Nr. ISO. RbonnementS'Bedlnaunsen: BlomifmentS• Preis fctünumetanfca s kicrtcijährl. 8,30 MI,, monatl. 1,10 SKI,, wöchentlich 23 Pig, frei WS HauS. Einzelne Nummer s Pig, KomiragZ. »iuniiiier mit illufkierler Sonntags. Beilage»Die Neue Well' 10 Pfg. Polt. «boniiement: 1,10 Marl pro Monat. Eiugettagen in die Post. ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband fS: Denlichlanb und Oesterreich. Ungarn £ Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat, PostadonncmcntS nehmen an: Belgien. DSnemarf, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, «umünien, Schweden und die Schweiz, «chtioi tZgiich neu Qoiiit». 24. Jahrg. Vevlinev Volksbwtk. vle Inkttttonz-eebllhk ItfrSgt für die fechSgespaltene Kolonel« geile oder deren Raum 80 Pig,, für politische und gewerlschafiliche Vereins- Und LerfammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Alelne Snreigen". das erste liest. gedruckte) Wort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. pellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 8 Pfg, Worte über 18 Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geüsstiet, Delezramm- Adresse: „SszUliKauknt Btril«". Zcntt'alorgan der(bzialdemokrati feben Parte» Deutfchtands. Redaktion; SRI. 68» Llndcnstrassc 69. Fernsprecher: Slmt IV, Nr. 1983. vor der Lnticheidung in Bayern. Aus Südvayern fötrS uns geschrieben: Am nächsten Freitag, dem 31. Mai, fällt die Entscheidung im zweiten Wahlkriege, den wir heuer zu überstehen haben. Hat der Kampf um die Besetzung des neuen Landtags auch nicht die Leidenschaftlichkeit entfesselt wie die Reichstagslvahlbewegung, so bat er für die bayerische Sozialdemokratie aber noch mehr aufreibende und schwierige organisatorische Kleinarbeit ge- bracht. In 133 Wahlkreisen— 30 davon sind zweimännig — sind 163 Kandidaten aufgestellt worden. Und wenn natur- gemäß auch die Hauptkraft auf die aussichtsreicheren, rein städtischen Wahlkreise konzentriert werden mußte, so ist doch kein einziger Wahlkreis unbearbeitet geblieben und in keinem die Kontrolle der zumeist überaus schlampig angelegten Wählerlisten vernachlässigt worden. Versammlungen wurden abgehalten, wo nur Lokale zu haben waren. In manchen, nanientlich in südbayerischen Wahlkreisen freilich hat der fanatische Landklerus die Dreschflegeltaktik der Saal- abtreiberei wieder schwunghaft betrieben. Im Anfang waren an manchen Orten die Versanim- lungcn nicht glänzend besucht, in den letzten Tagen hat sich das geändert. Das Interesse ist auch auf dem Lande draußen gcivachscn, und so nicht alle Zeichen trügen, werden wir auch in minder industriell entwickelten Orten eine stattliche Stinlmcnzahl aufbringen. An hingebendem Eifer unserer Freunde, an aufklärender Vorarbeit durch leichtverständliche und sachlich inhaltreiche Flugschriften, an der Arbeitslust der Kandidaten auch in ganz aussichtslosen Wahlkreisen hat es jedenfalls nicht gefehlt. Besser noch würden wir abschneiden, wenn nicht die Reichstagswahlen in die organisatorischen Vor- bcreitungcn zu den Londtagswahlen hineingeplatzt wären. Zu erwarten ist wohl auch, daß die frohe Kunde, die aus dem be- nachbarten Oesterreich herübergekommen ist, alle Freunde unserer Sache anspornt, wenigstens in den bescheidenen, durch die Verhältnisse gesetzten Grenzen unseren Genossen dort nachzueifern. Wie die Sozialdemokratie gemäß des Schweinfurtcr Be schlnsses völlig selbständig vorgeht, so hat sie auch alle bürger lichcn Parteien gegen sich. Der Block gefällt sich noch in allen feinen Gaunertugenden von den Reichstagswahlen her. Er arbeitet nach den Heften des Reichslügenvcrbandes, und was die nicht enthalten an schmutzigen Verleumdungen, dichten die Vertreter der Intelligenz und des Besitzes einfach hinzu. Bemerkenswert ist das leidenschaftliche Hervortreten vieler Lehrer für den Block, und die außerordentliche Gewissenlosig keit, mit der gerade diese Jugendbildncr die frechsten Unwahr heiten verbreiten. Obwohl diese seltsamen Vertreter einer widerlichen politischen Pädagogik ihre lügenhaften Aus streuungen jedesmal sofort widerlegt erhalten, ja obwohl sie in mehreren Fällen zu förmlichem Widerruf gezwungen wurden— in der nächsten Versammlung, in der sie sich im- beobachtet wähnen, treiben sie ihr ekles Spiel weiter. Man w'.rd begierig darauf sein dürfen, ob diese Manier wieder den Beifall der Kleinbürger und der kleinen Beamten und Be- dicnsteten findet, für die gerade die Sozialdemokratie im Landtage eine aufopfernde Tätigkeit entwickelt hat. Ueber- Haupt wird es sehr interessant sein, die Wirkung einer vier- zehnjährigen unbestritten praktischen und positiven Landtags- arbeit der Sozialdemokratie mit dem neuen Wahlrecht zu messen. Nicht zu vergessen dabei ist allerdings, daß das neue Wahlrecht zwar einen Fortschritt gegen früher bedeutet, daß es aber durch den einjährigen Steuerzensns und die AuS- dehnung der Bedingung der Staatszugehörigkeit auf ein Jahr. des ferneren durch die für die Städte immer noch sehr nach- teilige Wahlkreisgeometrie gerade denen vielfach das Wahl- recht nimmt, für die unsere Landtagsfraktion zumeist ge- arbeitet hat. Vergrößert werden diese Nachteile durch eine selbst für bayerische Verhältnisse ungewöhnliche Verlotterung der„neuorganisiertcn" Rentämter, bei denen vielfach von einer ordnungsgemäßen Buchung gar keine Rede ist, und die im„Vorwärts" schon behandelte, schikanös fälschende Aus- legung des Wahlgesetzes durch unsere Verwaltungsbureau- kraten. Hier hat der neue Minister des Innern gleich Farbe bekannt: die Farbe arbeiterfeindlicher Reaktion. An der Ab- rechnung mit ihm im neuen Landtage wird es nicht fehlen dürfen.— Das Zentrum hat innere Schwierigkeiten, die es aber nicht abhalten, in bewährter Manier mit den München-Glad- bacher Schwindelprodukten den„Kampf mit geistigen Waffen" gegen uns zu führen. Vergleiche auch oben: Saalabtreiberei. Diese inneren Sckstvierigkeiten der klerikalen Porte» beruhen einmal in den Folgen der von ihr seit unvordenklichen Zeiten beliebten Kirchturmspolitik und der Habsucht und Eitelkeit der ultramontanen Ortsgrößen. Es gibt im rechtsrheinischen Bayern nicht viele aussichtsreiche Wahlkreise fürs Zentrum, in denen nicht mindestens zwei Zentrumskandidaten sich wild bekriegen. Darüber werden ja schließlich die noch allmächtigen Geistlichen Herr. Ernster ist der Streit, der zwischen der Pich ler- und der Heim- Gruppe wieder neu aufgeloht ist. Das„Baverische Vaterland", seit dem Tode Dr. S i g l s im Besitze eines katholischen Geistlichen und nichts mehr wie ein verkapptes Zentrumsorgan— allerdings der mehr demokratischen Richtung— gibt eine lehrreiche Schilde- rung dieses christlichen Kruderzwisfes, indem es schreibt:> Expedition: ELll. 68, Olnden Strasse 69. Kerniprecher:«mt IV. Nr. 1981. „Geradezu dramatisch gestaltete sich die Situation im Saale (in Regensburg. D. B.), als Dr. Heim auf die fortgesetzten Angriffe gegen seine Person, und zwar aus den Reihen der eigenen Partei heraus, zu sprechen kam. Die Weißglut berech- tigter Empörung über solche„Freunde", welche von vorne schmeicheln und von hinten kratzen, hauchte sich endlich einmal in wahren Feuerworten aus der Brust des schwer gekränkten Mannes, nach welchem der ekelhafte Parteiklatsch aus den eigenen Reihen fortgesetzt mit seinen schmutzigen Lappen schlägt. Mit vollem Recht riß der Doktor endlich einmal den Deckel von diesem Hexenkessel der Partei- Zwietracht und wies darauf hin, wie gerade aus Regens- bürg, Passau und Augsburg die giftigen Kräuter geliefert werden, aus welchen in diesem Hexenkessel für den Doktor der politische Todestrunk gebraut werden soll. In mehr als ein Auge traten Tränen, ich weiß nicht, waren eS Tränen des Mitleides oder der inneren Wut üper solche Schurken st reiche, als Dr. Heim am Schlüsse seiner Aus- sührungen wahre Seherworte sprach über den doch noch kommenden Sieg seiner Sache.„Ob ich das noch erlebe, das weiß ich nicht", und dabei deutete der kranke Mann auf sein Herz, „aber", rief er mit dem Sehertone der innersten Ueberzeugung, „die Zukunft wird mir Recht geben!" Auf dem Beifall, welcher diesen Worten folgte, lag noch der Ernst der hochdramatischen Situation, welche durch diese gleichsam testamentarische Rede des Bauerndoktors geschaffen wurde, und alle verließen den Saal mit dem Bewußtsein, einem entscheidenden, hochwichtigen Augenblicke in der inneren Parteigeschichte des bayerischen Zentrums beigewohnt zu haben. Was Dr. Heim diescsmal über seine„politischen Freunde" sprach, war Lava und glut- flüssiges Eisen. Aber notwendig war eS und höchste Zeit war es, daß er einmal so sprach." Aber so ruppig diese Erbpächter der alleinseligmachenden Ehristenliebe sich auch befehden, so gering ist zunächst doch der Einfluß dieses ernsten Krakeels auf den Wahlausfall. Die konfervativ-feudal-gouvernementale Richtung hat jetzt schon die Oberhand, und dank des Kompromisses des Blocks mit den Junkerbündlern und Konservativen wird das Zentrum die Mehrheit im neuen Landtage erhalten. Ist doch auch dem Block das Zentrum jetzt auf einmal nicht mehr das größere Uebel. Seufzend bekennt das eigent lich liberale Organ, die scharfmacherische„Augsburger Abendzeitung"(Nr. 142 vom 24. Mai) bei einer Ueber- schau über das Wahlfeld:„Eine wirksame Bekämpfung der Sozialdemokratie in Mimchen wäre nur von einem ein- mutigen Vorgehen des Zentrums mit den Liberalenzu erwarten: ein solches ist aber bei d e r verbohrten Haltung des.Zentruins einstweilen so gut wie ausgeschlossen." Einstweilen! Nun der Pfarrer Grandinger in Nordhalben, der libcral-klerikale Kom Promißkandidat gegen die Sozialdemokratie wird am Ende dafür sorgen,, daß diese Sehnsucht des„freiheitlichen" Liberalismus nach einem Bündnisse mit dem„Vaterlands losen kulturfeindlichen Ultramontanisnnis" zur rechten Zeit gestillt wird. War er doch sckwn da in Bayern von 1893 bis 1899 der ultrawontan-liberale Ordnungsbrei, und ist seine Neuauflage, doch eher zu erwarten wie eine wirklich liberale Aktion dieses Politisch verlumpten„Liberalismus". Ter Erzbischof von Bamberg, der in völliger Verkenming dieses frommen Blockpatriotentums dem Pfarrer von Nordhalben sein Mißfallen ausgedrückt hat. wartet schon auf den Augen- blick, in dem er das liebliche Brautpaar einsegnen und ihm eine an Personalien und anderen Profiten fruchtbare Paarung weissagen kann. Die Regierung vcrbält sich scheinbar neutral. Das heißt, die Minister heucheln eine huldvolle Objektivität. Herr v. B r e t t r e i ch hat doch mit seiner Interpretation des Wohnsitzes so gut seine Mission als Diener des kapitalistischen Klassenstaates erfüllt wie es die Rentämter des Finanz- Ministers v. P f a f s getan haben. Und das übrige besorgen unter der Hand die Bezirksämter draußen. Wenn im Ritter- dienste für das.»otlerdcnde Großkapital und die verfolgte Un- sckpild der scharfmachmschen Ausbeutung so sich die Organe der irdischen und hiin�ilischen Polizei vereinen, dann nmß ja der sozialistische Drache hin werden. Nun, in wenigen Tagen wissen wir es, ob das werktätige Volk in Bayern gewillt ist, im neuen Landtag seine Vertretung zu behaupten oder ob es aus dein Parlament des zweitgrößten Bundesstaates eine Kopie des preußischen Dreiklassenhauses machen will.__ Nochmals die„Morgenpost". Die journalistischen Annoncenakquisiteure des Ullstein-BlatteS, der„Morgenpost", die der VolkSmund nicht übel.Morgenpest" oder .Mottenpost" getaust hat, suchen ihren schamlosen Ausfall gegen die ausgesperrten Bauarbeiter durch allerlei täppische Verlegenheits- ausfluchte zu beschönigen. Der.Vorwärts", so greinen sie, habe den Artikel.zu einem leidenschaftlichen Angriff benutzt",.in der Absicht, unsere Gesinnung gegenüber der modernen Arbeiterbewegung zu verdächtigen." In Wirklichkeit hätte der Artikel nur den Sinn ge- habt, die.unfruchtbare Revolutionsromantik" der.unverantwort- lichen Ratgeber" zu bekämpfen: .Der.Vorwärts' schreibt ja nun. wo der Kampf dennoch ausgebrochen ist, er habe gleichfalls davor gelvarnt. Das ist richtig, aber er hat es erst i n l c tz t e r S t u n d e getan, nachdem er vorher das Feuer geschürt hat und nachdem er und seine Hintermänner jahrelang die ruhige und stetige Arbeit der Gewerkschaften in den Augen der Arbeiter herabgesetzt haben. So kam eS, daß die führer der Maurer ohnmächtig waren gegenüber ihren eigenen ameraden." Nehmen wir einmal an, die Redaktion der„Morgenpost" sei wirklich so— naiv, den bodenlosen Unsinn zu glauben, den sie hier verzapft— wie vermag sie selbst unter solchen Uniständen die niederträchtige Auremprlung der Ausgesperrten zu rechtfertigen, eine Anrenipelung gerade im Momente des Kampfes, wo jeder ehrliche Arbeiter- und GewerkschaftLfreund auch der bürgerlichen Kreise die Verpflichtung stihlen mutzte, alles zu tun, was den Ausgesperrten nützen, und alles peinlich zu unterlassen, was sie auch nur im ent- ferntesten schädigen könnte I Wer in einer solchen Situation den Arbeitern hämisch in den Nücke» fällt, bekennt sich damit als Partei- gängcr des protzigen BaulöwentumS, selbst wenn er Redakteur der „Morgenpost" ist und deshalb die mildernden Umstände geistiger Minderwertigkeit im weitesten Umfange für sich in Anspruch nehmen kann l Besonders hübsch ist. wie die.Morgenpost" ihre famose Auf- putschung der Gewerkschaftsführer zur Desertion, zum Verrat vor dem Feinde zu entschuldigen sucht: .Nun haben wir anerkannt, daß die Herren Silberschmidt, Thons usw. es sicherlich gut gemeint haben und persönlich ein großes Opfer brachten, als sie trotzdem ihre Aemter behielten, aber wir haben zu bedenken gegeben, ob es nicht im Interesse der ganzen Gewerkschaftsbewegung richtiger gewesen wäre, sofort vor Ausbruch des Kampfes zu demissionieren und die Verantwortung denen zu überlassen, die den Kampf wollten. DaS wäre durchaus kein Verrat gewesen, sondern hätte den ein- fachsten demokratischen Grundsätzen entsprochen, die auch in Wirt- schaftlichen Dingen herrschen sollen. Die Berliner Bau» arbeiter sind nicht so arm an Talenten, daß sie nach dem Rücktritt ihrer bisherigen Führer verwaist dagestanden hätten, wie etwa der„Vorwärts", der nach der Brotlosmachung seiner alten Redakteure sich mit einem Trupp von einsichtslosen und unfähigen Ignoranten behelfen nmß, über deren Leistungen den ältesten Parteigenossen allmorgeutlich die Haare zu Berge steigen, wenn fie den„Vorwärts" in die Hand nehmen." Die„Morgenpost" will also glauben machen, daß sie von dem Rücktritt der Gewerkschaftsleiter keine Verschlechterung der Situation der Ausgesperrten erwartet habe l Seltsam nur, daß die„Morgenpost" in ihrem Artikel vom 23. Mai wörtlich schrieb: „Herr Silberschmidt und seine Leute haben sich an den» Fürsten Bülow kein gutes Borbild genommen. Sie hätten demissionieren uiid so die unverantwortlichen Ratgeber eine Suppe auslöffeln lassen sollen, vor der ihnen graust. Statt dessen geben sich die alten Führer dazu her, mit ihrer Verantwortung alle Folgen zu decken, die ein von ihnen als verfehlt erkanntes Be- ginnen nach sich ziehen kann, auch die große Niederlage, mit der sie nach dem Stande der Dinge rechnen müssen und von vorn- herein gerechnet haben und erscheinen überdies im Lichte einer Doppelzüngigkeit, die man ihnen schließlich von beiden Seiten vorrücken wird� Im öffentlichen Leben ist Gutmütigkeit nicht die einzige Tugend. Man muß auch etwas Galle haben. Galle dämpft faulige Gärung." Also am 23. Mai empfahl daS Ullstein-Blatt sogar den Leitern der Baiiarbeitergewerkschastcn„etwas Galle", d. h. die gehässige Schadenfreude, ihre Orgaiiisationcn im Stiche zu lassen, daniit sie dann eine„Suppe aiislöffeln" könnten,„vor der ihnen graust". Und heute wollen die Ullstein-Leute nicht im Traume daran gedacht haben, daß durch den Rücktritt der Organisationsleiter den Ausgesperrten auch nur die geringsten Verlegenheiten erwachsen könnten I Der Schwindel ist denn doch selbst für Ullstein-Redakteure zu einfältig I Die journalistischen Prügelknaben der Ullsteinschen Geschäfts- Praktiken stammeln dann auch etwas von„einsichtslosen und un- fähigen Ignoranten" de-Z„Vorwärts". Freilich, vom Wettbewerb um die Palme journalistischer Clownsprllnge deS oben gewürdigten Genres treten wir von vornherein bescheiden zurück I Bürgerlicher Nahllchtvindel gegen die SoÄaldewoliratle vor Gericht. Das Amtsgericht Berlin Mitte hatte sich gestern mit einer Privatklage wegen Beleidigung unseres Partei- genossen Rechtsanwalt Karl Liebknecht gegen den Re- daktenr Freihofs des in Nauen erscheinenden„O st h a v e l- l ä n d i s ch e n K r e i s b l a t t e s" zu befassen. Es handelte sich hierbei um eine der vielen W a h l l ü g e n, wie sie von den Gegnern der Sozialdemokratie während und nach der Reichstagswahlbewegung masienbaft verbreitet wurden. Der Umstand, daß in jenem Kreisblatt der sozialdemokratische Kandidat Genosse Liebknecht persönlich beleidigt war, machte die Klage möglich, die um so mehr notwendig erschien, als in erster Linie die Sozialdemokratie als solche groben Wahlschwindels beschuldigt wurde. Der beleidigende Artikel im Kreisblatt lautete: „Nauen. Einen ganz besonders nieder» trächtigen Trick vollführten die Sozialdemo» kratenamStichwahltage. Sie verteilten— namentlich in Spandau und Potsdam— große Massen von Wahlzetteln, in welchen der Vorname des Herrn Pauli absichtlich falsch an- gegeben war, offenbar in der Hoffnung, daß die Wahlvorsteher diese Wahlzettel für ungültig erklären und somit unser Kandidat einen erheblichen Stimmcnfall erleiden würde. Dieser hinter» listige Plan war aber ein Schlag ins Waffer. Die Herren Wahl» Vorsteher.haben durchweg derartige Stimmzettel für gültig er, flär!, da ja die Siimmzette! trotz des falschen Vornamens un- zweifelhaft ergaben, datz nur der Tischlermeister Pauli gemeint sein konnte. Es beweist dieser Vorgang aber wiederum, mit welchen geradezu infamen Mitteln die Führer der Sozialdemokratie arbeiten. Nach dem Grundsatz: Der Zweck heiligt das Mittel, scheuen die Herren vor keinem, auch dem schmutzigsten Mittel nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Wir sind überzeugt, datz eine derartige direkt betrügerische Kampfcsweise, wie sie Herr Liebinecht im Kreise Osthavellano angeioandt hat, alle anständigen Elemente der von der Sozial- demokratie verführten Arbeiterschaft geradezu anwidern mutz, und eS ist zu hoffen, daß die Kandidatur des Herrn Liebknecht damit ein für allemal für unseren Kreis erledigt ist." Diese Notiz erschien am L. Februar. Andere Blätter im Wahlkreise, wie das„S p a n d a u e r T a? e b l a t t" und der „S p a n d a u e r Anzeiger", hatten dieselbe Wahl- schwindelgeschichte schon am Abend des Stichwahltages ge- bracht. So schrieb z. B. das„Spa-rdauer Tageblatt" von unseren Genossen: „Mit Lug und Trug haben sie den ganzen Wahlkampf ge- führt, gelogen und betrogen noch am Tage der Stichwahl. Ader wie sich alles Böse rächt auf Erden, so werden auch heute bei den Stichwahlen die verlogenen Sozialdemokraten ihren wohl- verdienten Lohn erhalten." Merkwürdig ist noch, daß die Angaben der verschiedenen Blätter über den Vornamen auf den gedruckten, ge- fälschten Stimmzetteln stark von einander ab- weichen. Da wird behauptet, daß statt des richtige»: Vor- namens August, Ernst oder Emil, Alfred, Friedrich oder Wilhelm Pauli auf den Zetteln gestanden haben soll. Irgend- einer von diesen Stimmzetteln mit falschen» Vornamen ist aber nicht aufzutreiben, und unser Genosse, Reichstags. abgeordneter Klemens Hengsbach, erklärte in einem Schreiben, daß sich auch in den Wahlakten Paulis, die er genau durchgesehen hat« kein solcher Stimm- gettekbefindet. Eine Berichtigung Liebknechts gab' das KreiSblatt nur verstümmelt wieder und mit dem Zusatz: „Sollte Herr Dr. Karl Liebknecht den verdammenSwerten Borgängen in unserem ReichStagSwahlkreise fern stehen, würde uns das außerordentlich freuen. Wie kann sich auch ein hoch- tebildeier Mann identifizieren mit den Genossen, die ihre lgitationsgroschen zwangsweise bei den Geschäftsleuten ein» treiben(siehe Velten), die Fenster unserer Redaktion in nicht wiederzugebender Weise beschmutzen und jetzt nach der Wahl die liberalen Geschäftsleute(siehe Nauen und Kotzin), die vermutlich b:i der Stichwahl für Paul, gestimmt haben, boykottieren?" Das Kreisblatt fügte also, ohnedieBeleidigung zurückzunehmen, neue, ebenso aus der Lust gegriffene Beschnldignngen gegen unsere Parteigenossen hinzu! Nicht anständiger benahm sich das..Spandauer Tageblatt", das zu einer Berichtigung des Genossen Robert Pieser in Spandau U. a. schrieb: „Wir haben den Herren Sozis den Gefallen getan und ihre Erklärung abgedruckt: wenn sie aber glauben, datz sie dadurch von der öffentlichen Meinung wegen absichtlich betriebenem Wahl- schwinde! freigesprochc» werden, irren sie sich gewaltig."-- In der gestrigen Verhandlung kounte weder tum dem Angeklagten, noch von seinem Verteidiger, Recht»- anwalt Lüdicke-Spandau, irgendein Beweis für diese Be- hauptungen erbracht werden! In der Verteidigungsschrift wird vor allem erzählt, daß am Stichwahltage ein Schlosser Brunne in Spandau einem ihm unbekannten(!) Wahl- berechtigten begegnet sei. der ihm erzählt habe, daß er einen Zettel für Pauli mit falschem Vornamen abgegeben habe. Auf Brunnes Veranlassung sei jener Unbekannte nochmals ins Wahllokal gegangen und habe jenen Vorfall gemeldet. Gleich darauf seien dann sämtliche Wahlbezirksvorsteher verständigt worden. Merkwürdig ist, Laß jener W a h l v o r st a n d nicht den Namen des Unbekannten fest- st e l l t e I Was der Angeklagte und sein Anwalt weiter anführen, ist gleich wertlos. So soll es als Beweis für die absichtliche Wahlfälschung durch die Sozialdemokratie gelten, daß die sozialdemokratischen Listcnstihrer in den Wahllokalen verlangten, daß auch die Vornamen auf den für Pauli abgegebenen Stimmzetteln verlesen wurden. Erwiesen ist in dessen, daß diese auch von dem konservativen Abgeordneten Kreth im Reichstage gegen unsere Partei verwertete Maß- nähme mit Rücksicht auf die oben erwähnten, bereits am Wahl- tage gegen unsere Partei verbreiteten Angriffe von der sozial- demokratischen Wahlleitung ausschließlich veranlaßt wurde, um die Unrichtigkeit dieser Augriffe Schlag auf Schlag äugen» fällig darzutun. Aus den Verhandlungen ist noch besonders hervorzuheben, däss, nachdem sich beide Parteien schon geneigt zeigten, die Sache durch einen Vergleich zu beenden, der Anwalt des Angeklagten erklärte, er persönlich sei der Ansicht, dag, wenn auch nicht im Wahlkreise Osthavelland, doch in anderen Kreisen ganz Deutschlands von der sozialdemokratischen Partei derartige Wahlfälschungen verübt seiem weil das— in den Wahlausrufen der bürgerlichen Parteien gestanden habe!— Natürlich wollte sich der Kläger nach dieser Er- rlärung nicht nnt einem Vergleich zufrieden geben. Es sei ihm gar nicht darum zu tun, eine Verurteilung deS Angeklagten herbeizuführen, doch müsse er, auch vor allem im Interesse seiner Partei, aus Klarstellung der Angelegenheit bestehen.— Herr Lüdicke mußte denn auch zugeben, daß er für jene Ansicht ebensowenig irgendwelche Beweise erbringen konnte, wie für die der Klage zugrunde liegenden Behaup- tungen. Der Angeklagte fand sich schließlich bereit, folgende Erklärung abzugeben: „Ich erkenne an, datz der in dem Artikel deS..�sthavel- ländischen KreiSblatteS vom S. Februar dieses Jahre», Nr. 34, in der Rubrik„AuS Kreis und Provinz" unter der Stichmarke „Nauen" gegen den Privatkläger, Rechtsanwalt Dr. Liebknecht. Berlin, erhobene Vorwurf, er habe unrichtige Stimmzettel für den Gegenkandidaten verbreiten lassen oder dabei mitgewirkt. unzutreffend ist. Ich nehme diesen Lorwurf mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Ich bin zu der Behauptung, datz falsche Stimmzettel verteilt seien, durch Gerüchte und Zeitungsnotizen veranlatzt worden. Ich erkenne an, baß ich»ach Prüfung der Sachlage diese Behauptung nicht mehr aufrecht erhalten kaun. Insbesondere erkläre ich. daß ich keinerlei Anhaltspunkte mehr dafür habe, datz die S-zialbemokratie oder ihre tätigen Mitglieder falsche Stimmzettel auf den Namen Pauli verteilt, bei einer solchen Verteilung auch nur mitgewirkt oder von einer solchen»ewußt haben." Der Angeklagte verpflichtet sich, den Wortlaut dieser Er- klärung, versehen mit Datum und Unterschrift, binnen einer Woche nach Vergleichsausfertiaung durch einmalige Ein- rückung in der für politische Nachrichten üblichen Schriftform, Möglichst im redaktionellen Teil, in folgenden Blatterii: „Osthavelländisches Krersbl a tt, nLatSdaillsr* „S p a n d' a u c r Tageblatt", „P o st" auf seine Kosten öffentlich Manntzumachcn. Der Angeklagte trägt sämtliche Kosten des Verfahrens. Der Privatkläger nimmt seine Klage zurück, erachtet die in Nauen gegen den Angeklagten schwebende Strafsache wegen Preßübertretung für erledigt und will die zur Einstellung dieses Verfahrens erforderlichen Schritte hin. Der Berliner Bäckerstreik steht nahe bevor. Heute schon trifft eine Versammlung der in den Großbetrieben tätigen Gesellen wichtige Entscheidungen. Am Dienstag tagt eine Riesenversammlung, in der jedenfalls das letzte Wort der Gesellenschast gesprochen wird; das letzte Wort, dem die Tat folgt. Allzulange haben die Herren Jnnungsmeisler die Ge- duld der Gesellen auf die Probe gestellt. Der Tarifabschluß im Jahre 1904 brachte keinen wirklichen Frieden. Was da die Meister zugestanden, die Beseitigung von Kost undLogis und derzentralisierteparitätische Arbeitsnachweis, wurde offen und versteckt durch- brachen. Die sogenannten„Sprechmeister" der Innung, die Ar- beitsvermittler derselben, schickten die Gesellen nach wie vor in Stellungen mit Kost und Logis beim Meister. Der Ar- beitsnachweis wurde weder zentralisiert, noch einer paritä- tischen Kommission von Meistern und Gesellen unterstellt. Fünf Jnnungssprechmeister sind neben einem ganzen Schwärm von berufsmäßigen Stellenvermittlern tätig, den arbeits- losen Bäckern etwa Arbeit zu verschaffen?— Ach nein! Ihnen das Geld aus der Tasche zu nehmen! Denn selbst die Innungen machen bei der Arbeits- vermittelung noch ihr Geschäft! Unter den sogenannten Sprechmeistern derselben fungieren mehrere, die sich schon früher als pr i V a t e Stellenvermittler unter der Gesellenschaft einen Namen gemacht haben, der nicht mit Lob ausgesprochen wür?e. Diese Leute haben ihre Stellungen sicherlich nicht aus bloßem Idealismus übernommen und sicherlich nicht unter Bedingungen, die sie zum Hungern verurteilen. Trotzdem ist das Jnnungsgeschäft auf diesen Nachweisen so einträglich, daß dabei noch Ueber- schüsse aus den Taschen der arbeitslosen Gesellen in den Jnnungssäckel überfließen so daß den Meistern auf diese Weise Beiträge für die Zwecke der Innung erspart werden. Noch schlimmer als die Jnnungsnachweise es sind, ist natürlich das private Stellenvermittelungswesen im Bäcker- gewerbe. Summen von 3 bis zu 30 M. muß der stellenlose Bäckergeselle für die Vermittelung semer wahrlich nicht gerode übermäßig einträglichen Arbeit zahlen. Die kaum glaublich erscheinende Riesensmnme von s i e b e n z i g- bis achtzig- tausend Mark müssen die Bäckergeselle.. Jahr für Jahr jenen skrupellosen Stellenwuchercrn an dsn Hals we-stn, die von der Not der Arbeitslosen lehen, und nicht schlecht leben. Daß deswegen die Gesellen schon seit Jahrzehnten be- müht sind, die Arbcitsnachweisfrage in befriedigendem Sinne zu lösen, wer(außer den Bäcker meistern!) fände das wohl unnatürlich? Und gerade in diesem Kampf um einen brauchbaren und unparteiisch funktionierenden Arbeitsnachweis finden die Ge- sellen bei den Meistern den größten Widerstand! Die Gesellen wollten den Kampf nicht. Sie haben alle Möglichkeiten erschöpft, zu einer friedlichen Verständigung zu kommen. Sie schlugen zunächst vor, ihre Angelegenheit dem Gewerbegericht als einem unparteiischen Schiedsgericht zur Schlichtung zu unterbreiten. Die Meister lehnten oas ab! — Die Gesellen baten den Herrn Oberbürgermeister Kirschner um seine Vermittelung. Die Meiste'' lehnten auch diese Ver- mittelung zweimal ab!— Nur vor dem Jnnungsschiedsgericht wollten sie die Jnnungsangelegenheit des Arbeitsnachweises entschieden wissen. Die Berliner Bäckermeister Halten� sich für vorurteilsfrei genug, über sichselbstzu Gericht sitzen zu können I Ach, diese„Vorurteilsfreien" haben durch eigene Hand- lungen jahrzehntelang tagtäglich bewiesen, wie wenig sie das Recht anderer, das Recht der Gesellenichaft auf ein menschenwürdiges Dasein zu respekliersn wissen! Zahlen sie nicht Löhne von 6 M. pro Woche Lei elender Kost und dito Log's? Beschäftigen sie nicht trotz Bundesratsverordnung noch heute vielfach die Gesellen und Lehrlinge 12 bis 15 Stunden Pro Tag und länger? Sind nicht viele der Schlafstätten, die sie ihren Arbeitern gewähren, schlimmer als Ställe? In Kellerlöchern, auf Dach- böden, über Pferdeställen, auf oder neben dem heißen Back» ofen, in Räumen, feucht, dunkel, dumpfig, voll Rauch. Staub, Schmutz und Ungeziefer wirft der Bäckergeselle sich_ nach schwerer Nachtarbeit aufs unsaubere, nicht aufgeschüttete Lager! Und' die Kost? Nun. die Magenkrankheiten bilden einen erheblichen Teil der Erkrankungen« die den Backerberuf„auszeichnen"! So elend sind die Verhältnisse der Bäckergesellen, daß sie an die Gründung einer eigenen Familie gar nicht denken können. Zu Tausenden verlassen sie döh erlernten Beruf, der längst einen Mangel an Arbeitskräften aufweisen müßte, wenn die Meister nicht durch eine ungeheuerliche Lehrlingszüchterei dafür zu sorgen wüßten, daß nicht nur kein Arbeitermangel. sondern geradezu eine Armee von Arbeitslosen vorhanden ist. Deswegen fordern die Gesellen:.. 1. Abschaffung des Kost, und LogiSwestnS beim Arbeitgeber. 2. Einen Minimallohn von 23 M. pro Woche. 3. Unparteiische Regelung deS Arbeitsnachweises. 4. 19— l2stündige Arbeit und einen freien Tag in der Woche. Einen freien Tag in der Woche! Heute haben die Bäcker keinen! Wahrlich, das sind Forderungen, die jeder unterschreiben kann, die ieder unterstützen muß!, Wir hegen nicht den geringsten Zweifel, daß in dem Augenblick, wo die Bäcker dm Kampf offiziell eröffnen, das gesamte Berliner Proletariat aus ihre Seite tritt. Wie kann die Masse ruhig mitansehen, daß eine einzelne Arbeiter- kategorie dauernd auf so niedrigem Lebensniveau stehen bleibt, wie die Bäcker? Solche Zustände hängen sich als Blei- gewicht an i e d e s Streben des Proletariats nach Verbesserung der Lebenslage. Deswegen wird die Sympathie der Berliner Gesamtarbeiterschast die Bäcker in ihren Kampf hineingeleiten und ihre werktätige Solidarität wird diesen Kampf siegreich beenden helfen!_ Der Kampf im Berliner Baugewerbe. Heute dauert die Aussperrung acht Tage. Möglich, ja zweifellos, daß gestern, am Lohntage, wieder eine Anzahl Bauarbeiter ihr Bündel schnüren mußten; aber wenn die Herren Scharfmacher sich nicht selbst betrugen wollen, müssen sie trotzdem zugestehen, daß die Aussperrung mißlungen ist. Das„Zentralblatt für das deutsche Baugewerbe" gibt die Ziffer der für die Aussperrung in Betracht kommenden Arbeiter nach der„Sozialen Praxis" auf rund 56000 an. 30000 von diesen wollen die Unternehmer ausgesperrt haben. So berichtet auch die„Arbeitgeber-Zeiwng" und fügt triumphierend hinzu:„Nur etwa 1500 Akkordmaurer sind noch durch Arbeit zurückgehalten worden."— Danach rechnet dieses Scharfmacherolatt nur 30150 Arbeite? im Bauberuf heraus. Nach den Mitteilungen, die aus einer Versammlung der Mörtelwerke gemacht werden, ist die Bautätigkeit auf die Hälfte eingeschränkt. Das alles zeigt, daß die Unternehmer in ihren Ziffern- angaben entweder skrupellos aufschneiden oder aber— was wahrscheinlicher ist— gar keine Uebersicht über das Kampffeld haben. Ist das aber der Fall, dann zeigt das, wie sehr sich sich über die eigene Kraft getäuscht haben, dann läßt es erkennen, daß ihre Organisation zwar vielleicht äußerlich umfangreich, aber innen locker wie ein Akkord- bau ist. Das zeigt auch der Erfolg ihrer Akiion. Beschlossen haben sie, alle Bauarbeiter zu entlassen, nach den von ihnen selbst lancierten Zisfern sperrten sie nur drei Fünftel aus, nach Angabe der Mortelwerke— wie ge- sagt— die Hälfte: das gewissenhaft aufgestellte Zahlenmaterial der Arbeiterorganisationen weist nach, daß bisher noch nicht einmal der vierte Teil der Arbeiter aufs Pflaster geworfen wurde. Ihre ganze Hoffnung setzen die Unternehmer nun offenbar noch auf die Auftraggeber und die Lieferanten. Was die Auftraggeber anbelangt, so muß gesagt werden, daß diese in keiner Weise verpflichtet sind, sich irgend eine Verzögerung der Arbeit gefallen zu lassen. Die sogenannte Streik- Klausel kommt den Bauunternehmern nicht zugute. Sie Huben die Arbeit völlig freiwillig, ohne jeden Zwang von der Ardeiterseite eingestellt. Von einem Streik der Bau- arbeite» ist jedenfalls keine Rede. Namentlich unsere Vertreter in den diversen Ortsparlamenten des ausgedehnten Aus- sperrungsgebieteS haben alle Veranlassung darauf hinzuwirken, daß den aussperrenden Baufirmen keine Stunde von ihren Verpflichtungen zur Fertigstellung der öffentlichen Bauten ge- schenkt wird. Auch die Hoffnung auf Hülfe seitens der Lieferanten ist eine eitle. Unter den Firmen, die nicht aussperrten, befinden sich zahllose recht kapitalkräftige, die eine Einhaltung der ausbedungenen Lieferungsfristen oder vollen Schadenersatz durchzusetzen wissen. Die Ziegel-, Holz- und Eisenlieferanten werden sichs überlegen, ob sie, patt zu liefern, hohe Konventionalstrafen und Entschädigungsgelder zahlen sollen. Die Möriellieferanten haben selbst erklärt, die abgeschlossenen Verträge auf Erfordern erfüllen zu wollen. Nur auf Kredit geben sie keinen Mörtel mehr ab, ein.,Solidariiäts"beschluß. der ihnen vermutlich nicht schwer fällt. Außerdem kann Mörtel, we m auch mit einigen Unbequemlichkeiten, auf der Baustelle selbst hergestellt werden. Die Zeiten, wo jeder Roh- bau auch seine Kalkgrube hatte, sind selbst in Berlin noch nicht vergessen. Die einzige Chance für das Unternehmertum war eben die, daß die Aussperrung einmütig und einheitlich erfolg e. Wer sich auf andere verläßt, der ist Verlaffen 1 Diese Einheitlichkeit, diese Einmütigkeit fehlt in den Unternehmerkreisen. Damit ist der Kampf halb zu ihren Ungunsten entschieden. Ueber die Versa.umlung der Bauunternehmer am Freitag im ArchitcttenhauA brachten die bürgerlichen Blätter am Sonnabend scheinbar aus, ührliche Berichte. Nur der„Vorwärts" hatte keinen Bericht und zwar aus guten Gründen. Die Arbeitgeber machen eS in ihren Versammlungen zur Regel, die Vertreter derPresse auszuschließen und nach Beendigung ihrer Versammlung den Berichterstattern oder den. Vertreter eines Korrespondenzbureaus zudiktieren: So und so ist die Versammlung verlaufen und dic� und das ist beschloffen worden. Es ist einleuchtend, daß ein solch« Bericht vollständig wertlos ist, daß er nur den Interessen der Arbeitgeber entspricht und darauf berechnet ist. die Oeffent- keit zu täuschen. Originell ist übrigens noch, wie das DMat an b'e Vertreter der Presse vor sich ging. Die Ziffer 30000 haben nämlich die bürgerlichen Berichierftatter selbst vorgeschlagen. Herr Vahl hatte die alten Zahlen 28—29000. die die bürgerlichen Blätter schon gebracht hatten, angegeben. Die Bertrerer dieser Blätter waren da der Meinung, daß sie dir- felbeZahlnicht wieder bringenkönuten. ES müßten doch schon etwas mehr ausgesperrt sein. Man einigte sich daher auf fast 30000. Auch die angeblich einstimmig angenommene Resolutton ist nicht die in der Versammlung angenommene. Diese sollte von dem Redakteur der Verbandszeiwng schon mitgenommen worden sein. Die veröffentlichte Resolutton soll ja-den Inhalt der angenommenen Resolutton richtig wiedergeben, ist"der erst, nachträglich auf Verlangen der bürgerlichen Presse angeferlig� worden. Auch die Versammlung der Mörtelwerke tagte hüttLo verschlossenen Türen. Im Gegensatz dazu taczen die Versammlungen der Arbeiter in aller Oefientlichkeit. Sie haben nichts zu verbergen. Die heutigen Versammlungen werden über die weitere Taktik der Arbeiter entscheiden, speziell über die Frage, ob man weiter in der Abwehr verharren oder aber zum Angriff übergehen will. Ueber den genauen Stand der Aussperrung erhalten wir folgende Mitteilungen: Die Aussperrung hat auch am Schlüsse der Woche keinen aröheren Umfang angenommen. Die vom Zentralvcrband der Maurer am 23. Mai aufgenommene Bautenkontrolle hat, wie wir bereits berichteten, ergeben, datz auf 896 Arbeitsstellen weiter ge- mauert wurde. Bei der genauen Durcharbeitung deS Ergebnisses hat sich nun allerdings herausgestellt, datz in jener Summe 1,4 Arbeitsstellen mitgezahlt waren, wo nur Poliere und Lehrlinge tätig waren, so datz man diese 114 wohl zu den AuSsperrungz. bauten rechnen mutz. Auf den übrigen 732 Arbeitsstellen waren 512 2 Maurer beschäftigt, also nicht auSge. sperrt, und zwar: aus 284 Rodbauten 3082 Maurer, auf im Ausbau befindlichen 384 Bauten 1645. und bei 114 Scharwerken und Umbauten 29S beschäftigte Maurer. Arbeitgeber, die nicht ausgesperrt haben, wurden 6d4 gezah.t; unter ihnen sind 112 Bundesmitglieder. Zur Kontrolle meldeten sich am Sonnabend 3377 ausgesperrte, streikende und arbeitslose Verbandsmitglieder,«m Schlüsse deg ersten Quartals waren im Beritner Lohngebiet 12 369 zentral» organisierte Maurer � tätig, von denen 10 369 dem Zweigverein Berlin angehörten, die übrigen in der Provinz organisiert waren. Seit dem 1. April haben sich abgemeldet und sind abgereist'2562. Von den nicht ausgesperrten und noch in Berlin arbeitenden 5122 Maurern flgh UDflffä�fi 4QÜQ i® Zxattalverbanh lUgwijtllt, Rechnet man dazu die 3577 zur Kontrolle gemeldeten VcrbandZ- Mitglieder, so ergibt sich die Zahl 10 439. Dazu kommt noch, dasj 1000 Verband§mitglieder andern Orts Arbeit erhalten haben. Heber die fehlenden 930 von den am Schlüsse des ersten Quartals gezählten Mitgliedern fehlt eine genaue Kontrolle. Es muh an- genommen werden, dah es sich um Mitglieder handelt, die zu Pfingsten abreisten, ohne der Verbandsleitung Mitteilung zu machen. Kommt es doch tagtäglich vor, daß Mitglieder, die schon abgereist sind, sich nachträglich durch Brief oder Karte abmelden. Bei den Bauhülfsarbeitern ist die Aussperrung, wie leicht erklärlich, nicht stärker bemerkbar geworden als bei den Maurern. Ihre Bautenkontrolle am Donnerstag hat ergeben, daß auf 1060 Arbeitsstellen 4670 nicht ausgesperrte Hülfsarbeiter tätig waren. Bei einer Kontrolle, die vor Pfingsten, also bor der Aus- sperrung, vorgenommen wurde, fand man ungefähr 1400 Arbeits- stellen mit 8000 Bauhülfsarbeitern. Zur Kontrolle meldeten sich beult Bauhülfsarbeiterverband, wie in der ersten, so auch in den letzten Tagen der Woche nur 3300 ausgesperrte, streikende und arbeitslose Mitglieder. Dazu mögen ungefähr 450 lokalorganisierte Arbeiter kommen, so dass sich also die Aussperrung auf 3750 Hülss» arbeiter erstreckt, während 4670 nicht ausgesperrt sind. Bei den Zimmerern hat sich die Aussperrung ebenfalls nicht verstärkt. Von 1323 ausgesperrten, streikenden und arbeitslosen Verbandsulitgliedern, die sich in Grotz-Berlin zur Kontrolle meldeten, sind 142 im Laufe der verflossenen Woche abgereist, so dast am Sonnabend noch 1131 zu verzeichnen waren. Von ein paar entfernten Vororten stand das Resultat der Kontrolle noch auS. Bei den lokalorganisierten Bauhandwerkern und Hilfsarbeitern steht die Aussperrung auch nicht anders als bisher� Rechnet man die gestern von uns veröffentlichten Zahlen mit den oben wieder- gegebenen zusammen, so erhält man: ausgesperrte, streikende und arbeitslose Maurer 4912, Zimmerer 1810. Bauhülfs- arbeiter 3750, also im ganzen 10 472. Wenngleich nun ein gut Teil Ausgesperrter abgereist ist, so dürfen sich die Bauunternehmer doch gewstz nicht einbilden. daß sie 30- oder gar 50 000 Arveiter ausgesperrt haben. Das mag ihr Wunsch gewesen sein, ihre Kraft reichte aber dazu lange nicht aus. Politische(lebersickt. Berlin, den 25. Mai 1907, Die Früchte der kolonialen Ansrottungsstrategie. Was Herr v. Trotha durch seine berühmten Erlasse begonnen, die Ausrottung der südwestafrikanischen Eingeborenen, ist bekanntlich später durch die Strategie der Konzentrationslager für Hereros und Hotten- t o t t e n fortgesetzt und zum traurigen Ende geführt worden. Wie die Hereros in Sioakopmund und an anderen Orten als Gefangene dem Skorbut in Massen erlagen, so starben die Hottentotten auf der Haifischinsel wie die fliegen dahin.„Neu-Deutschland" in Wüst-West lst setzt glücklich eine menschenleere Einöde. Das wird drastisch bestätigt durch einen Artikel deS »Tag" über:„Die Arbeiterfrage in Südwest. a fri ka Nach diesem Artikel machte auf der letzten JahreS- Generalversammlung der South West-Afrika-Cie. der Vor- sitzende Herr E. Davis Mitteilungen, die in folgendem gipfelten: »Diese Schwierigkeiten fallen jedoch für den Minen- betrieb nur insofern ins Gewicht, als wahrscheinlich die Vcr- hiittung mit der Förderung zeüweise nicht wird gleichen Schritt halten können, vorausgesetzt, da st diese Förderung in rationeller Weis- vor sich gehen würde. Das aber ist mehr als fraglich, weil die Arbeite rdcrhältnisse geradezu trostlose sind. Auster den etwa 80«eisten Vorarbeitern, grösterenteils Italienern, die täglich durchschnittlich 10 M. verdienen, si..d etwa 500 schwarze Arbeiter erforderlich. Die Zahl wird jedoch selten erreicht; gewövnüch herrscht schon jetzt Arbeitermangel. Die Schwarzen sind Hereros, OvamboS, Klippkaffern und Buschmänner. Ihr Wert für jegliche Arbeit ist ein sehr verschiedener.... Ganz anders der H e r e r o. Kräftig, intelligent, interessiert fiir seine Arbeit, ist er sogar als Vorarbeiter nicht selten mitBorteilzu verwenden. Fünfhundert Hereros als Arbeiter, und der Betrieb der Tfumeb-Mine wäre gesichert. Aber eS ist absolut unmöglich, eine so S roste Zahl zu bekommow Der einstmals zahlrciqe, große Volks- arnni, wo ist er geblieben? Ein kleiner Nest befindet sich in den Gefangenenlagern, wird do.t zu fiSkalisch-n Arbeiten vrcwendet, scheint aber infolge von Krankheiten � Skorbut), die ihren Grund in der ungewohnten Lebens- a..d Er- nah,.:ngswe'fe haben, allmählich auszusterben." Also: Die �.reros, die unsere Kolonialfexe stets als unverbesserliche Faulpelze geschildert haben, waren intelligent, kräftig und für Arbeit interessier so daß sie auch tüchtige Vorarbeiter lieferten? Wo aber siuo die 8C 000 Hereros geblieben? I Sie scheinen völlig„ans- znsterben"! Herr Davis empfiehlt deshalb, in„Neu-Deutsch- l a n b"— Chinese» einzuführen! Kein„Neu-Deutschland-. sondern ein Jung- China wird also Südwestafrika nach dem Kostenaufwande von 650 Millionen werden l ES lebe die Aolonialpolitik! Frohnauers Kapitulation. Nürnberg. 25. Mai.(Pridatdepesche des.Vorwärts".) Die Begründung der auf telegraphische Order von Kulmbach erfolgten Entlassung deS Genossen Schlegel aus der Zeugnis- zwangShaft ist eingetroffen. Sie besagt, daß eine längere Haft in Anbettacht, des die Allgemeinheit nicht berührenden verletzten Rechts- geistes und der Strafe, die eventuell den noch unbekannten Vor- faffer der inkriminierten Nottz tteffen könnte, eine Unbilligkeit wäre und nach dem bisherigen Verhalten de» Zeugen Schlegel auch wirl: ngSloS fein würde. *•* Herr Frohnauer ist also jetzt der Ansicht, dast in Anbetracht der Bagatellsache, die die Beleidigungsklage des Fabrikanten Hornschuh darstellt, es unbillig sein würde, den Genoffen Schlegel noch länger der Zeugnisfolter zu unterziehen. Als er vor kurzem unserem Genossen ankündigen liest, dast die Zwangshaft„bis zur Er- sch? issung" angewendet werden solle, must er noch anders gedacht haben. Oder sollte diese Ankündigung nur ein Folter- mitrel mehr sein, ein Versuch, den Häftling zu.bluffen" und mürbe zu machen? Und hat die unveränderte Haltung, die Genosse Schlegel ne b dieser Ankündigung gezeigt hat. Herrn Frohnouer belehrt, dast ein? weitire Ausdehnung der Hast ergebnislos sein würde? D r Amtsrichter von Kulmbach erklärt, dast eine weitere Ans- dehnung der ZeuguiszwangShast«.cne Unbilligkeit sein würde. Ob die Aerq der lonservativ-liberälen Paarung uns noch da» amtliche Eingeständnis bescheren will, dast die Zeugnisfolter gegen Redakteure überhaupt eine Unbilligkeit ist?—- Naumann als Block-Schwarzseher. Naumann, der ehemalige Nationalsozial?. später mit Barth Freisümigvereinigte. daim gegen Barth Blockverbündete, schreibt » der.Hilfe" r „DaS mag eilvaS scharf ausgesprochen erscheinen. aber i ch kann mir n i ch r Helsen: wenn ich jetzt am Schlust der ersten Periode parlamentarischer Arbeit, an der ich teilnehmen konnte, die Eindrücke s a in m e l e, so ist der erste Eindruck, wie un- endlich weit wir noch von der RegicrungSweise eines liberalen Volkes cutfernt sind, und wie schwach der Parlaments- w i l l e i st. Es kann taktvoll erscheinen, das Bild zu verschleiern, aber für die Belebung des politischen Sinnes im deutschen Bolle ist eS besser, rückhaltlos zu sagen, was ist. Auch dieses Nach- denken aber führt zu der Frage zurück: wie kann der Reichstag seine Arbeitsweise verbessern, damit ihm die Bevölkerung eine größere RegierungSfähigleit zutrauen kann? Die HcrauSarbeitung des R e i ch s t a g s w i l l e n S aus der Redeflut und ans der Parteiwirrnis ist das erste Problem des deutschen Parlamen- tarismus." Herr Naumann gehört also zu den Unbefriedigten vom Schlage des.Berliner Tageblatts". Statt aber energisch auf eine frei- sinnige Selbstbesinnung zu dringen, phantasiert er dann allerlei krauses Zeug von einer.HerauZarbeitung deS ReichStags- willens". Der Liberalismus hat sich bei Herrn Naumann also ebenso rasch verflüchtigt wie sein.Sozialismus"— nur die phantastische Verworrenheit ist geblieben.— Einer, der es als Beleidigung empfindet, Sekretär des Reichsverbandes z« sein. Eine seltsame Ueberraschung widerfuhr uns heute. Wir erhielten von Herrn Ermert-Waldenburg eine Zuschrift. Von jenem Herrn Ermert, der bei der gelben Verbandsgründung in Hamburg die erste Geige spielte. Wer ist und was wünscht Herr Ermert? Herr Ermert war seinerzeit christlicher Gewerkschaftler im Siegerland. Bald aber bekämpfte er seine christlichen Freunde, wo- bei er sich an den alten Bergarbeiterverband herandrängelte. Natürlich Nest man ihn abfallen. In jähem Stimmungswechsel avancierte er hierauf zum Sekretär deS ReichslügenverbandeS. Auch dort war seines Bleibens nicht lange. Er wurde nunmehr Sekretär deS vom Grubcnmagnaten Fürsten PI est protegierte» reichStteuen Bergarbeiterverbandes in Waldenburg. Eine gar mannigfaltige, aber ihres edlen Zieles jederzeit bewuhte Wandlungsvirtuosität dieses Mannes I Und dieser Herr findet jetzt den Mut, uns folgende Zu- schrift zu widmen, die wir in der eigenartigen Orthographie des Herrn„Secttetärs" getteulich wiedergeben: Waldenburg i. Schl., den 24. Mai 1907. Friedländerstr. 17 IL Redaktton des.Vorwättz", Berlin. In Ihrer Nr. 116 vom 22. d. Mis. bringen Sie einen Arttkel, überschrieben„Gelbe Terroristen" worin Sie mich zweimal wieder besseres Wissen, als„Seckretär des ReichslügenverbandeS" bezeichnen. Ich stelle hiermit noch einmal fest, dast ich| mit Ende 1906 aus den Diensten deS Reichsverbandes gegen die Sozial- demolratie auSgetteten und seit der Zeit als Verbands- und Ar- beiterseckr-tär des„ReichStteuen Bergarbeiter-Verbandes" zu Waldenburg tätig bin. Angesichts Ihrer sprüchwörtlichen.Anständigkeit" fordere ich Sie hiermit auf Grund K 11 des Preßgesetzes, auf, diese Berichti- gung, im Interesse der Wahrheit, in die nächste No. Ihrer Zeitung aufzunehme». Hochachtend Gustav Ermert Arbeitersecretär Waldenburg in Schlesien. Dast der ehrenwerte Herr eS heute als Beleidigung empfindet, Sekretär des Reichs: erbandeS genannt zu werden, registrieren wir gern. Wenn schon ein gelber Gewerkschaftler, der auf Kommando in Sozialistenbekämpfung, Gewerk- sch a its z ersp litt er un g und Hurrapatriotismus macht, es für ge-aien hält, der Welt feierlich zu verkünden, dast er auS dem Reichslügenverband ausgeschieden ist, dann must dieser in der öffentlichen Achtung verteufelt tief gesunken sein l Im übrigen konstatieren wir, dast die von den Berichterstattern aus Hamburg über die Gründung des.Verbandes nationaler Arbeitervereine' versandten Berichte den Vermerk enthielten, Ermert sei Sekretär deS ominösen ReichSver» b a n d e S. ES ist also eine trotz deS formalen Austritts wirksame reichslügenveröändlerische Charokterbelastung von Herrn Ermert, wenn er behauptet, wir hätten ihn.wider bess eres Wissen" den von ihm offenbar als beleidigend empfundenen Titel beigelegt. Die Gvleithammelteu. Weise Resignatton predigt die„Germania", das führende Zentrumsorgan. In einer längeren Betrachtung über die Or- gcaisation der Zentrumspartei schreibt sie u. a.: .So lange der ZentrumSturm von allen Seiten bedroht wird, .ieot uns die Sorge näher, den bisher unerlchütterten Turnt zu schützen, als der Gedanke,»wir müssen aus dem Turm heraus". Gerade jetzt ist es politisch notwendiger, den Zentrum Sturm zu befestigen und seineBesatzung u samnieln, als Streifzüge in benachbarte Ge- iete zu unternehmen." Danach zu urteilen, fühlt man sich in den leitenden Kreisen des Zentrums weit weniger sicher und behaglich, als man sich seit den Hottentottenwahlen den Anschein gegeben hat. Sonst würde man nicht von vornherein auf„Streifzüge in benachbarte Gebiete", d. h. auf Ausdehnung der Macht des Zentrums verzichten.— Interessanter jedoch ist. was die „Germania" über die bisherigen Zustände im Zentrum aus der Schule plaudert. Da heißt es nämlich: „Es genügt unter heutigen Verhältnissen nicht mehr, ein Prodinzialwahlkomitee und ein KreiSwahlkomitee zu berufen, dessen Zusammensetzung nur von einem ennerrn Kreise einflußreicher An- Hünger der ZenttumSpartei bewerkstelligt wird und womöglich auS einem noch engeren Kreise von BerttauenSmännern besteht." Nun haben wir's einmal aus authenttscher Quelle, daß in der Zentrumspartei die Masse der Mitglieder nichts zu sagen. sondern sich lediglich nach den Weisungen der„einflußreichen Anhänger" zu richten hat. Es liegt das freilich im Wesen der Sache. Denn das Zentrum ist von Natur und Prinzip eine autori- täre, konservative Partei. Sie beruht gerade auf der Leithammelung der Massen durch einige Führer. Deshalb wird das auch in Zukunft nicht anders werden. Und wenn die„Germania" noch so schön von der„Mitbeteiligung aller Zentrumswähler an der Bildung und an dem weiteren Aus- bau einer Zentrumsorganisation" schreibt, so ist das weiter nichts als Sand in die Augen der aus dem Schlafe erwachenden Massen. Sie sollen glauben, daß ihren Wünschen nach Selb- ständigkeit„eher" Rechnung getragen werde und daß sie deS- halb reine Veranlassung haben, sich um mehr zu bekümmern, und ruhig weiter schlafen können. So sind die Besorgnisse der„Germania' ein Symptom von„Unstimmigkeiten" inner- halb der Zentrumspartci, die den Führern mit der Zeit noch recht unbequem werden können. Denn ihre Macht beruht nur auf der blinden Anhänglichkeit der Massen. Sobald diese einmal mir der Abschütttlung der Bevormundung ernst machen, ist dem Zentrum das Rückgrat gebrochen. Wir geben uns keiner Illusion hin, daß das bald geschehen werde. Aber zur Bqchlcunigimg dieses heilsamen Prozesses kann es bei- tragen, wenn die oben erwähnten Geständnisse der„Germania" ia den schwarzen Gegenden möglichste Verbreitung finden.—' In die eigene Grube gefallen: In Kirchsteitz bei Zeitz hat am Mittwochabend der Arbeiter Ewald Rosenberg den Arbeiter Funke aus Döschwitz im Streite er« stochen. Flugs haben die Zeitzer„Neuesten Nachrichten" die Meldung in die Welt gesetzt, der Totschläger sei Vor- sitzender eines sozialdemokratischen Turnvereins, die Telegraphen- bureaus Hirsch und Herold haben die Nachricht eilfertig aufgenommen und in einer ganzen Reihe von Ordnungsblättcrn konnte der Spießer anderen Tags lesen, daß wieder ein„sozial- demokratischer Mörder" und dazu ein grauser Fall sozialdemo- kratischen Terrorismus zu verzeichnen sei. Die Lüge hat diesmal aber sehr kurze Beine. Der Arbeiter Roscnberg ist nämlich nicht nur nicht Vorsitzender eines„sozial- demokratischen", soll heißen eines Arbeiter turnvereins, sondern er ist vielmehr Vorsitzender der deutschen Turnerschaft zu Hollsteitz, also eines Vereins, der den Arbeiterturnvereinen, die die Gegner sozialdemokratische Turnvereine nennen, aufS Feindlichste gegenübersteht! Der Vorsitzende eines solchen patentierten Vereins konnte natürlich weder politisch noch gewerkschaftlich organisiert sein, ja er empfand es geradezu als eine Beleidigung, wenn er als Arbeiter bezeichnet wurde! Die Ordnungspresse ist in diesem Falle in die Grube gefallen, die sie der Sozialdemokratie gegraben hatte, (Ingarn. Ministerflansen. Bei der Weiterberatung der Eisenbahnborlage am Freitag erklärte sich Handelsminister b. K o s s u t h im Ausschusse des Ab- geordnettnhauses für den Antrag deS Abg. Visontai, nach dem die politischen Rechte der Staatsbahnbeamten, insbesondere dir Ansübung ihres Wahlrechtes gegen eine Beeinflussung seitens ihrer Borgesetzten nachdrücklich geschützt werden sollen. Der Handelsminister erklärte weiter unter lebhaftem Beifall, die Bestimmung, dast Beamte der Staatshahnen für Wahlkandidaten leine Propaganda machen dürfen, werde auL dem Texte des Gesetzes gestrichen werden I WaS nützen den Beamten dergleichen schöne Erklärnngen. wenn ihnen die freie Wahl unter den politischen Parteien beschrankt wird? Denn wenn Kossuths Beamte für soziaidemokratische Wahlkandidaten Propaganda machen wollten, was dann?— frankmeb. Eine originelle Demonstration ist von den französischen Eisenbahnangestellten beschlossen worden. Seit fünf Jahren warten sie darauf, daß der Senat endlich das Berteauxsche Gesetz erledige, welches ihre Rechte zu regeln besttmmt ist. Da bisher kein Mittel vermocht hat, den Senat aus seinem trägen Verschleppungsgang aufzurütteln, so sind die Eisen- bahner auf eine geniale Idee verfallen. Sonnabend, den 3. Juni, sollen zu einer und derselben Tageszeit in ganz Frankreich. Algier, Tunis und den Kolonien Versammlungen stattfinden, zu denen Deputierte und Senatoren eingeladen werden. Doch nicht genug damit I Es wird folgende zweite Riesen- demonstration vorbereitet: Für die 400 000 französischen Eisen- bahner werden 400000 Postkarten folgenden Inhalts angefertigt: Der unterzeichnete Eisenbahnangestellte bittet den Herrn Senats« Präsidenten, gütigst dafür sorgen zu wollen, dast auf die Tages- ordnung recht bald der Antrag Berteaux gesetzt werde, der sich auf die Pensionsverhältnisse der Eisenbahnarbeiter und-Beamten be- zieht, über den die Deputtertenlammer zum ersten Mal am 17. Dezember 1897 verhandelt hat und der seit 5'/, Jahren dem Senat von neuem zur Prüfung unterbreitet ist. Unterschrist(Name, Stand. Adresse usw.). Und das in 400000 Exemplaren dem Herrn Senats- Präsidenten per Post ins Haus geschickt l II— Die Weinbauern. Paris, 25. Mai. Die für morgen in Carcassonne geplante Massenkundgebung der Winzer dürfte einen außerordentlichen Umfang annehmen. Nach den bisherigen Anmeldungen werden an der Kundgebung nicht weniger als 200000 Personen teil- nehmen.— Xtalicn. Giolitti reizt zum Bürgerkrieg auf! Rom, 22. Mai.(Eig. ver.) Giolitti hat heute einen wahren Tumult in der Kammer herauf- beschworen.— Wie wir berichteten, hat bei einen: Zusammenstoß zwischen Streikenden und Mitttär während des soeben beigelegten Streik« von Parma ein Offizier einem Streikenden durch einen Säbelhieb die Aase abgeschlagen. Ueber diesen Fall wurde heute Giolitti interpelliert. Der Mimsterpräsident setzte auseinander. daß die Truppen mit Sreintnürfen empfangen worden seien und dah„. in der Notwehr gehandelt hätten. Er stchr dann wörtlich fort:.Ein Demonstrant hatte das Pferd des Leutnants bei dei: Zügeln gepackt; er selbst war durch einen Steinwurf verwundet und handelte also aus Notwehr. Ich crlläre daher, daß der Leutnant nicht uiir von einem Rechte Gebrauch machte, sonder» einfach seine Pflicht getan hat." Diese Auffassung, nach der ein im öffentlichen Ordnungsdienst verwendeter Offizier„einfach seine Pflicht tut", wenn er einem Demonstranten mit dem Säbel in« Gesicht schlägt, bloß weil dieser sich unterfängt, sein Pferd am Zügel zu fassen, erregte einen wayren Tumult auf der äußersten Linken. Alle Abgeordneten diese« Flügels erhoben sich drohend und unterbrachen den Ministerpräsidenten. Costa rief in furchtbarer Erregung:„Dann werden auch wir in die Straßen gehen und uns bewaffnen!" Ihr suggeriert den Richtern den Freispruch!' ruft Borciani. De Felice schreit: „Wenn Ihr die Gewalt proklamiert, werden wir sehen, wer den kürzeren zieht."— Die Gefolgsleute Giolittis protestieren laut. Der Unterstaatssekretär deS Innern, der daS Wort ergreifen will, kann nicht sprechen. Es dauert Minuten, bis die Kammer wieder halb« wegS ruhig wird. Das Wort des Klaffenhasses, das Giolitti heute entfahren ist, wird in dieser ernsten Zeit nicht eben zur Friedigung der Geister bei« ttagen. Die Unvorsichtigkeit von heute wird der Ministerpräsident eines Tage», vielleicht sehr bald schon, bereuen.-» Rom, 25 Mai.(Deputiertenkammer.) Zur Erinnerung an de» 100. Geburtstag Garibaldis, der in diesem Jahre gefeiert wird, bringt Ministerpräsident Giolitti einen Gesetzentwurf«in. durch welchen ein Kredit von einer Million Lire für arme Veteranen, die unter Garibaldi gedient haben, gefordert wird.(Beisall.)— 6nglancL Englisch-rnsfische„Entente". London, 23. Mai.(Eig. Ber.) Diejenigen, die da glaubten, daß die Vertreter der russischen Sozialdemokratie tvenigstenS im„freien England" mit seiner „demokratischen Regierung" frei von allen Polizeischikanen ihren Kongreß abhalten könnten, sind durch die Vorgänge, die sich täglich vor d'm Kongreßlokal abspielen, eines Besseren belehrt worden. Nicht genug damit, daß die Delegierten jeden Abend durch Hooligans der Umgegend unter den Augen der anwesenden uniformierten und in Zivil gekleideten Polizei drangsaliert und angejohlt werden, stellt sich nunmehr heraus. daß Scottand Aard(die Londoner Kriminal-Zenttalstelle) den augenblicklich w London weilenden russischen Detektivs tu sedcr Beziehung zu Hülfe kolnmt, um unsere nusis che» Genossen zu bespitzeln! Ja. noch mehr, Genosse Ra u>ay Macdonald hat in Erfahrung gebracht, daß Scotland chard bemüht ist, in Gemeinschaft mit den russischen Polizei scherzen die Namen und Signalements sämtlicher 350 Delegierten festzustellen I l Da das Parlament sich in den P' ngstferien befand, war es nicht möglich, diese England in ein sehr sonderbares Licht stellende Angelegenheit öffentlich zur Sprache zu bringen. Heute tritt das Parlament wieder zusammen und ohne Zweifel wird der Minister des Innern, Mr. Herbert Gladstone, sich zu der empörenden Haltung der Polizei zu äußern haben.— futnlatid. Der Landtag. Helsuigfors, 25 Mai. Gestern abend fand die erste öffentliche Sitzung der Abgeordneten des finnländischen Landtages im Saale des Feuerwehrgebäudes statt, wo die Versammlungen des Land- tages stattfinden werden. Rechts sitzen die Schwedomanen und Jungfinnen, im Zentrum die Altfinnen, links die Gruppen der Sozialisten. Die zu Abgeordneten gewählten Frauen sitzen innerhalb der Parteien. Es wurde eine Begrützungsdepesche der Präsidentin des russischen Frauenverbandes, Aerztin Schabanow, verlesen. Die Antwortdepesche an die Reichsduma wurde besprochen und d i e Fassung angenommen, in der Dank und Wünsche auf eine fruchtbare Tätigkeit auf dem Wege zur Freiheit und zur Wirtschaft- lichen Wohlfahrt ausgedrückt werden. Hierauf redeten Altfinnen, Schwedomanen und Jungfinnen. Sozialisten und Frauen hielten keine Redem Nachdem die Antwort auf die Thronrede beraten worden war, wurde die Versammlung geschlossen. Die heutige feierliche Eröffnung des Landtages wurde mit einem Festgottesdienst im Nikolaidom eingeleitet, dem der General- gouverncur beiwohnte. Hierauf erfolgte im Thronsaale des Kaiser- palaiS die feierliche Eröffnung des Landtages durch den General- gouverneur. Nach Verlesung der finnischen und der schwedischen Uebersetzung der Thronrede wandte sich der Landtagstalman an den Generalgouverneur mit einer Rede in finnischer Sprache, in der er seine Ergebenheit für den Kaiser und Großfürsten von Finnland zum Ausdruck brachte.—_ Hus der parte!» Jakob Bamberger f einer der ältesten Berliner Parteigenossen, ist gestern abend kurz nach 8 Uhr an Herzschwäche gestorben. Seit Anfang der 70er Jahre zählte„Bam" zur Partei; mit seinem Schwager Ed. Bernstein scharte er sich zu dem kleinen Häuflein der Eisenacher und blieb der Partei in all' ihren Schicksalen treu ergeben, wenn er auch nie in die Oeffentlichkeit trat. Aber in den schweren Jahren des Sozialistengesetzes hat er in Berlin für den.Sozialdemokrat" und für die Partei so manch schwierige verantwortungsreiche Mission erfüllt, und nie hat er einen Dienst der Partei abgelehnt, mochte auch die Folge damals noch so- drohend sein. Als junger Kaufmann war er aus Breslau, wohin er von seiner Geburtsstadt Panitz in die erste Komnnsstelle gegangen, nach Berlin gekommen; ein Leinen- Warengeschäft, das er mit viel Fleiß und wenig Kapital mit einem Freunde zusammen gegründet, kam nicht zur Blüte; als die Berliner Parteigenossen 187S ihre.Freie Presse" und die „Allgemeine deutsche AssoziationS-Buchdruckerei" am Kaiser Franz Grenadierplatz gründeten, da machten sie.Jakob" zum Buch- Halter. Das Sozialistengesetz brachte auch die Druckerei durch das Verbot aller von ihr hergestellten Arbeiten.zur Strecke"; als dann Karl Höchberg in freigebigster Weise die Mittel zur Ver- fügung stellte, um den Bankrott und die Haftbarkeit der Genosseiischafts- Mitglieder fernzuhalten, da suchten Jakob Bamberger und Max Babing auf den Trümmern der Druckerei eine neue Existenz zu gründen. Jahre- lang war es ein arbeitsreicher und erfolgarmer Kampf. 1884 gründeten sie mit P a u I S i n g e r das„Berliner Volksblatt", das erst zur Blüte kam, als mit 1890 die Parteibewegung zu ihrem Siegeslauf einsetzte und das„Vollsblatt" 1891 zum Zentralorgan„Vorwärts" erklärt wurde. Jakob Bamberger war persönlich der liebenswürdigste Mensch; und wer als Hülfe- oder Rarsuchender zu ihm kam, schied dank- verpflichtet von ihm. Mit einer großen Anzahl der bekanntesten Parteigenossen war er persönlich befreundet; auf den ersten zehn Parteitagen nach dem Sozialistengesetz war er ständiger Gast als Vertreter des„Vorwärts"-Verlages, und mit Humor vertrat er als Delegierter mehrere Jahre hintereinander den Wahlkreis Rinteln-Hofgeismar. Seit Uebernahme des„Vorwärts" in eigene Regie der Berliner Genossen lebte er zurückgezogen; seit Jahren litt er schwer an Asthma; noch vor wenigen Wochen verbrachte er in der Nacht vor Auers Hinscheiden den letzten heiteren Abend mit ihm— und gerade mit Auer hat ihn, wie mit Hascnclever, Grillenberger u. a.. jahrelange innige Freundschaft verbuichen— heute ist er ihm bereits in den Tod gefolgt. Ein edler Mensch, ein offener Charakter, ein braver, treuer Genosse ist in ihm, der vor wenigen Wochen seinen 69. Geburtstag feierte, dahingegangen: die Partei und vor allem die Genossen, die'ihn kannten, werden ihm ein treues Andenken bewahren. Eine Begrüßung des russischen Parteitags durch die Sozialdemo- kratische Föderation. Vom 26. Mai meldet ein Telegramm der .Franks. Ztg." aus London: Der englische Sozmlistenbund hielt gestern abend eine Versammlung zur Begrüßung der russischen Sozialisten ab. Etwa 200, meist junge russische Sozialisten waren Saale anwesend, doch auf der Plattform saßen fast nur die bekannten Führer der englischen Sozialdemokratie. Sie tadelten die englische Regierung dafür, daß sie jetzt ein Ein- vernehmen mit Rußland schließe, was den Kredit der russischen Despotie nur erhöhe, während die russischen sozialistischen Delegierten hier von der englischen Polizei beobachtet und unter den Augen der englischen Polizei photographiert würden. Unter wachsender Be- geisterung wurden dann von den russischen Delegierten Reden ge- halten in englischer, französischer, russischer und deutscher Sprache. Die sozialdemokratische Partei des KcntonL Zürich hält am 28. Juni einen außerordentlichen Parteitag in Zürich ab, wobei hauptsächlich über Organisation, Agitation und Taktik verhandelt werden soll. Der ordentliche Parteitag mit einem Referat von Genosse Greulich über die Einführung der Alters- Versicherung im Kanton Zürich ist für den Oktober in Aussicht genommen. potizcUichcB, öcncbtiicheB ulw». Straftouto der Presse. Die Strafkammer des Landgerichts Königsberg verurteilte am Sonnabend den Genossen March ionini von der Königsberger.Volkszeitung' wegen Beleidigung des Kammergerichts. angeblich begangen durch eine Kritik des Kammergerichtsurteils im Fall Gaedke, zu 600 Mark G e l d st r a f e. Krraiuw. ftdalieuu fiattü Kcber, Lcilui. SfllöfllöUsü GewerkfchaftUcheeo An die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands. Die Bäckergesellen von Berlin und Umgegend stehen vor einem schweren Kampfe. Sie verlangen nichts weiter als die Möglichkeit, sich eine Familie gründen und notdürftig er- nähren zu können, sie wollen nicht ganz wehrlos gewissen- und skrupellosen Jnnungsmamelucken in der Arbeits- vermittelung ausgeliefert sein und endlich wollen auch sie ihren Ruhetag, ihren Sonntag erlangen. Die Bäckerinnungen haben zwar im vergangenen Jahre durch Vertrag die Erfiillung der hauptsächlichsten Forderungen der Gesellen zugesichert, haben aber ihre Zusicherung in der schmählichsten Weise gebrochen. Alle Bemühungen der Ver- bandsleiwng, den Frieden zu erhalten, scheiterten an der Protzigkeit der Bäckerinnungen, die nicht allein das Einigungs- amt des Berliner Gewerbegerichtes, sondern auch die Ver- Mittelung des Oberbürgermeisters von Berlin ablehnten. Ge- stützt auf die von den Innungen geschaffenen und von diesen ausgehaltenen gelben Streikbrechervereine, glaubten sie jetzt stark genug zu sein, um die Organisation, den Bäckerverband niederreiten zu können. Schon seit Jahresfrist machen die Bäckerinnungen in allen Städten geradezu verzweifelte Anstrengungen, um die Hefe der Gesellenschaft als Streikbrechervereine zu organisieren. Die mittelalterlichen, zünftlerischen Gesellenvereine wurden aufgerufen und zu einem gelben Bunde zusammen- geschlossen. dessen ausschließliche Aufgabe in der Bekämpfung des Verbandes und seiner Bestrebungen, der Versandt von Streikbrechern besteht. Ehemalige Zuhälter, die bereits mit langjähriger Gefängnisstrafe bestraft sind, sowie Leute,'die sich öffentlich ihrer Roheit gegen Verbandskollegen rühmen, sind in diesem Bunde in hervorragenden Stellungen. Die Bäckermeistersöhne aller Städte gehören entweder diesem Bunde an, oder sie lassen sich ebenso als Streikbrecher gebrauchen wie diese Bundesmitglieder. Die Bäckermeister in allen Städten werden nicht nur ihre Söhne, sondern auch ihre Gesellen, soweit sie dem gelben Bunde angehören, nach Berlin als Streikbrecher senden und sich mit Lehrlingen und anderem Personal zu behelfen suchen. Arbeiter und Arbeiterinnen allerorts! Habt deshalb ein wachsames Augenmerk auf die Bäckermeister. Unterstützt mit Eurer Kundschaft nicht Leute, die ihre Söhne oder ihre Ge- sellen als Streikbrecher nach Berlin schicken. Nirgends sind die Verhältnisse für die Arbeiter so traurig, als im Bäckergewerbe. Keine Fannlie, kein eigenes Heim, kein Sonntag ist dem Bäcker- gesellen gegönnt. Regelmäßige lang ausgedehnte Nachtarbeit ist sein Los. Dabei ein Lohn, den ander- Arbeiter oft als Trinkgeld zurückweisen würden. Gar nicht zu reden von der menschen- unwürdigen Behandlung, der schlechten Kost und den miserablen Logisverhältnissen. Jeder anständige Mensch wird anerkennen, daß die Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Bäckergesellen im Interesse der Kultur und der Gerechtigkeit notwendig ist. Nur die Mehrzahl der Bäckermeister will das nicht einseben. Arbeiter Deutschlands I Beweist von neuem Euere oft er- probte Solidarität! Achtet bei allen Bäckerstreiks, namentlich aber bei dem bevorstehenden Berliner Streik, scharf ans die Bäckermeister- söhne und laßt etwaige diesbezügliche Mitteilungen an den Unterzeichneten gelangen. Mit Brudergruß Der Vorstand des Deutschen Bäckerverbandes. (Bezirksleitung Berlin.) I. A.: Franz Schneider, Berlin, Auguststr. 36. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um mehrmaligen Abdruck gebeten. L«rUn uncl Umgegend. Der Streik der Drahtarbeiter. rcachdem aus Kreisen des Gewerbegerichts Versuche zur Ein- leitung von Verhandlungen gemacht worden waren und die Streik- leitung sich bereit erklärt hatte, vor dem Einigungsamt zu verhandeln, hat das Gewerbegericht bei den Organisationen der Unter- nehmer angefragt, ob sie zu Verhandlungen bereit find. In der Versammlung, welche die Streikenden am Freitag abhielten, konnte Handle die Antworten mitteilen, welche die Nadlcr- und Sieb- macherinnung, sowie der Verband der Drahtindustriellen dem Ge- Werbegericht zugehen ließen. Der Obermeister der Innung führt in einem längeren Schreiben aus, die Innung habe mit Draht- arb eitern nichts zu tun, sie habe nur mit„Nadler- und Sieb- macuergesellen" Gemeinschaft. Dem Gesellenausschuß stehe aber der Metallarbeiterverband höher als der Vorstand der Innung, des- halb sei die Neuwahl eines Gesellenausschusses nicht zustande ge- kommen und die Innung stehe jetzt ohne Gescllenausschuß da. Eine Verhandlung mit dem Metallarbeiter- verbände lehne die Innung ab. Die Gesellen, welche frivol die Arbeit niedergelegt hätten, müßten selber mit ihren Meistern verhandeln, Entgegenkommen würden sie finden. Be- züglich der Drahtarbeiter müsse sich das Gewcrbegericht an den Verband der Drahtindustriellen wenden. Herr Ludwig, der Vorsitzende des Verbandes der Draht- industriellen, hat dem Gewerbegericht geantwortet, sein Verband sei nicht willens, das Einigungsamt anzurufen. Es sei voll- ständig ausgeschlossen, es wäre verlorene Mühe und Arbeit, an den Verband der Drahtindustriellen dieserhalb nochmals heranzutreten. Der Verband habe ein' für allemal jede Verhandlung und Ver- Mittelung in dieser Lohnbewegung abgelehnt. Handle führte hierzu aus, die beiden Antwortschreiben seien wenige Tage nach der Anfrage des Gewerbcgerichts abgesandt worden, daraus sei zu schließen, daß die Mitglieder der Innung und deS Verbandes der Drahtindustricllen zu der Anfrage nicht Stellung genommen haben können. Die Antworten seien also nur die Meinungen der leitenden Personen. Aus beiden Antwort- schreiben sei zu ersehen, daß sowohl die Innung wie der Verband der Drohtindustriellen wohl verhandeln möchten, aber nicht mit dem Metallarbcitervcrband. Die Arbeitgeber rechnen immer noch damit, daß die Streikenden bald den Mut verlieren. In den Kreisen der Unternehmer werde das Gerücht verbreitet, der Metallarbeiter- verband habe die Streikunterstützung herabgesetzt, was selbst- verständlich nicht wahr ist. Der Redner empfahl den Streikenden. zu entscheiden, ob sie ohne den Metallarbeiterverband mit den Unternehmern verhandeln oder die bisherige Taktik beibehalten wollen. In der Diskussion wurde allgemein die Ansicht vertreten, daß die Situation des Streiks immer noch günstig sei und die Streikenden volles Vertrauen zur Leitung ihrer Organisation haben. Die geheime Abstimmung ergab, daß von 158 Streikenden 131 anwesend waren, während die Fehlenden durch Streikposten- stehen am Besuch der Versammlung verhindert waren. Von den Anwesenden stimmten 129 für Fortführung des Streiks in der bis- herigen Weise; 2 enthielten sich der Stimme. Du sollst den Feiertag heiligen. Eine eigenartige Ansicht über Sonntagsruhe ihrer Hausdiener müssen wohl die christlichen Inhaber der großen Pelzkonfektions. Sfiiit u. Lerlag; Louväll- Luchdx. u.LtrI0Li«lS>S firma C. A. Herpich Söhne. Leipzigerstr. 10, haben. Am 1. Pfingstfeiertag erregten noch in den Nachmittagsstunden mit Pakete beladene Geschäftsdiencr obiger Firma in den Vororten Berlins unliebsames Aufsehen. Gendarmen sahen sich veranlaßt, die Namen der betreffenden Geschäftsdiener zu notieren. Die außerordentlich niedrigen Strafen, mit denen allerdings solche Gesetzesübertretungen meist bedacht werden, sind jedenfalls nicht geeignet, abschreckend zu wirken. Deutfches Reich. Eine neue Metallarbeiter-Aussperrung. Ein Privattelegramm meldet unS: Jena, 23. Mai. In Saalfeld wurden wegen des Draht- Weberstreiks heute tausend organisierte Metallarbeiter ausgesperrt. Zum Streik der Seeleute. Wie wir schon vorgestern mitgeteilt haben, wollen die Ballin und Genossen nur mit aktiven Seeleuten verhandeln,„nach- dem der frivol vom Zaune gebrochene Streik aufgehoben sein wird". Zu dieser Reedererklärung nahmen die Streikenden in einer zum FreAaga. nd nach Altona einberufenen Riesenver- sammlung Stellung. Auf Vorschlag der Verbandsleitung erklären sich die Streikenden bereit, eine Kommission aktiver Seeleute zu wählen, lehnen es aber nach den gemachten Erfahrungen ab, den Streik aufzuheben, wozu gar keine Veranlassung vorliege. Die Hauptsache sei, daß eine Verhandlung stattfinde, in der den Reedern das haufenweise vorhandene Material vorgelegt werde. Der Be- schluß ist dem Reederverein sofort unterbreitet worden. Die Ver- sammelten sprachen der von den sensiblen Reedern so viel ge- schmähten Verbandsleitung ihr volles Vertrauen aus. Zur Hafenarbeiteraussperrung in Königsberg i. Pr. Wie telegraphisch bereits mitgeteilt, haben am Freitagnach- mittag die Vorverhandlungen zur Beilegung der Hasenarbeiter- Aussperrung vor dem Einigungsamt des Königsberger Gewerbe- gerichts ihren Anfang genommen. Die bürgerlichen Blätter, allen voraus die„fteisinnige" Königsberger„Hartungsche Zeitung", brachten in schamlosester Art Artikel über Artikel, in denen gesagt wurde, daß der Betrieb am Hafen durch die„Arbeitswilligen" in vollem Umfange aufrecht erhalten werden könne. Der Führer der Hasenarbeiter, unsere Genossen S ch i k o r r und Werner, wurden von der Kapitalistcnpresse in geradezu roher Weise be- schimpft und verdächtigt, und auch hier tat sich die„Hartungsche" wieder rühmlich hervor. Der Zweck war, das Vertrauen der Aus- gesperrten zu ihren Führern zu erschüttern. Unaufgefordert schrieben diese Söldlinge des Kapitals, daß die vereinigten Handels- Herren nicht daran dächten, Frieden zu schließen, und logen gleich. zeitig hinzu, daß die Führer der Hafenarbeiter alle Ursache hätten, den ganz aussichtslosen Kampf unter allen Umständen zu beenden. Dessenungeachtet blieben die Arbeiter fest, boten wohl die Hand zum Frieden, aber zum ehrenvollen für sie annehmbaren. Da sahen sich denn die Reeder und Kausleute gezwungen, ihren Herren- standpunkt bescheiden aufzugeben und wenigstens den Weg zur Verhandlung zu beschreiten, zumal aucb_in Königsberg der See- mannsausstand sich bemerkbar macht. So haben z. B. auch die Mannschaften des Streikorecherschisses„Guahyba" ihre Kündigung bereits vollzogen. Zur Verhandlung vor dem Gewerbegericht waren beide Parteien vollzählig erschienen und die Beratungen gehen unter Anerkennung der Hafenarbeiterorganisation. Die Kaufleute wollten schon am Sonnabend die Verhandlungen zu den Lohn. tarifen aufnehmen, die Arbeiter lehnten dieses aber ab. da sie die einzelnen Lohnsätze für die verschiedenen Sektionen noch nicht fertig hatten. Voraussichtlich wird aber bis Ende nächster Woche die ganze Sache soweit gediehen sein, daß mit Montag, den 3. Juni, die Arbeit im Hafen wieder ausgenommen werden kann. Letzte JVadmcbten und Depefcben. Mctallarbeitcrausspcrrung. Frankfurt a. M.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Heute hat hier die Metallarbeiteraussperrung begonnen. Bis jetzt sind zirka 2506 Ausgesperrte zu verzeichnen. Frankfurt a. M., 25. Mai.(B. H.) Die Aussperrung in der Metallindustrie wurde heute vollzogen, nachdem die Verhandlungen mit den Siebenerkommissionen nach drei- stündiger Dauer abgebrochen wurden. Dieselben_ sollen am Dienstag fortgesetzt werden. Die Zahl der Ausgesperrte» bc- trägt in Frankfurt 8000 Mann, im ganzen Bezirk 18000 Mann. In flüssigem Stahl verbrannt. Gleiwitz, 25. Mai.(B. H.) Auf den Huldschinskiwerken stürrzte ein Arbeiter in eine Pfanne flüssigen Stahls und ver- brannte vollständig._ Ein Wahlkrawall. Lemberg, 25. Mai.(W. T. B.) In dem Wahlorte Horucko im Bezirke Stryj bewarf eine Volksmenge, welche die Richtigkeit des von dem Vorsitzenden der Wahlkomniissson, Erz- Priester SkobielSki, verkündigten WahlresnltateS bezweifelte, die Mitglieder der Wahlkommission und die Gendarmen mit Steinen, zertrümmerte die Fenster des Wahllokalcs, verlöschte alle Lichter und beantwortete die Aufforderung der Gendarmen, auseinander- zugehen, mit einem Steinhagel, wodurch drei Gendarmen verletzt wurden. Die Gendarmerie mußte zweimal von der Schußwaffe Gebrauch machen, bevor die Menge zurückwich. Bier Bauern wurden getötet, neun schwer verletzt. Ein edelster und Bester. Budapest, 25. Mai.(B. H.) In Arad wurde das ehemalige Mitglied des ungarischen MagnotenhanseS Baron Fechtig weaen Lagabondierens und Diebstahl voa Silbersachen verhaftet. Vergiftete Seemuscheln. Calais, 25. Mai.(B. H.) 13 Personen sind nach dem Genuß von Seemuscheln unter Bergistungserscheinungen erkrankt. 3 Pex. soncn sind bereits gestorben, 5 befinden sich in Lebensgefahr. Florenz. 25. Mai.(W. T. B.) Das hiesige Observatorium gibt bekannt, daß die seismographischen Apparate heute um 3 Uhr 14 Minuten ein starkes Erdbeben anzeigten, daS wahrscheinlich 8000 Kilometer entfernt ist. Bdltter Erbe grollt. Reggio di Calabria, 25. Mai.(W. T. B.) Heute mittag halb zwei Uhr wurde hier ein starkes Erdbeben verspürt. HauSeinsturz. Mailand, 25. Mai.(B. H.) In Pietro Montecorvina stürzte ein HauS in den» Augenblick ein, als sich die Familie bei Tisch befand. Eine Frau mit zwei Kindern geriet unter die Trümmer. Ein Kind wurde getötet, daS andere schwer verletzt, während die Mutter mit leichten Verletzungen davon kam. Konflikt Ausständiger mit Gendarmen. Huelva, 2b.Mai.(W. T. B.) Die Arbeiter zweier Aohlen. gruben traten in den Ausstand und griffen die Gendarmerie au. Truppen feuerten auf die Ausständigen und verwundeten drei von ihnen._ Streik amerikanischer Eisenbahnarbeiter. New Jork, 25. Mai.(B. H.) Auf der Erie-Bahn streiken 5000 Werkstättenarbeiter. ßgul ginget Si Eo., Berlin S W.'" Hierzu 5 Beilagen ii,. i2o. i Deilllge des Joriirts" lerliner jolbltliilt Die olterreichilchen Stichwahlen. Aus Wien wird unS vom 24. Mai geschrieben: Nun ist auch der Stichwahltag vorüber. Es war ein z w e i t e r Siegcstag für die Sozialdemokratie in Oesterreich. Nutzer in Böhmen, wo unseren tschechischen Genossen eine Koalition aller bürgerlichen Parteien entgegentrat, sind gestern den gewaltigen Erfolgen der Hauptwahl neue Eroberungen zugefügt worden, und die Partei zählt daher bereits dreiundachtzig Abgeordnete. Zu diesen werden wahrscheinlich noch polnische und ruthenische stotzen, so datz die sozialdemokratische Fraktion im ersten Parlament des gleichen Wahlrechts wohl auf R) Mandate kommen kann! Das ist ein Erfolg, der in der Geschichte der österreichischen Parteien schlechthin ohne Beispiel dasteht, und selbst innerhalb der sozial- demokratischen Siege wird der Triumph der Sozialdemokratie in Oesterreich mit an erster Stelle stehen. Wie grotz man auch die Leistung veranschlagte, die von der Partei in diesen ersten Wahlen vollbracht werden würde— sie ist durch die Wirklichkeit in glor- reichster Weise übertroffen worden. In den deutschen Stichwahlbezirken wurden gestern !S Sozialdemokraten gewählt, und die deutsche Partei hat somit eine Stärke von fünfzig Abgeordneten erreicht. Von den gestrigen Siegen entfallen vier auf Niederösterreich, vier auf Böhmen, zwei auf Oberösterreich, je einer auf Steiermark. Tirol, Kärnten, Mähren, Schlesien und die Bukowina. Die Partei hat sich nun wirklich ganz Deutschösterreichs bemächtigt, denn mit Ausnahme von zwei kleinen Ländern(Salzburg, wo wir aber in der Stich- wähl nur mit hundert Stimmen unterlagen, und Vorarlberg) haben alle deutschösterreichischen Provinzen jetzt sozialdemokratische Ab- geordnete l Auch die Grenzgebiete sind nun besetzt: Innsbruck, die Hauptstadt Tirols, und Czernowitz, die Hauptstadt der Bukowina. West und Ost haben sozialdemokratisch gewählt. Besonders ausdrucksvoll ist der gestrige Wahlsieg in Wien, wo Meidling und FünfhauS den Christlichsozialen abgenommen und damit wohl für immer dem sozialdemokratischen Besitztum ein» verleibt worden sind. Der rote Gürtel ist nun um Wien geschlossen, und die Eroberung deS Wiener Industrielandes fast restlos vollendet. In FünfhauS bedeutet unser Wahlsieg(gewählt wurde dort der junge begabte Genosse F o r st n e r) eine wahre Kulturleiftung für Wien; dort wurde der berüchtigte Mechaniker Ernst Schneider abgesägt, der älteste und rohcste aus der Anti- semitenschar, bekannt durch seine Ritualmordersindungen und seine Lobpreisungen der russischen Pogrom«. Die Partei der„echt öster- reichischen Leute" ist infolge dieser Niederlage um eine ihrer schönsten Zierden ärmer. In NiederSfterreich find durch die Stichwahl zu den vier städtischen Mandaten, die in der Hauptwahl besetzt wurden, zwei weitere Eroberungen gefügt, so datz die Partei von den zehn Städtebezirken des.Stammlandes" nicht weniger als sechs besitzt! Die Bilanz für Niederösterreich ist: Von 64 Mandaten IS sozial» demokratisch, davon 10 in Wien und S auf dem flachen Lande. Ebenso grotz ist der Besitzstand in Deutschböhmen mit seinen insgesamt üb Wahlbezirken.(Böhmen und Niederösterreich sind ja die industriellsten und die sozialdemokratischsten Länder in Oester- reich.) Dabei haben noch in mindestens vier deutschböhmischen Wahlbezirken unsere Hoffnungen am Schlüsse getrogen, vor- nehmlich infolge eines ManisesteS der tschechischen Genossen, gegen daS sachlich nichts zu sagen ist, das aber ob seines permanent nationalen Tones den deutschen Chauvinismus an manchen Orten entflan�nt hat. Einen überraschenden Ausgang nahm die Wahl in Linz, der Hauptstadt von Oberösterreich: beide Stichwahlen fielen zugunsten der Sozialdemokraten aus. so datz nun alle drei Mandate der Stadt in unseren Händen sind! DaS Resultat ist insofern der- blüffend, als sich unter den durchgefallenen Volksparteilern der seinerzeitige Referent deS Wahlreformausschusses, Dr. Löcker, be> findet, der unsere Partei absolut nicht stürzen wollte und gegen den s i e auch gar keinen Kampf entfesselt hat. ES haben ihn, aus einer Art Bosheit heraus, die Klerikalen gestürzt, indem sie — der einzige Fall in ganz Oesterreich— in der Stichwahl für unseren Genossen Josef Gruber stimmten! Tie Sozialdemokratie ist daran— wie gesagt— ganz unschuldig, sie hat ihre Wahl- Parole: vor allem gegen die.Schwarzen" zu stimmen, geradezu glänzend eingelöst, und von den 21 Deutschbürgerlichen, die mit Klerikalen in Stichwahl standen, genau zwanzig zum Mandat ver- Holsen. Und der cinundzwanzigste ist nur deshalb gefallen, weil er hinter einem klerikalen Gegner um fast 2000 Stimmen zurück war. Sehr wacker hat sich auch Steiermark gehalten. Von den 23 deutschen Mandaten des Landes sind von uns 6 erobert worden. Hier hat Resel gleich zwei Wahlbezirke geholt(Graz und Marburg), so datz die Partei nun über das absolut sichere Grazer Mandat noch verfügen kann. Von den führenden Genossen der deutschen Partei sind wohl alle, die kandidiert haben(und solche, die nicht kandidiert haben, gibt eL nur wenige) in den Besitz des Mandats gelangt. Nur unser kenntnisreicher Genosse Dr. Verkauf, dessen Fehlen im neuen Parlament sehr zu bedauern ist, unterlag in Falkenau-Land. und zwar gegen einen ehemaligen Sozialdemokraten, den»Frei- sozialislcn" Stark, der aus der Partei ausgeschlossen� werde» muhte und nun unter den Bergarbeitern im Falkenauel Revier die denkbar gemeinste Agitation betreibt, welcher diesmal leider allzu- viele zum Opfer gefallen sind. Gespeist wird diese»freisozialistische Bewegung" selbstverständlich mit Untcrnchmergcld. Datz sie aber bei den einer disziplinierten Organisation noch fast unzugäng. lichen Bergarbeitern des Falkenauel Reviers(darüber hinaus ist sie selbstverständlich nie gedrungen) Erfolg hatte, daS beweist, datz wir auch unter der eigentlichen Arbeiterschaft noch sehr viele Auf. gaben zu erfüllen haben. Pcrnerstorfer, der in zwei Stichwahlen stand, ist in Wiener- Neustadt, seinem geradezu historischen Wahlbezirk, glänzend gewählt worden, und auch an neuen Männern fehlt es ver Fraktion wahr- lich nicht, auch nicht an Talenten und Tüchtigkeiten; sie wird daher nicht nur numerisch, sondern auch intellektuell im Parlament mit an erster Stelle stehen. Den tschechischen Genossen war zwar in Böhmen der Erfolg versagt, doch haben sie in Mähren noch zwei Mandate er- obert. Gegen sie ist gleichsam über Nacht eine festgefügte Koalition aller Parteien zustande gekommen, die mit einer förmlich auto- matischen Präzision funktioniert hat. Nur so ist eS zu erklären, datz eS nicht gelang, von den 32 Stichwahlen, an denen unsere tschechische Partei in Böhmen beteiligt war, auch nur in einer durchzudringen. Die nationale Koalition hat bei den Gegnern eben alle Parteiuntcrschiede aufgehoben und sie zu einem skrupel- und gewissenlosen Mischmasch vereinigt. Nicht ausgeschlossen ist es. tvtz das abeo crwäWe Manifest batxi witgewirU hat. Lndem nämlich die Partei mit einer gewissen Heftigkeit erklärte, die Geschicke der Station in ihre Hände nehmen zu wollen, mag sie den nationalistischen Eifer erst recht aufgestachelt haben. Bei allem bleibt die tschechische Sozialdemokratie die größte und stärkste Partei ihrer Nation und auch an Macht und Umfang der deutschen Partei nicht nachstehend. Einen Ausschwung sondergleichen verzeichnen die italie» nischen Genossen: sie besetzten von den 19 Mandaten ihrer Nation nicht weniger als fünf! Darunter ist ganz Trieft und die Hauptstadt Südtirols, das alte Trient, von dem man vermutet hat, datz dort nur Jrredcntisten leben.... Der Wahlkampf in G a l i z i e n tobt noch, und seine Bilanz wird erst in einer Woche abgeschlossen werden können. Vorläufig haben uns die galizischen Wahlen den schmerzlichsten Verlust dieses Wahlkampfcs gebracht: die Niederlage Daszynskis in Krakau, die gleichermatzen durch die Tücke der Wahlkrcisgeometrie wie durch die bekannten galizischen Wahlschwindelcien hervorgerufen wurde. In der Ueberzcugung, datz auf Daszynskis eminente Kraft nicht verzichtet werden kann, ist die gesamte Partei einig, und die Hoffnung ist berechtigt, datz für den glänzendsten Repräsentanten der polnischen Sozialdemokratie noch Platz geschaffen wird. '.» In der Stichwahl wurden folgende Sozialdemokraten gewählt: Deutsche: Ludwig Wutschel(Wien-Meidling), August F o r st n e r(Wien-FünshauS), Engelbert Perner st orfer (Wiener-Neustadt), Theodor Hackenberg(Zwettl), Julius S p i e l m a n n(Linz I), Josef G r u b e r(Linz II). Julius Lukas(Klagenfurt-Land), Ludwig Tuller(Murau), Wenzel BöSmüller(Gablonz), Adolf R e i z n e r(Tetschen), Josef H a n n i ch(Rumburg), Heinrich Beer(Dux-Stadt), Wilhelm N i e tz n e r(Fulnek), Johann Tuppy(Zuckmantel), Simon Abram(Innsbruck). Georg Grigorovici(Czernowitz). Tschechische: Franz Svoboda(Trebitsch 7), Johann F i l i p i n S k h(Blansko 24). Polnische: Dr. Richard Kuniecki(Teschcn-Land). Italienische: August Avancini(Trient), Raimund Scabor, Silvio Pagnini. Johann Oliva(Trieft). Die russische Revolution. Aus der Aera der HauSsuchnugen. Noch bevor die Duma die von den Sozialdemokraten und Sozialrevolutionären eingebrachte Interpellation über die Haus- suchung in den Räumen der sozialdemokratischen Fraktion zu be- handeln vermochte, hielt Stolypin es bereits für notwendig, sie zu beantworten und die Handlungsweise der Polizei zu rechtfertigen. Die Polizei habe, so führte der Minister aus, Informationen er- halten, datz sich in jenen Räumen revolutionäre Komitees ver- sammelten, die mit der revolutionären Militärorganisation in Ver- binduna ständen; sie habe deshalb blotz ihre Pflicht erfüllt, wenn sie dort eingedrungen seil Sie werde auch in Zukunft so handeln. Welche? find nun die Beweise für die polizeilichen Be- Häuptlingen? Die gab Justizminister Scheglowitoiv: Beweise seien leider nicht vorhanden, aber ,,wcnn die Polizei eine halbe Stunde früher erschienen wäre, wären dicicnigen, dir man daselbst verhaften wollte, zweifellos vorgefunden worden"! Die Resultate beider Haussuchungen in den Räumen der sozial- demokratischen Fraktion bestanden darin, datz das erste Mal verschiedene Berichterstatter und Privatpersonen, die ein Anliegen an die Fraktion hatten, und das zweite Mal verschiedene Briefe, Ge- meindebeschlüsse usw..mitgenommen" wurden. Jedenfalls bleibt der Polizei— hüben wie drüben der Grenze— die Beruhigung, datz sie.zweifellos' etwa» gefunden hätte, wenn fie nicht.eine halbe Stund« zu spät gekommen" wäre!— Wem nützen„Verschwörungen"? In der Mmnummcr des„Rufs. Archivs" finden sich interessante Briefe Pobjedonoszews vom März und April 1881, welche im Anschluß an die letzte Haupt- und Staatsaktion der Regierung, die ja ein ungeheures Komplott gegen den Zaren entdeckt haben will, gerade höchst aktuell geworden sind. Pobjedonoszew, der Schöpfer der reaktionären Gesetz- gebung der 8()er und Wer Jahre, schrieb am 28. März 1881, also während der Zeit, als er im Auftrage der Hofkamarilla Alexander III. bearbeitete, daß dieser die von seinem Vater versprochene Konstitution rückgängig machte, folgendes: „Baranoff(der Stadthauptmann von Petersburg) erschien gestern völlig erschöpft bei mir. Seit seiner Ernennung hat er weder einen Tag noch eine Nacht Ruhe gefunden. Seine Hauptarbeit findet nachts statt.„Morgen ist ein furchtbarer �ag", sagte er.„Es wird an vier verschiedenen Stellen ein Attentat gegen den Kaiser und den Prinzen von Preußen geplant; an" einer Stelle, auf dem Newski-Prospekt, werden Personen, als Fuhrleute verkleidet, von allen Seiten ein Kreuzfeuer aus sie eröffnen." Er hatte einen genauen Plan der projektierten Aktionen in Händen....„Sie würden die ganze Nacht nicht schlafen können", sagte Baranoff mir, „wenn ich Ihnen erzählen sollte, was alles in diesen Tagen von uns entdeckt und von„jenen" ausgeführt und vorbereitet worden ist. Jetzt sind von 48 Personen, die handeln sollten. 19 in nieinen Händen. Ich fahre gleich, neue Verhaftungen vorzunehmen. Was ich in dieser Nacht noch entdecke, ist unbekannt." Es ist h i st o r i s ch festgestellt, daß alles hier Ge- schilderte pure Lüge warl In Wirklichkeit wurde von feiten der Terroristen nichts dergleichen vorgenommen!! Die ganze Aktion sollte den Zaren bloß in reaktionärem Sinne beein- flussen. Diese Rcmineszenz aus den 8()cr Jahren gewinnt jetzt besondere Bedeutung angesichts der Bemühungen der jetzigen Baranoffs, sensationelle Nachrichten über geplante Attentate. Militärverschwörungen und dergleichen in die Welt zu setzen. Die ganze Regicrungsmache ist offenbar darauf gerichtet, die revolutionären Parteien zu diskreditieren und durch künstliche Mittel„monarchische Gefühle" unter der Bevölkerung zu erwecken, um, darauf gestützt, neue Ausnahmegesetze gegen die Sozialisten zu erwirken. Welche Beweise bat Stolypin denn für seine Erklärung in der Duma erbracht? Nach seinen Worten. haben die Mitglieder des verhasteten Geheimbundes Versuche unternommen, um Mittel und Wege zum Eindringen in das Palais Se. Majestät zu finden; doch haben ihre Versuche Fiasko-erlitten". Das war alles! Und auch diese„Beweise" stammen aus dem Polizeidepartement. jener Zentralbehörde der herrschenden Bureaukratie, welche sich — wie aus den) Gurko-Skandal ersichtlich— aus der Fälschung offizieller Dokumente nicht die geringsten Skrupel inachte. Welches Vertrauen also kann diesem Bericht der obersten Spitzelbchörde entgegengebracht werden? Der Prozetz Pöplan. Für den Sonnabend, den zweiten Verhandlung»- tag, hatte der Angeklagte Pöplan eine stattliche Zahl von Zeugen vorgeladen, neben etlichen Abgeordneten zumeist höhere Beamte des Reiches, darunter ein paar ganz„aparte" Persönlichkeiten, wie den Reichskanzler Fürsten B ü l o w samt dem Staatssekretär Exzellenz D e r n b u r g. In der Turmstratze vor dem Haupt- portal deS Gerichtsgebäudes harrte ein Rudel Photographen, um diese.interessanten" Zeugen abzukonterfeien. Auf dem 5ivrridor drängten sich die Neugierigen in der Hoffnung, eine Zutrittskarte zu erhalten. Doch eS kam anders. Es kam nämlich weder Bülow noch Dernburg, und auch die übrigen Zeugen, die der Angeklagte für heute geladen hatte, blieben größtenteils aus! Als die Sitzung eröffnet wurde, mutzten zunächst all die Briefe verlesen werden, durch die die Ausgebliebenen sich entschuldigten. Einige der Herren fühlten sich nicht ganz wohl, andere waren dienstlich verhindert, noch andere hatten nicht die dem Beamten notwendige Genehmigung, vor Gericht auszusagen, erhalten. Auch der Herr Reichskanzler schrieb, er könne ohne Zustimmung des Kaisers nicht aussagen, er wisse aber noch nicht mal, worüber er eine AuWlge machen solle. Aus dem gleichen Grunde hatte er selber Herrn Dernburg noch nicht die Genehmigung geben können, vor Gericht Zeugnis abzulegen. Der Angeklagte teilte mit, er habe doch vor der Ladung all dieser Zeugen' die betreffenden Vorgesetzten benachrichtigt und bezüglich des Reichskanzlers habe er sich an den Kaiser ge- wendet, um dessen Zustimmung herbeizuführen. Unter den wenigen neuen Zeugen, die der Ladung Folge geleistet hatten, waren die Abgeordneten Bebel und Arendt. Als der Borsitzende Landgcrichtsdirektor Langner vorschlug, diese vorläufig zu entlassen und sie erst wieder zum Dienstag zu laden, stellte Staatsanwalt Lindow die Frage:„Warum sollen denn d i e überhaupt nochmal wiederkommen?" Er war der Meinung, ihre Vernehmung sei überflüssig. Pöplau erwiderte, datz z. B. Bebel, der ja schon im Jahre 1991 den Fall Llanncnberg im Reichstag zur Sprache gebracht habe, hier bekunden solle, auch ihm sei Material zugegangen und zwar nicht etwa gleichfalls von Pöplau. Dadurch soll bewiesen werden, datz autzer dem Angeklagten auch andere Personen Material gehabt und eS weitergegeben haben. Schließlich wurde Bebel, Arendt usw. vorläufig entlassen; ihre Vernehmung, falls eine solche als notwendig erachtet wird, soll am Dienstag stattfinden. Die Vernehmung des Geheimsckretärs Schneider, der noch in einer Nervenheilanstalt weilt, wird dort wahrscheinlich am Montag vorgenommen werden können. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Bertram, teilte mit, er habe von Schneider einen Brief erhalten, in dem dieser meldet, datz er jetzt in der Anstalt vernommen werden könne. Erklärungen darüber, ob die heute nicht erschienenen Zeugen entbehrlich seien oder nicht, behielt Bertram sich vor. Es wurde nun zunächst die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt und zur Erörterung des dritten Anklagepunktes ge- schritten. Schriftstücke, die eine aus 1901 herrührende Anzeige des damaligen Regierungssekretärs Mem über dienstliche Vergehen d e S L a n d e s h a u p t m a n n S B r a n d e i S von den Marschallinseln betrafen, waren von Pöplau an den Abgeordneten Crzbcrger gegeben worden. In der Unter- suchung, die im Anschluß an die Enthüllungen über Kolonial- skandale gegen einige Beamte der Kolonialabteilung deS Aus- wärtigen AmteS eingeleitet wurde, fielen jene Herrn Erzberger anvertrauten Schriftstücke dem Untersuchungsrichter in die Hände. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, er habe das Material den Personalakten Kiems entnommen, die ihm zugänglich waren, weil er sie dienstlich zu bearbeiten hatte. P. versichert auch hier, dieses Material sei ihm in Abschrift anonym zugestellt worden. Er habe es in seinem Bureau auf dem Tisch in verschlossenem Kuvert vor- gefunden; das könne der Sekretär Schneider bekunden, dem er den Inhalt des Kuverts sofort gezeigt habe. Datz Pöplau von dem Original der Anzeige Kiems nicht selber eine Abschrift genommen haben könne, das gehe schon daraus hervor, datz eine Anzeige PöplauS gegen Geheimrat von König, die sich gegen von Königs Verhalten in Sachen BrandeiS richtete, sich nicht in allen Punkten mit KicmS Anzeige deckte. Die Personalakten KiemS feien aber auch anderen Beamten zugänglich gewesen. Die Vernehmung des Angeklagten war hiermit beendet. Zum Schluß richtete der Vorsitzende an ihn noch die Frage, was er denn mit seinem ganzen Vorgehen in all diesen Angelegenheiten bezweckt habe. Pöplau erwiderte, er habe eine endliche Prüfung der ihm bekannt gewordenen Mißstände herbeiführen wollen. Nachdem er selber trotz all seiner Ein- gaben es nicht hatte erreichen können, daß der Reichskanzler etwas tat, habe er Abgeordnete dafür interessieren zu sollen geglaubt. Es wurde dann in die Beweisaufnahme eingetreten. Zu der Frage, wann Pöplau in seiner Klage gegen den Reichsfiskus das ihm selber günstige Gutachten des GehciinratS v. Frantzius seinem damaligen Prozchvertreter Justizrat Grünschild mit- geteilt hat. wurde dieser als Zeuge vernommen, er konnte jedoch hierüber keine bestimmte Angabe mehr machen. Der Zeuge erinnerte sich auch nicht, ob P. ihm gesagt hat, wie er zu dem Gutachten gekommen ist; doch fügte er hinzu, wenn er gewußt hätte, datz der Angeklagte eS sich auf un- erlaubte Weife verschafft hatte, so würde er selber, der Zeuge. eS nicht verwertet haben. Auch der Zeuge S ch w i n n, der für P. einige Schriftstücke und auch jene, die später beschlagnahmt wurden. nnt'der Schreibmaschine vervielfältigt hatte, vermochte nichts darüber zu bekunden, woher wohl P. daö betreffende Material erhalten haben könne. Sehr eingehend wurde sodann der Abgeordnete Erzberger vernommen, der diesmal ohne Zaudern erklärte, er wolle seine Aussage machen, nachdem schon in der vorigen Verhandlung Pöplau ihm die Einwilligung dazu gegeben habe. Erzberger er« zählte, er habe einen Hülfsarbeiter für sich gesucht, eine Art Sekretär, und da sei ihm von einer Person, deren er sich nicht mehr erinnere, Pöplau empfohlen worden. Erst als auf seine Einladung Pöplan zu ihm kam, habe er von diesem erfahren, daß er noch gar nicht endgültig aus seinem Amt ausgeschieden war. P. habe ihm dann seinen Streit mit der Kolomalverwaltung mitgeteilt und ihm hinterher auch Material über die Fälle Kannenberg und Brandeis zugestellt. Herrn Erzberger selber ist, so versicherte er, nicht der Gedanke gekommen, daß das aus amtlichen Schriftstücken herrühre. Er wie» den Verdacht zurück, daß erst durch ihn Pöplau veranlaßt worden sein könne, Material zu liefen,. Auch ihm habe Pöplau mit- geteilt, das sei ihm anonym zugegangen. Die Vereidigung Erzbergers war zunächst ausgesetzt worden. In dem Verhör wurde er vom Vorsitzenden wie vom Staatsanwalt so scharf herangenommen, daß er bald nicht mehr Zeuge, sondern selber Angeklagter zu sein schien. Schließlich beantragte der Staats- anwalt, diesen Zeuge» üierhanpt nicht zu vereidigen, daerderTeilnahme verdächtig sei. RechtsanwaltBertram widersprach diesem Antrage. Weder von Mittäterschaft noch von An- sliftung könne hier die Rede sein; denn hier fehle der Dolus. Erzberger habe ja gar nicht gewußt, daß P. Material hinter sich habe. In der vorigen Verhandlung habe übrigens der Staats- auwalt selber die Vereidigung Erzberger wenigstens anhewgejtM. Das Gericht kam indes diesmal zu demselben Beschluß wie damals Herr Erzberger wurde nicht vereidigt, weil er der Teilnahme verdächtig sei. Die Verhandlung wurde Kiernach abgebrochen. In der nächsten Sitzung, am Montag um 9 Uhr, wird die Vernehmung der von der Staatsanwaltschaft geladenen Beamten der Kolonialverwaltung erfolgen. � Zur Jagd auf das russische Freiwild. Zu der skandalösen Polizeiaffäre vom Donnerstag und Freitag schießen amtliche Darstellungen wie Pilze ans der(£rde. DaS Pech oder die Ratlosigkeit des Berliner Polizeipräsidiums führt aber zu dem drolligen Ergebnis, daß sich diese amtlichen Darstellungen zu einen großen Teil gegenseitig totschlagen. Der Dunst, in den Man vorgestern fürsorglich die Sache zu hüllen gesucht hatte, ist zwar zum größten Teil zerstreut— unsere Feststellungen zu widerlegen ist nirgends ernstlich versucht Korden—, bafüt ist man eifrig am Werke, neuen Dunit zu fabrizieren und es ist der Schauerromantik liebedienerischer Nteporter gelungen» in die Angelegenheit den tollsten Spuk blutrünstiger Phantastik hineinzutragen. Uns geht ein mit dem Namen Sochaczewski U. Löwenberg unterzeichneter Bericht zu, der bereits in einigen gestrigen Abendblättern auSzugs- weise abgedruckt ist und den Gipfel leichtfertiger und schamloser Denunziation darstellt. Wir betonen gleich im voraus, daß einige besonders hanebüchene Stellen dieses Berichtes sogar von dcM offiziösen„Lokal-Anzeiger" nicht für würdig befunden wurden, sein wertvolles Papier zu beschmuW. Der Bericht lautet: Zu der Aufhebung der russischen Terroristen gehen uns von wohlunterrichteter Seite noch folgende Mit- teiluNgcn zu: Es stellt sich immer mehr heraus, daß die Berliner politische Polizei mit der Aufhebung der russischen Studenten in den beiden Lesehallen einen vorzüglichen Griff getan hat und daß es die höchste Zeit gewesen, daß die ReichshaUptstadt dieser„Gäste" berlustig gegangen ist. Schon anläßlich des Offenbacher Anarchistenkongresses, an welchem der Studiosus Karfunkelstein als Delegierter der ruf- sischeN Sozialrevolutionäre teilgenommen und auf welchem eine Verschmelzung der deutschen Anarchisten mit den in Deutschland lebenden russischen Terroristen angestrebt wurde, war seitens der Mannheimer Staatsanwaltschaft an die Berliner Polizei- behörde die Bitte ergangen, jene in Berlin lebenden russischen Studenten, Mitglieder der Lesehallen, zu überwachen. Es wurde ein Studiosus Leibhoff verhastet, bei welchem kompromittierende Papiere gefunden wurden, und zwar in der Wohnung de» Uinänskh. Dazu kam, daß man in dem Prozeß gegen den ruf- sischeN Zigarettenarbeiter Rothemann Material genug fand, um daraus zu ersehen, daß die in Deutschland lebenden russischen Eozialrebolutionäte sich nicht allein mit den Wirren ihres Vater- landcs befaßten, sondern daß ein ganz genauer Plan der Mattöverreisen des deutschen Kaisers, eine sehr detaillierte Schil- deruNg des kaisetlichen Manöverzeltes, sowie Rezepte von Spteng- stoffeii sich in den Höndön der russischen Terroristen befanden Und daß diese„deutsche» Gäste" drauf und draü waren, ihre VetsUche in das Praktisthe zu übertragen. SV ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, daß dw Offenbacher Sprengbombe russischen Fabrikats gewesen ist, Sie war genau nach russischem Muster hergestellt, mit einer Eisenhülle umgeben, in welcher sich ein Glasröhrchen befand, welches wiederum mit zwei Behältern, die scharfe Säuren enthielten, in Verbindung stand. Ja man ist sogar der Ansicht und glaubt dies beweisen zu können, daß die russischen Terroristen ein Attentat gegen den deutschen Kaiser geplant haben. Auf jenem Anarchistenkongreß scheint auch beschlossen wordeü zu sein, daß uüter der Leitung von Kar- funkelstein eine Organisation der russischen Sozialrevolutionäre in Deutschland gegründet werden solle. Dsr Hauptsitz dieser Grltppe ist in einem kleinen Technikum in der Nähe von Berlin zli suchen, während die Züsämmenkünfte in den beiden russischen Lesehallen nur ein„Bluff" für die politische Polizei sein sollten. Die Behörde hat sich jedoch nicht irreführen lassen, sonoern richtig zugegriffen, und ebenso auf jenem Technikum die Verhaf- tungen borgeitvmmen wie in Berlin. Es liegt der Behörde auch gar nichts daran, daß jene russischen Sozialrevolutionäre hier bestraft Werden, und sie hat deshalb den richtigen Weg der.lus- Weisung gewählt, um so keine Märtyrer zu schaffen. DaS hat sie auch in einem Fall bewiesen, der vor einiger Z. sich hier er- eignete und der Nicht einmal durch MS fühteuM Organ der Sozialdemokratie dem Leserpublikum gl£ Kenntnis übermittelt wurde. ES handelte sich— und dies ist»och nicht lange her— um die russischen Studenten Sawitzki und Oschansty, welch letzterer bei eine:» hiesigen Zahntechniker in Stellung war, in der Tat aber Ingenieur ist. Oschansty hat hier unter fremdem Ncnnen geweilt und heißt Fingerhut. Er wohnte bei einem Zritungsspedtteur der Sozialdemokratie in der Martin Luther- straße- Die beidesi Russen waren Vertrauensmänner der ruf- sischeN Sozialdemokratie, und bei ihnen wurde außerordentlich wichtiges und belastendes Material gefunden. Auch bei diesen beiden Agitatoren hat die hiesige Behörde es vorgezogen, sie nicht nach Rußland auszuliefern, sondern hat sie nur ausgewiesen, Worauf beide nach Brüssel tesp. Paris abdampften, Ueber die beiden Lesehallen selbst ist jetzt so viel ermittelt Worden, daß man Mit Sicherheit behaupten länn, sie seien alles andere, nur keine Bibliotheken gewesen. Hier fanden sich alle möglichen verdächtigen russischen Elemente zusammen. Sie wurden hUr Mit falschen Pässen pcrsehen, erhielten hier Unter- stützuNgen und Reisegelder. Namentlich gilt dies von der Tschechvw-Leschalle ik Eharlottenburg, in welcher sich lichtscheues Gesindel äufhiclt, das Grund hatte, sich den Augen der Polizei zu entziehen. Und bei dieser Aufhebung der beiden Lesehallen fällt es auf, daß die russischen Studentinnen in ihrer wüsten Agität.on weit mehr sich exponierten als die Männer, die letz- tere zu jenen törichten und unüberlegten Geheimbündeleien ausfaserten. Uebrigens möchten wir noch erwähnen gegenüber beti Angriffen einzelner Blätter, daß die Behörde gegen die aus- gewiesene Frau Dr. BtcNstock mit möglichster Schonung vor- gegangen ist. Die etwa 40jährige Dame, die recht vermögend ist und der ohne weiteres die Beziehungen ju den russischen Terroristen nachgewiesen wurden, hat bei ihrer kranken 16jährigen Tochter einen etwas jüngeren Sohn zurückgelassen mit der Er« klärung, daß dieser für seine Schwester sorgen würde. Außer dem hat sie die Erklärung abgegeben, daß der Lehrer ihrer beiden Kinder sich derselben tatkräftig annehmen werde, um so mehr als genügend Mittel für deren Verbleiben hier vorhanden seien. Erst dann, nach dieser Erklärung, hat die Berliner politische Polizei die Abschiebung der B. verfügt. Es sei übrigens nochmals betont, daß� keiner der Ausgewiesenen nach Rußland ausgeliefert worden ist., Einen Offenbacher Anarchsstenkongrcß hat eS bekanntlich nicht gegeben. Unwahr ist, daß an dem Mannheimer Anarchistcnkongreß Karfunkelstein als Delegierter der russischen Sozialrevolutionäre teilgenommen habe. Karfunkelstcin ist deutscher Anarchist. Welcherlei kompromittierende Papiere bei Leiboff gefunden sein sollen, verschweigt die Korrespondenz.� Wir bestreiten daher und zwar nach unseren sonstigen Ersahrungen mit derartigen Schmockereien mit gutem Grund, daß dies belastende Material sich auf Anarchismus, Terrorismus und dergleichen schöne Sachen � Wenn der Bericht behauptet, auf dem Anarchistentongreß fei eine Verschmelzung der deutschen Anarchisten mit den russischen Terroristen angestrebt wotden, so läßt da» cme hoffnungslose Unkenntnis der deutschen iind russische» Pattciverhaktnisse er- kennen. Der„Lokalanzeiger" ist denn auch vorsichtig genug, diese Behauptung nicht mit abzudrucken. Rothemann ist kein russischer Zigarettenarbeiter, sondern ein biederer Deutscher. Er ist bekanntlich vor wenigen Tagen vom SBfiälau«SKt'gujM i fifiB i!i5 Süllafls M SeWLltoflvMzechM kostönlöS freigefsttschekk. Univahr ist, daß dieS, fifle„Lokal- anzeiger" behauptet, aus formalen Gründen geschehen sei, der Freispruch ist erfolgt, weil Rothemann materiell nicht überführt werden konnte. Rothemanns„Verbrechen" sollte angeblich in der Schweiz begangen sein— bekanntlich gestattet unser berüchtigtes Sprengstoffgesetz selbst gegen Ausländer, die im Ausland gegen die Normen dieses Gesetzes verstoßen haben und selbst wenn sie nach den Gesetzen des Auslandes nicht strafbar sind, die Strafver- folguvg in Deutschland. Kkiii Wort wahr ist auch an der Behauptung, daß sich in der Untersuchungssache gegen Rothemann das geringste dafür ergeben habe, daß die in Deutschland lebenden Sozialrevolutionäre irgend welche Pläne gegen Deutschland schmieden. Vielmehr hat die Untersuchung gegen Rothemann gerade zur Evidenz erwiesen, daß das, was auch immer in der Schweiz geschehen sein mag, aus- schließlich auf Nußland Bezug hatte. Die Geschichte von dem gennnen Plan der ManSverrelsen deS deutschen Kaisers, von der Schilderung des kaiserlichen Manöver- zeltes, ist gröbster Schwindel. Gröbster Schwindel auch, daß auch nur die Spur eines Anhaltspunktes dafür beigebracht worden sei, daß die„russischen Terroristen"(ll) drauf und dran gewesen seien, ihre Versuche in da? Praktische zu übertragen. Die Korre- spondenz vergißt mitzuteilen, daß bei irgend einem harmlosen sogenannten deutschen Anarchisten auch ein paar alte Uhrentcile vorgefunden sind, die im Geiste der Polizei zu Elementen einer Höllenmaschine ausgewachsen waren, daß diese Uhrentcile und einige andere von der polizeilichen Phantasie eine Zeitlang ins Groteske ümgestalteten Kleinigkeiten offenbar Spitzelmache waren und daß der uüglückltche junge Mensch, bei dem diese Schätze gefundr» waren, schon längst, seit vielen Monaten, rechtskräftig außer Verfolgung gesetzt worden ist. Rezepte zu Sprengstoffen sind in der Schweiz, keineswegs aber in Deutschland gefunden. Die Offenbacher Spitzel-Sprengbomve mag ja russisches Spitzelfabrikat gewesen sein, aber aus den be- haupteten Bestandteilen dieser Bombe auf russisches Fabrikat zu schließen, ist mehr wie naiv. Und nun das geplante Attentat gegen den deutschen Kaiser, das auch die„B. Z. am Mittag", diese„Freundin" der russischen Freiheitsbewegung, mit einem ziemlich lahmen Vorbehalt unter sensationeller Zurechtstutzung dem Publikum serviert I Tie Ge- schichte ist sogar unseren Offiziösen zu dumm. Das W-lffsche Dcpeschcnburcau dementiert sie denn auch bereit? so gründlich wie möglich. Was eS mit dem„kleinen Technikum in der Nähe von Berlin" auf sich hat, mag hier zunächst dahingestellt bleiben.. Wenn die Zusammenkünste in den Lesehallen nur ein„Bluff" waren, so ist damit anerkannt, daß das Einschreiten gegen die Lesehallen unbe- gründet war. Was überhaupt die ganzen Küsten Märchen, die wir oben gekennzeichnet haben, mit den Lesehallen zu tun haben sollen, ist nicht ersichtlich. Die„B. Z. am Mittag" sucht den Leibosf mit der Charlottenburger Lesehalle in Verbindung zu bringen. Es 'ei ausdrücklich konstatiert, daß Leiboff mit Wissen der Lesehallen- Verwaltung dort nicht verkehrt hat und daß er kein Mitglied der Lesehalle ist oder jemals gewesen ist. Die Affäre„Sawitzki und Oschansky" ist gleichfalls höchst der- zerrt dargestellt. Tie Polizei hat nur einen Russen verhaftet und da nicht? Wesentliches bei ihm gefunden wurde, nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Eine Unwahrheit ist's, daß einer von diesen angeblichen Russen bei einem sozialdemokratischen Zcitungs- speoiteUt gewohnt habe. Allerdings hat bei unserem Genossen Obst in Schöneberg eine Haussuchung stattgefunden, bei der auch auf„russische JudeNjungcN"(Ausdruck des Polizeibeamten) ge- fahndet wurde. Hierbei ist mancherlei beschlagnahmt worden, was aber mit Anarchismus oder Terrorismus nicht das Mindeste gemein hat, auch jeder Bezugnahme auf die Lesehallen entbehrt. Die allgemeineü Verdächtigungen der Lesehallen sind nur Ver- lcgenheitSausflüchte. Man lese darüber mit die Notiz der Nr. 269 deS„Berliner Tageblattes". Der Fall Dr. B i e n st o ck ist wiederum in krampfhafter Weise verdreht. Nachdrücklichst muß die Behauptung zurückgewieseil werden, daß der Frau Dr. Bienstock Beziehungen zu de» russischen Terroristen(!i) nachgewiesen seieti. Frau Dr. Bienstock sowohl wie die mit ausgewiesenen Kroll, Sanderson usw. haben mit Anar- chiSmus und Terrorismus weniger zu tun als das Berliner Polizripräsibiuiii, das sich ja. wie wir gestern nachgewiesen haben, in der Nichtachtung der deutschen Gesetze gerade anarchistisch ge- berdet hat. Der„etwas jüngere Sohn" der Frau Dr. Bienstock, in den sich inzwischen die Schwester der Frau Dr. Bienstock verwandelt hat, zählt sage und schreibe 10 Jahre. Diesem Kind hat man die Fürsorge für die schwerkranke operierte Tochter anvertraut. Im übrigen müssen wir die Berliner Polizei gegen die Insinuationen der genannten Korrespondenz in Schutz nehmen. Die Berliner Polizei hat der Frau Dr. Bienstock, wie anerkannt werden soll, in immerhin liberaler Weise den Aufenthalt in Berlin biß zur Ge» sundung ihres Kindes gestattet. Im einzelnen erfahren wir noch: Unzutreffend ist, daß bei irgeüd einem der Festgenommenen mehrere Pässe gefunden seien. Unzutreffend ist, wie wir gestern selbst infolge eines Druck- fehlers berichteten, daß Kroll mit der Leitung irgend einer der Lesehallen zu tun gehabt habe. Der wegen Führung eincS falschen Namens und angeblicher Geheimbündelei festgehaltene Umanski ist nicht identisch mit dem Leiter der Berliner Lesehalle, er wohnte nicht in Berlin, stand außer Beziehung zu den Lesehallen, ist auch in keiner der Lese- hallen festgenommen. Nur vorübergehend wat er hier aufhältlich. Die„Ä. Z. am Mittag" hält in ihrer großen„Sympathie" für die russische Bewegung oie ausschweifende, selbst weit über die Grenzen aller Poli�eibehauptungen hinausgehende Kennzeichnung der Lesehalle als eines terroristisch- anarchistischen Unternehmens aufrecht. Das sei diesem„liberalen" Blatt gaüz besonders an- gekreidet. Immer noch spielt eine Rolle die„russisch-soziale Partei, Berliner Gruppe Föderation". Diese Partei existiert nicht. Nichts auf sie Bezügliches ist gefunden. Wahr ist nur, daß sich auf einer größeren Zahl von Büchern der Charlottenburger Lesehalle der Stempel„Berlinskaja Gtuppa" befand. Mit diesem Stempel hat eS folgende Bewandtnis: Bei Gründung der Charlottenburger Lesehalle wurden ihr zwei Schränke voll Literatur von einigen hier aufhältlichcn Russen geschenkt. Ob diese Russen damals in Berlin eine Bibliothcksgruppe gebildet hatten, mag dahingestellt bleiben. Aus diesen Beständen rühre» die mit dem fürchterlichen Stempel versehenen Schriften her. Unsere Darstellung über die angeblich gefundenen anatchistischen und terroristischen Sckiriften wird uns als bis aufs einzelnste, zutreffend bestätigt. Die Polizei möge sich erinnern, daß es schwer. lich irgönd eine ernsthafte öffentliche Bibliothek gibt, in der nickt auch anarchistische Schriften enthälten wären.— Einige Zeitungen berichten, wie Scherze» halber mitgeteilt sei, daß Sammellisten für die Opfer des„Petropawlowsk" gefunden seien.„Pctropaw- lowsk" war bekanntlich das Flaggschiff des russischen Admirals Makarow, daS mit Mann und Maus während deS rusfisch-japanische» Krieges in die Luft ging. Nur einer wurde gerettet, nur ein „Opjer" könnte für die„Unterstützung" in Frage kommen: der russische Großfürst Cyrit. Wir hoffen, daß eine Sammlung für diese Stütze beS russischen Throns und AltarS den russischen „Studenten" nicht als redolutionäre Umtriebe aufs Konto gesetzt werden. Daß die Berliner radauantisemitischen Zeitungen die Aug?- legenhcit durch Berieselung mit ihren Schmutzwässern für ihre unanständigen Zwecke fruchtbar zu Machen versuche», ist sclbstver- ständlich. Wichtiger ist eine Notiz der„Kölnischen Zeitung", die ganz im Biilowjargon abgefaßt ist. J» dieser Notiz wird über die russischen Studenten in ihrer Allgemeinheit ganz im Stile der Vülowschcn„Schnorrer und Verschwörer" rede geschimpft und der Versuch unternommen, die jüngste Pariser Bombenaffare. die bekanntlich eine Polizeiprovokation plumpster Art war. Mit unserer hiesigen Angelegenheit zu verbinden. Wahrlich, eS fällt einem daS Ugjjtfche SüMlsiu vW Lei vetgisteiea Statte ein« u» Leres Stt'mmung sich unsere Offiziösen zu befinden scheinen:„Sie läuft herum, sie säuft aus allen Pfützen; sie macht gar manchen Aengste- sprung Je dennoch! Die Ausgewiesenen sind ausgewiesen, den rufst- schen Lesehallen soll es an den Kragen gehen. Die Feinde sind flott an der Arbeit. Wir aber fragen: Wie steht es mit den Gesetz- Widrigkeiten und Uebergriffen der Berliner Polizei, die wir gestern feststellten? Wie steht es mit den unberechtigten Durchsuchungen, mit den Verletzungen der 102 ff. der Strafprozeßorduung? Wie will die Polizei rechtfertigen, daß sie die Haussuchungen ohne die vorgeschriebenen Garantien vorgenommen hat, daß sich die haussuchenden Beamten, wie da»„Berliner Tageblatt" von der Berliner Lesehalle nunmehr auch bestätigt, nicht legitimiert haben? Wie steht es mit der Tatsache, daß man den Verhafteten auch nicht ein Wort der Rechtfertigung gestattet hat? Wie steht es mit den beleidigenden Untersuchungen auf Ungeziefer, die man, wie gestern gemeldet, sogar bei Frau Dr. Bienstock vorgenommen hat? Im Dunkeln oer amtlichen Verdunkelungsversuche mag immer- hin gut munkeln sein. Wir werden uns aber nicht von unserem „ceterum ccnseo" abhalten lassen: wir fordern eine Untersuchung gegen die der Verletzung unserer Strafprozeßordnung schuldigen Polizeibeamten. Das gebietet, Um im Bülowjargon zu reden,»unser Bedürfnis nach Ruhe und Reinlichkeit im eigenen Hause". Reform unseres Fremdcnrechts, richtiger Schaffung eincS deutschen FremdentechtS,— eine von uns und auch andere» Parteien immer wieder erhobene Forderung— sie ist unser zloeiteS „ceterum censeo". Wir hoffen, daß den Berliner Vorgängen vom 23. Mai 1g0>7 die historische Bedeutung zukommen wird, die Unab- weislichieit dieser unserer Forderung end�ültia und.erfolgreich dargetgn zu haben.. j Soziales* Jammerlöhne in ver Landwirtschaft. Ueber Landflucht und hohe Löhne lamentieren die zoll- begeisterten Agrarier. Wie eS mit den Löhnen in der Land- Wirtschaft bestellt ist, zeigt ein uns vorliegender durch Ver- Mittelung der Landwirtschaftskammer der Provinz Branden- bürg abgeschlossener Arbeitsvertrag. Der als Füttercr engagierte verheiratete Mann mußte sich für ein halbes Jahr — bis Ende November— verpflichten. An Geldlohn empfängt er wöchentlich sage und schreibe drei Mark. Die Summe wird aber nur teilweise ausgezahlt, damit sich der Landwirt schadlos halten kann, wenn der Arbeiter die ver« tragliche Zeit nicht bei ihm aushält. Die vorgestreckten Nrise- kosten gelten als Geschenk, aber auch nur unter der Be- dtngung, daß der Arbeiter das halbe Jahr für wöchentlich 3 Mark arbeitet. Verläßt der Mann die herrliche Arbeits- stelle vor der vertraglich festgelegten Zeit, dann hat er alle aufgewendeten Unkosten zu ersetzen. 3 Mark Wochenlohn und die Gewißheit, mit Anbruch des Winters wieder draußen zu stehen, das sind natürlich keine Mittel, die Landflucht zu hemuien. Achte Jahresversammlung des Deutschen Vereins für Schul« gesundheitSpflegr. In der zweiten Sitzimg wurde nach einem Referat. daS Nerven- arzt Dr. Dornblüth-Frankfurt erstattete, eine Resolution einstimmig angenommen, die das AbiMrientenexanien verwirst. Ii« der Schluß- sitzung am Donnerstag stellte Sanitätsrat Dr. Schmidt als medi- zinischer Referent unter eingehender Begründung für die Volksschuleii folgende Forderungen auf: 1. Die neuzeitliche Entwickelimg des Schulwesen», die ge- steigerten Anfordemngen der Schulhygiene haben dazu geführt, daß die Einrichtungen und Aufweildungen siir das Bollsschulwesen in unseren größeren und mittleren Städten weit hinausgehen über das. was den Städten nach den staatlichen Bestimmungen als Pflicht obliegt. 2. Diese Opferwilligkeit der Stadtgemeinden ist nur dann z» erhalten, wenn die Rechte der Gemeinden an der Verwaltung der Volksschulen in deren inneren und äußeren Angelegenheiten Poll gewahrt bleiben und unnötige Eingriffe der staatlichen Aufflchts- behörden in diese Rechte vermieden werden. S. Zur hygienischen Beaufsichtigung nicht nur der Schüler, sondern auch aller Echuleinrichtungen sowie des Schulbetriebs»st in den Städten in ihren Schulärzten das geeignete Organ gegeben.— Die Schulzärzte haben alljährlich in gemeinsamer Sitzung mit der städtischen Schuldepniation den Bericht über ihre Beobachtungen vorzulegen; es soll ihnen hier auch die Gelegenheit geboten sein, Anträge zu stellen und zu begründe» in bezng auf schulhhgieuische Verbesserungen. Auch bei ver Ausstellung von Plänen zu Neubauten oder größeren Umbauten von Schulhäusern sind die Schulärzte zu hören. 4. Den städtischen Schulvetwaltungen ist bezüglich der Ge- staltung der Unterrichtszeiten an den Volksschulen, wie: Schul« beginn am Morgen, Beichränkung oder Wegfall de? Nachmittags- umerrichts, Kurzstunden, Häufigkeit und Dauer der Pausen zwischen den Unterrichtsstunden, verbindliche Einführung von Spiel« Nachmittagen, Wanderiingen. Schwimmunterricht und dergleichen, um so mehr ein größeres Maß selbständigen VerfügungsrechtrS eiitzil« räumen, als die staatliche Oberaufsicht dadurch in keiner Weise beein- trächtigt wird. Weitere Forderungen betrafen die höheren Schulen und die privaten böheren Mädchenschulen.— In der Debatte betonte Stadt- schulrat Sickingek- Mannheim die Notwendigkeit einer hygienischen Volksbildung der Lehrer. Dann wurde die 8. Jahresversammlung geschlossen, die 9. findet in Darmstadt statt. ßnefharten der Expedition. Patienten in Beelitz. Buch usw. Diejenigen nnserer Monnenten. die Noch währeüd des ganzen nächsten MoNaiS in der Heilställe bleiben, wollen uns wegen der Uebrrweisung von Freiexemplariu sofort ihre Adresse einsende», da bei vcrsuälclcr Bestellung die ersten Nuwmern des neuen Monats von der Post Nicht geliejcrt werde». All» Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. «erltner Nknrktpretse.«u» dem amilichen«ecicht der städNschen Marktkallen-Direttion.(Großhandel) Rindfleisch I» eg-70 vr. wo Psd., IIa 60-65, llTn 56-59, Bnllensleflch 1» 61—69, II» 54—62, Kühe, seit 52—58, do. mager 42-50, Fresser 50-62. Bullen, dän. 0,00, do. Holl. 0 00. Kalbfleisch. Doppellendcr IW-lSS, Mastknlber la 90-SS, tl» 78— 8S, III» 0,00, Kälber ger. gen. 52-67, do. Holl. 0,00, dän. 0.00. Hammclflcilch Mastlämmer 66-70, la 62—66, IIa 55-61. Schale 63— 51. Schwcincfleiich 47—64. Rehwild la Per Psund 0.60—0,70. Na 040-0.55. Rothirsch. Abschuß0,S5— 0,60. Daiuwild, plomb. 0,00. Wild» rjt.__-__ n on n QK 3;vHrftTfttn» n fr.4, xitlj n Art_ ß Pfl nuqrtcr i,ou— i.cu, uaneniiaje u.uu. ernicn pet»iu. bis 2,75, dito Eis- per Stück 0,00—0.00, do. Hamburger per Stück 1,50—4,76. Gänse, Hamb, per Psund 1,00-1.16. Stuck 3,00-0,00. ChalonShühner 1,75. hechte per 100 Psund 107—122, groß und mittel 95—108. do. matt 100, do. klein 123—125. Zander 0,00. Schleie, klein 142—145, do. groß 0,00, do. 108—135. Aale, groß 122—133, do. llein u. mittel III— 126, do. mittel 126— 131. Plödtn 0.00, do. klein 0,00 do. matt 0,00. Roddow 0,00. Narpjen un- sortier» 98—109, do. mittel 0,00. Bleie 0,00.«lnttd 61. Bnnte Fische 45-68. Barje Matt, klein 0.00. Karauiche» 72—96. Bleisisch« 0.00. Weis 66. Quappen 0,00. Amerilmiischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110-130 do. Na neuer 00-100, do. lila neuer 7°. Seelachs 10—20. Sprvttcn. Kieler. Wall 0.00-0.00, Danziger. Kiste 0,00. Flunder-n, Kieler. Stiege la 3—5, do. mittel per Kiste 2-3 Hamb. Stiege 4—6. halbe Kiste 1.50-2,00. Büiklinge. Kteler per Wall 1.60-2,00, Stralsunder 1,50—2,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1,50, mittelgiatz 0,80-1,10. Nein 0,00-0,80. Heringe per Schock 5—9. Schellsische «'.-i_ r> rv\ Q Kfl U tv*t4« 4 rt n.\ n.. I,«fr her 1 tili 516 U,0U— i»!*-'» v;vr-» U/OU. CCtllluC s-' � nr» enii.' vr» Kiste 2,00-3,50, Kiste 1—2,00. Kabliau. gcranch. per 100 Psd. 20. Dorsch, Kiste 8,00-2,50. Goldfische. Schock L-S.. Smdtll«N. 1902er ptr Mler Sö. iMer SS. INS« SV. isoöer SS. schvttljchr Pvllhermg, 1905 0,00, large 40-44, fall. 38-40, med 36-42, deutsche 37—44. HcriNgt, Neue MnkjeS, per To. 60— tSO. Sardinen, russ.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Littr) 1,50—1,73. Neunaugen, Schocksaß 11, klein 3—6, Riesen- 14. Eier, Land-, unsort. Schock 2,60— 3,20, gr, 3,73. Butter per 100 Psd. la 110-115, IIa 105-110, lila 100-104, nbiall-ndc 90—95. Saure Gurken Schock 4,50, PsesfergUrken 4.50. Kartoffeln per 100 Piund rnagnnin bonuin 3,50—4,00, Dnbersche 3,25—3,75. Rosen 0,00, weiße 3,25—8,50, Salntlartoffeln 0,00. Spinat per 100 Pfimd 4—10; Karotten per 100 Pfund 0,00, Sellerie, hiesige, per Schock 10,00—25,00, dö. pMnmcrfche O,0O. Zwiebeln große, per 100 Pfund 0,00, do. kleine 3,50—4,00, do. hiesige(Perl-) 0,00, Charlotten 0,00. Petersilie, grün. SchockvuNd 0,80—1,00. Kohlrabi Schock 2,50—4. Rittig, bayr., neue Stück 0,12—0,16. Mohrrüben pr. 100 Pfd. 7,09, Tettowcr Rüben der 100 Pfd. 0,Oo. Weiße Rüben, große 0,00, kleine 0,00. Rote Rüben 0,00. Blumenkohl, holländischer per Kops 0,30—0,40. Kohlrüben per Schock 2,00—5,00. Wirsingkohl holländ.> der Schock 0,OO. Notkohl Holland., per Schock 0,00, Weißkohl, dän. per 100 Psd. 1,00—3,00. Rosenkobl per 100 Pfd. 0,00. Sprulkohl per 100 Psund 00—00. Rhabarber 100 Bund 1,00—4,50, Bergedorfer per 100 Bund 0,00—0,00. Morcheln per Psd. 0,40. Sandmorcheln per 100 Psd. 0,00. Waldmeister per Wandel 0,30—0,45. Radieschen per Schock 0,50—1,00. Salat per Schock 0,75— 1,25, Spargel 100 Psd. 10—50, do. Braunschlvelaer 10—55, d». Beelitzer la 45—55, do. Beelitzer IIa 30—42, do. Beelitzer lila 15—30, do. unsortiert 0,00. Birnen, austrat., in Kisten pon 20 Kg. Kiste 18—20, ital. OM Slepsel, Per 100 Pfd.. hiesige 8-20, Tiroler. Kiste 0,00». Caiville, Kiste 0,00, Australier in Kisten 10—22, Ital. ip Kisteit 5,00—20,00» extra 15,00 bis 26.00. Zitronen, Messing, 300 Stück 9.00— 10.50, 360 Stück 9,00-10.50, 200 Stück 6,00-12,00» Apsrisineii, Jckssa, per Kiste 0.00, Murcia 200er Kiste 0,00, do, 300er 7-10» Balenria 420er Kiste 10,00-25,00, do. 714 er 22-26,00, Meisina, 100er 4-0.00, 150er 5-8,00, 1 200er 7,50—12,50, 300er 0,00» Blut- 80 er 7-7,50, LOOer 13—14; 100er 5,50—9,00, 161 er 8-13,00, do. 150 er 7»L0, Sszialdemokratise&.lfalilyefeiD des 6. M\m Wahlkreises. TodoS-Ättzeige. ?sin 24. d. M. verstarb unser Mitglied» der Schlaffer Albert Mailer (RuppiNerstr. 30.) Ehre seinem Rndenken l Die Beerdigung sinbet.am Montag, den 27. d. Mts.» nach- mittags 3'/, Uhr, aus dem Friedhos der Friedensgemeinde In Nordend stall. Ilm zahlreich« Beteiligung ersucht 249/13 Der Vorstand. T«»lv«-�nir.riKv. Donnerslag, 23. Mai, 110, Uhr. starb nach kurzem, ichwcrem Lei- den an Gehirnschiagstuß im vollendeten 65, Lebensjahre unser lieber Pater, Schwiegervater und Großvater, der Arbeiter Dsme! Matthes. Die Beerdigung sindet am Man- tag, den 27, Mai» nachm. 5 Uhr, pon der Leichenhalle des neuen Jalobi-Kirchhoses, Hermannstraße» aus statt. Die Iraueniden Hinterbliebenen «sei Kalllies u. Frau nebst Kindern. kilod. Matldos u. Frau nebst Sohn. Itlxdorf. Todcs-Auzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosjer «III, Kneist (10. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Slndenkc»! _ Die Beerdigung ffindet am Sonntag, den 26. Mai» nach« mittags 4 Uhr, in Lindenau bei Neustadt a. D. statt. 232/18 Dill Mitgliedern zur Nachricht, daß iutscr Mitglied, der Arbeiter Dante! Matthes (9. Bejirh verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet am Montagnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes(Hermannstr.) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232(17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Bcrwaltttugssielle Berlin. Todcs-Anccige. Den Kollegen zur Nachricht» daß unser Mitglied» der Arbeiter Georg Wewezer am 23. d. SR. gestorben ist. Ehte seinem Andenken! Die Beerdigung sindtzt am Sonntag, den 26. Mal» nach- mittags 3 Uhr, voit der Leichen- halle des EmManS-Kirchhofes in Stixdorj, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 119/9 Die OrtSYerwallung. Verband der Kürschner Berlins and Umgegend. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied .Joseph Kovacs am 17. Mai nach viertägigem Krankenlager im Alter von 29 Jahren an Lungenleiden ver- starben ist. Leider hallen wir svon seinem schnellen Hinscheiden keine Kenntnis erhalten, um ihm die letzte Ehre erweisen zu tonnen. Sein treueS Verhalten der Organtsltlton gegenüber werden wir in ehrendem Andenken behalten. �_. 102/10 Der Vorstand. Am 23. d. MtS. verstarb plötzlich infolge eines Herzschlages unser j Kollege Serr W» ÖStfe Wir verlieren in dem Dahisi- geschiedenen einen liebem treuen Kollegen, dem wir stets ein ehreN- des Gedenken bewahren werden. Dtc Beamten 274/12 der HU örtskrankeiikasse {J-vereiMGewerlielietrielie Ml I Freie Turnerschaft Rixdorf-Britz. Allen Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unsere Tuntschwester Hella Heller verstorben ist. Die Beerdigung sindet Montag nachmittags 4 Uhr vom neuen RIxdorser Kirchhos aus statt. Versammlung beim TUrttgenoffen Mierich, Hermannstraße; Um rege Beteiligung bittet Bor Verstand. ior-.l Di« Beerdigung unseres am | 23. d. M. verstorbenen Mitgliedes P> sindet am Montag, den 27, Mal, nachmittags 30, Uhr, von der Leichenhalle des EmMaus-Kirch- hoses aus statt, 290,16 Paul Schlecht Für die vielen 5. beim Dahinscheiden meines Mannes, des Tischlers en lieben 838b Ujideim Nowakowitz allen Freunden und Bekannten, ins- besondere dein Wahlverein des 2, Ber- liner Wahlkreises und dem Deutschen Hvlzarbeiteiverbnnd, sowie dem Per« sonal der Firma Riese u. Co. und der Firma Derbe unseren besten Dank, Tie trauernden Hinterbliebenen. Für dir vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben uUbergeß- lichen Frau pauiilne Schmidt sage ich allen meinen herzlichsten Dank. /Uboel Scbmillt, Khfshäuferstr, 28. Die Harnleiden Ihre Oefahren, Verbütung und Beseitigung von Dr. med. Hchaper, BERLIN- Preis 1 Mark. ■«es Cousenb> Tod Mi Teufel allem Ungeziefer! Ueickels zpeZiai-MlltKi töten unfehlbar Wanzen, Schwaben und jede Brat. Verstärktes„Wanzenflnid" Flasche 30 Pf., Ir—, ü,—, 3,—, Ltr. 5,—. Spezia!- Schwabenpulver„Poudre Martlal" 56 Pf., 1, 2,—, Pfd.4,—. teprühapparate 50 Pf. Anerkennungen aus aller Welt. Man nehme in den Drogerien nur die echten Originalpackungen mit Tod u. Teufel. Die einzige Garantie für Erlolg! ßllo Reichel, Ähnsir"; Lieferant liir Armee und Marine. Fernspr. fl. IV 4751, 4752. 4753. Uerlln� lb?!. 4,llckressstr. 23 Brunoenstr. 95 Bensselstr.67 Lelprigerstr. r 54-53. ) Verkauf In � � FibrlkjeWueen. Grösst. Spezial-Geschäft Kinderwagen I Eisenbettstellen Kindermöbel jKorbwaren etc. lOOOMarkÄÄtln «röftetes Special Geschäft' »Belohnung 1 a.—« auXt— Imjb m /• l,.rr A 1 a 1 tieschaft in der vi v � Branche als das meiuigo nachweist. B Katalog gratis. I Landpartie-, Verein»-Vertosungs- Gegenstände, Lampions, PaplermBtzen, Radau- Instrument« in hötvorr. Auswahl. AuGorge wohnlich billig z. B.: trunKpnrcntu\ Dutzend Stocklatcrncn 1 45 Pf.* Bernhard Kellich« QrGSt. Spielwaren- Gesch. Dtschl. artHamburgerstr, 21—23, Ecke Oranlenburgerstr. 19 Schaüf- Terrasseu-Bestaurant Keuer Krug a. d. ßherspree — Bahnstation Wilhelmshaven.— Mache bi« geehrten Vereine, Gewerkschaften, Fabriken aus mein Wilhelm Müller. Fernspr. Amt Erkner No. 8t. „Segler-Schloß"- Hankels Ablage. Bahnstation Zeuthen. Besitzer: W. Hcinrtch. Zur bevorstehenden Sommersaison halte ich mich werten Vereinen, Fabriken, Schulen usw. bei Zusicherung ausmerlsamster Bedienung bestens empfohlen.— 3 neue Säle und Hollen.— Schöne Spielplätze.— Badeanstalt.— Boote und BelnstiguNgen aller Art. .' W. I 39978» Hochachtungsvoll Heinrich. Carl Keller5 Neue Philharmonie Köpnickerstraße 96—97. 4951L» Empfehle meine 10 Shle, 50 bis 2000 Pfersonen fassfehd, zu Ver- L« Sammlungen, Sommerfesten und anderen Vereinsvergnügungeu Im herrlichen Naturgarten: SonHftCf'VArtete. Täglich abends yy, n.r= Großes Konzert und SpeztaSitätensVorstellungen mit reichhaltig abwechselndem Programm Bei ttngiinsliger Witterung flmlen die Vorstellungen im Saale statt. Im Mo amlftkrctt wir uns? Krug zum grünen Kranze Ober-Schönevveide, Waldstraße n. 50228* Küche und Keller vorzüglich K rnst HHIlIch. Hosen in größter Auswahl/ Robert Bohn BERLIK, N., Invalldenstr. 135.] Großes Lager ferfiger , Herren-ti. Knabeh-j Gardcrobea. MaBabtellung f. Etage. ed gros Zigarren La detail Rob.Drcscber.Blankenfeldest. 8 Heues PaFzeüieriitigs-TErrain am[49408» Kllhllhüf S'dilOltlfl a. b. Straße nach Biedvorf 7 Minuten ab BahNhos beginnend, schönste Hochwald- u. Laudparzelleu 19 �lark SN. iRiiiistigste ZahlungSbedinauNgen, Berkäuser im Sonnenbad Neu- Sabowa und im Restaurant Götze, Kaulsdors. 5007L� WmMk& Nitscbe, Besitzer, Landsbergerstraße 66. ZeksiUZrZ ksseUsskastsksus, Fedtn Sonntag:«raVOr Ball» Herren 50 Ps. Dame» 25 Pf. DW?- Säle, Vereinszimmer sind zu Festlichkeiten zu kulanten Be- dtnguügrn zu vergeben. 90bb m Tillale 3. Tränkel 179 Billige Java=Einlage——- iG Umblätter-Decken 119 Brunnenstraße ilS Reichers Truchfsyrup-Sxtrahte das volle Aroma frischer Früchte enthaltend, In Himfoeer, Kirsch, Erdbecr, Zitronen, Johannisbeer, Ananas, Orangen(Apfelsinen), Lemon, Squash, Limetta, Qrenadlne(französ. Art) etc. Eine Fl. fflr 75 Pf. gibt 5 Pfd. Limonadesyrup, deffen reiner nUlsirlicher Fruchtgeschmack Billigkeit überrascht;. vioit ti» Udd tertig aul etWi und Ein Pfund stellt etwa 25 Pi. Köstlich zu Brause- und anderen Umouaden sowie als Saucen zu Baddlags,(Speisen zc. kKnm Versuch'f, Flasche 40 Pf. Berühmte OHQiUal�HStettSl'SSSStt�ßtl, keine Kunstpradukta, eonderil n a t U r 1 1 C h 8 DetMllate Und Extrakte. Nachweislich Beste, Bewfthrleste rn im öebläueh Billigste zur Selbstbereitrmg von C'ognuc, ituui ü, sämtlluhen Likökan. In Hunderttausenden Haushaltungen im Gebrauch. Otto BeichoB, ßgriin SO,, kiZßiijllililiztj'. 4, Größte Spertalfahrik Ddutschiniids. „Die Destillierung im HausHall"; Wertvolles iöustr. Rezepibuch gratis. Niederlagen In den durost meine klladerlags-Sediilier keontlioben Drogerien ote. Wo nicht erhälsiich, Bersand ab Fabrik. Fcnisprcch- Ansclilüsse IV, 4751, 4752, 4753. 09" Um vor NacHdhmungen geschülzl tu sein, nasttna man nur Relchel-BssciiBcn mit deM„r.Jcbtlieras". J. Baer Bki!lS(l.20, Prinz.-Allei Herroh- und Knaben- Moden. Berufskleidung, jPaleiots u, Havelocks. Großes Lager sin- und ausländischer 'Stoffe zur Anferligung nach MaB.* Allerbilllgste, streng feile Preise. Die beste Erflndungr der Neuzeit! '/sind Oktls Corset-Schutzstangrerl. Sie verdoppeln die Haltbarkeit des Corsetegt verschönern die Taille, geben gerade Haltung und schützen vor Bruch der Einlagen Im Corset. Sie sind aus rostfreiem 1 ZalroifJ gefertigt, die beste Qualität die 1 es gibt.— Der Preis hierfür Ist gering.— Nur mit � L dem Namen„Oktla" versehene Sohutzstangen gewähren die Qnrantle für obige Vorzüge.— Zu erhalten In allen grösseren Corset-j Oesohäften und verwandten.� diso � Brgnohan.' �' >/ ' ÜF.'.•• T ■■■'. As GnmMreter llir öeutstbaiiil md die Sein Levinger Felbel, Frankiert a. M. Wichtig«ar Reise- u. Badesaison! Um total zu räumen verkaufe zu jedem annehmbaren Preis: Kolossale Posten, reichste Auswahl, selbst tür allerstftrkste Figuren Reise-Mäntel fl. Pelerinen 1% lso � es m. Reise-Kleider Kammgvo™ 10 ws 88 m. Reise-Roeke wuebeenglisoheQ prachtTOlla von 680 48 m. Reise-Gunniii-Mäntel n. Pelerinen, Fabrikate von jg m.»n Kostüme, Jacketts, Blusen, Röcke, Tafffmäntel, Sfaubmänfcl, Capes, Liftboys etc., hocheleg., schick, mit nur besten Zutaten, modernste Stoffe. Tallor made Abteilung in�irienrrM�ExtvnrubaitjrJJt�j�n�nJöa� Serie 1. 1 B-| 3. 1 4. flüh. bis M. 22- M. 43,-1 M. 55,- M. 82,— fetat Kl. 6,26 M. 11,60,51. lö.-jM.«5,- ] 5. M. 120 urmv 6. M. 168„8*. Großes Tranermagazin M, 48,60 Huüptgesch.: W. MOtaStT. 8?ll _ an den KdldiinadCn. 81 FU': 0 � Frankfiulerstr. 118 an der Andreasstr. 2. Feiertag geöffnet von 8—10, 12—2 Uhr. Engroshaus Heinrich Frsnck Verli». ST., Briinuenftr. 185 =Außfiror(ientlicii lfillig- Besictitip Sie bitls soiortt in Ihrom nilMim Infppom I in iiireni epen Interesse! Sumatra-Dcch iiiisgespr. hell u. teiilstili. Uollbl., tlidtll. Dmid nur 351) Mg. ver;. Ksü'FÄmK > Bavuu» Xo. 5«30 u 1.50 verzollt, feine milde Oimlität, besonders billig. W. Berinauii Alliier, j Berlin. Magozinstr. 14. Snglischen Unterricht, einzeln und im Zirkel, erteilt 36378* Gertrud Swienty, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Anerkannt reellste Bezugsquelle Iflr ShlidB und Tepiehe Prachtstücke 4,85, 6, 10, 80 bis 800 A., Oardlnen, Portieren, lllUhctstolfc, Steppdecken, Tiillbctt- deefeen etc. Berlin Süd. Seil 1882 »p Orwieflstr. 158. unterhält« nirgends Filialen! Praeht-Ratalog (ob. 600 Illustrationen künstlerisch ausgestattet) gratis und franko._ Weitere Erfolge, erzielt durch Apotheker A. W. K.umbier's unveränderlichen, dazu sehr billigen „Berliner Stahlbrnnnen 99 LerlinM.NsrienZlr.Z0. Ein Heilmitiel ersten Ranges Goldene Medaille Berlin 1896. Ersatz fUr Badereise! Von Aerzten Tieliach verordnet. Prospekte gratis und franko. gegen Rlutarmnt, Bleichsucht, Nervenleiden aller Art, Schwäche, Kopfschmerz, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Magen-, I.eber-, Gallenstein-, Nieren-, Barm- j u. Blasenleiden selbst allerschwerster Art, Abmagerung, Hals-, Kehlkopf- u. Liuftröhren-Verschleimung, Rhenmatismas, Gicht, Ischias, Skrofeln, Brosen anschwellungen, leichten Enngcnkatarrh, Atembeschwerden(Asthmal, Schlaflosigkeit, Lähmungen, Rnckenmarkslciden, unreines Blut, Flechten, Fettleibigkeit, Herzverfettung, Sterilität, IJnterleibsIeiden aller Art, Leiden der Wechseljahre, Hysterie, Epilepsie, Menstruationsstörung, . Schwächezustände, Verkalkung des Blutes, Sluckerkrankheit., Die Trinkkur kann jederzeit, auch im Winter, ohne Berufsstörung, ohne strenge Diät und ohne besondere Brunnenpromenade vorgenommen werden. Sendung ist frisch präpariert!"W Zuschriften werden umgehend beantwortet.' Im Elsen Ist etwas Göttliches enthalten. Dr. Boerhave. Preis für Berlin i Füllung von 30 Fl. M. 10 prän.(abonnementsweise). Fortsetzunsr im Anschluss M. 8. Für zwei Personen in einer Familie 60 Fl. M. 18. Fortsetzung' im Auschluss M. 15, 1 Zustellung der Flaschen einzeln, wenn nicht zu weit, frei Haus, volle Flasche hin, leere zurück. Nach den näheren Vororten liefere zu demselben Preise frei Haus gleich 30 Fl. zuzüglich 10 Pf. Pfand pro Flasche. Nach auswart!« Kiste mit 30 FL frei zur Bahn M. 15, 2 Kisten zugleich M. 28, gegen Einsendung oder Nachnahme des Betrages. Bei Fortsetzung: im Ansclilass 1 Kiste M. 13. Kiste u. Flaschen frankiert 1 zurückgesandt, werden mit 51. 4 angenommen. Analyse: Natriumchlorid 1.202, Natriumsullat 2.920, Kaliurnsulfat 0.172, Magnesiumsulfat 1.160, Mangansulfat 0,14, Hisencarbonat 2.197 in 10,000 Teilen. Atteste und Dankschreiben. Wir beselielnlf en dem Herrn Apotheker A. W. Knmbler In Kembergr» dass die Revisionen der dortigen Apotheke wahrend seines Besitzes stets ein recht glinstlgres nnd zn- trledenstelleudes Resultat ergeben haben. Revisionsbeseheid: Ans den Bevisionsverhandlung:en haben wir jgernc ersehen, dass Sie ernstlich bemttlit gewesen sind, so manche Mangel der dortlgren Apotheke, welchesegrenlhreVorgrangrcr moniert werden nmssten, abzustellen. Auch haben uns die Revisionen die Ueberzeagrunjg verschafft, dass Sic Ihrem Berufe mit lobenswertem Eifer, Sachkenntnis nnd Plllchttrene obliegren. Htfnlffllche Regierung, Abteilung des Innern, gen. v. Krosigk. üferseburg, den 4. Juni 1870. Herr Dr. med. Ed. Relob, Kiel, Mitglied von Akademien und gelehrten Oesell- eohaften, schreibt in seinem ausführlichen Gutachten u. a.: In so vielen Fällen werden die Präparate des Eisens in Form von Pulvern, Pillen usw. verschrieben. Dieselben zeigen oft genug keine Wirkung, weit das darin enthaltene Elten unlöslich in den Verdauungssäften ist Daher nimmt es keinen Augenblick Wunder, dass viele Kranke, welche mit den gewöhnlichen Eisen- Pulvern, Elsen-Pillen usw. schlechte Erfahrungen machten, bei Gebrauch des „Berliner Stahlbrunneo" durchaus ihre Rechnung fanden, denn das darin enthaltene Elsen befindet sioh Im Zustande vollkommener Lösung und ist den Verdauungsorganen des Renschen durchaus angepasst. Es ist daher dem Berliner Fabrikat, dem wirklich grössere Bedeutung zukommt und dem darum auch eine gute Zukunft leuchtet, dem aus Badeorten versandten Brunnen unbedingt vorzuziehen, weil es seine chemische Zusammensetzung unverändert beibehält während letztere Hauptbestandteile bald nach der Füllung In die Flaschen ausscheiden und dadurch mehr oder weniger an Wirksamkeit vertieren. Das Kumbier'sche Erzeugnis ist auch lange haltbar und von weit billigerem FTelse als die von den Brunnenorten aus versandten Mineralwasser, und dieser Umstand dürfte auch zu seinem Vorteile sprechen. In der Tat, der Stahlbrunnen des Herrn A. W. Kambier verdient es, herzlich willkommen gehelssen, allgemein empfohlen und den natOrllohen. In Flaschen und Krügen zum Versand nach auswärts gelangenden Hineralwiseern vorgezogen zu werden. Sehr geehrter Herr Kumbierl Es drängt mich Ihnen mitzuteilen, dass mir Ihr„Berliner Stahlbrunnen'*, von dem ich 60 Fl. getrunken Tiabc, ausgezeichnete Dienste geleistet hat loh bin Jetzt 64 Jahre alt und leide schon 30 Jahre an einem bösen Bronchial- katarrh, zu desseu Heilung loh alle Jahre In verschiedenen Bädern sogar 7 Winter in San Bemo In Italien war. Dies hat ja immer etwas geholfen. Ich wurde dann Öfter schwer krank und bekam Immer sehr schwer Luft wovon ich mich sehr schwer erholte. Im Herbst 1905 bekam ich nun ein schweres Asthma, so dass ich, wenn ich mich nur bückte, keine Luft bekommen konnte. Da hörte ich von Ihrem Stahlbrunnen und I beschloss damit einen Versuch zu machen, loh kann Ihnen nun nicht genug danken für die Wirkung desselben, denn mein Asthma ist gänzlich gehoben und ich fühle mich um 10 Jahre Jünger. Augenblicklich etwas erkältet, da ich beim Gehen sehr leicht schwitze, habe ich Schnupfen und wieder Husten, aber merkwürdig ist, dass Ich dabei gar keine Atembeschwerden und Angst bekomme, woran loh sonst so furchtbar zu leiden hatte, diesmal gar nicht und der Schnupfen verliert sich bereits | wieder. Ich kann daher Ihren Stahlbrunnen allen ähnlich leidenden Menschen nur aufs wärmste empfehlen; mich hat derselbe wieder Jung gemacht Zugleich bitte | wieder um eine Sendung. Mit vielem Dank und hochachtungsvollem Qruss Ihr W. Alex, Rentier und Eigentümer. Schlachtensce, Viktoriastr. 71, d. 1. 2. 06. über Nacht heftige Stiche in der Herzgegend auf und beängstigende Beklemmungen In der Brust bis zum Rücken hin brachten meine Frau der Verzweiflung nahe. Als sich mein« Frau dann gar Mutter fühlte, wurde ihr Zustand geradezu hoffnungslos. Von Tag zu Tag musste sie mehr leiden an Rückenschmerzen, Herzstichen, Beklemmungen und Schwangerschaftsbeschwerden. Da wurde ich auf Ihren Stahlbrunnen aufmerksam, wir bezogen eine Sendung, und ich kann nur bezeugen, dass die Wirkung desssiben unsere Erwartungen weit, weit übertreffen hat Schon nach I4tttgigem Gebrauch Hessen die Schmerzen ganz nach, auch die Schwangerschaftsbesohwerden. Dagegen entwickelte sich ein prachtvoller Appetit meine Frau wurde wieder froh, hejter und frisch und gab dann einem Knaben das Leben, der, wie ich sagen möchte, von Gesundheit strotzt Nach der Entbindung hat meine Frau, die das Kind selbst nährt, den Stahlbrunnen weiter getrunken und beiden bekommt er vorzüglich. — Ich kann daher allen in gleicher Lage sich Befindenden Ihren Stahlbrunncn nur warm empfehlen. Derselbe wirkt offenbar auf die Unterleibsorgane der Frauen und Mädchen ganz besonders günstig; viele Frauen würden sich bei Gebrauch des Stahlbrunnens infolge der günstigen Einwirkung auf die Blutbildung, wohler, glücklicher, zufriedener fühlen, zumal sich derselbe gut nimmt, von gutem Geschmack ist und besonders bleichsüchtige, von Blutarmut nervös gewordene Personen scheinen denselben mit wahrem Heisshunger zu trinken. Indem ich hoffe, manchem Kollegen, deren leidenden Frauen oder auch anderen Familien damit einen Dienst zu erweisen, gebe ich Ihnen diesen wahrheitsgetreuen Bericht und gestatte Ihnen gern, dies Schreiben mit zum Abdruck zu bringen. Mit herzlichem Dank hochachtungsvoll Ihr ergebener H. Reckeweg:, Herford i. W- den 10. 7.05. Lehrer. Sehr geehrter Herr Kumbier! Wie Sie sich erinnern werden, hat meine Frau Ihren„Berliner Stahl- | hrunnen- wiederholt getrunken, nachdem ihr derselbe vor mehreren Jahren so vor- j zügliohe Dienste geleistet hat. Da meine Frau denselben auch während des Stillens 2 Kinder seitdem .----------,------------------ löste zu senden unter Abrechnung einer Kiste mit leeren Flaschen, die ich demnächst | zurücksende. Jetzt Dornhennersdorf b. Hirschfeldt i. S.. den 10. 7. 05. Hochachtungsvoll G. Schedeck, Lehrer. Sehr geehrter Herr Kumbierl Ueber die Uberaus günstige Wirkung Ihres„Berliner Stahlbrunnen" freut es mich, Ihnen nachstehend näheres berichten zu können. Schon als Braut war meine Frau sehr bleichsüchtig; bald nach der Verhei- | ratung aber wurde ihr Zustand geradezu bedenklich. Infolge arger Blutarmut traten Sehr geehrter Herr Kumbierl Indem Ich Sie bitte, für meine Frau wieder 30 Fl. von Ihrem vorzüglichen Stahlbrunnen zu senden, kann ich Ihnen über die Wirkung desselben nur Lobenswertes sagen. Schon als Mädchen litt meine jetzt 27 Jahre alte Frau an Bleichsucht, und während unserer 3 jährigen Verheiratung war sie stets blutarm, fühlte sich matt, schwach, angegriffen, hatte oft Schwindelanfätie, Kopfsohmerzen und war miss- gestimml, der Appetit war schlecht, Stuhlgang unregelmässig, die Menstruation trat bald nach 14 Tagen, bald nach 5 bis 6 Wochen wieder ein und Immer verbunden mit gräss- llchon Kopfschmerzen, so dass sie meist liegen musste. Nach dem Gebrauch Ihres Stahlbrunnens ist sie nun zu meiner grössten Freude wie umgewandelt Sie hat ein lutes Aussehen, fühlt sich durchaus wohl, ist arbeitslustig, Ja Im ganzen von freudiger Itimmung, während sie vordem ofl des Lebens überdrüssig war; sie hat den schönsten Appetit, geregelten Stuhlgang, und die Menses treten nicht nur regelmässig alle 4 Wochen ein, sondern auch ohne Irgend welche Beschwerden. Vielen Dank für diese schöne Wirkung 1 Die Wiederholung der Kur soll zur Befestigung des Wohlbefindens dienen. . Hoch achtungsvoll zeichne Berlin, Qeorgenkirchstrasse 46, den 7. 7. 03. E. Prinz u. Frau. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäss, dass Ihr„Berliner Stahlbrunnen" bei meinem schweren Lober- u. Gallensteinleiden wahrhaft überraschende Erfolge hervorgebracht hat— Vor etwa 10 Jahren erkrankte ich an Qallenstolnkclik derart, dass ich zeitweise täglich mit den grässlichsten Schmerzen verbundene heftige Krampfanfälle bekam. Meine Farbe war erdfahl mit dunklen Schatten unter den Augen, dazu trat Gelbsucht hinzu, so dass das Weisse im Auge gelb war. Die Behandlung mehrerer Aerzto nacheinander brachte mir keine Hülfe, nur Linderung auf kurze Zeit auch im Krankenhause erzielte ich solche nicht Eine Operation sollte das einzige sein, das mir helfen könne. Da mir aber ein sicherer Fortfall der unerträglichen Schmerzen auch nicht in Aussicht gestellt wurde, sah ich von der Operation ab und unternahm eine Kur mit Ihrem Stahlbrunncn, der mir von anderen LeidensgeÄhrten warm empfohlen wurde, weil er ihnen grosse Erfolge gebracht hatte. Ich trank nun 4 Monate hintereinander Ihren Stahlbrunnen, er bekam mir vorzüglich, Ich konnte wieder essen, verdaute wieder gut, kam wieder zu Kräften, die Schmerzen Hessen nach, die Anfälle wurden seltener, auch weniger schwer und nach etwa 6 Wochen blieben dieselben ganz fort. Mein Aussehen wurde wieder ein gutes und ich fühlte mich seitdem ganz wohl; ich habe bis heute keine Anfälle mehr gehabt, wozu ich jedoch bemerke, dass ich, um eine Wiederkehr zu verhüten, Ihrem Rate folgend, die Kur etwa alle 2 Jahre mit 60 Fl. wiederholt habe. Mein Alter ist jetzt über 50 Jahre. Nach diesen Erfolgen kann ich Ihren Stahlbrunncn allen ähnlich Leidenden nur warm empfehlen und gebe Gott, dass noch recht viele leidende Menschen durch den Gebrauch desselben ihre Gesundheit wieder erlangen, wie ich. Ihre Ihnen sehr dankbare Berlin, Christburgerstr. 23, d. 25. 2. 03. Frau Agnes Finster. Geehrter Herr Kumbierl Es drängt mich, Ihnen zu sagen, welche guten Erfolge ich durch den Gebrauch Ihres Stahlbrunnens gehabt habe. Ich litt seit 4 Jahren an nervösen Krankheitserscheinungen schwerster Art, hauptsächlich an Magen- und Unterleibsbeschwerden; ich habe jahrelang nur von fiUssiaer Ketten I Eettfeder» ßcttstcllcn Hlndcmaficn das Pfund von 55 Pf. bis zu 6 M. das Stuck von 5 M. bis zu 300 M. Ä Sfhnnprf i* o(Eckhaus Heinrichsplatz). Zweiies Gdchäfi: Gleditschstr. 49(am Winterfeldtplatz). loerb. tu. b. ilUejten v. Betitelt Sommersprossen - 1 obSw« Herba-Seife. Zu haben IN allen Bpoth., Droz. u. Varf. p. St. 50 Pfg. u. 1 Mk. ■4J61L» Phänomen- Nach Egyptischer Art hergestellt. 8, 4 u. 5 Pf. das Stück. Zlgaretten-Pabrlk„1VAMKOBI". LUrerani der Konsum-Censssenschaf! Berlin und amgegeatl----- � vieles Berliner n. durger Konsum- A W Vereins* 1 fiifA Schneiderei« �& Berliner" Genossenschaft G. m. b. H Koffmtno Brunnensir. 185 %/%/ � �Gogp. won organisierten Schneider-Gehlilfen t-lb Berlins «ie unserer«aren folgt in eigenen Betriebswerk-�� �>v Stätten unter den vom Sehneider-�� Verband testgeseizten Bedingungen Singer A 75,00, •B, versenkbar, 105,00 Bobbin, Adler etc. 12,00, 15,00, 18,00 bis 90,00. 1 WM. Kleiststrasse 21, am Wittenbergplatz. Bellcalllancest. 107 HaUeschcs Tor. ChansseestrasHe 80, an der Boyenstrasse. Frankfartersitr. 115, an der Andreasstrasse. Ornitienstrasee 31, an der Adalbertsirasse. Bensselsttrasise 18, an der Turmstrasse. Invalldenstr. 160, an der Brunnenstrasse. Brnnnentrtrasse 92, an der Rügenerstrasse. Auf Wunsch gröS. Reter zahlnngen bei festen Kassa-Preisen für Näh-Maschinen mon. v. 4,00 an. Nahrung gelebt, die Annahme von fester Speise wurde mir zur Unmöglichkeit durch I unüberwindlichen Widerwillen und nachfolgends Schmerzen und Beklemmungen. Die i Folge davon war, dass ich gänzlich abgemagert war und mich so schwach fühlte, dass ich mich nur mit Mühe aufrecht erhalten konnte und im Freien nur mit zitternden Knien; eine ganz kurze Strecke gehen konnte. Mehrere Ärzte, darunter zwei Spezialärzte für Magen- und Darmkrankheiten, erklärten mein Leiden für nervöses Magenleides,! aber alle dagegen angewandten Mittel halfen nicht; den Rat, recht kräftig und viel! zu essen, konnte ich nicht befolgen, weil der blosse Gedanke an Speiseaufnahme i mir schon eine Qual war. Da wurde ich von einer Verwandten auf Ihren Stahl- i hrunnen aufmerksam gemacht und nachdem ich 60 Fl. davon getrunken, stellte j sich wieder natürlicher Appetit ein, ich wurde kräftiger und munterer und kann bereits leichtere Arbeiten in meiner Wirtschaft verrichten. Mein Aussehen ist ein so| auffallend besseres, dass alle Bekannten mich erstaunt fragen, womit ich das zu Wege gebracht habe. Ich denke nach einiger Zeit noch weitere 60 Fl. zu trinken, um weitere Fortschritte auf dem Wege zur völligen Gesundheit zu machen und auch| meine 13 jährige Tochter, welche bleichsüchtig und schwach ist, soll den Brunnen' trinken. Ihre von Herzen dankbare Berlin, Mühlenstr. 59 a, den 20. 2. 03. Frau Kemnitz. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ueber die Kur, welche meine Frau mit Ihrem„Berliner Stahlbninnen" vor- I genommen hat, kann ich Ihnen mitteilen, dass derselbe ausserordentlich geholfen| hat, wofür ich Ihnen meinen besten Dank sage. Meine Frau litt seit einem Jahre an einem schweren Magenleiden, an Hagen- 1 geschwüren mit Krebsbildung. Wir hatten 7 Aerzte, darunter auch sogenannte| Heilkünstler, ausserdem verschiedene Mittel, die in den Zeitungen angepriesen wurden, aber alles war vergebens. Das Körpergewicht meiner Frau ging dabei| herunter von 164 Ptund auf Ol Pfund, sämtliche Speisen, auch die leichtverdaulichsten, wurden nicht mehr vertragen. Dann bestellte ich im vor. Sommer 30 Fl. von Ihrem[ „Berliner Stahlbrunnen*4 und schon vom ersten Tage an stellte eich ruhiger Schlaf j ein, bei der 10. Flasche hörte das Erbrechen vollständig auf und nach Verbrauch der 30. Flasche(in 60-70 Tagen) hatte meine Frau bereits 20 Pfund an Gewicht wieder| zugenommen. Oer Appetit hatte sich nach der Kur derart gesteigert, dass sie Jetzt wieder Ihr früheres Gewicht hat. Ich kann daher allen Magenkranken den»Berliner| Stahlbrunnen14 bestens empfehlen. Hochachtungsvoll Neu-Weissensee, Strassburgstr. 22, d. 15. 2. 03. Robert Hafen* Geehrter Herr Kumbierl Vor 2 Jahren wurde ich von einer Krankheit befallen, von welcher der mich behandelnde Arzt selbst zunächst nicht wusste, was mir fehle. Derselbe sagte, von meiner Lunge wäre nur noch eine kleine Spitze da, so dass ich selbst glaubte, loh hätte die Lungensr-hwindsucht und müsste sterben. Da das Leiden trotz der angewandten Mittel Immer schlimmer wurde, gebrauchte Ich zuletzt garnlohte mehr. Da brachte mir ein uns bekannter Herr Ihren Stahlbrunnen, ich gebrauchte denselben und als ich 12 Flaschen davon getrunken hatte, bekam loh nicht allein Appetit, sondern Hunger und gewann nach und nach auch wieder Kräfte. Während ich vordem so krank war, dass mir der Arzt das Leben schon abgesagt hatte, war lob nach Verbrauch von 60 Flaschen ihres Brunnens ganz gesund. Ich habe denselben dann noch weiter getrunken, im ganzen bis jetzt 90 Haschen, da ich auch an Rheumatismus litt, von dem ich ebenfalls dadurch geheilt bin. Ich kann daher allen Leidenden Ihren Stahlbrunnen nur empfehlen, weil er mir selbst so gute Dienste geleistet hat Empfangen Sie hiermit meinen aufrichtigsten Dank. Müh lau, bei Burgstädt I. S. Hochachtungsvoll _ Frau Hartha Seifert* Sehr geehrter Herr Kumbier Y Da ich bei meinem Magen-, Leber-, Gallenstein- und Hämorrhoidalleiden mN dem Gefühl steten Votisseins und arger Nervosität in Folge schlecht« Blutmisdrang mit Ihrem Stahlbrunnen bessere Erfolge erzielte als mit zweimaliger Kur In Kariabad, so bitte ich wiederum um Zusendung von 30 Fl. Zugleich kann ich Ihnen mitteilen, dass Bekannte, denen Ich Ihren Stahlbrunnen empfohlen, ebenfalls guten Erfolg gehabt jiabcn� Hochachtungsvoll Britz b. Berlin. Jol. Scheibe, Spezi al-Schlouerct Im Interesse der vielen Ennfcnleidenden weise leh aoeh darauf hin. dass der Stahlbrunnen, längere Zeit oder anhaltend getrunken, immer aber nnr V« Fl. pro Tag sieb gegen dies Leiden ebenfalls vorzüffileh bewährt, insofern als bei diesen immer zugrlcich blutarmen Personen der Braunen «raten Appetit verschafft, die Verdanung:, Ernährung nid Rlutbildnns fördert und dadurch die ganze Constitutljn kräftigt, meist mit erheblicher Gewichtsaunahmc, was bei liuntrenleiden immer noch das beste Ist. A. W. Kumbier, approb. vcreld. Apotheker. Brennabor Jockey etc., Specialrad, von 65,00 an. ig rär Kinder 7— 60,00, für Erwachsene 8-100,00. Sportwagen 3,50, 6,25—50.06. Die Möbel-Fabrik von Ai Schulz, 5 Reichenbergerstr. 5 empfiehlt Wohnungs-Vinrichtiiiiften von SHO— 10 000 SB. in nur anerkannt gediepener AuMhrimg in jeder Holz- und Stilart sowie auch Polfterware» eigener Fabrikation zu äujzerst billigen Preisen. Streng reelle und gewisjenhaste Be- dienung. Kulante Zahlungen. Tel. Amt IV 6877. ftldMJ» f f e e Mo M • e II mer II laufe ich preiswert sür mich Stoff z. sertigt�mtr einen Herrenanzug, wenn .Herrenanzug? Bei llullwig llngos, ich Stoff habe? lluilwig Engel, Premlauerstr. 23, II, Alexander-Platz. Prenzlauerstr. 23, II, Alexander-Platz, 65egnmbct'1892. Grotzes Stofflager, für SO M.. feinste Zutaten. 2 An- Neueste Muster Aachener Fabrikate, proben, auf Roßhaare, für guten Sitz bekam goldene Medaille. Ein Per- such führt zu dauernder Kundschaft. 3/2« reinwollene Stoffe, Reste von 5 M. au pe» Meter. Spottbillig I II Sbne Zfonfuiwen� II VlSiilGS von HR* an if Kabinetts, 4,80 MI.„ W in snter Ausführung liefert Oscar1 Photograph. 1. Geschäft: PauUStraße 26, 201/17* 2.„ Dresdener Straße 135, 3.„ FriedrichsStraße 91/92, 4.„ Charlottenburg, Nehringstr. 1. Spezialität: Sromsilber-Vergröpenrng bis Mensgröße. erhält joder licatellcr eine Semi-Emallle- «ai cSttaS* Brocho oder Stadel, also ganz nniMonat! GeOffnet von morgens 8 Uhr bis abends O übe. Sonn- und Festtage den ganzen Tag geöflnet. ifaCMiondtäm sdkchcifreUfi Zu beziehen durch die meisten Bierverleger u. Mineralwasserfabrikanten Generalvertrieb! ElllSt IrÖgS!', HO., HÖCllSteStf. 28. verantwortlicher Redakteur; Hans Weber. Berlin. Für d« �ieratentell veranttv.:Th. Glocke, Berlin. Druck u. Vedöä: Borwärti'Vuchdruckerei u. LerlagRmftalt ftad Sing«& Co.. Berlin SW. Nr. 120. 24. Jahrgang. 2. Keiligt des Jotitiiitts" Krim öollisliliitt. Sonntag. 26. Mai 1907. Nrrbandstag der Handels-, Transpott- vvd Verkehrs- arbeiter. Berlin. 25. Mai. Heul, am letzieN Verhandlungstage, ist noch eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. Die Sitzung begann deshalb schon um 7 Uhr morgens. Nach Eröffnung derselben hielt Schumann ein Referat über den Zusammenschluß der Transport- arbeiter Deutschlands. Er führte unter anderem aus: Der Kartellvertrag, welcher zwischen den Verbänden der Trans- Portarbeiter. Eisenbahner, Hafenarbeiter, Seeleute, Maschinisten und Heizer besteht, habe im allgemeinen zur Verhütung von Differenzen unter den kartellierten Verbänden geführt, jedoch kommen hier und da immer noch Differenzen über die Zuständigkeit der einzelnen Verbände in bestimmten Fällen vor. Um das zu verhindern und um ein einheitliches Zufammenarbeiten zu er- möglichen, müsse aus dem Kartellverhältnis der feste Zusammen- schluß der betreffenden Verbände zu einer einheitlichen Organi- sation werden. Um der Verwirklichung dieses Gedankens näher zu kommen, hielten die Vertreter der kartellierten Verbände im September 1306 eine Konferenz ab. Die Teilnehmer der Konferenz waren im Prinzip alle für die Einheitsorganisation, auch die Eisenbahner bezeichneten ihren Anschluß als zweckmäßig. Die Kon- ferenz einigte sich über die Grundlage, auf der die Einheits- Organisation verwirklicht werden kann und formulierte eine Reihe von Vorschlägen, welche der Entscheidung der einzelnen Verbände vorzulegen sind.— Den weiteren Ausführungen des Referenten ist zu entnehmen, daß die Vorschläge der Konferenz in Mitglieder- Versammlungen des Hafenarbeitcrverbandes keine volle Billigung gefunden haben. Einige Punkte der Vorschläge seien bei den Hafenarbeitern auf Widerspruch gestoßen und dadurch werde die notwendige Einheitsorganisation leider in Frage gestellt. Döring- Hamburg, Vorsitzender des Hafenarbeiterverbandes, führte aus: Sein Verband sei keineswegs gegen den Zusammen- schluß, er wünsche vielmehr, daß derselbe sobald wie möglich zu- stände komme, aber es würde ein Hindernis des Zusammen- schlusses sein, wenn derselbe unter keinen anderen Bedingungen erfolgen sollte, als denen, welche die Konferenz aufgestellt habe. Wenn sich ein Teil der betreffenden Verbände auf die Konferenz. beschlüsse festlegen, die Generalversammlung des Hafenarbeiterverbandes aber beschließen sollte, daß sie diesen oder jenen Punkt der Vorschläge nach Lage der Verhältnisse nicht annehmen könne, dann wäre ja die Einigung gescheitert. Um die Einigung nicht zu gefährden, müsse die Möglichkeit einer Verständigung über die Grundlage derselben offen gehalten werden. Müller- Hamburg, Vorsitzender des SeemannsverbandeS, der wegen des Streiks der Seeleute nicht erscheinen kann, hat ein Telegramm gesandt des Inhalts: Der Secmannsverband steht un- berändert auf der Grundlage, welche die Konferenz geschaffen hat. I o ch a d e- Hamburg, Vertreter der Internationalen Trans- portarbeiter-Föderation, erklärte für die Eisenbahner die Bereit- Willigkeit zum Anschluß an die gemeinsame Organisation. K i r s ch n i k- Berlin, Vorsitzender des Verbandes der Maschinisten und Heizer, erklärte, sein Verband halte den Anschluß an die gemeinsame Organisation nicht für zweckmäßig, weil nur ein Teil der Maschinisten und Heizer im Transportgewerbe, die meisten dagegen in anderen Erwerbszweigen beschäftigt sind. Nach einem Schlußwort Schumanns wurde eine von ihm Npfohlenc Resolution angenommen. Sie lautet: Die ständig fortschreitende Konzentration der Arbeitgeber- verbände im Handels- und Transportgewerbe, das Bestreben dieser, die Arbeiterorganisation im weitgehendsten Matze von der Einwirkung auf die Arbeitsverhältnisse zugunsten der Arbeit- nehmer auszuscheiden, bedingt als einzige wirkfame Gegenmaß. regel den festesten und engsten Zusammenschluß der Arbeiter des Handels-, Transport- und Vcrkehrsgcwerbes in einheitlicher Organisation.— Die Generalversammlung erklärt daher einem Zusammenschluß der deutschen Transportarbeiterorganisationen auf der von der Konferenz der Zentralvorstände der Transport- arbeiterverbände in Hamburg vom 7. September 1936 geschaffenen Grundlage zuzustimmen. Nun folgte die Beratung von Anträgen zum Statut. Es lagen deren 246 vor. Sie sind in einer Kommission vorberaten und wurden nun an der Hand der Kommissidnsvorschläge dis- kutiert. Von den durch die Generalversammlung befchlossenen Aenderungen des Statuts sind folgende als die wesentlichsten zu nennen: Der Kürze wegen erhält die Organisation die Bezeichnung: „Deutscher Transportarbeiterverband."— Die bestehende 30 Pf.-Streikfondsmarke wird obligatorisch eingeführt in der Weise, daß jedes Mitglied innerhalb des Quartals mindestens eine Streikfondsmarke zu entnehmen hat. Für jede Marke sind 23 Pf. an die Hauptkasse abzuführen.— Dauernd erwerbsunfähige und solche Mitglieder, welche das 63. Lebensjahr überschritten haben, können sich, sofern sie mindestens 13 Jahre organisiert sind, ihre erworbenen Rechte durch Zahlung eines niedrigeren Wochen- bcitrages sichern. Derselbe beträgt 23 Pf. für männliche, 13 Pf. für weibliche Mitglieder.— Die örtlichen Verwaltungsstellen sind berechtigt, andere resp. höhere als im Statut vorgesehene Unter- stützungssätze zu zahlen und die Mittel hierzu durch Extrabeiträge aufzubringen, wozu jedoch die Zustimmung des Zentralvorstandes erforderlich ist.— Die Bezugsdauer der Arbeitslosenunterstützung wird in allen Klassen um je eine Woche verlängert.— Hat ein Mitglied fünf Jahre hintereinander die volle Unterstützung bezogen, dann beginnt die Berechtigung zum Bezüge weiterer Unterstützung erst wieder nach Entrichtung von 134 Wochenbeiträgen.— Die statutenmäßige Krankenunterstützung wird den weihlichen Mit- gliedern auch während des Wochenbettes gewährt.— Die statutenmäßigen Sätze der Beerdigungsbeihülfe werden in der- fchiedenen Positionen um 6—16 M. erhöht.— Außer den im Statut angegebenen Sätzen der Streikunterstützung kann den ver- heirateten Streikenden ein besonderer Zuschuß für die Frau sowie für die Kinder unter 16 Jahren gezahlt werden und zwar in den drei Beitragsklassen 1 M., 3,76 M., 3,63 M.— Die Verwaltungsstellen von Groß-Berlin scheiden aus dem Gau Hl aus und bilden einen Gau für sich.— Zur Deckung der Kosten der Gauagitation haben die Ortsverwaltungen 6 Pf. pro Vierteljahr und Mitglied an die Hauptkasse abzuführen, den Rest trägt die Hauptkasse.— Generalversammlungen, Kongresse usw. dürfen während der Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeiertage nicht abgehalt»n werden. Nachdem die Statutenberatnng beendet war, wurden eine Reihe anderer Anträge erledigt.— Mit Rücksicht auf die seit Jahren ge- steigerten Lebensmittelpreise usw. ist eine neue Regulierung der Ge- hälter der Verbandsbeamten beantragt. Die Vorschläge einer zur Vorberatung dieser Angelegenheit eingesetzten Kommission wurden nach kurzer Debatte angenommen. Die wesentlichsten Be- stimmungen des Gehaltsregulativs sind: Die Anfangs- aehälter betragen für den Verbandsvorsitzenden 2733 Mark, für die durch die Generalversammlung angestellten Vorstands- Mitglieder und Redakteure 2433 M., für die Vorsitzenden der Reichs- sektionen, Gauvorsteher, Bevollmächtigte, Geschäftsführer, Kassierer, fowie Sekretäre, Abteilungsleiter im Zentralburcau und sonstige diesen gleichgestellte Beamte 2133 M., für alle übrigen 1800 M. Alle Gehälter werden jährlich um 93 M. erhöht und erreichen in 13 Jahren die Höchstgrenze.— Die nächste Generalversammlung findet in München statt.— In den Verbandsvorstand wurden einstimmig wiedergewählt: Erster Vorsitzender Schumann, zweiter Vors. Schultzki, Kassierer Katzler, Redakteur Dreher. Als Vorsitzender des Ausschusses wurde Lüdecke- Magdeburg, als Obmann der Revisionskommission Streitner-Berlin gewählt.— Hieraus erfolgten die Wahlen der Delegierten zum deutschen Gewerkschaftskongreh, zum internationalen Arbeiterkongreß und zuni internationalen Transportarbeiterkongretz. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schlutzreden hielten Stelking-Lübeck, Alpan-Budapest und Schultzki-Berlin. Mit einem Hoch auf den Verband und die Arbeiter- bewegung wurde die Generalversammlung geschlossen. Achte ordentliche Geveralversnmmlmlg des Deutschen Metallarbtiter-Derbandes. (Offizieller Bericht des Verbandsvorstandes.) Vierter Verhandlungstag. Abendsitzung, Auf der Tagesordnung steht der internationale Arbeiterkongreß, der Gewerkschaftskongreß und der internationale Metallarbeiterkongreß. Reichel-Stuttgart: Es kann keinen Zweifel geben, daß wir uns an dem Kongreß beteiligen. Die Fragen der Politik und die gewerkschaftlichen Fragen zu behandeln ist ihre Aufgabe, und zwar nicht nur für unsere Ziele, sondern auch für die Gegenwarts- forderungen. Je besser die Verständigung zwischen beiden Rich- tungen. um so schüeller geht es vorwärts. Die internationalen Bestrebungen haben machtvolle Organisationen zur Voraussetzung. Die Hebung der materiellen Lage der Arbeiterklasse hat großen Einfluß auf das Zusammenwirken. Es ist ausgeschlossen, in allen Ländern der gleichen Taktik zu folgen. Das ist bei der Mai- f e i e r zutage getreten. Die Bestimmung der Taktik mutz der Landesorganisation vorbehalten werden, und im Jnlande mutz die Taktik der Parteien und Gewerkschaften getrennt bleiben. Die Erscheinungen des letzten Jahres setzen für bestimmte Fälle aber eine Verständigung voraus. Es mutz daher eine Verständigung nach all diesen Richtungen hin versucht werden. Es muß un- bedingt ein großes Vertrauen gegenseitig angestrebt werden. Der Standpunkt der praktischen Arbeit mutz dabei besonders gewahrt bleiben. Es ist auch nötig, daß wir mitwirken, wenn Bestrebungen der bürgerlichen Kreise die Frage des Arbeiterschutzes unterstützen. Es mangelt noch außerordentlich nach dieser Richtung. Es muß eine Sammelstelle für das Material gewerkschaftlicher und politischer Natur geschaffen werden. Die Frage der Maifeier steht noch nicht auf der Tagesordnung. Sie kann aber zur Sprache gebracht werden. Unsere Vertretung ist beschränkt. 153 Delegierte entfallen auf alle Gewerkschaften, 22 auf den Metallarbeiter- verband. Die Wahl der Delegation kann nach Vorschlag des An- träges Dortmund geschehen. Der Vorstand schlägt vor, die Wahlen hier auf der Generalversammlung vorzunehmen. Es soll nicht immer in dieser Weise gewählt werden, sondern nur für die beiden internationalen Kongresse. Das Jahr 1337 ist ein Wahljahr und daher war Gelegenheit für die Betätigung der Mitglieder genügend gegeben. Die Generalversammlung kann deswegen direkt wählen, weil es sich nur um einige wenige Mandate handelt. Die Dele- gierten können auch nur die Stellung vertreten, die die General- Versammlung festlegt, von Meinungsverschiedenheiten abgesehen. Der 1., 2. und 3. und 13. Bezirk wählen je einen Delegierten, die anderen Bezirke je 2, außerdem soll noch der Vorstand, Aus- schütz und Redaktion vertreten sein. Für den Kongreß in Brüssel fallen 6 Vertreter der Mitglieder und 1 Vertreter des Vorstandes gewählt werden. Der Sitz der Zentrale für das Sekretariat soll Deutschland bleiben, ferner soll die Frage des Uebertritts inter- national geregelt werden.— Ueber den nächsten Gewerkschafts- kongreß läßt sich heute noch nicht viel sagen. Die Frage der Grenz- streitigkeiten kann zwar nicht restlos beseitigt, aber es kann doch ein gewisser Einfluß ausgeübt werden. Die Schmiede könnten durch eine Vereinigung in eine Organisation schon längst Tarife abgeschlossen haben. Die Art der Wahl auf der Generalver- sammlung stellt nur dar, daß die höchste Instanz ein Recht aus- übt, das ihr zweifellos zusteht. R ö s s i n- Nürnberg spricht gegen die Wahl auf der General- Versammlung aus demokratischen Gründen. Wenn bei anderen Wahlen in 2 Bezirken Fehler gemacht sind, so sollen die anderen Bezirke nicht darunter leiden. Das Interesse der Mitglieder ge- bietet die Wahl in dem Bezirke. F a b e r- Oberstein befürwortet Wahl auf der Generalver- sammlung aus den von Reichel angeführten Gründen. Die ver- fchiedenen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern bedingen eine verschiedene Taktik. Wir sind fchlecht bedient worden, wenn wir Verständigung suchen. Die praktische Arbeit ist dem so oft an unrechter Stelle betonten Idealismus vorzuziehen. Die För- derung der materiellen Interessen der organisierten Arbeiter ist auch auf internationalem Boden zu erstreben. Dißmann- Frankfurt: Die Beteiligung an den Ver- anstaltungen der bürgerlichen Kongresse muß von Fall zu Fall ent- schieden und auf den praktischen Wert geprüft werden. Die praktische Solidarität der Arbeiter der verschiedenen Nationen muh noch betätigt werden. Das beweist der Hafenarbeiterstreik und der bei Seidel u. Naumann. Das Strcikbrccherloch muß verstopft werden. In Sachen der Grenzstrcitigkeiten mutz ein sehr ernstes Wort geredet werden. Die Wahlen sollen durch die gesamte Mitgliedschaft vollzogen werden. Es birgt ein Stück Ungerechtigkeit in sich, die Wahlen auf der Generalversammlung vorzunehmen. P i ch elh a us- Hagen: Reichel hofft die Maifeier zu Fall zu bringen und will das durch die von ihm vorgeschlagene Art der Wahl erzielen. Gebundenes Mandat darf die Delegation nicht haben. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Reichel(Schlußwort): Mit den nationalen Verbänden, von denen ich sprach, find nur unsere modernen Organisationen ge- meint. Es ist nicht ganz richtig, von einer Ungerechtigkeit zu sprechen, weil die Kollegen, die Zeit und Befähigung haben, hier anwesend sind. Die Partei hat in einzelnen Fällen auch nicht direkt wählen lassen. Die Maifeier mag bleiben; aber die schäd- liche Wirkung mutz durch Abänderung der Form vermieden werden. Die Delegierten müssen die Taktik vertreten, die vom Verbandstag festgelegt worden ist. Beschlossen wird, die Wahlen zum Gewerkschaftskongreß und zum internationalen Arbcitcrkongreß von den Mitgliedern vor- nehmen zu lassen. Die Wahlen zum internationalen Metall- arbeiterkongreß sollen auf der Generalversammlung vorgenommen werden. S ch l i ck e- Stuttgart stellt fest, daß die englischen Streik- brecher keine organisierten Arbeiter sind. Haack-Drcsdcn: Die englischen Organisationen haben sich auch Mühe gegeben, die Streikbrecher fernzuhalten. Fünfter Berhanblnngstag. Vormittagssitzung. Das Resultat der Wahl zum internationalen Metallarbeiter- kongreß ist folgendes: Es sind gewählt: S c v c r i n g- Bielefeld, Cohen- Berlin, Brandes- Magdeburg, Dißmann- Frank. furt, I s ch i n g e r- München. Die Statutenberatnng wird fortgesetzt. Der Name deS Verbandes bleibt unverändert. Die Bestimmungen des Statutes sollen für die Mitglieder auch dann bindend sein, wenn die Unterschrift des Mitgliedes im Mitgliedsbuch fehlt und soll die mündliche Er- klärung, sich dem Statut zu unterwerfen, genügen. Das Beitritts- geld bleibt für männliche Mitglieder unverändert 50 Pf., für weibliche Arbeiter, Lehrlinge und jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren wird dasselbe auf 23 Pf. festgesetzt. Ein Antrag, über 63 Jahre alten Arbeitern die Aufnahme nur mit Zustimmung des Vorstandes zu gestatten, wird abgelehnt. Der Uebertritt aus anderen Organisationen zum Metall- .arbeiterverband.erfolgt koftevlos unter UmrechyMg der in der früheren Organisation gezahlten Beiträge auf die des Metall arbeiterverbandes, sofern die ersteren nicht höher sind. Bei Berufs Wechsel, der den Uebertritt zur zwingenden Folge hat, wird dein Rücktritt in den Metallarbeiterverband die frühere Mitglicdschaf. voll angerechnet. Bezüglich der Beitragslcistung und Befreiung wird folgendes beschlossen: Der Wochenbeitrag ist im voraus zr entrichten. Wer Unterstützung bezieht, muß mit den Beiträge: auf dem Laufenden fein. Beitragsbefreiung tritt be, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Notfällen sowie während der Zeil militärischer Uebungen ein, auch wenn dieselben nur von kurzer Dauer sind. Der Beitrag für männliche Mitglieder wird auj 63 Pf. pro Woche erhöht, für weibliche Mitglieder, Lehrlinge und jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren wird der Beitrag auf 25 Pf. pro Woche festgesetzt. Invaliden Mitgliedern kann die Leistung des 25 Pf.-Beitrages gestattet werden. Die Bewilligung von Unter- stützungcn in Fällen der Notlage, Maßregelung und Rechtsschutz soll statt wie bisher vom Hauptvorstand nach Vorschlag der Statutenberatungskommission von den Bezirksleitungen vor» genommen werden. Dißmann- Frankfurt wendet sich dagegen mit der Be» gründung, daß die Bezirksleitungen Aufgaben dieser Art nicht haben sollen, weil sie den Mitgliedern nicht verantwortlich sind. Es müsse eine andere Form der Wahl der Bezirksleitungen und deren Ver» antwortlichkeit getroffen werden, wenn solche Neuerungen ein- geführt werden. Reichel-Stuttgart ersucht dringend um Annahme dieses Vorschlages. Es ist richtig, daß hier der erste Schritt auf dem Wege der Dezentralisation gemacht wird. Das sei aber notwendig, weil die Größe der Organisation und die ganze EntWickelung dahin drängen. Es müssen nach dieser Richtung hin Erfahrungen gemacht werden und dazu dient diese neue Bestimmung. Wenn die Sacke sich bewährt, kann sie ausgebaut, andernfalls wieder abgeschafft werden. Die Generalversammlung beschließt, die Vorlage der Statuten- bcratungskommission anzunehmen. Die Bestimmung, daß jugendliche Arbeiter unter 13 Jahre und Lehrlinge, die 4 Wochen vor Beendigung der Lehrzeit in den Ver- band eintreten, bereits nach einem halben Jahre Mitgliedschaft Reisegeld erhalten, bleibt trotz der Erniedrigung der Beiträge auf- rechterhaltcn. Die Auszahlung des Reisegeldes in der Form von Eisenbahn» fahrgeld wird aufgehoben, weil sich in der zweijährigen Praxis eine zu große Zahl von Mißgriffen der Verwaltungen, als auch vieler Uebergriffe seitens der Mitglieder eingestellt. Die beantragten Mehrleistungen bei der Erwerbslosen, Unter st ützung in Krankheitsfällen werden ab- gelehnt und nur die Ausführungsbestimmungen entsprechend den praktischen Erfahrungen abgeändert. Ebenso wird jede Er» höhung der Erwerbslosenunterstützung bei Arbeitslosigkeit abgelehnt. Das Sterbegeld bleibt in seiner Höhe ebenfalls unverändert. Es wird jedoch beschloffen, den Verwaltungsstellen das Recht zu erteilen, gegen Vorlegung des Nachweises verschiedener Urkunden die Unterstützung auszuzahlen, ohne daß erst Anweisung durch den Vorstand � erfolgt. Die Maßregelungsunterstützung wird in bisheriger Weise weitergezahlt. Unterbrochen wird die Statutenberatungskommission durch eine Erklärung von P r o b st- Leipzig, nach welcher er die Mit- teilung erhalten habe, daß es unzutreffend sei, daß die„Lcip igcr Volkszeitung" sich geweigert habe, Berichte über die Generalver- sammlung zu bringen. Die„Leipziger Volkszeitung" habe sich nur geweigert, die offiziellen Berichte zu bringen, die vom Ver- bandsvorstand herausgegeben werden. Redner teilt mit, daß er sich an die Redaktion gewendet habe wegen dieser Berichte, und die „Leipziger Volkszcitung" bemerkt in einer Fußnote zu ihrem Bericht. daß die offiziellen Berichte nur deswegen nicht gebracht werden, weil die Generalversammlung in erster Linie dazu da sei, die Tätigkeit der Vcrbandsleitung zu kritisieren und die Kritik nicht von dem Kritisierten selbst gebracht werden könne. Ihre Be- mühungen, einen Berichterstatter zu finden, seien aber vergeblich gewesen, und daher müsse sie nun doch die offiziellen Berichte bringen. Hierzu bemerkt Reichel- Stuttgart unter Zustimmung der Generalversammlung, daß Schlicke gar nicht behauptet hat, daß die „Leipziger Volkszeitung" überhaupt keine Berichte bringen will, sondern daß sie nur die offiziellen Berichte abgelehnt habe. Der Vorstand habe auf eine Anfrage bei der„Leipziger Volkszeitung" nicht einmal eine Antwort erhalten, was Schlicke ausdrücklich her- vorgehoben habe. Daher sei es zweiffellos, daß die„Leipziger Volkszeitung" durch P r o b st falsch informiert sei, sonst hätte die Fußnote in dieser Fassung unmöglich kommen können. Die Be- richte in der Presse sind überhaupt nur zur Information für die Oeffentlichkeit. Die Interessenten, insbesondere die Verbands- Mitglieder bekommen das nach stenographischen Aufzeichnungen hergestellte Protokoll zur Verfügung. P r o b st erklärt, daß er die Mitteilung Schlickes so auf- gefaßt habe, daß die„Leipziger Volkszeitung" � überhaupt keine Berichte bringen loill.— Der Vorsitzende stellt fest, daß allein die Leipziger Delegation diese Auffassung gehabt habe. Die Erhöhung der Streikunterstützung wird abgelehnt. Nendc» rungen, den Rechtsfchutz betreffend, werden ebenfalls nicht vor» genommen. Die Schiedsgerichte zur Schlichtung persönlicher Streitigkeiten und Untersuchung von Ausschlußanträgen stehen zur Debatte. Philipp- Breslau: Die StatutenberatungSkommission hat sich bemüht, durch Schaffung einer Sühneinstanz respektive An- setzung eines Sühnetermins, diejenigen Fälle schnell zu erledigen, welche unerheblicher Natur seien. Als weitere Instanz sei dann ein Schiedsgericht einzusetzen. K a st n c r- Nürnberg will das Verfahren abgekürzt wissen. � Vorhölzer- Stuttgart: Die Hauptsache ist, daß gegen den Vorsitzenden keine Bedenken seitens der Parteien vorliegen. Wo schwere Anschuldigungen vorliegen, muß' ein Schiedsgericht die Entscheidung haben, gegen dessen Urteil die Berufung an den Borstand zulässig ist.— Nach kurzer Debatte wird die Vorlage der Kommission'angenommen. Ausschlüsse aus dem Verband können nur erfolgen, tvenn sich das Mitglied: a) Handlungen gegen das Interesse des Verbandes zuschulden kommen läßt; b) beharrlich weigert, den Anordnungen des Vorstandes oder der örtlichen Verwaltung, soweit solche durch das Statut begründet sind, Folge zu leisten; c) sich der in§ 23 Absatz 2a vorgesehenen Untersuchungs» kommission nicht stellt oder sich auf die in ß 27 Absatz 2b vor» geschriebene Aufforderung hin nicht rechtfertigt. Ausschluß ohne ein schiedsgerichtliches Verfahren kann er- folgen, wenn ein Mitglied sich des Streikbruches, des Sperre» bruches oder der Unterschlagung schuldig macht. Zur Frage der örtlichen Verwaltungen wird beschlossen, daß in Orten mit sehr großer Mitgliederzahl die Zahl der verant- wortlichen Verwaltungsmitglieder höher, als sonst üblich, beseht werden kann, auf Grund eines vom Vorstand zu genehmigenden Ortsstatuts zur Bestreitung der örtlichen Ausgaben bleiben nach wie vor 23 Proz. der Mitgliederbeiträge zur Verfügung der Orts» Verwaltung, obwohl durch die Beitragserhöhungen die Einnahmen erhöht werden, weil die Agitationsarbeit gefördert werden soll. Die Bestimumngen über die Zusammensetzung und die Befugnisse der Generalversammlung werden wie folgt festgelegt: Auf je 2333 Mitglieder kommt ein Delegierter. Um den Orten Mit geringer Mitgliederzahl eine Vertretung zu gebe», BttSen vke GrSßenNassen Von Orten mit bis 100, 2S0. 500 an? 1000 Mitglieder gebildet und soviel zusammengelegt, daß die oben» bezeichnete Zahl erreicht wird. Wählbar sind nur vollberechtigte Mitglieder. Mit beratender Stimme haben die besoldeten Be- amten des Vorstandes, zwei Vertreter des Ausschusses, die Re- dakteure des Verbandsorgans, ein Beisitzer des Vorstandes und die Bezirksleiter Zutritt. Als Ort der nächsten Generalversammlung wird Hamburg festgesetzt. Ein Antrag, die Arbeiterschutzgesetzgebung auf die nächste Generalversammlung zu setzen, wird anoenommen. Das neue Statut tritt am ersten Juli in Kraft. ES folgt der Bericht der Rechnungskommission durch Franz- Hamburg. Die Kommission stellt einen Antrag auf Gewährung einer lOpro- zentigen Teuerungszulage für die Angestellten des Hauptbureaus. ES wird vorgeschlagen: 1380 M. Anfangsgehalt, steigend halb jährlich um 60 M. bis auf 2600 M. Faber- Oberstein hält das Verlangen der Beamten um Er höhung der Gehälter für durchaus berechtigt. Franz- Hamburg: Die Kommission beantragt rückwirkende Kraft für die Gehaltserhöhung der Hülfsarbeiter. Die Kommission schlägt vor, dieselbe Gehaltsskala auch für die Lokalbeamten einzu- führen.— Beschlossen wird: Die Entschädigung für den Ausschuß auf 200 M. festzusetzen. Für den Bezirksleiter H a a ck wird das Gehalt auf 3000 M. festgelegt. Das Mankogeld des Hauptkassierers wird auf 20 M. pro Monat erhöht. Dem Ausschuß wird Decharge für die Kassenführung erteilt. DaS Gehalt des Vorsitzenden Schlicke wird auf 4200 M., des Kassierers Werner, des Sekretärs und Redakteurs Reichel auf 3600 M., die Ge- hälter des Sekretärs Massatsch und des Redakteurs S ch e r m werden um je 600 M. erhöht. DaS Anfangsgehalt der Bureaubeamten wird auf 193g M. festgestellt, steigend um 60 M. pro Halbjahr bis zu L600 M. Zmittt aoßemdentlllhtt Nerbandstllg des Deutscht» Die Einberufung dieses VerbandStageS, der am IS. und 20. Mai in Düsseldorf tagte, war notwendig geworden, um den fortgesetzten Quertreibereien und dadurch verursachten Schädigungen des Vcr- bandeS, welche von dem ehemaligen Verbandsmitglied und Revisor der Hauptkasse Athen- Elberfeld ausgingen, ein Ende zu be- reiten. Der feit einem halben Jahre schwer erkrankte Verbands- Vorsitzende Karl L o h s e- Düsseldorf war von A. beschuldigt Ver- bandsgelder unterschlagen zu haben. Eine Konferenz von Ver- tretern der rheinländischen Zahlstellen deS Verbandes, die am 17. Februar 1907 in Elberfeld tagte und sich speziell mit dieser Angelegenheit beschäftigte, hat festgestellt, daß die Behauptungen des A. unwahr sind, während Ä. selbst sich derartig grober Ver- gehen gegen die Verbandsinteressen schuldig gemacht hatte, daß dessen Ausschluß aus dem Verband erfolgen mußte. Die Gründe, welche zum Ausschluß führten, gibt daS Protokoll der Konferenz vom 17. Februar wie folgt an: 1. Unberechtigtes und eigenmächtiges Vorgehen betreffs Zuzug fernhalten. 2. Allgemeine Verdächtigung des Zentral-Vorstandes. 3. Er würde keine Versammlung mehr besuchen. 4. Er würde keine Beiträge mehr bezahlen und über- Haupt könnte ihn der ganze Verband am A,,.—, Außerdem wolle er den ganzen Verband kaput machen. Der Schaden, den A. der Organisation zugefügt hatte, war bedeutend, und auch nach seinem Ausschluß setzte dieser Wirr- köpf seine Verdächtigungen fort, denen leider an verschiedenen Orten Glauben geschenkt wurde. Um weiteren Schaden vor- zubeugen beriefen Vorstand und Ausschuß den außerordentlichen Verbandstag ein. Trotzdem an alle Zahlstellen die Aufforderung ergangen war. einen Delegierten auf Kosten des Verbandes zu entsenden(nach dem Statut können kleinere Zahlstellen zu einer Wahlabteilung zusammengelegt werden) waren aus Bielefeld, Köln, Chemnitz, Breslau und Stuttgart keine Vertreter erschienen. Vertreten waren 13 Zahlstellen durch 14 Delegierte. Den Verhandlungen wohnen außerdem eine Anzahl Mitglieder aus Düsseldorf, Dort- mund usw. bei. Nach Eröffnung des Verbandstages und Begrüßung der Dele- gierten durch oen Vorsitzenden Lohse, Bureauwahl und Mandats- Prüfung wurde in den 4. Punkt der Tagesordnung„Die innere Lage des Verbandes und Bericht des Ausschusses" eingetreten. Die Verhandlungen über diesen Punkt, dessen Gegenstand in der Ein- leitung zu diesem Bericht kurz skizziert ist, nahmen den ersten Tag voll in Anspruch und endeten mit der Annahme folgender Resolution: „Der am 19. und 20. Mai 1907 in Düsseldorf tagende außer- ordentliche Verbandstag hat durch eingehende Prüfung der gegen den Hauptvorstand des Verbandes, insbesondere gegen den Vor- sitzenden Carl Lohse gerichteten Beschuldigungen folgendes fest- gestellt: 1. Die von der Generalkommission zur Agitation erhaltenen 100 M. sind im Betrage von 45,30 M. zur Agitation verwendet worden und ist darüber eine Abrechnung der Generalkommission bereits am 2. Oktober 1906 zugesandt worden. Der Rest von 54,70 M., der sich in Händen des Kassierers befindet, konnte bisher zur Agitation nicht verwendet werden, weil der Kollege Lohse durch monatelange schwere Krankheit verhindert war, die in Aussicht genommene Agitationsreise zu unternehmen. 2. Laut Beschluß des ersten Verbandstages in Frankfurt a. M. steht dem Vorsitzenden, dem Kassierer und dem Schrift- führer eine jährliche Entschädigung von je 75 M. zu. Die Vorstandsmitglieder haben diese ihnen zustehende Entschädigung in halbjährigen Raten aus der Verbandskasse bezogen. Zu der unter 1. gemachten Feststellung erklärt der Verbandstag, daß es ein Fehler war, die von der Generalkommission erhaltenen 100 M. nicht in die Kassenbücher einzutragen und beschließt, daß bei Aufstellung der Abrechnung für das 4. Quartal 1906 diese Ein- nähme sowie die aus dieser Summe gemachten Ausgaben in die Abrechnung eingestellt werden. Der Verbandstag erkennt an, daß der Kollege Lohse in gutem Glauben und in ehrlicher Absicht ge- handelt hat und daß die von dem inzwischen aus dem Verband ausgeschlossenen Athen erhobene Beschuldigung nicht im geringsten l 2. erklärt der Verbandstag, daß kein Verstoß gegen das Statut darin zU erblicken ist, daß die Vorstandsmitglieder dm ihnen zustehende Entschädigung vor Ablauf des Jahres teilweise erhoben haben. Er ist vielmhr der Ansicht, daß diese Entschädigung in kürzeren Fristen ratenweise auszuzahlen ist. Der Verbandstag verurteilt ganz entschieden das Verhalten einzelner Mitglieder, welche die verwerflichen Quertreibereien Lines Athen dadurch' unterstützen, daß sie dessen Anschuldigungen glauben schenken, ohne die wahren Tatsachen zu kennen. Der Verbandstag fordert die Mitglieder auf, den Macht- Nationen und Stänkereien eines aus dem Verbände Ausge- schlossenen keine weitere Beachtung zu schenken und um so fester zur Organisation zu halten, je mehr sich gewissenlose Subjekte, die in einer gewerkschaftlichen Organisation �keinen Plah finden, be- mühen, unseren Verband zu schädigen/ Die vom Hauptkassierer Bergander vorgelegte Abrechnung ergab Kr das Jahr 1906 einschließlich des Kassenbestandes vom 1. Ja- nuar 1906 im Betrage von 987.06 M.. wovon sich 655,16 M. in der Sauptkasse befanden, eine Gesamteinnahme von 4351,19 M. An Ausgaben sind zu verzeichnen: für Verbandsorgan 754 M.. für Agitation 191 M.. für Streiks 266 M.. Reiseunterstutzung 84 M. Beitrag an die Generalkommission 80 M., Beitrage an Gewerk- schaftskartelle 15 M.. Verwaltungskosten der Hauptkasse(ein- schließlich der Druckkosten für Mitgliedsbücher. Statuten usw. 852 M., Verwaltungskosten der Zahlstellen 289 Mk. Die Gesamt- ausgäbe beträgt 2531 M. und der Bestand in der Haupttasse >1820,19 M. Die Mitgliederzahl, die im ersten Quartal 1906 SOS bewlg Bfli» bis Md.e des dritten LMÄÄs üäi SQ3 sestjegeo fifar, betrüg am Schlüsse Vis bkerten Quartals A6S, babon 340 weibliche. Auf Antrag der Revisoren wird dem Kassierer Decharge erteilt. Von den eingelaufenen Anträgen nahm das größte Interesse der Antrag der Zahlstelle Hamburg:„Anschluß des Ver- band es an den Deuts chenHolzarbeiterverband" in Anspruch. Nachdem verschiedene Redner, insbesondere die Ver- treter von Elberfeld, Frankfurt a. M., Dresden sich gegen den An- schluß ausgesprochen und der anwesende Vertreter der General- kommission, Genosse B r u n n e r, seine Stellung zu der Frage dahin präzisiert hatte, daß er prinzipiell für den Anschluß kleinerer Sonderorganisationen an die bestehenden Jndustrieverbände sei, daß aber unter den obwaltenden Verhältnissen im Verbände der Schirmmacher er davon abraten müsse, zurzeit einen dahingehen- den Beschluß zu fassen, da zu befürchten sei, datz nur ein kleiner Bruchteil der Mitglieder zum Holzarbeiterverbande übertreten würde, während der größere Teil, insbesondere die weiblichen, meistens als Heimarbeiterinnen tätigen Mitglieder der gewerk- schaftlichen Organisation wieder verloren gehen würden, beschloß der Verbandstag, auf den Anschluß an den Holzarbeiterverband hinzuwirken, jedoch erscheine der jetzige Zeitpunkt für den Anschluß ungeeignet. Es soll vielmehr unter den nunmehr geregelten Ver- Hältnissen bis zum nächsten Verbandstage die Organisation so aus- gestaltet und versucht werden, daS Interesse der gewerkschaftlichen Organisation unter den Schirmmachern und Schirmnäherinnen so zu festigen, daß bei einem späteren Anschluß mit dem Uebertritt der gesamten Mitglieder gerechnet werden kann. Von einer Erhöhung der Beiträge und Einführung weiterer Unterstützungen wurde Abstand genommen. Einige weitere Anträge wurden dem Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Beschlossen wird, dem Vorsitzenden, der zugleich die Redaktion der„Mitteilung" zu erledigen hat, 250 M. jährliche Entschädigung und dem Haupt- kassierer 50 M. Entschädigung pro Jahr zu gewähren. Der Schrift- führer, der in Zukunft nicht mehr die Korrespondenz zu führen, sondern nur die Protokolle in den Sitzungen zu führen hat, erhält nur Sitzungsentschädigung, die auf 75 Pf. für jede Sitzung fest- gesetzt wird. Der bisherige Vorsitzende Lohse ist infolge seiner Krankheit nicht mehr in der Lage, die Verbandsgeschäfte führen zu können und ist deshalb die Verlegung des Verbandssitzes notwendig. Als Sitz des Verbandes wird Hamburg bestimmt und als Vorsitzender und Redakteur Ernst Langensiepen- Hamburg gewählt. Die Wahl der übrigen zwei Vorstandsmitglieder und der beiden Revisoren wird der Zahlstelle Hamburg übertragen. Die Revisoren haben in Zukunft an den Vorstandssitzungen teilzunehmen und er- halten die gleiche Entschädigung, wie der Schriftführer. Der Aus- schuß wird nach Berlin verlegt. Die Wahl der Ausschußmitglieder hat die Zahlstelle Berlin vorzunehmen. Zwei Verbandsmitgliedern wird noch eine kleine Notstands- resp. Gematzregeltenunterstützung bewilligt. Damit sind die Ge- schäfte des Verbandstages erledigt. Dem bisherigen Vorstand wird einstimmig Entlastung erteilt und hierauf der Verbandstag ge- schlössen,_ Der neunte Derbandstag der Muhlenarbeiter fand in den Tagen vom 19.— 23. Mai in Mainz statt. Die zirka 5000 Mitglieder des Verbandes sind durch 37 Delegierte vertreten, außerdem vier besoldete Agitationsangestellte, die zwei Beamten der Hauptverwaltung, Käppler und Remmele, sowie der Vertreter des Ausschusses. Der letzte Verbandstag fand 1904 statt, so daß die Berichts- zeit drei Jahre umfaßt. Am Jahresschlüsse 1903 betrug die Mitgliederzahl 2893, 1904: 3711, 1905: 4208 und 1906: 4883. Die Fluktuation ist noch recht stark, von 7400 Eingetretenen sind dem Verbände noch nicht 2000 treugeblieben. Im Gegensatz zu anderen Verbänden machte man die Erfahrung, datz die Zahl der „Papiersoldaten" durch Schaffung von Unterstützungseinrichtungen keine wesentliche Herabminderung erfuhr. Das Kassengebahren der drei Jahre ergibt folgendes Bild: Einnahmen: 1904 1905 1906 . 2156,50 2039,— 29133,— , 65 158,55 69 503,60 85 505,40 . 4 971,— 4 029,30 4 980,80 . 22 455,03 2111.12 15 195,57 zusammen 84 741,08 77 683,02 108 614,77 Die Ausgaben betrugen in den drei Jahren an persön- lichem und sächlichem VerwaltungSkonto 21000 M., Verbandsorgan zirka 18 000 M., Notunterstützung und Umzugsgeld 6000 M., Agitation 20 000 M., Lohnbewegungen und Streiks 60 000 M., Sterbegeld 12 000 M., Arbeitslosenunterstützung 20 000 M., Krankenunterftützung 33 000 M.. Reiseunterstützung 3000 M. Pro Mitglied und Jahr entfällt auf Zeitung 1,35 M., Agitation 2,90 M., Streiks und Lohnbewegungen 6,76 M.. Arbeitslosenunter. stützung 1,47 M., Krankenunterstützung 3,11 M., Notunterstützung, Umzugsgeld und Sterbegeld 2,40 M., Gehälter der Hauptverwaltung 0,95 M. Die Zahlstellen und Gaukassen erhielten pro Kopf und Jahr 1904: 3,87 M.. 1905: 4.49 M., 1906: 4,71 M. Mit dem ziffernmäßigen Wachstum des Verbandes wuchs auch die Zahl und Heftigkeit der Lohnbewegungen. Der größte Streik war im Sommer 1904, wo in Hameln 104 Mann zehn Wochen lang streikten. Ein großer Kampf war auch der Streik in den Rheinmühlenwerken in Mannheim. Ueber das Ergebnis der Lohnbewegungen im Jahre 1906 sagt der Vorstandsbericht: „Erreicht wurde für 452 Kollegen eine Arbeitszeitverkürzung von 2354 Stunden pro Woche, für 1282 Kollegen 2645 M. pro Woche an Lohnzulage; ferner für 416 Kollegen bessere Bezahlung der Ueberstunden, für 436 Kollegen bessere Bezahlung der Nacht- und Sonntagsarbeit, für 60 Kollegen Beseitigung der Akkordarbeit; außerdem für 153 Kollegen sonstige Verbesserungen der Arbeits- bedingungen. Tarifverträge wurden 1906 11 abgeschlossen für 526 beteiligte Arbeiter. Die Kosten unserer Lohnbewegungen, Streiks und für Gematzregeltenunterstützung betrugen in diesem Jahre insgesamt 81580,22 M." In den Erläuterungen Käppler? zum Vorstandsbericht nehmen die Streiks und Lohnbewegungen einen breiten Raum ein. Er weist wiederholt nachdrücklich darauf hin. daß die er- reichten Erfolge niemand zu beschaulicher Ruhe veranlassen dürfen. sondern man nie vergessen solle, daß erst 8 Proz. der Berufs- angehörigen organisiert sind. Der Bericht des Ausschusses schloß sich direkt an, ebenso der Bericht über die Agitation in Rheinland-Westfalen, den Bartels- Köln gab. Die Diskussion über den Vorstandsbericht nimmt den ge- wohnten Verlauf, Bemerkenswerte Erscheinungen traten darin nicht zutage. Ueber bis Taktik der Lohnbewegungen referiert K 2 p p l e r, der eingehende Vorschläge über das künftige Verhalten macht. Entsprechend der fortschreitenden Schulung der Mitglieder gelangte ein neues Streikreglement mit diversen Ver- schärfungen zur Annahme. Aus den Verhandlungen über, diesen Punkt ist von Interesse, daß bei Lohnbewegungen generell daS Bestreben beobachtet werden soll, vor allen Dingen die Gegenden mit niedrigen Lohnsätzen nachdrücklich zu bearbeiten, weil diese für die höheren Löhne eine dauernde Gefahr bilden. Die künftige Agitation und die Anstellung besoldeter Gauleiter bildete den Gegenstand eines Referats von Remmele. Er gibt interessante Zahlen aus dem Berufe bekannt. Danach gibt eS in Dcuschland 9382 Wind-, 17 370 Wasser- und 886 Dampfmühlen, 1965 gemischte Betriebe und 650 Oelmühlen, zusammen 30 273 Betriebe. Hiervon werden in mehr als der Hälfte, nämlich 15 737, keine gewerblichen Arbeiter beschäftigt, 8509 Betriebe beschäftigen 1—2 Arbeiter. 4104 3—5, 988 6—10, 504 11—20, LR 21—50 mt> Y»r 122 Beiriebe über 50 Arbeiter. AuS bitkn Ziffern ergibt sich, daß die noch überwiegende Form des Klein» betriebes, verbunden mit Kost- und Logiszwang, die Agitation ungemein erschwert und von 65 000 Berufsangehörigen können vor- läufig höchstens 35 000 von der Organisation erfaßt werden. Remmele schlägt vor, Deutschland in sieben Gaue einzuteilen und vorläufig fünf besoldete Gauleiter anzustellen, um eine plan- mäßige und intensive Agitation zu ermöglichen. Die Gauein» teilung wird gutgeheißen. Nach langer Debatte wird beschlossen» vorläufig drei Gauleiter anzustellen, die beiden weiteren aber vorläufig zurückzustellen. Die drei Gauleiter erhalten ihren Sitz in Breslau, Nürnberg und Mannheim. Der Antrag, die Hauptverwaltung zu verlegen und zwar nach Mannheim, wird abgelehnt, ebenso ein Antrag, das Verbands- organ nicht mehr dreimal monatlich, sondern wöchentlich erscheinen zu lassen. Bisher wurde ein Beitrag von 40 Pf. pro Woche erhoben, künftig sind 50 Pf. zu zahlen. Nur Zahlstellen, deren Mitglieder im Durchschnitt weniger als 18 M. verdienen, dürfen die niedrigere Beitragsklasse mit 30 Pf. pro Woche einführen. Dafür kommen sie auch mit den Unterstützungssätzen weniger günstig weg, die im großen und ganzen ihre bisherige Form beibehalten. Die Zahlstellen erhalten 80 Proz. der Einnahmen, die Agitationskosten werden ganz von der Hauptkasse getragen. Zum nächsten Gewerkschaftskongreß wurde Käppler delegiert, zum internationalen Kongreß in Stuttgart Remmele. Das Tätigkeitsgebiet des Verbandes soll umfassen alle in Getreide-, Reis-, Oel-, Färb- und anderen Mühlen, sowie die in den dazu gehörenden Lagerräumen und die in der Mineral- und Schälindustrie beschäftigten Arbeiter. Mit den Bäckern und Brauern sind Unterhandlungen anzubahnen zur Gründung einer einzigen, großen Organisation für die Nahrungsmittelindustrie. Die Gehaltsfrage wird in der Weise geregelt, daß Hauptvorstandsbeamte mit 2000 M. Gehalt angestellt werden mit 100 M. jährlicher Zulage bis zu 2500 M., dann jährlich 50 M. bis zu höchstens 2800 M. Die Gauleiter erhalten 1800 M. Gehalt und 100 M. Bureauzuschuß. Jährlich werden 100 M. zugelegt bis zu höchstens 2400 M. Käppler als Vorsitzender und Kassierer, Remmele als Redakteur werden einstimmig wiedergewählt. Die Sitz� des Aus- schusses wird von Lübeck nach Leipzig verlegt. Der nächste Ver- banstag findet Pfingsten 1910 in München statt. Damit sind die Arbeiten des Verbandstages erledigt. Eintrittsgeld Beiträge.. Sterbemarken Extrabeiträge usw. Der Derbaud süddeutscher Eiseubahuer, der in Nürnberg seine zweite Generalversammlung abhielt, be» faßte sich mit einigen wichtigen Angelegenheiten. An der Tagung nahmen 47 Delegierte aus ganz Süddeutschland teil. Der Geschäfts- bericht konstatierte eine erfreuliche Entwickelung des Verbandes. Der reine Mitgliedergewinn in der Berichtsperiode betrug 1566. Mit Elsaß-Lothringen, wo durch einen Erlaß des preußischen Eisenbahn- Ministers den Eisenbahnen, das Koalitionsrecht genommen wurde, konnten leider bis jetzt noch'keine Anknüpfungen gefunden werde». In der Diskussion erklärten sich alle Redner für die Notwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit, die schrittweise anzustreben sei, jedoch unter steter Betonung deS Acht st'Und e n t a g e s. Eine dahingehende Resolution wurde angenommen. S ch w a l I- Karlsruh« referierte über»Lohn- und Arbeitsverhältnisse". Kipphabne Karlsruhe über„WohlfahrtSeinrichtungen". Auf Grund diefrr Referate wurde folgendes Minimalprogramm aufgestellt: „Ein Minimallohn von 3,50 M. pro Tag, für Arbeiter mit handwerkskundiger Beschäftigung ein solcher von 4 M. De» einzelnen Bezirken ist es freigestellt, ihren Verhältnissen«»»> sprechend, von diesen Mindestlöhnen ausgehende Lohnskalen auf» zustellen. Urlaub ist zu gewähren: Nach einem Jahre drei, nach drei Jahren fünf, nach sünf Jahren acht, nach zehn Jahren vir»- zehn Tage. Allen Arbeitern sind betreffend die Freifahrtsscheine die gleichen Rechte einzuräumen wie den Beamten. Fortbezug deS Lohnes bei Krankheit. Bei Invalidität usw. find' den Rente» dt« Sätze des Beamtenregulativs zugrunde z» legen. E» soll ei» WohnungSzuschuß nach den Bestimmungen deS BemntengefetzeS gewährt werden. Der Hauptvorstand hat dahin zu wirke», daß von dem Vorsitzenden der Generaldirektion regelmäßig tagende ArbeiterauSschüsie einberufen werden. Für die Arbciicrausschüss« wird verlangt: unbeschränktes Mitbestimmungsrecht bei Fest» setzung der Löhne, in Fragen sozialer und hygienischer Natu», be, Festsetzung von Strafen, in allen de» ArbcilSvertraa betreffenden Fragen. Weiter wird der Hauptvorstand beauftragt. die Errichtung von Beamten- und Bedienstelenausschüssen anzu- streben. Finden.die Bemühungen der Bezirksleiter bei den vor- gesetzten Stellen kein Entgegenkommen, so sind die Arbeiter» Vertreter auf Kosten der Organisation zusammenzuberufen, um Stellung zu nehmen. Dazu sind die Vertreter deS Ministerium» einzuladen." Zu dem Gesetzentwurf betreffend die Rechtsfähigkeit der Berufs- vereine wurde nach einem Referat des Verbandsredakteurs Rudolph eine Resolution angenommen, in der die Verbandsleitung beaustragt wird, sofort Protestversammlungen einzuberufen, falls der Entwurf neuerlich im Reichstage eingebracht werden sollte, da ew der- artige« Gesetz besonders die Eisenbahner vollständig rechtlos machen würoe. Zu der Entziehung des Koalitionsrechts der Eisenbahner tn Elsaß-Lothringen wurde eine Resolution gefaßt, in der gegen daS Vorgehen des Ministers Breite nbach scharf protestiert wird. Das Koalitionsrecht sei durch die Reichsgewerbeordnung gegeben und könne durch daS eigenmächtige administrative Borgehen deS preußischen EisenbahnminifterS nicht aufgehoben werden. Die Ber» sammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dm schlechten Informationen des Ministers und seiner im Reichstage am 6. Mai gemachten unwahren Aeuherung über den Süddeutschen Eisenbahner« verband. Der Verband erblickt in der Schaffung einer großen ein- flußreichen Organisation auf der Basis sozialpolitisch-fortschriltlicher, moderner Ideen seine vornehmste Aufgabe, von der er sich durch nichts abhalten läßt, auch nicht durch die zur Freude aller Scharf- macher gemachten Aeußerungen des preußischen Eisenbahnministers. Zeutral-Kra»!«»-«ud»egräbntsrafle für Fraue»»nd Mädchen Deutschlands(S. H. 26.) Oss-nbach a. M. Verwaltungsstelle B-rltn I. Montag, den 27. Mai, abend« 8 Uhr, im GewerlschaltShause, Engel-User 15, Saal 2 u. 3- Außerordentliche Hauptversammlung. Familien-Älterbekasse ehemaliger Pietschmannscher Arbeiter. Heute: Zahltag bei M. Ralss, Brmmenstr. 96, vormittags von 10—12 Uhr. Allgemeine Familie»> Sterbekasse. Heute- Zahltag Ackcrstr. 123 bei Wiesenthal und Mariaimenstr. 48 bei Liebehenschel von 3—6 Uhr. Sozialdemotrattscher Agitatiostsverein für den Reichstags- Wahlkreis Dhorn-Culm-Briesen. Donnerstag, den 30. Mai. abend» 8',, Uhr, bei Ohnesorge, Markgrasenstr. 102- Versammlung. Gäste will- kommen._ WtttemngSüderflcht vom 25. Mai 1907,«orgens 8 Nhr. Sliltorni Swinemde Hamburg Berlin Frankf.a.M. München Wim L a n£ la c 3 S- - g I 2 ef BeUn e» S» HS, 765 ND 765 D 764 NO 763 OND 7635 763.0 1 bellet 1 Nebel 2bedeckt 1 heiter 1 wolkig Iheiter Sletleven LS Es A c - 2 0& » t; davaranda�762N Petersburg 764 SS ctllh Slb erbten Part» 761 D 767 SRO 761 ONO Bettn 2 wolkig 1 bedeckt 3 wolkig 1 bedeckt 2 halb bd. «s ri S> I- H Z> 8 8 11 9 18 Wetter-Prognose für Sonntag, den SV. Mai 1907. Ziemlich heiter, nachts kühler, am Tage wieber etwa» wärmer des schwachen östlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterdorea» Kür kcn Inhal» der Jnjerate ifeetniinmt die Redattio« dem VMbltl»,» gegenüber keinerlei Nerantwortnng. Trete ZhcAtcr. Sonntag, den 2«. SDial Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr. 5. und 6, Abteilung. Berliner Theater: Der Richter von Zalamea. 14. und 15. Abteilung hn Neuen Schauspielhaus: Paracelsus. Die letzten Masten. DaS Fest des Santt Matern. 5, Oper: Lortzina-Theater(grüne Marken): Fra Diavolo. Ansang 2'/. Uhr. Rene freie Volksbühne. Nach- mittags 2'/. Uhr: 4. Abteilung im Deutschen Theater: Der Revisor. pachm. 3 Uhr: 14. Abteilung im . Neuen Theater: Dämonen. itachm. 3 Uhr: 7. u. 8. Abteilung im Schiller-Theater 0: Der Vogel im Käfig. Nachm. 3 Uhr: 15. u. IS. Abteilung im Schiller-Theater dl: Helden. Nachm. 3 Uhr: 5. Abtellung im Schiller-Theater Charlottenourg: Der Pfarrer von Kirchseld. Ansang T'/s Uhr. kkgl. Opernhaus. Der Freischütz. Montag: Der fliegende Holländer. Ngt. Schauspielhaus. Die Raben- steinerin. Montag: Ein Fallissement. Neues tgl. Operntheater. Siener Blut. NachmitagS 3 Uhr: Die Fieder« maus. Montag: Bettelstudent. Ansang S Uhr. Deutsches. Robert und vertrau». Ansang 7'/, Uhr. Kammerspiele. FriihstngS Erwachen. Montag: Robert und Bertram. Kammerspiele. Frühlings Erwachen. Neues Schauspielhaus. Hopsen- rath» Erben. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Die lustige Sttwe. Montag: Dieselbe BorstelltMg. Schiller O.< Wallner- Theater.) Im bunten Rock. Nachmittags 3 Uhr: Der Bogel im Käfig. Montag: Narrenglanz. Schiller-Theater<5harlokll»h»rg. Ein Fallissement. Nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Em Falltflemntt. Schiller X.(Friedrich Stthelm» städtisches Theater.) Am grünen Weg. '"' 3 llbr: Helden. m grünen Weg. Sherlock Holmes. Der Hund von vaster> Montag Berliner. Montag: vill«. Lessina. onta erbaron. Monkag: Die Fledermaus. Zentral. DaS Mädchen aus dem Nachtcas«. Montag: Dieselbe Borstellung. Kleine«. Marcell Salzer. Nachmittag« 3 Uhr: Gin idealer Gatte. Montag: Marcel Salz«. Neues. Der Died. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lortzing. Zar und Zimmermann. Nachmittag» 3 Uhr: Fra Diavola. Montag: Aleflandra Stradella. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Montag: Dieselbe vorstellun Luftspielhaus. Husarenfleber. Nachmittag« 3 Uhr: Jugend. Montag: Husarenfieber. Thalia. Wo die Llebe hinfällt. Nachmittags 3 Uhr: Olympische Montag! Wo die Liebe hlnsällt. Luisen. Das Mädchen ohne Ehre. Nachmittags 3 Uhr: Da« Mädchen ohne Ehre. Montag: Geschlossen. Trtanon. Frl. Josette«ewe Frau. Montag: Dieselbe Vorslelluna. Bernhard Rose. Der gluq des Golde». Nachmittags i Uhr: Fluch de« Goldes. Montag: Dieselbe Vorstellung. vletropol. Der Teusel lacht dazu. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gebr. Herrufeld. ES lebe da» Nachtleben, vorher: Die Veit gehl unter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. La Tortsjadv Spezialitäten. Montag; Dieselbe Vorstellung. glpollo. Der lusttge Witwer. Epe- zialttäten. Montag: Dieselbe vorstelllmg Kasino. Stick Carter. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Der grüne Teusel. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Hraiii«. Tauben ftrasie 4H/40. Abend« 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Montag: Durch Dänanark und Südschweden. Sternworte, Invaltdenstr. 57,02. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Ansang 8 Uhr. Sherlock k)olmes Montag: Der Hund von Bas« kervill«. Dienstag: Sherlock HolmeS. Mittwoch: Der Hund v. BaSkervIlle. Lufitspielhaiis Nachmittag» 3 Uhr: Sommerpreise. Abends rnd. Uhr: N» Scliauspielliaus Sonntag, den 26. Mai 1907: Hopfenratl/s Erben. Morgen: Hopfcnraths Erben« _ Ansang 8 Uhr._ Heues Theater. Ansang 8 Uhr. Der Dieb. Montag, Dienstag, Mttwoch: Der Dieb. Hleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Llbends 8',, Uhr: MAHCELL-SALZEB-ABEND. Morgen und folgende Tage, abendS S>/, Uhr: Marcell-Talzer-Abend. UKtzing-IKestet'. Bellealliancestr, 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Geschlossene Vereins- Vorstellung. AbendS 8 Uhr: Gastsp. d. Kammersäng.Ths» kilrgoe: Zar und Zimmermann. Abonnement» ungültig l Montag: Sttadella._ Zentral-Theater. Gesamtgastspiel des Ernst Drucker- Tbeatcrs. Täglich 8 Uhr: DaS Mädchen aus dem Nacht-Cafs, Schiller-Theater N. Friedrich-WilhelmstSdtisches Theater, Nachm. 3 Uhr: Helden. AbendS 8 Uhr: Am grüne» Weg. Sommerpreise. Luisen-Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Das Miidtheu ohne Ehre. Alle Abende: Da» Mädchen ohne Ehre. Sonntag nachm.: DaS Mädchen ohne Edre._ DireMon Richard Alexander. Heute und solgende Tage 8 Uhr Beden Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Allen v. M. Hennequin _ und P. veber._ MMMklMk Gr. gralillurterstr. t32. Sonntag, den 26. Mai: Ansang 4 Uhr._ DM" Im Garten:-M> Speslslitaten- V oratellnna: Ter Fluch deS Goldes. ToimtagSpreise.— Abends 8 Uhr tm Theater: Im Rausch d«S LebenS Sommerpreise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Hetropol-Theater Anfang 8 Chr. Grolle Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bauchen überall gestattet. poinmerpreise. Abend» 8 Up Ganz Berlin lacht über und seine BurlcSke» Der lustige Witwer. 1. Bild: Da» letzte Mal. 2. Bild: Die Folgen dabo». Borher 8 Uhr: Bedeutende Speziall täten m. Merlaus Huude-Bauern theater. fstiete ThMtee Weinbergsweg 19/20, Rosenth.Tor. Heute abend 8 Uhr: Der grü«t Tkilftl. SmsattonS-Pantomime. S�uaxmsnas, Nuer.' Vt 8peslaHtftten es MT" Frei> Konzert.-WS ßstbaluv�ark Am KDitrlnerplatz, RQdersdorfsrstr. 71 Hermann Imbs. QroJTes Konzert, Theater- und SpezialitAten- Vorstellung. Scltiller- Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Dor Vogel In» lilillg. Sonntag, abends 8 Uhr: In» bunten Book. Montag, abendS 8 Uhr: Zinrrenglan». D t e n S t a g, abends 8 Uhr: Moloch.— Der zerbrochene Krug. Theater. Schiller-Theater Charlottenhurg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. Sonntag, abends 8 Uhr: Bin Fallloseinent. Rentag, abendS 8 Uhr: Donna Vanna. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Letzte Vorstellungen des glänzenden Mai-Programms. Prater- Thealer. Kastanien-Allee 7/9. Täglich: Flotte Weiber Spezialitäten. Konzert und Ball. Ansang 4'/, Uhr._ Gebr. Herrnfeld- Ansang Thoatop Vorverk. 8 Uhr. meaier 11.2 Uhr 67 Kommandantenltratzi 57. Schluß der Spitlsaison: preitax, ZI. Alsi. BIS dahin allabendlich d. Novität Es lohe des Nechtleheu! Eine Separse- Affäre mit den Autoren Anton und Donat Herrnjeld in den Hauptrollen. vorher: Die Veit gehl unter! V. Noachs Theater. Dtrektion: Roh. Dill. Brunnen str. 16. Abend» 8 Uhr: Sherlock Holmca Dazu; Die erftklaff. Spezialitäten. 10 Uhr: Die goldene Insel. Ans. 8 Uhr.«ntree 30 Ps. Ball. Bei schlechtem Welter: Vorst. Im Saal. Frühels Allerlei-Theater Schönhauser Allee 148 und Kastanien-Allee 97/99. DM- Heute Sonntag:"MD Das vorzügliche Maiprogramm Hochlomisch: vort, u. llsttls. Originell! Hermann Milardo X Sevillo A Piefo The Dunbar« X Soll» Geldern X 818 Silvia X Alclds u. Albertl. Bären-Rinakauips und die übrigen Spezialitäten. 8Um- 1--- ittwochs Ansang 4 Uhr. Eintritt 30 Ps. oaren>vll»arampf uno cie vorigen Spezialitäten. mr: Geniepet das£eben. Mittwoch»: Sondernbend. Gustav Behrens-Theater. Berlin W., GoltzstraBe 9. Bestventiliertes Theater. Yollständ. Pro- grammweclisel Austreten der neuengagierten Spezialltlten, u. a. der Original Grciffenberger- der Mtmiker Ad. Gretlicke, assistiett von Mitz Clarito, der Lumpenmaler SIgnor Goedtcke. Zum«chlutz die tolle AuSstattungS-Burleske �VeidVieke peuerwelir» Ansang 8 Uhr, Sonntags 6'/, Uhr. Sommerprelse. Sntte» 30 Pf. Kssino-Theater Lothttngerstt. 37. Täglich 8 Uhr. Letzter Sonntag: Carter. Morgen Montag: Abschieds- Yorstellnng: fiM~.Rick gntter.«-WW Schweizergarten Am KBnlgstor. Am Friedrichehain. Sttatzenbahn 1,2,4,17,59, 62, 63 u. 74. xügltch: Theater-Vorstellung. Heue Speiislithteu. Xloernalograph um! Ball. Freier Damentanz. Anfang 5 Uhr. Satree 30 U. Passage-Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Das Mai-Programm. Der größte Erfolg der Saison! Grete Gallus Mascha Dignam 3 Clarus Brothers j 14 Attraktionen 14. Brunnen-Theater Badstraße 58. Streit.: Bernh. Rose. 10 Attraktionen ersten Ranges 10. Paul Coradini. X Rämbler Comp. Der Geisterspuk im Gefängnis. Pantomime der Mobalsohly-Truppe. Im finge durch die Welt. Ausstatwngs-Vottsstück in 6 Bildern. Im Saale: OroBer Ball. Eröffnung 2 Uhr. Konzert 4 Uhr. Vorstellung 41/, Uhr. Billettvorverkaus von 10—2 Uhr an der Theaterkasse._ Reiehsballen-Theater. r Silier. öintam Sonntags 7 Uhr. Reichs- hallen- Garten und Reitaurant: Militär- Konzert. Volksgarten-Theater. Bad-BehmstraBe— Bahnhof Gesundbrunnen— BellermannstraBe. Das Bild der Mutter oder Berliner Zlmmerlente. Volksstück mit Gesang w 3 Akten. ... Hierzu:—— DaS neue Riesan-SpezialltäteD-Propnim. Volksbelustigungen. X Großer Ball. Trianon-Thealer. Heute und folgende Tage: Fräulein Josette— meine Frau. Ansang 8 Uhr. ZSZSZSäj üEZSZZii fVcuc mclt Hasenheide 108-114. — Im Konzertgarten:— Täglich: Großes Konzert. Jeden Sonntag, Dienstag, Donnerstag: » Militär-iionTert.: Jeden Montag, Mittwoch, Freitag: ! TheißeOrchester,: Entree 10 Pf. Entree 10 Pf. Im Theatergarten: Täglich: Großes Konzert des Neue Weli-Orchester« und Zpezislitäten-Vorstellnn?. Eniree 26 Pf. Enttee 25 Pf. Jeden Mittwoch Kinderrest. Jeden Donnerstag Elllte-Taz;. Wu wm-wmwmmmmm* s Sanssouci, sÄ"; Direktton Wilhelm Reimer. »et günstiger Witterung aus der Gartenbühne. Sonnt., Moni., Donnerst.: Hoilmaniis Kordd. Sänger Reut Neul „.. t mit Gesang. Sonnt. Beg.5,wochenr.8U. Morgen: Gr. llllto- Soiree.— Tanz. <$> Steidl Theater. Brllckenstr. 2(a. d. Jan»ow.-Br.) Heute: Letzter Sonntag vor der russischen Gastspielreise. GrojzarttgeS neue» Programm der 8tsitU»8angsi' Schlich der Saison Freitag, den 31. Mat. Tageskasse 11-2 Uhr. Im Steidl-Reftaur.«.Garten während des ganzen Sommers: Gr. Strelohkonzert. Vorz. Küche. Otto Pritzkow ntlnzstraBe 16. Veit-liiMM Biogpaph-c«- Theater lebender Photographien. Täglich Eingang von — Nenheifen.— 6 von ganzen lag Voxstellung. 6 Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Dureli Dänemark und Sildsebweden. Montag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. ZOOlflCISCHER GARTEN Heute Sonntag Eintritt: SO Pf. Kinder unter 10 J. die TTäUte. Nachmittags ab 4 Uhr: Militär-Doppel-Konzert. Morgen sowie täglich: Große« Konzert. H606606666#666666—# Bertiner gtsuariutn Unter den Linden 68a Eingang Schadow-Straße No. 14. Heule Sonntag Eintrittspreis PF" 25 Pf.-Nk Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 39/5 Max Rliems Sommer- Theater i Hasenheide 13/15. Arttstische Leitung: Paul Milbitz. 1 fäglieli: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten-Yorstellnng. 1 Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Eltte-Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von I 2 Uhr ab geöffnet. ftezlsnnrnt ewerhschafts- hans. � === Engel-Ufer 15.=» Menu 75 Pf. Heute Sonntag z Spargelsuppe. Zander in Butter oder Spinat und Saucischen oder Setzet Gefüllte Kalbsbrust oder engl. Roastbeef oder Kasseler Rippespeer. Kompott— Gurkensalat. X Reichhaltige Abendkarte. X Sonntags: Frikassee von Itukn. Wochentäglich: Grosser bürgerlich« MiltagstisclicMi«.60pf. Um zahlreichen Besuch btttet alle Genoffen 5023L IGoh. Atigustin. Alhambra Wallner-Theaterstrabi 15.• Großer Ball Grobes Orchester. Anfang Sonntag» 5 Uhr. A. Zameitat. Jeden Sonntag: Franz Bube4 Volksgarlen Frledrichsfeldc, iprinzenallee 30. GckeWilhelmstr. Gröbtes u. schänslcS Lokal im Ort. Pfingstfetertaae und jeden Sonntag: Theater u. Spezialitäten, tm Saal Ball. Gr. Turn- u. Spielplatz. Turner- hcim d. freien Tumersch. Vereinen u. Gewerksch. z. Abh. o. Festltchk. best, emps. Ober-Schßneweide a. d. Oberspree. Jnh.: Alh. Meeinae»' (Neues KonzettHauS). 4281L's Heute: Extra-Bsnnlltn (Leitung: Tanzlehrer«»eh»). Für Bereine und Gewerkschaften im Sommer noch Sonn- abenda zu vergeben. Bedingungen in bekannter kulanter Weife. l�eimckendori Kastanien wttldchen Restdenzflr. 109 (vis-a-vis dem Seebad) Bernhard Etiehe. Sonnlag: Großes Frelkonzeil Großer Vergnligungs-Park. Kaffeeküche. Kegelbahn. Um zahlreichen Besuch bittet 10/6 Bernhard Lücke. ■fr Hygienische BManiarau«. MeueitKaulog i. limnföhl.vioIAorzte u.Prof. grat oi* H. Dnnr, Quaunlwirenlabrlk Berlin NW.. Friedrichitraaa, 91/99. Diez1 SpezIaUtäten- Theater. Landsberger Allee 76—79. Direkt a. d. Ringbahnstation. Bequemste Fahrgelegenheit n. allen Stadtticht. Oh»eh«n! T a jg 1 1 e h: Ob Regen! Im herrlichen Garten oder grossen Saal: Die größte Sensation der Gegenwart: 3 Röhrs Todesfahrt im drehbaren Globus. Röhr einzigster Fahrer der Well, welcher die endlose Schleife, nur 3 Meter Durchmeffer, vertikal durchfährt Alfreds Zlonrdinx, der uusessclbare Ausbrei 'wf" Prograi Dazu daS Ans. 3 Uhr."" grösste und beste r„ Kaffcekllche. Volksbelustigungen aller Art. rogramm Berlins. ~~ Snttee 30 Ps. 5)lez Seeterrasse zwischen Landsberger Allee und Röderplatz. GrähteS und schönstes BergnügungS-Etabllffemcnt, 25 000 Personen sassend, mit 11 000 Quadratmeter See.— Jeden Sonntag: Großes LUtzow- Konzert. Um 6 und 10 Uhr: Auftreten der bestenlurmseilkünsHer 4 Welt 1 längste» und höchste» Turmseil, welche« je gessmsen wurde. erstklsssigss Spezialitäten-Theater ca. 40 Wnnimern. M/; �Riesen-Land- und Wasser-Feuerwerk.# In zwei ß. 0,11 X«r. Kalfcehttche. X 18 Ruder" Sälen: vi, Oalli«„i-d. Kogoldahnon. Volkahelustlgungsn Ans. 3 Uhr. Enttee 20 Ps., Kinder unt. 10 Jahren srei. äiter« Kin 15 Ruderboot«. X en aller Art. .,........—...—.j—.....>...,...... Kinder 10 Ps. Aegidius Diez, Direktor und Besttzer. Neu eröffnet! Neu eröffnet! jlestaurant, Gaden und Testsäle Inhaber: Wilhelm Brüning:. Wiclefstraße 24 Emdenerstraße 4 Täglich: Gr. Künstter- Konzert bei freiem Eintrit Jeden Dienstag und Donnerstag s Xanzkriinzchen. Jede» Sonntag: Ball. Anfang 4 Uhr. Avis! Von Mitte nächster Woche: l-elpzlger 8itnger. Die Kaffeeküche ist täglich von 3 Uhr geöffnet. Der schönste Ausflugsort ist Restaurant Wendensehlok. Unter den Müggelbergeu an der Dahme und Langen See nclcge», bietet sür Vereine. Verbände. Gesellschaften, Klubs, Fabriken und Schnleu den angenehmsten Ausenlhalt. 4286L* Schönster tdtzltischcr«starte», 4000 Sitzplätze. S ncne grosse Säle und ein kleiner Saal. Glashallen, S Kegelbahnen, Ausspannung und Belustigungen aller Art. ES empfiehlt sich freundlichst Telephon: Amt Köpenick 67. W). f rledrlcllSe Freie Volksbühne Die HbendvorftellungeD w neuen Zchauspielhaule find gcfcbloffc e Vcrcinsvorftcltungen und finden in der Zeit vom i.— 10. luni täglich statt. Zur Aufführung gelangt: Goefhes„fatisf6 n« mit dem Prolog im klimm el. Mephisto: Herr!Hax Crnbe vom Slönigl Schauspielhaufe a. G. Faust: Herr Toni Zimmerer. Beginn der V°rstcN„,.gen uhr. (Bitte genau die Daten tu den Mitgliedskarten zu beachten.) SSF Kunstabende, Konzerte, Teste, Dlehterabende und Opern- a..un MaM werden nach wie im LorNing-Theater, annunrungen M-zartiaal. im Bürgeiiaale des Rathauses und im Frie!....... Friedrichshainsaal arrangiert. Anmeldungen zn den neuen Abteilungen werden In allen Zahlstellen angenommen. Der Monatsbeitrag und das Einfchrcibegeld kosten auch für das nächste BereinSjaHr 00 Pfennig pro Mitglied, wofür die Mitglieder die Vorstellung inkl. Theaterzettel, Bühnen- Heft und Garderobeausvewahrung unentgeltlich erhallen. 229/4 Der Vorstand. I. B.!<3. Wlnbler. gyyrafgyyyyyraTygTTafgragxgggrgZXggzgrzzssXSSSZSzsxszj Zentral-Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Sonnabend, den 15. Juni 1907, in den Gesamträumen den„Neuen Welt", Hasenheide 108—114: Großes Sommer=Fest zur Teier des ISjähr. Sestehens des Verbandes. Im Garton von 4 Uhr ab: Konzert und erstklassige Spezialitäten-Vorstellung. Im großen Saal; BALL bei vollbesetztem Orchester. Abends: Gr. Monstre-Feuerwerk.— Kinderbelustigung, Präsentverteilung usw. Sämtliche Kollegen, Gewerkschafts- und Parteigenossen, Freunde und Gönner des Verbandes werden hiermit freundlichst eingeladen. 196/12 Eintrittskarlen zum Preise von 30 Pf. sind in sämtlichen Zahlstellen des Verbandes sowie in allen mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Das Komitee. ezsxszz: IZZZZZZl Schwarzer Friedrichsberg Udler Frankfurter Cbanssee 5 (früher 130)._ Stadtbahnstation Franki. ÄiTe" Inh.l GkllV. FlNlllVld. Eonnspr. Eriedriedsderg tto. 3. ülecken Sonntag: ClsKll XiiiiÄlöl'IkoiiAl!. K CpeäsIüAöli-VlisSlöllliiig. Im K»nlx«aale: Volksbelustigungen siief Art. ♦ Drei verdeckte Kegelbahnen. Die Kaffceknche ist von 3 Uhr an geöffnet. Fntrco SO Pf. ♦ (F3 Anfang 4 Jeden Mittwoch; illSf H�aide-SaMgier. Uhr. 5021L» Moabiter Schützenhaus. Plötzensee. Jnh.: Karl Fröbei. Plötzensee. Am Wald und Wasser gelegen.— Bootfahren. Sonntag: ßropßs promeuailßn-Jlonzßrt. Bud�lledbaum. ■ 1,— Jeden Mittwoch:«roUe» Kindorlest. Bogctwiese.— kaffcekochcu.— S Kegelbahnen. Enlree 10 Pf.«rotier Iknll. Entree 10 Pf. Mein Sommergartcn und Ball-Saal steht Gesellschaften und Vereinen zm Lccsügung.— Endstation der eleltrischcn Straßenbahnlinie 12. 165. BisllliMs. 165. CstZliUlS rslioplicum. I-etsite Woehe: Zi 0A8 lehende Wunder Miß Gabrielle Ohne Unterkörper geboren! — Kein Extra= Entree! Wn- Sloff- Hut fertige Ztnziige nach MaH SO M. Tadetioier Sitz, Hallbare Futlersachen. Bei Siofsliescrnng billigste Preise. Franke, Ackerstrabe 113, 44421,* Ecke Jiwotidenstrage. faocpnhälipn jcder Art, Augusta-Bad, iflootllilnilti Köpenickerstr. 60.* Dp. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PFinzenslF.4I,Mdi,XPiat2. 10—2, 5— 7. Sonntags 10—12, 2—4. Dr. Scblinemann Spezial-Arzt für 441 IL* Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten. priedricbslr.?0Z, Ecke Schühenstr. 10—2. 5—7. Sonnt. ,0-lÄ UHr. □, Leinen Wäsche jeder Art. Anfertigung ganzer Brautausstattungen. Blusen Unterröcke Waschkleiderstoffe Halbfertige Kleider außergewöhnlich billig. BERLIN W. Lelpzlgerstr. 20-21. F.T.Grimfeld Landesbuter Leinen- und Gebildweberei. □: Neu! Dampfer- antegesteg. Das schönste Lokal der weiteren Neu! Umgebung Kerlins ist unstreitig spann»««. Restaurant Waldesruh= am Langen See, viS.a-oiS dem Sportdenkmal Grünau, in der Billen- kolouie Wendenschlost. Herrlich, mitten im Walde gelegen, mit schattigem Garten am Wasser, großem Parkett-Saal. Beranda und Nebenräumen, ein vorzüglicher Anslincsort für Fabriken, Vereine, Ctesellschaften etc.— Kuffecküche, Kegelbahnen, Boots-, Schieß-. Würfel- und Schankelstand. ----- Größeren Gesellschaften weitgehendstes Entgegenkommen.- Telephon: Köpenick 227. Um gütigen Zuspruch bittet 40922*_ Erich Oerbert. □ Nßlill Zwischen Orünun und Carolinenhof l|Jg|jl '' herrlich inmitten Hochwald am Langen See L___l gr. Saal— trockene Unterkunft für 1000 Pers.— Veranda Mohrs Strand-Restaurant Tel.: Amt GrOnan 70(Richtorshorn) Inb.: E. Mohr. Bester Ausflugsort für Vereine, Fabriken u. Gewerkschaften. Begte| Dampfer-Anlegestelle Ruderboote Biare 1 2 saubere Eegolbahnen— Gute Bedienung «3*.. Zum Sportshaus Ziegenhals. . 4 vi BV. Bahnstation Zeuthen. Tel. Königs-Wusterhausen 175. -.........- rei- _______•• 99 Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Gewinn- und Verlust-Konto. M. Utensilien-Konto Abschreibg. 305,15 Spcsen-Konto F..... 2566,70 Spesen-Konto G..... 3 354,71 Spesen-Konto A..... 2704,66 Spesen-Konto St..... 673,42 Epesen-Konto Fällst.... 720,25 Spesen-Konto K..... 2412,65 Spesen-Konto B..... 11789,25 Waren-Konto..... 222,64 Rabattmarfcn-Konto... 4353,30 Detail-Konto Fällst. Verl.. 63,27 Gespann-Konto Abschreibung 132,05 BUanz-Konto Gewinn.. 3 035,02 32333,07 Gewinn 26465.24 , 3914,66 1067,67 861,58 23,92 Bäckerei-Konto B. Bäckerei-Konto IC. Detail-Konto F. Detail-Konto G. Detail-Konto St. Jeden Montag und Donnerstag, nachmittags 2 Uhr: Abfahrt Reederei Nobiling,.ZumSchultheib", Jannowitzbrncke. Jeden Mittwoch, nachmittags 2 Uhr, Station Kahnt u. Herzer, Stralaucrbrücke. Ä Hin und zurück 50 Ps., Kinder 25 Ps.-7RO 50092* Sende und Sonntage stehen im August den geehrten Vereinen, Gcsellschasten und Fabriken noch zur Verfügung. Mar Mörschel. Heilipnsee'"*»7 neben Schtitzenhans. Inhaber Wilhelm Zlehow. Am Waide als auch am Wasser gelegen, hält sich einem geehrten Publikum als auch Vereinen und Gewerkschasten bei Dampfer- und Land- Partien bestens empfohlen._ 8856 Kulante Bedienung, solide Preise. Für gute Speisen und Geiränke stets Sorge tragend Hochachtungsvoll D. O. _ DM- Die Kaffeeküche steht zur Berfügung.~n3_ Emil Hennigs Sängerlftcim Lichtenberg, Waguerstrafie 1, an der Gndrunstrahe, empfiehlt den Besuchern des ZentralsriedhoseS in Friedrichsfelde bei Beerbt gungen usw. sein VereinSlokal. Zwei grohe""' Zahislellen, Versammlungen und Festlichkeiten. Um regen Zuspruch bittet Veretuszimmer für 47352* Fmll Hcnntg. S i WoHersdorfer Schleuse. Qafe gguhmgatd Inh. Herrn. Palm. Empsehle den werten Vereinen, Gewerkschasten, Fabriken und Gesell- schasten mein herrlich am Wasser gelegenes Lokal zu Dampserausstügen. Großer schattiger Garten. Säle 150— Ivoo Personen fassend. S Kegelbahnen. Kaffeeküche. Einige Sonnabende im Juni und Juli noch frei.(50142 cAAariMkriSMoaM-AusMhii ni1 wi iw-jt-i tut r»,w, � DerUn-SedüiRedei'N öents RmtrittsprsiZ 50 Pfg., MSe?ld 25 Bahnstation: Wannseebahnhof Friedenau. 32333,07 Bilanz am t. Januar 1907. Aktiva M. Bäckerei-KonioB. Aarenbest. 2 674.57 Bäckerei-Konie H.. 1454,29 Waren-Konio, 466,80 Spesen-Konto A..... 200,— Rabaltmarken-Konto, Markenbestand..,. 113,45 Spesen-Konto B..... 73,80 Spesen-Konto K..... 44,— Kassa-Konto, Barbestand. 384,51 Ulenfitien-Konto. 4674,95 Abschreibung 305,15 4309,80 Gespann-Konlo.. 2112,05 Abschreibung 132,05 1 980,— Anteil-Konto b. d. Grogeint.- Wesellschast...... 509,80 Konlokorrenl-Konlo.Aubenst. 241,45 DarlehenSsorderungs-Konto 130,— 12642,47 Passiva M. Konlo-Korrent-Konto... 6048.51 Garantie-Konto..... 1197,41 Kapital-Konto, Guthaben der 23 Genossen..... 690,— Darlehensschuld-Kontö.. 1670,— Rabattmarlen-Konto A... 1,50 Gewinn- und Verlust-Konto Reingewinn 3 035,02 12642,47 Die Mitgliederzahl betrug am Ansang deS GeschästsjahreS 1906.. 21 Eingetreten im Laufe des Jahres 2 23 Ausgeschieden im Lause deS Jahres 1 Es waren demnach am Schlüsse des Jahres 1907....... 22 Mitglieder vorhanden, DleGeschästSguihaben betrugen M. am 1. Januar 1906... 630,— DieGeschästSguIhaben betrugen am 1. Januar 1907... 690,— Mithin mehr 60,— Die Haftsumme betrug am 1. Januar 1906..... 630,— Die Haftsumme betrug am 1. Januar 1907..... 660,— 902b Mithin mehr 30,— Ter Vorstand. Joh. Hummel. Ludwig Ertl. Teilzahlung monatlich 10 M. liesere Herren-Garderobe nach Maß(billigste Preise). J. Tonprowski, 8%bÄfle1.10' Rübe Belleallianeepintz. _ Kasse 10°/, billiger.* III von M. 8.— an in garantiert bekannterGüte und bester AuSsührung. Koblank& Co., Pumpenfabrik, Berlin BT., Äestiickendorserft. 95. Erdbohrer leihweise gratis. Jllustr.Kataloge gratis. VtrmtWltij�ex öiedgktturi Kans Web ex, Sellin. 2iii vstleratenteji veraotw..: Glocke« Bnlw. Lrud u. Verlag; BorwöM WuKdruckerei u. Berlagsgnjtgl.t Paul Singer& Co., Berlin SW« Hochmod«rne, echönste Autmustorungan tornehmetar Fassons und nauaatar Farben VieleTausende Exemplar© vorzüglichster Passform. 50— 48— 40— 38— 33— 4 B 40— 27— 24— 21— 18— 19 Mark Wetterfeste Lodenstoffe, Spezialhaus grvsstsn Chausseestrasse �Hr.z�g 0 � Brückenstrasse 11 Gr, Frankfurterstr. 20 Der Haupt- Katalog Nr. 31(neueste Moden 1907) wird au) Wunsch kostenlos zugesandt. Heute wie seit Jahren erfreuen sie sich der Gunst der Raucher, welche Qualität suchen und dieselbe iu würdigen verstehen. CIGARETTEN stehen nach wie vor auf dem hoch sten Gipfel der Vollkommenheit 10 St. 30 Pfennig teppdecken 22.80 IS__ 18— 14— 12— ,11— 10— 9— W Mark Sacco-Anzügs Stoff-Hosen Viele Tausende Exemplare auserlesener Geschmacksrichtungen.■ 60— 85— 50— 45— 40— 36—||J u 33— 30— 27— 24— 21— 13—™' Viele Tausende Exemplare in hochmodernen Musterungen. 20— 13— 16— 14— 12__ S— 6— 5.- Alle Angebote sind nur eigene Erzeugnisse. Vornehme Mass-Anfertigung. billigst biielt in der Fabrik• 7«. WalUtr. 7«, Wo auch alte Zteppdecken ausgearbeitet Werden. Bernhard Ttrohniandet, Ssrlin S 14. Jllustr. Katalog gratis. RrtHTäiler ä\ m O.G. schon für Laufdecken 2,90 3,75 5 H. Schläuche 2.30, 2,75 3,50 Nähmasch. 27, 36, 44 M. Motorräd. Motorwag. billig. Scholz, Fahrradw., Steinau a. Oder. Schwaben und Jfotten nebst Brut vertilgen sicher meine Special mittel. . Erfolg garantiert. Das � 7 Nur echt bei Ad. Zchweikart. straSe 92, VOaidemarsir. 64 und Reichenbergerstr. 65. 0» � � � � 4 Erfoig garantiert. DasiZ 50 M, 1 u. 3 M. Mantouffel- 48352* Verlangt bei Euren Zigarren- Händlern 4389L' Viehtelmännehen! Beste 6 Pfetmig'Zigarre, Vertreter: Leo Anabach, Berlin O., Schillingstrafia 36. Ar. 120. 24. Iahrgaug. Zountag. 26. Mai 1907. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, 25. Mai 1907. Bedenrente.— Terraingesellschaften.— Grundstückspreise.— Gesetz über staatliches Enteignungsrecht. Das bißchen Sozialpolitik, das wir in Deutschland unter heftiger Gegenwehr der Arbeitskraftausnutzer errungen haben, jede noch so geringfügige Lohnzulage, wird von den Unternehmern als eine ge- fährliche Belastung der Produktion ausgeschrien. Wie lächerlich solche Behauptung in manchen Fällen ist, ergibt sich schon, wenn man den Arbeitslohn für ein Erzeugnis in Vergleich stellt zu den Verkaufs- preisen. Man denke nur an die Heimarbeitausstellung. Artikel mit einem Materialwert vom Bruchteil eines Pfennigs und mit Arbeits löhnen von einigen Pfennigen pro Stück kosten im Detailverkauf 20—50 Pf. Ein großer Teil der Spannung zwischen Produktions- kosten und Warenpreisen verschlingt die Bodenrente. Ehe ein Produkt in die Hände des Konsumenten gelangt, ist es viele Male mit Bodenrente belastet worden i zuletzt durch die Ladenmiete des Detailhändlers. Die Grundrente ist einer der größten Kanäle, durch welche der Mehrwert aus der produktiven Arbeit in die Taschen der PluSmacher geleitet wird. Kommunalpolitische Arbeit, staatliche Initiative zur Förderung der Volkswirtschaft wird durch den Bodenwucher oft stark beein- trächtigt und ganz in Frage gestellt. Legt eine Kommune Verkehrs- Wege an, baut der Staat eine Eisenbahn, einen Kanal, sofort be- mächtigt sich das Privatkapital der umliegenden Grundstücke und zieht durch hundertfache Verleiterung beim Weiterverkauf den Nutzen aus der gesellschaftlichen Wertsteigerung des Bodens. Der Vorteil, der der Gesamtheit zugute kommen sollte, fließt in die Taschen einiger Leute. Wer die notwendigen langen Ohren besitzt oder mit einem besonders fein organisierten Rieckorgan beglückt ist, um stüh genug die Kenntnis von kommunalen oder staatlichen Plänen zu er- langen, der kann über Nacht ein reicher Manir iverden. Daß es solche langöhrige und scharfnäsige Menschen gibt, beweist eine lakonische Bemerkung im Geschäftsbericht der Terrain- Aktiengesell- schast Park Witzleben in Berlin. Fast wie ein Befehl klingt die folgende Mitteilung an die Aktionäre:„Die Errichtung eines Stadtbahnhofes in der Nähe des Gesellschastsbesitzes dürfte nicht lange auf sich warten lasien.* Woher weiß denn die Verwaltung, daß der Stadtbahnhof gerade in der Nähe ihres Gesellschasts- besitzes angelegt werden muß? Ist der Wunsch der Herren so suggestiv, daß er auf die Entschließungen an kompetenter Stelle von Einfluß sein kann, oder aber hat man durch ein VerwandtschaftS- oder FreundschastStelephon, die ja in manchen Verwaltungsorganen zu finden sein sollen, Kenntnis der Pläne erlangt? Wie dem auch sei, jedenfalls zeigt der vorliegende Fall die Absurdität und Schädlichkeit des Privateigentums an Grund und Boden. Daß durch Grundstücksspekulationen weitsichtige, aus allgemeinen Mitteln durch- geführte Pläne, die der BesruStung des Erwerbslebens, der Kräftigung der nationalen Arbeit, der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie, der Erhöhung der allgemeinen Wohlfahrt dienen sollen, fast völlig illusorisch gemacht werden können, lehren die Vor- gänge bei den verschiedenen Kanalbauten. Die Grundstückspreise zu beiden Seiten der Kanals schnellen rapid in die Höhe, einen Teil der Verbilligung des Transportes streichen die Bodeubesitzer in Gestalt höherer Grundstückspreise ein. Sie streichen den Vorteil ein aus Kulturwerken, an deren Zustandekommen sie kein persön- liches Verdienst haben. Die erhöhte Bodenrente betrügt die Allgemeinheit um die lediglich ihr zustehenden Vor- teile. Viel schlimmer geworden ist die Wucherei mit Grund und Boden. die Schröpfung der Gesamtheit durch das Hinauftreiben der Bodenrente, mit dem Aufkommen der Terraingesellschaften. Der Grund und Boden ist innerhalb der pribatwirtschaftlichen Gesellschastsordnung auch eine Ware, aber da diese Ware nicht transportabel ist, unterliegt sie auch nur be- dingt dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Mehr oder minder bildet jeder Bodenkomplex ein Stück Monopol, dem keine Konkurrenz erwächst. Soweit das Moment der Konkurrenz aber in das Grundstücksgeschäft doch noch hineinspielt, wird es durch die TerraingeseUschafren ausgeschaltet. Sie bringen zusammenhängende Komplexe innerhalb des BebauungSrayons der Gemeinden, die Grundstücke in der Nähe öffentlicher Anlagen, besonders auch die Kanalufer, in ihren Besitz und monopolisieren den Preis. In manchen Fallen mag ja durch die Terraingesellschaften, indem sie Grundstücke für die V-bnuung reif machten, durch ihren Einfluß in den Kommunen zweckentsprechende Straßenbauten förderten, auch der Baueiser angestachelt worden sein, aber dieses Verdienst wird doch weit in den Schatten gestellt durch die Schäden des Bodenwnchers. Daß die Terraingesellschaften auch ein Hindernis für die Be- bauung werden können, zeigt sich zum Beispiel am Teltow- Kanal. An den Kanalufern sollte die Industrie billige Ansiedelung finden;_ man hoffte, die niedrigen GrundstückZpreise in Veroindung mit billigen Transportmöglichkeiten werden der Industrie eine willkommene Gelegenheit sein, sich hier niederzulassen. Die Terramgesellfchasten haben die Erwartungen zerstört. Sie brachten das ganze Gelände in ihre Hände und steigerten die Grundstücks- preise m etner Weise, daß die für eine starke Ansiedelung der In- dustrie gegebenen Voraussetzungen illusorisch gemacht worden find. Somit erweisen die Terraingesellschaften sich als ein Hemmschuh industrieller Entwickelung und damit wird ader auch der Volkswirt- Ichaftliche Wert des Kanals sehr stark besmträchtigt. Ganz mit Recht weist der„Ratgeber auf dem Kapitalmarkt" darauf hin, daß durch den Grundstucksivucher auch die erwartete Entwickelung am Kaiser Wilhelm-Kaiial verhindert worden ist. An der Mündung bei Bruns- buttel wurde betfpielsweise der Preis pro Hektar von 4 aus - ll'nvufgetrieten. Aehnliche Früchte hat auch schon die geplante mppekanalifatlon hervorgerufen. Im Kreist Lüdinghausen ist der Preiv für maßig ertragreichen Sandboden, für den bisher höchstens 100 M. pro Morgen gezahlt wurden, jetzt auf 3000 M. hinauf« geschnellt. Das ist das Signal zu einer allgemeinen Preissteigerung im ganzen Lippegebiet. Die Terraingesellschaft am Großschifsahrts- weg Berlin— Stettin erzielte für ein in Birkenwerder belegenes Grundstück, zirka 17 Morgen groß, das mit 2000 M. zu Buche steht, einen Preis von 6200 M. für den Morgen. Die produktive Arbeit muß natürlich die Lasten, die aus der ins ungemessene gesteigerten Bodenrente erwachsen, dauernd tragen. Und es sind ungezählte Millionen, die der Bodenwucher verschlingt. Die mit zwingender Gewalt sich aufdrängenden Schäden des Bodenwuchers konnten natürlich auch der Regierung nicht verborgen bleiben, wurden doch durch die Terrainspeknlationen gerade die von der Regierung beabsichtigten Wirkungen bei manchen Aktionen ganz oder doch erheblich unterbunden. Nun soll etwas geschehen, um wenigstens der zügellosen Wucherei bei Kanalbauten entgegen z>r wirken. Auf der Tagesordnung der für den 5. Juni anberaumten Plenar- sitzung des Abgeordnetenhauses steht als erster Punkt: Die erste und zweite Beratung des Gesetzentwurfes über den erweiterten Grunderwerb am Rhein-Weser-Kanal. Durch diese? Gesetz, das sich stützt auf den§ 16 des KnnalgesetzeS, soll dem Staate das Recht gegeben werden, alle Grimdstücke, deren Erwerb er im Interesse der Forderung des öffentlichen Wohles für erforderlich hält, in seinen Besitz zu übernehmen. Mit einer solchen Bestimmung wäre eS möglich, der Wucherei mit Grund und Boden vorzubeugen, denn daß die wilden Preistreibereien das öffentliche Wohl schädigen, liegt auf der Hand. Leider wird das Gesetz aber lediglich für den Rhein- Weier-Kanal Wirkung haben. Eine allgemeine wirksame Bekämpfung des Bodenwuchers wäre leicht möglich. Es ist nur notwendig, oie Selbsteinschätzungspflicht einzuführen und daneben Staat und Ge- meinden das Reiht einzuräumen, bedingungslos jedes Grundstück zu dem von Eigentümer eingeschätzten Wert zu erwerben. Das würde den Smatsbeutel füllen und der Gesamtheit Grund und Boden ver» billigen. v. Eingegangene Druckschriften. Plutus. Hest 2t. Herausgeber: G. Bernhard. Verlag: Charlotten- bürg, Goethestraße 69. Ramus, Pierre. William Godwin, der Theoretiker de? kommu- nistischen Anarchismus. Geleitwort von Dr. W. Borgius. 38 Seiten. Preis 1,50 M— Kultur und Fortschritt. Hest 102. Das Welt- sprache-Problem. Von Dr. BorgiuS. Preis 25 Ps.— Hest 108. "Ur Reform des österreichischen Eherechts. Von Marianne uma v. Waldkamps. Preis 25 Ps.— Flugschriften des VolkSbinides znr Bekämpfung des Schmutzes in Wort«nd Bild. Hest 3. I ch NI u tz a II n o n c e n. Von Ekkehard. Preis 10 Pf.— Modernes Studentcntum. Doppelreierat von Martha Rüben und Alfred Kleinicke. Preis 25 Ps. Verlag Felix Dietrich, Leipzig. Bericht des deutschen Vereins für WohnunaSrcsorm Frankfurt, Main. 9. Geschäftsjahr 1906. 48 Seiten. Verlag: Geschästsstelle des Vereins Franlsurt, Alain, Hochstr. 23.'- Bamcntnchc schwarz u. farbig Co(«l nmcf-Stoffe i n den neuesten Mustern Seiden-Stoffe zu Blusen und Futter Sanimete, Futterstoffe etc. Conlection Paletots, Jaketts. Stanbmäntel, Costnmes, Costames• Blicke in großer Auswahl C. Pelz, Kottbuserstr. 5. Sozialta&katisekr Wahberetn für den s. Berliner Beiehstags-WaWkreis. DienStag, den 28. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Eugel-Ufer 15: Mitglieder-Nersammiuttg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Wolfgang Heine über:„Der neue Reichstag und die Sozialdemotratie". 2. Diskussion. fflST* Ollste babea Zutritt. 24119« Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. SoÄsläomoKrstisodsr Vsrsw hu tünften Serttnsr KsfcH&tapwshlkrelse. Dienstag, den 28. Mai, 8lla Uhr abends, im Alten Mhenhause, Finienjtr. 5: VSl'SÄNAMZUNA. Tag. Z.Ordnung- i.„Das ilgrartsch-liberale Regiernngs-ProgriMlN" Referent- Neichstagsabgeordneter Genosse TvkHMSÄ- vvnssmentung.~V0 Tages-Ordnung: 64/6 Zericht über de« Stand der Ansfperrnng und unsere Weitere« Mahnahmen dazu. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe keinen Eintritt. Recht zahlreichen Besuch erwartet vor ZwelgvereinssVorstand. rssr: Sdiöneberg, Dienstag, 28. Mai, abends 8 Uhr: MttgUedsr-VvrssMmtung tu E. Obst's Festjälen, Meiningerstr. 8. TageS-Ordnung- 1. Bortrag:„Hat der Liberalismus in Deutschland noch eine Bedeutung?" Referent: Genosse«6.«ernstein. t Anträge und Dahl der Delegierten zur K-eiSgener�lversammlung. IS/8 8, BerlchsedeneS - Um zahlreiches und pünltlicheS Erscheinen ersucht Dor Yor.tand. Verein für frauen u. JVIädcben der Arbeiterklasse., Montag, den 27. Mai. abends 8'/? Uhr. im„Neun, Kluihause", Kommandanlensir. 72: bö/lS „Mekard 1VaFi,sr«md sein Werk.*' mit musiialijchen Eriäulerungen von Herrn Dr. WUly Plesine« und Herr» Leo Kestenberg. - Willkomm em Der Vorstand, Vortrag Gäste«Wommen. Charlottenburg, DienStag, den 28. Mai, aiendS 8'/� Uhr, im BslkShause, Rosineusiraße z Mitglieder- Kersammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins. —— Mitgliedsbuch legitimiert!- 250/14 Um zakkreichen Besuch der Verfammluna ersucht Der Vor»t«nd, Achtung S Achtung! Montag, den 27. Mai 1007, abends 0 Uhr: Oeffentliche Versammlung aller in der modernen Arbetterbewegnng organistetten vRlnvaren- Sliederverkäufer in den Sophien-Galen, Sophienstraste 17. TageS-Ordnung! 1. Der bevorstehende Bäckerstreik und die Stellung der Wiederverkäufer zu demselben? 2. Diskussion. 3. verschiedenes. Alle in sozialdemokratischen Wahlvcrcinen resp. in der modernen Gewerkschaftsbewegung organlsierten Milch. Händler oder sonstigen Backwaren-Wiedervcrkäuser haben gegen Vorzeigung ihres MitziicdSbuche» Zutritt 40/3 Engen Ebne»; Milchhändler. Rizdors. Kaiser sWedcichstr. 6. Stnkkatenre! -g, den 27. Mai, abds. 8 Uhr. bei Hcier, Sebastiansti Mitgütder-Versaminlnng. Tages-Ordnung: Unsere Stellung beim gegenwärtigen Banarbeiterkamps. Reserent- Kollege odontkal. wettere Punlte siehe gachblatt Rr. L0. US/17 Zahlreiches Erscheine» erwartet Ue Ort»T«rvAltass. tUUiBII Beri n NO- 18. Watzmannstr. 82 a. Ho» Part. Telephon: Amt VH. ki tg20. Mittwoch, de» 2». Mai, abends S'/.lUhr, in»oekers Fest/ale«, Weberftr. 17: Außerordentliche General'Nersanrmtnng. . � Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genosse» Boeöke über: Ka-.chs Mischen Kapital und Arbeit. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegierten zum Internationalen Schuhmach erlongrejz in Stuttgart. ISS/IS Zahlreiche» Besuch erwartet Die OrtSverwaltnng. leiiisLivslbMll de» Aeiiizsdöilöl I!eu!5l!li!A>ll8 ElUale Der«» H. DienStag, de» SS, Mai, abends 8'/, Uhr, im.Englischen Garten«, Alexanderstr. 27 o: MgUeSer-Vsrssmmtung. . Tages-Ordnung: � � t. Die SluSspenmg un Baugewerbe. 2. Verschiedenes. LollMige»«rjchcduo craatttt 17L/1S Der Bordaus. Zahlstelle Berlin. Bureau: Engel- 19. Telephon: Amt IV, Nr. 10 623. Mittwoch, den 29. Mai, abends 8'/» Uhr: NtckamsMMrMchllmlNgk« für die Bezirke und Branchen. TageS»Ordnung: I. Bericht der VertrauenSmimner. 2. Unsere Stellungnahme nach der Aussperrung. Stötl-ULLtelK vci Habel, Bergmauustr. S-7. Cilrincfon 1 zwischen Adalbert-«üb Manteuffelstratze) dUCuSlKu 1 bei Sinhs, Manteuffelstr. 95. Ciiflftefan II(zwischen Mauteuffelstrafte und Görlitzer Ufer) öUlivSlöll ti Anhs, Manteuffelstr. 95. floion I(zwischen Centrum und Fruchtstraste) bei Lltfin, ÜSiefl 1 Memelerstr. 67. flcian II(zwischen Fruchtstrafte und Friedrichsberg) bei l-ltUn, UslLu II Memelerstr. 67. Für die Bezirke Osten I und II finde« am DieuStag zwei Bertranensmänner-Bersammlungon für die ausgesperrte« Betriebe ftätt, tsozn die Werkstätten brieflich eingeladen werden. I bei Zlann, Stranstbergerstr. Z. lleMede Vororte: � Rosenlhaler u. Schönhauser Vorstadt: gSK Wedding und Moabit: bei Berxewann, Gerichtftraste 7�. Tonuerstag, den 36. Mai, abends 8'/, Uhr: Süden: bei oueslnff, Waffrrtorftr. 68. L2r LslltisvKIen «änuer-Berfammlun g statt. findet keine Vertrauens- BliSbeipolierer, Bezirk Osten: bei Buchwald, Graste Frankfurterstraste»33. Bezirk ShSssten: bei Krumbein, Skalinerstraste SS. Bezirk Ziorüen: bei Maast, Bruunenstraste 96. Drechsler««d TreMWelkiider-Kmche. «Orden: bei Bergmann, Brunneuftr. 79. vsten: bei»Qhneiaer. Fried euftraste 67. Südosten U. Südwesten: bei Stramm, Ritterftraste 1X8. Der CBmarm für Südosten ist Paul Bünte, Rochvwstr. 2. OUT Auch die Drechsler in de» Tischlereien müssen einen Ver- trauensmann senden.'chHL T�ovlcspbsi�sp nachmittags 3'/, Uhr bei l-edmann. Neue Friedrichstr. 1. Kosisn leKvr«. Loliner. Mittwoch, den SS. Mai, abends 8 Uhr, im SewerkschastShaus» (Saal I), Engel-Ufer 15: Vei*saiiiniliingg.="=■ Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. UM"* Tie VerbaodSbücher find vorzuzeigen. _ Die Koramlsulon. Jalousie« Arbeiter. Mittwoch, den 29. Mai, abends 8'/, Uhr. bei Anton voeker, Wederstraste 17: VraiavlKViK- VvrsttlmiiKKvtiKS. Taget. Ordnung: 1. Vortrag de» Eenossen Bodert Dhrons. Z. Bericht über die Etatistii. 3. Verschiedenes. PitnlMcheS und zahlreiche» Erscheinen ist dringend erforderlich. , Der Ohmann Korbmacher. Montag, de» 27. Mai, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, (Saal 7): Branclien- Versammlung. Taget-Ordnung: l. Branchen angelegenhcite». 2. Verschiedene». Pflicht eise» lede» Kollegen ist e». pünktlich zu erscheinen. Tie Kommissto«. Verband der Tapezierer. Sektion der Kleber. Mittwoch, SS. Mai, abends 8 Uhr. bei Ueyer, Oranienftr. 103: WU" Versammlung."WW Tages» Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Spllcdt über: „Moderne Klassenkampfe«. 2. Vereinsangelegenheiten. Pflicht eines jeden KleberS ist es, zu erscheinen. Ätrkttmm b Heute Sonutag, vormittags von 9— IL Uhr. » wird in folgenden Zahlslellen die Kontrollmarke geklebt (grün im IV. Felde). Jeder zu tarismäszigen Preisen arbeitende Kleber muh im Besitze obiger Kontrollkarte sein. Die Marken werden verabfolgt bei Zs., Krüger. Lvchenerstr. 8. I SQ., Stephan, Wienerstr. 31. ZV., Döhling, Kolbergerstr. 28/23. W., Rickert, Steinmetzstr. 36a. XO., Kempiu, Tilssterstr. 85. Charlottenburg, XW., Pankow, Perlebergerstr. 32. 1 Hacker, Rosinenstr. 9. 178/3 Die VerDandsleltnng. » istltr Brnri —— Zweigrerein Berlin.>> Sektion I(Brauer). Sonntag, den 26. Mai, nachm. 2'-/, Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engel-Ufer 15. Saal 1: � lüT Versammlung."WW TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1907. 2. VerekS- angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet De. Vorstand. Montag, de« S7. Mai 1997. abend» 8'/, Uhr t vrei öSeMcde VerLümmIullgöll 1. bei Wernau, Schwedterstraße 23, 2. in de» Hfnsikersäien, Kaiser Wilhclmstraße 18m, 3. in der Königsbank, Große Fraokfurterstraße 117. TageS-Ordnung: Die Lohnbewegung der Zuschneider, der gegenwärtige Geschäftsgang in der Konsektion und der Stand unserer Tarifbewegung. Referenten: Kollegen Kümlng, Miras, Mübr. In Anbetracht der gespannten Situation in unserer Branche und der Sallung der Konseklionäre erwarten wir vollzähliges Erscheinen. 164/13 Die Etnberufer. Achtung l ir Achtung I ileri Montag, de» 27. Mai er., abends 8 Uhr: Oeffentl. Versammlung in„Dräsels Festsälen", Neue Friedrichstr. 35. for sämtüche Züsctineider u. Zuschneiderinnen von Berlin und Umgegend. TageS-Ordnu na: Bericht über die Angebote der Konfektionäre unter spezieller Berücksichtigung der Enquete der Berliner Handelskammer vom Oktober 1966. Referent: Kollege Knntse. aar ES wird jedem Kollegen und jeder Kollegin zur Pflicht gemacht, für zahlreichen Besuch Sorge zu tragen.-Mg Insbesondere werden die Vertrauensleute ersucht, vollzählig zu erscheinen. 164/12 Der Elnbernfer. Sfirsten- o. Wtsehnaeber usw. Montag, de» 27. Mai 1967, obends 8'/» Uhr, bei fVoblfabrt, Rosrnthalerftr. 57: üranche�- V ersanimlung. TageS-Ordnung: 1. Organisation und vgtiatton. Resei, at: Kollege fi. Sedmoldoed. S. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Gesellen-UuSschukwabl. 4. Branqen« angelegenhestcn. Die Branchentommtsston. Zllusikiusinsmönteasrileiter. Die Branchenversammlung am Montag, den 27. Mai - fällt aus.--- Die nächste Vertrauensmänner- Versammlung findet am DonoerStag, den 30. Mai, im GewerkschaftShauS, Saal 5 statt. Dl« Branchenkommlsalon. Ireppengelätider'Sranehe! DonuerStae de» 30. Mal.-veudS 8',. Uhr. w Boeker» Seftfäleu, Weberstr. 17: UrtHiohei»- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Welche Borteile bietet un» der Schiedsspruch? 6 Diskussion. 3. Branchenangelegenhciten. Wir ersuche» die Kollegen-uS der«rauche, alle mi erfchetueu, um Klarheit»der dt« llluSleguug«es Bettrage» zu schaffe«. Dlv KomnUaaioK. Geschäftsleute und Private, die eventuell zur Uebernahme einer Kundensammelstelle für Bezirke, in denen keine bewilligten Bäckereien sind, bereit sein würden, bitten wir, ihre Adresse gütigst an uns einsenden zu wollen. 40/2 Verbaiiil der Bäcker uod Beriilspossen Deiitsehlands lMitgliedschaft Berlin) Bnrean: AnguststraUe X«. 36. Telephon: Amt m, Nr. 1243. UAi Arbeiter- Sängerbund| = Berlins und Umgegend.- Sonntag, den 2. Juni!907, vormittags!1 Uhr, im Saale der Brauerei Friedricbsbuio: Uebungs«Stunde. Geübt werden die Lieder: i,Fe.tgesang"(Kura),„Mnttcrbera",„Dom Lena entgegen1',„Xan leb' wohl da kloine Oasso", „Frttbll Bgs.tttrme",„Marsclllal.e". Im Nebensaale pünktlich 10 Uhr vormittags: Ausschuß- Sitzung. Tages-Ordnung: 1. Aulnehme von Vereinen. 2. Berichterstattung über die -------... g Bundes- k). 1. Aunjahme vo; Q Generalversammlung der Liederi Angelegenheiten(Maifeier-Statisa Zur Beachtung! Die ganderohöre zun» Süngerlest & am 4. August sind hiermit ersucht, sieh iu dieser ßttzung mit Angabe der eventuell zu singenden Lieder(inklusive eines Bundesliedes) beim Vorstands zu melden.| Der Vorstand. ProTlDzlal-Sängerfest in Brandenbarg a. H.I «chlnßtcrmln der Anmeldungen lür Vereine: Mittwoch, den 29. Mai. abends.— Fahrpreis pro Person(III. Klasse) 3.00 U. MT* Die Vereine werden ersucht, das Fahrgald am 2. Juni in der ÄuaaehuB-SHzung iu•ntnonlM.'IdBdl Weiter© Mittcüimgoia dort- selbst. IS/S Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Ä Ä « k» -« Z dj 4� OBtt Z fitz 4»» •wt Z •wd Z N s « 42 3 A N ■M w», s N "m m Z w* aa N 3 Ä N •4W •9« B S «Mß mm & mm «■M SS N s 5 N 4-» mm 5 N ■au mm 5 S mm L 42 mm QQ oder Das Clünder Berlins. Serien-Verta} bis Bade Mal Bei Bestellungen bitten um Angabe der Brustweite und Hosenlänge. seil» io, Herren-Anzug,«« 1" suis 12, Herren-Anzug, SS 9"* sstie i4. Herren-Anzug, 12" m. ssrie ib. Herren-Anzug, sS IS"«. sene 16, Herren-Anzug, dasWundsrBerlins�lS'v setie 20. Herren-AnzugS� 22"« Stck. heU , k J Stck. mit Sattel«ntn "TS. 1««■ Cheviot I, aul Seide " Stck. Kammg.,_ in allen 1#50 Mustern 11 M. Stck. SO M. sern loo. Herren-Paletot, ä sene los, Herren-Paletot löä sene iio. Herren-Paletot suie iio. Herren-Paletot, setie i25. Herren-Paletot, das Wunder Berlins �21" seile Mo. Heffen-Palelel,°�24" ' Stck. Ztera-Zta r 2M 8" ws 12"°- Kinder-AnzOge u. Arbeiter-Bekleidung halb umsonst. Nur kein Neid, wer kann, kann. »e taBtt«Tes M. M. 29-10 Utar IIB 29-10 137 Gr. MM M 137 Xnp Ecke August- Straße. Xnr flOH SeliBneberg----- uptstp. m Ecke Torbergstrafie. Blitz Blitz Elitz Blitz Blitz Terlclh• Inetltnt: Friedrichst.llS l.a.Orabg. y.. Tor.(Sieg. Frack, Gehrock Wü 1,50,§o[el,00,©cjle50${. Olga Preise* beliebige Teil» zuhlung. Jacobson, Äedi«. ist«in zartes, reines Ärficht, rosigeS�ugcndfrischeS Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und schön« Teint. Alles die» erzeugt die echte Stedtenpferd-CiUenmilcb-Seife von Kerzmann& To.. Ziadeb enl. ü Stück SV Pf. überall zu habe». direkt am Ganz«eu t lest« Lage, günstigste Zahlungsbedingungen. ParzellierungS-Terrai« s-dch°sZeegrfrld.�S:-A�--�-N>'°-.-. lost, vo« 8 M. an. unserem Kontor, Teegeseid, Scharnb«gstr. 6, vtS-a-vl» d. BahuhojSanSgeng. Fredersdorf- Petershaaen(cut�n) n Q etAee 9 ffätf Dt» i�ohe Bahnhof. SJnJfmift bei LJj%* VC«« Mtt. SR, cito Bresecke. Schuitb> Restaurant, Petershagsn und den Besitzern 4>.L» Xlv-.cku1ko& XlUcke, Lerli». LanoSbergersttatz, Cl Ganz acul MsHMsi KS Ehe WM KouheMelt! Nach beendeter Saison verkaufe ich die Restbestände meiner grossen FrOhjahrs- Lflger weit unter regulärem Wert Auf T uch- u. engt Kostüme, schwarze Jaketta, Paletots u. Taffet- Mäntel gebe zum Teil bis 33 �% k?at>att @3 Berlin S. Am Oranien- Platz ... O R. M. Maassen# Deutschlands grösstes Spezial-Haus für Damen-, Mädchen- und Sport-Konfektion. Berlin S. Am Oranien- Platz BREUER5 Pestsäle =„Zur Königsbank*'~ 6r. Frankfurterstr. 117. X Jnh. Cnrt Breuer. X Ami Vlla, 8142 Den geehrten Gewerlschasten, Vereinen, Klubs empfehle ich meine Gesamt räume zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art � zu den kulantesten Bedingungen.. Um recht regen Zuspruch bittet ftsSSL'j Curt Seousr, GastmU. (N mm kiüs i � a*. 4-- U 1 1 Beliebteste PfsCigarette Z.M Cigaretten-Fabrlk„Kios" o E. Robert BOhmt, bresden. � iwölmlieli Ilse, mim m sei gelMte MyW» von i, 3, 2 und 1 Zimmer mit allem Zubehör Berlin N., Uferstraße 12/13 und Martin Opitzstrcfie 21-24 vis-a-vis dem Brunnenplatz, 8 Minuten vom Bahnhof Bedding durchschnittlich 220,00 M. pro Zimmer per 1. Juli 1007 zu bcx> mieten. 2Lö Anfrage« Wipp«, Uferstraße IS. Part. 1«. Ziehung S. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung Tom S6. Mal 1907, vormittags. aal die Gewinne über S<0 Mark aind den betreSendeo Nununern In Klammern beigtiiigt. (Ohne OewÄhr.)(Nachdruek verböte«.) H 77 f,500� ttl 89 99 494 556 778 860 978 80 81[500] 1075[8000] 53.9 413 65 633 2053[600] 59 871 73 90 629 «8 710 821 13 75 3028 62 123 73 13000! 321 121 007 4120 850 901 89 5382 79 581 636 1510] 907 600« 23 Sil 182 611 KO 765 79 920 7056 72 208[9000] 33 173 75 78 573 693 801 U 0354 193 537 96 761 9107 59 519 639 38 706 871 869 1O053 183 303 12 535 900 1X579 032 1 2497 7'.8 813 St 900 1 3018 85 5(2 55 665 81[1000] 94 803 913 1 4061 278 77 370 767[500] 15059 533 14 605 98 711[3000] 913 45 16034 312 169 519[500] 635[10000] 61[500] 906 17001 185 208[IIIOO] 168 747 850 925 1 8013»5 141[500] 302 723 ',19063[30001 335 437[1000] 78 605 066 850 957 2O101 305[3000] 422 66 630 601 69 727 öl 2 1 063 68 J1S 330 473 521 861 22121[500] 389 627 2 3089[1000] ■133[3000] 256 336 560 712[10001 805 24130 98 217 523 82 riL�5X?S 87 530 4,1 671[!000] 813 989 2 6274 377 759»92 ■13000] 27131 276 91 318[ 3000] 418 68 81 601 63 28141 19 W 773>' 100(1[ 40[1000] 822 2 9 312 88 69 406 575 öOl83[500] 851 416[ 8000] 585 611 53[iCOO] 761 866 « 968 31164 379 863[500] 32106 65 151 107 816 56 -- 222[1000] 380 613 40 161 954 3 4466 603[3000] . 137 338 506 22 39 601 67 737[lOOOj 50 3 6075 189 -[3000] 780 90[1000] 819 983 3 7153 99 681 663 38005 16 403[500] 93 633 57 803 39112 123 75 703 871 973 40062 188 377 508 13 35 CO 38 601 18 722 SIS 83[3000] 4 1241 60 478 620 842 610 4 2141 68 95 153 520 56 630 [500] 758[1000] 920 4 3326 81[1000] 109 38 79 626 4 412.1 434 72 693 768 4 5 088 309 71 420 81 511 21[500] 27 631 119 41 71 943 4 6200 310 403 619 03 727 801 11 929 76 47X51 13000] 338 782[ 500] Sil 28 11 929 97 48010 224 SM UOÜOj 607 758 919 75 4 9 070 450 620 739 979 öOOSO 129 30 48 4SQ 870 836 78 5 1 09« 120 357 616 [3000] 838 13 5 2218 322 71 127 550 703 829 977 5 3003 SM 175 608 71 35 91 703 19 76 60[600] 97Ü 70 54066 j 550] 81 �38 88 381 561 74 758 59 70 833 38 911[1000] 78 55013 389 883[1000] 403 56143 397 300[1000] 15 51 93 661 797 MI 5 7010 54 185 313 821 5 8078 218 67 805 31 4 0 905 69010 134 11 51 438 528 76 611 53 711 76 815 91 Ol« 55 ÖOOSO 113 359 75 503 673 837[iOOOO] 11 66i"(Jl045 48 209 311 65 138 73 502 15 6 2 070 88 ISO 109 16 561[500] «55 300 6 3023 151 224 663[3(100] 6-15 753 843 6 4005 393 415 26 81[5000] 607 952 6 S236 63 59 632 763 871 91 eecoi II« 515 708 875 85 6 7317 870 91 117 50 71 507 8« «J 890 919 68022(1000) 212 677 6 9051 182 152 891 79011 19[500] 83 101 39 713 993 71296 307 121 72 [500] 830 56 951 7 2033 153 71 89 163 6X2 00 738 11 92 911 ,73035 258 353 657 7 4039 271 Sil 645 761 90 861 75.151 680 188 907 5.1 7 6037 119 82 331 15 309 71 557 92 77099 [6000] 129 33[ 6001 314 IIS 560 76[ 3000] 962 65 7S016 63 416 714 048 7 9679 90 712 .80U2 18 207 89 351 635 760 021 8X168 217 360 489 521 721 42 19 75 öZO 82670[600] 741 76 803 23 00 210 378 131 633 ODO 36 8 4011 131 39 235 123 16 «6 697 872[1000] 937 8 5013 296[1000] 390 650 60 707 dlOOO] 828[1000] 61 86103 697 883 8 7050 79 210 ISO 56 MO«64 88153[1000] 630 89 839 952 8 9363 610[509] HS 737 90058 183 329 61 553 812 9 1060 287 131 85 511 715 OZOlG 130 254 318[ 3000] 618 93101 200 390 138 508 708 «8 818 9 4001 80 120 14 223 80 302 75 793[ 3000] 811 54 59 93 SS 01 7 13«[500] 263 91 15001 330 81 808 958 85 9 6018 198[600] 335 73 436 580 9 7130 735 9 8 201 417 67 613 41 87 662 811 940 99040 197 312 474 637 55[1000]"712 858 XOOlS«[500] 207 392 162 868 101173[500] 788 913 69 1 02 005 261 602 41 852 723 29[500] 808 103059 133 [30001 559 732 83 Sil 104517 735 952 105 003 20 19« [1000] 320 486 559 79 700 1 0 6055 64 125 379 9 7 658 701 50 «S 107111 313 81 499»17 79 808[1000] 81 308 99 976 108699[ 500] 146 53 74 239 Sil 732 1 09012[500] 30 30 IU 401[500] 653 T 110221 22 539 97«85 793 91[1000] 805 42 111022 Iii 803 112130 207[3000] 423 113057 217 335 43[1000] 450[500] 516[500] 768[ 500! 882[300UI 918 11417» 650 701 51[SOO] 901 115066 77 148 231 347 73[ 500] 605 35 938 11613« 83 350 475 781 888 BS 987 11709? 651 617 67 ;«9 820 83 118119 81 233 453 660[3000] 807 35 967 110122 640 622 1.29112[1000] 203 12 308 403 615 71« 929 1 2 1 081 600 122m 673 83 608 119 123551 609 II 183[1000] 124015 283 16«[30001 125051[3000] 78,187 291 390 916 SO[300] IL«001 127 79 81 81 317 123 85 91 12 73=0 23 531[5001 46 57 84 645 705 803 37 98 981[1000] 128305 331 84 JL2QJ10 436[3000] 639 43 73[5000] 881 41[500] 130020 9« 1« 17 631 10 59 667 791[600] 83? 13118» « 166[500] 709 27 98! 13 2081 301 613 58 710 840 1113087 tu 83 132 57 es 414[1000] 30 134113 318 405 60 19 501 46 15 II 13&126[3000] 509[1000] 35 IIS 83 814 ... 137014[600] 152[1000] 688 68« 74141 816 921 69 .3L001 221 68 586 626[1000] 67 138090 fiOfl] 803 523 S? 84 81»79 751«28 140004 68 20« 58 48« 602 20 81« 906 II 141863 888 2142108 626 191 989 143000 318 41« 98 862 920 1 44127 189 195 420 589 608[500] 737 1 45130 97 311[300»] 77 483 624 752 35 PI 858£600] 064 67 1 4 6017 80 834 17« 563 815 1 47012 183 371 328 612 715 838 1 4810S 328 HO ' 831 683[500] 827 779 875 904 149335 55 630 39 970 fsSöl8? 63085 «1« 8 (3S01 150186 885 436 st 000] 82 612 41 718 887 74 90t 151169 91 407 97 592 678 797 818 32 911 152505 618 732 1 03102 11 532 636[1000]-07[600] 54 973 154tö4 203 493 562 785 359 957 IC;. 5 53 196 643 766 950 156379[1000] 88[500] 133 t, 60 74 601[1000] 730 977 88 1 5 7098 196 7 7 278[3000] 721 803 1 58257 508 32 13 95 115 1 5 9038 401 708[8000] 82 882 85 16OO90 125 639 63 796 619 926 38 1 6 1 209 1560] 59 98 313 13 80 471 807 75 1 62008[lÜOO] SO 132 2«i [500] 161[300] 412 571 79 648 76 789 1 63011 278 102 735 164171[500] 524 610 728 920 83 165016 121[1000] 68 2u8 673 91 775 315 186016 205 507 109 685 92 755 16 7008 156 150 580 97 837 39[600] 168031[1000] 171 18 306 512 99 829 993 1 69088[1000] IIS 95 316 406 528 43 03 815 28 93 963[500] 170118 220[1000] 86[590] 427 502 611 717 42 4« 828 919 97 1 7 1 083 103 828 1 72088 öS 344 700 88 70 173005 291 354 445 95 558[500] 174165 95 32« 46 409 «23 769 97 800 1 7 5059 183 232 96 321[500] 550 943 45 17 6388 174 022 65 89 723 810[500] 177288 15« 48 681 883 931 178060 232 45 310 73 564 907 48 1 7 9414 682 85 04 897 011 85 180014 60 113 314 98 489 502 67 757 85 99 878 991 18 X 239 313[3000] 39 517 634 837 75 1 82283 333 443 [1000] 84 537 732 931 183165 205 501 907 92 1 84051 69 337 899 963 1 8 5084 176 24?[10000] 50 85 5B6[1000] 733 1 8 6246 390 676 85[500] 669 997 1 87X25 25« 555 621 25 868 985 1 8 8221 137 71 91 798 863«39 189284 329 601 789 90 836 190611 968 191141 378 305 581[500] 88[3090] 718 72 1 92276[500] 568 85[3000] B89 961 103 265 382 92 112 056 194099 204 20 CS[ICOO] 525[1000] 06 836 195111 661 705[1000] 19 6003 252 028 735 938[500] 83 197887 659 70 886 937 1 98191 220 365 418 63 537 11 87[500] 918 1 99018 121 365 173 518 36 703 2OO011 191 267 319 167 96[300] 679 611 711[500] 17 2O10S7 270 302 4 38 55 665 810 2O2023 38 112 55 76 [1000] 237 382 415 10 767[3000] 71 830 939 2 0 3021 268 151 69(1 08 785 76 836[500] 53 204 266 308 71 601 35 996 205(13 15 468 656 801[1000] 3 986[1000] 206236 921 59 2 0 7435 516 631[1000] 914 208225 27 418 60 69 564 050 2 0 9058 09 445 501 789 601 71 989 2 1 0014 83 92 123 377 415 90 902[3000] 70 69 211000 76 173 91 282 390 116 569 609 717[1000] 62 843 212131 218 96 365 412 682 613 213108 217 52 71 82 317 046 768 831 2 1 4108 98 241 401 35 613 731 2 1 5056 77 141[1000] 471 513 66 68 995 2 1 6103[1000] 287 587 606 36 78 821 901 2 1 7077 139 73 265 93 381 420 811 963 2 1 8213 22 551[500] 07 811 42[ 3006] 219011 101[3000] 20 221 780 899 2201SO"22 351 P70 935[500] 61 221091 120 290 [500] 39 fSOOO] 81 652 775 99 007[10(0] 20 222010 19t 200 52 633 2 23(53 110 269 427[1006] 6 5 224 1- 68 s 50»] 121[1000] 216 62 535 08 611 59 989 2 2 5 271 674 712[500] 53£17 22 2 2 6012 353 191 501 55 2 2 7097 13 281.ac2 485 516 696[5003 2 2 8x26 296 355 521 6'6 784 976 2 2 9013 217 489 703 012 75 89 230161 252 597 629 87 816[SO.'Ol 919 231018«9 153 92 738 883 2 3 2037 385 472 695 2 3 3(19!500! 26 71 125 36[500] 282 321 573 788 707 2 3 4013 84 181 369[500. 4l4 76[590] 80 820 986 235391[500] 109 9-1 700 876 236m 1500] 237 383 919 759 2 3 7=03 101 238078 184 473[1000] 510 51 726 81 887[400] 23931« 21 678 961 82 90 249090 155 262 80 89 875 677 870[lOCOl 9 D[ 00■[ 241075 IIS 401[307.0 1 761 80 950 91 242077 806 85 538 002 860 920 2 4 3 987 565 8! 244215 423!.«"O" 1 651 58 709 41 63 61 245121«68 76, 249 36 597 56?47l9<» 213 573 697 723 2 4 8035 125 82 260 567 843 906 2 4 990» 79[3000] 64 365 560 987 250202 44 4 7 303 86 134 561 90 805 95 966 2 51128 19 315 7(9 57 830 45 252038 Ol 200 75 1' 3-7 2 3 ,1 [50001 350 561 615 715 23 3=!i0 915[5 0' 254141[ 001] 303 655 760 69 2 5 5091 157 331 152 8 1 566 611 757«5 ffl; 73(62(30001 71 25 6190 225 58 631[ 09] 783 2 5.1(2 28 31 260 487 736 1« 70 93 258 997 217 71 309 99 467[500] 79 712 2 5 9 675 714 687 1 03[19 000] 2? 2 6 0010 2 3 43 263 02 433 515 39 781 93 2 6 1 070 321 417 678[1000! 87 855 66 908 2 6 2043 351 508[1000] 615 86[500] 928 31 263105 U 11 203 63 517 2 64018 114 515 47 845 54»5 265046 164 205[500] 610 TIS R5 844 980 2 6 6007 50 148[lOfO] 235 375[3CO>! 485 17»5 2 6 7095 122 541 602 732 45 64 2 6S360 413 683 914 44 269039 109 301 807 89 270213[1006] 716[3000] 89 899 27 1 007 12[500] 351 109 936 37 272107 239 50 587.85 723 81 279010 33? 605[5001 388 053 89[1039] 2 7 4119 520 51 620 723 72 900 8 2 7 5050 129[1000] 57 31! 47» 596 69- 781 270160 204[1000] 389 510 708 9 872 2 7 7009[1090] 82 K« 270 278309 103[500) 784 279070[1000] 127 42 871 985 9» 280161 352 620 60 941 281108 63»57 403 IW]«31 709 1«(W 282038 315 493 597 974 283013 183 308 837 917 2 8 4511 82 785 804 966[1000] 28521, 884 567 61» 769[1000] 954 98« 286(03 15 154 81 Il0(0] 223 358 45« «71 763 971 28 7267 86 390 40« 510 838 Im Gewinn r» de verblieben: i Primle 5»00 000, 1 Gewinn 4'800000. 1 i 60000, 1 k 80000. 1 ft 46000, 3 k 30000. II a 13000. 33 a 10000, 80 i 6000, 778 i SC 00. 1283 il 1000, 2055 k 500 16. Ziehung 5. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Zijbung vom 25. Ha: 1907, nachmttlaga. Nur die Gewinne Uber 210 Mark sind den betreffesdeii Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verbotea.) 11 63 179 117 71 600 783 833 1109 231 85 406 687 830 94« 13000] 2112 83 99 858[3000] 708 895 MB 8029 193 ,0«»1 SS 717 83[1000] 851 986 4012 155 626 6109 215 666 891 98 903 6119 208 359 136 568 701 7038[3000] 06 135 201 339 180 85 718[lOOOj] 51 833 901 80 8217 531 48 75? 9014 262 103 32 94 520 79 644 82 10076 231 342 63 112 13[1000] 397 904 94{600] 11200 18 42 1 732 347 1 202 1 330 126[500] 703 934[600] 13041 262 329 033 1 4068 158 281 99 361 671 726»71 [300] 15031 188 22« 32 40 56 77 100 71 99 1601« 7, 7« 119 218[500] 97 390 125 76? 92 1 7032 108 23«[560] 500 [500] 693 791 81? 31 18113 573 7? 93 IlOOO] 663 820 950 97 1 9030 15 1 383 921[500] 200.6 358 400 79 605 46 701 48 803 98»1« 21 110 230 550 477 872 909 14 22039 173 329 23051 1«1 99 881 80 511 616.1000] 61 73 83 719[1000] 81 24109»54 87» [500] 432 629 633 935 87 2 5 031 III 362»6 709 26131 763 27030 US[1000] 217 SSO 411 42«17 30 7« 89 2H150 99 423 533«20 23[600] 893 982 2 9023[30001 228 llOOOj (49 475 948[500] 3O0C3 535 805[3000] 20 86 3 1028«2 80 029 99 88« 32035 131 383[ 600] 417 641 629 74 652 33013 Ii[500] 8 1 207 15 416 675 719 888 918 41 77 3 4 065 12« 09 232 329 07 61? 609[500] 73 3 5 039 334 85 617 731 36063 313 [500] 453 778 3 7080 1500] 117 91 357 453[500] 9.3 38231 54«9[3000] 321 66 113[500] 52 512 613 13[8000] 939 39058[3000] 1U0»23 44 370[500] 412 636 711[500] 994 40192[ 3000] 241 12 409 523[500] 41071 88 102 Sil 677 613 61 42013[1000] 216 50[1000] 61 405 43064 168 285 433 531 73 629 44657 67 270»45 714 48 45047»78 414 738 988 4 6359 66 418 525 107 4 7200 20[3000] 414 «0 52« 739 802 78 981 4 8002[3000] 50 128 170 74[500] 95 312 429 605 912 54 82 4901» 11 153 22« 6X4 95 971 IlOOO] „.BOOM 214[IOOOO] 439 561 631 810 5 1558 92 724 48 52027 821 53069 234[600] 47«[5001 99 665 84 003 54021 183 37 278 467 590 627 716 957 5 5025 180 570«70 [500] 758 876 990 5 6252 334 812[500] 731 838[500] 57108 UOUO] 290 412 860 905 62 5Ö201 439 544 702 851[600] 59088 302 445 688 eoosi 100[1000] 241 335 533 879 905 84 6 1 271 815 20 415[1000] 648 70 842 908«6 62173 432»42[1000] 755 81 63010 15 451 522 615 74 80 870 6 4083 153 219 537 604[öOü] 818[3000] 907[1000] 65041 196 251 112 924 ÜÖOU 45[3000] 224 4SI 52(>[1000] 59 632 89 883 67014 182 307 28 410 608 618[ 3000] 701 11 55 614 6 8432 529 75 66» 700 857 69U1 83 262 139 676 839 70(117 113 52 99[1090] 219 Iii 390 812 87 89 969 97 7 1 010 16 217 30« 16 532 78[509] 33 612 89 80 717 51 681 76 095 7 2135 273 337 176 87 731[500] 69 959 73115 395 677 73 8:17 998 99 74151 217 29 361 III 811 2« 40 70 77 937[500] 68 75221[500] 312 103 636 710 91« 76253 386 151 5« 661 915 78 07[500] 77137 25« 91 443 636 923[3000] 7S033 22? 38 314 556[500]«99 802 79305 [3000] 520 681[1000] 0«[3000] 8O620 720[1000] 81 8 1 018 150 83[500] 201 378«99 748 926 61 72 8 2293 841 85 932 8 3072 179 93 426 633 714 8 437-2 672 741 375 8 5015 61 67 160 99 707 938 86157 276 409 506 10 51 910[ 3000] 19 87193[600] 213 619 822 57 7 7 999 8 8111 262 124«56 875 917 53 8 9050 98 18» IlOOO] 139 780 811 90027 116 236 603 15 56 58 775[600] 865 91084»19 518 89 680 833 9 2125 329[500] 35[1000] 487 695 766 837 55 903 9 3293 679 9 4175 279 623 65 736 822 98« 95033 257 351 III 573 604[3000] 791 032 9 6163 807[500] 9 7 053 116 311 110 513 810 94 928 9 8071 71 205 78 605 [1050] 5.13 99021 756[500] 1OO407 76 793 806 995 98 1 0 1 019 238 51 460 64 501 20 91 006[500] 62 755 65 1 02 271[1000] 814 466 575 740 1 03307[3000] 29 530 33[1000] 74 93 662 91 104081 184 332 697 888 929 1 05x10 239 886[3000] 71 916 85 106100 107302 13[500] 531[600] 78[1000] 614 108019 333 455 519 629[1000] 703 65 79 109170 330 412 81 60» 71[500] 110157 65 373 700 819 111375 408 830 112011 59 208 335 58»10 53 65 885 113076 103 321 68 491 592 736 SO» 114017[3000] 132 35 55[500] 82 411 632 737 925 [3000] 115036 43 SO 217[600] 23 68 391[3000] 454 729 913 116328 57 93 445 50 614[500] 81 117171 79 223 371 439 77 735 42 78 988 118017 2.>2 482 671 710 9U 118l06 29 308 24 95 99 030 762 913[1000] 120107 67 121219 III[1000] 541 858 929 122008 SO 153 250 97 Ml 12300» 108 220 329 404 7 56[500] 99 535 12 56 84 623 601 92 910 1 24191 219[1000] 313 422 55 513 SS 782 81 87 881[1000] 63 89 946 1 25199 529 757 857 1 26152 59 256 87 388 466 633 80 814 1 27133[1000] 279 352[500] 486 519 60 1 2 8091 382 428 513 771 861 982 129024[500] 874 44« 595 706 130010 230[500] 302[500] 20 880 13103« 371[1000] 541 7M 50 1 32168 74 84 273 334 410 630[1000] 81 815 963 1 33113 36 248 62 737 962 1 34116[500] 217 417 135193 515«0 78 717 33 1 3 6044 161[1000] 72 208 51,9 824 89 732 842 60 1 3 7087 41 88, 525 65 678 905[10000] 76 138009 42[1000] 100 26 ,2[600] 260 350 420 549 687 949 1 3 9020 513 69 737 804 140114 420 70 78 562 806 971 14 1 255 429 518 718 [1000] 629 969 1 42267 473[1000] 592 615 756 885 93 91« 25 1 43253 303 32[500] 484 06 534 734 879 1 44205 54«[1000] 42[3000] 148[3090] 0» 811 14 DMl 1SJ19« 85 22» »27 79 182(718 12»(600] 71 261 XU[IOOO]»18 601 184008 47 41 54 939 18309« 210 81 344 90 58 445«»8 54 1434« H«1 684«5t 7« 14S0«'»W 582 636 1 47344 478 516 680 730 874 915 1 48097 1»& 349 452 1 49021 275 887 55 707[500] 896»Ol 11 J 150025 258 479[500] 542 669 ISlOU 210 888 5*8 «10 754 1 52407 21 822[lOOO] 15308« 260 404 32 00» 881 [8000] 9« 154141 48 70 222 84 397[500] 165011 TS 3«* 485 545[8000] 056 777 874 98 1 5 6200 409 703 974 1 5 7 000 1[1000] 41 58 75[500] 261[lOOO] 880 481 009 17[500] CT» 730 827 984 88 1 5 8010 18«0 75 04 III 419 97[SGOt* 60 95 1 59031 222[8000] 76»32[500] 41»«80 757 5» 859 71 943 73 160062 418 47 74» 45 5« 971 161004*4 168«BS MI 162051 87 21» M 75 841 08 775 5,2 905 163274«T 587 93 164018 81 107«3 237 471[500] 77« 802 9»[30MB 09 165172 7«[80001 874[10000] 421 672[SOOiH T8J 84» 904 166004[900] 892 931 40 48 600 91 877 1 67210 8« 447 62[500] 500 68 681 703 84 817 55 lOSOOO[500] M 211 309[500] 17 82 66« 818 1 69192 641 78[1000] 807 1» 170032 89 213 453 512[600] 88[500] 65 637 88 TM 17 1 667 151 80 210 16 17 28«63 172294 44» 6»«Ol 748 173025 162 7« 808 984[900] 801 1743« 4»[10»] 621 81«Ol 15 58 790 831 68 17514« 810<1 401 54« 782 881 09 176077 114 83 444 574«S«4»75 177029 44 284 94 845[3000] 89 504[1000] 62 879 178001 91 432 69* [8000] 770 823 5} T« 900 179172[8000] 254«S 628 78» 610 25 �--»W-«Wirt 180014 540 77»8 599 734 43 330 819 183148 190 273 815 73 M) [500] 757{10001 988 X86010 42 45[8000]«7 157 M«7 187011« 83[1000]»8 537[500]«57 832 959 90 188089 103[1000] 17 238 815 008 90««82 189004 CI* 71 014 15 «W«1 85»[!-> V«.**.- 45» 190267 SOS 51 014[1000] 850 54[506] 191021 158 200 54 SM 83 555 047 M 702 82« 8» 192002 125 53 7« 810 15 782 622 50 193119[500) 5« 7» faooo] 211 60«83 400 10«04 18 58 74 721«0 YS 54 58 194027[SCOO] 560 539[1000]«41 04«[8000] 195,40 584 609 98 626[500] 76 196052 200 0 5» 00 410 56» 882 197940 1*4 88 507 094«3 198045«2 118 239 494 067 704 199087 207 802 40 424«99 728! 200178 863 201181 21«[500] 83[500] 487 691 TS 125 931 202019[lOOO] 68[3000] 21« 474«12 2» 203x42 50«[1000]«57 81 837 78 204054 127 82« 78 81[JOOl 39 487 839«80 205229 87 517 76 S««2 75 824 206976 32 736 950«I 207094 152 55[1000] 72 77 28«*73[590] 419 70«73 724 839 208033»5[1009] 167«12 09 703 70 200093[500] 112 476 778[3000]«18 2 1 0166 275 81 487 55» 660 78» 969 21108» 1«! 37» »32 723 92 847 2 1 2154 266 476 600 53 TU 213015 133 300 479 769 382 08 214015 58 94[500] 204 510 71» 37 91 834[1000] 966 88 215000 172 221 87[ 6001 57 431 657 978 2 1 6X04 78 466 716[1000] 992 9« 217018=79 304[1000] 564 916«1 218360 430 831[505] 49[500] 219087[500] 166 263 70 78 606 220362 608 53 738 221103 800 53 222095 703 (1000) 223002 716 224144 92 430[3000] 633 758 00 [1000] 971 2250-11 53 303[500]«02[1000] 726 878»08 226032 208[5001 422 85 540 73 881 912 2 2 7017 2 8 780 [1000] 477 948[500] 228005[8000] 103 24 8« 800 830 913 229236[500] 850 438 518»o 768 89 921 51 260353 741[3000] 990 99 23 1 028 244 150«]»7 955 232158 82 374«CS«9 952 74 99 2331»« 2M 71 84? «18 731 841 23 404, 313 419 TU 820 235293 7.28[-,00] 521 745 84-» 993[1000] 236413 550 150»] 699 tO."> 61 [lOOO] 970 237011 23£33 50 916 238022 4«0[1900] 557 90« 239274 97[500] ,55 548 240042 166 88 611 16[500] SO 5« 711=0 8.' 874 24 1 991 020 872 75 78[cOO] 242087 ISS 203 9 48 302 C5 411 40 74[31700] 575«50 77 987[807] 243 39 57« 83 737[3000] 244307 83 485 557[500!«79 TU 2460X5 HO 339 406«29 10t 64[500] 921 246S* 83 52»'Mal 778 920 25 70 2 4 7017[500] 197[1000]=87 41««1 518 [5001«29 719 47 248090 129 54 646[HS] 522 11100] 34 039 249104 39 705[ 500] 260032 177 307[1000] 50 44««?4 7«8 261237 8 2 670[500] 694(500) 766 97[500] 815 19 905[500] 11 93 252158 298 673 253068 247 810 545«07 934 2543*3 [1900] 42, 88«22 758 816 2550,4 4M 99 602«'« 21 4 69[500] 82 787 266000 89 294 582»38 257 58 70 20.7 95[IOOO] 419 58 70« 64[1000] 879 908[101«] 258168 47«[1000] 516 850 259061 237[500] 778[*000] 875 260025 62 74[5001 169 27 55 26» 75[500] 682 TM «7 2 6 1 000 235 316 430«40 54 53 705 1« 872 8 6 2 621« 220 67 532 573 875 2 6 3270 M2 569 78««a, 26493 394 4S8 846 915 265195 501 2«1[SOOO]«19 21 8 l 31[ J.j 38 55 96:1 26605= 39J 444 49 6=2£85 2670?.i 213 3 0 403 902 268006[500] 96 61 252 97 422 537 COO 43 2 6 9376 587 724 829[500] 990 270024[500]«0 175 270«0 95«[500] 271053 IM 209 37 79 451 622 850 2 7 2061 56 ,77»41 275951[8001 294 402 84[500] 7*2[600] 912 274087 807«57 IlOOO] 8, 95 275010 181 2,9„4[3000] 4,9 98 547 54«»0, M 069 91 276064 554 005 777 821 277181 34 211 46-1 74 660 783 845 2 7812, 5, 229 50 72 677 728 809[10 X»!*j 960 27901-0 14«[1000] 534 2S0I39 30 51,[1000]«84 7«? 8,9 2S1611 117!», «94 262190[,000] 848 99«11 SM 23 987 2 8 3 062 161»6 CS 497 511 94 9 2 8 4004 364 497 66, 741 63 S»!*4 285106 583 1-60[ ,6001 790«91 286=14[SOp] 411 i*| 109 118 2 8 7339 474 714 « Vaimüvsrtlicher JBfiatteuij$an6 Weber, Berlin, Für des Inseratenteil versvtw.i Zi- Gl»cke» Berlin. Krück u. Berlaa: Borwärt» Ouchdruckerei u. KcrlaaSanitalt Paul Singer& So.. Kerlin SW. Nr. 120. 24. Iahrgaug. 4. Keilize des Jormürts" Kerlim MM Sonntag, 26. Ma!1907. Am Mittwoch, den 39. Mai, adends von V Uhr an, findet in Groß- Derliu KlnMattoerdreitnng von den dekannten Stellen aus statt. Näheres am Mittwoch morgen. Der Zentralvorstand. Partei-?Zngelegenkeiten. Dritter Wahlkreis. Am Dienstag, den 23. Mai, abends 8 Uhr, findet eine Lersammlung des Wahlvereins statt, in welcher Genosse Wolfgang Heine über:«Der neue Reichstag und die Sozial- demokratie" sprechen wird. Um zahlreichen Besuch dieser Ber> kammlung ersucht Der Vorstand. Schöncberg. Am Dienstag, den 23. Mai, abends 8 Uhr, findet in E. Obsts Festsäle, Meining'erstr. 8, die Versammlung des so- zialdemokratischen Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: 1.«Hat der Liberalismus in Deutschland noch eine Bedeutung.(Referent Genosse Ed. Bernstein.) 2. Anträge und Wahl der Delegierten zur Kreis-Generalversamm- lung. 3. Verschiedenes.— Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Wilmersdorf. Am Dienstag, den 28. Mai, abends 8'ch Uhr, findet im„Luisenpark", Wilhclmsaue 112, die Mitgliederver- sammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Stern über„Die Religion im Lichte der Kultur- geschichte". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalversammlung.— Wir erwarten bestimmt, daß sich die Ge- nassen vollzählig in dieser Versammlung einfinden.— Ferner wird schon heute darauf hingewiesen, daß am Mittwoch, den 29. Mai, abend? 7 Uhr, für unseren Ort eine Flugblattverbreitung stattfindet. Alle Genossen müssen zur Stelle sein. Sozialdemokratischer Wahlverei» Groß-Lichterselde. Montag, den 27. Mai, abends 8 Uhr, im„Kaiserhof": Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Ersatzwahl zum Vorstand. Vereinsangelegenheiten. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen und der Maifeier. Bericht der Lokalkommission. Der Vorstand. Zehlendorf. Am Dienstag, den 28. Mai, abends 8% Uhr, findet im Lokal von B. Mickley, Potsdamerstr. 25, eine Mitglieder- Versammlung des hiesigen Wahlvereins statt. Auf der Tages- ordnung steht u. a. Berichterstattung von der Generalversammlung Grofe-BerlinS und die Fortsetzung des Referats vom Genossen Ulm über das Erfurter Programm. Der überaus wichtigen Tagesordnung wegen wird das Erscheinen aller Genossen erwartet. Gäste willkommen! Der Vorstand. Steglitz. Mttwoch abend 7 Uhr findet von sämtlichen Bezirks- lokalen aus Flugblattverbreitung statt. Lankwitz. Dienstag, den 28. Mai. abends 8 Uhr. Sitzung beS Wahlvereins im Restaurant Rettger, Calandrellistr. 27. Ge- nosse Schubert spricht über«Unsere Volksschule wie fie ist und wie sie sein sollte". Die Genossen werden ersucht, vollzählig zu er» scheinen. Rieder-Schöneweide. Der Wahlverein hält am Dienstag, den 28. Mai, abends 8% Uhr, im Lokal.Loreley" seine Mitglieder- Versammlung ab. In derselben wird der Genosse Kurt Heinig einen Vortrag über„Alkohol, Schule und Kirche" halten. Hier werden auch die Delegierten zur KreiS-Generalversammlung ge- wählt. ES ist deshalb notwendig, daß alle Parteigenossen pünktlich erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Weißrnsee. Heute Sonntag nachmittag findet für die Mit- glieder des WahlvcreinS eine Besichtigung der«Reuen Berliner Genossenschaftsbäckerei" in Reinickendorf statt, woran auch Frauen teilnehmen können. Treffpunkt beim Genossen Rosskopf(früher Schmutz), König-Chaussee 33, nachmittags präzise 3 Uhr. Der Vorstand. Reinickendorf-Ost. Am Dienstag, den 23. Mai, abends 8 Uhr, findet im«Restaurant zur Eisenbahn", Provinz. Ecke Nordbahn. strasse, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Ge- nosse Block spricht über„Unsere auswärtige Politi k". Genossen! Dieses wichtige Thema verpflichtet Euch alle, Mann für Mann in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Ncinickendorf-Wcst. Am Dienstag, den 28. Mai, abends Uhr, findet im Lokale von Muster, Berlincrstratze, die Mit- gliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vor- trag über den 2. Teil des Parteiprogramms. 2. Bericht von der Generalversammlung Gross-Äerlins. 3. Parteiangelegenheitcir und Verschiedenes.— Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Rieder-Schönhausen. Am Dienstag, den 23. Mai, abends 8'/h Ubr, findet in„Reu-Karlshof", Beuth-, Ecke Charlottenstrasse, die Wahlvereinsversammlung statt. Genosse H e s s e- Berlin spricht über„Das Erfurter Parteiprogramm". Pflicht aller Parteigenossen ist eS, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Pankow. Am Dienstag, den 28. Mai, findet im Grosskurtschen„Feldschlößchen". Verlinerstrasse, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle über«Die positiven Leistungen der Sozialdemokratie". 2. Diskussion. 3. Vcreiusangelegcnheiten und Verschiedenes.— Gäste haben Zutritt. Zahlreiches Erscheinen erwartet_ Der Vorstand. ßcrlirnv JVacbncbten. Arm und Reich. Maimorgen! Es ist früh gegen 6 Uhr. In strahlender Pracht flutet die aufgehende Sonne von dem tiefblauen Himmel und weckt den in traumschwerem Schlummer liegenden Grunewald. Aus den dunkeln Büschen klingen die weichen, schmelzenden Töne der Nachtigall, die Amsel flötet sehnsuchtsvoll und der muntere Buchfink schmettert seine jugendfrischen Weisen in den neuerwachten Morgen hinein. Hübsche, geschmackvolle Villen, tief in Tannengrün �ge- bettet, erheben sich schweigend in vornehmer Ruhe. Diese hier im Renaissance-, jene im Barock-, die andere im Rokokostil, eine immer verlockender wie die andere. Hier wohnt Ruhe, süsse, satte, wohlige Ruhe! Vom Bahnhof Halensee her marschiert eine Anzahl Schüler in Begleitung ihres Lehrers und einer Dame, an- scheinend dessen Gattin. Die schmucken, vornehmen Anzüge der Knaben legen Zeugnis ab von der Vorsicht bei der Wahl ihrer Eltern. Jeder hat eine Botanisiecbüchse am grünen Laad wnhäßgAi. W lajMeit, lorMea MsjMero tmwelo sie vor dem Lehrer und dessen Gattin her. Das prächtige Wetter, die köstliche Luft, Sonnenglanz und Vogelsang er- zeugen eine Stimmung, der Uhland poetische Form verlieh: „Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden!" Da, wo die Königsallee und die Hubertusallee sich trennen, macht der ganze Schwärm Halt. Sie erwarten die Nachzügler. Ein Surren und Summen geht durch die Reihen und über die Lippen der Knaben sprudelt das sorglose Ge- plauder in kindlicher Glückseligkeit. Ein kleiner, blondlockiger Knirps mit fröhlichen, klugen Augen hat mehrere Kameraden um sich versammelt und erzählt ihnen irgend eine Wichtigkeit. Der Lehrer wird jetzt aufmerksam. „Na. Erich, was gibts denn da, hm?" frägt er, wohl- gefällig lächelnd. Der Kreis teilt sich und alle kichern verschmitzt und ge- heimnisvoll. Der Kleine lacht erst verlegen und schweigt, dann aber erzählt er mit drolligem Ernst:„Mama hat mir eine Mark Taschengeld gegeben, Papa wußte das nicht und hat mir noch eine zweite geschenkt." „Na, das hast Du doch nachher gleich Mama mitgeteilt?" meint der Lehrer, sich zu einer ernsten Miene zwingend. „J wo, Herr Lehrer," ruft der kleine Krösus ganz treu- herzig,„wenn man was bekommt, kann man es doch ruhig behalten?" Die Frau lacht herzlich auf und reißt ihren Gatten mit, der nun auch lachen muß. Auf der anderen Seite kommt eine Frau, die einen alten, wackeligen Kinderwagen schiebt, der mit Zeitungen beladen ist. Er neigt sich eigensinnig nach rechts, als wollte er jeden Moment umkippen und die Frau hat alle Mühe, ihn im Gleichgewicht zu halten. Die Räder quietschen und pfeifen und bringen eine häßliche Disharmonie in die heitere Stimmung. Mit dem Wagen steht das Aeußere der Frau im Einklang. Sie ist ärmlich gekleidet und das welke, gräm- liche Gesicht wird durch das dunkle Kopftuch fast ganz der- hüllt. Ein kleines, semmelblondes Mädchen mochte wohl gegen 6 Jahr alt sein, während ein etwa 12 jähriger auf- geschossener, blutarmer Junge barfuß nebenher geht. Verdrießlich guckt er vor sich hin, die herrliche Frühlings- stimmung scheint bei ihm keine frohen Gefühle auszulösen. Jetzt hält die Kutsche. Die Mutter reicht ihm mehrere Zeitungen.„Da", sie nennt einige Namen, während sie selbst einen Pack unter den Arm nimmt. Er klingelt bei einer Gittertür, während die Kleine bei dem Wagen bleibt. Die Tür öffnet sich von selbst. Kaum eingetreten, umkreisen ihn wütend 2 kleine Terrier und schnappen nach seinen nackten Beinen. Er hebt bald das eine, bald das andere und schlägt mit den Zeitungen nach ihnen, indem er fürchterlich schreit. Die Schüler auf der anderen Seite amüsieren sich hierüber köstlich. Jetzt kommt eine Zofe mit weißem Häubchen. � „Junge, was machst T-u für'n Lärm, Du weckst ja die Herrschaften aus dem Schlaf." Sie treibt die Hunde zurück und nimmt ihm die Zeitungen ab. Die Schüler sind jetzt vollzählig beisammen und ordnen sich zum Weitermarsch. Da kommt ein Diener auf dem Fahrrad und hält bei der Gruppe. Ein kräftiger Knabe mit sonnengebräuntcm Teint tritt zu ihm hin. „Hier, Heini, schickt Mama Deinen Paletot, sie meint, Du könntest Dich unterwegs erkälten." „Ach was!" Heini verzieht verächtlich die Lippen.„Ich brauche den Lappen nicht!" Jetzt mischt sich der Lehrer ein.„Wenn's Mama für gut findet, Heini, mußt Du schon folgen!" Dieser aber stellt sich in Positur:„Ich gehe zur See, und ein Seeoffizier darf nicht zimperlich sein!" Der Lehrer lacht:„Das ist brav gesprochen, Heini. Ich werde Euch übrigens, wenn wir frühstücken, von unserer schönen, großen Flotte erzählen." „Ach ja, Herr Lehrer!" jubeln sie alle, ihn umringend. „Sieh mal die armen Kinder da drüben." Die Dame zeigt nach der anderen Seite. Der Junge schaut mit großen, brennenden Augen dem munteren Treiben zu. „Mein Gott," der Lehrer zuckt die Schultern.„Irgend jemand muß doch die Zeitungen austragen und es ist ganz gut, wenn die Kinder von Jugend auf zur Arbeit erzogen werden!" Dem Jungen aber rollen die heißen Tränen über die blassen Wangen. Er stampft trotzig mit dem Fuße auf:„Ich geh och uff's Schiff!" „Du bleibst hier," ruft das kleine Schwesterchen,„ich sag's Mutter!" Die Frau kommt jetzt zurück. Mit keifender, weinerlicher Stimme schreit sie:„Ich denke, der ist schon fertig, jetzt steht er da und guckt in der Welt rum. Du weißt doch« daß Du noch zur Schule mußt, es ist schon%7." Er starrt noch immer wie traumverloren den Schülern nach. Diese haben jetzt ein Lied angestimmt und hell und klar klingen die jugendfrischen Stimmen durch die kühle, löst- liche Morgenluft: „.Froh herbei, wolkenfrei ist der Tag erwacht, Ueberall Berg und Tal frisch in Morgenpracht I Wer möcht nicht ins Weite ziehen, Wenn die Welt so schön, Nicht vom Tale aufwärts ziehen Zu den klaren Höh'n." Maßnahmen gegen Wach« und Schließgcsevschasten. Eine polizeiliche Beaufsichtigung der Wach, und Schliessgesellschaften wird in Preußen und Bayern erwogen. Tie preußischen Minister des Innern und für Handel haben jetzt den Berliner Polizei- Präsidenten und die Regierungspräsidenten zum Bericht über die Frage aufgefordert. Mit diesen Unternehmungen hat man in SWLttjSwld schleAtö Erschrungeo sevmSt. In SSwäbilch, Gmünd haben die Wächter die Schutzbefohlenen bestohlen. Aehnlich liegt es in Bayern. Dort bestehen gegen 25 Wach- und Schließ- gesellschaften, deren Inhaber zumeist einzelne Personen sind. Fünf der Inhaber sind wegen Körperverletzung, Betrug, Unterschlagung, schweren Diebstahls und Urkundenfälschung bestraft. Kontrolleure, Wachtmeister oder Wächter von 15 Gesellschaften waren wegen Diebstahl. Betrug, Unterschlagung, Körperverletzung, Hausfriedens- bruch, Sachbeschädigung, Bedrohung, Widerstand gegen die Staats- gewalt bestraft. Andere standen im Verdacht, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen borgenommen zu haben, um das Augenmerk auf ihre Gesellschaft zu lenken. Diebstähle, Bedrohung und Versuch eines Sittlichkeitsverv.'echens durch Wächter waren Gegenstand strafgerichtlicher Untersuchungen. Ein Kon- trolleur wurde wegen Brandstiftung in Untersuchungshaft ge- nommen. Manche Gesellschaften sind nicht kapitalkräftig genug. Einige der Inhaber treiben sogar Kautionsschwindcl. Um Prämien zu erlangen oder für die Gesellschaft Reklame zu machen, haben Wächter öfters vorgegeben, Einbrecher verscheucht oder Sach- beschädigungen und Brände verhütet zu haben. Auch Uebergriffe in die polizeiliche Zuständigkeit sind nicht selten; mehrere Wächter und Leiter von Gesellschaften haben wiederholt unberechtigterweise Verhaftungen vorgenommen und Personen mit ihren Waffen be» droht. Häufig wird das Publikum durch reklamehafte unwahre Berichte über Diebstähle, Sicherheitsgefährdungen und dergl. beun- ruhigt. Die bayerische Regierung schlägt deshalb vor, die Wach- und Schliessgeschäfte unter Z 34 oder 35 der Gewerbeordnung zu stellen. Im elfteren Falle bedürfte der Betrieb der Erlaubnis, die unter Umständen zu versagen wäre. Bedenklich ist dabei die Reklame, die dann mit der förmlichen Konzessionierung getrieben würde. In Bayern ist man deshalb der Ansicht, daß§ 35 ge» nügen würde. Eröffnung eines neuen Straßenbahnringes. Ein neuer Straßenbahnring wird am nächsten Montag, den 27. Mai, eröffnet. Der neue Ring erhält die Bezeichnung Westring. Der Ring geht von der Grunewaldstratze, Ecke der Akazienstraße, durch die Goltz- straße, über den Winterfeldplatz, durch die Maaßenstraße, über den Nollendorfplatz, durch die Kleiststratze über den Wittenberg- platz, die Tauenzicnstraße, Auguste-Victoriaplatz, Hardenbergstraße, Joachimsthalerstraße, Kurfürstcndamm, Uhlandstraße, Berlinerstraße und Grunewaldstraße sowie umgekehrt. Als Linie der Westlichen Vorortbahn erhält der Ring den Buchstaben U im Anschluß an die Linien A bis G. Die. Dauer der ganzen Rundfahrt beträgt Vi Stunde, der Fahrpreis 19 Pf. Mit der Eröffnung des West- ringes steigt die Zahl der Straßenbahnringe auf 6, 1 Stadtring, 2 Außenring, 3 Großer Ring, 4 Ostwestring, I Südring und LI Westring. Mit den 3 Ringen der Stadtbahn, Nord-, Süd- und Bollring, gibt eS dann L Ringe im Berliner Verkehr. Die Berliner Stadtmission auf dem Protestantcntag. Auf dem in Wiesbaden tagenden 23. Deutschen Protestantcntag führte in einem Referat über„Die politische Lage in Deutschland und die nächsten Aufgaben für den christlichen Liberalismus" der Referent Pastor Alfred Fischer u. a. aus: „Von Nächstenliebe und Förderung des kirchlichen Glauben? sei in der Berliner Stadtmission nichts zu spüren. Es wird ja be- bauptct, in der Berliner Stadtmission werde keine politische Agitation getrieben. Stöcker selbst habe das aber zugeben müssen. Ueberall trete die Orthodoxie sehr anmaßend auf. Sic maßt sich an, nicht eine kirchliche Richtung, sondern die Kirche selbst zu sein, und das allein richtige Bekenntnis fest zu haben. Dabei arbeite die Orthodoxie aber fortwährend an einem neuen Bekenntnis und schließlich wird auch in ihren Reihen einmal Zwietracht darüber entstehen, wer von ihnen denn eigentlich rechtgläubig ist, denn innerlich herrscht keine Einigkeit. Uns Liberalen wirft die Orthodoxie den Faustschlag ins Gesicht, daß wir dem Volke nicht die ganze Wahrheit sagen. Ja, man geht sogar so weit, zu be» haupten, daß wir am Ende alle Religion leugnen. Dagegen müssen wir uns entschieden wehren, und bei den verschiedenen„Füllen" gilt es für uns, rücksichtslos für den einzutreten, der weiter kommen will. Wir haben jetzt eine große Pfarrernot, aber auch eine große Kandidatennot, weil heutzutage ein großer sittlicher Mut dazu gehört, wenn ein Pfarrer seine Ueberzcugung offen und ehrlich aussprechen will. Aber wir dürfen keine Konzessionen machen. Mein Vater wäre sicherlich sofort abgesetzt worden, wenn er der Orthodoxie Kon- Zessionen gemacht hätte. Bei den Kirchenwyhlen in Berlin'ist man mit den größten Frechheiten gegen uns vorgegangen. Man hat gesagt, die Liberalen kommen von der Gasse. Mit den schmutzigsten Verleumdungen hat man gegen uns gearbeitet. Man fürchtet sich vor dem sogenannten„Berliner Ton". Aber ich kann sagen: Dem lieben Gott wird der„Berliner Ton" in den Volksversammlungen vielleicht lieber sein, als in den Pastoralkonferenzen.(Beifall.) Ich bin mit dem Ton in den Berliner Volksversammlungen ganz zufrieden, wenn auch manch anderen eine humanistisch-ästethische Gänsehaut überlaufen mag. Der kirchliche Liberalismus steht ebenso auf dem Boden des Christentums, wie der Katholizismus und die evangelische Orthodoxie. Wir wollen keinen Radikalismus. Wir weisen jeden Versuch ab, mit einer Schicht von Gebildeten oder vielmehr Uebergebildcten eine neue Lehre auszustellen, wie eS manche haben wollen. Die Uebergebildeten haben schon genug Surrogate für das Christentum. Wir wenden uns an das evangelische deutsche Volk, uns gehört die breite Schicht der Be» völkerung, der aufstrebende Arbeiterstand, uns gehören die Massen. Der Katholizismus ist die Idee der Verkirchlichung der Welt, die Orthodoxie ist die Idee der Berchristlichung der Welt, der LibcraliS- muS aber will das Christentum verweltlichen. Darum müssen wir den Gedanken deS allgemeinen Christentums in die Massen tragen, in die Herzen aller und auch in die der Frauen. Wir verlangen auch die Besprechung von sozialen Fragen in der Gemeinde» Versammlung und vor allem eine Hochschätzung der christlichen Ver- fassung, damit auch die Gebildeten sich dem Christentum wieder zu- wenden. Wir verlangen ferner eine weitere Ausgestaltung der Pastorcnbildung, und wenn wir wirklich arbeiten wollen, so wollen wir dabei doch auf dem Boden deS Christentums stehen bleiben und wollen allezeit fröhliche, unbedingte Christen sein.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion trat Pastor Braun(Berlin) für die an- gegriffene Berliner Stadtmission ein. Im allgemeinen stehen aber die Diskussionsredner auf dem Ständpunkt, daß die Berliner Stadt- synode sich politisch betätigt habe, wenn man das auch bestreitet. Zum Schluß forderte Pastor Fischer sen.(Berlin) nochmals auf, alles zu versuchen, um die Massen dem Christcntume zu erhalten. Bei der Sozialdemokratie und bei der Orthodoxie fänden sich viele An- klänge, weil bei beiden der Autoritätsglaube vorherrsche.(Große Heiterkeit.) Die Sozioltzemolraten türchtea den lirchlichea LiberaNsmus mchr, als die Orthodoxie, weil der Liberalismus auf, klärend wirke." Wenn sich die Gläubigen in den Haaren liegen, sind wir immer die lachenden Dritten.- Die„Balkon-Agrarier" befinden sich jetzt im Stadium höchster Seligkeit. Der wilde Wein in den Zigarren- oder sonstigen Kisten beginnt sich zu regen, die Pelargonien blühen und die Winden ranken sich, gestützt von den alten, ehrlichen Saubohnen oder türkischen Bohnen, begierig an dem Balkongitter empor, so daß der„Balkon-Agrarier" bald im Schatten ihrer„Landesprodukte" den Morgenkaffee einnehmen kann. Aber auch die Höfe haben sich — getreu dem mit Recht so beliebten Worte:„August, drag den Jarten raus!"— meist in blühende Gärten verwandelt. So mancher stille, melancholische Hof, der sich schon ergeben in sein düsteres Los geschickt hatte, sieht jetzt staunend duftige Blumen und rauschende Büsche, und trägt stolz— gleichsam als Ehrenschild— die Tafel mit der Inschrift:„Der Garten ist geöffnet". Aus her besten der Welten. Eine erschütternde Illustration großstädtischen Elends bietet in den frühesten Morgenstunden der an der Icnträlmarkthalle gelegene Teil der Neuen Friedrichstraße. Dort halten beim Morgengrauen in langen Reihen die Wagen der Händler, von denen nach dem Abladen und Aussortieren ihrer Waren die verbleibenden Neste kurzer Hand auf�dcn Straßendamm oder in die Gosse geworfen werden. Bon allen Seiten tauchen nun zerlumpte Gestalten, Männer, Frauen und Kinder, auf, mit dem stieren Blick des Hungers in den schwarzumrandeten, tiefliegenden Augen, und kämpfen um den Besitz dieser Abfälle. Oft ist ja noch ein ganzer, wenn auch ein wenig riechender Fisch dabei, oder es gibt angestoßenes Obst oder Ucberreste von Gemüsen aller Art und Flcischabfälle zu finden, die dann gereinigt und für einen durch Rot und Entbehrung skrupellos gemachten Magen sogar noch schmackhaft zubereitet werden können. Eine„herrliche, von Gott gewollte Gesellschaftsordnung". Durchreisende„Sachsengiingcr" mit ihren schweren, ungeschickten Holzkoffern, großen Bündeln mit Betten und manchmal einem un- entbehrlichen und unaussprechlichen Blechgcschirr in der Hand sieht man in diesen Tagen auf vielen Bahnhösen in Berlin. Im Herbst jeden Jahres ziehen diese Leute mit Kind und Kegel bekanntlich zumeist in die großen Rübcnzucker-Fabriken nach Sachsen, woher sie jetzt, sofern ihnen während ihrer„Saison-Tätigkctt" dort nicht eine dauernde Stellung geboten wurde, zurückkehren in ihre Heiniat in Galizicn, Posen und Pommern, um während dcS Sommers wieder aus dem Lande als Tagelöhner zu arbeiten. Bauernfängerei. Heber die Praktiken des General-Fmidbnreaus in der Charlotten» stratze ö6 haben wir wiederholt— erst dieser Tage wieder— Ge- legcnheit genommen zu berichten. An, Donnerstag waren diese Praktiken dieses private» Fundbureans Gegenstand einer gerichtlichen Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. In der„Deutsch. Tagesztg." vom 14. Dezember v. I. war das Fundburcau einer satirischen Besprechung unterzogen und in Anlehnung an einen be- sonders in die Augen fallenden Fall von Benachteiligung einer Ver- liercrin das Treiben des Fundbureans als Bauernfängerei bezeichnet worden. Reckenthin fühlte sich dadurch in seiner Ehre verletzt und strengte gegen den Redakteur Schacht dje Privatklage wegen Beleidigung an. Die Zeugen bestätigte», daß sie von dem Fnndbureau und seinem Personal den Eindruck gewonnen hätten, als ob es im sogenannten Fundburcau lediglich darauf ankomme, von Verlieren, Geld zu erhalten. Eine Zeugin, die ein wertvolles Medaillon als verloren angemeldet hatte— sie hat es nicht wieder- erhalten— war auf dem Fundburcau eine Mark, die sie bei sich gehabt hatte, abgenommen und ihr aufgegeben worden, weiteres Geld herbeizuholen, ehe etwas für sie geschehen könne. Di« Zeugin hat nach Warnungen von anderer Seite weitere Einzahlungen ans die„Gebühr" des Fundbureans nicht gemacht, ist um die eine Mark gekommen und hat nichts von Bemühungen des Fundbureans für sie gehört. Sehnlich lagen andere Fälle. Der Beklagte führte aus, daß er das Generals»,, dbureau als eine verwerfliche Institution ansehe und bierln mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei der gleichen Ansicht sei. Da aber Staatsanwalt und Polizei trotz sehr bieler Betrngsan zeigen, Hanssilchungen und Untersuchungen scheinbar nichts gegen das Fundbureau auSnwten können, so habe er es als sittliche Pflicht empfunden, das Treiben de» Fundbureau« zu charakterisieren und der Oeffentlichkejt zur Warnung zu unterbreiten. Der Kläger bezeichnete sein Fnndbureau als Geschäft, da« ihn er- nähren solle. Er tue nichts der Verlierer wegen, wenn sie nicht zahlen. und auch nicht»her, als sie die nach seinen.Satzungen" zu be- messende Gebühr bezahlt hätten. Im Verlauf der Verhandlung kam zur Sprache, daß viele Verfahren wegen Betruges gegen Reckenthin eingeleitet waren, aber ergebnislos verliefen, und daß noch eine größere Anzahl von Verfahren schwebt. Nach Auskunft des Polizeipräsidium scheuen sich viele Personen wegen der Scherereien, formell Anzeige zu erstatten! sie lassen es bei der Erkundigung auf der Polizei bewenden. Das Urteil lautete auf Freisprechung des Beklagten. Das Gericht sah als festgestellt an, daß der Privatkläner in seinem Fundbureau unlautere Praktiken treibt, die man im allgemeinen Sprachgebrauch„Bauernfängerei" nennt. Dem Beklagten sei es gelungen, dafür den Beweis zu er» bringen. Wir können nur wiederholen, daß sich Verlierer wie Finder im gegebenen Falle lediglich an das amtliche Fundbureau auf dem Polizeipräsidium am Alexanderplatz wenden wollen, Kosten erwachsen hier nicht._ Serumbehandlung der Genickstarre. Ueber einen mit Serum behandelten Fall von Genickstarre machte Oberstabsarzt und Chef- arzt Dr. Hermann Schmidt vom Garnisonlazarett I Berlin in der Militärörztlichen Gesellschaft eine vorläufige Mitteilung, die in der«Deutschen Militärärztlichen Zeitschrift" abgedruckt ist. ES handelt sich um einen Grenadier der dritten Kompagnie des zweiten Garderegiments zu Fuß, bei dem Genickstarre auch balterio- logisch mit Sicherheit festgestellt war. Der ziemlich schwer per» laufende Fall, bei dem die Lumbalpunktion nur eine kaum L4 Stunden dauernd« Erleichterung brachte, wurde dann mit den, Kolle-Wassermannschen Serum behandelt. Nach der zweiten Injektion fiel der Kranke aus seinem hohen Fieberstadium unter kritischem Schlveiß zur Norm ab; die somatischen(körperlichen) wie subjektiven Erscheinungen sind beseittgt: der Mann lag, zur �eit des Berichts, sieben Tage mit dem ganzen Wohlbehagen eines Rekonvaleszenten nach schwerer Infektionskrankheit zu Bette. Der «ine Fall ist gewiß nicht beweisend, aber zweifellos hat das Serum ihn günstig beeinflußt. Es soll daher fortan jeder ist das Lazarett Scharnhorststraße kommende Fall von Genickstarre wieder mit dem Serum behandelt werden. Die Rache beS HauswirteSs Herr Emil Herrmann ist Eigen» tümer des Hauses Wiclefstr. 42 und Waldstr. 41. Er hat den Vor. zug, einer der reichsten Männer seines Bezirke« zu sein, da er bei der Landtagswahl im Jahre 1903 als Höchstbesteuerter in der Wählerliste des Wahlbezirkes eingetragen war. Herr Herrmann quält sich im Schweiße seine« Angesichts, um seinen schweren Beruf als Hauswirt auszuüben. Er kann m,t Recht als„Muster eines Berliner Hauswirtes" bezeichnet werden. Er und seine Gemahlin sind eifrigst bemüht, ihre„Autorität" den Mietern gegenüber zur Geltung zu bringen, d. h. beide stehen mit den Mietern fast ohne Ansnahnie auf dem Kriegsfuße. Prozesse mit den Mietern, die sich erdreisten, dem Hauswirts» «hepaare die Zähne zu zeigen, d. h. ihren oft rigorosen An- Ordnungen sich zu widersetzen und ihre Rechte als Mieter zu sordcrn, beschäftigen häufig die Gerichte. Auch die Portierleute des Herrn Herrmann können ein Lied von der„Liebenswürdigkeit" des Herrn Hauswirtes singen. Ihr Wechsel ist so häufig, daß die Bortierwohnung einem Taubenschlage gleicht. Fügen sich die mit der Hausrcinigung betrauten Leute nicht willenlos der Laune ihres„Arbeitgebers", so fliegen fie. Viel giieü LntMt ba/m m biß MckMlvng bßf dum Kerr Emil Herrmann ist so borsichtig, sich von seinen Portierleuten eine Kaution, die sich auf 20 M. belaufen soll, zahlen zu lassen. Ein Mieter des Hauses, der übrigens auch mit Herrn Herrmann eine Reihe von Prozessen geführt hat und noch führt, besaß die„Frechheit", eine der früheren Porticrfrauen des Haus- Wirtes, die während ihrer früheren Tätigkeit bei Herrn Euiil Herrmann Gelegenheit hatte, dessen Liebenswürdigkeit und Arbeiterfreundlichkeit in besonders hohem Maße kennen zu lernen, am Freitag mit der Reinigung der Teppiche zu betrauen. Diese Freveltat erregte den hellen Zorn des Hauspaschas. Wütend forderte er die betreffende Frau auf, das Klopfen der Teppiche auf seinem Hofe sofort einzustellen und sich zu entfernen, da er ihre Anwesenheit in seinem Hause und auf dem Hofe unter keinen Uni- ständen dulden könne. Als sich die Frau weigerte, die von ihr übernommene Arbeit unvollendet liegen zu lassen, da sie zur Ver- richtung derselben sich verpflichtet fühlte, machte der liebenswürdige Hauswirt kurzen Prozeß und trieb die Frau gewaltsam vom Hofe. So rächte sich Herr Emil Hcrrmann gegen einen Mieter, der es gewagt hatte, im Prozeßwcge gegen den Hauswirt sein Recht geltend zu machen. Dies schikanöse Vorgehen rief natürlich den lebhaftesten Unwillen derjenigen Hausbewohner hervor, die Augen. zeuge dieser neuesten Heidentat des Hauswirtes waren. Austausch von Lchramtskandidatiilnen. Der Magistrat von Berlin hat sich mit einem Schreiben des königl Provinzialschulkolleginms beschäftigt betreffend den gegenseitigen Austausch von Lehramts- kandidatmnen im Einvernehmen mit der französischen und englischen Nnterrichtsverwaltung. Der Magistrat hat vorbehaltlich der Zu- stimmnng der Stadiverordnetenversammlung und vorbehaltlich der Einstellung der Kosten m den Etat den Austausch von solchen Lehramtskandidatinnen an höheren städtischen Mädchenschulen ge- nehmigt. Eine Jbscnstraße in Berlin. Unter den 23 neuen Straßenzügen, welche demnächst Namen erhalten, befindet sich auch eine Ibsen- st r a ß e an der Berlin-Pankower Grenze, Von den skandinavischen Dichterkollegen des großen Dramatikers sollen der Schwede T e g n ü r und der Däne Andersen der gleichen Ehre teilhastig werden, ebenso der Forschungsreisende Nordenskjöld. Bisher gab es in Berlin nur einen einzigen Straßennamen nach einem Nordländer, den nach dem Könige von Schweden benannten O s k a r» P l a tz, während Gustav Adolf einen Straßenzug im Vorort Weißensce den Nanien gab. Die Zahl der nach Ausländern getauften Straßen ist in Berlin überhaupt nicht groß. Die Schweizer P e st a l o z z i und Zwingli, der Franzose Calvin, der Schotte Wiclef, der Engländer Watt, der Italiener V o l t a. der Amerikaner Franklin und der Holländer Rembrandt sowie der Mähre C o m e n i u S haben bisher allein bei Berliner Straßen Pate ge- standen. Im Walde eingescharrt. Bor ungefähr 14 Tagen wurde in der königlichen Forst unweit der Würterbude 39 der Stettiner Bahn, bei Malchow, von einem Forstarbeiter ein Paket gefunden, welches eine Kindesleiche barg. Die Leiche wurde nach der Försterei Malchow gebracht, von dort Meldung nach Eberswalde erstattet und dann gingen die Meldungen ihren weiteren Weg, bis endlich nach vier oder fünf Tagen eine Untersuchung durch den Kreisphtzsikus stattfand. Nach der Untersuchung ordnete der Amtsvorstehxr an, daß die Leiche in der Forst, Jagen 22, eingescharrt werde. Ein Bahnbeamter und ein Waldarbeiter besorgten dies und erhielten für ihre Arbeit je 1,60 M. Warum hat die Leiche nicht aus dem Friedhos in Grafen- brück, wohin bisher die im Walde gefundenen Leichen gebracht ivurden, ihren Platz gefunden? Wird später einmal der grausige Fund des kleinen Gerippes im Walde gemacht, mag dies zu Miß- Verständnissen führen, man mag ein Verbrechen annehmen. Illach dem Bericht von Augenzeugen handelte es sich um ein auSgetragene«, sogar außergewöhnlich große» Kind. Wollte die Gemeinde gern die Beerdigungskosten sparen? DaS Opfer eines gewissenlosen Agenten sind eine Anzahl polnischer Arbeiter geworden, die für ein Gut bei Warnemünde angeworben waren. Der Agent geleitete die Leute, die ihre Familien bei sich hatten, bis nach Oranienburg. Hier befahl er den Polen auf ihn zu warten, bis er aus Berlin wiederkomme, von wo aus er das Geld zur Weiterfahrt holen wolle. Die Leute, die völlig mittellos zurückgeblieben waren, warteten mehrere Tage vergeblich auf den Agenten, so daß sie größte Not litten und an dem Bahnhofsgebäude in Oranienburg übernachten mußten. Der Führer der Arbeiter fuhr darauf nach Berlin, um den ge- wissenlosen Agenten aufzusuchen, seine Bemühungen waren natur- lich ohne jeden Erfolg. Die Polen wurden-schließlich nach Berlin zurückgebracht, wo sich die Polizeibehörde ihrer annahm... Eine umfangreiche UnglilckSliste, an der das Automobil stark beteiligt ist, liegt heute vor: An der Kaiser Wilhelm-GedächtniS- kirche wurden be» einem Zusammenstoße eines Privatautomobils mit einem Dreirad der Bäckerlehrling Walter Arnemann. Joachims- thalerstraße 26/20 und der Schüler Eduard Bültner, Joachimsthaler- ftraße 29. erheblich verletzt. Das 8iad wurde zertrümmert. B. zog sich einen komplizierten Unterschenkelbrnch zu und wurde in das Krankenhaus Westend gebracht. A. hatte erhebliche äußere Ver- letznngen erlitten und erhielt die erste ärztliche Hülfe auf der Unfallstafton 20.— An der Ecke der Berg« und In- validenstraße wurde der Kaufmann Christian Rudolf au« der Rejnickeudorferstraße von einein Automobil überfahren und so schwer verletzt,' daß er in das Krankenhaus am Friedrichs- Hain eingeliefert werden mußte. Dem Bedauernswerten war oie Kinnlade zerschmettert worden.— Unter ein Droschkenautoniobil geriet der 18jährige Arthur Engel, Ticckstr. 24 wohnhaft. Die Räder gingen ihm über die Knie hinweg. Schwerverletzt wurde E. nach der Unfallstation IX gebracht, wo er die ersten Notverbände erhielt.— Bon einem Automobil her Fabrik Borsig wurde der in der Bergstr. 4 wohnhaste Kutscher Karl Knantz überfahren. K. wollte in der Chausseestraße den Fahrdamm überschreiten, um zu seinem Fuhrwerl zu gelangen. Er kam dabei dem Automobil zu nahe und wurde zu Boden geschleudert. Der Bedauernswerte erlitt einen Schenkelbruch und eine schwere Gehirnerschütterung. Er wurde nach dem städtischen Krankenhause gebracht.— In der Berlinerstraße in Rixdors endlich wurde daS fünfjährige Töchterchen Erna des Arbeiter» Hirschseld, Münchenerstr. 46, von einem Kraftwagen überfahren und schwer verletzt.— Der 62 Jahre alte Droschkenkutscher Friedrich Wichert fuhr die Bergstraße entlang. Auf dem Kreuzungspnnkt der Jnvalideustraße löste sich ein Scherbaum und fiel dem Pferde auf die Hinterbeine. DaS Tier scheute und ging in der Richtung nach der Eftsabethkirchstraße zu durch. Am Pappelplatz schlug die Droschke infolge Anpralls gegen die Bordschwelle um, wobei Wichert auf den Damm geschleudert wurde und unter die Droschke geriet. Mit inneren Verletzungen schaffte man ihn nach dem LazaruS-Kranken« Hause, wo außerdem ein Bruch deS linken Beines festgestellt wurde. Das Psexd kam an der Ecke der Acker- und Elisabethkirchstraße zu Fall.— Der S jährige Sohn Kurt des Maurers Dupke wurde vor dem Hause Falckensteinstraße 29 von dem Kraftwagen des Tierarztes Max Luckow überfahren. L. hielt sofort an und brachte den Knaben zum nächsten Arzt, der Verletzungen cm der linken Stirn und Kopf- seite feststellte. Ein Wärter der Irrenanstalt Buch versuchte sich in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend in einem Abteil 3. Klasse des Vorort« ziigcs 7715 Berlin— Bernau auf der Fahrt zu erschießen. Der Lebensmüde schoß dreimal in den Kopf, ohne jedoch sein Ziel zu erreichen. Auf der Statton Buch wurde ihm die erste Hülfe geleistet. Mit dem nächsten Fernzug wurde er nach dem Stettiner Bahnhof befördert und von dort in bedenllichem Zustande nach einem Krankeu- hause übergeführt. Parteibons, Sammellisten und ein kleiner Geldbetrag waren in einem Portemonnaie enthalten, das am Freitag in her Reinicken- dorferstraße gefunden wurde. Der Verlierer kann sich da? Portemonnaie ab&lea bei Lelüi WsiMxgt Nnvenestr. 7, tma IL Ei» großer Fabrikbrand verursachte gestern abend gegen ö Uhr die Alarmierung von sieben Löschzügcn der Wehr nach Beuth.» st r a ß e 3/4. Im langgestreckten Seitenflügel zwischen den beiden Höfen befinden sich inehrere HolzbearbeiiniigSfabriken. Den vierten Stock benutzt die G o ld l e i st en fa b rit von Andre« zu Arbeitsräunicn, während das darüber liegende Dach- geschoß von der Firma zu einein großen Lagerrannie eingerichtet ist. Hier war nun aus noch nicht ennittelter Ursache nach Feierabend Feuer eirlstanden, da? sich mit rapider Schnelligkeit über den geräumigen Lagersaal ausbreitete. Bei Ankunft des 2V. Lösch« zuges von der Fischerbrücke unter Führung des Brandinspektors R o h n st o ck schlugen die Flammen bereits ans allen Fabrikfeiistern des vierten Stocks. Und da wegen der zahlreichen anderen Fabrikbetrieve eine Ausdehnung des Brandes zu befürchten war, gab der Brandinspektor die Meldung:„Mittelfeuer I" Hierauf eilten die ganze fünfte und verschiedene Züge der ersten,.zivciien und driftet» Kompagitie herbei. Tie Leitung übernahm Branddirektor Reichel. Der Luigriff wurde dadurch erschwert, daß intm_ über Treppen nicht vordringen sonnte, sondern sich aus die mechanischen Leitern beschränken mußte. Von beiden Höfen wurde über je zwei mechanische Lettern mit sechs Rohren Wasser r.- geben, was zur Folge hatte, daß innerhalb einer halben Sftn. e das Feuer lolalisicrt werden konnte. Der Lagerraum der Firnia Andree, der einen ganz bevevtenden Wert repräsentiert, wurde voll- ständig eingeäschert. Da auch die durunter liegenden Fäbrilränme stark durch Wasser gelitten haben, so ist der verursachte Schaden ganz bedeutend. Vor den Auge» seiner Geliebten erschossen hat sich am Sonnabend abend um 7 Uhr der 34 Jahre alte Schlosser Jakob Fech in der Wohnung derselben im Hanse Veieranenstr. 20. Nach einein Besuche bei seiner Geliebten, nötigte sie ihn zum Gehen, da sie noch jemand erwarte. Nach langem Zureden schichte er sich dazu an. An der Tür riß er plötzlich einen Revolver aus der Tasche und ehe es seine Geliebte verhindern koinite, hatte er sich eine Kugel in die Brust geschossen. Nach kurzer Zeit verschied er. Die Leiche wurde nach dem Schanhanse gebracht. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der mit zahl- reichen farbigen Bildern ausgestattete Vortrag„Durch Däneinark und Südschweden", der die esgrnariige Schönheit dieser Gegenden zur vollen Geltung bringt, in dieser Woche am Sonntag, Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend zur Darstellung gelangen. Ain Mittwoch und Donnerstag wird noch einmal der Bortrag„Im Lande der Mittcrnachtssoiiiie" iviederholt werden. Am Sonnabend nach- mittags 4 Uhr wird wiederum der Vortrag„Am Golf von Neapel" zu ktelnen Preisen gehalten. Treptower Stcruwarte. Direktor Archenhold ist am Miltwoch von seiner Amerikareise zurückgekehrt und nimmt heute Sonntag die Vorträge auf der Treptower Sternwarte wieder auf. DaS Thema für den 6 Uhr-Vortrag lautet:„Tag und Nacht auf dein Monde", um 7 Uhr:„Der Mars in Erdnähe". Am Montagabeiid 9 Uhr spricht Dozent Lützen über:„Die kleinen Planeten". Alle drei Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr wird nachmittags die Sonne, abend? der Jupiter bezw. ein Sternhaufen beohachlet. Feuerwehrbericht. Grober Unfug log einer Feuermeldung zu gründe, die den 16. Zug gestern»ach der Relulckendörferstraße 36 alarmierte. Der Täter wurde in der Person des Knaben Ernst Esser ermittelt und der Polizei übergeben. In der letzten Nacht um 12 Uhr kam in der Nuppinerstraße 4 in einem Produktengeschäft Feuer an«. Lumpen u. a. brannte dort. Der 16, Zug hatte in der Oudenarder- straße 37 einen Küchenbrand zu löschen und nicht weit davon, in der Fehinarnstraße 3, einen lleinen Wohimngsbrand. Außerdem wurde der 19. Zug nach der Leipzigerstraße 26 alarmiert, um ein Pserd aus seiner Notlage zu befreie». Arbeitcr-Samarlier-Koloune. Montag abend 9 Uhr: Fortsetzung des Kursus in der 1. Abteilung, Dresdenerstr. 46. Vorirag über f hysiologie(LebenStätigkeit des menschlichen Körpers). Bortragender crr Dr. Schwab. Neue'Mitglieder können jederzeit eintreten. Ein» schreibegeld 26 Pf., Monatsbeitrag 26 Pf. Di« Bibliothek steht den Mitgliedern zur freien Verfügung. Mittwoch: Monatssitzniig der diensttuenden Abteilung. Vorort- JVacfmdrtem Mariettdorf-Tüdende. Die gestern in Südcnde stattgehabte Wahl eines Gemeinde» Vertreters hat das Resultat der Mariendorfer Wahl vom Freitag be- stätigt: Genosse Hermann Reichardt ist nunmehr definitiv zum Gemeindevertreter gewählt. Unsere Majorität beträgt rund zwei- hundert Sftmmcn. Die? erfreuliche Resultat darf aber unsere Genossen nicht etwa veranlassen, nun die Hände in den Schoß zu legen. In zirka nenn Monaten stehen neue Wahlen bevor, und wollen wir da ebenfalls Erfolge erringen, so muß schon jetzt tüchtig vorgearbeitet werden. Also auf zu frischer Arbeit, damit neue Siegs erfochten werden I Wilmersdorf. Städtische Unfallstatianen sollen in nächster Zeit in Wilmers« dorf errichtet werden. In einer Sitzung der städtischen GcsundheitS- kommission, bei der auch die Aerzte von Wilmersdorf und Halensee zugezogen waren, wurde der Beschluß gefaßt, das Unfallwesen in städtische Regie zu übernehmen. ES werden vorläufig in den einzelnen Stadtteilen vier Unfallstationen eingerichtet. Außerdem soll eine bemerkenswerte Neuerung auf dem Gebiete des Rettuugs- Wesens zur Einführung kommen. Dip neuen Feuermelder enthalten auch einen Fernsprecher, und eS sollen sowohl den Aerztcn wie auch den Polizeibeamten Schlüssel zu diesen Apparaten ausgehändigt werden, damit es ihnen ermöglicht wird, sofort die Stationen zu benachrichtigen bezw Krankenwagen herbeizubeordern. Zum Trans- port der Verunglückten und Erkrankte»» wird die Einführung voo Automobillrankenwagen beabsichtigt. Groß-Lichterfelde. Den tödlichen Unglücksfall beim Bau der Gemeinde-Bade» anstatt, über den wir in der Frejtagnummcr berichteten, soll, einer Zuschrift des Herrn Ingenieurs Ocsten zufolge, nicht die Firina, sondern der aufsichtführende Beamte des Gemeiiide-Bauamtcs ver» schuldet habe». Herr Ocsten schreibt:„Nicht ich ließ den ver- hängnisvollen Graben ausführen, sondern derselbe wurde ohne mein Wissen und ohne Benachrichtigung meiner Firma, Gustav Ocsten, Berlin, gegen meinen ausdrücklichen Arbeitsauftrag an die Rohrlcgerkolonne auf dringendes Verlangen des aufsichtführenden Beamten des Gcmeinde-Bauamtcs und unter dessen Augen aus- gehoben. Als ich auf der Baustelle ankam, war der Graben bei'-itS fertig ausgehoben und an der Sachlage nichts mehr zu ändern." Es wäre das allerdings um so schlimmer, wenn der Beamte deS Gemeinde-Bauamtes die Sicherheits-Vorfchriften vollständig außer Acht gelassen hätte. Immerhin ist uns nicht kccht klar, daß das Gemeindc-Bauamt ohne Wissen des dcg Bau ausführenden Unternehmers Direktiven erteilen sonnte. Hoffentlich äußert sich das Gemeinde-Bauamt eiitytal zu dieser Angelegenheit. Trcptofti-Baumschulenweg. Verboten worden ist in letzter Sftlnde die geplante Versammlung der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter. Dafür findet heute nach- mittag 3 Uhr eine von» Wahlvereii» ein benifene VolkSversamm- limg in„Speers Festsälen" statt, in welcher dg! Thema.Die Polizei in Preußen-Deutschlflnd" zur Verhandlung steht. Es wird erwartet, daß die Parteigenossen für regen Besuch obiger Versammlung Sorge trage», Köpenick. Bon einer großen Nevtrschwe«>m«»g ist in der vorgestrigen Nacht Köpenick tjeimgefnckt worden. In der elften und zwölften Stunde gingen gewnlrige Negenmassen nieder. Die Strogen standen fast sämtlich vollständig unter Wasser, und die Feuerwehr wurde fort- gesetzt um Hülse angerufen. In vielen Kellerwohnungen wurden die Mieter durch die eindringenden Wassermassen aus den Betten heransgetrieben und in zahlreichen Fällen mußte die Feuerwehr, die unermüdlich tätig war, helfend eingreifen. I» der Müggelheimer« straße drangen die Fluten in die Ställe ein und nur mit Mühe konnten die Tiere vor dem Ertrinken bewahrt werden. Die Feuer- wehr hatte an einzelnen Stellen noch bis zum gestrigen Nachmittag zu tun. Auch der Straßenbahnverkehr muhte zeitweise unterbrochen lverden. Begleitet wurden die gewaltigen Niederschläge durch heftige Gewitter. An einzelnen Stellen zündete auch der Blitz. In einem Nachbardorf traf der Blitzstrahl eine Scheune und zündete sie an. Sie brannte vollständig nieder. Adlershof. In der letzten Gemeinbevertretersttzung wurden die Neuwahlen für die Armenkommission vorgenommen und die Herren Lehrer Lempe und Rentier Stadelhoff wiedergewählt. Für die Alters- zulagekasse für Lehrer und Lehrerinnen wurden ög2 M. nach- bewilligt, da nach dem Verteilungsplan der Regierung die Gemeinde insgesamt 14 392 M. zu jjahlcn hat, während der Voranschlag des Etats nur 14 999 M. vorsieht. Ferner wurde die Aufnahme einer Anleihe von 95 972 M. zur Deckung des Gemeindebeitrages zur Orts- und Verbandskanalisation und eine Anleihe von 25 189,35 M. zur Bezahlung des Kanaljsationsbeitrages der Gemeinde für ihre Grundstücke beschlossen. Alsdann teilte der Gemeindevorsteher mit, daß gegen die Kassierung des Feldweges zwischen der Sedanstratze und dem Adlergestell Einsprüche nicht erhoben sind und derselbe den Anliegern verkauft werden kann. Zum 1. Oktober wird die Leitung der 1. Gemeindeschule wiederum in andere Hände über- gehen, da der jetzige Rektor Müller nach Tegel versetzt und an dessen Stelle der Gymnasialoberlehrcr Krause aus Königsberg i. Pr. treten wird. In nichtöffentlicher«itzung wurde das Kreisbahn- Projekt Adlershof-Köpenick und Rixdorf-Schmöckwitz verhandelt. Zar Erledigung eingehender Vorberatung wurde eine Kommission eingesetzt, welche aus den Herren Gemeindevorsteher Reinsch, Schöffe Dr. Ehrmann, Gemeindevertreter Lindenberg und unserem E. uossen Hildebrandt besteht. Paukolv. Die Reporterphantasie des„Lokal-Anzeigers" und der„Morgen- Post' hat beiden Blättern einmal wieder einen tolle» Streich ge- spiel!. Nach deren Schilderung solle» in dem erst kürzlich angekauften Vnrgerpark in beträchtlicher Tiefe große Keller entdeckt worden sein, in Ivelchen kunstreich geschnitzte Türen aus Eichenholz teilweise ver- modert gefunden wurden. Desgleichen alte Türbeschläge und Schlösser von hoher künstlerischer Vollendung. Der Fund soll dem Märkischen Museum überwiesen werden. Uns wird hierüber niitgeteilt, daß das Terrain des Vürgerparkes bis zum Jahre 1369 der sogenannte Pankower Schindanger gewesen ist und daß sich das dort Vergrabene nicht recht für das Märkische Museum eignet. Die großen Keller- anlagen, welche entdeckt wurden, sind der von dem späteren Besitzer im Jahre 1873 angelegte Eiskeller, dessen Existenz jedem Pankower bekannt ist und jetzt der wieder seiner ursprünglichen Benutzung über- geben wird. Hohen- Schönhausen. Das Opfer eines RaubanfalleZ ist am Freitag die Ehefrau des Weichenstellers Herbert aus der Hauptstraße in Hohen-Schön- Hausen geworden. Sie wollte mittags ihrem Manne das Essen nach der Arbeitsstätte bringen und mußte auf ihrem Wege die Kniprode- straße in Weißensec passieren. Als sie in den Verlorenen Weg ein- bog. stürzten plötzlich zwei fremde Männer auf sie zu und schlugen sie nieder. Di�. rohen Gesellen nahmen der Mißhandelten schließ- lich das Essen und den Kinderwagen weg. Leider gelang es den Tätern, mit ihrer Beute ungehindert zu entkommen. Bernau. Aus der Stabtverorbneten-Bersammlung. Der Vorsteher gab zunächst Kenntnis von einem Dankschreiben dcS Lehrerkollegiums für die Erhöhung der Alterszulage. Der Arbeiter Wiese, welcher im Winter infolge der Glätte vor dem städtischen Krankenhause sich einen Unfall zugezogen, hat die Stadt Bernau wegen Schadenersatz verklagt. Die Stadt ist jedoch bei dem Stuttgarter Verein für Haftpflicht verfichert, derselbe weigert sich, für den Schaden auf- zukommen, indem er dem Krankenwärter, welchem gleichzeitig die Verivaltung des Hauses obliegt, als haftpflichtig bezeichnet. Die Versammlung war der Meinung, der Magistrat solle darauf dringen, daß der Verein dem Verunglückten den Schadenersatz zu leisten habe, da der Krankenwärter ein Angestellter der Stadt sei. Der in der letzten Versammlung erteilte Zuschlag für Reihen- pflastcrsteipe an eine Firma bei Striegau wurde von der Ver- sammlung zurückgezogen, da die Probelieferung nicht zur Zufriedenheit ausgefallen. ES wurde nunmehr der Firma Spaar- mann u. Co. in Dresden, welche eine Offerte mit 8.35 M. pro Quadratmeter gemacht hatte, der Zuschlag erteilt. Vom 1. 19. d. I. bis zum 1. 19. 1913 soll das neu zu erbauende Liepnitz-Restaurant verpachtet werden. Es wurden deshalb die Bedingungen beraten, wie auch das Ausschreiben für Pachtende beschlossen. In der Prozetzsache Junger kontra Bernau soll erst noch einmal der Magistrat mit dem Kläger verhandeln. Zum Schluß fand eine Besprechung wegen Geländetausch mit der Stadt Berlin statt und soll der Bürgermeister mit dem Direktor der Rieselfelder per- handeln. Großen Schaden hat der am Freitagabend in Bernau und Um- gegend niedergehende Gewitterregen angerichtet. Zweimal schlug der Blitz in Wohnhäuser ein. ohne jevoch erheblicben Schaden anzurichten. In einem Hause an der Schönower Chaussee fuhr der Blitz den Schornstein hinuntcr in die Giebelstube und riß dort einen Teil der Decke und der Wände ab. Die Uiieterin wurde vor Schreck ohn- mächtig. Von den niedergehenden Regenmassen glichen die Straßen in kurzer Zeit reißenden Flüsse». Auch anßerhalb ver Stadt hatte das Wasser ganze Gartenzäune unterminiert und große Sandinengen in die Gärten gespült.__ Berichte-Zeitung Ter beschsagnahnite Bülow. Wegen Beleidigung des Reichskanzlers V ü I o w ist gesten Genossen G r e m p e- Berlin ein Strafverfahren eingeleitet tvorden. Greinpe-soll die Missetat dadurch begangen haben, daß er in einem Lichtbildervortrag in Schmiedeberg i. R. die bekannte Karikatur Vülows aus dem„Kladderadatsch" zeigte. Im Auftrage der Anklajsebehörde erschienen am Sonnabend zwei Kriminalbeamte beim Genossen Grempe, um diese allbekannte Karikatur zu beschlagnahmen. Es scheint also, als wolle Biilolo sich das Vorgehen Wörmanns gegen den„SimplicissimuS" zum Vorbilde nehmen und in gleicher Weise gegen Karikaturen einschreiten. Ter Prozeß dürfte aber auS mehr denn einem Grunde interessant werden, weil Genofse Grempe beim Zeigen dieser Karikatur in seinem Lichtbildervorträge daraus hingewiesen hat, daß der erste Beamte des preußischen Staates zweimal hintereinander das preußische Vereinsgesetz übertreten habe, ohne(soweit wenigstens öffentlich bekannt geworden ist) daß er aber des- halb bestraft worden sei. Ter Preußische Minister Bülow habe zweifelsohne in Berlin sowohl in der Nacht vom 25. zum 26. Januar, wie auch in der Nacht Pom 5. zum 6. Februar oq nicht oeMmigten öffentlichen Aufzügen bervorrageich teil' genommen, indem er beide Male als Redner herbortrak. Da doch vor dem Gesetz alle Bürger gleich seien, so sei es auf- fallend, daß keine Anklage wegen dieser wiederholten Ge- setzesverletzungen, die noch dazu unter den Augen der Berliner Polizei vor sich gingen, erfolgt sei. Dieser Kampf Bülows gegen das Zeigen seiner Karikatur in den Grempesckzen Lichtbildervorträgen dürfte also indirekt dazu führen, daß die UnHaltbarkeit des überlebten preußischen Vereinsgesetzes in klassischer Weise dokumentiert werden wird. Ein christlichsozialer Gewerkschaftsführer wegen Landesfriedens- bruch verurteilt. Die Revision des Beamten des christlichsozialen Metallarbeiter- Verbandes namens Schümmer in Aachen wurde heute vor dem V. Strafsenate des Reichsgerichtes verhandelt. Der Landes- friedensbruchprozeh. der am 26. November 1996 vor dem Land- gerichte in Aachen verhandelt wurde und in dem S ch ü m m e r zu 4 Monaten Gefängnis, und mit Ausnahme eines Freigesprochenen, 13 andere Angeklagte(darunter 2 Frauen— eine ist 60 Jahre alt) zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurden, hat eine die Oeffentlichkeit äußerst interessierende Vorgeschichte. Am 21. Juni 1996 wurden die Hälfte— 129 Mann— der Arbeiter der Soda» fabrik des mehrfachen Millionärs Honitzmann in Würselen ausständig. Streikleiter war Schümmer, der christliche Verbands- bcamte. Die Streikursache war: schlechte Behandlung, niedrige Löhne und unhhgienische Einrichtungen. Schon am 23. Juni kam ein Transport arbeitswilliger Holländer an. die von 2 Gen- darmcriewachtmeistern in den Wartesaal geführt wurden. Als hier S ch ü m m e r auf die Leute einredete, verbot ihm ein Gendarm nicht nur das, sondern forderte ihn auf, den Warte- saal zu verlassen. Mit Recht kümmerte sich Sch. darum nicht, so- lange bis auch der Stationsvorsteher ihn aus dem Wartesaale wies. Selbstverständlich blieb Sch. bei dem Transport.„Um die Leute den Beeinflussungen zu entziehen— sagt das Urteil— und um den Zug nicht in Unordnung geraten zu lassen, forderten die Be- amten den Sch. auf, dem Zuge fern zu bleiben. Weil er das nicht tat, wurde Sch. außerdem noch zu 29 M. Geldstrafe wegen Ueber- tretung einer Kreisberordnung bestraft.(So schlägt man mit Polizeiverordnungen, die oftmals erst in Streikzeiten erlassen werden, den Arbeitern das bißchen Koalitionsrecht aus der Hand. D. B.) Am Nachmittage kam ein bekannter Streikbrecheragent mit einem Transport Italiener auf der Kleinbahn an. Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge umwogte die Arbeitswilligen. Mitten in dieser lärmenden Menge die 2 Gendarmen. Nach deren Aussagen muß man ihre Aufforderung: Auseinander- gehen I gehört haben. Nach Meinung des Gerichtes„wollte man die Italiener hindern, die Arbeit aufzunehmen" und„war die Menge entschlossen, jeden Widerstand zu brechen. Die Angeklagten(nur einer von ihnen hat mit dem Streik etwas zu tun) gaben zu, in der Menge gewesen zu sein, bestritten aber den Landesfriedens- bruch. Wozu das Gericht erklärte, daß alle den gewalttätigen Charakter der Menge gekannt und noch gestärkt hätten. Der Rechtsanwalt Hers begründete die Revision der Ver- urteilten. Der Tatbestand des Z 125 sei nicht erfüllt. Indem der Anwalt sich noch gegen die Verurteilung Sch.s wegen Ueber. tretung der Polizeiverordnung wendet, sagte er, daß im Aachener Bezirk allgemein die Auffassung sei, daß durch diese Verordnung nur die Privatbestrebungen des Fabrikanten, nicht aber die öffent- liche Ordnung geschützt worden seien. Ferner müsse die An- gelegenheit bor das Schwurgericht kommen, wenn Gewalttätig- leiten angenommen würden. Der Rcichsanwalt führte darauf aus, daß er auf die sozialpolitischen Aeußerungen, die der Verteidiger gemacht, gar nicht eingehe, da diese ja gar nicht hierher gehörten. Ter Vorderrichter habe das gemeinschaftliche Bewußtsein der An- geklagten, daß es zu Gewalttätigkeiten kommen werde,—„fest- gestellt". ES seien wohl Tätlichkeiten vorgekommen, aber keine Gewalttätigkeiten. Deshalb gehöre die Sache nicht vor das Schwurgericht. Der V. Strafsenat schloß sich der Begründung und dem Antrage des Reichsanwaltcs an und beschloß die Verwerfung der Revision. Um die sozialpolitische Bedeutung dieses Prozesses zu ver. stärken, sei erwähnt, daß an demselben Samstag, an dem um 9 Uhr niorgens die Verhandlungen mit dem Unternehmer beginnen sollten, S ch ü m m e r um 5�, Uhr aus dem Bett herausgeholt, von zwei Wachtmeistern und zwei Schutzleuten verhaftet und kurz vor Be- endigung des Streiks(nach 6 Wochen) aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Im Chambre separe. Das nächtliche Treiben in einem vornehmen Weinrestaurant in Cl)arlottenburg bildete gestern den Gegenstand näherer Erörte- rungen vor der 2. Strafkammer des Landgerkchts III. In einer mehrstündigen Sitzung hinter verschlossenen Türen verhandelte die Strafkammer gegen den Gastwirt Wolfgran�und den Ober- kellner Schmidt aus Charlottenburg wegen Kuppelei.— In dem Hause Kantstr. 157 befindet sich seit längerer Zeit ein besseres Weinrestaurant.welches den Namen„Zum Kellermeister" führt. Trotzdem das Lokal direkt dem Theater des Westens gegenüber lag, ließ sich niemand in dem Restaurant sehen, so daß es der frühere Inhaber, ein ehemaliger"Kellner, schleunigst verkaufen mußte. Käufer war der Angeklagte Wolsgram, der es in kurzer Zeit verstand, in dem Lokal einen sehr regen Verkehr einzurichten. Hinter dem eigentlichen Restaurationsraume befanden sich zahl- reiche verschwiegene kleine Zimmerchen, die sich bald eine? gewissen Ruhmes in der Lebewelt erfreuten und eifrig benutzt wurden, so daß der Umsatz hauptsächlich in verschiedenen Settmarken plötzlich enorm wuchs. Verschiedene der weiblichen Stammgäste machten ihre Bekanntschaften auch sehr häufig in dem Theater des Westens. Schließlich wurde die Kriminalpolizei auf dieses nächtliche Treiben aufmerksam und stellte durch längere Observationen fest, daß es in dem Lokale des W. wie in einem Taubenschlag auS- und einging. Als eines Nachts die verschwiegenen Schlupfwinkel gerade sämtlich voll besetzt waren, erschienen Plötzlich mehrere Kriminalbeamte, die verschiedene Pärchen in sehr unangenehmer Weise aus ihrem Sekt- und LiebcSrausch rissen. Das Schöffengericht Charlottenburg hatte sich schon einmal mit dieser Angelegenheit beschäftigt und den zuvorkommenden„Kellermeister" Wolfgram zu einem Monat Ge- sängnis verurteilt, den Oberkellner dagegen freigesprochen. Auf die Berufung des W. und auch der Staatsanwaltschaft hin hob die Strafkammer das erste Urteil auf und erkannte geacn Wolf- gram auf 2 Wochen Gefängnis und gegen Schmidt wcgen'Beihülfe aus die gleiche Strafe._ Ein Justizirrtum. Vor nun bald neun Jahren, am 6. Juli 1898, wurde der damals IZjghrige Knabe Daniel Derseling von der Strafkammer zu Frankfurt a. M. wegen Sehlerei und Diebstahls zu der un- gemein harten Strafe von 7 Monaten Gefängnis verurteilt. Der 13jährige Junge hatte mit zwei gleichaltrigen Schülern im städti. scheu Schwimmbad mehrere Diebstähle ausgeführt. Da er früher schon einmal einen Verweis erhielt, erkannte die Strafkammer auf dies hohe Strafmaß. Die 7 Monate wurven von dem Knaben ver- büßt. Kein Mensch sah dem Jungen an, daß er schwachsinnig war — das war späteren Jahren vorbehalten. Im Jahre 1996 kam Derseling wieder mit dem Gericht in Berührung: er hatte ein Fahrrad gestohlen. Bei dieser Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte von 1999 bis 1993 in einer Irrenanstalt interniert gewesen war. Auj Grund des ddMjK erstltttdtiO Guto6ttM dO Verrmfcbtcö. Das unsittliche Kirchweihfest. Der Gemeinderat zu Er st ei« im Elsaß beschloß in seiner letzten Sitzung„nach Anhörung einer Aufstellung des Bürgermeisters über die Zahl der unehelichen Geburten in den Jahren 1995, 1996 und den ersten vier Monaten des Jahres 1997 einstimmig, daß in diesem Jahre ein Meßtifest sKirchweihfest) nicht abgehalten werden soll." Ein echter Schildbürgerstreich. Als ob ein Er- innerungSfest an die vor vielen Jahren erfolgte Weihe einer Kirche die Ursache der vielen„unsittlichen" unehelichen Geburten ist. Die Zukunft wird es lehren, ob die vom Gemeinderat beschlossene Maß« nähme den jeweiligen Zustand beseitigen wird. Unter den Rädern. Auf gräßliche Weise ums Leben gekommen ist vorgestern an: späten Nochmittag der auf der Station Ost in M.-Gladbach beschäftigte Rangierer Erdmann. Er geriet unter die Räder eines Zuges und wurde in Stücke gerissen. Erdmann war verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Wüstlinge. In Pirmasens schleppten vorgestern abend vier junge Fabrikarveiter eine zwanzigjährige Fabrikarbeiterin nach einem Steinbruch und vergelvaltigten sie. Die vier Burschen wurden verhaftet. Die Pocken in Lyon. In der Umgebung der Stadt Lyon sind sieben Fälle von Erkrankung an Pocken festgestellt worden, von denen zwei einen tödlichen Verlauf nahmen. Entgleist. Auf der Station Molodetschno der Mkolajew-Eisenbahn entgleisten gestern infolge eines Dammrutsches die Lokomotive und zwei Waggons eines gemischten ZuaeS: vier Bahnbeamte wurden getötet und fünf verwundet; von den Passagieren erlitten fünf leichte Verletzungen. Direktors der Irrenanstalt beantragte ver Verteidiger des Derseling das Wiederaufnahmeverfahren, das auch angeordnet wurde. Die Strafkammer des Landgerichts zu Frankfurt a. M. be« schäftigte sich dieser Tage erneut mit der Sache. Der als Gutachter fungierende Jrrcnanstaltsdirektor Sioli sagte aus, daß Derseling als 13jährlger Knabe geistig außerordentlich unentwickelt gewesen sei und damals noch auf der Stufe eines 6- bis Sjährigen KindeS gestanden habe. Er sei erblich belastet und hätten seine geistigen Fähigkeiten sich erst spät entwickelt. In der Irrenanstalt habe man 1999 noch angenommen, er leide an dauerndem Schwachsinn.— Die Strafkammer hob auf dieses Gutachten hin das vor 9 Jahren gefällte Urteil auf und sprach den Angeklagten frei. Ueber eine für die unschuldig verbüßte Strafe zu zahlende Entschädigung wird �Tter Beschluß gefaßt werden. Mocken-öpielplan cler KerUner �keater. Könial. Opernhaus. Sonntag: Der Freischütz. Montag: Der fliegende Holländer. Dienstag: Bajazzi. Coppelia. Mittwoch: Salome. (Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Lohengrin.(Ausana 7 Uhr.) Freitag: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend: Die RogimentStochter.(An- sang 8 Uhr.) Sonntag: Carmen. Montag: D» Draviata. Könial. Tchanspielhans. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Ein Fallissement. Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Iphigenie aus Tauris. Donnerstag: Die Rabensteinerin. Freitag: Ein Fallissement. Sonnabend: Die Rabensteinerin. Sonntag i Ein Fallissement. Montag! Die Rabensteinerin.„........ Neues königl. Opern- Theater. Sonntaaiiachmiltag 3 Uhr: Di» Fledermaus. SIbendZ: Wiener Blut. Montag: Bettelstudent. Dienstag: Wiener Blut. Mittwoch und Donnerstag: Die Sieben Schwaben. Freitag: Die Fledermaus. Sonnabend und Sonntag: Die sieben Schwaben. Sonntag» nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Dle Geisha. Schiller> Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Vogel im Käfig. Abend«: Im bunten Rock. Montag: Narrenglanz. Dienstag: Moloch. Der zerbrochene Krug. Mittwoch: Ein Fallissement. Donners- tag: Moloch. Der zerbrochene Krug. Freitag: Ein Fallissement. Sonn- abend: Heimat. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Heimat. Abends: Weh' dem der lügt. Montag: Moloch. Der zerbrochene Krug. Schtller.Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Psarrer von Kirchscld. Abends: Eln Fallissement. Montag: Monna Banna. Dienstag: Ein Fallissement. Mittwoch: Monna Vanna. Donners- tag: Ein Fallissement. Freitag: Monna Vanna. Sonnabend und Sonn- tag: Die Schmuggler. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Psarrer von Kirchseld. Montag: Heimat. Sctiiller-THeatcr«l.(Friedrich-Wilhelmstädtische» Thealer.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Helden. AbendS: Am grünen Weg. Montag bis Freitag: Am grünen Weg. Sonnabend und Sonntag> Drei Paar Schuhe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Montag: Drei Paar Schuhe. Neues Schauspielhaus. Allabendlich: HopsenratS Erben.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Vereinsvorstellung. Lessing- Theater. Sonntag: Der Zigeunerbaron. Montag bis Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Der Zigeunerbaron. Bon Sonn- abend ab: Geschlossen. Deutsches Theater. Allabendlich: Robert und Bertram. Kammerspiele des Deutschen Theaters. Sonntag und Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag und Mittwoch; Agtavaine und Selylette. Donnerstag: ElygeS und sein Ring. Freitag: Agtavaine und Setysette. Sommbend und Sonntag: Gyges und sein Ring. Montag: Agtavaine und Sathsette. Neneö Theater. Sonntag bis Freitag: Der Dieb. Sonnabend und Sonntag: Die Condottieri. Montag: Der Dieb. Verliner Theater. Sonntag: Sh erlock Holme». Montag: Der Hund von Baskcrville. Dienstag: Sherlock Holme«. Mittwoch: Der Hund von BaStcrville. Donnerstag und Freitag: Sherlock Holmes. Sonn- abend: Der Hund von BaStervills. Sonntag: Sherlock Holme». Montag: Geschlossen. LnstsPielhauS. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Jugend. Mends, Husaren- fieber. Montagnachmittag 3 Uhr: Sondervorstellung. Abends: Husaren- sieber. Diensing bis Freitag: Husarenfieber. Sonnabend bis Montag: Die Welt ohne Männer. Zentral-Theater. Allabendlich: Das Mädchen au» dem Nacht-Casö. (Ansang 8 Uhr.) Lortzing< Theater. Sonntag: Zar und Zimmermann. Montag: Stradella. Dienstag: Maria. Mittwoch: Stern. Kons.(Ansang 7 Uhr.) Donnerstag: Der Wildschüh. Freitag: Da» Glöckchen des Eremiten. Sonnabend: Fidcllo. Sonntag: Der Mikado. Montag: Der Waffenschmied, Kleines Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Ein idealer Gatte. AbmdS und allabendlich: Mareell Salzer. Sonntag, den s. Juni, nachmittag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Triano»- Theater. Allabendlich: Fräulein Josette— meine Frau. Von Sonnabend ab: Geschlossen. Luiseu-Theater. Somttagnachmiltag 3 Uhr: Da» Mädchen ohne Ehre. Abends und allabendlich: Das Mädchen ohne Ehre. Sonntag, den 3. Juni, nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends und Montag: Das Mädchen ohne Ehre. Nenihard Rose> Theater. Allabendlich: gm Rausch de« Leben». Spezialitäten. Residenz-Theater. Allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen tz Metropol-Theater. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Thalia- Theater. Sonntagnachmltlag 81/. Uhr: Olympische Spiele. Llbends: Wo die Liebe hinfällt. Montag bis Freitag: Wo die Liebe hin- fällt. Sonnabend bis Montag: Charleys Tante. Apolto-Theater. Allabendlich: Hartstein. Der lustige Witwer. Speziali- täten.(Ansang 8 Uhr.) Gebr. Herrnfeld- Theater. Jeden Abend: E» lebe da» Nacht- leben. Lorher: Die Welt geht unter. Wfilhalla-Tbeater. Der grüne Teufel. Spezialitäten. Neichshalle«- Theater. Stettiner Sänger. Passage- Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: La Tortaiada. Spezialitäten. Kasino- Theater. Allabendlich: Nick Carter. Fignro.Thealer(im Folie» Caprtce). Allabendlich: Geisteraut». Paris. Ansang 89, Uhr. Carl Haverland-Theater. Spezialitäten. Gustav Behrens-Theater. Berlin"VI., Goltzstr. 9. Weibliche Feuerwehr. Spezialitaten. ltrauin-Theater. Tauvenstraße 48/49. Sonntagnachmittag 4 Uhr z Am Gols von Neapel. AbendS: Durch Dänemarl und Südschweden. Montag und Dienstag: Durch Dänemark und Südschweden. Mittwoch und Donnerstag: Im Lande der Mitternachtssonne. Freitag: Durch Dänemark und Südschwcden. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Am Gols bot» NegpO. Abends: Lucch Känemark und Sudschtvedm. Kaufbaus Max Mannheim Ecke Konigsberger Straste» IC"fll"Ft 61* AllöC 109~ 110• Ecke Könlgsberger Strasse J," ,? 5r Größte Spezial.Abteilungen; Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Leinen- u. Baumwollwaren, � i i■ Futterstoffe, Kurzwaren, Wäsche, Putz- u. Weisswaren, Corsetts, Schürzen, Möbelstoffe, Gardinen, Portieren, Linoleum, Bettdecken, Läuferstoffe, Holzgalanterie, Tricotagen, Strümpfe, Bijouterie, Passementeriel Damen-Häte Handschuhe Schirme Herren-Artikel Damen-Konfektion Schuhwaren Herren-Konfektion Im Interesse meines Personals halte ich an den Sonn- und Feiertagen mein Geschäft geschlossen. Meine geehrte Kundschaft bitte ich daher, die Einkäufe an Wochentagen zu besorgen. ronairara dJ - Reeller i Ausvnkouf wegren Total- Anfgab e der Teppiche u. Torleger einer hiesigen grossen Firma haben wir die gesamten Bestände käuflich erworben und sollen solche zu nie wiederkehrenden Preisen wollBt&ndlgr geräumt werden. Femer bis zu SSVIo herabgesetzt eise grosse Partie Fortleren, Qardlnen, Tischdecken, Steppdecken oto. TeppIcSs- Idler 1 •d 1 ü Königstrasse 20- l—U-i». d. JUdenetr. Auf Teilzahlung! Wöchentlich nur 1 Mark. Uhren jeder Art so> l wie Goldwar, Zithern lPhonogrnph.,PlalIeir Isprechmaschinen, par� I monikaS, Mandolinen, f Geigen ufm. Große Auswahl in ' Platten, echte Edison-Apparate und Walzen zu Original-Preisen. Juhre& König, Warschauerstr. 72, 1. Etage, Reinickendorfcrstr. lvl, 1. Etage, 1»liark. t ¥..-sr CD s a SC TJ u a c v u «S v SC Unstreitig ist J. RURZBERG's Spezial-Geschäft für feine Herren Bekleidung fertig und nach Maß die beste und billigste Bezugsquelle gegen Bar und Teilzahlung Jk�i irThptro* An der Jannowitzbrücke TL ■ r\UI g, direkt am Bahnhof. ikol Diese MUeUenm Seid« für Roben, Binzen, Jupom etc. kaufen PriraU am Torteil- haftesten direkt im Seiden-Engros-Hans. Seide für Braut- und Hochzeit«- Roben 1.26, 1.75. 2.25 bis 7.60. Schwere Damast-Seide sowie jede glatte Seide für elegante Qesellschafts- und Straßen-Roben 1.50, 2.00, 2.60 bis 6.50. Effektvolle Blusen- und Chin�-Seide 1.26, 1.60, 1.75 bis 6.50. Damastfutter-Seide für Jacken nnd Mäntel 1.00. 1.50 etc. Jede B&st- Seide von 1.50. Reinseidene schw. Damast« 15.00, 20.00, 26.00, SOBO per Robe. Große Posten Seiden-Rest« ausreichend für Blasen, Roben eto., diese Woohe enorm billig 1.00, L2&, IbO p. Mtr. an Jedermann. Adresse genau beachten I fluidem-En gros-Hniui Hernannm Herawg, Berlin, nur Leipziger Str. 79, 1 Treppe, am Dünheffplnta. Telegr.-Adr.: Belden-Bersog. Zahnärztliche Klinik 106 Belle-illiaiieMe 106, gegenüber Warenbaus Jandorl. Zahnziehen unentgeltlich. Bei rünstl. gähnen u. Plomben w. b. AuS- lagen berechnet.— Geöffnet von 9—6 Uhr. Sonntags 9—12 Uhr. 463411* 29 Gardinenhaus Bernhard Schioartz Wallstr. 23 Flur-Elng. Mise xreN, eeg»r-nce erii»!leo 51«»ul Vunsed«ctcN ui>»rei> xwLen'U»up>- katsicx iidck cie»ellderdtimlen geuuctirn fsiirrSMef>i,rk« , ScInSwarfOT, Za- tehört.lle, Radfahr.r■ B.tlirtsortlfeal und Sportartikel. Verkauf direkt an jedermann. ohne Zwischenhandel 5 Jahre Garantie. Aul Wunsch Anstchtserfdung.— Deuisdie Waöen- u. faürraii- Fabriken in Hfelm 47(Harz). Verbandshaus der Gastwirtsgehülfen Berlin, Gr. Hamburgerstraße 18/19 (Nahe Bahnhof Börse, Hackescher Markt). Bürgerliches Restaurant.— Reichhaltige Mittags- und Abendkarte zu kleinen Preisen.— Pilsener ans der Brauerei Friedricbsbain.— Münchener Weihenstephan. GroBer Naturgarten. : Neu eröffnet! 890b» Eine i�apk »Schentliche XetlMhIung Itciere elesonte fertige issa| Herren-Garderoben öricj für ivtaaß. Anfertigung nach Maas«. Tadellose Autfuvrung. Julius Fabian, Sdm.tbermctfter, ßr. Franktarteßti. 37," Eingang Strausberg er Platz. Sisaispnvisv. Ehrenpreise. Goldene Medaillen. Carl Zobel, Berlin SQ., Röpeniekerslr. 121, Ecke Michaelkirchstraße. Seste Herren- und Knaben- Garderoben der Gegenwart »d sjs Äüa m'fSs Garderoben zeichnen �nd anch i'n meinen L�em an jedem Gegenstand deutüch mit Druckschrift in Zahlen vermerkte feste Preise, die ich in Anbetracht der ßötu�Rff hiVhcr6 hererhnet hahel �ial ich mich sowohl � fe'Ä G�derobfn wie au> bei dei Anferti|mg nach Haß von keiner Konkurrenz überbieten lasse.- Za.chnelder und Werk-tütte« ABMeidezImmer�ln leder Abtetiang:- Deraeuc.tc wird Vratl. ver.a� �BeiantoutlUcheTSebafteut Kan�Wrber. Berlin, Für de« gnseratenteil verantw.: TSTGl-tr, Berlin, kvruck u. Verlag: BörwSrSBüchhrückerei u. LerlagSanjtalt K-ntl Bmger& Co.# Berlm SW, It. 120. 24. Jahrgang. 3. Stilait des Jotiuirts" Kcrlim NolksM Sonntag, 26. Mai IM. Euq Induftric und Handel. Verteuerung der Produktion. Der heilige Geist, der sich zu Pfingsten 1907 über die bürgerliche Presse ergossen hat, scheint halb Schalk, halb Kobold zu sein. Er verführt zu den gewagtesten logischen Saltomortalen; dann wieder reizt er die von ihm Geplagten zu den verwegensten Jonglierstückchcn, bei denen die Wahrheit das mißhandelte Objekt ist. Heute beweist man sonnenklar, daß den Unternehmern der Kampf im Baugewerbe wie gerufen kommt, morgen vernimmt man die Schreckenskunde, durch die Arbeitsruhe im Baugewerbe werde das ganze Konjunktur« gebäude ins Wanken gebracht. Ein weiser Peter redet sich in Berserkerwut hinein über das frivole Unterfangen der Arbeiter. die aus purem Machtgelüst den Kampf vom Zaune gebrochen haben, der Gesinnungsfreund des moralisch entrüsteten Zunftgenossen weist aber mit aller Entschiedenheit die Unterstellung zurück, die Unter- nehmer hätten nicht in kraftvoller Einmütigkeit kampfes- mutig und siegsicher den Krieg eröffnet. Ein Schmöcklein donnert los gegen den Terrorismus der Arbeiter, ein anderer aus dem Ensemble teilt ftohlockend mit, daß die friedfertigen Unter« nehmer durch Materialentzug gezwungen würden, den Krieg gegen die Arbeiter mitzumachen. Das Ragout von Fälschung und Ver- drehung wird in einer Sauce abgestandener Meinungen serviert. Um die Konsumenten gegen die Arbeiter aufzuhetzen, schwindelt man diesen vor, die Bewilligung der Arbeiterforderung mache erhebliche Preisaufschläge erforderlich. Wir haben schon oft nachgewiesen, daß Raffgier und Profitsucht als Aushängeschild den Schwindel von den gesteigerten Produktionskosten benutzen. So wurde ja auch jede Forderung der Holzarbeiter als unerfüllbar zurückgewiesen und kaum war der Friede geschlossen, der in seinen Bedingungen für ein paar Dutzend Orte minimale Lohnerhöhungen von 5 Proz. vorsieht, da verkünden die Unternehmer aus einigen Hundert Orten Preissteigerungen in Höhe von T'/a Proz. an. Das ist ein Geschäft I 7'/« Proz. Preissteigerung macht ungefähr so viel aus, wie eine Lohnerhöhung um 10—12 Proz. Die Unter» nehmer zahlen 6 Pf. mehr und lassen sich 10—12 Pf. dafür wieder- geben. Die Argumentation der schlauen Holzmänner wird über den Haufen geworfen, durch Auslassungen aus Unternehmerkreisen. die bis vor Ausbruch des Konfliktes zurückdatieren. So wird z. B. in dem von den Äeltesten der Berliner Kaufmannschaft heraus- gegebenen Jahrbuch(II. Band 1906) in einem Bericht über Möbel- fabrikation ausgeführt: „Allgemein wird darüber Klage geführt, daß der Verdienst an den fertigen Möbeln verkleinert wird durch die fortwährenden Preissteigerungen des Rohmaterials. Seit Anfang des Berichts- jahres sind alle für Möbel gebrauchten Metallteile und Beschläge um 20 Proz. gestiegen, eichenes Schnittmaterial um 20 Proz., kiefernes Schnittmaterinl um 10 Proz., Schellack um 15— 20 Proz. Da nicht jeden Augenblick die herausgegebenen Preislisten geändert werden können, trifft der erste Schaden den Fabrikanten. lieber daö Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Fabrikanten konnte im großen gailzen nicht geklagt werden; hier hat der vor zwei Jahren geschlossene Tarifvertrag seine Schuldigkeit getan.' Also nicht Arbeitslöhne, sondern die erhöhten Materialkosten machten Preissteigerungen erforderlich. Daß bessere Arbeitsverhält- nisse auch das Produkt verbessert und lvertvoller machte», gibt un- umwunden der Jahresbericht der Berliner Handelskammer(2. Teil) zu. Es heißt da u. a.: „Die Konkurrenz der Provinz war weniger fühlbar als in früheren Jahren, insbesondere hat der süddeutsche Wettbewerb etwas nackgelnsse». Einerseits nähern sich dort die Löhne und Arbeitsbedingungen immer mehr den hiesigen, so daß die frühere starke llnterbteiung der Berliner Preise verschwinden muß, anderer- scitö haben es die lnesigen Fabriken nicht an Anstrengungen fehlen lassen, die Erzeugnisse der Provinz durch saubere Jnnenbearbeitung, Verwendung guigcpflcgtcn Materials und solide, verständige Bau- art zn übertreffen. Im allgemeinen läßt sich eine Verbesserung der hiesigen Fabrikate konstatieren." Natürlich werden solche Feststellungen dem Schwindel nicht steuern. Mit heldenmütiger Verleugnung der eigenen Meinung werden die Schinocks ihr Handwerk weiter betreiben. Preisgeheimnis. Infolge vieler Klagen, daß die Metzger mit dem unkundigen Publikum nach Belieben verfahren und kein Kunde weiß, was er in den Läden für sein Geld zu fordern hat, beschloß der Nürnberger Stadtmagistrat, eine Vorschrift zu erlassen, die die Metzger zwingen sollte, alle Preise der von ihnen verkauften Fleisch- und Wurstwaren an einer Tafel anzuschreiben, die so anzubringen sei, daß sie auch von außen gelesen werden könne. Infolge des Protestes der Metzger. die behaupteten, das wäre ihr Ruin, wurde die Vorschrift wieder etwas abgeschwächt. Sie lautet nunmehr dahin, daß die Preise der acht gangbarsten Wurstsorten und der verschiedenen Fleischarten angeschrieben sein müssen.— Die Behauptung der Metzger, daß die Bekanntgabe der Preise ihren Ruin bedeute, läßt tief blicken._ Ein Federkrieg ist zwischen der bayerischen Staatsregierung und den Metzgermeistern wegen der Fleischpreise entbrannt. Vor einiger Zeit hatte daS Ministerium des Innern an die Kreisregierungen einen Erlaß gerichtet, in dem verschiedene Maßnahmen gegen die Ausbeutung des Publikums durch die Metzger empfohlen wurden, unter anderem auch die. den Verkauf von Fleisch in den Läden der Fleischer nach der Richtung hin überwachen zu lassen, ob auch das Fleisch zu den auf den Anschlagtafeln verzeichneten Preisen verkauft werde. Gleichzeitig wurden die Städte an ihre Pflicht, sich fort- gesetzt um die Gestaltung der Vieh« und Fleischpreise zu kümmern, erinnert. Hiergegen richtete der Vorsitzende des Deutschen Fleischer- Verbandes, Bezirk Bayern, an den Minister einen„offenen Brief", in dem er sich entrüstet dagegen verwahrte, daß die Fleischer Fleischwucher trieben, und nebenbei auch dem Minister ein paar derbe Wahrheiten sagte, z. B. daß die Landwirtschaft zur Zeit der hohen Viehpreise.Wucherprofite" einheimste und die Regierung kein Mittel dagegen fand, und daß die Forderung der Einfuhr- erleichterung ungehört verhallte usw. Die Regierung habe damals einseitige agrarische Interessen vertreten. Auf diese Vorwürfe reagiert die Regierung in einer offiziösen Korrespondenz, in der die Behauptung des„offenen Briefes", daß die Metzger zur Zeit der„Hochkonjunktur" den rapid steigenden Preisen nicht hätten folgen können und selbst große Opfer hätten bringen müssen, weil sonst das gänzliche Aufhören des Fleisch- konsums zu befürchten gewesen wäre, durch die Erhebungen der amtlichen Notierungskommission und der städtischen statistischen Aemter widerlegt und das Mißverhältnis zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen neuerdings durch Zahlenmaterial beleuchtet wird. Die Regierung sucht sich dann gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, daß sie nicht eingegriffen habe, als die Landwirte Millionen ver- dienten und daß sie eine einseitige Stellung zur Landwirtschaft ein- nehme. Gegen die Forderung der Vieheinfuhrerleichterung habe sie sich nur wegen der Seuchengefahr ablehnend verhalten. Das ist die alte Ausrede, die durch Tatsachen widerlegt ist, indem bei einer ganz geringen Oeffnung der Grenze die Fleischpreise etwas sanken. Im übrigen bewährt sich auch bei diesem Streite das alte Sprich- wort: Wenn zwei sich streiten, erfährt man manche Wahrheit. Preiserhöhungen. Der Verband der niederrheinischen Samt- und Plüschfabrikanten hat, wie die„K. V.-Ztg." meldet, die Preise für Samterzeugnisse um Proz., die für Plüsch um 10 Proz. erhöht. Die Samtpreise waren erst Ende März um 6 Proz. herauf- gesetzt worden. Die Vereinigten Köln-Rottwciler Pulverfabriken verteilen für das Jahr 1906 eine Dividende von 18 Prozent auf ein Kapital von 16,5 Millionen Mark. Außerdem kommt auf das neue Jahr ein Vortrag in Höhe von 673 670 Mark; die Abschreibungen betragen 670 308 Mark. Seit 1890 hat die Gesellschaft insgesamt nicht weniger als 230Vz Prozent Dividende verteilt oder jährlich im Durchschnitt rund 13,5 Prozent. Der Umsatz im Jahre 1906 stellte sich auf 15,05 Millionen Mark gegen 13,98 im Jahre zuvor. Der Bericht weist daraus hin. daß der Gewinn nicht entsprechend dem Mehr Umschlag gestiegen sei, da im Vorjahre gleichfalls 18 Prozent Dividende verteilt worden worden waren, und erklärt die Erscheinung daraus, daß auf der einen Seite die Ausgaben für Rohstoffe und Löhne gestiegen seien, auf der anderen Seite aber die Verkaufspreise für Militärpulver an einen Hauptabnehmer ermäßigt werden mußten. Unerwähnt läßt der Bericht in seinem textlichen Teil diesen hohen Uebertrag für 1907, der im Vorjahre um rund 275 000 M. niedriger war. Im Jahre 1906 hat die Gesellschaft wieder weiter engere Fühlung mit anderen Pulverfabriken gesucht. Sie hat sich an zwei ausländischen und an einer inländischen Pulverfabrik beteiligt. Im ganzen ist die Gesellschaft mit einem Betrage von 14,44 Millionen Mark an anderen Unternehmungen, meist Pulverfabriken, beteiligt (gegen 13,86 Millionen Mark im Jahre 1905). Unter die 18 Herren des Aufstchtsrats werden 255 973 M. als Tantieme verteilt; auf ein Mitglied entfallen demnach rund 14 220 M. Deutschlands Roheisenerzeugung. Nach den Mitteilungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Er- zeugung der Hochofenwerke Deutschlands und Luxemburgs im April 1907 auf 1 077 703 Tonnen gegen 1 019 149 Tonnen im April 1906 und 1 099 257 Tonnen im März 1907. Die Roheisenerzeugung des April 1907 verteilte sich wie folgt auf die einzelnen Sorten, wobei in Klammern die Erzeugung des April 1906 angegeben ist und alles in Tonnen gemeint ist: Gießereiroheisen...... 184 605(178 199) Thomasroheisen...... 704 244 Puddelroheisen...... 65 808 Bessemerroheisen...... 40 283 Stahl- und Spiegeleisen... 82 763 Die Entwickelung der deutschen Lebensversicherung. Welche Di« mensionen diese Form der Hinterbliebenenfürsorge in den letzten zehn Jahren angenommen hat, zeigen einige vergleichende Zahlen. So betrug der Bestand des versicherten Kapitals am Ende deS Jahres in den deutschen Lcbensversicherungsgesellschaften: Versicherung auf Volks- und Sterbe- Lebensunfall- den Todesfall kaffenversicherung Versicherung in Millionen Mark 1896 zirka 5033 270 692 1899, 5953 503 765 1902, 6846 692 761 1905, 7936 941 887 Die Lebensversicherung ist in einem steten Wachstum'begriffen. (643 332) (76 865) (43 019) (69 374). Jahr Jiiis der frauenbewegung. Hoffe» und Harren. Einen soitderbaren Weg, sich in Preußen(!) das städtische Wahl« recht zu verschaffen, haben einige Anhängerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung beschritten: sie haben auf dem Verwaltungswege um ihre Eintragung in die städtischen Wählerlisten geklagt! Unter Aufbietung großer juristischer Weisheit wollen sie den Nachweis erbringen, daß die preußische Städteordnung den selbständigen Frauen das Bürgerrecht und damit auch das Wahl- recht nicht vorenthält. Der Potsdamer Bezirksausschuß hat jetzt eine solche Klage abgewiesen, und im„B. T." unterzieht Anita Augspurg sein Urteil einer ausführlichen Kritik. Daraus erfahren wir, daß nach Meinung der Klägerinnen das Allgemeine Landrecht eine rechtliche Gleichstellung beider Geschlechter festsetze, nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Recht, und daß auch die Städteordnung von 1853 von diesem Grundsatz nicht abweiche. Uebrigens sei die Städteordnung an die Grundsätze des All- gemeinen Landrechts gebunden. Indem Fräulein Augspurg darauf hinweist, daß man die Frauen zu unbesoldeten Gemeindeämtern in Waisen- und Armenpflege überall heranzieht, was auch nur als Ausfluß ihres Bürgerrechts gelten könne, hofft sie, daß das Ober« Verwaltungsgericht das Urteil umstoßen wird. So viel Geduld gibt's ja gar nicht, meinte neulich in blutiger Selbstverhöhnung das„Berl. Tagebl.", als eS von der Geduld sprach, die der Liberalismus in Erwartung der Früchte der kon« fervativ-liberalen Paarung beweisen muß. Trefflich paßt daS Wort auch hier. Wie können sich denkende Menschen einbilden, auf dem Wege der Klage und der verzwickten Gesetzesauslegung eine solche Neuerung wie das Frauenwahlrecht in Preußen durchzusetzen I Wissen sie denn nicht, daß es bei dem besten Gesetz lediglich darauf ankommt, wie die Richter eS auffassen? Und sie können wirklich glauben, es gebe in preußischen Verwaltungs- geeichten Männer, welche in so altehrwürdige Institutionen wie daS (nun schon bald 150 Jahre alte!) Allgemeine Landrecht und die Städteordnung einen modernen Geist hineinlegen werden?— Hoffen und Harren hat schon manchen zum Narren gemacht. Die Prole« tarierinnen werden sich hüten, mit solchen Kinkerlitzchen Zeit und Kraft zu verschwenden. Sie verwenden beides lieber auf den frischen, fröhlichen Kampf um ihre Befreiung. ■:.»UM* CfBCa Jedes Wort tO Pfennig. Ijai erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. LWS Extra- Näumungsverkaus meines Reservelogers. Steppdecken nur so lange Vorrat, Stück 3,25, 3,85, 4,65, 5,25 usw._ 8286» Plüschdecke« mit kleinen Webe- sehlern jetzt sür die Halste des Preises. Tnchd ecken jetzt t,65, 1,95, 2,35 usw. Angeschmutite Gardinen und Sto res mit extra 15 Prozent Rabatt. E. Weißenbergs Teppichhaus, Große Franksmterstraße 125. 828b» Extra- ptäumungsverkaus. Plüsche und Tuchportieren zu Spottpreisen mit 10 Prozent Rabatt. 828b» Schwere Plüschteppiche jetzt mit 10 Prozent Exttarabatt. 828b» Schwere Schlasdecken, Wert das Doppelte, jetzt 3,85, 5.25. 6,75 usw. (r. Weißenbergs Teppichhaus, Große Franksurtersttaße 125. 8236* Teppiche miIFarbenjehlernFabrit« Vtederlage Große sirannurterftraße S, parterre, kein Laden. Mauerhofs, tl Steppdecken billigst Febril Groß« Franksurlerstraße 9. parterre. tl tSnrdinenba»? Große Fraiittiirler- Nraße 9. parterre. Kein Laden. Mauerhosf._ If Teppiche!(jehterhasle) in allen Größen sür die Häljle deS WcrleS . � M Hackescher 255/2» Im Teppichlager Brünn, Mar« 4, Bahnbos Börse. Fahrräder. Teilzahlungen. In. validenslraße 20. Skalitzerstraße 40. Gardinen, Portieren. Taschen. uhren, Wanduhren, Schmucksachen spottbillig. Psandleihhaus, Küsttiner- platz 7._ 234551 Steppdecken Große Frankfurterstraße Fabrik 2167K» 3ÖOO Herrenjahrräder, Damen- irräder, hochelegante Luxusmodclle 00, 55.00. 60,00, Doppelglocken. ier, Torpedosreilaus 10,00 Ans- iag, Lustschläuchc 1,75, Lausdecken 0, Acetylcnlampcn l,75, Pedale 0,90, ßpumpen 0,65, Sättel 1,50. Merlau,! itttstrotze 94. 2iß2&* t Herrenfahrrad, hochmoderne l Prachtinaschinc, umständehalber drin qend jeden Preis, Wasscrtorstraße 44, I rechts._ 24635t* s] Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme-. stellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis' 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, LIndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Herrenfahrrad, Damensahrrad, wie neu, 45,00. Holz, Blumen straße 36 b. 245751» Monaisanzüge und Sommer Paletots von 5,00, Hosen von 1,50, Gehrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie für lorpulent» Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Psandlethen verfallene Sachen kaust man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14. 770b» Pfändervertauf. Extrabilliger Bcttenverkaus, Sommerpaletots, Jackettanzüge, Gehrockanzüge, Uhren- verkauf, Goldsachen, AuSstcuerwäsche, Teppichocrkaus, Gardincnverkaus. PjandleihhauS Hermannplatz sechs." Kinderwagen, 5tinderbettstellen Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider. Kursürsten. straße 172._ 22475t» Hochvornchine Herrenanzüge, Sommerpaletots, zurückgesetzte, auS seinften Maßstofjcii, 18—38,00, ver- kaust täglich, SonntagS, Deutsches Versandhaus, Jägerstraße 63, I.» Ränmungsverkanf. Psandleth- Haus Wcidenweg neunzehn. Spott- preise. Teppichverkaus. Gardinen- verkauf. Bettcnverkaus. Wüschevcr- kauf. Uhrenverkauf. Sachcnoerkaus. Psänderverkaus. 38/18» Sommerpaletots. MonatSanzuge, wenig getragene, von 5 Mark an, große Auswahl sür jede Figur, auch neue elegante Garderobe auS erster Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom>schucider- meister Paul Fürstenzelt, nur Rosen- thalerstraße 10. Fernsprecher Amt III 5117. u tc � 260,7» Pianino, hohes, 100,—(Garantie- schein), Turmstraße 8 I. 39/6* Milchgeschäft, altes, großer Um- sah, preiswert verkäuflich. Rixdors. Weisestraße 25. 83gb» Parzelle bei Sadowa, eingczäumt, mit Brunnen, billig. Auslunst: Re- Ümaat Mrdtzbucht bei Sadpwa.* Milchgeschäft krankheitshalber verkäuflich, 16 Jahre in einer Hand. Schöncberg, Stubenrauchstraße 3.» _ Abessinierpiim Pen 8,00 bis 100,00, Sauger 2,50, Flügelpumpen, Gartenspritzen, Gartenschläuche. Pumpen- jabrik Schröder, Hochstraße 43. 457b Mäbclangebot. Im Anhalter Bahnspeicher, Möckcrnstraße 25, An- Halter Innenbahn hos, direkt Hoch- bahnstation Möckernbrücke, stehen ver- schiedenc Einrichtungen zum Ver- kaus. Darunter bcsindcn sich hoch- moderneSchlaszimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Salon- garniturcn, PancelsosaS, Biblio- thekcn,, Ankleideschränke, Nußbaum- büsette, Bronzekroncn, Oelgemälde, Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit prachtvoller �Diwandecke 22,50, Wim- derschöne Säulentrumeaus 30,00, hochelegante Salonteppiche schon 14,00 bis zu allergrößten Saalteppichcn, allerliebste flimmerteppichc 8,00, reichgcslickte Uebcrgardinen, Spachtel- stores, Tüllgardinen, Steppdecken, Salonbilder, Standuhren, prachtvolle Plüschtischdeckeu 5,00. Verschiedene Gelegenheiten. Uebernahme voll- ständiger Warenlager, Wirtschastcn, Konkursmassen, Nachlässe zumschnellen Verkauf und Versteigerung. Otto Lidekes AultionZ- und Möbelspeicher. Kostenloser Transport. Lagerung.» Möbelfabrik, Orantenstraße 58 dirett Moritzplatz. In meinen süns Etagen stehen komplette Wohnungs- einrichtungen in jeder Preislage vom Einsachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, säst neuen Möbeln, die bedeutend herabgesetzt sind. Befichttgung erbeten, ohne Kaus- zwang. Auffallend billig verlause ich neue Chaiselongues 20,«chlas- sosa 29, Satteltaschensosa 45s, Paneelsosa 55, hochelegante Gar- nitur 75, Säulenwumeau 32, Bettstelle mit Matratze 16, Auszieh- tisch 18. Muschelspind. Vertiko 27. Gekaufte Möbel können drei Monate kostcnsre! lagern. Teilzahlung ge- stattet. Kein Laden, direkt Fabrik. Auch Sonntags geöffnet. Muster. I buch gratis. 2192K*) Lauben-Baumaterialien, gebrauchte und neue, wie: Kantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen, Fenster, Dach- pappe, in größter Auswahl billigst. Hasenheide 2(am Hermannplatz).* Schäfte und Unterleder, Spezialität Eichengcrbung, Lederhandlung Rühl, Schöncberg, Bahnstraße 43. ffl06» Zigarrengeschäft, gutgehend, um- ständehalber, 500, dringend. Friedenau, Schmargendorserstraßc 34. tl47» FahrradhanS. Charlottenburg, Wümersdorserstraße 37. Riesenlagcr, Garanticrädcr 60 Mark, gebrauchte 10, 20 und 30 Mark. j-t23» Schankgcschäst,"l?, viel Schnaps, Miete 1150, verlaust billig. Näheres ,Vorwärts"-Speditton Petersburger- platz 4._(-124» Möbeltischlerei liefert gediegen. Wohnungseinrichtungen äußerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Tischlermeister, DreSdenerstrage 124, nahe Kottbuser Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* Möbelkäufe sind o ortcilhast im Möbcllagerspeicher Brunnenstraßc 182. Ganze Einrichtungen von 200,— an. Gelegenhcitsläuse wenig gebrauchter Möbel, Plüschgar-nituren, Schreibttsche, Paucelsosas, Säulentrumeaus, Nuß- bauinbüselte, Muschelschränke, Muschel- vertikos 28,—, Tcppiche, Bücher- schränke, Spiegel, Spicgelspinden, Kommoden, Ausziehtische 10,—, Muschelbettcn, Englischbetten, Taschen- sosas, Ruhebetten, Marmortoiletten, moderne Küchen, Schlassosas 12.— auch viele andere Zusallskäuse, alles spottbillig. Sonntags geöffnet. Kosten- loser Transport und Lagerung.* Gassparkocher 1,00, Zweiloch 3,00, Gasplätteisen2,25, Bügelapparale Hochstraße 43. 458b» Herren- Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, großes Stofflager, Paletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand» werker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109._» � 53 Baustellen, □ Rute 4 Mark an, Strausberg, Fasanenpark, verkaust Vincenz, Gvrmaiwjtraße 23. LSbö Bronzegaskronen!! lampcn l 9,00. Gaslyren 1!>/,. Salon gaskronen I 15,00. Zweilochgaskocherl 3,00. Gasbügelapparat l Schneider- eisen I Gasplätteisen, spottbillig I Wohlauer, Wallnertbeaterstraße 32. Gediegene Plüschgarnituren, Plüsch- sosas 60,—, Trumcaux, geschliffen, mit Stuse 32,—, Bllchcrspiiide 65,—, entzückende farbige Küchen 60,—, Büfetts, Salons, Schlaszimmer, Herrenzimmer, Speisezimmer, größte Auswahl, viele Musterzimmer, billigste Preise, eigene Werkstätten. Hirjchowitz, Skaiitzer- straße 25._ 249051* Vorjährige Herrenanzüge, Pale. tots, Hosen, neu nach Maß bestellt, nicht abgeholt, verkaufe Hälfte Kosten- preis. Prenzlauerstraße 23 II, Alex- anderplatz.» TameiijackettS. Paletots, Mäntel, Kostüme, Sctdenröcke, Modcllbluscn, Rcisemuster, teils aus Seide,.durchweg 9 Mark. Julius Neumann, Belle- alliancestraße 105. 249351» Littauer Nähmaschinen ohne An- Zahlung, wöchentlich 1,00. Repa- raturen billig. Wienerstraße 1—6, Warschauerftraße 67, Ackcrstraße III Herrenfahrrad, Damensahrrad (25),(30), Grammophons(25), sBrcnnabortandem) hochfein, spott- billig.(Teilzahlung gestattet.) Wiener- straße 37, Lokal._ 880b Nuftbaumwirtschaft, Küchcn- möbel, Muschelschrank, Muschelvertiko 26,Trtimeau, Waschtotlette 20, Muschel- betten 39, Ausziehtisch, Möbel jeder Art spottbillig Möbclspeicher Dres- denerstraße 28. S93b Zigarrengeschäft verkaust tssend sür Ansängen Zu ei Irbanstraße 87 im Restaurant. billig, erfragen staürant. 386b Kinderwagen, gut erhalten. Gcnsch, Rummelsburg, Kantstraße 19. 8356 Obst-, Gemüsegeschäst, gut gehend, sofort billig zu verlaufen, Lausgcgend, Uhlandstraße 144. 8g2b Junge Terriers, Mannheimer Zwergspitz, schwarz, billig. Thacr- straße 33, Härmg. f 124 Lieserwage» und alle Svrtcn Räder PMadevstraße 101. SM Plüschsofa 38,00, Schlassosa 20,00, Bettstelle, Matratze 15,00. Palisaden- straße 23, Tapezierer. 39/16 Saisonausverkauf unseres Fabrik- lagers hochelegantester Herrenanzüge 24.00—37,00, PaletotS 18.00-32,00. Engrospreis. Verkauf nur 12—2 Neue Fricdrichsttaße 37 III_ 260/8 Glasaquarium, 44X22X45 1,90, alle Sorten fremdländische Ziersische billigst. Andersen, Kürassierstr. 10a. Existenz, gutgehendes Kolonial- warcn-Geschäst, mit Kartoffeln und Rolle, passend für Grünkram, sofort krankheitshalber verkäuflich. Weiß, Straßmannstraße 28._ 9086 Nusibanmtrumea«, gekostet 95,00, für 65,00, Taschensosa 45,00, großartiges Grammophon 100,00(Wert 153,00), umständehalber. Rappold, Rittcrstraße 112. 39/20 Herrenrad, umständehalber spott- billig Schönhauser Allee 9, Ouer- gebäude II_ 260/9 150 gebrauchte Zigarrenwickel- sormen billig zu verkaufen. Reichen« bergerstraße 8. 224/20 Damenhemden, Hcrzfasson, mit gestickter Passe 1,25, Herrenhemden 1,30. Bettbezug nebst zwei Kopskissen 4,10. Normalwäsche, Arbeitcrhcmden sowie einzelne Reisemuster spottbillig. Wäschcsabrik Salomonskh, Dirckscu- straße 21, Alexanderplatz. 224/18 Halbrenner, 25,00, tadellos, selten gebotene Gelegenheit, ver- kaust Horn, Große Franksurtcr» ' 124. straße 437 Halbrenner, Doppelglocken, wie ueu, verkauft umzugshalber Krause, Sttabmannstraße 18._ f37 Altes Material-, Obst-, Gemüse- geschäst, Feuerung, Rolle, verkaust sofort billig Wichertstraße 155.(-61. Krankheitshalb erKoloiiialwaren-, Gemüsegeschäst mit Rolle zu verkaufen Ramicrstraße 17._ f93 Herrenfahrrad, hochmodern, Freilaus, 30,00. Dahn, Zionstirch- straße 17. ll. öllöb Klempnerei mit Ladengeschäft und Neuem Hausgrundstüch sichere Brot« stelle, ist anderer Unternehmungen halber preiswert zu verlaufen. An Zahlung 2—3000. Offerten unter A. 86, Zeitungsspedition, Nazareth Rrchftrnfee 49,_ f84 Brennabor, Herrenrad und Damenrad, gut erhalten, billigst zu verkaufen. Plensdorf, Reinickendorfer strahe 14 III._ Sommerkleider, Blusen, wenig getragen, zu verkaufen. Bruch. Danzigerstrahe 86._ föl. Nähmaschine verkauft Swincmünderftraße 105. Kurzner, 926b Kredit jedermann! Nähmaschinen ohne Anzahlung, Woche 1,50, ge- brauchte 12,00, vorteilhast nur Große Franksurtcrstraße 30, Köpenicker> straße 60/61, Prenzlaucrstraße 59/60. Gutgehendes Seifengeschäst billig verkäuflich, Miete 35,00. Rixdorf, Weisestrage 62, Hauke. fit? Dchankgeschäft wegen kranker Frau sofort billig zu verlaufen, Zahl« ftelle.Werkstellen, passend für Anfänger, Pwtschstraße 10._ fl25 Schankgcschäft,"/� Mete 85, verkaust billig. Auskunft„Vorwärts Spedition, Petersburger Platz 4. Plüschsofa billig verkäuflich Pank- straße 17 III, Niemann. sgg Restaurant, Garten, Vereine. Zahlstelle, schöner Kottbuser User 33. Restauration, Parteilokal, beim Gcwerkschastshause, zu verkaufen, 3400 Mark, Brauerei Hilst. Zu er- tragen bei Langfeld, Dresdener- straße 26, Restauration. f-13 Plötterei verkaust krankheitshalber Nannynstraße 77._ fl3 Tafelklavier oerkäuflich Mantcuffel- straße 27, Hof II links._ fl3 Herrenfahrrad zu verkaufen. Daniel, Grünauerstraße 40, vorn V. Spottbillig Land« und Wald- Parzellen, guter Boden, wundervoll gelegen, nahe Bahnhof Fredersdorf, verkaust, weil aus erster Hand, riNute noch von zwölf Marl an Otto Breseke, Schultheiß-AuSschank, Peters- Hagen(Oftbahn)._ 39/10 O.uadratrute 12 Mar! an, jeder Größe, kulant, Eggersdorf bei StrauS- bera. S Minuten vom Bahnhof, Hoch. Wald-, Ackerbaustellen, herrliche, stille Lage, Zaunstiele gratis. Von 11.0 an aus Terrain oder Bahnhos Straus verg. Joers, Schönhauser Allee 129, III.«507.___ 39/14 Schankgeschäft, gutgehend, sofort zu übernehmen. Erforderlich 600 Mark. Erfragen NeSpital, Ritterstraße 122, 1 links._ 39/12 Goldgrube. Restaurant, Haupt verkehrsstraße, 27/,. viel Spirituosen, Bereinszimmer, Miete nur 1500. Erforderlich 1500. Erfragen War« schauerstraße 22. 8g9b Feuer-, Lebens-, Einbruch-, Dieb- stahlversicherung empfehlen Klöber, Äarnimstraße 4, Schulz, Grünerweg 66, Rost, Nixdorf, Reuterslraße 8, Rose- mann, Charlottcnburg, Sprcestraße 38, Paul, Oranienstraße 19l. 844b Musikverein, 50 Personen, sucht Uebungslokal Dienstags abend. Um- kreis Montzplatz. Adressen unter „Musik" Postamt 3. 42. 868b Bandwürmer mit Kops, frisch in Wasser oder Spiritus, kaust a 1 Mark bis 1,50 Lehrmittclgesellschaft, Pots- damerstraße 123. 9—5 Uhr. 863b Bandwürmer mit Kops, gut er- halten, in frischem Wasser oder ver- dünntem Spiriws, fortwährend zu kaufen gesucht. Linnaea, Turm straße 19, Hinterer Ausgang. 2492K» IV.OO, einfensirlgeS MöLiierteZ Zimmer Fürstenstraße 17, Ouer gebäude I. Skibbe._ f74 Teilnehmer zum freundlich möb- lierten Vorderzimmer. Appell, Wassertorstraße 14._ f 74 Möbliertes einfenslriges Balkonzimmer, Jnsektensrci, für Herrn, inkl. 25,00. Kottbuser Ufer 64, II links. Hübsch möbliertes Zimmer, Herrn, billig zu vermieten. Witwe Pikard, Reichenbergerstraße 177, vorn IV, am Kottbusertor. 919b Z fMöbel, Wirtschaften kaust Winkel niann, Dresdenerstraße 28._ 894b Lumpen, Eisen, Metallbruch kaust die Produktenhandlung Gleditsch straße 30. 821b Lernt die Muttersprache beherrschen! Erfolgreichen, leicht saßlichen Unterricht in Wort und Schrijt der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewissenhafter Privatlehrer. Die tunde kostet eine Mark. Eine Unter- richtsstunde wöchentlich genügt. Ge- fällige Angebote sind unter G. 4 an Expedition des„Vorwärts" zurichten. Wer Stöfs bringt, zahlt 20 Mark für gutsitzenden Anzug. Kuschewski, Annenstraße 2. 923b Volkssänger< Gesellschaft Anke. Swincmünderstraße 17.-f93» Ich teile den Genossen hierdurch mit, daß ich das Lokal Britzerstraße 19 erworben habe und bitte um gütigen Zuspruch. Vereinszimmer zu 40 und 100 Personen sind für Versamm- lungen, Werlstattsitzungen, Vereine und Privatsestlichkeiten zu vergeben. C. Gollicz._____-j-13 Möbliertes Vorderzimmer(15M.) Heimsarth. Boxhagener Chaussee 17. Zimmer sür 1 oder 2 Herren, Ravensstraße 3, III vorn, Wedding- platz. 39/5 Parteigenosse kann kleines Zimmer, Schlafstelle, bekommen. GorgeS, Bad- straße 27.-s" Möbliertes Zimmer für 1 auch 2 Herren zu vermieten Waldemar- straße 12, vorn 2 Treppen, Ueckert. Möbliertes, zwei Herren, billig, Dresdenerstraße 97, vorn III rechts, an Prinzenstraße._ 40/1 Möbliertes Flurzimmer billig Prinzcssinnenstraße 29, III rechts. Volkösänger-Gescllschast„SchmeItzer BalzS". Geschästsadresscn: Stetliner> straße 57 und Manteuftclstraße 41. f99 Vermietunxen. Große EhanchitoS, sowie andere Zier fische Gotzkowskhstraße 21. IV. auch einzeln. sehr btllh Kinderwagen, Kinderstuhl Ravenö- straße 3, III vorn, Weddtngplatz. Elkrestauration wegen Krankheit sofort preiswert zu verkausen. Er- tragen Parteispedition, Salzwedeier- straße 8. tz78 stände halber sofort zu' verkausen. Näheres Pappelallee 69, Runge. Herrenfahrrad, Prachlmaschine, spottbillig, Drontheimerstraße 40, vorn, Mietschke, Gesundbrunnen. 89s- Herrenfahrrad, hochmodern, drin- gend, 38, Pankstraße 24 o, parterre rechts._ f98 Brennaborrad, Preis. Exerzierstraße' 25 ant, jeden '!chts. Nähmaschine» aller Systeme, wenig gebrauchte und Reparaturen billig. Gilgemeng, Rixdorf, Hobrecht- straße 84._ fll7 Geige, gute, nebst Schule sosort zu verkausen. Düring, Choriner- straße 73.__ f94 Nähmaschinen! Vergüte bis 15,00, wer Teilzahlung kaust oder nach- weist. Samtliche Systeme. Brauser, Franksurter Allee 101, Laden. Repa- raturen billigt_ Restauration, Parteilokal, Zahl- stelle, wegen anderweitigen Unter- nehmen sofort. Näheres Zimmer- straße 59._ 8576 Zigarrengeschäft mit größerer Wohnung in bester Lage, gut ein- gesührt, wegen schwerer Krankheit sosort preiswert zu verkausen. El- bingerstraße 89._ 8596 Gutgehendes Milchgeschäft|mit Rolle billig zu verkausen Rheins- bergerstraße 63. 843b Taalrcstaurant, Heines, zer pachtet oder vermietet, Inventar billig verkäuflich. Weißenfee, Gustav Adols. straße 142._ s-135 Wohnungen. Villa Krüger, direkt im Nabel wald, drei Minuten vom Strande, empfiehlt Wohnungen mit Küche zum angenehmen Sommeraufcnthalt. Be- fitzer Krüger, Ostsecbad Lubmin, Secstraßc._ fllb1 Zwei Stuben und Küche, monal (ich 22,50 Mark, in Rixdorf, Prinz Handjerystraße 51, Ouergebäude 4 Treppen, sofort zu vermieten. Aus kunst in wärts". der Expedition des»Vor 87/1 Reizende renovierte kleine Vorder. Wohnungen mit Küche, Zubehör, von 22,50 an, Hcrmannstraße 210. 887b Renovierte kleine Wohnungen mit Küche, Korridor, Zubehör, schon von 16,50 an, Gürtelstraße 27(Frank- surterallec). Einzelne renovierte Vorderzimmer und Küchen von 11,00 bezw. 14,50 an, Hcrmannstraße 210. 889b Stube, Küche, 17 Mark, Leute, Wollinerftraß« 47. einzelne 1237 Schöne Vorderwohnung, zwei Stuben, Küche, mit Balkon umstände- halber sosort billig zu vermieten. Lortzingstraße 26, vorn II.-s-94 Prachtwohnungen, drei, zwei, ein Zimmer mit und ohne Bad, große gesunde Räume, spottbillig, vermiet- bar Berlin dl., Koloniestraße 68. Günstigsie Mictsgelegenheit. 280/13 Eine Wohnung, Preis 16,50 Mark, Retmckendors, bei Nött straße 23. Provinz 249" Sommerwohnungen, ruhige Waldlage, auch an standige Meter, vermietet Buchholz, Bergselde bei Birkenwetder._ 9136 Idyllische Sommerwohnungen am Gorinsee bei Schönwalde. WaldhauS Dornemann. Zweigbahn Reinicken- dors._ 9126 Zimmer. Leeres Zimmer, Herren. Schulze, Wiclefstraße 24, vorn eine Treppe.* Bettstelle mit Matratze, Unterbett, Sakko verkauft Urbanstraße 65, vorn rechter Ausgang II._ 8536 Brennaborröder! Größtes Teii- zahiungsgeschäst. Beamten ohne An- zahlung. Kein Laden. Schäserstraße 4, Ecke Aniicnstraße. 848b Seifen-, Porzellan-, Zigarren- geschäst muß bis zum August ver- kaust werden, passend sür Anfänger, Barzahlung, billig, Groß- Lichter- felde, Moltkestraße 33._ 8506 Würfelbude mit Stand, Lands- berger Allee 104, verkauft Frixel, Blücherstraße 55. flio Versckieäenes. Patentanwalt Wessel, Gitschiner- straße S4a._ 9276* Kuuftstopferei von Frau Koiosky, Charlotlenburg, Goethejtraße 84, 1.' Pfandleihe Markusstrabe 27. Billard(klein) und Tische zu lausen gesucht. Destillation Allee 103. Kastanien- 2494K* «lshol, straße 6 Komiker, GropiuS- 825b* Möbliertes Zimmer für 1 oder 2 Herren Schönlemstraße 16 vorn IV. Teilnehmer an einjach möbliertem Zimmer, Brandshagen, Rttterstr. 124, Hos I._ 8736 Kleine Stube, leer, zu vermieten Besselstraße 22, Zigarrenladen. 876b Triluehmer an möbliertem Zim- mer, Kottduserstraße 20, vorn III rechts. 865b Für 2 Herrn möbliertes Zimmer, Naunynstratze 30, IV recht?. 845b Gutmödliertes Balkonzimmer sür einen oder zwei Herren, Britzcr- straße 24 III, Feiertag. 846b Möbliertes Zimmer, 2 Herrn, Naunynstraß- 74, vorn I rechts. Möbliertes Flurzimmer für zwei Herren. Skalitzerstraße 1, Schön. Gutmöbliertes, ungeniertes Zimmer, Flureingang vorn(keine Wanzen) Herren oder 2 anständige Mädchen, auch Schneiderin, a 12 Mark nur, gleich oder ersten. Witwe Gursch, Userstraße 18, rechter Ausgang IV. Ecke Wicsenstraße(Weddingbahnhos). Möbliertes Zimmer, Herrn, ver« mietet Britzerstraße 32, Hos II, Rajewitz._-f-74 iöblierieS Zimmer Britzcr. Kleines mö straße 6, I. Becker. 9036 Möbliertes Zimmer, ein oder zwei Herren, vermietet Jahn, Kreuz- berastraße 5, Hof, Hochparterre. Möbliertes Zimmer, 1 oder 2 Herren, Prinzenstr. 17 vorn II r. Kleines ruhiges möbliertes Zimmer zu vermieten Siboldstraße 3, Quer- gebäude I.__ flli Möbliertes Zimmer, 15,00 wkinsive. Koch, Camphausenstraße 3, Ouergebäude n._ flu Möbliertes Zimmer, 15 Mark inklusive. Schröder, Pflügerstraße 78, Portal II, 4 Treppen.+117 Kleines Zimmer sür einen, auch zwei Herren, Witwe Bitterhoff, Liebig- straße 10, vorn 3 Treppem_+125 Möbliertes Badebenutzung vorn IV rechts. Balkonzimmer Elbingerstraße mit 83, +88 Möbliertes Zimmer, auch Witwer mft Kind. Doebell, Badstraße 64. Schlafstellen. Schlafstelle vermietet Frixel, Blücherstraße 55._+110* Schlafstelle für Herren. Skalitzerstraße 38, 3. Etage. Wähner, +11* Möblierte inj ei Herren, Köhler. Schlasstelle, separat, Kopcnickerjtraße 22, S22b* Freundliche schlasstelle Prinzen- straße III, vorn II, Neubett.+74* Schlafstelle, möbliert, 2 Herren, vorn, billig Kopernikusstraße 37 I.* Teilnehmer, freundliche Schlaf- stelle. Kloßka, Alexandrincnftraße 81, 3 Treppem_ Möblierte Herrn. Elisabeth Kiewitt. einzelnen 30, Hof I. 869b Möblierte Schlasstelle, separat. Oranienstraße 14, vorn 4 Treppen links, Heinttchsplatz. 884b Möblierte Schlasstelle straße 86, vorn I links._ Naunyn- 8796 Möblierte Schlasstelle, separat, vermietet Lade, Michaclkirchstraße 18. Hos I._ 8756 möbliert, sür Herrn, Schlafstelle. Blumenstraße 64, I, Lehmann. linker Seitenflügel 8816 Schlafstelle, separater Eingang. Ritterstraße 124, Hos III, Elsholz. Schlafstelle sür Herrn. Melchior- straße 44, vorn, Witwe Müller. Schlafstelle vermietet Jobs, An- dreasstraße 3, Hos IV._ 8706- Möblierte Schlasstelle bei Pett, Strelitzerstraße 47, vorn III.+94 Freundliche Schlasstelle sür Herrn Fehrbellincrstratze 20, Weiß. +94 Freundliche saubere Schlafstelle sür 2 Herren, eventuell möbliert, CaruS, Volta straße 38, Hos I.+94 Möblierte Schlafstelle, Parkaussicht, Kesselstraße 17, Junker. 920b Schlafstelle sür Herrn vermietet Witwe Winkelmann, Admiralftraße 21, vorn 4 Treppen.+74 Schlafstelle, möbliert, ein oder zwei Herren, Oranienstraße 147.+74 Möblierte Schlasstelle, allein, Kiewitt, Elisabeth-User 30, am Oranien- platz._+74 Schlafstelle Wallftr. 35, vorn III. Möblierte Schlasstelle straße 29, vorn parterre. Skalitzcr« 9246 Möblierte Schlafstelle Bergemann, Allcnsteinerstraße 38._ 224/17 Möblierte Schlasstelle sür Herren (13 Mark) Kommandantenstraße 15, Hos links IV. gm Möblierte Schlasstelle zu vermieten Oranienstraße 21, III. Wcißig. __ 9166 Separate Schlajstelle vermietet Herrmann, Hennigsdorserstraße 23. vorn I.+84 Sauber möbliette Schlasstelle bei anständiger Witwe billig zu vermieten Ruheplatzstraße 17. Seitenflügel. Treppen links. �84 Schlafstelle vermietet an Herren Gensch, Emdenerstraße 30, vorn 2 Treppen.___+78 Teilnehmer zur möblierten Schlaf- stelle. Kleinett, Bülowstraße 55, HI. Ausgang patterre.+ 1 39 Schlafstelle, Naunynstraß- 79, Hos II, Holdschmidt.+12 Schlafstelle� zwei Herren, vermietet Wollen, Adaibertttraße 89 III. Schlafstelle, zwei Herren. Lager, Naunynstraße 71, vorn 3 Treppen.+12 Schlafstelle für einen Herrn, zum 1. Juni, Naunynstraße 21 III bei Ans.+12 Möblierte Schlafstelle, separat, Admiralftraße 4, vorn III rechts, Kuschna._+12 Schlafstelle vermietet Köhler, Admiralstraß« 35, Iwker Seiten- flüg-I I._+12 Schlafstelle vermietet Renell, Manteuffeistraße 5._+12 Schlasstelle Markus- Areundliche straße 9, vorn II bei 'itwe Heil. Anständiges Mädchen kann mit einwohnen bei Bauer, Große Frank. futtcrstt-aße III.+37 Schlafstelle, zwei Herren, bei Genossen am Warschauer Bahnhose, Gubencrstraße 37, Herrn Stoppe. Schlafstelle vermietet Koppen straße 86, Lichtenberg, Hos IV.+38 Schlafstelle zu vermieten an Herrn Küftriner Platz 9, vorn II rechts. Schlafstelle, weg 63, I links. Herrn, Grüner. +33 Einfcnstriges Vorderzimmer als Schlasstelle für zwei Herren. Witwe Bennack, Wollincrstt-aße 67, II.+61 Möblierte Schlasstelle. Pappelallee 18, vorn II. Pseiffer. +62 Möblierte Schlasstelle, allein Rückert, Greifenhagenerstr. 35, vorn III. Möblierte Schlafstelle. Oderbergerstraße 35, vorn. Albrecht. +62 Möblierte Schlasstelle vermietet sosort Hoppensack, Rhinowcrstraße 11. Möblierte saubere Schlasstelle, separat, einen auch zwei Herren. Schütt, Prenzlauer Allee 23, Hos I. Schlafstelle sür einen oder zwei Herren,(11 Mark). W. Litwan, Kopenhagencr-straße 66, II.+62 Anständige Schlasstelle für Herrn oder Dame bei Krause, Schliemann- straße 22, Ouergebäude II._+62 Angenehme Schlafstelle sofort oder 1. Genosse Lubisch, Straß. burgerstraße 34, III.+62 Parteigenosse findet freundliche Schlasstelle Göbenstraße 9, III links. Klötzel.+139 Möblierte Schlasstelle, 16,50 inkl. Jagaciak, Zossenerstraße 2.+110 Möblierte Schlasstelle Solms- straße 24, Hos 2 Treppen. Flerke. Frcnndliche Schlasstelle zu ver- mieten bei Eifert. Möckcrnstraße 65, Ouergebäude Hochparterre.+111 Schlafstelle zu vermieten straße 3. Grundmann. Kulm- +106 Schlafstelle, möbliert, 10,00. Malchow, Rixdorf, Fuldastraße 19/20, vorn III.+117 Freundliche möblierte Schlasstelle, 1 event. 2 Personen, zu vermieten Rixdorf, Donnustraße 23, IV links. Schlasstelle oder möbiiett, bei Müller, Rigaerstraße 2._+125 Möblierte-schlasstelle, Herrn, Rigaerstraße 13, vorn. Ww. Dröseler. Möblierte Schlasstelle, sosott, Zorndorferstraße 51 bei Teuber. Schlafstelle sür Herrn vermietet Frau Billhardt, Palisadenstraßc 5, vorn II. 856b Schlafstelle für Herrn. Witwe Labedzki, Wrangelstrage 14, 2. Over- gebäude IV._ 8606 Möblierte Schlasstelle, Herrn, separat. Licske, Schmidstraße 10. FriedrichShain. Schlasstelle, hoch- patterre, allein. Sieber, Lippehner- straße 24._ 8646 Schlafstelle zu vermieten. Witwe Klitzke, Grüsestraße 40, Seiten- stllgel II.__ 8676 Freundlich möbliette Schlasstelle, nahe der Hasenheide, Siboldstraße 5, vorn parterre, Wächter._ 8616 Möblierte Schlasstelle sür zwei Herren, separat, vorn. Ronsdorss, Warschauerstraße 80. 8626 Oranienstraße 27, Seitenflügel II links, möblierte Schlasstelle bei an- ständiger Frau._ 8226 Möblierte Schlasstelle, 15 Marl, 1. Juni vermietet Schmidt, Fttedrich- straße 215, II.__ 8476 Möblierte Schlasstelle Kottbuser- ftraße 19, Witwe Brunzel. 9I9b Friedrichshat», Schlasstelle, Leuschner, Lippehncrstraße 24, Quer- gebäude 1. 9146 Schlafstelle, schönes Flurzimmer, Reichenbergerstraße 84 III links. Schlafstelle sosort bei Pcschke, Dresdenerstraßc 105. Frau 39/19 Schlafstelle, zwei Herren oder Damen, Heimsatth, Boxhagener Chaussee 17._ 897b Schlafstelle sür Herrn straße 22, vorn I. Vater. Admiral- 905b Schlasstelle vermietet Hoff mann, Chttst- Frrnndliche an zwei Herren. ß burgerstraße 49, Prenzlauer Allee. Schlafstelle vermietet Grosser. Demmincrslraße 34, Hos IV+94* Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, billigst Jarocki, Waldemarstraße 17, vorn II. 154b Möbliette Schlasstelle vermietet Mever, Admiralftraße 19, Gl. 8556 -Möblierte Schlasstelle Schwerin- sttaße 1, vorn Iii bei Frau Gang. Wtöbliette Schlasstelle vermietet Nicksch, DreSdenerstraße III, vorn rechter Ausgang I._+11 >erren, Seiten- 8366 Möblierte Schlasstelle, 2 Barniinstraße 48, rechter flügel I. Loewe.____ Schlafstelle, 2 Herren, vermietet Volkmann, Skalitzerstraße 13, vorn IV. Schlafstelle sür anständigen Herrn zu vermieten. straße 22, I. Wols, Schlafitelle an Herrn, straße 79, rechter Seitenflügel II. Falckenstein- 8076* Gitschiner« Schlafstelle, bessere, sür Herrn, Bcllealliancesttaße 85 bei Frau Fttxcl. Junger Mann findet gute Schlaf- stelle bei Pemiingh, Kottbuser- dämm 16/17._+108 Möblierte Schlasstelle. Lehmann, Naununstratze 10, vorn 4 Treppen. Alleinige möbliette Schlafstelle. Cickler, Lausitzerslraße 43, vorn II. Möblierte Schlasstelle für zwei Herren, auch Klavier. Rcichenberger. straße 40/41, vorn I rechts.+12 Möblierte Schlasstelle(2 Herren) vermietet Schulz, Waldcmarsttaße 20. Möblierte Schlasstelle Lausitzer- straße 31, vorn III links, großer Aus- gang.+12 -Möblierte saubere Schlafstelle sür einen Herrn bei Witwe Krause, Wendcnstraße 2, 2 Treppen.+12 Schlafstelle, Herrn, mflusive 11 Mark, vermietet Eisenbahnstraße 19, vorn III. Teilnehmer zur möblierten Schlafstelle sucht Bcssel, Rcichenberger- straße 167, vorn IV.+12 Herren finden-schlasstelle, Juni. Rumland, Engel- User 2o, Quer- gebäude II._+13 Saubere Z Tausendsreund, hlasstelle vermietet Zrangelstraße 10. Schlafstelle sür Herrn oermietet "rege, Kopenil am Schlesischen Tor. zum 1. Juni Ficge, Kopenickerstraße 4, Ouergebäude, Schlafstelle sür Herrn vermietet Lange, Rixdorss. Fttedelsttaße 26, vorn._+12 Freundlich möblierte Schlasstelle, zwei Herren, a 12 Mark. Oranien- straße 181, vorn 4 Trepven rechts Freundliche Schlasstelle sür zwei erren bei Frau Mbrich, Muskauer- traße 33._+12 Möbliette Schlasstelle, separat. Ww. Ander!, Koppenftr. 65, vom IV. Möblierte Schlafstelle, 2 Herren, Koppensttaße 17, II. Henkel.+33 Möblierte Schlasstelle, 2 Herren. Lindner, Franksmterstraße 133, IV. -Möbliert? Schlasstelle, inseklensrci, Blumenstraße vorn I, nahe Jannowitz- brücke. Auskunft Grüner Weg 125, l. recht».+38 Möbliette Schlasstelle sür zwei junge oder einen alteren Herrn vermietet Frau Hüter, Fruchtstraße 36, Hos III.+38 Möblierte Schlasstelle Palisadcn- straße 57, II. Köpke.+38 Möblierte Schlasstelle Dresdenerstraße 58. vorn III links bei Groß. ftUetsxesuche. Handwerker sucht einfaches möb. iiertes Zimmer, allein, oder eben. solche Schlasstelle(15 Mark inklusive). Nähe Moritzplatz. Offerten untcr N. 1 Expedition dieses Blattes. 8406 Gesucht einlaches möbliertes Zim mer. Südost. Offerten unter 0. A. Postamt 89._+13 Einzelne Schlasstelle sucht anslän- diges Mädchen. Schönhauser Vorstadt. Preis bi» 12,00. Kühl, Oderbergcr- straße 56.+62 �rbeitsmarkt. Stellengesuche. Junger Parteigenosse, Korrektor, Berichterstatter, mit dem Inseraten. wesen verhaut, sucht per 1. Oktober Stellung in einer Zeitungsredaktion Offerten unter G. 1 an die Ex- pedition dieses Blattes. 805b Kanzlist, erfahrener, gelähmt, bei Justizbehörden beschäftigt gewesen, sucht Stellung beim Rechtsanwalt oder ähnliches Bureau. Offerten S. 200 Spedition Bülowstraße 52. Blinder Slnhistechler. ditui um Arbeit. Stühle werden abgeholt und znrückgeliesert. A. Gläser, Mulack- straße 27._ 14686 Stellenangebote. Korbmacher aus Scheffel- und Obstkörbe verlangt A. Bader, FnedrichSselde, Berlinerftraße 82. Jedermann wird schnellstens zu erstklassigem Chauffeur theoretisch und praktisch ausgebildet. Glänzendste Er- solge. Größter Stellennachweis gratts. Große Reparaturwerkstätten. Lehr- Pläne kostenlos. Autotechnikum „Berlin", WilmerSdott, Hildegard- straße 13. Bedeutendstes Lehttnstitut Deutschlands. Von Behörden be vorzugt.___ 2476K Reformtechnikum. Ausbildung zum Maschinisten(MattnehMaschinen- und Elektromonteur, Werkmeislec, Formcrmeister, Maschinenmeister. Techniker, Ingenieur. Prospekte gratis. Resormtechnikum Berlin, Chauffeestraße 1._ 2433K* Nebenverdienst bietet sich Ge- »offen und Genossinnen durch Ver- kauf eineS gangbaren Artikels. Kunze. Rirdott. Pflügerstraße 11. 2497K Meister, tüchttger. wird für eine ettte Goldlttstensabril Berlins bei hohem Lohn gesucht. Offerten unier zi. i Expedition dieses Blattes.> M Grüngesi Korbmacher aus Grüngeschlagen verlangt Schulz, Biesdorf(Stadtbahn)_____ 8746 Varnim- Versilberer straße 41. verlangt +88 Portier, verheiratet, zum Juni für Hochstraße 43 gesucht. Meldung Sonntag vormittag. goib Berstlberer und Silberschiiss. Arbeiter verlangt Blumenstraße 34a. Hausierer, Händler. 2 ge HauZ attikel. Otto. Wallstraße Marmorschleifer Steglitz. oerlangt Graf, 202/19 Arbeitsburschen, 9 Mark. langt Wienecke, Göttitzer-User 2 ver. 23.+13 der auch die Rubriken Partei, Gewcrsschgst und Soziale« zu übernehmen hat, zum 1. Oktober sür die»Magdeburger Voltssl, miue" gesucht. Nur eingearbettcte 5krast. Bedingungen des Vereins'Arbelterpreffe voll anerkannt Offerten mit Angabe der G-haltSansprüche biS»um t Juni d. I. an Alwin Brande», Magdeburg, Knochenhaucruser 27/28._ 290/10* Zusammensester auf Pianomechabik verlangt Müller, Eisendahnstraße Nr. 21._+13 Schürzennäherin aus bessere Kindersorm verlangt Busch, Bad- straße 64, Seitenflügel IN.+99 Kartonnagen- Arbeiterinnen ver- langt Lewin, Große Frankfurter- straße 137._ 915& Belegerin auf Goldleisten verlangt Ad. Werkmeister, Schmidstraße 8a. Botenfrauen für die Touren in Wilmersdorf, UHIand- und Ludwigs- kirchslraße, finden dauernde und sehr lohnende Beschästtgung. Meldungen Kantflratze 34._ 39/17 Botenfrauen für die Touren Bclle-Allianceplatz, Neuenburgerstraße finden lohnende und dauernde Be- schästtgung Schützcnstraße23/24.(39/7* Botenfrauen(Tour Stralauer Allee) finden sehr lohnende und dauernde Stellung Sorauerstraße 20. Botenfrauen finden sehr lohnende und dauernde Beschäftigung Pots- damerstraße 33(Eingang: Lützow- straße). 39/9* Im Arbeitöinarkt durch besonderen Druck hervorgehobeue Anzeige« koste» 50 Pf. die Zeile. Achtung! Zlischneider lind Schueider der Herrellkoufektilm! DieZuschneider befinden sich in einer Lohnbewegung. Verschiedene Geschäste insettercn Nim jetzt schon nach Streikbrechern. Wir fordern daher alle Kollegen, Zu- schueider und Schneider aus, in den nächsten Wochen leine Stellung in einem Berliner Konjcllionsgcjchäst an- zunehmen, um bei, sür bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse kämpsendenZu- schneidern und Zuschncidettnnen nicht in den Rücken zu fallen. 164/9* lklitxUedsckmrt II de» Schneider- Verbandes. (Zuschneider-Vereinigung.) Anmacher- flotten, nmgeren, sucht felbständigen lfcSgF, 280/12 Reichenbachstr. LS. Korsetts, Parfürnerie. Haus- u. Küchengeräte. Für obige Abteilungen suchen wir tüchtige Verkäuferinnen. Meldungen von nur brauche- kundigen Damen mittags 1—2 oder abends 8—9 Uhr. A. Jandorf& Co., Belle Alliaucestr. 1—3. Putz. Erstklassige Garniererianen zum sosottizeil Eintritt bei hohem Gehalt gesucht.' Meldungen vonniltaas 11— 12 Uhr ober nachmittags 4—5 Uhr. KaufliausdesWestens G. in. b. H. TanenzlcnstraiSe. Ein erlahrener Sekütineister mit zirka 20 bis 30 Arbeitern wird zur Ausschachtung von 3- bis 4000 Kubikmetern Erde(Sand) in der Nähe Berlins im Akkord gesucht. An- geböte unter N. 1 an die Geschäfts stelle dieses Blattes�_* Vertmitlisstelllttig Kassierer, Kontrolleur, Expcdicnl, Älrbeitsnach weiser, Biireaubeamte- event. mit-ig. Schreibmaschiv Bibliothekar, Lager-, Magazin Verwalter 2C., sucht rede-, sedcr geschäftsgewandter Parteigenosse (30) sofort od. später, event. anch halbtags. Besch. Ansprüche. Gest Angebote Spedition Mann, Petersburgerplatz unter ll. st. gz. Achiuno! Töpfer! Die Firma Kausmaun Wilhelm Meinke läßt durch den Sttessohn deS Töpsermeisters Karl Knngc, namens Karl C-ruschinski, einen Bau in der Petteukoferstraße ausführen. Da die Differenzen bei genannter Firma noch nicht beigelegt sind, ist dieser Bau als gesperrt zu bewachten. 196/V Die Firma Töpfermeister Paul Schals, Rixdorf, Pannicr- strasse ül, ist wegen Lohnausfall bis aus weiteres gesperrt.— In Be. tracht kommen die Bauten Rixdott Nieinetzstraße(Bauherr Roggenwald) und Jäger-, Ecke Falksttaße. Tie Bcrbandsleitnna. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Segen Streik und Differenz«, ist gesperrt: sür Bergolder u. Leistenpolicrer die Firma Kackeageii, Ritter. straße 47. 86/17* Die OrtSverwaltuug. IkvwtwN'IkiÄkr ffiedakteyp: Solls Wkhrr, jöeilm. Sür de» veisuLo.! Sit. Älsckk. Bttliu. Krück u. Verlag: Borwär» OuSdruckirei u. ffitiloaJanJtatt gavi SlKger& So.. Lslw SW.