Nr. 94. Abonnements- Bedingungen: Connements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 I., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Bellage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Ebonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes meitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müssen bis 51lhe nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amit IV. Nr. 1983. 群 " Kuliffenſpiel. " " Dienstag, den 23. April 1907. " wider den Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. C Die Situation im Baugewerbe. Die Arbeiterschaft steht bor bedeutungsvollen Ereignissen. sich die Politik wiederholen zu sollen, die das Zentrum Je näher aber die christlichen Arbeiter der Erkenntnis im Kartellreichstage trieb. Es legte sich damals vor ihrer Klassenlage kommen, um so mehr lernen sie demokratische die Majorität, um sie an reaktionären Vorschlägen Rechte schätzen und fordern. Auch ihnen gilt heute das Die flerikale Köln. Volksztg." hat unlängst die Forderung zu übertrumpfen, und spielte seine Rolle so geschickt, Koalitionsrecht als ein notwendiges Korrelat zur freien Konin der Tat aus einer Neueinteilung der Reichstagswahlkreise für berechtigt daß es die Nationalliberalen dem furrenz, vor allem zur Vereinigungsfreiheit der Unternehmer erklärt. Davon will ihre Schwester, die Berliner„ Germania" Sattel hob. Nichts könnte nach dem Ausfall der letzten mit ihren Kartellen, Trusts und Syndikaten, die, mögen sie nichts wissen. Sie schlägt eine Zusammenlegung der„ über- Wahlen dem Regierungsblock im ganzen und den National- selbst als wirtschaftliche Verbände entstehen, doch dem Wesen bölferten" Wahlkreise vor, die eine größere Anzahl von Ab- liberalen und Freisinnigen im einzelnen gefährlicher sein als eine der fapitalistischen Gesellschaft entsprechend in Kampfgeordneten als bisher nach dem Verhältnissystem wählen sollen. Wahlrechtsreaktion. Schon zur Zeit des Kartellreichstags war organisationen wider die Arbeiterklasse umschlagen. Der der GrundBon 15 Berliner Mandaten würden nach dem Stimmen die Germania" das Organ, das bei allen reaktionären Kapitalismus trifft jedes Individuum an am seines Daseins, nackten Rechte auf die verhältnis der letzten Reichstagswahlen neun der Sozial- Zentrumsstreichen die Vorhand hatte und ist es bis heute ge- lage demokratie, sechs den bürgerlichen Parteien zufallen. Bochum, blieben. Als das Sprachrohr des reaktionären Flügels im Existenz, er treibt Wucher mit dem Mark der Generationen Dortmund, Essen, Duisburg, Mülheim zusammengelegt sollen Zentrum ist es bekannt. Die Berliner Fachabteiler, ein Ge- pie des einzelnen. Darum muß es den Massen gegeben acht Mandate erhalten, in die sich Zentrum und Sozial- mengsel von Adel und Kaplanschaft, die vom Koalitionsrecht sein, dem bedrohten Existenzrecht Geltung zu verschaffen, das demokratie mit je drei, die Nationalliberalen mit zwei Ab- der Arbeiter nichts wissen wollen und dem Reichstagswahl- fortgesette brutale Attentat auf dasselbe mittels der Gesetzordneten teilen. Aehnlich sollen in Köln Stadt und Land recht nie Geschmack abgewinnen konnten, stehen dem Blatte gebung zurückzuweisen. Und das vermögen sie nur, wenn und Düsseldorf Zentrum und Sozialdemokratie mit je zwei, sehr nahe. Die Germania" ist wiederholt zu reaktio- fie das, worin ihre Stärke ruht, das Gewicht der Zahl, in die Nationalliberalen mit einem Barlamentssig bedacht werden. nären Vorstößen „ demokratischen" Flügel die Wagschale werfen können. In einem Kampf um das In analoger Weise wäre natürlich in Sachsen, Thüringen, in des Zentrums benutzt worden, zumal gegen die Kreise vom Reichstagswahlrecht würde heute auch das Gros der christlich den Seestädten usw. vorzugehen. Arbeiterwohl". Als es sich um das Abschwenken des Zentrums organisierten Arbeiter seinen Mann stehen. Der Kapitalismus, Dieser Vorschlag der Germania" ruft Vorgänge in die in die Kolonial- und Marineherrlichkeit handelte, war sie der der Kohle und Eisen, die Rheinschiffahrt und das große Erinnerung, die einige Zeit zurückliegen. Anfang August 1904 Rufer im Streit. Der Vorstoß, den sie jetzt gegen das Reichs- Netz der elektrischen Kleinbahnen zweier Provinzen in wenig griff der Vorwärts" eine Mitteilung der„ Neuen Bol. Cor- tagswahlrecht unternimmt, ist um so bezeichnender, als just Händen monopolisiert hat, der das westliche Bankkapital und respondenz" auf, wonach Zettelungen gegen das Reichstags- das oppositionelle" Zentrum die Machenschaften wider das durch dies die städtische Grundstückspekulation beherrscht, der wahlrecht im Gange wären, in die das Zentrum verstrict Reichstagswahlrecht wieder aufnimmt, die der Aera des letzten eben im Begriffe steht, mit den Kommunen gemeinsam große sei. Diese Meldung bestätigte der Hamb. Correspondent" Reichstags ihr Gepräge gegeben haben. Ueberraschen fann kommunale Aufgaben zu berwirklichen und so die Finanzdirekt, Post" und" Kreuz- Zeitung" indirekt. Als der in den es freilich nicht, wenn der stärkere reaktionäre Einschlag, mit wirtschaft großer Gemeinweisen in die Abhängigkeit von sich Zettelungen beteiligte Abgeordnete wurde Herr Spahn genannt. dem das Zentrum aus den letzten Wahlen zurückgekehrt ist, zu bringen der Kapitalismus ist im Westen zu weit borDer Plan gehe dahin, das Reichstagswahlrecht bedeutend zu ver- fich Geltung zu schaffen sucht. geschritten, als daß der wirtschaftliche Grundcharakter des schlechtern, das Wahlrecht für Preußen etwas zu verbessern, für Der frühere Abgeordnete Julius Bachem meinte bei einer Wahlrechts nicht auch die christlichen Organisationen zum Preußen und das Reich ein gleiches Wahlrecht zu schaffen, Gelegenheit, zum großen Teil ruhe der Einfluß des Zentrums Schutz desselben in die Bewegung zwingen würde. Darüber das später in allen Bundesstaaten zur Einführung gelangen auf dem Umstande, daß es die industriellen Streise wider die sollten sich die ostelbischen Hintermänner der Germania" solle. Die„ Köln. Volkszeitung" und mit ihr die ,, demokratische" Sozialdemokratie behaupte, teine andere Partei mache dies nicht täuschen! Zentrumspresse gebärdete sich ratlos; trotzdem erfolgte zunächst dem Zentrum nach. Mehr und mehr zeigt sich, daß auch fein Dementi. Erst als die sozialdemokratische Presse ihm das Zentrum sterblich ist, daß es auf die Dauer dem Andarob derb auf den Pelz rückte, bequemte sich Herr Spahn in sturm der Sozialdemokratie nicht standhalten wird, und der der Germania", die Sache in Abrede zu stellen. Um foGermania"-Artikel ist nur eine Bestätigung dieser Tatsache. In größer war das Erstaunen, als einige Monate später Herr demselben Maße mehrten sich die Zentrumstimmen, die sich In diesen Tagen wird die Entscheidung fallen über Strieg und v. Zedlik erklärte, das Spahnsche Dementi sei feines. In wider das Reichstagswahlrecht aussprachen. Die Politik der Frieden im Baugewerbe. Die Forderung der Maurer ist an Wirklichkeit habe sich das Zentrum zu 3u- Harmonie" und der rechten Mittellinie", der halben Be- fich so gerecht, so vernünftig, daß wir darüber kein Wort zu geständnissen in der Wahlrechtsfrage bereit friedigungen und des ganzen Arbeiterverrats, war für das verlieren brauchen. Auch ihre Kriegskasse ist genügend gefüllt, erklärt; es handele sich um die Aufstellung Zentrum nur so lange der Weisheit letzter Schluß, als es um einem längeren Kampf mit Ruhe entgegensehen zu fönnen. fester Wählerlisten und die Vorschrift, daß Arbeitervertreter in größerer Zahl aus seiner Fraktion fernhalten Weiter ist nicht zu verkennen, daß eine Reihe Bauunternehmer die Ausübung des Wahlrechts von einem tonnte. Mit dieser Praxis mußte das Zentrum bei den dem Kampfe sehr gern aus dem Wege gingen. So sehr vielmindestens fechsmonatlichen Aufenthalt am letzten Wahlen brechen, einige der bedrohtesten industriellen leicht auch die Solidarität dem Unternehmertum imponiert: Wahlorte abhängig gemacht werde; die festen Wahlkreise an Arbeiterkandidaten ausliefern. Rücksichten auf wirtschaftliche Kämpfe tosten den beteiligten Unternehmern große Wählerlisten sollten es ermöglichen, Neu- und Ergänzungs- die Reichstagswahlen ließen dann das Zentrum im Ab- Opfer, und man hat auch schon gemerkt, daß die Leidtragenden nur wahlen in kürzester Frist vorzunehmen und der verheßenden geordnetenhause den Antrag auf Einführung des Reichstags- die kleinen Unternehmer sind, daß die Kämpfe mit den Arbeitern Agitation entgegenzutreten. Auch diesmal erfolgte ein Dementi wahlrechts in Preußen einbringen. Der Antrag ist noch nicht dem Großkapital mehr und mehr die Herrschaft im Gewerbe erst geraume Zeit später in der Germania" und wiederum zur Beratung gelangt und das Zentrum wird um seine Be in die Hände spielen. erst nach wiederholten Anzapfungen in der sozialdemokratischen sprechung nicht sonderlich preffiert sein. Die Erwartung wäre Wer die Vorgänge genau berfolgt hat, kann aber nicht Presse. verfehlt, als fönne das Arbeiterelement der Politik des darüber in Zweifel sein, daß ein paar Scharfmacher im BauDaß damals Herr Spahn dementieren würde, war vor Sentrums eine stärkere demokratische Färbung geben. Wohl gewerbe in Verbindung mit den Oberscharfmachern der auszusehen und nicht weiter verwunderlich. Für solch tom- wird es die Widersprüche im Zentrum selber verschärfen, der Metallindustrie auf einen Stampf hindrängen. Die promittierliche Sachen hat die klerikale Diplomatie seit jeher Klassenscheidung im Klerikalismus eine neue Stüße geben, übrigen Bauunternehmer werden dabei gar nicht gefragt. Und das Institut der zuverlässigen Mittelspersonen". Daß jedoch und insofern ist sein Dasein von großem Nußen. Aber gegen man kennt die Stimmung in den Streisen der Bauan der Sache so ganz und gar nichts gewesen sei, ist bei das agrarische Uebergewicht wird es um so weniger vermögen, arbeiter. Absichtlich hat man darauf hingearbeitet, der grundsäglichen Gegnerschaft des Zentrums gegen jedes als der Stimmenzuwachs des Zentrums in den Städten zu- die Empörung der Arbeiter, ihre Kampfesluft zu steigern. In Majoritätsprinzip und der Wahlrechtshezze, die allgemein mal des westlichen Industriegebietes vorwiegend von den berechneter, provokatorischer Absicht wurde zu jenem Zwecke während der Legislaturperiode 1903/1904 unter den bürger- Mittelschichten gestellt wurde. Wenn das Zentrum Drte wie der Beschluß gefaßt, die Arbeiter sollten die Forderung auf lichen Parteien grassierte, nicht recht wahrscheinlich. Schrieb Köln und Düsseldorf behauptete, so verdankt es dies in erster Verkürzung der Arbeitszeit zurückziehen, ehe man überhaupt doch selbst die„ Köln. Volkszeitung" anläßlich des Hamburger Linie dem sog. Mittelstande, den der Haß gegen die Arbeiter in Verhandlungen eintrete. Wahlrechtsraubes, die Kur sei zwar noch nicht" notwendig schaft, gegen das wirtschaftliche Schwergericht der klassen- Diesem Verlangen konnten und durften die Arbeiter nicht gewesen; aber es ist richtig, daß jeder Staat, sobald eine bewußten Arbeiterbewegung nicht nur in den genannten entsprechen. Das wußte man auch ganz genau! Nachdem Sozialdemokratische Voltsvertretungsmehrheit die ganze beiden Städten, sondern allerwärts weit zahlreicher an die man durch die unwürdige Zumutung die Arbeiter genügend Maschinerie zum Stillstand zu bringen droht, rechtzeitig Urne trieb als zuvor. Hierüber kann bei demjenigen tein gereizt hatte, glaubte man in Vorbereitung des Zieles, das Gegenmaßregeln treffen muß. Kein Staat tann sich selbst Zweifel bestehen, der die Stadtverordnetenwahlen im westlichen hinter dem herbeigesehnten Kampfe steckt, einen Schritt weiter verneinen und umstürzen lassen, ohne sich zu wehren. Industriegebiet seit 1903 näher beobachtet hat. Ihr wesent- gehen zu können. In der sicheren Erwartung, daß die Darüber sollen die Sozialdemokraten sich nur ja teinen liches Merkmal war eine absolut und relativ immer stärkere Arbeiter den Schiedsspruch des Vergleichsamtes ablehnen, ließ Täuschungen hingeben" ein Standpunkt, der fast bis aufs Mobilisierung der Mittelschichten wider die Sozialdemokratie. man es zu dem Angebot der Lohnerhöhung von 3 Pf. für Wort sich mit der Haltung der rechtsliberalen ,, Söln. Zeitung" Anregungen, wie die Germania" sie gibt, fönnen uns das erste Jahr und von je 2 Pf. für das zweite und dritte in der gleichen Frage deckte. Vielleicht ist der„ Germania" im Grunde nur recht sein. Jedes Wahlrechtsattentat wird Jahr tommen. Im dritten Jahre würde sich bei 240 ArbeitsArtikel berufen, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Er nach den Wahlen die Arbeiterklasse gerüsteter finden als je tagen die Lohnerhöhung auf 151,20 m. stellen. liegt ganz in der Richtung jener Startellpläne, die zwischen zuvor. Mögen die Reaktionäre im Zentrum sich so auffällig Wir glauben uns nicht zu täuschen in der Annahme, daß Zentrum und Nationalliberalen geraume Zeit betrieben wurden spreizen, als sie es vermögen: sie werden damit den die Oberscharfmacher auf Ablehnung des Schiedsspruches und enthält im Grunde genommen nichts anderes als den Entwickelungsprozeß in den eigenen Reihen, die Klassen- drängen werden, um die Arbeiter auf jeden Fall in einen Versuch, die Wirkungen eines Kartells, das in Rücksicht auf scheidung und Klassenflärung im Klerikalismus nur fördern. Kampf hineinzutreiben, wenn diese, wider ihr Erwarten, einem die Wähler seine Bedenken hatte, auf anderem Wege zu er- Auch das fleritale Industrieproletariat begreift heute, wohinaus solchen zustimmen sollten. Daß man bestimmt auf Ablehnung reichen." Post" und Kreuz- Zeitung" redeten anläßlich der solche Pläne treiben und zu wessen Nuk und Frommen sie rechnet, beweist ja der Ausspruch eines der Unternehmer:„ Meine Veröffentlichung der Neuen Pol. Corr." einem Kartell der gepredigt werden. Man hat die christlichen Organisation ge- Herren, wir sehen uns nicht wieder!" Lehnen aber die Ordnungsparteien eifrig das Wort, und auch der Hamburg. schaffen, um in die Arbeiterbewegung einen tödlichen Arbeiter ab, dann will man einen Kampf von beispielCorr." sprach von dem„ berhängnisvollen Gedanken eines Steil zu treiben. Aber man hat erleben müssen, daß loser Schärfe inszenieren, in dem die Arbeiter das gesamte Ordnungskartells", bei dem die Liberalen die Zeche bezahlen unter dem Zwang der Umstände, getrieben von der Scharfmachertum gegen sich haben. Ist angesichts der müßten. Der„ Germania"-Artifel paßt ganz in die damalige Sozialdemokratie, den freien Gewerkschaften und ihrer Wirtschaftslage die Lust zu Aussperrungen ohnehin schon Situation, der es entsprochen hätte, wenn das Zentrum zwar eigenen Anhängerschaft die christlichen Drganisationen groß, so wird man zu dem Zweck, den man in legter Linie das Reichstagswahlrecht formell unangetastet lassen, dafür fich allgemach zum Klassenkampf durchmauserten, wenn sie auch im Auge hat, die Arbeiter in ganz strupelloser Weise auf aber das Pluralwahlrecht, wie es die heutige Wahlkreis- mancherorts noch Streifbruch treiben und den Streifbruch die Straße werfen. Man beabsichtigt noch andere Berufe in geometrie dem Agrariertum in den Schoß wirft, künstlich und organisieren. So sehr sie sich den Anschein geben, den Klassen- den Kampf hineinzudrängen, Tausende und Abertausende in bis zur Willkür steigern wollte. tampf grundsäglich zu verpönen, praktisch treiben sie ihn, sind Mitleidenschaft zu ziehen. " Immerhin, sei die Anregung der Germania" neu oder sie zu dem Bekenntnis gezwungen, daß ohne Kampf in der Die Bauarbeiter stehen deshalb vor einer folgenschweren alt: daß sie auf einflußreiche Zentrumskreise zurückgeht, ta pitalistischen Gesellschaft für den Arbeiter fein Heil. Ohne Entscheidung. Wir haben zu den Berliner Bauarbeitern das liegt ohne weiteres auf der Hand, da da sonst die entsprechende Macht tönne das Recht sich im öffentlichen Leben Vertrauen, daß sie sich des Ernstes dieser Lage wohl beGermania" sich nicht zu ihrer Veröffentlichung ent- nicht durchsetzen, zu allen Zeiten habe es sich auf eine gewisse wußt find. " schlossen hätte. Man wird in der führenden Zentrumspresse Macht stüßen müssen, die Stärke sei eine Ergänzung zum Seit jekt mehr als einem Vierteljahre tobt der Kampf nie gefunden haben, daß der Initiative der Redaktionen solch Recht diese und berwandte Motive flingen heute in der in der Holzindustrie. Noch haben die Holzarbeiter vermocht, weittragende Pläne entspringen. Auch diesmal werden mit der Presse und den Broschüren der M. Gladbacher in zahllosen denselben aus eigenen Mitteln zu führen, noch stehen ihnen Anregung zweifelsohre bestimmte Ziele verfolgt. Es scheint Variationen wieder. weitere Mittel auf Wochen zur Verfügung. Aber das aller dingS recht vorsichtige und zurückhaltende Eingreifen des Metalltndustriellen-Verbandes hat den schon verzweifelten Unternehmern der Holzbranche den Mut eingegeben. es noch weiter zu versuchen. Kommt ein Kampf im Berliner Baugewerbe dazu, der das z e h n f a ch e an Menschen um- assen muß. wie der der Holzarbeiter, dann muß die Arbeiter- chaft im Kampf gegen das Uuternehmertum ihre Kräfte z e r- P l i t t e r n, statt sie zu konzentrieren. Es gilt aber, einen Kampf zum siegreichen Ende zu führen, nicht eine Unzahl von lolchen zu entfesseln._ Deutschlands Einkreisung. ES ist begreiflich, daß der Reisetrieb, der den Onkel des deutschen Kaisers, den König Eduard von Großbritannien und Irland, erfaßt hat und ihn zu allerlei politischen Missionsfahrten «m Mittelmeer bewegt, einem Teil der konservativen und national liberalen Blätter auf die Nerven fällt, wenn es auch gerade nicht von besonderer politischer Einsicht zeugt, daß sie erst jetzt entdecken wie Deutschland nach und nach von den Westmächten, speziell von England, immer mehr politisch isoliert oder, wie eS neuerdings im diplomatischen Jargon heißt,.eingekreist" worden ist Weniger begreiflich erscheint es jedoch, daß diese Blätter für die Isolierung Deutschlands nicht den Fürsten Bülow.den offiziellen Leiter der deutschen auswärtigen Politik, verantwortlich machen und sich an dessen redselige StaatSkunst wenden, sondern über die Bosheit und die Intrigen des„perfiden" Albion räson> nieren. Mit der angeblichen Bosheit Englands und seiner Eifer sucht auf die Entlvickclung des deutschen Handel« und der deutschen Schiffahrt ist die jetzige, nichts weniger als glänzende politische Stellung Deutschlands im Konzert der Mächte nicht erklärt. Zum Einkreisen gehören mindestens zwei: derjenige, der einkreist, und derjenige, der sich einkreisen läßt; und sicherlich' beweist auf politischem Gebiet derjenige eine größere Befähigung, der einen anderen zu isolieren weiß, als derjenige, der sich isolieren läßt. Tatsächlich hat Deutschland seit der vorjährigen AlgeciraS-Poss stetig an internationalem politischen Kredit eingebüßt, und zu diesem Resultat haben nicht zum wenig st en die imperialistischen Verheißungen betgetragen, mit denen sowohl von Mitgliedern der Re gierung wie von der offiziösen Presse bei der letzten Reichstagiwahl operiert worden ist. Der Artikel über die imperialistischen Pläne der Regierung, den sofort nach der Reichstagsauflösung die„Nordd. Allgem. Ztg." veräffent lichte, mag als agitatorische Leistung nicht ganz unübel sein, er zeugte aber in seiner völligen Ignorierung der Wirkung derartiger imperialistischer Ankündigungen nach außen von einer fast beispiet losen Täppigkeit. Statt nun aber in der jetzigen Lage, in die BülowS diplornir tische Kunst Deutschland gebracht hat, wenigsten» kühle» Blut zu bewahren, rast die deutsche nationale Presse wie ein wild- gewordener Neurasthcniker und beschäftigt sich in langen Aus einandersetzungen mit einem Artikel der„Correspondencia de ESpana". in dem allerlei von der beabsichtigten Gründung eines Mittelmeer. Vierbunde» erzählt wird. So heißt es z. B. in dem Artikel: .Zwischen Spanien und England ist ein völlige« Einver nehmen für Krieg und Frieden zustande gekommen. England liefert Geld zur Umwandlung der spanischen Renten und garantiert die Sicherheit der spanischen Küsten durch seine Flotten. Spanien stellt dagegen eventuell seine Truppen, rüstet die Arsenal« au», besestigt di« Häfen, die England al» Opera- tionsbasis dienen, und unterhält eine Defeniwslotte, die sechs erstklassige Panzer, sechs Schnellkreuzer uns zwölf Höchste torpedoboote umfaßt. England und Spanien er« warten de» Beitritt Frankreich» und Italien». so daß ein Mittelmeer-Vierbund entsteht. Auf alle Fälle vermöchten Spanien und England vereint die Gtbraltar-Ceuta-Meerenge zu sperren, so daß England seine Flotten je nachdem im Osten oder im Westen konzentrieren könne. Alle englischen Kriegsschiffe ständen heute auf Kriegsfuß, so daß sie eventuell keinen Mann und kein Pfund Pulver mehr ein« zuschiffen brauchten. In drei Tagen könne England in den europaischen Gewässern mehr Schiffe vereinigen, als Europa zusammen." Ueber so ruchlose Pläne regt sich die patriotische Presse ge« waltig auf. macht, wie z. B. die.Köln. Ztg.", allerlei An« deutungen, daß der König von Spanien oder sein Gefolge beim Besuch in Berlin die Etikette verletzt habe und beruhigt sich schließ- lich mit der Versicherung des offiziellen Organ» der spanischen Regierung, der„Agencia Fabra", daß in spanischen amtlichen Kreisen dem Artikel der„Correspondencia de ESPatia"„jede Authentizität abgesprochen" werde. So ziemlich das Einfältigste, was unter den jetzigen Umständen die halboffiziöse deutsche Presse sich leisten kann. Durch Geschimps und Anspielungen auf ganz nebensächliche. Alberne Verletzungen der höfischen Etikette werden die Beziehungen Deutschland» zu Spanien, England und Frankreich sicher nicht bessere, ebensowenig wird dadurch, daß dem Artikel der.Correspondencia de ESpana" jede Authentizität bestritten wird, bewiesen, daß er die politische Tendenz der Entente zwischen England, Frankreich, Spanien und Italien nicht richtig erfaßt. Mag auch ein tatsächliches Bündnis zwischen diesen Mächten nicht bestehen, so ist doch der Effekt ihrer Annäherung ganz treffend gezeigt. Wäre die deutsche Diplomatie nicht in allerlei lächerlichen Illusionen verrannt, so hätte sie längst dem Spiel England» ein Paroli geboten und nicht nur den Antrag Englands, auf die Tage», Ordnung der Haager Friedenskonferenz die AbrüstungDfrage zu setzen, angenommen, sondern ihrerseits noch weitergehende An« träge gestellt. Statt dessen aber schwärmt die der Regierung nahe» stehende Presse für die sonderbare Weisheit, die Professor Münster» berg sich gegenüber dem früheren amerikanischen Großindustriellen Carnegie auf dem New Yorker Friedenskongreß geleistet hat, und gefällt sich in allerlei albernen Hetzereien gegen England und Frankreich. Das beste Mittel, um die Einkreisung Deutschland» zu vollenden!— Sand in die Angen des liberale« Philistertums. In der liberalen Presse finden sich wieder einmal die wildesten Auslassungen gegen das„persönliche N e g i m e n t". So berserkert die„R h e i n.- W e st f. Z t a.": „Gewiß sind die großen Gegensätze, die die europäischen Staaten zu gewaltigen Rüstungen zwingen, zum größten Teil wirtschaftlicher und national-politischer Art. Aber die augenblick» liche Verschärfung ist durchaus persönlich. Zwei Per« jenen sitzen sich im heißen Wettkampf am europäischen Schach- brett gegenüber. Der eine ein alter, kühler, berechnender, ruhiger Spieler der andere ein jüngerer, temperamentvoller, unberechen» barer, ideenreicher und phantastevoller Held. Wem der Steg zu« fallen wird, solange sie nur mit diplomatischen Schach- stguren sich bekämpfen, ist heute ntcktwehr zweifelhaft. Wilhelm ll. ist matt gesetzt. Von all den Königen und Fügten, die er in den ersten Jahren seiner Regierung besucht« und um sich zu scharen wußte, hielt keiner liebend bei ihm au» als der lrovz Zsjet irnd des tut ß�tfn SpielhölleScrWelk.T. All die Freundlichkeiten, Lob- prcisungen, Geschenke und Orden, selbst die heißen Gebete haben nicht gefruchtet. Wilhelm It. ist einsam geworden auf der steilen Höhe, wo Fürsten stehen. Ueberall. wo heute die poli- tischen Gegensätze aufeinanderstoßen, richten sich die Spitzen gegen ihn. Ja. man kann sich oft dcS Gedankens nicht entschlagen, daß von dem gefährlichsten Gegner gerade die Person unseres Kaisers zum Zielpunkt genommen ist. Mit dem wirtschaftlichen Wettkampf, mit nationalen Verschiedenheiten, könnte man sich abfinden, aber die Art und Weise, wie der Erbe von Bis- marcks Stellung die auswärtige Politik betreibt, wie er seine fürstlichen Brüder anredet, antelegraphiert, empfängt und bc- sucht, d i e empfindet man peinlich, sie möchte man ändern, gegen die richtet sich das Ränkespiel des Oheims." Die freisinnig- volksparteiliche„Bres- lauer Zeitung" seiert Eduard den Dicken als„weit- blickenden, ruhrgen, klaren und besonne- nen Staatsmann" und fährt dann fort: „Wir machten unsere internal ionalen Witzchen weiter, während König Eduard handelte. Wir verliehen einem japanischen General den höchsten preußischen Orden— um unser Gerechtigkeitsgefühl und unsere Hochherzigkeit zu beweisen, zugleich auch dem geschlagenen und gefangenen russischen General. der sich dann später als ein übler Geselle entpuppte—. während England mit Japan sehr förderliche Verträge abschloß. W i r äraertenalle Welt durch unsere Handelsvertrags- Politik, während England sich mit Frankreich verständigte und freundschaftlich Fühler nach Spanien und Italien ausstreckte. Wir mußten nach Algeciras gehen, um uns dort vor aller Augen bescheinigen zu lassen, wie vereinsamt wir stehen, und konnten es doch wiederum nicht unterlassen, hinterher Zensuren zu erteilen, wodurch selbstverständlich weitere Mißstimmung erregt und eine gewisse B a n g i g» k e i t unter den Mächten erzeugt wurde, sie könnten auch e i n m a l g e l o b t w e r d c n. So ist Deutschland im Völker» konzert immer unbeliebter und isolierter geworden. und König Eduard hat in Pari«, in Cartagena und Gaeta mit leichter Mühe die Früchte gepflückt, die w'r zur Reife zu bringen redlich mitgewirkt haben." In der Tonart ist diese liberale Kritik nicht mehr zu überbieten. Wie muß solche Philippika gegen das pcrsön liche Regiment den Philistern imponieren I Schade nur. daß hinter diesem Theaterdonner auch rein gar nichts steckt! Der Liberalismus ist ja der eigentliche Verantwortliche für alle Seltsamkeiten des pcrsön lichen Regiments. Er hat ja alle Irrfahrten des Zickzack- kurses als getreuer Sancho Pausa mitgemacht. Er hat sich sogar zu der konservativ-libcralen Paarung und all ihren perversen Konsequenzen entwürdigt. Er hat sich zur Flotten Politik und Kolonialpolitik bekehrt, er hat die Algeciras- Aktion mitgedecktl Er hat erst jetzt wieder durch Herrn Müller-Sagau erklären lassen. daß der Liberalismus das einzige Mittel, die Schäden des persönlichen Regiments zu reparieren, eine sorcirrte Steige- rung der Rüstungen zu Lande und zu Wasser seit Dabei muh ja das persönliche Regiment gedeihen! Die dröhnenden Bierpauken gegen das persönliche Regiment dienen nur dem Zwecke, dem liberalen Philister die liberalen politischen Wassersuppen zu schmälzen!— . England und Deutschland. London, 30. April. Paul SingerLeCo.» Berlin LVV. Hierzu 3 Beilagen u. Untcrhaltungsblatt Nr. 94. 24. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. April 1907. 85. Sigung vom Montag, den 22. April 1907, nachmittags 2 Uhr. Sorge zu tragen.( Bustimmung links.) Nur wenn der Nichterstand gerichten, über Kammergericht und Reichsgericht thront unnahbar in und mit dem Wolfe lebt, wird er Vertrauen gewinnen.( Leb- und unfehlbar, absolut und souverän ein Wesen, in dessen Seele wie hafter Beifall bei den Freisinnigen.) in einem Brennpunkt die verschiedensten Strahlen aller WissenBayerischer Ministerialrat Treutlein- Mördes: Ich konnte auf schaften und Künste sich ein Stelldichein geben. Sie ahnen schon, den von Herrn Heine vorgebrachten Fall nicht eingehen, weil mir wer dieses Wesen ist, es ist die Atten nicht bekannt waren. Ohne genaue Kenntnis der Akten Am Bundesratstische: Frhr. v. Stengel, Dr. Nieberding. Die Rechnung über den Haushalt des Schußgebietes des Hauses für nicht vereinbar halten.( Bravo 1) Riautschou für 1904 wird debattelos in erster Beratung und der Vertrag zwischen dem deutschen Reiche und den Niederlanden über die gegenseitige Anerkennung der Aktiengesellschaften und anderer kommerzieller, industrieller oder finanzieller Gesellschaften vom 11. Februar 1907 wird debattelos in erster und zweiter Beratung angenommen. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats für die Reichsjustizverwaltung. bei der wirtschaftlichen Vereinigung.) Seine Majestät, der souveräne Schuhmann. " zu einem solchen Falle Stellung zu nehmen, würde ich mit der Würde( Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Gerichte haben zu seinen Gunsten vollständig abgedankt. An Stelle des freien Staatssekretär Dr. Nieberding: Der Vorwurf, daß ich durch richterlichen Ermessens ist vielfach das freie Schußmannsermessen mein Nichteingehen auf die von Herrn Heine vorgebrachten Fälle, getreten. Der Schumann irrt nie. Treten in einem Prozeß ein trotzdem mir die Aften bekannt waren, den Traditionen des Hauses paar Dußend ziviler Zeugen auf, so ist die Frage erst in dem zuwidergehandelt habe, ist nicht berechtigt. In dem Beuthener Falle Augenblid entschieden, wo das Beweismittel mit den blantgeputzten waren mir die Aften nicht bekannt. Und in dem Breslauer Falle Anöpfen auftritt. Zu welchen Folgen das in der Praxis führt, habe ich einerseits ausdrücklich anerkannt, daß die Auslegung des dafür nur wenige Beispiele. Ein Metallarbeiter bleibt, statt in Reichsgerichts, auf die sich das Oberlandesgericht berief, zweifelhaft seine Wohnung zu gehen, noch etwas vor der Tür stehen. Gin erscheinen könnte, konnte aber andererseits allein auf Grund der Schußmann befiehlt ihm, fortzugehen. Da er sich weigert, bekommt Aften mich nicht zu der Behauptung des Herrn Abg. Heine äußern, er ein Strafmandat. Des Rätsels Lösung war, daß in dem beAbg. Graefe( Wirtsch. Vgg.): Von den Sozialdemokraten ist daß die Richter mit Absicht in dem einen Falle, wo es sich um die treffenden Hause gestreift wurde und der Schuhmann meinte irr diesmal statt des Herrn Stadthagen Herr Heine vorgeschickt worden. Arbeitgeber handelte, das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit ihrer Hand- tümlich, daß der Arbeiter etwas damit zu tun hätte. Das Gericht Einen Systemwechsel bedeutete das aber nicht, vielmehr hat Herr lung bei den Angeklagten verneint, während sie es in einem ähnlichen bestätigte die Strafe. ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.). Heine Herrn Stadthagen noch überboten. Sein Auftreten war Falle bei den Arbeitnehmern bejaht hätten. Darüber zu urteilen Ein anderes Bild. Nachts um 1 Uhr sieht ein Handlungsgehülfe lediglich demagogisch, er hat wohl selbst nicht geglaubt, was er da wäre nur möglich gewesen auf Grund der mündlichen Verhandlung. in der Alten Jakobstraße in Berlin eine Sitierung. Er bleibt einen fagte. Auch Herr Heine würde sehr empört sein, wenn wir beantragen Augenblick in einer Türnische stehen. Ein Schußmann fordert ihn Präsident Graf Stolberg: Derartiges dürfen Sie einem Mit- wollten, daß in der Berufungsinstanz die Richter ohne mündliche auf, weiterzugehen. Da er dem Verlangen nach Meinung des gliede des Hauses nicht imputieren. Verhandlung nur auf Grund der Atten urteilen würden. Schutzmannes nicht schnell genug Folge leistete, kam es zur Be Abg. Graef( fortfahrend) legt die Stellung seiner Fraktion zu Betreffend den Zeugnisawang der Abgeordneten führt der Staats- strafung, natürlich nicht gegen den Schußmann, sondern gegen den den eingebrachten Resolutionen dar. Bezüglich des Zeugniszwanges sekretär an, daß der Artikel 30 der Reichsverfassung in seinem Wort- Handlungsgehülfen. Der Schuhmann hatte eben befohlen und der der Redakteure wünsche ich persönlich eine Erleichterung der laut genau einem Artikel der Frankfurter Reichsverfassung vom Bürger hat zu gehorchen. In all derartigen Fällen hat das Gericht nicht möglich ist. An den Grundsägen des Zeugniszwanges für damals auf Grund dieser Bestimmung entschieden, daß die Ab- berechtigt war oder nicht. Nur einen Fall von den vielen will ich Abgeordnete etwas zu ändern, haben wir keine Veranlassung; die geordneten verpflichtet seien, Beugnis abzulegen. Das war noch herausgreifen. Ein Redakteur eines hiesigen bürgerlichen Erfüllung der Wünsche des Zentrums und der Sozialdemokraten würde also die Auffassung der Schöpfer dieſer ganzen Bestimmung. Blattes konnte nicht glauben, daß die vielen Berichte des„ Borrorgeradezu einen Anreiz zu disziplinarischen Verfehlungen bilden.- Weiter Der Staatssekretär, verteidigt jobann die Tätigkeit des Reichs- über solche Fälle auf Wahrheit beruhen. Er war gegen den inger. möchte ich darauf hinweisen, daß Sozialpolitik für den Mittelstand ge- justizamtes. Daß die Strafprozeßreform nicht noch zu all den Ge- wärts" ebenso steptisch wie der Herr Abgeordnete Müller- Meiningen. trieben werden muß. Von diesem Gesichtspunkt aus follte die feyzen, die vom Reichsamt des Innern für die nächste Session in( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Deshalb begab Herr Grd. sich in die Regierung erwägen, die konkurrenzlaufel für kaufmännische Aussicht gestellt sind, hinzukommen kann, ist tlar, zumal fie allein mannsdörfer so heißt dieſer Redakteur- Polizei auf Angestellte zu beseitigen oder doch erheblich zu beschränken.( Beifall eine Seffion beanspruchen würden, und noch andere Gesege, wie das Kochstraße, wo gerade ein Buchbinderstreik war, um die Polizei auf Versicherungsgesez, unerledigt find.( Buruf links.) Darüber zu die Probe zu stellen. Es ist ihm das auch gelungen. Ein SchutzStaatssekretär Dr. Nieberding: Ich kann dem Herrn Vorredner entscheiden, welche Gesetze in dieser Session noch dem Reichstag da er nicht sofort Folge leisten wollte, war die Folge die Feststellung mann wies ihn sofort aus der ganzen langen Kochstraße fort, und versichern, daß die Abänderung der Bestimmungen über die Konkurrenz vorgelegt werden können, ist nicht die Aufgabe des Reichsjustiz- und ein Strafbefeht. Das Gericht hat sich auf den Standpunkt flausel Gegenstand ernste ster Erwägungen bei den ver- amtes. Was die Resolution betrifft, die einen unterhalten. bündeten Regierungen ist. Darüber müssen Sie sich mit dem Herrn Reichskanzler gestellt: wenn der Schußmann befohlen hat, jo hat der Bürger zu Gesezentwurf über den Zwangsvergleich außerhalb des Stonturses gehorchen. Ich hoffe, daß Herr Erdmannsdörfer fünftig dem Vorwünscht, so gebe ich zu bedenken, daß sich große Handelskammern wärts" mehr Glauben schenken wird.( Heiterkeit bei den Sozialdagegen ausgesprochen haben. Herr Müller- Meiningen scheint mir zwei Seelen zu haben. demokraten.) Frau Luise Ziet wurde vom Schöffengericht verRedakteure und für die Resolution Albrecht betreffend die Immunität Blod, also nach einer unbestimmten Richtung.( Heiterfeit.) Die ein Gab, an dessen Richtigkeit wohl keiner hier im Saale zweifeln Abg. Bruhn( Antif.) spricht gegen den Zeugniszwang der Die cine zieht ihn offenbar nach links und die andere nach dem urteilt, weil sie die Bemerkung machte:" Die Toren, die glauben, durch Nadelstiche die Arbeiterbewegung aufzuhalten, sind im Irrtum," der Abgeordneten. Die Kritit des Herrn Heine ging weit über linke Seele hat ihm sehr kräftige Worte eingegeben zur Geißelung wird. Aber einen gab es, der daran zweifelte, das war der Herr das richtige Maß hinaus, ein wahrer Kern liegt aber in seinen Aus- gewisser Mißstände unserer heutigen Justiz, die andere Seele hat ihn Wachtmeister, der die Versammlung überwachte. Der hat sich wahr. beranlaßt, meinem Parteifreund Heine einen Vorwurf daraus zu Staatssekretär Dr. Nieberding erklärt auf eine Anfrage des machen, daß er den deutschen Richterstand angegriffen hat. Die scheinlich getroffen gefühlt und wohl auch das Schöffengericht, und die Rednerin, die es gewagt hatte, die Wahrheit auszusprechen, Vorredners hin, daß der Geſetzentwurf zur Aenderung des andere Seite seines Wesens hat ihn aber dann wieder dazu geführt, erhielt zwei Monate Gefängnis.( Hört! hört! bei den Sozialdemo Wechselverkehrs dem Reichstag bei seinem nächsten Zu- gegen die Richter Angriffe zu richten, die nach meinem Empfinden fraten.) Laß es für den Richter nicht ungefährlich ist, gegen die fammentritt vorgelegt werde. viel schärfer auch in der Form waren, als die meines Freundes Abg. Göring( 3tr.) protestiert gegen die Erteilung der Gewerbe- Seine. Heine hat lediglich behauptet, daß Urteile der Richter unter herrschende Meinung aufzutreten, das hat auch der Richter erfahren, den Herr Müller- Meiningen erwähnt hat, der den Versuch gemacht betriebserlaubnis an Minderjährige. Mit der Resolution zum Schutz gewissen Umständen den Verdacht rechtfertigten, daß sie Klaffen- bat, gegen die Polizei in den Fällen vorzugehen, in denen sie nicht der Bauhandwerker sind wir einverstanden.( Bravo! im Zentrum.) urteile wären. Herr. Müller- Meiningen hat bestimmt behauptet, den genügenden Respekt vor der persönlichen Freiheit der Bürger Abg. Held( natl.): Im Namen der weitaus größten Mehrheit daß die Verhandlungsführer vor Gericht offenen Unterschied machten hatte. Es ist ihm aber schlecht bekommen. In einer Broschüre ers meiner Frattion wünsche ich Beseitigung des§ 833 des Bürgerlichen zwischen den Angehörigen verschiedener Klassen. Besonders ver( Hört! hört! Gesetzbuches; die Haftpflicht des Tierhalters fann man nicht mit dächtig erschienen mir die Ausführungen des Herrn Müller- Mei- zählt er, daß seine Karriere erheblich gelitten hat. der des Automobilbefizers vergleichen. Ein Automobil schafft man ningen über die Vorgänge beim Nürnberger Krawallprozeß. Er bei den Sozialdemokraten.) Die Sonderstellung der Uniformierten fich zum Zurus an, ein Tier braucht man meist zu seinem hat wiederholt gesprochen von den Angaben der„ Nädelsführer". bringt es mit sich, daß eine ganz subalterne Rechtsanschauung in Gewerbebetrieb, ein Automobil wird von Menschen gelenkt, ein Tier während es ihm doch bekannt sein mußte, daß kein einziger der be: die Gerichtshöfe eindringt. Welche Mühe und welcher Scharfsinn wird nicht vielfach darauf verwendet, nicht.( Schallende Heiterkeit.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Die Regierung kann jetzt einen solchen Gesezentwurf nicht vorlegen, denn es liegt ja ein Antrag aus dem Haufe vor. Wenn das Haus diesen annimmt und die berbündeten Regierungen ihm zustimmen, scheint mir dies der schnellste Weg. führungen. Abg. Frank( S03.): Rede eine teiligten Arbeiter als Rädelsführer verurteilt worden ist.( Hört! um einen Sozialdemokraten zu verurteilen. hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter hätte er barauf Bezug nach dem Bericht des Borwärts" nehmen müssen, daß ber( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mit welchem Eifer wird erschossene Fleischmann Schüsse erhalten hat zwischen den rechten nicht nachgeforscht, wie man eine Verurteilung zu stande bringen Rippen ins Herz, einen von hinten und einen von der Seite.( pport! fann, wenn jemand z. B. eine rote Kranzschleife getragen hat. In hört! bei den Sozialdemokraten.) Damit läßt sich die Annahme der einem Falle hat sich bei der Verhandlung herausgestellt, daß die rote Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Bp.): Dieser legten staats- Notwehr des Angreifenden schwer vereinigen. Herr Müller- Mei- Schleife am Kranz eigentlich weiß gewesen ist. Aber der Amtsanwalt rechtlichen Auffassung kann ich mich nicht anschließen; ein Initiativ- ningen hätte auch mitteilen müssen, daß ein Zeuge beschworen hat, war nicht in Verlegenheit. Er meinte, der Mann müsse trotzdem antrag fann die Regierung nicht hindern, einen Gesezentwurf einzu- der betreffende Fabrikant, bei dem gestreift worden ist, habe zu den bestraft werden, weil ein anderer in demselben Zuge eine rote bringen.( Sehr wahr! links.) Der Reichskanzler hat uns eine Streifbrechern gefagt:„ Geht hin, haut sie zusammen, es geschicht Schleife getragen habe.( Große Heiterkeit.) Der deutschen Sprache Justizreform versprochen, die Rede des Staatssekretärs aber vom Euch nichts!"( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter ist wird zu polizeilichen Zwecken geradezu Gewalt angetan. Was wird Ein Arbeiter Sonnabend war nichts als ein Gewebe dilatorischer Nedensarten. festgestellt worden, daß der Fabrikant seine Streifbrecher mit Brech- nicht alles unter den Begriff der Nede gefaßt. wurde bestraft, weil er fagte:„ Im Namen des deutschen Der Grund, warum jede Reform bisher hintertrieben, ist der, daß stangen ausgerüstet hat.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Andererseits stimme ich Herrn Müller- Meiningen darin zu, daß Bergarbeiterverbandes legen wir hier an Deinem Grabe diesen bei der Reform eine übertriebene Angstmeierei und Mißtrauen Es fann behauptet Stranz nieder." gegen das Bolt sich bemerkbar macht. Ein anderer fagte:" Im Namen des ZentralWir verlangen die Ein- unsere Justiz seit langem unfruchtbar ist. werden, daß seit Jahren in der Rechtspflege für die breiten Massen verbandes der Maurer Deutschlands lege ich diesen Kranz nieder." lösung der Versprechungen des Reichskanzlers. Bezüglich der Resolutionen stimmen wir denen zum Schutz der des Volkes so gut wie nichts geschehen ist. Der einzige Fortschritt Das Landgericht in Frankfurt a. D. bestrafte ihn dafür, weil diese Bauhandwerker und zur Haftung des Staates für seine Beamten von Bedeutung ist durch die Arbeiter aus eigener Straft geschaffen 12 Worte eine Grabrede seien. Das Klammergericht hat dies Urteil zu; dagegen lehnen wir die auf Einschränkung der Haftpflicht des worden. Das sind die Arbeitersekretariate.( Sehr wahr! bei den bestätigt.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es führte aus, auf Die Länge einer Kundgebung tomme es nicht an; Zierhalters ab. Den Resolutionen des Zentrums und der Sozialdemokraten.) Die jetzt bestehenden etwa 180 Arbeitersetretariate in den verschiedenen Gegenden Deutschlands geben jährlich fei die Ausführung eines Gedankens gegens Sozialdemokratie über die Immunität stimmen wir zu etwa eine Million unentgeltlicher Rechtsauskünfte. Die meisten der Resolution über die Aufhebung des Zeugniszwangs Sekretäre sind selbst aus der Arbeiterschaft hervorgegangen und ein über einer Anzahl von Zuhörern.( Große Heiterkeit.) Ich will gegen die Presse ebenfalls. berührt die zwangs großer Teil von ihnen hat sich mit sehr großem Geschick in die den Gedanken nicht Ausdruck geben, welche die Arbeiterschaft weise Photographierung Dr. Friedebergs durch die Polizei zu schwierige Materie des Redts eingearbeitet. Hier haben Sie die beseelen, wenn fie derartige Urteile lieft.( Lebhafte Zustimmung Mannheim; der Reichstag sollte die erste Gelegenheit ergreifen, besten Beweise dafür, welde reichen Schätze an Begabung in den bei den Sozialdemokraten.) folchen Unfug unmöglich zu machen.( Lebhafte Zustimmung links.) Tiefen unseres Volfslebens noch ungehoben ruhen.( Lebhafte zu- Und welcher Schikanierung sind die Arbeiter nicht ausgesetzt, die Als süddeutscher Richter bedauere ich ungemein, daß Süd- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn die moderne Arbeiter- fich organisieren.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Ein deutschland sich mit dem Zeugniszwang von Norddeutschland hat an- bewegung gar nichts weiter geleistet hätte, als die Schaffung der schlimmer Uebelstand sind die Verurteilungen auf Grund veralteter stecken lassen. Es muß die Achtung vor dem Richterstande unter- Arbeiterfekretariate, so hätte sie noch tausendmal mehr geleistet als Bestimmungen. So wurde in Frankfurt a. M. ein schon vorbestrafter graben, wenn der Richter etwas unanständiges verlangt.( Bustimmung mancher Minister, der uns Mangel an positiver Arbeit vorwirft. 18jähriger Bursche zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er lints.) Der Resolution, welche die gleichmäßige Heranziehung aller( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Dabei find die einem neben ihm sigenden jungen Burschen zwei Pfennige aus der Berufsstände zu dem Amte des Schöffen und Geschworenen verlangt, Arbeiter feineswegs von der Regierung gefördert worden. Tasche entwendet hatte. In Gleitis erhielt ein Arbeiter drei Monate stimmen wir ebenfalls zu; Bayern ist hier bereits mit gutem Beispiel Es gibt im Gegenteil noch immer beschränkte Richter, welche die Gefängnis, weil er den Fistus um 5 Pfennig betrogen hatte.( Hört! vorangegangen. Arbeitersekretariate von den Schranken des Gerichts zurückweisen, hört! b. d. Goz.) Hier wäre es notwendig, uns nicht auf eine Reobwohl Graf Posadowsth vor einigen Jahren den Wunsch aus- form zu vertrösten, nicht mit dem Munde zu spigen, sondern auch gesprochen hat, daß derartige Schifanierungen unterbleiben. Wir einmal zu pfeifen. Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Derwissen ja, daß die bürgerliche Rechtspflege nicht aus ihrer tapita- artige Urteile stehen im Widerspruch mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes. Wie oft ist nicht schon hervorgehoben worden, daß es not listischen Haut fahren kann. Wir wissen, daß die wendig ist, für die Entwendung von Heizungsmaterial eine ähnliche Bestimmung zu schaffen wie für die vom Mundraub. Ich weiß nicht, worauf die Regierung noch wartet, wir haben doch Erfahrungen, daß sie oft sehr schnell sein kann.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Redner Berechtigt find die Klagen über die Plakatverbote. In Hamburg hat die Polizei ein Plakat verboten, weil darauf der Vortrag eines Pastors über feruelle Ethik angekündigt ist. Vielleicht meint die Hamburger Polizei, daß etwas Sexuelles in Hamburg überhaupt nicht gedruckt werden darf( Große Heiterfeit), vielleicht steht sie auch mit der Ethit auf Kriegsfuß.( Zustimmung links.) Heine hat schon hervorgehoben, daß die Justiz ein Mikrokosmos der bürgerlichen Welt Wenn ich Herrn Abg. Heine auch manche Mängel zugebe, so ist, wir wissen, daß die Justiz und die Rechtspflege, wie die ganze leidet seine Rede doch daran, daß er zu sehr generalisiert. Wünschens- Staatsverfassung, eine seltsame Mischung von feudalen und demewert wäre freilich, daß eine größere Fühlung des Richterstandes mit fratischen Einrichtungen darstellt, wir wissen, daß eine gründliche den breiten Volksschichten bestände. Die Einwendung des Staats- Umformung der ganzen Justiz an Haupt und Gliedern kommen sekretärs, daß auch der Reichstag und nicht bloß er selbst die Akten muß und daß sie kommen wird, zugleich mit der der ganzen bürgerlichen Behandlung Jugendlicher vor Gericht haben müsse, weiſe ich zurück; er hat die Berpflichtung. uns Gesellschaft.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aber es nach Kenntnisnahme der gibt Mißstände, deren Abschaffung keineswegs die Gristenz der Ge- vielfach zu hart ist. Herr Müller- Meiningen wollte diese Erscheinung Aften Auskunft zu geben.( Bustimmung links.) Man hat öfter den Eindruck, daß unsere sellschaft in Frage stellen würde, unter denen nicht bloß die Besik- nur auf Schlamperei" zurückführen. Aber sie kommt ja täglich in Täglich werden ja Strafbefehle gegen lofen leiden, sondern die auch die Besitzenden stören, weil sie offene der Gerichtspraxis vor. Gerichte jugendlichen Angeklagten gegenüber nicht forgfältig genug Wunden am Gesellschaftskörper darstellen. Hier könnte der Staats- Jugendliche ohne Verhandlung erlassen. Wie kann der Richter da verfahren. Und wenn der von Heine angeführte Fall richtig dar gestellt ist, dann handelt es sich nicht um eine Rechtsbeugung, sondern ſekretär eingreifen. Die Arbeiter verlangen nicht bloß Objekt in prüfen, ob der Jugendliche die notwendige Einsicht in die Strafbar. der Rechtsprechung zu sein, sondern auch Subjette. Sie wollen feit einer Handlung gehabt hat. Die Verbrechen der Jugendlichen um eine große Schlamperei des Gerichts, um groben Leichtsinn und nicht in Widerspruch mit dem Gesetz von dem Schöffen- und Ge- sind in der Hauptsache zurückzuführen nuf traurige häusliche BerFahrlässigkeit des Gerichts.( Lebhafte Zustimmung links.) Bei dem schworenenamt ausgeschlossen sein. Eine Reform unserer Prozeß- hältnisse und auf die Kinderarbeit.( Sehr richtig! bei den Sozials Nürnberger Hall, den Heine erwähnte, sprach er von Mord und ordnung soll seit langem bevorstehen und man hat im Laufe der demokraten.) Da muß es auffallen, daß diejenigen Arbeitgeber, die die erwiderte auf einen Buruf: man hat einen laufen lassen, um ihn Debatte rühmend hervorgehoben, daß Oberbürgermeister Adides es jugendlichen Arbeiter über Gebühr lange beschäftigen, so auffallend milde nicht zu hängen. Es wäre Pflicht des bayerischen Bundesrats- gewagt hat, vorzuschlagen, daß gewisse äußere Formen des eng bestraft werden. So wurde ein Walzfabrikant in Kulmbach, der bevollmächtigten gewesen, die Sache flarzustellen, wie es der lischen Prozesses auf den Boden des deutschen Rechtes verpflanzt Kinder von 7-12 und 1-6 beschäftigt hatte gegen eine Pauschalsächsische Bundesratsbevollmächtigte getan hat.( Buruf bei den werden. Aber wann wird der neue Abices fommen, der nicht bloß zahlung von 4-5,70 M. in der Woche, vom Schöffengericht KulmSozialdemokraten: Er hat ja gar nichts gesagt!) Er hat es die äußeren Formen, sondern einen Teil des englischen Geistes in bach, dem gleichen, das die Zeugniszwangshaft gegen den Nedakteur wenigstens versucht.( Schallende Heiterfeit.) Nach meiner Kenntnis unser Recht verpflanzen wird, jenen Geist des tiefen Respektes vor Schlegel verhängt hat, zu 6 Mart Geldstrafe verurteilt.( Hört! ist die Darstellung Heines eine ganz einseitige, nach dem Vorwärts". der persönlichen Freiheit des Bürgers.( Lebhafte Zustimmung bei hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Mann wird sich sicherlich Nach der übereinstimmenden Darstellung der bürgerlichen Bresse hat den Sozialdemokraten.) Es gibt immer noch Richter bei uns, die hüten, im nächsten Jahre wieder jugendliche Arbeiter zu beschäftigen. der Mann in Notwehr gehandelt.( Widerspruch bei den Sozial- es wagen, erwachsene Angeklagte aus den unteren Ständen mit( Seiterkeit bei den Sozialdemokraten.) demokraten.) Einer der streifenden Rädelsführer mußte vor Gericht Du" anzureden, und Vorsitzende, die unbeholfenen Zeugen gegenHandelt es sich hier um Mißstände, die über das ganze Reich selbst zugeben, daß er an Stelle des fogenannten Mörders genau so über es für geschmackvoll befinden, ihren zweifelhaften mit zu verbreitet sind, so find gehandelt hätte.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) üben. Es gibt Vorsigende bei Schöffengerichten, die ihren Aerger, in Sachen des Gefinderechts Wenn nun der Staatssekretär der Meinung Ausdruck gibt, daß überstimmt zu sein, an den Zeugen zum Ausdruck bringen. die Fassung der§§ 153 und 152 der Gewerbeordnung zu einer Schlimmer ist noch ein Uebel, das sehr tief sitzt, das geradezu eine einzelne deutsche Landesteile besonders bevorzugt. Am 12. Dezember falschen Auffaffung seitens des Reichsgerichts Anlaß gegeben hat, so schwere Krankheit unserer Rechtsprechung ist. leber allen Gefeßen 1896 hat der deutsche Reichstag fast einstimmig in einer Resolution hätte er die Pflicht, für eine sofortige Aenderung dieser Paragraphen und Verordnungen und über allen Landgerichten, Oberlandes ein einheitliches Gefinderecht für Deutschland verlangt, wie ja über" Haupt der parlamentarische Boden förmlich besät ist mit solchen Resolutionen. Bis heute aber wartet das Volk immer noch der- aeblich auf ein einheitliches Gesinderecht.— Redner erzählt de» Aull eines Dienstmädchens, das von der Dienstherrschaft mit kaltem Wasser begossen wurde und daraufhin den Dienst verließ. Es wurde vom Amtsgericht zu IV M. Geldstrafe verurteilt und vom Gen darmen zwangsweise zum Dirnstherrn zurückgeführt. Natürlich ist das Mädchen sofort wieder fortaelausen. Nun bekam eS eine zweite Strafverfngung über 20 M. Als es zum dritten Male weggelaufen war, erhielt es eine Strafverfiigung über 30 M. DaS Dienstmädchen beantragte gerichtliche Entscheidung. Es wurde aber abgewiesen, weil die Behandlung mit Wasser nicht zu einer dauernden Schädigung ihrer Gesundheit geführt hätte. fHörtl hurt 1 bei den Sozialdemokraten.> Nun versuchte es das Mädchen mit einer Klage gegen den Dienstherrn. Der Strafantrag wurde aber abgewiesen mit der Begründung: dag Begießen mit kaltem Waffer falle unter kein Strafgeseh.(HörtI hörtl bei den Sozialdemokraten.) Eine Mißhandlung sei nicht darin zu erblicken und eine Beleidigung erscheine aus« geschloffen, weil im Begießen mit kaltem Wasser eine Ehrenkränkung nicht erblickt werden könne. sHört I hört l bei den Sozial- demokraten.) Ich hätte das Urteil sehen mögen, wenn das Dienst- mädchen mit dieser Entscheidung bewaffnet, dem betreffenden Amts- richter einen Kübel kalten Wassers über den Kopf gegossen hätte. IHeiterkeit und Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Nicht bloß das Gesinderccht, auch das ganze deutsche Polizristrafrecht entbehrt der einheitlichen Regelung. Das Unrecht gegen die Arbeiter ist geflüchtet in die Winkel des einzelstaatlichen Polizeircchts. sSehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Wenn in Ludwigshafen ein Arbeiter am Montag blau machte, wurde er bestraft. Geht er aber»ach Mannheim, dann darf er es. sHeiterkeit.) Dabei wird in der weinfröhlichen Pfalz viel leichter blau gemacht als in dem ernsteren Mannheim. Was tut nun die Regierung all diesen Forderungen gegenüber? Die Regierung ist seit Jahren wie ein Referendar immer mit der Vorbereitung beschäftigt. (Heiterkeit.) Schon 1870 wurde ein einheitliches Gesetz über den Vollzug von Freiheitsstrafen verlangt. Bor zwei Jahren hieß es diesen, Versprechen gegenüber: Schier dreißig Jahre bist du alt I Wir hören noch immer nichts darüber und ich fürchte, das Versprechen des Staatssekretärs wird das Schwaben- alter erreichen, ohne daß es erfüllt ist.(Heiterkeit.) Am 21. Februar 1889 hat der Staatssekretär ein Gesetz über die Behandlung der Jugendlichen versprochen. Acht Jahre sind verflossen und die Vor- arbeiten scheinen noch immer nicht zu Ende zu sein. Dabei scheint die Dauer der Vorarbeiten in keinem Verhältnis zu ihrem Inhalt zu stehen. In einer Broschüre des Frankfurter Redakteurs Gießen über den Zeugniszivang der Redakteure wird nachgewiesen, daß die Ziffern, die der Staatssekretär über die Fälle solchen Zeugnis- zwanges angegeben hat, mindestens um die Hälfte zu niedrig gegriffen sind.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Müller-Mciningcn hat genieint, daß in manchen Fragen des Straf- rechts und der Prozeßordnung Süddeutschland noch eine Art Insel bildet. Und es hat ja auch Juristen gegeben, die geglaubt haben, die meiere Auffassung desSüdens würde denMainüberschreiten. Das�erade Gegenteil ist der Fall. Eine Anpassung findet statt, aber in der uniaclehrten Richtung. Statt zur Freiheit und Einheitlichkeit des Rechts tommcu wir zu seiner preußische» Uniformierung.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Gießen koniite in seiner Broschüre noch Baden als einen Staat nennen, wo der Zeugniszwang gegen Redakteure nicht angeivendet würde. Dieser Fleck auf der deutschen politischen Geographie ist jetzt weggewischt. Das Ding mit dem harten Schnabel und den scharfen Klauen ich meine den preußischen Adler— hat nach dem Süden gegriffen und uns die Kilometerhefte und den Verkauf des.SiniplicissimuS" auf den Bahnhöfen genommen. (Heiterkeit.) Dafür hat es uns jetzt den Zeugiiiszwang gegen Redakteure gebracht. Das badische Preßgesetz von 1368 erkannte ein gewisses R�ht des Redakteurs auf Zeugnisverweigerung an. Diese Erinnerung hielt vor, bis sie jetzt verloren gegangen ist. Ueber die Berechtigung oder Ntchtberechtigung des Zeugniszwanges gegen Redakteure will ich kein Wort verlieren. In der Schule lvird vor den Kindern der Buchhändler Palm als ei» Märtyrer gefeiert, weil er den Verfasser einer in seinem Verlag erschienenen Schrift über Deutschlands tiefste Erniedrigung der Franzosen nicht nennen wollte. Der gleiche Staat, der seine Schul» kinder das lernen läßt, läßt die Redakteure einsperren, die aus gleichem Ehrgefühl heraus den Verfasser einer inkriminierten Notiz nicht»rennen wollten.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ein Staatsanwalt hat jüngst gesagt, daß die Fälle, wo das RedaktionS- gcheimnis nicht gewahrt wird, Gott sei Dank selten seien, denn dadurch Ivürde die Preßfreiheit in Gefahr kommen. Die Presse ist in der Tat das öffentliche Gewissen oder wenigstens das Surrogat dafür.(Sehr richtig I bei de» Sozialdemokraten.) Sie ist für die Justiz unent- behrlich, denn die Oeffentlichkeit der Verhandlungen wird erst durch die Presse geschaffen, und bei Entdeckung von Verbrechern leistet sie die wertvollsten Dienste. Deshalb liegt es im öffentlichen Interesse, wenn der Zeugniszwang gegen Redakteure abgeschafft wird. DaS staatliche Interesse, das dagegen vorgeschützt wird, ist nichts weiter als das engherzigste bureaukratische Interesse.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In den meisten Fällen handelt es sich daruni, daß Beamte ermittelt werden, die irgend ivelche Amtsgeheimnisse verbreitet haben. Der Fall, wo die badische Justiz zum Zeugniszwang zur Anwendung gekommen ist. ist bekannt. Ein FastnachtSblättchen„Der Schnupftabak" veröffent- lichte eine kleine Notiz gegen den Byzantiilisinus mancher Stadtverwaltungen, die jeden Platz und jede Straße mit dem Namen eines Fürsten versehen müssen. Wegen dieser Notiz wurde am Fastnachtstage ein 67jähriger Mann als verantwortlicher Redakteur verhaftet, von dem in ganz Mannheim bekannt ist, daß er nur der Ausgänger der Mannheimer„Volksstimme" ist. Er hatte mit der Redaktion deS„Schnupftabak" etwa ebensoviel zu tun, als Fürst Bülow mit der Redaktion des Fastnachtsblattes der.Münchener Neuesten Nachrichten", das ihn als verantwortlichen Redakteur genannt hat.(Heiterkeit.) Dann wurden Setzer, Drucker und Expedienten ins Gefängnis gesteckt, und zuletzt der Redakteur Geck. Der Fall Schlegel. Der Fall, den heute Herr Müller-Meiningen erwähnte, liegt eigentlich noch krasser. Der Redakteur Schlegel, der Redakteur der „Fränkischen Volkstribüne", ist in Ze»g»iszwailgshast genonime» worden, obwohl er wegen deS gleiche» Deliktes bestraft ist.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Und zwar in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe, in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe. Offenbar hatte sich der Unternehmer geärgert, daß Schlegel nicht eingesteckt worden war. Vielleicht auch der Amtsrichter von Kulm- bach, dessen Urteil von der zlveiten Instanz korrigiert worden ist. Und so hat er ihn nachträglich in Zeugniszwangshafl genommen. An diesem Fall ist der Staatssekretär persönlich interessiert. Er hat hervorgehoben, solche Fälle seien undenkbar, wo in der gleichen Sache ein Redakteur zuerst als Angeschuldigter bestraft und dann als Zeuge in die Zwangshaft kommt. Hier zeigt ihm die Praxis ein Beifpiel. daß tatsächlich ein solcher Mißbrauch vorkommt. Mit den» Belagerungszustand kann bekanntlich jeder Esel re- gieren. Was aber der Belagerungsziistand für die Verwaltung ist, daö ist der Zeugniszwang für die Presse für Gericht und Justiz. (Lebhafte Zustiinmuiig bei den Sozialdemokraten.) Auch die Br- Handlung des verhafteten Redakteurs Gcck in Mannheim hat viel zu wünschen übrig gelassen. Nur einmal in der Woche durfte ihn seine Frau sehen. Und der Beamte stand mit der Uhr in der Hand da- neben. Man hat ihn» aber nicht nur die Freiheit genommen, sondern offenbar gehofft, ihn noch erziehen zu köniien und ihn in ein Mit- glied des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie umzuwandeln. Man hat ihn, nänilich nicht eine sozialdemokratische Zeitung zu lesen gestattet. Erst eine Beschwerde an das Justizministerium hatte da Wandel geschafft. Fast zu gleicher Zeit hat noch ein Fall in Mannheim gespielt, der Aufsehen erregt hat, weil er in Widerspruch steht zu der bis- herigen Praxis m Auddeutichland. ich meive die Behandlung der beiden Anarchisten Dr. Friedeverg und Karfunkelstein, die von dem Mannheimer Gericht in Untersuchungshaft genommen waren, weil sie im Verdacht standen, an einem verbotenen An- archistenkongreß teilgenommen zu haben. Insbesondere die Behand- lung des Dr. Friedeberg fordert die schärfste Kritik heraus.(Sehr warl bei den Sozialdemokraten.) Man hat ihn. trotzdem er er- klärte, herzleidend zu sein, bei rauhem Wetter in einer Zelle mit offenem Fenster gelassen, man hat ihn auf dem Wege zum Amts- gericht gefesselt, wie«inen schweren Verbrecher(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.), man hat ihm den Verkehr mit feinem Ver- teidiger erschwert, eine telephonische Unterredung nicht gestattet, man hat einen Eilbrief an den Verteidiger so spät befördert, daß er nach der 209 Schritt entfernten Wohnung einen ganzen Tag brauchte(Hörtl hörtl bei den Sozialdemokraten.), ja man hat Dr. Friedeverg gegen seinen Willen unter Andrvhung körperlicher Gewalt photvgraphiert!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und sicher war die Photographie nicht für die„Woche" bestimmt (Heiterkeit), sondern für irgend ein andere? Album. Es ist von Dr. Friedeberg Beschwerde erhoben, aber nachträglich will cS niemand gewesen sein. Der Justizminister hat erklärt, es sei eine polizeiliche Maßregel gewesen. Also in dem gleichen Gefängnis, in den, ohne Erlaubnis des Justizministers sozusagen keine Zigarre geraucht werden darf, kann ein Gcrichtsgefangener gegen seinen Willen photographiert werden.(Hört ff hört! bei den Sozialdemo- kratcn.) Daß es übrigens eine Nemesis gibt und die Photo- graphie doch eine zweischneidige Waffe ist. die sich auch einmal gegen die Polizei richten kann, hat die Polizei ja gerade in den letzten Tagen durch das Schicksal, das einzelnen Polizeispitzeln widerfahren ist, erkennen müssen. Auch das sonstige Verhalten gegenüber den verhafteten Anarchisten zeugt von großer Klein- lichkeit. Ich habe Herrn Karfunkelstcin Lektüre gebracht— was war das für eine Acngstlichkeit bei der Prüfung, wie wurde Seite für Seite durchgesehen, ob nicht vielleicht eine Bombe darin steckte(Heiterkeit). Ein Buch mit Auszügen aus Briefen von Emerson wurde geprüft, als ob es den gefährlichsten umstürz- lerischcn Charakter hätte— welch ein Unglück, wenn ein verhafteter Anarchist umstürzlerische Schriften liest! Wenn ich Staatssekretär wäre— verzeihen Sic die Vermeffenheit(Heiterkeit)—, ich würde nicht die Geduld haben, jedes Jahr hier fast dieselben Reden anzuhören, ich würde nachgeben, denn der Klügere gibt nach.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag, 1 Uhr. Es folgen persönliche Bemerkungen, Abg. Heine(Soz.): Wenn Herr Gräf in seinem Aerger über meine Ausführungen mit Beleidigungen geantwortet hat, so be- weist er damit, daß er Unrecht hat und mich nicht widerlegen kann. Herr Müller-Meiningen hat wiederholt von meinen Angriffen gegen den Richterstand gesprochen, die ich nachträglich in persönlichen Be- mcrkungen einzuschränken bemüht gewesen sei. Demgegenüber stelle ich fest, daß ich, weil ich die Verdrehungen kenne, ,i,it denen man mich zu bedenken pflegt, beim Beginn meiner Ausführungen aus- drücklich hervorgehoben habe, in welchem Sinne und in welchem Umfange der Vorwurf der Klassenjustiz meines ErachtenS Geltung habe. Von dem, was ich gesagt habe, habe ich nichts zurück- zunehmen. Ich habe mit Bezug auf den Beuthener Fall nicht von einer Rechtsbeugung gesprochen, wie Herr Müller behauptete. Das ist eine sehr billige Art, etwas zu widerlegen, was einer nicht gesagt hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr Dr. Nieberding hat meine Darstellung des Breslauer Falls mit der Behauptung bestritten, cS hätte sich bei der Außer- Verfolgungsetzung der gabrikdirektorcn darum gehandelt, daß die Richter bei diesen Herren daS Bewußtsein der Rechtswidrigkeit ver- »eint hätten. Was ich über die Begründung des Beschlusses hier gesagt habe, habe ich wörtlich aus dem Gerichtsbeschluß verlesen. Danach beruft sich da» Gericht gerade darauf, daß es nach dem Reichsgericht bei Drohungen im Sinne des§ 153 überhaupt nicht auf das Bewußtsein der RechtSwidrigkeit ankomme. Was den Nürnberger Fall anlangt, so kenne ich die Akten persönlich nicht, habe aber alles, was ich über Zeugenaussagen vor- gebracht habe, aus übereinstimmenden Berichten der gesamten Presse aller Richtungen entnommen. WaS würbe übrigens einem Ar- beiterfiihrer passieren, der einen Nichtstreikenden niederschießt! (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Präsident Graf Stolbrrg: Das war nicht persönlich!) Abg. Dr. Müller-Meiningen lfrs. Vp.) t Herrn Heine gegenüber bemerke ich, daß ich eS dem Urteil oe» Hause» überlassen muß, ob Herr Heine bei seinen Angriffen auf den deutschen Richterstand generalisiert hat. Abg. Gräf(Wirtsch. Ver.): Wenn ich gegen Herrn Heine be- leidigend geworden wäre, hätte mich der Präsident zur Ordnung ge» rufen. Es war meine Pflicht, die beleidigenden Vorwürfe des Herrn Heine gegen die deutschen Richter zurückzuweisen. Abg. Heine(Soz.): Ich konstatiere, daß Herr Gräf eben wieder die Behauptung, ich hätte die deutschen Richter beleidigt, wiederholt hat, obwohl deren Unwahrheit bereits von mix festgestellt ist.(Lachen rechts.) Schluß m Uhr._ Hbgeordnetenbaiid* 49. Sitzung.— Montag, den 22. April, vormittags 11 Uhr, Am Ministertisch: Dr. Beseler. Kommt' Kommis der G e einen Antrag Peltasohn(frs. Vg.). der die im Etat vorgesehenen gehobenen Stellen beseitigt, angenommen. Nach längerer Debatte, in der der I u st i z m i n i st e r erklärt. die Angelegenheit stell« keine Lebensfrage der Justizverwaltung dar. die Regierung werde also die Entscheidung des Hauses akzeptieren, wird der Antrag der Budgetkommisston angenommen. Es folgt die Beratung des Etats der AnstedelungS» kommission für We st Preußen und Posen, in Ver- bindung mit der Ansiedelungsdenkschrist. Abg. Graf Praschma(Z.): Die Denkschrift zeigt, daß das An- siedelungswerk Fortschritte gemacht hat. Das hindert uns nicht. unsere bisherige Stellung beizubehalten. Wir wollen, daß die Regierung allen polnischen Aspirationen mit Energie entgegen- tritt. Aber gerade weil wir das wollen, weil wir als gute Preußen die uralten preußischen Landesteile fest und unzertrennlich mit der Krone Preußens verbinden wollen, werden wir gegen jedes Ausnahmegesetz stimmen. Das Angebot namentlich an großen Gütern ist ständig zurückgegangen. ES wird jetzt fast nur noch Grund und Boden a«S deutschen Hllndcn angeboten. Eine un- sinnige Steigerung der GrundftückSpreise ist eingetreten. Selbst die „Schlestsche Ztg." hat scharfe Kritik an unserer Ansiedelungspolitik geübt. 62 999 Hektar hat die polnische Hand allein in Westpreußen und Posen gewonnen. Aufs schärfste muß ich dagegen Widerspruch erheben, daß die Mittel der Ansiedelungskommission auch zu einem Prachtbauc in der Stadt Gnescn benutzt werden sollen. Wir be- dauern, daß die Begriffe„religiös" und„national" sich derartig verwirrt haben."Die Agitation wird gefördert durch Versamm- lungen, wie sie der«Evangelische Bund" in Graudenz und Älogau hinter verschlossenen Türen abgehalten hat. Ich weih sehr wohl, daß eS Geistliche gibt, die(jegen die Autorität de» Staates zu Felde ziehen. Aber, das sind Einzelerscheinungen.(Widerspruch rechts.) Tun Sie Ihrerseits alles, den konfessionellen Riß, den auch Ge- heimrat Witting als daS schwierigste Moment in dem Kamps be- zeichnet hat, zu beseitigen!(Beifall im Zentrum.) Inzwischen ist ein Antrag des Abg. Dr. Arendt(fk.) ein- gegangen, der bedauert, daß in dieser Session die angekündigte Polenvorlage nicht vorgelegt sei. und verlangt, daß bei der nächsten Voxlage folgende GefjchtSP.nnkte berücksichtigt Wrdent 1. Situ meidung ungesunder Preissteigeküngest? 2. planmäßiger« Herckn» ziehung von Arbeitern; 3. Vereinfachung der Organisation der An- stedclungsbehörden. Abg. Dr. v. Skarzhnski(Pole): Für die Ansiedelungspolitik sind die bewilligten 456 Millionen Mark bis auf 21 Millionen ver- wendet worden, dazu verwendet worden, um die Ansiedelung über Wasser zu halten. Die Zunahme des deutschen Besitzes in der Provinz Posen ist im Hinblick auf die aufgewendeten Mittel ein lächerlicher Gewinnst. Aus meinen in der Kommission gemachten Vorschlag, die Ansicdelungskommission zu liquidieren, hat der Mi- nister das Gespenst der großpolnischen Gefahr an die Wand gemalt. Redner polemisiert sodann in längeren Ausführungen gegen An- gaben des Ministers v. Podbielski im vorigen Jahre. Das Anfiede- lungsgcsetz richte sich gegen die polnischen Arbeiter, die sich im Schweiße ihres Angesichts in Westfalen. Sachsen usw. im Sommer einige Groschen erspart hätten und sich nun ansiedeln wollten, um auf eigener Scholle zu sterben. Dir Enteignung sei eine Jakobiner- methode, aber er könne nachweisen, daß die Konservativen dem zu» stimmten. Wie ganz anders als die Preußen gegen die Polen hätten sich die Engländer gegen die Buren benommen. Die Polen ständen auf einer Insel, deren größere Hälfte die germanische Flut überspült habe. Sie kämpften den letzten Kampf auf Leben und Tod. Männer. Frauen und Kinder ständen auf Deck. Hier verhöhne man nur die Polen. Zuerst spreche man von Dankbarkeit, dann müßten die Ruthcncn herhalten, um die Regierung mit ihrer Mameluckcnhand zu decken. Wir gehen unserem Schicksal ruhig entgegen, denn wir wissen: Gottes Bühlen mahlen langsam, aber sicher. Wenn wir untergehen sollten, tun wir es mit dem Wunsche: exoriäre aliquis nostris ex ossibus ultor(Aus unseren Gebemen wird ein Rächer entstehen).(Beifall bei den Polen.) � Minister v. Arnim: Gesetze gegen die Polen sind nur deshalb er« lassen, weil die Polen ihre oberste staatsbürgerliche Pflicht, die Staats- bürgertrcue nicht hielten. 45 Jahre sind die Polen milde behandelt Zeitweilig hat man sogar um ihre Gunst geworben. Welches war der Erfolg? Eine dauernde Zunahme der Agitation! Da war Bismarck 1885 gezwungen, eine andere Politik einzuschlagen. Heute ist die Agitation noch schlimmer als 1885. Redner verliest eine Reihe Zeitungsartikel, um die polnische Agitation zu kennzeichnen. In einigen Artikeln wird Preußen ein zweites Tsuschima ge- wünscht. Niemand von uns macht es Freude, gegen die Polen vorzugchen, es ist aber ckirs necessitas(ehernes Muß). Wir geben uns nicht der Hoffnung hin. daß es gelingen wird, die Polen zu germanisieren, aber wir hoffen, durch eine gesunde deutscli« Be- völkerung einen Wall gegen die drohende polnische Gefahr errichten zu können. Wir müssen das Vordringen der Polen verhindern. Welche Maßregeln noch weiter durch die Gesetzgebung zu ergreifen sind, da« ist«ine Frage, die gegenwärtig Gegenstand der Berhand- lungen ist. Dem Abg. Graf Praschma erwidere ich. daß bei Gnesen nur eine einfache Kirche im Interesse der Ansiedler errichtet wer- den soll, nicht ein Prachtbau. Die Ansiedelung von Katholiken wollen wir gern fördern, es sind unS aber ungeheure Schwierig- ketten wegen der kirchlichen Versorgung katholischer Ansiedler ent- gegengctreten.(Beifall.) �.„.„„. Ein Regierungskommissar erklärt, daß durch das Entgegen- kommen des Erzbischoss in neuerer Zeit die Versorgung mit beut- schen Geistlichen sehr erleichtert worden sei. Abg. v. Oldenburg(k.): Meine politischen Freunde sind der Ueberzeugung, daß es sich bei dem Ansiedelungswerk um ein Kulturwerk ersten Ranges handelt, daß cS aber nicht die Hoffnung erfüllt hat, die wir in nationaler Hinsicht darauf gesetzt haben. Die Polen sind durch Friedrich den Großen Preußen geworden. sie tragen dem aber nicht so Rechnung, wie wir eS verlangen. (Beifall rechts.) Abg. Glatzel(natl.): Wenn das Zentrum unS unterstutzte so würden wir bald mit den Polen fertig werden. Ich freue mich, daß der Minister nicht nur neue Geldmittel fordern will, sondern auch eine Erweiterung der Machtmittel des Staates Bei der An- siedelungStätigkeit bedauern wir die Vielköpfigkeit der Leitung. die der deutschen Bewegung die Stoßkraft nimmt.— Die Ab- ffimmung über den Antrag Dr. Arendt bitten wir bis zur dritten Lesung auszusetzen. Wir werden nicht gegen den Antrag stimmen. wir wollen aber auch kein Mißtrauen gegen die Regierung zum Ausdruck bringen. Abg. v. Kardorff(fk.): Ueber die Einbringung des ersten AnsiedelungSgcsetzcs weiß vielleicht niemand so genau Bescheid wie ich. Gestatten Sie deshalb einige Worte darüber. Als Bismarck 1885 das erste AnfiedelungSgesetz einbrachte, ging ich zu ihm und hielt ihm se,ne große Rede vom 18. März 1867 vor. In dieser hatte der Fürst gesagt, daß die polnische Bauernschaft durchaus loyal sei und nicht daran denke, sich nach der polnischen Adels- Herrschaft zurückzusehnen. Da sagte mir der Fürst, er habe die Ab, ficht gehabt, großpolnischen Grundbesitz anzukaufen. Die National- liberalen hätten davon Wind bekommen und ihn wissen lassen, daß sie nur dafür zu haben wären, wenn eine großzügige Be- siedelung durch Bauern erfolge. Nun habe er gerade jetzt im Reichstag durch einen Antrag JazdzewSkl, der in der Justiz ein polnische» Protokoll neben dem deutschen einführen wolle, eine Niederlage erlitten, die von verhängnisvoller Wirkung auf«ufere Beziehungen zum Ausland gewesen fei. Er brauche jetzt eine eklatante Majorität, um im Auslände den Eindruck, al» ob er nicht mehr Herr im eigenen Haufe fei, zu verwischen. Da haben wir denn die Vorlage mit großer Majorität angenommen. Friedrich Wilhelm I. hat für die Besiedelung Ostpreußens 5 699 990 Taler ausgegeben. Friedrich II. hat in noch viel gigan- tischercm Maßstäbe Westpreußen besiedelt, ein Werk, das Goethe den Anlaß zum Schluß des zweiten Teiles seines„Faust" gab. Sollen wir da nicht auch ein Ausnahmegesetz schaffen kinuen? Wenn AuSnahmSweisezuständr bestehen, weshalb soll man nicht Auönahmsweiseverordnungrn machen? In dieser Beziehung sollte man etwas larer werden.(Heiterkeit.), Ich bitte um Annahme unseres Antrages.(Beifall rechts.) Das Haus vertagt die Wcitcrberatung auf ZicnStaa.>11 Uhx, Schluß 451! Uhr._ Hus der partei» Vorbereitungen zur Maifeier. SingenerelleSBerbot derMaifestzüge soll die bayerische Staatsregierung erlassen haben. Wie einige bürgerliche Blätter mitteilen, erging vom Ministerium des Innern an die Polizeibehörden Anweisung, keinerlei Festzüge, die mit der Maifeier zusammenhängen, zu gestatten. So hätte also der neue Polizeiminister, Herr v. Brettreich sein Regiinent mit einer groß- artigen Staatsretterwt eingeleitet, die ganz dem System seines Bor- gängerS entspricht. Zur Frage der Maifeier haben die freiorganisierten Arbeiter der SiemenS-Schuckertwerke in Nürnberg in folgender Weise Stellung genommen: von 2693 Verbands- Mitgliedern haben 2173 abgestimmt, für Arbeitsruhe stimmten 1126, gegen ArbeitSruhe 1917, der Sttmme enthielten sich 439. Mit den 1609. die nicht abstimmten, und den 430, die weiße Zettel abgaben. betrüge die Zahl derer, die sich nicht gegen die Feier erklärten, 1686, es fehlen also zur Zweidrittelmehrheit 148 Sttn,men. Der Obmann macht deshalb bekannt, daß der erste Mai in diesem Jahre nicht durch ArbeitSruhe begangen wird. Ein ultramontaner Schwindel wurde vor der D ü s s e l d o r f e r Strafkammer auf seinen Wert zurückgeführt. Zwischen Haupt- und Stichwahl sollte ein christlicher Flugblattverbreiter am Düsseldorfer Hafen von zwei Hafenarbeitern schwer mißhandelt worden sein. Der Flugblattverteiler sei unmenschlich zerstochen worden, hieß es in der bürgerlichen Presse. Vor Gericht stellte sich heraus, daß er nur eine unbedeutende Schramme davongetragen hatte. Wegen der Mißhandlung waren zwei Arbeiter angellagt, einer derselben hatte sogar vier Wochen in Untersuchungshaft zugebracht, wo ihm der katholische AnstaltZ-'eisiliche mehrere Jahre in Aussicht gestellt hatte- Zur Billettsteuerfrage. Die Angeklagten bestritten, fich überhaupt an irgend jemand, suchen, im Verwaltungsstreitverfahren den Rest des Gelbft bergriffen zu haben, auch mußte der Mißhandelte zugeben, daß die verwaltungsrechts zu schützen. jenigen, die auf der Anklagebank faßen, die Täter nicht sein könnten, weil er sie sonst erkennen müßte. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß die ganze Anklage auf Aussagen von Kindern beruhte. Und diese Kinder erklärten jetzt und hatten dieses auch direkt nach ihrer polizeilichen Vernehmung zu ihren Eltern gefagt, daß die Polizei anders berichtet, als sie ausgesagt. Nicht die Angeklagten hätten Streit mit dem Flugblattverteiler gehabt. Das Gericht tam zu einer Freisprechung und ist die bürgerliche Presse wieder um einen Terrorismusschwindel ärmer. Die Azione"-Affäre. ( Privattelegramm.) Rom, 22. April. Eine Syndikalistenversammlung botierte Sonntagnacht eine heftige Tagesordnung gegen den Parteivorstand. Die Redaktion der Azione" wird aufgefordert, ihren Posten zu behaupten. Der Ausschluß der Syndikalisten ist somit unvermeidlich. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Wegen Beleidigung der Amtshauptmannschaft Leipzig und der Gendarmerie verurteilte das Schöffengericht zu Leipzig den Genoffen M. Börner zu 80 M. und den Genossen Martin aus Liebertwolfwig als Leiter der Versammlung, in der Börner die Beleidigung angeblich begangen haben soll, zu 20 M. Geldstrafe. Soziales. -** Herr Justizrat Dr. Wreschner schreibt uns zu dem Konkurs der Kramerlicht- Gesellschaft: Geheimer Justizrat Dr. Krause ist nicht Gründer der Gesellschaft gewesen. Er war auch nie Vorsigender, sondern nur Mitglied des Im Rahmen seiner neueren Luftbarkeits- Steuerordnung hat Aufsichtsrats. aus dem er im März 1906 ausschied. Köln auch eine Billettsteuer eingeführt. Eine Ausnahmebestimmung Bei der Gründung handelte es sich um die Jllation eines befagt, daß befreit seien die Eintrittstarten bis zu 1,50 M. zu solchen stehenden Geschäfts und mehrerer Patente, welche Attiva mit Veranstaltungen, die vorwiegend Zwecken der Wissenschaft, der 1000 000 m. bewertet wurden, in die Gesellschaft, während 100 000 höheren Kunst, der Belehrung oder des Unterrichts dienen. Mark bar eingezahlt wurden. Von einer Unterbilanz hat der AufIn einem Rechtsstreit um die Anwendung dieser Ausnahme- fichtsrat nicht 6 Wochen, sondern erst nach mehr als 6 Monaten nach bestimmung entschied der Bezirksausschus, daß fie dem der Gründung Kenntnis erhalten. Er hat sofort versucht, durch Direktor Safemann vom Kölner Residenztheater zugute fomme, enderung in der Geschäftsführung und demnächst durch Zuführung weil fein Unternehmen, als ganzes betrachtet, ber höheren erheblicher barer Mittel seitens mehrerer bisheriger Gesellschafter, Kunst diene, wenngleich das leichte Genre bei ihm überwiege. darunter des Geheimen Justizrat Dr. Krause, die Gesellschaft zu Das Ober Verwaltungsgericht hob am Freitag halten, was leider nicht gelang. dies Urteil auf und berwies die Sache zu noch. maliger Entscheidung an den Bezirtsausschus. Die Begründung erging dahin: Unter:... vorwiegend den 3wecken der höheren Kunst dienen" sei zu verstehen, daß es sich um Veranstaltungen handeln müsse, bei denen ein höheres Kunitinteresse obwalte". Nun nehme der Bezirksausschuß an, daß nicht die einzelne Vorstellung als selbständiges Steuerobjekt anzusehen sei, sondern daß das Theaterunternehmen als Ganzes betrachtet Wertzuwachssteuer. Für das Jahr 1906/07 war der Ertrag der werden müsse. Das sei irrig. Die einzelnen Vorstellungen sollten Wertzuwachssteuer in Köln im Etat mit 20 000 m. eingestellt. Für vielmehr besteuert werden. Deshalb müsse in jebem ein- das Jahr 1907/08 hat man im Etat einen Ertrag von 80 000 M. einen Falle die Frage der Steuerfreiheit der fraglichen veranschlagt. Diese Tage muß als sehr niedrig bezeichnet werden, Billetts nachgeprüft werden. Somit müsse der Bezirksausschuß denn bisher hat die Steuer bereits 200 000 m. erbracht. Dabei ist feststellen, ob das in der hier strittigen Zeit allein gegebene Stüd in Köln die Steuer sehr minimal. Jedenfalls beweist der Erfolg in Eine tolle Nacht" nach Inhalt und Darstellung geeignet sei, ein Köln, daß die Wertzuwachssteuer eine sehr gute Einnahmequelle für höheres Kunstinteresse zu gewähren. Dabei sei auch die Mufit zu die Kommunen zu werden verspricht. berücksichtigen. Sollte die Prüfung durch Beiwohnung einer Borstellung nicht möglich sein, dann wären Sachverständige zu hören. Derartige Weiterungen und Zweifel folgen naturgemäß aus der in Preußen leider recht beliebten tulturwidrigen Besteuerung von Luftbarkeiten. Aus Induftrie und Handel. Bon der Konjunktur. Der frühere Zahnarzt" war selbst Gesellschafter und wurde als Vertrauensmann der Gesellschafter zum Geschäftsführer bestellt, engagierte selbst aber einen tüchtigen Geschäftsmann als Gehülfen. Dr. Krause hat niemals den geringsten Nutzen, wohl aber nicht unerhebliche Verluste aus dem Unternehmen gehabt. Die Handelsbücher der Gesellschaft find in Ordnung. Die Kunst Ein Kartell der Ansichtspostkarten- Fabrikanten. anstaltsbefizer Deutschlands und Desterreichs, welche sich mit der Massenherstellung von photographischen Postkarten befassen, haben auf zehn Jahre ein Kartell geschlossen zum Zwecke der Erhaltung guter" Preise. Gleichzeitig wurden diese um sechs bis sieben Prozent erhöht. Zum Selbstverwaltungsrecht der Ortskrankenkassen. Der Ortskrankenkasse Heerdt- Büderich bei Düsseldorf trat die Firma Brend'amour in Obertassel, eine größere Fabrik, bei. Die dort beschäftigten Arbeiter, Mitglieder der freien Gewerkschaften und zumeist Parteigenossen, hatten bald die Leitung der Orts trantentasse in Händen und führten zum Besten der Versicherten allerlei Reformen ein. Dem Bürgermeister( Aufsichtsbehörde) gefiel die Geschichte nicht und machte er dem Kaffenborstand Schwierigkeiten, die dieser aber in ganz energischer Weise aus dem Wege räumte. Plößlich ordnete der Bürgermeister an, bie Firma Brend'amour habe aus der Stasse zu scheiden und eine Betriebskasse zu gründen. Auf irgend einen Paragraphen des Krankenversicherungsgesetzes berief sich bei dieser Maßregel der Bürgermeister nicht. Alles Proteftieren der Geschäftsleitung fowohl als der Angestellten und Arbeiter half nichts. Eine Be- ftüde zu kaufen, werden als tollkühn betrachtet. Von Beleihungen schwerde des Kassenvorstandes auf Antrag der Generalversammlung ist wenig zu sprechen; sehr vereinzelt treten erststellige Hypotheken an den Minister für Handel und Gewerbe ist jetzt, nach sieben in befter Borortlage zum Binsfuße von 4-4 Proz. auf, im Norden Berlins ist viel angeboten, ohne Nehmer zu finden; das Material Doch genügte dem Bürgermeister die vorgenommene Reinigung" noch nicht. Einige Angestellte und Arbeiter der dürfte sich dort am 1. Oktober zu erhöhten Zinssägen ansammeln. genannten Firma waren nämlich, weil sie dazu gefeßlich berechtigt Aus der rheinisch- westfälischen Industrie berichtet der Korrespondent waren, freiwillige Mitglieder der Ortstasse geblieben. Giner der des B. T." unter anderem: Beide Momente, Arbeitermangel und selben, der großes Vertrauen genießt, ist Borsigender der Kaffe. Waggonmangel, sprechen für die Gunst der Konjunktur, aber auch Die größte Steigerung zeigt sich von 1905 auf 1906. Eine Diefe freiwilligen Mitglieder hat der Bürgermeister Kraft sie täuschen nicht darüber hinweg, daß sich besonders von seiten der ähnlich starke Zunahme war 1907 ausgeschlossen. Besondere UmGeſetz", wie es so hübsch in der Verfügung heißt, aus der Kaffe Händler in neuerer Zeit eine starke Zurüdhaltung geltend macht.... stände traten eben zusammen, um die Steigerung im Jahre 1906 so ausgeschlossen. Er stellt sich auf den Standpunkt, daß die Aufsichts. Diese Zurichaltung wird bei den Produzenten der Fertigfabrikate groß zu machen. Auf der einen Seite waren die Einnahmen aus behörde das Recht hat, derartige Maßnahmen zu treffen. Gegen diese Verfügung ist nun wieder von den Betroffenen als auch von am ehesten fühlbar und zudem auch am schwersten. Denn in dem dem Güterverkehr im ersten Quartal 1905 außergewöhnlich niedrig, dem Kassenvorstand Beschwerde erhoben worden. Eine start be- Augenblick, in dem bei ihnen sich die Notwendigkeit einstellt, die und zwar infolge des Bergarbeiterstreits; auf der anderen Seite suchte Mitgliederversammlung hat protestiert. Verkaufspreise zu ermäßigen, müssen sie beim Einkauf der Rohstoffe waren die Einnahmen im ersten Duartal aus dem schon erwähnten zollpolitischen Grunde ausnahmsweise hoch. und des Halbzeuges noch Preiserhöhungen bewilligen." Chronit der Preiserhöhungen. Die Sonn- und Regen schirme werden um 20 Proz. verteuert. Trotzdem durch den Ueber die Situation auf dem Berliner Stein- und Biegelmarkt neuen Bolltarif der Eingangszoll für 8itronen in Wegfall gewird über Geschäftsstille berichtet. Um nicht zu Breistonzeffionen tommen ist, sollen jegt Bitronen und 8itronenprodukte gezipungen zu werden, haben die Ziegeleien befchloffen, die Bro- eine ganz bedeutende Breissteigerung erfahren. Begründet wird duktion einzuschränken. Aber jetzt schon find beffere Sorten, wie dies damit, daß die Zitronenprodukte( Limonade, Essenz usw.) in Hartbrand und Rathenower Handsteine und solche zu Rohbauten im Zukunft echter wie bisher hergestellt werden sollen, wodurch die Preise gewichen. Am Baustellenmarkt war die Stille ebenso drückend Nachfrage nach Zitronen stärker geworden sei, was ein Hinaufwie im Steinhandel. Diejenigen, die noch den Mut finden, Grund- schnellen der Preise für diese Südfrüchte zur Folge gehabt habe. Monaten, noch nicht beantwortet. Bei dem Protest sollten es die Arbeiter nicht bewenden lassen, auch nicht bei der Beschwerde an den Minister, sondern sollten Achtung! Der Güterverkehr im laufenden Jahre. Seit 1901 bewegten sich die Einnahmen aus dem Güterverkehr während des ersten Bierteljahres in Mart wie folgt: 1902 1903 1904 255 732 572 280 671 470 0 302 622 654 1905 1906 1907 302 961 428 357 128 585 6 372 857 315 Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands 11901.4.A ( Zweigverein Berlin). Dienstag, den 23. April, abends 8% Uhr: 30 Bezirks- Versammlungen aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen n. Bezirke der Maurer Bezirk Westen bei Zühlke, Dennewigstr. 13. in folgenden Lokalen: " Schöneberg bei Obst, Meiningerstr. 8. Südwesten bei Dinda, Gneisenauftr. 67. " Süden im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Südosten bei Graumann, Naunynstr. 27. " " " " Often I in der Königsbank, Große Frankfurterstr. 117. Often II im Elysium, Landsberger Allee 40/41. Nordosten bei Boeker, Weberstr. 17. Norden I u. Il bei Groterjan, Schönhauser Allee 130. Oranienburger Vorstadt in den Borussia- Sälen, Ackerstr. 6/7. Wedding im Kolberger Salon, Rolbergerstr. 23. Moabit im Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Bahlstelle Charlottenburg im Volkshause, Rofinenſtr. 3. Riedorf bei Heickhaus, Karlsgartenstr. 6-11. Wilmersdorf im Luisenpark, Wilhelms- Aue 112. 139/1 " Bahlstelle Steglit bei Schellhase. Abends 7%, Uhr. Friedenau bei Grube, Raiser Allee. " " Gr.- Lichterfelde bei Reisen, Chauffeestr. 104. Behlendorf bei Mickley, Potsdamerstr. 25. Mariendorf bei Borgfeld, Feldstr. 44. " Marienfelde bei Jaruszewski, Riepertstr. 3. " " Schmargendorf bei Bartel, Warnemünderstr. 6. Johannisthal bei Alb. Cobin, Roonstr. 2. Ober- Schöneweide bei Dellmann, Wilhelminenhofstraße 79. " " Friedrichsberg bei Weigelt, Türrschmidtstr. 45. Friedrichsfelde bei Haberland, Wilhelmstr. 39. Weißensee bei Schmutz, Rönigs- Chaussee 38. Pankow vei Clemen, Wollantstr. 122. Reinickendorf bei Knebel, Hauptstr. 51. Tegel bei Schmidt, Schlieperftr. 64. " " In diesen Versammlungen soll durch Abstimmung über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches entschieden werden. Verbandskollegen! Erscheint Mann für Mann in diesen hochwichtigen Versammlungen! Die Verbandsleitung. 3. A.: E. Thöns. KAVFHAVES WESTENS G.M.B.H. GESTREIFTE KLEIDERSTOFFE Bandstreifen werden in dieser Saison besonders bevorzugt und bringen wir letztere in den apartesten Dessins und Ausführungen. 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Einzelne unrichtige Zahlen in dem gedruckten Bericht seien auf Schreib- oder Druckfehler zurückzuführen, die deshalb nicht korrigiert werden konnten, weil die Zeit fehlte, den Druck vor der Ausgabe noch einmal mit den Manuskripten zu vergleichen. Nun wurde die Diskussion eröffnet. Hensel beklagt sich darüber, daß der Vorwärts" ein bon ihm, dem Redner, abgesandtes Telegramm nicht abgebrudt habe, welches Mitteilung machte von einem Fleischerstreik in Eisenberg. Auf sein Ersuchen sei die betreffende Notiz erst später im Vorwärts" veröffentlicht worden. Auch eine Mitteilung, welche das Publikum zum Boykott der aus Eisenberg stammenden Thüringer Burst auffordert, habe der" Borwärts" nicht abgedruckt. Grund wäre ihm angegeben worden, Aufforderungen zum Boykott fönne der Vorwärts" nur dann bringen, wenn derselbe bom Barteivorstand und der Gewerkschaftskommission genehmigt sei. Redner meint, nach Lage der Sache sei das in diesem Falle nicht nötig gewesen. Als Fendrich beschwert sich darüber, daß der Zentralvorstand einen von ihm gestellten Antrag dem zweiten Wahlkreise überwiesen habe, weil der Verband ein solcher von Vereinen sei, der keine Einzelmitglieder kenne. Der Redner hält diese Stellungnahme des Zentralvorstandes nicht für berechtigt. Hoffmann- Nowawes erklärt den Standpunkt des Vorstandes zur Konsumgenossenschaftsbewegung als durchaus berechtigt. Wenn die Konsumbereine offiziell durch die Bartei unterstützt werden sollen, dann müßte die Partei auch eine Kontrolle über die Konsumvereine ausüben können und es würde dann manches in den Konsumvereinen, was die Partei nicht billigen kann, ge= ändert werden müssen. Der Antrag wird angenommen. Dienstag, 23. April 1907. denselben überzeugend klar zu machen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, gemeinsam mit den deutschen Arbeitern gegen die kapitalistische Ausbeutung zu kämpfen, empfiehlt es sich, daß der Vorstand von Groß- Berlin zusammen mit der Agitationstommission des" Polnischen sozialistischen Vereins in Berlin" die hierzu notwendigen Vorbereitungen trifft. Beim nächsten Punkt der Tagesordnung: befürwortet Eugen Brückner folgenden Antrag: Parteiangelegenheiten Die Generalversammlung beauftragt den Zentralvorstand, in Erwägung darüber einzutreten, ob nicht durch Flugblattver breitung unter den sogenannten Sachsengängern für die sozialistischen Ideen Propaganda zu betreiben ist. Der Redner führt aus, solche Flugblätter seien in polnischer und ruthenischer Sprache abzufassen und den ländlichen Wanderarbeitern auf ihrer Durchreise durch Berlin an den Bahnhöfen zu übermitteln. Das sei eine gute Gelegenheit, um diese Arbeiter, an die wir sonst nicht herankommen, mit unseren Ideen bekannt zu machen. Hoffmann- Nowawes meint, dem Antrage stehen be deutende Schwierigkeiten entgegen. 50 Proz. der betreffenden Arbeiter fönnten nicht lesen, man könne ja auch nicht wissen, welche Sprache die Arbeiter, die man gerade antreffe, sprechen.- Stadthagen ersucht um Annahme des Antrages, der mit Freuden zu begrüßen sei. Die Schwierigkeiten dürften uns nicht schrecken. Der Antrag wird hierauf angenommen. Beglin spricht über den Ernst bemerkt, mit der letzten Anregung des Vorredners habe sich der Zentralvorstand befaßt, die Kreise haben aber beschlossen, baß jeder für sich Eintrittsgeld erhebt, welches zum Eintritt in alle Lofale des betreffenden Kreises berechtigt. Der Kassierer Böste gab einige Erläuterungen zu dem gedruckten Kassenbericht. Er bemerkte zum Schluß, die Parteitasse Der Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins Berlin in Frage fommt, geschehen könne, empfehle er von den es sei notwendig, ihr neue Mittel zuzuführen. Damit das, soweit und der Umgegend hielt seine Generalversammlung am Sonntag Anträgen, welche eine Erhöhung der Beiträge fordern, die Anim Germaniasaal in der Chausseestraße ab. Der Verbandsvor- nahme desjenigen, der die größte Erhöhung verlangt. fibende Ernst eröffnete die Versammlung. Er gedachte der im lebten Halbjahr verstorbenen Genossen und widmete dem Andenken Ignaz Auer einen warm empfundenen Nachruf. Die Anwesenden erhoben sich während dieser Worte von den Plätzen. trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Den Hierauf Bericht des Vorstandes erstattete ernst. aus dem gedruckt vorliegenden Bericht sei zu ersehen, daß der Vorstand eine Fülle von Arbeit zu erledigen hatte. Im Oktober mußte in die Agitation zur Nachwahl im 8. Kommunal- Wahlbezirk eingetreten werden. Wir hatten den Erfolg, daß Genosse Dupont im 8. Bezirk gewählt wurde. In diefelbe Zeit fielen auch die Beisikerwahlen zum Gewerbegericht. Arbeit. geberbeifiber brachten wir nur in einem Bezirk durch. Zu den Wahlen der Arbeiterbeisitzer hatte das Gewerkschaftskartell beim Zentralvorstand von Groß- Berlin beantragt, daß den dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften eine ihrer Mitgliederzahl entsprechende Anzahl von Beisigern zugestanden werden. Der Zentralvorstand ist der Meinung, daß die Wahl der Arbeiterbeifißer eine Angelegenheit der Gewerkschaften ist, er hat deshalb das Kartell bedeutet, sich mit der Berliner Gewerkschaftskommission wegen der Wahlen in Verbindung zu sehen. Was die Wahl selbst betrifft, so sind ja die Kandidaten der Gewerkschaften gewählt, jedoch war die Beteiligung der Wähler bei weitem nicht so start, wie es Maifeieraufruf des Parteivorstandes. gewünscht werden muß. Weiter galt es, die Agitation für die Wie ein Blitz aus heiterm Himmel habe dieser Aufruf die für die Nachwahl im dritten Berliner Landtagswahlkreise zu betreiben. Die Agitation hatte einen Erfolg, wie man ihn wünschen kann. Maifeier begeisterten Arbeiter getroffen. Der Parteivorstand möge Freythaler und Weber erwiderten auf die Ausführungen ja gute Absichten haben, aber gerade jebt, wo der Kapitalismus Wenn wir auch keinen Abgeordneten durchbrachten, so hatten wir Hensels, er habe sein Telegramm an die Buchdruckerei so frech sein Haupt erhebt und gegen die Arbeiter vorgeht, sei es doch den Erfolg, daß die Freisinnigen, welche diesen Kreis als ihre adressiert, deshalb sei dasselbe der Redaktion verspätet zugegangen. notwendig, daß sich die Arbeiter fest zusammenschließen. Der Auffeste Domäne betrachteten, erst in der Stichwahl den Kreis ge- Hinsichtlich des Boykotts müsse Hensel doch wissen, daß schon seit ruf bezwede das Gegenteil, es würde besser sein, wenn er unterwinnen konnten. Sicher werden wir, wenn die Neueinteilung längerer Zeit so gehandelt werde, wie ihm gesagt wurde. blieben wäre. Der Aufruf blase zum Rückzug. Das hätte der der Landtagswahlkreise erfolgt ist, einige Landtagsabgeordnete in Schüße fagte, er sei nicht einverstanden mit der Haltung Parteivorstand den Gewerkschaften überlassen sollen, die schon Berlin durchbringen. Von konsumgenossenschaftlicher Seite war des Zentralvorstandes zur Konsumgenossenschaftsbewegung. Er selber zum Rüdzug blasen würden, wenn es ihnen angebracht der Vorstand zu einer Sibung mit diesen und Gewerkschaftsver- habe erwartet, der Zentralvorstand hätte sich unbedingt für die scheine. Der Parteivorstand sei zu weit gegangen. Die Ver tretern eingeladen. Es handelte sich um Einsehung einer Kom- Konsumgenossenschaften aussprechen müssen. Die Partei müsse fammlung solle erklären, daß der Aufruf als unverbindlich zu bemission zur Agitation für das Genossenschaftswesen. Der Vorstand diese Bewegung unterstützen. trachten sei. Wir seien noch lange nicht so weit, uns niederreiten steht der Konsumbereinebewegung wohlwollend gegenüber, er ist zu lassen. Es sei zu wünschen, daß sich die Arbeiter Berlins recht aber der Ansicht, daß eine attive Beteiligung der Partei diese Berege an der Maifeier beteiligen. Ferner wünscht der Redner, wegung eher hindern als fördern könnte. Der Verband der daß die einmalige Bezahlung eines Eintrittsgeldes zur Maifeier Schneider ersuchte den Vorstand um Unterstüßung der Agitation der. Partei für jedes Festlokal in jedem Kreise gelte und nicht für die Einrichtung von Betriebswerkstätten. Der Vorstand hat jeder Kreis besonders Eintrittsgeld erhebe. den Parteigenossen empfohlen, dieser Angelegenheit ihre Unterstübung angedeihen zu lassen und die Zahlabende haben sich mit Zweidrittelmehrheit dafür ausgesprochen. Es ist nun Pflicht der Wels beantragt, die von Hensel borgebrachte Angelegenheit Genossen, dem nachzukommen und die Bewegung der Schneider aus der Diskussion auszuscheiden, da dieselbe nach dem Statut vor dadurch zu unterſtüßen, daß nicht in den vom Schneiderverband die Preßkommission, aber nicht vor die Generalversammlung Singer führte als Vertreter des Parteivorstandes aus: Als boykottierten Geschäften getauft wird. Auch zur Bekämpfung der gehöre. der Parteivorstand seinen Aufruf erließ, war er sich nicht im Heimarbeit hatte der Vorstand Stellung zu nehmen. Er erklärte Zweifel darüber, daß er etwas tue, was einem großen Teil der sich natürlich auch in dieser Angelegenheit zur Unterstützung der Ewald erklärt sich mit dem Bericht des Vorstandes einver- Genossen im ersten Augenblid unangenehm sein werde. Der Gewerkschaften bereit. Infolgedessen wurde ein Flugblatt in standen und führt aus: Auf dem Lande sei die Beschaffung von Parteivorstand ist mit den Genossen natürlich darin einig, daß die 850 000 Exemplaren verbreitet und 16 Versammlungen zur Be- Lokalen schwierig und kostspielig und die Abhaltung von Ver- Arbeitsruhe die würdigste Form der Maifeier ist. Wo durch tämpfung der Heimarbeit fanden statt. Gegen Fleischnot und fammlungen deshalb sehr beschränkt. Es würde sich darum Arbeitsruhe demonstriert werden kann, da soll es geschehen. Wir Bollwucher wurden am 13. November 75 Versammlungen ab- empfehlen, mehr wie bisher durch Flugblätter zu agitieren, die sind der Meinung, daß dieser Grundsatz für Berlin aufrecht ergehalten und eine Million Flugblätter zu diesem Zweck verbreitet. jedesmal bei politischen Ereignissen im Reichstage herausgegeben halten werden muß. Aber unsere eigenen Wünsche müssen zurüc Ein in der Agitationskommission vorgebrachter Wunsch der Ge- werden müßten. So würde man ein Gegengewicht gegen die treten, wo höhere Interessen auf dem Spiele stehen. Es wäre ein nossen der Neumark, für diesen Kreis ein eigenes Preßorgan zu Landratspresse schaffen. schlechter Parteivorstand, der nicht offen und ehrlich aussprechen gründen, mußte, abgelehnt werden, weil die für die Provinz beErnst bemerkte in seinem Schlußwort, der Zentralvorstand wollte, was er im Interesse der Partei für notwendig hält, selbst stehenden Parteiblätter dadurch geschädigt würden, so lange die habe doch in der von ihm beschlossenen, im Bericht abgedruckten wenn es einem Teil der Genossen unbequem sein sollte. Wenn Zahl der Abonnenten nicht größer sei wie jetzt. An die Preß- Resolution teinen Zweifel darüber gelassen, daß er der Konsum- es nach unseren Wünschen ginge, dann müßte jeder klaffenbewußte tommission hatten die Spandauer Genossen den Antrag gestellt, genossenschaftsbewegung durchaus wohlwollend gegenüberstehe. Arbeiter den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern. Aber die Tatsachen für ihren Ort eine besondere Beilage des„ Vorwärts" zu schaffen. Fendrich gegenüber sagte der Redner, der Vorstand habe gar nicht sind harte Dinge, fie richten sich nicht nach unseren Wünschen. Mehrere Sizungen beschäftigten sich mit diesem Antrage, er wurde das Recht, Anträge von Wahlvereinsmitgliedern zu behandeln und Wer an führender Stelle steht, muß sich dessen bewußt sein, daß aber abgelehnt, weil sonst auch den anderen größeren Vororten so die Wahlvereine zu übergehen. Die Kritit, welche an dem seine Beschlüsse und Handlungen Konsequenzen haben. Wir müssen dasselbe Recht eingeräumt werden müßte, welches Spandau be- Vorstand geübt wurde, sei ja recht glimpflich gewesen, ein Zeichen, uns fragen, ob wir diese Konsequenzen ohne Schaden für die anspruchte. Es sei aber doch nicht möglich, jedem Vorort eine daß die Genossen dem Vorstand Vertrauen entgegenbringen. Allgemeinheit durchführen können. Nach unseren Parteitags besondere Beilage zu gewähren. Die Lokalkommission hat die Hierauf wurde die Entlastung des Vorstandes beschlossen. beschlüssen ist die Arbeitsruhe kein unbedingtes Erfordernis bei Lotalliste über die ganze Provinz ausgedehnt; die Parteigenoffen Es folgte die der Maifeier. Wenn wir das anerkennen, müssen wir fragen, wie werden ersucht, die Liste zu beachten. Der Vorstand ist dem ihm Wahl des Vorstandes. steht es in diesem Jahre mit der Maifeier. Niemand in der Partei gewordenen Auftrage, den preußischen Parteitag vorzubereiten, Sie hatte, gemäß den Vorschlägen der Kreise, folgendes Ergebnis: wird bestreiten, daß wir durch politische und wirtschaftliche Vernachgekommen. Die Reichstagswahlen verhinderten die festgesetzte 1. Kreis: Woldersty, Dieseler, Ege, Schuster. hältnisse in eine Situation gefommen sind, wo das UnternehmerAbhaltung des preußischen Parteitages. Es ist nun gewünscht 2. Kreis: Schwemte, Meyer, 3inte, Schröder, tum lebhaft wünscht, in Kämpfe mit den Arbeitern zu geraten, worden, derselbe folle zu Pfingsten abgehalten werden. Das hält Königs. 3. Kreis: Pohl, räter, Gehrmann, König. um seine Macht über dieselben mehr als bisher geltend zu machen. der Aktionsausschuß jedoch nicht für angebracht, weil zu Pfingsten 4. Kreis: Hoffmann, Mann, Büchner, Sadelbusch. Wir stehen am Anfang einer wirtschaftlichen Krise und gehen einer biele gewerkschaftliche Kongresse stattfinden, auch wirtschaftliche Rott, Rusche, Laaser. 5. Kreis: Wels, Kämpfe nehmen um diese Zeit die Genossen in Anspruch, so daß Hahnisch, Liepmann. 3ucht, Beit entgegen, wo der in einer Krise verwidelte Kapitalismus ein die Abhaltung des preußischen Parteitages zu nächste Weihnachten Dobrohlaw, Henschel, 6. Kreis: Ernst, Bittorf. Intereffe hat, die Arbeiterbewegung noch mehr als bisher anzuRosenow, Janke, Karl feinden. Hiernach läßt sich nicht leugnen, daß der gegenwärtige verschoben ist. Die vom Verband herausgegebene Geschichte der Schulz, Mars. Teltow- Beeskow: Wollermann, Bösle, Moment der allerungeeignetste ist, um schwere Kämpfe mit dem Arbeiterbewegung Berlins liegt jetzt in ihrem ersten Teil vor. Biets, Hoffmann, Heinrichs, Fischer, Küter, Unternehmertum heraufzubeschwören. Das Unternehmertum ist Wenn auch vielleicht manches an dem Buche bemängelt werden Rohr. Niederbarnim: Freiwaldt, Aubig, Riet, tann, so steht doch das eine fest, daß es ein gutes Quellenmaterial Jakobsen, Schmuß. des Glaubens, daß uns die Reichstagswahlen eine Niederlage be enthält und eine Fundgrube für jeden bietet, der sich über die Freythaler, Grunwald, Peutert. Revisoren: Schmidt, klamim, reitet haben, sein Machttißel ist in einer Weise geschwollen, daß es jede Gelegenheit benußen wird, um seine Uebermacht über die Berliner Arbeiterbewegung informieren will. Der Extrazahl= Von den vorstehend Genannten wählte die Versammlung die Arbeiter geltend zu machen. Das Unternehmertum glaubt, es sei abend am 23. Oktober, welcher der Aufnahme der Statistit diente, Genossen Ernst als 1. Vorsitzenden, Liepmann als Schrift. iezt an der Zeit, die Arbeiterbewegung zu zerstören. Wir haben war, entgegen den Verleumdungen durch bürgerliche Blätter, sehr führer und Böste als Kassierer. mit der Tatsache zu rechnen, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai in gut besucht. 53 000 Mitglieder haben sich an dem Zahlabend beteiligt. Aus der Statistik geht hervor, daß die meisten der Wahlvielen Fällen den Unternehmern willkommenen Anlaß zu Aussperrungen geben wird, um einerseits den Arbeitern die Macht bereinsmitglieder in der Mitte der dreißiger Jahre stehen. Das des Unternehmertums fühlen zu lassen, andererseits, um die dumme Gerede der Gegner, unsere Parteigenossen seien in der Zu diesem Punkt liegen verschiedene Anträge aus den Wahl- Folgen der Krise von den Unternehmern abzuwälzen. In seinem Mehrzahl grüne Jungen, wird dadurch am besten widerlegt. Eins vereinen vor. Zuerst werden die Anträge behandelt, die sich auf fapitalistischen Interesse wünscht jeßt das Unternehmertum Konaber, was die Statistit ergab, muß aufs tiefste bedauert werden, Eintrittsgeld und Beitrag beziehen. Nach kurzer Diskussion flifte mit den Arbeitern. Durch die Arbeitsruhe würden also große nämlich, daß 10 Proz. der Wahlvereinsmitglieder nicht gewert werden Anträge des vierten und des Teltow- Beestower Kreises wirtschaftliche Kämpfe entfesselt, die nicht vorübergehend, sondern schaftlich organisiert sind und daß 6000 nicht den Vorwärts" lesen. angenommen. Danach soll in den Kreiswahlvereinen vom 1. Juli von langer Dauer sein werden. Der Ausgang solcher Kämpfe Es muß dafür gesorgt werden, daß jedes Mitglied der Wahlvereine, ab ein durch Marken zu quittierendes Eintrittsgeld von 20 Pf. würde in der gegenwärtigen Situation nicht zum Siege der jeder, der sich zu den Klassentämpfern zählt, auch der gewerkschaft- erhoben und jedem neu eintretenden Mitgliede die Broschüre Arbeiter, sondern zum Siege der Unternehmer führen. Wenn die lichen Organisation angehört und die Parteipreffe lieft. Als Grundsäße und Forderungen der Sozialdemokratie" unentgeltlich Situation augenblicklich so wäre, daß die Arbeiter große Stämpfe der Reichstag aufgelöst wurde, da freuten wir uns, daß uns die geliefert werden. mit den Unternehmern führen können, dann würde der ParteiWahlbewegung wieder lebhafte Parteiarbeit brachte. Die Einigkeit Zur Beitragsfrage wird der vom sechsten Kreise gestellte, vorstand gewiß nicht von solchen Kämpfen abraten. Die Maifeier in unserer Partei ist ja nie größer als in den Zeiten, wo wir von renthaler begründete weitgehendste Antrag, welcher die foll teineswegs aufgehoben werden, sondern da, wo ohne Schädigung mit den Gegnern zu kämpfen haben. In der Wahlbewegung sollte Erhöhung des Beitrages auf 35 Pf. monatlich befürwortet, nach durch Arbeitsruhe demonstriert werden kann, soll es geschehen. ja auch unsere jebige Organisation zeigen, daß sie imftande ist, furzer Distussion abgelehnt und der Antrag des Aktionsausschusses, Aber es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, wo die Arbeitsruhe erzwungen die große Arbeit, welche ihr eine solche Bewegung auferlegt, zur der sich mit einem Antrage des dritten Kreises deckt, angenommen. werden kann. Es ist ein Att der Klugheit, wenn die Arbeiter den Zufriedenheit aller Genossen zu erledigen. Und sie hat es ge- Gr lautet: Rampf nicht zu einer Zeit aufnehmen, wo er keine Aussicht auf leistet. Ohne Ruhmredigkeit tönnen wir sagen, daß die Wahl- Der Monatsbeitrag in den Kreiswahlbereinen ist vom 1. Juli Erfolg bietet. Von Aufhebung der Maifeier ist keine Rede. In arbeiten in Groß- Berlin gute Erfolge brachten. Berlin hat sich ab auf 30 f. zu erhöhen. Berlin haben ja auch schon mehrere Gewerkschaften Arbeitsruhe gut gehalten, wir freuen uns der Erfolge, die wir errungen haben. Anträge des zweiten, dritten und, Niederbarnimer Kreises beschlossen. Berlin wird also seine Vormittagsversammlungen Nachdem am 13. Dezember der Reichstag aufgelöst war, hielt fordern eine andere Festsetzung der auf einen Delegierten ent- haben, wo zugunsten der Forderungen des Proletariats durch der Zentralvorstand am 14. eine Sigung ab, um die erforderlichen fallenden Mitgliederzahl. Bittorf beantragt, der Zentral- Arbeitsruhe demonstriert wird. Das Interesse der Partei erMaßnahmen zu beraten, am 16. wurden die Sammellisten zum vorstand solle diese Angelegenheit beraten, sie den Streifen unter- fordert es, daß die Arbeitsruhe da vermieden wird, wo sie Kämpfe Wahlfonds ausgegeben, am 18. stellten die Wahlvereine ihre Kan- breiten und der nächsten Generalversammlung eine Vorlage ein zur Folge hat. Daß die Auffassung des Parteivorstandes richtig didaten auf und am 23. wurden 1045 000 Flugblätter verbreitet, reichen. Dieser Antrag wird mit 531 gegen 439 Stimmen an- ist, dafür gibt uns Hamburg einen Beweis. Was Genosse Zeglin welche zur Einsicht in die Wählerliste aufforderten. Die weitere genommen. an der Haltung des Parteivorstandes tadelt, das haben die HamWahlarbeit wurde dann von den einzelnen Kreisen verrichtet. Anträge des zweiten und bierten Kreises, die eine Berburger Schauerleute dem Parteivorstand gedankt. Sie konnten, Wenn unsere Wahlerfolge im allgemeinen auch nicht unseren Er- billigung des Vorwärts" beziehungsweise Einrichtung ihren Kampf beenden durch teilweises Entgegenkommen der Unterwartungen entsprechen, so ist zu bedenken, daß unsere Gegner in bon Wochenabonnements fordern, werden damit begründet, daß, nehmer und durch ihren Verzicht auf die Arbeitsruhe am 1. Mai. so gemeiner Weise gegen uns arbeiteten, daß ihnen keine Lüge, wenn den Anträgen stattgegeben werde, der Vorwärts" eine Diesen Entschluß fonnten sie nach den Aufruf des Parteivorstandes feine Verleumdung zu schändlich war, wenn sie nur gegen uns weitere Verbreitung finden würde. Dagegen wird eingewendet, faffen. Unsere Parteitagsbeschlüsse fordern nicht, daß um jeden ausgenutzt werden konnte. Wir können mit dem ersten Jahr der Preis und die Abonnementsform seien der Verbreitung des Preis die Arbeit ruhen soll, sondern die Arbeitsruhe wird nur der Arbeit unserer Organisation zufrieden sein, haben wir doch Blattes nicht hinderlich, es seien nur Ausreden, wenn Leute, die unter der Vorausseßung gefordert, daß sie ohne Schädigung der seit Bestehen derselben einen Zuwachs bon 23 000 Mitgliedern zu den Vorwärts" nicht halten wollen, sagen, er sei ihnen zu teuer. Arbeiterinteressen durchgeführt werden kann. Jezt, wo die Scharfberzeichnen und die Zahl der Vorwärts"-Abonnenten hat um Wels beantragt, diese Anträge den Instanzen zu überweisen, macher nur darauf warten, einen Kampf gegen das Koalitionsrecht 25 000 zugenommen. Zur Erledigung seiner Geschäfte hielt der welche nach dem Statut über die Angelegenheiten des Vorwärts" au führen, sollten wir ihnen keine Gelegenheit zum Kampf geben. Zentralvorstand im lebten Halbjahr 11 Sibungen ab, ferner zu beschließen haben, nämlich der Breßtommission und dem Partei- Die Macht der Sozialdemokratie wird nicht dadurch verringert, daß 16 Sigungen mit dem Aktionsausschuß und 7 mit anderen Körper- vorstand. Der Antrag Wels wird angenommen. wir den Gegnern zeigen, daß wir fühl und ruhig die Situation schaften. Im Verbandsbureau waren 1559 Ein- und 5292 Aus- Folgender Antrag des vierten Kreises wird nach kurzer Be- betrachten und uns alles reiflich überlegen, ehe wir zu den Waffen gänge zu verzeichnen, 457 Referenten wurden vermittelt. Wenn gründung angenommen: greifen. Dem Reichstage foll ja ein Vereinsgesetz vorgelegt unsere Organisation so wie bisher weiter arbeitet, werden weitere Um eine intensivere Agitation unter den in Berlin und werden. Alle Parteien spielen sich jetzt als Freunde der Sozial. Erfolge sicher sein. Umgegend wohnenden Bolen wirksamer entfalten au tönnen und reform und der Sicherung des Vereinsrechts auf. Wir wollen " -Der nächste Punkt der Tagesordnung lautet: Verbandsangelegenheiten. " " abwarten, ob der Hottentottenblod mit dem antinationalen Block zusammengehen wird, wenn es gilt, ein neues Vereins- und Ver Sammlungsrecht zu schaffen, bei dem das Koalitionsrecht in vollem Des Landrats Majestät. Friedrichsdorf, b. 28. 11. 06. Dem Kämmerer Sp. in 6. Fordere Sie nochmals auf, unverzüglich hier die Stelle anzutreten. Die ganze Gegend verlangt es, daß ich Sie zum Anzug zwinge; als Beispiel für ihre anderen Mitmenschen; anderenfalls werden Sie alle 3 Wochen mit 60 M. bestraft und zwar bis zum 15. Oktober 1907; folches schreibt das Gesez bor. Ich lasse von meiner Forderung nicht ab! Das zu leistende Strafgeld würde zum 15. Oftober 1907 zirka 950 M. betragen oder entsprechende Freiheitsstrafe. Vielleicht trägt Ihr Herr die Kosten? Jedenfalls ich werde nicht müde mit meiner Forderung, also ziehen Sie an und bestellen Sie baldmöglichst die notwendigen Fuhren. Ein magerer Bergleich ist besser wie ein fetter Prozeß. Sämt liche Herren der Gegend zwingen mich zu meiner Forderung.( Die gesperrt gedruckten Steller sind im Originalbrief unterstrichen.) Prellwig." = Im Eilenburger Rathause hätte man es gern gesehen, wenn Umfange gewahrt wird. Nehmen wir an, die Arbeitsruhe am bei den Wahlen zum Provinzialrat der Bürgermeister gewählt 1. Mai wird durchgeführt gegen den Widerstand der Unternehmer, worden wäre, damit die Stadt in der Körperschaft eine VerSie führt zu langen wirtschaftlichen Kämpfen, bei denen es ja ohne Reibungen nicht abgeht. Nehmen wir an, der Kampf dauert, falls tretung habe. Als er nicht gewählt wurde, woran nach Andie vorhandenen Mittel dazu ausreichen, monatelang und mußnahme der Herren die Stellungnahme des Landrats v. Busse schuld fchließlich aus Mangel an Mitteln abgebrochen werden. Salten fein sollte, machte der Magistrat in folgendem, bem Landrat zuSie das für eine der Partei würdige Stellung, wenn unter solchen gesandten Beschluß seinem Herzen Luft: Der Magistrat bedauert Umständen zum Abbruch des Kampfes geraten werden muß, oder die Parteinahme des Landrats v. Buffe gegen die Stadt Eilenburg ist es nicht würdiger und angemessener, wenn wir ruhig und kühl und bittet, in Zukunft mit mehr Objektivität und Wohlwollen der den Dingen ins Auge sehen und erst dann den Kampf aufnehmen, Stadt Eilenburg entgegenkommen zu wollen, damit diese in der wenn wir glauben, Aussicht auf Erfolg zu haben. Wenn jetzt große Kämpfe wegen der Arbeitsruhe tommen, welche Konsequenzen Lage ist, ihm mit mehr Vertrauen entgegenzutreten." Darauf wird die Regierung und das Scharfmacherfum daraus ziehen? erteilte ber Regierungspräsident in Form einer Warnung dem Die Möglichkeit, ein freies Vereins- und Bersammlungsrecht, sowie Ersten Bürgermeister Dr. Belian eine Disziplinar- Ordnungsstrafe. ein geseglich gesichertes Koalitionsrecht zu bekommen würde er- Gr meinte, daß der Bürgermeister, der in polizeilichen Dingen schwert, wenn nicht ausgeschlossen werden. Die Partei ist start untergebener des Landrats sei, sich an der ungehörigen Kritit" Anfangs Februar dieses Jahres waren dem gequälten Lands genug, den billigen Hohn der Gegner zu ertragen, welche fagen, am Verhalten des Landrats auf keinen Fall hätte beteiligen arbeiter, der nichts weiter verbrochen, als einen Kontraktbruá wir machen einen Rückzug. Wir wollen doch sehen, ob die Gegner dürfen. Die Beschwerde Dr. Belians an den Ober- feines künftigen Arbeitgebers mit einem Nichtantritt feines auch dann noch höhnen, wenn die Verhältnisse gekommen sind, wo präsidenten hatte feinen Erfolg. Das Ober- Ber. Dienstes zu beantworten und es ablehnte, seine Kämmererstelle wir die Möglichkeit haben, einen aussichtsreichen Kampf zu führen. Große Kämpfe führen die Arbeiter nicht an der Schivelle einer to altungsgericht toies auch seine Klage am Freitag ab. au berlassen, durch fortgesette Zwangsstrafen Kuh und Schweine wirtschaftlichen Strife, sondern zu einer Zeit, wo eine wirtschaftliche Es führte aus: Durch seine Beteiligung an dem Mißtrauensvotum bom Gerichtsvollzieher gepfändet und verkauft. Nun erst wandte fich der zum Bettler gewordene Landarbeiter an eine rechtskundige Prosperität herrscht und die Arbeitskraft gebraucht wird. Wenn gegen den Landrat habe der Bürgermeister die Achtung verletzt, Person, die durch ein sachgemäßes Berfahren vor Gericht die Voll jetzt der Parteivorstand den Genossen den Rat gibt, von der Arbeits- bte er dem Landrat schuldig sei. Das habe der Regierungs- ftredung weiterer Zwangsstrafen vorläufig verhinderte. ruhe abzusehen, wo schädliche Folgen zu erwarten sind, so hat er präsident mit Recht als Dienstvergehen mit einer Warnung damit seine Pflicht getan und hat sich dabei selbst überwinden bestraft. müssen. Wir haben nur gesagt, überlegt Euch, ob Ihr in diesem Jahre die Arbeitsruhe ohne Schädigung der Parteiintereffen burde führen könnt. Die Entscheidung, Parteigenossen, liegt bei Ihnen. Beglin stellt einen Antrag im Sinne seiner Ausführungen über das Eintrittsgeld zur Maifeier. Ernst bemerkt bazu, für den Augenblick ſei der Antrag gegenstandslos, da die Arrangements für die diesjährige Maifeier bereits getroffen seien. Der Antrag wird daraufhin abgelehnt. Damit ist auch dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Es folgt der Punkt Berschiebenes". Wie wenig ist von einer Selbstverwaltung" in Preußen vorhanden und wie tief muß das Niveau eines Durchschnitts- Landrats sein, wenn ein Bürgermeister bestraft wird, weil er von einem Landrat in Zukunft Objektivität und Wohlwollen" erwartet. Die Verwaltungsbehörden und das oberste preußische Verwaltungsgericht spotten durch ihre Maßnahmen ihrer selbst und wissen nicht wie. Aus dieser kurzen Darstellung und besonders aus dem hiet abgedruckten Brief des keine Rücksicht fennenden, sich seiner Machtvollkommenheit bewußten und rühmenden Agrariers spricht der ganze Jammer und das Glend, unter dem die ländliche Arbeiter. bevölkerung infolge der gegen sie bestehenden Ausnahmegesetze zu leiden hat. Wann endlich wird mit diesem fulturwidrigen Bu stand in Preußen und Deutschland aufgeräumt werden? Aus der Frauenbewegung. Versammlungen Veranstaltungen. Siepmann teilt mit, daß 1118 Delegierte an dieser General Zum Ausnahmerecht gegen das Gesinde Bund für Mutterschutz. Der auf Dienstag, den 23. b. Wits, feſt. bersammlung teilnehmen müßten. Anwesend find 1062, es fehlen also 56, und zwar u. a. aus dem zweiten Kreise 2, aus dem vierten 6, aus dem sechsten 9, aus Teltow- Beeskow 21, aus Niederbarnim 14. Auf die Anregung eines Redners, daß im kommenden Jahre wieber Märzverfammlungen abgehalten werden sollen, bemerkt Ernst, der Vorstand werde das berücksichtigen. Frib erklärt, in den von Arbeitern geleiteten Konsum. genossenschaften Berlins fämen solche Dinge nicht vor, bon denen Hoffmann sagte, die Partei türde sie nicht dulden. Die Genoffen schaften würden sich in der Partei Anerkennung erringen, wie es früher auch die Gewerkschaften tun mußten. Ernst bemerkt dazu, es sei nicht wahr, daß sich die Gewerk. schaften in der Partei Anerkennung erringen mußten. Die Gewerkschaften feien zuerst von Barteigenoffen ins Leben gerufen worden. Die leitenden Berfonen seien früher in Partei und Gewerkschaft dieselben gewesen. Die Tagesordnung ist nunmehr erledigt. Ernst sagt zum Schluß: Mit Freude und Genugtuung fönnen wir auf ein Jahr des Wachstums unserer Organisation zurückblicken. Wir hoffen, daß wir auch in Zukunft weiter wachsen werden. Wir müssen allerdings damit rechnen, daß uns die nächste Beit schwere wirtschaftliche Kämpfe bringt und daß infolgedessen manche Wünsche unserer Genossen nicht erfüllt werden. In solcher Situation ist es unsere Pflicht, den Blid auf unser Endziel zu richten und für die Erreichung desselben zu agitieren und zu organifieren ohne Unterlaß. Ich schließe die Generalversammlung mit dem Rufe: Die internationale Sozialdemokratie lebe hoch Für den Jubalt der Juferate übernimmt ble Rebattion bem Wublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 28. April Kgl. Opernhaus. Die Tuigen Weiber bon Windsor. Kgl. Schauspielhaus. Cafar. Julius Ge Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte, tägl. geöffnet 7-11 Uhr abends. Abends 8 Uhr: Direktor Dr. Schwahn: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Eintritt 50 Pf. Ferdinand Bonns und die ländlichen Arbeiter. gefeste Vortrag des Bundes für Mutterschutz ist auf mittwoch, den 24. d. Mts., berschoben worden. Dr. phil. Helene Stöder spricht über das Thema:„ Der Fortschritt unferer Gegner", Dr. Otto Juliusburger über: Mutterschutz und Alkohol". Der Vortrag findet im„ Architektenhaus", Wilhelmstr. 92/93, abends 8 Uhr statt und ist für die Mitglieder des Bundes frei; Nichtmitglieder zahlen 50 Pf. an der Abendkaffe. Verein für die Intereffen der Hansangestellten. Donnerstag, den 25. April, 81 Uhr, Vereinsversammlung bei M. Mürich, Steglitzer straße 35. Vortrag. Frl. Koschnigli:„ Der Wert der Drganisation". Vierteljahrsbericht. Treptow- Baumschulenweg. Dienstag, den 23. April, 8%, Uhr, be Mohlau, Kiefholzstr. 35. Vortrag. Frl. Heidemann. Eingegangene Druckfchriften. Gutsbesitzer aus dem Darlehmer Kreise veranlaßt, bei ihm in Im Herbst vorigen Jahres wurde ein Instmann von einem Dienst zu treten. Da es sich aber bei vorheriger Besichtigung der bem Instmann angewiesenen Wohnung herausstellte, daß diese für seine Familie viel zu klein und auch äußerst baufällig war, schloß der Inftmann den Vertrag erst ab, nachdem ihm der Befizer verfprochen hatte, die Wohnung zu vergrößern und ordentlich in Stand zu setzen. Der Besiger hielt aber sein Versprechen nicht. Deshalb trat der Landarbeiter die Stelle nicht an, sondern vermietete sich bei einem anderen Besitzer als Kämmerer. Der erste Befiber ließ nun den Landarbeiter durch den Amtsvorsteher bestrafen. Den Strafandrohungen folgten wegen Verweigerung des Dienstes Straffeftfehungen und Vollstreckungen, die den bis dahin verhältnismäßig gut fituierten Mann an den Bettelstab brachten. Zunächst Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist foeben das 30, bann 50 und zuletzt 60 Mt. Strafe folgten schnell aufein 29. Heft des 25. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Suum cuique. Der Arbeiterdeputiertenrat und die Revolution. Von Trokkh ander. Als kein bares Geld vorhanden war, wurde gepfändet. Der Londoner Grafschaftsrat und die Märzwahlen. Bon und als der verzweifelte Landarbeiter dem Amtsvorsteher brieflich Betersburg. Bofitive Leistungen der Sozialdemokrotie. Ein mitteilte, daß er die Strafen nicht annehme, sondern gerichtliche Th. Rothstein- London. Entscheidung haben wolle, erhielt er den Bescheid, daß bei ber Beitrag zur Geschichte der Gesetzgebung. Bon Hermann Molkenbuhr.( Fort fügten Swangsstrafen gerichtliche Entscheidungen nicht statthaft fehung.Reue Beiträge zur Biographie von Karl Marg und Friedrich Literarische Rundschau: find; falls er den Dienst bei dem Besizer P. nunmehr nicht an- Engels. Bon Franz Mehring.( Fortjehung.) The Socialist Annual for 1907. Bon K.. G. Salvioli, Le capitalisme treten werde, hierseits die Zwangsstrafen immer schärfer angezogen dans le monde antique. Bon K. K. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch dachte, ist aus folgendem hier wörtlich wiedergegebenen Briefe des Quartal gu bestehen; jedoch fann dieselbe bei der Poft mur pro Quartal Wie weit man es mit diesen Zwangsstrafen zu treiben ge- handlungen, Bostanstalten und Stolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Befihers an den Bandarbeiter klar und deutlich ersichtlich. Er abonniert werden. Das einzelne Heft toſtet 25 Bf. lautet: Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. werden. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Tranmulus. utiple in 3 aufzügen von Franz Schauspiel in 6 Atten von Arno Holz b. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. Mittwoch, abends 8 u br: Heimat. Donnerstag, abends811hr: Traumulus. Nur noch 3 Tage: Berliner Theater. Zirkus Schumann Anfang 8 Uhr. Neues tgl. Operntheater. Be Sherlock Holmes fchloffen. Deutsches. Der Gott der Rache. Stammerspiele: Frühlings Erwachen. ( Anfang 8 Uhr.) Leffing. Die Stügen der Gesellschaft. Anjang 8 Uhr. Lorking. Der Freischütz. Nenes Schauspielhaus. Alt Mittwoch: Der Richter von Balamea. Donnerstag: Der Hund von Baskerville. Neues Schauspielhaus Dienstag, den 28. April 1907: Heute abend präzise 71, Uhr: Extra- Gala- Vorstellung und sensationelle Novität: Die fliegenden Menschen. Ferner: Luigi Rossi u. das Wunderpferd„ Emir", Sascha Gerard, Eva Bowell, Barforcereiter und die neu engagierten Spezialitäten. Um 9% Uhr: Heidelberg.( Unjang 7% Uhr.) Alt- Heidelberg. St. Hubertus. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0. ( allner- Theater.) Im bunten Rod. Schiller- Theater Charlottenburg. Traumulus. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater.) Am grünen 28eg Komische Over. Neugier. Frauen. Zentral. Wiener Blut. Westen. Die lustige Witte. Kleines. Das Stududset. Mittwoch: Alt- Heidelberg. Anfang 18 Uhr. Größtes und sehenswertestes PrachtManegenschaustüd. und Dstar Jerschke.. Mittwoch, abends 8 Ubr: Moloch. Der zerbrochene Krug. Donnerstag abends 8 Uhr: Heimat. Zirkus Busch. Heute Dienstag 7, Uhr. Vorletter Abend. Gr. Gala- Vorstellung. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter. Clown Rebelly als Preisboyer. Springpferdekonkurrenz. Herr Ernst Schumann mit feinen neuesten Dreſſuren. Gefchwister Foureaug, Reitfünftler, ufto. usw. Um 9 Uhr: ROM. Gr. Drig. Ausstattungs- Panto mime in 7 Bildern. Kleines Theater. Luisen- Theater Metropol- Theater 8um ersten Male: Das Kuckucksei. Wiener Boltstäd in vier Aften von Dstar Frons. Anfang 8 Uhr. Mittwoch, Donnerst.: Das Stududset. Resibenz. Haben Sie nichts zu Freitag:' Statherl. Sonnabend zum erften Male: Die Heimkehr. Neues. Der Dieb. berzollen Luftspielbaus. Husarenfieber. Deutsch- Amerikanisches. Mamzelle Nitouche. Thalia. Wo die Liebe hinfällt. Lutjen. Lumpacivagabundus. Trianon. Fil. Josette meine Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. Dienstag, den 23. April: Reichenbergerstr. 34. Anfang 8 Uhr. Lumpacivagabundus Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. ober: Das liederliche Kleeblatt. Große Jahresrevue in 7 Bildern Bauberpoffe mit Gesang in 3 Auf- von Julius Freund. Musik von zügen von Joh. Nestroy. Viktor Hollaender. Dirigent Max In Szene gesetzt von Mittwoch: Benefis für Hrn. Biberach. Roth. Direktor Richard Schultz. Einmalige Aufführung: Flachsmann als Erzieher. Massary. Wolff. Bender. Donnerstag: Eine offisielle Frau. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Freitag: Lenore. Sonntag, 28. April, nachm. 3 Uhr: Sonnabend: Eine offizielle Frau. Bernhard Nose. Der Trompeter Der Freischütz. Sonntag 3 übr: Cine offisielle Stau. Auf in's Metropol. bon Sädingen. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Gin verrüdtes Hotel. Anfang 8 Uhr. Abonnements gültig! Mittwoch: Fidelio. Wintergarten. Cleo de Merobe. Lustspielhaus. Spezialitäten. Apollo. Der Triumph des Weibes. Spezialitäten. Kafino. Nid Carter. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Eine Nacht in der Apotheke. Im Inspektionszimmer. Intimes. Eine vom Ballett. Bapfenftreich. Palaft. Spezialitäten. Paisage. Mal was anderes. Spe atalitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) Abends 8 Uhr: Wiener Blut. Mittwoch, Donnerstag: Wiener Blut. 8 Uhr: Trompeter von Sädingen. Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Fabrik ,, Epirus", Dresden Ueberall käuflich! Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Sommerpreise. Anfang 8 Uhr. Am grünen Weg. Folies Caprice Linienftr. 132, an der Friedrichstr. Kolossaler Erfolg! Eine Nacht in der Apotheke. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf an der Theaterkaffe und bei Wertheim. 3621L Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette meine Frau. Sonntag 3 Uhr: Der Hausfreund. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Ant. wochentags 8 1hr. Sonntags 7 Uhr. Reichshallen Restaurant. MilitärKonzert. Walhalla- Gustav Behrens- Theater, Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Das große April- Programm. 10 10 Geni Family Pers Pers. Circenfische Spiele zu Pferde. Grete Gallus Charakter- Soubrette. 12 eritflaffige Nummern 12. DERNHARD ROSE THEATER POLlo Otto CPOLLO Der Trompeter von Säkkingen. Billettvorverkauf schon für 8 Tage vorher ohne Borbertaufsgebühr von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Mittwoch: Die Geier- Bally. Donnerstag: Der Trompeter von Sättingen. Residenz- Theater. Kasino- Theater Direktion Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Abends 8 Uhr: Durch Dänemart Haben Sie nichts zu verzollen? und Südfchweden. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und B. Beber. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. 3m Theatersaal abends 8 Uhr: Robert de Trivelin: Rich. Allegander. Direttor Dr. Schwahn: Der Sonntag nahm. 3 Uhr: Langite Ausbruch des Befun Sylopagentontrolenz Der Lothringerftr. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 30. April: Nick Carter. b 1. Mai auf allgemeinen Wunsch: Neu einstudiert: Heirat auf Probe. Sonntag 4 Ube: Singvögelchen. De S in Socie Theater 8 Uhr: Die bedeut. Spezialitäten. 8: Merians Original- Bauern. Hunde Theater: Ein treuloses Weib. 9: Der Triumph des Weibes. Nächsten Sonntag nachm. 3%, Uhr: Lehte Doppelvorstellung. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernh. Rose Theater. Die Füdin von Toledo. Trauerspiel in 5 Aften. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorbertauf: Stono. Handwerker, Schönh. Allee 153. Kroger& Cherheck. Reitanicales 1. Münzstr. Pritzkow, instr, 18, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Der Untergang des Dampfers Berlin". 168 Tote, 12 Gerettete. Den ganzen Tag Vorstellung. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Dienstag: Schöneberg Berlin W., Goltzstraße 9. 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Alcide und Alberti Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Dieb. Morgen und folgende Tage: Der Dieb. Gebr. HerrnfeldAnfang Theater Bobert. 8 Uhr. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstraße 57. Ein verrücktes Hotel. Hauptrollen: Anton u. Donat Herrnfeld. In Borbereitung: Es lebe das Nachtleben! Eine Separée- Affäre bon Anton u. Donat Herrnfeld. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das großartige April- Programm! Ki- ta- fuku die befte Japaner- Truppe der Welt. Paul Corradini Berlins beliebtester Komiker und die erstklassigen 14 Attraktionen 14. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16, Armut und Edelsinn. Boltsstück in 5 Aften von Sozebue. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Morgen und folgende Tage: Armut und Edelfinn. Bollsstück v. Rozebue. Ehren- und Borzugskarten gültig! Kottbuser Sanssouci, Straße4a. abcube Direttion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Stets neues hochaktuelles Programm der Hoffmanns Norddeutschen Sänger und Tanzkränzchen. Sonnt. Bg, 5, wochent. 8 11. 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April 1907, abends 8½ Uhr: Versammlung aller in der Schraubenbranche beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in Graumanns festsälen, Naunynstr. 27. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Störmer über: ,, Der Kampf ums Recht". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, 24. April 1907, abends 8 Uhr: Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, der nur Mariannen- Straße 2. Bruch- Pollmann empfiehltsein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Orts- u. Hülfs- Krankenkassen. Berlin C., 44082 30. Linien- Straße 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Be lotten, angenehm u. weich am störper Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Erfaz für Maaß. Anfertigung nach Maass. Zabellofe Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeifter, Gr. Frankfurterstr. 37, Eingang Straußberger Plaz. MUSIK- WERKE aller Art ES Jilustr. Katalog No. 666 gratis u.frei. Bial& Freund, Breslau II. Versammlung Metallschleifer, Galvaniseure, Hülfsarbeiter und-Arbeiterinnen in den ,, Andreas- Festsälen", Andreasstraße 21. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Göhre über: ,, Waren die Urchristen Sozialisten?" 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Kolleginnen und Kollegen! In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Zu dieser Bersammlung können die Kollegen ihre Frauen mitbringen. Mittwoch, 24. April 1907, abends 8½ Uhr: Bezirksversammlung für Moabit und Umgegend in der„ Kronen- Brauerei", Alt- Moabit 47/49. Zages Drdnung: 1. ,, Die Kirche im Dienste des Unternehmertums." Referent Kollege Wuschick! 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist dringend erforderlich. Mittwoch, 24. April 1907, abends 8 Uhr: Bezirksversammlung Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 21. April, verstarb nach furzem Krankenlager unser Kollege, der Einfeger Hermann Kretschmer Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. April, nachmittags 3, Uhr, vom Charlotten burger Krantenhause in Westend aus. statt. 1616 Rege Beteiligung erwarten Die Kollegen der Firma Heinrich Mittag. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Einsetzer Hermann Kretschmer am am 21. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. April, nachmittags 3, Uhr, vom Kranken haus Westend aus nach dem Staiser Wilhelm Gedächtnis- Stirchhof in Westend statt. 5 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 85/5 Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Todes Anzeige. Am Sonntag, den 21. April, verstarb unser Kollege Albert Lenz im Alter von 25 Jahren an Tuberkulose. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 23. April, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Bantow, Heynstr. 4, aus nach dem dritten Stirchhof der Ge meinde Pankow in der Schönholzer Heide statt. 196/4 Berliner RadfahrDer Vorstand. ArbeiterVerein. Mitgl. des Arb.- Radfahrerbundes ,, Solidarität". Todes- Anzeige. Am 20. d. Mts. verstarb unser Mitglied und treuer Genoffe Alexander Sauer, Tischler, Mitglied der 3. Abteilung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, für Steglitz, Groß- Lichterfelde Witto, 24. Üpril, nachmittags und Umgegend im Lofal Schellhase, Stegliz, Ahornstraße 15a. Zages Drbnung: 1. Vortrag: ,, Die Arbeiter- Baugenossenschaften als soziale Pioniere". Referent Genosse Paul Stempel. 2. Verbands angelegenheiten, 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, 24. April 1907, abends 8 Uhr: Oeffentliche Bezirksversammlung für Spandau und Umgegend Deutscher Holzarbeiter- Verband. im Saal von Rumke, Spandau, Schönwalderstr. 80. Perlmutt- u. Knopfarbeiter. Mittwoch, den 24. April, abends punkt 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15, Saal 5: Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Nich. Leopold. 2. Diskussion. 3. Maifeier. 4. Verschiedenes. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Genoffen, zu erscheinen. Achtung! Die Kommission. Stock- u. Zelluloidarbeiter. Achtung! Mittwoch, den 24. April, abends 5%, Uhr, Tages Drdnung: 1. Der 1. Mai und seine Bedeutung für das Proletariat. 2. Diskussion. 3. Verbands. angelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 117/3 2 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 12/5 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Tobes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Anna Brock am am 22. b. M. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Charité- Kirchhofes in Berlin, Müllerstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 117/4 Die Ortsverwaltung. Am Sonntag früh 5 Uhr, verstarb nach langem schweren zeiben meine liebe Frau, unſere gute Mutter 159b Sophie Michaelsen geb. Bogen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. d. M., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig Kreuz- Kirchhofes in Lith. Maschinen- Orts- Krankenkasse Mariendorf aus statt. meister für große Schnellpresse sofort ver langt. Herren, denen an angenehmer in Feuersteins Festfälen, Alte Jakob- Straße Nr. 75: Stellung gelegen, wollen sich persön Branchen- Versammlung. Zages- Drbnung: 1. Bortrag des Genoffen Eugen Brückner. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Unser Branchenbeschluß über den Arbeitsnachweis. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Berschiedenes, Wegen der sehr wichtigen Tages- Ordnung ist es dringend notwendig, daß sämtliche Kollegen erscheinen. 85/3 J. A.: Der Obmann. Eine Weltfrage gelöst. Die aktuelle Frage der internationalen Lebensmittelteuerung, die Ursachen und Wirkungen, die Mittel u. Wege um grosse volkswirtschaftliche Katastrophen zu verhüten, behandelt in ausführlicher u. zuverlässiger Weise, auf Grund wissenschaftlicher Forschung Kaufmann Michael Proestler, Würzburg, in seiner Broschüre: Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Zukunft." Dieselbe ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Kommissionär: Otto Weber, Leipzig). Broschüre A. vollständige Ausgabe, M. 2., B. Tell- u. Volksausgabe, 60 Pfg. Gegen Einsendung von M. 2.10, bezw. 65 Pfg. für das Inland, M. 2.20, bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portoCroi vom Verfasser versandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man Barlangs chandaselbst Flugschriften und Prospekta lich bei uns vorstellen. 1435 Albrecht& Meister Köpenickerstraße 37. etteftes der. Bureauangestellten zu Berlin. Die für das Jahr 1907 gewählten Delegierten werden hiermit zu der abends 8, Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstraße 39 stattfindenden am Dienstag, den 30. d. wts., Teilzahlungs- General- Versammlung Brennabor- eingelaben. Kein Laden. :: Räder.:: Günstigste Bedingungen. BERLIN SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a pt. Soeben erschien in unserem Verlage Tages- Ordnung: 273/15 1. Abnahme der Jahresrechnung für das Jahr 1906. 2. Antrag von Bertretern der General bersammlung auf Abänderung der Gehaltsstala ber Staffenangestellten. 3. Gesuch von brei Angestellten der Kaffenverwaltung auf Gewährung einer Teuerungszulage. Ablauf des Jahres 1907. Der Vorstand. Julius Michaelsen nebst Töchtern Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzfpenden bei der Beerdigung 46795 meiner lieben Frau Emma Oestreich fage allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Rauchflub Fliederduft I" und dem AderpächterBerein der Kolonie Böhow meinen beralidften Dant Wilhelm Oestreich Memelerstr. 52. Danksagung. Dem Genossen Rudolf Renter zum heutigen Geburtstage ein donnerudes Hoch! Die Genossen des Bezirks 401B. Teil I. 1466 Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Nachruf. Am 14. April verstarb unser Mitglied, der Schneider Johannes Barend Bezirk 32. Die Beerdigung fand am Sonntag, den 21. April, auf dem ZentralFriedhof in Friedrichsfelde statt. 239/4 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler' Alexander Sauer wohnhaft Mariannenstr. 43, Stadtbezirk 85, gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. 244/3 Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorftand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Alexander Sauer am Sonnabend verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. April, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 85/4 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Metallbrüder Otto Langfeldt wohnhaft Reichenbergerstr. 106a, Stadtbezirk 113a, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 4%, Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes aus statt. 244/4. Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Zentralverband der Steinsetzer, Pilasterer und Berufsgenossen Deutschlands. Bezirk Norden.. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Schröder I berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des neuen Pauls Kirchhofes, Plößensee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 174/5 Der Vorstand. Zentralverein für alle in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ( Filiale Berlin). Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Sonnabend, den 20. d. M., unser Kollege Hermann Zeiler verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. b. M., nachmittags 4 Uhr, vom Strankenhause am Friedrichshain aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 294/2 Der Vorstand. Nachruf. Am 18. April berstarb nach schwerem Leiden unser Kollege, der Helfer Franz Jahn. Ehre feinem Andenken! 3. 2. M. Zedler, E. Moritz, C. Ashölter. 4677 Für die liebevolle Teilnahme bet Für die vielen Beweise inni ger Teilnahme und die vielen prächtigen Blumenfpenden bei der Beerdigung der Beerdigung meines lieben Mannes unseres einzigen unvergeßlichen Kin bes Else fönnen wir leider nicht jedem einzelnen banken und bitten hiermit unseren tiefgefühlten Dant fagen wir allen Bekannten, 46782 besondere dem Rauchtlub Blauer Dampf" unseren herzlichsten Dank. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Ignaz Auer- Postkarte 4. Bahl eines Borstandsmitgliedes bis entgegenzunehmen. nach neuester Aufn. in feinem Lichtdruck. 100 Stüd 8 M. Baub& Pohle, Leipzig 112. : Ramen Die tiefgebeugten Eltern Bruno Tauschke u. Fran Eduard Schulz Ins Zweiter Berliner Reichstags- Wahlkreis.) Dienstag, den 23. April, abends 8½ Uhr, im ,, Hofjäger- Palast", Hasenheide Nr. 52/53: Außerordentl. General- Verfammlung. Zagesordnung: 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Severing:„ Das Wettrennen um die Arbeitergunft". 2. Diskussion. 8. Wahl der Schiedsrichter zum Ball Schulz und Möhring. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 239/ 3* In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um zahlreichen Befuch Der Vorstand. Sozialdemokratischer Verein im fünften Berliner Reichstagswahlkreise. Dienstag, den 23. April 1907, abends 8% Uhr, im Schweizer Garten, Am Königstor: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Politische Zeitfragen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Frank- Mannheim. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Gäste erwünscht. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. April 1907, abends 82 Uhr: Versammlung im ,, Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstr. 42. Zages Ordnung: 249/ 2* Bortrag des Genoffen Kurt Baake über: Der neue Reichstag". 2. Distuſſion. Gäfte Männer und Frauen willkommen. Bu zahlreichem Besuch ladet ein -HO Der Vorstand. Sozialdemokratifcher Rixdorf. Wahlverein= Dienstag, den 23. April, abends 8%, Uhr, in Hoppes Festfälen, Hermannstr. 49: Fortsetzung der Generalversammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht der Stadtverordneten- Fraktion. 2. Bericht von der Kreis- Generalversammlung. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. 232/12 Die Norm guter Qualität in Cigaretten unter kritischen Rauchern. Sie zu ver langen ist der Beweis guten Geschmacka JOSETTI VERA CIGARETTEN haben jetzt wie immer den Vorzug, bei denen, welche das Beste kaufen wollen. Das anerkannt höchst erreichbare, was in Cigaretten hergestellt werden kann 10 St. 30 Pfennig. Verband der Vereinigung der Maler, bangewerbl. Hülfsarbeiter Lackierer, Anstreicher etc. Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Mittwoch, den 24. April 1907, abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, Morikplay: Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Mitglieder- Versammlung.sente Tienstag, den 23. April, abends 8 Uhr, Zages Ordnung: 1. Fortsetzung der Wahl des Vorstandes. 2. Bericht von der Generalversammlung in Leipzig. 8. Bereinsangelegenheiten. Die Versammlung am 1. Mai findet in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichftraße 35 ftatt. 125/ 3* Die Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: C. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. in allen Bezirken: Mitglieder- Versammlungen. Lages Drdnung: Urabstimmung über den vom Einigungsamt des BerMittwoch, den 24. April, abends 8, 1hr, bei Freyer liner Gewerbegerichts gefällten Schiedsspruch. ( früher Keller), Koppenstraße 29: = Außerordentliche General- Versammlung.= Tages Drdnung: 1. Wahl eines Revisors. 2. Unser ferneres Verhalten zur Lohnbewegung. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 129/ 7* Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: Gustav Zeglin. Orts- Krankentafe Deutscher Holzarbeiter- Verband. der Steindrucker und Lithographen. Am Dienstag, den 30. April, Zahlstelle Rixdort. abends 8%, Uhr, findet im großen Mittwoch, den 24. April 1907, abends 6%, Uhr, bei Thiel, Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15, die 1. Ordentliche General- Versammlung pro 1907 ftatt. 1515 Sämtliche Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. Tages- Ordnung: 1. a) Jahresbericht pro 1906. b) Be richt des Neunerausschuffes und A6-85/ 2 nahme der Jahresrechnung. 2. Verschiedenes, Anstellungsbedingungen unferer Kaffenbeamten. Berlin, den 22. April 1907. Der Vorstand. Bergstraße 151-152: Branchen- Versammlung der Bautischler. Zages Drdnung: 1. Bericht der Kontrollkommiffion. 2. Wahl der Kontrollkommiffion. Dr. Schünemann 44112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Die Ortsverwaltung. Ber Stoff hat, fert. HerrenAnzug 20 M., ohne Konkurr. 2 Anpr., beste Zutat. Für guten Siz gold. Medaille. Ludw. Engel, Prenzlauer Str. 23, II. Meganderpl. Gegr. 1892. سـ Die Versammlungen finden statt für die Bezirke Nord- Osten: Schulzes feftfäle, Belforterftr. 15. Osten: fortuna- Säle, Strausbergerstr. 3. Süd- Westen: Habels Brauerei, Bergmannftr. 6/7. Schmargendorf Restaurant zum Lindenbaum, Spandauerstr. 41. Steglitz und Gr.- Lichterfelde Osk. Schade, Birkenwäldchen, Chauffeestraße, Groß- Lichterfelde. Alle übrigen Bezirksversammlungen finden in den bekannten Bezirkslokalen statt. Stimmzettel zur Abstimmung werden in den Versammlungen vor der Abstimmung ausgegeben und sind nur diese zu verwenden. Mitgliedsbuch legitimiert- ohne dasselbe kein Zutritt.= Um recht kräftigen Besuch und starke Kontrolle ersucht 8. 2. M. Stuhlmann, Borfigender. Plüschgarnitur, 279/5 Diwan, Trumeau, Bücherschrank, Bertilo, Kleiderschrank, fast neu, billig, Badftr. 45/46, III rechts, Haupteingang. Der Zweigvereins Vorstand. Perantwortlicher Redakteur: aus 23- ber, Berlin. Für den njeratenteil veranto.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Guchoruderei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 38/13 Kr. 94. 84. Jahrgang. 3. KeilU des Jonuitts" Knlim HglMlitt. Dienstag, 28. April 1907. Eine nächtliche Automobilfahrt und ihre Folgen. Ende November 1905 ging durch eine Reihe hiesiger Zeitungen eine Notiz des Inhalts: In der Nacht vom 26. November sei auf der Chaussee zwischen Tempelhof und Mariendorf die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Später habe sich herausgestellt, daß der junge Mann überfahren worden sei durch ein Automobil des Rittergutsbesitzers Kiepert in Marienfelde, in welchem An- gehörige Kieperts, darunter zwei Tomen, saßen, die von Berlin nach Marienfelde fuhren. Weiter besagte die Notiz, die beiden Damen, Frau Kiepert und ihre Tochter, Frau Oberstleutnant Eertig, seien aus dem Automobil ausgestiegen, hätten den Ueber- fahrenen noch lebend und röchelnd angetroffen, seien aber, ohne ihm Hülfe zu besorgen, weiter gefahren und der Rittergutsbesitzer Kiepert habe später in bezug auf diesen Vorfall gesagt: na, es könne ja nur Geld kosten.— Durch die letzteren Angaben fühlten sich der Rittergutsbesitzer Kiepert, seine Mutter Frau Hedwig Kiepert und Frau Gertig beleidigt. Sie strengten eine Privatklage an gegen fünf Redakteure und den Herausgeber einer Zeitungskorrespondenz. Die Klage wurde gestern vor dem Schöffengericht verhandelt. Als Beklagte erschienen: Wolter, der Herausgeber der Korre- spondenz, welche die Notiz verbreitete, die Redakteure Wegner von der„Mariendorfer-Zeitung", Arndt vom„Berliner Tageblatt", Staniek von der„Volkszeitung" und Weber vom„Vorwärts. Der Redakteur Leupold von der„Wahrheit" fehlte entschuldigt. Die Kläger behaupten, der Verunglückte sei nicht von ihrem Auto überfahren, er müsse vielmehr schon vorher, jedenfalls von einem Arbeitsautomobil, auf dem er saß, überfahren worden sein. Es habe der betreffende junge Mann schon als Leiche auf der Chaussee gelegen, als das Kiepertsche Automobil diese Stelle passierte, er habe in scharfem Ruck einen Bogen beschrieben, um die Leiche nicht zu berühren. Daß die Insassen des Automobils sich yar nicht um den auf der Straße liegenden Mann bekümmert hätten und das? Herr Kiepert gesagt habe, es könne doch nur Geld kosten, bestreiten die Kläger gleichfalls. Die Beklagten traten den Wahrheitsbeweis an. Durch die Zeugenvernehmung und Feststellung aus den Akten ergibt sich folgendes: Gegen den Führer des Kiepertschen Automobils, den Chauffeur Gerlach, schwebte wegen des bezeichneten Vorganges ein Straf- verfahren, er war zwei Wochen in Untersuchungshaft, dann ist das Verfahren gegen ihn wegen Mangel an Beweisen eingestellt. Ein Gendarm, der die Unfallstelle besichtigte, hatte gesagt, die Fahrspur des Automobils sei an der Stelle, wo der Verunglückte lag, auf eine kurze Strecke verwischt gewesen.— Aus den vor dem Schöffengericht abgegebenen Zeugenaussagen ergibt sich folgendes Bild: In dem Kiepertschen Automobil saßen Frau Kiepert, Frau Gertig und Leutnant Rosimann. Letzterer wurde als Zeuge vernommen und sagte: Das Automobil habe eine scharfe Wendung gemacht und gehalten. Der Chauffeur habe den Jnsaffen mitgeteilt, eS liege ein Mann am Boden, um den er herumgefahren sei. Die Insassen stiegen aus und sahen, daß der am Boden liegende Mann bereits tot war. Der Chauffeur habe nach Polizei gesucht, aber keinen Bo amten gefunden. Dann sei ein Laterncnwärter gekommen, der ver sprachen habe, die Polizei herbei zu schaffen. Hierauf sei das Automobil mit den Insassen weiter gefahren.— Im Gegensatz zu diesen Angaben stehen die Aussagen anderer Zeugen. Neuling, der Führer des Lastautomobils, auf dem der Verunglückte Linke vor dem Unfall saß, bekundet: Er habe gesehen, daß Linke, nachdem er von seinem Lastautomobil abgestiegen war, auf die andere Seite der Straße ging. Von diesem Automobil könne er also nicht über- fahren sein.— Nachtwächter Funke ist durch den Laternenwärter nach der Unfallstelle geholt worden. Er bekundet: Als er hinzukam, War das Kiepertsche Automobil bereits davon gefahren. Der Ver- unglückte lebte aber noch. Er schlug cinigemale die Augen auf und verschied dann. Ein anderes Automobil als das Kiepertsche ist zur fraglichen Zeit an jener Stelle nicht vorüber gefahren. Die Spur des Automobils war in dem leicht gefrorenen Straßenschmutz beut- lich zu erkennen, sie ging schnurgerade über die Stelle, wo der Ver- unglückte gefunden wurde. Eine ausweichende Spur war nicht vorhanden. Daß Kiepert die Worte:„Es kann doch nur Gelb kosten", ge- braucht hat, konnte vor Gericht nicht erwiesen werden. Wolter weigerte sich, seine Gewährsmänner zu nennen, die von Kiepert wirtschaftlich abhängig seien und ihm, Wolter, mitgeteilt hätten, daß Kiepert diese Acußerung auf seinem Gutshofe in Gegenwart anderer gebraucht habe. Die Beklagten und ihre Verteidiger machten geltend: Wenn auch nicht erwiesen sei, daß der Verunglückte durch das Kiepertsche Automobil überfahren sei, so stehe doch fest, daß die Insassen des- selben sich recht herzlos benommen hätten. Sie fanden einen Menschen auf der Straße liegend, von di!m sie»nicht wissen konnten. ob er bereits tot war. Nach Aussagen einiger Zeugen habe er ja auch noch gelebt. Unter solchen Umständen könne man doch von nicht ganz gefühllosen Leuten erwarten, daß sie dem Verunglückten, soweit es ging. Hülfe gebracht hätten. Sie konnten ihn doch in ihremAutomobil zum nächsten Arzt fahren. Aber die Herrschaften überführten sich nicht einmal» ob noch Leben in dem Verunglückten sei, selbst der Leutnant Roßmann habe es nicht der Mühe für wert gehalten, die Glacehandschuhe auszuziehen und den Verunglückten zu befühlen, ob er denn wirklich schon tot sei. Unser verantwortlicher Redakteur Weber und sein Verteidiger Rosenfeld wiesen noch darauf hin, daß in der Notiz, die der„Vor- wärts" über den Vorfall brachte, gar keine Beleidigung enthalten sei. Ueber das Verhalten der beiden Damen sei überhaupt nichts gesagt und bezüglich der Redensart„es kann doch nur Geld kosten" habe der„Vorwärts" gar nicht gesagt, wer diese Worte gebraucht haben solle. Der„Vorwärts" habe auch nicht, wie die anderen Zeitungen, eine Berichtigung des Vertreters der Kläger erhalten, trotzdem aber die in anderen Blättern erschienene Berichtigung ab- gedruckt. Objektiver könne eine Zeitung jedenfalls nicht verfahren. Das Gericht kam zu dem Urteil: Die Behauptung, die beiden Klägerinnen hätten den Linke überfahren, sei nicht wahr. Sie hätten ihn vielmehr auf der Straße liegend gefunden, und da sie ihn für tot hielten, hätten sie keine Veranlassung gehabt, sich weiter um ihn zu kümmern. Niemand könne ihnen deswegen vorwerfen, daß sie gefühllos gehandelt hätten. Die Behauptung, der Kläger Kiepert habe, gesagt, es könne doch nur Geld kosten, sei nicht er- wiesen, es handele sich nur um eine Klatscherei. Aber es lagen doch Tatsachen vor, die Anlaß gaben zu der Annahme, daß sich die Klägerinnen gefühllos benommen hätten, und daß ein Mißstand vorgelegen habe, der öffentlich habe gerügt werden müssen. In dieser Hinsicht müsse der Presse ein weiter Spielraum gelassen werden/ Denn die Presse sei dazu da, Mißstände, welche die Ocffentlichkeit interessiere, aufzudecken. Demgemäß stehe den Angeklagten Wolter, Arndt(Verl. Tagebl.), Staniek Merl. Volksztg.) und Weber(Vorwärts), der Schutz des§ 193 zur Seite. Diese vier Angeklagten sind deshalb freigesprochen. Der Angeklagte Leupold(„Wahrheit") ist aus§ 18S und 186 zu sechs Woche« Gefängnis, der Angeklagte Wegner(Mariendorfer Zeitung) aus § 183 zu einer Geldstrafe von 30 Mk. verurteilt. Die„Wahrheit" hatte die Angelegenheit in einem längeren Artikel behandelt, den das Gericht für beleidigend hielt. Die„Mariendorfer Zeitung" hatte ihrer Darstellung die Ueberschrift„Feige Mörder" gegeben und ist lediglich deshalb verurteilt worden. Die anderen Zeitungen hatten nur tatsächliche Mitteilungen gebracht. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Heute. Dienstag, 23. April, abends 8>/g Uhr. findet im„Hofjäger-Palast", Hasenheide 62/53, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Näheres siehe Annonce in heutiger Nummer. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Achtung, V. Wahlkreis. Heute Dienstag abend b'/z Uhr findet im Schweizergarten am Königstor eine V e r s a m m lung des Wahlvereins statt. Reichstaasabgeordneter Genosse Dr. Frank-Mannheim referiert über„Politische Zeitfragen" Gäste erwünscht. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Rixdorf. Die Genossen werden auf die heute abend SVa Uhr in Hoppes Festsälen, Hermannstr. 49, stattfindende Fortsetzung der Generalversammlung aufmerksam gemacht und ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Wilmersdorf. Die Genossen werden nochmals auf die heute abend stattfindende Volksversammlung aufmerksam gemacht. Tages ordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Genossen Ströbel über „Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemo kr a tie". 2. Diskussion. 3. Bericht der weiblichen Vertrauensperson und Neuwahl derselben. Sorge jeder für zahlreichen Besuch der Versammlung. Zossen. Am Mittwoch, den 24. d. M., abends 8'/z Uhr, findet im Lokale des Herrn Schimke die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins statt. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen Weißens«. Heute Dienstagabend 8 Uhr findet in Enders Saal. König-Chaussee 5/6, der Lichtbilder-Vortrag über:„Im Reiche der schwarzen Diamanten" statt. Zahlreichen Besuch erhofft Der Wahlvereinsvorstand. Reinickcndorf-Ost. Heute abend S'/g Uhr findet im Restaurant „Tivoli"(früher„Borussia-Park") bei Schaller die Mitglielier-Ber sammlung statt. Genosse G r e m p e spricht über:„Moderne Verkehrs- wege". Genossen, wir empfehlen Euch den zahlreichen Besuch der Versammlung. Der Vorstand. Niederschönhausen. Eine öffentliche Wähler-Ver sammlung veranstaltet der sozialdemokratische Wahlverein am Mittwoch, den 24. April, abends S'/j Uhr, im Uhlitzschen Restaurant (Schwarzer Adler), Blankenburgerstraße. Auf der Tagesordnung steht ein Vorttag des Genossen W. K u b i g über die bevorstehende Wahl und die Ausstellung unseres Kandidaten. Genossen, sorgt dafür, daß die Versammlung bis auf den letzten Platz gefüllt ist' Es gilt, die wenigen Tage, die uns noch von der Wahl trennen auszunutzen. Deshalb agitiert nach Kräften und tut bis zur letzten Minute Eure Schuldigkeit I Berliner JVachnchten- Zur Berstadtlichung des Rettungswesens. Der Stadtverordnetenversammlung ist eine Vorlage über die Berstadtlichung des RcttungSwescns zugegangen. Aus der Vorlage geht hervor, daß es sich dabei um den Uebcrgang der Rettungs- zentrale, um die weitere Erhaltung der in den Krankenhäusern Berlins eingerichteten Hauptwachen und um die Sorge für an- gemessene Wetterführung der bestehenden Rettungswachen handelt. Die Rettungsgesellschaft hat sich.bereit erklärt, den Betrieb ihrer Zentrale als Bcttennachweis und Hauptvermittclungsstelle zum 1. Mai d. I. aufzugeben und zu diesem Zweck die mit den staat- lichcn und privaten Krankenhäusern Berlins und der Nachbarstädte nock, bestehenden Verträge zum 1. Mai d. I. aufzuheben. Dies ist von der Gesellschaft inzwischen schon in die Wege ge- leitet worden, und da das Bestehen einer einzigen Zentralstelle für den gesamten Bettennachweis auch sonst allgemein als ein Bedürf- nis empfunden worden ist, so steht zu erwarten, daß binnen kurzem die städtische Zentrale in der Tat in vollem Umfange ihrer Auf- gäbe, den amtlichen BettennachwciS für Grotz-Berlin zu liefern, zu erfüllen in der Lage sein wird. Die Uebernahme der Hauptwachen in die Verwaltung der Stadt erscheint geboten und unbedenklich, denn bisher haben die Krankenhäuser von Groß-Berlin zugunsten der Gesellschaft unentgeltlich die erforderlichen Räume, die ärztliche Versorgung und das nötige Material für Fälle der ersten Hülfe gegeben. Auch in Zukunft wird eS hierbei verbleiben. Die Aende- rung in diesem Punkte wird also nur unwesentlicher Natur sein Der Magistrat von Berlin hak sich bereits mit den staatlichen, privaten und den Anstalten der Vororte in Verbindung gesetzt, um das Ziel zu erreichen. Es handelt sich dann noch um die Ueber- nähme dox neun Rettungswachen. Von diesen liegen drei in den Vororten Charlottenburg, Schöneberg und Tegel. Für die Ueber- lassung des Inventars der sechs Berliner Rettungswachen verlangt die Rettungsgesellschaft 40 000 M., die der Magistrat zahlen will. Dafür soll der Magistrat später 50 000 M. aus dem Vermächtnisse des 1903 verstorbenen Kommerzienrats Albert Pfaff als Rück- erstattung und 25 000 M. zur freien Verfügung für Zwecke des Rettungswcsens erhalten. Die Verwaltung des Rettungswesens und der Rettungswachen soll dem Aerzteverein übertragen werden, dem auch der ärztliche Dienst und die Leitung übertragen wird. Dafür soll der Verein bis zum 1. April 1903 jährlich 50 000 M. als Pauschale erhalten. Der Stadtgemeinde steht die Aufsicht über die Geschäftsführung des Aerztevereins und der Wachen zu. Sie können jederzeit kon- trolliert werden. Ein Beamter wird in städtische Dienste über- nommen. Unseres Erachtens erfüllt die Vorlage keineswegs die Hoff- nungen, die man auf die Berstadtlichung des Rettungswesens ge- setzt hat. Wenn man endlich einmal auf dem Gebiete des Rettungs- wesenS eine Reform vornehmen will, so soll man nicht auf halbem Wege stehen bleiben und sich nicht im wesentlichen auf den Betten- Nachweis beschränken, sondern neben der ersten Hülfe auch das Krankentransportwesen mit einbeziehen. Da aber bei der ersten Hülfe wie beim Krankentransportwesen vor allem die Krankenkassen und deren Aerzte erheblich interessiert sind, so ist eS nur selbstverständlich, daß man auch diese und den Verband fixierter Krankenkassenärztc Berlins und Umgegend zu der Verwaltung des Rettungswesens mit heranzieht. Die Gewerbe-Depntation deS Magistrats hat auf Grund des j 6 des Gewerbe- Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 >ie Ortsdurchschnittspreise für Naturalbezüge, bestehend in freier Heizung und Beleuchtung, für Berlin wie folgt festgesetzt: 1. für Familienwohnungen mit Küche: a) für Betriebsbeamte, Werkmeister, Techniker, Kontrolleure usw. für Heizung 40 M., für Be- leuchtung ebenfalls 40 M. pro Jahr; b) für Arbeiter, Gesellen, Gehülfen und sonstige Angestellte für Heizung 25 M., für Be- leuchtung gleichfalls 25 M. jährlich. 2. für ein einzelnes Zimmer ür Heizung wie für Beleuchtung je 10 M. jährlich. Die Schleifenausstellung im Gewerkschaftshause wird am Dienstag geschlossen. Diejenigen Organisationen, die die von ihnen gespendeten Schleifen zurück wünschen, werden gebeten, 'ie im Laufe des heuttgen TageS abholen zu lassen. Nmlenkung von Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn muß wegen Gleisarbeiten an der Kreuzung Weinmeisterstraße, Ecke Schönhauferstratze, in den Nächten vom 22. zum 23. April und vom 25. und 26. April von 1 bezw. 12 Uhr aus verschiedenen Linien abgelenkt werden. Es wird dies erforderlich in der Nacht vom 22. zum 23. April bei Linie 3 Richtung A ab Nettelbeckplatz von. 11,28 Uhr ab, 11 ab Wicbestraße 12,37. ab Görlitzer Bahnhof 12,42, 35 ab Kreuzbergstraße 12,34, 36 ab Kreuzbergstraße 12,42. Sie fahren von der Münzstraße durch die Alte Schönhauser-, Lothringer-, Brunnenstraße und umgekehrt. In der Nacht vom 22. zum 23. April durchfahren folgende Linien vom Hackeschen Markt kommend die Rosenthalerstraße, Rosenthaler Tor, Lothringer- stratze, Schönhauser Allee und umgekehrt: 55 von 12,11 ab Knese- beckstraße, von 1,02 ab Danzigerstratze. 54 ab Savignyplatz 12,17, vom 25. zum 26. April Linie 53 ab Danzigerstraße 11.54, 55 ab Knesebeckstraße 11,11, ab Danzigerstratze 12,02, 54 ab Schönhauser Allee 11,48, ab Savignyplatz 11,17, 52 ab Wilmersdorf 11,21, ab Mühlenstratze 11,16 und 56 ab Danzigerstraße 12,00. Durch die Spandauer-. König-, Alexander-, Münz-, Alte Schönhauserstratze und umgekehrt fahren in den Nächten vom 22. zum 23. April die Linien 47 von 12,31 ab Ringbahnhof Rixdorf und 48 12,53 ab Schönhauser Allee, vom 25. zum 26. April Linie 47 ab Ringbahnhof Rixdorf 11,27, ab Nordend 11,23, Linie 48 ab Schönhauser Allee 11,53, ab Rixdorf 11,20. Die Gasdeputation beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dem Antrag der Direktion, die auf der Gasanstalt in der Dan- zigerstraße probeweise eingeführte achtstündige Ärbeitsschicht für Betriebsarbeiter und neunstündige Schicht für Hofarbeiter auf allen städtischen• Gasanstalten einzuführen. Trotzdem der Vor- sitzende der Deputation, der Stadtrat Namslau und der technische Direktor der Gaswerke, Herr Schimming in der wärmsten Weise für die Annahme der Vorlage eintraten, herrschten in der Deputation Bedenken, dem Antrage zuzustimmen. Von einer Seite wurde es als eine kulturelle Pflicht bezeichnet, den Bestrebungen auf Verkürzung der Arbeitszeit entgegen zu treten. Vor allem be- fürchtete man von der vorgeschlagenen Regelung einen ungünstigen Einfluß auf die übrigen städtischen Werke und auf die Privat- industrie. Diese tbeoretischc Seite der Frage wurde für viel wichtiger gehalten als die praktischen Erfahrungen, die man bei dem Versuche in der Anstalt Danzigerstratze gemacht hatte, Erfahrungen, die beweisen, daß in der kürzeren Arbeitszeit genau dasselbe ge- leistet wurde, wie in der bisherigen längeren Arbeitszeit. Schließ- lich wurde die Entscheidung ausgesetzt und beschlossen, das Gaswerk Danzigerstraße am Mittwochvormittag gemeinsam zu besuchen, um sich dort an Ort und Stelle einen Einblick in die Einzelheiten des Betriebes zu verschaffen. Zur Unterbrechung der Eisenbahnfahrt schreibt die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung":„Die deutschen Regierungen haben sich bekanntlich entschlossen, bei Gelegenheit der Einführung der neuen Personen- und Gcpäcktarife eine Vorschrift zu beseitigen» die von den Reisenden vielfach als Belästigung empfunden wurde. Bei Unterbrechung der Fahrt bedarf es in Zukunft einer B e- scheinigung nicht mehr. Der Reisende kann ohne Zeit- Verlust, ohne die zuständigen Stationsbeamten aufsuchen zu müssen, den Bahnhof auf der Unterwegsstation verlassen, um— wie das jetzt auch vorgeschrieben ist— seine Reise mit einem an demselben oder dem folgenden Tage fahrenden Zuge fortzusetzen. Wenn neuer- dings in der Presse verlangt wird, daß man seine Reise beliebig, auch mehrmals, ohne Bescheinigung unterbrechen dürfe, wenn weiterhin gefordert wird, daß den Fahrkarten eine längere Geltungsdauer gegeben werden möge, so scheint uns hierzu ein Bedürfnis nicht vorzuliegen, ganz abgesehen davon, daß bei lang- fristigcn Fahrkarten, die ohne alle Kontrolle von beliebigen Stationen aus benutzt werden können, der Reiz zu Fahrgeldhinter- Ziehungen in noch größerem Umfange als bei den heutigen Rück- fahrkarten vorliegen würde. Wer längere Reisen machen, sein Gepäck beliebig vorausschicken und die Fahrt beliebig unterbrechen will, dem stehen auch künftig die Vereinsfahrscheinhefte zur Ver> fügung." Was zu erwarten war k Aus Güstrow in Mecklenburg wird ge» meldet: Das hiesige Landgericht, das die Untersuchung gegen die Fürstin Camilla Wrede wegen der bekannten Silberdiebstähle führt, hat jetzt aus Grund ärztlicher Gutachten auf Einstellung des Verfahrens erkannt. Das psychiatrische Obergutachten hatte eine ärztliche Kommission erstattet, der unter anderen Medizinalrat Dr. Leppmann- Berlin und Professor Dr. Schuckardt von der Universität Rostock angehören. Das ärztliche Gutachten kommt zu dem Schluß, daß die Fürstin, die schon seit sechs Jahren Zeichen geistiger Störung gezeigt hat, bei Begehung der Silberdiebstäble sich in einem Zustande befunden habe, der jede freie Willensbestimmung ausschloß. Die Fürstin be» findet sich zurzeit in einem Sanatorium in Auteuil bei Paris. Wir haben von Anfang an nicht im geringsten daran gezweifelt, daß die Fürstin Wrede bei Begehung dieser Silberdiebstähle nicht zurechnungsfähig war. Wenn eine Arbeiterfrau in ihrer Rot sich ein Brot nimmt, um den Hunger ihrer Kinder zu stillen oder ein paar Kohlen aufliest, um sich eine warme Stube zu machen, wird sie verurteilt und zwar von Rechts wegen l Da macht man nicht viel Umstände, bei einer Fürstin ist das was anderes! Herr Ferdinand Bon», der Direttor des Berliner Theaters, hat sich wegen der Jnhibierung einer Aufführung durch die Polizei direkt an den Kaiser gewandt, um sich bei ihm zu beschweren. Herr Bonn glaubte sich seines Erfolges schon sicher, weil der Kaiser sich in seinem Theater die Schauerkomödie„Sherlock Holmes" und den „Hund von BaSkerville" angesehen hat, ist aber in seiner Hoff- »ung betrogen worden. Wie auswärtige Blätter zu melden wissen, ist Herr Bonn in Homburg v. d. Höhe, wohin er gereist war, vom Kaiser nicht empfangen worden. Ein furchtbares Familiendrama hat sich Sonntagabend in der Prcnzlauerstraße 18 abgespielt. Dort ermordete der pensionierte Feuerwehrmann Jakob Lange» f e l d erst seine Schwiegermutter, die 61 jährige Witwe Marie Schweb, und versuchte dann seine Ehefrau sowie deren Freundin, die 21 jährige Charlotte Klitsch, Reuter- platz 21 wohnhaft, zu erschießen. Die beiden letzteren Frauen ind so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Der Täter ergriff sofort nach Berübung des Verbrechens die Flucht,. stellte sich aber später wieder selbst der Behörde. Ueber die Tat selbst werden folgende Einzelheiten bekannt: Vor längerer Zeit war der Feuerwehrmann Langefeldt wegen einer folgenschweren Rauchvergiftung und starker Nervosität pensioniert worden und seitdem lebte er in der Christburgerstt. 36/37 als Verwalter. L. war außerordentlich eifersüchtig auf seine Frau und führte dadurch häufig erregte Szenen herbei. Er trieb eS bald o weit, daß die Frau die Scheidungsklage einreichte. Vor vierzehn Tagen verließ Frau L. ihren Mann und zog zu ihrer Mutter nach der Prenzlauerstt. 10. Die Bemühungen des L., feine Frau zur Rückkehr zu bewegen, hatten keinen Erfolg. Er beschloß nun sich bttter zu rächen. Somitagnachmitkag wollte er die beiden Frauen in ihrer Wohnung aufsuchen, um seinen Plan zur Ausführung zu bringen, er traf aber niemand an. Frau L. hatte mit ihrer Mutter und ihrer Freundin, der erwähnten Klitsch, einen längeren Ausflug unternommen, von dem sie erst in der zehnten Abendstunde wieder heimkehrten. L. hatte die Rückkehr der Frauen abgewartet und betrat nun mit ihnen unbemerkt das Haus und die Wohnung. Ahnungslos legten die Drei ihre Hüte ab und machten sich daran. Kaffee zu kochen. Als sie sich dann am Tisch niederlassen wollten, erschien Langenfeldt plötzlich aus der Bildfläche, und nun kam eS zu einer kurzen erregten Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaare. Natürlich ergriffen die beiden anderen ; stauen die Partei der Ehefrau. Als dann L. einen Revolver hervor- zog, schrieen die Frauen auf. Im nächsten Augenblick krachten kurz hintereinander mehrere Schüsse. Der erste Schub hatte der eigenen Frau gegolten. Sie brach in die Brust getroffen leblos zusammen. Bon zwei Kugeln durchbohrt sank die Schwiegermutter tot nieder. Den letzten Schuß gab der Täter auf die Freundin seiner Frau ab. Fräulein K. eilte trotz der schweren Schutz- Verletzung auf die Straße hinunter und rief dort um Hülfe. In den Armen hinzuspringender Passanten brach sie dann bewußtlos zusammen. Der Hausverwalter eilte mit dem Portier schleunigst nach der Wohnung hinauf, sie fanden aber die Korridortür der- schloffen vor. Sie zertrümmerten sie durch Fußtritte und stießen auf dem Flur gegen den Leichnam der erschossenen Schwiegermutter. In der Küche lag die Frau des L. in ihrem Blute. L. hatte infolge der Hülferufe der K. sofort die Flucht ergriffen. Er irrte einige Zeit planlos in den Straßen umher und stellte fich schließlich auf dem 16. Polizeirevier der Be- Hörde. Auf Veranlassung des hinzugerufenen Dr. Fuchs wurde Frau L. in das Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert. Ihre Ber- letzung ist lebensgefährlich. Fräulein Klitsch wurde, nachdem ste «mf der Unfallstation in der Keibelstraße die erste ärztliche Hülfe erhalten, gleichfalls dem Krankenhaus am Friedrichshain zugeführt. L. wurde nach erfolgter Vernehmung in das königliche Polizei- präfidium eingeliefert. Eine weitere Meldung besagt, daß Frau Langefeldt im Kranken- hause am Friedrichshain gestorben ist. KautionSschwindler suchen auf alle mögliche Weise stellungs- losen Leuten ihr Geld abzunehmen. Kürzlich erschien im»Lokal- anzciger" folgendes Inserat: «Drei bis vier anstellige, gesunde Leute, die Lust haben, an einer Expedition teilzunehmen, können sich melden.(Reise frei, hohes Gehalt.) Anfragen Meyer u. Kroll, Breslau 6". Wer fich um eine solche Stelle bewarb, erhielt folgendes Schreiben: ' Meyer u. Kroll's Intern. Kaufmännisches Stellen-VermittelungS-Bureau Breslau 6, Posenerstr. 22. Breslau, den 8. April 1907. Bescheinigung Nr..... Der Kaufmann Herr N. N., geboren am..... zu...... wohnhaft Berlin C.(folgt Straße und Nr.), wird hiermit für die nach Waterford of Irland zu besetzende Stelle, als Begleitung und Bedienung für Chinaexpedition bei einem Monatsgehalt von IIS Mark— Pf. und freier Station, durch unsere Vermittelung engagiert. Die Kündigung ist beiderseits eine monatliche. Die Vermittelungsgebühr für obige Stellung beträgt vier Mark 75 Pf. Wird der Schein nicht innerhalb drei Tagen eingelöst, so verliert derselbe seine Gültigkeit und betreffende Stelle wird anderweitig vergeben. Meyer u. Kroll. Bemerkungen. Senden Sie diese Bescheinigung und Postquittung an Kapitän B. Schmidt in Waterford of Irland. Sie erhalten dann Billett bis an Bestimmungsort. Meyer u. Kroll. Ein weiteres Schreiben besagt: B e r l i n. den 12. April 1997. „Nachdem ich Sie am 19. d. M. zwecks persönlicher Rück- spräche nicht angetroffen habe, ersuche ich Sie höflichst falls Sie an der ausgeschriebenen Expedition teilnehmen wollen, sich an Expeditionsleiter Herrn Georg v. Schoenerer in Polajewo, Prv. Posen zu wenden wo sich derselbe bis Dienstag, den 16. April dienstlich aufhält. Sie sollen nebst drei anderen Herren, die Kommission auf ihrer Expedition durch Afrika als Bedienung begleiten und er- halten bei freier Station, freier Hin- und Rückreise ein Monatsgehalt von 150 Mk. Die Abreise erfolgt Sonntag, den 21. April, abends 9,44 vom Lehrter Bahnhof in Berlin, Ankunft in Bremerhafen-Geestemünds am 22. nachmittags 3 Uhr 2V. Damit Sie uns aber nicht in Verlegenheit bringen, haben Sie sicherheitshalber Ihre Papiere, Original-Zeugnisse sowie eine kleine Kaution(deren Höhe Sie selbst bestimmen) an Herrn v. Schönerer bis zu dem festgesetzten Termin einzusenden. Die Fahrkarte wird Ihnen dann im Laufe der nächsten Woche übersandt. gez. ExpeditionSarzt Dr. Arndt Deutsche Ansiedelungs-Kommission für Afrika. Ebenso erhalten Sie dann noch nähere Information". Die Berliner Kriminalpolizei hat die.Sache aufgegriffen und beranlatzt, daß Herr v. Schönerer auf dem Bahnhof Polajewo dieser Tage verhaftet wurde. Er soll bereits eingestanden haben, einen Kautionsschwindel geplant zu haben. Es sei deshalb der- artigen Annoncen gegenüber dringend Vorsicht angeraten. Im Bcrfolgungswahnünn aus dem Fenster gestürzt. Gemein- sam mit ihrer Katze hat sich die 40jährige Ehefrau des Arbeiters Seeland aus der Bergstraße 57 aus dem Fenster gestürzt. Frau S. leidet am Verfolgungswahnsinn und da sich ihr Zustand in der letzten Zeit sehr verschlimmert hatte, wurde sie von ihrem Manne Tag und Nacht bewacht. Trotzdem gelang es der Unglücklichen, in einem unbemerkten Augenblick erst ihre Katze, von der sie sich verfolgt wähnte, und dann sich selbst aus dem Fenster herauszu- stürzen. Sie schlug mit dem Schädel auf dem Bürgersteig auf und wurde in bedenklichem Zustande in da? Krankenhaus eingeliefert. Ein furchtbares Erwachen hatte gestern die Ehefrau deS Arbeiters Michael Priebe, Höchstestr. 44. Als sie morgens auf- wachte, traf ihr erster Blick einen erstarrten menschlichen Körper, der am Türpfosten hing. Der Tote war ihr Mann. Er war nachts angetrunken heimgekehrt und hatte sich unbemerkt erhängt. Wege» deS Fürstenwalder Mordes wurde vorgestern der polnische Arbeiter Jgnaz Polcdniak zum zweiten Male verhaftet. Es handelt sich um die Ermordung des Bierkutschers Haase von der Schultheiß-Brauerei, der auf der Heimfahrt von Müncheberg nachts auf seinem Wagen mit einem Beil erschlagen und des einkassierten -Geldes beraubt wurde. Der Verdacht der Täterschaft verdichtete sich gegen Poledniak, der bei Müncheberg arbeitete und nach dem Morde in seine Heimat abreisen wollte, so, daß die Kriminalpolizei ihn ftstnahm. Der Untersuchungsrichter entließ den Verdächtigen wieder aus der Haft. Auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft aber ordnete das Kammergericht die Weiterführunjj des Verfahrens an. Poledniak aber, der keine Zeitungen liest, fühlte sich ganz sicher. Als er nun vorgestern Abend nach einer Herberge in der Weber- straße kam, um dort zu übernachten, nahm die Kriminalpolizei, die seit dem Beschlüsse des Kammergerichts auf ihn fahndet, ihn fest, um ihn wieder nach Frankfurt a. O. in das Untersuchungsgefängnis zu bringen. Poledniak, der die Vorgänge nicht kannte, war erst sehr entrüstet, fügte sich dann aber in das Unvermeidliche. Die Tat begangen zu haben, bestreitet er nach wie vor. Bon einem Rowdy angefallen und angeschossen wurde am Sonnabendabend zwischen 11 und 12 Uhr der Metallschleifer Richard Muras, Wißmannstr. 48, vor seinem Hause. Er ist am Sonntag, in der Klinik des Prof. Settiger seinen Verletzungen erlegen.'Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Einen interessanten Brittag zur Frage der WertznwachSsteurr bildet folgende Mitteilung eines hiesigen MttagSblatteS, die wir einem Artikel über»Berliner Hotels" entnehmen. ES heißt da unter anderem: „Das Hotelgrundstück Friedrichstt. 100(Hotel Monopol) ist im letzten Fahre zweimal verkauft worden, am 17. März 1906 von den ehemaligen Besitzern Rathenau, Baurat Heim und den Löwhschen Erben für 7 Millionen an Herrn Eberbach und am 16. Dezember 1906 von diesem für 9 Millionen an den Hotelier Hillengaß, den Inhaber des„Kaiserhof" in Wiesbaden. 2 Millionen in dreiviertel Jahr ist ein recht anständiger Zwischengewinn. Herr Hillengaß hat seinerseits wieder das Grundstück der neugegründeten„Monopol-Hotel A.-G." übertragen, deren Direktion er übernimmt." Zwei Millionen sind in dreiviertel Jahr„verdient" worden. Hätten wir die Wertzuwachssteuer, so wäre für die Stadt Berlin eine hübsche Einnahme herausgekommen. Radrennen zu Steglitz. Sonntag. 21. April. Der„Große Früh- jahrspreis", ein Hundert-Kilometer-Rennen, wurde eine Beute für den Amerikaner Bobby Walthour, der im Verein mit dem Franzosen Guignard den beiden deutschen Vertretern, Robl und Huber, eine empfindliche Niederlage bereitete. Der Sieg Walthours über seine Gegner war ein völlig einwandfreier. Gleich vom Be- ginn die Spitze übernehmend, ging Walthour schon in der dritten Runde an Robl vorbei, der gar nicht in Schwung zu kommen schien. Bald danach muß Huber den Amerikaner passieren lassen und auch Guignard zieht kampflos an Robl vorüber.— In der 17. Runde ist Robl abermals überwindet und dieses Schicksal muß der„Welt- ineistcr" bis zum Schluß des Rennens acktmal über sich ergehen lassen, während Huber anfänglich etwas Widerstand leistet, um dann aber schließlich nach dem 90. Kilometer ganz aus dem Reimen zu scheiden. Der einzige achtbare Gegner ioar Guignard. Lange Zeit blieb die Entfernung zwischen ihm und Walthour die gleiche und hartnäckig leistet er allen Angriffen desselben Widerstand. Durch niehr als zwanzig Runden gehl die Jagd, bald näher, bald weiter ist der Amerikaner an den Franzosen heran; als dieser seinerseits in der 110. Runde Robl bedrängt, aber abgeschlagen wird, gelingt es Walthour in der nächsten Runde, an Guignard vorbeizukommen, der für den Augenblick von seiner Führung abfällt. Mit spielender Leichtigkeit kann der Amerikaner bereits 30 Runden später dem Franzosen die zweite Runde abnehmen, doch bis zum Schluß hält dieser tapfer stand, so daß er nur 1229 Meter zurück als Zweiter ender.— Der„Kleine Frühjahrsprers", der über 50 Kilometer geht, wird von Albert Schipke vor Przyrcmbel, Goar und Mauß ge- Wonnen. In diesem Rennen spielten die Motor- und Radschäden Ivieder ihre Rolle, worunter besonders Przyrembel und Mauß zu leiden haben. Ersterer, der vor acht Tagen einen so schöne» Sieg in Treptolv errungen, übernimmt die Führung und hat bald einen weiten Borsprung, kaim sogar Mauß in der 7. Runde passieren, als sich von seinem Motor die Schutzwelle löst. Der Ersatz kann aber nicht die gewünschte Schnelligkeit liefern, trotzdem hat Przyrembel beim zehnten Kilometer gegen seine Gegner nahezu eine Runde auf- geholt. In der 37. Runde geht Schipke vor Goor; Mauß ist schon lange Zeit ohne Führung. In der 43. Ruitde greift Przyrembel den Belgier Goor an, jedoch versagt sein Motor und er muß nun Schipke den Vortritt lassen. Auch Goor geht vor Przyrembel, wird aber wieder geholt und muß später sein Rad wechseln, wodurch der Belgier einige Rimden einbüßt. Schipke greift Przyrembel an und alle vier Fahrer liegen in diesem Augenblick in der Kurve nebeneinander, ein aufregender Anblick. Bald darauf wechselt Przyrembel seine Führung, kann aber gegen Schipke nichts ausrichten und muß legen den Schluß noch seinen Platz gegen Goor verteidigen. Mauß uhr lange Zeit ohne Führung, konnte aber gegen das Ende etwas Boden zurückgewinnen.— Die vorausgegangenen Fliegerrennen wiesen stark besetzte Felder auf und es gab schöne Endkämpfe. tzss Radrennbahn Treptow. 21. April. Championat der Streckenläufer. Internationales 25 Kilometer-Laufen, ver- anstaltet vom Sportklub Komet. 5 Ehrenpreise. 1. G. Raguenau Paris) 1 Stunde 32 Min. 49% Sek. 2. I. F. Svanberg(Stock- Holm), 39 Meter. 3. I. Böge(Sportklub Komet), 4 Runden. 4. K. Mieles(Sportklub Komet), 6 Runden. 5. M. Kuchta(Sport- klub Marathon), 9 Runden. Svanberg und Raguenau sind von Beginn an vorn, die anderen bleiben weit zurück. In der letzten Runde geht der Franzose vor und gewinnt mit 39 Meter Vorsprung. 29 gemeldet; 23 am Start, davon 8 aufgegeben. Das Thalia-Theater hat— o heiliger Herr v. Schuckmann l— in Rücksicht auf die anbrechende Ausstellungskampagne in Friedenau noch vor Schluß der Saison einen neuen Schwank mit Gesang in drei Allen von Jean Kren und Artur Lippschütz:„Wo die Liebe h i n f ä l l t I" herausgebracht. Das Motiv ist nicht gerade neu. Altes ist modernisiert, und da es gut dargestellt wird, bleibt die Wirkung nicht aus. Ein Gewerberat, der von seinen zahlreichen Ver- wandten ausgenutzt wird, will sich berühmt machen. Er schreibt ein Buch gegen das Duell. Damit aber der Rat nicht auf den Ge- danken kommt, zu heiraten und damt die Verwandten nichts gekürzt wird, sorgen drese dafür, daß eine recht alte Schachtel als Haushälterin engagiert wird. Diese Hausdame entpuppt sich aber im Gegenteil als eine recht fesche, schike Münchnerin. die es dem Gewerberat antut und ihn sogar veranlaßt, seinen„Grundsätzen" untreu zu werden und eine seiner Verehrten zugefügte Beleidigung in einem Duell zu rächen. Zu diesem in der Hasenheide projektierten Duell kommt's aber, nicht zur Freude des Ge- werberatS wie seines Gegners, denn beide haben vor der Schießerei eine höllische Angst. Die ganze Geschichte endet mit nicht weniger denn vier Heiraten. Einige hübsche Couplets hat Herr Alfred Schönfeld verbrochen und Max Schmidt hat die Musik dazu geschrieben. Die Darsteller trugen ihr Bestes zum guten Ge- lingen bet. In erster Linie ist Josefine Dora zu nennen, die das Brettl des Passage-Theaters mit den Brettern des Thalia- Theaters vertauscht hat und ihre Rolle als Hausdame Lene Krautstecher geradezu meisterhaft spielte. Ganz in ihrem Elemente war sie in dem Couplet:„Na, Sie kenn'n mich doch von früher, ich bin ja gar nicht so" und in einem mit Herrn Sondermann vorgettagenen Duett:„Wenn die Bogenlampen glüh'n!" Aus dem Gewerberat und AntiduellariuS machte Herr Tielscher erst etwas und als er. bis an die Zähne in Watte verpackt, sich als Duellant übend aus der Bühne erschien, da blieb kein Augen ttocken— vor Lachen, genau so wie in dem letzten Stück, in dem er als Ringkämpfer austrat. Das Sextett: „Wo die Liebe hinfällt", gesungen von Josefine Dora, Else Heß, Guido Tielscher, Emil Sondermann, Else Wannovius und Alice Lanz wird bald auf den Tcutzböden seine Auferstehung feiern. Orgelkonzert. Mittwoch, den 24. April, abends 7M Uhr, veranstaltet der Kgl. Musikdirektor Bernhard Jrrgang in der St. Marien-Kirche das nächste Orgel-Konzert unter Mit- Wirkung von Frau Martha Dreyer-Wolsf(Sopran), Frl. Eva Reinhold(Alt), Herrn Gerh. Forck(Tenor) und Herrn Kgl. Kammer» musiker Hans Diestel(Violine). Orgelkompositionen von Bach, Ph. Wolfram(Qloris in excelsis Deo) und Elga. Der Eintritt ist freil Zeiigengesuch. Im März dieses Jahres hielten vor einem Hause am Warschauerplatz zwei Produktenhändler mit ihren Fuhrwerken, um ihre Produkte bei einem EngroShändler abzusetzen. Während der eine abgefersigt war, ging der andere in das HauS und der der erste wollte sich zu seinem Fuhrwerke begeben, als er gewahr wurde, daß das Pferd seines Kollegen plötzlich durchging und im vollen Karriere die Straße hiituuterraste. Da auf dem Wagen noch ein kleines Kind saß, entschloß sich der Unglück voraussehende Händler, mit seinem, mit einem schnellen, jungen Schimmel be» spannten Fuhrwerk hinterher zu eilen, um das durchgehende Gespann einzuholen, unterwegs hülferufend. Dort in der Gegend arbeitende Steinsetzer sahen die Gefahr und mutig entschlossen sprangen sie dem Pferde in die Zügel und brachten das Gefährt zum Stehen. In- zwischen war der den Wagen verfolgende Händler herangekommen und nahm Pferd und Wagen seines Kollegen in Empfang. Weil der Händler aber zu schitell gefahren ist, hat er anstatt eine Belobigung ein— Strafmandat erhalten. Er bittet Zeugen de? Vorganges, be- sonders die Steinsetzer, die bei dem Vorgang dabei waren, um An- gäbe ihrer Adresse an August Wölle, Skalitzerstraße 77, Keller. Fcucrwehrbericht. Am Sonntag hatte die Berliner Feuerwehr zahlreiche Brände zu löschen. U. a. einen großen Brand nachmittags m der Bornholmerstt. 2. Dort standen der Dachstuhl, die Boden- verschläge mit Inhalt usw. in großer Ausdehnung in Flammen. Der'3. Zug ging über eine große mechanische Leiter vor, andere über die verqualmten Treppen. Durch kräftiges Wassergeben gelang es schließlich, die Flammen, deren Entstehung nicht aufgeklärt ist, auf den Dachstuhl des Hauses zu beschränken. Vielen Mietern wurde bei ihrem Nachhausekommen eine unangeitehme Ueberraschung zu teil. Auger dem Verlust von Hausrat beklagen sie auch noch die Beschädigung vieler Sachen durch Wasser. Ein zweiter größerer Brand beschäftigte die Wehr in der Holzmarktstraße 17/18, an der Ecke der Mchaelbrücke. Dort stand auf dem Schicklerschen Spcichergrundstück an der Spree ein einstöckiges Gebäude mit dem Dach in Flammen. Dem 5. Zuge gelang es durch energisches Vor- gehen und Wassergeben mit mehreren Rohren den Brand auf dies Gebäude zu beschränken. In der Mirbachstraße 3 stand ein Schuppen, ein Bretterzaun u. a. in Flammen. Auch dort mutzte tüchtig Wasser gegeben werden. In der vergangenen Nacht erfolgte ein Alarm nach dem Eisen- bahu-DirektionSgebäude am Schöneberger Ufer 5/9 gegenüber dem Hafen. Dort brannten Bretter, Balken u. a. Dem 9. Zuge gelang es, die Gefahr bald zu beseitigen. In der Sportausstellung am Zoologischen Garten brannte nachts um 3 Uhr Fleisch in einem Kochtopfe und in der Landsbergerstr. 61 ein Automobil. Zweimal wurde die Feuerwehr böswilligerweise alarntiert. Erst nach der Grünthaler- slraße auf dem Gestindbrunnen und dann nach der Schönhauser Allee 126s. In beiden Fällen sind die Täter unerkannt entkommen. Der 17. Zug hatte in der Kürassierstr. 3 zu tun. wo beim Kochen einer Gummilösung in einer Passementeriefabrik Feuer ausgekommen war. An der Ecke der Jüden- und Königstraße brannte ein Straßenbahnwagen und in der Alten Schönhauserstt. 29 war Gas aus einem schadhaften Gasmesser ausgeströmt. Zwei Wohnungsbrände beschäftigten die Wehr in der Klopstockstt. 23 und Gr. Frankfurterstr. 41/42. In der Alten Jakobstr. 83 brannte in einem Keller Papier u. a., an der Alten Fischerbrllcke 11 in einer Tischlerei Holz bei einem Leimofen, und Petersburgerstr. 38 Lumpen u. a. In drei Fällen leistete die Wehr in der Jnselstr. 10. Proskatierstr' 11 und Wilhelmstr. la mit Erfolg Samariterdienste. und einmal ohne Erfolg in der Elsafferstr. 85. Ferner hatte die Wehr in der Jabloitskistr. 23, PotSdamerstr. 118b, Reinickendorferstraße 48. Weberstr. 7 und anderen Stellen noch zu tun, wo Teer, Petroleum, Schränke, ein Dach u. a. brannten. Vorort- l�ad) richten. Sixdorf. Die Ausgabe der Bibliotheksbücher erfolgt jetzt werktäglich von 6—8 Uhr abends. Die Genossen werden gebeten, diese Zeit inne zuhalten. Steglitz. St. Bureaukrat. Am Donnerstag voriger Woche erschien die amtliche Bekanntmachung, daß die für den 22. April angesetzten Gemeindewahlen auf den 6. Mai verschoben seien. Run sollte man doch meinen, daß es Pflicht des Gemeinde- Vorstandes gewesen sei, alle die Wähler, denen bereits die amt- liche Wahlkarte zugestellt war, mittels einer neuen Karte von der Verlegung des Wahlaktes zu benachrichtigen. Aber weit gefehlt! Nicht nur das unterblieb, sondern man ließ unbegreiflicherweise die noch nicht be st eilten Karten weiter austragen. Noch am Sonnabend» afch mittag wurden auf diese Weise eine große Anzahl Wähler zu der schon vor drei Tagen aufgehobenen Wahl am Montag, den 22. April amtlich eingeladen. Das geht denn doch über die Hutschnur! Ist man sich auf dem Rat- hause denn nicht bewußt geworden, daß durch dieses finnlose Be- ginnen eine heillose Verwirrung in der Wählerschaft angerichtet wird? Die bekannteren Parteigenossen wurden am Sonnabend und Sonntag von vielen derart gefoppten Wähler mit Fragen bestürmt, ob die Wahlert nun doch am Montag, den 22. April, stattfänden, da sie doch eben die amtliche Einladung dazu erhalten hätten. Diese Fragen waren nach dem Schildbürgerstückchen unserer Gemeinde- behörden gewiß berechtigt und die Empörung der Gefoppten be- greiflich. Groß- Lichterfelde. Am Sonnabendnachmittag verunglückte ein bei der Baufirma Mertens u. Sohn in der Ferdinandstraße Beschäftigter Arbeiter dadurch, daß er mit der rechten Hand in die Kreissäge geriet; er trug eine erhebliche Verletzung des Daumens und der Sehne davon. Der Verletzte war zum erstenmal an einer Kreissäge beschäftigt, an der leider wieder einmal die gesetzlich vorgeschriebene Schutzvorrichtung. der sogenannte Spaltekeil fehlte. Statt sofort die nächstgelegene Unfallstation zu benachrichtigen, wurde zu drei Aerzten geschickt, von denen keiner zu Hause war. Verbandszeug ist in dem Betriebe der Firma ebenfalls nicht vorhanden, so daß die Wunde nur notdürftig mit etwas Watte bedeckt werden konnte. Erst nach geraumer Zeit konnte die Aufnahme des Verwundeten im Krankenhause erfolgen. Treptow-Bnumschulenweg. In der Generalversammlung des Wahlvereins widmete der Vor- sitzende Genosse Posselt dem verstorbenen Genossen Auer vor Ein- tritt in die Tagesordnung einen warm empfundenen Nachruf, worauf sich die Versammelten»zu Ehren des Toten von den Plätzen erhoben. Alsdann erstattete der Kassierer Genosse Mickley den Kassenbericht vom ersten Quartal. Es bettugen die Einnahmen 439,03 M., wo- von 336,02 M. an den Zentralvorstand abgeführt wurden. Die Ausgabe am Ort betrug 60,28 M., so daß ein Bestand von 102,73 M. verbleibt. Den Bericht von der Kreisgeneralversammlung erstattete Genosse Posselt; derselbe wurde von den Genossen Lüdke und Gramcnz noch ergänzt. Gettosse Gramenz bezeichnet eS als llngehörigleit der Redaktion des„Vorwärts", daß sie an die Er- klärting Dr. FriedebergS noch die Schlußbemerluitgen angehängt habe. Zum Punkt Maifeier gab Genosse Ehm den Beschluß des Vorstandes bekannt, wonach die Maifeier nachmittags in Battm- fchulcnweg in Speers Festsälen stattfinden soll. Hieran anknüpfend bemerkt Redner u. a., daß der Aufruf des Parteivorstandes eine direkte Absage an die Maifeier bedeute. In ähnlichem Sinne äußerte sich Genosse Karow. Redner meint, Leute wie Robert Schmidt müßten bei diesem Auftuf ihre Hände im Spiel gehabt haben. Eben- falls gegen den Aufruf wendet sich Genosse Wicht. Genosse Sttieder ist der Meinung, daß sich die Genossen des Parteivorstandes jeden- falls von den jetzigen für die Maifeier ungünstigen Verhältnissen haben leiten lassen, von bremsen könne keine Rede sein. Genosse Hensel glaubt, daß durch den Aufruf wahrscheinlich die Unter- nehmer noch mehr Mut bekommen. Indes müsse man erst die Gründe hören, die den Parteivorstand zu diesem Auf- ruf veranlaßtcn, ehe man einen Tadel ausspricht. Genosse Zimmer nimmt den Parteivorstand in Schutz und meint, man dürfe nicht mit Gewalt das Geld wegwerfen und hdrtköpfig an der Maifeier festhalten. Gegen den Aufruf wenden sich noch die Genossen Posselt und Lüdke. Letzterer ist der Meinung, der Aufruf fei nur ein Vorspiel zum internationalen Kongreß. Den Einfluß der Gewerkschaften merke man immer mehr, leider zum Schaden der Arbeiterbewegung. Folgende Resolution wurde gegen 5 Stimmen angenommen: „Die heutige Generalversammlung kann sich mit dem»Aufruf' des Parteivorstandes in der Maifeierfrage nicht einverstanden erklären und erhebt dagegen entschieden Protest." Als Delegierte zur Generalversammlung Groß-BerlinS wurden die Genossen Hensel, Ehm. Thiemtcke. Weiß, Wicht. Wege und Mahr als Ersatzmann gewählt. Genosse Karow gab noch kurz einen Bericht aus der Gesundheitskommission und ersuchte alle Mitteilungen in dieser Beziehung ihm umgehend zukommen zu lassen. 13 Neuaufnahmen wurden von der Versammlung bestätigt. Lichtenberg. Allzu scharf macht schartig. Der Kanalisationszweckverband der Gemeinden Rummelsburg-Boxhagen-Lichtenberg hat seinerzeit das Ersuchen um Erlaubnis der Rohrberlegung nach dem Rieselgute| reife erfolgt nach einem Orte, wo der Stundenlohn nicht höher ist| Man muß sich freuen, wenn es den Bornholmern gelingt, die Tasdorf auch an die Nachbargemeinde Friedrichsfelde gerichtet. Die als am Streikorte und die Entfernung zwischen Streikort und Naturschönheit ihrer Insel vor der Verwüstung durch deutsche Bedingungen aber, unter denen Friedrichsfelde dem Berbande will Arbeitsort fo groß ist, daß ein tägliches Nachhausefahren un- Profitgier zu schüßen. Haben wir doch im eigenen Baterlande fahren wollte, waren solche, die einer Ablehnung gleich famen. Der möglich ist. solche Barbarei nur zu gut kennen gelernt! Muß doch gerade der Verband hat bei der Regierung das Enteignungsverfahren beantragt. Die Unterstüßung foll betragen: in der ersten Beitragsklasse Berliner nur zu oft erleben, daß er von den schönsten, ihm lieb Diesem Antrage ist jetzt stattgegeben. pro Arbeitstag 50 Pf., in der zweiten Beitragsklasse pro Arbeits- gewordenen Wegen seiner eigenen Heimat als Unbefugter vertag 60 Pf., in der dritten Beitragsklasse pro Arbeitstag 70 Pf., in brängt wird. Darum fann man es den Bornholmern nicht verHohen Neuendorf. der vierten Beitragsklasse pro Arbeitstag 80 Pf. und in der fünften denken, wenn sie von einem Neu- Berlin" auf ihrer Insel nichts Beitragsklasse pro Arbeitstag 90 Bf., außerdem für jedes noch wissen wollen. schulpflichtige Kind 15 Pf. pro Arbeitstag. Mit der Beendigung des Streits hört auch diese Unterstützung auf. 2. Dem Zentralvorstande steht das Recht zu, für Streiks, die eine Aussicht auf Erfolg nicht bieten oder deren Fortführung zwvedlos erscheint, die Unterstützung zu verweigern. Bei der geftrigen Gemeindewahl in der dritten Abteilung wurde unser Kandidat, der Genosse Neumann mit 28 gegen 24 bürgerliche Stimmen gewählt. Damit marschiert der erste Sozialdemokrat in das Gemeindeparlament. 17. Generalversammlung des Zimmererverbandes. " Abgestürzt. Aus Wesen( Stanton Sankt Gallen) wird be= richtet, daß zwei Touristen, ein Ingenieur der Bundesbahnen und ein Angestellter einer Züricher Firma, die Sonnabend abend von Zürich aufbrachen, um den 1956 Meter hohen Speer zu besteigen, Sonntag vormittag tödlich verunglückt sind. Ihre Leichen wurden geborgen. Briefkaften der Redaktion. eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, wochentäglich von 7 bis 9% ihr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein wird nicht erteilt. Einige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Köln, 20. April. 3. Bei Aussperrungen, deren Ursache die Lohnbewegung anderer Zum Erdbeben in Mexiko. Die letten Nachrichten aus den vom Berufe ist, erhalten nur Mitglieder Unterstüßung, welche bereits Erdbeben heimgesuchten Gegenden lassen erkennen, daß die Zahl Zunächst wird bekannt gegeben, daß außer den schon in der an dem Tage dem Verbande angehörten, an dem die Aussperrung der Toten übertrieben worden ist und daß die Zahl der Umvorigen Nummer bezeichneten zehn Kameraden als Delegierte angefündigt wurde. zum Gewerkschaftstongreß noch die folgenden zwei durch gekommenen nur wenig über Hundert beträgt. Dagegen ist die Der Sitz des Verbandes bleibt in Hamburg. Stichwahl gewählt sind: Rose( Leipzig) und Krause( Stettin). Die Wahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl fämt- Zahl der Verlegten sehr groß und die Höhe des angerichteten Zur Gehaltsfrage der Verbandsangestellten liegt ein von licher jezigen Vorstandsmitglieder: F. Schrader, Vorsitzender; Schadens unermäßlich. der Kommission ausgearbeiteter Entwurf vor, der sämtliche Ge- A. Römer, Kassierer; A. Bringmann, Redakteur usw. Zum Aus- Ein neues vier Sekunden dauerndes Erdbeben wurde, wie hälter aufbeffert und zum ersten Mal für die Angestellten Ferien- schußvorsitzenden wurde wieder Kube( Berlin), zum Breß- aus Innsbruck gemeldet wird, am Sonnabendnachmittag 2 Uhr urlaub auf zwei Wochen vorsieht. Die Vorschläge der Kommission kommissionsvorsitzenden F. Lund( Altona) gewählt. 41 Minuten in Schlanders im Vintschgau festgestellt; es folgten bier rufen eine ausgedehnte Debatte hervor, werden aber schließlich in Die Wahl des Ortes für den nächsten Verbandstag soll wie ziemlich heftige Stöße. Leicht bewegliche Gegenstände tamen ins der Einzelabstimmung unverändert angenommen. Danach erhalten bisher die Verbandsleitung zur gegebenen Zeit treffen. Schwanken, die Fenster flirrten; dabei herrschte ein Nordsturm. der Vorsitzende, der Kassierer und deren Stellvertreter, sowie der Am Schlusse des Verbandstages, beim Punkte Verschiedenes". erste Schriftführer und der Redakteur ein Anfangsgehalt von erklärte Bringmann auf eine Anfrage, daß der dritte 2400 Mt., steigend jährlich um 100 Mt. bis zum Höchstbetrage von Band des Buches Geschichte der deutschen Zimmerer 3000 Mt. Die zurzeit über fünf Jahre tätigen Beamten erhalten bewegung", dessen Herstellung sich durch die Zeitumstände, insferner eine sofortige Aufbesserung von 100 bis 300 Mt. Die besondere die gewerkschaftlichen Kämpfe, hinausgezogen habe, vorSekretäre bezt. Beisiber, sowie die über zwei Jahre tätigen Hülfs- aussichtlich im Sommer 1908 erscheinen werde. Er beklagte, daß fräfte erhalten 2200 Mt. Anfangsgehalt, steigend jährlich um 100 dem Werte, soweit es bis jetzt erschienen ist, die Propaganda gebis zu 2600 Mt. Die Gaubeamten erhalten 1900 Mt., gefehlt habe, da es in der Parteipresse nur ungenügend beachtet steigend um 100 Mr. bis 2600 Mt., weiter erhalten sie worden sei. Ferner spricht eine sofortige Aufbesserung um 100 Mt. der Verbandstag den dringenden Wunsch aus, daß die befoldeten Lokal beamten nicht unter 1900 Mt. bei einer steigenden Stala Beiträge zur Unterſtüßungsvereinigung zahlen. Die Diäten werden in Anbetracht der verteuerten Lebensverhältnisse allgemein um G3 folgt die Statutenberatung. Es lagen dazu weit über 300 Anträge vor, die sämtlich in eine Statutenberatungsfommission berwiesen und von dieser zu einer neuen Vorlage verarbeitet worden sind, die den Delegierten gedruckt überreicht wurde. Die Vorlage verursacht eine mehr als sechsstündige Spezialdiskussion. Ein Antrag Eisen: Mit ausländischen Bimmererorganisationen, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, ist ein Gegenseitigkeitsvertrag be. züglich der Reiseunterstüßung anzubahnen" wird der im Anschluß an die Generalversammlung stattfindenden internationalen Konferenz überwiesen. 1 Mt. erhöht. Ein Antrag Sonderburg lautet:" Der Zentralvorstand möge dahin wirken, daß im dänischen 3immererverband die Mitglieder auch ohne Lehrbrief aufgenommen werden." Von der Verbandsleitung wird hierauf erwidert, daß die allerdings wunderliche Bestimmung nicht mit dem Willen der dänischen Kameraden in dem Statut stehe, sondern daß es sich da um eine Ginrichtung handle, die von Staatswegen angeordnet sei. Die dänischen Verbandskameraden können daran garnichts ändern. Auf Grund dieser Erklärung wird der Antrag als erledigt betrachtet. Von den durch die Generalversammlung vorgenommenen Statutänderungen seien einige der bemerkenswertesten hier wiedergegeben: Im§ 3 soll fünftig der Abfah 5 lauten: Soweit es sich bei dem Uebertritt um Berufsgenossen handelt, die Mitglied anderer Zentralverbände waren, wird diesen unter denselben Voraussetzungen auch ihre bisherige Beitragsleistung angerechnet, sofern ihre Mitgliedschaft vom Tage des Uebertritte an zurüdgerechnet, ununterbrochen war. Im ersten Absatz des§ 5: Grkrankte Mitglieder haben für die Dauer ihrer Krankheit nur den Beitrag für die Arbeitslosenunterstügung zu leisten. Gerichts- Zeitung. Zum preußischen Vereinsrecht. H. Nenendorf. 1. Ohne Einsicht in den Mietsvertrag ist Ihre Frage nicht sicher zu beantworten. Liegt gesundheitsgefährdende Nässe vor, so würden Sie unter allen Umständen Entbindung von dem Vertrage und Schadenersatz verlangen können. 2. Friedenau, Kranachstraße 46. .. 1. Die Verjährungsfrist für Darlehen beträgt 30 Jahre. M. 17. Wer als Zeuge sicher darin gehen will, daß Troß des würden. In seinen Schlußbetrachtungen über den Verbandstag gab der Vorsitzende Schrader der Befriedigung über den erfreulichen Verlauf, ferner der Zuversicht Ausdruck, daß auch die 17. Generalsein werde. Die Einmütigkeit und Geschlossenheit sowie die in er nach Bestrafung nicht befragt wird, teilt diefelbe dem Gericht schriftlich den Beschlüssen zur Lohnbewegung zutage getretene Opferwilligkeit vor dem Termin mit und beantragt, Fragen über diese Dinge nicht zu würden auch auf das scharfmacherische Unternehmertum die zulassen. A. 750. Der Leihvertrag würde nichts nühen. Wirkung nicht verfehlen. Er schloß mit einem Hoch auf den Leibvertrages würden die Sachen gepfändet werden können. Suchen Sie sich zu einigen. 2. P. 50. 1. und 2. Nein. 3. und 4. Ehebruch ist Bentralverband, und die Delegierten sangen stehend das Lied: strafbar, wenn wegen des Ehebruchs die Ehe geschieden ist und der beleidigte " Auf Kameraden!" Gatte Strafantrag stellt. 5. 3. 197. Klagen Sie auf Inne haltung des Vertrages und auf vollen Schadenersak. Sie können auch eine bestimmte Zeit festsetzen und androhen, daß nach frucht losem Ablauf der Zeit, die Sie für Erfüllung des Vertrages gesezt haben, Ste Schadenersatz verlangen von diesem abgehen und W. S. 49. Bur Empfangnahme des Geldes ist eine notariell oder In einer Zusammenkunft von 17 Mitgliedern des Deutschen gerichtlich beglaubigte Vollmacht erforderlich, die gleichzeitig die Einwilligung Bergarbeiter- Verbandes, die Genosse Mette als Vertrauens- die Röschung der Hypothek enthält. Die Stosten betragen in Ihrem Fall etwa 20 M. D. G. 20. Die Untersuchung könnte nur durch einen Arzt mann in Hiltrop einberufen hatte, e rörterte Mette neben rein oder durch die Polizei auf Kosten des Nachsuchenden erfolgen. B. W. 87. geschäftlichen Dingen auch die Frage, wie man am besten die Netband gehört zu Mecklenburg Schwerin. N. P. 15. Nicht der Mann, im Herbst vom Militär loskommenden Reservisten sondern die Frau kann klagen, wenn der Ehemann Ehebruch begeht. für den Verband gewinne. Wegen Nichanmeldung einer.. 112. 1. Wenden Sie sich an Meyer, Oranienstr. 103. 2. ArbeiterVersammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten wurde Turnzeitung" Leipzig, Tauchaerstr. 19/20. 3. Arbeiter- Radfahrer" Chemnitz, B. Pohl. 1. und 2. Nein. Hätten Sie die Depesche als M. darauf angeklagt und in zweiter Instanz vom Landgericht erst 16. -J. J. 1. Ja. 21. 99. Bochum auch verurteilt. dringend aufgegeben, so läge die Sache anders. Er sollte die§§ 1 und 12 des In dem von Ihnen dargelegten Fall tann leider von feinem der Betreffenden Vereinsgesetzes übertreten haben. Das Landgericht führte aus: mit Aussicht auf Erfolg ein Anspruch auf Alimente geltend gemacht werden. Die Aufforderung, neue Mitglieder für den Verband zu werben, 2. S. 29. 1. 1350 Mart. 2. Ja. D. 29. Wenden Sie sich an berühre schon deshalb öffentliche Angelegenheiten, weil der Ver- einen Arzt. Grundsätzlich müssen wir es ablehnen, bestimmte Aerzte, An band Deutscher Bergarbeiter auf öffentliche Angelegenheiten ein- wälte, Firmen usw. zu empfehlen. Stunde 9 Pfennig. Sie oder Ihr zuwirken bezweckt, nämlich auf die des ganzen Bergarbeiterstandes. Bater fönnte und sollte Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft stellen. Hinzu komme, daß die Aufforderung zur Agitation Leider steht ein weiteres Recht Ihrem Vater nicht zu, da die Kinder noch . 100. Es ist wenig unter den Reservisten Anweisungen und Instruktionen nicht in der Lage waren, ihn zu unterſtüßen. solcher Art enthalten habe, daß sie unmittelbar eine öffentliche Aussicht dafür vorhanden, daß die Stlage zu Ihrem Gunsten ausfallen würde. F. S. Cuvryftraße. Ja. E. 239. Der Anspruch Ihres Angelegenheit betraf. Denn wenn der Angeklagte erörtere, wie Schwiegervaters ist unberechtigt. P. 109. Wenn der uns nicht be jedes Mitglied sich ein Haus, wo es Bekannte habe, für die Agitation fannte Inhalt Ihres Vertrages dem nicht entgegensteht, tönnten Sie auf auswählen, dort Flugschriften verteilen und unter Darlegung der Schadenersatz flagen. Die Klage wäre nur gegen den Wirt zu richten. Ziele und Erfolge des Bergarbeiterverbandes für diesen agitieren müsse, dann sei damit in eine Erörterung eingetreten worden, welche die Gesamtheit des Gemeinwesens und das gesamte öffentliche Interesse angehe. Das Kammergericht löst wider Willen die Aufgabe, von Tag zu Tag flarer zu zeigen, wie ein Vereinsrecht und eine Rechtsprechung über dasselbe nicht aussehen sollte. Vermischtes. Im Eisgang gefentert. 108. Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 66-70 pr. 100 fb., Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen IIa 60-65, IIIa 56-59, Bullenfleisch Ia 64-68, IIa 54-62, Stübe, fett 52-58, do. mager 42-50, Freffer 50-62, Bullen, dän. 55-66, do. holl. Jm§ 10, Biffer 3 bis 5: Entscheidend für die Höhe der zu Die vom Angeklagten eingelegte und vom R.-A. Wolfgang 00-00. Kalbfleisch, Doppellender 105-130, Mastfälber Ia 92-98, IIa zahlenden Unterstüßung ist die Mehrzahl der letzten 40 resp. 80 eine vertretene Revision wurde bom Kammer 82-90, IIIa 00-00, Stälber ger. gen. 58-72, do. Holl. 55-62, dän. 57-64. geklebten Beitragsmarken. Arbeitslosenunterstübung gericht verworfen. Zur Begründung wurde ausgeführt, daß Hammelfleisch Mastlämmer 68-72, Ia 63-68, IIa 58-63, Schafe 53-56. Rothirsch wird nur in der Bahlstelle ausgezahlt, wo das Mitglied arbeitslos das Landgericht ohne Rechtsirrtum angenommen habe, es handele Schweinefleisch46-52 Rehwild, plomb. per Pfd. 0,00. 0,00. Rothirsch, Abschuß 0,62. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,00. wurde. Mitglieder, welche in einer anderen Zahlstelle zureisen, sich um eine Versammlung, in der öffentliche Angelegenheiten erFrischlinge 0,00. Staninchen per Stüd 0,70-1,00. Hühner, alte, per müssen erst vier Wochen am Ort gearbeitet haben, ehe fie Unter- örtert werden sollten und erörtert worden seien. Allerdings würde Stüd 1,80-2,80, bo. IIa 1,50, do. junge 1,20-1,60. Wolgahühner ftübung beziehen können. In die Woche fallende Feiertage gelten es teine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten sein, wenn nur 1,30-1,80 Tauben 0,30-0,65, italienische 0,00. Enten per Stud 0,00-0,00, als Arbeitstage bei der Auszahlung der Unterstüßung. gesagt worden wäre, bei dem und dem bestimmten Reser- dito Gis per Stüd 2,75-2,85, dito Hamburger per Stüd 2,50 In demselben Paragraphen soll der Absatz 14 lauten: Ein bisten solle versucht werden, ihn für den Verband zu gewinnen. bis 4,25, Gänse, Hamburger per Pfund 1,25, Sito Eis 0,00. ausgesteuertes Mitglied wird wieder bezugsberechtigt, sobald seit hier sei aber allgemein angeregt worden, daß und wie die echte per 100 Pfund 83-92, tein 00-00, groß 00-00. Bander mittel 1,55, Schleie 00, boll. IIa 87-105, mittel dem ersten Unterstüßungstage der voraufgegangenen Unterstüßungs- Reservisten" gewonnen werden müßten. Darin liege eine Er- unsortiert 0,00, bo. matt 0,00. periode 52 Wochen verstrichen und 40 Wochenbeiträge geleistet sind. örterung öffentlicher Angelegenheiten. Male, groß 0,00-0,00, flein 0,00-0,00, mittel 120, unsortiert 0,00. do. matt 00-00. Karpfen 25er 0,00, Jm§ 11 soll der Absatz so formuliert werden: Für MitPlöken, flein 20, bo. 30-40, do. 80-100er 55, do. 40-50er 61-67. Bleie 00-00. Alland 0,00. glieder, welche dem Verbande ein Jahr( 52 Wochen) angehören, Bunte Fische 40-51, Barfe 00-00, do. matt 00. Starauschen 77. Blei40 Wochenbeiträge geleistet haben und zum Bezuge der Arbeitsfische 12. Wels 00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer lofenunterstüßung berechtigt sind, wird Reise unterstübung per 100 Pfd. 110-130, bo. IIa neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. in der Höhe der Arbeitslosenunterstüßung gewährt.- Ferner AbSeelachs 20-25. Sprotten, Stieler, all 1,00-1,50, Danziger, Stifte 0,50-0,70. fat 5: Mitglieder ausländischer Zimmerer. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, do. mittel per Stifte 2-3, Hamb. Stiege 4-5, halbe Stifte 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3-3,50, organisationen, die ein Jahr organisiert sind und 40 BeiStralsunder 3-3,50. Aale, groß per Bid. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,10, träge geleistet haben( im Ausland geleistete Beiträge werden den flein 0,60-0,80. Heringe p. Schock 5-9. Schellfische Stifte 3,00-4,00, do.% Stifte in Deutschland geleisteten Beiträgen gleich gerechnet), erhalten Reiseunterstüßung. Die Unterstüßung beträgt in diesen Fällen 75 f. Ueber ein Schiffsunglück auf der Newa wird aus Petersburg 2-3. Stabliau, ger. p. 100 fb. 20-25. Dorsch 2,50-3,50. Sardellen, 1902er pro Tag bis zum Höchstbetrage von 27 Mt. Abfaz 7: Wer im berichtet: Bei der Ueberfahrt von einem Ufer der Newa zum anderen per Anter 95, 1904er 93, 1905er 80-85, 1906er 75. Schottische Boltheringe 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Besitz einer Legitimation ist und auf diese Reiseunterstützung be- ist vorgestern in später Abendstunde infolge Zusammenstoßes mit Seringe, neue Matjes, per 2 To. 60-120. Sardinen, ruff., Jaß zogen hat, fann Arbeitslosenunterstübung nicht er- Gisschollen der alte Dampfer Archangelst" mitten im Fluß ge- 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, halten, bevor er nicht in einem Orte mindestens 4 Wochen ge- fentert und schnell gesunken. An Bord befanden sich 6.0 Ber Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Cier, Lands, per Schod 2,75-3,10. Butter arbeitet hat. Bei Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung ist die fonen, meist Arbeiter, von denen nach bisheriger Feststellung nur er 100 b. La 106-108, Ia 103-105, IIIa 98-102, abfallenbe 90-95. Saure Gurken Schod 4,50, Pfeffergurken 4,50. Kartoffeln magnum bonum 2,75-3,00, Dabersche 2,75-3,00, Im§ 15 Abfat 3: Mitglieder, die mit ihrer Beitragszahlung elf gerettet worden sind. Eine spätere Meldung aus Peters- per 100 Biund Im§ 15 Absatz 3: Mitglieder, die mit ihrer Beitragszahlung burg lautet: Von den Passagieren des gesunkenen Dampfers Rosen 0,00, weiße 2,50-2,75, Salatkartoffeln 0,00. Spinat bis zur Anmeldung neun Wochen im Rückstande find, gehen ihrer Sellerie, Mitgliedschaft verlustig. Archangelst" konnten nur fünfzehn gerettet werden, da der starke per 100 Pfund 15-25. Starotten per 100 Pfund 20-25. hiesige, per Schock 4,00-10,00, do. pommeriche 12,00-15,00. Zwiebeln Eisgang, die schnelle Strömung und die Dunkelheit die Rettungs- große, per 100 Pfund 4,00, do. fleine 3,50-4,00. do. hiesige( Berl) arbeiten erschwerten. Bis jetzt sind zwei Leichen geborgen. 0,00. Charlotten 0,00. Beterfilie, grün, Schodbund 1,00-1,50. Kohlrabi per Schod 0,00. Rettig, bayr. per Schod 2,40-4,80. Mobrrüben per 100 Bjund Weiße Rüben, große Nea- Berlin auf Bornholm. Auf der dänischen Insel Bornholm 3,50-4,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 6-8. fleine 0,00. Note Rüben 0,00-0,00. Blumenkohl ital. machen sich seit einigen Jahren deutsche Kapitalisten und Spetu per Korb 2,50-4,50. Kohlrüben per Schod 2,00-2,50. Wirsingkohl § 21: Die Wahl des Zentralvorstandes wird durch die lanten in einer Weise breit, die bei den die Naturschönheiten ihrer ber 100 fd. 0,00-0,00. Rotkohl per 100 15. 0,00-0,00. Generalversammlung vollzogen.( Bisher wählte Hamburg als Sib Insel liebenden Bewohnern wie überhaupt in ganz Dänemark Be- eißfohl per 100 3jb. 0,00-0,00. Rosenkohl per 100 Bib. 0,00. des Verbandes die unbefoldeten Vorstandsmitglieder). sorgnis erregt. Ein Verein Bornholm" ist gegründet worden, Spruttohl per 100 Bjund 10-12. Rhabarber 100 Bund 4,00-6,00. § 24, Biffer 2 und 3: Wo mehrere Orte zusammen ein einheit- um die Insel vor der ihr drohenden Naturverwüstung zu be- Birnen, per 100 Bfd. biefige 15-18, böbm. 0,00, ital. 25-32. Aepfel, per biefige 8-20, Tiroler, Stifte 0,00, Calville, Stifte 80-110, liches Lohngebiet bilden, müssen sich die Verbandsmitglieder, wahren. Deutsche Spekulanten hatten die Absicht, an der be= 100 fd., welche in diesen Orten ihren Wohnfis haben, zu einer Bahlstelle fonders schönen Nordostküste ein großes Billenviertel anzulegen, Amerikanische in ass. 15,00-30,00, Stal, Stifte Ia 12,00-20,00, ertra 18,00 bis 26,00. Zitronen, Messina, 300 Stüd 7,50-10,00, 360 Stüd zusammenschließen. Auch in fleineren Orten, die in unmittelbarer das den dänischen Ohren eben nicht wohlflingenden Namen„ NeuNähe eines größeren Ortes liegen, und wo vorwiegend solche Berlin" erhalten sollte. Aber nun berichtet die dänische Preſſe, 8.00-10.00, 200 Stüd 8,00-15,00. Apfelsinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Murcia 200 er Siste 6-9, do. 300 er 7-10, Valencia 420 er Stifte 13-24,00, Zimmerleute wohnen, die in dem größeren Orte arbeiten, dürfen daß der Verein" Bornholm" das betreffende Privatgrundstück ange- do. 714 er 15-23,50, Messina, 100er 4,00-6, 150er 4,75-6, 160 er 8-13,00, feine selbständigen Bahlstellen gebildet werden. Die Verbands. fauft und unter folchen Bedingungen wieder verkauft hat, daß die 200er 7,50-12, 300er 8-13, Blut 100er 5-7,50, bo. 150 er 6-8,00, 80 er mitglieder in folchen Orten müssen sich vielmehr der Zahlstelle Bebauung ausgeschlossen ist, und daß die Küstenstrecke mit dem 6,00-8,00. Stal. in Rörben per 100 Bfd. 0,00. Mandarinen, Kiste 0,00, des größeren Ortes anschließen. Nassen Ofen" und den anderen Sehenswürdigkeiten sowie der do. 100er, Stifte 0,00. Weg längs der Küste dänisches Staatseigentum werden. Ein Mitglied des Vereins Bornholm" schreibt zu dieser Angelegenheit u. a.: Jm§ 19: Bahlstellen mit weniger als 400 Mitgliedern werden zu einer Wahlabteilung verschmolzen und entfenden einen Dele gierten. Bahlstellen mit 700 Mitgliedern entfenden zwei, Bahlftellen mit 1500 Mitgliedern drei Delegierte. Für je weitere 1000 Mitglieder ist ein Delegierter mehr zu entsenden. §4: Die Zahlftellenborstände haben die Pflicht, den am Ort befindlichen Leitungen der Zahlstellen des Maurer- und des BauHülfsarbeiterverbandes von der beabsichtigten Lohnbewegung Mitteilung zu machen.(§ 2 des Regulative für das gegenseitige Busammenarbeiten der Bauberufsverbände.) " = Witterungsübersicht vom 22. April 1907, morgens 8 Uhr. " Schließlich ist allen Bornholmern, besonders den Landbe= wohnern, bange geworden, daß sie, wenn sie auf ihren gewohnten Stationen § 7: Bevor der Streit beschlossen wird, sind nochmals Feft- Sommerausflügen hernieder kommen zum Heiligtum, dem Meere stellungen über die Lage des Arbeitsmarktes und über die zu wandern, nach den Klippen, der Quelle, den" Defen" und den Organisationsverhältnisse zu machen. Der Gauleiter hat zu prüfen, anderen Herrlichkeiten, zurüdgestoßen werden von einem Blatat Denn hier ob die Situation am Ort sowie die gesamten Verbandsverhältnisse mit der Aufschrift: Butritt Unbefugten unterfagt". dazu angetan sind, zum Streik die Zustimmung zu geben. Ein auf dem Grundstück des Hotels liegen mehrere diefer NaturSituationsbericht nebst einem Gutachten des Gauleiters muß vor schönheiten, die vielleicht den Hotelgästen allein vorbehalten werden Stattfinden der den Streit beschließenden Versammlung dem Zen- fönnen. tralvorstande vorgelegen haben. An der Versammlung soll der Gauleiter oder ein Vertreter des Zentralvorstandes teilnehmen. § 12: 1. Den Familien der verheirateten Streifenden, welche abreisen, fann eine Unterstützung gewährt werden, wenn die AbDas wollen wir Bornholmer nicht! Wir wollen nicht von den lieben, uns so wohlbekannten Stätten unserer eigenen Insel ausgesperrt werden als„ Unbefugte", und auch nicht durch ein Blakat mit der Aufschrift:" Zwei Mark Entree!" Barometer stand mm Bind 765 SS Bun Bindftarle Better 3 Regen Zemb. n. 6. 5° F.= 4° M. Stallonen Barometer. stand mm Bind 8 Haparanda 757 23 richtung Windstärke 8 Betersburg 765 SGD 8 Scilly Better 1 bedeckt Zemp. n. 6. 2wollenl- 2 9 7 770 NNW 1 heiter ATE Swinembe. 764 SSB 3 bedeckt Hamburg 762 SW Berlin 4 bedeckt Frantj.a.M. 767 S 3 bedeckt 7 Aberdeen 762 W 2 wollig München 769 SS 3 wolfen! 6 Baris 767 28 1 bedeat 11 Blen 770,5 2 wollenl Wetter- Prognose für Dienstag, den 23. April 1907. Mild, jedoch vorherrschend wolkig mit etwas Regen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. 6. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche mit Farbenjeblern Fabrit. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff.+1 Steppdecken billight Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre. Gardinenhaus Großeßranfiurter. Araße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff. 1 +1 Dedbett, Unterbett, Stiffen mit glattrotem Inlett 10,50, Pfandleibe Andreasstraße achtunddreißig. 23935* Notrosa- gestreiftes Dedbett, Unter bett, zwei Stiffen 18,00, Damaftbezüge, Steppdeden, Andreasstraße achtund breißig. Pfandlethe. 23948* Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Riffen 27,00. Große Lalen 1,00. Leibhaus Andreasstraße achtund breißig. Elektrische nach überall. 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Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Parkstraße. Mathesius, Nikolassee, an der Reh wiese. Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Platz. Bauten der Firma Grün& Hetwig Buch, Siechenhaus. Barbarossaplab, Hochschule. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Rirdorf. Bau der Firma Gebr. Faul: Anstalt Beelitz( Fenster), Pavillon 4b. Bauten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgischestr.12. Straße 26, Neumann. Neumann, Gieselerstraße. Ban der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, Tempelhof, Germania- und Gottlieb Duntel straßen- Ede. Bauten der Firma Sperling& Kapelke: Briz, Werder u. Rungiusstr. Ede. Neue Wilhelmstr. 10. Bau der Firma Schirmer: Schirmer, Grunewald, Parkstraße. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Behlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Leffer, von der Heydt. ftraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter. a. Ber linerstr.- Ede, Bau Bielle. Bierfahrer, tüchtigen, mit Kund. schaft für Weißbierfaßwagen zum bal bigen Antritt verlangt. Bu erfragen Lernt die Muttersprache beherrschen! Spedition Charlottenburg, Sefen Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht heimerstraße 1. Tüchtiger Sandsteinmez auf Grab- Bauten der Firma in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Stindern wie Erfteine sofort J. Adam, Königsberger Gebr. Schaar: wachsenen ein tüchtiger und gewissenstraße 18. +33 Belder u Plathen, Lichtenberg, hafter Brivatlehrer. Die Stunde loftet Dorfstraße 9. Liefermädchen oder Frau, ganzen Eine Unterrichtsstunde eine Mart. * wöchentlich genügt. 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Bauten der Firma Schrammer in Rixdorf. Hedemann, Inn- u. Donaustraßen Ede. Thiemann, Rigdorf, SchöneweiderStraße 20. Keller, Rigdorf, Hermannstr. 11. Tiedede, Briz, Rudowers u. Hanne mannstraßen- Ede. Rutula, Niemegstr. 13 und 14. Bau der Firma Gustrau, Rigdorf: Stier, Ober- Schöneweide, EdisonStraße 40. Bau der Firma Löchel, Rigdorf: Steglit, Päschtestr. 10/11. Bauherr Lange. Bauten der Firma Gebr. Ruge, Cadinerstraße: Ruwald, Romintenerstr., a. d. Kirche. Mühlhaase, Treptow, Kiefholzftr.. Ede Bouchéstraße. Coteniusstr. 5. Bech, Huttenstraße. Bau der Firma Klempau Nachfl. Waisenhaus in Berneuchen. Bau der Firma Kurz, Charlottenburg: Boch, Charlottenburg, Fritschstraße. Bau der Firma Sommerkorn: Frankfurter Chauffee 61 a, b, c, Bau der Firma Reuter, Steinmetstr. 24: Haumann, Münchener Ede Rosen heimerstraße. Bau der Firma Volkmann, Pankow: Lichtenberg, Eitel- und Rupprechte straßen- Ede. Bau der Firma Dombrowski, Sonnenburgerstraße: Zauisch u. Bethäuser, Wilmersdorf, Uhlandstr. 77. Bau der Firma Rösner, Boechstraße: Groffer, Wilmersdorf, Bahrifhe straße 28-29. Bauten der Firma Herrgesen Treppengeländerbrauche. u. Hübner, Wilhelmshavener ftraße: Dalldorferftr. 24. Bogt, Charlottenburg, Sybelstraße. Bau der Firma Salzmann& Sohn: Fürstenhof, Potsdamer Plah. Bauten der Firma Roloff: Schivelbeinerstr. 7. Winsstr. 13. Bau der Firma Röder& Comp.: Bauten von Hagemann, Mariendorf, Straße 54. Zauroggenerftr. 2. Bau der Firma Haide, Ruheplatstraße: Buch, Jrrenhaus( Kapelle). Bau der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Müllerstr. 52. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rirdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bauten der Firma Rachfall, Kaftanien- Allee 10: Leibnizstr. 46. Bendlerstr. 19. Bau der Firma Osten, Nixdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a. Bauten der Firma Herrmann, Stalikerstraße: Gasanstalt, Prenzlauer Allee, Direktionsgebäude und Gußs röhrenlager.. Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrechtstraße 17. Gutzeit, Ufer und Martin Dpit straßen- Ede. Bau der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lhnarftraße und Ringbahn. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schossow, Charlottenburg, Sybell straße 61-62. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmadide, Elberfelder- und Dort munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Laffen u. Brefinsky, Borhagen. Bau der Firma Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimstr. 46/47. Bauten der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber ftraße 22. Sonntage und Gryfiusstraße Ede. Bau Johmann, Frankfurter Chauffee 112. Bau der Firma Schneider, Griebenowstrake: Adalbertstr. 9. Bau der Firma Scharwis: Stödel, Friedenau, Cranachstraße. Bauten d.Firma Weise, Moabit: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr.1. Rigdorf, Schudowerstraße 5. Werkstatt und Bauten der Firma Altendorf, Charlottenburg. Banten Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Raifer- Allee u. Steg lindeftr.- Ede. Bauten der Firma Hundt, Grimmstraße: Beitscher, Kurfürstendamm 171/72 Haafe, Zehlendorf, Niemeisterftraße. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Wilmersdorf, Kaiser- Allee 202. Schahorn u. Trödel, Gottlieb Kinkel straße. Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Friedenau, Stubenrauchstr. 12. Mattner, Friedenau, Isoldeftr.& Holland, Wilmersdorf, Holsteintsche ſtraße 11a. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfare ftraße 5. Wolf, Nieder- Schöneweide. Baut der Firma Stahl, Rur. fürstenstraße 37: Beher, Friedenau, Condriftraße. Bau der Firma F. Peschel & Söhne: Bertram, Schöneberg, Martin Luther. ftraße 27. Bauten der Firma G. Bruns, Boppstraße: Lankwiz, Kurfürsten- und Froben straßen- Ede, Köhler. Roscher, Schöneberg, am Bahnhofe Papestraße. Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarerstraße. Billa Werner, Klein Glienice bei Potsdam. Baulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ede Garvinusstraße. Bau der Firma Lindgren, Nixdorf: Wilde, Böhmischestraße, Ede Schu. domastraße. Bauten der Firma Jensen & Wodrich: Prinz Regentenstr. 116, Bau Last. Bauten der Firma Grieser, Steglitz, Heesestraße: Krüger, Lichterfelde, Chauffeestraße Ede Stegligerstraße. Bauten der Firma Meinhardt, Dennewitzstraße: Schönebergerstr. 27. Wilmersdorf, Hildegardstr. 25. Lange, Livländischeſtr. Bauten der Firma Brandenburg, Wilhelmstr. 124: Suarezftr. 13. " Bau der Firma Vogt& Söhne, Stendale ftr. 6: Thiele, Wilmersdorf, Naffauischestraße. Banten der Firma Fröbe, Hollmannstraße. Ueberholz, Kurfürstendamm 168/169. Bau der Firma Marzahn: Wilhelmftr. 45/46. Wegen Streit und Differenzen gesperrt: Bauten der Firma Schwarze, sür Vergolder: Rigdorf, Nogatstr. 25: Rigdorf, Emferftr./ 32-34. Rigdorf, Siegfriedftr. 6. 3. C. Pfaff, Beughofstraße. Die Ortsverwaltung. Bur bep guferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW