Nr. HO. FftonncmentS'BedlnonngMi: Abonnements■ Preis ttänumctonba i «ierlcljnbrl. 3,30 MI., monatl. 1,10 Mb, «vöchenllich 23 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nnmtticr 6 Psg. EonnlagZ- nummet mit illusiricrler Sonntags- Beilage»Die Neue Welt' 10 Psg. Polt« Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posi. ZeilungZ- BreiSIijle. Unter Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postabonnements nehnien an: Belgien. Dänemart. Holland. Italien. Lnxcinbnrg, Portugal. ÄUtnkilicii, Schweden und die Schweis. 24. Jahrg. VIcheliU Iig»ch iiLik Clonlaa». Vevlinev Volksblatt. Die!nf(rt)ons«G(tQI)r betrügt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 80 Pfg., sür politische und gewertschastliche Vereins» und Bersammlungz-Anzeigen 30 Psg. „Alelne Anreigen". das erste<>ett» gedrucktes Wort 20 Psg.. jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Echlas- stellen-Anzeigen daS erste Wort 10 Psg., jede? weitere Wort k Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte, Inserate sür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „Sozlalütiuolirat Btrlli". Zcntralorgan der fozialdcmokratifchcn parte» Deutfebtands. Redahtion: 631. 68, Linden Strasse 69. aeriispreriier: Slnit IV. Mr. ISSS. Dienstag, den 14, Mai 1907* Expedition: 631. 68, Lindenstrasoe 69. Stern fttrerficr: aimt IV. Nr. 1084. Volldampf voraus! Der Flottenverein mit seiner Million Mitglieder ist daS Bekenntnis der deutschen Großbourgeoisie und des deutschen Philistertunls zur Weltpolitik. Im Zeichen dieser Weltpolitik wurde die letzte Wahlschlacht geschlagen. Die Begeisterung für die Wcltpolitik brachte hunderttausende Wahlfaulcr an die Wahlurne. Die Weltpolitik ist das neue soziale Evangelium des deutschen Spießers, der sich gern für etwas„Großes" begeistern will, aber zu borniert und egoistisch ist, um sich sür das sozialistische Ideal des Proletariats zu begeistern. Für die treibenden Elel cnte der Weltpolitik steht allerdings sehr Reales hinter dem Weltmachtrausch, dem Flotten« und Kol...ialrummel. Die Berg- und Hüttcnhcrren spitzen sich auf profttschwere Panzerplattcnlieferungen, auf koloniale Eisenbahnbauten, die hanseatischen Reeder- und Pfeffersäcke wittern neue größere Wörmann- und Tippelskirchgewinnste, die Börse spekuliert auf fette Gründerprofite und staatliche Zins- garantien. Verkrachte Junker sehen sich schon im Geiste als Plantagenbarone und Riesenfarmbesitzer. und diejenigen Sproßen des Kleinadels, die im vornehmsten Rock eine Zu- flucht gefunden haben, rechnen avancementsfrendig auf eine Aera frisch-fröhlicher Kolonialkriege, bei denen Ehrcnstellen und Orden zu holen sind l Wcltpolitik: d. h. Flotten- und Kolonialpolitik. Ohne Ricsenflotte kein überseeisches Neu-Deutschland— und kein Kolonialbesitz ohne erstklassige„Seewehr" I Die Aera Dernburg ist die Mobilmachung der Börse für die Weltpolitik, die bis dahin außer in beschränkten Handels� und Jndustriellenkreisen nur in dem persönlichen Regiment und seinen feudalen Verbündeten eine feste Stütze fand. Nun sich auch die Spekulationswut der Bankokratie auf die deutsche Weltpolitik geworfen hat— nicht zwar als ob das private Kapital irgendwelches Risiko übernehmen wollte, sondern die Börse will sich umgekehrt auf Staatskosten bereichern— hat sich auch der ganze Linksliberalismus zur Weltpolitik bekehrt. Und wenn das Zentrum entgegen seinen frühereu Traditionen der Weltpolitik etwas mehr Zurückhaltung markiert, so nur deshalb, weil es zum Festhalten seiner starken proletarischen Wählerschaft der oppositionellen Maske nicht völlig entbehren darf. Im Grunde freilich sind die leitenden Zentrums- kreise ebenso gut Anhänger der Wcltpolitik, wie Freisinnige und Nationalliberale. Die vornehmste weltpolitische Agitationstruppe bildet der Flottenverein, der, wie gesagt.eine Million Mitglieder aus allen bürgerlichen Parteien zählt. Die eigenartige Konstellation der letzten Wahlcampagne zwang nun die Leitung des Flotten Vereins, nicht nur auf die Sozialdemokratie, sondern auch auf das Zentrum loszuschlagen. Darob der Entrüstungssturm in der Zentrumspresse, die Keim-Enthüllungen des„Bahcrischcn Courier" usw. Das sah beinahe so aus, als ob es bei der nächsten Generalversammlung des Flotteuvcreins zu einem schweren inneren Konflikt im Verein kommen werde. Aber der erwartete Krach blieb auS. Man redete sich hinter vcr schlossenen Türen den Ingrimm vom Herzen und trat dann geeint und geschlossen vor das Publikum. Der Flottenverein ist doch der Weltpolitik wegen da— und da die Hottentottcn- wahlen im Zeichen der Weltpolitik standen, mußte ja der Flottenverein die„nationale". Sache auch gegen das Zentrum vertreten I Das ist eine so klare Sache, daß sie auch von den ultramontanen Flottcnvereinlern nicht bestritten werden konnte. Der Konflikt wäre nur dann unvermeidlich gewesen, wenn das Zentrum es mit seiner Kolonialopposition ernst meinte. Da das Zentrum aber im Grunde seines Herzens genau so„national", d. h. flotten- und k o l o n i a l P a t r i o t i s ch ist wie Kon- servative und Liberale, begnügte man sich mit einer rednerischen Rauferei in geheimer Sitzung und sprach dann einstimmig der Leitung des Vereins, also auch dem be- rüchtigten F l o t t e n- K e i m, das Vertraucu aus. Die ZentrniiiSaiihänger im Flottenverein haben am Sonn- tag auf der Hauptversammlung in Köln kapituliert. Sie hatten folgende Anträge gestellt: 1.„ES seien von dem Präsidium deS Deutscben Flotten- Vereins feste Garantien sowohl in persönlicher als auch in fach- Ii ch e r Beziehimg zu verlangen, daß die VereinSleitung künftig unter keinen Umstanden wieder in das politische Gebiet hinüber- greift. ES seien ferner von dem Präsidium dem geschäftS- fübrenden Vorsitzenden genau die Grenzen vorznschretben, in welchen er sich zu bewegen hat und außerdem Borkehrung zu treffen, daß die Organisation de« Vereins nicht wieder dazu miß- braucht wird, politische Agitation zu treibe». 2. Es sei in die Satzung des FlottenvereinS eine Bestimmung aufzunehmen, wodurch es vollständig klargestellt wird, daß der Deutsche Flottenverein und seine Organe als solche bei politische» Wahlen nicht in den Wahlkampf eingreifen dürfen." Diese Anträge wurden von dem Sprecher des ultra- montanen Flügels, dem Freiherrn v. Würtzburg, glatt zurückgezogen, und zwar mit der überaus fadenscheinigen Bc- nriiiidung, daß das Präsidium des Vereins erklärt habe. es wolle keine Partei-, sondern nur„nationale" Politik treiben. Solch nationale und keine Parteipolitik während der letzten Wahlkampagne getrieben zu haben, behauptete aber gerade das Präsidium! Wenn die Zeutrumsangehörigcn des Flottenvercins sich gleichwohl mit dieser famosen Er- ttäruiig, die ja für das Zentrum nur eine neue Back- pfeife war— stempelte sie doch das Zentrum wegen der Ablehnung der Südwestafrikakredite zu einer anti- nationalen Partei— zufrieden gaben, so sicher nur in der Voraussetzung, daß das Zentrum künftig niemals wieder„antinationale" Anwandlungen haben werde I In dieser Voraussetzung werden die Herren ja auch Recht behalten— trotz alles ultramontauen Preßlärms l Die Richtung Keim trug also in Köln einen vollständigen Sieg davon. Die Parole bleibt die alte: Volldampf voraus! Immer draufgängerischer hinein in die Weltpolitik I Vorwärts zu immer abenteuerlicheren und uferloseren Wcttrüstuiigcn I Diese weltpolitische Treiberei fand ihren Ausdruck in dem obligaten Telegramm an den Kaiser, das da lautete: „Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät entbietet die in Köln tagende siebente ordentliche Hauptversammlung des Deutschen FlottenvereinS ehrfurchtvollste Huldigung. Unsere Beste billigen sind nach wie vor darauf gerichtet, dem Baterlande bald eine starte Flotte schaffen zu helfe», welche in der Hand Ew. Majestät die sicherste Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens bietet. Der Präsident Otto Fürst zu Salm." Ferner nahm die Versammlung einstimmig— also wiederum unter e i n m ü t i g e r Z u st i m m u n g des ultra- montaneu bayerischen Landesverbandes des Flotteuvcreins!— folgende Resolution an: „In der Erkenntnis, daß andere Nationen die Kampfkrast ihrer Flotten unaufhörlich, und zwar in einem solchen Maße vcr- mehre», daß sich die Stärkeverhältnisse immer mehr zu unseren Ungunsten verschieben, woraus ernste Gefahren sür das Vaterland entstehen können, spricht die siebente ordentliche Hauptversammlung de? Deutschen FlottenvereinS die Ansicht auS: rS ist uubedingt nötig, den durch die Flottengesetze von»900 und 1906 festgesetzten Ausbau der deutsche« Flotte zu deschleiiuigen. Um das Verständnis hierfür weiter unter dem deutschen Volke zu fördern, wird der Deutsche Flottenverein in seiner Tätigkeit fortfahren und dabei als nationaler Verein über den Aegensätzen der Parteien und Konfessionen stehen." Also auch die Novelle zu dem Fünfmilliardengesetz tut eS nicht: der Flottenbau muß beschleunigt werden! Und die Zentrums Mitglieder des Flottenvercins resolvieren, daß auch in den Z e n t r u m s k r e i s e n das Verständnis für die glorreiche Schulden- und Defizitwirtschast der Gondelpolitik von Vereinswcgcn möglichst gefördert werden soll! Brandmark ung verdienen die provokatorischen Rede Wendungen deS Herrn Keim. Unmittelbar vor der Kölner Versammlung hatte der Generalissimus des Flottenvereins in Essen eine Rede gehalten, in der er w i ch t i g e E n t scheidungcn in der Weltpolitik ankündigte, die nur durch Blut und Eise» ausgetragen werden könnten. Auf der Generalversammlung selbst leistete er sich die zartesten Redeblüten: Die Zustimmung zu einem etivaigcu Beschluß der Haager Konferenz, mit dem Bau von Kriegs schiffen anfzu hören, würde er für ein schweres nationales Unglück sür Deutschland halten. Er sei der Meinung, die Flotte müsse schneller a u S g e b a u t werden. Man sage, Deutschland solle nicht so nervös sein. Wenn man sich aber in einer Gesellschaft befinde, in der man einem nicht wohlwolle und in der sich zwei Kerle mit starken Knütteln be fanden, während man selbst nur einen dünnen Spazier st o ck habe, so könne man schon nervös werden. Solch' zarte Anspielungen müssen natürlich im Ausland die verhängnisvollste Mißstimmung erzeugen. Das befürchtet selbst das Mosse-Blatt, wenn es auch meint, im Reiche selbst wisse man, daß es sich hier nur um„großsprecherische Worte eines abgedankten miies gloriosus" handle. Ach nein, so liegen die Dinge doch nicht. Dieser abgedankte Gamaschenhcld ist durchaus kein Opercttcngeneral, sondern der stürmisch bejubelte Leiter eines Vereins mit einer Million Mitglieder aus allen bürgerlichen Parteien, er ist neben dem Generalissimus des Reichslügen Verbandes während der letzten Wahlkampagne das w i ch t i g st e politische Werkzeug des Reichskanzlers urtd des Kolonialsekretärs gewesen, also ein Mann von hervorragendsterpolitischerBcdcutungund geradezu unheimlichem Einfluß. Seine intellektuelle Minderwertigkeit beeinträchtigt diese seine Bedeutung keineswegs, denn nicht der Intellekt, sondern das Mandat kommt hier einzig in Frage! Was ja auch der Fall Dernburg klärlich beweist I Welche Rolle der Flottenverein in unserem politischen Leben spielt, beweist zu allem Ueberfluß die Begrüßungsrede. die der Gencralfeldmarschall v. H a h n k e im Auftrage des Kaisers an die Hauptversammlung richtete. Er erklärte. daß der Kaiser den Flottenverein sehr hoch schätze und ihn beauftragt habe, seinen„besonders herzlichen Dank allen auszusprechen, die so opferwillig und einsichtig sich den Mühen und umfangreichen Arbeiten im Nerein unterziehen." Der Kaiser lasse dem Flottenverein eine „weitere segensreiche und erfolgreiche Zukunft wünschen". Der Hauptmacher eiucs solchen Vereins kann nicht als beiläufige Persönlichkeit abgetan werden. Seine Worte und Handlungen fallen auf die Leiter der deutschen Politik zurück! Deshalb bedeutet die Kölner Tagung des Flottenvereins nicht nur ein neues ostentatives Bekenntnis unserer ganzen Bourgeoisie zur abeutcuerlichsten Weltpolitik, zum uferlosesten Wettrüsten, sondern obendrein noch eine überflüssige täppische Prov-kation der fremden Nationen! Das deutsche Proletariat hat deshalb die Pflicht, ebenso ostentativ und nachdrücklich zu erklären, daß es mit dieser provokatorischen Abenteuerpolitik nicht nur nicht das mindeste gemein hat, sondern sie auch mit Anspannung seiner äußersten Tatkraft bekämvft' Das Ende des Kampfes in der Holzindustrie. Am Sonntag tagte im Zirkus Schumann die General- Versammlung des Holzarbcitervcrbandes, welche über An- nähme oder Ablehnung des Schiedsspruches zu entscheiden hatte. Die Zahl der Versammlungsteilnehmer betrug, wie durch die an der Kontrolle ausgegebenen Stimmzettel festgestellt wurde, fast 9000. Tausende fanden keinen Einlaß. Im Zirkus selbst waren alle Plätze von der Manege bis zur obersten Galerie besetzt. Wie ans den Legitimationen zu er- sehen war, erschienen die Ausgesperrten zuerst. Schon um 8 Uhr, also zwei Stunden vor der angesetzten Zeit, fanden sie sich in großen Trupps ein. Punkt 10 Uhr wurde die Per- sammlung eröffnet. Glocke erhielt als Referent des Vorstandes das Wort. Eingehend schilderte er die Ursachen und den Verlauf des Kampfes. Es sei ein hartes Ringen zwischen den organisierten Unternehmern und der Arbeiterorganisation gewesen. Die Unternehmer, unterstützt durch das Unternehmertum anderer Berufe, wandten ihre ganze Kraft auf, um den Arbeitern ihren Willen aufzuzwingen. So wie die Dinge lagen, sei es von vornherein klar gewesen— und diesen Standpunkt habe der Redner von Anfang vertreten— daß bei dem Kampf günstigstenfalls nicht mehr erreicht werden konnte, als daß ohne Vertrag weiter gearbeitet würde. Auf weitere Er- rungenschaften sei nicht zu rechnen gewesen. Nur darum habe es sich gehandelt, daß der Holzarbeiterverband von den Unter- nehmern nicht besiegt werde. Der Kampf habe große Opfer erfordert. 2� Millionen Mark habe der Holz- arbcitervcrband für Unterstützungen in diesem Kampfe aus- gegeben. Wie im Kampfe selbst, so sei auch bei den Einigungs- Verhandlungen um jede, auch die geringste Verbesserung, welche die Arbeiter forderten, lange und heftig gestritten worden. Besonders hart sei der Streit um die Arbeitszeit Mveseu. Bis zum letzten Augenblick standen die Unternehmer auf dem Standpunkt, daß sie keine Verkürzung der Arbeitszeit zugestehen könnten, während die Verbands- Vertreter ebenso entschieden erklärten, sie würden unter keinen Umständen einen Vertrag annehmen, der keine solche bietet. So sei denn nach heftigem Ringen, nach heißen Debatten der Schiedsspruch zustande gekommen. Mehr, wie er bietet, sei nicht zu erreichen gewesen. Die Unternehmer bewilligen nicht mehr: sie würden den Arbeitern noch länger Widerstand leisten. Es müsse auch berücksichtigt werden, daß die gegen» wältige Konjunktur den Arbeitern nicht günstig sei und daß sich schon mehr als!000 Streikbrecher gefunden haben. Es sei ja nicht das erreicht, was die Arbeiter haben wollten, man könne ja mit dem, was geboten wird, nicht zufrieden sein; aber es sei doch ratsam, den Schiedsspruch anzunehmen, damit wieder geregelte Verhältnisse eintreten und der Organisation ihre Schlagsertigkeit wiedergegeben werde. Unter diesen Um- ständen müsse jeder Kollege sagen: Brechen wir den Kampf ab. Wir haben nicht viel erreicht, aber wir haben einen Kampf geführt, wie er selten von einer Organisation geführt worden ist. Deshalb ersuche ich Sic, den Schiedsspruch anzu- nehmen.(Lebhafter Beifall.) Alt, der erste Diskussionsredner, wandte sich heftig gegen die Annahme des Schiedsspruches. Er erkannte an, daß die Verbandsleitung im Kampfe und bei den Vcrhand- lungen ihre Schuldigkeit getan habe, aber was sie erreicht habe, das genüge den Kollegen nicht. Der Verband müsse den Unternehmern zeigen, daß er auch ohne Vertrag die Arbeits- Plätze besetzen könne. Eine ehrliche Niederlage sei besser, als ein Vertrag, wie er jetzt geboten werde.(Beifall.) Becker- Stuttgart, Mitglied des Hauptvorstandes, führte aus, der Hauptvorstand habe den Kampf in Berlin mit allen Kräften unterstützt, weil es sich hier nicht mehr um einen Lohnkampf handelte, sondern um die Frage, ob der Holz- arbeitcrvcrband beim Abschluß von Verträgen überhaupt noch mitzureden habe. Diese Frage sei jetzt zugunsten des Ver- bandcs entschieden. DerHolzarbeitcrverband habe dem Ar- bcitgeberschutzverband gezeigt, daß er doch mitzureden habe. Die Ehre der Arbeiterorganisation sei durch diesen Kampf gerettet worden, deshalb könne er nun auch beendet werden. (Beifall.) Es sprachen noch Kuschke, F. Leopold und Roth sür die Annahme des Schiedsspruches. Äann nahm die Ver- sammlung mit großer Mehrheit einen Schlußantrag an. Die Abstimmung erfolgte durch Stimmzettel. An der Abstim- mung beteiligten sich viele in Arbeit stehende Mitglieder nicht. Sie wollten die Entscheidung den Ausgesperrten überlassen. So erklärt es sich, daß nur 6550 Stimmzettel abgegeben wurden. Für Annahme des Schiedsspruches erklärten sich 4703, dagegen 1861, während 81 Zettel ungültig waren. So- mit ist der Schiedsspruch durch den Holzarbcitervcrband a n- genommen. « Die Berliner Tischler m ei st er und Holz» i n d u st r i e l l e n hielten am Montag nachmittag ihre Generalversammlung ab, welche über den Schiedsspruch ab- zustimmen hatte. Herr R a h a r d t als Referent empfahl die Annahme des Spruches. Er tat das mit sauersüßer Miene. Mußte er doch zugeben, daß die Unternehmer trotz des lange» Kampfes ihr Ziel nicht erreicht haben und daß des- halb ein großer Teil der Tischlermeister mit den Bedin- Hungen des Schiedsspruches sehr Unzufrieden ist. Aber— so führte Herr R a h a r d t aus— der Kampf müsse jetzt abge brachen werden. Daß derselbe so lange dauern konnte, be weise, daß die Arbeitgeber nicht stark genug seien, um dem Holzarbeiterverbande gegenüber ihren Willen durchzusetzen. Die Mittel des H o lz a rb ei terverban d es hätten weiter gereicht, als man es in den Reihen der Meister glaubte. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Vereinbarung, die sich jetzt auf IS Städte erstreckt, mit der Zeit zu einem Vertrage über ganzDeutschland führen werde, wie er für das Buch druckgewcrbe besteht. Die bewilligte.Lohnerhöhung von S Proz. solle dadurch eingebracht werden, daß die Preise der Produkte um— 7� Proz. gesteigert werden Ein dahingehender Beschluß werde in 240 deutschen Städten gefaßt werden. Eine weitere Fortsetzung des Kampfes würde gleichbedeutend gewesen sein mit dem Ruin von zahl' losen Existenzen. Nach Pfingsten würde der Zu fammenhalt der Arbeitgeber nur sehr schwer aufrecht zu er halten sein. Aus allen diesen Gründen sei die Annahme des Schiedsspruches zu empfehlen, mehr hätten die Vertreter uicht erreichen können. Der Redner teilte mit, daß der Schieds- fpruch in allen beteiligten Städten bereits angenommen ist, nur von Bernau und Oldenburg liegt noch kein Re sultat vor.— Nach dem Referenten sprachen die Vertreter der verschiedenen Branchen und des Reformvcreins für Annahme des Schiedsspruches. In der Diskussion kam eine allgemeine Unzu- friedcnheit mit dem Schieds spruch zuni Aus- druck. Ter erste Diskussionsredner erklärte, er sei durch dies Resultat schmerzlich enttäuscht. Wir haben Krieg geführt und sind geschlagen. Wir haben ja ziemlich alles bewilligt, was die Gesellen gefordert haben. Ein anderer Redner sagte, während des Kampfes ist auf der anderen Seite behauptet worden, die Großen wollen uns Kleinen tot machen. Es scheint beinahe, als ob es so ist. Die kleinen und mittleren Meister halten noch zu- sgmmen, aber die großen sind es, die jetzt anfangen wollen. Ich bin dafür, keinen Pfennig und keine Minute.— Wieder ein anderer Redner sagte: JetztistdieSaisonvorbei, dasganzeGeschäftistauS: wir müssen von vor» an- sangen und da soll ich den Gesellen S Proz. mehr geben. Ich habe jetzt gar keine Arbeit und kann keine Ge- feilen gebrauchen. Vor einigen Wochen hat uns Herr B r y gesagt, alle Unternehmer Deutschlands stehen hinter uns, die Eiscnindustriellen zahlen pro Mann 1 Mk.. damit wir unterstützt werden. Etwas haben wir ja bekommen. Nun lassen Sie doch die Eisenindustriellcn erst bezahlen, damit wir die Unterstützung bekommen. Wenn wir noch vier Wochen warten, dann fangen die Gesellen ohne Lohnerhöhung an, sie können sich nicht mehr halten.(Lebhafter Widerspruch. Rufe: Das ist uns schon vor 8 Wochen gesagt worden.) Ich bin da- für, daß wir weiter streiken.(Beifall.) � In ähnlichem Sinne sprachen noch verschiedene Redner. Niemand war mit dem Schiedsspruch zufrieden. Die meisten Redner machten gegen denselben scharse Opposition. Auch dem Vorstande machten einige Redner harte Vorwürse. weil er mit solchem Resultat den Kampf abbrechen wolle. Mit dem, was jetzt bewilligt werden solle, würden die Arbeiter schon zu Weihnachten zufrieden gewesen sein und die Arbeit- geber hätten die Betriebe keine Stunde schließen brauchen. Ter ganze Kampf sei vergebens geführt worden. Herr R a h a r d t wehrte sich, gegen die dem Vorstand ge- machten Vorwürfe. Nicht der Vorstand sei schuld an dem un- befriedigenden Ausgang des Kampfes, sondern d i e j e n i- gen Kollegen, welche die Aussperrung nicht mitmachten und dadurch die Position des Gegners stärkten. Wenn die Pianofortefabrikanten und die Klub- tischler und alle, die zum Fach gehören, mitgemacht hätten, dann wäre ein anderes Resultat erzielt worden. Nur einzelne Redner empfohlen die Annahme des Schiedsspruches unter lebhaftem Beifall eines Teiles der Versammlung. Herr Ra Hardt sagte im Schlußwort, er könne hier in der Oeffentlichkeit nicht alle Gründe darlegen, welche für den Abbruch des Kampfes sprachen. Die Mit- gliedcr müßten in dieser Hinsicht dem Vorstand Vertrauen schenken. Nicht finanzielle, sondern geschäftliche Gründe sprechen für die Annahme des Schiedsspruches. Die Ber- lincr Holzindustrie habe durch den Kampf 14 bis 13 Millionen Mark eingebüßt, die Arbeiter etwa 6 Millionen Mark an Löhnen. Weitere Verluste könnten der Industrie nicht zu- gemutet werden. Tie Abstin, mung wurde hierauf durch Stimmzettel, in den einzelnen Branchen gesondert, vorgenommen. Das Re- sultat ist, daß der Schiedsspruch mit 2337 aeqen Ä13 Stimmen angenommen wurde. * Die Holzarbeiter in Leipzig haben am Sonnabend abend in einer von 2>t- lnfsung ohne Einleitung eines Disziplinarverfahrens nach ssch. Vereine von Bahnangcstellten können nur mit vorheriger Genchmi. gung t-es HandclSmnnsters gebildet werden. Die Beamten der Staatsbahnen können nicht Mitglieder eines solchen Vereins fein, «dessen Tendenz m.it dem Interesse des Dienstes der Staatsbahncn nicht vereinbar ist." ' Die jährliche Mehrbelastung des Staates, infolge dieser Gehalts- NllÄiMg b�Mt IM WllltSW» SpftDCJJf Spanien. Acevedo in Freiheit. Madrid, 11. Mai.(Gig. Der.) Aus Anlaß der Geburt des Thronfolgers hat Alphons XlH. U. a. auch unseren Genossen Acevedo amnestiert. Wie die Leser des„Vorwärts" sich erinnern werden, war Genosse Acevedo zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er in einem Artikel in der sozialistischen Zeitung „La Lucha de Clases"(Der Klassenkampf), die in Bilbao er- scheint, die„Majestät" beleidigt haben soll. Von seinem Sttafzeit hat Acevedo bereits VU Jahr abgebüßt. Ueber 309 Versammlungen haben die Proletarier Spaniens in den letzten Monaten abgehalten, tausende und abertausende haben geharnischte Proteste ans Ministerium des Innern ge- sandt, uni ihrer Empörung über das gegen Acevedo gefällte barbarische Urteil Ausdruck zu leihen. Die Presse Spaniens und die des Auslandes, ja sogar bürgerliche Organe be- teiligten sich an diesem Protestfeldzuge, dem es in letzter Linie denn wohl auch zu danken ist, daß Alphons die günstige Gelegenheit ergriff, Acevedo freizugeben. In„Lucha de Clases" hat Acevedo, der die Leitung des Blattes wieder übernehmen wird, bereits einige Zeilen ver- öffentlicht, in welchen er allen denen herzlich dankt, die gegen seine Einkerkerung prostesttert haben.— Sckvyecken. Die Abänderung des Wahlrechts wurde am Sonnabend von der zweiten Kammer mit 122 gegen 105 Stimmen nach dem Gesetz- entwurf der Regierung mit einigen Zusätzen angenommen, dse teils auf Belvilligung von Diäten für die Mitglieder der ersten Kammer hinausgehen, teils auf Herabsetzung des für die AuL- Übung des Wahlrechts zur ersten Kammer bestehenden Zensus von 4000 Kronen auf 2000 Kronen Einkommen. Dieser Beschluß unter» scheidet sich von den vorher von der ersten Kammer angenommenen nur dadurch, daß die erste Kammer eine Herabsetzung des Zensus für die Ausübung des Wahlrechts zur ersten Kammer nicht be- schloffen hat. Man nimmt an, daß die definitiv« Lösung in einem Vermittelungsvorschlage gefunden werden wird, den beide Kammern annehmen und in welchem der in Frage kommende Zensus auf 3000 Kronen festgesetzt werden wird. Die erste Kammer genehmigte mit 03 gegen 52 Stimmen einen Zusatzantrag züm Wahlgesetzentwurf der Regierung, nach dem den Mitgliedern der ersten Kammer dieselben Diäten wie den Mit- gliedern dpr zweiten Kammer gewährt werden. Die Regieruno war mit dem Zusatzantrag einverstanden. Eine Niederlage des Marinismus. Die schwedische Negierung hatte dem Reichstag einen Vorschlag zur Verlegung der Flottenstation von Karlskrone nach Aelfvik in Stockholms Scheren unterbreitet. Die Kosten waren auf nicht weniger als 40 lvkillionen Kronen berechnet. Der Staatsausschuß lehnte diesen Vorschlag ab. sprach sich aber in seiner Mehrheit für eine Verlegung der Flottenstaiion nach KaknäS aus, daS der Haupt- stadt noch etwaS näher liegt, sowie für Bewilligung von 100000 Kronen zwecks gründlicher Untersuchung der Angelegenheit. Die Verlegung nach Kalnäs, meinte man, werde„nur" 28 Millionen er« fordern. Am Donnerstag befaßte sich der Reichstag mit den Vorschlägen. Der RegiernngSantrag wurde in beiden Kammern ohne formelle Abstimmung verworfen. Die Erste Kammer entschied sich jedoch mit 102 gegen 28 Stimmen fiir den A u s s ch u ß v o r s ch l a g und be- willigte die 100 000 Kronen. In der Zweiten Kammer wurde nach gründlicher Debatte auch dieser Borschlag abgelehnt und zwar mit nicht weniger als 178 gegen 35 Stimmen. Hier waren eS namentlich unsere Parteigenossen ThorSson und ChristiernSson, die ein gut Teil zu dieser überraschend schweren Niederlage der marinistqchen Pläne bei- trugen. ßmeriha. Der gesetzliche Achtstundentag für Telegraphisten ist durch die StaatSlegiSlawr von Wisconsin angenommen worden. Der von den sozialistischen Abgeordneten eingebrachte Gesetz- entwurf bestimmt, daß es Hinsort ungesetzlich sein soll, Eisenbahn- telegraphisten oder andere Telegraphisten innerhalb von 24 Stunden länger als acht Stunden zu beschäftigen. Das Gesetz schließt alle Stationsvorsteher und alle Unterbeaintcn ein, die im Nebendienste mit Telegraphieren beschäftigt werden und die bisher 10. 12 und 14 Stunden arbeiten mußten. Das Gesetz hat allerdings noch den Senat zu passieren.— Australien. Die Behandlung der Eingeborenen von Australien durch die überall vordringen�:» Weißen wird von dem Bischof MattheuZ Gibney in Perth, Westaustralien, einer scharfen Kritik unter- zogen.„DaS Land," sagt der Bischof in einem Artikel, der durch die australische Presse geht,„gehörte den Eingeborenen. Man nahm es ihnen, ohne sie zu entschädigen. Die gegenwärtige Bewilligung von 10 000 Pfund pro Jahr für 12 000 Schwarze ist lächerlich gering. Die Eingeborenen verlieren ihre natürlichen Hülfsquellen immer mehr; die Känguruhs und das zahlreiche wilde Geflügel verschwinden, wo die Farmer mit ihren Schaf- und Rinderherden er- scheinen. Wenn der Schlvarze leben will, dann muß er Schafe und Rinder stehlen. Das wird ihm aber als großes Verbrechen an- gerechnet. Er steht steh überall verfolgt und dem Hunger und Elend preisgegeben; die Rasse stirbt aus. Der weiße Mann kennt kein Mitleid mit dem Echivarzen......" Kommissionen der englischen Regierung haben schon öfter die Sachlage untersucht und die Behandlung, der die Schwarzen aus- gesetzt sind, entschieden verurteilt, aber es geschah nichts Ernstliches zur Abhülfe. DaS Amt eines„Ober-Schutzherrn", da» in Perth für die Eingeborenen eingerichtet ist, hat keinerlei Bedeutung. Der Bischof fordert daher eine Intervention von feiten der Regie« rung. um der aussterbenden Rasse zu helfen. Wie in Weft-Australien, so ist es auch in den übrigen Staaten des australischen Bundes. Die Schivarzen werden beraubt, ver» drängt und sterben aus. Internationale«KolonisicrungZ"°Politi!!— GewsrkfcbaftUcbc� Wer den sozialen Frieden bricht! Das zeigen wieder mal zwei Bemerkungen, die dem „Berliner Tageblatt" mit unterlaufen in einer sichtlich zu» gunsten der Unternehnier inspirierten Besprechung der Ber- liner Lohnkämpfe in seiner Montagsausgabe. Ueber den Kampf in der Holzindustrie heißt es da:. „Ursprünglich handelte es sich in diesem Kampf nur um Berlin und Vororte. Später aber kam noch eine Reihe von Pro- vinzialstädten hinzu, in denen ebenfalls durch Aussperrun- gen die Kamps niittel der Arbeiterorganisation geschwächt werden sollten. Daß dieses Ziel von den Arbeitgebern erreicht ist... usw." Demnach lag also ein wirtschaftlicher und fach' l i ch e r Grund zu diesem Kampfe, der— nach den eigenen Worten des„B. T."—„Millionen verschlungen und eine starte Erschütterung des /ganzen Gewerbes ijervargerufen hat", nicht vor, sondern die Unternehmer haben ausgesperrt lediglich zu dem Zweck, ihre Macht zu erweitern und die der Arbeiter zu brechen. Ags hindert aber nicht, daß jn der turgerlichön Presse auch iveiterhin die Ned'e sein ivird 6on den ».frivolen Streiks" durch welche die Arbeiter angeblich den friedlichen Erwerb stören. Und wie steht's im Baugewerbe? Dos verrät das »B. T." durch folgende köstlich naive Zeilen: „Was die Wirkung des drohenden Riesenkampfcs auf die Bautätigkeit von Groß-Berlin anlangt, so steht fest, daß man in den Bauunternehmerkreisen schon seit dem letzten Herb st mit einem allgemeinen Streik t c ch n et e und hiernach die Anordnungen traf. Tatsächlich sind denn auch, wie wir erfahren, nicht halb so viel Bauten als in früheren Jahren in Angriff genommen worden." «o Heiht mit anderen Worten: schon feit einem halben �5ühr haben die Bauunternehmer geradezu auf der Lauer gestanden, um über die Arbeifer herzufallen. Denn auch im Baugewerbe ist bekanntlich kein Streik, son- dern eine Aussperrung, ein Angriff der Unternehmer auf die Arbeiter erfolgt. Dieser Angriff war, wie das„B. T." nun ganz harmlos ausplaudert, bereits seit dem Herbst geplant und von langer Hand vorbereitet. Wer sind also nun die Friedensbrecher? Und bei dieser Sachlage wagt das„B. T." noch, an die Behörden der Stadt Berlin folgende Zumutung 4U stellen: -.Die Stadt Berlin wird selbstverständlich direkt von den Folgen des Kampfes auch betroffen werden. Zwar hat die Verwaltung grundsätzlich abgelehnt, in die einzelnen Bauverträge die von den Unternehmern geforderte Streikklausel aufzu- nehmen. Es ist vielmehr überall die rechtzeitige Fertigstellung der vergebenen Bauarbeiten durch hohe Konvcntional- st r a f e n vorgesehen worden. Ob aber, wenn es wirklich zum Kampfe kommt, die Stadtverwaltung auf ihrem Schein bestehen wird, erscheint doch wohl fraglich." Also obwohl die Stadt Berlin die Streikklausel aus- vrücklich abgelehnt hat und obwohl überdies die Unternehmer selbst den Frieden gebrochen haben, hält es das liberale Blatt doch sozusagen für sclbswerständlich. daß die städtischen Behörden in dem Kampf Partei ergreifen zugunsten der Friedensbrecher! Das„B. T." hatte Recht, als es vor ein paar Wochen schrieb, die liberale Presse habe der vollen Koalitionsfreiheit der Arbeiter immer„das Wort(geredet". Das Wort allerdings. Mit Worten, mit schönen Redensarten hat der Liberalismus immer versucht, die Arbeiter einzuseifen. Sobald es aber zu T a t e n kommt, erwartet er von liberalen und sonstigen Behörden ohne weiteres ein Eingreifen gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter. Berlin und Umgegend. Lohnbewegung der Bäcker. Die Forderungen, welche der Bäckerverband in der gegen» tvärtigen Lohnbewegung aufstellt, bildeten den Gegenstand der Verhandlungen, welche der Verband mit der Freien Vereinigung der Bäckermeister vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts führte. In der ersten Sitzung, die am Freitag abgehalten wurde. kam es zu einer Verständigung, wonach die Freie Vereinigung folgende Forderungen bewilligt: Vollständige Beseitigung von Kost und Logis im Hause des Meisters; Ausnahmen sind nur zulässig, wenn Verwandte des Meisters bei ihm arbeiten.— Der Mindcst- lohn beträgt 23 Mk. pro Woche, für verantwortliche Posten und Ge- seilen in Großbetrieben entsprechend mehr. Aushülfen werden mit 4,50 Mk. pro Tag, verantwortliche Arbeiter entsprechend höher bezahlt. Ueberstunden sind mit 60 Pf. pro Stunde zu vergüten.— Die Arbeitszeit beträgt einschließlich der Pausen in Kleinbetrieben IL, in Großbetrieben 10 Stunden.— Der paritätische Arbeitsnachweis wird anerkannt, ebenso die Lehrlingsskala des Verbandes. Diese Punkte enthalten im wesentlichen das, was schon nach dem Vertrage, der 1905 mit den Innungen abgeschlossen wurde, gelten sollte, aber von den meisten Jnnungsmcistern nicht ge- halten worden ist. Von den Meistern der Freien Vereinigung sollen diese Bedingungen bisher schon innegehalten worden sein, auch ein paritätischer Arbeitsnachweis besteht für sie bereits.— Bezüglich des Hauptpunktes der Lohnbewegung, der einzigen Neuen Forderung, nämlich der Gewährung eines freien Tages in jeder Woche, konnte mit der Freien Vereinigung eine Verständigung nicht erzielt werden. In der am Montag ab- gehaltenen Sitzung des Einigungsamtes vertraten die Meister den Standpunkt, sie seien nicht in der Lage, den freien Tag zu bc- willigen, ehe nicht die Nachtarbeit gänzlich abgeschafft ist. Sie könnten nur soviel zugestehen, daß den Gesellen, wenn sie mal ins Theater gehen wollen, bis 12 Uhr nachts Urlaub erteilt werden solle.— Demgegen erklärten die Vertreter des Verbandes, das sei gar kein Zugeständnis, denn dieser Brauch herrsche schon jetzt. An der Forderung des freien Tages müßten sie festhalten. Das Einigungsamt wird nun über diese Frage heut einen Schiedsspruch fällen. Am Nachmittag um 2 Uhr wird sich eine Vertrauensmännerversammlung, um 4 Uhr eine große öffentliche Versammlung der Bäcker mit der Frage beschäftigen, ob man den Schiedsspruch des Einigungsamtes oder die ursprünglichen Ge- sellenforderungen den Meistern einzeln zur Bewilligung vorlegen wird._ Berichtigung. Irrtümlicherweise ist der Besitzer der Besohl. aastalt Wilhclmstraße 145 beschuldigt worden, daß er Streik» arbeiten für die Firma Stiller verrichtet hat, da dies, wie wir uns überzeugten, nicht der Fall ist, nehmen wir diese Behauptung zurück. Zentralverband der Schuhmacher. Veutfebes Reich. Herr Rexhäuser. Man schreibt uns: Der vom„Vorwärts" am 8. Mai erwähnte Leitartikel des „Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker" mutet recht seltsam an, wenn man ihn mit dem Protokoll der Konferenz der Vertreter der Zentralverbände vergleicht. Nach diesem Protokoll, welches übrigens in seinem bezüglichen Teil stenographisch aufgenommen und vor der Drucklegung den in Betracht kommenden Rednern zugesandt wurde, versuchte Herr Rexhäuser den Nachweis zu sühren, daß er Sozialist sei und sich alS Parteigenosse fühle, indem er sagte: „Ich getraue mir überall den Standpunkt zu vertreten, den ich als moderner Arbeiter vertreten muß, nämlich daß ich Sozialist bin. Ich habe niemals geleugnet, daß ich auf dem Boden des Sozialismus stehe; ich habe mich auch nicht gescheut, bei der Agitation selbst in Rheinland-Westsalen das zu erklären. Ich habe wiederholt geschrieben, daß man sich auf den Standpunkt stellen müßte, daß die kapitalsttische Entwickelung der Weisheit letzter Schluß sein müßte, wenn man nicht Sozialist wäre. Das hat wiederholt im.Korrespondent" gestanden. Ich erinnere daran, daß zum Beispiel die„Westdeutsche Arbeiterzeitung" von Giesberts mich wiederholt sozialdemo- kratischer Gesinnungen bezichtigt hat. daß der Rcichsvecband zur Bekämpfung der Sozialdemokraüc uns Buchdrucker und den „Korrespondent" genau so behandelt ww alle anderen Arbeiter und deren Organe. Man kann sehr wohl auf dem StandpuMt des Sozialismus stehen, ohne seine gewerkichaftl.chen Jnteresien zu schädigen. DaS Wort, das Bömelburg wiederholt geäußert hat, Gewerkschaften und Sozialdemokratre sind erns. hat eine gewisse innere Berechtigung. Das habe rch auch vor kurzem in einer öffentlichen Versammlung ,n Dresden gesagt.— Ich bm als Parteigenosse nach Leipzig gekommen und suhlemrch auch heute noch als Parteige n o s I e.____ ßuwte. äePatKuu KebckTBeZ'll. Lnj-rattllteil vexgM� Damals war mit keinem Ton die Rede davon, daß„die Sozial« demokratie nicht den Lebensinteressen der Gewerkschaften Rechnung zu wagen verstände". Auch„der„kleine" Unterschied zwischen einem Sozialisten und einem Sozialdemokraten des Erfurter Programms" war noch nicht entdeckt worden, denn Herr Rexhäuser„fühlte sich" alS Parteigenosse. Freilich waren die damaligen Verhand- lungen nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt und eS mag ja vielleicht zu einer„klugen Konzessions- und Kompromiß- Politik" gehören, in nichtöffentlichen Velsainmlungcn sich als Partei- genösse, aber„um der Außenwelt willen sich ver- pflichtet zu fühlen", feierlichst zu erklären:„daß von den allgemein bekannteren Führern des Verbandes keiner der Sozial- demokratie angehört und in der Redaktion des„Korrespondent" niemand". Glücklicherweise ist eine solche Ansicht über„wahre Arbeiter- Politik" noch nicht Genieingut in der deutschen GewerkschastS- bewegung geworden, sondern man dürfte es hier noch mit dem halten, was das„Correspondenzblatt der Generalkommission" in seinem Leitartikel vom 22. Dezember 1906,„Der ReichStagSwahl- kämpf und die Gewerlschasten" schrieb: „Wer aber als Staatsbürger sich politisch betätigen, seinem Stimmzettel Politischen Einfluß sichern will, der muß auch einer politischen Organisation beitreten. Ohne Organi- sation kein Erfolg, ohne Vereinigung keine Macht. Das weiß jeder Gewerkschafter. Deshalb genügt es nicht, am Wahltage für die Sozialdemokratie zu stimmen, sondern die Arbeiter haben auch die Pflicht, in die sozialdemokratischen Wahlvereine einzutreten und für deren Ausbreitung zu wirken." Achtung, Fabrikarbeiter! Die Lohnbewegung in der Wolgaster Zementfabrik hat mit einem Siege der Arbeiter geendet; sämtliche Forderungen der Arbeiter sind bewilligt. Jedoch ist der Zuzug von Fabrikarbeitern nach Wolgast nach wie vor fernzuhalten. Der Streik der Arbeiter in der Finkenwaldcr-Podcjucher Zement- fabrik dauert fort und bitten wir deshalb alle Fabrikarbeiter, dahin keine Angebote anzunehmen. Der Gauvorstand der Fabrikarbeiter 4. I. A.: Mesenhütter- Stettin. Die Unternehmer im Handels-, Transport- und BerkehrLgewerbe zu Göttingen haben sich zu einem Ring zusammengeschlossen, deffen Zweck die Vernichtung des Transportarbeiter- Verbandes sein soll. Der Fuhrwerksbesitzer Kornrumpf hat bereits von seinen Kutschern den Austritt aus dem Verbände ver- langt. Ebenso ist bei der Kohlenfirma Wolter sämtlichen Ar- beitern wegen Lohndifferenzen gekündigt worden. Beide Unternehmer suchen nun in auswärtigen Zeitungen Arbeiter bei hohem Verdienst. Der hohe Verdienst besteht bei der Firma K o r n r u m p f in 13 M. und bei Wolter in 16,50 M. Wochenlohn, von denen noch die gesetzlichen Abzüge gemacht werden.— Ferner befinden sich die Brauereiarbeiter der städtischen Brauerei im Sweik. Es wird ge- beten, Zuzug nach Göttingen fernzuhalten. Die Metallarbeiter-AuSsperrung am Main. Die Adler-Fahrradwcrke vorm. Hch. Kleher, die zirka 300 0 Arbeiter beschäftigen, machen durch Anschlag bekannt, daß 60 Proz. ihrer Arbeiter am 31. Mai ausgesperrt werden. Die Velten-Guilleaume-Lahmeyerwerke, wo ungefähr 2 200 Arbeiter beschäftigt sind, wollen erst am 29. Mai aussperren- Die Scharfmacher deS Bremer Baugenerbes beabsichtigen an- scheinend einen ernsten Konflikt heraufzubeschwören. Anläßlich der Maifeier hatten sie beschlossen, alle diejenigen Arbeiter 14 Tage aus- zusperren, die einen Entlassungsschein vom 30. April bis zum 4. Mai führen. Infolge dieses Beschlusses sind heute noch 28 Maurer aus- gesperrt, darunter auch solche, die schon vor dem 1. Mai arbeitslos Ivarcn. Auf ein Schreiben des Vorstandes der Bremer Maurer, worin die BaugewerkSincister ersucht werden, den bezeichneten Be- schluß aufzuheben, erwiderte der Vorsitzende Lehmann mündlich, daß die Unternehmer diesem Ersuchen unter keinen Umständen Folge leisten würden. Eine offizielle Antwort ist auf das Schreiben des Vorstandes von feiten des„Vereins Bremischer Baugcwerksmeister" nicht eingetroffen. In einer am Mittwochabend im großen Saale des„Casino" abgehaltenen außerordentlichen Maurerversammlung ist nun beschlossen worden, die Bauten derjenigen Meister zu sperren, die Maßregelungen vorgenommen habest. Die Arbeiter der in Frage kommenden Bauten werden am Freitagabend in besonderen Versammlungen beschließen, wo und wann die Sperre in Kraft treten soll. Ob die Unternehmer mit einer allgemeinen Aussperrung antworten werden, wird sich in den nächsten Tagen zeigen— zuzutrauen ist es den Scharfmachern an der Unterweser. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Verschmelzung deS Deutschen Lithographenbundes mit dem Senefelderbund. Am Sonntag tagte im Leipziger Volkshaus eine von je 10 Ver- tretern der genannten Verbände beschickte Konferenz, um über die Verschmelzung der beiden Verbände zu beraten und zu be- schließen. Bisher rivalisierte der etwa 500 Mitglieder zahlende Lithographenbund mit dem neben 11000 Stein- usw. Druckern 4500 Lithographen in sich schließenden Scnefelderbunde. Dieser Zustand führte zu mehrfachen Reibereien, von denen nur die Unter- nehmer Nutzen hatten. Dazu kommt, daß die bekannten 31 j-pranr- furter Kläger, wegen denen der Senefelderbund sein Statut andern mußte, eine gelbe Organisation gründen wollen. Vom Senefelderbund war erschienen S»Iii er(Haupt- vorstand), H i ck m a n n(Ausschuß), O b i e r(Redakteur), a n g e, Müller und Barth aus Berlin. Czech und Reimerl aus Leipzig, Graf aus Dresden und Eichenmüller aus Nürnberg. Der Lithographenbund war vertreten durch H e r b st (Hauptvorstand). Ott(Ausschutz), Schuett er(Redakteur;. Grelbig-Berlin. W a l d e m a r- Leipzig, i5 a ß o l d- Nürn- borg. Kahl- Brandenburg, Wolfs- Lcitelshain, Müller- Saal- feld und C z e g u h n- Würzburg, den Vorsitz führte D ö b l i n von der Generalkommission. Der Zusammenschluß wurde auf folgender Grundlage vereinbart: I. Der Deutsche Lithographenbund wird zunächst auf Wirtschaft- lichem Gebiete mit dem Senefelder«Bund verschmolzen. Die Lithographen bilden innerhalb des Verbandes: a) eine Zentralkommission. b) örtliche Sektionen. Die Zentralkommission hat in der Regelung gewerkschaft- licher und spezieller Berufsfragen das Recht der Initiative, das nur an die Zustimmung der Hauptverwaltung gebunden ist. Der Vorsitzende der Zentralkommission ist zweiter Vorsitzender im Hauptvorstande des Verbandes. Oertliche Sektionen können überall gebildet werden, wo die statutarischen Voraussehungen gegeben sind. II. Die Unterstützungskassen deS LithographenbundcS bleiben bis auf weiteres bestehen. Die Liquidation der UnterstützungS- lasse des Lithographenbundes tritt sofort nach Beendigung der Liquidation des Senefelder-Bundes ein, wonach die Mitglieder des Lithographcnbundes in die Unterstützungskassen des Ver- bandes der Lithographen. Steindrucker und verwandten Berufe übergeführt werden- III. Zur Vertretung der Interessen der Lithographen wird in der„Graphischen Presse" ein besonderer Teil eingeräumt, der von einem im Beruf tätigen Lithographen selbständig bearbeitet wird. Die Ernennung des Bearbeiters dieses Teils der „Graphischen Presse" wird dem Lithographenbunde überlassen. Dem Bearbeiter dieses Teils sind alle Berichte, Artikel usw., die Lithographenfragen berühren, einzusenden.__ "MsiBtsde. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.v.LerlallSaokt«V Die gewerkschaftliche Verschmelzung findet am l. Juli 1907 statt. Differenzen im Lohn- und Arbeitsverhältnis werden vom 12. Mai 1907 ab sofort gemeinschaftlich geregelt. Der Zusammenschluß ist im Interesse der Gesamtarbeiter» bewegung zu begrüßen. Rusland. Bewegung der englischen Eisenbahner. In England haben die Eisenbahnangestelltcn am Sonntag insgesamt etwa 150 Versammlungen veranstaltet. In London, wo die Kundgebung im Hyde Park stattfand, betrug die Zahl der Teil- nehmer ungefähr 20 000, in Glasgow 15 000. Veranlassung zu den Versammlungen war das Verlangen, daß der Gesamtverband der Eisenbahnangestcllten bei den bezüglich der Streitigkeiten mit den Gesellschaften zu führenden Verhandlungen als Vertreter der Eisenbahnbcdiensteten anerkannt werde. In den Versammlungen wurde eine Resolution angenommen, in denen die Haltung des Ver» bandes gebilligt wird. In der Versammlung in New Castle ge» langte noch eine Zusatzrcsolution zur Annahme, in der die Gesell- schaften aufgefordert werden, ihre Entschließung bezüglich der ge- forderten Zugeständnisse und die Anerkennung des Gesamt- Verbandes vor Ende Juni bekanntzugeben. Falls den Forderungen nicht stattgegeben werden sollte, werde am 2. August der Ausstand beginnen._ Gewerkschaftliche Kämpfe und Fortschritte in Finnland. Eine große Zahl von Lohnkämpfen hat in diesem Frühjahr die Arbeiterschaft von Finnland zu bestehen. In HelsingforS streiken die Zimmerer, ungefähr 1000 legten die Arbeit nieder. Ihre Hauptforderung ist Abschaffung der Akkordarbeit. Einige Firmen haben bewilligt. Auch die Schneider in der finnischen Hauptstadt streiken. Sie fordern vor allem Abschaffung der Heim- arbeit. Von 118 Arbeitgebern haben 93, die ungefähr 500 Ärbeiier besck�istigen, bewilligt; 200 Schneider und Schneiderinnen stehen noch im Streik. Die Tapezierer von HelsingforS verhandeln über einen neuen Lohntarif, wahrscheinlich wird es aber auch in diesem Beruf zu einein Kampf kommen. In V i b o r g haben die Schneider durch Streik einen neuen verbesserten Lohntarif erzielt; bei drei Firmen dauert der Streik jedoch noch fort. Die bau- gewerblichen Arbeiter von Viborg befinden sich ebenfalls im Streik. Sie kämpfen um den Neunftundcntag. Der Streik um- faßt 2000 Mann. Jn Tammerfors streiten die baugcwerblichen Arbeiter, ungefähr 3000 Mann stark, um einen Beschluß der Unter- nehmer. die bisher neunstündige Arbeitszeit auf zehn Stunden zu verlängern, abzuwehren. Außer den hier erwähnten, finden noch m verschiedenen Orten und Berufen kleinere Streiks und Lohnbewegungen statt. Ein« Landesorganisation der Gewerkschaften Finnlands ist Ende vorigen Monats gegründet worden, und zwar auf einem zu diesem Zweck einberufenen Kongreß, der in Tammer- fors stattfand und von über 400 Vertretern besucht war. Der Sitz der neuen Landeszentrale der finnischen Gewerkschaften ist Heising- fors. ihr Vorsitzender E. Haapaleinen, Sekretär und Kassierer K. V a r t i a i n e n.— Der nächste Kongreß soll 1909 in Heising- sor» stattfinden._ Der Streik im New Yorker Hafeu. Die Dampferverwaltungen beabsichtigen die Sperre gegen die Arbeiter, falls der Verladerstreik nicht bald beendet ist. Inzwischen mußten mehrfach angekommene Dampfer mit nur teilweise ge- löschter Fracht wieder abfahren. Die Frachtstauung ist ungeheuer auf den Docks, trotzdem viel Fracht nach anderen Häsen dirigiert wird. Die Versicherungsgesellschaften erwägen eine Ratenerhöhung, weil unerfahrene Arbeiter die Güter ungeschickt verstauen. In- zwischen gewinnen die Arbeiter an Boden. Gestern morgen sind 300 Lagerbuchführer und andere HülfSkräfte in den Ausstand ge- treten, serner 1200 Arbeiter auf Leichterschiffen. Die Frachtverlader mieten Schleppdampfer, mit denen sie im Hafen kreuzen, um an- kommende Arbeitswillige zur Rückkehr zu bewegen. Der Kapitän des Hamburger Dampfers„Silvia", der innntten des Flusses Kohlen einnahm, ersuchte in der Befürchtung einer Attacke der Aus- ständigen die Polizei um die Genehmigung, seine Leute bewaffnen zu dürfen._ Ein verfehlter Schachzug. Wir erhalten folgendes Schreiben: Der Zentralausschuß Berliner kauf« männischer, gewerblicherund indu st rieller Vereine und der Verein Berliner Kaufleute und Indu st rieller haben in ihrer Plenarversamm- lung vom 13. d. Mts. angesichts der drohenden und in ihren Folgen unübersehbaren Aussperrung im Bau- g e w e r b e beschlossen, den Beteiligten dringend ans Herz zu legen, in letzter Stunde einen nochmaligen Versuch zur Erhaltung des Friedens zu machen. Der Zentralausschuß, in dessen 65 Vereinen die ge- samten Wirtschastsinteressen Groß-Berlins zusammen- strahlen, würde es in Vertretung dieser Interessen auf das allerlebhafteste beklagen, wenn es nicht gelingen sollte, einen Kampf zu verhindern, der nicht nur Unternehmer und Ar» beiter im Baugewerbe, sondern auch alle mit diesen in Ver- bindung stehenden Erwerbszweige und Berufsgruppen, vom größten bis zum kleinsten Gewerbetreibenden, nebst deren Angestellten und Arbeitern, und damit die Gesamtheit der Berliner Wirtschastsinteressen ans das empfind« lichste treffen und schädigen müßte. Indem wir uns hinsichtlich der Frage der Verkürzung der Arbeitszeit vollständig auf den Standpunkt der Arbeitgeber st e l l e n, glauben wir darauf hinweisen zu sollen, daß noch heute die Möglichkeit besteht, den Ausbruch des Kampfes zu verhindern, sofern der Schiedsspruch des Einigungsamtes des Berliner Gewcrbegerichtes zur Grund- läge vertraglicher Vereinbarungen genommen wird. Präsidium des Zentralausschusses Berliner kaufmännischer. gewerblicher und industrieller Vereine. Emil Jakob, Geh. Kommerzienrat. August Meisemann, Firma Rudolph Hertzsg. Max Happoldt, Kgl. Kommerzienrat. Die Herren Industriellen und Kaufleute, die für sich selber fürchten, gebärden sich als unparteiische Vermittler. Und daher stellen sie sich„hinsichtlich der Frage der Ver- kürzung der Arbeitszeit vollständig auf den Standpunkt der Arbeitgeber". Womit ihr eigenartiger Vermittelungsversuch als ein Versuch mit untauglichen Mitteln charakterisiert ist! Letzte Nadmcbtcn und Dcpcfcbea Lawinensturz. Innsbruck, 13. Man(W. T. B.) In Schlundern sind durch eine Lawine drei Personen verschüttet und eine getötet worden. Erdbeben. Graz. 13. Mai.(B. H.) Heute früh S'ch Uhr erfolgte in verschiedenen Orten Ober-SteiermarkS ein drei bis vier Sekunden dauerndes heftiges Erdbeben, begleitet von donnerähnlichen Ge» räuschen. Die Richtung des Erdbebens ging von Nordwest nach Südost.________ RaulSiygerLcCo.. Pexlin SW~ Hierzu 3 Beilagen u.Unterhkltungsblatt Nr. 110. 24. Iahrgakg. 1 Stilajt des Jotniirts" Knlim loMift. Dienstag, 14. Mai 1907. Reichstag� K2. Sitzung vom Montag, den 13. Mai 1307, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstische: Graf v. Posadowsky, Der n bürg. Eingegangen ist eine Vorlage betr. Vertagung des Reichstags 6i< zum 19. November. In dritter Beratung wird der Weltpo st vertrag nebst Schlutzprotokoll debattelos angenommen. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ist die erste und event. zweite Beratung des Zusatzvertrages zwischen dem Reiche und Norwegen zu dem am 19. Januar 1878 abgeschlossenen Auslicferungs- Vertrag. Derselbe wird debattelos angenommen. Es folgt die erste und eventuell zweite Beratung des Aus- lieferungsvertrages zwischen dem Reiche und Griechenland. Abg. Bebel(Soz.) szur Geschäftsordnungs beantragt Absetzung dieses Gegenstandes von der Tagesordnung, da der Vertrag den Mitgliedern erst vorgestern zugegangen sei, eine Beratung in den Fraktionen also unmöglich gewesen sei. Dieser Antrag, dem sich die Abgg. Dr. Müller- Meiningen (frs. Vp.), Bassermann snatl.), Kirsch(Z.) anschließen, wird angenommen. .�Die Zusatzübereinkunft zum Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Türlei vom 26. August 1896 wird in der dritten Beratung debattelos angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Handelsabkoittmeus zwischen dem Deutschen Reiche und de» Bereinigten Staate» von Amerika. Abg. Graf Könitz(!.): Leider ist es der Exportindustrie nicht möglich gewesen, in der kurzen Zeit zu dem Vertrage Stellung zu nehmen. Ich will darüber Weiler kein Wort verlieren, daß wir bisher durch unsere Nachgiebigkeit die Rücksichtslosigkeit der Amerikaner nur verstärkt haben. Wir werden gar oft in die Lage gedrängt, gegenüber den Herren von der Rechten eine Art freiwilliger Regierungskommiffare zu sein. Gar oft richten die Herren von der Rechten gegen die Regierung sehr harte Angriffe, wenn sie meinen, daß die von der Regierung vertretene Handelspolitik nicht richtig ist, und wir kommen dann in die Lage, erklären zu müssen, daß diese Angriffe ungerecht- fertigt find. Gerade bei den Beratungen über die Handelsverträge hat Graf Kanitz den schwersten Schaden der Landwirtschaft vorausgesagt, diese Folge ist aber nicht eingetreten.(Sehr wahr! bei den Sozial- demolraten.) Wenn die Agrarpolitik nach unserem Sinne eingerichtet wäre, so wären nicht so viel deutsche Arbeiter ins Ausland ge- gangen, sondern sie wären auch als Konsumenten hier ge- glieben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Re- gierung nicht immer so gehandelt hat, wie sie nach der Ansicht des Herrn Grafen Kanitz hätte handeln müssen, und wenn er sie infolge deffen dafür verantwortlich macht, daß unser Verhältnis zu Amerika ein sehr eigenartiges geworden ist, so meine ich, daß gerade die Agrarier kein Recht zu solchen Vorwürfen haben; denn gerade aus ihrtm Gebahren ist das jzanze Verhältnis zu deu Vereinigten Staaten hervorgegangen.(Sehr richtig! links.) Nur den Vorwurf kann man der Regierung nicht ersparen, daß sie den Agrariern nachgegeben hat. Hätte sie sich gegen das Treiben der Agrarier immer ablehnend verhalten, so wäre unser Verhältnis zu Amerika heute günstiger. Nun behaupten die Herren nicht ganz mit Unrecht, das Abkommen biete viel weniger, als man verlangen könnte. Und gewiß wird niemand in diesem Hause von dem Abkommen ganz befriedigt sein. Man hätte jedenfalls viel mehr erwarten können und auch erwarten dürfen, wenn wir eine richtige Zollpolitik hätten. Bei der Beratung des Zolltarifes ist uns gesagt worden, daß man mit ihm viel günstigere Handelsverträge als früher werde abschließen können. Aber will irgendjemand behaupten, daß auch nur ein einziger derseitdem geschlossenen Handelsverträge günstiger ist als die früheren? Ein- getreten ist vielmehr, was wir vorausgesagt haben. Und es hat sich gezeigt daß der Zolltarif nicht ein Moment zum Abschluß günstigerer Handelsverträge ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daraus kann man der Regierung einen Vorwurf machen, daß sie sich eben von den Agrariern hat treiben lassen. Gerade die Aararier sind die Schuldigen, und auch heute wieder sagte Graf Kanitz:.Ach, wenn wir doch nur einen Doppeltarif hätten I"— Dann, meinte' er, würden wir einen günstigen Handelsvertrag mit Amerika ickließen können. Aber ich meine, daß ein Handelsvertrag auch ohne einen Doppeltarif möglich ist. Nun sagte Graf Kanitz. das Abkommen biete der Industrie gar keinen Vorteil, und er beklagte sich zum Schlüsse darüber, daß die Industrie keinen Protest gegen das Ab- kommen eingelegt habe. Aber wenn er sich über Amerika beklagt, so soll er doch bedenken, daß die Agrarier die Haltung Amerikas veranlaßt haben.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Graf Kanitz führte weiter an, die Zollfreiheit wäre für die deutsche Zuckerindustrie sehr wünschenswert gewesen. Aber wäre es Ihnen gelungen, die Produkte der amerikanischen Land- Wirtschaft von unserem Markte zu verdrängen, so dürften Sie sich nicht wundern, wenn die Amerikaner die Produkte erzeugen für die sie im Jnlande Absatz haben. Bei ihrem großen Zuckerkonsum versuchen sie selbstverständlich auch den Zuckerrüben- bau. Uebrigens sind diese Ver, uche nicht neu. sondern sie datieren schon seit Anfang der achtziger Jahre. Weiter beklagte Graf Kam daß der hohe Hopfenzoll prohibrtiv wirkt, aber er bestreitet doch nicht daß wir noch immer für 4 Millionen Mark Hopfen nach' Amerika ausführen. Der Zoll wirkt also doch nicht vollständig prohibitiv.— Dam, beklagte Graf Kamtz die Zollfreiheit von Obst. Allerdings heißt eS im Vertrage. daß zollftei eingehen bei uns Aepfel, Birnen, Quitten in Post- fendungen von einem Gewichte bis ö Kilogramm einschließlich und auf andere Weise eingehend verpackt oder nur in Säcken bei mindestens 50 Kilogramm Rohgewicht vom 1. September bis 30. November. Wieviele solcher Postsendungen kommen wohl nach Deutschland? Und wieviel Sendungen verpackt in Säcken? Ueberall, wo ich amerikanische Aepfel sehe, sehe ich sie in anderer Verpackung, und da ist bei einfacher Umschließung ein Zoll von 3,20 M., bei mehrfacher Umschließung ein Zoll von 5 M. für den Doppelzentner festgesetzt! Alle diese Einwendungen sind doch sehr gesucht und dienen nur als Deckmantel für den sehnlichen Wunsch, mit Amerika in einen Zollkrieg zu kommen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dann ist auch darüber geklagt worden, daß unsere Handelsbilanz mit Amerika passiv sei. Ich halte es gar nicht für ein großes Unglück, wenn unsere Handelsbilanz passiv ist. England hat bei seinem un- streitig blühenden Handel eine passive Handelsbilanz. Wenn wir z. B. rohe Baumwolle aus Amerika einführen und Baumwoll- fabrikate nach Rußland und Oesterreich ausführen, so wird unsere Handelsbilanz Amerika gegenüber um so passiver, je höher der Ver- brauch und unsere Ausfuhr nach Rußland und Oesterreich steigen. Wir begrüßen den Abschluß jedes Vertrages, durch welchen die freundschaftlichen Beziehungen der Nationen gefördert werden. Hier sind es die Agrarier, drüben die Großindustriellen, die zum Zoll- krieg drängen. Wir werden natürlich alles versuchen, einen derartigen Zollkrieg zu vermeiden und stimmen daher für den Vertrag.(Zu- sliminung bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Fuhrmann wünschte, daß nicht die Regierung allein, sondern auch der Reichstag das Handelsabkommen kündigen könne. Seltsam ist eS, daß die Herren gerade in solchen Fällen eine Eriveiterung der Rechte des Reichstages verlangen. Wenn Sie wirklich die Rechte des Reichstages erweitern wollen, so können Sie auf unsere Unterstützung immer rechnen.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie aber die Ausdehnung der Rechte des Reichstages verlangen, daß der Reichstag die Regierung zur Kündigung solcher Verträge soll zwingen können, so liegt darin nicht die Sehnsucht»ach einer Er- Weiterung der Rechte des Reichstages, sondern die Sehnsucht, den Ver- trag überhaupt aus der Welt zu schaffen(Sehr wahr I b. d. Soz.) und die Erweiterung der Rechte des Reichstages soll Ihnen nur als ein Deckmantel dafür dienen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Gegner des Vertrages sollten ihre Gegnerschaft offen aussprechen, aber nicht irgend welchen Deckmantel dafür suchen. Für unser Ver- halten ist die Richtschnur, daß wir die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika fördern wollen.(Lebhaftes Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Dohrn(fts. Vp.) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit dem Handelsabkommen. Abg. v. Dirksen(Rp.): Der Vertrag entspricht absolut nicht unseren Wünschen und Erwartungen wir stimmen ihm nur zu in der bestimmten Voraussetzung, daß der nächste Vertrag weit besser wird. Einen Zollkrieg mit Amerika, dem wir uns politisch immer inehr nähern, würden wir für bedauerlich halten, und wir geben zu,' daß unsere Jndustire ein erhebliches Interesse an einem friedlichen Handelsverhältiiis zu Amerika hat. Abg. Dr. Böhme(Wirtsch. Vg.): Die Caprivischen Handels- Verträge haben der Industrie nichts genutzt; das hat selbst ein so berufener Vertreter der Industrie wie Frhr. Hehl zu Herrnsheim anerkannt. Nicht die Haltung der Agrarier hat die Handels- beziehungen zu Amerika verschlechtert, sondern die unglaubliche Nachgiebigkeit unserer Handelskreise.(Sehr wahr! rechts.) Amerika steht aber durchaus nicht mehr so unangreifbar da wie früher; eS hat mit der Konkurrenz Japans zu rechnen; infolge dessen sollte unsere Regierung endlich mit Energie dafür eintreten, daß die Amerikaner uns mehr Entgegenkommen beweisen, als es in diesem Vertrage ge schehen ist. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Hufnagelvir vielfach gezwungen sind, uns unseren Garnbedarf zu sichern. Dadurch wird ein stark spekulatives Moment in die Baumwoll- brauche getragen. Das ungesunde Verhältnis liegt unseres Erachtens vor allem in den spekulativen Abschlüssen. Die Spinner sind durch ihre außerordentliche Inanspruchnahme einfach gezwungen, die Spinnlöbne und damit die Preise der Gespinste bedeutend zu er» höhen. Die Frage ist nun. ob die Welt auf die Dauer die hohen Preise wird bezahlen können, welche bei dem jetzigen Konsum eine Mehrausgabe von über 2 Milliarden allein für Baumwollgarn pro Jahr nötig machen. Wir können nicht genug davor warnen, auf ein weiteres Steigen der Konjunktur zu bauen, nachdem wir eine so lange Periode stetig guter Konjunktur hinter uns haben. Ein Umschwung mliß früher oder später eintreten. Aus diesem Grunde liegt in den langen Engagements eine große Gefahr. Sobald nur die Käufe von Indien und China i» Manchester nachlassen und die in England neu aufgestellten 8 Millionen Spindeln sich in voller Täligkeit befinden, dürften die Garnpreise bedeutend fallen und sind dann die deutschen Garnkonsuuienten in der Lage, in Anbetracht der durch unseren Ver- band erstritteneu wesentlich ermäßigten Zollsätze ihren Bedarf vom Auslande zu decken, falls die deutschen Spinnereien mit ihren An- sprächen nicht heruntergehen. Wir hören schon jetzt von Abschlüssen, die deutsche Garnkonsumenten in Oeslerreich getätigt haben, die sich inklusive Fracht und Zoll billiger stellen als die Preise deutscher Garne." Hud der frauenbewegung. Gottgewollte Ordnung: WaS die Natur versagt, das muß die Kunst ersetzen I Das ist der Wahlspruch der eleganten Dame. Mit welchen Umständlich- leiten und Geldkosten die Ausstaffierung einer Modedame verknüpft ist, schildert die„Kölnische Zeitung" wie folgt: Um durch eine reizvolle Gestalt ihre Genossinnen zu über- treffen, oder durch einen rosigen zarten Teint den Neid der Stief- linder der Schönheit zu erregen, erduldet die moderne Frau ohne Klagen Leiden und Schmerzen und bezahlt die teuersten Preise ohne Murren. Eine englische Zeitschrist hat eine Berechnung aufgestellt, wie teuer die„natürliche" Schön- heit einer eleganten Modedame zu stehen kommt; die Schönheits- spezialisten des Londoner Westens haben unter ihren Kundinnen mehr als eine, die für die Vorbereitungen zu einem Abend 200, 300, ja felbst 400 M. für ihren Schönheitsdoktor ausgeben I Schon am Morgen begibt sich eine solche Dame in die Behandlung ihres Spezialisten. Sie wird mit Dampf behandelt und massiert, ihr Haar wird gebürstet und parfümiert und gegebenenfalls neu gefärbt, Hände, Arme und Nacken werden mit der größten Sorg- falt behandelt, mit allerlei geheimnisvollen Salben gebleicht; dann schreitet man zum Aufbau der Frisur; Locken werden kunstvoll an- geordnet. Besonders schwierig ist ein geschicktes Schnüren, das die Gestalt geschmeidig und anmutsvoll erscheinen läßt. Bei all diesen langwierigen Vorbereitungen darf die künftige Schönheit nur leichte Nahrung genießen; besondere Drogen gibt es, die den Augen Glanz und Helligkeit verleihen. Natürlich hat jeder Schönheitsdoktor seine besondere Methode und auch seine besonderen Preise; aber die Damen bezahlen sie erfahrungsgemäß gern. Eine reiche Dame der Londoner Gesellschaft hat es sich zur Gewohnheit gemacht, bei allen ihren Reisen sich von einem ganzen Stabe Schönheits- spezialisten begleiten zu lassen, sie reisen mit ihrer Herrin von Land zu Land, wohnen in den ersten Hotels, nur um täglich auf eine Stunde ihren Dienst zu versehen. So werden die„natürlichen Reize" einer pikanten Schönheit hergestellt. Man sieht, was Geld und Eitelkeit vermag, da werden nur um ein paar Stunden zu glänzen alle nötigen Strapazen ertragen. Eine will immer schöner sein, wie die andere. 200, 300, 400 M. für die Schönheit eines Abends I Dazu kommen dann noch die eleganten Garderobenstücke. Schmuck usw. Bon dem hierfür aufgewendeten Gelde muß eine Arbeiterin, die vielleicht den Tag 1—2 M. verdient, monatelang Lebensunterhalt. Wohnung, Garderobe, kurz, alles in allem bestreiten. Eine Lebedame gibt mehr an einem Abend für die Bepinselung ihres sichtbaren Körpers und für sonstige Polituren usw. aus, wie hunderte Arbeiterinnen in mühevoller Arbeit erwerben. Die Arbeiterinnen, welche in den Fabriken die Präparate und alle anderen notwendigen Sachen zur Schönheits- erzeugung herstellen, die den Damen zur Korrektur der Natur dienen, werden meistens so jämmerlich bezahlt, daß sie kaum das Allernot- wendigste zum Leben haben, ja oft kaum ihre Blöße zu decken vermögen I Und im Dienste des Kapitals opfert die Arbeiterin Gesundheit und natürliche Schönheit. Der Kamps um's Dasein, die Misere deS Proletarierlebens reibt die arbeitende Frau auf, nimmt ihr bald alle körperliche Geschmeidigkeit, macht sie vor der Zeit alt und grau. Wenn jemals die Unterschiede zwischen arm und reich zutage treten, so beim Weibe in den sogenannten besten Jahren. Hier das abgehärmte, elende, überarbeitete Proletarierweib, dort die leben- sprühende, kraftvolle, elegante Dame der„guten Gesellschaft". Hier zeitlebens Plage, Not und Sorge ums tägliche Brot, dort Genuß, Nichtstun, nur Sorge um die eleganten Toiletten. Wir leben eben in der besten aller Welten I_ Versammlungen— Veranstaltungen. Berein für die Interessen der Hausangestellten. Erster AuSflug am 20. Mai(2. Pfingstfeiertag) nach Zehlendorf, Restaurant Schützen- Haus. Abfahrt 4 Uhr vom Bahnhof Groß- Görschenstraße nach Zehlendorf. Treffpunkt Bahnhof Groß-Görschenstraße. Für Nach- zügler alle fünf Minuten ein Zug. Gäste hierzu sind freund- lichst eingeladen. Pankow. Die Versammlung, die Donnerstag, den 16. d. MtS., bei Großknrt, Berlinerstr. 27, stattfinden sollte, fällt aus. Reinickcndorf-Ost. Mittwoch, den 13. Mai, 8>/z Uhr, bei Hoffmann, See- und Aegirstraßen-Ecke, Vortrag: Herr Adorno.„Kinder- krankheiten, Entstehung und Verhütung derselben". Treptow- Baumschulcnweg. Mittwoch, den 13. Mai. 8Vz Uhr. bei Christ. Marientalerstraße, Ecke Ernststraße: Vortrag Frau B. Lungwitz.„Unsere heutigen Kämpfe und die Frauen". ng warien, eqe er eine vyc ccuucy..—.....—------.—-------- Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Peklm. SiU ta»»ofkrateotkil vermltw� Tb. tvlscke.«erlin. Druck u. Verlao: Vorwärt» WitterniigSüverkiq» vom 13. Mai 19V7. morgen»« Uh«, Slalionen vß Ii «— Swlnemde. Hamburg »erlin Franks.a.M München Wien Oetln 761 SSO 760 CSD 76t 30 759 SD 76033» 763 3 1 wölken! 2 Dunst 1 heiter 1 halb bd. 1 wolkenl 1 wolkenl e!- I HS> Slalionen ««3 so— Ii sf Haparaiida!761N Petersburg 753» Scillh -Iderdeen Pari» 75� S» 758»NW 759 NNO vetler 4 wolkig 1 Regen 3 heiter 2 bedeckt 2 halb bd. B% s' irf HS 1 9 1t 9 16 Wetter. Prognose für Dienstag, den 14. Mai 1997. Vielfach wolkig, am Tage etwas kühler mit Gewitterregen und meist schwachen südlichen Winden. _ Berliner Wetterburiou. vitchdruckern u. B-rlaasgnstaft ßaul&mtx. St fßeüia SM Nr. 110. 24. Iahrgavg. 2. SkilU des.Amiirls" Kerlim WM». Dienstag, 14. Mai 1907. Herr v. Liebert und die Wahrheit. Der Reichsverbandsgeneral v. L i e b e r t hat bekanntlich kn seinem Prozeß gegen den Genossen Schöpflin einen fragwürdigen Triumph erfochten. Weil Schöpflin sich gewehrt hat gegen eine unter dem Schuhe der Reichstags-Jmmunität gegen ihn geschleuverte schwere Beleidigung, weil er in dieser be- rechtigten Notwehr den General Lügner genannt hat, wurde er zu 400 M. verurteilt. Der Vertreter v. Lieberts hatte eine Freiheitsstrafe erwirken wollen. Wir haben das Urteil bereits charakterisiert. Es lohnt sich jedoch. auf den Prozeß noch einmal zurückzukommen an der Hand des in der„Leipziger Volkszeitung" erschienenen stenographischen Berichts. Und zwar, um das Verhältnis des Herrn v. Liebert zur Wahrheit eingehender darzulegen, als das in unserer Besprechung bei dem damals vorliegenden Material geschehen konnte. Von den Ausführungen des Beklagten, des Genossen Schöpflin seien nach dem stenographischen Bericht die folgenden Sätze hervorgehoben, die auf die Gewissenhaftigkeit des Herrn v. Liebert ein recht grelles Licht werfen. Schöpflin sagte bei seiner Vernehmung u. a.: „Liebert wollte mich persönlich verleumden. Er hat überhaupt die Gewohnheit, Sozialdemokraten, die in der Partei ein Ehrenamt einnehmen, in dieser Weise anzugreifen. Liebert hat schon im Wahl- kämpf mich persönlich angeschwärzt... Liebert hat ferner die sozial- demokratischen Führer in unerhörtester Weise im Wahlkampfe an- gegriffen, Bebel. Singer, v. Vollmar. Von Singer hat er gesagt, er oder sein Sozius hätten ihren Mädchen gesagt, sie sollten auf die Stratze gehen und dort ihren Lohn voll machen. So hat er den Abgeordneten Bollmar verleumdet. eine» Deserteur hat er ihn genannt. Vollmar ist, wie Ihnen allen bekannt ist, im Feldzuge zum Krüppel geworden für Lebenszeit. Da habe ich mir gesagt, wenn er einen Kameraden, der im Feldzuge zum Krüppel geivorden ist, in dieser Weise beschintpft— da ist mir diese Erklärung in die Feder gekommen." Bedeutungsvoll und sehr beredt ist das Schweigen, das Liebert und sein Verteidiger Rechtsanwalt Martin auf einige für den Reichslügenverbandsleiter un- angenehme, aber sehr berechtigte Fragen hatte. Das stenographische Protokoll hat diese interessante Episode wie folgt festgehalten: »Liebknecht:... Die beiden anderen Zeugen sollende- stätigen, daß der Privatkläger die von dem Angeklagten bereits an- gedeuteten Beleidigungen gröblichster Art gegen Bebel, Singer, Bollmar geschleudert hat, ebenso gegen Stadthagen, er sei infam aus dem Anwaltsstande herausgejagt worden. Martin: Ich bitte, das nicht zuzulassen. Unsere Beweisanträge sind rechtzeitig gestellt worden, und diese Anträge kommen so spät, datz wir keine Gegenbeweise stellen konnten. Liebknecht: Liebert wird nicht umhin können, sich zu äußern, ob er die in Frage kommende Aeußerung über Vollmar getan hat. Wenn Liebert sich lveigert, sich darüber zu äußern, möchte ich noch einiges andere den Privatkläger stagen. Es soll daraus hergeleitet werden, daß Liebert es bei der Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht genau nimmt mit der Wahrheit. Ich bitte also, den Herrn Privatkläger zu fragen, ob er sich zu diesen Aeußerungen bekennt? Martin: Der Privatkläger lehnt es ab, sich auf die von feiten des Angeklagten und des Verteidigers gestellten Fragen zu äußern." Von besonderem Interesse ist sodann die Begründung, die Genosse Dr. Karl Liebknecht als Verteidiger seinen Beweisanträgen gegeben hat. Die betreffende Stelle des stenographischen Berichts lautet: Liebknecht: Wie der Angeklagte dazu gekommen ist, den Vorwurf der Lüge zu erheben, das erklärt sich aus dem Inhalt einer Schrift des Privatklägers: »Der Einfluß der Sozialdemokratie auf das deutsche Heer". Da wird mit einer merlwürdigen Art der Geschichtsdarstellung eine große Zahl von den gröblichste» und schwersten Beleidigungen gegen die Sozialdemokratie und ihre Führer erhoben. Es finden sich Insulten, die offensichtlich unwahr find, so daß jedes Kind weiß, daß sie unwahr sind. Da kommen Schimpfworte vor wie schamlose Verlogenheit, wüster Fanatismus, speziell bei Bebel. Das, was Bebel geschrieben hat-- Borsitzender: Das geht nicht, Sie dürfen den Inhalt nicht vortragen. Verteidiger: Ich stelle ja auch nur den Antrag, daß dies verlesen werden möge. Vorsitzender: Bezeichnen Sie die Stellen nach Seite und Zeile. Verteidiger: Ich muß angeben, was darin steht. Anders kann das nicht geschehen. Selbst wenn ich die Schrift übergebe, darf der Gerichtshof sie ja nicht lesen. Vorsitzender: Also welche Stellen wollen Sie verlesen lassen? Verteidiger: Zunächst eine Stelle auf Seite 8, wo von ver- werflicher, schamlos verlogener Agitation gesprochen wird. Eine Stelle auf Seite 8 und eine Stelle auf Seite 10. An einer späteren Stelle kommt das noch deutlicher zum Ausdruck, wo Liebert eine Darstellung von der Entwickelung der Sozialdemokratie gibt. Der Aufstieg der Sozialdemokratie habe begonnen, nachdem das Sozialistengesetz aufgehoben sei, und Bismarck entlassen worden war, da werden die Wahlen des Jahres 1890 verlegt nach der Aufhebung des Sozialisten- gcsctzeS und nach Entlassung des Fürsten Bismarck. Jedes Kind weiß jedoch, daß die Entlassung Bismarcks und die Aufhebung des Gesetzes gegen die Sozialdemokratie mit eine Folge des Ausfalles der Wahl von 18L0 gewesen ist. Dann wird behauptet, daß von den Hetzern der Sozialdemokratie versucht worden sei, den AlkoholtsmuS in jeder Weife zu fördern. Ich behaupte, der Privatkläger weiß, daß die Sozialdemokratie im Gegenteil in jeder Weise den Alkohol- mißbrauch bekämpft. Ferner, daß die Sozialdeniokratie die rohe und gemeine Genußsucht gefördert habe. Dann wird schlechthin die moralische Heruntergekommenheit des Rekrntenkontingents der Sozial- demokratie in die Schuhe geschoben. Daraus erhellt. wie leichtfertig der Privatkläger mit feinen BMauPtungen über die Sozialdemokratie vorgeht. Ich bitte also, zu beschließen, diese Schrift zu verlesen. Vorsitzender: Der Antrag wird abgelehnt. Liebknecht:... Ich bitte also, zu gestatten, daß ich ganz kursorisch darauf hinweise, daß die Behauptung von den zweiiemigen Zieren in Uniform, wie die Soldaten von der Sozialdemokratte be- zeichnet sein sollen, immer wiederkehrt, trotzdem sie fortgesetzt wider- lcat wird Daß Stadthagen und Rosa Luxemburg in mtimen Ver- kebr leben daß Bebel den Erben des Leutnants Kollmann gezwungenermaßen einen Teil der Erbschaft abgetreten habe, daß die Führer der Sozialdemokratie von Arbettcrgroschen lebten, die von den Arbeitern erpreßt werden.. Die S-zialdem-lrat.e hätte gegen die Wuchergesetz- gestimmt, eme offenkundige Un?>->hrhe't. Die sozialdemokratische Parteikape se,«,ne Art Pumpinstitut. die Kassenverhältniffe der Partei seien in Unordnung. Gelder würden aufgewandt für Unterstützung der Agitatoren ohne Kontrolle. Der Reservefonds sei gewissermaßen verschwunden. Es ist behauptet worden, daß die Sozialdemokratie mit gefälschte» Stimmzettel» operiert habe in der Haupt- und Stichwahl. Es ist wichtig, das hervorzuheben, weil ich behaupten will, daß der Ausdruck Schmutz- läppen einen ganz bestimmten Sinn habe. Schließlich sind Bchauptungen aufgestellt worden, die ich im einzelnen nicht mehr anführe, über die Art, wie die Sozialdemokratie sich den Kolonien gegenüber verhalten habe. Unter anderem ist hier ein Flugblatt vom Vertrieb patriotischer Schriften mit der Ueberschrift: Das ist die Wahrheit I Da befindet sich auf der dritten Seite ein Bild, wo dargestellt sind eine Anzahl von Leichen von gefallenen Soldaten, afrikanischer Krieger, und bei diesen Leichen stehen Singer, Rocren, Bebel, Erzberger und sehen höhnisch mit gekreuzten Armen auf die Leichen und darunter steht: Die Fraktionsinteressen stehen ihnen höher als das Vaterland. Dieses Flugblatt war eine Infamie sondergleichen, und es ist überall von der Sozialdemokratie mit höchster Entrüstung aufgenommen worden... Ich verweise auf die Auffassung bürgerlicher Stimmen, daß der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie durch seine Neigung, Persönliches herauszuholen und durch die Herabsetzung von Führern der Partei, auch im bürgerlichen Lager Widerspruch herausfordert. Auch Max Lorenz, der ja ein sehr bekannter prinzipieller Gegner der Sozialdemokratie ist, hat etwas Derartiges gesagt, und das stelle ich unter Beweis, und ich bitte den Privatkläger, sich zu äußern. Von Lorenz, der die Sozialdemokratie prinzipiell bekämpft, hat der Vorstand des Reichsverbandes verlangt, er solle sich Material gegen die in der Sozialdemokratie führenden Per- sönlichkeitcn besorgen, also eine persönliche Kampfesweise führen. Ich stelle ferner unter Beweis, daß derselbe Max Lorenz in einer Nummer des„Tag" vom 1. Mai sich in einer sehr scharfen Weise gegen diese Kampfesart geloendet hat, so daß also eine Kritik, wie sie in dem Worte Schmutzlappen vorliegt, durchaus begreiflich ist vom Standpunkte der Sozialdemokratie ans. Da heißt es: Man sucht den einzelnen Sozialdemokraten persönlich moralisch zu brandmarken und verzichtet auf jeden Kampf gegen das sozial- demokratische Prinzip. Es ist damit von einein der schärfsten Gegner der Sozialdemokratie eine sehr scharfe Kritik gegen diese Kampfes- weise geübt worden.... Zu all dem hat v. Liebert, hat sein Rechtsbeistand geschwiegen! Oder vielmehr, Herr Rechtsanwalt Martin hat nicht ganz geschwiegen, sondern er hat den Gerichtsvorsitzenden zu veranlassen gesucht. Liebknecht das Wort zu entziehen, ihn nicht ausreden zu lassen und hat zu diesem edlen Zweck nicht davor zurückgeschreckt, dem Verteidiger des Beklagten ins Wort zu fallen! Vor allen Dingen aber hat er den Gerichtshof dringend ersucht, die Beweisanträge Liebknechts abzulehnen. Liebert verweigerte die Antwort auf Fragen, die ihm nicht das geringste Kopfzerbrechen bereiten konnten, er lehnte es ab, auch nur durch ein einziges Wort der Behauptung entgegen zu treten, daß er den Genossen Singer leichtfertig verdächtigte, daß er gegen den Genossen Vollmar eine falsche Beschuldigung erhoben habe, von der man selbst beim besten Willen kaum annehmen kann, datz sie in gutem Glauben ausgesprochen wurde. Herr Liebert hat kein Interesse daran, datz seine Kampesweise vor Gericht auf Herz und Nieren ge- prüft werde. Er hat durch seinen Rechtsbeistand sogar darum ersuchen lassen, der Gerichtshof möge nichts tun, was sein Ver- hältnis zur Wahrheit klarstellen könnte. Und deshalb begreift es der Leser wohl, wenn wir als Ueberschrift für diesen Artikel gewählt haben„Herr v. Liebert und die Wahr- h e i t" und wenn wir zum Schlüsse sagen, datz trotz ver- hinderten Wahrheitsbeweises und trotz der Verurteilung des Genossen Schöpflin, dieser Prozeß in der Tat war eine mora- lischc Brandmarknng der Kampfmethode des Reichslügen- Verbandes in der Person seines Leiters! Berbandstag der Töpfer. Am Sonntagnachmittag wurde in Kellers Festsälen die achte Generalversammlung des Z en t ra lbe rba nde s der Töpfer Deutschlands feierlich eröffnet. Man hatte für die Delegierten und Mitglieder ein Künstlerkonzert veranstaltet, das viel Erhebendes und Erfreuliches bot. Ein schwungvoller Prolog, von Preczang gedichtet, wuvde von Masstni vorgerragen. Segawe hieß die Delegierten im Nmnen der Filiale Berlin will- kommen und der Verbandsvorsitzende D r u n f e l hielt eine kernige Ansprache, in der er auch der großen Kämpfe gedachte, die in anderen Berufen, namentlich im Baugewerbe Berlins, vor sich gehen oder bevorstehen. Die Generalversammlung selbst tagt im Gewerkschafts Hause. Die Verhandlungen haben gestern vormittag 10 Uhr be- gönnen. Anwesend sind 56 Delegierte, die 35 Wahlkreise des Vev bandeS vertreten; ferner die 7 Gauleiter bis auf einen, dessen Eo scheinen noch erwartet wird, dann als Vertreter des Zentmlvor- standes: der Verbandsvorsitzende D runs e l, der zugleich die Generalkommission der Gewerkschaften vertritt, der zweite Ver- bandsvorsitzende Bartsch, der Kassierer L o t h e r. der Redakteur S ch m i t und als Vertreter des Ausschusses B a i e r. Außerdem sind 4 Vertreter ausländischer Bruderorganisationen erschienen: K o u d e l a aus Wien, Müller aus Budapest, Johanssen aus Stockholm und Bakaloff aus Bulgarien. L i n k. der als Vertreter der Berliner Gewerkschastskommission anwesend ist, hielt zu Anfang der gestrigen Sitzung eine Ansprache, in der er im Namen der Aöbeitevschaft Berlins den Kongreß be- grüßte und den Verhandlungen besten Erfolg wünschte. Sodann wurde die Geschäftsordnung festgesetzt, sowie die Tagesordnung, die danach folgende Punkte enthält: 1. Rechenschaftsberichte des Vorstandes, des Kassierers, der Revisoren, des Redakteurs und des Aus- schuffes; 2. die Arbeitslosenunterstützung; 3. Agitation und Organi- sation; 4. Anträge zum Statut; 5�Sonstige Anträge; 6. Wahl eines Delegierten zum internationalen Kongreß in Stuttgart; 7. der Gewerkschaftskongreß im Jahre 1909; 8. Wahl der Verwaltungs- beamten des Zentralvorstandes; und 9. Wahl des Sitzes des Aus- schuffes und des Auschußvorsitzenden. . Hierauf erhielten zunächst die Vertreter der ausländischen Organisationen das Wort. Koudela berichtete über gute Eni- Wickelung dcS Oesterreichischen Tonarbeiterverbandes, erwähnte auch, daß sich die Arbeitslosenunterstützung in seiner Organisation gut bewahrt, und gab eine Ueversicht über die großen Lohnkämpfe der österreichischen Tonarbeiter. Johanssen begrüßt den Kongreß im Namen des Schwe- bischen Töpfcrvcrbandes und sprach den Wunsch nach gut geregelter internationaler Verbindung aus. Müller sprach im Namen der Vudapester und ungarischen Tonarbeiter. Einen Verband zu gründen und am Leben zu er- halten, war den Töpfern in dem angeblich»freien" Ungarn noch nicht möglich. Das Statut zu ihrem Verband liegt seit 4 Jahren im Ministerium, ist aber noch immer nicht genehmigt. Die unga- rischen Töpfer oder Hafner haben sich inzwischen dem Bauarbeiter- verband angeschlossen. Der Redner legte Wert darauf, hervor- zuheben, daß sie nicht etwa unorganisiert seien. B a k a l o f f gab eine Ueberficht über den Stand der keramischen Arbeiterorganisation in Bulgarien, die sich Hand in Hand mit der Sozialdemcckratie entwickelt, und schilderte kurz die elenden Lohn- Wh ArbejtspexhältWss?« hje iß iwjyn Kagds iltt Berufs heprschep. Im Anschluß an die Ausführungen der ausländischen Vertreter bemerkte der Verbandsvorsitzende D r u n s e l, daß eine Besprechung zur Neuregelung der internationalen Beziehungen stattfinden soll, und daß das Ergebnis dann der Generalversammlung zur Genehmi- gung vorgelegt iverden wird. Die BerichtedesZeniralvorstandes, des Kassierers und des Ausschusses liegen in einer 47 Seiten starken Broschüre gedruckt vor. Eine rege und fruchtbare Tätigkeit zeichnete die seit der vorigen, der Münchener Generalversammlung verflossenen zwei Jahre aus. Die im allgemeinen gute Konjunktur im Berufe, vev- Kunden mit der zunehmenden Teuerung aller Lebensbedürfnisse, machte eine große Zahl erfolgreicher Lohnbewegungen möglich und notwendig. Der Zentralvorstand hatte im Laufe der zwei Jahre über nickst weniger als 456 Lohnbewegungen, Streiks, AuS» sperrungcn und Sperren seine Entscheidung zu treffen. Dazu kamen 16 Streiks in anderen Berufen, die unterstützt wurden. Ferner wurden dem Zentralvorstand 41 Anträge auf Rechtsschutz über- wiesen. Eine Sache, die hier besonders erwähnenswert ist, war die Erpressungs- und Entschcidigungsklage des Töpfers Adomcit in Berlin, die im Jahre 1904 drei Mitgliedern je einen Monat und einem Mitgliedc zwei Monate Gefängnis einbrachte. Sie hatten das»Verbrechen" begangen, mit dem unorganisierten Adomeit nicht zusammenarbeiten zu wollen. Aber diese Verurteilung genügte dem Untcrnehmerverband, der sich der Sache annahm, noch nicht. Er wollte den Töpferverband schadenersatzpflichtig! machen. DieK gelang zwar nicht, doch wurden die vier Verurteilten noch obendrein zu je 100 Mk. Schadenersatz verurteilt. Anträge aus Unterstützung in besonderen Notfällen lagen dem Zcntralvorstand 128 vor, von denen 37 abgelehnt werden mutzten. Trotz der sonst guten Kon- junktur hatten einzelne Filialen zeitweilig mit außerordentlich großer Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Der Filiale Dresden wurden 500 Mk., der Filiale Magdeburg 350 Mk. zur Unterstützung der Aermsten unter den Arbeitslosen überwiesen. Zum Mannheimer Parteitag sandte der Zentralvorstand den Redakteur des Verbandsorgans, damit er dort die Fragen des Massenstreiks und der Maifeier studiere. Die Fragen wurden danach ausführlich im„Töpfer" erörtert. Ueber die Lohnbewegungen und Löhnkämpfe wird in einer Reihe Tabellen übersichtlich berickstet. Das Jahre 1905 weist 13 An» griffs- und 10 Abwehrstreiks, sowie 3 Aussperrungen auf, woran im ganzen 916 Kollegen beteiligt waren. Erfolgreich waren 17 dieser Lohnkämpfe, 3 endeten mit terlweisem Erfolg, 5 erfolglos. Die Kosten beliefen sich auf 27 453 Mk. Im Jahre 1906 war die Zabl Au- griffstreiks 14, die der Abwehrstreiks 4, die der AuSsp«rangen 45. und die Zahl der daran beteiligten Kollegen 3366. Erfolgreich ivaren 56 Lohnlämpfe, teilwcisen Erfolg hatten 5 und keinen Erfolg 2. Die Kosten betrugen in diesem Jahre 126 158 Mk. Lohnbewe- gungen ohne Arbeitseinstellung fanden im Jahre 1905 35 statt. sämtlich erfolgreich Im Jahre 1906 zählte man 72 solcher Lohn- bewegungen, die ebenfalls alle Erfolge brachten. Die Lohnbowegungen und Streiks brachten ArbeitSzeitver- kürzungen, die für die beteiligten 7620 Kollegen 7434 Stunden die Woche ausmachen, und Lohnerhöhungen von wöchentlich 17248 Mk. Rechnet man dies auf das Jahr(zu 47 Wochen) um, so erhält man 349 398 Stunden Arbeitszeitverkürzung und 810 666 Mk. Lohn» crhohung. Um den ganzen Vorteil, den die Verbandstätigkeit in dieser Hinsicht gebracht hat, zu ermessen, muß man allerdings noch die von Unternehmern geplanten, aber durch Abwehrstreiks und Ab» mehrlohnbewegungen verhinderten Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse hinzurechnen. Von den Abwehrstreiks ist der in Posen besonders hervorzu- heben. Er dauerte 124 Tage, kostete 18 158 Mk. und richtete sich gegen einen zehn proz entigen Lohnabzug, den die Unternehmer unter Bruch des bis zum April 1903 festgelegten Tarifvertrages allgemein durchzusetzen suchten. Sie wurden durch den Streit gezwungen, den Tarif wieder anzuerkennen und ihn nun aus dem Gewerbcgericht einzeln zu unterschreiben.— Ein anderer großer Streik war der in Breslau, der 77 Tage.vährte, eine lllägige Aussperrung in 45 Orten mit sich brachte und 108 700 Mk. kostete. Diese Kämpfe endeten ebenfalls erfolgreich für die Streikenden und Ausgesperrten. — Einen Streik in Neumünster hielt der Zentralvorstand für un- gerechtfertigt, weshalb er die Unterstützung versagte. tm ganzen hatte der Verband in den zwei Berichtsjahren ohnkämpfe und Lohnbewegungen zu bestehen. Erfolgreich endeten 182, mit teilweisem Erfolg 8, erfolglos 7. Die Zahl der Beteiligten war 10 970, die Kosten belicfen sich auf 156 135 Mk. In 47 Orten, wo bisher keine Tarifverträge bestanden hatten, wurden sie durch diese Lohnbewegungen und Kämpfe eingeführt. Steigende Ausgaben erfordert auch die K r a n k e n u n t e r- stützung. Hierfür wurden 1905 32 779,30 M. und 1906 37 743,90 Mark, also zusammen 70 523,20 M. ausgegeben; das sind 33 085 M. mehr als 1903 und 1904. Unterstützungsbercchtigte erkrankte Mit- glieder meldeten sich in den beiden Berichtsjahren 4445, das sind 1449 mehr als in den beiden vorhergegangenen Jahren. Unter den Krankheiten steht an erster Stelle Rheumatismus mit 719 Krank- heitsfällen; dann kommen 586 Fälle von Verletzungen, Knochen- brächen, Verrenkung usw., danach Magen- und Darmleiden mit 424, Lungenleiden mit 423. Influenza mit 410. Hals-, Rachen- und Kehlkopflciden mit 256 Fällen usw. Die am häufigsten verzeichneten Krankheiten lassen darauf schließen, daß nur zu oft Mangel an Gesundheitsschutz und sanitäre Mißstände die Krankheit verursachten. Sterbeunterstützung wurde in der Höhe von 6548 M. gewährt; das sind 3339 M. mehr als in der Gcschaftsperiode 1903— 1904. Das Durchschnittsalter der 142 verstorbenen unterstützuiigsbcrcchtigten Mitglieder war 38 Jahr 7 Monate. Die meisten Todesfälle, nämlich 56. wurden durch Lungenschwindsucht und Lungenentzündung ver- ursacht. 7 der Verstorbenen suchten freiwillig den Tod. Die Mitgliederzahl des Verbandes ist in der Bcrichtszcit um 1113 gestiegen, die der Filialen um 14, die der Einzelmitglicd- schaften(Zahlstellen mit weniger als 10 Mitgliedern) um 21. De: Verband zählte am Schluß des Jahres 1906 11716 Mitglieder in 156 Filalcn und 49 Einzelmitgliedschasten. Die Auflage des Verbands o-rganS ist von am Jahresschluß 1904 11 400 auf 13 900 Exemplaren am 1. April 1907 gestiegen. Kollegen polnischer Sprache wird die„OSwiata" unentgeltlich geliefert. Der Kassenbericht schließt, beide Jahre zusammen- gerechnet, mit der Einnahmesumme von 544 826,87 M. und der Aus- gabcnsumine von 479 877,84 M. ab. Zu dem Ueberschuß von 64 949,03 M. kommt ein alter Bestand von 123 210,17 M., was einen Bestand am Schlüsse der Geschäftsperiode von 188 159,20 M. ergibt. Im Jahre 1906 erforderten die Lohnkämpfe nicht weniger als 46 Proz. der Einnahmen. Der Bericht des Ausschusses gibt Auskunft über ein« Anzähl Beschwerden, die alle nach bestem Wissen und Gewissen er» ledigt wurden. Eine sehr eingehende Untersuchung machte diu Beschwerde der Magdeburger gegen die Berliner Filiale noävcndig. Magdeburger Kollegen waren nach Berlin gekommen, um hier zu ihren Tarifpreifen, die ihrer Meinung nach mit dem Berliner Tarif ungefähr übereinstimmten, Arbeiten für eine Magdeburger Firma auszuführen. Ihnen wurde von den Berlinern vc: Vorwurf iet Lohnidrückerei gemacht. Der Ausschuß regelte die Angelegenheit in einer Weise, die geeignet ist, auch derartigen Streitigkeiten in Zukunft vorzubeugen. Der Ausschuß hat sich ferner mit einigen anderen inneren Verbandsangelegenheiten befaßt. In der Nachmittagssitzung wurde zunächst der Bericht der Manidatsprüfungskommission gegeben. Es lagen zwar einige Wahlproteste vor. doch waren die Gründe nicht so schwevwicgend. um die betreffenden Mandate für ungültig zu erklären, weshalb die Mandatsprüfungskommission empfahl, sämtliche Mandate anzu» erkennen. Dies wurde'denn auch von der Generalversammlung be« schloffen. Dann begannen die Verhandlungen über die Rechenschafts. berichte. Zunächst erhielt der Verbandsvorsitzende D r u n s e l feJs ma Md gab zu dem gehrMe� BoMndÄericht Mige Er» tzZnzuiMi» und Aufklärungen über die StellungnahiNs deS Zenkral. Vorstandes zu verschiedenen Angelegenheiten dcS Verbau Gebens. Ter Redner hob u. a. hervo-r, das; die über LtXI 000 M. Erhöhung des Jahreseinkommens der Mitglieder, die der Verband erzielt hat, Beweis genug dafür sind, daß der Topferverband keineswegs mit seinen Erfolgen hinter anderen Organisationen zurücksteht. Ferner erwähnte der Redner, daß der Schweizer i�afnevverband sich dem deutschen Töpfcrverband anzuschließen wünschte. Diese Ver. el�ung kam jedoch gesetzlicher Hindernisse wegen nicht zustande. Tic diesjährige Delegiertenverfammlung der schoeizer Hafner hat nun eine Urabstimmung über Anschluß an den schweizer Stein- arbeitervcrband beschlossen. Zu dem GegcnscitigkcitSvertrag zwischen den dcutselxn(Äetverkschaften und der Amerikan Fcderation of Labor, freien Uedcrtritt......'--.... .... I_______ übrigen deutschen kcibcinde. so hat sich auch der Bebbandsvorstand der Töpfer für diesen Vertrag erklärt. Zum Kassenbericht äußerte sich der VerbandSkassiercr Lothar ausführlich über die Finanzlage des Verbandes. Das Ergebnis der Gcschästsberiode bezeichnete der Redner als ein er- freuliches. Wurden doch an ordentlichen Beiträge» 113 542, 7t) M mehr eingenommen als in der GeschäftSperiode 1903— 1904, und ist doch das Verbandsvennögen trotz außerordentlicher Steigerung der Ausgaben um 64 049,03 M. gewachsen! Der Redner bemerkte sedoch auch, daß die sicher bevorstehenden schweren Kämpfe einen hohen Kassenbestand sowie hohe Einnahmen erfordert. Der Redakteur A r t u r S ch m i t, der seit dem 1. August 1005 das Verbandsorgan redigiert, äußerte sich eingebend über die Grundsätze. die ihn bei seiner Tätigkeit leiteten. Heber Lohnbewegungen und Streiks werde so ausführlich wie möglich berichtet. Danebeu würden Artikel über innere Berufs- und Organisationsfragen, sowie Agltationsartikel gebracht; ferner Artikel über Bauarbeitcrschutz Auch die Politik wurde, soioeit es in den Nahmen eines Gvwcrk» schaftsorgans paßt, berücksichtigt. Soweit- es der Raum zuließ, wurde» Feuilletons aufgenommen, die nicht allein der Unterhaltung, sondern auch der allgemeinen Bildung dienen sollten. Der Redner äußerte den Wunsch, daß die Mitglieder sich mehr als bisher an der Mitarbeit für das Organ beteiligen mögen und empfahl schließlich eine Resolution, die Regeln für die Berichterstattung, Mitarbeit und Redaktion deS„Töpfer' enthält.• Sie wird später zur Abstimmung kommen. Der Ausschußvorsitzende Beter gab zu dem gedruckten Bericht einige Ergänzungen und wies u. a. darauf hin. daß der Ausschutz eine Beschwerdcinstanz ist. Dechwerden jedoch zunächst beim Ver- bandSvorstand zu erheben sind und erst, wenn sie dort nicht bcfricdi. gend erledigt werden, an den Ausschuß zu richten sind.— Es folgte eine rege Debatte, in der Delegierte aus verschiedene» Orten ihre Meinung zu den RechcnschMtSberichten äußerten und zum Teil auch über die Lohnkämpfe ihrer Filialen berichteten. Die Debatte kam in der gestrigen Sitzung nicht zum Abschluß. Nene Stenerschranbe gegen Arbeiter. Betanntlich ist seit dem 1. Januar dieses Jahre« für Preußen eine erhebliche, von uns tviederholt besprochene Verschärfung der Steuerschraube gegen Arbeiter dadurch herbeigeführt, daß g 23 de« Einkommensteuergesetzes in Abs. 2 und 3 in der Fassung der Novelle vom 19. Juni 1906 dem Arbeitgeber eine Anzeigcpflicht über das Einkommen der von ihnen beschäftigten Arbeiter auf erlegt. Nach dem Gesetz hat der Arbeitgeber nur auf An. fragen im Einzelfall diese Denunziationspflicht auszu- üben. Eine Verordnung des Finanzministers vom 6. November d. I. wollte diese Pflicht verallgemeinern. Im Abgcordnctcnhause wurde vom Abg. Kirschaiisbaltungsvcrs!änden oder deren Vertretern die erforderliche SuSknnft über ihren Arbeitgeber und ihre Arbeitsstätte zu er- teilen. Wer für die Zwecke seiner Haushaltung oder bei Ausübung seines Berufes oder Gewerbes andere Personen dauernd gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt, ist verpflichtet, über dieses Einkommen, sofern eS den Betrag von jährlich 3000 Mark nicht übersteigt, dem Gemeinde- lGuts-)vorstande feiner gewerblichen Niederlassung oder in Ermangelung einer solchen seine« Wohn- sitze« auf deren Verlangen binnen einer Frist von mindestens zwei Wochen Auskunft zu erteilen. Die AuSknnftSpflicht erstreckt sich auf folgende Angaben: n) Bezeichnung der zur Zeit der Anfrage beschäftigten Per- sonen nach Namen, Wohnort und Wohnung; eine Verpflichtung zur Angabe von Wohnort und Wohnung besteht jedoch nur, soweit diese bei» Arbeitgeber bekannt sind; b) das Einkommen, welches die zu o) bezeichneten Personen seit dem 1. Januar des AuskunftSjahreS oder seit dem späteren Beginn ihrer Beschäftiguug bis zum 30. September desselben Jahres tatsächlich an barem Lohne jGehalt) und Naturalien aus dem Arbeits- oder Dienstverhältnisse bezogen haben. Dem Arbeitgeber ist jedoch gestattet, statt dessen für bielenigen Per» sonen, welche bei ihm schon in dem ganzen der Auskunft- «rteilung unmittelbar vorangegangenen Kalenderjahre beschäftigt waren, das in diesem Jahre tatsächlich bezogene Einkommen an- zugeben. Naturalbezüge, insbesondere freie Wohnung oder freie Station, sind ohne Wertangabe namhaft zu machen. Diese Pflicht liegt auch den gesetzlichen Vertretern nicht- physischer Personen ob." Die Neuerung des§�23 ist eine der antisozialsten die Arbeiter kkasse treffenden Vorschriften. Sie ge nach dieser Publikation im GesetzgebungSblatt in Kraft. Insbesondere Ver- heiratete tocrden durch das neue preußische Gesetz empfindlich getroffen. Und doch gibt eS noch Arbeiter, die solchen Gesetzgebern ,hre Stimme bei der Wahl geben! Ein Gutes hat die Neuerung: sie ist geeignet, noch Vertrauensseligen da» Leitmotiv der be- sitzenden Klasse erkennbar zu lassen: „Wer da hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, von! Hey» wird man nehmen auch das, was er hat." Berichts- Zeitung» „Angemessener Platz" von Genbarme» und angebliche Beleidigung derselben. Eine eigenartige Anklage gelangte gestern vor dem Schöffen- gericht Charlottenburg zur Verhandlung. Der Leiter einer Ver- sammlung ist nach dem Vereinsgesetz verpflichtet, den zur Ueber- wachung erscheinenden Polizeibeamten angemessene Plätze zuzu» weisen. Gegen diese Bestimmung sollte der Genosse Schlosser Gutt. bier gefehlt haben, der gestern vor dem Schöffengericht Charlotten» bürg sich zu verantworten hatte. Am Abend des Wahltages fand jn Schmargendorf eine sozialdemokratische.Versammlung unser Leitung deS Angeklagten zur Feststellung des WahlresultatS statt. Etwa eine Stund« nach Eröffnung der Versammlung erschienen dort die Gendarmeriewachtmeister Liborius und Ehrenbrecht zur Ueberwachung. Der Angeklagte konnte ihnen einen Platz nicht mehr anweisen; sie fanden aber einen solchen an einem Tisch, wo sie Notizen machen und auch gut hören konnten. Sie erachteten den Platz aber dennoch nicht für angemessen, weil in ihrer un- Brieffeartai der Redaktion. ®te juriftische Eprechstunde findet Friedrich st r. IN, Aufgnrack, eine Treppe(Handelsftätte Belle alliauce, Turchgang auch Lindenstr. I«>1 1. wochentäglich«o»?»/, vi«»■/, II kr ubtnb? statt, ifi-ofine» 7 Nkr. ToiinabcndS beginut die Evrechs-iind- um« Uhr. Jeder'Anfrage ist eist Buchstabe und ein» Zahl als Merlzeicheu bci»nfi>gon. Briefliche Antwort wird»ich» ertriU. Eilig« Fragen»rage man iu»er eprechsrmldc kor. A. Li. 2.(Sylt). Da nichts vereinbart ist, so besteht sür das Gesinde mittelbaren Nähe eine'angetrunkene Frau safst die sie verschicdcnt- iBn- sechswöch-nttich- Kündigungsstift zum 1. desOuaAatS.� Da« MSdchc-, fnff Netz« t.., c»,.. 1 ntÖjjtc alfo hlS HlUl 1.-iXllli—— 20» 4:0»->>2• j/ldlu Iict) belastlgt haben soll. Dle Beamten haben ftch bei dem An-! Preußisches Stempelsteuer�esetz.— Z. 50. 1. Die Herrschaft hat auf die geklagten über dir Unangcmessenheit de« Platzes nicht beklagt. Dauer von sechs Wochen Arzt. Arznei, Kur und Verpflegung dem erkrankten Trotzdem Wurde wegen Verstoßes gegen das Vcreinsgesetz Dienstmädchen zu stellen. Gegen das verauslagte Geld kann es den aus durch Nichtanwcisung angemessener Plätze für die Gendarmen An-'Ä'AÄ S-g°mechncn. 2. J?a.- Krämers klage erhoben! Außerdem wurde dem Genossen Äuttbier noch Be- 1 � Nein IRdigung der beiden Beamten zur Last gelegt. Wie die beiden Gendarmericwachtmeister bekundeten, habe der Angeklagte in einer Schlußansprache über sie Beleidigungen gebraucht.— Der vom Rechtsanwalt Dr. Herzfeldt verteidigte Angeklagte bestritt, daß die Keiner von beiden ist äm Leben.— Waldesrauschen 2. 2. Uns nicht bekannt.— A. Z. 00. 1. In erster Reihe kommen nicht Sie, sondern die Schwägerin zum Eid. 2. u 3. Ja.— B. W. 2.34. 1. und 2. Nein. 3. Ja.— III. R. H. P. O. N. 1. bis S. Sie haben die Entbindungskosten und Sechswochenkoften an die Mutter und die Alimente sür daS Kind bis zu dessen zurückgelegtem IS. Lebensjahr zu zahlen. Der Mutter steht nicht das Recht zu, daS Kwd zu verschenken. Beamten den Wortlaut und Sinn seiner Rede richtig erfaßt hätten. I Sie könnten es nur mit Genehmigung der Mutter, des Vormundes und Iviftc boti her©ffitütcriftfcii oefbroeben ßeute hie alZ Untci!* I 2Jonnunbfd)öftSöCiid)t3 aboptictcn. 7. SBenben[ich ön einen SXrjt, • m V-«chwicrigrelr gqpcoqcn, xcinc oie ais nnicr-__ �& 210t Kiiden Sie sich beschwcrdesührend an die Verficherungs. offiziere Rckrutcnschindcr gewesen seien und kein Verständnis für!„„sMt eventuell an da» Reichsversicherungsamt- Karl R.S02. l. Nein. die Bedürfnisse des arbeitenden Volkes hätten, zur Sozialdemo- 2. Im„Vorwärts" vom 23. März ist ausführlich dargelegt, wa« bei der kratie hinüberzuziehen, und habe daran die Bemerkung geknüpft, Steuereinschätzung w Abrechnung gebracht werden kann— L. 8. 73. DU daß auch die Gendarmen aus diesem Unteroffizierstand- hervor. 1 erai,tet w-rd-m Indessen.st beider gegangen seien. Der vernommene Protokollführer in jener Vcr- sammlung bestätigte diese Darstellung. Rechtsanwalt Dr. Herz- feldt beantragte hiernach die Freisprechung nach beiden Richtungen hin.— Das Gericht sprach den Angeklagten von der Ucbertretung Zwelfelhastigkeit zum Wschlutz eines notariellen SchenkungsvertraaeS zu raten.— F. W. 1. Sie müßten sich direkt nach Wien wenden. 2. Lese» 'alle, Alexandrinenstr. 26.— Grimmftrafte. Uns find diese Methoden mcht ekannt.— M. V. 5. 1. und 2. Nein— K. K. 94. Nein.— 31. B. 1ÖO. 1. und 2. Fa.— DaS Richtige. Am besten sehen Sie die Bücher einmal in einer Buchhandlung oder Bibliothek an. Dt« Bibliothek des Allgemetnen der Vorschriften über das Versammlungsrecht frei, verurteilte ihn Wissens enthält vieles andere, das nicht Ihrem Zwecke entspricht. DaS Buch aber wegen Beleidigung zu 109 M. Geldstrafe eventuell 30 Tagen der Erfindungen ist z-bn Bände stark Sehr brauchbar ist R eud t ck. _;a das kleine Nachschlagebuch der Technik, Stuttgart, Preis 4,30 M. f il0..' t*_» v o,£C a-.._ I— E. H. 1. Wenn Sie keinen schriftlichen Vertrag abgeschlossen haben, Wurden an Stelle der Erinnerungen und Auffassungen der z��n würden Sie die Reparatur herstellen lassen mid den Kostenbetrag von überwacchndcn Beamten lediglich phonographische Aufnahmen der der Miete abziehen können. Ist aber im Micisvcrtrag über Einbehaltung Reden die Unterlage des Urteils wegen angeblicher Beleidigungen-der Ausrecknung der Miete oder über Revaraturlosten etwa» anderes ''„„ uiiiL.. inii-k-,, vereinbart, so konnten«ie nur aus Herstellung der Reparatur Nagen. oder anderer vermeintlicher eLrcveltaten bilden dürfen, so wurden 2, Wenden Sie sich an einen Arzt.— Dhonerstr. S. Das können Sie wohl eine erhebliche Zahl Unschuldiger weniger verurteilt werden, halten wie Sie wollen.— M. B. R. 31. Sie würden gut tun. in einer - 1 Buchhandlung selbst die Wahl unter derartigen Büchern zu tresien. Die „Unverschämter Patron". Bücher von Prof. Kräplin über Pflanzenkunde find empfehlenswert.— 5» D-,»..-»,.,- w«d».!-»«-. M-nw. i» j z-s« L Wand�beck, hatte sich wegen Beleidigung vor dem Heider Schöffengericht Oberpräsibenten zu richten. Wirb dem Eintrage stattgegeben, so entstehen zu verantworten, weil er den dortigen Polizeikommissar Anvrae„u n- 50 M. Kosten. Den Antrag können Sie auch bei der Polizeibehörde verschämter Patron" genannt hatte. Der Bürgerineistcr zu Protokoll erklären.— O. P. 39. Soweit ohne Einsicht in den W>WM rag genügt.—.vorwärts" 30». aefallen DaS Gericht verurteilte den Büraermeister zu I Aireslantrag wäre aussichtslos. Wo nichts ist, hat auch der Kaiser sein ?!«cid ftra f c aber 4 Taaen Qait" 8 Recht verloren.- W. R. 814. Da Ihr Sohn noch nicht volljährig ist. rl Geld st rase oder 4 Tagen Hast. � hat die Firma das Buch znrückzimehnien und hat nichts zu verlangen.— H. I. 23. Unfallzuschug ist nur zu zahlen, wenn daS Krankengeld weniger Folgen unsinnigen Schnellfahren«.| beträgt als zwei Drittel des bei der Berechnung desselben zu Grunde ge- Worte 20 M a *»*m QS«tSSTÄSSlTS® WtfcÄ"Uss ÖSSömVW'Ä d-l-w RA»-'-».- K!S S»i d--..»4 wurde. Unter der Anklage der fchrlässigen Tötung mußte sich der gelegten Tagelohnes. LZjährige Kutscher Karl Tornow gestern vor der 1. kammer des Landgerichts I verantworten.— Der 0'- traf- agte., Dienst der Berechnung des Krankengeldes zu Grunde Der Unsallzuschuh ist von der Krankenkasse zu wollen danach aus Ihrem Statut ersehen, ob zahlen... WM�WP> Angeklagte, I Ihnen ein Uusallzuschuß zusteht.— Zwei Streitende. Dr. Karl Liebknecht welcher bei einem hiesigen Schlächtermeister als Kutscher in-r iand, fuhr am 13. Dezember v. I. in der sechsten Abendstunde den Wcidcnweg entlang. Es herrschte sehr regnerisches Wetter und I Beritner Marktpreis«. An» dem amtlichen«ertcht der städtlichen der Strasiendamm war äußerst schläfrig, so daß der Angeklagte Marklhallen-Dircktion.(Großhandel.) Rindfletsch I»«6-70 pr. 100 Psd.. hätte langsam fahren müssen, um sein Fuhrwerk jeden Augenblick> II» S0-«S. LI.-6-Sü. BullenfleisS I. Kühe.�tt Handwagen den Weidenweg entlang. Die beiden Knaben hielten 5�53 Schwemeiiciich 4«-d2. Rehbock, mit Adschns per Psd. 0.ec>-G3S� ich auf der rechten Seite des Fahrdammes und versuchten, an n» 0,40— per Anter 95, 190t«r 98, 190öer 85, 190aer 80. Schottische Lollheriiige 1005 0,00. lar�o 40-44, katl. 38—40, nisck. 36—42, deutsch« 37—44. leviitge, neue Muts es, per'/. To. 60—120. Sardinen, russ., Faß ,50—1,60. Braiherinae, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, 11, kleine 5— 6. Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 2,90— 3,10. Buller per 100 Psd. tu 110—115. IIa 105—110. lila 100-104, abstillende 90-95. Saure Gurten Schock 4,50, Psesscrgurken 4.50. Karlossei» per 100 Psund magnum donum 3,50—4,00, Dabersche 3,50—3.75, Rosen 0,00, weihe 3,50—3,75, Salatkartosseln 0,00. Spinat per 100 Psund 4—7. Karotten per 100 Psund 0,00. Sellerie, per Schock 10,00—25,00, do. pommersche 0,00. Zwiebeln per 100 Pfund 0,00, do. klein« 3,50—4,00. do. hiesige(Perl.) Charlotten 0,00. Petersilie, grün. Schockbund 0,80—1,00. Kohlrabi chock 0,00. Rettig, bavr. per Schock 2,10— 4.80. Mohrrüben per 100 Pfmid MMM"""■ Weihe RäSeN,«roste| Ohl I-------- JnvaliditätSkarte—... ���W>��WM>>WW>>>>WWWWW>WW»WW>W -S zwischen ihnen zu einem Streit, der das ganze HauS alarmierte. 4,00-5.00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 0.09. �--------*■---- lann n.i«. o,00. Rote Rüben 0,00. 8 0—2,00. Kohlrüben per Schock 2,00—3,00. dreimal„gektübst", der Schuj) sei jedoch nicht l-ögeflaiigen. Sofort! dän. per"1oo°W. 3.W-4M ��stoftnkob�per Psb� 0,00. bewaffnete sich eine Anzahl Frauen mit allen möglichen Kuchen. Spruttohl per 100 Psund 8-10. Rhabarber 100 Bund 0.00, do. geraten und nahm aus der Treppe Aufstellung. Frau M. mit Bn-gedovfer per 100 Bund 4,00—4,60. Morcheln per Pfd. 0,30-0,45. einer Freundin läutete mutig nochmals an der Korridortür und Sandmorcheln per 100 Psd. 10,00. Waldmeister per Mandel 0,30—0,40. drohte, sie werde ihren Mann herbeiholen, der den S. so»der- Radieschen per Schock 0,50—1,00. Salat per Schock 3,00—8,00. möbeln würde, daß er seine Knochen einzeln nach Hause tragen p«r Pfd. hiesige 12-18. böhm. OflO, iial. 0P0. Aepscl. per könnte". Plötzlich erdröhnte aus der Wohnung des Angeklagten �- h-raus ein Schuß. Dieser hatte die Wirkung, daß die Frauen die Mnw�sN N' Stück' A S.'ück Treppe heruntersturmten. Eine weitere unangenehme Wirkung ß»00 �tück 6.00-12,00.?lpselstnen. Jassa. per Kiste 0.00. Murcia hatte der Schutz, der au« einem Revolver mit einer Platzpatrone Ager Kiste 6-9, do. 300er 7-10. Palcneia 420er Kiste 14-24,00, abgegeben war. für Schulz selbst in Form der letzigen Anklage do, 714er 18-24,00, Messiiia. I00cr 4— 6.00. 150er 4,75-6, 16t et 8-18,00, wegen Bedrohung.— Vor Gericht behauptete der Angeklagte, er 200er 7,50-12, gooer 8-13, Blut- 100er 7—8,00, do. 150 er 7—9,00, 80 er habe, um die Frauen, die einen ungeheuren Lärm auf der Treppe 7,00—8,00, 200«r 13—14. verursachten, zu verscheuchen, auf seinem Korridor den Schreck- 'chutz abgegeben. Ter Staatsanwalt hielt daS Vergehen für straf. würdig, da allerlei schwere Folgen darau« entstehen konnten, und beantragte eine Gefängnisstrafe von 2 Wochen. Der Verteidiger hielt eine Bedrohung mit der Begehung von einem Verbrechen keinesfalls für vorliegend, da es dem Angeklagten lediglich darauf angekommen war. den Frauen durch einen Schreckschuß in die lucht zu schlagen. DaS Gericht erkannte wegen Bedrohung auf rcisprechung. hielt jedoch eine Uebertretong deS S»«7 des Straf. Gesetzbuches(Schießens in der Nähe bewohnter Gebäude), für vor- icgend und erkannte auf eine Geldstrafe von 25 M. PfllflloglOff- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht I Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberau käuflich! Fabrik„Epiru*". Dresden Ein Arzt als Verbrecher. Der praktische Arzt Reinhard Noerig II au» Bad Wildungen wurde vom Landgericht in Kassel am 11. d. MtS. nach zweitägiger Verhandlung wegen Beihülfe zum AbtreibungSversuch und fahr- lässiger Tötung zu drei Jahre» Gefängnis und fünf Jahre« Ehr. Verlust verurteilt. Der Staattanwalt hatte vier Jahre Zuchthau» beantragt. Der Verurteilte hatte der in seinem Hause al« Krankenschwester tätigen Käthe Meyer die Ehe versprochen, sie ge- schwängert, ihr dann eine bOprozentige Chlorzinklösung bei-...... �bracht und durch zu starke Dosen Opium den Tod de» Ldjahrigen SN LtUltlt-�trstslk All «ch...- sahrläsiig h--»-.--,««-..»»llwf.V lotten. angenehm u. weich am Körper. Bruch-Polntönn empfiehlt(ein Lager In Bruohband«g«n, Leibbinden, Geradehtttern, Speiiren, Suspeneorien sowie eämtllche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liescr. f. Ort»- u HüIsS-Kranleiikasseii, Berlin C., 44062* SltimtU' nttü Kranzliindttti von Robert Keyer,. nur Mamnutk'Strgje 2. ffftc den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaltio» dem Vnbliknm gegenüber teinezlei Berantwortnng. Zbcatcr. Dieustag, den 14. Mai. Ansang 7'/, Uhr. Sgl. Opernhans. Hinsel und Gretel. Die Puppeosee. An- sang 7 Uhr. Kgl. SchanspiclhanS. Die Raben- steinerin. «enes kgl.Qperntheater. Zigeunerbaron. Deutsches. Robert und Bertram. Kammerspiele. Frühlings Erwachen.(Ansang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Ansang 6 Uhr. Schiller O.(Wallner-Thealer.) Heimat. Schiller-TcheaterCharluttenburg. Der Kaiserjäger. Schiller>.(Friedrich Wilhelm stidlische» Theater.) Am grünen Weg. Berliner. Sherlock tzolmeS. Lesstng. Der Bettelgras. Zentral. Die Nachtigall aus dem Bäckergang. Vaters Ebenbild. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Der Dieb. Lortzing. Der Freischütz. Weste». Di« lustige Witwe. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen( Lnftspieldniis. Husarenfieber. Thalia. Wo die rliebe hinsällt. Luisen. Das Mädchen ohne Ehre. Trianon. Frl. Lojelte— meine Frau. Bernhard Rose. Im Rausche des Lebens. Metrapol. Der Tcusel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Es leb« daS Nachtleben. Vorher: Die Welt geht unter. Wintergarten. La Tortujacka. Spezialitäten. Slpollo. Der lustige Witwer. Epe- zialitätcn. Kasino. Heirat aus Probe. Epezia- lstäten. Walhalla. Der grüne Teusel. Spezialitäten. goltes Capricr. Eine Nacht in der Apotheke. Passage. Epezialiläten. Reichshalle». Stettiner Sänger. Urania. Tanbruitratze 4Hllü. Abends 8 Uhr: Durch Dänemarl und Südschweden. Sternwarte, Fnvalidenstr. 67/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Sherlock Holmes Mittwoch: Die Jimgsrau von Orlean«. Donnerst.: Der Hund von BaSkervillt. Freitag: Staatsanwalt Alexander. Neiill Süheuspielhaus Dienstag, den 14. Mal 1907: Alt» Heidelberg. Ansang>/,S Uhr: Morgen: Hopfenraths Erbe». Ansang 8 Uhr._ Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Der Dieb. Korgen und folgende Tage: Der Dieb. Kleines Theater. Zum 203. Male: Em idealer Gatte. Ansang 8 Uhr. Mittwoch zum 206. Male: Ein idealer Gatte. LortzingTheater. Btllealllanceslr. 7/8. Dienstag, den 14. Mai: Der Freischütz. Ansang 8 Uhr. Abonnements gültig I Mittwoch: Der Trookadonr. Lustsfsielhaus. Sommerpreije. rlbcnds 8 Uhr: Hnsarenfieber. Schiller-Theater H. Fricdrich-WilhelmstädtlaohB» Theater. Abend» 8 Uhr: Am grünen Weg. �Fentral-�heater. Gciamtgastspte! dt» Hamburger Ernst Drucker-Theater»: Die Nachtigall au« dem Bäckergaug. gzoxher: Vaters Ebeubtld. l.iiizsii-'sliöglBi Reichhnvergerstr. S«. UbendZ S Uhr- Ms Msdche««hs-«h». Alle Abende: Da« Mädchen ohne Ehre. Pstngstsonntag nachmittag«: Die Waise aus Lowood._. Pfingstmontag nachmittag«:-C" Räuber Trlanon-Thealer. Heute und folgend« Tage: Sräuleiu Jotette—«eine Frau. Ansang S Uhr. Urania, Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: 0010 Cl SCHER Täglich nachm. 4 Uhr: S Gr. Militär-Konzert.' Eintritt 1 Mk., von abends 1 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unt.[ � 10 Jahren die Hälfte. VyVv VSvvV» | in den Hauptrollen. Vorher: Neu bearbeitet: Im Veit geht unter! Schwank in einem Aufzug von Anton u. Donat Hermselo. Haslno-I'bva'tsr Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Rur bis 18. Mai! Neu einstudiert: Heirat ans Probe. 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An allen drei Feiertagen: lZtölZs tztm-Zölskett von Hoffinannü Norddeutschen Säugern. Tanz. �rUZtsv MelttönB-'r'itLgfgt. Beelin W.,0cltr. slraös 9. M herrliche Mal-Progn WculTüomas Bedsy Com- psgnle. Gr. omerika». Exenlric-Pant. A'en: n»nlZ«rerIcei'stre!t Maurer(Busse), Zimmermann(Dir, Gust. Lehrens), Maler(W. Sandel). Glaser(Hugo Lricks), sowie die andern erstNaisigen Spezialitäten. F. Schlug dt« tolle 2luSstatt.-Operette: hleechuekmenn imSDndenpkuhl Berlin. ?Insang 8 Uhr, Sonntags 61/, U6r._ Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hos I. Amt 3. 1239. Cliarltbslraße Z. Hos III. Amt 3, 1987. Mitwich, de» 15. M»i,«Iiciids 6 Uhr: Bezirks-Versammlüng für Tegel und Umg. im große» Sonic m» A. Trapp, Tegel, Vahnhofstr. 1. TageS-Ordnung: i. Vortrag üb-r-, Sie zhanSinWlzehe kkweckZehchzhkwLgung. 2. Diskussion. 2. Wahl der gesamten Bezirksleitung. 4. Verschiedenes. Alle in dieiem Bezirk wohnenden oder beschäftigten Mitglieder«erden dringend ersucht, vollzählig zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert.———. 118/12 Die Ortsverwaltnng. Deutscher Holzarbeiier-Verband. Brutbe der Tergolder. Donnerstag, den 16. Mai er., abendS präzise 8 Uhr. in Dietrichs Vcstsillen(Inhaber Posch), DreSdeuerftr. 116, nahe Oranienplatz i KrtlNlheU'Konmtisßous- und zlertrauensmättner- Sitzung Die«elleoen werden ersucht, ihre LegMmationSlarteN sowie Verbands Die Kollegen werden ersucht, ihre llegitimationslarten sowie Verbands» buch zu dieser Sitzung mitzubringen. In den WerkstStten, wo lein Vertrauensmann vorhanden, ist ein Kollege zu wählen und in diese Sitzung zu entsenden. SS/g Der Branchealclter, Einsetzer. Die Bezirkssitzungen der Einsetzer finden am Mittwochabend in den bekannten Lokalen statt. yreieVeranipng«er Tapezierer und verwandten Bernfsgcnoascn Berlins u. Umgegend. Bureau und Arbeitsnachweis: SehUtzenetr. 18/19. Tel.: Amt I 8090. Tapezierer! Mittwoch, 15. Mai. abend«>/,S Uhr,»ei Tamm, Schützenstr. 18/lgl IS bv Sammlung, TageS-Ordnung: 1. Vortrag de« Genossen Stripp üb-r Maxim Gorki, den russischen Freiheittdichter, mit anschliesjenden Nezitallonm. 2. Dislussion. 3. Vereins angelegenh�ten. Gäste willkommen. 101/4 Da wichltg« Angelegenheiten zu erledige» sind, erwartet vollzähliges Erscheinen Der- Voratand. Vereinigung der Maler, Saekierer, Anstreicher etc. == Küchenmöbel=Branche. Mittwoch, den 15. Mai, abend« S Uhr. im Englischen Garten, Maxau»er str. 27o: Braiiclieii-Versammlnng. TageS-Ordnung: 1. Der Schiedsspruch des EiniaungSamteS. 2. Wahl einer Tarif. kommission. 3. Branchenangelegenhett. � 123/3 Zahlreiche» Erscheinen erwartet Der Obmann. « S a L v © i c © u 0 st S © Nicht die grösste ReKIame Ätou.'KTÄSra Kosten äo. Käufers ä;cIbÄ J. 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Die Beerdigung findet aml Dienstagnachmittag stratze 71. „ 24 bei Reichardt, Mariendorf, Chausseestr. 16. .. 28 bei Mieck, Zehlendorf, Karlstr. 12. entralverbandes der Zimmerer Deutschlands|| Der Zahlstellen-Vorstand. Deutschlands.- Zweigverein Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 10. Mai, abends SV» Uhr, im Lokal Heue Welt, Hasenheide 108-114: MMatWe GkNtt>i-Nrch«imz. TageS-Ordnung: 34/3» i. Unsere bevorstehende Lohnbewegung. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Eintritt. Recht regm Besuch erwartet Der Zwcigvereinsvorstand. Lenkeber stolzarbeiter-Verband. Zahlstelle Charlottenburg. Dienstag, den 14. Mai, abends 8� Uhr, im Volkshause, Rofinenstraße S: Merordentliehe General-Versamtnlung. TageS-Ordnung: 86/9 1. Die Verhandlungen vor dem Elnignngsamt und Abstimmung Uber den Schiedsspruch. L. GewcrlschasilicheS und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch«ud Karte keinen Eintritt. Stimmzettel am Eingang de» Saales. Dl« Orteverweltnng. Fredersdorf-Petershag. OlltT M. an Seegefeld....» 8.- Finkenkrug In unseren Kolomea Nsh-Neuend., Hochwald. ll>»» «dsdort, Bahnhos.. 25.. Günstigste Zahlungsbedingungen. lllesedsllte& Hitsche, verltn, LandZbergerstrahe 66. H.& P. Uder, ,,erU"-9 16 engel-öfer 5.) Tabak-GroOhandlnns und Tabaklabrik. r Ranch-, Kao*. Schoupftabake. Zigarren, Zigaretten."> Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Xlgarren in allea Preislagen. Mittwoch, den 16. Mai, abends 81;. Uhr. in»Englischen Garten». Mexanderstr. 27c: ]VIItgll*(Ur~Vcrfaiiiiitliiiig. TageS-Ordnung: 1. Verbreitung deS.Steinarbeiter'. 2. Gewerkscha/llicheS. dkast 4, SO14. Zahlreichen Besuch erwarlet_ Der Borftaud. Nerantworllicher viedaktn!« Sag»«Leber. tBetün. Sur d» fjßletaunuü OatnOa.: Td.(illfdc, Lcrlul. Liuil u. vttlag: LorwärtA�lchdruckttei n. LerlagSavilalt Lau Sämtliche be- 2|g£|eQff£|| zu Orlglealpreieee. kannten Marken Maurer Deutsehlands Zwcigvcrcxn Berlin. Mittwoch, den 15. Mai, abends 8Va Uhr, im Lokale„NCUS Welt", Hasmheide Nr. 108-114: Merordentliehe steneral-Versammlunn aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer. Tages-Ordnung: Die bevorstehende Aussperrung im Berliner Baugewerbe. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. 139/14» Die Verbandsleitung. KB. Die Mai auSgesperrten Kollegen auswärtiger Zwelgvereine. welche in Berlin arbeiten. sich aber nicht in Berlin, sondern tn threm HeimatSort zur Kontrolle gemeldet haben, können, falls sie Anspruch auf Unterstützung erheben, dieselbe während der Bureaustunden auf dem BerbaudS» burrau, Engel-Ufer 15, Zimmer 29, in Empfang nehmen._ D. O. Zentral-Verband der Maurer Deutsehlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. «vlikung I PufZGPS Achtung> Am Mittwoch, den 13. Mai, abends 8 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirkssitzungen statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in der Sitzung zu erscheinen. 133/20 Die Obleute. freie Vereinigung der Maurer Deutschlands Ortsverein Berlin. Bureau: Steinstrahe Z8. Telephon: Amt III 3199. Mittwoch, IS. Mai, abends S'/a Uhr, in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18: Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: Unkere Lohnbewegung. autirlledebnch leeitimlert.[129/9*1 Der Borstand. I. GustaoZegli». Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 16. Mai 1907, abends 8'/, W, im Fokal„Ftnersteins Ftstsale", Alte Jakob-Straße 75: Mitglieder-Versammlmtg. Ta aeS-Ordnuna: 1. Bortrag deS Schriftstellers Herrn Ürnstav ltg LmW- Kttlim?MM Partei- Angelegenheiten. Die Adressen der Vertrauenspersonen der Ge «osfinnen Berlins sind die folgenden: &rau Wenzels, Warschauerstr. 20 vorn II. Frau Zcipert, Marienburgerstr. 22 vorn II. Frau Wulff, Kirchstr. 5 rechter Scitcnfl. Hochpart. Frau Panzcram, Pappel-Allee 76 vorn I. Frau Matschte, Wolgasterstr. 8 vorn I. Frau Hoppe, Bandelstr. 40 vorn II. 5krekSvertrauenZperfon für Teltow-Beeskow: Frau Marie Thiel, Tempelhof, Friedrich Wilhelmstr. 17. Kreisvertrauensperson für Nieder-Barnim: Frau Elise Neumann, Weißensee, König-Chauffee 40. Charlottenburg. Auf die heut abend im V o l k s h a u s e statt findende öffentliche Versammlung, in der Genosse Reichs� tagsabgeordneter S e v e r i n g über die positive Arbeit der Sozialdemokratie referieren wird, machen wir noch ein- mal aufmerksam und erwarten, daß die Genossen zahlreich und pünktlich erscheinen. Steglitz. Die auf kommenden Mittwoch angesetzte Versamm- lung findet nicht statt. Dafür an demselben Abend Flugblatt- Verbreitung im ersten Bezirk. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Tempelhof. Heute, Dienstag, abends Uhr, findet bei Müller, Berlinerstr. 41/42, die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins statt, in welcher Genosse Dr. Borchardt über„Monistische Weltanschauung" sprechen wird. Nachdem: Bericht der Dele- gierten über die Generalversammlung der Wahlvereine Groß- Berlins, Aufttahme neuer Mitglieder, Vereinsangelegenheiten usw. Die Bibliothek ist an diesem Abend von 7 Uhr an geöffnet. Gäste auch Frauen, haben Zutritt. Der Vorstand. Achtung, Lichtenberg. Heute ab�id findet im Lokal von'Ge- b rüder Arnhold, Frankfurter Chaussee 5, eine außerordentliche Generalversammlung des Wahlvercins statt. Tagesordnung: 1. Was lehren uns die letzten Reichstagswahlen? Referent: Reichs- tagsabgeordnctcr Genosse Ariur Stadthagen. 2. Fortsetzung der vertagten Debatte über den Bericht der Zeitungskommission. 3. Eventuelle Neuwahl der Zeitungskommission. 4. Bericht von der Verbands-Generalversammlung. ö. Vereinsangelegenheiten. Zahl- reiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Johannisthal. Heute abend 8% Uhr findet bei Alb. Gobin, Roonstr. 2, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Max Schütte über die Pariser Kommune. 2. Bericht von der Generalversammlung Groß- Berlin. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Bro- schüre: Abrechnung mit dem Reichslügcnverband, kommt zur Ver- teilung. Der Vorstand. Kaulsborf(Ostb.). Heute, Dienstag abend, findet der Zahl- abend statt. Erscheinen sämtlicher Genossen ist Pflicht. Der Vorstand. Weißensee. Heute. Dienstag, den 14. Mai, Mitgliederver- sammlung im Vereinshause, Charlottcnburgerstr. 150. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Königswusterhauscn. Mittwoch Wahlvereinsversammlung im „Alten Schützenhause". 1. Vortrag des Genoffen Adolf Hoffinann. 2. Bericht von der Verbandsversammlung Grotz-Berlin. 3. Partei- angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Reinickendorf-West. Die am heutigen Dienstag fällige Mit- gliedcrvcrsammlung findet am 23. Mai, abends 81h Uhr, im Lokal von Meister, Berlinerstratze, statt. Freitag, den 17., haben sämtliche Kommissionsmitglieder und Funktionäre wegen der ge- planten„Vorwärts"-Agitation bei I. Franke, Eichbornstr. 18, zu erscheinen. Der Vorstand. Wilhelmsruh. Heute, Dienstag, Diskutierabend des Wahlvereins bei Barth. Zahlreicher Besuch ist Pflicht. berliner jVachnchtcn. Das Wachstum Berlins hat w dem fünfjährigen Zeitraum zwischen den beiden Volks- zählungen von 1900 und von 1905 sich sehr eigentümlich ge- staltet. Endgültig berichtigte Angaben hierüber finden sich in dem soeben erschienenen neuesten Jahrgang des Berliner Statistischen Jahrbuchs, der erst die Statistik des Jahres 1905 behandeln kann. Die ortsanwesende Bevölkerung vermehrte sich von der einen Zählung zur anderen von 1 888 848 auf 2 040 148. Für Ende chOÖO und Ende 1905 wurde danach die Bevölkerungszahl auf 1888313 und 2 043313 berechnet, hier beträgt also die Zunahme 155000. In dem vorletzten Jahrfünft, von Ende 1895 bis Ende 1900, war die Bevölkerungszahl um nahezu 210000 gewachsen, im Jahrfünft 1900—05 ist also eine beträchtlich geringere Bevölkerungs- Vermehrung zu verzeichnen gewesen. In diesem letzten Jahrfünft wäre die durchschnittliche Zunahme pro Jahr 31000, in Wirklichkeit haben aber diesmal die einzelnen fünf Jahre sehr ungleich große Zunahmen gebracht. Das Jahr 1901 ist mit einem Bevölkerungszuwachs von nur 5628 beteiligt, im Jahre 1902 stieg die Bevölkerungszahl um den gleichfalls noch ungewöhnlich geringen Betrag von 17 637, in 1903 stellte sich die Zunahme auf 34 448, 1904 und 1905 brachten Zu- nahmen um 42666 und 54571. Die Ursachen dieser Ungleichheiten zeigen sich, wenn der Bevölkerungszuwachs in seine beiden Bestandteile zerlegt wird. in den Geburtenüberschuß und den Wanderungs- Überschuß. Der Geburtenüberschuß stellte sich für dieses Jahrfünft auf 81 429, der Wanderungsüberschutz war in dem- selben Zeitraum nicht höher als 73 571. In den einzelnen fünf Jahren war der Geburtenüberschuß 16361, 18 639, 15 944, 15 482, 15003, hier sind also keine sehr erheblichen Verschiedenheiten zu bemerken. Die Zahl der Geburten ändert sich nur ganz allmählich, und auch die Zahl der Sterbefällc kann selbst in ungewöhnlich günstigen oder in ungewöhnlich ungünstigen Jahren doch immer nur um etliche Tausend vom Durchschnitt abweichen. Dagegen war das Verhältnis der Zuzüge zu den Wegzügen in den ersten dieser fünf Jahre derartig, daß damals überhaupt kein Wanderungsübcrschuß. sondern ein Wanderungs- v e r l u st herauskam. Das Statistische Amt hat bei den Zuwanderungen in Rechnung gestellt: für 1901 ein Defizit von 10733, auch für 1902 noch ein Defizit von 952, sodann für 1903 einen Ueberschutz von erst 18 504, für 1904 und 1905 Ueberschüsse von 27184 und 39568. Die Summe dieser Ueberschüsse vermindert um die Defizits ergibt für das ganze Jahrfünft den oben genannten Wanderungs- Überschuß von nur 73 571. In diesen Zahlen spiegelt sich der G a n g der Wirt- östlichen Verhältnisse, das Auf und Ab der llehrung oder Niederung der Arbeitsgelegen- h e i t. Immer, wenn in der Industrie Beschäftigungsmangel eintritt, verringert sich in den Großstädten der Uebcrschuß der Zuwanderung über die Abwanderung, und nicht selten ver- wandelt er sich sogar in ein Defizit. So brachte, wie oben ersichtlich ist, diesmal besonders das Jahr 1901 der Reichs- Hauptstadt eine ungewöhnlich geringe Zahl von Zuzügen und eine ungewöhnlich hohe Zahl von Wegzügen. Die Deputation für das städtische Turn- und Badewcsen gibt bekannt, daß am Donnerstag, den 16. Mai, morgens 6 Uhr, die städtischen Flußbadeanstaltcn eröffnet werden und zwar: A. Für männliche Personen: 1. Hinter der Mühlen- straße 50, 2. an der Fruchtstraße. 3. an der Waisenbrücke, 4. im Werdcrschen Mühlengraben an der Jnngiernbrücke(gegenüber der königlichen Münze), 5. an der Ebertsbrücke, 6. an der Moabiter Brücke, 7. im Nordhafen an der Fcnnbrücke. L. Für weibliche Personen: 1. Hinter Mühlenstraße 50, 2. oberhalb der Schillingsbrücke, 3. an der Waisenbrücke, 4. an der Ebertsbrücke, ö. an der Lessingbrücke, 6. im Nordhafen an der Fenn brücke. Die Badeanstalt im Nordbafen ist jeden Montag und Freitag für Frauen, an allen übrigen Tagen für Männer geöffnet. Am zweiten Pfingstfeiertage bleiben sämtliche Anstalten ge schloffen. Wegen Eröffnung der Doppelvadcanstalt an der Cuvrystrahe ergebt besondere Bekanntmachung. Das Nähere über die Benutzungszeit, über die Preise der Bäder, Schwinimunterricht und Badewäsche ergeben die bei allen Anstalten befindlichen Tarife. Kinder unter 10 Jahren werden nur in Begleitung Erwachsener zugelassen. Für den Teltow- und Prinz Friedrich Leopold-Kanal veröffent- licht der Regieningspräsident soeben eine mit dem heutigen Tage in Kraft tretende Strom- und Schiffahrts- olizeiverordnung. Danach wird die Fahrgeschwindigkeit der im Leopold-Kanal zugelassenen Dampffchiffe und Motorboote ans höchstens vier Kilometer festgesetzt. Für beide Kanäle regelt 8 11 der neuen Vorschriften den Kanalschleppdienst, durch den im allgemeinen die Fortbewegung der Fahrzeuge ausschließlich erfolgt, da jeder andere Betrieb, auch durch Segeln oder Rudern, verboten ist. Die Ein- und Ausfahrt von Lastschiffen von und nach der Havel darf regelmäßig nur durch die Kanalmündung bei Klein-Glienicke, die Ein- und Ausfahrt von und nach der Spree— Oder- Wasserstraße nur durch die Mündung bei Grünau erfolgen; die Durchfahrt durch die Mündung des Zweigkanals bei Treptow ist nur den Schiffen gestattet, welche von Plätzen unterhalb der Langen Brücke in Köpenick kommen oder dorthin gehen, aufladenden im Zweigkanal selbst löschenden oder ladenden Schiffen. Eingehende Vorschriften regeln das Anlegen der vom Schleppzug abgekuppelten Schiffe mit Rücksicht auf den Treidel betrieb, der in keiner Weise gestört werden darf, die Errichtung von Kranen, Lösch- und Ladevorrichtungen, welche so einzurichten sind, daß eine Berührung mit den elekrifchen Leitungsanlagen oder eine Unterbrechung in der Stromzuführung ausgeschlossen ist, die Benutzung der Häfen- und Liegeplätze, die Befestigung der Fcchr zeuge am Ufer usw.§ 18 legt den Eigentümern der Lösch- und Lad* Plätze die Verpflichtung auf, nach Anweisung der Strompolizeibehörde für die erforderlichen Entnahmestellen von gutem Trinkwasser, das unentgeltlich zu liefern ist, für Bedürfnisanstalten, Miifr gruben usw. Sorge zu tragen. Der Floßholzverkehr(mit Flößen von höchstens 60 Meter Länge und 4,6 Meter Breite) wird nur aus- nahmsweise zugelassen. Die§§ 21—23 enthalten ausführliche Bor schriften über das Verhalten der Schiffer von der Einfahrt in den Kanal(Anmeldung usw.), über die Zusammenstellung und den Be trieb der Schleppzüge und über das Verhalten der Schiffer während der Fahrt(Pflichten der SchiffSftihm, An- und Abhängen der Schiffe usw.). Zuwiderhandlungen bedroht ß 24 mit Geldstrafen bis zu 60 M. oder verhältnismäßiger Haftstrafe. Pfingst-Sonderzügr werden in der Zeit vom 16. bis 23. Mai auch auf den Strecken des Eisenbahn-Direktionsbezirks Stettin in großer Zahl abgelassen werden. Zur Beförderung gelangen hauptsächlich Vorzüge zu den mefftbenutzten Personenzügen nach Stettin, Etargard, Belgard, Kolberg, Angermünde, Pasewalk, Stralsund, EberSwalde, Wriezen, Seelow, Granfee, Neu-Strelitz usw. Eil« und Schnellzüge gehen: am 18. und 19. Mai 8" vorm. nach Stargard i. V., am 17. und 22. Mai 308 nachm. nach Belgard (am 18. Mai bis Kolberg), am 18. und 19. Mai vorm., und am 18. Mai 6%* vorm. nach Neu-Strelitz. Näheres enthalte» die aus hängendm Bekanntmachungen. Die ersten Hitzschläge werden vom Sonntag gemeldet. Die un- gewöhnlich hohe Wärme, die trotz der noch frühen Jahreszeit bereits 32 Grad im Schatten erreicht hell, wirkt außerordentlich erschlaffend auf Menschen und Tiere. Unter den Pferden hat die Hitze bereits erheblichen Schaden angerichtet. Am Sonntag wurden neben einer großen Anzahl Tiere auch einige Personen vom Hitzschlage betroffen. So brach in der Chausseestroße ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann zusammen. In bewußtlosem Zustande wurde er nach der Charitee gebracht, wo bei ihm Hitzschlag festgestellt wurde. Am Stettiner Bahnhof wurde der Radfahrer Adolf Kippke aus der Treskowstraße 5 in Nieder- Schörchausen vom Hitzschlag befallen. Der Bedauernswerte geriet schließlich in einen Wutanfall und mußte nach der Unfallstation in der Eichendorfistraße gebracht werden. Auch am Nettelbeckplatz brach ein junger Mann vom Hitzschlag ge- troffen zusammen. Städtische Arbeiter. Man schreibt uns auS den Kreisen städtischer Arbeiter:„Es ist schon oft darüber geklagt worden, daß die Wer- waltungskörperschaften der Berliner Werke ein wahres Schnecken- tempo einzuschlagen belieben, wenn es sich um die Erledigung von Arbeiterwunschen handelt. Die Arbeiter der Bauverwaltung der städtischen Kanalisation haben schon im vorigen Herbst eine Eingabe an die Deputation für die Kanalisation gerichtet, in welcher sie die Errichtung eines ArbeiterausschuffeS, Beschaffung von Baubuden, achttägige Lohnzahlungen, Lieferung von Handwerkszeug und sonstige leicht zu gewährende Forderungen ausgestellt hatten. Die Deputatton wählte eine Subkommisston, welche die Forderungen der Arbeiter vorzw beraten hatte. Im„Vorw." vom 26. Nov. wurde über die Ergebnisse dieser Beratung berichtet und die Arbeiter rechneten nun darauf, recht bald zu hören, wie sich die Deputatton zu den Beschlüssen der Subkommisston gestellt habe. Bis zum heuttgen Tage war es trotz aller Bemühungen nicht möglich, zu erfahren, was die Deputatton zu beschließen für gut befunden hatte. Selbst die persönlichen Er- kundigungen eines Vertreters des Gemeindearbeiterverbandes, der sich bis zum Borsitzenden der Deputatton, Magistratsrat Marggraff wandt? waren nicht im stände, Licht in das Deputattons- dunkel zu bringen. Die Organisatton hat sich innerhalb weniger Wochen zweimal an die Deputation gewandt und man kann nnn gespannt darauf fein, wann die Arbeiter in den Besitz der Antwort gelangen werden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht verschweigen, daß ein Arbeiter der Bauverwaltung(Bau- und HauSanschlüffe der Kanalisation) lebhaste Klage über mangel- hafte Waschvorrichtungen und über wenig anständige Behandlung seitens eines früheren Streckenaufsehers, jetzigen Lagerplatzverwalters Steiger klagen. Wer gegen den freien Ton des St. etwas einwende. für den liegen.Buch und Papiere" stets bereit I Es würde nicht schaden, wenn die Herren der Verwaltung einmal nach d«m Rechten auf den Arbeitsplätze» der gmmmt» Arfceitrrkateaorie Men.' Bon einem Dampfer übcrrannt. Eine Schiffskatastrophe, bei der drei Personen den Tod in den Wellen gefunden haben, hat sich Sonntag abend in der achten Stunde auf der Havel bei Potsdam ereignet. In der Nähe der Glienicker Brücke überfuhr der Personen» Kämpfer„Wannsee" der Schiffahrts-Gesellschaft„Kreis Teltow" ein mit sieben Personen besetztes Ruderboot. Sämtliche Jnsafle« stürzten in die Fluten und gelang es, nur vier Personen zu retten. Der Dampfer„Wannsee" war gegen V26 Uhr von Potsdam abgefahren, um die Strecke Glienicke— Pfaueninsel— Gladow— Wannsee zurückzulegen. An der Haltestelle Glienicke hatte er bereits angelegt und als er sich schon wieder in voller Fahrt befand, tauchte vor ihm ein nnt sieben Personen besetztes Boot auf. Das Boot schaukelte in direkter Linie bor dem Dampf« und die Ruderer, die vermutlich das Fahrzeug durch den Wellengang des Dampfers hochtragen lassen wollten, hielten sich trotz der Warnungssignals des Kapitäns in unmittelbarer Nähe des Schiffes auf. Kurz vor dem iu voller Fahrt befindlichen Dampfer versuchten sie dann noch das Boot vorüberznlciten. Dies gelang ihnen aber nicht mehr. Obwohl sofort die notwendigen Anstalten gemacht wurden, den Dampfer zu stoppen, wurde das Boot mitten durchgeschnitten und alle Insassen, darunter eine Frau und zwei Kinder, wurden ins Wasser geschleudert. Die Insassen hinzufahrender Motorboote machten sich sofort an die Rettung der Ertrinkenden. Es glückte ihnen denn auch schließlich, vier derselben zu bergen. Dagegen konnten die übrigen drei Personen nicht mehr gesehen werden. Sie sind zweifellos unter den Dampfer geraten und hülflos ertrunken. Gestern morgen wurden ihre Leichen geborgen. Die Schuld an der Katastrophe liegt auf feiten der Ruderer, die trotz der WarnungS» signale des Kapitäns und der Zurufe der Passagiere dicht vor dem Dampfer vorüberfuhren. Auf dem Dampfer war unter den Fahr- gästen eine Panik entstanden und mehrere Frauen fielen in Ohn- macht. Von anderer Seite werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Von Potsdam aus hatten sich mehrere Familien, und zwar diejenige des Lehrers Rösch sowie der Gärtner Rieck und Specht, ein Boot ge- nommen und fuhren die Havel entlang nach dem Griebnitzsee zu. Es waren im ganzen neun Personen, die in dem kleinen Boot fuhren, halbwüchsige Kinder ruderten und am Steuer befand sich eine Frau. Das kleine Fahrzeug befand sich gegen 6 Uhr nach- mittags auf dem Griebnitzsee zwischen Sternbrücke und dem Palais des Prinzen Leopold, als, von der Pfaueninsel kommend, der Paffagierdampfer.Wannsee" in einer Entfernung von etwa 150 Meter herannahte. In diesem Augenblick fuhr das Boot direkt in die Fahrbahn des Dampfers hinein, der sofort Warnungssignale gab. Die Insassen deS Kahnes müssen nun vollkommen den Kopf verloren haben, denn anstatt sich durch einige Ruderschläge in Sicherheit zu bringen, zogen die Kinder die Ruder ein, und so trieb der Nachen mit der Breitseite gegen den „Wannsee" an. Wiewohl der Schiffsführer das Signal.Rückwärts fahren' gegeben hatte, konnte der Zusammenstoß nicht verhindert werden; der Bug des Dampfers faßte das Boot und zertrümmerte mehrere Planken desselben. In diesem Augenblick kenterte auch schon der Nachen und die Jnsaffen stürzten in das Wasser. Vom Dampfer wurden die Rettungsarbeiten sofort in Angriff genommen, und mehrere Motorbote sowie ein mit vier Ruderern besetzter Skuller des Ruder- Vereins»Vineta'-Potsdam eilten herbei. Es gelang sechs der in den Fluten mit dem Tode Kämpfenden zu retten, und sie nach dem nahe belegenen Restaurant Hujahn zu bringen, wo ihnen aufopfernde Pflege zuteil wurde. Es stellte sich nun heraus, daß drei Personen «trunken waren, und zwar die 25 jährige Frau des Gärtners Specht, der 12 jährige Sohn de? Lehrers Rösch, eilies Schwagers des Gärtners Rieck, welch letzterer seinen kleinen Neffen zur Bootspartie eingeladen hatte, sowie ein etwa 11 jähriges Mädchen, dessen Personalien noch nicht ermittelt werden konnten und das vermutlich in Potsdam zu Besuch weille. Die Leichen find gestern morgen auf der Havel zwischen Babelsberg und Leopoldsbrücke von Potsdamer Fischern aufgefunden und geborgen worden. Ueb« ei» schw«tS Automobilunglück, das sich am Himmelfahrts- tage ereignete, und über daS bürgerliche Blätter ganz entstellte Berichte brachten, werden uns nachträglich folgende Mitteilungen gemacht: Der Chauffeur F. machte am Mittwoch voriger Woche mit einem eben erst reparierten 70pferdigen Auto in Gesellschaft zweier Monteure eine Probefahrt nach Leipzig. Am Himmelfahrtstage ging'S wieder zurück nach Berlin. Unterwegs mußte noch ein mehr- stündiger Aufenthalt wegen einer Reparatur gemacht werden und so gelangte die kleine Gesellschaft nachmittags in Beelitzhof an. Da die Teilnehmer der Fahrt seit früh nichts gegesten hatten, wurde hier Rast gemacht und Kaffee getrunken. Bei dieser Gelegenh.it trafen die Drei zwei Bekannte, den Kaufmann Stolzenburg und den Zigarrenhändler Dühring, welche baten, mit nach Berlin fahren zu dürfen. Die Bitte wurde gewährt. Zwischen 3 und 4 Uhr kam die nunmehr fünfköpfige Gesellschaft an den Kaiser Wilhelmsturm. Man fuhr den Berg hinunter und gelangte an eine Kurve, die in den sogenannten Sandweg ausläuft, eine Stelle, an der schon manches Unglück geschehen ist. Das Auto, ein großer, schwerer Wagen, brachte die Sandmasse ins rutschen und der Wagen schleuderte hinten gegen einen Baum, ehe es möglich war, ihn zum stehen zu bringen. Die drei, die hinten im Wagen saßen, wurden herausgeschleudert, dem einen Monteur wurden ein Bein und zwei Finger gebrochen, er wird im Kranken- Haus Westend behandelt. Der Zigarrenhändler erlitt einige Haut- abschürfungen und verlor zwei Zähne. Am schlimmsten erging es dem Kaufmann Stolzenburg, dem das Rückgrat gebrochen wurde; er ist am Freitag im Krankenhause gestorben. Der zweite Monteur, der neben dem Chauffeur saß, wurde zwar auch aus dem Auto geschleudert, kam aber wie der Chauffeur ohne Verletzung davon. Nachdem das Unglück geschehen und der Wagen stand, holte der Chauffeur sofort Hülfe für die Verletzten; seitdem ist er aber verschwunden. Die Angehörigen befürchten, daß der dreißigjährige Mann offenbar nach dem Unglück den Kopf verloren und sich ein Leid angetan hat. Nach der vorstehenden Schilderung scheint dem Chauffeur keine Schnld an dem schweren Unglück zu treffen. Der Chauffeur wird als ein sehr nüchterner Mensch und gewissenhafter langjähriger Fahrer geschildert. Die„Liedcrgemeinschaft der Arbciter-EängxrveireiniMni;cn Deutschlands" hält am 19. und 20. Mai in B e r l i n im G e w e r c. schaftshaufe ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus kleinsten Anfängen und unter größten Schwierigkeiten im Jahre 1892 auf Antrag deS„Dresdner Arbeiter-Sängerbundes" gegründet. wurden zwei Jahre später schon zirka 16 000 Sänger als Mitglieder festgestellt, jetzt gehören der„Liedergemeinschaft" zirka 1275 Vereine mit weit über 75 000 Mitgliedern an; sämtliche in Deutschland be» stehenden Arbeiter-Sängcrbunde sind der„Licdergemeinschast" an- geschlossen. Die Hauplausgabe der letzteren besteht darin, den Männergesang in Arbeiterkreisen durch Herausgabc von Freiheits- liedern usw. zu Pflegen und m einheitliche Bahnen zu lenken. Daß sie dieser Aufgabe gerecht wird, hat sie durch berctts 46 heraus- gegebene und den Arbeiter-Gesangvereinen übermittelte Lieder be- wiesen, welche bei Arbciterfestlichkciten gesungen und gern gehört werden. Seit der letzten Generalversammlung(1904) sind den Ver- einen resp. Bünden 10 neue Lieder zur Verfügung gestellt; immer- 'in eine stattliche Zahl, wenn man sich vor Augen hält, daß sich der — feco �österlichem Ifeife« mu tatsi» hierzu s& 70915" SRWTTjWTHTTfit HTtBrncrt. V tWst???>kan???kh> h?ftT> fcifctiS ict Jliet>£tQtmtm1d)a\f auch das gute Volkslied gepflegt und soll in � Zukunft noch mehr als bisher gefördert werden. Diese Absicht kommt auch in den zur Beratung steherSen Anträgen verschiedentlich zum Ausdruck.— Ein von der«Liedergemeinschaft- herausgegebenes und periodisch erscheinendes Flugblatt behandelt insbesondere gesang. technische Fragen und erscheint zur Zeit in einer Auflage von zirka 50 000. Im Interesse des Arbeitergesanges ist den Beratungen guter Erfolg zu wünschen. Es sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß die im«Arbeitev�Gängerbund Berlins" vereinigten Vereine aus Anlaß der Tagung der Generalversammlung verschiedene Vcr» anstaltungen getroffen haben, wie einen KommerS am ersten Feier- tage in der«Brauerei Friedrichshain", eine Dampferpartie nach Hessenwinkel am dritten Feiertage; siehe auch heutiges Inserat. DaS Berschwinden zweier Familienväter hat jetzt eine traurige Aufklärung gefunden.� Am Schlcsischen Ufer bemerkten Passanten den Leichmnn des 47jährigen Tischlers Emil Baber, Rykestr. 8a, der seit einigen Tagen vermißt wurde. Außerdem wurde an der Lichten» steinbrücke der kürzlich verschwundene Schlosser Hermann Heise, Gustav Frehtogstraße 2, als Leiche aus dem Schiffahrtskanal gezogen. Ungewöhnliches Aufsehen verursachte Sonntag am frühen ivkorge» tn der Friedrichstratze der Selbstmord eines Lebensmüden. Vor dem Kaiser-Cafü erschoß sich der 51 Jahre alte Portier Fritz Kampmehr au» der Fennstraße. K. war viele Jahre hindurch Portier am Kaiser» Cafü. Kurzlich wurde ihm seine Stellung gekündigt, weil der Posten überzählig geworden war. K. nahm sich dies derartig zu Herzen. daß er beschloß, sich das Leben zu nehmen. Er kaufte sich einen Revolver, stellte sich Sonntag frühmorgens vor das Kaiser-Eafä in der Friedrichstraße und jagte sich eine Kugel in die Schläfe. Der Unglückliche sank sofort tot nieder. Hinzuspringende Passanten trugen an nach der Unfallstation in der Kronenstraße, von wo aus spater e Leiche nach dem Schauhause übergeführt wurde. Unglücksfälle im Straßenverkehr. Wiederum hat sich beim Be» steigen eines in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens ein schwerer Unfall ereignet. Der Kaufmann Reinhold Wulle aus der Grolmanstr. 23 versuchte vor dem Hause Kursürstendainm l20 auf einen vorüberfahrenden Straßenbahnwagen der Linie A der Westlichen Berliner Vorortbahn zu springen,' glitt jedoch vom Trittbrett ab und fiel so unglücklich zu Boden, daß er mit beiden Beinen unter den Schutzrahmen des Anhängewagens geriet. Mit Hülfe von Straßenpassanten wurde der Wagen angehoben und W. aus seiner gefährlichen Lage befreit. Der Kaufmann hatte einen Doppelbruch des rechten Oberschenkels sowie eine starke Quetschung des rechten Unterschenkels erlitten. Der Schwerverletzte wurde nach dem Kranken» hause Westend übergeführt.— Das Opfer eine» schweren Straßen- Unfalls ist am Sonntag der Medizinalrat Tbicme aus Cochem an der Mosel geworden. Der alte Herr, der sich gegenwärtig au» wissenschaftlichen Gründen in Berlin aufhält, wurde in der Leipziger- straße beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Fuhriverk angefahren und schwerverletzt nach der Rettungswache in der Mauer» straße gebracht. Tod eines Elefanten im Zoologischen Garten. In letzter Zeit folgt aus dem Zoologischen Garten eine Trauerbotschait der anderen. Auch von gestern liegt wieder eine solche vor. Der vor etwa vier Jahren aus Kamerun eingeführte Elefant ist am Sonnabend verendet. Das Tier war sehr jung nach dem Zoologischen Garten gekommen und «S hatte sich auch recht gut eingelebt. Wie vor einiger Zeit gemeldet wurde, war eS plötzlich an Geschwüren erkrankt und eS hatte an» fan(}« den Anschein, als ob es gelingen werde, den«hohen" Patienten dem Leben zu erhalten. Dies ist aber nicht geglückt. Am Sonnabend ist der Elefant verendet. Das Fleisch de« Kolosses ist der Abdeckerei überwiesen, während die übrigen Teile der Tier- arzneischule zugeführt wurden. Orgelkonzert. Mittwoch, den 15. Mai, abends?>/, Uhr, vcr- anstaltet der königl. Musikdirektor Bemh. Jrrgang in der S a n k t Marien-Kirche das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frl. Marg. Steiner sSopron), Frl. Frida BeckerShauS(Alt) und Herrn Rudolf Schlemmer(Violine). Orgelkompositionen von Bach, Reuhoff(Phantasiesonate) und Cesar Franck. Der Eintritt ist fr«. Feuerwehrbrricht. Infolge der großen Hitze fehlt eS der Feuerwehr nicht an Arbeit, besonder? durch die Selbstentzündung von Preßkohlen usw. gibt eS zu tun. Am Sonntag brannten Preßkohlen auf dem Anhalter Güterbahnhof, auf dem Oslbahnhof, an der Brom- bergerstratze. in einem Keller in der Liebenwalderstr. 4S und verschiedenen anderen Stellen. Nachmittags um 4 Uhr wurde die Feuer- wehr viermal nach der Möckernstr. 127 gerufen, wo Kisten u. a. auf dem Hofe brannten. Abends um v Uhr wurde die Wehr nach der Seeloiverstr. 25 gerufen. Dort war im 2. Stock bei Singet Feuer ausgekommen, während die Eltern abwesend waren. Die HauS« bewohnet bemerkten die Gefahr als die Fensterkreuze. Gardinen u. a. schon brannten. Beherzte Männer warteten die Ankunft der Feuer- wehr nicht ab. sondern drangen nach Einschlagen der Türen m die stark verqualmte Wohnung ein. Der Kaufmann Otto Herde auS Rixdorf holte drei Kinder im Alter von 10 Monaten bis 11 Jahren aus dem brennenden Zimmer heraus, die anderenfalls erstickt wären. Die Flammen, die azr Betten. Nähmaschinen. Möbel usw. reiche Nahrung gefunden hatten, konnten dann bald gelöscht werden. Ferner hatte die Wehr noch in der Neuen Grünstr. 25», Chaussee- straße 14, wo Papier, Säcke u. a. brannten, sowie in Rixdorf. Pannierstr. 14 zu tun. Hier brannte der Boden. Alarme liefen noch aus der Greifswalder-, Kommandanten-, Gneisenau- u. a. Straßen ein. Vorort- JVadmcbten. Steglitz. Die Stichwahlen am Donnerstag, den IS. Mai, beschäftigen nicht nur unsere Parteigenossen, sondern die gesamte Wählerschaft unseres OrteS in einer so intensiven Weise, wie noch nie zuvor. Bei früheren Wahlen war das Ergebnis gewöhnlich: Stichwahl zwischen Sozialdemokratie und Mietcrverein in beiden Bezirken. Unter diesen Umständen war der Mieterverein von vornherein der Wahlhülfe des Hausbesitzer- und Kommunalvereins sicher und er konnte sich mit Unterstützung des ReichSverbandeS der ruppigsten Bekämpfung der Sozialdemokratie widmen. Anders liegt die Sache diesmal. Die«Steglitzer Zeitung', die am Tage nach der Haupt- Wahl von der«fieggewohnten Fahne des Mietervereins' delirierte (der.Sieg' bestand darin, daß der Mieterverein im ersten Bezirk uin 150 Stimmen hinter der Sozialdemokratie zurückblieb), ist seit- dem merkwürdig still geworden. Anscheineno macht ihr unsere Stichwahltaktik ,m zweiten Bezirk arge Beschwerden. Bei diesem«Hangen und Bangen in schwebender Pein" wagt sie eS nur in einem anscheinend bestellten.Eingesandt' eineS«kal. Beamten', uns und zugleich den Hausbesitzern einen freundschen Rippenstoß zu geben. Um dem Träger der sieggewohnten Fahne sein Handwerl zu erleichtern und ihn seinem LebenSelement: Begeiferung der Sozialdemokratie und gehässige persönliche Be« kämpfung unsereSGemeindevertreter» wiederzugeben. sei hier mitgeteilt, daß daS sozialdemokratische Wahlkomitee in Gemeinschaft mit den Funktionären de« WahlvereinS beschlossen hat. den Arbeiter wahlern deS zweite>r Bezirkes ftrikteStimmenthaltung zu empfehlen. Der Mieter- verein erntet hier, was er aesät hat. Durch seine persön« liche und unfaire KampfeSweise. durch da» ganze Verhalten seine« Organs, der«Steglitzer Zeitung', die dem Reichsverband als Ablagerungsstätte dient, hat er es glücklich erreicht, daß i» der gesamten Arbetterschast die Erbitterung gegen ihn so grob ist. daß man vielfach die Ansicht äußern hört, liever die Hausbesitzer al» die Prahlhänse vom Mieterverein zu unterstützen. Aus dieser Stimmung erklärt sich der Beschlutz auf Stimmenthaltung im zweiten Bezirk. Mag der Mieterverein hier die Hausbesitzer bekämpfen, deren weit- aehendster Unterstützung er im ersten Bezirk bedarf. Für unsere Parteigenossen erwächst die Pflicht, sinriliche«cherv«, w ersten Bezirk mobil zu machen, um gegebenenfalls gegen die der« einigten Gegner den Kampf siegreich zu bestehen. Charlottenburg. Die hiesige GewerkschaftSkommission nahm in ihrer am 10. d. M. stattgefundenen Sitzung den Kassenbericht vom 1. Quartal 1S07 entgegen. Nebst einem Bestände vom vorigen Quartal in Höhe von 1281,47 M. bezifferten sich die Einnahmen auf 1436,12 M., die Ausgaben dagegen auf 194,20 M., sodaß ein Barbestand von 1241,92 Mk. vorhanden ist. Ucber die gegenwärtige Bewegung im Bäckcrgewerbe gab so- dann der Vertreter der Bäcker, Genosse Schulz, einen eingehenden Bericht, wobei er am Schlüsse seiner Ausführungen ersucht, falls es zu einem Kampfe kommen sollte, die Bäckergesellen nach besten Kräften moralisch und finanziell zu unterstützen. Diesem Ersuchen auf daS Solidaritätsgefühl wurde allseitig zugestimmt. Hierauf berichtet Genosse Flemming über den Verlauf der diesjährigen Maifeier am Orte. Er meint, die diesjährige Mai- frier habe trotz aller Aussperrungsmaßregeln deS Unternehmer- tums wie auch des BremSerlasseS des Parteivorstandes in ebenso imposanter Weise ihren Abschluß gefunden wie die im vorigen Jahre, trotzdem diesmal nur 3 Versammlungslokale zur Verfügung gestanden haben. In der Debatte über den Bericht wurde der Erlaß des ParteivorstandcS vom Genossen Gebert gutgeheißen, während besonders die Genossen Schwiemann und Storch betonten, daß es besser gewesen wäre, derselbe wäre unterblieben. „Die Aussperrung der Müllkutscher bei der Allgemeinen Müll- Verwertungsgesellschaft in Charlottenburg", über welche der Vor- sitzende des Handels- und TranSportarbeiterverbandcs, Genosse Gebert, referierte, war Gegenstand einer eingehenden Besprechung, in der besonders das Verhalten der Arbeitswilligen, die mit Re- volver und Eisenstangen bewaffnet wurden und dazu noch den Schutz der Polizciorgane in reichstem Maße genossen, scharf kritisiert wurde. Da die genannte Gesellschaft genügend Arbeits- willige gefunden hat, ist die Sache für die Ausgesperrten als der- loren zu betrachten. Mit dieser Angelegenheit wird sich am komendcn Mittwoch die Stadtverordnetenversammlung, veranlaßt durch eine Interpellation seitens der sozialdemokratischen Stadt- verordneten, beschäftigen. Unter..Gewerkschaftlichem">ourde vom Genossen Schütze auf eine intensivere Agitation für die Konsum- genosscnschaftsbewcgung durch die einzelnen Gewerkschaften hin- gewiesen. Dieser Punkt soll unter Hinzuziehung der Funktionäre deS Konsumverein» in der nächsten Delegiertensitzung eingehend verhandelt werden. Genosse Flemming ersuchte»och, daß zum Zwecke einer Agitation unter den Arbeitern und Arbeiterinnen der Wasch- und Plättanstalten am Orte zur Gründung eines Vereins die Genossen zur Aufklärung mit beitragen möck'tcn. Eine Aai- tationsversammlung für diese Branche findet am 4. Juni d. I:, abends 8� Uhr, im..Volkshause" statt.— Unentschuldigt fehlten die Vertreter der Buchbinder, Porzellanarbeiter und Steinsetzer. Auch fehlton einige Vertreter von Gewerkschaften, die mehr als einen Delegierten stellen, ohne jegliche Entschuldigung, weshalb auf Antrag an dieser Stelle auf diesen Mißstand aufmerksam gemacht werden soll. dl. B. Die Wohnung des Obmannes der Kommission, Ge- nossen Otto Flemming, befindet sich jetzt: Pestalozziftr. 13. Vermißt wird die 17jährige Minna Rüdel auS der Wallstr. 88. Das junge Mädchen hatte am HimmelfahrtStage gegen 3 Uhr nach» mittags die elterliche Wohnung verlassen, um eine Freundin zu be- suchen. Bei dieser ist sie icdoch nicht gewesen und alle Nach- Forschungen nach ihrem Aufenthalt sind erfolglos geblieben. Man nimmt an, daß die R.. ein hübsches, voll entwickeltes Mädchen, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Bekleidet war die Ver- schwundenc bei ihrem Weggänge von Hause mit schwarzem Rock, schwarzseidener Bluse, blauweiß punktiertem Unterrock, schwarzen Strümpfen, ebensolchen Schnürschuhen, roter Schürze und wollener Leibwäsche. An silberner Kette trug sie eine silberne Remontoir- uhr, gezeichnet L. R„ bei sich trug. Rixdorf. Spurlos verfchwundt» ist seit dem 2. Mai die 13jShrige Therese Günther aus der Hermannstr. 77. ES wird angenommen, daß die Vermißte sich in Berlin verborgen hält und hier in schlechte Gesell« schaft geraten ist.— Seit dem 5. Mai fehlt jede Nachricht über den Verbleib deS 7vjährigen Arbeiters Ferdinand Teubner aus der Jägerstr. 63. Der Grei», der geistesschwach ist, hatte sich an diesem Tage auS seiner Wohnung entfernt und ist bisher nicht zurückgekehrt. Vermutlich ist er verunglückt. Groh»Lichterfelde. Am Eonutagmittag karambolierte an der Ecke der Ring- und Sternstraße die Droschke Sir. 16 mit der elektrischen Straßenbahn. Der gusammenprall ivar so heftig, daß die Droschke vollkommen zertrümmert wurde. Dem Führer des elektrischen Wagen« war ei bei der kurzen Entfernung und dem raschen Tempo, in dem die diesige Straßenbahn bei dem nur minimalen Wagenverkehr zu fahren pflegt, nicht mehr möglich, da» Unglück zu verhüten. In weitem Bogen flog der Droschkenkutscher auf die Straße und trug eine schwere Kopsverletzung davon. Nach der ersten Hilfeleistung durch einen in der Nähe wohnenden Arzt wurde der Verwundete nach dem Kreiskrankenhaus gebracht. DaS scheu gewordene Pferd war davongerast. Zum Glück fuhr die Droschke leer. Spandau. Dir Notwendigkeit de? Verkaufs von Waldterraiu sucht der «Spandauer Anzeiger" deS längeren in seiner SonntagSnummer nachzuweisen. Vekanntlich hat sich die letzte Stadtverordneten- Versammlung mit dieser wichtigen Frage beschäftigt und sie dann zur Weiterberatung an die Kommisston verwiesen. Daß eS sich beim Erwerb von städtischem Waldterrain um nichts anderes als um private Spekulationen handelt, erhellt am besten daraus, daß außer dem Architekten Hemel, der 1132 Morgen Waldterrain für 6 650000 M. von der Stadt kaufen wollte, sich noch zwei andere Bewerber eingefunden haben, die wesentlich mehr zu zahlen bereit sind al« Herr Heinel. Der.Spandauer Anzeiger' sucht nun nach- zuweisen, daß die Stadt Spandau nichts Besseres machen könnte. als ein größeres Stück Forstland zu gutem Preise zu verkaufen. ES sei dieS schon notwendig, um die Stadt in den Stand zu setzen, den gesteigerten Ausgaben auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, der Verbesserung des Schulwesen» usw. gerecht zu werden und die bereit» begonnene Verbesserung auf allen Gebieten fortzusetzen. Danach könnte man annehmen, als ob die Stadt Spandau ihren kulturellen und kommunalen Aufgaben nur gerecht werden könnte, wenn einigen Interessenten ein Stück des StadtforsteS verkauft würde. Die Einmütigkeit, mit welcher dem Berkauf von Waldterrain in der letzten Stadtverordnetenversamm- lung entgegengetreten wurde, läßt den Gedanlen nicht zu, als ob der kommunalpolitrsche Fortschritt wesentlich vom Waldvenauf abhinge. Eine Gemeinde, die nur dann ihren kulturellen Aufgaben gerecht werden kann, wenn sie ihre schönsten Ländereien der privaten Spekulation überliefert, erfüllt ihre Aufgabe sehr schlecht. UeberdieS wird durch die Vernichtung de» Waldes gerade dm arbeitenden Schichten die Möglichkeit der Erholung mehr und mehr geraubt, ein Beginnen, was andere sanitäre Ernrichtungen nicht gutmachen löiinen. lieber diese Frage geht allerding« da« Blatt hinweg. ES steht zu erwarten, daß die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Mehrheit den Einwendungen und Empfehlungen des Blattes bei der Beurteilung und Beschlußfassung über diese für die ganze Bevölle- rung wichtige Frage keinen Raum schenken werde. Ueber der privaten Spekulation steht da» Wohl der Gesamtheit. Vermilebtes. Ei« Ricscnwaldbraud. Ein gewaltiger Waldbrand hat, wie gestem die.Stettiner Morgenzeitung' meldet, am Sonntag in den Waldungen bei Gollnow pattgefMden. W» Feuerwehren sämtlicher benachbarten Ort» mußten bis gegen Abend in Aktion bleiben. Der Brand dehnte sich über eine Meile in der Länge und mehrere Kilometer in der Breite aus. Der Schaden ist noch nicht zu übersehen. Es wird Brandstiftung angenommen. Abends um 10 Uhr wurden die Ein- wohner von Gollnow erneut alarmiert, da das Feuer au ver« schiedenm Stellen wieder zum Ausbruch gekommen war. WaS war die Ursache der Rachetat? In Reich st adt(Bezirk Leipa) gab der Arbeiter Jaehnel ans Crottendorf auf den Dechanien Mauder, als derselbe am Sonntagmittag die Kirche verließ, vier Schüsse ab, die den Priester schwer verletzten. Von den verfolgenden Gendarmen wurde der Täter durch drei Schüsse niedergestreckt; er versuchte dann, sich durch einen Schuß in den Kopf zu töten; schwer verletzt wurde Jaehnel ins Krankenhaus Leipa übergeführt; er gibt an, die Tat aus Rache begangen zu haben. v-Zug entgleist. Wie amtlich aus Bamberg gemeldet wird, find von dem Sonntag nachmittag um 5 Uhr in Bamberg fälligen v-Zug Nr. 40 bei der Einfahrt in die Station EbenSseld sämtliche Wagen entgleist. Personen sind nicht verletzt worden. Eine schwere Kesselrxplosiou ereignete sich nach Saalfelder Meldung Sonntag vormittag 11 Uhr in dem Maschinenhause des Eisenwerkes «Maxhütte' in UnterwellenShorn. Sechs Arbeiter erlitten Verletzungen. Der angerichtete Schaden beträgt mehr al» 100000 Mark. Durch eine große FeuerSbrunst wurden in Paris Sonntagabend die Eiienkonstruktions-Werkstätten der Finna La Chapelle zerstört. Der Schaden wird auf etwa zwei Millionen Frank geschätzt. Vier Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Im Brunnenschacht erstickt. Bei Meulan(Dep. Seine-et-Oise) ist ein Gärtner bei dem Versuche, eine in einem Brunnenschachte be- findliche Dynamomaschine zu reinigen, infolge Einatmens giftiger Gaser tödlich verunglückt. Vier Arbeiter, welche dem Verunglückten Hülfe bringen wollten, haben gleichfalls den Tod gefunden. Aetna und Stromboli. Die Eruptionen des Aetna und Strom- boli dauern fort; das Meer in der Nähe des Stromboli ist sehr unruhig. Man glaubt, daß untermeerische Ausbrüche stattgefunden haben._ 107 Bergleute im brennenden Schacht. Wie aus Mexiko gemeldet wird, wurden auf dem CornethaS- Schachte der Teuere Kupfermine in Velardena 107 Bergleute durch ein Feuer eingeschlossen. 17 Bergleuten gelang ei, sich zu retten; das Feuer wütet fort, und es besteht keine Hoffnung, daß die übrigen gerettet werden; es wurden bereits 25 Leichen geborgen._ Ein Erdrutsch ereignete sich in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag in Kienthal im Berner Oberland, der das Keine Dorf in Panik versetzte. Es wurde ein einziges HauS zerstört, unter dessen Trümmern aber zwei Wache haltende Feuerwehrleute begraben und getötet wurden. Die anderen Häuser des Dorfes sind geräumt, ob« wohl unmittelbare Gefahr nicht droht. 25 Menschen getötet. Auf der Southern Pacific-Bahn ereignete sich, wie aus Los Angeles gemeldet wird, unweit der Station Honda ein Eisenbahn« Unfall, bei dem 25 Menschen umS Leben kamen und 15 schwerverletzt wurden. Sozialdemokratischer Zeutralwahlverein für de» Reichstag?» wahlkrei» Zülltchau-Schwicvuo. Krassen> Sommerfeld(Ottsverein verlin). Dienitag, den 14. Mai, abend» 81/« Uhr, bei Patt, Dragonerstr. 15: Außerordentliche Generalversammlung. Eingegangene Druck Iclrnften. Von der»Reuen Zeit«(Stuttgart, Paul Singer) ist loeben da» 32. Hest de? 25. Jahrgang» erschienen. ES hat folgenden Inhalt: Prätottanergefinnung.— Neue Beiträge zur Biographie von Karl Marx und Friedrich Engel». Von Frau, Mchttng.(Forssitzung.)— Rententheotte und Kapitalgewinn. von Jmlu» Deutsch.— Da» nationale Schwein und der nationale kleine Landmann. Von Herm. Linde(Königsberg).— Die geplante Witwen- und Walsenvettorgung. Von Fttedttch KleeiS(Würzen). — Ein« Densschttst der Mattnearbetter. Von Richard Wagner.— Literarische Rundschau: Stechsschreibung der naturwisienschastlichen und technischen Sremdwötter. von«w.— Notizen: Kämpse Im Uhrmachergewerbe. on L. Pold. Di««Neue Zeit« erscheint wöchentlich einmal und Ist durch alle Buch- bandlungen, Poftanstalien und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Da» einzelne Hest kostet 25 Ps. Probenummern stehm jederzeit zur Verfügung. Von der..Gleichheit--, gettschttst für die Interessen der SlrbeiterMnen (Stuttgatt, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 10 de» 17. Jahr- gange» zugegangen. Ei« hat folgenden Inhalt: Die Frauenbewegung ein poliiischer Faktor. Von m. I— Umsturz und Revolution. Hl. Von J. B.— Au» dem Eulengebirge. Von Franz Feldmann.— Robert Schweichel. Von Matte Kunert.— Die Schwarzen aus dem Arbtttettnnen- sang w Koblenz. Von X. Y. Z.— Au» der Bewegung: Ausrus de» Partei- Vorstandes, die Patteiichule betreffend.— Die Betelltgung der Genossiimen an dem internationalen Sozialisienkongrcsi zu Stuttgatt.— Ton der Agitation.— Von den Organisationen.— PoUlifche Rundschau, von H. B. — Gewersschaslliche Rundschau.— Genossenschasiltche Rundschau. Von B. IT — Notizenteil: Dlenftbotenstage.— Frauenstimmrecht.— Sozialisttsche Frauenbewegung tm Ausland.— Fürsorge für Mutter und Kind.— Frauenbewegung.— Quittung.— Feuilleton: Au» dem Empedokle« von F. HilderlM.(Gedicht.)— Rote Ostern. Hiftottsche» Gemälde au» dem Bauernttteg. Von Robert Schweichel. Für unsere Kinder: Gruß der Sonne. Von Gottstted Keller. (Gedicht.)— Zaunkönig» Nest. Von A 8t.— Der Sonnenstrahl. Von Otto Kttll«.(Gedicht.)— Pakala und Thndala. Au» dem Rumänischen übersetzt von Elisabeth Hartmann-Harder.— Pidder Lüng. Von Detlev v. Lilieneron.(Gedicht.)— Der Wetdenbusch. Von Brand.— Der Junker und der Bauer. Bon Mich. Richeh. iGedtchl.)— Die Enzpttnzesfin. Von Hent. Fürth.— Maiglöckchen und die Blümeleln. von Hoffmann v. FallerS- leben.(Gedicht.)— Der Wettlans zwischen dem Hasen und dem Igel. Nach Nttnnn.— Die Fahrt über den Strom. Nach Kriunmacher.— Die Schnecke. Von Fttedr. Güll.(Gedicht.)— Der Zwerg Nase. Von Wilhelm � �ie�Gleichhe�t' erscheint alle 14 Tag« einmal Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der AbonnementSprei» vietteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,50 M. vom«Wahren Jacob« ist un» soeben die 10. Nummer seines 24. Jahrgange» zugegangen. Au» ihrem Inhalt erwähnen wir zunächst einen umsangreichen Arsskel«Robert Schweichel. Ein Volksmann und Dichter" von Ernst Kreowskt, dem ein gutes Potträt de» vcr- storbenen Pattetgrnossen betgegeben ist. Ferner cnihält die Nummer die beiden farbigen Bilder„Wahlvcrwandsschasl" und«Eine Vorstandtsihung der Schwarzen hundett«, sowie die Illustrationen«Preußische Prexsreihett". „Neueste Butzllcht-Photoaraphi« eine» Berliner Spitzels",„Die Freunde der Sozialresorm an der Arbeit" und..Au» der politischen Latttne". Der textlich« T«U der Nummer bringt da» Gedicht.Konservative» Klagelied" und außer kleineren BcUrägen noch da» satirische Feuilleton.De» Teusel» Maigeschenk". Das literarische Echo. HalbmonatSschrist für Literaturfreunde Herausgeber: Dr. Joses EMWger, Verlag: Egon gletschel u. Co.. De»«in stuf, unsere« Organisation aus die Regelung de» Lohn- and ArbeltSverhällnisse» durch Tattsoetträge. Heran»?.: Verewigung der Maler, Lackierer. Tüncher, WeisiNnder und Anstreicher Deutschlands. L40 Seiten. Bettag: A. Tobler. Hamburg. Etnigungöamt und GchicdSgericht zur Lösung von Kollektiv» konfltkte»»wischen Arbeitgebern und ArbeiMehmer». 3,20 M. Bon M. Gift. Kommissionsverlag: tzeloing n. Lichienhahn. Basel(Schweiz). Der Kunftwart. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik. Herausgeber F. Aoenariu». Verlag von Georg D. V. Eallwey in München (Viettttjährllch 3,60 M, da» einzelne Hest 70 Ys.) i Arbeiter-Sängerbund Berlins und Umgegend. Am 19. Hai 1907, abends 81/, Uhr. im Festsaale der Brancrcl Priedplchshain: KOMMERS Mitwirkende: Gesangverein„Typographla" s Thormeister Mmmmg/fm irg. waiuottc,»< Tintrittskarte 30 Ps.(berechtigt auch zum freien Alexander Weinbaum), llarjs terl. Llk-Trio. Besuch deS Gartenlonzertcs), Programm am Saaleingange gratis. 16/8 «Im Sl. Mai 1907- fiamplerlatul nach Kessenwinkel am nämeritzsee. Fahrkarte für Hin- und Rückfahrt 50 Ps.— Abfahrt morgens v1/, Uhr von der Jannowitzbrücke(Brandenburger User); Rückfahrt von Hesscnwinkcl nachmittags gegen 1 Uhr. n Die Bereine werden ersucht, die benötigte» Karten für beide Beranstaltnngen umgehend beim Sanges- druder btalki'U, SV/., Bergmannstraüe 104, vorn IV, z« entnehmen. 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Eintritt 25 Pt. Anfang S1/, Uhr. 249/6*" Das Komitee. ixxxxrrrTgggiTgxgvzxaizgzgTzxxxgxsiSTZxxszxgrgXTggTZT™ Vermögen werden gewonnen! Getreide-, Mehl-, Kaffee- und Zackerpreise steigen rapid.— Wer sich für die mcchanlschon Preisbeiregaiigen an den Produktenbörsen interessiert, verlange die von Kaufmann Michael Proestler in Würzburg verfasste Broschüre: „Das Wlrtsoh.aftsblld der Gegenwart und der Zulcunft(<. — Dieselbe Ist zu beziehen durch alle bachhandlangen(Kommissionär: Otto Weber, Leipzig). Broschüre A, Tollständlge Ausgabe, M. L.— B, Teil- und Tolkiausirabe, öO Pfg. Gegen Einsendung von M 2.10, bezw. 65 Pfg. für daa Inland, M. 2.20, bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser versandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flagschriften und Prospekte. jedes jenensia-ftad ein IHeiaterwcpk deutscher TechulU. — Teilzahlung!— Zwei Jahre Garantie!—— Sozial-Räder M. 60-, Sozial-Luxus- g*Lf M. 95-. 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Porto 10 Pf. erschien eine 136 Steilen starle Bro> schüre, enthaltend die Reden der sozial» demolratischenReichstagsabgeordneten Bebel, David und Singer, sowie die Rede des Zentrumsabgeord» nete» Gröber und des Reichskanzlers von Bülow im vollen Wortlaut nach den stenographischen Berichten der Sitzungen vom 26. und 28. Februar und vom 1. und 3. März 1907, in denen der Reichshaushaltsetat ver» handelt wurde. Aus dem in den Reden gebotenen Material erweist sich die Verlogenheit des Asrikablocks: Sozial» demokratie und Zentrum hätten.die nationale EKre und Würde Deutsch» lands" mit Füßen getreten. Ferner ist erschienen: Line Hreehmug mit ä. Zleieiislügenverdsm! Preis SO Pf. Porto S Pf. enthaltend die Verhandlungen deS Reichstags Über dieJnterpellattonbetr. die Wahlumtriebe des ReichSverbandeS zur Bekämpfung der Sozialdemokratt«. Die Broschüre enthalt die Reden der Genossen Fischer und Bebel im vollen Wortlaut nach den steno» graphischen Berichten und die Reden der anderen Abgeordneten, soweit sie sich aus die Interpellation und die Ausführungen unserer Genossen be» ziehen. Die Verhandlungen bieten so reiche« Material, daß die Broschüre überall verbreitet zu werden verdient, wo der Reichslügenverband seine Ver» leumdungen gegen unsere Partei aus. gestreut hat. 234/5- mmsmmmmsBBm. Wer Stoff hat, sert. Heirsn» Anzug 20 M., ohne Konkurr. 2 Anpr., beste Zutat. Für guten Sitz gold. Medaille.,, Ludw. Engel, Prenzlauer Ltr. 23, Ii. Alexanderpl. Gegr. 489». & Ztohnng 5. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom U. Mal 1M7, Tonnltiagi, W» die Gewinne Uber HO Mark Bind den beireffenden „ Nummern in Klammem beigefügt. (Otae Gewahr.)(Nachdruck verboten.) . 71 IM 4M 830 667(600) 76 831 82 1182«98 797 863 »86 194 248, 407 l) 80 624 78 613 9» IlOOO] 3121[600] 24 «2 316 401 4002 631 897 793 881 5001 11 330 711 33 837 (600) 97« 18(16« 8i 6135»87 61« 24 MS 785 813 75 991 7080 U« M n(580) 795 82» 941 8116 423[5008] ei(3000) 8t MT JJftiS III 20 352 744 837«7» JOm 223 383 778 19 964 1X071»36(600)«0«»7«29 f*»J 02 ISO!» 76 8«3 01(»00]«7« 13287 686«40 716 8» uro 14186»18 821(6001 449 664 TO 1600) 818 88 89 788 Xj&d«1 61» M«8 t6»OQ]«41 16115 84 38»59 80 81 480 62 04«33 17043 183 283 13 303 63 603 940 1 8096 893. 43» 6*4 72» 826 1 9157 404 Ii 834 733 813 878 SONI 180 88 IM 88 841 51[600] 84 M 447 67«(8006] 81 781 448 2 IM» 243«81 08«TO 601 50 22208 31 70 1500] 478«SO[fooe] 23120 81 279 88 714(3000) 43[500) 80» 24139 41 80( 3000) 205 78 634 849 2 5 048 274 1600) 884 Mi(500J 929 28363 2 7068 328 488 603 28 737 66 28109 414(MO)«88 20268 345 401 48 367 80 30ü!9 264 SOS 89«42 M 88 911 21 31024 436 56 697 «n 32276 77 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Ziehung 8. Kl- 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Zlehpg vom 18. Mal 1907, nachmlllags. Nur die Gewinne Uber>40 Mark' sind den betreffenden Nuaunem in Klammem belgetUgl. (Ohne Gewahr.)(Nachdruck verbolon.) 418 515 959 1 221 480[lOOO] 643 44 776 863 2012 165 >95 310 517 601 704 825 52 972 3019 82 82» 650 66 892 405» 316 74«15 794 80» 5645 826 934 6241 54[500] TT »44 417 3« 548 654 T»5 94 981 7397[500] 863 910[500] 8238 85 364 720 2« 9425 T» 616[1000] 71« 941 84 » 10060 401 45[1000]«44[lOOO] 723 927 59 11065 TO 9» 170 74»57 58 574«48 95 601 19 1 22X6 65« 71 403 659 13:49 76 760 899 900[500] 1407» 147 St 219[500] 74 873 778 037 1 5139 68»2» 16012 97 193 410 41[3000] 68 543 610»65»9 1 7258 843 496 5<5 751 964 18157 353 (3000]<00 47 9»?[600] 58 8»[500] 18289 325 648[3000] 7««1« 857 20094»TS 448 51 5» 68« 708 007 2 1 600 10 783 880 220IS 187 644 74»8 23049 IIS»Ol[»000) 44 515 79 092 [500) 24163»80 838 709 76 2 510» 92 200 434 46 638 750 [5000] 813 79[ 500] 26048 269 408 790 96» Ol 27049 69 208 i« 95 782 2 8364 636 97 60« 121 M 634 84 2 0034 133 214 667 767»86 30353(1 394 440 9« 545«11 58 31168[500] 8« 358 415 86 565[500] 98 930 3 2028 166 597 867 3 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