Nr. 93. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich). Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., fär bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte fiber 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition D bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Am IV r. 1983. Wahlkampf in Oefterreich -st- Wien, 18. April. Sonntag, den 21. April 1907. " Verteilung. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. Müller- Sagan für das Wettrüsten. Wettrüsten empfehlen! Herr Müller Sagan beröffentlicht in der" Bossischen Beitung" einen Artikel, in dem es heißt: " Das Gefühl einer bedrohlichen Isolierung beginnt schwer auf der Seele des deutschen Volkes zu lasten; aber der Druck, den es ausübt, wird mit einem entsprechenden fagen wir es rund heraus erhebenden Gegendruck beantwortet. nichts verpflichtet und alles versprechen kann. Infolge- Sonntag gelangt auch noch ein Flugblatt im ganzen Kreise aur Sessen wird die ganze Politik des Bürgertums auf die findischeste Kirchturmpolitik reduziert: Der Kandidat muß ein Bersammlungen sind noch in großer Zahl vorgesehen. Genoffe „ Einheimischer" sein und wird vor allem auf die Vertretung" noch neben dem Genossen Molkenbuhr tätig sein die Genoffen Bebel spricht am Sonntag in Glauchau, außerdem werden der Bezirksinteressen eingeschworen. Es ist geradezu erstaun in dermann, Gradnauer, Lenksch, Schöpflin, lich, wie gering im bürgerlichen Lager der Zufluß intelligenter Roste, Stüdlen, Ebert, Heine, Singer, Hue Ruhig fließen die Gewässer des Wahlkampfes, des ersten Menschen ist; mehr als die Hälfte der Kandidaten dürften bei u. a. Die Gegner werden die Abgeordneten Streesemann. des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes, dahin. Zwar fehlen den Deutschbürgerlichen Gemeindevorsteher" sein und da Dr. Junt, Weber usw. gegen uns vorschicken, so daß auf die Ingredienzien der Wahlbewegung nicht: es werden Ver- durch Aufhebung der Brivilegien eine Reihe alter und er- beiden Seiten unter Aufbietung aller Kräfte gearbeitet wird. In sammlungen gehalten, Flugblätter verteilt, Wahlbroschüren fahrener Politiker aus dem Parlamente ausgeschieden worden den nächsten Tagen werden überdies auch noch die Schwindelgeschrieben; aber die echte und rechte Leidenschaft scheint ist, so fann unter Umständen die Vertretung der„ führenden apostel des Reichsverbandes auf dem Plan erscheinen. diesen Wahlen versagt zu bleiben. Ist es die beispiellos Nation" auf ein Niveau gesenkt werden, das über das einer Lange Dauer, die den Wahlkampf so verflacht? Sicherlich provinzialen Gemeindevertretung nicht hinausreicht. hat ihren Anteil daran, daß sich die diesmaligen Wahlen, Auch in Wien und in Niederösterreich, wo die christlichzum Unterschied von den der letzten zwei Auflösungen, sozialen Lärmmacher hausen, geht es diesmal, so intensiv auch in solcher Ruhe abwickeln, auch die übermäßig und über- gearbeitet wird, friedsamer und ruhiger zu als sonst. Nicht Herr Müller- Sagan gehört bekanntlich dem Reichstage flüssig lange Zeit, die der Agitation eingeräumt war. zum wenigsten wird dabei mitwirken, daß unseren Feinden nicht mehr an und kann seine Stimme zugunsten des Wettrüstens Am 30. Januar sind die Pforten des alten Privilegienparla- der zugfräftige und populäre Führer fehlt. Ohne Lueger im Parlament nicht mehr erheben. Er fühlt sich deshalb gedrängt, ments geschlossen worden, und am 14. Mai ist der erste Wahl- aber, der dem Tode entgegenwankt und dem der Aufenthalt wenigstens in der Presse in den Chorus der Baffermänner und tag: das bewirkt fast naturgemäß, daß der Wahlkampf zu im Süden die von schwerem Siechtum gestellte Frist ver- Flottenpatrioten einzustimmen, die zur Milderung der gegenfeinem Höhepunkt gelangt und feine dramatische Entwickelung längern soll, bieten die Wählerversammlungen dem Spießer wärtigen gespannten internationalen Situation den Teufel mit ihm gegeben ist. Warum die Regierung den Wahltag so ver feine Hek", fein Amüsement mehr; was die Größen niederen Beelzebub austreiben wollen, indem sie ein noch forcierteres zögert hat und von der Auflösung bis zur Wahl dreieinhalb Ranges an Beredsamkeit vorführen, hat für die durch das Monate verstreichen läßt, ist nicht zu erklären; weder bedarf jahrzehntelange Vielreden blasierten christlichsozialen Wähler es, da man schon vorher in Desterreich allgemein gewählt hat, keine Anziehungskraft. Dann enthebt sie die in Niederöstersolcher Vorbereitungen, noch ist angesichts der vielen und reich eingeführte Wahlpflicht( sie gilt, durch Landesschweren Aufgaben, die des neuen Reichsrates harren und zu gesetzgebung eingeführt, noch in den Ländern Mähren, Schlesien, denen in erster Linie der Ausgleich mit Ungarn zu zählen ist, Oberösterreich. Salzburg und Vorarlberg) der Hauptarbeit: so viel Zeit übrig. Jedenfalls ist durch diese beispiellos lange nämlich die Wähler zur Urne zu bringen. Da diese aber Frist der Wahlkampf erst sehr spät in Fluß gekommen und tommen müssen" und innerhalb des Bürgertums in Wien hat sich die politische Straft beträchtlich verzettelt. nur die leßten Nachzügler des Liberalismus abzusterben beDoch ist dies für die auffällige Tatsache, daß sich die ginnen, so steht vor ihnen als bürgerlicher Kandidat nur der ersten Wahlen des gleichen Wahlrechts weit leidenschaftsloser Christlichsoziale: die Wahlpflicht wird zur Parteipflicht. Auch anlassen als die, da die Energie der Wählermassen durch die macht das neue scharfe Gesetz zum Schuße der Wahl- und Kurien empfangen war, nicht die entscheidende Ursache. Diese Versammlungsfreiheit die ärgsten Roheiten, an denen die ist vielmehr darin zu suchen, daß es derzeit an der die chriftlichsoziale Geschichte so reich ist, unmöglich; der politische Leidenschaft bewegenden Parole in Desterreich voll- Mißbrauch der ökonomischen Macht muß sich nun ständig mangelt. Insbesondere haben die nationalen wenigstens im Dunkel verbergen. Uebrigens zeigen Fragen an Bedeutung verloren, an Anziehungskraft ein- mannigfaltige Erscheinungen, daß es im Gebälte der gebüßt. Nicht als ob sie aufgehört hätten, Probleme zu sein, christlichsozialen Partei bedenklich knistert, daß die mit den Sie sehr ernsthaft zu bewerten sind; aber die Zeiten, wo unglaublichsten Versprechungen geföderten Schichten der„ kleinen sie- und das in allen Nationen die Wähler in eine Leute" die große Komödie dieser Rettung zu durchschauen Art Taumel Zaumel versehen fonnten, die scheinen doch anfangen und der alten Komödianten überdrüssig werden. endgültig überwunden zu sein. Nicht zum geringsten Vielleicht deshalb wird von dem jezigen Generalissimus der wirkt dabei das neue Wahlsystem mit seinen so emfig Partei, dem unflerifalen Hofrat Dr. Gestmann der Versuch zusammengestellten und vorsichtig eingehegten national unternommen, den Kleritalismus aus den Alpenländern in einheitlichen Wahlbezirken mit, das außer verzweigten und die Sudetenländer zu tragen und die große römische eingezwängten andersnationalen Splittern teine nationalen Reichspartei" zuwege zu bringen, der das reichsdeutsche Zentrum Minoritäten kennt, also die nationale Majorisierung, die früher als Vorbild dient. Wie töricht dieser Versuch war, werden die Wahlkämpfe so vergiftet hat, ausschließt. Aber die natio- die Wahlen nach allem wohl offenbaren, nalen Energien haben einander auch also mattgefett; jede Nation kennt nun die Grenze ihrer Macht und feiner ist die Erfahrung erspart geblieben, daß ein Uebergreifen darüber hinaus sich bitter rächt. Auch hat die allgemeine Nationalifierung das nationale Moment als unterscheidendes Merkmal ausgeschaltet: indem alle Parteien national sind und keine " werden wir noch ausführlicher darlegen.. Die Stellung und die Aussichten der Sozialdemokraten Gewiß, wir Deutschen wollen den Frieden. Wir möchten gern in Ehren Frieden halten mit allen Völkern, schon deshalb, weil im Frieden die Wohlfahrt des deutschen Volkes am besten gedeiht und der Frieden dem Grundcharakter des deutschen Volkes entspricht. Aber wir sehen die Gefahr vor Augen, daß uns via Frankreich kriegerische Berwickelungen aufge= zwungen werden, denen wir uns vielleicht nicht entziehen können ohne Schaden für die Wohlfahrt und Würde des Reiches.. Die veränderten auswärtigen Beziehungen werden zurückwirten müssen auf die Stellung des deutschen Reichstages zu Heeres, Flotten- und Kolonialfragen. Die bürgerlichen Frattionen werden für das Landheer im Interesse einer Steigerung feiner Schlagfertigkeit guten Herzens manches bewilligen müssen, was sie guten Herzens hätten beanstanden können, wenn uns nicht die Deutschland umgehende englische Geschäftigkeit die größte Vorsicht zur Pflicht machte." Herr Müller- Sagan erklärt also, daß künftig auch der Freisinn nicht nur alle Flotten- und Kolonialforderungen bewilligen müsse, sondern er ermuntert noch obendrein die Regierung, auch ihre Forderungen für den Landmilitarismus zu erhöhen! Diese Haltung jenes volksparteilichen Freisinnigen, der noch vor ungefähr Jahresfrist die Flotten- und Kolonialbegeisterung des Herrn Eyckhoff nach Kräften zu dämpfen suchte, erscheint umso unglaublicher, wenn man sich die Entwickelung allein unseres Marinismus bergegenwärtigt. Als im Jahre 1898 die Tirpitzsche 400- Millionenvorlage angenommen war und im Jahre darauf Wilhelm II. in Hamburg jene Rede hielt, in der er erflärte, daß uns eine starke deutsche Flotte bitter not tue, wandte sinnige Zeitung" entrüstet gegen die Interessenten= Der Wahlkampf in Glauchau- Meerane. sich die damals noch von Eugen Richter redigierte GreiAus dem 17. sächsischen Wahlkreis wird uns schrieben: Der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange, auch die Gegner find schon eifrig bei der Arbeit. Ihre Taktik scheint dahin zu gehen, nach Möglichkeit in unseren Versammlung zu reden, weil sie an nehmen, daß die Arbeiter es ablehnen, den Gegnern die Bersammlungen zu füllen. getreise der Schiffswerften und Großeisen= industrie", die schon wieder auf neue Marinebauten spekulierten. Nicht minder ereiferte sich die Freisinnige Zeitung" gegen die Agrarier, die sich für erhöhte Aufwendungen zu Militär- und Marinezwecken schrankenlos begeisterten, zumal wenn sie glaubten, dadurch nach oben sich wieder einfchmeicheln zu können". In der folgenden Nummer prophezeite die Freisinnige Zeitung", daß die Regierung sich eine schwere Niederlage holen werde, wenn ſie dem Reichstag ein neues Flottengesetz vorzulegen die Kühnheit " der anderen an Strammheit nachsteht oder nachstehen will, verliert der Chauvinismus an Kredit und die nur- und übernationale Politit, von der die bürgerlichen Parteien jahrzehntelang ihr Leben fristeten, ist nun unmöglich. Natürlich fehlt es deshalb nicht an Gegenfäßen: weder an dem Klassengegensatz zwischen Besitzenden und Besizlosen, noch an dem das österreichische Leben so stark berührenden zwischen bürgerlicher Freiheit und Wie bereits telegraphisch gemeldet, ist der Genosse Molten Kleritalismus. Insbesondere in den Industriegebieten, den buhr in der Kreisparteiversammlung einstimmig als Standibat Sudetenländern, Niederösterreich und Steiermark, ist der Wahl aufgestellt worden. Genosse Moltenbuhr, der auf Wunsch der kampf im überwiegenden Maße Klassenkampf- wenngleich Genoffen bereits am Donnerstag in Meerane eingetroffen war, Mit Genugtuung druckte das Blatt dann am er sich bei den Bürgerlichen in allerlei Vorwände, zumeist den konnte sich daher noch am gleichen Tage den Wählern vorstellen. haben sollte. der nationalen Abwehr" gegen die internationale Sozial- Es waren nämlich bereits für den Donnerstag vier Versammlungen 24. Oktober Ausführungen der Kreuz- 8eitung" nach, in Wolfenbuhr referierte in denen es hieß, daß Deutschland geschichtlich und tatsächlich zu den demokratie flüchtet und bermummt. Auch ist die antiklerikale Welle im Kreise einberufen worden. infolge des Versuches der niederösterreichischen Christlich fozialen, Meerane vor einer überfüllten Versammlung. Auch die Gegner Festlandsmächten gehöre und daß das Schicksal des Deutschen Reiches als Reichspartei" außerhalb ihres Stammlandes Fuß zu hatten sich in großer Bahl eingefunden, mit ihrem Kandidaten stets im Ringen der Heere, nicht aber in dem der Flotten entschieden Dr. Clauß an der Spize. Das Referat Moltenbuhrs wurde werde. Darin liege gerade der grundlegende Unterschied zwischen fassen, etwas fräftiger als in den letzten Jahren, welche die mit jubelndem Beifall aufgenommen. In der Diskussion nahm England und Deutschland, und deshalb könnte es nicht das End bürgerlichen Parteien gegenüber dem verheerenden Klerikalismus dann Dr. Clauß das Wort, um eine Rede zu halten, die zum ziel des deutschen Strebens sein, England als Seemacht gleich jeder Gegenwehr bar, schwach und hülflos offenbarten. Doch größten Teil mit dem übereinstimmte, was Molkenbuhr gesagt ziel des deutschen Strebens sein, England als Seemacht gleichist das Eigenartige dieser Wahlfämpfe, daß sie in lauter Einzel- hatte. Es fehlte eigentlich nur noch, daß der Gegner fich als zukommen! gefechte zerflattern, eine allgemeine Strömung sich innerhalb Sozialdemokrat erklärt hätte! Die Großindustriellen gestatten ihm feiner Nation einstellt. diese Seitensprünge, in der Hoffnung, auf diese Weise die Wähler Was der Wahlkampf innerhalb aller bürgerlichen Parteien hinter das Licht führen zu können. Sowohl Moltenbuhr als aufdeckt, ist die sonderbare Tatsache, daß es in Desterreich poli- auch zwei Genossen aus Meerane leuchteten dem Pseudoarbeiter die Chriftlich tische, fest gegliederte bürgerliche Parteien freund ganz gehörig heim. Die Versammlung war ein durchSozialen, die ihre ganze Organisation den Sozialdemokraten schlagender Erfolg für uns. Am gleichen Abend sprach Genosse, Stüdlen in Hohennachahmen, vielleicht ausgenommen eigentlich nicht stein, au chdort war die Versammlung, trok der Ungunst der gibt. Kaum bringt es eine Partei zu einer Landes- Witterung, sehr stark besucht. Auch hier hatten sich viele Gegner organisation; aber um die Mandate fämpfen nicht eingefunden; ihr Wortführer bat die Arbeiter dringend, fie möchten Parteien, sondern Kandidaten. Statt organisierter wenigstens das Programm des„ nationalen" Kandidaten lesen, Parteiler, die für den Kandidaten einstehen und denen er ver- das dieser jetzt noch erweitert habel Auch hier wurde dem antwortlich ist, sieht man ein drastisches Gemenge einzelner Mann von Arbeitern bedeutet, daß man zum Liberalismus auch antwortlich ist, sieht man ein drastisches Gemenge einzelner dann kein Vertrauen haben könne, wenn er unter einer falschen Kandidaten, die nur ihren Wahlbezirk tennen und mit markt- Maste auftrete. Ebenso imposante Kundgebungen waren die Verschreierischen Worten und Gebärden ihre Vorzüge anpreisen. sammlungen in GI au chau, wo Genosse Dr. Lentsch- Leipzig Glauchau, Im Wesen ist das die Ursache der vielen Parteien", die ins- sprach, und in Lichtenstein, wo Genosse Schöpflin das besondere im deutschbürgerlichen Lager auftreten und zwischen Referat übernommen hatte. Man sieht, die bürgerlichen Parteien von der äußersten Rechten denen die Unterschiede kaum mit der Lupe zu erkennen sind, Die gegnerische Presse arbeitet bereits träftig nach Reichsdie eben jede nur eine bestimmte Stadtclique repräsentieren, berbandsmanier; diese Art des Kampfes wird sich natürlich bis zum bis zur äußersten Linken haben sich derartig in den Widersinn einer welche sich und ihren Gefolgsmann ans Ruder bringen will. Wahltag noch entsprechend steigern. Unsere Parteigenoffen haben uferlosen Rüstungspolitit verstridt, daß es allerhöchste Zeit wird, für die Dauer der Wahl eine besondere Wahlzeitung daß das Proletariat ihrem Aberwib ein Ende sezt! Aber auch diese schwache Bindung wird oft noch als geschaffen, die Tag für Tag die Schwindeleien der Gegner zu bes zu lästig empfunden, und beliebteste Form der handeln hat. Das in einer Auflage von 30 000 Exemplaren Kandidatur iſt jene des„ Wilden", der sich zul täglich erscheinende Blatt wird natürlich gratis verteilt. Am So schrieb die freisinnige und die konservative(!) Bresse im Oktober 1899. Im Dezember 1899 hingegen wurde bereits die neue Marinevorlage angekündigt, die nicht weniger als 5 Milliarden forderte. Diese Flottenvorlage wurde angenommen. und obgleich diese Flottenvorlage die Ausgaben bis zum Jahr 1917 decken sollte, wurde bekanntlich 1906 eine abermalige Flottenvorlage angenommen, die zirka 800 Millionen erheischte! Und jetzt ist dem Reichstag bereits eine neue Vorlage angekündigt, die nicht weniger als 220 Millionen Mark für die Erweiterung des Nordostseetanals fordert. Und troß dieser ungeheuerlichen Ausgaben erklärt Herr Müller- Sagan, daß Deutschland nun noch neue Rüstungen nicht nur zur See, sondern namentlich auch au Lande machen müsse! Und das, obgleich gerade das unsinnige Wettrüsten, dessen Sinnlosigkeit im Jahre 1899 nicht nur der Bettrüsten, dessen Sinnlosigkeit im Jahre 1899 nicht nur der reisinn, sondern auch die konservative Kreuz- Zeitung" azu gab, erst die gespannte internationale Situation hervorgerufen hat! zu Der Freisinn als„Schützer" der Bolksrechte. Die beiden freisinnigen Parteien haben wieder einma bewiesen, daß sie bereit sind, alle Prinzipien preiszugeben� wenn sie dafür nur im Regierungsblock gelitten werden. Sie haben bei einer Wahlpriifung in der vierten Abteilung des Reichstags sich rückhaltlos für aintliche Wahlbeeinflussung erklürt Die sämtlichen Wahlen werden den Abteilungen des Reichstags zur Vorprüfung überwiesen. Die Wahlverhand lungen sind nach der Geschäftsordnung des Reichstags aN die Wahlprüfungs-Kommission abzugeben, wenn ein Protest vor- liegt, oder„von der Abteilung die Gültigkeit der Wahl durch Mehrheitsbeschluß für zweifelhaft erklärt wird". Der Genosse Legten, der als Korreferent in der vierten Abteilung über die Wahl des Vorsitzenden des Vev bandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie, v. L i e b e r t, zu berichten hatte, beantragte, diese Wahlverhandlungen an die Wahlprüfungs-Kommission zu überweisen, obgleich ein Protest gegen die Wahl nicht vorlag. Er begründete den Antrag damit, daß dadurch, daß der Reichskanzer an v. Lieber den bekannten Silvesterbrief gesandt hatte, amtliche Wahlbeeinflussung in schärfster Form vorliege. Da die Wahl- prüfungs-Kommission die Wahl des Abgeordneten v. Richk Hofen-Damsdorf schon deswegen für ungültig erklärt hat, weil der Reichskanzler in einem Schreiben an den Redakteur der„Täglichen Rundschau für Schlesien und Posen" auf den Inhalt seines Silvesterbriefes hingewiesen hatte, so müsse sie um so mehr zu einer Ungültigkeitserklärung der Wah des Empfängers dieses Silvesterbriefes kommen. Dieser Empfänger war ausdrücklich zur Veröffentlichung des Briefes e r m ä ch t i g t und hat von dieser Ermächtigung ausgiebig st en Gebrauch gemacht. In seinem Wahl kreise habe dieser Brief bei der Agitation gegen die Sozial dcmokratie eine sehr große Rolle gespielt. Außerdem liegt aber auch unmittelbare amtliche Wahl b e e i n f l u s s u n g bei der Wahl des Vorsitzenden des Vorsitzenden des Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie vor, weil der Generalmajor Keim an diesen geschrieben hat, daß auch von feiten der Reichskanzlei alles geschehen ist, um die unbequeme Konkurrenz eines zweiten bürgerlichen Kandidaten dem Vertrauten des Reichs kanzlers vom Halse zu schaffen. Unter diesen Umständen müsse der Wahlprüfungs-Kommission und dem Plenum des Reichstags Gelegenheit gegeben werden, zu beurteilen, ob die Wahl v. Licberts gültig sei. Die Mitglieder des Zentrums und die der Fraktion der Polen schlössen sich diesen Ausführungen an. Dagegen er- klärten Konservative, Antisennten, Nationalliberale und Freisinnige sich gegen die Ueberweisung an die Wahl- prüfungs-Kommission! So wurde der Antrag des Genossen Legien mit 23 gegen 15 Stimmen abgelehnt! Der Genosse Horn hatte beantragt, in namentlicher Abstimmung über den Antrag zu entscheiden, wogegen der Freisinnige Eickhoff sehr energisch protestierte. Nachdem auch der national- liberale Vorsitzende der Abteilung auf die Schwierigkeit einer namentlichen Abstimmung hingewiesen hatte, zog Genosse Horn seinen Antrag zurück. Trotzdem sollen die Frcisinnsmannen der Festnagelung nicht entgehen. Es gehören der Abteilung an von der Frei- sinnigen Vereinigung Hoffmeister und Dr. H e ck s ch e r, von der Freisinnigen Volkspartei C u n o, Dr. D o o r° mann, Eickhoff, Dr. H e r in e s und Sommer. Bisher galt es als s e l b st V e r st ä n d l i ch, daß der Freisinn gleich den Sozialdemokraten jede amtliche Wahl- beeinflussung energisch zurückwies und der Reichstag hat im allgemeinen in den letzten Jahren die gleiche Stellung ein- genommen. Im vorliegenden Falle handelte es sich aber gar nicht einmal darum, die Wahl aus den angeführten Gründen für ungültig zu erklären, sondern nur darum, der Wahlprüfungs-Kommission und dem Plenum des Reichstags die Möglichkeit zu geben, über die Gültigkeit der Wahl zu entscheiden. Der Frei- sinn verdankt feine Existenz im Reichstage schließlich dem gleiche» amtlichen Einfluß, der sich bei der Wahl Lieberts geltend machte. Man kann somit seine Scheu begreifen, wegen dieses Einflusses eine Wahl für ungültig zu er- klären. Damit aber, daß er gegen den Antrag stimmte, die Wahl Lieberts durch die Wahlprüfungs-Kommission nach- prüfen zu lassen, gab er die Rechte des Reichstags, sich gegen amtliche Wahlbeeinflussung zu wehren, preis. Er ist durch diese Handlung feinen Bundesgenossen, den Konserva- t i V e u und Antisemiten völlig gleichwertig geworden. Er ist damit einen Schritt weiter auf die Bahn hinabgeglitten, die ihn unaufhaltsam zur aus- gesprochensten Reaktion führt. Je schneller er sich dem Ende des Weges nähert, um so besser, denn schließlich hat man lieber einen Ltonservativcn als politischen Gegner, als solche jämmerlichen Liberalen!_ Ein Polizeispitzel als anarchistischer Agitator. Wie uns aus Breslau mitgeteilt wird, hat dort im letzten halben Jahre ein Polizeispitzel eine überaus rege Tätigkeit für den Anarchismus entfaltet. Eine Tätigkeit, die er zu gleicher Zeit zu Denunziantendicnsten für die Breslauer Polizei verwertete. Der Mann, ein Kellner namens F r a n z W e r n e r, tat sich zunächst durch fein lebhaftes Interesse für die Breslauer„Volksmacht" hervor. Er holte sich täglich die erste Nummer der„Volksmacht" ab, angeblich um so seinen Lesehunger so früh als möglich zu stillen, in Wirklichkeit aber, um diese Nummer sofort der Kriminal- Polizei auszuhändigen. Da dieser seltsame Botendienst eigentlich sehr überflüssig war, da ja das königliche Polizei- Präsidium das tägliche Pflichtexemplar pünktlich geliefert er- hielt, wendete sich Franz Werner bald wichtigeren Aufgaben zu. Er wandte sich an einen Berliner Anarchisten, den er um die Angabe einiger anarchistischer Adressen in Breslau ersuchte. Der Berliner Anarchist hielt nach dem ihm zugegangenen Briefe Werner für einen„guten Menschen". Immerhin empfahl er dem Breslauer Anarchisten, dessen Adresse Wern?r mitgeteilt hatte, zunächst einige Vorsicht. Werner entfaltete nun unter den Breslauer Anarchisten eine überaus lebhafte Tätigkeit. Er interessierte sich un- gemein für die anarchistischen Blätter, und drang namentlich darauf, ihm doch gleich hundert Stück von dem prächtigen„Rebellen- Liederbuch", � das verboten, auszuhändigen. Es war natürlich nur ein Zufall, daß wenige Tage nach der Bestellung in den Räumen des Breslauer Anarchisten nach den Rebellen-L'ederbüchern ge- h a u s s u ch t wurde. Ebenso fügte es der Zufall, Laß auch die übrigen dem Werner bekannt gewordenen Anarchisten unter allerhand Vorwänden nach der Polizei beschieden wurden, um über ihre Personalien nähere Auskunft zu geben. Auch an künftige Rekruten machte sich Werner heran, um sie beim Glase Bier auszuhorchen. Die Breslauer Genossen, die durch das erstaunliche Interesse Werners für die ersten Nummern der„Volksmacht aufmerksam geworden waren, observierten den Werner und stellten nicht nur seine Intimität npt den Breslauer Polizei behörden, sondern auch seine Polizeispitzeleien in Anarchisten� kreisen fest. Sie erfuhren bei ihren Nachforschungen auch, daß der Kellner Werner fch.wer bestraft ist, aber nicht wegen politischer Vergehen! Da es unseren Breslauer Genossen gelungen ist, die aufreibende Tätigkeit dieses Polizeispitzels festzustellen� und ihn. auch zu photo- graphieren, dürfte wohl der Spitzeltätigkeit des wackeren Mannes ein Ende gesetzt sein. Bemerkenswert ist das große Interesse, das zurzeit die Behörden für den Anarchismus bekunden. Während man in Baden den Teilnehmern der Anarchistenkonferenz durch die unbegreiflichsten Maßnahmen zu einem Martyrium zu ver helfen, suchte, ging man in Breslau sogar dazu über, zur Obfervierung der Anarchisten einen Menschen heranzuziehen, der sich in den artigsten provooateur- Diensten gefiel! Es scheint fast, als bedürfe man einiger anarchistischer„Fälle", um das reformierende Vereinsgesetz zu einer Art Ausnahmegesetz zu machen, in dessen Schlingen man dann gelegentlich auch den Sozialismus zu fangen hofft l—_ Finnlands Sozialdemokratie in der Landtagswahl. Die finnischen Landtagswahlen vom tS. und 16. März dieses Jahres haben bekanntlich mancherlei Ueberraschungen gebracht. Zunächst die, daß die Wahlbeteiligung so außerordentlich stark war und in vielen Wahlkreisen die Männer in der Beteiligung sogar noch von den Frauen übertroffcn wurden. Im Durchschnitt haben von den ungefähr 1 400 000 Wahlberechtigten 7S bis 80 Proz. ihre Stimme abgegeben; in einer Anzahl Orte waren es 00 bis 9ö Proz. Bei der Stimmenauszählung und der Verteilung der Mandate aber überraschte die alle Hoffnungen unserer Genossen und alle Befürchtungen der Gegner übertreffende Stärke der Sozialdemo- kratie. Finnland stand plötzlich mit 80 Sozialdemokraten unter 200 Landtagsabgeordnctcn, gleich 40 Proz., unter allen Ländern an erster Stelle und hatte doch bisher in seiner alten Stände- Vertretung nur einen sozialdemokratischen Abgeordneten gehabt. der— dem Adelsstand des alten Landtags angehörte. Vor der Wah! des neuen finnischen Landtags war Dänemark das Land mit der stärksten sozialdemokratischen Vertretung, allerdings nur in seinem Unterhaus, dem Folkething, von dessen lt4 Mitgliedern 24, gleich 21 Proz., Sozialdemokraten sind. Die Stärke der Sozial demokratie im Lande selbst läßt sich freilich durch einen solchen Vergleich nicht feststellen. Beginnt doch in Dänemark das Wahl recht erst mit dem 30. Lebensjahr und ist doch die Wahlkreis einteilung so ungerecht, daß die Zahl der Arbeitervertrcter keines wegs der für die Partei abgegebenen Stimmenzahl entspricht, während man in Finnland vom 24. Lebensjahr ab wahlberechtigt ist, die Frauen nicht von diesem Wahlrecht ausgeschloffen sind und die Mandate proportional den Stimmenzahlen der Parteien Verl teilt werden. Unser schwedisch- finnisches Bruderorgan„A r b e t a r e n' bringt nun in einem Leitartikel, betitelt.Die sozialdemokratischen Wahlsiege", eine Uebersicht über den Prozentsatz der sozialdemo- kratischen Stimmen und die gewonnenen Mandate in den ein- zclnen Regierungsbezirken und Wahlkreisen. Folgende Tabelle gibt darüber Auskunft Sozd. Stimmen Sozd. Mandate Mandaten NylandS- Bezirk Abo-„ TavastehuS-„ Wiborg«„ MickelS-, Wasa-„ Kupio- Uleaborg- Jn dem hier nicht mit aufgeführten Bezirk Lappmarlen wurde nur ein Altfinne gewählt. Daß der Prozentsatz der Stimmen nicht immer der Zahl der Mandate entspricht, hat seinen Grund darin, daß in einem Teil der Wahlkreise bürgerliche Wähler für Kandidatenlisten stimmten, die gänzlich durchfielen. Die angeführten Prozentsätze zeigen, daß die sozialdemokratischen Stimmen ziemlich gleichmäßig über das ganze Land verteilt sind. Ueberast, mit Ausnahme nur zweier Wahlkreise, sehen wir die Sozialdemokratie in starker Position. Jy drei Wahlkreisen ist ungefähr ein Viertel, in vier Kreisen über die Hälfte der Stimmen sozialdemokratisch und in den übrigen Kreisen schwankt die Stimmcnzahl der Partei zwischen 34 und 49 Proz. „Was bedeutet das?" fragt„Arbctarcn" und antwortet:„daß das Gerede, der Sozialismus gewinne nur in den Großstädten und Industriezentren Anhänger, durch die finnischen Wahlen von 1907 nochmals glänzend widerlegt wurde. Eine nähere Untersuchung wird zweifellos ergeben, daß die landwirtschaftlichen Arbeiter, wenn nicht prozentual mehr, so doch in gleich Hohem Maße für die sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt haben wie die Industrie- arbeiter. Und die Wahlen gewinnen nicht zuletzt durch diesen Um- stand ihre besondere Bedeutung...." Die Verteidigungsschrift der„Azione". R o m. 17. April.(Eig. Ber.) Die heutige„Azione" veröffentlicht das Schreiben, das die Redaktion der.Azione" dem heute zusammentretenden Parteivor- stand vorlegen wird, um sich von der gegen sie erhobenen Anklage zu reinigen. Das Schriftstück ist von den Genossen Mantica und Orano verfaßt und in ruhiger Sprache gehalten. Es bc- handelt die Gründung der Zeitung, die finanzielle Leistungsfähig- keit des Herrn degli Uberti, sein Verhalten gegenüber seinen Ver- wandten und schließt mit einer Reihe von Vorwürfen, die die Re- daktion gegen die Art erhebt, in der der Angriff gegen sie geführt wurde. Ueber die Gründung wird gesagt— was ja bereits bekannt ist— daß Herr Scarano auf den Annoncenteil als auf eine Geldquelle spekulierte. Er hatte die Gründung einer unabhängigen Zeitung der äußersten Linken geplant deren Chefredakteur der Abgeordnete d e F e l i c e sein sollte(früher„wilder" Sozialist, seit kurzem der Partei wieder beigetreten). De Felice trat im lej�en Augenblick zurück, da ihm finanziell günstigere Bedingungen bc- stimmten, die Redaktion eines Blattes in Catania zu übernehmen. Gemeinsame Bekannte brachten L e o n e in Beziehung zu Scarano. der für die Gründung eines syndikalistischen Blattes gewonnen wurde und die Leitung der Redaktion Leone anbot. Leone befragte Scarano über die finanzielle Basis, und ersah aus einem schrift- lichen Vertrag, daß Herr degli Uberti der Geldgeber sei, Kr ließ sich darauf seine Selbständigkeit in der Leitung ver Zeitung schrift- lich gewährleisten und unterbreitete die ganzen Verhandlungen der syndikalistischen Gruppe der römischen Parteisektion. Diese Gruppe erklärte, daß ihr der Name Leones hinreichend Garantie für die finanzielle Basis und politische Haltung des Blattes böte. Sie hob die Notwendigkeit einer eigenen Zeitung für die syndikali-- stische Gruppe hervor, da der„Avanti" in hohem Maße parteiisch in seinen Veröffentlichungen sei, und autorisierte Leone, die Re- daktion zu übernehmen. Ueber die Finanzlage degli Ubertis bringt die„Azione" Doku» mente bei, die beweisen sollen, daß dieser Herr bloß an Register- gebühren beim Antreten seines beweglichen und unbeweglichen Ver- mögen». 998 Lire bezahlt und an direkter Steuer im letzten Jahre 4299,76 Lire entrichtet hat, während Morgari ebenfalls Doku- mente borgelegt hatte, nach denen das Jahreseinkommen degli Ubertis 6801 Lire beträgt. Hier wird also der Parteworstand die Glaubwürdigkeit der beiden Schriftstücke prüfen müssen. Um darzutun, daß degli Uberti stets in uneigennützigster Weise bereit war, seinen Verwandten finanziell beizustehen, druckt die „Azione" Erklärungen ab, aus denen hervorgeht, daß dieser Herr seinen Verwandten Darlehen von 10 000, von 19 000 und von 26 000 Lire gewährt hat, ohne anderes zu verlangen, als einen gerichtlich wertlosen Schuldschein; die Darlehen erfolgten zinsfrei oder gegen ganz geringen Zinsfuß. Auch wird eine Erklärung degli Ubertis abgedruckt, in der dieser angibt, seit dem 14. Oktober 1906 seinem Schwager 26 000 Lire gesandt oder ausgehändigt zu haben. Bekanntlich hat Morgari seinerzeit eine Erklärung ab- gedruckt, in der derselbe degli Uberti jede Zahlung in Abrede stellt. Nach diesen Erklärungen erhebt die„Azione" Beschwerde gegen das Vorgehen ihrer Angreifer, denen sie vorwirft, ihre Pflicht als Genossen verletzt zu haben, indem sie 1. eine aus kommerziellen Gründen unmögliche Veröffentlichung der Finanzlage der„Azione" forderten; 2. eine schon dem Parteworstand'und dem Preßverein vorliegenoe Angelegenheit in einen öffentlichen Skandal ver» wandelten; 3. eme Enquete veranstalteten, ohne die Interessenten zu hören; 4. den Redakteur Sgarbi mit der Enquete beauf- tragten. obwohl fie dessen moralische Inkompatibilität Leone gegen- über kannten; 5. gegen geachtete Parteigenossen vorgingen, ohne diesen vorher ihren Verdacht mitzuteilen; 6. den Sekretär des Gc- samtvorstandes und das Zentralorgan der Partei zu Angriffen auf eine Fraktion verwendeten; 7. gegen besseres Wissen die Anklage aufrecht erhielten, daß die„Azione" redaktionell von ihren Geld- gebern beeinflußt wäre, und 8. Insinuationen an Stelle deutlicher Anklagen veröffentlichten. ** Rom. 19. April.(Privattelegramm.) Nach zweitägigem Verhör über die Geldquellen der„Azione". erklärten die Redakteure der„A z i o n e". den Parteworstand wegen Befangenheit abzulehnen und verließen unter Protest gegen den parteiischen Bericht des„Avanti" die Sitzung. Der Parteivor» stand verlangte Einsicht in das Vcrwaltungsrcgister der„Azione", die abgelehnt wurde. Die Sitzungen des Vorstandes dauern fort unter Abwesenheit der Angeschuldigten. Rom, 20. April.(Prwattelegramm.) Der Parteworstand votiert einstimmig unter Stimmenthaltung Ferris eine Tagesordnung, die Morgaris Vorgehen gegen die „A z i o n e" billigt, die Geldquellen der„Azione" füv verdächtig erklärt und die Genossen, die Redakteure dieser Zeitung sind, auf- fordert, sofort zurückzutreten bei Strafe der Ausstoßung aus der Partei. Das Votum enthält einen schweren Tadel gegen die Rc- daktion der„Azione". • Rom, 20 April.(Privattelegramm.) Die Redaktion der„Azione" veröffentlicht soeben eine Notiz» daß sie sich dem Entscheid der syndikalistischen Gruppe Roms unter- ordnen wird. Die Gruppe wird heute nacht zusammentreten. poUtflcbc Qebcrlicbt Berlin, den 20. April 1907. Die Klassenjustiz auf der Auklagebank. „Hier ist Rhodus, hier tanze!" Genosse Heine hat in der heutigen Rcichstagssitzung dem nationalen Block in einer großen Rede zum Etat des Reichsjnstizamts eine scharf präzisierte Aufgabe gestellt. Sicherung des Koalitiionsrechts vor der Klassenjustiz gilt es; an dieser Aufgabe sollen die Herren Sozialpolitiker der bürgerlichen Parteien einmal beweisen, daß ihr so laut kundgegebener sozialpolitischer Eiser echt ist. Wie nötig eine solche Sicherung ist, dafür hat Genosse Heine in seiner scharfen, auf durchschlagendes Beweismaterial fest begründeten Rede Belege überreichlich geliefert. Dafür und für anderes mehr. ES war ein großes Strafgericht über die Klassenjustiz, das herniederging und die Rechte des öfteren zu zornigem Widerspruch aufpeitschte. Man kann das verstehen, denn den Klassengcnossen der Richter ist die Klassenjustiz, die Rechts Ungleichheit zwischen Proletarier und Bc° ätzenden, natürlich die einzig mögliche Form der Rechtsprechung. Man kann es daher auch wohl verstehen, daß der Staatssekretär des Reichsjustizamts. Dr. Niebcrding. bebend vor Erregung das Wort zur Erwiderung nahm, um„die Ehre des Richterstandes" vor den Angriffen Heines zu retten. Auf die zum Himmel chreienden Einzelfälle prcutzisch-deutscher Klassenjustiz ging er nicht ein. Es war ja auch bequemer, unserem Redner einfach vor- zuwerfen, daß er einseitig und übertrieben gesprochen habe. Recht kleinlaut gab indes der Staatssekretär angesichts der offenkundigen Nichtachtung des Koalitionsrechtes der Arbeiter zu, daß die be- treffenden Bestimmungen einer verbessernden Aenderung bedürfen. Allein, dieses Zugeständnis hat in Rücksicht auf die starr-reaktionäre Gesinnung des Staatssekretärs wenig oder gar keine Bedeutung. Für die von Heine apostrophierten Rekruten des Regierung»- blockes, die Freisinnigen, erklärte der Abgeordnete Dr. Ablaß. sie erwarteten nicht, daß die Reichsjustizverwaltung mit der neuen Mehrheit des Reichstags ein Wettrennen mit modernen Anschau- ungen und Maßnahmen unternehmen werde, sintemal, wie der Redner meinte, man noch nicht wisse, wer bei der Paarung des neuen Rcgicrungsblockes das Männchen und wer das Weibchen sei. Der Liberalismus entwickelt schon einen ganz netten Galgenhumor. Dr. Ablaß trat für eine zeitcntsprechende Aenderung des Plakat- gesetzes und der Eidesformel ein. Nach ihm erging sich der konservative Abgeordnete Varen- Horst, feines Zeichens Amtsrichter, in den unlogischsten und drolligsten Expektorationen. Die Darstellung, warum er gegen den Zeugniszwang der Redakteure sei, ist fast mehr als naiv. Die Wagner(der schon vor Heine stark reaktionäre Anschauungen verzapft hatte) und Vahrenhorst als Verteidiger der Justiz auftreten zu sehen, muß für den mit allen Wassern gewaschenen Staatssekretär sehr bitter sein. Indes, für den deutschen Staats. bürger wird gerade dadurch der Bestand der Klassenjustiz offen» sichtlicher. Denn schließlich kann niemand aus seiner Haut, am wenigsten aber die Diener der sächsischen Justiz. Die Debatte war für das Zentrum vom Abg. Spahn und für die Nationalliberalen vom Abg. In n k eröffnet worden. Beide traten für die seit Jahren verlangte Entlastung des Reichs. gerichtS. sowie für die Beseitigung des Zeugnis» zwanges ein. Weiter war die dritte Lesung des Gesetzentwurfs betreffend den Gebührcntarif für den Kaiser Wilhelni-Kanal ohne Debatte vollzogen. Am Montag wirb der Justizetat weiter beraten.— Aus dem Äreiklaffeuhause. DaS Abgeordnetenhaus hielt heute eine sehr lang ausgedehnte. aber in ihrem Inhalt recht dürftige Sitzung ab. Bei der all- gemeinen Besprechung des Bauetats wurde auf die weitere Erörterung der Anregungen auf Errichtung eines besonderen Wasscrbauministeriums allseitig verzichtet; man begnügte sich da- mit. auch in der Generaldebatte allerhand SpezialWünsche vorzu- bringen. Denn seitdem die Erwählten des Dreillassenwahlrechts Kenntnis davon erhalten haben, daß der Reichstag schon zu Pfingsten in die Ferien gehen will, ist auch ihre Sorge um die Volkswohlfahrt nur noch darauf gerichtet, dem Volke die Lektüre von Abgeordneten- hausbcrichten möglichst bald zu ersparen. Unter den einzelnen Wünschen seien die des Abgeordneten Gyßling auf besseren Schutz der samländischen Küste, des Abgeordneten von Böhlendorf auf Regulierung der Ucker und des Abgeordneten von Oldenburg auf Kanalisierung der Nogat erwähnt, weil ihnen die Regierung weit- gehende Berücksichtigung in Aussicht stellte. Sonst wurde die Be- sprechung des Bauetats ohne wesentliche Debatte, nur mit den üb- lichen Beamtenwünschen, diesmal für Bauinspektoren und Strom- meister, zu Ende geführt. Montag steht der Etat der allgemeinen Finanzverwaltung und der Ansicdelungskommission auf der Tagesordnung.— Nur keinen Blockkonflikt. , Der fteikonservative Herr v. Zedlitz setzt in einem langen Artikel rm„Tag" auseinander, daß sich die Regierung mit der rcichsgesctzlichen Regelung des Vereins- und Versammlungsrechts ja nichtmbereilen dürfe. Diese Materie könne unter Um- ständen sehr leicht zum Sprengpulver des Blocks werden. Die Parteien der Rechten könnten dem Gesetz nur dann zustimmen, wenn das von Posadowsky proklamierte Mindestmaß von Kautelcn gegen Störung der öffentlichen Ord- nung und Sicherheit und gegen Mißbrauch der Vereins- und Versammlungsfreiheit gewahrt werde.- Da nun aber das Zentrum möglicherweise alle Minen springen lassen werde, um den Block zu sprengen, müsse die Regie- rung äußerst vorsichtig sein. Sie müsse nicht nur fest entschlossen sein, den Bedingungen der R e ch t e n Rech- nung zu tragen, sondern sie dürfe auch keinen Zweifel dar- über lassen, daß sie sich nichts abhandeln lassen werde. Zeige die Reglcrung eine solche Entschiedenheit, so werde sie die Intrigen des Zentrums durchkreuzen; fehle eine solche Entschlossenheit, so müsse an der Durchführung der konservativen Paarung verzweifelt werden. Das bedeutet nichts anderes, als daß auch die F r c i k o n s e r- v a t i v e n dem Freisinn zumuten, auch in der Frage des Vereins- und Versammlungsrechts reaktionärer zu sein als selbst das Zentrum!— Die Schonzeit. Das Verl. Tageblatt" bringt eine Notiz aus parlamentarischen Kreisen, in der dem Reichskanzler nahegelegt wird, die ihm vom Freisinn gewährte Schonzeit doch nicht allzu sehr aus- z u d e h n e n. Die Regierung arbeite denn doch in etwas zu lang- samem Teurpo. Zunächst sei nur die LOO-Millionenvorloge für den Nordostscekanal zu erwarten. Die Reform der Strafe für Majestätsbeleidigung sei zwar schon vor drei Monaten angekün- d i g t, aver immer noch nicht zu erwarten. Der löbliche Bundes- rat arbeite geradezu im Schneckentempo. Auch das, was Posadowsky über das neue Vereins- und Versamm- lungsrecht gesagt habe, sei sehr wenig Vertrauen er- weckend. Da solle Ruhe und Ordnung aufrechterhalten werden. Dazu genüge doch aber das allgemeine Strafrecht. Viele Freisinnige seien der Ansicht, daß sie unmöglich mit langer Nase bis zum Herbst verabschiedet werden dürften, ohne die geringste Sicherheit, daß sie nicht am Ende die Geprellten seien. Das„Berl. Tageblatt" ist gewissermaßen wild liberal. Die freisinnig vereinigte„W e s e r z e i t u n g" beweist viel mehr G eck> u l d. Die volksparteiliche„Fr eisinnige Zeitung" sowie die derselben Richtung angehörende„Vossische Zei- t u n g" denken gar nicht daran, derartig zu„drängelnd Im Gegenteil, auch ohne die geringsten Garantien, jemals liberale Konzessionen einzuheimsen, begeistern sich ja die Müller-Sagan und Konsorten für die opferwilligste Blockpolitik!— Durchführung der Schiffahrtsubgabe«. Die preußische Regierung rückt ihrem Ziele, der Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Strömen, immer näher. Die württcm bergische Regierung hat sich bereits den dringenden preußischen Vorstellungen als zugänglich erwiesen; sie zögerte aber bisher mit einer direkten Zustimmung, da sie erst die Ansicht des Handelsstandcs hören wollte. Jetzt ist auch dieses Hindernis be- scitigt, denn aus Stuttgart wird telegraphisch gemeldet: Die hiesige Handelskammer hat auf Grund der neuesten Vorschläge Preußens ihren bisherigen Standpunkt gegen die Rhcinschlssahrtsabgaben aufgegeben und ihren Beitritt zu der geplanten Finanzgemeinschaft ausgesprochen unter der Voraussetzung, daß die verfassungsmäßigen Rechte ge- wahrt, der württembcrgische Anteil an den Abgaben gesichert und die Schiffahrt auf dem Neckar für den Ve-rtehr von Schiffen mit mindestens 1000— liJOO Tonnen ermöglich t w i r d. Auch die Handelskammer von Reutlingen hat sich einstimmig für den Eintritt Württembergs in die Fmanzgemcinschaft ausgesprochen. Die preußischen Vorschläge, von denen in der Meldung ge- sprachen wird, bestehen darin, Württemberg, Bayern, Hessen, Baden und Elsaß-Lothringen möchten zusammen eine Finanzgcmcinschaft bilden, welche die erhobenen süddeutschen Schiffahrtsabgaben ge- meinsam zur Vertiefung und Verbesserung der Wasserstraßen der- wende. Da jetzt nur noch Sachsen, Anhalt, Hessen, Hamburg und Oldenburg als Gegner der'Schiffahrtsabgaben übrig bleiben, so dürfte es der preußischen Regierung gelingen, ihre Forderung im Bundesrat durchzusetzen und ihren Agrariern die von diesen ge- forderte Erschwerung des Frachtverkehrs auf den Wasserstraßen gehorsamst zu Füßen zu legen. Die Wahlarbeit des Flottenvercins. Der Deutsche Flottenverein bezeichnet sich selbst als„un- politisch". Wie wenig diese Behauptung begründet ist, haben die Agitationsleistungen und die Briefe des Generalmajors Keim zur Genüge bewiesen. Einen neuen Beweis dafür liefert der letzte Jahresbericht, in den, über die Wahlarbeit des FlotienvereinS fol« qendeS mitgeteilt wird:> „Vor eine wichtige nationale Aufgabe wurden die Mitglieder des Deutschen Flottenvereins durch die Auflösung des RcichsiageS am 13. Dezember 190S gestellt. Die Reichstagsauflösnng erfolgte infolge Sttcktbewilligimg einer nationalen Fordenmg der Regierung betreffs unserer Kolonien. Die Regierung gab die nationale Wahl- Parole auS:„Für unsere Kolonien und gegen die antinationale Mehrheil vom 13. Dezember." Es war selbstverständlich Pflicht der Mitglieder eines nationalen Per- eins, wie es doch unser Flotten verein ist und sein soll, in diesem Wahlkampfe Stellung zu nehmen. In Erfüllung dieser Pflicht erließ das Präsidium des Deutschen Flottenvereins laut Beschluß der Präsidialsitzung vom 10. Dezember 1003 das bekannte Rundschreiben, das die Mit- gliedcr de? FlottenvereinS ermahnte, in dem Wahlkampfe f ü r Deutsch 1a uds E h�« und Ansehen einzutreten. Die Arbeit unserer Vereinsmitglieder'n dieser bewegten Zeit war keine vergebliche; sie war von guten Erfolge gekrönt, denn das Wahelergebnis war ein nationalerReichStag. Was der Kaiser und der Kanzler vom deutschen Volke erwarteten, hat dieses geleistet und die Mitglieder des Deutschen Flotten- Vereins haben in ihrer ungeheuren Mehrzahl hierbei persönlich ihre Schuldigkeit getan. Für die„Ehre und das Ansehen" Deutschlands heißt natürlich: für die Parteien des nationalen Blocks und ihre Interessen.— Liberaler Wahlschacher. Trotzdem dem bayerischen Liberalismus der Beschluß des Schweinfurter Parteitags der Sozialdemokratie Bayerns: bei den kommenden Landtagswahlen unter allen Umständen selbständig den Wahlkampf durchzuführen, bekannt ist. und dieser Beschluß in den letzten Wochen wiederholt besprochen wurde, traten die L i b e- ralcn in Bamberg dieser Tage an unsere dortigen Partei- genossen heran, um sie zu einem Kompromiß gegen das Zentrum zu bestimmen, wobei sie nicht nur versprachen, der sozial- demokratischen Wahlvereinskasse alle Kosten, die durch die Wahl entstehen, zu ersetzen, sondern sie waren auch noch so gütig, unseren Genossen zuzugestehen, bei der Aufstellung des gemeinsamen(liberalen) Kandidaten mitsprechen zu dürfen. Trotzdem die Herren gleich von vornherein auf den Beschluß des Parteitags, der für alle unter allen Umständen bindend sei. hingewiesen wurden, versuchten sie, doch weiter zu kuhhandeln, bis sie zuletzt in deutlicher Weise abgewiesen werden mußten. In den Tod getrieben. Wegen schändlicher fortgesetzter Mißhandlun- gen von Rekruten stand am Mittwoch der Gefreite E m m e r l i ch vom Gardereiter-Regiment vor dem Kriegs- gericht in Dresden. Am 22. Februar, früh in der siebenten Stunde, wurde auf dem Hofe der Gardereiter- Kaserne der Gardist Burkhardt an einem Wagen-erhängt auf- gefunden. Die Untersuchung ergab sofort, daß dem Selbst- mord schwere Mißhandlungen vorausgegangen sind. Unzählige Mißhandlungen und Schikanen, die der Gefteite an Rekruten ver- übt hat, wurden durch die Untersuchung aufgedeckt. So hat der Angeklagte am 22. Februar, also am Tage des Selbstmordes, den Verstorbenen früh gegen 6 Uhr im Stalle in der f ü r ch t e r- lichsten Weise gemißhandelt. Ohne Grund hat er ihm bei Betreten des Stalles mehrere heftige Ohrfeigen ge- geben und ihm darauf mehrere kräftige Stöße mit der Faust in den Rücken versetzt. Er hat darauf sein Opfer in den Pferdcstand geworfen und ihm dort ebenfalls einige Schläge mit der Faust versetzt, hat ihn wieder hinan?- geschleift und lang auf die Stallgassc hingeworfen. Erst nach längerer Zeit erhob sich der Gcmitzhandelte und ging ruhig davon. Um das Maß voll zu machen, ließ der Soldatenschinder den Ver- storbcncn noch Strafdienst machen. Schon des öfteren war Burk- Hardt mißhandelt und nach allen Regeln schikaniert worden. So hat er für den Rekruten-Gefreiten oftmals Arbeiten verrichten müssen, die ihm nicht zukamen. Am Tage vor dem Selbstmord hat sich der Angeklagte dem Verstorbenen gegenüber geäußert: „Du kommst ja morgen nicht mehr zum Fressen!" Womit der Angeklagte nur allzusehr recht haben sollte. Etwa 1 Stunde nach den Mißhandlungen im Stalle ging der Gardereiter hin und machte seinem Leben ein Ende. Der Rekrutcnerzieher hat auch noch andere Soldaten mißhandelt. Den G a r d i st B e r g e r hat der Angeklagte, weil dieser einen Befehl nicht ausgeführt hatte, mit aller Wucht gegen den Schrank gestoßen und ihm Ohr- feigen versetzt. Hierbei hat er dem Mißhandelten zugerufen: „Hund, ich mach Dich kalt!" Auch den G a r d i st Müller hat er verschiedentlich geohrfeigt. Eine große Anzahl von Miß- Handlungen hat der Angeklagte noch verübt, die nicht unter An- ilage gestellt sind. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß der Selbstmord des jungen GardereiterS eine un- mittelbare Folge der Mißhandlungen war. Der Angeklagte war fast durchweg geständig, nur will er in großer Er- regung gehandelt haben. Das Kriegsgericht verurteilte den nieder- trächtigen tsoldatenschinder zu-- 3 Monaten Gefängnis! Beantragt waren 6 Monate.— Es gibt noch milde Richter! Dem Verdienst eine— Hungerpeitsche und den braven Leuten einen Orden. Die„Saarwacht" zu Saarbrücken schrieb dieser Tage: Der„Reichsanzeiger" publiziert die Verleihung der Auszeichnungen gelegentlich des Redener Unglücks. Es wurde verliehen: dem Berg- inspektor Wilhelm Müller zu Reden der Rote Adlerorden 4. Klasse, den Steigern Peter Groß zu Heiligenwald und Ernst Bartsch zu Reden der Königliche Kronenorden 4. Klasse, sowie den Häuern Daniel Dick zu Landsweiler, Johann Mohr zu Merchweiler, Johann Breier und Johann Heintz, beide zu Heiligenwald, und dem Grubenschlosser Friedrich Schmidt zu Landsweiler das Allgemeine Ehrenzeichen. Der bravste Retter aber, der mit Helden- mut ins Feuer stürzte und die Leichen der Kameraden barg, der Bergmann Moltcr von Ncunkirchen, der nach dem Zeugnis aller Bergleute die meisten Toten barg, ein Vater von 15 Kindern, der 33 Jahre die lleberschiisse des Bergfiskus mehren half, wurde ausS Pflaster geworfen, weil er vor der ReichStagSwahl ein sozialdcmo- kratischeS Flugblatt las, was einen der saarabischen Denunzianten veranlaßte, sich ein rotcS Röckchen z« verdienen. „Neu-Dentschland". Ueber die neudeutsche Streusandbüchse lässt sich die „Deutsche Tageszeitung" von einem bei dem Bahn- bau Lüderitzbncht— Keetmanshoop beschäftigten Beamten schreiben: „Die Hauptschwieriflkeit des Baues der Bahn liegt zwischen der Küste nnd ilubub m der Ueberwindnng der Wanderdünen, hinter Kubub landeinwärts im Kampfe mit dem FclSgestein. Dem Techniker haben die Wanderdünen mehr Kopfschmerzen ge- niacht als ihren Kollegen der Bau deS GotthardtnnnelS. Ein Berg steht still, an ihm kann man messen und rechnen, die Wander- dünen sind aber unberechenbar. Kaum hat man die Trace festgelegt, so kommt ein Sandsturm und übersandet alles, daß man von den Pfählen und Markierpnnkten nichts mehr sieht. Der Bau bis Kubub war auf drei Wasserstellen angewiesen, die 50—30 Kilometer von der Bahn ent- fernt lagen. Von diesen Wasserstellen mußte das Wasser auf Kamelen an die Bahn geholt werden. Die Bahnstrecke ist vollständig ohne Wasser, deshalb weist sie auch nur drei Haltepunkte(Ausweichstellen) auf. Das Trink- Wasser für die Arbeiterkolonnen wurde auf den Lokomotiven mitgefiihrt. Hinter Kubub ändert sich da« Bild aber zunächst auch noch nicht, und eine neue 70 Kilometer lange Durststrecke ist noch zu überwinden. Dann beginnt die Gebirgsregion, die einen anderen ArbeitSmoduS bedingt als die Sandwüste." Also bis zur Mitte des Landes nur Sand wüste. Dann beghmt die— S t e i n w ü st e l Selbst die freisinnige„Breslauer Zeitung" meint dazu: „Diese Schildening bestätigt nur. was man über die süd- afrikanische Sandwüste längst wußte oder wissen konnte. Wer trotzdem in diesem Südwestafrika immer noch ein Eldorado erhofft, der hat in der Tat einen starken Glauben oder— beides Pflegt in der Regel auf dasselbe Hinauszulaufen— wenig Wisse n." Das sagt ein Blatt, das die D e r n b u r g s ch e n Dattelkistenphantasien skrupellos kolportiert hat! Das Blatt einer Partei, die die südwestafrikanische Kolonialarmee bewilligt, ohne mit der Wimper zu zucken!—'_ Treu und Glanben. Im Düsseldorfer Schneidergewerbe ist der Kampf beigelegt worden, nachdem die beiden Parteien sich geeinigt haben. Wie die� Unternehmer willens sind, die getroffenen Abmachungen zu be- folgen und ihr Wort zu halten, zeigt ein vertrauliches Rund- schreiben des Arbeitgeberverbandes an seine Mitglieder, das die „Volkszeitung"' in Düsseldorf zu veröffentlichen in der Lage ist. Das Schreiben, datiert vom 18. April 1907, lautet: „An unsere Mitglieder! Die Lohnbewegung hat infolge Einigung mit den Arbeitnehmern ihr Ende erreicht. Die neuen Tarife gehen unseren Mitgliedern sofort nach Fertigstellung zu,, eben- falls die Mitteilung, nach welcher Tariftlasse Sie zu entlohnen haben, und können nun neue Arbeiter eingestellt werden. Hierzu bemerken wir, daß in den nächsten vier Wochen keine Arbeiter eingestellt werden dürfen, welche vor dem Streik in cineyr Geschäft eines unserer Mitglieder gearbeitet haben, es sei denn nur mit der ausdrücklichen Genehmigung des früheren Arbeitgebers. Indem wir hoffen, daß das Solidaritätsgefühl unter den Mitgliedern immer mehr wachsen möge und sie sich im eigensten Interesse immer fester zusammenschließen, begrüßen wir Sie. Der Vorstand." Mit anderen Worten: der Streik ist beigelegt, der Friede ist geschlossen— aber die Unternehmer führen heimlich den Krieg weiter. Die Aussperrung soll bestehen bleiben für die Arbeiter. Und nun rede noch einer über Terrorismus! Wir empfehlen den Fall für die Mappe des Reichsverbandes.— Gegen den Zeugniszwang. Der Münchener Journalisten- und Schrift- steller-Verein hat in einer am Donnerstagabend abgehaltenen Versammlung einstimmig folgende Resolution gefaßt: „Der Münchener Journalisten- und Schriftsteller-Berein legt gegen die neuerdings beliebte Anwendung des ZeugniszwangSver- sayrens im Falle Schlegel-Kulm dach entschiedenste Ber- Wahrung ein. Der Verein vertritt die Anschauung, daß es moralisch durchaus verwerflich ist, durch derartige Zwangsmaßregeln einen Berufsgen offen zu einer Handlung nötigen zu wolle», welche als Charakterlosigkeit nnd Pflicht- Vergessenheit aufgefaßt werden müßte und denselben allge- meiner Verachtung und beruflicher Schädigung preisgeben würde. In Konsequenz dieser Anschauung spricht der Verein sei» höchstes Befremden aus über die in der Presse beikannt- gegebene Anschauung des Landgerichts Bayreuth,'der Redakteur habe durch Preisgabe des Redattionsgeheimnisses„keinen erheb- lichen RechtSnachtcil zu befürchien", und erklärt eine derartige Auf- fassung, durch die das Standesbewußtsein der Redakteure auf das empfindlichste verletzt wird, für geeignet, das Vertrauen zu unseren G e r i ch t e n, als den berufenen Wächtern über Treu und Glauben im öffentlichen Leben, bedenklich z u er- schütter». Eine Abänderung, der einschlägigen gesetzlichen Be- stimmungen erachtet der Verein als für die Redakteure vordring- lichste Aufgabe aller Niatznahmen auf dem Gebiete der Justiz- reform."»-_ Schweiz. Stadtratswahlen und städtische Wohnungen in Zürich. Zürich. 18. April.(Eig. Ber.) Am nächsten Sonntag, 21. April. Häven die Stimmberechtigten der Stadt Zürich den kleinen Stadtrat von 0 Mitgtic» der» neu zu wählen, ferner über die Vorlage betreffend den Bau von Wohnhäusern durch die Stadt abzustimmen. Vor drei Jahren vollzogen sich die städtischen Wahlen im Zeichen des freiwilligen Proporzes. Zu einer solchen Vereinvarung war diesmal auf keiner Seite Lust vorhanden, auf sozialdemokra« tischer so wenig wie auf bürgerlicher, und nun ist der Wahlkampf entbrannt. Gegenwärtig besteht der Stadtrat aus 3 Sozialdemo- kraten, 2 Demokraten und 4 Liberalen. Unsere Partei beschloß nun Bekämpfung des brutäten Polizeichefs Stadtrat Welte und Auf- stellung eines 4. sozialdemokratischen Kandidaten in der Person des Genossen Dr. Klöti, Sekretär der kantonalen Bandirektion. Die Liberalen, vom berüchtigten reaktionären Bürgerverband dazu ge- drängt, beschlossen die Bekämpfung unseres Geiwssen Dr. Eris- mann, dem sie- den reaktionären Gcldsackspolitiker Dr. Sieker gegenüberstellen. Die Demokraten halten an ihren zwei Sitzen fest und nehmen neben den bisherigen 4 Liberalen auch die 3 Sozialdemokraten einschließlich des Genossen Erismann auf ihre Liste. Seine Wiederwahl dürfte daher gesichert sein. Sonderbar ist der Grund, warum die scharfmacherischen Bürgerverbändler un» scren Genossen Erismann bekämpfen. Er besteht nämlich in den Sympathien für die russischen Freiheitskämpfer, die unser Genosse hegt und die ihm, der jahrelang an der Moskauer Universität als Professor wirkte und das freiheitliche Rußland kennen und lieben lernte, alle Ehre machen. Die Vorlage verlangt die Zustimmung zu einem Kredit von 2 430 000 Frank zur Herstellung von Wohn» Häusern auf städtischem Boden im Jndustriequartier. DaS Pro» jekt sieht drei Häuserblocks von 9, 10 und 0 Gebäuden mit zu- sammen 225 Wohnungen vor, wovon 40 zweizimmerige, 140 drei- und 30 vierzimmerige, die zum Preise von je 380, 513 und 048 Frank vermietet werden sollen. Es liegt auf der Hand, daß die ärgste Wohnungsnot vorhanden fein muß, ivenn bürgerliche und kapitalistische Behörden sich zu einem solchen Schritte entschließen. DaS ist denn auch der Fall. Die private Bautätigkeit hat sich einfach als unfähig erwiesen, dem zunehmenden Wohnungsbedürfnis zu genügen; sie ist so wert hinter der Vermehrung der Bevölkerung zurückgeblieben, daß 1003 nur 39 leere Wohnungen oder 0,3 Proz. im Dezember vorhanden waren gegen 1204 oder 4,0 Proz, im November 1890. Die Wohnungsnot besteht aber nicht nur im Mangel an Wohnungen, sondern amfi in der Teuerung, die dem Arbeiter cS fast unmöglich macht, den Miet» zins aufzubringen. So ist im Arbeiterquartier Äußersihl der Durchschnittspreis eines Zimmers in den letzten 5 Jahren von IM auf 183 Frank gestiegen. Die Hausagrarier stehen sich dabei sehr gut und sie bekämpfen denn auch die Vorlage, ebenso der reaktionäre Bürgerverband. Man darf aber doch hoffen, daß die große Mehrzahl der Stimmberech» tigten vernünftig genug ist, die Vorlage anzunehmen, dlfgÄlH. Der autonome Zolltarif.-> Budapest, 0, April. Handelsminister Kossuth erklärte bek der Verhandlung über den selbständigen allgemeinen Zolltarif im Ausschuß deö Abgeordnetenhause», die Annahme eines selbständigen ungarischen Zolltarifs, welcher identisch mit dem gemeinsamen Zolltarif sei, könne nicht al» offensiver Schuß gegen Oesterreich mißdeutet werden. Dieser Zolltarif, der die Grundlage der auswärtigen Handelsvertrags bilde, müsse jedenfalls Gesetzeskraft erlangen, bevor die Handels- Verträge vom Abgcordnetenhaufe angenommen würden. Mit Bezug auf die Ausgleichsverhandlungen mit der Oester» reichischen Regierung könne er keine Einzelheiten mit- teilen, er könne jedoch zur Beruhigung des Landes erklären, daß die Vereinbarung in Form eines Zollvertrage», nicht in Form eines Z ol l b ü n d n i s s es abgeschlossen werden solle. Die Regierung lege größten Wert darauf, daß die sak» tische Errichtung von Zollschranken für die Zeit von 1017 an sichergestellt werde. Behuf» Durchführung dieser Politik habe er, Kossuth, einen Borschlag ge- macht, welchen daS österreichische Kabinett nicht ungünstig aufgenommen habe, doch seien noch betreffs maochex Punkte Per- einbarungen zu treffen. Die Erklärungen deshandelsministers berordnetenversammlung bei der diesjährigen Etatsberatung an die Beschäftigungszeit im Jahre höchstens 200 Tage beträgt, ge wurden beifällig aufgenommen. Der Ausschuß beschloß hierauf, den die Verbesserung der Lebenslage der städtischen Gasarbeiter ge- blieben. Eine andere Stelle des Flugblattes, die die ganze selbständigen Zolltarif unverändert anzunehmen. frankreich. Das Koalitionsrecht der Beamten. Paris, 20. April. In einem Disziplinarberfahren gegen die Post beamten Clavier, Quilici und Amabie, die den offenen Brief an Clemenceau mitunterzeichnet hatten, hat heute der Disziplinarrat der Posten und Telegraphen die Amts= entsegung der drei Beamten mit 7 gegen 2 Stimmen beschlossen. England. Die Kolonialkonferenz. dacht haben und diese leer ausgehen ließen. Die Gasarbeiter er- Borniertheit dieser Herren fennzeichnet, ist jene, welche die bewarteten um so eher eine Verbesserung ihrer Lebenslage, als der willigten 78 Firmen mit zirka 360 Gehülfen als für die Landschaftsgrößte Teil der Arbeiter mit 4 Mart und 4,20 Mark Tagelohn eine gärtnerei Groß- Berlins nicht in Betracht kommend bezeichnet. In menschenwürdige Existenz bei der schweren Arbeit nicht finden Wahrheit sind nur etwa 5-7 Firmen im Verband, die als Großtann. Daher wäre eine Lohnerhöhung wohl am Blaze gewesen. firmen in Betracht kommen. Alle übrigen sind kleine und mittlere Ferner bedauert die Versammlung, daß die Verwaltung der Firmen mit 5-8 und 15-25 Gehülfen im Frühjahr und 2-3 und städtischen Gaswerke die auf der Anstalt IV eingeführte verkürzte&-15 im Sommer. Solche Firmen aber sind unter denjenigen, die Arbeitszeit nicht auch auf die anderen Anstalten ausgedehnt hat. bewilligt haben, vorherrschend. Auch Firmen mit 20-30, fogar Die städtischen Gasarbeiter fühlen sich durch die gänzliche Nichts mit 50 Gehülfen und 30 Gartenarbeitern haben die Unterschrift geSie leistet. Für Groß- Berlin kommen an Landschaftsgehülfen zirka 500 beachtung ihrer Wünsche benachteiligt und hintenangesetzt. beauftragen daher eine Kommission, bestehend aus den Kollegen in Betracht. Davon stehen 159, mit Gartenarbeitern gerechnet, Tscheu, Laschinski, Langner, Gottschalt, Kahl, Beder, Wesolowski, noch im Streif. Für diese Woche ist den Streifenden die Streit Buch und Gommert, mit den in Frage kommenden Instanzen über unterstüßung um 1 M. erhöht worden und beträgt 10 M. für Ledige und 13 M., zuzüglich 50 Pf. für jedes Kind, für Verheiratete. die aufgestellten Forderungen: 1. Rohnerhöhung. Dentfches Reich. 2. Verkürzung der Arbeitszeit Zondon, 20. April.( W. T. B.) Auf der Kolonialfonferenz wurde heute einstimmig der Beschluß gefaßt, in London unter der Aufsicht des Kolonialamtes ein besonderes Institut nochmals zu verhandeln." einzurichten, welches die Angelegenheiten vorbereiten soll, die vor die alle vier Jahre stattfindende Reichskonferenz gebracht werden sollen. Ebenso tam man überein, daß ein 3entralstab für Behandlung der Fragen der Reich aberteidigung errichtet werden soll. Amerika. # Frieden in Zentralamerika. Washington, 19. April.( W. T. B.) Zwischen Nikaragua and Salvador ift eine borläufige Friedens abmachung zu stande gekommen. Nach hier eingegangenen Nachrichten sind ferner Befehle ergangen, durch die alle nikaraguanischen Truppen aus Honduras zurückgezogen werden. Die russische Revolution. Die nächste Anleihe. Petersburg. 20. April. Wittes Auslandsreise gilt, wie bersichert wird, dem Besuch seiner Tochter, nicht einer neuen AnLeihe(). In Finanzfreisen taucht die Meinung auf, die Regierung werde sich eine Anleihe von der Duma bewilligen laffen, jedoch keine abschließen, weil sie gegenwärtig feine brauche(?). gramm: Die Hooligans oben auf. Die Russische Korrespondenz" erhielt das nachstehende TelePetersburg, den 20. April. In einer größeren Gesellschaft in Gegenwart des gewesenen Ministers Chilloff erklärte der Beamte der Staatskontrolle Peter Daviehne, daß der Verband des aktiven Kampfes gegen die Revolution, den er angehöre, demnächst Miljukoff beseitigen werde. Vorgestern versuchten einige der Zeugen die vom Verbande des russischen Volkes für den Prozeß Herzenstein geworben worden sind, in die Redaktion der jetsch, einzudringen. Als sie sahen, daß man sie erkannte, flohen sie. Vorgestern find wieder einige Personen, die wegen Pogroms in Nishni Nowogrod verurteilt waren, begnadigt worden. “ Zur Aussperrung im Eulengebirge. Damit ist das Ultimatum des Unternehmertums abgelehnt unt die Unternehmer, die in den letzten Jahrzehnten zu Millionären geworden sind, werden Tausende der Aermsten der Armen aufs Straßenpflaster werfen. Die Fuhrleute in Wiesbaden find in Streit getreten. Sie fordern Erhöhung der Fuhrpreise pro 1000 Backsteine von 3,50 M. auf 5 M. Falls die Fuhrleute bis nächsten Montag die Fahrten nicht wieder aufgenommen haben, wollen die Bauunternehmer die Maurer und Bauarbeiter aussperren. Zum Streit bei Seidel u. Naumann. Am Freitag nahm der Gewerberat Töpert in Reichenbach auf Der Tarifvertrag der Herrenmaßschneider. Veranlassung des Textilarbeiterverbandes Rücksprache mit den Ueber die weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern wurde Tertilbaronen; es war vergeblich, die Herren" wollen am Donnerstag in einer Mitgliederversammlung des Schneider eine Machtprobe, fie verlangen bedingungslose Zurüdnahme der verbandes berichtet, die bei Buggenhagen am Morigplatz stattfand. von den Liehrschen Arbeitern eingereichten Kündigung. Herr Der große Saal war überfüllt und wurde polizeilich abgesperrt. Wohl an tausend Personen fanden keinen Einlaß mehr. Den Bericht Töpert ging zum Reichenbacher Filialbetriebe der Firma Liehr und gab Kunze. Die Verhandlungen haben vom Dienstag voriger forderte die Arbeiter auf: die Kündigung zurückzunehmen. Die Woche bis zum Dienstag dieser Woche gedauert. Das Zentral- Arbeiter lehnten das glatt ab. Ebenso wie in Reichenbach ging organ der Arbeitgeber sucht den Ausgang des Kampfes noch immer es in Langenbielau. Die Arbeiter wurden in einem Fabrikraum als einen Sieg des Arbeitgeberverbandes hinzustellen. Tatsächlich zusammengerufen, der Gewerberat ersuchte in einer Rede um haben jedoch die scharfmacherischen Maßnahmen dieses Verbandes Zurücknahme der Kündigung. Rein, antworteten die nur eine Desorganisation unter seinen eigenen Mitgliedern zur Folge Arbeiter einmütig, lieber ziehen wir fort! gehabt, während der Schneiderverband innerlich und äußerlich gestärkt aus dem Kampf hervorgegangen ist. Die Gehülfenschaft hat auch keineswegs, wie es der Arbeitgeberverband wünschte und wollte, im ganzen Reiche die Arbeit ohne weiteres wieder aufgenommen, um dann abzuwarten, was nachträglich bei den Verhandlungen herauskommen würde. In Frankfurt a. M., Stuttgart und München haben die Gehülfen es vorläufig noch abgelehnt, die Arbeit wieder aufzu nehmen. In diesen Städten ist also der Kampf noch nicht beendet. In Hamburg ist die Arbeit am Donnerstag dieser Woche wieder aufgenommen worden, nachdem dort die Verhandlungen endlich zu einem annehmbaren Resultat geführt hatten. Der Berliner Lohntarif ist der umfangreichste, der bisher im Berufe zustandegekommen ist. Er umfaßt 32 Druckfeiten. Dazu kommt noch ein Kommentar sowie der allgemeine Tarifvertrag, so daß das Ganze endgültig Am Freitag abend fanden 7 gutbesuchte Versammlungen bet fertig gestellt, wohl auf 50 bis 60 Seiten anwachsen wird. Lohn- Metallarbeiter statt, in denen über den Stand des Kampfes beerhöhungen sind in allen Tarifflafsen durchgeführt, jedoch sind sie im richtet wurde. Es wurde besonders scharf das Verbot des Streik. zweiten Tarif für die Geschäfte, wo dieser bisher durchgehends be- poftenstehens und das Verhalten der bürgerlichen Presse gekennzahlt wurde, weniger bedeutend. Im dritten und vierten Tarif, zeichnet. Die letztere täusche die Deffentlichkeit, wenn sie schreibe, sowie zum Teil für die Arbeit, die nach dem neuen fünften Tarif die Streifenden hätten alle Zugeständnisse der Firma abgelehnt. bezahlt wird, betragen die 2ohnerhöhungen durchschnittlich ungefähr In Wirklichkeit hätte die Firma absolut teine bindenden Zugeſtänd10 Proz. Der Sport- und Livreetarif ist ebenfalls wesentlich ver- nisse gemacht. In allen Versammlungen wurde eine Resolution bessert worden. In dieser Woche muß schon überall nach den neuen angenommen, in der anerkannt wird, daß die Streikenden alles ge= Tarifen bezahlt werden; wo dies nicht geschieht, ist dies der Drts- tan hätten, um eine Ginigung zu erzielen. Weiter wird in der verwaltung fofort mitzuteilen. Es sind Kommissionen in den Resolution gesagt, daß die Arbeiter den Maßnahmen der Untereinzelnen Werkstätten zu wählen, die über die Durchführung des nehmer mit Ruhe entgegensehen, auch eine eventuelle Aussperrung Tarifes zu wachen haben. Die Lohnzahlung soll laut Tarifvertrag nicht fürchten. Zum Schluß wird in der Resolution aufs schärffte wöchentlich Freitags bis abends 6 Uhr erfolgen. Die Lohnbücher protestiert gegen die polizeilichen Maßnahmen zugunsten der Petersburg, 20. April. Die hiesige militärmedizinische find Donnerstag abzuliefern. In dieser Woche wird der Lohn jedoch Unternehmer. Akademie ist gestern auf Anordnung des Direktors wegen Abhaltung ausnahmsweise am Sonnabend ausgezahlt. Die Lohnbücher, in Sämtliche Versammlungen verliefen trotz der begreiflichen Ers unerlaubter Bersammlungen zeitweilig geschlossen worden. denen auch der Arbeitsvertrag abgedrudt ist, werden, wo nicht von regung der Versammelten ohne Zwischenfall, zeigen aber die Ent Deffenungeachtet hielten die Studierenden gestern eine Versammlung den Arbeitgebern, von der Ortsverwaltung des Schneiderverbandes schloffenheit der Metallarbeiter, den aufgezwungenen Kampf durch ab und nahmen eine Resolution an, die folgende Forderungen stellt: ausgegeben. Wiederaufnahme der relegierten Studierenden, Relegierung Die Lohnbewegung hat vor allem den schäßenswerten Vorteil derjenigen Studierenden, die dem Verbande der gebracht, daß an Stelle des heillosen Wirrwarrs, der bisher in den Die neue Zentrale der niederländischen Gewerkschaften. wahrhaft russischen Leute angehören, Anerkennung Lohn- und Arbeitsverhältnissen der Herrenmaßschneiderei herrschte, Der Vorstand des Niederländischen Verbandes der Gewerks des Chargiertenrates und sofortige Entfernung zweier ein einheitlich und gut geregeltes Tarifverhältnis tritt. Differenzen schaften ,, Nederlandsch Verbond van Vakvereenigingen" Stabsoffiziere von der Akademie. So lange diese bestehen noch bei der bekannten Firma Leineweber, wobei es hat dieser Tage den Bericht über die Zeit vom 1. Januar 1906- bis Forderungen unerfüllt bleiben, beschlossen die Studierenden zu sich um die Streifbrecher handelt, die sich dort eingenistet haben. zum 1. Januar 1907, das erste Jahr seiner Tätigkeit, herausstreifen. Die Versammlung schloß mit der Annahme folgender Resolution: gegeben. Der Bericht läßt erkennen, daß die niederländische GeArbeiterstreiks. ,, Die heute, den 18. April, bei Buggenhagen tagende Mitglieder- werkschaftsbewegung seit Gründung der neuen Zentrale einen erverfammlung erklärt sich mit den getroffenen Vereinbarungen ein- freulichen Aufschwung genommen und die inneren Streitigkeiten berstanden. zum guten Teil überwunden hat, die bisher ihre Entwidelung hemmten und ihre Schlagfertigkeit beeinträchtigten. Die Gewertschaften, die sich Anfang vorigen Jahres dem Verband angeschloſſen haben, sind ihm sämtlich treu geblieben und am Jahresschluß se hörten dem Verbande 18 Gewerkschaften mit 297 Ortsabteilungen und 26 227 Mitgliedern an. Die Mitgliederzahl der angeschlossenen Gewerkschaften ist im verflossenen Jahre um durchschnittlich 38,33 Proz. gestiegen. Am stärksten wuchs die Mitgliederzahl des Metall arbeiterverbandes, und zwar um 101,28 Proz., dann die des Malerverbandes um 83,75 Broz. Die Mitgliederzahl des Textilarbeiter. berbandes stieg um 73,37, die des Handels- und Kontorgehülfen. verbandes um 44,39 und die des Verbandes der Kleidungsindustriearbeiter um 32,29 Proz. " Studentenanssperrung und-Streit. Petersburg, 20. April. Die Ausstandsbewegung auf dem Petersburger Nikolai- Bahnhof ist durch Gewährung einer Lohnerhöhung beendet. In Odessa sind, wie bon dort ge meldet wird, 300 Eisenbahnangestellte in den Ausstand getreten und baraufhin alle entlassen worden. Batu, 20. April. In Balachanis sind die Arbeiter der elektrischen Kraftstation in den Ausstand getreten, was die Einstellung der Arbeit in zahlreichen Naphthawerken mit elektrischem Betriebe zur Folge gehabt hat. Bauernunruhen. Attarst, 20. April. Im Kreise Attarst find Bauernunruhen ausgebrochen. Die Lage in Lodz. Lodz, 19. April. Heute kam es wiederum zu Unruhen unter der Arbeiterbevölkerung, wobei fünf Personen getötet und ebensoviel verwundet wurden. Die Straßen werden von Patrouillen durchzogen. Den Bewohnern des Vorortes Widzewo wurde untersagt, nach 7 Uhr abends die Straßen zu betreten. Bombenfund. Tiflis, 19. April. In einem von Verschwörern bewohnten Hause wurden elf geladene Bomben und Schriftstücke der Terroristenbereinigung aufgefunden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Bezüglich der Firma Leineweber erklärt die Versammlung, daß, so lange hinsichtlich der Streifbrecher eine Regelung nicht eingetreten ist, ein Vertrag mit dieser Firma als Mitglied des Arbeitgeber verbandes nicht abzuschließen ist. Die Ortsverwaltung und Lohnkommission werden beauftragt, alsbald den nicht dem Arbeitgeberverband angehörigen Firmen den neuen Tarif zu überreichen und mit ihnen zu vereinbaren." zufechten. Husland. geDie Leitergerüstbauer, die streikenden sowohl als auch die in Arbeit stehenden, bersammelten sich am Freitagabend im„ Englischen Garten", um die Situationsberichte über die Bewegung entgegenzunehmen. Die Versammelten waren mit den Berichten Die Einnahmen der angeschlossenen Verbände beliefen sich in von Hannemann, Walter und Werner sehr zufrieden, denn sie konnten daraus erkennen, daß die Bewegung günstig steht. der Beit vom 1. April 1906 bis zum 1. Januar 1907 auf 453 437,54 Daß die Vertrauensmänner in wichtigen Angelegenheiten selbst- Gulden, die Ausgaben auf 93 792,17 Gulden. Für Streits und ständig borgehen, wo eine schnelle Entscheidung notwendig ist, Aussperrungen gaben fie 30 718,07 Gulden aus, für andere Unterwurde gebilligt. Es erregte die Befriedigung der Arbeiter, daß die stübungen 32 160,71 Gulden und für Unterstützungen anderer GeOrganisation durch das Abkommen mit der Deutschen Hausbau- werkschaften 13 405,74 Gulden. Ihr gesamtes Vermögen betrug Gesellschaft den notwendigen schnellen Ersatz für die Firma Arndt am Jahresschluß 505 371,96 Gulden. Der Verband der Gewerku. Co. in der Armee- und Marine- Ausstellung bieten konnte. fchaften nahm an ordentlichen Beiträgen 4613,82 Gulden ein, feine Arndt droht in seinem Aerger den Polieren, die ihn am Dienstag Ausgaben beliefen sich auf 4653,37 Gulden, so daß also vorläufig auch verließen, mit Klagen und Ersatzansprüchen. Das foli mit einem kleinen Defizit gearbeitet wurde. An freiwilligen Bei darische Verhalten der Arbeiter am Bau" Fürstenhof" fand Aner- trägen für im Kampf stehende Arbeiter liefen 24 628,48 Gulden ein. fennung. Werner warnte davor, sich dem Glauben hinzugeben, Das Organ des Verbandes" De Vakbeweging" erscheint daß der Streit in den allernächsten Tagen beendet sein müsse. Die 14tägig und erreicht eine Auflage von 2500 Gremplaren. Es ist, Unternehmer bieten alles auf, um die Organisation der Gerüst- wie das deutsche" Correspondenzblatt" für die Vertrauensmänner bauer zu zerstören; da wird der Kampf noch etwas länger dauern. der Gewerkschaften bestimmt. Ueber die internationalen Be Bis jetzt sind keine Abtrünnigen zu verzeichnen. Einstimmig ziehungen sagt der Bericht: wurde beschlossen, daß die arbeitenden Kollegen die Streikenden..Mitteilungen, die wir empfangen haben, lassen vermuten, durch eine Ertrasteuer unterstüßen sollen; die Rüfter haben 3 M. daß im Laufe des Jahres 1907 die Abscheidung des Nationalen und die Poliere 5 M. wöchentlich zu zahlen. Arbeiterfekretariates vom Internationalen Sekretariat und be Anschluß des Verbandes erfolgt." Friebe im Steinfegergewerbe. Zu dem in der vorigen Nummer enthaltenen Bericht über die Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Arbeiter der städtischen Gaswerke bersammelten sich am Freitag vollzählig in Kellers großem Saal, um eine Aussprache über die soziale Einsicht der städtischen Behörden zu pflegen, ihre äußerst minimale Entlohnung sowie die miserablen Arbeitsverhältnisse in den städtischen Gaswerken vor der Oeffentlichkeit zu enthüllen. May gab einen Ueberblick über die Situation. Die Gasarbeiter hatten ihre bescheidenen Forderungen vor der Statsberatung im roten Hause allen Stadtverordneten usw. zugestellt, hoffend, daß das Stadtparlament ein Einsehen haben werde. Es haben nur die sozialdemokratischen Vertreter es für Lohnbewegung der Steinseher wird uns berichtigend mitgeteilt, daß die Annahme der Vorschläge der Schlichtungsfommission nicht gegen Aussperrung im Aachener Baugewerbe. ihre Pflicht gehalten, für die Forderungen einzutreten. Der eine starte Minderheit, sondern mit einer außerordentlich großen Dezernent der Gaswerke glaubte das Begehren der Arbeiter mit Aachen, 20. April.( W. T. B.) Die Maurer und BauMehrheit erfolgte. Dagegen erhoben sich nur ungefähr 5 Stimmen. einigen Worten im Surraton abtun zu können und der Stadt Der Irrtum des Berichterstatters erklärt sich daraus, daß die Hülfsarbelter im hiesigen Baugewerbe erhielten heute schriftlich fämmerer rechnete mit frappierender Geschwindigkeit heraus, daß Opposition fich fast vollständig in der Nähe des Podiums und des die Kündigung zum 4. Mai. Die Aussperrung erfolgt, weil eigentlich den Gasarbeitern das glänzendſte Los beschieden sei. Berichterstatters befand und lekterer die Kopf an Kopf gedrängte, man sich über einen neuen Tarif nicht hat einigen können. Wohl erzielen einige Leute einen Tagesverdienst von 4 Mart bis im Saale stehende Menge von unten nicht übersehen konnte. 4,80 Mart. Man vergißt aber, daß dieselben dann täglich zwölf Weiter ist zu berichtigen, daß nicht nur den Hafenarbeitern, sondern Unter den auszusperrenden Arbeitern sind allein etwa 800 Maurer. Stunden arbeiten müssen, um bei 40 Pf. Stundenlohn diesen auch den Holzarbeitern 500 m. bewilligt wurden. Höchstsatz verdienen zu können. Ob dabei der Körper gesund und widerstandsfähig bleibt, das geht die Herren, die ja teine Not leiden brauchen, nichts an. Die Arbeiter der englischen Gasanstalten haben bereits zu den Lohnforderungen Stellung genommen und ihren Direktionen keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie willens sind, mit dem minimalen Lohn und den schlechten Arbeitsbedingungen nicht mehr zufrieden zu sein. Die rege Diskussion zeigte, daß die Versammelten fest entschlossen sind, eventuell durch den Kampf das zu erreichen, was ihnen auf friedlichem Wege zu erlangen nicht möglich ist. Ein Antrag Da da czinsky, das Publikum durch ein Flugblatt über die rückständigen Verhältnisse in den städtischen Gaswerken auf flären, wurde dem Vorstand überwiesen. Es wird eine neungliederige Kommiffion gewählt, welche noch mals versuchen soll, den zuständigen Körperschaften mehr Verständnis für die berechtigten Forderungen der Gasarbeiter beizubringen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: " Die Heute in Kellers Saal versammelten Gasarbeiter der Stadt Berlin bedauern, daß weder der Magistrat, noch die StadtBerantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Achtung! Bäder! Berunglückte Helfer in Fenersnot. New York, 20. April.( B. H.) Bei einer im Süden der Stadt Die Berliner Verwaltung des Deutschen Bäckerberbandes ersucht uns, mitzuteilen, daß die für Dienstag anberaumte Ber- ausgebrochenen Feuersbrunst wurden mehrere Feuerwehrleute durch sammlung der Bäder nicht in der Neuen Welt" stattfindet, wie Brandwunden schwee verletzt. eine Anzahl Blätter irrtümlich berichtet haben. Die Versammlung findet vielmehr nachmittags 3 Uhr in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, statt. Die Spitel schwärmen aus. Petersburg, 20. April.( B. H.) Infolge der Entdeckung der revolutionären Militärorganisation wurden zahlreiche Geheimpolizisten Die streifenden Landschaftsgärtner hielten am Freitagabend in die Provinz gefandt, um Nachforschungen nach weiteren Organis in Miethes Festsälen, Schöneberg, eine Versammlung ab, in welcher fationen vorzunehmen. . Kamrotosti Bericht über den Stand des Streits gab. Besondere Unruhen in Persien. Erwähnung und Beleuchtung erfuhr in dem Bericht das zweite von Nachitschewan, 20. April.( Meldung der Petersburger Teleden organisierten Arbeitgebern an die Garten- und Billenbesitzer gerichtete Flugblatt, worin fauftdide Lügen" dußendweise ent- graphen- Agentur). Im Chanate Matu an der Grenze des Gouverne halten find. Mit unvergleichlicher Dreistigkeit behaupten diefe ments Eriwan find bedeutende Unruhen ausgebrochen. Der Chan, Serren darin, daß der Jahresverdienst eines Gehülfen nicht 1080 m., welcher sich der perfifchen Parlamentspartei nicht unterordnen fondern 1350-1800 M. beträgt. Verschwiegen haben sie aber, wollte, wurde verjagt und entkam mit Lebensgefahr nach Nachitwelche Stundenlöhne sie zahlen. Unwiderlegt ist auch unsere Be- schewan, von wo er sich nach Eriwan begab; fein Balais und seine hauptung, daß die Landschaftsgärtnerei nur Saisonarbeit ist und Schäße wurden geplündert. E. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanften Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen. Hr. 93. 24. Jahrgang. 1. Krikze des Jonnirts" Knlim WsM Zovntag, 21. April M?. Keicdstag. 34. Sitzung. Sonnabend, den 20. April, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstisch: Frhr. v. Stengel, Dr. Nieder- ding. Der Gebührentarif für den Kaiser Wilhelm- Kanal wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Der Bericht der Reichsschuldenkommission wird auf Antrag des Abg. Dr. Spahn(Z.) der Rechnungskommission überwiesen. Es folgt die zweite Lesung des Etats für die Reichsjustizverwaltung. Hierzu liegt eine größere Reihe von Resolutionen vor. Eine Re solution Albrecht u. Gen.(Soz.) ersucht um Vorlegung eines Gesetzentwurfes, durch welchen das neuerdings in Frage gestellte Recht der Reichstagsabgeordneten, in Ansehung dessen, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut ist, das Zeugnis zu verweigern, ausdrücklich festgestellt und ein gleiches Recht für Mitglieder eines Landtages oder einer Kammer eines zum Reiche gehörenden Staates begründet wird. Auch eine Resolution des Zentrums spricht den gleichen Wunsch aus. Eine Resolution Dr. Ablaß u. Gen.(frs. Vp.) will den Reichskanzler ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß die gleich mäßige Zuziehung aller Stände zum Ge schworenen- und Schöffendienst in den einzelnen Bundesstaaten durch Zahlung von Tagesgeldern aus Landesmitteln an die Schöffen und Geschworenen erleichtert wird. Auch hier hat das Zentrum eine gleichlautende Resolution ein gebracht. Eine Resolution Bassermann(natl.)— und wiederum eine gleichgerichtete Graf Hompesch-Dr. Spahn(Z.)- fordert einen Gesetzentwurf, durch den die unmittelbare Haf tung des Staates und anderer juristischer Personen des öffentlichen Rechtes für den von ihren Beamten bei Aus- Übung der ihnen anvertrauten öffentlichen Gewalt zugefügten Schaden grundsätzlich ausgesprochen wird. Weitere Resolutionen Bassermann(natl.) verlangen Gesetzentwürfe zur Beseitigung des Zeugniszwanges der Presse, zur Sicherung der Bauhandwerker- forderungen und zur Schaffung eines Zwangsver- gleiches außerhalb des Konkurses. Eine Resolution v. Maitz an(k.) verlangt ein Gesetz über die Haftung der Automobile für den durch sie auf öffent- lichen Straßen und Plätzen entstandenen Personen- und Sach- schaden. Schließlich nimmt eine Resolution Dr. Warenhorst u. Gen. iRp.) den alten Wunsch der Reichstagsmehrheit auf Einschränkung der Haftung des Tierhalters wieder auf. Slbg. Dr. Spahn(Z., auf der Tribüne fast unverständlich) legt den Standpunkt des Zentrums zu den einzelnen Resolutionen dar. Abg. Dr. Junck(natl.): Der Gesetzentwurf zur Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker ist bereits fertig; es ist uns unverständlich, warum er nicht eingebracht wird, die Frage ist längst spruchreif; wir sind bereit, der Forderung zuzustimmen. Die Bestimmungen über die Haftung des Staates für den durch Beamte verursachten Schaden zeigen die ganze Zerrissenheit Deutschlands; hier herrschen die verschiedensten Bestimmungen. Gegen den Zeugniszwang der Presse hat sich auch ein Staatsanwalt in Dresden ausgesprochen; tatsächlich bewirkt das Standesbewußtsein der Redakteure, daß auch jetzt bereits das Zeugnis in der Regel verweigert wird; wir wünschen, daß ihnen dieses Recht cingeränmt werde. Den Anträgen des Zentrums und der Sozialdemokraten auf Erweiterung der Immunität der Abgeordneten stimmen wir zu; freilich sind wir der Meinung, daß gegenwärtig ein Recht auf Zeugnisverweigerung für die Abgeordneten nicht besteht. Auch die Resolutionen über die Heranziehung aller Berufs- stände zu Schöffen und Geschworenen finden unsere Zustimmung; ebenso die über die Haftung von Unternehmern von Automobil- betrieben. Im übrigen bringe ich den Wunsch zum Ausdruck, daß die Strafprozeßreform uns recht bald beschäftigen möge. Auch möchte ich wissen, wie der Herr Staatssekretär über eine Straf- rcchtsreform denkt. Für bedenklich halte ich es, wenn bei der Straf- prozetzreform die Uebertretungen dem Einzelrichter, die Bergehen den Schöffengerichten und nur die Verbrechen den Strafkammern zugewiesen werden, wie es der Staatssekretär neulich angekündigt hat; denn dann würde nur bei den Verbrechen die Berufung an das Reichsgericht möglich sein. Bei der Reform der Zivilprozeffe werden die Anregungen des Oberbürgermeisters Adickes sicherlich beachtet werden; aber wir brauchen den Engländern nicht ohne Not nachzulaufen, wir müssen den deutschen Verhältnissen Rechnung tragen. Zum Schluß noch eine Bemerkung allgemeiner Natur: Bei früheren Beratungen des Reichsjustizetats ist gesagt worden, unsere Justiz diene nur der herrschenden Klasse, unsere Rechts- Pflege sei nur eine Pflege von Klassenprivilegien. Gemeint war damit die Strasrechtspflege. Aber es ist Pflicht, zu betonen, daß durch unser Zivilrecht im Gegenteil ein Zug geht, den Wirtschaft- lich Schwachen zu stärken gegenüber dem wirtschaftlich Starken. (Sehr wahr! bei den Nationallibe'ralen.) Unsere Rechtsprechung ist keineswegs eine Klassenjustiz.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding: Der Gesetzentwurf zur Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker, dessen Wicdereinbringung der Abg. Bassermann gewünscht hat, wird dem Hause zugehen, sobald ihm überhaupt größere Vorlagen zu- gehen werden. Bezüglich der Haftung des Staates für Handlungen von Be- amtcn stehen wir auf dem Standpunkt, daß dies Sache der Einzel- staaten sei, von denen ein Teil die Materie auch bereits geregelt hat, während es nur Sache des Reiches ist, die Haftung für Hand- lungen von Reichsbeamten zu regeln. Wir meinen aber, daß wir im Reiche auf die Regelung in Preußen warten müssen; ich glaube. die preußische Regierung wird demnächst eine Erklärung im Abge- ordnctenhause über die Regelung dieser Frage abgeben, und wir werden sie dann auch ins Auge fassen. Bezüglich des Zeugniszwangs der Redakteure hat die Re- gierung nicht die Absicht, vor der Reform der Strafprozeßordnung ein interimistische« Gesetz hierüber zu erlassen. Einer schikanösen und parteiischen Anwendung des Zeugniszwangs steht die Reichs- Verwaltung und der Reichskanzler fern. Wir können nur wünschen, daß die Gerichte jeden einzelnen Fall mit großer Borficht be- handeln. Aber an erster Stelle mutz stets die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung stehen, nicht das Bedürfnis der Presse.(Sehr richtig! rechts.) Mit dem Abg. Dr. Junck teile ich den Wunsch nach Abschluß der Strafprozeßreform, die auch ich für sehr dringlich halte. Mein Bestreben ist es, die Reform vorwärts zu bringen; doch wird sie bis zur nächsten Session nicht abgeschlossen sein. Ferner hat Dr. Junck sich nach dem Stande einer Reform des materiellen Strafrechts erkundigt. Dieses Werk mutz, wenn es dem Reichstage vorgelegt wird, von der Sympathie der großen Mehrheit des Volkes getragen sein; aber die Vorarbeiten wollen wir nicht der Kritik und dem Streit der Parteien übergeben, das würde für das Werk nicht förderlich sein. Die Entlastung des Reichsgerichts wird im Auge behalten. Eine Aenderung des Amtsgerichtsverfahrens hoffen wir in der nächsten Session dem Hause vorschlagen zu können. Abg. Dr. Wagner(k.): Herrn Dr. Junck bemerke ich, daß das Gericht weder den Schwachen noch den Starken schützen, sondern lediglich Recht sprechen soll. Die angekündigte Reform des Amts, k gerichtsverfahrens begrüßen wir, eine Dezentralisation der Zivil- justiz würde gerade im Interesse des Mittelstandes erfreulich sein. Den eingebrachten Resolutionen stehen wir meist sympathisch gegen- über; anders freilich stehen wir zu den auf die Abschaffung des Zeugniszwangs für Redakteure und auf Erweiterung der Jmmu- nität gerichteten Resolutionen. Der Vergleich des Redakteurs mit dem Arzt, Rechtsanwalt, Geistlichen trifft nicht zu; denn diesen wird etwas mitgeteilt, damit sie es niemandem mitteilen, dem Redakteur jedoch, damit er es veröffentlicht. Wir sind Freunde der Freiheit der Presse(Lachen bei den Sozialdemokraten.), aber sie muß auch ein besonders hohes Verantwortlichkeitsgefühl haben. Die Beseitigung des Zeugniszwanges würde nur Drückebergern Gelegenheit geben, sich zu schützen. Deswegen lehnen wir sie ab. Dieselben Gründe leiten uns bei Ablehnung der Erweiterung der Immunität. Auch ein Staatssekretär darf sein Zeugnis nicht nach eigenem Ermessen verweigern, sondern der Vorgesetzte hat darüber zu befinden(Lachen bei den Sozialdemokraten.), und dieser darf die Erlaubnis zur Verweigerung des Zeugnisses nur geben, wenn die Sicherheit des Reichs oder eines Bundesstaates bei Abgabe des Zugnisses gefährdet erscheint.(Wiederholtes Lachen bei den Sa zialdemokraten.) Im staatlichen Interesse wollen wir die Schutze mauern der Rechtsordnung aufrecht erhalten.(Bravo! rechts, Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Abg. Heine(Sog.): Ich will nur ganz kurz erklären, wie wir zu den einzelnen Resolutionen stehen. Die Resolution Varenhorst über die Einschränkung der Haftung der Tierhalter wird von uns bekämpft wie bisher. Dagegen werden wir der Resolution wegen der Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker zustimmen, ob- gleich wir damit nicht etwa sagen wollen, daß die Lösung, die bisher in dieser Frage versucht worden ist, uns befriedigt. Zustimmen werden wir auch der Resolution, die einen ZwangSverglcich außer- halb des Konkurses anstrebt und der Resolution betr. Haftung für durch Automobile veranlahten Sckmden» vorbehaltlich unserer Stellung zu dem in der vorigen Session bereits angekündigten Gesetzentwurf. Etwas näher eingehen muß ich auf die Resolutionen, die den Zengniszwang der Presse und die Immunität der Abge- ordneten deHandeln. Was diese Immunität betrifft, so geht uns die Resolution des Zentrums nicht weit genug. Unsere Resolution geht weiter, sie konstatiert zunächst, daß nach der richtigen Auffassung heute bereits das Recht der Abgeordneten zur Zcugnisorrweigerung über ine Dinge, die ihnen in ihrer Eigenschaft als Abgeordnete mitgeteilt werden, besteht, und daß dieses Recht nur ein Ausfluß des Rechtes ist, daß sie für'das, was sie hier sagen, nicht zur Verantwortung gezogen werden dürfen. Die cnt- gegen gesetzte Auftassung, die neuerdings in einigen Gerichts- urteilen zum Ausdruck gekommen ist, entspringt der Gier der Bureaukratie, ihre Machtbefugnisse zu erweitern.(Lachen rechts.) Unsere gesetzlichen Rechte sind verfassungsmäßig. Ich will mich aber darauf beschränken, auf die Broschüre des Dr. Müller-Meiningen hinzuweisen, sie scheint mir alles juristisch Notwendige darüber zu entlKilten. Uebrigens scheint mir doch ein Unterschied zu bestehen zwischen der Volksvertretung des Deutschen Reiches und diesem oder jenem Amtsrichter, der die Laune bekommt, einen Abgeordneten zu vernehmen; die Rechte des Abgeordneten stehen höher, als Winkel- interesse.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär sagte, in dieser Frage müsse das Interesse der Rechts- ordnung entscheiden, nicht das Bedürfnis der Presse. Wenn aber Redakteure das Recht zur ZeugmSverweigerung verlangen, welches die Rechtsanwälte, die Geistlichen, die Aerzte und im gewissen Maße auch die Hebammen haben, so fordern sie es nicht in ihrem Interesse, sondern in dem Interesse der Rechtsordnung, aus dem heraus es den Rechtsanwälten, Geistlichen und Aerztcn gegeben ist.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Denn die Rechtsordnung be- steht nicht darin, daß die Gerichte und andere Behörden Rechtck haben, sondern, daß das höhere Recht, das sittliche Recht im Volke nicht mit Füßen getreten werde.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn ein Vertrauensmann des Volkes, ein Zettungsredakteur, durch den Druck des Zeuanisznxmgcs zur Preisgabe seiner Ehrenpflicht gezwungen wird, so ist dies ein Verstoß gegen die sittliche Rechtsordnung, eine Unterdrückung der wahren Rechtsordnung.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr Wagner meinte, durch die Beseitigung des Zeugniszwangs würde ein Recht für Drückeberger geschaffen. Wir wissen ja, wozu das Recht, Redakteure und neuerdings auch Abgeordnete zu vernehmen, benutzt wird. Man will in den seltensten Fällen einer strafbaren Handlung auf die Spur kommen, sondern man will denjenigen, der eine strafbare Handlung nach seinem besten Wissen aufgedeckt hat, dafür kujonieren.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich erinnere an den Fall des Herrn Erzberger. Wo waren da die Drückoberger? Nicht Herr Erzberger war es, der sich drückte, sondern diejenigen, welche mit Hülfe von Disziplinarverfahren die Dinge zu vertuschen sich bemühten, die andere aufgedeckt hatten. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr Wagner hat eine Parallele gezogen zwischen Beamten und Redakteuren. Er sagte, nicht einmal der Staatssekretär der Justiz hätte das Recht, aus eigenem Ermessen das Zeugnis zu verweigern, sondern die Ent- sckreidung habe der Vorgesetzte. Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand, ob das etwas anderes ist, als eine juristische Silbenstecherei.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wer ist denn der Vorgesetzte des Staatssekretärs? Der Herr Reichs- kanzler, und in diesen Dingen werden doch wohl Staatssekretär und Reichskanzler eins sein. Der Staatssekretär hat natürlich das Recht der Zeugnisverweigerungie wirtschaftliche Existenz des Betroffenen zu vernichten. Solche Entscheidungen sind sehr gut, werden aber zugunsten des Arbeiters in den seltensten Fällen angewendet. Andererseits werden gegen die Arbeiter die genannten Bestimmungen oft sehr rigoros ange- wendet. Wenn ein Arbeitgeber Arbeiter aussperrt, so wird dies als zulässig angesehen, wenn es sich nicht um die dauernde Ver» nichtung der Existenz handelt. Wenn aber Arbeiter eine Sperre oder einen Boykott etwa über eine Brauerei oder Fabrik oder einen Bäckermeister verhängen, so gibt es eine ganze Anzahl von Ge- richten, natürlich auch wieder das sächsische Obcrlandesgericht, welche troh des vorübergehenden Zweckes darin eine Handlung erblicke«, welche gegen die guten Sitten verstößt, und sie durch die Auer- kcnnung der Schadenersatzpflicht zu hindern suchen. Die Entschei- dung des Reichsgerichts, in der sich das Reichsgericht einem Urteil in Chemnitz anschließt, worin die obigen vernünftigen Grundsätze ausgesprochen werden, ist durchaus singulär geblieben. Wir habe» den Prozeß der Hamburg-Amerikanischcn Paketsahrt-Aktiengcsell- schaft gehabt. Da waren unbeteiligte Arbeiter durch unbeteiligte Unternehmer ausgesperrt worden. Sie hatten auf Schadenersatz geklagt, das Reichsgericht aber hat erklärt, derartige Sympathie- aussperrungen seien zulässig. Aber in Nürnberg hat man eine vorübergehende Sperre einer Bäckerei als wieder gegen die guten Sitten verstoßend angeschen. Weshalb führe ich diese einzelnen Fälle an? Ich weiß sehr wohl, daß der Staatssekretär daran nichts ändern kann, und ich weiß auch, daß ihm ein unmittelbarer Einfluß auf die Rechtspflege nicht zusteht, und würde auch nicht wünschen, baß ein einzelner Vcrwaltungsbeamter einen solchen Einfluß übte. Ich führe sie an, um zu beweisen, daß das Koalitionsrecht der Arbeiter durch diese verworrene Rechtsprechung, durch diese fortwährenden Drang- saliernngen, mit einem Wort durch diese Klassenjustiz vollständig in Frage gestellt ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es ist notwendig, nicht zu warten, bis das Strafgesetzbuch fertig ge, worden ist, sondern eS ist dringend notwendig, jetzt schon durch ein Rotgcseß daS Koalitionsrecht zu schüßen. Die Sicherung des KoalitionsrcchtS ist die beste Sozialpolitik, die Sie treiben können. Die Arbeiter wollen lieber ein gutes Koa» litionSrecht. als viele von den guten Anträgen, mit denen sie jetzt überschüttet werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Diese guten Dinge nehmen sie gern in den Kauf, sie haben aber nicht entfernt den Wert eines guten Koalitionsrechts.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wie verhalten sich aber dazu die Fraktionen deS Hauses? Wenn man sie hört, sind sie sämtlich Freunde des Koalitionsrechts. Als aber im Jahre 1899 das ZuchthauLgcfctz in den Orkus ge- wandert war, haben meine Freunde Antrage zu Sicherung des Koalitionsrechts eingebracht und auch schon auf diese Judikatur hingewiesen. Herr Bassermann erklärte damals, wenn diese Ju- dikatur weiter ginge, so wisse er nicht, wo das KoalitionSrccht bleiben solle. Nun diese Judikatur hat sich seitdem noch weiter entwickelt. Damals haben Sie sich auf unsere Anträge nicht ein- gelassen, sondern sie niedergcftimmt. Damals haben Sie vielleicht noch den Vorwand gehabt, daß Sie nicht die Novelle zur Gewerbe- ordnung gefährden wollten. Aber seitdem ist auch nichts zur Sicherung des Koalitionsrcchts getan. Nun. darum keine Feind- schaft. Sie haben erklärt, daß Sie das Koalitionsrecht schütze» wollen, und wenn Sie das tun, so wollen wir den gegenwärtigen Fraktionen die Sünden der früheren gern verzeihen. Wir haben doch jetzt einen sozialpolitischen Block, zu dem auch das Zentrum gehört, und der für das Koalitionsrecht eintreten will. Deshalb sage ich zu Ihnen, hier ist Rhodus, komme her und tanze, oder trolle-dich und schweige, wcnn du nicht tanze» kannst.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Der Vorredner hat so schwere Vorwürfe gegen die Gerichte er» hoben, daß ich meine Geduld aufs äußerste vicistrru muß, um ruhig zu bleiben.(Zustimmung rechts.) Sein Schema ist: die Richter sind nicht bösartig, aber sie find fo versunken in Standesvorurteilen, daß sie objektiv nicht Recht sprechen können. Nachdem er in dieser Weise Stimmuug gemacht hat, bringt er einzelne Fälle vor. und verlangt, der Reichstag solle ein Verdikt abgeben, ohne die andere Seite zu hören. DaS ist unerhört.(Z»« stimmung rechts.) Der klassenbeschränkteste Richter würde arme Mädchen nicht in der Weise verurteilen, wie der Ab- geordnete Heine eS hier vorgetragen hat. Sehen Sie sich unseren Richterstaud au. Es sind Leute genug darin, die aus den einfachsten Verhältnissen hervorgegaugeu sind.(Zustimmung rechts.) Ich gebe zu, daß die Brstimmuiigen über die Erpressung im Sttasgesehbnch und über das Koalitionsrecht in der Gewerbeordnung nicht so far Urteile gibt, die ich als Klassenjustiz bezeichne, und daß ich aus- Diese Stundenlöhne bergen in sehr vielen Fällen den Verabgegrenzt sind, wie es in unserer von Leidenschaften beherrschten drücklich hervorgehoben habe, daß es auch eine ganze Reihe anderer dienst der Kinder in fich. Man kann sich leicht erklären, Zeit vielleicht wünschenswert ist. Ich muß anerkennen, daß die Urteile und Richter gibt, auf welche diese Bezeichnung nicht zutrifft. daß die Ernährung der Heimarbeiterfamilien auf Rechtsprechung des Reichsgerichts auf dem Gebiete der Erpressung Zweitens hat Herr Nieberding mir vorgeworfen, daß ich hier Dinge der Grundlage dieser Stundenlöhne basiert, sofern nicht der Beruf und des Koalitionsrechts in der letzten Zeit zu manchen Ergebnissen vorbringe, für die er die Akten nicht zur Stelle habe. Ich habe des Vaters ein besseres Auskommen sichert. Ein Waldshuter geführt hat, die berechtigte Zweifel hervorrufen( hört! hört!), ihm vor 4 Wochen Mitteilung gemacht, daß ich den Breslauer Fall Tertilarbeiter erklärte der Fabrikinspektion: Kaffee ist die daß die Bestimmungen unserer Gewerbeordnung über die Koalition hier zur Sprache bringen werde und habe ihm auch das Akten- Grundlage aller Mahlzeiten. Einmal im Monat wird nicht so klar und fest abgegrenzt sind, wie es bei dieser zeichen mitgeteilt. Von dem Beuthener Fall ist das Attenzeichen Fleisch gekocht. Ein anderer Heimarbeiter sagte: Gs verMaterie erforderlich ist. Es wird sehr ernster Erwägung be- A. I. M. 28/06. Landgericht III Berlin; diese Akten sind beim geht oft ein Vierteljahr, ehe Fleisch auf den Tisch dürfen, ob nach dieser Nichtung hin die Bestimmungen nicht Landgericht III in Berlin, er kann sie also in wenigen Stunden fommt. Nur Sonntags tönnen wir Fleisch essen, gab auf die ents einer Einschränkung, jedenfalls aber einer Klarstellung bedürfen. Wir haben. sprechende Frage ein Bürstenhausarbeiter zur Antwort. Die gleiche werden bemüht sein, hier zu bessern. Die Auslegung, die das Reichs- Herr Barenhorst hat sich erlaubt, mein Auftretep als Drücke- Mitteilung bekam die Fabritinspektion von etwa 30 verschiedenen gericht dem Erpressungsparagraphen gegeben hat, ist ernster Nachprüfung bergeret zu bezeichnen. Ich habe über einen solchen Ausdruck mit Berufsangehörigen. Viele Heimarbeiter im Schwarzwald essen zu unterziehen. Die Reichsanwaltschaft wird anzuweisen sein, alle Ge- ihm nicht zu rechten. Aber was die bona fides anbetrifft, so will ich früh Hafermus oder Schwarzbrot, mittags eine Mehlspeise und fichtspunkte, die nach unserer Ansicht noch nicht vollständig geklärt sie ihm als Richter jederzeit zubilligen nach dem Grundsatz: Herr, abends abgerahmte Milch. Ein anderes Ernährungsrezept befind, nochmals zu erörtern. Mehr tönnen wir nicht tun. Jedenfalls sie wissen nicht, was sie fun.( Große Heiterkeit.) gegnete recht oft der Fabrifinspektion: morgens Kaffee, abends hat das Reichsgericht, auch wenn es bei seinen Entscheidungen geirrt Staatssekretär Dr. Nieberding: Ich bestätige Herrn Abgeord- Suppe oder Kaffee; Fleisch kommt nur Sonntags auf den Tisch. haben sollte, die besten Absichten im Auge gehabt. Ich bedauere, neten Seine, daß ich von dem Breslauer Fall vollständig Kenntnis Die Zwischenmahlzeiten bestehen aus Brot. Von 200 über den daß der Vorredner das nicht anerkannt hat, aber er kann überzeugt habe; ich habe sie mir auf seine Mitteilung hin verschafft. Ich habe Fleischverbrauch befragte Frauen stellen 34 einmal, 110 zweimal, sein, die Reichsjustizverwaltung wird sich nicht abhalten lassen, diese aber ausbrücklich gesagt, daß ich es ablehnen müsse, auf einen 22 jeden zweiten Tag, 10 fünf- bis sechsmal pro Woche Fleisch auf Dinge in objektivster Weise zu prüfen.( Bravo!) einzelnen Fall einzugehen, wenn das Haus die Akten nicht kenne. Die durch den Staatssekretär wiedereröffnete Distuffion wird den Tisch. Nur 24 Frauen war es möglich, täglich Fleisch zu fochen. auf Antrag des Abg. Mugban( frs. Vp.) von neuem vertagt. Bu diefer elenden Ernährung kommt die grausam lange Arbeitszeit. Die Heimarbeiterin einer Metallwarenfabrik Abg. Heine( Soz., persönlich): Der Herr Staatssekretär hat sich steht jeden Morgen um 4 Uhr auf, weil sie tagsüber wegen des darauf berufen, daß die Akten der Breslauer Sache den Mitgliedern Haushalts oft weniger zur Heimarbeit kommt". Eine Bürstendes Hauses nicht vorliegen. Ich lege hier die Beschlüsse auf den einzieherin arbeitete jahrelang den ganzen Tag und bis 12 oder 1 11hr nachts; sie ist körperlich ruiniert und klagt, daß sie jetzt" nur" Abg. Barenhorst( Rp., persönlich): Jah akzeptiere die von Herrn noch 10 Stunden pro Tag arbeiten kann. Ein lthrenarbeiter in Heine mir angebotene bona fides. Bezüglich der hier vorgebrachten Benzkirch arbeitet im Sommer von früh 5 Uhr bis abends 10 Uhr, Fälle möchte ich erwidern. im Winter eine Stunde weniger. In der Kartonnagenindustrie Bizepräsident Kämpf: Das ist nicht persönlich.( Seiterkeit arbeiten die Frauen von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, beim Zigarren- oder Wickelmachen ist eine sechszehnstündige Arbeitszeit Abg. Barenhorst( fortfahrend): Dann behalte ich mir bie Er- recht häufig; in der Saison arbeiten Konfektionsschneider 18 und widerung vor. 19 Stunden; die Heimarbeiterinnen der Kleider- und WäscheSchluß 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 2 Uhr.( Aleinere fonfettion nähen durchschnittlich 15 bis 16 Stunden. Die KorsettVorlagen, Fortsetzung der heutigen Beratung.) näherinnen halten es für ein Unrecht, wenn sie nur 12 Stunden arbeiten. In der Goldwarenindustrie wicd oft von früh 5 Uhr bis in die tiefe Nacht hinein gearbeitet. Die Seidenbandweber fizen von früh 5 Uhr im Sommer und von 6 Uhr im Winter an ihrem Stuhl, und eine Arbeitszeit von 18 Stunden ist schon zu vera zeichnen gewesen. Eine zwölfstündige Arbeitszeit halten die Vorhangstickerinnen für selbstverständlich. Eine sich mit der Herstellung von Briefumschlägen beschäftigende Familie erklärt: Wenn ein Auftrag erledigt werden soll, arbeiten wir bis 10, 12 oder 2 Thr nachts. Wir arbeiten jeden Sonn- und Feiertag. Bei der Stuhlflechterei arbeiten Fcauen und bis in die späte Nacht, manchmal bis 1 und 2 lhr". Genug der entsetzlichen Schilderungen; der Minimalarbeitstag ist in der badischen Hausindustrie zum mindesten der dreizehnstündige. links.) Abg. Ablaß( frs. Pp.): Graf Posadowsky hat hier sehr schön davon gesprochen, daß wir uns des Rüstzeuges des alten Polizeistaates entledigen müßten, um ein modernes Koalitionsrecht zu schaffen. Um so mehr muß ich bedauern, daß der Staatsjefretär der Justiz dem Zeugniszwang der Bresse gegenüber einen so welt- Tisch des Hauses nieder. fremden Standpunkt eingenommen hat, wenn er auch nicht so antidiluvianisch war, wie der des Herrn Wegner. Ueber unsere Stellung zum Koalitionsrecht mag Herr Heine sich beruhigen; wenn wir nach dem Zustandekommen des Blocks auch nicht einen munteren Galopp von der Reichsjustizverwaltung erwartet haben, so werden wir doch auf ein freies Koalitionsrecht dringen. Herr Heine fann ruhig abwarten, was für ein Kind aus der neuen Baarung entsteht, zumal noch nicht feststeht, wer bei dieser Paarung Männchen, wer Weibchen ist.( Heiterkeit.) Redner geht auf die preßgefeßlichen Bestimmungen in den einzelnen Bundesstaaten ein. Am rüdständigsten sind sie in Preußen. Preußen in Deutschland voran in der Reaktion.( Zustimmung links.) Redner geht auf das politische Plakat und seine Entwickelung ein, das in Preußen verboten ist. Trotz des Verbotes haben in Breslau vor Jahren, als es sich um die Wahl von Hasenclever und Kräder handelte, die Sozialdemokraten in wahrhaft genialer Weise ein politisches Plakat verfertigt. Kräcker besaß ein Zigarrengeschäft. Auf dem Plakat waren Bigarrenforten empfohlen; die Anfangsbuchstaben der Empfehlungen ergaben als Afrostichon gelesen den Namen„ Hasenclever"; unterzeichnet war das Platat. ,, Kräder".( Große Seiterfeit.) Meine Herren Sozialdemokraten, ich gratuliere Ihnen noch nachträglich zu diesem genialen Streich.( Seiterkeit.) Dann will ich die Aufmerksamkeit des Staatssekretärs auf eine weit ernstere Sache lenken: auf den konfeffionellen Eid. Dieser führt zur öffentlichen Lüge, wenn Leute ihn leisten, die an Gott nicht glauben, und er schafft Märtyrer der Ueberzeugung, wenn Leute, die ihn aus religiösen Bedenken verweigern, bestraft werden. Vor einem Menschenalter hat bereits der berühmte Strafrechtslehrer Dochow ausgeführt, daß jeder Deutsche sein religiöses Leben nach freiem Ermessen einrichten kann, nur muß er sich hüten, als Zeuge vor Gericht zu kommen. Mit berechtigtem Spott fagt er, wenn ein Zeuge uns fragt, wie wir diesen Zustand nennen, so antworten wir: Bis auf weiteres heißt er offiziell Gewissensfreiheit". ( Große Heiterfeit links.) " Schließlich will ich auf die ungleiche Behandlung des Staatsanwalts und Verteidigers vor Gericht hinweisen; es ist unwürdig, daß der Verteidiger in eine Ordnungsstrafe genommen werden darf. Diese Bestimmung muß beseitigt werden.( Bravo! bei den Freifinnigen.) Abg. Barenhorst( Rp.): Herr Heine hat hier gesprochen wie Antonius, er sagt über den Richter wie Antonius: Brutus ist ein Mann". guter ( Buruf: ehrenwerter! Große Heiterkeit.). Tatsächlich hat er den Richtern den Vorwurf des offenen Rechtsbruchs gemacht, und das weisen wir entschieden zurüd.( Bustimmung rechts.) Der Resolution, die eine lex Erzberger verlangt, stimmen wir nicht zu. Gegenwärtig haben Abgeordnete das Recht zur Verweigerung des Zeugnisses nicht, und über die Frage der Eriveiterung der Jmmunität fönnen wir uns mindestens nicht ohne weiteres entschließen. Für die Beseitigung des Zeugniszwanges der Redakteure allerdings trete ich persönlich, nicht meine Fraktion, ein; denn sie hat praktisch keinen Wert. Weiter berlangen wir die Sicherung der Forderung der Bauhandwerker. In einer besonderen Resolution berlangen wir die Abände rung des§833 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Durch den bestehenden Zustand schädigen sie auch die Schlachthäuser.( Buruf: Was hat das mit der Reichsjuftig zu tun?) Die Herren von der Reichsjustiz effen doch auch Schweinefleisch.( Schallende Heiterkeit.) Leider hat der Deutsche Juristentag sich für Aufrechterhaltung des § 833 ausgesprochen. Hoffentlich lassen sich die berbündeten Regierungen dadurch nicht beeinflussen. Staatssekretär Dr. Nieberding: Die verbündeten Regierungen stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß der§ 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht aufrecht zu erhalten ist. Vizepräsident Kaempf schlägt dem Haufe vor, sich zu vertagen. Widerspruch erfolgt nicht. Abg. Seine( Soz.): Herr Staatssekretär Nieberding hat wiederholt gesagt, ich hätte den Richterstand beleidigt. Ich erwidere ihm, daß ich ausdrücklich erklärt habe, daß es gewisse Richter und gewisse Ausfpannung. Neu! Das schönfte Lokal der weiteren Neu! 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Beuteltuchweber Drchestrionarbeiter 5,- M. 3,70 3,30 Uhrbügelmacher und Goldschmiede Uhrenschildermaler 3, 2,30 2,20 2,50 2,20 2,20 2,20 2,10 Uhrenmacher Lieferungsschneider Rorbflechter Bürstenmacher Schuhmacher Bigarrenmacher. Hausweber der Seidenbandindustrie. 1,80 Mundharmonifamacher Bidelmacher 1,30 1,30 arbeiterinnen. Ein einigermaßen übersichtliches Bild geWesentlich geringer sind die Löhne der Seim währen erst die Stunden löhne. Sie erreichen bei den nach stehenden Branchen den folgenden Betrag: Beim Emaillieren von Silberwaren Bolieren und Brünieren von Silberwaren Lumpenfortieren. Nähen von Bandagen. Maschinenstriden Segeltuchverarbeitung. Rettenmachen. Strohhutknüpfen Nähen von Strohhüten Entrippen von Tabat. Seidenbinden. Sädefliden Berlesen von Baumtpollabfällen Dütenkleben Bürsteneinziehen. Trifotnähen Lahrer Kartonageindustrie Seidenbandindustrie Fransenknüpfen an Seidenschärpen Namiebüscheln( Entfernung der Fafern von der Pflanzenstaude) Strohseilflechten. Seidenwinden Trachtensticken Knopfaufnähen Endschuhflechten 9 Steden von Desen( Heftenmachen) Wollspinnen Weißsticken. 965 31 Bf. 17 17 16 18-16 16 15 14 12-14 7-14 14 13 12 12 10-12 7-12 11 Lieferant der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend des Berliner u. Charlottenburger KonsumVereins MaßSchneiderei eleganter Herrren- und Knaben: Garderobe Berliner 22100 10 9 8 88 8 Ba co co 3 " Den Schädigungen der Gesundheit der Heimarbeiter und ihrer Familienangehörigen sind selbstverständlich. Bei den Goldarbeitern leiden die Augen; die Mehrzahl der besuchten Bijoutiers maren furzsichtig und trugen Brillen. Als die verwandte Benzins lampe in einem Raume drei Wochen lang täglich 6 bis 8 Stunden brannte, gingen sämtliche Blumen ein. Durch den Prozeß des Lötens ist die Gesundheit der ganzen Familie gefährdet. Seidenbandwebern wurden nach der Einführung des elektrischen Antriebs ihrer Stühle die Affordpreise herabgesetzt, so daß sie ihre tägliche Arbeitszeit verlängern und ihre Gesundheit noch mehr wie vor dem technischen Fortschritt der Einführung der Elektrizität schädigen müssen. Die Beuteltuchweber müssen jahraus jahrein in feuchten Kellern arbeiten, da der Webstoff eine andere Beache fumpfigen Wassers. Die Pfosten des Webstuhls find rasch feuchtungsweise bis jetzt nicht kennt. Der Fußboden ist eine einzige berfault und müssen oft ergänzt werden. Wegen Rheumatismus in Hand und Arm können die Weber oft tagelang nicht arbeiten. Gin 53 jähriger Beuteltuchweber hat in einem solchen Kellerloch bolle 25 Jahre zugebracht. Nur die kräftigsten Naturen fönnen beim Berufe bleiben. Bei der Segeltuchweberei klagen die Frauen beim Nähen der harten Gegenstände auf der Nähmaschine über Ein 86 jähriger geschwollene Füße und Unterleibsschmerzen. Uhrenbestandteilmacher muß noch heute Stehbolzen feilen und polieren; da er für das Stüd 2 Pf. bekommt, ist er recht froh, wenn er im Monat 25 Mt. verdient. Die Fabritinspektion war beim Anblick des alten Mannes derart gerührt, daß sie niederschrieb: Unauslöschlich bleibt das Bild des bis zum legten Blutstropfen arbeitenden Greises in die Erinnerung des Besuchers eingeprägt." Trotzdem ist im Deutschland der Sozialreform für die Arbeiter die Kompott schüssel boll. 201 Lager fertiger Herrenund KnabenGarderobe SchneidereiGenossenschaft G. m. b. H. Hoffnung -лешшос зәбрә) лабет Brunnenstr. 185. Gegr. von organisierten Schneider- Gehülfen Berlins B Die Herstellung anserer Waren erfolgt in eigenen Betriebswerk stätten unter den vom SchneiderVerband festgesetzten Bedingungen QOA Wann endlich werden die Regierungen und die bürgerlichen Parteien sich zu gefeßlichen Eingriffen bereit finden lassen, die seit Jahren die Sozialdemokratie gefordert hat? Dies jammerbolle Elend, das der Bericht des badischen Fabrikinspektorats unwiderleglich darlegt, ist eine herbe Anklage gegen die herrschenden Klaffen und die Gesellschaftsordnung. Oeffentliche Bibliothet und Lesehalle zu unentgeltlicher Be. nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Wafferstand am 20. April. Ibe bei Auffig-Meter, bei Dresden+88 dp. Elbe bei Magdeburg 2,85 Meter. bei Ratibor 3,20 Meter, Schnee. Dder bei Brieg 3,68 Meter. Ober Dder bei Breslau+0,66 Meter. Neißemündung 3,30 Meter. Verlangt bei Euren Zigarren- Händlern 4389L* Wichtelmännchen! Beste 6 Pfennig- Zigarre, Vertreter: Leo Ansbach, Berlin O., Schillingstraße 36. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 17. Generalversammlung des Zimmererverbandes. Köln, 19. April. Die Verhandlungen werden fortgesezt bei dem Gegenstand: Agitation und Organisation. Sonntag, 21. April 1907. feien, um die Weltanschauung ihrer Angehörigen zu wahren. Sie eine Verständigung gesucht werden. Bezüglich der Maifeier hätter find zugestandenermaßen aus der Zentrumspartei heraus gegründet die Vertreter des Zimmererverbandes schon früher auf dem näm worden, um dieser die Arbeiteranhänger und Wähler zu sichern, und lichen Standpunkt gestanden, wie er jegt in dem Aufruf des Parteies ist vielfach zu verzeichnen, daß Arbeitgeber und Kapitalisten die borstandes zum 1. Mai zum Ausdruck komme. Sie würden geger christlichen Gewerkschaften zu fördern und bevorzugen, und zwar die Resolution Schmidt gestimmt haben, falls diese zur Abstimmung lediglich deshalb, um die Macht der Gewerkschaften zu schwächen gekommen wäre, weil die Resolution den Gewerkschaften Verund die Arbeiter unter sich uneinig zu machen. pflichtungen auferlege, wogegen die Vertreter des Verbandes der An Stelle des durch dringende Verbandsgeschäfte abberufenen Weiter befaßt der Redner fich mit drei aus Lübeck, Mülheim Meinung seien, daß die Maifeier Sache der Partei sei, und wei Kameraden Ede redet zu dem Gegenstand der Verbandsredakteur a. d. Ruhr und Lehe- Geestemünde gestellten Anträgen, die auf die Schmidt eine völlige Veränderung der Feier durch Verlegung auf Bringmann- Hamburg. Er begründet eine vom Verbands Schaffung eines Industrieverbandes durch Verschmelzung den Abend gewollt habe. ausschuß und Zentralvorstand ausgearbeitete längere Resolution, der Verbände der Maurer, Banhülfsarbeiter und Zimmerer hin- Der Redner beantragt eine Resolution, worin die Generalderen ersten Teil wir hier wiedergeben: zielen. Er kommt zu dem Ergebnis, daß diese Anträge abzulehnen versammlung sich mit den Beschlüssen des fünften GewerkschaftsDer Zentralverband der Zimmerer und verwandten Berufs- feien. Durch die bestehenden Kartellverträge mit den genannten tongresses einverstanden erklärt und worin sie wünscht, daß das bisgenossen Deutschlands will seinen Zwed erreichen hauptsächlich durch Bruderorganisationen werde. das Interesse der Zimmerer gewahrt, herige Verhältnis zur Generalfommission bestehen bleibt. die Zusammenfassung der Zimmerer Deutschlands in unserem Zentral- die einen in sich selbst abgeschlossenen Beruf vertreten. Die Zus In der Diskussion wünscht Schubert Leipzig, daß aus den verband. Er steht daher jedem Zimmerer offen, auch wenn er im fammenfassung der Arbeiter verschiedener Berufe in einer Drganisation Gewerkschaftskreisen heraus das Genossenschaftswesen noch mehr Bimmerergewerbe selbst nicht tätig ist. Er nimmt nach wie vor habe nur dort einen Sinn, wo die Berufe selbst ineinander aufgehen, gefördert werde, weil auch dieses ein Mittel im Kampfe gegen den feine Mitglieder auf ohne Rücksicht auf ihre religiösen und politischen zusammen eine Industrie bilden. Kapitalismus sei. Steinte Dortmund findet den Standpunkt, Meinungen, ohne Rücksicht auf ihre nationale Abstammung. Wer in In der Diskussion wurde von mehreren Delegierten die den Bringmann bezüglich der Maifeier auf dem Kölner Kongreß Deutschland den Zimmererberuf ausübt, fann auch Mitglied des beantragte Verschmelzung unter Hinweis auf die großen agitatorischen eingenommen habe, unverständlich.- Bringmann bezeichnet Zentralverbandes der Zimmerer Deutschlands sein, ja es muß dahin Borteile befürwortet. Das Unternehmertum schließe sich auch für den Pressebericht, auf den Steinte sich bezog, als unzutreffend. tommen, daß es jeder Zimmerer als eine Art Matel das gesamte Baugewerbe einheitlich zusammen. Nach der Ver- Mehrere Redner wenden sich gegen die Art der Wahl der empfindet, wenn er unferem Zentralverbande nicht schmelzung würden sich auch in fleineren Orten gemeinschaftliche Delegierten zum Gewerkschaftstongreß. Sie fordern Wahl durch angehört. Unser Zentralverband gliedert sich in Verbands- Bureaus einrichten und die verkleinerten Bezirke sich von den Gau- die Mitglieder statt durch die Generalversammlung; es sei ein Fehler, zahlstellen, deren Aufgaben im Verbandsstatut umschrieben leitern viel nachdrücklicher bearbeiten lassen. das meistens Beamte gewählt würden. Andere Redner wenden sich find. An allen Orten Deutschlands( mit Ausnahme des König- Im weiteren Verlaufe der Diskussion wünschen einzelne Redner gegen das den angestellten Mitgliedern entgegengebrachte Mißtrauent reichs Sachsen oder wo es sonst nicht ratsam erscheint), wo der die zeitweise agitatorische Bearbeitung des flachen Landes durch und sie weisen darauf hin, daß die Generalversammlung es doch in Verband mindestens zehn Mitglieder hat, tönnen diese, falls genügend Berbandsagitatoren während der Bausaison. Der Saarbrücker der Hand habe, wen sie wählen wolle. Im übrigen sei Aussicht auf Fortbestand vorhanden ist, zu einer Zahlstelle zusammen- Delegierte schildert die außerordentlich schwierigen Agitations- die Wahl der Delegierten durch die Generalversammlung das einzig treten. Wo mehrere Orte zusammen ein einheitliches verhältnisse im Saargebiet, der Danziger Delegierte diejenigen in richtige Berfahren, weil der Verband auf dem Kongreß doch auf 2ohngebiet bilden, müssen sich die Verbandsmitglieder, die Ostpreußen. In dem legteren Gebiete habe man mit dem bisher Grund der Generalversammlungsbeschlüsse vertreten werden solle. in diesen Drten ihren Wohnsitz haben, in nur einer 8ahl vielfach anempfohlenen Ignorieren" der christlichen Gewerkschaften Alle Anträge auf Aenderung des Wahlverfahrens zum Gewerks fte IIe zusammenschließen. Auch in fleinen Drten, die in unmittelbarer diesen feinen Abbruch getan. Sie machten dort erhebliche Fortschritte schaftstongreß werden abgelehnt. Die Resolution wird gegen zwei Nähe eines größeren Ortes liegen und wo vorwiegend solche Zimmer- und trieben gemeinsam mit der Polizei den freien Gewerkschaften Stimmen angenommen. Es wird beschlossen, den nächsten GewerkIcute wohnen, die in den größeren Orten arbeiten, dürfen keine die Säle ab, so daß diese der Verleumdungstaktit der Christen" schaftskongreß durch zwölf Delegierte zu beschicken, und zwar follen felbständigen 8ahlstellen gebildet werden. Die nicht entgegentreten tönnten. Es empfehle fich dort die Verbreitung außer Die nicht entgegentreten tönnten. Es empfehle fich dort die Verbreitung außer dem Zentralvorsitzenden Schrader, dem AusschußVerbandsmitglieder in solchen Drten müssen vielmehr fich der von Flugblättern als Ersatz- und Gegenmittel. vorsitzenden Kube Berlin und dem Redakteur Bringmann, Bahlstelle des größeren Drtes anschließen. Zahlstellen, die sich über In der Abstimmung wird die von der Verbandsleitung vor- noch folgende Delegierte entsandt werden: Knüpfer- Berlin, mehrere Drte erstrecken, fönnen jedoch nach Maßgabe der örtlichen gelegte Resolution einstimmig angenommen. Die auf Verschmelzung Dailenschmidt Stuttgart, Jansen Düsseldorf, LehmannVerhältnisse in Bezirke gegliedert werden. Für solche Zahlstellen mit den Maurern und Bauhülfsarbeitern hinzielenden Anträge Hamburg, Jm bs- Straßburg, Witt- Berlin und Kemmer wird in jedem Einzelfalle ein besonderes Regulativ beschlossen, bei werden mit großer Mehrheit abgelehnt. Ebenso werden abgelehnt München. Die zwei fehlenden Delegierten werden noch durch Stichwelchem das Verbandsstatut maßgebend bleibt. Das Bestreben, diejenigen Anträge, die eine Aenderung des Systems der Anstellung wahl festgestellt. Sonderorganisationen zu gründen, ist verwerflich und der Gauleiter, die durch den Bentralvorstand erfolgt, herbeiführen Es ist noch mitzuteilen, daß heute auch die beiden holländischen liegt nur im Interesse der Unternehmer." Vertreter Verdorft und Berger aus Amsterdam und der schweizerische Hierauf erstattet knüpfer- Berlin den Vertreter Wilh. Schrader aus St. Gallen eingetroffen sind. 11 0 wollen. Bericht über den fünften Gewerkschaftstongreß. Der letzte Satz richtet sich insbesondere auch gegen die sogenannten christlichen" Gewerkschaften, denen der Referent auf Grund der vorstehenden Leitfäße jede Dafeinsberechtigung abspricht. Die„ chriftlichen" Agitatoren suchen die Mit- Er bezeichnet den Verlauf und die nachfolgenden Auseinanderglieder der freien Gewerkschaften immer wieder auf das religiöse fegungen als nicht erfreulich. Erfreulich dagegen sei das dort zutage Gebiet zu locken, obwohl dies mit dem gewerkschaftlichen, auf getretene gewaltige Wachstum der Gewerkschaftsbewegung. Durch die Verbesserung der wirtschaftlich sozialen Lage gerichteten den Beschluß des Mannheimer Parteitages sei erfreulicherweise das Kampfe nichts zu tun hat. Der Zimmerer- Verband ist Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft geklärt und gefestigt politisch und religiös neutral, aber politisch nicht in dem Sinne, wie worden, und es hätten sich dort die Grundfäße als richtig bestätigt, ihm vorgeworfen worden ist; denn in jedem Sinne politisch neutral wie sie der Zimmererverband seit seiner Gründung bezüglich des tann feine Gewerkschaft sein. Denn die Existenzmöglichkeit der Verhältnisses von Partei und Gewerkschaften vertreten habe. Der gewerkschaftlichen Organisationen ist nur gesichert, wenn sie sich auf Gegensatz zwischen beiden Teilen der Arbeiterbewegung, von dem eine politische Partei stüzen. Und die in der Vertretung der Arbeiter auf dem Kölner Kongreß gesprochen wurde, sei in Wirklichkeit nicht und Gewerkschaftsinteressen bei weitem am meisten bietende Partei vorhanden. Bezüglich des politischen Massenstreits sei nicht zu ist die Sozialdemokratie. Der Zimmererverband sucht und wünschen, daß die politischen Aufgaben der Arbeiterklasse von den findet seine Interessenvertretung in der sozialdemokratischen Partei. Gewerkschaften übernommen würden. Zu einer Beschlußfassung über Aber auch nur in diesem Sinne ist er politisch nicht neutral. Es die Maifeier sei es auf dem Kölner Gewerkschaftstongreß nicht ge= trifft auch gar nicht zu, daß die christlichen Verbände gegründet kommen. Es solle bis zum kommenden internationalen Kongreß Hochmoderne, tadellose Mass- Arbeit aus erstklassigen deutschen u. englischen Erzeugnissen zu mässigen Preisen Sauberste Ausführung Kleidsamste Fassone Umfangreichste Betriebe. Wegen grossen Andranges wird das geehrte Publikum gebeten, die Mass- Aufträge möglichst frühzeitig aufzugeben, damit den bestimmt zu erwartenden gewaltigen Dimensionen zum Pfingstfeste vorgebeugt wird. 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Qualität Wasserkessel mit Sack, ff. dekoriert Kaffeekannen dekoriert, grosse Form Milchtöpfe Durchschläge Tassensiebe 48, 60, 70, 80Pf. 48, 60, 75PL. 1.25, 1.55 1.95, 2.45 1.95 45, 55, 65, 85 PL. 38, 55, 70P 1.75, 12.75 14.50 16.50 mit Fond, 4teilig 20PL Tafelservice Kartoffelschüsseln Kompottieren weiss mit Goldrand 60 Teile für 12 Personen Kaffeeservice Kaffeeservice dekoriert, 1.05, 1.25, 1.65, 2.45,3.25 1.10 90,95 Pt. 1.75 80, 85, 1.10 1.45 25.75 9 Teile, moderne Form, weiss mit Goldrand, für 6 Personen 9 Teile, dekoriert, für 6 Personen 2.95 3.75 1.95, 2.45, 2.95, 3.75, 5.25, 6.50, 7.25 5 Teile Emaille neublau- grau Esslöffel Essenträger verschluss 42, 48, 60, 70 PL. Eimer grau 70, nenblau 85, marmorfert 95 PL Ascheimer neblau, grau 1.15, 1.25, 1.35 Kehrichteimer mit Deckel und Schrift 5 Pf. Kaffeeflaschen mit PatentSchaffnerkannen Wasserkonsole mit Mass, neublau Wasserkonsole marmoriert 48,. dekoriert 95 Pf. Seifenhalter far die Leitung, neablau 38, 45 PL 38, 45, 55 Pf. 42PL 2.45 Eimer. dekoriert mit Deckel 1.95 Eimer dekoriert, mit Messingbügel und Knopf 2.45 Waschschüsseln. dekoriert 70, Pellanform 2.95 13PL Wasserkrug. dekoriert 1.95 Seifenhalter Maschelform 25PL Konsole, Sand, Seife, Soda 1.25, 1.65 Nachtgeschirre 38, 45, 55 PL 13PL Leuchter Muschelform, weiss, oder neublan Küchenschüsseln ach 15, 20, 22, 28, 30PL 33, 38PL. Kaffee- oder Zuckerbüchsen Sub 48 PL Stück Müllschaufeln gestaast Maschinentöpfe 8, 10, 12, 15 PL. Blumenbretter ca. 100 cm gross, grün Blumengitter verstellbar, grün 95 PL. 48, 75, 95 PL. Balkonkasten gran gestr. 60cm 85 80cm 1.00 100 cm 1.35 Giesskannen Weckiert oder 42, 48, 75, 95 Pf. 42, 48, 75, 95 P. Fensterklammern 38PL Wirtschafts- Artikel starke starke Zink- Waschfässer qualitat 8-50, 10.00.11.50 Zink- Waschfässer Wulst 9.75, 11-50,13.50 Zinkzober 9.00 11.00 Wringmaschinen ca. 38 om Walzenlänge 9.50 Seifenhalter für die Badewanne Zink 48 Pf. Fussbänke Wirtschaftswagen mit emalliertem Zifferblatt 1.95 Messer und Gabel vernickelt, Dutzend Paar 4.95 Messer und Gabel. vernickelt, Dutzend Paar 5.75 Messer und Gabel schwarzes Heft durchgehend, Dutzend Paar 4.95 Einzelne Tischmesser vernickelt Stück 20, 25 PL Esslöffel Brittania, Dutzend Stück 2 Pf. Gaskocher 1 Loch 65, 95Pt. 2 Loch 4.95 42, 65PL. 1.35 Gaskocher 2 Loch oben und unten geschlossen 6.75 Putz- oder Wichskasten 42PL Theelöffel Brittanis, Dutzend 65 PL. Gaskocher 4 Loch oben und unten geschlossen 9.50 Brotkasten oval, ff. lackiert, innen emalliert 2.25 Briefkasten lackiert 42PL 2 Gasplätten mit Erhitzer 4.95 Plättbretter 95PT. Stehleitern Stufe 38Pt. Spirituskocher 25, 35, 48 Pt. Plättbretter bezogen 1.95 Eisschränke 14.00 21.00 24.00 Spirituskocher 2 Kochflammen 95 PL Aermel- Plättbretter bezogen 42PL. Gardinenspanner komplett( Spanne mit Liebe) 11-75 Wäschetrockner mit 10 Staben zum Hochschieben 95 Pf. Gazeglocken rund 20, 25, 30PL. 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Borbereitungen zur Maifeier. � Die Leipziger P o l i z e i d i r e k t i on hat das Gesuch des Leipziger Maikomitees um Genehmigung eines Festzuges von der inneren Stadt nach Stötteritz, dem langjährigen Mai feierorte der Leipziger Arbeiter, wie alljährlich, abschlägig be. f ch reden, da der Festzug doch„lediglich eine soziale demokratische Demonstration" sei, die den Straßen- Verkehr stören werde. Die Polizeidirektion hat jedoch nichts ein- zuwenden, wenn wie in früheren Jahren die Teilnehmer in un- geordnetew Zuge und unter Vermeidung der inneren Stadt auf geradem Wege dem Festplatze zuwandern. Maifestzüge sind verboten worden in Altona und Wandsbeck aus den bekannten unzutreffenden Gründen. Arbeitsruhe beschlossen die organisierten Schuh- tnacher Lübecks.__ Zum Parteitag der badischen Sozialdemokratie. Der badische Landesvorstand hat einen Bericht über die Tätig» «it im letzten Jahre erstattet, dem wir folgendes entnehmen: Es bestehen in den 14 badischen Wahlkreisen 160 Vereine. Zu Veginn des Jahres 1906 wurde die Organisation entsprechend dem Jenaer Parteistatut umgestaltet, so daß jeder Wahlkreis einen sozialdemokratischen Verein bildet, in dem die bestehenden kleinen Vereine als örtliche Mitgliedschaften eingeordnet sind. In einigen Kreisen ist die Organisation so streng zentralisiert, daß das ganze Rechnungswesen bei dem Kreisverein liegt. Der Mannheimer Kreis hat deshalb auch einen eigenen Parteisekretär angestellt. Die allgemeine Agitation bestand in der Verbreitung eines Flug- blattes über die Tätigkeit des Reichstags und Landtags in 256 009 Exemplaren und des erstmalig ausgegebenen Volks- kalcnders in 72 000 Exemplaren. Außerdem sind etwa 150 000 Agitationsbroschüren zur Verbreitung gekommen. Versamm- lungcn, die von der Zentralleitung arrangiert wurden, haben zirka 470 stattgefunden; das ist aber natürlich nur der kleinere Teil der überhaupt abgehaltenen. Die Kreise arbeiten sonst das ganze Jahr selbständig. Es haben zum Beispiel allein im Mannheimer Kreis 70 Volksversammlungen und zirka 270 Ortsvereinsversamm- hingen stattgesunden. Im letzten Jahre wurden 48 neue Vereine mit ins- gesamt 1200 Mitgliedern geschaffen. Zur systematischen Werbung von Mitgliedern wurde ein Flugblatt in 40 000 Exemplaren an die Mitgliedschaften abgegeben. Wie lebhaft der Mitgliederverkehr ist, geht daraus hervor, daß von der Zentralleitung über 460 000 Beitragsmarken und 6845 Mitgliedsbücher an die Mitglied- schaftcn versandt wurden. Ein gewaltiges Stück Arbeit erforderten die Wahlen. Zu Beginn des Berichtsjahres nahmen noch einige Landtagsnachwahlen die Kräfte und Mittel der Partei in Anspruch. Es gelang uns nicht, neue Mandate zu erobern. Am Schlüsse des Jahres setzte die ReichStagswahl ein. Der Wahlkampf war sehr heftig, obwohl nur in einem Kreise die Gegner in Reichslügenverbandsmanier kämpften. Es wurden im ganzen Lande(14 Kreise) abgehalten 761 Wahlversammlungen und 15 gegnerische besucht. 45 Flugblätter in einer Gesamtauflage von 1 340 700 fanden Verbreitung, ungerechnet die zahllosen kleinen Spezialflugblätter. Agitations- broschüren, Plakate usw., die auch noch eine Auflage von mindestens 35 000 erreichen. Die Kosten der Wahl sind sehr hoch; es wurden verbraucht, ungerechnet die nicht unbedeutenden Ausgaben der lokalen Organisationen 43 000 M. gegen nicht ganz 30 000 M. im Jahre 1903. Von diesen 43 000 M. wurden 28 600 M. in den Kreisen selbst aufgebracht. Den Rest mußte der Landesvorstand zuschießen. Das Wahlrcsultat ist glänzend, unsere Stimmenzahl stieg von 72 300 auf 93 300, von 21,9 auf 23,8 Proz. der abgegebenen Stimmen. Unsere Partei ist die einzige in Baden, die absolut und relativ zunahm. Der liberale Block ging trotz Hurrawahl um 0,1 Proz. zurück, das Zentrum gar um 5,3 Proz., dafür sind dem Zentrum über 3 Proz. konservative Stimmen zuzurechnen, da es in zlvci Kreisen unter Verzicht auf eigene Kandidaten sofort für die Konservativen eintrat. Die Presse hat sehr gute Fortschritte gemacht, Zahlen über die Steigerung der Abonnentenziffer enthält der Bericht zwar nicht. aber aus dem finanziellen Stand geht das hervor. In Offen- bürg ist ein neues Wochenblatt gegründet worden, das nach knapp halbjährigem Bestehen ziemlich 1600 Abonnenten hat. Eine Statistik über die Zahl der in badischen Gemeinde- Vertretungen gewählten Sozialdemokraten ergibt, daß in 83 Ge- meinden Parteigenossen in der Gemeindeverwaltung sitzen. Es sind das 1132 Bürgerausschußmitglieder(Stadtverordnete) und zwar 18 von der I. Steuerklasse, 138 von der II. und 976 von III. Steuerklasse gewählt. Dazu kommen 59 Stadt- bezw. Ge- mcinderäte, 4 Bürgermeister und 8 andere Gemeindcbcamte (Ratsschrciber, Rechner usw.)— zusammen also 1203 Genossen in den Gemeindeverwaltungen der 88 Gemeinden. 83 Proz. der als Sozialdemokraten gewählten Gemeindevertreter sind politisch, 68,8 Proz. gewerkschaftlich organisiert und 80 Proz. sind Leser der Parteipresse. Die„Kommunale Praxis" wird leider bei dieser großen Zahl von kommunalpolitisch tätigen Genossen nur in 42 Exemplaren gelesen. Aus der Jahresabrechnung ist zu entnehmen, daß 1500 M. für die Landtagsnachwahlen, 1200 M. für Versammlungen, ebensoviel für andere Agitation und 15 200 M. für die Reichstagswahlen ausgegeben wurden. Aus dem ganzen Berichte geht hervor, daß eS auch in Baden mit der Parteibcwegung rüstig voran geht. Eine Pnrieivetcranin, Genossin PeterS, vollendete am Donnerstag zu W a n d s b e ck bei Hamburg ihr achtzigstes Lebensjahr. Das„Hamburger Echo" widmet ihr folgende ehrende Zeilen: In ihrem langen, arbeitsreichen Leben— seit frühester Jugend ist sie„im Tabak" tätig— hat sie stets treu zur Sache der Arbeiterschaft gehalten. Namentlich was den Versammlungs- besuch anlangt, beschämt die Greisin durch ihre Gewissenhaftigkeit die große Masse derer, die jünger als sie sind, sehr. Wenn irgend ihr Gesundheitszustand es erlaubt, erscheint sie und verfolgt auf- merlsam die Verhandlungen. Wir wollen wünsche», daß ihre zähe, körperliche Rüstigkeit und ihre unverwüstliche Lebenslust ihr noch recht lange erhalten bleiben, damit sie auch fernerhin den Lässigen ein gutes Beispiel bieten und durch ihr Borbild die Faulen zur Pflichterfüllung anspornen kann. Ausschlüsse. In Metz wurden nach zweitägiger Verhandlung eines Parteischiedsgerichts der bisherige Parteigenosse Voort- mann und noch mehrere andere Genossen aus der Partei aus- geschlossen, weil sie entgegen der Parteiparole im letzten Augenblick vor der Rcichstagsstichwahl im Mahlkreise Metz ein Flugblatt zugunsten des liberalen Kandidaten Dr. Gregoire unter- zeichnet hatten. Die Partei hatte die Parole ausgegeben, bei der Stichwahl zwischen dem liberalen und dem Zentrumskandidaten sich eventuell der Abstimmung zu enthalten, in keinem Falle aber dem liberalen Kandidaten ihre Stimme zu geben. WaS bei der BünbniSpolitik herauskommt. Rom, 17. April.(Eig. Ber.) Die Genueser kommunalen Wahlen haben zum so und sovielten Male gezeigt, daß die So- gialisten bei den Bündnissen mit den bürgerlichen Parteien stets nur zu verlieren haben. Wenn die Genueser Genossen allein vorgegangen wären, so wären sie sicher gewesen, die 12 der Minorität reservierten Sitze zu erobern. Statt dessen gingen sie eine Koalition mit Liberalen. Radikalen und Republikanern ein, Lgrderten aber für sich 30 von den 48 Sitzen der Majoritätsliste. iDas Endresultat war, daß die klerikal-konservative Koalition mit t'inem Durchschnitt von 9000 Stimmen die ganze Majoritätsliste durchbrachte und von den 12 Sitzen der Minorität nur 3 von So- zialisten erobert wurden. Die Illusion, die Mehrheit in der Stadt- Verwaltung zu erlangen, hat die Sozialisten darum gebracht, sich in der Minderheit zu behaupten. Die liberal-sozialistische Liste brachte es im Durchschnitt auf 7000 Stimmen. poUzeilichcs, öcrichtiiches usw. Strafkonto der Presse. Genosse Zenker, früherer verantwort- licher Redakteur der.Volkswacht" zu Bielefeld hatte sich vor der Strafkammer zu Bielefeld wegen Beleidigung eines Haupt- manns v. Saverne zu Detmold zu verantworten. Die„Volkswacht" hatte einen Artikel abgedruckt, in dem be- hauptet wurde, daß der Unteroffizier Kornemann einen Selbstmord- versuch begangen habe, und daß er dazu durch die Behandlung, die ihm von feiten jenes Hauptmanns widerfahre», veranlaßt worden sei. Diese Behauptungen waren nicht nur in der „Volkswacht", sondern auch in einer großen Anzahl anderer Blätter, zum Beispiel auch in der.Lippischen Landes- zeitnng' aufgestellt worden. Aber nur gegen die„Volks- wacht" wurde vom kommandierenden General Slrafantrag gestellt. Vor Gericht wurde nun nachgewiesen, daß kein Selbstmordversuch, sondern nur ein übrigens bis heute noch nicht völlig aufgeklärter Unglücksfall vorliege. Der Staatsanwalt beantragte, auf 6 Wochen Gefängnis zu erkennen. Das Gericht verurteilte den Genossen Zenker zu 300 M. Geldstrafe. Von einer Gefängnisstrafe, so wurde in der Urteilsbegründung ausgesührt, sehe man ab, weil der Angeklagte die Notiz aus der„Lippischcn Landeszeitung" über- nommen habe. Eine strafbare„Rede". Vor der Bochumer Strafkannner hatte sich der Genosse R ü ß l e r zu verantworten wegen Haltens einer Grabrede. R. soll am 21. Februar auf dem evangelischen Fried Hofe Hierselbst bei einer Kranzniederlegung folgende Worte ge sprachen haben:„Ruhe sanft, Du Opfer des Molochs Kapitalismus". Das Gericht Jbelegte den Angeklagten mit einer Geldstrafe von 15 M., weil solches bei einer Beerdigung von ungewöhnlicher Art und die „Rede" auch ohne vorherige Erlaubnis gehalten sei. Die Presse vor der Rcvisionsinstanz. Die Kritik an einem Breslaucr Schutzmanne hatte dem Ge- nassen Müller von der„Breslaucr Volkswacht" durch Urteil des dortigen Landgerichts vom 26. November 1906 300 M. Geldstrafe eingebracht. In der„Volkswacht" war unter der Ueber- schrift:„Ein Schutzmann als zärtlicher Ehegatte" ein Artikel er- schienen, worin von dem Schutzmann Nazareth gesagt wurde daß er seine Frau mißhandelt habe, so daß diese von ihm fortgelaufen sei. N. sei ein jähzorniger Mensch. In der Verhandlung vor dem Breslauer Landgericht wurde festgestellt, daß die Ehe Nazareths keine glückliche ist, und daß die Ehefrau Mißhandlungen zu er- tragen hatte. In dem Urteil des Landgerichts wurde gesagt, in dem Artikel sei N. als brutaler und gewalttätiger Mensch ge- schildert, der a u ch öfter mit dem Dienstsäbcl seine Frau schlage. Es sei aber festgestellt, daß er dazu den Dienstsäbel nur einmal benutzt habe. Da nun gesagt war, daß der Polizeipräsident, trotzdem er N. kenne, ihn noch im Dienste belasse, fühlte sich auch dieser beleidigt. Der Schutz des§ 193 war Müller versagt worden, da er die Interessen der Frau nicht wahrgenommen habe; denn wenn Müller durch seine Kritik die Entfernung des N. aus dem Dienste habe herbeiführen wollen, hätte er doch der Frau N. nur Schaden zugefügt. Die Revision rügte die Verkennung des Z 193 und die Be- schränkung der Verteidigung. Auf Antrag deS Reichsanwaltes wurde sie vom Reichsgericht ohne Begründung verworfen. Sin Freispruch. Genosse Seifert in Königswalde bei Annaberg war, wie wir gemeldet haben, vom Annaberger Schöffen- geeicht wegen Beleidigung des Ortspfarrers Golde zu 40 M. Geldstrafe verurteilt worden. In einer gemeinschaftlichen Sitzung des Gemeinderates— dem S. seit etwa zwei Jahren angehört— und des Kirchenvorstandes wurde über den Verkauf der Pfarrwiese an die politische Gemeinde verhandelt. Das Grundstück ist etwa zwei Acker groß. Die im Gemeinderate sitzenden sachverständigen Guts- befitzer hatten es aus 1400 M. geschätzt, da in Königswalde ein Acker bester Boden mit 700 M. sehr gut bezahlt sei. Die Kirchen- gemeinde forderte aber für einen Acker 1400 M., für das ganze Grundstück also 2800 M. Da bemerkte Genosse Seifert:„Die Kirche soll leinen Wucher treiben; überall will sie eine Extrawurst haben, sie handelt nicht nach dem Bibelwort:„Ihr sollt nicht Schätze sammeln. die Motten und Rost fressen." Das Schöffengericht fand in der Aeußerung, die Kirche soll keinen Wucher treiben, eine Beleidigung des OrtspfarrerS. JI 1 1) S. legte Berufung ein; ebenso der Amts- anwalt, er wollte S. strenger bestraft wissen.(!) Das Urteil hielt der Nachprüfung durch das Berufungsgericht, deS Landgerichts Chemnitz, nicht stand; es wurde aufgehoben und Genosse Seifert freigesprochen. In der Urteilsbegründung wurde gesagt, daß S. den Ortsgeistlichen nicht habe treffen wollen; seine Aeußerungen seien allgemeiner Natur und gegen die Kirche gerichtet gewesen. ßerlcbta- Zeitung. Die Schönheit der Frm». Das Landgericht II in Berlin hat am 20. September v. I. den Verlagsbuchhändler Herniann Schmidt von der Anklage aus § 184, 1 Str.-G.-B. freigesprochen. Er war angeklagt, in den Jahren 1905 und 1906 unzüchtige Abbildungen feilgehalten, zum Zwecke der Verbreitung vorrätig gehalten, angekündigt und angepricien zu haben. In seinem Verlage ist das Werk„Die Schönheit der Frau" von Dr. Paul Hirth und Kunstmaler Eduard Daelcn erschieuen. Dasselbe besteht aus 20 Lieferungen mit 180 Bildern nach Freilicht- aufnahmen. Diese Bilder, nackte Frauen darstellend, sollen nach der Anklage gegen das Gesetz verstoßen. Das Gericht hat aber an- genominen, daß der Angeklagte des ihm zur Last gelegten Vergehens nicht schuldig ist, da die fraglichen Abbildungen objeltiv nicht unzüchtig sind. Die Bilder, so wird in der Begründung gesagt, stellen zwar nackte Frauen dar, aber sie haben künstlerischen Wert und wirken so. daß für das ästhetische Gefühl des normalen Beschauers eine sinnliche Empfindung nicht aufkommt. Daran wird nichts dadurch geändert, daß je nach der Stellung die Geschlechtsteile sichtbar sind und daß das Gesicht den Ausdruck der Lebensfreude zeigt.— Gemäß dem Antrage des Reichsanwalts erkannte ani Freilag das Reichs- gericht auf Verwerfung der Revision des Staatsanwalts. Wann werden endlich die NuditätSschnüffler wegen Erregung öffentlichen Aergernisses unter Anklage gestellt werden? Wer an dem Nackten als solchem Anstoß nimmt, offenbart dadurch die unzüchtige Richtung seiner Gesinnung. Das Vorgehen gegen künstlerische Werke stärkt daS Auskommen wirklicher SchweinereUiteratur. Automobilraserei. Der in Diensten eines Manrermcisters F. in Charlottenburg stehende Chauffeur Theel erhielt eines Tages von dem Amts- Vorsteher in Grunewald ein Strafmandat in Höhe von 30 M. wegen zu schnellen Fahrens. Er konnte sich nicht besinnen, überhaupt an jenem Tage durch den Grunewald gefahren zu sein. Bor dem Schöffengericht Charlottenburg behauptete der Zeuge Rosen- b e r g. deutlich die Nummer des Angeklagten erkannt zu haben, ob- wohl Theel behauptete, daß er an dem fraglichen Tage gar nicht durch den Gnmewald gefahren war. Auch in der Berufungsinstanz blieb R. bei seinen Angaben. Das Gericht hielt die Angaben des Zeugen für glaubwürdig und verwarf gestern die B e- r u f u n g aus Kosten des Angeklagten. Der Zeuge Rosenbcrg ist jetzt als Hülfsba*"schaff»« in d"r Rheinaeg-nd ang-ste� und syMNft von dort jedesmal nach Berlin. Früher hatte der ehemalige Handlungsgehülfe Rosenberg häufig Strafanzeigen gegen Auto- mobilisten erstattet. Er soll in einem Jahre gegen etwa 3000 An- zeigen gefertigt und zum Zweck einer Anzeige häufig mit einer Stoppuhr Automobile erwartet und kontrolliert haben. In Automobilkreisen ist man über den eigenartigen Zeugen sehr er« bittert. Uns scheint— gleichviel, ob em Schutzmann oder ein be- sonderer Automobilfeind solche Anzeigen erstattet: ein verurteilende? Erkenntnis wegen zu schneller Fahrt beruht stets auf sehr unsicherer Grundlage, falls die Geschwindigkeit nicht durch GeschwindigkeitS- messer einwandfrei festgestellt ist. Wir sind sicher keine Freunde der Lust verpestenden, Staub entfachenden und Menschenleben ge- fährdenden Automobilraserei. Aber bedenklich erscheint es unS, Verurteilungen auf Grund von Bekundungen solcher Leute aus« zusprechen, deren Widerwille gegen Automobile oder deren amtliche Pflicht, Uebertretungen zur Anzeige zu bringen, leicht subjektive Empfindungen an Stelle objektiver Wahrheit treten läßt. Die vom Bundesrat entworfene Polizeiverordnung gegen Automobile trägt der Möglichkeit leider keine Rechnung, automatisch durch Geschwindig- keitsmesser die Fahrgeschwindigkeit einwandfrei festzustellen. Unter dieser Mangelhaftigkeit haben viele Antoführer zu leiden. Gegen Automobilraserei und deren Folgen vermag uur eine Haftpflicht der Autobesitzer in weitestem Umfange, Versicherungspflicht der Auto- besitzer und das gesetzliche Verlangen etwas zu schützen; durch technische Einrichtungen die Staubentwickelung auf ein erträgliches Matz herabzusetzen. Dieser Weg würde freilich nicht die Auto f ü h r e r, sondern die Auto besitzer treffen. Und deren sozialer Einfluß ist stärker als das soziale Verständnis für den Wert von Menschenleben und Menschengesundheit. Kleinliche Polizeimaßregeln können die wirklichen Schäden unvernünftiger Autoraserei nicht hemmen. Prinzessin und Kammerfrau. Die bekannte Affäre der ehenraligen Kammerftau der verstorbenen Prinzessin Amalie von Schleswig-Holstein, unverehelichte Anna Johanna M i l e w s k i soll nun endlich am nächsten Dienstag wiederum vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Berlin II zur Verhandlung kommen. Frl. MilewSki war mit der alten Prinzessin Amalie von Schleswig-Holstein, einer Tante der Kaiserin, vielfach auf Reisen und gewann einen großen Einfluß auf die alte Dame. Sie behauptet, daß sie der Prinzessin mit ihrem eigenen Gelde wiederholt aus augenblicklichen Verlegenheiten geholfen habe. Dieses enge Verhältnis zwischen der Prinzessin und dem Fräulein Milewski wurde in Hofkreisen übel empsimden, aber alle Bemühungen, Fräulein MilewSki aus der Umgebung der Prinzessin zu entfernen, blieben erfolglos, da die Prinzessin sich von ihrer Kammerfrau nicht trennen wollte. Als beide in Kairo sich aufhielten, begab sich im Austrage des Herzogs Ernst Günther von Schleswig- Holstein der Kammerherr von Blume nthal nach Kairo, um an Ort und Stelle die Entfernung des Frl. Milewski aus deni Hofstaat der Prinzessin zu bewirken. Dies geschah in sehr gewaltsamer Weise. Frl. Milewski wurde von der ägyptischen Polizei verhaftet und als „gefährliche Ausländerin" aus Aegypten ausgewiesen. Veranlassung hierzu sollen wahrheitswidrige Aeußerungen gegeben haben. Als die Prinzessin gestorben war, trat Frl. MilewSki mit einer Forderung von 50000 M. aus, die sie der Prinzessin geliehen zu haben be- hauptet. Herzog Ernst Günther bestritt diese Forderung und stellte die Behauptung aus, daß Frl. Milewski der Prinzessin bei deren Lebzeiten wertvolle Schmucksachen gestohlen habe. Außerdem war bei einer bei Frl. M. vorgenommenen HauS- suchung eine Barsumme von 17 000 M. mit Beschlag belegt worden. Die Anklage wegen Diebstahls ist bereits vor vier Jahren erhoben worden. Der erste Termin fand am 27. Sep- lember 1904 unter Vorsitz des Geh. Justizrats G a r tz statt. Der Termin endete damals nach umfangreicher Verhandlung mit der Vertagung, der Gerichtshof beschloß jedoch, die Angeklagte wegen Fluchtverdachts in Untersuchungshaft zu nehmen. Auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses wurde die Angeklagte bald wieder aus der Hast entlassen. Zwei andere Termine verfielen gleichfalls der Ver- lagung. Am 13. Februar 1906 war wieder einmal Termin angesetzt. Auch in diesem kam die eigenartige Affäre nicht zum Abschluß, denn die Ingeklagte lehnte damals den ganzen Gerichts hos als befangen ab. Sie behauptete, Herzog Ernst Günther habe ihr sagen lassen, daß, wenn sie nicht einen von ihm vorgeschlagenen Vergleich bezüglich der beschlagnahmten Gelder und Juwelen annehme, zu einem Jahre GesängniS ver- urteilt iverden würde, wie ihm ein Richter der Strafkammer, mit dem er gesprochen, mitgeteilt habe. Der AblehnungS- antrag wurde dann als unbegründet zurückgewiesen, nachdem die hierüber vernommenen Mitglieder der Strafkanimer versichert hatten, daß sie weder mit dem Herzog Ernst Günther, noch mit einem Be- austragten desselben, noch mit sonst jemand über die Affäre ge- sprachen hatten. Ein vor einiger Zeit anberaumt gewesener Termin wurde wiederum, ohne daß erst in die Verhandlung eingetreten wurde, aus unbekannten Gründen vertagt. Inzwischen haben sich im Anschluß an diese Affäre die verschiedensten gerichtlichen Akte abgespielt. Herzog Ernst Günther ist im Schlosse Primkenau über die Angelegenheit als Zeuge kommissarisch ver- nommen worden. Gegen die Prinzessin Henriette von SchljeSwig-Holstein strengte Frl. Milewski eine Be- leidigungSklage an, weil sich diese in einem zu den Akten Sekommcnen Briefe in beleidigender Weise über sie geäußert abe. Diese Beleidigungsklage endete mit der Znrücknahnie, nach- dem Prinzessin Henriette der Klägerin eine befriedigende Erklärung abgegeben hatte. Ein von Frl. M. gegen den Kammerherrn v. Blumenthal angestrengter BeleidigungS- Prozeß verlief im Sande. Wegen ihres Anspruchs auf 5j0000 Mark und Herausgabe der beschlagnahmten 17 000 Mark hatte Fräulein M. gegen den Nachlaßpfleger der Prinzessin einen Zivilprozeß angestrengt. der dem Wer- nehmen nach durch Vergleich beendet sein soll. Gegen die ägyptische Regierung endlich hat Rechtsanwalt Dr. Gräfe für Frl. M. bei dem internationalen Gerichtshof in Kairo die Klage wegen Verletzung des Völkerrechts angestrengt. Diese Klage ist noch nicht entschieden.— Die Diebstahlsauklage gegen Frl. M. soll nun am Dienstag wiederum verhandelt werden. Den Vorsitz im Ge- richtshofe wird Landgerichtsdirektor Leue führen. Für die Ver- Handlung, die im Schwurgerichtssaale Nr. 406 im neuen Kriminal- gerichtSgcbäude stattfindet, sind zwei Tage in Aussicht genommen. Der Eintritt zum Zuhörerraum ist nur gegen Einlaßkarten gestattxt. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen werden wir berichten. Mißhandlungen in einer Irrenanstalt. Dr. Edel legt in einem an uns gerichteten Schreiben im An- schluß an unseren Bericht vom Mittwoch über den Mißhandlungs- Prozeß Gewicht darauf, zu betonen, daß der Pfleger Vietz unmittel- bar nachdem der zur Anklage gebrachte Vorfall der Anstaltsverwal- tung gemeldet Ivar. entlassen ist; ferner, daß nur den Oberpflegeru oder den stellvertretenden Oberpflegern Schlafmittel anvertraut waren. Nur diese waren nach den Anstaltsvorschriften berechtigt, aus Grrmd ärztlicher Anordnung Schlafmittel zu verabfolgen. Wenn in einem besonderen Falle die sofortige Anwendung eines Schlaf- mittels zu erfolgen hat, so war das in ein Buch einzutragen und sofort Mitteilung zu machen. Endlich hebt Dr. Edel hervor, daß der Arzt Dr. Ludewig nachträglich beeidigt ist. Wir nehnien keinen Anstano, diese Punkte ausdrücklich zu betonen. Sie ändern indes an den Mißständen des heutigen Jrrenanstaltssystems nicht das geringste. Was insbesondere das Eingeben gefährlicher Schlafmittel anlangt, so liegt durchaus kein berechtigter Grund vor, tvenn auch nur in Ausnahmefällen, derartiges ohne ausdrückliche ärztliche Anordnung zuzulassen: in einer An.stalt sollte jederzeit ärztliche Hülfe so» kort-rrcichbar sein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Sebaftion bem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Gonntag, den 21. April Freie Voltsbühne. Nachmittags 3 Uhr, 11. und 12. Abteilung. Berliner Theater: Der Richter von Zalamea. 1. Abteilung im Neuen Schau ſpielbaus: Balaft. Spezialitäten. Paffage. Mal was anderes. Spe zialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Prater- Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Sübschweden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Im Theatersaal abends 8 Uhr: Bittor v. Rautenfeld: Natur und Kultur in den russischen Ostseeprovinzen. Ferdinand Bonns A Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Sonntag, nagm. 3 Uhr: Der Vogel im Käfig. Schauspiel in 5 Aften von Stefan Großmann. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. Boltsstüd mit Gesang in 5 Atten von Ludwig Anzengruber. Montag, abends 8 Uhr: Traumulus. Dienstag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen bon Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerichte. Montag, abends 8 Ubr: Moloch. Der zerbrochene Krug. Dienstag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte, tägl. geöffnet 7-11 Uhr abends. Viktor v. Rautenfeld: Sonntag, den 21. April, 8 Uhr: Natur und Kultur in den russischen Ostseeprovinzen. Eintritt 50 Pf. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a pin band: Bracelets. Die lehten Berliner Theater. Castans Panopticum, 165, Friedrichstr. 165. Eingang Schadow- Straße No. 14. Matern. Santt 1. Oper im Lorking Theater: 0 2 Uhr: Bar und Bimmer mann. Neue freie Voltsbühne. Nach mittags 2, Uhr: 6. Abteilung im Deutschen Theater: Romeo und Julia. Nachm. 3 Uhr: 9. Abteilung im Neuen Theater: Die Condottieri. Nagm. 3 Uhr: 2. Abteilung im Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Montag zum 100. Male: Der Hund von Baskerville. Dienstag: Sherlock Holmes. Neues Schauspielhaus Sonntag, den 21. April 1907: Schiller Theater O.: Der Bogel Alt- Heidelberg. im Stäfig. Rachm. 3 Uhr: 11. Abteilung im Schiller- Theater N.: Helden. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Salome.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Siegfried.( Unf. 7 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Die Rabenfteinerin. Montag: Was ihr wollt. Neues fgl. Operntheater. schlossen. Deutsches. Der Gott der Nache. Montag: Der Revisor. Ge Stammerspiele: Sonntag: AglaFrühlings Montag: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr. Keine Illusion: :: Das lebende Wunder Miß Gabrielle:: Ohne Unterkörper geboren! Kein Extra= Entree! An der Heute humorist. Soiree der Walde- Sänger. BUGGENHAGEN unteren Sälen humor. Konzerte der Moritzplatz. Neues Theater. Gust. Gottschalk- Kapelle. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Morgen und folgende Tage: Der Dieb. Donnerstag, den 25. April 1907: Abschieds- Vorstellung. Zirkus Schumann Letter Sonntag! Heute, Sonntag, den 21. April, Theater..hr H. große brillante paine Kleines Theater. nam. 3, be abends 7½ Uhr 3 Uhr: Gine triviale Komödie 2 Gala- Vorstellungen 2 The Erwachen.( Anfang Leffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Nachmittags 3 Uhr: Die versuntene Glode. Montag: Die Stüzen der Gesellfchaft. Anfang 8 Uhr. Lorking. Die Iuftigen Beiber bon 28indsor. Montag: Das Glödchen des Eremiten. Neues Schauspielhaus. Heidelberg. Alt Montag: Herthas Hochzeit. Berliner. Der Hund von Baslerville. Montag: Diefelbe Borstellung. für seriöse Leute( Bunbury). Abends 8 Uhr: '* Katherl. Montag:' s Statherl. Dienstag z. 1. Male: Das Kududsei. Mittwoch, Donnerst.: Das Kududsei. Nachmittags ein Kind frei. In beiden Vorstellungen: Sensationelle Novität! Die fliegenden Menschen. : Emir, das musikal. Wunderpferd. Sämtliche Clowns und Auguste mit ihren neuesten urtomischen Entrees. Lortzing- Theater Die großart. neuen Spezialitäten ſowie Bellealliancestr. 7/8. Sonntag, den 21. April, nachm. 3 Uhr: Geschlossene Vereins. borstellung. Abends 8 Uhr: die bestdress. Schul: u. Freiheitspferde. In beiden Vorstellungen: Das größte und sehenswerteste BrachtManegenschaustüd St. Hubertus. Schiller 0.( Baner- beater.) Die lustigen Weiber v. Windsor. Auch nachmittags der 1., 2., 3. Aft Der Pfarrer von Stirchfeld. Nachmittags 3 Uhr: Der Bogel im Käfig. Montag: Traumulus. Abonnements ungültig! Montag: Das Glöckchen des Eremiten. Schiller Theater Charlottenburg Lustspielhaus. Nachmittags 8 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Moloch. Der zerbrochene Arug. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater.) Am grünen Weg. Nachmittags 8 Uhr: Helden. Montag: Unsere Stäte. Komische Oper. Neug. Frauen. Nachmittags 3 Uhr: Die Fleder maus. Montag: Neugierige Frauen. Zentral. Wiener Blut. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Der luftige Strieg. Westen. Die lustige Witte. Nachm. 3 Uhr: Der Freischüz. Montag: Die lustige Witwe. Kleines.' 3 Statherl. Nachmittags 3 Uhr: Bunbury. Montag:' 3 Ratherl. Neues. Der Dieb. Montag: Dieselbe Borstellung. Resibens. Haben Sie nichts zu berzollen? Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 3 Uhr: Die Geisha. Abends 7%, Uhr: Wiener Blut. Montag: Der luftige Krieg. und die hochinteressante Steinbock- Jagd Um 9 16: Mad. Piloty vasgelbach auf echte, lebende Steinböcke. Uhr: von mit Sensations- Att. 2 Anfang 7 Uhr. Zirkus Busch. Heute letter Sonntag, den 21. April 1907: :: Große:::: Gala- Vorstellungen. 2 Rachm. 4 Uhr u. abends 7%, Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. Jebes weitere Kind unt. 10 Jahren ( außer Galerie) halbe Preise. In beiden ROM. Borstellungen: A Gr. Orig. Ausstatt. Bantom. des Zirkus Busch. In beiden Vorstellungen: Geschwister Foureaux, Reitfünstler. In beiden Vorstellungen: Borführen u. Borreiten der besten Schul, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: neuesten Wizen und Späßen. luftreten fämtl. Clowns mit ihren DERNHARD ROSE THEATED Brunnen- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr bei halben Breisen: Sherlock Holmes. Abends 8 Uhr: Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Abends 7 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Der Trompeter von Säkkingen. Rebensbild in 4 Auszügen. Luisen- Theater Der Trompeter von Säkkingen. Neichenbergerstr. 34. Nachm. 3 Uhr zu fleinen Preisen: Marianne, ein Weih aus dem Volke. Abends 8 Uhr: Eine offizielle Frau. Schauspiel in 4 Alten v. J. Lehmann. Montag: Eine offizielle Frau. Rachmillas 3 Uhr: Der Bring Residenz- Theater. gemahl Montag: Haben Sie nichts zu berzollen? Luftspielhaus. Husarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Montag: Husarenjieber. Deutsch- Amerikanisches. Mamfelle Nitouche. Nachmittags 3 Uhr: Zar und Bimmermann. Montag: Mamfelle Nitouche. Thalia. Bo die Liebe hinfält. Nachmittags 3 Uhr: Eine luftige Doppelehe. Montag: Bo die Liebe hinfällt. Luisen. Eine offizielle Frau. Nachmittags 3 Uhr: Marianne, ein Weib aus dem Volke. Montag: Eine offizielle Frau. Fil. Josette Trianon. Frau. fchautel. meine Nachmittags 8 Uhr; Die Liebes. Montag: Frl. Josette Frau. Direktion Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und B. Veber. Morgen Montag: Die Geier- Wally. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. a pollo Theater Nachm. 31, 1hr! Kleine Preise! Vorlekte Doppelvorstellung. Rasseneröffnung 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Montag: Benefiz für E. Baumeister. Die Jüdin von Toledo. Passage- Theater. Heute 2 Borstellg., nachm. 3-7, ab. 8-11; nachm. ermäßigte Preise. Das großartige 1. Bbt.: Allben Mocca, Burtesie. April- Programm! 2. Abt.: Ein treulofes Weib, Mimobrama des Hunde- Bauern- Theaters, unb bie bedeutenden Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Elite Vorstellung ber Spezialitäten Attraktionen. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. 9: Der Triumph des Weibes. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr Gastspiel des Theater des Westens: Mamselle Nitouche. Celestin Edm. Löwe a. G. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Schiller- Theater N. meine Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Helden. Bernhard Rose. Der Trompeter Abends 8 Uhr: Am grünen Weg. bgn Sädingen. Nachmittags Holmes. 3 Uhr: Sherlod Montag: Die Geler- Bally. 765 Cleo de Metropol- Theater Mérode Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Gabr. Herrnfeld. Ein verrüdies Hotel. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Cleo be Merobe. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Der Triumph des Weibes. Spezialitäten. Nachmittags 8 Uhr: Ali ben Mocca. Montag: Der Triumph des Weibes. Kajino. Nid Carter. Spezialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Hotel Klingebusa. Montag: Mid Carter. Walhalla. Spezialitäten. Auf in's Metropol! Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Nachmittags 3% Uhr: Diefelbe Kasino- Theater Borstellung. Montag: Dieselbe Borstellung. Folies Caprice. Eine Nacht in der Apotheke. Im Inspektionssimmer. Montag: Dieselbe Borstellung. Intimes. Eine vom Ballett. Bapfenstreid. Montag: Dieselbe Borstellung. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 30. April: Nick Carter. Ab 1. Mai auf allgemeinen Bunsch: Neu einstudiert: Heirat auf Probe. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klinge busch. Neues Programm. SteidlTheater- und Konzerthaus, Brückenstr. 2( a. d. Jannow. Br.) Jubel! Begeisterung! Bureau Piepenbrink und Der 16. August. Anf. 8, Sonnt. 7Uhr. Borh. Konzert. Steidl- Restaurant: Zäglich: Großes Dyherski- Konzert. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Großer Ball Sonntag: Großes Drefter. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. Zameitat. Ki- ta- faku die befte Japaner- Truppe der 23elt. Paul Corradini Berlins beliebtester Komiter und die erstklassigen 14 Attraktionen 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 150 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 31/5 W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Armut und Edelsinn. Boltsstück in 5 Aften von Sozebue. Anfang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Familienball. Montag u. folgende Tage: Armut und Edelfinn. Volksstüd v. Kozebue. Folies Caprice Linienstr. 132, an der Friedrichstr. Kolossaler Erfolg! Eine Nacht Gebr. HerrnfeldAnfang Theater Bobert. 8 Uhr. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstraße 57. Gin verrücktes Hotel. Hauptrollen: Anton u. Donat Herrnfeld. In Vorbereitung: Es lebe das Nachtleben! Eine Separée- Affäre von Anton u. Donat Herrnfeld. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Alee 148. Heute Sonntag: in der Apotheke. Gr. Spezialitäten- u.Theatervorstellung Anfang 8 Uhr. Borverkauf an der Theaterkaffe und bei Wertheim. Prater- Theater. Kastanien Allee 7-9. Der Raub der Sabinerinnen. Schwank in 4 Atten von Schönthan. D'Arleys, Kunst- Radfahrer. Claire Hemle, Kostümsoubrette. Mr. Alfredo, Antipode a. Ring. Martini, Salon- Humorist. The Rafaels, Lumpenmaler. The Allons, Melange- Alt. Dazu: Onkel Moritz, Sie weint. Nach der Borstellung Großer Tanz. um 10 Uhr: Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 f. Kottbuser Nächste Borstellung: Sanssouci, Strea Sonntag, den 28. April 1907: Maria Stuart. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Neu: Ballettschule Klappermatz. Burleste b. F. Meyfel. Anjang wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Moerner's Blumengarten Ober- Schöneweide a. b. Oberspree. 3nh.: Alb. Moerner ( Neues Konzerthaus). 42812*] Heute: Extra- Reunion Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Neu! Familie Pinte hei Barons. Bosse mit Gesang. Sonnt. Bg. 5, wochent. 8 U. Morg. Gr.Elite- Soiree.Tanz Gustav Behrens- Theater. G SchönebergBerlin W., Goltzstraße 9. Der Clou der Saison: Der urtom. Chauffeur mit feinem mufit. Auto. Die Goldamfeln fotple die neuen Spezialitäten. 8. Schluß die großart. Ausst. Dperette: Meschuckmann im Sündenpfuhl Berlin. Anfang 8 Uhr, Sonntags 6%, Uhr. ( Leitung: Tanzlehrer Sachs). Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Für Vereine und Gewerk schaften im Sommer noch Sonnabende zu bergeben. Bedingungen in bekannter tulanter Weise. Brodts Gesellschaftshaus Erkner. Inh. M. Degebrodt. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Der Untergang des Dampfers Berlin". 168 Tote, 12 Gerettete. Den ganzen Tag Vorstellung. Habe noch Sonnabende und Germania- Pracht- Säle. Sonntage frei, welche den geehrten Fabriken u. Bereinen empfehle. Bwei Säle und Platz für 5000 Ber fonen. 43652* Palast Theater. Wohin unfere Herrenpartie? Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Entree 50 Pf. Heute 8 Uhr. Zur Wachtelburg Hennickendorf bei Strausberq. Höchft u. romantisch gelegenes Lotal der Mart. Meilenwettes Banorama über die Rüdecsdorfer Kallberge. Bom zu erreichen. 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Bootfahren. 46692* Dirigent: tag: Großes Promenaden- Konzert. Rud. Rehbaum. Sonntag: Entree 10 Bf. Vogelwiese. Kaffeekochen. 2 Kegelbahnen. Großer Ball. Entree 10 Pf. Mein Sommergarten und Ball- Saal steht Gesellschaften und Vereinen zur Verfügung. Endstation der elektrischen Straßenbahnlinie 12. H. Dindas' Spezialitäten- Theater Gneisenaustraße 67. Blücherstraße 31. Sonntag, den 21. April 1907: Eröffnung des Sommergartens amit Großer Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Bei ungünstiger Bitterung Schutz für 1000 Personen. Anfang 4 Uhr nachmittags. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Jm Saale: Großer Ball. Sechs Kegelbahnen. Hermann Dindas. Verein für frauen u. Mädchen Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 24. April, abends 8 Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72: 55/10 ,, Die Teilnahme der Frauen an der Kranken- und Invalidenversicherung." Referent: Dr. S. Rosenfeld. Gäste willkommen. Der Vorstand. Achtung! Gesellen Achtung! fämtl. Konfektionsbranchen Montag, den 22. April, abends 8%, Uhr, bei Wendt, Münzstraße, Eingang vom Königsgraben: Oeffentliche Verfammlung. Zages Drdnung: Die Lohnbewegung in der Konfektion. Referent: Kollege Mirus. Jalousie- Arbeiter. Mittwoch, den 24. April, abends 8%, Uhr, in Boekers Festfälen, 23eberstr. 17: Versammlung aller in der Jalousiebranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Jalousiefabriken. 2. Die Maifeier Branche der Korbmacher. Montag, den 22. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Angesichts der Situation in der Branche erwartet Versammlung. zahlreichen Besuch 164/5 Achtung: Der Einberufer. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zur Maifeier. 2. Bericht der Kommiffion. 3. Branchent. Achtung! angelegenheiten: 4. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Die Kommission. Knabenkonfektion. Einsetzer. ( oberer Saal), Alexander str. 27c: Dienstag, den 23. April cr., abends 8, Uhr, im Lokal von Mittwoch, den 24. April, abends 8 Uhr, im Englischen Garten Haberecht, Große Frankfurterstr. 30: Branchen- Versammlung. bei Engel- Ufer 13: Versammlung for den Osten Südosten. Kommissions- Sitzung. für Zages Drdnung: U. Hierzu ist der jet Halensee wohnhaft, geladen. Die Kollegen werden ersucht, denselben hierau Wie können in der Knabenkonfektion bessere Lohn aufmerksam zu machen. und Arbeitsverhältnisse geschaffen werden? Referent: Kollege Mähr. Sämtliche Berufsangehörige sind eingeladen. Prachtbau der„ Arminhallen" Berliner Arbeiter99 Kommandantenstraße 58/59, neben Gebr. Herrnfeld- Theater. Eröffnung Anfang Oktober d. J. Wir empfehlen Festsäle( mit und ohne Bühne) 1150, 700, 400, 250 und 100 Personen fassend. 5 Vereinszimmer. 8 moderne Parkett- Kegelbahnen. Bestellungen erbitten 4645L* Fernsprecher: Gebr. Mielitz KommandantenAmt I, 8985. New! gr. Saal straße 21 II. Zwischen Grünau und Carolinenhof Neu! herrlich inmitten Hochwald am Langen See trockene Unterkunft für 1000 Pers. Veranda Mohr's Strand- Restaurant Tel.: Amt Grünau 70 ( Richtershorn) Mitglied des Arbeiter164/6 Die Kommission. Kammacher. Mittwoch, 24. April, abends präz. 8, Uhr, im Englischen Garten, Meranderstr. 27c: Radfahrer- Verein. Branchen- Versammlung Radfahrerb. ,, Solidarität“. Mittwoch, den 24. April, abends 81% Uhr: General- Versammlung 12/4 bei F. Wilke, Brunnenstr. 188. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes und Kassierers. 2. Ergänzungswahl. 3. Beratung der Statuten. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. ber Kammacher und aller in der Zelluloid Haarschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Sages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen W. Ritschte über: Der Mensch im Kampfe ums Dasein. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Mai feier und Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Die Kommiffion Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung des Mittebsbushes geftatet. Bodenleger u. Bohner. Herrlich an Wald u. Wasser Der Vorstand. Gasthaus zur Schleusel Herrlich an Wald u. Wasser Neue Mühle bel Königswusterhausen. Den geehrten Vereinen usw. empfehlen wir unsere Säle und Garten zu koulanten Bedingungen und bitten baldige Anmeldungen in unseren Stadtlokalen Kottbuserstr. 4c und Karlstr. 27. 116b Inh.: E. Mohr. um Gute Gute Bedienung Küche Bester Ausflugsort für Vereine, Fabriken u. Gewerkschaften. Beste Dampfer- Anlegestelle Ruderboote Blere 2 saubere Kegelbahnen Orts Krankenkasse 1. Berufs: der Vergolder genoffen. Einladung zu der am Montag, 29. April, abends 8 Uhr im Gewerkschaftshause( Saal 3), Engel- Ufer 15 stattfindenden Ordentlichen General- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1906, 278/18 2. Erfahwahl eines Borstandsmit gliedes( Arbeitnehmer). 3. Bahl der Krantenbesucher. 4. Berschiedenes. Der Vorstand. Butttt nur gegen Borzeigung der Einladungskarte. Allgemeine Orts Krankenkasse für Rixdorf. Montag, den 29. April cr.. abends 8 Uhr, findet in Hoppes Festsälen, hier, Hermarnstr. 49, Kleiner Saal, die erste diesjährige Ordentliche General- Versammlung ſtatt. Große Spielplätze L. Weber& Co. Dampfer- Anlegestelle Verband deutscher Gastwirts- Gehilfen Ortsverwaltung Berlin. N. 24, Gr. Hamburgerstraße 18/19. Arbeitsnachweis: Amt III 1813. Bureau: Amt III 1474. Die Bureaus der Ortsverwaltung und Hauptverwaltung, sowie Arbeitsnachweis und Verkehrslokal befinden sich ab 1. April im Verbands haus der Gastwirtsgehülfen Große Hamburgerstraße 18/19. 289/9 Blocker's echt holländischer Der Vorstand. Cacao ist unbedingt die feinste Marke. Bei einem Vergleich mit anderen Sorten, fällt immer 2739 der reine Geschmack dieses Cacaos auf, der ein Beweis Zagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Bericht der ist für die Güte der verwendeten Cacaobohnen und für Rechnungsprüfungstommiffion. 3. Entlaftung bes Borstandes und bes Ren- das richtige Fabrikations- Verfahren. danten. 4. Erfahwahl zum Borstand ( 1 Arbeitnehmer). 5. Aufnahme von Darlehn. 6. Grundstüdsangelegen heit. 7. Berschiedenes. Rigdorf, den 21. April 1907. Der Vorstand. G. Ramlow, stellvertr. Borsitzender. Anton Boekers Ball- Salon Habe noch Sonnabends und Sonn tags Säle zu vergeben, auch find Bereinszimmer in der Woche frei. Anton Boeker, Beberftr. 17, 2.A.: VII. Nr. 13414. 44282* Teilzahlung monatlich 10 M. liefere Herren- Garderobe nach Maß( billigste Breise). J. Tomporowski, inbenstr. 110, 2. Etage. Rabe Belleallianceplay. Staffe 10% billiger. Kontor: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 16. Telegramm- Adresse: Seiden- Herzog. Das seidene Braut- Kleid 45062 und alle Seiden für Roben, Blusen, Jupons etc. kauft man am vorteilhaftesten direkt im Seiden- Engros- Haus. Besonders vorteilhaft: Serien- Verkauf vieler hundert Rest- Coupons für seidene Straßen- und Gesellschafts- Roben 1.50, 2.00, 2.50 pro Meter. Viele tausend Meter Seiden- Reste für Blusen etc. ganz bedeutend unter Preis von 1.00. 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April, bei Schmidt, Gartenstr. 6: Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Späth: Solidarität der Unternehmer. 2. Stellungnahme zur Maijeter. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiebenes. Maschinenarbeiter. Montag, den 22. April, abends 8%, Uhr, Andreas Festfäle, Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Verfammlung wird pünktlich eröffnet. Die Branchenkommiffion. Branche der Musikinstrumentenarbeiter. Montag, den 22. April, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel. Ufer 15( Saal 1): Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Düwell über: Politische Tages. fragen. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zentralverband der Maschinisten und Heizer Verwaltungsstelle sowie Berufsgenossen Deutschlands. Berlin und Umgegend. Montag, den 22. April 1907, abends 8 Uhr, bet Bercht, Ritterstraße 75: Statutenmäßige General- Versammlung. Tages Drbnung: Raffenbericht; Bericht ber Revisoren; Bericht des Bergnügungskomitees vom Stiftungsfeft; Bericht ber Delegterten von der Gewerkschaftstommiffion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 188/18 Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin, Sektion I( Brauer). Geschäftsstelle: 0 54, Linienstr. 19, I. Fernsprecher Amt VII 18 837. Sonntag, den 21. April, nachmittags 2%, Uhr, Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1. Zages Drbnung: 41/18 1. Bortrag des Arbeiterjekretärs Genoffen Ad. Ritter über: Die Bedeutung des 1. Mai. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes, Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. NB. Bem 7. Mat cr. ab befinden sich die Geschäftsstellen der Seltionen I u. II fomie ber ringfreie Arbeitsnachweis Muladite. 10, b. I. Um 6. Mai cr. bleibt unfer Bureau des Umzugs wegen geschlossen. Zweiter Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. April, abends 8%, Uhr, im ,, Hofjäger- Palast", Hasenheide Nr. 52/53: Achtung! Achtung! Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin.= Außerordentl. General- Verfammlung.ontag, 22. April, abends 8½ Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, Zagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Severing: Das Wettrennen um die Arbeitergunst". & Diskussion. 8. Wahl der Schiedsrichter zum Fall Schulz und Möhring. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 239/ 3* In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Am Friedrichshain 16-23: Außerordentliche General- Versammlung aller zum 137/20 Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer. Tages- Ordnung: Der Schiedsspruch des Berliner Gewerbegerichts und unsere Stellungnahme dazu. Die eigentliche Abstimmung erfolgt am Dienstag, den 23. April in den Bezirken. Die Bersammlungs lokale werden am Dienstag durch Inserat im„ Borwärts" bekannt gegeben. Bitte darauf zu achten. -Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Sozialdemokratischer Verein NB. im fünften Berliner Reichstagswahlkreise. Dienstag, den 23. April 1907, abends 8% Uhr, im Schweizer Garten, Am Königstor: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Politifche Zeitfragen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Frank- Mannheim. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Gäste erwünscht. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. April 1907, abends 8½ Uhr: Versammlung im ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstr. 42. Zages Drdnung:. Der Zweigvereinsvorstand. J. A.: E. Thöns. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Den Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß am Dienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, in allen Bezirken Mitglieder- Versammlungen stattfinden. Zages- Ordnung: Urabstimmung über den vom Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts gefällten Schiedsspruch. Mitgliedsbuch legitimiert ohne dasselbe kein Eintritt. Der Zweigvereins- Vorstand. NB. Die Bezirksleiter der Bezirke haben für Lokale und Anmeldung der Versammlungen Sorge D. D. 249/ 2* 81 tragen. 1. Bortrag des Genossen Kurt Baake über: Der neue Reichstag". 2. Diskussion. Gäfte Männer und Framen Bu zahlreichem Besuch ladet ein willkommen. Der Vorstand. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 21. April, abends 6%, Uhr, in Wilkes Lokal, Brunnenstraße 188: Versammlung für Männer und Frauen. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: C. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. Mittwoch, den 24. April, abends 8 Uhr, bei Freyer ( früher Keller), Koppenstraße 29: = Außerordentliche General- Versammlung.= Zages Drdnung: 1. Wahl eines Revisors. 2. Unser ferneres Verhalten zur Lohnbewegung. 3. Stellung248/19 nahme zum 1. Mai. Mitgliedsbuch legitimiert. 129/7 Tagesordnung: 1. Bortrag des Rebatteurs Karl Wermuth:" Der Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. 2. Distuffton. Bu recht zahlreichem Besuche laben ein Die Abteilungsführer. Nach der Versammuing: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Der Vorstand...: Gustav Zeglin, Sozialdemokratifcher Rixdorf. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Dienstag, den 23. April, abends 8%, Uhr, in Hoppes Festfälen, Hermannstr. 49: Bureau: Steinstr. 38 I. Berlins und Umgegend. Xel. Amt III, 8574. Fortsetzung der Generalversammlung. Montag, den 22. April, abends 8 Uhr, bei Booker, Weberfraße 17: Zages Drdnung: 1. Bericht der Stadtverordneten- Fraktion. 2. Bericht von der Kreis- Generalversammlung. 3. Diskussion. 4. Bereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet Deutscher Metallarbeiter- Verhand Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1289. Charitéstraße 3. 232/12 Der Vorstand. für 273/10 Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: Orts- Krankenkasse Ober- Schöneweide. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. 1. Bie stellen sich die Kollegen zum Schiedsspruch des Einigungsamtes. 2. Bereinsangelegenheiten and Verschiedenes. Am Montag, den 29. April, Hof III. Amt 3, 1987. abends 6, Uhr, im Restaurant Kaufholt, Wilhelminenhofstr. 18: Dienstag, den 23. April, abends 8%, Uhr: Versammlung der Gold- und Silber- Ordentliche General- Versammlung Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. J. A.: Hermann Norgel. 81/3 Vereinigung der Maler, arbeiter und verwandten Berufsgenoffen ge im Saale von Franke, Sebastianstr. 39. Zages- Ordnung: 1. Wahl des Branchenvertreters resp. Erfahwahl zur Agitationstommiffion. 2. Bortrag des Genossen Albert Störmer. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches Erscheinen der Kolleginnen und Kollegen wird ersucht. Dienstag, den 23. April, abends 8%, Uhr: Allgemeine Versammlung der FahrstuhlLackierer, Anstreicher etc. Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Tages- Ordnung: Borlegung der Jahresrechnung und Bericht des Vorstandes; Bericht der Revisoren und event. Entlastung des Rendanten; Antrag Melchiorftraße 28. Herold und Genoffen: Abänderung der§§ 49 und 49a des Statuts; Verschiedenes. Die Einladungskarte legitimiert. Dber- Schöneweide, 15. April 1907. Der Vorstand. C. Liesegang, H. Rodenbusch, Borfizender. Schriftführer. Am 1. Mai bleibt mein Geschäft wie bisher ge116. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Mittwoch, den 24. April 1907, abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, Morikplay: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Fortsetzung der Wahl des Vorstandes. 2. Bericht von der Generalversammlung in Leipzig. 3. Vereinsangelegenheiten. 125/ 3* Die Versammlung am 1. Mai findet in Dräsels Festsälen, Nene FriedrichDie Ortsverwaltung. Monteure n. Helfer Berlins n. Umgegende Wilh. Pahr, traße 35 ftatt. Verband der Sattler.( Zentralverband d. Schuhmacher Deutschlands. im Saale des Herrn Noewers, Elisabethkirchstr. 14. Zages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai. Referent: Kollege Eggert. 2. Disfuffion. 8. Ergänzungswahl der Agitationskommission. 4. Berfchiedenes. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Dienstag, den 23. April, abends 5%, Uhr: 117/2 Ortsverwaltung Berlín. Donnerstag, den 25. April, abends präzise 8, Uhr, in den " Zentral- Festfälen", Alte Jakobftr. 32: Berlin NO. 18. Baßmannstr. 32 a, Hof part. Telephon: Amt VII, Nr. 6920. Montag, den 22. April, abends 8 Uhr in folgenden Lokalen Groß- Berlins Allgem. Versammlung der Metallarbeiter General- Versammlung. Oeffentliche Versammlungen. und-Arbeiterinnen für den 1. Bezirk in den Königsfälen," Neue Königstr. 26, Saal- Eingang Wadzecftr. 11. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen A. Stürmer über: Der Wert der Ver. Fürzung der Arbeitszeit. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend erforderlich. Achtung! Schlosser. Achtung! Die Vertrauensmännerkonferenz fällt diesen Monat aus. Die Ortsverwaltung. 1. Geschäftliches. Zages Drdnung: 2. Abrechnung vom I. Quartal 1907. 3. Jahresbericht und Abrechnung für das Geschäftsjahr 1906/07. 4. Aenderung des§ 2 des Ortsstatuts. 5. Wahl des Vorfißenden, des Kassierers und der Rebiforen. 6. Stellungnahme zum 1. Mai. 7. Ausschluß der während der Sperre zugereiften Kollegen. 8. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch erhält kein Kollege Zutritt. Kollegen! In Anbetracht der wichtigen und umfangreichen Tagesordnung ersuchen wir alle Kollegen und Kolleginnen, recht pünktlich und 3. zahlreich zu erscheinen. 156/19 Die Ortsverwaltung. Berlin: Industrie- Säle, Beuthstraße 20-21; Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstr. 3; Schöneberg: Restaurant Wielochs, Grunewaldstr. 110 Steglitz: Restaurant Kramer, Martsteinstr. 1. Mittwoch, den 24. April, abends 81%, Uhr, in Boekers Festfälen, Weberftr. 17: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht pro 1. Quartal 1907. 2. Diskussion. Verschiedenes. Bahleichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Bnferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin Drud u. Verlag: Vorwärt ubruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co.. Berlin SWL Nr. 93. 24. Jahrgang. 4. fitilm kö Jjtinörts" Kerlim WMtt. Sountag, 2t. April 1997. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokallifte! Im dritten Kreis steht uns das Lokal des Herrn Jos. Jannozkiewicz, M e l ch i 0 r st r. 15, zu den be» kannten Bedingungen zur Verfügung! das Lokal„Armin- hallen" ist g e s ch l 0 s s e n. Im fünften Kreis hat das Lokal„Brauerei Friedrichshain" den Besitzer gewechselt, jetziger Inhaber Herr C. Pohlit, und steht unS dasselbe nach wie vor zur Verfügung. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nochmals auf den Beschlust der Parteigenossen Grost-Berlins hinweisen, wonach die Räume der Philharmonie für die organisierte Arbeiterschaft gänzlich ge- sperrt sind und müsten wir der irrtümlichen Ansicht entgegen» treten, dast der„Beethoven-Saal" hiervon ausgenommen sei. im Gegenteil umfastt die Sperre sämtliche Räume. Desgleichen ersuchen wir. die Saal- und RestaurationSräume des «Neuen Schauspielhauses" streng zu meiden, da man uns den„Mozart-Saal" beharrlich verweigert, während man den- selben unseren Gegnern wiederholt zur Verfügung gestellt hat. Die Lokalkommisfion. Zweiter Wahlkreis. Am Dienstag, 23. April, abends S'/z Uhr, findet im.Hofjäger-Palast", Hasenheide 52/53, eine ansterordentlicheGeneralversamm lung statt. Näheres siehe Annonce in dieser Nummer. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Treptow-Baumschulenweg. Heute, Sonntag, findet eine Flugblattverbreitung statt. Die Genosien wollen sich in den bekannten Lokalen einfinden. Der Vorstand. Friedrichsfelde. Dienstag, den 23. d. M., abends 8% Uhr, findet bei Schulz, Wilhelmstr. 11. die Versammlung des Wahl- Vereins statt. Vortrag des Genossen Rosenfeld über„Strafgesetz- pflege". Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Weißenser. Die Parteigenossen werden hiermit auf den am Dienstag, den 23. April, abends 3 Uhr, in©nders Saal. König- Chaussee 5/6, stattfindenden Lichtbildervortrag, betitelt:„Im Reiche der schwarzen Diamanten" aufmerksam gemacht. Eintritt 20 Pf. Der Wahlvereinsvorstand. Reinickendorf-Ost. Die Flugblattverbreitung findet heute früh 8 Uhr statt und zwar im 1. Bezirk von der GenosienschaftSbäckerei, Willcstr. 62, im 2. Bezirk vom Restaurant Hermann, Residenzstr. 54, Ecke Holländerstraste, im 3. Bezirk von Bolien, Gesellschaftsstraste, Ecke Seestraste, im 4. Bezirk von Baumann, Hausotterstr. 54, im 5. Bezirk von Schiller. Provinzstt. 7g und im 6. Bezirk von Brückner, Provinzstr. 82 auS. Jeder organisierte Genosse ist verpflichtet, sich an der Flugblattverbreitung zu beteiligen. Am Dienstag, den 23. April, abends g'/z Uhr, findet im Restaurant„Tivoli"(früher„Boruflia-Park") bei Schaller, die Mitglieder-Versammlung statt. Genosse G r e m p e spricht über: „Moderne Verkehrswege". Genosien, wir empfehlen Euch den zahl- reichen Besuch der Versammlung. Der Borstand. Niederschöuhausen. Eine öffentliche Wählerver- sa m m l u n g veranstaltet der sozialdemokratische Wahlverein am Mittwoch, den 24. d. M., abends 8�- Uhr, im Uhlitzschen Restaurant (Schwarzer Adler), Blankenburgerstraste. Auf der Tagesordnung sieht ein Vortrag des Genossen W. K u b i g über die bevorstehende Wahl und die Aufstellung unseres Kandidaten. Genosien, sorgt dafür, dast die Versammlung bis auf den letzten Platz gefüllt ist! ES gilt, die wenigen Tage, die uns noch von der Wahl trennen, auszunutzen. Deshalb agitiert nach Kräften und tut bis zur letzten Minute eure Schuldigkeit! l Berliner I�acbricKten. Pastorentrost. Der Pastoren Beruf ist es, ihre Schäflein zu trösten, tvcnn diese in Bedrängnis sind. In unseren Zeitläuften aber. wo so viele böse Menschen in aller Form sich von der Kirche lossagen, bedürfen schier die Pastoren selber des Trostes. Gespendet wird er ihnen jetzt von einein Pastorenblatt, dem Stöckerschen„Reich". Da wird erzählt. Berlin sei eine evangelische Stadt. Und es bleibe eine evangelische Stadt, wenngleich in ihr die Minorität aus Katholiken. Juden, Dissidenten usw. im Zunehmen sei und schneller zunehnie als die evangelische Bevölkerung. � Wie groß der Wachstumsunterschied ist, das wird ge- zeigt an dem Zeitraum von 1890 bis 1905. Im Stadt- synodalbezirk hat, so lesen wir in dem Blättchen, die Gesamt- bevölkerung in diesen fünfzehn Jahren um 43� Proz. zu- genommen. Für die Evangelischen allein beträgt die Zu- nähme nur 39 Proz., dagegen hat sich gemehrt die römisch- katholische Bevölkerung um 82 Proz., die griechisch-katholische um 280 Proz., die jüdische um 50 Proz., die Gruppe der Dissidenten, Freireligiösen usw. um 110 Proz., die der „anderen Religionen" um 57 Proz. Wenn wir absehen von den griechisch-katholischen Bewohnern, bei denen wegen ihrer an sich nur geringen Zahl der Zufall die Zunahme be- cinflussen kann, so haben die Dissidenten usw. die st ä r k st e Zunahme aufzuweisen. Hier sollte. man nun erwarten, daß das Stöcker-Blättchen diese Erscheinung mit einem wütenden Geschimpfe begleiten würde, wie man es von dort aus gewöhnt ist. Diesmal aber schimpft das „Reich" ausnahmsweise nicht! Vielmehr sagt es:�„Dast unsere kirchliche Lage ernst, aber nicht verzweifelt ist, zeigt die Zahl der Dissidenten. Deutsch-Katholiken und Frei- religiösen." Und dann gibt es für die Jahre 1890, 1895, 1900, 1905 die Stärke dieser Gruppe auf 5097, 7061, 7107, 10 715 an und hebt hervor, dast die Zunahme speziell aus dem letzten Jahrfünft sich auf 3608 stellt. Wieso aus diesen Zahlen hervorgehen soll, dast„die kirchliche Lage nicht ver- zweifelt" sei, ist nicht recht klar. Möchte daS Blatt glauben niachen, dast die Mehrung der Dissidenten, wie wir sie in dem letzten Jahrfünft gehabt haben, nur eine vorüber- gehende Erscheinung sein werde? Oder will es an- deuten, daß eine Zunahme um 3608 für das letzte Jahrfünft noch nicht viel sagen wolle? Wenn das ein Trost sein soll, so gönnen wir ihn den Pastoren. Auch den Wahn wollen wir dem Stöcker-Blättchen und seinen Lesern nicht rauben, dast die Arbeiterbevölkerung eigentlich immer noch zur Kirche halte. Das Blatt gibt an, dast z. B. in der Gcthscmanc-Gemeindc 569 Dissidenten ge- zählt worden seien, in der Emmaus-Gemeinde 460, in der Zionsgemeinde 394 usw., und behauptet dann mit gottes- fürchtiger Dreistigkeit, dast„man nicht sagen kann, die Dissidenten wohnten in den Arbeiter- viertel n". Der Lizentiat Mumm, der beim Stöckerschen „Reich" erste Geige spielt, hat einmal in einer Versamm- lung erzählt, die gegenwärtige Bewegung zum Austritt aus der Kirchengemeinschaft finde ja fast nur in der Arbeiter- bevölkerung Anklang, in den Kreisen der„Gebildeten"(er meinte: die Besitzenden) bleibe sie ohne nennenswerten Er- folg. Herr Mumm hat da die Wahrheit gesagt. Er wird auch wissen, daß die von ihm erwähnte Tatsache sich Haupt- sächlich daraus erklärt, dast die modern-christliche Kirche den Besitzenden als Bollwerk gegen die Arbeiterklasse dient. Wie aber verträgt sich mit jener einsichtigen Aeusterung des Herrn Mumm der törichte Trost des„Reichs", daß angeblich die Dissidenten nicht in den Arbeitervierteln wohnen? Aus der Abzahlungspraxis werden im Anschluß an unsere letzten Veröffentlichungen(in Nr. 75 und in Nr. 86) uns noch ein paar Fälle mitgeteilt, die gleichfalls weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen. Diesmal handelt es sich nicht um die Firma C. WachSmann u. Co., mit der jene beiden Artikel sich beschästigen mußten, sondern um die Firmen M. Glogau(Alte Jakobstraße) und Harry Goldschmidt(Oranienstraße). Das Geschäft M. Glogau scheint allerdings im Besitz desselben Inhabers zu sein wie daS Geschäft C. Wachsmaun u. Co. Von M. Glogau hatte ein Buchbinder F. eine Wirtschaft gekauft, die ihm mit 518 Mark berechnet wurde. Eine Zeit lang zahlte er die vereinbarten Raten. Als er dann im Rückstand blieb. klagte die Firma, und er wurde verurteilt, nach den Bestimmungen des Vertrages weiterzuzahlen oder die Sachen herauszugeben. Er zahlte weiter. Nachdem er im ganzen bereits 412 Mark abgezahlt hatte, blieb er von neuem im Rückstand, und nun lieh die Firma ihm sämtliche Möbel abholen. Ein Verwandter von ihm setzte sich mit M. Glogau in Verbindung und erbot sich, für Zahlung des Restes zu sorgen, wenn man die Wirtschaft ausliefere. Ihm gab ein Vertreter der Firma die Antwort, die Sache sei für sie erledigt. Bemerkenswert ist noch, daß diesem Ab- zahlungSkäufer vor der Abholung der Möbel sein QuittungSbuch abgefordert wurde, um es zu kontrollieren. Hinterher weigerte sich die Firma M. Glogau, es ihm herauszugeben. F. saß nun mit seiner Frau und vier kleinen Kindern in seinen kahlen vier Wänden. Ihm blieb nur übrig, sich abermals an ein Abzahlungsgeschäft zu wenden. Diesmal geriet er an die Firma Harry Goldschmidt, von der er eine Wirtschaft für 348 M. auf Abzahlung nahm. Er zahlte im ganzen 52 Mark, dann stockte die Zahlung auch hier. Es kam zur Klage, F. wurde verurteilt, und die Firma schritt zur Abholung der Sachen. Kniefällig bat Frau F. den Vertreter der Firma, einen einzigen Tag Aufschub zu gewähren. Selbst der Gerichtsvollzieher, den er mitgebracht hatte, ermahnte ihn, Rücksicht zu nehmen auf den Zustand der Frau, die ihrer Entbindung entgegen sah. Doch der Vertreter hatte seinen Austrag und mußte ihn ausführen. Er blieb auch fest, als die Frau des Hauswirtes sich erbot, sofort 15 Mark aus- zulegen und noch mehr zu geben, wenn ihr Mann nach Hause komme. Da half alles nichts— die Sachen wurden mitgenommen. Der Hauswirt suchte durch einen Wohltätigkeits- verein, dessen Mitglied er ist, aus die Firma einzuwirken, aber es wurde nichts erreicht. Auch diese Firma hatte ihre Sachen wieder und gab sie nicht heraus. Für nur dreimonatige Be- Nutzung nebst Entwertung berechnete sie sich 45 Mark(ob- wohl der ganze Kaufpreis nur 348 Mark betrug), für Hin- und Rücktransport wurden 6 Mark angesetzt, dazu kämen noch 4 Mark für Kontoeinrichtung, Kontrabuch, Vertrag, Stempel usw.", mithin war F. der Firma sogar noch 3 Mark schuldig! Einige Tage nach der Abholung der Möbel wurde Frau F. entbunden. Und wieder sitzt nun die Familie, die jetzt aus dem Ehepaar und fünf Kindern besteht, in der leeren Wohnung. Be- halten hat F. die Betten, die er gegen bar bei einem Althändler gekauft hatte. In dem Fall Glogau meinte F., er jei betrogen worden, und er erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Diese aber antwortete ihm. die Firma habe vertragsmäßig gehandelt, Betrug liege daher nicht vor. Wir raten jedem Abzahlungskäufer. seinen Vertrag genau durchzulesen. Die Ver- träge sind in der Regel so abgefaßt, daß beim Ausbleiben der Ratenzahlungen das Gericht zugunsten des Abzahlungsgeschäftes entscheiden muß. Da kann es dann passieren, daß der Geschäfts- inhaber die ganze Wirtschaft abholt und nicht einen Pfennig zurück- zahlt— und das alles„von Rechts wegen". Wegen Mittellosigkeit und Nahrungssorgen haben sich gestern zwei Personen das Leben genommen. In der Toilette des Ham- burger Bahnhofs erhängte sich der 40jährige Agent Julius Lehrer aus der Jnvalidenstraße 36. L. war früher Bankbeamter und hatte sich im letzten Jahre als Agent niedergelassen. Seine Vermitte- lungen warfen in den vergangenen Monaten so wenig Verdienst ab, daß er bald in große Notlage geriet. In der Verzweiflung griff der Unglückliche gestern zum Strick. Er erhängte sich auf der Klosettanlage des Hamburger Bahnhofs an der Jnvalidenstraße.— Ebenfalls aus Nahrungssorgen hat der Arbeiter Paul Teichmann, Friedcnstraße 63, Selbstmord verübt. Durch andauernde Arbeits- losigkcit wurde T. in größte Not versetzt und auch er nahm seine Zuflucht zum Strick. Als gestern abend seine Frau die Wohnung betrat, fand sie ihren Mann in der Küche erhängt auf. Der verhängnisvolle Spazierstock. Ein aufregender Unglücks- fall hat sich gestern morgen am Weinbergswcg zugetragen. Der Kaufmann Alfred Silberstein, Zehdenickcrstraße 20 wohnhaft, wollte während der Fahrt auf einen Straßenbahnwagen der Linie 33 aufspringen. Der Spazierstock geriet ihm dabei zwischen die Beine uttd infolgedessen stürzte S. nieder. Er kam unter den Wagen zu liegen und dieser mußte hochgewunden werden, um den Ver- unglückten zu befreien. Mit schweren Verletzungen an beiden Oberschenkeln wurde S. nach der Rettungswache in der Kastanien» allee gebracht. Mißlungener Fluchtversuch aus der Tegeler Strafanstalt. Nur kurzer Freiheit durste sich ein Flüchtling erfreuen, der gestern aus dem Gefängnis in Tegel entwichen war. Auf unerklärliche Weise war es dem Gefangenen geglückt, seine Flucht zu bewerkstelligen. Er wandte sich nnn nach dem Schießplatz, wo ihn aber sein Schicksal wieder ereilte. Ein SchicßstaiidSaufschcr fing ihn ein und tranS» portierte ihn nach der Strafanstalt zurück. Ter verlorene Brief als Verräter. In der vergangenen Nacht hat die Kriminalpolizei vjer.„Geldschranbknackcr" auf frischer Tat überrascht und verhaftet., Die Burschen hatten eine großen Ein- bruch m das Bureau der Gasglühlichtgcsellschaft„Krone in der Köpenickerstraße 56—57 verabredet. Anstatt die Sache mündlich zu „schieben", verständigten sie � sich unvorsichtigerweise durch Briefe. Einer dieser Briefe war nun verloren gegangen und vom Finder der Polizei zur Verfügung gestellt worden. In der vergangenen Nacht sollte der Einbruch ausgeführt werden. Außer den Ein- blechern hatte aber auch die Kriminalpolizei ihre Vorbereitungen getroffen. Als die Bande im Kasienraum erschien und sich an das Aufbrechen des Geldschrankes machen wollte, erschienen plötzlich mehrere Beamte auf der Bildfläche und nahmen die überraschten „Knacker" fest. Es waren vier gefährliche Verbrecher, die von der Behörde schon längst gesucht wurden. Sie wurden nach dem Polizei- Präsidium übergeführt. Eine eigenartige Kindesaussetzung wird auS dem Norden Berlins berichtet. Zu einer Frau Hildebrandt, wohnhaft Pappel- Allee, kam vor etwa 7 Wochen eine Frau mit zwei kleinen Kindern und bat, dieselben doch tagsüber in Pflege zu nehmen, sie müsse ihren Lebensunterhalt in der Fabrik verdienen und werde die Kleinen des Abends wieder abholen. Frau Hildebrandt wartete vergebens auf das Wiederkommen der Unbekannten, deren Name ihr auch nicht bekannt war. Nach langen sieben Wochen ersuchte sie in ihrer Bedrängnis die zuständige Armcnkommisjion um Pflegegeld, welches ihr allerdings nicht gegeben werden konnte. Da auch die Kinder ihren Namen nicht angeben können, werden diese, falls die vergeßliche Mutter sich nicht noch meldet, dem Waisenhause übergeben werden. Aus dem Reiche des Aberglaubens. In Berlin, der Stadt det Intelligenz, blüht' und wuchert der Aberglaube immerhin noch recht üppig. Ein Beweis hierfür ist die Existenz einer ungeheuren Zahl von Wahrsagerinnen, die in den sogenannten„unparteiischen" Blattern, in den Tageszeitungen wie in den billigen Hausfrauen- zeitungen, ihre Künste auf offenem Markte feilbieten. Neulich wurde sogar die Mitteilung verbreitet, daß in Berlin eine Wcchrsagc- schule bestände, es war aber nicht angegeben, wo sie ihr Domizil auf- geschlagen hat. Es gibt eben nicht sehr viel Leute, die heutzutage nicht nur betrogen, sondern auch belogen sein wollen und dafür obendrein noch Geld hergeben. Auf diesem Gebiete der Wahr- sagerei ist aber auch ein Wettbewerb entbrannt, um den Kon- kurrcnten aus dem Felde zu schlagen. Das Neueste ist„das Lesen der Zukunft aus dem Mund.' Eine Schifferfrau H. in der Linicnstraße kündigt wörtlich an:„Lese die Vornamen von den Herren aus den Damen ihrer Hand." Eine Wahr- sagerin fügt am Schlüsse einer schwülstigen Reklame hinzu:„Auch ist daselbst eine alte Bettstelle zu verkaufen", während eine viel- seitige Jüngerin der schwarzen Kunst sich nebenbei auch noch als „Hcilmagnetiseurin, Maniküre und Tertdichterin" anpreist. Sollte diese„Wahrsagerin wunderbar" das Libretto eine? unserer neuesten Operetten auf dem Gewissen haben? Ueber Akkvrdmaurerei wird uns aus gewerkschaftlichen Kren-'" geschrieben: Akkordmaurer haben den Bau Malmöcrstraße 23. Ecke der Straße 2b, Abt. XI. fertiggestellt. Während des Roh- baues haben sich bemerkenswerte Folgen dieser Arbeitsmethode nicht eingestellt, wenigstens haben wir nichts davon erfahren, was aus leicht erklärlichen Gründen ja auch zu verstehen ist. Jetzt aber, am 18. April 1007, nachdem der Bau ziemlich fertig ist— e» fehle» nur noch drei Wochen bis zur Gcbrauchsabnahme und die Woh- nungen sind so ziemlich alle vermietet— stellen sich die ersten Folgen der von uns, im Interesse der Oeffcntlichkeit so oft bc- kämpften Akkordarbeit ein. Einer der Hauptpfeiler an der Vorder- front, nach der Straße 2d zu, auf dem die ganze Last der Erker- träger ruht, ist von oben bis unten geborsten. Der Riß, welcher im Keller zirka 1 Zentimeter stark ist, verlängert sich jetzt schon bis zur Höhe von 2 Treppen. Der Polier, der auf'das Gefährliche der Situation aufmerksam gemacht wurde, verlangte nun von den jetzt dort in Lohn arbeitenden organisierten Maurern, von denen nebenbei bemerkt 3 Kollegen zirka 10 Jahre selbst Polier waren, also den Ernst der Sachlage als Fachleute sehr genau erkannten, sie sollten den Ritz dadurch verdecken, daß sie den Pfeiler durch eine 25 Zentimeter starke Steinschicht ummantelten. Dieses Ansuchen lehnten die Arbeiter ab, weil durch diese Manipulation der Riß wohl verdeckt, aber die Gefahr des Einstürzens nicht beseitigt wäre. Sie verlangten vielmehr, daß der Erker ordentlicy abgesteift würde, und dann der Pfeiler in Klinker und Zement vorschriftsmäßig von Grund aus neu ausgeführt würde. Hierauf ging der Polier nicht ein, sondern griff zu dem bewährten Mittel, ging zum nächsten Akkordbau, holte 2 Akkordmaurer, und diese sollten nun die Pfusch» arbeit vollenden. Dieselben erklärten sich auch ohne weiteres dazu bereit, hatten aber die Rechnung ohne die jetzt beschäftigten Lohn» maurer gemacht. Diese legten die Arbeit nieder und verlangten, daß die Arbeit reell ausgeführt werden sollte. Der Polier bot darauf jeden Maurer 20 M. extra, wenn die Arbeit, ohne die Ab» steifung vorzunehmen, also nur um den Riß zu verdecken, gemacht würde. Auch dieses Anerbieten wurde abgelehnt. Darauf ließ der Bauleiter diese Arbeit von den Aktordmaurern in Angriff nehmen. Jetzt aber wurde Anzeige erstattet und die Arbeiten wurden sofort auf Anordnung der Polizei inhibiert. Bis 6 Uhr abends wurde auch nichts daran geändert. Dann erschien eine der leitenden Personen von der Bauinspektion, und zwar derjenige Beamte, der auch vorher während des Rohbaues die Aufsicht statte. Die Arbeit wurde wieder in Angriff genommen und in der Nacht fertig gestellt, und zwar ohne den Erker abzusteifen. Ob nun der Pfeiler neu aufgeführt ist oder nicht, konnte am nächsten Morgen nicht mehr untersucht werden. Dem Genossen Zeglin, welcher als Vertreter seiner Organisation auch anwesend war. wurde auf seine Frage, ob denn der Pfeiler neu aufgeführt sei. von dem Beamten der Bauinspektion die Antwort zuteil, daß das geschehen sei. Auf- fällig ist nur, daß das Erdreich nicht frei gemacht worden ist. was bei der Neuaufführung des Pfeilers hätte geschehen müssen. Die Arbeiter werden den Bau im Auge behalten. Der ausführende Unternehmer dieses Baues ist der Maurermeister Schmals, der in den nächsten Tagen wieder einen Bau in der Nachbarschaft von Akkordmaurern besetzen lassen wird. Ein Unfall ereignete sich gestern nachmittag 1 Uhr auf dem Rudolf Hertzogschen Grundstück Brüderstr. 15—18. Dort wird ein Rohbau aufgeführt. Bei den vorgenommenen Schachtarbeiten stürzte ein Arbeiter in den Schacht und zog sich einen Schädelbruch und Gehirnerschütterung zu. Der Verunglückte wurde nach der gegenüber» liegenden Unfallstatton und von dort nach dem Krankenhause ge» bracht. An seinem Auflommen wird gezweifelt.. Eingebrochen wurde in der Nacht vom Freitag zu Sonnabend in das Goldwarengeschäft von Stillmax in der Möglinerstraße 7. Tie Spitzbuben hatten sich in den Keller geschlichen und von hier aus die Decke zum Laden durchbrochen. Zahlreiche im Schaufenster liegende Uhren, Ringe und Ketten im Werte von mehreren tausend Mark fielen ihnen in die Hände. TodeSsturz von der Treppe. Ein trauriges Ende hat gestern de» 60jährige Pensionär Wilhelm Töpfer, Peter Vischcrstr. 11. ge» funden. Der alte Herr war im Begriffe gewesen, die Treppen zu seiner Wohnung heraufzusteigen, als ihm plötzlich unwohl wurde und er rücklings abstürzte. Er brach sich bei dem Aufschlagen auf die Treppenabsätze das Genick und war auf der Stelle tot. HauS» bewohner fanden kurz darauf den Leichnam des Verunglückten. Seinen ganze» Wochenlohn verloren hat am Freitag abend zwischen 6 bis W Uhr ein Arbeitsbursche auf dem Wege von der Linden- und Jerusalemerstraßen-Ecke bis zur Koch- und Charlotten» straßen-Eckc. Der Lohn von 17,75 M. befand sich in einem dunkel- braunen Portemonnaie, außerdem enthielt das Portemonnaie zwei Rechnungen und eine auf den Verlierer Josef Frank, Maricndorf, Dorfstraße 37. lautende Radfahrerkarte. Der Verlierer glaubt durch Bekanntgabe seines Verlustes einen ehrlichen Finder zur Abgabe seines Fundes zu veranlassen. Die Schleifen-AuSstellung im Gewerkschaftshause bleibt auf all« seittgen Wunsch noch einige Tage bestehen. Auch am heutigen Sonntag ist sie den ganzen Tag bis abends 10 Uhr geöffnet. Ein fleißiger Aussteller ist auch der Kaiser. Während er im Vorjahre zu den Ausstellern in der Internationalen Automobil- Ausstellung gehörte, wird er in der jetzt eröffneten Internationalen Sportausstcllung gleichfalls vertreten sein, auch die im Mai d. I. in Paris stattfindende Internationale Blumenausstellung soll vom Kaiser beschickt werden. Daß außerdem der Kaiser eine besondere Ausstellung der auf seinem Gute Cadinen hergestellten Toncrzcug- niste veranstaltet, ist unseren Lesern durch die in unserem Blatte er» folgte Besprechung der ausgestellten Gegenstände bekannt. In Castans Panoptikum wird gegenwärtig eine Dame ohne Unterkörper gezeigt. Miß Gabriele heißt diese Abnormität. ES ist eine junge Dame im Alter von 24 Jahren, die ohne Unter» körper geboren ist und ohne irgend welche Beschwerden in guter Laune fortlebt. Es handelt sich nicht etwa um eine Illusion. sondern um Wirklichkeit. Das ärztliche Attest sagt u. a.:„Dia Mißbildung ist nicht die Folze einer Operation, sondern ist als eine angeborene anzusehen." Die Dame ruht auf einem Kissen im'' fMrS vöii ettrent Diener im Schaustellungssaale herumgetragen; sie spricht englisch und deutsch. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der neue, mit zahlreichen farbigen Bildern ausgestattete Bortrag„Durch Däne- mark und Südschweden, nordische Städte und Landschaftsbildcr" in dieser Woche allabendlich zur Darstellung gelangen.— Am Sonnabend findet noch einmal eine Wiederholung des Vortrages »Am Golf von Neapel", nachmittags 4 Uhr, zu kleinen Preisen statt. — Im großen Hörsaal der Urauia-Sternumrte m der Invaliden- straße spricht am Sonntag Herr Viktor Berens von Rautenfeld noch einmal über„Natur und Kultur in den'russischen Ostsee- Provinzen". Am Dienstag und Freitag, abends 8 Uhr, wird Herr Dr. P. Schlvahu ebenda seinen Vortrag„Der Vesuvausbruch 1908" wiederholen. Am Freitag, den 3. Mai, wird der Polarfahrer Roald Amundsen aus Christiania einen einmaligen Vortrag über die«Bezwingung der nordwestlichen Durchfahrt" im wissenschaftlichen Theater der Urania in der Taubenstraße halten. Billetts für diesen Vortrag sind bereits von Dienstag ab an der Kasse der Urania, Taullcustraße, erhältlich. Ueber den Vesuvausbruch 199« wird Herr Dr. Schwahn im großen Höhrsaal der Urania-Sternwarte in der Jnvalidenstraße am Dienstag und Freitag, abends 8 Uhr, einen Vortrag halten. Der Vortrag ist mit zahlreichen farbigen Bildern ausgestattet, die der Vortragende in den von Lava und Asche heimgesuchten Ort- schaften machte und die in ihrer lebensvollen Schärfe den vollen Eindruck der schrecklichen Vesuvkatastrophe wiedergeben.— Im wissenschaftlichen Theater der Urania in der Taubenstraße gelangt in dieser Woche allabendlich der neue Vortrag,„Durch Dänemark und Südschweden, Nordische Städte- und Landschaftsbilder" zur Darstellung. Zeugen gesucht. Passanten, welche Montag, den 25. Marz, abends gegen'/27 Uhr, gesehen haben, wie ich in der Rosenthalerstr. 5 zwischen Linien- und Auguststraße über den Stumpf eines Laternenpfahles stürzte und mir dadurch einen Bruch der Kniescheibe zuzog, werden höflichst gebeten, ihre Adresse zu übermitteln an Karl Wenzel, Griebcnowstr. 14. Unkosten werden gern vergütet. Feucrwehrbericht. In der letzten Nacht kam ein größerer Brand in der Kolonicstraße 24, angeblich aus Unvorsichtigkeit, in einem Stall zum Ausbruch. Als kurz vor 1 Uhr der 16. Zug dort eintraf, stand das Stallgebäude schon in großer Ausdehnung in Flammen. Die Pferde waren bereits in Sicherheit gebracht. Die Gefahr war groß und drohte das Feuer nach den Nebengebäuden, in denen große Vorräte an Fourage lagerten, überzuspringen. Durch kräftiges Wassergebcn mit mehreren Schlauchleitungen gc- lang es, den Brand auf das Stallgcbäude zu beschränken. Gleich- zeitig hatte der 11. Zug in der Gneisenaustraße 4 zu tun, wo vorn im II. Stock Tapeten, Gardinen u. a. brannten. Um Mitternacht stand in der Uferstraße 3 ein Heuhaufen in Flammen. Fast gleich- zeitig wurde die 2. Kompagnie böswilligerweise nach dem Lausitzer- platz alarniiert. Die Täter sind leider unerkannt entkommen. Am Waterlooufer 9 hatte der-11. Zug einen Kellerbrand zu löschen. Stroh u. a. brannten dort. Ferner hatte die Wehr in der Schön- hauser Allee 39 und an der Ecke der Adler- und Holzgartenstraße zu tun.-_ Vorort- JVach richten* Tchö neberg. Daß der Schöneberger Magistrat auch sehr langsam arbeiten kann, hat er wieder einmal recht deutlich bei einem Antrage der städtischen Arbeiter bewiesen. Im Juli 1995, also vor nahezu zwei Jahren, wandten sich dieselben an den Magistrat mit einer Petition, in welcher sie die Errichtung eines Arbeiter- ausschusscs verlangten. Die Petition war ausführlich begründet, es war darin auch klargelegt, wie sich die Arbeiter die Zusammen- sctzung dieses Ausschusses dachten. Man sollte meinen, daß eS für den Magistrat ein Leichtes war, die Angelegenheit zu erledigen. Der Magistrat aber hatte eS damit nicht so eilig. Erst im De- zember desselben Jahres wurde zu der Petition Stellung ge- nommen und zunächst beschlossen, Erhebungen über die Notwendig- keit und Gestaltung des Arbeiterausschusses anzustellen. Diese Erhebungen dauerten nun aber etwas sehr lange, und zwar bis zum Februar 1997. Im Februar wurden nun endlich die„Be- stimmungen über die Einrichtung und Tätigkeit eines Arbeiter- ausschusses für die städtischen Arbeiter und Arbeiterinnen" fest- gelegt und sind dieselben jetzt der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung zugegangen. Nach diesen Bestimmungen soll der Ausschuß aus 5 Mitgliedern bestehen, und zwar gemeinsam für die folgenden städtischen Betriebe: Straßenreinigung, Kanal- und Pumpwerkbetrieb, Stadtgärtnerei, Friedhof, Tief- und Hoch- bauverwaltung. Jede dieser Gruppen wählt ein besonderes Mit- glied und einen Stellvertreter. Die Amtsdauer der Ausschuß- Mitglieder beträgt zwei Jahre. Wahlberechtigt sind alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die großjährig und mindestens drei Monate ununterbrochen bei der städtischen Verwaltung beschäftigt sind. Die Wahl ist eine unmittelbare und geheime. Als Mitglieder des Ausschusses können Arbeiter und Arbeiterinnen gewählt werden, welche das 2b. Lebensjahr überschritten haben und mindestens fwei Jahre ununterbrochen in der städtischen Verwaltung be- chäftigt sind. Den Vorsitzenden wählt der Ausschuß aus seiner Mitte selbst, im übrigen sind die leitenden Geschäfte der Verkehrs- deputation bezw. deren Vorsitzenden übertragen. Im letzten Absatz der Bcstimmungesi behält sich der Magistrat das Recht vor, die- selben jederzeit abzuändern. Wir meinen, unter diesen Umständen wäre es wahrlich nicht notwendig gewesen, die Arbeiter zwei Jahre auf die Erfüllung ihres Wunsches warten zu lassen. Zwei Stadtverordneten-Ersabwahlen in der ersten Abteilung haben in der vergangenen Woche stattgefunden, nämlich für die zu Stadträten gewählten Herren Leidig und' Kaufmann. In dem einen Bezirk wurde der Kandidat des Haus- und Grundbesitzer- Vereins, Maurermeister Heinrich Lehmann, mit 31, in dem anderen Bezirk der Kandidat der Liberalen, Kaufmann Martin Katz, mit 24 Stimmen gewählt. «Die Gründung einer Jnnungskrankenkasse und welche Stellung nehmen die Schöneberger Fleischergesellen dazu ein", lautete das Thema, über das in einer am Mttwoch, den 25. April, abends 8'/, Uhr von der Gewerkschastskoininisston nach dem Lokal Wieloch, Grunewaldstraße 119 einberufenen öffentlichen Versammlung beraten werden soll. Es wird deshalb allen Fleischergesellen zur Pflicht gemacht, ikt der Versammlung zu erscheinen. Rixdorf. Die Zahlstelle Rixdorf des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes hielt am Donnerstag in Thiels Festsälen die Generalversammlung ab. Der gedruckt vorliegende Kassenbericht fand die Zustimmung der Versammlung. Zum Punkt Maifeier wurde einstimmig be- schlössen, den 1. Mai zu feiern. Den Tätigkeitsbericht er- stattete der Bevollmächtigte Lusch. Die Neuwahl der Orts- Verwaltung ergab: R. Schaade als Bevollmächtigter; A. Prepper- mann als Schriftführer; Schwiegcr als Kassierer. Zu Revisoren wurden Heinrichs und Guse gewählt. Als Beitragösammler fungieren Schenk, Lange, Moos, Hcrnig, Vogt, Wichmann und Lindner. Der Kommission der Möbelbranchc gehören an Hacker, Schmidt, Kay, Schulze und Zenkert; für die KUchenmöbelbranche wurde Gellert bestätigt. Die KommisfionSmitglieder der Baubranche sollen in der am 24. April stattfindenden Branchenversammlung bei Thiel gewählt werden. Die Abstempelung am 1. Mai findet beim Kollegen Preil, Rosenstr. 24, morgens 8>/, Uhr statt. Charlottenburg. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern vormittag um 11 Uhr aus dem Grundstück der Berlin-Anhaltischen Maschineiibau-Aktien- gesellschaft in der Reuchlinstraße 19—13. Dort toar zur Abnahme eines Neubaues eine Prüfungskommission erschienen, der der Banrat Lüdtke und der Polizeilieütenant Henschel angehörten. Die Kom- Mission wurde von dem Generaldirektor Blum geführt. Während der Besichsigung stürzte eine eiserne Schiebetür aus ihrer Lage und fiel auf die drei genannten Personen. Generaldirektor Blum erlitt einen Unterschenkel- und einen Nasenbeinbruch, Baurat Lüdtke trug einen Unterschenkelbruch und innere Verletzungen davon, der Polizei- leutnant Henschel erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung des Nasenbeins. Generaldireltor Blum wurde von dem Fabrik- grundstück nach seiner Wohnung Landhaussttaße 35 in Wilmersdorf gebracht; die beiden anderen Verunglückten wurden von der Unfall- station XIX nach dem Krankenhaus in Westend übergeführt. Berein Freier Kindergarten. Montag, den 22. April, findet abends 8'/? Uhr, im Bollshause. Rosinenstraße 3, die ordentliche Generalveriammlung des Vereins statt. Tagesordnung: 1. Ge- schäftsbericht; 2. Kassenbericht; 3. Verschiedenes. Die Generalversammlung ist deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil die fernere Art der Betätigung de? Vereins nach Schließung seines Kindergartens zur Erörterung gelangen wird. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist dringend erwünscht. Lankwitz. Lästige Polen. Bekanntlich genießen ausländische Arbeiter, und nicht zum mindesten polnische, bei unseren„nationalen" Kapitalisten den Ruhm, tüchtige und billige Arbeiter zu sein. Den Lankwitzer Grundbesitzern sind, wie es scheint, diese Vorzüge noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Im Gegenteil machen sich die Palen bei den wohlhabenden Lankwitzer Bürgern außerordentlich lästig. In der Sitzung des Grundbesitzerverems bemerkte der Vorsitzende, Rechnungsrat Unger, zu Punkt c) der Tagesordnung: „Polcnunwesen", daß die Anwesenheit der zahlreichen Polen in Lankwitz nachgerade zu einer Landplage geworden sei. Die Polen, insbesondere die russischen Polen, seien an Reinlichkeit nicht ge- wöhnt, ihre sittlichen Begriffe seien minderwertig. Er gehöre nicht zu denen, die immer gleich nach der Polizei riefen, aber hier müsse die Behörde tatkräftig eingreifen. Oft wohnten vier Leute, Männer und Weiber, in einem Zimmer und hausten dort wie Zigeuner. Der Hauswirt wisse oft gar nicht einmal, wie viel Polen bei einem Landsmann während der Nacht geherbergt hätten. Die Wohnungen würden einfach ruiniert, und außerdem gingen die polnischen Mieter mit Feuer sehr nachlässig um. Der Ge- sundhcits-Ausschuß von Lankwitz habe bei seinen Besichtigungen unglaubliche Zustände in den Wohnungen polnischer Mieter vor- gefunden, aber Abhülfe schaffen könne er nicht, denn, so wie er fort sei, beginne das Unwesen von neuem. Junge Mädchen könnten abends in Lankwitz allein kaum die Straße passieren, weil die Polen jede weibliche Person belästigten. Die Schmuckanlagen des Platzes an den Elektrizitätswerken seien von den Polen völlig verwüstet worden. In den östlichen Vororten seien anfangs auch nur wenige Polen gewesen, jetzt aber seien die überschwemmt von ihnen. Mit allen Mitteln müsse verhindert werden, daß Lankwitz ein Polennest werde. Der Verein als solcher könne hier keine Maßnahmen treffen, aber man könne die Polizei unterstützen und die Gemeindevertretung auf die Polengefahr hinweisen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, an den Amtsvorsteher zu schreiben, um eine Beschleunigung der in Aussicht gestellten Ab- hülfe, Ausweisung von russischen Polen, zu erwirken. Schlimmer als hier rann sich die Doppelnatur unserer Be- sitzenden nicht offenbaren. Erst holen Kapitalisten und Staat die Ausländer zu Lohndrückerdiensten ins Land und dann ruft man den polizeilichen Schutz an, um dem Polenunwesen zu steuern. Lichtenberg. Die Sünden der„Bäter". 299999 Mark muß die Gemeinde aus allgemeinen Mitteln aufbringen, um die Kosten der den heutigen Berkehrsverhältnissen entsprechenden Verbreiterung der Ucberführung der Ringbahn an der Gürtelstratze zu bestreiten. Der Eisenbahn- fiSkus stellt sich auf den Standpunkt, daß die Gemeinde die Kosten tragen müsse, diese habe ja seinerzeit die Anlage der Ueberführung in der heutigen Form genehmigt; im übrigen haben sich die Verkehrs- Verhältnisse za mcht auf, sondern unter der Brücke verändert II Die Gemeinde wird auf dem im Kommunalabgabengesetz vorgesehenen Wege Ersatz von den Interessenten zu erlangen suchen.— 55 Be- werber haben fich für die Stelle des besoldeten Schöffen gemeldet. Die Stellung war ausgeschrieben mit der Bedingung, daß der Beigeordnete bei der Stadtwerdung verpflichtet sein soll, im tall seine Wahl züm zweiten Bürgermeister nicht erfolge, eine tadtratsstelle anzunehmen.— Die Gemeindevertretung wird sich in der nächsten Sitzung mit dem Projekt der Weiterführung der Hoch- und Untergrundbahn auf Lichtenberger Gebiet zu beschäftigen haben. Die" KrankenhauSbaufrage ist wiederum um einen Schritt gefördert; die eingegangenen Projekte sind einem Gutachter unterbreitet und wird demnächst die Stelle eines Chefarztes zur Ausschreibung ge- langen. Es soll so die Mitwirkung des Anstaltsleiters oei der pram» schen Einrichtung gesichert werden. Unsere Mitteilung„Betternwirtschaft" löst i» der Provinzpresse helle Verwunderung auS. ES ist anzunehmen, daß die Stadt- verordneten sich des beftemdlichen Geschäftsgebahrens der Kassen- einrichtungen um so eher annehmen werden, als solche»Vermittler» Provisionen' in der Regel% Proz., nicht wie im vorliegenden Fallt 1 Proz. betragen. In der Stadtverwaltung Schkeuditz find die Sozialdemokraten allerdings nicht vertreten. Oder-Sckiönetveide. „Die Aufgaben der Gemeinde unter Berücksichtigung der hlestgen Schulverhältnisse" lautete das Thema, über das Genosse Grunow in der letzten Wahlvereinsversammlung referierte. Redner enttollte eingehend das Sündenregister der bürgerlichen Vertreter im Gemeindeparlament. Mit Rücksicht darauf, daß wir fortlaufend über die Gemeindeverttetersitzungen berichteten, erübrigt e« sich, die AuS- führungen deS Redners wiederzugeben. In der Diskussion sprach Genosse Pessier. Genosse Muth wies auf die Jugendorganisation hin und ermahnte die Genossen, dieselbe rege zu unterstützen. DeS weiteren empfahl er, sich rege an der von den Genossen beschlossenen Illumination am Vorabend deS 1. Mai zu beteiligen. Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des Genossen Auer, dessen Andenken die Versammelten durch Erheben von den Plätzen ehrte. Spandau. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer Sitzung am Donnerstag zunächst mit der Vorlage über Einführung einer Schankkonzessionssteuer. Nach dem Vorschlage deS Magistrats sollen erhoben werden bei Erteilung von neuen Konzessionen: a) für die Gewerbesteuerklasse, welche von der Gewerbesteuer befreit ist 299 Mk. b) für die 4. Gewerbesteuerklasse 499„ c) 3.»•«•«•• 6�0• d)., 2...•«>•■• 809, e)„„ 1.„ 1090« Bei bloßem Wechsel der Konzession soll die Hälfte der vorstehenden Sätze erhoben werden. Ueber diese Vorlage entspinnt sich eine 1l-h stündige Debatte, bei welcher sich die Mehrzahl der Redner gegen die Steuer ausspricht. Den Standpunkt der sozialdemo- kratischen Fraktion präzisierte der Genosse Pieck dahin, daß die Steuer eine ungerechte sei. Er verweist darauf, daß man vor der ReichStagSwahl nicht genug in Mittelstandsretterei machen konnte. Diese Vorlage sei aber nicht dazu angetan, den Mittel- stand zu n...n, sondern denselben noch mehr zu ruinieren. Wenn man durchaus neue Steuern haben wolle, so verweise er auf die Wertzuwachsstcuer, die sicher mehr einbringen werde als die 16 999 Mark, welche die Schankkonzessionssteuer bringen soll. Da scheine der Magistrat aber nicht recht heran zu wollen. Die Vorlage wird schließlich an die Kommission zurückverwiesen.— Eine hübsche Auseinandersetzung zwischen dem Genossen Stadtv. Pieck und dem Stadtverordneten und Vorsitzenden des neuen Wahlvereins. L ü d i ck e, zeitigte die Borlage betreffend Anstellung von Assistenz. ärztcn im Krankcnhause. Die Bezahlung derselben i69 Mark monatlich nebst freier Station) war bisher so gering, daß sich für die dritte Assistenzarztstelle bisher kein Bewerber fand. Schließlich nahm sich der Aerzteverband in Leipzig der Sache an und hierauf hat sich der Magistrat und die Krankenhausdeputation dann vcr- anlaßt gesehen, für die Assistenzärzte folgende Skala festzusetzen: Anfangsgehalt 1299 Mark jährlich, steigend nach 1 Jahr um 390 M. und nach weiteren 2 Jahren wieder um 399 Mark bis zum Höchstgehalt von 1899 Mark neben freier Station. Außerdem fml städtischerseits die Unfallversicherung der Aerzte übernommen werden. Die Krankenhausdeputation hatte in den Bedingungen nach dem Verlangen des Aerzteverbandcs einen vicrwöchentlichen Urlaub aufgenommen, diesen hat der Magistrat in den Bedingungen aber gestrichen. Urlaub soll den Aerztcn gewährt werden, aber der Magistrat müsse sich borbehalten, die Zeit des Urlaubs festzu- setzen. Genosse Pieck bezeichnet die vorgeschlagenen Gehälter als viel zu niedrig. Die Anzahl von drei Assistenzärzten sei angesichts der großen Krankenzahl zu gering. Er beantrage deren fünf an- zustellen. Auch die Bezahlung des Wärterpersonals sei zu gering. Mit 38 Mark monatlich und freier Station könne keiner eine Familie ernähren. Mit einem solchen Lohn bekäme man nur minderwertiges Personal. Als man in voriger Sitzung die Polizei vermehrte, habe niemand etwas dagegen gesprochen. Hier aber, wo es gewissermaßen eine Kulturaufgabe zu lösen gibt, ist keiner der Herren dafür zu haben. Der Stadtv. L ü d i ck e erwidert auf die sachgemäßen Ausführungen des Genossen Pieck, daß der Magistrat ein besserer Arbeitgeber sei wie die sozialdemokratischen Krankenkassenvorstände in Leijzzig und die„Vorwärts'-Redaktton gegenüber ihren Redakteuren. Alles, was Herr Pieck sagt, sei Phrase. In gerechter Entrüstung verbtttet sich Genosse Pieck eine solche Beleidigung und äußert sich, als der Vorsteher ihm erklärt, er sähe in dem Ausdruck Phrase keine Beleidigung:„Für einen olchcn Vorsteher danke ich dann bestens." Von der sozialdemo- ratischen Fraktion war leider niemand weiter anwesend als der Genosse Pieck. Der Antrag Pieck, fünf Aerzte anzustellen, wurde abgelehnt und die Magistratsvorlage angenommen.— Für die Anfertigung eines neuen Betriebsplanes für die Stadtforst werden 2299 Mark bewilligt. Ob dieser Betriebsplan jemals Verwendung finden wird, ist noch fraglich, da schon wieder zwei neue Angebote um Ankauf von Waldterrain vorliegen, die noch etwas günstiger sind als das letzte. So vielem Liebeswerben um unseren schönen Wald werden die Stadtväter nicht widerstehen können.— Der KrankenhauSetat für 1S96 ist beim Titel Beköstigung der Kranken. des Anstaltspersonals und der Assistenzärzte um ein bedeutendes überschritten. Es werden 12 999 Mark nachgefordert. Seitens des Referenten Stadtv. Matthias wird dies darauf zurückgeführt, daß die jetzige leitende Schwester zu unrationell wirtschaftet. So hat dieselbe u. a. im März 2999 Mark mehr für Belag(Schinken, Wurst usw.) als die vorige Leiterin im März des vergangenen Jahres gebraucht. ES werde deshalb zu prüfen sein, ob man nicht lieber einen Inspektor einstelle. Genosse Pieck hat gegen die Einstellung eines Inspektors nichts einzuwenden, nimmt aber die jetzige leitende Schwester gegen den Vorwurf in Schutz, daß dieselbe den Kranken zu viel Belag gegeben. Dafür müsse man ihr An- erkennung aussprechen. Denn an den Kranken dürfe nichts ge- spart werden, die müssen das Beste haben. Die Ausführungen des Genossen Pieck veranlassten den Stadtv. Schob, Verleger des Spandauer„Tageblattes", zu der Aeutzerung, daß Herr Pieck sich immer aufspiele, als träte er allein für die armen Kranken ein. Die bürgerlichen Stadtverordneten tun dies auch. Sehr treffend erwiderte unser Genosse: Wenn Herr Schob für die Kranken eintreten wolle, möge er dicS tun und würde er ihm gern den Vorrang lassen. Bis jetzt habe er aber noch nichts davon ver- nommen. Die Vorlage wird genehmigt.— Die Vorlage betreffend Festsetzung des Gehalts für die wieder zu besetzende Stelle des verstorbenen Wasserwerks-Direktors ruft auch eine längere Debatte hervor und wird dieselbe schließlich an die Kommission zurück- verwiesen. Miersdorf. Merkwürdige Begriffe von der Ehre des Arbeiters scheinen bei dem hiesigen Gemeindevorsteher vorzuherrschen. Als vor einigen Tagen die Leiche des beim Bahnbau verunglückten Arbeiters Melz aus Deutsch-Krone zur Beerdigung freigegeben war, suchte sich der Gemeindevorsteher der Pflicht der Bestattung eineS Ortsfremden dadurch zu entledigen, daß er für den in Ausübung seines Berufes verunglückten M. eine Grube in der sogenannten.Selbstmörderecke" des Friedhofes auswerfen ließ. Im übrigen sollte die Beerdigung so zeitig stattfinden. daß eS den benachrichttgten Eltern des Verunglückten unmöglich gewesen wäre, ihr beizuwohnen. Erst durch energischen Einspruch Dritter und gerechter Em- pörung mehrerer Einwohner gelang eS. dem Verunglückten wenigstens eme ehrliche letzte Ruhestätte zu sichern. Hoffentlich nimmt unser Vertreter im Gemeinderat Beranlaffung, dem Gemeinde-- Vorsteher einmal klar zu machen, daß ein in Ausübung seines Be- rufe» Verunglückter, selbst wenn er nur ein westpreußischer Bahn- arbeiter ist. im Tode ebenso behandelt zu werden verdient, wie jeder Ortsangehörige._ Kunft Die Ist. Ausstellung der Sezession wurde am Sonnabend- vormittag eröffnet. Wie auch die Vorrede zum Katalog hervorhebt, betrachtet eS die Leitung der Sezession, da nun mit Hülfe der aus- ländischen modernen Kunst der Impressionismus zum Siege geführt sei. als ihre Aufgabe, dem Nachwuchs Wege zu bereiten, da die Revoluttonäre von gestern die Klassiker von heute seien. Infolge- deffen gälte es. sich mm auf die deutsche Kunst zu beschränken. Da das Ausland fehlt, macht die Ausstellung im gesamten einen ruhigen Eindruck. Es fehlt das Verblüffende. Selbst Coriiith wirkt zahm. So fehlt es eigentlich an dem Neuen, Interessanten. Man merkt, daß das Ausland sonst entscheidend an dem imponierenden Eindruck mitwirkte. Die alten Mitglieder strengen sich nicht an, ihren Ruf von neuem zu festigen und neuen Ruhm dem schon gewonnenen hinzuzufügen. Slevogt zum Beispiel ist nicht besonders vertreten. Gaul fehlt ganz. Und die Jungen betreten meist so auffällig die ausgetretenen Bahnen eines schon allzu sehr zum Programm gewordenen Impressionismus, daß man ihnen nicht viel Reize abgewinnen kann. ES scheint eine allgemeine Stagnation unter den Berliner Malern eingetreten zu sein. Oder—: eS kommen nicht die, die wirtlich Neues suchen, zur Vertretung. Wohingegen man eine ganze Anzahl Bilder sieht, dre nicht die Präteuston erheben dürsten, in der Sezession zu hängen. Wie eS auch nicht angängig erscheint, von den Alten, von Thoma und Oberländer z. B. so philiströse Bilder zu bringen. wo namentlich Thoma soviel Frisches gemalt hat. daS vieles in der Sezession in den Schatten stellen dürfte. Das steht zurechtgemacht aus. Man muß das sagen, gerade weil man die Sezession ehrt, wenn man strengen Maßstab anlegt. Die deutsche Kunst ist diel reicher, als sie hier erscheint. Man denke an Münchener, an rheinische Ausstellungen— wie viel Eigenart, welche Fülle dort! Eine gewisse Verlegenheit scheint bemerkbar. Weshalb läßt fich die Sezession die Gelegenheit entgehen, den raumkünstlerischen Bestrebungen Unterkunft zu gewähren? So fehlt ein wichtiger Bestandteil der neuen deutschen Kunst. Es fehlt auch ganz eme graphische Abteilung, die die vielen Fortschritte der modernen Graphik zeigen könnte. Was den Vorzug der Sezession ausmacht, da» ist die geringe Anzahl der Werke. Man kann aber auS diesem negativen, äußerlichen Umstand nicht ein Verdienst machen. DaS Kabinett Liebermann wird das Hauptinteresse auf sich ziehen. Außerdem haben Gogh, E. R. Weiß, Trübner, Kalckreuth größere Kollektionen. BaluschekS großes Bild «Sonntag auf dem Tempelhofer Feld" hat viel tüchtige Qualitäten. 0. 8. Parteigenossen des Wahlkretses Breslau I(Steinau-Wohlau- Gnhrau). Tienstag. den 8i). d. M. abend» 9 Uhr. bei Preuß, tzolzmirrlt- straße 6b: Arimdmig des Agitationsvcrein«, Für die in der Knabentoufektlon Beschäftigten findet Dienstaa, den 23. April, abend» 8'/, Uhr, eine Versammlung im Lokal von Habercchr, Er. Lranljurterjtr. 39, statt. Vermischtes. Eisenbahnunfälle. Opfer des Manövers. In der vergangenen Nacht fuhr, wie aus Malta berichtet wird, der Torpedobootszerstörer Ariel" während eines Manövers außerhalb des großen Hafens gegen einen Wellenbrecher und sant. Ein Mann der Besatzung ist ertrunken. Vom Ausbruch des Pnyehue. Aus Bariloche( Provinz Rio Negro) wird gemeldet, daß die Stadt infolge des Ausbruchs des Vulkans Puhehue in Chile von so dichten schwarzen Rauchwolken bedeckt ist, daß in den Straßen völlige Finsternis herrscht. Wege und Häuser find dicht mit Asche, Sand und vulkanischem Auswurfsstoffe bedeckt. Die Hamburger Hauptstation für Erdbebenforschung nimmt an, daß der Herd der vorgestern abend durch die Apparate verschiedener Suchen sei. Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Familientag. allabendlich: Husarenfieber. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Käthe. D dito 888. Rothirfth Sonst beträgt, so wird Gewerbesteuer nicht erhoben. Das Gewerbe ist trotzdem Unsere anzumelden. 2. Nein: In der Sache läßt sich nichts mehr machen. K. 7. Wenden Sie sich an das Patentamt. 2. P. 78. Der Anspruch Bentral Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Die Geisha. Abends: auf Schadenersaz würde schwerlich vom Gericht anerkannt werden. Am Stellwert unmittelbar bei dem Bahnhof Worms fuhr Biener Blut.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Der luftige Strieg. Dienstag A.A. K. Eine Bestimmung, daß ein Soldat eine gewisse Zeit nach der gestern vormittag 9 Uhr ein Güterzug auf einen anderen ihm bis Donnerstag: Wiener Blut. Freitag: Der luftige Strieg. Sonnabend Entlassung Schonzeit gegenüber der Steuerbehörde hat, besteht nicht. Auf die bis Montag: Geschlossen. Tatsache, daß er wenig oder nichts verdient, kann Rücksicht genommen werden. borauffahrenden Zug, wodurch die Lokomotive und 8 beladene Lorking Theater. Sonntag: Die luftigen Weiber von Windsor. R. 11. 1. Als Steuerjahr tommt das Kalenderjahr 1906 in Betracht. Wagen aus dem Gleis geworfen und schwer beschädigt wurden. Montag: Das Glöckchen des Eremiten. Dienstag: Der Freischüß. Mittwoch: 2. 200 M. 3. und 5. Ja. 4. Nein. Eine ausführliche Darlegung deffen, Wie aus Smolenst gemeldet wird, entgleisten gestern Fidelio. Donnerstag: Opernaufführung des Sternschen Konservatoriums. was bei der Steuerveranlagung in Abzug gebracht werden kann, ist von zwischen den Stationen Sowkins und Dobromino der Njasan- Ural- Anfang 7, Uhr.) Freitag: Fra Diavolo. Sonnabend: Fidelio. Sonntag: uns wiederholt, ausführlich am 28. März, dargelegt. G. F. 93. Nein, Sie können aber größer werden, wenn Bestandteile, aus denen sie bestehen, Bahn von einem gemischten Zuge die Lokomotive und zwei Bassagier- Der Mitado. Montag: Der Barbier von Sevilla. R. G. 30. 1. Wenn angenommen wird, daß Sie im wagen. Hierbei tamen fünf Personen ums Leben, sechs Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends dazu kommen. und Montag und Dienstag: Neugierige Frauen. Mittwoch: Der Barbier guten Glauben oder aus Versehen gehandelt haben, so erfolgt Freisprechung. trugen Verlegungen davon. bon Sevilla. Donnerstag: Neugierige Frauen. Freitag: Don Juan. Sonst ist die Minimalstrafe, wenn Diebstahl angenommen wird, ein Tag, A. 112. Ja, Sonnabend: Neugierige Frauen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bettel- wenn Unterschlagung angenommen wird, 3 M. 2. Nein. auf seinen Antrag ist er aber zu befreien. G. 10. 1. Je zwei Jahre student. Abends: Rigoletto. Montag: Unbestimmt. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bunbury. Abends hindurch mindestens 20 M. 2. Ja. 3. Nein. J. F. 4. Ist nichts vers und Montag:' 3 Statherl. Dienstag bis Donnerstag: Das Rududsei. einbart, so ist ein gegen Monatsmiete vermietetes möbliertes Zimmer Freitag:' Ratherl. Sonnabend und Sonntag: Heimkehr. Montag: bis am 15. zum 1.( nicht umgekehrt am 1. zum 15.) zu fündigen. Unbestimmt. Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Liebesschaukel. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Allabendlich: Fräulein Josette meine Frau. Nächsten Sonntagnachmittag Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia_66-70 pr. 100 ẞfb., 3 Uhr: Der Hausfreund. IIa 60-65, IIIa 56-59, Bullenfleisch Ia 64-68, IIa 54-62, Stühe, fett aus dem Bolle, Abends und Montag: Eine offizielle Frau. Dienstag: 00-00. Stalbfleisch, Doppelländer 105-130, Mastkälber la 92-98, Ha Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Marianne, ein Weib 52-58, do. mager 42-50, Fresser 50-62, Bullen, dän. 60-62, do. holl. Lumpacivagabundus. Mittwoch: Flachsmann als Erzieher. Donnerstag: 82-90, IIIa 00-00, Stalber ger. gen. 58-72, bo. holl. 55-62, dän. 57–64. Eine offizielle Frau. Freitag: Lenore. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Max Hammelfleisch Maftlämmer 71-74, Ia 66-70, IIa 62-65, Schafe 55-60. und Morig. Abends und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine offizielle Frau. Schweinefleisch 45-51. Rehwild, plomb. per Pfs. 0,00. abends: Der Trompeter von Sättingen. Montag: Freie Liebe. 0,00. Rothirsch, Abschuß 0,00. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,49. Hühner, alte, per Bernhard Rose Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sherlock Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stüd 0,70-1,00. Holmes. Stationen verzeichneten Fernbeben an der Weſtfüste Sumatras zu Sangen. Montag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend, den 27., und Sonntag, 1,00-1,90 Tauben 0,50-0,70, italieniſche 0,00. Enten per Stüd 2,50-3,75, Abends, Dienstag und Donnerstag: Der Trompeter von Stud 1,80-2,80, bo. IIa 0,00-0,00, bo. junge 0,80-1,20. Wolgahühner den 28. April: Die Geier- Wally.( Anfang 8 Uhr.) per Stüd 2,75-3,00, Sonntagnachmittag dito Eis. per Stüd 3,50 Hamburger bis 5,00, 3 Uhr: Der Trompeter von Sättingen. Gänse, Hamburger per Pfund 1,20-1,30, dito Eis 0,55. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Hechte per 100 Pfund 73-91, flein 96-97, groß 40-64. Bander mittel 0,00, Allabendlich: Haben Sie nichts zu berzollen? Nächsten Sonntagnachmittag unsortiert 0,00, do. matt 0,00. Schleie 103-113, boll. IIa 73, mittel 0,00. Aale, groß 114-122, flein 0,00, mittel 106-108, unsortiert 0,00. Königl. Opernhaus. Sonntag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Montag: 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. Starpfen 25er 0,00, Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Metropol- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Plöken, Klein 32, do. 43-55, do. matt 44-45. Bleie 36-40. Aland 0,00. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: do. 100er 49, do. 30er 61-67. Mittwoch: Götterdämmerung.( Anfang 6%, Uhr.) Donnerstag: Das war abends: Der Teufel lacht dazu. Bunte Fische 35-70, Barje 74-76, do. matt 54. Karauschen 77. Bleiich. Bajazzi. Freitag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Carmen. Auf ins Metropol. Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine luftige Doppels fiiche 0,00. els 60. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Montag: ehe. Allabendlich: o die Liebe hinfällt. Nächsten Sonntagnachmittag per 100 fb. 110-130, bo. Ia neuer 90-100, bo. IIIa neuer 75. Fidelio. Seelachs 15-25. Sprotten, Kieler, Wall 1,00-1,50, Danziger, Siste 0,50-0,70. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: 32 Uhr: Charleys Tante. do. mittel per Stifte 2-3, Hamb. Apollo Theater. Ali ben Mocca. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, Was Ihr wollt. Dienstag: Julius Cäsar. Mittwoch: Die Welt, in der Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bücklinge, per Wall Nieler 3-3,75, man fich langweilt. Donnerstag: Die Rabensteinerin. Freitag: Julius Allabendlich: Der Triumph des Weibes. Nächsten Sonntagnachmittag Stiege 4-5, halbe Stiste 2,00. Spezialitäten. Stralsunder 3-3,75. Aale, groß per Pfd. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,10, Cajar. Sonnabend: Die Rabensteinerin. Sonntag: Kulius Cäsar. Montag: 32 Uhr: Ali ben Mocca. Deutsch- Amerikanisches. Die Rabensteinerin. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und flein 0,60-0,80. Heringe p.Schod 5-9. Schellfische Stifte 3,00-4,00, do.%, Stifte Neues fönigl. Opern Theater. Bon Sonntag bis Freitag: Bimmermann. Allabendlich: Mamzelle Nitouche. Nächsten Sonntagnach- 2-3. Stabliau, geräuch. p. 100 Pfd. 20. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 93, 1905er 80-85, 1906er 75. Schottische Bollheringe Geschlossen. Sonnabend, 27.: 1001 Nacht. Sonntagnachmittag 3 Uhr: mittag 3 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Die Fledermaus. Abends und Montag, 29. April: 1001 Nacht. Palast Theater. Spezialitäten. 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Sardinen, ruff., Faß Schiller Theater O. Walhalla- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bogel im Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Spezialitäten. Heringe, neue Matjes, per 2, Zo. 60-120. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Käfig. Abends: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Traumulus. Sonst allabendlich: Die goldene Eva. Spezialitäten. Nächsten Sonntag 1,50-1,60. Schocfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Eier, Lands, per Schod 2,75-3,10. Butter Dienstag: Im bunten Rod. Mittwoch: Narrenglanz. Donnerstag nachmittag 3, Uhr: Spezialitäten. Reichshallen Theater. per 100 ẞfd. Ia 106-108, IIa 103-105, IIIa 98-102, abfallende 90-95. Sonnabend: Heimat. Sonntagnachmittag Stettiner Sänger. und Freitag: Traumulus. Saure Gurken Schock 4,50, Pfeffergurten 4,50. Kartoffeln 3 Uhr: Der Bogel im Käfig. Abends: Heimat. Montag: Narrenglanz. Passage Theater. Mal was anderes. Spezialitäten. per 100 Pfund magnum bonum 2,75-3,00, Dabersche 2,75-3,00, Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wintergarten. Allabendlich: Cleo de Mérode. Spezialitäten. Rosen 0,00, weiße 2,25-2,50, Salatfartoffeln 0,00. Spinat Wilhelm Tell. Abends: Traumulus. Montag: Moloch. Der zerbrochene Karl Haverland- Theater. Spezialitäten. Kajino Theater. Strug. Dienstag: Narrenglanz. Mittwoch: Moloch. Der zerbrochene Strug. per 100 Pfund 15-25. Starotten per 100 Pfund 20-25. Donnerstag: Heimat. Freitag: Moloch. Der zerbrochene Krug. Sonnabendhiesige, per Schod 4,00-10,00, bo. pommeriche 12,00-15,00. 8wiebeln große, per 100 Bfund 4,00-5,00, do. fleine 3,50-4,00. do. hiesige( Perl-) nachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Traumulus, Sonntagnachmittag Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld, Abends: Flachsmann als Erzieher. 0,00. Charlotten 0,00. Beterfilie, grün, Schodbund 1,00-1,50. Stohlrabi Montag: Moloch. Der zerbrochene Krug. per Schod 0,00. Rettig, bahr. per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Pfund 3,50-4,00. Teltower Rüben per 100 pfd. 8-10. Weiße Rüben, große 0,00, fleine 0,00. Rote Rüben 0,00-0,00. Blumenkohl ital. Kohlrüben per Schod 2,00-2,50. Wirsingtohl per Storb 1,80-4,00. Pfd. 0,00-0,00. Rotkohl per 100 fb. 0,00-0,00. Beißkohl per 100 0,00 0,00 Rosenkohl per 100 Bfd.| 0,00. Spruttohl per 100 Pfund 10-12. Rhabarber 100 Bund 4,00-6,00. Birnen, per 100 Pfd. tefige 15-18, böhm. 0,00, ital. 25-32. Alepfel, per 100 Bfd., hiesige 5-25, Tiroler, Stifte 0,00, Calville, Stifte 80-110, Amerikanische in Fäff. 15,00-30,00, Stal., Stifte Ia 12,00-20,00, ertra 18,00 bis 26,00. Zitronen, Messina, 300 Stüd 7,50-10,00, 360 Stüd 8,00-10,00, 200 Stüd 8,00-15,00. Apfelfinen, Jaffa, per Rifte 0,00, Murcia 200 er Stifte 6-9, bo. 300 er 7-10, Balencia 420 er stifte 13-24,00, do. 714 er 15-23,50, Messina, 100er 4,00-6, 150er 4,75-6, 160 er 8-13,00, 200er 7,50-12, 300er 8-13, Blut 100er 5-7,50, bo. 150 er 6-8,00, 80 er 6,00-8,00. Ital. in Körben per 100 pfb. 0,00. Mandarinen, Kisté 0,00, do. 100er, Stifte 0,00. Witterungsübersicht vom 20. April 1907, morgens 8 Uhr. = Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Helden. Abends: Am grünen Weg. Montag: Unsere Käthe. Dienstag: Am grünen Weg. Mittwoch: Unsere Käthe. Donnerstag: Unbestimmt. Am grünen Weg. Freitag: Unsere Käthe. Sonnabend: Am grünen Beg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Helden. Abends: Am grünen Beg. Montag: Neues Schauspielhaus. Sonntag: Alt- Heidelberg. Montag: Herthas Hochzeit. Dienstag und Mittwoch: Alt- Heidelberg.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Weh' dem, der lügt. Freitag: Alt- Heidelberg.( Anf. 7 Uhr.) Sonnabend: Herthas Hochzeit. Sonntag: Alt- Heidelberg.( Anf. 7 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die bersunkene Glode. Abends und Montag bis Freitag: Die Stüßen der Gesellschaft. Sonnabend: Florian Geyer. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Florian Geyer. Montag: Die Stüzen der Gesellschaft. Deutsches Theater. Sonntag: Der Gott der Rache. Montag: Der Revisor. Dienstag: Der Gott der Rache. Mittwoch: Der Revisor. Donnerstag: Robert und Bertram. Freitag: Der Gott der Rache. Sonnabend: Das Wintermärchen. Sonntag: Der Revisor. Montag: Der Kaufmann von Benedig. H D Sonntagnachmittag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Sonst allabendlich: Nick Carter. Nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Singvögelchen. Der Hahn im Korbe. Folies Caprice. Allabendlich: Eine Nacht in der Apotheke. Im Inspektionszimmer. Gebr. Herrnfeld Theater. Jeden Abend: Ein verrüdtes Hotel. Prater- Theater. Ein toller Einfall. Urania- Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag, Montag, Dienstag, den 27. April: und Sonnabend, Durch ber Donnerstag, Freitag Dänemark und Südschweden. Mittwoch und Sonntag, den 28. April: Die Feuergewalten der Erde.( Unjang 8 Uhr.), Sonnabend, den 27. April, nachmittags 4 Uhr: Am Golf von Neapel. Sonntag, den 28. April, mittags 12 Uhr: Am Golf von Neapel. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrich ft r. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 9. 100. 1. Ja. 2. Der Antrag ist an die Versicherungsanstalt zu richten. Rache. Unmöglich ist das nicht, daß das Vorhandensein einer Beleidigung angenommen wird. G. 2. 15. 1. Das Jahr 1906. Kammerspiele des Deutschen Theaters. Sonnabend, Montag, 2. Die vorgesezte Behörde kann das unter Umständen annehmen. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, den 27. April, und Montag, den 29. April: Frühlings Erwachen. Sonntag, Mittwoch, Freitag und Sonntag, den 28. April: Aglavaine und Selysette.( Anfang 8 Uhr) Neues Theater. Sonntag: Der Dieb. Montag bis Montag: Der Dieb.( Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Allabendlich: Die lustige Witwe. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischüz. Freitagnachmittag 3 Uhr: Dramatische Aufführung. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Der Freischüß. Sonntag, 28., nachmittags 3 Uhr: Undine. Berliner Theater. Sonntag und Montag: Der Hund von Basker ville. Dienstag: Sherlock Holmes. Mittwoch: Der Richter von Balamea. Donnerstag: Der Hund von Baskerville. Freitag bis Sonntag: Die Sittennote. Montag: Der Nichter von Balamea. Von der Reise zurück. Dr. MERZBACH Arzt f. Haut- u. Harnleiden. Berlin N. 4, Chausseestr. 42. Zahn- Klinik. Preise* beliebige Teil. zahlung. 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Zirka 10 Personen teilen sich 144 171 M. Tantiemen und die Aktionäre erhalten 1 290 000 M. oder pro Aktie, auf welche 600 M. eingezahlt sind, 430 M.— 71% Proz. Hunderte Millionen Mark könnten der Bevölkerung erspart werden, wenn Staat und Kommunen das Versicherungswesen der kapitalistischen Profitmachcrei entzögen. Aber die Vcrsicherungsschmarotzerpflanze mutz gedeihen; es gibt zu viele hohe und höhere Herrschaften, denen sie das schönste Gewächs ist, weil es goldne Früchte trägt, die man mühelos erntet. Erfolgreiche Tätigkeit. Datz man Gründer, Präsident des Abgeordnetenhauses oder Generalsekretär der nationalliberalen Partei sein kann und gleich- zeitig auch erfolgreicher Konkursgeburtshelfcr, das beweist der Kon- kurs der Dr. Kramerlicht-Gesellschaft, der vielleicht noch viel von sich reden machen wird. Die Gesellschaft ist am 14. Februar mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1905 mit einem Grundkapital von 1 100 000 M. gegründet, eingeteilt in 1100 Anteile a 1000 M. Gründer waren der Geh. Justizrat und Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Dr. Krause und der Generalsekretär der nationalliberalen Partei Brcithaupt. Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde der Geh. Justiz- rat Dr. Krause, ein Jahr später trat Wirkt. Geh. KriegSrat Dr. jur. Seidenspinner an seine Stelle in die Gesellschaft ein. Schon sechs Wochen nach der Gründung soll das ganze Aktivum verschwunden Und eine Unterbilanz von 33 000 M. vorhanden gewesen sein, die sich bis Ende des Jahres 1905 auf 126 000 M. erhöhte. Nun übernahm die Leitung der Gesellschaft ein früherer Zahn» arzt, der die zerfahrenen Verhältnisse sanieren sollte. Auch er hatte keine Erfolge zu verzeichnen� denn es wurden nochmals etwa 250 000 M, in das Unternehmen hineingesteckt. Den Konkurs meldete die Gesellschaft nicht an. Es wurde lustig drauf los gewirtschaftet. Man nahm neue Kapitalien gegen Verpfänden von Wertobjekten auf und bei Ausspruch des Konkurse? mutzte dann eine Unterbilanz von 400 000 M. festgestellt werden. Die Handelsbücher der Gesellschaft gewähren keine klare Uebersicht über ihre Vermögenslage. Die Gläubiger werden wenig oder nichts bekommen. 1% Millionen Mark sind in zwei Jahren verpulvert worden. Ein Trost ist, datz die Gründer sich früh genug aus dem Staube gemacht haben und nun zu denen gehören, die die Leidtragenden— bedauern können._ Deutschlands Brauerei-Industrie. Während die Zahl der einzelnen Brauereien immer mehr abnimmt, da die Kleinen von den Großen verschlungen werden, nimmt die Zahl der Biernieder- lagen stetig zu. Sie ist von 906 im Jahre 1902 auf 11S1 im Jahre 1904 gestiegen, die Zahl der im Betrieb beschäftigten Leute stieg in demselben Zeitraum von 106 458 auf 109 597. Deutschland stellt fast ein Drittel der Wcltproduktion an Bier her, die aus 245 Mil- lionen Hektoliter geschätzt wird. 1904 wurden in Deutschland 70 Millionen Hektoliter Bier produziert im Werte von 910 Mil- lionen Mark. Zum Vergleich sei die deutsche Steinkohlcnförderung herangezogen, deren Wert 1000 Millionen Mark beträgt. Die Brauunternehmer jammern über die erhöhten Lohnforderungen ihrer Arbeiter, obschon statistisch nachgewiesen ist, datz die Löhne nicht gestiegen sind. In Süddeutschland war der Durchschnittslohn des Arbeiters im Jahre 1901 um 66 M. höher als 1904; in Nord- deutschland betrug im Jahre 1904 der durchschnittliche Jahreslohn des Arbeiters 1203 M., in Süddeutschland nur 973 M. Auch die Lohnzunahme geht in Süddeutschland langsamer vor sich, als in Norddeutschland; von 1892— 1904 stieg hier der Lohn des Brauerei- orbeiterS pro Kopf um 203 M., dort nur um 76 M. Die Brauerei- besitzer könnten leicht eine Erhöhung der Löhne zugestehen, da sie verhältnismäßig wenige Arbeiter halten müssen und da die Maschine gerade in diesem Gewerbezweig die Verwendung der menschlichen Arbeitskraft sehr vermindert hat. Lohlensyudikat und Outsider. Die„K. Ztg." bringt eine "---- Mundil sammenstellung über die Leistungen der SyndikatSzechcn und der Autzcnsteher im Ruhrbcckcn. Da daS Syndikat keine Förderziffern sondern nur Absatzziffern angibt, sind letztere aus den beiden letzten Jahren gegenübergestellt. Es betrug: 1905 1906 Zunahme Tonnen Tonnen Proz.» Rechnungsmäßiger Kohlenabsatz des Syndikats..... 55 638 943 64 969 543 16,7 Förderung der fiskalischen Bergwerke: Vcr. Gladbeck...... 663 809 801 471 Ibbenbüren....... 201 834 207 825 Waltrop........ 100 5 000 BergmannSglück......_ 996_ 503 Zusammen 866 738 1 014799 17,0 Förderung anderer Nicht-ShndikatSzechen:' 24—26 fl., zweite 20—23 fl.. Leiden 23—27 fl.. Alkmar 28—29 fl. Bodegraven, erste Sorte 27— 28,50 fl., zweite Sorte 24— 26 fl., große Brote 29 fl., Derbykäse 27— 29 fl., Edamerkäse 27 fl. Purmc- rend, kleine Delikatetzkäse, erste Sorte 29,50 fl., zweite 26 fl. Woerden, erste Sorte 29 fl., zweite Sorte 23— 26 fl. Das Krautgeschäft ist ruhig. Die Preise halten sich auf gleicher Höhe. Im Großhandel waren die Preise: Rübenkraut 11— 12 M., Äepfelkraut (rheinisches, garantiert aus süßen Acpfeln hergestellt) 38— 42 M., gute Mittelsortcn 30, 33— 35 M., Obstkraut, teils mit Sirup ein- gekocht 23, 25— 28 M. Alle Preise verstehen sich für 50 Kilogramm. Kraut, auch einschließlich der Verpackung, dagegen Käse aus Holland bezogen ohne Spesen und Zollberechnung. Die industrielle Entivickclung Amerikas. Das Zensusamt der Vereinigten Staaten von Amerika hat kürzlich einen Bericht heraus-- gegeben, der für das ganze Land die EntWickelung der industriellen Betriebe von 1900—1905 aufweist. Die wichtigsten Zahlen seien nachstehend wiedergegeben: l aa-r Zu- oder Abnahme von 1900 bis 1905 Zahl der Betriebe...... 216 262-|- 4,2 Proz. Kapital... in Millionen Mark 253 725,3-j- 41,3 Angestellte, Buchhalter usw.... Gehälter... in Millionen Mark Lohnarbeiter........ Gcsamtlöhne in Millionen Mark Männer über 16 Jahre... Frauen über 16 Jahre... Kinder unter 16 Jahren... Materialkosten in Millionen Mark Wert der Produktion in Millionen Mark 519 751 11 495,2 5 470 321 52 230,8 4 244 538 1 065 884 159 899 170 079 -- 42,7 -- 50,9 -- 16,0 -- 29,9 -- 16,8 -- 16,0 — 0,9 + 29,3 296 042,9+ 29,7. Mit Ausnahme der Zahl der beschäftigten Kinder sind also alle Faktoren gewachsen, am meisten der Faktor Gehälter(50 Proz.), während die eigentlichen Löhne trotz der gewerkschaftlichen Errungen- schaften doch nicht in höherer Proportion gestiegen sind als der Ge samtwert der Produltion. 41.7 Prozentual ist die Förderung der NichtsyndikatSzechen stärker gestiegen als die der dem Syndikat angeschlossenen Werke. Die absolute Zunahme bei letzteren ist aber ganz bedeutend größer, nämlich 9 330 600 Tonnen, gegen nur 327 796 Tonnen. B»m Käse- und Krautmarkt. Das Käsegeschäft in der letzten Woche war befriedigend. Die bedeutenden Angebote auf den hol- ländischen Märkten bedingten in Holland einen weiteren Preis- rückgang. In den Kreisen RecS-Cleve und Mörs kostete Vollfett- und Molkereikäse I. 68— 72 M., II. 64— 66 M., geringere Sorte 58 bis 62 M., Edamcrkäsc 60—70 M. Im Kreise Kempen fette Stallkäse 42, 44, 46—50 M. Magerkäse 38—40 M. Auf den hol- ländischen Märkten waren die Preise folgende: Utrecht, erste Sorte, Sozialed* Drückeberger. Am Donnerstag wurde vor dem Gewerbcgericht eine Klage verhandelt, die ein eigentümliches Licht auf die Firma Drucken- müller(EisenkonstruktionSwerkstätte) wirft. Der Kläger, Mon- teur H e u s I e r, klagte gegen den Monteur H e r b st einen Rest- lohn von 297,50 M. ein. Kläger war bei der Firma Druckenmüllcr bei dem Bau der Untergründbahn in Charlottenburg beschäftigt und dem ebenfalls bei derselben Firma beschäftigten Monteur Herbst überwiesen. Sein Stundenlohn betrug 50 Pf. Die Firma hatte versprochen, außer dem Stundenlohn für je 100 Kilogramm verbrauchtes Eisenmaterial eine Extrabezahlung von 75 Pf. bis 1 M. eintreten zu lassen. Auf Grund dieses Versprechens würde dem Kläger die klagend geltend gemachte Summe zugestanden haben. Auf seine bei der Firma Druckenmüller geltend gemachte Forderung erhielt er aber folgendes ablehnende Antwortschreiben: „Wir erhielten Ihr Schreiben vom 3. d. Mts. und teilen Ihnen mit, daß wir unserem Monteur Herbst seinerzeit die Aus führung der gesamten Arbeit übertragen haben und derselbe sich auch mit seinen Leuten auseinander zu setzen hat. Wir be- dauern jedenfalls nochmals, Ihre Ansprüche ablehnen zu müssen. Kläger nahm an, datz der Inhalt des Schreibens der Wahrheit entspreche und klagte nun, da Herbst gutwillig nicht zahlen wollte, gegen Herbst auf Zahlung von 297,50 M. Der Beklagte bestritt, datz er der Arbeitgeber gewesen sei und legte seinerseits eine Be scheinigung der Finna Druckenmüller vor, datz er bei dieser Firma gegen einen Stundenlohn beschäftigt werde, datz die Krankenkassen- und Jnvalidenbeitröge von der Firma gezahlt werden und datz er (Herbst) kein Vermögen besitze, um solche Arbeiten, wie den Bau der Untergrundbahn, ausführen zu können. Ferner machte er geltend, er sei nur Vorarbeiter gewesen, der unter der Leitung von drei Ingenieuren gearbeitet habe. Die Arbeiter, so auch der Kläger, seien ihm von der Firma überwiesen worden. Ueber den Lohn habe er kein Bestimmungsrecht gehabt, sondern nur die Lohn zettel auszufüllen. Die Firma habe dann die Löhne berechnet und den Lohn in Lohndüten übergeben. Die Firma Druckenmüller habe versprochen, für je 100 Kilogramm verbrauchten Eisenmaterials eine Gratifikation von 75 Pf. bis 1 M. an die Arbeiter zu zahlen, wenn der Bau bis zu einem bestimmten Termin fertig sei. Er habe 130 Arbeiter zu beaufsichtigen gehabt und mitarbeiten müssen; eine Kontrolle über das verbrauchte Quantum Eisen habe er nicht gehabt. Die Firma habe den bei ihr noch beschäftigten Arbeikern eine Gratifikation von 300 M. zukommen lassen. Daß Gewerbegericht gelangte zur Abweisung des Klägers, da ja offenbar die Firma Druckenmüller und nicht der Beklagte der eigentliche Arbeitgeber des Klägers war. Hoffentlich strengt nunmehr der Kläger gegen die Firma Druckenmüllcr seine Klage an. Eigen- tümlich mutz die Differenz berühren, in der sich der Inhalt des Schreibens der Firma Druckenmüller an den Kläger mit dem In- halt der der Wahrheit entsprechenden Bescheinigung befindet, welche dem Monteur Herbst von derselben Firma ausgestellt ist. Die Weigerung der Firma Druckenmüller, die versprochene Gratifikation zu zahlen, ist um so unberechtigter, als ja der Zweck ihres Ver- sprechens doch nur darauf gerichtet war, die Arbeiter zu möglichst intensiver Arbeit anzuspornen, weil der Profit der Firma Drucken- müller mit der Schnelligkeit der Fertigstellung des Baues wuchs. Schiebungen. Der Bauunternehmer Scholz kam bei seinem Bau in der Jagow- stratze nicht mit dem Baugelde zurecht. Beteiligte Handwerker und Lieferanten, die materielle Ausfälle befürchten mußten, traten zu- sammen und berieten, waS zu machen sei. Sie kamen zu der lieber- zeugung, datz sich der Bau weiter bringen lretze, wenn„die Bank" Zulagen mache. Der als Holzlieferant beteiligte Herr Lange, auf dessen Namen auch die„Hcmdwerkerhypothek" eingetragen wurde, nahm die Sache in-die Hand. Auf Grund von Verhandlungen kam er zu der Ueberzcugung, datz die Bank zu Zuschüssen bereit sei. Er erbot sich deshalb, aus eigenen Mitteln Vorschüsse zu zcchlen, damit bis zur endgültigen Entschließung der Bank die Arbeit fortgesetzt werden könne. Lange gab dann auch die Vorschüsse, mit anderen Worten: er zahlte«ine Zeitlang die Löhne. Nach einiger Zeit sahen sich aber die Handwerker und Lieferanten ge- zwungen, z-u beischlietzen, den Bau nicht weiter sichren, zu lassen. Herr Rostock, ein Angestellter des Herrn Scholz, ließ eine Anzahl Bcniarbeiter trotzdem weiter arbeilen. Diese erhielten für die Arbeit in der fraglichen Woche keinen Lohn. Auf Zahlung desselben klagten sie nun beim Berliner Gewerbcgericht gegen die Herren Lange und Scholz. Der Bauunternehmer Scholz, in dessen „Besitz" der Bau blieb, will zu der Zeit nicht mehr der Arbeitgeber der Leute gewesen sein, während Herr Lange bestritt, durch die vorübergehende Hergäbe der Löhne ihr Apbeitgeber geworden zu sein.— In der Verhandlung vor der Kammer 3 des Gewerbcgerichts am Mittwoch wurde der obige Tatbestand festgestellt, sowie auch datz Scholz bis zuletzt die VcrsicheniingSmarken geklebt bat.— Das Gericht verurteilte Scholz zur Zahlung der rückständigen Löhne und wies die Klagen aber ab, soweit sie sich gegen Lange richteten. Begründend wurde ausgeführt: Die Kammer sei der Ueberzeugung, datz Scholz noch der Arbeitgeber der Kläger gewesen sei und den verdienten Lohn zahlen müsse. Lange dagegen könne nur als Geld- geber gelten, der Vorschüsse leistete, als das in schwieriger Situation zusammengetretene Konsortium der Handwerker und Lieferanten den Versuch machte, di- Fovtsührung des Baues zu ermöglichen. Ein Arbeitsverhältnis zwischen Lange und den Klägern sei dadurch nicht zustande gekommen. Uns dünkt, das Gewerbegericht hätte dem Rechtsempfinden entsprochen, wenn es auch Lange als Arbeitgeber verurteilt hätte. Zur Bersicherungspflicht der Lehrlinge. Kost und Logis sind bei Lehrlingen manchmal keine„Naturalbezüge". Der Musikdirektor Apitins in Rotzla hat eine Kapelle, die nur aus Lehrlingen besteht. Am Wohnorte und in der Umgegend spielt er mit den jungen Leuten zum Tanze auf. Unter den Lehrlingen befinden sich eine Anzahl, deren Eltern in anderen Orten wohnen und die deshalb nicht„zu Hause" wohnen und essen können. Sie hat Apitius in Kost und Logis. Weil er sie nicht zur Krankenkasse angemeldet hatte, wurde er aus Grund des Krankenverstcheruiigsgesetzes angeklagt. Die Staatsanwalt« schaft sah die betreffenden Lehrlinge als versichcrungspflichtig an. da Kost und Logis Naturalbezüge seien, die ihre Beschäftigung als eine solche„gegen Gehalt oder Lohn" im Sinne des§ 1 des Krankenversichernngsgcsetzes erscheinen lasse. Das Landgericht Nordhausen als Berufungsinstanz sprach jedoch den Angeklagten frei und führte zur Begründung aus: Die betreffenden Lehrlinge seien deshalb nicht versicherungspflichtig, weil der Angeklagte ihnen durch KostundLogis keine Entschädigung habe gewähren wollen. Erhübe sie, deren Eltern auswärts wohnten, nur deshalb in Kost und Logis genommen, weil eS für sie(und für ihn) von Borteil sei, wenn sie unter steter Anfsicht ständen. Sie hätten auch ein Lehrgeld von lOO M. zahlen müssen, während davon befreit gewesen seien die Lehrlinge, die im Orte bei ihren Eltern wohnten und dort auch Kost er- hielten.— Das Kammergericht verwarf die hiergegen von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision mit der Begründung: Das Landgericht habe die Versichernngspflicht jener Lehrlinge aus tatsächlichen Gründen verneint. Daran könne die Revisionsinstanz nichts ändern. Rechtsirrtümer lasse das Urteil nicht erkennen. Diese bedauerliche, fehlsame Entscheidung des Kammergcrichts zeigt von neuem, wie notwendig es ist, die Entscheidung in Dingen, die die soziale Gesetzgebung betreffen, Gerichten anzuvertrauen, deren Mitglieder wirkliche Kenntnis der sozialen Verhältnisse haben und nicht suchen, das Leben nach Anschaunngen modeln und meistern zu wollen, die auf einer dem Boden der Wirklichkeit entrückten Be- griffswelt fußen. Das Krankenversicherungsgesctz macht alle Personen versicherungspflichtig, die„gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt sind", und hebt im Absatz 4 des Z 1 ausdriick- lich hervor:„Als Lohn oder Gehalt im Sinne dieses Ge- setzes gelten auch Tantiemen und Naturalbezüge". Die kammergerichtliche Entscheidung beruht ans der irrtümlichen formal- rechtlichen Auffassung, Lohn sei mir dann vorhanden, wenn der Wille der Partei dahin ging, für die Arbeit einen Entgelt in bar oder Naturalien zu geben. Diese Ansicht ist eine falsche, weltfremde. Eine Beschäftigung gegen Lohn liegt selbst dann vor, wenn kein Lohn gezahlt wird, vielmehr der Arbeiter fiir die Gelegenheit, durch das Publikum etwas zu verdienen, noch zuzahlt. Deshalb hat das OberverwaltungS- gericht zum Beispiel bei Kellnern, Schlittschnhanschnallern, Droschken- kutschern, die dem Arbeitgeber noch Geld zuzahlen, doch das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses angenommen. Ebenso Gewerbeaerichte und das Marienwerder Oberlandesgericht bei Gardcrobenpächtern eines Saalinhabers und in ähnlichen Fällen. Hält ein„Musikdirektor" eine gar nur aus Lehrlingen bestehende Kapelle, so sind seine Lehrlinge, denen er Kost und Behansung gibt, auch dann versicherungspflichtig, wenn die Eltern für diese Art Lehre noch Geld zuzahlen. Euq der frauenbewegung* Schandlöhne. Die Herren Schlotbarone, die über die Begehrlichkeit der Ar- beiter nicht genug wettern und schimpfen können, sollten es einmal versuchen, mit Schandlöhncn, wie sie bezahlen, ihr Dasein zu fristen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß sie, gezwungen mit solchen Löhnen zu leben, in der denkbar kürzesten Zeit die gott- gewollte Ordnung zum— Teufel wünschen würden. Speziell die schlesischen Bergwerksmagnatcn haben Anrecht auf den traurigen Ruhm, die miserabelsten Löhne zu zahlen. Mit Vorliebe brüsten die Zcntrümler sich ihrer Arbeiterfrcundlichkeit. Sie triefen förmlich davon i Nur in der Theorie selbstverständlich! In der Praxis ist oft weniger als— nichts davon zu spüren. Manche fromme Herren hätten alle Ursache, sich an die Brust zu schlagen und ausrufen: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa!! Natürlich verschmäht man es auch nicht, die Frau auszu— nutzen; die Frau, die nach Aussprüchen der Frommen ins Haus gehört, um dem Manne das Leben zu verschönern. Gewiß, sie verschönert das Leben, aber nicht dem Ehegemahl, sondern dem Unternehmer. der durch ungehemmte Ausnutzung der weiblichen Arbeitskraft in der Lage ist, sich alle Annehmlichkeiten dieses Lebens zu ver- schaffen, das so viele goldene Rosen ins irdische Dasein flechten läßt, während die Arbeiterinnen bei entnervender und aufreibender Schufterei hungernd und darb.end auf den Himmel lauern dürfen. Folgende Zusammenstellung läßt das krasse Elend ahnen, zu welchem Proletarierinnen durch die herrschende fromme Gesell- schaft verdammt sind. Diese Löhne sind eine nette Illustration zu der Schätzerafferei der bibelfesten und glaubenstreuen Schlotbarone. ES wurden an Durchschnittslohn gezahlt: Bergbaubczstck Oberirdisch be- schSftigtemännl. Arbeiter 1902 1905 190S Oberschlesien... Niederschlesien.. bei Aachen... im O.-B.-A. Halle in Siegen... 'einstige rcchtsrhein. linksrheinische.. G S o M. 0,18 0,25 0,61 0,42 0,52 0,49 0,35 Erwachsene= g c, wcibl. Arbeiter«§- 1902 1095 1906 iZ§ M. 1,11 1,47 1,71 1,64 1,31 1,29 1,30 M. 1,13 1,54 1,83 1,70 1,42 1,42 1,41 M. 1,17 1,66 1,96 1,75 1,43 1,37 1,53 M. 0,06 0,09 0,25 0.11 0,12 0,08 0,23 M. M. M. 2,63 2,70 2,81 2.58 2.75 2,83 3,16 3,44 3,67 2,81 3.02 3,23 2:69 2,04 3,21 2,46 2,67 2,95 2,26 2,48 2,61 Die Frauen leisten mit den oberirdisch beschäftigten Männern bielfach die gleichwertige, teilweise auch noch beschwerlichere Arbeit als jene, aber im christlichen Rechtsstaat wird für die Frauenarbeit nur die Hälfte des Männerlohnes bezahlt. Und wie unvorteilhaft ticht das fromme Oberschlesien von den übrigen Bezirken ab. Man könnte fast glauben, daS Zahlen besonders miserabler Löhne sei eine bevorzugte Fähigkeit als Attribut der Frömmigkeit. Und mit welcher„Segenfülle" hat die gute Konjunktur die Arbeiterin über- schüttet! Am Rhein beträgt die Steigerung seit 1902 immerhin noch 23 bis 25 Pf., aber in dem von Kirchenpatronen und sonstigen rommen Würdenträgern, die nebenbei auch noch als Gruben- Magnaten des Volkes Wohl fördern, gesegneten Oberschlesien wer- den die Frauen mit einer Lohnzulage von 6 Pf. vligeipeist. Eine überwältigende Wohlfahrt An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 14. April verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Arthur Vogt Neue Hochftr. 38. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Dantes Kirchhof, Blankeftraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/3 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Hermann Stolzki ( 12. Bezirk) berstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle des Brizer Ge meinde Friedhofes( Chauffee straße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/13 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein für Waidmannslust u. Umgegend. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nachricht, daß der Genosse Johann Jantos am 17. April freiwillig aus dem Leben geschieden ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 22. April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichen halle des Boifigwalder Friedhofes aus statt. Rege Beteiligung erwartet 222/2 Der Vorstand. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und-Arheiterinnen Deutschlands. Bahlstelle Tegel 277. Am 17. April starb unser langjähriger und treuer Kollege, der Stranführer Johann Jantos im Alter von 39 Jahren. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Borsigwalde aus statt. 64/9 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Sollegen treffen sich um 5%, Uhr in Reuters Restaurant, Borfig walde. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Berlin XVI. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Karl Ruhnau am Mittwoch verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 21. April, nachmittags 3, Uhr, von der Leichender Gesangverein Männerchor Schneider Berlins. Todes Anzeige. Am Sonntag, den 14. d. Mts., starb unser Sangesbruder Johannes Barend. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag früh 9 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um pünktliches Erscheinen ersucht 1216 Der Vorstand. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Deutschlands. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Alwin Feitsch am 18. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 21. April, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Lichtenberg, Dorfstr. 113, aus statt. Nege Beteiligung erwartet 125/2 Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse| Orts Krankenkasse Weißensee. für Barbiergewerbe Ordentliche bas zu Berlin. den 10 Uhr, General- Versammlung Dienstag, ber 30. bril 1907, der Vertreter am Montag, den 6. Mai 1907, abends 8 Uhr, im Rest. Prälaten" bet Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57: Ordentliche in Weißensee, Lebberstraße Nr. 122. General- Versammlung = der Delegierten. Tages- Ordnung: 1. Rechnungslegung für das Jahr 1906 durch den Vorstand. 2. Bericht der Rechnungsprüfungsfommission und Dechargeerteilung für den Vorstand und den Rendanten. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes ( ein Arbeitnehmer). 4. Zustimmung zu der zwischen dem Zentralverband der Orts- Krankentaffen im Deutschen Reiche einerseits Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Jahresbericht und Abnahme desselben. 3. Abänderung des§ 52 des Statuts. 4. Rajsenangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 273/11 und dem Verband der Verwaltungs- J. A.: Julius Langner, Borfigender. beneffufo Deutschlands Orts- Krankenkasse beamten der Strankenkassen, genossenschaften usw. andererseits abgeschlossenen Tarifgemeinschaft. für 5. Atbanderung der für die Staffen- Friedenau. beamten bestehenden ordnung auf Grund der Tarifgemeinschaft. 6. Abänderung der§§ 13, Abs. 1, Biffer 3 und 38, Abs. 3 der Kaffen jagung. 7. Berschiedenes. Bemerkung. Eventl. Beschwerden gegen die Geschäftsführung werden in der Generalversammlung nur beantwortet, wenn diese mindestens drei Tage vor derselben im Staffenlofal schriftlich abgegeben werden. Zum Eintritt berechtigt sind nur die mit Legitimationstarte verschenen Bertreter. 556 Weißensee, den 17. April 1907. Der Vorstand Arbeiter- Raucher- Bund der Orts Krankenkasse für Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Eduard Scholz ( aus Klub„ Blauer Dampf") am 19. b. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. d. Mts., nachmittags Uhr, vom Trauerhause, Briezenerstr. 7, aus statt. 2/17 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie zahlreichen Kranz penden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Neffen und Cousins Paul Turetschek sprechen wir allen seinen Freunden und Kollegen unseren herzlichsten Dank aus. 1185 den Gemeindebezirk Weißensee. J. A.: Fuhrmann, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes zu Berlin. Mittwoch, den 24. April cr., abends 82 Uhr, im Gewerkschafts: hause, Engel- Ufer 15, Saal 7: General- Versammlung III. Nachtrag zum Statut der Orts- Krankenkasse für Friedenau 17. Juni 1902 26. Juli 1902 bom Das Statut erhält folgenden Zusatz. § 14 Absatz 4. Unverheiratete Rassenmitglieder, pelche im Strankenhause untergebracht sind und keine Angehörigen- Unterstüßung erhalten, bekommen bei der Entlassung aus dem Strankenhause 12 des wöchentlichen Krankengeldes für jede Woche während der Dauer der Unterbringung im Krankenhause. Die vorstehende Aenderung tritt alsbald nach der Genehmigung in Kraft. 273/14 Vollzogen auf Grund des Beschlusses der Generalversammlung vom heutigen Tage. Friedenau, den 28. Nov. 1906. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse für Friedenau. gez. Herm. Schölzel, Borfißender. gez. Wilh. Stolle, Schriftführer. Genehmigt Potsdam, den 21. März 1907. Der Bezirksausschuß. B. 2957.( 2. S.) gez. Unterschrift. der Bertreter b. Kaffenmitglieder Für Damen und Herren! und der Arbeitgeber. Tages- Ordnung: berichts und Rechnungsabschlusses pro 1. Borlegung des Verwaltungs1906. 2. Bericht der Prüfungsfom mission und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. An trag auf Bewilligung einer Entschädi Berlin, Dresden und Stolpen. gung für die Kaffenmitglieder des Rechnungsausschusses. 4. Wahl zweier Im Namen der Hinterbliebenen Borstandsmitglieder an Stelle des Maurermeisters Herrn Höschen, der fein Amt infolge Sträntlichkeit niederRich. Fritzsche. Orts- Krankenkasse der Bildhauer, Stukkateure Stukkateure u. verw. Gewerbe zu Berlin. Einladung zur ordentlichen legt, und zweitens Herrn Kelpin, der am 1. April in anderweite Beschäfti gung getreten und damit sein Amt 29255* erschiedenes. Berlin, 8. April 1907. Der Vorstand. A. Daehne, Borfigender. E. Simanowski, Schriftführer. Von den an die Delegierten General- Versammlung übersandten Ginladungen zur Volkstümlicher Vortrag mit Lichtbildern Dienstag, den 23. April, abends 8, Uhr, in den Festsälen des 6stens, Frankfurter Allee 151/52 bon Dr. phil. O. Kaplick. Thema: Männerkrankheiten und Frauenleiden, deren Uebertragung und Berlauf, sowie ihre Heilung nach einem bes sonderen Verfahren. Wie schütt man sich vor diesen Krankheiten? Was ist gegen Kinderlosigkeit und Nervenschwäche anzuwenden; wann und wie soll einer Empfängnis vor gebengt werden? am Montag, den 29. April d. J., Generalversammlung sind ein Höchst wichtig zu wissen für Frauen abends 8 Uhr, Annenstraße 16. großer Teil infolge Wohnungs- und Männer, für Kranke u. Gesunde! Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1906. 2. Bericht der Revisoren. 3. Ersagwahl eines Vorstandsmit gliedes( Arbeitnehmer) und eventuell bon zwei Vorstandsmitgliedern.( Ar beitgeber). 4. Beschlußfassung über einen Anstellungsvertrag unserer Be amten gemäß den Düsseldorfer Beveränderung als unbestellbar Nach dem Fragebeantwortung. von der Post zurückgegeben. Die betreffenden Herren, welche folgedessen feine Einladung bes kommen haben, wollen trotzdem erscheinen und genügt bei der Kontrolle irgendwelcher Ausweis über ihre Zugehörigkeit. schlüffen. 5. Geschäftliche Mitteilungen. Achtung, Vereine! Der Vorstand. 273/12 3. A.: Fr. Waldeyer, Borsigender. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. halle bes Emmaus Kirchhofes Prinzenstr. 41, dicht am aus statt. Um rege Beteiligung bittet 253/9 Der Vorstand. Zentralverband der Handels-. Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Leiter gerüstbauer Karl Umbreit 71/15 am 16. April an den Folgen eines Betriebsunfalles gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 21. April, nachmittags 3Uhr von der Leichenhalle des Brizer Kirchhofes, Chauffeestraße 145 in Briz aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bitten Die Verwaltungen I. und II. Für die herzliche Teilnahme und Strangfpendung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Maurers, Johann Peters fage ich Allen, insbesondere dem Zentralverband der Maurer und allen Freunden und Betannten meinen herzlichen Dank. Witwe Caroline Peters 46712] nebst Kindern. Dr. Schünemann 44112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2, 5-7. Sommt, 101 Uhr. Moritzplatz, Anfang August d. J. findet die Er öffnung der neuerbauten Westfäle Naunynstraße 6 statt. Großer Saal zirka 700 Personen faffend mit Bühne. Tunnel, großes Restan rant, 2 Kegelbahnen. werden schon jest entgegengenommen. Bestellungen auf Festlichkeiten usw. 685 Hochachtungsvoll Vortrage: Reparatura Eintritt 30 Pf. Dr. phil. O. Kaplick, Berlin N. 4, Borsigstr. 18, I. ( Sprechz. tägl., a. Sonnt., 9-3.) Fahrräder Special Firma Solide Qualität Billige Preise Belle Alliance Co. Zubehör TH JUST& C Wer- Staff- hat Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Grenadierstraße 37. Lehrplan für das 2. Quartal 1907. Montag: Geschichte( Religionsgeschichte. II. Das spätere Judentum). 1. Die israelitische Religion im Zusammenhang der orientalischen Geschichte. 2. Umbildung der Religion in der baby3. Aehnliche Entwickelung in lonischen Gefangenschaft. anderen orientalischen Religionen. 4. Aeußere Geschichte der jüdischen Gemeinde von 538 v. Chr. bis zur Zerstörung Jerusalems 70 nach Chr. 5. Probleme der jüdischen Frömmig keit in den letzten Jahrhunderten vor dem Christentum. Vortragender: Max Maurenbrecher. Dienstag: Literaturgeschichte( Die revolutionäre Lyrik im Jahrzehnt 1840-1850). 1. Freiligrath, Herwegh, Ludwig Pfau. 2. Die satirische Dichtung der Märzstürme. 3. Der österreichische Parnaß im Revolutionsjahr: Anastasius Grün, Alfred Meißner, Moritz Hart mann, Karl Beck usw. Vortragender: Ernst Kreowski. Mittwoch: Soziale Gesetzgebung( Die ArbeiterversicherungsGesetzgebung. 1. Wesen und Zweck. Sozialpolitischer Charakter. Der Versicherungszwang. 2. Ursprung und Entwickelung. Die Haltung der politischen Parteien. 3. Geltungsbereich, Organisation und Leistungen: a) Krankenversicherungsgesetz. b) Die Unfallversicherungsgesetze. c) Invalidenversicherungsgesetz. 4. Die Beziehungen der verschiedenen Versicherungen zu einander und zu sonstigen Fürsorgegesetzen. 5. Das Verfahren in Rechtsstreitigkeiten. 6. Die Aufwendungen der einzelnen Versicherungen und ihre Verteilung auf die Versicherungsträger. 7. Ansätze zum Ausbau des Versicherungssystems, das Heilverfahren. 8. Ergänzende Privatversicherungskassen, 9. Die Notdas Unterstützungswesen der Gewerkschaften. wendigkeit organischer Zusammenfassung und Fortbildung. Verkümmerungsbestrebungen. 10. Die Aufgaben einer Fortsetzung der Arbeiterversicherung. Mutterschutz-, Hinterbliebenen- und Arbeitslosen-Versicherung. Die Erweiterung des Kreises der Versicherten. 11. Soziale Wirkungen und geschichtliche Bedeutung der Arbeiterversicherung. Versicherung und Sozialismus. Vortragender: Simon Katzenstein: Donnerstag: Rednerschule( Uebungen im Disponieren und freien Halten von Vorträgen). Vortragender: Julian Borchardt. Freitag: Nationalökonomie( Grundzüge der Finanzwissenschaft). 1. Finanzwissenschaft. 2. Finanzwirtschaft. 3. Staatsfinanzwesen. Budget. 4. Staatsausgaben. 5. Staatseinnahmen. Urerbseinkünfte. Abgaben. Gebühren. Steuerwesen. 6. Staatsschuldenwesen. 7. Die Finanzen des Deutschen Reichs und der Bundesstaaten. Vortragender: Max Grunwald. Freitag: Geschichte( Zeiten, tiefer Erniedrigung und Schmach in Deutschland. 1806-1840). 1. Der Zusammenbruch. 2. Die Zeit„ tiefster Erniedrigung und Schmach", 3. Der„ Befreiungs" krieg. 4. Die Heilige Allianz. 5. Die Romantik. 6. Der Ausgang der klassischen Philosophie. 7. Die Anfänge des Kapitalismus. 8. Wirkungen der Julirevolution auf Deutschland. 9. Kommunistische Anfänge. Vortragender: Heinrich Schulz.( Der Unterricht in diesem Geschichtsfach beginnt am Freitag, den 10. Mai, in Steglitz, Ahornstraße 15a, bei Schellhase.) Sonnabend: Naturerkenntnis( Die Grundprobleme der Lebenskunde oder Biologie). 1. Woran erkennen wir Leben? Die vier Haupterscheinungen des Lebens: Bewegung, Ernährung, Fortpflanzung und Reizbarkeit, nachgewiesen an den einfachsten Lebewesen( Protisten). Leben und Tod. Gibt es Unsterblichkeit? 2. Die Zelle als niederste Lebenseinheit. Das Protoplasma als Träger des Lebens. Bau und Tätigkeit der Zelle und des Zellkerns. Selbständigkeit und Abhängigkeit der Zellen. Entstehung der GeDie Individualitätswebe. Der Organismus ein Zellenstaat. stufen im Organismenreich. 3. Wie erhält sich Leben oder das Problem der Fortpflanzung. a) Die ungeschlechtliche Fortpflanzung. b) Die geschlechtliche Fortpflanzung. c) Befruchtung und Vererbung. 4. Die Erscheinungen der Veränderlichkeit( Variabilität) und Anpassung. 5. Wie entstand Leben? a) Der Ursprung des Lebens. b) Die Entwickelung und Abstammung der Lebewesen. Vortragender: M. H. Baege. Montag: Fortschrittskursus in National- Ockonomia Selbständige Ausarbeitungen über die Marxsche Akkumulationstheorie unter Anleitung des Lehrers Vortragender: Julian Borchardt. Der Unterricht in Geschichte beginnt am Montag, den 6. Mai: in Literaturgeschichte Dienstag, den 7. Mai; in Sozialer Gesetzgebung Mittwoch, den 8. Mai; in Redner. schule Donnerstag, den 9. Mai; in Nationalökonomie Freitag, den 10. Mai; in Naturerkenntnis Sonnabend, den 4. Mai; Fortschrittskursus in Nationalökonomie Montag, den 6. Mai. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 20 Teilnehmer zugelassen, welche schon einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 W. Hollbach, Maunguft. Ofertige Anzüge nach Maj 20 pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. 30/ 8* Bad Reinerz Dr. Stern. Kolossale Auswahl Erstklassiges Fabrikat Zigaretten- Zigarren M. Tadelloser Sig, haltbare Futterjachen. 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