expcdition: SM. 68, Linden Strasse 69. SrcnnUretfict: Slmt IV. Sir. IOS-1. 34. Jahrg. HbonnementS'Bedlngungen: BSonnementä- Preis vrünumerand»; »ierlcljkhrl. Z.Z0 Ml, monall. 1.10 Ml., wöchcntlilb 28 Pfg. frei in- HauS. Eiiizclne Nummer 6 Pfg. EonnlagS. Nummer mit illusiricrler Sonntags. Beilage.Die Jicuc Seit" 10 Pfg. Polt. tlOomicincnt; 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posi-ZeiiungS. Prc>Slisie, Unter Kreuzband für DeuIIchiand und Oesierreich. Ungarn 2 Marl, sür das übrige Ausland 8 Marl fro Monat. Poslaboniiements nehmen an: Belgien. Dnucmar!, oolland. Ilaiien. Luxeinburg. Portugal . und die Tchweij, (liAtlnt ISgllA»Btr dontut. Bevlinev Volksbltttk. Zentratorgan der fozialdcmokratircben Partei RcdaUtion: SM. 68, Lindcnstrasse 69. Svcrntliffriirr: Mint IV, Sir. lüRS. Dienstag, den 38. Mai 1907. Kr. 121. Die Inlcrtlons-GcftQljf Jehügt sür die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum bO Pfg., für voliiische und gewerlschaslliche Vereins» und BcrsammIungS.Anzeigen 80 Pfg. „Kleine Hnreigen", das erste(fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellemilnzeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort S Pfg. Worte über 15 Buchstabe» zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmittags in der Expcdition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends gcüssnet. Telegramm> Adresse: „SoziäidtmäKral Rtrlli". Deutfcblands. Die sleikchnst und die Rot der fleiicber. Die Gewaltigen der Fleischerzunft sind in ihrem patriotischen Gefühl tief gekräntt: es wird ihnen zugemutet, sie sollen mit den FIcischpreisen heruntergehen! Selbst vom Regierungstische aus wird das verlangt. Aber haben denn die Jnnungsbrüder nicht wacker mitgeholfen, die Sozial- deniokratie niederzustimmen? lind nun gönnt man es ihnen nicht einmal, daß sie sich ein Extraprofitchen aus dem Hunger der Arbeiter pressen I Die Jnnungsmeifter er- heben feierlichen Protest gegen eine solche unpatriotische Handlungsweise der Regierung. Wie war es denn, als die Vichprcise stiegen?„Waren es nicht W u ch e r p r o f i t e, die damals die Landwirte ein- heimsten, zu einer Zeit, wo das Fleischgcwerbc an den Bettel- stab gebracht wurde und Tausende sich den Genuß von Fleisch versagen mußten? Warum hat hier die Regierung nicht nach dem Rechten gesehen?" Also apostrophiert die bayerische Fleischerinnung den bayerischen Staatsminister von Brettreich. Der Vorwurf ist'durchaus gerechtferfigt. Doch weiß ja alle Welt, wie die Dinge zusammenhängen. Es ist der Re- gierung nicht um den Hunger der Massen, sondern um den Beutel der Agrarier zu tun. Der Standpunkt des Volkes ist aber ein anderer. Aus dem Umstände, daß das Volk sich von den Agrariern hat bewuchern lassen müssen, ergibt sich noch keineswegs, daß es sich nunmehr von den Fleischer- meistern bewuchern lassen soll. Alle Remonstrationen der Schlächter helfen ihnen nicht über die Tatsache hinweg, daß die Fleischpreise in keinem Verhältnis mehr stehen zu den Viehpreisen. Tic Fleischer sagen, die Konkurrenz werde schon von selbst einen Aus- gleich schaffen. Aber vorderhand schafft eben die Konkurrenz diesen Ausgleich nicht. Woher kommt das? Das ist der springende Punkt der ganzen Frage. Es ist zu unterscheiden zwischen den Großschlächtern und den kleinen Fleischern. Die Zahl der Fleischer ist zwar groß, aber die Großschlächtcr sind es, die die Preise bilden. Und sie halten sie fest. Man zählte 1895 in Berlin 2486 Fleischereibetriebe, es sind aber nur etwa 3(0 Engros- schlächter, die den Berliner Schlachthofvcrkchr beherrschen. Die zahlreichen kleineren Fleischer sind nur zum Schein selb- ständig, in Wirklichkeit sind sie von den Großschlächtern ab- hängig, die ihnen das Fleisch in geringeren Stücken, wie Viertclrinder, halbe Schweine usw. liefern. Die kleineren Fleischer sind an den billigen Fleischpreisen interessiert, denn für ihren kleinen Betrieb kommt jedes Pfund Fleisch, das sie mehr absetzen, in Betracht. Doch ihnen werden die Preise von den Großschlächtern diktiert, danach haben sie sich zu richten. Die Großschlächter aber stehen meist in keinem direkten Zusammenhang mit dem Publikum; sie liefern an die Detailhändlcr, an die Restaurationen, Hotels, an die Armee usw. Eine niittlcre Stellung nimmt der Ouasitätsfleischer der wohlhabenden Stadtviertel ein, wenn wir nicht auch in diesem Fall einen Großschlächter vor uns haben, was häufig der Fall ist. Der Großschlächter kauft nicht beim Viehhändler, sondern unmittelbar beim Produzenten. Er ist also selbst Viehhändler. Er setzt ein großes Kapital um und betreibt den Vichhandel in all seinen Nuancen. Er läßt das gekaufte Vieh zur Auf- zucht beim Bauern, er besitzt auch selbst Vichstallungen. Das Verhältnis des Großschlächters zu den Vieh- und FIcischpreisen ist wie das der Hüttenzechen zu den Kohlen- und Eisenpreisen. Zur Zeit der hohen Viehpreisc profitiert der Großschlächter aus dem Vichhandel; tvenn aber die Vieh- preise sinken, zieht er seinen Gewinn aus der Differenz zwischen den Vieh- und Fleischpreisen. Das letztere ist der Fall, den wir jetzt vor uns haben. Um ihre eigenen fetten Profite zu maskieren, schieben jetzt die Großschlächter die klejnen Fleischer vor, über deren Not sie lamentieren;— wie ja auch die Agrarier mit dem Bettelsack der Bauern hausieren gehen, wenn sie ihre Grundrente steigern wollen.„Außerordentlich groß ist die Zahl der Gcschäftscinstellungen in den letzten Jahren gewesen"— so lamentiert die bayerische Fleischerinnung in ihrer Protest- kundgebung an die Regierung. Das ist durchaus richtig, die Lage der kleinen Fleischermcister ist seit Jahren miserabel, die bayerische Innung muß aber selbst zugeben, daß die„besser fundierten Geschäfte" die Krisis überstanden haben. Die Not- läge der kleinen Fleischer wurde aber zum Teil gerade dadurch bedingt, daß ihnen die Großschlächtcr die Preise diktiert haben. Die Teuerung gab manchem von ihnen den Rest, als seine Kundschaft den Fleischkonsum eingeschränkt hatte. Der Groß- schlächter aber profitierte beim Vieheinkauf und zog schließlich den Gewinn aus den gestiegenen Fleisch- und Wnrstwaren. Nunmehr machen die Engrossleischer in mancherlei Beziehung ein brillantes Geschäft: 1. Sie stecken die hohe Differenz zwischen den Fleisch- und Vichprcisen ein; 2. sie haben die billigen Schweinepreise benutzt, um Dauerwurst zu fabrizieren, wobei ihnen noch die kühle Witterung dieses Frühlings sehr zu statten kam; 3. sie kaufen jetzt Vieh ein in der weiteren Erwartung, daß die Schweinevreise bald wieder steigen werden. Schon für den Herbst wird eine neue Steigerung der Fleischpreise erwartet. Dann wird sicher wieder mit einer Anzahl kleiner Fleischer aufgeräumt werden. Die Großen aber werden erstarken. Wir sehen, daß auch hier, wie in der Landwirtschaft, die Teuerung zu einer Verdrängung der Kleinen durch die Großen, zur Konzentration des Kapitals führt. Die Großschlächter, die schon jetzt in einer Zuschrift an das„Berliner Tageblatt" klagen:„bei den jetzigen niederen Schweinepreiscn hat sich in und an den Markthallen eine wüste Schleuderet ausgebildet", ob- Wohl doch das Publikum nichts davon merkt, sie werden ihre erstarkte Stellung dazu benützen, um sich Monopolpreise auf dent Fleischmarkt zu sichern. Von unten auf suchen die Agrarier durch Errichtung von Viehverwertungszentralen den Fleischmarkt zu monopo- lisicren. So lange noch die große Zahl kleiner Fleischer- mcister besteht, wird das ihnen ebensowenig gelingen wie die Monopolisierung des Milchverkaufs. Aber die Sache gewinnt ein anderes Gesicht in dem Maße, wie mit den kleinen Laden- besitzern aufgeräumt wird. Dann stehen die großen Vieh- züchter und die Engrosschlächter sich direkt gegenüber. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden kapitalistischen Gruppen, die ja schon jetzt bestehen, werden sich noch weiter entwickeln— dann kann es Wohl zu einer der grausamsten kapitalistischen Ringbildungen kommen, zu einem Fletsch- w u ch ererka rtc l l._ Vorn Sozlaldeinoliratifchen Kongreß in Condon. sO r i g i n a l b e r i ch t.) Der Kongreß wurde vom Gcnoffen Plechanow er- öffnet. Ins Präsidium wurden gewählt: 1 Lette, 1 Pole, 1 Bimdist, l Bolschewik<,MehrheitS"-Fraktioii) und 1 Menschewik(„Minderheitö"- Fraktion). Nach langer Debatte wurde schließlich folgende TageS» ordnung angenommen: 1. Bericht des Zentralkomitees. 2. Bericht der Dumaftaktion und die Organisation derselben. 3. Beziehungen zu bürgerlichen Parteien. 4. Die Reichöduma. 5. Der Llrbeiterkongrcß und die Frage der nentralen Arbeiterorganisationen. 6. Partei und Ge- werkschaften. 7. Partisanenkämpfe. 8. Arbeitslosigkeit, ökonomische Krise und Aussperrungen. S. Organisationsstagen. 10. Der intcr- nationale Kongreß sMaifeier und Militarismus). 11. Arbeit in der Armee. 12. Verschiedenes, Zum Bericht des Zentralkomitees wurde von den Bvlschcwiki eine Ncsolution eingebracht, welche die Tätigkeit desselben tadelt. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. sDie Polen erklärten. daß sie zwar die Tätigkeit des Zentralkomitees nicht billigten, ein Mißtrauensvotum jedoch nicht unterstützten, um dadurch nicht eine Atmosphäre der Spaltung hervorzurufen I) Zum Bericht der Dumafraktion beantragten die Menschewiki ein einfaches Vertrauensvotum. Die Bolschewik! dagegen beantragten eine Resolution, welche die Tätigkeit der Fraktion mißbilligte. Die Ausarbeitung einer endgültigen Resolution wurde einer Kom- misston von zehn Kongreßmitgliedern(je zwei von jeder Fraktion) überwiesen, die jedoch zu keiner vollen Einigung gelangen konnte. Die Mißbilligung wurde(in der Kommission) von den Mmschewiki, Bundisten, Polen und Letten verworfen, während die Bolschcwiki sich der Stimme enthielten. Die Frage, ob der Kongreß Direktiven für die künftige Tätigkeit der Fraktion ausarbeiten solle, wurde von der Majorität der Kommission(2 Bolschewiki. 2 Polen und 2 Letten gegen 2 Menschewiki und 2 Bundisten) bejaht, das Projekt en bloc konnte jedoch keine Majorität erlangen(dafür stimmten 2 Letten und 2 Polen, dagegen 2 Bolschewiki und 2 Menschewiki, während die Bundisten sich der Stinune enthielten). Bei der Beratung im Plenum wurde die Frage der Direktiven zum Mittelpunkt des Fraktionskampfes I Wie wir schon berichteten, ergab die namentliche Abstimmung am 23. Mai die Ablehnung der Direktiven und damit einen Sieg der Menschewiki. »»» London, den 24. Mai. In der heutigen Sitzung erklärte eine Gruppe Letten, daß sie durch ihr gestriges Votum gegen Annahme von Direktiven bloß beabsichtigt habe, die Debatte über dieselben an entsprechender Stelle der Tagesordnung wieder aufzunehmen. Daraufhin verlangten die Bolschcwiki, daß die Ncsolution über die Dumafraktion überhaupt nach Er- örterung der taktischen Fragen angenommen werden solle. Dieser Antrag siegte mit 149 gegen 144 Stimmen bei S Stimmenthaltungen, was eigentlich die Annullierung der tags zuvor angenommenen Re- solution bedeutet."_ Die englifeße Gegenvinte. Vor einem Jahre stattete eine Anzahl deutscher Journalisten England auf Einladung britischer Journalisten und Politiker einen Besuch ab. Die englischen Gastgeber waren der Meinung, daß ein solcher Besuch manche Mißverständnisse zwischen den beiden Nationen zerstreuen, die kulturelle Jnteressensolidarität zwischen England und Deutschland fester begründen und chauvinistischen EifersuchtSansällen vorbeugen werde. Auch der.V o r w ärtS" hatte seinerzeit eine Einladung zu dieser Englandfahrt erhalten, er hatte jedoch eine Bc- teiligung abgelehnt, weil er— so sympathisch ihm jede Annäherung der Nationen sein mußte— der Auffassung war, daß solche Festbesuche den beabsichtigten Zweck vollständig ver- fehlen müssen. Nach sozialdeniokratischer Auffassung liegen die internationalen Reibungen und Mißhelligkeiten auf ganz anderem als Person« lichem Gebiete. Die Wissenschaft, die Kunst sind längst international. Es existiert eine Gelehrtenrepublik der Jnter- nationale, ebenso fällt es keinem Künstler ein, einen bedeutenden Kollegen deshalb weniger zu verehren und zu lieben, weil er Franzose oder Engländer ist. Diese ideelle Kulturgemeinschaft existiert seit mindestens hundert Jahren! Gleichwohl aber blüht gerade heute der Weizen der chauvinistischen Völkcrverhetzung üppiger denn je. Nicht ideelle Gemeinsamkcitsintercssen bilden eben die Grundlage der internationalen politischen Konstellation, sondern materielle, kapitalistische Interessen, also Jnter- essen, die sogar innerhalb der eigenen Nation, ja inner- halb der Familien und Sippen unüberbrückbare Gegensätze schaffen I Wie konnte da ein Sozialist von der Englandreise eines bunt zusammengewürfelten Häufleins von Journalisten eine auch nur schwächlichste Milderung der kapitalistischen, kolonial- politischen und marinistischen Jnteressenkonflikte erwarten. Ganz abgesehen davon, daß sich unter diesen deutschen Journalisten Personen befanden wie der famose Lima», die gleich dem Chamäleon ihre Farbe zu wechseln pflegen, je nachdem, in welchem Blatte sie schreiben! Jetzt nun statten V0 englische Journalisten Deutschland ihren Gegenbesuch ab. Sie sind bereits auf deutschem Boden gelandet. Unsere reaktionäre Presse überschüttet diese englischen Gäste mit Liebenswürdigkeiten. Die ,N o r d d. A l l g. Ztg." gibt der Er- Wartung Ausdruck, daß die britischen Gäste Gelegenheit finden würden, sich von den englandfreundlichen Absichten Deutschlands zu überzeugen, damit sie dann in ihrer Heimat den„verwerflichen Versuchen entgegenwirken" könnten,„zwischen zwei großen Nationen Zwietracht zu säen, die hundert Gründe haben, einander zu achten". Die.Post" ruft den englischen Journalisten sogar mit geradezu verkiudlichter Süß- lichkcit zu:„Herein, herein, du lieber Gast!" Also„liebe Gäste" sind uns die Engländer, Leute, die wir au? „hundert Gründen" zu achten haben und die uns aus hundert Gründen achten sollten. Wunderhübsch daS: schade nur, daß deshalb in Deutschland nicht ein einziges Torpedoboot weniger gebaut werden wirb! Schade nur, daß die deutsche Regierung trotz dieser„huudcrt Griinbe" sich nicht einmal an einer rein theoretischen Debatte der Abrüstung zwischen England und Deutschland beteiligen wollte!! Und trotz des deutschen Journalistenbesuches und des ttn- mittelbar bevorstehenden englischen JonrnalistengegenbesuchS raste vor wenigen Wochen die deutsche Bourgeoispresse in aberwitzigstem Chauvinismus gegen England! Unser Pessimismus vom vorigen Jahre hat also über alle? Er» warten und Befürchten hinaus feine Bestätigung erfahren. Ein Grund mehr, auch dem Besuch der englischen Gäste gegenüber alle unangebrachten Gefühlswallungen zu unterdrücken! Der Effekt der Deutschlandreise der englischen Gäste wird kein anderer sein als die Englandfahrt der deittschen Journalisten im vorigen Jahre. Man wird sich gegenseitig fSticren, antoastcn, zutrinken, und alle? wird beim alten bleiben! Das Mißtrauen der herrschenden Klassen beider Länder wird fortbestehen; kein Kriegsschiff, kein Torpedoboot wird weniger gebaut werden, ja keine der periodischen chauvinistischen Preßhetzen wird nnS erspart werden! Eine wahrhafte internationale Annäherung ist mir möglich bei gemeinsamem internationalen Kampfe gegen den Urquell der Biilker- Verhetzung und Bölkerscheidung: gegen den Kapitalismus! Alle kapitalistischen Liebcsbeteuerungen sind— im b e st e n Falle— nm rosige Selbsttäuschungen!—_ poUtifcbc öcbcrlicbt Berlin, den 27. Mai 1907. Ein Vizeadmiral gegen die freisinnigen Hehler der Kolvnialkorrnption. Das schnöde Vertuschungssystcm unserer Kolonialskandale. das seit der Ernennung Dernburgs in erster Linie von unseren freisinnigen Blockhandlangern praktiziert wird, hat selbst bei einem Vizeadmiral a. D., Herrn P. Hoff- mann, Anstoß erregt. Im Scherlschen„Tag" protestiert der Vizeadmiral gegen die B e h a n d l u n g der Eingeborenen, wie sie von Peters(und, fügen wir hinzu, der so einfluß- reichen konscrvativ-natioiialliberalcn Peters-Elique!) empfohlen wird und bisher geübt wurde: „Wenn aus den Erfahrungen der Herren Oettker und Peters heraus die unabänderliche„Sklaven natur saus phrase* des Afrikaners, die Meinung,„der Herr sei dem Neger so nötig wie der Fisch im Wasser", als Axiom hingestellt wird, wenn dafür Stimmung geniacht wird, solche Grundsätze dem zukünftigen Berlvaltungssystem in den Kolonien zu gründe zu legen, so ist das ein geuiciugefährlichcS Unternehmen, dem nickt scharf genug entgegengetreten Iv erden kann. Es ist nichts anderes als der Versuch, jenen Herrenstandpunkt zu rechtfertigen und zu verallgemeinern, der dem Deutschen Reich soeben eine halbe Milliarde für Kolonialkriege gekostet hat." Recht interessant ist auch, was der Vizeadmiral a. D. über die Ursachen der deutschen Vrutalisierung der Ein» geborenen sagt: „Ich habe mich oft gefragt, waS wohl die Ursache dieser deutschen Uebcrhcbung gegen Eingeborene sein mag, und ich bin immer wieder zu der ErklSrung gekommen, daß ttttser gering entwickeltes FreiheitSgefühl in der Heimat die Ursache der vielen Aus- schreitungen ist. Der unvermittelte Urbergang auS einer eigenen gedrückten Situation zu dem Bewußtsein, nun einem Tiefer- stehenden herrisch gegen übertreten zu können, verwirrt den am meisten, der bisher am gehorsamsten und servilste» |lfl| zn denchmen gewohnt wnr... Ich komme zu dem Schluß, daß freiheitliche Institutionen in der Heimat und aucrzogcne Achtung vor der Freiheit eine Gewähr bieten für erfolgreiche Eitigeboreneiipolitil, Es ist immer dasselbe: Auf dem Boden bcschrünttcr FreihcitSbcgriffe und serviler Gewohnheiten erwächst Unduldsamkeit in politischen und GlanbanSsacheu, Dünkel und Hoch- mut gegen Tiefcrslehende. Und nach den Kolonien verpflanzt, werden daraus die Herrenallüren, die die Ursache so vieler Mißerfolge find. Diese Znsantnicuhänge find cS, die dazu führen, daß der frcihcit- liebende Teil der Nation seine Empörung über 5tolo»ialska»dale an den Tag legt, während Philistertum und Krähwinkelei solche Em- pörung nicht teilen. Denn Philister und Krähwinkler empören sich eben über nichtSl Aber fie lassen alles zu, wennS ihnen nicht an den eigenen Kragen geht!" Die„F r e i s i n n i g e Zeitung" druckt dieses treffsichere Urteil ohne Kommentar ab, als ob es den Freisinn gar nichts angehe! Und doch ist jeder Satz ein Peitschenhieb gerade für unsere Ternburgianer und frisch bekehrten freisinnigen Kolonial- schwiirmer und Kvrrnptionshchler!— „Wetterzeichen ans China" betitelt die, N a t,° Z t g. � eine Nachricht aus Hongkong, die folgendermaßen lautet: � Hongkong. 26. Mai. Banditen zerstörten die deutsche Mission in Limchou; die Missionare wurden gerettet. Das deutsche Kanonenboot„Iltis" mit 30 Mann Verstärkung vom Kanonenboot„Tsingtail" ist heute von Hongkong nach Pakhoi abgegangen. Von Hongkong wurde ein britisches Kanonenboot entsandt. Die„Nat.-Ztg," äußert den Verdacht, daß die chinesische Re- gierung. wie nach verschiedenen chinesischen Preßstimmen angenommen werden könnte, eine neue, schlimmere„Boxerbelvegung" begünstige. Wie dem auch sein inöge: einen neuen China-Krenzzug dürste wohl die deutsche Regierung dieSnial unterlassen!— Tcrnburgs Mauserung. Unser Liberalismus erhoffte von Herrn Dcrnburg eine „neue Aera" der Kolonialpolitik. Der Assessorismus sollte— so wähnte er— durch Erwählte des Kauf- manns st andcs ersetzt werden. Statt dessen hat man den typischen Junker und ehemaligen Assessor V. Sch uckmann als Gouverneur nach Südwestafrika, also just nach„Neu- d e u t s ch l a n d" geschickt! Bekanntlich hat selbst die re- gierungs- und kolonialfrommste FreisinnSpresse. sich darüber entrüstet. Die Wiener„Neue Freie Presse" hat nun Herrn Dernburg wegen dieser wundersamen Tatsache interviewt. Sie hat aus Dcrnburg folgendes heraus- geholt: „Sie erinnern mich an die En t t ä n s ch u n g. die der Um- stand verursacht hat, daß unter sämtlichen Ernennungen im Kolonialamt sich kein Kaufmann befunden hat, was man nach der Vorbildung des neuen Leiters mehr oder weniger er- wartete. � Nun, hier ist zu bedenken, daß eS sich um die Stellen von Referenten und vortragenden Räieu in der Zentral- verwaltnng handelt.� Bei der verhältnismäßig geringen Höhe der für solche Vera n t 10 ort ungS voll« Stellen ausgeworfenen Besoldungen und Pensionen und dein stri kten U n t e r o r d n u n g's v e r h ä l t n i s, welches in einer Zentralbehörde, bei welcher die Spitze die gesamte Berantwortnng trägt, notwendig ist, ist es leicht einzusehen, daß im Erwerbsleben erfolgreiche und unabhängige Persönlichkeiten schwer gefunden werden können.... Aber abgesehen da- von ist es im hohen Grade zweifelhaft, woselbst opferfrohe Kau fleute, die es ans sich nehmen würden,-im Interesse der Sache in der Zentralvcrwolnmg in eine vierte und fünfte Stelle einzurücken, denjenigen Anforderungen drct- sprechen könnten, die von einer solchen Tätigkeit nicht g e« trennt werdeii können. Was Deutschland von seinen Kolonien erivarten muß, ist eine ordentliche Verivaltnng, eine der Heimat gleiche Rechtssicherheit, eine vorausschauende und verständige Ein- geborene, ipolitil, ein geordnetes Beamteuwcien und diejenigen hygienischen und sanitäre» Einrichtungen, welche in den meisten tropischen Kolonien allein ein längeres Verwesten des Europäers gestatten. In all diesen Dinge» ist für eine r e i n k a n fm än» i s ch e Betätigung, d.h. für einen Erwerb für R e ch» n n g d e S FiSkuS, gar kein Platz. D a-z u g e h ö r e» st a a t S r e ch t l i ch u n d t e ch n i s ch, v e r- w a I t u n g S r« ch t l i ch und hygienisch ausgebildete und im SchutzgebietSdienst erfahrene und vor- gebildete Personen, die ver st ehen und zu lesen wissen, was ihnen aus dem Schutzgebiet berichtet Wird. Darin unterscheidet sich gerade die Natur einer Zentral- ein liisiM der Bourgeoisie. Zum 76. Gedenktag teS„Hambacher Festes" 27. Mai 1332. Da? Bürgerium erinnert sich heute, wo der Kampf gegen den „Umsturz" seine wichtigste politische Beschäftigung geworden ist, nicht gerne an jene Zeiten, zu denen es selbst sich in der Nolle des„llinstürzlerS" befand. So wird die bürgerliche Presse in der Reihe der dynastischen und mordspatriotischcn Festtage, die sie mitzufeiern hat, wohl auch des Tages vergessen, an dem vor 76 Jahren die Väter des heutigen Liberalismus einen gewaltigen moralischen Sieg erfochten über autokratische Bevormundung und rückschrittliche Polizeibüttelei. In der weinfröhlichcn R h e i n p f a I z. wo die große fran- zösische Revolution und weiterhin die Verjagnng des Bourbvucn Karl X. den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen und die breiten Schichten des Bürgertums am intensivsten für die Idee einer „freien deutschen Republik" begeistert hatten, ist die Stätte des Hambacher Festes. Im Februar 1832 hatte die bayerische Re- gierung alle politischen Vereinigungen als„seditiös" und„ver- fassungSwidrig" aufgehoben. Die Beamten, die im Verdacht der Sympathie für libcral-großdeutsche Ideen standen, suspendiert und die„Umsturzprcsse", in erster Linie die„Deutsche Tribüne" und den« W e st b o t e n", die unter der Leitung W i r t h s und SiebenpfeifferS in Zweibrücken b-zw. Oggersheim in der Pfalz erschienen, unterdrückt. Nach diesen Taten kam sie auS- gerechnet auf den Gedanken, durch einige„achtbare Bürger" Ein- ladungen zu einem„Feste der K o n st i t u t i o n" ergehen zu lassen, das Ende Mai 1832 auf dem Hambacher Schloß, einer Bergruine in der Nähe von Neustadt a. d. Haardt, gefeiert werden sollte. Alsbald erschienen die Liberalen mit einem Gegen- aufruf auf dem Plan, der, mit einer Reihe der klangvollsten Pfälzer Namen unterzeichnet, zu einer Gegendemonstration aufforderte, die am Sonntag, den 27. Mai 1832 an derselben Stelle stattfinden sollte. Es ist im Zeitalter der proletarischen Maifeier nicht ohne Reiz, zu lesen, wie dieser„Der deutsche Mai" überschricbenc Aufruf den Monat Mai als � besten Termin einer derartigen Kundgebung bezeichnete; eS hieß da: „Im M a i hielten, nach germanlicher Sitte, die Franken, unsere ruhmbekränzten Väter, ihre Nationalversammlungen; im Mai empfing das heldenmütige Polen feine Verfassung; im Mai regt sich die ganze physische und geistige Natur: wie sollte. wo die Erde mit Blüten sich schmückt, wo alle keimenden Kräfte zur Entwicklung streben, wie sollte die Empfindung des freien Daseins, der Menschenwürde, starren unter der Decke kalter Selbstsucht, verächtlicher Furcht, strafbarer Gleichgültigkeit?" Nicht dem Errungenen, sondern dem zu Erringenden, nicht dem Sieg, sondern dem Kampf gelte der Tag. sagte der Aufruf weiter, dem„Kampf für Abschüttelung innerer und äußerer Gc- Walt, für Erstrebung gesetzlicher Freiheit und deutscher National« Würde".«Auf ihr deutschen Männer und Jünglinge jedes behörde von einer Schutzgebietsverwaltung, die sehr viel mehr geeignet ist, kaufinännische Talente zu verwenden. Dort sollen sie auch in möglichstem Umfange' vcrivendet werden. Aber auch solche Talente müssen erzogen werden und v o n d e r P i k e auf dienen, und e S i st n n m ö g l i ch, sie von vornherein in leitende Stellungen zu bringen." Zu dieser originellen Herzenscrgleßnng bemerkt die „Vossische Zeitung": „Das heißt, der regierende Kaufmann ist Lob- r c d n e r des A s s e s s o r i s m u s geworden. Er spottet seiner selbst und weiß nicht wie. Ungefähr dasselbe, was Herr Dern- bnrg jetzt gegen die Bernfnng von Mitgliedern des Handels- standes in das Kolonialamr oder in leitende stellen in den Schutzgebieten sagt, hätte, wenn es berechtigt wäre, gegen seine eigene Berufung zum Nachfolger dcS Erbprinzen Hohen- lohe und zum Staatssekretär gesagt werde» können, Denn Herr Dcrnburg hat weder in den Schutzgebieten von der Pike auf gedient, noch gehört er zu den„staatsrechtlich nnd technisch, verivaltniigSrechllich und hygienisch ausgebildeten Personen". Mit demselben Recht wie Herr Dernburg von anderen Knuflcuten, hätte ein Ratgeber des Kaisers von dem Bank- direktor Dernburg behaupten können, daß er nicht ver- stehen und zu lesen wisseil werde, was ans dem Schutzgebiete be- richtet wird. Wenn aber Herr Dcrnburg dazu fähig ist, wird einem anderen Kaufmann die Fähigkeit nicht abgesprochen werden kviiiicn. Oder glaubt Herr Dernburg wirllich, daß er einzig in seiner Art sei und unter allen deutschen Kaufleuten nicht seinesgleichen habe? Wem Gott ein A ni t gibt, dem gibt er auch, so scheint es, Vezeisterung für den Assessorismus und den Bureankrntismiis. Herr Dernburg ist zu ihrem Verteidiger geworden, kaum daß sein goldgestickter Staatssekretärfrack die Schncidcrivcrkstatl verlassen hat. Er hält sich auch schon darüber auf, däß manche seiner früheren B e r ufs g en o ssen na ch Ti t c ln und Würden streben. Die ssonnäum orcliuom aufgestiegenen Geheimräte und Exzellenzen werden nach den jüngsten HerzenSergicßungen dcS eheiitaligen vantdirekiorS nicht mehr besorgen, eS könnten ihnen ahernials Kanfleute vorgezogen werden, sondern beruhigt lächeln: Herr Deriibcrg asfimiliert sich" Dieser beißende Spott des Parvenüs Dernburg ist durch- anS am Platze. Aber hat sich nicht der Freisinn selbst noch viel rascher-an die ganze Kolonialpolitik„assimiliert", als der so unbefangen streberhaft nach„Titeln und Würden" haschende Herr Dcrnburg selbst?!— Zur Wahlrechtsreform in Sachsen. Zur Wahlrechtsreform in Sachsen. Dresden, 27. Mai. Herr v. Hohenthal, der jetzige sächsische Minister d c s I n n e r n, hat sich am Sonnabend an einer G-bnrtstagStafel in einem Trinkspruche auch wieder einmal über die Wahlrecht?- reform ausgelassen. Die Acußerung verdient Beachtung, weil sie verrät, daß in der letzten Zeit die sächsische WahlrcchtSfrage im Zeichen des Krebses gestanden hat. Graf v. Hohenthal sagte in seinem Trinkspruche unter anderem: Meine Herren! Ich bin mir der großen Schwierig- leiten voll bewußt, die bei der nächsten Landtags- s e s s i o n zu überwinden sein werden. Ich brauche nur das Wort„Wahlrcsorm" auszusprechen, um Sie ohne weiteres von der Richtigkeit dieser, meiner Meinung zu überzeugen. So fest entschlossen ich aber bin, den ehrlichen Versuch zu machen, für die Zweite Kammer ein neues, auf etwas breiteren Grundlagen ruhendes Wahlgesetz durchzusetzen, so fest vertraue ich hierbei auf die Hülfe meines Königs und Herrn, der mich für den erwähnten Zweck hierher berufen hat. ,/ Ter neue Herr im sächsischen Ministerium dcS Innern hat sich schon mehrmals über die WahlrcchtSfrage ausgelassen, aber noch niemals so zaghaft, schlvankcnd und unbestimmt als diesmal. Im Januar 1966, als er eben zum Minister ernannt worden war, erklärte er dem Vertreter einer Dresdener Zeitung, die Wahl« rcchtSrcform werde sein erster Programmpunkt sein,„es wird meine erste Arbeit sein, dem Landtage ein neues Wahlgesetz dor- zulegen". Bei der Abschiedsfcicr in Berlin, die im März 1966 stattfänd, erklärte er:..... AlsdieHauptsachcm einer neuen Stellung betrachte ich die Aufgabe, dem Lande ein ncncS Wahlrecht zu geben, das auch den arbeitenden Klassen eine Vertretung ge- währt." Weiter sagte er in demselben Trinkspruche, bereits einen fertigen Plan für die Wahlrechtsreform zu besitzen, dem der König bereits zugestimmt habe. Jetzt spricht Gras v. Hohenthal nicht mehr von der ersten Hauptaufgabe, nur einen Versuch stellt et in Aussicht, das Standes, strömt herbei I Deutsche Frauen nnd Jungfrauen. deren politische Mißachtung in der europäischen Ordnung ein Fehler und Flecken ist, schmücket und belebet die Versamm- lung mit Eurer Gegenwart!"— so schloß der Appell des Pfälzer Komitees. Die Väter dcö deutschen Liberalismus dachten also in der Zeit ihrer politischen Maienblüte über die politischen Rechte der Jugend und der Frauen weit liberaler als ihre Nachkommen von heute. Die bayerische Regierung war töricht genug, durch ein plumpcS Verbot dieses Redcfestcs den Liberalen das Wasser in Strömen auf die Mühle zu leiten. Durch Verfügung vom 8.� Mai 1832 erklärte sie vic beabsichtigte Versammlung für„scditiös und gesctz- widrig", sperrte für die Tage vom 26.— 28. Mai die Stadt Neu- stadt und die Dorfgemeinden am Fuße des Hambackier Schlosses für alle Fremden, fetzte die Polizeistunde für alle Wirtschaften auf 8 Ubr abends fest und stellte alle Ansammlungen von mehr als fünf Personen unter strenge Strafe; öffentliche Reden wurden vcr- boten. Gegen den damit über Neustadt verhängten BekagerungS- zustand protestierte der Stadtrat in einer öffentlichen Er- Uärung, deren Schärfe und mulige Sprache gewaltig abstechen von der Gelassenheit, mit der heute die liberale Bourgeoisie alle Quäle- reien des Volkes durch die Polizei hinniinmt. Man sprach der Regierung das Recht, friedliche Bürger bei friedlichen Zusammen- künften zu stören, nmdweg ab. Die übrigen größeren Städte der Pfalz, Landau. Frankenthal, Speyer, Kaiserslautern, Zwcibrücken und so loeitcr, schlössen sich dem Neustädtcr Protest an. Diese Einmütigkeit blieb nicht ohne Eindruck auf die Regierung. Als sie dann vollends erleben mußte, daß die Durchführung ihrer Ab- ficht, Neustadt und seine Umgebung für die kritischen Tage mit 2660 Mann Infanterie zu belegen, an der Weigerung der Ein. Wohnerschaft scheiterte, für die Truppen auch nur einen Bissen Brot zu liefern, da machte die Regierung ihr„wahnwitziges Vorgehen", wie es der Landauer Stadtrat in einer Vorstellung an die Kreis- regierung nannte, rückgängig, zumal die Leiter der Fest- Vorbereitungen erklärt hatten, daß sie„dem ungesetzlichen Verbote zum Trotz" mit ihren Arbeiten fortfahren würden. Es war ein glänzender Sieg freien Bürgergeistes. Daß nach dieser unfreiwilligen Reklame der StaatSrcgierung der Tag dcS Festes zu einer für die damaligen Verhältnisse— Eisenbahnen existierten in Deutschland noch nicht— geradezu bei. spiellosen Demonstration wurde, braucht nicht wunder zu nehmen. An die 36 660 Menschen fanden sich am 27. Mai anS der Pfalz selbst und den übrigen Ländern am Rhein, dann auS dem Elsaß, der Schweiz, aus Frankreich, ja selbst auS Polen ein, darunter zahlreiche Studenten in altdeutscher Tracht. Glockcngeläute. Kanonen- donner und weithin leuchtende Feuer von den nahen BergcShöbcn kündeten das Fest an, dem bekanntlich auch Ludwig Börne in Bc- gleitung des Friesen Harro Harring beiwohnte, der seine blut. triefenden Lieder gegen die Tyrannen, zu Tausenden ins Volk warf. DaS Fest verlief mit dem zu jener Zeit üblichen theatralischen Auf- putz unter volltönenden Reden WirthS und Sieben- Wahlrecht auf breitere Grundlage zu stellen. ES scheint, als habe der sächsische Minister die Wahlrcchtsfcindlichkcit der über» mächtigen sächsischen Konservativen jetzt richtig kennen gelernt. Vor kurzem ging eine Mitteilung durch die liberale Presse, wonach der längst fertige Entwurf für ein neues Wahlgesetz wieder auS dem Aktcnschrank geholt und den konservativen Führern vorgelegt worden sei, worauf man eine völlige Umarbeitung des Entwurfs im Ministerium vorgenommen habe. Tie jetzt viel zaghaftere Haltung Hohcnthals seheint diese Meldung zu be- stätigcn. Ist es aber so, dann hat der Graf Hohenthal schon jetzt vor der wahlrechtSfcindlicheii konservativen Clique kapituliert, dann aber ist von einem neuen Wablrechtsgesetzentwurse nicht viel zu erwarten,_ Oeftemich. Ter 84stc! Unter ungeheuerem Terrorismus der jüdischen Kultus- gemeinde lvurde am Freitag in Lemberg die Stichwahl im dritten Bezirk, wo Genosse Dr. Diamemd dem Kultusvorstand v. Horowitz gegenüberstand, vorgenommen. Schon tagelang vorher wurden die Wahlhyäncn des Horowitz herumgeschickt, um durch Drohungen und Bestechungen die armen Juden von der Wahl Diamands abzuhalten. Den Höhepunkt erreichte die Wahlkorruption am Wahltage selbst. Um den Wählern offenkundig zu macheu, daß die hohe Regierung stch für die Wahl interessiert, mußte Militär auö- rücken. Zwei Bataillone Jnfaiitcri: mit gefälltem Bajonett bildeten vor dem Wahllokal Spalier. Die Polizisten agitierten öffentlich für Horowitz, und>ver sich das verbat, wurde ver- haftet! Wähler, von denen man vermutete, daß sie für Diamänd stimmen würden, wurden ohne jeden Anlaß arretiert. Berittene Polizei galoppierte unaufhörlich durch die Gaffen, im Korridor vor dem Wahllokal durften die Agitatoren des Horowitz ungestört die Wähler terrorisieren. Gegenüber dcmWahllokal war das Agitationslokal des Horowitz. wo ganz offen rmverschämter Stunmenkauf getrieben wurde. Obwohl Anzeige an die Polizei erstattet wurde, weigerte sie sich, gegen den Stiinmenkäufcr aufzutreten. Ebenso weigerte sie sich, Agitatoren des Horowitz, die mit fremden Legitimationen wählen gingen, zu verhaften. Und der Statthalter Potocki erschien mehrmals vor dem Wahllokal und besah das Werk. Und er sah, daß alles wohl- getan war. Aber alles war vergebens. Die jüdische KultuSgemeinde unterlag mitsamt ihrem Häuptling, und Genosse Diamand wurde gewählt, der 84. sozialdcmokratischc Abgcordilete!— frankmeh. Eine neue AnSliind erhelle. PariS, 25. Mai. ch e n Sozialisten, die dort ihre Lands- leute zu organisieren trachten und bemüht sind, sie nicht zu Lohn» drückern werden zu lassen. So ist kürzlich Genosse N a n n i. der Sekretär der italienischen Organisation in Frankreich, u»ter dem der Wahrheit dreist ins Gesicht schlagenden Vorwande des„Anarchismus" auSgewirfen worden. Dasselbe Schicksal droht jetzt dem Redakteur des sozialistischen Wochenblattes„R i s c a t t o", dem Genossen Alfreds P o l l e d r o. Die„Hliinanitü" erinnert Elemenceau daran, daß er jahrzchnte- lang der Anwalt der russischen Revolutionäre gegen die Willkür der französischen Polizei gewesen ist. Aber der Ministerpräsident steht heute freilich„auf der anderen Seite der Barrikade". Außerdem muß er sich doch seiner europäischen Kollegen würdig er« weisen, z. B, des preußischen Polizeiministers, unter dessen Acgidc jetzt gerade in Berlin so„kulturträgerisch" gegen russische Gäste ge- wütet wird. ••* Paris, 25. Mai. Bei seiner Vernehmung durch den Unter« snchungsrichter behauptete der am 21. Mai verhastete Russe Selsenew, er habe nicht gewußt, daß Iwan Petroio, das Opfer seiner eigenen Hvlleninaschine, ein Anhänger ber russischen Terroristenpartei gewesen sei, und gab ferner an, daß der Gruppenvorstand der nach Pfeiffers, der beiden bekanntesten„Patrioten" jener Tage, so- wie des jugendlichen Bürstenbinders Jean Philipp Becker aus Frankcnthal, der späterhin einer der tapfersten Vorkämpfer der Ar» bciterbcwcgung wurde. Alle Reden und von befreundeten Vereinen in der Ferne verlesenen Adressen atmeten den Geist der B r n d e r. liebe, der über die Grenzpfähle hinweg das Glück und den Frieden der gesamten Menschheit verkündet; alle verlangten ein einiges deutsches Reich, Freiheit der Presse. Bc. seitigung der den Verkehr hemmenden Zollschranken, Frei- bcit der religiösen und politischen Anschauungen und erklärten den Krieg den diese Wünsche hintertreibenden „Fürsten mit ihrem das Volk aussaugenden Troß". DaS Hambachcr Fest ging aus wie das Hornberger Schießen. Heinrich Heine erzählt in seinem Buch über Ludwig Börne unter Berufung auf Jakob Vencdcy, die Führer des deutschen Bürgertums hätten auf dem Hambachcr Tag in aller Forin die Frage erörtert, ob die Versammlung auch wirklich—„k o m p e t c n t"� sei,„im Namen von ganz Deutschland die Revolution zu erklären", und sie waren nach reiflicher Erörterung zu dem Ergebnis gekommen, daß diese Frage zu verneinen sei. Ob man das für historische Wahrheit nehmen darf, ist zweifelhaft, aber jedenfalls folgte der Demonstration keine Tat und als die Reaktion sie zum Anlaß vcr- stärkter Unterdrückung nahm, blieb alles ruhig. Als am Jahrestag des Hambacher Festes die Neustädtcr abermals nach dem Schloß pilgern wollten, trat die Regierung ihnen mit einem schroffen Vcr- bot entgegen, und am 26. Mai 1833 rückte ein Regiment Infanterie in die Stadt ein, dessen Mannschaften auf offener Straße scharfe Patronen verabreicht wurden. Unter dem Ruf:„Auf daS Fron- zoscngesindcl!" ging die Soldateska wie toll gegen jedermann vor, der sich am 27. Mai auf der Straße zeigte, und selbst der Bürger» meister von Neustadt wurde von den betrunkenen Kerlen halbtot ge» schlagen. Seither hat das Bürgertum den Tag von Hambach vergessen, an dem sie sich einst für ein freies deutsches Reich auf dcmokrati» scher Grundlage begeisterte. Heute klatscht es Beifall, wenn die Arbeiterschaft schlimmer gcbüttelt wird denn die Umstürzler der 36er Jahre. Als die pfälzische Sozialdemokratie im Mai 1882 den Tag der 66. Wiederkehr des Hambachcr Festes feierte, stand in Landau. Spcicr nnd Hcrmcrshcim das Militär zum Einschreiten bereit, ohne jedoch die gewünschte„Arbeit" zu bekommen. Das Bürgertum aber hielt sich abseits und freute sich der Masse von Bajonetten, die gegen die„Sozzcn" gezückt waren. Nur ungern wird sich die Bourgeoisie anläßlich sc,ner 75. Wiederkehr des Hambacher Tage? erinnern. Um so mehr hat die sozialistische Arbeiterschaft Anlaß, den Ordnung?. fanatikern von heute auch bei dieser Gelegenheit in» Gedächtnis zurückzurufen, daß ihre Väter auch einmal in schwerem Kampf mit der autoritativen Gewalt lagen, auch einmal des„Umsturzes" be» zichtigt wurden, auch bei passender Gelegenheit im„Sauhcrdenton" chrieben und sprachen, ja sogar einmal ein revolutionäres Mai, e st feierten. Fast so, wie das heute die Sozialdemokratie tut. Es w a r einmal..., Paris geflüchteten Nüssen es seinen Mitgliedern„nterlngt habe, sich mit der Herstellung von Bomben und mit der Propaganda durch die Tot zu befaffr»!—_ Ein neuer Antimilitaristenprozeß. Paris, LS. Mai.(Eig.©Ct.) Die 13 in Haft befindlichen Unterzeichner des letzten Aufrufs SN die Soldaten werden vor das Geschworenengericht gestellt werden. „Aufreizung zur Revolte und zum Mord" soll ihr Verbrechen sein. — Unter den Angeklagten befindet sich Genosse Augagneur, Sekretär des Gewerkschoftsverbandes des Seine-Departeineiils. Das Verlange» der übrigen Unterzeichner deS Manifestes, gleichfalls vor Gericht gestellt zu werden— sie haben es dieser Tage in einem demonstrativen Aufzuge dein, Untersuchungsrichter wiederholt— soll anscheinend ignoriert werden. Die Re- giernng fürchtet offenbar, mit der Vergrößerung der Zahl der Angeklagten auch die Wahrscheinlichkeit des für sie sehr blamablen Freispruchs zu vergrößern. Diesmal wird es schiver sein, das Schreckbild des„AmipatriotiSimiS* auf die Geschworenen wirken zu lassen, da das Manifest die Verlvendung der Armee gegen den „inneren Feind' behandelt hat und die„Anfteizung zum Mord' tatsächlich in einer Warnung vor dem Arbeitermord besteht. Bätcrche» Clcmcnccaus Regime. Paris, 27. Mai. Der sozialistische Abgeordnete Cornaud wurde gestern anläßlich der Kundgebung, die alljährlich aus dem Friedhofe Pöre lachaise zum Andenken an die gefallenen KommunardS von 1871 stattfindet, verhaftet. Cornaud sandte dem Ministerpräsidenten Clemenceau ein Schreiben mit der Mitteilung, daß er ihn wegen der Ungesetzlichkeit dieser Verhaftung in der Kammer interpellieren werde.— Carcassoime, 26. Mai. Tie geplante Massenkundgebung der Winzer hat heute unter überaus zahlreicher Beteiligung statt» gefunden.—_ Eiu Miß-VcrtrauenSvotnm. St. Etienne, 27. Mai. Der Kongreß der unabhängigen Sozialisten beschäftigte sich gestern mit der Haltung Briands. Der erste Teil einer Resolution, wonach der Kongreß die Politik der Regierung gegenüber den Syndikaten tadelt und den Minister Briand ersucht, sich ans alle Gruppen der Linken ohne Ausnahme zu stützen, wurde einstimmig angenommen, dagegen wurde der zweite Teil der Resolution, worin dem Minister ein Mißtrauensvotum ausgesprochen wird, mit 38 gegen 36 Stimmen abgelehnt. Also eine Stimme rettete den braven Aristidel— Cnglanck. Englischer Imperialismus. London, 25. Mat.(Eig.©er.) Am 24. Mai wurde die erste föderierte Konferenz zur F ö r- derung des imperialen Erziehungswesens er- öffnet! Diese Konferenz soll— wie die Kolonialkonfcrcnz— ein dauerndes Institut des Reiches bleiben, obwohl sie nicht auf Veranlassung der Regierung zustand- kam, sondern auf Anregung der sogenannten Lmpire Dengue'. Im ganzen sind 760 Dele- gierte auf der Konfcrrnz anwesend, darunter acht Minister und Beamte aus Kanada, schs aus Australien, je ein Delegierter aus den. südafrikanischen Kolonien und je einer aus allen anderen Ländern deS Reiches. Die Hauptpunkte der Tagesordnung sind: Austausch der Lehrer und Inspektoren zwischen dem Mutterlande und den Kolonie», Vereinheitlichung des Universitätswesens des Reiches. Dem Kalender Großbritanniens ist ein neuer Festtag beigefügt worden:„Empire Day". Dieser Tag soll, zum Ruhmestag des Britischen Reiches erhoben und alle Jahre am 24. Mai, dem Ge- bstrtstage der Königin Viktoria, gefeiert werdcnl„Patriotismus". „Erziehung des kriegerischen Geistes', das sollen die Ecksteine deS »Empire Day" werden! In seiner Eröffnungsrede sprach sich Lord Crewe, Mitglied der Regierung, über die Bedeutung des Tages ans. Das liberal-imperialistische Organ„Daily Chronicle" ist mit seinen Ausführungen nicht ganz einverstanden. In Wirklichkeit müsse, so meint es, auch in England mehr als bisher der .kriegerische Geist" und die„Vaterlandsliebe" gepflegt werden! Schließlich werde ja auch der neue Empire Day von den„Volks- feinden" als ein Mittel benutzt werden, um„die bösen Leiden- schaften deS Volkes" zu erwecken. Nun, wir denken, der Sozialismus wird schon Mittel und Wege finden, jener Dcgcncricrung des VolksgcistcS entgegenzuwirken.— perllen. Vom„konstitutionellen" Schah. Teheran, 26. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Seit einiger Zeit beschwerten sich die Einwohner von Burudschird über den Gouverneur von Luristan, dessen Scharen die Dörfer in dem Distrikt plünderten. Ter Minister deS Innern teilte hierauf am Donnerstag im Parlament mit, daß eine Truppenabteilung cur- sandt werden würde, um die Ordnung wieder herzustellen. Ein Mitglied deS Parlaments behauptete, die Regierung habe die Un- ruhen, die auch in SchiraS ausbrachen, angestiftet! Im Laufe des gestrigen Tages sind Meldungen aus Täbris eingelaufen, nach denen Rahim Khans irreguläre Reiterei Dörfer geplündert und 250 Mann getötet habe. Das Parlament sandte an den Schah eine Deputation, die ein sofortiges und energisches Eingreifen forderte. Dieser erklärte, er habe bis jetzt noch keine authentische Darstellung erhalten; die Angelegenheit werde untersucht werden, und wenn die Meldungen sich bestätigen sollten, würden die Schuldigen de- straft werden.— Das Parlament gab sich mit dieser Erwiderung nicht zufrieden und sprach sich dahin au», daß der Schah die A n- r e g u n g zu den Unruhen gegeben oder sie geduldet habe. Große Volksmengen haben Kundgebungen gegen den Schah ver- anstaltet, wobei viele aufrührerische Reden gehalten wurden. Tie persische» und britischen Behörden sollen gemeinschaftlich Maß- nahmen ergriffen haben, um den Handel mit Waffen von der See her nach Afghanistan und Beludschistan zu verhindern. Der„New Dork Herald" berichtet aus Teheran: Mel- lmugen auS TäbriS besagen, daß dort ein Staatsstreich ver- übt worden sei. Der Schah habe den Truppen Befehl gc> geben, das Parlamcntsgebäude zu stürmen. Es heißt, daß hierbei 2lX> Personen getötet und verletzt worden sind. Teheran, 27. Mai.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Von verschiedenen Seiten wird bestätigt, daß der Gou- verneur von Luristan mehrere tausend Kurdcnreitcr sammelt, um Hamadan in Besitz zu nehmen oder sich zum Schah ausrufen zu lassen. Tie kurdischen Reiter sind mit Gewehren neuen ShstemS bewaffnet und besitzen mehrere Schnellfeuergcschütze. Teheran, 27. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) In der Stadt herrschte gestern Ruhe. Alle Läden waren gc- schlössen.' DaS Parlament hielt keine Sitzung ab. Rahim Khan, dessen Leute in der Umgegend von Täbris räuberische Streifziige machten, wurde ini Palast unter Arrest gestellt. DaS Parlament ist damit nicht zufrieden und wünscht, daß Rahini Khan ins Gefängnis eingeliefert werde. Räch TäbriS sind Befehle telegraphisch ergangen: Schritte zu tun, um Ruhestörungen zu unterdrücken. Die Zahl der in der Kähe von Täbris Getöteten ist stark übertrieben /ZuftraUen. Die Wahlen in Queensland ergaben das folgende endgültige Resultat: Die Regierungspartei(Premier Kidston) hat 20, die Opposition(Führer Philps) 30 Sitze; die Sozialisten ziehen 19 Mit- glieder stark ins Parlament ein; als„unabhängig' bezeichnen sich drei Volksvertreter. Trotz der starken Opposition bleibt Kidston wahrscheinlich, so lange er die Unterstützung der Sozialisten findet, am Ruder. Daß eine rein sozialistische Partei 19 Sitze unter den 72 erobern konnte, war für viele eine große Ueberraschung. Huö der parteu Parteiliteratur. Von der illustrierten Wocheuschrist„In Freien Stunden' sind Heft 20 und 21 erschiene». Der Preis der Hefte beträgt 10 Pf. Sie sind durch alle Parteibuchhandlungen und von allen Kolporteuren zu beziehen. „Blut und Eisen", Krieg und Kriegcrtum in alter und neuer Zeit. Von Hugo Schulz. 50 Lieferungen a 20 Pf. Verlag Buch- Handlung Vorwärts, Berlin. Soeben sind Heft 33 und 34 erschienen, in denen die Geschichte des dreißigjährigen Krieges geschildert wird. Von den beigcgcbenen Illustrationen, die den Text erläutern und ergänzen, erwähnen wir die Reproduktionen einiger mittelalterlicher Federzeichnungen, die eine stellt die, Belagerung von La Rochelle im Jahre 1628", eine xmdere die„Belagerung von Nürnberg' dar. Auch zwei sehr originelle Zeichnungen der„Schlacht von Lützen' sind in den Heften cuthalten. In jeder Woche erscheint ein Heft des Werkes; Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Kolporteure entgegen. .Kommunale PrariS". Wochenschrift fiir Kommunalpolitik und GemciudcsozialismuS. Redaktion: Dr. Albert Südekuin. Verlag Buchhandlung Vorwärts. In einem sehr instruktiven Artikel handelt Friedrich KleeiZ in Würzen über die Gemeinden und die Selbstverwaltung der Kranke»- lassen. Er zeigt, wie notwendig tS ist, allen reaktionären Versuchen, die Gemeind�krankcnvcrsichernng zu erhalten und gar noch die OrtS- krankeukasscn ihrer Selbständigkeit zu berauben, mit aller Energie entgegeuMtreten. Dazu sind in erster Linie die sozialdemokratischen Gemcindevertreter berufen, die a»§ dem erwähnten Artikel eine Menge branchbaren Materials schöpfen können. Die.Kommunale Praxis' erscheint wöchentlich und kostet viertel- jährlich nur 2,50 M. Probenmnmern sind jederzeit kostenlos vom Verlag Buchhandlung Vorwärts. Berlin SW. 68, Liudenstr. 69, zu beziehen._ Nuscrr Toten. Einer der ältesten Parteigenosse» Mannheim?, Franz Wagner, ist in seiner Heimatstadt Chemnitz, wohin er sich zum Besuch feiner Verwandte» begeben hatte, nach längerer. schwerer Krankheit gestorben. Die Dienste, die der Verstorbene der Partei Mannheim« hauptsächlich in der schweren Zeit des Sozialistengesetzes leistete, so schreibt die Mannheimer.VolkSstümne', bleiben unvergessen. Bei der Gründung unserer.Vvlksstimme' war Franz Wagner ganz hervorragend lätig, und seiner Opfcrwilligkeit ist es hauptt'ächlich zu danken, daß das llnteruehmcu, ivrlchcs in der Anfangszeit mit großen Schwierigkeiten z» kämpfen hatte, auf seiner heuligen Höhe steht. Dem AufsichtSrate der Akticndrnckerei gehörte Wagner eine Reihe von Jahren an, Franz Wagner, von Beruf Schlosser, kam 1874 nach Mannheim, etablierte sich Anfang der Wer Jahre als selbständiger Meister>md betrieb später das Wirts- gewerbe. Im Jahre 1890 in den BürgcrauSschutz gewühlt, gehörte er demselben bis 1896 an. Ehre seinem Andenken! Der Festkommcr« zu Ehren der Bertreter der russischen Sozial» demokratie in London. Neber die Begrüßungsfeier, die die englischen Genossen den russischen Delegierten gaben und wovon wir schon kurz Bericht ge- geben haben, schreibt uns unser Londoner Korrespondent vorn 25. Mai: Es war ein schöner Gedanke der sozialdemokratischen Föderation, zu Ehren der russischen Delegierten einen FeslkommerS verbunden mit einer großen Versammlung zu arrangieren. Den Delegierten standen den ganzen Abend Kaffee, Tee, Vier und kalte Küche un- entgeltlich zur Verfügung. Der Veteran der englischen Sozialdemokratie. Genosse H. M. Hhndman, dem das Präsidium der Bersammümg über- tragen war. eröffnete sie mit einem scharfen Protest gegen daS projektierte Bündnis zwischen England und dem Zarismus! Weiter protestierte er gcc>cn das standalöse Vorgehen der eng- tischen Polizei, dw Hand in Hand mit den russischen Spionen die Delegierten bcspioiiicrcn. Anßer den Genossen Queich und Green, die sich ebenfalls gegen ein BüuduiS ivaudtcn, sprachen verschiedene Delegierte in ru(stich er, jüdischer und deutscher Sprache. Genosse George P l e ch a n o w, der sich auch unter den angekündigten Rednern befand, sandte der Versammlung ein Telegramm, worin er mitteilte, daß er kraukheitsbalber nicht an- wesend sein könne. Wäre er zugegen gewesen, er hatte Protest er- hoben gegen das Bündnis zwischen der englischen und russischen Regierung. Ein nissischer Redner hob hervor, daß man sich im Aus- lande gewöhnlich unter der russischen Revolution nur Blutbäder und Bombcuwcrfcrci vorstelle. Die Revolution sei aber nicht daS Merk terroristischer Einzelakte, sie sei da§ Werk einer organisierten proletarischen Massenbewegung, die immer stärker und mächtiger an- schwelle trotz aller Greueltaten deS Zarismus, llnd dir Sozialdemo- kraten als die berufeneu Vertreter dieser Bewegung würden allen Verfolgungen zum Trotz nicht eher ruhen, bis das gesteckte Ziel er- reicht sei, die Macht des ZarenIumS zu brechen! Sämtliche Reden wurden mit großem Enthusiasmus auf- genommen.— peHzclUcbcfl,©enedttkheo u'w. Straskont, der Presse. Bor der Strafkammer zu Krefeld hatte sich Genosse Wolters von der„Nieder- rheinischen Volkstribüne' wegen Vergehens gegen§8 110 und III des Strafgesetzbuches(Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze) zu verantworte». Er hatte im November v. I. einen Artikel aus dem„VorlvärlS' übernommen, überschrieben: Aushebung de» VereinörechlS durch da? Kammcrgericht. ES handelte sich um die Kritik eines Urteil» de» KainmergerichtS, wegen der auch Genosse Weber seinerzeit zu 20 M. Geldprase verurteilt wurde. Das Kammergericht hatte als letzte Instanz in einem Prozeß gegen den Genossen Thiel- Tempclhof ans schuldig erkannt, weil dieser eine unter erschwerenden Umständen zu Un- recht ausgelöste Versammlung nicht sofort verlassen hatte. Begründet wurde daS Urleil unter anderem damit, daß»ach 8 6 des VcreinSgesetzeS nach der Auflösung einer Bersauinflung sich jeder Anwesende zu eittfernen habe. An die Kritik diese? Urteils war die Aufforderung an die Mieter von Bersammlmigsrämnen gerichtet, in ähnlich gelagerten Fällen der Polizei nicht Folg« zu leisten, sondern das Hausrecht zu wahren. I» dieser Ausforderung wurde daS Vergehen gegen die angeführten Paragraphen des Strafgesetzbuches gesehen. Die Strafkammer in Krefeld erklärte da» KairnnergerichtSurteil für zutreffend, wenn sie auch zugab, daß die Auflisnng der Bersammlnug z» Nurecht erfolgt sei. Genosse Wolter« wurde zu 20 Mark Geldstrafe ver- urteilt. Um dem Reichsgericht Gelegenheit zn geben, sich zu den, KarnmergerichtSurUil zu äußern, wird Revision gegen da« Urteil angemeldet. Se�erk'scbaftttcbe�. Boykott und Lohnkaillpf. In der Unternehmerpresse wird jetzt ungeheuer scharf gemacht und zugleich skrupellos ge— flunkert. Namentlich sucht man auS Anlaß des drohenden Bäckerstreiks mit Nach- druck die Meinung zu verbreiten, daß der Boykott strafbar sei. Hierzu sucht man besonders den Prozeß des. Herrn Lude, dem vor Gericht attestiert wurde, daß er ins Pfauukuchcufett gespuckt hatte(um zu sehen, ob es kocht), der aber wegen formaler Beleidigungen gegen die Bäckervcrbandsführcr H c tz s ch o l d und Schneider ein obsiegendes Urteil erlangte, auszunutzen. Me gewissenlos die bäckermeisterlichen Wahrheitsverdrehcr aber ihren Zweck, die Kleinmeister zu verdummen, ver- folgen, inöge unseren Lesern folgendes Beispiel lehren: In der Sonnabend-Nummer vom 25. Mai, 2. Beilage, stand die Verhandlung der 35. Zivilkammer des Landgerichts I, überschrieben:„Der Schneiderboykott vor Gericht", in der die Firma S. Böhm, Skalitzerstr. 39, gegen den„Vorwärts" und den Schneiderverband bei Androhung einer Strafe von 500 M. für jeden Fall die Unterlassung der Boykottierung der Firma durch einstweilige Verfügung zu erzwingen suchte. Das Urteil lautete ausdrücklich: Die gegen den Sckmeidervcrbaud und den.Vorwärts' ge- richtete einstweilige Verfügung wird aufgehoben, der Firma Böhm «erden die Koste» des' Rechtsstreites auferlegt. Daö I n n u n g s b l a t t der Bäckermeister aber schreibt unter dem 26. Mai: Ein neuer Boykottprozeß zunngniisten der Boykottcr entschieden. Die 35. Zivilkammer des Landgerichts I hat der Klage ciiics durch daS Boykottflugblatt geschädigten Konfektionshauses stattgegeben und dem Verband der Schneider und BerufSgenosscn bei 500 M. Geldstrafe für jeden einzelnen Fall der Zuwiderhandlung uittcr- sagt, die Verbreitung deS Flugblattes weiter vorzunehmen. Ebenso ist durch Entscheidung desselben Gerichts dem„Vorwärts' unter- sagt worden, daS Boykottflugblatt abzudrucken. Die anderen durch die Bovkottierung geschädigten Firmen wollen auf gleiche Weise die Einstellung des Boykotts erzwingen. Wenn an jeder Jnnnngs-L— egcnde ein JnmmgSmitglied erstickt wäre, gäbe es längst keine Innung mehr.— ßerlln und llmgegend. Die Lohnbewegung der Bäcker. Der Bäckervcrband hat alle Vorbereitungen getroffen, welche nötig sind, um den Streik, der nunmehr unvermeidlich ist, mit Er» folg durchzuführen. Am Sonntagnachmittag hatte der Verband eine Versammlung der in Groß-Bäckereicn beschäftigten Gesellen einberufen. Hctzschold schilderte die Lage der. Lohnbewegung und teilte mit, daß bereits ein großer Teil der Großbäckereien und zwar die bedeutendsten Betriebe, die Forderungen des Verbandes bewilligt haben. Die meisten Gesellen, welche in Großbetrieben arbeiten, werden daher nicht am Streik beteiligt sein, es wird ihnen aber zur Pflicht gemacht, sich an den Streikarbeitcn zu beteiligen und in dieser Hinsicht allen. AnocZuungen zu folgen, welche der Ver- band im Interesse einer wirksamen Führung des Kampfes für- not- wendig hält.-. .Bewilligungen laufen fortwährend auf dem Bureau des Bäcker- Verbandes ein. Bis gestern Abend waren' es 118 Bäckermeister, welche die Forderungen deS Verbandes durch Unterschrift anerkannt haben. Diese tl6 Meister beschäftigen 432 Gesellen, 8 Lehrlinge, 12 Konditoren, 92 Hausdiener näb Kutscher. Die Zahl ist zioar Koch nicht groß, für den Anfang aber Immerhin recht annehmbar. Sicher werden im Laufe des heutigen Tage». noch eine größere Zahl von Bewilligungen eingehen, sind wer von dön' Meistern sich bis jetzt noch nicht zur Anerkennung der Forderungen verstehen konnte, den wird der Streik bald anderen Sinnes machen. • Die„Freie Vereinigung" der Bäckermeister Berlins, die 1904 aus„Tarismeistern" gegründet wurde, und die liberalen qls, die Innungen sein wollte, ja sogar sozialistisch schillerte, hat schon durch Ablehnung des Schiedsspruches des EinigungSamtcS deS Sc Werbegerichts der Arbeiterschaft bewiesen, wcß Geistes Kind sie ist. Jener Schiedsspruch, der den bei Klein meistern beschäftigten Bäckergesellen alle 4 Wochen einen einzigen Ruhetag, als» im Jahre ganze 13 arbeitsfreie Tage zusprach, wurde von diesen Leuten abgelehnt. Die„Freie" verlangte allen Ernstes, daß die Gesellen 7 Nächte in der Woche, je 12 Stunden, solange arbeiten sollten, bis durch — Petitionen an die gesetzgebenden Körperschaften die Nachtarbeit beseitigt wäre! Dann könnten ja die Gesellen mal wieder an- fragen, ob d a n n die siebentägige oder-nächtige Woche zu beseitigen möglich oder durchführlxrr ist.— Haiti Beinahe hätten wir? vergessen,— die„Freie" will den Gesellen gnädigst„ab und zu" abends bis 12 Uhr. falls sie zu ihrer Braut oder ins Theater gehen wollten, freigeben, wenn— die anderen Gesellen die Arbeit für den Betreffenden mitleisten.— Selbst die Arbeitgeber im EinigungSamt haben über diese rückständigen Ansichten ein viel- sagendes Lächeln nicht unterdrücken können. Die Innung jauchzte über die sonst so geschmähten EideShelfer und im gelben Streik- brechcrorgan haben die„roten Bäckermeister" einen wohlverdienten Ehrenplatz erhalten. Dagegen hätten wir nichts einzuwenden. Jetzt aber wird uns ein Flugblatt übersandt, welches die„Freie Vereinigung" drucken ließ, mit der Mitteilung, daß dasselbe am Mittwo, also nach der Streikerklärung, von den Mitgliedern der „Freien" an die Kundschaft verteilt werden soll. Dasselbe atmet einen derart rückschrittlichen Geist, daß diele Gedanken desselben auch ebenso gut von den Innungen unterschrieben werden könnten. ES werden durch daS Flugblatt den Arbeitern diese Herren als„Tariftreue" geschildert, die deshalb als härm- losere eine andere Behandlung verdienen als die Innungen. Unsere Leser entsinnen sich vielleicht noch der Polemik, die wir mit den- selben führten, als sie uns belehren wollten, wie wir gegen jenes Plakat der Bäcker-Jnnungcn Stellung zu nehmen hätten, das, ob- gleich der Tarif nirgends gehalten wurde, die Verkürzung der Rabattprozente auf Backwaren in großen Lettern der Erhöhung der Gesellenlöhne zuschrieb und versteckt, in kleiner Schrift, der Ver- teuerung der Rohmaterialien zur Last legte. Es ,st hier nicht möglich, auf den krausen Inhalt des Flugblattes cinzu- gehen, das wird gründlicher geschehen, als den Schöpfern desselben lieb sein dürfte. Aber da» eine sei hier niedriger gehängt: In genau dem rüden Stil, wie dieselben Leute 1904 von den Innungen angepöbelt wurden, versucht der Flugblattschreibcr jetzt diejenigen Meister, die die Forderungen bewilligen, zu verdächtigen und herabzusetzen. Der Arbeiterschaft empfiehlt sie. sich die Leute genau anzusehen. Wir meinen. die Ardcttcrschast hat von Leuten, die solche vormärzlichcn arbciter- feindliche» Ansichten, wie sie die„Freie Vereinigung" vertritt, keine Belehrungen nötig, und wird solche Leute noch s ch ä r f e r unter die iLnpe nehmen, die ihre fortschrittsfeindlichen Ab- sichten unter der BiedermetermaSks der Ar« beiterfreundlichkeit, oder gar dem Aushänge- schild der Parteizugehörigkeit verbergen wollen. Auf daS Flugblatt selbst werden wir nach dessen Wer- breitung eingehen. » � Der Bäckerverband ersucht die Arbeiterschaft, ihm die Bäcker» meister mitzuteilen, die das oben angekündigte Flugblatt verteilen, damit er in diesen Gegenden gebührend darauf antworten kann. Die Backwareu-Wiebcrvcrkäufer waren gestern Abend vom Bäckervcrband zu einer Versammlung eingeladen, natürlich nur diejenigen, welche sich zur organisierten Arbeiterschaft halten und deshalb ohne weiteres gewillt sind, die Bäcker in ihrem gerechten Kampfe dadurch zu unterstützen, datz sie Backware nur von solchen Bäckermeistern beziehen, welche die Forderungen bewilligt haben. ES handelte sich nun darum, den Wiederverkäufern bekannt zu geben, welche Mastnahmen in dieser Hinsicht getroffen werden. Wie beim vorigen Streik, so erbält auch diesmal jeder Wiederverläuser, der seine Ware aus bewilligten Bäckereien bezieht, Plakate, welche dies den Kunden kenntlich machen, ebenso LegitimatconSkarten für ihre Austräger. Sollte ein Bäckermeister, der bewilligt hat, sich weigern, einen Wiederverkäufer als neuen Kunden anzunehmen, so wird er aus der Liste der Bewilligten gestrichen. In Stadt- gcgenden, wo keine bewilligten Bäckereien vorhanden sind, werden die Kunden, welche in solchen Bäckereien nicht kaufen wollen, ge- sammelt, um ihnen Ware durch bewilligte Bäckereien oder Händler aus naheliegenden Bezirken zu besorgen. Notwendig ist, daß die Backlvarcnhändler sich gegenseitig kontrollieren, damit keiner von ihnen das Publikum über die Herkunft seiner Ware täuschen kann, Da der Kampf der Bäcker ein harter werden wird, soll auch der Boykott solange wie möglich durchgeführt werden. Oeutsebeo Reich. Sntn Streik der Seeleute. Lange LobeLhhmnen veröffentlicht anläßlich des 60jäHrigen Jubiläums der„Hapag" die bürgerliche Presse Hamburgs auf den Träger des BalliniSmus, Herrn Generaldirektor Ballin, dem Ham- bürg seine jetzige wirtschaftliche und handelspolitische Bedeutung zu verdanken haben soll. Die in scheuer Ehrfurcht vor diesem„ge- wältigen" Mann ersterbenden kapitalistischen Soldschreiber zählen gewissenhaft die Verdienste— nicht die materiellen Verdienste— des Hafenzaren auf, der auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens wie den der Kunst und Wissenschaft befruchtend gewirkt habe usw. usw„ weil die Millionen dieser gigantischen Gesellschaft überall rouliercn. So und in ähnlichen Tonarten klingt das Lied vom Ucbermenschcn Ballin. In zehn Jahren ist das Aktienkapital der Hapag von 4b auf 125 Millionen— Buchwert der Schiffe mit den in Bau befindlichen: 165 Millionen— angewachsen, der Gewinn von 9,7 Millionen auf 37,3 Millionen gestiegen. 19 000 Menschen, davon 12 000 an Bord der Schiffe, fronden im Dienste dieses Unternehnrens. Das wird so ganz en pccskant erwähnt. Dah diese Arbciterarmce auch Verdienste hat um die EntWickelung der Gesellschaft, das wird kaum angedeutet, in einigen Blättern ganz verschwiegen. Wie kann auch neben Ballin jemand Verdienste haben? Neben diesen» Manne sind eben alles Nullen. Dann wird auf den Mihton hingewiesen, der sich zurzeit im Hafen in Gestalt des See manns st reiks bemerkbar macht. Aber Ballin wird'S schon machen, denn er handelt ja stets nach dem Wahlspruch der Hapag:„Mein Feld— die Welt". Die Ballinschen Streikbrecheragbnten sind hinaus in alle Welt geschickt worden, um im„nationalen" Interesse, von dem mich bei diesem Streik in geradezu widerwärtiger Weise die Rede ist, Ar- beitswillige nach der Ballinschen Handelsmetropole zu der- frachtcn. Der Dampfer„Portia" hat am Sonnabend 165 eng- tische Streikbrecher nach hier gebracht: außerdem sü»d zur Bedienung der Schiffsmaschinen Lesterreicher und Kroaten nach hier gekommen. Diese„seemännische" Konkurrenz haben die deutschen Seeleute nicht zu fürchten. Die Einmütigkeit der deutschen See- lente ist es aber, die die Hapagisten und verwandte Berufsgenossen fürchten. Der liberale ReichötagSabgcordnete Dr. H e ck s ch e r, der, wie zugegeben werden muß, sich um die Schlichtung der Diffe- reirzcn zwischen Reedern und Schauerleuten sehr bemüht, aber dafür wenig Dank geerntct hat, wird»oohl nunmehr eingesehen haben, was auf die„Vornehmheit" und die Versprechungen der Reeder zu geben ist. Die Reeder haben bekanntlich versprochen, und Herr H e ck s ch e r glaubte sich dafür verbürgen zu können, daß sie ihr Wort halten werden. Zu den Abinachungen mit den Schauerleutcn, die schwarz auf weiß getroffen sind, gehört der Passus, daß niemand zur Eingehung eines Kontraktverhältnisses gezwungen werden darf. Bei der Amerika- sowohl wie bei der Woermann-Linie sind in den letzten Tagen Schauerleute entlassen worden, weil sie ein solches Kontrakt- Verhältnis nicht eingehen wollten, was eine un- geheure Gärung unter den Schauerleuten her- vorgerufen hat. Und da verlangt man von den Seeleuten, sie sollen Vertrauen haben zu den Versprechungen der Matadore nn SchiffahrtSgewerbe und sofort den Streik aufheben I Es würde den Seeleciten genau so gehen wie den Schauerleuten: nach einigen Monaten würde festgestellt werden, daß nennenswerte Mißstände nicht vorliegen, weshalb man ja auch von vornherein von einer Machtprobe des Secmannsverbandes faselt. Deshalb sagen die Seeleute nicht init Unrecht„Hands ofl" Was die Situation im Hamburger Hafen anlangt, so sei be, merkt, daß von Tag zu Tag die Reihen der Streikenden stärker werden, denn jedes ankommende Schiff bringt neue Kämpfer. Die Streikenden sind auf einen längeren Kampf gerüstet. Am Sonnabendnachmittag trat in Hamburg der Vorstand des Zentralverbandes deutscher Reeder unter Vorsitz desDirek- torS Stolze vom Norddeutschen Lloyd zu einer Sitzung zu- sammen, um Stellung zu nehmen zum Streik der Seeleute im Nord- und Ostscegebiet. Der Beschluß lautet: „Angesichts des provokatorischen Treibens deS Scemanns- r Verbandes hat der Zentralverein beschlossen, an dem bisherigen Standpunkt festzuhalten und mit der jetzigen Leitung dieses Wer- bandcs nicht zu verhandeln." Um diesen Beschluß zu fassen, hätten die Herren sich nicht in die Kosten einer Reise nach Hamburg zu stürzen brauchen. Wie bereits berichtet, haben die Seeleute schon vor einigen Tagen den Beschlutz gefaßt, zwecks Verhandlung mit den Reedern die von diesen geforderte Kommission aktiver Seeleute zu wählen, die ebenfalls in der Lage sein würde, den Reedern die»unbckann- ten" Mißstände vor Augen führen zu können. Ein neuer Scharfmacherverband. Gestern fand in Essen die 49. Generalversammlung des Vereins für die bergbaulichen Interessen im C-berbergamtsbezirk Dortmund statt. Der Geschäftsführer des Vereins, Bergassessor von und zu Löwenstein, gab einen Ueberblick über die Entwickelung der Arbeiterorganlsationen innerhalb des rheinisch-westfälischen Jndustriebczirks. Der Referent ging dann auf die systematische Agitation innerhalb der einzelnen Organisationen ein und auf die mannigfachen Mittel, die von den Führern m den verschiedenen Formen der Ausstandßbewegung zur Ein- Wirkung auf daS Unternehmertum angewendet� werden. Der Referent besprach dann die Forderungen der Verbände, namentlich diejenige nach Tarifverträgen, aus deren Erffilluim die„folgen- schwerste Schädigung für daS heimische Erwerbsleven" erwachsen würde! Er gab zu erwögen, ob der bisherige, auf gegenseitigem Ver- trauen beruhende Zusammenschluß der Vereii»Smitglieder im Hin- blick auf das stärkere Eindringen der Gewerkschaftsbewegung genügen werde, die bisherige Verteidigungsstellung zu behaupten, und ob es nicht zweckmäßig sei. aus der AgitationStatigkeit der Gewerk- schaften die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen, und einen engeren Zusammensch l u ß z u suchen, ahnlich, wie er verantw. öiedatteur: H-nS Weber. Berlin. Lnseratentetl veraMu bereits unker SenArbeitgebernandeterJndu st rie- zweige erfolgt sei._ Die MetiiSarveitcrailSsperriing im Maingebiete hat, wie schon tclcgraphisch gemeldet, am Sonnabend den 35. Mai, begonnen. Die erneut aufgenommenen Eiiligungsverhaiidluiigeii zwischen den Siebenerkominissionen in Offenbach a. M. waren bis dato ohne Erfolg. Am Dienstag sollen sie fortgesetzt werden. So konnten die von dem derzeitig herrschenden Aussperrungsfieber ergriffenen Metallindustriellen den geplanten Gewaltstreich gegen die organisierte Arbeiterschaft ausüben: die Aussperrung wurde perfekt. ES läßt sich zur Stunde noch nicht genau übersehen, Ivicvicle Arbeiter von der Aussperrung betroffen find. Die»Frank- fnrter Zeitung" schreibt, in Frankfurt a. M. würden 8000, im ganzen Bezirk rund 13 000 Arbeiter betroffen. Diese Zahlen sind aber zu hoch gegriffen. In Frankfurt a. M. wurden am Sonnabend zirka 2200 ausgesperrt. Dazu kommen noch zirka 500, die nach den Be- schlüssen der Werkstattversammlnngen selbst die Kündigung einreichten. Die Velten-Gnilleaume-Lahmeyerwerke. die erst am Mittwoch, den 29. Mai aussperren, werden der Zahl der Ausgesperrten und Streikenden weitere 2000 zuführen. Und die Adler-Fahrradwerke vor»,. Hch. Kleyer, wo die Kündigung erst am 31. Mai abläuft, werden vielleicht ebensoviel stellen. Wieviele Arbeiter außerhalb Frankfurts ausgesperrt wurden, darüber liegen genaue Meldungen noch nicht vor._ lieber die Bergarbeiterbewegung in Lothringen gehen eine Menge widersprechender und ungenauer Nachrichten durch die bürgerliche und auch durch die Parteipresse. Die Ursache», der Bewegung sind die Verhältnisse im KnappschaftSwesen. Bis zum April d. I. bestanden im Lothringer Erzgebiet keine obligatorischen KnappschaftSkassen. Die rcichSländische Regierung hielt eS nicht für nötig, die Errichtung solcher Kaffen zu verfügen, obwohl sie dazu berechtigt und»», Interesse der Arbeiter verpflichtet war. Nur einige größere Werke, wie de Wendel usw., errichteten vor einigen Jahren solche Kassen und die Regierung ordnete endlich daS Obligatorium vom April d. I. ab an. Die den Bergleuten von den Werken vorgelegten Statuten der Knappfchastskassen ent- sprechen nun nicht den Wünschen und Hoffnungen der Berg- arbeiter. Ihr Hauptwiinsch, die Pensionen nun mit rückwirkender Kraft einzustellen bei Tragung der rückwirkenden Kosten durch die Unternehmer ist nicht erfüllt. Und nichts ist berechtigter£ls dieser Wunsch der Arbeiter. In Preußen sind durch Gesetz die KnappschaftS- kaffen bereits feit Ende der sechziger Jahre eingerichtet. Die Berg- leutc Lothringens sind also gewaltig benachteiligt. Die lothringer Unternehmer haben mehr denn 30 Jahre lang die KnappschaftS- beitrage sparen können, haben Riesengewinne aus den Arbeitern herausgezogen und sind bei einigem guten Willen wohl in der Lage, den Wunsch der Arbeiter zu erfüllen. Die Lothringer-Luxemburger Gruben sind die Hauptproduzenten deS deutschen Eisenerzes. Von der gesamten deutschen Eisenproduktion von 22 Millionen Tonnen lieferten sie allein 17>/, Millionen Tonnen. Die ersten Belegschaften, die wegen deS schlechten KnappschaftSstatutS in den Ausstand traten, waren am 11. Mai die Bergarbeiter der Gruben„Grenze",.Montoi", und»Pauline". Dann folgten am 15. Mai die Gruben Roßlingen",»Vereinigte Rombacher",»St. Paul" und»Orne" Auch auf der Grube»St. Marie-aux-ChöncS' hat in letzter Zeit eine große Anzahl Bergleute die Arbeit eingestellt. Da wurde am 20. Mai bekannt, daß die Grube.Bürbach" im Fentfchtal Minette a» daS Nombacher Hüttenwerk im Ornetal, wo die Bergarbeiter streiken, liefere.) Dies war der Anlaß, daß die Belegschaft von Bürbach" am 21. Mai die Arbeit niederlegte. Ihr folgten am anderen Tage die großen Gruben»Rheinische Stahlwerke",»Penns- brunnen",»Röchling I und II",»Stumm",.Havingen" und»Bochumer Verein". Im Fentschtal befinden sich jetzt 4500 Mann und im Orne- tal 1300 Mann im Ausstande. Die Bewegung, die von einem guten Geiste getragen wird, dehnt sich weiter aus, wenn daS Unter- nehmertilm auf feinem Herrn-im-Halise-Staildpunkt beharrt. Mnstdroht den Ausständigen damit, sie nicht wieder einstellen zu wollen und sie aus den Werks»»WohlfahrtS Wohnungen" aus« z u f e tz'e n. Die Arbeiter im schwarzen Lothringen aber sind er» wacht. Christliche wie Altverbändler sind sich darin einig, daß die Arbeit nicht eher wieder aufgenommen wird, bis ein besseres Statut geschaffen worden ist. Die Regierung könnte hier jedenfalls der Sache schnell ein Ende bereiten, wenn sie einfach verfügte, daß die Pensionen rückwirkende Kraft erhalten müssen. Sie ist in erster Linie schuld, daß bis heute noch keine Knappschaftskassen bestehen. Die Meldungen bürgerlicher Blätter über Ausschreitungen im Streik- gebiet, sind aus der Lust gegriffen. HusUnd. Der Achtstundentag für Bergleute. Im Juli vorigen Jahres war von der englischen Regierung eine Kommission eingesetzt worden mit dem Auftrage, Unter- suchungen anzustellen über die Folgen, welche die Einführung deS gesetzlichen Achtstundentages in den Bergwerken auf die Pro- duktion, Lohn, Beschäftigung, den Export und auf andere britische Industrien haben werde. Diese Kommission hat jetzt einen um- fangreichen Bericht herausgegeben, dem wir folgende, interessante Einzelheiten entnehmen: Nach den Ermittelungen der Kommission beträgt die durchschnittliche Arbeitszeit der Bergleute unter Tage in Großbritannien S Stunden 3 Minuten pro Tag. Die ein- zelnen Distrikte weisen unter einander große Schwankungen auf; von 6 Stunden 49 Minuten in Durham für Hauer bis 9 Stunden 57 Minuten in Monmouth für alle Untergrundarbeiter. Die Einführung des Achtstundentages würde nach den NuS- sagen von Bergwerksunternehmern einen ProduktionSausfall von 25 Millionen 783 000 Tonnen Kohlen ergeben. Die Kommission schließt sich dieser Meinung nicht an. Nach ihren Berechnungen beträgt schon jetzt die wirkliche Arbeitszeit nach Abzug der üblichen Unterbrechungen nur 7Vb Stunden pro Tag. Nach Einführung eines gesetzlichen Achtstundentages werde sicherlich viel Zeit, die jetzt überflüssigerweise verwüstet wird, gespart werden. Mit Recht führt die Kommission in ihrem Berichte an, daß bei verkürzter Arbeitszeit intensiver gearbeitet werde; ferner würden die Ma- schinen verbessert und überhaupt eine rationellere Arbeitsteilung Platz greifen. Immerhin kommt die Kommission zu dem Schluß, daß die Festsetzung der Arbeitszeit aus 8 Stunden, ob stufenweise oder auf einmal durchgeführt, eine Verringerung der Produktion zur Folge haben werde. Die verschiedenen Bedingungen, unter denen in den einzelnen Kohlenindustrien gearbeitet wird, würden Ausnahmen notwendig machen. Auf die Gesundheit der Bergleute werde nach der Ansicht der Kommission die Einführung des Achtstundentages einen geringen Einfluß ausüben. Sehe man ab von den Unfällen, so sei die Sterblichkeit bei den Bergleuten nicht größer als in anderen Be- rufsarten; nach den Mitteilungen einer„Autorität" sei diese sogar 16.6 Proz. weniger, als die bei allen berufstätigen Männern. Ob durch die Einführung des Achtfwndentages die Lohnhöhe der Arbeiter beeinflußt werde, darüber vermag die Kommission ein präzises Urteil nicht abzugeben; es werde daS viel davon ab- hängen, wie Unternehmer und Arbeiter mit einander versuchen werden, die unvorhergesehenen Schwierigkeiten des neuen Systems zu überwinden. Ebenso unbestimmt wird die Frage beantwortet, ob der Kohlenexport leiden werde. Deutschland und Amerika kommen namentlich als Konkurrenzländer in Betracht und in beiden Ländern sei die Arbeitszeit unter Tage eine geringere als in England, aber sie sei länger als 3 Stunden. Zum Schluß em» pfieblt die Kommission, daß bei der Einführung des gesetzlichen AchtstundenkageS die Regierung sich das Recht vorbehalte, Aus» nahmen zuzulassen, damit die Interessen anderer Industrien nicht geschädigt würden. Das Wichtigste an diesem Bericht scheint uns die Erkenntnis, daß durch die Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden die Pro- duktion wenig oder garnicht verringert wird und daß auch diese Reduktion durch Intensität und Verbesserung der Arbeitsmetboden leicht wieder ausgeglichen werden kann. Ein Miislkcrstreik»nd bcutsche Streikbrecher in Stockholm. In der Woche vor Pfingsten tind in den Feiertagen hat sich in dein populärsteii Musikrestaurant Stockholms, dem größten in ganz Schweden, in» B e r n s S a l o n g e r" ein Musikerstreik ereignet. der schon deswegen besonders bemerkenswert erscheint, weil es der erste Musikerstreik ist, der von einer Organisation geleitet wurde und schließlich trotz alles Stiäubens des lliiternehmers zu einem Ueber- einkommen mit der Musikerorganisation, der»Orchestervereinigung", führte. Dazu kommt, daß die Musiker deS weltbekannien Etablissements„Strömyarterre" ans Sympathie mit ihren streikenden Kollegen ebenfalls die Arbeit niederlegten, und daß das Publikum dann auch sein Teil dazu beitrug, die Streikenden zum Siege zu verhelfen und die au? Deutschland herangeholten Streit- brecher unmöglich zu machen. Der junge Herr Berns war extra nach Dentschland gereist und hatte hier Ersatz für die streikenden Musiker gesucht und auch gefunden. Am Pfingst« sonniag sollten die Deutschen in»Berns Salonger' musizieren. Aber kaum hatten sie begonnen, da erhob sich im Publikum ein so ge- wattiges Pfeifen, daß ihre Instrumente übertönt wurden und'sie das Spiel verloren geben mußten. Um das lukrative Pfingstgeschäst nicht gänzlich einzubüßen und einen vernichtenden Boykott zu riZ- kieren, mußte nun die Firma„Berns SterbhuZ" sofort nachgeben und den von ihren alten Musikern und ihrer Organisation ver- langten Kontrakt unterzeichnen. Als am Montag das alte Orchester wieder auftrat, da wurde es vom Publikum mit stürmischen Sympathiekundgebungen empfangen. Die Forderungen der Streikenden waren vor allem der M- schlich eines schriftlichen Ucbereinkommens zur Sicherung gegen willlürliche und plötzliche Entlassungen, wie sie in letzter Zeit den Mitgliedern dieses seit 40 Jahren bei der Firma tätigen Orchesters gegenüber üblich geworden waren und bei den nur mündlich getroffenen Vereinbarungen auch möglich waren; außerdem wurden auch Lohnerhöhungen verlangt. Der glücklich beendete Streik wird sicher dazu beitragen, daß die schwedischen Musiker mehr und mehr erkennen, daß sie sich, wollen sie nicht willenlos der Ausbeutung des Unternehmertums preis- gegeben sein, organisieren und kämpfen müssen um die Ver» besserung ihrer Lebenslage, wie die Arbeiter aller anderen Berufe. Der Streik in den Randminen. Johannesburg, 27. Mai. In der gestrigen Versammlung, welche die streikenden weißen Grubenarbeiter abhielten, wurde die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen. 10 006 weiße Gruben- arbeiter streiken, Letzte jVaebnehten und Depe leben» Keine Bespitzelung durch englische Polizei. London, 27. Mai.(W. T. B.) Unterhaus. Im Verlaufe der Sitzung werden an den Staatssekretär Gladstone Anfragen ge, richtet, ob die russischen Sozialisten, die jetzt in London eine Kon- ferenz abhalten, von der Londoner Polizei beobachtet werden und ob die dabei erlangten Informationen der russischen Polizei mit- geteilt werden würden. Gladstone erwidert, die russischen Sozial» demokraten würden von der Londoner Polizei nicht beobachtet. Die englische Regierung greif« niemals störend ein in die persönliche Freiheit in politischer Beziehung. Die Polizei habe ein für alle- mal die Anweisung, und zwar ohne daß dabei die Nationalitäten unterschiedlich behandelt würden, alle Schritte zu tun, die erforder, lich sein könnten, um zu verhindern, daß gewalttätige Verbrechen in England oder sonstwo vorbereitet oder ausgeführt werden. (Die Fassung des Telegramms läßt nicht erkennen, welche Stellung die englische Negierung gegenüber der Bespitzelung des Kongresses resp. seiner Mitglieder durch die Spürhunde der russischen Regierung einnimmt.)_ Ueberfahren. Hgrde, 27. Mai.(B. H.) Auf den Hörderwerken wurden zwei Italiener von einem Güterwagen, der sich losgelöst hatte, überfahren, der eine ist getötet, der andere schwer verwundet. Vom Blitz erschlagen. Hörde, 27. Mai.(B.$.) Gestern wurde in der benachbarten Aplerbecker Feldmark ein Arbeiter Kricku, als er Ziegen vom Felde holen wollte, vom Blitz erschlagen und ein anderer gelähmt Kricku hinterläßt 12 Kinder. Opfer des Klettersports. Innsbruck, 27. Mai.(B. H.) In der Kranewitterklamm ist gestern der Tourist Uirschler abgestürzt; mit schwere« Berletzungr« wurde er von Passanten aufgefunden. Innsbruck, 27. Mai.(B. H.) Vom kleinen Buchstein ist gestern nachmittag der Wiener Tourist Fritz Weis abgestürzt. Derselbe konnte bisher nicht aufgefunden werden und man glaubt, dah er sein Leben eingebüßt hat. Er war der einzige Ernährer seiner alten Mutter._ Eine Interpellation. Paris, 27. Mai. kW. T. B.) Dcputiertenkammer. Ter Depu- tierte Eornaud(Soz.). der gestern bei der jedes Jahr auf dem Kirchhof Pere-Lachaise an der Mauer stattfindenden Kundgebung, wo 1871 Die Föderierten erschossen worden sind, verhaftet wurde, interpelliert wegen dieser seiner Verhaftung. Ministerpräsident Clemenceau erklärt, der Interpellant sei verhaftet worden, weil er sich geweigert hatte, weiterzugehen, trotz einer dahingehenden Auf. forderung der Polizei. Die Eigenschaft als Deputierter berechtige niemand, gegen die Gesetze, welche die Ordnung auf den Straßen verbürgen, zu verstoßen.(Murren auf der äußersten Linken.) Cornaud sei von der Polizei mit der Höflichkeit behandelt worden, die auch jedem einfachen Bürger zu teil werde. Das Haus nimmt darauf mit 349 gegen 154 Stimmen die einfache Tagesordnung an. Ertrunken. Konstanz, 27. Mai.(B. H.) Eine Gondel mit drei Insassen fuhr in die Wellen eines ausfahrenden Dampfers, DaS Boot kenterte, zwei Insassen ertranken. Explodierter Hochofen. Benebig, 27. Mai(B. H.) Im Marine-Arsenal explodierte ein Hochofen» wobei neun Arbeiter schwer verletzt wurden. Unwetter. BoriSlaw. 27.(Mal. j(B. H.) Der hiesige Ort wurde gestern nachmittag von einem schweren Unwetter heimgesucht. Der Blitz schlug wiederholt ein und setzte fünf Petroleumschächte«n Brand. Tie Bohrtürme sowie andere Gebäude nebst Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Nur nach langen Bemühungen gelang es, den Brand zu lokalisieren. Nur dem Umstände, daß wegen der Sonntagsruhe sämtliche Betriebe feierten, ist es gu danken, daß Menschenleben nicht zu Schaden gekommen sind.__ Berlin. Druck U-Berlaa: Vorwärts Buchdr. ll. Lerlas»anst«HDauISingerüeCo., Berlin LV/�HierzuZBeilagenu.Unicthalluligbblatt Dr. 121. 24. JührgW 1. KeilU des Jstiniirtf Diktlsiiig. 28. Mai ml Der Kampf im Berliner Baugewerbe. Durch die Beschlüsse, welche die am Sonntag und Montag abgehaltenen Versammlungen der Arbeiter des Baugewerbes gefaßt haben, ist der Kamps in ein neues S t a d i u m gc- treten. Nachdem die Unternehmer am Pfingstsonnabcnd den Kampf gegen die Arbeiter eröffnet hatten, nahmen diese während der vergangenen Woche eine abwartende Halinng ein. Jetzt sind die"Arbeiter ans der Verteidigungsposition entschlossen zum energischen Angriff übergegangen. Auf den Bauten, tvo die Arbeiter bis jetzt noch nicht alisgcspcrrt worden smd, soll nicht mehr zu den alten Bedingungen gearbeitet werden. Es Wird vielmehr verlangt, daß die Unternehmer diejenigen Forderungen bewilligen,»velche die Arbeiter von vornherein für das erreichbare Ziel der Lohnbewegung hielten. nämlich: 8 Vzsti'mdige Arbeitszeit und 80 P f. Stundenlohn.— Wo diese Forderungen nicht bewilligt werden, da soll dann einmütig die Arbeit niedergelegt werden. Es ist kein Zweifel, daß durch diese Taktik eine Ver- schärfnng und zunächst auch eine weitere Ausdehnung des Kampfes erfolgen wird. Aber ebenso ztveifellos ist es, daß durch die Taktik der Arbeiter die Situation geklärt und der Ausgang des Kampfes beschleunigt wird. Wenn die Unter- nchmcr ihrem Ausspcrrnngsbeschluß bisher nur sehr niangcl- Haft nachkamen und kaum den dritten Teil der Arbeiter aus- sperrten, die sie ihren Beschlüssen gemäß hätten aussperren müssen, so geschah das cinnial aus mangelnder Einigkeit, bei einem Teil derselben aber auch deshalb, um notwendige Arbeiten noch zu den alten Arbeitsbedingungen fertigzustellen. Nach und nach würde die Aussperrung jedenfalls doch einen größeren Umfang angenommen haben. Dafür hätten die Scharfmacher schon gesorgt, wenn nicht anders, so unter Anwendung solcher Mittel die, wenn Arbeiter sie an tuenden, als Verstöße gegen§ 133 der Gewerbeordnung, als Nötigung und als Erpressung bestraft werden. Dessen sind sich die Arbeiter wohl bewußt. Sie haben nach dem Grund- satz:„Die beste Deckung ist der Hieb", dies nicht abgewartet, sie haben vielmehr den von den Unternehmern eröffneten Kampf nunmehr auf die ganze Linie ausgedehnt und dadtirch eine Situation geschaffen, welche die Entscheidung schneller herbeiführen muß, als es der Fall sein würde, wenn sie sich rein passiv auf die Verteidigung beschränkt hätten. Der Kampf wird voraussichtlich ein äußerst schwerer tuerden, denn die Unternehmer werden alles misbicten, um Herren der Situation zu bleiben. Andererseits aber bürgt die KampfeSfreudigkeit und Entschlossenheit der Arbeiter dafür, daß sie durch energischen Kampf nunmehr das erreichen werden, was ihnen die Unternehmer im Wege friedlicher Vereinbarungen nicht gewähren wollten. Die Arbeiter des Berliner Baugewerbes führen diesen Kampf nicht als einen Lohnkampf. Es gilt ihnen in erster Linie, die Arbeitszeit zu verkürzen. Eine Kulturforderung von großer Bedeutung ist es, um welche sich dieser Kampf dreht. Nicht nur icder Arbeiter, sondern jeder, der für den Fortschritt mcnschlirher Kultur eintritt, muß den Berliner Bau» arbeitem einen vollen Sieg ihrer großen Sache wünschen. *. Als noch den gescheiterten Verhandlungen, die am Donnerstag vor der Aussperung unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Kommerzienrates Emil Jakob stattsanden, die Vertreter beider Parteien sich trennten, geschah dies unter dem gegenseitigen Ver» sprechen, daß der Kampf sachlich geführt werden solle. Jetzt unterschreiben die Herren V a h l und Heuer, die an jenen Ver- Handlungen teiluahmen, in Gemeinschaft nnt Herrn Fiedler ein Zirkulär an die Unternehmer, in dem eS heißt: „Sie verpflichten sich durch Ihre Unterschrift die einseitig durch die Arbeitnehmerorganisationen aufgestellten Bedingungen einzuhalten, während die Organisationen gar keine Ve'rpflich- t u n g übernehmen. Wer garantiert Ihnen dafür, daß Ihre Arbeitnehmer sich nicht in einigen Wochen über ihre eigenen Arbeitsbedingungen hinwegsetzen und Ihnen neue Arbeitsbedingungen diktieren.' Das sind die e r st e n Proben der.sachlichen' Kampfes- weise. Woher wohl nehmen die Herren Vahl, Heuer und Fiedler daS Recht, Leute, mit denen sie jahrelang ini stets innc- gehaltenen Vertragsverhältiiis standen, der Unzuverlässigkeit als Kontrahenten zu beschuldigen? Gcjjt die Sachlichkeit denn schon in demselben Augenblick zum Teufel, wo auch der Gegner im Kampfe Ernst macht? In einem anderen Zirkular heißt es: Berlin, den 27. Mai 1907. Geehrter Herr Kollegel Wir nehmen höflichst Bezug auf unsere gedruckte Mitteilung vom 15. Mai, in welcher wir Ihnen anzeigten, daß die General- Versammlung des Verbandes der Baugeichäfle einstimmig be- schloffen habe, am 13. d. M. sämtliche bei den VerbaudSmitglicderii beschästigten Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter zu entlassen. Wir baicn Sie dringend, sich im Juteresse der Allgemeinheit und im Interesse der raschen Beendigung des Kampfes unserem Vor- gehen anznschsießen. Inzwischen ist die Euilasstmg der Arbeit» »cbiner vor sich gegangen. Von gegucriicher Seite wird ge- flisieutlich die Nachricht verbreitet, daß die Anzahl der Entlassenen iveit geringer ist. als man erloartet hatte. Dies entspricht nicht den Tatsachen; der EnUasinngSbeschluß ist von den VerbandSinilgliedcni, wie cö ja auch selbstverständlich ist, streng dur�gesiihrt worden. Nach diesem Ergebnis der Ans- spcrrnng ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Kampf zu gunsten der Arbeitgeber entschieden ivcrdcn wird. Selig'tverständlich wird dieser ernste Kampf, den wir„in die Existenz des Berliner Baugewerbes zu siihren haben, um so rascher beendet sein, je nach- drücklicher und allgemeiner die Aussperrung in den ersten Tagen durchgeführt wird. Es entzieht sich vorläufig unserer Kenntnis, ob Sie ebenfalls Ihre Arbeiter entlassen haben. Sollte dies jedoch noch nicht der Fall fein, so e r s u ch cn wir Sie nunmehr dringend. dies sofort zu tun, denn der Kampf muß unter alle» Umständen für die Arbeitgeber gelvonnen werden. Geht er verloren, dann loerdcn sich dieselben Kämpfe in ganz Deutschland im Bangewerbe imedcrholen und alle anderen Gewerbe in Berlin werden nachfolgen, wenn die Maurer und Zinnnerer eine Arbeilszeitverkurziuig durchgesetzt haben. � Da? darf nicht geschehen.— Darum appellieren wir jetzt noch einmal eindringlichst an Ihr KollegiatitätSgefühl. WaS unsere WerbandSmitglieder können, das kLnnea Sie auch, daS müsse» Sic können i Bedenken Sie, welchen Opfermut die Arbeit- nehm er bei jeder Gelegenheit zeigen, wollen wir uns v o it ihnen beschämen lassen, wenn es de« Kampf um unsere wirtschaftliche Existenz gilt? Sie werden pekuniäre Verluste erleiden! Gewiß; aber die � muffen getragen werden, es muß verlangt werden. I daß in solcher Zeit jeder seine eigenen Jnter- essen hinter die der Allgemeinheit zurück- ' stellt. Ganz Deutschland verfolgt unseren Kampf mit der größten Spannung, jetzt hat Berlin zu zeigen, was es kann; oder wollen Sie, daß tvieder von Berlin gesagt wird, daß man dort nur init dein Munde große Taten verrichtet, abermutig zurückweicht, wenn eS Ernst tvird, Aus allen diesen Gründen ersuchen wir Sie, sich sofort dem Beschluß unseres Verbandes an- schließen z« wolle». Zeigen Sie, daß Sie nicht gewillt sind, sich durch andere die Kastanien aus den» Feuer holen zu lasten, daß Sie nicht untätig dabei stehen wollen, wenn andere für daS Wohl und die Existenz Ihres Standes schwere Opfer willig bringen. Treten Sie jetzt dem Verbände als Mitglied bei und helfen Sie, denselben durch Hinzu- führung immer neuer Mitglieder gerade jetzt zu festigen und zu fordern. Den beiliegenden Fragebogen wollen Sie sofort ausfüllen, auf de in einen Fragebogen angeben, w i e viel Leute der einzelnen Kategorien S i e am 11. Mai beschäftigt haben, auf dem anderen aber angeben, wie viel Leute von Ihnen am 27. Mai beschäftigt waren. Die Fragebogen sind mit Unterschrift zu versehen und sofort an unser Geschäftsamt zurückzusenden. Mit kollegialem Gruß Der Vorstand des Verbandes. vahl. Heuer. Fiedler. Hier geben sich die Herren sehr bescheiden! Die Aussperrung entspricht angeblich ihre» Erwartungen. Warum dann diese dringende Aufforderung an die Zurückstehenden, nicht untätig dabei zu stehen? Inzwischen haben die Arbeiter den Verband der Baligeschäfte einer weiteren Agitation für die ArbcitSruhe überhoben. • Die fürsorgliche Polizei abgeblitzt. Auf einem Neubau in der Ehlauerstraße erschien am Frcttag voriger Woche ein Polizciwachtmcister. Er wandte sich vertraulich an den Maurerpolier und fragte ihn, wie diele Posten er nächste Woche brauche.— Posten? fragte der Polier erstaunt. Auf diesem Bau habe nur ich einen Posten, andere Posten sind nicht zu besetzen. — Der harmlose Polier dachte wahrscheinlich an Postengesellen. Der Polizeibcamte klärte ihn nun darüber auf, daß Auf- trage des Polizeileutnants komme und dem Polier SchutzmannSposten anbiete, weil es doch in nächster Woche „losgehen" solle. Da wollten doch die Arbeiter mit Forderungen vorgehen, es werde zum Streik kommen und für diesen Fall sollten so viele Schutzmannsposten vor den Bau gestellt werden, wie der Polier haben wolle.— Jetzt begriff der Polier wohl, um was eS sich handelte, aber er brachte der polizeilichen Fürsorge kein Ver- ständnis entgegen. Höflich und kühl sagte er dem Beamten, er möge nur seinem Leutnant sagen, wenn es zum Streik käme, dann wäre eS das beste, daß sich die Polizei gar nicht darum kümmert. Es wäre die beste Gewähr für Ruhe und Sicherheit, wenn die Polizei dem Bauplatz möglichst fern bliebe.— Mit diesem Bescheid mußte sich der Beamte begnügen. Daß die Polizei den verständigen Rat deö Poliers befolgen wird, ist nach ihrem bisherigen Verhalten nicht anzunehmen. Der Zentralverband der Maurer hielt seine General- Versammlung am Sonntag im Saale der„Neuen Welt' ab. Wie nicht anders zu erwarten, reichte der größte Versammlungssaal Berlins nicht aus, um alle aufzunehmen, welche an dieser bcdcutiamen Versammlung teilnehmen wollten. Nachdem die Versammlung eröffnet war, beantragte ein Mitglied, die Berichterstatter der bürgerlichen Presse auszuschließen. Der Vor« sitzende T h ö n s bezeichnete dies Verlangen als ungehörig und den Antrag als nndiSkntabel. S i l b e r s ch m i d t. der nun als Referent das Wort erhielt. machte zunächst einige Bcmerkmigen zu diesem Antrage. Er sagte, das Verlangen des Antragstellers sei wohl verständlich, aber mau könne eS nicht erfüllen. Die Arbeiter haben nicht nötig, die Vertreter bürgerlicher Blätter aus ihren Versammlungen auszuweisen. Wenn solche Blätter über die Bewegung im Baugewerbe manches schreiben, was uns nicbl gefällt, so werden wir in unserer Presse darauf antworten. Wir wissen, lvas wir unserem Gewissen und der Arbeiterbewegung schuldig sind und wenn uns, wie das jetzt in der bürgerlichen Presse geschehen ist..gute' Ratschläge erteilt werde», so werden wir diesen Ratschlägen nicht folgen, iveil wir daS nicht mit unserem Gewissen vereinbaren können. Die Kollegen, die mit der Schreibweise der bürgerlichen Blätter nicht einverstaiiden sind, mögen dasür sorgen, daß solche Blätter, selbst wenn eS den Frauen nicht recht sein sollte, ans ihrer Wohnung verschivindeir. Hierauf ging der Redner zur Besprechung deS Themas über. Er sagte: Die gegenwärtige Bewegung im Bangewerbe findet in der Ocsfeiitlichkcit eine weit größere Bcnchtiliig, als es sonst bei Lohnkämpfen der Fall war. DaS ist erklärlich. Geht doch die Wir- kling dieieS Kampfes weit hinmiS über den Kreis derer, die»mmiitelbar an ihr beteiligt sind. Wenn jetzt daS Mörtelsyiidikat die Frage erörtert, ob eS aus Solidarität mit den aussperrenden Bamncistern die Arbeit einstellen soll, so bedeutet daS in erst» Linie, daß die jetzt noch arbeitenden Maurer aiishöreil müßten, falls es zu einer Slilleguitg der Mörtelwerke käme. Aber darüber hinaus würde die Schließung der Mörtelwerke iveite Kreise der erwerbstätigen Be- völkerung in Mitleidenschaft ziehen. Zunächst würden 1500 Mörtel- kulscher die Arbeil verliere». Von den 1500 Gespannen, die dadurch zur Uutätigtcil vcrnrtellr würden, ist ein großer Teil im Besitz vo» Lohnst, hrherreu. Für jedes Gespann muß der Fuhrhcrr, wenn sich das Geichäft rciiticren soll, eine TagcSeimiahme von 25 bis&3 Mark erziele?.. DaS würde den Fuhrleuten verloren gehen, sobald die Mörtelwerke den Betrieb einstellen. Aber nicht nur daS. Pferde sind im wahren Sinne des Wortes fresseudes Kapital, welches während der Zeil der Untätigkeit nicht nur zinslos daliegt, sondern auch Erhaltuugkkosten verursacht. Ferner würde» etiva 1000 Personen, die i» den Mörtelwcrken, und weitere 1000 Personen, die in den Kiesgrube» beschäftigt sind, mit einem Schlage die Arbeit vcrlicrcit. 150 bis 200 Fahrzeuge, die zum Transport von Sand und Kall nötig sind, würden stillgelegt. Dieselbe Folge wie bei der BetriebScinstellimg der Mörteliverke würde eintreten, wenn Ziegeleien, Zement» >md Gipsfabriken die Arbeit einstellen sollten. Etwa 0000 Fuhr- werke sind in Berlin»lit dem Transport der Steine von den Lager- und Ausladeplätzen»ach den Baustellen beschäftigt. Auch hier ivürden es wieder Fuhrleute und Kutscher sein, welche die Kosten zu tragen haben, falls die Steii»«,� Gips- und Zementfabriken sich mit de» Baumeistern solidarisch erklären. Aber damit sind die Kreise. welche bei einer solchen LiiSdehmmg de« Kampfes in Mitlcidenscdast gezogen werden, noch nicht erschöpft. Die Tauieilde brotlos gewordenen Arbeiter niüssen ihren Konsum einschrätiken. Das wird sich im Geschäftsbetriebe zahlreicher Händler ll»d Gewerbe- treibenden bemerkbar machen. Wenn sich die Mörtelfabrikanten in ihrer Versammlung geweigert haben, ihre Betriebe zu .schließen, so ist dieser Beschluß nicht aus Mangel an Solidarität , mit den Banmelstern gefaßt, sondern es sind ganz materielle Gründe, welche ihn veranlaßt haben. Wenn man sich die Folgen, welche eine Schließung der Mörteltvcrke nach sich zieht, vor Äugen hält, so gewiliiit daS Gerücht große Wahrscheinlichkeit, wonach die Mvrtelfabrikanten für den Fall der Schließung ihrer Betriebe zu Gunsten der ausgesperrten Baumeister für jedes Geschäft eine Entschädigung von 3000 M. pro Tag verlangt haben sollen.— Seit Jahren haben die Bmlmeister dahin gewirkt, daß die Streikklausel in die Bauverträge alifgeitommen wird. Dadurch sollen die Bauherren den Baumeistern bei Lohnkämpfen Hülfe leisten. Aber diese? Kanipsmittel ist ebenso wie manches andere eine zwer« schneidige Waffe. Wo der Staat oder die Kommune als Bauherr auftritt, da mag wohl die Streikklausel so angelvandt werden, wie eS den Interessen der Baumeister entspricht. Denen, die als Beamte des Staates oder der Komiiiune über diese Dinge zu bcstiiiimcii haben, kann eS ja gleichgültig sein, ob so ein Bau ein halbes Jahr früher oder später fertig ist. Die Kosten der Verzögerung haben sie ja nicht an» ihrer Tasche zu bestreiten, solldern es sind die Mittel der St-uerzahler. welche dafür in Anspruch genommen werden. Staat und Kommune köniieii deshalb den Bailn,e>stern schon den Gefallen tun und einer Verzögerung in der Fertigstellung der Bauten zustimiiten. Anders ist es dagegen mit den privaten Bauherren. In Berlin kommen jetzt hauptsächlich Bauten im Innern der Stadt in Frage, große Geschäfts- und Warenhäuser und dergleichen; da kommen in jedem Falle Kapitalien in Frage, die nach Millioneil zählen. Dem privaten Geschäftsmaime kann es keineswegs gleichgültig fein, wenn sein Bau ein halbes Jahr nach der festgesetzten Zeit fertig wird. Hier handelt es sich nicht nur darum, daß das in dem Bau steckende Kapital noch ein halbes Jahr liilverzinst bleibt, sondern e§ kommt noch hinzu, daß durch die ver- spätete Eröffming des Geschäfts weitere Millionen verloren gehen. Man sieht hieraus, daß auch die Streikklausel ihre schwierigen Seiren hat. Wenn jetzt so manche Leute aus indtlstriellen und kommerziellen Kreisen herumlatifen und sich bemühen, dem Kampf im Bmigcwcrbe ein Ende zu machen, so tun sie das nicht aus Liebe zu den Arbeitern, sonder» vielmehr deshalb, weil sie ganz genail wissen, welch ungeheure fillanzielle Verluste dieser Kampf auch für weite Kreise, die gar nicht an demselben beteiligt sind, mit sich bringen muß. Mau sieht jetzt, daß diejenigen, welche den Bauherren die Streikklausel bewilligt haben, die schwersten Wlinden durch den Kampf im Baugewerbe davontragen. Deshalb die Bemühungen aus jenen Kreise», dem Kampf ein Ende zu machen. Für die Arbeiter wird die Streikklatisel wirkungslos bleiben, sie wird aber ganz andere verletzen als diejenige», gegen die sie sich richtet. Mit dem Bericht über den Stand der Aussperrung— sagte der Redner— kann ich mich kurz fassen, denn ich darf wohl annehmen, daß hier nur wenige Leser der.Morgeiipost', aber recht viele Leser des.Vorwärts" sind, die also die Tatsachen bereits keulien. Der Redner besprach nun die in unserer Somitagsnummer bekanntgegebenen Feststellungen der Arbeiterorganisationen uitd sagte dazu: Wenn der Vorsitzende des Bilndes der Baugeschäste in der Ver- sainmlung sagte, die Aussperrung sei bei allen Bundesmitgliedern prompt von statten gegangen, so beweisen unsere Angaben, daß daS nicht der Fall ist. Auch die Angaben in der Versammlung der Mürtelfabrikanten, daß die Hälfte der Bauten ruht, bestätigt unsere Feststelllmgeir. Wir können mit dem Stande der Aussperrung zu- frieden sei», ob eS auch die Arbeitgeber sind, kann bezweifelt werden. Die Versammlung der Mörtelsabrikanten hat beschlossen, daß ein Teil ihrer Betriebe die Arbeit einstellen soll. Wir fassen dies als einen Verlegenheitsbcschluh auf, der uils nicht schaden kann. Biel- leicht wird wegen Mangel an Mörtel auf manchem Bau nicht weitergearbeitet werden können, aber alle Bauten werden dadurch sicher iricht getroffen. Deimoch müssen wir damit rechnen, daß die AuS« spcmmg in den nächsten Tagen einen größeren Umfang annehmen wird. Die Strcikleiter der Arbeitgeber werden noch manchen dazu bewegen, daß er sich an der Aus'spemliig beteiligt. Wenn also die Zahl der Ausgesperrten noch größer wird, so kann unS daS nicht eirren, den» damit haben wir gerechnet und darnnf sind wir vor- bereitet. Wir wissen, daß wir mit dieser Woche nicht über den Berg hinaus sind, wir wissen, daß uns noch manche Schwierigkeit begegnen wird. Aber was auch kommen mag, wir sind in der Lage, allem mit geeignete» Mitteln zu begegnen. Es fragt sich nun. was ivir in der Zukunft zu unteritehinen haben. Darüber sind Veratungen gepflogen zwischen den Vorständen der kartellierten Verbände, daiin mit den Vorständen aller beteiligten Organisationen und auch mit dem VertrmieiiSkörper tinsercS Verbandes. Wir haben uns die Frage vorgelegt, ob die Kollegen, welche nicht ausgesperrt sind, zu den alten Bedingilitgeii weiter arbeiten sollen oder nicht. Die genannten Körperschaften sind zu dem einstiiiimigeii Beschluß gekommen, den Kollegen zu empfehlen, daß überall, wo gearbeitet wird, Forderungen gestellt werde»,»nd wo sie nicht bewilligt werden, die Arbeit niedergelegt tvird.(Lebhafter laiigaiidmieriiden Beifall.) ES fragt sich, wann soll die Arbeit niedergelegt werde»?(Rufe: Morgen! morgen!) Dafür waren wir und auch die Leiter anderer Organisasioneil. Aber einzelne der beteiligten Organisationen waren mit ihren Vorbereitnngen noch nicht so weit, wir haben deshalb, um die Einheitlichkeit des Kampfes zu wahren, uns dafür eittschieden, daß, wo unsere Forderuitgen nicht bewilligt werden, am Dienstag früh die Arbeit niedergelegt wird. Hinsichtlich der Forderuitgen. die wir jetzt stellen, herrscht bei allen Beteiligten nur eine Meinung und das ist die: Jetzt, wo wir zum Angriff übergehen, wollen wir unsere Forderungen auf daS äußerste Maß beschränken und nicht mehr verlangen, als das, was ohne jede Schwierigkeit bewilligt werden kann. Davon werden wir aber nichts ablassen. Wir fordern also die 8'/zstüiidige Arbeitszeit und einen Stundenlohn von 30 Pf. Das sind die Forderungen, die unsere Vcrtrauenömäitilcr im Oktober vorigen Jahres für das er- reichbare Ziel unserer Bcioegimg hielten, mit dem wir nitS zufrieden geben könnten. Später sind die Fordcrimgen nur deshalb erhöht ivordcn, danrit bei den Werhaiidluitgen etwas abgelassen werden könnte. Wir scheiden alle weitergehenden Fordernngen, die unsercn Kampf erschweren töiniten, ans. Beschränken miS auf unsere ur« sprünglicbeii Forderungen und halten an diesen unbedingt fest.— Die halbstündige Verlürzung soll am Ende deS Arbeitstages ein- treten, so dag also statt um 0, um B'/j Uhr Feierabend eintritt. Im übrigen enthält der Verlrag."den wir den Untcriiehiilern jetzt zur Aiierkciiitmig vorlegen, Bcstimniuiigcn über den Zuschlag für notwendige Ueberftundeit, illachl- und Sonntags- arbeil, Ausschluß der Kündigung, sowie Herrichtuiig gecignetcr Bau- budcn und Aborte. Der Geltungsbereich des Vertrages bleibt der bisherige. Wir halten es nicht für angebracht, die Forderungen auf einige entferntere Vororte auszudehnen, wie die Kollegen dieser Orte wünschen. DaS Feuer deS Kampfes soll auf den Herd be- schränkt bleiben, ans dem eS miSgebrochen ist. Sind unsere Forderungen erst für das Berliner Gebiet durchgesührt, dann macht sich ihr Einfluß im weiten Umkreise so wie so bemerkbar. Wir haben die Ausfassung. daß der Kampf, den wir jetzt führen, ein grnitdlicher sein muß. Die Unternehmer haben nicht nur ihre Kollegen im ganzen Reiche, sondern auch die Jildustriellen anderer Zweige zur Hülfe aufgerufen und Vereinbarungen wegen des Kampfes mit ibnen getroffen. Sie haben sich dadurch festgelegt und können vorläufig nicht zurück. Wir rechnen damit und haben alle Einrichtuiigen dafür getroffen, daß der Kampf Monate dauern wird.— Auf den Bauten, wo unsere Forderimgeii beivilligt werden, müssen wir völlig reinen Tisch»lachen. Es kann keine Rede davon sein, daß etiva die Maurer aiifangeil. wenn die Fordermigen der Hiilfs- arbeitet noch nicht bewilligt sind. Alle am Kampfe be« tciligten Organisationen üben volle Soli« darität; sie stellen gemeinsame Forderungen auf, die ihnen auch gemeinsani bewilligt werden müssen. Wo es sich um Arbeiter handelt, die nicht direkt vom Bauiiteister beschäftigt werden, wie die Fahrstuhlarbeiter. muß auch diesen gegen- über, falls sie mit ihrem Arbeitgeber in Konflikt geraten, Solidarität geübt werden, wen» auch deren Forderungen nicht in unseren Tarif mit aufgenommen werde» könuttt. Tlso am D.'olitag werbe« bie Forderungen auf alten Bauten Vorgelegt. Wo sie nicht durch Unterichrift nnerkanut werden, dar � vom DienStag früh ab ketne Hand mehr gerührt werden. Beweisen Sie, Kollegen, daß in den acht Jahren, wo Sie nicht gestreikt haben. Ihr Kamvfesmilt nicht erloschen ist, sondern daß Sie gewohnt sind, im Kampfe Ihren Man» m pehen. bis unser- gerechte Sache zu unseren Gunsten erledigt ist.(Lebhafter Beifall.) Nachdem zwei Redner im Sinne des Referenten gesprochen imd niemand die Absicht bekundet hatte, gegenteilige Meinungen zu äußern. Wurde ein Schlutzautrag angenommen. Die Abstimmung über die Forderungen und deren Durchsetzung mittels Streiks ergab die einstinnnige Annahme derselben. Mit einem begeisternden Hoch ans den Verband und das Gelingen der Bewegung schloß die imposante Versammlung. Die zentralorganisierten Zimmerer beschlossen gestern in einer Mitgliederversammlung der Zahlstelle Berlin und Ilmgegend über die Vorlegung der reduzierten fsorderungeri. Der Ricsensaal der„Brauerei FriedrichSham" vermochte die Massen der herbeiströmenden Mitglieder nicht zu fassen; viele fanden keinen Einlaß mehr, nachdem die Polizei das Lokal abgesperrt hatte. TaS Referat hielt Witt. Der Vorschlag, daß andern Tages bei den Unternehmern, die die vorzulegenden Forderungen nidst bewilligen. die Arbeit niedergelegt werden soll, wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen; die Herabsetzung der Forderungen auf 8'/»st und ige Arbeitszeit und 80 Pf. Stundenlohn rief zum Teil starken Wider- sprach hervor. Nach lebhafter Debatte erklärte sich die Versamm- lung mit den Vorschlägen einverstanden.— Die Aussperrung hatte sich auch nach der gestrigen Kontrolle nicht wesentlich verändert. ES meldeten sich in den 27 Kontroll- stellen des Zimmererverbandes 1347 ausgesperrte, streikende oder arbeitslose Mitglieder. Alle in den Ausstand tretenden Mitglieder, die in der Provinz organisiert sind, haben sich in den Berliner Kontrollstellen eine Strciklegiiimation ausstellen zu lassen und melden sich dann im Bureau, Engel-Ufcr Ib. damit hierauf mit der Eröffnung von Kontrollstellen in der Provinz begonnen werden kann. » Der Zentralverband der baugewerblichen rb e i HülfSarbeiter beschäftigte sich am Montagabend bei Frcher (KcllerS Festsäle) in einer außerordentlichen Generalversammlung mit dem Äande der Aussperrung. B e h r e n d t. Hamburg re- fericrte vor einer überfüllten Versammlung; Saal und Galerien waren dicht besetzt. Der Redner kritisierte eingangs seiner Rede das Verhalten der bürgerlichen Presse und führte die zuletzt er- mittelten Zahlen über den Umfang der Aussperrung an. Etwa 12 000 Mann sind insgesamt ausgesperrt. Bon den Bauhülfs- arbeitern arbeiteten am Montag noch 4663 auf lOSO Arbeitsplätzen. Nur mit schwerem Herzen, so erklärte Behrendt, sei die Organisationsleitung der Bauhülfsarbeiter mit den neu ein- gereichten Forderungen einverstanden gewesen, aber nach Lage der Dinge hätte man zustimmen müssen, um mit den BerufSgenossen im Bauhandwerke Hand in Hand zu gehen.— In der Diskussion gab sich eine starke Unzufriedenheit kund, daß bei dem geringen Lohn, den die Bauhülfsarbeiter erhalten, nur b Pf. pro Stunde Zuschlag gefordert werden sollten und 8VH Stunden ein Arbeitstag sein soll. Die Maurer hätten nach der Meinung einiger Redner damit einverstanden sein müssen, wenn gerade die Bauhülfsarbeiter, die am schlechtesten gestellt sind, etwas mehr fordern, um ihre ungünstige Lage etwas besser zu gestalten. Behrendt erklärt« in seinem Schlußworte, daß der Kampf ein großer und schwerer sei und man sich hüten müsse, den Kämpfern Steine in den Weg zu werfen; die Einheitlichkeit in dem jetzigen Vorgehen der Arbeiter sei eine Notwendigkeit; er empfahl, die vorliegenden Beschlüsse der Leitung anzunehmen. Böttcher verlas die Forderungen noch einmal und empfahl ebenfalls die Annahme. Die erregte Versammlung lehnte aber die Vorschläge der Leitung als zu geringfügig ab. Als Zweifel an der Richtigkeit der Abstimmung erhoben wurden, lehnte die Versammlung zum zweiten Male die Vorschläge mit großer Majorität ab. • Di«„Freie Vereinigung der Maurer Deutsch- landü"(Ortsverein Berlin) hielt ihre Generalversamm- lung ebenfalls am Sonntag ab. K e l l e r s F e st s ä l e in der Koppenstraße waren überfüllt. Gehl erstattete der imposanten Versammlung den Situationsbericht. Er teilte die durch den„Vor- wärtS" schon bekannt gegebenen Zahlen in übersichtlicher Gruppie- rung mit und hob unter anderem hervor, daß sich von den in der „Freien Vereinigung'(Ortsverein Berlin) organisierten Maurern zuletzt 1046 zur Kontrolle gemeldet hätten, daS heißt etwa der dritte Teil der in Betracht kommenden Mitglieder dieser Organisation. . Als Redner kundgibt, daß die maßgebenden Organisationsvorstände einig seien, daß nunmehr auf der ganzen Linie zum Angriff vor- gegangen werden solle, ertönt vielfaches Bravo!„Ei ist auch höchste Zeit!" Wird von anderer Seite dazwischen gerufen. Gehl begründete dann näher mit taktischen Erwägungen den Vorschlag der Vorstände, die Forderung auf 8Mistündige Arbeitszeit und 80 Pf. Stundenlohn zu ermäßigen. Man erwarte, so eine größere Bresche in den Verband der Baugeschäfte schlagen zu können. Selbstverständlich hätten in diesem gemeinsamen Kampfe die Maurer darauf zu sehen, daß auch den DauhüIfSarbeitern ihre For- derungen bewilligt würden. Nur dann fei die Arbeit wieder auf- zunehmen. Bezüglich der Zimmerer könne nicht so verfahren werden, weil sie ja erst später auf den Bau kämen. Wenn cS soweit In, daß die Zimmererarbeiten beginnen sollten, dann werde in edcm Einzelfalle Stellung genommen. NamenS bcS Vorstandes chlägt Redner folgende Resolution vor: „Bezugnehmend auf die Tatsache, daß die Aussperrung im Baugewerbe Groß-BerlinS teilweise erfolgt ist, beschließt die Ver- sammlung, überall dort, Wo bisher zu den alten Bedingungen weitergearbeitet wurde, zum Angriff vorzugehen. Die Versamm. lung ist aber der Meinung, daß bei dem zu erwartenden Umfang des Kampfes es zweckmäßig ist, die ursprüngliche Forderung zu reduziere:! und am Montag, den 27. Mai, den Unternehmern folgende Forderungen zur Bewilligung vorzulegen: Die Arbeits- zeit beträgt vom Dienstag, den 28. Mai, ab pro Tag 8� Stunden und endet um Wi Uhr abends. Die üblichen Pausen bleiben be stehen. Der Stundenlohn beträgt 80 Pf. Werden diese Forde rungen im Laufe des Montags nicht unterschriftlich anerkannt, so ist DienStag, den 28. Mai, die Arbeit einzustellen und der nächsten Kontrollstelle davon Mitteilung zu machen." In der lebhaften Debatte sprachen verschiedene Redner gegen die Reduzierung der Forderungen und für Nicderlcgung der Arbeit schon am Montag. Auch wurde den vereinigten Vorständen borge- worfcn, sie hätten zu lange gezögert und sich auf zu viel„Kuh- Handel" eingelassen. Andere empfahlen die Resolution. Gehl be- tonte im Schlußwort gegenüber einigen Ausführungen von DiS- kussionsrednern, daß die Verhältnisse zu der vorgeschlagenen Taktik zwängen, und nicht die Arbeitsbrüder im anderen(zentra- listischen) Lager. Die Resolution Wurde schließlich mit sehr großer Majorität angenommen.(Die Minderheit bestand aus denen, die an den ursprünglichen Forderungen festhalten wollten.) Nachdem der Vorsitzende Z e g l i n eine Begründung dazu gc- geben hatte und darüber diskutiert worden War, Wurden folgende Kampfesnormen ebenfalls angenommen: „Angesichts deö langen und schweren Kampfes, der bevorsteht, beschließt die Generalversammlung der„Freien Vereinigung der Maurer"(OrtSverein Berlin) Wie folgt: Jeder ausgesperrte, so- wie streikende Kollege hat sich täglich zweimal, von S bi« 11 Uhr vormittags und von 3 bis b Uhr nachmittags, in seiner Kontrollstelle zu melden. Jeder streikende sowie ausgesperrte Kollege erhält nach Ablauf von drei Tagen, also vom vierten Tage ab, wenn cr im Besitze von 6 in der Streikkarte enthaltenen Stempeln ist, 2.60 M. und für jedes Kind unter 14 Jahren, soweit Familienmitglieder in Frage kommen. 20 Pf. Pro Tag. und hat er den statutarisch festgesetzten Beitrag an d:e Organisation weiter zu leisten. Dieses trifft auch zu für alle diejenigen Kollegen, welche am Dienstag, den 28. Mai, zwecks Durchführung der gestellten Forderungen in den Ausstand treten.— Alle diejenigen Kollegen, welche am Dienstag, den 28. Mai oder später zu den neuen Be- dingungcn in Arbeit treten, haben außer dem statutarisch festge- setzten Veitrag an die Organisation pro Tag eine Extramarke von 60 Pf., für Putzer 60 Pf., in die zu diesem Zwecke ausgestellte ArbeitSberechtigungskarte zu kleben. Dieselben Bestimmungen treffen auch für die bei Kanalisaiionsarbeiten usw. beschäftigten Kollegen zu.— ll eberall da, wo die Arbeit zu den neuen Bedin- gungen aufgenommen werden soll, ist dem Arbeitgeber ein ge- druckter Tarifvertrag mit den Forderungen vorzulegen. Der- selbe ist, mit der Unterschrift resp. Stempel des Arbeitgeber» zwecks Anerkennung der Forderungen versehen, der Organisa- ticmslcitung bezw. Kontrollstelle sofort zu übermitteln. Die gc- druckten Formulare find von jeder Kontrollstelle sowie im Bureau, Steinjtr. 38, zu beziehen." Eine außerordentliche Generalversammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Um- g e n d, die Sonntag in den Germaniasälen stattfand, nahm den Bericht über die Aussperrung im Baugewerbe entgegen und be- schloß über die weiteren Schritte zur Lohnbewegung. Der Refcreut Theodor Fischer gab einen kurzen Ucberblick über die bis- herige EntWickelung der Bewegung im Baugewerbe und berichtete über den Stand der Aussperrung, der sich nicht wesentlich verändert hat. Im Verein der Zimmerer sind 65ö Mitglieder ausgesperrt, streikend oder arbeitslos; im Zcntralverband 1181. Beschäftigt waren in Grotz-Berlin mehr als 6600 Zimmerer, abgesehen von den über 500. die in Fabriken oder auf anderen Arbeitsplätzen tätig sind, welche für die Aussperrung nicht in Betracht kommen. Ebenso flau wie mit der Zahl der Ausgesperrten sieht eS bekanntlich mit der Zahl der daran beteiligten Unternehmer aus, von denen der größte Teil nur 1 oder 2 Mann entlassen hat, während es nur einige wenige sind, die alle ihre Ziminerergesellen ausgesperrt haben. Sehr bekannte Firmen, Mitglieder des Verbandes der Bau- geschäfte oder des Verbandes der Zunmerermeister, haben den Be- schluß ihrer Organisation mißachtet und nicht ausgesperrt, und manche suchten ihn dadurch zu umgehen, daß sie viele Gesellen zu Postengesellen machten. Gerade im Zimmererberus zeigt es sich besonders deutlich, daß das, was die bürgerliche Presse über den Umfang der Aussperrung berichtet, keineswegs zutrifft. Der Redner teilte sodann mit, daß die Vorstände der sieben an der Bewegung beteiligten Organisationen zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß eS nun zweckmäßig ist, den Arbeitgebern von Anfang dieser Woche ab reduzierte Forderungen vorzulegen. — Diese Worte riefen heftigen Widerspruch in der Versammlung hervor. Ein Teil der Anwesenden war entschieden gegen jede Herabsetzung der Forderungen. Nachdem jedoch der Redner klar- gelegt hatte, daß wenn auch die zu 96 Proz. organisierten Zimmerer Groß-BerlinS wohl imstande wären, ihre alten Forderungen durch- zusetzen, doch im Interesse der Einheitlichkeit der Bewe- g u n g in allen drei BerufSgruppcn die vorgeschlagene Reduzierung empfehlenswert erscheine, fand sich nach gründlicher Aussprache eine Mehrheit für die Vorschläge. ES wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erklärt sich mit den bisherigen Maß- nahmen der Organisationsleitung in der diesjährigen Lohn- bewcgung einverstanden und gibt ihre Zustimmung zu dem An- trage der gemeinsamen Vorständesitzung, die Forderung des Acht- swndentageS und des Stundenlohnes von 85 Pf. zu reduzieren. Den' Ardeitgebern sind deshalb im Laufe des Montags, den 27. Mai, folgende Grundforderungen zu unterbreiten: 8(4 stündige Arbeitszeit und 80 Pf. Stunden» lohn. Die Arbeitszeit beginnt morgens 7 Uhr und endet abends ö'/H Uhr, mit Mistünbiger Frühstücks-, einstündiger Mittags- und '/hjtündiger Vesperpause. Bei denjenigen Arbeitgebern, die diese Forderungen bis DienStag, den 28. Mai, nicht anerkennen, haben die Kameraden die Arbeit niederzulegen und sich im Bureau, Dragonerstr. 16, zu melden. Nur hier werden die Streikkarten ausgestellt. Den- jenigen Kameraden, welche die Forderung bewilligt erhalten, wird die ÄrbeitSberechtigung in einer Legitimationskarte bescheinigt. Jeder Zimmerer muß im Besitze einer Legitimationskarte sein. Die Versammlung beschloß ferner, daß jedes zu den neuen Bedingungen arbeitende Mitglied neben seinem Wochenbeitrag täglich 75 P f. zu zahlen hat, worüber durch Marken quittiert wird. Sodann wurden die Unterstützungssätze für die in den Aus- stand tretenden Mitglieder sestgejetzt, sowie die übrigen Be- stimmungen zur Regelung der Bewegung. Die Abstempelung der Streikkartcn geschieht täglich zweimal, vormittags von 8— 11 Uhr, nachmittag» von 2—5 Uhr. Dazu sind in Berlin und den Vor orten 11 Kontrollstellen eingerichtet. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende Juppenlatz die außer ordentlich zahlreich erschienenen Mitglieder, nun mrt ganzer Kraft. den Beschlüssen der Versammlung entsprechend, für du Durch. führung der Forderung zu Wirkern Die Freie Vereinigung der Bauarbeiter hielt ihre außerordentliche Generalversammlung am Sonntagvormittag in BoekcrS Festsälen ab. Baum referierte und sprach zunächst über den Wert der Verkürzung der Arbeitszeit, ging dann auf die gegenwärtigen Kämpfe im Baugewerbe näher ein und machte be- kaunt, daß von der Freien Vereinigung der Bauarbeiter 467 Mann als Ausgesperrte. Streikende und Arbeitslose verzeichnet seien. Er legte der Versammlung einen Tarif vor, der nach eingehender Beratung in einer Sitzung aller beteiligten Organisationsleitungen angenommen worden war zur Empfehlung an die resp. Versamm- hingen. Am Montagnachmittag sollten auf allen Bauten, wo nicht ausgesperrt worden ist. bestimmte Forderungen erhoben Werden; Antwort ist von den Unternehmern bis Dienstagmorgen zu ver- langen und überall, wo die Forderungen nicht.anerkannt werden. am Dienstagmorgen die Arbeit niederzulegen. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Bauarbeiter lauten nach dem neuen Tarif, der bis zum 31. März 1908 gelten soll: Der Lohn beträgt für gewöhnliche Bauarbeiter pro Stunde 6b Pf. Für Kalkschläger(Arbeiten mit hydraulischem Kalk), Wasser» träger. Rüster sowie an Hebevorrichtungen beschäftigte Arbeiter pro Stunde 60 Pf. Für das Tragen von Steinen und Kalk pro Stunde 76 Pf. Akkordarbeiten. Ter Preis für daö Tragen von pro 1000 Steine nebst dem dazu gehörigen Mörtel beträgt 25 Pf. mehr wie die bisherigen Aikordsätzc. Die Arbeitszeit beträgt 8'� Stunden. Sie beginnt morgens 7 Uhr und endet abends b'/h Uhr; sie wird von je einer halben Stunde Frühstücks- und Besperpause sowie von einer einstündigen Mittagspause durchbrochen. An den Sonnabenden ist eine Stund« früher Feierabend, unter Fortfall der Vesperpause, und in der Zeit, wo nicht mehr gevespert werden kann, ist eine halbe Stunde früher Feierabend. An den Arbeitstagen vor den hohen Festen wird eine Stunde früher als an jedem anderen Sonnabend Feierabend gemacht. Der Lohn wird bei allen drei Abstufungen für den vollen Tag ausgezahlt, sofern tatsächlich bis Feierabend gearbeitet wurde; War die» nicht der Fall, so kommt die Stundenzahl in Abzug, welche weniger gearbeitet wurde, als die für den Tag wirkliche Arbeitszeit beträgt. Diese Arbeitsbedingungen gelten in den folgenden Orten: Adlers Hof. Alt-Glienicke. Baumjchulenweg. Berlin, Bohnsdorf. Borsigwalde. Britz. Buckow. Charlottenburg, Dahlem, Dalldorf, Deutsch-WilmerSdorf.� Friedenau, Friedrichöberg, Friedrichsseide, FriedrichShagen, Groß-Lichterselde, Grünau, Grunewald, Haselhorst, HcinerSdorf, HoHen-TchönHausen, Johannisthal. Jungfern. Heide, Karlshorst, Köpenick, Lankwitz, Lichtenberg, Mariendorf, Marienfelde. Nieder-Schöneweide, Rieder-Schönhausen. Neu- Weihensee, Ober-Schöneweide, Pankow, Plöhense«, Reinickendorf, Siixdorf. Rudow, RummelSburg, Saatwinkel, Schmargendorf, Schönebers. Schönholz. Steglitz. Stralau, Südende. Tempelhof, Treptow, Weißensee, Westend, Zehlendorf. Ileberstunden und Sonntagsarbeit sind zu vermeiden. Wenn dringende Arbeiten, wie Reparatur- und Jnstallationsarbeiten in Theatern, Fabriken usw. Ileberstunden bedingen, so sind die- selben von 5',i Nhr abends ab mit 15 Pf. Lohnzuschlag zu ent- schädigen. Erfordert eine Arbeit voraussichtlich sür eine längere Dauer die Ueberschrcitung der jeweiligen Arbeitszeit, so ist die Arbeit in zwei Schichten einzuteilen, deren jede 8% Stunden nicht überschreiten darf. Die Stunden der Nachtschichten sowie Sonntagsarbeit werden den Ileberstunden gleichbczahlk Die Bestimmungen über die Beschaffenheit der Baubuden und Aborte, Größe derselben usw. werden von den Vertrags- kontrahenten in dem Umfange anerkannt, wie dieselben im alten Vertrage festgelegt waren. Nach einer kurzen Diskussion, in der mancherlei kleine Bedenken laut wurden, nahm die Versammlung die Vorschläge der Leitung mit allen gegen acht Stimmen an. Die Regelung der Unter st ützungsfrage stand dann zur Beratung. S e w e k o w stellte den Antrag, daß die ver. heirateten Kollegen, die mehr als 16 Wochen organisiert sind, 12 Mark pro Woche erhalten sollen und für jedes Kind 1 M.; die» jcnigen, die weniger als 16 Wochen organisiert sind und die Un- verheirateten sollen 9 M. pro Wockie erhalten. Für die ersten drei Tage wird keine Unterstützung gezahlt. An alle Kollegen, besonders an die Unverheirateten, wird das Ersuchen gerichtet, nach Möglich» kcit Berlin zu verlassen. In der Diskussion wurde vielfach der Wunsch geäußert, daß eine höhere Unterstützung gezahlt werden möge, aber die gemachten Vorschläge wurden schließlich angcnom- men. Ebenso erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß die arbeitenden 5iollcgen 60 Ps. pro Tag bei einem Wochen- verdienst bis 30 M. als Extrabeitrag entrichten. Bei mehr als 30. M. Verdienst beträgt der Beitrag 75 Ps. pro Tag. Tie erste Auszahlung der Unterstützung findet am Freitag nach den Karten- nummern statt; das Kranleukasjenbuch ist zur Kontrolle mitzu- bringen. Andreas Kleinlein von der GcschäftSkommission hielt eine Ansprache an die Versammlung, worin er die Aussperrung be- leuchtete und der Hoffnung auf gutem Erfolg im gegenwärtigen Kampfe Ausdruck gab._ 6cncbt9-Zeitung. Bon der StrahenreinigungSpflicht. Eine Differenz zwischen Kammergericht und ObervcrwaltungS- gericht ist jetzt Gegenstand lebhafter Erörterungen in den Kreisen der Beteiligten. Das Kammergericht, unter dem Vorsitz des Senats- Präsidenten Lindenberg, behauptet, in letzter Zeit bei Erledigung der verschiedensten Strafprozesse wegen Nichtreinigung der Straße beziehungsweise des Bürgersteigs durch Hauseigentümer, daß es jetzt, im Gegensatz zu früher, grundsätzlich mit dem Oberverwal- tungsgericht übereinstimme. Das Kammergericht vertritt nun, auch noch in seiner letzten Sitzung vom 23. Mai, folgenden Standpunkt: Die Pflicht zur Reinigung der Straße liegt an sich dem Straßeneigentümer, d. h. der Gemeinde, ob. Durch Gesetz, Observanz oder Ortsstatut kann aber auch eine StraßenreinigungS» Pflicht der Anlieger(Grundbesitzer) begründet werden. In jedem dieser drei Fälle kann die Pflicht nicht nur durch Polizeiverord- nung näher geregelt werden, sondern die Polizciverordnung kau» auch die Zuwiderhandlung unter Strafe stellen.— Daß diese Aus- fassung, soweit es sich um die nnr durch Ortöstatut begründete Reinigungspslicht der Hausbesitzer handle, nicht der Auffassung des ObrrverwaltungSgcrichts entspreche, wurde dem Senatspräsidenten Lindenberg vom Kammergericht von einem Journalisten, gestützt auf ein Gutachten eines Eingeweihten, schriftlich mitgeteilt. Ostentativ erklärte der Scnatspräsident Lindenberg bei Publikation des Urteils in einer Stratzenreinigungssache später, daß auch das Oberverwaltungsgericht für anwendbar erachte die Strafbestini- niung einer Polizeiverordnung, wenn die nur durch OrtSstalnt ge- schaffene Straßenreinigungspflicht der HauLb«Hitzer nicht erfüllt werde.— Jetzt hat nun der Senatspräsident Dr. v. Schulyenstein, Borsiyendcr des in dieser Frage maßgebenden Senats des Ober- vcrwaltungögerichts, das Wort dazu ergrissen. In der Zeitschrift „Gesetz und Recht" bemerkt er dazu:„Das Kammergericht mißt auch in der neueren Praxis nach einer Polizeiverordnung dann. wenn sie sich auf ein OrtSstatut stützt, welches den Anliegern die Verpflichtung zur Straßcnreinigung auferlegt, die Wirkung bei, die hierdurch begründete Gcmeindelast zu einer Polizeilast zu machen und deren Nichterfüllung unter Strafe stellen zu können. (Band 31L. Seite IL, Johow.) Es scheint hiernach anzunehmen. daß es sich soweit mit dem Oberverwaltungsgericht in Ueberein- stimmung befinde. Allein das ist nicht der Fall. Vor allem möchte jener Auffassung noch immer die völlige begriffliche Verschiedenheit zwischen Gemeindeläst und Polizeilast entgegenstehen, welche daS Oberverwaltungsgericht stets festgehalten hat und wegen deren ein OrtSstatut nur das Verhältnis zwischen der Gemeinde und ihren Angehörigen regeln und eine Gemeindelast, aber keine Polizeilast gegenüber der Behörde begründen und deshalb auch nicht einer Polizciverordnung die ihr sonst versagte Fähigkeit, eine Polizeilast nicht bloß zu regeln, sondern neu zu begründen, verschaffen kann. Es ist ein RechtSzustand vorhanden, bei dem in zahlreichen Fällen innerhalb der Strafgerichtsbarkeit Personen wegen Nichterfüllung einer öffentlich-rechtlichen Pflicht bestraft werden, die innerhalb der VerwaltungS-Gerichtsbarkeit. nicht als strafbar anerkannt werden würde."— So Herr Dr. b. Schultzenstein, sicher der beste Interpret der Auffassung des von ihm geleiteten IV. Senats de? Obcrverwaltungsgerichts.— Soweit eine Reinigungspflicht d»r Anlieger durch Observanz oder besonderes Gesetz(letzteres kommt vereinzelt vor) begründet ist. besteht keine Differenz zwischen den beiden höchsten preußischen Gerichtshöfen. Vnefkatten der Redahtton. _______ Cvreiftftnabe fluvtl Ar led ei<1, ftr. IC,«ufgana 4. eine Treppe(SinidelSstätte Bellealliaiice. Tur-tzgit»« auch Linvenstr. 101), wochentäglich von?>, di? 1»'/,»dr abeuvs statt. WcSsfue«? Il:»r. s-uuabeild» beginnt die Sprechstunde NN,» Nlir. Jeder Slilsrnge ist e,» Tie siirlstlfche epp« lSant «Uchstabe ,i»d ein«.'tadl als SUerkzeichen bri�usügc».«rieslichc'Antwort ilr. Eilige Fragen trage man in der evrechstniide v vor. wird nicht ertrilr. 7(?. im Lindrngrlln. 1. Nur wenn ein Vergleich geschloffen Ist, der von dem BocmmidlchastSgericht auSdrü-Nich genehmigt ist, wü>dc der Ver- gleich giiltig sein. Ob ein solcher geschloffen ist, muß sich au» den Vor- mundschastSalten ergeben. 2 Der Muiter und nicht Ihnen steht das Er- ziehungSrccht zu. 3. Sin bestimmter Satz ist im Gesetz nicht angegeben; von Fall zu Fall hat daS Gericht festzusetzen, wie viel sür den stände»- mäßigen Unterhalt der Frau und der Kinder sowie sür Ihren eigenen Untcrdall bleiben müssen 4. Eine derartige Abmachung hätte keine Gültigkeit. — Leserin. Do» ist an sich zulässig.— E. M. 2000. Wenn Ihr Ver- trag nicht» Gegenteiliges besagt, so vraucht der Wirt in die Aenderung de» AcrwaacS nicht zu willigen. Sie müßten also den Weg der Güte ver- suchen.— Oftfricse. t. und L.: Ja. Anmeldung beim Magistrat und der Verwaltung der direkten Steuer. 3. Ja.— Softna. Wir lehne» e» gnuid- lätzlich ab, bcilimmte Zlnwälie. Aerzte. Finnen usw. zu empschlen. Wenden Sie sich an da» betreffende ilmtSgericht.— ivt. M. A». Wenden Et« sich an den Magistrat, StislungZdcputalwn und an die ZluSkuiisiSstelle sür ethische Kultur, Unter den Luiden IS.— H. K. 60. 1. Nein. 2. Da» Gewerbegericht ist zuständig.— W. SO. Da» ist unrichtig. Auch wenn da» Billett sür süns Strecken lautete, konnte der Fahrgast stet» vorher au». steigen.— H. K. 80. 1. Wenn da» Testament den Formen entspricht, so ist e» gültig. 2. Da» Testament lönnen Sie an da» Amtsgericht de» Bezirk«, tn dem Sie wohnen, zur Veröffentlichung emjendca. Meyer 1000. Sie befinden sich im Irrtum. Der Ihnen gezeigte Fleck ist nicht der Frlcdhos.- W. Vi. 1. L Ja. der Ml-tsstcmpel wird ür die Zeit vom 1. Januar bis 1. Jauuar berechnet. 2- sie ewa mqcmessene Frist zur Lieferung, betonen, daß sie dann nach Ab aus der Frist vollen Schadenersatz verlangen würden und Nagen iiach Abloul der Mst beim Amtsgericht Ihre Forderung ein.— G» R» 31» Welver nein. «etter- Prognose für Dienstag, de««.«»«» vlelsach heiter, aber ziemlich kühl und veränderlich bei trsichcu Nord« «estlichrn Winden; keine erhebliche» Niederschläge. Lerliuer Detterbure»» Statt besonderer Meidnng! ZUN Sonnabend, den 25. Mai, verstarb nach längerem schwerem Leid«» unser lieber Vater. Schwiegervater, Bruder, Schwager und Grohvater 50342 Jakoii Bamberger im vollendeten 60. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Mai, nach. mittags i Uhr, aus dem jüdischen Friedhos in Weigensee statt. Danksagung. srür die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Beerdigung meines Sohnes, unseres Bruders, sage allen Freunden, insbesondere dem Verein der Rohrer Berlins unseren herz- lichsten Dank. S035L _ Witwe Schlack. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme sowie die zahlreichen Nranzspenden bei der Beerdigung meines so jäh ums Leben gekommenen unvergeßlichen lieben Mannes und guten Vaters, des Formers gZSb Loyis Jkiarci sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie seinen jrühcren slollegcn der Firma Gchrs u. Co. und den Mitgnedcn» des Deutschen Metallarbeiter. Verbandes unseren herzlichsten Dank. Witwe Anna Adam und Tohn. Für die herzlichen Beweise der Teilnahme bei dem Hinscheiden meines geliebten Mannes, unseres guten Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels gZIb (Zustav �sde�vix sagen wir hiermit unseren innigsten Dank, besonders dem Personal dcS „KaujhauscS deS Westens' und des Hauses N. Israel sowie dem Gesangverein.Union'. Tie trauernden Hinterbliebenen. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PrinzeBSlr.�Ä�, 10— 2, 5— 7. Sonntags 10—12, 2—4. Dr. Schlinei�ann Svezial-SIrzt für 44112* Ifant- und llarnlcidcn, Frauen krunkliciten. Friedrichstr. 203, Ecke Schützenstr. 10-S, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Kliuiitu- uiib Krniichiudkm von Roberl Meyer,. nur Wluiauiiku-Ztrufjk 2. Ausnalunepreise Hai, Jani, Juli. 5? Ä. B. Koch /v Koiilen-Groß-Miung Berlin 0. 34, Brombergerstr. 13. Preise sür nur la Marken ab Platz von 10 Ztr. an:» Prima la Halbiteine(bekannte Marken).. pr. Ztr. 85 Ps. » la Dinniant Pr.Ztr.(110 bis 120 Stck.)... 87 Ps. , la Jlse n. Akw.... 90 Pj. „ laAiithrazitEadbpZtr 8,30M. Koks, Steinkohle» usw. zu den diliigaten Tagespreisen. Zlnlicsernng frei Keller je nach Onantnm pr. Ztr. 10—15 Ps. mehr.— Bei Original- Waggons und gröberen Abschlüssen verlangen Sie meine Spezial-Osferte. sex Stöfs hat, fcrt. Herren- 1 Anzug20H.,ohneStonfiur. J 2 Anvr., beste Zutat. Für guten Sitz gold. Medaille. I.ull«. Lage!. Frenriauer . Ste.23,ll.Alexaiidcrpl. Gegr. 180». Robert Tismer Abfahrt-Station: Berlin, Schillingsbrücke. '■ Telephon: Ober-Schönowoide No. 14.—— imlj r. Täglich Uiu Von ca. 2 Uhr nachmittags ab■/«atDndlleh, a Person 20 Pf. Campfer-Fahrgäste zahlen kein Entree. Jaden Donnerstai: Elite-Tag. Großes Militär-Konzert Im grollen Saale; BAJLL» Billigste Dampfer-Sonderfaiirten mit Musik Bacii Woilersilortep Sclilease Dienstag „ ffenalorfer Schleuse Rseli WoKersdopler Selileuse „ heue Miihie Bach Woitefsiiopfef Schleuse Freitag Wernsilerter Schleuse- 2.......... 00 ( iiach WeitersßflrSer Schleuse 9 2 58 i„ WeMOorler Schleuse- z 50 j M Wcilersßorier Schleuse 9 2 50 („ Keue Ihie- 2 58 SonnaiiElld( Bach RrlhergE-Rüilersilorl 10 ( Sacli Woltcrsdorfep Schleuse 8 ™8 j.. Kiiggeliseta 9- Te,,r 59 Vereinen, Gcselkaclial'tcn, Schule« usw. empfehle Dampfer zu Ausflügen unter äußerst günstigen Bedingungen.[49851.* latUÄS8"» I Sonnabend, den 1. Juni; Voranzeige!»Mscli2mfalirt nach Restaurant..K.vffhSnncr". Abfahrt zirka 9 L'br«bciida. Vm. Nm. ca.| ca. Uhr! Uhr Pro Person hin und zurDck Pfennig Hin-«I Rückfahrt ,™ fahrt Hin- ROck- falirt ÜU fahrt Hin. sn Rück- fahrt fahrt 01 Einfache das FBugEsiati zur Prago der rapiden Gdtreldeprelsstelxerunffon, die Ursachen und Wirkungen, dl# Mittel und Wegre, den weiteren fabelhaften Aufwürts- beweffun�en die gefährliche Spitze zu nehmen, um den Aufbruch der offenen Revolution in Deutechlend. wenn möglich, noch zu verhüten. von Michael Proeetler. Kaufmann in Würzburg, Herausgeber der ftro- echöre: f,l>Ä»%Vlrt»«o)i(ttt8bll(l der de�enwart und der Zukunft". wird vom Verfasser an Interessenten portofrei versandt.— � l>ie Broschüre selbst ist zu beziehen durch alle Ouchhandlur.gen(Kom- nrissionär: Otto Weber, Leipzig). Broschüre Af vollständige Ausgabe, Mk. 2.— B, Teil- und Volksausgabc, 60 Pfg. Gegen Kinscndung von *lk, 2.10, beaw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.20, bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Hrcschürcn portofrei vom Verfasser versandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhUUIich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte* mim Soeben erschienen 2 Gruppenbild der Soziakkin. Kdcftslagsfraktion 1907. Au! elegantem Karton. Bildgröße 55: 40 cm. Prois 40 Pf. Eipeilltfon des„Vorwärts". Berlin SW. 88. LInilenstr. 69(Laden). r SlrlicifSnachweiö: Verwalfungdstclle Berlin. Hanfifbureau: Hos I. Llmi 3, 1239. CliaritfeslraBe'S. Hos III. Slnil 3, 1987. Mittwoch, den 29. Mai 1907, abends S1/. Uhr: Versainmlnnft zss d°- Gold- und Silberarbeiter im Saale von Franke, Scbastianstraße 39. Tages« Ordnung: 1. Bortrag des Genossen D a v i d s o h n über:»Die aus- wärtige Poliük Deutschlands. 2. DtSkusion. 3. Berbandsangclegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 119110 Mittwoch, den 29. Mai 1907, abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung nt Steglitz, Groß-Cicbterfelde»> bei Reisen, Gro�-Lichterfelde, Chansscestrasje 104. TageS'Ordnung: 1. Bortrag:.Die ArbeitertBaugcnossciischaften alS soziale Pioniere". Referent: Genosse Stempel. 2. Verfiandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. DSF* Ohne Bnch kein Zutritt. IM Zahlreicher Besuch wird erwartet. Die Broschüre:„Strcifzüge durch Theorie nnd Praxis der Arbeiterbewegung" von P. Kampffmcyer ist in unserem Bureau zu erhalten. Verkaufspreis 1 M., für Verbands- Mitglieder 50 Pf._ Die Ortsverwaltung. Deutscher Tabakarbeiter-Veriiand. Zalilstcllo Berlin. Mittwoch, den 29. Mai. abcndö 8's. Uhr, in de» Musiker-Tälen, Kaiser Tvilhelmstr. 18n,(unterer Saal): Mitglied er-Versammlung TageS'Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1907. 187/9 2. Tarifverträge. Ncscrcnt: Kollege Max Kiesel. 3. Ocrlliche VervaudSangelegenheilen. Zahlreichen Besuch erwarten Die Bevollmächtigten. I. el.! S. R o s e n t h a l, Swlncmünderslr. 62 II. LeU!8cil!AUli8. tZahlrtello Berlin.) Am Freilag, de» 31. Mai, nachmittags 5'/, Uhr. bei Litfln, Memelerslr. 67: Allßeriirdkiillllht Gfl>ttl>I-Kfksl>«»Iiliz. TageS. Ordnung: 1. Die Weitzbicr-Frage. 2. Wahl der Delegierten zum Vcrbandstag. 3. Be- 69/10 ratung der gestellten Anträae. 4. VcrbaiidSangclcgrnheitcii. Mitglieds- und BSahlvcrciiisbilch legitimiert. Wu Bio Ortsvvi-Hvaltantr. kixlllirs. lentsai-Kfanböiibasse dsl Mm = und Stukkateure „Grundstein zur Einigkeit". Die Versammlung, welche umständehalber Sonntag, den 26. Mai, nicht stattfinden konnte, findet heute 26. Mai, abdS. 8'/. Uhr, bei Thiel, Bcrgstr. 151/152, im grossen Saale statt. Um zahlreichen und Pünktlichen Besuch bittet 149/11_ Plc Ortsvcrwaltnng. Geschäftsleute und Private, die eventuell zur Uebernahme einer Kundensammelstelle für Bezirke, in denen keine bewilligten Bäckereien sind, bereit sein würden, bitten wir, ihre Adresse gütigst an uns einsenden zu wollen. 40/4 Verband der Wer und Bernfspfisseii Eeatseliiands (Mitgliedschaft Berlin) Bureau: Auguststraßo\o. 30. Telephon: Amt III, Nr. 1213. ♦Jfelk «ÄWMtÄnk» Täglich(außer Sonntags): Billige Oampisrfahtten um Musik von der WalHOnbi-ücke nach Toigts Kram j>en 1> u rg(Berliner Alpen). Msahrt vorm. O1/,, nachm. 2'U Uhr. Abfahrt CasH Alfen'1, Std. später. Fahrpreis hin und zurück vorm. 72 Ps., nachm. Sv Pj.. Kinder Xü Ps. Reederei 1,. Kaimt. Paul LitflUS Restaurant u. Festsäle Amt VII Nr. 1075. MeniclcratraBe 07. Saal mit Bühne und Nebenränmcn, 500 Personen, kleiner Saal mit Parkettboden, 150 Personen lassend, sowie VereinSzimmer mit PianIno stehen den geehrten Vereinen und Gcsellschasien zur Slbhaltung von Versammlnugen und Festlichkeiten, auch Sonntags, zur Verfügung. Es sind noch Sonn- abcndc und Sonntage im Herbst uud Winter zu vergeben.* Um gütigen Zuspruch bittet Paul Litfln* •atMSMssesesessMftessseteeaMeEMMtt«* Ächtung! Gewerkschaften und Vereine!; Bringe meine mit allem Komfort der Kouzeit verschonen Itlttep- Festsäle, Ritterstr. 71/75, mit Bühne, zirka 700 Personen fassend, und VcrelnBElmmcr] in joder gewünschten Gröflo in eniptohlondo Erinnerung. »onnubende uud Sonntage noch frei. Um geneigten Zuspruch bittet 50321,* Aug. Rercllt, Ritterstraßo 75. Fernspreohor: Amt IV 7509. ttr H Zabistelle Berlin. Bureau: Engel-User 19. Telephon: Amt IV, Nr. 10 623. Mittwoch, den 20. Mai, abends SVa Uhr: NtcklUikilsiuiimielNkiflimmlaiigk« TageS-Ordnung! 1. Bericht der VertraucnSmiinner. 2. Unsere Stellungnahme nach der Aussperrung. Tischler. Süd-Weslen: ßciGoOmann, Krcuzbergstrafie 48. Ciidncton I(zwischen Adalbert- und Mantcusselstrafie) ölltiUdNül I bcs Ikltnlis, Manteuffelstr. vö. Ciissiavtan 1?(zwischen Manteuffekstrafie und Mürliher Ufer) SUllvSivll 11 iUnb», Atantenffelfir.'J5. Hcton I(Zwischen Eentrnm und Fritchtstrasir) bei Qltkln, OSlLU I Mcmclcrfir. 67. äSiCll II(Iwischen Fruchtstraizc nud FriebrichSberg) bei DltLn, Fllr die Bezirke Osten I und 11 finde» am DienStag zwei BertraucuSmänner-Brrsammlungen für die ausgesperrten Betrieb« statt, wozu die Werkstätten brieflich eingeladen werde»»« EtGl'llQStCn I bei mann, Stranfibergerstr. 3. bei Wlidncr in Fricdrichsberg, Friedrich Rarlstr. 11. Veslliche Vororte: Rosenthuler«. Schönhauser Vorstadl: und Moabit: bei rahrotv, Ravenösir. s. Donnerstag, den 30. Mai, abends 8'/., Uhr» Lilden: bei vlleslng, Wasscrtorstr. 38. Für sindct keine Vertrauens. mSlnier-Vcrsamlnlung statt. Für die �ÜobeBlSOiiOPei* findet der Brauchen-Ver. sammlung wegen keine Vertrauenöinänncr-Versammlung statt. nachmittags 5'l, Uhr bei Lehmann, Nene Friedrichstr. 1. Bodenleser u.Bohner. Mittwoch, den 29. Mai, abcndS 8 Uhr, im Gewerkschaftshaufe («aal I), Engel-llfcr 15; VersammBung.—« Die Tagesordnung wird in der Vcrsanunlnng bekannt gegeben. SBT" Die Verbandsbüchcr sind vorzuzeigen.-T&Q _ Die Kommianlon. Jalousie� Arbeiter. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8'/, Uhr, bei Anton Bocker» Wederstrasjc 17: II]'aiKeIlien-Vei,sstHAin1?»n|£. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Ilodert �tzhrenn. 2. Bericht über die Statistik. Z. Verschiedenes. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist dringend erforderlich. _ Der Obmann. läS; Mnsikinstminentenarkiter. isSÄ Die Branchenversammlung am Montag, den 27. Mai fällt ans. Die nächste Vertrauensmänner-Bersaminlung findet am Donnerstag, den 39. Mai, im GcwcrkschaftShauS, Saal 3 statt. Die Branchenhomnilsslon. 7reppengeländer'8ranehe! Donnerstag, de» 30. Mai, abends 8'/, Uhr, tu BoeterS Festsiilen, W e b e r st r. 1 7: Vrttiteiieiit- Vee siTMiMlnNK. TageS»Ordnung: 1. Welche Vorteile bietet uns der Schiedsspruch? 2. Diskussion. 3. Branchenaugelcgenhcitcn. Wir ersuchen die Kollegen aus der Branche, alle zu erscheinen, nm Klarheit über die Auolcgung des Vertrages zu schasfcu. Die ItommlMien. W Einsetzer."VB Mittwoch, den 80. Aini. abeudS 8 Uhr, im Englischen Garte»», Niexandc: str. 97 o, oberer Saal: Bi'imeli en-Versammlun g. T a g c s- O r d n u n g: Bericht über die Tarifvc: Handlungen. Wahl ciucS ObmannS. Branchen, angelcgcnhcitcn. Verschiedenes. Der Obmann« ZUaschinrunrhriter. Mitttvoch, den L0. Mai, abends 8'/, tthr. in de» Zl»,drcaS-FrstMe«. Andreasstrasje 2t: verti'allenmZilnel'-verlsmmIimg. Jede Wertstait mutz vertreten sein._ Kleber! Heute. Dienstag, den 28. Mai 1997, abends 8'/, Uhr» im Neuen Klnbhann, Kommandantenstrabe 72; Oefientliehe Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Welche Mittel wenden wir a», nm die durch die Bauarbeiter» Slnöspcrrnug herrinbrechendo NrbrltSlosiglcit in der Klcbebranche zu vermindern? Ncsercnt: Kollege Winkler. 2. Diskussion. Alle Spczialklebcr. klebenden Kuudcnarbciter und klebenden Maler. gehülscn sind zu dieser Versammlung eingeladen I 101/5 NB. Die Vorstände der Malerorganisafionen find brieflich eingeladm. Zahlreichen Besuch erwartet Oer Elnderaker. Sozialdemokratischer Wabberein für den Z. Berliner Keiehstags-Wahtbreis. Dienstag, den 28, Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15: Mitglieder Uersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Rcichstagsabgcordneten Genossen Wolfgang Heine über:„Der neue Reichstag und die Sozialdemokratie". 2. Diskussion. WM Gaste haben Zutritt."iSBG 241/9* Zu recht zahlreichem Desuch ladet ein Der Borstaud. Soziäldemokratlselier Verein im fünften Berliner fteiehstagsmahlkreise. Dienstag, den 28. Mai, 8� Uhr abends, im Alten Schiitzenhaase, Finienstr. ö: Verssmmiunx.-- Tages. Ordnung: i.„Das agtorifdHibfrole Rkgierungs-�rsgramm." Referent: Neichstagsabgeordneter Genosse Kodvntt TvKmißH. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereins-Nngeiegenheiten. 24Z/19 SV SM" Zahlreiches Erscheinen erwartet vor Verstand. Sozialdemokratischer Wahberein für den 6. Berliner Reichstags'Wahlkreis. Dienstag» den 28. Mai» abends 8'/- Uhr, im Kernhard Rose-Theater» Badstrafte S8: AM- Versammlung:.-WD Tage S-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen With. Düwelt über: Kirche und Sozialismus. 2. Diskussion. SOr* Gäste— auch Damen— haben Zutritt. 249/12* Zu zahlreichem Besuch ladet ein Her Torstand. teiflier i- i Mittwoch, den 29. Mai 1907, abends 9'/, Uhr, bei ZlUbrodt, Mullerstrasie 7: Geffentliche Uersammlung. Tages« Ordnung: 1. Vortrag deS Herrn dnllan Borchardt über:„Das ncne ETangellnm". 2. Diskussion und Gewerbliche«. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammwng statt. vS8b* Der Einberufer. Bruch-Pollfnanii empslehllseinitagcrinöraoddanilagen, Lelbnimlen, Gerailehallern, Spritzen, Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenp/Icge. Eigene Werkstatt. siieser.s.Orts. uHülsS-Krankenkassen. Berlin C., 440SU* 30. Liaitn-Strahe 30. Zllle Bruchbänder mit elastischen Pe> loten, angenehm u. weich am Körper. �imiiiiMVsU innimritlDi.i.l.!!'.!- Verkäufe. Extra- RäumungSverkaus meines Reservelagers. Steppdecken nur so lange Vorrat, Stück 3,25, 3,85, 4,65, 5,25 usw._ 828b* Blüschdecken mit kleinen Äcbe- sehlern jetzt für die Hälste des Preises. Duchdecken jetzt 1.65, 1 ,95.2.35 üsiv� Rngeschmntzte Gardinen und Sto« res mit extra 15 Prozent Rabatt. E. WcisienbergS Teppichhaus, Grosse Zrankfurterstrasse 125. 828b* Extra- RäumungSverkaus. Plüsch. und Tuchportieren zu Spottpreisen Mit 10 Prozent Rabatt. 823b* Schwere Plüschteppiche jetzt mit 10 Prozent Extrarabalt. 8286* Schwere Schlasdecken, Wert das Doppelte, jetzt 3.85. 5.25, 6.75 usw. E. WcissenbergS Teppichhaus, Grosse Franksurlerftrasse 125. 823b* rrpplckiemilslarbenjebleriignbllt» Niederlage Grade stzrankinrlei ii>asse 9. parterre kein Laden. Mauerhoss.+1 Steppdreke» billigst Febril Grosse Krankt nrlerinasse». pnilerie>1 viardinrnhane Grogeitraut'iirier» strass» S. parterre Kein Laden. Mauerhoss. i f lepplchr!(ifüicrFnile) in allen Grösse» sür die Hülste de« Wem« im Teppicklnger Brünn. Hackeiwer Markt 4, Babiiboi Börse. 255/2* Fahrräder. Teilzahlungen. validensirasse 20, Skalitzersirasse 40.• Gardinen, Portieren. Taschenuhren. Wanduhren, Schmucksachen spottbillig. PsandleihhauS, Küstrincr. platz 7._ 2345« Steppdecken spottbillig Erosse Frankjurtcrslrasse 60. A67K* Fabrik 2167K' 9000 Heiwensahrräder. Damen. sahiräder, hochelegante Luxusmodclle 43.00, 55,00, 60,00. Doppelalocken- lager, Torpcdosreilaus lO.i'O Ausschlag. Luslschläuchc 1,75, Laufdccken 2,50, Acethlenlainpcn 1,75, Pedale 0,90, Fusspumpcn 0,65, Sättel 1,50. Merlau, Rittcrstrasse 94,_ 24 SM* Herrenfahrrad. hochmoderne Prachlmaschine. umständehalber dringend jede» ProiS, Wassertoistrassc 44, I rechtS. 2463K* Herrenfahrrad, Dameniahrrad, wie neu. 45.00. Holz. Biuine». f trage 3V d._ 2457K* Kinderwagen. Kindeibcitstellen Sporlwagcn, gedrauchie, znrückgcichie spottbillig Schncider. Knrjürsten« strasse 172_ 2247K' Gaskrone», Petroleum krönen ohne «nzahlung. Woche 1,00. Louis Böttcher (lclvit): Boxhagencrstrassc 32 lBalm- vcrbmdung Warschauerstrasse), R«- nickendorserstrasse 116, Schönhauser Allee 80. Pot�damcrstrasse 8t, Rix- dors, Kaiicr Friedrich strasse 247.* Lerantwortlicher Redakteur Möbrlangebot. Im Anhalter Bahnspeicher, Möckernstrasse 25, An- Halter Jnncnbahnhos, direkt Hoch- babnstation Möckcrnbrücke, stehen ver- schtedene Einrichtungen zum Ber- kaus. Darunter befinden sich hoch- moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Salon- garniluren. Paneelsosas, Biblio- thelcn,, Anklcidcschränke, Nuhbamn» Büfette, Bronzckroncn, Oclgcmäldc, Schreibtische 23,00, Ruhebetten mit prachtvoller Diwandcckc 22,50, wun- dcrschöne SäulentrumcauS 30,00, bochclegante Saloittcppiche schon 14,00 bis zu allergrösslcn Saallcppichcii, allerliebste Zimmerteppiche 3.00, rcichgestickle Uevergardincn. Spachtel- stores, Tllllgardiiicn, Steppdecken, Saloiibildcr, Standuhren, prachtvolle Plüschtilchderlen 5,00. Verschiedene Gelegenheiten. Uebcrnahme voll- ständiger Warenlager. Wirtschaften, KonkiirSmassen, Nachlässe zumschnelleu Verkauf und Versteigerung. Olto LidckcS AuktionS- und Möbclspeichcr. Kostenloser Transport. Lagerung.» Möi'clsäbrit, Oraincnsirngc 53 direkt Moritzplatz. In meine» jüns Etagen stehen koniplettc WobniingS. eiurichiiingcn in jeder Preislage uom Einsachsten bis»um Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen. säst neuen Möbeln, die bedeutend herabgcscbt find. Besichtigung erbeten, ohne Kaus« zivang, Auhallcnd billig verlause ich neue ChaiiciongucS 20, Schlaf- loja 29, Satteltaschensosa 45, Paneclsosa 55, hochelegante Garnitur 75, Säulcillruineau 32, Bettstelle mit Mairatze 16, AuSzied- ttsch 13, Muschetspind, Berttko 27. Gekaufte Mvbct können drei Monate kosleiisrei lagern. Tcitzahtuiig gc- stattet. Kein Laden, direkt Fabrik. Auch Sonntags gcössnct. Muster- buch gratis. 2IZ2K* Mobririsititoret lieieri gediegen. WohuuntjSeinrichtungen äusserst billig Bunic Küchen. SNiq Ratenzahlliirg. Kein Laden. Harnnck, Tsschtcrineiiler, DreSdencistrage 124, nahe Kotibuscr Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* Leihhaus Piinzensirassc 28, 1 Treppe. Ecke Rltterftrage. Vcrjai>cnc Pfänder, GelcgenheitSlaus«. Goldsachen jeder Art, goldene Uhren, vertäust spotl- billig. 1662K» Herren. Garderobe nach Mag, saubere'Arbeit, grosse« Slosslager, Paletot. Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handioerter, lasset den Hand- werter verdienen. Teilzaiitung gestattet. F. Dörge, DrcSdciicritrasse 409. Ha wbo»nrl.uir Hki renaiizügc Sommerpatclots, zurückgesetzte, an« sctiisten Massstosse», la— as.iiO. ver» fnujl täglich, SonuiagS. Deultchet Perjaiidbaiis. Fagerst-asse 63. I.» 'Räiiinung�derkauf. Pjandleih. bau« Weidenweg neunzehn. Spoit. preise. Teppichverkaus. Gardinen- verkauf. Bri..«verkauf Wäschcoer- kaus. Uhrenverkauj. Sachcnoerlaus. Piändervcrkauf._ 58/18* Hans Welier, Berlin. Für den' Kinderwage», Kinderbetistcllcn, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Sommer, Wicnerfwasse 51. TamcnjackettS. Paletot«, Mäntel, Kostüme, Seidenröcke, Modellblufen, Rciscmuster, teil« aus Seide, durchweg 9 Mark, JulsuS Ncumann, Belle« alliancestrassc>05. 2493K' Abcssinierpumpe, von 8,00 bis 100,00, alle billigst. Schläuche 0,40 an. Sauger, Ersatzteile, Lelhcrdbohrer beim kulanten Pumpenwolff, Acker- strasse 81________+93* Milchgeschäft kraiilheitsbalbcr ocrkäusiich, 16 Jahre in einer Hand. Schöneberg, Slubenrauchslrassc 3. M kelfenö Porzellan-, Zigarren« geschäsl muss bis zum August ver- kaust werden, passend für Slnsänger, Barzablung, billig. Gross- Lichter« selbe, Molikestrnsse 33._ 8506 Gutgehendes Zigarrcugcichäsl Umstände halber sosort zu verlausen. Näheres Pappclallce 69, Runge. Ärcnnnbor. Herrenrad unF Damenrad, gut erhalten, biMgst zu verkausen. PIcnsdors, Reinickendot+er- strasse 14 M.___+84* Rähmaschiuen! Vergüte bis 15,00, wer Teilzahlung tauft oder nach- weist. Sämtliche Shstcme. Brauser, Frankfurter Allee 101, Laden. Repa« ralurcn billig!+124* GelegenIirttStäufe: PalclolS. An« züge. Hofen. Köster. Revolver, TeschingS, Uhren, Goldsachen. Kessel, spallbillig. Lücke. Orauienstrasse I3>. ütcilrgläier, Opcriiglätcr� Reiss- zeuge, Regulatoren, Freischivinger, Harmonikas, Geigen, Zilhcrn, Bilder, Teppiche, spottbillig. Lücke. Oraiiien- strasse 131. V27b' Deckbett, Unlerdeil, Kissen mit glallrowin Inlett>0.50. Psnudlcitie Andreasttrassc achlunddreissig. 2472K* ssiotroia-geslreiileS? eckbeti. Unter bell, zwei Kiste»>8,00. Damaslbeziige, Steppdecke»,'AndreaSslrassc achtund- dreissig Pfandleihe. 2473K* Bnnkrndoikbrtt, Unlerbett, zwei Kissen 27.00. Grosse Laken l.OO. Leilihnn« AudreaSstrasse achtund« drei>-ig fflcfh'ilchc itr.ch überall.» Milchgeschäft, sünsjährig, wegen Versetzung sosort verkäuflich, 550, grosse Wohnung, Plüschsofa, Tafel- klavier, srnnzösische Bettstellen, Spind. Hobcnzollcrnplatz 5(UHIandstrasse.) Hererniahrrad spottbillig. Stein, Rriie Badnhosslrahe 6._+135 �Mrslauratio». Zahlstelle, hillig verkäuflich Tolzigci strasse 9, j->25 �Schankgrfchäft soll für Inventar« preis vcrkauji werden. Zu erfragen 1... R im Lokal Kochhannstrasse Federbetten 16,00. Michel, Dres« dcncrstt asse 38. 939b PsandleihhauS k Hcnnaniiplatz lechS Extt'abiUlger Veltenverkauf, Wäscheverkauf. Ubrcnverkaus. Waren. bestände, Jackclianzüge, Gedrock« aniüae.+ll7 Kollegen! Siöhmaschmen ohne An- zahlung Stephanftrassc 43.+79' Herrenfahrrad �umständehalber. Kleinschmidt, Usedomstrasse 27».+141 Herrenfahrrad, hochmodern, dringe.nd. Hecht, Badftrassc 37. Herrenfahrrad spottbillig Oder« bergerslrassc 22, Vorderhaus II rechts. Gebrauchtes Mahagoni- Vertiko verkaust Villwock, Nauuynsttasse 70, vorn III.+13 Grünkramgeschäft traukhcilS- halber verkaujt billig Lychcncr- strasse 119.+62 Ein Grünkram-, geschäft zu verkausen. waldcrflrasse 30. Obst-, Vorkost- Brosche, Lieben- +85 Nebenverdienst bietet sich Gc- nassen und Genossinnen durch Ver- kauf eines gangbaren Artikels. Kunze, Nixdorf. Pflügerstrasse lt. 2497K Gipssignren- Giestcrci— wenn billig, sosort zu kaufen gesucht. Osserten mit Preis unter 0. 1 an Expedition deS»Vorwärts*. S34b Versdnedenes. Patriitanwatt Weiset. Gittchiuer« griisse 94». 927b» Knnslsiopferrt von Frau KokoSiv, Ebariotlenburg. Goetbeiirasse 84. I.* Lernt die MuIIcrspi achc beherrschen I Erfolgreichen, leicht sasslichen Unterricht in Wort und Schrisi der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren sseparat) auch abends cm tüchtiger und gewisienhaster Vrivallebrer. Die Stunde kostet eine Mark. Eine Unter- richtSstunde wöchentlich genüg«. Gc- fällige Älngebote sind unter v. 4 an Expedition des»Vorwärts* zu richten. Vermietungen. Zimmer. Deilnehmcrznm möblierten Vorder- zii.ancr. Appell, Wassertorstrassc 14. Möbliertes Zimmer vennictet Lychcnerstrasse 26, II. Portal, IV links._+62 Teilnehmer zum bei Genossen gesucht. litzerslrassc l3 II. möblierte, iZinimer Rudolph, Ska� _+74 Schlafstellen. Schlafstelle, möblicit, 2 Herren. vorn, billig KoperniluSstran« 37 I.* Schlafstelle für anständigen Herrn zu vermieten. Wolf, Falckcnsiein- slrassc22.I.___ 8076* Schlafstelle vermietet Gross er, Demmincrslrasse 34, Hos IV.+94* Schlasstelle(Herrn), separat, Oranienstrasse 157, vom IV, nahe Moritzplatz. Brabant._+75 Schlafstelle, separat, Herrn, Prinzcn- slrassc 89, Schläger.___ 226/1 Schlafstelle sofort Wallstrassc 35� vorn III. 943b �Freundliche Schlasstellc, scparaicn Eingang, vermietet Sternbeck, Swine- münderstrasse 54, vorn IV.+94 Freundlich möbticrte Schlafstelle sür 2 Herren vermietet Hostmann, Dunckcrslrasse 91 vorn HI. 928b» Schlafstelle. Herrn, S29b separat, sür Schäscrstrasse 9—10, Schulz.__ Möblierte Schlasstellc sür zwei Herren, 13 Mark, mit Kaffee, Sohr, Prinzcnstratze 106, 936b �Möblierte Schlafstelle, separat, vermietet Ritterstrasse 124, Hos II links,_________ 9376 Teilnehmer für möblierte Schlaf- stelle, Kropp. Jnvalidenstrasse 6. IV. Freundliche Schlafstelle, Herrn, vermietet Hoppe, Fruchtstrasse 65 vorn IV.+38 �rdettsmarkt Stellengesuche. Nlinder SiudlNechler bittet am Arbeit, Stühle werde» abgeholt und zurückgetiejert A. Gläler. Mulack- Itiagc 27. l��b Stellenangebote. Automobilführrr! Chauffeur- Lehrlinge werden jederzeit verlangt. Prospekte srci. Grossicr slcllcnnach- weis gratis. Grosse Werkstätten. Autotechnikum. nur Berlin-WilmerS- dors Hildegardstrasse 13. Bedeutendstes Lchrinslitut Deutschlands unter In- genicurlcitung. Von Behörden be- vorzugt._____ 2477K* Dirigenten sucht Arbeitergesang- verein, Donnerstags. Offerten Seite- körn, Nieder-Schönhausen, 932b '�Drechsler gesucht, der kesseln und auSbicgen kann, guter Lohn. Manne, Borhagencr Chaussee 8.+13> Junger Mann, welcher schon in Restauratton tötig war, wird sosort verlangt. Schilling, Kysthäuserstrasse 26. Achtung!' DM Achtung! Die Zuschneider und Zuschneiderinnen der nachstehenden Geschästc haben de» Beschlüssen der beiderseitige» Kommissionen Folge gclcistct und sind trotz- dem am Sonnabend, den 25. Mai 1907 aus das Pflaster gesetzt worden. Wir ersuchen die Kollegen, in diesen Firmen keine Stellung anzunehmen: Vnnm u. Co.. Solomon Kurzweg, Wolf n. Biram. I64//5 I»le Ortsverwaltang. Bcrstlberer und Silbers chlist- Arbetier verlangt Blumensttasse 34a. Marmorschleifer verlangt Grä f, Steglitz, 202/20 Laufburschen nachmillag verlangt Gentz, Koppenstrasse 60.+38 sofort Zeitungsfrauen Mittenwaldcrstrasse 6. verlangt +lll Arbeiterin verlangt Goldleisten. Fabrik Batbe, Köpenlckerftratze 127. � Botenfrauen für die Touren BeUc-Allianccplatz. Neuenburgerstr'asse sindcn lohnende und dauernde Bc- fchästigung Schützenstrassc23/24. s39/7» Botenfrauen(Tour Stralauer Slllcc) sindcn sehr lohnende und dauernde Stellung Toraucrswasse 20. '�Botensraucn finden sehr lohnende und dauernde Bcschästigung Pols- damerstrasse 83(Eingang: Lützow- strasse). Z9/9* Im Aebeitsmaekt durch besonderen Druck hervorgehobcue Anzeigen kosten 30 Pf. die Zeile. Gesucht von einem bedeutenden Werke im Nordwesten Frankreichs tüchtige Dreher auf horizontale und vertikale Dreh. bänke. Seriöse Referenzen verlangst Schreiben unter d. 2442 X. an linasenstein dt Vogler in Genf.____ 20/172 MMWWlWAW' aus Schmiede- und Treibarbeiten werden sür Kopenhagen unst günstigen Bedingungen und dauernder Bc- schäsliguitg verlangst Meldungen sind persönlich im Hotel Schönhausen, Eichendorffslr. l7, Zimmer Nr. 5. von von». 10—11 Uhr, nachmlllagS von 6—7 Uhr zil matten. 942b* 2 tHige ScliplftmaleF, welche selbständig arbeiten, sindcn dauernde gutbezahlte Stellung. Ein- tritt möglichst sofort. 944b* Ä. Frei dt Cie., Zürich. Deutscher Kolzarbeiler-Vefband Zahlstelle Berlin. Wegen Streik und Differenzen ist Dirtrl«crflOlb« u. Leisteiipolierer die Firma Baekensen. Ritler. straue 47 Sblil* Tie OrtSverwaltung. Mlm! ssölifkl! Die Spene über die Firma Neubert «. Knori? ist hiermii ausgehobeu. Verein der Dttpfer Berlin« nnd Vnigegend. Der Vorstand. anzuge.__ T"'~ �ni>—— pr—n—nri-nar— i— w»" iryinww—------------- gnfciatenteil vcraiUw.: Th. Glock«, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruclere, u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co., Berlin SVf, ilr. 121. 24. Jahrgang. 2, KtilU dcs Lmürls" Knlim WksM Der Frozeß Pöplau. Der Prozes Pöplau scheint auch diesmal wieder in, S ch n e ck e u t e in p o fortschreiten zu sollen. Am dritten Tag, Montag, ist er vorläufig überhaupt nicht vom Flecke ge- kommen. Die lLerhaiidlimgen und Beratungen erstreckten sich nur auf die Frage, ob und wie man der bisher ausgebliebenen Zeugen habhaft werden könne. Da waren zimncbst die vom Angeklagten geladenen Zeugen, die am Sonnabend der Ladung keine Folge geleistet hatten. Der Ver- tcidigcr Ncchtsanwalt Bertram gab am Montag die Erklärung ab, Pöplau habe diese Zeugen fast sämtlich zum Dienstag noch einmal geladen und zivar diesmal unter peinlich ft er Be- obachtung der Formalitäten. Hierzu gehört, das; ihnen auch die„Reisekosten" vorgestreckt werden. Ein Einwohner Berlins bedarf zur„Reise* nach dem GcrichtSgebände in Moabit nur einiger Nickel für die Strastenbahn. Für Sonnabend hatte Herr Pöplau diese den Zeugen nicht überiandt, weil er der Meinung war. das könnte von einigen der Herrschaften am Ende gar als Beleidigung aufgesagt werden. Inzwischen hat er sicb überlegt, dag die Nichtbeachtung dieser. Formalität einen gesetzlichen Grund abgeben kann, der Ladung wiederum keine Folge zn leisten. Er hat, wie schon gesagt, bei der nochmaligen Ladung a l l e Formalitäten erfüllt. Der Verteidiger fügte nicht ausdrücklich hinzu, das; von P. den hochmögenden Herren, die am Sonnabend nicht gekommen waren, auch die Kosten der„Reise" von Berlin nach Moabit zugestellt worden seien. Es ist aber, wie wir hören, diesmal auch diese Vorschrift erfüllt worden. Ob Herr Pöplau sogar dem Herrn Reichslanzlcr die erforderlichen Fahrgroschen übersandt hat? Pöplau hat übrigens auch die den Zeugen vorgesetzten Behörden zum zweiten Male ersucht, den ihnen untergeordneten Beamten die Erlaubnis zur Zeugnisablegung zu geben. Den Gehcimrat v. Holstein harte er als Sachverständigen geladen. Da die Vernehmung dieses Herrn als eines Sachverständigen nicht vereinbar mit dem dienstlichen Interesse sein soll, so ist er nun als Zeuge geladen worden. Ter Verteidiger begründete die Ladung der neuen Zeugen. Es solle nachgewiesen werden, daß die Schriftstücke, deren Bekanntgabe dem Augeklagten zur Last gelegt wird, gar nicht Schrift- stücke im Sinne des§ 3ö3a deS Strafgesetzbuches (des.Arnimparagraphen*) sind, wie die Anklage es be- hauptet. Auch das Schweigegebot nach§ 11 des Reichsbeamten- gesetzes sei in den Fällen Kannenberg und Kicm juristisch irrelevant. Die rasche Erledigung dieses Prozesses, die in den Februarverhandlungen vom Anklagevertreter als im Staats- interesse liegend bezeichnet worden sei, könne am besten da> durch erreicht werden, datz all den von Pöplau geladenen Zeugen von ihren Vorgesetzten die Erlaubnis zur Zeugnisablegung erteilt werde. Der Vorsitzende warf ein, über die Frage, ob hier § 3S3.Ä. verletzt sei, werde ja der Gerichtshof zu entscheiden haben, aber der Verteidiger erwiderte, in der Regel könne doch diese Frage nur vom Reichskanzler zutreffend beantwortet werden. Auf jeden Fall müsse in diesem Prozeß volle Klarheit er- zielt werden, das sei aber nur möglich, wenn man der Vernehmung aller von Pöplau geladenen Zeugen keinerlei Schwierigkeiten bereite. Zu den Zeugen, die nicht kommen wollen, hat sich übrigens jetzt auch noch der OberstleuMant Ouade vom Schutz- truppenkommando gesellt, der am ersten Tage erschienen war. aber die Erklärung abgab, er habe noch keine Genehmigung, hier auszusagen. Auch jetzt fehlt ihm noch die Genehmigung, und aus diesem Grunde hat er mitgeteilt, er werde einstweilen nicht kommen. Das Gericht sah ihn als genügend entschuldigt an. Sodann wurde darüber verhandelt, wo der Zeuge Sekretär Schneider vernommen werden soll. Vom Kreisarzt für Ebers- Walde, der den Auftrag erhalten hatte, Schneider im Sanatorium daraufhin zn untersuchen, ob er nur dort kommissarisch vernommen werdrn darf oder an Gerichtsstelle erscheinen kann, war ein Telegramm eingegangen. Der Arzt hat Schneider am Sonntag aufgesucht, aber Schneider hat ihm geantwortet, am Sonntag stelle er sich zur Vornahme einer amtlichen Untersuchung nicht zur Verfügung. Es ist dann verabredet worden, daß die Untersuchung am Montag vorgenommen werden sollte. Staats- anwalt Lindow empfahl nun erst mal abzuwarten, ob Schneider nicht vielleicht doch noch an GcrichtSstelle erscheinen könne. Dieser ewig unerreichbare Schneider ist, nebenbei bemerkt, von der Anklagebehörde als Belastungszeuge geladen. In dem vorigen Prozeß hatte Staatsanwalt Lindow schließlich ganz auf ihn ver- zichten wollen, weil er doch wohl nichts von Belang aussagen werde. Jetzt aber erklärte der Herr Staatsanwalt, Sch. fei in hohem Grade verdächtig, mit Pöplau zusammenzuwirken. Darauf deute schon der Umstand hin, daß er sich sogar an PöplauS Verteidiger gewandt und diesem geschrieben habe, seine Vernehmung könne in Eberswalde erfolgen. Zwar sei im vorigen Jahre auS der gegen Schneider eingeleiteten Unter- suchung nichts herausgekommen, aber man habe ihm eben nichts nachweisen können. Rechtsanivalt Bertram erwiderte, gerade der Anklagte bestehe ja darauf, daß auch Schneider vernommen werde, weil er der Meinung sei, daß er durch Schneider nicht be-, sondern entlastet werden würde. Daraus gehe doch wohl hervor, daß Sch. nicht mit P.„unter einer Decke gesteckt* habe. Der Vernehmung in Eberswalde stehe nichts entgegen. Diese könne noch heute erfolgen, und sie werde den Zeugen gewiß weniger aufregen als die Ver- nehmung an Gerichtsstelle. Nachdem der Gerichtshof sich zur Beratung darüber zurück- gezogen hat, was mit Schneider werden solle, traf ein zweites Tele- gramm deS Kreisarztes ein. Die Beratung wurde unterbrochen, uin das Telegramm zu verlesen. Der Arzt meldete. am heutigen Montag habe er Schneider aufgesucht, aber nicht angetroffen. Der AnstaltSarzt habe indes erklärt, die komniifsarische Vernehmung in der Anstalt sei angängig, und auch Sch. sei damit einverstanden. Das Gericht beschloß hierauf, Sch. in der A n st a l t kommissarisch zu vernehmen, ihn aber zunächst nicht zu vereidigen. Da die Vernehmung nock am Montag in den NachmittagSstunden stattfinden sollte, so wurde die weitere Verhandlung auf DienStag vertagt, ohne daß ein einziger der als Zeugen geladenen Beamten der Kolonialabteilung vernommen worden war. Achte ordentliche Genkralversnmmlnng des Dentschkn Metnilarbriter-Verbandes. (Offizieller Bericht deS VcrbandSvorstandeS.) Sechster BerhandlungStag. Vormittags: geschlossene Sitzung. Tagesordnung: Die Taktik bei Streik- und Lohn. bewcgungen. Aus dieser Sitzung ist für die Oeffentlichkeit nur zu berichten, daß die Anträge, die darauf abzielen, den Bezirksleitern die Entscheidung bei Streiks zu überlassen, abge- lehnt worden sind. Das Streikrcglement wird mit geringen Aenderungen in der bisherigen Form angenommen. Das gesamte Statut wird hierauf angenommen. Schlicke erklärt, daß die Steigerung der Gehälter der Beamten im Hauptbureau auch auf die Lokalbeamten in den Ver- waltungsstellen ausgedehnt werden soll. Nachmittagssitzung. Den Bericht der Beschwerdekommission erstattet Weinhebcr- Hamburg. Die Kommission empfiehlt die Wiederaufnahme des Mitgliedes Loh m an n» Hamburg. Dies wird angenommen. Die Beschwerde M ü s s i g- Breslau in Sachen Rechtsschutz empfiehlt die Kommission abzuweisen. Das wird angenommen. Im Fall E d e r- Karlsruhe hat die Kommission beschlossen, die Beschwerde abzuweisen; die Kommission ist aber der Meinung, daß die Beschlüffe der Schiedsgerichte brieflich mitzuteilen sind. In der Sache Oderwald und Genossen-Karlsruhe schlägt die Kommission vor, den Ausschluß als zu Recht bestehend anzu- erkennen. Der Vorsitzende des Ausschusses wendet sich dagegen, daß der Ausschluß durch Beschluß iiur der vier besoldeten Beamten er- folgt sei, während dazu nur das Plenum des Gcsamtvorstandes be- rcchtigt sei. Der Vertreter des Vorstandes Reichel erklärt, daß in so klarliegenden Fällen wie hier die Entscheidung, wie erfolgt, zulässig sei. Durch die schnelle Entscheidung sei nur das Verbands- interesse gewahrt worden. Die Beschwerde O d e r w a l d und Ge- nassen wird abgewiesen. In Sachen W i e s e n t h a l- Berlin hat die Kommission nicht verhandelt, da seine Handlungsweise den Ausschluß rechtfertigt. In Sachen Schneider- Brandenburg empfiehlt die Kom- Mission Abweisung der Beschwerde wegen Verweigerung der Maß- regelungSunterstützung und die Generalversammlung beschließt demgemäß, weil nur einfache Entlassung vorliegt. Das Mitglied Schulz-Meißen beschwert sich wegen Verwei- gerung der Maßregelungsunterstützung. Die Generalversammlung beschließt, die Maßregelungsunterstützung zu bewilligen. T e r F a l l D r e s d e n. In die Untersuchungskommission in Sachen des Ausschlusses Langer, Richter, Kutzscher, Pohle und Müller war ein Vorstandsmitglied gewählt. Gegen diese Besetzung der Kommission wendet sich die Beschwerde. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß Vorstandsmitglieder in solchen Kom- Missionen nicht mitwirken können. Die Beschwerdekoimiiission ist der Meinung, daß jedes Mitglied, auch Vorstands- oder Ausschuß- Mitglieder, solchen Kommissionen angehören dürfen. Seitens des Kollegen Schöne- Dresden wird das ganze Verfahren geschildert und dabei den VerbandSbeamtcn Vorwürfe über ihr Verhalten bei diesem Verfahren gemacht. Die angegriffenen Beamten weisen nach, daß diese Darstellung der Sache falsch sei. Es sei in der libc- ralstcn Weise verfahren worden. Die Beschwcrdekommission ist auf Grund einer achtstündigen Untersuchung und genauester Feststellung der Tatsachen dazu ge- kommen, die AuSschlüffe für zu Recht bestehend anzuerkennen. Die Generalversammlung macht den Beschluß der Kommission zu dem ihrigen. Die Sache Müller- Dresden wird dem Vorstand zur nochmaligen Untersuchung überwiesen. In der Angelegenheit der Beschwerde des Vorstandes gegen den Ausschuß wegen der scharfen, mißtönenden Ausdrücke im Bericht des Ausschusses ersucht die Kommission den Ausschuß, diese Stellen zu streichen, so daß das Protokoll jene Ausdrücke nicht enthält. W c i ß i g, als Vorsitzender des Ausschusses, erklärt sich mit der Streichung jener Stellen einverstanden. Die Verlegung des Sitzes des Ausschusses von Frankfurt nach Hamburg wird abgelehnt. In die Kommission zur Beratung einer Vorlage zur Einfüh- rung von Staffelbciträgen werden gewählt: K r a u s e- Chemnitz, Kallenbach- Hamburg, D i ß m a n n- Frankfurt, T h e b u s- Jena, H o l z i n g e r- Nürnberg. K ö r st e n- Berlin, M ü n ch i n- g e r- Rathenow. Zur Maifeier wird beschlossen, die Beschlüsse der Leipziger Genepalversammlung bis auf weiteres in Kraft zu lassen und die Sache auf dem mter- nationalen Kongreß zur Sprache zu bringen. Die Versicherung der VerbandSbeamtcn gegen Unfall behandelt dann noch Schlicke- Stuttgart. Die Privatversicherung hat nach dieser Richtung versagt. Es handelt sich nicht nur um die Ver- bandsbcamtcn, sondern auch um diejenigen Kollegen, welche als HauSkassierer im Nebenamt tätig sind. Es muß den Kollegen die Arbeitsfreudigkeit erhalten bleiben. Redner schlägt vor, eine be- stimmte Summe für diesen Zweck zu bewilligen und außerdem ftir die Versicherung bei der Invalidität der Beamten einen Beitrag zu zahlen. Es wird beschlossen, 2 pro Mille der Beiträge zur Unterstützung aller Verbandsfunktionäre bei Unfällen zurückzulegen. Die Vcrbandsbcamten erhalten Beitritt zu dieser Versicherung durch Zahlung von 2 pro Mille ihres Gehaltes. Die Wahlen zur Verbandsleitung ergeben folgendes Resultat: Schlicke, 1. Vor- sitzender, Reichel, 2. Vorsitzender, Werner, Kassierer, Massatsch, Sekretär. Redakteure werden S ch e r m und Quist. Als Vorsitzende des Ausschusses werden Weiß ig und Siegel gewählt. S m u t n y dankt im Namen der sämtlichen ausländischen Dele, gierten für die freundliche Aufnahme und die Anregungen, die er und alle anderen empfangen haben. Schlicke- Stuttgart dankt den ausländischen Gästen und dem Lokalkomitee. Der diesjährige Verbandstag sei das größte Parlament des Verbandes seit seinem Bestehen. Wir haben uns bemüht, insbesondere die Satzungen des Verbandes so zu gestalten, daß wir den Mitgliedern gegenüber das voll verantworten können, was wir geschaffen haben. Wir stehen geeinigt da. Wir wollen nun nach Hause gehen und dort weiter arbeiten zum Wohle des Verbandes. Die 8. Generalversammlung ist geschlossen. Dritter Kongreß der Deutschen Gesellschast m Seimmpfuiig der Geschlkchtslirnnkheiten. L. Mannheim, 24. Mai. Heute wurde hier der dritte Kongreß der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten eröffnet. Anwesend waren die Delegierten von den verschiedenen Ortsgruppen der Gesellschaft, sowie zahlreiche Mitglieder der starken Ortsgruppe Mannheim. Die badische Regierung hatte die Herren Oberschulrat Gehcimrat Dr. Weygold und Regierungsrat Hauser, die preußische Regierung den Geh. Obcrmcdizinalrat Prof. Dr. Kirschner ent- sandt; desgleichen waren Elsaß-Lothringen, Württemberg und Lübeck und von auswärtigen Staaten Schweden, Dänemark und Ungarn vertreten. Zum Vorstand deS Kongresses wurden gewählt: Oberbürger- mcister Beck- Mannheim, Dr. B l a s ch k o- Berlin, Reichstags- abgeordneter Bassermann, Dr. med. Löb und Stadtschulrat Dr. Sikkinger- Mannheim. Nach den üblichen Ansprachen referierte Dr. B l a s ch k o über „Die Aufgaben der Gesellschaft auf dem Gebiete der Sexual» Pädagogik." Der Redner konstatiert zunächst das lebhafte Interesse, welches der zur Erörterung stehenden Frage allgemein entgegengebracht werde. Bei der Sozialpädagogik müsse leider konstatiert werden, daß die guten Lehren an die heranwachsende Jugend meist. zu spät kommen. Die Aufklärung müsse früher einsetzen, wenn der Zweck, einem gesunden Geschlechtsleben, welches sich dem Gesamt- leben der Individuen harmonisch einschließt, die Wege zu ebnen, erreicht werden solle. Notwendig sei auch eine gründliche Aenderung der Lebensweise, wenigstens der der städtischen Bevölkerung, die in dieser Beziehung dem Landbewohner gegenüber mit seiner gesunden körperlichen Bewegung und seiner reizlosen Kost, im Nach- teil sich befinde. Neben der hygienischen, habe der Sozialpädagogiker auch der ethischen Seite seine besondere Aufmerksamkeit zuzu- wenden. ES seien der Gesellschaft wegen ihres angeblichen Mangels an Ethik Vorwürfe gemacht worden und es seien dieserhalb auch Austritte erfolgt. Er erkläre, die Ethik fei nicht zu entbehren, wo sie sich in den Dienst der Hygiene stelle. Ter heranwachsenden Jugend können wir daS Ziel hoch stecket», auch wenn wir wissen, daß nur einige die Kraft und die Ausdauer haben, dasselbe zu erreichen. DaS Jugendideal soll aber nicht die Äbtötung des Geschlechtslebens sein, sondern eS soll der nicht zu früh beginnende monogamische Geschlechtsverkehr als etwas Gesundes hingestellt werden. Der Geschlechtstrieb ist beim Menschen im allgemeinen nie so stark, daß der Verstand ihn nicht zu mäßigen vermöge, wozu ein gesunder Körper und ein gesundes Empfinden gehört. Wir werden dem gesteckten Ziele näher kommen durch sexualpädagogische Aufklärung der heranwachsenden Jugend. Hierauf sprach Frau Professor E. Krukenberg- Kreuznach über„Sexuelle Aufklärnng und die Aufgaben des Hauses", die ihrem Vortrag folgende Leitsätze zugrunde gelegt hatte. 1. Besondere Aufklärung tut nicht not, wo wir im Hause gesund und rein empfindende Väter und Mütter haben, die von vornherein in einer dem Alter des Kindes entsprechenden Form die Wahrheit sagen, wenn sich irgend eine Gelegenheit bietet. 2. Ziel der Aufklärung muß sein, solche Väter und Mütter heranzubilden, so daß Aufklärung von anderer Seite mehr und mehr überflüssig wird. 3. Das Haus hat vor der Schule folgendes voraus: ES kann unauffällig, gelegentlich aufklärende Vor- stellungen vermitteln. Es kann auf daS einzelne Kind, genau seiner Entwicklungsstufe angepaßt, wirken. ES kann von vorn- herein falsche Vorstellungen abweisen. 4. Das Haus vernichtet die Arbeit der Schule jetzt oft durch überprüdcs, unnatürliches Geheimtun, durch Witzeln und Lächeln und zweideutige Bemerkungen über daS, was daS Kind in der Schule lernte. 5. Die Art der Aufklärung ist oft eine verkehrte. Es wird von Aufklärungsfanatikern jetzt oft über geschlechtliche Dinge zu viel und mit besonderer Wichtigkeit gesprochen. Langatmiges Verweilen bei dem Gegenstand, wie viele Aufklärungsbücher es lehren, ist zu vermeiden. Kurze, klare Antivort wird meistens genügen; einem Weiterfragen ist in jugendlichem Alter durch un- auffälligen Nebergang zu anderem Gesprächsthema vorzubeugen. Wird aber weiter gefragt, so muß wahrheitsgetreu aber immer kurz, wie von etwas Natürlichem, Selbstverständlichem geantwortet werden. 6. Dem Laster der Selbstbeflcckung muß schon in jugendlichem Alter, ohne seinen Namen zu nennen, vorgebeugt werden(vor Schulverführung): a) durch Beobachten des Kindes seitens der Mutter; b) durch geeignete Lage beim Schlafen; c) durch Warnung vor Gesundheiisschädigung; 6) durch Warnung vor Verführern unter den Schulkämeraden. 7. Vor Verlassen des Elternhauses sind junge Männer über die Gefahren außerehelichen Geschlechtsverkehrs aufzuklären. Besser als persönliche Unterweisung wirkt in vielen Fällen ein Flugblatt, ein Buch. Persönlich genügt kurzer Appell an das Ehrgefühl, an das Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber der einstigen Braut, den einstigen Kindern. 8. Mädchen, die ins Berufsleben hinausgehen, müssen ebenfalls (ev. auch durch Flugblatt) gewarnt werden. 9. Junge Mädchen, die im Elternhaus bleiben, haben Detail- Mitteilungen über Geschlechtskrankheiten, Prostitution und dcrgl. nicht nötig. Ihnen gegenüber genügt: a) die Menstruation als notwendigen Vorgang hinzustellen, um Stoffe, die zur Gestal- tung eines neuen Lebewesens notwendig sind, auszuscheiden; d) Geld- und Versorgnngsche als Sünde gegen die Natur zu be- zeichnen, als ein Sic�vegwerfen für Lebenszeit; c) sie zu lehren, das Sichauslebcn, Sichwegwerfen der Männer vor der Ehe als Ursache vieler Erkrankungen von Frauen und Kindern anzusehen; ä) Gesundheit und Reinheit ibncn um ihrer selbst und um ihrer künftigen Kinder willen zur Pflicht zu machen oder damit sie—, falls sie nicht heiraten— gesund und tüchtig sein können auch in einem B e r u f.. Letzterer Hinweis soll darüber hinweghelfen, daß die Mädchen nur auf die Ehe hingewiesen werden, die sie ja, leider, bei den vorliegenden Verhältnissen oft nicht erreichen. 10. Aufklärung im Hause erfordert nicht viel Zeit, sondern nur eine gesunde, reine Auffassung des Geschlechtslebens seitens» der Eltern und ein offenes, herzliches Verhältnis zwischen Mutter und Kind. Beides finden wir auch in einfachen Verhältnissen. Zum Thema„Sexuelle Aufklarung in der Volksschule" sprachen noch Hauptlehrer E n d e r l i n- Mannheim und Lehrer Holl er- Hamburg. Erstcrem erscheint es am zweckmäßigsten, bei dem Sexualunterricht mit derPflanze zu beginnen, um an ihr zu demon- strieren, daß es zwei Geschlechter gibt und um die Gewöhnung an die Ausdrücke Befruchtung, Samen usw. zu erreichen. Von hier auS wird zu den Fischen und hernach zu den Vögeln und Säuge- tieren fortgeschritten. Die geschlechtliche Aufklärung kann jedoch nur ein Teil der Reformen sein. Wo geschlechtliche Unsitten und Verirrungen bereits eingerissen sind, und wo die Phantasie sich des Geschlechtlichen bereits übermäßig bemächtigt hat, vermag man mit bloßem Wissen nicht viel mehr zu bessern, und die Volksschule wird daher und auch sonst aufandere in Wege entschieden mehr er- reichen können als durch direkte Aufklärung. Ich denke hierbei in erster Linie an eine intensivere Körperkultur, durch die nicht nur die Ausbildung des LeibeS, sondern auch die de» Willenslebcns in gegen bisher erhöhter Weise gefördert werden soll. Als geeignetste Grundlage für Mitteilungen und Be» lehrungen über Erscheinungen des sexuellen Lebens muß der natur wissenschaftliche Unterricht angesehen werden und zwar der Unterricht in Pflanzen- und Tierkunde und die Ge- sundheitslehre. Zu diesem Zwecke muß der naturwissenschaftliche Unterricht, wie er bisher in den Volksschulen erteilt wurde, aber selbst einer Reform unterzogen werden. Er darf nämlich nicht Halt machen vor Dingen, die„da unten" sind, sondern müß sich auch auf Entstehung und Fortpflanzung der Pflanzen und Tiere ausdehnen. In diesem Sinne sind auch die gebräuchlichen Unterrichtsmittel in Gestalt der anatomischen Tafeln und Modelle, auf denen bisher die Geschlechtsorgane ferngehalten wurden, reformierend umzugestalten. Insbesondere sind auf häufigen Ausgängen im naturkundlichen Unterricht die Schüler mit den Mitteln vertraut zu machen, durch welche die Natur sich stetig fortpflanzt und erhält, mit den Mitteln zur Befruchtung bei Pflanzen und Tieren, zur Erhaltung der Art und der Gattung usw. Ein richtig gegebener naturkundlicher Unter- richt muh es auch fertig bringen, das Gemüt der Kinder mit Be- wundernng und Ehrfurcht zu erfüllen vor dem gewaltigen Prozeß deS Werdens und Vergehens, des Erblühens, ErhaltenS und Ver- welkeiis, und muß es erreichen, daß das Kind in der Sexualität schließlich nichts anderes erblicke als das reine und natürliche System der Fortpflanzung. Referate des Lehrers Konrad Höller- Hamburg lagen folgende Leitsätze zugrunde: 1. Die Jugend muß über sexuelle Verhältnisse belehrt werden? s) weil die Sexualität eine die EntWickelung des Menschen so stark beeinflussende Seite seines Wesens ist, daß die klare Kenntnis ihrer Verhältnisse ein notwendiges Glied jeder allgemeinen Bildung ist; K) weil es unmöglich ist, die Jugend bis zur Schulentlassung in Un- kenntnis der sexuellen Verhältnisse zu erhalten; c) weil nur durch offenes Aussprechen über sexuelle Verhältnisse diese aus der Sphäre unreiner Denk- und Sprechweise emporgehoben werden können; ä) weil es Pflicht der�rziehung ist, die jungen Menschen nicht un- belehrt den gesundheitlichen und sozialen Gefahren des Geschlechts- lebenS entgegenzuschicken. 2. Die Ausgabe der Volksschule mit ihrem Klassenunterricht und dem frühen Abschlüsse der durch sie vermittelten Bildung ist darum: a) noch nicht der Kamps gegen die Gefahren der Geschlechtskratzk. hcitcn; d) nicht die Heilung geschlechtlich verirrter Schüler, sondern c) die Wiedererhebung des sexuellen Gebietes in das Reich des Natürlichen und deshalb Unbefangenen-Selbstvcrständlichen; 6) die dadupch und durch�körperliche Abhärtung wahrscheinliche Immunisierung gegen geschlechtliche Verirrungen; e) die Darbietung der naturwissenschaftlichen Grundlagen für die spätere Aufklärung über uaturgcmähcn Gebrauch und über den gesundheitsgefährdenden und den gegen die sozialen Anschauungen verstoßenden Mißbrauch der sexuellen Kräfte. 8. Die Behandlung der sexuellen Verhältnisse ist dem Zoologie Unterricht zu überlassen. Die ethische Seite der Frage kann außer dem der Behandlung im ReligionS- und im Moralunterrichtc unter liegen. 4. Die sexuelle Belehrung umfaßt die Abschnitte: Vorbereitung auf die Nachkommenschaft, Befruchtung, Entwickclung des Keimes, Geburt und Aufzucht der Jungen. Die Verteilung des Stoffes auf die einzelnen Stufen und die Einreihung desselben in den übrigen naturgeschichtlichen Lehrstoff muß sich nach der verfügbaren Zeit, der Differenzierung der einzel- ncn Schulen und dem geistigen Stande der Schüler richten. 5. Zunächst ist für Einfügung der sexuellen Belehrung in das Arbeitsgebiet der Lehrer« und Lehrerinnenseminare Sorge zu tragen._ Die tvllllgrlischtll Arbetterveremt haben Pfingsten in Dortmund eine Delegiertenversammlung ihres Gesamtverbandeö abgehalten. Dem Gesamtverbande ge» hören an 477 Verein- mit rund 90 000 Mitgliedern; dazu kommen noch einige frei« Verbände, so daß die Gesamtzahl sich auf : LbO evangelische Arbeitervereine mit 125 000 Mitgliedern beläuft. Der stärkste Verband ist der rheinisch-westfälische mit 33 000 Mit- gliedern. An der Spitze des Ganzen steht Lizentiat Weber, der Telegraphier-Pastor und HanS Dampf in allen Gaffen, der 'überall zu finden ist, wo fromme und patriotische Leute zu- lammenkommen, um Staat und Gesellschaft vor Umsturz, Unsitt» lichkeit und Unglauben zu retten. Die Bedeutung der cvangeli» fchen Arbeitervereine steht im umgekehrten Verhältnis zu dem Lärm, den Pastor Weber als ihr Führer zu machen pflegt. Am meisten haben sie noch in Rheinland und Westfalen zu bedeuten. Aber auch hier muß der Bericht des Schriftführers feststellen, daß das Vereinsleben nicht besonders erfreulich ist. AIS Grund wird die„Interesselosigkeit der höheren Stände" an- gegeben. Bezüglich der größeren Vereine wird über Uneinigkeit geklagt: eS sei gerade, als wenn«ine Art Fluch auf der Sache liege, denn wenn sie anfange zu blühen, sei es, als wenn der Teufel seinen Schwanz dazwischen lege. Pastor Weber meint, wenn es in gewissen Orten nicht vorangehe, liege das daran, daß die Evangelischen ihrer Kirche entfremdet seien. Im weiteren Verlaufe der Ver- Handlungen versicherte Herr Weber, es sei mit der Sozialdemokratie " noch fertig zu werden.„Wenn aber die Parteien, die bei den letzten Wahlen über die Sozialdemokratie gesiegt haben, in den Parla- menten ihre Pflicht nicht tun, dann erleben sie beiden nach st cn Wahlen etwas ganz anderes." Von den Führern der Sozialdemokratie, die nichts als die Herrschaft über .die betörten Massen erstreben, schätze er Bebel höher als Singer; wenn Singer, der ihm der unsympathischste Mensch auf der Welt sei, einmal ans Ruber kommen sollte, würde er, Pfarrer Weber, keinen Augenblick zögern, den Staub von den Füßen zu schütteln. Das Vaterland wird diesen Verlust zu tragen wissen! Die evangelischen Arbeitervereine haben be- kauntlich auch mit den katholischen Arbeitervereinen und den christlichen Gewerkvercinen den Aufruf an die „christlich-nationale Arbeiterschaft" unterzeichnet. Doch stößt die Annäherung an die Klerikalen innerhalb der evangelischen Arbeiter- vereine vielfach auf Widerspruch. Pastor Teichert(Bromberg) verlangte völlige Lossagung von den christlichen Gewerkschaften. Mit Männern wie GiesbertS und Schiffer, die an der Spitze der christlichen Gewerkschaftsbewegung ständen und zugleich der ZcntrumSfraktiost' des Reichstages angehörten, die nicht auf nationalem Boden stehe, sei ein Zu- sainmengehcn unmöglich. Pastor Weber gab beruhigende Erklärungen über die„Zuverlässigkeit" der christlichen GewerkfchaftS» führer. Kennzeichnend für die Verhandlungen der Dortmunder Tagung ist die völlige Passivität des Arbeiter- e l e m e n t.es. Pastoren uud immer wieder Pastoren, und allen voran immer wledcr der unverme.id, liche Lizentiat aus M.-Gladbach! Pastoren sitzen an der Leitung der evangelischen�Arbeiterverxine, Pastoren halten die Referate auf den. Versammlungen und VerbandStaaen, Pastoren führen die Diskussion und telegraphieren als'„Ver- trctcc der nationalgcsinnten Arbeiterschaft" Kaiser, Kanzler und Minister an— von einer Regung und Betätigung der Arbeiter merkt man nichts. Bülow telegraphiert die„besten Wünsche für eine fernere segensreiche Entwickclung der evangelischen Arbeiter- Vereinssache" und hofft neuen Erfolg in der„hohen Aufgabe, das Wohl der Arbeiter und das Gedeihen des großen Vaterlandes zu fördern". Derweil macht sich der Vorsitzende, Pfarrer Weber, schon darauf gefaßt, den Staub von den Füßen zu schütteln,„um der Herrschaft Singers zu entgehen", und der Schriftführer klagt, wenn irgendwo die Sache zu blühen scheine, lege gleich der Teufel btU Schwanz dazwischen. War's wirklich der Teufel? Hus Induftric und Kandel. Reine und gemischte Werke. , Die außerordentlich großen Ansprüche an die Eisenindustrie in den letzten zwei Jahren haben die Differenzen zwischen reinen und gemischten Werken etwas in den Hintergrund treten lassen. Die Verschiebung in der Beteiligung der Produkte A und B beim Stahl« werksvcrband lösen bei den reinen Werken nun aber wieder verstärkt die Bcfiirchtuug aus, daß sie vor und nach ganz an die Wand ge« drückt werden. Solche Ansicht stützt der frühere Direktor im Stahl verband, Regierungsrat o. D. Dr. Henry Boelker in einem kürzlich bei S. Simon, Berlin, erschienenen Bändchen„Die deutsche Eisen- und Stahlindustrie". Er sagt da, nachdem er die Ueberlegenheit der gemischten Werke dargelegt: „Um die Lage der reinen Walzwerke zu verbessern, bieten sich drei Möglichkeiten. Sie können einmal ihre Betriebseinrichtnngen rationeller ausgestalten, indem sie sich der Herstellung von Ver- ' feinerungSprodukten zuwende». Der große gemischte Betrieb kann dies viel weniger, weil die leitenden Vorstandsmitglieder zu sehr - in Anspruch genommen sind, als daß sie sich mit diesen allzusehr in Einzelheiten eingehenden Betriebövrrhältnissen befassen können. Der Leiter eines remen Werkes kann sich mit viel größerem Interesse und mit größerer Muße technischen Verbesserungen zuwenden und die Arbeitskräfte anlernen, weil er einen viel intensiveren Sin- blick in den technischen Betrieb nehmen kann, als der Leiter eines * großen gemischten Werkes. Eine zweite Möglichkeit zur Erhaltung - der reinen Werke liegt darin, dnß sie mit den gemisOfen Kon- kurrenzwerken einen Verband bilden zu dem Zwecke, die Preise von Stabeisen. Draht, Feinblechen zn erhöhen. Bisher ist eö nur , möglich gewesen, für Feinbleche und Draht Verbände zu gründen, . von welchen der erstere sich jedoch wieder ausgelöst hat. Die , Bestrebungen dagegen, einen Stabeiscnverband zu gründen, haben immer nur zu«mein kurzen, vorübergehenden Erfolg ge- führt. Das dritte Mittel zur Hebung der Lage der reinen Walz- werke besteht darin, sich einem gemischten Werke, namentlich einem SirmenS-Martinwerke anzugliedern, sei eS, daß es in eine finan- zielte Jnterefleugeincinschaft mit ihm trete oder sich völlig«it ih« » fusioniert. Zloischen dem reinen Werke und dem gemischten Werke könnte dann eine gewisse Arbeitsteilung vorgenommen werden in der Weise, daß jeder Betrieb nur diejenigen Erzeugnisse herstellt, �welche er vermöge seiner besonderen Einrichtungen oder wegen seiner geographischen Loge oder sonstigen örtlichen Verhältnisse . unter glinstigeren Verhältnissen produzieren kann." Da die reinen Werke als die Hülfesuchenden kommen, müsse» sie natürsich die von den gemischten Werken gestellten Bedingungen äkzeptieren und damit gehen die schlimmsten Befürchtungen jener in Erfüllung. Interessant ist, daß Voclker, der die Verhältnisse auS der Praxis kennen gelernt hat, als eines der Momente, die die Ucber- legenheit der gemischten Werke garantieren, den Roheisenzoll be« zeichnet. Die reinen Werke müssen die Zolllast auf jeden Fall wagen, die gemischten Werke, welche Roheisen und Halbzeug selbst herstellen, brauchen den Zoll in ihren Produktionskostenberechmmgen nicht in Ansatz zu bringen. Der Schutz der„nationalen Arbeit" bekommt der EisenverarbeituilgSindnstrie schlecht. Hapag. Die Hambnrg-Amerika- Linie feiert ihren 00. Geburtstag. Am 27. Mai lS47 wurde der Grundsteiu zu dieser größten Schiff- fahrtSgesellschaft gelegt. DaS GründrmgSkopital betrug 4b0 000 M. Mit drei Seglern.Deutschland",.Amerika" und„Rhein" begann sie ihre Tätigkeit. Heut« saßt die schwimmende und im Vau be« findliche Flotte einen Rauminhalt von rund einer Million Register- tonne» und mit 08 Linien miterhält sie Verbindungen mit fast allen Hafenplätzcn der Welt. Ucber die Ergebnisse der letzten 21 Jahre gibt folgende Tabelle Aufschluß: Passa- Güter Brutto- Abschrei« Dividende giere edrn gewinn bungen in in M. Vi.«/, M. 1886 48131 503 862 2 414 401 1422 609 4 600 000 1887 41 620 524 600 3 494 550 2 008 407 6 915 625 1888 57 425 657 363 6 098 214 2 758 569 8'/, 1540 625 ,1889 59 420 807 395 6 362 056 2 973 111 11 3 612 500 1890 80 156 1 033 732 6 065 585 2 702 455 8 2 400 000 1891 125 997 989 443 5 475 143 3 020 514 5 1500 000 1892 104 135 1 150 440 4 897 091 3 944 416 0— 1893 103 114 1 226 364 4 792 231 3 618 693 0— 1894 99 060 1175 045 3 200 233 2 303 709 0— 1893 91 038 1 363 099 6 725 235 4 083 003 5 1 500 000 1896 84 250 1 808 108 9 235 137 5 993 876 8 2 400 000 1897 73 089 2 304 785 9 767 504 5 755 670 6 2 700 000 1893 74 661 2 388 640 15 216 714 9 682 482 8 4 000000 1899 101 975 8 033 887 18 932 130 11 534 371 8 5 200 000 1900 166 539 3 195 68h 25 182 920 14112 383 10 8 000 000 1901 211617 4 252 000 22 182 337 13 032 413 6 4 800 000 1902 261 233 4 339 387 19 093 743 9 582 482 4'/, 4 500 000 1908 304 346 4 800 564 23 421 202 12045 822 6 6 000 000 1904 831 018 4 948 976 31 159 982 15 242 599 9 9 000 000 1905 333 926 5 804 793 39 992 151 21 256 251 1t 11000 000 1906 431 955 6 182 868 37 322 274 17 704 149 10 10 125 000 DaS sind glänzende Ziffern. Die Aktionäre dürfen mit den Resultaten zufrieden sein. Weniger festtags freudig find die Arbeiter gestimmt; sie haben bei der Hapag für ihre berechtigten Ansprüche bisher noch wenig Verständnis und Entgigciikonimen gefunden. Daß die Gesellschaft gerade während ihrer JubilämnSzeit mit de» Arbeitern im Kampfe liegt, ist jedenfalls kein Ruhmesblatt für sie. Soziales* Die Btindler ans dem Fang. Die gesamte Organisation des Bundes der Landwirte in der Mark war feit Wochen mit 15 Wandcrrcdncrn, Verteilung von Flugblättern und Aufrufen an der Arbeit, um durch eine Riesenversammlung märkischer Landwirte der Agitation für die neue Milchzentrale den Rücken zu stärken. Die Ver- sammlung fand programmäßig am Sonnabend, nachmittags zh3 Uhr, in den Germaniasälen statt. Der Erfolg entsprach jedoch in keiner Weise den gehabten Mühen und den gehegten Erwartungen. Während zu Beginn des Milchkrieges regelmäßig Taufende von'Landwirten dem verstorbenen Agraricrführer Ring gefolgt waren, zählte man diesmal kaum 800 Erschienene! Es waren fast ausschließlich die unvorsichtigerweise bis zuletzt in der Milchzentrale zurückgebliebenen Genossenschafter erschienen, die von der Gründung einer neuen Zentrale eine Erleichterung ihrer eigenen Schuldenlast erhoffen. Die Versammlung wurde von dem Liquidator der Milchzentrale Voigt-Barncwitz eröffnet und ge- leitet. Er berichtete, daß an Anteilen der neuen Gesellschaft mit beschränkter Haftung bis jetzt 40 060 M. gezeichnet seien, während die Groschensammlung in ganz Deutschland 68 000 M. erbracht habe. Es fehle also an den in Aussicht genommenen 500 000 M. noch eine recht bedeutende Summe, jedoch wolle man die Hoffnung nicht aufgeben, daß wenigstens die 320 000 M. zusammengebracht werden, die zum Ankauf des alten Inventars der in Liquidation befindlichen Milchzentrale notwendig sind. Es fei aber weiter notwendig, daß von den Kleinbauern wenig- stens 400 000 Liter täglicher Milchproduktion der neuen Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Sei diese Verpflichtung von den Kleinbauern übernommen, dann würden auch die Großgrund- besitzer geneigt sein, den Rest von den 90 Proz. des Berliner Milch- konfums der neuen Gesellschaft an die Hand zu geben. In der Diskussion beklagte sich Pastor Doye- Groß-Ziethen lebhaft über einen Zeitungsartikel, der die Aussichten dcS neuen Unternehmens als recht trübe geschildert habe. Die Aufforderung zur Zeichnung von Anteilen blieb ohne jeden Erfolg. Die Teil- nchmer der Versammlung begannen sich vielmehr zu entferne», sobald diesck'Aufforderung vom VorsiandStisch an die Versammlung gerichtet wurde. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Der Versammlungsleiter teilte noch zum Schluß mit, daß 15 Wanderredner auch weiter zur Verfügung ständen, die Ortschaften möchten ihre Wünsche bezüglich der Personen und AgitationSvcrsammlungen an den Borstand richten._ Schwarze Listen von--- Rechtsanwälten. Die Denunziation eines.nationalen' Verbandes, des Verbandes dentfcher Bureaubeamten zn Leipzig, gegen die Mitglieder des gc« wcrkschaftlichcn ZentralvcreinS der Bnreanangcstellten als Sozial» demokraten, um dadurch deren Maßregelung seitens der Arbeitgeber zu erzielen, hat einen— allerdings nur äußerlichen— Erfolg ge- zettigt. Der Vorstand der Anlvaltskanrmer des Herzogtums Branil- schweig hat einen NkaS an sämtliche RechtSanivälte seines Bezirks erlassen, durch den, ganz wie bei den großinduftriellen Scharfmachern, das System der schwarzen Listen eingeführt werden soll. Diese Verfügung hat folgenden Wortlaut: An die Herren Anwälte de« Herzogtums Vraunfchweig! Von dein Kreisvcrcin Brannschweig im Verbände Deutsckier vureaubeamten zu Leipzig ist unS mitgeteilt, daß in Berlin ein .gentralverein der Burc'auangestellten" besteht, welcher fozialdemo- kralssche Tendenzen verfolgt und unter sozialdemokratischer Leitung steht. In der Stadt Brannschweig hat sich ein Zweigverein der genannten Berliner.Kantpforganisation' gebildet. Diesem Zweigverein, der sogenannten.Mitgliedschaft des Zentral- Vereins", gehören bereits zwei bei hirsigen Anwälten, den Herren Jasper und Topp, in Stellung befindliche Bureandorstehcr an. und hat der.Volkösrennd' mit den in der sozialdemokratischen Presse üblichen Phrasen die Hetze gegen die.Klimbimvereine", die bei den Chefs hausieren gehen, gegen»die auf konservativem Boden stehende Organisation, die gern mit den Chef« liebäugelt" sowie gegen dir Anwälte selbst begonnen. Unter diesen Uniständen warnen wir die Herren Kollegen, dem genannten Berliner Zentralverein angehörende Leute zu be- schäftigen und geben anheim, den Leipziger Verband zu unter- stützen, damit wir, soviel wir vermögen, die politische Agitation und die Verhetzung der Gehnlfen gegen die.Chefs" aus unseren Geschäftszimmern fernhalten. Brannfchweig. den 32. April 1907. Der Vorstand der AmvaltSkammer gez. Seinier." Diese Herren„Rechtsvertreter" machen also gegen daS Koalition»- recht mobil. Sie praktizieren ein Verfahren, das auch das Reichs- gericht als gegen die guten Sitten verstoßend be« zeichnet hat. DaS stört aber diese Herren Juristen nicht: da die AnwaltZangestellten, die zu den am schlimmsten ausgebeuteten Arbeitern gehören, sich endlich zu regen beginnen, soll diese Regung sofort im Keime erstickt ivcrdcn. Und die„Nationalen" leiste? willige Zulreiberdienste dabei._ Abzahlungsgeschäfte. Die städtische RechtSouSknnstestelle in Köln befaßt sich in ihräm Jahresbericht auch niit den Abzahlungsgeschäften. Die Leiter der AuSlunftsslelle haben durch ihren Verkehr mit den Rechtsuchenden die liebe, zcngung gewonnen, daß.nur wenige AbzahlüngS« geschäfte auf wirklich reeller Grundlage de« ruhen." Ganz allgeincin seien die Klagen über die schlechte Qualität der Möbel, über rücksichtslose Behandlung seitens der Ver- känfer. die vielfach nicht rechtzeitig liefern und große und bedeutende Mängel an den gelieferten Waren trotz wiederholter Versprechungen iiicmalü beseitige» lassen. Im Falle das Geschäft nach einiger Zeit rückgängig wird, sei die Rechnung deS Verkäufers über Ab« Nutzung der Sachen jedesmal sebr beträchtlich, und sie bleibe selten hinter dem Betrage der geleisteten Raten- zahlungen zurück. Es komme vor, daß der Schuldner jahrelang gezahlt hat und dann infolge einer Klage des Gläubigers wegen rückständiger Raten uichl nur sämtliche Sachen heranSgebeu muß u n d den gezahlten Teil des Kaufpreises verliert, sondern auch gezwungen ist, daS Geschäft wegen der von diesem behaupteten Wertminderung noch o b end r e i» zu entschädigen. Diese Vorteile stützen sich ans da» Gesetz über die Abzahlmigsgeschäste vom 16. Mai 1894. Man erlenne aus dem Gesagte»,.daß der gesetzliche Schutz des Käufers ans Abzahlung nur sehr geringen Wert hat." DaS werde auch bewiesen durch die zahlreiche» Klagen auS dem AbzahlnngSaei'chäft. Gemäß amtlicher AuSlunft würden bei dem Amtsgericht Köln allms»at!ich 600 bif 700 solcher Klage» anhängig gemacht. Nittcrschaftliche Schtilhäuser. „Brnhlsche Schulpaläste' gibt eS wohl noch in manchen Gegenden Deutschlands, vornehmlich ist Ostelbien. Ob aber irgendwo sonst all- gemein so traurige WohnuiigZverhältnisse herrschen als in der mecklcn« bnrgischen Ritterschaft ist zweifelhaft. ES gibt allerdings auch für sie gesetzliche Bestimmungen; aber die sind dazu da, daß sie nur« gangen werden. Wer ivollte auch wohl wagen, die allmächtigen Ritter zu kontrolliere»? Nach einer gesetzlichen Verordnung vom Jahre 1821 soll jeder Schulvrt.eine abgesonderte, zu keinem fremd- artigen Zwecke dienende Schulstube nebst der erforderlichen Wobming des Lehrers haben. Trotzdem findet sich in vier Schularten überhaupt kein SchulhauS. Schon oft bat die Regierung versucht, im Landtage die Bestimmung durchzudrücken, daß jeder Schulart ein eigenes SchulhauS haben müsse, aber ohne Erfolg. Wo sollten dann in 194 Orten,' d. i. 33 Proz., die Tagelöhner und Dcpntalisten bleiben, die mit dem Lehrer unter einem Dache wohnen, stellenweise gar Haustür und Flur mit ihnen teilen? Rund 14 Proz. der Schulhäuser haben weiche Bedachung. Selbst» verständlich findet man auch an einigen Orten ein gutes Haus mit ausreichenden Zimmern. Wohpungcn mit 5, 6 oder 7 heizbaren Räumen. Aber 70 Proz. haben nur 3 bis 4, 95(d. i. 19 Proz.) nur 2 und 7 sogar nur 1 Zinnner mid einige Kaminern. Mir den Nrbenräumen ist es ähnlich. 282, d. i 56 Pcoz., haben keinen Keller. 108 auch keine Speisekammer. Die Veschasseiihe.it der Räumlichkeiten spottet an. vielen Orten jeder Kritik..Mit Ziegel- steinen gepflastert",.nicht tapeziert",»klein und niedrig mit winzigen Feustrni", die bei ihrer delikaten Beschaffenheit oft daS Oeffncn nicht mehr gestatten,.total verfallen",„fußkalt uud ungesund"! So oder ähnlich laute,» die Klagen vieler Lehrer. Von einer Wohnung berichtet der Inhaber:.Da Schweine- und Kuh- stalle unmittelbar an der Wohnstube liegen und die Jauch« oft die Diele entlang treibt, so kann man nicht gcrad« behailptcn, daß die Wohnung den hygienischen Anforderungen genügt".— Wie mit den Lehrerwohnungen, so ist es auch niit den Schnlzimmern. Während man anderswo danach trachtet, die Schulräume zeit- und gesmidhcitSgcmäß auözngcstallen, damit der Schüler Sinn für das Schöne geweckt und gepflegt und das Schulzimmer ein Rauin wird, in welchem die Schüler sich wohl fühlen konnten und fühlten, haben die Ritter auch hicrln ihre eigenen eigentümlichen Gedanken und Ansichten. Mehr als dir Hälfte der Schnlziminer ist niedriger als 3 Meter(bis 2 Meter), und in mehr als der Hälfte kommt auf das Kind ein Flächenraum von weniger als einem Quadratmeter<00 weniger als>/, Quadrat- mcter). In 176 Schulen ist der Fußboden aus Steinen, Zement öder Asphalt. Undichte Türen und Fenster, schlechte Ventila- tiouS- und Lichtverhältnisse sind keine Seltenheiten. Aborte für die Schüler gibt eS in einem Drittel sämtlicher Schul- orte überhaupt nicht, getrennte für Knaben und Mädchen an sehr wenig Orten. Pissoirs für Knaben wohl überhaupt nicht. Daß die daraus resultierende Natürlichkeit aus die Sittlichkeit besonder» förderlich einwirken könne, wird selbst ein mecklenburgischer Ritter wohl nicht behaupten wollen. Wann endlich wird der Netler koimne? diesem Lande? Gerichts-Leitung. Schweinereien im Schlachtietricbe. Was dem Publikum seitens eine» gewissenlosen Fleischer» meister» zuweilen geboten werden kann, zeigte in drastischer Weise eine Verhandlung, welche gestern vor der ersten Straf. kämm« des Landgerichts II zur Verhandlung kam. Wegen wissentlichen Vergehens gegen da« Nahrung«- in i t t e l g e s e tz vom 14. Mai 1379 mußte sich der jetzt zu Rixdorf. früher zu Charlotte»bürg wohnhafte Schlächter m ei st ers Fritz Gustav Sachs verantivortcit. Der Angeklagte, welcher schon einmal wegen rineS gleichen Vergehens vorbestraft ist. betrieb in Charlottenvurg eine Schlächterei, in der geradezu haarsträubende Zustände herrschten. dir in gesundheitlicher Hinsicht jeder Beschreibung spotteten. Am 30. Juli trat bei dem Angetlagten der Schlächtcrgcselle Wächter ein. Schon am ersten Tage machte W. in der Weristatt Entdeckungen, die bei ihm Erbrechen hervorriefen. Ag» vollständig faulem Fleisch und stinkendem Kuheuter. die von Maden w> m m- l t e n. wurden„Knoblände� fabriziert. Nach einigen Tagen konnte«s W. in dem Geschäft de« Angeklagten nicht mehr aushalten. Am 11. � August begab sich W. zur Polizeiwache und nahm gleich als eorpua ckolkti ein Stück Fleisch mit, welches vollständig verfault war und da» von ihm zn Wurst verarbeitet werden sollte. Die Erzählungen des Gesellen wurden anfänglich mit einigem Mißtrauen aufgcnoimnen. da man zuerst an einen Racheakt glaubte. Als jedoch am nächsten Morgen in dem Geschäft de? Sachs u n- vermutet«ine Revision vorgenommen wurde, zeigte es sich, daß die Schilderung des W. noch viel zu harmlos war. D»» Kreistierarzt Dr. Jeß, der sich m Begleitung einem Kriminal, beamten in daS Geschäft deö Angeklagten begeben hatte, mnd dltrt Zustände vor. die bei ihm s e l b st U e b e l k e i t yrrvorriefen. In einem Vorraum lag das..Wurstmaterial", völlig verfa'ulle Kuheuter, die einen pestilenzialischen Gestank von sich gäbest. Auf einem Hackklotz lag fertig zubercilele Wurstmasse, in der die fingerlangen Maden spazieren gingen. Noch schliuimer sah eS in den übrigen Räumen aus. In einer Tonne befanden sich Schweineohren und Eisbeine, die von Maden eben- fall« wimmelten; ferner wurde ein Posten Gäns«Pökel- fleisch vorgefunden, das schon grünlich-schwarz angelaufen war«nd einen ekelerregenden Gestank verbreitete. Nach Bekundung des Schlächtcrgesellen soll eS häufig vorgekommen sein, daß große Mengen Maden durch den sogenaimlen„Fleischwolf" getrieben wurden und dann in die Wurstmasse kamen.— Gegen den aewisjeitloien RahrungSmittelfabrikanten wurde die vorliegende Anklage erhoben. Bor Gericht konnte er nichts zu seiner Eni- schuldignng vorbringen. Der Staatsanwalt beantragte ein« Gefängnisstrafe von neun Monaten. DieStraj-» kämm e r gmg sodoch noch i?ber diesen Antrag hinonS. DaS Urteil lautete deshalb auf ein Jahr Gefängnis, zugleich wurde der Angeklagte sofortim Gerichtssaale verhastet. Vom Polizeikampf gegen die rote Schleife. Seit Jahr und Tag führt die Polizei von Lütgendortmund einen oerzweifelten Kämpf gegen die rote. Kranzschleife bei Beerdigungen. Trotz aller erlittenen Niederlagen nimmt sie den Kampf mit bc» ivunderuiigSwnrdiger Ausdauer immer von neuem wieder auf. ES hat nichts genutzt, dah die Dortmunder Strafkammer als BerufungZ- rnstanz gegen SchöffengerichtSurteile ausführte, Menfche», die a n einer roten Schleife An st ob nähmen, feien nicht normal, und auf nicht nornrale Menschen brauche man keine Rücksicht zu nehmen. ES hat auch nichts genutzt. daß der hoch st e Gerichtshof diesem Stand- punkte beigetreten ist und die Kranzträger bei der Beerdigung der Boruifia-Opfer freigesprochen hat. Als kürzlich wieder ein Bergmann auf Zeche„Bruchstrabe" der- »nglückte und bei der Beerdigung tviedernni em Kranz mit roter Schleife getragen wurde, konnte die Polizei ihrer Natur nicht wider« stehen und abermals erfolgte Konfiskation der Schleife. Und wie üblich folgte für die Kranzträgcr ein Strafmandat. Auf beantragt« gerichtliche Entscheidung hat aber jetzt schon das Schöffengericht auf Freisprechung erkannt, toeil eS s i ch bei diesen Beer« digungen, wo Kränze mit roten Schleifen ge- iragen würden, in Lütgendortmund um eine alt- hergebrachte Sitte handle. Dagegen sei nichts „u mach e n. Wie wird sich nun die Lütgendortmnnder Polizei in Zukunft Verhalten? Wird endlich die Staatsanwallschaft gegen die Polizei einschreiten, weil deren Auftreten die Leichenbegängnifie zu un- gewöhnlichen stempeln und die ftrafrechtliibe Verantwortlichkeit der Beamten für ihr Einschreiten nicht nur auf dem Papier des Straf- gesctzbuchcs steht, falls angenommen wird, die betreffenden Beamten inübten sich endlich der Rcchtswidrigkeit ihres Vorgehens bewußt fein, zunv mindesten liege der dolus eventualis vor? Der Ranvanfall auf den Geldwechsler Schmidt beschäftigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts I. AnS der Untersuchungshaft wurde der am 18. Februar 1887 zu Warschan geborene Arbeiter Georg von OlczynSki vorgeführt, um sich wegen schweren Raubes und Bedrohung mit einem Ber« brechen zu verantworten.— Der jugendliche Angeklagte ist eincS jener unglücklichen Opfer unserer sozialen Verhältnisse, die von frühester Jugend an aus sich selbst angewiesen sind und durch die mangelnde Fürsorge der Gesellschaft sowie durch daS völlig verkehrte Strassyftem. da? die Opfer der Gesellschaft für das straft, was die Gesellschaft an ihnen verbrochen, von Stufe zu Stufe oesunken, ja geradezu dem Verbrechen in die Arme getrieben ist. Die Mutter des Angeklagten starb bald nach seiner Geburt, während sich der Vvter als Agent weil in dem östliche» Rußland befand. Die ganze Erziehung lag in den Händen einer 84jährigcn Großmutter, die den Angeklagten von früh auf verwahrlosen ließ. Im Jahre 1809 kam O. nach Berlin zu einer Verwandten. Der auf sich selbst Angewiesene, der damals Zwölfjährige. verging sich wiederholt gegen daS Strafgesetz. Von der Polizeibehörde wurde er schlicblich in die Erziehungsanstalt in Zehlendorf gebracht, wo er bis zu feiner Konfirmation ver- blieb. Bald darauf wurde O. da? zweite Mal wegen Diebstahls bestraft und machte das erste Mal Bekanntschast mit dein Gefängnis. Nach Vcrbüßung der Strafe ging der Angeklagte auf die„Walze" und wurde in den verschiedensten Gegenden Deutschlands wegen Diebstahls, BettelnS, LandstreichenS und Arbeitsscheu, bestraft. Er kam dann wieder nach Berlin und wurde hier zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bald darauf wurde er nochmals zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Diese Strafe hatte der Angeklagte im November vorigen Jahich« verbüßt. Dann machte er, wie er vor Gericht behauptete, die Be- kanntschast eines geivisien„Wilhelm". Angeblich halte ihn dieser auch auf ein„duftes Ding" aufmerksam gemacht, welches uwuuehr den Gegenstand der vorliegenden Anklage bildet. Wie der Angeklagte behauptet, habe nun dieser „Wilhelm" ihm mitgeteilt, daß in der Alten Jakobstraße«in Geld- Wechsler Schmidt wohne, dessen Beruf darin desteht. daß er jeden Abend mit einem Posten Kleingeld die größeren Lokale aufsucht und hier die Kellner gegen eine gewisse Gebühr mit Kleingeld versieht. In ihm sei der Plan gereift, den Geldwechsler zu überfallen und ihm die Geldtasche zu eulreißen, nachdem ihm jener Unbekannte die Zeit mitgeteilt habe, um welche Schmidt abends feine geschäftlichen Gänge nniernchme.— Am 16. Februar gegen neun Uhr abends hielt sich der Angeklagte auf der Bodentreppe des HoufeS Alte Jatob- straße lb7 verborgen, in welchem Schmidt im vierten Stockwerk wohnte. Als dieser seine Wohnung verließ, schlich sich O. hinter ihm her und stürzte sich plötzlich von hinten auf den Ahnungslosen. ES e n t- spann sich auf der Treppe ein wütender Kampf zwischen dem Angeklagten und dem öS jährigen Schmidt, der damit endete, daß der freche Räuber ml: der Geld« tasche die Flucht ergriff. Auf die Hütscrufe des Ueberfallencn hin nahmen mehrere Personen.. die sich in einer in demselben Hause befindlichen Schankwirtschaft befanden, die Verfolgung des Au- geklagten ans. Als der Gaslwirtsgehülfe Schäfer den Räuber beinahe erreicht hatte, zog dieser plötzlich ein«, Revolver hervor und drohte, seine Verfolger über den Haufen zu schießen. In dem Besitz des Angeklagten wurde später auf der Polizeiwache auch»och ein scharf geschliffener Dolch vorgefunden.— Bor Gericht war dtr Angeklagte geständig. Der Wahrspruch der G c- s ch w o r e n« n lautete ans schuldig des schweren Raube? u n d der Bedrohung. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre und sieben Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf drei Jahr« und einen Monat Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Ohne Erziehung, ohne Fürsorge als Kind— denn an Stelle einer Bildung der geistigen Fähigkeiten Anleitung zur Heuchelei und zu Verbrechen in einer sogenannten Zwangs. erziehunas"anftalt, mehr alö drei Jahre Gefängnis dem jungen Mann— das nennt die bürgerliche Gesellschaft Erfüllung. der Knrsorgepflicht den Jugendlichen gegenüber und zetert über die Berderbthcit der Jugend, wenn ein so von der Gesellschaft zum verbrechen Vorgebildeter Verbrechen begeht! Der Zwanzigjährige erhält aber- 'mals drei Jahre Gefängnis und die Moral der Gesellschaft, die in erster Reihe auch an dein verübten Rande schuld trägt, wirft stch über den �Sünder" in die Brust, der lediglich Werkzeug der gcfellschaft- lichen Einrichtungen war. Gerade solche traurigen LcbenSschicksale Jugendlicher zeigen, wie notwendig eine Umgestaltnng der Gesellschaft ist, die ihren Mitgliedern und den Opseni ihrer Einrichtungen Weg- zchrmig aus geistigem, moralischem oder sozialen, Gebiete darzureichen weder bereit noch fähig ist. Ein vrteil aufgehoben, dem die Gründe fehlen, weil—. die Akten verloren gegangen sind. So entschied dieser Tage der II. Strafsenat des Reichsgerichtes. Das Landgericht Berlin II hatte bereits im Jahre 1905, am 9, Mai, eine Frau M. zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie dem Schriftsteller Kirchbach für 159 M. Wäsche gestohlen haben soll. Erst nach einem Jahre wurde— wril die Akten verloren gegangc« waren, der IlrtcilStcnor ans den Notizen der— Staatsanwaltschaft zusammengestellt. Auf Grund eincS entdeckten Nebenprotokolls eines Jnstizanwärters wurde daS Urteil am— 16. April 1907, nach zwei Jahren, der Beklagten zugestellt. Wahrscheinlich der Sicherheit wegen hatte inzwischen der Staatsanwalt abermals ein Strafverfahren eingeleitet, das aber nicht �.ndet wurde. Die Revision der Fraü M. begründete Rechtsanwalt Leonhard Friedman» damit, daß das zugestellte Schriftstück gar kein Urteil sei und obendrein gar keine VcrurteilungSgründe enthalte. Nach seinem und dem Antrage dcS Rechtsanwalts wurde das Urteil aufgehoben. Die Sache muß also noch einmal verhandelt werden. Wsv- bezahlt die Kosten jrner Bummelei? Em der frauenbewegung. £m Frnucn in der Gewcrbclnspektion. In einer vom Gewerkschaft»« kartell in Frankfurt a. Vi. einberufenen Versammlung gelangte folgende Resolution zur Annahme: 1. Das Kartell hält cS für dringend wünschenswert, daß der Grwcrbeinfpettion für den Bezirk Wiesbaden eine weibliche Hülfskrast beigegeben wird und daß sich die Gewerbeinspektioi, mit de» schlimmen Arbeitsverhältnissen hiesiger Gegend, uameutlich in den chemischen Großbetrieben, genauer befaßt. 2. DaS Kartell ersucht die Generalkomunffion der Gewerkschaften Deutschlands, baldigst die Frage zu prüfen, ob nicht ans Grrmi der Kölner Kongreßbeichlüffe und aus Anlaß des dem Reichstage vor- liegenden Gesetzentwurfes über die Heimarbeit in der Zigarren- iudustric dis zum Wiederznsammev.trtlr de" Reichstages wieder eine umfassendere Aktion ftir befferm Hennardefterschntz überhaupt in die Wege zu leiten wäre. Frauenarbeit in de» englischen Kohlengrube». Das Reitest« im AuSbeulersystem von Mcnschenkräste», um hohe Dividende zn er- ziele» und ein Sellen voller SuxuS führen zn koimem leisten sich jetzt englische Grubenbarone, indem sie versuchen, in gewissen Bergwerke« um Edinburg herum Frauenarbeit eiumsühren, die wahrscheinlich noch billiger sein wird als die der Kuaben, die bis jetzt mit d»r Arbeit deS KohlenfortierenS beschäftigt waren. Wann erhalte» die schwedische» Franc» daS Wahlrecht? Im Frühjahr 1906 richtete der schwedische Reichstag daS Ersuch SN an die Rcgicniug, Erhebungen über Ernführnng des FnuienwahirechtS znr Zweiten Kanuner vorzunehmen mrd danach dem Reichstag daS Ergebnis samt den daran? folgenden Vorschlägen vorzulegen. Nun hat ja der schwedische Reichstag vor vierzehn Tagen eine Wahlrechts» reform und Bersasstuigsrevisioii befchlosien, die zwar das Männer- Wahlrecht zur Zweiten Kaznmer a Ilgen rein macht und daS komnmual« Wahlrecht verbessert, aber die Frauen gänzlich unberücksichttot läßt. Die aufgeklärten Krauen Schwedens lassen sich daturrch nicht ah» halten, ,mm«r energischer ihre Anerkeummg als gleichberechtigte Staatsbürger zu fordern- Als kurzlich die Abgeordneten das ReichStagSgeväiwe Vrtrete» wollten, da wurde jedem von Frauen«in Zettel in die Hand mit der Aufschrift:„Wann erhalten dch Frauen ihr Wahlrecht 1 Hüter anderm mag auch dies dazu beigetragen haben, daß der TtacitSimiiister in der ReichstagSsitzung am 22. Mai vor die Fragen ocstellt wurde: wie weit die vom Reichstag verlangten Erhebungen über das politische Frauenwahlrccht gediehen seien, und ob der Reichstag im nächsten Jahre dem Ergebnis rnch den Borschläzep über daS Frauen Wahlrecht entgegensehen k innre? Die Annvort deS StaatSmiiirsters auf die Interpellation war ziemlich nichtssagend. Er erklärte, daß die intensive Arbeit währen� oer RetchStagssesslon die Entschetdnng darüber, welche vorschläg« dem kommenden Reichstag gemacht werden sollten, mmwglich ge« »lacht habe. Die Uittersuchungen über die Frage seien ständig ich Gongt._ Bersamnilunge»— Veranstaltungen. Verein für die Interessen der HanSangrstelltcu. VernnSverfcmtmlnng Donnerstag, den 30. Mai, abiaidS 3'/, llflr, bei fflt Mürich, Steglitzcrstr. Sö. Vorirag: Frl. Kadcit: Die BerusSauSbildung der Hausangestellten. IHM1 DIUJ l|i|.iil* Jlü.H i Für neu Inhalt»er Jiuerair »dernimmt die Stedaklion den, Bublitum gegenüber keinerlei Beraniwortuiig. Theater. Dienstag, den 23. Mai Ansang 7,/j Uhr. Kgl. QPernhans. Bajazzi. Top- pelia. Kgl. Schauspielhaus. Die Raben- steiuerin. Neues tgl. Lperiitheater. Diener Blut. TcnkscheS. Robert und Bertram. Anfang 7'/, Ubr. Sammerspiele. Aglavaine und Selyselte. sAns. 8 Uhr. Ansaiig 8 Uhr. Nene» SchausptvlhauS. Hopsen» ralh« Erben. BZestc». Die lustige Witwe. Srtillter O.«WaNnei-?b-a»e>.) Moloch. Der zeivrochcne 5trug. Schiller-Dbeater vhaelotteuburg. Ein Fallissement. Schiller S. sFritdrilb Wildelm. städlische» Theater.) Am grünen Weg. verliner. Eb-rlock Holme». «esstug. Die Fledermaus. Zentral. Das Mädchen au» dem Nachtcasö. Kleines. Marcell Salzcr. Neues. Der Dieb.. Larliiug. Der Mikado. Stestdeiiz. Haben Sie nicht? zu verzollen? Lustspiel van». HusarenficSer. Thalia. Wo die Liebe hhtsällt. Luisen. DaS Mädchen ohne Ehre. Tri»»»». Frl. Josette— meine Fra». Beruhnrd Mose. Der Fluch deS Golde«. Nteiropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Hcrrnfcld. ES lebe das Nachllebcn. Vorher: Die Welt geh: unter. Wluirrgarien. l.» Tortajada. Spezialitäten, «lpolie. Der lustige Witwer. Spe- zinlitälen. Kasino. Nick Carter. Spezialitäten. Walhalla. Der grüne Teufel. Spezialitäten. Passage. Spezuilliäten. vtcichohallcn. Steltincr Sänger. liraiii*. Taubenliraste ihu«. Abend« 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweden. Lternwarie, Jiwalideiistr.«7/62. Neues Theater. Ansang 8 llhr. Der Dieb. Mittwoch, Donnerstag, Freitag i Der Dieb. Itleines Theater. McndS 8V, Uhr: MARCEll- SALZER-ABEND. Morgen und folgende Tage, abends 8'/, Uhr: Marcell-Salzer-Abeud. t'ri-ellnaaet Roiin» öerliuer Theater. , Ansang 8 llhr. Shcrloch Dölmes Mittwoch: Der Hund v BaSlervill- i.orttingsi'tiester Seiissiliaaeeetr. 7 S. Abend« 8 Uhr: AI» r t Ii». Abonnement« gültig I Mittwoch: Opernaullührung deS Sternschen Konservatoriums. Tchluh der dieSj. Spielzeit 31. Mai. Bellealliaucc-töarten: Täglich: lliik».Vaei«t«-Vsr»IoUuaz�_ Lustspielhaus. Sommerpreis«. Abends 8 Uhr: Husareusieber. Zeutral-Theater. Gejamtgastspiel des Ernst Drucker- Theaters.. Täglich. 8 Uhr: Da» Mädchen an» dem Nacht-Cafä, Luisen-Tlieater Neichcubcrgerflr.»T. "SS; Geschloffen. Donnerstag zum erstenmal: D«s KU-t stilirr«he mid solgcnde Tage. Sonntag nachmittag 3 Uhr: !(abg!e und Liebe. Donnerstag und Freitag: Sherlock ÄÄÄÄÄÄÄÄJÄAÄamAAÄÄÄÄOA j Passage-Tiieater. 4 Jeden Abend 8 lllrr:' Das Mai-ProgramE Der größte Erfolg der Saison! Orete Qaflus i Mascha Dignam 1 3 Clarus Brothers J_ U Attraktionen 14. Meli i Her- Schlllcr-Thcalor 0.. Dienstag, abends 8 llhr: Zlolool». Eine unvollendete Tragödie sL Akte) von Friedrich Hebbel.— Hieraus: Idei- aerbrochcne Hrac. EtnLnstsp. tn I Ansz. d. Hcinr. v. Kielst. Mittwoch, abend« 8 ll b r: LI». D o n» e r S t a g, a b e n d« 8 ll b r: Koiooii.— vor zerdrochaneJCnig Tlienuir. Schlller-Thealor Cdfiricttenbarg. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Falllw-icnient. Echausp. in 5 Aiffz. von Sjornstjern» Björns on. Mittwoch, abend» 8 Uhr: Manii-» Vanna, Donnerstag abends 8 Uhr: Ein FnUlM»em«nt. Urania. WissenschaftlicheB Theater. Abends 8 Uhr; Scbiller-tliealer IT Frta4r!ch-WilhBlmstftiiti»cti9S Tlwater. Abends S Uhr: Am grünen Weg. _ Summ erprerje._ Pnlnlnglnw- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige üebcrall ieäalltcd l Fabrik„Eplrus", Dresden Metropol-Thealer Anfang; 8 Ihr. ZOnihCISCHEB GARTEN Täglich nachm. 4. Ihr:» Großes• Militär-Doppel-Konzert, g Kintritii 1 Mk, von abends | 6 Uhr ab 50 H., Kinder unter• 10 Johron�die Hiilkte. Rcsidtiii-Thtstcr. Direkston Richard Alexander.' Heule und folgende Tage 8 Uhr i Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Akten v. M- Hennequln und P. Bcber. WUMMk Gr. Franllurterstr>3L DienStag. den 28. Mai: Ansang«'/, Uhr. mp- Im Garten;-TW Der Fluch deS Golde«. Gr. AuSilaüimgSstlick. LzerisiitSten. Wochenpreiie.— AbendS 8 llhr im Theater: Im Ransch de» Leben». SonuNerprelje., Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Letzte I Qroßa.J aliresrovu» in 7 Bildern ' von Julius i'reund. Musik ron V'iktor Uoliaender. Dirigent Max Eoth. In Szooo gesetas« von Direktor Hichard Schultz. Kauchen Uberall gestattet. Vorstellungen . des glänzenden Mai-Programms. Prater- Theater. Kastanierr-Allee 7/s. Täglich: Flotte VVeider SpclaNtllteli,. Konmert nnd NaU. _ Ansang*'/• Ahr._ i aäAAjfc* rt'gw-aTiaTatWKKaaa> Heute abend 8 ttfr Der zrStt Traft!. TmsalionZ.Panwnüme. 5 dungmonas. ia Wpcglalltßtcn RH i�r Jrei> Konzert.-MlA l�eue Mett > Htasnheide 108-114. — Im Koiizertgaricn:— täglich: großes Konzert. ! Jeden Sonntag. DienStag, DounerSIag: k MilitÜr-l�snAei�.» Jeden Montag. Mittwoch, Freitag: » TTKolkoODekoster. t Entrce 10 Pf. Tntre« 10PI. Im Thcatrrgai-ten: Täglich: großes Konzert des Neue West-Orchesters and SpeztlititZreA- Vsrskettniix. Entree 25 Ps. Sntree 25 Pst PiAen Mittwoch K Jede» D»iui erslag tlUte-Ta*. Ganz Berlin über und seine BurlvSke: Der lttsiige Witiver. 1. Bild: Da» letzte Mal. S. Bild: Die Kolgen davon. Vorher 8 Uhr: Bedeulende Spezialitäten m. Merlans Hunde-Bauern- theater. krödelZ Allerlei-sdöale? Schönhauser Allee Is» und t; finftntiicn.il llee OTfOO. ■ Heute sowie tögitch:-MWh erstklasstge Matprogramw 15 uaxnit m s nTr: ßevlsjiet das letm Sil! Die gochtklisreise. Anfang llhr. Eintritt 30 Pst- A v i S t Sonnabend, den 1. Jmiir Erste« grohcS fiiuderfest. VotksgirttA-Tlieatw. Bad-DshmstraSs— Balmhof Getuni- brtmnen— BeThrmoiustraC«. Das Bild der Mutter oder Bt-rlluor Klmmpi-lontc. Volksstück mit Gesang in 3 AN». . Hierzu:. Tab neue Voikadelusttzungs». X Lroler Ball. Kck.RerrnfeIlI- Ansang Tha«*«»*» Boroevt 8 Uhr. Incalcl 11-2 U()1 67 KomnmndarNcnstraszr 57. Schluß der Spielfsisstt: 5reitsg. S\. Mai. BIS dahin allabrndllch d. Novität Es lebe M Nachtleben! Eine Separee. Affäre mit de» Autoreu Anton und Donai Hcrrnseld In den Hauptrollen. Vorher: llle VeU Ml unter! AmKOstrlnorpiatx, Itadorfäarfvratr. 71 Hermann Imbsi§ ««glich:: 3 Qroßes Konzert» TMr-unii Spszlalttte M Vorstcfag. Beichsiiallen- Theater. Her AM. mnang Sc�c�tngsWffji Itstoin» halle»»- Barten md fteslMrant: Militär- Koazcrt, f Brunnen-Theater Bndstrabe 68. Direkt.: Bernh. Rose. 10 Attraktionen ersten NangeZ 10. Raul Coradini. X Rämbler Comp. Der Geisterspuk im Gefängnis. Pantomime der kdokasostl/-Truppe. litt Fluge durch die Welt. SlusftattungZ-Volksstück in 6 Bildern. Eröffnung 2 Uhr. Ansang 5 Uhr. Billcttvorocrkauf von 10 Uhr ab an der Theaterkasse. TSNSSOUCI, Straße8" Direktion Wilhelm' Reimer Ter Garte» ist geöffnet. Sonnt., Moni., Donnerst.: Mraanüs Nortld. Sänger u. Tänzkrünzchcn, Stets neues aktuelles Programm. Sonnt. Bcg.S, wochent.8U. jyür nächste Saison sind sämtl. Sonnab. bereits beseyt. Noch einige Mittwoch Abende sind frei. 8elmn|gi1kii Am KBnigstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn 1,2,4,17,59, 62, 63 u. 74. Täglich- Theater-Vorstellung. Neue Spezialitäten. Einematograph und Ball. Freier Damentanz. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. M Steitfl Theater. BeDckensfr, 2(a. d. Jannow.-Br.) Nur«och i Abende der beliebten vor ihrer russischen Gastspielreise. Wiedereröffnung: Sonnabend, den 17. August. Im Steidl-Reftaur. u.Garten während des ganzen Sommers: Cr. Streichkonzert. Vorz. Köche. ff. Noacks Theater. Direktion: Roh. Olli. Brunnenstr. 16. Abends 3 Uhr: Sberloch f>olmc9 Dazu: Tie erstklass. Spezialitäten. tO Uhr: Die goldene Insel. Ans. 0 Uhr. Kafseekliche v. 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Verst. im Saal. t ifiim Tif* t imriiii | Max Kliems (Sommer- Theater> Hasenheide 13/15. Artistiiche Leitung: Paul Milbitz. [Meli: Grioiizert,Tlieater| Jeden Montag: Sommerfest.! Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite-Tag. � Die Kasfeeküche ist täglich von\ 2 Uhr ab geöffnet. Mstav BehrenTTheäteri Berlin W., GoltzstraBe 9. Bcstoentiliertes Theater. YoDständ. Pro- Trianon-Theater. Heute und folgende Tage: Fräulein Josette— ineine Frau. stnsang 8 Uhr. Austreten der neuengagierten Spezialitäten, u. a. der Original Greissenberger. der Mimiker Ad. Greilicke. assistiert von Miß Clarito. der Lumpcnmaler Signor Goedicke. Zum Schluß die tolle Ausstattungs-Burleske WetWicde Feuerwehr. Ansang 8 Uhr, Sonntags 61/, Uhr. Sommerpreise. Entree 30 Hf. Freienwalde a./O. Den Genossen zur Nachricht, daß ich das Lokal von Raddatz, Kanal- straße 3, übernommen habe. Fremden- zimmer, Saal, Garten zur Verfügung. Gut gepflegte Getränke und Speisen zu jeder Zeit. Ich bitte, das mir bisher gezeigte Zutrauen auch serner in meinem neuen Unternehmen cnt- gegenzubringen. 48Z5L» Wlllieim Voigt früher Eberswalderstraße 7, Mitglied des Verbandes der Freien ....... Gast- und Schankwirte Deutschlands. Iuggenksgsn, llioritzplatz. Heute; Willy= Wäldes Sänger and SW" Freitanz."Wxj Anfang 8 Uhr. Eintritt 20 Pf. Die� V orstcIIuTTg� findet� �bei� �chönem� Wett�cr�im� Garten�stat� � Otto Pritzkow nünzstrafie 16. [-(St. Louis) Theater lebender Photographien. Täglich Eingang von - Nenheiten.- � Den ganzen Jag Vorstellung. ♦ Dampfwäscherei Sonnenlicht H. Schenck, Rlxdorf, Bergstr. 55. Leibwäiche 10 Pf., gr. Bezüge 15 Pf., Handtücher, Taschentücher 4 St. 10 Pf. Schonendste Behandlung, freie Ab- holung von 3 M. an. 50302* ßrsllihliiis' fciilmn, JubiL-Ausgabe, 17 Bande a 12 M., liescre sofort komplett für S M. monatliche Teihahluug! Bruno Thun, Berlin NW., StepHanstr. 7. IT riiinol t50 M., Hoflieferant, erst- Ii. i illgei klasstg.cvci tuellTeilratcn 20 M. mouatl.� Alltag, Sonntag bis 9abds., krankheitsb. das Prachtstück schnell z. vk. Gerichtftr. 3Ä, Dittrich. �Hygienische KetMnsärniei. 5«vu«»t.�.2<.2ioK DL jtSmpfehl.ricI.Acrzlo u.Prof. f�at. oJät H. VBger, Gamaivaienlftbrik Berlin NB- Friodrichstraa«• 91/93. 17. Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 27. Uni 1907, Tormilfags. Sur die Gewinne Uber 2t0 Mark sind den betretfenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 8 107 255 401 503 55 M7 754 977 1055 132 212 49 fSOOO] 700« 29 2053 1»9 224 453 551 839 992 3 153[ 300J 294 420 83 619 729 70 900[5000] 44 4515 540 5303 400 10 51[600] 979 6800 547 4 9 731 70«09 7016 192 278 353 710 8062 103 40 01 209 313 440 530 959 0008 161 233 405 732 [5001 75 834 900[1000] 00 1O010 170[1000] 260 308 79 422 Ol 538 75 727 904 11570 89[1000] 002 734 43[500] 899 1 2230 6 42 1 3142 291 443 535 606 76 1 4514 730 1 5881 940 1 6010 123 309 52 91 405 037 17420 697 704 997 18107 29 06 ISOOO] 07 82 862 971[10091 19007 179 281 331 71 653[1000] 2 0011 170 309 63 415 61 533 714 71 2 1 321 606 700 «60 22011 494 647[3000]«03 2 3177 380 381 673 780 24042 128 riooo] 82 843 4*1 809 S4 902 2 5 013 395[500] 425 89[509] 522 053 815 097 28039 93 152 203 32 535 615 22 867 929 45 2 7n»7 117 3?1 436 753 802 62 2S107 608 «3 860 74 910 71 29025 307 703 943 52 55 30031 390 467 33 31033 295 371 854 88[500] 32050 •3 100 235 313 90 167 627[lOOO] 902 43 3 3WI6 127[1000] 63 98 290 721 72 817 18 40[500] 955.500] 3 4035 273[ 3000] 371 544 633 703[500] 77 891 915 36072 359 63 534 789 [5001 94 903 03 3 6055 100 35 89 210 313[10001 48 80 3 700 1 83 169 237 423 59 99 513 76 663 712 871 3 8271 315 420 83 371 39265 312 411 593 777 832 41[500] 983 91[500] 40259[3000] 68 421 4 1 007 75 fSWWJ 333 010 SOI 61 42073[500] 161 372 373[1000] 436 73 550 736 52 315 [3000] 27 00 937 4 3077 199 792 4 4013 273 831 56 530 42 t»00] 617 707 907 39 4 5 003 554 706 924 63 4 6lSi 260 00 70 331 014 69 4 7057 130 71 09 413 313 60 043 0,3[ 500] 573 300] 890[ 500] 4 8070 106 56 403 574 672 4 9013 113 [100.!] 200 23 579 635 50127 280 310 551 085 713 856 957 5 1 000 04[500] 820 725 937 52508 779 871 83 023 OD[6001 53020 115 23 [6001 820 457 001 857[500] 73 54129 232 379 490 551 83 189 861 56113 405 650 702 89 92[500] 93 909 56ui(i 105 «74 710 57170 606 5 8 033 76 81 312 490 317 742 50 369 69203[500] 428 607 SOS 30 93 926 6O0C9 620 979 61107 774 871 62131 706 820 32 41 [800] 911 63131 200 04 441 707 29 64021 28 75 130 259 *03 631 909[500] 6 5001 223 452 6 6158 67 235 363 502 740 831 07313 518 643 743 873 91[1980] 914[500] 31 68001 Ml 431[500] 510 47 60194 280 331[500] 101 035 973 70181 92[ 3000] 207[3000] 380 721 953 71146[ 3000] 68 283[500] SU 37 450 585 633[1000] 731 69 835 72052 IpOO] 325 71 III 535 80( 30001 629 31 72 1 3103 543 85 681 [1000] 791 867 935 74184 99 212 611 50 54 74272 92 7 6 082 Ml 4*8 610 7 7 011 125 4,9 13 4 6 753 832 59 78:92 665 855 9-4 70197 309 401 543 75[300] 519 61 912 54 35 80001 146 334 40 415(133 703 82 8 1 052 66 412 523 709 82179 445 7 7 631[500 i 727 890 964 13000] 83 071 103 58 202 71 883 453 83[lOOO] 955 990 84168 239 535 75 894 921 85149 273 317 502 86029 41 107 701 457 87133 309 66 470 550[ 3000] 000 792 895 8 8103] 1000] 511 43 813 36 905 [1000] g 80033 212 19 332 90 455 033[ 3000] 971 0 0325 31 430 585 39 791 S»0 9 1 010 104 232 336 57 «31 80 714 4 7 812 9 2074 000 3 0 3129 609 003 726[500] 9 4012 305 13 67 13000] 410 509[500] 613 63 82 709 963 95169 470[500] 823 08133 39[SDOO] 657 605 67 841 971 07003 SO 196 217[10 0001 481 571[1000] 677[ 3000] 723 [500] 80 801 0 8390[MO] 773 90 033[3000] 72 90121 329 457 651 700 SSO[500] 951 79 100929 82 173 SU 29[1000] 79 539[500] 93 950 101131 289 639 102 83 292 415 633 40 85 802 57 1 03073 83$ 401 092 714 866 99[1000] 911 104191 303 46Q 784 1OS040[ 5001 632 31 720 51 805 933 1 0 8313 10 481 99 555 «7» 711[1000] 29 1 07111 292 379 1 08935 72 365 573 631 [1000] 100178 500 853 110032 83 1500] 401 517[1099] SO 892»28 43[1009] 111105 310[1000] 20 41 432 062[1060] 924 63 112066 883 510 20 650[500] 780 863 993 113234 305 1140*9 MO«1 201 22 406 81 660 851[ItCO] 919 115231 44 338 437 84 533 891[101)0] 911 73 116071 03 131 4(7[500] 59 «75 726 833[500] 31 90« 117041 539 770 913 118091 122 675 94 6(6 00 13000] 110279 306 439[1000] 599 616 912 12O021[500] 21 89 61« 1500]«5 7SO 121219 39 70 810 30 69 491 522 62 691 745 831 122510 87 725 ll32 900 [500] 83 1 23 312 75[1000] 610 635 90 705[1000] 833 929 124111 99 090 803 922 93 1 2 5 040 101 83 427 83 559 77 «10 71[1000] 747 128230 401 46 72 720[1000] 59 127911 133 290 M3 723 83 1 2 8010[ 500] 194 223 61 65[500] 310 I« 604 003 875 997 1 20045[1000] 422 647 130063 170 332 4 2 434 826 1 3 1 009 41 59 150[3000] 99 604 Sil 913 132021 376 613 SO 721 76[500] 133123 587 719 803 1 3 4313 93 538 031 68 99 727]500) 887 1 35(145 150 253 1 3 69*6 116 77 249 317 31 53 410 53[500] 98 609 54 OSO 137129 203 7 38 1 827 941 13 8590 050 339 1 30040 «23 630 698 38[10 000] 771 393 14O003 259 310 533 081 71««8 961 55 141042 43 [1000] 201 373 515 715 53[500] 810 93 975[lOO-ij 142030 [6C0) 279£40 513 69 97 909 1 4 3009 7 7 250 1500) 420 529 «73 7 7 025 1 44000 120 251 356 659 729 68 1 4 5015 270 843 573 1 46100 81 BS 98 222[lOOO] 425 600 609 40 703 91« 14 7010 435 37 50« 58 013 93 703 987 1 48120 763 929 823 93 1 40013 235 33 300«50 633 150199[500] 205 97 600 82 742 72 697 973 151183 [1000] 417 530 635 732 815 41 152048 205 447 75 587 75« [500] 67 85« 949[500] 89 1 53 578 613[6000] 702 81 979 154142 470 027 815 1 5 5024 70 305[500] 83«04 557 940 81 15 6000 212 832[500] 54 434 645 760 157233 409 872[3000] 15810« 90 301«75 540 608 1 5 0357 553 6(19 725 31 801 160085«33 500 18[3000] 869 972 77[3909] 161137 273 431 507 27 729 851 995 1 6 2030 261 052 777 818 13909] 933 16321«[1000] 79 87 331 750 827 1 6 4031 100 41 240 63 81 83 578 003 920 94 1 6 5 338 604 030 743[5000] 85« 909 166301[590]«70 673 13090] 827 63 900 1 67043 123 [1900] 25 251 477 511 790 1 68941 80[500] 276[500] 413 71 664 f3000] 68 840 58 932 1 60232 519 865«0[500] 17O170 535 51 318 97 018 720 981[lOOO] 171013 308 552 004 1 7 2049 82 430 948 1 73142[500] 594 003 74» 991 174002 350 70 611[10001 84»55 175732 34 968 1 7 6307 401 585 058 776 95 857[3000] 177000 23« Ol[1000] 302 13 878 81 970 1 78161 296«03 532 71 013 873[500] 179347 528 79 600 54 55 780 804 180008 203 513 56 944 1 81127 90 206 655 731 93« 182107 10 315<20[5000] 901[3000] 18334« 62 58 75 [50«] 60««1 5 7 922[500] 184032 175 343 72 63.3 756 890 907 78 1 85050 US 33 231 301 8« 679 sSODO] 80 93 186900 113 21« 23 582 781 863 1 87950 06 300 68«20 [500] 570 60«[500] 771 850 075 1 8 8051 66 230 96 353 «45 010 710 944 1 80009 38 94 124 39 54 770 899 960 190122 379[3000] 627 937 1 0 1 039 110 497 78« 851 956 1 92135 309 457 63 516 48 020 28 821 32 1 9 3038 132 268 377 423 950 1 94130 230 37« 648[500] 933 19 5 072 289 323|U)00] 31 500 1 06122 300 418 83 506 71 800. 11 26 1 9 7064 93 345 429 901 SO 108092 12« 248 419 64« 715 88«[500] 038 10012« 259 322 627 648 98 737 953 89 2 0 0053 290 583 976 2O1490 533 739 835 59 61[1000] 2 0 2053 79 30 132 231 327 50« 63 3« 322 973 2 03046 92 162 16[3060] 80 703 50 55 2 04185 215 383 570 79 909 20 5611 98 374 422 514 600 744 031 20 6691 233 sSOOO] 680 750 803 2O 7032 51 90 350 52? 70 798 OOS 203079 262 64 870 51« 72« 313 50 2 0 0918«36 69 540 798 876 21O070 78 90 282 83«02 9« 602 722 841 56 977 211057 187 207 319 553 600 71 737 982 2 1 204» 79 [3009] 194 221 90 324 517 92[lOOO] 027[1009] 728 903 2 1 3170 232 432 48[500] 634[500] 05 004 700 935 2 1 4132 653 2 1 5091 350 685 080 734[1000] 924 21605« «85 566 64 fSOO) 722 39 54 898[590] 024 2 1 7133 38 49 [1000] 56 223 521 893 913 95 2 1 8257 047 701 7« 890 91» 210690[500]"153 212 95 314 471[560] 027 870 22OOZ0 199 207 82 352 411[590] 716 941 50 2 2 1 045 130[3099] 262 420 1500] 890[506] 22tOOO 99 150 1 327 45« 538 70 610 18 75« 901 223123 8«»U 313 653 80« 9(0 71[500] 224218[50»]?5 31»«54 eza SjJZiao 38« 400 033 744 812 73 94« 58 22045« s5 06] 57 333 400 °7 046 143 02 93 227433 07 73 0!« 60[4000] Ol 779 91« 2 2 8 3*4 4 7 404 502 2 2 0 243 463 230308 41« 593 743 812 2 3 1 081 59 90 Ii» 498 85« 993 232)85[3000] 252 71 81 8* 558 052 835 2 3 3189 327 431 500 89 011[1060] 09 96 892 944 2 3 4531 641 13069] 7(3[500] 871 937 51 53 2 36.(1 66'SCOl 5*0 08 OD 766 47 03[500] 73 605[60 006] 973 236155«15 810 37 915 2 3 7605 230[3000] 528 95 358 2 3«073 257«Ol 06 718 827«0 49 70 927 230155 70 912 67 81(10»«] 2401»« 32 05[660] B« 93 277(10601 SU 49 902 73 87 2 41114 266 393 056 795 837 71 2 4 2679 312 1» 412 041 712 9C 3»? 37 65 03 73 213161 73' 8 ij 110 Ol 959 244107 463 671 977 245149 IIS 39 70[500] 33' 9) 479 527 9« 694 827 981 2 4 6199 52* OSO 715 937[5901 24 7090 1*5 231 541 005[506] 3.9 752 82 3(0 89(5,01 933 243179 303 83 f 19(10] 559 63 080 2 40013 79 116 214 4*1 51 52 052 86.3 990 250090 126[1000] 85»27 42 423 80 91 500 30 98 77£98 995 2 5 1 303 013 81 252*11 445(5051 7, 577 rz� [1000] 780 2 5 3 691 125 35 2 5 4018 150 272 6.17 93 979 255(26 360 71 71 477 558£58 710 869 2 86(23 2 0«(2 677 852 94C 25 7035 126 9.3 271 1500] 83 344 31 432[10 Ol £32[3000] 900 IT 13 258095 131 219 73[300] 381 2501(9 413 383 2 6 0994 103 242 393 692 730 964 2 6 1 674 13# 670 721 r?000] 262177 407 69 77 096 873 70 26327« 339 51 039 2 6 40(7 107 34['00] 319 74 549 91£21£6 47 43 872[1000] 94[16601 972 265 79 471 55» 772( 97 2 6 6*31 96 845 075 2 6 7000 10 27 510£00 701 3.3 71 8»9»'1 5.1M 26 8 003*75 309 45[506] Dl[500] 649 8«4 260027 CO 77 99 408 ,549 095 713 270613[1000] 50 07 134 360 435 517[IrOO] 827 91 27 1 003 199.340 83 479 348 629 784[500] 893 272T87 246 850[30001 001[4600] 819 2730« I<4 761 308 7 274660[3609] 175 633 59 787 832 1.3*60] 271050 TOS ISUOI 513 91 628 709 62 83 2 7 6*11 05 75 502 84* B5 2' 7662 flOOb] 793 278675 531 47 43 53 53 O l flO 903 71 270153[1000] 321«17 22 73 83 760 73 800 10 21 107 2SOI09»6 39 234 324 533 770 28 1 021 33««0,1 604 « 307 53 98[500] 977 2 820(5 419 77 8 0 9 3 57 82 321 CS* 303 34 99.8 2 8 4152 348[lOfOl 420 621 0 8 285015 211 v25 515 38 61« 89 752 9« 2 28503![500] 157 72 212[5C0J SO«17 003[500]«7 891 905 47[100,] 2 701« HO 211 19 07«15 04 85 611 35 97 728 34»30(1 001 0« Im Gcwlnnrade verblieben: 1 Prämie k 300 000, 1 Gewinn ä 509 COO M., 1 ä 50 000. 1 4«0 000, 3 ä 30 000, 11 4 15 000, 24 4 10 000, 53 4 6000, 63« 4 3000, 1089* 1000. 1523 4 600. J�cu erschienen sind folgende Schriften, die wir unseren Lesern zur Anschaffung empfehlen: Heber Verfassungswesen. Von Ferdinand Lassalle. Inhalt-(leber Verfassungsn?esen. Mas nun? IVlacKt und Recht. Neue Ausgabe, mit Einleitungen versehen von Ed. Bernstein. Preis 50 Pf.. Ämlißislilk Ktcrutlir. Zwei Borträge von Paul Lcusch. Preis 15 Ps. Der Kamps der Arbeiter.; Sieben Ausiätze aus der Leipziger Volkszeitung" von Anton Pannekoek. Preis 20 Ps. DllileKtisltjkS. Volkstümliche Vorträge aus dem Gebiete dcS proletarischen Monismus von Ernst Unter- mann. Geb. Preis 1 M. GeschichtedttKerliiierArbeiterbeiliepiz Herausgegeben von Eduard Bernstein. I. Teil: Vom Jahre 1848 bis zum Erlaß des Sozialistengesetzes. Illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. Preis in Leinen geb. S.öv M., halbsrz. geb. 7,50 M. Expedition des„Vorwärts", Berlin 8W. Lindenstr. 69, Laden. 234/7* Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle- Pacfaf Hocqnotts. Satteltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. Emil Lefeyre, o�"°r. Ii. 9!? Kotten kommen nicht in Sachen, die mit Reichels Spezial-Mottenpulver 50 Pf. u. 1.— Psd. M. 3.— od. m. Reichels Mottentinkrur 75 Ps. u. 1.50 geschützt sind. Einziger u. dauernder Schab gegen Motlcnschadcn it. vor weiterer Bernichrang bereits o. Möllen beschädigter Sachen! Von angenehmem Geruch, nicht stcckeno u. für alle Stoffe verwendbar. Scur echt u. garantiert mit Marke„Tod u. Teufel». llllg kleieke!. Lsflüii Lieferant für Armee u. Marine. TcIePhon-?lnschlüsscIV.47öt,47ö2.47ö3. In unseren Kolonien Fredersdorf-Petershag. □�■7 M. an Seegefeld...., 8,„ Finkonkrug...„ 8„„ Ii ob.-llsusnd., Hochwald, 10„„ Biesdorf, Bahnhof.„ 25„„ Günstigste Zahlungsbedingungen. Miesehalke& Nltsche, Berlin, Landsbergerstraße 66. jedes uenensia-Kad ein Meisterwerk dentscher Technik. — Teilzahlung!— Zwei Jahre Garantie!— Sozial-Räder 2». 60-, Sozial-Luxus- m. 95.- Gebranchte Rüder billig!— Fahrradxnbehör billig! Bitte genau aus Hausnummer„HS* zu achten 1 23. R. Groskurth, Berlin t Münzstr. 23. Auf Teilzahlung! Wöchentlich nur 1 Mark. Uhren jeder Art so-, wie Goldwar., Zitheni.» Phonograph, Platten-! iprechmaschincn, Har- ! Monikas, Mandolinen, Geigen usw. Große Auswahl in Platten, echte Edison-Apparate und Walzen zu Triginnl-Preise». .luknv& König, Warschaucrstr. 72, 1. Etage, Rcinickcndorferstr. 101, 1. Etage, Pianinn gediegen, billig, Nettelbeckplatz riaimm Hochparterre vorn.Nettclbeckhos 17. Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebung vom 27. M*. ISO), nachmitliiK». Nnr die Gewinne über 140 Mark sind den bctreffendeB Num-nern In Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 109« 7 640 721 74 968 1 352 806 37[500] 77 2 441«3 «55 82 SSO[500] 95« 3018 346 00[500] 434 751 4000 29 [500] ua 96 UOOO] 232 314 31 48«99 505« 72 8« III 209 404 60 557 769 813 915 73 6239|30t0] 93[lOOO] 95 534 075 7222 33 507 670[500] 979* 2 804* 219 423 90[1000] 671 [1000] 714«1 639 0 051 230 37««3 761 873 10153 504 701 7»39 11(69 443 503 95 815 90 1 2 U8 00 92 590[3000] 601[500] 803 912 13025 283«51 70 640 781 815[ 500] 56 1 4053 206 35 327«19 507 6*1 77 752 8*5 29 40 955 62 1 5035 215 74 393 837 97 903 16031[500) 132 323 31 433 40 511[3000] 672 709 851[lODO] 980 17(07 272 «72 317 927 1 8103 253«02 301 10175 220«80 567 03S 601 91g 82 20193 260 312 583[lOOO] 635 91« 60 2 1 013 48 119 67 95 303 23[ 3000] 50 442 591 753[ 500] 66 841 2 2 436 612 797[300] 831[500] 972 2 3 231 339«02 972 2 4 411 545 57 [3000] 92 8*4 925 2 5 205 370 457 93 553«13 2 6128 289 319 84 467 532 75 624 872 2 7038 95 124 09 215 71 390 494«12 07 75 324«7 28135[500] 70 300 439 53« 712«1 99 2025? 39? 731 821 304 48 531 750 865 7« 31lO: 48 296 402[500] 501 15 35 99 030 40 725[1009] 47 49 878 907 32112[500]«8 95 «9» 24 ilS 33 175 414 3* 614 8 72 45 51 34(30 09 265 333 660[500] 733 872 957 3 5004 15 30 110 91 260 77 069 806 97« 36102 224 335 03 493 851[1009] 3 1 35(1 600 3 8113 33 313 «05 9 4 575 3 0 900 5[10 OOO] 147[500] 43* 539 823 63[ 500] 40053[3000] 251[SOOO] 81[3009] 302 496 5(2 720 SO 79 890 978 79 41148 70* 39 455 618 1500] 713 4 2 268 44« 553 85[1000] 601 763 43(128«t 341[1000] 475 6*5 729[3900] «0 090 44(37 339 4J9 639 785 4 5149 229 78 437 704 837 [1000] 4608* 104 21 800 3* 4*1[500] 27 84 780 93 833 92 000 39 4 7185 270 804 53[1600] 450 597 748 48154[1000] 384[1000] 420 50* 760 83 839 4 0012[3000] 42[3000] 178 235 64 309 19 780 853 69 50139 55 247« 40 532 959 5 1 097 500 620«9 967 97 5 2046 221 061 07 776 53109 33 2-5 616 89 5 4019 185 310 «47 690 814 55154[ 500] 808 10[lOOO] 99« 56037 147 311 5 7000 134[500] 270 98 603 17 60[3000] 69 715 72 845 948 90 95 5 8043 404 83 561 75« 893 998 5 0013 87 327««« 703 15 73 90»- 75 69 60093 ISO 89 220 658 664 713«9 82»[1000] 67 956 610«« 119 377 409 790 883 6* 6 2 090 239 71[10001 353[ 5001 74» 9* 350 79 6 3 059 313 161 827 89 95» 6 4031 183 280 447 637 663 96 731 59 940 6 0030 14« 214 319 031 830 942 6 6203 73 6 7 089 145 7 6 274 55 462 66 530 04« 953 S8073«09 [509] Ol« 372 6 0129 31 315 78 90«37 725 915[560] 92 7O903 393[1900] 518 92[500] 799 880 917 38 7 1 250 381[500] 533 72175 Sil 037 334 7 3 404 509 030 54 893 [500] 74(19 40 79 231 81 193 1»00I i»5 879 911 75117 248 762 970 76095 100«09 707 802 7 7 022 161 724 905 7 8212 [500]«7»8 390 542«3 53 901 70085 03[500J 69 99 CS« 882 87 8O006«X 530 63 8» 923 8 1 293 821[500] 853«37 «0[508] 82110 80 309 28 459«50 334»9 8 3 213 355 4*9 519 SO 077 84302 42 5« 453 71 613[ 5001 86 4 0 30 728[ 5001 85120 IIOO01 83 261 311 410 49(lOnO] 69 609 025 86043 «0 133 211 31 4)9 063 Cö 634»43 87119 II 275 322 059 88063 [500] 71 148 590«43 91 717 39 929 48[1900] 78 303»« 98 508 882 00381 569 689[500] 903 01453[3000] 218 826[500] «» 006 726 0 2047 530 463 7 2 654 9* 799 812[500] 955 0'ZlO9«3[10 600] 700 45 394 18 953 7 8 0 4117 228 371 [3000] 630[ 3000] 835 05084 106 8» 921[4000] 96310 87 «62 781[1000] 800 9 7 235 442«1 590 602 736 803 99 954 08585 638 8.1 750 861 1000] 09 83»39 00194[ 5000] 9« [1000] 331 57 603 79 690 791 10O235 98'.45 801 040 1O1043 310 723 815 94« 102090 112 43» 570 607 S70[5WlJ«» 952[5000) 103091 137«59 523[50») 713 873 88 922( 500) 61 7« 104100 1600) 68 2(3«2 SO« IlOW]«97 0« 585 0*7 91 711 15 70 901 105225 323 519 CS 81 624 706 10619« 650 96 629 769 930 1 07 093 10« 254 337 1)600) 421 530 9t 61» 70« »29 10800t 229 31 CO 07 312 46 405 16»49 10011» 220 isoo!«79 507 19 21 llOOOi 83 793 905 90»09(lOOUO) 1 10019 95 175[5001 210 10 362 469 619 23 54 069 9" 111063 315 526 COS(500) 79 1500) 951«6 69 112070 146 668 760 IIOOCJ 843[ 500] CO 99 1100*7 SO« «56 13000) 607 59 705 7 9 033 16 114134 223 38 337 [30001«87 655 826 115137 1162*4 51 301 486«77 722 862 117340 5««45 730 11805« 57[3000) 39« 687 110023 72 151 657 822 120042 14« 85 2 50« 667 837[500] 890 1 2 1 013 [3000] 19« 207 llOOOi 817 8««41 65 CO« 20 926 1 2 2066 100 25 250 6 7 330 869 34 1 20212 690 923 51 94» 124038 171 819 756 SO 93 12502« 1500] 12« 75 9» 232 60 317 [3000 j 55« 12 6004 395 461 SS 652 72 90 1 27130 617 73 345 50 939 69 128116 91 351«70 681[SOOul 928«« 129,180[500] 148«55 663 64«[500] 68 768 91[3000] 85« 83 94[lOOOl 100(51 64 870«29 6« 662 67 1 0 1 046 33«[SOOO] «1« 67««05 26 29 70|6O0j 758 1 0 2559»40 45 1 0018» 641 673 810 19 104045 287 47« 78 631 105128 9«»92 «45«0« SO« 106095 28« 32? 575»«« 317 931[3009] 107011 83 30««2t 39«7 513 881 947 1 0SO82 286 880 919«7 1 00137 7««00 669 78 772 805[1000] 71 908 Ol 140155 207 636 78 635 881 14 1 029«6 77 237«8 305 21 30 87«39 90 517«0 94«[500] 142138 601 75 956 1 40396« 75 607 73 777 860 900 7 80 9« 144113«28 677 048 60 720 48 989 99 1 45 226 322 08[500]«52 537 736 87 699[500] 92«[1000] 26 1 4 6005«2 323 35 83» 93[3000] 14 7028 132 73 264 72 317 605 39 887 1 4 8001 232 331 684[lOOO] 840[500] 149286 85 150212 71«2« 61 630 886 151147 668 91 782 91 810 925 70 1 5 2030 155 293«06 786[1000] 150042 33« «86 647 82 669 888 1 54082[ 600]«40 76 155190 226 770 85« 980 1 56 213 438 611 73 622«9[3000] 71 802»9t 157 536 797 926 1 5 8056 628 612 49 949 51 15004« 171 398 417 66 91 593 634 843 160795 93 934 64 1 6 1 015 51 130 31« 00«45 513 [1000] 647 733 162473 559 666 99[1COO] 931 160040 243 762 985 1 6 4 040 4 6 57 194 482 774 800 1 6 5 253 488 SU 73 1 66 081 120 41 300 50[1900]«42 613 838 167209 571 757 850 1 68130[500] 78[1000] 267 339 525 78 740 1 60 033 298«44 933 17O000 87 14« 439 77 98[590] 568 646«4 765»kl 900 [1000] 17 1 846 1 7 2003 320 603 18 19 752 96 1 70088 441 [500] 606 1500] 174051[500]»2» 175321«5«9«42 41 620 42[lOOO] 98 873 81 176143 315 87 696[lOOO] 739 17710« 623 682 799 820 1 78118 2(2 39»«77 74« 807 29 900 43[1600] 17 0025 47 131 200 820 35 51 74 932 180669 167[ 500]»72 312 046 848 86[500] 974 18 1 032 132 335 9« 433 598 6*3 786 1 82048 123«54»5 7 5 82 875 98 942[ 500] 180153 87 274 31« 546 184023 487 721 890 909 1 8 5 217 407 647 67 1 86263 570 656 94 807[3000] 970 18711« 92 553[1000]«53[500] 812 93 188133«2 85» 582 661 773 1 80212 37«43 50[500] 70 541 813 983 10OOC1 72 141 60[500] 310[3000] 524 09« 756[500] 897 915 1 0 1 26«[500]«09 537[500] 73 020 860 99>30001 905 8« 102 236 355 71 90«18«4 99 68« 95«[506]«3 100347[SOOO] 429 602 51 83 751 809 90 939 1 94039 80 90 179 227 333 515 685 1 95 536 76 94[500] 902 196024 [1000] 240 515 17 622 80 727[1000] 81 820 993 llOOOi 19 7047 078 785 804 70 902 1 9 8037 108«08 548 66 657 716 857 922 1 90(190 281 90 94 427 97 690 87 862 978 200737 825 039[500] 63 2 0 1 011 46[10 0] 121 20« [500] 353 446 528 60 790 916 2 0 2077 223 317 4-3 51« 10 50« 63 2 0 0 215 341 6*[fO.] 96 815 19 2 0 4958 199 264 [500] 556 644[500] 740 20S«9C 76'.(£000] 855 2116122 273 428 49 000 72 713 95 2 0 7064 213 9.5 741 89 679 208.399 010 48 863 900 2 0 013* 471 96[500] 76« 992 21O030 215 34[3006]«8 78 003 925 211051 200 420 539 96 740 90* 2 1 2093 94 3(4 405 526 I5*n] 069 [5001 886 90 951 2 1 0206 77 3*4 400 5*1 825 75 2143(0 1500]«37 500 18000] 99»94 215 59 2160(1 372 Ül70 1 101 209 350'.5 838 2 1 8119 37 59 7 7 83 231£97 783 939 210178 25? 319 81 6t« 83 85* 220(11» Uoco) 3* 154 382 625 815 71 22 1 078 66 [3000] 375 222127 390 55 853 923( 500] 22027« 465 09 690 150C] 759 70 73 810 923 81 2 2 4250 97 616 78« 94 800 969 225011 20«*4 C* 62(1000 i 773 2 2 6(42 6* 703 33 852 944 2 2 7 20» 06 461 75(500] 550 228397 616 49((060) 81« 220189 367 582«19 llOOO] 69 70 71« 1501] 69 902 2301-10 809 637 903 201091[500] 173 288 431 ,7 500 6 41 866 2 0 2104 17 30 88(lOOO] 787 880 909 07 83 233*08[500] 23[ 500] 66 410[ 509] 514 SPI 987 234051 I50CJ 169»44 81 501 861»7 205(176 413 574 fSOO») 817 236055 362>74 43 713 39 816 46 4* 237014 170«79 93 567£41 8(5 73 937[ 500] 50 208083[1000] 71 239 337 620 CSD 83 791 200427 55» 240107 719 79471 701 49<.83 241013 15««79 5*0 650 759 931 70 87 242080 168 70 Jlu 21 61 378 ,1090) 4C7[ 500J 076 709 81 838 005 7 8 2 4 3019 93 111 1509] 347 454 041 50 663 911 2 4 4.63 210 SO(500) 344 909 8,9 99 832 54 90» 246 165 7 0 309 33 939 flwOOl 87 2.6(98 250[100C1 95[OCOt SÜD 503 13 82* 247245 658 83 600 [1000] 248163 13000] 350 53 579 013 31 llOOOj Kit 24004) 94 585 901(500) ___ 2 5 0(31 755 817 2 5 1 518 371 487 519 flOOOl 80 97« 252253 411[3000) 612 705 866 97 l'.OOJ 25ol* 226 57 .830 50 1 642 897 077 2 54 130 209 S-* 532 3« 6.» 2.5'-9 233 868«27(30901 527 6*6 904 2 56(170 flCOO] 227 61 336 520 37 902 BD 237949 25« 119 81[5.0] 207 9* 36» 501 10 55«10 CO 69 77« 923 98 2 5 0053 80 152 441 76 513 260111 221[zcoo] 55 509 89 723 812 llOcOl 45 7. 939 261191 5»19 89 458 993 2 6 2.9? 24., 58 51! 17 1590, £- Sd 92,9 263903[1000] 0 55 116 474 5.8»(30 0] Ol fj 813 2642-0(500] 319 791 829 82 2 6 31(2 293 38S K7 [30001 4.5 04 509 695 672 97|IÜOO| 2 6 6273 322 41» 501 810 572 267045£97 770 942 24S1-0 73 226 6.8 49 80«06 569 719 734 9JX 260066 4-7[500] 723 342 901 47 2 7 0146 73 2*2 37»[10 000] 71[ICOOl«17!(-00] TM 030 80 lIOOl 271170 313 39«Ii) 73 161 9 5 272218 10 88 85 86(1 989 2 7 0069 10«|600 l 263 396 697 797 27407.4 309 26 76 501 27 5>.«9[lOOd] 193«69 526£.9» 90« 34.-.4 «4 2 7 6559 6)3 89 2 7 7032 387 434 613 815> 500] 9.« 278159 63 283 8(1 73 523 6.>* 707 20(5 831 2/0031 81 12! 253 f05 505 86 702 SO 38-25 66 2 8 0316 4 9 431 723 935 2 8 1 014 25« 608 799 81« «0[10001 2 82(23 4 3 218 418 15001 54» 719 28 8 1 280040 126 335 404 95 694 895 918 2 8 4 005 13 2 4 85 47 287 8,8 421 517[SOOO] 30 836 285 4''23- 850 I 57.4 16 685 959 286195 312 2««00 773 287501 973 Kerantwortlicher Siedolteur: HanS Weber, Äerlin.� Für de> gnseratinueil verantw.: Th. GUckeTlSerlin. Druck u. Verlag. VorwartI>»chdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin Swr Kr. t2l. 24. Jahrgang. 3. KcilM des Joniiitlü" ßtrlinct Ürnütog, 28. Mai 1907. Am Mittwoch, den 39. Mai, abends von 7 Uhr an, findet in Groß-Kerlin Fwgdlattoerbreitung von den bekannten Stetten aus statt. Näheres am Mittwoch morgen. Der Zeutralvorstand. Partei- TingelegenKeiten. Znr Lokalliste! In Neinickendorf-West steht uns das Lokal„E i ch b o r n s ü l e". Jnh. M. Kreutz, Eichbornstr. 60, zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. 2. Wahlkreis. Heute. Dienstag. 28. Mai, abends SM Uhr, findet im Lokale von Zühlke, Tennewitzstr. 13, eine Volksversammlung statt, in welcher der Abgeordnete des Kreises, Genosse Richard Fischer, über:„Die ver- flossene Reichstagsperiode" sprechen wird. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Achtung, 5. Wahlkreis! Heute, Dienstag, abends SM Uhr, findet im„Alten Schützenhaus e", Linien- straße 5, eine Versammlung des Wahlvereins statt. Genosse Robert Schmidt referiert über das Thema ,,A g r a r i sch- li b e- rales RegierungSprogramm". Außerdem stehen Partei- und Bereinsangelegenheiten auf der Tages- ordnung. Pünktliches und allseitiges Erscheinen erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. Am Dienstag, den 28. Mai, findet im .Volkshaus" die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Außer mit verschiedenen Vereins- angelegcnheiten wird sich die Versammlung auch mit den jüngst in der Stadtverordnetenversammlung stattgehabten Debatten über den Ausstand der Müllfuhrleute beschäftigen. Wir ersuchen darum um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Am Mittwoch, den 29. Mai, abends, findet eine Flug- blattverbreitung statt und wir bitten die Genossen, sich zahlreich und beizeiten in den bestimmten Lokalen einzufinden. Schöncberg. Heute, Dienstag, den 28. Mai, abends 8 Uhr. findet die Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins bei E. Obst, Meiningerstr. 8, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vor- trag:„Hat der Liberalismus in Deutschland eine Zukunft?" Referent: Genosse E d. B e r n st e i n. 2. Anträge und Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. 3. Ver» schiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Johannisthal. Heute abend SM Uhr findet bei Trautmann, Friedrichstr. 60, die Mitgliederversammlung deS Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Gemeindevertreter. 2. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung am 16. Juni. 3. Ver- einsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Friedrichsfelde. Am heutigen Dienstag, abends SM Uhr, findet im Lokal von Bausdorf. Berlinerstr. 18, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen B a e g e über»Die Entstehung des Menschen". Zahl- reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Kipenick. Am heutigen Dienstag, abends SM Uhr. findet die Versammlung des Wahlvcreins ,m„Schweizergarten". Linden- straße, statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Re- ferat des Genossen Strasser. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Wildau-Hohen-Lehme. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß am Mittwoch, den 29. Mai, ein Extra-Zahlabcnd für die oben- genannten Orte stattfindet. Es ist dringende Pflicht eines jeden Genossen, zu erscheinen. Der Vorstand. Pankow. Am heutigen Dienstag findet im Großkurtschcn „Feldschlößchen", Berlinerstraße, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle über„Die positiven Leistungen der Sozialdcmo- kratie". 2. Diskussion. 3. Vercinsangelegenhcitcn und Ver- schiedenes. Gäste haben Zutritt. Morgen, Mittwoch, 7 Uhr abends, von den Bczirkslokalen aus: Flugblattverbreitung. Ausgabe der Flugblätter an die Bezirksführer heut abend bei Großkurt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Borsigwalde. Zu dem am Dienstag, den 28. Mai, bei Reuter stattfindenden Diskutierabend werden die Genossen ersucht, voll- zählig zu erscheinen. AIS Fortsetzung des ZhkluS-VortrageS über das Parteiprogramm hält Genosse Qua de einen Vortrag über: »Wahlrecht und Gesetzgebung". Der Vorstand. Tegel. Heute abend SM Uhr findet beim Genossen Götz, Schloßstr. 7/8, die Mitgliederversammlung des WahIvereinS statt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Lerlmer JNtocbridrtcn* Die vrrkehrsgcmrinschaft für Groß-Berlin. Unter dem Vo�tz de« Oberbürgermeisters Kirschner fand gestern im Rathause nn.er Hinzuziehung von Vertretern der 22 Vororte Berlins und von Ver- tretern deS Kreises Teltow die Beratung des von einer Kommission ausgearbeiteten StatutenentwnrfeS kür eine Verkehrsgemeinschaft von Groß-Berlin statt. Das Statut wurde vorbehaltlich einiger redaktioneller Aeiidernngcn und der Vorberatung einiger technischer Fragen innerheilb der bestehende» Kommission von den Vertretern Groß- Berlins einstimmig angenommen. Der Lord-Mapor von London trifft in Begleitlmg von 53 Herren am Abend des 16. Juni d I. zum Besuch der Reichshauptstadt hrer ein und gedenkt am Abend des 20. Juni Berlin wieder zu verlassen. Der Magistrat bat beschlossen, die Herren während ihres htesrgen Aufenthaltes als Gäste der Stadt zu betrachten. Vorgesehen ist ein festlicher Empfang im Rathause. ein Soinmerfcst im Zoologischen Garten, die Besichtigung städtischer Anstalten usw. Der Stadtver- ordnetenvcrsammlung wird wegen der Bildung eines Festkomitees, bestehend crus 10 Magistratsmitgliedern und 20 Stadtverordneten und wegen der Bewilligung von rund 40 000 M. eine besondere Vorlage zugehen. Sin BcrmöchlniS in Höhe von 600 000 Mark ist der Stadt Berlin zugefallen. Der Rentner Sigismund Samuel hat in seinem Testament bestimmt, daß au« seinem Nawlaß der Sladt die Summe von 600 000 M i» miindelsicheren Sff.-tten oder solchen Hnpotheken zufallen ioll zum Zweck der Begründung einer„Sig'Smund Samuel- Stistmig". Die Zinse» dieses Vermä-HIilisseS solle» zur Unterstüvnng von Armen o b n e llnterschied der Konfession benutzt werden. Der hochherzige Siisier hat beslinnnt. daß zu Lebzeilen einer von ihm benannten Dame diese die Zinsen aNein erhält. Die Stiitung kann also erst»ach dem Tode dieicr Dame in» Leben treten. Bewerbungen um Berücksichtigung siud danach vorläufig vollstäudig zwecklos. Der Magistrat hat ocschlossen. vorbehaltlich der Zustimmung der Studt- vnorduete». das Vermächtnis anzunehmen. Ein Händler aus der Berliner Zentralmarkthalle ist wegen Ver- l kanfs von sogenannten„EiSgäusen" anstatt der verlangten„frischen" Sänse vom Schöffengericht zu 30 M. Geldstrafe wegen Betruges ver- urteilt worden. Der Stadtverordnete Wallach ist am Soiiitahcnd gestorben. In Wallach verlieren die HauS- nnd Grundbesitzer einen ihrer eiiragieriesten Vertreter. Ein guter Kenner des städtischen Etats, prüfte er denselben stets mit der Brille des HausagrarierS. Brachte der Magistrat eine Vorlage ein, so sah sie Wallach in erster Linie daraufhm an: Welchen Nutzen haben davon die Haus- nnd Grund- besitzcr? Noch bei der Beratung der wieder einem Ausschuß über- wiesenen Wertzuwachssteuervorlage machte er alle Anstrenguiigeii, um die Wirkung auf Haus- und Grundbesitzer zu beseitigen. So sehr Wallach für die Jntereffen der Haus- und Grundbesitzer ein- trat, so entschieden bekäinpfte er Bestrebungen auf Verbesserung der Lage der Arbeiter. Eins aber muß anerkannt werden: Herr Wallach machte aus seinem Herzen keine Mördergrube; er brachte seine reaktionären Anschauungen in den Kommissionen tmd»m Plenum der Stadtverordiieteilvcrsammlung mit einer Offenheit zum Ausdruck, daß man genau wußte, mit ivem man es zu tun hatte. Für diese manchmal etwas plimipe Offenheit möchten auch wjr unseren» verstorbenen Gegner die Anerkennung nicht versagen. Der Chef der Berliner Kriminalpolizei, OberregierungSrat Walter D i e t e r i c i ist gestern mittag an einem Lungenschlag plötzlich gestorben. Am 1. April 1898 übernahm Dieterici als Nach- folger des Grafen Pückler die Leitung der Kriminalpolizei. Irgendwelche Reformen auf seinem Gebiete hat der Ver- storbene nicht veranlaßt._ Auf dem AutoomnibuS. Die Große Berliner verkündete Pfingstsonnabend den reiselustigen Berlinert», daß sie einen AuSflugSverkehr mit Motoromnibtlssen ein- gerichtet habe. Die Verkehr war ohnehin nur auf einige bestimmte Touren beschränkt, von denen eine bereits aufgehoben, eine andere wieder geändert werden mußte. Ein Leser unseres Blattes, der sich einem solchen OmnibiiS für den AuSflugSverkehr am Sonntag anvertraute, schreibt uns über seine Fahrt: Ich hatte Gelegenheit, dieses neue Verkehrsmittel der „Großen Berliner" keimen zu lernen, das den Nollendorffplatz mit Onkel Toms Hütte verbindet. Nichts BöseS ahnend, setzte ich mich mit meinen Angehörigen— zwei Damen— in Onkel TomS Hütte auf das Verdeck dieses Vehikels. Das Wetter war schön und eS schien eine nette Fahrt werden zu sollen. Aber nach der ersten Biegung auf der Beelitzhofer Chaussee nach Hundekchle zu wurden wir, die wir auf der rechten Seite des Verdecks saßen, böse mitgenommen. Obwohl wir uns durch Bücke» nach Möglichkeit zu schützen suchten, wurden wir von den Zweigen der an der Seite stehenden Bäume derartig gepeitscht, daß wir nicht nur kräftige Backen- und Kopf- streiche erhielten, sondern daß auch die Hüte der Damen stark ramponiert und die Frisurcn nahezu aufgelöst wurden. Selbst verständlich ertrugen die Ausflügler die unvorhergesehenen Prügel mit bestem Humor, aber es scheint mir doch am Platze, daß diesem Uebelsimtd abgeholfen wird. Vielleicht genügt e«, wenn man die eine Seite deS Verdecks absperrt, denit die teilweise, insbesondere direkt bei Hundckehle sehr dicken Aeste können über Gesichtsschraniinen hinaus sehr leicht einem Fahrgast ein Auge ausschlagen oder sonst ernstlich verletzen. Bemerkt sei noch, daß dieie gefährliche Unannehmlichkeit durchaus nicht, wie es von einem mit- fahrenden Herrn behauptet wurde, an der Ungeschicklichkeit de« be- treffenden Führers lag. Es ist bei dem starken entgegenkommenden Berkehr dem Führer durchaus unmöglich, mehr in der Mitte zu fahren nnd eS wäre eine gewissenlose Gefährdung der unwissenden Fahrgäste, wenn nach dieser Richtung nicht baldigst Abhülfe geschaffen würde. Man sollte nicht abwarten. biS eine schwere Verletzung erfolgt ist._ Berliner Gastwirte nnd Laubenkolonien. In einer Denkschrift deS Verbandes der Gast- und Scha»k>vire erklären, daß Wiiikclschankstälten, deren Zahl übrigens minimal sei, von ihnen selbst bekämpft würden, daß sie auch Gegner von Bestimmungen in den Pachtverwägen seien, nach denen Pächter von bestimmten Gast- Wirten Getränke beziehen müssen, daß man aber deshalb nichl das Kind mit dem Bade ailSschnttcii dürfe und ein Verbot der Laitben« kolonien aus solchen Gründen herausfordern könne. Viele Lauben- kolonisten haben sich in Protestresokutionen gegen die in der an- geführten Denkschrift niedergelegte Forderung ausgesprochen. Unglücksfall in» Passagctlieater. Während der Sonnabcndvor» stellung verunglückten im Paffagetheater zwei Mitglieder der „3 Clarus BrotherS-Truppe". Einer der Künstl-r, der auf einer Kugel laufend einen zweiten auf einer Stange balanziert. wurde Plötzlich schwindlig, glitt von der Kugel und stürzte zur Erde, wo- bei ihm die Stange durch den Leib drang. Der von ihm auf der Stange Balanzierte verwickelte sich mit dem Fuß in einer Schlinge, in der er hing, und stürzte herab. Er kam mit Hautabschürfungen davon, während der andere, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Am HanS hinaufgeklettert und abgestürzt. In der vorgeswigcn Nacht war der Arbeiter Paul Roß, Beüermaiinsir. 93. spät heiin- gekehrt und alS er in das Hau» eintreten wollte, mußte er die nn- angenehme Entdeckung machen, daß er keinen HattSlchlnsscl bei sich hatte. Ohne weitere» entschloß er sich nun, an der nach dem Dache zu führenden Rinne bis zu seiner in der dritten Etage belegeucii Wohnung hinaufmklettern. Er gelangte auch glücklich bi» unter das Fenster seine» Wohnzimmer». In drm Momenl, als er nach dem Fensterbrett hinübergreifen wollte, brach die Rinne plötzlich entzwei. R verlor jetzt jeden Halt und stürzte samt der Rinne ans die Straße hinab. Einige Zeit später fanden ihn vorüberkommende Pasiante» auf und brachten ihn in bewußtlosem Zustande in das Lazarus Krankenhaus. R. halte einen tonwlizierien Schädelbruch sowie ichwere innere Verletzungen davongetragen und liegt sehr bedenklich danieder. DaS Auw. Ein schwerer Alltomohilunfall bat sich Sonntag- nachmiilag am Kurfürstendaniin zngelragei». Der 2ljäkrige Kauf- mann Fritz Voigt, Schillersw. 22 wohnhaft, war im Begriff gewesen. an der Ecke der Kurfürsteilslraße den Fahrdan,», zu übel schreiten. als»r zwischen zwei Taxaurelerdroschken geriet. Kaum war er zwischen den beiden Fuhrwerken hindurchgeschlüpft, so drohte ihm jetzt weit größere Gefahr durch ein hermisausendes Droschkenautomobil. Ehe er sich noch durch einen Seitensprung in Sicherheit zu bringen vermochte, hatte ihn das Lorderteil de? AtitoS nieder« geriffen und so heftig gegen die Bordschwelle geschleudert, daß er bewußtlos liegen blieb. Auf der Uitfallstatton am Zoologischen Gartet� wo der Verunglückte hingebracht wurde, stellte der Arzt eine schwere Gehirnerschütteriiilg fest. Außerdem waren dem Schwerverletzten die Zähne sämtlich zerschmettert und die Nase fortgerissen worden. In hoffiiliiigSlosem Zustoiide wurde V. in das Krankenhaus Westend ge- bracht.— Unter tragischen Begleituntständeit hat Sonntag abend die 32jährige Elise Kallnich den Tod gefunden. In einem Straßenbahnwagen ivar sie nach derDreifaltigkeitslirche in der Kanoniersiraße gefahren, um dort der Maienandacht beizuwohnen. Mit dem Gesangbuch in der Hand verließ sie an der Haltestelle gegenüber der Kirche den Straßenbahnwagen und überschritt hierauf den Fahrdainm, um auf den jenseitigen Lürgersteig zu gelangen. Wenige Schritte vor der Kirchentür überhörte sie das Signal eines heranfahrenden DroschkenautomobilS, wurde infolge dessen umgerissen und unter die Räder geschleudert. Der Chauffeur hielt zwar sofort an, er konnte jedoch nicht mehr verhindern, daß die Vorderräder über die Bedauernswerte hinwegginge». Die Veninglückte ersitt einen Schädelbruch sowie eine Llliigenzerrcißnitg und wurde nach der nahen NettungSwache in der Mauerstraße getragen. Der Arzt konnte aber nur nach den Tod feststellen. Ein Zettel, der in dem Gesangbuch der auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Kallnich vorgefunden wurde, enthielt die Mitteilung, daß sie schiver« hörig sei. Bei dem Polowettspiel, das Sonntagvormittag auf dem Terrain der Karlshorstcr Hindernisbahn zwischen dem Berliner und Hamburger Poloklub stattfand, verursachte ein folgenschwerer Sturz des auf der Berliner Seite spielenden Direktors des kaiserlichen Automobilklubs H. Hasperg einen vorzeitigen Abbruch des Kampfes. Herr Haspe rg hatte beim Abläuten der zweiten Runde den Ball verfehlt, riß seinen Pony„Fotografo" herum und wurde im selben Augenblick von dem Pferde deS Herrn Roß-Hamburg überrannt. Herr Hasperg fiel von seinem Pony herunter und stürzte hierbei so unglücklich, daß er sich einen doppelten Schädel- bruch und eine Gehirnerschütterung zuzog. Nach Anlegung von Notverbänden wurde der Verunglückte nach dem hiesigen Urban« krankenhause gebracht. Eine jugendliche Selbstmörderin ist am Bahnhof Jungfern» Heide aus der Spree gelandet worden. Die Lebensmüde dürfte etwa 18 Jahre alt gewesen sein und der Kleidung nach zu urteilen hat sie den besseren Ständen angehört. Um den Hals trug sie eine goldene Kette und die an den Ohren angebrachten goldenen Ringe waren mit roten Steinen besetzt. Die Leiche hat bereits mehrere Tage im Wasser gelegen. Sie wurde zur Rekognoszierung in das SchauhauS eingeliefert. Die Ruhe im Grabe. Einen Antrag auf Ausgrabung der Leiche seiner Frau hat der Rrstauratcur L. aus der Reinickcn- dorfcrstraße bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I gestellt. ES besteht die Vermutung, daß an ihrer Stelle eine andere Frau beerdigt worden ist. Die Angelegenheit beschäftigt bereits die Bc- Hörden und das Virchow-Krankenhaus. Dort ist Frau L. am 26. April gestorben. Sie litt am UntcrleibskrebS und wurde anr 22. März dieses Jahres nach dem Pavillon 37 des Virchow-Kranlen- Hauses gebracht. Der Ehemann behauptet, angeordnet zu haben. daß seine Frau nicht ohne seine Genehmigung operiert werde. Sie ist trotzdem operiert worden. Erst aus dem Totenschein erfuhr L. diese Tatsache, die im Krankenhause nicht bestritten wurde. Der Schein gab als Todesursache Herzschwäche infolge einer Operation an. L. ließ seine Frau am 29. April auf dem neuen Nazareth- friedhofe in Reinickendorf West beerdigen. Kurz vor der Trauer- seier in der Halle sahen die Eltern und die Geschwister der Ver- slorbenen, die nur 32 Jahre alt geworden war, die Leiche noch einmal. Bei diesem flüchtigen Anblick stießen dem Vater Bedenken auf: die Tote könne seine Tochter nicht sein, da sie viel älter aus- sehe. In der Aufregung legte man dieser Aeutzcrung kein Gewicht bei. L. hatte längst alle Kosten bezahlt, als er am 6. Mai von der städtischen Armendirektion eine Rechnung bekam, die ihn sofort an das Bedenken.seines Schwiegervaters erinnerte. Sie lautet auf 8,50 M. für einen Sarg, 1.25 M. für den Beschlag, 1,75 M. für den Armenleichenwagen, 0,85 M. für ein Hemd und 0,50 M. für eine Jacke. Hiernach wäre Frau L. als„arm" auf dem städtischen Zentralfriedhofe in Friedrichsfelde beerdigt worden. Ob die Leichen verwechselt worden sind oder ob nur ein Irrtum in den „Papieren" vorliegt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Ver- nehmungen haben bereits stattgefunden. Bei einer Ejcplosson schwer verbrannt wurde gestern nachmittag die 24jährige Näherin Therese Wizoreck. Hollmannftr. 8. Das junge Mädchen hatte in der Wohnung der Wirtslcute auf einem Spiri. tuSkocher Kaffee zuberei.tcn wollen und unvorsichtigerweise Spiri- tuS auf den Apparat geschüttet, obwohl dieser noch brannte. ES erfolgte sofort eine heftige Explosion und die brennende Flüssigkeit ergoß sich über die W. hinweg. In wenigen Sekunden stand die Kleidung der Unglücklichen in hellen Flammen. Auch die Haare wurden von dem Feuer ergriffen. Hülfeschreiend rannte die Brennende in der Wohnung umher, und hinzueilenden Nachbarn gelang es schließlich durch Ueberwerfen von Decken, die Flammen zu ersticken. Die W. hatte am ganzen Körper und im Gesicht furcht- bare Brandwunden erlitten. In äußerst bedenklichem Zustande wurde sie in das Krankenhaus am Urban eingeliefert. AuS einem Autodreirad herausgeschleudert und schwer verletzt wurde am Sonutaguachmittag eine Frau Tolksdorf, Fehmarn» straße 20 wohnhaft. Die Dame hatte mit ihrem Gatten in einem Autodreirad« am gestrigen Nachmittag einen AuSklug nach Tegel unternoiilinen. AIS sich daS kleine Gefährt in der Bcrlinerstraße zwischen dem StrafgesängniS und der Gasanstalt gegen 5 Uhr nachniittags befand, wollte der Führer desselben einem ihm ent» gcgenkontmenden Radfahrer ausweichen. Dabei schleuderte daS Auto und die in einem seitlich des Dreirades angebrachten Korbe sitzende Frau T. stürzte heraus und fiel so unglücklich, daß sie mit dem linken Bein unter den Schutzrahmen eines gerade vorüber» fahrenden Anhängewagens der Straßenbahnlinie 26 geriet. Die Unfallhabende wurde hervorgezogen und nach dem Virchow- Krankenhaus« gebracht, wo ein komplizierter Bruch des linken Unterschenkels festgestellt wurde. Zetigengesnch. Diejenigen Personen, welche am 17. Mai. abends 11'/i Uhr, Zeugen waren, als der Former Lonis Adam vor dem Hause Wienerstr. 19 von einer Kraftdroschke überfahren wurde» daß nach einiaen Stunden der Tod eintrat, werden dringend ae« beten, ihre Adresse an Witwe Anna Adam. Wiesenitr. 10. abzu- geben. 0 Selbstmord eines Studenten. In seiner Wohnung in der Hcrderstr. b Selbstmord verübt hat vorgestern abend der LLjährige Student phil. Krapp, der sich gegen 11 Uhr eine Revolvcrkugcl in die Schläfe jagte. Anscheinend hat der junge Mann die Tat in einem Anfalle von nervöser Neberrciztheit begangen. Kr., der aus jpstprcujjen gebürtig und elternlos loar, sollte in Kürze sein Examen machen und hatte sich infolgedessen überarbeitet. Dazu mag auch die Furcht vor dem Ausgang der Prüfung gekommen sein, insolgcdercn der Student schon seit geraumer Zeit sehr auf- geregt war. Die Leiche deS Lebensmüden wurde nach dem Scham Haufe übergeführt. Sport. Nadrenuen zu Spandau. Sonntag, 20. Mai. Die verregneten Pfingstrcnnen tonnten nnmnehr bei gntcin Wetter und zahlreichem Besuch, den zum grofeten Teil die(Berliner bildeten, ziii» AuStrag konimcn. Das Hauptinteresse vereinigte sich in dem g r o jz e n Ein- tveihnngSpreiS, einem Stuiideiircmien hinter grosicn Motoren und mit Barpreisen von L500. 18«), ISOO. 1200 M. Bestritten wurde dasselbe von dem Amerikaner Rat Butler, dem Franzosen D a r r a g o n und den Berliner» D e»i k e und S t e l l b r i n k. Das Rennen lieferte den Beweis, datz die Bahn gut angelegt ist und grobe Geschwindigkeiten zuläbt: denn die besten Berliner Zeiten imirden von 40 Kilometer an überboten. Sieger war Butler mit 8�.320 Kilometer vor Stcllbrink<87,240 Kilometer), Darragon <7S,140 Kilometer) und D e m ke<71.430 Kilometer). Die Fliegemimen verliefen gleichfalls sehr interessant. Das Sauptfahrcn über 1000 Meter<120. 80. 50, 30 M.) gewann -e. h eile vor Stabe, Kudela und Peter. Das Prämie»fahren über 3000 Meter<30, 20. 10 M.) vereinigte 10 Fahrer. Erster wurde T c ch m e r vor Tadelvald und Gcnz. Rundenvrämien a 5 M. sicherten sich Rabe, Erxlcben, Teckmer, Tadelvald und Gcnz. Vorgabefahren<1000 Meter, 75. 50. 25. 15. 10 Dt.) 1. T h e i l e vor Rabe und Eddy. Tandem- Hauptfahren<1500 Meter, 100, 50. 30, 20 M.) I. Kudela- Peter vor Tadcwald-Techiner, Theile-Eddy und Rabe-Kclbel. Sportpart Treptow. Der.Nudeltopp' hatte mit seiner Oer- anstaltung wieder einmal ein volles HauS. Das Stunden- rennen<3000 M. an Preisen), die Hauptnnmmer deS Programms, erwies sich durch die Teilnahme von Vaudcrstuist, Przyrenibel und Roscnlöcher als ein gutes Zugmittel, das sportliche Kämpfe erwarten lieb- Leider war der Dresdener Rosenlöcher durch den in Plauen erlittenen Sturz seines bewährten Schrittmachers Hesilich beraubt und er selbst war an der vollen Entfaltung seiner Kräste behindert. So schnnnpfte das Rennen zu einem Zweikanipf Vanderstnifr— Przyrenibel zusammen, das sicherlich einen noch spannenderen Ver- lauf genommen hätte, wenn dem Berliner nicht sein altes Pech passiert wäre, daß sein Motor versagte. Obgleich Ersatz zur Stelle, düsit Przyrembcl drei Runden ein, che sein Motor ihn wieder auf- nimmt, und nun bleibt das Rcuiicn eine Verfolgung VanderstuiftS auf Przyrenibel. DeS öfteren ist der Belgier in bedrohlicher Nähe. Aber alle Angriffe werden abgewiesen und kann gegen den Schlug der Berliner noch etwas Boden zurückgewinnen. Rosenlöcher kam fast gar nicht in Betracht und fuhr er eine Zeitlang ohne Fühaing, bis er znin Schlusi wieder in das Reimeii eingriff. Das Ergebnis war: 1. V a n d e r st u i stie Behörde, die das vorliegende Verbot veranlasste, diese Bestimmungen der preussischen Verfaffnng nicht gekannt hat. Nun lässt sich der Gedankengang der Behörde unschwer erraten, Weil Lehrlinge eingeladen waren, hat sie vermutlich an ß 8 des VerrinSgesetreS gedacht. Dieser aber verbietet die Teilnahme von FralienSpersonen, Schülern und Lehrlingen" nur an den Versammlungen politischer Bereine. Diese Versammlung aber sollte öffentlich sein und war einberufen von einem Verein der Lehrlinge, also von einem selbstverständlich u n politischen Verein. Hieraus folgt, dass die Behörde auch den§ 8 deS Lereins- gesetzeS unrichtig verstanden und gehandhabt hat. Man könnte ja wohl ans den Gedanken kommen, dass durch daS Verbot die Gründung eines LehrlingSvcreinS verhindert werden ollte. Doch der Gedanke sei zurückzuweisen. Denn wenn das der Fall wäre, so hätte ja die Behörde die ihr gesetzlich übertragene Macht benutzt, um einen Zweck zn erreichen, zu den, sie keinerlei Befugnis hat. Es wäre das also ein(chwerer Missbrauch der Amtsgewalt. Den anzrinehmen. liege zrmächst kein Grund vor. Sondern wahrscheinlich haben die be- teiligten Behörden die oben geiramiteir Gesetze nicht ge- nügend gekanirt. Das sei aber gcinde schwerwiegend genug. Denn durch ihre Unkenntnis der Gesetze haben die Behörden die Rechte»nrd Interesse» anderer verletzt. Wenn das ein gewöhn- licher Untertan tut, so heisst eS: Unkenntnis des Gesetzes schützt vor Strafe nicht. Die Vearrrten aber sind verpflichtet ,»rd werden dafür bezahlt, dass sie die Gesetze schützen. Nichts lö»»e das Ansehen deS Gesetzes mehr untergrabe», als wenn die Behörde, die zu seinem Schutze da ist, eS aus Unkeirnlnis selber verletzt. Allerdings sei es ganz»mmöglich, dass ein einfacher Gendarm alle die verzwickten Para- graphcn, über die sich die gelehrten Juristen lange die Köpfe erbrecbcn müssen, genau kenne. Helfen könne mir ein klares ReichsvercinSgesetz, das kurz und bündig alle Bevormundung aufhebt. In der Diskussion teilte Genosse Maschke mit, dass ähnliche Versammlungen in anderen Orten des Kreises eben- all» verboten worden seien, alle von den Amts- Vorstehern. Auf eine Beschwerde an den Landrat kei der Bescheid erfolgt: Die Beschlvcrde ist unbegründet, denn das Verbot ist auf meine(des LandratS) Anordnmig erfolgt. Uebrigcns habe im Ab- eordneteiihause der konservalive Abgeordnete H a m m e r die Ver- vote deS Landrats als ungesetzlich bezeichnet. Selbst lvcnn man dein Landrat das Recht zugestehen wollte, solche Versammlungen zu verbieten, von denen eine Störung der Ordnung zu befürchten sei, dann treffe das doch hier gar nicht zu, denn die Jugend- organisasioncn bezweckten-- Hier richtet der überwachende Polizeibeamte an den Vor- sitzenden Genossen P o s s e l t die Aufforderung, dem Redner daS Wort zu entziehen, denn über Jugendorgainsatione» diirsc hier nicht gesprochen werden.— Sowohl der Vorsitzende wie die Genossen Maschke und Borchardt wahre» der Versammlung mit energischen Worten das Siecht, zn sprechen, worüber sie will, und nicht, was die Polizei aus Unkenntnis des Gesetzes vorzuschreiben für gut befindet. Ter Polizeibeamte löst hierauf die Versammlung auf. Das Verlangen des Neberivachenden sowie die Auflösung sind behördliche Verletzungen der Gesetze. Denn daS prenhische Gesetz räumt der Behörde nirgends das Recht ein, einer Versammlung Vor- schriften zn mackcn, worüber sie reden darf. Und die Auflösuiigs- gründe stehen in§ 5 deS BercinsgcsetzrS genau verzeichnet. Der hier angewendete befindet sich nicht darunter. Sollte— wie es den Anschein hat— das Verbot auf landrätliche Anordnungen zurückzuführen sein, so ist die Verletzung deS VereinSrechtS noch er- heblicher. Die Verletzung liegt vor, wenngleich den dadurch Be- troffenen daS Recht zlisteht, die Widerrechtlichkeit deS Vorgehens der Behörde im Verwaltnugsstreitverfahren feststellen zu lassen. Wir zweifeln nicht, dass dieser Weg eingeschlagen werden wird. Daneben wird zn erwägen sein, ob eS nicht gegenüber der klaren Gesetzes- Verletzung angebracht erscheint, zivilrechtlichcn Schadenersatz und straf» rechtliche Verfolgung der Beaniten in die Wege zn leiten, deren Ver- gehen die obiekliven TatbestandSmerlmale eines MissbranchS der Aints- gewalt nachdem Geschilderten in sich schlicsst. Knabe hatte sich am Vormittag de? vergangenen Donnerstag auf die Strasse begeben, um dort zu spielen. In die elterliche Wohnung ist er nicht mehr zurückgekehrt und seitdem spnrlos verschwunden. Es wird angenommen, dass der Junge berunglückt ist. Bekleidet war der kleine P. bei seinem Weggange mit brauner Kniehose, branner Bluse, rötlichem, blaugestreiflem Varcheuthemd: er war bar- süss und ohne Kopfbedeckung. Der Vermisste ist 1,20 Meter gross, hat blondes Haar, graue Auge» und längliches, blaffeS Gesicht. Weistensee. Ein Bimuiifall ereignete sich gestern vormittag zwischen 10 und 11 Uhr auf dem Ruth malllisch en Neubau, Lehderstrasse. Dort stürzte ein Glaser, der mit dem Verglasen der Fenster be- schäftigt war. aus einer Höhe von zwei Stock herunter und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Er wurde sofort mit dem Automobil des BauinhaberS nach dem Weissenseer Krankenhause gebracht.-» Wie uns mitgeteilt wird, wäre der Unfall nicht so erheblich gewesen, wenn das vorschristSmässige Schutzdach vorhanden gewesen wäre. Vermischtes. Chadlottenvnrg. Die Beerbigung des am Donnerstag verstorbenen Genoffen Hermann Hrnschke findet voraussichtlich Mittwoch nachmittag statt. Nähere Angaben über die Beerdigung finden die Genosse» in der Mitlivochnumuier des.vorwärts". Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Eine aufregende Szene spielte sich gestern mittag 12V3 Uhr im Hanse Wilmet»b0lferstr. 107» ab. Dort lieg sich die 80 Jcibre alte nervöse Frau des Meisters bei Siemeitö». Halske Emilie Gabler zunächst mit einem Strick au» einer Dachluke bis zur Dachrimie herab und versuchte dann herabznspringen. Der Kaufmann LiihrS, der dieses sah, alarmierte die Feuerwehr, die dann auch_ sofort herbeieilte und ein Sprungtuch ausspannte. Als das kaum geschehen ivar, stürzte sich die Frau kopfüber herab, wurde aber im Sprung- lnch aufgesangen. Leider war sie beiin Sturze auf ei» Gesims ausgeschlagen und hatte dadurch einen Uittcrschenkelbrilch davongetragen. Die Frau wurde von der Feuerwehr nach der Rctinngswache und vvti dort»ach dem Kraiilcnhause auf Westend gebracht. AuS dem Fenster gestürzt hat sich gestern die unverehelichte Johanna Sonntag miS der Kirchstrasse. Vermutlich in einem Anfall von Geislesstörung schwang sich die Unglückliche ans daS Fensterbrett hinanf und sprang mit einem Aufschrei in die Tiefe hinab. Beim Aufschlagen auf die Pflastersteine wurde ihr der Schädel zerschmettert und al» ein Arzt hinzilgerufen wurde, konnte dieser nur noch den Tod feststellen. Die Leiche der LebeuSmüdcii wurde nach dem Schanhausc gebracht. Nixdorf. Vermißt wird seit einigen Tagen der neunjährige Sohn Bruno deS in der gietenstr. 20 wohnhaften Tischlers Poppmamr. Der Blitzschlag in die Kirche. Bei einem schweren Gewitter, das gestern früh über Neuss niederging, schlug der Blitz wiederholt ein, u. a. in den Turm der St. Luirinkirche und zerstörte das elektrische Läutewerk. Kaseruenbrand. Sonntagnachmittag brach in der Kaserne des 1. Bataillons des 91. Infanterieregiments in Oldenburg Feuer aus, daS den Teil der Kaserne, in dem sich die Bataillons- und Koinpagniekammern befinden, vernichtete. Der Brand war in den späten Abendstunden noch nicht gelöscht. Die Entstehung des Feuers führt man auf einen der vielen Blitzschläge zurück, die am Freitag in der Umgebung der Kaserne erfolgten, wobei auch ein Dragoner- Sergeant erschlagen wurde. Die gefährliche Barriere. Gestern morgen 7 Uhr 15 Minuten ist beim Uebergang der Hildenerstraßc am Bahnhof Benrath ein Fuhrwerk des Unternehmers Overdick aus Urdenbach infolge vor» zeitigen OeffnenS der Wegeschranke überfahren worden. Hierbei wurde der Knecht Attenberg getötet und der Knecht Overdick schwer verletzt. Untersuchung ist eingeleitet. Bachs Geburtshaus, daS zu einem Museum bestimmt ist. wurde gestern anlätzlich des Bachfestes in Eisenach durch die neue Bach- Gesellschaft in seiner neuen Einrichtung eröffnet. Gekentert. Bei einem AuSfluge einer Rähschule kenterte, nach einer Meldung auS Kattowitz, auf dem Przcmsaflusse ein Kahn mit 20 Mädchen, zwei ertranken, die anderen konnten gerettet werden. Ter„Nitual"-MSrder. Gestern Vormittag begann unrer grossem Andränge deS Publikums vor dem Schwurgericht zu B e u t h,e n der Prozess gegen den Rotzschlächter und Speisewirt Liberia, dessen Frau und den bei ihm beschäftigt gewesenen HauS- hälter Kioltyka wegen Ermordung der Arbeiter Bronder. Kabitza und Grunner. Die Leiche des letzteren, die seinerzeit zerstückelt auf dem hiesigen Neumarkt aufgefunden war, hatte zu den Ge- rüchten über einen Ritualmord Anlass gegeben. Ebenso war Liberka in Verdacht geraten, den Mord an dem Könitz« Gymnasiasten Winter ausgeführt zu haben._ Entgleister Personenzug. In der Nähe deZ Bahnhofs von Siboidi entgleiste nach einer Meldung aus Lissabon gestern ein Personenzug. 7 Personen wurden getötet, LI verletzt. Hochwasser- und Unwetterschäben. Wie aus Budapest berichtet wird, durchbrach bei der Ortschaft Rudolfsgnad, Komitat Torontal. die Hochflut der Donau die Dämme und überschwemmte grosse Flächen der zumeist von Deutschen bewohnten Ortschaft. Rudolfsgnad ist in höchstem Masse gefährdet, die Bevölkerung flüchtet. Wie von Paris berichtet wird, hat gestern in Remiremont ein schweres Unwetter mit orkanartigem Hagelschlag grossen Schaden angerichtet. Sämtliche Kulturen sind vernichtet, vtele Fensterscheiben wurden zertrümmert. 34. eingegangene Dmehfehnften. von der.Renen Zeit-(Stllltgart, Paul Singer) ist soeben da« H-st de« 25. AahrgangS ertchiencn. ES hat solgeiidcn Inhalt: Antimilitarismus. Von Karl Emil.— Noch eine Widerlegung dcS Marxismus. Von Gustav Eckstein.— Eine neue Erfcheinung unter der italienischen vaucrnschast. Von V. Totomjanz(St. Petersburg).— Partei- presse und Gewerkschajtskamps. Von August Winiiig.— Das Ende des Reiches. Von Paul Lensch(Leipzig).— Bebauungspläne und Vodenpolitil. Von Franz Valentin.— Literarische Rundschau: Jobanna Elb erSkuchcn und Zinna Eysoldt. Die Mutter als Kinderärztin. Von M. H. Die»Renc Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch auevuch« Handlungen, Postanstalicii und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu bezichen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. DaS einzelne Hest tostet 25 Pj. Probenummeni stehen jederzeit zur Verjügung. Von der..Gleichheit". Zcitschrist sür die Interessen der NrbeNerlnneu (Stuttgart Verlag von Paul Dinger), ist UNS soeben Str. 11 deS 17. Jahrganges zugegangen. Sie bat solgendcn Inhalt: Unser Patriotismus. I.— Gegen die Mibilände in der Zigarrenindustrie. Von Gustav Hoch.— Die Mitarbeit der grauen in der Armen- und Waisenpslege HaoliurgS. Von Emil Fischer.— Die weibliche ArbcitSkrast in der Eisen- und Metall- induslric. I. Von I.V. D.— Erziehungsanstalten, nicht Gefängnisse I— Umsturz und Revolution. IN.(Schlutz.) Von J. B.— Wahltag in Oesterreich. Von Adelheid Popp.— TaS Ende der Aussperrung»» der Holzindustrie. Von Ernst Deiuhardt.— Vom Terlilarbeiterclend. Von W. Kahler.— Die Täiigleit der Frauen in den Konsumveretnen.— AuS der Bewegung: Stellungnahme der Genossinnen zum mtcrnalronalen Sozialiitenkongress zu Stuttgart.— Von der Agitation.— Von den Organisationen.— Jahresbericht der VertrauenSpofton der Genossinnen Königsbergs i. Pr.— Die Behörden im Kämpft gegen die proletarischen Frauen.— Polilische Rundschau. Von Li. B.— Gewerlschastüch« Rund. schau.— Wie der christliche Gewerkverein der Heimarbeiterinnen.kampjt". Von olc— Notizentcil: Dieniibotenftage.— Frauenslimmrechl.— Sozialistische Frauenbewegung im Auslände.— Weibliche Fabritinspeltoren. — Füriorae sur Mutter und Kind.— Fürsorgcerziehulig in einem Kultur- staat— Feuilleton: Ketzerblut. Bon M. G. Conrad.(Gedicht.)— Rote Ostern. Historisches Gemälde aus dem Bauernkrieg.(Von Robert Schwcichel �' Für'unsere Mütter und HaliSfranen: Firnclicht. Von Conrad Ferdinand Mcocr.(Gedicht.)— Die Enlwickkluna der Sinne beim Kinde. Von M. H. Baegc.— Täglicher Leidensweg. Äon 0. R.— Spatz und Spätzin. Von Karl Mayer.(Gedicht.)— Ein vergessenes Buch. Von Ä. Fendrich.— Die Mutter als Erzieherin.— FrühlingSglaube. Von Ludlvig Uhlaud. G�b�). Meichheii" � 14 s einmaL Preis der Nummer 10 Ps.. durch die Post bezogen beträgt der AbonnemcntSprci« vicriellahrlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Pj. Jahresabonnement 2.G0 M. Pom„PSahrrn Jacob- ist un» soeben die 11. Nlmimcr seine« 2t. Jahrganges zugegangen. AuS ihrem Inhalt erwähnen wir die beiden sarbigen Bilder.KSnig Eduard" und„AuS Rußland", sowie die weiteren Illustrationen.Der Gcjpensterseher".»In Puttlamerun"..Der Friede mit den Uliramontancn",.Tröstung".„Der bayerische Löioe und ftiiie Domplenre" und.Die Fried ensdeslie". Der texilichc Teil der Nummer bringt die Gedichte.Kaum cuiqus",.Die österreichischen NeichSratSwadlen". „DaS Heine-Denkmal",.Die BrcSlauer Sitllichteitskolonne".„Onlcl Eduard", .DaS neue VereiiiSgefttz",.Berliner Ballade".„Grausam" und«mer zahlreichen llcincren Beiträgen noch die satirischen Feuilletons„Warum er wieder abgelöst wurde"...Politischer Küidcftchuh" und«Die sreisimtige Ministerkandidalur Bröscluleier". Inseratenteil vcrantw.: Th. Glocke, Verlin. Druck u. Verlag: Vorwärts «vasserstaiio am 27 Mai emm Elbe bei«ii'ssg—.— Meter, bei Dresden— 74 ckp.— Elbe bei Magdcding 1,SS Meter, stelzt.— Ober bei Rolibor 1.49 Meter.— Oder bei B.-»Iai,—0.88 Meter.— Oder bei Brieg 2.23 Meter.— Neihemündung 1.84 Meter. Dnchdruckerci u. VerlagSanjtalt Paul Singer Lc Co., Berlin 5V.