The Nr. 84. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 0, monatl. 1,10 r., möchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. BoſtElbonnetnent: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Boft Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Big.. für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition st bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Donnerstag, den 11. April 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. 9tr. 1984. Ignaz Auer+ Ein tapferer Kämpfer hat sich zum letzten Schlummer| daran gezweifelt, daß er das Beste gab, was er zu geben| lagerungszustand verjagte auf einen Schlag 67 brabe gelegt. Ignaz Auer ist nicht mehr. In der Frühe hatte, daß der einzige Leitstern seines Handelns das Wohl Genossen aus Berlin, unter ihnen auch Auer. Verdes gestrigen Tages ist der Tod an sein Lager getreten, auf der Partei war. geblich versuchte er sich in Hamburg eine neue das ihn schon tags vorher ein Schlaganfall niedergestreckt hatte. Wir müssen weit zurückschlagen in der Geschichte der Existenz zu gründen. In Schwerin mußte Auer als Kampflos ist der einst so Kampffrohe entschlafen. Lang- Partei, um das Blatt zu finden, wo zuerst der Name Gehülfe in der Altmöbelhandlung seiner Schwieger. jähriges schweres Siechtum hatte den mächtigen Körper Ignaz Auer verzeichnet steht. Schon 1869 sprach der mutter notdürftigen Unterhalt suchen. Aber in der Treue gebrochen. Und wenn ihm auch, und gerade in der legten Dreiundzwanzigjährige in großen sozialistischen Wahl zur Partei hat er nicht gewankt und die Partei hat Treue Zeit, Wochen und Monde vergönnt gewesen sind, da das versammlungen zu München und Augsburg. Ueber mit Treue vergolten. Im Jahre 1880 wurde Auer im Leiden ihn verließ- die alte, stolze Kraft war dahin. Staffel wanderte er 1872 nach Berlin. Sofort begann sächsischen Wahlkreise Glauchau- Meerane gewählt, demDer Tod ist ihm Erlöser gewesen. er dort seine Berufsgenossen zu organisieren und zugleich felben Wahlkreis, der heute durch den Tod des Wackeren eifrig für die Eisenacher sozialdemokratische Partei zu verwaist ist. Wir aber haben viel verloren. Ein ehemaliger Sattlergeselle war Ignaz Auer, ein wirken. Es war die Zeit des schlimmsten Bruderzwistes Noch zweimal hat er das Mandat wieder an die Proletarierkind, ein Zögling einer elenden bayerischen unter den Lassalleanern und Eisenachern und Berlin war Gegner abgeben müssen, 1881 in der schlimmsten Zeit Dorfschule. Was er geworden, was er aus sich gemacht der Schauplatz der heftigsten Kämpfe. Die Lassalleaner des Ausnahmegesetzes und 1887 bei den Faschingswahlen. in eiserner Arbeit, die nicht ihm selbst, die der Partei, hatten das große Uebergewicht, aber was ihnen an Zahl Seitdem aber ist der Wahlkreis rot geblieben bei den die dem Proletariat galt, welche Achtung er selbst dem abging, das ersetzten die Eisenacher durch Rührigkeit und Hottentottenwahlen von 1907 hat er dem Ansturm der Gegner abzwang, das spiegelt sich vielleicht am sprechendsten einer der Rührigsten unter den Rührigen war Ignaz Gegner troßig standgehalten, obgleich Auer selbst nicht in der albernen Verwunderung der bürgerlichen Presse Auer. in den Wahlkampf eingreifen konnte. von 1895, daß ein ehemaliger Sattlergeselle" die prächtige Rede gegen die Umsturzvorlage halten konnte, mit der am 8. Januar jenes Jahres Ignaz Auer den parlamentarischen Feldzug der Sozialdemokratie gegen den bösartigen Wechselbalg eröffnete, der vollbringen sollte, was dem Ausnahmegesek mißlungen war. " " " Die erste Berliner Periode im Leben Auers endete im Jahre Schwer hat Auer persönlich an den Leiden des Aus1873, wo Auer auf Betreiben der Eisenacher Parteilettungnahmegejeges zu tragen gehabt. Er war unter den nach Dresden ging, um in die Expedition des dortigen 8 Delegierten des Kopenhagener Kongresses, die bei der Parteiblattes, des Dresdener Volksboten", einzutreten. Rückkehr an der deutschen Grenze abgefangen wurden Das war das erste Parteiamt, das er erhielt. Es war freilich und am 4. August 1886 auf Grund einer bis dahin unmehr Ehrenamt denn bezahlter Posten, da in der Kasse erhörten Ausdehnung und Ueberspannung juristischer Aber dent deutschen Proletariat, der deutschen Sozial- der Dresdener Parteigenossen das Geld zu den Selten Auslegekunst vom Freiberger Landgericht der Teilnahme demokratie bedeutet Ignaz Auer viel mehr, als ein heiten gehörte. Auer hat in einer Jubiläumsnummer der an einer geheimen Verbindung zu ungesetzlichen Mann von bedeutendem Können und Vollbringen. Sächsischen Arbeiterzeitung" den damaligen Stand des Zwecken" schuldig befunden wurden. Auer erhielt Ignaz Auer, das ist die felfenfeste Treue, die selbstlose Hin- Parteiorgans mit vielem Humor geschildert.( Der 9 Monate Gefängnis, die er zu Zwickau verbüßte. Es gabe an die Partei, an die Sache des Proletariats. Die Vorwärts" gab im Vorjahre in seiner Nummer vom 19. April war der erste der großen Geheimbundprozesse, die jetzt innere Wärme, die alle Parteiarbeit Ignaz Auers durch- aus Anlaß seines Artikels zum damaligen 60. Geburtstage dem fluchwürdigen Sumpfe des Sozialistengesetzes wie strömt, ist's, die ihn uns besonders wert macht. Freilich Auers die köstliche Stelle wieder.) Der Geldmangel Pilze nach dem Regen entsprangen. Auer, der in der berbarg sich der starke Anteil, den sein Gemit an dem hatte zur Folge, daß Auer eine Geldstrafe, die ihm Mitte der 80er Jahre nach München verzogen war, Leben der Partei nahm, hinter rauher Schale. Gefürchtet wegen ,, Verächtlichmachung" zubittiert worden war, absaß mußte dort 1888 einen solchen Prozeß mit bestehen. war sein sarkastischer Wit, sein kaustischer Humor. Ge- und damit seine Unbescholtenheit einbüßte. Als Vornehmlich seinem klugen Operieren ist es zu verdanken, fürchtet war seine bajuvarische Grobheit. Aber hinter all vorbestraftes Individuum wurde er aus dem Königreich daß der Meineidmichel, wie der Münchener Polizeidem spürte man den warmherzigen Menschen. Sein Wit Sachsen ausgewiesen. Von Berlin, wohin er zurückkehrte, fommissar Gehret genannt worden ist, arg bloßgestellt schlug nicht Wunden- er entwaffnete nicht selten den tam er im selben Jahre( 1874) als Delegierter zum Koburger wurde und der Prozeß im wesentlichen mit Freispruch Verspotteten, indem er ihn selbst zum Lachen brachte. In Kongreß der Eisenacher und das wurde der Anlaß zu endete. dem, was er geschrieben, tritt das innerste Wesen Auers seiner Uebersiedelung nach Hamburg, woselbst man ihn Der Parteitag zu Halle, der erste, der nach dem am deutlichsten zutage. Man nehme nur die Schlußfäße zum Barteisekretär wählte. In dieser Stellung nahm Fall des Sozialistengesetzes auf deutschem Boden tagen feines Schriftchens Von Gotha nach Wyden". Wie fühlt Auer lebhaften Anteil an den vertraulichen Vorverhand- fonnte, hat Ignaz Auer wieder zum Sekretär der Vorverhand- konnte, man das Herz des Mannes schlagen in den schlichten, lungen, die schließlich zum Vereinigungskongreß zu Gotha Partei gewählt und ihn damit auf den Posten gestellt, einfachen Worten! In den Säßen, darin er das furcht im Mai 1875 führten, auf dem aus Eisenachern und der ihm gebührte, ihm das Tätigkeitsfeld gegeben, dessen bare Elend zeichnet, das das Ausnahmegesetz über seine Lassalleanern die eine deutsche Sozialdemokratie erstand. er bedurfte. Treu und unermüdlich hat er es beackert. Opfer brachte. Wie zittert die innere Anteilnahme, die Die neue Partei wählte Auer neben Derossi zum Se- Eine Arbeit, die außen wenig in die Erscheinung tritt, tiefe Sorge um die Partei in den mahnenden Worten kretär. 1877 eroberte er sein erstes parlamentarisches die aber von nicht minderer Bedeutung ist, als die des des Schlusses! Mandat, den Reichstagssiz des sächsischen Wahlkreises Parlamentariers und Redners. Aber auch als solcher Und Ignaz Auer war einer der Berufensten, solche Reichenbach- Auerbach. Aber 1878 in der Hetze der hat Ignaz Auer noch Vieles und Hervorragendes geleistet. Worte zu sprechen. Er überschaute viel. Er kannte das Erfazwahlen ging es wieder verloren. Eine böse Beit Nächst seiner großen Rede gegen die Umsturzvorlage, die wir Werden und Wachsen der Partei aus eigenem Erleben zog herauf. Ihr Beginn fällt in die zweite Berliner oben erwähnt haben, muß seines energischen Eingreifens für und keine große Schlacht der Partei ist geschlagen worden, Periode Auers. 1877 war er mit Most in die Nedaktion die streikenden Hafenarbeiter Hamburgs im Reichstage davon er nicht Wunden aufzuweisen hatte. Er kannte des damaligen Berliner Parteiblatts, der Berliner besonders gedacht werden. Von einer anderen Seite die Dinge und die Personen. Und deshalb war sein Freien Presse" eingetreten. So erlebte er die Attentats- seiner Tätigkeit erzählen die Seiten Parteitagsprotokolle. Einfluß auch viel größer als der, den Amt und Mandat hetze an dem Orte, wo sie am schlimmsten raste, als Re- Nicht bloß die zahlreichen Referate sind in dieser Hinsicht ihn geben konnten. Zumal ihm Menschenkenntnis und dakteur des Organs, das in dieser Zeit des Wundfiebers zu beachten Größeres vielleicht noch als darin hat er die Kunst, Menschen zu behandeln und zu lenken, gegeben der Nation" am wütendsten verfolgt wurde. Verant- bisweilen in der Debatte für die Partei geleistet, so in waren. Er war der geborene Organisator, der geborene Führer, wortlicher auf Verantwortlicher wurde von Auers Seite Frankfurt, wo er die grollenden Bayern durch seinen der zusammenzufassen, zu vereinen weiß. Diese Fähigkeit weg verhaftet und er selber hat geschildert, wie er sich warmen Appell an ihr parteigenössisches Zusammenwar eine der stärksten Seiten seines Wesens. Aus ihr ist verzweifelt gefragt hat, ob er noch einen Genossen ver gehörigkeitsgefühl versöhnte. der Partei reicher Gewinn geflossen. Ganz ist Auer antwortlich zeichnen lassen dürfe, wie er einen Artikel, Ein reiches Leben hat geendet, reich an Arbeit und freilich auch nicht der Gefahr entgangen, diese Seite zu den er nach gewissenhaftester Prüfung als durchaus un Mühsat, an Kämpfen und Wunden, an Hingebung und stark gegen die anderen hervortreten zu lassen, die in bedenklich befunden, an dem auch um Rat befragte Treue. Und er hat seine Spur gezogen, die nicht verihrer Gesamtheit den politischen Führer ausmachen. In Juristen nichts Verfängliches entdecken konnten, dem gehen wird. Am Grabe Ignaz Auers trauert eine den inneren Parteidifferenzen des letzten Jahrzehnts trat unglücklichen Verantwortlichen zwei Jahre einbrachte. Millionenschar. Eine Millionenschar, die er mit gesammelt das besonders hervor. Aber keiner von denen, die damals und dann kam das Sozialistengesetz und erdrosselte hat und die an seiner Gruft mit grünen Lorbeeren die eine andere Haltung von ihm erwünscht hätten, hat jemals Presse und Organisation der Partei. Der kleine Be- Gelübde niederlegen wird, ihm nachzueifern! " Huer als SchriMeller und Redner. Jgnaz Auers lerniges Wesen trat in allem, was er schrieb und was er sprach— öffentlich oder privatim— mit greifbarer Deutlichkeit hervor. Im Jahre 1889, als das Sozialistengesetz seinem Ende entgegen- ging, erschien in London ein ca. 300 Seiten starkes Buch: „Nach zehn Jahren" Material und Glossen Zur Geschichte des Sozialistengesetzes. Das Werlchen erschien mit Riicfsicht auf die skandalösen deutschen »Kultur"-Znstände unter dem Schmachgesetz anonym, aber der Verfasser ist uns wohl bekannt: Jgnaz Auer. In zwei Teilen „Historisches" und„Die Opfer des Sozialistengesetzes" wird die Ge- schichte jener Epoche entrollt/ sind merk- und denkwürdige Einzelheiten in Hülle und Fülle zusammengetragen, die zukünftigen Geschlechtern unentbehrlich sein werden, wenn sie die ganze„Größe" des „eisernen Kanzlers" und seiner„Aera" begreifen wollen. „Beri ete von Büchern, Broschüren, Zeitschriften, Bildungsvereinen, Gewerkschaften, Fachvereinen und sonstigen Arbeiterorganisationen" sind mit emsigem Sammelsleist registriert, die Namen der meisten A n s g e w i e s e n e n mitgeteilt; es marschieren viele, viele zerstörte Existenzen auf,„Haussuchungen, Verhaftungen, Verurteilungen mit allen nötigen Einzelheiten" werden an den Pranger gestellt,„von dem künstlich gezüchteten Spitzel- und Denunziantentum" wird ein wahrheitsgetreues und möglichst umfassendes Bild entworfen, kurz dem Sozialistengesetz, seinen Urhebern und Vollstreckern ein„Denk- mal der Schande" gesetzt! Als„Stilprobe" geben wir hier den letzten Absatz des Schluß- Wortes wieder: «Mit Bismarck ist aber auch der felsenfeste Glaube des deutschen Bürgertums an die Unerschüttcrlichkeit der jetzigen politischen Ver° Hältnisse Deutschlands überhaupt verschwunden. Dieser gärenden, schwankenden Ungewißheit, aus der nur der Glaube an die All- aewalt der Bajonette hervorragt, ein Glaube, der durch die wieder- holten Drohungen mit dieser Allgewalt nicht gestärkt wird, steht einzig und allein die Sozialdemokratie mit klarem Ziclbewußtsein und entschlossener Willenskraft gegenüber. Sie fürchtet die Drohungen nicht und ist nicht berauscht von der Größe ihres Er- folges. Sie ist klar, darüber, daß die Zukunft die Ansprüche an die Einigkeit, den Kampfes- und Opfermut ihrer Anhänger nur steigert, und die zwölf Jahre des Ausnahmegesetzes waren für die Partei eine Schule des Kampfes, die sie hellen Auges in die Zukunft blicken läßt. Sie ist mit dem Sozialistengesetz fertig getvordcn, sie wird auch ferner mit ihren Gegnern fertig werden und kämpfen, bis sie ihr Ziel erreicht hat." Weit über die Kreise der Sozialdemokratie hinaus ist die in vielen Zehntausenden von Exemplaren gedruckte Broschüre bekannt geworden, welche die Rede wiedergibt, die Auer am 4. September 1896 in einer Versammlung zu Berlin gehalten hat. „Sedanfeier und Sozialdemokratie" —- so recht ein Thema für„unseren Nazi". In wundervoller Knapp- heit und Klarheit läßt der Redner den Krieg von 1870/71 samt seinen Ursachen und Vorwänden, seinen Beglcit- und Folge- erscheinungen an uns vorüberziehen. Eine Reihe höchst wichtiger, allgemeiner Gedankengänge wird eingeflochten, so z. B. der folgende: — nicht die Einsicht der Fürsten, nicht das Wohlwollen ein- zelncr, sondern die innere wirtschaftliche Notwendigkeit hat die deutsche Rcichseinheit geschaffen. Wie hätte bei der Verschiedenheit der deutschen Zoll- und Münzshsteme, der Dutzende von Strafgesetzen, der Musterkarte von Grenzen und Flußsperrungen der Kapitalismus, die Großindustrie, der Weltverkehr sich entwickeln sollen! Und an- gesichts der Tatsache, wie heute das Proletariat durcheinander- gewirbelt wird, wie die Polen nach dem Westen, die Bayern nach dem Norden, die Schleswiger nach dem Süden geschleudert werden, wie sollen da die Arbeiter sich für die alte Kleinstaatlcrei begeistern! Ich habe noch nie gehört, daß ein deutscher Arbeiter dem Kurfürsten von Hessen, dem Herzog von Naffau oder einem anderen der 1866 vom König von Preußen depossedierten Fürsten von Gottes Gnaden eine Träne nachgeweint hätte, im Gegenteil bedauerte man hier und da ganz aufrichtig, daß man nicht noch weitergegangen, nicht noch gründlicher aufgeräumt habe! Gewiß— manches gefällt uns nicht im Reiche; wir suchen es zu ändern nach unserem Sinne. Und wenn die Tatsache, daß wir die vorhandenen Rechte benutzen, um für unsere Meinung zu kämpfen, da und dort, oben oder unten Anstoß erregt, so können wir das vielleicht bedauern, aber nicht ändern. Wir werden uns durch nichts abschrecken lassen, auf diesem Wege weiter zu schreiten, unsere Grundsätze immer weiter zu verbreiten. Ist uns doch dazu ein Mittel gegeben, das uns geradezu heraus- fordert zum Kampfe, ein Mittel, zivar noch mangelhaft, das wir aber, wenn wir es nicht besäßen, zu erzwingen suchen müßten: das allgemeine Wahlrecht. Das allgemeine Wahlrecht ist die stärkste Grundlage des Reiches, und diejenigen, die fortwährend von seiner Abschaffung, von seiner Beschränkung reden, spielen geradezu mit dem Rcichsgedanken— s i e sind die wahren, die einzigen Reichsfeinde! Nicht wir Sozial- demokraten!" Am 30. Mai 1900 hielt Auer einen Vortrag „Von Gotha bis Wydcn". Auch dieses Referat ist erfreulicherweise als Broschüre heraus- gegeben worden. Erfreulicherweise; denn was kann uns lieber, lehrreicher und interessanter sein, als wenn„unsere Alten" aus ihrem reichen Erinnerungsschatze schöpfen und so der Partei, ja der Weltgeschichte Materialien schenken zur Erkenntnis und Würdigmig von Zeitabschnitten, die UNS wegen ihrer Bedeutsamkeit für die Partei wichtig sind. Und die Zeit„von Gotha bis Wyden"— 1875 biS 1880— sie ist uns mehr als wichtig; ist es doch die Zeit von der Vereinigung der Lassalleaner und der Eisenacher bis zum ersten Kongreß unterm Sozialistengesetz I Aus der Rede bezw. Broschüre zitieren wir die bekannte inter- essante Stelle über Hödel. „Ich möchte mir an dieser Stelle erlauben, meine private Meinung über Hödels Attentat einzuschalten. Ich habe Hödel persönlich gekannt und Parteigenossen gesprochen, die ihn noch näher gekannt haben. Ich habe ihn auch später vor dem Untersuchunas- richter gesehen. Ich muß gestehen, daß ich mich nie zu dem Glauben habe durchringen können, daß er wirklich die ernste Absicht eines Attentats gehabt hat. Er war ein' Mensch, der sich nicht nützlich machen wollte, der der Arbeit aus dem Wege ging, dessen größter Stolz es war, mit der von Herrn Stöcker erhaltenen Spieldose herumzuspazieren. Aber daß er zu einem ernsten Attentat fähig gewesen sei, glaube ich nicht. Er hat das auch geleugnet, und seine erste Aussage war, daß er sich selbst hatte erschießen wollen. Das ist sicher auch nicht wahr ge- wesen. Er war eben ein Komödiant, der allerdings seine Komödie iehr teuer hat bezahlen müssen." * Auer als Redner. Auer reden zu hören, war ein erlesener Genuß. Die Zuhörer kamen stets auf ihre Kosten; denn„unser Nazi" hat wohl selten oder nie einen sogenannten„schlechten Tag" gehabt. Auf ihre Kosten kamen sowohl diejenigen, die aus Ariers Reden etwas lernen wollten, als auch diejenigen, die ihn besonders deshalb gern hörten, weil sein bajnvarischer Humor, sein außer- gewöhnlicher Sarkasmus schon fast sprichwörtlich geworden war und stets neue Triumphe feierte. Man müßte ein ziemlich um- fangreiches Buch schreiben, wollte man aus seinen Reden auch nur die' prägnantesten, die witzigsten, die satirischsten Sätze zusammen- stellen. Wir müssen uns für heute damit begnügen, zwei Beispiele anzuführen. Auf dein Berliner Parteitage(1892) war Auer Berichterstatter zu dem wichtigen Thema„Das Genossenschaftswesen, der Boykott und die Kontrollschutzmarke". Um zu zeigen, wie er es verstand, einen Gegenstand sachlich scharf, klar und knapp darzustellen, setzen wir einige seiner Ausführungen über das Wesen des Boykotts hierher: „Der Boykott ist ebensowenig wie die Genossenschaften etwas spezifisch Sozialdemokratisches. Es ist eines jener Kampfmittel. welche in Wirklichkeit auch viel früher, als die Sozialdemokratie dazu griff, von den Gegnern in Anwendung gebracht worden sind. Aussperrung, schwarze Listen und dergleichen, das alles ist Boykott, angewendet von der Unternchmerklasse gegen den Arbeiter. Wenn wir dazu Stellung nehmen, so lassen wir uns dabei durchaus nicht von dem Gerede unserer Gegner beeinflussen, daß der Boykott sich mit dem Prinzip der Sozialdemokratie nicht vereinbaren lasse. Wir nehmen Stellung dazu wegen der Sache selbst, indem wir uns fragen: was nützt der Boykott der Bewegung, was nützt er der gesamten Arbeiterschaft? Das Recht, von diesem Kampfmittel Gebrauch zu machen, haben wir aus der Tatsache herleiten können, daß die Gegner seit Jahrzehnten, vor dem Sozialistengesetz, während desselben und auch heute, die Arbeiterschaft tatsächlich fortgesetzt unter Boykott stellen. Im Jahre 1878, nach den Attentaten, kam bekanntlich die Aufforderung, keine sozialdemokratischen Arbeiter mehr in Lohn und Brot zu nehmen, die Werkstätten von den An- hängern der Sozialdemokratie zu reinigen. Ich erinnere Sie ferner an die famosen Abmachungen, welche speziell in Preußen zwischen den Unternehmervcrbänden und unter der Beteiligung höchster Stellen in der Militärverwaltung und anderen Zweigen darüber stattgefunden haben: keinen Arbeiter, welcher am 1. Mai 1890 an der Maifeier teilgenommen habe, in Arbeit zu nehmen; ich brauche bloß den Namen„Kühncmann" zu nennen, um Ihnen ins Gcdächt- nis zu rufen, wie brutal damals jenes Mittel gegen uns angewendet wurde. Ich erinnere Sie ferner an die Tatsache, daß eine Mrger- liche Partei, nämlich die Antisemiten, den Boykott so anwenden, daß sie den Nassenunterschied statt des Klassenunterschiedes zu- gründe nehmen für ihre Losung:„Kauft bei keinem Juden!" lieber unser Recht also, von diesem Mittel Gebrauch zu machen, haben wir uns gar nicht erst zu unterhalten; wir gebrauchen es, wenn es uns paßt..." Am 17. Dezember 1894, vom 8. bis zum 12. Januar und vom 8. bis zum 11. Mai 1895 stand auf der Tagesordnung des deutschen Reichstages die sogenannte„Umsturzvorlage". Am 8. Januar und am 8. Mai erhielt Auer— damals in der Blüte seiner Kraft— das Wort. Wir geben zum Schluß aus der ersten Rede nach dem offiziellen stenographischen Bericht eine Stelle wieder, die in mehr als einer Beziehung charakteristisch ist für Art und Wesen dcS uns zu früh Entrissenen. „Man ivill weiter noch die Monarchie schützen, und in den Motiven wird der wunderbare Satz aufgestellt: die monarchistische Idee, ohne welche eine gedeihliche Entwickclung unserer Zustände nicht gedacht werden kann, müsse geschützt werden. Deni gegenüber ist doch zunächst darauf hinzuweisen, daß wir im Deutschen Reich Republiken haben, von denen nicht bekannt ist, daß sie sich nach den heutigen Bourgeois- und modernen Begriffen nicht ganz ge- dcihlich entwickelten; es geht also auch bei uns ohne Monarchie! Aber davon ganz abgesehen, meine Herren,— so allgemein, wie hier der Schutz der Monarchie hingestellt wird, da fragt man sich: muß auch Bchanzin von Dahomay, der auch ein Monarch ist, muß auch dessen Monarchie geschützt werden, darf man auch über den Mann sich nicht in„beschimpfender" Weise äußern?(Zuruf links.) Es wird mir zugerufen: King Bell! Der ist staatsrechtlich noch nicht anerkannt, glaube ich tHciterkeit links), den darf man also schon noch höhnen und darf sich über ihn in„beschimpfender" Weise äußern; anders steht es mit dem Schah von Persien und seinen Gewohnheiten, den wir ja seinerzeit bei seinem europäischen Bc- such kennen gelernt haben! Und es gibt auch sonst eine ganze Reihe anderer interessanter Gestalten, die auf Thronen sind oder gewesen sind. Und warum soll das Institut der Monarchie jetzt besonders geschützt werden? Ist etwa eine Epidemie der Majestätsbelcidigungen ausgebrochen? Macht sich in Deutschland eine besondere Bewegung gegen die Monarchie überhaupt bemerk- bar? Daß es Republikaner gibt in Deutschland,— gibt es doch sogar staatsrechtlich anerkannte Republiken: Hamburg, Bremen und Lübeck sind republikanisch, und sie wissen, meine Herren, daß es auch außerdem in Deutschland Republikaner gibt: dafür ist meine Partei ein sprechender Beweis.(Zuruf links.) Aber wir Sozialdemokraten sind durchaus nicht die einzigen, welche die Ucber- zcugung haben, daß die republikanische Staatsform einen Fort- schritt gegenüber der monarchischen Staatsform bedeutet; es gibt auch unter den Mitgliedern anderer Parteien Leute, die derselben Ansicht huldigen. Wenn deshalb nun mit einem Male das Bedürf- nis auftaucht,'die Monarchie als Institution besonders zu schützen, so muß man sich doch fragen: ja, liegt denn dazu ein Anlaß vor? Wenn man Umschau hält über die gekrönten Häupter in Europa, so muß man sich allerdings sagen: es traten da Erscheinungen zu- iahe, die es begreiflich orschciuen lassen, die Monarchie als In- stitution vor jeder Kritik möglichst zu bewahren.(Sehr gut! links.) Ich darf da nur hinweisen, daß es kein menschliches Ge- brechen, angefangen von kindischer Unbefangenheit bis zum Wahn- sinn gibt, das nicht auf den europäischen Thronen in der einen oder anderen Form seine Vertretung hat.(Sehr richtig! links.) Das ist eine Tatsache, die wir alle kennen. Und nicht nur das:— haben wir, meine Herren, nicht unter den Kroncnträgern Europas Exemplare, die, wenn sie genannt werden, einem fofort die Vor- steUung von der höchsten Lüdcrlichkeit geben? Meine Herren, ist es nicht Tatsache, daß Angehörige regierender Häuser an allen Schmutzhändeln der neuesten Zeit in den Spielhöhlcn xind Laster- höhlen mitbeteiligt waren?(Sehr wahr! bei den Sozialdemo» traten.) Das' macht es begreiflich, wieso man plötzlich dazu kommt, die Monarchie als Institution vor jeder Kritik möglichst zu vcr- schonen und zu bewahren. Und, meine Herren, ich kann allerdings fagen: wenn ich nach dieser Richtung hin einen Vorschlag mir er- tauben dürfte und könnte, so würde es der sein, daß geivisse Kreise eine Innung bilden und da die Bestimmung des Z 97 unserer Gewerbeordnung aufnehmen, wo als Zweck der Innung angegeben ist„Aufrechterhaltung und Stärkung der Standes- ehre".(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) » �» Der Termin der Beerdigung des entschlafenenen Genossen Auer ist noch nicht festgesetzt. Er wird in der Freitagnummer bekannt gegeben. Der Partei- presse geht telegraphischc Meldung zu. Kohlenpreise und Arbeitslöhne. Am 1. April sind erhöhte Kohlenpreise in Kraft getreten; die Steigerung stellt sich auf durchschnittlich 1 Mark pro Tonne. An Hand verschiedener Geschäftsberichte haben wir schon wiederholt nachgewiesen, daß die bisherigen Preise den Unternehmern eine er- hebliche Gewinnsteigerung gebracht haben. Die Behauptungen, durch die Lohnsteigerungen würden die Prcisaufschläge absorbiert, entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Die größeren Ein- kommen der Bergarbeiter sind in der Hauptsache Erzielt durch ver- mehrte Schichten und durch erhöhte Leistung pro Schicht. Nur zu einem geringereu Teile resultieren sie aus einem Lohnaufschlag pro Tonne! Leistung. Dieses Mehr macht aber nur einen Bruchteil de schon im vorigen Jahre erfolgten Preisaufschlages aus. Die„Köln. Ztg.", die seit einiger Zeit als Sprachrohr der Kohlenmagnaten dient, bringt in ihrer Nr. 374 vom 9. April einen Leitartikel, in dem sie, anscheinend zu einem bestimmten Zweck, die EntWickelung der Bcrgarbeiterlöhne bespricht. Den Ziveck dieser Darstellung enthüllen die folgenden Schlußsätze: „Die Erhöhung der Löhne hat also(!) die Mehreinnahmen noch erheblich überwogen. Mit den gegenwärtigen Verkaufspreisen sind die Mehrkosten nicht mehr zu decken, und da die Erhöhung der Löhne zweifelsohne noch weiter gehen wird und sämtliche Materialien in den Preisen bedeutend gestiegen sind, ist ein weiteres Anziehen der Selbstkosten die natürliche Folge. Aus diesem Grunde war es notwendig, ein abermaliges Hinaufsetzen der Kohlenpreise vorzunehmen." Das„also" in dem ersten Satz ist eine direkte Mogelei und ein Attentat auf die Logik der Leser, denn außer den Lohn- angaben und der nichtssagenden Bemerkung, daß auch die Werkskassenbeiträge gestiegen seien, ist in dem Artikel auch nicht eine einzige Angabe enthalten, die das„also" rechtfertigen könnte. Es ist nicht der geringste Versuch gemacht worden, eine Parallele zu ziehen zwischen Lohnzunahme, Leistungssteigerung und Preiserhöhung. Allein mit den Lohnangaben ist aber für die Behauptung, mit den „gegenwärtigen" Verkaufspreisen seien die Mehrkosten nicht mehr zu decken, nicht das geringste bewiesen! Wie wesentlich z. B. die Frage der Leistungssteigerung ist, dafür möchten wir ein Beispiel anführen. Nach den amtlichen Angaben wurden im Oberbergamts- bezirk Dortmund im Jahre 1905 pro Kopf der Belegschaft 295 Schichten verfahr«::, im Jahre 1906 aber 321 Schichten. Eine Zusammenstellung der Zeitschrift„Glückauf", offizielles Organ des Bergbaulichen Vereins, weist pro Kopf der Belegschaft im Ober- bcrgamtsbezirk Dortmund für 1905 eine Förderleistung von 244,1 Tonnen und für 1906 275,6 Tonnen nach. Das macht eine Schicht- leistung von 0,327 Tonnen im Jahre 1905 und von 0,846 Tonnen im Jahre 1906. Damit ist aber die wirkliche Leistungs- steigerung noch nicht erfaßt. ES stieg zum Beispiel auch noch die Koksproduktion in Deutschland von 13/z Millionen Tonnen; das ist eine Zunahme um über 33 Proz. I Und was die Wertsteigerung der Produktion ausmacht, so geben darüber die im Kaiserlichen Statistischen Amt zusammen- gestellten Ergebnisse, die ans Angaben der Unternehmer beruhen, einige Anhaltspunkte. Danach stieg der Durchschnittswert für die Tonne Kohlen von 1905 auf 1906 um 36 Pf. Dabei waren die erhöhten Preise noch nicht für das ganze Jahr 1906 wirksam und noch viel größer ist die Wertsteigerung bei Koks. Man muß die weise Vorsicht anerkennen, die darin liegt, für die Behauptung, die Preise müßten noch weiter in die Höhe ge- trieben werden, nicht den Versuch des Beweises anzutreten. Damit charakterisiert sich das Vorgehen aber auch als ganz plumper Versuch, die Oeffcntlichkeit gegen die Arbeiter zu beeinflussen und dem Kohlen- maguatentum seine Raffgie« auf Kosten der Konsumenten zu befriedigen._ politische Qcbcrlicht. Berlin, den 10. April 1907. Sozialpolitische Klänge. Der Gesetzentwurf betreffend den Gcbührentarif für den Kaiser Wilhelm-Kanal wurde heute im Reichstag ohne be- foitdere Debatte in erster und zweiter Lesung beraten. Graf Posadowsky kündigte an, daß der Kanal verbreitert werden soll und daß die Vorbereitungen dazu im Gange seien. Dann begann die 2. Lesung des wichtigen Etats des R e i ch s a m t s des Innern. Die Ferienstimmung hat die Redeflut der sozialpolitischen Wünsche nicht verringert, der Wettlauf um die Gunst der arbeitenden Klassen wird von den bürgerlichen Parteien fortgesetzt. Freilich hat dieser Wettlauf keinen anderen Zweck, als mit vielen hohlen Worten die sozialpolitische Tatenlosigkeit dieser„Arbeiter- freunde" zu verdecken. Wie immer, geberdcte sich der berufene Sozialpolitiker des Zentrums, Abgeordneter T r i m b o r n, als ob die Zentrumspartei das allergrößte Gewicht auf diese ihre parlamentarische Tätigkeit lege. Die Generaldebatte über diesen Etatsteil gibt ja die beste Gelegenheit, allerhand Wünsche an die Regierung zu richten; wenn es aber dazu kommt, diese Wünsche zu realisieren, dann muß das werktätige Volk schon'zufrieden sein, wenn sozialpolitische Gesetze nach dem Rythmus der Echternachcr Springprozession zustande kommen— zwei Schritt vorwärts, einen zurück! Indes erst muß sich die Regierung bewogen fühlen, überhaupt einen der gewünschten Gesetzentwürfe einzubringen, ehe es dazu kommt! Der Wunschzettel Trimborns klang in einen Lobhymnus auf die verstorbenen Staatsmänner v. Rotten bürg und v. B o c t t i ch e r aus, deren sozialpolitische Tätigkeit ja in der Tat für einen bürgerlichen Politiker eine blendende Er- scheinung sein mag, obwohl sie den Schncckcngang der amt- lichen Sozialpolitik nicht zu beschleunigen vermochte. Den besten Beweis für das Unzureichende der amtlichen Sozial- Politik gab der Abgeordnete Trimborn selbst mit der Auf- forderung: nun, nachdem die Sozialdemokraten bei den Wahlen geschwächt worden seien, sollten die bürgerlichen 'Parteien beweisen, daß sie die Wünsche der Arbeiter soweik als möglich zu befriedigen gewillt seien! Diese Selbstironisierung wurde nur noch übertroffen durch die Aufforderung des nachfolgenden nationalliberalcn Redners B a s s e r m a n n: die Regierung solle mehr auf berechtigte sozialpolitische Forderungen der Arbeiter eingehen; das st ä r k e die nationalen Arbeiterorgani- sationcn und schwäche die sozialdemokratischen! — Damit ist bestätigt, daß die sozialpolitische Tätigkeit der Regierung und der bürgerlichen Parteien unzureichend ist, darum Unzufriedenheit unter den Arbeitern erweckt und der sozialdemokratischen Agitation Boden bereitet. Dem Abgeordneten B a s s e r m a n n ist durch die von unserer'Presse und unfern Rednern bereits früher gemachten Vorschläge, erst das Vereins- und Versammlungsrecht zu revidieren und ein freiheitliches Reichsvereinsgesctz zu schaffen, ehe man einen Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine vorlege, ein Licht aufgesteckt worden, denn er ermahnte den Staatssekretär des Innern, in dieser Weise vorzugehen! Auch empfahl Bassermann dringlich, den Tarif- Verträgen zwischen Unternehmern und Arbeitern mehr Auf- mcrksamkcit zuzuwenden, denn sie seien geeignet, die Kämpfe zwischen Arbeitern und Unternehmern zu mildern. (jsnn zweiter Zentrumsmann, der bayerische Abgeordnete Lehemcir, entpuppte sich als ein kouragicrter Feind der Hausierer und Detailreisenden, deren Tätigkeit die kleinen Gewerbetreibenden schädige! Redner wünscht deshalb die : Einschränkung des Hausicrcns und Detailreisens; er wärmte i also die alten Mittelchen einer seit Jahrzehnten von Konser» bativen vetriebenen reaktionären Mittelstandspolitik wieder| selbst diese recht bescheidene Erwartung noch viel zu optimistisch. auf und fand damit auch den Beifall dieser reaktionären Wie sich jetzt die Vorbereitungen zur Konferenz anlassen, wird Elemente. ihr Erfolg lediglich in einer Verschärfung der InteressengegenDie Weiterberatung dieses Etats wurde bis morgen fäge zwischen den Nationen bestehen. bertagt. ,, Kultus". Deutfches Reich. Bayerischer Landtagswahlkuddelmuddel. Der Angeklagte bestreitet jede Schuld und behauptet, auf die Vorschläge des französischen Unterhändlers Hoffmann nur deshalb eingegangen zu sein, um mit Hülfe des deutschen Generalstabes das französische Nachrichtenbureau zu düpieren, wobei er allerdings habe Geld verdienen wollen. Bei der Beweisaufnahme erklärt Major Brose vom Generalstab, er habe das Angebot des Angeklagten, mit Hülfe des Generalstabes Das Abgeordnetenhaus setzte heute die zweite Lesung die französische Spionage zu durchkreuzen, unberücksichtigt gelassen, weil ihm dessen Vorleben seine Verurteilung in Wien usw. des Kultusetats beim Kapitel„ Universitäten" fort; die liberalen Ministerstürzer hatten also das Vergnügen, gleich am ersten Sigungsmöglichen Parteigruppen an, um bei der Landtagswahl möglichst befundet, daß der Angeklagte ihn vor Beginn der Manöver in In Nürnberg bandelt der geeinte" Liberalismus mit allen bekannt gewesen sei und er deshalb Mißtrauen gegen ihn gehegt habe. Redakteur Wagner von der„ Schlesischen Zeitung" in Breslau tage feine Intelligenz den Herrn Kultusminister Dr. von Studt viel Size zu ergattern. Die Mittelständler, die sich in der letzten Schlesien nach militärischen Dingen auszufragen versucht habe. wieder an seinem Ministerplaze zu sehen. Sie bereiteten ihm Zeit gegen den Liberalismus ziemlich ungehalten zeigten und auch denn auch einen recht liebenswürdigen und sinnigen Empfang: bei der legten Reichstagswahl gesondert vorgingen, sind nun wieder verständigen erfolgt unter Ausschluß der Deffentlichkeit. Die weitere Zeugenvernehmung und die Vernehmung der Sachder nationalliberale Abgeordnete Dr. Beumer wünschte eine ein Herz und eine Seele mit den bisher bekämpften Liberalen und bermehrte Pflege der Redekunst an den Universitäten und fügte Zur Charakteristik der anständigen" Preffe. Unter dieser Spitzboshaft hinzu, daß gewiß gerade dieser Kultusminister den hohen haben„ engstes Zusammengehen" mit den Blockparteien beschlossen. marke hat der„ Vorwärts" in seiner Nummer vom 7. d. M. das VerWert der freien Rede für das öffentliche Leben Deutschlands be- Dafür wird ihnen eine Kandidatur zugebilligt, die sie dem Drechsler- halten des„ Kölner Tageblattes" gekennzeichnet, das sich beharrlich um sonders schätzen werde! Sofort ferhob sich der meister Probst übertragen haben. Probst wurde auch bei der letzten eine Berichtigung in Sachen der Bebelschen Rede vom 19. März herumdas Universitätswesen im Ministerium( Althoff ist zurzeit frank), Wahl von den Liberalen mit aufgestellt, als er aber im Landtage gedrückt hat und das sogar auf die telephonische Anfrage eines Geheimrat Ister, und erwiderte, daß in den höheren Lehr- war, zeigte er bedenkliche agrarische Alüren. Auch trat er nicht der Abonnenten erklärte, man beabsichtige überhaupt nicht, liberalen Fraktion, sondern der wirtschaftlichen Vereinigung bei. Um die Berichtigung zu veröffentlichen. Infolge der anſtalten schon das Mögliche für die Ausbildung der Böglinge berartige Schwenkungen zu verhüten, mußte er sich verpflichten, Kritik der sozialdemokratischen Preſſe hat das Blatt fich nun doch in der Redekunst getan werde, daß es aber eben manchen das Blockprogramm einzuhalten und der liberalen Fraktion bei bequemt, die Berichtigung zu bringen, zu der es schon vor zwei Dezernent für Herr zutreten. gäbe, der es nie lerne, und dem müsse man eben ein ausgearbeitetes Manuskript in die Hand geben. von Studt faß lächelnd dabei und merkte nichts. Als aber der konservative Abgeordnete von Arnim ein schärferes Vorgehen gegen die schon genug drangfalierten russischen Studenten in Deutschland verlangte, da erhob sich Studt- würdevoll wie stets- und leierte- wie stets vom Papier herunter eine Erflärung ab: daß die preußischen Universitäten sich gegen diese liebevolle Fürsorge, die ihnen das Kultusministerium zugedacht hatte, gewehrt hätten, und daß Althoff ist frant es noch nicht geLungen sei, diese Anstandsregung, der deutschen Professorenschaft durch die Zentralinstanz zu überwinden. Im übrigen beschränkte sich die Debatte auf Anregungen ziemlich untergeordneter Natur: Den Wünschen des Abg. Trimborn auf Schaffung besonderer Lehrstühle für soziale Rechtswissenschaft und des Abg. Rosenow auf Schaffung eines Lehrstuhls für soziale Medizin steht die Regierung natürlich ablehnend gegenüber. Der Abg. Dr. Müller( frs. Vp.) wünscht die Errichtung eines außerordents lichen Lehrstuhls für die mathematisch- astronomische Ortsbestimmung; dabei machte er die Bemerkung, daß gegenüber der Unendlichkeit des Weltalls, was politisch ganz interessant sei, die Hochgeborenen und selbst die Höchstgeborenen nur wie Käsemilben auf dem Chester erscheinen. Das klang den adligen Herren auf der Rechten so ungeheuerlich, daß sie laut protestierten. Ein Brandenstein eine Käiemilbe! Entsetzlicher Gedanke! Starter Glaube. Wochen verpflichtet und in der Lage gewesen wäre. " " 1 Ferner erklärt die Redaktion des Blattes, daß eine telephonische Für ganz Oberfranken ist der Abschluß eines Bündnisses zwischen Unterredung mit einem„ Mitgliede der Nedaktion" nicht stattgefunden Liberalen und Bündlern im Werke. habe, und der Redaktion" von einer solchen auch nichts bekannt" set. Demgegenüber stellt nun aber die Rheinische Zeitung" fest, daß die Redaktion des Kölner Tageblattes" unter der am Kopfe dieser Zeitung verzeichneten Telephonnummer 210 am 28. März, abends 6.30 Uhr, in Anwesenheit zweier Zeugen angerufen worden ist, daß auf das Anklingeln die Antwort erfolgte:" Hier Redaktion des Tageblatt", und daß dann die Unterredung Herr Hofrat Fuchs, bisheriger Vizepräsident des bayerischen Landtages und rechtskundiger Bürgermeister von Kissingen, veröffentlicht, wie das„ Würzbg. Journ." berichtet, in den„ Salesianischen Nachr." folgende Erklärung: Entrefilets über den Wiederbeginn der Parlamente muß richtig Druckfehlerberichtigung. Der lebte Saz unseres gestrigen " Mein Sohn, Leutnant, wurde von einer heftigen Blind- genau so erfolgte, wie berichtet worden ist. darmentzündung befallen und mußte sich einer sehr schweren Opfer der Kolonialpolitik. Ein Telegramm aus Windhut meldet: Operation unterziehen. Das Leben des Kranten war in größter Sanitätsgefreiter Friedrich Karg, geboren am 5. 11. 83 zu RemGefahr, die ärztliche Kunst hatte sich bei den mehrfach auf- lingen, früher im 4. Garde- Regiment 3. F., am 2. April d. J. auf getretenen schweren Komplikationen als ohnmächtig erwiesen. dem Transport zwischen Kuibis- Schakalsklippe an LungenDer Patient war aufgegeben. In dieser verzweifelten Lage wendete entzündung gestorben. ich mich mit vollem Vertrauen an Maria, Hülfe der Christen, und ließ besondere Gebete verrichten, um durch Vermittelung der Gottesmutter die Genesung meines Sohnes zu erbitten. Die Helferin der Christen erhörte unser Flehen und Gebet, mein Sohn wurde gerettet und wird nach ärztlicher Mitteilung vollständig gesund werden. Der Arzt( Protestant) bezeichnete die Heilung selbst als ein wahres Wunder. Ich danke dem lieben Gott und feiner heiligen Mutter für die Gebeterhörung und die außerordentliche Gnade, die meinem Sohne erwiesen worden ist. Bad Kissingen, den 28. Oftober 1906. Theobald Fuchs, t. b. Hofrat." Selig sind, die einfältigen Herzens sind. Nachklänge von der Reichstagswahl. Wegen Uebertretung einer Regierungsverordnung vom Jahre 1888 betreffend die Veranstaltung von Geldsammlungen wurde gegen den Arbeiter Dinse- Brondy und den Arbeitersekretär Reiz- Bromberg ein richterlicher Strafbefehl erlassen und zwar: gegen D. in Höhe von 10 M. und gegen R. in Höhe von 20 M. D., dem zur Laſt gelegt wird, Gelder zur Reichstagswahl eingesammelt zu haben, ohne die Erlaubnis der zuständigen Behörde einzuholen, und R., der beschuldigt wird, ihn dazu durch Ueberredung bestimmt zu haben, erhoben gegen die Strafbefehle Einspruch. lauten: Parlamente den Siegern vom 25. Januar vor ihrer eigenen Es ist sonach kein Wunder, daß beim Wiederbeginn der Herrlichkeit Angst und Bange wird, und daß nur die„ anti. und Willen auch das Zentrum gehört, so etwas wie Freude in nationalen Parteien", zu denen sehr wider eigenen Wunsch die neue Arbeit mitbringen. Ausland. Marokko. Nach der Besetzung Udschdas. scheinen mochte, geht aus einer Reihe neuer Meldungen hervor, Daß die Dinge nicht ganz so leichtzunehmen sind, wie es zuerst von denen wir die wichtigsten folgen lassen: Tanger, 9. April. Die Konsuln in Casablanca hielten unter ab und richteten an das diplomatische Korps in Tanger eine Be dem Vorsitze des französischen Konsuls als Doyens eine Situng schwerde gegen den Gouverneur der Stadt, der nichts für die Sicherheit der dortigen Europäer tue. Auch sonst mußte der edle Herr v. Brandenstein, dem die Reichstagsabgeordneten so zuwider sind, wenn sie erster Klasse fahren, heute viel leiden. Man machte nämlich wieder einmal in Sozialistenbekämpfung der freitonservative Scharfmacher Dr. Wagner 30g gegen den harm- und zahnlosen Kathedersozialismns der Berliner Universitätsprofessoren zu Felde, Dr. Beumer aber, der modernere Angestellte des Unternehmertums, will die will die weit gefährlichere Sozialdemokratie durch ein höchst merkwürdiges Mittel bekämpfen. Er wünscht nämlich das deutsche Studententum, dessen Trinkseligkeit er beiher pries, durch Redeübungen zu befähigen, die fubversiven Tendenzen der Paris, 10. April. Aus Casablanca wird betreffs des Schrittes des dortigen Konsularkorps beim Gouverneur berichtet, daß der Sozialdemokratie im Volke zu bekämpfen und den BildungsIn der Verhandlung vor dem Schöffengericht gab D. zu, Gelder Kaid des Schauia- Stammes gedroht habe, die Stadt zu plündern. hunger im Volke zu befriedigen"! Damit will er zugleich das bei Bekannten Freunden gesammelt zu haben ohne Die Konsuln verlangten deshalb, daß die Truppen des Machsen, moderne Studententum von der Korpsblafiertheit be- vorherige Einholung einer behördlichen Genehmigung, stellte welche 3 Stunden entfernt lagern, herangezogen werden, um die freien, die nur darauf sieht, daß beileibe keiner der Ihren aber in Abrede, von R. dazu durch Ueberredung bestimmt jedoch, worauf der Gouverneur den außerhalb wohnenden Europäern zu schützen. Der Befehlshaber der Truppen verweigerte dies Röllchen" oder einen unmodernen Schlips trage. Das war die worden zu sein. Er habe sich vielmehr noch vor der Reichstags- den Rat erteilte, sofort in die Stadt zurückzukehren! Wie der Rache an dem Brandensteiner! auflösung zu R., welcher Kassierer des sozialdemokratischen Wahl- Matin" berichtet, hat die Nachricht von der gefahrdrohenden Lage fomitees war, begeben und diesem um Aushändigung einer Liste in Tanger große Aufregung hervorgerufen. gebeten, welche er auch gab mit dem Hinweis, nur bei Bekannten London, 10. April. Wie der„ Times" aus Tanger gemeldet und Freunden zu sammeln. N. bestätigte die Aussagen des D. Der wird, geht der französische Kreuzer Lalande" heute nach Casablanca Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte gegen D. Verwerfung ab, in dessen Umgebung beträchtliche Unruhe herrscht. Der fran= des Einspruchs und gegen St. Freisprechung, weil er sich nicht strafbar zösische Gesandte verlangte die Absetzung des Gouverneurs. In Tanger wurde gestern der Hauptschuldige der Mörder des Fran 30sen Charbonnier verhaftet. Der Mann hätte schon viel früher festgenommen werden können, aber erst nach der Besetzung Udschdas sandte der Sultan einen stritten Befehl zur Vornahme dieser Ver haftung. Nach einigen unerheblichen Auseinandersetzungen wegen der Nach einigen unerheblichen Auseinandersetzungen wegen der Professorengehälter wurde die Generaldebatte über die Kapitel Universitäten" geschlossen und eine Reihe von Ausgaben für die einzelnen Hochschulen bewilligt. Morgen steht außer dem Rest des Universitätsetats der Etat der höheren Lehranstalten auf der Tagesordnung. gemacht habe. Das Urteil lautete gegen ersteren auf 3 M. Geldstrafe und legteren auf Freisprechung. Stadt " daher auch von der Gesandtschaft für völlig ungenügend angesehen. Die Ouvertüre zum Haager Friedenskonzert. Das Intrigenvorspiel zur Haager Friedenskonferenz wird immer bunter. Die aufgestellten schönen Programmpunkte Herr Liebermann von Sonnenberg hat der Boss. 8tg." eine so verschwinden völlig im Hintergrunde; umso schärfer aber tritt genannte Berichtigung gesandt, in der er mitteilt, daß er wegen der Nach den letzten, der" Times" zugegangenen Depeschen hat die das Bestreben der einzelnen Regierungen hervor, ihre be- ihm von der" Hess. Rundschau" nachgesagten Betitelung seiner französische Gesandtschaft ein Antwortschreiben des Sultans auf sonderen Interessen zur Geltung, und die Mächte, die man Schwälmer Wähler als Schweine bereits am 16. februar v. 3ihre Forderungen erhalten. Der Brief ist unklar gehalten und mittels eingeschriebenen Briefes bei der Staatsanwaltschaft in Kassel für Gegner der befolgten Pläne hält, in einen Gegensatz zu Strafantrag gegen den Redakteur Wilfe gestellt hat, und zweitens augenscheinlich nur darauf berechnet, Zeit zu gewinnen. Er wird einander zu bringen. Die Vorschläge und Bedingungen, welche daß die Staatsanwaltschaft in Kassel das Verfahren gegen den die einzelnen Regierungen teils direkt stellen, teils durch eine Redakteur Wilte schon seit Monaten eingeleitet hat. Da die Staatsgefügige Presse stellen lassen, sind nicht von Friedensliebe, anwaltschaft nicht an bestimmte Fristen gebunden sei, so habe er sondern von nationalem Eigennutz diktiert. Es ist geradezu teinen Einfluß auf die Ansehung des Verhandlungstermins. lächerlich, wenn in offiziöfen Meldungen von humanitären Rücksichten und Bedenken, von der Anbahnung des Weltfriedens usw. geredet wird. Einen neuen Beweis dafür, wie es um diese Humanität bestellt ist, liefert eine Aeußerung der offiziösen Madrider„ Correspondencia de Espana", welche die Köln. 8tg." zum Abdruck bringt. Es heißt darin: Der Afrikakrieger! Ein Tanger, 10. April. Die Verlesung des Edikts des Sultans in der Moschee von Fez, in welchem die Besetzung von Ubfchda durch die Franzosen scharf kritisiert wurde, hat unter den Eingeborenen große Erregung hervorgerufen. An den Markttagen treffen zahlreiche Mitglieder entlegener Stämme ein, um Waffen zu kaufen. Man befürchtet ernste Komplikationen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Tarifbewegung im Baugewerbe. wer Tarif, den die Maurer, Zimmerer und Bauhülfs. Nach der Zu zehn Jahren und einem Tag Gefängnis hatte das Breslauer Kriegsgericht den bisherigen Reiter der Schußtruppe in DeutschSüdwestafrika. Gefreiten Kühnel, zurzeit als Reservist nach Reichenbach in Schlesien entlassen, wegen Gehorsamsverweige Auf der Haager Konferenz gehe Spanien in der Abrüstungs- rung, Beleidigung und tätlichen Angriffs gegen einen frage völlig gleichartig mit England vor, die Angelegenheit biete einen Tag Untersuchungshaft von der Strafe als verbüßt erachtet. Vorgesezten im Kriege verurteilt, und sechs Monate und aber dadurch eine große Schwierigkeit, daß Frank Der Verteidiger hatte wegen sinnloser Trunkenheit auf reich nicht mittun wolle, und daß zwischen Freisprechung plaidiert, der Anklagevertreter die erkannte arbeiter mit der Unternehmerorganisation das letztemal vor Frankreich und England, die sonst in allem einig niedrigste Strafe beantragt, da derartige Fälle im Kriege nicht 2 Jahren abgeschlossen hatten, lief bis zum 31. März d. I. seien, in diesem Punkte noch eine Meinungsverschiedenheit vorkommen dürfen, aber dem Gericht Einreichung eines Gnaden Die betreffenden Arbeiterorganisationen hatten rechtzeitig bestehe, da Frankreich den Revanchegedanken nicht aufgeben wolle. gefuches anheimgestellt. Der Verhandlungsführer betonte bei ihre Forderungen eingereicht, deren Berücksichtigung sie bei England wolle übrigens die Abrüstung nur unter der Be- der Urteilsverkündigung, der kaiserlichen Gnade bleibe es über- ihre Forderungen eingereicht, deren Berücksichtigung sie bet dingung, daß seine Flotte stets stärker sei als die vereinigten lassen, das Urteil abzuändern, das das schwerste des Breslauer der Neuberatung des Tarifs wünschten. In der Hauptsache dingung, daß seine Flotte stets stärker sei als die vereinigten Flotten zweier Mächte, die zur See am stärksten seien. Es drohe, Kriegsgerichts in den sieben Jahren des Bestehens gewesen sei. wurde die Verkürzung der gegenwärtig bestehenden neungegebenenfalles eine Flotte zu schaffen, stärker als die von vier Schon in Afrika hatte ein Feldgericht getagt, das die Sache vertagte. stündigen Arbeitszeit auf 8 Stunden gefordert, sowie eine R. diente seit 1904 in Afrika und hat mehrere Gefechte mit- Lohnerhöhung. Die lettere Forderung geht bei den Maurern Mächten zusammen. Spanien seinerseits könne die Formel gemacht. Er legte Berufung ein gegen das kriegsgerichtliche und Zimmerern dahin, daß der Stundenlohn von 75 auf der Beibehaltung des status quo nicht an Urteil, mit der Begründung, daß er sinnlos betrunken gewesen sei. 85 Pf. erhöht wird. Die Hülfsarbeiter hatten ebenfalls Ernehmen und werde daher vorschlagen, ein Höchstmaß für die Dienstag, den 9. April, stand nun in der Berufungsinstanz vor dem höhung ihrer Zeit- und Akkordlöhne beantragt. Einwohnerzahl und den Quadratkilometer des Landes festzusetzen. Breslauer Obertriegsgericht abermals Termin an. Es beständen auch noch andere Schwierigkeiten bezüglich der Frage neubernommener Feldwebel bekundete, Kühnel sei völlig sinnlos mehrfachen Korrespondenzen und Besprechungen in betrunken gewesen und wußte nicht mehr, was er tat. Das Ober- Achtzehnerkommission gaben die Unternehmer den Arder Seekriege. England weise rundweg die bon friegsgericht vertagte auf Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalt beiterorganisationen den Bescheid, daß sie über die ErDeutschland und Desterreich verteidigte Theorie Bid, die Sache, um einen Psychiater zu hören und den Arzt, der neuerung des Vertrages erst dann mit den Vertretern der zurück, daß die handelsflotte als Privat in Afrika Kühnel, weil er tobte, eine Beruhigungseinsprißung ge- Arbeiter verhandeln würden, wenn die Forderung auf Vereigentum erklärt werde, Spanien und wahrscheinlich geben hat. S. hatte am 27. September 1905, betrunken vom schnellen fürzung der Arbeitszeit zurückgezogen werde. Die Arbeiter auch Frankreich seien ebenfalls nicht damit einverstanden. Diese Genuß ½ Liters Rum und mehreren Flaschen Bier waren der Meinung, daß dieser Standpunkt der Unterbeiden Bunkte seien wesentlich und würden Hauptpunkte der Haager( jeder Krieger bekommt von der Truppe pro Woche 4 Liter Rum), nehmer den Bestimmungen des immer noch geltenden VerKonferenz bilden. Darüber würden sich jetzt wahrscheinlich König den als Kriegsinvaliden nach Neustadt( Ostpreußen) entlassenen trages widerspricht, denn im Vertrage wird ausdrücklich festAlfons, König Eduard und ihre Minister unterhalten, vielleicht Unteroffizier Pittlich auf Befehl, Proviant zu empfangen, be= gesetzt, daß die Achtzehnerkommission vor Ablauf desselben werde Spanien beauftragt werden, im Haag die- leidigt, Gehorsam verweigert und geschlagen. über die Verlängerung verhandeln muß und daß, wenn auf jenigen Fragen aufzuwerfen, womit England Spionageprozeß. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Straf diese Weise eine Verständigung nicht erzielt werden kann, nicht selbst hervortreten wolle. Darauf deute schon senat des Reichsgerichts begann heute der Prozeß gegen den bei die Parteien sich an das Einigungsamt wenden müssen. Da die Auswahl der spanischen Vertreter hin. Die englisch spanische Gelegenheit der letzten Kaisermanöver in Liegnis wegen Spionage also die Unternehmer den Eintritt in Verhandlungen von Allianz bestehe nicht, dafür aber eine entente cordiale mit un- verhafteten ehemaligen österreichischen Oberleutnant Barth einer Bedingung, nämlich der Zurückziehung der geforderten gefähr gleicher Wirkung. mann aus Ludikowka in Galizien. Der Eröffnungsbeschluß legt Arbeitszeitverkürzung, abhängig machten, so erblickten die Wir schrieben am 10. März, daß bei der neuen zweiten bem wegen Spionage und Erpressung in Desterreich mit fünf Arbeiter hierin eine Verlegung der angeführten BertragsHaager Friedenskonferenz schwerlich mehr herauskommen er habe es unternommen, der französischen Regierung eine Reihe beſtimmung. Die Arbeiter riefen nunmehr das Einigungsbezi. 3 Jahren Kerker vorbestraften Angeklagten zur Last, werde als bei den Verhandlungen der im Jahre 1898 ab- von Nachrichten, insbesondere über Geschütze, Munitionswagen, amt an, damit es entscheide, ob ihre Auffassung zutreffe und gehaltenen ersten Konferenz, nämlich nichts als einige neben- Funkenstationen usw. zu liefern, die im Interesse der Landes- die Unternehmer demnach verpflichtet wären, unter allen Umfächliche Flickereien am Wölferrecht. Allem Anschein nach war verteidigung geheim zu halten sind. ständen in Verhandlungen einzutreten. D Am Donnerstag bor Ostern trat das Einigungsamt unter dem Vorsitz des Herrn v. Schulz zusammen. Beide Parteien waren vertreten; die Verhandlungen wurden aber auf Verlangen der Unternehmer unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführt. Die Frage, um deren Entscheidung die Arbeiter das Einigungsamt angerufen hatten, tam jedoch nicht zur Verhandlung. Dagegen trat man auf Veranlassung des Borfizenden in die Tarifverhandlungen selbst ein, oder rich tiger, es wurde der Versuch gemacht, denn zu einem praktischen Ergebnis kam es nicht. Die Unternehmer blieben dabei, daß fie eine Verkürzung der Arbeitszeit nicht bewilligen würden. Auch nicht eine Viertelstunde Verkürzung würden sie zugestehen. Dagegen wollten sie über eine Rohnerhöhung mit fich reden lassen. Wie weit sie in dieser Hinsicht gehen wollten, wurde auch nicht gesagt, da sie die Zurückziehung der Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit nach wie vor zur Voraussetzung weiterer Verhandlungen machten. Die Bertreter der Arbeiter konnten diese Forderung nicht eigenmächtig zurückziehen, fie mußten dazu erst einen Beschluß der bctreffenden Organisationen herbeiführen. Verkürzung der Arbeitszeit als Forderung fallen zu lassen, be-[ rung in der Annahme von Kontraktarbeitern zu unterlassen. In friedlichen stimmt und entschieden ab. Zeiten darf der Zuzug von Arbeitern nicht unterbunden werden. Im übrigen erklären sich die Anwesenden mit den vom Vor- Dagegen wollen fie Schichteneinteilung einführen, falls solche nach stand bisher getroffenen Maßnahmen bezüglich der Vorbereitungen Rücksprache mit den übrigen Instanzen als notwendig anerkannt zweds Durchführung unserer Forderungen voll und ganz einverDie Versammlung beschloß ferner, daß alle Mitglieder, die über drei Tage Arbeit in der Woche haben, vom 1. April ab 50 Pf. Ertrabeitrag zu zahlen verpflichtet sind. Achtung, Metallarbeiter! standen, und beauftragt die Versammlung den Vorstand, auf werden. Solange dies nicht der Fall ist, soll nach dem alten Tarif Grund der Versammlungsbeschlüsse weitere diesbezügliche Maß-( eventuell 36 Stunden hintereinander) gearbeitet werden. Die Wünsche nahmen zu treffen." der Arbeiter bezüglich der Schichteinteilung werden nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die Schauerleute opponierten in der Verfammlung lebhaft; sie nahmen folgende Resolution an:„ Ausländische Arbeiter müssen spätestens vierzehn Tage nach Aufhebung der Aussperrung abgeschoben sein. Die deutschen Arbeitswilligen Die Firma Seidel u. Naumann in Dresden sucht in dürfen nur beschäftigt werden, soweit dies zur Ausführung der Berlin Arbeitswillige. Den sich Meldenden wird folgendes Schrift. Arbeiten notwendig. Bis zur Einführung des Schichtwechsels muß ftüd vorgelegt: für Nachtarbeit 1 Mart pro Stunde vergütet werden." Hiermit verpflichte ich mich, bei der Firma Aktien- Resolution wurde sofort den Reedern übermittelt. gesellschaft vorm. Seidel u. Naumann, Dresden, zu dem mir bekannten Lohnsatz und Bedingungen in Arbeit zu treten, und erkläre hierdurch, falls ich die Arbeit innerhalb 14 Tagen wieder verlasse, das Fahrgeld und event. Vorschuß wieder zurückzuzahlen oder mir vom Lohn abziehen zu lassen. Dagegen verpflichtet sich die obengenannte Firma, mich auch nach Beendigung des mir bekannten Streites fernerhin weiter zu beschäftigen, falls nicht ein triftiger Grund zu meiner Entlassung borliegt. Nachdem man einen ganzen Tag vor dem Einigungsamt verhandelt hatte, gingen die Parteien auseinander. Die Vertreter der Unternehmer wünschten, daß ihnen bis zum 15. April mitgeteilt werde, ob die Forderung auf Ber- Wir erwarten von den Berliner Kollegen auf das bestimmteste, kürzung der Arbeitszeit zurückgezogen werde oder nicht. Es daß fie jedes Angebot nach Dresden entschieden zurückweisen. wurde vereinbart, daß der bisherige Vertrag so lange Gel- Niemand darf nach Dresden gehen. tung behalten solle, bis die Verhandlungen entweder avgeschlossen oder endgültig als gescheitert anzusehen sind. Gestern, Mittwochabend, hielt der Zentralverband und auch die Freie Vereinigung der Maurer je eine Generalver sammlung ab, um den Mitgliedern Bericht über den Verlauf der Verhandlungen zu erstatten beziehungsweise einen Beschluß herbeizuführen. Die Versammlung des Zentralverbandes der Maurer tagte in der Neuen Welt". Taufende füllten, Stopf an Kopf gedrängt, den weiten Saal und die Galérien. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Thöns des plötzlichen Todes des Genossen Ignaz Auer. Die Versammelten ehrten das Andenken des Verstorbenen in der üblichen Weise. Bur Tagesordnung übergehend, erstattete Thöns ausführlich Bericht über den Verlauf der Tarifbewegung und die Berhand lungen vor dem Einigungsamt. Dann führte er aus: Eine am Montag abgehaltene erweiterte Vertretersizung des Maurerberbandes hat den Beschluß gefaßt, daß die Forderung der Arbeitszeitverkürzung aufrechterhalten werden soll( Bravo!) und die Leitung des Verbandes diesen Standpunkt in der gegenwärtigen Bersammlung zu vertreten hat. Eine Abstimmung soll jedoch in dieser Versammlung nicht vorgenommen werden, sondern in die am Freitag abzuhaltenden Bezirksversammlungen verlegt werden. Heute gelte es nur, die vorliegende Frage zu diskutieren. Die Situation sei ernst. Das Festhalten an der Forderung bedeute den Kampf, der mit aller Energie durchgeführt werden müsse, wenn die Abstimmung der Mitglieder im Sinne des Standpunktes der Vertretersizung ausfällt. Im übrigen ist den Darlegungen des Referenten noch zu entnehmen, daß die Unternehmer ihre grundsäbliche Ablehnung der Arbeitszeitverkürzung damit begründen, der Achtstundentag sei eine sozialdemokratische Forderung. Die Verhältnisse im Baugewerbe lagen in gesundheitlicher Hinsicht so günstig, daß eine Verkürzung des Neunstundentages nicht begründet sei. Diese Auffassung haben die Arbeitervertreter vor dem Einigungsamt widerlegt mit dem Hinweis, daß die Verkürzung der Arbeitszeit eine kulturelle Forderung ist, deren Durchführung für das Baugewerbe auch aus gefundheitlichen Gründen geboten ist. Die Diskussionsredner in der Versammlung behandelten fast ausschließlich diese Frage und vertraten den Standpunkt, daß man an der Forderung des Achtstundentages festhalten müsse, die geschäftliche Konjunktur sei günstig genug, daß man wegen dieser Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. berg, Rigdorf, Richardstr. 116, befinden sich die Kollegen im Achtung! Im Emaillierwerk eingärtner u. Winter Streit. Der Zuzug ist streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Aussperrung der Dachdecker. Mehr als 1000 Dachdecker sind gestern abend entlassen worden, die in 220 Betrieben beschäftigt waren. Die Arbeitgeber hatten befanntlich den Beschluß gefaßt, ihre Werkstellen am Donnerstag zu schließen und sämtliche Gesellen zu entlassen, im Fall die Ausständigen nicht die Arbeit bis Dienstag zu den bisherigen Bedingungen wieder aufgenommen haben. Die Arbeitnehmer haben diesen Beschluß mit einer weiteren Arbeitsniederlegung in den beiden namhaftesten Betrieben beantwortet. Damit war die Ausperrung sämtlicher Dachdeckergesellen Groß- Berlins gegeben. Die Hülfsarbeiter sind nicht mit ausgesperrt und arbeiten vorläufig weiter. Diese werden am Sonntag zur Aussperrung der Gefellen Stellung nehmen. Die streikenden Landschaftsgärtner bersammelten sich am Dienstagabend in Miethes Festfälen, um den Bericht über den Stand des Streits entgegenzunehmen. In der Streitliste stehen jetzt 465 Namen verzeichnet. 63 Firmen haben die Forderungen bewilligt; die Bereinigung der Unternehmer aber hat noch fein Zeichen des Entgegenkommens gegeben. Zur Erklärung der Situation, in welche die Unternehmer geraten sind, haben sie ein Flugblatt herausgegeben, worin sie den" Herrschaften" erzählen, daß die Gehülfen ganz unberechtigte Forderungen erheben und daß Stunden seien notwendig, und dabei könnten die Gärtner bis zu der Neunstundentag im Gärtnergewerbe undurchführbar sei. Behn 5,50 M. pro Tag verdienen. Es seien auch genügend Arbeitswillige vorhanden, die sich aber durch die Furcht vor den Streifenden nicht hervorwagten. Der bestehende Kampf um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird hingeftelt als eine Machtfrage zwischen den Unternehmern und den organisierten Gärtnern. Der Inhalt dieses Flugblatts wurde von Samrowski und anderen Rednern gebührend gewürdigt. Die Die Beendigung der Aussperrung im Schneidergewerbe ist beschlossen und nun wohl auch bereits zur Tatsache geworden. Zwar haben nicht, wie die gestrige Meldung einer Zeitungskorrespondenz" besagte, in München Verhandlungen zwischen den Zentralvorständen des Arbeitgeberverbandes und des Schneiderverbandes stattgefunden, aber gleichwohl ist ein Uebereinkommen erzielt worden, das dem Kampfe ein Ende macht. Vertreter der Berliner Arbeitgeber waren in München, um bei ihrem Zentralborstand für die Berliner Gruppe des Arbeitgeberverbandes Verhandlungen mit der Gehülfenorganisation möglich zu machen. Der notwendig, daß gleichzeitig in allen Streit- und AussperrungsBentralvorstand der Arbeitgeber hielt es dann aber offenbar für orten eine Ginigung angestrebt werde. Dann fand am Dienstag in Berlin eine Besprechung der Berliner Arbeitgeber mit den Vertretern des Schneiderverbandes statt und hier tam nach telegraphischer und telephonischer Verständigung mit dem Zentralvorstand der Arbeitgeber folgende Vereinbarung zustande: 1. Die Streits und Aussperrungen werden beiderseits am Mittwoch allerorts aufgehoben und die Arbeit wird am Donnerstag früh aufgenommen. 2. Etwaige Unebenheiten der von den Arbeitgebern vorgelegten Tarife und andere örtliche Tariffragen werden zwischen ben Filialen des Schneiderberbandes und den Ortsgruppen des Arbeitgeberberbandes in dieser Woche friedlich und ohne weitere Machtanwendung beigelegt. 3. Maßregelungen finden unter gegenseitiger Verbürgung nicht statt; noch am Blaze befindliche Gehülfen kehren zu ihren früheren Arbeitgebern zurück und müssen wieder eingestellt werden. Boraussichtlich wird die heute abend stattfindende Versammlung In Berlin haben die Verhandlungen gestern bereits begonnen. Boraussichtlich wird die heute abend stattfindende Versammlung der Gehülfen über die Wiederaufnahme der Arbeit beschließen. Die Malergehülfen in Colmar befinden sich infolge höherer. ohn forderungen im Ausstande. Einige wenige Arbeitswillige sind an der Arbeitsstelle taſerniert, werden bei Ausgängen zur Verfügung gestellt. von der Gendarmerie„ beschützt" und erhielten vom Militär Betten Achtung, Linoleumarbeiter! Wegen Nichtbewilligung von For derungen und Aussperrung eines Teils der Arbeiter befinden sich die Arbeiter der Linoleumfabrik„ Schlüsselmarke" im Ausstand. Zuzng nach Delmenhorst ist streng fern zu halten. Eingegangene Druckschriften. Die Firma Köhler in Steglib hat auf dem Plaze der Armee- und Marine- Ausstellung in Friedenau viele Gärtner be= Die preußische Polenpolitik von H. Gonz. Preis geh, 1,50 M. schäftigt, und die Streifleitung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verlag Rütten u. Loening, Frankfurt a. M. dagegen vorzugehen, um die Firma zum Nachgeben zu bewegen. Die Bauarbeiter der Ausstellungsgebäude zeigten sich sehr bereit. willig, den streifenden Gärtnern und zu gleicher Zeit den streitenForderung einen Stampf mit Aussicht auf Erfolg führen könne.den Leitergerüstbauern ihren Beistand zu leisten. Durch die Bau- Letzte Nachrichten und Depeschen. Mit Nachdruck wurde hervorgehoben, daß sich die Arbeiter deputierten sind entsprechende Forderungen an die Bauleitung gewohl mit der 8% stündigen Arbeitszeit begnügt stellt worden. Verhandlungen find im Gange. Die Versammelten haben würden, wenn sich die Unternehmer in nahmen mit Befriedigung davon Kenntnis; sie machten große Verhandlungen über diesen Puntt eingelassen Augen, als Kamrowsti ihnen mitteilte, daß die Zimmerleute in der hätten. Da sie dies ablehnten, tamen die Arbeitervertreter aber Ausstellung nur 8 Stunden pro Tag, bei einem Stundenlohn von nicht in die Lage, einen vermittelnden Vorschlag zu machen. Wenn 90 Pf., arbeiten, und die bescheidenen Forderungen der Gärtner jezt der Kampf um den Achtstundentag aus dagegen hielt. brechen sollte, so ist das nur dem grundsätzlich ablehnenden Standpunkt der Unternehmer zu zuschreiben. Die zahlreichen Diskussionsredner waren alle darin einig, daß man dem Verlangen der Unternehmer nicht nach kommen solle. Einmütig wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Abstimmung am Freitag für Aufrechterhaltung der Forderung des Achtstundentages ausfallen möge. In seinem Schlußwort betonte Thöns, wenn die Abstimmung sich für den Kampf entscheidet, dann wird selbstverständlich die Verbandsleitung hinter den KolTegen stehen und alle Mittel anwenden, um den Kampf zum Siege zu führen. Auf Beschluß der Leitung treten vom Montag ab die Unterstüßungssäge des Ortsstatuts außer Kraft, an deren Stelle treten die im Verbandsstatut angegebenen Unterstüßungsfäße. Die Streifleitung ermahnte zugleich die Arbeiter, sich den Arbeitswilligen gegenüber nicht zu Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen; man erringe mehr, wenn man ruhig, aber zähe und energisch sein Ziel berfolgt. Den Verheirateten wurde eine Erhöhung der wöchentlichen Unterstüßung zugebilligt. Das sonnige Wetter begünstigt den Streit der Gärtner sehr; die Aufträge häufen sich überall, und mancher Unternehmer, der nicht bald Frieden macht, wird später vielleicht vergebens tüchtige Gärtner suchen. Firmen Hans mann und wenzel den Tarif nach Verhandlung Zum Streik der Leitergerüstbauer ist zu berichten, daß die mit der 2ohnkommission unterschriftlich anerkannt haben. Demnach erhalten daselbst die Poliere 85 Pf. und die Rüfter 70 Bf. pro Stunde. Nachtarbeit wird wie im Entwurf festgelegt bezahlt. Diejenigen Poliere und Rüster, welche bei Firmen arbeiten, die bewilligt haben, sind im Besitz einer Ausweiskarte, welche auf der In der außerordentlichen Generalversammlung des Drts- Rückseite den Verbandsstempel trägt. Alle diejenigen in Arbeit bereins der Freien Vereinigung der Maurer, die Kellers großen stehenden Rüstarbeiter, welche sich nicht im Besiz dieser Karte be= Saal bis auf den letzten Platz füllte, berichtete Gehl über die finden, sind als Arbeitswillige zu betrachten. In der MarineVerhandlungen. Der Verband der Baugeschäfte hat es zwar von ausstellung zu Wilmersdorf hat die Firma W. Arndt u. Co. die Anfang an abgelehnt, Vertreter der nicht am Abschluß des alten Rüstarbeiten auszuführen. Da diese Firma bis dato noch nicht Vertrages beteiligten Freien Vereinigung zu den Verhandlungen bewilligt hat, nahmen die in der Marineausstellung tätigen zuzulassen, doch haben sämtliche in Betracht kommenden Gewerk- Bimmerer, Maler und anderen Bauhandwerker im Interesse ihrer schaften bei dieser Bewegung in vollem Einverständnis gemein- eigenen Sicherheit Stellung zu der Frage und forderten, daß die sam gehandelt, und demgemäß waren auch die Vertreter der Arbeitswilligen der Firma Arndt u. Co. die Räume der Ausstellung Freien Bereinigung über den Ausgang der Verhandlungen unter- berlassen. Es tam infolgedessen zu Verhandlungen zwischen Arndt richtet. Der Redner gab einen fachlichen Bericht über die Lage, und dem Bauführer, die zu einer Einigung nicht führten. Daraufforderte die Versammlung zu gründlicher Prüfung der Verhält- hin mußten die Arbeitswilligen die Ausstellung verlassen. Falls niffe auf, sprach aber die Ansicht aus, daß in der gegenwärtigen die Firma bis Mittwochabend eine Einigung mit ihren Beuten nicht Situation fein Grund vorliege, die Forderung der Arbeitszeit- herbeigeführt hat, sollen die Rüftarbeiten einer Firma übertragen berkürzung zurückzuziehen. Sämtliche Diskussionsredner werden, die sich durch Bewilligung der Forderungen ihre geübten äußerten sich im selben Sinne. Leute erhalten hat. Mit allen gegen nur 2 Stimmen wurde folgende Resolution Achtung, Zementierer! Die Zementierer und Arbeiter der Braunangenommen: Die heute, am 10. April 1907, in Frehers Festfälen, schweiger Firma Dreudhahnu. Sudhop, welche in Spandau Koppenstraße 29, tagende außerordentliche Generalversammlung auf Montage beschäftigt find, haben sich mit ihren Braunschweiger der Freien Vereinigung der Maurer Deutschlands, Ortsverein Kollegen solidarisch erklärt und legten alle Mann am 8. d. M. Berlin, nimmt Kenntnis von dem negativen Erfolg bezüglich die Arbeit nieder. Es handelt sich hierbei um Lohnforderung und der Verhandlung zweds Festlegung der Lohn- und Arbeitsbedin Anerkennung der Organisation. Zuzug von Zementarbeitern nach gungen für das Jahr 1907 in unserem Gewerbe. Spandau ist strengstens fernzuhalten. Verband der Fabrit, Land-, Hülfsarbeiter. Die Drtsverwaltung. Deutfches Reich. Die Versammelten sind der Meinung, daß bei einem Entgegenkommen der Arbeitgeber einer friedliche Lösung dieser tiefernsten Frage auf der Grundlage beiderseitigen Entgegentommens sehr leicht möglich, ja sogar wahrscheinlich war. Eie tönnen die Gründe der Arbeitgeber bezüglich der Die Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes im Hamburger brüsten Ablehnung der von uns geforderten Verkürzung der Arbeitszeit nicht als akzeptabel gelten lassen, sondern sind nach wie vor der Meinung, daß die Verkürzung der Arbeitszeit unter Würdigung aller dafür angeführten Gründe eine wirtschaftliche Notwendigkeit geworden ist. Hafen. Freispruch im Spionageprozeß Barthmann. Leipzig, 10. April.( W. T. B.) Nach Wiederherstellung der Deffentlichkeit der Verhandlung plädierte der Staatsanwalt, der erklärte, der Angeklagte habe sich des Verfuchs eines Verbrechens gegen§ 3 des Spionagegesetzes und bezüglich eines Punktes des vollendeten Verbrechens schuldig gemacht. Der Verteidiger beftritt dies und plädierte auf Freisprechung. Der Angeklagte stellte in einem Schlußwort jegliche Schuld in Abrede. Das Reichsgericht sprach den Angeklagten frei mit der Begründung, daß die Absicht des Angeklagten, militärische Geheimnisse zu verraten, nicht nachgewiesen sei.( S. a. unter Politik.) Abgestürzte Bauarbeiter. gestern nachmittag, als man damit beschäftigt war, eine 3 Zentner Mannheim, 10. April.( B. H.) Auf einem Neubau brach schwere Baltonplatte in der Höhe des dritten Stockwerts zu be festigen, ein Gerüsthebel. Die Platte stürzte in die Tiefe und riß vier Maurer mit sich. Alle vier wurden schwer verletzt nach dem Krankenhause übergeführt. der Eine Proklamation der sozialistischen Partei. Paris, 10. April.( W. T. B.) Der Nationalrat sozialistischen Partei richtet an die Arbeiter Frankreichs eine Kundgebung, in der gegen die Haltung der Regierung gegenüber den Berufsverbänden der Beamten Einspruch erhoben wird und bie Arbeiter aufgefordert werden, ihrer Entrüstung öffentlich Ausbruck zu verleihen. Wahrung der Rechte der Duma. duma, Golowin, hat die Mitteilung des Ministerpräsidenten Petersburg, 10. April.( W. T. B.) Der Präsident der Reichs= Stolypin betreffend die Beziehungen der Ausschüsse der Duma zu den lokalen Selbstverwaltungsorganent mit einem Schreiben beantwortet, in der er ihm um Mitteilung ersucht, auf Grund welcher Gesetze der Ministerpräsident solche Anfragen an den Bräsidenten der Duma richten könne. Das Gesetz über die Reichsduma enthalte einen Artikel 33, der der Duma das Recht gebe, die Minister wegen ungefeblicher Handlungen zu interpellieren. Es bestehe aber kein Artikel, der den Ministern das Recht gebe, Interpellationen an die Duma oder deren Präsidenten zu richten. Opfer des Zarismus. Riga, 10. April.( B. H.) Heute früh wurden die drei Revolutionäre Rosenbach, Barischewski und Hanschkinewitsch standgerichtlich erschossen. Die Situation in Lodz. Lodz, 10. April.( W. T. B.) Die Unruhen dauern noch fort. Wir erhalten folgendes Privattelegramm: Gestern wurde die hiesige Station der Warschau- Kalischer Bahn Hamburg, 10. April. An der Verhandlung mit den Reedern von 20 Bewaffneten überfallen. Sie umzingelten einen Waggon, nahmen außer anderen Ballin, Döring vom Hafenarbeiter- in dem sich eine Militärpatrouille befand; die Schildwache schoßz; Aus diesem Grunde muß es den Arbeitgebern überlassen verbande und Reichstagsabgeordneter Hedscher teil. Das Er- die Räuber ergriffen die Flucht und erwiderten dabei die Schüsse. bleiben, die Verantwortung für die schweren Folgen, welche durch gebnis derselben wurde in einer Riefenversammlung der Schauerben konsequent ablehnenden Standpunkt ihrerseits bezüglich leute mitgeteilt. Die Reeder wollen die. deutschen Arbeitswilligen, unferer Forderungen eventuell hervorgerufen werden, zu tragen. Ein großer Erfolg. Tanger, 10. April.( W. T. B.) Raisuli hat fünf seiner Neger= Die Versammelten find der Ansicht, unbedingt an einer Ber- soweit wie möglich, hier behalten, die Fremden soweit wie möglich ab- frauen in Tazerut zurückgelassen, wo dieselben jetzt von der Mahalla fürzung der Arbeitszeit in unserem Gewerbe festhalten zu müssen, schieben, aber nur, wenn sich die hiesigen Arbeiter durch ihre Organisation ergriffen wurden. Die Frauen sind nach Tanger gebracht worden und lehnen deshalb das Ansuchen der Herren Arbeitgeber, die verpflichten, mit Nichtorganisierten zusammenzuarbeiten, und jede Stö- und werden in der Kasbah gefangen gehalten. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.:.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr, u. Verlagsanftel Raul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 84. 24. Jahrgang. I firilnjt Des Jorrairts" Kerlim WksM Donnerstag, tl. Apnl l9l)7. Rcichatzq. 26. Sitzung vom Mittwoch, den 10. April 1907, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: Graf v. Posadowskh, Freiherr v. Stengel. Präsident Graf Stolbcrg: Ich erkläre die Sitzung für eröffnet. Meine Herren, wir haben schmerzliche Verluste erlitten: Am 25. März dieses Jahres verschied der Abg. Prinz v. A r e n b e r g, der dem Hause seit 17 Jahren ununterbrochen angehörte, und zwar für den ersten Wahlkreis des Regierungsbezirks Aachen. Heute früh verschied unser langjähriger Kollege Auer; er gehörte dem Reichstag an während der dritten Legislaturperiode 1877/78 für den 22. Wahltreis des Königreichs Sachsen, ferner für die vierte Legislaturperiode und dann von 1890 ab für den 17. Wahlkreis des Königreichs Sachsen. Sie haben sich zu Ehren der Verstorbenen von den Plätzen erhoben; ich stelle das fest. Auf der Tagesordnung steht die erste und eventuell zweite Be- ratung betreffend den Gebührentarif für den Kaiser Wilhelm-Kanal. Die Ermächtigung zur Festsetzung dieser Gebühren ist dem Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrat überlassen, und zwar bis zum 30. September 1907. Die verbündeten Regierungen schlagen vor, diese Ermächtigung auf fünf Jahre zu verlängern. Abg. Dr. Görck snatl.) bittet, bei der bevorstehenden Ver- breiterung des Kanals den Tarif möglichst ungeändert zu lassen Auch sei es bielleicht richtig, die Verwaltung des Kanals der Marine Verwaltung zu übergeben. sBravo I bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Leonhart lfrs. Vp.): Ich möchte zu erwägen geben, ob nicht die erhöhten Gebühren in der Zeit vom Oktober bis März fallen gelassen werden könnten. Auch der Fährbetrieb sollte umsonst sein. Ferner wäre es im Interesse des Handels angebracht, das staatliche Schleppmonopol abzuschaffen. sBeifall bei den Freisinnigen, Graf v. Posadowskh: Der Fährbetrieb kostet setzt schon dein Reiche jährlich 370 000 M., er kann also nicht noch billiger werden. Das staatliche Monopol für die Schleppschiffahrt wird um so not- wendiger sein, je größer der Verkehr auf dem Kanal wird. Der Anregung, die Kanalverwaltung dem Marineamt zu übergeben, würde ich bei dem großen Umfange meines Ressorts gern Folge geben doch erscheint es mir zweifelhaft, ob die Handelsinteressen dabei ge- wahrt blieben. Abg. Dr. Kirsch(Z.) bittet um Aufklärung über die bevorstehende Kanalerweiterung. Abg. Dr. Hahn(B. d. L.) befürwortet die Vorlage. Graf v. Posadowskh: Die einzelnen vorgebrachten Beschwerden wurzeln zum Teil in den technischen Verhältnissen des Kanals, die zurzeit unabänderlich sind. Mit der Erweiterung des Kanals werden viele dieser Klagen verschwinden; doch ist für dieses Projekt ein Zeitraum von acht Jahren erforderlich. Damit schließt die erste Beratung. In der zweiten Beratung wird der Gesetzentwurs debattelos angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Etats. Sie beginnt beim Etat des Reichamts des Innern, und zwar mit dem Titel.Gehalt des Staatssekretärs". Mg. Trimborn/z Stunden verkürzt, während gleich- zeitig die Löhne um 8 Centimes auf die Stunde erhöht wurden. Ein Pensionsfonds besteht bereits seit 1903. Nun beschloß die Generalversammlung, auch einen Hinterbliebenenfonds für die Arbeiter zu gründen, aus dem Witwen und Waisen Unterstützung erhalten. Irgendwelche Beiträge dazu werden den Arbeitern nicht abverlangt. Im Jahre 1906 sind aus der Volksdruckerei mehr als 16 Millionen Exemplare von Zeitungen, Zeitschriften, Flugblättern, Programmen, Broschüren usw. hervorgegangen. Die Produktion wird jedoch immer mehr steigen. Namentlich soll dem sozialistischen Buchhandel noch weit mehr Beachtung zu teil werden als bisher, um neben den allgemeinen Agitationsschriften auch mehr für Werke zu sorgen, die ein tieferes Verständnis des Sozialismus vermitteln. polireUiches, gerichtliches ufw, Ein Boykottprozeß wird demnächst die Mülhauser Gerichte beschäftigen. Zwei Wirte haben die Klage gegen die „Mülhauser Bolkszeitung" und den Vorstand des sozialdemokratischen Vereins auf Schadenersatz von 3000 M. eingeleitet. Sie hatten ihre Säle bei den Reichstagswahlen der sozialistitchen Partei nicht zur Verfügung gestellt, worauf diese den Boykott über sie verhängte. Hinter den Wirten steht die Wirte- innung, welche im Falle des Unterliegens derselben die Kosten des Prozesses trägt. Unser Parteiblatt bemerkt zu diesem eigenartigen Prozesse unter anderem folgendes: „Vom juristischen Gesichtspiinkte aus können die Beklagten der Gerichtsentscheidung mit Gemütsruhe entgegensehen: es liegen ReichsgerichtSentscheidungen vor, ive�e einen Boykott unter den Um- ständen, wie sie hier gegeben sind, durchaus gerechtfertigt erscheine« lassen, und daß der Prozeß erforderlichenfalls bis zur höchsten Instanz geführt werden wird, dafür wird man schon wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Frage sorgen. Ein ander Ding ist es mit der politischen Seite der Sache: Die Wirte-Jnnung läßt es ruhig ge- fchehen, daß durch den Militärbohkott, wo bekanntlich nicht ein Beschluß freier Männer, sondern ein Befehl der Spitzen einer Organisation nnt schweren Bestrafungen des einzelnen im Zuwider� Handlungsfalle vorliegt, gegen ihre Mitglieder vorgegangen wird, — da war von gerichtlicher Schadenersatzklage noch nie die Rede; wenn aber eine politische Partei, deren viele Tausende von An- hängern die hauptsächlichste Kundschaft der Mehrzahl der Wirte Mülhausens bilden, zur Abwehr gegen die dem Grundsatze der Gleichberechtigung ins Gesicht schlagende Saalverweigerung den Boykott gegen die so handelnden zwei einzelnen Wirte aus- spricht, so wird aus Vereinsmitteln gegen diese politische Partei auf Schadenersatz geklagt I Die Wirte-Jnnung wird zufrieden sein könen, wenn sie sich bei diesem Prozesse nicht schwer die Finger verbrennt."_ Der Hut als Plakatsäule. Die„München er Post" schreibt: Bei Gelegenheit der Wahlen zur Ortskrankenkasse stellte sich vor dem Wahllokale in der Schul- baracke an der Thalkirchenerstraße der Schlosser Spindler als Zettel- Verteiler auf. Er hatte sich auf den Hut ein Stück Karton mit der Inschrift:„Wählt keine Streikbrecher I" gesteckt. Er wurde nun wegen Uebertretung des Ausführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung, Artikel 12, vor den Kadi zitiert. Artikel 12 bedroht das Anschlagen, Anheften oder öffentliche unentgeltliche Verteilen von Bekannt- machungen, Plakaten oder Aufrufen auf Straßen oder öffentlichen Plätzen mit Strafe. Das Schöffengericht hielt den Tatbestand der Uebertretung für gegeben. Der Aufruf auf dem Hute habe sich an die Allgemeinheit gewendet und sei durch die Art seiner Anbringung als öffentlich ausgestellt zu erachten gewesen. Das Schöffengericht verurteilte daher die wandelnde Plakatsäule zu zwei Mark Geldstrafe oder einen Tag Haft. Das Urteil könnte Weiterungen nach sich ziehen. Schließlich ist ja auch ein Vereinszeichen, z. B. das Edel- weiß des Alpenvereins, nichts anderes als eine Reklame und birgt die Aufforderung in sich: Tretet dem Alpenverein bei I Wer sich in Zukunft das Edelweiß an den Hut steckt, wird gut tun, sich das „Plakat" zuvor polizeilich abstempeln zu lassen. Nachdem durch das Gericht der Hut als Plakatsäule erkannt wurde, wird sich auch der Sprachgebrauch des Ausdrucks bemächtigen. In den Theatern wird man zukünftig lesen: Die Damen werden ersucht, ihre Plakatsäulen abzunehmen, in den Schulhäusern werden unsere Kleinen unter den Sprichwörtern lesen: Mit der Plakatsäule in der Hand kommt man durchs ganze Land, und die besorgte Mutter wird von nun an trachten, das Töchterchen unter die Plakatsäule zu bringen. Plakat- säule ab vor unserer Rechtsprechung I Huö Industrie und Rande!* Schiffahrtsabgaben. Der preußischen Junker Verkehrsfeindschaft hat uns wie so viele andere bittere Gaben auch die drohende Einführung von Schiffahrtsabgaben gebracht. Die preußische Regierung, die sich stets als Hausknecht des Junkertums fühlte, hat sich natürlich, trotz der entgegenstehenden staatsrechtlichen und wirtschaftlichen Folgen, auch in dieser Frage für die Junker engagiert. Mit den wirt- schaftlichen Folgen der geplanten Maßregel gegen Handel, Verkehr und Industrie beschäftigt sich in zwei Artikeln das„Zentralblatt der Hütten- und Walzwerke". U. a. wird ausgeführt: „Für die ganze süddeutsche Industrie ist die Abgabcnfreiheit auf den Wasserstraßen das Mittel gewesen, durch welches diese Be- zirke gleichsam an das Meer herangerückt und in den Weltverkehr hineingestellt worden sind. Der billige Transport zur See und von der See glich die Exportchancen der nord- und süddeutschen In- dustrie einigermaßen aus. Schiebt man hier neue Hemmungen ein, so stört man nicht nur das wirtschaftliche Gleichgewicht, sondern verletzt auch politische Interessen und Empfindungen in einer Weise, die sich vielleicht sehr bitter rächen kann. Es ist freilich die Eisen- industrie direkt an diesen Fragen weniger beteiligt. Die Holzstoff-, Zellulose- und Zementindustrie hat das größere Interesse, nicht vom Meer abgeschnitten zu werden, aber es bedarf keines Wortes darüber, daß eine Benachteiligung der übrigen Industriezweige auch auf die Eisen- und Maschinenindustrie unmittelbar zurück- wirken würde. Für den Ausgleich zwischen Nieder- und Ober- deutschland kommt ganz besonders der Transport für das über- seeische Getreide in Betracht. Nach Duisburg zum Beispiel würde bei Einführung der Schiffahrtsabgaben auf dem Rhein das aus- ländischc Getreide noch immer heraufkommen, ohne daß die Abgabe empfunden wird. In Mannheim würde schon ein sehr erhebliches Plus(von ca. 50—60 Pf.) herauskonimen, und weiter hinauf noch mehr. Durch die Verteuerung des Getreidetransportes würde also eine Verschiebung der Lohnverhältnisse und damit der Konkurrenz- bedingungen eintreten, deren Tragweite sich noch garnicht über- sehen läßt. Diese unliebsame Differenzierung springt am deutlichsten ins Auge, wenn man sich vorhält, daß z. B. der Düsseldorfer Hafen bei einem Verkehr von 1200 000 Tonnen nur 40 000 Mk. an Schiffahrtsabgaben zu zahlen hätte, während auf Stratzburg bei der kleineren Verkchrsmcnge von 800 000 Tonnen schon 200 000 Mt. Abgaben entfallen würden. Die Industriezweige, welche an den Nebenströmen domiziliert sind, werden einer stärkeren Belastung ausgesetzt. Ein 600 Tonnenschiff wird von Stuttgart bis"zur Neckarmündung 3— 400 Mk. zu zahlen haben. Was vom Rhein gilt, läßt sich in gleichem Maße von der Elbe sagen. Hier würde unter gewissen Verhältnissen die vorgeschlagene Schiffahrtsabgabe 9— 18 Proz. der jetzigen Fracht ausmachen. Bei einem Abgabesatz von 0,07 Pf.— bis zu welcher Höhe die Regierung sicher fortschreiten wird— würde für den Umschlagsverkehr- in Wallwitzhafen die Schiffahrtsabgabe 150 000 Mk., für Riesa 216 000 Mk. und für Dresden 200 000 Mk. jährlich betragen. Man bedenke, daß auf der Elbe der �Talverkehr im Jahre.1905 über 23 Millionen Meterzentner, die Bergfahrt beinahe 6 Millionen Meter» zentner und der Floßverkehr über 4 Millionen Meterzentner um» faßt hat. „Insbesondere würden die reinen Walzwerke in ihrem Weit- bewerb gegen die �kombinierten Werke noch ungünstiger als bisher gestellt werden, wenn sie für den Bezug der Kohle und anderer Massengüter, von deren Erzcugungsstelle sie ja meistens weiter entfernt liegen als die gemischten Betriebe, erhöhte Transport- kosten zu zahlen hätten. Des weiteren aber würden die Walzwerke alle direkten und indirekten Nachteile, die wir oben auf- gezählt haben, in ganz besonderer Weise empfinden. Es wäre da- her durchaus angebracht, wenn noch jetzt, allerdings in zwölfter Stunde, die Vertretungen der Walzwerksindustrie ebenso wie anderer, besonders gefährdeter Industriezweige ihre Stimme zu einem kraftvollen Protest gegen die geplante Neuerung erheben würden. Hier darf nicht von Vergleichen und Kompensationen die Rede sein! Will man selbst über die„Kleinigkeit" dieser Schiffahrtsabgabcn hinweggehen, so erinnere man sich daran, daß die Verkehrsfrciheit ein Prinzip ist, an dem man nicht ungestraft rüttelt. Gerät dieser Grundsatz erst ins Wanken, dann ist nicht abzusehen, wo das Ende ist! Dem reaktionär-agrarischen, Verkehrs- feindlichen Geiste, der diesen Plan geboren hat, ist das Schlimmste zuzutrauen. Hier muß beizeiten ein Halt geboten werden, hier gilt mehr wie überall der Satz„pnncipiis obsta, sträube dich gleich im Beginn, zu spät wird bereitet der Heiltrank!"— Patriotischer Bodeuwucher. Apotheker Umbreit in Posen, der vor fast zwei Jahren das 854 Morgen große Rittergut Fürstenau aus deutscher Hand für 248 000 M. gekauft hat, hat jetzt nach dem„B. T." das Gut wieder an einen Herrn Powalewski aus der Hohensalzaer Gegend verkauft. Ftk den Morgen wurden 378 M. bezahlt. Also in zlvei Jahren 80000 M. Profit. Es lebe die nationale Polcnpolitil" I � Dividtttde«. Die Berlin-Anhaltische Maschinenvau-Gesellschast erzielte nach ihrem Jahresberichte für das Geschäftsjahr 1906 einen Reingewinn von 1445 659 M. gegen 995 392 M. im Vorjahre. Die Dividende wird von 12 auf 14 Proz. erhöht.— Die General- Versammlung der Breslauer Wagenbau-Akt.-Ges. Linke setzte die Dividende auf 18 Proz. fest.— In der Generalversammlung der Dresdener Gasmotorenfabrik vorm. Hille wurde die Dividende auf 11 Proz. festgesetzt.— Die Papierbesitzer A.-G. sür Anilinfabrikation erhalten wiederum 22 Proz.— Die A.-G. KnpperSbusch u. Söhne, Herdfabrik, Schalke, bringt für 1906 14 Proz. Dividende heraus.— Der Bruttogewinn der Schlesischen A.-G. für Bergbau- und Zink- hüttenbetrieb bettägt 9 192 679 M.(i. V. 7 784 877 M.). Aus dem Reingewinn von 6 334 649 M.(i.V. 5 719116 M.) werden W Proz. (i. V. 21 Proz.) Dividende zur Verteilung gebracht. Soziales. Die Jahresversammlung der Freien Bereinigung von OrtS, i Krankenkassen im Regierungsbezirk Wiesbaden fand letzten Sonntag in Marburg statt. 62 Delegierte ver- traten 26 Orts-Krankenkassen mit 173 502 Mitgliedern. Um bei Stellungnahme zu Gesetzesvorlagen, Wahlen zur Versicherungs» anstatt usw. stets in enger Fühlung zu sein, beschloß die Versamm* lung einstimmig, die Vereinigung auf die ganze Provinz Hessen« Nassau auszudehnen. Eine lebhafte Debatte zeitigte der zweite Punkt der Tagesordnung: Durchführung der Tarifgemeinschaft zwischen dem Zentralverbanbe der OrtS-Krankenkassen Deutschlands und dem Verbände der Berwaltungsbeamtrn. Mehrere Delegierte sprachen gegen die Tarifgemeinschaft, die überwiegende Majorität war jedoch für dieselbe.— G r ä f- Frankfurt a. M. kritisierte nun das Urteil des Landgerichts Berlin in der Klage des Magistrats gegen die Kanfmanns-Krankenkaffe auf Erstattung der Delegations- kosten. In dem Urteil wird gesagt, daß die Kässcndelegierten meistens nur ihrem Vergnügen nachgehen, wenn sie derartige Kongresse besuchen, und als„einfache Leute" auch gar nicht die Verhandlungsmaterien begreifen würden. Der entschiedene Protest der Jahresversammlung gegen den Tenor des Urteils kommt in nachstehender, einstimmig angenommenen Resolution zum Ausdruck: „Die heutige Versammlung der Orts-Krankenkassen der Pro» vinz Hessen-Nassau protestiert gegen die im Urteile des königlichen Landgerichts Berlin vom 12. Januar d. I. enthaltenen Be- merkungcn, daß Kassendelegierte„meist mehr auf ihr Vergnügen bei dem Besuche der Jahresversammlungen, Kongresse usw. auS sind", daß sie ferner zu„einfache", also ungebildete„Leute" seien, die auch die zur Beratung stehende Materie nicht begreifen oder verstehen können, da solche abfälligen Zensuren den Tatsachen Widersprechen und auch den Gerichten gar nicht zustehen.� � Umgehung der Bäckereiarbeiter-Berorbnung. Im Weinrestaurant von Kempinski in der Leipzigerstraße zu Berlin, einem der größten seiner Art, befindet sich die eigene Bäckerei der Firma, in der außer dem Werkmeister 6 Gesellen und die nötigen Hülfspersonen beschäftigt werden. Die Bäckerei liegt über der Küche und ist mit dieser durch eine Treppe verbunden. Sie produziert lediglich für den Restaurationsbedarf täglich 17 000 „Knüppel"(Weißbrötchen) und das erforderliche Schwarzbrot. Der! Geschaftsleiter und«Teilhaber der Firma Kempinski, Herr Unger, war wegen Uebertretung der Bundesratsverordnung zum Schuhe der Bäckcreiarbeiter angeklagt worden, weil den Bäckern zu Pfingsten nicht die in der Bundesratsverordnung vorgeschriebene Ruhezeit ge- währt worden war. Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach ihn jedoch mit folgender Begründung frei: Die Bäckerei-Schutz- Verordnung könne hier gar nicht in Betracht kommen. Die Bäckerei der Firma Kempinski, die in der erwähnten Weise mit der Küche zu- sammenhänge, sei dem Küchenchef unterstellt. Der zahle die Löhne, stelle die Bäcker an und entlasse sie. Usber die Bäckerei werde kein besonderes Konto geführt. Es. gebe nur'ein Küchenkonto des Küchenchefs. Die in der Küche und Bäckerei beschäftigten Per- sonen würden als Köche aufgeführt und genössen den Schutz der Gastwrrtschaftsgchülfen. Für die ungestörte Fortführung des großen Äestaurationsbetriebes sei die Bäckerei nötig. Schneller. billiger und frischer könnten die gebrauchten Waren geliefert werden. Die Bäckerei sei als organisch angegliederter Teil des Restaurations- betriebcs der Firma anzusehen. Somit kämen für die hier beschäf- tigten Bäcker nur die Schutzvorschriften für die Gastwirtschafts- angestellten(Bundesratsveroidnung) in Betracht. Die seien abev innegehalten worden. Daraus folge die Freisprechung. Das Kammergericht verwarf die hiergegen von der Staats- anwaltschaft eingelegte Revision als unbegründet. Die Borentschei« dung lasse sich rechtlich nicht beanstanden.— Die mitgeteilte Entscheidung verstößt gegen Wortlaut und Zweck der Verordnung zum Schutze der Bäckeveiarbeiter. Es ist schlechter- dings kein verständiger Grund zu ersehen, weshalb die Arbeiter in einer Bäckerei schutzlos sein sollen, wenn die Backerei einen Teil eines Riesen-Restaurationsbetriebes bildet. Da das Kammergcricht die Verordnung als dahin gerichtet ausgelegt hat, so ist eine Er- gänzung der Verordnung dringend erforderlich. Das Wachstum der Gewerkschaften im Staate New D-rk hat nach den Mitteilungen des neuesten Labor Bulletins in den letzten 10 Jahren riesige Fortschritte gemacht. Die Gesamtzahl der Arbeiter- organisationen wurde durch Labor Bureau Ende September 1906 auf 2420 festgestellt. Diesen waren 398 494 Mitglieder angeschlossen. Das ist aber nicht die Höchstzahl an Mitgliedern, wie die folgende kleine Uebersicht über die Entwickelung seit 1897 zeigt: Im Jahre 1904 war die Zahl der angeschlossenen Arbeiter schon größer als September 1906. In der Folge machten sich aber die Wirkungen der Krise von 1903/4 in einem Rückgang der Mitglieder» zahl bemerkbar, der bis zum März 1905 anhielt. Seitdem ist sie wieder um 24 000 gewachsen(über? Proz.). Den Hauptgewinii ver- zeichneten die Gewerkschaften in den größeren Städten, vor allemin der Stadt New Jork selbst. Die Zunahme rekrutiert sich in erster Linie aus den Arbeitern des Bauwesens und der Steinindustrie, sowie der Maschinisten und Metallarbeiter; einen starken Rückgang führten die Transport- und die Tabakarbeiter herbei.— Die Zahl der in den Gewerkschaften organisierten Frauen ist verhältnismäßig sehr klein, denn sie beträgt bloß 11 625 und wächst nur langsam. WitternngSüderstch» vom 1». April l»07. morgens 8 Uhr. Statt mn Smlwmde. Hamburg Berlin Fraiiss.a.M München Wie» a3 &— s a o? OeUei 763 D 760 ONO 760 O 756 NO 756 O 758,130 Sheitcr 3 bedeckt 4 wolkig 2 wölken! 5 Nebel 1, Regen OK ct. e 1 « h» w s> 4 6 6 7 0 5 Stationen >aparanda P 52 a 5 89= jS| ii 770 WSW Petersburg! 772 WNW Seilitz Merdeen PanS 759 NW 762 O 756 NNO Heller 4 bedeckt t bedeckt 3 wolkig 2 bedeckt l.halb bd. »si ä D S? Hfa 1 2 8 « 6 Wetter-Prognose für Donnerstag, den 11. April 1907. Etwa? kühler, vielfach wolkig, nnt etwas Regen, mäßigen östliche« Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Welterbureau. A.WERTHEIM KONSERVEN Brech- u. Schneidebohnen Dunstfrüchte. Stachelbeeren, Birnen, Heidel- 55 Pf. beeren, Johannisbeeren Glas Gem. Marmelade Dose 25 Pf. Junge Schoten IV Dose 38 Pf. Junge Schoten III Dose 48 Pf. Schoten u. Karotten Dose 60 Pf. Gemischtes Gemüse 1, D. 1.25Mк. Apfelmus/ Dose 58 Pf. Gemischtes Gemüse I Dose 95 Pf., Dose 53 Pf. Kohlrabi in Scheiben in Eimern Dose 25 Pf. Dose 90 Pf. ca. 2 kg 1.20 2.25 Delikatessheringe Schmorgurken Hummer Lachs- Kotelette Aal in Gelee 1 Dose 2.25 Mk. Dose 1.50, 21 Mk. Nordseekrabben D. 70, Ostsee- Bratheringe Bismarck- Heringe Heringe in Aspic Dose 80 Pf. D. 40 Pf. Dose 47 Pf. Dose 5 kg ca. 1/ D. D. in verschiedenen Saucen. Dose 83, 52 Pf. Sardinen in Oel kleine Dose 40 Pf. Marke Dose 70 Pf. Dose 1.25 Mk. SpezialFranzösische Sardinen 47. Pf. Dose 40 Pf. Chancerelles 4 Dose 95 Pf. Amieux Frères 1 Dose 1 Mk- 2 Dose 1.65 Besonders preiswert: Stangen- Spargel 1/1 Dose extra stark 20-24 Stg. 1.35,% Dose 73 Pf. Prima Stangen- Spargel 20. 1.20,% Dose 65 Pf. 28-30 Stangen- Spargel II 11 Dose 1.10, Riesenbruchspargel Bruch- Spargel Dose 60 Pf. Dose 1.20, Dose 65 Pf. extra stark 1 Dose 1.05, Dose 58 Pf. Spinat Dose 35, Wachsbohnen/ Dose 35 Pf. 1/1 Gemischtes Gemüse I! Karotten in Streifen/ Dose 25 Pf. 1 Dose 58 Pf. Wirsingkohl, Dose 25, Weisskohl, Dose 28 Pf. Erdbeeren in Zucker Heidelbeeren ½ Dose 1.28, G ½ Dose 70 Pf. Dose 52 Pf. Glas Melangefrüchte D.85, Pflaumen in Zucker 48 Pf. Sardinen in Öl kleine Dose 28 Pf KOLONIAL- WAREN Rangoon- Reis Bassein- Reis Java- Reis Viktoria- Erbsen Kleine Erbsen Pfd. 16 Pf. Grosse Bohnen 99 " Mittel Bohnen Kleine Bohnen Gemischtes Backobst 99 24 Pf. 20 Pf. 16 Pf. Globus- Grünkernmehl Paket ca. 1/2 Ko. Paket ca. 1, Ko. 65 Pf. 35 Pf. 99 Pfd. 45 Pf. 20 Pf. Pid. 25, 30, 38 Pf. Pa. glasierte Erbsen Spalt- Erbsen gelb 16 PfPfd. 15 Pf. 19 Pf. Algier- Erbsen( grün, gespalt) ,, Grüne Erbsen Grosse Linsen Mittel Linsen Flageolets Pfd. 30, 52, 70 Pf. Französische Pflaumen Pfd. 35, 40, 50, 60 Pt. Türkische Pflaumen " 16 Pf. 99 28 Pf. 15 Pf. 99 45 Pf. 99 Pfd. 19, 26 Pf. Pa. entsteinte Pflaumen Pfd. 50 Pf. Amerikanische Ringäpfel 38 Pf. 99 70 Pf. 99 Amerik. Bohräpfel Italienische Prünellen 99 Pfd, 42, 50 Pf. Pfd. 50 Pf. 75 Pf. ca. 1 Ko. Beutel 24 Pf. Globus- Hafermehl ca. Ko. Beutel ca. Ko. Beutel 42 Pf. 75 Pf. Paket ca. 12 Ko. Paket ca. 1 Ko. 42 Pf. 22 Pf. Mais- Puder garantiert rein Globus- Tapioca- Naturell Paket ca. Ko. Globus- Suppentafeln Kartoffel, Reis-, Grünkern-, Erbsen-, Linsen, Tapioca- Julienne-, Bohnen-, Gersten-, Gries-, Hafergrütz-, Hausmacher-, Körbet-, Rumford und SagoSuppe Tafel 15 Pf. Globus- Suppentafeln Julienne- Bouillon-, Tapioca- Bouillon-, Mockturtle-, Krebs-, Curry-, Frühlings-Ochsenschweif-, Pilz-, Tomaten-, Wildpret- u. Königinnen- Suppe 24 Pf. Tafel Puddingpulver gefärbt mit Vanille-, Mandel-, Himbeer-, Erdbeer-, Zitronen-, Apfelsinen-, Ananasund Schokoladen- Geschmack 30 Pf. 5 Pakete Rote Grütze gefärbt mit Johannisbeer-, Himbeer-, Erdbeer-, und Kirschen- Geschmack Paket 10 Pf. Façon- Gelee- Pulver gefärbt mit Johannisbeer, Himbeer-, Erdbeer, Ananas- Geschmack Zitronen-, Waldmeister- und 20 Pf. Paket Creme- Pulver gefärbt mit Vanille-, Mandel-, Schokoladen-, Himbeer, Zitronen- u. Ananas- 20 Pf. Geschmack Eis- Pulver gefärbt Paket mit Vanille-, Schokoladen-, Erdbeer-, Himbeer, Zitronen- u. Ananas- 25 Pt. Paket 14 Pfund Packet 50 Pf. Erbswurst mit Schinken 1, Pfund 28 Pf. Geschmack Erbswurst mit Speck 12 Pfund 28 Pf. Vanillinzucker Saucenpulver Vanillinzucker 5 Pakete 30 Pf. 5 Beutel 30 Pf. Deutscher Kakao Pfd. 1.10| Block- Schokolade Pfd. 75 Pf.| Haushalt- Schokoladepfd.80 Pf. Mischung I IV V VI VII Gebrannter Kaffee Pfund 83 Pf. 95 Pf. 1.10 1.35 1.50 1.70 1.90 Ananas 65 Pf Zitronen 33, 40P Pfd. Dtz. Apfelsinen 25, 30, 45, 50P WEIN Moselwein Dtz. Pf. Zervelatwurst Salamiwurst Blut 55 P Pf. Plockwurst Frische Gurken Stück 33 Pf. 1903er Graach.Himmelreich 2 Mk. Fuder 38, Kreszenz Kgl. Gymnasium Trier. 1903 Scharzhofberger, F1, 2 Mk. Fuder 15, Kreszenz Egon Müller. 1903er Piesporter %, Fl. 2.40 Fuder 261. Kreszenz Reichsgräfl, von Kesselstatt. Majorat, Rotwurst Zwiebelwurst in Rinddarm 1.20 Pfund 19 39 1.25 99 50 99\ 1902er Chât. Angludet Cantenac Margaux 1.10 50 Pf. 50 Pf. Obermoseler / F1. 55 Pf. 1905er Burger 70 Pf. 99 1904 Mahringer 75 Pf. 99 1904er Ellenzer 80 Pf. 99 1900 Bing. Mandelgart., Fl. 2 Mk. 1893er Ockenh. Hölle 2.40 1902er Rüdesh. Hinterhs. 2.40 1903er Binger Eisel 2.50 1904er Rüdesheim. Berg 2.50 1903er Scharlachberger 2.80 1903er Hattenheimer 93 99 " " F1. 1.20 1900er Chât. de Parempuyre 1.25 1900er Grand Poujeaux 1.40 1900er St. Emilion ler Cru 1898er Chât. Lanessan 93 1.50 " Cussac 1.60 99 1904er Wormeldinger 90 Pf. 39 1904er Sennheimer 1 Mk. 93 Rheinwein 1904 Zeltinger 1.20 99 1902er Sehl Cochemer 1.35 1904er Bretzenheimer Fl. 90 Pf. / F1. 39 Nussbrunnen$ 3.50 Kreszenz: Freiherr Langwerth von Simmern Bordeauxwein 99 1904er Valwigsberger 1.35 1904er Laubenheimer 99 99 1904er Dhroner 1.40 1901er Niersteiner 1 Mk. 1.10 99 و" 1904er Piesporter 1.50 1902er Rüdesheimer 99 99. 1904er Trabener 1.60 وو 1904er Hallgartner 1.20 1.30 39 1904 Brauneberger 1.80 99 1903er Binger Rochusberg 1.40 1902er Montferrand 1900er Chât. Fronsac 1 Mk. 1900er Chât. Larrivaux Ciss. 1.10 1902er Chât. Talbot d'Aux 1/ F1. 90 Pf. 99 1900er Chât. Cos Labory St. Estèphe 1903er Chât. Latour grand 1900er Chât. Citran grand 1.90 1900er Chât. Branaire Decrû 2 Mk. grand vin 1901er Chât. Giscours 2 Mk. 1898er Chât. La Pigotte Blaignan 1.70 19 vin 1.80 9 vin 99 23 2.20 99 1904 Rübertberger 1904er Enkirch.Stefansb. 2 Mk. 1903er Rauenthaler 1.60 99 وو 99 2 Mk. 1903er Rüdesh. Rottland 1.70 St. Julien( Médoc) 1.10 1900er Blanquefort 1.20. 1898er Margaux Médoc 1900er Chât. Durfort 59 2.30 2.75 99 99 99 Unsere Geschäftshäuser werden um 9 Uhr geöffnet. Rand gesetzl. geschützt Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Snseraienteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärt Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 84. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 11. April 1907. Das Ergebnis der Stadtverordneten- Ersatzwahl. Berliner Nachrichten. Nähmaschinenreisende. in 10 Jahren! Leider ist dabei der Gebäudewert, der sehr erheblich ist, nicht gesondert angegeben, also der reine Bodenwert nicht zu berechnen. Sicher ist dieser ganz folossal gestiegen. Wie diese Steigerung sich vollzieht, sehen wir auch aus einer Feststellung des Magistrats zu Charlottenburg. Er schätzte den Wert des bebauten und unbebauten Landes in der Gemarkung Der Versuch des Berliner Freisinns, den 39. Rom- Es ist morgens 8 Uhr. Vor der Filiale einer bekannten im Jahre 1903 auf 960 Millionen Mark gegen 852 im Jahre 1901. munalwahlbezirk der Sozialdemokratie wieder zu Nähmaschinenfirma Berlin W. stehen 8-10 Männer. Ernste Danach dürfen wir ihn heute auf über 14 Milliarde veranschlagen. entreißen, ist fläglich gescheitert. In der letzten Versammlung Gestalten, fast alle in abgetragener schäbiger Kleidung. Die Bon 1902 auf 1903 war die Wertsteigerung= 54 Millionen Mart. freisinniger Wähler wurde verkündet, ganz Berlin blicke auf Gesichter zeigen durchweg einen müden, stumpfen Ausdruck; In dieser Zeit wurden 127 Neubauten errichtet bis auf 13diesen Wahlbezirk. Nun ist ganz Berlin" durch den Aus- wohl allen hat der verzweifelte Kampf ums tägliche Brot lauter fünfstöckige Häuser. Nimmt man mit der Steglitzer Mietergang des Wahlkampfes belehrt worden, daß des Frei- feinen Stempel aufgedrückt. Es ist ein naßfalter Märztag, zeitung die Bautosten auf durchschnittlich 150 000 m. an, so ergäbe jinns Bemühungen, verlorene Wahlbezirke und fröstelnd drängen sie sich aneinander und tauschen die bas einen Neubauwert bon etwas über 19 Millionen Mark. dritter Abteilung zurüdzugewinnen, ver- Erlebnisse des vorhergehenden Tages aus. Nahezu 35 Millionen verblieben dann als Wert" zuwachs des Bodens eines einzigen Jahres! geblich sind. Hier ist das Wahlergebnis: Abgegebene Stimmen Sozialdemokratie Freisinn • ( 1903) 1907 ( 1725) 2148 • 9 ( 987) 1185 ( 738) 963 Gewählt: Genosse Adolf Ritter. Jezt teilt sich die Gruppe, und hindurch geht eiligen Schrittes mit kurzem Nicken ein älterer Herr mit graumeliertem Spitbart und einem goldenen Kneifer an einer schwarzen Schnur, der auf der unteren Hälfte der Nase bedenklich balanziert. Der Angekommene schließt die Tür auf, und alle verschwinden in dem Geschäft. Inzwischen finden Die Wahlbeteiligung war, wie aus diesen sich noch mehrere Männer ein, Leute, die als Rassierer tätig Bahlen ersichtlich ist, diesmal bedeutend stärker als vor vier sind. So ein Maschinenreisender hat seine bestimmten InJahren. Der Freifinn hat die verzweifeltsten Anstrengungen struktionen. Jeder bekommt täglich eine Liste, worauf er gemacht, um alles heranzuschleppen, was irgend bereit war, Name und Stand der Familien, die er besucht hat, notieren für ihn zu stimmen. Der Freisinnskandidat wurde in Flug- muß; weiter muß er Auskunft bringen, ob die Leute schon blättern als der alleinige Kandidat aller bürgerlichen eine Maschine befizen bezw. welches System oder ob sie Wähler" angepriesen, und noch am Mittwoch las man in später einer Maschine bedürfen. Für jede verkaufte Maschine den Freisinnsblättern, daß seine Wahl auch von den anderen erhält der Reisende 15 Proz. der Verkaufssumme, wovon die bürgerlichen Parteien unterstützt" werde. So ist es den Frei- Firma jedoch 5 Broz. einbehält, bis die Maschine bezahlt ist; sinnigen in der Tat gelungen, diesmal 225 Stimmen mehr außerdem werden 12 M. Spesen wöchentlich gezahlt. Veraufzubringen, als vor vier Jahren sie allein aufgebracht kauft der Reisende innerhalb 14 Tagen nichts, so erfolgt ohne hatten. Aber auch für unseren Genossen Ritter sind noch weiteres seine Entlassung. rund 200 Stimmen mehr abgegeben worden, als damals der Jezt geht's zum Rapport in ein hinter dem Laden beKandidat der Sozialdemokratie erhalten hatte. Diefer legenes Berliner Zimmer, in welchem zwei Gaslampen das Stimmenzuwachs dürfte unsere vereinigten Gegner nicht Tageslicht ersezen müssen. Die Reisenden gruppieren sich wenig überrascht haben. Sie hatten ganz bestimmt darauf um den ersten Tisch, die Kassierer abseits um den zweiten. gerechnet, daß der Freisinn unter dem nachwirkenden Eindruck Der Oberreisende fordert Listen und Bestellzettel ein. Drei feiner„ Erfolge" bei den Reichstagswahlen nun auch bei dieser Maschinen sind verkauft. Ueber die Gesichter der Glücklichen Stadtverordnetenwahl sich als Damm" gegen die huscht ein freudiger Schimmer. rote Flut bewähren werde. " 1 " Hab nichts", antwortet eine schmalbrüstige, schwindsüchtige Gestalt. " Sie müssen auch mal wieder was abschließen. Ihre Liste haben Sie auch nur halb ausgefüllt." Und Sie, Schuhmann, halten Sie nun endlich mal Ihren Schnabel. Sie sind nicht allein hier. Ihre Maschine wird nicht geliefert. Faules Geschäft, der Mann säuft und die Frau nicht minder." Diese riesige Bodenweitsteigerung wird realisiert durch den Umsatz in Grundstücken, der gleichfalls eine kolossale Vermehrung aufweist. Nach einer Zusammenstellung von Dr. Hübner in den Volkswirtschaftlichen Blättern" belief sich der Grundbesitzwechsel in Millionen Mark: 1904 in Proz. 1900 129 Berlin Charlottenburg 66 Wilmersdorf 15 Schmargendorf 1904 534 135 75 0,5 9 40 Lichtenberg.. 1,5 von 1895 414 205 Y 500 1800 2667 auf dem Grundstücsmartt. Trotzdem diese Steigerung! Ein bes Dabei brachte das Jahr 1898 eine kleine, 1901 eine große Krisis sonders eklatanter Fall von Grundrentensteigerung zeigt ein Vertauf in der Leipzigerstraße in Berlin. Ein Gebäude, das vor fast genau 100 Jahren für 140 000 Zaler verkauft worden war, erzielte im vorigen Jahre, wo es auf Abbruch verkauft wurde, einen Preis bon 3000 m. pro Quadrameter. Eine Quadratrute Baus das ganze Gebäude samt Plaz. Tandes( 14 Quadratmeter) tostete also soviel, wie vor 100 Jahren Gegenüber solch maßloser Steigerung der Bodenrente, die nur ermöglicht wird durch die monopolistische Ausnüßung der rastlosen Stulturarbeit des ganzen Voltes, ist schärfstes Zugreifen der Gemeinde durch Grundsteuern nach dem gemeinen Recht und energische Wertzuwachssteuer eine dringende Notwendigkeit. Die wirkliche Lösung und Erlösung bietet freilich nur die durchgreifende Maßregel: Enteignung des gesamten Bodens unter Ausschaltung des spekulativen und monopolistischen Gewinns. Auch eine Wahl". Bei der gestrigen Stadtverordneten- Ersatzwahl im 14. Gemeindebezirk I. Abteilung wurde Dr. Hermes mit 29 Stimmen gewählt. nennung wäre richtiger. Das Dreiklassenwahlsystem kann nicht treffender beleuchtet werden, als durch die Tatsache, daß in der ersten Abteilung eine Hand voll Leute von Mammons Gnaden genau soviel Nechte hat, wie tausende Wähler in der dritten Abteilung. Von einer Wahl kann hier schon keine Rede mehr sein, ErWar auch die höchste Zeit", brummt der eine. Die Art, wie der Freisinn noch am Wahltage die Wähler Der Oberreisende schüttelt verdrießlich den Kopf. für sich zu gewinnen suchte, zeigte ihn mitunter in seiner Schlecht, verdammt schlecht. Drei Dinger, ist gar nichts, ganzen Hülflosigkeit. Da wurde z. B. in letter Stunde" fommen nicht mal die Spesen raus. Na und Sie, Molid?" ein Mahnzettel verschickt, in dem es hieß: Wir wissen, daß wendet er sich an einen dicken, älteren Mann, einen che Sie fein Sozialdemokrat sind. Wollen Sie sich nicht der maligen oftpreußischen Gutsbesitzer mit breitem, ausdrucks Gefahr aussehen, als ein Anhänger oder Förderer lofem Gesicht. Der Angesprochene zudt wortlos die Schultern. der sozialdemokratischen Bestrebungen in Ja damit ist uns nicht geholfen, wir müssen Geschäfte bürgerlichen Kreisen angesehen zu werden, so kommen Sie, machen. Oder meinen Sie, wir werfen jede Woche 12 M. bitte, schleunigst und geben Sie Ihre Stimme ab für den zum Fenster hinaus? Heute ist Freitag, bis morgen haben Kandidaten aller bürgerlichen Wähler, für Herrn Kaufmann Sie noch Zeit. Und Sie, Müller?" Martin Liebner." Dieser Zettel wurde auch Wählern ins Haus geschickt, von denen jedermann im 39. Bezirk wissen fönnte, daß sie seit langem es als eine Ehre schäzen, Anhänger und Förderer der sozialdemokratischen Bestrebungen zu sein. Uebrigens klingt es aus diesem Mahnzettel fast wie eine versteckte Drohung heraus; auf die bürgerlichen Wähler wird sie denn auch die gewünschte Wirkung ausgeübt haben. Genügt hat das alles nichts! Vergeblich war der Ver- Nun spricht er etwas freundlicher und höflicher einen such unserer bereinigten Gegner, diesen Bezirk dritter Abernsten, stillen Mann von vornehmem Aussehen an. teilung zurückzuerobern. Es mußte vergeblich sein, weil„ Herr Traufels, Sie haben eine Zentralbobbin ab unsere Genossen im 39. Wahlbezirk in treuer Pflicht gefekt?" erfüllung auf ihrem Posten gestanden Der Angesprochene es soll ein heruntergekommener haben. Wir können zufrieden sein mit dem Ausgang diefes ehemaliger Offizier fein nicht bejahend, mit einem müden Wahlkampfes, der unter erschwerenden Umständen geführt Lächeln um die herb geschlossenen Lippen. werden mußte. Und wir nehmen die Niederlage des FreiNun komm ich zu Ihnen, Berger, mit Ihnen muß ich finns als ein uns günstiges Vorzeichen für die allgemeinen mal deutlich reden, passen Sie auf!" Diese Worte gelten Stadtverordnetenwahlen, die im Herbst dieses Jahres fommen einem etwa 30jährigen Manne, der am schlechtesten gekleidet Der Berliner Freifinn rüstet auf der ganzen Linie zum ist. Er besigt lodiges goldblondes Haar und ebensolchen Sturm auf die Bezirke dritter Abteilung. Bart. Das Gesicht ist bleich und hager und die schmale Tun im Herbst allenthalben unsere Wähler ihre Pflicht, wie Adlernase springt scharf unter den blauen Augen vor. versuchte er, auf andere Weise zu seinem Recht zu kommen. Gegen sie sie am Mittwoch im 39. Bezirk getan haben, so wird auch Ein entgleiffer Student. Jest blidt er fragend auf. Alle dann der Feind überall ohn mächtig unterliegen. lauschen, was nun fommen wird. Partei- Angelegenheiten. Die Sigung des Zentralvorstandes der Wahlvereine findet nicht am Freitag, sondern schon heute Donnerstag abend pünktlich 8½ Uhr bei Meyer( Augustin), Oranienstraße 103, statt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt not wendig. Das Verbandsbureau. Zur Lokalliste! Folgende Lokale stehen uns zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Jm VI. Kreis: Klostergarten". Inh. C. H. Peters, jeziger Inhaber Wilh. Brüning. In Niederbarnim: Karl Suth. Blößensee; Moabiter Gesellschaftshaus", Wicleffstr. 24, Nieder Schönhausen, Saiferweg 19. 9 Sie brauchen gar nicht so zu gucken. Um die Liste aus zufüllen, haben Sie das Adreßbuch benutzt! Wollen Sie leugnen?" ,, Durchaus nicht", gibt jener höflich zurüd. Go!" Ja, so! Der kleine Däumling soll es fertig gebracht haben, durch ein Schlüsselloch zu schlüpfen, ich kenne die Kunst nicht. Oder wollen Sie mir sagen, wie ich Zutritt in die vornehmen Häuser erlangen kann?" „ Ach was! Das geht alles, wenn man nur will. Dann haben Sie auch fingierte Bestellungen für später angegeben?" Herr!" Der andere springt auf und schlägt auf den Tisch. Regen Sie sich nicht auf, ich kenne diese Wippchen. Wir haben uns erkundigt und damit basta!" Sie fingieren!" schreit der Stundent und schleudert Damit verläßt er das Zimmer. den Stuhl bei Seite. Ich lasse mich hier nicht beleidigen!" Die andern erheben sich still und verlassen ebenfalls das Folgende Lokale stehen uns nicht zur Verfügung und sind daher zu meiden Schloßbrauerei Schöneberg" und Geschäft. Draußen peitscht ihnen der Regen ins Gesicht. Mozartsäle" des Neuen Schauspielhauses. Legtgenanntes Sie grüßen sich stumm und eilen dann nach allen Richtungen Lokal ist während der verflossenen Wahlperiode wiederholt unseren auseinander, ihrem traurigen, ungewissen Erwerbe nach. Gegnern zur Abhaltung von Versammlungen zur Verfügung gestellt worden, während man uns, als wir die gleiche Forderung dort geltend machten, wochenlang hingezogen hat, so daß uns zum Schluß nichts weiter als die Verhängung der Sperre übrig blieb, und bitten wir daher, borstehendes zu beachten. Die Lokalfommission. Schöneberg. Die Parteigenossen werden auf die am Sonntag früh 8 Uhr von den bekannten Lokalen aus stattfindende Flugblatt berbreitung aufmerksam gemacht und ersucht, zahlreich und pünktlich zur Stelle zu sein. Die Wertsteigerung des großstädtischen Grundbesites. vollzieht sich in einem vordem für unglaublich gehaltenen Maßstabe. Im Jahre 1880 zählte man in Berlin 18 138 gegen Feuerschäden versicherte Grundstücke mit einer Versicherungssumme einer Versicherungssumme von 1959 Millionen Mark 108 000 m. auf ein Grundstück. Die Verficherungssumme stellt den Wert des Bauwerkes dar. Der Mietsertrag sämtlicher Grundstücke belief sich auf 167 Millionen Mart, was als 3ins von 5% Prog. gerechnet, den 18fachen Betrag Der Vorstand.= 3001 Millionen Mark oder 156 000 m. pro Grundstück als Ge Wannsee. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Kenntnis, daß fa mtwert ergibt. Es betrug danach der bloße Bodenwert, am Sonnabend, den 18. d. M., abends 8 Uhr, im„ Fürstenhof" die d. h. die kapitalisierte Möglichkeit, aus dem Wohn- und ArbeitsMitgliederversammlung stattfindet. Tagesordnung: Kaffenbericht bedürfnis der Bevölkerung Gewinn zu ziehen, 1042 Millionen Mart bom 1. Quartal, Bericht von der Streis- Generalversammlung, Bericht oder 57 000 M. pro Grundstück. 1891 waren die entsprechenden des Vorstandes betreffs der Maifeier, die Generalversammlung von Zahlen " " " Vom Kampf um den Krankenschein. Zu den unerquicklichsten das Simulantentum. An dieser Klage, die von Kaffenärzten und Begleiterscheinungen unseres Krankenversicherungswesens gehört öfter noch von Kassenvorständen vorgetragen wird, ist etwas Wahres. Aber ebenso wahr ist, daß bei manchen Vorständen von Krankentassen samt ihren Vertrauensärzten eine allzu cilfertige eigung besteht, Simulation zu wittern. Da wird dann leider mancher Kranke als Simulant tagiert und für gesund erklärt, obwohl er frank genug ist, um der Kassenhülfe zu bedürfen. Wir müßten nichts anderes zu tun haben, wenn wir ein Kranter von dem behandelnden Arzt für erwerbsunfähig, von hier in unserem Blatte alle Fälle registrieren wollten, in denen dem Vertrauensarzt aber für erwerbsfähig gehalten wird. Aber es erscheint uns angebracht, von Zeit zu Zeit doch mal wieder eine Probe dieses Kampfes um den Krankenschein zu veröffentlichen, den viele Kranke auszufechten haben und mitunter auch erfolgreich gegen Kassenvorstand und Vertrauensarzt durchführen. Da wird uns von einem Mitgliede der Allgemeinen Ortstranten= affe Berlin, einem Herrn St., geschildert, wie er der Kaffe Ende März von dem Vertrauensarzt Sanitätsrat Rode( Mariannenseit Ende Dezember als eriverbsunfähig frant gegolten hatte, aber straße) für erwerbsfähig erklärt wurde. K. ist nervenleidend, auch haben sich bei ihm Erkrankungen der Atmungsorgane bemerfbar gemacht. Da er sich noch nicht erwerbsfähig fühlte, so Sanitätsrat Rodes Urteil ſette er das Urteil des Sanitätsrats Kaufmann( Kottbuser Damm), den er noch an demselben Tage Bei der Kasse konnte man natürlich nicht so ohne weiteres Herrn aufsuchte und von dem er als erwerbsunfähig frant bezeichnet wurde. Rode durch Herrn Kaufmann beseitigen lassen, und so schiďte man den Patienten erst noch zu dem Vertrauensarzt Privatdozenten Brandenburg( Karlstraße). Aber auch der erklärte, St. sei er. werbsunfähig. Daraufhin gab die Kasse ihren Wider= stand auf, doch wurde jetzt der Patient angewiesen, sich in ein Strankenhaus zu begeben. Das ist ja nun leicht gesagt, läßt sich Bethesda in der Gneisenaustraße und wurde wegen Platzmangels abgewiesen. Er ging nach dem Krankenhause am Urban und hatte hier aus demselben Grunde denselben Mißerfolg. Am anderen Tage begab er sich wiederum zum Urban- Krankenhaus und wieder war für ihn fein Platz. Nicht dringend!" schrieben sie ihm auf seinen Schein. Nebenbei bemerkt: wer das als Beweis dafür nehmen wollte, daß in Berlin troß Eröffnung des Virchow- Krankenhauses immer noch eine Krankenhausnot besteht, dem würde wahrscheinlich der Magistrat die übliche Antwort geben, da seien eben die unbelegten Betten für etwaige Schwerkranke freigehalten worden. K. war allerdings nicht so schwer krank, daß sofortige das ist wahr. Aufnahme in ein Krankenhaus nötig gewesen wäre Er ist ja auch verheiratet und fann sehr wohl zu Hause verpflegt werden. Aber die Kasse verlangt es, daß er in ein Krankenhaus ginge. Jm Urban- Krankenhause hatten sie ihm gesagt, er solle am dritten Tage noch einmal nachfragen. K. hielt es indessen für ratsamer, der Kasse über die Sachlage zu be= richten. Er tat das und nun wurde zu seiner großen Ueberraschung darauf verzichtet, ihn einem Krankenhause zu überweisen. Der Strante hat jetzt wieder seinen Haus- Krantenschein! All diese Scherereien, die den Zustand des nervös erregbaren Mannes wirklich nicht gebessert haben, wären unnötig gewesen, wenn der„ Vertrauensarzt" Sanitätsrat Rode etwas mehr Vertrauen zu der Ehrenhaftigkeit des Kranten und etwas weniger zu seinem eigenen Können gehabt hätte. aber sehr viel weniger leicht ausführen. K. ging nach der Anstalt Die Genossenschaftsbewegung in Berlin macht recht erfreuliche So Fortschritte. erzielte bie Konsumgenossenschaft Berlin und umgegend( E. G. m. b. S.) im Monat März diefes Jahres in ihren 15 Verlaufsstellen einen Umsatz von 72 924,08 Mark( gegen 63 159,84 M. im gleichen Monat des vorigen Jahres). an Groß- Berlin und Wahl von zwei Delegierten und Verschiedenes. 3080 Mill.( i. Durchschn. 141 000) M. Feuerversicherungsfumme Ein nenes Merkbuch für Reisende", das demnächst Die Mitglieder haben vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Gäste, 5109 ( 224 000) fapitalisierter Mietsertrag den Fahrkartenschaltern und so weiter unentgeltlich auch Frauen, find willkommen. Der Vorstand. 2071 Mill.( i. Durchschn. 88 000) M. Bodenwert. verabfolgt werden wird, hat die Staatsbahnverwaltung soeben Stralau. Sonntag, den 14. April, nachmittags 2 Uhr, findet Also eine Steigerung des Wertes" des Bodens, d. h. der herausgeben lassen; es soll, wie es im Vorwort heißt, dem im Lokale Alte Taverne", Alt- Stralau Nr. 26, eine Volts- Ausbeutung der Mieter durch die Bezieher der Grundrente um Reisenden Gelegenheit geben, sich leicht und bequem über die im bersammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung: 33 000. pro Grundstüc= 57 Broz. in 11 Jahren! Reiseverkehr getroffenen Einrichtungen zu unterrichten. Selbst 1. Vortrag über: Kommunalpolitik. Referent: Genosse Fendel. Daß es damit in den letzten Jahren nicht anders geworden ist, verständlich haben nicht alle Bestimmungen Aufnahme finden 2. Diskussion. 3. Bericht des Gemeindevertreters Genosse W. Buck. geht aus einer amtlichen Feststellung für Wilmersdorf hervor, tönnen, sondern im allgemeinen nur solche, die geeignet 4. Verschiedenes. Genossen, agitiert kräftig für diese Bersammlung. wonach der gesamte Wert der Gemarkung ohne den Gemeindebesitz erscheinen, die Reisenden vor Unbequemlichkeiten und Weite Gleichzeitig wird ersucht, sich an der Verbreitung der Handzettel für betrug 1895/1896: 161 001 300, 1900/1901: 285 229 600 rungen zu bewahren. Das Merkbuch enthält in 81 furzen diese Versammlung rege zu beteiligen. Der Vorstand. 1905/1906: 492 017 300 M. Also eine Steigerung von 205 Pro3. Abschnitten alles Wissenswerte über über die Lösung ,. Nach Löfung, Geltungsdauer, Umtausch usw. der Fahrkarten, die An- Y weisung der Pläge, Zugverspätungen, Fahrtunterbrechung, Fürsorge für Kinder; Krante usw., das Hand- und Reisegepäd, die Zoll abfertigung, den Wirtschaftsbetrieb, die Fundbureaus, Auskunft erteilung usw. Der„ patriotische" Gerichtsvollzieher. Uns wird geschrieben: Kommt da jüngst ein„ einnehmendes" Wesen in die Wohnung eines Chambregarnisten, um während dessen Abwesenheit die Spuren seiner Anwesenheit zu hinterlassen und muß dabei die traurige, zugleich aber auch tagtägliche Erfahrung machen, daß kein Geschäft zu machen ist. Aus dem Gerichtsvollzicher wurde gar bald ein Gesichtverzieher, zumal er von der Wirtin erfahren mußte, daß sein„ lient" ein Redakteur, ja sogar ein politischer Redakteur ist. Wer könnte da wohl auch nicht die Wißbegier des eifrigen Beamten begreifen, die darin gipfelte, zu erfahren, welcher Parteirichtung der Pfändling angehört. Seine Fragen blieben zu seinem Bedauern von der Wirtin aus Unwissen heit unbeantwortet. Aber in seinem Pflichteifer ging der königlich preußische Beamte noch ein gutes Stück weiter. Er mußte doch wenigstens wissen, welcher Partei der Ehemann der Wirtin ein Droschfenkutscher oder gar diese selbst angehören. Lettere be deutete ihm, daß sie im Hinblick auf ihre achttöpfige Familie so gut wie feine Zeit habe, sich um das politische Leben zu kümmern und daß sie ebensowenig wisse, ob ihr Mann rot, grün, schwarz usw. angehaucht sei. Anscheinend sehr befriedigt und mit dem aus gosprochenen Lobe, daß die Wirtin eine vernünftige Frau" sei, zog der patriotische Beamte nun endlich von dannen, voll des Gefühls, daß er hier Einblick getan habe in eine Ehe, die nach seiner Ueberzeugung schon seinerzeit auf dem Boden konservativ- liberaler" Paarung geschlossen wurde. Den föniglich preußischen Staat aber fönnen wir zu solch tüchtigem, pflichttreuen Beamten herzlichst beglückwünschen. Wer weiß, wie weit der Beamte in seinem Pflichtgefühl noch gegangen wäre, wenn die Frau sich und ihren Mann offen zur roten Richtung bekannt hätte. " Ein dreistes Diebesstück führte vorgestern ein Bursche in der Spandauerstraße aus. Vor dem Hause Spandauerstr. 73 hatte ein der Firma Blumenthal gehöriger Handwagen gestanden, der mit Futterstoffen im Werte von 1500 m. beladen war. Eine kurze Abwesenheit des Hausburschen genügte einem Diebe dazu, sich das Gefährt anzueignen und damit fortzufahren. Er wurde zwar verfolgt, entkam jedoch mit seiner Beute. Einen eigenartigen Platz hat sich in der vorbergangenen Nacht ein Lebensmüder im Süden der Stadt ausgesucht. Ein Schuhmann hatte beobachtet, wie ein etwa 24jähriger Mensch sich auf der mittelsten Stufe der Steintreppe auf dem Belle- Allianceplay niederließ. Als er auf den Fremden zuschritt, zog dieser plötzlich einen Revolver aus der Brusttasche hervor und ehe ihn der Beamte daran hindern konnte, hatte er sich eine Kugel in die Schläfe gejagt. Er wurde nach der nahen Unfallstation I gebracht, starb aber dort unter den Händen des Arztes. Ueber die Persönlichkeit des Toten konnte noch nichts ermittelt werden. Ein besonderes Diebstahlsobjekt haben sich Spitzbuben in der Laubenkolonie„ Kolbergsgrund" an der Ecke der Weser- und Wildenbruchstraße ausgesucht. Als vorgestern der Monteur Nürnberger, Kaiser Friedrichstraße 236 wohnhaft, seine Laube besichtigen molite, suchte er vergeblich danach. Das Laubengebäude, das Geländer, die Gartenwerkzeuge, furz alles, was sich N. für sein Grundstück angeschafft hatte, war verschwunden und nur der nackte Erdboden starrte dem Enttäuschten entgegen. Zwei Automobilbrände alarmierten in der vorletzten Nacht die Feuerwehr. Vor dem Hause Alt- Moabit 11 brannte ein Automobilomnibus der Linie Alexanderplatz- Moabit, und vor dem Hause Rosenthalerstraße 71 eine Privat- Automobildroschte. Es brannten Benzinbehälter, Holzteile des Chauffeursizes und anderes. Beide Autos sind stark beschädigt und mußten schließlich fortgeschleppt werden. Ferner mußte der 17. Bug gestern früh sämtliche Feuermelder der Linie 1 revidieren infolge einer Feuer meldung, die undeutlich eingelaufen war. Vorort- Nachrichten. 100 Probeschuß ab und Iodte dann durch einen raffinierten Trick Herrn Heinrich aus der Wohnung. Er hatte sich schon vorher mit verstellter Handschrift einen Brief zurecht gemacht, der etwa folgenden Inhalt hatte: Herr Heinrich! Bitte Groß- Lichterfelde. Die Gemeindevertretung akzeptierte in ihrer letzten Sigung die sofort zu Richard Massante nach Rudow zu kommen! Der Doktor Amtsniederlegung des Gemeindevertreters Graf v. Hoensbroech, die er hat gesagt, Sie sollen sofort tommen, Sie brauchen keine Apparate mit Krankheit und Ueberbürdung durch schriftstellerische Arbeiten mitzubringen." Diesen Brief legte er auf das Fensterbrett der motivierte. Hierauf erfolgte die Neuwahl von fünf Kreistags- Heinrichschen Wohnung, weckte durch Klopfen die Frau Heinrich und abgeordneten. Die Formalitäten dieser Wahl schienen einem Wit- lief dann eiligst in die Rudower Forst. Frau Heinrich nahm diesen gliede des Gemeindekollegiums langweilig zu werden, das nach dem Brief vom Fensterbrett und gab ihn ihren Ehemann, wobei sie ersten Wahlgang kurz entschlossen Wahl per Afflamation beantragte. etwas ängstlich zu sein schien. Herr Heinrich lieh sich ein Fahrrad Zu seinem Leidwesen und gleichzeitig zur Bereicherung seines und fuhr nach Nudow. Da der Weg sehr glatt war, fonnte er nur Wissens als Gemeindevertreter mußte fonstatiert werden, daß die sehr vorsichtig fahren. Da fam ihm der Angeklagte in der Forst geheime Wahl gefezliche Vorschrift sei. Es wurden gewählt: entgegen, wurde aber von Heinrich nicht erkannt, da er ein abgeGemeindevorsteher Schulz, Schöffen Lange, Dr. Lengner und aus tragenes Jackett angezogen hatte und nach der Meinung des Zeugen Heinrich wohl auch einen falschen Bart trug. Kaum war der Mitte der Gemeindevertretung Brause und Raupert. der Angeklagte bei Herrn Heinrich vorbeigekommen, da Ueber die öffentliche Unsicherheit im Westen führte Gemeindevertreter Dr. Jäger Beschwerde und forderte eine bessere Funktionierung der Sicherheitspolizei. Rigdorf. Das unvorsichtige Spielen mit der Schußwaffe hat schon wieder einmal einen verhängnisvollen Unglücksfall herbeigeführt. Hinter der Ringbahn in der Nähe der Station Hermannstraße spielten gestern nachmittag die vierzehnjährigen Schulknaben Rudolf Hertel aus der Böhmischenstraße und May Berg aus der Hermannstraße mit einem Tesching. Als H. die Waffe abfeuerte, um nach einem Sperling zu fchießen, lief B. in die Schußlinie und die Kugel ging ihm in den Unterleib. Adlershof. frachte hinter diesem ein Schuß, dem gleich darauf zwei weitere Schüsse folgten. Herr Heinrich fiel mit dem Rade zur Erde, worauf der Angeklagte einen vierten Schuß • auf ihn abgab. Eine Kugel drang ihm in die rechte Hand. Herr Heinrich rief um Hülfe und stürmte nach Rudow zu. Der Angeklagte lief in den Wald, gab noch einen Schuß ab und versteckte den ReDann eilte er in seine Wohnung zurück, volver nnter einen Baum wurde dort aber bald festgenommen. Es ergab sich, daß er auf seinen Weg in die Rudower Forst auch noch einen aus der Wirtschaft des Heinrich stammenden Hammer Der In einem Waffertümpel ertrunken ist vorgestern nachmittag um mitgenommen hatte, der so schwer ist, daß, wie der Vorsitzende Ursprünglich 4 Uhr der dreijährige Knabe Richter. In der Radickestraße befindet meinte, man einen Ochsen damit totschlagen könnte. sich ein Graben, der, anderthalb Meter tief, mit einem höchst ist auch ein Verfahren gegen Frau Heinrich eingeleitet geweſen, da primitiven Bretterzaun umgeben ist. Am vorgestrigen Nachmittag man diese für dringend verdächtig hielt, den Kopp zur Tat angegen 4 Uhr spielten drei kleine Knaben an dem Zaune. Der eine gestiftet zu haben. berselben, der vierjährige Karl Randow, troch durch eine Lücke hinAngeklagte bestritt durch und fiel in den Tümpel. Ihm folgte durch die Lücke hindurch gestern, wie auch in dem früheren Termin, die Absicht gehabt zu ein dreijähriger Knabe, der Sohn eines Schuhmachers Richter, und haben, Herrn Heinrich zu töten; sein Zwed sei nur gewesen, diesen fiel gleichfalls in den Graben. Niemand hatte diesen Unfall mit zu erschreden. Er habe ihm nur eine Lektion erteilen wollen, weil angesehen, bis etwa nach einer Viertelstunde Passanten an dem er von ihm durch höhnende Bemerkungen und auch einmal durch Banne vorüberkamen und hier einen dritten kleinen Knaben weinend heftige Vorwürfe gereizt worden sei. Frau Heinrich habe von seinem borfanden, der erzählte, daß die anderen Kinder gar nicht aus dem Vorhaben absolut nichts gewußt. Den Hammer will er ganz zuWasser herauskommen wollten. Dadurch aufmerksam gemacht, über- fällig" mitgenommen haben. Er gibt zu, mit der Frau Heinrich seit stieg man den Zaun und fand beide Kinder leblos im Waffer liegend. einem Jahre ein ehebrecherisches Verhältnis unterhalten zu haben. Der fleine Richter war bereits ertrunken, während Randow noch Die Frau habe ihm sehr leid getan, weil sie ihm vielfach geklagt Lebenszeichen von sich gab und nach der elterlichen Wohnung ge- habe, daß ihre Ehe sehr unglücklich sei, da sie von ihrem Ehemann, der in seinem Verhalten ihr gegenüber sehr unbeständig sei und von schafft wurde. ihm öfter mißhandelt werde. Daraus habe sich ein gewisser vertraulicher Verkehr und schließlich das Liebesverhältnis entwickelt. Die am Dienstag im„ Seglerschloß" in Hankels Ablage statt- Er habe der Frau auch versprochen, sie einmal zu heiraten, wenn gefundene Mitgliederversammlung des Wahlvereins erklärte sich zu ihr Mann gestorben sein würde. Dabei habe er aber nicht an einen nächst nach Entgegennahme des Berichtes mit den Beschlüssen der gewaltsamen Tod gedacht, sondern die Eventualität ins Auge gefaßt, Kreis Generalversammlung einverstanden. Die Maifeier soll daß Herr Heinrich eines natürlichen Todes sterben könnte. Der in diesem Jahre zum ersten Male durch eine Vormittags- Angeklagte war übrigens von Herrn Heinrich zum 15. Januar aufbersammlung im Lierschen Reſtaurant in Miersdorf und eine gekündigt. Nachmittagsfeier im„ Seglerschloß" begangen werden. Als Delegierte zur Verbands- Generalversammlung in Berlin wurden gewählt die erstreckte sich auf nur wenige Zeugen, unter denen, sich einige beGenossen Molkenthin und Seidlitz. Bei Besprechung der Lokalsperre in Zeuthen wurde Klage geführt darüber, daß ein großer Teil fanden, die bekundeten, daß Herr Heinrich gegen seine Frau leicht Arbeiterausflügler durch Nichtbeachtung der Lokalliste immer wieder babe, so daß sie in einem Falle sogar zum Fenster hinausaufbraufte, häßliche Worte gegen sie gebrauchte und sie mißhandelt die dort gesperrten Lokale besucht. Es passiert dies nicht nur einzelnen Ausflüglern, sondern auch ganzen Gesellschaften, wie am gesprungen sei. Auch der Starfreitag zu beobachten war. Es sei deshalb wiederholt darauf verwiesen, daß in Zeuthen die Lokale Waldschlößchen"( Trill), Beuthen- See"( Rahstädt) und" Dorfaue"( Lindemann) nach wie vor gesperrt sind. Eichwalde. 0 Pankow. Die Beweisaufnahme Vater des Angeklagten, ein ergrauter Steuerbeamter, wurde noch vernommen. Bei seinem Eintritt in den Gerichtssaal brach der Angeklagte in Tränen aus. Wie der Zeuge auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Kantorowicz bekundete, ist der Angeklagte unter den acht Kindern des Er tränkelte Spurlos verschwunden ist die 14jährige Tochter Lucia der Zeugen von jeher das Schmerzenskind gewesen. er viel die Schule versäumen mußte, hatte Büttnerschen Eheleute aus Pankow. Das Mädchen hat sich am viel, so daß phantasierte des In die Panke gestürzt. Ein aufregender Vorfall spielte sich Sonnabendnachmittag aus dem elterlichen Hause entfernt und ist in seiner Jugend vielfach Kopfschmerzen, gestern an der Soldinerstraßen- Brücke ab. Mehrere Kinder, unter bisher dorthin nicht zurückgekehrt. Es wird angenommen, daß die Nachts, war furchtsam, sah Gespenster und fiel bei einem solchen Vermißte planlos in Berlin umherirrt. Lucia Büttner war bei Furchtanfall als acht oder neunjähriger Knabe einmal von der ihnen auch der dreijährige Sohn des Arbeiters Walter, Soldiner- ihrem Fortgehen bekleidet mit blauem Umhang mit rotem Kopf- Treppe herab, so daß er mit dem Kopf auf ein Brett aufschlug. straße 67 wohnhaft, hatten am Ufer der Panke gespielt. Der fleine überzug, blauem Kleide, schwarzen Schuhen und schwarzen Strümpfen. W. hatte sich dabei auf die Böschung gewagt, er fiel plöglich nieder Sie ist 1,58 Meter groß. Meldungen über den Verbleib des Kindes und rollte den steilen Abhang hinab in die Banke. Es dauerte erbitten die Eltern an die Pankower Polizei. Tange, bis es einem jungen Manne gelang, den Knaben aus dem Nieder- Schönhausen. Wasser herauszuholen. W. schien vollständig leblos. Ein zufällig hinzukommender Arzt bemühte sich um den Kleinen. Es glückte ihm denn auch nach angestrengter Tätigkeit, das bewußtlose Kind wieder ins Leben zurückzurufen. Das letze Mittel. Im größten Elend hat gestern nachmittag der dreißigjährige Chemiker Wilhelm Jensen Selbstmord verübt. hatte einst bessere Tage in Berlin gesehen. Durch Krankheit, ArbeitsMedizinalrat Dr. Hoffmann Der Spruch der Geschworenen Schuldig des versuchten Todschlages unter Berneinung mildernber mildernder Umstände. erklärte den Angeklagten für einen elenden, schwächlichen Menschen, bei welchem eine Reihe von Symptomen der Nervosität feststellbar seien, doch sei derselbe weder heute geistestrant, noch Der Schauplats einer Explosion war am Dienstag das Kolonial- fei er zurzeit der Tat geistestrant gewesen. warengeschäft von Hampe in der Kaiser Wilhelmstr. 66. Hier gab am Freitag voriger Woche nachmittags ein fremder, gut gekleideter lautete auf Mann eine Kiste ab und bat den Geschäftsinhaber, ihm dieselbe aufzubewahren, bis er sie wieder abhole. Bereits am Montag, als Herr Hampe die Kiste an die Seite rückte, vernahm er einen eigen- Das Gericht erkannte mit Rücksicht darauf, daß die Tat des artigen Geruch, er legte indes der Sache keine Bedeutung bei. Am Angeklagten eine sehr gemeine war und nahe an versuchten Mord losigkeit und schwere andere Schicksalsschläge war er in der letzten Dienstagnachmittag nun, als sich der Lehrling Erich Schmidt allein streifte, nach dem Antrage des Staatsanwalts auf 2 Jahre 6 Monate Zeit immer mehr heruntergekommen. Er sah sich schließlich gezwungen, Stellungen als Hausdiener usw. anzunehmen und als ihm im Laden befand, explodierte unter großem Stnall plöglich die Kiste. Buchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. Der Angeklagte erklärte, sich am 4. April auch diese letzte Stellung in einem Geschäft in der Sch. wurde an Händen und im Gesicht durch Brandwunden verlegt, bei dem Urteil nicht beruhigen zu können. Landsbergerstr. 32 verloren ging, blieb ihm nichts anderes übrig, während Schaufensterscheiben und ein Teil der in der Nähe befindLügen und Berleumden ist straffrei. als betteln zu gehen, um sich vor dem Hungertod zu bewahren. In lichen Waren auf die Straße geschleudert wurden. Eingehende Gegen das auffallende freisprechende Urteil, das in der Privatelendeſter Verfassung landete der Unglückliche gestern nachmittag in Untersuchungen ergaben, daß die Kiste eine Seftflasche enthalten einem Kolonialwarengeschäft in der Bahnhofstraße in Köpenick und hatte, die mit Explosivstoff gefüllt gewesen war. Durch den Storken lagefache des Mitgliedes des Zentralverbandes der Handlungsbat um ein Almoſen. Der Geschäftsinhaber bedeutete ihm jedoch, der Flasche war eine Zündschnur gezogen. Dem Täter ist man bis- gehülfen, des Genossen Benno Maaß, gegen Herrn Baumann daß er Bettlern prinzipiell nichts gebe. Mit den Worten: vom Verein deutscher Kaufleute( Hirsch Dunckersche) am Sonnabend werden ja sehen, was ich mache!" holte J. aus der Rocktasche einen her noch nicht auf die Spur gekommen. Der Beſizer des Geschäfts gefällt ist und über das wir am Sonntag berichteten, hat der Genosse Kleinen Revolver Hervor und jagte sich eine Stugel in die Brust. konnte Angaben über ihm feindlich gesinnte Personen nicht machen.Benno Maaß Berufung eingelegt. Freifinnige Blätter haben Leblos brach der Wermste im Laden zusammen. Er wurde nach dem Krankenhause gebracht, starb aber bald nach seiner Einlieferung. Sie Eine schwere Verlegung hat der jetzige Kommandeur des 3. Garde- Feldartillerie- Regiments, Oberstleutnant Graf v. Kanik, gestern mittag erlitten. Gegen 42 Uhr rückte eine Abteilung des genannten Regimentes, an deren Spitze der Kommandeur mit feinem Adjutanten ritt, von einer Uebung kommend nach der Kaserne zurück. An der Ecke der Perleberger- und Lehrterstraße fuhr an der Kolonne der Motorivagen Nr. 2039 der Straßenbahnlinie 23( Richtung Schöneberg) vorüber. Als sich das Gefährt bereits an der Spitze der Truppen befand, scheute das Pferd des Oberstleutnants, stieg kerzengerade empor und überschlug sich dann. Graf v. Kanit fam unter das Tier zu liegen und wurde von den Kanonieren unter dem um sich schlagenden Pferde hervorgezogen. Der Oberstleutnant hatte einen Bruch des rechten Beines erlitten und wurde mittels Droschte nach seiner in der Kruppstraße belegenen Wohnung transportiert. Gerichts- Zeitung. Mordprozeß Kopp. aus der lediglich aus formellen Gründen erfolgten Freisprechung bereits in ihrer Art Kapital geschlagen. In der Verhandlung hatte Genosse Benno Maaß nachgewiesen, daß die Behauptung des Bes flagten Baumann: Ihr Herr Benno Maaß hat auf Kosten der Warenhausbefizer seinerzeit im Rheinlande gegen die Warenhaussteuer agitiert", eine erfundene, der Wahrheit widersprechende Behauptung Der Revolveranschlag des Barbiergehülfen Ferdinand Kopp ist. Kläger selbst hatte auch nicht den Versuch unternommen, für die aus Adlershof, über den wir schon mehrmals berichtet haben, alberne Erfindung Beweis anzutreten. Er hatte sich lediglich darauf bildete gestern den Gegenstand der Verhandlung vor dem Schwur- berufen, er sei in gutem Glauben gewesen, da der Redakteur der gericht des Landgerichts II. Die Angelegenheit hat schon verschiedene Kaufmännischen Rundschau" Gotthard Franke ihm die weiterZuerst war das Verfahren auf verbreitete unwahrheit mitgeteilt habe. Trotzdem behaupten freigerichtliche Stadien durchgemacht. versuchten Mord eröffnet worden, darauf erhob die Staats- finnige Blätter der Wahrheit zuwider, der Beklagte habe Beweis wegen Körperverlegung mittels angetreten und unterschlagen, daß Genoffe Benno Maaß nachanwaltschaft die Anklage nur Die Straftammer des Landgerichts II er gewiesen hat, daß er niemals im Rheinlande eine Agitation einer Waffe. flärte sich aber am 8. März dieses Jahres für unzuständig gegen die Warenhaussteuer betrieben habe. Der Prozeß ist wegen und verwies die Sache an das Schwurgericht, da sie den An- der eigenartigen Begründung, Beklagter habe zwar eine vergeklagten des versuchten Mordes für dringend verdächtig leumderische Ünwahrheit verbreitet, er habe sich aber in Wahrhielt. So hatte sich denn der Ferdinand Kopp unter der schweren nehmung berechtigter Interessen befunden, von prinzipiell erheblicher Anklage gestern vor den Geschworenen zu verantworten. Der Bedeutung. 24 Jahre alte Angeklagte war bei dem Barbier und Heilgehülfen Heinrich in Adlershof angestellt. Dieser hatte ihn, wie er sagt, von der Landstraße bei sich aufgenommen, ihm sein Haus geöffnet und Wegen Diebstahls mußte sich gestern vor der Schöffenabteilung ihn wie einen jüngeren Bruder behandelt. Heinrich hatte keine des Amtsgerichts Berlin- Mitte die Hauseigentümerin Ahnung davon, daß der Angeklagte das in ihn gesezte Vertrauen Ernestine Adert verantworten. Eines Tages im März d. J. arg mißbrauchte, indem er ein Liebesverhältnis mit der Frau beobachtete ein Kriminalbeamter von der Warenhauspatrouille in feines Chefs anfing. Letztere hatte schon vor der Ver- einem hiesigen Warenhause eine in mittleren Jahren stehende dessen Frauensperson, in die sich Gesperrt bis auf weiteres wird die Voßstraße zwischen der heiratung einem Zwillingspaar das Leben gegeben, auffälliger Weise an ber Königgräßer und der Wilhelmstraße Kanalisationsarbeiten halber Bater ber eigene verheiratete Bruder des Herrn Heinrich war. fchiedene Verkaufstische herandrängte, ohne jedoch etwas zu kaufen. bom 10. b. Mts. ab. Das Liebesverhältnis des Angeklagten mit der treulofen Frau fand Dieses eigentümliche Gebahren veranlaßte den Beamten, der Ver Feuerwehrbericht. Am Mittwoch wurde die Feuerwehr wegen dadurch ein Ende, daß der Angeklagte durch seinen Umgang mit dächtigen zu folgen. An dem Verkaufsstand für Damenblusen ließ eines Zimmerbrandes nach der Mirbachstr. 69 gerufen. Dort lüderlichen Frauenzimmern frank geworden war und die Frau an die Beobachtete plötzlich mit schnellem Rucke eine Bluse unter ihrem brannten Betten, Papier, der Fußboden u. a. Zwei fleine Kinder, gesteckt hatte. Dies veranlaßte die Frau, ihm heftige Vorwürfe zu Umhange verschwinden. Als sie das Ausgangstor erreicht hatte, die allein im Zimmer gelassen worden waren, wurden von der machen und zu erklären, daß das Verhältnis aufhören müsse. Am wurde sie von mehreren Angestellten des Warenhauses in Empfang benachrichtigten Mutter umberlegt noch vor Ankunft der Feuerwehr 2. Januar nachmittags fuhr der Angeklagte nach Berlin, faufte genommen, die sie in einem extra für derartige Zwecke eingerichteten aus dem total verqualmten Zimmer herausgeholt. Der Brand sich einen Revolver und Patronen, fuhr nach Adlershof zurück und Kabinett einer Visitation unterzogen, welche noch zwei andere Blusen zutage förderte. Auf der Polizeiwache fonnte von der Feueripehr auf das Zimmer im Erdgeschoß beschränkt probierte im Walde den Revolver durch Abgabe von drei Probeschüssen. Er gestohlene werden. Ferner hatte die Feuerwehr noch in der Krautstr. 52 und fuhr dann nochmals nach Berlin, um im Eisenbahnabteil Gelegenheit entpuppte sich die abgefaßte Warenhausdiebin als die HauseigenSchönhauser Allee 31 zu tun, wo eine Person in Lebensgefahr zu finden, die Waffe aufs neue zu laden. Gegen 12% Uhr fuhr er tümerin A., bie in sehr guten Berhältniffen lebt und schwebte und ein Schornstein brannte. abermals nach Adlershof zurüd, gab im Walde nochmals einen sich großer Achtung erfreut. Die Angeklagte, die allein Die Ringkämpfe im Zirkus Schumann haben nun auch endlich ihr Ende erreicht. Nach einem aufregenden Kampfe zwischen Jakob Koch- Deutschland und dem Franzosen Pons fiegte nach einer Stunde zehn Minuten Jakob Koch, was das Publikum dazu begeisterte, Deutschland, Deutschland über alles" anzustimmen. Die Preisverteilung ist die folgende: Jakob Koch- Deutschland erhält den ersten, Paul Pons- Paris den zweiten, Omer- Belgien den dritten und Chemjatin- Rußland den vierten Preis. Eine Hausbesitzerin als Warenhausdiebin. 4000 M. Zinsen von ihrem Grundstück erhält, erklärte vor Ge= 1 von einer Woche. Theaterdirektoren gegeneinander. Die Frauenbewegung in England Die Genicftarre. Nach amtlicher Feststellung erkrankten im richt, sie habe, als sie sich zwischen den aufgestapelten Waren be- macht stetig Fortschritte. Mit einer bewunderswerten Energie Kreise Saarbrücken im Verlauf der letzten beiden Monate 16 Perfand, nicht der Versuchung widerstehen können, sich irgend etwas, führen die Frauen den Kampf, fie haben die öffentliche Meinung fonen an Genicstarre. In neun Fällen verlief die Krankheit tödlich. und sei es selbst der geringwertigste Gegenstand, anzueignen. Der gezwungen, fich täglich mit der Frauenfrage zu beschäftigen. Die Gestorbenen sind meistenteils Kinder. Staatsanwalt beantragte 14 Tage Gefängnis. Das Im Hyde- Part in London werden jeden Sonntag Versammlungen Schöffengericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe veranstaltet, die während des ganzen Sommers stattfinden sollen. ist durch Feuer vollständig zerstört worden. Der Schaden beträgt. Großfeuer. Das Tüchelmannsche Gut bei Essen a. R. Der Besuch dieser Versammlungen ist so gut, daß man künftighin zwei Rednertribünen errichten wird, von welchen Frauen zu der etwa 70 000 Mark. Masse sprechen und immer wieder die Forderung erheben und begründen werden: Die gleichen Rechte mit den Männern! Die Preſſe neigt sich immer mehr zu gunsten der Frauenrechte. Alle im öffentlichen Leben stehenden Männer werden herausgefordert, Stellung zur Frauenfrage zu nehmen und die meisten gestehen zu, daß sie den Frauen nicht unrecht geben können. Die Frauen benußen jede Gelegenheit zur Agitation und fordern von jeder Partei, für die Frauen einzutreten. Daß in der Thronrede Großfener zerstörte gestern, wie aus Paris gemeldet wird, in bei Gröffnung des Parlaments rein gar nichts von ihrer Bewegung Epinettes eine Waschanstalt. Bei den Löscharbeiten wurden drei erwähnt wurde, obgleich das ganze Land davon spricht, hat die Feuerwehrleute schwer verletzt. Kämpferinnen wohl bitter enttäuscht, aber nicht entmutigt. In der seit Jahren schwebenden Klage des früheren Theatervirektors Putz gegen den Direktor Mar Reinhardt, durch die der erstere wegen angeblicher rechtswidriger Aneignung des Neuen Theaters einen Schadenersatzanspruch von 120 000 m. geltend machte, ist gestern seitens des hiesigen Landgerichts I die Entscheidung ergangen. Das Gericht hielt, nachdem eine ausgedehnte Beweisaufnahme stattgefunden hatte, die Klage für unbegründet, wies demgemäß den Kläger mit seinen Entschädigungsansprüchen ab und verurteilte ihn anzuerkennen, daß ihm Ansprüche gegen Reinhardt nicht zustehen. Polnisches. Wegen versuchter Nötigung ist am 26. November v. J. der Redakteur des Lech" Stanislaus Szymanski vom Landgericht Gnesen zu einer Geldstrafe von 200 m. verurteilt worden. Er hatte in seinem Blatte gedroht, jede Woche eine Liste derjenigen polnischen Damen zu veröffentlichen, welche in deutschen oder jüdischen Geschäften kaufen. Das Gericht hat angenommen, daß er die Damen dadurch mit einem llebel bedroht hat, um sie zum Boykott der deutschen und jüdischen Geschäfte zu veranlassen. Die Revision des Angeklagten wurde am Dienstag vom Reichsgericht verworfen. Zum Schutz der Arbeitswilligen. Im September vorigen Jahres war auf der„ Hedwigshütte" bei Gozlow in Stettin ein Streit ausgebrochen. Es gelang der Firma jedoch, eine Anzahl arbeitswilliger Elemente heranzuziehen, die man fofort unter den Schutz der heiligen Hermandad stellte, die zu Wasser und zu Bande ihres Amtes waltete. Um„ Belästigungen" der Streitbrecher von der Wasserseite abzuwehren, war der Schutzmann " Zur. Bekämpfung der Dysenterie. In der gestrigen Sitzung der Akademie für Medizin in Paris teilten die Professoren Vaillard und Dopter mit, daß es ihnen gelungen sei, ein Serum zur wirksamen Bekämpfung der Dysenterie herzustellen; von 243 Fällen, welche mit ihrem Serum behandelt worden seien, hätten nur 10 einen tödlichen Ausgang gehabt. Im Gegensatz zu dieser Bewegung ist aber auch bereits eine Unfälle an Bord von Torpedojägern. An Bord zweier im Liga gegen gleiche Frauenrechte und zur Bekämpfung der Hafen zu Rochefort weilenden Torpedojäger sind gestern ernste Bes Emanzipationsbestrebungen entstanden. Dazu gehören die zart- schädigungen an den Maschinen erfolgt. Einzelheiten über den Unfall besaiteten Damen der höheren Gesellschaft", die es entsetzlich fehlen noch. finden, daß Frauen auf die Straße steigen, um ihre Rechte zu fordern. Die Wirksamkeit der Liga bleibt daher auch auf„ die feinsten Kreise" beschränkt. Die Frauenwahlrechtsfrage in Norwegen. Im Konstitutionskomitee des norwegischen Storthings ist jetzt Frauenwahlrechts vorhanden. eine absolute Mehrheit für die Einführung des staatsbürgerlichen Nur eins bon den neuen Komiteemitgliedern ist Gegner des Frauenwahlrechts. Fünf Mitglieder des Komitees wollen den Frauen das Wahlrecht unter denfelben Bedingungen gewähren, wie sie für das kommunale Frauenwahlrecht maßgebend sind, nämlich ein eigenes oder ein Steuereinkommen des Ehemannes von mindestens 400 Kronen in den Städten oder 300 Kronen auf dem Lande. Die übrigen drei Komiteemitglieder sind für das allgemeine Storthingswahlrecht der Frauen, so wie es die Männer besißen. Man darf nun wohl erwarten, daß die norwegischen Frauen bald als gleichberechtigte Staatsbürger anerkannt werden. Das Beispiel Finnlands wird in dieser Hinsicht wohl auch eine gute Wirkung ausüben. " Zur Dienstbotenbewegung in Königsberg ist zu berichten, daß am Sonntag, den 8. April, ein Verein für Haus angestellte" gegründet wurde. Die Gleichheit" ist das Vereinsorgan und wird den Mitgliedern unentgeltlich zugestellt. Dem Verein trat eine Anzahl Mädchen bei. Verfammlungen. Ebeling auf dem fiskalischen Schiffe, der„ Barniz", stationiert. Am 1. September sah derselbe cin Boot mit vier Personen ankommen, die bis auf 25 Meter an das Bollwerk fuhren. Um sie von der Landung abzuhalten, ließ Ebeling die Parniz" heranfahren und drohte ihnen mit Verhaftung. Dabei äußerte einer der Bootsinsassen, der Fabrikarbeiter Otto Matthies:" Den möchte ich sehen, der mich verhaftete." Ebeling verhaftete darauf den Matthies, Die übrigen Personen fuhren weiter und machten nach der Wahrnehmung des Schuhmanns verdächtige Armbewegungen", nachdem bereits früher alle vier gerufen hatten: „ Wartet iur, Ihr infamen Streitbrecher!" Wegen dieses harmlosen Borfalles hatten sich am Sonnabend vor dem Schöffengericht der Fabrikarbeiter Matthies, der Arbeiter Staats, der Fabrikarbeiter Ernst Röber aus Frauendorf und der Arbeiter Wilhelm Meier aus GoBlo wo zu verantworten. Als Zeuge Sechster Wahlkreis. Am Dienstag hielt der Wahlverein eine war der Schuhmann Ebeling erschienen. Nach seinen Angaben hätten die Streitenden die Gabrit zerstören, die außerordentliche Generalversammlung ab, die sich hauptsächlich mit Wahlen und Anträgen zur Generalversammlung von Groß- Berlin Kräne und automatischen Wagen demolieren und beschäftigte. Die von den Abteilungen vorgeschlagenen, auf einer den Fabrikdirektor ertränken wollen! Auf die Frage Lifte verzeichneten 145 Delegierten wurden ohne Debatte gewählt. des Verteidigers, to her er diese Kenntnisse habe, gab er an, in In den Zentralvorstand von Groß- Berlin wurden gewählt als der Stille der Nacht die Unterhaltungen der auf den Booten in der Aspiranten: Rosenow, Jahnke, Karl Schulz und Mars; Oder befindlichen Streifposten erlauscht zu haben! Die vier An- als Revisor: Freythaler. Nun folgte die Beratung mehrerer geflagten hätten auch fortwährend gedroht und geschimpft. We I che Anträge zur Generalversammlung von Groß- Berlin. Schimpfworte gefallen seien, wußte er nicht; er meinte mur, nommen wurden folgende Anträge: Der Mitgliedsbeitrag zum Angees seien Ausdrücke gefallen, die nicht schön gewesen Wahlverein soll vom 1. Juli ab von 25 auf 35 Pf. erhöht werden. wären. Daß die Armbewegungen der Angeklagten, die Ebeling Die Einführung eines Wochenabonnements auf den„ Vorwärts" für Drohungen hielt, ihm gegolten hätten, da er ja in Konflikt mit zu 25 Pf. soll veranlaßt werden. Hierauf kam ein von der Kreisihnen geraten war, bestreitet er. Der Verteidiger konkonferenz gestellter Antrag zur Verhandlung, wonach der Wahlverein statierte, daß vom Boot aus Arbeitswillige gar nicht beim Parteivorstand den Ausschluß Georg Bernhardts begesehen werden konnten, da die„ Hedwigshütte" gegen das Boll- antragen soll. Rehbein bekämpfte den Antrag, indem er auswert mit einer Mauer abgeschlossen ist. In der Tat führte, er stimme zwar nicht den von Bernhardt in der bürgerlichen ist auch kein Arbeitswilliger ausfindig gemacht, der sich bedroht ge- Presse veröffentlichten Ausführungen zu, er halte es aber nicht fühlt hat. Trotzdem wurden Matthies zu zwei Wochen und die für richtig, daß der sechste Wahlkreis einen solchen Antrag stellt und drei anderen Angeklagten zu je einer Woche Gefängnis damit dem Kreise vorgreife, in welchem Bernhardt organisiert sei. verurteilt. Beantragt waren sogar zwei resp. ein Monat Ge- Wie verlautet, liege ja dem Wahlverein von Teltow- Beeskow, dem fängnis. Bemerkt sei noch, daß Matthies wegen des oben ge- Bernhardt angehöre, schon ein Ausschlußantrag vor. Der sechste schilderten Zusammenstoßes mit dem Schußmann vor einiger Zeit Wahlkreis solle sich doch nicht immer als Vormund anderer Kreise In Deutschland lebt aber der aufspielen. Freythaler habe diesen Antrag namens einer gewissen freigesprochen werden mußte. Arbeiter im Lande der vollendetsten Rechtsgarantien. Gruppe oder bestimmter Personen befürwortet. Man wolle wohl Bernhardt als Sündenbock für den Ausfall der Wahl hinstellen. Durch das Vorgehen gegen Bernhardt werde diesem eine Bedeutung beigelegt, die er wirklich nicht habe. Freythaler legte ente schieden Verwahrung ein gegen die Aeußerung Rehbeins, der sechste Wahlkreis spiele sich immer als Vormund anderer Kreise auf. Das sei eine Behauptung, die den Tatsachen nicht entspreche. Der sechste Wahlkreis habe noch nie den Versuch gemacht, andere Kreise zu bebormunden oder sich in deren Angelegenheiten zu mischen. Das leber die Rettung des Staates aus schwerer Gefahr berichtet Recht, ein Ausschlußverfahren zu beantragen, stehe jeder Parteidie„ Berg. Arbeiterstimme". Die Gefahr war hervorgerufen durch organisation zu, ob der Auszuschließende ihr angehöre oder nicht. den Arbeiterfrauen- und Mädchen- Verein. Dieser staatsgefährliche Es müsse entschieden zurückgewiesen werden, daß Rehbein von einer Verein wurde vorgestern von der Elberfelder Straffammer ge- gewijsen Gruppe" sprach, in deren Namen der Antrag begründet richtlich geschlossen und die Vorsitzende in eine Geldstrafe von sein solle. Der Antrag gehe von der Kreiskonferenz aus, also von 40 Mt., sowie die übrigen Vorstandsmitglieder in eine solche von den Vertrauensmännern des Wahlvereins. Niemand denke daran, 20 Mt. genommen, weil die Leiterinnen des Vereins, welcher in Bernhardt den Sündenbod für den Ausfall der Reichstagswahl politische Tendenzen verfolgen soll," Frauenspersonen" als Mit- zu sehen. Nachdem noch einige Redner für und gegen den Antrag glieder aufgenommen haben. gesprochen hatten, wurde derselbe mit sehr großer Mehrheit anUm den Nachweis zu führen, daß der Verein bezwecke, genommen. Eine von Bahn gestellte Anfrage, wann die Beipolitische Gegenstände zu erörtern, war ein großer Zeugen- fiber zum Schiedsgericht über den gegen Wiesenthal gestellten apparat aufgeboten. Es marschierten als Zeuge auf: die Polizei- Ausschlußantrag gewählt werden, beantwortete Frehthaler dahin, kommissare Weidenbach und Lütz, die Polizeiwachtmeister Johann die Kreiskonferenz habe die Genossen Mars, Beder und Label und Heinrich Fischer. Herr Polizeiinspektor Birker war Joseph als Schiedsgerichtbeifizer bestimmt. Maus erhob den vor dem Amtsgericht Naumburg in der Sache als Zeuge proto- Einwand, nach dem Statut habe die Generalversammlung die follarisch vernommen worden. Außerdem waren als Zeugen ge- Schiedsrichter zu wählen. Nun entstand eine lange, teilweise Iaden die Genossen Hildebrand und Thabor, Solingen, Ernst heftige Debatte sowohl über die Wahl der Schiedsrichter als auch Markus und Wilhelm Koch von hier. über die Frage, ob die von der Kreistonferenz bestimmten Genossen als unbefangen anzusehen seien. Bahn schlug drei andere Schiedsrichter vor, von denen zwei dem Metallarbeiterverbande angehören, während die von der Kreiskonferenz Vorgeschlagenen gerade deshalb als unbefangene Schiedsrichter angesehen werden, weil sie nicht Metallarbeiter, und deshalb an der Wiesenthal- Angelegenheit in keiner Weise beteiligt oder interessiert sind. Schließlich bestätigte die Versammlung mit sehr großer Mehrheit die von der Kreiskonferenz bestimmten Schiedsrichter. Aus der Frauenbewegung. Gerettet! Aus den Reden, welche die vier leztgenannten Zeugen in öffentlichen, sowie in Mitgliederversammlungen gehalten haben, soll der Nachweis geführt werden, daß der Verein sozialpolitische Tendenzen verfolge. Die Zeugen geben zu, in den öffentlichen Versammlungen öffentliche Angelegenheiten berührt und für die Sozialdemokratie Propaganda gemacht zu haben, nicht aber in den Mitgliederversammlungen. Es sei nach ihrer Ansicht nicht Zweck des Vereins, Politik zu treiben, sondern beschränke sich darauf, Wissen und Bildung der Mitglieder zu fördern. Bei der Verhandlung werden die Ausführungen, die in den öffentlichen Versammlungen gemacht wurden, in den Vordergrund geschoben und immer wieder betont, daß es sozialdemokratische Führer waren, welche in den Versammlungen gesprochen haben. Ferner wird den Angeklagten vorgehalten, daß in der Versammlung für die Frauenzeitung„ Gleichheit" Agitation getrieben worden sei, sowie daß die Mitglieder des Vereins sich an dem Gewerkschaftsfest beteiligt haben. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Bororte. Bahlstelle Charlottenburg: Heute abend 9, Uhr bei Mertens, Krummeftr. 43: Mitgliederversammlung. Zahlstelle Weißen see: Heute abent 9%, Uhr bei Content, Lehderstr. 5: Bersammlung. Zweigverein Rigdorf: Heute abend 9, Uhr bei Schmidt, Berlinerstr. 14: Bersammlung. Arbeiter Turnverein Vorwärts" Zehlendorf. Am Donnerstag, den 11. April 1907, findet der erste Turnabend im Lokale des Herrn Wilhelm Miet pünktlich 8 Uhr statt. Vermischtes. Die unbefleckte Fahne. Nachdem zwei Stunden über die Sache verhandelt, beantragt der Staatsanwalt, die Vorsitzende mit 60 Mt. und die übrigen drei Vorstandsmitglieder mit je 30 Mt. Geldstrafe zu belegen. Nach längerer Beratung kommt das Gericht zu dem Urteil, daß der Verein entgegen seinen Statuten politische Grundsäße berfolge. Es sei dieses aus den Ausführungen der verschiedenen Redner zu entnehmen, sowie auch daraus zu schließen, daß sich Die Nr. 43 der Sonneberger Zeitung" enthält folgende Anzeige: die Mitglieder an dem Gewerkschaftsfest(!) beteiligt und in ihren Warnung! Wir warnen hiermit jedermann vor dem Weiterverbreiten Versammlungen für die„ Gleichheit" Propaganda gemacht hätten. des falschen Gerüchts, daß unsere Fahnenträgerin Fräulein Rosa Weil die Vorsitzende auch schon wegen Uebertretung der betr. Hammerschmidt in anderen Umständen ist. Nicht diese, sondern die Paragraphen des Vereinsgesetzes vorbestraft sei(?), müsse Begleiterin Enuna Althaus ist es. Da dieselbe die Fahne nicht in auf Schließung des Vereins erkannt werden. Die Angeklagten die Hand bekommen hat, so ist unsere Fahne als unbefleckt zu bewerden, wie bereits gesagt, mit 40 bezw. 20 Mt. Geldstrafe be- trachten. Diejenigen Personen, welche sich wiederholt der underlegt und der Verein geschlossen. Von Rechts wegen! Gegen dieses schämten Lüge bedienen und uns mit unserer Fahne beleidigen, mehr wie salomonische Urteil wird wahrscheinlich Revision ein- werden wir gerichtlich belangen. Der Vorstand des Turnvereins gelegt werden. Hönbach." Gut Heil!" Hochwasser hat in mehreren Bezirken Bulgariens großen Schaden angerichtet. Der Verkehr ist teilweise unterbrochen. Schacht- Einsturz. In einem Schachte in Lindley stürzten, wie aus London gemeldet wird, Steinmassen herab, wobei sechs Arbeiter getötet und eine Anzahl schwer verwundet wurde. Am gelben Fieber gestorben. An Bord des englischen Paketbootes Lanfranc, das, von Brasilien nach Liverpool bestimmt, gestern in Lissabon eingetroffen ist, ist ein Mann der Besatzung unterwegs an gelbem Fieber gestorben. In den Flammen umgekommen. In einem in Lissabon von 18 Parteien bewohnten Hause in der Nähe des Zentralmarktes brach in der letzten Nacht Großfeuer aus. Viele Personen, darunter eine Anzahl Kinder, sind in den Flammen um getommen beziehungsweise verlegt worden. Die Mehrzahl der Opfer hatte im 4. und im 5. Stockwerk gewohnt. Erdbeben. In Djulfa bei Jipahan( Perfien) wurde gestern mittag um 12 Uhr 35 Minuten ein ziemlich starkes wellenförmiges Erdbeben verspürt. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 lthr. Jeder Ausrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. p. S. 07. Innerhalb zwei Jahren nach Ablauf des Jahres, in dem die R. R. 174. Uns nicht bekannt. R. R. 1. Ja. 2 bis 4. Nein. erfolgen. Honorarforderung fällig war oder zulegt anerkannt wurde, müßte Klage geschrieben. Die Zahl der Besuche richtet sich von Fall zu Fall. Als W. K. 99. Eine bestimmte Zahl von Besuchen ist nicht vor: Honorar wird durchschnittlich 10 M. und für jeden Gang 1 M. für angemessen erachtet. Zweckmäßig ist es, vorher eine Vereinbarung zu treffen. uns nicht bekannt. Am besten erhalten Sie Auskunft auf dem Patentamt. Schlüter. Ihr Vertrag läuft weiter. S. 75. Die Erfindung ist E. M. 24. Gegen das Urteil muß schleunigst, spätestens innerhalb eines Monats der Zustellung, Refurs erhoben werden. Taufend. Nein. B. 22. Der Vorstand hat das Anstellungsrecht. Nach Inhalt des GeBorstand schäftsberichts ist Ihre Anstellung auch vom Vorstand genehmigt. Dem steht auch das Rändigungsrecht zu. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Wochen zum ersten des Quartals. W. 11. Ja. C. 34. Sie sind nicht zum Rücktritt verpflichtet, sondern kömen auf Erfüllung des Vertrages klagen. K. M. 203. 1. Einfacher Brief genügt. 2. Die Kündigung resp. Entlassung ist auch während der der Chef nicht zahlt, lönnen Sie beim Gewerbegericht Klage erheben. Strankheit zulässig. Die Papiere müßten Sie annehmen. 3. Ja. 4. Falls Gich a. d. Alz. G. Ch. Durch den Aufenthalt im Auslande verliert der Betreffende seine Rechte auf die Erbschaft nicht. Für den Fall der Rüdkehr würde er Straße, die auf mehrere Monate lauten kann, erhalten und außerdem nachträglich zum Militär eingezogen werden. A. K. 50. Nein. Die Betreffende müßte in Berlin ansässig sein. 23. S. 28. 1. An den Regierungspräsidenten zu Potsdam. 2. Schriftlich. 2. H., 28. März ausführlich dargelegt ist, kommt das Stalenderjahr 1906 bei der Ober- Schöneweide. Ja. B. O. 20. Nein, wie im Artikel vom Lohn zu zahlen, da Sie festen Wochenlohn erhalten. jeßigen Steuerveranlagung in Betracht. 2. S. Für die Feiertage ist O. N. Nein. R. 07. 1. Das würde bedeuten, an Stelle der Geschwister treten deren tinder und falls die Geschwister Kinder nicht haben, treten die leberlebenden an Stelle der Verstorbenen. 2. Geistesfrankheit ist ein Scheidungsgrund, wenn die Krankheit mindestens drei Jahre gedauert hat und unheibar ist. Tegel. Klagen Sie beim Amtsgericht auf Unterlassung des ruhestörenden Geräusches. J. B. 57. Der Tag der Abmeldung ist entscheidend. 5. B. 28. Erst nach Anfall der Erbschaft, also erst nach dem Tode dessen, der Ihnen eine Erbschaft zugedacht haben soll, haben Sie einen Anspruch auf Abschrift des Testaments. Bei Lebzeiten kann der BeDer zweite Bertrag ist als der spätere gültig. treffende sein Testament so oft ändern, wie er will.- W. G. 51. Köpenick. A. B. C. 68. Benden Sie sich direkt an den Parteivorstand, Lindenstraße 69. Reichstag 60. Wenn Sie Zutritt zum Reichstag haben wollen, fo wenden Sie sich entweder an das Bureau des Reichstages oder einige Tage vor der Benden Sie sich an eine Buchhandlung. R. H Sizung an den Abgeordneten Schwarz( Lübeck). Mixdorf. Die Frau haftet nicht für die Schulden des Mannes. Eine lebertragung des Eigentums des Mannes auf die Frau wäre aber unnötig haben, als im Zahlungsverbot ausgedrückt ist. A. H. Der Arbeitgeber würde so viel einzubehalten auf Beseitigung des Stacheldrahts und auf Schadenersatz für den erlittenen Schaden hätte Aussicht auf Erfolg. G. S., Wilmersdorf. Ja. J. S., Charlottenburg. Das ist ein Aprilscherz der betreffenden Zeitung. P. 4. Der Stempel ist zu Unrecht Ihnen abgenommen, wenn Ihre Jahresmiete mur 250 M. beträgt. Verlangen Sie Rückgabe desselben. P. M. D. 28. Ja. M. W., Nieder- Schöneweide. 1. und 2. Ja. R. R. 18. Sie können fich nur an die Mutter halten. Zwei Wettende. Salt. R. 2. 22. Nein. 2. S. 7. Der Mietstaler und strafbar. A. S. 5. Eine Klage tann leider angerechnet werden. Eine Zurückforderung des Gebitrtstagsgeschentes ist ausgeschlossen. Eine Aufrechnung gegen das Weihnachtsgeschenk tann auch nach§ 36 der altpreußischen Gesindeordnung nicht widerrufen werden, es kann nach diesem Paragraphen das Weihnachtsgeschenk auf den Lohn angerechnet werden, wenn der Dienstvertrag im Laufe des Dienstjahres durch Schuld des Gesindes wieder aufgehoben wird. Ist der Dienstbote am 1. April mit einjähriger Dienstzeit ein getreten, so kann also angerechnet aber nicht widerrufen oder zurückgefordert werden, wenn durch Schuld des Gesindes bor dem 1. April der Vertrag aufgehoben wird. G. O. 14. 1. Ja: Das Nähere ist in dem Artikel vom 28. März dargelegt. 2. Leider ja. B. Klage. 1. Sie können Strafantrag an die Staatsanwaltschaft richten und wenn diese die Erhebung der Anklage ablehnt, Privatflage wegen Beleidigung anstellen. 2. Das ist möglich. 3. Mein. 4. Das Amtsgericht Berlin ist zuständig. 5. Ja. G. 23. 30. 1. Eine Verpflichtung liegt nicht vor. 2. Wenn das Waschgeld nicht bezahlt wird, wird die Wäsche feineswegs Eigentum der Wäscherin. Diese kann nur ihre Forderung einflagen und eventuell wegen der Forderung Pfändung vornehmen. O. 2. 1703. Ein allgemein gültiger Satz besteht nicht. M. J. 2. 1. Unze, Nössel und Quäntchen sind alte Maße. Unze ist etwa 30 Gramm, Nössel ungefähr 1 Liter und Quäntchen 4 Lot, in Norddeutschland 10 alte Lot. 2. Nein. Es ist unmöglich, sofort Antwort zu erteilen.. Nein. G. 47. Rein: Ein eigenhändiges Testament ist gültig, wenn die nötigen Formen beobachtet sind. 8. Moritz. Der genehmigte Antrag ist zunächst Statut. Die neue Statutenbestimmung kann wie jede andere geändert werden. Die Arbeitgeber haben weder das Recht, für nicht Stimm berechtigte, noch für die bei ihnen beschäftigten Arbeiter zu stimmen. Send en Sie uns doch das Statut ein, in dem eine solche Bestimmung enthalten ist. - 2. R. 32. Das Eigentum bleibt der Ehefrau. 2. N. 20. Ja. Ibe bei Ausfig Meter, bei Oder Elbe bei Magdeburg 3,40 Meter. Dder bei Breslau+1,02 meter. Neißemündung 3,94 Meter. Wafferstand am 10. April. Dresden+ 100 dp. bei Ratibor 4,19 Wieter steigt. Dder bei Brieg 4,24 Meter. Jandorfs Serienwoche 95 195 nur noch 2.95 Donnerstag Freitag Sonnabend Sozialdemokratische Agitations- Bibliothek. Zeitbilder aus dem Klassenstaat. As 6. Heft ist soben erschienen: 233/ 17* Sozialistentöter Bülow im deutschen Reichstage. Aus den Verhandlungen des deutschen Reichstags über den Etat 1907. Preis 25 Pf. Ferner empfehlen wir die übrigen Hefte dieser Samlung: Heft 1: Prinz Arenberg und die Arenberge. Preis 20 Pf. Heft 2: Heft 3: Der Klassenkampf im Ruhrgebiet. Preis 20 Pf. Heft 4: Eigene Werkstätten! H.Kunze Berlin Möbelfabrik Julius Apelt, Tischlermeister, Kottbuser Tor Jetzt: Adalbertstraße No. 6 Hochbahnhof Komplette Wohnungs- Einrichtungen Musterzimmer Der Zukunftsstaat der Das neue Ausnahme- Gesetz Für bestes u. trockenes Material garantiert! zu soliden Preisen in meinen modern eingerichteten zirka 1000-Meter umfassenden Geschäftsräumen. Vornehme Maß- Anfertigung. Junker. Preis 20 Pf. gegen die Bergarbeiter. Preis 20 Pf. Heft 5: Der politische Massenstreik und die Sozialdemokratie. Preis 20 Pf. Expedition des Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 69, Laden. Möbel kauft man am billigsten und besten im Spezial- Möbel- Geschäft Wilhelm Misch Grosse Frankfurter Str. 45-46. 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Jahrgang. 3. Sfilnjf des Jormürlö" Kerlim AcksdiÄ Donnerstag, lt. April IM. Staatsarbeiter. Wir können in Deutschland wohl drei Kategorien von Arbeitern unterscheiden: Lohnarbeiter, die im Dienste des Privatkapitals stehen, solche, die in gemeindlichen Betrieben, in Monopolindustrien, beschäftigt sind und dann noch die Arbeiter, die das große Gemein- Wesen, der Staat, beschäftigt. Namentlich beschäftigt der Staat in seinen Eisenbahn-, Kanalbau- und Postbetrieben ein gewaltiges Heer von Lohnproletariern, die im Gegensatz zum fest angestellten Beamten, alle 8 oder 14 Tage ihren zusammengerechneten Tage- lohn an den Kasscnstellen in Empfang nehmen. Diese Arbeiter haben in den seltensten Fällen eine Alters- oder Hinterbliebenen- Versorgung und täglich kann ihr Lohnverhältnis gelöst werden. Die Lage der preußischen Eisenbahnarbeiter ist zu bekannt, als daß es sich lohnte, noch an dieser Stelle die oft gehörten Klagen noch einmal zum Vortrag zu bringen. Sie ist so schlecht, daß sogar freisinnige Abgeordnete im preußischen Abgeordnetcnhausc für die niedrig bezahlten Arbeiter im Eisenbahnwesen eine Lanze brachen. Und das will bei der Dickfelligkeit, die oft genug gerade seitens der freisinnigen Landtags- und Gemeindedeputierten in Arbeitersragen an den Tag gelegt wurde, gewiß etwas heißen. Man hat den Eisenbahnarbeitern und den unteren Beamten- katcgorien, dem wichtigsten Teil aller Angestellten, wenn es sich einmal um die Aufrechterhaltung des Verkehrs handeln sollte, das Koalitionsrecht genommen, bestraft jeden Lohnproletarier, der seine 2,80 bis 3,bl1 M. täglich für Weib und Kind verdient, mit Ent- lassung, wenn er eine der herrschenden Beamtenkaste nicht genehme Gesinnung hat! In ähnlicher Lage, die bisher freilich noch nicht so bekannt geworden ist, befinden sich die Lohnarbeiter der Reichspost- Verwaltung, die Telegraphenarbeiter. Mit der Aus- dehnung des Telegraphen- und Fernsprechnetzes hat die Post- Verwaltung zur Ausführung ihrer ober- und unterirdischen Montagearbciten usw. ein großes Heer von Arbeitern annehmen müssen, die man oft in den Straßen der Stadt oder oben auf den Dächern bei ihren Arbeiten sehen kann. Von den anderen Arbeitern unterscheiden sie sich nur durch eine schmierige Post- beamtenmütze. So ein Kleidungsstück, wie es eine einfache Post- mütze ist, hat oftmals einen Fetischcharakter. Es gibt Arbeiter, die sich beim Tragen einer solchen Reichsarbeitermütze ganz be- sonders wichtig vorkommen und in ihrer Herzenseinfalt glauben, sie seien in Wirklichkeit etwas anderes, als so ein gewöhnlchcr Arbeiter in Diensten des Privatkapitals. In den seltensten Fällen bemerken diese bedauernswerten Menschen, daß die große Reichs- anftalt sie mit dieser Mütze ködern und glauben machen will, die Reichstclegraphenarbeiter hätten den Marschallstab zum Reichs- Postamt im Tornister. Eine Weile geht ja die Sinnestäuschung; wenn aber der Magen rebellisch wird, der doch wesentlich die Gchirntätigkeit beeinflußt und dem Gedanken oft genug Richtung gibt, dann kommt die Ernüchterung. Diese Ernüchterung wird hoffentlich auch für die mit gnädiger Erlaubnis der Reichspostverwaltung„organisierten"„Telegraphen- arbeiter Deutschlands" nicht ausbleiben, die sich zu Ostern in Berlin„unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern aus dem Reiche" versammelt hatten. Mit einem Kaiserhoch und mit einem Ergebenheitstelegramm an den Staatssekretär Krätke begann man diesmal noch. Ob es das nächste Mal geschiewt, steht dahin. Auf diesem Delegiertentag wurde konstatiert, daß die oberen Post- behörden den Organisationsbestrebungen der Telegraphenarbeiter keine Schwierigkeiten entgegen gestellt hätten, nur der Oberpost- direktor in der schönen Seestadt Leipzig habe alle organisatorischen Versuche mit Entlassungen geahndet. Der modernen GeWerk- schaftsbewegung sind diese Leute nicht zu gewinnen, weil sie hofften, einmal als Unterbeamte in«den Reichspostdienst eingestellt zu werden und so eine kleine Genugtuung für die lange Zeit des Darbens zu erhalten. Der Verband der Gemeinde- und Staats- arbeiter, der bereits versuchte, an die scheu ausweichenden Arbeiter der Post heranzukommen, hat oft das Argument gehört: Freilich, jetzt arbeiten wir für täglich 2,80 M. bis 3 M.., aber wir haben doch Aussicht, Briefträger oder Telegraphcnbote oder dergleichen zu werden! Vor einiger Zeit hat die Poswerwaltung den Arbeitern auf ihr dementsprechendes Gesuch gestattet, daß sie sich organisieren können; unter welchen besonderen Bedingungen die„Arbeiterorgani- sation" zu arbeiten verpflichtet ist, braucht Wohl nicht weiter aus- einandergesetzt zu werden! Um dem Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter den Wind ans den Segeln zu nehmen, hat man die Konzession an die loyalen Telcgraphcnarbeiter gemacht, sich eine „Standesorganisation" zu gründen. Wir glauben, nach dem, was auf dem ersten Ostcrkongreß in Berlin über Arbeiterfordcrungen und kritischen Betrachtungen über die soziale Fürsorge der Reichs- Postbehörden gesagt wurde, wird die Protektorin wenig Freude über ihre Organisation der Telcgraphcnarbeiter haben! Ueber Lohn- aufbesserungen wurde nur aus Hamburg und Berlin berichtet. Auf gemeinschaftliche Eingaben erfolge monatelang keine Antwort. Es werden Löhne von 2,50 M. bis 4 M.(der letztere Satz nicht etwa in Berlin, sondern in Hildcshcim!) bezahlt. Für gesunde und bescheidene Aufenthaltsräume ist fast nirgends gesorgt. Die Vorgesetzten(für die ja gesorgt ist) zeigen einen hohen Mangel an sozialem Interesse, ebenso bekümmert man sich um das Fort- kommen älterer Arbeiter sehr wenig. Selbst die protegierte neue Organisation hat kein einheitliches Gepräge; ein Teil der Mitglieder spekuliert auf Beamtenstellungen und stellt sich„politisch neutral", d. h. züchtet die Gesinnungs- l— osigkeit; ein anderer hingegen will Arbeiter bleiben und seine Forderungen ebenfalls mit dem nötigen Aufwand von Loyalität und Ergebenheit„erkämpfen". Als Verbandsorgan soll die Zeit- schrift„Die Telegraphie" dienen. So hat denn die Rcickstpostbehörde eine Organisation ihrer Lohnsklavcn geduldet, um ein behördlich zu regulierendes Auspuff- Ventil für die steigende Unzufriedenheit dieser Leute zu schaffen. Räch- dem sich für die hoffnungsreichen Arbeiter bei der Telcgraphenvcr- waltung gezeigt haben wird, daß sich mit Ergcbenheitsadressen und politischer Gesinnungshcuchelei nicht ein Pfennig Lohnerhöhung herausholen läßt, wird sich aus den schwammigen Formen der be- h&rdlich konzessionierten Gewerkschaft bald ein festerer Kern ab- lösen und die Vorhut für eine moderne Gewerkschaft sein. Es ist ausgeschlossen, daß die Telegraphenarbeiter auf dem zu öfteren eingeschlagenen Wege zu ihrem Ziele kommen! Berliner Marktpreise. Aus i>em amtlichen Bericht der stSdiischen Markthallcn-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 68.-72 pr. 100 Pjd., Ha 62-67, Ria 58-61, Bullcnfleisch la 66—70, IIa 56-64, Kühe, seit 54—60, do. mager 44—52, Fresser 52—65, Bullen, dän. 60—62, do. Holl. 00—00. Kalbfleisch, Doppelländer 100—125, Mastkälber la 90—96, IIa 80—88, IHa 00—00, Kälber ger. gen. 55—70, do. Holl. 00—00, dän. 57—64. Hammelfleisch Mastkälber 71—74, la 66—70, IIa 62—65, Schafe 55—60. Schweinefleisch 48—56. Rehwild, plomb. per Psd. 0,00. Ruthirsch, do. 0,00. Rothirsch, Abschuß 0,57. Damhirsch 0,00. Wildschweine' 0,41. Frischlinge 0,00. Kaninchen per stitck 0,50—0,80. Hühner, alte, per Stück 1,75—3,05, do. IIa 1,50, do. junge 0,00. Wolgahühner 1,50—1,90. Tauben 0,65—0,75, italienische 0,00. Enten per stück 0,00, dito Eis- per stück 2,50, dito Hamburger per stück 4,75 bis 5,00, Gänse, Hamburger per Psund 1,10—1,20, dito Eis- 0,30—0,40. Hechte per 100 Psund 65—80, matt 50, mittel 81. Zander mittel 133, unsortiert 114) do. matt 0,00. Schleie 99—111, do. groß 0,00, do. klein 0,00. Aale, groß 112L-120, mittel 116, klein und mittel 0,00. Plötzen, matt 0,00, do. groß 0,00, do. 32—42. Karpfen 40— bOer 0,00, do. 50— 70er 0,00, do. 30er 67—69. Bleie, klein 0,00. Aland 0,00. Bunte Fische 33—48. Barse, matt 0,42. Karauschen 0,00. Bleisische 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 1,00—1,50, Danziger, Kiste 0,60. Flundern, Kieler, stiege la 3—4, do. mittel per Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3,00—3,50, Strälsunder 2,50—3,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1,40, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,60—0,80. Heringe P.Schock 5—9. Schellfische Kiste 2,50—3,50, do. ll2 Kiste 2,00. Kabliau, geräuch. p. 100 Psd. 20—25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902cr per Anker 95, 1904er 93, t 905er 90, 1906er 75—80. Schottische Vollheringe 1905 0,00, largo 44-48, füll. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, perSchock 3,20—3,60. Butter per 100 Psd. la 106—108, Ha 103—105, IHa 98—102, abfallende 90-95. Saure Gurken Schock 4,10—4,50, Pseffergurken 4,00—4.50. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 2,50—2,75, Dabcrsche 2,25—2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salatkarloffeln 8,00. Spinat per 100 Psund 20—25. Karotten per 100 Psund 20. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—10,00, do. pommersche 6,00—12,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,50—4,00, do. kleine 2,00—3,00. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00—2,50. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr, per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben per 100 Pfund 3,50—4,00. Teltowcr Rüben per 100 Pfd. 8—10. Weiße Rüben, große 0,00, kleine 0,00. Rote Rüben 4,00—5,00. Blumenkohl ital. per Korb 2,00—3,50. Kohlrüben per Schock 2,00—2,50. Wirsingkohl per 100 Pfd. 4,00—4,50. Rotkohl per 100 Psd. 3,00—4,00. Weißkohl per 100 Psd. 2,00-2,75. Rosenkohl per 100 Psd. 0,00. Grünkohl per 100 Psd. 10-15. Rhabarber 100 Bd. 8,00-16,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 15—22, ital. 25—32. Aepsel, per 100 Pfd., hiesige 5-25, Tiroler, Kiste 0,00, Calville, Slistc 50-110, Amerikanische in Fäss. 15,00-35,00, Ital., Kiste la 12,00-20,00, extra 18,00 bis 28,00. Zitronen, Mcssina, 300 Stück 9,00-12,00, 360 Stück 8,00—10,00, 200 Stück 8,00—15,00. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia 200 er Kiste 6—9, do. 300 er. 8— 10, Valencia 420 er Kiste 13—22,00, do. 714 er 16-23,50, Messina, 100er 4,00-6, 150er 4,75-6, 16<.-er 8-13,00, 200er 7,50—12, 300cr 8—13, Blut- 100er 5—7,50, do. 150 er 6-8,00, 80 er 6,50—8,00. Ital. in Körben per 100 Pfd. 0,00. Mandarinen, Kiste 0,00, do. 100er, Kiste 4,00-5,25. Warenhaus Hermann Tietz LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ C ■ii...... Donnerstag, Freitag, Sonnabend, sowb« der Vorrat reicht; Einmaliges Angebot in Conserven Besonders für Restaurateure, Höfels und Pensionate geeignet:............................• D J Un«ere Conserven sind; ___: die besten Erzeugnisse: Vor Beginn der neuen Saison sind die Preise bedeutend herabgesetzt Vi Dose Va Dose Brech'uSchneidebohnenpa. 23 pr.— Schoten siebungi 55 Pf. 33 Pf. Kaiserschoten l15 63 Pf. Stangenspargel Extn. st«* 1 60 85 pr. Senfgurken p«. c»«« 85 Pf. Melange- Marmelade i« Prima Melangefrüchte Sauerkirschen mit stein Birnen weiss, Vs Frucht, extra QualltSt Aprikosen v, Frucht Zuckergurken 215 Junge russ. Poularden 200 2" I Schneehühner Stck. 70 Pf. Früchte Pa. Apfelsinen�. 25 30 40 50« Pa.Me5s."flpfelslnenDUd.45 55». Prima Messfna-Apfelslnen orw-xist«= too stock 4" Prima Messina-Blut-Apfelslnen ong.-wsts» ioo Stack 5 90 Bittere Orangen otid. 50 Pf. Citronen Dtzd. 30 40 50 Pf. Pa. Tafelfeigen in Körbchen 85 pf. Fleischwaren flocbfeine Tafelbüfter pp«.l15 Kaffee IV vt Mlichunj;_ I_ Ii_ in__ 83 90 I05 1° I35 I55 Mischung; Tee i n m____ ■|ib �so 2 29 2 70 3 50 420 IV VI Cervelat- und Salamiwurst la Nussschinken(klein« Rollschinken 2'/i bis 3 Vi Pfund) Delicatess-Schinkenspeck Plockwurst la Magerspeck Delicatess-Leberwurst Zwiebel-Leberwurst Westfäl. Bauernwurst Rotwurst'n Fottdnrm, ,0g;. Hausschl«eht6 Prima Rotwurst angeräuchert Pfund 1 25 Pfund 1 20 PfUnd 90 Pf. Pfund 1 10 Pfund 85 Pf. Pfund 70 Pf- Pfund 52 Pf. Pfund 95 Pf. Pfund 70 Pf- Pfund 52 Pf. Tafeläpfel hochfeine 5 Pfd. 90 Pf. prima 5 Pfd. �£5 Pf- Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 11. April. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Théodora. Anfang 8 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Hamlet. Deutsches. Das Wintermärchen. Frißchen und Lieschen. Lorking. Die Regimentstochter. Anjang 8 Uhr. Leffing. Marquise. Neues Schauspielhaus. Faust. Anfang 7 Uhr. Schiller 0. Berliner. Geschlossen. Mathias Golinger. ( Wallner- Theater.) Schiller: Theater Charlottenburg. Traumulus. Schiller N. ( Friedrich WilhelmUrania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Donnerstag abends 8Uhr: Maihias Gollinger. Luftspiel in 4 Aufzügen von Dstar Blumenthal und Max Bernstein. Freitag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Sonnabend, abends 8 Uhr: Traumulus. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerschke.. Freitag, abends 8 Uhr: Traumulus. Sonnabend, abends 8 Uhr: Heimat. Zirkus Busch. Zirkus Schumann Donnerstag, 11. April, 7, Uhr: Das vollständige große Marianne, ein Weib aus dem Volke. Gala- Programm. Freitag: Lenore. Sonnabend 4 Uhr zu fleinen Breisen: Hänsel und Gretel. 8 Uhr: Dorf und Stadt. Sonntag 3 Uhr: Sherlod Holmes. 8 Uhr: Marianne. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater Abends 8 Uhr: Der Familientag. flädtisches Theater.) Der Familien- DERNHARD ROSE THEATER tag. Komische Oper. Carmen. Zentral. Wiener Blut. Westen. Die lustige Witwe. Kleines. Nachtasyl. Neues. Der Dieb. Gr. Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Residenz. Haben Sie nichts zu Detektivkomödie in 4 Aufzügen nach berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Mamzelle Nitouche. der Romanserie des Canon Doyle. Morgen u. übermorgen: Sherlock Holmes. Thalia. Olympische Spiele. Macht- Deutsch- Amerikanisches Theater. afyl. Luisen. Marianne, ein Weib aus dem Bolke. Trianon. Frl. Josette Frau. meine Bernhard Nose. Sherlock Holmes. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Hotel. Wintergarten. Spezialitäten. Ein verrücktes Cleo de Mérode. Apollo. Der Triumph des Weibes. Spezialitäten. Kasino. Nick Carter. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Jeden Abend 8 Uhr Gastspiel des Theater des Westens: Mamselle Nitouche. Celestin Edm. Löwe a. G. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Wildschütz. Opollo Theater Die neuengagierten Reitkünstler Geschm. Foureaux, Francsco u. Alberto, ein Abend in der ame ritan. Bar. Hrn. E. Schumanns Neudreſsuren usw. usw. Um 9 Uhr: ROM. Große Drig.- Ausst.- Pantomime. Besonders hervorzuheben: Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. X Radium- Ballett. X Feenhafte Licht- und Wasserspiele. Voranzeige. Sonnabend, den 13. April: Benefiz für Frl. Martha Mohnke. Zum erstenmal auf Neapolitano Soja, Lippizanerhengst v. Neapolitano- Trompe aus der Soja. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Sängerin und Näherin. Volksstüd mit Gesang von Angely. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Freitag: Anna- Lise. Folies Caprice Linienstr. 132, an der Friedrichstr. Koloffaler Erfolg! Eine Nacht Folies Caprice. Eine Nacht in 8 Uhr: Bedeutende Spezialitäten. in der Apotheke. der Apotheke. Im Inspektionszimmer. Figaro, Geschlossen. Intimes. Eine vom Ballett. Zapfenstreich. Palast. Spezialitäten. Bajsage. Mal was Anderes. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. 9 Uhr: Merians Original- Bauern- Hunde- Theater. Ein treuloses Weib. 92 Uhr: Die neue Operetten- Burl. Der Triumph des Weibes b. Benno Jacobsohn. Mufit b. Josef Hellmesberger und Paul Lincke. bends& 115r: Die Feuergewalten Metropol- Theater Erde. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Ferdinand Anfang 8 Uhr. Berliner Theater. Der Teufel lacht dazu, Heute geschlossent. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Der Hund von Baskerville. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus Heute Donnerstag Anfang 7 Uhr: Faust. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Freitag und folgende Tage: Der Dieb. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend zum erstenmal: Die Pächterin von Litchfield. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends 8 Uhr: Die Bächterin von Litchfield. Lortzing Theater. Bellealliancestr. 7/8. Abends 72 Uhr: Die Regimentstochter. No. 66. Abonnements gültig! Freitag zum erstenmal: Fidelio. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Hufarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) Täglich abends 8 Uhr: Wiener Blut. Operette in 3 Aften v. Joh. Strauß. Residenz- Theater. Direktion Nichard Merander. Anfang 8 Uhr. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und B. Beber. Sabert be Trivelin: Rich. Merander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Eine Sochzeitanacht, Trianon- Theater. Anjana 8 hv, Fräulein Josette meine Fran. Sonntaa nachmittaa 3 br: Die Pigbesihauter Große Jahresrevue in 7 Bildern Anfang 8 Uhr. Borverkauf an der Theaterkasse und bei Wertheim. Brunnen- Theater embrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Sonntags, Montags, Freitags: Große Theater- Borfellung. Nächste Vorstellung Freitag, 12. April: Donnerstag, den 11. April 1907, abends 72 Uhr: Elite Abend. Galaprogr. • unb Les 4 Rassos, bhänomenale Luftgymnast. Luigi Rossi und das Wunderpferd Emir. Sascha Gerard Eva Powell Parforce- Reiter. Um 9%, Uhr: St. Hubertus. Größtes und sehenswertestes PrachtManegenschaustüď. Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Entree 50 Pf. Heute 8 Uhr. Der brillante April- Spielplan. u. a.: Hasson u. Jenny Kugelläufer. Alcide und Alberti Luftakt. Die vier Lunas Damen- Quartett und 10 erstklassige Nummern. Familienkarten, wochentags zum halben Kassenpreis gültig, in Barbier, Friseur u. Bigarrengeschäften gratis. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Das neue April. Programm. 10 10 Geni Family Pers. Pers. Pferde. Grete Gallus Charakter- Soubrette. 12 erstklassige Nummern 12. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. , Nesemann" KF Neu! Romeo und Julia. der beliebte aktuelle Humorist. von Julius Freund. Musik on staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Das vollständig neue April- Programm Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Stadt- Theater Moabit Rauchen überall gestattet. Sonntag, 14. April, nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. WINTER! 65 Cleo de Mérode Neues Programm. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das großartige Alt- Moabit 47/49. DO Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Romeo und Julia. Dramatische Komödie in 5 Aften. Billettvorverkauf im Theaterrestaur. und bei Krüger it. Oberbed, Turm und Beusselstraßen- Ece. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Neu: Ballettschule Klappermatz. Burleste v. F. Mehsel. Anjang wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Nick Carter. Freie Volksbühne Sonntag, den 14. April, nachmittags 3 Uhr: Neues Schauspielhaus. 4. u. 5. Abteilung: Berliner Theater. 17. u. 18. Abteilung: Weh' dem, der lügt. Baumeister Solneß. Sonntag, den 21. April, nachmittags 3 Uhr: 8. Serie. 1. Abteilung: Einakter- Abend. Arthur Schnitzler: Paracelsus Die letzten Masken. Dr. Ernst Wehlisch: Das Fest des Sankt Matern. 9. Serie. 11. u. 12. Abteilung: Der Richter von Zalamea. Schauspiel in drei Aufzügen von Calderou de la Barca. 1. Opern- Extravorstellung im Lortzing- Theater, nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Komische Oper in 3 Aufzügen von Lortzing. Opernmarken bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. Sonntag, den 28. April: Fra Diavolo. Generalversammlung: Freitag, 26. April, abds. 8, Uhr, im Gewerkschaftshause. Tagesordnung: Geschäfts- u. Kassenbericht des Vorstandes. Bericht der Revisoren. Diskussion. Bericht über den Stand unseres Theaterprojektes und des Vorvertrages. Ref.: Robert Schmidt. Antrag der Vereinsleitung auf event. Erhöhung des Beitrages und Herabsetzung des Einschreibegeldes und AugustBeitrages. Diskussion u. Verschiedenes. Alles weitere bleibt. Das Erscheinen der Mitglieder ist bei der Wichtigkeit der Tagesordnung besonders erforderlich. 228/17 Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. SteidlTheater- und Konzerthaus, Brückenstr. 2. Jubel! Bureau Piepenbrink. Anfang 8 Uhr. Borher: Militär- Konzert. Steidl- Restaurant: Großes Militär- Konzert. eute: Garde Pioniere. Dir. Stühle. # Nur noch kurze Zeit! Inventur- Verkauf Nur einmal jährlich! teppdecken Nid Carter, Detektiv: Dir. Sans Berg 1 Sonntag 4 Uhr: Singvögelchen. Der Hahn im Korbe. Kottbuser Sanssouci, Straße4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Stürmischer Erfolg! Husarenfieber. Poffe in 1 Att. Tanzkränzchen. Sonntag Beginn 5, wochentags 8 Uhr. Spezialbaus Emil Lefèvre, Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Unter- nirgends Filialen! halte Sonderangebote Similiseide) 1525 750 in den Farben rot, Buggenhagen Wollatlas blau, Moritzplatz. Heute: Benefiz- Konzert für die Mitglieder des Gottschalk- Orchester und Beneffz- Ball. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 14. April, abends 7 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- ilfer 15: Vortrag des Genossen Heinrich Schulz über: April- Programm! Bildungsideale und wirtschaftliche Entwicklung. Ki- ta- fuku die beste Japaner- Truppe der Welt. Paul Corradini Berlins beliebtester Komiter und die erstklassigen 14 Attraktionen 14. Gebr. HerrnfeldBorbert. Anfang Theater 11-21hr 8 Uhr. 57 Kommandantenstraße 57. Die stürmisch bejubelte Herrnfeldiade Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf., Garderobe frei. Moabiter Gesellschaftshaus Berlin NW., Wiclefstraße 24. 4/11 Hiermit zur gefälligen Anzeige, daß ich oben genanntes Etablissement übernommen habe und dasselbe nach beendeter Renovation und Neueinrichtung eröffne und dasselbe in veränderter Weise als bisher fortführen werde. Bestellungen auf Säle für Festlichkeiten und Versammlungen nehme schon jett entgegen. Ein verrücktes ORIGINAL Hotel. Komödie in 3 Atten mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Morgen: Dieselbe Borstellung. SINGER NAHMASCHIN Hochachtungsvoll Wilhelm Brüning. 00000 0000000 2750* 0000 Singer Nähmaschinen. 44272* Einfache Handhabung! Groke Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen. Bunte Normaloliv 1 675 850 250 350 Schlafdecken 150 250 Wolldecken ganz dick Gemeinsame Ortskrankenkasse für Köpenick und Umgegend. Rechnungsabschluß für das Rechnungsjahr 1906. I. Kaffenrechnung. a) Einnahmen. 1. Kaffenbestand für den Anfang des Rechnungsjahres 2. Zinsen von Kapitalien 3. Eintrittsgelder 4. Gesamtbeiträge 5. Erfazleistungen für gewährte Krantenunter ftügung. bon 6. Ersazleistungen Berufsgenossenschaften, Unternehmern, Ber ficherungsanstalten für gewährte Stranfenfür forge, Unfallrenten, Bu schüsse zumKrankengeld 7. Aus zurückgezogenen Sparkassen Einlagen, Entnahmen aus dem Reservefonds. 8. Durchlaufende Posten 9. Sonstige Einnahmen. m. 22 566,63 3 703,68 7 414,58 253 738,81 • 7 327,40 2 580,73 16,19 157,97 10. Summe d. Einnahmen 297 505,99 b) Ausgaben. 3. Strankengelder: a) an Mitglieder. b) an Angehörige der Mitglieder 4. Unterstübungen Wöchnerinnen 5. Sterbegelder. 1. Für ärztliche Behand lung. 27 947,68 2. Für Arznei und sonstige Heilmittel 29 446,59 51 068,05 1 952,08 • an 8 580,90 4• 4 343,50 30 570,80 37 852,22 1067,42 59 703,68 6. Kur- u. Verpflegungsfoften anstalten an Kranken7. Ersatzleistungen für gewährte Strantenunterstüßung. 8. ZurückgezahlteBeiträge und Eintrittsgelder 9. Für Kapitalanlagen ( Sparkasse, Zuführun gen zum Reservefonds) 10. Durchlaufende Posten 11. Berwaltungsausgaben a) persönliche b) fächliche 12. Sonstige Ausgaben 4 993,06 12 260,69 2 514,14 1 968,82 300 400 13. Summe der Ausgaben 274 269,63 Reisedecken, 10 Igetigert und Inventur- Extraliste gratis u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. franko Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Nieder mit den Sozialdemokraten bon Wilhelm Bracke in neuer Ueberarbeitung herausgegeben. Preis 10 Pf. Porto 3 Pf. Nieder mit den Sozialdemokraten" ist eine der ältesten, aber noch immer wirkungsvollen Agitations Broschüren für die ländliche Bevölkerung. Brade hat die landläufigsten Vorwürfe, die gegen unsere Partei erhoben werden, in volkstümlicher, allgemein verständlicher Weise widerlegt. Die Märchen vom Teilen", von der Zerstörung der Familie und Religion", die auch heute noch von unseren Gegnern folportiert werden, sind in überzeugenden Worten zurüdgewiesen. c) Abschluß. Summe d. Einnahmen 297 505,99 Summe der Ausgaben 274 269,63 Ergibt für den Schluß des Rechnungsjahres einenkassenbestand pon 23 236,36 II. Vermögensausweis für den Schluß d.Rechnungsjahres 1906. Das Gesamtvermögen der Kasse feht sich wie folgt zusammen: 1. Aktiva: a) der Beftand für den Schluß des Rechnungsjahres 1906 laut vorstehendem Abschluß 23 236,36 b) Sparkassenbuch. 156 919,10 2. Passiva: nicht vorhand. 3. Hiernach beträgt der 60 373,41 Ueberschuß der Aftiva 180 146,46 Nach dem vorjährigen Abschluß betrug der Ueberschuß der Attiva 119 773,05 Ergibt gegen das Vors jahr an Ueberschuß der Attiva mehr... 1. Zum Reservefonds gehören nach den stattgefundenen Ueberweisungen. Nach dem vorjährigen Abschluß betrug der Reservefonds.. Ergibt gegen das Vorjahr an Reservefonds mehr. 156 910,10 97 206,42 59 703,68 2. Als Betriebsfonds vers bleiben der Kaffe bar 23 236,36 Adlershof, den 9. April 1907. Der Vorstand. R. Hansen, Borsitzender. Kassenbäder jeb. Art, Augusta- Bad, Köpeniderstr. 60.[ 18625* Allen Verwandten, Freunden und Kollegen die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann, der Zimmerer Emil Müller am Montag verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. April, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Schöneberger Friedhofes aus ftatt. 45852 Wwe.Müller geb.Wartenberg. Sozialdemokrat. Wahlverein Schöneberg. ( Bezirk 3a). Am Montag verstarb im Alter bon 48 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer Emil Müller. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. April, nachmittags 5/2 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 15/13 Der Vorstand. Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Zimmerer. ( E. H. No. 2, Hamburg.) Filiale Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Emil Müller am am 8. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. b. M., nach mittags 5, Uhr, von der Leichenhalle in der Magstraße aus statt. 259/4 J. A.: Der Vorstand. Verein der Zimmerer Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am 8. April verstarb unser braves Mitglied Emil Müller ( Bahlstelle Schöneberg). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 12. d. M., nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle des Schöne berger Kirchhofes in der Mar straße aus statt. Rege Beteiligung erwartet 257/17 Der Vorstand. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Karl Pätzhold geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 11. April, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 116/11 Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Hiermit die traurige Nachricht, daß die Frau unseres Bundesmitgliedes Schmidt aus Klub Feste Brüder", Rigdorf, am 9. April verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, auf dem neuen Jakobi Kirchhof statt. 2/15 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenhauer E. H. Ortsverwaltung Berlin 11. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Arbeiter Ignaz Kortuz am 5. April durch Herzschlag im 55. Lebensjahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber, guter Mann, Bruder und Schwager Hermann Kusche nach furzem, aber schwerem Stran Todes- Anzeige. Am 8. April verstarb ganz plöglich unser Kollege, der Rohrleger Wilhelm Braatz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. April, nach mittags 4 Uhr, auf dem Sanft Markus- Kirchhof in Wilhelmsberg 27885 statt. Rege Beteiligung erwarten J. A.: Zedler, Moritz, Ashölter. Allen Genossen, Freunden und Bekannten die Nachricht, daß unser Bater, Schwiegervater und Großbater, der Tischler 45362 Freie Vereinigung der Bauarbeiter Bureau: Steinstr. 38 I. Berlins und Umgegend. Freitag, den 12. April, abends 8% Uhr: Tel. Amt III, 8574. General- Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom I. Duartal 1907 und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Bericht über die 31/2 Berhandlungen mit den Arbeitgebern und unsere Stellungnahme dazu. 4. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. J. A.: Herm. Norgel. Gottlieb Kaphammel Verband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands sanft entschlafen Die Beerdigung findet Freitag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle in Friedrichsfelde aus statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Nachruf. Am 5. d. M. verstarb nach längerem Leiden unser treues Mitglied und Archivar, Herr Oskar Schewe. Ein ehrendes Andenken bis über das Grab hinaus wird ihm stets bewahren 27976 Männer- Gesangverein, Echo' ( 1869). Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Luise Bliß geb. Kunath, nach langen schweren Leiden am 8. April sanft entschlafen ist. 45382 Die Beerdigung findet am Frei tag, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofes, Marstraße, aus statt. Dies zeigt tiefbetrübt an der trauernde Gatte Karl Blik nebst Kindern. T Spar: und Produktiv Genossen: schaft Groß- Lichterfelde. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Freitag, 19. April, abends 8 Uhr, im Kaiferhof", Kranoldplay: tenlager am 8. April verstorben ift. Außerordentl. Generalversammlung Die Beerdigung findet am 11. April, nachmittags 5%, Uhr, von der Leichenhalle des Lichten berger Friedhofes, an der Bornit straße, aus statt. 45372 Dies zeigt tiefbetrübt an Die trauernde Gattin Luise Kusche nebft Sohn. Achtung! Zages Drdnung: Antrag der Berwaltung: Errichtung einer Verkaufsstelle in Lantwit betr. Sonstige Anträge. Halbjähriger Geschäftsbericht. Filiale Berlin. Am Donnerstag, den 11. April, abends 8%, Uhr, in der Neuen Welt", Hafenheide 108-116( Eingang von der Seite): Mitglieder Versammlung. P Lages Drdnung: Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern." Referent: Kollege Kunze. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 162/20 Achtung! Mitglieder der Achtung! Gustav Behrens- Theater. Allgemeinen Ortskrankenkasse zu Berlin. Freitag, den 12. April 1907, abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung im Englischen Garten( oberer Saal), Alexanderstraße 27 c. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über das Verhalten der Angestellten der Allgemeinen Ortsfrankenkasse gegenüber den Beschlüssen der General Versammlung vom 9. Dezember 1906. 2. Bericht und Abrechnung der Dreizehner- Kommission und Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und zahlreiches Er. scheinen unbedingt notwendig. Die Dreizehner- Kommission. 272/10 3. A.: Robert Leutner( Obmann), Berlin 0. 34, Pintschstraße 6. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Perlmutter- n. Knopfarbeiter. Donnerstag, den 11. April, abends 7% Uhr, im Lokal Mariannenstraße 41: Vertrauensmänner- Versammlung mit Kommiffion. SchönebergBerlin W., Goltzstraße 9. Nur noch wenige Aufführungen der zugkräftigen Operette: Die lustige Witwe von Schöneberg. In Vorbereitung: Die tolle Ausstattungs- Burleste: Meschuggemann im Sündenpfuhl Berlin. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Der Untergang des Dampfers Berlin". 168 Tote, 12 Gerettete. Den ganzen Tag Vorstellung. Achtung! Neuheit! Glas Karall- Krawatten in verschiedenen Farben, sehr praktisch und dauerhaft, Dußend 8 M. ver fendet gegen Nachnahme Tages.Ordnung: 1. Stellungnahme zur Konferens. 2. Mat Franz Coldovsky, Butritt nur gegen Borzeigung des feier. 3. Bericht der Vertrauensleute. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuches. 106/ 20* Der Vorstand. J. A.: Harring. 84/12 Jede Werkstatt muß vertreten sein. Der Obmann. Glaswarenerzeugung Zásada per Drzkow( Böhmen). 26895 Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Freitag, den 12. April 1907, abends 8 Uhr, finden 30 Bezirks- Versammlungen aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer statt und zwar in folgenden Lokalen: Bezirk Westen bei Zühlke, Dennewigstr. 13. " Bahlstelle Steglitz im Birkenwäldchen. Friedenau bei Grube, Kaiser- Allee. Schöneberg bei Obst, Meiningerstr. 8. Süd- West bei Dinda, Gneisenaustr. 67. == Groß- Lichterfelde bei Reisen, Chausseestr. 104. " Süden im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Zehlendorf bei Mickley, Potsdamerstr. 25. 11 " Süd- Ost bei Graumann, Naunynstr. 27. Mariendorf bei Reichardt, Chausseestr. 16. " 1 " 11 Osten I in der Königshank, Große Frankfurterstr. 117. Marienfelde bei Jarnszewski, Kiepertplatz 3. " 1 Osten II in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 151. " Schmargendorf bei Bartel, Warnemünderstr. 6. " " " Norden I und II bei Obligo, Schwedterstr. 23/24. " " Nord- Ost bei Boeker, Weberstr. 17. Oranienburger Vorstadt in den Borussia- Sälen, Aderftr. 6/7. Wedding im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Johannisthal bei Alb. Gobin, Roonstr. 2. " 11 " Oberschöneweide bei Dellmann, Wilhelminenhofstr. 79. Friedrichsberg im Schwarzen Adler, Franff. Chaussee 5. Friedrichsfelde bei Haberland, Wilhelmstr. 39. " 1 Moabit im Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Weißensee bei Schmutz, König- Chaussee 38. " " Bahlstelle Charlottenburg im groß. Saal d. Volkshauses, Rosinenstr. 3. Pankow bei Clemen, Wollantstr. 122. " Rixdorf bei Thiel, Bergstr. 151/152. Reinickendorf bei Knebel, Hauptstr. 51. " " " Wilmersdorf im Louisenpark, Wilhelms- Aue 112. " 1 Tegel bei Schmidt, Schlieperstr. 64. In diesen Versammlungen soll durch Abstimmung entschieden werden, ob die Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit aufrecht erhalten oder zurückgezogen werden soll. Verbandskollegen, erscheint Mann für Mann in diesen hochwichtigen Versammlungen! Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt. 137/14 Die Verbandsleitung. J. A.: E. Thöns. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche mitfarbenfehlern Fabrit. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff.+1 +1 Steppdecken billigst Febrit Große Frankfurterstraße 9, parterre. Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff. 1+ Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Martt 4, Bahnhof Börse. 255/ 2* Federbetten, Stand 10,50, große 16,00, Brautbetten, Bettwäsche, Leibwäsche, Steppdecken spottbillig Pfandleibhaus, Küftrinerplag 7. 2346 Gardinen, Portieren, Taschenuhren, Wanduhren, Schmucksachen spottbillig. Pfandleihhaus, Küstrinerplay 7. 23458 Steppdecken spottbillig, Fabrik Große Frankfurterstraße 60. 21678* Herrenfahrrad, Damenfahrrad, pie neu, 45,00. Holz, Blumen2335* Straße 36 b. 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Bau der Firma Jarotzki: Jagdschloß Glienice. Bauten der Firma Ziehe: Nixdorf, Harzerstr. 3. Bauten der Firma Emmeluth, Nixdorf: Hildebrandtstr. 16. der Firma Heinemann: Lange, Rirdorf, Boddinstraße. Bauten der Firma Metz, Urban straße: Tempelhof, Eylauerstraße. Steglit, Stubenrauchstraße. Bankow, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauer, Ede Bergstraße. Wilmersdorf, Nassauischestr. 7.. Bau der Firma Herrgesell Metall. Hübner, Wilhelmshavener. Schwabach, Wannsee, Friedrich Karl straße. Gewerkschaftshaus der arbeiter, Charitéſtr. 3. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Bartstraße. Mathesius, Nikolassee, an der Rehwiefe. Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Platz. straße: Dalldorferstr. 24. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Weißensee, Frifickestr. 3. Berantwortlicher Redakterans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Bau der Firma ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Röder& Comp.: Bauten von Hagemann, Mariendorf, Straße 54. Tauroggenerstr. 2. Bau der Firma Haide, Ruheplatstraße: Buch, Siechenhaus( Kapelle). Bau der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Müllerstr. 52. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ecke. Förster, Rirdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bauten der Firma Rachfall, Kaftanien- Allee 10: Leibnizstr. 46. Bendlerstr. 19. Bau der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a. Bauten der Firma Herrmann, Stalikerstraße: Prenzlauer Allee, Direktionsgebäude und Gußröhrenlager. Gasanstalt, Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrechtftraße 17. Gutzeit, Ufer- und Martin Opitzftraßen- Ede. Bau der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lhnar straße und Ringbahn. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schossow, Charlottenburg, Sybell straße 61-62. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädicke, Elberfelder und Dorte munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Brefinsky, Borhagen. Bau der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimstr. 46/47. Bauten der Firma Roloff: Mohrenhof, Friedrich-, Ede Mohrenftraße. Schivelbeinerstr. 7. 2insstr. 17. Bau der Firma Schwarze, Nixdorf, Nogatstr. 25: Nirdorf, Emserftr. 32-34. Bauten der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber. straße 22. Sonntag und Gryfiusstraße Ede. Bau der Firma Schneider, Griebenowftraße: Adalbertstr. 9. Bau der Firma Scharwis: Stödel, Friedenau, Cranachstraße. Banten d. Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr.1. Rigdorf, Schudowerstraße 5. Werkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Bau der Firma Mitsch, Bar nimftr. 22: Christburgerstr. 41. Bauten der Firma Schrammer in Rixdorf. Hedemann, Inn- u. DonaustraßenEde. Thiemann, Rigdorf, Schöneweiderstraße 20. Keller, Rigdorf, Hermannstr. 11, Tiedede, Brig, Chauffee- u. Hannemannstraßen- Ede. Rutula, Niemegstr. 13 und 14. Bau der Firma Gustrau, Rigdorf: Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Wilmersdorf, Kaiser- Allee 202. Martin Opikstr. 1. Gottschaltstr., Ede Martin Opigste. Uferstr. 13. Dietrich, Genterstr. 65-67. Schahorn u. Trödel, Gottlieb Stintel ftraße. Schöneberg, Mühlenstr. 8a. Kurfürstendamm 103/104. Brunnenstraße Ecke Boltastraße. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Burgall u. Martin, Faldenstein straße 49. Bau Groterjan, Schönh. Allee 129. Friedenau, Stubenrauchstr. 12. Beifer, Schöneberg, Münchenerstr.14. Mattner, Friedenau, Isoldestr. 6. Menge, Pariserstr., Ede Sächsischestr. Heilbronnerstr. 22. Holland, Wilmersdorf, Holsteinische ftraße 11a. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr ftraße 5. Karlshorst, Prinz Dstarstraße. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/4. Höfelt u. Seifert, Karlshorst. Wolf, Nieder- Schöneweide. Grothe, Mariendorf, Dorfstr.- Ede. Bauten der Firma Stahl, Kur. fürstenstraße 37: Westendorf, Stegliz, Miquelſtr. 31, Beher, Friedenau, Condristraße. Bauten der Firma F. Peschel & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther. straße 27. Seiler, Schöneberg, Ehlauerstr. 3. Baugesellschaft Barthe", Nirdorf, Hermannstr. 32. Bauten der Firma G. Bruns, Boppstraße: Weißensee, Frifideftr. 3. Grünau, Jägerstr. 16, Baez. Lankwiz, Kurfürsten- und Froben straßen- Ede, Köhler. Christet, Charlottenburg, Franklinftraße 18. Roscher, Schöneberg, am Bahnhofe Papestraße. Friedrichshagen, Friedrichstr. 114. Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarerstraße. Billa Werner, Klein Glienide bei Potsdam. Paulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ede Garvinusstraße. Bauten der Firma Lindgren, Rigdorf: Wüzler, Rigdorf, Bergstr. 112. maller, liusstraßen- Ede. Wipperstr. 25. Walter und Jute Altes Kriminalgericht, Moabit. Wilde, Böhmischestraße, Ede Schu domastraße. Rigdorf, Emserstr. 34. Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Samoaftr. 2, 3, 20, Bau Müller. Prinz Regentenstr. 116, Bau Last. Bauten der Firma Grieser, Steglit, Heeseftraße: Swoboda, Stegliz, Grunewaldstr. 28. Krüger, Lichterfelde, Chauffeestraßge Ede Stegligerstraße. Bauten der Firma Meinhardt, Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Wilmersdorf, Hildegardstr. 25. Lange, Livländischestr. Bau der Firma Vogt, Köpenickerstr. 54: Charlottenburg, Kaiser FriedrichEde Scharnstraße. Stier, Ober- Schöneweide, Edison- Bau der Firma Engel, ftraße 40. Bau der Firma Löchel, Nixdorf: Steglit, Päschtestr. 10/11. Bauherr Lange. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cabinerstraße: Ruwald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Kiefholzftr. Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Klempau Nachfl. Waisenhaus in Berneuchen. Ban der Firma Walter, Uferstraße: Töpfer, Bantow, Binzstraße. Töpfer, Pantom, Nordbahnstraße. Groß, Lichtenberg. Bau der Firma Kurz, Charlottenburg: Boch, Charlottenburg, Fritschstraße. Bau der Firma Sommerkorn: Frankfurter Chauffee 61 a, b, c. Bau der Firma Reuter, Steinmegstr. 24: Haumann, Münchener Ede Rosen heimerstraße. Uferstr. 5: Lehmann, Voigtstraße. Bauten der Firma Brandenburg, Wilhelmstr. 124: Schilling, Köpeniderstr. 27. Suarezftr. 13. Bau der Firma Vogt& Söhne, Stendalerstr. 6: Thiele, Wilmersdorf, Nassauische straße. Bauten der Firma Fröbe, Hollmannstraße. Chodowidistraße 7-8. Ueberholz, Kurfürstendamm 168/169. Wegen Streit und Differenzen gesperrt: Für Vergolder: 3. C. Pfaff, Zeughofstraße. Die Ortsverwaltung. Achtung! In der Luruspapier- und Belluloidwarenfab: it 23/5 R. Priester& Co. Michaelkirchstraße 17 hat das Personal die Arbeit niedergelegt und ist für Presser, Presserinnen, Koloristinnen, Sprißerinnen, BuchTreppengeländerbrauche. binder usw. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieglindeſtr.- Ede. Bauten der Firma Hundt, Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72. Kutter, Zehlendorf, Scharfestr. 4. Scheuren, Zehlendorf, Milinowskiftraße. Haase, Zehlendorf, Niemeisterstraße. Bastian u. Kabeliz, Zehlendors, Niemeisterstraße. gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten! Deutscher Buchbinder- Verband. Die Ortsgerwaltung. Achtung! Töpfer! Achtung! Sämtliche Bauten der Firma Kaufmann Wilhelm Meinte, Rirdorf, Kaiser Friedrichstraße 206, find bis auf weiteres als gesperrt zu betrachten. Augenblicklich kommt der Bau Dolzigerstraße, Ede Pettenkoferstraße, ausführender Töpfermeister Runge, in Betracht. 196/1 Die Verbandsleitung. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Postbau, Niederschönhausen, Tresfotstraße 67. Barnimstr. 170.