Nr. 104. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando! Bierteljährl. 3,30 I., monatl. 1,10 wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Big. BoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Boftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5he nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition to bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Zentrum und Militarismus. Sonntag, den 5. Mai 1907. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " Die Justiz mit dem Monokel. Worte, die für das Zentrum wenn nicht politisches, dann sie zu der besseren Einsicht" gekommen ist, sondern weil die doch stark moralisches Gewicht haben sollten. Masse beim Zentrum völlig dem Drucke der Führer, die mit Im Gegensatz zu den Aeußerungen früherer Zentrums- irdischen und himmlischen Mitteln zugleich arbeiten, preisführer till Freiherr v. Hertling von einer Diskussion der gegeben ist. Gerade aber wegen der in der flerifalen BeFrage der Abrüstung überhaupt nichts mehr wissen. bölterung ursprünglich vorherrschenden Abneigung gegen den In seiner Rede in der Dienstagsfißung des Reichstages Die Reichensperger und Schorlemer schoben Deutschland die Militarismus, gerade wegen des großen Einflusses der ultraHat der Sprecher des Zentrums, Freiherr von Hertling, Initiative in dieser Angelegenheit zu, Hertling will nicht eins montanen Führer auf die Masse, gerade wegen seiner antiauch die Frage der Abrüstung erörtert. Er hat gemeint, an mal, daß Deutschland einer Anregung von anderer Seite aus militaristischen Tradition, gerade wegen feines christlichen" eine Abrüstung im bollen und eigentlichen Sinne dente nie- folgt. Auf Jahrzehnte hinaus" soll die Diskussion über die Charakters- hätte teine Partei so sehr für die Einschränkung mand; handele es sich aber um eine Beschränkung der Abrüstungsfrage von der Tagesordnung verschwinden, für das des Militarismus, für die internationale Verſtändigung, für Rüstungen, so ergäben sich unüberwindliche Schwierigkeiten, Zentrum ist demnach das Thema für immer begraben. Nun die Herbeiführung des Völkerfriedens wirken können und sollen, denn es sei einfach unmöglich, hier je nach den Interessen ist die Frage der Abrüstung nicht nur eine politische, sondern wie eben das Zentrum. und Bedürfnissen der einzelnen Völker einen gerechten, billigen auch eine sittliche Frage. Man mag unter den gegen- Aber von alledem hat das Zentrum, seit es sich in der und vernünftigen Maßstab zu finden. Weiter sagte der wärtigen Verhältnissen ein starkes Heer für eine Notwendigkeit Gunst der Regierung weiß, das Gegenteil getan, und Zentrumsredner nach dem Bericht der„ Germania": und auf bürgerlicher Seite für eine Friedensbürgschaft halten es heute tut das Gegenteil davon, um wieder die " Ich halte die Abrüftung im besten Falle für eine ata demische wer ehrlich sein will, muß zugestehen, daß der Krieg eine Bestialität Gunst der Regierung zu erlangen. Und während der Redner Dottorfrage( Sehr richtig! und Beifall), und es würde meiner ist, und die Menschheit nicht eher den Anspruch auf Gesittung derjenigen Partei, die angeblich die Grundlagen von Ordnung Meinung nach dem europäischen Frieden sehr gedient fein, wenn machen kann, bis der Gedanke, Meinungsverschiedenheiten und Sittlichkeit vernichten will, während der Sozialdemokrat diese Frage auf Jahrzehnte hinaus von der Tagesordnung gänzlich unter den Völkern auf keinem anderen als friedlichem Wege im Reichstage seine Rede schließt mit der Forderung einer verschwinden würde.( Lebhafter Beifall.) Wenn auf der Friedens- auszugleichen, allgemeine Anerkennung gefunden hat. Die Politit, die zur Vereinbarung der Völker und zur Verkonferenz diese Frage von verschiedenen Mächten diskutiert werden Verwirklichung dieses Gedankens mag noch in weitem Felde wirklichung der Idee des Friedens führt, weist der Führer des sollte, so wird man deutscherseits das nicht hindern können, aber ich bin der Meinung, daß man deutscherseits sich am besten liegen, aber kein Volk und keine Partei sollte einen Versuch. Zentrums, das mit seinem Christentum und seiner Sittlichkeit an der Diskussion dieser Frage überhaupt nicht beteiligt. der diesem Ziele näherführen kann, von sich abweisen am nicht genug prahlen kann, jeden Versuch, der zur Annäherung ( Lebhafter Beifall.) Mögen die anderen Rationen fie diskutieren, allerwenigsten sollte das, wegen der sittlichen Beschaffenheit der Nationen im Sinne des Völkerfriedens zu führen geeignet fie werden dann alsbald finden, daß die sofort sich ergebenden der Frage, eine Partei, die bei jeder passenden und unpassen- ist, schroff zurück. praktischen Schwierigkeiten gar nicht lösbar find; es wird sich den Gelegenheit sich als den Inhaber wahren Christenzeigen, daß, wenn da oder dort eine Verständigung gefunden tums und den Schüßer von Sittlichkeit und Gewerden sollte, fie bloß eine Scheinverständigung ist( Sehr richtig!); rechtigteit anzupreisen liebt. Entweder das Zentrum ist es wird sich zeigen, daß, wenn Beschlüsse gefaßt werden sollten, eine christliche Partei dann hätte sie als solche die Das Urteil in dem Prozeß Jesko v. Buttkamer ist ja milde diese Beschlüsse ihrer Undurchführbarkeit wegen auf dem Papier Pflicht, jeder Anregung zu folgen und jede Möglichkeit zu genug ausgefallen, aber auch das genügt der öffentlichen Meinung stehen bleiben.( Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Ich glaube auch, bei der zweifellos friedlichen Gesinnung Deutschlands wird unterstüßen, die der Anbahnung des Völkerfriedens dienen des deutschen Großbürgertums nicht mehr. Der Held des Spieles die richtigste und verständigste Bolitit für uns sein, diese kann. Oder das Zentrum folgt der Anweisung des Herrn tisches und der romantische Beschützer einer übel beleumundeten Halbakademische Distussion denen zu überlassen, b. Hertling. Dann soll es aber auch so ehrlich sein und weltsdame foll wieder als Gouverneur nach Kamerun. Die Stimmung die daran Gefallen finden."( Beifall.) feinen Namen außer Verbindung lassen mit Christentum und in den bürgerlichen Kreisen ist umgeschlagen. Die früher riefen; So wie Freiherr v. Hertling hier redet, haben die Sittlichkeit. Kreuziget ihn!", fie rufen jekt: Hofiannah!" Sentrumsführer nicht immer gesprochen. Der Abrüftungs- Aber auch aus anderem Grunde noch sollte das Zentrum Wie war es denn aber eigentlich vor dem Gericht? Das gedanke galt in Zentrumstreifen nicht immer als eine der Erörterung der Abrüstungsfrage nicht aus dem Wege Berliner Tageblatt" fand, daß Herr Jesko v. Buttkamer auf der akademische Dottorfrage", und weit entfernt von dem Wunsche, gehen. Das Zentrum hat seinen Anhang unter der klein- Anklagebant die Manieren eines Grandseigneurs" zeigte. Das daß diese Frage auf Jahrzehnte hinaus von der Tagesordnung bürgerlichen, bäuerlichen und arbeitenden Bevölkerung. Bei mag für einen Masse oder Scherl einen Grund abgeben, den gänzlich verschwinde, haben die Personen, die vor Hertling an aller guten Gesinnung" find diese Kreise gute Rechner genug, früheren Kameruner Gouverneur zu engagieren, ein Handbuch für der Spitze des Zentrums standen, sehr entschieden ge um zu wissen, daß der Militarismus Geld, sehr viel Geld toftet Aristokraten, wie sie sich auf der Anklagebant und im Gewünscht, daß diese Frage ernstlich auf die Tagesordnung und bei ihrer meist bedrängten Lage sagen sie sich auch, daß fängnis zu verhalten haben, zu schreiben, tann aber in den gesezt werde. So erklärte in der Debatte über den manche von den ungezählten Millionen, die für Heer und Flotte Augen unserer Leser kaum als Empfehlung gelten. Uns Militäretat Peter Reichensperger am 1. März 1880 drauf gehen, besser für andere Dinge, im Interesse der be- scheint es übrigens, daß Herr von Buttkamer sich vor im Reichstage: drängten Masse, verwendet würden. Die Opposition gegen den dem Gericht zugleich als großer Psychologe produziert habe. Er Ich bin der Meinung, daß wir das Recht und die Macht Militarismus, gegen die fortwährenden Heeresvermehrungen schrieb z. B. an die Ede einen Bettel in richtiger Gaunersprache, haben, den Fuß zu sehen auf die Quelle des Uebels, an dem hat in der Geschichte des Zentrums einst eine bedeutende Rolle denn der Brief mußte- so erklärte er natürlich in einem Stil ganz Europa frankt, ich bin der Meinung, daß wir das Recht gespielt und nicht zum wenigsten mit dazu beigetragen, der abgefaßt sein, den die Ecke verstand." Bu gleicher Zeit erfahren und die Pflicht und die Macht haben das Wort zu sprechen, das Partei ihren weitgehenden Anhang zu verschaffen. Das Anti- wir von ihm, daß er die Ecke als eine vom Adel gehalten haben allgemeine Abrüftung heißt und nicht Abrüstung von uns ein- preußentum, das die katholische Bevölkerung im Westen und will. Er berficherte ferner, die Ece sei durch und durch lügenhaft feitig, das fällt mir nicht ein, aber ein ernſtes Wort zu reden, im Süden( am Rhein früher mehr als jett) gern merken ließ, gewesen. Das mutet uns etwas sonderbar an, doch Herr v. Puttdaß alle Staaten zur Abrüstung nötigenfalls gezwungen würden. Wenn irgend ein Krieg jemals gerechtfertigt ist, so wäre es ein hatte seinen wesentlichen Grund in der Abneigung gegen den tamer ist ja selbst von hohem Adel, er ist der Grandseigneur des Strieg, der endlich die Sicherung der Segnungen des Friedens Militarismus, die zum letzten Male zum entschiedenen Ausdruck Berl. Tagebl.", er muß es beffer wiffen, wir wollen es ihm glauben, herbeiführen will das ist der innerlich gerechteste Strieg und ich tam bei der Flottenvorlage vom Jahre 1898. Da machte sich die daß Berlogenheit bei den Damen der Aristokratie feineswegs auffage ganz unbedingt: Lieber ein Ende mit Schreden, als ein antimilitaristische Gesinnung der katholischen Bevölkerungsmasse fallend sei, und daß man sich mit ihnen am besten in einem Schrecken ohne Ende." in den. heftigsten Angriffen auf die umfallsüchtigen Führer Kaschemmenstil verständigt. Aber Herr b. Buttkamer spielte Fünf Jahre vorher schon hatte sich ein anderer Zentrums- bom Schlage der Lieber und Hertling geltend; die Spaltung, fich als Psychologe auch dem Richter 2ommermann gegenüber führer, der Abgeordnete v. Schorlemer Alft, für die der Untergang der Partei wurde vorausgefagt, wenn fort auf. Diefer- fo versicherte er- verstünde sich nicht auf die Psychologie Abrüstung ausgesprochen. Er brachte am 11. Januar 1875 gefahren werde, das Erbe der Mallinckrodt, Schorlemer und der Neger, benn er habe viel zu milde Urteile gefällt. Ich bei der zweiten Beratung des Gefeßentwurfes über den Land- Reichensperger durch Diplomatenfünfte zu vertun. Damals hielt allerdings die Rechtsprechung des Herrn Lommermann für gesturm die Rede auf den Brüsseler Stongreß, der im Juli 1874 fchrieb das ultramontane Neue Münchener Tage- fährlich, besonders für gefährlich an einem Drte, an dem 10 000 zur Revision der allgemeinen Striegsgebräuche und Striegs- blatt", indem es höhnte über die bessere Einsicht" der farbige Arbeiter und nur 150 Europäer wohnen." Themis trägt gesetze versammelt gewesen war. Dabei sagte der genannte Parteidiplomaten: eine Binde, um unparteiisch zu wägen der deutsche Gouver Zentrumsführer: Es ist nicht jedermann gegeben, elegant umzufallen, weil neur in Kamerun reißt sie ihr von den Augen: sie soll Freiherr v. Hertling oder eine andere Autorität" den erst zählen, dann urteilen. Er läßt sie das eine Auge zudrüden Umfall vorgemacht hat. Dem Leitham me I nachzuspringen ist und setzt ihr ein Monokel in das andere. Sie soll Unterschiede Gepflogenheit der Schafe, die nicht denken können." machen, je nachdem es fich um die Angehörigen einer höheren" Und der ultramontane Bayrische Kurier" Raffe, eines höheren" Geblüts handle, oder um den gemeinen schilderte, wie namentlich in den christlichen Arbeiter- Böbel, der durch seine Zahl gefährlich werden kann. Eine solche versammlungen gegen die Flottenvorlage geredet und der Justiz hat Herr v. Buttkamer auch wohl für sich selbst in Berlin bestimmten Erwartung Ausbruck gegeben worden sei, daß erwünscht! Ob er sie auch gefunden hat? Das Urteil ist ja sehr das Zentrum wie ein Mann die Forderung ablehnen werde: milde, genügt aber, wie schon erwähnt, der öffentlichen Meinung " Dann tamen die Kommissionsberatungen. Anfänglich der Kapitalistentlaffe noch immer nicht! - " Ich glaube, wenn der Brüsseler Rongreß sich mehr mit der Frage einer allgemeinen angemessenen Abrüstung beschäftigt hätte, würden ihn die Sympathien der Böller ebenso sehr begleitet haben, wie jest feine Abmachungen der allgemeinen Bergessenheit und Gleichgültigkeit verfallen." Am 24. Januar 1882 äußerte sich der Abgeordnete Reichensperger im Reichstage noch einmal über die Abrüstungsfrage, wobei er ausführte: dem Auf die Gefahr hin, als ein Phantast zu erscheinen, der Chimären nachjagt, möchte ich hier einem Wunsche nachgeben ob er erfüllbar ist oder nicht, mag dahingestellt sein dem Wunsche nämlich, daß unser so überaus mächtiger Reichslangler, der ja seine Hand sozusagen über den Kontinent ausstredt, einmal fich mit der Frage beschäftige, ob nicht ein europäischer Abrüftungstongreß fein Wirten auf die glänzendste Art krönen tönnte. So gar chimärisch ist dieser Gedante feineswegs; gerade in Anbetracht des großen Einflusses, den der Herr Neichstanzler, gewiß mit Recht, burch seine gewaltigen Erfolge nach außen hin übt, würde er vor allem der Mann sein, einem solchen Gedanken näher zu treten. Eine Abrüftung wäre für alle Teile ratsam und außerordentlich wünschenswert, fie tönnte mithin um so leichter zustande gebracht werden." " " entnehmen: war man über die Haltung Dr. Liebers verblüfft. Bes sonders„ luge" prophezeiten, Lieber wolle lediglich die Die Ede verwahrt sich übrigens sehr gegen die Charakteristik, Liberalen nasführen, zum Schlusse werde er mit Freiherrn die ihr der große Negerkenner gegeben hat. Sie beröffentlicht eine b. Hertling einen Schachzug ausführen und alle Welt in Erklärung, der wir folgende tatsächliche Darstellung Erstaunen feßen, natürlich im Sinne einer ablehnung der Borlage. An legteres glaubte man besonders in latholischen Arbeitertreifen bis zur Abstimmung. Wehe dem, der eine gegenteilige Meinung fundgegeben hätte. Nach der Abstimmung war alles baff. Die Frage: Was nun? wurde aber bald gelöst. Man gab die Parole von der besseren Einsicht" aus und versezte sich mit einem fühnen Saltomortale von einem Bustande der Entrüftung in jenen der Begeisterung. Den Leuten fann ja vieles geboten werden, wenn es ihnen nur mit dem nötigen Bathos vorgetragen wird." Als Herr v. Buttkamer mich veranlaßte, ihn nach Kamerun zu begleiten, hat er allein sich ausgedacht, mich auf dem Schiff und in der Kolonie als seine Cousine und als ein Fräulein v. Ecardstein auszugeben. Das Schiff, mit dem wir zusammen nach Afrita fuhren und auf dem er mich schon bei ihm bekannten Familien als seine Verwandte einführte, der Wittekind", hielt überhaupt gar nicht in Kamerun, sondern mur in Las Palmas, auf der Fahrt nach Montevideo und Buenos Aires. Von Las Palmas fuhr Herr v. Buttkamer verabredetermaßen auf der Gertrud Woermann" nach Kamerun voran und ich folgte ihm feinem Wunsche gemäß, um Aufsehen zu vermeiden, erst einige Wochen später auf der Adolf Woermann". Als ich dann von Kamerun fortmußte, stellte mir Herr b. Buttfamer notgedrungen einen Baß auf den Namen v. Edardstein aus, weil ich auf der Rüdfahrt nach Europa mit Personen zusammen zu fahren hatte, die Es war ein mich durch ihn unter diesem Namen kannten. Dant der Rückregelrechter Paß von zweijähriger Dauer. Ich habe diesen Baz nach meiner Ankunft in Europa niemals benust. Später nahm ich in Dresden in einer Familienpension Wohnung. Das Unglüc wollte es, daß in dieselbe Pension gleichzeitig eine Engländerin Im Jahre 1894, am 19. Dezember, sprach sich Fürst Löwenstein im bayrischen Landtage zugunsten der Ab- Diese Aeußerung des bayrischen Zentrumsblattes gibt die rüstung aus, und um eine für die katholische Christenheit be- damalige Sachlage treffend wieder. Die Zentrumsführer haben sonders wichtige Autorität zu erwähnen, sei daran erinnert, damals wider den einmütigen Willen der ultramontanen daß am 24. Dezember 1892 Papst Leo XIII. in einer Wählerschaft dem Militarismus das von der Regierung geAnsprache an die Kardinäle den Wunsch ausdrückte, es möge forderte Riefenopfer gebracht; sie haben dann unter Aufeine internationale Abrüstungskonferenz zusammentreten; und bietung aller demagogischen Künfte die empörten Massen zu im Juni 1894 führte derselbe Papst in einer Enzyklika aus: beschwichtigen gewußt, so daß sie kurz darauf die noch größere „ Schon durch viele Jahre lebt man mehr dem Scheine nach zweite Flottenvorlage bewilligen konnten. in Frieden, als in Wirklichkeit. Der bewaffnete Friede, wie fichtslosigkeit der Klerikalen Führer, dant dem Einflusse der er jetzt besteht, ist fast unerträglich geworden. Und das sollte geistlichen Zentrumsagitatoren ist der Widerstand der katholischen der naturgemäße Zustand des sozialen Zusammenlebens sein?" Bevölkerung gegen den Militarismus gebrochen nicht weil einzog, MrS, 000 M. den Arbeitern zugeflossen. Unter diese 400009 M. rechnete daS Blatt 282 7SS M. Krankenunterstützung, S3 240 M. Sterbegeld und 6705 M. Arbeitslosenunterstützung. Ziemlich unver- blümt wurde dann gesagt, daß die gesamte übrige Einnahme wohl in die Taschen der Agitatoren geflosien sei. So seien die 651 000 M. Streikunterstützungen, 27 000 M. Gemaßregeltenunterstützung. 55 000 Mark für Rechtsschutz und Arbeitersekretariate, die Gelder ftir den Druck des Verbandsorgans, für die Verwaltung. für Ortsvergütungen, für allgemeine Agitation usw. nicht zum Wohle der Mitglieder verwandt. sondernzumgrößtenTeilevon denAgitatorengeschlucktworden. In einer wunderbar konfusen Rede machte der Verteidiger des Angeklagten den Versuch, die Verleumdungen des Artikels als wahreTatsachen hinzustellen. Er machte eme. natürlich falsche Rechnung auf nommcn. Starke Polizeiabteilungen bewachen den Hafen. Die Zahl der Ausständigen beläuft sich auf 5000, es sind größtenteils Italiener. Gestern konnten mit Hülfe der Feuerwehrleute � Dampfer„Kronland" und.Celtin" ausgeladen werden. die Soziales. 69; Zum Ausstände der Müllkutscher in Charlottenburg. Wie bekannt, haben die Müllkutscher usw. sich an daS Gewerbe- gericht gewendet zwecks Herbeiführung von Einigungsversuchen mit der Gesellschaft. Nun ist die Antwort vom Gewerbegericht ein- gegangen, nach welcher die Gesellschaft das Gewerbegericht als EinigungSamt ablehnt. Sie bestreitet, daß ihre Arbeiter sich im Ausstande befinden. Einen größeren Hohn auf die Verpflichtungen dem Magistrat gegenüber kann eS wohl nicht mehr geben. Man darf gespannt sein, in welcher Weise nun noch der Magistrat die Interpellation beantworten wird. Dcatkdtcs Reich. Achtung, Klempner und Rohrleger! In Magdeburg und Bremerhaven stehen die Kollegen im Streik. Zuzug nach diesen Orten ist unter allen Umständen zu meiden. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Zur Aussperrung im KSnigSberger Hafen. Bekanntlich behaupten die Arbeitgeber, daß sie die Aussperrung nur deshalb vorgenommen haben, weil sich die Hafenarbeiter ge- weigert haben, mit Richtorganisierten zusammenzuarbeiten. Die Hafenarbeiter sind nun den Herren entgegengekommen und haben ihre Friedensliebe dadurch bekundet, daß sie beschlossen, auch mit Nichtorganisierten zusammen zu arbeiten. Davon sollen nur die Denunzianten und diejenigen, die sie in ihrer Ehre gekränkt haben, ausgeschlossen werden. Sie haben weiter das Gewerbegericht als Elniflungsamt angerufen und somit alles getan, um den Frieden wieder herzustellen. Der Vorfitzende deS GcwerbegerichtS hat sich bereit erklärt. Einigungsvcrhaudlungen einzuleiten, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Arbeitgeber dazu stellen werden. Räch ihren Angaben befinden sich 408 Arbeitswillige im Hafen, die auf einem Sklavenschiff einquartiert find und seit Freitag arbeiten. An Land werden sie nicht gelassen. Im Hafen wimmelt eS von Polizisten, die das bedrohte Kapital und die Ar- beitSwilligen beschützen. In der Presse behaupten die Arbeitgeber, daß die Arbeitswilligen nicht englischer, sondern deutscher Nationalität seien. Natürlich will man damit der Oeffentlichkeit nur einreden, daß sich das englische Gesindel nicht im Königs- berger Hafen befindet.__ Antwort auf eine Maiausfperrnng. Die wegen Beteiligung an der Maifeier ausgesperrten 500 Tabakarbeiter und Arbeiterinnen in Nordhausen sind in den Ausstand getreten. Metollarbeiter-AnSsperrnng in Saalfeld. Ein Privattelegramm meldet unS: Saalfeld a. S.. 4. Mai. Alle Maschinenfabriken, zwei aus» genommen, veröffentlichten einen Anschlag, wonach sie am 25. Mai die organisiorten Metallarbeiter aussperren, wenn bis dahin eine Einigung der 270 ausständigen Drahtweber mit den Fabrikanten nicht erfolgt. In Mitleidenschaft würden 1200 Bfetallarbeiter ge- zogen werden. Die Transportarbeiter Krefeld» sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen einen Lohn von 24 Mark pro Woche, steigend im Oktober d. I. und im März nächsten Jahre? um je 1 Mark, lleberstuuden bis 10 Uhr abends sollen mit 50 und nach 10 Uhr mit 60 Pf. bezahlt werden. Die Zeit zum Pferdefüttern an den Sonntagen wird nicht vergütet, sonstige unausfchiebare Ar» beit wird mit 60 Pf. bezahlt. Weiter wird eine Arbeitszeit von 10% Stunden verlangt, doch wird für Einfahrt noch eine halbe Stunde berechnet, so daß es sich um eine effektive Leistung von 11 Stunden handelt. Außerdem wird die Einsetzung eines EimgungSamteS gewünscht. Ist bis zum 11. Mai keine Zusage der Unternehmer eingegangen, dann treten die Arbeiter in den Streik. Der Zeitpunkt ist sehr günstig von den Transportarbeitern gewählt, am 16. Mai ist nämlich in Krefeld allgemeiner Umzugs- termin._ Zum Streik bei Seidel u. Naumann. Sehr nett muß es jetzt bei der Dresdener Firma aussehen. Galizier, Engländer und wer weiß noch was für Völlerschaften yeben sich dort ein Stelldichein. Die Agenten der Firma scheinen Abermals Erpressungsanklage. Wegen versuchter Erpressung hatte sich der Ver» trauensmann Müller des ZentralverbandeS der Zivilmusiker Deutschlands für die Zahlstelle Dresden vor dem dortigen Landgericht dieser Tage zu verantworten. Es handelt sich auch hier wieder einmal um eine staatsanwaltliche Aktion gegen die Gewerkschaften, die aber in diesem Falle verpufft ist. Im Dezember 1906 richtete Genosse Müller im Einverständnis mit einer Anzahl organisierter Berufskollegen an den Leiter einer kleinen Musikkapelle ein Schreiben, worin er diesen nebst seinen 6 anderen Kollegen aufforderte, dem Zentralverbcmde beizutreten. Müller war dazu um so berechtigter, als die Aufgeforderten in einem Tanz. lokal in Potschappel bei Dresden spielten, in welchem fast durchweg Arbeiter verkehrten. Er hielt es dieserhalb für recht und billig. daß in einem solchen Lokal auch organisierte Arbeiter ihr Brot ver» dienten. Der Leiter dieser kleinen Musikkapelle hatte sich schon des öfteren als Mitglied des Verbandes ausgegeben und auch organi. sierten Kollsgen gegenüber erklärt, daß er beitreten wolle. In dem Schreiben wies Müller darauf hin, daß für den Fall einer Weige- rung zum Beitritt die Angelegenheit an die Oeffentlichkeit gelangen werde und diese erfahren, daß in«wem Arbeiterlokal nichtorgani- sierte Musiker spielten. Das Landgericht kam zur kosten. losen Freisprechung des Angeklagten. Es führte aus, daß Müller dem Verband neue Mitglieder habe zuführen wollen, daß er sich aber durch die zu zahlenden Mitgliederbeiträge ewen rechts- widrigen Vermögensvorteil habe verschaffen wollen, sei ihm nicht nachgewiesen. Daß in einem Falle, wie dem vorliegenden, überhaupt Anklage erhoben werden konnte und zur Anklage wegen versuchter Er- Pressung führte, ist für unsere Verhältnisse und für den Gegensatz zwischen wahrer Moral und der imr Auslegung von Paragraphen folgenden Anschauung bezeichnend. Ein Gesetz zum Schutz des KoalitionSrechts ist dringend erforderlich, um derartige Anklagen in Zukunft unmöglich zu machen. Letzte JVachricbtcn und Depcfcben. Der„liberale" Vizepräsident. Berlin. 4. Mai.(W. T. B.) Reichstagsabgeordneter Saempf(frs. Lp.) hat sei« Amt als zweiter Bizepräsident de» Reichstage» niedergelegt. � � � Die drei Ordnungsrufe, die Kaempf als Präsident des Reichstages heute dem Genossen Ledebour erteilte, haben den Präsidentensitz des Herrn Kaempf ins Wanken gebracht. Die konservativ-liberale Paarnng wird aber wohl am Montag dafür sorgen, daß dem Reichstage fem„liberaler" Präsident erhalten bleibt. Versteht er eS doch meisterhaft, der Welt zu zeigen. wie ein.liberaler' Präsident die Redefteiheit im Reichstage auffaßt.__ Ein persischer Vizepräsident. Teheran. 4. April.(W. T. B.) Das Parlament hielt heute eine Plenarsitzung ab. in der der Großwezier Emin-eS�Sultan in einer Ansprache versicherte, der Schah sei von der Absicht beseelt. gemäß der Verfassung zu handeln; er und das Kabinett wünschten Hand in Hand mit dem Parlament zu wirken. Der Bizepräsident erwiderte die Ansprache im Namen des HauseS und gab der Hoff- nung Ausdruck, daß die Zusagen erfüllt werden würden, andern- fall»«erde daS Boll Maßregeln ergreifen, um die Interessen de» Landes zu schützen. Er mache de» Premierminister auf die mög- lichea Folgen davon aufmerksam, der Premierminister könne dem Parlament keinen Vorwurf machen. Die Feuersbrunst im Bremer Hafen. Bremen. 4. April.(W. T. B.) DaS Feuer im neuen Frei. Hafen, welches infolge des heftigen SüdwestnnndeS auch auf die Schuppen und Gebäude im neuen Holz- und Fabrikhafen über- sprang, richtete einen sehr großen Schaden an. Abgesehen von den zerstörten Gebäuden verbrannten im ganzen zirka 20 000 Ballen Baumwolle im Gesamtwerte von etwa 6 Millionen Mark. Die Feuerwehr, die mit sämtlichen Dampfspritzen und Mannschaften in angestrengtester Tätigkeit ist, hat das Feuer nunmehr in ihrer Gewalt. Die Gerüchte über den Tod eines Feuerwehrmannes be- stätigten sich nicht. Die Entstehungsursache des Feuer? ist bis jetzt noch nicht aufgellärt.(Siehe auch Vermischtes.) Was wird Väterchen dazu sagend ChalonS-sur-Marne. 4. April.(W. T. B.) Zu Ehren der ja» panischen Militärmission, die das hiesige Lager besichtigte, fand heute ein Frühstück statt, bei welchem General Nonancourt in einem Trtukspruch der Bewunderung des franzäsischrn HeereS für die miiitärwiss enschaftlichcn Leistungen, die Tapferkeit und den Opfermut der Japaner ni dem Mandschureifrldzug Ausdruck gab. General Nischi gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er die französisische Artillerie, die stärkste der Welt, habe bewundern können. Die Situation in Lodz. Lob». 4. April.(W. T. B.) Tie Zwistigkeiten in der hiesigen Arbeiterschaft dauern noch an; bei den Zusammenstößen wurden gestern wieder 5 Personen getötet. Auch in Sosnowice bekämpfen ...______________________ in aller Herren Länder angewiesen zu sein, alles, was kraucht, nach sich die in verschiedene Parteien gespaltenen Arbeiter; gestern Provozierung erblickt werden, und gestand Herr Stiller selbst ein. 1 Dresden zu schaffen. So kamen am Freitag drei halbverhungerte � wurden dort 6 Personen verwundet. Perantw. Redakteur: Ha»»«eber. verlin. Inseratenteil verant»� Wtz.«lacke. Berlin. Vruck u. Verla,: vorwärts vuchpr.u.verla»»«z�l Paul Singer 6- Co., Berlin 5W. Hierzu 5 Beilagen. Nr. 104. 24. Jahrgang. 1. Mge des Jotiüirts" Knlim WsM Sonntag, 5. Mai 1907. Keiekstag. 46. Sitzung. Sonnabend. 4. Mai. Am Bundesratstisch: Dernburg. Die Beratung des Etats für das Reichskolonialamt Wird fortgesetzt. Beim Kapitel„Militärverwaltung" ist der Kommandeur der Echutztruppe als Generalmajor von der Kommission ge- strichen. Den als Abteilungschef geforderten Stabsoffizier bc- antragt Abg. Wiemer(frs. Vp.„als Regimentskommandeur" zu be- willigen. Kolonialdirektor Dernburg erklärt sich damit einverstanden. Der Antrag Wiemer wird angenommen. Bei„Einmalige Ausgaben" werden 26 66T M. gefordert als Beitrag zu den Unterhaltungskosten für die Kolonialschulcn in Witzenhausen und H ü n f e l d. Die Kommission beantragt die Bewilligung der Summe, aber statt„Hünfeld"„Engelport" zu setzen. Dr. Ablaß(frs. Vp.) und Genossen beantragen, die Worte „in Hünfeld" resp.„in Engelport" zu streichen und den Posten aus 10 600 M. zu ermäßigen. Abg. Dr. Dohrn(frs. Vg.): Es handelt sich um eine katholische Missionsanstalt. Der Reichstag mutz stch hüten, konfessionelle An. stalten zu unterstützen. Die Konsequenz wäre die Unterstützung auch von entsprechenden Anstalten anderer Konfessionen. (Bravo! bei den Freisinnigen.) Abg. Arendt(Rp.): Diese Konsequenz bin ich bereit, zu ziehen. Ich bitte, den Posten nicht zu streichen. Präsident Gras Stolberg teilt mit, daß eine Resolution Latt- mann mit zur Diskussion gestellt werde: Die Regierung zu er- suchen, im nächstjährigen Etat je einen Posten von 10 000 M. zur Unterstützung für die protestantische Rheinische Mission und für die katholische Mission der Oblaten einzusetzen. Abg. Lattmann(Wirtsch. Vg.): Es handelt sich in Engelport nicht um eine Kolonialschule, sondern um eine Missionsanstalt; deshalb können wir die Mittel hierfür nicht bewilligen, nicht aus Gegnerschaft gegen die Missionen, sondern wcl wir es für ungerecht- fertigt halten, die Mission der einen Konfession zu bevorzugen. Kolonialdirektor Dernburg: Es ist richtig, daß zwischen der Anstalt in Witzcnhauscn und der in Engelport ein großer Unterschied besteht: die erstere bildet Krankenwärter aus, die letztere Ordens- leute. Nachdem der Zuschuß aber 4 Jahre lang gegeben ist, wäre seine Streichung eine große Härte. Der Antrag Lattmann würde zu Konsequenzen führen, die sich heute noch gar nicht übersehen lassen;(Sehr richtig! bei den Freisinnigen) denn es existiert eine große Reihe katholischer und evangelischer Missionen, welche die gleiche Forderung erheben können und werden. Abg. Dr. Spahn(Z.) tritt für die Bewilligung des Zuschusses a» die Schule in Engelport ein. Abg. Dr. Arning(natl.): Meine Freunde werden aus Billig- keitsgründen für den Zuschuß auch für die Anstalt in Hünfeld stimmen, da sie den Zuschuß schon 4 Jahre lang erhalten hat. Abg. Dr. Dohrn(frs. Vg.) weist nochmals auf die finanziellen Konsequenzen der Bewilligung hin. Abg. Starz(südd. Vp.): Es ist nicht klar, wie die Forderung ursprünglich in den Etat hineingekommen ist. Man kann nur an- nehmen, daß es durch die Machtstellung des Zentrums geschehen ist;(Unruhe im Zentrum.) wahrscheinlich hätte das Zentrum ohne diese Einstellung auch den Zuschuß für die Schule in Witzenhausen nicht bewilligt.(Lebhafte Pfuil-Rufe im Zentrum.) Präsident Graf Stolberg: Pfui-Ruse sind in diesem Hause nicht gestattet. Abg. Starz(fortfahrend): Die Nationalliberalcn sollten es sich doch überlegen, ob sie diese 10 000 M. bewilligen wollen; auf die liberalen Wähler würde das wirken wie ein Peitschcnschlag. ES handelt sich hier nicht um eine finanzielle, sondern um eine p r i n- zipielle Frage.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Abg. Frhr. v. Richthofen-D a m s d o r f(k.) bittet um Be- willigung der Forderung.(Bravo! rechts und im Zentrum.) Damit schließt die Debatte. Bei der Abstimmung über den Antrag der Kommission(Be- willigung der 10 000 M. für die Missionsanstalt in Engelport) er- heben sich die Rechte, die Antisemiten, Zentrum. Polen und ein Teil der Nationalliberalen, darunter Bassermann. Da das Bureau zweifelhast ist, bittet der Präsident um die Gegenprobe. Ein Teil der Linken bleibt sitzen. Das Bureau kon statiert die A n n a h m e des Kommissionsantrages. Links ent steht lebhafte Unruhe. Die Abgeordneten Singer(Soz.) und Müller-Meiningen(frs. Vp.) erklären, daß der Präsident nicht verstanden sei und verlangen Wiederholung der Abstimmung.(Rechts und im Zentrum stürmische Rufe: Nein!) Präsident Graf Stolberg: Eine Wiederholung der Abstimmung kann nur vorgenommen werden, wenn kein Mitglied des Hauses widerspricht. Ich habe den Wunsch, daß die Abstimmung wider holt wird, weil mehrere Herren erklären, sie haben mich nickt ver standen, und ich richte die Bitte an Sie, diesem Wunsche nicht zu widersprechen. Ich frage also, ob jemand widerspricht.(Ab- geordneter Dr. Rösicke(B. d. L.) und andere Mitglieder der Rechten rufen: Wir widersprechen! Präsident Graf Stolberg(sich aufrichtend mit lauter Stimme): Wer widerspricht?(Pause. Schweigen rechts.) Es widerspricht niemand!(Große Heiterkeit links.) Die Gegenprobe wird wieder- holt. Es erheben sich die Sozialdemokraten, die Freisinnigen, der größere Teil der Nationalliberalen, die wirtschaftliche Vereinigung. Das ist die Minderheit, der Antrag der Kommission ist an- genommen. Das Resultat wird auf der Rechten und im Zentrum mit Beifall aufgenommen. Eine Resolution der Kommission: im irächsten Jahre den Zu- schuß für die Kolonialschule in Witzenhausen auf 20 000 M. zu er- höhen, wird angenommen. Der Rest des Etats wird dcbattc- los bewilligt. Es folgt der Etat für daS Ostafrikanische Schutzgebiet. Abg. v. Lieber«(Rp.): Die Militärlasten für die Kolonien darf man nicht zu Lasten der Kolonien schreiben, sondern diese hat das Reich zu übernehmen. Geschieht das, so zeigt sich, daß Ost-Afrika «ine im Aufschwung begriffene Kolonie ist. In einem Kriege wäre eine feindliche Landung in unseren ostafrikanischen Häfen fast aus- geschlossen. Aber selbst im Falle einer feindlichen Landung würde sich das Land verteidigen, wie sich Rußland verteidigt: durch den R a u m. Und diese Verteidigung wird um so leichter, je mehr das Eisenbahnnetz ausgebaut wird. Kolonialdirektor Dernburg: In der Budgetkommission ist er- örtert worden, eine Marimalhöhe für den Reichszuschuß für die Kolonien festzusetzen, und gleichzeitig ist darüber gesprochen worden. welche Ausgaben die Kolonien selbst, welche das R e i ch zu über- nehmen hat. Die Militärlasten, die Lasten für den Bau von Häfen. die Lasten, die aus dem Erwerb der Kolonien stammen, gehören — darüber war man sich einig— nicht zu denjenigen, welche die Kolonien selbst aufzubringen haben. Tie verbündeten Regierungen haben zu diesen Fragen noch keine Stellung genommen, d. h. die Erwägungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. Abg. Schwarze-Lippstadt(Z.)(auf der Tribüne fast unver- ständlich) fordert eine Beschleunigung des Eisenbahnbaues in den Kolonien. Eine Reihe von Kolonialskandalen würde vermieden werden, wenn man verheiratete Beamte in die Kolonien senden Wörde, welche ihre Freuen Mitnehmen, Abg. Dr. Arendt(Rp.): Die Quintessenz der ganzen Kolonial- Politik ist der Bau von Eisenbahnen. Wir haben in diesem Jahre schmerzlich jede Vorlage nach dieser lliichwng vermißt.(Sehr wahr! rechts.) Die Usambarabahn, die man früher spöttisch Kaffee. bahn nannte, geht jetzt durch blühende Plantagen und rentiert stch ohne Reichszuschuß.(Hört! hört! rechts.) Redner tritt für die Abschaffung der Salzsteuer— in Ostafrika ein. Die Erhebungskosten dieser Steuer übersteigen zweifellos die Einnahmen. Abg. Sommer(frs. Vp.) tritt für den Ausbau der Regierungs- schulen ein. Der Hauptzweck der dortigen Schulen ist, den Erwerbs- sinn der Eingeborenen zu heben, sie von ihrem Lotterleben zu bc- freien. Vor allem niöchte ich davor warnen, die konfessionellen Schcidungsprinzipien auch in die Kolonien zu übertragen. Davon haben wir bei uns gerade genug.(Sehr wahr! links.) Auf keinen Fall darf man mit der Schulbildung der Eingeborenen im Auto- möbiltempo vorgehen. Das könnte nur eine Revolution in den Ge- mütern der Schüler hervorrufen, die zur Folge haben könnte, daß die Schüler ihre Lehrer im weitesten Sinne des Wortes„zum Fressen" lieb hätten.(Heiterkeit.) Der Etat wird bewilligt. ES folgt der Etat für Kamerun. Abg. Bebel(Soz.): Der Kolonialdirektor ist gestern auf den Fall Dominik zurückgekommen. Er erklärte, daß die von mir am 1. Dezember v. I. erhobenen Beschuldigungen sich nach keiner Richtung als wahr erwiesen hätten, und nannte die Angaben meines Gewährsmannes „verleumderische Beschuldigungen". Ich habe damals dem Herrn Kolonialdirektor den Brief, in dem die Anklage enthalten war, übergeben; er kannte also den Verfasser des Briefes. Der Verfasser hat weiter bei all den Fällen, die ich angegeben habe, Zeugen angeführt. Inwieweit diese vernommen worden sind, haben wir gestern nicht gehört. Ich nehme als selbstverständlich an. daß der Herr Kolonialdirektor heute sich weiter über den Fall auslassen will. Er hat mir ferner den Vorwurf gemacht, daß ich den Brief drei Jahre gehabt hätte, ohne die Sache zu untersuchen. Das ist nicht richtig. Der Brief ist, wie aus meiner Rede im Dezember hervorgeht, mir im Sommer 1904 zugesandt worden. Da ich ab- ivesend war, kam er erst im Herbst in meine Hände. Ich hatte die Absicht, den Inhalt des Briefes in der kommenden Session zur Sprache zu bringen, aber der Brief war auf einmal verschwunden, und erst im vorigen Jahre, als wieder neue Greuel in den Kolonien hier eine Rolle spielten, suchte ich noch einmal recht gründlich in ineinen Akten nach und fand dabei den Brief. Damals war die Session geschlossen, und ich mußte warten bis zum Herbst.— Weiter muß ich erklären, daß ich mich niemals dazu herbeilassen würde, derartige Angaben der Kolonialverwaltung im voraus mit- zuteilen mit dem Hinweis, eine Untersuchung anzustellen, weil die Erfahrung, die wir in anderen Fällen— wie dem beS Hauptmanns Brandeis, der Horn, Kannenberg, Besser, Wehlan, Leist usw.— gemacht haben, wenn auch vorher eine Untersuchung stattgefunden hatte und zum Teil auch Bestrafungen ausgesprochen waren, gezeigt hat, daß nachher, wenn die Fälle hier erörtert wurden, sich ein ganz anderes Bild ergab, als nach der sogenannten Untersuchung. Ich stehe nicht an. bei dieser Gelegenheit zu erklären, daß ich auch keineswegs erbaut bin von dem Verlauf des Prozesses Puttkamer, in welchem nach meiner Auffassung der öffentliche Ankläger sich weit mehr in der Rolle eines Verteidigers als in der eines Anklägers gefallen hat.(Lebhaftes Sehr wahr! bei den Sozial demokraten.) Ich will daraus heute nicht weiter eingehen. Was waren denn nun diese Beschuldigungen, die damals gegen den Oberleutnant Dominik erhoben wurden. Es ist das wichtig festzustellen, da ein Teil der Herren jenem Reichstag nicht angrchört hat. Der Oberleutnant Dominik war beauftragt, einen Zug gegen die Bomome in Kamerun vorzunehmen, weil diese sich weigerten, sich dem deutschen Schutz zu unterstellen. Auf dem Zuge gegen die Eingeborenen gelang es ihm, ein kleine? Dorf zu überfallen, wobei die ganze Bevölkerung desselben, mit Ausnähme der Kinder, nieder. gemacht wurde. Es wird nun weiter behauptet, daß Oberleutnant Diminik damals den Befehl gegeben habe, 52 Neinr Sinder in KSrbe zu setzen, die die Schwarzen flechten mußten, und sie in die Nachtigallschnellen zu setzen, wobei sie ertranken. Hierfür wird ein Herr Genke als Zeuge angegeben. Weiter war die Beschuldigung erhoben worden, daß Ober- leuwant Dominik bei der Truppe die Sitte eingeführt habe, daß die Soldaten den gefangenen Eingeborenen gewisse SSrperteile abschneiden muhten, um damit zu konstatieren, wieviel Feinde gefallen wären! Der Herr Kolonialdirektor hat gestern erklärt, an diesen ganzen Angaben sei kein wahres Wort. Nun wird aber doch der größte Skeptiker sich sagen müssen: Wie können so ungeheuerliche Anschuldigungen erhoben werden, wenn daran absolut nichts Wahres ist? In der Regel sagt man: wo Ranch ist. ist auch Feuer. Nachdem ich am 1. Dezember die Sache vorgebracht hatte, hat am 4. Dezember Oberstleutnant Ouade die Erklärung abgegeben, der Fall bezüglich der Kinder sei in der Kolonialverwalwng nicht bekannt gewesen; man wolle ibn untersuchen. Drei Tage nach jener Verhandlung(am 7. Dezember) reißen vier meiner Parteigenossen, Ehrhart, Noske, Schöpflin und LipinSki, mit dem Zuge 3 Uhr 20 Minuten nachmittags nach Halle. Auf der Fahrt stellte sich ihnen, nachdem sie sich dem Schaffner gegenüber als Reichstags- abgeordnete legitimiert hatten, ein Herr als kaiserlicher Bezirks- anitmann Kendel in Ostafrika vor. Im Laufe der Unterhaltung wies der damalige Abg. LipiiiSki darauf hin, daß die Ertränkung der Kinder auf Befehl des Oberleutnants Dominik doch eine Grausamkeit und Scheußlichkeit sondergleichen sei, die man nicht dulden dürfe. Darauf erklärte der kaiserliche Bezirksamtmann Kendel folgendes: „Mir wäre es nicht passiert. Dominik hat 600 bis 600 Mann unter sich gehabt, er kann also gar nicht für jede einzelne Handlung verantwortlich gemacht werden." Die Schwarzen, so sagte Herr Keudel, seien außerordentlich grausam und rachsüchtig und hätten den bekriegten Stamm vernichten wollen. Deshalb hätten sie die Kinder ertränkt: angeordnet habe dies Dominik keinesfalls. Daraus geht also hervor, daß die Ertränkung der 62 Kinder tat- sächlich stattgefunden hat!(Lebhafter Widerspruch rechts.) Für den Bezirlshauptmann Keudel. der diese Aeußerungen den vier Ab- geordneten gegenüber gemacht hat, stand dock die Tatsache fest.(Er- neuter lebhafter Widerspruch rechts.) Diesen Eindruck haben auch die vier Herren gehabt. Nun machte ihm LipinSki den Vorwurf: Da hätte doch Dominik den Fall verhüten sollen; er hätte dasür sorgen müssen, daß derartige Dinge nicht vorkämen. Daraus erklärte Herr Keudel, er beuge in solchen Fällen durch Befehl vor, daS hätte Dominik auch tun müssen. Sie sehen also aus dieser Er- klärung. daß Herr Keudel die Tatsache als richtig annahm.(Wider- spruch rechts.) Ja, Sie bestreiten das und stehen auf einem anderen Slandvunkt. Da wird also der BezirlShauptinann Keudel vernommen und de» Zeugen, die ich genannt habe, gegenübergestellt werden müssen. Das ist dringend notwendig.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Daß damals die Borgänge innerhalb der kolonialen Kreis« auch in Kamerun kolportiert worden sind, dafür ist ein Brief Zeugnis, der mir heute von einem Mitglied des Hauses übergeben wurde, geschrieben von einem Stationsasststentrn, der achtzehn Monate lang in Kamerun beschäftigt war und ein ausgezeichnetes Zeugnis über seine Tätigkeit in Kamerun von dem Gouverneur ausgestellt bekam. Er schreibt:„Die Fälle Dominik zirkulierten schon zu meiner Zeit gerüchtweise in Kamerun. Ich kann hierüber nichts Genaueres angeben."(Hört! hört! rechts.) Nach der gestrigen Erklärung des Herrn KolonialdirettorS aber mußte für jeden, der sie gehört hat. die Sache so liegen, daß überhaupt an dem ganzen Vorgang nicht da» geringste wahr sei, daß auch gerüchtweise von der Sache nichts bekannt gewordc» sei, cS seien verleumderische Beschuldigungen. Jedenfalls wird die Sache aufs neue untersucht werden müssen, der Bezirkshauptmann Keudel und die vier Abgeordneten werden vcr- nommcn werden müssen. Au§ den Worten des Herrn Kolonialdirektors gestern mußte man zu dem Glauben kommen, als sei der.Hauptmann Dominik so engclsrein, daß nicht das geringste gegen ihn vorliege. Am 4. De- zember hat aber der Oberstleutnant Ouade ein Schreiben des Herrn Reichskanzlers mitgeteilt, das sich eben mit dem Fall Dominik in bezng auf die zweite Anschuldigung, die schlimmen Kriegsgebräuche eingeführt zu haben, befaßt. Die kaiserliche Botschaft in London hatte im August 1902 eine von engllscher Seite gegen Dominik erhobene Beschwerde zugestellt erhalten, die der Botichafter dem Herrn Reicks- kanzler mitteilte. Ein Parteigenosse in England, bei dem ich mich erkirndigte, teilte mir mit, daß das Gouvernement von Britisch Nigeria die Anklage erhoben habe. Darauf hatte der Herr Reichskanzler an den Gouverneur von Kamerum geschrieben und ihn unter Bezug auf den Bericht der kaiserlich deutschen Botschaft in London ersucht,„dem Oberleutnant Dominik den Befehl schleunigst zugehen zu lassen, stch im Verkehr mit den Eingeborenen keiner gesetzwidrigen Handlungen und Grausamkeiten schuldig zu machen, auch sich bei etwa not- loendig werdenden kriegerischen Expeditionen aller mit der Krieg- führung eines zivilisierten Staates unvereinbaren Sitten und Ge- wohnhciten. wie sie in der Verstümmelung der Leichen gefallener Feinde gefunden werden müssen, unter allen Umständen zu enthalten." Weiter weist der Herr Reichskanzler aui einen früheren Erlaß hin, in dem die tunliche Schonung von Menschenleben in den Kämpfen gegen die Eingeborenen zur Pflicht gemacht werde. Der Herr Reichskanzler bemerkt schließlich:„Wenn es im übrigen wahr sein sollte, was die vorliegenden Mitteilungen aus englischer Quelle an- nehmen lassen können, daß sich in die dortige Kriegsführung gegen Eingeborene Sitten und Geloohnheiten eingeschlichen haben, die mit der Kriegführung eines zivilisierten Staates unvereinbar sind, so erwarte ich von dem Kommando der Schutztrnppe, daß eS alles daran setzen wird, einem solchen unerträglichem Zustande der Dinge aus gründliche und nachhaltige Weise ein Ende zu machen." Dies Schreiben ist zweifellos außerordentlich korrekt. Später ist dann dem Herrn Reichskanzler Bericht erstattet worden, und wie Oberst- leutnant Quade damals mitteilte, hat sich der Gouverneur über den Oberleutnant Dominik völlig entlastend ausgesprochen. Es kommt aber in den Aeußerungen des Oberstleutnant Quade weiter die merkwürdige Stelle vor, daß trotzdem dem Oberleuwant Dominik unter dem 8. Juli 1903 eröffnet wurde, ihn, sei der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er nicht durch geeignete Maßnahmen und Befehle barbarischen Gebräuchen in der Kriegöführnng vorgebeugt habe. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Also der Herr Reichs- kanzler war von den Anschuldigungen gegenüber dem Ober- leutnant Dominik so überzeugt, daß er ihm trotz der Er- klärungen des Herrn v. Puttkamer noch diese Art Rüffel zuteil werden ließ. Damit ist also erwiesen, daß Dominik damals in der Kriegführung sich eine Duldung— will ich sagen— von Mißbrauchen hat zuschulden kommen lassen, die den Herrn Reichs- kanzler veranlahten, so energisch gegen ihn vorzugehen. Unzweifel- Haft ist also, daß die Anschuldigung des von mir vor- gebrachten Briefes, Dominik habe den Befehl gegeben, die Kinder zu ertränken, nicht erwiesen werden konnte, also unwahr ist.(Lebhafte Rufe rechts: Hört! hört! Ich habe damals ans- drücklich erklärt, daß eine sachgemäße strenge Untersuchung ergeben werde, wieweit die Angaben mit der Wahrheit übereinstimmen, ich habe in keinem Falle behauptet, ich sei von den Dingen überzeugt. Das hat freilich nicht verhindert, daß in der Presse seit Monaten unausgesetzt Anklagen gegen mich erhoben wurden, als hätte ich die Dinge als wahr hingestellt. Insofern brauchen wir u»S gar nicht zu ereifern über das, was in den Kolonien alles ge- logen wird, bei uns in Deutschland wird mindestens ebenso viel gelogen.(Zurufe rechts.) Wir haben speziell unter diesen Lügen und Verleumdungen zu leiden. Ich mußte erst vor ein paar Tagen etwas öffentlich für unwahr erklären, was in einer Prozeßverhand- lung in den Rheinlanden behauptet wurde, daß nämlich, als die Soldaten auS dem Kriege zurückkehrten und gerufen wurde:„Fahnen heraus 1", ich sierufen hatte:„Nein, Fahnen herein, die Mordbrenner kommen!" Eine Infamie, die mir nachgesagt wurde.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Seit Wochen bin ich gezwungen, mich gegen die niederträchtigsten Beschuldigungen und Verleumdungen zu wehren, die aus einem bestimmten Lager gegen meine Person und auch allgemein gegen meine Partei geschleudert werden, und die jeder tatsächlichen Unterlage entbehren.(Sehr richttg I bei den Sozial- demokraten.) Ich gebe also unbedingt zu, daß diese Anschuldigung nicht hat erwiesen werden können, aber die Behauptung des Herrn KolonialdirettorS, als sei nichts an der ganzen Beschuldigung dran, ist bis jetzt auch nicht erwiesen. Wenn wir solche Dinge vorbringen, so geschieht es neben dem Verlangen, daß die Sache entsprechend unter- sucht wird, vor allen Dingen auch darum, daß durch ein öffentliches Vorbringen solcher Dinge eine ganze Menge von Personen draußen in den Kolomen davon abgeschreckt werden, Schritte zu tun. die ihnen öffentliche Anklage einbringen könnten. DaS ist der Zweck deS Parlaments und der Zweck der Presse, Mißstände, scheinbare oder wirkliche, zur Sprache zu bringen, damit festgestellt wird, inwieweit sie begründet sind. Der von mir borgebrachte Vor- Oist in Kamerun allgemein erzählt worden, und wenn solche cht? über Personen jahrelang verbreitet worden sind, ist cS eine dringende Aufgabe der Kolonialverwaltimg. die Sache zu unter- suchen. Ich bitte den Herrn Kolonialdirektor dringend, auf Grund der von inir angegebenen Zeugen der Sache sein Augenmerk zu schenken.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Stellvertretender Kolonialdirektor Dernburg: Es freut mich, konstatieren zu können, daß der Abg. Bebel das. waS er bezüglich des Hauptmanns Dominik gesagt hat, als unbeweis- bar zurückgenommen hat. Wenn etwas Derartiges hier im Parlament vorgebracht wird. so wendet sich die Vcr- waltung nicht nur an die Zeugen. die der beschwerde- führende Abgeordnete hier angibt(Zuruf deS Abgeordneten Bebel: Selbstverständlich nicht!). sondern an alle, die von der Sache etwas wissen können. Im vorliegenden Falle konnten wir uns schon deshalb nicht an den Zeugen des Abg. Bebel wenden, weil eS einen solchen Mann gar nicht gibt.(Heiterkeit.) Der Abg. Bebel hat von einem Mann namens Teichel gesprochen. In Wirklichkeit heißt der Mann Zenker. Und Zenker hat selbst zugeben müssen, daß er den Haichtmann Dominik wie seinen schlimmsten Feind hasse. Wir habe» drei Dutzend Leute vernommen, die mit dem Hauptniann Dominik zusammen gewesen sind. Der Vorfall selbst hat sich schon im Jahre' 1894 abgespielt.(Hört! hört! rechlS und b. d. Lib.) Als der Abg. BebclhierdieSachen vorbrachte, haben sie die Runde durch dieganze Welt gemacht und wenn sie wahr gewesen wäre, hätte sich doch sicher m Kamerun irgend ein Mensch gefunden, der sich entweder bei Herrn Bebel oder bei der Kolonialberwaltung oder sonst in der Presse gemeldet hätte, um zu sagen, was er wußte. Dagegen haben samtliche Kaufleute in Kamerun und sämtliche Missionare ausgesagt, daß sie Herrn Dominik solche Grausamkeiten gar nicht zutrauten. Hort! hört I rechts und bei den Liberalen.) Es kommt nämlich nicht darauf an, ob in Kamerun bei irgend einem Feldzuge gegenüber Menschenfressern irgend eine Grausam- keit begangen ist, sondern es handelt sich um die Frage, ob die gegen den Hauptinann Dominik gerichtete Beschuldigung, daß er den Befehl zu Grausamkeiten gegeben hätte, richtig ist oder nicht. (Sehr richtig I rechts und bei den Liberalen.) Und das hat sich nicht nur nicht als falsch herausgestellt, sondern alle vernommenen Zeugen stellen dem Hauptmann Dominik das beste Zeugnis aus.(Hört I hört I rechts und bei den Liberalen.) Der Abgeordnete Bebel hat hier einen Brief des Reichskanzlers verlesen, aber ganz falsche Schlüsse daraus gezogen. Der Reichskanzler hat lediglich sagen wollen: für den Fall, daß die vorgebrachten Beschuldigungen wahr find, muß eingeschritten werden. Wo kommen denn die Beschuldigungen de« Herrn Abg. Bebel her? Nicht aus Kamerun, sondern auS der spanischen Nachbarkolonie. Dort hin hat sich der auS Kamerun herausgeworfene Herr Müller gewendet und dann seine Beschuldigungen an einen Mann in Deutschland geschrieben, von dem er wußte, daß er ein prinzipieller Gegner der Regierung ist und bei jeder Gelegenheit gegen deren Beamten Front macht. So kommt die Sache an Herrn Bebel.«S mußte ihm doch aber auffallen, daß eine Sache, die 1894 passiert ist, erst im Jahre 1904 an ihn gelangte!(Sehr richtig! rechts und bei den Liberalen.) Ich habe übrigens dem Abgeordneten Bebel nicht einen Vorwurf daraus gemacht, daß er die Sache hier vorgebracht hat. sondern daß er den Brief längere Zeit bereits befaß, ohne sich über die Richtigkeit der von ihm aufgestellten Behauptung zu erkundigen. Ja, Herr Bebel soll bereits vor zwei Jahren an den Müller geschrieben haben:.Lassen Sie mich mit solchen Hunnenbriefen zufrieden I'(Zuruf des Abg. Bebel: Ich habe nie etwas Derartiges geschrieben!) Wenn Sie das dementieren, nehme ich meine Behauptung zurück. Presse und Parlament find gewiß dazu da. Mißstände aufzudecken. Aber den Namen hätte der Abg. Bebel hcrauslasien sollen, der tut nichts zur Sache.(Sehr richtig! rechts und bei den Liberalen.) Herr Bebel mußte sich doch sagen, daß, wenn er die Sache hier im Dezember vorbringt, mindestens fünf Monate ins Land gehen würden, ehe sich die Wahrheit der erhobenen Be schuldigungen herausstellen konnte. So geht man nicht gegen einen Beamten vor, von dem man selbst nichts weiß, sondern nur von dunkelen Hintermännern, so daß nian nachher zugeben muß, die aufgestellten Behauptungen sind nicht beweisbar.(Sehr richtig I) Und was die Sache noch schlimmer macht: in einem sozialdemo- kritischen Flugblatt, das bei der Wahl in Millionen von Exemplaren verbreitet wurde, hat diese Geschichte als wahr gestanden.(Sttir> misches Hört! hört! rechts und bei den Liberalen.) In unzähligen Volksversammlungen haben sozialdemokrattsche Redner, gestützt auf die Angaben des Abg. Bebel, diese Sachen vorgetragen.(Erneutes Hört! hört! rechts und bei den Liberalen.) Ich habe daraufhin zehn sozialdemokratische Redakteure verklagt und die Leute sind nach einander zu 75 bis 300 M. Geldstrafe verknackt worden.(Heiterkeit. Zuruf recht»: Klassenjustiz 1) ES hätte durchaus genügt, Herr Bebel, wenn Sie den Fall ohne Namensnennung vorgebracht hätten. Das. was Sie getan haben, ist keine noble Kampfes- weife, weder gegenüber Herrn Dominik noch gegenüber der Regierung. Sie haben jemand angegriffen, der nicht in der Lage war. sich zu wehren und einen wehrlosen Gegner greift ein tapferer Mann nicht an.(Lauter Beifall rechts und bei den Liberalen.) Die Verwaltung ist gern bereit, alle ihr vorgebrachten Mißstände zu untersuchen. Der Abg. Bebel aber ist zum nnndesten außerordentlich unvorsichtig mit der Ehre eines anständigen Mannes umgesprungen.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Liberalen, Un« ruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bebel(Soz.): Ich habe dem Briefschreiber nicht geantwortet, weil der Brief mich erst Monate nach seiner Absendung getroffen hat. Wenn meine Ausführungen hier im Wahlkampfe in unrichtiger Weise ausgespielt sein sollten, so wäre das Schuld des Verfassers des be- treffenden Flugblattes, der meine Rede nicht genauer angeschen hat. Auf Grund meiner Rede wäre eine Strafverfolgung nicht möglich. Weiter hat der Kolonialdirektor hervorgehoben, daß Nach- richten in Kamerun außerordentlich rasch und weit verbreitet werden und wunderte sich, daß ich trotzdem erst im Jahre 1904 Kenntnis davon erhalten habe.(Widerspruch recht«.) Ich kann mich da wieder nur auf den Brief beziehen, den ich von einem Deutschen erhalten habe, der in Kamerun gewesen ist. und dem dort 1902 diees Gerüchte zu Ohren gekommen sind. ES ist also nicht wahr, wenn behauptet wird, sie seien in Kamerun nicht verbreitet gewesen. Weiter hat der Kolonialdirektor die Nichtigkeit meiner Auffaffung über die Aussage de» Bezirksamtmann» Kendell in Zweifel gezogen. Auffassung steht hier gegen Auffassung. ES ist wichtig, festzustellen, ob die Tatsache überhaupt vorgekommen ist. Hierzu müssen die Leute nicht nur mit Kendell konfrontiert werden, sondern auch mit den Abgeordneten. Nach dieser Richtung hin muß Aufklärung geschaffen werden. Ist der Fall aber tat- sächlich vorgekommen, so hat der Hauptmann Dominik Dinge zu» gelassen, die er gerade mit Rücksicht auf die Behandlung der Ein. geborenen hätte verhindern müssen. Der Kolonialdirektor stellt ihn als vollkommen unschuldig hin. Trotzdem ist ihm am 8. Juli 1908 eröffnet worden, daß ihm der Vorwurf nicht zu ersparen sei, daß er nicht durch geeignete Maßnahmen und Befehle barbarischen Ge» brauchen in der Kriegführung vorgebeugt habe. Obwohl also der Kolonialdirektor erklärt, daß gegen den Hauptmann Dominik nichts vorliege, erteilt der Kanzler ihm diesen Rüffel, ist also auch der Ueberzeugung, daß solche Dinge vor- gekommen sind. Der Herr Kolonialdirektor machte mir endlich einen Vorwurf daraus, daß ich die Dinge hier vorgebracht habe. Ich bin im höchsten Grade überrascht, daß meine Nachbarn zur Linken bei diesen Ausführungen ihm ein lautes Bravo zuriefen, während doch ihr eigener Parteigenosse Ablast noch im Herbst den Namen des Hauptmanns Dominik in demselben Zusammenhang genannt hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Ko- lonialdirektor sagt, es werden hier von mir wehrlose Beamte be- schuldigt. Ach, Sie haben soviele Mittel an der Hand, diese Herren sicher zu stellen, daß die Anschuldigung, die Herren wären hier wehrlos den Angriffen preisgegeben, durchaus keine Berechtigun hat.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich gebe zu, das nach der einen Richtung hin sich die Sache zugunsten des Haupt. manns Dominik ausgeklärt hat, und daß mein Gewährsmann mick nicht richtig informiert hat. Ich kann aber nicht zugeben, daß ick nach irgend �iner Richtung hin unrichtig gehandelt habe.(Beifal! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Ledebour(Soz.): (mit großer Unruhe von der Rechten empfangen): Wir haben bei den Dingen, die Sie für notwendig hielten, zu erörtern, sehr lange Reden von Ihnen geduldig angehört, und wir bitten un? aus...(Unruhe rechts.) Ja. wir bitten uns aus. daß uns gegenüber das nämliche Gefühl der Gerechtigkeit obwaltet. (Unruhe rechts.) ES scheint, daß einige der neu eingetretenen Herren der Blockparteien eS für einen Befähigungsbeweis parlamentarischer Tätigkeit halten, wenn sie uns zu verhindern suchen, zu sprechen.(Andauernde Unruhe rechts.) Wir werden aber trotzdem sagen, was zu sagen notwendig ist.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Sie haben gestern die Angriffe gegen mich ruhig angehört, und um so unfairer ist eS, daß Sie mich am Reden zu verhindern suchen. Der Herr Kolonialdirektor hat be- hauptct, ich hätte eine unrichtige Darstellung von der Angelegen- heit de? Oberrichters Meier und der Akwaleute gegeben. Ich werde so kurz als möglich die Tatsachen aus den Akten feststellen. Ich erinnere dabei, daß die Beschwerde der Akwaleute an das HauS gerichtet war. U. a. war darin gesagt, daß der Oberrichter Meier ein Mädchen gewaltsam zu buhlerischen Zwecken von den Eltern gekaust habe. Diese Beschwerde wurde der Regierung übergeben und nach Kamerun gesandt. Der Gouverneur v. Puttkamer sagt, er habe nicht beabsichtigt, ein Strafverfahren gegen die Beschwerde- führer einzuleiten. Erst durch eine Unterredung mit anderen Beamten, auch mtt dem Oberrichtcr Meier, sei er dazu veranlaßt worden. Das Ergebnis war die Verurteilung der Beschwerde- führer bis zu 9 Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit. Dem Reichstage wurde das nicht einmal mitgeteilt. Erst durch die Presse, und in diesem Falle durch ein freisinniges Blatt, das . Hamburger Fremdcnblatt", wurde es bekannt. Der Oberrichtcr Meier wurde zu einer schriftlichen Erklärung aufgefordert. Er war bezichtigt, da"~ f"1------- W er das Mädchen als Dienstmädchen angenommen habe. Daß be reitS eine Anzahlung auf sie gemacht war und daß sie al« verlobt anzusehen war, will er erst aus der Beschwerde erfahren haben. „Doch wäre das," fährt er fort,„meines Erachtcns kein Hindernis gewesen, das Mädchen in Dienst zu nehmen. Auch in unserer Heimat geschieht das, und wenn die Mädchen sich verheiraten, scheiden sie auS dem Dienste aus."(Lachen bei den Sozialdemo- kraten.) Diese Aussage ist ganz raffiniert; der Herr behauptet nicht, daß er das Mädchrn geschlechtlich nicht benutzt habe. Er stellt die Sache aber so dar, daß jeder unbefangene Europäer die Ansicht gewinnen muß, daß es sich wirklich um ein Dienstmädchen gehandelt habe. Daraufhin, daß Herr Meier eine falsche Aussage gemacht hat, ist ja auch ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein- geleitet worden, über oesscn Ausgang uns steilich in außer- ordentlich dürftiger Weise mitgeteilt ist, daß das Verfahren durch Verfügung vom 9. Januar 1907 eingestellt und er zu einer Ordnungsstrafe in Höhe des Gehaltes eines Monates genommen sei. Es wäre interessant zu wissen, wer diese Verfügung erlassen hat. Aber aus dieser ganzen Tatsache geht hervor, daß Meier tat- sächlich in einer Strafsache gegen andere wegen Beleidigung seiner Person in einem wichtigen Punkte, nämlich über sein geschlecht- liches Verhältnis zu einer Frau, eine falsche Angabe gemacht hat» und daß unter Berücksichtigung dieses Punktes die Leute der- urteilt worden sind. Die Behörde hat durch die gegen Meier der- hängte Ordnungsstrafe anerkannt, daß er hier, wo eS sich um seine Person handelte, in einem wichtigen Punkte eine falsche Aussage abgegeben hat. Da habe ich, und ich meine, jeder objektive Mann hat das Recht dazu, zu sagen, ein richterlicher Beamter, auf den eine seelische Mißstimmung— damit sucht man ihn ja zu ent- schuldigen— auf den eine seelische Mißstimmung so einwirkt, daß er in einem Verfahren gegen andere wider besseres Wissen eine unrichtige Erklärung abgegeben, und zwar zum Schaden seiner Gegner, ein solcher Mann ist unfähig, ein richterliches Amt zu be- kleiden. Ich höre keinen Widerspruch.(Lachen rechts.) Das mache ich der Kolonialverwaltung zum Vorwurf, daß sie trotz dieser ihr be- kannten Tatsache den Mann zur Ausübung richterlicher Funktionen itr fähig hielt. Für mich und meine Parteigenossen ist das ein Beweis, daß seitens unserer Kolonialverwaltung durchaus nicht der Grundsatz befolgt wird, den der Kolonialdirektor einmal an- geführt hat, daß er nur Leute mit tadelloser weißer Weste in den Kolonien verwenden wolle. Nach Zeitungsnachrichten soll ja auch Herr v. Puttkamer wieder in den Kolonien Verwendung finden, wenn auch nur auf kurze Zeit. Das steht auf genau demselben Blatt. Denn Herr v. Puttkamer ist überführt und zu einer Ord- nungsstrafe verurteilt worden, weil er zur Ausstellung eines alschen Passe? mitgewirkt hat.(Rufe recht»: Nein!) Ich mache weder Herrn v. Puttkamer noch Herrn Meier den geschlechtlichen Berkehr zum Vorwurf.(Lachen rechts.) Es liegt ein großes Stück Heuchelei darin, den jungen Leuten, die in die Tropen hinaus- geschickt werden, daraus einen Borwurf zu machen. Wer die Kolonialpolitik will, mutz auch die Konsequenzen hinnehmen, daß die jungen Leute, die Sie dann hinausschicken, zu solchen Dingen notwendigerweise kommen müssen. Es ist der Versuch gemacht wor- den, diesem„Uebelstand", wie sie eS nennen, dadurch die Spitze abzubrechen, daß man verheiratete Beamte hinausschickt. Solche Beamte melden sich jedoch nur in geringem Maße, und weiße Frauen leiden unter dem Tropenklima auch viel mehr al» Männer, besonders wenn sie in gewisse Zustände kommen.(Wieherndes Gelächter recht?.) Hier zeigt sich deutlich Ihre Moral mit doppeltem Boden. Entweder behandeln Sie solche Sachen als Lächerlichkeit oder Sie heucheln Moral.(Gelächter und Unruhe recht».) »Vizepräsident Kaempf: SS ist parlamentarisch nicht zulassig. einem Teile des HauseS zuzumuten,„eventuell heucheln Sie Moral." Ich muß Sie zur Ordnung rufen...... Abg. Lrdebour(fortfahrend): Die Tatsache steht fest, daß solche Anregungen aus dem Hause gekommen sind. Da« geschieht gerade deswegen, weil die Herren sich scheuen, den wirklichen Ursachen, den Tatsachen in» Wesil kommen Sie mit I Vizepräsident Eue der Partei. Da zutreten, und daß er d»e Eltern genötigt habe, das Mädchen ab- er. wie die Beschwerde sich ausdrückt, das Mädchen zu feiner Frau gemacht habe. Er gibt nun zu, daß er einen Kaufpreis bezahlt habe, und bestreitet, eme Drohung an- C endet zu haben. Diese Behauptung ist durch die nachherigen ersuchungen als widerlegt anzusehen. Gr sagt weiter aus, daß vt zu sehen.(Lautes Gelächter rechts.) hrem albernen Gelächter... aempf: Der Ausdruck„alberneS Gelächter" mit Bezug auf Mitglieder des HauseS ist nicht zulässig. Ich rufe Sie zum zweiten Male zur Ordnung und mache Sie auf die geschaft»- mäßigen Folgen eines weiteren Ordnungsrufe» aufmerksam. Abg. Lrdebour: ES ist charakteristisch, daß so etwas immer bc, liberalen Präsidenten passiert. m Vizepräsident Kaempf: Ich kann eS als der Würde des Prasi- deuten des Reichstage» entsprechend nicht erachten, einen derartigen Vorwurf von Ihnen entgegenzunehmen. Ich rufe Sie zum dritten Male zur Ordnung und frage,»b da» Hau» dem Abg. Ledebour da« Wort entziehen will oder nicht.(Rufe im Zentrum: Ne,n. neini) Ich bitte diejenigen Herren, welche dem Abg. Ledebour das Wort eotzieheu wolle», sich zu erheben. Außer der Rechten und einem Teil der Nationalliberalen er- hebt sich ein Teil der Freisinnigen; ein Teil, darunter die Abgg. Naumann, Neumann-Hofer, Sommer bleiben sitzen. Die Süddeutsche BolkSpartei bleibt unter der Führung deS Abg. Storz zunächst sitzen, dann erhebt sich ein Teil zögernd. Vizepräsident Kaempf: Da« ist die Minderheit.(Große Heiter- keit bei den Sozialdemokraten und im Zentrum. Große Bewegung im Block.Gruppenbildung, einige sreipnnige Abgeordnete dringen auf die Abgg. Neumann-Hofer und andere, welche sitzen geblieben sind, ein und machen ihnen heftige Borwürfe. Vizepräsident Kaempf: Der Abg. Ledebour hat das Wort. Abg. Ledebour(fortfahrend): Wir sind also der Ansicht, daß es durchaus im Interesse des Ansehens des putschen Reiches und auch der Kolonialverwaltung liegt, wenn wir hier Mißstände zu dem Zwecke zur Sprache bringen, daß sie abschreckend wirken sollen. Hoffentlich tragen meine Ausführungen mit dazu bei, dieser Ueber- zeugung auch bei der Regierung Eingang zu verschaffen. ,(Lcb- Haftes Bravo bei den Sozialdemokraten.) Stellvertretender Kolonialdirektor Dernburg: Ich halte trotz der heutigen Ausführungen des Abg. Ledebour alles aufrecht, waö ich gestern gesagt habe. Herr Ledebour hat Herrn Meier ange- griffen, ohne genügende Grundlagen für seine Behauptungen zu hoben. Herr Meier hat allerdings eine falsche Aussage gemacht. Aber diese Aussage steht in keinerlei Verbindung mit dem Urteil gegen die Akwa-Leutc, sondern sie hat niemandem Schaden zugefügt. (Sehr gutl rechts.) Abg. v. Oldenburg(kons.): Ich kenne Herrn Puttkamer per- sönlich nicht. Aber ich habe die Ehre, mit der Familie Puttkamer bekannt zu sein. Und da mutz ich sagen: ich bin der Ueberzeugung, daß Gouverneur v. Puttkamer wegen Dinge, die 19 Jahre zurück. liegen, nicht in dem Maße öffentlich verfolgt worden wäre, wenn er nicht der Sohn eine» der beste« Minister wäre, den Preußen je gehabt hat und der gerade deshalb von der Sozialdemokratie so sehr gehaßt wird.(Stürmische Unterbrechungen links.) Meinen Standpunkt gegenüber all den Angriffen auf deutsche Beamte fasse ich in einen Satz zusammen, den ich heute in einem Morgenblatte gefunden habe:„Das ekelhafte System der Ehrabschneiderei gegen. über Leuten, die einer der wichtigsten Aufgabe unserer Zeit Leben und Gesundheit opfern, muß endlich einmal ein Ende nehmen. Da. mit ist nicht gesagt, daß Verfehlungen nicht gesühnt werden sollen. Aber daS kann geschehen ohne ein«, solchen Hexensabbat der niedrigsten Parteisucht und Heuchelet."(Großer Beifall rechts. Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Kaempf: Es liegt mir«in Antrag auf Vertagung vor. gestellt von den Abgg. Dr. Wiemer(frs. Bp.). Nor- mann(k.) und Boss ermann(natl.). Abg. Dr. Wiemer(frs.«p.. zur Gcschäft»ordmmg): Vor der Abstimmung über den«ertagungsantrag bezweifle ich die«eschlu». sähigkeit de« Hause». Ich tu« da» im Hinblick auf de« Vorgang. der sich««f die dem Abgeordneten Ledrbonr erteilten Ordnung». rufe abgespielt hat und der nur möglich war,«eil in jenem Augen. blick ein beschlußfähige» Hau« nicht zur Stelle war.(Bewegung.) Vizepräsident Kaempf: Da» Bureau schließt sich dem geäußerten Zweifel an und wir müssen unsere Verhandlungen abbrechen. Nächste Sitzung: Montag, L Uhr. Fortsetzung. Schlich W Uhr. Provinzialparteitag in Hannover. Am Sonnabend und Sonntag tagte in Hannover die Provinzialversammlung der Sozialdemokratie Hannovers. Zu dieser Organisation gehören von den 19 Wahlkreisen der Provinz die Wahlkreise Osnabrück, Melle-Diepholz, Nienburg, Hannover» Linden, Hameln, Hildesheim, Einbcck-Northeim, Gvttingen, Goslar, Celle-Peine und Uelzen. Dieser Zusammenschluß der elf Wahl- kreise besteht seit dem 1. Januar 1900 und hat seitdem einen großen Aufschwung genommen. Es sind eine erhebliche Anzahl neuer Mitgliedschaften errichtet, auch in Orten, die bisher von einer sozialdemokratischen Bewegung noch kein Lebenszeichen aufwiesen. Die Zahl der Mitglicdsckaften betrug in den 11 Wahlkreisen im ersten Halbjahr 40, im Dezember dagegen 00. Der 8. Wahlkreis Hannover-Lindcn ist nur als eine Mitgliedschaft gerechnet, da in diesem Wahlkreise bescnders abgeteilte Mitgliedschaften nicht bestehen. Tie Zahl der Mitgliedschaften ist nicht gleichbedeutend mit der Zahl der Orte, in denen organisierte Genossen wohnen, da sich viele Mitgliedschaften der Kreisvcreine auf mehrere Orte erstrecken. Die Mitgliederzahl ist außerordentlich gewachsen. Der Bestand war am 1. Januar 1900: 0 089, am 1. Januar 1907: 17 IIS, ein Mehr von 10420. In den einzelnen Wahlkreisen war die Mit- glioderbewcgung die folgende: Am 1. Januar 1900 im Wahlkreise Osnabrück 138, am 1. Januar 1907 bll, in Melle 0 und 91, in Nienburg 69 und 238, in Hannover 4173 und 11218, in Limmer 007 und 1727, in Hildeshcim 291 und 913, in Einbeck 27? und 301, in Göttingen 142 und 202, in GoSlar 3S1 und 068, in Celle 5b8 und 984, in Uelzen 23 und 122. Die Monatsbeiträge betragen in den Kreisen Nienburg-Einbeck und Melle 20 Pf., in Uelzen 25 Pf. und in den übrigen Kreisen 30 Pf. Die 11 Kreisvereinc hatten eine Gesamteinnahme von 74 870,17 M. und eine Ausgabe von 71150,14 M. Bei der Pro- vinzialkasse stellen sich Einnahmen und Ausgaben auf 23 158,20 M. Während der Rcichstagswahl sind im Bezirke der Provinzial- organisation 54 Flugblätter in zusammen 1303 500 Exemplaren verbreitet und 229 Versammlungen abgehalten worden. An den Kommunalwahlcn beteiligten sich die Parteigenossen im vergangenen Jahre in 14 Orten. In den acht Gemeinden, die der Städteordnung unterstehen, ist kein Erfolg zu verzeichnen. Tagegen sind in 0 Landgemeinden 11 sozialdemokratische Gemeinde- Vertreter gewählt. Zum Geschäftsbericht war eine ganze Anzahl Anträge gestellt, die die Herausgabe einer periodisch erscheinenden AgitationSzeit- schrift verlangten. Nach eingehender Diskussion wurden diese An- träge dem Provinzialvorstand zur Erwägung überwiesen. Ueber die Presse konnte ein höchst erfreulicher Bericht gegeben werden. Seit der letzten Tagung des Provinzialparteitag«» im März 1905 ist die Zahl der Abonnenten des„Voltswille" von 12 OOO auf 27 000 gestiegen. Seit einem Jahre erscheint die Zeitung achtseitig. In Zukunft soll der.Volkswille" wöchentlich zweimal mindestens zehnjeitig erscheinen. Der vorgerückten Zeit wegen ivurde der Punkt:„Die Be- wegung zur Revision der hannoverschen Städteordnung" ohne De- batte durch Annahme einer vom Genossen Leinert gestellten Re» 'olution erledigt, deren wesentliche Sätze lauten: Die Provinzialversammlung der sozialdemokratischen Partei ür die Provinz Hannover begrüßt jede auf freiheitliche Revision der hannoverschen Städteordnung gerichtete Bewegung. In den vom Provinzialverband hannoverscher Bürgcrverein« vertretenen Revisionsbcstrebungen kann eine ehrliche Absicht, die rückständigen und kulturwidrigcn Bestimmungen der Städteordnung in freiheit- lichem Sinne abzuändern, nicht erblickt werden. Die Sozialdemo- kratie hat weder Neigung noch Veranlassung, diese bürgerlich- reaktionäre Bewegung irgendwie zu unterstützen. Um aber eine freiheitlich« Revision zu ermöglichen, beschließt die Provinzial- Versammlung selbpandiges Vorgehen der Partei auf der Grundlage ibrer programmatischen Forderungen. Der Provinzialvorstand wird beauftragt, eine alle rechtlosen Steuerzahler interessierende Massenbewegung einzuleiten. Zum internationalen Kongreß in Stuttgart wurden vier De- legierte und zwar die Genossen S ch w a d e r und Leinert au» Hannover, E v e r» aus Hildcsheim und Rauch au« Limmer gewählt. Al» Vorsitzender der Provinzialorganisation wurde Genosse Brey und als Kassierer Genosse D ö r n t e wiedergewählt. Die nächste Provinzialversammlung findet in zwei Jahren in Han- n o v e r statt. In Zukunft sollen auch die ReichStagSkandidaten mit Stimmrechten der Provinzialversammlung teilnehmen können. Damit waren die Beratungen, die eine Fülle neuer An» regungen boten und der Partei zu weiteren Erfolgen verhelfen werden, beendet._ Parteiliteratnr. Die Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung. Ein Kapitel zur Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Herausgegeben von Eduard Bernstein. Verlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin 8W. 68. Band I broschiert 5,— M., in Leinen gebunden 0,50 M.. in Halbfranz 7,50 M.; auch in 17 Lieferungen k 80 Pf. Im Auftrage der Berliner Parteigenossen hat Bernstein die Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung herausgegeben. Den ersten Band, der vor einiger Zeit erschien, haben wir bereits be, sprachen. Da» ganze Werk umfaßt drei Teile. Der erste Band schildert die Bewegung der Berliner Arbeiter in der Zeit von der Revolution des JahrcS 1848 bis zum Erlaß de» Sozialistengesetzes im Jahre 1878. Ter zweite Teil wird die zwölf Jahre unter der Herrschaft des Schandgesetzes 1878—1800 und der dritte Teil die Entwickelung vom Jahre 1890 bis zur Gründung des Zentral. Verbandes von Groß-Bcrlin im Jahre 1905 behandeln. Die beiden letzten Teile werden ebenfalls einen Band umfassen. TaS Werk bringt zum ersten Male eine zusammenfassende Darstellung der Entwickelung des Berliner PartcilebenS. Berlin, da» mit Recht die„sozialistische Hauptstadt der Welt" genannt wird, hat sich schon lange die führende Stellung in der Arbeiter- bewegung erobert. Berlins Arbeiterbewegung steht aber im engsten Zusammenhang mit der Entwickelung der sozialdemokra- tischen Partei des Deutschen Reiches. Darum wird die Schilderung der Berliner Bewegung auch für die Parteigenossen ganz Deutsch- lands Interesse erwecken. Die äußerst zahlreichen Illustrationen. Faksimile» alter Doku. mente und Urkunden usw. erläutern das Werk in entsprechender Weise. Bestellungen auf die 14täglich erscheinenden Hefte, sowie auch auf die kompletten Bände nehmen alle Buchhandlungen und Stol porteure sowie der Verlag entgegen. Gemeindewahlsieg. Einen glänzenden Erfolg erzielten die Genossen von Alt-Drewitz, Kreis Königsberg. N.-M., bei der Gerne, ndevertrcterwahl am 1. Mai. Im März vergangenen Jahres beteiligten sie sich zum ersten Male an dieser Wahl, mit dem Resultat, daß ihre beiden Kandidaten als Sieger aus der Urne hervorgingen Diese Wahl wurde mit den nichtigsten Gründen an- gefochten und von dem Gemeindevorsteher, ohne die Gemeinde- Vertretung zu befragen, sofort für ungültig erklärt. Ueber den Verlauf find die VorwärtSlcser durch einen früheren Bericht in- firmiert. DaS RcvitionSbegehren beim Oberverwaltungsgericht war leider einen Tag zu spät eingelaufen und daher zurück- gewiesen worden. Jetzt hat nun Neuwahl stattgefunden mit dem Erfolg, daß unsere Genossen mit größerer Majorität als im der- gangenen Jahre gewählt wurden. Die Gegner brachten es auf 7 Stimmen, unsere Genossen auf 2S. Di« beiden Gewählten sind � die ersten Sozialdemokraten, die ein öffentliche» Amt im Junker, pgradies Kreis Königsberg. bekleideit. Noch ein entlarvter Wahlschwindel. Während der Reichstags- Wahlbewegung gingen die Gegner, besonders der Reichslügen- verband, mit der Behauptung krebsen, Genosse B o ck-Gotha habe Steuern hinterzogen. Nun hat die Strafkammer in Gotha am 19. April in dem eingeleiteten Verfahren gegen den Redakteur Wilhelm Bock wegen Vergehens gegen Artikel 53 bezw. § 39 der gothaischen Gesetze, betreffend die Einkommensteuer und die Ergänzungssteuer vom 12. März 1992 beschlossen, die Eröffnung des Hauptverfahrens abzulehnen und die Kosten des Straf- Verfahrens auf die herzogliche Staatskasse zu übernehmen. Ein versetzter Zeugniszwangshäftling. Genosse Paul Schlegel hat für den Fall, daß seine Haft weiter dauern soll, um seine Ver- setzung von Kulmbach nach Nürnberg nachgesucht. Dieses Gesuch ist nunmehr genehmigt worden. Am Sonntag bekommt Schlegel einen zweitägigen Urlaub zur Wahrnehmung eineS Termins, dann wird er nicht mehr in das Reich Frohnauers zurückkehren, sondern in einem Nürnberger Gefängnis interniert werden. Der Kulmbacher Gefängnisgeistliche hat den Genossen Schlegel kn seiner Zelle aufgesucht und eine längere Unterhaltung mit ihm gepflogen und dabei erklärt, Schlegel besitze die Sympathie aller anständigen Menschen. Diese Bemerkung eines Geistlichen ist wohl die beißendste Kritik, die bisher an dem Verhalten des Amtsrichter? Frohnauer geübt wurde. Ein neues Parteiorgan soll für den Wahlkreis Darm- stadt- Groß-Gerau gegründet werden. Die Kreiskonferenz hat mit 35 gegen 15 Stimmen die Gründung eines eigenen Parteiorgans nebst eigener Druckerei be- schlössen. Es sollen Anteilscheine a 5 M. ausgegeben werden, die Einzahlung soll am 1. Juli beginnen. Wenn möglich, soll das Blatt bereits am 1. Oktober herauskommen. polizeiliches, Oeridmictics ufw. Ein Biilow-Telcgramm vor Gericht. Bei den Reichstagswahlen wurde besonders im Wahlkreise Fürth scharf gekämpft. Mangels sachlicher Gründe verlegten sich die Blockleute darauf, unsere in der Bewegung tätigen Genoß en, hauptsächlich den Kandidaten Segitz, in der gehässigsten Weise persönlich zu bekämpfen, während sie selbst gegen eine scharfe Antwort sehr empfindlich waren. Als am Abend des Stichwahltages feststand, daß der Block mit erz- bischöflicher Hülfe mit einer kleinen Mehrheit gesiegt hatte, empfand der Vorsitzende des„freisinnigen" Vereins, der Gemeinde- bevollmächtigte Eisenbeiß, das Bedürfnis, den Reichskanzler anzu- telegraphieren und ihm mitzuteilen, wie sehr sich die Freisinnigen Fürths freuen,„Ew. Durchlaucht einen nach heißem Kampfe er- rungcnen Sieg melden zu können." Bülow antwortete sofort, daß er sich mit den Freisinnigen Fürths ungeheuer über den schönen Sieg freue. Die beiden Telegramme wurden in der Blockpresse triumphierend veröffentlicht. Unser Parteiblatt, die„Fürth er Bürgerzeitung" machte sich über die freisinnige Tele- graphiererei lustig, wobei inbczug auf Herrn Eisenbciß auch ein scharfes Wort fiel. Dadurch fühlte sich der Herr so gekränkt, daß er zum Kadi lief und Sühne verlangte Nur eine Gefängnisstrafe sollte imstande fein, seine besudelte Ehre wieder reinzuwaschen. Das Gericht taxierte das Loch in der Ehre des großen Freisinns- mannes wesentlich niedriger und verurteilte den Angeklagten, Gc° ncsscn Zöllner, zu 50 M. Geldstrafe. Preßprozesse. Die Berufungsverhandlung im Prozeß Lim an- 1",r',cm Landgericht Leipzig ist auf Sonnabend, den 11: Ma?, angesetzt.— Am 6. Mai wird die Beleidigungsklage des Venerals L i e b e r t gegen den Genossen S ch ö p fl i n vor dem Schöffengericht verhandelt. Em Induftrle und ftandel* 521/a Proz. Dividende. Die Aktionäre der.Viktoria", Allgemeine LebenSverficherungs- Gesellschaft in Berlin, erhalten für daS letzte Jahr 52'/, Prozent Dividende, gegen 59 Prozent im Vorjahre. Worin mag wohl die gesellschaftlich nützliche Arbeit bestehen, die die Papterbefitzer verrichtet haben? Die Wohlfahrtöeinrichtungen, wie Apotheken und Versicherungen, kosten den armen Leuten das meiste Geld. Durch Verstaatlichung dergleichen Institutionen könnten zum Wohle der Gesamtheit viele Millionen erspart werden. Gcwiiinstcigeruligrn. Di« KönigSborn,«kttengefell- schaft für Bergbau, Salinen uud Salinenbetrieb brachte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahre? einen Ueberschuß von insgesamt 749 816 M. gegenüber 643 845 M. im gleichen VorjahrSzeitraum heraus. Der Mehrüberschuß beträgt somit 106 471 M.— Die Optische Anstalt C. P. Görz Aktiengesellschaft in Friedcnan erzielte in 190««inen Bctriebsgewiim in Höhe von 2 163 957 M.(1905 1 845 982 M.). Bei 468 934 M. (324 434) Abschreibungen beträgt der Reingewinn 740 315 M. (734 050). Es werden 15 Prozent Dividende gleich 525 000 M. verteilt. Stettiner Maschinenbau A.-G. Von den Erträgnissen des Geschäftsjahres 1906 in Höhe von 4010 407 M.(4 225 917 M.) werden Abschreibungen im Betrage von 2 028 531 M.(2 098 702 M.) in Borschlag gebracht. Für Tantiemen werden III III M. und für die Dividende von 14 Proz. 1400000 verwendet. Die„Wilhelma" in Magdeburg, Allgemeine VcrsicherungS-Akticn- gesellschaft, erzielte im letzten Jahre 1 256 447 M. Reingewinn. Die Aktionäre erhalten 25 Prozent; für das Vorjahr betrug die Dividende 23'/g Prozent. Felten u. GuMaume-Lahmrherwerke,«ktiengesellschaft. DaS Geschäftsjahr schließt mit einem Gesamtrohgewinn von 15 392 652 M. (im Vorjahre 12 532 006 M.) ab, einschließlich 369 732 M.(im Vor jähre 279 071 M.) Gewinndortrag aus 1906. Nach Absetzung der Handlungsunkosten, Obligationen, Bank- und sonstigen Zinsen und 2 339 431 M.(im Vorjahre 1 800 837 M.) für Abschreibungen, ver- bleibt ein verfügbarer Reingewinn von 7 129 739 M.(im Vorjahre 6 476 336 M.>, woraus 11 Prozent(im Vorjahre 10 Prozent) Dividende auf das eingezahlte Aktienkapital von 52 Millionen Mark zur Verteilung gelangen, während 421 533 M.(im Vorjahre 369 732 M.) auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Die Generalverfammlung wird auf den 1. Juni 1907 einberufen werden. Versammlungen. Die Zahlstelle Berlin des Buchbinderverbandes hielt am 25. April im Gewerkschaftshause eine Generalversammlung ab, in der die Beratung der Anträge zum Verbandstag fortgesetzt wurde. Zunächst gab Schade Bericht von der zur Vorbereitung der An- träge eingesetzten Fünferkommission über die Staffelbeitrags- frage. Die Kommission hatte wohl ein Schema über eine drei- fache Staffelung sowohl der männlichen wie der weiblichen Ver- bandsbetträge und eine dementsprechende Festsetzung der Unter. stützungen aufgestellt, sich jedoch nicht entschließen können, die Ein- führung von Staffelbeiträgen zu empfehlen; sie schlug dagegen vor, den Einheitsbeitrag beizubehalten und ihn für die männlichen Mit- glieder auf 60 Pf., für die weiblichen auf 25 Pf. zu erhöhen. Daneben wurde die Einführung von Kranienunterstützung für die männlichen Mitglieder, und für die weiblichen Mitglieder eine Staffelung der für sie ja bereits bestehenden Krankenunterstützung nach der Dauer der Mitgliedschaft empfohlen. Selbstverständlich ist eine solche Staffelung der Krankenunterstützung auch der mann- lichen Mitglieder von vornherein vorgesehen. Es folgte eine sehr rege Diskussion. Brückner schlug im Gegensatz zur Kommission vor, die Versammlung möge sich noch� '"'""je erklären, jedoch von der hen und in dieser Hinsicht die Entscheidung den Verbandstagsdelegierten überlassen. Fräulein Hieber bemerkte u. a., daß sich eine Arbeiterinnenversammlung, die am Dienstag stattgefunden hatte, für einen Einhcitsbeitrag der weiblichen Mitglieder von 25 Pf. entschieden hat. Die Debatte endete mit Annahme folgender Resolution:„Die Generalversamm- lung sieht die zwingende Notwendigkeit der Einführung von Staffelbeiträgen als noch nicht gegeben an und überläßt es den Delegierten, wenn die Diskussion auf dem Verbandstag etwas anderes zeitigt, sich eventuell für den Staffelbeitrag zu entscheiden." Klar und danach Schade berichteten sodann über die weiteren von der Fünferkommission gutgeheißenen Anträge, die sich teils auf verschiedene Teile des Statuts, teils auf das Streik- reglement beziehen. Bei der Fülle der Anträge und der vor- geschrittenen Zert war eS der Versammlung nicht mehr möglich, gründlich darüber zu beraten. Da die Anträge jedoch bis zum 27. April dem Verbandsvorstand eingereicht sein müssen, beschloß die Versammlung, sie vorläufig im ganzen gutzuheißen, damit sie als Anträge der Zahlstelle veröffentlicht werden können. Die Beratung über die einzelnen Anträge soll in einer späteren Ver- sammlung stattfinden. Der Holzarbeiterverband hielt am Freitag eme Vertrauens- männerversammlung ab. Sie war, wie Glocke sagte, einberufen in der Annahme, daß sie über da? Ergebnis der Einigungsverhand- lungen beziehungsweise über den Schiedsspruch diskutieren könnte. DaS war nun nicht möglich, weil die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen waren. Glocke berichtete über die wesentlichsten Punkte der Verhandlung. In bezug auf die meisten auswärtigen Städte ist eine Einigung erzielt, mit der die Arbetter zufrieden sind. Für Berlin liegt noch kein Resultat vor, die Verhandlungen sind noch im Gange.— lieber den Verlauf der Maifeier teilte Leopold mit, daß die Zahl der wegen der Maifeier aus- gesperrten Kollegen nach endgültigen Feststellungen 865 beträgt. Sie verteilen sich auf 62 Betriebe, die insgesamt 1625 Arbeiter be- schäftigen. Auf die einzelnen Branchen verteilen sich die Aus- gesperrten: Stockbranche 342(16 Betriebe), Ausbau 2(1 Betrieb), Bürstenmacher 2(1 Betrieb), Möbeltischler 22(9 Betriebe), Klavierarbeiter 320(10 Betriebe), Bautischler 53(11 Betriebe), Stellmacher 5(2 Betriebe), Kistenmacher 8(2 Betriebe), Maschinen. arbeiter 16(1 Betrieb), Wagenban 14(1 Betrieb), Vergolder 59 (4 Betriebe), Küchenmöbel 8(1 Betrieb),' Modelltischler 2 (1 Betrieb). Die meisten sind für eine Woche ausgesperrt, einige für kürzere Zeit; die Stockarbeiter, die nahezu vollständig aus- gesperrt sind, werden voraussichtlich am Montag wieder anfangen. mals im Prinzip für die Staffeldeiträge erklären, jedoch von der Empfehlung bestimmter Vorschlage absehe Vermischtes. Großfeuer in Hamburg. Bei einem auf dem Steinwärder. ausgekrochenen Großfeuer verbrannten 10 000 Baumwollballen. Die Feuerwehr setzte 15 Rohre in Tätigkeit. Der Warenschaden wird auf 3% Millionen, der Gc- baudeschaden auf 300 000 M. geschätzt. Die Entstehung de» Brandes wird auf Selbstentzündung der Baumwolle zurückgeführt. Bergmannstod. Die gestern in der Kaligrube Heldrungen ll bei Frankenhausen am Kyffhäu.s«r durch eine Pulverexplosion ver- unglückten Bergleute sind nicht, wie gestern gemeldet wurde, alle tot; vier konnten ins Leben zurückgerufen werden. Ein brennender Eisenbahnwagen. Durch glühend gewordene Bremsklötze geriet gestern in dem Zuge 37 zwischen Arnstadt und Neudietendorf der Boden eines Wagen- teilweise in Brand. Der Zug wurde nach Bahnhof Arnstadt zurückgeholt und fuhr von dort nach Aussetzen des beschädPten Wagen? mit 79 Minuten Verspätung weiter. Personen sind nicht verletzt worden. Ein Hamburger Dampfer gestrandet. Der Hamburger Dampfer„Prinz August Wilhelm" fuhr im Hafen von Kingston auf eine Schlammbank. Ein neuer Brand ist im neuen Bremer Freihafen ausgebrochen. Der Schuppen 11 steht in Flammen. Die Hälfte davon ist ver- loren. Der Schuppen enthalt 10 000 Ballen Baumwolle. Durch Flugfeuer ist die Feuerwache im Freihafen in Brand geraten, eben- falls die Zollabfertigungsstelle und neun Abteilungen der Firma Anton Günther; die letzteren sind ebenfalls verloren. Sodann ist das Flugfeuer noch auf die Abteilungen von Claussen u. Wieling übergesprungen. Pulverexplosion in Canton. Die Pulverexplosion in Canton richtete nach einer Londoner Meldung großen Schaden an. Fünf Magazine von Kaufleuten sind ganz zerstört. Jw einer engl if che n Meile im Umkreis wurden die Dächer von vielen Häusern abgedeckt. Viele kopflose und gliedlose Leichen männlicher und weiblicher Opfer wurden gesunden. Die amerikanische Justiz ist, wie das„Philadelphia Tageblatt" bemerkt, abhängig von„der geographischen Länge und Breite" in den Vereinigten Staaten. In Virginien haben die Gerichte neulich zwei Männer freigesprochen, die den Gatten ihrer Schwester er- schössen, weil er ihr davonlaufen wollte. In Louisiana haben bor einigen Wochen die Großgeschworenen sich geweigert, einen ehe- maligen Richter und jetziges Kongreßmitglied in Anllagezustand zu versetzen; dieser hatte einen Freund erschossen, weil er etwas Uebles über seine Frau gesagt haben soll. Ist eine Frau im Spiele, so ist das Urteil im Süden und im Westen wesentlich beeinflußt. Eine Frau als Angeklagte hat weit bessere Chancen als ein Mann vor jedem amerikanischen Gerichtshof, besonders wenn es sich um eine Frau„aus der Gesellschaft" handelt. Die Tochter eines Generals, die vor einigen Jahren einen Negerjungen erschossen hatte, weil er Birnen aus ihrem Garten stahl, wurde mit drei Stunden Haft bestraft. Der Millionär Thaw, dessen Prozeß in den letzten Wochen in der ganzen Welt Sensation erregte, wurde nicht verurteilt, weil die Geschworenen sich nicht einigen konnten. Ein neuer langwieriger Prozeß muß stattfinden. Thaw hatte den Verfolger und Beleidiger seiner Frau, den Millionär und be- kannten Architekten Stanford White erschossen. Als Frau Thaw auf dem Zcugenstand für ihren Gatten eintrat, als sie schilderte, was sie von White alles zu erdulden hatte, da war das amerikanische Publikum tief gerührt und eine Verurteilung von Thaw erschien völlig ausgeschlossen.— Daß in den Vereinigten Staaten noch vielfach Lynchjustiz geübt wird, daß Lynchmorde aller Art noch an der Tagesordnung sind, ist bekannt.— Wie eigen- tümlich manchmal die Bürger die Opfer beurteilen, die sich der Staatsanwalt holt, zeigte sich neulich wieder in dem Fall des Senators Burton von Kansas. Dieser mußte wegen Mogeleien sechs Monate brummen und wurde bei der Rückkehr von seinen Mitbürgern feierlichst empfangen. Man bereitete ihm eine» Triumphzug und feierte ihn bei einem großen Festessen alS „Märtyrer", weil er doch nur ganz bescheiden gemogelt hatte. während große Betrüger unbehelligt herumlaufen.— Di; amerikanische Arbeiterschaft blickt gegenwärtig mit Spannung dem Prozeß gegen die Gcw'crkschaftsleiter Moyer, Haywood und Petti- bone in Idaho entgegen, über dessen Vorgeschichte im„Vorwärts" schon berichtet worden ist.__ .®u «In»?re ßrUfkaften der Redaktion. juriftKrtl' evr«ch»»nd« findet Frtedrichstr. I«. iHiik!»!!'« 4. ..... �..pve(HnudelSftatlc Bcllrallianc«, Turchgung auch Liudeufrr. Woche, Iiaglich von bis O'lt Ndr abends statt. Gcöisuet 7 Uhr. Sonnabend? besinnt die«prechstunde un, Ii Uhr. Jeder Anfrage Ist«In Buchstabe und«in- Zahl als S!.r», eichen beizufügen. Briefliche«ntwor« wird nicht erteilt. Eilige Jragru trage man in der Sprechstunde vor. Treptow. Pflichttellbercchtigt sind Sie nicht. Abschrift des Testaments können Sie beantragen.— K. K. 71. DaS Pflichtteil besteht in der Mann wird in Deutschland erst mit vollendetem 21. Lebensjahre heiratsfähig. Eine Dispensation von dem Altersersordernis gibt es nicht.— F. B. 100. Mainz. - C. 7S. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja.- R. M. 50.§ 367 Ziffer 9 Strafgesetzbuch bedroht den mit Strafe, der einem gesetzlichen Verbot zu- wider Stoß-, Hieb- und Schußwaffen, welche in Stöcken oder Röbren oder in ähnlicher Weise verborgen sind, seilhält oder mit sich führt. Die Recht» sprcchung nahm stüher an, daß infolge dieser ftrafgesetzlichen Bestimmungen, Poiizciverordnungen, welche das Führen von Waffen verbieten, ungültig sind. Seit einigen Jahren vertritt das Kammcrgericht die entgegengesetzte Anschauung. Darnach ist das Tragen von Waffen soweit verboten, als Polizeiverordnungen das verbieten.— F. G. 07. sie inüffm zahlen, wenn Sie nicht beweisen, daß innerhalb der kritischen Zeit auch mit anderen Umgang gepflogen ist. 2. Sie können heiraten. 3. Der Ausdruck ist uns neu. — A. S. 1000. Das Mädchen kann mehrere male klingeln, der Nachbar kann daraus keinen Grund zur Exmission entnehmen.— Eharlottenburg D. 100. Als kinderloser Witwer haben Sie das Recht, wenn Ihre Ehe vor 1900 in der Mark geschlossen war, nach Märkischem Recht zu erben. Danach hätten Sie da? beiderseitige Vermögen zusammenzuwersen und hiervon die Häljte zu erben. Sie können aber auch das Recht wählen, nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu erben. In diesem Fall müssen Sie inner- halb sechs Wochen nach dem Tode Ihrer Ehefrau Ihren Verzicht aus das Märkische Recht und Ihre Wahl des Bürgerlichen Erbrechts dem Nachlaß» gericht in einer Eingabe mitteilen, die notariell beglaubigt sein muß. Erben Sie nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, so behalten Sie Ihr Vermögen und erhalten von dem Nachlaß Ihrer Frau die Hälfte. Uebcrdies erhalten Sie als Voraus die Haushaltungsgegenstände. Die Begräbniskosten gehören zum Nachlaß, die Kosten für das Denkmal müssen sich in angemessenen Grenzen halten.— 1877. I. S. Den Antrag können äic mündlich oder (christlich bei der Versicherungsanstalt beibringen. Die Quittungskartcn und Austechnungsbescheinigungen fügen Sie bei. Zweckmäßig ist ein ärztliches Attest. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtilchea Markthallen-Direltion.(Großhandel.) Rindsleisch In 66—70 pr. 100 Pfd., Ha 60-05, lila 56-59, Bullensleisch la 61—68, IIa 54-62, Kühe, fett 52—58, do. mager 42—50, Fresser 50—62, Bullen, dän, 53—60, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellender 105—130, Mastkälber la 88-94, Ha 76— 84, lila 0,00, Kälber ger. gen. 54— 68, do. Holl. 55— 62, dän. 57— 64. Hammelfleisch Mastlämmer 65— 70, la 63—65, IIa 58—63, schase 53—56. Schweinefleisch 47—53. Rehwild, mit Abschuß per Psd. 0,00. Rothirsch, Abschuß 0,40—0,61. Damhirsch 0,00. Wildschweine 0,00. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,70—0,90. Hühner, alle, per Stück 1,50—2,40, do. Ha 1,00—1,40, do. junge 1,00—1,30. Wolgahühner 1,10—1,75. Tauben 0,45—0,75, italienische 0,00. Enten per Stück 1,80—2,20. dito Eis- per Stück 0,00, dito Hamburger per Stück 2,25 bis 4,80, Gänjc, Hamburger per Pfund 1,15—1,25, dito Eis- 0,50—0,57 Hechte per 100 Pfund 93—111, groß, mittel 84—93. Zander mittel 0,00, do. klein u. matt 0,00. Schleie'holl. IIa 0,00, do. klein 141— 142, do. 126—138. Aale, groß 120—131, do. klein 0,00, do. mittel 120—123, do. unsort. 103—112. Plötzen 36—54, do. stumpf'0,00, do. matt 0,00. Karpfen unsortiert 0,00, do. 40er 0,00, do. 20er 0,00. Bleie 65. Aland 0,00. Bunte Fische 29—61. Barse 79—87, do. matt 0,00." Karauschen 82—85. Bleifische 0,00. WelS 53—65. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 1,00—1,50, Danzigcr, Kiste 0,50—0,70. Flundern, Kieler, Stiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2— 3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 2,00. Bücklinge, per Wall Kieler 2,00-3,00, Strals. 2,00—3,00. Aale, groß per Psd. l.lO— 1,50, mittelgroß 0,80—1,10, klein 0,80—0,80. Heringe p.Schock 5—9. Schellfische Kiste 3,50—5,00, Kiste 2—2,75. Kabliau, geräuch. P. 100 Psd. 20—25. Dorsch, Kiste 2,50—3,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 93, 1905er 80—85, l906er 75. schottische Bollhcringe 1905 0,00, largo 40-44, füll. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Maises, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1.50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, perSchock 3,00—3,20. Butter per 100 Psd. la 108—112, IIa 105-103, IHa 100-104, absallende 90—95. Saure Gurten Schock 4110, Pfeffergurken 4,50. Kartoffeln htefig«, per Schock 4,00—20,00, do. pommersche 0,00. Zwiebeln große, per 100 Pfund 0,00, do, kleine 3,50—4,00. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, 8 12 12 12 12 11 Siatloncn L S ~ i 1- iE es e Havaranda Petersburg Seillh Werdeen Pari, 750 O 754 SW 756 W 739 WNW 757SW Beller 4 bedeckt 1 halb bd. 5 wolkig Iwolki! das e3> ti? t-iS> 8 7 9 7 11 erlin Frankf.a.M München Wien iiviW apcDcttt n Wetter-Prognose für Sonntag, den 8. Mai 1907. Etwas kühler, vicisach heiter, jedoch sehr unbeständig mit einzeln«! Regen- oder Hagelschauern und ziemlich starten westlichen Winden. Berliner SSetterburean. A.WERTHEIM KLEIDER SEIDEN- U. WASCHSTOFFE Aussergewöhnlich preiswert Gestreifte Kleiderleinen Bedruckte engl. Voile- Chiffons Bestickte Schweizer Mullstoffe Bestickte Seidenbatisteweis u reg. Pr. 95 Pf., Mtr. reg. Pr. Mk. 1,55, Mtr. weiss und ecru, weiss u. farbig, 1,20 Mtr. br. reg. Pr. 2.60, Mtr. reg. Pr. 3.50 Mtr. Weisse Schweizer Stickereistoffe in Coupons von ca. 4 Mr. Englische Zephirs reg. Pr. 2,25, gestreift und kariert, reg. Pr. 75 Pf. bis 1 Mk., Mtr. 60 Pf 95 PF Pf. 1.75 Mk 1.95 Mk. 1.55 Mk 58 Pf. 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Mai 1907. zentrationsbewegung und die Machterweiterung der gemischten Werke sein, die tatsächlichen Verhältnisse sind doch noch stärker als der gute tommt in den Beteiligungsziffern in Erscheinung. Obwohl die Ge- Wille, ihm ein Schnippchen zu schlagen. Wir sehen auch nicht ein, famtbeteiligungsziffer eine wesentliche Erhöhung erfahren hat, der worin der Vorteil steden sollte, wenn durch allerhand künstliche Kreis der Mitglieder weiter gezogen werden konnte, ist die Summe Mittelchen die Hurrastimmung noch einige Zeit wach gehalten wird der Beteiligungsquoten in Produkten A niedriger, die ganze 8u- und dann nachher die Panik desto stärker einsetzt. Besser dürfte es Nene Bestimmungen. Wirtschaftslage. Amerikanischer Stahl- nahme entfällt auf Produkte B. Die gemischten Werke gehen immer jedenfalls sein, wenn man mit der Tatsache sich abfindet und demmehr zur Forcierung der Weiterverarbeitung über, und damit werden entsprechend sich einrichtet, daß die Hochkonjunktur vorbei ist und wir fie die vollständigen Beherrscher des Marktes. Mit der Produktions- günstigenfalls mit einer Periode normaler Beschäftigung und ruhigeren In den industriellen Marktberichten hat sich mit großer Hart- regelung und Preisfestsetzung der Produkte A diftieren sie den Wirtschaftslebens zu rechnen haben. Sehr verständig finden wir, nädigteit die Ansicht behauptet, die schon seit einigen Monaten reinen Werken Bedingungen, die diese ihnen gegenüber, was der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller in seinem zu beobachtende Zurückhaltung auf dem Warenmarkte sei als Konkurrenten in Fertigerzeugnissen, schon in eine ungünstige foeben herausgegebenen Tätigkeitsbericht über die Wirtschaftslage in der Hauptsache auf die Ungewißheit über das Schicksal Situation bringen; ferner haben die großen gemischten Werte fich sagt. In dem Ausblick auf die Gestaltung der Verhältnisse des Stahlverbandes zurückzuführen. Die Dual der Ungewiß- Wertshandlungen angeschlossen, durch welche sie ihre Erzeugnisse ver- heißt es: Das Vertrauen in die Stetigkeit unserer wirtschaftlichen Ber heit, wenn sie wirklich vorhanden war, ist nun zu Ende. treiben. Sie find im Vorteil als Verkäufer von Rohmaterial und hältnisse ist begründeter und gewiß auch allgemeiner als am Schluß In der ersten Stunde des Mai 1907 ist der Stahlverband auf fünf Halbzeug, die dem Konkurrenten die Preise vorschreiben, als Befizer der letzten Konjunkturperiode, und so gewiß, als eine allJahre verlängert worden. Nombach, Dillingen und Stumm spielten von Kohlengruben arbeiten sie mit viel billigeren Brennmaterialien mähliche Abschwächung der Konjunktur sein wird, bis in die borgerückte Nachtstunde hinein die Spröden; schließlich wie jene, und sie haben Verkaufsorganisationen zur Seite, die ihre so gewiß darf auch andererseits infolge der vorsichtigen Geschäftsaber ließen auch sie sich erweichen, sie sanken dem neuen Verband Ueberlegenheit noch mehr stärkt. Der neue Vertrag bedeutet daher führung von Handel und Industrie, infolge der vorsichtigen Kreditin die Arme. Die glücklich Vereinten beschlossen ihr Maifest mit nichts weniger als eine Stärkung der reinen Werke. Da aber gewährungen der Bantwelt und infolge der Diskontopolitik der einem Liebesmahl. Und der neue Verband hat eine etwas breitere nicht alle gemischten Unternehmen Wertshandlungen befizen oder Reichsbank angenommen werden, daß wohl ruhige, vielleicht auch Bafis gewonnen. Der oberschlesische Verband verfiel der Auf- angeschlossen sind, verursachten diese Fragen bei der Verbands- flaue, aber keine stürmischen Zeiten uns erwarten." Die vorsichtige Lösung; dagegen sind die Werke: Laurahütte, Gleiwig, Friedens- verlängerung, soweit Produkte A in Betracht kommen, doch einige Fassung, die darauf berechnet ist, unnötige Bestürzung und Angsthütte und Kattowitz dem neuen Verbande beigetreten. Die Schwierigkeit. Einen Ausweg aus dem Dilemma hat man gefunden aktionen zu verhindern, läßt doch ganz unverkennbar die Mahnung Berlängerung des deutschen Stahlwerksverbandes garantiert durch die Aufnahme folgender Bestimmungen in den Vertrag: Jedem durchklingen: Rechnet mit einer Abflauung als mit einem Naturauch den Fortbestand des belgischen Verbandes. Ferner ist der Wert steht das Recht zu, eine bestimmte Händlerfirma als seine ereignis! Der letzte Ausweis des amerikanischen Stahltrustes Fortbestand des internationalen Schienenkartells, die Weiteregistenz Werkshandlung zu bestimmen. Dieser Firma muß auf Anspruch fündet auch aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten eine mehrerer in- und ausländischer Händlerorganisationen mit der Ver- vom Verbande bis zu 14 des Beteiligungsquantums des betreffenden Abschwächung des Beschäftigungsgrades an. Zwar übersteigt der längerung des Stahlverbandes gesichert. Also auch dieses Maifest Werts überwiesen werden. Die meisten Mitglieder haben sofort Erlös pro I. Quartal 1907 die Einnahme aus der gleichen Zeit des hat internationale Bedeutung. Der Stahlverband ist neben dem solche Werksfirmen benannt. Um Neugründern die Lust zu verleiden, Vorjahres immerhin noch um 21/2 Millionen Dollar, auch war die rheinisch- westfälischen Kohlensyndikat die größte Produzentenvereini- die durch den Verband geschaffene günstige Lage auszunüßen, ist im Auftragsmenge Ende März 1907 um 1 Million Tonnen höher wie gung. Wenn nicht heute schon, dann aber in nächster Zukunft über- Vertrage bestimmt worden, daß die Auflösung des Verbandes in vor einem Jahre, aber gegenüber dem letzten Quartal 1906 sind die ragt der Verband das Syndikat an wirtschaftlicher Bedeutung einer Hauptversammlung mit 3/ Majorität der abgegebenen Stimmen Einnahmen und die Auftragsmengen zurückgegangen. Die Nettound an Einfluß. Daß der Stahlverband einen hervorragenden beschlossen werden kann, wenn der neu entstandene Wettbewerb nur einnahmen fanten von 41 Millionen Dollar auf 39/10 Millionen Fattor im gesamten Wirtschaftsleben darstellt, läßt schon 2 Proz. der Gesamtbeteiligung in Produkte A und B ausmacht. Dollar und der Auftragsbestand verminderte sich auf 8 048 000 Tonnen, recht martant die seinen Mitgliedern zugestandene Be Mit gar einfacher Majorität gewinnt ein Auflösungsbeschluß schon gegen 8 439 000 Zonnen Ende Dezember 1906. Die Hochofen teiligungsziffer von insgesamt 12040000 Tonnen Rohstahl erkennen. Rechtstraft, wenn der neue Wettbewerb 4 Proz. der Gesamtrohstahl- erzeugung im März 1907 überragt jedoch die des März 1906 nicht An dieser Gesamtziffer sind 37 Mitglieder beteiligt. Als der Ver- menge übersteigt. Dieselbe Bestimmung gilt, wenn mit der Société unerheblich. band vor drei Jahren ins Leben trat, gehörten ihm 28 Mitglieder anonyme d'Ougrée Marihaye in Dugrée, die in Luxemburg ein Es wurde Roheisen produziert: mit 7 472 589 Tonnen Beteiligung an. Die Erzeugnisse der Werke Stahlwerk erbaut, nach der Inbetriebnahme eine Einigung nicht erzielt sind eingeteilt in Produkte A und Produkte B. Bu ersteren gehören: werden kann. Die übrigen Vertragsänderungen haben in der HauptHalbzeug, Eisenbahnoberbaumaterial und Formeisen; zu den Bro- fache mehr rein organisatorische Bedeutung, teilweise dienen fie dem butten B: Stabeisen, Walzdraht, Bleche, Röhren, Guß- und Ausgleich von Unstimmigkeiten, die sich nach dem. früheren Vertrage in Deutschland. Schmiedestücke. Für beide Gattungen Produkte find den angeschlossenen durch Sonderabkommen und der Frachtenberechnung ergeben haben. in den Verein. Staaten. Werten bestimmte Quoten zugewiesen, jedoch erstreckt sich die Ver- Wenn die Verbandserneuerung in den Kreisender Beteiligten auch in Belgien. faufstätigkeit des Verbandes nur auf die Produkte A. Die anderen eine gewisse Befriedigung auslöste, so hat sie doch bisher die Stimmung Erzeugnisse werden von den einzelnen Mitgliedern verkauft, soweit auf dem Warenmarkt und an der Börse wenig oder gar nicht beEs darf bei Beurteilung der Bedeutung dieser Ziffern nicht ver nicht Spezialverbände bestehen. Das schon bei Gründung einflußt. Es macht sich eben eine gewisse Ueberfättigung geltend, die geffen werden, daß an die Noheisenhersteller die Konjumeinschränkung des Verbandes geſtedte Biel, auch die Preisfestsetzung für durch solche äußeren Ereignisse nicht behoben werden kann. Und mag zuletzt herankommt, weil die Weiterverarbeiter sich im voraus mit RohProdukte B und den Verkauf derselben dem Verbande zu über- der Wunsch, durch freundlich kolorierte Stimmungsbilder die material eingedecken müssen und die Syndikate durch ihre Politik dafür weisen, ließ sich auch diesmal wegen der Intereffengegenfäße Unternehmerlust nicht abschwächen zu lassen, das Vertrauen in die gesorgt haben, daß die Eindeckungen in möglichst großem Umfange zwischen reinen und gemischten Werken nicht erreichen. Die Ston- Unveränderlichkeit des Konjunkturgrades zu festigen, noch so groß borgenommen worden sind. 1907 Tonnen 1099 257 im März 1906 Tonnen 1051 527 2 200 000 118 491 2 261 000 123 800 in 1907 mehr Tonnen 47 780 61000 4809 D. Hochmoderne Sacco- Anzüge Viele Tausende Exemplare auserlesenster Neuheiten, vorzüglichster Passformen. 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Die Energie, mit der Hebbel den Gedanken formt, ihn in steter Steigerung bis zu den lezten fchroffsten Konsequenzen treibt, drückt zugleich dem Handeln der Personen als Trägern der Idee ein so fremdartiges Gepräge auf, daß trok aller architektonischen Geschlossenheit des Aufbaues, troß der überquellend reichen dichterischen Bildlichkeit der Sprache das Wert doch keine stärkere innere Anteilnahme auslöft. In der alten griechischen Sage versteckt der Lydier- König KanSaules, seinen Freund, den Griechen Gyges, der einen unsichtbar machenden Zauberring befizt, in dem ehelichen Schlafgemach, um ihm die Schönheit der entschleierten Königin sehen zu lassen. Sie bemerkt es und beschließt, blutig den ihrer Frauenehre angetanen Schimpf an dem Gatten zu rächen. Gyges selbst soll der Bolstreder fein. Wenn er Kandaules töte, verspricht sie ihm ihre Hand und die Krone. Er tut wie sie geheißen und lebt dann, ohne daß der Mord eine Strafe der Götter herbeiruft, viele Jahre an ihrer Seit als glücklicher Regent. Für Hebbel wird Rhodopes Tat zum Sinnbilde der Macht, mit der die angeborene, durch Tradition und Sitte verstärkte Schamhaftigkeit das weibliche Gemüt beherrscht. Alle anderen Motive, die mitspielend die Rache psychologisch näher erklären könnten, sind in der Dichtung ausgelöscht, um den Fall Kg. Proud Staatsmeda Am Oranienplatz Gegründet 1885. Sonntag, 5. Mai 1907. Es war eine von diesem Standpunkt flug und einheitlich durch. geführte Leistung, indes die überlegene Größe und tiefe Güte tam so nicht voll zu ihrem Recht. Frau Durieur liegt alles Rhodopeartige zu fern, als das es ihr hätte gelingen fönnen, die Stimmung, welche die Gestalt umschweben soll, nachschaffend zu erzeugen. Umso vollkommener hatte sich Herr Kahler in die Figur des jungen Ghges eingefühlt. Jünglings, die Ueberschwänglichkeit der Liebesehrfurcht und des Die herbe Reinheit des Schuldbewußtseins erhielten einen Ausdrud von frappanter Echtheit. dt. zum reinen Fall", zum Symbol der Jdee" zu machen. Der Dichter stattet den Randaules mit einer solchen Bartheit, einem folchen Uebermaß des Edelfinnes, aus, daß neben dem Glanze des Charakters der Frebel verblaßt, nur wie eine augenblickliche, seinem Wesen fremde Abirrung erscheint. Nie hat er sonst gegen Rhodope gefehlt. Sie muß ihn lieben und liebend, nur um dieses Ginen willen, seinen Tod verlangen- fie, die Mitleidige, die nicht ein Infelt bernichten tann! Alle begleitenden Momente find in fünstlerischer Absicht so gewählt, daß sie dem ungeheuerlichen Entschluß entgegenwirten müssen und dennoch nichts wider ihn ber mögen. Was aber auf diese Weise für die Reinheit" des Falls gewonnen wird, sett unvermeidlich auch die Illusionskraft der Münchener Theater. Das Münchener Residenztheater hat in Gestalt herab. Das Schamgefühl Rhodopes, das losgerissen von dieser Saison seine dritte Uraufführung glücklich zustande gebracht jeder anderen Seelenregung im Namen des höchsten Pflichtgebotes mit Gawan, einem Mysterium von G. Studen. Der Autor bas Blut des geliebten Gatten heischt, erhält eine pathologische flüchtet in das Schattenreich der Mystit, um aus Gebet und WeihFärbung. Diese Monomanie wird durch die Art, wie sich der rauch das Mysterium des Gnadenwunders erbliden zu lassen. Ga Hochsinnige Griechenjüngling und Kandaules in freier Wahl ihr heißt, daß Studen nach und nach die ganze Artussage dramatisieren unterwerfen, mit einem Anschein des Rechts und innerer Majestät will, ein Probeftüd lag in Gawan bor. Der Tod ist ausersehen, umkleidet. Nicht um Rhodope zu gewinnen, sondern weil er, was Gawan an König Artus' Tafelrunde auf seine Untadeligkeit zu ver fie von ihm verlangt, zerrissenen Herzens als gerechte Strafe an- suchen. Als grüner Ritter fordert er Gawans Rittermut heraus, erkennt, fordert Gyges den töniglichen Freund zum tötlichen Zwei- bann seine Tugendhaftigkeit, indem eine irdische Maid in Gestalt tampf heraus und Kandaules dentt nicht anders. Wie in der der Jungfrau Maria den reinen Tor zu verführen trachtet. Gawân Sage vermählt fie fich dem Jüngling, jedoch nicht um bereint mit bleibt standhaft wie Barzifal, verstrict sich nur in eine Lüge vor ihm zu leben, sondern um die Sühne zu vollenden. Die Schuld, dem Ritter Tod. Doch vor der Himmelskönigin Bilde beichtet er daß er sie hüllenlos geschaut, ist dadurch abgetragen, daß er ihr feine Schuld und dem Reuigen wird das Wunder der Gnade zu Gatte wurde: als Entfühnte stößt sie sich das Messer in die Brust. teil. Er wird erlöst durch Jungfrau Maria und besiegt den Tod. Im Gegenfaße zu dem allgemeinen Ton idealistischen Das Stüd hat Stil in seiner tonfequenten marianischen Stimmung, Stilifierens, auf welchen die Vorstellung wie auch die von Slevogt es wendet sich an die Sinne und wirkt wie ein Opiat. Das Heil entworfenen, nur andeutenden Dekorationen abgestimmt waren, der Bühne liegt jedoch nicht in diesem lebensflüchtigen christlichen gab Herr Wegener einen Randaules naturalistischer Spielart. Idealen. Konfektions- Haus K3 Preuß. Staatsmudalle. R. M. MAASSEN O Grösstes Spezial Haus Deutschlands für Damien und Kinder- Konfektion. 3 Spezial- Angebote: 3800 1..38 Aus Covert- coat, Gloria, karierten engl. Stoffen, Bastseide u. Gummi. Stack Staub- u. Reise- Mäntel Reisende neue Fassons, Jackett- Kostüme 1. Ca. Stück weit unter regulärem Wert III... 1200 22222 0 0 0 Dieses Angebot bietet den geehrten Damen eine selten günstige Kaufgelegenheit. 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Füsslinge Baumwolle, schwarz oder lederfarbig Paar Paar 25 klein mittel gross 90 95 1.00 45 65, 95, 1.10, 1.45 95 1.00 1.05 Baumwolle gelblich, mit kurzen Aermeln......... 1.05 1.15 1.25 Korsettschoner.. 12, 20, 28, 38, 45 Korsettschoner mit langen Aermeln, weiss oder farbig..... Trikot- Untertaillen..... Damen- Plaids in hellen, mittleren 90, 1.80, 2.35, 2.75, 3.50 1.00, 1.75, 2.00, 3.00, 3.50 Orenburger Tücher HERREN- JACKEN klein mittel gross Weisse Gaze- Qualität mit kurzen Aermeln....... 85 90 1.00 Weisse Gaze- Qualität mit langen Aermeln....... 90 95 1.05 KINDER- STRÜMPFE Grösse 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Baumwolle englisch lang, schwarz........ .... Paar 28 32 35 Makobaumwolle pa. Qual., engl. lang, schwarz, grau, leder- od. 40 45 50 sandfarb., doppelte Sohle, Ferse u. Spitze, Paar Baumwolle schwarz oder weissgrundig geringelt....... Paar Baumwolle schwarz od. weissgrund. mit Jacq.- Längstreifen, Paar 45 30 35 38 42 50 55 55 60 40 45 50 50 55 60 68 60 65 70 68 75 85 85 95 1.05 55 60 60 65 70 75 75 80 85 90 95 KINDERSÖCKCHEN Baumwolle, schwarz, weiss oder lederfarbig 2 3 4 5 6 7 8 Grösse 1 30 Paar 25 35 35 409 40 45 45 50 Baumwolle, schwarz, marineblau oder rot mit schottischen Ringeln Paar 28, 32, 35, 40, 45, 48, 52, 55 Baumwolle, rot, marine, grau oder lederfarbig mit elegant. weiss. Rändern Paar 35, 40, 45, 50, 55, 60, 65, 70, 75 HERREN- SOCKEN Baumwolle, schwarz ohne Naht..... ..... Paar 28 Baumwolle, makofarbig........ Baumwolle, champagne-, lederfarbig, grau oder schwarz, mit doppelter Sohle, Ferse und Spitze..... Paar 50 Baumwolle, in den neuesten Streifenmustern.. Paar 40, 50, 70 Baumwolle, schwarz mit farbigen Zwickeln.. Paar 30 ..... Paar 58 Paar 90 Fil d'Ecosse, durchbrochen, schwarz, grau, leder- oder champagnefarbig Vigogne,( Schweiss) Socken..... Paar 15, 23, 28, 35, 45 Engl. Merino KNABEN- SWEATERS Paar 60, 1.00 Baumwolltrikot, hell oder dunkel für 4-5 6-7 8-9 10-11 12-13 Jahre gestreift Baumwolltrikot, marineblau, Brust mit Stickerei 90 1.00 1.10 1.20 1.30 1.35 1.45 1.55 1.65 1.75 60 Trikot- Lätzchen für Kieler Anzüge........... TRIKOT- EINSATZHEMDEN Baumwolltrikot, weiss mit farbigen Zephir- Einsätzen klein mittel gross 2.30 2.50 2.70 und Manschetten.. Baumwolltrikot, weiss mit farbigen Einsätzen, Manschetten und abknöpfbarem Stehumlegekragen 2.45 2.65 2.85 Farbige Trikot- Garnituren in den modernsten Farbenstellungen, für Herren 3.75 4.25 5.00 6.50 Farbige Trikot- Garn, für Herren 7.75 9.25 11.75 13.25 bis 45.00 NORMAL- HERREN- HEMDEN Baumwolle, gelblich, Achselschluss........... Baumwolle, porös, gelblich, Vorderschluss..... klein mittel 1.15 1.25 1.35 1.40 1.50 1.60 NORMAL- BEINKLEIDER Herren Baumwolle, makofarbig klein mittel gross 1.00 1.10 1.20 Baumwolle, gelbliches poröses Gewebe........... 1.00 1.15 1.30 Trikot- Damen- Kombinationen 2.25, 2.50, 2.90, 3.50 Trikot- Damen- Reform- Beinkleider......... 2.60, 3.75 Sport- Serviteurs Prime Trikotstoff, einfarbig oder gestreift....... 65 Automobil- Shawls Baumwolle, weiss m. Seidenglanz, farb. Bordüre 1.50 Sport- Trikotagen für jeden Sport in grosser Auswahl am Lager. Damen- Golfblusen 3.90 4.75 5.50 Golf- Jakets und Paletots 9.75 11.00 14.00 Mädchen- Golfblusen 3.50 3.90 4.90 KAVFHAVES WESTENS G.M.B.H. Unser Kaufhaus wird am 19 Uhr geöffnet. Unser Hauptkatalog sowie Spezial- Preislisten über Sport, Sport- Bekleidung, Lebensmittel sind erschienen und werden auf Wunsch portofrei zugesandt. Berantwortlicher Perafter r. bennferatenteil verantw.: Th. Wloce. Berlin Trud u. Be fag: Bemèridere a 9.104. 24.1#« 4. KeilP des Dmörts" Kelliner UglksdlM. Hm littwocl) findet parte!- Angelegenheiten. Der Zahlabend des Wahlvereins. Ln jedem zweiten Mittwoch im Monat findet er statt I Der Zahlabend der politischen Organisation. Die organisierten Genossen finden sich in ihren Bezirkslokalen zusammen, um hier zunächst die geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen und Mitteilungen ent- gegenzunehmen. Dabei bietet sich den Mitgliedern Gelegenheit, sich persönlich näher kennen zu lernen und sich zwaiigslos über OrganisationS- und Parteifragen sowie über die verschiedensten Tagesfragen zu unterhalten. Ein geschickter Bezirksführer kann da sehr viel tun, um immer einen gut besuchten Zahlabend zu haben, indem er anregend wirkt. Und wenn die Genossen den Bezirkssührer tatkräftig unter- stützen, wird der Zahlabend gern besucht werden, die Mitgliederzahl im Bezirk wird steigen und die Parteiarbeiten werden sich um so leichter und erfolgreicher erledigen lassen. Unseren Gegnern bereiten diese Zahlabende, an welchen sich die Kenitruppe der Partei zusammenfindet, orgeS Bauchgrimmen und von Zeit zu Zeit sind sie so unvorsichtig, ihren Schmerzen lauten Ausdruck zu geben. Die Art und Weise, wie dies geschieht. ist oft eine so tölpelhaste und täppische, daß man sich eines ge- wissen Mitleids nicht erwehren kann. Mit einer gewissen Regel- Mäßigkeit— monatlich nach dem Stattfinden des Zahlabends— werden von bestimmten Zeilenschindern die unglaublichsten Phantasie- Produkte über den Verlauf der Zahlabende verbreitet. Da wollte ,nan wissen, dag am ersten Zahlabend, der nach den Wahlen statt- gefunden, ausnahmslos eine große Unzufriedenheit mit der Partei- leitung zum Ausdruck gekommen fei. Dann wurde wieder gefaselt von den reichen oder glänzend besoldeten Führern der Partei. Be- sonders die Genossen Richard Fischer und Eugen Ernst haben es den Schmierfinken angetan. Diese bezögen ein Einkommen von je 9000 M.; schließlich wurde zum wer weiß wievielten Male das Fiasko der Partei vorausgesagt. Der größte Schwindel wurde über den Verlaus des am 23. Oktober abgehaltenen Extrazahlabends verbreitet, indem behauptet wurde, daß im ganzen etwa 18 000 Ge« nofien den Zahlabend besucht hätten. Inzwischen ist bekanntlich stattstisch festgestellt worden, daß über S3 000 Genossen sich an der Statistik beteiligten und der allergrößte Teil auf dem Zahlabend anwesend war. Wir haben diese Phantasiegebilde, die ebenso gut einem Polizei- gehirn entsprungen sein können, bisher ignoriert. Unsere Gegner brauchen solchen»Stoffs, um ihre Leser zu unterhalten, und unsere Genossen kennen die Methode der Gegner noch von der letzten Wahl her zur Genüge. Keine Lüge war zu groß, um nicht gedruckt zu werden, wenn sie der Sozialdemokratte galt, und selbst die.Nord- deutsche Allgemeine Zeitung' war als Ablagerungsstätte für jeden Schwindel zu haben. Fingerferttge Zeilenreißer haben eine gute Nase und benutzten die Situation, Schwindel über Schwindel über die Partei zu ersinnen und damit die sozialistenftesserischen Blätter zu versorgen und hineinzulegen. Je toller der Schwindel war, desto lieber wurde er abgedruckt. Schmunzelnd strichen die charatterlosen Wichte das nicht unerhebliche Zeilenhonorar in die Tasche. Daß die.Post' in diesem.Feldzuge" allen voran war und noch ist. verwundert nicht weiter, das gehört zum Metier dieses durch einige Interessengruppen ausgehaltenen Blattes. So mancher Erguß des nur eine winzige Anzahl Abonnenten zählenden Blattes ist ohnehin nur pathologisch zu beurteilen. Aber auch Blätter, die sich zu der anständigen Presse zählen und sich sehr dagegen wehren, mit der„Post' auf eine Stufe gestellt zu werden, haben sich dazu her- gegeben, die gegen uns verbreiteten, den Charakter der Lüge an der Stirn wagenden Nachrichten über den Verlauf der Zahlabende skrupellos abzudrucken. Dazu gehört in erster Linie die Bartlingsche .Nattonalzeitung'. Die Gerechttgkeit gebietet allerdings, darauf hinzuweisen, daß das Bestteben der.Nattonalzeitung', bezüglich ihres Rufes mit der»Post" zu wetteifern, erst neueren Datums ist. Erst seit sich in der„Nattonalzeitung" eine Umwälzung der Besitz- Verhältnisse und damit eine große„Reinigung" ihres Redaktions- und Mitarbciterstabcs vollzogen hat, scheint auch eine andere An- schauung über politische Kampfesweise dort eingezogen zu sein. Wir neiden dem Blatte nicht diesen Ruf, sondern stellen nur die Tat- fache fest. Unsere Parteigenossen wollen aus dem Bestreben der Gegner, unsere Zahlabende und damit unsere Bewegung zu verunglimpfen, nur den Beweis erblicken, wie sehr unsere Organisation unseren Gegnern verhaßt ist und daß ivir erst recht alle Ursache haben, unsere Organisatton zu stärken und auszubauen; trotzdem und alledem 1 Und deshalb: Hin am Mittwoch zum Zablabend! Achtung! Fünfter Wahlkreis! Am HimnielfahrtStage findet eine Herrenpartie nach Vogts Kranrpenburg statt. Die Genossen treffen sich in den von den Abteilungen vorher bestimmten Lokalen. Abfahrt ab Bahnhof A l e x a n d e r p l a tz 8.5! nach Grünau. Treffpunkt bis 11 Uhr vormittags rm Wendenschloß. Treptow-Baumschulenweg. Dienstag, den 7. Mai, abends 8l/ä Uhr, findet in Treptow im Lokal von Mohlau, Elsenstraße, Ecke Kiefholzsttaße die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Unsere Maiseier. 4. VcreinSangelegenheiten und Verschiedenes. Genossen, erscheint alle in dieser Versammlung. Der Vorstand. NieberschSnhausen. Eine öffentliche Wähl erver. sammlung, mit Gemeindevertrcter Georg Freiwaldt» Pankow als Referent, tagt am Dienstag, den 7. dieses Monats, abends 8Vs Uhr im Ulitzschen Restaurant(Schwarzer Adlers, Blankenburgerstraße. Parteigenossen, die Stichwahl, die am Freitag stattfindet, erfordert die Anspannung aller Kräfte! Agitiert un- ablässig und sorgt für einen regen Besuch der Versammlung! Franz. Buchhoz. Der Wahlverein veranstaltet heute nachmittag 4 Uhr im Hähneschen Lokal, Berlinerstraße 39 ein Volksfest. Billcts a 25 Pf. sind bei den Komiteemitglicdern und Bezirks- führern erhältlich. Die ordentliche Mitgliederversammlung anl Mittwoch, den 8. Mai fällt aus.. Am Donnerstag, den 9. Mai(Himmelfahrtstag) findet der Ausflug nach Carow statt. Die Genossen treffen sich nachmittags 1 Uhr bei Rackwitz, Bahnhofstraße 15. Für Nachzügler Treffpunkt bei Breitkopf in Carow. Zahlreiche Beteiligung an beiden Vcr- anstaltungcn erwartet der Vorstand. für Berlin und Vororte Berliner INfocbrichten* Der neue Lehrplan der Arbeiter-Bildungsschule. Die Berliner Arbeiter-Bildungsschule hat in den letzten fahren dank des steigenden Bildungsinteresses innerhalb der artei und dank der tatkräftigen Unterstützung der Berliner Partciorganisattonen ihren Lehrplan inimer reichhaltiger ge- stalten können; einen neuen Beweis hierfür gibt in ver- stärktem Maße der Lehrplan für das kommende Quartal. Am Montag unterrichtet wieder Maurenbrecher in Geschichte. Er gibt eine Fortsetzung seines Kursus vom vorigen Quartal, die aber doch für sich ein abgeschlossenes Ganzes bildet, so daß der neue Kursus auch ruhig von Schülern besucht werden kann, die am vorhergehenden nicht teilnahmen. Dieser Kursus wird die Religion des späteren Judentums im Zusammenhange der ganzen zeitgenössi- scheu Ereignisse behandeln und so erst eine sichere Grundlage für die weitere Entwickelungsbeurteilung der israelitischen Religion ermöglichen. Der Dienstag, der im letzten Quartal frei blieb, zeigt in diesem Quartal eine für die Schule ganz neue Lehrkraft. Der unseren Lesern bekannte Schriftsteller E r n st K r e o w s k i ist in den Lehrkörper der Schule eingetreten und wird zunächst die revolutionäre Lyrik von 1840— 1850 behandeln. Am Mittwoch beginnt Katzen st ein einen wen aus- greifenden Kursus über die Arbeiter-Versicherungs- Gesetzgebung: hier wird neben der prinzipiellen Erörte- rung auch eine umfassende materielle Darstellung gegeben, so daß dieser Kursus auch gerade für die tägliche Praxis ein guter Wegweiser werden wird. Am Donnerstag tagt wieder die sogenannte Redner- schule unter Leitung von Julian Borchardt, in der Uebungen im Disponieren und freien Halten von Vorträgen vorgenommen werden. Hier ist auch dem produkttven Arbeiten des Einzelnen ein weiter Spielraum gegeben. Der Freitag weist diesmal zwei Kurse auf; der eine von Grunwald über die Grundzüge der Finanz- Wissenschaft wird, wie bisher, im eigenen Schullokal (Grenadierstr. 37) abgehalten, während ein neu eingelegter von Schulz über die Geschichte der Jahre 1806 bis 1840 in der ersten Abzweigung der Berliner Schule, in Steglitz(Ahornstr. 15») stattfinden wird. Grunwald wird im Rahmen der Finanzwissenschast die ganzen technischen Be- griffe der Politik erörtern, wie Budget, Etatwesen, Steuern, Staatsschulden usw., also die begrifflichen Grundlagen für die polittschen Tagesfragen geben. Schulz wird in seiner Geschichte jene bedeutsame Periode des preußisch- deutschen Zusammenbruches geben, der das Fundament so folgenreicher Neubildungen wurde. Auf diese letzteren, auf die Romanttk, die Ausgänge der klassischen Philosophie in Deutschland, die Anfänge des Kapitalismus usw. wird das Hauptgewicht gelegt werden. Heinrich Schulz tritt mit diesem Kursus zur Freude der Schule wieder in ihren Lehrkörper ein, dem er vor seinem mehrjährigen Verlassen Berlins bereits angehört hatte. Am Sonnabend unterrichtet diesmal wieder Baege in Naturerkenntnis; er behandelt das Problem aller Probleme: Was ist Leben? in seiner exakten naturwissenschaftlichen Begrenzung. Wenn wir schließlich noch einen zweiten Kursus von Borchardt erwähnen, der Montags für Fortgeschrittene in Nattonalökonomie mit selbständigen Ausarbeitungen über die Marxsche Akkumulationstheorie für einen engeren Kreis stattfindet, so haben unsere Leser das volle Bild des neuen Lehrplans der Schule, das zweifellos einen weiteren hocherfteulichcn Beweis für die Tatkraft und Nütz- lichkeit dieses eigensten Bilduugsinstttuts der Berliner Partei- genossen abgibt. An unseren Berliner Genossinnen und Genossen wird es nun wieder liegen, ihrerseits möglichst zahlreich und intensiv das Gebotene zu genießen. Ntt dem wachsenden Inhalt des Gebotenen ist in dem letzten Jahr auch wieder die Teil- nähme stark gesttegen und hat zu wechselseittgen Steigerungen erfreulichster Art gedrängt. Wir zweifeln nicht, daß auch dies neue Quartal den gleichen schönen Erfolg bringen wird I HauSwirtschaftlicher Unterricht für schulpflichttge Mädchen wird in Berlin durch Vermittelung des„Vereins für das Wohl der aus der Schule entlassenen Jugend' an einer kleinen Zahl von Gemeindeschulen erteilt. Eine der Küchen, die für den Verein in einigen Gemeindeschulhäusern her- gerichtet worden sind und ihm zur Verfügung gestellt werden, ist kürzlich von der Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses besichtigt worden. Die„Vossischc Zeitung", die hierüber berichtet, Preist den Segen dieses Unterrichtes, der„in den jungen Mädchen Sinn und Liebe für das Hauswesen erweckt", sie.zur Sparsam- keit, Ordnungsliebe und Sauberkeit erzieht" und„also eine tiefe soziale Bedeutung hat". Das Blatt hebt hervor, daß es der ver- storbene Schulinspektor Zwick war, der in Berlin im Jahre 1893 die erste dieser Schulküchen gründete. Es bedauert, daß der Unterricht bei unS bisher nicht obligatorischer Lehrgegenstand geworden sei, wie das z. B. in Char- lottenburg und Schöneberg geschehen ist. Dem Verein fehle es an Mitteln, allen abgehenden Gemeindeschülerinnen eine solche AuS- bildung mit auf den Lebensweg geben zu können; gegenwärtig bilde er jährlich nur etwa 450 Mädchen aus. Ja, liebe..Bossische", das ist nun mal die Art des Ber- liner Kommunalfreisinns, all' solche Untcrnehniungen als„nicht zu den Aufgaben der Kommunen gehörig' zurückzuweisen und sie der P r i v a t t ä t i g k e i t zu überlassen. Als im Jahre 1903 Herr Zwick im fünften ReichstagSwahlkrcis Berlin? wiederum laber diesmal erfolglos) für den Freisinn kandidierte, wurde er in den Versammlungen freisinniger Wähler wegen seiner ..gemeinnützigen" Tätigkeit gepriesen. In erster Linie wurde da dieser hauswirtschaftliche Unterricht genannt, durch den er sich um den weiblichen Nachwuchs der minderbemittelten Bevölkerung Berlins ein hohes Verdienst erworben habe. Aber demselben Zwick. der nicht nur freisinniger Parteimann, sondern auch Stadtschul- inspcktor war, ist es dennoch niemals gelungen, von der frei- sinnigen Stadtverwaltung für sein dem Freisinn als so„segenS- reich"„geltendes Unternehmen mehr zu erreichen als die Hergäbe etlicher Schulküchcu und die Bewilligung einiger tausend Mark pro Jahr. Dabei wußte Herr Zwick, daß die Privat tat ig» Zablabend statt. keit auf diesem Gebiete ohnmächtig ist, und er hat das auch sehr bald deutlich genug gesagt. Schon in seinem Bericht über die Unterrichtskurse des Jahres 1894/95 rechnete er vor, was es kosten würde, wenn der Hauswirtschaftsunterricht nach und nach für die ersten Klassen aller Mädchengemeindeschulen Ber- lins eingeführt würde; und er bemerkte hierzu schon damals: „Daß Wohltätigkeitsvereine nicht in der Lage sind, derartig umfangreiche Einrichtungen zu treffen und zu unterhalten, liegt klar auf der Hand." Herr Zwick hat dann in den folgenden Jahresberichten wiederholt auf das Beispiel anderer Städte hingewiesen, hat immer wieder daran erinnert, daß viele andere Städte den Haus- wirtschaftsunterricht als Aufgabe der Gemeinde betrachten. Doch genützt hat ihm das nicht viel, und selbst jetzt nach mehr als einem Jahrzehnt gibt Berlin nur erst ganze 5000 Mark pro Jahr her. Der Berliner Stadtfreisinn pflegt derartige Unternehmungen zwar als notwendig anzuerkennen, sie aber der Privattätigkeit zuzuweisen, wie schon eingangs erwähnt wurde. Die Privattätig- keit leistet dann zwar herzlich wenig, aber ihr„Segen" wird in allen Tonarten gepriesen. Die Hauptsache ist unserem Frei» si n n immer das, daß die Stadtgemeinde möglichst lange davor bewahrt bleibt, selber die Erfüllung solcher lästigen Pflichten übernehmen zu müssen. Umlenkung von Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn be» absichtigt, die Kreuzungsanlage am Rosenthaler Tor auszuwechseln. Es wird deshalb notwendig, in der Nacht vom 7. zum 8. Mai von 11 Uhr an und in der Nacht vom 15. zum 18. von 10 Uhr an ver- schiedene Linien umzulenken. Der Betrieb der Ringbahn I wird am Rosenthaler Tor unterbrochen. Der Verkehr wird durch Um- steigen aufrechterhalten. Die Wagen des Außenringes 2 fahren anstatt über die Lothringer, Brunnen- und Jnvalidenstraße von der Lothringer Straße über den Weinbergsweg, den Zionskirchplatz, die Veteranen- und Jnvalidenstraße sowie umgekehrt. Die Wagen der Linie 30 Swinemünder Straße— Rixdorf, 33 Pappel-Allee— Charlottenburg, 40 Swinemünder Straße— Schöneberg und III Swinemünder Straße— Schöneberg gehen anstatt durch die Weinmeister- und Rosenthalerstraße durch die Alte Schönhauser, Lothringer Straße, WeinbergSweg und in umgekehrter Richtung über denselben Weg. Im Zuge der Rosenthaler, Brunnenstratze werden die Wagen in beiden Richtungen über Notgleise und Not- weichen geführt. Die Postbricfbcutelbeförderung durch dir Wagen der Großen Berliner Straßenbahn, die probeweise für einige südliche Vororte, wie Tempelhof und Mariendorf, eingerichtet worden war, scheint sich zu bewähren. Seit dem 2. Mai d. I. wird auch zwischen de« kaiserlichen Postämtern Berlin N.39(Reinickendorferstraße) und Reinickendorf(Ost bezw. Westl sowie XIV. 21(Turmstraße) und Plötzensee eine Bricfbcutelbeförderung durch die Bediensteten der Großen Berliner Straßenbahn ausgeführt. Eintritt zu ReichStagssitzungcn. Um einer Sitzung des Reichs- tages beiwohnen zu können, muß man sich entweder einige Tage vor der Sitzung an die Kartenausgabe zum Reichstag(Portal 5) oder an den Genossen Schwarz-Lübeck wenden. Den einzelnen Ab- geordneten stehen Karten nicht zur Verfügung. Wie wir wiederholt mitgeteilt haben nnd aus Anlaß verschiedener Anftagen hiernnt in Er- innerung bringen, stehen in dieser Session der sozialdeinokrattschcn Fraktton nur 17 Karten zur Verfügung. Wer Eintritt wünscht, muß sich einige Tage vorher unter Beifügung einer Karte zur Rück- antwort an den Genossen Schwarz-Lübeck, Reichstag, wenden. Bei dem im Verhältnis zu der kleinen Kartenanzahl sehr starken An- dränge zu Eintrittskarken empfiehlt eS sich, die Anliefen um Eintrittskarten möglichst zeitig zu stellen, damit ihre Berücksichtigung möglich wird. Eine Statistik über die Lage der technischen Privatbrainten in Groß-Berlin wird gegenwärtig vom Bureau für Sozialpolitik, W., Nollendorfstr. 29— 30, infolge vielfacher Anregungen aus tech- nischen Beamtenkreisen veranstaltet. Zu diesem Zweck sind in den letzten Tagen an viele Tausende von Ingenieuren, Technikern usw. der Maschinen- und Elektro-Jndustrie, um die es sich hierbei in erster Liiiie handelt, Fragebogen versandt worden. Als FeststellungZ- tag gilt der 5. Mai. Weitere Fragebogen werden auf Wunsch an Interessenten vom obigen Bureau kostenfrei übrsandt. Während der Baumblüte in Werder werden, wie die königliche Eisenbahndirektion Berlin soeben bekannt macht, in der Zeit vom Sonntag, den 5. Mai bis Sonnabend, den 18. Mai d. I., täglich zwei Sonderzüge von Berlin nach Werder und zurück be» fördett werden. Dieselben gehen ab: Berlin, Potsdamer Fern» bahnhof 1 Uhr 5 Min. und 2 Uhr 35 Min. nachmittags und treffen um 1 Uhr 56 Mn. bezw. 3 Uhr 28 Min. in Werder ein. Die Gegenzüge fahren ab: Werder 5 Uhr 37 Min. und 7 Uhr 49 Attn. abends, Ankunft in Berlin 8 Uhr 28 Min. bezw. 8 Uhr 40 Min. abends. Am heutigen und nächsten Sonntag, 5. nnd 12. Mai sowie am Himmelsahrtstage. 9. Mai, werden außerdem noch weitere Sonderzüge nach Bedarf verkehren. Die VorortsaHrkarten sind für alle diese Züge gültig. Trotzdem am Bahnhof Werder, wie gemeldet, eine Vermehrung der Schalter stattgefunden hat, empfiehlt es sich wegen des zu erwartenden Andranges doch, schon bei der Abfahrt die Fahrkarten für die Rückfahrt zu lösen. Ein vierfacher Zusammenstoß von Fuhrwerken ereignete sich am Freitagabend gegen ilß Uhr an der Französischenstraße, Ecke der Charlottenstraße. Vor dem Hanse Französischestr. 45 stand eine Autodroschke, deren Chauffeur auf einige Augenblicke fortgegangen war. Vor dem Automobilgefährt hielt ein Rollwagen einer hiesigen Speditionsfirma und vor diesem ein Taxameter, dessen Führe» plaudernd auf dem Bürgersteige stand. Anscheinend war der Apparat der Autodroschke nicht genügend ausgeschaltet und trat aus unbekannten Ursachen wieder in Tätigkeit. DaS Auto rollte gegen die vor ihm stehenden Pferde des Speditionswagens, die scheuten und ihrerseits gegen einen vorübcrfahrende» Straßenbahiiziig der Linie St (Richtung Charlottenburg) driickten. Dadurch wurden der Hinter» perron des Motorwagens 2387 und der Vorderperron des An- Hängers 145 zerlriiminert, ohne daß Personen dabei beschädigt wurden. Durch den Anprall wurden die Pferde und der Rollwagen wieder zurnckgeschlendert und der letztere fuhr nun gegen die Taxa» meterdroschke, welche vor dem Hause Französischestr. 46 stand, an. Das unerklärliche Verschwinden des 17jährigen Ernst Fickert hat jetzt nach 5 Monaten eine traurige Aufllärung gefunden. F. verschwand Anfang Dezember v. I. und alle Bemühungen der Angehörigen und auch der Polizei waren vergeblich. Gestern endlich ist der Vermißte als Leiche aus der Spree gelandet worden. Vor dem Grundstück Stralauer Allee 4 wurde der Tote von Schiffern entdeckt und ans Land gebracht. Die Leiche war bereits vollständig in Verwesung übergegangen. Ein rStselhafter Todesfall beschäftigt die Polizeibehörde. In der gestrigen Nacht wurde auf einer Ruhebank in der Lothringer» straße ein unbekannter Mann von einem Schutzmann Hülflos auf» gefunden und nach der nächsten Unfallstation gebracht. Aber schon auf dem Transport starb er. Die Todesursache konnte noch nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde zur Obduktion nach dem Schauhauje gebracht. Am Goldfischteich erschossen hat sich gestern ein unbekannter|( Bau des menschlichen Körpers). Die Arbeiter und Arbeiterinnen, worden. Das Gesicht war ihm zu einer unkenntlichen Masse ver Selbstmörder. Auf einer Bank fizend jagte sich der Lebensmüde welche sich am Kursus beteiliaen wollen, werden um rechtzeitiges stümmelt und die Brust aufgerissen. Ein Lebenszeichen gab der eine Revolverfugel in die Schläfe. Der Schuß hatte den sofortigen Erscheinen ersucht. Aermste nicht mehr von sich. Der hinzugezogene Arzt fonnte nur Tod herbeigeführt. Ein patrouillierender Schußmann beranlaßte die Ueberführung der Leiche des unbekannten Selbstmörders, der an eine filberne Taschenuhr verloren gegangen. In der Neuen Welt ist anläßlich der Maifeier des 3. Kreises noch den Tod feststellen. Der Zustand der Frau ist ebenfalls sehr Der event. Finder bedenklich. Sie befindet sich in ihrer Wohnung in ärztlicher Befcheinend ein Franzose war, nach dem Schauhauſe. wird gebeten, dieselbe bei August Pohl, Naunynstr. 30, abzugeben. handlung. Ferner ist auf dem Vergnügen eine Bigarrentasche gefunden worden, die bei der obigen Adresse abgeholt werden kann. Zwei Kindesmorde liegen anscheinend zwei Leichenfunden, die gestern gemacht wurden zugrunde. Auf dem Begräbnisplatz in der Blücherstraße wurde zwischen den Gräbern der Leichnam eines Knaben entdeckt. Das tote Kind war in schwarzen Kleiderstoff und graues Padpapier eingehüllt. Der Kopf der Leiche weist blaue Fleden auf, die anscheinend von Verlegungen herrühren. Da der Fund erst mehrere Tage nach Verübung der Tat gemacht worden ist, dürfte es schwer halten, die Mutter des Kindes zu ermitteln. Die zweite Kindesleiche wurde auf dem Grundstüd Köpenider Landstraße 59/60 entdeckt. Es handelt sich in diesem Falle ebenfalls um cinen Knaben. Durch die gerichtliche Obduktion der Leiche wird festgestellt werden, ob das Kind eines gewaltsamen Todes geftorben ist. Ferdinand Bonn wird polizeilich vorgeführt! Vor dem Schöffengericht sollte sich gestern der Direktor Ferdinand Bonn wegen Beleidigung eines Fräulein Vogt verantworten. Fräulein Vogt hatte einige Zeit das Restaurant des Berliner Theaters geführt und war dann mit Herrn Bonn in Differenzen geraten. Bum gestrigen Termine war Direktor Bonn nicht erschienen, obwohl er ordnungsgemäß geladen war. Eine Entschuldigung von ihm oder seinem Berteidiger lag ebenfalls nicht vor. Der Gerichtshof beschloß, den Direltor Bonn mit Rücksicht darauf, daß er wiederholt bei gerichtlichen Terminen unentschuldigt ausgeblieben ist, zum nächsten Termine polizeilich vorführen zu lassen und ihm gleichzeitig die Untersuchungshaft anzudrohen. Im Luisen- Theater wurde am Freitag ein englisches Sensations. drama„ Das Mädchen ohne Ehre" von Walter Malvelle zum ersten Male gegeben. Im Bernhard Rose- Theater geht heute Sonntag nachmittag 3 Uhr bei halben Preisen zum legten Male„ Die Geher Wally" mit Frl. Berg in der Titelrolle und Direktor Rose in der Rolle des Bärenjofef in Szene. Abends gelangt Busch- Liest" mit Käthe Wille- Bach als Gast zur Aufführung. " Schöneberg. 1981 Vorort- Nachrichten. Adlershof. getan. " Der Bericht über das Verhältnis der freien Jugendorganisationen zu den christlichen Jünglingsvereinen läßt Herrn Pastor Starfe unter anderem sagen:" Der Lehrlingsverein wolle aber die Jugend nur unzufrieden machen, dafür sorgen, daß man den Leib vollfressen und bollsaufen kann, so daß der Jugend ihre Jdeale geraubt würden." In der Wahlvereinsversammlung am 30. April gedachte der Der Berichterstatter teilt mit, daß dies eine Verwechselung ist. Nicht Borfißende vor Eintritt in die Tagesordnung mit warmen Worten Herr Starke, sondern Herr Diakon Bruhne hat diesen Ausspruch der aus dem Leben geschiedenen Parteigenossen Müller, Lehmann, Auer und Schweichel; die Anwesenden erwiesen denselben die letzte Nowawes. Ehre durch Erheben von den Pläßen. Sodann erstattete Genosse Der Name Nowawes" für die nunmehr bereinigten Orte Rifter den Kassenbericht für das erste Quartal. Derfelbe balanziert Nowaves und Neuendorf gefällt einem Teile der dortigen Ein in Einnahme und Ausgabe mit 2458,60 M.; der vorhandene Bestand wohnerschaft nicht. Bekanntlich hatten die beiden Gemeindevertre beziffert sich auf 463,70 M. Die Einnahme durch Beiträge beläuft tungen genannter Orte bei dem Beschluß über die Vereinigung be sich auf 1304 M., die von der Parteispedition abgelieferte Summe antragt, der neuen Gemeinde den Namen Babelsberg zu geben. beträgt 600 M.; an den Zentralvorstand abgeführt worden sind Dieser Antrag fand nicht die Gegenliebe der zuständigen Stelle, 1700 M. Die Zahl der im Berichtsquartal neueingetretenen sondern es wurde verfügt, daß aus historischen Rücksichten der alte Mitglieder beträgt 467, die von den anderen Orten übergetretenen Name Nowawes für die neue Gemeinde beibehalten werden soll. 54. Der Bericht wurde ohne Diskussion entgegengenommen. Darob großes Entfehen bei dem honetten Bürgertum Neuendorfs, Sierauf referierte Genosse C. Wermuth über das Thema:" Die das sich in dem Beschluß auslöfte, eine Betition an den Kaiser gu alte und die neue Internationale." Mit lebhaftem Interesse hörte richten, in welcher um Aenderung des Namens gebeten wurde; eine die Versammlung den hochinteressanten Vortrag an; Diskussion solche ist denn aud, tatsächlich abgeschickt worden. Bei dem Festessen, wurde nicht beliebt. 8um dritten Puntt gab sodann Genoffe welches sich an die fürzlich durch den Landrat erfolgte Einführung Jansen den von der Märzversammlung zurückgestellten Bericht von des neugewählten Gemeindevorstehers anschloß, wurde auch diese Der Streisgeneralversammlung. Redner ging in ausführlicher Weise Angelegenheit besprochen, und da erklärte denn der Landrat, daß auf die verhandelte Tagesordnung ein, besonders eingehend be- wenn die Mehrheit der Gemeindevertretung eine Namensänderung handelte er den Geschäftsbericht. Hierbei bedauerte er, daß den wünsche, er dieselbe an höchster Stelle befürworten wolle. Darauf Delegierten nicht vor der Generalversammlung der gebrudte Be- wurde zum 1. Mai eine Gemeindebertretersizung einberufen, richt zugestellt worden sei. Auch dieser Bericht wurde ohne Dis- welcher ein diesbezüglicher Antrag vorgelegt wurde. Die Bertretung fussion entgegengenommen. Zum Schluß der Versammlung erklärte sich gegen die Stimmen der Sozialdemokraten mit dem An machte der Vorsitzende noch einige geschäftliche Mitteilungen. Er trag auf Namensänderung des Ortes einverstanden; als neue Bes berwies auf die bevorstehende Herrenpartie am Himmelfahrtstage, zeichnung soll Wilhelmsheim" für Nowawes vorgeschlagen werden. Das Passage- Theater hat auch für das Maiprogramm einige zu der noch das Nähere mitgeteilt werden soll. Eine Resolution Bur Begründung des Antrages wurde u. a. angeführt, daß Nowawes tüchtige Sträfte verpflichtet. Neichhaltig ist die Afrobatik vertreten. des Genoffen Butrh, die auf Beschluß einer öffentlichen Bersamm in feiner näheren und weiteren Umgebung einen schlechten Ruf The Raytons stellen sich als vorzügliche Beherrscher des lung der Wahlvereinsversammlung zur Erledigung übergeben habe; diese Behauptung ist nicht ganz unzutreffend, aber nicht wegen Schleuderbrettes vor, während die Elite- Akrobaten Les Dmas die worden war, wurde dem Vorstande überwiesen. des Verhaltens der Mehrzahl seiner Einwohner, die aus Sozial Redensart vom schwachen Geschlecht vollkommen zufchanden machen; demokraten besteht, sondern wegen der erbärmlichen Löhne, die in eine mitwirkende Dame entwidelt geradezu hertulische Kräfte. The Rigdorf. der hier domizilierenden Textilindustrie seit jeher gezahlt wurden; Clarus Brothers arbeiten auf rollender Kugel und stellen Der Schneidermeister Nielges aus der Friedelstraße 56, der in dieser Ruf wird auch durch eine Namensänderung nicht verschwinden, burch ihre halsbrecherischen Produktionen an die Nerven des Publikums der Nacht zum Freitag den Versuch machte, seine Familie und sich sondern erst dann, wenn sich die hiesigen Arbeiter durch kraftvolle gewaltige Ansprüche. Man ist froh, wenn die Glangnummer" ohne durch Leuchtgasvergiftung ums Leben zu bringen und dann flüchtete, Organisation bessere Verhältnisse geschaffen haben. Im übrigen Unglück zu Ende ist. Als eine gute Wiener Vortragstünstlerin ist ist verhaftet worden. Nielges erschien gestern vormittag vor dem zeigt der vorstehende Beschluß, daß die Paarung der beiden GeNascha Dignam anzusprechen und Carlsen und Bles zeigen Hause Friedelstraße, wo ihn Kriminalbeamte erivartet baiten. Im meinden nicht dazu beigetragen hat, die 1. und 2. Klasse der Ge sich in ihrer Szene Mastenflirt" als gewandte Tanzkünstler. Ein Berhör vor der Bolizei gab er zu, die Abficht gehabt zu haben, meindevertretung mit höheren 3deen zu befruchten, sondern baß bielseitiger und außerordentlich leistungsfähiger Künstler ist Freb seine Frau, feine drei Kinder und sich zu töten. Seit zwei Monaten man in der alten Kleinigkeitskrämerei weiter beharren wird. Marion als Mufitimitator; feine Leistungen wurden vom Bublifum habe er feine Miete zahlen können, und er habe befürchtet, daß er auch durch starken Beifall belohnt. In sächsischer Mundart bringt ermittiert werde. Nach dem Attentat sei er planlos umhergeirrt. Spandau. ber Humorist Richard Hunger einige nette Sachen zum Vortrag. Er habe sich töten wollen, aber der Gedanke an die Kinder habe Der Stadtverordneten- Bersammlung lag diesmal eine 56 Nummern Die Ortsgruppe Berlin der deutschen Gesellschaft zur Weihn zurückgehalten. Nielges ist in das Untersuchungsgefängnis in umfassende Tagesordnung zur Beratung vor. Es fonnte davon aber Moabit übergeführt worden. nur ein fleiner Teil erledigt werden, weil der Hauptpunkt, Berkauf fämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet am Sonnabend, den 11. Mai, abends 8 Uhr, im Bürgersaale des Rathauses einen Aus der Haft entlassen worden ist gestern der 63jährige Geigen- bon Forstland wieder eine sehr ausgedehnte Debatte hervorrief. Bunächst öffentlichen Vortragsabend. Herr Privatbozent Dr. C. Bruhns bauer Starl Meyer aus der Bergstr. 68, ber, wie wir mitteilten, erlebigte die Versammlung eine bringliche Vorlage betreffend einige nicht sehr wesentliche Veränderungen des Entfestigungsvertrages und spricht über:„ Die sogenannte Syphilis der Unschuldigen". Der unter dem Verdacht, seine Gattin durch Leuchtgas vergiftet zu haben, fegte die Ferien der Stadtväter für die Monate Juli und Auguſt Butritt ist jedermann gestattet. feinerzeit in Untersuchungshaft genommen wurde. Die Unter Eine öffentliche Protestversammlung findet Montag, den 6.Mai, fuchungsbehörde hat die Meyer belastenden Momente nicht für aus- fest. Für die infolge der Eisenbahnunterführungen am Strefow er forderlich werdenden Rampen bewilligte die Bersammlung die durch abends 8% Uhr, in den Germania- Prachtfälen", Chauffeestr. 103, reichend erachtet. die veränderten Steigungsverhältnisse 1 zu 60 statt 1 zu 40 fich ers statt. Tagesordnung: 1. Die Bergewaltigung des Steglitz.lcane dhule gebenden Mehrkosten von 9015 M. Nunmehr gelangte die Vorlage Freien Kindergartens in Charlottenburg. Die Gemeindewahl ber britten Abteilung ist nun endlich in betreffend Verlauf von Forstland an den Architekten Heinel zur Ver Redner: Prof. Wilhelm Förster, Reichstagsabgeordneter Dr. Frant, Stadtverordneter Dr. Benzig, Schriftsteller greifbare Nähe gerückt, nachdem sie über ein Jahr die Gemüter handlung. Der Architekt Heinel hatte der Stadt ein Angebot gemacht, 1700 Morgen vom Stadtwald für neun Millionen Mart zu Simon Rabenstein, Schriftsteller Heinrich Schulz. in Erregung gehalten hat. Morgen, Montag, den 6. Mai, von kaufen und verlangte eine Provision von drei Prozent. Mit diesem vormittags 10 bis 2 Uhr und nachmittags von 5 bis 8 Uhr wählt Angebot war die Versammlung in der Sizung am 11. April nicht 2. Diskussion. Die studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Arbeite der erste Bezirk( Schloß und Nebenstraßen) im Albrechtshof" einverstanden, weil sie erstens nicht so viel von dem Stadtwald rinnen wollen den Hörern, besonders älteren Arbeitern, der zweite Bezirk( östlich der Eisenbahn) in der Turnhalle des verkaufen wollte, weil der Preis zu niedrig war, weil die Provision die nicht mehr die Fortbildungsschulen befuchen tönnen, zu einer Gymnasiums in der Geesestraße. Unsere Gegner, voran ber gefordert und fein Reugeld angeboten war. Die Vorlage wurde gründlichen Ausbildung in den elementaren Unterrichtsfächern, in Mieterberein, haben die Beit ausgiebig ausgenußt, um in den beshalb gweds weiterer Verhandlungen mit Heinel an die Deutsch, Rechnen, Geometrie und Geographie, Ge- beiden Tagesblättern die Sozialdemokratie nach allen Regeln ab- Deputation zurückverwiesen. Jetzt liegt nun ein neues Angebot Tegenheit bieten. In erster Linie sollen die Teilnehmer richtig zuschlachten und ihr eigenes Licht im schönsten Glanze erstrahlen Heinels vor, nach welchem er nur 1132 Morgen für 6 650 500 m. schreiben, sprechen und rechnen lernen. Der Unterricht wird von zu lassen. In der Erkenntnis, daß der„ Bortvärts" andere Auf- faufen und ein Rengeld von 15 000 M2. zahlen will. Nach Studenten der Berliner Universität erteilt. Das Unternehmen dieſem neuen Angebot follen fir den Morgen zirka 575 Mart mehr wird geleitet durch eine aus ihrer Mitte gebildete Kommission unter gaben zu erfüllen hat, als sich mit solchen Winkelblättchen in eine gezahlt werden. Es sind aber inzwischen noch zwei weitere Angebote Mitwirkung von Bertrauensleuten der Hörer. Unser gestriger Bolemit einzulaffen, haben wir die Schwadroneure reden laffen. von einem Herrn Vörner- Charlottenburg und. W. Müller- Spandau Hinweis auf die Kurse ist leider etwas verspätet erschienen. Er Solche Schmußereien und bodenlose Ignoranz widerlegt man nicht, eingegangen, die sich noch etwas günstiger stellen. Ersterer bietet war feit Tagen im Sab, wurde aber bersehentlich Raummangels bieberachtet man. Die beste Antwort darauf muß die Ar- etwa 100 000 m., legterer zirka 1 Million Mart mehr. In der hierwegen wiederholt zurüdgestellt. beiterschaft, soweit sie wahlberechtigt ist, selbst geben: Gin bei einfegenden Debatte wurde namentlich die Frage ventiliert, ob mütige Wahl der sozialdemokratischen Ran. es denn durchaus erforderlich wäre, fchon jest wieber von dem WaldArbeiter- Bildungsschule Berlin, Grenadierstraße 37. Heute bibaten Asmann und Krug im ersten, Krug und Beim bestand etwas zu verkaufen. Die meisten Redner sprachen sich hier: abens 7 1hr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, bach im zweiten Bezirk. Die Notwendigkeit der Wahl von je gegen aus. Der Stadtv. Baumert vertrat den Standpunkt, daß Engel- Ufer 15, Vortrag des Genossen Heinrich Schulz über einem Hausbesitzer und Mieter in jebem Begirt zwingt uns Teiber, wenn man schon Wald verkaufe, man ihn mit der Beschränkung Bildungsideale und wirtschaftliche Entwickelung". Der ben Genossen Richard Krug in beiden Bezirken aufzustellen, falls au viel Arbeiterbevölkerung nach Spandau gezogen würde. der landhausmäßigen Bebaumg verkaufen solle, weil andern Unterricht in Geschichte beginnt erst am Montag, den da andere Hausbesitzer in unseren Reihen zurzeit nicht vorhanden wodurch die Steuerkraft eine Einbuße erleide. Seitens der sozial 27. d. M., in National- Detonomie für Fort. find. Diesem bebauerlichen Zwange fügte sich auch die gestern demokratischen Fraktion vertrat Genoffe Schmidt I den Standgeschrittene am Montag, den 13. d. M., und Nebner Abend bei Schellhase stattgehabte Versammlung und stimmte dem punkt, daß möglichst wenig städtisches Terrain, Waldterrain aber gar Schule am Donnerstag, den 16. b. M. Infolge diesbezüglichen Antrage bes Wahlkomitees au.- Nunmehr haben nicht verlauft werde. Man habe die Gegner bes Walbverlaufs freundlicher Einladung der Potsdamer Arbeiter- bie Wähler bas letzte und entscheidende Wort zu sprechen. Ist sich immer mit den Steuerverhältnissen abzuschrecken versucht und auf diesbezüglichen Antrage des Wahlkomitees zu. Bildungsschule findet am Himmelsfahrtstage ein Aus- jeber Arbeiterwähler seiner Pflicht bewußt und übt sein Wahl die großen Unternehmungen hingewiesen, welche der Stadt große flug nach Potsdam statt. Abfahrt früh 8 Uhr vom wir frohen Mutes der der auch Wannseebahnhof nach Wannsee, von dort zu Fuß über Moor Wahl am morgenden Montag entgegensehen, sie wird uns den Sieg der Stadt wieder etwas ein. Den Bau der Heeresstraße habe man late nach Potsdam. Für Nachzügler Treffpunkt mittags 1 Uhr bringen und damit die Aussicht, daß in Zukunft in unserem Rata ia gerade seitens des Magistrats dadurch schmackhaft gemacht, daß bei Ladenthin, Kaiser Wilhelmstr. 38. Nachmittags Besichti hause die Interessen der Besitlosen etwas energischer verfochten gung von Sanssouci und Umgegend. Abends Zusammenkunft bet Rabenthin. Um recht zahlreiche Beteiligung an allen Ver- werden können, als dies bis jetzt bei nur einem Bertreter möglich ist. anstaltungen wird gebeten. Weißenfee. " -Reinickendorf. Bei einer Urwerden durch die Anliegerbeiträge wieder eingebracht. Dann habe man hervorhob, die zirta awei Millionen betragenden Rosten doch die Stadt keinen Verlust. Wenn man schon städtisches Gelände verkaufen wolle, so solle man aus jener Gegend etwas verkaufen, aber nicht aus dem Stadtwald. Spandau ist eine Industriestadt Im Wissenschaftlichen Theater ber Urania wird am Sonntag Der Gemeindevertreter Genosse Schmuh hat seinen Bosten nieder- und werde es auch bleiben. Dem Stadtv. Dr. Baumert scheinen die and Montag der mit zahlreichen farbigen Bildern ausgestattete gelegt, da er einem Nuf der Elberfelder Genoffen, die Delonomie Arbeiter ein Dorn im Auge zu sein. Beabsichtige denn etwa Dr. Vortrag Durch Dänemark und Südfchweden, nordische Städte und des dortigen Voltshauses zu übernehmen, gefolgt ist. Baumert, aus Spandau eine Billenkolonie wie im Grunewald oder Landschaftsbilder" zur Darstellung gelangen, während am Dienstag Westend zu machen? Und wo sollen denn die Arbeiter wohnen? ber Vortrag Die Feuergewalten der Erbe" noch einmal wieder ( Stadtv. Dr. Baumert ruft: Dort, wo Fabriken find.) Der Magistrat bolt wird. Am Sonntag findet ausnahmsweise eine Nachmittags Mit dem Tode gebüßt hat der 22jährige Kaufmann Paul Schneider und auch die Stadtverordneten haben ja stets immer das Bestreben borstellung zu fleinen Preisen um 4 Uhr statt und zwar soll der aus der Nathenowerstraße 38 die Unfitte, während der Fahrt vom gezeigt, mehr Industrie nach Spandau heranzuziehen, weil dadurch Bortrag Am Golf von Neapel" gehalten werden. Straßenbahnwagen zu springen. Der junge Mann hatte den Straßen- gerade die Steuerverhältnisse gebeffert würden. abstimmung würden sich gewiß die Einwohner Spandaus in überFeuerwehrbericht. Gestern abend wurde der 16. Bug nach dem bahuwagen Nr. 1521 der Linie 25 bemust. In der Scharnweber wiegender Mehrheit gegen den Waldverkauf aussprechen. Nach einer Straßenbahndepot in der Badstraße 41 gerufen. Dort, unmittelbar straße sprang er während der Fahrt von der Hinterplattform herunter, fehr ausgedehnten Debatte beschloß die Versammlung, die Unan der Banke war auf dem Hofe ein Haufen Holzspäne in Brand tam dabei zu Fall und wurde eine Strede mitgefchleift. Sch. hatte gelegenheit einer besonderen gemischten Kommission zu überweisen. geraten. Durch fräftiges Waffergeben gelang es, die Gefahr für einen schweren Schädelbruch sowie innere Verlegungen erlitten und Es wurde dann noch eine Reihe weniger wichtiger Vorlagen erledigt bie Werkstätten zu beseitigen. Der 7. Bug wurde nach der Frankfurter Allee gerufen, wo vor dem Hause Nr. 114 in Lichtenberg- wurde nach dem Paul Gerhardtstift gebracht, wo er kurz nach seiner und der Rest bis zur nächsten Sizung vertagt. Friedrichsberg ein mit Stroh beladener Wagen in Flammen stand. Einlieferung starb. Der Neubau des Spandauer Sportparkes soll am 15. Mai Die freiwillige Feuerwehr aus Lichtenberg war zur Stelle und gab Tegel. offiziell eröffnet werden. Die eigentliche Einweihung der 500 Meter mit zwei Schlauchleitungen Waffer. Der Wagen konnte aber nicht Langen Zement- Radrennbahn wird an beiden Pfingsttagen mit erst mehr gerettet werden. Während des Brandes war die Straße Ein bedanerlicher Borgang, bei dem ein Mann den Tod gefunden tlaffigen Steher- und Fliegerrennen erfolgen, die Nadrennbahn wird vollständig gesperrt. Die Entstehung des Brandes wird auf Brand- und eine Frau lebensgefährlich verletzt wurde, hat sich gestern in nach fachmännischen Ansichten außerordentliche Geschwindigkeiten ftiftung zurückgeführt. Ferner wurde die Wehr nach der Linien Tegel zugetragen. Der 34jährige Tischler Richard Nelling hatte die zulaffen. ftraße 104, wo leisch brannte, nach der Schlesischen Straße 12, abficht, für seinen Verwandten, den Schlächtermeister Feldmann, ein filt Sozialdemokratischer Wahlberein ben Reichstags: bem Hausboigtei- Platz und anderen Stellen alarmiert. Fuhrwert aus Berlin abzuholen. Er schirrte sich zu diesem Zlved Wahlkreis Brieg. Namelau.( Ortsverein Berlin) Sonntag, ben Ein gefährlicher Ladenbrand kam am Sonnabend in einem ein Pferd auf und ritt nach Berlin zu. Plötzlich wurde das Tier 5. Mai, abends 5 Uhr, Sigung bei Emil Bogt, Grünauerstr. 3. Kolonialwarengeschäft in der Laufigerstr. 50 burch unvorsichtigkeit schen und ging durch. St. wurde heruntergefchleudert und unglück- Hülfskaffe der Graveure, Bifeleure und verwandten Berufsgenossen wehr, gleich von drei Seiten alarmiert, war schnell in großer Stärke licherweise blieb er mit dem rechten Fuß im Geschirr hängen. Er in Berlin. Montagabend im Restaurant Stehmann, Luisenufer 1, Sigung. Sparverein für Freidenker zur Ausführung der Feuerbestattung, zur Stelle und es gelang durch fräftiges Waffergeben, die Flammen tourbe nun von dem bahinjagenden Tiere mitgeschleift. Durch diesen Dienstag, den 7. Mat, abends 8%, Uhr, bei Bogt, Stoppenstr. 34: Ber auf den Laden zu beschränken. Gleichzeitig hatte der 7. Bug am Umstand wurde das Pferd noch aufgeregter und immer wilder rafte sammlung. Grünen Beg 46 zu tun. Dort brannten Sped und Schinken in es dahin. Es drehte sich schließlich wieder um und eilte nach einer Räuchertammer. Ser Billa zurück. An der Villa versuchte die Frau des Tischlers das Eingegangene Druckfchriften. Arbeiter Samariter Rolonne. Morgen, Montagabend, 9 Uhr, Pferd festzuhalten, sie wurde jedoch so heftig mit dem Borderfuß Die venerische Ansteckung der Hebammen im Beruf und die Notbeginnt der neue Kursus in der 1. Abteilung, Dresdenerstr. 45. Es vor die Brust geteeten, daß fie bewußtlos zusammenbrach. Erst tura wendigkeit eines Hebammen- Versicherungsgesetzes von Dr. C. Schindler. spricht die praktische Aeratin Fräulein Dr. Profé über Anatomie vor dem Stall machte das Tier Halt. St. war entfeglich zugerichtet Berlin. 38 Seiten. Als Manuskript gedrukt. Für Inhalt der übernimmt die Ferdinand Bonns Schiller- Theater. Our ben Subalt battion beBerliner Theater. Schiller- Theater O.( albeater). Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 5. Mai Freie Boltsbühne. Rachmittag 3 Uhr, 15. und 16. Abteilung. Berliner Theater: Der Richter von Balamea. 4. u. 5. Abteilung im Neuen Schaus Spielhaus: Paraceljus. Die legten Masken. Das Fest des Sankt Matern. d 8. Dper im Lorking Theater: 2 Uhr: Undine. Neue freie Volksbühne. Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Montag: Sherlock Holmes. Dienstag: Der Hund von Baskerville. Mittwoch: Staatsanwalt Alexander. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Der Dieb. Morgen und folgende Tage: Der Dieb. RadKleines mittags 3 Uhr: 17. Abteilung im Neuen Theater: Die Hochzeit von Boel. Nachm. 2, Uhr: 8. Abteilung im Deutschen Theater: Romeo und Julia. Rachm. 3 Uhr: 5. Abteilung voll, 6. Abteilung 5001-5350 im Schiller Theater O.: Der Bogel im Stäfig. 3 Uhr: Theater. Eine triviale Komödie für seriöse Lente( Bunbury). Abends 8 Uhr zum 194. Male: Ein idealer Gatte. Montag, Dienstag, Mittwoch: Ein idealer Gatte. Ram. 3 ihr: 18. Abteilung boll, Neues Schauspielhaus 14. Abteilung 13 001-13 400 im Schiller- Theater N.: Helden. Sonntag, den 5, Mai: Nachm. 3 Uhr: 4. Abteilung boll, Alt- Heidelberg. 16. Abteilung 15 601-16 000, 9. Abteilung 8001-8200 im Montag: Schiller- Theater Charlottenburg: Alt- Heidelberg. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 7%, Uhr. Rgl. Opernhaus. Die Hugenotten. Anfang 28 Uhr. Montag: Tannhäuſer.( Unf. 7 gr.) Lortzing- Theater Kgl. Schauspielhaus. Die Raben steinerin. Montag: Die Duigows, Renes fgl. Operntheater. Biener Blut. Nachmittags 3 Uhr: Der Bigeuner. baron. Montag: Der luftige Strieg. Dentsches. Robert und Bertram. ( Anfang 8 Uhr.) Montag: Diefelbe Borstellung. Rammerspiele. Erwachen. Frühlings Montag: Dieselbe Borstellung. Leffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Bellealliancestr. 7/8. Heute nachm. 3 Uhr geschlossene Vereins- Vorstellung. Abends 8 Uhr: Der Waffenschmied. Abonnements gültig! Montag: Stradella. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittags 3 Uhr: Rachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Kabale und Liebe. Montag: Die Stügen der Gesell schaft. Abends 8 Uhr: 0. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der Vogel im Käfig. Schauspiel in 5 Aften von Stefan Großmann. Sonntag, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Luftspiel in 5 Auszügen von Franz Grillparzer. Montag, abends 8 Uhr: Helmat. Dienstag, abends 8 Uhr: Heimat. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Helden. Abends 8 Uhr: Am grünen Weg. WINTER! WINDORTEN 65 La Tortajada Neues Programm. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 br Der Pfarrer v. Kirchfeld. Bolksstück mit Gesang in 5 Atten von Ludwig Anzengruber. Sonntag, abends 8 Uhr: Cyprienne. Luftspiel in 5 Aufz. v. B. Sardon u. C. de Najec. Bühnenb. v.D.Blumenthal. Montag, abends 8 Uhr: Traumulus. Dienstag, abends 8 Uhr: Narrenglanz. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Fräulein Josette meine Frau. Anfang 8 Uhr. pollo Theater 8 Uhr: Die neuen Spezialitäten 9 Uhr: Merians Hunde- Bauern Theater: Ein treuloses Weib. 92 Uhr: Hartstein mit seinem glänzenden Schlager: Der lustige Witwer. 1. Bild: Das letzte Mal. 2. Bild: Die Folgen davon. Berliner Felix Scheuer U Urania. Folies Caprice Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Sildschweden. Berliner Aquarium Unter den Linden 63a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis F 50 Pf. Linienstr. 132, an der Friedrichstr. Täglich abends 8 Uhr: Eine Nacht in der Apotheke und Im Inspektionszimmer. Borverkauf an der Theaterkaffe und bei Wertheim. W. 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Ein idealer Gatte. Nachmittags 3 Uhr: Bunbury. Montag: Ein idealer Batte, Nenes. Der Dieb. Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Haben Sie nichts zu bergollen? Montag: Diefelbe Borstellung. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 8 Uhr: Der Weg zur zur Hölle. Montag: Husarenfieber. Thalia. Bo die Liebe hinfällt. Rachmittags 3 Uhr: Eine luftige Doppelehe. Montag: Wo bie Liebe hinfällt. Luifen. Das Mädchen ohne Ehre. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und B. Beber. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. Zentral- Theater. Anfang 8 Uhr. Zum 2. Male: Die Nachtigall aus dem Bäckergang. Boltsstüd in 3 Atten v. Jul. Stinde. Borher: Vaters Ebenbild. Bauerntomödie in 1 ft v. W. Fride. Täglich: Dieselbe Borstellung. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das Mai- Programm. Der größte Erfolg neider Saison! Grete Gallus Ohne Unterkörper geboren! Kein Extra= Entree! Volksmuseum und ihr Hof. Historisches Luftspiel in 5 Atten. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Anf. 7 Uhr. 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Mai, verstarb unser treuer Kollege und Mitarbeiter Josef Pastwa an der Proletarierkrankheit. Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in den Stiffeln aus statt. Bahlreiche Beteiligung der orga nifierten Kollegen wird erwartet. Der Arbeiter- Ausschuß der Chemischen Fabrit Salzhof, Spandau. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Bahlstelle Spandau. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer langjähriges Mitglied, der Kollege Josef Pastwa am 2. Mai an der Proletarierfrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag den 5. Mai, nach mittags 4, Uhr, von der Leichen. halle des Friedhofes in den Riffeln 64/11 aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 5.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Schulz verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 6. Mai, nachmittags 42 Uhr, bom Trauerhause Ratiborstr. 15 aus nach dem Emmaus- Kirchhof in Rigdorf, Hermannnstraße, statt. Um rege Beteiligung bittet 254/11 Die Bezirksleitung. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 teppdecken billigst direkt in der Fabrik 72. Wallstr. 72, too auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel, Berlin S 14. Juustr. Katalog gratis. Rute v.8. an. Witwe Lina Wäbekindt Verkäufe auch Sonntags im Bahnhofsrestaurant und in unserem Kontor, Seegefeld, Scharnbergstr. 6 vis- a- vis dem Bahnhofsausgang. Fredersdorf- Petershagen Dstbahn Rute v. 7 M. an. Nahe Bahnhof. Auskunft im Schultheiß- Restaurant Otto Bresede, Petershagen, u. bei den Besitzern Nieschalke& Nitsche, Berlin, Landsbergerstr. 66. 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Strafkammer des Landgerichts I zu München be- ginnt am Montag ein sehr umfangreicher Strafprozeß gegen den praktischen A>rzt Dr. Hofbrückl und 15 Ge° Nossen, denen sämtlich gewerbsmäßig? Wuchergeschäfte und einzelnen auch Betrug, Urkundenfälschung usw. zur Last gelegt loerden. Die Angeklagten sind zum größten Teil gewerbsmäßige Geldvermittler, eine Reihe von ihnen entstammt den höheren Adels- kreisen und gehörte früher dem Offiziersstande an. Die Be- wucherten sind vorwiegend Offiziere, unter denen Vertreter der ältesten Adelsgeschlechter Bayerns, Potsdamer Gardeoffiziere usw. sich befinden. Die einzelnen Phasen dieses Masscnprozesses haben bereits früher viel Staub aufgewirbelt. Der Prozeß steht iu engem Zusammenhang mit der im vorigen Jahre viel besprochenen Offiziers-Spieleraffäre, in der die Namen des durch Selbstmord geendeten Majoratsherrn Freiherrn v. G r i e s e n b e ck, des Reichs- rats Graf P r e y s i n g, des Grafen Pocci, des Rittmeisters V. Horn und des Leutnants Mühe die Hauptrolle spieltem Zum ersten Mal wurde man auf das Treiben der sich über ganz Deutsch- land erstreckenden, aber in der Hauptsache in der bayrischen Landes- Hauptstadt domizilierten Wuchergesellschaft aufmerksam gemacht durch den Fall des Rittmeisters v. H o r n, der im Jahre 1904 vom Kriegsgericht wegen Urkundenfälschung und verschiedener anderer Vergehen zu Zuchthausstraf' verurteilt wurde. Die Per- Handlungen ergaben damals, daß Horn und andere Offiziere in geradezu unglaublicher Weise bewuchert worden waren. Die Offiziere mußten Wucherzinsen zahlen, die oft über 199 Proz. be- trugen. In vielen Fällen erhielten sie aber nicht einmal bares Geld, sondern es wurden ihnen alle möglichen Waren, darunter Sck-muckgegenstände, Porzellan, Automobile, Grundstücke usw. auf- gebangt, die sie dann erst weit unter dem angesetzten Preis in Geld umsetzen konnten. Der Prozeß spielt hinüber nach Monte Carlo, Ostende, Aix-lcs bains, Wiesbaden, Potsdam, Berlin und nach ver- schiedenen anderen Garnisonorten. Angeklagt sind 1. der Arzt Dr. HanS Hofbrückl aus Pasing, 2. der Kaufmann. Agent und frühere Leutnant Karl Hartmann aus München, 3. der Immobilien- und Bankagent Philipp Graf aus München, 4. der Auskunftei-Rechercheur Friedrich Schneider aus München, 5. der Juwclenhändler Ludwig B r u n n e r aus München, 6. der Nähmaschinen- und Fahrcadhändler Eduard Haerting aus München. 7. der Fabrikant Franz Bieber aus München, 8. der Maler- und Tapezierermeister Peter R i l g e r aus München, 9. der Bijouteriewarenhändler Johann Rogati aus Mannheim, 19. der Privatmann, frühere Leutnant im dritten Feldartillerieregiment und spätere Bordellbesitzer in Mannheim, Ludwig Anton August Bäck, früher in Berlin, jetzt in Wiesbaden, 11. der Agent Johann Ludwig O i s e r aus München, 12. der Agent Ritter Hermann Ludwig v. M a f f e i aus München, 13. der Architekt Felix Otto Schmidt aus Königsberg i. Pr., 14. der Milchhändler Georg Ebner aus München, 15. der Pferde- bändler Samuel L i p p m a n n aus München, 16. der Kaufmann Ritter Artur v. Maffei aus München. Die Verhandlung wird einen sehr großen Umfang annehmen. Unter den Zeugen befinden sich eine ganze Reihe aktiver und ver- abjchiedeter Offiziere, Rechtsanwälte. Geschäftsleute usw. Wir werden über die Verhandlungen, die voraussichtlich sechs Wochen lang andauern weichen, im Zusammenhang berichten. 6cncbt9- Zeitung. Versuchter Mord und versuchte RStigung lautete die Anklage, die den Schuhmacher Georg Reck gestern vor das Schwurgericht des Landgerichts I führte. Der 31 Jahre alte Angeklagte, der bei seinem Vater als Schuhmacher acveitete, lernte die jetzt 18 Jahre alte Arbeiterin Therese N o w a ck in einem Tanzlokal in der Bergstraße kennen und knüpfte mit ihr ein Liebesverhältnis an. Bald darauf zog er auch zu den Eltern der Nowack in Schlafstelle. Die Eltern wollten aber von dem Ver- kehr des Mädchens mit dem Angeklagten nichts wissen. Das Mäd- chcn hatte aber den Angeklagten sehr gern, sie ging mit ihm wieder- holt aus und veranlaßte ihren Vater dadurch mehrfach zu ernsten Vorwürfen gegen den Angeklagten. Dieser zog schließlich aus. Sein Verkehr mit dem Mädchen hatte damit aber nicht sein Ende erreicht. Als die Mutter dahinter kam, daß das Mädchen im ge- Heimen noch immer mit Reck zusammentraf, mochte sie der Sache ein Ende. Auf ihr Geheiß mußte sich die Tochter hinsetzen und dem Angeklagten einen Absagebrief schreiben. Reck forderte sie brieflich zu einem Stelldichein auf und als dies keinen Erfolg hatte, kaufte er sich einen Revolver, den er mit 6 Patronen lud. Einen Schuß gab er zu Hause ab, um, wie er sagt, zu hören, ob der Revolver sehr laut knalle. Dann begab er sich mehrere Male nach den Arbeitsstellen des Mädchens. Da sie sich weigerte, seiner Aufforderung zu einer Unterredung Folge zu leisten, zeigte er ihr den Revolver und drohte ihr, sie nieder- zuschießen, wenn sie nicht mehr zu ihm halten würde. Als am 28. Februar das Mädchen durch einen Schutzmann in die elterliche Wohnung. Gartenstr. 85, gebracht worden war, kehrte dorthin auch eine bei den Nowackschen Eheleuten wohnende Arbeiterin zurück. Der Angeklagte wollte die Gelegenheit benutzen, um auch seiner- fcits in die Wohnung zu dringen. Es gelang ihm das nicht. Er b-schränkte sich daher auf Drohungen. Therese Nowack war eben im Begriff, aus dem Küchenfenster der zu ebener Erde gelegenen .Hofwohnung auf den Hof herabzuspringen, um einen Schutzmann bcrbeizuholen, als der Angeklagte auf den Hof gelaufen kam. Das Mädchen zog sich rasch zurück und schloß das Fenster. Gleich darauf krachte aber auch ein Schuß und die Kugel flog durch die Scheibe dicht an dem Kopf des Mädchens vorbei. Der Angeklagte, der den Schuß abgegeben, rannte dann wieder zur Nowackschen Wohnung zurück und schoß einezweiteKugel in die Tür derselben. Dann ergriff er die Flucht. Als er sah, daß er verfolgt wurde und die Verfolger immer näher ihm auf den Leib kamen, blieb er am Tunnel der Stetttner Bahn plötzlich stehen, richtete seinen Revolver auf die Verfolger und drohte, jeden niederzuschießen, der sich ihm nähern würde. Er gab auch wirklich einen Schuß ab, der aber niemand getroffen hat. Als er endlich festgenommen worden war, drückte er sein Bedauern auf der Polizeiwache aus, daß er nicht besser geschossen habe. Der Angeklagte gab gestern die einzelnen Tatumstände im all- gemeinen zu, behauptete aber, daß er nur Schreckschüsse habe ab- geben wollen, um das Mädchen zu zwingen, wieder mit ihm in Verkehr zu treten. Die Verhandlung, in welcherStaatsanwaltschasts-Assessor Krause- Laurens die Anllage vertrat und Rechtsanwalt Fritz die Ver- teidigung führte, endete mit der Verutteilung des Angeklagten wegen Totschlags in einem und Bedrohung in zwei iverteren Fällen zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre und sechs Monaten. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis beantragt._ Der kurze Liebesromaa einer durchgebrannten Gastwirtsfrau mit allem erforderlichen Beiwerk, wie Eheirrung, stürmischer Lieb- haber, Flucht nach dem Auslande und schließlich Versöhnung, hatte gestern ein für drei Beteiligte sehr unangenehmes Nachspiel vor .dem Strasrichter. Unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Goebell verhandelte die 6. Strafkammer des Landgerichts I gegen den Hausdiener Karl Henkel, den Hausdiener Karl H e d d r i ch und den Partiewarenhändler Gustav E b e r t i n, sämtlich aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Henkel hatte sich wegen Anstiftung zum Diebstahl zu verantworten, während Heddrich wegen Be- günstigung und Ebertin wegen Hehlerei angeklagt waren.— Am 14. März ereignete sich auf dem Potsdamer Bahnhof folgende Szene, die großes Aufsehen erregte. Der Nachtexpreßzug nach London via Vlissingen stand zur Abfahrt bereit, als eine Dame in Begleitung zweier Herren den Bahnsteig betrat. Die Dame und einer der Herren hatten es sich in einem Abteil zweiter Klasse behaglich gemacht. Trotzdem die Abfahrtszeit des Expreß längst vorüber war, fuhr der Zug nicht ab. Plötzlich betraten drei andere Herren den Bahnsteig und begaben sich direkt nach dem Waggon, in dem jenes Paar saß. Zwei von ihnen legitimierten sich als Kriminalbeamte und luden das höchst erschreckte und zer- knirschte Pärchen wieder zum Aussteigen und zu einem Gange nach der nächsten Polizeiwache ein. Es war dies der vorläufige Abschluß eines Liebesromans, in welchem der Angeklagte Henkel und die 31jährige Ehefrau des Gastwirts Weniger die Hauptrollen spielten. Letztere war ihrem Ehemann unter Mit- nähme von zirka 12 999 M.> den gesamten Ersparnissen, durch- gebrannt und hatte das Mißgeschick gehabt, im letzten Augenblick vor der beabsichtigten Flucht nach London mit ihrem Begleiter ver- haftet zu werden.— Im Oktober 1898 heiratete der Gastwirt W. die damals 23jährige Ida Rohr, die s. Z. eine Stellung als Dienst- mädchen inne hatte. Der sehr geschäftstüchtige Ehemann eröffnete bald nach der Hochzeit in der Klosterstraße ein Lokal, welches von Anfang an sehr gut ging. Die Ehe, die kinderlos blieb, war stets eine verhältnismäßig glückliche. Vor etwa vier Jahren knüpfte der Hausdiener Henkel, der selbst verheiratet ist, eine hübsche Frau und zwei Kinder besitzt, mit Frau W. hinter dem Rücken ihres Ehemannes ein Liebesverhältnis an. Schließlich war Frau W. damit einverstanden, ihrem Manne durchzubrennen. Auf Anstiften des H. entwendete sie ihrem Ehemanne die gesamten Ersparnisse in Höhe von 12 999 M.. die in Konsols und Staatsobligationen an- gelegt waren. Unter dem Vorgeben, ihre Schneiderin aufsuchen zu wollen, entfernte sie sich dann am Vormittage des 14. März d. I. Der Angeklagte Henkel hatte seinerseits auch schon die nötigen Vorbereitungen zur Flucht getroffen, insbesondere hatte er sich mit dem ihm näher bekannten Partiewarenhändler Ebertin in Verbindung gesetzt, der die Versilberung der Wertpapiere über- nehmen sollte. Dies geschah in einem Bankgeschäft in der Großen Frankfurterstraße. Für diese kleine Mühewaltung erhielt Ebertin ein Honorar, welches zugleich ein Schweigegeld darstellen sollte, von 599 M. Außerdem hatte sich H. mit dem Hausdiener Heddrich in Verbindung gesetzt, der ihm seine sämtlichen LegitimationS- Papiere überlassen sollte, da er die Absicht hatte, in London den Namen Heddrich anzunehmen und dort ein Geschäft zu eröffnen. Für die Ausweispapiere erhielt Heddrich von Henkel die Summe von 699 M. Nachdem man noch zu vieren verschiedene Flaschen Wein geleert und auf das Wohl des neuen Paares getrunken hatte, ging es zum Bahnhof, wo der kurze Liebestraum in der ge- schilderten Weise sein Ende fand.— Vor Gericht waren die Angeklagten teilweise geständig. Das Gericht hielt mit Rück- ficht auf das moralisch höchst verwerfliche Tun aller drei Angeklagten ganz empfindliche Strafen für angebracht und er- kannte gegen Henkel auf 1 I a h r und 6 Monate Gefäng- n i s, gegen Heddrich und E b e r t i n wegen Begünstigung und Hehlerei auf je v Monate Gefängnis. Die Justiz gegen de» Posen« Schulstreik. Die Ostrowoer Strafkammer verurteilte gestern die Pröbste Sucharski aus Slupia, Hundt aus Donaborow, Jonas aus Myjomice und Klementowski ausBaranowo, die in den katholischen Kirchen des Dekanats Kempten die Eltern aufgefordert hatten, den Kindern nicht zu gestatten, am deutschen Religionsunterricht teil- zunehmen, heute wegen Vergehens gegen die Paragraphen 119 und 139» zu je 909 M. Geldstrafe. Raub- und Diebstahlsprozeß. In einem großen Raub- und Diebstahlsprozeß, der drei Tage lang das Schwurgericht am Landgericht I beschäftigte, ist in der Nacht von Freitag zu gestern nach 2 Uhr morgens das Urteil ge- sprachen worden. An die körperliche und geistige Spannkraft der Geschworenen waren damit außerordentlich schwere Anforderungen gestellt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Heiden Haupt- beschuldigten besonders hohe Strafen, nämlich gegen Heine 19 Jahre Zuchthaus und 2 Wochen Haft, gegen WalterSdorf 12 Jahre Zuchthaus, ferner gegen Otto 3 Monate Gefängnis, gegen HäuSler 1 Jahr Gefängnis, gegen Schnitt 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, gegen die übrigen Angeklagten Freisprechung. — Als der Angeklagte Waltersdorf den Antrag des Staatsanwalts hörte, fing« cm zu lärmen und zu toben und wollte seinen Stuhl demolieren. Er konnte nur mit Mühe von der Ausführung dieser Abficht zurückgehalten werden. Ein Schutzmann mußte unmittelbar an seine Seite treten. Ein nicht ganz unbedenkliches Intermezzo verzögerte außerdem den Abschluß der Verhandlung. Da bei der vorgerückten Zeit der Strom für die elektrische Be- leuchtung de? großen Schwur gerichtssaales nicht mehr ausreichte, drohten die elektrischen Be» leuchtungskörper den Dienst ,u versagen. Der Gerichtsdiener half sich zunächst dadurch, daß er einen Teil der Flammen ausschaltete. Der Zuschauerraum, in welchem zahlreiche Freunde und Freundinnen der Angeklagten des Urteils harrten, mußte vorübergehend geräumt werden, und erst, nachdem der in seiner Wohnung aus dem Schlaf geweckte Maschinenmeister für neuen Strom gesorgt hatte, konnten die Zuhörer wieder in den Saal gelassen werden. Der Gerichtshof verurteilte Heine zu 6 Jahren Zuchthaus und 2 Wochen Hast unter Anrechnung von 2 Wochen Haft und 4 Monaten Zuchthaus, WalterSdorf zu 8 Jahren Zuchthaus, Ehrverlust usw.. O t t o zu 3 M o- naten Gefängnis, Häusler zu 19 Monaten Ge- f ä n g n i S unter Anrechnung von 1 Monat, Schnitt zu 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft. Die übrigen Angeklagten Nie«. K a l i s ch, S ch o l tz e, die H i n z und die Schröck wurden freigesprochen. Heine und WalterSdorf sollen sich in kurzem vor dem Prenz- lauer Landgericht wegen deS UeberfallS auf den Kammerherrn von Zitzewitz verantworten._ Honorige Aerzte. Wegen angeblicher Beleidigung der sogenannten honorige» Aerzte der Leipziger Ortskrankenkasse wurde am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Leipzig der frühere Verantwortliche der ..Leipziger Volkszeitung". Genosse H e, r e, zu 300 M. Geldstrafe, eventuell 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Di« Beleidigung wurde gefunden in zwei Artikeln, die am 20. und 22. November v. I. unter der Ueberfchrift: Der honorige Raubzug gegen die Krankenkassen in der Volkszeitung erschienen waren und sich in scharfer Weise gegen das bei der Leipziger Ortskrankenkasse bestehende, ihr während des Aerztekonfliktes im Jahre 1904 von der Kreishauptmannschaft aufgezwungene System der sogenannten freien Arztwahl wendeten. Der Schutz des§ 193 Str.-G.-B. wurde dem Angellagten versagt, wie das so häufig Arbeitern gegenüber üblich geworden ist. Der Artikel, dessenthalben die Aerzte zum Kadi liefen, enthält ein tadelndes Urteil über die Leistungen der angeblich beleidigten Aerzte. Tadelnde Urteile über Wissenschaft- liche, künstlerische oder gewerbliche Leistungen gehören nach dem Wortlaut des 8 193 Str.-G.-B. zu den Fällen, die nur dann strafbar ind, wenn das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form der Acßerung oder aus den Umständen, unter welchen sie geschah, her- vorgeht.' Aus dem von den Äkrzten provozierten Urteil wäre also, wenn es richtig wäre, zu folgern, daß die kritisierten Leistungen der Aerzte weder ivissenschaftlicher, noch künstlerischer, noch gewerb- licher Natur sind. Was wären sie denn sonst, wenn nicht höchst ge- werbliche Leistungen? Die Aerzte haben die Minderung ihres An- sehens ihrem eigenen Vorgehen zuzuschreiben. War nach ihrem Vorgehen gegen die Krankenkassen noch eine Minderung möglich, so ist diese durch die Klage und das Urteil verwirkt. 8 175. Zu der Gerichtsverhandlung gegen den Photographen Georg Gretschnar oder Kretschmar, der, wie wir am 30. April mit- teilten, wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen und Verleitung von Knaben zu einer auffallend milden Strafe verurteilt wurde, protestiert der Schriftsteller Adolf Brand, Vorsitzender der„Ge- meinschaft der Eigenen" und Herausgeber der Zeitschrift„Der Eigene", nachdrücklich gegen die Behauptung, daß der Angeklagte der „Gemeinschaft der Eigenen" angehörte. Herr Brand betont, daß weder der bestrafte Photograph noch sonst einer der im Prozeß ge- nannten Herren Mitglieder der„Gemeinschaft der Eigenen" sind oder es etwa im Laufe dieses oder des vorigen Jahres waren; daß ferner die„Gemeinschaft der Eigenen" überhaupt zu der ganzen schmutzigen Affäre absolut in keiner Verbindung steht und daß die „Gemeinschaft der Eigenen", wie aus ihrem Programm und aus ihren Veröffentlichungen für jedermann ersichtlich sei, derartige und ähnliche Auswüchse der homosexuellen Bewegung ebenso scharf wie das Erpressertum bekämpfe. Folgen der Germanisierungspolitik. Vom Landgericht S ch n e i d e m ü h l ist am 9. Januar der Maurer Franz Krawiecki zu 8 Monaten Gesang» n i s verurteilt worden, weil er die Kinder einer Schulklasse durch Drohungen genötigt hat, nur polnisch den Lehrer zu begrüßen, weil er den Lehrer beleidigt und mit Totschlag bedroht und endlich rilhestörcnden Lärm verübt haben soll. Auf seine Revision hob am Freitag das Reichsgericht das Urteil teilweise auf, weil zu Unrecht die Klasse mit dem Lehrer als„Publikum" angesehen wor- den ist._ Ein untreuer Kassenrendant. Wegen Unterschlagung und Untreue ist am 29. Dezember v. I. vom Landgericht Saarbrücken der frühere Ortskrankenkassen» rendant Georg Barbe zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hat etwa 600 M. Kassengelder für sich verwendet. Seine Revision wurde am Freitag vom Reichsgericht ver» w o r f e n._ edoeben- Spielplan der Berliner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Tann- Häuser.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Zar und Zimmermann. Mittwoch: Salome.(Ansang 8 Uhr.) Donnerstag: Lohengrin.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Der Eoangelimann. Sonnabend: Mignon. Sonntag: Salome. (Anfang 8 Uhr.) Montag: Tristan und Isolde.(Slnsang 7 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Di« Rabensteinerrn. Montag: Die Quitzows. Dienstag: Die Rabenstcinerin. Mittwoch: Was ihr wollt. Donnerstag: Wilhelm Tell. Freitag: Die Rabenstemerin. Sonnabend: Klein-Dorit. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Die Welt, in der man stch langweilt. Neues köuigl. Oper«- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends 8 Uhr: Wiener Blut. Montag, Der lustige Krieg. Dienstags und Mittwoch: Wiener Blut. Donnerstag: 1001 Nacht. Frei- tag bis Sonntag: Wiener Blut. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fieber» maus. Montag: Unbestimmt. Schiller- Theater O. Somitagnachmittag 3 Uhr: Der Vogel im Käfig. Abends: Weh' dem, der lügt. Montag und Dienstag: Heimat. Mittwoch: Narrenglanz. Donnerstag: Kabale und Liebe. Freitag: Heimat. Sonnabend: Ein Fallissement. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Vogel im Käsig. Abends: Ein Fallissement. Montag: Moloch. Der zerbrochene Krug. Schillcr-Thcatcr/z Uhr, in der Krouenbrauerek, Alt-Moabit 47/4S: —= Versammlung— Achtung! Achtung! Tages-Ordnung: i. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Goldstem-Zwickau über: „Deutschlands Weltpolitik und die Arbeiterklasse". 2. Diskussion. ——— Gäste— auch Damen— willkommen. _ 8" zaSlreichem Besuch ladet ein_ 249/4*_ Der Torstand. Zentralverein der Sildhaner. - Verwaltung Sertin.- Dlistag. den 7. Mai, abends 8 De, Engel-Nfer lS, Saal 1: BranclKn-ilbend der Bildbauer. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen not- tvendig._[20/10]_ Die AgitationSkommisfio«. r Branche der Kistenmachera Montag. 6. Mai. abends 8'/, Nhr, bei Baudach, Brrslauerstr. S8: _ Der Obmann. T reppengeländer-Branche. DienStag, 7. Mai, abends 8'/, Uhr, bei«oeker, Weberftr. 17: = Versammlung=�= aller in Treppcngelanderfabriken beschäftigten lisciilös, ftsllmzcdsr, Drechsler, Maschinenarbeiter, Polierer usw. TageS-Oednung: 1. Bericht von den Einigungsverhandlunge» mit den Treppen- geländer-Fabrikonteu. 2. Diskussion. 3. Verbands, und Branchen- angelcgenheiien. 8S/1S W?- Pflicht jedtS Kollegen ist eS, w dieser wichtigen Versammlung zu erscheinen._ Die Kommission. Montag, den K. Mai, abends 8'/s Uhr: verlrsuevsmänner- Versammlung der Sadenttsehler Im Englischen Garten, Alexanderstraste S7o« Hodell- nnd fabriktisehler. Dienstag, den 7. Mai, abends 8Vz Uhr: Bertrauensmttnner- Sitzung bei �gthen, Pflugstraste 6. läge«. Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Branchenangclegenöeiten und Verschiedenes. Zweigverein Berlin nnd Umgegend. Sektion der Brunnenliauer und Hiilfsarbeiter. Sonntag, den 5. Mai, vormittags 10 Uhr, bei J. Meyer, Oranienstr. 103:--------------- S5 Außerordentliche-SS Mitglieder-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Unsere Stellungnahme zur Lohnbewegung. 2. Bericht von der letzte« Vertretersitzung. 3. VerbandSangelegenhciten. Sektion der Baekofen-HQlfsarbeiter. M Mitglieder-Versammlung SS Montag, den 6. Mai, abends 8 Uhr, bei Meyer, Oraniensw. 103. Sektion der Fliesenleger-Htllfsarbeiter. Mitglieder-Versammlung Mittwoch, den 8. Mai, abends 8 Uhr, bei Hnth, Michaeltirchftraste und«Susterhausenerstraften-Eck«. TageSortmung wird in den Versammlungen bekannt gegeben. »U- Die sür Sonntag, den S. Mai w Ausficht genommene Fliesen- leger-Hülfsarbeiter-Bersammlung findet nicht statt, sondern«S haben sämtlich« Gruppen-Mitglieder in die Bezirksversammlungen zu gehen, um den»Bericht vom Berdandstag« entgegenzunehmen. Das Erscheinen der Mitglieder in den Versammlungen ist dringend notwendig. 34/1' Recht zahlreichen Besuch erwartet Der Zwelgrerelnsvorstand. mbi Sehäftefiranehe. � Deutscher fioehbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Dienstag. 7. Mai, abds. S'/-Uhr- Kranchtn-Vkrsamnllnng der Utuiardeiter u. Arbeiterinnen in ssrandes roslsklsn, Scbastianstr.3g. TagcS-Ordnung: 1. Die Arbciterversicheruiigsgeseb» aebung. Reserent: Kollege ViSredsegei'. 2. Antrag der Zentralarbeitsnachweis» kommission betr. Einberufung einer Etuiarbeiter-Konferenz. 3. Branchen» anaelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltnng nnd 23/13 Branchcnleitung. MDderBAerBieii ehem. Patienten d. Sanatoriums Beelitz. BpPPOnnSPrtfl!I' Himmelfahrtstage utl I Cll(Juj IIB(9. Mai) nach Beelitz. Fahrt bis Michendorf, von da zu Fug nach Beelitz. Zlbsahrt früh 4.25 vom Schtestschc» Bahnhos. Nachzügler können 8.18 nachfahren. Alle ehem. Patienten dcS Sanatoriums sind hierzu eingeladen. Der Vorstand. Zweigverein Seriin. Dienstag, den 7. Mai 1W7, abends 8% Uhr, im lokal„Neue Welt", Hasenheide 108-114: == Außerordentliche j- General=Versammlung: aller M Zmeigverein Kerlin gehörigen Zahifielltn nnd Kezirke der Maurer. TageS-Ordnung: Unsere t-ehnhewegung. ———— Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. 138/15» Die Berbandsleitnng. Zentral-Verband der Xanrer Deutschlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. Achtung I im Gewerkschaftshause, Achtung I Am Dienstag, den 7. Mai IS«?, abends« Uhr, Engel-Nfer IS, Saal 4: Merordentl Jflitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bcschlusisassung über die Festsetzung des Lokalzuschlages zu unserer neuen Beitragsklasse. 2. Wahl einer TchlichtiiiigSkommtssion. 3. Vereinsangelegenheiten. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist eS Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu er- scheinen. Bl« Örtliche Verwaltung. Sfußpartlcl"TRI ltet anch in diesem Jahre am Himmelfahrtstage die Sektion der Putzer der Gesangverein der Putzer anschltestt, und zwar diesmal nach Karolrnenhof. Treffpunkt Grünau»m 8'/, Uhr. Abfahrt der Züge: Charlottenburg 7 Uhr ÜO Mi«.. —-- 7 uhr 51 Min.. Schlesischer Bahnhof 7 Uhr S7 Min.. Treptow 8 Uhr 7 Mi«. Alexander: Ankunft: Grünau 8 Uhr SS Min. > Um rege Beteiligung ersucht Die Örtliche Verwaltnng. I. A.: E. Schulze. 133/19 Orts- Krankenkasse Weifiensee. Die auf Montag, den S. Mai 1907, sestgesetzle Generaiversauimlung findet nicht statt. Em neuer Termin zur Abhaltung der Generalversammlung wird dem nächst bekannt gegeben werden. Weisiensee, 3. Mal 1907. 274/5 Der Vorstand. _ Fuhrmann, Vorsitzender. Restaurant ewerhsehafts- � haus.\ ■ Engel-Ufer 15.- Zentral-Kraiikentose der Maurer iiütl Stukkateure „Grundstein zur Einigkeit* Bixdert. Montag, den K. Mai 1907, abends s-/, Uhr, bei Grosser(Kassenlokal), Kirchhosstr. 45: Pglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Bericht vom WohIIätigkcitS»Ver« gnilgen. 3. Kasscnangelcgenhetten. l4S/9 Die Ortsverwaltung. Montag, den«. Mai 1S«7, abends 8'/z Uhr. in DräselS Festsälen, Neue Friedrichstraße 85: Oeffetitliehe Versammlung aller in der Schäftebranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. TageS-Ordnung: 1. Vortrag:„Der freie Arbeitsvertrag". Reserent: Kollege Hamacher. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. � 169/11 Um zahlreichen Zuspruch ersucht Der Eiuberufer. Spandan. flllpeiue Orts-Kraukenkasse. Am DienStag. den 14. Mai 1907, abends 8-/, Uhr, im Hotel„Roter Adler» AußeroriieQtl. Generalsersamlung TageS-Ordnung: 1. Gründung eines Krankenkassen- Verbandes nach 46 und 46a deS KrankenversicherungsgetetzeS und Genehmigung der Statuten zu demselben. 2. Bewilligung der Mittel zur An- schaffung cmeS Reposttoriums zur Erwctterung d-S Lagers im Kassen- lokal. 3. Beschlutziassung über die Abstempe- lung der Rezepte sür freie Hand. verkausSartikel im Kassenlokal 4. Ersatzwahl eines BorstandSmii- gliedeS(Arbeitnehmer). ». Verschiedenes. 274/4 Der Vorstand. K. Wolf. Vorsitzender. Frühjahrs- Anzüge u.-Paletots. Robert Bohn 3ERUN, N., Invalidenstr. 135.| Großes Lager fertiger k Herren- n. Knaben- Garderoben. Mr.Sabfeiiung ! EtB£0. ÄnlonBoeker5 Ball-Salon Habe noch Sonnabends und Sonntags Säle zu vergeben, auch sind Vereinszimmer in der Woche srei. Anton Boeker, Weberftr. 17. 44282« T.-A.! Vll Sir. 13414. Heute Sonntux! Kenn 75 Pf. FrühlingSsuppe. Steinbutte mit Champtgn.-Sauce oder Spmat mit Schnitzel oder Setzei. Schmorbraten oder Kalbsbraten oder Rippespeer. Kompott oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Sonntags: Frikassee von Huhn. Wochentägltch: Grosser bürgerlicher Mittagstisch cm». 60 pi. Täglich: Frei-Konzert der Berliner Sehrammeln. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen 148172 Augustin. II •• Auf Teilzahlung! Wöchentlich nur I Mark. Ubren jeder Art so« wie Goldwar., Zithern� Phonograph, Platten. sprcchmaschiiien. 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Ver- bandSangelegmheiteu. 178/7* _ Die Ortsverwaltang. Verband der Sattler OrtsverwaUung Berlin. Montag, ben 6. Mai 1907, abends 8'/, Uhr. im Saal I de» GewcrkschastshauseS, Engel-Ilfer IS: Mömsiliö Vellssiislismssiiiss-Vsssgimiiliilig. TageS-Ordnung: 1. Antrag deS Borstandes und der Agitationskommisfion ans Erhöhung der Beiträge zur Lokalkafke. 2. Soll die Sperre über Berlin aufrechterhalten werden? 3. Berschiedeues. Achtung, Kollegen! Es ist unbedingt notwendig, dast jede Werkstatt t« dieser Versammlung vertrete« ist. 157/2 Die Ortsverwaltnng. Vereinigung der Jllaler, Lackierer, Anstreicher etc. Mittwoch, 8. Mai, abends pünktlich S>/, Uhr. bei Dräsel, Rene Friedrich str. 3Z i Skktions-Versammlnng der Lackierer. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung in Leipzig. 2. DtSfussion. 3. VeretiiSangelegcnhcitcn. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheine«. 107/18__ Die Sektionsleitung. ans fSlastss KMistoffes g-a fertigt« letstor Sslsoa, zorAokgosetxto, moderna| | boahvornebmo Herren- Änzflge {Paletotsl dann lon.tigor Main>refi 40-70 M. tat, JSttt 18—38 iL Oehrookanang«. Roiaa,| | fiegonmftntel spottbillig. | Ttglfeh, Sonntag geöffnet Varossdhsna. I •MSrtmf1 Arbeiter- Samariter--f- Kolonne. Der Kursus beginnt in der 1. Abteilung Dresdenerstr. 45 am Montag, den 6. Mai, abends 9 Uhr. Das Thema des ersten ilbendS lautet:.lieber Anatomie(Bau dcS menschlichen Körpers)' mit Demonstrationen an Wandtaseln und Präparaten. Einschreibegeld 25 Ps. ManatSbeitrag 25 Ps. Die Bibliothek steht den Teilnehmern unentgelllich zur Bersügmig. Der Besuch deS ersten Abends steht jedem als Gast frei- 281/2__ Der Vorstand. Heute nachmittag: Attsflttg nach Jttttgferilheide. Treffpunkt 3 Uhr im Restaurant„Waldkater«, Tegeler Weg. Wille* Waldschlößchen, Eiehwalde,*aifJlTid)' Empfehle allen Vereinen und Gewerkschaften zn Ausflügen und Pörsten in herrlich am Wald gelegenes Lokal, 3 Minute« vo« Bahnhof. "' X Kegelbshuen, X mein.._____. GroBer Saal. X Sohattiger Garten- SomoerwohnunBeo und Zimmer. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 5. Mai, abends 7 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Vortrag des Genossen Heinr. Schulz über: ,, Bildungsideale u. wirtschaftliche Entwickelung". Nach dem Gemütliches Beisammensein und Tanz. Vortrage: Eintritt 20 Pf. 4/ 13* Garderobe frei. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 6. Mai, abends 8% Uhr, im Neuen Klubhause", Kommandantenstr. 72: 55/11 Vortrag des Schriftstellers Ernst Schur über: Rembrandt. Gäste willkommen. Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Sektionen I und II. Achtung! Brauereiarbeiter! Bom Dienstag, den 7. Mai 1907, befinden sich die Bureaus der beiden Sektionen C. 54, Mulackstraße 10, born 1 Treppe. Des Umzuges wegen bleiben die Bureaus am Montag, den 6. Mai 1907, geschlossen. Fernsprecher Amt 3a 4518. 41/ 19* Die Vorstände der Sektionen I und II. Gastwirte! Den Herren Gastwirten hiermit zur Nachricht, daß wir unseren unentgeltlichen Arbeitsnachweis für Bierabzieher bon Seydelstr. 30, nach dem neuen Verbandshaus der Gastwirtsgehülfen, Große Hamburgerstr. 18/19, Fernspr. Amt III. 1813, berlegt haben und bitten wir, Bestellungen einen Tag vor dem Antritt auf geben zu wollen, da die Arbeitsuchenden per Post benachrichtigt werden müssen. 290/3 Gleichzeitig teilen wir mit, daß wir jegt folgenden Namen führen: Verband deutscher Gastwirtsgehülfen ( Ortsverwaltung Berlin III) Abteilung der Bierabzieher. Unsere Mitglieder sind mit Legitimationskarte versehen. Der Vorstand. Muster an jedermann franko! 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