M. Preis 1,50 M. Max Stirner und Josef Dietzgen Kleinere philosophische Schriften. bon Eugen Dietzgen. Eine Auswahl. Preis 30 Pf. Beffere Ausgabe 1 M. Breis 2 M. Gebunden 2,50 M. Expedition des ,, Vorwärts" Lindenstraße 69, Laden. 2. Zlehung 4. KL. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 9. April 1907, vormittags. Nur die Gewinne über 192 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 26 64 665 890 1057 896 478 570 81 625 850 2013 18 60 388 529 957 98 3041 56 256 325 73 400 689 748 4062 234[ 400] 521 61 72 851 65 78 5141 206 84 370 490 549 893 6010[ 400] 119 362 75 674 949[ 400] 7122 91 200 40 52 794 959 60 80[ 400] 8377 493 94 706[ 400] 87 915 9032 241 647 10037 49 158 299 447 681 999 11141 392 402[ 1000] 538 604 728 821 23 83[ 1000] 87 940 53 12188[ 400] 229 65 13102 427 506 969 90 14098 153 271 92 817 85 435 79 690 882 15891 450 790 993 16181 307 884 972 17128 294 397 417 53 601[ 5000] 57 770 91 812 914 18053[ 400] 178 244 502 79 673 714 19008 23 631 71 74 81 20167 857[ 3000] 833 96 21004 152 402 554 726 898 22044 69 405 70 509 36 606[ 400] 23024 195 210 27 48 78[ 400] 503 90 96 646 48 67 715 86 949 24052 192 224 807 20 774 80 893 961 25109 344 61 97 717 854 26062 135 319 67 510 50 87[ 400] 27062 82 184 266 79 315 81 447 59[ 400] 552 670 732 28229 46 590 627 762 842 914 29004 74 160 97 370 498 606 62 762 823 51 969 71 30141 229 39 96 325 712 882 31025 250 94 318 26 30 [ 400] 641 879 32075 492 718 808 930 33051 53 177 251 [ 500] 395 452 783 803 948 34577[ 400] 79 775 968 35083 264 377 95[ 400] 430 614 918 88 36061 131 57 292 472 633 712 828[ 400] 42 37067 185 308 410 546[ 400] 612 26 34 700 864 945[ 1000] 68 38077 166 260 93 336 60 491 505 728 45 984 39229 78 449 572 644 710 941 40048 104 15 85 219 58 41019 63 76 199 599 804 978 81 42044 84[ 400] 110 344 465 551 868 43296 423 96 544 58 80 44247 354 71 86 541 69 678 723 70 45000 385 96 541[ 400] 697 627 919 43[ 400] 46024 57 306 50 859 60 47035 60 121 88 584 919 48129 44[ 400] 98 265 497 702 49136 315 425 577 616 77[ 400] 92 706 862 50109 42[ 400] 244 83 92 329 438 544 891 912 48 51006 164 87 418 567 697 772 958 90 52280 350 527 91 957 53313 78 838 956 54051 237 90 452 77 630 55099 393 475 582 609 12 896 56291 843 47 620 99 811 44 45 69 991 57378 605 16 41 982 58462 750 832 54 59106 8 262 345 430 696 796 60436 71 521 621 54 708 56 836 991 61585 735 963 62081 213 581 718 44 63811 61 499 738 64177 638 761 65015 25 195 392 673 815 66246 75 422[ 500] 817 67105 359 402 673 838 68327 57 473 917 69009 34 107 18 21 275 641 814 28 61 70474 568 619 899 71081 375 502 897 735 963. 233/ 13* Mittwoch, 10. April 1907. für die Herrin; erbaut zu dem Zweck darin ihre Vermählung ihr einen Teil der Ausstattung in Arbeit zu geben. Sie greift stattfinden zu lassen. Sie ist stets fromm gewesen. Und hochgeehrt wieder zur Nadel, und näht und hustet. wegen ihrer Kirchenspenden. Das Direktorium der Fabrik unterbreitet dem Schloßfräulein Ein Gebetbuch liegt ihr zur Seite. Sie schlägt es auf. den Jahresabschluß. Zwanzig Millionen Mark Reingewinn ist ihr ,, Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Mit leichtem Verdienst! Stirnrunzeln legt sie das Buch zur Seite. Doch die Gedanken Am Hochzeitsmorgen, als sich der imposante Zug auf dem Wege lassen sich nicht so schnell bannen. Was hat sie denn schon geleistet zur Kapelle bewegte, schlängelte sich durch das Tal ein stiller Leichenim Leben? Jst sie jemandem nützlich gewesen? War es ihr Verdienst, zug zum Friedhof hin. daß sie große Summen zu„ frommen Zwecken" ausstreuen konnte? Hatte das nicht die schwielige Hand erarbeitet? Fort mit den Gedanken! Sie ist doch Herrin durch die Gott gewollte Ordnung. hallt. Die Klagen der Arbeiter um höheren Lohn sind ungehört verEs sind sogar wieder Abzüge gemacht worden. Aber man fann ja mal wieder wohltätig sein. Und erneut erschallt das Lob der hochherzigen, humanen Arbeitgeberin! Sie die nicht arbeitet, umgeben von Gold und Glanz und Ueberfluß, fonnt sich ihres Glückes, die fleißige Arbeitern sinkt ins Grab... Versammlungen Veranstaltungen. Zehlendorf. Mittwoch, den 10. April, 8 Uhr, bei Mied, Karlstraße 12. Vortrag des Genossen Schubert. Eingegangene Druckfchriften. In einer niederen dumpfen Hütte, dort in der schmutzigen, luftverpesteten Tiefe sitzt ein junges Mädchen. Aus blassen, verhärmten Zügen blicken ein paar müde Augen. Weißnäherei liegt auf dem Tisch. Widerwillig hat sie die fleißigen Hände ruhen lassen. Ein trockner Husten entwindet sich der schmerzenden Brust. Aber sie darf nicht krank sein. Sie ist die Ernäherin einer gelähmten Mutter und jüngerer Geschivister. Der Tagesverdienst reicht aus, Ueberstunden sind da eine Wohltat. Und die holde Fee im Schloß war so gütig für das Jahr 1906. 39 Seiten. Union- Druckerei Frankfurt a. M. Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberall käuflich! Mit Ihren geringen Ersparnissen tönnen Sie Ihr Glück machen. Ordentlichen, nüchternen Schlossern, Monteuren usw. Fabrik ,, Epirus", Dresden 36211* Teilzahlung monatlich 10 M. liefere Herren- Garderobe nach Maß( billigste Preise). 2. Etage. Nähe Belleallianceplag. Staffe 10% billiger. geben wir schon bei geringer J. Tomporowski, indenstr. 110, Anzahlung Motorwagen wodurch sie ein glänzendes Einkommen erzielen, besonders da eltestes Teilzahlungs- Geschäft jetzt die Fahrtage um 1/3 erhöht ist. 175/ 18* Berliner Automobilhaus- und Industrie- Gesellschaft m. b. H., Berlin W., Uhlandstr. 170. Riesengewinn jedermann durch Verkauf photographischer Neuheit an Private. 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Brennabor:: Räder.:: Günstigste Bedingungen. BERLIN SO., Louis Barth, Brückegstr. 10a pt. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4, I. Monatshefte für graphisches Kunstgewerbe. Heft 5. Vierteljahr 6 M. Verlag: C. Flemming, Berlin W. 35. Der Kunstwart. Rundschau über Dichtung, Theater, Mufit. Heraus. geber F. Avenarius, Verlag von Georg D. W. Callwey in München. Geschäftsbericht der Allgemeinen Ortsfrankenkasse zu Frankfurt a. M. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 44162* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Nachstehend verzeichnete ehemalige Mitglieder der Konsum- Genossenschaft haben noch Geschäftsguthaben abzuheben: 494 Weber, 623 Höfeler, 815 Sloninger, 1011 Wolfram, 1141 Fleschen berg, 1245 Toppel, 1390 Döhring, 1520 Stalbe, 1542 Gerull, 1623 Bläsing, 1628 Bretschneider, 1727 Witt, 1735 Mente, 2031 Päschte, 2119 Hedtke, 2202 Morschbach, 2257 Hennig, 2261 Brenge, 2572 Gliech, 2621 Meißner, 2707 Behrendt, 2928 Reichert, 2944 Ruhland, 2965 Schneider, 3026 Wibel, 3130 Augustin, 3320 Reglaff, 3462 Gorenz, 3468 Heier, 4040 Stunfel, 4135 Henschte, 4260 Ehrentraut, 4617 Lippa. Sollten die Geschäftsanteile bis zum 23. April 1907 nicht abgehoben sein, so verfallen sie auf Grund§ 9 Absatz 2 unseres Statuts dem Reservefonds der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. May Menzel. Zuzauer. 2. Ziehung 4. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie, Ziehung vom 9. April 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 192 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 189 365 69 84 646 714 852 1078 111 840 78 588 605 898. 977 2177 378 721 877 960[ 400] 65[ 500] 3244 85 320 708 869[ 400] 976 4181 209 342 64[ 400] 405 612 762 5062 189 372 83 621 856 928 45 87[ 500] 6009 80 187 95 98 992 7182 228 46 382 431 611 48 85 727 8898 416 27 525 691 782 881 60 920 9285 518 959 61 10054 161 639 57 58 74 874 11484, 541 623 730 818 28 89 996 12051 290 96 353 812 32 70 13156 79 266 339 675 735 888 90[ 400] 14148 569 892 15191 300 75[ 400] 415 848 79 908 67[ 500] 16017 187 628 708 17058 235 890[ 400] 512 67 623 35 805 918 18077 144 548 648 712 19091 587 846 964 20045[ 400] 234[ 400] 463 550 90 644 736 21021 38 310[ 500] 562 729 971[ 400] 83 22040 264 83 424 527 83 [ 400] 682 846 55 947 23121 728 37 889 24006 84 319 419 575 695 787 25006 121 65 796 26057 711 804 27039 890 462 845 915 58 60 28007 123 57 750 986 94 29080 187 319 456 90 501 605 75 744 844 30024 456 700 824 31124 47 [ 400] 241 47 54 98 453 585 950 76 32019 116 25 99 420 612 21 60 863 71 976 33307 35 710 14 978 34107 582 667.75 848 58 96 946 35003 106 47 601 64 65[ 400] 735[ 400] 837 52 97 36259 64 343, 424-26 522 898 968 37013[ 400] 446 704 38032 44 84 87. 359 400 39 87 695 970 39827 498 555 695 709 23[ 400] 97 40006 34 324 495 718 90[ 400] 818 60 41186 257 90 42171 275 80 322 36 992 43143 881 468 688 787 44151 848 71 914 42 45218 351 425 643 46023 46 77 217 558 668 760 47021 103 33 65 227[ 1000] 631 783 48202 425 689 878 976 49044 54 139 45 63 522 91 50035 160 290 481 95 570 662 747 51116 83 212 452 60 65 636 704 52126 88 67 684 93[ 500] 768 83 964 53011 324 403 37[ 400] 543 620 58 67 750 54081 339 84 474 519 620 726 28[ 500] 55164 353 414 19 35 729[ 1000] 62 83 812 931 56204 303 38 514 31 726 44 49 856 57073 365 405 512 94 611 801 58255 303 32 409 76 800 57 928 59091 152 270 341 457 816 65[ 500] 996 60267 382 791 809 82 61078 220 320 596 811 82 62067 226 735 83 979 63410 518 660 730 66 67 814 92 64031 47 73 117 205 47 91 414 677 79 705 39 56 840 928 65009 34 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287033 307 82 431 35 90 606 93 764 884 Die Ziehung der 5. 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Seifel, Kronprinzenstr. 50. Rixdorf: m. Heinrich, Neckarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Rummelsburg: A. Rosenkranz, Alt- Boghagen 56. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr. 51. Weißensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Jul. Schillert, König- Chaussee 39a. Reinickendorf: P. Gursch, Provinzstr. 108. Treptow: N. Gramenz, Kiefholzstr. 412. Morlaceanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.