Ur. 113, Rbonnflnentt*B(dlngaii9veifelsohne aus von dem bekannten Dr. Heim und richtet sich gegen den Zentrumsabgeordneten Pichler; Herr v. Malsen ist, wie öffentlich bekannt, ein Werkzeug in der Hand PichlerS. Damit kommt vielleicht ein lange bestehender Gegensatz WS Rollen. Und er ist nicht nur persönlicher Natur, er hat einen politischen Hintergrund. Dr. Heim ist den maßvollen Leuten im Zentrum seit langem ein Dom im Auge. Er ge- hört zu den intransigenten Vertretem deS Bauerntums, die man gern abschütteln möchte und doch immer weniger ab- schütteln kann. Pichler ist natürlich so gut agrattsch wie Heim. Er hat sich literarisch für eine künftige Einführung einer Ver- schuldungsgrenze ländlichen Besitzes, fürLandeshypothekarbanken mit billiger Verzinsung und geringer Amorttsatton, für Anerbenrecht, Höferolle und Festsetzung deS Gutswertes nach dem Ertragswert, für eine im Interesse der Landwirtschaft gelegene Reform des Tarif- und Verkehrswesens, für das gänzliche Verbot des börsenmäßiaen Terminhandels, für ein Hinauftreiben der Preise der Agrarprodutte und manche anderen Dinge ausgesprochen, dte dem Junker lieblich zu hören sind und angeblich auch dem Bauem helfen sollen. Daß er die Zollpolittk deS Zentrums mit Leib und Seele mit- machte, wiewohl er sich über ihre Wirkungen im Prinzip klar war, ist selbstverständlich; heißt es doch in seinem Schriftchen„Zur Agrarfrage der Gegenwart":„Eine Preis- steigerung ist namentlich notwendig, um über die momentanen Schwierigkeiten der Lage hinüber zu helfen. Aber man darf nicht übersehen, daß die Preissteigerung allein. und wäre sie noch so hoch, durchaus nicht imstande ist. eine wirkliche und gründliche Heilung der Agrarnot zu bewirken. Wenn wirklich unsere Gesetzgebung in der Lage wäre, die Preise auf die von Graf Könitz beanttagte Höhe zu heben, so würde unter den gegenwärttgen Verhältnissen dies yur dahin führen, daß Grund und Boden im Wert erheblich steigen, daß im gleichen Maße auch die Verschuldung zunehmen würde. Nach wenigen Jahrzehnten(!) wären die Schwierigkeiten eben so groß, vielmehr noch größer als heute." Nun, Jahrzehnte hat es nicht gedauert, um den Bauern zu Gemüte zu führen, daß der Zolltarif für sie ein Danaergeschenk ist. Gerade die EntWickelung der Fleischpreise hat sich zu einer um fo schwereren Kalamität für die Bauem ausgewachsen, je profitlicher sie für dte Junker ist. die bei zeitweilig ungünsttger Konjunktur auf die bessere warten können. Mit steigenden Preisen haben sich die Bauem auf eine verteuerte Aufzucht geworfen und müssen angesichts des durch die Teuemng be- wirtten Unterkonsums unter Wert losschlagen. Sie verlangen stürmisch ein Herabgehen der Fleischpresse. während Bruder Schlächter nach wie vor auf möglichst hohen Profit hält. Die Erkenntnis, gegen die seinerzeit sich alle ZentmmSleute sträubten, daß gerade die EntWickelung auf dem Fleifchmartt die Bauem zum guten Teil um den Genuß de« Zolltarifs prellen würde, dämmert allmählich in ihren Schädeln auf. zumal in Bayem, wo das Absatzgebiet der Landwirtschaft bei verhältnismäßig gering' entwickeltem Ver- kehrbwesen zum weitaus überwiegenden Teil in der Stadt- bevölkerung des eigenen Landes besteht. Sie revoltteren, und Dr. Heim ist der Schieber hinter den Kulissen. Das Zentrum will in den Städten Eroberungen machen und sieht doch, wie die Zollpolitik nicht nur die Arbeiter- massen, sondem mehr und mehr auch den städttschen Mittel- stand in Bewegung bringt. Das gilt nicht nur im übrigen Deutschland, es gilt auch in Bayem. Unter solchen Umständen und in einer Partei, in der an und für sich widersprechende und auseinandergehende Interessen sich kreuzen, kommt unstreittg viel darauf an, wie und durch wen Polittk gemacht wird. Man wünscht keine inttansigente Ver- tretung des Agrariertums. Man sucht die agrarische Politik nach dem Grundsatz zu betreiben: nachdrücklich in der Sache, aber milde und einschmeichelnd in der Form. Der Klenkalismus war seit jeher ein gerissener Personalpolittker, und jetzt präsenttert er den Bauem dort, wo er es für dienlich erachtet, andere parlamentarische Vertrauensleute. Ob das Experiment in Bayem allerorts ebenso gelingt wie in Malmedy, wird man abwarten müssen. Darf man den Vorgängen auch kein übergroßes Gewicht beilegen, so sind sie doch für die Klassen- gruppiemng und Klassenscheidung im Zentrum charatteristisch. Damit dem Wahlkampf des Zentrums in Bayem auch die Komödie nicht fehle, hat es seine Kandidatur Grandinger. Der Herr Seelsorger hat in sich ein liberales Herz entdeckt und sich von den Liberalen ausstellen lassen. Der Bam berger Erzbischof, derselbe, der bei den Reichstagssttchwahlen im Verein mit seinem Münchener Kollegen dagegen zu Felde zog, daß etwa ein Katholik einen Sozialdemokraten wählen könne, hat Herrn Grandinger deutlich zu Gemüte geführt, welch großes Aergernis er gebe, und durchblicken lassen, er habe sich der Kandidatur zu enthalten. Auch die „Kölnische Volkszeitung" sprach Herm Grandinger ins Ge- wissen. Jetzt aber bringt der„Fränkische Kurier" die Mit teilung, Herr Grandinger habe an seinen Bischof berichtet: er stehe persönlich auf liberalem Boden, werde bemüht sein, als Kandidat aller bürgerlichen Parteien und zum Teil auch des Zenttums das Mandat der Sozialdemokratte zu entteißen und im Falle der Wahl den Blockparteien als Hospitant beitteten, sich aber in religiösen Fragen volle Freihett wahren, wie dies für alle Angehörigen einer liberalen Fraktton selbstverständlich sei. Damit bietet die Angelegenheit für uns Interesse genug, um einen Augenblick dabei zu verweilen. Der Bambcrger Erzbischof hatte in seinem Briefe an Grandinger geschrieben, bei der Stellung, die die liberale Partei in der Schulfrage einnehme, halte er es für unmöglich, daß ein katholischer Priester sich als Abgeordneter dieser Partei anschließe. Die„Köln. Volkszeitung" erweiterte daS dahin, der Liberalismus habe sein freiheitliches Prinzip zerstört durch den Grundsatz der Staatsallmacht, des staat lichen Herrschafts- und Zwangsrechts auch auf dem Gebiete der Gewissen. Das sind in der Hauptsache die Vorwürfe grund sätzlicher Natur, die zur Zeit der letzten Wahlen seitens des Klerikalismus auch wider die Sozialdemokratie geschleudert wurden; weltliche Zwangsschule, staatlicher Gewissenszwang, hallte es uns damals unausgesetzt um die Ohren. Nun hat die Sozialdemokratie stets eine Zwangshoheit des Staates auf dem Gebtete des Gewissens, des religiösen Denkens stritte ab' gelehnt und verworfen. Dadurch unterscheidet sich ihre Auf' fassung über Kirche und Schule wesentlich von der des Liberalismus. Für diesen sind Kirche und Schule Polizei' und Dresiuranstalten im Interesse des Kapitalismus. Die Sozialdemottatte sieht in den religiösen Gemeinschaften private Vereinigungen, die in der sozialistischen Gesellschaft ebenso an dem steten Vereins- und Versammlungsrecht teilnehmen würden wie jede andere Korporatton. Die Sozialdemottatte verlangt lediglich, daß die Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln aufhören, daß die Kirchen ihre Kosten selber ttagen, ein Zustand, der in Amerika besteht und unter dem sich die Kirche nach päpstlichem Eingeständnis sehr wohl befindet. Die Sozialdemottatte zieht nur die Konsequenz aus der Tatsache, daß eine Glaubens' einheit nicht mehr extsttert, daß der paritätische Staat nicht im gleichen Atemzuge katholisch, Protestanttsch, dissidenttsch, jüdisch und atheisttsch sein kann, und daher weder die Befähigung noch das Recht besitzt, ttrchliche Angelegenheiten zu regeln. Während des Kulturkampfes ver trat diesen Gedankengang auch Windthorst, als er die Forde' rung erhob, die Kirche vom Staate zu stennen. Kann der paritätische Staat ttrchliche Aufgaben allgemein nicht erfüllen, so auch nicht in seinem Schulprogramm. Es gibt keinen anderen Weg: wer die Frage der konfessionellen Schule lösen will, muß zuvor die konfessionelle Frage überhaupt lösen Ohne das letztere wird gerade die konfessionelle Schule zur drückenden und unerhörten Gewissenstyrannei an Eltern und Schülern. Die Berechttgung des sozialdemo- ttattschen Standpunttes läßt sich zum Ueberfluß noch aus den Gründen herleiten, die das Zenttum für seinen angeblich „nicht konfessionellen",„rein Polittschen" Charakter ins Feld führt. Eine Partei, die sich als den Hort des„wahren" Libera- lismus anpreist; die die Gewissensherrschast des Staates abzu- lehnen vorgibt; die noch während der letzten Reichstagswahl den bayerischen Erzbischöfen gegenüber die Einmischung der kirchlichen Autorität in den politischen Kampf zurückwies; die um ihres„rein polittschen" Charatters willen nicht nur jeden, gleich wessen Glaubens, für sich an die Urne rufe, fondern auch behauptet, die Frattion für Vertteter aller Konfessionen pantättsch offen zu halten, sofern sie nur das Polittsche Programm akzeptteren: eine solche Partei kann nicht für die konfessionelle Schule cinsteten und wäre sie einer ihrer Programmpunkte, ohne sich in Widerspruch zu dem zu setzen, was sie tagaus tagein alS ihr„Programm" ausgibt. Der Bamberger Erzbischof hat nun in den letzten Tagen dem Pfarrer Grandinger erneut erklärt, daß er an seiner Mißbilligung festhalte. Er erachte das„Aergernis in den weitesten Kreisen des katholsschen Volkes für gegeben". wenn er sich„der liberalen Partei überhaupt, sei es als wirttiches Mitglied, sei eS als Hospitant anschließe". Ob Grandinger nun zu Kreuze kriechen wird? Die Reichsratswahlen. Langsam ensschleiert sich das komplizierte Bild der österreichischen Wahlen und bald wird wenigstens die„Rohbilanz" — nach einem Wort der„N. Fr. Presse"— zu ziehen sein. Die Zahl der abgegebenen Stimmen wird allmählich bekannt, wir fangen an zu erkennen, nach welchem Verhältnis in den einzelnen Kreisen des eigenartigen, vielsprachigen Reiches die Parieien, die Nattonen gegliedert sind. Unmöglich ist es, die zahllosen Einzelheiten des Riesenwahlbildes gleich- eittg ins Auge zu fassen. Wir stehen vor einem ungeheuren "anoranta, das nach und nach mit seinen malerischen Detalls an uns vorüberwandelt. In erster Linie interessieren uns selbstverständlich die Siege— und auch die Schlappen unserer österreichischen Brüder und Genossen. Darum bettachten wir zuvörderst einmal deren Resultate in einer Reihe besonders bekannter oder interessanter Kreise. In Favoriten(19. und 20. Wiener Bezirk) wurden unsere Genossen R e u m a n n und Viktor Adler gewählt. Reu- mann erhielt 5212 Stimmen, sein christlichsozialer Gegner 8895.(Abgegeben waren von 10691 Wahlberechttgten 9832 Sttmmen.)— Adler bekam 8802, sein christlichsozialer Gegner 4412 Sttmmen.(15531 Wähler, 14169 abgegebene Sttmmen.) In Simmering siegte Genosse Widholz mit 4108 gegen 3798 christlichsoziale Sttmmen, in Rudolfsheim Genosse S k a r e t mit 9051 gegen 8132 christlich- soziale, in Ottatting Genosse S ch u h m e i e r mit 9027 gegen 4225 christhchsoziale und Genosse David mit 8338 gegen 6775 christlichsoziale, in Brigittenau Genosse Dr. Ellenbogen mtt 7135 gegen 5948 christlichsoziale und in Floridsdorf Genosse S e i tz mit 7753 gegen 3324 christlich- soziale und 468„wilde" Stimmen. ialdemottaten und aus in den zu l»4 vv2, ist also wie zwei zu drei! Im Jahre 1901 hatten die Sozialdemokraten hei der Haupt- wähl in Wien 100 223, die Christlichsozialen 106 223 Sttmmen aufgebracht. Dabei ist noch zu berücksichttgen. daß damals für unsere Genossen viele tausend bürgerliche Sttmmen abgegeben wurden, die diesmal selbständigen Kandi- baten zufielen. In Niederösterreich siegte Gen. Smitka mit'4301! gegen 2676 christtichsoz. und 595 deutsch-volksp. Stimmen (Kreis Elbreichsdorf-Stadt.)— Gen. Dr. Renner mit 41111 gegen 2419 christtichsoz. und 4336 deutschvolksp. Stimmen (Neunkirchen-Stadt.)— Gen. Bretschneider mit 5352 gegen 2359 christtichsoz., 4388„wilde" christtichsoz. und 306 deutschfreis. Sttmmen(Lilienfeld-Stadt) usw. usw. Zur Illustration noch ein paar SttchwaHlzaHlen: In Wien-Landstraße stcht Gen. Silberer in Stichwahl mit dem Christtichsoz. Prochazka. Silberer hat 5127, Prochazka 7334 Stimmen, auf 4 andere Kandidaten wurden abgegeben 1136, 381, 302, 206 Stimmen und 181' sind zer- splittert. In Mariahilf steht Gen. S t e i n in Sttchwahl mit dem Christtichsoz. Änderte. Stein bekam 1597, Änderte 2825 Stimmen, die absolute Mehrheit beträgt 2968.— In Baden- Stadt steht Gen. Winarsky in Stichwahl mit dem Christ- lichsoz., der 2382 Stimmen erhielt, während auf Winarsky 2473 entfielen. Der freisinnige Unterrichtsminister Dr. Marchet fiel mit 2046 und der Alldeutsche mit 762 Sttmmen durch. In Trautenau unterlag Gen. Kiesewetter mit 2817 Sttmmen gegen den Freialldeutschen, der 4696 Stimmen erhielt. In Znaim siegte der Fortschrittoparteiler Bendel mit 2639 Stimmen über unseren Genossen Po k o r n y. der nur 582 Stimmen erzielte, usw. Wie gesagt: das Gesamtbild wird erst nach einiger Zeit zu gewinnen sein.' � v- * m" Von den vielen Telegrammen, die den Ausfall der Wahlen illustrieren wollen, geben wir folgende beide wieder: Wien, 16. Mai. Die Sozialdemokraten beschlossen, bei den Stichwahlen überall gegen Klerikale, Christlichsoziale, Agrarier und Alldeutsche zu stimmen. Budapest, 16. Mai. Das bisherige Wahlergebnis in Oesterreich erregt in den Kreisen der Koalition eine gewisse erzwungene Befriedigung, weil jene Parteien vernichtet seien, welche immer den Kampf gegen Ungarn als Parole ausgaben. Auch der Sieg der Sozialdemokraten wird mit der Motivierung begrüßt, daß die österreichischen Sozialdemokraten nicht so nationalfeindlich als die ungarischen seien!! Die chauvinistischen und klerikale» Kreise bezeichnen das allgemeine Wahlrecht als einen Sprung ins Dunkle. Es sei»ach dem Resultat in Oesterreich jetzt für Ungarn noch weniger zeitgemäß als früher.— Revolverschietzerei an Bord eines Streikbrecherlogierschiffes. Nm 13. April d. I. zeigte der als schwimmendes Streikbrecherhotelschiff dienende Dampfer„Askan Woermann" zweimal die Not- flagge, infolgedessen die Hafenpolizei an Bord dcS Dampfers ging, wo ihr der gefesselte und eine Schußwunde an der Hand auf- weisende Arbeitswillige Neike aus Königsberg übergeben wurde. R. hatte sich ans angeblicher Furcht vor den Hamburger Schauer- leuten, die die Arbeit wieder aufgenommen hatten, das Schießeisen gekauft, und da seine„Furcht* sich trotzdem nicht gelegt hatte, griff er zur Schnapsflasche, um sich Mut einzuflößen. Die Angst war ihm aber derart in die Knochen gefahren, daß er seine Papiere und seine Freigabe verlangte. Als ihm beides verweigert wurde, soll er, seinen Revolver in der Hand haltend, zu den anderen Arbeitswilligen gesagt haben:„Ich bin Euer Anführer, folgt mir.* Jetzt kamen zwei Aufseher hinzu, die ihm den Revolver zu entreißen suchten, wobei ein Schuß losging. Die Kugel war ihm durch die linke Hand gedrungen. Zweimal wollte R. über Bord springen, wurde aber an seinem Vorhaben gehindert. Zunächst wußte man nicht, wie man die Anklage gegen N. formulieren sollte. Hat er gar die andern Arbeitswilligen ausreizen wollen zumAngriff auf die Vorgesetzten, oder hat er sie gewaltsam zur Arbeitsniederlegung bestimmen wollen? Da er aber der ausgesprochene Typ eines ganz gelvöhnlichen Streikbrechers ist, der seine Arbeitsstelle in Essen verlassen hat, um in Hamburg mehr Geld zu verdienen, entschied die Anklagebehörde fich für eine Anklage wegen Nötigung und Bedrohung aus den ZZ 240 und 241 des Strafgesetzbuches. Der Angeklagte, der ani Mittwoch vor Gericht stand, will nur aus„Bangigkeit" seine Papiere verlangt haben, die ihm verweigert worden seien, wie auch andere Arbeits- willige zurückbehalten wurden. sAIso eine Gefangen- Haltung in aller Form. Als die während der Aussperrung beliebten Freiheitsberaubungen öffentlich kritisiert wurden, hat»tan dies von interessierter Seite„dementiert*. Der Vorsitzende meinte allerdings, der Angeklagte sei zu einer vierwöchigen Arbeitsdauer verpflichtet worden: das berechtigt aber keineswegs eine FreiheitS- beraubung.) Ein Hafenpolizist erklärte, an Bord der Quartier- schiffe sei allerlei passiert, während ein anderer Arbeits- williger, der ebenfalls daS Schiff verlassen wollte, die Zustände auf diesen Schiffen als„ S ch w ein er ei* bezeichnete. Da die Hanptzeugen, die angeblich Bedrohten und Genötigten, in alle Winde zerstreut sind, mußte die Verhandlung ausgesetzt werden. Der An- geklagte wurde auf freien Fuß gesetzt. Der Mann scheint eine sonderbare Vorstellung von Hamburg zu haben, denn er bat den Vorsitzenden um Schutz, weil er sich nicht allein über die Straße getraue._ Politische Ücbcrlicht. Berlin, den 16. Mai 1907. Friedensschalmeien und Konfliktspolitik. Italienische und englische Minister haben fich in den letzten Tagen wiederum über die internationale Lage geäußert. Der italienische Minister T i t t o n i legt in einer großen Rede die Grundzüge der internationalen italienischen Politik dar. Er verbreitete sich über Italiens Verhältnis zu dem Dreibunde und den übrigen Mächten. Er erörterte auch die Frage der Haager Konferenz, die Abrüstungsfrage und das ablehnende Verhalten Deutschlands und Oesterreich-UngarnS dazu. Tittoni erklärte, daß Italien von den Geftihlen aufrichtiger Freundschaft für England und Frankreich beseelt sei, daß es herzliche Beziehungen zu allen Mächten unterhalte, dabei aber in unerschütterlicher Treue zum Dreibund st ehe. Boll freudiger Genugtuung habe Italien den Fürsten Bülow als Gast in Rapallo begrüßt; mit nicht minderer Freude habe es Eduard>VII. in Gaeta empfangen. Nun werde aller Boraussicht nach auch Freiherr v. Aehrental als Ver- treter Oesterreich-Ungarns Italien besuchen, um die Beziehungen seines Landes zu Italien zu bekräftigen. So unterhalte Italien zu allen Nationen die besten Beziehungen. Die Erörterung der A b r ü st u n g s f r a g e auf der Haager Konferenz solle nach den Absichten der englischen Regierung alle Reibungen ausschließen. Diese Abrüstungsdebatte sei nur eine von England aufgenommene AvrüstungStendenz der russischen Regierung. Sei es möglich, irgend eine befriedigende Formel in der Abrüstungsfrage zu finden, so werde Italien ihr seine Zu- stimmung nicht versagen. Deutschland und Oesterreich hielten eine ersprießliche Abrüstungsdebatte heute nicht für möglich, sie zögen eö deshalb vor, sich daran nichtzubeteiligen. Italien seiner- seits halte es für besser, fich von der Diskussion nicht aus- zuschließen. Nach alledem ist es nur unverständlich, wie es möglich war. daß die deutsche offiziöse Presse die Zusammenkunft Bülows und Tittonis in Rapallo als einen Erfolg der deutschen Politik England gegenüber ausposaunen konnte! Zweifellos hat auch Tittoni in Rapallo aus den italienischen Absichten, sich an der Abrüstungsdebatte zu beteiligen, kein Hehl gemacht. Die deutsche offiziöse Presse aber stellt es so dar, als ob Fürst Bülow in Rapallo Italien zu der Auffassung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns bekehrt habe. Einzig diese erstaunlich irrtümliche Berichterstattung der offiziösen deutschen Presse verschuldete eS. daß wenige Tage später, bei dem Besuche des englischen Königs in Italien, die deutsche Re- gierungspresse Eduard VII. einer Durchkreuzung der Bülowschen Absichten zeihen und eine geradezu tobsüchtige Hetze gegen England, in zweiterLinie aber auch gegenFrank- reich und Italien inszenieren konnte! Fürst Bülow hätte durch eine rechtzeitige Information über den wirklichen Stand der Dinge diesen ganzen chauvinistischen Tobsuchtsanfall verhüten können. Er tat es nicht. Die einzige Erklärung dafür bietet nur die Annahme, daß der Regierung selbst die chauvinistische Erhitzung äußerst angenehm war. um im Reichstag dir ihr genehme Hurrastimmung zu erzeugen. Jedenfalls eine ganz eigen- artige Haltung der deutschen� Regierung I Auch der englische Minister H a l d a n e hielt in einer liberalen Versammlung eine überaus beschwichtigende Rede. Er glaubte mit Befriedigung feststellen zu können, daß nicht nur die freund- schaftlichen Beziehungen Großbritanniens zu Frankreich und Rußland im Wachsen begriffen seien, sondern er stellte auch eine Besserung der B e z i e h u n g en zwischen England und Deutschland in Aussicht. Er glaube, daß diese Beziehungen schon heute gute seien, bestehe doch kein Gegensatz zwischen beiden Ländern außer dem rechtmäßigen Gegensatz der Handelskonkurrenz. Es gäbe aber eine K l a s s e v o n I o u r n a l i st e n, die es für a n g e z e i g t halte. jeden kleinen Zwischenfall aufzubausch en und es gäbe viele nervöse Leute in Großbritannien und Deutschland, die glaubten, daß die beiden Völker übereinander herfallen wollten. Dieselben Journalisten, die heute England gegen Deutschland aufhetzten, hätten während der Drehfusaffäre Großbritannien zur Hetze gegen Frankreich getrieben. Er jedoch hoffe, daß die Politik der Verständigung fortschreiten werde. Man sieht, ein englischer Minister scheut sich nicht, einen kräftigen Kaltwasserstrahl gegen die Chauvinistcnprcsse seines Landes zu ent- senden. Fürst Bülow jedoch beloahrte auch seine„historische* Haltung, die Hände pomadig in die Hoschentaschen zustecken, als die gesamte deutsche Ordnungsprcsse von, einem wahren Taumel der chauvinistischen Hetze befallen wurde! So beruhigend diese Ministererklärungen find, so ist doch zu berücksichtigen, daß solche Friedensschalmeien so lange wirkungs- los sind, als die Nationen mit ihren Rüstungen, namentlich dem Flottcnwcttrnstcn und einer forcierten Kolonialpolitik fortfahren. Gerade Deutschland hätte die Möglichkeit, durch eine ver- nünftigeHandelspolitik dem von unserer Kolonialpresse als Schreckgespenst an die Wand gemalten englischen Imperialismus den Wind aus den Segeln zu nehmen. Durch ein Auf- geben seiner Hochschntzzollpolitik könnte es das beste Ein- vernehmen mit England herbeiführen. Statt dessen treibt man das freihändlerische England durch diese Schutzzollpolitik dem Imperialismus gewaltsam immer mehr in die Arme. Die uferlosen Flottenriistungen und die phantastische Kolonialpolitik tun dann das ihre, um die Gegensätze künstlich zu verschärfen. Eine solch finnlose Politik muß mit Naturnotwendigkeit eine Lage schaffen, die nicht nur durch marinistische und kolonialpolitische Riesenausgaben zum Bankrott der deutschen Finanzpolitik führt, sondern darüber hinaus auch zu iutcruationalcn Konfiiktcn der vcrhänguisvollstrn Art!—_ Englische und deutsche Keim- und Tcimlinge. Die englische Zwillingsschwester„unseres* Flottenvereins—- die britische Flottenliga— hatte sich am Mittwoch mit folgendem Anttag ihres Komiteemitgliedes Mr. Wyatt zu beschäftigen: Die Versammlung bereut tief die Verringerung in der Flottenstärke, welche veranlaßt ist durch die Reduzierung des Flotten-Etats von 36 800 000 Pfund für das Jahr 1904 bis 1902 auf 30 400 000 Pfund für das Jahr 1907 auf 1908, und die Ver- sammlung bereut auch, daß nicht sofort mit der Anlegung einer Flottenbasis an der Ostküste fortgefahren wird. Der Antrag fiel nach stürmischer Debatte mit 44 gegen 27 Stimmen glatt durch. Dieses Resultat ist um so charakteristischer, als der Präsident �der Liga, Mr. Derburgh, flir den Autrag Wyatt aufs lebhafteste eingetreten war und von ihm gesagt hatte: er werde„die Luft reinigen*! Wollte ein mit Dernburgscher Phantasie Begabter die Möglich- keit ausdenken: die deutsche Regierung setze einmal in, Zeitraum von vier Jahren den Flottenetat um 128 Millionen Mark herab, so würde ihm sofort einleuchten, daß„unser* Flottenverein einen Anttag k la Wyatt— mit entsprechender Verschärfung— ein- stimmig annähme und zum Protest den bekannten„donnernden Appell ans Volk" widerspruchslos beschlösse. Ja, über Deutschlands„Wohl und Wehe* wacht auch die Firma Keim u. Cie. I—- Ein Nachtrag zum Fall Kaempf. Wir erhalten folgende Zuschrift: Daß das Attentat des Vizepräsidenten Kaempf auf die Rede- fteiheit im Reichstag am 4. Mai in einen schlimmen Mßerfolg auslief, liegt den näheren Freunden dieses eigenarttgen Blockpolitikers offenbar schwer in den Gliedern, denn sie haben sich eiftig bemüht, Herrn Kaempfs Verhalten nachttäglich zu rechtferttgen und die Be- deutung der gegen ihn ausgefallenen Abstimmung hinwegzudenteln. Dabei haben die Leute mich mit einer Fülle persönlicher Angriffe bedacht. wie das von Bundesgenossen des Reichslügenverbandes nicht anders zu erwarten ist. Man kann ja meist mit dem Schweigen der Ver- achtung darüber hinweggehen. Die„Freisinige Zeitung* hat aber in ihrer Nummer vom 12. Mai zu einer so schmählichen Verleumdung gegriffen, daß ich zur Abwehr genötigt bin. In einer Polemik gegen den Berliner Korrespondenten der Mannheimer„Volksstimme*, der den Vorgang im Reichstage ge- schildert hatte, schreibt nämlich das offizielle Organ der freisinnigen Volkspartei wörtlich: „Was sodann den Ton betrifft, mit dem Ledebour die Schwierigkeit der Ansiedelung weißer Frauen und Besonderheiten des weiblichen Geschlechtslebens besprochen hat, so waren die Ausführungen des Redners in dieser Beziehung so„sachlich* und so„vornehm", daß Abgeordneter Ledebour sich sogar nach- träglich geschämt hat, seine Auslassungen dem stenographischen Bericht einzuverleiben, vielmehr den betreffenden Satz unvollendet gelassen und die Worte durch Gedanken st riche ersetzt hat. Gleich! hinterher verzeichnet der Bericht denn auch nur die Bemerkung„Stürmische Heiterkeit*.* Die vorstehende Behauptung, ich hätte mich nachttäglich geschämt, meine Auslassungen dem stenographischen Berichte einzuverleiben und hätte irgend welche Worte, deren ich mich zu schämen hätte, im Berichte durch Gedankenstriche ersetzt, ist eine bös- willigeErfindung der„Freisinnige»Zeitung*. Die fragliche Stelle im stenographischen Berichte ist von mir völlig unverändert gelassen worden. Ich habe sofort, als mir am Dienstag. 14. Mai. der lügenhafte Angriff der „Freisinnigen Ztg.* zu Gesicht kam, in Gegenwart des Vorstehers des Stenographischen Bureaus mir das Manuskript, das zur Korrektur den Rednern unterbreitet wird, wieder vorlegen lassen und fest- gestellt, daß ich im Manuskript keine Aenderung vorgenommen hatte. Die Stenographen haben ganz korrekt bei der Niederschrift es wieder- gegeben, daß, ehe ich den Satz völlig ausgesprochen hatte, die Herren von den Blockparteien, und zwar sowohl Liberale wie die Konser- vativen, inich durch„stürmische Heiterkeit* unterbrochen haben. Daß der Satz unvollendet geblieben ist, haben die Stenographen selbst durch Gedankenstriche angedeutet. Der Satz lautet im Stenogramm: Die Möglichkeit aber, weiße Frauen in größerer Menge hin- auszuschicken, scheitert daran, daß Frauen unter dem Tropenklima unendlich viel mehr leiden als Männer, besonders wenn sie irgend- wie---(Stürmische Heiterkeit.) Also nicht weil ich irgend welche anstößige Worte gebraucht habe, sondern weil ich in Erörterung der Frage, � weshalb weiße Frauen das Tropenklima schlechter crttagen als Männer, im Be- g r i f f st a n d, den Zustand der Mutterschaft zu erwähnen, brachen diese christlichen Blockpatrioten der konservattven wie der liberalen Observanz in jenes wiehernde Gelächter aus, das mich veranlaßte, die doppelte Moral der Herren in kräftigen, aber, wie selbst ein freisinniges Blatt, die„Bert. Volksztg.*, zugibt, durchaus zutreffenden Worten zu kennzeichnen. Herr Kaempf aber, dem offenbar daS Verständnis für die Würdelosigkeit des Verhaltens der Blockpatrioten ebenso abgeht, wie das Verständnis für die Aufgabe eine? Präsidenten, die Redefteiheit zu schützen, ergriff mit Gier diese ungeeignete Ge- legenheit. seine Amtsbefugnisse einmal wieder gegen die Sozial- deniokratte auszunutzen. Keinen schlagenderen Beweis gibt es aber dafür, wie kläglich in dieser Sache sowohl die johlenden Blockpatrioten wie der Vize- Präsident Kaempf abgeschnitten haben, als daß die„Freisinnige Ztg.* die Verteidigung ihrer kompronnttierten Gesinnungsgenossen nicht anders zu führen weiß, als indem sie zu der Waffe schamlosester Verleumdung greift. G. Ledebour. Undank ist der Welt Lohn. So sehr der Freisinn auch während der letzten Tagung seine Grundsätze und Traditionen der lieben Blockbrüderschaft wegen ver- leugnet hat: er erntet noch den Undank seiner Verbündeten. So schrieb die„Tägl. Rundschau": „Die liberale Aera ist im Anzüge, eine freisinnige ist nirgends und zu keiner Zeit verheißen worden. ES darf durch- auS als ein unverkennbarer Uebergang zu liberaleren RegierungS« maximen angesehen werden, wenn die verbündeten Regierungen dem unhaltbaren MajestätSbeleidigungs- Strafrecht zu Leibe gehen, sowie Börsenreform und Reichs- Vereinsgesetz an den Reichstag bringen. Will der Freisinn für seine nationale Augenblicksstimmung durchaus in bar bezahlt sein, so ist er damit reichlich belohnt. Will er noch größere Wechsel präsentieren, so hat er»ich eine ganze Reihe von Boraus- setzungcu vorher zu erfüllen. Man macht auch polittsche Geschäfte nur mit leistungsfähigen Lieferanten. Der Freisinn hat sich in diesem Winter aber so sonderbare Bocksprünge geleistet, daß mindestens noch eine Session abgewartet werden muß, ehe er etwa dauernd die Oualifikatton als nationale Partei erhalten kann." Der Freisinn soll sich noch mehr entwürdigen— obgleich eS den Gegenstand eines Preisrätsels bilden würde, wie das über- Haupt noch möglich wäre. Und als Preis dafür soll ihm denn eine„liberale* Aera— keine steisinnige— winken, also bestenfalls eine freikonservativ-nationalliberale Aera, Nichts» destoweniger wird der Freisinn bis auf weiteres seiner Politik der Entsagung treu bleiben l— Das Koalitionsrecht der Hamburger Staatsarbeiter. In der Sitzung der Hamburger Bürgerschaft vom Mittwoch» abend interpellierte Genosse E. Fischer die Deputation für Handel und Schiffahrt über die Maßregelung von drei Lohn» kommissionsmitgliedern der Staatskaiarbeiter durch den sich zum Antisemitismus bekennenden Kaidirektor Winter. Dieser all- mächtige Herr, der bei jeder Gelegenheit beteuert, ein sehr warmes Herz für die Arbeiter zu haben, hat nämlich die drei Arbeiter, die ihm die äußerst bescheidenen Lohnforderungen der Kaiarbeiter unterbreiteten, angeblich deshalb entlassen, weil die Eingabe gegen die Dienstordnung verstoßen soll. Diese Dienstordnung schreibt vor, daß der Korpsvorstand, eine nicht freigewählte Institution, zu der die Kaiarbeitcr in ihrer großen Mehrheit kein Vertrauen haben, die Wünsche der Arbeiter devotest zu unterbreiten hat. Gegen einen so furchtbaren Verstoß fuhr der Kaidirektor, der durch die neueste Gchaltsregulierung eine größere Zulage erhält als der gesamte Jahresverdicnst eines Staatskaiarbeiters beträgt, gleich das schwerste Geschütz der Entlassung auf. Genosse Fischer nahm diesen staatlichen Musterbetrieb und dessen„Spitze" beim Schopf und verlangte zu wissen, was die Deputation zu tun gedenke, um das Petitionsrecht der Arbeiter sicherzustellen. Die Antwort der Deputation wurde ihm sofort durch den Mund des dieser illustren Körperschaft angehörenden Großkaufmanns Eiffe zuteil: Einen Verstoß gegen die Dienstordnung können„wir" nicht dulden, ebenso nicht die Einmischung„anderer* Leute. Die verlangte Lohn- erhöhung würde eine halbe Million Mark pro Jahr betragen, die „wir" nicht bewilligen können, weil erst im vorigen Herbst Lohn- eröhungen stattgefunden haben. Das Koalitionsrecht der Arbeiter soll nicht angetastet werden, der Betriebsleiter muß aber vor einem Verbände warnen, der zum Kontrakt- bruch auffordert. Der Kaidirektor hat ebenso wie die Be- Hörde ein warmes Herz für die Arbeiter. Wir billigen das Vorgehen der Behörde. Nur ein einziger bürgerlicher Abgeordneter beteiligte sich an der Debatte, der' Linksliberale Dr. B r a b a n d, der die Maßregelung als einen sehr unglücklichen Griff bezeichnete.„U c b e r a l l darf der Untergebene direkt an den Vorgesetzten mit Wünschen herantreten. Ich verstehe das Ver- fahren der Behörde gegenüber dem taktvollen Vorgehen der Arbeiter nicht. Die drei Leute handelten unter dem Druck des Vertrauens ihrer Kollegen. Diese Maßregelung kann nur den Rest der noch nicht sozialdemokratischen Arbeiter der Sozialdemo- kratie in die Arme treiben." Genosse Fischer wies noch nach, daß der Kaidirektor doch nicht ganz koalitionsfeindlich ist, denn gegen die antisemitischen Verbände wende er nichts ein.(Heiter- keit.) Billige die Behörde den russischen Standpunkt des Kai- direktors, so stehe sie auf derselben Stufe.— Das tut sie, fügen wir hinzu. Hinsichtlich ihrer Verfassungszuständc und der sozial- polittschen Anschauungen der maßgebenden Kreise rangiert die Plutokratenrepublik an der Elbe hinter Rußland. Preustische Germanisierungspolitik. Die„Posener Korrespondenz* gibt folgende Uebersicht über die Opfer deS Schul st reikS: Als erste Opfer fielen im Wege von Verordnungen im Dienst- auffichtswege 220 Gemeindevorsteher und Schöffen, die ihres Amtes entsetzt wurden. Unter diesen befinden fich 62 Geistliche. In den Provinzen Posen und We st preußen sind wegen des Schulstteiks insgesamt 82 Geistliche zu 20 Monaten Gefängnis und Festungshaft verurteilt worden. Die verhängten Geldstrafen gegen dieselben betragen 3320 M. Gegen 20 Geistliche schweben noch Versahren. Die gegen die polnischen Redakteure wegen des Schulstreiks erkannten Geldstrafen beziffern sich auf nicht weniger als 13 240 M., sowie auf 42 Monate Gefängnis. Außerdem wurden gegen 1420 Personen wegen SchulversäumniS ihrer Kinder Strafmandate in Höhe von annähernd 18 000 M. er- lassen. Privatpersonen wurden wegen der mit dem Schulstteik in Verbindung stehender Delitte zu insgesamt 6 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Abgesehen von den erheblichen Gerichtskosten hat der Schulstreik den daran beteiligten Personen etwa 31 000 M. Geldstrafen und 12 Jahre Freiheitsstrafen eingebracht. Daß dadurch die widerspenstigen polnischen Elemente dem Deutsch- tum gewonnen worden seien, werden fich selbst unsere wütendsten Hakatisten nicht einbilden!_ Tie Zeugnisfolter von Kulmbach. Genosse Paul Schlegel in Nürnberg ist, nachdem der ihm zur Wahrnehmung eines Termins gewährte und um acht Tage ver- längerte Urlaub abgelaufen war, am Dienstagabend wieder in die Zeugniszwangshaft zurückgekehrt, um Herrn Amtsrichter Frohnauer und Herrn Spinnereidirettor Hornschuh, die absolut sehen wollen, ob die Charakterstärke eines sozialdemokratischen Re- dakteurs wirklich„bis zur völligen Erschöpfung des Zwangsmittels" aushält, weiterhin als Versuchsobjekt zu dienen. Die Haft wird nicht in Kulmbach, sondern im Amtsgerichtsgefängnis zu Nürnberg fortgesetzt.—_ Keine Amnestie. Zu dem im elfaß-lothringischen Landesausschuß angenommenen Anttag auf Amnestierung der bis 1890 wegen Fahnenflucht oder Verletzung der Wehrpflicht bestraften Elsaß-Lothringer teilt der„TempS" mit. daß Staatssekretär v. Köller den Abgeordneten Wetterls überredet habe, den Anttag vor dem Kaiserbesuch in Sttaßburg zurück« zuziehen, da der Zeitpunkt, einen so heiklen Antrag einzubringen, am Borabend des Kaiserbesuchcs schlecht gewählt sei. v. Köller habe versprochen, sich mit dem Kaiser persönlich in der Sache zu unterhalten. Der Staatssekretär scheine in der Tat seine Mission erfüllt zu haben, wenn auch ohne großen Eifer, in der Voraussicht eines Mißerfolgs. Der Kaiser habe seinen Vortrag barsch mit den Worten unterbrochen:„Das gibt'S nicht*. Damit sei die Sache erledigt gewesen. Nach einer anderen LeSart sei die An- gelegenheit. wie der„Elsässer* mitteilt, überhaupt nicht vorgetragen worden. Der Staatssekretär soll den Gouverneur mit der Sache bettaut, dieser es aber nicht gewagt haben, davon zu reden. Bei der ganzen Sache wird nach dem bisherigen Verlaufe nicht viel heraus- kommen. Die neugewonnenen Brüder werden eben nicht mit der Liebe behandelt, die man sonst glücklich wiedergefundenen Freunden zuteil werden läßt I—_ ftenhreicb. Solidaritäts-Protest. Paris, 16. Mai. Die Post- und Telegraphenbeamten der verschiedenen Departements haben fast überall diejenigen Beamten als Vertreter des Disziplinarrates aewäblt, welche aus Anlaß der jüngsten Vorgänge entlassen worden sind. Indien. Die Lage in Indien schilderte Englands Kriegsminister Haldane utn Mittwoch in einer liberalen Versammlung zu London. Er machte folgende Ausführungen: Die Regierung stelle mcht in Abrede, daß die Lage in Indien ihr große Sorge bereite I— Die liberale Regierung und, wie er hoff,- und glaube, auch jede andere Regierung an ihrer Stelle, sei in diesen Tagen bestrebt, gleiches Recht für alle in Indien austecht zu erhalten; sie könne dies aber nur verwirklichen durch die Austecht- crhältung der Ordnung und der Gesetze. Solle die Notwendigkeit eintreten— was er mcht glaube— so würde sich zeigen, paß der Arm der Krone in Indien noch ebenso stark, wenn nicht stärker, sei als vor 50 Jahren. Das klingt nicht gerade sehr friedlich noch hoffnungsvoll.-» Die russische Revolution. Berungläckte Liebedienerei. Petersburg, 16. Mai. Die Reichsduma nahm die Beratung der Agrarfrage wieder auf. Der Antrag der Kadetten auf Schluß der Debatte st) wurde ab- gelehnt, ebenso ein Antrag: die Dauer der Reden auf 10 oder IS Minuten zu beschränken. Wegen Beschlußunfähigkeit des HauseS wurde die Sitzung um 6 Uhr geschloffen. Daß die Kadetten der Regierung den Gefallen erweisen wollen, der ihr so peinlichen Agrardebatte recht schnell das Genick uiitzudrehen, ist charakteristtsch und—„läßt tief blicken". Uebrigens ist es kein gutes Zeichen für die sich als so „arbestsfteudig" gelierende Reichsduma, daß sie schon, nach westeuropäischem Muster, in Beschlußunfähigkeit zu machen beginnt.— Die Spiöel-Regierung. Da die Nachforschungen der russischen Politischen Agenten, oie vom Polizeidepartement zur Beobachtung des Kongresses der russischen Sozialisten ins Ausland entsandt wurden, er- geben haben sollen, daß sich mehrere Kongreßteilnehmer falsche Auslandspässe besorgt oder sich andere Namen, Pseudonyme usw. zugelegt haben, so ist jetzt„ein»ach jeder Richtung hin vollständiges Verzeichnis aller Teilnehmer an dem Llongreß der russischen Sozialisten im Auslande" ausgearbeitet und dem russischen Polizcidepartement zugestellt worden, von wo aus entsprechende Kopien an die Grenzbehörden und Gendarmerieverwaltungen versandt werden!— Huö der Partei. Strafkonto der modernen Arbeiterbewegung. Im Monat April erkannten deutsche Gerichte auf 5 Jahre. 8 Monate, 3 Wochen. 2 Tage Gefängnis und auf S013 M. Geldstrafe in Prozessen, deren Opfer in der modernen Arbeiterbewegung tätig waren. Chronik der TerrorismuSlSgen. Die„H attinger Zeitung" hat dieser Tage eine Geschichte er- zählt, wonach dort ein ehemaliger Hüttenarbeiter, jetziger Banhülfs- arbcitcr von den Sozialdemokraten am Bau aus der Arbeit gedrängt worden sei, weil er sich dem„sozialdemokratischen Verbände" nicht anschließen lvollte. Wie das„Volksblatt für Bochum" feststellt, ist das angebliche TerrorismuS-Opfer schon aus mehr als 25 ' Arbeitsstellen wegen starken Schnapstrinkens entlassen worden— seine eigene Frau hat ihn bereits zweimal aus dem Hause geworfen. weil er den letzten Pfennig versoff. Seine jetzige Entlassung vom Bau ist wieder wegen chronischer Betrunkenheit erfolgt. Die Arbeiter des Baues haben sich seiner sogar angenommen, als er schon einige Zeit vorher entlassen werden sollte, und damals auch erreicht, daß der Polier die Entlassung zurücknahm. Bei dieser Gelegenheit ist dem Mann dann gesagt worden, er solle doch endlich das Schnaps- trinken drangeben und sich einer Organisatton. entweder der freien oder christlichen, anschließen und seine Groschen zu besseren Zwecken verwenden. Geholfen hat die Mahnung nicht» und so ist der Edle von seinem Schicksal ereilt worden. Der saubere Patron, der während der Wahlzeit nationalliberale Zettel verteilte, hat übrigens nach der Wahl sozialdemokratische Arbeiter auf der Henrichshütte denunziert und falsche Angaben gemacht, die er nachher widerrufen mußte, um einer Bestrafung zu entgehen. Die„Nationalen" können wirklich Staat machen mit ihren „Märtyrern"._ Bon den Organisationen. Eine Parteiversammlung zu B r e m e n hat am Dienstagabend einen Antrag des Vorstandes angenommen, wonach in Zukunft allen Referenten. Bezirksführern und Vorstandsmitgliedern die„Neue Zeit" gratis zur Verfügung gestellt werden soll. Nach dem Bericht des Wahlkomitees hat die letzte Reichstagswahl leinschließlich der Stichwahl) der Bremer Parteiorganisation 38 898,26 M. gekostet, insgesamt wurden 956 700 Flugblätter verbreitet. Von dem Bericht- erftatter Genossen Pieck wurde bei dieser Gelegenheit noch einmal der verlogenen Behauptung entgegengetreten, daß die Genossen Bebel, Singer und Molkenbuhr für ihre Hülfe im Wahlkampfe weit über 100 M. empfangen hätten. Tatsache sei, daß von diesen Ge- nossen jegliche Entschädigung abgelehnt wurde. In dieser Versammlung wurde auch der Antrag der ftüher gewählten Kommission zur Gründung einer Jugend organi- s a t i o n angenommen, drei Genossen zu beauftragen, die die Auf- gaben für die definitive Gründung der Organisation zu erledigen haben. Diese dreigliedrige Kommission soll sich dem Bildung«- ausschuß anschließen und femer die weitere EntWickelung der Jugendorganisatton fördem. Ei» Parteisekretär wird für den 6. sächsischen Reichs- tagswahllreiS gesucht. Das Anfanaogchalt bettägt 2000 M. und steigt jährlich um 100 M. bis auf 3000 M. Bewerbungen sind zu richten an H. Fleißner, DreSden-A., Zwingerstr. 21 II. Aus der holländischen Sozialdemokratie. Durch Parteireferendum sind die bisherigen Mitglieder des Parteivorstandes der holländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei wiedergewählt und zwar in den Ausschuß die Genossen W. H. V l i e g e n als Borfitzender. I. G. van K u y k h o f als Parteisekretär und I. W. S l e e f. Femer als Mit- glieder W. P. G. Helsdingen. I. H. Schaper. H. Spiel- man und P. I. T r o e l st r a. Als Abgeordnete zum intemattonalen Kongresse zu Stuttgart sind durch das Referendum gewählt die Genossen F. van der Goes, H. van Kol und P- I. T r o e I st r a, während noch Stichwahl stattzufinden hat zwischen Frau Henriette Roland» H o l st. I. H. Schaper, W. H. V l i e g e n und F. M. W i b a u t. Die auf dem Parteitage zu Haarlen: angenommenen Resolutionen sind all« mit überwiegender Stimmenmehrheit vom Parteireferendum bestättgt worden, jene, die den leitenden Parteiorganen(Partei- vorstand, Kammerfraktton und Redattion von„Het Voll") das Ver- trauen ausspricht, mit 3367 Stimmen gegen 246 bei 361 Eni- Haltungen i die Resolutton auf Prüfung des Parteiprogramms mit 3431 Sttmmen gegen 211 bei 336 Enthaltungen. In der ersten Sitzung des wiedergewählten Parteivorstandes am Sonnabend bestimmte er zur Erweiterung der seinerzeit bereits von ihm eingesetzten Programmkommission die Genossen W i b a u t, van der Goes, Gorter, Frau Henr. Roland-Holst, Mendels und Tak. Der Vorstand gab dabei seinem Vertrauen Ausdruck, daß die Ernannten nunmehr ihre Ernennung annehmen, damit es möglich werde, daß die Kommission baldigst mit ihrer Arbeit beginnen könne. pollreilicbes» Oembtlicbes ukw. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung von Bergwerks- beamten wurde Genosse Albert von der„Breslau er Volks- wacht" zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Die„Vollswacht" hatte im Bericht über einen Unfall in einer Grube des Waiden- burger Reviers, bei dem ein Arbeiter getötet wurde, die Unfall- Verhütungsvorschriften krittfiert und gemeint, anstatt von einem Arbeiter zum anderen zu laufen und in der Grube für die Wahl des Mischmaschkandidaten Kirchberg zu agitieren, könnten sich manche Beamte lieber um die Sicherheit der Arbeiter etwas mehr bekümmern. Das Gericht verließ sich auf das Gutachten eines Bergrates. der behauptete, daß nichts versäumt worden sei. Wenn die Beamten nicht Strafanttag gestellt hätten, würde er es getan haben. Auf Grund dieser Aeußerung lehnte der Verteidiger Alberts den Mann als Sachverständigen, da er nach seiner eigenen Angabe befangen sei, ab. Das Gericht lehnte indes diesen Ablehnungsanttag ab. kommunales. Stadtverordnctcn-Vcrsammlung. 18. Sitzung vom Donnerstag, den 16. Mai, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung nach 5)4 Uhr. Es erfolgt zunächst die Einführung und Verpflichtung der neugewählten Mitglieder Arbeitersekretär Ritter(Soz.) und Dr. Hermes(freist). Die Vorlage wegen Verbreiterung der König- st r a ß e auf der Südostseite zwischen Königskolonnaden und Neue Friedrichstraße durch Festsetzung einer neuen Baufluchtlinie hat der niedergesetzte Ausschuß zur Annahme empfohlen. Die Versammlung beschließt ohne Debatte nach dem Ausschußantrage. Den freihändigen Verkauf des an der R e v a l e r-, Memeler- und Warschauer st raße belegenen städtischen Grundstücks von zirka 3001 Quadratmeter Größe zum Preise von 130 M. pro Quadratmeter hat in dem eingesetzten Ausschuß eine Minderheit Hartnäckig zugunsten eines nachträglich abgegebenen höheren Gebots(134 M.) bekämpft; schließlich ist aber der Magistratsvorschlag gegen 3 Stimmen zur Annahme gelangt. Stadtv. Fähndrich(A. L.) empfiehlt, die Vorlage abzulehnen und den Verkaufspreis auf 142 pro Quadratmeter festzusetzen, was dem letzten Angebot entsprechen würde. Die Versammlung entscheidet nach dem Antrage Fähndrich. Die vom Magistrat beantragte Neuregelung der Anstellungs- und Besoldungsverhältnisse der Assistenzärzte an den städtischen Krankenhäusern ist vom Ausschusse in der Richtung der in erster Lesung im Plenum gemachten Abänderungsvorschläge wesentlich erweitert worden. Das Bargchalt soll 1200 M., nach Dhjähngcr Tätigkeit aber 1500 M. bei freier Station betragen; die Assistenz- ärzte am Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhause werden den übrigen Assistenzärzten gleichgestellt; den Volontärärzten sollen monatlich 50 M. Wohnungsaeld-Entschädigung neben freier Bc- köstigung, freier ärztlicher Behandung und Arznei gewährt werden. Außerdem ist eine Resolution vorgeschlagen, wonach allen im ärztlichen Dienste stehenden Personen bei Erkrankungen, die in- folge Ausübung des Dienstes entstehen, eine Entschädigung zu gewähren ist.— Referent ist Stadtv. Runge(A. L.). Stadtv. Dr. Ritter(Fr. Fr.): Meine Fraktion lehnt prinzipiell die Erhöhung der Gehälter der Assistenzärzte über 1200 M. hinaus einmütig ab. Stadw. Cassel(A. L.) und Stadtv. Rosenow(N. L.) sprechen sich für die Ausschußanträge aus. Stadtv. Dr. Wehl(Soz.): Der Kollege Ritter lehnt die Ver- Weisung auf die Vororte gb. Da erinnere ich ihn an Breslau, auf dessen kommunale Einrichtungen die Mehrhett doch viel zu geben pflegt und wo die Sätze 1400—1600 M. sind. Die Nebeneinkünste der Assistenzärzte sind außerordentlich minimal, sie dürften nicht über Ä>0 M. jährlich betragen. Die Vorzugsstellung, welche die älteren Assistenzärzte einnehmen, muß doch auch irgendwie im Gehalt sich ausdrücken. Oberbürgermeister Kirschner: Ich muß dem Magistrat die schließliche Entscheidung in dieser Frage vorbehalten. Persönlich kann ich ein Bedürfnis für die Erhöhung nicht anerkennen. Daß gerade der ärztliche Stand so um die Mark rechtet, das ist für mich eine recht bedauerliche Erscheinung. ES kann wirklich nicht auf diese geringen Beträge ankommen. Aber eS ist doch auch nicht zum erstenmal, daß man auf die Vororte hinweist, und Sie haben fachen Hinweis immer abgelehnt. Auch die Tatsache, daß die Herren noch in einem Entwickelungsstadium befindlich sind und zulernen, ist doch nicht so ohne weiteres abzutun. Es ist doch etwas anderes, ob man ein fertiger oder ein noch nicht fertiger Mann ist, der in unserer Stadtverwaltung Gelegenheit erhält, sich bei Autoritäten, bei großen Meistern fortzubilden. Immerhin ist die Sache nicht ein Objekt, daß es sich lohnt, darüber zu sprechen. (Lebhaftes Mhr richtig! von vielen Seiten); aber öaß gerade aus diesen Kreisen heraus über eine solche Lappalie solche Kämpfe ge- führt werden, bleibt eine bedauerliche Tatsache. Die Forderung für die Volontärstellen können wir nicht annehmen. Es wird ver- langt, daß jeder Assistenzarzt einen Volontärarzt zur Seite hat. (Zuruf des Stadtv. Weyl: Wird ja gar nicht verlangt!) Wenn das fallen gelassen wird, so bcscheide ich mich. Früher hat die Versammlung in diesem Punkte auch eine ganz andere Stellung eingenommen. Die ganze Art und Weise der Agitation der Aerzte muß ich von meinem Standpunkte aus durchaus verurteilen. Stadtv. Nathan(soz.-fortschr.): Wir halten die Ausschuß- borschläge für durchaus angemessen. Stadtv. Singer(Soz.): Ich kann den Eindruck nicht los werden, als ob ein Hauptgrund für die ablehnende Haltung des Oberbürgermeisters darin liegt, daß die Autorität des Magistrats geschädigt würde, wenn die Versammlung diesen Weg einschlägt. Wir würden auch, wenn es sich um andere Bcamtenkategorien handelte, die mit ähnlichen Anliegen an uns kämen, die gleiche Art der Behandlung eintreten lassen. Wenn der Oberbürgermeister den Mangel an Idealismus bei den Aerzten beklagt, so kann sich doch dieser Vorwurf nicht gegen die Aerzte allein richten, sondern diese Wendung resultiert aus der Wandlung der allgemeinen Ver- Hältnisse. Daß der Arzt als Helfer der leidenden Menschheit selbst verpflichtet ist, Not zu leiden, das ist ein aufgegebener Standpunkt, den auch wir nicht zu vertreten haben. Ganz bedenklich erscheint mir, daß der Oberbürgermeister hier in aller Oeffentlichkcit aus- führt, diese Aerzte seien nicht fertige Leute und könnten also auch nicht entsprechend bezahlt werden." Damit tut er unseren Kranken- Häusern keinen guten Dienst. Die Behandlung der Kranken liegt doch hauptsächlich, abgesehen von der Oberaufsicht, jn den Händen dieser Herren, und die Kranken müssen und können zu diesen Aerzten und ihren Fähigkeiten volles Vertrauen haben. Weswegen wir in Berlin weniger als Breslau, Charlottenburg, Aachen, Köln usw. den Assistenzärzten zahlen sollen, das hat der Ober- büraermeister zu beweisen unterlassen. Es ist eine Herab- würmgung ihrer Stellung, wenn hier der Grundsatz aufgestellt wird, daß Berlin weniger zahlt als andere Städte. Der Ober- bürgermcister spricht von einer„Lappalie"; da wird er sich nicht wundern, daß wir uns darüber wundern müssen, daß er von einer solchen„Lappalie" so viel Aufhebens macht. Sollte der Magistrat sich uns nicht anschließen, so haben wir wenigstens unsere Schuldige keit getan. Stadtv. Cassel tritt für die Ausschußanträge ein. Stadtv. Dr. Wenk berichtigt nach dem Wortlaut früherer Be» schlüsse den Oberbürgermeister dahin, daß stets nur verlangt worden ist„die Bestallung eines Volontärarztes für einen Assistenz- arzt bis zur Hälfte des Gesamtbestandes". Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.) hat sich durch die Debatte von der Notwendigkeit der Erhöhung aus 1500 M. nicht überzeugen können. Die Ausschußanträge gelangen hierauf mit großer Mehrhett zur Annahme. Die Grundstücke T e g e l e r st r a ß e 18, 19 und 20 sollen für Gemeindeschulzwecke erworben werden. Das Terrain umfaßt 5532 Quadratmeter, der Kaufpreis von 331708 M. ent- spricht einem Satze von 69 M. pro Quadratmeter. Die Versammlung genehmigt den Ankauf. Der„Große n" Berliner Straßenbahn-Gesellschaft soll zur Herstellung von Straßenbahnanlagen in der Straße„Am Friedrichshain" im Anschluß an die dort endigenden Anlagen sowie in der K n i p r o d e st r a ß e bis zur E l b i n g e r st r a ß e mit einer Endhaltestelle daselbst die Zustimmung erteilt werden. Stadtv. Ladewig(N. L.) bittet um Annahme der Vorlage. Stadtv. Hintze(Soz.): Die„Große" versteht das Geschäft, das muß man ihr lassen. Sie nimmt jetzt der Stadt die Straßen stück- weise ab, weil sie sie nicht ganz erhalten kann. Vor drei Jahren wurde das Stück der Straße„Am Friedrichshain" bis zur Bötzow- straße verlangt und gegeben, jetzt will man weiter bis zur Elbinger- straße. Damit hat man den gewollten Zweck erreicht, ohne daß die Stadt das Mitbenutzungsrecht hätte geltend machen können. Die Strecke ist jetzt im ganzen 700 Meter lang, und das Recht der Stadt fällt aus, obwohl auf 400 Meter dieses Mitbenutzungsrecht an sich besteht. Ich kann auch nicht einsehen, weshalb für die Stadt die Nebenstraßen für Straßenbahnen reserviert bleiben sollen, solche Straßen, welche der Magistrat selbst als ungeeignet bezeichnet, während für die„Große" die rentableren Straßen her- gegeben werden. Ich beantrage deshalb Verweisung der Vorlage an einen Ausschuß. Sehen wir sie als begründet an, so muß alles getan werden, um der Stadt das Mitbenutzungs- recht zu sichern; event. sollte die Stadt selbst bauen und der „Großen" das Mitbenutzungsrecht einräumen. Stadtv. Jacobiyt Uhr im Gewerkschastshaufe: Sitzung. Gäste willkommen. «gast erstand am lö. Mal vorm. Elbe bei Ansstg Meier, bei Dresden—28 dp,— Elbe bei Magdeburg 2.25 Meter,— Oder bei Ralibor 2,02 Meter.— Oder bei Breslau— 0,34 Meter.— Ode' bei Brieg 8.72 Meter.— Reißemüudung 2,18 Meter. Achtung! Achtung! Zentral Yerbaul der Maurer Seutsehlands M Zweinverein Berlin. Kollegen! Anläßlich der Aussperrung, die nach dem Beschluß der Qeneralversainmluiig der Unternehmer am 18. Mai vor sich gehen soll. geben wir hiermit die Lokale bekannt, in denen während der Aussperrung die Kontrolle der ausgesperrten Kollegen vorgenommen wird. Es melden sich sämtliche ausgesperrten oder arbeitslosen Kollegen von: Westen und Schöneberg bei Schilling, KyffHäuserstr. 26. Snd--Ost und Snden bei L-aser, Lausitzerstr. 25. Osten I und Osten II bei Litfin, Memelerstr. 67. Norden I und II und Pankow bei Ohiglo, Schwedterstr. 23/24. Snd-West bei Scholz, Zossenerstr. 1. Nord-Ost bei Boecher, Weberstr. 17. Oranienburger Mörstadt bei StrauK, Tieckstr. 10. Wedding bei Hoff mann, Pasewalkerstr. 3. Moabit bei Bachstein, Salzwedelerstr. 16. CHarlottenburg im„Volhshans", Rosinenstr. 3. Uirdorf bei Grosser, KirchHofftr. 45. Tegel und Reinickendorf bei Franke, Reinickendorf-West, Eich bomstr. 18. Zehlendorf bei tWekley, Potsdamerstr. 25. Steglitz und Grotz-Kichterfelde bei Reisen, Groß-Lichterfelde, Ehausseestr. 104. Wilmersdorf, Friedenau und Schmargendorf bei Kaseler. Wilmersdorf, Lauenburgerstr. 20. Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde bei Reicharckt, Martendorf, Ehausseestr. 16. Schoneweide-Johannisthal bei Bellmann, Wilhelminenhofstr. 79 Friedrichsberg-Friedrichsfelde bei Bange, Gürtelstr. 40. Weistensee bei Schmutz, König-EHaussee 38. Die Kollegen der Zweigvereine aus dem Gau Berlin, von denen über zehn Verheiratete Hier arbeiten und für clie an ihrem eine Kontrollstelle während der Dauer der Berliner Bewegung eingerichtet wird, erhalten die Streikkarte, falls sie Freitag abend perrt werden, am Sonnabend, den 18. Mai, von morgens 9 Uhr an im Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15, Saal 5. Am dritten Pfingstfeiertage sind die Kontrollstellen nicht geöffnet. ______ Die Verbandsleitimg._ Deutscher Holzarbeiter-Verband. Heute Freitag, abend» 8»/, Uhr» im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15: Sitzung der Orisverwaltung. Zur Beachtung. Die Bureaus find am Sonnabend vor Pfingsten bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Am dritten Feiertage find die Bureaus geschloffen. Eine Kontrolle der Arbeitslosen und Streikenden »et am Dienstage nicht statt. Die Streikenden und Ausgesperrten, welche am ttwoch in Arbeit treten, bekommen ihre Streik- terstützung am dritten Feiertage, vormittags von v 12 Uhr im Gewerkschaftshause, Saal 3 ausgezahlt. w Der paritätische Arbeitsnachweis in der Gormann« strafte ist am 3. Feiertage geschlossen. vi« Ortsverwaltung. Achtung! Einsetzer. Am Sonnabend, den 18. Mai, wird im Gewerkschafts- Hause von 4—3 Uhr an die arbeitslosen, vollberechtigten Kleber der roten Karte eine Extraunterstützung aus- gezahlt. nie Kton»ini»>»i |_____ auch sllr korpulente Herren paffend.■ i Dieselben sind von seinen Kavalieren und Neisend-n. die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 47ö2L* f»deg«I6 wird vergBtet. O Bitte auf Hausnummer ru achten. Seder Herr!! ist uerpfliehtet, mein Angebot zu prüfen! S. Littmann Zentrale für Herren- und Knaben-Moden I nur Sto. 2 Craitienslrape nur zto. 2 I nahe Station Hochbahn OranienatraBe. be loh ofieriere: C Feine Sommer'Paletots...... jj Elegante Herren-Anzüge..... 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Die noch nicht erledigte Statutenänderung betreffenden Anträge wurden der Statutenberatungskommission zur Prüfung überwiesen. Zum nächsten Punkt: Agitation und Organisation, hielt B e i e r- Dresden den einleitenden Vortrag. Er führte u. a. aus, daß das Streben der Mitglieder fich nicht in den nächst- liegenden Berufsintereffen und materiellen Fragen erschöpfen dürfe. Man müffe dafür sorgen, daß die Kollegenschaft auch über die höhere Bedeutung der Arbeiterbewegung aufgeklärt werde. Der Redner schilderte dann seine Erfahrungen in der Agitation, gab verschiedene Ratschläge und machte auf die Wichtigkeit der Hausagitation und der Gewinnung der Frauen aufmerksam. Bon der Zentralzuschu�kasie, die, in den achtziger Jahren ge- gründet, damals der Kollegenschast unter schwierigen Verhältnissen einen Anhalt bot, erklärte der Redner, daß fie nun zu einem Hemm- schuh für die Organisation geworden sei. Der Redner schloß feine Ausführungen mit der Bemerkung, daß eine mehr energische und eifrige Agitation entfaltet werden müsse. In der Diskussion sprach zunächst EberS- Hildesheim. Er ging in seinen Ausführungen aus die Agitationsweise des christlichen keramischen Arbeiterverbandes ein und berichtete, wie in einem Jndustrieorte die wenigen christlich organisierten Arbeiter bei Lohn- bewegungen außerordentlich radikal auftreten, nur für recht hohe Forderungen sprechen und, wennS zum Klappen kommt, nur zu sehr geneigt sind, alles preiszugeben. Bezeichnend ist hierfür das Ver- halten eines christlichen Organisationsleiters, der die mehr Lohn fordernden Kollegen zu beruhigen suchte, indem er sagte, er habe Einsicht in die Geschäftsbücher der Fabrik genommen und daraus ersehen, daß eine Lohnerhöhung nicht möglich sei. Ferner berichtete der Redner, daß in einzelnen keramischen Fabriken Rheinland-Westfalens noch ein Arbeitermaterial vorhanden ist, das wegen seines tiefen Kulturstandes nur sehr schwer für die Organisation zu gewinnen ist. In einer solchen Fabrik war es üblich, den Arbeiten, morgens einen Schnaps zu liefern. Der Unternehmer schaffte diese recht zweifelhafte Vergünstigung ab, und gleichzeitig verkürzte er die Arbeits- zeit um eine Stunde. Darüber regten sich nun die Arbeiter so auf, daß man eine Arbeitsniederlegung befürchten mußte. des geliebten Branntweins wegen.— Der Redner sprach fich auch dafür aus, daß man danach trachten müsse, mehr Zahlstellen in Rheinland-Westfalen zu errichten, damit der Strom wandernder Werkstatt- und Scheibentöpfer mehr dorthin gelenkt werde. Ferner hält der Redner Anstellung von Gauleitern für wünschenswert. S ch m i t- Berlin spricht sich namentlich für mehr Agitation unter den Scheibentöpfern aus. Zwar habe die Organisation auch unter ihnen gute Fortschritte gemacht, doch sei fie noch immer nicht stark genug, um die günstigen Umstände für eine Verbesserung der fchlechten Lohn- und Arbeitsverhältnisse richtig ausnutzen zu können. Ferner müsse man danach trachten, die Arbeiter der vielen Röhren- fabriken zu gewinnen, Arbefter, die, fast alle noch indiffermt, unter elenden Verhältnissen leben. Eine große Anzahl Redner sprach fich für Anstellung besoldeter Gauleiter aus. Lothar- Berlin, der zwar nicht Gegner der An- stellung von Gauleitem ist, meint, daß man diese Sache nicht über- schätzen dürfe. Was vor allem förderlich, sei die Erziehung der Gewerkschaftsmitglieder zu Klassenkämpfern. fie auch aufzuklären über die politischen Ideale der Arbeiterbewegung. Zur Anstellung besoldeter Gauleiter liegen mehrere Anträge bot, über die später beschlossen werden soll. In einer Besprechung des Zentralvorstandes mit den Vertretern der ausländischen Bruderorganisationen ist ein Uebereinkommen er- zielt worden, das nun den Delegierten vorgelegt wurde und in der nächsten Sitzung zur Beratung und Abstinnnung kommt. Die Sitzung wurde um 1 Uhr geschlossen, um den Delegierten Gelegenhett zu geben, am Nachmittag die Ausstellung für Arbeiter- Wohlfahrt zu befichttgen. Fiir den Jndalt der Inserate «berniuunt die Redaktion de« vnblitnm Gegenüber keinerlei Beraiinvortnn«. XZheater. Freitag, den 17. Mai. Ansang 7'/, Uhr. Kgl. cperuhaus. Margarete. Kgl. Schanspielbaus. Wallenstein» Lager. Die Picea lornini. Neues kgl. Operntheater. Wimer Blut. Deutsches. Rodert und Bertram Kammerspiele. Frühlings- Erwachen.(Anfang 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. ReueS TchanspielhauS. Hopsen- raths Erben. Schiller tt.(Wallner-Thealer.) Moloch. Der zerbrochene Krug. Schiller-Theaterkharlotteuburg. Heimat. Schiller X.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater.) Am grimm Weg. Berltner. Sherlock HolmeS. Lessing. Der Bettelgras. Zentral. Geschlossen. Kleines. Ein idealer Gatt«. Neues. Der Dieb. Lorptng. Fidcllo. Weste». Die lustig« Witwe. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen f LnstsPielhiiuS. Husarenfieber. Thalia. Wo die Liebe hinfällt. Luise«. Das Mädchm ohne Ehre. Trinnon. Frl. Josette— meine Frau. Bernhard Rose. Geschlossen. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrufeld. ES lebe daS Nachtleben. Vorher: Die Welt geht unter. Wintergarten. L» Tortajada. Spezialitäten. Apollo. Der lustige Witwer. Spe» zialitäten. Kasino. Heirat aus Probe. Spezia- litäteu. Walhalla. Der grüne Tmsel. Spezialitäten Paflaae. Spezialitäten. RrichShallen. Stettwcr Sänger. Ilriinta. Tanbenstrahe- Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschwedm. Sternwarte, Jiivalidenstr. 67/62. Ferdinaii«] Bonus Berliner Theater. Ansang 8 Uhr. Staatsanwalt Alexander. Sonnabend: Die Kamcliendame. Sonntag: Sherloik Holmes. Montag: Der Hund von Baskerdtlle. Neues Schauspielhaus Freitag, dm 17. Mai 1907: Hopfenraths Erben. Morgen: Hopfenraths Erbe». _ Ansang 8 Uhr._ Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Der Dieb. Morgen und folgende Tage: Der Dieb. Kleines Theater. Zum 206. Male: Ein idealer Gatte. Ansang 8 Uhr. Sonnabend, Sonntag, Montag, abend« 8'/. Uhr; Ma reell Salzer. Sonntag u. Montag nachm. 3 Uhr: Ei« idealer Gatte._ Urania. WiBsenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Dnreli Dänemark und SWweden. OOIOCISCHER GARTEN Täglich nachm. 4 Uhr: Grolles Militär-Doppel-Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends | 6 Uhr ab 50 PI., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. iSSMSSSSSMMSSSS» LortzingTheater. Bellealliancestr. 7/8. Freitag, den 17. Mai, 8 Uhr: Fidelio. Abonnements gültig l Sonnabend: fra IMavolo. Bellralliance-Garteu-Eröffnung; Sonntag, den 19. Mai er. Lustspielhaus. Sommerpreise. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral-Theater. Gesamtgastspiel des Hamburger Ernst Drucker-TheaterS. Heute wegen Generalprobe gcschlofim. Schiller-Theater M. Friedrieh-Wilhelmsildtltchet Theater. Abends 8 Uhr: Am grünen Weg._ RejidkuMheuler. Direktion Richard Alexander. Ansang 8 Uhr. Nobon Sie nichts zu yerzolien? Ichwank w 3 Allen v. M Hmnequin und P. Beber. Luisen-Theater Reichenbergerftr. 34. AbendS 8 Uhr: Das Mädchen ohne Shre. All« Wende: Da» Mädchen ohne Ehre. Pfingstsonntag nachmsttag»: Die Waise au« Sowood. Pfingstmontag nachmittags: Die Räuber. [RNItMtPROSETHHT Gr. Frankwrterstr. 132. «eschloffeu. Eröffnung der Sommer- saiso«: 1. Pfingstseiertag. Im Sommertheater: Der Kluch des Goldes. Außerdem ein aus- erlesene» erstklassiges Spezialitäten- Programm. 1. und 2. Pfingstseiertag: Großes Frühkonzert, verbunden mit Theater- Vorstellung, Auswetm sämllicher Spe- zialitäten.___ Kasino-Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Rur bi» 18. Mai! Neu einstudiert: Heirat auf Probe. GisatigSpofle m 3 Altm von Buch. bmder und Kren. An beiden Feiertagen nachm. i Uhr: Traum der Rose. Singvögelchen. Äcliiller- Sehlller-Theater 0.(Wallner-Tbeater). Freitag, abend« 8 Uhr: Hlolocl». Eine unvollendete Tragödie(2 Wie) von Friedrich Hebbel.— Hieraus: vor sordroclivn« Brox. EinLustsp. in 1 Ausz. v. Heinr. v. Kleist. Sonnabend, abends 8llhr: Bio BaHlssemvot. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Heimat. Sonntag, abend» 8 Uhr: CjrprleooS. Melropol-Theater Anfang: 8 Chr. Grolle Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. 9'/, Uhr. Allabendltck Denkbar größter 9'jKmx. g: achcrfolg ■srHartstein-«" mit seinem glänzenden Schlager: Der lustige Witwer. 1. Bild: Das letzte Mal. 2. Bild: Die Folgen davon. Vorher 8 Uhr: Spezialitäten und Merians Hunde-Baurrntheater. Keuvs Programm. Gebr. Herrnfeld- Ansang Thnolaii Vorverk. 8 Uhr. I llvalvr 11-21% 57 Kommandantmstraße 57. Täglich: Es lebe das Nachtleben! Folgm einer Separöe»Affäre w 2 Akten von Anton und Donat Herrnseld mit de« Autoren-MW IM- in dmHauptrollm.-MW Borher: Reu bearbeitet: Die Veit seht unter! Schwank in einem Auszug von Anton«. Donat Herrnseld. Theater. Schiller-Theater Charlettenbnrg. Freitag, abend« 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Sennabend, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Honna Tanna. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die Jnng;traa von Orleans. Sonntag, abend» 8 Uhr: ngend. Passage-Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das Mai-Programm. Der größte Erfolg der Saison! Grete Gallus Mascha Disnam 3 Clarus Brothers 14 Attraktionen 14. W. Noacks Theater. Direktion: Roh. Dill. Bruiinenstr. 16. H-ute- Geschlossen. Am 1. Pfingstseiertage: Eröffnung der Sommerspielzeit im herrlich renovierten Garten. Näheres Anschlag und Annoncen. 8rnnnen-Tlie»ter Badstraße 58. Dirett.: Beruh. Rote. Ab Sonntag, den 19. Mai 1907: Täglich: Vaeten-Hon-ert, Theater und Kpcslalitilten. P. Coradinl. Moschkaly-Truppe. The Ramblee Comp. usw. Da» SensattonS-Bolksstück: Im Finge durch die Welt mit großer Ausstattung und Ballett. Backosenspekulant: Bernhard Rose. Ans. Sonntags 4-/z, wochent. 5 Uhr. 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Mai, auch den ganze« Tag ge- schloffen._ Folgende Filial-Bibliotheken sind eröffnet: für Süd- Ost: bei Fröhlich, Muskauer- und �eughofstraste Ecke. Die Ausgabe von Bibliotheksbüchern findet an folgenden Tagen statt: Montags nachmittags 5—8 Uhr, Mittwochs nachmittags 3—8 Uhr, Sonnabends«ach- mittags S— 8 Uhr. Wedding. Fahrow, Ravenöstr. 6. Dienstags abends von 8—0 Uhr. Spandau. G. Rührmund, Neumeisterstraste 6. Montags und Donnerstags abends von S bis« Uhr. ObersSchönewelde. Voß, Wilhelminenhof- straste 64. Dienstags und Donnerstags abends von S— 6 Uhr. Moabit. Gundlach, Waldenserstr. 24. Mittwochs von 8—9 Uhr und Sonnabends von 8— 19 Uhr abends. Charlotienburg. Metzdorf, Potsdamerstr. 44. Montags abends von 8—49 Uhr. Wusterliausefi«Wlldau. W. Geyer, Schwartz- kopssstraste 58 1 Tr. Dienstags und Freitags abends von 7—9 Uhr. Vogel. Gehlhaar, Berlinerstr. 92. Dienstags abends 7 Vi— 9 Uhr. Die Haupt- Bibliothek befindet sich Charits- strafte 3. Wegen Renovierung ist dieselbe zurzeit ge- schloffen. Die Eröffnung wird noch bekannt gemacht. 118/16 Die Ortsverwaltung. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufeg. — HentschlandH. Hltglicdschaft Berlin. Achtung! Achtimg! Der Pfingstfeiertage wegen findet unsere Mitglieder- Versammlung erst am Sonntag, den 26. Mai, statt. lg/4 Der Borstand. J�eu crfcbicnen find folgende Schristen, die wir unseren Lesern zur«nschassung empfehlen: Ueber Verfassungswesetu Von Ferdinand Lassalle. Inhalt- öeber Terfairungswcreti. Sias nun? JVIacht und Recht. Neue Ausgabe, mit Einleitungen versehen von Ed. Bernstein. ---------------- Preis 59 Pf. Sozialiftirchc Literatur. Zwei Vorträge von Panl Lensch. Preis 45 Pf. Kamof der Hrbeiter Sieben Aufsätze aus der irer rvampi»er nrocucr..Leipziger Voirszeitung* von Anton Pannetoet. Preis 20 Ps. rdt-,f-t»rir-4soa Volkstümliche Vorträge aus dem Gebiete dcS ■/»aieimieeie». proletarischen Monismus von Ernst Untermann. Geb. Preis 1 M. Geschichte dttKerlmerArbtiferbtiakgung Herausgegeben von Eduard Bernstein. I. Test: Vom Jahre 1848 bis zum Erlast des Sozialistengesetzes. Illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. Preis in Leinen geb. 0,50 M., halbsrz. geb. 7,50 M. Expedition des Vorwärts, Berlin LW. Lindenstr. 69, Laden. 234/6* weittragend, lichtstark AOO Reiseglas mimut u. �0 m. Weltbekannt sind Rathcnower AngcnglUscr. Echt Kathenower Itrillen l.OO Pincenez(echt Nickel) 1.50 ,, I>oubl6 5.00 „ tüold 12.00 „ Schildpatt 4.00 Opern- o. ReiaeglUser von 6.00 an. Barometer, garantiert gute Werke. von 6.00 an. A. Grün, Ositiker, Brnimcnstraße 4, am Boaeathalex Ton 47971, SozialdemokrattseherVahlvereiii für den 4. Berliner Reiebstags-Waiilkreis. (Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Töpfer Emil Albrecht wohnhast Liegnitzerstr. 7/8, stadt- bezrrk 113a gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 18. Mai, nach- mittags 2'/, Uhr von der Leichen- Halle deS Emmaus-Kirchhoses aus statt. 244/11 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Am 13. Mai 1207 oerschied unser lieber Sohn und Bruder t>tto Klopsch nach langen Leiden im 22. Lebens- jähre. Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städttschen Fried- Hofes in Friedrichsfelde aus statt. Die Elter« und Geschwister. ZoziZIlleliiliki'stizeliIzillvereiii des 6. Berliner Vabllreises. Xodes-Anzeige. Am 13. d. M. verstarb Mitglied unser Otto Klopsch, SiemenSstratze 7. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 4 Uhr, aus dem Städtischen Friedhose in Friedrichsseide statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Vorleld- Institut: kmitnckst. HS I,a.Orabg. 'Tor. Eleg. Frack, Gehrock 1.60. Hose 1,00, W-steSO Bs. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Ott« 8«rg« am 11. d. M. an Herzlähmung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Fritz Cyrus am 24. April in Amerika gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 118/1S Die Ortsverwaltung. f Berlins und Dnigegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied frnst Bunk aus dem Klub.Havanna II' am IS. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am onntag, den 19. d. Mts.(erster Feiertag), nachmtttags 3 Uhr, von der Lerchenhalle des Nowaweser Kirchhoses in Nowawes aus statt. 3/1!>«»> Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Lederzurichters Rodert Kintze sage ich den Kollegen der Firma Schwartz u. Co. sowie den Kollegen des Lederarbeiter° Verbandes der Zahlstelle II meinen herzlichsten Dank. 6916 Witwe Emma Hintze. Für die vielen Beweise der Teil- nähme bei dem Tode meines lieben Mannes spreche ich aus diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus. s38/6 Caroline Ornnwald. „Berliner irbeiter- Badlahrer-ferenr Mitglied deS Arbeiter» Radsahrer-BundeS »Solidarität�. Touren Sonnabend, den 18. Mai zur Gauausfahrt nach Guben, nach- mittags 3, 7 und 10 Uhr abends. Jede Abteilung von ihrem Start '/, Stunde früher. Start: Schlesifche Brücke. 9. Abt. Sonntag früh 3'/, Uhr. Guben. Start: Schletling Nr. 22. Sonntag, den 19. Mai: 2. Abt. Start 1 Uhr: Fontane- Promenade. Näheres daselbst. 3. Abt. nachmittags 2 Uhr nach Hirschgarten(Wilhelmshof). 4. Abt. nachmittags l'/i Uhr nach Teufeljee. 5. Slot, fiüh S Uhr nach Biesenthal (Schützenhaus). Montag, den 20. Mai: 2. Abt. Start 1 Uhr: Fontane- Promenade. Näheres daselbst. 3. Abt.' früh 7 Uhr nach Nauen (SchützenhauS). Nachmittags 1 Uhr nach Finkenkrug(Hohlweihler). 4. Slbt. 1'/, Uhr nach Wilhelmsruh (Schneider). 5. Abt. früh 7 Uhr nach Finkenkrug (Hohlweihler). Nachmittag 2 Uhr nach Hakenfelde(Treskow). 6. Abt. nachmittags 1 Uhr nach E" akenfelde. Start: Genossenschaft, derbergerstr. 80. Dienstag, den 21. Mai: 3. Slbt. nachmittags 1'/, Uhr nach Karolinenhos. Sämtliche Starts: Mariannenplatz. 4. Abt. nachmittags 12>/, Uhr nach Hennickendorf(Wachtelburg). Samt- liche Starts: Küstriner Platz. 5. Slbt. nachmittags 2 Uhr nach Pichelswerder(Freund). Sämtliche Starts: Elysiunl. 6. Abt. nachm. 2 Uhr nach Schön- holz. Start: Genossenschast, Oder- hergerstt. 30,-•■ I Bilanz-Konto per 31. Dezember 1906 der H-FaH HM Eingetragene Genossenschast mit be schränkter Hastpfltcht. 6896 Aktiva. An Kafla-Konto.... , Fabrikations-Konto. , Materialien-Konto.. , Utensilien-Konto.. , Maschinen-Konto.. , Werkzeug-Konto.. , Konio-Korrent-Konto. » Bank-Konto.... zusammen Passiva. Per Konto-Korrent-Konto 1. Kreditoren-Konto.. 2. Geschäftsanteile-Konto , Reservesonds-Konto. . Spezial-Reserve-Konto „ Darlehn-Konto... „ Reingewinn.... Gewinnvortrag von 1905. zusammen'48 886,51 Im Laufe des Jahres ist ein Ge- nosse ausgeschieden; eingetreten ist kein Genosse. Die Zahl der Genossen betrug am 31. Dezember 1906 10. Die Hastsumme hat sich um 30 M. vermindert. Die Gesamt-Hastsunnne vorstehen- der 10 Genossen beträgt 300 M. Der Borstand. I. Phtlik. E. Vorpahl. 504,44 5 245,- 5 217,30 2 162,15 3 767,10 1 688,85 28 282,22 2 019,45 48 886,51 9 521,81 300,— 190,- 5 131,60 33 292,— 417,96 33,14 Sanatorium „Schioas Löunltz' Radebeul- Dresden. Prosp. fr Gttnet Heilerf. 3 Aerzte Dir. Alfred Bilz Chefarzt Dr. Asenie Internationaler Verkehr. KUREN! ÄÄ. Bllz Naturhellbuch ea. I'/, Mlll.verk. der Dentschcn Nord-Osts ee-Flschhallen Jobs. Skorczyk A. Schönhauser Allee 144. Feruspr. III 8790 u. 8576 B. Badstrasse 67.„ U1 6376 Lieferung in verlin frei ins Haus.-MG Fifchgattungeu! Kabliau j. Kochen u. Braten. Schellfisch nach Größen... Seelachs z. Kochen u. Braten. Seehecht, fem grätenlos... Austernsisch, sehr sein..,. 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Dieses Bersabren bezweckt die«onserdieruug des.VischeS, die Beseiligung deS Eeegeruche« sowie die gleichmäßige Durch» jalzung. Man sollle ei tu allen Fällen anwenden, wo man den Seegeruch leseltigen will, und wenn ei nur slir eine hatte bii eine Stunde sein kann., SS SS Mm Sadowa, Kaiilsdorl SUd Parzellen am Dald und Flieil, kleine Anzahlung. Kettermann, Blumen- strasze 9 und im Restaurant Pserde- bucht bei sadowa.+127' Olga Preise* beliebige Teilzahlung. Jacobson, Ä«. 9. Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Prcuss. Lotterie. Ziebang rom 16. Hai 1907, TonntHagt, Nur dl« Gewinne Ober 140 Mark lind den betreBendea Kümmern In KUrametn beigefügt. (Ohne QenBhr.)(Nachdruck verholen.) 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(Ohne Gewähr.)(Kaclidruck verboten.) 173»11 21[500] 877 906 1284«58 2024 70 71 66 359 80 81 501 707 3.303 567 98 69» 712 4 277 328 568 028 92 906 5199 355 612 25 811 930 6015[500] 75 12» 409 536 070 7021 23 160 307 27 86 681[1000] 830 8183 280 89 402«19 «70 0158 212 89 808 591«93 713 971 1O260 397 726 92 1 1037 91 264 350 671 85[1000] 822 73 935 91 12129 400 79 541 755 79 825 931 13015 143 245 817 663[500] 700 19 71 81 601 14114 05[500] 71 454 74 «21 23 7« 15103 505 4« 704 7 16193 498 683 731[1000] 47 78 17039 65 223 86 448 674[1000] 0-10 41 1600] 66 76 855 18011 252[500] 85 453 049 1 9022 100[500] 52 223[500] 868 402 630 90[3000] 608 87 797 899 999[8000] 29008 11«2 126 97 656 943 2 1 383 410 559 703[1000] 819 44 78 2 2034 261 835 89 53« 723 918 2 3211 539 746 94 05 828 909 73 2 4 095»86 406 772 77|500 l 25028[ 500] 96 208 08 418 594 000 69 71« 972 2 6033 191 415 537 78 631 706 82 810[1900] 81 928 34 37 2 7 733 55 811 2 8009 11 89» 237 636 68 70 678 29118 89 311 426 542[500] 820 30018 46 425[1000] 085[500] 811 906 35 3 1327 82 525 748 986 3 2099 113 219 6 7 593 648 961 33174 95[500] 262 512«78 720 841 62 3 4060 230 406 11 20 23 749 9-0 35095[500] 194 221[500] 50 53 414 643 327 3 6308«91 724[1000] 899 977 37106 346 65 590«15 73« 809[500] 38165 250 350 617[500] 75 974 3 0177 201 308 39 425 714 34 846 40010 132 80 99 430 640 815 81[1000] 41441[500] 685 97 663 89 728 42061 422 43465 13000] 505 50 813 40 05 4 4 227 51 885 456 95 611 21 815 4 5259 79 97 330 9-2 4610« 328 76 591 674 788 808 81[500] 60 76 998 4 7229 CS 64 448 9« 525 633 81 701 48277[3000] 424 23[lOOo]«9» •45 40091[8000] 303[1000] 41«[500] 669 762 804 47 803[3000] 6 0058 148 46« 758 7« 5 1 006 81 182 288 324 CS 491 689 700 84 978[500] 83 5 2141 85 284 720 93 53173 483 503 6 7 99 871 918 SC 54331 80 631 811 79 5 5142 403 503 628[1000] 81 718 842 80 6 6052 92 93 III[500] 33 511 [300] 628 819 57202 739 46 81 830 58085 325 52 59037 77 211 33 61 350 470 068 700 837 39[1000] 60021 63 101 8« 200 8 4 478 605 879 816 911 6 1263 859[1000] 605 709 6 2329 461 70[500] 83 006 880[1000] •83 6 3047 315 510 6 4376 540 658 830 IlOOO]. 65033 520 21 73 993 6 6187 319 701 802 55 942 6 7051 110 19 271 333 489 738 68184 24? 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Bertiner Reichstagswahlkrcis. Sonntag, den 19. Mai(ersten Pfingstleiertag): « Großes Früh«Konzert 9 in Beylers Gesellschaftshaas, Joels Viktoria- Garten, Ludwigs Park-Restaurant, Redlich(früher Hohlwein), Jägerheim, alle in Treptow, Köpenioker Landstraße. Montag, den 90. Mai(zweiten Pflngstieiertag): Brauerei Friedricbshain, am Friedrichshain, Elysium, Landsberger Allee 40. =�==== Mitwirkung der Uarbnrger S&nger,===== ErSffnung 4 Uhr.— Anfang 5 Uhr.— Billett 20 Pf. Das Komitee. ZenlralYerband der Handels-, Transport-, Yerkehrsarbeiler und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. ■.GeiverkschastshauS-, Engel-User 15 II, Zimmer 13—17.■ Am Sonntag, den 19. Mai 1907(1. Pf ingstf eiertag) in der Brauerei Friedricbsbaln(früh. Lipps), ----== am Königstor:=== FrühsKonzert, ausgeführt von der 30 Mann starken Kapelle des.Neuen Berliner Konzert-Orchesters, unter Leitung deS Herrn Bull. Tletz, unter Mitwirkung des Gesangvereins„iftüimerctioi- der Berliner Handels- und Transportarbeiter"(Mitglied des Arbeiter-Sänger-Bundes). > l)je KaffeetlOohe ist von S Uhr ab geöffnet. Kaffeekochen auch in Portionskannen.= Bei ungünstiger Witterung findet Konzert und Gesang im großen Saale statt I Kassenerüffnung früh 4 Uhr. Anfang des Konzerts früh 5 Uhr. Billett 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. — Programm am Eingang gratis.— Um zahlreiche Beteiligung ersucht Bas Homltee. Gleichzeitig geben wir unseren Mitgliedern bekannt, daß am Sonnabend, den 18. Mai, und am Dienstag, den Sl. Mai, unsere Bureaus von S Uhr nachmittags ab geschlossen sind. 71/19 Oie Ortsverwaltung Berlin II. Mama, spricht Lieschen, last mich wieber 202/8* V eilchen seif enpulver „Marke Kaminfeger" einkaufen, man findet w den Paketen so wunderhübsche Gegenstände! In den meisten Geschäften& 15 Ps. zu haben. Vorficht beim Einkauf I Man achte aus die.Schutzmarke Kaminfeger� 1 Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen. Alleinverkauf fflr Berlin und Umgegend: Andrea» Caspar, Berlin SQ., Josepbstr. II. Achtung! Achtung! Urleiter, Miposi Berlins u. i|! Die Bestrebungen unserer Organisation,' auch in den Detailgeschäften der Herrenkonfektion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stich- haltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns deshalb genötigt, gegen diese Geschäfte das Mittel des Boykotts in An- Wendung zu bringen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß-Berlin sind diesem Beschluß beigetreten. Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nach- stehende Geschäfte meiden zu wollen: AAstSni Bohne» Landsbergerstr. 79. Lucia«, Landsbergerstr. 56. Etüden: Esders«. Dyckhoff, Oranienstr. 48. Karl Stier, Oranienstr. 166. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. Zentrum: Weltmann Nachf. Stephan EsderS, Kaiser Wilhelmstr. 41. Westen: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Leipzigerstr. 27/23. Karl Stier, Potsdamerstr. 113». Landsberger, Friedrichstr. 108. Thivry«. Sigrand, Friedrichstr. 179. Vandsbnrger, Friedrichstr. 7. Baadsburger, Turmstr. 30. Esders«. Dyckhoff, am Dönhoffplatz. Ms übrigen Sssoküfts sind als frei zu betrachten. Mitteilung! Die Kugellager dieses Rades sind öHialtend und . ,TJ, i■. staubsicher; sie brauchen im Jahre nur einmal prusvtrzctcimis Kostenlos. geplt zu werden. Brenna bor- Werke, Brandenburg a. B* HL Zimmermann Berlin SO. 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Verband der Sehneider und Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen Deutschlands. i�io Filiale BerliiH Michaelkirchplatz I, parterre. Spezial-Hut-Engroslager. jäw göti« to sSüS» In Filzhaten, JagdhOtoa, ZylinderhOten, Chapeau claques und Strohhüten. Einzelverkauf zu auBergewöhnlicli Wigen und streng festen Preisen! f�etr� Neue Königstraße 48, 1 Treppe,"Äe�Uatt." Jedes Wort 10 Pfennig. Das ente Wort(fettgedruckt) 20 Plg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Plg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zihlen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN fflr die nlchste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Ezpedltlon, Llndenstrasse 09, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche mltFarbenschlerngabttL Niederlage ftlrofit strimfwrlersti atz« 9, parterre kein Laden. 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Zur Lokalliste I Anläßlich der bevorstehenden AusMge nach dem Spreewald ersuchen wir die Parteigenossen, Vereine, Klubs und Gesellschaften sich vor Arrangierung derarftger Partien recht frühzeitig mit folgenden Genossen in Verbindung zu setzen: Gustav Zachow, Kottbus, Schul st r. 4 und A u g u st Maschofius, Lübbenau, Mittel st r. 124. Dieselben sind jederzeit gern bereit, jede gewünschte Auskunft über Nachtquartier zu erteilen, sowie bei Beschaffung von Fährleuten streng darauf zu achten, daß keine Uebervorteilung der Ausflügler durch zu hohe Be- rechnung der Fahrpreise stattfindet. Darauf hinweisen wollen wir noch, daß im Speewaldgebiet uns nur folgende Lokale jetzt zurVer- fügung stehen:»Schwarzer Adler" sBaumgart) in Lübbenau und.SchützenhauS" in Vetschau. Bei Aus- flügen von Vetschau über Burg'nach dem Spreewald wende man sich um Auskunft an Genossen Aug. Klünke, Vetschau, Bahnhofstraße. Alle Anfragen bezüglich Buckow Märkische Schweiz) sind an den Genossen Fritz Simon, Wald-Sieversdorf, Bahnhof Damsdorf-Müncheberg, bezüglich Werder a. H. an den Genossen Gustav Wüstenhagen, Werder, Brandenburger Str. 36 zu richten. In Freienwalde a. O. stehen uns jetzt nur die Lokale von Wilh. Voigt, Kanalstraße 3 und Osw. Schramm, Eberswalder- straße 7 zur Verfügung; Anftagen sind zu richten an Genossen Wilh. Teßmann, Freienwalde a.£>., Uchtenhagenerstr. 17. _ Die Lokalkommisfion. Berliner JVacbricbten* Aus der Stadtverordnetenversammlung. In der gestrigen Sitzung hatte der Vorsteher LangerhanZ wieder einmal das Vergnügen—„ein Vergnügen" nannte er selber es— zwei neue Stadtverordnete einzu- führen. Der eine war unser Genosse Ritter, den der 39. Wahlbezirk der dritten Abteilung im vorigen Monat als Ersatz für den Genossen Gründe! gewählt hat und durch dessen Eintritt in die Versammlung die sozialdemokratische Fraktion nun wieder vollzählig(35 Mitglieder) geworden ist. Der andere„Neue" war der Freisinnige Hermes, dem ein Wahlbezirk der ersten Abteilung jetzt dje Rückkehr ins Rat- haus ermöglicht hat. nachdem er vor zwei Jahren aus seinem alten Bezirk dritter Abteilung verdientermaßen durch einen Sozialdemokraten hinausgedrängt worden war. Des Zu- falls Bosheit hatte diesmal wieder dafür gesorgt, daß das Paar, das da zusammengekoppelt werden müßte, um gemein- sam eingeführt zu werden, einen sehr lehrreichen K o n t r a st darbot. Genosse Ritter hat bei der Wahl die Stimmen von nahezu 1200 Wählern aus der minder be- mitteilen Gesellschastsschicht auf sich vereinigt und ist als Ver- trauensmann der werktätigen Bevölkerung in das Stadtparlament eingetreten. Herr Hermes ist mit knapp einem halben Schock Stimmen„gewählt" worden; er ist der Auserkorene von wohlgezählten 29 Geldsacksbesitzern. Ihm und seinen freisinnigen Freunden gilt freilich dieses halbe Schock begüterter Leute immer noch mehr als ein reich- liches Tausend Wähler aus dem arbeitenden Volk. Nicht nur Herrn Langerhans, sondern dem gesamten Freisinn der Stadtverordnetenversammlung bereitete es offensichtlich ein ganz außerordentliches„Vergnügen", den hinausgeworfenen Herrn Hermes nun als Vertreter des halben Schocks wieder- kehren zu sehen. Des Händeschüttelns war da kein Ende.— Die Sitzung selbst brachte uns eine teilweise Wieder- holung jener Assistenzarzt-Debatte, in der vor vier Wochen der Herr Oberbürgermeister eine so unglückliche Rolle gespielt hatte. Die Vorschläge des Ausschusses wurden gestern von dem größten Teil der Versammlung unterstützt, selbstverständlich auch von der sozialdemokratischen Fraktion, für die unser Genosse Wehl sprach. Herr K i r s ch n e r aber, der im Ausschuß völlig unterlegen war, konnte sich noch immer nicht beruhigen. Er klagte, um die paar Mark werde von den Merzten gekämpft, wie wenn es sich um wer weiß was handle: der Gegenstand sei ja so geringfügig, daß es sich kaum lohne, darüber zu sprechen. Merkte er nicht, daß das wie Selbstironie wirken mußte? Genosse Singer wies ihm übrigens nach, daß es sich hier denn doch um etwas ganz anderes als um„die paar Mark" handle. Die Vorschläge des Ausschusses wurden schließlich mit sehr großer Mehrheit an- genommen. Die Assistenzärzte, denen Herr Ätrschneff empfohlen hatte, bescheiden zu warten, bis der Magistrat selber ihnen mehr geben wolle, waren so mit ihrem Schreien doch rascher zum Ziele gelangt. Auch eine„Wohnungsnot! Ein Mosseblatt veröffentlicht einen Arfikel„Wohnungs- nöte". Als wir diese Ueberschrist lasen, dachten wir im ersten Augen- blick, das Blatt wolle es riskieren, fich mit den Hausbesitzern zu überwerfen. In dem Arfikel wird zunächst auch erzählt, daß»die soziale Fürsorge für die unteren, die ärmeren Klassen der Gesell- schast" es als»eine ihrer vornehmsten und wichtigsten Aufgaben' erkannt habe, diesen Klaffen.möglichst geräumige und gesunde Wohnungsberhälwiffe"(soll wohl heißen: möglichst geräumige und gesunde Wohnungen) zu schaffen. Es wird sogar hinzugefügt, daß.die Wohnungsbedingungen der armen Bevöllerung in Berlin in manchen Stadtteilen noch recht verbefferungsbedürstig find". Dann aber werden wir in ausführlicher Darlegung belehrt, es gebe noch eine andere Art„Wohnungsnot", das fei die N o t, die d i e H a u S- befitzer mit ihren Häusern haben, die Schwierigkeit, ihre Wohnungen möglichst sämtlich zu vermieten. Die Größe dieser«Wohnungsnot" werde, so meint das Blatt, bewiesen durch die wachsende Zahl derjenigen Woh- nungen, die unvermietet bleiben. Die Angaben, die «S hierüber macht, sind nicht ganz korrekt; wir wollen die richtige» hersetzen. Nach den Ermittelungen des Stattstischen. Amts unserer Stadt, deren Ergebnis im neuesten Band des Berliner Stattstischen Jahrbuchs mitgeteilt ist, waren Anfang des Jahres 1906 unvermietet: 8926 Wohnungen, die nicht mit Gewerberäumen verbunden waren, außerdem 743 Woh- nungen, die mit Gewerberäumen verbunden waren, ferner 3618 Geschästslokale. die nicht mit Wohnungen verbunden waren, macht zusammen 14 192 unvermietete Wohnungen bezw. Geschäfts- lokale. In den fünf vorhergehenden Jahren 1806. 1904 usw. bis 1901 wurden 11 936. 9361. 8113. 6299, 6180 leerstehende Wohnungen bezw. Geschästslokale gezählt. 14 192 unvermietete Wohnungen usw.. das klingt ja nun außerordentlich viel, besonders dann, wenn man hiermit die 6180 von 1901 vergleicht. Aber erstens mutz immer eine gewisse Anzahl Wohnungen leer bleiben, wenn nicht bei den Vermietungen und bei den Umzügen böse Störungen eintreten sollen,. wie wir sie in Zeiten der Wohnungsknappheit mehrfach erlebt haben. Sodann aber ist die im Jahre 1906 ermittelte Zahl der unvermieteten Wohnungen usw. noch lange nicht so hoch, daß schon über ei» ungewöhnliches Wohnungs- Ueberangebot gejammert werden dürfte. Im Jahre 1901, das ja uns Mietern als ein Jahr schlimmer Wohnungsnot noch in unangenehmster Erinnerung ist, war die Zahl der un- vermieteten Wohnungen usw. auf einen so niedrigen Stand ge- funken, daß man bis auf die„Gründerjahre" zurückgehen muß, um noch geringere Zahlen zu finden. Die 6180 leeren Wohnungen usw. des Jahres 1901 waren rund 10 vom Tausend aller überhaupt vor- handenen. Einen geringeren Anteil der leeren Wohnungen usw. an der Gesamtzahl weisen nur die Jahre 1872, 1873, 1874 auf, in denen nur 1166, 1042, 1436 leer standen, d. h. e8/«, 6, 78/« vom Tausend aller damals vorhandenen Wohnungen usw. Im Jahre 1874 standen 3627 Wohnungen usw. leer, aber das waren damals bereits wieder 17% vom Tausend. Die Zahl stteg weiter bis 1879 auf 20 671 oder 77% vom Tausend, sank dann bis 1887 auf 6904 oder 20% vom Tausend, stieg von neuem bis 1896 auf 31 699 oder 68% vom Tausend und sank sodann wiederum bis 1901 auf, wie oben gesagt, 6180 oder 10 vom Tausend. Seitdem ist die Zahl der leeren Wohnungen usw. bis 1906 wieder auf 14 192 gestiegen, das find jetzt 24 vom Tausend. Aber ein Blick auf das Ueberangebot, das noch vor zehn Jahren— in der Mitte der neunziger Jahre— aus dem Berliner Wohnungsmartt herrschte, belehrt uns, daß der gegenwärttge Zustand noch kein Grund sein kann, schon von einer „Wohnungsnot" der Hausbesitzer zu sprechen. Das eine ist wahr: wer als Häuserkäufer in den Wohnungsnot- jähren 1901 usw. gierig darauf loS gekaust hat, weil er hoffte, es werde noch recht lange so bleiben, der mag ja inzwischen schon seine Enttäuschungen erlebt haben. Aber die zur Miete wohnende Bevölkerung ist nun mal so herzlos, kein Mitleid zu empfinden für spekulierende Wohnungswucherer, die sich ver- spekuliert haben. Nach der Darstellung des Mosseblattes wäre die„Wohnungsnot" in den Reihen der Hausbesitzer so groß daß der alte Typus des nichtswenden Hauspaschas, der in Schlaf rock und Käppchen mit der langen Pfeife zum Fenster hinausschaut, «längst zur Sage geworden" sei. Ach nein, so weit sind wir noch nicht in Berlin I_ Arbciter-Bildungsschule Berlin. Der Unterricht in Naturerkenntnis fällt am Sonnabend aus, ebenso am Montag Geschichte und Nationalökonomie für Fortgeschrittene, sowie am Dienstag Literatur- geschichte. Bei Beginn des stärkeren Reiseverkehrs bringt Minister Breiten- bach durch Erlaß vom 7. d. M. die nachfolgenden Bestimmungen wieder in Erinnerung: Um den Klagen darüber abzuhelfen, daß für Nichtraucher nicht ausreichend gesorgt sei und da? Rauch- verbot in einzelnen Wagen und Abteilen vielfach übertreten wird, ist streng darauf zu achten, daß bei Bildung der Züge die Hälfte der Abteile zweiter und dritter Klaffe als Nichtraucherabteile be- zeichnet werden; die F r a u e n abteile sind dabei m die Nicht- raucherabteile nicht einzurechnen. In den v- Zügen ist das Rauchen in den Gängen der Wagen für Nichtraucher und solcher, die für Raucher und Nichtraucher Abteile führen, unbedingt unter- sagt. In den Schlaf- Wagen darf während der Stunden von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens überhaupt nicht geraucht werden, sonst nur bei Zustimmung aller in demselben Abteil mitreisenden Personen und bei geschlossenen Türen(nicht in den Gängen). Das Zugpersonal hat die Aufrechterhalwng dieser Bestimmungen selbständig zu überwachen und gegen Uebertretungen höflich aber bestimmt einzuschreiten. In den D-Zügen ist es den Reisenden der dritten Klaffe nicht gestattet, in den Gängen der Wagen höherer Klassen sich aufzuhalten. Auch ist es als Mißstand enipfunden, daß einzelne Reisende sich in den Gängen dauernd aufhalten und die in den Abteilen befindlichen Reisenden am Ausblick verhindern und stören. Es ist davon auszugehen, daß der Raum v o r den Abteilen dauernd nur von den Reij enden in Anspruch ge- nommen werden darf, die ihre Plätze in dem betreffenden Abteil haben. Der Minister verkennt nicht, daß die Aufrecht- erhaltung der Ordnung, besonders in den D-Zügen, für das Zugpersonal mit Schwierigkeiten verknüpft ist. Es liegt daher auch«n eigenen Interesse der Reisenden, sich gegenseitig in dem Bestreben zu unterstützen, unnöttge Belästtgungen fernzuhalten und den Mitreisenden gegenüber die nötige Rücksicht zu beobachten. Der Minister spricht die Hoffnung aus, daß bei allseitigem guten Willen es ge- lingen werde, die Beachtung aller zur Austechterhalwng der Ordnung getroffenen Bestimmungen durch alle Beteiligten zu erreichen. Bekanntlich werden die D-Züge zum großen Teil vom befferen Publikum benutzt, es ist daher die dringende Mahnung des Eisen- bahnministers, den Mitreisenden gegenüber die nötige Rücksicht zu beobachten, nicht ganz uninteressant; es scheint doch bisher die nöttge Rücksicht nicht geübt worden zu sein, sonst wäre die Mahnung doch überflüssig. Der Ausflugsverkehr der Großen Berliner MotoromnibuSgesellschaft beginnt am Pfingstsonntag. den 19. Mai, und wird am Pfingst- montag, den 20., und am dritten Feiertag fortgesetzt. Es werden folgende Motoromnibuslinien in beiden Richtungen in Betrieb ge- setzt: 1. Nollendorfplatz(nördliche Seite)— Beelitzhof(Wannsee) für Erwachsene 80 Pfennig, für Kinder bis zu 10 Jahren 60 Pfennig. 2. Nollendorfplatz— Alte Fischerhütte beziehungsweise Krumme Lanke; für Erwachsene 70 Pfennig, fiir Kinder 40 Pfennig. 3. Nollendorfplatz— Paulsborn bezw. Onkel Toms Hütte; für Er- wachsene 50. für Kinder 30 Pfennig, 4. Turmstratze(Ecke Beussel- straße)— Karlshof; für Erwachsene 20. für Kinder 10 Pfennig. Zwei Kinder zahlen den Fahrpreis für einen Erwachsenen. Die Wagen verkehren von 9 Uhr morgens ab je nach Bedarf; die letzten Wagen fahren von Beelitzhof um zirka 10 Uhr abends, von den übrigen Ausflugspunkten um zirka 11 Uhr abends ab. Die Berliner Feuerwehr ist jetzt in zwei Oberbrandinspektionen geteilt. Der ersten Oberbrandinspektion unter dem Oberbrand- rnspettor Reinhardt ist die Führung bestimmter Geschäfte der II., III. und V. Kompagnie übertragen worden. Zur IL Oberbrandinspektion ressortieren die I. und IV. Kompagnie. Sie ist dem Oberbrandinspestor Dransfeld übertragen. Dieser hat die Führung der II. Kompagnie an den Brandinspektor Teubner ab- gegeben. Die Führung der ID. Kompagnie hat Brandinspektor Recker von dem Oberbrandinspektor Reinhardt übernommen. Verteuerung von Ferien-Sonderzügcn. Ein Sonderzug zu ermäßigten Fahrpreisen wird von Berlin nach Dresden und Schandau am Sonnabend vor Pfingsten, den 18. Mai, abgelassen. Die Züge wiederholen sich am 6. und 14. Juli sowie am 15. August. Die Preise der Rückfahrkarten sind aber höher als früher. Sie sind nicht nur um den Betrag der Reichssteuer vermehrt, sondern auch um 2 M. in der zweiten und 1 M. in der dritten Klasse er- höht. Eine Rückfahrkarte zu den Sonderzügen von Berlin nach Dresden kostet demnach in der dritten Klasse 9,30 M.. in der zweiten 14.90 M. Nach Schandau sind die Preise 11,10 M. und 17.70 M. Zugrunde gelegt sind die früheren Fahrpreise. Dazu wird die Reichssteuer und für alle Fälle der Zuschlag für die Benutzung von Schnellzügen bei der Rückfahrt gleich im voraus erhoben, den man also bezahlt, auch wenn man zuschlagfreie Eil- und Personen- züge benutzt. Die Fahrkarten für die Sonderzüge sind aber immer noch etwas billiger als gewöhnliche Fahrkarten, djL von Bexliv nach Dresden und zurück in Personenzügen 11,20 M. dritter Klasse kosten, wozu unter anderem der Schnellzugszuschlag hinzutritt. Der Sonderzug am Pfingstsonnabend geht vom Anhalter Bahnhof 2,10 Uhr nachmittags. Er hat bereits einen derartigen Zuspruch gefunden, daß ihm zwei weitere Sonderzüge nachfolgen müssen. Der erste Sonderzug ist auf dem Dresdener Hauptbahnhof 6,01 abends, in Schandau 7,14. Die Rückfahrkarten gelten jetzt zwei Monate, also bis zum 17. Juli 12 Uhr nachts, sowohl über Elster- werda als über Röderau. Von Schandau bis Pirna und von Pirna bis Dresden können die Karten auch auf den Dampfern benutzt werden. Für Eildampfer ist aber abermals ein Zuschlag zu ent- richten. Durchgehende Abfertigung von Gepäck findet nur bei der Eisenbahn statt. Die Fahrt kann auf der Rückreise einmal unter- brachen werden. Der Uebergang von der Eisenbahn auf das Schiff oder umgekehrt gilt nicht als Fahrtunterbrechung. Die Sonderzua. karten sind auf dem Anhalter Bahnhof von 8 bis 1 und 3 bis 6 Uhr bis zum 17. Mai zu haben. Die Pfingstfcrien beginnen heute und dauern bis zum Donners- tag, den 23. Mai, an welchem Tage die Schulen wieder mit dem Unterricht beginnen. Die Sommerferien beginnen in Berlin am Freitag, den 6. Juli. Zwei neue Rettungsstationen werden an Gewässern der Um- gebung Berlins errichtet werden, was sicherlich von Interesse für die den Wassersport liebenden Berliner Ausflügler sein dürfte. Die«Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend" wird während der beiden Pfingstfeiertage am Dolgen- und Wolziger-See je eine Rettungsstation unterhalten, die von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends mit je zwei ortskundigen Fischern und Samaritern besetzt sein werden. Die Station am Wolziger. See befindet sich an den Fischermolen bei Blossin, diejenige am Dolgen-See an der Mole bei dem Hönowschen Gasthause in Friedrichsbauhof bei Pieros. Tote Fische in großer Zahl bedeckten gestern die Oberfläche der Spree. Zu Tausenden schwammen sie auf dem Wasser, das in allen Regenbogenfarben schillerte. Die Ursache des Fischsterbens war nicht zu ermitteln, vermutlich rührt es von einer Verunreinigung des Wassers her. Die Auto-Omnibusse der Straßenbahn. Am Pfingstsonntag wird die Große Berliner Straßenbahn ihren Automobil-Omnibus- verkehr aufnehmen und am ersten Tage die beiden Linien Hallesches Tor— Stettiner Bahnhof und Hallesches Tor— Alexander- platz eröffnen. Aus dem Straßengetriebe. In der Brunnenstraße versuchte vorgestern abend um hbS Uhr die sieben Jahre alte Tochter Elli des im Hause Nr. 106 des genannten Straßenzuges wohnenden Zigarrenhändlers Buchholz den Fahrdamm der Brunnenstraße zu überschreiten, um sich nach der elterlichen Wohnung zu begeben. Hierbei achtete das Kind nicht darauf, daß gerade ein Straßen- bahnzug der Linie 39 in der Richtung nach dem Gesundbrunnen in geringer Entfernung heraufgefahren kam. Obwohl der Führer des Motorwaggons sofort die sämtlichen Bremsmittel anwandte, konnte er das Unglück nicht mehr verhüten. Das Mädchen wurde umgestoßen und kam unter dem Vorderperron des Bahnwagens, jedoch vor dem Schutzrahmen zu liegen. Die kleine B. erlitt einen Bruch des rechten Oberarmes und des linken Beines und wurde, nachdem ihr aus der Unfallstation die erste Hülfe zuteil geworden war, nach dem Krankenhause übergeführt.— Ein gleicher Unfall trug sich in der Kaiser Friedrichstraße in Rixdorf zu. Der sieben- jährige Knabe Walter Schellhase aus der Kaiser Friedrichstraße 23 lief beim Ueberschreiten des Fahrdammcs dieser Straße gegen einen herannahenden Straßenbahnwagen der Linie V(Richtung Ringbahnhof Rixdorf) und wurde umgestoßen. Dem Kleinen wurde eine Zehe des linken Fußes abgequetscht. Der Verunglückte, dem ein hinzugerufener Arzt einen Notverband anlegte, wurde nach dem städtischen Krankenhause in der Cannerstraße übergeführt.— Ueber den Zusammenstoß eines Automobilomnibusses mit einem Straßen- bahnwagen, wabei drei Personen verletzt wurden, wird mitgeteilt: Am Mittwochabend gegen%8 Uhr fuhr der Automobilomnibus 1329 Linie 8(Richtung Bülowstraße) in der Potsdamer Ecke der Bülowstraße infolge Versagens seiner'Bremsen auf den dort haltenden, in der Richtung nach Schönebcrg verkehrenden Straßen- bahnwagen der Linie 40 E auf. Infolge des Zusammenprallcs wurde am Bahnwagcn der Hinterperron eingedrückt und der Kontroller umgelegt. Der Autobus erlitt Beschädigungen an seinem Vorderteil. Auf dem Hinterperron des Straßenbahnwagens befanden sich mehrere Personen, von denen ein in der Ludwigs- kirchstraße wohnender Herr Busch eine Quetschung des linken Fußes, der in der Eisenacherstraße 60a wohnende Herr Felix Karkowski einen Bruch des linken Mittelfußes davontrugen. Herr Adam Reimers, Laubestraße 6 in Rixdorf wohnhaft, erlitt Haut- abschürfungen an der rechten Hand. Alle drei Verletzten erhielten die erste Hülfe auf der Unfallstation und konnten sich dann nach ihren Wohnungen begeben.— In der Müllerstraße wurde der 21jährige Zögling Leopold Marcuse, Utrechterstraße 11 wohnhaft. von einem Straßenbahnwagen der Linie 68 umgerissen und eine Strecke mitgeschleift. M. war im Begriff gewesen, mit einem Freunde den Fahrdamm zu überschreiten, als er plötzlich von einem vorübersausenden Motorwagen mitsamt seinem Begleiter zu Boden geschleudert wurde. M. geriet unter die Vorderplattform und wurde unter dem Schutzrahmen eingequetscht. Nachdem er aus seiner qualvollen Lage befreit worden war, wurde er nach der Unfallstation in der Lindowerstraße gebracht und von dort nach Anlegung von Notverbänden in das Krankenhaus Moabit über- geführt.— Ein weiterer Straßenbahnunfall ereignete sich vor- gestern nachmittag am Kurfürstendamm. Ein Droschkenautomobil stieß mit einem Straßenbahnzug der Linie R zusammen, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß das Automobil umgeschleudert wurde. Die Scheiben wurden zertrümmert und durch umherfliegende Glassplitter erlitt der Insasse, der Kaufmann Wolf, Kurfürsten- dämm 181, erhebliche Verletzungen im Gesicht und an den Händen. Die erste ärztliche Hülfe erhielt er auf der Unfallstation am Zoologischen Garten. Eine Affenjagd rief Mittwoch abend im Südwesten der Stadt ungeheures Aufsehen hervor. Einem Italiener, der mit dem Tiere in der Lindenstraße auf die Höfe gegangen war. war dies in einem unbewachten Augenblick entflohen und auf die Straße geeilt. Nach kurzer„Umschau" lief der Affe nach der Junkerstraße zu und bog in diese ein. Allmählich hatten sich Hunderte von Menschen an der Verfolgung des Bierfühlers beteiligt. Ein allgemeines„Hallo" erfolgte jedesmal, wenn das flinke Tier seinen Verfolgern ent- schlüpfte. So ging denn die Affenjagd durch die Markgrafen- und Kochstraße. Schließlich suchte das gehetzte„Wild" in dem Hause Kochstraße 28 seine Zuflucht. Jetzt erst gelang es, den Ausreißer zu erwischen. Der Italiener, der seinem Tier eine derbe Züchti- gung zuteil werden ließ, entging nur mit knapper Not der Gefahr. von dem empörten Publikum gelyncht zu werden. Aus dem dunklen Berlin. Der blutige Ueberfall auf eine Prostituierte rief in der vorverflossenen Nacht in der Demminer- straße große Aufregung hervor. Wegen eines jungen Mannes war es zwischen der Prostituierten Anna Neffke, Ruppinerstraße 29. und einer anderen Dirne zu einem Streit gekommen. Mit einem Bund Schlüssel in der Hand stürzte sich die Rivalin wütend auf die N. und schlug solange auf sie ein, bis sie besinnungslos zu- sammenbrach. Mehrere andere Dirnen, die ebenfalls hinzukamen, mißhandelten die N. gleichfalls. Unbarmherzig schlugen sie auf die Bewußtlose ein. Blutüberströmt wurde die Schwerverletzte nach der Unfallstation gebracht. Der Vorfall hatte unter den Hunderten von Zuschauern die größte Empörung hervorgerufen. Die Haupttätepinnen sind vyg der Polizei festgenommen worden. Außer Verfolgung gesetzt ist die unter dem Verdacht der Hdjlerci im November vorigen Jahres verhaftete Frau Schmidt aus Schöneberg, die Ehefrau eines städtischen Steuererhebers. Frau Schmidt war aus Anlaß zahlreicher Einbruchsdiebstähle, die in Schöncberg passierten, in den Verdacht der Hehlerei geraten. Bestimmte Fälle konnten ihr aber nicht nachgewiesen werden und so wurde sie wegen mangelnder Beweise außer Verfolgung gesetzt. Unter dem Verdacht beS Kautionsschwindels ist der Ver> fl'cherungsdirektor Franz Starbatti aus der Fchrbellinerstr. 78 fest' genommen worden. Starbatti gründete vor einiger Zeit unter dem hochklingenden Namen„Allgemeine deutsche Krankenversicherungs kafse" eine freie Hülfskasse und ernannte sich zum Versicherungs direktor. Die Geschäftsräume stattete er mit einer Reihe von Briefordnern hübsch aus, sie blieben zwar leer, aber es sah für den Unkundigen doch nach etwas aus. Dann warb er gegen 500 Mitglieder, die ihr Eintrittsgeld und ihre Beiträge zahlten. Starbatti stellte fünfzehn Kassierer an, die er durch ZcitungS anzeigen suchte und denen er zusammen über 20 000 M. Bürg schaft abnahm. Empfangsbestätigung und Schuldbekenntnis schrieb er ihnen auf großen Bogen mit der gesetzlichen Stempelmarke aus. Dabei richtete er es so ein, daß kein Kassierer vom anderen etwas wußte. Alle bestellte er zu verschiedenen Zeiten zu sich. Einem kam es jedoch sonderbar vor, daß er über 1000 M. Kaution hatte stellen müssen und den Monat nicht mehr als 20 bis 30 M. zum Einziehen bekam. Er dachte über dieses Mißverhältnis so lange nach, bis er zur Kriminalpolizei ging. Als diese vorgestern die Kassenräume durchsuchte, fand sie weder Bürgschaften, noch Ein trittsgclder, noch Beiträge. Nicht nur die Kassierer, sondern auch die Mitglieder der Kasse scheinen also um ihr Geld gekommen zu sein. Direktor Starbatti wurde zur Rede gestellt und nach dem Verhör gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Wer ist der Tote? Am 12. d. Mts. hat sich in Tegel m einem Restaurationsgrundstück ein unbekannter Mann erschossen. Er ist zirka 20—25 Jahre alt, 1,88 Meter groß und bartlos, hat blondes Haar, blaue Augen, vollständige Zähne und ist von kräftiger Gestalt, hat an beiden Schienbeinen Narben und trug um die Knöchel des rechten Beines eine Flanellbinde. Bekleidet war er mit einem grauen Jackettanzug, wollenen Hemd, schwarzen Strümpfen, weißen Serviteur. weißen Papierkragen, weiß-rot punktierten Schlips und weichen grauen Hut. Die Persönlichkeit der Leiche hat bisher nicht festgestellt werden können. Rekognoszenten wollen sich daher beim Amtsvorsteher in Tegel melden. Frucrwchrbcricht. In der letzten Nacht um 2 Uhr kam in der Reichenbergerstr. 144 Feuer aus. Bei Ankunft der 2. Kompagnie stand dort ein Celloger in Flammen. Um dieses zu löschen, mußte der 8. Zug kräftig Wasser geben. Die Entstehung konnte nicht er» mittelt werden. Etwas spater wurde der 11. Zug nach der Blücher' straße 49 gerufen, wo auf dem Hofe ein Klosett brannte. Gestern früh um 7 Uhr mußte vom 16. Zuge in der Chausieestr. 57 ein Schaldeckenbrand gelöscht werden. Längere Zeit hatte der 7. Zug auf dem Ostbahnhofe zu tun. Dort waren an der Brombergerstraße Vorräte von Preßkohlen in Brand geraten, deren Löschung viel Arbeit venirsachte. Zwei Wohnungsbrände wurden aus der Müllerstr. 156» und Oppelnerstr. 19 gemeldet. Möbel, Betten, Decken u. a. wurden dort ein Raub der Romintenersttas lammen. Zweimal wurde die gerufen. Im Hause Nr. 2 '~?övel.~' euerwe rannte r nach der leisch u. a. und Nr. 7 Gardinen und Möbel. Auf dem Hofe Große Frankfurter« strahe 106 stand ein kleines Gebäude in Flammen, die mit einer Schlauchleitung gelöscht werden konnten. Zwei Küchenbrände be- schäfttgten die Wehr in der Paulstt. 19 und in der Wiesenstr. 63. Beide waren durch Unvorsichtigkeit entstanden. Kleider und anderes wurden w der Brunnenstt. 195 ein Raub der Flammen. Der dritte Zug hatte auf dem Nordbahnhof zu tun. Ein Pferd war dort miter einen Eisenbahnwagen geraten. Ferner liefen noch Alarme aus der Oudenarderstrah« 40 und anderen Stellen ein. Vorort- jVadmebteth Berlin und die Bororte. Der Berliner Magistrat hat bekanntlich beschlossen. baS Mgeordnetenhaus zu ersuchen, die§§ 33*un5 35 des Kommunalabgabengesetzes dahingehend zu ändern, daß die Stadt- gemeinde nicht nur, wie gegenwärtig, das Recht hat, Personen, die ihren Grundbesitz oder Gewerbebetrieb in Berlin haben, aber in den Vororten wohnen, zur Forensalsteuer heranzu- ziehen, sondern auch alle jene Leute, die,, obgleich in den Nachbargemeinden wohnend, ihrem Beruf in Berlin nach- gehen.— Vor einiger Zeit beschloß darauf die Steglitzer Gemeindevertretung, eine Gegenpetition an das Abgeordnetenhaus zu richten. Bei diesem Beschluß allein ist es jedoch nicht geblieben. Vorgestern ging den G e m e i n d e- vorständen aller Berliner Bororte ein Schreiben der Steglitzer Behörde zu, sich gemeinsam an das Haus der Abgeordneten zu wenden, weil die Entwiche- lung aller Bororte brach gelegt werde, sobald den Berliner Wünschen entsprochen wird. Außerdem sollen die Landtags- abgeordneten der Kreise Teltow und Niederbarnim ersucht werden, ganz entschieden gegen die Berliner Forderungen zu wirken. Als �rste Vorortgemeinde beschäftigte sich vor- gestern die Gemeindevertretung von Rosenthal- Wilhelmsruh mit dem Steglitzer Vorschlage. Nach einer kurzen Aussprache wurde einstimmig beschlossen, sich Steglitz anzuschließen.— Die Petition der Vororte wird bis Ende dieses Monats von den einzelnen Gemeinden unter- zeichnet sein und dann dem Abgeordnetenhaus zugehen. Steglitz, Friedenau und Umgegend.(Arbeiter-Bildunys- schule Berlin.) Heute abend pünktlich 9' Uhr beginnt der Kursus in Geschichte(Zeiten„tiefer Erniedrigung und Schmach" in Deutschland. 1806—11840) 4m| Lokal von Schellhase, Ahornstraße 15a. Zahlreicher Besuch wird er- wartet. Charlottendurg. Ja der Stadwerordneteaversammluag vom Mttwoch machte der Vorsteher Mitteilung, daß Herr Dr.Z epler. der bisher der sozial- demokratischen Framon angehört hat, sowie der unbesoldete Stadttat Börner, ihre Aemter niedergelegt haben. zur Neuwahl eines unbesoldeten Stadttat» betraut. Auf dem 18. Mit der Borbereitun> wurde ein Ausschul Brandenvuraischen Städtetage, der am Juni in Havelberg stattstndet. beschloß die" den beiden Vorstehern, fich durch 4 Mitglieder >W»W����MntlWW»W>BW>>WWW iuui in Havelberg stattfindet, beschloß die Versammlung. Dr. 17. und außer vertteten zu lasten. Borchardt(Soz.). Gewählt wurden die Stadtv. Barnewitz. Dr. Hubatsch und Dr. Penzig. Nach Erledigung einer Reihe kleiner« vorlagen ttat da» Hau» in die Beratung des Antrages Otto(lib.) und Genossen:.Der Magistrat wird ersucht, an den Reichstag die Bitte zu nchttn. den Wahlkreis Teltow- BeeSkow« Storkow« Charlottenburg in mehrere ReichStagSwahlkreise zu zerlegen derart, daß der Stadt Charlottenburg zwei Vertreter im Reichstage zugestanden werden.' Der Anttag- steller wies an der Hand der letzten Volkszählung nach, daß der Riesenwahlkreis, der heute nur einen Bertteter Stationen Ii Ü "f aparanda 759 NNO «eterSburg 755 OSO Seilly tiberdee» Pari» 764 N 761 NW 781 NNW Bettet s'htlftt 1 Schnee 2halbbb 3bcdeckt 2 bedeckt ü« H HS« t 1 10 7 9 den 17. Mai 1907. sehr unbeständig mit einzelnen Inden. veiantwortlicher Redakteur: San? Weber. Berlin. Für dkg�Ksteratenttil verantw.: T». Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: VorwSrt» Buchdrücke», u. PerlagSanstalt Paul Singet Sc Co., Berlin SWT