Nr. 86. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 t., monatl. 1,10 2, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Boft. Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Streusband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Criscint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewertschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ..Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Egpedition abgegeben werden. Die Expedition t bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Quittung. bon Sonnabend, den 13. April 1907. W Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Wie wird das deutsche Volk im arbeiter find es, die entrechtet werden. Um so gebieterischer Reichstage vertreten? Die russische Revolution. Zum Konflikt zwischen Duma und Stolypin. Der Konflikt zwischen der Duma und Stolypin ist bekanntlich 210,- Ober- Schöneweide, Uebersch. v. Märzkranz b. d. Arbeitern schlechtesten schneidet bei der jezigen Wahlkreiseinteilung des Betriebes d. Nordd. Stahl- u. Eisenwerte 9,65. Oberlangen- natürlich die Sozialdemokratie ab. Es wohnen in den von bielauer Agitationsbezirk Restbeitrag vom 4. Quartal 06 69,50. ihnen vertretenen Wahlkreisen nicht weniger als 22,1 Proz. ( darunter Wahlkr. Landeshut- Boltenhain- Jauer 45,50, aus dem Im Monat März gingen bei dem Unterzeichneten folgende Wahltr. Striegau- Schweibniz: Wahlv. Freiburg 24,-). Rigdorf, aller Wahlberechtigten, während sie nur 11 Broz. aller AbParteibeiträge ein: Sammelliste f. Reichstagswahl 1907 Bumpstation 6,60. Ronsdorf, geordneten stellt. Am meisten profitieren die rechtsstehenden Ansbach- Schwabach, Wahlkreis 4. Duart. 1906 66,87. Groß- fozialdemokr. Verein für den Wahlkr. Lennep- Remscheid- Mettmann, Parteien durch die ungleichmäßige Wahlkreiseinteilung. In Berlin a Konto seiner acht Wahlkreise 10 000,-( darunter Brr 3,10, 4. Quartal 1906 318,20. Reutlingen, Kreisverein 6. 6. württemb. den von Konservativen, Reichsparteilern, von Abgeordneten Friz Heimann 8,75, Amerikanische Auktion bei Hermann, Liegniger Reichstagswahltr., 2. Salbjahr 1906 72,28. Rigdorf, Verb.- heim der Wirtschaftlichen Vereinigung und Antisemiten vertretenen Straße 5,60, Kranzüberschuß der Deutschen Telephonwerke, Zeughof- Allerstr. 3,30. Schopfheim, sozialdemokratische Organisation des Wahlkreisen wohnen nur 22,4 Proz. aller Wahlberechtigten, Straße und Elisabeth- Ufer 59,40, Schreiber 0,60, Arbeiter der Firma 3. badischen Reichstagswahlkr. 30,15. Stuttgart, G. U. 10,- während diese Parteien zusammen 28,8 Proz. aller AbLandre 5,-, G. Schulz 0,60, Kranzüberschuß der Nieleswerke 71,75, Stendal- Osterburg. Wahltr., 4. Quartal 1906 29,10. Sonneberg Kranzüberschuß von den Arbeitern der Firma Groß u. Graf Saalfeld, 2. sachsen meining. Wahlkreis test für 1906 151,18. geordneten stellen. Aber auch die bürgerliche Rinke, wenn Reſt 32,70, Gustav Bastel 3, Kranzüberschuß von den Arbeitern der Tilfit, für frühere Sendung von Flugblättern 16,-. Tempelhof, man heute noch überhaupt von einer solchen sprechen kann, Firma Bintsch 44,50, Eifermann 1,-, Fryer 5,-, Borbe 10,- Ueberschuß d. Kranzsp. f. d. Märzgefallenen v. d. Arbeitern d. Firma profitiert dabei. Die beiden freifinnigen Parteien und die Ueberschuß von der Kranzsammlung für die Märzgefallenen von der Steffens u. Nölle 37,30. Wanzleben, sozialdemokrat. Verein des Deutsche Volkspartei stellen zusammen 49 Abgeordnete, die Brauerei Bözow 8,80, Kranzüberschuß von den Bezirken 463 und 464 Wahlkreises 4. Quartal 1906 100,-. Zeiz, Wahlkreis Beiz- Wahlkreise mit 1797 242 Wahlberechtigten oder 11,3 Broz. 3,25, A. B. Mister für Februar und März 2,-, Parteifonds Kloster- Weißenfels- Naumburg 600,-. aller Wahlberechtigten vertreten, stellen aber 12,5 Proz. aller Straße 41 1,-, H. Raschte 10,-, Bierprozente Bau Aschinger 18,- Berlin, den 10. April 1907. Abgeordneten. Ebenso schneiden die Nationalliberalen und Ueberschuß vom Märztrang, gesammelt von den Arbeitern der Firma das Zentrum, von dieser Seite aus betrachtet, zu günstig ab. Schwarzkopff, Scheringstraße, 174,-, Stranzüberschuß vom Be Man ersieht hieraus, daß es im wesentlichen nur die girf 590 13,05, von Schuster 0,50, Ueberschuß vom Märzkranz Sozialdemokratie ist, die unter der ungleichmäßigen Wahlder Maschinenfabrik von Flohr 60,80, Neubau Parifer Plaz, Bierfreiseinteilung zu leiden hat. Großstädtische Industrieprozente von 4 Staten 24,-, von Genossen Borgmann 6,-, Uebern See gefahren durch Dahms 4,20, Hamburger Sänger 20,-, drängt sich uns die Aufgabe auf, eine Neueinteilung der Dr. Bertram 10,-, Munition zum Kampf für Wahrheit und Recht 4,-, Uebersch. v. Märzkranz v. d. Koll. d. Fa. F. Werner, Abt. Wahlkreise zu fordern. C- D 16,10, aufgelöster Pflanzerverein Nordpol- Pankow 169,96, gef. b. b. Genossen d. 101. Bezirks durch Levin 4,-, Berband Sektion II, der Gemeindearbeiter, Kanalisation 20,-, Das Ergebnis der Reichstagswahlen vom 25. Januar den Arbeitern der Firma Kliemt, Wagenladierfabrit 7,-, refp. 5. Februar d. J. ist zwar schon in der Presse aller v. d. Arb. d. Fa. Schinken 5,-, b. d. Schlossern bei Winter, Holl- Barteien nach den verschiedensten Richtungen hin kommentiert mannstr. 32 5,-, Mitgl. d. U.-Dr. 4,65, Jule, Ritterstr. 85 18,90, worden. Die in dieser Ueberschrift aufgeworfene Frage erDaimler- Werte, Marienfelde, 3. Rate, Listen: 15814 9,80, desgl. 15 scheint deshalb auf den ersten Blick eine überflüssige zu sein. dadurch entstanden, daß Stolypin sich in die Arbeiten der Duma35,65, 19 13,10, 20 21,50, 22 12,55, 23 8,80, 27 25,70, 28 8,75, Sie ist es aber feineswegs. Das Wahlresultat ist noch nach fommissionen eingemischt und sowohl gegen die unmittelbaren Be29 13,70, 30 9,90, 31 5,-, 34 10,20, 35 12,85, 36 7,60, Rotations- einer besonderen Richtung hin sehr interessant, nämlich nach ziehungen der Dumakommission zu den Semstwoausschüssen als Arbeiterinnen im Vorwärts" 5,-, Absch. v. Schornsteinfeger durch Mar 3,50, Ueberich. v. Märzkranz b. b. Arbeitern d. Fa. Edert in der, wie sich die Einwohnerzahl Deutschlands auf die sozial- auch gegen die zuziehung von Sachverständigen zu den Sigungen Lichtenberg 34,85, Beitrag Januar- Juni, roter Kern in demokratisch, sonservativ, freisinnig, von Zentrumsabgeord- der Dumakommission Protest eingelegt hat. Die wahren Urheber schwarz- weißer Schale 6,-, von den Arbeitern d. Fa. Bergmann, neten usw. vertretenen Wahlkreisen verteilt. Leider liegt nun dieser ungefeßlichen Handlungsweise des Premierministers sind Abt. Schwarz 10, Bierprozente Bau Bariferplay 6,-). Berlin, das amtliche Ergebnis der Volkszählung von 1905 noch nicht so sonderbar das auch flingen mag die Kadetten! Sie waren div. Beiträge: Uebersch. b. b. Stranaipende v. b. Kollegen d. a. soweit vor, daß man eine genaue Feststellung nach dieser ia die ersten, welche die Frage der Beschränkung der Rechte der St. Weber u. Co., Gr. Frankfurterstr. 3 16,80. G. 2. 10,-. lebersch. Richtung hin treffen kann. Dafür fann man aber an der Dumafommissionen aufgeworfen haben; zwar wollten sie damals v. Kranz A. E.-G., Aderstraße 2,30. Stranzübersch. v. d. Kollegen Hand der Wahlstatistik der letzten Reichstagswahlen eine Fest- mit ihrem Pfeil nur die Sozialdemokraten treffen, die bei der d. Fa. Gebr. Crüger u. Co., Köpenid 16,40. Bierprozente v. Bau Bostau u. Knauer, Königgrägerstraße, 4 Raten 20,- Im Februar ſtellung treffen, die zur Genüge zeigt, wie sehr die ungleich- Besprechung der Verpflegungsfrage den Vorschlag gemacht hatten, noch in der Expedition des Vorwärts" für den Wahlfonds ein- mäßige Wahlkreiseinteilung, die nicht den Verschiebungen der der Verpflegungskommission die Vollmacht zur Entsendung ihrer gegangen 21,20. C. 2.( Januarbeitrag) 1, Bierprozente vom Bau Bevölkerungszahlen folgt, die großstädtische Industriearbeiter- Mitglieder an Ort und Stelle zu erteilen, um die VerpflegungsWilhelmstr. 70a, 2 Raten 10,-. Bon Fr. durch A. B. 50,- fchaft vor der ländlichen Bevölkerung benachteiligt. 3. B. aktion zu kontrollieren. Damals hatte der Kadettenführer Hessen, Dr. 2. A. 100,-. Machetes 5,50. Männerchor St. Urban" 10,- entfielen am 25. Januar auf 29 im ersten Wahlgange ge- Boltsaufstandes ins Land hinauszusenden, die Frage aufgeworfen, der darin den Versuch erblickte,„ Emissäre" zur Vorbereitung des Uebersch. d. Kranzsp. v. Personal der Berliner Juſtrierten Zeitung". wählte sozialdemokratische Abgeordnete 999 637 Wahlstimmen, Boltsaufstandes ins Land hinauszusenden, die Frage aufgeworfen, Uaſtein u. Co. 5,50. Uebersch. v. Märztranz v. d. Arb. d. Eifen während auf 40 im ersten Wahlgange gewählte fonservative ob nicht die Duma durch Erteilung einer solchen Vollmacht das gießerei Hugo Hartung, Moabit, Wiclefftr. 25,50. Ueberschuß der Abgeordnete nur 501 533 Stimmen entfielen. Großstädtische tierung der Kadetten sehr wohl gemerkt, und er ist jetzt gegen fie Gesetz übertreten würde! Stolypin nun hat sich diese Argumenmedizinischen Warenhauses statt eines Stranzes für die Märzgefallenen Industriearbeiter mußten also im Durchschnitt in einer An- tierung der Kadetten sehr wohl gemerkt, und er ist jetzt gegen sie 25,- Sammlung am 18. März b. b. Arb. der Kronleuchterfabrit zahl von 34 470 an die Wahlurne gehen, um ihrem Kandidaten felbst mit ihrer eigenen Waffe aufgetreten! 2. Bischoff 11. Co. 9,-. Die Stontobucharbeiter vom Wedding 5,- zum Siege im ersten Wahlgange zu verhelfen, während in Ueberschuß der Kranzsp. von den Arbeitern der Maschinen- den ländlichen konservativen Domänen schon 12 538 Wähler fabrik Monoline", Alte Jakobftr. Jakobstr. 17,70. Gutenberg 39,30. genügten, um dasselbe zu erreichen. Der großstädtische InUebersch. v. Märzkranz b. d. Mitgl. d. Deutschen Metallarb. Verb. in dustriearbeiter hat also im Druchschnitt nur etwas mehr als der Fa. Neue Berliner Messingwerte 7,80. Von den Arb. d. Fa. ein Drittel soviel Wahlrecht, als der ländliche konservative Mar Haffe u. Co. anstatt des Märztranges 44, wegnahme der Wähler. Zeitung-, 50. Statt eines Kranzes für die Märzgefallenen ges. Wie verteilten sich nun aber die zirka 134 Millionen " " Parteistellung Prozent aller Wahlberech tigten Bahl Prozent Bahl der der Ab- der Ab- Wähler geord geord- auf einen neten Abgeordn. Es ist natürlich völlig belanglos, daß die Auslegung des Gesetzes burch Stolypin der Auslegung desselben Gesetzes durch den Senat ftrifte zuwiderläuft. Der Senat ist eine zu elastische Waffe in den Händen der Regierung, und das Stolypinsche Organ„ Roffija" Anbetracht der Lage" durch ihn selbst geändert werden könne. deutet schon darauf hin, daß die Auslegung des Senats in Vielleicht wird diese Lektion den Kadetten ein wenig die Augen * b. d. Urb. d. Fa. Panzer, M.-G., burch Br. 54,10. Wunition zum Wähler, die bei der letzten Wahl in die Wählerliste ein öffnen und sie über ihre streng konftitutionelle" Taktik in der Kampfe für Recht und Wahrheit 5,-. Ueberschuß v. Märztranz v. d. Arb. d. Sezmaschinenfabr. Typograph" 8,80. Senabe 6, getragen waren, auf die Wahlkreise, die Sozialdemokraten, Atmosphäre der absolutistischen Willkür nachdenken lassen. Uebersch. v. d. Kranzfp. d. A. E.-G., Aderstr., Saal 8 2,70. 3. G. Ronservative, Nationalliberale, Freisinnige, Zentrums- Die Russ. Korresp." erhält das nachstehende Telegramm: 50,-. A. B. 50,- Bant i. Dlbenb., 2. oldenburg. und abgeordnete usw. nach dem Reichstage entsandt haben? Die Petersburg, 12. April. Die Agitation gegen die Duma wird 2. hannov. Wahlkreis 4. Quartal 1906 430,- Des- nachstehende Tabelle gibt darüber Aufschluß. Man erfieht von den reaktionären Parteien fonsequent fortgesetzt. Russtoje gleichen 1. Quartal 1907 391,-. Butzbach i H., C. R. daraus, wie sich die Gesamtzahl der Wahlberechtigten auf die Snamja" ist tagtäglich mit Depeschen an den garen überfüllt, 4,- Bukarest, Gesangverein„ Vorwärts" f. d. Wahlfonds 32, von den verschiedenen Parteien vertretenen Wahlkreise ver- welche die Dumaauflösung fordern. Da Stolypin eine sofortige Breslau, Rückzahlung nicht gebrauchten Wahlzuschusses für den teilt und ebenso wie sich die Zahl dieser Wahlberechtigten Auflösung wegen Fehlens eines stichhaltigen Grundes bisher für Bezirk Breslau 193,29. Bern 50,- Bürgel i. Th., für frühere Bezirk Breslau 193,29. Bern 50,- Bürgel i Th. für frühere Sendung von Fluglättern 2- Beelig, Uebersch. v. Märztranz der in den einzelnen Kreisen zur Gesamtzahl der Wahlberechtigten unmöglich erklärt, wird vom Adel und von der hohen Bureaukratic Lungenheilstätte B. I 2,85. Bernburg, Restbetrag für das Jahr berhält. Weiter erfieht man die Zahl der Abgeordneten, die gegen ihn energisch agitiert. An der Spike der Agitation stehen, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre ,. Kriwoschein und Kurloff. 1906 117,38. Braunschweig, 1. Wahlkreis 4. Quartal 1906 322,04. die einzelnen Parteien stellen und welchen Prozentsatz diese seri moschein, der Gehülfe Sotofzeffs, ist seit langem dafür Braunschweig, 2. braunschiv. Wahlkreis( Helmstedt- Wolfenbüttel) zur Gesamtzahl der Abgeordneten liefern. Endlich ist noch bekannt, daß er die ihm unterstellte Bauernagrarbant ausschließlich Er hat daher starken 4. Duart. 06 48,32. Calm, fozialdemokr. Kreisorganisation des angegeben, wieviel Wahlberechtigte im Durchschnitt auf einen im Interesse des hohen Adels ausnüßt! 7. württemb. Wahltr. 3. u. 4. Quart. 06 118,52. Dresden, 4. fächi fozialdemokratisch, freifinnig, nationalliberal usw. vertretenen Anhang in adligen Streifen. Sturloff, berüchtigt durch den Reichstagswahlkreis Vereinsbeitrag 2000,-. Dresden, lleberich. b. Wahlfreis entfallen. Minster Pogrom, ist einflußreich, weil er die Protektion der Witwe des Großfürsten Sergius, der Großfürstin Elisabeth, genießt. Trotz Unterstügung f. Gen., d. z. Reichstagswahl z. Dienst. standen, v. sämtl. Kategorien der Brauerei Felsenkeller( mit Ausnahme der Böttcher) dieser Agitation erfahre ich zuverlässig, daß in Barsfoje Selo zur 37,-, bon J. Schubert 2,-, Ga. 89,- Flensburg, sozialdemokr. zeit beschlossen worden ist, die Duma bis Ostern arbeiten zu lassen. Bentralwahlver, f. d. 1. u. 2. fchlesw.- holst. Wahltr., 3. u. 4. Quart. Ich habe Grund zu der Annahme, daß bei diesem Beschluß aus. 1906 370,20. Faltenberg( Oberschl.) 3,-. Frankfurt a. M., sozialländische Einwirkungen eine besondere Rolle gespielt haben!! Undemofr. Verein 4. Quart. 06 800,- Forst i. 2., zurückgezahlter beschadet dieses Zuratens erfreut sich das Schwarze Hundert nach wie vor der allergrößten Gunst des Kaisers, welcher vor zwei Wahlzuschuß 1000,-. Friedenau, E. A. 5,-. Gießen, E. S. 10,-. Tagen den berüchtigten Priester Hioder in langer Audienz empfing. Salle a. S., v. d. Parteiorganisation Halle u. Saalfr., Restbetr. d. Sozialdemokraten 4. Quart. 06 160,-. Hujum 48,18. Halberstadt, Wahlkr. Halberst.- Zentrum Er wurde der gesamten kaiserlichen Famiile vorgestellt, und noch vor 10 Tagen forderte Hioder zu Pogromen auf und erteilte Aschersleben Wernigerode 4. Quart. 06 120,-. Hamburg, im Monat Nationalliberale im voraus für alle Taten Dispens. März in der Expedition des Hamburger Echo" eingegangen 88.95. Ronservative. Izehoe, fozialdemokr. Zentralwahlverein d. 5. schlesw.- holft. Wahl- Freis. Volkspartei fretjes 128,46. Köln a. Rh., N. N. 20,- Kronach, Parteibeitrag Reichspartei 2. Halbjahr 06 45,69. Kiel, fozialdemokr. Zentralwahlverein für den Bolen 7, fchlest.- holft. Wahltr. 1000,- Langenberg, 12. württemb. Wahl- Wirtsch. Vereinigung freis 2. Halbjahr 06 7.60. Labiau- Weblau in Ostpr., Beitrag des Freis. Vereinigung Kreisvereins f. d. 1. Quart. 07 20,-. Limbach i. S., 15. fächs. Deutsche Volkspartei Reichstagswahlkreis t. Quart. 07 800,-. Ludenwalde, sozialdemokr. Elsässer. Zentralwahlverein Zauch- Belzig- Jüterbog- Luckenwalde, 4. Quart. 06 Antisemiten 166,- Ludentvalde, Rufus 5,- Magdeburg, sozialdemokratischer Dänen.. Verein 1. Quartal 07 600,-. München, Waldläufer 5,-. MarienDiese Aufstellung fordert geradezu gebieterisch eine Neu- holungen der Verlegung der gefeßmäßigen Ordnung zu ergreifen. dorf, von den organisierten Koll. d. Fa. J. C. G. A., Ueberschuß b. Märzkranz 6,10. Meiningen- Hildburghausen, 1. fachs.- meining. einteilung der Wahlkreise nach dem letzten Volkszählungs- Er habe dabei die Wahl gehabt zwischen dem vom Gesetz gewiesenen Reichstagswahltr., 4. Duart. 06 22,98. Meißen, 7. fächs. Reichstags ergebnis. Von einem gleichen Reichstagswahlrecht kann formalen und dem vom Gebote der Höflichkeit vorges wahltr. 1. Juli- 31. Dezember 06 784,20. Nieberzwönig, 19. fächf. heute nicht mehr im entferntesten die Rede sein. Am schriebenen Wege, das heißt, sich zuerst an den Präsidenten der. Reichstagswahltr. 100,- Neustadt i. Holst., 9. fchlesw.- holft. Wahlkr. neten 69 020 29 630 30 605 25 686 der Abgeordneten") Bahl der Wahlberecht. in den betr. Wahlkreisen 2 917 866 22,1 43 3-110 158 23,5 105 11,0 26,9 1 713 904 13,0 56 14,3 1 618 231 12,2 63 16,1 999 129 7,5 28 7,1 35 683 649 491 4,9 24 6,1 27 062 624 254 4,7 20 5,1 31 212 545 609 4,1 20 5,1 27 280 551 517 2,6 14 3,8 25 108 246 596 1,8 7 1,7 35228 281 888 1,7 9 154 713 19 698 1,1 6 2,3 1,5 25 765 0,1 1 0,2 25 785 19 698 46,41. Niederschöneweide, Einzelmitgl. C. Sch. 2,- Oranien-*) Die Hospitanten find dabei denjenigen Parteien zugezählt, burg, Filiale der Töpfer, Beitrag zum Wahlfonds 10,- benen sie sich als solche angeschloffen haben. Unparteiifche sind den Dlvenstedt, Wahlkreis Wolmirstedt- Neuhaldensleben 3. u. 4. Quart. 06 jenigen Parteien zugezählt, denen sie am nächsten steben. Petersburg, 12. April. Burischkewitsch richtete 97 Teles gramme an die Vorsitzenden der russischen Verbände der Provinz, in denen er sie auffordert, unverzüglich seinem Rundschreiben nachzukommen, das Gesuche an den Zaren um Auflösung der Duma fordert. Petersburg, 12. April. Die Antwort des Ministerpräsidenten Stolypin auf das von dem Reichsdumapräsidenten Golowin an Der ihn gerichtete Schreiben liegt nunmehr im Wortlaut vor. Präsident des Ministerrats erklärt darin: die Sachlage habe ihn berpflichtet, unverzüglich Maßnahmen gegen etwaige WiederReichsduma brieflich mit der Bitte zu wenden, ihm mitzuteilen, welche Maßnahmen er und das Reichsdumapräsidium zur Verhütung der Verlegung der Ordnung beabsichtige. Diefen Weg der Höflichkeit habe ja auch Golowin betreten und seinem Beispiel fei er, Stolypin, gefolgt. Doch wenn Ihnen beliebt," so schließt| Reichsamts des Innern ausmachen, die wesentlichsten Jau gereizten Auseinandersetzungen in der freisinnigen Fraktion das Schreiben des Ministerpräsidenten, auf diesem Wege nicht Momente aus dem Schwall von Reden herausfischen. Wie geführt. Der Vertreter der Freisinnigen, der gegen die Wahlzu verbleiben, und Sie den Wunsch hegen, einzig und allein dürftig das sozialpolitische Programm der verbündeten Re- beeinflussung durch seine Abstimmung eingetreten war, wurde arg ben formalen Weg einzuhalten, muß auch ich von jedem Versuche abstehen, zwischen uns entstandene Meinungsverschiedenheiten gierungen ist, darüber geben die gültigen sozialpolitischen zur Rede gestellt. Man befürchtet auf freifinniger Seite, daß, durch brieflichen Verkehr zu beseitigen, von dem mir zustehenden Gefeße Aufschluß. Höchst ungenügend- so lautet die wenn amtliche Wahlbeeinflussung alter Tradition des Recht Gebrauch machen und der Wache des Taurischen Balais Benfur, die die Arbeiter auf Grund ihrer Erfahrungen diesen Reichstages und aller Parlamente entsprechend ein Grund zur gesetzmäßig den Befehl erteilen, in das Palaisgebäude überhaupt Gesezen erteilt haben. Und es ist auch nach den bisher ge- Wahltassation bleibt, das Mandat des Herrn Eickhoff und einiger keine Privatperson einzulassen, ausgenommen diejenigen, welche pflogenen Verhandlungen über sozialpolitische Fragen nicht anderer freisinniger Recken nicht lange Bestand haben werden. in der vom Kaiser bestätigten Verordnuna vom 3. März auf zu erwarten, daß die bürgerlichen Parteien oder die ver- Jm Plenum wird es sich bei der Beschlußfassung über das geführt sind." bündeten Regierungen eine grundlegende Aenderung ihrer v. Richthofensche Mandat bald herausstellen, wie viel Freifinnige Sozialpolitik eintreten lassen. Die Mühle der Gesetzgebung für amtliche Wahlbeeinflussungen zugunsten Konservativer- unter flappert wohl, aber sie gibt den Arbeitern fein Mehl. Und stillschweigender Voraussetzung der Zubilligung der Gegenseitigkei das Redegeklapper mancher Abgeordneten ist nichts weiter als kleinliche Wahlkreispolitik. Minister- Dreiftigkeit. Antokratie oder Konstitution eintreten werden. Petersburg, 12. April. In der Reichsduma entspann sich heute eine längere Debatte über einen Vorschlag des Justiz ministers, einige Dumamitglieder, die auf Grund des§ 126 Die Hamburger Pfeffersäcke gegen die Maifeier. des Strafgesetzbuches( der die Zugehörigkeit zu Gesellschaften, Der nationalliberale Abgeordnete Stresemann, Kapitalistenübermut feiert Orgien in Hamburg. Nicht genug welche den Umsturz des bestehenden Regimes zum Zweckt seines Zeichens Syndikus des Verbandes sächsischer Inhaben, betrifft) unter Anklage gestellt sind, von der Duma dustrieller, wiederholte die Phrase: die bürgerlichen Barteien damit, daß die Ballin und Gesinnungsgenoffen einige Taufend auszuschließen! Hessen besteht auf dem Recht der Duma, sollten nun, nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen Schauerleute aufs Pflaster geworfen haben, weil diese Arbeiter fich über die Schuldfrage selbst zu beraten, und beantragt 3urid geschlagen" fei, eine fruchtbare Sozialpolitik gegen eine unmenschlich lange Arbeitszeit und eine Stlabenordnung Kommissionsberatung der Angelegenheit. Der Justizminister durchführen, damit die Arbeiter den„ nationalen" Parteien wehren, die sie an Händen und Füßen gebimden den Unternehmern widerspricht diesem Antrage: Die Duma habe sich ganz ein- zurückgewonnen würden! Was fordern nun aber die der ausliefern soll dieser von den Reedern frivol heraufbeschworene fach der richterlichen Entscheidung zu fügen! Er, der Minister, Illusion einer Wiedergewinnung der Arbeiter" sich hin- Rampf soll jezt auch noch den Vorwand abgeben für das Verbot des Maifest zuges. Seit nun 17 Jahren hat er alljährlich fürchte sonst, daß Unklarheiten über die Befugnisse der richter- gebenden Abgeordneten, um ihren Zweck zu erreichen? lichen und gefeßgebenden Gewalten entstehen könnten; er ein neuer Gedanke, fein fruchtbarer Borschlag, feine stattgefunden, ohne daß je die heilige Ordnung" und das heilige Eigentum" angetastet worden wären. Jetzt fordert fordert die Duma zur Achtung vor der Justiz auf. energische Forderung flingt aus all ihren Reden heraus; das vereinigte Hamburger Scharfmachertum aller Branchen seine In der Debatte über den Vorschlag des Justizministers alles bewegt sich im Rahmen des Hergebrachten und erreicht unterdrückung. Ausgerechnet in einer Zeit, da im Reichstage vom griffen Angehörige der Kadettenpartei den Minister heftig an, nicht im entferntesten die Forderungen, die von der klassen- Unterdrückung. Ausgerechnet in einer Zeit, da im Reichstage vom wobei sie erklärten, es gebe in Rußland überhaupt keine wahre bewußten Arbeiterschaft seit Jahrzehnten an die Gesetzgebung Regierungstische ein zeitgemäßes" Reichs- Vereins- und VersammlungsJustiz. Der Deputierte Adje mow( Kadett) wandte sich gestellt, von dieser aber unberücksichtigt gelassen worden sind. recht verheißen wurde! In der gestrigen Nummer haben wir unter Letzte Nachrichten Der Abgeordnete Giesberts fand einige scharfe mit geballten Fäusten gegen den Minister und fragte, ob man orte gegen die Aussperrungen sowie gegen die Verrufs- noch die telegraphische Meldung von den Anschlägen der Hamburger neuerdings vom Unternehmertum beliebt werden. erklärungen der Arbeiter durch schwarze Listen usw., wie sie Scharfmacher wider die Maifeier bringen können. Zehn Tage will der Arbeitgeberverband alle feiernden Arbeiter aussperren. Zu glauben, dieses Unternehmertum werde eine wirklich arbeiter- Die Gewerkschaften sollen niedergeritten werden. Der Senat foll freundliche Sozialpolitik zulassen, das verriete eine sträfliche aufgefordert werden, den Maifestzug zu verbieten. linkenntnis der Verhältnisse zwischen Arbeiterschaft und gründung dienen die Aussperrung der Schauerleute und die WahlUnternehmertum, und auch Phraseure à la Stresemann als Worte betrachtet werden, Worte, die auf den Gimpel an der Brutalisierung der Arbeiterschaft aus diesen Forderungen wissen sehr gut, daß ihre Worte vom Unternehmertum nur Bürger", so sagen die Scharfmacher, müssen geschützt werden. Es spricht ein grenzenloser Hochmut und eine wütende Lust fang bei Wahlen berechnet sind. Giesberts empfahl die Denkschrift des Metallarbeiter der Scharfmacher. Ueber die innere Verlogenheit der Begründung Verbandes dem Studium der Sozialpolitiker: die Denkschrift ist kein Wort zu verlieren! Wir registrieren diese wilden Auserweise, wie notwendig vor allen Dingen eine gründliche brüche des Klassenhasses, der Scharfmacherheze lediglich als Enquete über die Verhältnisse der Walz- und Hüttenwerks- Dokumente des Klassenkampfes, als Zeichen der fortschreitenden Verarbeiter sei. Auch diese Aufforderung zeigt, wie rückständig schärfung der Gegenfäße zwischen Kapital und Arbeit. Die Hamdie amtliche Sozialpolitik ist, die einer guten statistischen burger Meldung kann der Arbeiterklasse ganz Deutschlands zeigen, Grundlage über Arbeiterverhältnisse noch entbehrt und unter wohin der Kurs der maßgebenden Unternehmerkreise steuert! Das Proletariat wird sich zu wehren wissen. Und die erste Gelegenheit, anderem auch darum unfruchtbar bleibt. den wild gewordenen Kapitalisten zu zeigen, daß ihre Macht eine Grenze hat, wird die Demonstration des 1. Mai sein! Die ,, notleidenden" Metzger. habe? Es entsteht ein ungeheurer Lärm. Deputierte der Rechten erheben sich, schlagen auf ihre Bultdeckel und rufen: " Die Autokratie ist nicht abgeschafft!" Der Justizminister er greift zum zweiten Male das Wort und sagt:" Greifen Sie mich an, aber nicht die Rechtspflege!" 175 Stimmen, den Antrag des Justizministers einer Kommission Nach weiterer Debatte beschloß das Haus mit 197 gegen zu überweisen. Hierauf wurde die Situng geschlossen. * Man merkt, daß nicht nur Herrn Stolypin, sondern auch seinen Kollegen der Stamm beträchtlich geschwollen ist. Die Beruhigung dieser ministeriellen Stampfhähne und ihrer Anhänger oben wie unten wird hoffentlich bald einmal so gründlich besorgt werden, wie's ihnen längst einmal gebührt Strafexpedition! hätte. 11 rechtsdemonstrationen am 17. Januar 1906. Als Be= Die„ ruhigen mithin Ridgang Wie Interessant ist es, zu beobachten, wie die in den Debatten Der Streik der Matrofen auf den Dampfern, die zwischen mehrfach zum Ausdruck gekommene Furcht vor der nahenden den Häfen des Kaspischen Meeres verfehren, geht dank den Krise auf jene drückt, die von einer Zerschmetterung der Bemühungen der Regierung Regierung aus einem gewöhnlichen Sozialdemokratie" träumen. Giesberts rief diesen IlluDie jetzigen profitablen Fleischpreise üben anscheinend auf die Geökonomischen Konflikt in ein politisches Ereignis über. An- sionären warnend zu, Maßnahmen zu treffen, um die schreckstatt Neutralität zu bewahren von einer Einmischung zu- lichen Wirkungen der Krise zu hemmen. Diese Warnung ist mütsverfassung der Fleischermeister eine so„ befänftigende" Wirkung gunsten der sehr gemäßigten und völlig gerechten Forderungen in den Wind gesprochen. Nach uns die Sintflut!" so lautet aus, daß sie im wohlverstandenen Interesse von der Unzufriedenheit der Matrosen schon gar nicht zu sprechen, greift die Re- das Leitmotiv kapitalistischer Profitjägerei, die sich in der Konsumenten nichts merken und ruhig weiter wuchern. gierung zu dem altbewährten Mittel der Straferpeditionen. günstigen Konjunkturen berauscht, unbekümmert um die stark der Rückgang der Viehpreise im März 1907 gegenüber März 1906 Wie die Zeitungen melden, wurde der Gendarmeriegeneral Folgen der Arbeiterausbeutung. Aber weitsichtigere var, zeigt folgende Busammenstellung. Es tosteten Schweine an Baron Taube mit außerordentlichen Vollmachten nach dem bürgerliche Politiker wissen, daß eine schwere Krise ihre den nachfolgenden Märkten, 50 Kilogramm Lebendgewicht, in Mark Staukasus abgesandt. Baron Taube darf in außerordentlichen Schatten bereits vorauswirft, und sie fürchten vor allem von Fällen völlig selbständig handeln, ohne vorher in Petersburg ihr eine Stärkung der Sozialdemokratie. Um so lauter oder bei dem Statthalter des Kaukasus Erlaubnis einzuholen! reden fie von fruchtbarer Sozialpolitik", die jedoch weder Er wird das Streifgebiet in Militärbezirke ein von ihnen selbst noch von der Exekutive des Reiches geteilen, an deren Spize von ihm ernannte militärische Chefs schaffen wird. Siebt man das mehrtägige sozialpolitische Gerede im stehen sollen. Einzelne Gegenden darf er speziellen Personen unterordnen, deren Anweisungen auch die Gendarmerie zu Reichstage durch, dann gewinnt man feinen einzigen praktifolgen haben wird! Die Machtbefugnis des Barons Taube ichen Erfolg. Gerede, nichts als Gerede! Morgen wird die Beratung des Etats des Innern forterstreckt sich auf Privatpersonen und auf Beamte, auf die Bresse, den Handel, überhaupt auf alle Gebiete des öffent- gesetzt.lichen Lebens. Er darf Beamte abseßen, einzelne Personen nach den inneren Gouvernements ausweisen, Versammlungen berbieten, Zeitungen und Journale unterdrücken, Handels- Die ungültigkeitserklärung der Wahl des Abgeordneten über die Durchschnittspreise von acht verschiedenen Marktorten fol und Industriebetriebe schließen usw. usw. Fälle einfachen v. Richthofen- Damsdorf im Wahlkreise Schweibniz- Striegau durch gende Aufstellung: triminellen Charakters fönnen mit dem Amtsantritt des die Wahlprüfungskommission des Reichstages hat die konservativen Barons Taube den Kriegsgerichten zur Aburteilung übergeben werden. Die Diktatorenvollmachten, mit denen der Gendarmerie general ausgestattet ist, lassen feinen Zweifel darüber, daß die blutigen Straferpeditionen der Generale Rennenkampf und Möller- Safomelski in Sibirien und in den Ostseeprovinz nun sich auch im Kaukasus wiederholen sollen. So ,, beruhigt" Stolypin das Land! an. Finnland in Gefahr. Petersburg, 12. April.( B. H.) Die Truppenanfammlungen an der finnländischen Grenze nehmen immer größere Dimensionen Wie es heißt, ist die Regierung entschlossen, nicht zu dulden, daß die revolutionären Organisationen von Finnland aus ihr Unwesen treiben. Finnland soll mit Truppen besetzt und den Ausländern die in der letzten Zeit gewährten Konzessionen wieder genommen werden. Die Revolution im Heere. Moskau, 12. April.( B. H.) Die Polizei entdeckte hier die Geheimdruckerei des Militärverbandes des Heeres und der Warine. Große Mengen revolutionärer Proklamationen wurden beschlagnahmt, eine Anzahl Personen verhaftet. Weiter verhaftete die Polizei zwei Gymnafiasten, die im Auftrage der revolutionären Organisation photographische Aufnahmen machten. gramm: Die guten Freunde des Zaren. Die Russische Korrespondenz" erhält das nachstehende TelePetersburg, 12. April. Als neues Zeichen der Macht der Schwarzen Hundert diene folgende Tatsache: Gestern begnadigte der Zar auf Gefuch der Filiale des Verbandes russischer Leute in Tula drei Personen, welche zu Zwangsarbeit verurteilt waren, weil von ihnen ein Pogrom arrangiert worden, bei dem 30 Personen erschlagen worden waren! Die Macht des Verbandes in der Provinz kennzeichnet auch folgender Vorfall: Der berüchtigte Gendarmerierittmeister Budogowsky, dessen Briefwechsel mit dem Polizeidepartement wegen der Organisation von Pogromen im Februar vorigen Jahres veröffent licht wurde, verhaftete den Richter Poggenpohl nur aus dem Grunde, weit dieser sich weigerte, Budogowsky die Hand zu reichen! Es bedurfte der Intervention des Justizministers aus Petersburg, um Poggenpohl zu befreien. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 12. April 1907. Gerede, nichts als Gerede! Will man den maßgebenden Zug der üblichen Sozialpolitik erkennen, so muß man aus den sozialpolitischen Debatten, die den Hauptteil der Beratung des Etats des Reichskanzlerische Wahlbeeinflussung. März März Breslau Dresden Leipzig. Hannover. Hamburg 1906 62-70 1907 41-54 in 1907 16-21 • 69-80 50-58 19-22 70-76 46-54 22-24 . 70-78 47-54 23-24 68-73 44-511 211-24 • Frankfurt a. M. 72-79 50-58 21-22 O Stuttgart 70-77 50-58 19-20 • München 67-84 48-60 19-24 Köln 68-76 48-54 18-22 • Essen 72-79 48-56 23-24 Die Zentralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern macht Es lofteten Schweine 100 kg in Mr. Es betrugen die Fleischpreise Rüde gang • . 149,9 Berlin Danzig. 141,58 Breslau. 136,9 • Magdeburg 151,5 Niel Rüdgang 1 kg in Pf. I. Vierteljahr 1906 1907 176,3 156,0-20,3 166,66 143,0-23,66 174,0 158,3-15,7 170,0 154,68-15,32' 167,7 143,33-24,37 I. Vierteljahr 1906 1907 114,4-35,5 105,78-35,8 108,2-28,7 117,68-33,82 146,2 110,53-35,67 Hannover 156,7 117,8-38,9 Kaffel 152,9 123,9-29,0 Aachen. 154,1 121,3-32,8 Demnach hat sich die Spannung zwischen Vich- und Fleischpreisen Kilogramm erhöht in: 168,3 150,3-18,0 185,0 170,0-15,0 220,0 194,3-25,7 Blätter arg verschnupft. Nicht weil sie fürchten das Mandat zu verlieren. Der gestrige Beschluß in der Kommission ist nur mit 7 gegen 6 Stimmen gefaßt, und man rechnet mit Sicherheit darauf, daß das Plenum anders entscheidet, der Reichstag also nicht die Anwesenheit des Herrn v. Richthofen zu entbehren haben wird. Aber der Beschluß hat eine über, den vorliegenden Einzelfall weit hinausreichende Bedeutung, denn es wird dadurch dem Fürsten Bülow bestätigt, daß er während der letzten Reichstagswahl unzulässige Wahlbeeinflussung getrieben hat, und deshalb eigentlich eine ganze Reihe Mandate kassiert werden müßte, hat doch in manchen Fällen der Herr Reichskanzler viel schärfer und energischer manchen Fällen der Herr Reichskanzler viel schärfer und energischer in das Wahlgetriebe eingegriffen, als in dem Wahlkreise Schweidnit- Striegau, wo er sich in Beantwortung einer Anfrage des Chef- pro rebatteurs O. Tippel auf die telegraphische Anweisung beschränkte: In meinem Briefe an den Generalleutnant v. Liebert habe ich deutlich ausgesprochen, worauf es in dem gegenwärtigen Wahlkampfe ankommt, und habe unter den zu bekämpfenden Gegnern die Sozialdemokratie in erster Linie genannt." Liegt schon in Für Berlin ergibt das allein für Schweine einen Mehrgewinn diesem Telegramm eine unzulässige Beeinflussung der Wahl durch für die Megger in einem Monat von zirka 1 Millionen Mart. den höchsten Reichsbeamten, dann ist in verschiedenen anderen Es wurden nämlich in den öffentlichen Schlachthäusern Berlins im Kreisen eine noch viel schwerere Beeinflussung von seiten der Februar 1907 89 808 Schweine geschlachtet, das ergibt bei Zugrunde Regierung erfolgt, und dann müssen, will die Wahl- legung von 90 Kilogramm Durchschnittsgewicht 8 082 720 Kilogramm. prüfungstommission sich nicht der Jntonsequenz Da die Metzger per Kilogramm 15,2 Bf. mehr herausschlagen, schuldig machen, auch die aus diesen Kreisen hervorgegangenen tommt für sie das hübsche Sümmchen von 1 228 573 M. Heraus Mandate für ungültig erklärt werden, darunter auch einige freisinnige Mandate. Berlin Danzig Breslau Magdeburg " um 15,2 f. 12,14 12,0 18,5 Kiel. Hannover . um 2,3 Pf. 20,9 " Staffel $ 13,0 " P " Aachen " " 7,1" Deutfches Reich. Flottenverein und Zentrum. Das sieht auch die„ Deutsche Tagesztg." ein, und da ihr diese Aussichten nicht passen, sucht sie die Entscheidung der Kommission als nicht recht verständlich" darzustellen und schreibt: Am 11. und 12. Mai will der deutsche Flottenberein in Stellt man sich auf den Standpunkt der Mehrheit der Wahl- Köln seine Hauptversammlung abhalten, und die Kölner Drts. prüfungskommission, so muß man folgerichtigerweise diesen Silvesterbrief als eine eine Wahlbeeinflussung gruppe hat daraufhin bei der städtischen Verwaltung den Anauffassen. Wäre diese Auffassung aber richtig, so müßten trag gestellt, die Stadt Köln möge wahrscheinlich des guten eigentlich fast sämtliche Mandate der sogenannten Swedes wegen die Teilnehmer an der Agitationsmache auf Blodparteien ungültig erklärt werden, bei denen städtische Kosten gastlich bewirten, das heißt ihnen zu Ehren als Gegner Zentrumskandidaten oder Sozialdemokraten in Be- ein fröhliches Festmahl veranstalten und zugleich, damit die tracht famen. Eine solche lächerliche und ungeheuerliche Stonje- materiellen Genüsse die nötige Balanzierung durch geistige quenz werden die Zentrumsabgeordneten doch kaum ziehen wollen. Nun ist aber die Abstimmung in der Kommission noch unter einem Genüsse finden, freie Pläge für eine Theatervorstellung zur Veranderen Gesichtspuntte recht interessant. Zu der Mehrheit der fügung stellen. Doch das Kölner Zentrum will von solcher Kommission, die für die ungültigkeit stimmte, fallen auch nach Begünstigung des Keimschen Vereins nichts wissen. Die einem Berichte des Vorwärts" die Vertreter der freisinnigen Zentrumsfraktion des Kölner Rathauses hat den Antrag abParteien gehört haben. Ist das richtig, so würde der. Freisinn gelehnt mit der richtigen Begründung, daß der deutsche selbstverständlich auch für die ungültigkeit beispielsweise der Wahlen der freisinnigen Abgeordneten Eickhoff und Dr. Hermes politischen Charakter" habe. Die Köln. Volksztg." Flottenverein ,, ausgesprochen parteistimmen müssen. War das Telegramm des Reichskanzlers in Streife des Freiherrn v. Richthofen wirklich eine Wahlbeeinflussung schreibt dazu: so hat bei den Wahlen der Herren Eickhoff und Dr. Hermes eine viel stärkere Wahlbeeinflussung stattgefunden." Auch manchem Freisinnigen scheint etwas schwül bei dieser Aussicht geworden zu sein, denn, wie wir erfahren, hat der Vorfall einen 14 Unseres Erachtens müßten die Stadtverordneten aller Parteien es ablehnen, im Interesse des Flottenvereins Gelder zu bewilligen, zu denen die Bürger der verschiedensten Parteien beisteuern. Für die Stadtverordneten der Bentrumspartei fommt aber noch hinzu, daß der Flottenverein Verteidigung, da eine solche dann überflüssig sei. Das Urteil lautete| beginnt mit dem Saße:„ Eine Regierung, die vermeintlich das durch seine Reichstagswahlagitation es ihnen vollends unmöglich auf 500 M. Geldstrafe und den Nebenstrafen. Als strafmildernd Maximum von Republikanismus repräsentiert, ist am Werke, allen gemacht hat, für den Antrag des Vorstandes der hiesigen Orts- führte der Gerichtsvorsigende in der Urteilsbegründung aus, daß Arbeitern zu beweisen, daß es in der bürgerlichen Republik Freiheit gruppe zu stimmen. Eine Zustimmung wäre geradezu unverträg- dem Angeklagten die Erregung zugute gerechnet werden müsse, die nur für die kapitalistische Bourgeoisie oder für jene, die ihre Interlich mit der Würde und der Selbstachtung der Partei." ihn als Vertreter der Arbeiterschaft darüber gepackt hätte, daß nach essen vertreten, gibt." seiner Meinung Breslauer Polizeibeamte Gewalttaten gegen friedliche Personen verübt hätten. Die für die Schaffung einer größeren Flotte begeisterten Herren werden also wahrscheinlich ihr Mahl und ihre Theaterbilletts selbst bezahlen müssen wenn sich nicht noch eine mohltätige hohe Persönlichkeit findet, die aus irgend welchen unkontrollierbaren Fonds die nötigen Mittel zur Verfügung stellt. Das Urteil gegen Genossin Luxemburg bestätigt. Das Reichsgericht verwarf gestern die von der Genossin Dr. Quremburg gegen das Urteil des Landgerichts Weimar vom 12. Dezember 1906 eingelegte Revision. Das Urteil hatte als Sinn der Rede, die die Genossin Luxemburg auf dem Parteitag zu Jena gehalten hatte, festgestellt". daß die Massenarbeitseinstellung mittels gewalttätiger Revolution durchgeführt werden solle". Die Massenarbeitseinstellung sei allerdings gesetzlich zulässig. Aber die Rednerin hätte als Mittel der Durchführung des Streifs die gewalttätige Revolution empfohlen. Der Massenstreik schädige wirtschaftlich die besitzende Klasse. Gegen sie sei mithin das Proletariat zu Gewalttätigkeiten aufgerufen. Das sei auch in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise geschehen. Denn Ende 1905 sei das Verhältnis zwischen England und Deutschland ein gespanntes gewesen. Als eine gegebene Gelegenheit für Massenarbeitseinstellung sei aber auch ein Krieg zu erachten. Auch ein Massenstreik zivecs Erringung des allgemeinen gleichen Wahlrechts sei in absehbar naher Zeit zu erwarten gewesen. Das Landgericht erkannte bekanntlich auf zwei Monate Gefängnis. Vergeblich suchte Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld vor dem Reichsgericht darzulegen, daß die ,, tatsächliche Feststellung" mit dem Inhalt der Rede in Widerspruch steht, und daß die Durchführung der Massenarbeitseinstellung" sich nur auf die Arbeitenden selbst beziehen kann. Der Oberreichsanwalt mußte zugeben, daß an einer Stelle des Urteils sich solche Deduktionen vorfinden. Aber an einer anderen Stelle sei tatsächlich festgestellt", daß zu Gewalttätigkeiten gegen die besitzende Klasse angereizt sei. Er beantragte Verwerfung der Revision. Das Reichsgericht folgte diesem Antrag und bestätigte so von neuem, daß der von einem jezigen Reichsgerichtsrat„ Revolutionsparagraph" getaufte§ 130 des Str.-G.-B. ein Mittel zur Bestrafung bolitischer Ansichten darbietet. " Berhinderter Wahrheitsbeweis. in Posadowsky über die Handelsverträge. 11 Der Aufruf legt dann dar, daß die Verweigerung des Koalitionsrechtes der Beamten ein Bruch des Gesetzes von 1884 ist: ,, Um die Bewegung aufzuhalten, versucht die Regierung den nach dem Bourgeoisgesetz selbst gebildeten Vereinigungen den Kopf abzus In seiner Rede auf der Versammlung des deutschen Handels- schlagen, und sie bedient sich zu diesem Zweck des heuchlerischen Vortages hat Graf Posadowsky gesagt:" Aus der Gestaltung wands der Unterzeichnung eines Plakats, wobei sie ihre antiunserer Handelsverträge hat man vielfach Befürchtungen für die Zu- proletarische Aktion selbst in eine Verfolgung eines Meikunft hergeleitet und sogar von einer eventuellen Auswanderung nungsdelikts verwandelt." Der Aufruf fordert alle Arbeiter Die bisherigen auf, den Beamten in ihrem Kampfe beizustehen. einzelner Industriezweige gesprochen. amtlichen Feststellungen gaben teine sachliche Begründung solcher Befürchtungen." Demgegenüber sei Graf Posadowsky auf den soeben herausgegebenen Bericht der Kölner Handelskammer über das Jahr 1906 hingewiesen. Darin heißt es: Wird so die Unterstützung des organisierten Proletariats den Beamten zuteil, dann werden sie wohl endlich erkennen, daß auch für sie die Befreiung nur möglich ist, wenn das Proletariat die macht erobert. Dann werden auch sie sich in der Partei organisieren, die auf dem politischen Boden den Kampf der Ausgebeuteter gegen die kapitalistische Bourgeoisie führt. England. Achtstundentag für Grubenarbeiter. " Von ausschlaggebender Bedeutung war für Handel und Industrie im Berichtsjahre das Inkrafttreten des neuen Zoltarifs und der Handelsverträge am 1. März. Wenn auch damit eine gewisse Stetigkeit unserer Handelsbeziehungen mit einer Reihe von Auslandsstaaten für längere Zeit Zeit gewährleistet ist, so London, 12. Aprii.( Unterhaus.) Die zweite Lesung der haben doch die neuen Handelsverträge mit ihren ins und ausländischenzollerhöhungen den Wünschen von dem Arbeitervertreter Walch eingebrachten Bill, die die bon Handel und Industrie nicht in be Einführung des achtstündigen Arbeitstages für Grubenarbeiter friedigende m Maße Rechnung getragen. Die vorjieht, ist in der heutigen Sitzung einstimmig angenommen schon im Vorjahre an, dieser Stelle ausgesprochenen worden! Von seiten der Regierung wurde die Bill im Prinzip Befürchtungen scheinen sich in der Tat zu ber= gutgeheißen und in Aussicht gestellt, daß die Regierungswirklichen. Allerdings läßt sich zurzeit noch kein abschließendes vorlage über denselben Gegenstand eingebracht werden Urteil über die Handelsverträge geben, da bei der Hochkonjunktur die Werke durch den Julandsbedarf sehr stark in Anspruch genommen würde, sobald der Bericht der die Angelegenheit prüfenden find, so daß die Lieferungen nach dem Auslande mehr in den Kommission vorliege. Hintergrund treten konnten, als dies bei ungünstigeren Zeiten des Wirtschaftslebens der Fall sein werde. Indes hat schon jetzt eine Reihe von Betrieben des hiesigen Bezirkes beranlaßt fich gesehen, infolge der Er= schwerung des Auslandsabsages durch den neuen 3olltarif Teile ihrer Fabrikation nach dem Auslande zu verlegen und es steht daher sicher zu er warten, daß bei ungüstigerer Konjunktur diese Auswanderung der deutschen Industrie sich noch stärker fühlbar machen wird. " Den bürgerlichen Politikern, die im deutschen Reichstage diese Woche so viel von Sozialpolitik geschwägt haben, zur Beachtung empfohlen! Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. ( Sigung vom 12. April.) Die Sigung beginnt mit der Bewilligung von einigen vom Die„ amtlichen Feststellungen" des Grafen Posadowsky stehen, Militäretat noch übriggebliebenen Nesten, die im Ergänzungs- oder wie man sieht, mit den Feststellungen der Kölner Handelskammer außerordentlichen Etat verstreut sind. Dann wird eine große Reihe Büchsenmachern, Militär= in wesentlichem Widerspruch. Die Kölner Handels- und Industrie- von Petitionen von Herren gelten nicht gerade als berufsmäßige Nörgler und Schwarz- ichreibern und sonstigen Militärbeamten behandelt. Die seher, und man darf annehmen, daß sie zu ihren Befürchtungen Petitionen werden teils als Material, teils zur Erwägung und Feststellungen doch wohl nicht ohne sachliche Begründung" ge- überwiesen. Ueber einige wird auch Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. tommen sind. Danach beschäftigt sich die Budgetkommission ein halbes Stünd ,, Erzbergers Nebenregierung". " Zu den bayerischen Landtagswahlen. Nach bekannter Schablone. chen mit Vor der bekannten Schubert Straftammer Königsberg hatte sich Genosse Crispien- Danzig wegen angeblicher Beleidigung der Breslauer Polizei zu verantworten. Die Beleidigung soll in einem Artikel in der Nummer der„ Königsberger Volkszeitung" vom 13. August 1906 enthalten sein, die Genosse In Fürth sind die bayerischen Genossen als die ersten in Crispien als verantwortlicher Redakteur gezeichnet hat. Der Artikel In der Zukunft" hat ein Artikel gestanden, in dem Herrn nimmt Bezug auf die allgemein bekannten Taten Breslauer Schuyleute Bayern mit einer großen Wählerversammlung in den Wahlkampf Erzberger nachgesagt wird, er habe aus fonfessionellen und ParteiAls Kandidaten wurden die Genossen Segiß und rücksichten Beamten im württembergischen Ministerium Aufbesserungen gegen friedlich ihres Weges gehende Personen am 19. April v. J. eingetreten. anläßlich der großen Aussperrung freiorganisierter Metallarbeiter Harscher aufgestellt. In Nürnberg rechnen die Blockparteien ganz verschafft. Offenbar im Auftrag der beteiligten Offiziere bringt ber burch ein brutales Unternehmertum. Der Artikel weist nach, daß sicher darauf, daß ihnen von den sechs Mandaten drei zufallen Demokrat Storz den Artikel zur Sprache. Der württembergische die Beschuldigung, besonders der Breslauer Polizei und einer der werden. Eins wurde den Mittelständlern überlassen, das andere Militärbevollmächtigte polemisiert sehr ausführlich und in zum Teil, selben willfährigen Presse, gegen die ausgesperrten Metallarbeiter: den Nationalliberalen. In dem Kreise, der als ziemlich sicher gelten sehr starken Worten gegen den Artikel. Man hat den Eindruck, daß sie hätten Landfriedensbruch verübt, elend zusammengebrochen ist kann, wurde der Freisinnige Häberlein aufgestellt. In den übrigen der Redner mehr beweisen will, als notwendig ist. Natürlich hält und daß von ursprünglich über hundert Angeklagten schließlich nur Kreifen wird der Block nur seine Stimmen zählen aber keine große auch Erzberger eine aufgeregte Rede über den Artikel. Genosse ein Arbeiter vor das Schwurgericht kommen werde. Durch diesen Agitation entfalten, da die Kreise aus reinen Arbeitervierteln be- Südekum ist der Meinung, daß man bei der Besprechung des Artikel, vor allem durch seine Spitmarke, fühlte sich die Breslauer stehen. Auf die drei obengenannten Kreise sollen deshalb alle Artikels um den Kernpunkt desselben herumgehe: Der Artikel wolle nachweisen, daß die selbständigen Kriegsministerien in Württemberg Polizei beleidigt und ihr Präsident stellte gegen den Genossen Kräfte konzentriert werden. und Sachsen überflüssig seien und eine Geldverschwendung bedeuten. Crispien Strafantrag, weil dieser die Breslauer Polizei des LandDiese Auffassung aber lasse sich nicht so ohne weiteres von der Hand weisen. So gut wie das badische Armeekorps von Preußen aus friedensbruchs beschuldigt haben sollte. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, daß die Anklage auf völlig falschen Voraussetzungen beruhe. Deutsches Geschwader hätte in Stagen deutsche Marinetruppen bergischen und sächsischen Armeekorps. Die deutschfeindlichen Londoner Times" meldeten jüngst, ein verwaltet werden könne, sei das auch möglich mit den württemDer württembergische Der inkriminierte Artikel besage durchaus nicht, daß die Breslauer gelandet, die 24 Stunden in der Stadt patrouilliert hätten. Diese Militärbevollmächtigte lehnt es ab, sich über die Zweckmäßigkeit Polizei einen Landfriedensbruch verübt hat, sondern er wolle zum ben" Times" von ihrem bekannten Pariser Korrespondenten zu einer Einrichtung auszusprechen, die auf Staatsverträgen und Ver Ausdruck bringen: so, wie in dem Artikel dargestellt, sähe die gegangene Meldung beruht auf Erfindung. Rihaus Bureau verfassung beruht. große Breslauer Polizeiaktion in Wirklichkeit aus, bei der öffentlicht folgende Berichtigung: Numehr geht die Budgetkommission zum sich die Ausgesperrten des Landfriedensbruchs schuldig gemacht." Auf eine Anfrage des Geschwaders, ob die Landung gestattet Etat des Reichskanzlers haben sollten. Selbst die Anklagebehörden fonnten gegen sei, wurde von der Ortsbehörde zustimmend geantwortet, jedoch die beschuldigten Arbeiter eine derartige Anklage nicht mehr auf- hinzugefügt, bewaffnete Personen dürften nicht gelandet werden, über. Angefordert werden 302 730 m., davon an Gehalt und Diese Weisung wurde Repräsentationskosten 100 000 M. und 20.000 m. für einen neu zu recht erhalten. Richtig sei allerdings, daß von einer Anzahl Breslauer namentlich nicht bewaffnete Patrouillen. genau innegehalten. Während des Aufenthaltes von etwa schaffenden Unterstaatssekretärposten im ReichskanzlerBolizeibeamten am 19. April v. Js. Gewalttaten gegen friedliche 100 Mann, der 6- Stunden dauerte, sah man einzelne, im ganzen amt. Dieser neue Posten wird mit dem Anwachsen der DienstPersonen, die mit dem Auflauf nichts zu tun gehabt haben, verübt wahrscheinlich 12 besonders uniformierte, aber unbewaffnete Mann- geschäfte begründet. Genoffe Singer beantragt Ablehnung worden sind. Hierfür werde dem Gericht der Wahrheitsbeweis an- schaften, welche zu vieren sich unter den übrigen Leuten bewegten der Forderung. Er fagt: Dieser neue Posten eines Unterstaatssekretärs sei in feiner Weise begründet; die wirklichen Dienstgeschäfte geboten. Die Beweiserhebung müsse vom Gericht umsomehr vor- und sich Betrunkener oder Verspäteter annahmen." feien in ausreichendem Maße zu erledigen und bisher auch erledigt genommen werden, als es ja den Standpunkt einnehme, die ge= worden, und wenn die Arbeit etwa infolge der Wahlgeschäfte gefamte Breslauer Polizei sei des Landfriedensbruchs beschuldigt Wie die zentrumsagrarische Rheinische Volksstimme" mitteilt, wachsen ist, so sei es doch eine starke Zumutung an den Reichstag, worden. Der Verteidiger, Genosse Haase, beantragte ebenfalls Beweiserhebung und benannte eine ganze Reihe von Zeugen, die sind für das erledigte Reichstagsmandat im Wahlkreise Malmedy- die Kosten für eine durchaus unzulässige Einmischung des Reichsbekunden sollten, daß eine Anzahl von Breslauer Schußleuten blind- Montjoie Schleiden nicht weniger als acht Kandidaten tanzlers in die Wahlagitation tragen zu helfen! Nach kurzer, wütig auf friedliche Bassanten eingehauen hätten. Bezeichnend wäre präsentiert worden. Sechs davon hat man ohne weiteres fallen belanglofer Erwiderung des Reichsschaßfekretärs- der Herr Reichswurde die Forderung mit vor allem die Tatsache, daß alle verletzten Personen im Rücken und lassen. Es soll dem Vernehmen nach zwar ein Kandidat aus einer fangler selber hielten es nicht für nötig, zur Beratung feines Ressorts anderen Provinz vorläufig noch mit borgemerkt sein, die weitaus in der Budgetkommission zu erscheinen Mit den SozialHinterkopf Wunden davongetragen haben. Hieraus sei deutlich zu größten Aussichten habe aber Graf Anton von Spee. Die 15 gegen 13 Stimmen angenommen. ersehen, daß Schutzleute sogar auf Personen eingedrungen seien, die Rheinische Volksstimme" rühmt dem Kandidaten nach, daß er als demokraten stimmen Zentrum und Pole, für den Unterstaatssich auf der Flucht befunden haben vor den unbarmherzigen Polizei- vormaliger Präsident des Rheinischen Bauernvereins Land und Leute sekretär stimmt der neue Block einschließlich der Freifinnigen und flingen. Beweis werde ferner dafür angeboten, daß Polizei- des Wahlkreises genau kennt und, wie er als Mitglied der Zentrums- Demokraten. Es soll nun beschlossen werden, über den zurückgestellten Bau beamte in hellerleuchtete Fenster hineingeschoffen haben und fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses bewiesen habe, für die bis in die Hausflure eingedrungen sind, um über einzelne Not der kleinen Eifelbauern ein wachsames Auge und ein fühlendes des Reichsmilitärgerichts. Das Projekt der Regierung wurde seinerzeit nicht genehmigt, weil das Baugelände zu teuer war; Personen herzufallen, wie zum Beispiel im Falle Biewald, Herz besiẞt. Graf Spee ist Großgrundbefizer, und wie man die Agrarier jetzt ist nun eine große Masse Angebote und Prospekte eingegangen, dem die Hand abgeschlagen wurde. Die Beweiserhebung fennt, wissen diese Leute die Interessen der Großen beffer zu weswegen einige Redner sich auf den Standpunkt stellen, man möge fei vor allem auch für die Bemessung des Strafmaßes würdigen als die der Kleinen. Den armen Eifelbewohnern hat mit der Genehmigung noch warten, bis definitive Entscheidung über wichtig, falls der Angeklagte verurteilt werden sollte. Der Staats- Prinz Arenberg nicht geholfen und Graf Spee wird's ebenso- den Platz getroffen ist. Der Präsident des Reichsmilitärgerichts hält trotz alledem an seinem ersten teueren Projekte fest und führt anwalt fragte den Angeklagten, ob er zugeben wolle, daß wenig. dafür die fadenscheinigsten Gründe an. Von Singer wird er sehr Streitende Ausschreitungen gegen Arbeitswillige Zeugniszwang in Bayern. Der Anwalt des in Kulmbach in gut abgeführt. Singer spricht für ein angebotenes Terrain in begangen und so die Breslauer Polizei zu ihrem Zeugniszwangshaft fizenden Genossen Paul Schlegel erhielt vom Schöneberg und verweist den Präsidenten des Reichsmilitärgerichts Borgehen veranlaßt hätten. Der Angeklagte erklärte, Landgericht Bayreuth die telegraphische Mitteilung, daß die Be- eventuell auf den Botanischen Garten, der jetzt von der daß von seiten der Ausgesperrten keinerlei Ausschreitungen schwerde Schlegels gegen die Inhaftierung abgelehnt sei. Es wurde preußischen Regierung der Spekulation überantwortet wird. verübt worden sind. Hierauf beantragt der Staatsanwalt fofort erneute Beschwerde an das Oberlandesgericht in München ab- Bofition wird noch einmal zurückgestellt, bis das Schöneberger Beweiserhebung darüber, daß die Polizei in Breslau gesandt. Die bürgerliche Presse schweigt den aufsehenerregenden Grundstück auf seine Brauchbarkeit hin geprüft ist. sich lediglich im Rahmen ihrer Pflichterfüllung bewegt habe. und die ganze Preise berührenden Fall einfach tot, nur der frei 21 Zeugen, darunter natürlich meistens Polizeibeamte, follten dies fimmige Ft. Sturier" teilte ihn seinen Lesern mit, aber nur rebefunden. Nach einstündiger Beratung verkündete der Gerichtshof, ferierend, ohne jedes Wort der Kritik. daß sowohl der Beweisantrag des Angeklagten als auch der des Staatsanwalts abgelehnt worden sei. · Nun legte Rechtsanwalt Haase, im Einverständnis mit dem Angeklagten, sein Amt als Verteidiger nieder und verließ den Saal. Der Staatsanwalt hielt dann die übliche Rede gegen angeklagte Prinz Arenbergs Nachfolger. Ausland. Ungarn. Läppischer Chauvinismus. Budapest, 12. April. Der Magistrat beschloß, an das sozialdemokratische Redakteure. Er sprach davon, daß der Angeklagte Abgeordnetenhaus eine Petition zu richten, in der verlangt mit dem Artikel nur Haß und Zwietracht habe säen wollen. Es sei wird, es möge gesetzmäßig festgelegt werden, daß in Budapest der Polizei ein Verbrechen vorgeworfen, das mit Zuchthaus bestraft lediglich Firmenschilder mit ungarischer Aufschrift angebracht werde. Der Angeklagte habe die Breslauer Polizei beschimpfen wollen. werden dürfen. Die Breslauer Polizeibeamten hätten sich nicht zusammengerottet, um Der Budapester Magistrat scheint seine politischen Grundstrafbare Handlungen zu begehen, sondern sie seien auf höheren fäße aus dem- preußischen Ministerium zu beziehen. Befehl geschlossen vorgegangen. Verhaftungen sollten nicht vorgenommen werden, die Polizei sollte die tobende Menge mit der Waffe in der Faust zur Ruhe bringen! Der Staatsanwalt beantragt eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten! Frankreich. Die sozialistische Partei gegen die Regierung. Paris, 11. April.( Eig. Ber.) Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Was hat der Kommunal- Etat den städtischen Arbeitern gebracht? Die Eine sehr stark besuchte Versammlung der städtischen Arbeiter tagte am Donnerstagabend in Kellers Saal. Sie waren zusammengetreten, um die Frage zu diskutieren, ob und wieweit ihre Wünsche bei der diesjährigen Etatberatung berücksichtigt worden sind. Stadtverordneter Genosse Schubert stellte eingehende Betrachtungen an über die allgemeine Haltung der Berliner Stadtverwaltung zu den Wünschen und berechtigten Forderungen der städtischen Arbeiter. Er sagte unter anderem: Während den Beamten der Stadt Berlin eine sichere Existenz und den höheren unter ihnen glänzende Gehälter gewährt Genosse Crispien erklärte, nachdem vom Gericht die Vernehmung Angesichts der Verfolgung, die die radikale Regierung gegen die werden, ist für die 14 000 Arbeiter und Arbeiterinnen, die von Zeugen darüber, daß eine Anzahl Breslauer Polizeibeamten Beamtengewerkschaften eingeleitet hat, hat der Nationalrat der in städtischen Betrieben beschäftigt sind, nur in äußerst unrohe Gewalttaten gegen friedliche Personen mit vereinten Kräften sozialistischen Partei einen Aufruf an die franzöfifchen zureichender Weise gesorgt. Ja man fann sagen, daß die verübt haben, abgelehnt worden sei, verzichte er auf eine weitere Arbeiter erlassen, den die heutige Humanité" veröffentlicht. Er Röhne im allgemeinen geradezu erbärmlich sind. Der Matzistrai und die bürgerliche Mehrheit der Stadtverordneten haben keine Neigung gezeigt, die Wünsche der Arbeiter zu erfüllen. Anträge, welche die sozialdemokratischen Stadt- verordneten in dieser Hinsicht stellten, sind stets auf Wider- stand gestoßen. Bei der Beratung des gegenwärtigen Etats ist für die Arbeiter wenig oder nichts herausgekommen. Ter Magistrat hat es nicht einmal für nötig gehalten, die Wünsche der Arbeiter einer eingehenden Prüfung zu unter- ziehen. In der Stadtverordneten-Versammlung ist es nur die sozialdemokratische Fraktion, welche die Interessen der Arbeiter mit Entschiedenheit vertritt. Wenn die städtischen Arbeiter ihre Wünsche berücksichtigt sehen wollen, müssen sie für eine starke Organisation sorgen. Verbandssekretär W u tz k i betrachtete die Löhne der der- schiedenen Kategorien der städtischen Arbeiter und zeigte im einzelnen, wer von ihnen Lohnerhöhungen erhalten hat und wieviel. Ein Teil der Arbeiter hat überhaupt nichts er- halten, und diejenigen, welche mit Lohnerhöhungen bedacht worden sind, haben nur äußerst geringe Zulagen erhalten. So sind beispielsweise bestimmten Kategorien der Wasser- Werksarbeiter 1 bis 2 Pf. pro Stunde zugelegt worden. Daß die Arbeiter derartige Bewilligungen als völlig unzureichend ansehen, bewies die lebhafte Zustimmung, welche die kriti- scheu Ausführungen Wutzkis fanden. � Hieraus sprach Stadtverordneter Dr. Alfred Bern- stein. Vom Standpunkte des Arztes aus zeigte er, daß Löhne, wie sie die städtischen Arbeiter erhalten, zu einer aus- reichenden Ernährung nicht genügen. Die durch Unter- Ernährung geschwächten Arbeiter können den schädigenden Einflüssen ihrer Berufsarbeit nicht widerstehen. Nachtarbeit, besonders aber die Beschäftigung der Gasarbeiter in heißer, mit giftigen Gasen durchsetzter Luft müssen die Gesundheit der schlecht entlohnten und daher schlecht genährten Arbeiter untergraben und den vernichtenden Einflüssen von Krank- heiten Tür und Tor öffnen. Die Stadt Berlin hat die Pflicht, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der von ihr Be- schäftigten so zu gestalten, daß sie wenigstens ohne Gefahr für ihre Gesundheit die Berufsarbeit leisten können. .... sprachen noch mehrere Redner aus den Reihen der stadtischen Arbeiter. Sie ergänzten die allgemeinen AuS- fuhrungen der Vorredner durch Einzeldarstellungen ihrer Verhältnisse, mahnten zur Stärkung der Organisation, um, gestützt auf dieselbe, bessere Löhne für die städtischen Arbeiter durchsetzen zu können. � Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: Die im großen Kellerschen Saale in der Koppenstraße zahl- reich versammelten Arbeiter der Stadt Berlin haben Kenntnis genommen von dein Ergebnis der diesjährigen Etatberatungen bezüglich der Arbeiterlöhne. Wie nunmehr feststeht, haben die aufgestellten und eingereichten Forderungen nur teilweise Berück- sichtigung gefunden, obwohl diese nicht.das Maß dessen, was im Hinblick auf die gegenwärtigen Lebensverhältnisse notwendig war, erreichen. Die Versammelten erklären demgegenüber, daß die jetzige Regelung der Lohnverhältnisse, bei der große Kategorien, wie die Gasarbeiter u. a., gänzlich leer ausgegangen sind, absolut unzureichend und ungerecht ist. Ganz besonders muß ver- urteilt werden, daß die Durchführung eines Minimaltagclohnes von 4 M. mit entsprechenden Skalen auch in diesem Jahre nicht zur Tat geworden ist. Die Versammelten sehen in der unzureichenden Berück- sichtigung ihrer durchaus gerechtfertigten Forderungen einen bedauerlichen Mangel an Verständnis für ihre schwierige wirt- schaftliche Lage seitens der Stadtverwaltung. Diese Auffassung hat eine wesentliche Stärkung noch erfahren durch die Art der Behandlung der Arbeiterfragen in den betreffenden Stadt- vcrordneten-Sitzungen. Es sind Aeutzernngen gefallen, gegen welche die Versammelten nachdrücklich Protest einlegen, und denen gegenüber sie feststellen, daß die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse der städtischen Arbeiter Berlins noch lange nicht als ausreichende,' geschweige denn als gerechte zu bezeichnen sind. Die Versammelten ziehen aus dem Vorstehenden den Schluß, daß sie bei der angestrebten Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse lediglich auf ihre eigene Kraft angewiesen sind. Sie verpflichten sich daher, mit aller Energie für die Stärkung ihrer Organisation, dem Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter, zu wirken durch Aufrüttelung aller noch indifferenten Kollegen und Hinweis der letzteren auf ihre Solidaritätspflicht. * Den Arbeitgebern im Klempnerberuf scheint durch die be- sonnene Taktik der organisierten Bauklempner doch die Erkenntnis zu kommen, daß sie mit ihrem. Schachzug gegen die Arbeitnehmer- bcisitzer für die Schlichtungskommission sich ins eigene Fleisch geschnitten haben. Bekanntlich hatten sie durch einen Spruch deS Elnigungsamtcs erzielt, daß der Bevollmächtigte deS Metall- arbeiterverbandes Cohen sowie der Verwaltungsbeamte Weitzel nicht mehr Mitglieder der Schlichtungsksmmission sein dürfen, da sie nicht im Beruf tätige Klempner seien. Die übrigen Arbeitnehmcrbeisitzer hatten ebenfalls ihre Aemter nieder- gelegt und war auf Beschlutz der Versammlung vom 21. März eine neue Kommission nicht gewählt und somit der Spruch des Einigungsamtes von den Arbeitnehmern abgelehnt. Cohen teilte im Auftrage der Ortsverwaltung diesen ablehnenden Entscheid mit, suchte aber gleichzeitig zu erfahren, wie sich die Arbeitgeber nunmehr die Regelung der etwa entstehenden Differenzen vor- stellen. Für die Arbeitnehmer stellte sich die Sache insoweit günstig, daß sie nicht erst die Erwägungen und Recherchen der Schlichtungskommission abwarten brauchen, sondern einfach bei Nicht- bewilligung der Tarifbestimmungcn den Betrieb des betreffenden Unternehmers stillegen können. In scheinbar richtiger Erkenntnis ihres Fehlers hatten daher Jue Arbeitgeber in ihrem Fachblatt gerichtet, die im Tarif vor ezahlen. Es ist denn auch an alle Klcmpnermeister die Mahnuw gesehene Lohnerhöhung doch ja zu I„. der tarifliche Lohn in fast allen Betrieben gezahlt worden; nur in einigen kleineren Werkstätten sind Differenzen entstanden, die aber wohl bald erledigt werden. In einer am 28. März abge- baltencn Konferenz, an der drei Vertreter der Arbeitgeber sowie Cohen im Auftrage der OrtSvcrwaltung teilnahm, kam es nun zu einer Aussprache wegen der Schlichtungskommission. Die Arbeitgeber erklärten» daß sie doch durch ihre Mahnungen an die Meister den Bew»iS erbracht hätten, daß sie auf dem Boden des Tarifs ständen und hätten sie zu verlangen, daß den Bestimmungen desselben entsprechend die Arbeitnehmer eine neue Kommission wählten. Cohen präzisierte den Standpunkt der Arbeitnehmer dahin, daß zum mindesten die Gewähr dafür gegeben werden müßte, daß ein Arbeitervertreter die einlaufenden Differenzfälle recher- chiercn könnte, ohne wegen zu öfter ArbeitsvcrsäumniS seine Eni- lassung befürchten zu müssen. Der 8 8 deS Tarifvertrages müßte also eine dcmgemäße Aenderung erfahren und in klarem Wortlaut ausdrücken, daß nicht nur im Beruf tätige Klempner Mitglieder der Schlichtungskommission sein können, sondern die Arbeitnehmer mit ihrer Vertretung beauftragen können, wen sie wollen. In der ani Donnerstag abgehaltenen Klempnervcrsammlung wurde dieser Standpunkt rückhaltslos gutgeheißen und beschlossen, eine Aende- rung des§ 8 dahingehend zu beantragen, daß es heißen solle: Die Schlichtungskommission setzt sich zusammen aus je vier Ver- tretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer usw. Wollen die Unternehmer die friedliche EntWickelung, so müssen sie den Spruch des Einigungsamtcs desavouieren und sich mit dem Antrag der Arbeitnehmer einverstanden erklären. Tun sie eS nicht, so lastet der Vorwurf auf ihnen, die Schlichtungskommission zertrümmert zu haben. Ob sich uitker den ritt Ablehnungsfall gegebenen Umständen ein organisierter Klempner bereitfindcn wird, in die Schlichtüngskommission einzutreten, ist eine Frage, die aus einem anderen Blatt steht._ Der Erfolg des Lohnkampfes der Herrenmaßschneider Berlins. In einem Teil der Auflage des„Vorwärts" konnten»vir gestern bereits mitteilen, daß die Mitgliederversammlung des Schneider- Verbandes, die am Donnerstagabend den Riesensaal der„Neuen Welt" füllte, in einer Resolution beschloß, daß die Arbeit am Freitag, also gestern, wieder aufgenommen werden sollte, daß sie der Lohnkommission Auftrag gab, auch bei den weiteren Ver- Handlungen die Interessen der Kollcgenschaft zu vertreten, und im übrigen die Erwartung aussprach, daß die Arbeitgeber bei den weiteren Verhandlungen das Vertrauen rechtfertigen werden, das ihnen die Arbeiter durch den Beschlutz der Arbeitsaufnahme cnt- gcgenbrachten. Der Tarif war nämlich am Donnerstagabend noch nicht ganz durchberaten mit den Arbeitgebern; es fehlte u. a. der Stundentari f der Tagschneider sowie der Sport- und Livree- schneidertarif. Im übrigen waren bei den Verhandlungen, wie aus den Ausführungen des Referenten Kunze hervorging, an- nehmbare Lohnerhöhungen herausgekommen, wenngleich nicht alle an sich berechtigten Forderungen erfüllt werden konnten. Ein Teil der bereits vereinbarten Tarifpositionen wurde den Versammelten durch in Masten gedruckte Zettel bekanntgegeben. Der Tarif ist in fünf Klassen eingeteilt. Hinsichtlich der Wochenlöhne der Tag- schneider wurde vereinbart: für die 1. Tarifklasse 34— 37 M., für die 2. und 3. 32— 35 M. und für die 4. und 5. 30— 33 M. Der eigentliche Minimallohn erhöht sich danach um nicht weniger als 3 M. Nach den Vorschlägen der Arbeitgeber sollten die Wochen- löhne in den verschiedenen Tarifklasscn 25— 36 M. betragen. Es ist also hier doch etwas erzielt'worden. Uebrigens soll jeder Gehülfe mehr Lohn erhalten als bisher, so daß also auch denen, die die festgelegten Minimallöhne schon erreicht haben, Zulage gewährt werden muß. Die Stundenlöhne im Ausbesserungstarif der Tagschneider wurden in den sünf Klassen auf 50, 50, 45, 45 und 40 Pf. festgesetzt; bisher gingen sie hinunter bis zu 30 Pf. Im Aenderungstarif, der für die Fälle gilt, daß ein Stück zum Aendern zurückkommt, wurden die Stundenlöhne auf 60, 55, 50, 50 und 45 Pf. festgesetzt. Eine Herabsetzung der zehnstündigen Arbeitszeit konnte bei den Verhandlungen leider noch nicht erzielt werden, doch soll diese Forderung der Tarifkommission zur Berück- sichtigung überwiesen werden.— Das wichtigste Ergebnis des sechsivöcksigen Kampfes ist, daß die verworrenen Lohn- und Arbeits- Verhältnisse im Beruf durch ein geregeltes Tarifverhältnis be- seitigt werden und damit auch Lohnerhöhungen eintreten, wenn- gleich nicht in dem Matze, wie es wünschenswert wäre. Die Arbeit- gcber wollten bekanntlich von Anfang an überhaupt keine Lohn- erhöhung zugestehen und die Tarifberatung auf den Hochsommer verschieben, in eine Zeit, wo die Gchülfenschaft kaum in der Lage sein würde, einen Druck auf die Unternehmer auszuüben. Sie haben sich nun also doch genötigt gesehen, den Forderungen der Gehülfen ein gut Teil entgegenzukommen. Es lag den Arbeit- gebern sehr viel daran, daß die Arbeit bereits am Freitag wieder aufgenommen werden sollte, und sie machten davon die Fort- setzung der Verhandlung abhängig. Der Referent empfahl denn auch der Versammlung im Namen der Lohnkommission wie der Ortsverwaltung, die Wiederaufnahme der Arbeit zu beschließen. Während seines Vortrages wurden bei verschiedenen Tarifpositionen Aeutzerungen des Mißmuts laut und namentlich war man un- zufrieden damit, daß bis jetzt keine Arbeitszeitverkürzung erreicht worden ist. Diese Unzufriedenheit trat denn auch in der Diskussion hervor, doch sprachen sich die meisten Redner, u. a. auch der Ver- bandSvorsitzende Stühmer, im Sinne des Referenten aus. Nach lebhafter Debatte wurde um Mitternacht der Beschluß gefaßt, die Arbeit am Freitag wieder aufzunehmen. Die baugewerblichen HiilfSarbeiter hielten am Freitagabend eine stark besuchte Versammlung in Freyers Festsälen, Koppenstr. 29. ab. Saal und Galerien waren dicht gefüllt; die Tische muhten entfernt werden, um Raum für die Nachdrängenden zu schaffen; um 8� Uhr wurde der Saal abgesperrt. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhob sich die Ver- sammlung zu Ehren des verstorbenen Genossen Auer.— K r i b o w erstattete Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Das Resultat dieser Verhandlungen ist unseren Lesern bekannt. Das Unternehmertum widersetzt sich jeder Verkürzung der Arbeits- zeit im Baugewerbe mit aller Macht. Ebenso entschieden sind aber die Bauarbeiter und damit auch die baugewerblichen Hülfsarbeiter entschlossen, für dieVerkürzungder Arbeitszeit einzutreten, darüber ließ die Versammlung keinen Zweifel. Die Debatteredner erklärten sich ausnahmslos für die Einführung des Achtstunden- tages und fanden damit die begeisterte Zustimmung der Ver- sammlung. Die organisierten Arbeiter fürchten �en Kampf nicht, wenn die Unternehmer ihn heraufbeschwören. Einstimmig und mit großem Enthusiasmus wurde eine Resolution angenommen. nach welcher die baugewerblichen Hülfsarbeiter fest auf ihren Forderungen beharren._ Tapezierer! Die Polsterwerkstätten von Wegeleben. Hecker u. Römer und Böttcher sind gesperrt. Kein Kollege darf dort in Arbeit �eten.- Die OrtSvcrwaltung. Die Kleber versammelten sich am Donnerstag abend Oranien- straße 103. um zu beraten, wie sie sich tarifbrüchigen Unternehmern gegenüber am besten schützen können. Die Bezirksführer hatten vorgeschlagen, das System der Kontrollkarten einzuführen und die Versammelten erklärten sich einstimmig dafür. Jeder Kleber, der »u den tarifmäßigen Bedingungen arbeitet, hat eine Kontrollkarte au entnehmen. Die Ausgabe der Karten findet in den Morgen- sprachen am nächsten Sonntag statt.(Nähere Angaben darüber im Anzeigenteil.)_ Achtung, Friseurgehülfen! Beigelegt sind die Differenzen bei Arndt. Bergmannstr. 112, Arndt, Aleranderplatz 2. Für unsere Mitglieder gesperrt:' Putzke, RüderSdorferstr. 43, Aobert. Schröderstr. 7. � Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverem Berlin und Vororte. Rosenthalerstr. 57. DtutTehcs Reich. Die Wiederaufnahme der Arbeit im Schneiderberuf ist nicht überall fo glatt von statten gegangen, wie man es viel- leicht erwartete. In verschiedenen Orten haben sich Schwierigkeiten ergeben. Aus diesem Grunde haben sowohl der Hauptvorstand des Arbeitgebcrverbandes wie der deS Schneiderverbandes ihren Orts- gruppen oder Filialen Anweisung gegeben. Sonnabend früh eine Aussprache zwischen den Ortsvorständcn der beiden Parteien her- bcizuführen. Der Verbandsvorstand der Gehülfen sandte folgendes Telegramm' an die Filialvorftände: Arbeitgeberverband München hat Anweisung gegeben. morgen früh 9 Uhr zwischen ihren und unseren OrtSvorstandcn Aussprache über Tarifvcrhandlungen anzusetzen, unter Voraus- setzung gleichzeitiger Arbeitsaufnahme; wir ersuchen dringend, dem Folge zu geben. Stühmer. Ferner hat der Verbandsvorstand ein Rundschreiben an die Ortsverwaltungcn gesandt, in dem zunächst auseinandergesetzt wird, daß die Interessen der Streikenden keineswegs in einem unwürdigen Friedensschluß geopfert worden sind, wie man das nach den Notizen bürgerlicher Blätter annehmen könnte, die die Sache so darstellen, als hätten die Gehülfen eine völlig« Niederlage er» litten.— Daß dies keineswegs der Fall ist. hat der„Vorwärts" bereits dargelegt. Mit Recht kann gesagt werden, daß der Arbeit- geberverband mit seinem diktatorischen Vorgehen und seiner Aus- sperrungSsucht unterlegen ist.— ** In dem Rundschreiben wird ferner ausgeführt, daß eS ganz unangebracht wäre, wenn die Ausgesperrten Ich nun noch weigern wollten, die Arbeit aufzunehmen. In Berlin haben die Streikenden und Ausgesperrten sich gestern überall wieder den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt. In ein- zelnen Geschäften haben Aussprachen über verschiedene Punkte mit den Arbeitgebern stattgefunden. Wo die Arbeit gestern noch nicht ausgenommen wurde, soll eS heute geschehen.— Ter neue Tarif tritt sofort in Kraft._ Die Aussperrung in Bremen scheint zu einem friedlichen Ende zu führen. Nachdem seitens der Schmiede der Aktiengesellschaft Weser in Bremen die Beilegung des Streits beschlossen worden ist, haben inzwischen auch die Vertreter der übrigen beteiligten Gewerk- schaftcn dem Arbeitgeberverband Ilnterweser die schriftliche Mit- teilung zugehen lassen, daß am nächsten Montag die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit erfolgen würde. Hiernach dürfte die Aussperrung in der Schiffsbauindustrie am Montag ihr Ende er- reichen. TlusUmck. Die Schuhmacher von Konstanz haben durch einen eintägigen Streik ihre Forderungen durchgesetzt. Plutus. tzest 15. per Post und Buchhandel 3, Goethestratze 6g. Eingegangene Dmchrcbriften. auSgeber: Georg Bernhard. Viericljährllch M„ vom Verlag 4 M. Berlin-Charlotlenvurg. Geschäftsbericht des Zentralverbandes der Zimmerer für die Zeit vom 1. Januar 1905 bis 31. Dezember 1906. 104 Seilen. Druck: Auer u. Co.. Hamburg. Letzte)Vacbncbtcn und Dcpcfcbcn. Familiendrama. Münster i. 28., 12. April.(28. T. 23.) Wie die.Münstersche Zeitung" meldet, sind in einem benachbarten Walde der Kaufmann Josef Gerckc» und seine drei Kinder, zwei Töchter und ein Sohn, erschossen aufgefunden worden. Man nimmt an, daß Gercken seine Kinder und sich in geistiger Umnachtung getötet hat. Entgleister Schnellzug. Budapest, 12. April.(W. T. B.) Ueber das heutige Bahn- Unglück bei DorozSma wird weiter gemeldet, daß die Entgleisung des Schnellzuges durch einen Achsenbruch deS Postwagens herbei- geführt worden ist. Außer den beiden Rcisciideu, die getötet wurden, ,st auch ein Schaffner umgekommen. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten beträgt 23. Unter ihnen befindet sich ein Berliner namens Singer.(Siehe auch Vermischtes.) Explosion in einer Apotheke. Prag, 12. April.(B. H.) In Ledez erfolgte in einer Apotheke infolge unvorsichtigen Hantierciis mit Licht eine Acthcrexplosion, wodurch der Apotheker und ein Dienstmädchen getötet und ein Angestellter schwer verletzt wurden. Ein Gcmaßrcgclter. Paris» 12. April.(W. T. B.) Einer offiziellen Meldung zu- folge hat der Ministerpräsident dem Präfelten des Departements der Ostpyrenäcn, Dautresme, einen Tadel erteilt, weil der- selbe einem Bürgermeister seines Departements geraten hat, eine Straßenlundgcbung zu aestatten, bei welcher die rote Fahne ent- faltet und dir Internationale gesungen wurde. EL heißt, daß Dautresme demnächst versetzt werden soll. Der Zurücktritt des belgischen Ministeriums. Brüssel, 12. April.(W. T. B.) Dcputiertenkammer. Das Haus nimmt mit 94 gegen 32 Stimmen bei 25 Stimmenhaltungcn das Gesetz betreffend die Festsetzung der täglichen Arbeitszeit in den Bergwerken an. Bei Schluß der Sitzung gibt der Minister- Präsident Graf de Suiet de Naeyer folgende Erklärung ab: Die gestrige Abstimmung der Kammer üher den von der Regierung verworfenen Antrag Bccrnacrt hat gezeigt, daß die Regierung nicht mehr aus eine geschlossene Mehrheit in der Kammer zählen kann. Wir können nicht die Verantwortung übernehmen für gc- wisse Bestimmungen, die in das Gesetz über die Arbeitszeit in den Bergwerken eingefügt und deren Zweck und Charakter durch dte Ausführungen der Tlbgeordnetcn tlargcstcllt worden sind. Daher haben alle Mitglieder des Kabinetts beschloffen, dem Känige ihre Demission zu unterbreiten. Ich bitte die Kammer, ihre Beratungen abzubrechen. Die Minister verlassen hierauf den Saal. Sluf Vor- schlag des Kammerpräsidenten beschließt das HauS hierauf, sich bis auf weiteres zu vertagen._ Ballonfahrt von Berlin nach England. London» 12. April.(W. T. B.) Die deutschen Luftschiffcr Dr. W e g n e r und Koch landeten mit ihrem Ballon in ver- gangener Nacht in Endrrby(Grafschaft Leicester). Sie haben die 812 englischen Meilen von Berlin in zehn Stunden zurückgelegt Neue Judenhetzen in Hömel. Petersburg, 12. April.(W. T. B.) Der„Börscnzeitung" wird aus Hömel telegraphiert, daß gestern eine Anzahl unbekannter, mit Gewehren, eRvolvern und Dolchen bewaffneter Leute die dortigen Straßen durchzogen, alle Wohnungen und Läden jüdischer Kauf- leute betreten und sie aufgefordert habe, binnen 3 Tagen die Stadt z« verlassen, widrigenfalls sie getötet würden. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde habe an den Ministerpräsidenten Stolypin und an den Gouverneur telegraphiert und sie um Schutz gegen Progrome gebeten. Bäckerstreik in Warschau. Warschau, 12. April.(B. H.) In den hiesigen jüdischen Bäckereien ist ein Ausstand ausgebrochen. Bisher stehen 99 Bäckereien mit zusammen 899 Zlrbeitern still. Die Gründe deS Streiks sind wirtschaftlicher Natur. Zerstörungen durch Ueberschwemmung. Konstantinopcl, 12. April. Aus Anatolicn werden große Ueber- schwemmnngeu berichtet. In Eskischejer an der anatotischen Bahn sind infolge der Ueberschwemmunge» 150 Häuser zerstört worden. Die Ortschaft Alpuköj ist fast gänzlich vernichtet. In Koma sind die Ruinen des SeldschukpalasteS eingestürzt. Täglich 5999 Tote durch Berhungern. New Aork, 12. April.(W. T. B.) Nach einem aus Shanghai hier eingegangenen Telegramm verschlimmert sich dte Lage in dem von der Hungersnot betroffenen Gebiet immer mehr. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen zur Hülfe nicht aus. Die Zahl der betroffenen Bevölkerung beträgt zehn Millionen? drei Millionen davon sind dem Hungerstode nahe und suchen sich von unreifem Getreide zu nähren. Die Zahl der täglich infolge der Hungers- not Serbenden dürfte sich auf etwa 5999 belaufen. Der Kannibalismus beginnt. Eltern tauschen gegen ihre Kinder Nahrungsmittel aus. Der Vizekönig dankte in einem Telegramm für die ausländische Hülfe und erklärte, daß sie den fremden- feindlichen Bestrebungen entgegenwirke.__ Perantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil feraat#� Utz.G�üc, Berlin. Druck u. Verlag: PoiwänZLuchdr.«.P�llggSsnstqUHauISingerLcEo., Berlin SVV. Hierzu 3 Beilagen u.Untrrhaltungsblatt at.86. zuitow i. Atilllge k* ,|ornintt6" Aerlilter Polkolildtt. Zum cebensbilck Ignaz Huers. Ein unangenehmer Zufall hat in der gestrigen Nummer unser Zitat aus der Schrift:„Po n Gotha bis Whden" ungefähr gerade an der Stelle abgebrochen, wo die Sätze anheben, um derent- willen das Zitat wertvoll, ein Beitrag zur Charakteristil Jgnaz Auers ist. Wir geben deshalb heute hier unter Wiederholung der gestern abgedruckten Zeiten das Zitat vollständig: Dieser Wydener Parteitag, der alsbald von so bieler Romantik umsponnen wurde, hat dafür gesorgt, daß unsere auf- gelösten Linien sich wieder zusammengeschlossen haben und wir namentlich auch wieder ein Parteiorgan erhielten. 56 Genossen waren auf diesem Parteitag erschienen; 53 von ihnen faßten die gemeinsamen Beschlüsse, darunter auch jenen, der sich gegen den allmählich zum Anarchismus ausartenden Mostianismus wandte. Es war eine gewaltige Leistung, die die 56 Männer voll- brachten. Bedenken wir noch einmal, daß vorher aller Zu- sammcnhang zerstört war, daß die �Genossen teilweise verärgert, vor allem aber verschüchtert waren. Im Norden Deutschlands habe ich die einzelnen Teilnehmer zusammengeholt. Ich selbst kannte nicht den Ort, wo der Parteitag stattfinden sollte, erst in Winterthur erfuhren wir. wo wir hinzugehen hatten. Das alles ist möglich gemacht worden trotz Polizei und Ausnahmegesetz. Diese 56 haben Beschlüsse gefaßt, die von weittragendster Be- deutung geworden sind. Seit jener Zeit sind die Erfolge gereifte die wir alle kennen und die uns dahin gebracht haben, wo wir uns heute befinden. Wenn Genosse Mehring am Schluß des Kapitels über den Parteitag in Wyden sagt, daß die Situation nicht durch die Führer, sondern durch die Massen gerettet worden sei, so will ich ihm nicht widersprechen. Die Massen haben getan, was man nur von ihnen verlangen konnte, mit einer ' Hingabe und einer Opferwilligkcit, die staunenerregend bleiben wird. Aber wenn auch den Massen für ihre Treue alle Hoch- achtung gezollt werden soll, so möchte ich doch sagen, daß wie die Massen, so auch dse Führer in jener schweren Zeit ihre Schuldigkeit getan haben. Fehler sind auch in den Tagen von Gotha bis Wydc» gemacht worden: aber sie werden durch die schwere, harte Zeit entschuldigt. Wo keine Fehler sind, da ist auch nichts Gutes. Wo Handlung ist, da ist auch Irren. Wir hoffen, daß solche schwere Zeiten nicht wieder über unsere Partei hereinbrechen mögen. Heute hört man wcchl oft die Aeußerung: Es müßte wieder ein Sozialistengesetz kommen; zu jener Zeit war alles viel schöner und besser. Wer erst die letzten Jahre des Sozialistengesetzes mitgemacht hat, wer den Zusammenbruch der Partei nicht miterlebt hat, wer nicht weiß, welche Opfer und welche Hingabe die Wiederaufrichtung der Partei gefordert hat, der mag sagen: Es war eine schöne Zeit während des Sozialistengesetzes. Aber zwischen Ende und Anfang der 80cr Jahre war ein' gewaltiger Unterschied. Wer von den Genossen von 1878 bis 81 in Reih und Glied mitgekämpft hat, stimmt mir sicher zu. wenn ich mit den Worten schließe: Sollte je ein neues Sozialistengesetz kommen, so wird es dieselben Kräfte und dieselben energischen Gegner finden, wie das erste. Sollte es aber nicht kommen, so ist es besser. Die Parteipresse. Leipziger Bolkszeitung: ..... Jgnaz Auer gehört zu den Großen in der Partei, und der Lorbeer, den der Arbeitsreiche sich errungen, er wird in immer- grüner Pracht sein Haupt zieren und späten Geschlechtern noch den Wert des Mannes künden. Auch von Jgnaz Auer galt, was einst der Dichter von Robert Blum sagte: er hatte sich den Lebenspsad, den steilen und den rauhen, auf bis zu Deutschlands Parlament mit starker Hand gehauen. Als der junge Sattlergcselle seine Heimat verließ, um in die Welt hinauszuziehen, da ahnte wohl keiner, welch großen geschichtlichen Aufgaben der junge Riese rüstig entgegenging... ... Auf dem Parteitage von Hannover anläßlich der Bernstein- debatte erklärte Auer einmal, kein Marxist zu sein, freilich auch kein Bcrnsteinianer. Die Begründung ist für Auers Wesen so charakteristisch, und gleichzeitig so ehrenvoll, daß wir sie hierher- setzen wollen. Also der Bernsteinianer bin ich nicht, als der ich hingestellt wurde, und der Marxist, wie es hier und da verlangt wird, daß man es sein soll, kann ich nicht sein, weil ich mit meinen geistigen Fähigkeiten nicht imstande bin, in alledem, was unter dem Sammelnamen Marxismus rubriziert wird, mich zurecht- zufinden. Ich komme mit der dialektischen Methode und wie, alle diese Dinge heißen, in all diesen Sachen nicht weiter: da ist schwarz weiß und weiß schwarz, und in der höheren Einheit entwickelt sich dann ein graues Gemisch, bei dem einem die Augen übergehen; dem vermag ich nicht zu folgen, und weil ich keine philosophische Ader habe, weil mir für diese Dinge die notwendige Vorbildung fehlt, darum kann ich nicht sagen, ich sei ein bewußter Marxist; das kann ich nicht und das bin ich auch nicht. Aber was ich bin: ich bin ein begeisterter Anhänger der Marx-Engelsschen Lehre, soweit ich sie in meinen Verstand aufzunehmen vermocht habe. Das erkläre ich ganz offen, und ich bin nicht fer Meinung, daß wir mit den Lehren, die uns die beiden Alten hinterlassen haben, fertig sind, sondern ich bin der Meinung, daß wir alle, und die Marxisten mit eingeschlossen, noch recht viel daraus zu lernen vermögen. Dieses ehrliche Bekenntnis ehrt den Mann, aber den Kon- sequenzen der so offen von ihm dargelegten Tatsachen konnte er sich nicht entziehen. In den jetzt nun schon längst verschollenen Debatten über Revisionismus und Bcrnsteinerei konnten ihn die Revisionisten mit einem Schein von Recht zu den ihrigen zählen. Mit einem Schein von Recht, sagen wir; denn dem theoretischen Stäubchcnsieben Bernsteins stand er innerlich völlig fern. Was ihn zur revisionistischen Richtung zog, das war der possibilistische Grundzug seines Charakters, die vielbcrufene Staatsmännerei Auers. Aber nie und nimmer ließ er sich dadurch den unbeirr- baren Klasseninstinkt des Proletariers verfälschen, und sein Zorn war nie furchtbarer, als wenn er Bestrebungen witterte, die auf, die Spaltung der Partei hinauszulaufen schienen. Im allgemeinen freilich liebte er das Pathetische nicht. Es entsprach seinem Wesen. die innere Weichheit seines Charakters hinter der Maske des Spottes und der Satire zu verstecken. Damit verletzte er viele, die nicht begriffen, welch keuscher Quelle seine Satire entsprudelte, und als er aus dem Parteitage zu Hannover seine Satire auch über das„dranbammtlude Endziel der Partei" ausgoß, da mutzte er erleben, daß er mit nur geringer Majorität wieder zum Partei- sekretär gewählt wurde. Und doch schlug kein Herz so hoch und so freudig beim Gedanken an die große Sache des Proletariats, wie das, das jetzt zu schlagen aufgehört hat. Niemals war dem treuen Manne ein Opfer zu groß oder eine Last zu schwer... Auers eigentliches Arbeitsgebiet war seine Tätigkeit als Parteisekretär. In dieser Stellung übte er einen Einfluß aus, der schwerlich überschätzt werden kann. Hier kam ihm seine Menschcnklugheit und seine Ruhe in der Beurteilung von Per- sonen und Verhältnissen trefflich zustatten. Parteikonflikte, vcr- fahrene Situationen, in denen keiner mehr Rat wußte, fanden in ihm ihren Meister, und es gab wohl wenige Vertrauensleute und Parteifunktionäre, die er nicht persönlich kannte... Und nun sollen wir den alten Kampftameradcn begraben, der uns so lange in unwandelbarer Treue zur Seite schritt? Den vielen Tausenden, die ihn in den nächsten Tagen in Berlin zum Friedhof geleiten,-werde g sich im Geiste Hunderttausende und Mil- lüuien hmzugesellen. Denn ein Volksfürst ist gestorben, der ein unverlierbares Königreich sich gegründet hatte in den Herzen der deutschen Arbeiter..." „Bolkswacht"(Breslau): ,,... Einem Steuermanne gleich, der durch Sturm und Wogen- gcbraus sein Schiff gleich sicher führt, herum um tückisch verborgene Sandbänke wie um gefahrvoll dräuende Felsenriffe, der kühnen Mutes, in unerschütterlicher Ruhe seines schweren, die volle Kraft des ganzen Mannes erforderniden Amtes waltet, so erscheint uns Jgnaz Auer als Steuerer des Parteifchiff es. Was er auf diesem Gebiete geleistet, welchen Schaden er verhütet, welches Gute und Große er geschaffen, wie er immer der Kluge, Weiteraus- sehende war, wie er zähe und kraftvoll seinen Willen zum Wohle des- Ganzen durchgesetzt, das kann hier greifbar, plastisch für jeder- manns Augen unmöglich dargestellt werden. Auf diesem Gebiete ist Jgnaz Auers- Verlust für die Partei geradezu unersetzlich, hier war er der größte unserer Führerj der geborene Führer, bqn keinem in anderer Beziehung ihn Ueberragenden erreicht, ge- schweige denn übertrofsen. Ueber Auer als Menschen gibt es wohl nur ein Urteil. Naturgemäß mußte er in seiner Stellung, bei den oft ungeheuer schwierigen Aufgaben, die er auszuführen hatte und allein gut aus- führen konnte, sich mancherlei Gegner schaffen. Aber seine von Herzen kommende Gutmütigkeit, seine stete, opferwillige Hülfs- bercitschaft,. sein Streben, dem Besiegten die Bitternis der Nieder- läge zu nehmen, mußte auch den entschiedensten Gegner entwaffnen und ihm sein Herz zuwenden. Eine rührende Bescheidenheit zeichnete den hochbegabten Mann aus, ein Mißtrauen geradezu des eigenen Könnens, selbst in vorgerückten Jahren, als er längst auf bor Höhe angekommen, das eben nur in der Bescheidenheit seines Herzens seine Erklärung findet. Seinen Freunden ist Jgnaz Auer stets ein wahrhafter, treuer, zu jedem Opfer bereiter Freund gewesen, still, ohne viel Aufhebens, ganz seinem schlichten, rein menschlichen Wesen und Empfinden entsprechend, hat er sich tief, unauslöschlich in ihre Herzen eingeschrieben." «».Rli»«»«»*»«•««»»••»«■<•••••••, Ii „Arbeiterzeitung"(Dortmund): „.., außer August Bebel, dem andererseits wieder so völlig von Auer verschiedenen, und— vielleicht— Karl Grillenberger, gab es keinen deutschen Führer der deutschen Sozialdemokratie, in dem sich die besten Eigenschaften des zum Klassenbewußtsein erwachten modernen deutschen Arbeiters fo rein widerspiegeln, wie in Jgnaz Auer. Volle Hingabe an die große Sache, rastloser Arbeitseifer, unermüdliche Pflichttreue, hohe Intelligenz, mit edlem Selbst- bewußtsein gepaarte Zurückhaltung und Bescheidenheit dort, wo sie am Platze ist, goldene Rücksichtslosigkeit und. Derbheit überall da, wo sie hingehört, gesunder Humor, nie versagende Schlagfertigkeit, eine nicht gewöhnliche Menschenkenntnis und eine bedeutende Fähigkeit, die Menschen zu behandeln, eine starke, vielleicht zu starke Veranlagung zur Diplomatie: das sind die bervorstcchendsten Züge im Bilde Jgnaz Auers." chG«,»»«»•»«»».•«»»»»»»•••••••• „Auers Stellung in den prinzipiellen und taktischen Differenzen, die seit 1868 vielfach das Partetteben beherrschten, haben wir nicht geteilt; wir haben seine Haltung und seinen Einfluß bei diesen Differenzen, besonders seine gelegentlich geäußerte Geringschätzung theoretischer Erörterungen überhaupt, oft für unheilvoll gehalten und daraus auch niemals ein Hehl gemacht. Es wäre unserer nicht minder als Auers selbst unwürdig, das jetzt bei seinem Tode zu verschweigen. Wir dürfen auch um so offener über diese Dinge reden, als wir nie verkannt haben und auch heute nicht verkennen, daß auch bei seiner Stellung zu d i e s e n Fragen Auer ausschließlich geleitet wurde von den besten Absichten für das Wohl der Partei, die ihm über alles ging. Und hat Auer in diesen und anderen Dingen geirrt... so wird das hundertfach, tausendfach aufgewogen durch die enormen Verdienste, die er sich aus anderen Gebieten in jahrzehntelanger harter Arbeit um die Sache der Partei, um die Sache des klassenbewußten Proletariats erworben hat!" „Bolksstimme"(Mannheim): . Es gab nicht einen Parteitag, auf dem er hätte vermißt werden können; und als sein Mund zum ersten Male schwieg, trauriger Notwendigkeit, furchtbarem Schicksal gehorchend, da haben wir, hat die Partei dieses Schweigen teuer bezahlen müssen: der Dresdener Parteitag sah den Necken wohl noch in seiner Mitten aber nur noch als gebrochener Mann... ... Was er zum Sozialistengesetz, als Kritiker unserer Justiz- gebarung und Strafvollstreckung, der Majestätsbeleidtgungs-Prozctz- wut, was er bei zahlreichen anderen Gelegenheiten ausfiichrte, hatte stets das Ohr des ganzen Hauses, gehört zu dem Besten, was in diesem Parlament, was an Parlamcntsroden überhaupt je geboten wurde. Und dabei so ungekünstelt, so ohne jedes Mätzchen, so voll aus dem Herzen, so ganz aus der natürlichen Geradheit heraus, die diesen Sohn des Volkes sein ganges Loben lang in so eminentem Maße ausgezeichnet hat! Aber bei aller Strenge, bei aller Derbheit schlug ihm immer wieder das Gemüt durch, das auch mit seinem bissigsten Witz den Getroffenen versöhnen mußte. Das Gemüt, das war's, was den Mann aufwärts, auf die Schanzen, auf die Posten getrieben hatte, von denen nur der Tod ihn fortzuholen vermochte. Er hat es selbst offen und frei vor aller Welt bekannt, daß er kein Theoretiker sei; er hat sich nie viel um das einzelne Wort und feine Auslegung gekümmert, bei allem ehrlichen Respett vor gründlichem, echtem Wissen. Was ihn zum Kämpfer machte, war sein Mitgefühl mit den Leiden, mit dem körperlichen und seelischen Kneckttum jener Schichten, deren Lasten- Überwindung die Existenz der Kulturwelt bedeutet. Er sah als Knabe dieses Elend, er sah es als Jüngttng. und was der Jüngling versprochen, das hat der Mann gehalten; seinen starken Arm'hat er all denen geliehen, die mühselig und beladen sind, bis ein düsteres, nur zu mächtiges Geschick diesen Arm nieder- zwang." Schwäbische Tagwacht(Stuttgart): „... Keiner kennt wie er die Personen und Verhältnisse im Parteilcben. Sein sicherer Blick, seine Fähigkeit, Menschen zu be- urteilen, verläßt ihn so leicht nicht. Wo das Partenntereffe es erfordert, greift er zu mit fester Hand, mag auch seine persönliche Popularität darunter leiden. In mündlichen und brieflichen Aus- einandersetzungen liebt er ein kräftiges Wort, das dazu meist von Sarkasmus erfüllt ist. Das beeinträchtigt jedoch nur das Vor- trauen und die Freundschaft derer, die ihn nicht verstehen, die nicht wissen, daß sie in Äucx einen Gesinnungsgenossen vor sich baben, der mit allen Fasern seines Seins verwachsen ist mit der Partei, der mit der Partei herangewachsen ist, die äußere und innere Entwicklung der Partei innerlich mitdurchlebt hat und kein" höheres Ziel kennt als das. der guten Sache zu dienen, auf die er geschworen hat. Seine ganze große Persönlichkeit geht aus in der Arbeit für die Partei. An den inneren Parteiauseinander- setzungen nahm Auer für die Außenwelt nur insoweit teil, als er die Gegensätze zu überbrücken, das harmonische Zusammen-! wirken zu fördern suchte. Er war ja kein Wissenschaftler, lein Theoretiker. Sein stark auf die Wirklichkeit gerichteter Sinn hielt ihn davon ab, in gelehrten Erörterungen sich zu engagieren. Und wenn er in solchen Fällen das Wort ergriff, so schreckte er auch nicht davor zurück, seiner Abneigung gegen theoretische Streit- debatten mit bissigem Spott Ausdruck zu geben. Bei großen politischen Aktionen, insbesondere im Parlament, trat Auer seltener als Führer hervor, als es bei seiner hohen In- telligenz zu erwarten gewesen wäre. Das kam daher, daß ihn die Geschäfte der Partei stets voll in Anspruch nahmen. Dennoch hat' er sich im Reichstage eine geachtete Position erobert. Eine ziel-' klare Willensfcftigkeit. die wohl am schärfsten in seinen wirksamen Reden in den Kämpfen um das Sozialistengesetz zum Ausdruck kam, verband sich mit einem sicheren geklärten Urteil und tbe» torischer Meisterschaft...." Bolksblatt(Bochum): „Mit Auer ist ein Mann gestorben, der nicht nur vermöge seiner langen Parteizugehörigkeit und der Stellung, die er in der Partei einnahm, in der Parteigeschichte eine Rolle spielen konnte, der vielmehr auch eine bedeutende Persönlichkeit war. Nach einem bekannten Sprichwort soll man von Toten nur Gutes reden; wir sind nicht geneigt, uns dieser Sprichwörterwcisheit zu beugen, trotz ihrer durchs Alter erworbenen Heiligkeit, und ziehen es vor, auch von Toten nur Wahres zu reden. Und kraft der Wahrheit sagen wir: Der Auer war größer, als er den meisten erschien. Wohl hatte auch er seine menschlichen Schwächen und eine der be- merkbarsten war eine Art Zynismus, die ihn oft ungenießbar machte und die es namentlich Jüngeren schwer machte, an ihn heranzukommen. Aber das war nur die rauhe Schale, die ihm die Bitternisse des Lebens geschaffen hatten und mit der er sich all- mählich schützen gelernt hatte vor allzu schweren Verletzungen. Denn Auer hat als Parteiführer all die Menschlichkeiten bis zur Neige auszukosten gehabt, die der Arbeiterbewegung anhaften, und er gehörte nicht zu den sogenannten heiteren Naturen, an denen alles Ucble, das sie im Leben erfahren, spurlos wie Wasser herunterrinnt. Ihm ging es zum Herzen, was er Ucbles erfuhr; und er hat dessen reichlich erfahren. Und ganz hat ihn die rauhe Schale deshalb auch nicht zu schützen vermocht; seine Kraft war der Partei leider schon vor seinem Tode verloren gegangen. Der Kampf um das Kleine hat viel zu der frühen Erschöpfung des Starken beigetragen, der wie wenige zum Führer der Partei be- rufen war. Ihm stand der Sinn nicht danach, zu glänzen und Lorbeeren zu ernten, vor allem nicht die billigen, die mit einem bißchen Demagogie zu erlangen sind. Er scheute sich nimmer, die Wahr- heit zu sagen, auch wenn sie seinen Freunden unangenehm war. Mit seinem derben, keineswegs unliebenswürdigen Humor machte er sie schmackhaft. Kurt Eisner in der Fränkischen Tagespost: "*•••»•«••••«•« t*•« Nur wenige haben ihn ganz gekannt. Als ich, zum ersten Mal, eben erst in die Partei eingetreten, mit ihm sprach, schrieb ich über sein Wesen in heller, fast angewiderter Empörung an einen vertrauten Freund, er könnte einem beinahe die Partei verleiden, ein Zyniker, der immer das Wunde, Kranke, Niedrige sieht, der seinen Glauben in der entnüchterten Erkenntnis des Allzumcnsch- lichcn verloren hat, und über die Idealisten höhnt. Diese Ver- kennung des ersten Eindrucks hat mich später leicht begreifen lassen. daß ihn die Leute draußen so falsch beurteilten. Und hätte ihn nicht die Urwüchsigkeit seines über den Tingen ergriffen scherzen- den Humors, in dem die bayerische Heimat immer rein und gesund atmete, auch als er längst die preußische Großstadtlunge erworben batte— hätte dieser Humor nicht versöhnt, er hätte den Weg der Verfehmtcn gehen können. Er hatte die stolze Neigung, durch künstliche Entstellung seines Wesens um die echtere Freundschaft zu werben, die sich zu seinem Herzen durchzuringen vermochte. Und darum hatte Auer die Kraft, Freunde zu werben, die für ihn in den Tod gegangen wären, wenn es die Treue erforderte. In der öffentlichen Meinung galt Auer als der überaus kluge. um nicht zu sagen schlaue und gerissene, sehr gemäßigte Staats- mann der Partei, der kühl, ohne die Einbrüche eines treibenden Temperaments, diplomatisch rechnete. Auch das war eine äußer- liche Schutzanpassung an die kühle und kluge Welt. Im Grunde seiner Seele war er lautere Leidenschaft und von einer fast über- zarten Empfindungskraft. Er handelte durchaus nicht so, wie ein nüchtern rechnender Diplomat verfährt, der immer nur das Mög- liche will. Im Gegenteil, oft versuchte er, in klarer Erkenntnis des Unmöglichen, dennoch dieses Unmögliche zu zwingen, wenn er es für- die Partei nützlich hielt. Er zersplitterte geradezu seine Kraft im Widerstand gegen populäre Strömungen, und in sittlichem Heroismus erfüllte er eine aussichtslose Pflicht, auch wenn er alle Welt gegen sich aufreizte. Der„unkluge" Kampf mit dem Un. ausgesprochenen war vielleicht das verzehrende Verhängnis seines Lebens. Er war ein Todfeind der Phrase. Er hat einmal— wieder gar nicht klug— das Wort vom bammelnden Endziel gesprochen. Seitdem galt es bei vielen als ausgemacht, daß der kalte Spötter an den Sozialismus nicht mehr glaube. Die Wahrheit war, daß gerade, weil der Sozialismus seine innerliche Religion geworden war, er der lauten, werktäglichen Ausnutzung zu Schlagworten widersttebte. Ich habe Auer einmal in einer Berliner Arbeits» losenversammlung reden hören, inmitten von Tausenden bleicher. sorgenvoller, stummer Männer und Frauen, die ganz versunken in ihre Not waren, kaum einmal aufseufzten. Damals sprach Auer vöm Evangelium der sozialistischen Erlösung, ganz schlicht, voll starken und doch ein wenig zitternden Ernstes, volksmäßig, aus den Tiefen eines großen tapferen Glaubens und eines guten, menschlichen Herzens. In solchen Stunden warf der Mann seine Hüllen und Schalen ab, und überwand sich, er selbst zu sein und zu scheinen. Und dann ward Auer zum stärksten, hinreißendsten Redner, den es in Deutschland gegeben hat, ganz große unversehrte und unverkünstelte Natur, an der nichts von papierner Gebildet- heit haftete. Als seine mächtige Hand zum letzten Mal die meine freund« schaftlich umschloß, mußte ich mich erschüttert abwenden. Ich glaubte in ein offenes Grab zu sehen. Jetzt aber, wo die Erde sich über seinem armen Leib schließt, ist er uns lebendig wiedergegeben und kann in ungebrochener Kraft bleiben, was er war: Ein Führer, weil er ein Mensch war." R-eickstag. 27. Sitzung vom Freitag, den 12. April» nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Graf v. Posadowsky. Der schleunige Antrag Brandys und Genossen(Pole) aus Einstellung eines gegen den Abg. v. Brudzewo-Mielzhnski(Pole) schwebenden Strafverfahrens wird debattelos angenommen. Dann wird die gestern abgebrochene Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern, Titel„Gehalt des Sta«tSsekretärs"» fortgesetzt. Abg. Pauli-Potsdam(k.): Die gestrigen Ausführungen des Abg. Hoch haben deutlich gezeigt, daß die Sozialdemokratie keinen Sinn für Ordnung hat.(Lachen b. d. Soz.) Sie fördern das Großkapital und wenden sich gegen den Mittelstand. Aber auch die Ausführungen der anderen Redner, des Abg. Trimborn, des Grafen Posadowsky, kann ich nicht billigen; wenn alles, was in diesen Reden angekündigt wurde, unter, den gegenwärtigen Verhältnissen zur Durchführung kommen sollte, würde der Mittelstand vollständig vernichtet werden. Ausbau der Arbeitcrschutzgesetze ist nur in dem Sinne wünschenswert, daß die Unfälle vermindert werden. Aber man soll doch nicht vergessen, daß die sozialpolitische Gesetzgebung angekündigt wurde nur mit den Kautelen des Sozialistengesetzes. Jetzt aber haben' sich die Sozialdemokraten der durch die Gesetze geschaffenen Organisationen bemächtigt, und würde man bei der Unfall- und Invalidenversicherung die Selbst. Verwaltung im Sinne Ver Sozialdemokraten einführen, so würden bald nur noch Sozialdemokaten Rentenempfänger sein.(Lachen b. b. Soz.) Herrn Naumann gebe ich zu, daß in den letzten Jahren aus sozialpolitischem Gebiete wenig geschehen ist; aber vorher desto mehr, so daß man doch jetzt erst mal wieder zu Atem kommen muß.(Lachen b. d. Soz.) Herrn Naumanns Rede war ja sehr schön vom theoretischen und gebildeten Standpunkt aus, aber sie Haßte mehr für den Hörsaal einer Universität alS für den Reiche tag. Die Einführung der Witwen» und Waisenversicherung wird bedeutend mehr kosten, als bei den Zöllen vorgesehen ist; sollte etwa der Mittelftand die Mehrkosten aufbringen, so könnten wir dem Gesetze zu ihrer Einführung nicht zustimmen. Herr Trimborn sprach vom Maximalarbeitstag; aber in landwirtschaftlichen Be- trieben ist er ganz undenkbar!— Weiter ist von Tarifverträgen hier die Rede gewesen. Solange die Forderungen der Arbeiter sich in vernünftigen Grenzen bewegen, geht das. Aber die un- Vernünftigen Forderungen der Arbeiter führten zu Arbeit» geberverbänden, die wir heute. Gott sei Dank, auf allen Gebieten haben. Mit Recht hat der Arbeitergeberverband im Holzgewerbe gegenüber den unberechtigten Forderungen der Arbeitnehmer auf Herabsetzung der Arbeitszeit die Aussperrung durchgeführt. Den Ausgang müssen wir abwarten; aber wenn die Arbeitgeber zu- sammenhalten, werden die Arbeiter immer unterliegen müssen.— Die Arbeitgeber können sich den soizaldemokratischen Gewerk- schaften nicht beugen, die nur dazu dienen sollen» das sozial- demokratische Programm durchzusetzen. Vor allem will ich die Aufmerksamkeit aus die sozialdemokratischen Jugendorganisationea hinlenken; sie verwirklichen die Absicht des Herrn Liebknecht, die Lugend vor ihrem Eintritt ins Heer sozialdemokratisch zu ver- seuchen! Ich habe hier ein Liederbuch, das in diesen Jugend- organisationen verbreitet ist; da heißt es in einem als„Arbeiter- lied" bezeichneten Gedicht:„Bete kurz; denn Zeit ist Geld; an die Türe pocht die Not, bete kurz; denn Zeit ist Brot."(Lachen und Zuruf b. d. Soz.) Die Melodie, nach der dies gesungen werden soll, ist:„Stille Nacht, heilige Nacht."(Heiterkeit b. d. Soz.) In dem Programm des Grafen PosadowSky habe ich die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker vermißt. Abg. BrejSki(Pole): In den polnischen Landcsteilen wird das Verfügungsrecht über den Privatbesitz immer mehr beschränkt. Wenn dies völlig gelungen ist, wird man dasselbe vielleicht im Westen versuchen, um das Zentrum zu schwächen. Der Umstand, daß man Beamte in den polnischen Landesteilen nur durch hohe Ostmarkenzulagen halten kann, beweift, daß die lOOjährige preußische Wirtschaft in Polen ganz miserabel ist. Wir Polen sind ein ruhiges Volk.(Heiterkeit rechts.) Wir blicken ruhig in die Zukunft; wir rechnen nicht auf ein Unglück für Deutschland und auf gewaltsame Umwälzungen, sondern bauen aus die Vor, sehung und die Naturgesetze. Präsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, diese Aus- führungen haben mit dem Reichsamt des Innern nichts zu tun. Abg. Brejski: Für das Handwerk ist eine große Kalamität die billige Gefängnisarbeit: in Posen ist das Schuhmacherhandwerk dadurch geradezu ruiniert. Gefangene dürften nicht an Maschinen, sondern nur mit Handarbeit beschäftigt werden. Das Gastwirts�ewerbe leidet sehr darunter, daß die Polizei überaus nachsichtig ist gegen die Weiberkneipen, in denen man trotz beschränkter Konzession zu jeder Zeit ein- und ausgehen kann. Gastwirte aber, welche einen Saal für politische Wählerversamm- langen oder für Arbeiterorganisationen hergeben, werden in jeder Weise schikaniert. Unter solchen Umständen sollte man das Schank- gewerbe überhaupt freigeben. Auch sollte man die Arbeiter- organisationen, die wahrlich nicht den Frieden untergraben, eher fördern als zu hemmen suchen; auch den ausländischen Ar- beitern sollte man ruhig gestatten, den Arbeiterorganisationen an- zugehörcn. Das staatliche Unterrichtsmonopol wird zu politischen Zwecken mißbraucht. Die polnischen Schulkinder beraubt man ihrer Mutter- spräche; wer das tut, gehört zu den Barbaren.(Beifall bei den Polen.) Abg. Dr. Stresemann(natl.): Den Pessimismus des Grafen Nanitz hinsichtlich der Wirkung der Sozialdemokratie und ihre innige Verbindung mit der industriellen Entwickelung müssen wir zurückweisen. Das haben die letzten Wahlen bewiesen, bei denen in Sachsen zumindest kein Abgeordneter ohne Arbeiterstimmen hat gewählt werden können. Die Sozialpolitik muß eine Mittel- l i n i e finden, auf der sich die Interessen der Arbeiter und Arbeit- geber in gleicher Weise regeln lassen. Ueber die Wirkungen bei Zolltarifs läßt sich heute noch kein endgültiges Urteil abgeben, weil er in Kraft trat zu einer Zeit, als bei uns eine durch die Weltkonjunktur unterstützte Hochkonjunktur vorhanden war. In der Sozialpolitik würde man einen großen Schritt vorwärts tun, wenn man die Krankenversicherung auf die Heimarbeit ausdehnt; aber einen bureaukratischen Heimarbeiterschutz kann man nicht gutheißen, namentlich nicht im sächsischen Erzgebirge, wo oft die ganze Familie von der Heimarbeit lebt. Die gestrige Bc- hauptung des Abg. Naumann, daß der Arbeiter in der Industrie nur Nummer sei, halte ich für eine den allgemeinen und tat» sächlichen Verhältnissen nicht entsprechende. Man denkt bei der Nennung der deutschen Industrie unwillkürlich an Rheinland und Westfalen, das Reich der Stinncs und Thyssen und des Stahl- wcrksverbandes, wo die Riesenbetriebe sind, aber man sehe z. B. nach Sachsen, wo noch vielfach ein persönliches Interesse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorhanden ist. Nicht bloß aus Egoismus wird heute jemand Fabrikbesitzer, sondern doch auch aus dem Wunsche, Freude an der Entwickelung des Berufes zu empfinden!— Wenn die deutsche Gewerkschaftsbewegung heute ungeahnt stark— nächst der englischen die größte— ist, dann lassen Sie(zu den Sozialdemokraten) wenigstens dem einzelnen Arbeiter die Freiheit, sich derjenigen Berufsorganisation anzu- schließen, die er sich auswählt.(Sehr richtig! bei den National- liberalen.) Heute bedarf es eines großen Aufwandes an Mut, um etwa in Dresden oder Chemnitz als Hirsch-Dunckerscher Ge- werkvereinler in einer Fabrik zu arbeiten.(Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.i Die Freiheit der Person ver- langen Sie bei jeder Gelegenheit, aber Sie unterdrücken sie, wo sie sich im antisozialdemokratischen Sinne äußert. Wohin soll es führen, wenn z. B. die„Mannheimer Volksstimme" die Namen von 34 Straßenbahnarbeitern und-Schaffnern veröffentlicht, die offen zugegeben hatten, nicht sozialdemokratisch gewählt zu haben! Wenn die politisch unabhängigen Gewerkschaften Beschlüsse fassen, daß sie niemand ausnehmen, der einem Kriegervcreine, einem patriotischen Turn- oder Gesangvereine angehört, so widerspricht das dem gewerkschaftlichen Grundgedanken von der persönlichen Freiheit: wenn die Gewerkschaftsführer ihren Einfluß nicht auf- bieten, derartiges zu beseitigen, können Sie sich über die Gegner- schaft der Unternehmer gegen diese Organisationen der Arbeiter nicht wundern. Aber ihr weiterer Ausbau ist notwendig, gerade im Interesse des sozialen Friedens, denn nur mit starken Organi- sationen der Arbeiter können Tarifverträge seitens der Unter- nchmcr geschlossen werben. Die Anregung Dr. MugdanS freilich, die Arbcitgwer zu Tarifverträgen gesetzlich zu zwingen, halte ich für undurchführbar.—■ Meine Hoffnung, daß wir zum sozialen Frieden kommen werden, gründet sich auf den Wahlmitzerfolg der Sozialdemokratie? er beweist, daß wir auch eine national�esinnte Arbeiterschaft haben. Unsere Sozialpolitik mutz dazu beitragen, daß dieser Mißerfolg der Sozialdemokratie keine Episode, sondern ein Wendepunkt unserer ganzen politischen Lage sein wird. (Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. GicSbertS(Z.): Bezüglich der Tarifverträge steht fest. daß die mittlere und kleine Industrie solche Verträge abgeschlossen Hat, während die Großindustriellen sich dessen weigern! Es ist schon ein Fortschritt, daß der Verband der Metallindustriellen jetzt wenigstens ein Mitglied der Organisation der Arbeiter zu den Kommissionen zuläßt, mit denen er verhandelt. Gerade in der Großindustrie greifen die Aussperrungen und schwarzen Listen in erschreckendem Maße um sich; der dabei geübte TerroriSmuS ist mindestens ebenso verwerflich wie der der Sozialdemokraten. Der Abg. Hoch hat uns vorgeworfen, wir hätten für das Bcvormundungsgesetz der freien HülfSkassen gestimmt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben aber durch unsere Anträge ihre Freiheit und Selbständigkeit gesichert.(Zustimmung beim Zentrum, Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Dr. Naumann hat mit Recht dem Bundesrat die Schuld an oer Stagnation aus sozialpolitischem Gebiete zugeschoben und den Herren den Standpunkt gehörig klargemacht. Wir verlangen statistischs Nachweisungen über die Gefährlichkeit der Feuerarbeik, besonders über die hygienischen Verhältnisse der Bergwerks- und Hüttenarbeiter. Bedauerlich ist das Anschwellen der Unfall- und Krankheitsziffer in den Bergwerks- und Hüttenbetrieben. Man muß unter anderem zur Abhülfe verlangen, daß die Unfall- Verhütungsvorschriften in der Muttersprache der Arbeiter an- geschlagen werden. Besonders schlimm steht es hinsichtlich der Unfälle in Schlesien, wo zudem die Löhne erschreckend niedrig sind. Auch werden dort viele Frauen beschäftigt, und durchaus nicht immer mit leichter Arbeit. Wir verlangen ferner eine Unter- suchung über die Beschaffenheit der Arbeitsräume, eine Regelung der Arbeitszeit, besonders Ausdehnung der Sonntagsruhe. Für die Hochofenarbeiter ist die endliche Einführung des Achtstunden- tages dringend notwendig. Ueber eine Reihe von Mißständen im Bergwerks- und Hütten- betrieb macht Redner an der Hand der Auskünfte von Arbeitern eingehend Mitteilung.— Dr. Naumann hatte recht, wenn er sagte, daß in keiner Industrie die Koalitionsfreiheit so beschränkt sei wie in der Groß-Eisenindustrie. Hier steht Deutschland ganz im Gegensatz zu England, wo nach Aussage eines Arbeitersekretärs das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in keiner Industrie so gut geregelt ist wie in der Eisen- und Metallindustrie. (Beifall im Zentrum.) Abg. Günther(fts. Vp.): Die Zurückgewinnung der sächsischen Arbeiter für die bürgerlichen Parteien ist nur durch den Ausbau der sozialpolitischen Gesetzgebung und die Anerkennung der Gleich- berechtigung der Arbeiter möglich. Das Haus vertagt die weitere Beratung. Abg. Dr. Frank(Soz.)(persönliche Bemerkung): Der Abg. Stresemann hat behauptet, daß 34 Straßenbahner, die ihre Stimme bei der Reichstagswahl nicht mir gegeben haben, zur Strafe dafür in der„Mannheimer Volksstimme" mit Namen und Wohnung ver- öffentlicht worden sind. Ich will hier feststellen, daß diese Be- hauptung im Widerspruch steht mit der Wahrheit, natürlich im objektiven Widerspruch.(Heiterkeit.) Ich habe die betreffende Nummer der„Mannheimer Volksstimme" hier, und es wird sich jeder daraus überzeugen können, daß zwar 34 Straßenbahner hier mit Namen genannt sind, aber lediglich deswegen, weil sie nach der Meinung des Einsenders einer schädlichen Straßenbahner- Organisation angehört haben; keineswegs ist die Angelegenheit mit der Wahlbewegung in Verbindung gebracht. Nächste Sitzung: Sonnabend 11 Uhr. Tagesordnung: Fort- setzung der heutigen Beratung. Schluß W Uhr._ Hirn der Partei. Ein eigenes Heim in gewissem Sinne haben sich jetzt auch die Gewerkschaften und die Partei in Jena errungen. Mit dem neuen Besitzer des Gasthauses„Zum Löwen", in dem die organisierte Arbeiterschaft schon seil Jahren verkehrt, H. Scharrer, wurde«in auf zehn Jahre geltender Vertrag abgeschlossen, der die beiderseitigen Rechte regelt. Auf Grund dieses Vertrages wurde nach Niederlegung des Hinlergebäudes ein Neuhau aufgeführt, der eigen Saal für 800—900 Personen, verschiedene Vereinszimmer und HerbergSräume enthält. Neben der Lokalkalamität hat hauptsächlich die Herbergs- frage den Anstoß gegeben. Nach jahrelangen vergeblichen Be- mühungen kann nun endlich den durchreisenden Gewerkschaslskollegen auch in Jena ein würdiges Unterkommen geboten werden. Für die großen Veranstaltungen steht den einzelnen Korporationen nach wie vor das Volkshaus der Karl Zeiß-Slistung, in dein der Parteitag abgehalten wurde, zur Verfügung. Das neue Heim wurde vor einigen Tagen seiner Bestimmung übergeben. Unsere Toten. Einer der ältesten Parteigenossen im Herzogtum Altenburg. I. G. Hüttig in Gößnitz, ist in der Nacht vom Montag zum Dienstag dieser Woche im Aller v'on 73 Jahren gestorben. Hültig war Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und hat bis vor wenigen Jahren der Partei aktiv angehört. Zunehmende Altersschwäche hinderte ihn die letzten Jahre, der Partei seine Kräfte zu widmen. Von 1830 bis 18Sö war er Mitglied des Allenburger Landtages. Dreimal mußte Hüttig für seine Ueberzeugung ins Gefängnis wandern. Dem alten Kämpen am Grabe einen Nachruf zu widmen, war den Genossen nicht möglich. Die Geistlichkeit ver- langte von den etwaigen Rednern am Grabe, daß sie— das Konzept ihrer Reden einreichen sollten. Das mußte natürlich ab- gelehnt werden, da die Reden nicht auswendig gelernt zu werden pflegen. Daraufhin verbot das Pfarramt höchst überflüssigerweise das Halten von Reden am Grabe. Deswegen fand die Leichenfeier aber doch statt, wenn auch nicht am Grabe geredet wurde. Der Konflikt„Azione"—„Avattti". Rom, 10. April.(Eig.©er.) Die gegen die» A zi o n e" erhobenen Anklagen können nach dem heute vorliegenden Material insofern als bewiesen gelten, als listische Zeitung als finanzielles Unternehmen betrieben wird— die Geldgeber die„Azione" unterstützten, weil sie sie als ein Element der Parteischädigung ansehen. AuS diesen beiden Prämissen läßt sich mit einiger Bestimmtheit der Schluß ziehen, daß die Geldquelle, die Scarano oem Syndikalistenblatt erschlossen hat, derRepttlien- fonds ist. Wenn dies als der objektive Tatbestand gelten muß, so ist die Frage, ob Enrico Leone über ihn unterrichtet war oder nicht, durch Morgaris Enthüllungen nicht beantwortet worden. Wer aber Leone kennt, wird mit aller Bestimmtheit als unmöglich die Vermutung ablehnen, daß Leone seine Feder verkaufen könne. LeoneS Vergangenheit in der Partei verbürgt seinen guten Glauben. Er ist von Scarano und Genossen betrogen worden. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, steht auch an den letzten Nummern der „Azione", daß der Chefredakteur erst jetzt anfängt, an der Recht- schassenheit semer Geldgeber irre zu werden, obwohl er sich leider noch nicht entschlossen hat, das offen zu bekennen. Sicher ist, daß die Zeitung im syndikalistischen Sinne redigiert worden ist, also die Redaktion in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu den Geldgebern stand. Ebenso sicher ist freilich, daß die.Azione" den„Avanti", Fern und viele andere Parteigenossen stets auf das heftigste an« gegriffen hat, was sich aber hinlänglich auS dem prinzipiellen und persönlichen Antagonismus zwischen Syndikalisten und Jntegralisten erklärt. Augenblicklich ist die Polemik abgeflaut. Man wartet auf den Entscheid des Parteivorstandes. Wenn die Syndikalisten sich vor dem Entscheid beugen, so werden die schlimmsten Folgen des Konflikts rechtzeitig beschworen werden. Beugen sie sich nicht, so dürfte die Spaltung unvermeidlich sein. Einstwetlen arbeiten die Syndikalisten daran, die.Azione" durch Subskriptionen von Genossen wirtschaftlich selbständig zu machen und bereiten den Kongreß ihrer Fraktion vor. polueUicdes» Hericbtticstes ufw. Gtrafkonw der Presse. Die Dortmunder»Arbeiter» Zeitung" erfteut sich wieder der besonderen Aufmerksamkeit der Strafbchörde. fast jede Woche stehen einige Prozesse zur Verhandlung. Am Aiiltwoch wurde gegen den verantwortlichen Redakteur Anw Franke in der Berufungsinstanz wegen einer Polizei» a f f ä r e verhandelt. Auf dem Stahlwerk Hösch zu Dortmund war ein Arbeiter von einem Schutzmann mit dem Säbel verhauen worden. An dem Vorfall war in der.Arbeiter- Zeitung" eine scharfe Kritik geübt worden, durch die sich der Schutz- mann beleidigt fühlte. Angeblich ist der Arbeiter gegen den Schutz- mann tätlich vorgegangen. Das Schöffengericht verurteilte Franke zu drei Wochen Gefängnis. Vor der Berufungsstrafkammer gewann die Sache doch ein wenig anderes Bild. Als der Arbeiter dem Schutzmann angeblich beide Fäuste vorS Gesicht hielt, hat der letztere nichts gemacht. Dann aber ist der Mann eine Treppe hinuntergegangen. hat sich auf der Treppe umgedreht und drohend seine Hand erhoben. Merkwürdigerweise fühlte sich jetzt der Schutzmann bedroht, zog seinen Säbel und folgte dem Arbeiter. Daß er ihn mit dem Säbel verhauen hat. gibt er selber zu. Das Gericht konnte das erste Urteil nicht aufrechterhalten, eS ermäßigte die Strafe von drei Wochen auf zehn Tage Gefängnis. Am Donnerstag hatte sich Genoffe Franke vor dem Dortmunder Schöffengericht wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung zu verantworten. In der„Arbeiterzeitung" war seinerzeit herbe Kritik geübt worden, daß die Verwaltung der Dortmunder„Union" einen älteren Arbeiter durch Schikane aller Art zum Aufgeben der Arbeit veranlaßt habe. Der Name des Arbeiters war in dem Ar- tikel nicht genannt worden. Nun schickte die.Union" eine.Be- richttgung", m welcher der Tatbestand völlig bestritten wurde. Nichtsdestoweniger wurde in der„Berichtigung" e i n Arbeiter mit Namen angegeben, den sie öffentlich der Trunkenheit und Bummelei denunzierte. Mit diesem Arbeiter hatte Franke aber gar nichts zu tun, und wegen der in der.Berichtigung" enthaltenen Denunziation ver- weigerte er die Aufnahme derselben. Die.Union" stellte deshalb Strafantrag. Obschon Franke sich bereit erklärte, nachzuweisen, daß nicht der von der„Union" genannte Arbeiter gemeint sei, wurde er zu 30 Mark Geldstrafe ver- urteilt. Auch mit dieser Sache wird sich die Berufungsinstanz noch befassen müssen._ Reichstagsabgeordneter Dr. Mngdan als Kläger. Vor der Schöffengerichtsabteilung des Amtgerichts Berlin-Mitte trat gestern als Privatkläger der Reichstagsabgeordnete Samtätsrat Dr. Mngdan unter Beistand des Reichstagsabgeordneten Rechts- anwalt Dr. Ablaß dem Redakteur Erich Wendland zu Magdeburg gegenüber. Letzterer wurde vom Reichstagsabgeordneten Rechtsanwalt Wolfgang Heine verteidigt. Gegenüber durchaus unzutreffenden Bemerkungen und Urteilen, die Dr. Mugdan im Reichstage am 13. November 1906 in einer Rede in bezug auf den Tarifgemeinschaftsverttag über Regelung der AnstellungSbedinguiigen der Beamten in Ortskrankenkassen gemacht hatte, hatte Wend» l a n d in der.Volkstümlichen Zeitung für praktische Arbeiter« Versicherung' scharfe Krittk geübt. Hierbei hatte er einige dem Wortschatz der Reichstagsreden Mugdans entlehnte Rede- Wendungen gegen Mugdan gebraucht. Durch diese fühlte sich Dr. Mugdan beleidigt und lief zum Kadi. Der Vorsitzende machte emen Vergleichsversuch. Rechts- anwalt Heine betonte, wegen formeller Beleidigungen könne man ja auf einen Vergleich eingehen, aber nicht mit jedem. Es sei eine Form erforderlich, die dem vorbeuge, daß etwa, wenn der Be- klagte lediglich die gebrauchten Ausdrücke zurücknehme. der Kläger den Schluß ziehe, die sachlichen, durchaus zutreffenden Bemerkungen seien zurückgenommen. Kläger lehnte nach einigem Hin und Her einen Vergleich ab. In der Verhandlung betonte der Beklagte durch seinen Ver- teidiger, daß die Behauptungen des Klägers, insbesondere aber die über das Schiedsgericht posiliv unrichtig gewesen seien und es den Angeklagten besonders empören mußte, daß Dr. M. trotz vieler Zwischenrufe bei diesen Unrichtigkeiten verblieben sei und sie immer wiederholt habe.— RechtSanw. Dr. Ablaß lehnte seinerseits Erörterungen über den Tarifvertrag, das Schieds- geeicht zc. ab, eS handle sich nur um eine Bestrafung wegen der formalen Beleidigungen. Er versuchte den Verband als sozialdemokratischen hinzustellen. Kläger erklärte, seine im Reichstage vorgebrachten Ve- Häuptlingen müsse er aufrecht halten.— Rechtsanwalt Heine trat dem scharf entgegen. Der Kläger suche durch seine Anführungen der Hauptsache aus dem Wege zu gehen. Er sei nicht das erste Mal, daß Dr. M. den Verband angreife und als sozialdemo- kratischen hinstelle. Das sei dem Verbände nicht angenehm, wenn auch Herr Wendkand seine persönliche Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie nicht ableugne. Diese Verbände hatten aber den Zweck, Leute der verschiedenen Richtungen zu vereinigen zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Jnteresien. Der Verband des Augeklagten lege den größten Wert darauf, daß er ein unpolitischer und nicht sozialdemokratischer sei. Der Privatkläger habe wissen müssen, daß seine im Reichstage aufge st eilte nBe» hauptungen völlig unzutreffend seien. Die Zeitung sei ein Sammelpunkt wipenschaftlicher und praktischer Erörterungen von Angehörigen der verschiedensten Parteien und alle Versuche des Gegners, das Gegenteil zu beweisen, schlügen ebenso fehl, wie die immer wieder auftecht erhaltene Behauptung, daß der Verband sozialdemokratisch sei. Dem Beklagten stehe der Schutz des§ 193 zur Seite. Er habe sich durch die falschen Behauptungen des unter dem Schutze der Immunität stehenden Privatklägers bewogen gefühlt, seinen Verband zu schützen. Wenn er durch einige Floskeln über die Schnur gehauen, so sei dies doch nicht so tragisch zu nehmen, zumal schon eine jahrelange Polemik des Dr. M. mit den Krankenkassen bestand. Der Vorsitzende verkündete folgendes Urteil: Ob der fragliche Verband sozialdemokratische Tendenzen hat oder nicht und ob der Privatkläger bezüglich des Tarifvertrages sich im Irrtum befindet oder nicht, kann hier dahingestellt bleiben. Die Parteien werden sich darüber nicht einigen. Der Schutz des ß 193 ist durch die schweren Beleidigungen, die nicht bloß„Floskeln" seien, weit überschritten. Bei der Strafabmcffung hat der Gerichtshof die erhebliche Schwere der Beleidigung und die Vorstrafen deS Angeklagten wegen Beleidigung berücksichtigt und ihn zu 300 Mark Geldstrafe eventuell 30 Tage Gefängnis verurteilt nnd dem Privatkläger die Publikationsbefugnis zugesprochen. Das Ausweichen der»rotierenden Leuchte" des Freisinns vor einer gerichtlichen Feststellung der Frage, ob er unter dem Schutze der Immunität unwahre verdächtigende Behauptungen auf- gestellt hat, ist ebenso wie das Anrufen des Kadi wegen lediglich sormeller Beleidigung für seine.freisinnige" Kamps- Methode überaus bezeichnend. Daß feine im Reichstag gemachten Ausführungen unzutreffende sind, ist keinem Kenner der Verhältnisse unbekannt. Wenn er zum Kadi lief und dann lediglich die sormale Seite der Kritik gegen seine unter dem Schutz der Immunität vorgebrachten Behauptungen der Beurteilung des Gerichts unterwarf, so kennzeichnet dies sein Verhalten ihn starker, als die schärffte Kritik eS zu tun vermöchte. Es erinnert an den kleinen Jungen, der nach einer verdienten Zurechtweisung weinend mit der Klage zur Mutter sich flüchtet: Mutter, man hat mir geschumpfen. Uerblilldstag der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tiuicher und Meißbinder Deutschlands. Dritter BerhanblungStag. i Leipzig, 11. April. In der Debatte über die Agitation wurde gegen die Vorlage bei Vorstandes, die statt der bisherigen 12 Agitationsbezirke nur 6 Agitationsbezirke schaffen will, eingewendet: In Schlesien. Ost- und Westpreußen müßten die BearbcitungSgcbicte noch bedeutend verkleinert werden. Dort� wie im Rheinland und Westfalen, cnt- falten nicht nur die Christlichen eine lebhafte Agitation, sondern diese finden dabei auch noch die Unterstützung des Reichsverbandcs. Nunmehr wurde die Hauptvorstandsvorlage betreffend die Agi- tation an die Statutenberatungskommission verwiesen. Zu der Agitation in den Filialorten bemerkte T o b l e r, daß von nun an die Gehälter allen Beamten, auch die der Filialbcamtcn, aus der Haupttasse zu zahlen seien. Ferner sollen Filialen, deren Jahres- Ärechnrmg den durchschnittlichen Stand von 300 Mitgliedern er» gebe, die Anstellung eines Beamten beim Vorstande beantragen können, dagegen sollen Filialen mit weniger als 300 Mitgliedern nur mit Zustimmung des Vorstandes und Ausschusses die Anstellung i des Veanitcn vornchmcn. Filialen mit löOO Mitgliedern können rfneh zweiten, mit 3500 Mitgliedern einen dritten Beamten an, stellen. Als Anfangsgchalt für diese Beamten wären 1800 M. festzusetzen, das die beiden folgenden Jahre um 100 M., jedes weitere Jahr um je SO M. bis zum Höchstgehalt von 2200 M. steige. Beamte in Filialen mit über 1000 Mitgliedern sollen aber ein AnfangSgehalt von 2000 M., in den folgenden zwei Jahren um je 100 Vi., in den weiteren Jahren um je SO M. bis auf 2500 M. steigend erhalten. Diese Gehaltskala soll eventuell mit dem 1. Januar, der auf die Anstellung folgt, in Kraft treten. Die Diskussionsredner stimmten dem neuen AnstellungS- Prinzip zwar zu, wandten sich aber zum großen Teil dagegen, daß man verschiedene Klassen von Beamten schaffen wolle. Gleiche Anfangs- und Höchstgehalter entsprächen dem Prinzip der Gerechtig- keit. Unter 2000 M. dürfte bei den heutigen teuren Lebensverhält- Nissen das Anfangsgehalt nicht betragen. Allgemein wurde die Vorftandsvorlage deshalb begrüßt, weil die Filialen dadurch mehr Mittel für eine intensivere Agitation flüssig bekämen. Leinert weist darauf hin, daß man die Beamten doch auch nach der Qualität bezahlen müsse. Zum Bezirkslciter z. B. könnten wir doch nur Kollegen nehmen, die besondere Erfahrungen und Fähigkeiten hätten und dementsprechend dann auch bezahlt werden mußten. Hätte der Verband aber niedrige Gehälter, dann kmme es nicht ausbleiben, daß die fähigsten Kollegen sich andere und besser be» zahlte Posten außerhalb der Qrganiiation wählen. Auch das ginge nicht an, die Beamten zu der unsicheren Bedingung anzustellen, daß sie alle zwei Jahre sich einer Neuwahl unterziehen müssen. Alle Anträge über die Agitation in den Filialen werden der Statutenberatungskommission überwiesen. Als besonderer Punkt der Tagesordnung wurde die Gründung besonderer Lackierer- scktionen behandelt. Apitz-Hamburg begründete einen dahin»- flehenden Antrag, weil es dadurch gelingen würde, die der Organi- ation noch fernstehenden Lackierer zu gewinnen. Buch- Hamburg machte dem Hafenarbeiterverband den Vorwurf, daß er die im Hafen arbeitenden Lackierer für seinen Verband reklamiere. Es sei deshalb zweckmäßig, den Kartellvertrag zwischen beiden Ver- bänden aufzuheben. Tobler: Solche Differenzen entständen überall; sie dürsten aber keinen Anlaß geben, den Kartellvertrag einfach aufzuheben. Beauftragen Sie den Borstand, mit dem Hafenarbeiterverband er- neut zu verhandeln; es wird zu einer Verständigung kommen. Redner warnt ferner davor, jetzt schon einen einheitlichen Beitrag für die Lackierer festzusetzen. H o e f s- Berlin: Der Umstand, daß die Lackierer in Fabriken fast aller Branchen tätig sind, bringt uns die Grenzstreitigkciten mit fast allen Gewerkschaftsorganisationen, Streitigkeiten, die endlich beseitigt werden müssen. L i e b i g- Ham- bürg: Die Eigenart des Lackierergcwerbes fordert besondere Sek- tionen. Die kleineren Lackiercrmeister verschwinden, immer mehr Lackierer werden in großen Industriebetrieben beschäftigt. Wir müssen versuchen, die Lackierergehülfen dem Verbände zu erhalten. G e r n e r- München: Wir haben m München seit einem Jahre eine Lackierersektion, die sich gut bewährt hat. Koch. Köln: Von den Tarifen haben die Lackierer keine Vorteile. Sind in einem Be. triebe nur wenige Lackierer beschäftigt, dann schadet es durchaus nichts, wenn sie einem anderen Verbände angeschlossen sind; die Hauptsache ist, daß sie organisiert sind. Jakob eit- Berlin: In den Großstädten haben wir bereits Lackierersektionen gegründet. Jede Verwaltung wird es tun, sobald es sich als notwendig erweist. Im Statut braucht das nicht festgelegt zu werden. Linsen- meier- Nürnberg: Die Lackiererfrage können wir auf der heutigen Generalversammlung doch nicht losen, dazu ist sie viel zu kompli- ziert. Würde die Arbeitslosenunterstützung nur für den Winter rn unserem Verbände eingeführt, so würden die Lackierer direkt benachteiligt sein. F oo k e n- Wilhelmshaven begründet einen Antrag der organisierten Maler der kaiserlichen Werft in Wilhelms. Häven, ihnen die Erhebung eines niedrigeren Beitrages zur besseren Agitation auf der Werst zu gestatten. Hierauf wurden folgende Anträge angenommen: 1. In allen Orten oder Filialen, wo minde- stens 20 in Fabriken und Werkstätten beschäftigte Kollegen organi- siert sind, ist die Filialverwaltung verpflichtet, die Griindung einer Sektion der Lackierer mit einem SektionSleiter und Stellvertreter zu veranlassen. 2. Der Hauvworstand hat die weiteren Bestim- mungen über die Rechte und Pflichten der Sektion zu geben. Ferner wurden in der NachmittagSsitzung noch zwei sozial inter- essante Referate über„Das Bleiwäßgesetz" und über„Minimal- Leistung und Akkordtarif" gehalten, die wir morgen bringen werden. Was ist ein Tingeltangel? In der Polizeiverordnung zum Schutze der äußeren Heilig- Halbing der Sonn- und Feiertage, welche der Berliner Polizei- Präsident für den Landespolizeibezirt Berlin am 27. März 1903 erlassen hat, ist im A 12 unter Nr. 3 bestimmt, daß u. a. an jedem ersten Tage der drei großen Feste(Weihnachten, Ostern und Pfingsten) verboten seien öffentliche Tanzlustbarkeiten und Bälle, sowie„Vorträg«, Schaustellungen und Musikaufführungcn in Cafes chantants(Tingeltangeln)". Als Wirt eines Cafes chantants (Tingeltangels) wurde Herr Boege von Polizei und Staatsanwalt- schaft angesehen und das Landgericht l zu Berlin verurteilte ihn auch wegen Uebertretung der zitierten Bestimmung, weil er in seinem Lokal in der Weinmeisterstr. 9 am ersten Osterfeiertage und am ersten Pfingstfeiertage vorigen Jahres die dort üblichen Ge. sangs-, Musik- und deklamatorischen Vorträge hatte darbieten lassen. lieber den Charakter deS Betriebes bemerkte das Landgericht in seinem Urteil: Auf einem Podium fänden dort Gesangs-, Musik- und deklamatorische Vorträge, Tanzaufführungen sowie Schau- stellungen von Menschen und Tieren statt. Junge Personen beiderlei Geschlechts verkehrten in dem Lokal, Sonntags auch Familien. Die Stühle feien reihenweise dem Podium zu aufgestellt und zwischen durch verteilt ständen Tische zur Aufnahme von Speisen und Getränken. Drei Zehntel Liter Patzenhofer Bier kosteten IS Pf. Das Lokal werde nachmittags erst geöffnet, indessen Stunden vor Beginn der Vorstellung. Mit der Vorstellung trete um 11 Uhr Geschäftsschluß ein. Wochentags werde kein Entrce erhoben, Sonntags 30 Pf. riird an Feiertagen SO Pf. Die Darbietungen seien vorwiegend heiterer Art, einzelne Nummern hätten auch ernsten Inhalt. Die vortragenden Damen und Herren träten teils in gewöhnlicher Kleidung auf, teils in besonderen Kostümen. Wenn sie nicht beschäftigt seien, pflegen sie sich im hinteren Teil des Saales an für sie reservurten Tischen aufzuhalten. Die Hauptverhandlung habe keinen Anhalt dafür ergeben, daß sich zwischen den Besuchern und dem Bühnenpersonal jemals ein an- stößiger Verkehr entwickelt habe. Ebensowenig sei dargetan, daß Darbietungen anstößigen Inhaltes vorgekommen seien. Die Polizei führe das Lokal in der Liste der Cafes chantants(Tingeltangel). Im Gegensatz zum Schöffengericht, welches freisprach, weil es kein Tingeltangel, sondern ein von der angezogenen Bestimmung nicht betroffenes Variete sei. nehme das Landgericht mit der Staatsanwaltschaft das Vorliegen eines Cafes chantants(Tingel. tangels) im Sinne d«s§ 12 Nr. 3 an. Die Verordnung sei gültig und sie dürfe auch mit dem Begriff Cafes chantants operieren. Denn der Airsdruck werde deutsch soviel gebraucht, daß er verstanden werde. Es seien darunter Lokale zu verstehen, bei denen der Haupt- betrieb die Schankwirtschaft sei und wo nur nebenher, einschaltend, Gesangs-, Musik- und deklamatorische Aufführungen veranstaltet würden. Ob sie von höherem oder geringerem Wert seien, darauf käme eS nicht an. Maßgebend wäre, daß das Hauptgeschäft die Schankwirtschast sei. Das wäre aber hier der Fall. Somit sei ein Cafe chantant anzunehmen, wenn sich auch nicht ergeben hätte, daß die Darbietungen auf der Bühne anstößiger Natur gewesen wären. Der Angeklagte legte Revision ein, die Rechtsanwalt Dr. Schöps eingehend rechtfertigte. Besonders rügte er Unbestimmtheit und somit Unanwendbarkeit der in Betracht kommenden Bestimmung der Polizeiverordnung mit Rücksicht auf den Gebrauch des Wortes Cafe chantant, indem er auch darauf hinwies, daß die Polizei selber nicht genau unterscheiden könne, waS ein Cafe chantant und was ein Variete sei. So führe sie ein Zirkustunnel-Lokal in der Liste der Varietes, das nach dem Gutachten des artistischen Sachverstän- digcn genau denselben Charakter habe� wie das Lokal deS Angeklagten. Weiter wandte er sich gegen di« lanbgcrichtliche Aus- lcguns des Begriffs Caf- chantant bczw. Tingeltangel. Das Kammergericht hob am Donnerstag die»arentsmcidung auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Eni- scheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Zu Unrecht sei die Gültigkeit der Verordnung bemängelt worden. Das Kammergericht nahm den Standpunkt ein, daß solch ein be- sonderer Schutz häherer Feiertage auf Grund der KabinetSorder vom 7. Februar 1837, betreffend den Schutz der äußeren Heilig- Haltung der Sonn- und Feiertage, zulässig sei. Was die Polizei anderweitig an solchen Feiertagen gestatte, könne an der Gültigkeit der angewandten Bestimmung nichts ändere. Im übrigen dürfe und müsse der Richter den Begriff Cafe chantant oder Tingeltangel interpretieren. Denn eS sei ein Strafrechtsbegriff, eine Strafrechts- norm, die durch die Polizeiverordnung auf Grund und in Anlehnung an den allgemeinen Sprachgebrauch eingeführt sei. Insbesondere sei der Begriff Tingeltangel durch die Rechtsprechung immer klarer geworden. So enthalte das Verwaltungswörterbuch von Bitter zur Tingeltangel-Definition lange Ausführungen, die sich mit der Auf- fassung des Kammergerichts decken. Es komme weniger darauf an, ob besonders viel getrunken werde oder nicht. Dieser, vom Vorder- richter mit Unrecht angelegte Begriffsmaßstab wäre ein sehr zweifel- hafter. Es wäre vielmehr anzunehmen: Das Tingeltangel(Cafe chantant) unterscheide sich vom höheren Variete dadurch, das? durch seine Darbietungen die niederen Instinkte, namentlich die Geschlechts- tust, angeregt werden soll. Man könne es so ausdrücken: Ins Tingeltangel gehe man, um sich aufzuregen, ins Variete dagegen, um zu staunen über die höheren oder großartigeren Darstellungen. Der Vorderrichter habe also den Begriff Cafe chantant oder Tingel» tangel nicht richtig ausgelegt. Seine Feststellungen schlössen in- dessen nicht ganz auS, daß man hier doch ein Tingeltangel vor sich habe. Er sage allerdings, es sei im allgemeinen anständig zu- gegangen; er stelle aber auch fest, daß auch die im Kostüm aufge- tretenen Mädchen sich im Saal hinsetzten, wenn auch für sich. Aver gerade dieses Zurschausetzcn sei ein Maßstab des Tingeltangels. Es komme auch weniger darauf an, was vorgetragen werde, als darauf, wie es geschehe. Es könne also nicht gesagt werden, daß die beiläufigen, dem Angeklagten günstigen Feststellungen des Land- gerichtS das Vorliegen eines Tingeltangels hier gänzlich ausschlössen. Darum müsse das Landgericht sich nochmal mit der Sache be- fassen.— Wo haben denn die Richter die Natur des Tingeltangels studiert? � Daß die vom Kammergericht gegebenen BegriffSbestim. mung klar, deutlich und bestimmt sei, wird sich nicht behaupten lassen. Insbesondere wird es schwer sein, eine Balletauffuhrung stets von einer Tingeltangel-Auffuhrung zu unterscheiden. Gehört es denn wirklich zu den Ausgaben der Polizei und der Gerichte, sich den Kopf über Tingeltangel, Variete, Puff usw. zu zerbrechen. Ist nicht das irnbevormundete Publikum ein weit besserer Richter? Soziales, Lehrergehälter und Arbtiterlöhne. Die„Correspondenz des Deutschen Lehrervereins" schreibt: „In Hamburg werden einige Tausend Hafenarbeiter gesucht für 30 M. Wochenlohn, 1 M. für Ueberstunden und Sonntagsarbeit, bei freiem Logis und freier Beköstigung. Und die ritterschaftlichen Lehrer Mecklenburgs mit ihren 800— 1300 M. jährlichem, also 16 bis 28 M. wöchentlichen Gehalt bedürfen nach Ansicht der von Erbwcisheit triefenden Ritter keiner Gehaltsausbesserung!!— Vor kurzer Zeit berichteten politische Blätter:„Wegen Meuterei sind fünf Chinesen--- verhaftet worden. Die Leute waren in Singapore mit Löhnen angemustert, die selbst einem„Kuli" das Leben schließlich sauer machen müssen. Ein Monatsheuer für den ersten Bootsmann von 78,80 M., für den Steuermann von 72 M., für den Maschinisten von 78,80 bis 87,20 M., erscheint erschreckend gering, wenn man bedenkt, daß sich alle diese Leute für diese Beträge auch noch ganz und voll beköstigen müssen.-- Der Krawall dieser Leute ist doch wohl im letzten Grunde im Hunger derselben zu suchen." Die ritterschaftlichen Lehrer in Mecklenburg und viele Landlehrer in Preußen erhalten zu Anfang fast ebensoviel wie diese Kulis. Eine Kritik würde die Wirkung nur abschwächen." Und doch hat die ungeheure Mehrzahl hungernder Lehrer bei der letzten Wahl für die konservativ-liberale Paarung gestimmt, zu deren Programm der Kampf gegen eine Besserstellung, vor allem gegen Selbständigkeit der Lehrer gehört. Vom Lehrermaugel in Schlesien wird der„Päd. Ztg." geschrieben: Selbst in Breslau ist eS nicht möglich, alle Lehrerstellen mit männlichen Kräften zu besetzen; mehr als bisher muß das Vertreterinnensystem ausgebaut werden. Gewiß ist die Ursache für den Breslauer Lehrermangel in den Regierungen zu suchen, die„ihre Leute" einfach nicht ziehen lassen; wer wagt es noch von„Landflucht der Lehrer" zu reden? Wie groß die Verlegenheit unserer Regierungen in Sachen der Lehrer- stellenbesetzung ist, erhellt daraus, daß die Licgnitzer Regierung den Patronen, Ortsschulinspektoren und Schulvorständen bekannt gibt, daß zur Besetzung offener 2. oder 3. Lehrerstellen nur noch einige geprüfte Lehrerinnen vorhanden seien, die, soweit der Vorrat reiche, bis zum 28. März vergeben werden sollten. Im BreSlauer Bezirke fehlen an 200 Lehrer, und auch weibliche Vertretung ist schwer zu beschaffen. In Oberschlesien dürfte es eher noch schlimmer stehen. Wie stimmt zu diesem Elend sondergleichen die offiziöse Behauptung, daß der Lehrermangel von 7 auf 4 Proz. zurück- gegangen sein soll? Dabei, sind die ersten Nebenkurse an den ständigen Seminaren bereits entlassen. Weder sie haben das Gespenst des Lehrermangels beschworen noch werden es die vielen neuen Präparandien und Seminare imstande sein; einzig und allein eine der Vorbildung und der Amtstätigkeit entsprechende Besoldung werden den mißachteten Lehrerstande jenen Zuzug zu- führen, dessen er dringend bedarf: Jünglinge, gesund an Leib und Seele und erfüllt von einer heiligen, süßen Berufsliebe, die das wertvollste Unterpfand gesegneter Schularbeit ist. Uever Rechte und Pflichten deS Angestellten in unseren Kolonien fällte das als Berufungsinstanz in einer Streitsache angerufene Landgericht eine äußerst interessante Entscheidung. Der Kläger R. stand als Lagerverwalter in Diensten der Nordwestkamerun-Gesell- schaft und leitete für dieselbe die Faktorei in Obokum. Im Januar 1904 wurde infolge des Aufstandes der Hottentotten und Busch» männer die Situation für R. gefährlich, und er frug bei der Direktion an. ob er sich nicht in Sicherheit bringen solle. Die Antwort lautete, er müsse die Faktorei bis zum äußersten zu halten suchen. R. hielt auch aus, mußte aber schließlich unter Zurück- lassung seiner ganzen Habe fliehen. Die Hottentotten plünderten die Faktorei vollständig auS. R. verlangte von der Gesellschaft Ersatz seines Besitztums im Werte von 800 M. Die zweite Kammer des Kaufmannsgcrichts wies ihn mit seiner Forderung ab, indem sie ausführte, daß auS§ 870 des Bürgerlichen Gesetzbuches nur dann ein Ersahanspruch hergeleitet werden kann, wenn die Schäden eine direkte Folge der Ausführung des Auftrages seien. Das treffe aber hier nicht zu. denn der Kläger hätte seine Sachen recht- zeitig in Sicherheit bringen können. Die 30. Zivilkammer deS Landgerichts I hob dieses Urteil auf und verurteilte die Gesellschaft zur Zahlung der geforderten 800 M. In der Begründung heißt es:„In den Kolonien ist jeder Angestellte verpflichtet, unter Hintansetzung seines eigenen Lebens und Eigen- tums die Faktorei seines Geschäftsherrn zu verteidigen. Die an Kläger ergangene Ordre, Obokum zu halten, war somit eine im Rahmen des Dienstvertrages liegende Dienstpflicht. Die von Kläger ausgeübte Verteidigung von Obokum stellt sich als eine OieschäftSbesorgung im Sinne des§ 87S B. G. B. dar, während die Beklagte gemäß§ 870 verpflichtet ist, die zum Zwecke der Aus- führung vorgenommenen Aufwendungn zu ersetzen. Als eine solche Aufwendung ist der Verlust der Sachen anzusehen. An die Rettung seiner Habe durfte Kläger erst zu allerletzt denken. Und selbst wenn ihm diese Rettung gelungen wäre, so hätte er die Sachen auf der Flucht doch nicht in Sicherheit bringen können, sie wären ihm im Gegenteil mit Sicherheit unterwegs abbanden gekommen. Ht.. Die Entscheidung des Landgerichts entspricht dem Sinne deS Bürgerlichen Gesetzbuchs und dem allgemeinen Rechtsempfinden. Es ist leider das besprochene Urteil nicht das einzige, das beweist, daß das Berliner Kaufmannsgericht sich durch engherzigste formale, dem Interesse der Handlungsgehülfen widersprechende Auslegung auszeichnet. Um so notwendiger ist der Anschluß an den Zentral- verband der Handlungsgehülfen, damit eine andere Besetzung der Beisitzer bei der nächsten Wahl ermöglicht werde. Hiid Induftrie und FtandeL AuS der Kaliindustrie. Der Jnteressenlampf in der Kaliindustrie besteht fort. Schmidtmann, der.Napoleon der Kaliindustrie", hat kategorisch erklärt, daß alle Einigungsversuche mit ihm zwecklos seien. Er hat es offenbar auf die Auflösung des Syndikats ab- gesehen, um dann im Preiskampf einer Reihe der neuen Werke das Lebenslicht auszublasen. Auf der letzten Gewerkcnversammlung der Kaligewerkschaft Carlssund erklärte der Borstand, die Lage sei keines- Wegs gAnstig. Wenn Sollstedt, dessen Besitzer Schmidtniann ist, nicht bald beitrete, so sei der weitere Bestand des Syndikats in Frage gestellt. Eine ähnliche Erklärung gab der Vorsitzende auf der Generalversammlung der Kaliwerke Salzdetfurth ab. Bei einer Auflösung des Syndikats würden die minder gut situierten Werke schlecht fahren, ferner würde der Reiz, neue Werke ins Leben zu rufen, apfhören. Die kapitalkräftigsten Syndikats- werke werden die Auflösung des Syndikats gar nicht ungern sehen. Die totkonkurrierten Kleinen sollen den Boden düngen, auf dein der Profit der Großen um so üppiger in die Halme schießt. Zu einer Zeit, da die.gelben" Gewerkschaften das alberne Spar» evangelium aufzuwärmen wagen, werden eine Anzahl Profithascher um ihre Spargroschen gebracht durch den göttlichen Gescllschafts- Mechanismus, von dessen Erhaltung angeblich das Heil der Welt abhängig sein soll. Interessant ist es auch, wie die Kalibarone der Gesetzgebung ein Schnippchen zu schlagen sich anschicken. Auf der General- Versammlung der Kaliwerke Salzdetfurth nahm der Vorstand zu dem Plan der Monopolisierung der Salze für Preußen Stellung. Sein Ziel werde der preußische Staat nicht erreichen. Es würden, ivenn der eingebrachte Gesetzentwurf zum Gesetz erhoben werde, außerhalb Preußens zahlreiche neue Werke entstehen, die den preußischen große Konkurrenz machen und deren Wert erheblich vermindern würden. Im Syndikat wird die Politik der Verwaltung vom— Fiskus unter- stützt. Durch die Verstaatlichungsaktion kann sich dieses Lerhältmi gründlich wandeln. Siehe Hibernia l Vom Eisenmarkt. In der Beiratssitzung des Stahlwerksverbandes am 11. April wurde über die Geschäftslage folgendes berichtet: Die Beschäftigung der Werke in Halbzeug hält sich weiter aus der bisherigen Höhe, da die Anforderungen ver inländischen Verbraucher sehr stark und dringend sind. Die Kundschaft hat ihren Bedarf bis Ende Juni gedeckt. Vom Auslandsgeschäft ist nichts Neues zu berichten, da, wie seither, mit Rücksicht auf das Inland fast nichts nach dem Auslande verkauft wird. Eisenbahnmaterial: In schweren Schienen und Schwellen haben einige deutsche Staatsbahncn um- fangreiche Nachtragslieferungen aufgegeben, so daß die Werke auf lange Zeit hinaus mit Arbeit reichlich versehen sind. In Rillen- und Grubenschienen laufen die Spezifikationen zahlreich ein. Für neue Geschäfte herrscht gegenwärtig mehr Zurückhaltung infolge des hohen Geldstandes, der Privaten und Kommunen die Be- schaffung der zu Klein- und Straßenbahnen nötigen Geldmittel erschwert, sowie durch die Unsicherheit bezüglich des Weiter- bestehenS des Stahlwerksverbandcs. Der Auslandsmarkt dagegen liegt recht fest; in schweren Schienen und Schwellen sind wieder beträchtliche Abschlüsse getätigt worden, unter anderen die für die deutsch-südwestafrikanische Linie Kubub— Keetmanshoop erforder- liehen Mengen. Neuerdings tritt auf einzelnen Gebieten der russische Wettbewerb ziemlich stark hervor. Das Geschäft in Rillen» schienen hat noch nichts von seiner seitherigen Lebhaftigkeit ver- loren. Weitere beträchtliche Mengen wurden zu günstigen Preisen hereingenommen. Das Formeisengeschäft ist, wie schon im letzten Berichte erwähnt, etwas ruhiger geworden; auch hier macht sich im Inlands wie im Auslande die Ungewißheit über die Verbands- Erneuerung fühlbar, so daß sich die Kundschaft abwartend verhält. Außerdem klagt der inländische Handel darüber, daß infolge de? teuren Geldes die Bautätigkeit nicht in dem erwarteten Umfange eingesetzt habe. Die Formeiscnwerke sind für etwa fünf Monate voll besetzt und müssen bei neuen Geschäften lang bemessene Liefer« fristen fordern._ . Uhrmacher-Versammlung. Am Mittwoch hatten sich in den Jndustrie-Festsälen zu Berlin gegen vierhundert selbständige Uhr- macher aus Berlin und dessen Vororten eingefunden. Es wurde einstimmig eine allgemeine Erhöhung der Arbeitspreise beschlossen und eine Kommission ernannt, die sich mit der Lösung de� Frage beschäftigen soll, ob sich zu diesem Zwecke ein Minimal-Tarif für die einzelnen Reparaturarbeiten oder eine Anrechnung der auf die Reparatur verwendeten Arbeitsstunden besser eignet. Ferner soll darauf hingewirkt werden, daß die Garaniiepflichr für ausgeführte Reparaturen in der bisherigen Form möglichst ganz abgeschafft, für neue Ware auf die Höchstdauer von einem Jahre eingeschränkt wird. Hllttenkohle. Der Verwaltungsrat deS Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation hat in seiner letzten Sitzung die Erwerbung der Mehrheit der Kuxe der Gewerkschaft Teutoburgia beschlossen. Von der Verwaltung nahestehender Seite wird hierzu mitgeteilt: Der noch unverritzte Bergwerksbesitz dieser Gewerkschaft, welcher zwischen Castrop und Herne belegen ist, enthält nach den vorgenommenen Aufschlüssen Gas- und Kokskohlen von edelster Qualität in mäßiger Teufe. Dieses Bergwerk ist bestimmt, eine wertvolle Ergänzung und Reserve für die Kohlenproduktion des Bochumer Vereins zu bilden, wofür es durch seine günstige Lag« zu den Werksanlagen der Gesellschaft besonders geeignet erscheint. Der Kaufpreis der Kuxe wird aus den flüssigen Mitteln deS Bochumer Vereins bestritten, so daß leincrlei Finanztransaktion bei der Gesellschaft erforderlich wird. Ernte. Die Waggonfabrik Gebr. Hoffmann in Breslau verteilt für 1908 22 Pr»z. Dividende, 21 Proz. für 1905.— Von 578 753 M. stieg der Reingewinn der A.-G. für Verkehrs- Wesen in Berlin auf 898 885 M.— Die Gesellschaft für elektriffche Hfoch- und Untergrundbahnen in Berlin weist für 1908 einen Rohgewinn von 2 970 886 M. aus gegen 2 516 018 M. im Vorjahre. Der verteilbare Reingewinn stellt sich auf 1 718 286 M.(1906: 1 552 557 M.).— Die H e i n r. L e h m a u n A.-G. Eisenkonstruktion Berlin- Reinickendorf erhöht die Dividende von 8 auf 11 Proz.— Die Aktionäre der Lederfabrik A.-G. vorm. James Eyck u. Strasser erhalten 10 Proz., 8 Proz. im Vorjahre.— 895 Proz. Dividende gegen 725 Proz. im Borjahre bringt die Berlinische Spiegelglas- Versicherungs- A.-G. pro 1906 zur Verteilung. Das eingezahlte Kapital beläuft sich auf nur 2400 M., das Nominalkapital auf 12 000 M. 9600 M. sind in Wechseln der Aktionäre hinterlegt. Bus die 2400 M. werden 21,480 M. ausgeschüttet. Auch die Tantiemen, die die Ge- sellschast pro 1906 verteilt, erreichen die stattliche Höhe von 157 Proz. des eingezahlten Kapitals.— Die Internationale Bau- gesellschast schlägt wieder 12 Proz. Dividende auf die Stamm- und Prioritätsaktien vor.— Die Rheinischen Chamotte- und Dinas-Werke in Köln erzielten im Jahre 1908 nach Ab- schreibuugen von 242 605 M.(205 066 M. i B.) einen Reingewinn von 337 0ü2 M.(i. B. IL? 111 M.).- Jeder Arbeiter, jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in breiben grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet. Sehr fefte Rappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 14. April, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerstraße 23: Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil: ie agitieren wir?" Bu recht zahlreichem Besuch laden ein Große Fliden umsonst. M. 50 Achtung! Die Herkules Hose Monteur Jackett„ Edison", 0 echtblau Stöper oder Drell 2 M. 65. Monteur- Hose Edison", echt " 1 blau Köper oder Drell.. 2 M. 25 Manchester- Hosen 10,50, 5 M. 75 " Gefütt. Manchest.- Sackett 19,- 10,50 Maler- Kittel 3,-, 2,50, 2 M. 25 Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 50 Weiße Lederhosen 4,50, 3 M. Steffelreiniger Anzüge, blau, 5 M. 50 Weiße Jadetts für Friseure, Kellner Konditoren, Köche usw. Die Preise gelten für normale Größen. Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25.Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Haupt- Katalog gratis und franko. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. Nachdruck 39542* verboten! Die Abteilungsführer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Hofen- und Weffenschneider. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Landsberger Biertel. Bezir! 401a, II. Zeil. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Rohrleger August Rebe geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. April, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Achtung! Andreas Stirchhofes aus statt. Am Sonnabend, den 13. April, abends 8%, Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstraße 39: Versammlung. Zahlreichen Besuch erwarten [ 164/1] Die Kommissionen. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Achtung! Putzer! Achtung! 243/19 Der Vorftand. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Nachruf. Am Montag, den 8. April 1907, verstarb plötzlich unser Kollege, der Hülfsarbeiter Herm. Kusche. Ehre seinem Andenken! 41/16 Der Vorstand. Danksagung. Die von uns zum Sonntag, den 14. April, einberufene Mitgliederversammlung unferer guten Mutter findet wegen der Beerdigung unseres Genossen Auer nicht statt. 133/15 Die Versammlung wird später bekannt gegeben. Die örtliche Verwaltung. J. A.: Ernst Schulze, Die Kollegen werden ersucht, sich vollzählig an der Aufstellung zu beteiligen. Die Bekanntgabe steht in der heutigen Nummer verzeichnet. Anton Boekers Ball- Salon Zentralverband der Schmiede. Habe noch Sonnabends und Sonntags Säle zu vergeben, auch sind Vereinszimmer in der Woche frei. Anton Boeker, Weberftr. 17, T.- A.: VII. Mr. 13414. 44282* Restauration 66 ,, Zum Teufel" 99 Skalizerstraße 11. Inhaber: Albert Doege. Zimmer für Vereine. Elettrisches Pianino. * Bureau: Stralauerstr. 48. Zahlstelle Berlin. An unsere Mitglieder! Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, Anna Heidemann geb. Fiebig fagen allen Kollegen, Freunden und Bekannten sowie der Typographia" unseren herzlichsten Dank. 28346 Die Hinterbliebenen. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Verfertigung v. Telephon: Amt 1, 7779. Musikinstrumenten. Restaurant Sonnabend, den 20. April 1907, abends 8 Uhr, im Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57, Hof parterre: General- Versammlung Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes hat zum Sonntag, den 14. April eine allgemeine Schmiede- Versammlung einberufen, ohne sich mit uns darüber ins Einvernehmen zu sehen. Wir ersuchen nunmehr unsere Mitglieder dieser Versammlung fernzubleiben, indem wir der Ansicht sind, daß zur Einberufung einer derartigen Versammlung eine gemeinsame Verständigung notwendig ist. Solange der Metallarbeiterverband diese Pflicht des gewerkschaftlichen Anstandes verabsäumt, haben wir keine Veranlassung seine Versammlungen zu füllen. Wir bitten, dies sämtlicher Arbeitgeber: u. Arbeit. auch für die Zukunft beachten zu wollen. 176/8 nehmer- Vertreter. Tages Ordnung: Die besten Wünsche zur silbernen Hochzeit unserem alten und ehrbaren Genoffen und Genossin Alfred und Klara Melzer, Wiesenstr. 29. Mögen fie uns mit guter Gesundheit und Kampfesfreude noch lange erhalten bleiben. Dies wünscht von ganzem Herzen Familie Müncheberg, 28446 Drontheimerstr. 26. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Westen- Schöneberg. Todes Anzeige. Am 9. April verunglüdte unser treuer Kollege August Lehmann durch einen Betriebsunfall und war sofort tot. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofes, Marstraße, aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Bezirk Waidmannslust. Nachruf! Am 4. April verstarb unser treuer Kollege Wilhelm Kossatz. Ehre seinem Andenken! Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater und Schwiegerbater, der Schmelzer Friedrich Weishuhn am 11. April nach langen, schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirch28496 hofes aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wwe. Auguste Weishuhn. Im übrigen fordern wir unsere Mitglieder auf, von allen Veranstaltungen am Sonntag abzurii der Reviſoren und Untrag auf Zentralverband der Dachdecker fehen und fich an der Beerdigung des Genossen Auer zu beteilgen. Mit Gruß Allen Genossen, Freunden und Bekannten zur gefl. Nachricht, daß ich Holzmarktstraße 65 den 45192* Hilsebein- Ausschank übernommen habe und bitte mir das bisher erwiesene Vertrauen weiter zu erteilen. Große Räume, Vereinszimmer zu 60 bis 100 Personen. Achtungsvoll Der Vorstand. J. A.: W. Siering. Zentralverband der Böttcher und Hülfsarbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Sonntag, den 14. April, vormittags 10 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Außerordentliche Fritz Preuß, Holzmarktstr. 65 Mitglieder- Verfammlung schrägüber der Jannowitz- Passage. ,, Segler- Schloß"- Hankels Ablage. Befizer: W. Heinrich. Bahnstation Zeuthen. Zur bevorstehenden Sommersaison halte ich mich werten Vereinen, Fabriken, Schulen usw. bei Zusicherung aufmerkſamster Bedienung bestens empfohlen. 3 neue Säle und Hallen. Schöne Spielplätze. Badeanstalt. Boote und Belnstigungen aller Art. 39972* Knaben- Anzüge in großer Auswahl. Hochachtungsvoll Tages- Ordnung: 1. Endgültige Beschlußfassung über die Zugeständnisse der Brauereten betreffend Tarifvertrag. 2. Maifeier und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. 39/4 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Osten! Die Zahlstelle 25, Fruchtstr. 20 ist von heute ab 84/14 W. Heinrich, tad Laugeftr. 53( nahe der Fruchtstraße) zu Kluge verlegt worden Die Preise sind streng fest und auf. jedem Gegenstand aufgedruckt. Hochelegante RockAnzüge aus modern karierten und gestreiften Stoffen M. 28, 38, 38, 42, 45, 48. JackettAnzüge aus dauerhaft. modern. Stoffen in vornehmster Verarbeitung für jede Figur in tausendfacher Auswahl fertig am Lager H.18,22,26,30,33,36,40,45 Anfertigung nach Maß in eleganter Ausführung, tadellos sitzend, zu billigen Preisen. Heitinger& Co. Berlin Sb., nur Oranienstr. 40-41. Deutsche Compagnie. Preiskurant gratis und franke. Großes Lager in Kleidung für starke Herren. Frühjahrs- Paletots in allen Preislagen. Die Ortsverwaltung. Einsetzer.= Die Bezirksfitungen am Sonnntag finden der Beerdigung wegen von 8-10 Uhr statt. Der Obmann. 1. Jahresbericht pro 1906. 2. Bericht Entlastung des Rendanten. schiedenes. 3. Ber Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht höflichst 272/15 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und verwandten Gewerbe. Ordentl. General- Versammlung am Mittwoch, den 24. April, abends 8 Uhr, in Frankes Festsäle, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung für 1906. 2. Beratung und Beschlußfaffung der neuen Anstellungs- und Gehaltsbedingungen der Beamten der Kasse. 3. Berschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Bernh. Jost, Georg Bäßler, Borsigender. Schriftführer. NB. Der Jahresbericht für 1906 ist erschienen und fann im Staffenbureau in Empfang genommen werden. Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Am 10. April verstarb nach langem schweren Strantenlager unser langjähriges Mitglied Ernst Laube. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 5%, Uhr, von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. 54/9 Verein Berliner Hausdiener Mitgliedschaft I des ZentralVerbandes d. Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 71/9 Orts- Krankenkasse Max Poppen der Klempner. Am Sonntag, den 21. April, bormittags 10 Uhr, findet im Gewerk schaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7, die, Mariannenstraße verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Uhr, Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrs- Ordentl. General- Versammlung Comabend, nagmittags 5 Libr, Arbeiter Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin II. Bureau u. Arbeitsnachweis:„ Gewerkschaftshaus", Engel- lfer 15 II. Bimmer 13-17. Telephon: Arbeitsnachweis: Amt IV, 3348. Bureau: 4747. Achtung! Achtung! Bertreter der Kaffenmitglieder und Arbeitgeber unserer Kaffe statt. Tages Ordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Bericht des Rechnungsausschusses und Dechargeerteilung. 3. Abänderung der§§ 29 und 40 des Statuts. 4. Regulierung der Beamtengehälter. 2840b 5. Berschiedenes. Der Vorstand. Kollegen von den Eisenplätzen. und Konstruktionswerkstätten Berlins! Dr. Simmel Mitteilung. Spezial- Arzt Alle diejenigen Kollegen obiger Branche, die sich an der Be für Haut- und Harnleiden. erdigung des Genoffen Auer gedenken zu beteiligen, werden er: sucht, um 12%, Uhr im Restaurant Scholz, Barutherstr. 22, sich Prinzenstr. 41. dicht am zu versammeln. Der Abmarsch erfolgt 12.35 Uhr. 71/10 Eine recht rege Beteiligung erwarten Die Vertrauensleute. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4, Achtung! Kleber. Jeder Laut Versammlungsbeschluß vom 11. April muß jeder zu tarifmäßigen Preisen arbeitende Kleber im Besitz einer Kontrollkarte sein und muß sich im ersten Felde eine rote Marke, auf der die Firma angegeben ist, befinden. Die Karten werden verabfolgt am Sonntag, den 14. April, vormittags 9-12 Uhr, bei N., Krüger, Lychenerstr. 8. N., Döhling, Stolbergerstr. 28/29. NO., Kempin, Tilsiterstr. 85. NW., Pankow, Berlebergerstr. 32. 177/20 A.& H. SO., Stephan, Wienerstr. 31. W., Ridert, Steinmetstr. 36 a. Charlottenburg Hacker, Rosinenstr. 9. Die Verbandsleitung. Einverstanden, Englischen Unterricht, erst zu erwägen, nach weiterer brief- einzeln und im Zirkel, erteilt' 36372* licher Erörterung unter eventueller Decadresse oder nach persönlicher Besprechung. 201/ 11* Gertrud Swienty, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Herr lese garantiert schik liefern Anzüge nach Mass 40 M., Paletots nach Mass 38 M. Täglich, Sonntag, verkaufen wir zurückgesetzte Anzüge Paletots die aus feinsten Masstoffen gefertigt sind, jetzt 18-38 M., mod. Rock-, Gehrockanzüge, Hosen, Regenmäntel, Westen. Deutsches Versandhaus Jagerstr. 63, 1 Treppe. Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Rirdorf, Hermannftraße, aus ftatt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung I. Sozialdemokratischer Wahlverein Weißensee. II. Bezirk. Am Mittwoch verstarb unser Mitglied, der Steinfeger Hermann Philipp im Alter von 52 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer GemeindeStirchhofes in der Nölfeftraße, aus statt. 18/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Lackierer. Sonntag, 21. April, vormittags 10 Uhr, im Restaurant Schumacher, Staliberstr. 126: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Jahresberichts pro 1906. 2. Bericht der Revisoren. 3. Statutenänderung. 4. Revidierung der Statuten. 5. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen erfucht 28236 Der Vorstand. Otto Weidemann, Borsigender. Berantwortlicher Redakteur: Band Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 86. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zum Leichenbegängnis unferes Ignaz Auer. York Eylauer Katzbach Str Orelbund Möckern Horn S. York S. Grossbeeren Hagel bor.S ViktoriaPark. Str Hallesches Tor chter der Str. mpelh Str. Tempelhofer Feld Gneischau Mariendfr Marhar Bergman pakeFidicins Arnar Schwiebuser S Friesen S Juter Baerwald Bergmann Skais fr Str.dr. P Die Aufstellung des Zuges erfolgt: Lichterfelderstraße. Vor dem Leichenwagen stellen sich auf: 1. Reichstagsfraktion. 2. Ausländische Delegierte, 3. Deutsche Delegierte( außer Berlin). 4. Die Generalfommission. 5. Kranzdeputationen der Gewerkschaften und von auswärts. Die Ordner der Kreise versammeln sich am Sonntagvormittag 11 Uhr zur Entgegennahme der nötigen Instruktionen, wie folgt: Die Ordner des 1. und 2. Kreises im kleinen Saale der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Hierauf der Leichenwagen, dann die Angehörigen und der Parteivorstand. Daran anschließend in der Dreibundstraße: 1. Der 1. Kreis. 2. Der 2. Areis. In der Kreuzbergstraße stellen sich auf: 1. Der 3. Kreis. 2. Der 4. Kreis. In der Bergmannstraße stellen sich auf: 1. Der 5. Kreis. 2. Der 6. Kreis. In der Hagelsbergerstraße stellt sich auf: Teltowy- Beeskow. In der Yorkstraße stellt sich auf: Nieder- Barnim. Sonnabend, 13. April 1907. sich bereits in einem trostlosen Zustand" befunden. Sie hätten durch viermaligen Umzug( in fnapp einem Jahre?) bedeutend ge= litten, und es sei anzunehmen gewesen, daß bei weiteren Umzügen der Wert der Möbel vollständig verloren gehen würde. Da wird mancher sich fragen, in welchem Zustande die Möbel sich befunden haben mögen, als P. sie von Wachsmann u. Co. als bereits ge braucht auf Abzahlung kaufte. In jenem Artikel hatten wir großen gesagt, die Wirtschaft sei schon mal einem anderen Abzahlungsfäufer wieder abgenommen worden und vielleicht sogar schon mehreren". Die Firma äußert sich in ihrem Brief mit feinem Wort hierzu. Sie erzählt aber weiter, sie habe die Möbel, nachdem sie auch dem P. abge= nommen worden waren, nicht mehr verwenden können und habe sie für nur 38 Mt. an einen Althändler verkaufen müffen. Hiermit beantwortet sich die von uns aufgeworfene Frage, wieviel wohl an diesen bereits mehrfach auf Abzahlung verkauften und wegen Zahlungsunfähigkeit wieder abgeholten Möbeln bei nochmaligen Verkäufen noch verdient werden möge. Auf unsere andere Frage, wieviel an der Wirtschaft im ganzen verdient worden sei, Die Ordner des 3. und 4. Kreises im Saale der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Die Ordner des 5. und 6. Kreises in a bels Brauerei, Bergmannstr. 5/7. Die Ordner von Teltow- Beeskow und Niederbarnim bei Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Die Leitung jedes Kreises liegt in den Händen des Kreisvorsitzenden. Als Ordner fungieren die Bezirksführer, welche sich pünktlich an den oben bezeichneten Stellen einzufinden geht der Brief mit feiner Silbe ein. Wir machen uns aber darauf haben. gefaßt, daß die Firma uns nunmehr vielleicht mitteilen wird, sie sei bei diesen wiederholten Verkäufen einer und derselben Wirta Die Kreisvorsitzenden werden ersucht, sich schon um schaft noch nicht mal auf die Kosten gekommen. Für die 111 Uhr in der Bockbrauerei( kleiner Saal) einzubent bar größte Milde", mit der die Firma- ihrer stellen, ebenso die Palmwedelträger des zweiten Kreises gleich. Versicherung nach sonst zu verfahren pflegt, wenn ein Käufer wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, Streit, Aussperrung usw. falls schon 11 Uhr. zahlungsunfähig wird, führt sie ein Beispiel an, auf das sie bes sonderen Wert legt. Beim vorjährigen Metallarbeiter. streit hat sie Hunderten ihrer Kunden die Zahlung geftundet. Ja, will sie sich das etwa als ein besonderes Verdienst anrechnen? Sie hat lediglich in ihrem eigenen wohlverstandenen Intereffe ge= handelt, wenn sie in diesem Fall mal ein größeres Risiko übernahm und Hunderten" die Zahlung stundete. Hätte sie gegenüber jedem dieser Hunderte" ihr vorbehaltenes Eigentumsrecht auf die gefamte Wirtschaft geltend gemacht und ohne Rücksicht auf die Höhe der bereits abgezahlten Summe alle Möbel bis auf das letzte Stüd wieder abgeholt, so wäre die Firma Wachsmann u. Co. nach solcher Massenegetution wahrscheinlich sehr bald in die Lage gekommen, auch ihre eigene Bude zumachen zu müssen. Sie sah das ein und handelte danach. Wir machen die Genossen darauf aufmerksam, daß die Kranzschleifen vom kommenden Dienstag im Gewerkschaftshaus ausgestellt werden. Die gewerkschaftlich organisierten Genossen und die Frauen werden gebeten, sich ihren Kreisen anzuschließen. Der Stand der betreffenden Kreise wird durch eine Tafel kenntlich gemacht. Die Genossen werden gebeten, sich in Reihen zu 5 Mann aufzustellen. Abmarsch Punkt 1 Uhr. Die Flugblattverbreitung am 14. April fällt aus und wird auf den 21. April, 8 Uhr früh, verschoben. Der Zentralvorstand. Partei- Angelegenheiten. Die Firma flagt schließlich, durch unseren Artikel sei siege. schädigt worden, und sie bittet uns, nachträglich zu erklären, das fei nicht unsere Absicht gewesen. Wir hatten in jenem Artikel weder gesagt noch auch nur angedeutet, daß derartiges von uns 1. Wahlkreis. Am Dienstag, den 16. April, abends 8% Uhr, beabsichtigt werde, daher haben wir auch keinen Grund, jetzt das findet im Lokale Dräsels Festfäle", Neue Friedrichstr. 35, die Gegenteil zu verfishern. Doch die Versicherung wollen wir der Fortsetzung der Generalversammlung des sozialdemokratischen Firma geben: Wir hatten ihre Abholungspraxis nicht zum Gegen Wahlvereins für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis statt; die stand einer öffentlichen Besprechung gemacht, wenn sie selber rechtTagesordnung lautet: 1. Bericht der Kommissionen.( Breß-, zeitig begriffen hätte, daß man einem Abzahlungsfäufer unmöglich ( Breßzeitig Lotal- und Agitationskommission.) 2. Anträge, sowie Vortrag des die gesamte Wirtschaft nach erst einjähriger Benukung Parteisekretärs Gen. Moltenbuhr über:" Der Wert des Parla- wegnehmen tann, nachdem er bereits mehr als ein Viertel mentarismus für die sozialdemokratische Partei". Mitglieds- des doch gewiß nicht zu gering bemessenen Kaufpreises bezahlt hat. buch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Alexandrinenstr. 110 eine Wahlvereinsversammlung stattfindet, in Dienstag, den 16. April 1907, abends 8 Uhr im Meßpalast, welcher Reichstagsabgeordneter Severing über das Thema: Das Wettrennen nach Sozialreform referieren wird. Zahlreichen Befuch erwartet Der Vorstand. Mahlsdorf a. Oftbahn. Heute abend 81%, Uhr findet die General versammlung des Wahlvereins bei Schliefe, Hönowerstraße, statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Gemeindevertreter. 2. Diskussion. Wenn eine Herrschaft einen Gegenstand vermißt, fann man in den meisten Fällen sicher sein, daß das Dienstmädchen in den Ver Liederlichkeit vieler Herrschaften muß das Dienstmädchen den Sündendacht kommt, unehrlich gewesen zu sein. Für die Unachtsamkeit und bock abgeben und vielfach mit ihrem ehrlichen Namen büßen. Die Polizei wird mobil gemacht und auf das geängstigte Mädchen gehetzt. Durchsuchung ihrer Sachen, Verhöre und schließlich Entlassung muß sich so ein Mädchen gefallen lassen, ohne sich wehren zu tönnen. Das geht wieder einmal aus folgendem Vorfall herbor: ,, Vor etwa vier Wochen war der Polizeibehörde eines Vorortes der Verlust eines wertvollen Brillanten gemeldet Der Zug bewegt sich in folgender Weiſe: 8. Antrag auf Ausschluß eines mitgliebes wegen worden. Der in dem betreffenden Vororte wohnende Rentier F. 3. Streifbruchs. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Vom Trauerhause Lichterfelderstr. 30 durch die Lichterfelderstraße. An der Spize ein Musifforps, dann das Banner und die oben unter 1-5 bezeichneten. Es schließt sich( von der Dreibundstraße kommend) der 1. und 2. Kreis an, durch die Belle- Alliancestraße, wo sich( von der Kreuzbergstraße tommend) der 3. und 4. Kreis anschließt, hierauf( von der Bergmannstraße kommend) der 5. und 6. Streis. Dann folgt( von der Hagelsbergerstraße tommend) der Kreis Teltow- Beeskow. Der Zug bewegt sich dann durch die Gneisenaustraße, wo sich( von der Yorkstraße tommend) der Kreis NiederBarnim anschließt. Der weitere Weg ist dann: Gneisenaustraße- Bärwaldstraße- Prinzenstraße- Gitschinerstraße- Stalizerstraße- Oberbaumbrücke- Warschauerstraße- Frankfurter Allee- Frankfurter ChausseeBerliner Nachrichten. Säuglingsfürsorgestellen. Die Fürsorgestellen der Schmidt- Gallisch- Stiftung für Säuglinge, die von der Stadt subventioniert werden, befinden sich an folgenden Stellen: 1. Blumenstr. 78, umfassend die Stadtbezirke 1-10 und 145-201. 2. Elsasserstr. 27, umfassend die Stadtbezirke 202-253, 255-259, 3. Bugenhagenstr. 7( Markthalle am Arminiusplay), umfassend die Stadtbezirke 11-14, 81-48, 279-804. 264-274. 4. Naunynstr. 63, umfassend die Stadtbezirke 15-30, 49-144. 5. Banfftr. 7, umfassend die Stadtbezirke 254, 260-268, 275-278, 305-326. hatte aus seinem Ringe einen Brillanten verloren, der auf etwa 2000 M. geschätzt war. Herr F. erinnerte sich genau, daß ihm der Stein nur in seiner Wohnung abhanden gekommen sein konnte und er beauftragte sein Dienstpersonal, danach zu suchen. Troß aller Mühe war es nicht gelungen, den Brillanten zu finden und der Rentier nahm an, daß eines seiner Mädchen den Stein an sich genommen habe. Der Verdacht fiel auf das Stubenmädchen, welches wegen eines früheren geringfügigen Eigentumsvergehens ein darauf hin deutendes Zeugnis in ihrem Dienstbuch aufzuweisen hatte. Das Mädchen beteuerte hoch und heilig, daß es den Stein nicht gefunden habe und trotz wiederholter Haussuchungen konnte ihm auch die Fundunterschlagung nicht nachgewiesen werden. Vor einigen Tagen ließ der Rentier durch seinen Diener ein Paar Lackstiefel zum Schuhmacher bringen, um diese reparieren zu laffen. Am nächsten Morgen erschien der Handwerker und teilte Herrn F. mit, daß er in dem Futter eines der Schuhe einen Stein gefunden habe, von bem er nicht wisse, об er wertvoll sei oder nicht. Der Rentier erkannte in dem Steine den verlorenen Brillanten, den Der Zweck dieser Fürsorgestellen besteht in unentgeltlicher ärzter wahrscheinlich beim Ausziehen der Stiefel aus der Fassung des Gudrunstraße nach dem Städtischen Friedhof in Friedrichs- licher Beratung unbemittelter Mütter und Pflegemütter von Säng Ringes herausgeriffen hatte. Herr F. war so freudig überrascht, daß felde. lingen( Kinder im ersten Lebensjahre) über Wartung und Pflege der dem in seiner Ehre gekränkten Stubenmädchen aushändigte." Kinder. Unbemittelten wird Wilch unentgeltlich oder im anderen er bem ehrlichen Finder 300 M. überreichte und den gleichen Betrag Falle gegen geringes Entgelt abgegeben, auch werden Unbemittelten Hätte hier nicht der Zufall gefügt, daß der Stein gefunden und Beihülfen gewährt, um das Stillen der Kinder selbst zu ermöglichen. Bemerkt sei ausdrücklich, daß diefe Unterstüßungen nicht auch abgegeben wurde, wäre der Verdacht, den Stein an sich ge nommen zu haben, auf dem Mädchen sigen geblieben. als Armenunterstützung angesehen werden. Vor dem 1. Kreis, dem 4. Kreis und Teltow- Beeskow marschiert je ein Musikkorps. Zutritt zu der Leichenfeier auf dem Friedhofe haben nur die Angehörigen, der Parteivorstand, die Reichstagstraktion, die ausländischen und deutschen Delegierten außer Berlin, ferner die Kranzträger der Kreise sowie der einzelnen Organisationen( in der Höchstzahl von je drei) und die Ver freter der Presse. Die Genossen, welche nachher die Grabstätte besuchen wollen, werden dringend gebeten, nach der offiziellen Feier in geschlossener Reihe vorbeizumarschieren. Die Drdner stellt jeder Kreis für sich. Die Ordner sind kenntlich an den roten Binden und bitten wir alle Teilnehmer, fich den Anordnungen derselben zu fügen. " Bom Schlachtfeld der Arbeit. Zwei schwere Unglüdsfälle haben Bom„ Segen" der Abzahlungsgeschäfte. Die Firma Wachs. fich kurz hintereinander auf dem Erweiterungsbau des Tiegschen mann u. Co., die in der Reinidendorferstraße ein Warenhauses am Alexanderplatz zugetragen. Ein Schuhmann, der Waren- und Möbel- Kredithaus" betreibt, hatte einem Abzahlungs- auf dem Baugrundstück zu tun hatte, wurde von einem herabtäufer B. eine bereits gebrauchte Wirtschaftseinrichtung für stürzenden Balken so unglücklich getroffen, daß er eine schwere Ge218 m. verkauft. Nach Jahresfrist holte sie ihm sämtliche Möbel birnerschütterung erlitt. Der Berunglückte war der Beamte Otto wieder ab, weil B. infolge von Krankheit zahlungsunfähig ge- Knoth vom 16. Polizeirebier. Später wurde der Arbeiter Neumann, worden war. Bezahlt waren bisher 57 Wit., aber P. mußte troß- Chorinerstr. 6 wohnhaft, beim Abreißen einer Mauerwand mitsamt dem die gesamte Wirtschaft zurückgeben. Auf der Wand in die Tiefe gerissen und schwerverlegt nach der Unfallgebracht. Von unsere Mitteilungen über dieses Vorkommnis( in Nr. 75) hat die station X dort mußte seine Ueberführung Firma uns jetzt eine Erwiderung zugehen lassen. Von den Tatfachenangaben jenes Artikels bestreitet sie feine einzige, aber sie nach dem Krankenhause am Friedrichshain erfolgen.- Auf wendet sich gegen die Folgerungen, die von den Lesern des dem Grundstück an der Ecke der Soldiner- und Wriezenerstraße Borwärts", wie sie fürchtet, aus unserer Kritik ihres Verfahrens hat sich gestern Kurz vor Feierabend ein verhängnisvoller Unglüds fall ereignet. Bei den Ausschachtungsarbeiten stürzte plöglich eine gezogen werden könnten. Die polizeiliche Genehmigung des Leichenzuges ist bereits Um zu beweisen, daß sie nicht zu hart gegen P. vorge- mehrere Meter hohe Erdwand ein und unter den Massen wurde der erfolgt, doch treten folgende Einschränkungen in Kraft: gangen sei und überhaupt gegen ihre Abzahlungskundschaft die 26jährige Arbeiter Roloff aus der Stolbergerstraße 20 begraben. 1.„ Es darf auf dem Wege vom Trauerhause nach dem denfbar größte Milde" walten laffe, erzählt sie in ihrem Briefe Dreiviertelstunden hindurch hatten die Kollegen zu tun, um den VerFriedhofe, aber nicht in der Nähe von Kirchen, Mufit gemacht mancherlei.. sei, so schreibt sie, wiederholt zahlungsunfähig unglüdten wieder ans Tageslicht zu befördern. Sie brachten ihn werden; nur Trauermusit, nicht Marichmusit, ist gestattet. geworden, da habe sie schließlich die Möbel abholen müssen. Sie in bewußtlosem Zustande nach der Unfallstation XVI, to schwere 2. Die Entfaltung oder das Vortragen von roten Fahnen, habe sie ihm dann zurüdgeben wollen gegen sofortige Zahlung von das Mitführen von Parteiabzeichen, roten Schleifen und sonstigen 20 wet. und Fortsetzung der vereinbarten Ratenzahlungen, aber B. innere Verlegungen, mehrere Rippenbrüche, ein Schulterblattbruch tendenziösen Emblemen irgend welcher Art, ist mit Ausnahme der habe das abgelehnt. Dieser Vorschlag der Firma läßt vermuten, und erhebliche äußere Wunden festgestellt wurden. In recht bedentAbzeichen der Droner nicht gestattet. daß sie P. für einen böswilligen Schuldner gehalten hatte. Lichem Zustande wurde N. ins Lazarus- Krankenhaus eingeliefert. ber die Ablehnung des Vorschlages zeigt, daß der Mann tatFleischpreise in Alt- Berlin. Die allgemeine Fleischteuerung rüdt sächlich zahlungsunfähig war. Er hatte eben teine 20 mt. sofort auf den Tisch zu legen. Welcher vernünftige Mensch würde, wenn einen Vergleich mit den sogenannten guten alten Zeiten" nahe, wo er weiterzahlen könnte, eine wirtschaft im Werte von 218 Mt. es die Berliner viel billiger hatten, ihre Fleischtöpfe zu füllen, twobollständig breisgeben, nachdem er sie erst knapp zwölf Monate bei freilich nicht vergessen werden darf, daß der Geldwert damals hindurch benutzt hat, aber bereits 57 Mt. darauf abgezahlt worden ein unendlich höherer, die Löhne und Gehälter dementsprechend find! Wenn etwa der Käufer selber die 57 Wt. als angemessene niedriger waren. Im Jahre 1398 besaß Berlin 47 Schlächter und Gegenleistung für einjährige Benutzung der Möbel angesehen hätte, drei Wurstmacher, die alle gute Geschäfte machten. Damals war dann hätte er geradezu der Meinung sein müssen, daß die Möbel der Fleischverbrauch auch ein sehr großer, man berechnete ihn durch schon nach knapp vier Jahren nur noch Brennholzschnittlich pro Kopf der Bevölkerung auf 2-3 Pfund täglich wert haben würden. Nun behauptet allerdings die Firma, die Intereffant ist eine Polizeiverordnung vom Jahre 1514, die u. Möbel hätten, als sie dem Käufer wieder weggenommen wurden, I folgendes vorschreibt: Banner von Vergnügungsvereinen dürfen überhaupt nicht, folche anderer Vereine nur dann mitgeführt werden, wenn dieselben mit dichtem schwarzem Flor verhüllt sind." Infolgedessen sind auch die roten Kranzschleifen mit schwarzem Flor zu umhüllen. Reden am Grabe zu halten ist polizeilich streng verboten, nur ganz kurze Widmungsworte sind gestattet, was wir die Parteigenossen zu beachten bitten. Der Zentralvorstand. 1 " Jeder Bädermeister, der feinen Gefellen zur Mühle mahlen nicht zu finden. Jegt wurde Sochaczewer beim Berlauf eines Fahr.| Kenntnis gegeben hat, uni so weitere Anstedungen zu verhindern. fchickt, ist verpflichtet, ihm für den Tag 8 Quart Bier, für 5 Pfennig rades abgefaßt, das er in einem Hause in der Münzstraße gestohlen Sie erwartet, daß unverzüglich auf endgültige Beseitigung der geBrot und 4 Pfund Fleisch mitzugeben." Die Preise für Mind, hatte. Unter seinen Briefschaften fand die Kriminalpolizei auch die rügten Mißstände gedrungen und je dem Haushalt ein Gremplac Schweine- und Hammelfleisch waren damals äußerst gering, so daß Adresse seiner Braut. Um über den Lebenswandel des Verhafteten der Merkblätter zur Bekämpfung des Thphus zugestellt wird. Sie sich felbst der kleinste Mann" einen guten Braten an näheres zu erfahren, lud die Polizei auch das Mädchen zur Ver- spricht ihre Verwunderung darüber aus, daß dem sozialdemokra= Sonn und Feiertagen leisten konnte. So bezahlte man nehmung vor. Diese tam ahnungslos im vollen Schmuck und er- tischen Wahlverein, welcher sich zur Gratisverbreitung der Merk1657 für ein Pfund bestes Rindfleisch 8-10 Bfemig, fuhr erst jezt, woher dieser stammt. Die Enttäuschte mußte alles blätter angeboten hatte, eine ablehnende Antwort der Behörde zuteil für Schweinefleisch 10 Pfennig und für Hammelfleisch abgeben. Sochaczewer wurde jetzt als der lang gesuchte Bahnhofs- wurde. 12 Pfennig. Vorzügliches Kalbfleisch kostete höchstens 9 Pf., dieb entlarvt und nach Moabit gebracht. Die goldene Uhr mit der Die Versammlung ist mit den Ausführungen und Forderungen Lunge und Leber nur 5 Pf. das Pfund. Die Preise wurden Brosche gehört einem hiesigen Cafetier, dem sie vor seiner Abreise des Referenten einverstanden und spricht den Veranstaltern der durch amtliche Probeschlachtungen festgesezt. Im Jahre 1723 erstand nach Florenz gestohlen wurde. Die Eigentümer der anderen Sachen Versammlung ihren Dank aus." das Berliner Schlächtergewerk auf dem Breslauer Johannismarkt sind noch nicht bekannt. Mit einem Schlußwort des Vorsitzenden, Genossen Posselt, 412 Ochsen. Die Berliner Polizeidirektion suchte sich die 6 fettesten Der Sportplay Zehlendorf eröffnet, nachdem nunmehr die beiden wurde die imposante Versammlung geschlossen. und das Berliner Gewerk die 6 magersten Ochsen aus. Letztere anderen Berliner Bahnen auch ihre Pforten geöffnet haben, die Lichtenberg. wurden in das Rathaus eingeliefert und hier geichlachtet, dann wurden diesjährige Saison am 28. April mit Dauer- und Fliegerrennen. die Unkosten genau berechnet und es stellte sich heraus, daß den Wenn zwei dasselbe tun.... Die Gemeindevertretung hat in Schlächtern das Pfund Rindfleisch, einschließlich aller Rebenabgaben, und der Königin Augustastraße wird behuss Asphaltierung vom zu erbringen, daß die Majorität dieser Klassenvertretung dem GrundStraßensperrungen. Die Linkstraße zwischen der Potsdamerstraße ihrer Sigung vom 11. d. Mts. ein übriges getan, um den Beweis rund 20 Bf. toftete. Danach wurde der Verkaufspreis für Rindfleisch 15. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. faße huldigt:„ Macht ist Recht 1" Wenn es gilt unsere Gejes Die Weydingerstraße wird wegen Häuserabbruchs vom 13. d. M. interessen zu schüßen, was scheren wir uns da um Recht und lang die gleichen, bis sich ungefähr mit dem Beginn des 18. Jahr ab bis auf weiteres für Fuhrwerke, Fußgänger und Reiter gesperrt. die Macht haben wir! Der Proteſt des sozialdemokratischen hunderts auch hierin ein Umschwung vollzog. Noch im Jahre 1834 fostete Rindfleisch 26 Pf., Hammelfleisch 20 Pf. und bestes Schweinefleisch 25 Pf. Wie das Handschriftliche Corpus honorum des Berliner Magistrats besagt, wurde im Jahre 1750 von den hiesigen Schlächtern alles Rindfleisch in drei öffentlichen Schlachthäusern geschlachtet und Vorort- Nachrichten. " 1 " Dent Die Einführung der neu resp. wiedergewählten- unter denen sich fünf unserer Genossen befanden begleitete der Gemeindevorsteher mit einer Rede, in der er unter anderem darauf hinwies, daß die Gewählten mit berufen seien, der in wenigen Monaten zur Einführung gelangenden städtischen Verfassung die Wege zu ebnen und die Einrichtungen mit zu beraten, die der jungen Stadt Lichtenberg not tuen. Wahlkomitees gegen die Gültigkeit der Wahl des Bankdirektors Plonz( 2. Bezirk der zweiten Wählerklasse) ist auf Antrag des Gemeindevorstandes zurückgewiesen und die Wahl gleich den übrigen Ersazwahlen für gültig erklärt worden. Recht unbequem muß dent für jedes Stüd mußte ein Silbergroschen in der Kämmerei erlegi Treptow- Baumschulenweg. ,, liberalen" Gegner des Frauenwahlrechtes" die Festnagelung des werden. Das älteste von diesen drei Schlachthäusern befand sich in nicht freisinnigen, dafür aber um so tieffimuigeren Ausspruches Die Typhusepidemie und die Treptower Gesundheitskommission" sein: der ehemaligen Paddengasse und geriet 1752 bereits in einen so Das Wahlrecht zur Kommune auch den Frauen zu ver einführen“. Genosse Grauer baufälligen Zustand, daß die Schlächtermeister sich gezwungen jahen, lautete das Thema, worüber am 8. April Genosse Dr. Alfred leihen, hieße ein Wahlunrecht fich Weit über 600 Per- wandte gegen den Vorschlag des Gemeindevorstandes. eine Eingabe wegen Erbauung eines neuen Schlachthauses an den Bernstein in Speers Festsälen referierte. Magistrat zu richten. Dieser berechtigte Wunsch der Berliner Schlächter- jonen hatten sich eingefunden. Der Bürgermeister Schablow und Der Redner führte aus: Die Feindschaft des Herrn Plonz und meister ging auch bald in Erfüllung und einige Jahre später wurde die Mitglieder der Gesundheitskommission waren besonders schriftlich seines Anhanges gegen das Frauenwahlrecht Zwischenruf reiche des Herrn Plong:" Im Vorwärts" hat das gestanden" an der„ Blocksbrücke"( heutigen Baisenbrücke) ein zweites Schlacht- eingeladen und auch erschienen. haus und dann in der heutigen Dorotheenstadt ein drittes erbaut. der Krankheit und erörterte die eventuellen Ursachen der Epedemic. pasie. Hier seien geschliche Bestimmungen verlegt, die Wahl müſſe Der Referent schilderte in seinem Vortrage die Gefährlichkeit nur so weit, als es den Herren zur Sicherung ihres Besisstandes Durch Ministerialbefehl vom 15. Juni 1810 mußten diese Schlachthäuser geschlossen werden und erst mit der Errichtung des städtischen zu ihrer Entstehung geben zum Teil ungünstige hygienische Ver- für ungültig erklärt werden. Auch das Wahlresultat zeige zwischen Zentralvichhofes find mustergültige Schlachteinrichtungen in Berlin hältnisse, dumpfe, feuchte und schlecht durchlüftete Wohnungen den der Haupt- und Nebenliste Abweichungen Gründe, die den Antrag Anlaß. Die Krankheit tritt meist epidemisch auf, d. h. sie beruht des Gemeindevorstandes unverständlich erscheinen lassen. geschaffen worden. Wer sehnte beim Lesen dieser Zeilen nicht die früheren Fleisch bag sie amt häufigsten in der Jahreszeit auftritt, in welcher das nichts weiter entgegenzusetzen als: Na ja, Fehler sind gemacht auf einem noch unbekannten Anstedungsstoffe. Man hat bemerkt, längeren und eingehenden Ausführungen hatten die Bürgerlichen preise herbei! Grundwasser am tiefsten steht. Dies erklärt sich daraus, daß dann worden, aber wir werden die Wahl doch für gültig erklären! Eine graußige Entdeckung haben gestern Bahnhofsbeamte auf die im Wasser befindlichen Sporen frei werden und zu schwärmen und so stimmten die Bürgerlichen geschlossen für die Gültigkeit der dem Bahnhof Alexanderplatz gemacht. Vor einigen Tagen wurde beginnen. Das Inkubationsstadium dauert gewöhnlich) 14 Tage. Wahl. Nun hat der Kreisausschuß das Wort. Inzwischen wird in dem Gepäckraum ein kleines Paket abgegeben, das angeblich Redner geht alsdann auf die Erkrankungen im Ortsteil Herr Plonz sich seinen„ Klaſſengenossen" als gewählter Gemeindespäter wieder abgeholt werden sollte. Es erschien jedoch niemand, Baumschulenweg ein und kommt nach dem ihm übergebenen bertreter nüglich erweisen. um es zurückzufordern. Da es allmählich einen verdächtigen Geruch Material zu dem Schluß, daß die Behörde nicht energisch genug verbreitete, sahen sich die Beamten gestern veranlaßt, nach dem eingegriffen habe. Speziell die sogenannte„ Gesundheitskommission", Inhalt zu forschen. Sie öffneten das Paket und entdeckten darin die vor sechs Jahren gegründet wurde, habe ihre Schuldigkeit nicht den Leichnam eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts. getan. Im Anfang der Gründung dieser Kommission feien ein paar Er war in einen. braun farrierten Unterrock eingehüllt. Bisher Sizungen abgehalten worden, aber seitdem nicht wieder. Dem fonnte die Mutter des toten Kindes noch nicht ermittelt werden. Redner sei ferner mitgeteilt, daß auf Grundstücken die Ein zweiter Leichenfund wurde gestern in Schöneberg gemacht. Jauche in Gräben nach dem freien Felde geführt worden sei, ja, Auf dem Grundstück Hauptstr. 44 fand ein Gärtner an der Hecke in großen Gruben auf den Grundstücken lange gestanden habe und die Leiche eines Säuglings, die in zwei Tageszeitungen vom einen pestilenzartigen Geruch verbreitet hätte. Mit der Zeit sei die Ober- Schöneweide. 31. März eingewickelt war. Ob in beiden Fällen Kindesmord vor- Jauche in den Erdboden eingezogen und ohne Zweifel sei das Gemeindevertretersitzung. Die zahlreichen Anmeldungen für liegt, wird erst durch die gerichtliche Obduktion festgestellt werden Grundwasser verseucht worden. Nur um Geld zu sparen, hätten die die höhere Schule haben dort eine Ueberfüllung hervorgerufen. Hausbesitzer nicht abfahren lassen. Unerhört sei es, daß, nachdem vom Vertreter Peierts wird dieser Uebelstand zur Sprache gebei einem Schlächter der Typhus ausgebrochen sei, der Laden nicht bracht und energische Abhülfe gefordert. Genosse. Grunow beaufgefunden worden. Auf einem freien Platz an der Prenzlauer geschlossen wurde, und dadurch die Kunden des Schlächters ebenfalls mängelt, daß nicht die Schulbehörde über derartige Angelegenheiten Dann teilte der Redner noch mit, daß der sozialdemokratische berichte, und bespricht den Uebelstand, daß jetzt, nach Eröffnung In der Rocktasche des Toten wurde eine Karte mit Wahlverein sich dem Bürgermeister zur Gratisverteilung der Merk der 3. Gemeindeschule viele Kinder vom entgegengesetten OrtsEine sehr ausgedehnte Beratung blätter angeboten habe, aber die Antwort erhielt, daß, wenn in teil nach dieser Schule müssen. Der Schulvorstand müsse hier einem Hause der Typhus ausbricht, von, amtewegen in diesem unbedingt Wandel schaffen. Hause die Verteilung vorgenommen würde. Im übrigen aber zeitigte der Vertrag mit der Terraingesellschaft Oberspree, betreffs die Merkblätter je 1000 Exemplare für 15 M. zu faufen feien. Anlegung von Straßen im neueingemeindeten Ortsteil. Von der Diese Antwort charakterisiere so recyt die Tätigkeit der Behörde. Gesellschaft wird versucht, ein minderwertigeres Pflaster herauszuGenosse Bernstein forderte im Interesse der Einwohner, daß un- schlagen, um so, und mit der gewünschten Verengung der Fahrverzüglich alle Brunnen geschlossen werden müssen und alle Sider- dämme eine Ersparnis von Hunderttausenden zu erzielen. Der gruben mit festem Material- Cand ausgefüllt würden. Auch sich hiergegen geltend machenden Opposition glaubte der Gemeindemuß von den Einwohnern selbst eine strenge Kontrolle geübt werden, borsteher entgegentreten zu müssen mit dem steten Hinweis, daß die Gesellschaft nach den der Gemeinde im Vertrage ge= damit die Seuche teine größere Ausdehnung annimmt. machten Zugeständnissen zu weiterem Entgegenkommen nicht bereit Genosse Grunow trat dem fei, und dann der Vertrag scheitere. Habe auch die Gemeinde aus dem Vertrage einen entgegen. augenblidlichen Vorteil, so ist doch zu befürchten, daß die Gemeinde, wenn sie nach 5 Jahren minderwertige Straßen übernimmt, ungeheure Aufwendungen dafür machen muß. Will die Gesellschaft keinen Vertrag, so muß sie die Straßen nach den Bestimmungen des Ortsstatutes anlegen, und dann hat die Gemeinde gute Straßen. Nach langer Beratung wurde der Vertrag für die Gemeinde wesentlich günstiger gestaltet. Wenn die Gesellschaft dem zustimmt, muß sofort mit der Anlage von 9 Straßen inkl. des Marktplates begonnen werden. Die Hauptstraßen werden in Asphalt und die Nebenstraßen in Reihensteinpflasterung aus. geführt. fönnen. Die Leichen zweier, unbekannter Lebensmüder sind gestern Allee entdeckten Arbeiter den Leichnam eines etwa 45 jährigen Monnes. der Namensaufschrift„ Sattler Müller" gefunden. In der Havel, dicht an dem Grundstück der Brauerei Pichelsdorf, wurde eine männliche Leiche ans Ufer geschwemmt und geborgen. Der Tote konnte ebenfalls noch nicht refognosziert werden. Das geheimnisvolle Verschwinden eines Kaufmannes hat jetzt nach sechs Wochen eine seltsame Aufklärung gefunden. Der früher in Berlin ansässig gewesene 39 jährige Kaufmann Paul Müller hatte im vergangenen Jahre in Köpenick ein Wein- und Zigarrengeschäft eröffnet. Er hatte die Vertretung zweier bekannter hiesiger Firmen übernommen und das Geschäft ging auch recht gut. Ende Februar verschwand M. plötzlich und alle polizeilichen Nachforschungen nach ihm hatten feinen Erfolg. In Köpenick verbreiteten sich bald alle möglichen Gerüchte über das rätselhafte Verschwinden des M., und es hieß schließlich, er sei einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Gestern ist nun die Leiche des Vermißten aus der Spree gelandet worden. In der Nähe der Gas anstalt hatte ein Frachtkahn längere Zeit vor Anker gelegen und, als die Schiffer gestern Mittag abfuhren, kam die Leiche des M. zum Vorschein. Sie hatte unter dem Fahrzeug im Wasser festgelegen. Ob nun M. selbst den Tod in der Spree gesucht hat oder ob er das Opfer eines Unglücksfalles bezw. eines Verbrechens geworden ist, bedarf noch der Aufklärung. erfranften. In der äußerst regen Diskussion sprach zuerst unser Genosse Karo, w, der ebenfalls die Sparsamkeit der Hauswirte kennzeich nete. Er berichtete u. a.; Als er sich auf dem Amt über die standalösen Zustände beschwerte und angab, daß die Jauche vom Haus auf die Straße lief, sei ihm der Bescheid geworden, es doch lieber dem Gendarm zu sagen, dann würde die Sache schneller geregelt werden. Genosse Schief te berichtete alsdann, daß in seiner Familie fein berheirateter 26 Jahre alter Sohn der Krankheit zum Opfer gefallen sei. Nachdem Genosse Gramenz ebenfalls eine Anzahl Fälle zur Sprache gebracht hatte, erhielt der Bürgermeister Sch a blow das Wort. Er ging auf die gerügten Mißstände ein und meinte, er sowohl wie die Gesundheitskommission und die ihm unterstellten Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Der zu morgen an Organe fühlen sich vollkommen frei von Schuld. Er hätte alles gezeigte Vorfrag von Heinrich Schulz fällt der Trauer- getan, was er tun konnte und was ihm nach den gesetzlichen Befeierlichkeit für den Genossen Auer wegen aus und findet am timmungen zustehe. Von der Polizei und den Aerzten sei alles Sonntag, den 5. Mai, im großen Saale des Gewerk- getan, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Bezüglich der schaftshauses statt. Die Mitglieder wollen sich beim Trauer- Grfrankung bei dem Schlächter Radeboldt habe der Kreisarzt der Frau des Schlächters das Betreten des Ladens verboten. Die zuge denjenigen Wahlkreisen anschließen, zu denen sie gehören. Näume wurden gründlich desinfiziert. Der Schlächter Radeboldt Der Unterricht in Geschichte fällt am Montag, den fei mit seiner Ware aus dem Ort gezogen und hat das Geschäft 15. d. M., aus und wird am Dienstag, den 23. d. M., nach- verkauft. Besonders hob der Bürgermeister hervor, daß die Wässer, geholt. Wegen Erkrankung des Genossen Ströbel muß heute der Literaturunterricht ausfallen. 1 Adlershof. leber die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter klasse wird in einer am Dienstag, abends 8%, Uhr, im Schwarzen Adler"( Karl Uliz) stattfindenden Volksversammlung Genosse Simon Rabenstein referieren. Die Genossen werden ersucht, für starken Besuch der Versammlung Sorge zu tragen und ihre Frauen mitzuDer Einberufer. bringen. Auch die Genossen von Pankow und Nordend find zu dieser Versammlung eingeladen. Nordend. ,, Unsere Jugendorganisation" Yautete das Thema, über das Genosse Heinrich Schulz in der am Dienstag stattgehabten General versammlung des Wahlvereins referierte. Der instruttive Vortrag, in welchem der Redner die Anwesenden aufforderte, die Jugend im Sinne des Sozialismus zu erziehen, fand lebhaften Beifall. Air der Diskussion beteiligten sich die Genossen Steuer, Rosin und Leitungs- und Brunnenwasser, gut seien. Sigungen hätten mit Hildebrandt im Sinne des Referenten. Es wurde hierauf eine der Gesundheitskommission allerdings nicht stattgefunden, vielmehr Kommission gewählt, bestehend aus den Genossen Steuer, Taberg, erstreckte sich die Tätigkeit der Mitglieder auf die Erledigung ein- Reimers, Schindhelm und Rosin, die die Gründung einer Jugendzelner Aufträge. Wenn dem Redner ein Fall von Typhus mit organisation vorzubereiten beauftragt ist. Den Kassenbericht des Zwei schwere Straßenunfälle, beide durch das Automobil her geteilt wird, ordne er sofort die zu treffenden Maßnahmen an. ersten Quartals erstattete Genosse Hize. Danach betrug die Eins beigeführt, werden vom gestrigen Tage gemeldet. Gegen 10 Uhr Nachdem Herr Woltersdorf und Genosse Mietlen nochnahme 382,24 M. und die Ausgabe 404,31 M., mithin war ein vermittags wollte die Mirbachstr. 10 wohnende Frau Margarete besonders feststellte, daß die Behörde den Schlächter mit feiner Defizit von 22,07 M. zu verzeichnen. Dem Speditionsbericht des Merkel an der Weidendammer- Brüde einen dort haltenden Ware habe abziehen lassen, ohne ihm diese Ware abzukaufen und Genossen Steuer par zu entnehmen, daß die Zahl der Vorwärts". Straßenbahnzug der Linie 34 besteigen, als in diesem Augenblick von amtswegen habe vernichten lassen, nahm Herr Dr. Schmidt Abonnenten 600 erreicht hat. Die Mitgliederzahl des Wahlvereins der Automobilomnibus Nr. 1363 der Linie Hallesches Tor- Liesen-( Mitglied der sogenannten Gesundheitskommission) das Wort. Er beträgt inklusive der 49 in der Generalversammlung neu aufgestraße herannahte und zwischen dem Bahnwagen und Bürgersteig stellte als allgemein bekannt hin, daß der Boden mit Jauche durch nommenen Genossen jezt 429. Die Maifeier findet, wie alljährlich, hindurchfuhr. Frau M. wurde von dem Kraftwagen erfaßt, zu tränkt sei. Bevor feine Kanalisation war, wurde allerdings die in Wölsteins Lustgarten statt. Zur Generalversammlung GroßBoden gerissen und überfahren. Die Verunglückte verstarb schon Jauche in die Erde geführt. Er hätte immer im Verkehr mit dem Berlins wurden die Genossen Otto, Liegner, Büttner, Schwarzlose, wenige Minuten darauf an den Folgen der erlittenen inneren Amt gestanden und auch verlangt, daß die Brunnen geschlossen Martin und Hanke delegiert. Verlegungen. Die Leiche der Verunglückten wurde nach der König wurden. Dies set nicht bei allen getan worden. Auch seien neue lichen Klinik übergeführt. Ein weiterer schwerer Unfall trug sich Schilder mit der Aufschrift Kein Trinkwasser" angebracht worden. Nieder- Schönhausen. gestern abend gegen 9 Uhr auf der Charlottenburger Chaussee zu. Man könne nicht immer gleich so scharf borgehen, die polizeilichen Zu der genannten Zeit stieß eine Automobildroschke in der Nähe Maßnahmen seien immer sehr durchgreifend. Im übrigen hätte des Großen Sternes mit einem entgegenkommenden Lastwagen auch der Schlächtermeister Schaden gehabt. zusammen. Der Anprall war so start, daß das Automobil zer- Genosse Gerisch wies die Ansicht des Dr. Schmidt energisch trümmert und der Insasse der Kraftdroschke, Zahnarzt zurück. Das Gesamtinteresse müsse höher stehen. Wozu seien wir Dr. J. H. Ramsey, Mohstr. 33 wohnhaft, auf das Straßenpflaster benn Mitglieder der Gemeinde? Bei derartigen Ereignissen müsse geschleudert wurde, wo er besinnungslos liegen blieb. Der Ver- eben die Gemeinde helfend eingreifen und die Entschädigung leisten. unglückte wurde nach der Unfallstation am Zoologischen Garten Hier solle man nicht knausern. Es werde aber immer an der gebracht, wo eine nicht unerhebliche, stark blutende Wunde an der unrichtigen Stelle gespart. Man solle den Grundbefizern mehr auf Stirn festgestellt wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes fonnte die Finger sehen. Der Es sprach dann noch Herr Schriftsteller Dreßier, der die der Zahnarzt nach seiner Wohnung übergeführt werden. Chauffeur hatte nur geringfügige Verlegungen davongetragen. herrschenden Zustände treffend glossierte. Nach einigen kurzen Bemerkungen des Bürgermeisters Ein berüchtigter Hoteldieb, der sich zuletzt dem Eisenbahn- und des Dr. Schmidt nahm der Referent, Genosse Dr. Bern diebstahl zugewandt hatte, wurde gestern wieder einmal festgenommen. ft ein, das Schlußwort. Er stellte aus der Diskussion fest, daß Bor 4 Jahren wurde der frühere Kaufmann Paul Sochaczewer in einer immer die Schuld auf den anderen zu schieben suche. Der einem Hotel Unter den Linden festgenommen und wegen vieler Dieb- Bürgermeister auf die Aerzte und diese auf die Behörde. Durchstähle im Rückfall zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Ver- greifende Besserung könne man von der heutigen organisierten Gebüßung dieser Strafe legte sich Sochaczewer auf die Ausplünderung sellschaft nicht erwarten, wo nur der Besitz entscheidet, die große der Luruszüge, die vom Potsdamer und Anhalter Bahnhof aus Masse sich nur fügen soll. So wie in Baumschulenweg die Sozialgehen. Mit einer Bahnsteigkarte verschaffte er sich Zutritt und stahl demokratie die Sache bei der Typhusepidemie in die Hand gefurz vor Abgang der Züge den Reisenden, die sich noch mit den An- nommen habe, so sei diese auch immer auf anderen Gebieten voran. gehörigen auf dem Bahnsteig unterhielten, die Handtaschen von den Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Belegten Blägen. Hierbei erbeutete er tostbare Wert- und Schmuck- Die heute in Speers Festjälen versammelten Einwohner sachen, die er zum Teil verkaufte, zum Teil seiner Braut schenkte. Treptow- Baumschulenivegs bedauern lebhaft, daß die im Ortsteil Diese wußte nichts von seinem Borleben und ebensowenig von Baumschulenweg herrschende ansteckende Krankheit eine solche Ausfeinem Treiben. Er schwindelte ihr vor, daß er als Kauf- dehnung gewinnen fonnte. Sie halten es für feststehend, daß die mann in einem Vororte angestellt sei und für sein Geschäft Ortsbehörde nicht schnell und energisch genug gegen die wahrscheinoft reisen müsse. Von seinen„ Reisen" brachte er dann die schönen lichen Ursachen der Krankheit vorgegangen ist. Geschenke mit, eine goldene Uhr mit einem Medaillon, silberne Die Verjammlung bedauert ferner, daß die Ortsbehörde nicht Täfelchen usw. Der Bahnhofsdieb war trop aller Beobachtungen allen Einwohnern von dem gefährlichen Charakter der Seuche In einer im Lokal von Richter stattgehabten Volksversammlung referierte Genoffe Kimriz über: Die Organisation und ihre Bedeutung für Kultur und Fortschritt. Der leicht verständliche Vortrag fand den lebhaften Beifall der Versammelten. Zur Frage einer befferen Agitation äußerten sich in eindringlicher Weise die Genossen Augustin, Kemniz, Wienand, Gappe, Lück und Neuendorf. Genoffe Beyer forderte die Anwesenden auf, mehr als bisher für die sozia liftische Preſſe, den„ Vorwärts" einzutreten; es sei eine Schande, daß in Arbeiterwohnungen noch eine so große Zahl bürgerlicher Klatschblätter vom Schlage der Morgenpost", das Deutsche Blatt" usw. anzutreffen sind. Nachdem Genosse Neuendorf noch die standalösen Schulverhältnisse am Orte näher beleuchtet, schloß der Vorsitzende Genosse Lenz mit einer eindringlichen Aufforderung, leb haft für den Sozialismus zu agitieren, die Versammlung. Potsdam. In der letzten Wahlvereinsversammlung gedachte der Vorsigende zunächst in warmen Worten der verstorbenen Genossen Grimpe und Auer, worauf die Versammlung das Andenken derselben in üblicher Weise ehrte. Genosse Jul. Borchardt sprach sodann über„ Umsturz und Revolution". Sein interessanter, leicht verständlicher Rors trag farb reichen Beifall. Hierauf machte Genosse Staeb bekannt, Nach ziemlich dreistündiger Beratung bejahten die Geschworenen Feuerwehrzüge ein; später setzten zwei Sprigendampfer das Vorderdaß nach Rücksprache mit dem Kartell man dahin übereingekommen sämtliche Schuldfragen unter zubilligung mildernder schiff, wo sich der Brandherd befindet, unter Wasser. fei, den 1. Mai wie im Vorjahre zu feiern; am Vormittag Ver- Umstände. sammlung bei Ladenthin und im Vittoriagarten und am Nachmittag Staatsantvalt Totti beantragte eine Gefängnisstrafe Mostau- Kurster Bahn die Annahme und Auslieferung sämtlicher Infolge Eisganges hat, wie aus Bromberg gemeldet wird, die im letzteren Lokal Konzert sowie Gesangsvorträge der hiesigen von drei Jahren sowie Aberkennung der Fähigkeit zur Be- Güter auf Station Dia Bristan vom 9. April ab eingestellt. Arbeitergesangvereine. Als Hülfstassierer wurde Genosse Bethke Kleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von 5 Jahren. gewählt. Das Urteil lautete nach kurzer Beratung auf 2 Jahre Ge- Schnellzug entgleist. Der von Drsova nach Budapest abfängnis unter Anrechnung von 6 Monaten der erlittenen Inter- gegangene Schnellzug ist bei Dorozsma entgleist. Zwei Reisende Die Arbeiter Bildungsschule bringt am morgigen Sonntag abends 8 Uhr im Restaurant Ladenthin, Kaiser Wilhelmstraße, einen fuchungshaft. Außerdem wurde dem Angeklagten die Fähigkeit zur find tot, drei schwer und zehn leicht verletzt. Vier Wagen sowie der abends 8 Uhr im Restaurant Ladenthin, Kaiser Wilhelmstraße, einen Bekleidung eines Amtes auf die Dauer von drei Jahren ab- Bahnkörper sind stark beschädigt. Vortrag über„ Die Weltkrise 1907", zu welchem die Mitglieder sowie Gäste eingeladen sind. Vortragender ist Herr Dr. GoldSchmidt- Charlottenburg. Gleichzeitig sei mitgeteilt, daß die Generalbersammlung am Freitag, den 19. April, im selben Lokal stattfindet. Tagesordnung: Beschlußfassung über einen neuen Sturfus und Bestimmung des Lehrgegenstandes. Spandau. erkannt. Regierungssekretär und Dienstmädchen. Briefkaften der Redaktion. Große Explosion. Im Glasgower Handelsviertel brach infolge einer Erplosion eine große Feuersbrunst aus, wobei mehrere Häuser völlig zerstört wurden. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. Vor dem Spandauer Schöffengericht hatte sich am Mittwoch der Regierungssekretär Gustav Witte aus Potsdam wegen Deckeneinsturz. Gestern abend stürzte Pariser Meldung zufolge tätlicher Beleidigung des 16jährigen Dienstmädchens Selma Urban in einer auf dem Montmartre gelegenen Druckerei die Decke ein; zu verantworten. Das Mädchen war im September vorigen Jahres fünf Arbeiter wurden unter den Trümmern be. Die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag hatte sich zubei der Tochter des Angeklagten, die in Spandau an einen Zahl- graben, zwei wurden getötet, die anderen drei schwer nächst mit der Aufnahme einer Anleihe von 1 237 000 ml. zwecks Er- meister berheiratet ist, im Dienst. Der Angeklagte, ein Mann von verlegt. Zug entgleift. Gestern entgleiste in der Nähe von Chapleau weiterung der Be- und Entwässerungsanlagen, welche sich infolge der 60 Jahren, lam in September vorigen Jahres bei feiner Tochter rapiden Entwickelung Spandaus als durchaus notwendig herausgestellt zum Besuch. Schon am ersten Tage paßte er den Moment ab, als( Provinz Ontario) ein Durchgangszug der Kanadischen Pacific- Bahn. haben, zu beschäftigen. Von diesen 1237 000 m. entfallen auf die Be- das Mädchen allein in der Küche war, frug fie nach ihrem Alter, Fünf Wagen stürzten den Bahndamm hinunter wässerung 520 000. M. und auf die Entwässerung 667000 M. Ferner füßte sie und sagte ihr, sie möge doch am Abend ihre Schlafstuben- und gerieten in Brand, wobei 15 Personen ums Leben Das Mädchen hatte jedoch| kamen. noch 50 000 M. besonders für die Radelandstraße. Dieser Vorlage tür auflassen, er wolle zu ihr kommen. stimmt die Versammlung einstimmig zu. Am anderen Tage benutzte der Angeklagte Eine weitere Anleihe die Tür verschlossen. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be. von 3 000 000 r. wurde gefordert für die Erweiterung der Gas- wieder den Moment, wo das Mädchen allein in der Küche war, und anstalt. Diese Eriveiterung ist auch notwendig geworden durch die machte ihr Vorhaltungen darüber, daß sie die untung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Er bat sie, dies heute zu tun, und 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Entwickelung Spandaus. Der Erweiterungsbau soll in 4- Bauperioden Tür nicht aufgelassen. borgenommen werden und für die einzelnen Bauperioden folgende Mittel wurde dann gegen das junge Mädchen handgreiflich, daß diese In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. zur Verwendung kommen: 1. Bauperiode 1907-1908 600 000 m., 2. Bau- weinend zu einer im Hause wohnenden Dame lief und diese bat, sie periode 1909-1910 1 250 000 m., 3. Bauperiode 1911-1912 450 000 m., möge doch ihren Schwager herbeiholen, damit sie dieser aus dem Hause forthole, wo man sie so verfolge. 4. Bauperiode nach 1912 700 000 M. Die Anleihe soll mit 3 bis Dies geschah denn auch. Dann wurde gegen den An4 Proz. verzinst und mit 1% Proz. getilgt werden. Auch dieser Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Im Verhandlungstermin wurde eine Trevpe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Vorlage stimmt die Versammlung zu. Zu beiden Vorlagen wurden geklagten Strafantrag gestellt. Geöffnet 7 Uhr. von dem Genossen Stadtverordneten Schmidt I mehrere von auch die jetzige Dienst herrin des Mädchens vernommen. wochentäglich von 7 bis 9½ 11hr abends statt. Diese betundete, daß sie das Mädchen erst nicht in Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein großer Sachkenntnis zeugende zweckmäßige Vorschläge gemacht. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Wenn sich nun mal in Spandau alles entwickelt, so darf auch, Dienst nehmen wollte, weil sie ein sehr schlechtes wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 635. M. B. 1. Nein. 2. Eine Aufmerksamkeit. Tegel- Potsdam. wie dies ja in einem Polizeistaat wie Preußen- Deutschland ist, die Zeugnis von ihrer vorigen Dienstherrschaft( der wohllöbliche Polizei nicht vergessen werden. Obwohl seitens der Tochter der Angeklagten) vorwies. Nachdem ihr der Vorfall aber 1. In Reiseangelegenheiten wenden Sie sich an die amtlichen AuskunftsP. M. 107. Der Spandauer Arbeiterschaft die Ansicht vertreten wird, wenn die Polizei- largelegt, nahm sie das Mädchen doch in den Dienst und habe ge- ftellen bei der Eisenbahn. 2. Uns nicht bekannt. Dreifach organisiert. beamten nur zu dem Zweck, wozu fie eigentlich da sein sollten, funden, daß das Zeugnis nicht den Tatsachen ent- Wirt ist zum Verbot des Besuchs nicht berechtigt. Das Mädchen sei sehr sauber, fleißig und sittsam. 1. Das Gesez führt nicht auf, welche Gegenstände im einzelnen unpfändbar nämlich zum Schuße des Publikums, das heißt der Allgemein- pra ch. Soweit ers heit des Publikums, die jetzige Anzahl der Polizeibeamten Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstra fe von 500 m. find. Unpfändbar sind die unentbehrlichen Gegenstände. sichtlich, sind das die von Ihnen aufgeführten. 2. Die Nichtbezahlung noch mehr wie zu viel ist, stehen der Magistrat und die Der Angeklagte verwies zu seiner Verteidigung auf seine der Stirchensteuer ist ohne Einfluß auf Gemeinde, Landtags- oder 3. Der Austritt tostet pro Person drei Mark. bürgerlichen Stadtverordneten auf dem Standpunkte, daß mit tadellose Vergangenheit" und darauf, daß das, was er getan, doch Reichstagswahl. M. M. 19. Sie müßten darlegen, daß in der Tat das Sparkassenbuch der Entwickelung der Stadt auch die Polizeibeamten vermehrt häufig vorkomme. Der Vorsitzende wies diese Art Verteidigung Nir Ja einer der ängstlichen Herren wies sogar darauf hin, scharf zurück. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von Ihnen gehörte, und gegen die Erben auf Rückzahlung flagen. daß durch die Hafenbauten sehr viel Arbeiter beschäftigt würden und 300 art. Der Vorsitzende hob bei der Urteilsbegründung her- dorf 2. Wenn aus dem Statut sich nicht etwas anderes ergibt, als Ihre da müsse die Polizei unbedingt vermehrt werden. Dabei haben die vor, daß der Angeklagte eigentlich Gefängnis verdient habe. Das Schilderung annehmen läßt, so ist die erhöhte Krankenunterstützung mit Recht zu Arbeiter bis jetzt noch nicht den geringsten Anlaß zum Einschreiten Gericht habe davon abgesehen, damit er nicht seiner Stellung ver- zahlen und kami eine Rückzahlung von der Ortsverwaltung nicht verlangt werden. R. 5. 99. 1. Wenn der Vater beim Standesbeamten seine Vaterschaft der Polizei gegeben, wohl aber die Fabrikanten und Groß- lustig gehe. Offenbar ist der Regierungssekretär in Potsdam auch anerkennt: ja. Die Anerkennung tann bei der Heirat erfolgen. 2. Der industriellen bei ihren Arbeiter- Aussperrungen. Gefordert werden eine große Ordnungsstütze. Antrag, tann bei dem Standesbeamten, der die Heirat schließt, aber auch bei dem, der die Geburtsurkunde aufgenommen hat, gestellt werden. die Mittel zur Neuanstellung eines Nachtwachtmeisters, zivei 3. Nein. 4. Hierzu ist ein Antrag bei der Kirchenbehörde erforderlich. Kriminalpolizeisergeanten und sechs Exekutivpolizeisergeanten. Ein Arbeiter in Stargardi. Pommern war am 25. Januar. 31. 1. und 2.: Die Einwilligung des Vaters zur Heirat seines Sohnes Vorlage wurde genehmigt. Eine stundenlange Debatte wurde durch die Vorlage Verkauf von 1700 Morgen Forstland an den von einem liberalen Wahlhelfer aufgefordert worden, einen fäumigen ist nicht erforderlich. Jedes Kind kann ohne Grund auf den sogenannten Pflichtteil beschränkt werden. Db Versicherungsgelder zur Masse gehören Architekten Heinet für neun Millionen Mark sowie Gewährung einer Wähler an die Wahlurne zu holen. Der Arbeiter kam der Auf oder den Versicherten zustehen, hängt von dem Inhalt der Police ab. Provision von 3 Proz. hervorgerufen. Unsere Genossen erklärten forderung nach, traf aber den Gesuchten nicht zu Hause an. Er ließ 3. Dem Standesbeamten müssen Sie Ihre Geburtsurfunde und Militärsich dahin, daß sie prinzipiell gegen jeden Verkauf von städtischem sich von der Frau desselben den amtlich ausgegebenen Kontrollschein papiere überreichen. 4. Wir können weder das eine noch das andere Buch Aber auch die Mehrheit aushändigen, mit welchem er zum Wahllokal ging, wo er einen empfehler. 5. 88. Sie können beim Amtsgericht von neuem laden Gelände zu Spekulationszweden seien. Die Straffammer in und die Verurteilung beanspruchen. Sie können auch bei der Staatsschien sich nicht recht für den den Verkauf dieses schönsten liberalen Stimmzettel abgab. können. Den Stargard qualifizierte die Handlung des Angeklagten als eine anwaltschaft direkt Anfrage über den Stand der Sache richten. Verein 84. Ja. O. 5. 6623. 50 Proz. M. P. 11. Nein. meisten war der Preis zu niedrig. Es gelangte schließlich unverschämtheit sondergleichen" und verurteilte ihn zu G. 2. 15. 1. Ehebruch ist nur auf Antrag zu bestrafen. 2. Der Das Gericht nahm an, daß der An unterliegende Teil hat die Kosten zu tragen. drei Monaten Gefängnis. ein Antrag zur Annahme, die Vorlage an die Kommission Lankwitz 44. Das Amtszurückzuverweisen. Es sollen weitere Verhandungen mit Heinel geklagte sich der Strafbarkeit seiner Handlungsweise wohl bewußt gericht des Bezirks, in dem der Vermieter wohnt, ist zuständig. zwecks Erzielung eines höheren Preises eingeleitet werden. Eine gewesen sei, da er an den Vorbereitungen zur Wahl lebhaften An-. R. 100. 1. Der Eigentümer des Hundes ist für den vom Hunde angroße Anzahl von Vorlagen konnte der vorgerückten Zeit wegen nicht teil genommen habe und erst vor furzer Zeit aus Anlaß einer gerichteten Schaden voll schadenersatpflichtig. 2. Die mündlich vereinbarte Flugblattverbreitung habe bestraft werden müssen. Kündigungsfrist ist maßgebend; nur falls eine solche Kündigungsfrist nicht erledigt werden. Das Urteil wird kaum dazu beitragen, daß in Pommern die vereinbart ist, besteht für möblierte Wohnungen die Sündigung bis am 15. zum í. Die Bureaus der neugebildeten Gewerbeinspektionen Niederschamlosen Wahlfälschungen aufhören. Denn einzelne hauptsächlich an Barnim NW. und SO. befinden sich in Berlin, Prinzenstr. 69 denselben beteiligten tonservativen Krautjunter fangen die Sache viel borsichtiger an, sodaß sie dem Staatsantvalt beziv. Thomasiusstr. 22. durch die Maschen schlüpfen. werden. Teiles des Spandauer Waldes erwärmen zu Gerichts- Zeitung. der Die Wegen Wahlfälschung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Hus der Frauenbewegung. la Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-72 pr. 100 ẞid., Ila 62-67, IIIa 58-61, Bullenfleisch Ia 66-70, IIa 56-64, Stübe, fett 54-60, do. mager 44-52, Freffer 52-65, Bullen, dän. 60-62, do. holl. 00-00. Kalbfleisch, Doppelländer 100-125, Mafttälber Ia 90-96, IIa 80-88, IIIa 00-00, Stälber ger. gen. 55-70, do. Holl. 00-00, dän. 57-64. Hammelfleisch Mastlämmer 71-74, Ia 66-70, IIa 62-65, Schafe 55-60. Schweinefleisch 45-54. Rehwild, plomb. per Bid. 0,80-0,85. Rothirsch Straflosigkeit schmachvoller Behandlung Strafgefangener. 0,00. Rothirsch, Abschuß 0,00. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,55. Finnische Frauen als Wählerinnen und als Abgeordnete. Frischlinge 0,00. Staninchen per Stüd 0,60-0,90. Hühner, alte, per Vor der Straffammer zu Braunsberg hatte sich am 9. April Die finnländischen Frauen haben bei der Wahl des neuen Stüd 1,75-4,10, do. II a 1,50-1,70, do. junge 1,35-1,50. Bolgahühner ein Oberaufseher der Strafanstalt zu Pr. Holland Landtags bewiesen, daß sie ihr eben erst gewonnenes Wahlrecht 1,25-1,90. Tanben 0,50-0,75, italienische 0,00. Enten per Stüd wegen Körperverlegung im Amte zu verantworten. Auf zu würdigen wissen und sogar in größerer Zahl als die Männer 2,75-3,50, dito Gis- per Stück 2,70-8,00, dito Hamburger per Stüd 3,00 Grund der Beweisaufnahme nahm der Staatsanwalt drei Fälle davon Gebrauch gemacht. Schon in den ersten Nachrichten über bis 5,00, Gänse, Hamburger per Pfund 1,20-1,25, dito is 0,50-0,58. bon Körperverlegung an Strafgefangenen als erwiesen an. Die Wahlbeteiligung trat die Tatsache hervor, daß mehr als Hechte per 100 Pfund 69-87, groß 54-56, flein 0,00. Bander mittel 0,00, In einem Falle hatte der Angeklagte einem Gefangenen, 60 Proz. derer, die ihre Stimme abgaben, Frauen waren, und auch unsortiert 0,00 do. matt 0,00. Schleie boll. Ila 85-89, do. 97, do. 107-115. Pale, groß 110-121, flein 56, mittel 111-113, uns. 95-103. der an einem Frühlingssonntag durch das geöffnete Fenster die späteren Nachrichten zeigten, daß in den meisten Wahlkreisen Blögen, flein 24-26, do. groß 60-61, do. 45-47. Starpfen unfortiert die Frauen mehr politisches Intereffe gezeigt hatten als die 0,00, bo. groß 0,00, do. 30er 0,00. Bleie matt 51-54. Aland 51-56. nach dem Kies Hof hinaus sah, eine Hand voll Männer. Die Frauen haben aber auch dafür gesorgt, daß eine Bunte Fische 30-56. Barse 0,00, do: matt 0,00. Karauschen 86. Blei in die In Augen geworfen. einem anderen Anzahl ihrer eigenen Geschlechtsgenossinnen als Abgeordnete ge- fifche 0,00. Wels 63. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer hatte Falle mit Angeklagte einen Strafgefangenen wählt wurden. Von den 200 Mitgliedern des neuen Landtags find per 100 pfd. 110-130, do. IIa nener 90-100, do. IIIa neuer 75. dem Schlüsselbunde geschlagen. Und im dritten 19 Frauen, und von ihnen gehören 9 der sozialdemokratischen Seelachs 25-30. Sprotten, Stieler, Ball 1,00-1,50, Danziger, Stifte 0,60-0,70. do. mittel per Seiste 2-3, Hamb. Falle führte der Angeklagte, nachdem er zwei andere Aufseher Partei an, 6 der altfinnischen, 2 der jungfinnischen Partei, 1 der Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4 Stiege 4-6, halbe Riste 2,00. Bücklinge, per Wall Stieler 3,00-3,50, fortgeschickt hatte, einen Etrafgefangenen nach der Arrestzelle, schwedischen Volkspartei und 1 der agrarischen Partei. Dem Beruf Stralsunder 3,00-3,50. Male, groß per Bfb. 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,00, schloß diese von innen zu und mißhandelte den Ge- nach sind 7 Lehrerinnen, 4 find als Agitatoren für die sozial- flein 0,60-0,80. Beringe p. Schock 5-9. Schellfische Stifte 2,50-3,50, do. 1, Stifte fangenen, den er zur Erde geworfen hatte, mit seinem demokratische Partei tätig, 2 sind Redakteure, 2 Arbeiterinnen 2,00. Stabliau, geräuch. p. 100 Bfb. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er oder Dienstmädchen, die übrigen sind Hausfrauen. per Anfer 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906 er 75-80. Schottische Vollberinge Schlüsselbund. Von unseren in den Landtag gewählten Parteigenossinnen 1905 0,00, large 44-48, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Der Staatsanwalt meinte, es liege hier zweifellos Körper- ist besonders bekannt, und gefürchtet bei Herrschaften, die ihren Heringe, nene Matjes, per/ 20. 60-120. Sardinen, rufs., Jaß Neunangen, Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. berlegung, begangen im Amte, vor. Die Fälle liegen aber sehr Dienstmädchen Unrecht tun, Miina Sillanpää, selbst Dienst- 1,50-1,60. milde. Da der Angeklagte von seinen Vorgesetzten als ein sehr vor- mädchen und Vorsißende der Fachorganisation ihres Berufes; Schodja 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Eier, Land, ber Schock 3,00-3,35. Butter züglicher, tüchtiger Beamter bezeichnet werde, beantrage er für einen ferner die Volksschullehrerin Silja Pärssinen, die gleich- per 100 Bib. Ia 106-108, IIa 103-105, IIIa 98-102, abfallende 90-95/ Saure Gurten Schod 4,10-4,50, Pfeffergurten 4,00-4,50. Startoffeli 10 M., für die anderen beiden Fälle je 20 M. Geldstrafe, fam die Seele der sozialdemokratischen Frauenbewegung ist und ver 100 Bfund magnum bonum 2,75-3,00, Dabersche 2,50-2.75, Fall weiße verschiedene Schriften über die Frauenfrage verfaßt hat, und dann Rosen 0,00, 2,25-2,75, Salatkartoffeln 8,00. Spinat zufammen 50 M. oder 10 Tage Haft. Das Gericht nahm nach etwa halbständiger Beratung an, die Näherin Anni Hurtari, die, seit sie erwachsen ist, an der per 100 Pfund 20-25. Karotten per 100 Pfund 20-25. der Angeklagte habe nicht die Absicht gehabt, die Strafgefangenen Sozialdemokratischen Frauenbewegung lebhaften Anteil genommen hiesige, per Schock 4,00-10,00, do. pommerfche 6,00-12,00. zu mißhandeln. Was den schwersten Fall, den Vorgang in der hat und namentlich auch mündlich sowohl wie schriftlich unter den große, per 100 Pfund 3,50-4,00, do. fleine 3,00-3,50. do. hiesige( Berl-) Näherinnen agitatorisch tätig ist, Arrestzelle, betrifft, so habe sich der Angeklagte wahrscheinlich in dem Glauben befunden, er könne angegriffen werden, und sei Der Bund für Mutterschutz veranstaltet am Dienstag, 23. April, deshalb dem Angriff des Gefangenen zu borgekommen.(!) abends 8 Uhr, im Architektenhause, Wilhelmstr. 92/98, eine öffent Dr. phil. Helene Stöcker spricht über das Es sei zwar erwiesen, daß dieser laut um Hilfe liche Versammlung. gerufen habe. Aber das tönne er auch getan haben, ohne sich Thema:" Der Fortschritt unserer Gegner"; Dr. Ditto Juliusburger in Gefahr befunden zu haben. Aus diesen Gründen über Mutterschuß und Alfohol". Der Vortrag ist für Mitglieder hielt der Gerichtshof die Schuld des Angeklagten des Bundes frei; Nichtmitglieder zahlen 50 Pf. an der Abendkasse. nicht für erwiesen und sprach ihn in allen drei Fällen frei. Versammlungen Veranstaltungen. Vermischtes. Sellerie, Zwiebeln 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00-2,50. Sobirabi per Schock 0,00. Rettig, bayr. per Schod 2,40-4.80. Mobrrüben ver 100 Pjund 3,50-4,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 8-10. Weiße Rüben, große 0,00, fleine 0,00. Note Rüben 0,00-0,00. Blumenkohl ital. per Storb 2,00-3,50. Kohlrüben per Schock 2,00-2,50 Wirsingkohl ver 100 Pfd. 4,00-4,50. Rotkohl per 100 fb. 0,00-0,00. Rosenkohl per 100 Pid. 0,00. Beißfohl per 100 fd. 1,50-2,50. Rhabarber 100 Bund 6,00-15,00. Grünkohl per 100 Pfund 0,00. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 0,00, böhm. 15-22, ital. 25-32. Acpjel, per 100 Pid., hiesige 5-25, Tiroler, Stifte 0,00. Calville, Stifte 50-110, Amerikanische in Fäff. 15,00-30,00, Stal., Stifte Ia 12,00-20,00, extra 18,00 bis 28,00. Zitronen, Messina, 300 Stück 8,00-12.00, 360 Stüd Balencia 420 er Stifte 12-22,00, do. 714 er 15-23,50, Meffina, 100er 4,00-6, 150cr 4,75-6, 160 er 8-13,00, 200cr 7,50-12, 300er 8-13, Blut 100cr 5-7,50, do. 150 er 6-8,00, 80 er 6,50-8,00. Stal. in Körben per 100 Pfd. 0,00. Mandarinen, Kiste 0,00 do. 100er, Stifte 4,00-5,25. 8,00-10,00, 200 Stüd 8,00-15,00. Apfelfinen, Jaffa, per stifte 0,00, Murcia 200 er stifte 6-9, do. 300 er 7-10, Witterungsübersicht vom 12. April 1907, morgens& Dr. Hätten die Richter sich je in der Lage eines Strafgefangenen Lichtenberg. Sonntag, den 14. April, 5 Uhr, bei Pickenhagen, Scharnweberstr. 60. Vortrag. Herr Spiekermann:„ Krankenbefunden, so wären sie schwerlich zu der dem gesunden Menschenversicherung." Gemütliches Beisammensein. verstand und laienhaften Rechtsempfinden unverständlichen Ansicht gekommen, daß Sand in die Augen werfen und Prügeleien mit einem Schlüsselbund seitens eines Oberaufsehers teine strafbaren groben Amtsverletzungen seien. Die Freisprechung wie die Vorfälle gehören zu den schwersten Anklagen gegen unsere Rechtspflege. Eine Familientragödie. Die seit Montag vermißte BergmannsSchade, daß die Wißhandelten nicht Kollegen der freisprechenden familie Gläser in Eving bei Dortmund wurde gestern von der Vor einer Reihe von Jahren wurde ein hoch- Polizei, die die Wohnung der Familie gewaltsam öffnete, in grauen- Stationen Richter[ waren. Konservativer Zuchthaus direktor, der die Möglichkeit eines Amts- erregendem Zustande tot aufgefunden. Mann, Frau und fünf mißbrauchs durch feige Brügeleien stets bestritten hatte, auf einer Stinder find tot. Die Kinder weifen Strangulationsmerkmale auf. Polizeiwache, deren Mitglieder ihn nicht erkannten, arg verbläut. Ein Kind hatte eine Schnur um den Hals. Alle Leichen sind start Seitdem hatte der Zuchthausdirektor andere Anschauungen. Barometer stand mm Bind. Bunipp Windstarke Beller verwest und lagen in großen Blutlachen. 1 bedeckt Swinemde. 763D Hamburg 761 DND 3 bedeckt Berlin 762 DSD Die Pocken. Auch in Genf treten die Pocken auf; gestern waren Franff.a.M. 757D München 758 SD Bien zwei Fälle mit tödlichem Ausgange zu verzeichnen. Der Amtsgerichtssekretär einer kleinen Provinzialstadt. Der vor dem Schwurgericht des Landgerichts II verhandelte Prozeß gegen den Amtsgerichtssekretär Alfred Müller wegen Feuer brach gestern, wie aus Hamburg gemeldet wird, auf Verbrechens im Amie ist gestern zu Ende geführt worden. dem im Kaiser Wilhelmshafen liegenden Dampfer Ambria" der Der Staatsanivalt hielt 68& älle der Unterschlagung für Hamburg- Amerika- Linie, dessen Ladung hauptsächlich aus Kopra berwiesen. steht, aus. Zur Bekämpfung des Feuers trafen alsbald mehrere Temp. n. C. 5°. 4° N. Stationen Barometer. fland mm Bind. Windstärke richtung Weller 2 heiter Zemp. n. C. 1 bedeckt 2halb bd. 4 halb bd. 7 3 bedeckt 8 7 26 OP= 90! 5 Haparanda 766 N 4 Petersburg 764 WNW 3 wolfig 5 Scilly 751 NND 2 wolten! 7 lberdeen 763D 4 heiter 2 Paris 751 DSD 761 ND 1 ivoltig 3 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 13. April 1907. Ein wenig wärmer bei mäßigen östlichen Winden und wechselnder Bewölfung, feine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 13. April Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Samson und Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Residenz- Theater. Direktion Richard Allegander. Anfang 8 Uhr. Dalila. 1. Alt. Herodiade. 3. ft. Haben Sie nichts zu verzollen? Barbier diSeviglia. 2. Att. Kgl. Schauspielhaus. Die Rabenfteinerin. Neues tgl. Operutheater. Beer bohm Tree. Twelfth Night Deutsches. Der Revisor. Borsing. Martha. Anfang 8 Uhr. Leffing. Marquise. Neues Schauspielhaus. Alt- Heidel berg. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und P. Veber. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Berliner. Der Hund von Baskerville. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Schiller 0. Traumulus. ( Balmer- Teater) Hänsel und Gretel Schiller- Theater Charlottenburg. Heimat. Schiller N. · ( Friedrich WilhelmKindermärchen in 6 Bildern. Abends 8 Uhr: städtisches Theater.) Das letzte Dorf und Stadt. Mittel. Komische Oper. Tosca. Zentral. Wiener Blut. Weften. Die lustige Witwe. Nachm. 3 Uhr: Don Juan. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Der Dieb. Schauspiel in 5 Aufzügen von Ch. Birch- Pfeiffer. Sonntag 3 Uhr fleine Preise: Der Trompeter von Säffingen. 8 Uhr: Marianne, ein Weib aus dem Bolte. Residenz. Haben Sie nichts au Deutsch- Amerikanisches Theater. verzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Mamselle Nitouche. Thalia. Olympische Spiele. Nacht ashl. Luisen. Dorf und Stadt. Nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Trianon. Fil. Josette meine Frau. Jeden Abend 8 Uhr Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerschke. Sonntag, nach m. 3 1 br: Der Vogel im Käfig. Sonntag, abends 8 ühr: Traumulus. Montag, abends 8 Uhr: Traumulus. C Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimat. Montag, abends 8 Uhr: Heimat. astans Panopticum Friedrichstraße 165 Für Ausflügler empfehlen wir: Märkisches Wanderbuch. Mit 38 Starten Preis 2,50 M. Wanderbuch für die Mark Brandenburg und angrenzende Gebiete. Mit 53 Karten. Erster Teil: Nähere Umgebung Berlins. Zweiter Teil: . Preis 1,50 M. ,, Nada" der sprechende Kopf. weitere Umgebung Berlins, westliche Hälfte... 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Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesfchaukel. Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direttion: Bernhard Rose. Sonntag, den 14. April 1907, abends 7 Uhr: Romeo und Julia. Dramatische Stomödie v. Shakespeare. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger 129 Staligerstr. 129. Die schönsten 45692* Herren- Sommer- Paletots und Anzüge in nen Monats- Garderobe fowie speziell von Navalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, Speziell Bauchanzüge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Nathan Wand 129 Staligerstr. 129. Hochbahustation Rottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. Dritter Teil: Weitere Umgebung Berlins, östliche Hälfte Wanderführer mit Karten- Atlas für 6berspree und Dahme.. Wanderführer mit Karten- Atlas für den Grunewald. für alle Ausflugsorte der näheren Preis 2,00 M. Preis 2,50 M. Preis 1,00 M. Preis 1,00 M. 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Auch Sonntags geöffnet! Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Rerlag: Bortvärt Buchdruderei u. Verlagsanalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 86. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnbrud, 13. April 1907. 2 M. und darüber hinaus 2,50 M. an Wohnungsmietszuschuß zu gewähren, wandte sich ein Delegierter mit der Begründung, daß bei Großstädten gelegenen fleineren Orten benachteilige. Vorschlag fand aber Annahme. Der Die Breslauer Staatsanwaltschaft auf Neunter Verbandstag des Verbandes der baugewerblichen bies Berfahren undemokratisch sei und die Kollegen in den teuren, der Anklagebank. 4 Hülfsarbeiter Deutschlands. Hamburg, 11. April. Fünfter Verhandlungstag. stimmung zu erfolgen." Am Donnerstag gelangte die wunderliche Anklage gegen Der Antrag Berlin: Die Streitunterstüßung für Berlin den Genossen Albert in Berlin und den Prediger und Umgegend bei partiellen Kämpfen, wie fie bisher geführt sind, fowie bei Maßregelungen von 2,50 M. auf 3 M. zu erhöhen und Tschirn von der Freireligiösen Gemeinde wegen an Bei der Eröffnung der Vormittagssißung wird vom Bureau Die Bezugsdauer von 14 auf 18 Tage zu verlängern. Bei Mitgeblicher Beschimpfung der christlichen Religion aus den Delegierten die Trauerfunde von dem Ableben des Ge- gliedern, die noch nicht ein Jahr, mindestens aber sechs Wochen zur Verhandlung. In einem Inserat war zum Aus- noffen Auer in Berlin unterbreitet. Kollege Gräning widmet dem dem Verbande angehören, bleibt der jebige Sab von 10 M. pro tritt aus der Landeskirche aufgefordert. Hierin Verstorbenen einen warmen Nachruf, worauf sich die Delegierten Woche bestehen" wurde abgelehnt. hatte die Staatsanwaltschaft und die Eröffnungskammer von ihren Plätzen erheben. Der Verbandstag schließt sich dem VorDie weiteren Aenderungen sind meist redaktioneller Natur. das zur Antlage gestellte Bergehen erblickt. schlag des Bureaus, einen Kranz am Grabe des Genossen Auer Den Ausschluß betreffend wurde dem Statut angefügt: " Dem mit dem Ausschluß Bedrohten soll tunlichst Gelegenheit Und das, obwohl schirn wegen desselben Inserats in niederlegen zu lassen, ohne Debatte an. einem anderen Blatte in Schweidnitz von der Strafkammer neraldiskussion füllt die Vormittagssigung aus und wird nach der Ausschluß in der Versammlung hat durch geheime AbEs wird in die Beratung der Statuten eingetreten. Die Gegeboten werden, sich vor dem Ausschluß verteidigen zu fönnen. bereits freigesprochen worden war und das Reichsgericht im mittags fortgefeht. Urteil der Ansicht beigetreten war, das Inserat enthalte durch Die Statutenberatungskommission erstattet Bericht. Außerdem wurden noch folgende neue Bestimmungen voraus kein Vergehen gegen§ 166 des Strafgesetzbuches. Bei der Spezialdiskussion wird zu dem§ 1 eine redaktionelle geschlagen und angenommen: In der Verhandlung wendete sich nach Tschirn Genosse Aenderung des Hauptvorstandes, die Bezug hat auf die beschlossene Albert gegen das Verhalten der Staatsanwaltschaft in Krantenunterstübung, angenommen. Die§§ 2 und 3 bleiben unBreslau, um insbesondere den Antrag zu rechtfertigen, auch berändert. Dem§ 4 wird der Antrag des Hauptvorstandes andie den Angeklagten erwachsenen Kosten der Staatskasse zur fommission überwiesen. Zum§ 5 werden die Anträge des Hauptgefügt. Der aus Erfurt gestellte Antrag wird der RedaktionsLast zu legen. Seine Ausführungen, die wie eine Anklage vorstandes und der vom Zweigverein Hannover gestellte angegen die Staatsanwaltschaft flangen, gingen dahin: genommen. Alle übrigen Anträge werden abgelehnt. Bei dem§ 6, der die Beitragssäge feftfest, tritt eine lebhafte Debatte ein die bis zum Schluß der Sizung andauert. Hamburg, 12. April, " Sechster Verhandlungstag. Allgemeine statistische Erhebungen, das heißt wann und in welcher Weise sie zu veranstalten sind, bestimmen die Verbandstage. bleibt dem Verbandsvorstand überlassen." Statistische Erhebungen für spezielle Zwede zu veranstalten Den Zweigvereinen wurde empfohlen, ihre Beamten mit sechswöchiger Kündigung anzustellen. Wo nur ein Beamter in Frage tommt, soll in der Regel den Kassiererposten bekleiden. Es ist in Breslau Sitte geworden, daß die Staatsanwaltschaft in Fällen, wo die verschiedensten Blätter ein Bezüglich der Bezirks-( Gau-) Verwaltung wurde beschlossen: und dieselbe Sache bringen, immer nur die Volts wacht" Zur Ausführung der Aufgaben des Gaues werden neben dem anflagt. Bereits früher habe ich nachweisen können, daß vom Hauptvorstand und Ausschuß gewählten Gauleiter noch weitere wegen eines Artikels, den Breslauer, Berliner und andere 2 resp. 4 Personen zur Vervollständigung des Gauvorstandes geBlätter vorher gebracht, gerade ich als Volkswacht". Ueber die gestern von der Statutenberatungstom- wählt. Die Wahl erfolgt auf den Gaukonferenzen und bedarf der Die Gauleiter sind zugleich Redakteur angeklagt und verurteilt wurde. Die„ Schlestje wird namentlich abgestimmt. Der Gesamtbeitrag in allen Lohn Rassierer und haben die übrigen Mitglieder der Gauberwaltung Zeitung", die feine Gelegenheit vorübergehen läßt, zum flaffen beträgt zurzeit 25-60 Pf. pro Woche. Die Kommission revidieren. Bei vorgefundenen Unregelmäßigkeiten ist dem Vermission empfohlene Erhöhung der Beitragssäge Bestätigung des Hauptvorstandes. mindestens allmonatlich einmal die Kaſſe und Buchführung zu gewaltsamen Bruch der Verfassung die Regierung aufzuheben, beantragt die Erhöhung der Beitragssäge in allen acht Klassen bandsvorstand sofort Mitteilung zu machen. die die Regierung vielmals zu Gewalttätigkeiten gegen Polen um je 10 Pf. Die hierdurch erzielte Mehreinnahme beträgt, unter bandsvorstand sofort Mitteilung zu machen. und Sozialdemokraten anreizt, die das, was Millionen Sozial- Bugrundelegung von 80 000 Mitgliedern, 352 000 M., die unvorstand die Agitation im Gau für den Verband zu betreiben und Die Gauborstände haben im Einverständnis mit dem Hauptdemokraten als ihre Religion betrachten, ihre sozialistische berkürzt an die Hauptkaffe abgeführt werden sollen, während den borstand die Agitation im Gau für den Verband zu betreiben und die im einzelnen notwendig werdenden Kassenrevisionen vorzuUeberzeugung nämlich, in der rohesten und brutalsten, Weise Lokaltassen dieselbe Einnahme verbleibt wie bisher. Ferner soll die im einzelnen notwendig werdenden Kassenrevisionen vorzuberleumderisch mit Füßen tritt, die wird niemals an- das Eintrittsgeld von 50 Pf. der Hauptkasse überwiesen werden. des Verbandes zu wahren, dem Hauptvorstand auf dessen Gr nehmen. Desgleichen haben sie bei Lohnbewegungen die Interessen Die von der Kommission beantragte Beitragserhöhung geflagt. Selbst heute ist wieder nachgewiesen, das dasselbe wird mit 117 gegen 14 Stimmen angenommen. Ferner fann ſuchen sowie aus eigener Initiative Informationen über die VorInserat anstandslos zu derselben Zeit auch in freisinnigen Inserat anstandslos zu derselben Zeit auch in freisinnigen der Vorstand in dringenden Fällen Extrabeiträge ausgänge und Verhältnisse im Gau mitzuteilen. Ferner haben die und nationalliberalen Breslauer Blättern gestanden schreiben. Gauleiter dem Hauptvorstand allmonatlich eine Abrechnung über hat. Der Staatsanwalt liest amtlich diese Blätter und nur Eine ausgedehnte Debatte verursacht der Antrag der Kom- sämtliche Ausgaben und Einnahmen der Gautasse einzusenden gegen mich als Sozialdemokraten wird Anklage er- misfion, die Beiträge, welche von Mitgliedern erhoben werden, die sowie alljährlich einen Bericht über die Entwickelung der Organi hoben. Gegen die aber schreitet der Staatsanwalt nicht während des Streits im Streitgebiet zu den neuen Bedingungen fation im Gau unter Berüdsichtigung aller wichtigsten Vorkomm ein! Das Vertrauen zur Rechtsprechung, das bei uns sowieso arbeiten, der Lokalkaffe zu überweisen, während der nisse nebst Kaffenbericht im Bauhülfsarbeiter" zu veröffentlichen. ein herzlich geringes ist, wird dadurch nicht gehoben. Ich Vorstand verlangte, daß diese Beiträge voll an die Haupttasse Bur Vertretung auf den Konferenzen ist jeder Zweigverein be abgeführt werden. Der Antrag München, diese Beiträge für rechtigt und verpflichtet. Die Kosten sind aus den Lokaltassen zu protestiere deshalb ganz energisch gegen diese wenig objektive Wohnungszuschüsse zu reservieren, wurde von der Kommission be- decken. Reichen die Mittel der Lokaltassen nicht aus, so können Art und Weise der Anklageerhebung und hoffe, daß die tämpft. Der Antrag der Kommission, der von den Hauptvorstands die Untoften auf Antrag des Gauleiters und im Einverständnis Begründung meiner Freisprechung derart ausfällt, mitgliedern Behrendt und Brandmohr bekämpft wird, mit dem Hauptvorstand aus der Gaukaffe gedeckt werden. Die daß der Staatsanwaltschaft ein für allemal die Lust genommen findet mit knapper Mehrheit Annahme. Gauleiter müssen auf den Verbandstagen vertreten sein. wird, derart gesucht gegen Sozialdemokraten vorzugehen. Bezüglich der Befreiung von der BeitragsDas Urteil ging dahin: Beide Angeklagte find fret- aahlung wird diese neu beschlossen bei Bezug von Alters- und gesprochen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Invalidenrente über 50 Broz., auch wenn der Betreffende im BauFreireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 14. April, bormittags Die baren Auslagen der Angeklagten und bande nicht gezahlt wird und die Anmeldung innerhalb 8 Tagen religiöse Borlesung. Bormittags 10 Uhr in der Schule Kleine gewerbe nicht beschäftigt ist, sofern eine Unterstüßung vom VerUhr, im Rathause, Eingang Jüdenstraße, Saal 109: Versammlung, Frei die Kosten der Verteidigung sind ihnen aus erfolgt. Dauert die Erwerbsunfähigkeit über ein Jahr, dann find Frankfurterstr. 6: Bortrag des Herrn Dr. Bruno Bille über Fauſts der Staatstaffe zurüdzuerstatten. Die Antlage die betreffenden Mitglieder beim Verbandsvorstand anzumelden Wort: Wie ich beharre, bin ich stnecht. Herren und Damen als Gäste hätte, nachdem das Reichsgericht das freisprechende Urteil des und deren Bücher zu der von diesem zu befreienden Zeit zur Absehr willkommen. Schweidniger Gerichts bestätigt hatte, bei der Klarheit der Stimmung vorzulegen, wodurch das Anrecht auf Sterbeunterstützung Verein ehemaliger Gütergoker und Bucher. Heute abend 9 Uhr Unschuld der Angeklagten unterbleiben können. gewahrt wird. im Musikerhaus, Kaiser Wilhelmftr. 18m. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und Ar. Die Streitunterstübung wird, abgesehen von wenigen beiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung 15. Heute abend Aenderungen, um eine Mart wöchentlich erhöht. In außergewöhnlichen Fällen ist der Vorstand und Ausschuß be- 8 Uhr bei Meyer, Dranienstraße 103: Mitgliederversammlung mit Bortrag. rechtigt, eine Veränderung der Säße vorzunehmen. Gegen den Vorschlag, für Orte bis 30 000 Einwohner 1,50 m., bis 80 000 Albert war zwecks Wahrnehmung des Termins auf zwölf Stunden aus der Strafhaft beurlaubt. Grosser Ausverkauf Deutsche und Perser Teppiche, Portieren, Gardinen, Steppdecken, Stores, Tischdecken, Läuferstoffe, Diwandecken u. Felle Wegen Umbau und Hinzunahme der 1. Etage muß das Lokal vollständig geräumt werden und soll das Warenlager in Höhe von ca. 150 000 Mark auf das Mindeste ausverkauft werden. Um dieses zu erreichen, sind die Preise effektiv ca. 40% herabgesetzt und neben den früheren deutlich vermerkt. Teppich- Haus B. 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