Nr. 122. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Seitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. rideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) ort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Der Bäcker- Streik. Mittwoch, den 29. Mai 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: 21mt IV. r. 1984. das Ob ich durch Boykott oder Unterschrift zugrunde gehe steht in meines Gottes Hand. Er ist noch derselbe, Allmächtige und Ewige. Ihm vertraue ich. Halleluja. Aber ich mache Sie aufmerksam, daß Gott es nicht ungestraft geschehen läßt und daß Er einst Rechenschaft von Ihnen fordert. Sie fordern mich zur Unterschrift auf ich fordere Sie auf Retten Sie Ihre Seele, ehe es zu spät ist. Geben Sie fich dem Herrn Jesus zu eigen und Sie werden glücklich sein schon in diesem Leben und Frieden, Frieden, wirklichen Herzensfrieden für Ihre geängstete, unruhige und unstete Seele finden. Schon in dieser Nacht kann Gott Ihre Seele fordern! Stellen Sie sich auf Seine Seite und Sie werden gesegnet sein. 1. Kor. 1, 18. Gott segne Sie! M. Gerlach, Bädermftr. Huffitenstr. 38. Ruin sein, wenn sie den freien Tag gewähren und den paritätischen Arbeitsnachweis anerkennen. Die Vorstände müssen die Einsicht ihrer Mitglieder doch recht niedrig einschäßen, wenn sie meinen, daß ihnen solche Redensarten geglaubt werden. Aber die Innungsführer Jekt ist auch im Bäckergewerbe der Kampf ausgebrochen. müssen ja ihre Gefolgschaft fennen. Wie schon bei früheren GeMonatelang hat sich der Bäckerverband bemüht, den Kampf legenheiten, so wird auch in dem Jnnungsflugblatt wieder die zu vermeiden. Es ist ihm nicht gelungen. An dem dünkel- Behauptung aufgestellt, der freie Tag fönne nicht gewährt werden, haften Eigensinn furzsichtiger Innungsführer scheiterten alle weil gar nicht so viele Aushilfskräfte vorhanden wären, wie als Bemühungen, den Frieden aufrechtzuerhalten. Schuld der Erfaz an den freien Tagen gebraucht würden. Diese Behauptung ist durch die Arbeiter längst widerlegt worden. Sie haben zahlenInnungsführer ist es auch, daß der Konflikt, welcher schließ- mäßig nachgewiesen, daß in größeren Betrieben Aushülfen überlich zum Streit führte, überhaupt entstanden ist. Hätten die haupt nicht nötig sind, und daß die verhältnismäßig fleine Innungsmeister ehrlich gehalten, was sie vor Jahresfrist mit Bahl von Aushülfskräften, welche in fleinen Betrieben gedem Bäckerverband vereinbarten, dann wäre der Friede im braucht werden, jederzeit vorhanden sind. Es sind eben nur die Bädergewerbe überhaupt nicht gestört worden. Solange der unerheblichen Mehrkosten, welche die Meister scheuen. Das kommt Vertrag mit den Innungen und dem Bäckerverband bestand, auch in dem Innungsflugblatt deutlich zum Ausdruck. Gegen den Einer, der den Herrn Jesus Christus lieb hat und wünscht, ist er von einem großen Teil der Meister umgangen worden paritätischen Arbeitsnachweis fucht das Flugblatt dadurch Stimmung baß noch viele unsterbliche Seelen gerettet werden. D. D. und die Organe der Innungen, besonders die Sprechmeister zu machen, daß es den Meistern vorredet, in demselben wollten nur die Agitatoren des Verbandes das Wort führen, die Meister aber Dem handschriftlichen Seelenrettungsruf des frommen Bäder waren es, welche der Umgehung der Vertragsbestimmungen lämen dadurch völlig unter das Joch des Verbandes, dem sie auf Borschub leisteten, ja sogar solche veranlaßten. Das gilt Gnade und Ungnade überliefert wären usw. Wit solchem meisters, der anscheinend ein Heilsarmeesoldat ist, lagen noch besonders von dem Kost- und Logiswesen. Nach dem Schwindel sucht man die Meister aufzubezen gegen die gerechten einige gedruckte Bibelsprüche bei. Sie sprechen aber nicht davon, Vertrage follten die Gesellen nicht mehr im Hause Forderungen des Verbandes. Für die Bädermeister, welche den daß auch die Befreiung der Mitmenschen aus Elend und Jammer des Meisters Rost und und Logis dafür aber natürlich von den Innungsvorständen verbreiteten Unsinn glauben follten, eine Christenpflicht ist. Der fromme Bäckermeister denkt auch nicht einen entsprechend höheren Lohn erhalten. Nur auf sei bemerkt, daß in einem paritätischen Arbeitsnachweis der Gefellen daran, daß ein christliches Gebot fagt: Sechs Tage sollst Du arbeiten, verband gar nicht die Herrschaft führen kann, ebenso wenig aller- am siebenten aber sollst Du ruben, und daß der Herrausdrücklichen Wunsch des Gesellen durfte ihm noch dings die Innung. Der paritätische Arbeitsnachweis wird von Roft und Logis gewährt werden. Die Sprechmeister( Arbeits einer gleichen Anzahl Meister und Gefellen geleitet unter dem Bor- gott, den Bädermeister Gerlach so brünstig verehrt, hinsichtlich des bermittler) der Innung kehrten sich nicht an diese Bestimmung. fig eines Unparteiischen, der weder Meister noch Gefelle ist. So ist Feiertagsgebotes teine Ausnahme für Bädergesellen Nicht der Wunsch des Gesellen, sondern das Verlangen des also die Gewähr für eine wirklich unparteiische, beiden Teilen gerecht macht. Meisters war für sie maßgebend und so vergaben sie nach werdende Arbeitsvermittelung gegeben. Die Inmungsvorstände wie vor Arbeit unter der Bedingung, daß der Gefelle beim verdrehen den Sinn des Wortes Parität, um die Meister gruselig zu Meister Kost und Logis nimmt, sobald der Meister das ver- machen und selber die Herrschaft zu behalten. langte. Dadurch wurden natürlich alle Gesellen, welche eine eigene Wohnung, einen eigenen Hausstand haben, geschädigt, denn für sie blieben meist feine Arbeitsstellen übrig. Ein Obermeister als Terrorist. Reinidendorf, 25. Mai 1907. Sehr geehrter Herr Kollege! Es ist mir mitgeteilt, daß Sie bereits seit längerer Zeit in Borfigwalde etabliert find, ohne sich bei der Bäcker- Zwangsinnung, welcher diefe Ortschaft angehört, gemeldet zu haben. Ihr Beitrag muß von dem Tage der Eröffnung Ihres Geschäfts bezahlt werden. Ich ersuche Sie daher, Ihre Anmeldung zur Innung innerhalb brei Tagen zu bewerkstelligen, widrigenfalls ich gezwungen bin, Sie mit 20 m. in Strafe zu nehmen. Gleichzeitig ersuche ich Sie höflichst, bei der jetzigen Lohnbewegung nicht Bewilligungen einzugehen, welche den gefaßten Beschlüssen der Innung zuwider laufen, es müßte auch dann Bestrafung eintreten. In Erwartung recht baldigen Bescheides zeichnet Kollegialisch grüßend Liebing, Dbermstr., Residenzstr. 150. gültig zu beschließen, ob die Berliner Bäcker in den Streit eintreten wollen oder nicht. Schon von Mittag an strebten die Bäckergesellen dem Lokale zu. Fanden doch im Laufe des Nachmittags nicht weniger als drei Versammlungen nacheinander statt. Zuerst tagte eine Versammlung der Gesellenausschußmitglieder sowie der Vertrauensmänner und Funktionäre des Bäckerverbandes. Dieselben sprachen sich für den Streik aus. Dann wurden ihnen durch die Verbandsleitung Verhaltungsmaßregeln für den Kampf gegeben, deren Beachtung auf das strengste verlangt wird. Von allgemeinem Interesse ist eine Vorschrift, welche zeigt, daß sich die Streifleitung ihrer Verantwortlichkeit gegenüber den bewilligenden Meistern und dem Publikum voll bewußt ist und daß sie streng auf Disziplin hält. Die Vorschrift lautet: Die Proklamierung des Streiks. Schon manche für das Partei- und Gewerkschaftsleben wichtige Versammlung ist in Freyers Festfälen- bekannter unter der alten Bezeichnung Kellers Saal in der KoppenHerr Liebing, Obermeister der Bäckerinnung Reinidendorfstraße abgehalten worden. Gestern war die Stätte wieder Derartige Praktiken, welche die Arbeitnehmer im Bäcker- und Umgegend, sandte einem Bäckermeister in Borsigwalde folgenden der Schauplatz eines bedeutsamen Ereignisses. Es galt endgewerbe hindern, aus einem mittelalterlichen Abhängigkeits- Brief: verhältnis endlich herauszukommen, fönnen nur ausgeübt werden, solange die Innungen den Arbeitsnachweis in der Hand haben und so über ein Mittel zur rücksichtslosen Beherrschung und Ausbeutung der Gesellen verfügen. Vom Standpunkt der Innungsmeister ist es daher verständlich, wenn sie sich mit Hand und Fuß sträuben, die Alleinherrschaft in der Arbeitsvermittelung aufzugeben und eine Vertretung der Gesellen als gleichberechtigten Faktor mitreden zu lassen. -In dem Tarifvertrage war bestimmt, daß zum 1. April 1907 ein aus gleichen Zeilen an Meistern und Gesellen verwalteter Arbeitsnachweis- also ein paritätischer- eingerichtet werden soll. Als nun die Zeit heranrückte und die Schlichtungstommission über die Errichtung des paritätischen Arbeitsnachweises verhandelte, da zeigte es sich, daß die Meister gar Die zu den neuen Bedingungen in Arbeit geheenden Kollegen Db der Obermeister berechtigt ist, gegen jemand, welcher der dürfen unter feinen Umständen aus nichtigen, nebensächlichen nicht daran dachten, einen im wirklichen Sinne des Wortes Gründen die Arbeit wieder aufgeben. Sie haben vielmehr alles paritätischen Arbeitsnachweis einzuführen. Nach wie vor sollte Innung noch gar nicht angehört, eine Strafe festzusetzen, ist mindestens aufzubieten, um durch Zuverlässigkeit und Geschicklichkeit in der der Arbeitsnachweis ein Organ der Innungen sein, er sollte eifelhaft. Die Gewerbeordnung spricht nur von Ordnungsstrafen, Arbeit die Achtung des Meisters zu erringen. Entstehen aber trotzunter der Herrschaft der Innungsvorstände verbleiben. Eine welche die Innung gegen ihre Mitglieder festiegen tann. dem Differenzen, so ist unter allen Umständen erst die Streifleitung größere Bahl meistertreuer Gesellen und eine verschwindend Zweifellos aber hat Herr Liebing und fein Obermeister und auch anzurufen. Wer in Bäckereien, deren Inhaber die Forderungen fleine Zahl von Verbandsvertretern wollte man, so zu sagen in Strafe zu nehmen, welche den Gesellen etwas bewilligen, was feine Innung das Recht, Mitglieder, geschweige denn Nichtmitglieder bewilligten, leichtsinnig und ohne Grund sder wohl gar mutwillig als Dekoration, allenfalls an der Verwaltung des Arbeitsdie Arbeit aufgibt, oder durch grobes, flegelhaftes Benehmen, Uns pünktlichkeit in Arbeit usw. seine Entlassung herbeiführt, hat nachweises teilnehmen lassen. Die Verbandsvertreter in der der Innung oder deren Vorstand nicht paßt. Hier handelt es sich feinerlei Unterstützung zu erwarten, vielmehr wird die StreitSchlichtungskommission konnten sich diesen offenbaren Bruch um eine Bewegung zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsleitung gegen folche Kollegen mit aller Strenge vorgehen. der Vereinbarungen natürlich nicht gefallen lassen. Sie ver- bedingungen", welche unter die§§ 152 und 153 der Gewerbeordnung Nach der Versammlung der Vertrauensmänner fand eine langten die sinngemäße Ausführung der Vertragsbestimmung. fällt. Mit seiner Drohung, den Meister in Strafe zu nehmen, wenn Die Meister verweigerten das beharrlich und deshalb kam es er Bewilligungen eingeht, welche den Beschlüssen der Innung Mitgliederversammlung des Bäckerverbandes statt. In ihrer zuwiderlaufen, hat Obermeister Liebing gegen den§ 153 der Hand lag die endgültige Entscheidung darüber, ob gestreift zum Abbruch der friedlichen Beziehungen. Seitdem war der Bäckerverband unausgefekt bemüht, den Gewerbeordnung verstoßen und er muß bestraft werden, wenn die werden solle oder nicht. Die Abstimmung erfolgte geheim Konflikt durch Verhandlungen unter unparteiischer Leitung Justiz die Handlungen der Arbeitgeber nicht mit anderem Maße und ohne jede Beeinflussung. Jedes Mitglied legte beim beizulegen. Er schlug hierzu das Einigungsamt des Berliner messen will, wie sie die Arbeiter in solchen Fällen mißt. Uebrigens Eintritt in den Saal feinen Stimmzettel in einen geschlossenen Gewerbegerichts vor. Die Innungen lehnten das ab. Dann hat auch die Innung ihre Befugnisse überschritten, wenn sie sich Kasten, so daß die Abstimmung schon vor Eröffnung der Verschlug der Verband den Oberbürgermeister von Berlin als als Janung durch Beschlüsse oder Handlungen an der Lohnbewegung fammlung beendet war. Der Verbandsvorsitzende AIIunparteiischen Vermittler vor. Auch diesen Vorschlag wiesen beteiligt. die Innungen zurück. Jede Möglichkeit, unter unparteiischer Leitung zu einer Verständigung zu kommen, war dem Bäckerberbande nunmehr abgeschnitten. Er sah sich also gezwungen, die eigensinnigen Bädermeister durch den Streit zur Anerkennung dessen zu zwingen, was sie vor Jahresfrist durch Vertrag versprochen, aber nicht gehalten haben. Abschaffung von Kost und Logis beim Meister. Ein Mindest- Wochenlohn von 23 M. Paritätischer Arbeitsnachweis. Ein freier Tag in jeder Woche. Das sind die Forderungen, für welche die Berliner Bäcker jett kämpfen. Bei den ersten drei Forderungen handelt es sich nur um Gewährung dessen, was im Vertrag bereits festgelegt war. Nur die Forderung des freien Tages ist neu. Daß sie im höchsten Grade berechtigt ist, bedarf keiner Begründung. Aber gegen diese Forderung, ebenso wie gegen die Einrichtung des paritätischen Arbeitsnachweises wenden sich die Innungsführer mit ganz besonderer Heftigkeit. Es will ihnen nicht in den Kopf, daß auch im Bädergewerbe endlich mit längst überlebten Reſten mittelalterlich- zünstlerischen Einrichtungen aufgeräumt werden soll. So muß ihnen denn der Streit, den die gesamte Arbeiterschaft tatkräftig unterstützen wird, zeigen, daß man Kulturforderungen nicht für alle Zeit unterdrücken kann. Agitation der Junungsvorstände. Die Vorstände der Bäderinmungen von Berlin und den Vororten haben an die Meister ein Flugblatt versandt, um sie zur Ablehnung der Forderungen zu veranlassen. Das suchen die Vorstände dadurch zu erreichen, daß sie den Meistern vorreden, es würde ihr " Der gute Zon" in Bäckermeisterkreisen. mann schilderte in großen Zügen die Vergänge, welche zum Kampf gedrängt haben. Er teilte mit, daß bereits 205 Meister mit 700-800 Gesellen die Forderungen bewilligt haben, Auf die Forderungen, welche der Bäckerverband an die Meister während im Jahre 1904 am Tage der Streiferklärung erst bersandte, find manche unflätige Antworten eingegangen. Die Leute. 53 Bewilligungen eingegangen waren. Die Stimmung, welche sich in unanständigen Ergüffen gefielen, haben natürlich nicht welche die Versammlung beherrschte, ließ keinen Zweifel über ihren Namen genannt, sondern sich hinter falschen Namen oder den Ausfall der Abstimmung; dennoch wurde die Verkündung gänzlicher Anonymität versteckt. Eine Postkarte, die dem Verbande des Resultats mit Spannung erwartet. Ein Beifallssturm zuging, lautet: durchbrauste den dichtgefüllten Saal, als Allmann bekannt Ich möchte Sie höflichst ersuchen, anständige Bädermeister gab: Es sind 1900 Stimmen für und 4 gegen nicht mit Sozialdemokratische Wische zu belästigen sie wandern ja sen Streit abgegeben. doch bloß ins Feuer oder sonst wohin. Da müßte ja gar kein Respekt mehr in der Welt herrschen, wenn man solchen Quatsch Damit hatten sich die organisierten Bäcker Berlins so gut anerkennen wollte. Es wäre besser, Sie würden arbeiten als Ge- wie einstimmig für den Streit erklärt. Daß die Bäcker für fellen aufheben, und ihnen das Geld abnehmen, und zur Faulheit ihre gerechten Forderungen kämpfen wollen, war entschieden. anhalten. Die Männer sind heutzutage schon faul genug, denn Nun galt es noch zu bestimmen, wann der Kampf eröffnet an Arbeit ist noch keiner gestorben, Arbeit stärkt, aber Rumtreiben werden soll. und Vergnügungen besuchen, das macht trant. Eine Bäckermeistersfrau. Einen noch feineren Ton wie der Verfasser dieser Karte fchlug jemand an, der am Sonntag ein Ferngespräch mit dem Verbandsbureau anknüpfte und sich so vernehmen ließ: Wie kommen Sie dazu, uns immer wieder Forderungen zu schicken. Wir haben schon wische genug." Sierauf die Rüdfrage: Wie ist denn Ihr Name?" Die Antwort lautete: Ach, lecen Sie mich in den... Ein Brebiger am Badtrog. Diese Entscheidung hatte die öffentliche Versammlung zu treffen, welche nach Schluß der Mitgliederversammlung eröffnet wurde. Es fanden sich noch einige hundert Nichtmitglieder ein. Saal und Galerien waren nun von einer dichtgedrängten Menge gefüllt und auf allen Gefichtern lag entschlossene Stampfesstimmung. Die letzte Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer kernigen Rede des Verbandsleiters etichols beschloß die Versammlung einstimmig, sofort in den Streit einzutreten. Allgemeine Eine wohltuende Erheiterung nach manchem Merger ist auf dem Heiterkeit erregte die Mitteilung, daß zu derselben Zeit, wo Verbandsbureau durch diese Epistel ausgelöst worden: Herrn C. Hezschold! weit mehr als 2000 zielbewußte Bädergesellen den Streit beschlossen hatten, eine große Protestversammlung" der Antwortlich Ihres Briefes teile ich Ihnen mit, daß mein Leben meistertreuen Gesellen tagte, die von 36 Mann besucht war, meinem Gott geweiht ist. welche ihre Meistertreue dadurch bekundeten, daß sie sich gegen Stein Sen Streit erklärten. Das ist die ganze Garde des gelben auch noch die ständischen Privilegierten nochmals beteiligen dürfen! Führers Wischnöwski, der noch vor kurzem nach Breslau Die Urwähler der allgemeinen indiretten Dreitlassenwahl müssen auch telegraphierte: In Berlin gibt es keinen Streif, wir haben Gemeindewähler sein. Das braunschweigische Landtagswahlden Verband besiegt, Heßschold hat seine Rolle ausgespielt." recht vereinigt also in geradezu genialer Weise alle Schönheiten des Von den Bahnhofsposten lief die Meldung ein, daß wohl preußischen Herrenhauses und des preußischen Landtages. bollbesetzte Züge anfommen, aber feine Streifbrecher und daß Wunder, daß ein solcher Landtag sich einstimmig einen wenigstens die enttäuschten Meister mit langen Gesichtern sich vergebens stellvertretenden Landesvater erfor! nach den erwarteten Rausreißern umsehen. Die Situation An Gehalt hat das braunschweigische Ländchen für seinen ist demnach für die Streifenden günstig. neugeforenen Regenten die Kleinigkeit von 1 125 000 m. zu zahlen. Als der Beginn der Arbeitszeit heranrückte, erhielten Auf den Kopf der Bevölkerung entfällt der Betrag von 2,32 m. diejenigen, deren Meister bewilligt haben, ihre Arbeits. Die Bivilliste betrug 1888 mur 825 000 m., fie wurde in diesem Jahre berechtigungskarten und begaben sich dann an ihre Arbeits. jedoch um 300 000 m. erhöht. Auch Johann Albrecht will's nicht ftellen. Die übrigen Versammlungsteilnehmer blieben im billiger tun. Man hatte vorgeschlagen, die Zivilliste von 1 125 000 m. Lokal. In Konsequenz ihres Streitbeschluffes überließen sie wenigstens um 80 000. zu türzen. die Backstube den Meistern, die heute unbestritten Herren im Saufe find, weil niemand da ist. der ihnen die Herrschaft streitig machen könnte, es müßte denn die Frau Meisterin sein, die dem Herrn im Hause den Kopf wäscht, weil sie nicht weiß, wie sie am kommenden Morgen ihre Stunden beFriedigen soll. Gedächtnis im Stich gelassen. Wie oft die Sozialdemokraten im legten Wahlkampf bei den Stichwahlen der Reaktion als Helfershelfer gedient haben, das ergibt sich klar und deutlich aus der amtlichen Wahlstatistik." E3 Es werden dann 8 Kreise aufgezählt, deren Wahlresultate die Anpöbelung Bebels rechtfertigen sollen: es sind die Streife Sagan Sprottau, Jerichow, Ansbach- Schwabach. Kolmar, Straßburg- Land, Böblingen, Würzburg und Gießen. Wenn die Freifinnige Beitung" au entscheiden hätte, wie die Sozialdemokratie sich bei Stichwahlen zu verhalten hat, dann hätte die Aufzählung der 8 Kreise einigen Sim. Die Richtschnur für unsere Tattit gibt aber nicht die reisinnspresse, sondern die Wahlparole des Parteivorstandes. Und in dieser ist ausdrücklich bemerkt, daß bei den Ent scheidungen der örtlichen Wahlfomitees die Persönlichkeit Der Beauftragte des Herzogs hat jedoch während der Ver- der gegnerischen Kandidaten mit gewürdigt werden soll. handlungen über die Uebernahme der Regentschaft erklärt, daß gibt sogenannte Freisinnige, wie z. B. der Magdan, die einer solchen herabfezung von St. Hoheit nicht gegen die Arbeiterbewegung gehäffiger auftreten als Nonsugestimmt werben tönne"; ausgeschlossen fei jedoch nicht, fervative. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, hat der Gedaß der Regent später nach eigenem Ermessen" in eine Herab- noffe Bebel nicht zu viel behauptet. Lediglich in Sagan- Sprottau, minderung willigen werde. in Böblingen und in Ansbach- Schwabach haben unsere Genoffen in Je näher die Stunde des Anfangs der Arbeit heran- Unser Braunschweiger. Bruderorgan findet eine solche Sono- erheblicher Anzahl in der Stichwahl für den konservativen Kandidaten Sie haben dafür nachher manche nicht ganz von der tüdte, desto mehr schwand die Hartnädigkeit so manches rierung regentschaftlicher Repräsentationspflichten begreiflicherweise votiert. Meisters, der sich allein in der einsamen Badstube sah. Nach recht hoch. Es weist darauf hin, daß der Präsident der Hand zu weisende Gründe angegeben. War schon das Verhalten der fo großen Nepublik Frankreich nur Freifinnigen vor der Wahl derart, daß man im Zweifel sein und nach liefen eine Anzahl neuer Bewilligungen im Ver- ungefähr hundertmal 960 000 Mart erhalte, der Präsident bes Landes fammlungslokal ein und die betreffenden Meister erhielten der konnte, ob es nicht besser sei, diese Gesellschaft nach Möglichkeit ihre Gefellen. So gestaltete sich die Versammlung, mit der Milliardäre, der amerikanischen Union, mit ihren rund 200 mat bon der politischen Bühne verschwinden zu lassen, so haben sie na ch Zeit zu einem Arbeitsnachweis, bei dem die Innungsführer Republiken schwerlich schlechter regiert würden, als es Braunschweig halten Material in Hülle und Fülle geboten. soviel Einwohnern nur 1700 000. Und es meint, daß diefe der Wahl den Befürwortern folcher Taktik durch ihr skandalöses VerDiejenigen, deren Meister sich nicht zur Bewilligung ver- von seinem neuen Stegenten zu erwarten habe. Nun, dafür sorgen stehen konnten, blieben bis in die Nacht im Versammlungssaale, auch unsere deutschen Fürsten nach Kräften dafür, daß Deutschland bertrieben sich die Beit so gut es gehen wollte und freuten die wohl behüttete fromme Kinderstube der Untertanen damit bleibt! fich der freien Nacht, die sie für diesmal ohne Bewilligung der Meister genießen fonnten. nichts mitzureden hatten. Bajazzos. ,, Rentable" Kolonialpolitik. Beweis fehlt. Das Blatt hat für die Berechtigung seines Ausfalls gegen Bebel nicht nur keinen Beweis erbracht, die Anwürfe charakterisieren sich auch als Gipfel der Heuchelei, wenn man die Hausknechtsdienste in Berücksichtigung zieht, die der Freisiun der Realtion geleistet hat. In unserer Nummer 36 vom 12. Februar und in Nummer 40 vom 16. Februar haben wir zahlenmäßig nachgewiesen, daß der Freisinn den Rechtsparteien in der Stichwahl 32 und durch Verzicht auf eigene kandidatur in der Hauptwahl 11 Kreise zugeschanzt hat! In Jerichow hat der konservative Kandidat bei der Stichwahl nur 913 Stimmen Buwachs erhalten; daß der Zuwachs von Sozialdemokraten herrührt, ist lediglich eine Behauptung, für welche jeder In Straßburg und Kolmar standen überhaupt feine fonjervativen Kandidaten, sondern Elsässer mit den Freisiunigen zur Ein nicht geringeres Interesse wie die Bäckermeister, Stichwahl. nahin die Polizei an der Versammlung. In den unteren Jm Liberalen Verein zu Heilbronn hat der Noch weniger Grund hat die Freifinnige Zeitung", Würz Räumen des Lokals war eine große Bahl von Schutleuten Reich stommissar für Südwestafrika, Herr burg und Gießen gegen Bebel ins Feld zu führen, denn hier untergebracht und vier Polizeioffiziere gingen hin und her, Dr. Rohrbach, fürzlich seine Ansichten über die Zukunft standen Nationalliberale einem Zentrumsmann resp. einem Antider Dinge wartend, die ein Eingreifen der Polizei nötig Südwestafrikas dargelegt. Nach der neuesten Nationalfemiten gegenüber! machen würden. Es bot sich jedoch keine Gelegenheit, den Beitung" führte er aus: Diensteifer zu betätigen. Die Landfrage ist jetzt gelöst. Die Hereros haben ihr Land verloren, es ist jetzt Regierungsland und wird von Weißen besiedelt werden. Auch die Viehfrage ist gelöst. Der gesamte Viehreichtum der Hereros ist vernichtet, es ist taum noch Vieh vorhanden. Allein das er scheint nicht tragisch angesichts der ungeheuren Fruchtbarkeit des Viehes im Lande. Im Jahre 1896 hatten die Deutschen im Lande noch tein Bich, im Jahre 1904 aber 50 000 Stück Großvieh und etwa 300 000 Stüd kleinvich im Gesamtwert von etwa 15 Millionen ( das aber zum größten Teil den Eingeborenen geraubt worden war!!) Deutsch Südwestafrika sei im ganzen viel fruchtbarer und besser als die meisten Teile des Kaplandes.(!!!) Von den 830 000 Quadratkilometern, einem Land so groß wie Deutschland und Desterreich zusammen, feien rund 800 000 Quadratkilometer Gebirge und Wüste. Der Rest von 500 000 Quadratkilometern, in der Größe des Deutschen Neiches, sei im stande, 5000 Farmer zu je 10 000 hektar, und je etwa 20. Köpfen zu nähren. Das ergabe eine Bevölkerung von rund 100 000 Köpfen; dazu lame noch die Bevölkerung der Städte, deren Wachstum von der Ausbeutung der linen abhänge. Eine Farmerfamilie werde jährlich mindestens für 3000 M. europäische Waren faufen, ihr Bruttoeintomm en fei auf 20 000 bis 30 000 m. pro Jahr zu schäzen. Das ergebe einen Mindeftimport für die Farmer Drgien der Gemeinheit und Roheit feiert die Bürgerliche Breffe. allein von jährlich 15 Millionen Mark, der, wenn durch Ent Fast alle bürgerlichen Zeitungen hatten die Schwindelberichte über wickelung der Städte die Berkaufsgelegenheit auch die Vorgänge vom 23. Mai gebracht; nicht eine einzige Wenn im Zirtus in den atembeflemmenden, halsbrecherischen Vorführungen eine Pause eintritt, dann stürzt mit großem Schrei plöglich eine grotest aufgepugte Persönlichkeit in die Arena, der Clown. Einen Augenblic lacht man über den tomischen Kerl, dann wendet sich die Aufmerksamkeit wieder von ihm ab. Jm nächsten Augenblick ist er vergessen. Als gestern die Bäcker in dem Riefensaale der Koppen. straße tagten und ihren Streitbeschluß faßten, tagten zu gleicher Zeit in der Invalidenstraße in einem kleinen Lokale die„ Gelben", der„ Handwerkstreue Bund der Bäcker-( Konditor) Gefellen Deutschlands", wie sie sich nennen. In dem ficheren Gefühl, daß man ganz unter sich sein werde, verfaßte Herr Wischnöwski, der Leiter dieser Gesellschaft, ehe die Berfammlung begonnen hatte, einen Bericht für die Presse, in den von einer imposanten Protesttundgebung" gegen Streit und Boykott die Rede war. Im Hinblick auf die Kleinheit des Saales prophezeite Herr Wischnöwsti in seinem Bericht" noch, daß die Anwesenden„ den Saal bis auf den letzten Platz füllten", und erzählte weiter vorahnend, daß einstimmig" eine Resolution angenommen wurde, in der die Anwesenden sich verpflichteten, im Interesse der gesamten Bäderhandwerker" und der gesamten Einivohnerschaft" den Schmachtriemen noch enger zu ziehen... " Bravo! Wenn der Clown in offener Arena den Helden tod stirbt, hat man doch das beruhigende Gefühl, daß sein Bartner ihn nur auf dem Bauch zu figeln braucht und er erwacht wieder zum Leben. Wenn die Bäckermeister an die fchöne Versicherung der Gelben wirklich glauben und ihnen ernsthaft mit Lohn- und Arbeitsverfchlechterungen zu. Leibe geheit, dann reißen sie aus wie Schafleder und werden Verbandsmitglieder, wenn fie bei ihrer Vergangenheit im Verband noch aufnahmefähig sein sollten IAus der politischen Kinderftube. im Lande wachse. sich auf 20 bis 30 Millionen steigern fönne. Der Freifinn lieferte an die reaftionären Barteien 43 Kreise aus und zwar: 1 an den Bund der Landwirte, 8 an die Konservativen, 9 an die Reichspartei, 18 an die Nationalliberalen, 7 an die Antisemiten. Das ist die Ehrentafel des Freisinns! Die Retourtutschen der Freifinnigen Zeitung" nehmen sich angesichts solcher Tatsachen geradezu abgefchmadt aus! Zur Rufsenhaz. Hier auf diesem neuen Boden können es tüchtige Leute zu Wohl- von ihnen nimmt auch nur Notiz von unseren ausführlichen Darhabenheit und Reichtum bringen, Leute, die in Deutschland stets legungen, durch die wir die Unrichtigkeit jener Berichte in allen um das nötigste zu fämpfen haben, würden." wesentlichen Punkten nachwiesen. Von der Welt am Montag" So Herr Dr. Rohrbach, der weiland Nationalsoziale, bis zur" Post" fie alle üben die feige und niederträchtige Taktik ein Rolonialenthusiast, wie er im Buche steht. Und was des Totschweigens und machen sich damit der schmählichen Ehrprophezeit Herr Rohrbach? Eine Farmerbesiedelung von abschneiderei schuldig. 100 000 Röpfen! Da uns Südwest laut amtlicher Feststelling 650 Millionen gekostet hat, würde uns jeder Kopf 6500 m. foften oder jede Farmerfamilie zu 20 Köpfen 130 000.! Unsere füdwestafrikanischen Agrarier werden uns also noch viel kostspieliger werden, als unsere oste Ibischen Agrarier! Den ganzen europäischen( nicht deutschen!) Import nach Wüst- West schätzt Herr Rohrbach auf 20-30 millionen. Rechnen wir sehr splendid!- 20 Millionen deutschen Exports, so würden im günstigsten Falle davon auf deutsche Arbeiterlöhne 10 Millionen entfallen! Die Berzinsung der 650 Millionen, die schon jetzt für Wüst- West verpulvert worden sind, würde dagegen( bei einem Binsfuß von nur 3 Proz. 1) nicht weniger als Wie der Telegraph meldet, ist nunmehr die weltbewegende Frage gelöst, wer im Herzogtum Braunschweig jenem Bundes staat mit der Einwohnerzahl etwa der Stadt München- die Würde der Regentschaft auf sich nehmen soll. Der braunschweigische Landtag erfor am Dienstag den Herzog Johann Albrecht au, Medlenburg zum stellvertretenden Landesvater. Denn die Frage der endgültigen erblichen Besetzung dieses Thrönchens, Hinzu kommt aber noch die Ausgabe für die füdwestdas freilich, wie wir sehen werden, eine sehr hübsche Revenue abwirft, bleibt noch immer zu lösen. Seitdem im Jahre 1886 afrikanische Schuytruppe in Höhe von mindestens betragen! 19% Millionen 30 Millionen Mark jährlich. der Herzog Wilhelm starb, verwaiste der Thron, da der nach den Hausgesetzen eigentlich zur Erbfolge berufene ehemalige. 50 Millionen jährlicher Ausgaben ständen also höchstens Throufolger des von Preußen annettierten ehemaligen 10 Millionen Arbeiterlöhne gegenüber! Königreichs Hannover, Ernst August, das Erbe nicht antreten durfte, da er feit 1866 aus Deutschland ausgewiefeit ist. Man schuf deshalb eine provisorische Regierung mit dem inzwischen verstorbenen Prinzen Ibrecht von Preußen als Regenten. Haißt ein Geschäft! Politische Ueberlicht. Berlin, den 28. Mat 1907. " Bir leben nicht in der Schweiz", triumphiert Knuten- Dertel; bis hierher und nicht weiter", ruft er dem Stadtfchen Dunkelmänner Ministerium zu. Seines edlen Strebens Ziel ist: Ausschließung der russischen Studenten von den deutschen Universitäten. In der Tat, es heischt Sühne, daß die ruffischen Studenten ihre Die„ Germania" aber liefert folgende schmutzige Sudelei: Studentenzeit nicht bei Suff und Mensuren totzuschlagen pflegen. " den Wenn die angeblichen Studenten sich hier auf Grund falscher Bässe aufhalten, mit allerhand Verschwörern und Agitatoren im Geheimen zusammenarbeiten, von hier aus die Nevolution in Rußland unterstüßen, die revolutionäre Propaganda fördern, anarchistische Schandtaten borbereiten helfen usw., so ist das ein derartiger Mißbrauch des Gastrechtes, daß man es nur als Frechheit bezeichnen fann, wenn diese Leute fich über das Einschreiten der Polizei beklagen wollen... Die Polizei bat das Recht und die Pflicht, Schnorrern und Verschwörern" das Handwerk zu legen und sie famt dem Dännchen, mit denen sie meist zusammen leben und die an revolutionärer Latenlust die Männer zu übertreffen pflegen, über die Grenze zu schicken, über die sie hereingekommen sind... Mögen sie nicht nach Deutschland kommen, wenn sie mit unseren .. Gesetzen und Einrichtungen nicht aufrieden sind, aber sich über Verlegung des Gastrechts beklagen, wenn sie verdienter= weise am Kragen genommen werden, das ist eine Unverschämtheit, deren eben nur„ Russen" fähig sind. Mit Erzählungen über rohe Behandlung von Kranken usw. durch die Polizei Mitleid für das Verschwörergesindel erwecken zu wollen, ist einfach lächerlich. Woher nehmen. Leute, die mit Morbgefellen im Bunde stehen und für den Massenmord an Unschuldigen arbeiten, das Recht auf feinfühlige und zärtliche Behandlung? Man hat diese Art Ruffen", bie mit unglaublicher Frechheit das Gastrecht zivilisierter Länder mißbrauchen, nachgerade überall fatt." Nun hat der Landtag die Frage der Regentschaftsfolge entschieben. Johann Albrecht Ernst Konstantin Friedrich Heinrich zu Medlenburg ist der Glückliche, der nunmehr alle drei Jahre Ein freifinniges Schelmenstückchen! ben braunschweigischen Landtag einberufen darf. einberufen darf. Johann Seitdem B. v. Billow als erfolgreicher Kuppler Freifinn und Wir hängen diefen Erguß einer schönen Zentrumsseele niedriger Albrecht, einem Dntel tes regierenden Großherzogs von Mecklen Konservative zusammengebracht hat, hat der Freifinn in dirnen- und bescheinigen der„ Germania", daß wir etwas Berlogeneres und burg: Schwerin, hat es auch bisher an mannigfachen Betätigungs- hafter Gefälligkeit für die Reaktion erstaunliche Fortschritte gemacht. Unverschämteres als ihn nicht einmal in den politischen Kaschemmenmöglichkeiten nicht gefehlt. Als Mitglied des Kolonialrats und Um die unwürdige, Rolle, die der Freifinn als Gefälligkeitsdame blättern niedrigster Observanz gefunden haben. Pfui über diese 1: Borsitzender der Deutschen Kolonialgesellschaft hat er nicht wenig der Reaktion spielt, etwas zu vertuschen, stellt man sich entrüftet Sorte chriftlicher Nächstenliebe"! fui fiber diese schamlose Berdazu beigetragen, der deutschen Weltpolitik und dem Dernburg- berjogialbemokratische Wahlhülfe für fonfervative höhnung des Gebotes, das da heißt: Du sollst nicht falsch Kurs die Wege zu ebnen. Zudem ist Johann Albrecht, der Kandidaten. Und die Freifinnige Beitung", die Tag für Beugnis reden wider Deinen Nächsten!" neben zahlreichen anderen Orden auch Ritter des heiligen Tag ihren Namen schändet, wagt es fogar, ihre reaktionären Haus Hubertus Drbens ist, ein paffionierter Jägersmann, ein Gestnechtsdienste durch ein Schelmenstüdchen gegen Bebel zu frönen: finnungsgenosse jenes ihm nahe verwandten Herzogs Adolf Friedrich von Medlenburg, für dessen afrikanischen Jagdausflug sogar aus Reichsmitteln 200 000. gespendet werden sollen. So eigenartig diefe Regentschaftsfolgeaffäre jeden, der nicht die Berhältnisse der großen politischen Kinderstube Deutschland tent, anmutet, fo muß doch zur Vervollständigung dieses politi schen Joyls im Biedermeierstile auch noch der famosen Landesversammlung Erwähnung geschehen, die den neuen Negenten ertoren hat. Der braunschweigische Landtag besteht aus 48 Abgeordneten, von denen nach dem am 1. Jannar 1900() in Straft. getretenen Wahlgefeze 18 ständische Vertreter sind: nämlich 5 Bertreter der Höchstbestenerten, 4 der wissenschaftlichen Berufsstände, 8 der größeren Gewerbetreibenden, 4 der Großgrundbefiger und 2 der Geistlichkeit. Die anderen 30 Bertreter gehen aus einer inbiretten Dreitlassenwahl hervor, an der sich obendrein! d In der Reichstagsfigumg am Montag, den 13. Mai, erklärte Bebel in der dritten Lesung des Reichshaushaltsetats: Ich beDauere bon meinem Standpunkt aus, daß wir nicht eine it a rle bürgerlic liberale Partei als Bufferpartei zwischen der Sozialdemokratie und den Parteien rechts haben." Aber selbstverständlich" habe die Sozialdemokratie fein Intereffe daran, auf ihre Kosten eine solche Bürgerliche Linke zu stärken. Allerdings habe die Sozialdemokratie, wo sie bei den Stichwahlen den Ausschlag gab, danach gehandelt. In den zwei, drei Fällen, wo feine Parteigenossen anders gehandelt hätten, habe der Barteiborstand gegenteilige Anschauung bertreten", so z. B. in bezug auf die Wahl des Herrn Nasmann, für den er, Bebel, persönlich mit aller Energie eingetreten sei. • Schnell fertig ist Herr Bebel mit dem Wort. Das ist eine im Reichstage so bekannte Tatsache, daß allgemeine Seiterfeit Iosbrach, als er in diesem Jahre am 26. Februar feine Etatsrede mit ber Berficherung begann: Ich werde feinen Satz aussprechen, den ich nicht beweisen tann." Auch am 13. Mai bat Herrn Bebel das 90 " Auch das Berliner Tageblatt", das sich anfangs der bebauernswerten Opfer borussischer Barbarei einigermaßen angenommen hatte, scheint jezt die Sprache verloren zu haben. Als Prediger in der Wliste kapitalistisch- polizeilicher Verkommenheit find wir allein übrig geblieben, um die Stimme der Wahrhaftigkeit, der Menschlichkeit und der Gefeßlichkeit zu erheben und unser ceterum censeo auszusprechen.Universitätszeugnis eines Schnorrers und Verschwörers. Folgendes Zeugnis wird uns vorgelegt: Herrn stud. A. Stroll bescheinige ich hiermit, daß derselbe an den Nebungen des diesjährigen Kursus in„ Dampfmaschinenbau" mit großem Fleiß und gutem Erfolg teilgenommen hat. Charlottenburg, Technische Hochschule, den 27. Mai 1907. Stumpf, Professor. Ferr Kroll ist einer von den Ausgewiesenen. Man sieht, wie sehr ihm das Studium nur der Deckmantel für revolutionäre Untriebe" war. Gründlich heimgeleuchter wird den Liberalen von der Deutschen Tageszeitung". Bekanntlich haben die Liberalen feit Monaten eine Heße gegen den Kultusminister Studt inszeniert. Wer nicht gerade ein politisches Kind ist, weiß den Wert dieses Getues au würdigen. Herr Studt ist ein alter Mann und wird in absehbarer Zeit auf alle Fälle aus dem Amte scheiden. Durch ihr Geschrei wollen nun die Liberalen den Anschein erweden, als ob Studts Abgang eine Rongession an den Liberalismus sei, eine Frucht der konserbatib- liberalen Paarung, ein Lohn für ihre Hottentottendienste bei der Wahl. Zu diesem Zwed müssen sie natürlich auch so tun, als glaubten sie, daß nach Studts Entfernung im Kultusministerium„ liberaler" werde regiert werden, obschon sie in Wahrheit ganz gut wissen, daß der Nachfolger Studts, wer es auch sein möge, an dem System nicht das geringste ändern wird! Demgegenüber schreibt nun die Deutsche Tageszeitung": Glaubt die liberale Preffe allen Ernstes, es stehe nach dem Abgange des Herrn Dr. von Studt ein völliger Umschwung in unferer Schulpolitik um die handelt es sich ja in der Hauptsache in Aussicht? Dann möchten wir fie doch barauf hinweisen, daß diese Schulpolitit im allgemeinen die Politit einer feit langen Legislaturperioden vorhandenen festen Band tags mehrheit gewesen ist... Der Nachfolger des Herrn v. Stubt mag im einzelnen eine Politit treiben, die den Gegnern des derzeitigen Kultusministers sympathischer ist, die Schulpolitik der Minderheit wird auch er nicht machen können. Weiter schreibt dann das reaktionäre Blatt: Serbien. seiner Anschuldigungen eine Frist von achtundvierzig Stunden güe tiven alle Chancen haben, bei den bevorstehenden Neuwahlen noch gestanden. Was der Minister nach deren Ablauf vorbrachte, waren mehr Terrain zu gewinnen, nachdem ihre Einigung mit den Juni jedoch nur erbärmliche Ausflüchte. Hundertmal, nachdem er mit misten erfolgt und so der Führer der letteren, Peter Carp, Chef Burufen wie Sügner"," Berleumder" bedacht und seine der geeinigten konservativen Bartei" geworden ist. Handlung vom Genossen Smeets, dem Abgeordneten des betreffen- Dürre und anderen ungünstigen Umständen eine nicht gerade erZu alledem kommt, daß die Ernte dieses Jahres infolge von den Wahlkreises, als„ Bumperei" gebrandmarkt worden war, giebige und der Winter von neuem ein Hungerbringer zu werden schallte ihm von Sozialisten und Liberalen die Aufforderung ent- droht. Was aber dann? Sollen die jungen Zöglinge des Priester= gegen, nicht zu neifen und die Beweise zu bringen. Der feminars mit ihren düsteren Prophezetungen wirklich Recht be Ausrede des Ministers, er dürfe die Namen der Beamten, die kommen? ihm das in gemeinster Weise auch ins Privatleben hinein reichende Verleumdungsmaterial geliefert, nicht preisgeben, wurde Die fozialdemokratische Partei Serbiens ist zwar erst jungen immer wieder entgegengehalten, er solle ja nicht die Beamten, Datums, doch beginnt sie allmählich unter dem Proletariat des sondern nur die Namen der Verle um deten nennen! Seine Bandes Fuß zu fassen. In Belgrad, der Hauptstadt, haben die ganze„ Beweisführung" bestand aber in der Versicherung auf feine Sozialdemokraten 6 von den insgesamt 30 Stadtverordnetenstzen „ Ehre", daß das Dokument, aus dem er sein Material geholt habe, erobert. Unter der Führung des Genossen Laptschewitsch, der Skupschtina angehört, haben sie existiere, daß es unterzeichnet und von einem„ bertrauens- der auch dem Parlament in der lebten Zeit in der Belgrader Gemeindeverwaltung einige würdigen" Beamten verfaßt sei! für die Arbeiterschaft wichtige, wenn auch noch bescheidene Anträge durchgebracht: So gewährt denn die Stadtgemeinde den Arbeitslofen eine jährliche Unterstützung von 5000 M., fie gründet eine Arbeitsbörse, erhöht die Löhne der von ihr beschäftigten Arbeiter ( 75 M. Monatsgehalt!), bereitet den Bau eines Asyls, eines Volks. bades und Krankenhauses vor. -W Das Streiffomitee von Retinne stellte dem vom Minister verlesenen Dokument eine an die Kammer gelangte fachliche Darstellung der Verhältnisse entgegen, die alle Angaben des Ministers es handelt sich noch um andere Details widerlegten. Das Komitee lud überdies den Minister und seine Beamten zur Ueberprüfung der Bücher ein und bemerkte, daß es die Entscheidung über die Fortführung des Streits einer Plenarversammlung unter dem Vorsitz eines Unparteiischen überläßt. Die Arbeit würde sofort, wenn drei Fünftel gegen die Fortsetzung sind, aufgenommen werden; der Terrorismus" würde sich auch dadurch erweisen, daß " Im übrigen aber möchten wir uns, wenn die Gegner des fein Redner in der Versammlung selbst sprechen würde! All das Herrn v. Stubt es so darstellen, als würden sie bipiert, wenn veranlagte den Herrn Minister nicht zu der Erklärung, daß er durch der Minister noch länger im Amte bleibt, noch die Frage er feine auf Gendarmen- Schnüffeleien und Gerüchte fundierte Verlauben, wer ihnen denn ein Versprechen in dieser Richtung geleumdung die Ehre kämpfender Arbeiter bejubelt hat. geben hat, auf dessen Erfüllung fie einen Anspruch hätten? Wir glauben, fie würden um eine Antwort auf diese Frage Rammer Informationen aus vertrauenswürdiger Quelle" zu Die Rechte war charakterlos genug, Huberts Vorgehen, der etwas berlegen sein." liefern, mit einem- Vertrauensvotum zu ehren! Das von Leftrée beantragte adelsbótum, für das außer den Sozialisten die ganze Linke gefchloffen stimmte, wurde zwar mit 65 gegen 60 Stimmen verworfen, allein diese 5 Stimmen Majorität sprechen die Brandmarkung des verleumderischen Arbeitsministers deutlich genug aus. Die ganze an ständige beitsministers deutlich genug aus. Oeffentlichkeit gibt bemgemäß auch der Meinung Ausdruck, daß auch nicht der geringste Schein gegen die Ehre der Angegriffenen zeuge, der Minister dagegen als leichtfertiger Shrabschneider gefennzeichnet bleibe. Der Liberalismus fagt dem Wolfe, er habe bei der letzten Wahl fich auf die Seite der Reaktion geschlagen, weil das zur Erringung freiheitlicher Reformen nötig gewefen fei. Die Reaktion aber antwortet ihm, es sei einfach baterländische Pflicht", ihr der Reaftion nämlich Sülfe zu leisten, und nur die Unverschämtheit oder die„ Vaterlandslosigkeit" könne dafür" Bezahlung" in Form freiheitlicher Reformen verlangen. Wahrlich, es ist ein Schauspiel für, Götter, wie der Liberalismus nicht nur um den Sündenlohn, sondern sogar um den Schein des Sündenlohns für seine Prostitution geprellt wird! Reichs- Pumpwirtschaft. In der Zentrumspresse lesen wir: 1 Rumänien. 1 Perfien. Teheran, 27. Mai.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Die Anordnung des Schahs, daß Rahim Khan, dessen Sohn die Plünderungen in Täbris organisiert hat, festgenommten und in Stetten gelegt werde ,, hat die Ruhe in Teheran wieder hergestellt. Auf Verlangen der Bevölkerung ist die Illumination der Stadt aus Anlaß des Geburtstages des Schahs abbestellt Deffentliche Anschläge fordern die Bevölkerung auf, die Fremden, die Gäste der Perfer feien, zu schüßen.- Salarad Dauleh Regierungstruppen konzentrieren. befindet sich einige Tagesreisen von Kermanshah, wo sich die worden. Amerika. Zum Prozeß gegen die Arbeiterführer. Infze der Veröffentlichung geheimer Dokumente der Pinkerton- Agentur durch einen ehemaligen Beamten ist etwas Licht über die Verschwörung der Kapitalisten der Weststaaten gegen Moher, Haywood und Bettibone verbreitet worden.. Der Beamte hat beschworene Aussagen gemacht, und er zeigt dokumentarisch, wie die Pinkerton- Agentur mit dem Falle beschäftigt wurde: Binfertoner hatten sich als Mitglieder in die Vereinigung der Bergarbeiter der Weststaaten aufnehmen lassen; sie erwarben sich Vertrauensstellungen und lieferten genaue Berichte über die ,, Vor der Auflösung des Reichstages hatte die Regierung Die Zustände im Lande werden in ebenso interessanter wie Tätigkeit der Gewerkschaft an ihre Agentur. Die Spione erhielten schon die Notwendigkeit neuer Steuern betont. Bei der erschütternder Weise gekennzeichnet durch eine Reihe von Auffäßen von ihren Vorgesetzten den Auftrag, 3wistigkeiten und UnBewilligungsluft, von der bie gegenwärtige Reichstags über„ Die Bauernfrage", welches Thema der ehemalige ruhen hervorzurufen und alles zu bersuchen, die Organisation der mehrheit beseelt ist, und bei den weitgehenden Kolonial Schulinspektor Banu den Böglingen des unter feiner Leitung Arbeiter zu zerstören! Sie hatten speziell den Befehl, in die plänen der Regierung wird erst ein gut gerüttelt ftehenden- Briefterseminars gestellt hatte. Das Bukarester Ma B bon neuen Steuern notwendig fein, Tageblatt" veröffentlicht nach der Augem. Revue des Unterrichte" inneren Birkel", von denen viel gefabelt wurde, einzubringen. Ivenn man aus den Riefendefizitz im Reiche heraus- einige Resultate der Enquete unter ben jungen Studierenden, die( Moyer, Haywood und Pettibone wurden bekanntlich angeklagt, Lonumen will. Bekanntlich wollen die Einzelstaaten nur zumeist selber Bauernföhne find. Wir geben einige Proben wieder: daß sie Mitglieder dieser Zirkel" waren, denen die verschiedenen 24 Millionen ungebedter Matrikularbeiträge Unser Land gilt in den Augen der Welt als ein gibilisiertes geheimnisvollen Morde zugeschrieben werden, die in den letzten auf sich nehmen. Eine solche Limitierung war aber schon in den Land, unser Fortschritt aber ist bloß Tünche, bloß eine Maske, Jahren in Kolorado in Verbindung mit Arbeiterunruhen borlehten Jahren nicht mehr möglich, man griff somit zu dem Mittel welche das Auge tärscht, unter der sich aber die Unwissenheit, gefontmen find.) Auf Verlangen der Grubenbefizer: sandte die der Stundung. Heute liegen die Dinge so, daß sich die un- das Leiden und das Elend bes unterbrückten Boltes ver- Pinkerton Gesellschaftseinen ihrer geschicktesten Agenten hach gedeckten Matrikularbeiträge auf 88 Millionen stellen. birgt..... Es wurde die Jubiläumsausstellung gemacht um Nolorado, um die Geheimnisse der Birkel" zu ergründen. Dieser Bringt man jene 24 Millionen hiervon in Abzug, so verbleiben den Grad unserer Bivilisation zu beweisen, aber es war eine Agent wußte fich die Freundschaft, hervorragender Männer in der also 64 Millionen ungedeckter Matrikularbeiträge. Dann hat Ausstellung von fremder Tünche, gut für die Berstreuung der Arbeiterbewegung zu erwerben. Er untersuchte wei man weiter die Deckung der 23 Millionen Teuerungs- Bojaren. Der Bauet verstand davon bloß eines: daß die Bojaren Jahre lang und gab für seine Zwede 7000 Dollar dus, um zulage dem Jahre 1909 vorbehalten, was im Reichstage bom Zentrumsabgeordneten Spec feinerzeit bereits scharf gerügt worden ist. Diese 28 Millionen gehören in den laufenden Etat; fie, müffen also jenen 88 Millionen ungebedter Matrifular beiträge beigerechnet werden. Damit tommen wir zu ettledlichen Summe bon 111 millionen. Run stehen wir aber erst am Anfang der Bewilligungsära. Will man also nicht in eine heillose Bumpwirtschaft hineingeraten, fo muß eine dritte Reichsfinanzreform mit dem Herbst einfezen." der す 。 sich auf seine Soften unterhalten." „ Ein Schüler aus Jalomita erzählt: Ich wendete mich an einen Bauern; er folle mit mir zur Ausstellung fommen. Und er antwortete mir: Was soll ich dort suchen? Das ist für die Bojaren gemacht. " In diesem Lande leben zwei foziale Klaffen: die Bojaren und das Volk. Die Bojaren haben alle Rechte, alle Güter und feine Laft; das Bolt hat alle Lasten und kein Recht. Die Bojaren leben ohne Sorge in Lurus und Heppigkeit, während die Bauern die Bitternisse eines Lebens erschöpfender Arbeit und vollstän. digen Elends ertragen müssen. Die Bojaren haben 5 Teile des ganzen Landes in ihrem Besiße, und die 6 Millionen Bauern schließlich zu dem Resultat zu kommen, daß die gefürchteten Birtel" ein Märchen seient Trotzdem hält die Anklagebehörde den Glauben daran fest. T Die Veröffentlichung über die Tätigkeit der Binferions hat auch die Aufmerksamkeit der bürgerlichen Breffe gefunden, und die Agentur bemüht sich jetzt, die Wahrheit der Bekanntmachungen zu leugnen, aber es gelingt ihr schlecht, denn der Beamte hat die Namen und Nummern der Spione angegeben; er veröffentlicht Briefe und Einzelheiten, die jedem unparteiischen Menschen als durchaus bélvejsträftig erscheinen. Diese ultramontane Aufmachung ist sehr zeitgemäß. Aber das Zentrum, das durch seinen marinistischen und Kolonialpolitischen Bewilligungseifer die skandalöſe Pump- nur einen einzigen Teil. Der Bauer besorgt die Arbeit für den Der Prozeß nahm am 9. Mai seinen Anfang mit der Auswirtschaft mit verschuldet hat, hätte alle Ursache, an die eigene Brust zu schlagen! Militärjuftiz. Das Kriegsgericht in Augsburg verurteilte einen Soldaten wegen Ungehorsams" und„ Achtungsberlegung zu der fürchterlichen Strafe von zwei Jahren Gefängnis! Ein neues Nürnberger Polizeistück. Die Nürnberger Polizei, die bei allen Lohnfämpfen für die Interessen der Unternehmer gegen die Arbeiter tätig ist, scheint jetzt auch im Landtagswahltampfe dem, Block gegen den roten Feind beistehen zu wollen. Am Sonntag waren zirka 1200 Parteigenoffen ausgeschwärmt, um in allen sechs Wahlkreisen den Wählern Briefe mit dem legten Flugblatt und den Stinimzetteln unserer Partei zu zustellen. Die Arbeit ging glatt von statten, bis ganz zulegt ein Polizeivachtmeister einen Berteiler auf der Straße stellte und fontrollierte. Als er hörte, daß die Briefe von der fojial Semokratischen Partei herrührten, ließ er den Genoffen durch ztvei Schuyleute verhaften, Junter und muß ihn wie eine Drohne füttern. Der Bauer ist wahl von gwalf Würgern als Geschworene, was fehr lange Zeit Mamaliga) mit Zwiebel, und der Bojar hat in seinen Kellern in Anspruch nimmt, da jeder borgeschlagene Bürger vom Anläger Kisten mit Champagner. Der Bauer steht mitten in der Nacht wie vom Verteidiget emnem gründlichen Gramen unterworfen auf, um aufs Feld hinauszugehen und kommt erst nachts heim, nachdem er 16 Stunden im Sonnenbrand gearbeitet hat. Der wird. Den. Geschworenen werden, vom Anklager z. B. folgende Bojar tut nichts als faullenzen..... Die Bojaren haben alle Macht im Staate und üben fie bloß zum Vorteile ihrer Klasse aus. Die Bojaren und Grundbesitzer, das sind auch die Deputierten, sie sind in der Regierung, und sie machen die Geseze, und gewiß nicht zu ihren Ungunsten. Die Bojaren sind zum großen Teile fremder Rasse oder ihrem Volte entfremdet; mit ihnen zusammen drücken auf das Bolt später gekommene, schmutzige Blutigel, die ihm das Blut aussaugen, und insbeson dere die Juden, der häßliche räuberische jüdische Stamm Fragen vorgelegt: Ob sie Mitglieder irgend einer Arbeiterorgani fation find! Ob sie schon zu einem Entschluß über die Schuld oder Unschulb der Angeklagten gekommen sind! Ob sie schuldig sprechen würden bei nicht genügenden Beweisen usw. Kein Wunder, daß sich alle so Interpellierten für untauglich erklären, als Geschworene au fungieren. Der Gefahr, daß es auf diese Weise überhaupt nicht zur Verhandlung kommt, ist dadurch vorgebeugt, daß nach den Bestimmungen von jeder Seite höchstens 100 Geschworene definitiv abgelehnt werden dürfen. Die ruffiiche Revolution. Land und Freiheit!" Auf die Frage: Was der Staat durch seine Leiter für die Die Bauern getan hat, lautet die allgemeine Antwort: Nichts meiften Schüler sind darüber verwundert und entrüstet, daß die Soldaten, die doch Bauern sind und wissen, was der Bauer leidet, anläßlich der Unterdrückung, des Aufstandes auf ihre Brüder und Eltern geschossen haben! Einer drückt die Ansicht aus, daß die Soldaten sich gemeinsam gegen ihre Kommandanten wenden und Petersburg, 28. Mai.„ Nietsch" meldet: Am 21: Mai liefen auf alle Bojaren erschießen müßten!! Die Bauern haben sich für ihre der Newawerst zwei Torpedoboote, Djely" und„ Raftóropnij". schweren Verbrecher je an einem Arme packten und zur Wache Sonst werden; fie sich nochmals erbeben; alle, groß und fein, mit bon Stapel. Jhre Wasserverdrängung beträgt 300 Tounen, ihre Ges schleppten. Diese Polizeitat wurde damit begründet, das Austragen ihren Weibern und Kindern, da sie des Elends satt sind. Dann schwindigkeit 26 Knoten, die Baukosten betragen 830 000 Rubel. Die der Briefe sei Die thn " wie einen Postbetrug" und Portohinters ziehung! Was jegt bei den Sozialdemokraten Postbetrug" fein foll; ließen die bilrgerlichen Barteien bei der legten Reidstagswahl unbeanstandet durch ein polizeilich fon effioniertes Boteninstitut beforgen und werden fie wohl auch diesmal wieber tun. Das merkwürdigste ist, daß, als Der Wachtmeister fich telephonisch aus dem Nathanje Verhaltungsmaßregeln erbat, von dort die Anordnung kam, die Briefe zu be fchlagnahmen. Die liberale Rathausherrschaft will sich anscheinend die famose Auffassung des Herrn Wachtmeisters zu eigen machen. Belgien. leben wird." 21 " Werftarbeiter hatten an den Masten rote Flaggen befestigt mit der Auffchrift: Land und Freiheit!". Diese wurden jedoch auf Anordnung des Direktors Hippius entfernt. Stolypin, der Voreilige. Aus der Partei. wird es Mord und Brand geben. Und wenn noch wie im Jahre 1877 die Beit des Krieges gegen den Feind des Landes fommt, so perben sie nicht mehr mit der Begeisterung fämpfen, die sie hatten, da sie nicht mehr haben, was zu verteidigen! seinem Dorfe mit:„ Die Großen wissen, daß wir schlechter leben Ein Schüler aus Ilfov.teilt die Worte eines Bauern aus Dem Berliner Tageblatt" teilt fein Petersburger Korrespondent als das Bieh, aber das fümmert sie nicht. Sie brauchen Geld. telegraphisch mit: nun gut. Es wird die Beit kommen, wie in 77, wo sie uns zum Das in der Wohnung des Deputierten Ohio I bei einer Striege rufen werden, und dann brauchen wir nur die Waffen Haussuchung beschlagnahmte Material gibt keine Beranlaffung, nieberzulegen. Freilich wird uns der Fremde unterwerfen, aber gegen die sozialdemokratische Fraktion der Duma gerichtlich statt daß wir das Joch unserer Brüder ertragen, wollen wir lieber einzuschreiten, da der Nachweis einer direkten Verbindung mit basjenige der Fremden, unter welchem der Bauer menschlicher der militärisch- revolutionären Organisation, von der Stolypin Der Arbeitsminister als Arbeiterverleumder. Für mich so sagt ein Olteaner ist ein flave bei den in der Duma bereits als Tatsache"! berichtet hatte, mißBrüffel, 26. Mai.( Eig. Ber.) glückt ist. Der neue Arbeitsminister Subert hat bekanntlich in der Fremden oder frei in Runtänien ganz das gleiche." Als wirtschaftliche, politische und fulturelle Maßregeln werden borigen Woche mit einer ganz niederträchtigen Verleumdung gegen vorgeschlagen, daß jedes bäuerliche Familienhaupt wenigstens streikende Arbeiter debutiert. Von den sozialistischen. Deputierten 15 Bogon**). haben soll; dieser Grund und Boden soll unveräußerzur Intervention zugunsten der in einem Solidaritätsstreit stehen- lich sein. Die Güter sollen an die Bauern, gegeben werden, und ben 1400 Stohlenarbeiter in Retinne aufgerufen, erklärte der der Preis, zu dem der Boden von dem Gutsbesitzer und Bächter Minister, daß der feit 5 Monaten währende Streit nur förtbauere, für den Bauern genommen wird, soll her abgefekt werden. Die ordnetenwahlfieg war verfrüht. Wie sich herausstellte, fehlten unweil 40 Arbeiter, die von den Führern eine Entschädigung von es sollen landwirtschaftliche Synditate gebildet, bie 4,80 Fr. pro Tag erhalten( wogegen die anderen Streifenden nur 1 Fr. aus dem Streitfonds beheben), die übrigen Arbeiter terrori fieren". Diese doppelte gegen Führer und Streifende gerichtete Berleumdung entfachte, naturgemäß eine Entrüstungsrevolte bei ben Sozialisten, der auch die liberale Seite sekundierte. Von diesen Jünglingen fönnte mancher alte Anabe In der Debatte über die bezügliche Interpellation des Genossen in Rumänien wie anderwärts- noch dies unb jenes lernen. In Destrée wurde der Minister von den sozialistischen Rednern der Tat liegen ja die Dinge in Rumänien so, daß die Konserva aufgefordert, entiveder Beweise zu liefern, d. h. die Namen*) Gin harter Brei aus grobem Maismehl, in heißem Wasser der betreffenden Arbeiter und Führer zu nennen oder die Berangerührt( nicht einmal gekocht!) Jeumdung zurückzunehmen. Schließlich wurde ihm zur Begründung**) 1 Pogon etwa ½ Heftar Boltsbanken entvidelt, das allgemeine Stimmrecht verliehen, bäuerliche Deputierte gewählt, die Steuern verringert, die Ge hälter der Geistlichen und Lehrer erhöht und den Dorfbibliotheken größere Aufmerksamkeit zugewendet werden. Stadtverordnetenwahlsieg. Die neuliche Meldung aus Mühlhausen i. Th. über einen sozialdemokratischen Stadtverferen Kandidaten noch 3 bezw. 4 Stimmen an der absoluten Majorität. Am Montag hat die Stichwahl stattgefunden, Unſere Stimmenzahl war diesmal eine, weit größere als bei der Hauptwahl, indem unfere Standidaten um girta 200. Stimmen zunahmen und mit girla 80 Stimmen Majorität siegten. Unsere Genoffen Dönnede und Schäfer erhielten 627 und. 630 Stimmen, während der bürgerliche Mischmasch trotz äußerster Anstrengung wur girla 440 Stimmen, aufzubringen vermochte. Der fünfte sozialdemokratische Provinzial- Parteitag für pte Provinz Bosen fand am 21. Mai, zu Hohensalza statt. Ea waren 9 Wahlkreise durch 19 Delegierte vertreten, und zwar Posen durch 3, Gostyn- Nawitsch durch 1, Fraustadt- Lissa durch 1, Kroto schln durch I. Czarnikau-Kolmar durch 2, Wirsitz-Schubin durch t. Bromberg durch 4, Hohensalza-Strelno durch ö und Gnesen-Won. growitz durch 1 Delegierten. Außerdem waren anwesend Genosse Schütz- Breslau als Vertreter der„Volkswacht", Genosse Tram- balski-Kattowitz von der P. P. S. und 2 Mitglieder des Bc- zirksvorstandes. Die Berichte des Bezirksvorstandes und der Delegierten er- zählen von den zahlreichen Schwierigkeiten, unter denen die Arbeit der Genossen zu leiden hat. Polizeimaßnahmen, Lokalmangel, das Fehlen einer eigenen Presse, mangelndes Zusammenarbeiten der deutschen und der in der P. P. S. organisierten polnischen Genossen wirken zusammen. Es kam denn auch zu gegenseitigen Vorwürfen zwischen den deutschen und polnischen Genossen auf der Tagung. Die Organisation ist natürlich sehr schwach. In der letzten Zeit wurde eine Reihe neuer Verbindungen in einer größeren Anzahl von Orten der Provinz hergestellt. Im Kreise Hohensalza wurde ein Wahlverein gegründet und in einigen anderen Kreisen eine An- zahl freiwilliger Zahler gewonnen. Die Einnahmen betrugen inklusive des Zuschusses vom Partcivorstande 7197,32 M., die AuZ- gaben inklusive der Reichstagswahlkosten 7101,75 M. Verschiedene Vorschläge zur Besserung der Preßvcrhältnisse(jetzt wird die ..Breslauer Volkswacht" in etwa 709 Exemplaren gelesen) zeitigten schließlich den Beschluß, dem Bezirksvorstand den Antrag zur Be- rücksichtigung zu überweisen, den Parteivorstand zu ersuchen,„.der Provinz Pofcn die Mittel zur Verfügung zu stellen, damit für die- selbe ein Kopfblatt oder eine Beilage zur„Volkswacht" heraus- gegeben werden kann." Als Ort für den Sitz des Bezirksvorstandes wurde Brom- b e r g und als Vorsitzender Genosse Appel gewählt. Der Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei Badens hat sich konstituiert und zu seinem Vorsitzenden Genossen Friedrich Sigmund und zum Schriftführer Genossen Peter Mees gewählt. polizetUehes, Oerichtlichca ufw. Haussuchungen fanden am Freitag in der Redaktion des „V o l k S b l a t t" für Gotha und in den Wohnungen verschie- dener Genossen zu Gotha statt. Gefahndet wurde nach Notizen, die bei den Reichstags Wahlversammlungen den Red- nern als Unterlagen gedient hatten. Wie schon früher mitgeteilt, ist gegen den Genossen Z e n t g r a f wegen einer Rede, die er zur Reichstagswahl in G o l d b a ch gehalten hatte, eine Unter- s u ch u n g eingeleitet worden, von deren Verlauf man längere Zeit nichts gehört hat. Ob die Aktion nun auf weitere Kreise aus- gedehnt werden soll, bleibt abzuwarten. In die preußische„Freiheit" ist Genosse Franz KlühS von der„Märkischen Volksstimme" zurückgekehrt, nachdem er 3 Monate Gefängnis verbüßt hat, die ihm die Janske-Kammer zu Breslau wegen eines in der„B r e s l a u e r Volkswacht" vcröffent- lichten Maigedichts zudiktiert hatte, das andere Parteiblättcr vor- her und nachher unbeanstandet abdruckten. Gcmrkfdyaftlxchc*. Berlin und Umgegend. Die Bewegung tut Baugewerbe. Der schnelle und unerwartete Vorstoß der Bauarbeiter Hat ihnen gleich am ersten Tage eine Anzahl von Erfolgen ?ebracht. Die Maurer und Bauarbeiter hatten bei etwa 40 Firmen eine Bewilligung ihrer Forderungen zu ver- zeichnen. Beim Verein der Zimmerer waren etwa 30 Be- willigungen eingelaufen. Der Verband der Zimmerer hat 37 Verträge abgeschlossen, etwa 50 liegen noch zum Abschluß bereit. Ihre Erledigung ist nur deswegen nicht schon gestern erfolgt, weil die Zimmerer alle Verträge durch Verbandsbeamte abschließen, die naturgemäß nicht überall zugleich sein können. Bei den Firmen, die bewilligt haben, handelt es sich keineswegs nur um die kleinen und kleinsten. So zählen die Zimmerer viele Finnen mit 20 und 25 Mann. für diesen Beruf Großbetriebe. Eine vollständige Uebersicht über den Stand der Bewegung läßt sich naturgemäß erst dann geben, wenn in den Bewilligungen ein gewisses Be- harrungsstadium eingetreten ist Die Stukkateure nahmen am Montag in einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung Stellung zu dem gegen- wältigen Bauarbeiterkampf. Referent war Oden- t h a l vom Hauptvorstand. Der Beruf des Stukkateurs greift viel- fach über in den Maurer- und Putzerberuf. ES fei nun selbst» verständlich, sagte der Referent, daß die Stukkateure a b z u- lehnen hätten das Verlangen, Arbeit fertig zu stellen, die von Ausgesperrten oder Streikenden angefangen sei. Die betreffenden Kollegen hätten als Streikende zu gelten und wären als solche zu unter st ützen. Anders wäre eS da, wo die Kollegen wegen Mangels von Gerüsten oder von Material infolge der Bewegung arbeitslos würden. Von einer Matzregelung könne da keine Rede sein, sondern eben nur von Arbeitslosigkeit und für folche fei nach dem Statut keine Unterstützung zu zahlen. Ein weiterer Fall könne noch eintreten. Manche Stukkateurmeister, die kontraktlich selbst den Rüstungsbau übernommen hätten, ließen die Rüstungen gegen ein Entgeld bisher von den HülsSarbcitern der Bauunternehmer ausführen. Wenn diese Stukkateur- m e i st e r nun während der Bewegung nachwiesen, daß sie eigent- lich nach ihren Kontrakten selber die Rüstungen zu stellen hätten und wenn sie sie nunmehr durch ihre eigenen Hülfsarbeiter bauen ließen, dann würde dagegen nichts einzuwenden sein. Der Redner, der diese Auffassung als die des Hauptvorstandes vertritt, erklärt im Sinne desselben ferner: Bestehe auch im Rahmen des Statuts keine Unterstützungspflicht gegenüber denen, die infolge der Aussperrung und des Streiks der übrigen Bau- arbeiter keine Gerüste und kein Material haben und so a r b e i t s- 1 o S werden, so sei doch eine moralische Verpflichtung auch ihnen gegenüber vorhanden. Der Hauptvorstand sei deshalb bereit, die Mittel bereitzustellen, daß diese arbeitslos wer- denden Kollegen von der fünften Woche ab eine Unterstützung er- halten von 9 M. die Verheirateten, von S M. die Unverheirateten, fowie 1 M. für jedes Kind.(Großer Lärm und stürmisches Ge- lächter.) Redner bedauert, daß nicht mehr zugestanden werden könne. Die finanziellen Berhältnisse des Verbandes gestatten es nicht. Wengels von der Ortsverwaktung der Filiale tritt in längeren Ausführungen der Auffassung und dem Vor- schlage des Hauptvorstandes entgegen. Die Ortsverwaltung als solche steht auf einem anderen Standpunkt als der Hauptvor- stand. Wcngels begründet ihn und formuliert ihn dahin: .Als Maßregelung(nicht als einfache Arbeitslosig. keit) und damit als unter st ützungspflichtig gemäß Statut, aber erst vom ersten Tage der zweiten Woche ab, gilt: 1. wenn Stukkateure liegen gebliebene Arbeit Streikender(bczw. Ausgesperrter) fertigstellen sollen und wegen der Verweigerung nicht weiter beschäftigt werden; dabei gilt nicht als Streikarbeit solche, die wir 4 Wochen und länger vorher auch gefertigt haben; 2. wenn infolge des Streiks der Bauhülfs- arbeiter Rüstungen fehlen; 3. wenn die Rüstungen durch Streik- brechcr hergestellt werden; 4. wenn infolge des Streiks der HülfS- arbeiter bei vorhandener Arbeitsgelegenheit Mangel an Material eintritt, so daß Entlassungen erfolgen; 5. wenn das Material durch Streikbrecher herangetragen wird; 6. von Fall zu Fall ist weiter zu entscheiden, wenn trotz vorhandener Arbeitsgelegenheit Entlassungen durch die Arbeitgeber erfolgen; 7. halten wir uns für verpflichtet, die mehr als 4 Wochen sonst noch arbeitslosen Kollegen schadlos zu halten, und zwar bekommen verheiratete 9 M. und für jedes Kind 1 M. und Unverheiratete L M. pro Woche."_ Lrrantw. Aedaltcur: Hanl Wcber, Berlin. Inseratenteil veravt«� Der Vorsitzende Krebs ist anderer Meinung als seine an- deren Kollegen in der Ortsverwaltung. Er schließt sich im wesent« lichen dem Vorschlage deS tzauptvorstandeS an. Im Laufe der Diskussion, die sich zu einer sehr langen und lebhaften gestaltete und häufig zu äußerst erregten Szenen führte, wurden von verschiedenen Seiten noch eine Anzahl Antröge zu der heiß umstrittenen Unterstützungsfrage und zu den damit zu- sammenhängenden Fragen gestellt. Das schlietzliche Resultat der geraume Zeit nach Mitternacht vorgenommenen Abstimmungen war die Annahme des mitgeteilten Vorschlages der Ortsverwaltung gegen 5 Stimmen. Der erhöhte Beitrag von 1 M., der jetzt besteht, bleibt vorläufig weiter in Kraft, bis etwas anderes beschlossen wird. Die Lohnbewegungen in der Berliner Konfektion. Die Herren- und Knabenkonfektionsindustrie Berlins befindet sich zurzeit in einer eigentümlichen Lage. Die Zuschneider und ZusH,e«derinnen stehen vor dem Abschluß eines neuen Tarif- Vertrages, aber es ist noch nicht sicher, ob die Unternehmer ihnen daS dazu nötige Entgegenkommen zeigen werden, oder ob cS zu einem Streik kommt, der zwar selbst kaum 499 Personen umfassen, aber viele Taufende in Mitleidenschaft ziehen würde. Am heutigen Mittwoch soll eS sich entscheiden, ob es zum Ausstand der Zuschneider kommti Bei einer Firma, Salomon Kurzweg, hatten die Zu- schneider bereits am Sonnabend die Arbeit eingestellt, nahmen sie jedoch am Montag wieder auf, nachdem die Firma die Forderungen anerkannt hatte, was im übrigen bekanntlich schon von 29 anderen Firmen geschehen ist. Die Zuschneider haben bei ihrer Tarifbewegung viel Geduld bewiesen, bis die Unternehmer sich bequemten, ernstlich in die Ver- Handlungen einzutreten. Aber noch mehr Geduld wird von der großen Masse der Arbeiter und Arbeiterinnen der Herren- und Knabenkonscktion verlangt. Es war im März, als sie den Unter- nehmern ihre Forderungen vorlegten, und noch immer liegt keinerlei erwähnenswerte Antwort der Unternehmer vor. Einige Firmen haben zwar geantwortet, aber nur unverbindlich und ohne irgend welche Zugestandnisse zu machen. Der Schneiderverband hatte am Montag drei öffentliche Versammln n g e n für die Herren- und Knabenkonfektion, bei Wer- nau in der Schwedterstraße. in den Musikersälen in der Kaiser Wilhelmstratze und in der Großen Frankfurterstraße 117, veran- staltet, in denen sowohl die Lohnbewegung der Zuschneider als auch die Tarifbcwcgung der KonfektisnSschneider auf der TageS- ordnung stand. ES zeigte sich in diesen Versammlungen, daß die KonfcktionSschneider und-Schneiderinnen sich solidarisch fühlen mit den Zuschneidern und sich, sollte eS hier zum Ausstand kommen, keinesfalls zu Streikbrecherdiensten mißbrauchen lassen werden. Im übrigen zeugten diese gutbesuchten Versammlungen auch dafür, datz die KonfektionSschncider sich keineswegs noch lange hinhalten lassen, sondern immer dringender fordern, datz ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse endlich einmal geregelt werden. Das geht auch aus der folgenden Resolution hervor, die in allen drei Versamm- lungen einstimmig angenommen wurde: „Die Versammlung der Konsektionsschneider Berlins cm- pfindet es alS eine unwürdige Behandlung, datz die Inhaber dsr Herren» und KnabenkonfektionLfirmcn bis jetzt noch keine Zeit gefunden haben, der Leitung des Schneidcrverbandes Mitteilung zu machen, ob sie die geforderten Lohnerhöhungen bewilligen Wollen oder nicht. Die Versammelten wünschen, datz die Konfektionäre un- verzüglich zur Abgabe einer Antwort veranlaßt werden, die dann innerhalb 14 Tagen den Berliner Konfeitionsschneidcrn in Versammlungen bekannt zu geben ist, damit sie in der Lage sind, rechtzeitig weitere Schritte zur Erreichung einer Lohn- crhöhuna beschließen." Einzelne Konfektionsfirmen streben jetzt danach, mit ihren Schneidern Verträge auf längere Zeit abzuschließen. Ein solches Ansinnen soll von diesen mit Zustimmung der Organisation ab- gelehnt werden._ Zur Lehnbewegung der Dachdrckrr. Bereits über sieben Wochen währt nun schon der Lohnkampf und noch ist nicht abzusehen, wann derselbe sein Ende erreicht haben dürfte. Die Unternehmer verharren nach wie vor auf dem Standpunkt, den Berliner Dachdeckern nicht das geringste zu bc- willigen, obgleich dieselben sich bereit erklärt haben, den Unter- nchmern entgegenzukommen und die Forderungen etwas herab- zusetzen. Sie fordern jetzt Zuständige Arbeitszeit und 85 Pf. Stundenlohn, um zu beweisen, daß eS den Dachdeckern ernst ist mit dem Friedensschluß im Gewerbe und datz sie zu Verhandlungen bereit sind. Solange die Unternehmer allerdings auf ihrem Stand- punkt verharren, den Dachdeckern auch nicht das geringste zu bc- willigen, kann von einer Verständigung nicht die Rede sein. Für die Unternehmer wird die Situation von Tag zu Tag verzweifelter und sie wissen kaum noch, wie sie die Bauherren durch Ver- sprechungen hinziehen und vertrösten sollen. In sehr vielen Fällen macht man begreiflicherweise kurzen Prozeß und überträft die Arbeiten einfach einer Firma, welche die Forderungen der Arbeiter unterschriftlich anerkannt hat. Auf diese Weise haben verschiedene Unternehmer schon ein ganz Teil Arbeit verloren und infolgedessen erhebliche Verluste erlitten.— An vielen Bauten ist die Schutz- rüftung bereits entfernt worden, obgleich die Bauten nur pro- visorisch zugemacht worden sind. Bei Jkiangrisfnahme der Arbeiten wird man dann allerdings wieder eine Schutzvorrichtung bauen müssen. Und wer bezahlt hier die Kosten?— In der letzten Nummer der„Arbcitgeber-Zeitung" stoßen die Herren Unter- nehmcr noch gewaltig in die Posaune und lassen verkünden, daß der Kampf mit verschärften Matznahmen weitergeführt werde und daß in Verhandlungen erst dann wieder eingetreten werden soll, wenn die Gesellenschaft die Forderung auf Verkürzung der Arbeits- zeit gänzlich fallen läßt. Auch gibt das Unternehmerorgan hier die Zahl der Ausständigen auf 459 an. Wie angenehm sich hier die Unternehmer über die wirkliche Situation hinwegtäuschen.— Bis jetzt können die Dachdecker mit dem Verlauf der Lohnbewegung zufrieden sein. Die Forderungen haben 29 Firmen unterschriftlich anerkannt. Diese beschäftigen 73 Dachdecker. Von den Ledigen hat die Mehrzahl Berlin verlassen. Auch von den Verheirateten hat sich ein ganz Teil Arbeit in der Provinz gesucht, so daß äugen- blicklich noch 259 Streikende zu unterstützen sind. Achtung! Wir machen die Holzarbeiter darauf aufmerksam, daß die Bootswerft von W. Deutsch, Stralau, für Schiff- und Boots- bauer wegen bestehender Differenzen gesperrt ist. Verein zur Wahrung der Interessen der Schiff- und BootSbauer, Stralau-RummelSburg. Achtung, Frifeurgehülfen! Für Mitglieder gesperrt: Ast, Litthauerstr. 25. Verband der Frifeurgehülfen Deutschlands, Rosenthalerstr. 57. I. A.: Paul Liere. Dcotkchco Reich. Der Streik in Podejuch. Die Verhandlungen der Lohnkommission der Zementfabrik Podejuch mit der Direktion sind gescheitert, weil die Direktion nach wie vor sich auf einen ablehnenden Standpunkt stellt. Man glaubt auch die Streikenden damit einschüchtern zu können, daß die Direktion droht, für die Arbeitswilligen Wohnhäuser zu bauen, und dann keinen von den alten Leuten wieder einzustellen. Derartige Ein- schüchterungSversuche können die Streikenden nicht irre führen. ES sind ja die altbekannten Unternehmertricks. Der Streik nimmt seinen Fortgang, und bitten die Streikenden deshalb alle Arbeiter, nach Podejuch-Finkenwalde kein Angebot anzunehmen. Ut.Msckt. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchtzr. u. Verla,»a»K? Der allgemeine Maurerstreik in Bamberg, der schon einigt Wochen andauert, zieht sich in die Länge. Bei den kürzlich vom ersten Bürgermeister veranlaßten und von ihm geleiteten Einigungsverhandlungen kam ein Vergleich dadurch zustande, daß die Arbeiter sich mit einer Lohnerhöhung von 4 Proz. ein- verstanden erklärten. Die Unternehmer nahmen diesen Vorschlag ebenfalls an. aber hinterher besannen sie sich, daß sie bei dieser Gelegenheit vielleicht auch einen kleinen Profit herausschlagen könnten. Sie forderten vom Magistrat die Erhöhung der Tarife für städtische Rechnungen in allen Positionen um ebenfalls 5 Proz., was der Magistrat ablehnte. Darauf erklärten die Unternehmer» daß sie auch den Arbeitern kein Zugeständnis machen würden. Jetzt suchen sie aus allen Richtungen Streikbrecher heranzuziehen. was zu beachten ist. Hustand. Der Streik in den Randminen von Transvaal. Wie durch den Telegraph schon mitgeteilt wurde, hat die eng- lische Regierung Truppen in die Mincndistrikte einmarschieren lassen und eS ist auch schon zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Die direkte Ursache des Streiks ist bekanntlich das Verlangen der Unternehmer an die weißen Arbeiter, 3 Maschinen anstatt wie bis- her 1 oder 2 zu bedienen. Die chinesischen Kulis sind mit der Zeit ebenfalls zu„gelernten" Arbeitern geworden und sie sind viel billiger als die Weißen. Daher möchten die Minenbesitzer am liebsten die weiße Arbeit gänzlich ausschalten. Tie Randminen befinden sich in den Händen einer kleinen Anzahl jüdischer Kapi- talisten, die ihre hohen Dividenden— 39, 59 bis 199 Prozent— in Europa verzehren. An der weiteren gedeihlichen EntWickelung des Landes haben diese Leute nicht das geringste Interesse. All- jährlich wird für zirka 599 Millionen Mark Gold in den Minen von Transvaal gewonnen. Die Bevölkerung hat hiervon keinen Gewinn, nicht einmal die Arbeiter, die diesen Reichtum dem Boden abgewinnen erfreuen sich eines besonderen Wohlwollens. Im Gegenteil. Die Arbeit ist eine sehr schwierige und gesundheitS- schädliche, die Goldgräber erreichen kein hohes Alter. DaS alles kümmert natürlich die Kapitalisten nicht; ihnen kommt cS nur darauf an, die Minen möglichst schnell auszubeuten, um ihre Profite zu erhöhen, scheuen sie vor keinem Verbrechen zurück. Von dem Flibusterritt JamesonS angefangen, bis zu der Einführung der Chinesen haben die Kapitalisten und ihre Helfershelfer rücksichtslos alles getan, um ihre Ausbeuterinteressen auf Kosten der Allgemein- hcit zu fördern. Es handelt sich also hier nicht lediglich um einen Streik der Goldgräber, sondern um einen sozialen Konflikt, an dem auch die übrige Bevölkerung interessiert ist. Ein offiziöses Telegramm meldet: Johannesburg, 27. Mai. Die Leiter der Minen teilen mit, daß die Arbeiter allmählich wieder zur Arbeit zurückkehren. Das Rees ist jetzt vollständig mit Truppen besetzt, waS dazu beiträgt, daß die weniger streiklustigen Arbeiter die Arbeit wieder aufnehmen. Heute arbeitete die ganze Tagesschicht der Ferreira-Mine, und morgen wird die Arbeit auf der Rodcport Central-Mine wieder aufgenommen werden._ Letzte j�aebnebten und Depelcben. Die Aussperrung der Metallarbeiter. Frankfurt a. M., 28. Mai.(B. H.) Zu der Aussperrung in der Metallindustrie ist zu berichten, daß die Verhandlungen mit der Sicbenerkommission, die heute früh in Offenbach wieder auf- genommen worden sind, bis mittags noch zu keiner Einigung ge- führt haben. Die Aussperrung in den Frankfurter Fabriken ist erst teilweise erfolgt. Bisher sind insgesamt 18—20 990 Arbeiter von der Aussperrung betroffen. Aus„besseren" Kreisen. Wiesbaden, 28. Mai.(B. H.) Eine Hochstaplerin. die in einem der ersten Hotels verschiedene Herren der Gesellschaft zuerst in ihr Zimmer gelockt, dann dort eingeschlossen und erst grgrn Her- gäbe etlicher tausend Mark freigelassen hat, wobei sie auf peinliche Diskretion rechnete, wurde nach erstatteter Anzeige verhaftet und nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Die angebliche Schau- spielerin nennt sich Helle und scheint in derartigen Erpressungen firm zu sein._ Vom Blitz erschlagen. Ulm,(Donau), 28. Mai.(B. H.) In Laichingen schlug der Blitz in eine Eiche, unter der acht Personen Schutz gesucht hatten. Zwei davon wurden getötet, zwei schwer, die übrigen leichter verletzt. Masscnvcrhaftungcn. Petersburg. 28. Mai.(B. H.) Bei Jablonowo wurden Ivo Arbeiter wegen Abhaltung einer grheimen Versammlung von der Polizei verhaftet. AnS der Rcichsduma. Petersburg, 28. Mai.(W. T. B.) Der Präsident verliest unter stürmischem Beifall ein Telegramm des finnischen Landtages. Die Gesetzentwürfe des Unterrichtsministeriums werden an eine Kommission überwiesen, nach Annahme eines SchlußantragcS; es waren noch 38 Redner zum Wort gemeldet. AlSdann begann das Haus mit der Beratung deS von 38 Abgeordneten unterzeichneten Antrages, der die Verurteilung politischer Verbreche» ausspricht. — Die Abgeordneten Professor Rhein und Bischof Eulogius sprechen für den Antrag und botonen, daß die politischen Ver» brechen zu verurteilen sind. Die Duma, welche die Abschaffung der Todesstrafe und der Ausnahmegesetze fordere, würde ihr moralisches Ansehen nur erhöhen, wenn sie die Verurteilung verabschrunngs- würdiger Verbrechen ausspreche. Die sozialistischen Abgeordneten Nebovidow und A l a ch e j e n erklären, sie begreifen nicht, daß Mitglieder der Rechten, welche mit alle» Mitteln die Duma herab- zuwürdigrn suchten und die Auflösung verlangen, einen solchen Antrag einbringen. Sie können nicht glauben, daß der Antrag aus aufrichtigen Beweggründen her- vorgegangen sei. Die Mitglieder der Rechten glaubten selbst nicht an einen wirklichen Erfolg der Revolution. Die Duma werde ihr Ansehen endgültig einbüßen, wenn sie den Antrag aus Furcht vor der Auflösung annehme. Der Präsident stellt hierauf den Antrag Nebovidow zur Abstimmung, der dahin geht, den Antrag auf Besprechung der Frage der Verurteilung politischer Verbrechen abzulehnen. Der Antrag Nebovidow wird mit 215 gegen 140 Stimmen angenommen. Gegen den Antrag Nebovidow stimmen die revolutionären Sozialisten, die Volkssoziakisten, die Rechte und die Oktobristcn. Dafür stimmen die Kadetten und die Arbeitspartei. Joseph Hessen setzt auseinander: Die Kadetten lehnten eö ab. über die Mißbilligung politischer Verbrechen zu diskutieren, denn das sei nicht Sache der Duma. Der revolutionäre Sozialist S ch i r S k y erklärt, feine Partei trete für die Beratung des TadclSvotumS für die politischen Verbrechen ein. da die Taten der Terroristen große historische Bedeutung hätten. Der Volkssozialist Demianosf führt aus, seine Partei stimme für die Besprechung deS Tadels- Votums, denn sie wünsche die Rolle, welche die Regierung bei den politischen Berbrechen gespielt habe, zu kennzeichnen. Schluß der Sitzung 6)4 Uhr._ Bäckerstreik. Trient, 28. Mai.(B. H.) Hier, in Arco sowie in Rivg sind sämtliche Bäckergehülfrn in den Streik getreten; es herrscht bereit» Brotmangel._ Hau! SingerLcCo., Berlin S W, Hierzu 3 Beilagen«.UnterhaltungSblgtt Nr. 122. 24. IahrgW. 1. Kilagt des, Amiirls" Kcrlim Nslksdlstl 29. Ulli 1867. Oer filmische Landtag. Helsingfors, 24. Mai.(Eig. Vcr.) Mit dem Zusammentritt deS Landtages beginnt in der staatlichen Entivickclung Finnlands eine neue Phase. Unter der großen Revolutionswelle 1903 stürzte auch die alte ständische Vertretung in Finnland zusammen. Finnland er- hielt durch die Einführung der allgemeinen, direkten, gleichen Verhältniswahl für beide Geschlechter ein modernes Parlament. Die Wahlen brachten in die bisherige Zusammensetzung des Landtages eine ganz neue Gruppierung i Die Sozialdemo- kratie zählt nicht weniger als 80 Vertreter, während die stärkste Partei der Bürgerlichen, die einflußreiche alt- finnische Partei der Bauern, es nur auf 58 Sitze brachte. Die Sozialdemokratie hatte auf etwa 40 bis 50 Mandate gerechnet; sie hat ihren Einfluß also unterschätzt und hätte es bei einer näher an die Wirklichkeit heranreichenden Schätzung leichter gehabt, die so plötzlich stark herangewachsene Fraktion für alle parlamentarischen Situationen schlagfertig zu machen. Jetzt kostet es nur etwas mehr Mühe, aber die Aussichten sind die besten und die Fraktion tritt vorbereitet und diszipliniert auf den Plan. Als die stärkste Frakion im Landtag sollte die sozial- demokratische den Präses stellen und die bürgerlichen Parteien waren für die sozialdemokratische Kandidatur. DaS war ein billiger Witz; denn sie wußten nur zu gut, daß die sozial- demokratische Fraktion in Anbetracht derzeremoniellen Pflichten des Präsidenten nicht damit einverstanden sein würde, diesen Posten zu besetzen. In der sozialdemokratischen Fraktion selber fand sich auch nur ein einziger Verteidiger einer sozialdemokratischen Präsidentschaftskaudidatur, der nnt all den Argumenten vorrückte, die seinerzeit in der deutschen sozialdemokratischen Partei aus gewissen Kreisen ins Feld geführt wurden. Sie fanden aber bei der Fraktion keinen Anklang; diese beschloß, nur daS Amt eines Vizepräsidenten für sich zu beanspruchen. Der neue Landtag hat ein geradezu riesige? Reformwerk zu bewältigen. Er hat vor allem die anziehende neue Neaktionswoge abzuwehren und muß bestrebt fein, im Volke selbst ein Bollwerk gegen die Bestrebungen der Petersburger Bureaukratie zu legen. Bisher ist in dieser Hinsicht von den herrschenden Parteien in» Lande schwer gesündigt worden. Schon längst als notwendig anerkannte Reformen sind auf- geschoben oder nicht mit dem nötigen Nachdruck verfochten worden. Besonders für die Besserstellung der Landlosen und der Kleinpächter ist von den besitzenden Klassen so viel wie aar nichts geschehen, und diesen Umstand hat die russische Bureaukratie durch Bobrikoff gleich für ihre demagogischen Machenschaften auszunutzen gewußt. Die Bodenfrage spielte naturgemäß bei den Wahlen auf dem Lande die dominierende Rolle; alle Parteien waren be- strebt, die Landlosen auf ihre Seite zu bekommen. Ihre Stimmen fielen aber in der Mehrheit der Sozialdemokratie zu. die gerade auf dem Lande die besten Wahlerfolge hatte. Es gibt Gebietsteile, wo 60— 80 Prozent der Wähler ihre Stimmen für die sozialdemokratischen Kandidaten abgaben l Bei der Agrarfrage in Finnland handelt eS sich ja darum, die Waldreichtümcr den Händen der gewissen losen Spekulanten zu entreißen und sie wieder in den Besitz der Allgemeinheit überzuführen oder wenigstens dafür zu sorgen, daß das große Einkommen aus diesem Nationalreichtum nicht allein in die Taschen der Holzexport gcsellschaften fließt. Die sozialdemokratische Partei hatte denn auch in ihr Wahlprogramm die Zwangsenteignung der Wälder aufgenommen. Am schlimmsten aber steht es niit der Verteilung des Grundbesitzes, die dazu geführt hat. daß die Landlosen jetzt ein elendes Dasein als Parzellenpächter führen müssen. Sie bezahlen die gepachteten winzigen Landstreifen mit ihrer Arbeitskraft und müssen gewöhnlich drei Tage in der Woche Frondienst tun. Nach dem letzter Tage fertig gestellten Entwurf eines Agrargesetzes der sozialdemokratischen Fraktion sollen die Grundbesitzer gezwungen werden, entweder ihr gesamtes Areal in Kultur zu nehmen oder das freiliegende Land zu verpachten. Welches Land in einer Gemeinde der Verpachtung unterliegt und wer zunächst darauf Anrecht haben soll, das unterliegt der Prüfung und Bestimmung einer be sonderen Ansiedelungskonimission. Pachtkommissionen, in welche die Pächter und Landbcsitzendeu je einen Vertreter entsenden und deren Vorsitzende aus allgemeinen, gleichen, direkten Wahlen hervorgehen, bilden eine Schiedsinstanz bei Pachtstreitigkeitcw An Stelle der Pachtbezahlung durch Arbeits- tage soll die Geldpacht treten. Die Regierung und die besitzenden Klassen sind natürlich gegen eine so weit gehende Agrarpolitik. Sie wollen von Ein- zichung der Wälder nichts wissen und die Versorgung der Land- lpsen mit Land soll mit möglichst großen Vorteilen für die Landbesitzcnden verbunden sein. Statt im Interesse der ganzen Volkswirtschaft auf die Boden- und Pachtpreise durch die Ein- sührung des Bebauuugszwanges bezw. Verpachtzwanges zu drücken, will sie die Preise durch größere Landankäufe st e i g e r n und den ankaufenden Parzellenbauern schwere Hypothekenschulden aufwälzen. Gegen eine solche Agrarpolitik wird die sozialdemokratische Fraktion mit allen Kräften an- kämpfen. Einen heißen Streit wird cS auch um die Frage der Arbeiter- bezw. Volksversichcrung geben. Die Sozialdcmo- kratie ist überzeugt, daß durch die Verstaatlichung der Forst- Wirtschaft der Staatskasse größere Mttel zufließen müssen, die eS ermöglichen, eine gute Alters- und Invalidenversicherung durchzuführen. Von einer wirklichen Volksversicherung wollen aber die besitzenden Klassen nichts wissen. Was sie vorschlagen, ist nur eine Verbesserung der Armenpflege! Sehr arge Zustände herrschen auch in der Verwaltung und in der Rechtspflege des Landes. Das Wahlrecht zu den städtischen und ländlichen Gemeindevertretungen ist ein ultra- reaktionäres Pluralwahlrecht. Als eine der nächsten Fragen ivird daher auf die Tagesordnung des Landtages eine Gemcindcwahlreform kommen, und zwar ist eine gewisse AuS- ficht vorhanden, daß auch für die Gemeindevertretungen die direkte, gleiche und allgemeine Verhältniswahl eingeführt wird. Für eine solche Reform scheint außer der Sozial- demokratie auch die altsinnifche Bauernpartei zu sein, die auf diesem Wege die Vorherrschaft der Schweden in den städtischen Kommunen zu brechen hofft. Bei der weitgehenden Autonomie der Gemeinde in Finnland hat diese Frage des Gemeinde- Wahlrechts eine außerordentliche Bedeutung. Darin sind alle Parteien einig, daß die Gerichts- organisation besser ausgestaltet, die Gerichtspflege vereinfacht und verbilligt werden soll. Auch darin ist eine gewisse Uebcr- einstimmung vorhanden, daß daS Verhältnis zwischen der Vertretung des Landes und der höchsten Verwaltungsbehörde, der Regierung, demokratischer gestaltet werden muß. Man hat versucht, wenigstens die juridische Regierungs- Verantwortlichkeit festzulegen; sie ist aber vom Kaiser nicht bestätigt worden. Es scheint aber, daß trotzdem eine Parla- mentansierung des Verhältnisses der Regierung zum Landtage platzgreifcn und daß der Senat künftighin in Fällen wichtiger Mißstimmungen zwischen ihm und der Volksvertretung eS als seine politische Pflicht betrachten wird, zurückzutreten. Bei der gegenwärtigen Lage, wo das Land sich unter dem beständigen Druck der russischen Reaktion befindet, wird der Landtag in seinen Arbeiten nur mühsam fortschreiten können. Daß er aber den demokratischen Geist im finnischen Volke stärken wird, ist zweifellos. Die Arbeiterpartei Finn- landS hat da eine schöne und dankbare Aufgabe vor sich. ••• Die Sitzungen des neuen Landtags finden im großen Saale des Feuerwehrhauses statt, weil das Ständehaus erst einem Umbau unterzogen werden muß, damit es die 200 Ab' geordneten fassen kann. Der grauweiße Saal des Feuerwehr Hauses vermag den neuen Landtag auch nur knapp zu be Herbergen; die Abgeordneten fitzen eng beieinander, und auf Bequemlichkeiten, wie Wandelgänge und dergleichen, müssen sie verzichten, so lange man mit dem Umbau des alten StändehauseS nicht fertig ist. Das Bild der neuen Volksvertretung zeigt viele inter essante Charakterköpfe. Besonders die linke Seite und das Zentrum hat deren eine ganze Anzahl. Der Fraktion der Arbeiterschaft sieht man es an, daß sie keine Parlaments Politiker von Beruf sind, diese Menschen, die mit Blut und Seele in der Arbeiterschaft selbst wurzeln. Von den bekannten Führern der finnischen Sozialdemokrafie sind die Genossen Sirola. ValpaS, af Ursin. die Brüder Wuolijokki u. a. da. In erster Reihe aber ziehen die Landlosen und die Landarbeiter die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. In ihre Gesichtszüge haben Arbeit und Sorge tiefe Furchen gegraben. Da ist z. B. ein Landarbeiter, ein Ge sindeknecht, der sich in den Wahlen siegreich gegen seinen eigenen Wirt, einen Großbauer, behauptete. Sodann ein „Torpar". ein Kleinpächter. Der stämmige Mann ist einer der repräscntabelsten Genossen der Fraktion. Auch Parzellen besitzer sind in der Fraktion vertreten, jedoch die Mehrzahl der Partei bilden Arbeiter. Unter den Genossinnen ist an erster Stelle die eifrige Arbeiterin in der sozialdemokratischen Frauenbewegung, Ida Aale, zu nennen. Die sozialdemokratische Fraktion hat im ganzen neun weibliche Abgeordnete; eS sind das außer Ida Aale die Genossinnen Minna Silanpä, Mimmi Kanervo, Maria Laine, Alexandra Rein- holdson, Milja Pärsinen, Anna Huotari, Jenny Kilpiäinen, Maria Raunio. Von den übrigen zehn weiblichen Abgeordneten des Landtages gehören sechs zu den Altfinnen, darunter auch die Frau des bekannten finnischen Genossenschaftlers Dr. Gebhard. Zwei gehören zur schwedischen Volkspartei bezw. zu den Jungfinnen. Unter den letzteren befindet sich neben Dr. Arvid NeoviuS feine Schwester, die sich beide im Kampfe gegen das Bobrikoffsche System große Verdienste um die Verbreitung einer geeigneten Literatur er- worden haben. Unter den weiblichen Abgeordneten wird auch die bekannte zweite Vorsitzende deS Allgemeinen Welt- fraucnbundes, Alexandra Grippenberg, bemerkt. Die Journalistentribüne ist stark besetzt. Die meisten großen russischen Blätter haben Vertreter entsandt, und auch die Berichterstatter einiger englischer und italienischer Tageblätter find erschienen. Die Abgeordneten sind eifrig dabei, die Preßvertreter in die Pläne und Arbeiten deS neuen Landtages einzuführen. Auf den Galerien hat sich ein zahlreiches Pubsikum ein- gefimden, besonders sieht man die finnische studierende Jugend in ihren kleinen weißen Mützen. Die Duma schickte ein Begrüßungstelegramm. An die sozialdemokratische Fraktion sandten Begrüßungsschreiben die Fraktion der Sozial- revolutionäre, die Arbeitsgruppe und die Volkssozialistcn. Aus Odessa ist ein Schreiben der dortigen Abteilung des All- gemeinen jüdischen ArbciterbundeS eingelaufen. Das Begrüßungstelegramm, welches die sozialdemokratische Dumafrakfion sandte, chat folgenden Wortlaut: Die soz.-dem. Fraktion der ReichSduma entbietet ihren Genossen, den Mitgliedern der sozialdemokratischen LandtagSfraktion, den parlamentarischen Vertretern des finnländischen Proletariats, das durch seinen hartnäckigen Kampf daS demokratischste Wahlgesetz in Europa als erste verwirklicht und die politische Gleichstellung von Frauen uird Männern erkämpft hat. ihren herzlichsten Gruß. Die Energie der Sozialdemokralen der ganzen Welt, ihre Hin- gebung im Kampfe, ihre Treue gegenüber den Prinzipien de? wissenschaftlichen Sozialismus ist die beste Ge- währ des nahenden endlichen Sieges des Sozialismus und der vollen Befreiung des Proletariats vom Doppeljoch der Despotie und deS Kapitals. Wir sprechen hierdurch unsere unerschütterliche Ueber- zeugnng aus, daß die Bande brüderlicher Solidarität, die das Pro- letariat Finnlands und Rußlands stets verknüpft haben, in Zukunft noch mehr erstarken und unS von Sieg zu Sieg, der neuen großen Welt. der Welt der Arbeit und Brüderlichkeit, entgegenführen werden. Hoch Finnland! Hoch die internationale Sozialdemokratie Der Prozeß Pöplau. Der vierte V e r h a n d l u n g s t a g, Dienstag, brachte endlich die langerwartete Zeugenaussage deS vielgenannten Ge- heimsekretärS Schneider, der angeblich mit dem Angeklagten Pöplau „unter einer Decke stecken" sollte. Schneider war am Montag in der Nervenheilanstalt bei EbcrSwalde, in der er sich noch befindet, durch ein beauftragtes Mitglied des Richterkollegiums m Gegen- wart deS Staatsanwalts, des Angeklagten und des Verteidigers vernommen worden. Seine Aussage war protokolliert worden und mutzte nun am DicnStag verlesen werden. Im ersten Teil der DienStagSsitzung wurden indes erst noch einig« andere Zeugen gehört, die möglichst bald abgefertigt zu werden wünschten� Unter ihnen war auch der Abgeordnete Bebel, der von Pöplau geladen worden war. Die Zeugen, die am Sonnabend der Ladung des Angeklagten keine Folge geleistet hatten und dann aufs neue geladen worden waren, wurden auch diesmal wieder vergeblich erwartet. Gegenüber diesen Zeugen war die Borsicht gebraucht worden« ihnen ihre Fahrgroschen, wie wir schon gestern meldeten, rechtzeitig zuzustellen, aber es fehlte immer noch an der Genehmigung ihrer Vorgesetzten, an Gcrichtsstclle auszusagen. Es wurde zunächst nicht viel Aufhebens davon gemacht, datz die Herrschaften wiederum ausgeblieben waren. Erst zum Schluh der Sitzung äutzerte der Verteidiger, diese Zeugen seien unter Darbietung des„Reisegeldes" nicht nur zum Dienstag, sondern auch noch für die folgenden Tage ge» laden worden. Er hoffe, datz sie die Genehmigung zur Zeugnisablegung noch erhalten würden. Erklärungen werde er am Mittwoch ab- geben. Aus der Reihe der von dem Angeklagten als Zeugen geladenen Beamten der Kolonialabtcilung des Auswärtigen Amtes wurde am Dienstag nur der Hofrat Kunow vernommen. Auch er lstit, so bekundete er, einmal einen EchaltSstreit mit dem ReichSfiskuS gehabt, so datz er klagen muhte. Dabei ist ihm in derselben Weise, wie Pöplau es von sich selber behauptet, ein seine Sache be- treffendes Rechtsgutachten des Herrn v. FrantziuK in Abschrift anonym zugegangen. Er fand das Schriftstück eines Tages auf dem Tisch seines Bureaus in verschlossenem Kubert, aber er verwendete eS allerdings nicht in seinem Prozetz, sondern lieferte eS gehorsam an das Bureau deS Herrn v. Frantzius ab. Als Pöplau dem Zeugen Kunow die Frage vorlegte, ob er etwas davon wisse, datz P.„Material ge- sammelt" habe, verweigerte K. die Antwort, weil das außer- halb des Rahmens der ihm erteilten Genehmi» g u n g liege. Rechtsanwalt Bertram wies darauf hin, daß ja dieselbe Frage schon in der Voruntersuchung sämtlichen Zeugen vorgelegt worden fei. DaS Gericht beschloß, eö solle versucht werden, sofort noch die Genehmigung zur Beantwortung auch dieser Frage einzuholen. Auch die von Pöplau an den Zeugen Kunow gerichtete Frage, welches die geschäftsmäßige Behandlung der Akten zu den Sachen Frantzius, Kannenbcrg und Kicm gewesen sei, wurde zunächst vom Vorsitzenden zurückgewiesen, weil auch hierzu eine Genehmigung erforderlich sei. P. erwiderte, das bedeute geradezu eine Beschränkung der Berteidigung. Das Gericht beschloß dann, eine entsprechende Erweiterung der Aussageerlaubnis nicht nur für Kunow, sondern auch für einige andere Zeugen, die in den Bureaus der Kolonial- abteilung als Beamte tätig sind, nachträglich einzuholen. Es folgte dann die Vernehmung des Abgeordneten Bebel, der lediglich belunden sollte, datz er schon 1001 im Reichstag den Fall Kannenberg zur Sprache gebracht habe, aber nicht etwa von Pöplau das Material erhalten habe. Bebel bestätigte daS. Als der Staatsanwalt fragte, auf welche Vorkommnisse denn der Zeuge damals im Reichstag hingewiesen habe, antwortete Genosse Bebel: „Der Hauptmann Kannenberg war damals Station?- leiter. MS in einer Nacht ein Kind einer Schwarzen in der Nähe seines Hauses Lärm machte, griff er zur Flinte» stürzte hinaus und schätz das Kind nieder." Diese Antwort genügte dem Staatsanwalt. Er verlangte nicht nach mehr, und Bebel wurde entlassen. Auch der Abgeordnete Arendt sollte bekunden, datz ihm Mitteilungen über Vorgänge im Auswärtigen Amt von anderen Personen als dem Angeklagten gemacht worden seien. Er erklärte. Aktenstücke oder Abschriften habe er nie zu sehen gekriegt, aber der damalige Kolonialdirektor Kahser habe ihm einmal aus den Akten des Herrn PeterS mündlich etwas mitgeteilt. Die Vernehmung des Schriftstellers von Loßberg gestaltete sich zu dem, was man „eiae schwere Entbindung" zu nennen pflegt. Die Behauptung, datz auch ihm mal jemand über Vorgänge im Auswärtigen Amt eine Mitteilung aus amt- lichen Schriftstücken gemacht habe, wurde von Herrn von Lotzberg im bestimmtesten Ton für„gänzlich falsch" erklärt. Pöplau hielt ihm vor, er habe doch einmal eine Unterredung mit dem Geheim rat Hellwig veröffentlicht. Der Zeuge er- widerte, da habe Hellwig ihm keine Mitteilung aus Akten gemacht. sondern nur seine persönliche Ansicht vorgetragen. Akten hätten ja ans dem Tisch gelegen, der Herr Gcheimrat habe auch Wohl mal hineingeschaut, aber er habe nichts daraus vorgelesen. Nun beantragte Pöplau, daß jenes Interview verlesen werde. Die daraus ersichtliche Tatsache der Indiskretion des Geheimrats Hellwig sei dem Reichskanzler bekannt geworden, eS sei aber gegen den Herrn Geheimrat kein„Arnimparagraph" geltend gemacht worden. Der Zeuge erkannte die ihm vorgelegte Kopie seines Artikels als richtig an und gab jetzt auch zu, damals geschrieben zu haben, Hellwig habe ihm einen Brief auS den Akten vorgelesen. Das Gericht beschloß, dem Angeklagten die Beschaffung des Originals aufzugeben, da nur dieses an Gerichtsstelle verlesen werden dürfe. Während daß Richterkollegium im BeratungSzimnier verweilte, um über diese Angelegenheit Beschlutz zu fassen, machte Herr von Lotzberg dem Angeklagten eine erregte Szene. Hiernach wurde zur Verlesung der Aussage des Sekretär» Schneider geschritten. Schneider hatte, wie man gestern aus einer Bemerkung des Staatsanwalts entnehmen konnte, auch am Montag sich zunächst noch sehr unzugänglich gezeigt, und über eine Stunde hatte mit dem aufgeregten Manne darüber verhandelt werden müssen, che er sich zu einer Aussage bereit finden ließ. Das Ergebnis der Ver- nehmung dürfte dem Anklagevertreter einige Eni» t ä u s ch u n g bereitet haben. Schneider hat aufs entschiedenste in Äbrede gestellt, dem Angeklagten jemals irgendwelche« Material weder direkt noch indirekt in die Hände' gespielt zu haben. Er wisse»auch nichts davon, datz P. selber Material gesammelt habe. Aber das sei allerdings ihnl und auch anderen Beamten in der Kolonialabteilung bekannt ae- Wesen, datz es dem Angeklagten in dem Kamps, den er führen mutzte, nicht an wirksamen Waffen fehlen würde und er sein Rech! mit allem Nachdruck verfechten werde. Sch. habe das dem Geheimrat Hellwig vorgestellt und habe dann den Austrag erhalten, mit Pöplau zu verhandeln, um eine friedliche Beilegung des Konflikts herbeizuführen. Datz dem Angeklagten eine Abschrift der Eingabe KiemL gegen Brandeis anonym zugegangen ist, hat Sch. gesehen. Er bestreitet, daß er selber diese Abschrift geliefert hat, wie eine anonyme Denunziation, die während der Voruntersuchung ein- gegangen war, es behauptet hatte. Ihm selber sei gleichfalls einmal eine Abschrift eineS Rechtsgutachtens deS Herrn von Frantzius zugegangen. Schneider ist. wie am Montag beschlossen worden war, zunächst nicht vereidigt worden. Am DienS- tag wurde vom Staatsanwalt beantragt, nunmehr diesen Zeugen zu vereidigen. Gegen ihn bestehe jetzt kein Verdacht der Mittäterschaft mehr, er habe sich ja nur dadurch ver» dächtig gemacht, datz er in der Voruntersuchung jede Aussage ver- weigerte. Dem Antrag auf Vereidigung schlotz sich der Verteidiger mit dem Bemerken an, datz das ganze Gerede, Schneider und Pöplau hätten zusammengewirkt, lediglich auf die Bekundung eine« Detektivs zurückzuführen sei. Es wurde dann beschlossen, Schneider am Nach» mittag im Sanatorium bei Eberswalde zu vereidigen. Den Schlutz der Sitzung bildete die Fortsetzung der Verneh» mung des Hofrats Kunow, für den inzwischen die erwähnte Anklage gegen einen Unternehmer. eine Straftat 2 aus Dänische Milch vor Gericht. Nachtragsgenehmigung eingegangen war. A. befundete jebt, auch zeit der Bewilligung jener Ausfuhrvergütimg, so möchten wir fragen, zulässige Ordnungsstrafe: eine fofort zu berbüßende er wisse nicht, daß Böplau Material gesammelt habe, er habe aber ob denn zu jener Beit auch schon die Halbzeugpreise auf ihrer öreitägige Haftstrafe. Ich habe das gesagt, weil gehört, daß ibm Material zugegangen sei, z. B. auch das Gutachter heutigen Stufe standen? Die jeßigen Säge gelten feit dem das Leben meines Kindes nunmehr verpfuscht ist!" sagte der des Herrn von Frankius. Auf eine Frage Pöplaus bestätigt St., 26. Oftober v. J. Die lezte Erhöhung aber ist unseres Wiffens noch Arbeiter noch, bevor er sich abführen ließ. daß Böplau keineswegs so eine Art Nachrichtenkolporteur gewesen erfolgt, nachdem schon früher die Ausfuhrbergütung immer mehr Der heilige Bureaukratismus zeigt durch solche durchaus sei. Eher trifft das für einige andere Beamte zu, z. B. für den heruntergefeßt worden war, und als sie vom Stahlwerksverbande Sofrat Mäße, der gleichfalls als Zeuge geladen ist. Zur Frage ichließlich mit nur noch 2,50 M. gewährt wurde. Diese Beihilfe ungerechte Maßregeln, die er zum Schuße seiner Würde vor.. Ser geschäftsmäßigen Behandlung der Aften bekundet St., oft feien ist also nun ebenfalls aufgehoben worden; früher betrug diefelbe nehmen zu müssen glaubt, wie dringend notwendig die Reeinzelne Stüde hierhin und dorthin verstreut worden, sodaß schwer 15 M. Das Kohlen- und das Roheisenfunditat hatten ja bereits im form unseres Strafverfahrens an Haupt und Gliedern ist. festzustellen war, wo sie sich im Augenblick befanden. borigen Sommer jede weitere Beteiligung an der Ausfuhrvergütung Verlangt in der Tat die Gebühr vor Gericht, daß ein Vater Die nächste Situng findet Mittivoch um 9 Uhr statt. abgelehnt mit der Begründung, daß die sehr gestiegenen Anslands mit seinen Gefühlen vor dem Gericht zurückhält? preise eine solche Unterftligung unnötig machten. Aber die Rohstoffe, Noheisen und Halbzeug wurden doch immer weiter im Preise erhöht ( legteres im gangen um 20 m.), und damit stiegen auch die Ge Der fich seit Jahren hinziehende Beleidigungsprozeß zwischen Handelt es sich um Geltendmachung des Koalitionsrechts der fie nicht mehr im richtigen Einklang an den im Auslande geltenden( Luleh u. Gen.) und dem früheren Schriftführer der Gesellschaft zuz der Filchhändler Handelt es sich um Geltendmachung des Koalitionsrechts der stehungskosten der Eisen weiter bearbeitenden Werte so start, daß Arbeiter, so ist die Polizei- und Strafbehörde flugs dabei, auf Grund zu den Führern des Verbandes einer Preisen blieben. gesundem Rechtsempfinden ins Gesicht schlagenden Der jüngste folgenschwere Befchluß des Stahlwerksverbandes Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit Dr. C. S. Engel fam Deutung, die das Reichsgericht oder Kammergericht Straf paragraphen gegeben hat, Anklage zu erheben. Auflagen wegen Erläßt die große Zahl der reinen" Walzwerke in dieser Hinsicht faum gestern in der ersten Instanz vor dem Schöffengericht in Moabit zur noch etwas erhoffen. Sie sind sich selbst und ihrem Schicksal über- Erledigung. Anlaß hatte eine Warnung der Gesellschaft vor der wegen Beleidigung(§ 185), wegen Verstoßes gegen§ 153 der Ge. lassen; auf Hülfe von anderer Seite brauchen fie nicht zu rechnen. Die Milchhändler hatten mit einem Flugblatt erwidert, in dem sie werbeordmung oder gegen eine Straßenpolizeiverordnung, gegen Rüdgange des Eisengewerbes, für welchen heute bedenkliche Anzeichen vor der Geſellſchaft und der in ihr entfalteten Tätigkeit Engels Arbeiter, die vout Koalitionsrecht Gebrauch gemacht haben, regnet es alle Tage, Selbstredend wird nicht die Anwendung des vorliegen, auf dem beimischen Eisenmarkte recht trostlose Bustände warnten, auf das wiederum Engels erwidert hatte. Die erhoffte Klarbeit über die Qualität der den Säuglingen der ärmeren reichsgefeßlich gewährleisteten Stoalitionsrechts" bestraft- beware! sich entwickeln werden." Bottsschichten zur Verfügung stehenden Milch wurde im Termine Das wäre gegen den Buchstaben des Gesetzes. Es wird nur die Art Die Hapag und ihre Arbeiter. Die Arbeitsmarkt- Correfp." nicht gefchaffen. Der Borsigende des Gerichts erklärte vielmehr, daß seiner Anwendung in die oberstgerichtlich approbierte juristische schreibt: Die Hamburg- Amerika- Linie versendet soeben anläßlich sich die Verhandlung lediglich darauf beschränken würde, festzustellen, Interpretationsmaschine gebracht und fertig ist die Auflage. ihres 60 jährigen Bestehens eine prächtig ausgestattete eftichrift, ob Beleidigungen vorlägen und ob diese wider befferes Anders Arbeitgebern gegenüber. Während Arbeiter fich be- deren Inhalt den erstaunlichen Fortschritt schildert, den die größte iffen gemacht seien. Infolgedessen wurden alle Beweisanträge mühen, ftreng die Grenzen des Gesetzes einzuhalten und nur drei Reederei der Welt in den letzten zehn Jahren gemacht hat. Das abgelehnt. Das Gericht erkannte beiden Parteien guten fa gefiebte Interpretations fünftelei, oft auch nur unter Seran- auch inhaltlich gediegene Wert geizt nicht mit dem Lobe für die Glauben und Wahrnehmung berechtigter Interessen zu, sprac ziehung des richterlicher Nachprüfung entzogenen Ermessens Reiter des Unternehmens, braucht es auch nicht. Es spricht fich über beide Parteien frei und legte ihnen die gerichtlichen Kosten feiner Majestät des Schuhmanns bem alle Tätigkeitsgebiete der Gesellschaft aus, auch über das Verhältnis je zur Hälfte auf. Bekanntlich vertritt die Gesellschaft zur Ve= Borgehen der Arbeiter zu konstruieren vermag, pfeifen der Verwaltung zur Arbeiterschaft. Aber es mag auch darauf fämpfung der Säuglingssterblichkeit den Dr. Engelichen Standpunt Unternehmer auf das Gefes, und madhtlos fühlt fich aufmerfiam gemacht werden, daß aus sozialpolitischem Jutereffe feit dessen Ausscheiden aus dem Vorstand nicht mehr. der öffentliche Antläger zur Verfolgung der offensichtlichen gerade die Arbeiterverhältniffe eine breitere Schilderung vera Gefeßesverlegungen, fofern diefe gegen das Koalitionsrecht der dient hätten. Wir erfahren, wieviel die Aktionäre Dividenden Rüpel im Eisenbahncoupe. arbeiter sich richten. So ist es rechtswidrig, Konventionalftrafen für erhalten haben, wir hören aber nichts darüber, welche Lohnfummen den Fall zu vereinbaren, daß ein Fabrikant von der Arbeitgeber verausgabt wurden und wie die Einnahmen der Arbeiter sich gehalter Hans Heinrich, Berlin, Tilsiterstr. 49. und der Vor dem Schöffengericht in Rigdorf waren gestern der Buch. foalition oder ihren breden zurücktritt. Derartige Konventional stalteten. Bei einem so großen und internationalen, weitverzweigten Technifer Serm. Tesch in Berlin, Wilhelm Stolzestr. 14, Strafen oder Wechiel, die für diesen Fall in Rurs gefegt werden, Unternehmen wäre eine Angabe lohnstatistischer Biffern sehr erwünscht wegen Erregung öffentlichen ergerniffes(§ 183 Str.-G.-B.) anfind ungültig. Das hat auf Grund des§ 152 Abs. 2 der Gewerbe- gewesen. In dem Archive der Sapag befindet sich sicherlich solches geklagt. Am 24. Februar tamen die Beschuldigten von Grünau ordnung in ständiger Praxis auch das Reichsgericht entschieden. Die wertvolles Material, das überdies auch dadurch noch an Bedeutung in einem Abteil zweiter Klasse und fuhren nach Treptow. Im Beitreibung solcher Ronventionalstrafen ist dem gewonnen hätte, daß für gleiche Berufe in den verschiedenen Län felben Coupé wie auch in den Rebenabteilungen faßen in der Sonnnach Erpressung und Verstoß gegen§ 158 der bern Lohnangaben hätten gemacht werden können. Was über das tags üblichen gedrängten Fülle Damen und Herren. Während der Gewerbeordnung. Wiewohl eine Anzahl Unternehmer solche Verhältnis der Verwaltung zu den Arbeitern in der Festschrift aus- Fahrt wurden die Mitreifenden von beiden Angeklagten auf das Konventionalstrafen vereinbart haben- toir erinnern beispielsweise geführt wird, trägt einen etwas verbitterten Zug, der wohl dadurch allergemeinste belästigt und durch die rohesten Zoten und gemeinsten an die Textilindustriellen ist unseres Biffens gegen die erflärlich wird, daß zwischen der Betriebsleitung und den Ar- Lieder beleidigt. Einige Bankbeamte aus dem Nebenabteil stellten Organisation der Erpressung oder ihre Leiter eine Anklage bisher beitern vielfach ernste Differenzen ausgefochten werden mußten auf Bahnhof Baumschulenweg die beiden Sänger wegen ihres nicht durchgeführt. Von einer Ausnahme wird uns aus Wünschenswerter wäre es freilich gewesen, wenn die Fest flegelhaften Benehmens zur Rede, als Antwort befamen sie die Frankenhausen berichtet. schrift über diesen Konflikten die pofitiven Leistungen der Arbeiter- unflätigsten Reden zu hören und erhielten einen Stoß vor die Die bereinigten Berlmutter Fabrikanten aufchaft au erwähnen nicht vergessen hätte. Denn in dem gewaltigen Bru ft. Auf Station Treptow wurden die Angeklagten vom Sta. Frankenhaufen haben in ähnlicher Weise wie viele Großuternehmen des Hapag spielen nicht nur die Angestellten, vom tionsvorsteher festgestellt und von der Weiterfahrt ausgeschlossen. industrielle einen Verein von Arbeitgebern gebildet, der statutarisch die Generaldirektor bis zu den Bureaubeamten, sondern auch das große Der Amtsanwaltsvertreter nimmt zu der EntRiederhaltung der Lohnbestrebungen der Arbeiter, die Lahmlegung Seer der Arbeiter eine wichtige Rolle. Man dente nur an die müh- schuldigung der Angeklagten als strafmildernd ihre Angetrunkenheit des Koalitionsrechtes der Arbeiter bezweckt. Der Verein berpflichtet felige Arbeit der Heizer auf den großen Dampfern! Man denke an als feststehend an, nur aus diesem Grunde sehe er davon ab, Gefeine Mitglieder, Arbeiter, die in Streit getreten find, so lange nicht die Disziplin des Dienstes, die zweifellos innerhalb eines so großen fängnisstrafe in Antrag zu bringen. Er beantrage je 50 M. in Arbeit zu nehmen, bis durch Beschluß der Vereinsversammlung Betriebes herrscht und herrschen muß! So hätte auch der Arbeit als Geldstrafe. Das Gericht erkannte dem Antrag ent der Arbeitgeber dies freigegeben ist, ferner die Arbeiter folder ein Abschnitt gewidmet gehört, durch die die Festsprechend. sind eines Vereinsmitgliebes nur bann in Arbeit au schrift fich selbst noch wesentlich bereichert hätte. Jetzt med nehmen, wenn dieselben von ihren bisherigen schließt sie mit einem schrillen Mißklang, der von der Halten Sie den Mund, Sie Affe." Arbeitgebern eine Bescheinigung über ordnungs- augenblicklichen Berstimmung ausgelöst wird. Es wird geschildert, mäßige Ründigung und Entlassung beibringen. welche Erfolge die Koalition der Arbeitgeber in der Reederei Ham- diener Eduard Krüger in Schönefeld gebrauchte die in der Der im April 1907 feines Dienstes enthobene Gemeinde. Die Richterfüllung der statutarisch übernommenen Verpflichtungen ist burgs während der legten Jahre gehabt hat, man fucht aber ver Ueberschrift wiedergegebenen Worte in einer dienstlichen Auseiner Konventionalstrafe unterworfen. Zu diesen Verpflichtungen gebens nach einer Anerkennung der Organisation der Arbeiter, mit einandersetzung, die er mit dem Fuhrmann Richard Schreiber in gehört gar auch die, etwaigen Geschästönachfolgern die Weiter der bekanntlich die Hapagverwaltung nicht verhandeln will. So Rudom hatte. Der so liebenswürdig dienstlich Angeredete flagte befolgung der ftatutarischen Bestimmungen der Vereinigung gegen glänzend die Entfaltung der ersten Reederei der Welt sich präsentiert, darauf wegen Beleidigung. Das Rigdorfer Schöffenüber bindend zu übertragen! Diesem Terrorismus hatte sich der warum ist es nicht möglich, daß die Verwaltung dieses Betriebesgericht berurteilte gestern den angeklagten Beamten a. D. zu Fabrikant Ehrenberg nicht gefügt. Sein Geschäfts- auch fozialpolitisch an der Spine marschiert? Warum hat sie es der niedrigen Strafe von fünf Mart. nachfolger hatte einen tüchtigen Arbeiter in Arbeit genommen, nötig, fich auf einen Standpunkt zu stellen, der die Degradation ohne die ftatutarische Approbation des Vereins zur Be- der Arbeit bedeutet? Warum hat die Sapag, die sonst doch hinderung Arbeitswilliger fich geben zu lassen. Darauf fo stola auf ihre Ueberlegenheit ist, auf sozialpolitischem faßte bie Fabrikantenvereinigung den Be- Gebiete englischen Reedereien den Vorrang laffen? Warum Eine interessante Jagdgeschichte beschäftigte am Montag das fluß, von Herrn Ehrenberg 150 art für die fann hier Deutschland nicht auch an erster Stelle stehen? Das Reichsgericht. Es handelte sich um ein Urteil des Landgerichtes Bereinstafie zu fordern. Der Vorsitzende des Vereins, find Gedanken, die dem Sozialpolitiker bei der Lektüre der Dent- Passau vom 14. November b. I., durch welches der Bäckermeister Fabrikant hoffmann, führte dieſen exprefferischen Beschluß schrift der Sapag unwillkürlich in den Sinn kommen. Und sie Josef öcht von der Anklage des Jagdbergebens und der veraus und verlangte unter Androhung weiterer Schritte Zahlung sollen nicht unterdrückt sondern ausgesprochen werden. Denn es ist fuchten Nötigung freigesprochen worden ist. Auf seinem mit Drahtdiefer Summe. Das war Herrn Ehrenberg denn doch des Guten ein unglückseliger Jertum vieler Leiter moderner Unternehmen, zu zaun umgebenen Grundstücke hat der Angeklagte das Jagdrecht zu viel. In seinem Auftrage erstattete Rechtsanwalt Dr. wähnen, die Anerkennung der Arbeiterorganisationen vertrage fich ausgeübt. Als er das Grundstück verkaufte, riß er den Baun ab Heinemann unter Zugrundelegung der Jubilatur fiber§ 153 nicht mit den Betriebsinteressen. Gerade das Gegenteil ist ber und verkaufte ihn an den Zeugen H., der ihn ebenfalls zum Umder Gewerbeordnung, der auch Arbeit ge ber mit Strafe bedroht, Fall. Das Verantwortlichkeitsgefühl der Arbeiter wächst, je mehr aäunen seines Aders gegen Bildſchaden benußte. Da H. nicht die durch Drohung andere bestimmen oder zu bestimmen suchen, an ihre felbstgefchaffene Organisation die Beziehungen zwischen Be- sogleich bezahlen konnte, gab er dem Angeklagten schriftlich die Bereinen teilzunehmen, die sich zum Behufe der Erlangung triebsleitung und Arbeiterschaft regelt und fontrolliert. Erlaubnis, auf diesem Acker zu jagen. Als der Angeklagte auf günstigerer Lohn oder Arbeitsbedingungen gebildet haben. Die einem bestimmten Wege zur Jagd gegangen war, ließ ihm der fürstliche Amtsanwaltschaft zu Frankenhausen ver Ueber die Lage in der rheinisch- westfälischen Kleineisenindustrie Nebenkläger Graf Arco Binneberg sagen, er dürfe zur Ausübung mochte das Vorliegen einer Drohung nicht zu erkennen, da der berichtet die. V.- 3tg.", daß die Abschwächung, die der Eisen- des Jagdrechtes nur den B- Weg benußen. Da nun aber der AnAngeschuldigte nur ein Recht geltend gemacht, jedenfalls aber in gutem marft im allgemeinen erlitten, auch auf das Kleineifengewerbe über- geflagte gesehen hatte, wie der Graf mit dem Stode gegen den Glauben gehandelt habe. Da nach ständiger Judikatur, wie fie gegriffen hat. Als Gefamtergebnis unserer Umfrage in den ber Drahtzaun schlug( bermutlich, um das Wild zu verscheuchen) und gegen Arbeiter geübt ist, eine Drohung in jeder Ankündigung ichiedenen Zweigen des Kleineifengewerbes ergibt sich überwiegendes feinen Dadel auf den fraglichen Ader laufen ließ, fo schrieb der eines llebels liegt, felbft wenn der das lebel Anfündigende hierzu Nachlaffen des Bedarfes; nur in einzelnen Bezirken, wie in Solingen, Angeflagte dem Grafen, er werde sein Jagdrecht nach seinem Be berechtigt ist, da überdies§ 152 Abs. 2 der Gewerbeordnung feinen deffen Erzengnisse aber der Eigenart wegen den Schwankungen lieben ausüben, und wenn der Graf sich wieder so benehme, wie Zweifel darüber läßt, daß die Einforderung der Konventionalstrafe weniger unterworfen sind, herrscht noch flotte Beschäftigung bei leba bei eben genannter Gelegenheit, so werde er seinen Dadel toteine rechtswidrige war und da endlich in der Rechtsprechung gegen haft eingehenden neuen Bestellungen; mit dem Ausfuhrgeschäft ist schießen und ihm, dem Grafen, eins auf seine Rehrfeite naufArbeiter der gute Glaube" als rechtlich unerheblich erklärt ist, man aber auch hier nicht zufrieden.s fchießen: Waidmannsheil!" Sierin erblidte die An wies auferhobene Beschwerde die Staatsanwalt. Bom Stahlverband. Die Einnahmen des Stahlverbandes im erachtete eine strafbare Handlung nicht für vorliegend, da die ber flage eine bersuchte Nötigung! Das Landgericht schaft zu Rudolstadt die Amtsanwaltschaft an, verfloffenen Geschäftsjahre waren fo reichlich, daß neben der aus fuchte Nötigung in Notwehr geschehen sei. Der Angeflagte babe öffentliche Anlage gegen den Fabrikanten off Ueberpreisen erzielten Zonnendividende an die angeschloffenen Werle überzeugt sein müssen, daß der Graf ihm das Wild vom Ader mann zu erheben. Db und auf Grund welchen Strafparagraphens Hoffmann och Rücklagen in Höhe von 7 Millioneu Mart verteilt werden scheuchen wollte. Er fei berechtigt gewesen, diesen Angriff auf Bestraft werden wird, wird die Zukunft lehren. Unferes seine Rechte abzuwehren. Er habe vor Wiederholung warnen und Erachtens liegen hier nicht nur die Kriterien des§ 158 G.-D., Internationaler Rongreß der Baumwollpinner. In Wien Körperverlegung und Sachbeschädigung androhen dürfen. Er habe fondern auch die des Erpressungsparagraphen( 253 Str.-G.-B.) vor. nahmen die Beratungen des vierten internationalen Kongresses der nur mit der rücksichtslosen Ausübung seines Notwehr. Und zwar gehört nicht nur Hoffmann, sondern als Teilnehmer Baumwollspinner- und Webervereinigungen ihren Anfang. Am rechtes gedroht. Ein Jagdvergehen sollte der Angeklagte dadurch an und Anfti fter an dererpreffung die gesamten Mit Stongreß nehmen teil die führenden Repräsentanten der intereffierten begangen haben, daß er auf dem umaäunten Ader des H. das Jagd glieder der Berlmutterfabritantenvereinigung. Bereinigungen aus Amerika, Indien und Japan, ferner aus Dentich recht ausübte. Da die Umzäunung zwar nicht ganz dicht, aber doch die au bem rechtswidrigen Beschluß teilgenommen haben, auf die land( Berlin, Millhausen, Bremen, Bocholt, Chemnitz, Augsburg), so dicht war, daß Menschen sich nicht hindurchdrängen konnten, der Anklagebant. Die Forderung der 150 m. Konventionalstrafe war Desterreich, Belgien, England, Frankreich, Italien, Norwegen, Angeflagte vom Besizer überdies die Erlaubnis zum Jagen erhalten rechtswidrige. Wer aber, um sich oder einem Dritten( der Vereins Bortugal, Rußland, Spanien und der Schweiz. Den Vorsiz des hatte, so sah das Gericht auch insoweit eine strafbare Handlung faffe) einen rechtsividrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, einen internationalen Komitees hat Macara aus England. Der Eröffnung nicht für vorliegend an. Die bom Rebentläger Grafen anderen durch Drohung zu einer Handlung nötigt, ist nach§ 253 des Kongreffes wohnten u. a. auch die Botschafter von Deutschland, Arco eingelegte Revision wurde insoweit verworfen, wegen Erpressung zu bestrafen. Dieser Baragraph ift Arbeitern Frankreich und Italien, sowie die Gesandten von Sachsen, Belgien als der Angeklagte von der Anklage des Jagdbergehens freigesprochen gegenüber seit 1880 aur Anwendung gebracht, wenn diese unter An- und der Schweiz bei. Bericht erstattete der Vorsitzende des inter- worden ist. Dagegen hob das Reichsgericht das Urteil auf. Srohung der Arbeitsniederlegung oder Sperre einen höheren Lohn, nationalen Komitees Macara aus England über die Tätigkeit des fcweit wegen versuchter Nötigung auf Freisprechung erkannt worden ja auch nur Innehaltung des Tarifs für andere verlangten. Das internationalen Verbandes der Baumwollindustrie seit dem letzten ist. Das Landgericht hat nicht geprüft, ob das angedrohte Mittel Reichsgericht hat da unter souveräner Nichtachtung der über das Stongresse. erlaubt war oder nicht, das heißt, ob das Schießen notwendig geKoalitionsrecht gegebenen Bestimmungen herausgeflügelt: ein rechts- Die in der zweiten Sigung erstatteten Berichte beschäftigten sich wesen wäre. widriger Bermögensvorteil ist jeder Vermögensvorteil, auf den der mit der Baumwollversorgung und der Baumwollfultur. Der PräBetreffende tein Recht hat. Hier gegenüber den Arbeitgebern fident der Southern Cotton Association Jordan( Atlanta) schloß bedarf es solcher durchaus hinfälligen Klügelei nicht. Die Bereine feinen Bericht mit der Erklärung. Amerika werde nicht mehr zuBarung von Konventionalftrafen für die Beschränkung des Rückgeben, daß der Preis der Baumwolle von einer Gesellschaft von tritts von Vereinigungen im Sinne des§ 152 Abfag 1 der Gewerbe- Spielern und Spekulanten festgelegt werde, die weder an der Proordnung ist durch§ 152 Abfas 2 als rechtswidrig bezeichnet. Nicht duktion des Rohmaterials noch an dessen Verarbeitung beteiligt fet. nur die Berlmutterfabrikanten in Frankenbaufen, sondern eine An Der Delegierte des stolonial- Wirtschaftlichen Komitees au Berlin zahl anderer Unternehmer haben statutarisch solche rechtswidrigen Schanz entwarf ein Bild der Baumwollkultur in den deutschen Strafen vereinbart, fich also au fomplottmäßiger Expreffung ftatuta Stolonien. risch verpflichtet. Weshalb wohl ist gegen keinen derfelben bislang pod is Unllage erhoben? fonnten. Gerichts- Zeitung. Wodurch Graf Arco fich bedroht fühlte. ( DING# 02 Aus der Frauenbewegung. Die Dienstbotenfrage in Japan. Als Beispiel für die rapide Entwickelung Japans dient folgender Artikel in der„ Japan Chronicle" vom 28. März. in dem auf die gr- ße Anzahl, sich von Tag zu Tag mehrenden Annoncen betr. Hauspersonalen hingewiesen wird: Wor Jahren sei das Gejo( Mädchen für alles) ein Modell der häuslichen faberei gewesen. Jetzt haben die Fabrifen und Spinnereien ihre Tore geöffnet, und troydem lange Arbeitszeit und niedrige Löhne in diesen vorherrschend find, ziehen es die japanischen Landmädchen bor, in diesen zu arbeiten. Der Schreiber erklärt, daß die graduelle Berbreitung der Bildung in Japan neue Ideen persönlicher Freiheit Nun taufe Dir einen Strid und hänge Dich!" rief am mit sich gebracht hat, und sogar das ärmfte Weib weigert sich, länger Ein Notschrei der Halbzengverbraucher. Montag im Schöffengerichtssaale zu Jena ein Arbeiter feiner als Dansiflave benut zu werden. So schreitet die Welt voran n. a. geschrieben: Die Aufhebung jeder Ausfuhrvergütung durch vergehens zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Aus den Kreifen der Halbzeugverbraucher wird der. 2.- 3tg." 16jährigen Tochter zu, als biefe wegen eines Eigentums. mitten durch die Pfabe des Kapitalismus. Aus Induftrie und Handel. den Stahlwerksverband hat doch allgemein überrascht. man nicht erwartet! Das hätte Ungebühr vor Gericht. Versammlungen Veranstaltungen. Benn zur Begründung dieses bedauerlichen Diese Bemerkung betrachtete das Schöffengericht als„ UngeBefchlusses angeführt wird. daß nach vorgelegten Ausweisen die bühr vor Gericht" und verhängte über den Mann, der wegen Röpenid. Mittwoch, den 29. Mai bei Moll: Bortrag des Genossen Breise für Lieferungen im Auslande bedeutend höher seien, als aur- Hehlerei in der gleichen Sache selbst bestraft wurde, die höchfte Fülle: Die Frauen und der Staat". Bekanntmachung. Getperbegericht zu Berlin. J.-Nr. 366 Gew.- Ger. 07. In Sachen der Lohnbewegung im Bädergewerbe hat, nach erfolgter Anrufung durch die Freie Vereinigung der Bäckermeister von Berlin und Umgegend einerseits und dem Verbande der Bäder Deutschlands, Mitgliedschaft Berlin, andererseits, EinigungsAchtung! InnuhloA Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bäcker- Streik! Die Bäckergesellen Berlins und der Vororte sind durch den WortZahlstelle Berlin. Bureau: Engel- lljer 19. Telephon: Amt IV, Nr. 10 623. g has a found Tarifbruch der Bäcker- Jnnungen in den Streik ge- Möbelpolierer. amt in der Sigung vom 14. at 1907 trieben worden. nachstehenden gefällt: Schiedsspruch I. Die Parteien haben sich Folgende Bäckermeister haben die berechtigten Forderungen 10. Mai 1907 vor dem Einigungsamt bewilligt: über ihre Vorschläge für einen neuen Tarifvertrag geeinigt mit Ausnahme der Forderung der Gesellen, einen wöchentlichen Ruhetag zu ge währen, und mit Ausnahme der Be stimmung über die Dauer des zu tünftigen Vertrages. II. Bezüglich dieser beiden Streitpunkte wird folgendes bestimmt: a) Es ist jedem bei Herstellung von Aderstr. 68, Goldacker. 114, Marquard. Adalbertstr. 45a, D. Sante. 66, Hoppe. I Alt- Moabit 82 a, Blottner. Adolfstr. 12b, Hautsch. Andreasstr. 16, D. Hante. 5, Blottner. Admiralstr. 10, D. Haute. Annenstr. 41, Niemeyer. dun Gun ummterbrochene 36stündige Ruhepause zu bewilligen, und zwar Badwaren beschäftigten Arbeiter eine Ansbacherstr. 8, Blottner, U 1. jede Boche Antlamerstr. 48, Haase. Antonstr. 48, Dertel. Andreasstr. 32, Brotfabrit, Wilhelma bet Betrieben mit fünf und mehr in der Spandauer Brüde 1b, Blottner Gesellen, bezw. Arbeitern; 2. alle zwei Wochen Artillerieſtr. 3, Goldader. Augsburgerstr. 36, Blottner. bei Betrieben mit drei bis vier Ge- Badstr. 49, Goldader. sellen, bezw. Arbeitern; 3. alle vier Wochenget Ge bei Betrieben mit ein bis zwei Gefellen, bezw. Arbeitern. Wenn eine Firma mehrere Bädereien betreibt, so find behuss Feststellung der Ruhepausen in Gemäßheit der Bestimmungen zu a) 1, 2, 3 die famtlichen bei Herstellung von Backwaren beschäftigten Bersonen zusammen zu zählen. Das Einigungsamt hat auf Antrag der Parteien den Zeitpunkt zu be ftimmen, von welchem ab die Ruhe pause zu gewähren ist. b) Diejenigen Bädermeister, welche der Tarifgemeinschaft beitreten, haben dies dem Gewerbegericht anzuzeigen, bezw. daselbst zu Protokoll zu erklären. c) Der neue Tarifvertrag soll mit dem 1. Juni 1907 in Straft treten. Der Bertrag foll, falls er, wie ber einbart, gekündigt wird, mit dem 1. Mai 1910 ablaufen. d) Für den Fall, daß in einzelnen Bäckereien günstigere Lohne und Arbeitsbedingungen bestehen, als in dem neu zu vereinbarenden Vertrage festgelegt werden, beztv. in diesem Schiedspruch vorgefehen sind, sollen diese günstigeren Bedingungen auch fernerhin Geltung behalten. gez. v. Schulz. Barbarossastr. 67, Wetzel. Barnimstr. 37, Güldenstern. Bastianstr. 18, Niedzwieds. Bellealliancestr. 24, D. Hanle. Belforterstr. 22, Eggert. Bergmannstr. 104, Blottner. 19, D. Hante. Bernauerstr. 3, Schill. Beusselstr. 20, Blottner. 17, D. Hante. Blumenstr. 13, D. Hante. Blücherstr. 11, D. Sante. 20 16, Blottner. Bremerstr. 57, Besterling. 60, Bayer. Brunnenstr. 3, Mollweide. Langeftr. 13, Goldader. Linienftr. 26, D. Hante. 1, D. Hanfe. Llebigftr. Liebigstr. 8, B. Hante. Hanteni 31, Bauer Liebenwalderstr. 31, Jadel. Lippehnerstr. 8, Bibell. Lothringerstr. 34/35, Mollweide. Löweftr. 8, P. Hante. 18, Blod. Lübeckerstr. 20, D. Hanke. Lützowstr. 105, Blotiner. Malplaquetr. 16, Genfior. Manteuffelstr. 45, Blottner. 100, Blottner, 90,.D. Hante. 87, Surfe Mariannenstr. 32, Prod. 12, D. Qante. Markgrafenftr. 99, D. Hanke Martussir. 38, Tischer. 11, Schneeberger. Memelerstr. 7, Snorde. Meinekestr. 16/17, Blottner. Meyerstr. 2, Sachwik. Mitenwalderftr. 14, Schröder. Mogstr. 19, Blottner. Weödernstr. 124, Blottner. Mustauerstr. 13, Lattermann. Muladstr. 10, Schramm. Müllerstr. 33/34, Wittler, 28, Lüddide. Naunynftr. 1, Rippert. Nazarethkirchstr. 39, Bibell. Neanderstr. 27, D. Dante. 7sh 23, Rauhutel Roftiaftr. 49, Mörber. Ohmstr. 9, Nowosable. dan Dranienftr. 186, D. Hanke. Balisadenstr. 91, D. Hante. 58, Barth. Pappel- Allee 7, Niedel. Botsdamerstr. 68, Blottner. 129, Goldader. In Brüffelerstr. 8, Gonsior. Buchstr. 1, Bölker. Burgsdorfstr. 15, Linder. Carmen Sylvaftr. 155, Schimed. Chauffeeftr. 44, Goldader. Comeniusplatz 1, B. Hante Demminerstr. 25, Grund. 23, Gliese. Dennewitftr. 6, Blottner. 19, Blottner. Dresdenerstr. 6, Goldader. 203, Hermann. 17, D. Hante. Prenzlauerstr. 11a, Golbader. Dunderstr. 78, Kunze.o a Bringenstr. 64, Blottner... 81 Ebelingstr. 5, Blonder. 12, D. Hante. Ebertyftr. 54, F. Hante. 33, D. Hante. gez. Loth. Landsberg. Ad. Ritter. Eisenbahnstr. 8, D. Hanle. Körsten. Borstehendem Schiedsspruche hat der Verband der Bäder Deutschlands, Mitgliedschaft Berlin, fich unterworfen, während die Freie Bereinigung der Bädermeister von Berlin und Um gegend die Unterwerfung abgelehnt haf. Berlin, den 27. Mai 1907. Der Borfizende des Einigungsamtes. gez. b. Schulz. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Fräulein Josette- meine Fran. Anfang 8 Uhr. Gustav Behrens- Theater. Berlin W., 3, Haupt. Elbingerstr. 99, Reimann. 27, Fiedler. 060 Emdenerstr. 21, Nicstwy. 17, Bohl. Faldensteinstr. 20, Stära. 17, D. Hante Frankenstr. 2, D. Hante. Große Frankfurterstr. 139, Goldader. Frankfurter Allee, Ede Samariterftraße, F. Hante. Franfediftr. 53, Solbader. t Freienwalderstr. 38, Stople. Friedrichstr. 247, Goldader. 27, Blottner. Friedenstr. 57, Becker. Friesenstr. 27, Blottner. Friedrichsbergerstr. 16, Nowodzynst. Plantagenstr. 7, Welt. Prenzlauer Allee 24, Goldader. Ondoy Brinzen- Allee 61, Wehls. 53, Loff. Prostauerstr. 31, F. Haule. Butbuserstr. 46, Bloch. Quitonftr. 108, Blottner. Ratiborftr. 1, Bäderei Genossenschaft Berlin. Ratiborstr. 6, Dietschmann. 168 ea Reichenbergerstr. 51, Blottner. 78, Blottner. 88, D. Hante, 62, D. Hante. Reinidendorferstr. 112, Goldader. Romintenerftr. 57, Gorgas. Ruppinerstr. 8, Baale. 12, D. gante. Rostoderstr. 31, Bagner. 26, Ulbrich, 46, Krüger. Rüdersdorferstr. 20, Güldener. Samariterſtr. 11, B. Hante. Forsterftr. 20, Genossenschaft Berlin". Schillingstr. 19, Goldader. Genthinerstr. 37, Blottner. Gerichtstr. 53, Schönwiese. Goltzstraße 9. Gipsfir. 7, D. Hanke. Bestventiliertes Gleimftr. 48, Albraham. Theater. 43, Grothe. 10088 to Schivelbeinerstr. 4, Hildebrandt. Schönhauser Allee 150, Blume. 70e, Golbader. 188, D. ante. 5, Goldader. Glogauerstr. 28, Bäderei Genossen. Schönyauferstr., Alte 33, Goldader. Vollständ. Pro- daft Berlin. grammwechsel Bolbitr. 16, Blottner. 101 31, Goldader. Auftreten der Gormannstr. 25/26, Winuth. neuengagierten Gothenstr. 8, Blottner. Spezialitäten, Gr.- Görschenstr. 48, D. Hanke. Gräfeftr. 35, Bäderei- Genossenschaft Berlin. Graudenzerstr. 5, Nidisch. Greifswalderstr. 191, Müller. 12, D. Hante. Grimmstr. 1, Wolf. 29, D. Hanke. Grunewaldstr. 110, Blottner. Grünauerstr. 12, Buß. Hausburgitr. 5, Mehl. Heidenfeldstr. 21, Schön. 19, Goldader. u. a. der Original Greiffenberger. der Mimiker Ad. Greilicke, assistiert bon Miz Clarito, der Lumpenmaler Signor Goedicke. Zum Schluß die tolle Ausstattungs- Burleste Weibliche Feuerwehr. Anfang 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Sommerpreise. Entree 30 f. Otto Pritzkow Münzstraße 16. Heinersdorferstr. 12, Lamla. Schulstr. 28, Schamberger. 37, Schmidt. Schwedterstr. 240, Schmidt. 32, Goldader. Siemensstr. 17, Mügge, Sonnenburgerstr. 13, Gräffing. Soldinerstr. 32, Rofemann. 69, Schneider, Sorauerstr. 1, König. 8, Stretschmar. Steinmetstr. 22, Blottner. 42, Stendalerft. 4/5, Corts. Stettinerstr. 26, Kleinert. 56, Barnefoto. Staligerstr. 68/64, Dehmel. Straßmannstr. 24, Bander. Streliterftr. 81, Scheunemann. 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Die fünfprozentige Lohnerhöhung und ihre Durchführung. 4. Berschiedenes. Der Kollege Schulz wird hierdurch aufgefordert, die Russenliste 6040, welche er in der Bertrauensmänner Versammlung Süd- Ost erhalten hat, zurückzugeben. 19.0 Bauplitz, 62 Dendo.ofort zugeben. Die Branchenleitung. Bühlischstr. 32, Brik. Chauffeeftr. 17, Hagemeister u. Dally. Charlottenburg. Cauerstr. 19, Ulbrich. Cauerstr. 27, Genossenschaft Produftion". Chriftstr. 18, Genoffenschaft duktion". Dandelmannstr. 55, Ulbrich. Friedbergstr. 89, Ulbrich. Grolmannstr. 14, Ulbrich. ProDonnerstag, den 30. Mai, abends& Uhr: Vertrauensmänner Versammlungen Zages Drdnung: G Unsere Taktik nach der Aussperrung. Für Osten: bei Meier, Große Frankfurterstr. 133. Grünftr. 27, Bachmanu. 1900 Südosten: bei Schotte, Staliterftr. 22. Helmholtitr. 19, lllbrich. Staiser Friedrichstr. 43, Ulbrich. Stanalstr. 15, Heine. Stantstr. 103, Ulbrich. Knobelsdorferite. 43, Ulbrich.in Leibnizstr. 65, Ulbrich. Nettelbedstr. 14, Blottner. Potsdamerstr. 11, Bachmann. Botsnamerstr. 12, Stonjumberein. Sophie Charlottenſtr. 87, Ulbrich. Votsdamerstr. 42, Ulbrich. Spandauerstr. 30, Ulbrich. S Tauroggenerstr. 10, Genossenschaft robuftion Zauroggenerftr. 45, Ulbrich. Wallstr. 85, Ulbrich. Beimarerstr. 29, Stonsumverein. Wilmersdorferstr. 27, Stonsumverein. Wilmersdorferstr. 41, Ulbrich, Wilmersdorferstr. 163, Ulbrich. Köpenick. Borgmannstr. 6, Bergmann. Grünauerf 27, Krämer. Schönelinderstr. 12, Stutell. Friedrichsfelde. Berlinerstr. 66, Seiler. Sermsdorf. Neptunstr. 36, Bante. Seebadftr. 1, Ladewig, Karlshorst. Dönhoffstr. 9, Hansen. Lichtenberg. Dorfftr. 82, Mägdefrau. Wilhelmstr. 57, Jeffe. Mariendorf. Chauffeeftr. 11a, Nomad. Meinickendorf. Berlinerstr. 104, Raj. 184, Gottschalt. Wilteftr. 62, Neue Berliner Genossenschafts- Bäderet. Nigdorf. Bergstr. 12, D. Hante. Berlinerstr. 86, D. ante. Elbeftr. 1/2, D. Hante. Fallſtr. 1, Bäderei- Genoffenschaft Berlin". Friedelstr. 3, Barmult. Glasowstr. 32, Stung Heidelbergerste 76, D. Hanke. Bäderei GenossenHerrjurthitr. 34, D. Haute. 7,0 Shaft Rirdori Herrfurthstr. 26, Brug. Herifurthpiat 10, Schnur. Hermannstr. 19, Bäderei- Genossenschaft Rigdorf". Hermannstr. 159a, Hagen. Hohenzollernplatz 6, D. Hanke. Zunftr. 30, Serause. Jagerstr. 63, Jonscher. Neue Jonasstr. 33, Puls. 黑 盒 Kaiser Friedrichstr. 34, Schmidt. 215, D. Sante. Senefebedstr. 88, Bolt. 68, Richter. Kopfstr. 88, Bäderci- Genossenschaft „ Nigdorf" Sottbuser Damm 103, D. Sante. 99 99 Norden: bei Maaß, Brunnenstr. 96. NB. Die Obmannsgeschäfte für Osten erledigt jekt wieder der Kollege Bollfraß. Am Ostbabnhof 7. bo Stellmacher Donnerstag, den 30. Mat, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung im„ Rosenthaler Hof", Rosenthaler: Straße Nr. 11-12. Lages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen G. Schlinsty über: Wohin steuert die politische Gatwickelung Deutschlands? 2. Welche Lehren ziehen wir aus der beendigten Aussperrung? 3. Ergänzungswahl zur Branchenkommission. 4. Branchenangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die Kommission. Drechsler und Treppengeländer- Branche. Heute Mittwoch, abends 8%, Uhr: Osten: bei Schneider, Friedenstraße 67. Norden: bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Südosten u. Südwesten: bei Stramm, Ritterstraße 123. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. Jebe Werkstatt, auch die Tischlereien, haben Vertrauenslente zu entfenden. Die Kommission. Modell- und Fabriktischler. Mittwoch, den 29. Mai 1907, bei Aghten, Pflugstr. 5: Vertrauensmänner- Sitzung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Der neue Vertrag. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Sämtliche Werkstätten, insbesondere Modellfabriken, müssen bertreten fein. Branche der Musikinstrumentenmacher. Donnerstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15,( Saal 5): Vertrauensmänner- Verfanfmlung. Tages Ordnung 1. Die gegenwärtige Situation nach Beendigung der Aussperrung. 2. Der Verlauf der Maifeier in unserem Berufe und Feststellung der Be teiligungsziffern. 3. Brancheuangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten fein! Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht [ 000] Die Branchenkommission. Maschinenarbeiter. Münchenerstr. 25/26, Bäderei- Ge- Mittwoch, den 29. Mai, abends 8%, Uhr, in den Andreas Festfälen, noffenschaft Rigdorf Pannierstr. 57, D. Hante. Prinz Handjerhstr. 18, Bartsch. 70, Schmidt. Reuterstr. 94, Lehmann. Seldhowerstr. 9, Bäderei- Genoffenfchaft Nigdorf". Steinmetstr. 39, Senftleben. 84, D. Hante. 129, Bäderei- Genoffenschaft Berlin". Beisestr. 2, Bäderci- Genossenschaft " Nigdorf". Beiseftr. 24, Bäderei- Genossenschaft Berlin". Welchfelstr. 13, Hagemann. Weserstr. 47, Bies. Bietenstr. 20, Bäderei- Genossenschaft Rigdorf". Schöneberg. Belzigerstr. 61, Kernchen. Erdmannstr. 5, Stulinsti. Gustav Müllerstr. 8, Bod Steglit. Schüßenftr. 1, Hadbarth. iralan. Alt- Stralau 49, Hartung. Treptow. Stiefholzstr. 33/34, Weiler. Weihensee. Friedrichstr. 1, Noth. Lehderstr. 119, Selink. Röideftr. 127, Hoffmann. Hausfrauen! zugehörige Substanzen billigst bei die um erkämpfung ihrer Menschenrechte streitenden Bäckergesellen. Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4, und in den Drogerien, die Original Reichel- Essenzen führen. Die Streikleitung. Bentral- Streitbureau: Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18. Telephonruf: Amt III Nr. 1243. Andreasstraße 21: Vertrauensmänner- Verfammlung. Zebe Werkstatt muß vertreten fein. Achtung! Die Branchenkommission. Achtung! Zuschneider und Zuschneiderinnen! Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß es der Lohnkommission gelungen ist, eine Einigung mit der Firma Salomon Kurziveg herbeizuführen; mithin haben die alten Kollegen am Dienstag, den 28. Mai, die Beschäftigung wieder aufgenommen. Achtung! Die nächste Mitgliederversammlung findet Mittwoch, den 29. Mai cr., abends 8 1hr, in„ Dräsels Festfälen", Neue Friedrichstraße 35, statt. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Arbeits geberverbande und die Beschlußfassung über dieselben. 2. Verschiedenes. erforderlich. 164/16 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist in dieser Angelegenheit Die Ortsverwaltung. Ich habe mich hier als Rechtsanwalt niedergelassen. Dr. James Friedländer. Wir haben unsere Geschäftsräume vereinigt. Th. Liebknecht. Dr. K. Liebknecht. Dr. James Friedländer. Tel.- Amt I 4604 u. 1934 Rechtsanwälte. Kaiser Wilhelmstr. 46. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. and did Sektion der Gips- und Zementbranche. Donnerstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15 ( Großer Saal): Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Achtung! Rohrer! Achtung! Donnerstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal von F. Wilke, Brunnenstraße 188: Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Diskussion. 34/6 Mitgliedsbuch beider Organisationen legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Es ist Pflicht eines jeden organisierten Rohrers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Verband d.baugewerblichen Hülfsarbeiter 140/ 1* Berein der Rohrer Berlins und Umg. Deutschlands. J. A.: H. Hilliges. 1. Beschlußfaffung über die Erhebung eines Lokalzuschlages zu unseren neuen Beitragsflaffen. 2. Stellungs nahme zu ber Aussperrung im Baugewerbe. 3. Gewerkschaftliches. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe feinen Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Der Sektionsvorstand. NB. Die Grundsteinverbreiter und Hauskassierer holen sich ihr Material am Freitag, den 31. Mai, aus den Bezirken ab. D. O. Mit Ihren geringen Ersparnissen fönnen Sie Ihr Zweigverein Berlin u. Umg. Sektion der Rohrer. J. A.: H. Karow. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Glück machen. Bahlstelle Zweigverein Berlin. Sektion der Puzer. Achtung! Putzer! Achtung! Ordentlichen, nüchternen Schlossern, Monteuren nsw. geben wir schon bei geringer Anzahlung Motorwagen wodurch sie ein glänzendes Einkommen erzielen, besonders da jetzt die Fahrtage um 1/8 er175/ 18* höht ist. Die Kollegen, die durch die Aussperrung oder durch irgend Berliner Automobilhaus- und eine andere Arbeitsniederlegung in Mitleidenschaft gezogen werden, Industrie- Gesellschaft m. b. H., haben sich sofort im Bureau zu melden. 134/2 Die örtliche Verwaltung. J. A.: C. Schulze. Produktenhändler und-Händlerinnen! Zentralverband Mittwoch, den 29. Mai 1907, abends 9, Uhr, bei Milbrodt, Müllerstraße 7: Oeffentliche Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Herrn Julian Borchardt über: ,, Das neue Evangelium". 2. Diskussion und Gewerbliches. 3586* Zur Dedung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. 18. Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 28. Mai 1907, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) Berlin W., Wilmersdorferstr. 85. Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Donnerstag, den 30. Mai, abends 8 Uhr: Versammlung= im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. 54/14 Tages Ordnung: Bericht über den Stand unserer Lohnbewegung. 377 147149 53 439 653 79 827 964 148015 147 470 71 677 988 149410 733 41 93 933 75 150158 211 43 326 469[ 1000] 550 151151 297 309 [ 1000] 483 538 152222 50 610 31[ 500] 90 889 916 85 153270 364[ 1000] 432 695[ 1000] 80s 922 154151 288 378 673 707 967 155040 187 257 72 90 548 773 972 156386 440 76[ 500] 157465 702 3 857 158076[ 500] 155 300 426 515 37 807 969 159049 457[ 500] 567 [ 500] 600426 515 ( Ohne Gewähr.) 94 185 318 506 33 671 78[ 300] 913 89 1062 501 781 045 2348 49 444 49[ 600] 67 751 74 812 3021 470 629 705 4028 56 68 247 351 456 819 985 5013 149 205 83 513 66 917 58[ 500] 054 6061 190 778 803 21 903 7355 413 561 50 622100285 87 300 86 497 395 643 834 969( 500] 161181 [ 500] 64 80 707 839 8497 501 83 620 40[ 2000] 872 973 264 76[ 500] 823 77 91 432 730 800 64 162276 326 413 9740 57 841 44[ 3000] 723 163081 117 69 257 302 407 55 80 840 48 164069 512[ 300] 43 687 812 24 63 165183 203 67 406 547 932 166008 18 24 89 117 224[ 500] 36 302 515 68 74 700 815 167160 219 540 630[ 500] 710 862 168155 392 636 776 979[ 1000] 169012 286 305[ 500] 463 520 616 63 10238 373[ 1000] 94 468 671 908 11180 387 51 413 68 671 679 900[ 3000] 12113 317[ 3000] 586 630[ 500] 822 65 13000 226 575 699 14023 38 62 250 678 836[ 600] 88 15233 336, 412 76 395 621[ 3000] 16068[ 1000] 406 88[ 500] 641 17079 812 88 18332 91 530 46[ 3: 0] 72 735 85 978 19001 38 103 288 91 452 814 990 20157 273[ 500] 21112 54 804 22423 65 675 732 23010 46 866 951 24009 43 522 32 828 039 25127 44 214 91 375[ 3000] 438[ 30001 745 74[ 1000] 823 46 53[ 1000] 26642 62 660 763 819 21 28[ 500] 046 70 273: 6 63 615 37. 858 977 28495 802 9 15[ 3000] 29400 526 51 71 72[ 300] 713[ 500] 50 877 946 30045 203 31137 262 313 416 22[ 500] 534 664 044 [ 1000] 32192[ 1000] 287 92 99 797 920 45 33532 779 993 [ 1000] 34034 343 425[ 1000] 860 900 35246 488 622 53 76 36261[ 500] 532 674 738 91[ 3000]$ 7180 548[ 500] 728 61 [ 1000] 866 923 39[ 1000] 88 38010 30 103 43 70 746 869 39136 297 351[ 1000] 649 00 762 819 55 939[ 500] 67 40221 78 517 740 75[ 3000] 869 41062 213 391 418 40 510 56 626 874 993 42070 157 264 409 13 506[ 3000] 636 750 43243[ 500] 87 598 99 609 885 90 44257 838 571 962 94 45127 328 72 627 31 870 46053 304 16 521 626 49 789[ 3000] 47177 216 31 374 471 510 976 48101[ 3000] 9 299 376 670 822 49034 64 92[ 300] 102 93 321 97 457 520 868[ 500] 933 50051 132 226 53 496 772 51331 41 485 535 625 85 723 79[ 500] 897 942 52005 86 123 294 360 68 443 608 29 42 760 951 76 58116 71 520 83 726 58 877 904 35 54423 883 55340 98 582 611 848 79 992 95 56050 172[ 3000] 294 758 57368 456 553 610 99 58086 324 570 602 5 59006 [ 3000] 44 121 95 202 12 69 311 60 540 52 638 750 864 60019 143 204 523 95[ 500] 648 838 95 921 61162 263 00 820 38 912 78 62266 347 469 019 64 866 909[ 500] 63139 03 480 523 26 69 768 940 81 97 64087[ 1000] 213 838 85 817 98 928 65038 94 222[ 300] 410[ 500] 44 302 98 815 750 66104 96 268[ 500] 516 60 600 41 95 845 67033 [ 300] 591[ 1000] 668 809 968 68011 93 181 550 819[ 500] 41[ 1000] 43 905[ 3000] 69350 622 620 86 904 70088 180 42 289 409[ 1000] 562 617 71221 54 65 78 822 745 875 903 32 61 62 98 72056 145 87[ 1000] 211 [ 3000] 35 83 350[ 1000] 633 83[ 1000] 728 839 73238[ 300] 314[ 500] 80 434 68 656 749 951 74763 911[ 500] 16 75267 01 340[ 1000] 586 646 48 874[ 500] 76062 288 429 600 783 998 77548 58 78229 78 500 27 74 862 983[ 3000] 79181 304 461 538 699 755 79 860 80037 68 116 28[ 1000] 373 454 514 32 933[ 1000] 81012 118 306 683 869 82202 453 616 181[ 500] 813 80 944 83176 302 20 549 619 25 72 892[ 500] 84111[ 1000] 479 628$ 8 930 85191[ 500] 206 88 524 43 74 748 86010 110 36 307 524[ 500] 080 803 955 87066 339 42 582 844 932 88014 43 91 138 305 66 481 591 885 83 968 89105 66 292[ 300] 493 886 917 90043[ 500] 107 352 72 405 559 612 30 70 91115 [ 10 0c0] 25 36 98 398 462 853 909[ 3000] 68 92431 47 939 [ 5000] 93085[ 1000] 101 58 254 78 331 55 539 723 837 55 909 94028 227 655 69 84 738 50 852 96 95113 277 311 496 533 618[ 5000] 52 762 949 97 96052 143 74 275 555 622 825 60[ 1000] 97126 285 338 864 98059 247 301 15 36 96 411 [ 3000] 713 82 99018 19 256 933 100039 190 224 47 340 448 611 768 818[ 500] 996 101137 61 83 840 45 482 602 900 102277 326 67 537 80 86 756 856 103081 179 281 521 82 630 74 104345 522 105086 220 52 69 306 541 639 64 70 830 42 927 106240 892[ 1000] 418 661 760 870 983[ 500] 107019 119 83 84. 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Charlottenburg. Donnerstag, den 30. Mai, abends 8%, Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: General- Verfammlung Zages Drdnung: 1. Wahl eines ersten Bevollmächtigten. 2. Unsere gegenwärtige Lage 3. Anträge der Drtsverwaltung. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Dhne Mitgliedsbuch kein Eintritt. 87/4 Die Ortsverwaltung. Restaurant ,, Hungriger Wolf" Strausberg II. Herrlich an Wald und Wasser gelegen. Tanzfaal, Kegelbahn, Kaffeeküche. Es ladet die geehrten Ausflügler, Vereine und Radfahrer ergebenst ein 6635* Paul Carow. 18. Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebung vom 28. Mai 1907, nachmlitags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 40 80 207 52 867 72 971 82 1089 209[ 3000] 68 635 884 978 2048 64 231 451 90 576 3107 233[ 500] 334 71 535 89 816 4079[ 1000] 200 21[ 1000] 97 318 475 680 5417 26 928 [ 500] 6230 403 593[ 1000] 652 86 922 7846 454 569 750 68 851 954 8088 299 579 853 9604 848 10020 205 98 329 961 11004 357 69 705 50[ 3000] 61 881[ 1000] 12031 110 81 344 416 639[ 500] 704[ 600] 802 [ 500] 42 13185 91 201 86 94 99 415 69 523 647 863 14056 178[ 1000] 234 85 343 408 36 823 68 15382 771 72 844 84 951[ 500] 16074 163 267 418 527 66 692 942 17081 05 244 332 451 18030[ 3000] 432 504 60 605 10 23[ 500] 19013 [ 500] 49-173 83 209 52 307 77 456 854 945 20027 54 490 618 97 872 934 21001 92 129 66 312 695 916 22365 501 774[ 3000] 76 23001[ 3000] 68 84 152 245 302 469 695 758 887 975 24008 277 462 668 87 921 25180 95 258 67 412[ 500] 549[ 600] 838 911 82 26109 [ 3000] 892 507 53 736 2.119 232 443 647-51[ 500] 28267 71 346 437 522 25 813 19 939 29231 302[ 500] 26 790[ 300] 887 953 30573 768 900 31111 42 280 97 509 692[ 3000] 764 857 [ 3000] 963 32208 356 452 506 25[ 1000] 929 57 33056 523 [ 1000] 644 84 98 933[ 500] 80 34002 302 42 679[ 500] 745 TS 35117 71 343 652 778 816[ 3000] 23 36164[ 500] 94 684 709 890[ 1000] 92 913 37141 206 53 601 38001 95 205 [ 1000] 11 405 719 21 71 879 39013 41 133 208 75 390 543 69 653 85 849 40418 565 670 991[ 1000] 96 41006 17 39[ 1000] 155 447 500 662 787[ 1000] 841[ 500] 42323 28 30 467 518 72 652[ 5000] 90 728 76 933 43085 37 60[ 500] 351 70 44218 19 23 433 50 86[ 1000] 505 45075 306 32 626[ 1000] 751 987 46148 215[ 1000] 84 415 48 524 93 732 827[ 500] 87 918 47286 308 46[ 500] 69 452 785 982 48019 351 582 142 832[ 1000] 49057 324 448 61 530 698 702 898 921 25 50042 447 519 21 75 90 696 708 955 69 98 51111 271 474 647 715 17 857[ 1000] 52094 158 306 16 790 994[ 1000] 53032 192 282 338[ 500] 455 92 725 87 814 54099 225 480 534[ 1000] 721 97[ 500] 852 973[ 3000] 55012 285 319 52 422 661 930 67 56149 94 326[ 3000] 666 729 36 37 48 969 57501 698 58144 245 406 671 774 907 59074 199 279 [ 1000] 520 665 717 854 60123 203 28 587 71 612 90 877[ 3000] 61134 241 500 15 806[ 3000] 30 62383 474 94 517 863 63019[ 500] 151 303 48 407[ 1000] 48 593 724 64624 830 65120 338 441 [ 1000] 78 524 77 801 938 67 66184 209 59 303 417 541 87 611[ 500] 702 870 67017 62 65 512 40 47 682 86 924 79 68218 62 333 740 898 69239 821 463[ 1000] 67 616 77 795 926 70253 73 814 18 28 79 928 55 71059 123 24 313 623 25 50 758 850 72022[ 1000] 45[ 3000] 181[ 1000] 214 19 561 78 927 28 73180 251 309 72 415 523 672 92 941 74107 242 ( 3000] 486 510 48 702 39[ 300] 833 75316 543 765 93 76435 860 974[ 1000] 76 90 77217 96 410 557 839 91 967 78195 235 562 600 930 79010 26 110 33 360 505 74 623 86 80021 186 94 516 605 722 41 55 81017 46 101 85 854 97 970 88 82213 745[ 500] 908 42 83004 132 44 432[ 500] 848 73 78 84138 93 381 507 685 892 969 85092 163 263 456 97 380 602 5 725 868 86017 33[ 1000] 84 273 473 567[ 3000] 926 87168 289 422 518 886 88064 141 242 358 444 82 85 522 641[ 1000] 774 803 72 935 74[ 3000] 89017[ 1000] 316 41 93 463 500 623 90209 87 360[ 500] 418[ 1000] 560 601 91001 373 472 803 977 92149[ 3000] 775 819 93155 331 93 796 94532 633 737,817 95000 1500] 40 50[ 500] 119 309 46 584 614 733[ 1000] 79 893[ 3000] 996 96011 231 301 95 617 988 97682 749 881 98148 246 519 46 990 99199[ 3000] 521 714 951 100019 271 676 958[ 3000] 101026 37 201 341 84 732 89[ 500] 807 988 65 102087 160 559 612 887 926 103123 56 87[ 3000] 274[ 500] 85[ 1000] 87 375 060 725 75 94 834 45 1500] 902 78 104097 110 93 13000] 399 677 771 932 49 78 81 105008 130 405 507 616 108002 29 249 427 563 740 51 913 90 107293 431 513 688 108102[ 500] 305 22 559 ES 093 811 13 10 959 109054 [ 1000] 133 221 78 423 645[ 3000] 720 1500] 47 57 71 948 110014 69[ 300] 131[ 1000] 207 3S 307 679 83[ 1000] 713 24 72 803 942 111344 420 511 29 610[ 1000] 97 703 112094[ 3000] 101 3 440 591 707 908 10 113002 259 466 676 99 733 88i 114087 254 629 05 801 990 115303 809 116015 520 687[ 8000] 800 117078 107 235 90 314 503 723 65 894 118063[ 500] 203 19 119215 345 415 636 939 120132 65 3: 335 416 560 71 646 771 900 906 72 121011 206 796 122018 276 412 550 779 123762 124018 17 1500] 184 82 440 681 80 815$ 7 1500] 907 125109 470 539[ 500] 44 828 39 971 126170 82 280 527 824 945 127272 343 571 855[ 1000] 128030 147[ 1000] 61 229 85 97 336[ 500] 79 479 651[ 500] 128 129159 589 607 22 764 67[ 5000] 74 946 67 Donnerstag, den 30 Mai: Gr. Dampfer- Extrafahrt na Dubrow( zum Sau- Se der fang). 215: Schillingsbrücke. Abfahrt ca. 7 Uhr früh. R. Tismer. 00000000 219 434 856 142116 225 574[ 3000] 638 143049 293 600 72 820 936 57 90 144013 268 457 63 658 72 884 915 94 145148 241 313 677 928 146736 54 75 869 147206 23 445 86 751 808[ 500] 29 56 76 148104 24 291 384 615 48 863 149050 107 396 406 601[ 500] 150049 118 352 62 610 794 977 151188 326 333 556 70 616 96 781 152061 422 532 653 718 50 947 153085 108 52 393 406 85 506 16 614 712 945 154050 125 213 [ 1000] 357 709 77[ 1000] 806 155060 122 32 47 433[ 800] 518 728 156241 605 771 881 903 157030 70 1000] 143 90 252 601 99 795[ 1000] 915 158001 148 411 617. 159140 392 495 656 160195 271 632[ 300] 46 986 161851 465 571 713 950 162142 345 492 685 762 943[ 500] 163059 213 17 493 510 619 758 164067 685 791 803 948 49 165081 86 653 95 805 954[ 500] 166027 87 415 514 45 741 917 167077 146 93[ 1000] 248 390 456 579 935 96 168064 124 873 729[ 1000] 97 802 984 169052 73 124 28 261 391 93 481 607 8 708[ 500] 66 963 77 170041 247 336 435 66 171067 414 39[ 800] 518 98 914 67 80 172089 201 404 569 719 33 75 173035 58 238 757 97 883 174140.59 234 433 624[ 3000] 808 78 79 175204 316 922 176050 122[ 500] 642 177081 373 658 777 827 992 99 178096 238 355 84 465 637 728 832 990 07 179086 135 70 261 375 498 575 630 93 789 180256 373 477 797[ 1000] 803 181475 531 685 746 182090 150 200 65 755 936 183036 97 298 338 439 668 765 885 184133 92 232 515[ 500] 82 800[ 1000] 185650 875 186353 462 545[ 1000] 739 77[ 1000] 977 93 187220 75 [ 3000] 389 480 508 C04 715 68[ 500] 929 188370 654 883 950[ 500] 189251 445 618 719[ 500] 24 63[ 3000] 88 815 918 25 53 190183 203 464 75[ 500] 501 610 191401 765[ 500] 900 192067 69 121[ 500] 488 007 17 51 66[ 3000] 71 193441 89 510 778 902 33 40 53 194057 123 210 307 55 585 616 51 53 903[ 3000] 195013 107[ 500] 323 93 403 677 820 911 23 69[ 300] 196152 77 225 345 51 413 538 53[ 500] 56 90 612 756 812[ 500] 197068 363 496 588 715 802 198100 73 275 889 412 703 23 973[ 500] 75 96 199152 233 316 499 854 200242[ 5000] 341 542 784 816 201027[ 500] 265 330 609 20 766 202526 79 624. 726 29 34 78[ 3000] 814 975 203083[ 500] 117 60 497 538 97 909 40 99 204133 203 57[ 500] 439 794 932 82 205177 384[ 500] 502 795 97 895 206002 157 588 709 207143[ 3000] 208: 07 206 437 508[ 500] 740 47 887 936[ 8000] 209001 83 514 92 602 210064 148 85 93 224 42 385 431 582 57 78[ 500] 688 761 85 870 920 211148 220 350 602 46 932 212013 33 111 98 285[ 500] 312 13 639 213519 72 730 42 214105[ 3000] 73 234 317 95 215207[ 500] 47 421[ 10001 7C5 972 216190 884 767 90 217193[ 1000] 302 540 6 625 725[ 500] 81 915 46 218006 189 297 509 844 907 3006 189 2 219005 119 52 322 689 821 220098[ 1000] 165 299 829 88 912 221216 435 529 856 990 222298 524 39 676 77 717[ 1000] 223074 86 223 29 414 689 786 810 85 87 22400( 3000] 216 300 400[ 30] 614[ 500] 15 830[ 3000] 976 225038 76[ 1000] 285 412 [ 1000] 561[ 1000] 621 44 706 226016 50 51 93 561[ 5.01 749 886 017 227181 487[ 500] 559[ 3000] 746 877 999 228112 542 673 751 229002[ 1000] 3: 0 449[ 1000] 78 84 506 758 230065 80 185 345 770 831 919 231106[ 50] 31 808 61 941 232174 409 863 917 233057 166 599 767 234000 321 637 SG 921 235180 249 651 721[ 3000] 236054 99 313 655 852 99£ 82 1500] 237071 221 36 520 667 741 843 991 238034 87 296 318 401 10 C01 9( 10.01 909[ S00C] 51 239057 117 90 516 33 739$ 19 004 240625 69 1500] 794 943[ 1000] 241027 136 211 33 497[ 3000] 561 691 879 242013 68 91 137 221 433[ 500] 591 683 948 243036 197 484[ 500] 85 500 9 60 677 702 41[ 3000] 244104 62 78 C31 71 75[ 1000] 720[ 50] 245 124 85 15000] 504[ 300] 065 904 59 246018 447 5 3 688 97 757 894 97 247169 283 399 477 599 617[ 1000] 991[ 500] 248113 287 465 712 249551 630 75[ 500] 81 [ 500] 733 891 929[ 1000] 36 250094 542 920 251094 136 65 272 810 909 37 252084 232 59 322 428[ 1000] 75 85 805 68 25 164 202 400 538 650 803 917 254060 82 414 97 525 609 764 901 12 25521[ 500] 533 54 820[ 500] 256021 159 285 305 433 61[ 1000] 509 11[ 500] 857 91: 257012 63[ 50] 120 217 552 003 258110 231 412 70 607 54[ 500] 740 955 161 2591 20 374 572 665 8605 260002 37 179 83 205 363 96 487[ 500] 686 791 814 19 [ 1000] 27 54 261193 300[ 1000] 14 461 683 714 262000 44 68 134 261 63 411 51 52 59 729 90 811 965 263060 76 172 219[ 500] 778[ 300] 872 944 264011 13 10s 3 19 695 991 265067 16: 472 581 697 266090 150 267 524 608 [ 300] 92 796[ 3000] 267020[ 500] 83 157 211 380 563 64 909 32 268307 434 502[ 300] 86 637 832 908 269385 414 508 796 837 270063 82 359 69 456 757 855 271264 450 64[ 500] 512 688 886 272111 264 314 51 826 912 273294 405 663[ 500] 98 743 947 73 274234 311 441 56 676 947[ 15000] 275159 258 910 276015 125 49 91 611 30[ 3000] 69 786 54 977 277577 720 83 85 278220 390 798 948 279184 224 351 75 517 48 671 769 970 120010 99 263 417 775 804 121002 26 129 43 325 185 798 963 122208 491 580 123088 101 278[ 3000] 845 420 $ 18 30 678 944 124252 371 487 657 728 841[ 300] 125018 159 285 319 61 507 37 823 92 126025 145 DS 347 725 58 873 916 93 127059 63 97 354 435 676 836 128315 421 65 516 40 832 129131 65 71[ 500] 412 532[ 500] 41 74 826[ 500] 935 130161 561 740 818 925[ 500] 131397 499 895 738 92 896 132438 82 673[ 1000] 87 858 63 133001 145 286 310 [ 300] 86 662 893 97 134120[ 3000] 66 247 312 23 632 [ 500] 45 914 135005 182 267 407 597 603[ 1000] 731 77 136046 295 550[ s000] 750 841 137125 79[ 3000] 345 463 78 753 17 808[ 500] 99 921 56[ 8000] 138110 211 95 338 578[ 300] 778 904 32[ 1000] 58 67 139328 550 767[ 300] 140098 370 569 682 892 913 14 60 88 90 141108 82 480[ 500] 904[ 1000] 77 95[ 300] 142030 386[ 500] 511 764 844 997 143115 394 507[ 500] 600[ 8000] 717: 47 [ 500] 144058 80 253 316[ 1000] 22 58 468 695 738 97 876 145110 261 262 416 647[ 3000] 99 762 892 93 904 146199 Berantwortlicher Rebatteur: Sans Weber, Berlin. Für bem inferatenteil verantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärt Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co.. Berlin SW. 280141 322 487[ 3000] 534 649 59 907 281066 70 35 111 402 13 591[ 1000] 874 282021 214[ 3000] 307 470 513 798 839 283089 98 180 95 218 338 708 857 67 910 77 284017[ 500] 72 156 299 334 408 838 947 59 285105 316 286006 136 63[ 1000] 219 595 489 697 737 950[ 1000] 287425 97 637[ 500] 753 288000 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie à 300 000, 1 Gewinn à 500 000. 1 à 50 000, 1 à 40 000, 3 à 30 000, 11 à 15 000, 18& 10 000, 49 à 5000, 595 à 3000, 938& 1000, 1600 A 500. 130022 286 89 90 544 629 71 753 74 79 961 96 131038 402 640 905 132182 612 906 133013 178 246 81 479 727 813[ 500] 49 77 909 43 01 134127 31 72 206 1500] 340 483 85 559 836[ 500] 135922 61 76 136215 637 740 92 913[ 500] 941 137019 187[ 3000] 90 891 138219 315 613 62 95 139055 89 132 361 85 449 76 1500] 611 794 806 140015 71 193 256[ 500] 327 58 519 09 733 141140 53 319 997 280083 133 52 81 361 439 555 645 722 64 281047 170 213 29 319 431 82[ 500] 590 114 887 500] 282 25 242 521 40 73 632 64 69 78 745 921 283182 364 430 75[ 500] 662 760 809 43 997 284091 315 406 6 956 285051 128 383 647 59[ 1000] 901 998 286039 66 398 477 97 993 287084 348 409 43 1500] 53 691 Nr. 122. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt., 29. Mai 1907, Dritter Kongreß der Deutschen Gesellschaft zuz Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Mannheim, 24. Mai. In der Nachmittagssitung sprechen zuerst Schuldirektor Profeffor Kemfies- Berlin und Professor Schäfenader Mannheim über Iangte: " " B Bezeichnend für die moralische Tiefe des agrarischen Blattes und daß dieselbe Nummer des Blattes, die sich gegen Bildungsseuche“ für die Echtheit seines Gejammers über angebliche Unfittlichkeit ist, wendet- Annoncen über Gummiartikel enthält. Irat a. D. Dr. Eugen Seidig sprach über Streitber- finnungsgenossen schon lange ein Greuel; durch Beurlaubungen im liicherung". Das 19. Jahrhundert, so führte der Redner aus, habe legten Schuljahre suchen sie diefelben wenigstens etwas zu verringern. mit dem Aufschwung der Großindustrie fast gleichzeitig gewerkschaftliche Jm Grünberger Kreise in Schlesien beispielsweise wurde ein SchulDrganisationen der Arbeitnehmer geschaffen. Die ersten Gewerkvereine mädchen das lezte Jahr vom geistlichen Lokalschulinspektor beurlaubt, wurden 1868 von Dr. Mar Hirsch, teils aus wirtschaftlichen, teils aus weil der Herr Oberamtmann ein Gänsemädchen brauchte. Unnötig parteipolitischen Gründen nach dem Vorbilde der englischen Trade Unions fei mechanisches Auswendiglernen, die Kenntnis längst unter ins Leben gerufen. Fast zu gleicher Zeit wurden von sozialdemo- gegangener Völker und der Namen berüchtigter Menschenmassen Verraten sei dem„ Berliner Blatt", daß außer der fratischer Seite ähnliche Gewerkschaftsorganisationen geschaffen. Unter Mörder. ,, Seguelle Aufklärung in den höheren Schulen". der Herrschaft des Sozialistengefezes führten diese Organisationen ein Geschichte Kanaans, die allerdings, um religiöse Gesinnungen zu Ersterer verlangte im wesentlichen die Idealisierung des Serual- sehr beschauliches Dafein. Sie entwickelten sich erst wieder seit 1890. erweden", fo ausführlich gelernt wird, als follten unsere Schüler der triebes während der Entwidelungsjahre, weshalb die sexuelle Auf- Augenblicklich feien 2 Millionen gewerbliche Arbeiter in Deutschland alle zu Juden erzogen werden, nicht allzuviel bon triebes während der Entwickelungsjahre, weshalb die sexuelle Auf- gewerkschaftlich organisiert. Die Berufszählung dürfte ergeben, daß Geschichte alter Bölker in der Dorfschule erwähnt wird flärung in Schule und Haus genau zu regeln ist. Die wichtigsten in Deutschland 8-9 Millionen gewerbliche Arbeiter vorhanden seien. und berüchtigte Menschenmassen Mörder tommen nicht zur Entwidelungsvorgänge der Pflanzen und Tiere sind in den höheren wenn also noch kaum ein Viertel aller gewerblichen Arbeiter gewerk- Behandlung, oder will das Blatt damit auf ruhmvolle Lehranstalten in exakter Weise auf allen Stufen zu behandeln. fchaftlich organisiert sei, so seien diese Organisationen doch immerhin Taten der Hohenzollern und ihrer Handlanger in früheren JahrBegattungsvorgänge sollen indessen grundsäglich ausgeschlossen von Bedeutung, da fie fast ausschließlich gelernte und die best- hunderten auspielen. Warum erwähnt der so sachkundige Bäda sein und nur für Abiturienten soll eine Belehrung darüber er- gelohnten Arbeiter umfassen. Zwed dieſer Organisationen sei, goge des Blattes nicht die Ueberbürdung mit religiösem folgen. Herr Professor Schäfenader wünscht gleichfalls die Auf einmal die wirtschaftliche Lage der Arbeiter durch Erzwingung ehr- und Lernstoffe, der ja von den Schülern fortdauernd höherer Löhne und bestmögliche Arbeitsbedingungen zu präsent" gehalten werden soll, wie der revisionstechnische Ausdruck flärung über die Gefahren der Ansteckung bis zur Zeit des Abi- bessern, andererseits aber auch parteipolitische Vorteile zu lautet? Hierdurch wird hauptsächlich mechanisches Auswendiglernen turiums ausgeschaltet. Was übrig bleibe, könne gleichartig dar erreichen. Diese Arbeitnehmerverbände seien um so bedeutungs- verursacht. gestellt werden in Knaben- und Mädchenschulen; es sei überhaupt voller, da sie zweifellos auch auf die große Zahl der nichtorgani- Efelhaft ist aber die Bemerkung des Artikels, daß durch die auf die Tatsachen hinzuweisen, daß z. B. in unseren badischen fierten Arbeiter Einfluß haben. Die größten Arbeitnehmerberbände Schulbildung die niederen Instinkte geweckt würden, wenn man bie Mittelschulen Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden. bestehen in der Metallindustrie, Holz- und Textilindustrie. Hierzu Tiefe und Echtheit der moralischen Anschauungen seiner Kreise erwas sich sicher vald über das steich verbreiten und die Aufgabe tommen noch die Organisationen der Bauhandwerker. Diesen wägt. Auf den Gütern herrscht ja meistens ein schrankenloser der Schule in natürlicher Weise beschränken werde. Diese Aufgabe Organisationen gegenüber sahen sich die Arbeitgeber genötigt, fich geschlechtlicher Verkehr der Befizer und ihrer Beamten mit den weiblichen der Mittelschule müsse darin bestehen, der heranreifenden Jugend ebenfalls zu organisieren, um Streits nach Möglichkeit mit Arbeitern. Wenns nicht wahr ist, warum rühmen sich denn die einerseits eine natürliche und daher gesunde Anschauung von der Fortpflanzung des Menschen zu geben und andererseits die Phan- Erfolg abzuwehren. Da den Arbeitnehmern die Verhinderung Herren" deffen? Och senjungens machen," ist der Austasie vor berfrühten und krankhaften Ausschweifungen zu bewahren. des Zuzuges, die Ausstellung von Streikposten und vielfach eine druck, den sie in einzelnen Gegenden dafür haben. große Kaffe zur Verfügung stand, so saben sich die Arbeitgeber geLehrer Köster Hamburg behandelte die Frage der Jugendliteratur in ihrer Beziehung zur feruellen Aufklärung". Er ver- durch die Kassen der Arbeitnehmerorganisationen nach Möglichkeit zu literatur in ihrer Beziehung zur feruellen Aufklärung"." Er ber nötigt, au dem Mittel der Arbeitsaussperrung zu greifen, um das 1. Es ist notwendig, daß die heranwachsende Jugend in bezug schwächen und die Arbeiter zum Nachgeben zu zwingen. Allein troy auf das Geschlechtliche aufgeklärt werde. Hier kann, wenn Haus alledem wurden die kleineren und mittleren Fabrikanten durch Streits erheblich geschädigt. Die Großindustriellen waren und Schule versagen, ein belehrendes Buch gute Dienste tun. Sozialdemokratischer Agitationsverein für Arnswalde- Friebe. 2. Die Dichtung hat nicht den 3wed der Belehrung über weniger davon betroffen, diese feien in der Lage, sich eher feruelle Verhältnisse. Ihr Gebiet ist das der Psychologie; fie ber- selbst zu schützen. Jedenfalls waren die Arbeitgeber genötigt, bei berg. Heute 8, Uhr bei Boeker, Weberstr. 17: Sigung. Lese- und Diskutierklub„ Eintracht". Mitgliek versammlung bei mag in die Welt der menschlichen Gefühle einzuführen, speziell in Arbeitsverträgen eine Streiftlausel zu schaffen, um nicht auf Beet, Goßlerstr. 10/11, abends 8 r. Gnade und Ungnade den Arbeitnehmern ausgeliefert zu werden. allein nichtsdestoweniger werden durch einen Streit leinere und die Generalunkosten weiter gehen, auch wenn der Betrieb still steht. mittlere Arbeitgeber noch immer ganz erheblich geschädigt, da daher seit etwa zwei Jahren Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Die Arbeitgeber haben sich daher eine die auch schon eine Treppe( Sandelöstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Streifversicherung geschaffen, wochentäglich von 7 bis 9%, Ihr abends statt. Geöffnet 7 1hr. gewissen Erfolg gezeitigt habe. Er könne der Streitversicherung Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Er fönne Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort 5. Es ist ganz falsch, der heranwachsenden Jugend alle nur innerhalb der Organisation das Wort reden. Dichtungen vorzuenthalten, die von Liebe handeln es nicht billigen, daß, - im Gegenteil, wie vorgeschlagen werde, vielleicht wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. eine ausländische Versicherungsgesellschaft mit der Streifs$. 88. 8wedmäßig ist es, ausdrücklich den Antrag zu stellen, den Bes die Jugend muß dichterisch wertvolle Liebeslieder und Liebes. bersicherung beauftragt E3 dürfte flagten auch zur Bablung der dem Kläger erwachsenen Kosten einschließlich geschichten kennen lernen, damit die erwachenden Gefühle in gealsdann nicht der durch Wahrnehmung des Termins entstandenen zu verurteilen. funde Bahnen gelenkt werden. Höchst verderblich sind die land- ausbleiben, daß die Arbeitnehmer etwas ähnliches schaffen. C. K. 78. Der Antrag lann von der Mutter wiederholt gestellt werden. läufigen Badfischgeschichten mit ihren sentimental- verschrobenen Dann werde der Kampf nicht mehr auf sozialpolitischem Gebiete Unter den von der Mutter selbst verschuldeten Umständen ist die Durch zwischen den beiden Interessengruppen, sondern zwischen den zwei fegung des Antrages schwierig und zu empfehlen, sich der Hülfe eines AnO. Leicht 100. 1. Die Stlage hat wenig Aussicht In der Diskussion vertrat Fräulein Bischnewsta mit viel Versicherungsgesellschaften geführt werden. Und diejenige Gesell- malts zu bedienen.- O. Leicht Temperament den Standpunkt, daß unser feruell unerzogenes schaft, die den größten Fonds habe, werde den Sieg davontragen. auf Erfolg. 2. Der Vater und Ehemann bleibt unterhaltpflichtig. 3. Etwa 100 Mart. A. A. 29. So lange die Mutter nicht ausgeschieden ist, Geschlecht der ihm gestellten Aufgabe, die heranwachsende Jugend Dies wäre ein nicht erwünschter Zustand. Er sei auch nicht dafür, daß die gesamten, sondern nur ein Teil der durch den unver- mündliche Vorladung seitens des Gerichts ist gültig. müßten Sie Steuern zahlen. A. V., Rummelsburg. Auch eine R. R. 16. 1. Nach Hauptlehrer Lacroix- Mannheim nahm einen etwas ab- schuldeten Streit entstandenen Generalunkosten ersetzt werde. Im unferet Ansicht liegt für Sie ein wichtiger Grund zum sofortigen Aufgeben weichenden Standpunkt wie die übrigen Redner ein und behauptete, Grunde genommen müsse der Kampf auf fozialpolitischem Gebiete der Stelle vor. Daber hat der Chef bis zum 1. Juli zu zahlen. 2. Beträgt daß die Schule die sexuelle Belehrung nicht bringen könne, weil geführt werden; nur dadurch sei es möglich, eine Einigung zu 3hr Jahresgehalt bis 2000 m., so ist das Gewerbegericht, sonst das Amtsder Kernpunkt der ganzen Frage die Begattung sei. Diese Frage schaffen. Nach dem Vorbilde Deutschlands beginnen die Arbeitgeber gericht und bei einer Forderung über 300 M. das Landgericht zuständig. tann aber vor dem 12. Lebensjahre vor den Kindern nicht behandelt in Desterreich und Rußland Streitversicherungen zu organisieren. 3. Sie können den gesamten Betrag bis zum 1. Juli einklagen. werden, und später gehe es erst recht nicht, weil der Geschlechtstrieb Jedenfalls sei zu wünschen, daß die Waffen der sich feindlich gegenauf der Lauer liege. Denselben Standpunkt, daß nur das Haus über stehenden Organisationen baldigst den sozialen Frieden herbeidie sexuelle Aufklärung vollziehe, vertrat im Namen des Vereins führen werden. fatholischer Lehrerinnen Frl. Schmidt, während die Lehrerinnen Stiehl Stettin und Duensinger- Hannover, der Lehrer Flachs, Dr. Oehen- Breslau mit großer Entschiedenheit sich in entgegengeseztem Sinne aussprachen, wobei sie ohne Zweifel die große Mehrheit der Versammelten auf ihrer Seite hatten. Mannheim, 25. Mai. die der Liebesgefühle. 3. Hier gilt das Wort: Kinder dürfen alles hören und lesen, was teusch dargestellt ist und was nicht über ihr Auffassungsbermögen hinausgeht. 4. Bei der Lektüre jüngerer Kinder sollte man nicht ängstlich jeden Ausdruck meiden, der sich auf geschlechtliche Verhältnisse bezieht( schwanger sein, Kind gebären und ähnliches). Gefühlen. In der heutigen Sitzung referierte zunächst Dr. med. v. den Steinen Düsseldorf über Borträge vor Abiturienten. Den Hauptwert will der Referent auf eine rein wissenschaftliche Darstellung der Physiologie der Fortpflanzung gelegt wiffen. Die nicht zu späte Einzelehe mit der Frau besonderer Wahl ist das Ideal. Biel lebendig und weckt die höchsten förperlichen und geistigen Kräfte. In der zeitweiligen Unterbrüdung rein sinnlicher Triebe liegt die höchste Uebung der Selbstbeherrschung. Der Geschlechtstrieb ließe sich bis zum 25. und 30. Lebensjahr zurüddrängen, ohne irgend welchen Schaden für die Gesundheit. Namentlich müsse ben Abiturienten gelehrt werden, den Alkohol zu meiden, denn niemand habe noch außerehelich seine Keuschheit verloren, ohne daß er sich vorher betrunken gehabt hätte. Dr. W. Fürstenheim- Berlin, der über dasselbe Thema sprach, nahm in bezug auf die geschlechtliche Abstinenz einen anderen Standpunkt ein. Regierungs- und Gewerbeschulrat Bedert Schleswig referierte über feruelle Aufklärung für die schulentlassene Jugend. Er fordert, zu erklären, daß 1. ein dringendes Bedürfnis zur Aufklärung der schulentlassenen Jugend über die geschlechtlichen Vorgänge, über das Wesen und die Folgen der Geschlechtskrankheiten vorliege. 2. An Fachschulen, die Unterricht in der ersten Hülfeleistung bei Unglüdsfällen erteilen, ist dieser Unterricht zu einem allgemein hygienischen auszugestalten und auf das fragliche Gebiet aus zudehnen. 3. An Fachschulen ohne solchen Unterricht und an Fort. bildungsschulen sind von Aerzten einige Vorträge über Seguals hygiene abzuhalten. 4. Den Mädchen sollten die nötigen Aufklärungen bereits in der Volksschule durch Lehrerinnen gegeben werden. Ueber Leitfäße auf: B ,, Segualpädagogik in Bolksschullehrerseminaren" sprach Hauptlehrer Lacroix Mannheim. Er stellt folgende 1. Die Not zwingt, neue Wege auf diesem Gebiete zu suchen. 2. Die bisherige Methode des Stillschweigens über alles Geschlechtliche hat gänzlich versagt, wie die Steigerung der Not beweist. 3. Es muß mit der Aufklärung über das Geschlechtsleben und feine Hygiene versucht werden. 4. Es gibt für die Aufklärung zwei Wege: a) Aufklärung durch die Eltern, b) Aufklärung durch die Schule. 5. Aufklärung durch die Eltern muß so früh als möglich bes ginnen( Elternabende). 6. Aufklärung durch die Schule erfolgt später als durch die Eltern und bedarf bei den heutigen Verhältnissen langsamer Vorbereitung. 7. Im Interesse des Boltsschullehrers selbst und seiner Tätigkeit in der Schule muß er im Seminar in Sexualpädagogik ausgebildet werden. Soziales. Streitversicherung. Ein eigenartiger Vortrag fand am Montagabend in ber Internationalen Bereinigung für Rechtswissenschaft und Volkswirt fchaftslehre" statt. werde. einen Briefkaften der Redaktion. 2. Z. Ja. E. ch. 100. Ein Auslandspaß ist nicht erforderlich, aber zwedmäßig. Sch. 54. Altersrente wird erst vom vollendeten 70. Jahre ab gezahlt. Die von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten Anträge auf Herabflären. sehung der Altersgrenze find seinerzeit abgelehnt. Wegen des Anspruches auf Invalidenrente wenden Sie sich an die Versicherungsanstalt Am Die durch den Vertreter der Großindustriellen propagierte Ber- Stöllnischen Bart. Sie können den Antrag schriftlich oder zu Protokoll er sicherung gegen Streifs ist um 10 beachtenswerter, als die neueren Sie wohnen, die Anberaumung eines Sühnetermins beantragen. Zu dem A. 10. Sie müßten zunächst beim Amtsgericht, in dessen Bezirk Reichsgefeßentwürfe über das Versicherungswesen die Möglichkeit Sühnetermin müßten Sie erscheinen. Erst wenn der Sühnetermin fruchtlos jeglicher Selbstversicherung der Arbeiter von behördlicher abgelaufen ist, fönnen Sie die Stlage auf Herstellung des ehelichen Lebens Winfür abhängig zu machen suchen. Der Vortrag fah, vielleicht aus oder auf Ehescheidung anstellen. Diese Klage muß durch einen Anwalt diesem Grunde, von einer Erörterung der rechtlichen Grundlage beim Landgericht eingereicht werden. Es ist zweckmäßig, zu diesem Behuf einer Streitversicherung ab. " Zur Bildungsscuche" der Agrarier. fich das Armenrecht bewilligen zu lassen. R. 10. Nein, Sie müßten lage einreichen und könnten, wenn der Aufenthalt des zu Berklagenden nicht zu ermitteln ist, öffentliche Ladung beantragen. Aus ländlichen Lehrerkreisen geht uns folgende Betrachtung über Stirche austreten, Sie müßten das in Ihrem Heimatslande bewirken. 23. B. 24. Als Ausländer tönnten Sie nicht in Deutschland aus der einen Artikel" Bildungsseuche" zu, der in Nr. 113 des agrarischen.. 46. Zur Weiterversicherung genügt es, daß fe zwei Jahre hindurch Berliner Blattes" erschienen war und von da aus in anderen mindestens 40 Marken geliebt find. Sind mehr Marten geklebt, so wird für den Fall der Rentenzahlung die Rente höher. O. W. 30. 1. Ihr Mann agrarischen Blättern die Runde macht. In unserer Zeit wird über die Aufgaben der Jugendbildung soll es auf eine Stlage antommen lassen. Es müßte der Beweis geliefert gestritten; man ist sich darüber nicht einig, was die Jugend lernen werden, daß er in der Tat in schuldhafter Weise den Schaden verursacht sei es aur foll, um, Tugend, sei es zum Lebensglück, hat. 2. Ihre eigenen Sachen hasten nicht für die Schulden des Mannes. K. P. 20. Die Klage ist nicht ganz aussichtslos, hat aber wenig Auszu gelangen; auch ist nicht ausgemacht, ob man mehr auf die ſicht auf Erfolg. Eine Haftung des Eigentümers fann nur aus den allgeIntelligenz oder auf den Charakter wirken soll; die Alltagserziehung meinen Vorschriften des Bürgerlichen Geschbuches über Schadenersak abläßt die Frage unklar und gibt keine Entscheidung an die Hand, ob geleitet werden. Lassen Sie sich bebuss Anstellung der Klage das ArmenB. L. Die alte Kündigungsfrist gilt man betreiben solle, was die Bedürfnisse des Lebens verlangen oder recht vom Gericht bewilligen. 23. 3. 1000. 1. Ja. 2. Nein. was auf die Tugend abzielt oder auf Studien, die darüber hinaus- auch für die neue Gehaltsvereinbarung. C. N. 67. Der Stauf bricht Miete nicht, wenn aber ein Haus in der gehen: jebe dieser Ansichten hat Anwälte gefunden.". Dieses Urteil, das wohl ganz modern flingt, ist nicht in der Subbastation erstanden wird, so ist der neue Eigentümer berechtigt, die alten Verträge vorzeitig zu fündigen. Und zwar fann er, wenn er im legten Zeit gefällt worden, da die Forderung einer mehr auf die ersten Quartal 1907 das Haus erstanden hat, bis am 3. April zum 1. Juli kündigen. Ist das Haus erst im zweiten Duartal erstanden, so kann er es liegt vielmehr weit zurück: Aristoteles hat es ausgesprochen. erst zum 1. Oftober fündigen. J. R. 95. Können Sie den SachDie alten Griechen haben sich nun in der Praxis für die formale verhalt so beweisen, wie Sie ihn behaupten, so flagen Sie auf ungültigkeit Bildung entschieden, galt ihnen doch die wirtschaftliche Bewertung des Vertrages wegen Betruges und verlangen Sie Ihr Geld unter RückM. 12. Nach§ 23 des neuen Einkommen des zu Erlernenden für unwürdig und abgeschmackt. Die Bildung gabe der Stiefel zurüd. steuergesetes leider ja. G.. 42. 1. und 2. Vorläufig leider ja. follte nicht ein Werkzeug, eine Ausrüstung sein, sondern ein Schmuck, Sie tönnen nun aber mit Aussicht auf Erfolg auf Aufhebung des Urteils eine Zierde des Menschen. des Stadtausschusses flagen. G. M. 12. Ein solches besteht nur in Bei den Römern dagegen findet sich ein Abwenden von dem der Stürassierstraße. B. H. 39. Wenden Sie sich direkt mit einer An. rein formalistischen Prinzip. Petronius fagt einmal: Ich meine, frage an das Kolonialamt. G. G. 101. Sie tönnen bei dem Amts: daß in den Schulen die Buben gemacht werden, weil sie da nichts gericht Berkauf Erbteilungshalber beantragen. Den Zuschlag erhält dann von dem hören und sehen, was von gemeinem Rugen ist." und an derjenige, der das Höchste geboten hat. Nachträglich fönnen Sie nicht Die Kosten fallen vorläufig Ihnen, dann dem gesamten einer anderen Stelle, wo er von der Leerheit der rhetorischen zurüdtreten. Uebungen spricht:„ Wer solche Nahrung erhält, fann so wenig zu Nachlaß zur Last. 1879 Alfons. Tragen Sie in der VersicherungsE. 23. Nein. Verstand kommen als derjenige zu Wohlgeruch, welcher in der Küche anstalt Am Köllnischen Park den Antrag mündlich vor. R. H. 17. Wenden Sie sich an eine Buchhandlung. 2. M. 100. wohnt." Sie müßten sich an einen freidenfenden Brediger wenden. K. H. Leider Man sollte meinen, seit Aristoteles und Petronius müßte nun mein. doch der Streit zwischen den beiden Bildungszielen entschieden Gurian. Wenden Sie sich an den Handels- und Transportarbeiterverband, P. 95. Bis zur erreichten Volljährigkeit oder Selbständigkeit. sein. Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil stehen sich Griechen und Engel- Ufer 15. S. H., Schöneberg. Leider ja, aber eine Eingabe an den Magistrat unter Römer noch immer in verschiedener Saltung gegenüber. Nur für unsere Agrarier ist der Stampf entschieden, aller Darlegung des Sachverhalts mit dem Antrag auf Niederschlagung oder Dings in dem Sinne, daß fie meinen, für die Ermäßigung des Steuerbetrages hätte Aussicht auf Erfolg.- F. N. 109. Benn bei der letzten Mietszahlung nicht ein ausdrücklicher Vorbehalt gemacht war, nein. Arbeiter fei irgend welche Bildung überhaupt Gutsbesitzer 20. Ihre Frau würde noch heute auf Bahlung der unnötig. Mimente für die ersten 14 Jahre Jhres Lebens flagen fönnen. Etwa 20 M. pro Monat werden als angemessen von dem Gericht erachtet. Fordern Sie erst den Betreffenden zur Zahlung auf. DP Die Kinder lernen heute zu viel, wir be tommen feine Arbeiter mehr," flagte dem Schreiber dieses bor furzem ein schlesischer Rittergutspächter. Dasselbe meint ein Bildungsseu che" überschriebener Artikel in Nr. 113 des Berliner Blattes". Dort heißt es: B Frida O. Wenden Sie sich direkt an das Museum. Witterungsübersicht vom 28. Mai 1907, morgens& hr. Stationen Beller Staftenen fams, der Auflehnung, der Entfesselung aller niederen Instinkte. Durch die Lande geht ein böser Geist, der Geist des Ungehor Unsere Jugend hauptsächlich ist von diesem Geiste, der einer verDie Symptome der heerenden Seuche gleicht, ergriffen. Krankheit, die sich hier am Leibe der Jugend zeigen, weisen uns den richtigen Weg. Wir haben eine Bildungs- Swinembe 759 NW 3'heiter seuche, und sie wird in der Schule eingeimpft, und durch gamburg 761 N sie wird der jugendliche Geist und Körper bergiftet. Die Berlin Folgen zeigen sich in der Landflucht, in der Scheu vor förperlicher Frantj.a. m 762 ND München Arbeit, in der Verweichlichung, in der Oberflächlichkeit." Bien Jeder auch nur oberflächliche Kenner wird wissen, daß auf dem Lande von einer Bildungsfeuche" feine Spur zu finden ist: das Wort Landflucht gibt die Ursache des ganzen Ergusses zu erkennen. Der Stellvertrende Geschäftsführer des Weiter wendet sich der Artikel gegen die achtjährige Schulzeit. bei 8entralvereins deutscher Industrieller, Regierungs- Denn die acht Schuljahre sind unseren Agrariern und ihren Ge761 N 761 NW 7619 Weller Zemp. n. G. 43274 11 Haparanda 753 N 3 balb bd. 10 Betersburg 739 10 Scilly 15 berbeen 8' wollig 763 DND 770 NND 762 NO 3 Regen 2 wolfig 1 halb 6d. 12 2 wollig 14 18 3 heiter 2 heiter 1 tbollen! 16 Baris 1 heiter Wetter Prognose für Mittwoch, den 29. Mai 1907. Troden und ziemlich heiter, nachts sehr fühl, am Tage etwas wärmer mäßigen westlichen Binden. Berliner Betterbureau Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Bublitum gegenüber feinerlei Verantwortung. # Theater. Mittwoch, den 29. Mai. Anjang 72 Uhr. Kal Opernhaus. Salome.( Anf. 8 Uhr.) Rg, Schauspielhaus. auf Tauris. Iphigenie Die Neues fgl. Overntheater. jieben Schwaben. Dentiches. Robert und Bertram. Anfang 7%, Uhr. Rammerspiele Aglavaine sund: Selysette. Anjang 8 Uhr. [ Anf. 8 Uhr. Menes Schauspielhaus. Sopfen raths Erben, Westen. Die lustige Bitwe. Siller 0. Walner- Theater.) Ein Falliffement. Schiller Theater Charlottenburg.. Monna Banná. Shiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) Am grünen Beg. Berliner. Der Hund von Baster. ville.. Leffing. Die Fledermaus. Zentral. Das Mädchen aus dem Nachtcafé. Kleines. Marcell Salzer. Neues. Der Dieb. Lorying. Opern- Aufführung. Anfang 7 Uhr. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Thalia. Wo die Liebe hinfällt. Luisen. Geschlossen. Trianon. Fil. Josette Frau. meine Bernhard Rose. Im Rausche des Lebens. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Serrufeld. Es lebe das Nachtleben. Vorher: Die Welt gehi unter. Wintergarten. Spezialitäten. La Tortajada. Avallo. Der lustige Witmer. Spezialitäten. Rajino. Nid Carter. Spezialitäten. Der grüne Teufel Walhalla. Spezialitäten. Vaffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Hrania. Zaubenurefc 4% 19. Abends 8 br: Im Rande der Mitternachtsfomnie. Sternwarte, validenite. 57/62. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne DOLOCISCHER CARTEN Täglich nachm: 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte, Residenz- Theater. Divektion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und P. Veber. WINTE! 765 ARTEN Letzte. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Ballner- Theater). Mittwoch, abends 8 br: Ein Fallissement. Schausp. in 5 Aufz. von Björnstjerne ******* Björnson. Donnerstag, abends 811 br: Moloch.. Der zerbrochene Krug. Freitag, abends 8 11 br: Ein Fallissement. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8.Schiller- Theater Charlottenburg, Mittwoch, abends 8 Uhr: Monna Vanna. Echaufpiel in 3 Aufzügeit y. Maurice Maeterlinc. Deutsch von Friedrich Donnerstag abends 8Uhr: v. Oppeln Bronikowsti. Ein Fallissement. Freitag, abends 8 Uhr: Monna Yanna. 1: Heute Mittwoch: Adler Frankfurter, Chaussee 5. Große Soiree der Willy Walde- Sänger. Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Jeden Sonntag: Künstler- Konzert und Spezialitäten. DERNHARD ROSE THEATED ( Gr. Frankfurterity: 132 Mittwoch, den 29. Mai: Anfang 4%, Uhr. Im Garten: Der Fluch des Goldes. Wochenpreise. Abends 8 Uhr im Theater: Ju Nausch des Lebens. Sommerpreise.. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vorstellungen Passage- Theater. des glänzenden Mai- Programms. Jeden Abend 8 Uhr: Das Mai- Programm. Der größte Erfolg der Saison! Grete Gallus Prater- Theater. Mascha Dignam Staftanien- Allee 7/9. Täglich: Flotte Weiber Ferdinand Bonns is Spezialitäten. Berliner Theater. Konzert and Ball.*** Anfang 8 Uhr. anfang 44 3 Clarus Brothers 14 Attraktionen 14. Brunnen- Theater Badstraße 58, Dirett. Bernh. Rose, 10 Attraktionen ersten Ranges 10. ma 33 Paul Coradini. X Rambler Comp. Der Hund von Baskerville. Metropol- Theater Donnerstag und Freitag: Sherlod Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Der Teufel lacht dazu. Anfang 8 1hr. Der Dieb. Donnerstag, Freitag: Der Dieb. Sonnabend: Die Condottieri. Sonntag: Die Condottiert. Große Jahresrevue in 7 Bildern) von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. Kleines Theater Polo * Abends 8 MARCELL- SALZER- ABEND. Morgen und folgende Tage, abends 8 Uhr: Marcell- Salzer Abend. Lortzing Theater Bellealliancestr. 7/8.. Mittwoch, den 29. Mai, 7 Uhr: Opernaufführung des Sternschen Ron servatoriums: Die Walküre.( 1. Aft.) Lohengrin.( Szenen des 2. u. 3. Att.) Die Meistersinger.( 3. Att bis zur Berwandlung.) Abonnements gültig! Donnerstag: Die Fledermaus. Schluß der diesf. Spielzeit 31. Mai. Bellealliance- Garten: Täglich: Elite- Variété- Vorstellung. Lustspielhaus. Sommerpreise. bends 8 Uhr:. Husarenfieber. Zentral- Theater. Gesamtgastspiel des Ernst DruckerTheaters. Täglich 8 Uhr: Das Mädchen aus dem Nacht- Café, Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Am grünen Weg. Sommerpreise. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Dienstag: Geschlossen. Mittwoch: Donnerstag zum erstenmal: Das Rätsel seiner Eye und folgende Tage. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. W. Noacks Theater. a Cheater Ganz Berlin lacht über Hartstein und seine Burleske: Der luftige Witwer. 1. Bild: Das letzte Mal. 2. Bild: Die Folgen davon. Borber 8 Uhr: Bedeutende Speziali täten m. Merians Hunde- Bauerntheater. Gebr. Herrnfeldfans Theater overt 8 Uhr. 11-211hr 57 Kommandantenstraße 57. Schluß der Spielsaison: Freitag, 31. Mai. Bis dahin allabendlich d. Novität Es lebe das Nachtleben! Eine Separée Affäre mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borkes Die Welt geht unter! Steidl Theater. Brückenstr. 2( a. b. Sannom. Br.) Nur noch 3 Abendes ber beliebten Dtrettion: Rab, Diff. Beinmenftr. 16. Steidl- Sänger Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes Dazu: Die erftflaff. Spezialitäten. 10 Uhr Die goldene Jusel. Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche v. 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Vorst. im Saal. vor ihrer russischen Gastspielreise. Wiedereröffnung: Sonnabend, den 17. Auguft. Jm Steidl- Reffaur. u. Garten während des ganzen Sommers: Gr. Streichkonzert. Vorz. Küche. Der Geiſterſput im Gefängnis. Pantomime Mokaschly Truppe. Im Fluge durch die Welt. Ausstattungs- Volksstück in 6 Bildern. Eröffnung. 2 Uhr. Anfang 5 Uhr. Billettvorverkauf von 10 Uhr ab an der Theaterkasse. Valhalla Neue Welt Hasenheide 108-114. Mittwoch, den 29. Mai 1907: Kinderfreudenfest Gratisverlosung. Bonbonregen. Buppentheater. Kinderjackelzug. I. Preise: filberne Herrenund filberne Damen- Uhren. Gr. Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr Entree 15 Pf. Im Konzertgarten: Gr. Konzert des Theiss- Orchesters. Anfang 6 Uhr. Entree 10 Pj. Max Kliems Sommer- Theater Sajenheide 13/15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 11hr ab geöffnet. Variete Theater Volksgarten- Theater. einbergsweg 19/20, Molenth. Tor. Heute abend 8 Der grüne Teufel. Sensations Pantomime... Drahtseil 5 Jungmanns, fünſtler. 12 Spezialitäten 12 Frei: Kontzert. Bad- Behmstraße Bahnhof Gesundbrunnen Bellermannstraße. Das Bild der Mutter oder Berliner Zimmerleute. Bollsstück mit Gesang in 3 aften. Hierzu: Das neue Sozialdemokratischer Wahlverein des 2. Berliner Wahlkreises. Am Sonnabend, den 25. Mai, ist wiederum ein treuer Stämpfer Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg.. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Beerdigung. des Genossen Jakob Bamberger Hermann Henschke aus unseren Reihen geschieden. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 29. Mai, nachm 411hr, auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde in Weißensee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 239/8 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Zobes- Anzeige. Am 25. b. m. verstarb unser Mitglied, der Schloffer Wilhelm Otte Antonftr. 48. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 1hr, bom Krankenhause Moabit( Eingang Birkenstraße) aus nach dem Se bastian Friedhof in Reinickendorf, Humboldtstraße, statt.. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/14 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schrift gießer Otto Lindstaedt ( 2. Bezirk) perstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, bon der Leichenhalle des neuen Rir dorfer Friedhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Umi zahlreiche Beteiligung ersucht 2326 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, Drechsler Paul Hoffmann am 26. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. Mai, nachmittags 22 Uhr, von der Leichen halle des Bartholomäus Stirchhofes in Faltenberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet. 10 Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe. Todes- Anzeige. Am 24. Mai verstarb plößlich an Herzschlag unfer Mitglied und Kollege 290/20 Paul Corinth Lithograph im Alter von 45 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Fröbels Allerlei- Theater Riesen Spezialitäten- Programm. andenten bewahren. Schönhauser Allee 148 und Kastanien- Allee 97/99. Heute Mittwoch: Großer Sonder- Abend. Sunfifräfte. 15 durchweg brillante 15 8 Genießet das Leben. Um en! Die Hochzeitsreise. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Avis! Sonnabend, den 1, Juni Erstes großes Kinderfest. Schweizergarten Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn 1, 2, 4, 17,59, 62, 63. 74 Täglich: Theater- Vorstellung. Neue Spezialitäten. Kinematograph und Ball. Freier Damentanz. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Ostbahn- Park Am Kustrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Segler- Schloß" Volksbelustigungen. X Großer Ball. Kottbuser Sanssouci, Straße 5. Direftion Wilhelm Reimer. Der Garten ist geöffnet. Sonnt., Mont., Donnerst.:: Hoffmanns Nordd, Sänger u. Tänzkränzchen, Stets neues aftuelles Programm. Die Beerdigung findet. Heute Mittwoch, den 29. d. M., nach mittags 5 Uhr, von der Zeichenhalle des Schöneberger Kirchhofes in der Marstraße aus statt. Die Verwaltung der Filiale Berlin III ( Lithographen). Invaliden- Unterstützungskasse Sonnt. Beg. 5, wochent. 811. d. Steindrucker u. Lithographen. Für nächste Saison sind fämtl. Soniab. bereits Noch einige Mittwoch Abende find frei. befeyt. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger Anjang Wochentags Buhr, Sonntags 7 Uhr. ReichshallonGarten und Restaurant: MilitärKonzert. Bruch- Pollmann empfieblifein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern ,, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. iierf. Dris- u. Site- Strantentaſſen. Berlin C., 4408* 30. Linien- Straße 30. Hankels Ablage. Die Beerdigung des am 24. Mai verstorbenen Lithographen Paul Corinth findet am Mittwoch, den 29. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichens balle des Gemeinde- Friedhofes in Schöneberg, Magstraße, aus statt. 9655 Das Komitee. Deutscher am Donnerstagnachmittag 6%, lhr von der Leichenhalle des neuen Luifen Stirchhofes am Fürstenbrunter Weg aus statt findet. 250/15 Um rege Beteiligung wird er erfucht. Der Vorstand. Treffpunkt: 5%, Uhr im Boltshaufe, Rosinenstraße 3 und bei Batsch, Sesenheimerstr. 11. Vereinigung der Maler usw. Zahlstelle Wilmersdorf.. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Montag, den 27. Mai, unser Kollege Max Völz verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Mai, abends 6 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Kirchhofes, Berlinerstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Portefeuiller. Am Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 4 Uhr, verstarb nach langem schweren Strantenlager unser treues Mitglied, der Ga lanterie- Arbeiter Karl Radunke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. Mai, nach mittags 5 Uhr, von der Zeichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Hermánn straße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. 109/7 Todes- Anzeige. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß der Rabigputer, frühere Borsigende 50430 Karl Nieke am 25. Mai 1907 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. b. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle bes Sebaftian Kirchhofes in Reinickendorf, Qumboldtstraße, aus statt. Um ftilles Beileib bitten Die Hinterbliebenen Am Sonntag, den 26. Mai, verstarb unsere im 23. Jahre stehende, langjähr. Mitarbeiterin Charlotte Pauer. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Donnerstag, den 30. Mai, nach mittags 5 Uhr, von der Leichen halle des neuen Golgatha- Kirch hojes, Barfußstraße, aus. 9455 Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann. Am Sonntag, den 26. d. M., früh 7 Uhr, ftarb plößlich und unerwartet infolge innerer Ber blutung meine gute Frau, unsere liebe Mutter Luise Schuster geb. Falk im 38. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet 9635 Hugo Schuster nebit Kindern. Berlin N. 37, Kastanien- Allee 34. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, von der Stapelle bee Zions Gemeinde, Nordend, aus ftatt. Dankfagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Baters, Groß- und Schwieger bafers Daniel Matthes sagen. wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sovie feinen früheren Holzarbeiter- Verband toegen der Firma Lüben u. Busse Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Nollege, Maschinenarbeiter Albert Renner am 22. Mai gestorben und am 26. Mai beerdigt ist.' Ehre seinem Andenken ,! Die Ortsverwaltung. Danksagung.. dem Sozialdemokratischen Wahlverein und insbesondere: dem Gesangberein Melodia" unseren herzlichsten Dant. Nigdorf, den 28. Mai 1907. 50592 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die uns beim Hinscheiden meiner lieben unvergeßlichen Frau, Mutter, Schwester und Tochter be wiesene Teilnahme sagen wir unseren herzlichen Dant. 50412 Otto Müller nebst Stindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung meines, lieben Mannes, unseres guten Baters, Jagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten, besonders dem Herrn Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen KranzAlle Bruchbänder mit elastischen Bespenben bei der Beerdigung meines Toten, angenehm u. weich am Störper. lieben Mannes, unseres guten Vaters Georg Duvinage fagen wir allen Berwandten und Freunden, insbesondere den Kollegen Befizer: W. Heinrich. der Firmen Dewitt ur Herz und Zur bevorstehenden Sommerfaison halte ich mich werten Vereinen, A. Stettner, sowie dem 2. 11. 5. Wahl- Chef, Meister und Kollegen der Fabrit Fabriten, Schulen ufiv. bei Zusicherung aufmerksainster Bedienung beftens freis und dem Deutschen Metall- Brauert in Stralau unseren herzlichen empfohlen. 3 nene sale nud Sallen.- Schöne Spielplätze.arbeiter Berband unfern beralih Ww. Wunsch nebst Kindern. Badeanstalt. Boote und Beluftigungen aller Art. 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Rechnungslegung für das Jahr 1906 durch den Vorstand. 2. Bericht der Rechnungsprüfungsfommission und Dechargeerteilung für den Vorstand und den Rendanten. 8. Ergänzungs- bezw. Neuwahl des Borstandes( ein Arbeitnehmer, zwei Arbeitgeber). 4 Rustimmung zu der zwischen dem Zentralverbande der Ortstrantenfaffen im Deutschen Reiche einer feits und dem Verbande der Verwaltungsbeamten der Krankenfaffen, Berufsgenossenschaften usw. Deutschlands andererseits abgefchloffenen Tarifgemeinschaft. 5. Abänderung der für die Kaffenbeamten bestehenden Besoldungs. ordnung auf Grund der Tarifgemeinschaft. 6. Abänderung der§§ 13 Absatz 1 Biffer 3 und 38 Abfaz 3 der Kaffenfazung. 274,13 7. Verschiedenes. Bemerkung. Eventuelle Be schwerden gegen die Geschäftsführung werden in der Generalversammlung nur beantwortet, wenn diese mindestens drei Tage vor derselben im Staffenlofal schriftlich abgegeben werden. Zum Eintritt berechtigt sind nur die mit Legitimationstarten versehenen Bertreter. Weißensee, den 27. Mai 1907. Der Vorstand ber Orts Krankenkasse für den Gemeindebezirk Weißenfee. Fuhrmann, Borsitzender. Teilzahlung monatlich 10 M. liejere Herren- Garderobe nach Maß( billigste Preise). J. Tomporowski, inbenftr. 110, 2. Etage. Nähe Belleallianceplay. Staffe 10% billiger. Verleih- Institut: Friedrichst. 115 1, a.Orabg. Tor. Eleg. Frack, Gehrod 1,50, ose 1,00, Weste 50 Bf. FrackSoeben erschienen! Gruppenbild der Sozialdem. Reichstagsfraktion 1907. Auf elegantem Karton. Bildgröße 55:40 cm. Preis 40 Pf. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69( Laden). 4361L* PhänomenZigaretten mit Kopf Nach Egyptischer Art hergestellt. 3,4.5 Pf. das Stück. Zigaretten- Fabrik„ NAMKORI". Zahnärztliche Klinik 106 Belle- Alliancestraße 106, gegenüber Warenhaus Jandorf. Zahnziehen unentgeltlich. Bei fünftl. Zähnen u. Plomben w. d. Auslagen berechnet. Geöffnet von 9-6 Uhr. Sonntags 9-12 Uhr. 46342* Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. 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Mai, von 7 Uhr abends an eine Flugblattverbreitung in Groh-Berlin statt. Zentralvorst and und Gewerks chafts-Kom- Mission haben einstimmig weitgehendste Unterstützung zugesagt. Wir ersuchen die Parteigenossen, heute abend so früh" zeitig als möglich. Mann für Mann, an den bekannten Stellen anzntteten, damit die Verbreitung prompt und schnell vor sich geht. In Berlin findet die Verbreitung in allen sechs Zireisen statt. In Teltow-BeeSkow an folgenden Orten: Adlershof, Britz. Charlottenburg. Köpenick. Friedenau. Mariendorf. Rixdorf, Schöneberg, Steglitz. Tempel Hof, Treptow» Bau mschulenweg, Wil- m e r s d o r f. Im Wahlkreise Niederbarnim: Friedrichsberg, Friedrichsfelde, Lichtenberg, Pankow, Tegel, Reinickendorf(Ost und West), Rummelsburg. Weißensee, Wilhelmsruh. Parteigenossen, tut Eure Schuldigkeit! _ Der Zentralvorstand. KarlShorst. Die Genossen werden ersucht, sich zur Flugblatt» Verbreitung heute abend 8 Uhr recht zahlreich bei Grohn. Adalbert- straße, Ecke Hönower Wiesenweg, einzufinden. Lerlmer IVacbrickten. Die Museen der Reichen. Wenn die deutschen Spießer in Italien den Ruhm der deutschen Kultur verbreiten, pflegen sie weidlich darüber zu schimpfen, daß in den Museen an Wochentagen ein Eintritts� preis erhoben wird. Zweifellos ist das ein Mißstand, aber man kann mit einigem Recht sich darauf berufen, daß Italien ein armes Land ist und daß es sehr viel Museen zu unter halten hat. In England und Frankreich dagegen wird in den großen städtischen und staatlichen Sammlungen kein Eintrittsgeld erhoben. Auf seinem Vormarsche in der Welt voran ist jetzt Preußen wieder einen ordentlichen Schritt rückwärts geschritten. In Berlin sollen im Kaiser Friedrich. Museum und in der Nationalgalerie an drei Wochentagen Eintrittsgelder erhoben werden. Die Keneralverwalwng der kgl. Museen hat diese Maßregel der Unkultur offenbar der breiten Oeffentlichkeit nicht mit zuteilen gewagt. Nur der„Lokal-Anzeiger" wurde davon in Kenntnis gesetzt. Daß die Behörde sich schämt, solche kultur schädlichen Attentate der ganzen Presse mitzuteilen, wie sich das gehören würde, wäre zweifellos ein Zeichen gesunder Scham. Wahrscheinlich liegt aber eine ungehörige Ver ramschung von Nachrichten vor. Wir erwarten jedenfalls von der Generalverwaltu n g eine Aufklärung darüber, ob nach ihrer Meinung die Oeffentlichkeit interessierende Mitteilungen der gesamten Presse zuzustellen sind oder nur dem Scherlblatt, und ferner durch welche legalen oder illegalen Manöver das Scherlblatt zu diesem Monopol kommt. Die ominöse Mitteilung selbst besagt: Vom t. Juni d. I. ab wird im Kaiser Friedrich Museum Dienstags und Mittwochs, in der Nationalgalerie Freitags und Sonnabends ein Eintrittsgeld von 60 Pf. erhoben. außerdem aber in beiden Museen der ReinigungStag von 1 Uhr ab gegen ein Eintrittsgeld von 1 M. freigegeben. ReinigungStag bleibt im Kaiser Friedrich-Museum der Montag; in der National- aalene wird er vom Dienstag auf den Donnerstag verlegt. In beiden Museen sollen die Kopisten und Führungen ganz auf die Zahltage beschränkt und ferner die beiden Museen an allen Wochentagen(sowohl den freien Tagen als auch den Zahltagen) so lange geöffnet bleiben wie jetzt Sonntags, im Sommer also bis 8 Uhr.— Die übrigen Museen bleibe» frei zu- aänglich. Das alte und das neue Museum, das Pergamon- Museum, daS Museum für Völkerkunde nebst der Sammlung für Volkskunde und das Kunstgewerbe-Museum sind während der Monate April bis September an den Wocheutagen, mit Ausnahme der Montage, von 10 bis 4 Uhr, Sonntags und an den zweiten Feiertagen der hohen Feste von 12 bis 6 Uhr für das Publikun, geöffnet. So wird in der Lichtstadt Berlin unter der Obhut des preußischen Vogels die Kunst gefördert. Die deutschen Philister können jetzt bei sich zu Hause ebenso gut schimpfen. Der tremde, der nach Berlin kommt und sich in dem verzwickten ystem der freien, unfreien und Reinigungstage nicht mehr auskennt, wird häufig lieber ganz auf die Genüsse der könig- lichcn Kulturanstalten verzichten. Wollen Arbeiter aber einmal nach dem Rezepte der Sozialideologen— die soziale Frage ist nach Schmoller ja eine Bildungsfrage und die Kunst gehört ja dem Volke— sich sachverständig führen lassen, so niüssen sie ihren Bildiingseifcr mit der sehr respcktabeln Kopfsteuer von 60 Pf. büßen. Der preußische Staat handelt wie ein § iiter Geschäftsmann: er hält sich fortwährend in Erinnerung. iufällig ist es freilich immer nur eine schlechte. Die Künste und Wissenschaften blühen. Und daS Volt wird jederzeit daran erinnert durch liebevolle und raffiniert ausdedachte Maß- »ahmen seiner vorgesetzten Kulttir— verbanner. Die WertzuwachSsteuer-Borlage im Ausschuß. In der letzten Sitzung des Stadtverordnetenausschusses zur lttorberatung der obigen Vorlage wurde zunächst die Debatte über de« bereits erwähnten Antrag fortgeführt, der bezweckt, solche Um- geHungen der Steuervorlage unmöglich zu machen, die durch Um- Wandlung des zu veräußernden Grundbesitzes in Gesellschaften mit beschränkter Haftung erfolgen könnten. Der Antrag wurde schließ- lich wegen Schlvierigkeiten in der praktischen Durchführung zurück- gezogen. Sodann gelangten zwei Anträge zur Erörterung, die eine Ver- rechnung der WerizuwachSsteuer auf die zu zahlende Umsatzsteuer bezwecken. Nach dem ersten Antrag soll die Wertzuwachssteuer nur insoweit erhoben werden, als sie die Umsatzsteuer übersteigt; der zweite bestimmt, daß bei Veräußerung bebauter Grund- stücke auf die Wertzuwachssteuer die Umsatzsteuer anzurechnen ist. von dritter Seite war für den Fall der Ablehnung dieser beiden Anträge noch der folgende Eventualantrag eingegangen:„Wenn in einem Rechnungsjahre der Ertrag der Umsatz- und Wertzuwachs- steuer zusammen mehr als ein Drittel der Gemeindegrundsteuer ergeben hat, so ist die Hälfte dieses Ueberschusses für das nächste Etatsjahr auf das Soll der Gemeindegrundsteuer zu verrechnen." Von unseren Vertretern wurden noch einmal mit Nachdruck die Gründe dargelegt, die gegen die Anträge sprechen. Es konnte nachgewiesen werden, daß unter den Voraussetzungen der Magi- stratLvorlage bei Annahme des ersten Antrags die Wertsteigerung zirka 46 Proz., beim zweiten Antrag zirka 86 Proz. betragen müßte. wenn für den Stadtsäckel ein Ertrag von nur zirka 200 Mark herauskommen soll! Wird nun aber gar entgegen der Magistrats- Vorlage als Stichtag für die Berechnung des Wertzuwachses der 1. April 1907 festgelegt, so ist für absehbare Zeit auf Erträge aus der Steuer überhaupt kaum zu rechnen. Aber alle diese Dar- legungen fruchteten nichts. Die Ansichten im Ausschuß stehen sich gegenüber wie Wasser und Feuer, und der Wille der Majorität geht dahin, die Magistratsvorlage, deren Prinzip ja angenommen ist, in einer Weise zu amendieren. die das Wesen der Vorlage un- berührt läßt, sondern Einzelbestimmungen festzulegen, die jedes Auflommen aus der Steuer unmöglich machen und damit die ganze Vorlage zu einer Farce gestalten. Bei der Abstimmung wurde der am weitesten gehende Antrag, nach welchem in allen Fällen eine Verrechnung her Wertzuwachssteuer auf die Umsatzsteuer zu er» folgen hat, angenommen und damit in erster Lesung eine Steuer- vorläge beschlossen, die Erträge nicht abwirft, sondern nur auf dem Papier steht I Die zweite Lesung soll in 14 Tagen stattfinden. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetenverfamm- lung am Donnerstag, den 30. Mai dieses JahreS, nachmittags 5 Uhr. Berichterstattung über die Vorlage betreffend die künftige Einrichtung des Berliner Rettungswesens— desgleichen des Ausschusses für die Wahlen von unbesoloeten Gemeindebeamten, be- treffend die Zuteilung deS Stadtbezirks 138 an ein Mitglied der Versammlung,— die Verwendung eines städtischen Grundstücks an der Thornerstraße für Gemeinda�chulzwecke,— die Versorgung des königlichen Instituts für Binnenfischerei am Müggelsee mit städtischem Lettungswasser.— den Umbau eines Schuppens auf dem Grundstück der Pumpstation III zur Aufbewahrung eines Kraftwagens und zu einer Wohnung für den Chauffeur sowie die Erhöhung der bewilligten Baukostensumme,— eine Ueberbrückung der Französischenstraße zwischen den Geschäftsgebäuden der Deut- schen Bank.— die Bewilligung einer Beihülfe zu den Kosten einer anläßlich des 4. Verbandstages deutscher Posamentierinnungen veranstalteten Fachausstellung,— die Bewilligung eines städtischen Zuschusses für das Kaiserin Auguste Viktoria-Haus zur Bekam- pfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche für das Etats- jähr 1908,— den Besuch des Lord Mahor von London und von Mitgliedern der Londoner Stadtverwaltung in Berlin,— die Annahme des der Stadtgemeinde vom Rentier Sigismund Samuel für wohltätige Zwecke gemachten Vermächtnisses,— die Genehmigung zum Erlverb der für den Osthafen erforderlichen Spreeflächen, zum Bau der Kaimauer, Ausführung der Erdarbeiten und zur vorschußwetsen Bereitstellung der hierzu erforderlichen Mittel, vor» behaltlich der Erstattung auL einer neuen Anleihe,— die Auf» stellung zweier Reservekessel im Hause für jugendliche Epileptische der Anstalt Wuhlgarten— und den Abschluß eines Abkommens�mit den staatlichen Behörden über die Gebührenerhebung an den Lösch- und Ladestellen. Außerdem findet in dieser Sitzung, und zwar um 6 Uhr. die Wahl eines besoldeten Stadtrats statt. In der neue» Filiale der GiegeSnllee, auf der Schloßterrasse am Lustgarten, fand gestern in Gegemvart des Kaisers und geladener Gäste die Enthüllung der fünf Standbilder der Oranier statt. Bei dieser Gelegenheit wurden an mehrere Künstler Orden verteilt. Die Berdreiterung der Friedrichstraße, ein Projekt, das schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auftauchte und seitdem des Oefteren ehrenvolle Erwähnung fand, wird neuerdings wieder einmal in Finanz- und Griinderkreifen besprochen. Ts heißt, man wolle jetzt mit dem Engpässe an den„Linden" ganz reinen Tisch machen und eine einheitliche Straßenbreite zwischen Behren- und Mittelstraße schaffen. Dazu bedürfe man eines ganzen Häuser- kompleres, dessen Ankauf die Kleinigkeit von weit über hundert Millionen Mark kosten werde. Angeblich sollen die Väter dieses modernisierten Gedankens ihr Projekt schon dem Kaiser unterbreitet und die Genehmigung des Polizeipräsidiums erlangt haben. Ob das elftere richtig ist, wissen wir nicht, das letztere stimmt jedenfalls nicht, denn in den in Frage kommenden Abteilungen deS Polizeipräsidiums hat man von dem ganzen phantastischen Plane noch keine Ahnung. Die KanalisationS-DePutation beschloß in ihrer letzten Sitzung zum Erweiterungsbau der Schule in Buch 6200 M. beizutragen. Der ganze Bau kostet 9600 M. Die Schule hat nur zwei Lehrer für 193 Kinder. Es soll ein dritter Lehrer angestellt werden, sobald der Schulban fertig ist. Da mit Sicherheit vorauszusehen ist. daß auch dieser Erweiterungsbau nicht lange vorhalten wird, so wurde beschlossen, die Bauverwaltung zu beauftragen, einen Entwurf aus- zuarbeiten, der den kommenden Bedürfnissen im weiten Umfange Rechnung trägt und, wenn irgend möglich, die überaus häßliche Architektur des jetzigen SchulgebändeS beieitigt. Vom Oberbürgermeister, der in Buch wohnt, ist bei der Depu- tation angeregt worden, die vielen Tafeln, welche das Betreten des Wäldes in Buch dem Publikum verbieten, ganz zu beseittgen oder erheblich einzuschränken. ES wurde zu diesem Zweck eine besondere Kommission eingesetzt. Dem Inspektor in H. wird zu einer Bade- reise eine Unteritützuiig von 160 M. bewilligt, ebenso dem Lehrer in Blankenfelde. Die Jagdpacht in Gütergotz soll neu ausgeschrieben werden. Der Vertragsentwurf wegen Durchkegung des Druckrohres durch Weißenfee wird einstimmig abgelehnt. Weihenfee verlangt zu- nächst iür feine Zustimmung zur Durchlegung des Druckrohres durch einen Teil der Prenzlauer Allee 20 000 M.; ferner die Genehmigung, sein eigenes Druckrohr durch die städtischen Rieselfelder nach Birkholz legen zu dürfen und neben einer Reihe kleinerer Forderungen für ewige Zeiten daS Zugeständnis, die Vorflutgräben der städtischen Rieselfelder benutzen zu dürfen, ohne je zu den Kosten beitragen zu müssen, sowie die Anlegung einer ?fahrstrabe durch die Rieselfelder bei Wartenberg nach dem Weißen- eer Gemeindefriedhof. Zu dem Fabrikdritnde in der Beuthstr. 3/4 wird unS noch mit- geteilt, daß der entstandene Schaden ganz erheblich ist. Ganz be- sonders stark ist die Holzleistenfirma Tschierley mit betroffen, die hohe Werte in dem Lagerräume liegen hatte, neben dem das Feuer auskam. Auf dem Untergrundbahnhof Zoologischer Garten wurde, wie die Gesellschaft mitteilt, gestern mittag kurz nach UM Uhr ein ans dem dortigen Betriebsbahnhof zu frühzeitig vorgezogener Leerzug durch einen vom Bahnhof Knie kommenden Zug angefahren, wo- durch an diesem einige Fensterscheiben zertrümmert wurden. Durch herabfallende Glassplitter erlitt eine Dame eine unbelmutende Hautberletzung im Gesicht. Die zu dieser Zeit von Eharlotkenburg kommenden Züge erhielten durch den Vorfall einige Minuten Ver- spätung Zu einer Warnung vor Zitheragentrn veranlaßt un» daS Treiben von Leuten, die. bei ihrem Bemühen Musikwerk abzusetzen, zu den raffiniertesten Mitteln greifen. Dieser Tage erschien bei einer i» der Cuvrysttaße wohnenden Frau in Abwesenheit deS Mannes«in» Dame und frug, ob sie ihren Kindern nicht Musik lerne» lassen wollte, Kosten erwüchsen nicht, denn eS handele sich um Reklame; übrigens trügen die Kosten gutsituierte Leute. In acht Wochen könnten die Kinder schon spielen. Die Frau versprach, erst mit ihrem Manne Rücksprache nehmen zu wollen, worauf die wohl- wollende Dame erklärte, der Herr Direktor, der doch hier etwas zu tun habe, werde mit herankommen und sich Antwort holen. Gesagt, getan I Schon am anderen Tage erschien der Herr„Direklor" und probte die Kinder, ob sie auch musikalisch find. Die Probe fiel gut aus, woraus er ein Formular hervorbrachte, da» so«ine Art Stundenplan erhielt, nach dem die Kinder den Unterricht besuchen sollten; proben müßten aber die Kinder zu Hause. Dazu brauchten sie aber Instrumente und nun kam der Herr„Direktor" mit der eigentlichen Absicht heraus. Er erzählte, daß eine Streichzither„bloß" 39,60 M. kostete bei Abzahlung und 36 M. bei Barzahlung. Einen Kaufkontrakt hatte er auch gleich bei sich. Schließlich sollte die Frau das Fonnular zum Unterricht unterschreiben; akSsiedieS ober glaubte getan zu haben, mutzte sie gewahr werden, daß sie den Kaufkontrakt unterschrieben hatte und eS wurden ihr 6 M. Anzahlung abverlangt. Die hatte die Frau nicht, worauf der Herr Direktor den Wohl- wollenden Rat erteilte, doch bei ihrer Nachbarin zu borgen. Das wurde abgelehnt und schließlich ließ der„Herr Direktor" Kaufkontrakt und Zither zurück mit dem Bemerken, die Kinder sollten die 6 M. in den Unterricht mitbringen. Wie sich dann der Ehemann der Frau in einem Musikgeschäft erkundigte, hat die Zither einen reellen Wert von 12 M. Bemerk sei, daß der Konttakt auf eine Musikstrma von Berger in der Bastianstratze lautet, die in der Pücklersttaße eine Filiale hat. Wir glaubten diesen Vorfall veröffentlichen zu sollen und möchten bei dieser Gelegenheit dringend darauf aufmerksam machen, nicht? zu unterschreiben, was man nicht ganz genau vorher durchgelesen hat. Wer solche auf das raffinierteste ausgeUllgelte Kontrakte unter- schreibt, muß die ihm aufgedrängten Gegenstände abnehmen und bezahlen. Der an Genickstarre erkrankte Soldat des 47. Jnfanterieregi. mentS, der vorige Woche sich bei seinen in Rixdorf wohnenden Eltern aufhielt und alsdann ins Garnisonlazarett, Scharnhorst- stratze. eingeliefert wurde, ist am Montag der tückischen Krankheit erlegen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch mitteilen, daß all, die Personen, die mit dem Soldaten in Berührung gekommer waren, in den Rixdorfer Baracken desinfiziert werden sollten. Dei Raum, in den die betreffenden Personen zum Zwecke der DeS- infektion geführt wurden, war aber ein derartig primitiver, daß verschiedene es vorzogen, sich wieder zu entfernen, ohne daß eine Desinfektion vorgenommen wurde. Es soll, wie uns berichtet wurde, ein kleiner enger kahler Raum sein, der einen recht un» angenehmen Eindruck machte. Kalt war eS auch in dem Raum, in dem man den Leuten zumutete, sich vollständig entkleidet längere Zeit aufzuhalten. AuS diesem Grunde entfernten sich die zur Desinfektion erschienenen Leute wieder. WaS soll das werden, wenn es sich um ernsthafte Ansteckungsgefahren handelt? Wer trägt die Verantwortung für solche Zustände? Eine Ausklärung hierüber wäre dringend notwendig. Ueber fünf schwere EinbruchSdirbstahle wird unS heute be. richtet. In das Geschäft des Produktenhändlers Schaf. Gericht- straße 62. drangen nachts Diebe gewaltsam ein und schleppten un- gehindert große Lasten Kupfer, Messing und Zink davon. Sch. ist um viele hundert Mark geschädigt worden.— Bei einem Einbruchs- diebstahl in der Fabrik von Kühne in der Ritterstr. 30 fielen den Tätern 30 Dutzend Portemonnaies, 8 Dutzend Ledertaschen usw. im Gesamtwert von 600 M. in die Hände.— Ein großer Lederdieb- stahl ist in der Fabrik von Gluck, MendelSsohnstr. 6. verübt worden. Die Einbrecher stahlen erhebliche Posten von bereits zugearbeitetem Leder,-r- 7000 Zigarren und große Vorräte an Zigaretten er- beuteten Diebe, die dem Zigarrengeschäft von Brehl in der Tegeler- straße 1 eine nächtliche Visite abstatteten. Die Bande»var durch die Hintertür in den Laden eingedrungen.— Aus dem verschlossenen Stall in der Ratiborstr. 14«, dessen Tür erbrochen wurde, entführten Einbrecher ein dem Kohlenhändler Louis Schulze gehöriges wert- volles Pferd. Die Täter hatten dem Tiere Filze unter die Füße gebunden, damit eS durch das Auftreten der Hufe nicht zum Ver» räter werden sollte. Ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Break, wobei drei Personen Verletzungen erlitten, erfolgte vorgestern abend an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche. Noch kurz vor dem Herannahen eines Straßenbahnwagens der Linie 93 versuchte die Lenkerin des Breaks, die mit zwei anderen jungen Mädchen und dem Kutscher auf dem leichten Gefährt saß, über die Gleise zu fahren. Es erfolgte eine Karambolage und durch einen beftigen Stoß wurde das Privatfuhrwerk vollständig umtzeschleudert. ifcie Insassen stürzten sämtlich auf die Straße und drei von ihnen zogen sich äußere Verletzungen und Quetschungen zu. Auf dem Brunnenplatz vor dem neuen Amtsgericht Wedding sind Schmuckanlagen geplant, die aber gar nicht recht fertig zu werden scheinen. Zwar hatte die Parkverwaltung insofern Pech, als zahlreiche Bäume, die im Vorjahre eingesetzt wurden, ein- gingen und neue an ihre Stelle gepflanzt werden mußten. An was es aber liegt, daß die Arbeiten hier nicht vorwärts gehen, das wissen die Götter. Daneben wird noch berichtet, daß die Pärkdeputation einen von Stadtbaurat Krause ausgearbeiteten Entwurf nicht aus- führe, sondern einen anderen, der weniger geeignet sei. Hinzu kommt der Plan, den Platz auch noch mit einem Denkmal auZzu- statten. Es gibt auch da draußen im Norden komische Käuze, denen nicht wohl ist, wenn nicht auf jedem Platz ein Denkmal steht. Ein Kriegerdenkmal muß es aber sein, meinen gewisse Leute, die sich seit Jahren damit plagen, den entsprechenden Fonds dazu zu- sammenzutrommeln. Unserer Ansicht nach wäre den Interessen der Bevölkerung aus dem Gesundbrunnen am besten gedient, wenn man den Platz mit hübschen Anlagen versähe und einen entsprechend großen Platz für einen Spielplatz herrichtete, aber bald und nicht erst in zehn Jahren. „An der herrschenden Teuerung habe» nur die Arbeiter schult mit ihren Streiks," erklärten gewisse reaktionäre Zeitungen, und die Leser dieser Zeitungen nehmen das für bare Münze und plappern eö gedankenlos nach. Gestern regte sich eine Arbeiterfrau sehr dar- über auf. als ihr die Inhaberin eines Grllnkramgeschäfts von E. Müller in der RüderSdorferstr. 16 die gleiche Redensart als Ursache ftir die herrschende Teuenmg zum besten gab; sie ließe die Arbeiter nicht in dieser Weise verunglimpfen von Leuten, die von ihnen abhängen, meirne sie. ES ehrt die Arbeiterfrau, daß sie begriffen hat, daß an der Teuerung nicht die Arbeiter und auch nicht deren Streiks, sondern Minderheit auf Kosten zuschanzen. Ein gefährlicher„Kinderfreund» soll ein Herr Oberhub er sein, der in einem der Museen Berlins das Amt eines AufteherS bekleidet und im Hause Müllerstr. 129 als Verwalter fungiert. ES wird behauptet, Oberhuber habe sich an zwei Kindern " vergangen, die in diesem Hause wohnen. Es handelt sich um ein| Stellergeschoß angelegt; der Eingang zu derfelben befinde sich ent- fordern, ist die selbstverständliche Pflicht jedes unabhängigen Ari achtjähriges Mädchen einer Familie T. und um ein zehnjähriges gegengesezt von dem Eingange zum Schulgebäude und wird durch titers und dieser Pflicht hat sich auch der frühere Kritiker des Mädchen einer Familie F. Die Scheußlichkeiten, die dieser Herr Gartenanlagen berdeckt. Die Einrichtung, berartiger Bedinfnis„ Neuen Tagblatt", ein Herr Eisenmann, nicht entzogen. Das Oberhuber it diesen Kindern vorgenommen haben soll, tönnen anlagen sei jedenfalls beffer als auf öffentlichen Plägen und ging so lange, bis eines Tages Herr Eisenmann die Vorstellungen, in Promenadenanlagen. Die Versammlung beschloß jedoch, die an denen Frl. Wiborg mitwirkte, nicht mehr rezensierte und das hier nicht näger beschrieben werden. O. soll hinterher die Kinder Anstalt erst zu eröffnen, wenn das Bedürfnis dafür vorhanden Neue Tagblatt" einen zweiten Musikkritiker in der Person eines mit kleinen Geldbeträgen beschenkt und sie mit dem Hinweis auf ift. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Versammlung gerügt, Herrn Dr. Benedict erhielt, dessen Spezialaufgabe es zu sein die ihnen drohende Strafe zum Schweigen gebracht haben. Die daß der Magistrat zum Bau von Schmlen die teuersten Grundstücke schien, Lobeshymnen auf eben diese Opernsängerin steigen zu lassen, Ainder machten aber schließlich ihren Eltern Mitteilung und erwerbe. Der Magistrat wurde ersucht, bei Ankauf von Grundstücken und zwar so überschwängliche, daß man sich fragte, wie es nur wiederholten dann ihre Aussage auch vor der Polizei. O. erklärte darauf Rücksicht zu nehmen, daß Schulgebäude nur auf Hinterland möglich war, solche offenbar objektiven unrichtigkeiten allen Ernstes clles für Lüge, doch wurde er in der vorigen Woche in haft errichtet werden. einem großen Lesepublikum vorzusehen. Das war auf die Dauer genommen. Zwar hat man ihn inzwischen wieder in Frei- Einem Antrage des Magistrats, dem Hülfsausschuß für die ein unhaltbarer Zustand. Das Neue Tagblatt" ist im Besitz der heit gesetzt, es wird aber vermutet, das sei nur deshalb ge- notteidenden Deutschen Rußlands eine Spende von Aktiengesellschaft, Deutsche Beclagsanstalt", in deren Verlag bekanntlich auch die Hohenloheschen Denkwürdigkeiten" er= schehen, weil kein Fluchtverdacht" vorliege. Herr O. soll lustig und 500 W. zu bewilligen, stinute die Versammlung debattelos zu. Für die Verschiebung der Stügen unter der Siegfriedbrücke schienen sind. In der Neckarzeitung" wird jetzt das Protokoll guter Dinge sein und dem Ausgang seiner Affäre mit Zuversicht wegen Berlegung der Gleise wurden 23 000 m. der königlichen Eisen- einer der Aufsichtsratsjigungen dieser Gesellschaft entgegenharren. Er ist der Meinung, ihm fönne niemand' was bahndirektion zur Verfügung gestellt. mitgeteilt, das in seiner Art geradezu ein Kulturdokument für den anhaben. Einstweilen müssen wir uns jedes Urteils über ihn und Einem Ausschuß überwiesen wurde der Antrag des Magistrats, modernen fapitalistischen Beitungsbetrieb genannt werden kann. feine Sache enthalten. Aber hoffentlich kommen wir in die Lage, für die Auffüttung der beiden Randstraßen des neuanzulegenden Es heißt darin: später darüber zu berichten, was aus ihm geworden ist. O. ist Stadtparkes 280 000 wt. zu bewilligen. übrigens einer von jenen Auserlesenen, die den famosen China- Lichtenberg. feldzug mitgemacht haben. Er steht jetzt im Anfang der dreißiger Jahre und ist verheiratet. Todessturz eines Lehrlings. Auf dem Grundstück an der Ede der Koch- und Friedrichstraße wird gegenwärtig ein Hotelneubau fertiggestellt. Er ist bereits bis zum Dach viehen und gestern war der Klempnermeister Henze, Bernauerstr. 18, mit seinen Beuten, darunter auch dem 17jährigen Klempnerlehrling Walter Krupinski damit beschäftigt, die notwendigen Abflußrohrarbeiten zu vollenden. Der junge S. hatte mit Lötarbeiten auf dem Dache zu tun. Plötzlich verlor er, am Rande des Daches stehend, das Gleichgewicht und stürzte fopfüber in die Tiefe. Dem Wermsten wurde beim Aufschlagen auf den Erdboden das Genid gebrochen. Der von der Unfallstation in der Kronenstraße sofort hinzugerufene Arat konnte leider nur noch den Tod bei dem Verunglückten feftftellen. machom Ist die hier gegebene Darstellung richtig, so muß doch die Frage aufgeworfen werden, wie stand es mit den Schutzvorrichtungen? Mußte denn der junge Mann eine solche halsbrecherische Arbeit ausführen, ohne sich irgendwie zu befestigen? " " Der Aufsichtsrat nimmt zunächst Kenntnis von Beschwerden der Hoftheaterintendanz über angeblich scharfe" Kritiken des damaligen Tagblatt"-Krititers Eisenmann. Die Aufsichtsräte sprechen sich nacheinander darüber aus: einer den Namen nennt die Nedarzeitung" vorläufig noch nicht meint, die Kritik müsse" neutral"(!) sein; ein einziger tritt energisch für die Unabhängigkeit" der Kritik ein; die Mehrheit ist aber dafür, daß das„ Tagblatt" dem Hoftheater nicht schaden dürfe. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Kommerzienrat Dr. Dörtenbach, referiert unter anderem besonders über die Kritik Frl. Wiborg gegenüber: er spricht sich dahin aus, daß wenn Frl. Wiborg untadelhaft wäre, sie überhaupt nicht in Stuttgart wäre", aber nun sei fie einmal da, und da sie zudem einen mehrjährigen Vertrag habe, habe es feinen Sinn, sie wegefeln zu wollen; die Kritiken des " Merkur" feien allerdings auch schlecht; aber daran liege dem Softheater weniger; der Hoftheaterintendant, Baron zu Butliz, lege Bert gerade auf das Tagblatt", daß dieses dem Hoftheater nüße. Das Ergebnis ist: daß der Musikkritiker Eisenmann über Frl. Wiborg nicht mehr schreiben darf, und daß diese Aufgabe Dr. Benedict übernimmt." pslopfist Toer isqi Fleischkontrollftempel- Fälschungen sind vor einigen Tagen in einem Schlachthaus in Lichtenberg entdeckt und gegen zwei sogenannte fliegende Schlächter die gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. In dem Hause Wartenbergstr. 18 besitzt der Marktschlächter Nentwig ein Schlachthaus, auf das die Sanitätsorgane schon längere Zeit ihr Augenmerk gerichtet hatten, da der Berdacht entstanden war, es würde in diesem Schlachthause zweifelhaftes oder frantes Bich durch Umgehung der gefeßlichen Fleischbeschau geschlachtet und verkauft. Trotz eifrigster Recherchen fand die Behörde lange Zeit teinen Anlaß zum Eingreifen. Erst Anfang voriger Woche wurde ihr der Beweis geliefert. Die Schlächter Bangermann und Bittwik führten eines Tages im oben genannten Schlachthaus dem beamteten Tierarzt sieben Hammel zur lebenden Untersuchung vor. Ein achtes, noch auf dem Wagen befindliches Tier sollte nach Aussage der beiden Schlächter nach Charlottenburg gebracht werden. Zwei Tage später fand die Untersuchung der Diese Darstellung des innigen Geschäftsverhältnisses" zwischen fieben geschlachteten Hammel statt und dabei ergab es sich, daß der der Hoftheaterintendantur, die eine Sängerin fünstlich zu halten Tierarzt sowie der Fleischbeschauer, als sie eine außerordentliche sucht, und einem Zeitungsunternehmen, das die öffentliche Revision des Schlachthauses bornahmen, in einem Stalle den achten Meinung zu repräsentieren den Beruf hat, feinen Einfluß aber geschlachteten Hammel fanden, der erstaunlicherweise mit dem amt- tatsächlich dazu ausübt, um diese öffentliche Meinung zu fälschen, fann geradezu klassisch genannt werden und ist äußerst lehrreich lichen Untersuchungsstempel versehen war, trotzdem er überhaupt für die Beurteilung der Art, wie auch der Beruf des Kunstschriftgar nicht untersucht worden ist. Der sofort vernommene Schlächterstellers immer mehr entgeistigt und in den Dienst merkantiler gittwig erklärte, daß sein Kollege Langermann sich den Stempel Gesichtspunkte und Rüdfichten gestellt wird. allein verschaffe. Das Fleisch des eingeschmuggelten Hammels erwies sich als für den menschlichen Genuß völlig unbrauchbar und mußte der Abdeckerei überwiesen werden. Durch die Entdeckung diefer Fälschung ist das Publikum vor gesundheitsschädlichem Fleisch bewahrt worden. Mutter und Kind vom Feuertode gerettet. In der Kirchbach straße 16 tam gestern nachmittag ein großer Brand zum Ausbruch Bei Ankunft der Feuerwehr, die auf den Alarm Mittelfeuer" hin mit sechs Löschzugen ausgerückt war, standen die Dachstühle des Borderhauses und Seitenflügels in hellen Flammen. Auf dem Vorsprung des Daches lag eine Frau mit ihrem zweijährigen Töchterchen und rief laut um Hülfe. Sie war in der Waschküche von dem Feuer, das über der Küche auf dem Boden seinen Herd hatte, überrascht worden. Durch die Tür war ein Ausweichen nicht mehr möglich und so letterte die Frau sie heißt Gärtner mit ihrem Kinde durch das Fenster auf den Dachvorfprung. Ober- Schöneweide. Schon drohte das Feuer auch nach hier überzuspringen. Fortbildungsschule. Der Antrag unserer Genossen im Die Feuerwehr war daher zunächst darauf bedacht, die beiden Be fährdeten in Sicherheit zu bringen. Schnell wurde eine mechanische Kuratorium auf Berlegung des Unterrichts in die Zeit von 5 bis Leiter emporgerichtet und ein Feuerwehrmann holte zunächst das 7 Uhr nachmittags ist von der Gemeindevertretung an das Kurafleine Kind herab. Atsdann wurde auch die Mutter auf diesem torium zurückveriviesen worden, da die Aeußerungen der befragten Wege gerettet. Die Ablöschung des Feuers felbft erfolgte hierauf Arbeitgeber noch nicht vorlagen. Diese liegen nun vor und geben mit mehreren Nohren. Beide Dachstühle sind vernichtet. aithnberedtes Zeugnis, welchen Wert bei vielen dieser Herren die Fortbildungsschule hat. Arbeiter Samariter Kolonne. Morgen, Donnerstag, abends 40 Arbeitgeber haben überhaupt nicht geantwortet, 14 haben 9 Uhr, 8. Abteilung in Schöneberg bei Obit, Meiningerstr. 8. Vor- fich dafür und 15 dagegen ausgesprochen. Die Mehrzahl der letteren tragender Herr Dr. Schwab. 4. Abteilung in Lichtenberg bei glaubt, daß bei früherem Fortgang der Lehrlinge eine Störung des Bielenhagen, Scharniveberstr. 60. Vortragender Sanitätsrat Dr. Betriebes eintrete. Eine Störung des Betriebes tann allerdings Wetstein. Vortragsthema in beiden Abteilungen fiber Phyfiologie nur bei jenen Herren eintreten, die mit einem Gesellen und fünf ( Lebensfunktionen bes menschlichen Störpers). Reue Mitglieder können Lehrlingen arbeiten. noch jederzeit eintreten. infchreibegeld 25 f. Monatsbeitrag 25 Pf. Die Bibliothek steht den Mitgliedern zur freien Verfügung. Achtung, Mitglieder der Freien Bolfsbühne! Die Abendborstellungen im Neuen Schauspiel gause beginnen am Sonnabend, den 1. Juni. Zur Aufführung fommt Goethes" Faust"( 1. Teil) mit dem Prolog im Hinumel. ( Mephistopheles: Herr Mag Grube vom fgl. Schauspielhaufe als Gaft.) Beginn der Vorstellungen pünktlich 7% Uhr abends. Die Premiere hat die 8. und 9. Abteilung. Die Abendborstellungen finden vom 1. bis 10. Juni täglich statt. Anmeldungen für die neuen Abteilungen fowie für ev. spätere Abendvorstellungen nehmen alle Zahlstellen entgegen. Eine rotbraune Ledertasche mit Noten eines Arbeiter- Gefangvereins ist am 2. Pfingstfeiertag vormittags im Restaurant des Gewerkschaftshaufes liegen geblieben. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe am Büfett des Gewerkschaftshauses abzugeben. Einem Arbeitgeber müssen es wohl die Jugendorganisationen angetan haben, indem er schreibt:„ Die jungen Leute seien so wie so schon auffässig und verhebt genug, man folle ihnen nicht noch mehr Zeit zu solcher Betätigung geben". Das Kuratorium beschloß, den Unterricht im Sommerhalbjahr um 6 Uhr und im Winterhalbjahr um 5 Uhr beginnen zu lassen. Gegen wärtig wird die Schule von 800 Schülern besucht. did n Nieder- Schönhausen. Umfangreiche Straßenpflasterungen beabsichtigt die Firma Worch u. Co. in diesem Sommer in der Schönholzer Heide vorzunehmen. Vor allen Dingen soll die nach Schönholz führende Straße gepflastert werden, damit der Fuhrwerksverkehr vom Bahnhof Schönhola nach dem westlichen Ortsteil von Nieder- Schönhausen ermöglicht wird. Die Gemeinde Reinickendorf will den Teil des Weges, welcher auf ihrem Gebiet liegt, 4 Meter breit auspflastern. Franzöfifch- Buchholz( Bezirk Pankow). 17 Breffe zu agitieren. Reinickendorf. Lebensgefährlicher Unfug. Der Obertertianer Kiek erschoß bei einer Spielerei mit einem Tesching in Wolfershöh den 15 Jahre alten Kaufmannslehrling Günther, der zufällig auf der Straße vorüberfuhr. Ein Mörder verhaftet. In Essen a. Ruhr wurde gestern früh der 20jährige Arbeiter Zapp unter dem Verdacht verhaftet, im Oltober vorigen Jahres die Engländerin Miz Late im Effener Stadts wald ermordet zu haben. Zapp hat die Tat bereits eingestanden. Der Blit. Ueber die Stadt Debreczin und Umgegend ging vorgestern ein furchtbares Unwetter nieder. Der Bliz schlug in eine Gruppe heimkehrender Arbeiterinnen, tötete zwei von ihnen auf der Stelle, während drei lebensgefährlich verlegt wurden. Eisenbahnunfall. Im Bahnhof Toppeln fuhr eine dem Ber. fonenzuge 408 nachschiebende Lokomotive so heftig auf den stehenden Bug auf, daß ein Personenwagen 3. Stlasse entgleifte. Hierbei wurden zwei Personen erheblich, einige leicht verlegt. Gräßlicher Selbstmord. Gestern vormittag wurde auf deni Stendaler Bahnhof in der Nähe des Einfahrtsignales für die Züge aus der Richtung Magdeburg der 18jährige Bureauarbeiter beim Stendaler Magistrat Curt Wendt aus Stendal mit zerschmettertem Kopfe und abgefahrenen Händen tot aufgefunden. Der Getötete hat sich offenbar in selbstmörderischer Absicht von einem Zuge überfahren lassen. Wie die Blätter aus Admont melden, ist ber á Abgestürzt. Wiener Tourist Frik Deutsch, der am Sonntag im Gesäuse abe stürzte, tot aufgefunden worden. 396 Elf Bersonen ertrunken. Das norwegische Segelschiff„ Nage pore" ist, wie aus Montevideo gemeldet wird, gescheitert und durch einen Sturm bernichtet worden. Elf Mann sind ertrunten, 112 Seelachs 10-20. dinu Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großbandel.) Rindfleisch Ia 66-70 pr. 100 fb., IIa 60-65, IIIa 56-59, Bullenfleisch Ia 62-66, IIa 52-60, ühe, fett 52-58, do. mager 42-50, Freffer 50-62, Bullen, dan. 0,00 do. holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellenber 100-125, Masttälber Ia 88-94, IIa Welches Interesse haben die Frauen am öffentlichen Leben? 76-84, IIIa 0,00, Sälber ger. gen. 50-65, bo. holl. 0,00, bån. 0,00. Wer ist der Tote? Am 6. April dieses Jahres ist im Jagen 45 lautete das Thema, über das Genoffin Ihrer in einer von Frauen Hammelfleisch Mastlämmer 68-72, Ia 63-68, IIa 56-63, Schafe und Männern besuchten Volksversammlung referierte. Mednerin ver- 53-56. Schweinefleisch 45-52. Rehwild Ia per Pfund 0,60-0,75. der föniglichen Oberförsterei Liebentoalde in der Nähe des stand es, den Anivefenden in packender und gemeinverständlicher Ila 0,40-0,59. Rotwild, Abfchuß 0,40-0,60. Dammild, Abschus 0,00. WildSchäfereivorwerks zu Behlendorf die Leiche eines Unbekannten, der Weise die Rückständigkeit der staatlichen Gesetzgebung zu illustrieren, schweine 0,30-0,34. Frischlinge 0,58. Kaninchen per Stud 0,40-0,70. sich dort anscheinend bereits mehrere Tage vorher erhängt hatte, durch welche die im Produktionsprozeß bereits eine wichtige Rolle übner, alte, per Stüd 1,60-2.25, IIa 1,40, bo. junge 0,00. olgas gefunden worden. Die Leiche war die eines zirka 30jährigen, spielende Frau rechtlos erhalten bleibt. Die Rebuerin erntete für hühner 1,75-1,90. Tauben 0,40-0,69, italienische 0,00. Enten per Std. 2,00 1,75 Meter großen, kräftigen Mannes mit dunkelblondem, spärlichem ihre Ausführungen lebhaften Beifall. In der Diskussion beteiligte bis 3,00, bito Eis. per Stad 0,00-0,00, do. Samburger ber Stück 2,25-4,60 Gänse per Pfund 1,05, bo. per Stüd 3-5, do. Ham Kopfhaar von weicher Beschaffenheit, schwachem, hellblondem sich Genosse Biesberg im Sinne der Referentin. Die Genoffin burger per Pfund 1,00-1,10, per tid 4,00-5,90. Chalonshühner 0.00. Schnurrbart, blaugrünen Augen und guten Zähnen. Der Ver- Neumann- Weißenfee richtete zum Schluß noch einen dringenden echte per 100 Pfund 102-124, groß und mittel 0,00, do. matt 91, do. storbene war bekleidet mit einem sehr gut erhaltenen Jackettanzug Appell an die Versammelten, mit allen Kräften für den weiteren flein 0,00. Bander matt 176. Slete, flein 0,00, bo. groß 0,00, bo. 113-145. aus schwarz und dunkelblau gestreiftem Stoff, halblangen Zug- Ausbau der Drganisation und die Berbreitung der sozialistischen ale, groß 120-131, do. Klein u. mittel 0,00, bo. mittel 126-133, do. un stiefeln, trifotartigen Unterbeinfleidern und desgleichen Unterfortiert 87-110. Blöten 0,00, do. flein 0,00, bo. matt 0,00. Starpfen unfortiert 0,00, do. 50 er 108-111. Bleie 0,00. Alland 53-60. Bunte hemd und grauwollenen Strümpfen. Am Unterhemd war ein ge Fische 50-71. Barje 60, do. matt 43. Starauschen 76-86. Bleifische Streiftes leinenes Chemisett befestigt. Stragen und weiße Man 28els 53-60. Duappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer schetten( Firma: Gebr. Schiller, Berlin) mit gelben Snöpfen, sowie Der bekannte Teichertsche Schießplah nebst dazu gehörigem 0,00. ein steifer schwarzer But und ein Ueberzieher aus dunklem, rot und Restaurant in der Scharnweberstraße ist dem Vernehmen nach zum ber 100 Bib. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, bo. Illa neuer 75. blau gestreiftem Stoff( Firma: Beef u. Cloppenburg) lagen neben Preise von drei Millionen Mart an eine Terraingesellschaft in lundern, Stieler, Stiege la 3-5, do. mittel der Stifte 2-3, Hamb. Sprotten, Kieler, all 0,00, Danziger, Siste 0,00. der Leiche. Wer über die Persönlichkeit des Unbekannten Auskunft Charlottenburg verkauft worden. Wie es heißt, soll das ausgedehnte Stiege 4-6, halbe Stifte 1,50-2,00. Büdlinge, Stieler per Ball 1,50-2,50, geben tonn, wird ersucht, solche der Kriminalpolizei oder irgend Gelände einen Baufluchtplan erhalten und sofort nach Fertigstellung Stralsunder 1,50-2,50. Hale, groß per Pjd. 1,10-1,50, mittelgroß cinem Bolizeirevier schriftlich oder mündlich zu 3718 IV/ 38. 07 und Genehmigung desselben mit Wohnhäusern bebaut werden. Mit 0,80-1,10, lein 0,60-0,80. Heringe per Schock( 5-9. Schellfische mitzuteilen. dem Teichertschen Schüßenhause verschwindet der letzte private stifte 2,00-3,50, 1, Stifte 1-2,00. Stabliau, geräuch. per 100 Pfd. 20. Dorsch, Stiste 2,00-2,50. Goldfische, Schod 2-9. Sardellen, 1902er Feuerwehrbericht. Am Montagabend wurde die Feuerwehr Schüßenplay aus dem nördlichen Groß- Berlin, woselbst nur noch per Anter 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 85. Schottische Boltheringe nach der Schleuse gerufen. Dort brannte der Bohlenbelag der der Schüßenplatz der Berliner Schützengilde in Schönholz existiert. 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, beutsche 37-44. Sardinen, russ., Faß ifernen Brüde. Um 1 Uhr nachts tam auf dem Hofe Kurstr. 36 Die vom Amtsvorsteher zu Reinickendorf, wie wir mitgeteilt Heringe, neue Matjes, per 2, To. 60-120. Beuer aus, Tonnen, Stroh und anderes brannten dort. Gleich hatten, am 6. d. Mis. angeordnete, durchaus unberechtigte vorläufige 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Reunaugen, Schodfaß 11, zeitig hatte die Wehr in der Landsbergerstr. 19 zu tun, wo Teer, Schließung des Vereins für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse flein 5-6, Riesen- 14. Eter, Lands, unfort. Schod 2,90-3,20, gr. 3,75. Butter Tapeten und anderes in Brand geraten waren. Vor dem Hause Reinickendorf- West" ist nunmehr vom Amtsvorsteher selbst durch eine per 100 pjo. Ta 110-115, Ila 105-110, Illa 100-104, abfallende 90-93. Saure Gurfen Schod 4,50, Pfeffergucken 4,50. Startoffeln Chauffeeftr. 28 brannte ein Benzinautomobil und gleichzeitig in gestern der Vorsitzenden Genoffin Grothe zugegangene Verfügung per 100 Biund magnum bonum 3,50-4,00, Dabersche 3,25-3,75, weiße 3,25-3,50, Köpeniderftr. 70a Stiften und Badmaterialien in einem Steller. aufgehoben. Möge der Verein, der so schnell den Scheintot übers Rosen 0,00, Salatlartoffeln 0,00. Spinat Der 1. Zug mußte in der Keibelstr. 9 einen Brand löschen, dem wunden hat, recht fräftig fich weiter entfalten. per 100 Pfund 3-6. Starotten, hiesige, per 100 Bund 4,00-4,50. Sellerie, biesige, per Schod 10,00-25,00,0 do. pommersche 0,00. 8wiebeln Hausrat zum Opfer gefallen ist. Preßfohlen brannten in der ift sis dud nigroße, per 100 Pfund 0,00, do. Kleine 0,00. do. hiesige( Berl) Borsigstraße, Langenbedftr, 13 und an anderen Stellen. Die jeddateinisuns 0,00. Charlotten 0,00. Peterfilie, grün, Schodbund 0,80-1,00. Stohlrabi Schöneberger Feuerwehr hatte einen fleinen Brand in der Schod 1-3. Rettig, bayr., neue Stüd 0,12-0,16. Mohrrüben br. 100 Bid. Gleditschftr. 37 au löschen. and is stainle 4,00-8,00. Teltower Rüben per 100 Bid. 0,00. Weiße Rüben, große 0,00, fleine 0,00. Note Rüben 0,00. Blumenkohl, holländischer per Stopf 0,20-0,40. Stohlrüben per Sood 2,00-5,00. 23irfinglobl ber Schod 0,00. Rotkohl holländ. per Schod 0,00. holländ., Rosenfohl per 100 Bfb. 0,00. Weißlohl, dän. per 100 Bfb. 1,00-3,00. 1,00-4,50, Bund 0,00. Morcheln per Pfund 0,40. Vorort- Nachrichten. Schöneberg.digan si sd a " " Vermischtes. adnotl Gin neuer Theater- und Presskandal scheint sich, wie uns berichtet wird, in Stuttgart vorzubereiten; und zwar stehen weniger die Mißstände des Theaterwesens als vielmehr die Mißstände der tapitalistischen Presse im Vordergrund des Interesses. In Stutt Spruttohl per 100 Bjund 0,00. Rhabarber 100 Bund 100 Bergedorfer per tapitalistischen Presse im Vordergrund des Interesses. In Stuttgart existiert auch ein sogenanntes unparteiisches" Zeitungsunter- Sandmorcheln per 100 fb. 0,00. Baldmeister per Mandel 0,30-0,45. Die Schöneberger Stadtverordnetenversammlung delegierte in nehmen, das Neue Tagblatt", das im Stile der Scherlpresse Radieschen per Schod 0,50-1,00. Salat per Schod 0,75-2,00, ihrer legten Sigung zu dem am 17. und 18. Juni in Sabelberg redigiert wird. Die Theaterkritik dieses Blattes war, namentlich Spargel Ia 100 pfb. 30-42, bo. Ila 20-30, do. IIIa 10-20, do. unfort. stattfindenden Brandenburgischen Städtetage den Stadtverordneten was den musikkritischen Teil betrifft, schon lange Gegenstand des 10-37, do. Beeliger Ia 35-45, do. Beeliger IIa 20-34, do. Beelitzer IIIa 10-20. vorsteher enne und den Stadtv. Linicus( Hausbesiger- Fraktion). Stopfschüttelns aller sachverständigen Besucher des Stuttgarter Hof Birnen, austral, in Stiften von 20 Stg. Stifte 18-20, ital. 0,00. lepfel, per Calville, Stifte 0,00, Dem Neubau des Helmholy- Realgymnasiums theaters. An diesem wirkt eine Sängerin Frl. Wiborg, deren 100 Bfd., biefige 8-20, Tiroler, Stifte 0,00, stimmte die Versammlung nach den Beschlüffen des Ausschusses zu. Glanzzeit nun einmal vorüber ist, die aber dennoch zur Ausführung Australier in Stiften 10-22, Stal in Stiften 5,00-20,00, extra 15,00 Stadtb. Rheinbacher( Lib.) wandte sich gegen die geplante Er der wichtigsten Partien immer noch herangezogen wird. So ist bis 26,00. Bitronen, Messina, 300 Stück 9,00-10.50, 360 Stud richtung einer öffentlichen Bedürfnisanstalt in diesem Schulgebäude. es z. B. schon seit Jahren die Klage aller Berehrer von Richard 9,00-10,50, 200 Std 6,00-12,00. Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Murcia 200 er Stifte 0,00, bo. 300 er 7-10, Balencia 420 er Stifte 10,00-25,00, Der Berichterstatter des Ausschusses, Prof. Dr. Wetetamp, Wagners" Meistersingern von Nürnberg", daß durch Frl. Wiborg do. 714 er 22-26,00, Messina, 100er 4-6,00, 150er 5-8,00, 16t er 8-13,00, empfahl jedoch, von dem Plane nicht abzuweichen, die Bedürfnis- als Ebchen noch fast jede Aufführung des Meisterwerkes berpfuscht 200er 7,50-12,30, 800er 0,00, Blut 100er 5,50-9,00, bo. 150 er 7,50, anstalt in dem Schulgebäude einzurichten. Dieselbe werbe in dem wurde. Solche Mißstände festzustellen und ihre Abstellung zu 80 er 7-7,50, 200er 13-14. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW