Ur. 135. Hbonnf mc nts-lkdingungcn: RJonnrnifnlä• Srciä ptflnunicratibo i Liertelzührl. 8,30 Mk, monatl, 1,10 Ml,, «öchmllich 28 Pfg, frei in« HauS. Einzelne Nnmmcr s Pfg, KonnlagZ- numnier mii Mustticiler EonnlagS. Beilajic.Die Reue Welt' 10 Pfg, Poll» ilbonneinenl: I.IO Marl pro Monat. Einoelragen in die Poll. Zeitnngs- vreiSIisle, Unter Kreuzband für Denlschlanb und Oeslerreich. Ungarn 2 Marl, für daS übrige Nusland 8 Mari pro Monal, PosiabvnnevienlS nehmen an: Belgien, Dünemarl. Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Äulnünien. Schweden und die Schweiz, 34. Jahrg. Criftdit(1(114 uBtr moDtaw. Verlinev Volksblatt. Die InlertlonS'GetQbr lelrügt für die sech-gefpaltenc kolonefh zcile oder deren Rani» 50 Psg,, für polilische und gewerlschastliche Vereins« und VcrlanimlungS-Anzsigen 30 Pfz. „Ulcine Znreigen", das erste fletl« gedruillcl Wort 20 Pfg,. jedes weiter« Wort>0 Pfg, Elellengeinche und Schlaf- slellen�Anzeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Wort«. Jnferale für die nächste Zlunnner»rüsten bis 5 IlhrnachnrittagS in der Expedition. abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gcöstnet, Telegramm. Zldreste: «Soalalllivoiikai StlU»", Tentralorgan äer l'o2ialäemokratifcken Partei Veutfcklanäs. k,cäalition: SM. 68» Lindcnstrasse 69. {(rrnlprcriirr: Elm» IV. Nr Sonnabend, den 1* Jnni 1907* Bxpedition: SM. 68» Lindenstrasse 69. Sferntirrrrfier: Slnit IV. Nr. ins*. Zur frage der Maiseier. (Schluß.) Die, wenn der Ausdruck gestattet ist, prinzipielle Gegner- schaft einzelner— keineswegs aller— Gewerkschaftler gegen die Arbeitsruhe am 1. Mai entspringt, wie uns bereits die Gewörkschaftsstimmen unseres ersten Artikels zeigten, vor- nehmlich zwei Momenten. Man sagt— und zwar mit Recht— daß eine all- gemeine Beteiligung der Arbeiterschaft an der Arbeitsruhe einstweilen nicht zu erwarten sei. Die partielle Arbeits- ruhe aber schließe gerade einen Teil der Arbeiter von der Maifeier aus, schwäche und zersplittere also die möglichst ein- heitlich zu gestaltende Demonstration. Dies Argument scheint uns wenig stichhaltig. Jede Betätigung und Demonstration der Arbeiterklajft ist anfänglich nur eine partielle. Der Wert einer solchcnHTeilaktion liegt gerade in ihrem agitatorischen, anspornenden, vorwärts- treibenden Charakter. Manche Gewerkschaftsgenossen bestreiten zwar diesen agitatorischen Charakter gerade der Arbeitsruhe am 1. Mai, allein dieser Ansicht steht die gegenteilige Auffassung zahlreicher Genossen auch aus Gewcrkschaftskreisen gegenüber. Die persönliche Erfahrung und die individuelle Auffassung ist hier entscheidend. Völlig unrichtig dünkt uns jedoch die Ansicht, daß diejenigen Arbeiter, die sich an der Arbeitsruhe nicht beteiligen könnten, nun auch von der Mai fcier jvöllig ausgeschlossen seien. Steht ihnen doch nicht nur die Teilnahme an der Abendfeier offen, sondern es galt bisher sogar für die st r i k t e P f l i ch t der Parteigenossen, sich wenigstens an diesem Teil der Maifeier zu beteiligen I Auch steht nichts dem Bestreben im Wege, auch die Abendfeier des 1. Mai so würdig und agitatorisch zu gestalten, wie das nur immer bei einer solchen auf Massenbesuch berechneten Festfeier möglich ist. Die hier und da erhobene Klage über den„Jahrmarktstrubel" ist jedenfalls eine Frage für sich, die wahrscheinlich auch dann keineswegs verschwände, wenn die Vormittagsfeier wegfiele I Viel gewichtiger ist das zweite Argument, dem Silber s ch m i d t in Jena präzisen Ausdruck verlieh: Die Arbeits� ruhe am 1. Mai nötige den Gewerkschaften oftmals Kämpfe auf, die zur Unzeit ausbrächen. Zur Unzeit, weil die Arbeiter sich den Zeitpunkt des Losschlagens nicht selbst wählen könnten und sich daher den gerüsteten und vorbereiteten Unternehmern gegenüber im Nachteil befänden. Durch solch unzeitige Kämpfe könnten ganze wohlgeplante Gewerkschafts kämpfe vereitelt werden. Aber auch dagegen läßt sich mancherlei sagen. Zunächst sind die Unternehmer nicht nur für den 1. Mai vorbereitet, sondern sie kennen auch bei Tarifabschlüssen im Vor aus den Zeitpunkt zu gewärtigender Kämpfe. Spontan und unerwartet pflegen heute in gut organisierten Ge- werben nur noch höchst selten Lohnkämpfe auszubrechen. Wenn die bloße Kenntnis des Zeitpunktes Gewerk- schaftskämpfe undurchführbar machen soll, so stände es sehr traurig um die Gewerkschaften. Zum Glück aber hängt der Ausgang eines Gewerkschaftskampfes doch ganz wesentlich von anderen Faktoren ab: von der Stärke der beiderseiftgen Organisationen, dem Stande der Kassen, der Konjunktur usw. Es ist deshalb in der Praxis auch keineswegs zutreffend, daß die Unternehmer aus jeden Fall die Arbeitsruhe ani 1. Mai zum Signal eines Lohnkampfes machten. Wenn es nur auf einen V 0 r w a n d zum Kampfe ankomnit, sind überhaupt verzweifelt schlechte Friedensgarantien gegeben. Leider ist das über die Maiaussperrungen vorliegende Material zurzeit noch ein so dürffiges, daß es weder gegen, noch für die Arbeitsruhe am 1. Mai ausgespielt zu werden vermag. Der Genosse Timm glaubte auf dem Kölner Gewerkschaftskongresse aus der Statistik der Generalkommisston entnehmen zu dürfen, daß im Jahre 1902 die Zahl der wegen der Maifeier Ausgesperrten nur 1027 betragen habe. Richard Fischer sprach in Jena von 3710 Ausgesperrten im Jahre 1903. Diese Zahlen mögen viel zu niedrig gegriffen sein: allein schwere und langwierige Gewerkschaftskämpfe aus An- laß der Maifeier sind bisher, abgesehen von der Berliner Metallarbeiteraussperrung anläßlich der ersten Maifeier 1890, überhaupt noch nicht geführt worden. Die Aussperrung der Berliner Metallarbeiter im vorigen Jahre bildet die einzige Ausnahme, eine Ausnahme, bei der zudem eine Reihe besonderer Umstände mitwirkten. Das Jahrbuch des Deutschen Metallarbeitervcrbandcs für 1905 berichtet über die Aussperrung von 2931 Arbeitern in vierzig Betrieben. Das sind immerhin erhebliche Opfer für diejenigen. die der Maifeier jeden propagandistischen Wert bestreiten. Ge- nosse Silbcrschmidt aber steht ja auf dem Standpunkt, daß die materielle Frage bei der Maiseier erst in zweiter und letzter Linie in Frage komme. Diese übertriebenen Befürchtungen schrumpfen zudem noch weiter zusammen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Parteitagsbeschlüsse die Arbeitsruhe ja nicht für alle Fälle forderten, sondern nur da, wo ihre Durchführung ohne Gefährdung der Arbeiterinteressen mög- lich ist. Liegt in einer Branche die Situation so ungünstig, daß schwere Kämpfe, wirkliche Schädigungen der Organisation von der Arbeitsruhe zu befürchten sind, so ist es selbswerständ- lich das gute Recht der Gewerkschaften, von der Arbeitsruhe in dem betreffenden Jahre Abstand zu nehmen. Kein Parteigenosse, kein noch so eifriger Befürworter der Arbeitsruhe am 1. Mai wird daraus den Gewerkschaften den geringsten Vorwurf machen, sofern nur eine ehrliche prinzipielle Einhelligkeit über die Wünsch barkeit einer möglichst allgemeinen Arbeitsruhe geschaffen wäre. Diese prinzipielle Einmütigkeit der Auffassung über die Arbeitsruhe ist die„feste Norm", die verschiedene Partei blätter so lebhaft wünschten. Die Verwirklichung dieser Norm kann nicht geschaffen werden durch vorläufige Kom Promißabkommen, sondern nur durch ehrliche, vor behaltlose, rechtzeitige Verständigung zwischen den Gliedern der einigen, unteilbaren Arbeiterpartei herbeigeführt werden. die dasselbe Ziel verwirklichen will. Noch gehen die Meinungen ja weit auseinander. Aber wenn man— wie das auf allen Seiten der Fall ist— wünscht, daß eS endlich auf dem Stuttgarter Kongreß zu einer definitiven Schlichtung der Meinungsdifferenzen, zu einer end gültigen Festlegung der Form der Maifeier kommen soll, so hilft nur eine rückhaltslose Aussprache nicht nur auf, sondern auch vor dem Internationalen Kongreß. Namentlich ist e auch Sache der M a s s e der Genossen, die Streit frage zu prüfen und entschiedene Stellung dazu zu nehmen. Man hat so viel darüber diskutiert, ob der Gedanke der Arbeitsruhe faktisch in den Massen wurzele, einem idealen Bedürfnis, einem inneren Drange entspreche. Mögen die Massen selb st das Wort nehmen. Sie haben ja in Deutschland durch von Jahr zu Jahr trotz aller Hindernisse stärker gewordene Feier durch die Tat schon gesprochen. Wir unsererseits haben bereits vor dem 1. Mai unseren Standpunkt dargetan. Wir sind ganz der Auffassung, die Genosse Fischer als Referent in Jena mit den Worten vertrat: WaS aber R. Schmidt barsche' gt, ist geradezu ein Abspringen von der bisher erreichten Kampfeslinie, ein Zurückgehen weit hinter den Ausgan gs Punkt.(Sehr richtig I)— Und ich fürchte, diese freiwillige Aufgabe einer gewonnenen Pa sition, zu der gar kein äußerer Anlaß vorliegt(sehr richtig!?, da die Maifeier immer demonstrativer wird, da die Ar- beitSruhe an Umfang zugenommen hat, da der Widerstand der Gegner gegen die Arbcitsruhe geringer geworden ist von Jahr zu Jahr— selbstverständlich immer je nach der Wirt schaftlichcn Konjunktur, ob wir unS in aufsteigender oder ab- steigender Geschäftskonjunktur befanden— angesichts aller dieser Umstände bedeutet ein Zurückweichen heute geradezu eine Aufforderung an die Gegner, die da glauben inüssen, daß die Energie und Kampfes- tust deS Proletariats gesunken ist, ihre ge samten Kräfte zusammenzuschließen, um der Arbeiterklasse eine Niederlage zu bereiten Die Unternehmer müssen sich sagen: stellen wir unS zusammen gegen die Arbeiterklasse, sie begnügt sich bereits damit, nur das Erreichte zu verteidigen, ihre Angriffslust, ihre Angriffsmacht ist gesunken— trgo: wenn wir Unternehmer gemeinsam eine Attacke gegen die Arbeiter unternehmen, werden wir auf der ganzen Linie erfolgreich sein. Die Folge einer solchen Stellung- nähme wäre also geradezu eine Aufforderunganunsere Gegner, die Arbeiterbewegung zurück- gudämmen.(Lebhafte Zustimmung.) Und es ist nicht bloß ein Gebot der politischen Ehre» es ist auch ein Gebot politischer Klugheit, die die eigene Kraft genau kennt und sie abwägt gegen die Kraft der Gegner, die auch genau weiß, was die Gegner wollen, nicht bloß bei den bisherigen Parteitagsbeschlüssen über die Maifeier stehen zu bleiben, sondern unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der eigenen Kraft die Parole auszugeben, vorwärts zu gehen, bis wir die Masse erobert und die Gegner bezwungen haben.(Lebhafte Zustimmung.) Ich meine, auch die Gewerkschaften müssen sich in dieser Frage vollständig der Partei anschließen.(Sehr richtig!) Schließlich ist doch die Maifeier auch ein Stück sozialdemokratischen Glaubensbekenntnisses, das die Gewerkschaften ablegen(lebhafte Zustimmung), womit sie ihre Solidarität mit dem internationalen Sozialismus bekunden(sehr richtig!), daß sie mit uns, so vcr- schieden auch die Aufgaben und der Weg sein mögen, als letztes Ziel nur daS eine kennen: die Beseitigung der bürgerlichen Gesellschaft, den Znsammenbruch deS LohnsystemS, die lleber- nähme der Produktionsmittel in den Besitz der Gesellschaft. (Bravo l) Sollte, wie wir hoffen, der Stuttgarter Internationale Kongreß die Beschlüsse der internationalen Kongresse und der deutschen Parteitage bestätigen, so erwarten wir. daß dann der Streit endgültig verschwinden wird. Hoffentlich erhalten wir dann die„feste Norm", daß alle Gewerkfchaften, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, es sich zu einer ehrenvollen Aufgabe machen, die Arbcitsruhe am 1. Mai noch ganz anders einzubürgern, als es schon bisher der Fall war. Sollten die Umstände dieser oder jener Organisation Vorsicht gebieten, so brauchten sie derentwegen keine Kritik der politischen Organisation zu befürchten, umso weniger, als ja die hoffentlich stetig intimere Fühlung zwischen Parteileitung und Gewerkschaftsleitung Mißtrauen und Reibungen aus- schließen dürfte. Daß ein einheitliches Vorgehen auch in Deutschland möglich ist, hat ja gerade die diesjährige Mai- feier in Deutschland gezeigt. Ist auch die vor dem 1. Mai erschienene Erklärung des Parteivorstaudes von einigen Seiten als„Bremserlaß" bezeichnet, so hat die rege Teilnahme an der diesjährigen Maifeier durch die Tat der Feier gezeigt, daß die Parteigenossen in ihrer überwiegenden Mehrzahl sie nur als eine Mahnung daran aufgefaßt haben, daß die Durch- führung der Maifeier nur für die Fälle gefordert ist, wo sie ohne Gefährdung der Arbeiterinteressen möglich ist. Die Maifeier hat sich insbesondere in Rußland und in O e st e r r e i ch als ein mächtiger Hebel im Kampfe um die politischen und wirtschaftlichen Rechte der Arbeiter erwiesen. Es kann für den Stuttgarter Kongreß sich nicht darum handeln, die internationale Waffe der Maifeier zu beseitigen oder abzustumpfen, sondern sie zu einer für alle Länder möglichst wirksainen zu gestalten. ZuiMchlvanimi für das Drcssilaiien- Wahlrecht. In der„Kreuz-Zeitung" veröffentlicht ein Major a. D., v. K a l ck st e i n, einen gottvoll stilisierten, aber von der Redaktion der„Kreuz-Zeitung" und der Kreuzzeitungsritterschaft offenbar sehr ernst genommenen Artikel für die unveränderte Konservierung des preußischen LandtagswahlrechtS. Der Kreuzzeitungsritter meint, eS sei eine Mißdeutung der wirklichen Ansichten des Fürsten Bismarck, wenn man immer sein Wort von dem„elendesten aller Wahlsysteme" wieder« hole. Habe doch Bismarck weder an der Oeffentlichkeit noch an der ind ir ekte n F 0 rm deS Wahlrechts etwa? auszusetzen gehabt. Mißfallen habe ihm lediglich sein plutokratischer Charakter, der dem mobilen Kapital zeitweilig ein U e b e r« gewicht über das Junkertum verlieh. Dennoch habe Fürst Bismarck nie den Versuch unternommen, eine Um« änderung dieses Wahlrechts zu bewirken. Die scheinbare(I) Ungerechtigkeit, daß unter der Herrschast des Dreiklasseu- Wahlrechts kein einziger Sozialdemokrat in das Ab« geordnetenhauS gelangt sei, wäre für Bismarck eher ein Grund gewesen, dies Wahlrecht zu schützen. So weit geben wir dem Herrn Major a. D. durchaus recht. Für Bismarck war die Dreiklassenschmach nur so lange ein„elendes" System, als— während der Konfliktsjahre— der Liberalismus vermöge des plutokratischen Charakters des Wahlrechts das Junkertum an die Wand zu drücken vermochte. Als sich dann das Blatt wieder zugunsten deS Junkertums wandte, hatte der Urjunker Bismarck an dem preußischen LandtagSwahlrecht nicht mehr das gering st e auszusetzen! Um so köstlicher find folgende Orakeleien deS„Kreuz-ZeitungS"« Junkers: „WaS hat eS überhaupt für einen Sinn, ein Wahlrecht zu ändern, welches angeblich ungerecht ist! Wo gibt es ein menschliches Gesetz oder ein Naturgesetz, welches gerecht ist? Gerechtigkeit gibt es nur im Christeiitnm, ja mehr als Gerechtigkeit und etwas Höheres, als die arme irdische Gesetz- Mäßigkeit.(!) ES beruht in der vollkommensten Freiheit nach außen, in der allcrgrößesten Selbstzucht nach innen.— Dagegen würde jeder, der einen Staat mit neuen vollkommenen Gesetzen aufbauen wollte, die größesten Ungerechtigkeiten begehen und verewige n." Das ist die s ch ö n st e H a m m e r st e i n i a d e.„Gerechtigkeit" gibt eS nur im„Christentum". Das Unrecht aber muß zu Nutz und Frommen unseres KrantjunkertumS erhalten bleiben! Die«arme irdische Gesetzmäßigkeit' hat im Dreiklassenwahlrecht trotz deS Christentums den den Junkerinteressen genehm st en Ausdruck gefunden. Die„arme irdische Gesetzmäßigkeit' ist zwar der„christlichen Freiheit" gegenüber ein gleichgültiges Ding — aber nur fiir die Nichtbrsitzcnden. Für die Besitzenden ist fie ein geheiligtes Rührmichnichtan, um dessentwillen es daS„christliche" Junkertum bei den Wahlrechtsdemonstrationen des Jahres IMS ruhig auf einen Massenaderlaß hätte ankommen lassen, sofern die Masse nur dasselbe Recht für sich in Anspruch ge- nommen hätte wie der Hottentottenmob, der am 2S. Januar und S. Februar in geschlossenem Zuge nach dem Schlosse marschierte. Das Niederkartätschen der„Kanaille", die sich mit der„christlichen Freiheit" nicht genügen ließ, die zwar nicht ein Klassenvorrecht, wie es die Junker im Dreiklassenwahlunrecht besitzen, erstrebte, sondern ein allgemeines und gleiches Wahlrecht, wäre natürlich auch nur ein Akt junkerlicher Christennächsten« liebe gewesen I Famos macht sich auch, baß der Kreuzzeitungsritter erklärt, reformbedürftiger als das LandtagSwahlrecht sei das— Reichstags« Wahlrecht! Wollte man eines der geltenden Wahlrechte„um der Gerechtigkeitstheorie willen" reformieren, so möge man zunächst an die„offenbare Ungerechtigkeit deS ReichStagSwahlrechtS' die Hand legen. So möge man dafür sorgen, daß eine Garantie geschaffen werde, daß nur die„geeignetsten" Männer" gewählt werden dürften und könnten. Eine solche Garantie sei gegeben, wenn„nur solche Leute wählbar wären, die sich in irgend einem Beruf, sei eS als Arbeitgeber, sei eS als Arbeitnehmer bewährt daS heißt wacker durchgekämpft und eine Reihe von Jahren sich und ih reFamilien selbständig erhalten hätten." Wir unsererseits hätten unter Umstünden gegen diesen Vorschlag nichts einzuwende». Dann nämlich, wenn nur alle die in den Reichstag gewählt werden dürften, die durch ihre persönliche Tüchtig- kcit ihre bürgerliche Existenz zu fristen in der Lage wären. Alle Majoratsherren, Rittergutsbesitzer, Börfeaiiersprossen usw., die mir von Geldsacks« und ErbschaftSgnnden ihr Parasitcudasein friste», chieden danach von der Wählbarkeit zum Parlament aus I ES könnten nur solche Leute gewählt werden, die, sei eS durch geistige, fei es durch körperliche Arbeit ihr Einkommen er« werben, nicht aber aus dem Genuß irgend welcher Rente» ziehe«! S» aber meint es natürlich der Kreil.izeitilNgSritter nicht! Die Junker und Kapitalisten, die, statt gesellschaftlich nützliche Arbeit zu verrichten, kraft ihres mobilen oder immobilen Kapitals die Arbeit anderer Menschen ans beuten, sollen wählbar sein, nicht aber Personen, die im Dienste der Klassen- korporation des Proletariats ihre bescheidene und arbeitsreiche Existenz finden! Man sieht, mit welch frivolem Hohne dieser Muster- junlcr in dem führenden konservativen Organe daZ deutsche Volk überschüttet! UebrigenS möchten wir einige' Zahlen zur Jllustrierung des nach der Meinung der„Kreuz-Zeitnn g" durchaus nicht verbesserungsbedürftigen LandtagSwahlrcchtS beibringen. Es erhielten Ur tvählerstimmen im Jahre 1003: Konservative..... 324157 13,39 Proz. Freikonservative... 47S7S 2,87, Nationalliberale... 253 2M 15,33, Freis. volkZpartei.. 73 245 4,38„ Zentrum....... 251 058 15,07, Sozialdemokraten.. 314149 18,79„ ES erhielten Abgeordnete: die K o n s e r V a t i V e n....,. 142 » Freikonservativen.... 62 , Nationalliberale it.... 77 , Freis. Volkspartei..... 24 das Z e n t r u m......... 95 und die Sozialdemokraten— die nächst den Konservativen stärkste Partei— keinen einzigen Abgeordneten! Neußerst kennzeichnend für das nach nnd trotz Bismarck elendeste aller Wahlsysteme ist auch folgende Feststellung; Die Gesamtzahl der Urwähler verteilte sich auf die drei Abteilungen in Hundertteilen für die Jahre 1855 und 1903 folgenderniahen: Gesamtzahl der d°von entfallen in Hundertteilen Urwähler Abteilung I II III 1855.. 2 908 156 5,02 13,89 81,09 1903.. 7 101963 3,56 12,07 84,57 Da? Dreiklafienwahlrecht hat sich also seit 50 Jahren noch er- heblich verschlechtert. Während im Jahre 1855 die beiden e r st e n Klaficn, die der dritten gegenüber den Ausschlag geben, noch 18,91 Urwähler umfaszten, umfaßten sie 1903 nur noch 15,43 Proz. der Urwähler. Während also im Jahre 1855 durch das Dreiklassenwahl- recht auf je hundert Wähler 81 politisch rechtlos gemacht worden waren, sind im Jahre 1903 von je hundert Wählern deren mehr als 84 ihres politischen Rechte? beraubt I Und für ei» so schmachvolles Wahlunrecht wagt das führende Organ der Konservativen trotz der neuen»konscrvativ-liberalen Paarung" eine Lanze zu brechen! Jahr stach nicht ganz vogelfrei. Im Dorfe Lamitsch des Reichstagswahlkreises Beeskow- Storkow-Charlottenburg war der Genosse Töpfer Ahlschläger aus Langewahl ain 25. Januar als Stiminzettelverteiler tätig. Am Nachmittage ging der Schneidcmühlenbesitzer Emil R o g g a tz zur Wahl. Auf der Straße vor dem Wahllokal bot ihm unser Genosse einen Stimmzettel an. Mit den Worten:„Ich brauche Ihren Stiminzettel nicht," erhielt er ' hierauf von döM Wähler einen Schlag mit der Faust ins Gesicht, daß ihm die Nase zu bluten begann und ihm der Hut vom Kopfe fiel. Der Ordnungsheld trat darauf den Hut mit den Füßen entzwei und ging dann in das Wahllokal. Der MfßhiMdelte, der seinvn Posten-' nicht verlassen konnte, begnügte sich vorerst damit, bei einigen Augenzeugen des Vorfalls den Namen des rohen Patrons festzustellen. Abends begaben sich mehrere Wähler hintereinander in das Lamitscher Wahllokal. Der Genosse Ahlschläger bot auch ihnen einen Stimmzettel an. Von dem letzten Wähler bekam er einen Schlag mit der Faust in das Genick, und siehe da, in dem Schläger erkannte Genosse Ahlschläger den Schneide mühlenbesitzer R o g g a tz wieder. Er stellte natürlich Straf antrag gegen den schlagfertigen Herrn. Am Dienstag gelangte die Sache vor dem Schöffengericht in Beeskow zur Verhandlung. Auf die Anklagebank mußte aber nicht nur Herr Roggatz, sonder» auch der Mißhandelte. Herr Roggatz hatte nämlich entdeckt, daß Genosse Ahlschläger ihn mißhandelt habe und er hatte sich daher mit einem Strafantrag revanchiert, dem daS Gericht merkwürdigerweise stattgegeben hatte. Vor Gericht stellte Herr Roggatz sich als der frivol An gegriffene hin, der sich durch den Schlag lediglich seiner Haut gclvehrt habe. Ahlschläger habe ihn, so behauptete er dreist und gottesfürchtig, am Arm gepackt und ihm dadurch Schmerzen verursacht. Der Schlag sei in der Abwehr erfolgt. Diese Angabe trägt den Stempel der Unwahrheit an der Stirn. Ein Anpacken am Arm, noch dazu ein solches, das Schmerzen verursacht, wäre ja die unvernüftigste Weise, um einem Wähler einen Stimnizettel anzubieten. Ter Vor sitzende empfand daS denn auch. Als Roggatz auf die wieder holte Frage, was Ahlschläger denn gesagt habe, als er ihn also am Arm packte, die Antwort gab:„Er hat nichts gesagt!" konnte sich der Vorsitzende nicht enhalten zu bemerken:„Ihre Darstellung des Vorganges erscheint mir doch recht wenig glaubhaft zu sein!" Genosse Ahlschläaer hatte acht Zeugen der Vorgänge be nannt. Es waren aber nur zwei, die in Lamitsch wohnhast waren, geladen worden. Sie bestätigten indes die im Straß antrag unseres Genossen gegebene Darstellung des ersten Bor falls bis in alle Einzelheiten. Nach übereinstimmender Aussage beider war Genosse Ahlschläger in der höflichsten Form, mit den Worten:„Eni- schuldigen Sie, vielleicht ein Stimmzettel gefällig?" an den Roggatz herangetreten und erhielt hierauf ohne weiteres einen Schlag in das Gesicht, worauf ihm die Nase„derb" blutete. Von der zweiten Mißhandlung hatten diese Zeugen nichts gesehen. Genosse Ahlschläger hatte dafür auch nicht sie, sondern fünf andere Zeugen benannt, die aber samt und sonders nicht geladen waren. Diese fünf Nichtgeladenen sind nämlich Mitglieder des Sozialdemokratischen Wahlvcreins Ketschendorf, dem auch Ahlschiäger angehört. Herr Roggatz hatte als Entlastungszeugen einen Kossäten aus Lamitsch geladen. Der Mann konnte indes nichts Ent- lastendes bekunden, sondern mußte erklären, daß er am Abend des 25. Januar in der Dunkelheit vor dem Roggatz in das Wahllokal gegangen wäre, von irgend welchen Vorgängen hinter sich aber nicht das geringste gemerkt habe. Obwohl demnach die erfolgte Beweisaufnahme auch nicht den Schatten eines Beweises dafür erbracht hatte, daß Ge- nosse Ahlschläger den Angeklagten Rogsiatz am Arm angefaßt habe, beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Bürgermeister von Veeskow, dennoch gegen Ahlschläger eine Geldstrafe von 5 M.!! Gegen Roggatz beantragte er 15 M.! Nach kurzer Beratung erkannte das Gericht auf k o st e n l o s e Freisprechung deS Genossen Ilhlschläger und auf Ver- urteilung de? Roggatz zn 15 Iß. Geldstrafe wegen Körperverletzung. Von der Sachbeschädigung(der Zertrampelung des HuteS deS Genossen Ahlschläger) war weiter nicht die Rede! Man sieht, der Sozialdemokrat ist nicht vogelfrei in Preußen. Oder richtiger gesagt: noch nicht ganz vogelfrei! Wenn er sich das aber vor Gericht bestätigen lassen will, gerät er in Gefahr, mit«uf die Aaklagebaak z» kommen! vom soÄsMemoto'stiichen Kongreß in Condon. Den offiziellen Kongreßbulletins entnehmen wir folgende Einzelheiten der Kongreßverhandlungen: Ter Bericht des Zentralkomitees. Im politischen Teil seines Berichts gab der Vertreter des Zentralkomitees eine Ucbersicht der politischen Tätigkeit der Partei seit dem vorjährigen Kongreß in Stockholm(die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion der ersten Dum«, die Luflösung der Duma und der allgemeine Streik, die Rekrutenkampagne, die Wahlen zur zweiten Duma). Das Zentralkomitee konstatiert, daß es von seinen ersten Schritten an«uf heftige Opposition in der Partei in bczug auf eine Reihe taktischer Fragen stieß, und weist des weiteren auf die desorganisierende Tätigkeit der sogenannten „Kampforganisationen" hin, die unter anderem in der Ein- berufung— entgegen dem strikten Verbot des Zentralkomitees— einer Konferenz der Rilitär- und Kampforganisationen Ausdruck fand. Die onornralen Verhältnisie endlich, in denen die Tätigkeit der Partei verlief, konnten aus die Politik derselben nicht ohne Einfluß bleiben. Dem Kassenberichte deS Zentralkomitees ent- nehmen wir folgendes: Von Privatpersonen, Organisationen und ausländischen tzülfSgruppcn waren(während des Berichtsjahres) eingegangen 77 780 R. 44 K.. von Parteiorganisationen 3534 R. 23 K., im ganzen also 81 314 R. 67 K., welche wie folgt verausgabt wurden: Von den Außgabeposten sind zu nennen: Geheim- druckereien und illegale Literatur 13 400 R. 84 K., Unterstützung an verschiedene Organisationen 4494 N. 69 K., Liquidation des vorjährigen Kongresses 2603 R. 47 K., Protokolle des vorjährigen Kongresses 2189 R., legale Literatur 24 611 R. 16 Unterstützungen an Genossen 2256 N. 50 K., als Kaution für Genossen zeitweilig angebracht 2055 R. Im ganzen wurden 83 570 R. 03 K. ausgegeben. Am 14. April 1997 betrug das Defizit 2255 R. 36 K. Ucber die Verlagstätigkeit des Zentral- komiteeS ist zu melden: In der Gehcimdruckerei deS Zentral- komitees wurden herausgegeben: 9 Broschüren in 111559 Excm- plaren, 17 Flugblätter in 788 900 Exemplaren, 20 Rundschreiben an die Organisationen in 47 300 Exemplaren(im ganzen 946 850 Exemplare), 13 Nummern von Soldatenzeitschriftcn in 191500 Exemplaren, im ganzen also 1 048 350 Exemplare. Außerdem wurden daselbst gedruckt 10 Nummern des Organs der PcterS- burger Militärorganisation in 70 000 Exemplaren. In legalen Druckereien wurden 38 Flugblätter in 1 350 000 Exemplaren gedruckt. Der Korreferent des offiziellen Berichterstatters führte folgendes aus: Der vorjährige Kongreß hat wohl in einigelt taktischen Frage bestimmte Direktiven angenommen, doch keine ge- schlofsenc Grundlinie der Takti. Ausgearbeitet. Die angenommenen Direktiven sollten von einem Zentralkomitee in Wirklichkeit um- gesetzt werden, das weit stärker den Stempel einer bestimmten Fraktion trug, als der Kongreß, der es wählte. Es deutete denn auch diese Direktiven in immer mehr gemäßigter Weise und deprimierte durch seine taktischen Losungen die Genossen.... Die Mängel der Organisation und Zusammensetzung deS Zentral- komitees müssen nun beseitigt werden. Die neuen Direktiven müssen in möglichst systematischer und bestimmter Form abgefaßt werden, um die taktischen Schwankungen zu beseitigen. Nach längeren Debatten wurde— wie schon mitgeteilt— der von den Bundisten beantragte einfache Uebergang zur Tages- ordnung angenommen. ... London, den 30. Mai.(Spez.-Tel.) Zum Punkte der Tagesordnung über das Verhältnis zu nichtproletarischen Parteien wurde mit 158 gegen 110 Stimmen bei 18 Stimmenthaltungen die Resolution der B o l s ch e w i k i. jedoch mit zahlreichen Amendements, an- genommen. Ueber den Inhalt dieser Resolution wird gemeldet, daß sie sich scharf gegen die Oktobristen und die Partei der friedlichen Er- Neuerung wendet. Weiter wird erklärt, daß alle Beziehungen zwischen den Sozialisten und Kadetten abzubrechen sind. politische(leberlicht. verlin, den 31. Mai 1907. Berechtigte und unberechtigte Klassenjustiz. Zum Thema„Arbeiter und Gotialdemokraten als Schöffen und Geschworene" schreibt in der. Deutschen Tageszeitung" ein gewisser v. P. am Schlusie einer längeren Scharfmacherei: .... Es ist aber doch ein bemerkenswerter Unterschied von, Standpunkt des G e m e i n w o h l S, ob man vielleicht zu- gunsten der S r h a l t u n g des durch Verfassung nnd Gesetz fest- gelegten ZnstandeS beeinflußt ist,»der ob man befangen ist, weil man im Banne von vedanken steht, die auf die Beseitigung der bestehenden Ordnung abzielen." Herr v, P. hat vorher ankgefiihrt, daß er zwar gegen eine mäßig verstärkte Heranziehung v»n Arbeitern zur Rechtsprechung großmütigerweise �nichts einwenden will, wenngleich er väterlicher Bedenken sich nicht erwehren kann, ob besagte Arbeiter nicht eigentlich zu dumm sind, um über betrügerischen Bankrott und der- gleichen hohe RcchtSbegriffe zu befinden. Sozialdemokraten aber will Herr v. P, unter allen Ilmständen ausgeschlossen wissen, weil sie Umstürzler sind und die Obrigkeit, die Gewalt über sie hat, nicht respektieren. Alldieweil sie Staat und Obrigkeit miß- achten, können sie bei vergehen gegen die Obrigkeit und gegen Beamte nicht gerechte Richter sein. Den Einwurf aber, daß die Sozialdemokraten den nichtsozialistischen Richtern»den Vorwurf mangelnder Unbefangenheit bei Aburteilung sozialdemokratischer Ausschreitungen, z. B, Angriffe gegen Arbeitswillige" machen, tut der Herr mit dem oben angeführten Zitat ab. Das heißt also, Klassenjustiz ist erlaubt, wenn sie sich gegen Sozialdemokraten richtet, nicht aber, wenn sie sich gegen Ver- treter der hentigen.Ordnung" richtet. Ein erfrischendes Zugeständnis, daS registriert werden muß. Sozialdemokraten sind als Richter imtailglich wegen Befangenheit— Befangenheit der Richter im Prozeß gegen Sozialdemokraten aber schadet weiter nichts, beim sie ivirkt ja zum Beste» der bestehenden Ordnung. SaS schiert den Junker die Gerechtigkeit, wenn die Ordnung bei der Ungerechtig« teit besser fährt. ES lebe also die berechtigte Klassenjustiz. Ein Vorschlag zur Güte. Wie wir gestern im lokalen Teile berichteten, hat im LehrknrsuS für GefänaniSwesen der Oberstaatsanwalt I s c n b i e l eine Reibe ganz vernünftiger Ansichten geäußert. Dabei wurde u. a. mitgeteilt, daß für die Gefängnisse sogenannte„Aufsichtskomniissionen" bestehen, zu welchen in Zuknnft Laien Mitglieder hinzugezogen werden sollen, die der I u st i z m i n i st e r ernennt. Bisher bestehen die Konrmissionen nur anS Staatsanwälten, Richtern und GcfängniSbeamten. Wie ivemg diese für sich allein in GefäugniSangeleaenheiten ausreichen, zeigt ja schon die Tatsache, daß ein solcher LehrtursuS hat ein- gerichtet werden müssen. Die gelehrten Herren Juristen wissen meist nicht einmal, wie cS in Gefängnissen zugeht, und die GcsängniS- beamten als einzige Praktiker in der Kommission können doch immer noch keine rechte Vorstellung davon haben, wie es in der Seele eines Gefangenen aussieht und wie die Strafe auf ihn wirkt. Das aber, meinen wir, ist wesentlich für die ersprießliche Tätigkeit einer solchen Kommission. Deshalb sollte man, bei der angekündigten Ergänzung der Kommisstonen durch Laien, bedacht sein, diesem Mangel abzuhelfen, was denn freilich auf keine andere Weise möglich ist, als indem man solche Leute zu Mitgliedern ernennt, die schon selb st im Gefängnis gesessen haben. Man glaube nicht, daß wir scherzen. Nur lver schon selbst diese Pein durchgemacht hat— und zwar nicht zu kurze Zeit, z. B, nicht unter drei Monaten— nur der ist sich klar darüber, was eS heißt, Sträfling zu sein, und nur der kann wirkliche Fürsorge für die Gefangenen ausüben. Sträubt man sich gegen den Gedanken. Raubmörder und Taschen- diebe mit einem Ehrenamte zu bekleiden— wir würden selbst dabei nichts finden, denn mizähligemal schon hat sich ein Verbrecher als besserer Mensch erwiesen denn der untadeligste Ehrenmann— aber sträubt man sich hiergegen, so wüßten wir einen Vorschlag zur Güte: man wende sich um Hülfe an die s o z i a l d e m o- lratischen Redakteure, die ja aus diesem Gebiet eine reich- haltige Erfahrung zu haben pflegen. Wir sind überzeugt, daß sie hier tvie überall nicht zaudern werden, ihre intensive Sachkenntnis denr allgemeinen Besten zur Verfügung zu stellen.— Auch ein Erfolg der Waffentechnik. Die Vertreter des Militarismus find bekanntlich vom Krieg?- minister bis zum letzten Korporal der Ueberzeugung, daß das Volk, das.Zivil", lediglich des herrlichen KricgSheereS wegen da sei. Zu alledem scheint nun noch eine neue Pflicht gekommen zu sein, nämlich die, Granaten und sonstigen Sprenggeschossen als Zielobjekt zu dienen. Erst vor kurzem waren zwischen den Häusern des Dorfe? Altenrath(Bezirk Köln) zwei Granaten niedergegangen lind krepiert, die von dem Schießplatze Wahn stammten, Lang« dauerte eS, bis die Erregung der Einwohnerschaft gewichen war. Man nahm als selbstverständlich an, daß die Militärvertvaltimg Maßnahmen treffen werde, die solche Vor- kommnisse ein für allemal unmöglich machten. Aber weit gefehlt: Dieser Tage platzten wiederum vier Schrapnells zwischen Altenrath und Lohmar am hellen Mittag an der stets belebten Straße. Die Sprcngstücke machten die ganze Umgegend bis wei über die Schießplatzgrenze hinaus unsicher. Auf der Straße verkehrende Fuhrleute und die in den benachbarten Sandgruben tätigen Arbeiter schwebten in Lebensgefahr, da dicht neben ihnen sich Sprengstücke in den Boden ein- bohrten. Selbst die zur Beobachtung deS Schießens im SicherheitZ- stande postierten Soldaten verließen ihre Plätze.— Richter über sich selbst. Bei der Eröffnung der Schwurgerichtsperiode in Braunschweig führte der Vorsitzende. LandgerichtSdircktor R o ß m a n n, auS: Es sei in den letzren Jahren Brauch geworden, den Richterstand zu schmähen und seine Leistungen herabzusetzen. Man habe behauptet, die Richter ständen dem praktischen Leben fremd gegenüber und klebten zu sehr an den Worten. Dieser Vorwurf, sosern er gegen den ganzen Richterstand erhoben werde, sei sehr leichtfertig: er gereiche dem Vaterlande zur Unehre und man möge ihn deshalb in Zukuust unterlassen. Hier an dieser Stelle wolle er diesen Anschuldigungen ausdrücklich entgegentreten. Nirgends finde man einen so s I e i y i g e n, gewissenhaften und st r« b s a m e n R i ch t e r st a n d lvie gerade in Deutsch- l a n d. Man habe den Richterstand sogar verdächtigt, daß er weder den guten Willen noch die Fähigkeit besäße, seines Amtes zu ivalten, ohne zu bedenken, wieviel dazu gehöre. Richter zn sein. Bevor der Richter seine Praxis ausübe, müsse er bei Tausenden von RechtLfällei: zugegen sein, und gegen einen Mainr, der durch ein langes, sorgfältiges Studium vorbereitet ist, könne man den Vorwurf nicht erheben, daß er seine Sache nicht verstehe. In fast allen Staats- und Gemeindeverwetuiigeir sei der Richterstand vertreten, den jene nicht entbehren könnten und wollten. Niemals sei ein so leichtsinniger Vorwurf gegen den Richterstand erhoben worden wie gegenwärtig. Ferner imterschätze man die-S ch w i e r i g- keilen, ein Geschloorenenkollegium zu bilde>», und es sei eine traurige Tatsache, daß fast er» Drittel der Ausgelosten ablehnte. Der LandgerichtSdircktor scheint den uralten Rechtssatz„Niemand kann in eigener Sache Nichter sein" trotz aller Vorbildung vergessen zu haben. UebrigenS dürfte die GenchtSstätte, an der der Richter einseitig redet, ohne Diskussionen zulassen zu können, der ungeeignetste Ort zu Erörterungen über die Oualifikationen sogenannter gelehrter Richter sein. Der Richrer, der die praktischen Lebensverhältnisse nicht kennt, kann daS für pra'iische Verhältnisse gegebene Recht nicht anwenden. Die Vorbildung unserer deutschen Richter forder: aber nicht die Erforschung und Kenntnis der Verhältnisse deS realen Lebens. Wenn sie statt der formal-juristischcn Vorbildung Kenntnis in nationalökonomischen, geschichtlichen und naturwissenschafklichen Dingen erwerben würden, oder wenn sie gar einen jahrelangen praktische» Kampf urnS Dasein als Arbeiter durchzumachen hätten, würden sie erheblich besser dazu geeignet sein, die Justiz mit der Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Der Braunschweiger Direktor hat durch seine Verteidigungsrede die von ihm wieder gegebene Anklage trefflich gestützt: wer zu viel von sich hält, hält andere von sich ab.--- Getreidezölle und Brotpreis. AuS Altona wird der»Vossischen Zeitung" vom 31. Mar gemeldet: Die Bäckerinnung beschloß eine Preiserhöhung sämtlicher vrotsorten. Ferner wurde die schleunige Aufhebung der rrhöhtru Gctrcideeinfuhrzölle gefordert.— Wozu die Soldaten da find. In R o st o ck findet zurzeit eine Tierschau- und Maschinen- anSstellung statt. Die Straßenbahndirektion hat gesteigerten Verkehr erwartet und als AuShülfSschaffncr Saldatcn eingestellt!! Die zweijährige Dienstzeit ist offenbar viel zu lang.— Goldene Jugend. Etwa 10 000 Mark in manchem Monat, n i cht etwa in Jahr, hat«in Sprößling der bayerischen Geldaristokratie, der junge v. Lang-Ruchof schon als Gymnasiast ausgegeben. Nach dem eidlichen Zeugnis seines Vater?, des NeichSratS v. Lang-Ruchof im Münchener Wucherprozeß. Der Herr Vater schob die Schuld auf eine Schauspielerin, sie der Herr Gymnasiast als Maitreffe ge- habt hat Zehn Arbeiter fnmittcn müssen mit solchem Betrog, den der Herr Gymnasiast„in manchem ll>!oiiat" verputzte, ein ganzes langes Jahr auslangen. Und die zehn Familienväter sollen dabei nichi unzufrieden sein und nicht streiken und nicht sozialdemokratisch wählen und wollen. Weil sonst die Herren Väter ihre Herren Söhne nicht standesgemäß erhalten könnten auf dem Gymnasium und später._ Kleine politische Nachrichten. Der Terrain für die Landtagswahlen im Königreich Sachsen ist festgesetzt worden. Die Wahlmänner wählen in der 3. Abteilung werden am 3. September, der 2. Abteilung am 5. September und der 1. Abteilung am 6. September staltfinden. Die Abgeordneten Wahlen sind auf den 2l. September anberaumt. Von den 82 Wahlkreisen des Landes sind 30 Kreise an den Wahlen beteiligt, davon 27 infolge verfassungsmäßigen Aus- scheidens der bisherigen Abgeordneten, 2 infolge Ablebens und einer infolge Mandatsnic'derlegnng des bisherigen Abgeordneten. Von den Wahlkreisen sind 13 städtische, 17 ländliche.— Eine Konferenz der Rheinufcrstaaten zur Beratung über die Ein- führung von Schiffahrtsabgabe u auf dem Rhein tritt nun am 11. Juni in Heilbronn zusammen.— Ein Schildbürgcrstückchen doppelter Art haben die Stadtväter in Nienburg a. W. ausgeheckt. Im März d. I. faßte das dortige Bürgervorsteherkollegium den von allen Pfahlbürgern mit frenetischem Beifall begrüßten Beschluß, die Einkommen st euer um 10 Proz. zu erhöhen und dementsprechend die Grund- und Gewerbesteuer zu ermäßigen. Diese ungeheuerliche Belastung der Gesamtheit der Steuerzahler zugunsten deS GlaSkönigs Heye und der übrigen Fabrikanten, Gewerbetreibenden und Grundbesitzer ging sogar der gutgesinnten„Harke" wider den Strich, und sie las den Steuerkünstlern, allerdings mit dem üblichen Respekt, ein klein wenig den Text. Darob helle Entrüstung in den Reihen der grund- besitzenden Bürgervorsteher. Die nämlichen Herren, die kalten Blutes den Arbeitern und kleinen Beamten einen Teil der bisher von den Gelverbetreibendcn und Grundbesitzern getragenen Ge- meindelasten aufgebürdet hatten, übten Rache: sie stellten bei Magistratus den Antrag, den Redakteur der„Harke" nicht mehr als Berichterstatter zu den Sitzungen zu- z n l a s s s e n. Als der Magistrat diesen Schildbürgerstreich abgewehrt, und infolgedessen genannter Zeitungsmann in der nächsten Sitzung wieder erschien, stellte das in seinen heiligsten Gefühlen verletzte Bürgervorsteherkollegium den Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit. Dieser ungeheuerliche Antrag war seltsamer- weise auch dem Oberhaupte des Magistrats, dem Bürgermeister S t a h n dermaßen sympatisch, daß er seinerseits beantragte, die Sitzungen zunächst einmal für die Dauer des Kalender- jahres vertraulich zu behandeln, und wenn sich dieses be- währe, später damit fortzufahren. Das ging nun zlvar dem Bürger- Vorsteherkolleg zu weit, allein Magistratus trat dem Antrage bei und dabei hat eS vorläufig sein bewenden. Jetzt erfährt die Oeffentlich- keit über die Beratungen der Stadtväter nur, was Magistratus zu veröffentlichen geruht. Und kaum glaublich, aber wahr: daS so un- sanft hinausgeworfene Blatt machte von dem freundlichen Angebote des Magistrats bereits Gebrauch.— Bürgerliche Stadtväter und bürgerliche Presse find einander wert.-- Oeftcrrnch. Der 85.! WaS die Wahlen in Galizien— von allem anderen ab- gesehen— noch ganz besonders widerwärtig macht, das ist der Umstand, daß sie sich im Schneckentempo bis in den Juni hinein vorwärtsschleppen. War nun bisher aus diesem Lande der Korruption nichts Erfreuliches zu melden, so brachte die Tarnopoler Stichwahl doch endlich einen Lichtblick in die galizische Misere: Unser Genosse Jacko Ostapczuk hat aller Schlachtschitzen-Korruption zum Trotz in den Tarnopoler Land- gemeinden gesiegt, und mit ihm zieht der 85. Sozialdemokrat in den Reichsrat l So ist denn auch der ruthenischen Partei ihre Vertretung im Parlament des allgemeinen Wahlrechts gesichert. � � Mit Wahlskandalosa«us Galizien könnte man ganze Bände füllen. Wir tragen zu dem bereits Mitgeteilten einiges Wenige nach. Von einer Deputation aus Brzezany. Rohatyn und Chodorow(ruthenische und jüdische Wähler) wurde dem Minister des Innern Bienerth u. a. folgendes vorgetragen: ... Jeder Wähler wurde von einem Polizisten ins Amts- lokal geführt, wo ihm ein Magistratsbeamter' eine Wahl- legitimation und einen auf den Namen des Dr. Dulcmba lautenden Stimmzettel überreichte I Dazu wurde meist be- merkt, andere Stimmzettel würde man nicht bekommen, da die Gemeinde beschlossen habe, für Dr. Dulemba zu stimmen!— ... Da die dein Dr. Dulemba zugedachten Stimmzettel von der Rückseite aus erkennbar waren, trachteten die Kommissions- Mitglieder unter den nichtigsten Vorwänden, Wählern, die mit anderen Stimmzetteln versehen waren, das Wahlrecht zu entziehen. So wurde der Wähler Stach Ostrolvski als „augenscheinlich noch nicht volljährig" zur Wahl nicht zugelassen, obwohl der Vertrauensmann Kokoivski sich für dessen Volljährigkeit verbürgte l Der Wähler Osias Pomeranz wurde nicht zugelassen, weil er in der Wählerliste als S p e n g l e r g e h ü l f e verzeichnet war, die Kommission aber meinte, er sei für einen„Gchülfcu" zu alt!! Dasselbe Argument wurde gegenüber dem Schuster- gehülfen Johann Mcrunowicz geltend gemacht.-- Die Kommunal- und Bezirksbeamten machten während der Wahldauer auf den Korridoren Propaganda, entrissen den Wählern die Stimmzettel gewaltsam und drückten ihnen andere Stimmzettel, die mit dem Namen des Dr. Dulemba versehen waren, in die Hand... Der Minister nahm die Beschwerde entgegen und sagte zu. sofort Erhebungen zu pflegen und„nach Möglichkeit" einzugreifen.—- EnglsnÄ. „..... alle beide stinken." London, 81. Mai. Der Bischof Hon Norivich hielt eine heftige Rede gegen die Greueltaten im belgischen Kongo- staate, fügte aber hinzu, daß auch England nicht überall makellos dastehe. Der ehrliche Bischof hätte fchüfahren köiincn: auch Frank- reich, Holland, Spanien— Deutschland nicht zu vergessen—, kurz alle Kapitalisten-Staaten, die„kolonisieren", haben Greueltaten nach Art der im Kongostaat begangenen in Hülle und Fülle aufzuweisen.—_ Berufung in Strafsachen! London, 31. Mai. sUnterhauS.) In der heutige» Sitzung wurde der GesetzciiUvnrf belressend die Errichtung einer Bmifungsinstauz für Krimmalsachen in zweiter Lesung cinftluimig aiigrnomme». Wau» wird Deutschland endlich nachhumpeln?— Norwegen. Im Dienste der russischen Despotie. In der borigen Woche hat sich in Kristiania der große sensa- tionclle Prozeß abgespielt, der darüber entscheiden sollte, ob es aerechtf etigt und für die äußere Sicherheit Norwegens notwendig war. daß die norwegischen Behörden im letzten Sommer in Bardo die dort in der sozialdemokratischen Druckerei hergestellten rufst» scheu Schriften in Beschlag nahmen. Zweck der Anklage war, die dauernde Einziehung der beschlagnahmten Schriften herbeizu- führen. Dazu war bei rein sachlicher Auffassung des in Betracht kommenden§ 96 des norwegischen Strafgesetzbuches notwendig, zu beweisen, daß das friedliche Verhältnis Norwegens zu Rußland durch die Herstellung der Schriften und ihre Versendung nach Ruß- land gefährdet wurde. Um hierüber Klarheit zu schaffen, hatte der Verteidiger der angeklagten Russen, Obcrgcrichtsanwalt P u n t e r- vold, die beiden norwegischen Minister Lövland und Bothncr als Zeugen laden lassen. Bei ihrer Vernehmung wurde die Oeffent- lichkeit ausgeschlossen. Der Minister des Aeuheren, Lövland, wei- gerte sich jedoch auch da, ohne königliche Genehmigung auf die Frage zu antworten, welche Beweise er dafür habe, daß Unterlassung der Beschlagnahme jener Schriften das friedliche Einvernehmen zwischen Norwegen und einem anderen Lande in Gefahr gebracht hätte.— Offenbar war es auch gar nicht möglich, irgendwelchen Beweis dafür zu erbringen. Müßte doch sonst das friedliche Ver- hältnis zwischen Rußland und Deutschland, Frankreich, der Schweiz schon längst in die Brüche gegangen sein; denn dieselben Schriften, die dem einstmals„revolutionären" und„republikani- schen" Lövland s o gefährlich erschienen, daß er die Preßfreiheit deswegen außer Kraft fetzte, dieselben Schriften sind in jenen Län- dern zum Zweck der Verbreitung nach Rußland gedruckt worden, ohne daß die Behörden Einspruch erhoben! Eine der beschlag- nahmten Schriften:„Die Kasse des Kaisers— DeS Volkes Taschen" ist mit geringen Aenderuntzen sogar m Petersburg gedruckt worden! Als die revolutionärste der Schriften wurde von der Anklagebehörde„Das Manifest an den russischen Bauernstand" bezeichnet, das auch sowohl in Paris wie in Berlin gedruckt worden ist. Hier erschien dies Manifest in einer russischen Zeitschrift, ist in dieser Form nach Rußland versandt worden und hat ungehin- dcrt die russische Zensur überstanden! Das Gericht verurteilte die beiden Angeklagten, die Ein- ziehung der Druckschriften zu erdulden. Die Mehrheit deS Gerichts, nämlich der Vorsitzende Assessor Bull, ein Hochkonservativer, und die ihm gleichgesinnte Beisitzerin. Fräulein Agnes Mathiesen, er- klärte, daß das friedliche Verhältnis durch die Schriften zwar nicht „in concreto" gefährdet worden sei, daß sie aber„in abstracto" geeignet seien, es zu gefährden! Die Minderheit. Ingenieur Rönne, hielt diesen Umstand nicht für ausreichend zu einer Bcr- urteilung: die Anwendung des§ 96 des Strafgesetzbuches erfordere einen Beweis dafür, daß tatsächlich das friedliche Verhältnis zwischen Norwegen und Rußland durch die Schriften in Gefahr gekommen sei. Gegen das Urteil, das selbst in konservativen Kreisen mehr oder minder heftigen Widerspruch hervorgerufen hat, wird natür» lich Berufung eingelegt werden. China. Aufruhr. Amoy, 31. Mai.(Meldung des„Renterschen Bureaus".) 40 Meilen südlich von Amoy befinden sich 3l>., Berlin SV/. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungSblatt Nr. 125. 24. Jahrgang. 1. JlrilMr des Jotwütte" Kerlim WksdlR Sonnabend. 1. Juni 1W7. Die Hot der Könige. Die Könige haben allen Grund, sich über schwere Zeiten zu beklagen. Die Anforderungen, die man an ihr Handwerk stellt, werden immer größer, aber der Profit bleibt aus. Das Gottesgnadentum allein reicht längst nicht mehr aus, um die Völker zu regieren, man muß ihnen zugleich persönlich zu imponieren wissen. Das ist aber in unserem Zeitalter des Wettlaufens um die Gunst des Publikums sehr schwer. Wie leicht war es doch z. B. in den früheren Zeiten für die Könige, als Förderer der Kunst zu gelten! Die Könige hielten sich Künstler, wie man sich Rennpferde oder Jagd Hunde hält, und behandelten sie auch oft nicht viel besser. Ob sie aus Kunstinteresse oder aus Blasiertheit handelten, ganz egal,— der Geschichtsschreiber stellte pflichtgemäß die Kunst des Zeitalters als Emanation des Geistes der regierenden Fürsten hin I Heutzutage da gegen gibt es eine nationale Kunst und eine Kunst schlechtiveg von großen kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten aus. Diese Kunst bleibt den Königen ebenso fremd wie der Geist und das Leben der Nationen. Jedesmal tritt sie ihnen in den Weg, wenn sie die Künstler zu ruhmreichen Schöpfungen in spirieren wollen. Vom Gesichtspunkte eines Königs kann es zum Beispiel, kein herrlicheres künstlerisches Problem geben als die lange Reihe von Königen darzustellen. Hier, wo das Gottesgnadentum wirkte, braucht ja der Künstler sich nur vom Patriotismus durchwärmen zu lassen, um Heldengestalten zu schaffen. Aber wenn die marmornen Könige fertig in Reih und Glied dastehen, so hat man unfehlbar gewärtig zu sein, daß die Kunst sagen wird:„Das ist keine Förderung der Kunst, sondern ihre Vermöbelung und eine Verrohung des Geschmacks I" Kurz und gut, die Kunst will daß Könige zu ihr heruntersteigen— ein höchst pöbelhaftes Verlangen l Auch der Verkehr der Könige mit der Wissenschaft voll zieht sich unter erschwerenden Verhältnissen. Was hat z Friedrich den Großen zum Philosophen erhoben? Ein paar blasierte Bemerkungen über Religion und Diners mit Voltaire! Das genügt heutzutage nicht mehr. Die Gelehrten Welt verlangt ernstes Studium und ist ganz von ihren Fach kenntnissen eingenonimen und fühlt sich indigniert durch einen leichtfertigen Dilettantismus, der sich ihr aufdrängt. Und selbst ingeniöse Einfälle imponieren der Oeffentlichkeit nicht mehr, da sie von den Geistesfunken der Witzblätter über troffen werden. Hat nicht etwa der Für st von Monako seine Sache wirklich mit großem Geschick arrangiert? Er wählte einen sehr modernen Wissenszweig, dazu noch einen, dem der Reiz der Absonderlichkeit anhaftet und der auch sehr kostspielig ist: Tiefseeforschungen l Wo bleibt aber die Anerkennung? Man macht sich über ihn lustig, man höhnt ihn, man sagt, daß nc die wissenschaftliche Forschung simuliere und daß er all dem Grunde des Meeres noch den letzten Louisdor der ertrunkenen Opfer seiner Spielbank suche I Man will die Könige gar nicht in der Wissenschaft haben, man betrachtet die Wissenschaft als einen bürgerlichen Beruf. Ohne Reklame ist überhaupt nichts mehr zu erreichen. Wir leben in einer Zeit, wo Fürsten sich mit Zeitungs Verlegern, mit Warenbazaren, Konfektionshäusern. Friseur zeschäften assoziieren, oder ihre Geliebten ins Variöts schicken müssen, um berühmt zu werden. Am schlimmsten aber ist die Konkurrenz. Die Zahl oer Könige ist zwar nicht groß, sie übersteigt jedoch schon längst die Nachfrage. Am meisten aber macht ihnen der unlautereWettbewerbzu schaffen, det aus Amerika kommt. Auch die Könige bekommen am eigenen Leibe die Macht des Kapitals zu spüren. Der Reichtum und auch die Macht der Könige werden oon dem Reichtum und der Macht der Milliardäre überflügelt. Die Zeiten sind längst verschwunden, da die Könige den Staatsschatz als ihre Privatschatulle betrachten durften. Die Milliarden des Staatsbudgets fließen an ihnen vorbei, ohne ihnen persönlich Nutzen zu bringen. Die Schlösser, Paläste und der sonstige Prunkstaat der Könige stammen aus der Zeit her, da ihnen Geld und Naturalleistungen schrankenlos zur Verfügung standen. Jetzt muß das alles teuer bezahlt werden. Was da noch von der Zivilliste und den sonstigen Einkünften oer Könige, hauptsächlich aus Landbesitz, übrig bleibt, wird auf die Bank von England getragen,— aber>vie winzig ist das im Vergleich zu der ungeheueren Kapitalakkumulation der Milliardäre I Die letzteren können schon jetzt, ihrer Laune nachgehend, Geldsummen auswerfen, die für die Könige einfach unerschwinglich sind. Und ihre Ueberlegenhcit nimmt riesenhaft zu von Jahr zu Jahr. Nun haben ja die Könige ihre herrschende politische Stellung. Allein ihr politischer Einfluß ist mehr noch als durch die Verfassung, durch die Macht des Kapitals eingeschränkt. Gegen die Interessen des Kapitals dürfen sie nichts unternehmen. Wir nähern uns einer Zeit, da die Kartelle und die Banken die Welt kommandieren werden. Hinter diesen aber stehen die Milliardäre. Das sind die wirklichen Könige der Welt. Man bedenke doch den Unterschied: Die Einkünfte der Eisenbahnen in Preußen fließen in die Staatskasse, der König von Preußen hat nichts davon; die Einkünfte der amerikanischen Eisenbahnen dagegen fließen zum größten Teil in die Taschen etlicher Gewaltigen der Börse, die über diese enormen Summen nach eigenem Gutdünken, ohne jegliche Verantwortung ver- fügen. Sie verpflichten sich außerdem den Staat durch Anleihen. Der Staatsschatz, der den Königen entzogen wurde, fällt ihnen zu. Darum sind sie die eigentlichen Herrscher, während die Könige nur noch als oberste Staatsbeamte er- scheinen. Die Könige besitzen kein werbendes Vermögen deshalb werden sie vom Kapital überflügelt. Es wäre für sie entschieden vorteilhaft, ihre Zivillisten zu kapitalisieren und sich mit Rothschild und Rockefeller zu einem Konsortium zu vereinigen. Es soll ja auch jetzt schon Fürsten geben, die sich ein rentables Kapital in amerikanischen Eisen- bahnaktien zugelegt haben. Das sipd jene, die sich am besten auf das Geschäft verstehen. ver Prozeß Poplau. Der Prozeh Pöplau dauert nun bereits sieben Tage— und noch ist das Ende nicht abzusehen. Am Freitag, dem siebenten Tag, konnte er nur um einen kleinen Schritt gefördert werden. Jene vom Angeklagten geladenen Zeugen, die als Beamte von ihren Dienstbehörden die Erlaubnis zur Zeugnis ablcgung haben müssen, waren sämtlich wieder nicht erschienen. Sie warten alle miteinander noch auf die Entschließung ihrer Vorgesetzten, der Reichskanzler auf die des Kaisers. Erschienen waren dagegen die neu geladenen Zeugen Hofrat Henschel und Geheimsekretär Paul. Herr Henschel mußte freilich einstweilen unvernommen bleiben und entlassen werden, weil auch ihm noch die Genehmigung fehlte. Somit brachte der siebente Tag nicht viel mehr als die Aussage des Herrn Paul. Vorher wurden vom Angeklagten Pöplau und seinem Ver leidiger, Rechtsanwalt Bertram, noch einige Nachtragsfragen an einzelne der bereits vernommenen Bureaubeamten aus der Kolonialabteilung gerichtet. Der Verteidiger suchte durch Be- fragung des Hofrats G r a g e r t festzustellen, daß im Fall Kannen- berg von einer Preisgabe geheimer Schriftstücke schon deshalb gar nicht die Rede sein könne, weil ja solche Pen- sionierungssachen mit den Verfügungen usw., die als Unterlagen dienen, später zur Prüfung an den Rechnungshof und schließlich auch an den Reichstag überwiesen werden. Es wurde bestätigt. daß der Reichstag die Belege, falls sie nicht sogleich mitüberwiesen werden, mindestens einfordern darf. Sodann äußerte sich Hofrat M i ch a l s k i über das Aktenausgabebuch, dessen Herbei- schaffung am Donnerstag beschlossen worden war. Es wurde fest gestellt, daß Pöplau nach Ausweis des Buches die Akten Kannen- berg etwa zwölf Tage zum Zweck dienstlicher Bearbeitung in Händen gehabt haben mutz, doch fügte der Zeuge hinzu, daß die darin be findliche Kabinettsordre, die Pöplau sich abgeschrieben haben soll. schon etwa zwei Monate vorher zu den Akten gekommen war, und daß diese inzwischen noch durch verschiedene andere Hände gegangen waren. Pöplau hat nie bestritten, daß er die Akten gehabt hat und die fraglichen Schriftstücke darin waren Er betont aber immer wieder, daß er bei der Fülle seiner Arbeiten keine Neigung und vor allem auch gar keine Zeit gehabt habe, aus den Akten Schriftstücke abzuschreiben, die ihn damals noch nicht interessieren konnten. Ob von anderen Beamten Indiskretionen begangen worden sind, z. B. vom Hofrat Wohlenberg, sollte durch Be fragung Wohlenbergs selber festgestellt werden, doch lehnte dieser die Beantwortung der Frage ab, weil so weit die ihm er- teilte Genehmigung nicht reicht. Der Staatsanwalt forderte, daß die Frage mindestens näher substantiiert werde. P. fragte dann ob W. 190S aus Personalakten Mitteilungen über eine geheim zu haltende Ordensangelegenheit— einem Hofrat war ein Orden vorenthalten worden, auf den er gerechnet hatte— nach außen hin gemacht habe. Auch die Antwort hierauf wurde all gelehnt. Das Gericht gelangte indes zu dem Beschlutz, daß Herr Wohlenberg die so gestellte Frage beantworten müsse. Nunmehr gab W. an, er selber habe jene Angelegenheit nicht aus Akten kennen gelernt, sondern aus mündlichen Mitteilungen eines Be amten, und da habe er dann weiter mit anderen darüber gesprochen. Der Geheimsekretär Paul, der sodann vernommen wurde, sagte aus, Hofrat Mäße habe einmal erklärt, es sei ganz recht, daß Pöplau so gegen den Geheimrat von König vorgehe. Mäße habe hinzugefügt, Pöplau würde gegen obere Beamte noch viel mehr Material gekriegt haben, wenn er nicht auch gegen einen Kollegen(Hofrat Tesch) vorgegangen wäre. Herr Mäße, dem diese Aussage vor gehalten wurde, erinnerte sich nicht mehr. Weiteres Beweismaterial stand vorläufig nicht zur Verfügung. doch konnte die Beweisaufnahme noch nicht ge" schlössen werden, weil abgewartet werden mutz, ob den bisher ausgebliebenen Zeugen die Genehmigung erteilt oder versagt werden wird. Ueberdies stellte P. jetzt noch einen neuen Beweisantrag, den der Verteidiger bereits am vorhergehenden Tage als nicht mehr nötig bezeichnet hatte. P. forderte Ladung des Kriminalkommissars Walter, der Pöplau im Auftrage des Auswärtigen Amtes hatte überwachen lassen, und Ladung des unbekannten KriminalschutzmannS, der ermittelt haben soll, dem Pöplau habe Schneider Material zu- getragen. Der Staatsanwalt wendete jetzt ein, jene Behauptung gehöre ja gar nicht zur Sache, sie beziehe sich auf eine Indiskretion zum Fall Puttkamer. Der Verteidiger erwiderte, in diesem Prozeß werde soviel mit Vermutungen operiert, daß man es nun dem Angeklagten nicht ver- Übeln dürfe, wenn er doch noch festgestellt zu sehen wünsche, wie eilfertig der Prozeß angestrengt woden sei. Tatsache sei, daß man Pöplau überwacht habe; bis in seine Behausung hinein scheine man 'pioniert zu haben. Die Behauptung, daß Schneider für Pöplau den Materialienzuträger gemacht habe, sei in bestimmtester Form vom Prinzen Hohenlohe aufgestellt worden, der im Auswärtigen Amt die Untersuchung führte. Das Gericht beschloß, den Kriminal- kommissar Walter samt jenem Kriminalschutzmann zu laden. Es öll versucht werden, für sie die Genehmigung zu beschaffen, die ihnen den Mund öffnen kann. Pöplau fragte schließlich noch einmal, wie es denn mit der Genehmigung für seine anderen Zeugen stehe. Vom Vorsitzenden wurde festgestellt, daß noch immer keine Genehmigung eingegangen sei. Der Verteidiger bemerkte, zwar sei «keine Antwort auch eine Antwort", aber es werde ja wohl schließlich auch die formelle Antwort einmal eintreffen müssen. Warten wir also weiter auf die lange Reihe der noch fehlenden Zeugen, vom Sieichskanzler bis zum Kriminalschutzmann. Die nächste Sitzung findet Dienstag um 9 Uhr statt._ Huö der Partei. Die Junge Garde der belgischen Sozialdemokratie. Die sozio- listische Junge Garde Belgiens hielt zu Pfingsten in Gent ihren nationalen Kongreß ab. Der Bericht ihres Hauptvorstandes eugtc von einer reichen und fruchtbaren Tätigkeit. Das ausführende Komitee hat, Iva? die inneren Verhältnisse' der Organisation an- betrifft, hauptsächlich danach getrachtet, die verschiedenen Föderationen der Jungen Garde zusammenzubringen. Eine besonders eifrige Agitation wurde überall im Lande bei der Musterung und bei der Einreihnng der Rekruten entfaltet. Die Zeitschrift„I-a. Jeunesse o'est rAvenir"(.Die Jugend ist die Zukunft") zählt 5300 Leser.„Do Kaserne" wurde in 12000 Exemplaren,„De Loteling"(„Der Rekrut") in 20 000 verbreftct. Von den Förderationen der Jungen Garde ist die wallonische die stärkste; sie zählt in 62 Ortsgruppen 10 000 Mitglieder. Die v l ä m i f ch e Föderation zählt 27, die b r a b a n t i s ch e 21 Orts- gruppen. Im ganzen besteht die Junge Garde jetzt aus 121 Orts- gruppcn. Der wichtigste Gegenstand der Beratungen des Kongresses war das a n t i nr i l i t a r i st i f ch e Programm. EZ wurde auf Grund von Vorschlägen des Genossen De Man in einer Weise formuliert, die nach einer scharfen Charakterisierung des Militarismus und der Rolle, die er im Klassenstaat spielt, ausführlich die Grund- sätze und Regeln für seine Bekämpfung festlegt. Deutlich wird darin hervorgehoben, daß der Kampf gegen den Militarismus durck die Arbeiterpartei und die Junge Garde unabhängig von bürgerlichen Parteien geführt werden muß, weil nur das Proletariat ein tief- gehendes Interesse an diesem Kampfe hat, während ja die Bourgeoisie den Militarismus zur Aufrechterhaltung ihrer Klassenherrschaft gebraucht. In der Debatte wurde auch über Generalstreik und Dienst- Weigerung bei Mobilmachung zwecks Verhütung von Kriegen ge- sprochen, sowie darüber, daß diese Frage auch auf dem inter- nationalen Kongreß in Stuttgart erörtert werden soll. Der letzte Punkt des antimilitaristischen Programms, der sich auf diese Frage bezieht, erhielt folgende Fassung: „Die sozialistischen Parteien und die Gewerkschaften aller Länder haben sich in jedem Falle einem Kriege zu widersetzen. Die zweck- mäßigste Form dieses Widerstandes ist die allgemeine llrbeitsmeder- legung und die Weigerung zur Mobilisation. Es ist danach nolivendig. daß die verschiedenen Organisationen der ganzen Welt diese zu befolgende Taktik studieren, um zu wissen, daß in Zeiten von Konflikten der Widerstand gegen den Krieg in den Konfliktsländern beiderseitig besteht." Zur Friedenskonferenz im Haag nahm der Kongreß in folgender Resolution Stellung: „Der Kongreß wünscht, daß die Friedenskonferenz gute Frucht bringen möge,' hat jedoch wenig Vertrauen zu den Diplomaten, die dort zusammenkommen sollen.— Der Kongreß ist überzeugt, daß nur die Tätigkeit der Proletarier die Fragen des Friedens und der Abrüstung endgültig löse» kann und daß die Jungen Garden mehr denn je danach streben müssen, in allen Ländern die Bewegung zu stärken, damit überall zugleich der Krieg dem Kriege erklärt werden kann." Ferner wurden Beschlüsse gefaßt über wissenschaftliche Unterrichts- kurse für Mitglieder sowie über Heranziehung der jungen Mädchen zur Jungen Garde. Zur internationalen Jugendkonferenz sowie zum internationalen Kongreß in Stuttgart beschloß der Kongreß, zwei Delegierte zu entsenden. polizeiUches, öcrichtlichea utw. Die Klassenjustiz in Frankreich. Paris, 30. Mai.(Eig. Ber.) Das Geschworenengericht in P a u(Dep. BasseS-Pyrönöes) hat den Genossen S a r r a t. Re- dakteur der„Tribüne Socialiste", wegen eines angeblich zum „militärischen Ungehorsam" aufreizenden Artikels zu s e ch s M o- naten Gefängnis ohne Zubilligung des Straf- aufschubs verurteilt! Die Saison der politischen Prozesse ist damit vielversprechend eröffnet. Am 12. und 13. Juni findet in Nantes die Verhandlung gegen U v e t o t und M a r ck von der Arbeiterföderasion statt, dann kommen die Pariser Geschworenen an die Reihe. Herr Guyot Dessaigue sieht als Justizuliirister der Republik die kühnsten Träume verwirklicht, die er einst als ehr- geiziger Staatsanwalt des Kaiserreichs gehegt. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Kellners wurde Genosse W i t t m a a ck von der. V o l k s st i m m e" zu M a g d e< bürg vom Schöffengericht zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Der klagende Kellner erhielt auf Widerklage 5 M. Geldstrafe. Ebenfalls auf 150 M.Geldstrafe erkannte dasselbe Gericht gegen Wittmaack wegen Beleidigung eines Ingenieurs, eines wütenden Konsumvereins- fressers. Verworfen wurde vom Landgericht Guben die Berufung des Genossen Freudenthal von der„Märkischen Volks- st i m m e" zu F o r st gegen ein Urteil des Forster Schöffen- gerichts, das ihn mit 50 Mark Geldstrafe belegte. Er soll den Verleger deS.Niederlau sitzer General- anzeigers". einen Herrn Langendorf, beleidigt haben. Und zwar durch eine Abonnementsemladung der„Mark. Volks- stimme", in der gesagt war, daß die meisten bürgerlichen Blätter des Bezirks„Stipendiaten" und„Ausgehaltene' des Reichs- Verbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie seien. Herr Langendorf bestritt vor Gericht nicht, daß sein Blatt aus den Korrespondenzen des Rcichslügenverbandes gespeist wird, aber die Ausdrücke„Stipendiat" und„Ausgchaltener" gefielen ihm nicht, und Schöffengericht und Landgericht traten der Ansicht bei, daß die Worte formell beleidigend seien. Herr Langendors war, was nicht unwert ist, zu koustalieren, in Frankfurt a. M. in den Jahren 1900— 1902 Geschäftsführer des dortigen Parteiblattes, der„Volksstimme", Mitglied des sozial- demokratischen Vereins und des Verbandes deutscher Buchdrucker, bis er die Druckerei seiner Schwiegermutter in KottbuS über- nahm und wohlbestallter Amtsblattredakteur und Verleger wurde. Jetzt macht dieser Ueberzeugungstreue in Sozialisten- fresserei und LehrlingSzüchtcrci— zwölf Lehrlinge„lernen" in seiner Druckerei bei drei Gehülfcn. Der„Nicdcrlausitzer General- anzeiger" ist der Monilcur des konservativen ReichStagsabgeordiicten für Kottbus-Sprembcrg, v. Dirksen. Er bringt natürlich alle Reichs- Verbandslügen über die Sozialdemokratie, der Herr Langendors einst selbst angehörte. Man begreift danach, weshalb der Herr jetzt so äußerst empfindlich ist._ Hus der frauenbewegung* Hausfrauen! Arbeiterinnen! Genossinnen! Aus Bekanntmachungen im„Vorwärts", durch Flugblätter usw. eid Ihr unterrichtet von dem harten Kampf, den die Bäckergesellen gegen die Bäckermeister führen. Genossinnen, die Forderungen der Gesellen find durchaus gerecht. Was verlangt wird, ist dasselbe, was in anderen Gewerben längst eingeführt wurde. Pflicht aller Konsumenten ist es, die kämpfenden Brüder zu unterstützen. Ihr Hausfrauen könnt in erster Linie den streikenden Bäckergesellen bei- stehen, wenn Ihr den Geschäften, welche nicht bewilligt haben, Eure Kundschaft entzieht. In Bekanntenkreisen weist auf den Bäckerboykott hin, sagt's Euren Nachbarinnen, daß sie die Gesellen unterstützen, wenn sie nur dort Brot und Backware entnehmen, wo ein Plakat aushängt, welches besagt, daß die Forderungen bewilligt sind. Ueber die Ursachen deS Bäckerstreiks wird am Dienstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr in Berlin und den Vororten in 24 öffent- lichen Versammlungen Aufklärung gegeben. Pflicht aller Proletarierinnen ist eS, diese Versammlungen zu besuchen. Sorgt überall für volle Versammlungen, protestiert durch massenhaften Besuch gegen die Machtgelüste der Bückermeister, helft durch Euer Eingreifen den Gesellen ihre Rechte erobern. Die Vertrauenspersonen Berlins. Ein Jubiläum. Am Donnerstag feierte unsere bewährte Ge- nossin Ottilie Baader. Zentralvertraucnsperson der Genossinnen Deutschlands, ihren 60. Geburtstag. Wohl nur wenige von den vielen, denen sie durch ihre agitatorische Tätigkeit seit Jahren nahe stand, ahnten das wirkliche Alter der sich einer seltenen geistigen und körperlichen Frische erfreuenden Jubilarin. Not und Plage deS Proletarierlcbens, die unsere verehrte Genossin in reichlichem Maße durchkostet hat, haben nicht vermocht, ihr die Rüstigkeit und Tatkraft zu rauben. Vielen voran war sie seit langem eine Äämpferin für die Ideale unserer Partei, und wir alle hoffen und wünschen sie noch viele Jahre als Leiterin der proletarischen Frauen- bcwegung Deutschlands wirken zu sehen. Die allseitige Verehrung, die unsere Genossin genießt, zeigte sich in den von nah und fern eintreffenden Gratulationen. Genossinnen firfe auch Genossen ließen es sich nicht nehmen, ihrer treuen Vor- kämpferin an ihrem 60. Geburtstags die Anerkennung zu Teil werden zu lassen, welche ihr gebührt. Am Abend des Jubeltagcs hatten die Genossinnen Berlins eine dem Ereignis würdige Feier veranstaltet. Im Kreise älterer und jüngerer tätigen Parteigenossinnen verlebte unser Geburtstagskind fröhliche Stunden. In einer Festrede gedachte eine Genossin der Zeit, wo vor ungefähr 2S Jahren die arme Näherin in die so- zialistische Bewegung eintrat.' Manches Opfer mußte sie ihrer Ucbcrzcugung bringen; trotz Not und Elend hat sie sich durch- gerungen zu energischem fruchtbarem Wirken. Nun blicken die Ge- nossinnen zu ihrer„Parteimutter" mit Verehrung und Achtung empor.— Die gemütlichen Stunden gingen allen Anwesenden wie im Fluge dahin. Als lange nach Mitternacht die Genossinnen auseinander gingen, geschah es mit dem Wunsche, die liebe Genossin in derselben Rüstigkeit noch recht oft zum Geburtstage beglück- wünschen zu können. Versammlungen. I« der Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den dritten Berliner ReichstagSwahlkreis, die am Dienstag im Gcwerkschaftshause tagte sprach Rcichstagsabgeordneter Wolfgang Heine über:„Der neue Reichstag und die Sozial- demokratie". Die Wahlniederlage der deutschen Sozialdcmo- kratie werde zweifellos Schwierigkeiten für die Fraktion zur Folge haben, wenn die ernste Arbeit nächsten Winter beginne. Da werde es sich zeigen, wieviel schwieriger unsere Situation sei, namentlich bei der Bearbeitung von Spezialgesetzen. Aber soweit es sich um den äußeren Effekt handele, um die Rolle, die man im Parlament spiele, da könnten wir ganz zufrieden sein. Denn, wenn wir An- tage zum Größenwahn hätten, dann wäre es jetzt schlimm um uns bestellt: so sei in oen letzten Monaten parlamentarischer Saison die Sozialdemokratie in den Vordergrund gestellt worden. Die doch vermeintlich schon Niedergerittenen versuchte man in Grund und Boden zu reden. Die Aufmerksamkeit, die man uns widmete, be- weist, daß wir uns eines noch recht guten und gesunden Lebens erfreuen. Herr v. Bülow, der„große" Politiker, der mit der ganz plötzlichen Auflösung des alten Reichstags und mit seiner ganzen Wahlmache um die Sicherung seiner wackligen Stellung und der dazu erforderlichen gewissen Gunst gckgmpft habe, hätte sich im neuen Reichstag fortwährend ausgerufen als der neue Georg, der den Drachen vernichtet hätte, auf daß man es ihm auch ja glaube. lind seine Leibgarde vom Rcichsverband speziell, vor allem Liebert, hätten kräftigst in dasselbe Horn geblasen. Dazu ge- scllten sich die konservativen Scharfmacher. Schließlich stimmten mit ein in das Geschimpfe auf die Sozialdemokratie die Liberalen, die abgesehen von einzelnen, selig seien über die ihnen erwiesene Gunst, Regierungspartei zu sein. Und doch habe er noch nie einen Barbier jemanden so elegant einseifen sehn, wie Bülow— daS niüsse man ihm lassen— den Liberalismus eingeseift habe. Wie Bülow das gelungen sei, bereite dem Redner geradezu ein ästhetisches, ja zum Teil auch moralisches Vergnügen.(Große Heiterkeit.) Man werde erinnert an den Barbier des Witzblattes, der eine große Anzahl Kunden tüchtig einseife und sie dann ihrem Schicksal überlasse, statt zu rasieren. So seien jetzt die deutschen Liberalen eingeseift und säßen nun da und warteten, daß sie schön gemacht werden sollten, aber sie warteten vergebens.(Stürmische Heiterkeit.) Einigen fange es ja an zu jucken und sie räkelten sich, andere aber leckten, soweit die Zunge reiche, sich die Seife ab, denn es sei doch immerhin— Rcgierungsseife.(Stürmische Heiterkeit. Andauernder impulsiver Beifall.)— Es folgten mit beißender Ironie durchsetzte, kritische Betrachtungen des Redners zu der famosen konservativ-liberalen Paarungsgeschichte, anknüpfend an die bekannten Tatsachen. Der Block wird seiner Meinung nach in die Brüche gehen, wenn es sich darum handeln wird, positive Politik zu machen. Da das reaktionäre Wesen der preußisch- deutschen Negiernngspolitik verwandten Geist im Zentrum finde, so werde über kurz oder lang das Zentrum, vielleicht in anderer ' Form, wieder ausschlaggebenden Einfluß gewinnen.— Es rönnte die Frage entstehen, od die Sozialdemokratie angesichts der neuen Situation eine neue Politik einschlagen sollte. Namentlich wohl- meinende Gegner empfehlen das. Die Vertretung der Sozialdemo- kratie habe indessen seit der Wahl nie auch nur einen Augenblick dies erwogen. Zu programmatischen Aendcrnngen könne die Partei greifen, wenn sie auf der Höhe der Macht stände. Heute heißt es: keine theoretischen Erörterungen über progranimatische Fragen, sondern handeln!— Der Redner führte dann den Versammelten das Wichtigste auS den parlamentarischen Verhandlungen der letzten Neichstagsperiodc vor Augen, gab eine Uebersicht über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion und schloß: Wir hätten nach wie vor Kritik zu üben an allen Ucbelständen und weiter zu arbeiten, wie bisher, ohne eine Verpflichtung, die Politik der Regierung und der Mehrheit zu unterstützen. Wir hätten die Verpflichtung, zu zeigen, wie jämmerlich schwach die Parteien seien, die sich als die Herren der Situation gebürdeten. Und wir hätten Klarheit zu schaffen darüber, daß die Regierung auch weiter sei eine klerikal- konservativ-vcrpfaffte und burcaukratische Regierung, und alles zu tun, daß sie den jämmerlichen Schein einer liberalen Volksregierung ganz von sich wirft. DaS sei für die nächste Zeit unsere Aufgabe. Darüber hinaus bleibe uns unser Ideal für die Zukunft und unser Programm.(Lebhafter Beifall.) Zur Diskussion meldete sich niemand. Nur Genosse Zander fragte an, wie sich die Fraktion zu dem wieder zur Verhandlung kommenden Gesetzentwurf gegen die Hülfskasscn stelle.— Genosse Heine machte dazu einige Mitteilungen und erklärte es für dringend wünschens- wert, daß aus den'Verwaltungen der HülfSkassen der Fraktion rechtzeitig Material unterbreitet werde. Der Wahlverein des 6. KreiseS hatte am Dienstag eine sehr gut besuchte Agitationsversammlung im Bernhard Nose-Thcater veranstaltet. Genosse D ü w e l l hielt einen Vortrag über„Kirche und Sozialismus". Er ging besonders auf die Macht und den über- wiegenden Einfluß der katholischen Kirche in Teutschland ein und zeigte, wie außerordentlich schwer es ist. den katholischen Christen gegen seine Kirche einzunehmen. Sie ist ihm eine„liebende Mutter", die schlau mit seinen Schwächen rechnet. Tie alten Vor- urteile auszurotten, erfordert sehr große Mühe und die Volksschule ist noch zu mangelhaft, um darauf zu bauen. Man darf sich auch nicht darüber täuschen, daß die Kirche noch als ein starker Wall gegen den Sozialismus aufgerichtet ist; aber wir machen auch da Fortschritte. Der Redner will ein Anschwellen der antiultramon- tancn Stimmung bei den letzten Wahlen erkennen und beleuchtet die Politik der Regierung gegen das Zentrum im Wahlkampf. Um dem Einfluß der Kirche zu begegnen, ist es für die Sozialdemo- kratie notwendig, auf den Nachwuchs nach Kräften einzuwirken und zu versuchen, die Jugend zu gewinnen und auf jede mögliche Verbesserung des Unterrichts in den Eemeindeschulen hinzu- arbeiten. Wir sehen, wie die Kirche auch die Seite der Arbeiter nimmt, wenn es zu ihrem Vorteil ist, aber man darf sich davon nicht zu viel versprechen und darauf keine Hoffnungen bauen. Die katholische Arbeiterschaft wird immer mehr auf den Weg des wirt- schaftlichen Kampfes gedrängt; aber sie wird die Kirche nicht los, und unermüdlich muß die Sozialdemokratie agitieren, um dem schädigenden Einfluß der Kirche auf Volksbildung und Volksfrei- heit entgegenzutreten. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen des Vortragenden. In der Diskussion traten zwei kirchlich gesinnte Leute auf, die zwar nicht umhin konnten, den Ausführungen des Redners Anerkennung zu zollen, aber doch der antikirchlichen Ten- denz wegen, die den Vortrag beherrschte, sehr unbefriedigt davon waren. Mit stürmischer Heiterkeit wurden manche Argumente der beiden aufgenommen, die D ü w e l l in seinem Schlußwort schla- gend abfertigte. Düwell sowohl wie ein anderer Diskussionsredner empfahlen lebhaft den Austritt aus der Landeskirche. Der Vor- sitzende gab seiner Befriedigung über den starken Besuch und den interessanten Verlauf der Versammlung Ausdruck und wünschte, daß die Anteilnahme an den Agitationsversammlungen im 6. Kreise immer so rege sein möge. Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Tie Böttcher nahmen in einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung die Abrechnung vom 1. Quartal durch König, so- wie den Bericht von der Gaukonferenz entgegen. Der Vorsitzende K l a p s ch u s berichtete ferner, daß der neue Lohntarif in sämt- lichen ringfrcicn Brauereien zur Durchführung gelangt sei, bis auf Hilsebein, Abteilung I Koppenstraßc, welche Brauerei ihrem Verhalten noch dadurch die Krone aufsetzte, daß sie dem dort bc- schäftigtcn Kommissionsmitglied N i ck m a n n kündigte, weil dieser in höflicher Weise zwecks Anerkennung dcS Lohntarifs, welchen auch Hilscbcin, Abteilung II, anerkannt hat, vorstellig wurde. Ein- stimmig nahm die Versammlung folgende Resolution an: „Die heutige Versammlung des Zentralverbandes der Böttcher und Böttcherei-Hülfsarbciter Deutschlands, Filiale Berlin, nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem rigorosen Vor- gehen der Brauerei Hilsebein, Abteilung I Koppcnstraße, wegen Nichtanerkennung des Lohntarifs; sie erblickt in der Entlassung des dort beschäftigten Kommissionsmitgliedes eine M a tz r e g e- l u n g. Die Versammelten verpflichten sich, keine Fastagen ge- nannten Betriebes zu verfertigen sowie zu reparieren, und machen es sich zur Ebrenpflicht, den Gemaßrcgclten finanziell sowie moralisch tatkräftig zu unterstützen." Zur Anerkennung des Lohntarifs will sich ferner die Sprit- fabrik von Kahlbaum, Münzstraße und Adlershof, nicht bequemen. Gewiß hält es bei einem Millionär immer schwer, den armseligen Böttchern einige Mark zuzulegen oder gar deren Lohntarif anzu- erkennen, den jeder kleine Meister schon jahrelang bezahlt hat. Kleine Zugeständnisse sind zwar von dem Kommerzicnrat gemacht worden, dafür will er aber auch Auslese unter den Böttchern halten und von den 10 Streikenden nur 4 wieder einstellen, und zwar die Jüngsten und zuletzt Eingestellten. Die älteren Kollegen, welche schon 10 bis 15 Jahre bei ihm arbeiten, ihre Knochen dort ab- gerackert haben, sollen auf der Strecke bleiben, und das aus reinster Nächstenliebe._ Lcffcntllche»Ibliotficl und SelchaNc zu unentgeltlicher Be- „utznng fitv jedermann, SW., Sllcxandrmenstr. 26. Geöffnet täglich von S>/z—-10 Ufjr abends, an Sonn, und Feiertage» von 9—1 und 3—6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung auS. Freiretigiöfc«emelude. Sonntag. 2. Juni, vormittags 8'/, Uhr. im Rathaufc, Eingang Jüdcnstraße, Saal 109: Versammlung: Freireligiösc Vorlesung.— Vormittags 10*1, Uhr in der Schule, Kleine Frankfurlerslr 6: Vortrag von Herrn Adols Stern: WaS ist Wahrheit 1 Damen und Herren alS Gäste sehr willkommen. Verein der Buchdrucker nnd Schriftgieher für Rixdorf-Britz. Sonntag, den 2. Juni, nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Herrn Hoppe, Hcrmannstr. 49: VereinSvcrsaminlnng. Allgemeine Kranken- und Stcrbekasse der Metallarbeiter. (E. H. 29.) Filiale Berlin 9. Versammlung an, Sonniag, den 2. Juni, varnüttagS 9'/, Uhr bei KirschkowSky, Beusselstr. 9. ' Zentralverband der Handlnnesgchülsen, Bezirk Berlin KO. Donnerstag, den G. Juni, abends 9 Uhr bei Deutjchmaim, Am Friedrichs- Hain 6: Sitzung._ Vermischtes. Der schamlose Anzug. Aus einer bayerischen Bischofsstadt, berühmt durch ibre unbcrglcichlichc Lage an drei Flüssen und ihre Frömmigkeit, wird über ein erbauliches Beispiel klerikaler Sitt- lichkcitsbegriffe berichtet. Der Religionslchrer einer-dortigen Mittelschule hatte unter seinen Schülern zwei entdeckt, von denen der eine Halbstrümpfe und kurze Höschen trug, so daß man, o Eni- setzen, die wohlgeformten nackten Waden des strammen Burschen bewundern konnte,' und der andere einen an der Brust offenen Ma- trosenanzug. Das galt dem fromme» Herrn als„Zeichen der Zeit", und so füllte er eine ganze Rcligionsstunde mit einer Prc- digt gegen die beiden Repräsentanten eine? neuen Sodom und Gomorrba. Er hielt den zwölf- bis dreizehnjährigen Knaben wart- lich vor, sie hätten ihre und ihrer Mitschüler Ehre durch ihren schamlosen Anzug befleckt. Na wenn die„Ehre" in den Kleidern steckt— warum ist denn dann der Religionslehrcr nicht Schneider geworden? Selbstmord eines Kassen-Tcfraudantcn. Der Rcndant Korth der Elbinger städtischen Steucrkasse verübte Selbstmord, indem er sich zwei Kugeln in den Unterleib schoß. Anlaß zu der Tat war die erfolgte Entdeckung von Unterschlagungen in Höhe von etwa 5000 M. Korth hatte die Büchcrfälschungcn durch geschickte Radic- rungen vorgenommen. Bon Räubern überfallen. Nach einer Meldung aus Kattowitz hat in der letzten Nacht eine auS 20 Mann bestehende Räuberbande das einem polnischen Gutsbesitzer gehörige und auf russischem Boden gelegene Gut Ogrodzcnez überfallen. Der Guts- besitzer und seine Frau wurden getötet. Zwischen den Räubern und dem Gesinde kam cS zu einer förmlichen Schlacht, wobei 4 Räuber und 3 Knechte getötet nnd mehrere Per- fönen verwundet wurden. Tie übrigen Räuber entkamen unter Mitnahme einiger taufend Rubel. Sommerlicher Frost. Wie von Lüdenscheid gemeldet wird, hat es in der vorvcrgangcnen Nacht im Sauerlande stark gefroren. In den Flußtälcrn zeigten die Getvässer eine dünne Eisdecke. Der Frost hat an den Saaten und in den Gärten großen Schaden an- gerichtet. Neberschwcmmung. In Saalfelden herrscht nach JnnSbrncker Meldung Schneeschmelze. Gestern gingen zahlreiche Gewitter nieder; es ist eine große Ucbcrscbwemmung eingetreten, die Gegend steht bis zum Bahnhofe unter Wasser. Es mußte Militär zur Hülfe herbeigeholt werden. Ein Bauarbeiter wurde bei dem gestrigen Gewitter vom Blitze erschlagen, seinem Begleiter wurden beide Füße gelähmt. Neu» Frauen getötet. In Cornnna überfuhr gestern ein ran- gierender Eiscnbahnzug an einer Wegkreuzung ein Fuhrwerk, in dem sich neun Frauen befanden; sie wurden sämtlich getötet. Wahnsinnig geworden. In Budapest ist der Gctreidespekn- lant Harsanyi» welcher sein nach Millionen zählendes Vermögen verspielt hat, gestern auf ofkencr Straße wahnsinnig geworden und mußte in ein Irrenhaus gebracht werden. 67 000 M. geraubt. Nach einer Meldung ans H c l s i n g f o r s wurde unweit der Station Kuvola der Kassierer einer Fabrik von vier bewaffneten Männern überfallen und der Kutscher erschlagen. Die Täter raubten 67 000 M. und es gelang ihnen zu entioimilen. Verltner Marktpretie. rins dem amtlichen Bericht der städtischen LZarkiballei,-Direktion.(Großbendel.) Rlndstetsch In 60- 08 rr. 100 Pjd. II« 60-66, Uka 65-58. Bullensleisch In 62—06, IIa 52-00. Kühe, fett 52—58, do. mager 42—50, Fresser 30—02, Bullen, dän. 0,00, de.. Holl. 0,00. Katbsleiich. Dappellender 100-125, Mu'ltätbcr la 83-94, IIa 76—84, lila 0,00, Kälber ger. gen. 50-05, bo. Holl. 00—65, dän. 0,00. Haminclslcilch Maillämmer 68—72, U 63 CS. IIa 56-03, Schafe 53—56. Schwciiici'.ettch 47- 54. Rehwild la ter Pfund 0,60-0.79 IIa 0,40— 0,59. Rotwild, Abschuß 0,45-0.59 Damwild,'Abschuu 0,60. Wild- schweine 0,2.,— 0,40. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Slück 0.90. Hühner. alte, per Stück 1.70—2.50, IIa 1 20—1,00, do. junge 0,55— 1,00. Wolga- Hühner 1,60—1,83. Tauben 0,40—0.60, italienische 0,00. Ente» per Stck. 1.60 bis 2.90. dito Eis- per Stück 0,00, do Hamburger per Stück 1,90—4,50 Gäule per Psimb 0,95, do. per Stück 2,00-5,00, do. Ham- burger per Psund 0.90—1.05, per Stück 3,50—6,50. LhaloiiShüliner 2,00. Hechte per 100 Pfund 95—106, groß und mittel 90, do. matt 87—91, to. klein 0.00. Zander matt 122. Schleie, mittel 107—118, do. groß 105-11,?. do. 106—134. Aale, groß 130—136, do. Nein nnd niillel O.OO, bo. mittel 121—185, bo. lmioiltert 90—106. Plötzen 0,00, do. klein 0,00, bo. matt 0,00. Karpfen unsoriiert 0,00, bo. 10 er 0,00, Bleie 50. vuute Fische 48-77. Bmie 0,00, do. malt 0.00. Karauschen 80— 89. Bteijiiche 9.00. Weis 0,00. Aland 67—71. Quappen 0,00. Amerikanischer Lach» la neuer per 100 Pjd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 15—20. Sprotten, Kieler, Wall 0,00, Dimzlgcr, Kiste 0,00. Flundm», Kicker, Stiege la 3—5, do. mittel per Kiste 1—2. Hamb. Stiege 4-0, balbe Kiste 1,00-2,00. Bücklinge. Kieler per Kall 1,50-2,50, Stralstmder 1,50—2,50 Aale, groß per Psd. 1,10—1,50, mittelgroß 0,60—1,10, klein 0.60—0,80. Heringe per Schock 5—9. Schellsisch« Kille 2.00—3,50,'1, Kiste 1—2,00. Slablimi, geränch.'per 100 Psd. 15—20. Dorsch, Kiste 2,00-2,50. Goldsische. Schock 2-8. Sardellen 1902er per Anker 95, 1904er- 95, 1905er 90, 1906er 85. Schotliiche Bollhcringe 1905 0,00. large 40-44, full. 33—40, med. 36—42, deutsche 37-44. Heringe, neue Masses, per'/, So. 60—120. Sardinen, russ.. Faß >.50— 1,60. Bratheringe. Büchse 14 Liter) 1,25—1,50. Neunaugen, Schocksatz 11, klein 5—6, Niesen- 14. Eier, Land-, misort. Schock 2,95—3,20, gr. 3,75. Bulter per 100 Pjd. itt 110—115. IIa>05-110. lila 100—104. nbialleude 90-95. Saure Gurten Schock 4,50, Pscfsergiirken 4.50 Kartoffeln vcr 100 P'nnb magnura bonum 3,50—4,00, Dabersche 3,25—3,75, Rosen 0,00, Meitze 3,25—3.50, Salat kärtofseln 0,00. Svinat per 100 Psund 3—5. Karotten, hiesige, per lOO Bund 3,00—4,50. Sellerie, hiesige, per Schock 10,00-25,00, do. pommersche 0,00. Zwiebeln grotze, per tOO Pfund 0,00, do. kleine 0,00. do. hiesige lPerl») 0,00. Charlotten 0,00. Pelcrsilie, grün. Schockbund 0,80—1,00. Kohtrabi Schock 1—3. Zicttig, bavr., neue Stück 0.12—0,16. Mohrrüben pr. 100 Psd. 4.00—8.00. Tcllower Rüben per 100 Pjd. 0,09. Meitze Rüben, grotze 0.00. kleine 0.00. Rote Rüben 0,00. Blumenlobl. holländischer per Kops 0,20—0,40. ktohlrüben per Schock 2,00—5,00. Wirsingkohl dolländ., per Schock 0,00. Rotkohl Holland., per Schock O.OÖ. Weitzkohl, dän. per 100 Psd. 1,00—3,00. Rosenkohl per 100 Psd. 0.00. Sprutkohl per 100 Psund 0,00. Rhabarber 100 Bund 0,80—2,50, Bergedorfer per 100 Bund 0,00. Morcheln per Psrmd 0,40. Sandlnorcheln per 100 Pfd. 0,00. Waldmeister per Mandel 0,30— 0.45. Radieschen per Schock 0,50—1.00. Salat per schock 0,60—2.00, Spargel la 100 Psd. 32—49. do. IIa 25—32, do. lila lO-19, bo. unsort. 30—35, bo. Beelitzer la 40—45, do. Beelitzer IIa 20—35, do. Beelitzer lila 10—24. Stachelbeeren, grün, per 100 Psd. 10—15. Birnen, austral., in Kisten von 20 Kg Kiste 18—20, ilnl. 0,00. Acpfel, per 100 Psd., biesige 8-20, Tiroler, Kiste 0,00, Calville. Kiste 0,00, Australier in Kisten 10—22, Jtal. in Kisten 5.00—20,00, ertra 15,00 bis 26,00. Zitronen. Meisina. 300 Stück 3,00—12.00. 300 Stück 9,00—11,00. 200 Stück 6,00-12,00. Apselsinen. Jossa, per Kiste 0,00, Murcia 200er Kiste 0,00, bo. 300cr 7-10, Valencia 420er Kiste 10,00—25.1X1. do. 714 er 22-26.00. Meisina, 100er 4-7.00, 150cr 5—3,00, lOi er 3-13,00, 200er 7,50—12,50, 300er 0,00, Blut. 100er 5,50-9,00, da. 150 er 7,50, 80er 6-7,50, 200cr 13-14._ Brtefkaften der Redaktion. Tie juristische Slircchfmn&e slndct F r i c d r i ch st r. 10, Llufgang 4, eine Treppe/, piS l»1/, Nile nbciiSs statt. Geöfsnct 7 upr. Loniinticiiv» beginnt die Lprechstnndc in» O Uhr. Jeder Viiiragr ist ein Buchstabe und enie Paül als ivierkzeiche» bcitnsiigc». ilrlekliche'Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage nian i» der Sprechstunde vor. L. B. D. G. Durch den von Ihnen beabsichtigten Vertrag ist eine Sicherstellung mit Sicherheit nicht zu erreichen.— Lruchtonverger. Ist der Todesfall im ersten Quartal oorgcfallcn. so kann bis am 3.'April zum 1. Juli seitens der Erben die Wohnimg gekündigt werden. Ist der TooeS» fall später eingetreten, so sind die Erben an dem Vertrage bis zum 1. Qk» tobcr gebunden und können mir durch Vergleich ctue srühcre Beendigung hcrbcisührcn.— Reck 275. 1. Ter 14. Mai unseres Datums ist der 1. Mai in Rutzland, Ein Teil ber russischen Arbeiter feiert den 1. Mai nach deutschem Datum. 2. In Amerika fällt der 1. Mai aus denselben Tag wie bei unS.— W. L. 53. Ja, Sie täten aber gut, statt an einen Winkel« konsiilcntcn sich an einen Rechtsanwalt zu wenden.— Max L. An den ZiegierniigSpräsideitten zu Potsdam.— F. 5Ü. Ein Kind kann nicht ver- schenkt werden. Gültig wäre nur ein AdoptionSdertrag, der gerichtlich oder notariell zu ichlietzen ist und vom Amtsgericht bestätigt werden mutzte. Die Kosten ber Adoption betragen 50 M.— V. B. Ja.— 776!. Nein. — Zl. P» Urbniistrnssc, Ibre Muttcrrechtc können Sie Wieder geltend machen. Ein Verzicht ans dieielben ist unzulässig. Wenden Sie sich an daS VormimdschastSgericht.— Ch. i>. 1. In vier Jahren. 2. Nein.— — 1)1., Nixdorf. Nein.— C. 51. 500. Der schlechte Geschäftsgang ist kein Grund zum Rücktritt vom MictSvertrag. Sie mützte» eine Einigung in Wüte versuchen.— Militarin. Cbnc Einsicht in die Karte nicht zu beantworten.— N. 33. 1. Nein. 2. Die EittschädigmigStlage hätte leider wenig'Aussicht auf Erfolg.— C.®. 4. Die Klage des Zilherlehrer» tönme abgewiesen werden. Eine sichere Voraussage ist aber nicht möglich. - Martha. Sie find znhlungivflichtig. nicht aber Ihr Mann.— i?. St. 80. 1. Nein, jrcisinuig. 2. Im Rathaus, Zimmer und Amtsstunde ist uns nicht bekannt.— P. 2. 31. 1. Nach zutressendcr, aber bestrittener «»ficht: nein. 2. Ja. 3. Nein.— H. H. 12. Nein.— K. 52. 1. Da gibt es keine Grenze; es kommt daraus an, ob die Liistzuführung technisch möglich ist. 2 und 3. Uns nicht bekannt.— H. 39. Zur Annahme eines KindeS als eigen ist ein AdopttonSvertrag Imit dem Vater, der Mutter oder dem Vormund) und vonnimdschastliche Genehmigung erforderlich. — D. 8(. Aecck 331. Die betrossende Geiellichaft ist, soweit uns bekannt, zahlungsfähig. ES ist aber von einem Beitritt für den Fall abzuraten, datz der Versicherte mögiichtzrwcise nicht in der Lage ist, die fälligen Raten zu zahlen und dadurch deS ganzen Anspruches verlustig geht.— 3. 85. Friedrich Allhelmstratze 13.— Stralanerstrasie 43. 1.!, 2. Kuschner ist evangelisch.— Hnssktenstrastc 38. Wenden L-ie sich an den Verband der GastiuirtSgehölscn. Grotze Hamburgerstr.>8/19.— Zl. C., Talsperre. Wende» sie sich an daS Organ der Glasarbeiter„Der Fachgenosse", Dresden, Falkeustr. 10.— Streitende 8000. Uns nicht bekannt. Sie messen am besten die Eittsernung selbst durch Benutzung eines Taxameters aus.— R. At. 100. 1. Die Hinterbliebenenrente kann nicht erhöht werden. 2. Leider ja.— Tausend. Nein. — C. St, 38. Wenden Sie sich an die Firma Hintze u. Co.— L. F. Prlvatstrasse. Wenden Sie sich an einen Vogelhändler.— 31. St. 1001.' Soweit ersichtlich, liegt. ein Grund zur Vorenthallung der Papiere nicht vor. —! Zolliinionc» m ihrer Bedenluna sür die Handels- Politik de. Vergangenhekt und Zukunst von L. BoSe. S M. Verlag: Eboin Stand-, Berlin 35.,,~, Wiermal cntilohen. Von Leo Deutsch, Verfasser von„Sechzehn Jahre in Sibirien". Verlag: I. H. 53. Tietz Aachs., Sluttgarst. Preis broschiert 1,50 M., gebunben 2 M. Nniversal.Bibliothek. Preis pro Hest 20 Pf. 4891. 4392. Walt Whitman, Grashalme. In Auswahl übertragen von Johannes loch las. Mit dem Bildnis deS Dichter«.— 4893. 4899. NeichSiteinPelgesetz (Börscnstenergcsetz) vom 3. Jimi 1906. Herausgeber: K. Pannier.— 4693. Pank Lindau, Ungeratene Kinder. Lastspiel in vier Au'pigen. Mit zwei DetouitionSplänen.— 4900. Hermine viliuger. Die Sünde des heiligen Johannes und andere Novellen.— 4894. Gnstav Hochltettcr, Die Taseln im Waide und andere Felb-, Wald« und Wlesengeschichten.— 1895. Dr. TÜilhelin Brörki.,«!, Da« Rätict der eiiernei, MoSke nnd seine Lösung.— 4896. Skudreav«arkawi»«». rriechische BvIkSerzahlnngeii. Autorisierte Ucbersetzung ans dem Neugriechischen von Dr. Karl i ieierich.— 4-97. Jerdtiimid«oiiu. Der junge Fritz. Schauspiel in vier Aiiszugcn. Verlag: PH. Neclam Leipzig."",_,_ AaSsliige vou«orkin. Hest 1—7, Müggelsee,»aiinsee. Tegeler See, Grunewald, Grünau. HermSdols, WslterSdoiser Schleuse. Jede« Hest 10 Pj. Verlag: W. Holz, Berlin MV. 6. „I/Allcuincno ä chcvnl.(Teutschland hoch zij Roßt von Jeaime und Frödorie Nögamcy. Paris,„I-ilvrairls mondialo". 326 S. 3,50 Fr. Achtung! Bäcker-Streik\ Achtung! Die Bäckergesellen Berlins und der Vororte sind durch den Vori- und 7sriidruvk Aqv Ssvksr-Snnungsn in den Streik getrieben worden. folgende SäcUermeisier haben die bereehfigten Forderungen bewilligt! Ackcrstr. 68, Goldaiker, # 85, F. Hauke. » III, Thoma. „ 114, IDiarqüarb. Adalbertstr. 45a, O. Janke. . 66, Hopve. Adolfstr. 11, Tenuigkeit. . ILb, Hamich. 3(11: Jakobstr. 138, Surf, AndrcaZstr. 16, O. Hanke. Admiralstr. 10, O. Hanke. Annenstr. 41, Nienieyer. 3lnklamerstr. 48, Haas:. Slntonftr. 48, Derlei. 3(ndreasstr. 32, Brotfabrik.Wilhelma" Slrfidcricftr. 3, Goldacker. Sabftr. 13, Kappler. » 49, Goldackcr. Sovnimfir. 37, Gülden slern. Bastianftr. 18, Sücdzwieds. 20, Tonn. Sdforterflr. 22, Eggert. Bellcallianccflr. 24, O. Hanke. Bergstr. 2, Hönicke. Bergmannstr. 10. Knofius. . 14a, Polenz. 19, D. Hanke. Berlichingenstr. 1, Polönius. Semaucvftr. 3, Schill. 47, ginkc. Beussclstr. 17, O. Hanfe. . 7, Eckerl. , 42, Laugulh.' » 44c, Grelhlei». » 56, Pohle. „ 59, Schneider. Vlefenlhalerslr. 2, Mensing. Blüchersir. 11, D. Hanke. Blumen ftr. 13, D. Hanke » 67, Bcrolina. Bochumerslr. 10, Klinke. Böilcherstr. 5, Kruppe. . 25, Snckert. Bremersir. 57, Vcsterling. , 60, Bayer. Brunnen str. 3, Mollwcide . 41, Sorge. 151, g. Hanke. , 129, Goldacker. 154, Herrmaun. Brüsselersir. 5, de Biuyu. , 8, Gonsior. , 43, Janezeck. Buchstr. 1, Völler. Burgsdorf slr. 15, Linder. Buttmannstr. 20, Hirsch. Eadinerflr. 4, Weber. Cainphaulenslr. 3, Zindler. Carmen Sylvastr. 155, Schiweck. „„ 163, Strauß. Ehausseestr. 44, Goldackcr. Christbiirgcrstr. 35, Funk. Eomeniusplatz 1, P. Hanke. Euvryslr. 28, Plautz. Daüdorserflr. 38, Wulst. Dankelmaiinstr. 46, Lechinam». Seminincrslr. 25, Grund. 23. Gliese. Diesscubachstr. 27, Steinborn. , 58a, Bcthke. 70, Bock. Dolzigerstr. 51, Wciöke. „ 36, Rcimaun. Dragonersir. 38/40, Schramm, Dresdenerstr. 6, Goldackcr. , 17, D. Hauke , 90, Schulze. „ 104, Hanke. Droniheimerftr. 13, Barth. Dunckcrstr. 2, Czerwcnka. . 78, Kunze. » 80, Scincrt. Edelingstr. 5, Blender. Ebcrtystr. 54, g. Honte. . 33, D. Hanke. » 45, Schramm. Eisenbahnstr. 8, O. Hanke 3, Haupt. Elbingcrstr. 99, Sicimann. 27, gicdlcr. Emdcnerstr. 21. Nieftroy. 17. Pohl. EraSnintstr. 16, Hauke. galiensleinstr. 20, Stürz. 17. O. Hauke galkplny 1, Günther. gchmarnftr. 8, Ächrend. 9, Sß ulfsbrot. gehrbellinerstr. 27, Hösclbarth. Fcnnslr. 43, Laddafch. . 51, Hanke. Forsterstr. 20, Genossenschast.Berlin'. 48, tlielch. gronfcnflr. 2. D. Hanke. Große Franlsurterstr. 139, Goldacker. granksurler Slllee, Ecke Samariter- itraße, I. Hanke. granksurter Allee 40, Nichter. granfcckistr. 45, Thiel. , 53. Goldacker. Freienwalderslr. 21, Gcrlach. 38, Köpk«. gricdrichstr. 247, Goldacker. 27, D. Hanke. griednchsfeldcrsir. 26, Hulda. griedenstr. 57, Becker. grledrichSbergerslr. 16, Nowodzdllsk. gruchtstr. 46, C Polen,. gürstenbergerslr. 9. Kanz. . 15, Ohwald. gürstenwaldcrstr. 7, Heinrich. üerichlstr. 53, Schömolese. üipSfrr. 1, L>. Hanke. Gleimstr. 9a, Jaape. , 19, Pribyl. , 43, Grothe. . 48, Abraham. „ 60, Metsch. Glogauerstr. 2. Kotzan. , 26, Schivarzer. 28, Bäckerei- Gcnossen> schaft Berlin. Goltzstr. 31, Goldackcr. Gollnowstr. 9, OSk. Hanke. Gormannftr. 25/26,?.4inuth. Gr.-Görfchcnstr. 43, O. Hanke. Grüfeftr. 35, Bäckerei- Genossenschast Berlin. Grüsestr. 4, Rehseld. Graudcnzerstr. 5, Nickisch. Graunstr. 5, Scheich. , 22, Dohrmann. , 32, Leßmann. 37, Müller. Greisswaldcrstr. 191, Müller. 12, O. Hanke Grimmstr. 1, Wolf. 29, O. Hanke Grünaucrftr. 12, Büß. Grüner Weg 63, Dsk. Hauke Gubencrftr. 44, Lucht. . 57, Seins. Hagenauerftr. 1, Hanke. Hagenauerstr. 13, ZisowSky. Haiisburgstr. 5, Mehl. Heidenseldstr. 21, Schön. „ 19, Goldackcr. Heinersdorserstr. 12, Lainla. 27, Hofsmann. Hennigsdorserslr. 1, Hcrnian«. „ 13, Paulisa. 37, Schütze. Hermsdorferstr. 8, Bobel. Hochstraße, Neue, 18, Berliner Ge- nossenschasts-Bäckerei. Hochmeisterftr. 1, Hanke. Hochstädtcrstr. 23. Zahl. Holzinarktstr. 55, SIronhcim. Hufelandftr. 36, Oberreicher. Hübncrslr. 6, Bauer. Huseiandstr. 40, KitllauS. Hussitenftr. 15, Potscher. , 20, Mio. Wolf. . 30, g. Hanke. „ 45, Kießling. Jnsterburzcrstr. 2, O. Hanfe . 5, Shrow. 12, Hcnnig. Klnvalidenstr. 157, Goldackcr. Jagoioslr. 10, Eichstädt. Iahnstr. 21, Köhler. Jasmunderstr. 18, Böttcher. Jtalse eftr. 46. Kalbow. Karlstr. 26, O. Hanke. Kastanien-Allee 13/14, Pape. ,. 19, Goldacker. ,„ 57, Künschcr. Kleine Andreassir. 7, Hiersc. Kleine Franksnrterflr. 14, Mittelstädt Kockhannftr. 28, KriemS. Slolocrgcrftr. 1, Hanke. Koloniestr. 30, Söriiig. 34, Mache. . 71, Schopsch. Kopenhagenerstr. 28, ScchtcL , 59, Raber. 59, Skurth. 65, Sech. Kopernlkusstr. 3, Teupel u. Biehöser. 25, Thillke. . 33, Winnenberg. Köpenickcrsir. 9, Wellnitz. 172, CicSlik. Koppcnstr. 25, Gtralmeyer. Storförerftr. 17, Hübucr. Neue Königstr. 60, Goidacker. ßroulftr. 4/5, O. Hanke. Slreutziacrftr. 1, Lange. Kugicrstr. 8, Schumann. Landsberger Allee 51, Jäckel. Landwehrstr. 12, Ziegicr. Langesir. 13, Goidacker. Lausitz erslr. 9, Stauf. Lichteiibergerslr. 6, ffiintee 21, Feist. Llnienslr. 1, O. Hanke. 26, O. Hanfe Licblgstr. 8, P. Hanke. . 31, Bauer. 38, I. Hauke. Licbcnlva!dcrstr. 31, Jäckel. Ltppchuerstr. 8, Zibell. Lortzingstr. 17, SahmS. Lothringerslr. 34/35, Molllveide Löwestr. 8, P. Hanke. 18, Block. Lübeckerstr. 20, O. Hanke. 47, Schmidt. Litnuerstr. 14, Schneider. Lübbenerslr. 10, Hacker. 17, Gaul. 24, Psennigsdors. Lhchcncrstr. 4, Schwede. 110, Stöhler. Lynarstr. 14, Pawlick. Maiplaquetsir. 6, Schulze. „ 12, Bchrend. 16, Gensior. Mantcnsfelsir. 87, Surfe. 90, C. Hanke. „ 99, Brauer. „ 103, Wiedekind. Mari annenstr. 12, C. Hanke 32, Prack. Markgrasenstr. 99. O. Hanke Marknsstr. 11, Schnecberger. 38, Tischer. Maxftr. 17, Laas. Memelcrstr. 7. Knorcke SRefcerftv. 2, Sachwitz. Mittenwalderftr. 30, Dohna?. 44, Schröder. Mirbachstr. 14, Volksbroi. MuSkauerstr. 13, Lattermann. „ 28, Hcinzelniann. Mnlackstr. 10, Schramm. Müllerstr. 28. Lüddickc. , 32a, Weber. „ 166a, Hanke. Mühlenstr. 32, Nahlk. 46a, granke. „ 51, Schön. Münchevergerstr. 15, Leite Nauiiynstr. 1, Lippcrt. 7, Ficlitz. , 40, Barduhn. „ 64, Heil mann. 73,«tojaczhk. Nazarcthkirchstr. 39, Zibell. „ 45, echulz. Neanderstr. 23, Naubnt. , 27, C. Hanke Nene Hochstr. 45, Jacob. Noslizstr. 9, Bockisch. , 49. Mörber. Ohmstr. 9, Noioosadke. Oranicnslr. 186, O. Hanke Oudcuarderstr. 36, Ganter. . 44, Licbncr. Oppelncrstr. 20, Golcnibicivski. Palisadenstr. 20, Kynnst. , 58, Barth. 91, O. Hanke Pankstr. 21, Kahle. Pappcl'Allce 7, Riedel. PctcrSburgcrpIatz 6, Hanke Pinlschstr. 4, Grützmacher. Planuser 92 s. Blnme, Beriwer Gcn.-Bäckerci. Plaiitagenstr. 7, Welt. Prenzlauer Allee 24, Goidacker. 42, Meyer. ,„ 203, Hcrinan». Prenzlauerstr. IIa, Goidacker. „ 81, Hänsch. Prinzen str. 12, O. Hanke Prinzon-Allce 53, Löfs. 61, MchIS. ProSkaucrstr. 31, g. Hanke. Putbuserstr. 11, Jaape. 14, Gottschalk. , 24, Kunot. 46, Bloch. Ramtcrftr. 24, John. , 31, Dahlenburg. „ 34, Dchmeit. „ 36, Hachn. Ratiborstr. 1, Bäckerei-Genossenschast Berlin. Ratiborstr. 6, Dietschmann. „ 17, Rücker. Retchenbergerstr. 62, O. Hanke. » 38, O. Hanke. , 95a, Tschentke. „ 101, Wagner. 145/146, Klantsch. RhelnSbergerstr. 26, Lorenz. Reinickendorserftr. 36, Hanke. 112, Goidacker. Rigaerstr. 4, Hanke. , 100, spörlem. Romintcnerstr. 44, Küster. , 57, Gorgas. Ruppinerstr 8, Baake. 12, O. Hanke. Rostockerstr. 31, Wagcncr. 36, Uibrich. , 40. Tschöke , 46, Krüger. „ 51, Hering. Rüdersdorfcrstr. 20, Güldener. 52, Haupt. Samariterstr. 2, Fischer. 11, P. Hanke Samoastr. 22, Stege. Schillingstr. 19, OSk. Hanke. Schivelbetnerslr. 4, Hilvebrandt. „ 16, Baur. 18, Wolsf. Schliemannftr. 30, g. Hanke 32. Iapp. Schönbauserstr, Alte 33, Goidacker. Schöiihaiiscrsir.,Sllte.39/40, G.Schwarz. Schönhauser Allee 150, Blume. ., 700, Goidacker. », 188, O. Hauke. , 5, Goidacker. Schrcinerstr. 57, Siepack. Schnlstr. 28, Schamberg«. „ 25, Hanle. . 37, Schmidt. Schwcdtcrsir. 32, Hanke. „ 48, Löchel. „ 52, Hüdner. „ 230, Klimm. 240, Schmidt. Seelowerstr. 15, Banr. Sickinzenstr. 76, Winter. Siemcnsstr. 7, Laads. 17, Mügge. Simconslr. 14, Lütt. Simon Dachstr. 12, Hanke „ 28, Radlke Skalitzerstr. 63/64, Sclimci. 120, Gerlach. Soimenburgerstr. 13, Grasting. Soldincrltr. 32, Rosemann. , 69, Schneider. Soranerstr. 1, König. 8, Krelschmar. Sbarrstr. 19, Gonsior. Sprengeistr. 4/5, Wagenknecht. Stallschreibersir. 32, Hanke. Stargardcrslr. 78, Bark u. Walter. Stendalerslr. 4/5, Corts. Stettinerstr. 26, Kleinert. 56, Barnekow. Stolpischcstr. 4, Badtke. 32, Papke. Siraßmannstr. 24, Zander. „ 2, Hanke. Strelitzerstr. 15, v. Grabowski. . 31, Scheunemann. „ 64. Brauner. Stromstr. 33, Zaslrow. Swinemünderstr. 54, Paulitscheck. „ 66, BicSkcr. „ 80, Prüft. „ 82, Manncl. „ 93, Schubert. , 106, Kunze. . 119, tlnhäuser. Torf str. 13, Schachner. TreSkowstr. 57, Nocrschner. Türkenstr. 22, Tzschetzsch. Tegclerstr. 11, Lenzner. 23, Dahlke. 34, Stritzke Ticckstraße, gürft. Tilsitcrstr. 91, P. Hanke Tors str. 14, Lenz. . 17, Ziesmer. Turinerftr. 36, Rihmaim. Tunnstr. 51. Goldacker. 67, O. Hanke. Urbanstr. 25. Herzog. » 52, O. Hanke 104, Kruichke. Usedomstr. 4, Stollberg. Utrechterslr. 8, Kersten. Vctcranciistr. 16, O. Hanke Voltastr. 42, Eckel. Waldstr. 17, Hanke. . 25. gglisch. , 36, Burcck. . 42, Bauer. . 46. Pohl. Waldemarstr. 76, Claus. Warschauerstr. 8, Wolf u. Helnze. , 16, JarzeinbowSki. 64. Lüddemaun. Waltstr. 1, Hanke. . 21, Hoffrichter. Weberstr. 36, Goldacker. Wcddingstr. 7, Brendel. Weichsclstr. 34, Schulz. Weidcnwcg 25, Brosin. , 34, O. Hanke. 37, Ehncrt. WeinbergSweg 9, Ludwig. Weinftr. 27, Legier. Weißenburgerslr. 24, Jahn. 55, Robiling. ffilchcrffh-, 5, KierzkoivSki. Wiclcsstr. 21, Staub. 66, Spickermann. Wiencrstr. 36. Dietschmann. 56a, Lauchwitz. Wtcsenstr. 64, Schardicm. 19a, Dreier. WilHelmsHavenerstr. 13, Hesse. 23, Godccke Willdciiowftr. 29, Breier. WilSnackerstr. 15, Goidacker. WüiSslr. 9, Müller. 71, Schwabe. Wittstockstr. 7, ffiicsmaim. Woldenbergerffr. 7, Cilliaus. Wollinerstr. 23. Dahlen. , 31, Fuhrmann. 31, Bordaich. » 44, Schirrmacher. « 58, George. Wrangelstr. 77, Gcntzmann. „ 91, O. Hanke. Zcllestr. 11, Kurzweg. Zionskirchplatz 1, Molllveide. ZioiiSlirchstr. 2, Regen. , 54, Zwierschke. Zorndorserstr. 2, P. Haute Zwingllftr. 15b, lUBrich. Charlotteiiburg. Eaiierftr. 19, Vitbrich, Caiicrstr. 27, Genossenschast.Produktion'. Chrislstr. 18, Genossenschast„Pro- ouktion'. Danckclmamistr. 12, Bartz. 55. Illbrich. gnedbergstr. 39, lllbrich. Grolmannstr. 14, Utbrich. Grunstr. 27, Bachmann. Helmholtzslr. 19. Uibrich. Staiser gricdrichstr. 43, Uibrich. Kanaislr. 15. Heine. Kantstr. 103, Utbrich. KiiobelSdorsersir. 43, Uibrich. Lcibnizslr. 65, Uibrich. PotSdamerstr. 11, Bochmann. Potseamerslr. 12, Konsumverein. PotSdamerstr. 42, Uibrich. Sophie Charlottenstr. 87, Uibrich. Cpandauerstr. 30, Uibrich. Tauroggcnerstr. 10, Genossenschast „Produlsion". Tauroggenerstr. 45, Uibrich. Wallsir. 85, Uibrich. Weimarerstr. 29, Konsumverein. WilmcrSdorserstr. 27, Konsumverein. , 41, Uibrich. m 158, SiaSke. , 163, Uibrich. Plöffensee. Charlottenstr. 12, Thiele. Rixdorf. Allerstr. 3. Perseke. Bergstr. 12, Hanke. Berlinersir. 16/17, Schibgill. , 20, Voigtländer. 86, O. Hanke. Bodestr. 16, Beyer. 31. Tops. Elbcstr. 1/2, O. Hanke. 15/16, Lunkwitz. ffirnierftr. 78, König. gaifilr. 1, Bäckerci-Genossenschast .Berlin'. gaitslr. 21, Sufat. . 25/26, Perseke. griedeiftr. 3, Marniul. Glaiowstr. 32, Kunz. §eidelb«igerstr 76, O. Hanke. errsurthstr. 34, O. Hanke. 7, Bäckeret- Genossen- schaft„Rixdors'. Herrsurtbstr. 26, Brüx. Hensurthplatz 10, Schnur, Hcrmaniistr. 19, Bäckcrei-Genossen- schast.Rixdors', Hcrmaiuistr. 159a, Hagen. 170, Thaler. , 28. Mertens. , 118, Bartsch. 175, Koczanecki. Hobrcchtstr. 7t, Zrocke. Hohcnzollernplatz 6, O. Hanke. ysarslr. 7, Zech. Innstr. 30, Krause. Jägerstr. 63, Jonschcr. Neue JouaSstr. 33, PulS. KarlSgartenftr. 19, Bonnoch. Kaiser gricdrichstr. 34, Schmidt. , 245, O. Hanke. 25, Bartsch. Knesebcckstr. 38, Wölk. . 41, Bclzig. , 68, Richter. Kopsstr. 33, Bäckerei-Genossenschast .Rixdors'. Kopsstr. 45, Hoppe. Kottbuscr Damm 103, O. Hanke Köllnisches User 72, Müller. Lcssingstr. 34, Paleke. Mahlowerstr. 6, Bartsch. Mauizerftr. 15/16, Gruuert. 56, Döbler. Münchcncrstr. 25/26, Bäckerci-Genossenschast.Rixdors'. Nansenslr. 33, Sckul. Nogatstr. 32, Grzcbat. Pannlerstr. 4, Riemer. 13, grischkemuth. , 20, Junker. , 27, Maschler. . 34, Sputa. . 57, O. Hanke. Pflügerstr. 70/71, Linsener. Prtnz�Handjerystr. 53, Bartsch. , 70. Schmidt. Rcuterstr. 33, Splettslößer. 78. Bobel. 94, Lchniann. Selchowerstr. 9, Läckerci-Genossen- schast.Rixdors'. Selchowerstr. 23/24, Grünhagen. Siegsrledstr. 48, Pinkel. Eleinmctzstr. 39, Scnstleben. , 34, O. Hanke. , 46, Perseke 129, Bäckerct-Geiiossen- schast.Berlin". Stetnmctzstr. 131, Lorenz. ThomaSstr. 37, Nehrig. Thüringcrsir. 7, Bartsch. Warthe, w. 9. Tiesior. Weisestr. 9, Bäckerei• Genossenschaft „Rixdors'. Weisestr. 24, Bäckerci-Genossenschast .Berlin', Weisestr. 28, Winde. 73/74, Wolf. Wiclandstr. 27, Reich. Wißmamiftr. 7, Troffcr. Wetchseistr. 13, Hagemann. 31. Schwarz. 55, grischgemuth. Wcscrstr. 47, BieS. Zi-tenslr. 20, Bäckerci-Genossenschast „Rixdors". Zieleustr. 41, Beyer. KnrlShorst. Dönhossstr. 9, Hansen. Dorothccnstr. 27, Eichhorn. Tegel. Schloßstr. 27, Petersohn. Schulslr. 1, Einnitz. Borsigwalde. Ernststr. 6, Etzrodt. . 25, TasclSky. Rcujchstr. 52, Neubauer. Tchöncbcrg. Barbarossastr. 67, Wetzet. Bclzigcrstr. 61, Kernchen. Erdimmustt. 5, KuIinSki. Gustav Müllerstr. 48, Beck. Rollendorsstr. 40, Hanke. Sedanslr. 18, Stenck. Hermsdors. Neptunstr. 36, Manie. Seebadstr. 1, Ladewig. Scriniekendorf. Berlinerstr. 104, Naß. 134, Gottschall. Provinzstr. 51, Langer. , 80, Schwarz. 129, Schneider. Wilkestr. 62, Neue Berliner Genos�u- schastS-Bäckerei. Treptow. Beennannstr. 6. gieck. Elsensir. 38, Geskc. Kicjholzstr. 33/34, Weiser. Ober-Dchöuewcide. grischesir. 2, Mrose. Adlershof. Bismarckstr. 14d, Schulz. , 48, Laserich. Köpenick. Borgmannstr. 6, Bergmann. Grünauerstr. 27, Krämer. Rosenstr. 2, Peter. Nudowersir. 25, Hein. Schönelinderstr. 12, Kutcll. FriedrichSselde» Berlinerstr. 66, Seiler. Pankow. Binzstr., F. Heyden. Mühlenstr. 32, Müller. Wollankstr. 63, g. Hanke. Nicder-Lchönhausen. Blaiikenbnrgslr. 1, Zugwurst. . 18, Höhne Bris. Chansseeslr. 17, Dally u. Hagemeister. 47, Friese. Weiffensee. Charlotsenbiirgerstr. 76, Hoffmann. 78. R. Mick. 88. Emil Engel. galkenbergstr. 146, Frösch. geldmaiiiistr. 16t, Krien. gricdrichstr. 1. Roth. Geiieralslr. 12, Müller. Gäblerflr. 60, Will). Engel. Hein««do>ter Weg 56, Bay. HcinerSdorserweg 24, Robert Engel. . 45, HoffmmiN. 48. LiSkowSki. König-Ehanffce 72. Hsffnnmn. Langhan-str. 75. Räuber. Lehdersir. 1, Hofsmann. 119,«link. Lothringerstr. 35, Hoffmann. Prenzlauer Chaussee 3/4, Köhler. Stölckcllr. 127, Hossmann. Wilhclmsir. 23, DrelvS. Boxhogen-RniiimelSbiirz. Chaussee 5/6, März. Gabriel Maxsir. 1, Luzemann. , 2, Klinkmüller. Zander. Grünbcrgerftr. 18, Löma. Hauptstr. 82. HerrckS. .Kantstr. 1, Dluczewski. Lcnbnchstr. 7», Pflngrad. Nene Prinz Albrcchistr. 3. Böhme Türrschmidtstr. 46, Slallweit. Wühlifchstr. 32. Lander. Zllt-Boxhagem Nr. 10, W. Krüger. Nr. 35, Peter. Stralau. M-Stralan 49, Härtung. Kranz. Bnchholz. Pankowcrstr. 28, Ulrich. Mühlenstr. 1, Prenß. Zehleudorf. Berlinerstr. 6a, Haesner. Hciligensee. D. Kühne. Spandau. Achcnbachstr. 6, Riehe. Lichtenberg. Dovsstr. 82, Mügdesrau. Frankfurter Allee 3, Bantsch. Margarctbenstr. 8a, Schacher. Psarrfir. 86, Hehler. Bchm nwederstr. 34, Köpke Weichsetstr. 32, Bantsch. Wilhelmslr. 57. Lesse. , 69, Griebe. Marlendorf. Ehausseestr. IIa, Nowack. , 12, Wendt. , 15, Papier. Stolpe. Gutschow. Bohnsdorf. G. Solle. Hennigsdorf. Cämtllche Bäckcnueister bewilligt. Ter Brotfabrikant Heinrich Wittler, Müllerstr. 33/34, hat die Unterschrift der Bewilligung, die sein Bruder gegeben hatte, zurückgezogen, dann hat er ebenfalls versucht, einzelne ältere Kollegen als Streikbrecher zn kaufe», um alle übrigen, teils lange Jahre bei ihm tätige Familienväter, aufs Straftcnpflastcr zu werfen, was natürlich cbenfalls mifflnng. Tie hierauf angebahnten friedlichen Berhaudliuigen, an denen außer den Arbeitern noch Werner vom TranSportarbeitcr-Verbaud und Hchschold vom Väcker-Vcrbaud teilnahmen, scheiterte», weil der rcichgelvordcnc Wittler kurz und schroff den Arbeitern mit folgenden Worten die Türe wies:„Weins nicht pafft, der geht und mit den Verbände« überhaupt will ich in Zukunft nichts mehr zu tu» haben! Wittler ist mit Obermeistcr Schmidt und Liebiiig-Neiniikciidorf in der Leitung der GroßbetriebSvereinigimg, daher die Scharfmacherstcllung.— Die VerbandSmitgliedcr haben darauf einmütig die Arbeit niedergelegt. Mitbürger! Arbeiter! Hansfrauen! Unterstützt die um Lrksmpfnng ibrsr?tk6N8ebenreobts streikenden Bäckergesellen. Die Ltl'eZldeZttmx. Lentral-StreWurcau: Dophicn-Säle, Sophienstr. 17/13.— Telephonruf: Amt HI Nr. 1213. Seefische-Volksnafirung! Täglich Zufuhren lebendfrischer, ständig unter Eis gehaltener Seeflscho in eigenen Kühlwaggons. Groß. SchellflsehÄ p'pr°m In im Anschnitt 30 Pf. Cabiiau°�° ko� im Anschnitt 35 Pf. Seelachs 4, im Anschnitt 25 Pf. -L i. pro-TiU, 23 20 im Ganzen, Deutsche Dampffischerei-Gesellscliaft|jßFllS66" (Größte Hochseeflscherel-Gesellschaft Dcntschlands.) Filiale: Berlin C. 8, Bahnhof Börse, Bogen 8—10. _ ♦ Zentral Fernsprecher: Amt III No. 8804._ Seefisch-Kochbücher gratis. V(i'VS ; Verkaufs= NiederIagen:: Prinzenstr. 30 Maäaistr, 22 am Moritz-Platz. Potsdainfirsfr. 112a bei derLütZ0WStraße- Tel.-Amt VI 7190. im Schlesischen Bahnhof. Wilmersilorferstr. III, Ferner empfehlen aus eigener Slarinieranstalt: j Fisch-Kotelettes(gebraten u. mariniert) 8 Ltr.-Dose M. 3,—, 5 Ltr.-Dose M. 2,—, 2 Ltr.-Dose M. 1,30. Brat-Schellfische(gebraten n. mariniert) 8 Ltr.-Dose M. 3,10. Geräucherte Riesen- Lachsheringe Kiste(SS Stck.) M. 6,—, 2 Stck. 25 PL Heute, Sonnabend, den 1. Juni, abends 6 Uhr, eröffnen wir im Hause 85 Große Frankfurter» Straße 85 Marsiiiusstraße .eine nene Terkanfsstelle worauf wir ein geehrtes Publikum ganz besonders aufmerksam machen. Eine Dame erzahlt es der anderen, dasa Oktls Corset-Schutzstangan ein guter Artikel Ist— Überall wo Okels getragen worden, geht das Wort Oktls von Mund zu Mund.— Oktls haben das Corset-Tragen In Jeder Welse angenehm gemacht.— Sie geben eine gerade Figur und eine grazlöse Taille. rSle verdoppeln die Haltbarkeit des Corsets. Sie sind aus rostfreien Zalrold-Elnlagen hergestellt & können folgedessen die Wasche nicht beschmutzen.— Die Bequemlichkeit und Sicherheit,, welche sie geben, sind mehr wert als der geringe Preis den die Damen dafür anlegen. Damit Sie vor minderwertigen Nachahmungen geschützt sind, verlangen Sie stets„Oktls." oisso Bitte gut zu beachten. tilr öeutseölanil imil die Schweiz Levinger& Feibei, Mturt a. I Komponisten � Verleger welche der„Genossenschaft Deutscher Tonsetzer" nicht angehören, finden für ihre Kompositionen durch die Mitglieder der unterzeichneten Verbände weiteste Verbreitung.— Zuschriften sind zu richten an: !. Deutscher Gastwirtsverband Geschäftsstelle: Berlin C., Niederwallstraße 15 2. Bund der Saal- und Konzertlokalinhaber Deutschlands Geschäftsstelle: Berlin N-, Elsasserstraße 10. 41/6* |n unferrn ftolDiiini Fredersdorf-Petershag. □31.7 M. an Seegefeld...., 8,, Finkenkrug.... 8,, lieh Heuend., Hochwald. 10.. Sadewa...... 10,, Biesdorf, Babnhos., 25,. Günstigste Zahlungsbedingungen. Niesehafte& Nitsclie, Berlin, LandSberg erstraste 66. Heute, Sonnabend, 1. Juni: * istteiiiialirrw Ää.rr" 1 aö SillisWe Im großen Saale: Hommernaclits-Bail. 21. Ziehung 5. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebun; rem 91. Mal 1907, vorrnlttags. Kur die Gewinne Uber 210 Mark eind den hcirelteaden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewahr.)(Nachdruck verboten.) 21 IM[1000] 27»[1»00] 30» 413 41 53 521 683 767 817 918 1235 125 591 651 20t0 139[500] 313 123 21 25 573 607 838 911 IS 3017 121 126 37 6 7 516 61 756 893 4119[500] 71 71»12 103 11 701 813[1000] 923 5039 51[1000] 161 250 421 619 811»11 6071 521 SS[1000] 819 7 069 82 176 513 50 721 83 88 651»9 917 8017 167 200 368[1000] 533 701 63 9191 98 35, 193 868 7» 10176 22? 818[1000] 5« 737 40 835 43 931 83 11 136 83 379[1000] 658 6 3 9 8 896[1000] 12050 91 506[ 3000] 853 73 811 51 13 119 1 4078 222 306 31 621 601 10 798 15ltv 99 217 11» 59 710 3» 973 1 6)28 79 81 89 209 367 72 83 102 576 91 17313 11 513 633 820 1 8019 90[600] 116 215(1000] 388[630] 127 29 13[1003] 51 605[500] 680 888 »11[50«] 19113 21 298 321»7 695 767 20113»6 4,3 523 43 81 683 2 1 086 169 338 70 485 661 818 981[1000] 22321 706 39 23091 IIS 204 435 537 825 3t 096 2 4107 17 565 60»»16 97 2 5162 261[3000] 35» 516 710 63 610 2 6086»6 123 2,5[ 3000] 92 318 55 196 563 691 812 82 968 2 7317[600] 557 730 2 8219 17[500] 113 63 805 »62 2 9121 266 98 387 531 32 617 711 19 806 07 30996 139»I 269 85'489[1000] 718 870[600] 968 3 1 081 225 321 131 618 821[500] 971 32X93 509 28 679 730 33133 239[ 3000] 823 582 3 4.131 91 112[500] 57 62 [600] 531 80 753 3 5011 76 172 787[500] 3 6033 231 109 31? 86 87[10001 37122 88[10O0] 581 623 78 811 53 65 3 8053 202 ,0[509] 91 352 68 659 3 9082 161 251 70 95 523 83 »73 723 949 4010» 288 621[500] 867 917 4 1 221 515 89 632[1000] »3[500] 763 4 2100 278 351 43117 369 107 829[ 500] 980 44153 299 567 921 809 977 4 5030 189 218 325 78 633 91 717[6001 63 839 943 4 6009 81 233 526 63[3000] 900[600] 47213[1000] 53 373[ 500] 48018 161 65 276 173 87 626 »1[1000] 49065 232[600] 310 512 607[500] 811 72 91 910 50133 71 56« 639 62 716 90» 51249 397 169 731 52 S2301 617 788 63 91[500] 960 5 3 613 21 66 678 832 39 (600]«4)08 5 4075 81 106 216 21[30001 711 803 990 5 5167 229 678 11» 25 29«3«74 932 83 66021[8000] 107»1 815 31 57063 105 II» 21 2»[1000] 893 5 8)83 110 33 622 696 »39[ 600] 59116[3100] 386 876 910 92 6OU10 120 116 662[600] 71 910 Ki0«1[500] 112 371 «3» 63 017 0« 723 69 6 2111 7« 879 611[1000] 756 316 916 63077 671 667 TO»»11 6« 64513 19 62 821 78 SOS[500] 11 79 6 5061 118 311 822 925 6 6200 310 26 III 50 929 67119 226 375«8 60» 142 6 8028 190 366 436 611 75 83 803 60301[500] 13 76 656 72[3000] 88 68 831 66 71 68 7O031 11 57 5» 235[3000] 17[5001 IIS 71010 III 15000] 39 158« 661 90 767 7 2 210 383 100 10[500] 791 827 53 926[500] 7 3 017 212 14 59» 603 811 10 912 2d 74016 218 68 13! 48 603[1000) 1! 66 027 7 5060[500] 380 110 613 Dl 701 91 957 7 6133 325 567 611 66 722 835 910 7 7090 (1000] 319 90 128 19 760 861 7 8066 133[300] 12 112 59 87 616 29 17 720 7 0016 178[500] 335[500] 532 81 90 791 SSO[1000] 61 80262[1000] 131 513 53 683 804 17[500] 81150[ICOO] 73 603 12 863 751[1000] 800 8 2013 31 523[ 3000] 63 633[1000] 768 75»2 Sil 83172[560] 279[3000] 57» 661 872 1000] «4013 211 303 13[506] 121[500] 543 85 625 1500] 753 807 81 86133»7 96 561 600 739 82»20 82 913 8S011 151 631 52 731 988[100] 87037[ 3000] 85 139[500] 73 201 »4» 83 495 511 721 38 8 8119 121 83 513[3000] 63 93 91 «0191 201 66[500] 512 11 600 787 863 OO021 86[1000] 382 440 588 854 0121» 78 312 121 25 (1000] 560 851 0 2 273 319 926[3000] 03123 105 69 513 605 880 89 0 4309 500] 16 498 928 0 5 288 1300]»1 406 55 1 643 839 94[5901 06151 181[500] 519 623 801 909 0 7358 88 637 Sil 0 8206 303 13 68 89 158 623 767 807 32[500] 61 [500] 96 09181 891 III 687 817[1000] 925 100303[500] 715 1 01107 217 851 131 821 1O2001 63[1006] 83 875 186[500] 773[8000] 932 1O301» 201 1« 13 72 89 33«[500] 871 104052 160 73 299 313 127 616 85 753[1006]»13 105093 151 512 612[1000] 81 960 108953[500] 183 213 51 489 58 512[1000] 11 63 1 07039 931 Ii 00»] 10 8041 107 338 92 196 533 701 13 1OO063 73 283 339 91 673[560] 966 11O090 132 201 53 63 353 80 III 63 81 525 llloOl 10 9! 131 11 98 137 80 679 732 867[3000] 911 112189 262 419 500 762[500] 965 113069 101 024[1000] 765 897 Sil ku 114237 719 62 115221 SO 382 125[1000] 91 776 832 «26 116068»7 IIS 210 109 618 75$ 811 013 117017 151 f-l[3000] 118119[600] 560 62» 781[1000] 119017[1000] 18[500] 298 855[560] 766 876 120662 114[ 8060] 288 18 328 11 599 661 85 1 2 1 001 »8 III 538 811 12 2 616 15 231 106 15 673 801 903[ 3000] 62 123011 66 195 877 762 19[500] 802[500] 124303 658 184 813 901 12 5077 261 519 613 701 91 840 963 83 1 26136 »23 516[1006] 12 7031 221 388[1000] 451 569 86 711 128191 262 61 621 80 925 1 29012 18-' 390 174 563 993 1500] 130CS1 123 637 1 3 1 024 173 212 43 323 412 697 77! 919 1 3 2 387 631 767 937 1 33129 785 1 34111 13 75 302 26[10061 98 456 61 618 618 761 13 5071 195 200 136060 236 116[ 3000] 90 613 872 99 912 13000] 98 137012[500] III 75 92 321 158[ 500] 513 825[1000] 02 (1000) 971 13 8241 76 77[800] 886 Sil 937[500] 1302)8 «ft 311 61[500] 603 825 140-Ta 311 630 760 833 53 985[300] 14 1 021 80 167 318 320 1 42116 315 337 165 763 999 1 43053 310 14[1000] 29 570 660 721 991 144021 121 273 331 67 661[1000] 892 917 17[1000] 81 145071 155 75[ 600] 206 302 166 542 611 710[1000] 146091 361 195[ 500] 615 610 19 819 [600] 961 147069 100 251 783 1 48073 161 88 206 320 [1000] 457 634 14O067 68 477 663 15O107 269 386 501 711 903 26[500] 15 1 000 8 62 104 26 89 753 861 88 907 71 83 86 1 52026 318 317 662 797 800 1 53171[1000] 218 183 519 066 871 154181 464 529 155199 224«3 386 436 65[1000] 561 693 061 65 156159 219 61 815[500] SS Dl 171 551 58 012[1000] 89 15 7021 115 295 310 37 67 515 961 158151 395[500] 576 780 831 913 1 50079 100 728«16 68 Gl 160213[600] SOS 16 1 076 368 169[3000] 50« 608 IS 35 713[ 3000] 811 80 1 62 291 196 667 709 811»21 163048 193[500] 324 410 68[500] 164 201 60 90 391 703 1 65101 [5000] 4»[500] 213 318 57 413 620 901 64 99 1 6 6038 177 431 48 69[1000] 819[500] SO 16 7085 166 75 229 457 633 633 806 44 96 1 68261 639[600] 662 60 701[500] 931 160199 619 833 980 81 170 4? ISO 416 1 7 1 626 57 822 920 77 1 72036 18 278 82[ 500] 351 511 603 818 83[600]»16 173)27 200 78 813 11 666 67 799 816 1 74095 159 811 961 17 5800 931[8000] 14 1 76)21 802 15 402 505 82 600 811 28 91 [1000] 177267 716 178011[600] 275 488 629 914[1000] 170161[1000] 92 98 413 60 721 812 180687 91 181 811 92 999 1 8 1 006 217 517 1 8 2019 54 76 130 83 607 731 95 809 903 1 83038 126[lOOOl 629 685 892 906 184221 66 195 613 772[ 3000] 601 22[500] 21 982 1 8 5631 18 99 728 1 86040 50 139 11 105 518 651 878 910 32 36 1 8 7019 171 118 68[1000] 512 668 91 838 935 1 188086 367 167 619 706 15'819[lOOOl 931 180 298 621[50O] 853 62 1OO016 91 185 12 221 73 821 91 1O1308 13[500] 503 763 822 1O202 S 71 119 71 596 608 1 9 3001 12[8000] 232 387 491[500] 530 804 927 1 9 4021 391 155 579 715 [600]»20 1 95100 86 363 655[1000] 85 753 88« 196115 [3000] 213[500] 931[5000] 75 197022 181[600] 310 18 63 101 70 572 725 810 912[500] 20 85 92 1 98059 117 260 816 19 69[600] 405 91 582 1 00131 136 661 705 30 2OO031 201116 346 170 623 65 851[500] 912[ 10000] 20 2927 298 102 31 576 678 760[1000] 203643 8? 777 868 »67 97 2O4002 28 66 233 681 893 2O50I0 101 19 106 60 653 81 83 881 206929 III 27 10 818 825 2 0 7326 80 535 770 880 2 0 3)09 825 68 768 2 0 0 966 125«83[3000] 615 [500] 62 661 83 797 21O030 105 669 8! 731 61[500] 815 975 211313 19« 703 35 2 1 2010 39[1000] 173 232 89 379 590 054 713 919 89 2133)1 815 214050 273 315 216018[500] 167 87 511 706 871 2 1 6357 115 672 81 017 717 875 932 13 19 2 1 7021 11 53 70 115 30 553 73 797[1000] 218112 538 88[1000] 781 902 28 2 1 0369 828 38[1900] 22O150 91 97 112 27 59 914 59 61«7 81 2216)5 836[500] 222187 235 418 617 869 2 2 3 027 128 48 230 86 556 858[500] 951 224C01 53 170 206 23 57 82 fSOOl 3:8 10 416 79«83 92[ 500] 782 801 75 923 225063 214 335 686 074 2 26175 431 690 779[500] 800 22701? 152 273 834 512 737 930 2 2 8021 71[1000]«1 441 822 55 75 2 2 9035 180 329 417 731«34 2 3 0094 231 60 315 535 59 SOS 923 95 231085[ICOO] 205 643 11 flOOOl 850 70 952 2 3 2187 393 175 693 8S5 016[500] 23301! 351[5001 515 31«81 755 855 67 [1000] 234070 15001 176 242 528 53 901 8 49 2 3 50)5 285 88 358 410 61) 750 236090 178 132 732 37 237133 S1 295 563[500] 931 238110[1000] 67 699 828 37 83 [500] 2 3 9 209 29 598«0> 32 72« 878 2 4 0353 476 567 616 2 4 1 021 13) 232 S9 879 150 933 2 4 2230 374 81[500] 552 6!0 12[500] 43>3000] 701 801 977 2 4 3308(15 000] 110 23 579 631 852 244098 153 815 4 IS 61 981 245103[1000] SS 63 582[5001 662 885 970 2 4 6107 37 5 412 699 607 2 475)9 h» 410 24801.1 47 377 258 6 21 2 4 9009 22 165 99 491 739 8»! 63 952 2 5 0915 135 120 332 73[1000) 18) 619 731[5001 863 919 7 7 2 5 1 257 77 353 42« 621 756 BIS 252'I2J Iii 517 99 635 702»so 997 2 5 3)13 137 690[8000] 73:[500] 91 950 5S 2 5 4061 169 85 306 20 553 615 963 255231»7 437 66 512 17 711 256327 859 257228 42 8C7 916 25807« 104 41 220 352 55 654[500] 816 2 50 169[3000] 328 81 404 79.1 260318 52 451 761 885 057«5 26101?»10 732 877 262012 11 136 292 31) 8« 102«23[Wd 771 81 2 6 3019 121 251 315 516 665 88) 89 911 2 6 4 221 59 63 115 69 513 831 2 6 5105 221 318 95 119 194 651 722 909 266089 313 461 911[1090] 3« 6« 267u58'0 LOOi) 85 260[500] 582 623 71 713 2 6 805$[500] 209 89 350 4SI 51« 58 78 95 855 2 6 9001 35 173 79 23« 428 83[500] 501 Se7 27 0931 39 107 411 683 91«16 2 7 1 092 272 827 452 627 4 7 748 2 7 2108 61[1000] 253 678 909«8 69 ilOüOl 273190 261 341 561 681 35[500] 789[5001 891 47 2 7 4 320 411 88 531 61[1000] 870 78 91 995 275458 [1000] 69 520 702 78 2 7 60.1« 07 829 12« 70[500] 611 67 761 277022[1000] 46 247 80O 73[500] 473 Sä 551 1300)] 775 95 899 2 7 8066[ 3064)1 86 279 573 929 7 0 2 7 9059 85 137 90 315 43« 541 53 70« 280264[500] 363 423[500] 562[1000] 805 87 76 912 281 3�4 91 92 417[ 5000] 75«98 05 707 f«t 282 89 [500] 152 518 Rl 773 86 02«[3000] 283202 93 328 30 61 569«16 2 8 4228 67 109 05 733 97 872 2 8 51)9»12 353 99 1)006] 4«j 652 61 711 813 77 286161 360 613 681 995 2 87156 337 70 Im Gewlnnraüe verblieben; 1 Prämie ä 800 000, 1 Gewinn i 500 000, 1 ä 50 000, 1 ä 40 000, 3 i 30 000, 8 4 15 000, II 4 10 000. 28 4 5000. 337 4 3000. 616 4 1000. 867 4 500. 21. Ziehung 5. KI. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 81. Mai 1907, nnchmittagi. Kor die Gewinne über 210 Mark sind den betreffenden Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 12 226 88 763 827 81 95 991 1005 211 330 433 568 719 805 2019 106[1000] 95 235 70 115 571 705 83 831 3091 596 627 801 57 4)15 95[500) 113 87 662[3000] 70 713 907 32[1000) 13 93 5071 186[500] 96 376 109 556 6115 20 71 170 610[ 5000] 62 722 50 7046 188 97[500] 371 150 615 79 730[1000] 995 8 229 63[1000] 601 636 969 0053 78 60 279[3000] 301 16 630 760 969 10115[ 3000] 101 517 621 803[3000] 19 88 912 78 1101« 66 137 192 550 63[1000] 793 836 910 12083 169 S89 101 23 533 723 82 909 1 3098 170 313 18 131 505 683 14172 583 91 601 l 1000] 67[500] 920 60 15042 51 71]500] 263 195 619 762[500] 913 81 16061 79[1000] 293 358 960 17112[ 3060] 712 69 862 909 53 1 8210 389 IIS 606 9 89 807 1 9090 353[500] 117 38 76 719 893 2O046[1000] 153 191 3)0 58 901[3000] 36 21159 361 483 566 008 893 927[500] 55 2 2011 53 III 352 2 3 069 99 189 233 629[1000] 69 801 2 4023 51 500 1 29 38 613 701 867 921 25151 21«[500] 388 517[500] 913 Ol 2 6079 361 53-2 78« 27372 IIS 19 663 787 2 8308[500] 425 6 7[600] «73 2 9 068 218 21 837 85 56« 853 30165[1000] 291 335 161[1000] 682[500] 731«3 3 1 091 195[1000] 232 13 53 371 101 813 935 91 32168 311 419 702 10 91 870 3 3 031 55 325 611 986 3 4101 383 119 552 [1000] 611 35056 586 680[5001 91[3000] 704 11 95 926 3 6002 101 19 307 90 156 612 622 747 935 3 7098 121 539 79 632 711 71 830 52 3 8179 96 331 55 509 36 711 53 811 23 12 87[1000] 390S) 105 051 721 40265 99 830 82[500] 502 616 57 41011 16 21[500] 85 67 79 210 352[1000] 56 177 668[500] 4 2 009 187 339 629 613[lOOOl 43 251 156 507 87 631 712 831[500] 920 44069[500] 207 31 50 337»02 40 4S095 123 202 398 150 530 612[ 3000] 13 88 65 1 70 913 97 4 6 265[ 500] 135 72 537 SO 671 828 930 4 7113 08 725 10 65[500] 48060 430 620 12 4 0021 62 179[500] 529 772 88 959 5 0277 113 13000] 510 69 5 1 021 177 335 509 18 29 82 (3000] 607 57 81 716[1000] 52010[ 500] 118 531 72 93 631 710 36 837 5 3 029 390 533 711[500] 32 13 937 54057 701 901 61 55175 78 92[3000] 207 303 20 131 913 71 56133 49 591 801 912 5 7 079 95 263 632 728[ 500] 808 72[1000] 93.1[1000] 58165 87« 939 89[500] 50020 159 431 651 837 950 60128 252 101 688 89 908 61126 921 62515 82 852 »71 63003 122 369 527 611 36 6 4017 561 625 831 63 6 5661 807 900 26 6 6 070 121 211 350 504 716 6 7020[1000] 301 67[ 3000] 129 5 96«07 76« 931 68113 323 582[1000] 619 612 69)22[ 5001 96 SOS 991 70108 13000] 47 128 531 615 61 911 71106 32 830 908 7206« 170 218 41 III 661[5000] 923 17 7 3005 7 13 50 163 580[3000] 7 4215 77 336 678 723 807 82 7 5031 115 515 63 613[500] 717 838 95 977 7 6000 220 23 113 61 503 17 SO 601 717 881 909[500] 77125 62 631 91 731 Sil 902 78011 71 78 138 99 256 530 900[ 500] 70133 37 580 611 80116 660 798[ 3000] 832 90 8 1 059 216 931[500] 99 [1000] 8211« 357 110 688 999 8 3 512 671 719 918 8 4)70 [500] 895 8 5161 70 285 406 83 565 892 9«9 86161 628 81 [600] 801 87172 805 15 8 8019 Ii[1000] 310 710 80006 205 369 831[1000] 901 71 00023[500] 91 283[1000] 356 68 93[500] 102 526 683 706 56 809 01192[1009] 268 331 117 19[ 500] 756 8X9 45 73 0 2013 38 66 262 307 95 165 1 1000] 663 873 001 13 03091 125 40« 621 16 760 897 0 4 203 393 IIS 851 72 75 0 5 065 191 210 732[1000] 06010 218 198 9 7 026 238 109 664 707[500] 858 7« 9 8 022 98 617 851[500] 901 90113 216 319 92 452[5091 607 59 719 840 919 lOOlOO 259 359 63 125 700 12 805 69 1 0 1099 307 181 585 710 73[1000] 1O2011 73[500] 71 159 160 797 [1000] 805 47[5000] 61 918 103092 332 177 749[500] 878 952 1 04012 71 156 III 98 538 833 959 1 05050 III 191 86« 29 1 060*2 107[3000] 95 133 9« 75« 896 10 7025 238 618 611[500] 819 1 08)25 97 181 93 579 831 82 716 13 87 1 00109 IIS[3000] 73[ 500] 768 922 110433 695 111018 211 51[500] 112 871 81 746 904 112071 112 01 215 50 635 921 11 113050 212 41« 589 702[ 3000] 56[3000] 890 931 10 56 114271[3000] 052 968 115123»75 116005[1000] 150 113 5,26 890 962 117092[1000] 327 87 711 91 921 52 118157 75 213 692 (6001 650 788 603 110049 60 235 350 877 90 011 120309 154 662 91 76«[3000] 832 80 1 2 1 025 253 518 085 1 2 2078 178 253[10001 153 609 730[3000] 63 65[500] 875 1 23010[50O] 170 227 88 873 108 610 817 909 1 24027 47 130(lOOOl 886[500] 619 79 713 864 12 5041 52 325 129[1000] 505[15000] 87[5000] 637 713 933 61 12 6058 235 18 90 359 1C1 567 70 81 781 127111 [500] 61 536[ 3000] 51 739 1 28105 81 211 83 13U00J 86 120397 110 89 823[1000] 96 130291 362 90 602 90) 33 1 3 1 377 411 528 85«18 758 819 906 1 3 2 212 21 123 901[500] 60 133019 91 [3000] 187 613 791 13 4033 13« 98 315 132 603:« 722 10 55[500] 831 39 972 1 35)11 96 530 785 81» 69 931 13 6051 202 7 87«10 693 21 83 863 1 3 7 063 307 90 491 663 703 805 51 83»61[3000] 13801« 137 514 54 [1000] 814 1 30171 72 271 181 661 755 887 140009 527 1 4 1 280 301 91 412 51 530 C55 869 923 142164 303[500] 80T 19[000] 13 88 143014 S»£13 92 672«14[500] 831 144171 283 318 TS 02 617 705 10 4S 615 72 905 1 4 5050 201 372 88 172 689 001[5000] 30 [500] 828 1 4 6311 931 99 1 47018 97[ 500] 203 10« 20 736 883 1 4 8719 822[1000] 996 140006 III[6000] 68 226 3,11 196[1000] 601 693 812 66 150138[1000] 45 317 151 96 519 48 65 625 711 38 60 1 5 1 031 110 06 213 109 10[ 500] 60 71 511 779 61 930 1 52)19 393 115 535 633 783 838 1 53011 93 272 367 107 10[ 3000] 705 815 85 912[500] 154)16 218 61 305 61 601 81 803 911 15 5512 63 793 853 61 Isool 68 15 6217 515 867 1 5 7429[3000] 52 67[3000] 812 158008 103 38 80 86 238 811 446 669 605 796 1 50039 192 605 79 89[1000] 883 160221 323 802 983 1 6 1 356 568 898 039 1 6 2015 62 283 331 735 03 7 4 808 15 951[80001 16 3 026 38 223 1« 86 306 755[1000] 164119 386[ 500] 103 692 718 79 900 SSI 165210[1000] 353[ 500] 637[1000] 756 928[500] 16 6011 183 209 72 316 IIS 563 803 1 67197[5,0] 277 631 901 168175 231 117 32 531[3000] 43 850»16 160006 185 829«1 960 170051 155 271 309 791[500] 96[500] 938 171054 227 95 181 63[ 600] 792 898 965 1 7 2026 157 2-4! 327 318 683 89) 173015 00 95 42 t 609 907 07 1 74.509 27 830 17 5 061 210 18 115 81 632 825 90« 93 1 76157 86 326 [1000] 623 728 88[3000] 821 177081 92 III 86 III 668 [500] 850 65 87[1000] 085 1 7 8323 501 6«S 99 950 81 170065 83[500] 168 379 509 60 615 61 797 855 18OS10 31 475 600 877 978 181019 50 291 428 587 70« 55 911 39 18[ 600] 52 182099 131 99 387 481 615 02 777 867 1 83 061[3000] 162 66[3006] 77 213 13 350[3000] 40« SO 567 716 80 978 1 84019 147 202 325 00 119 59 513 62 801 15 1 8 5013 59 93'1000] 220 86 800 11 52 55 177 93 502 711 898 910 1 86110 15 53 91 271 822[5000] 139[500] 511 608 70 706 967 187011 15 81 529 775 062 1 8 8 469 523 [500] 15 81[500] 616 703 820 961 180157 231[1000] 122 30 513 876 971 10OO2O 231 53 512 671 854 1 0 1 031 63 581 663 79« 809 8'[1000] 938 11 19 2 013 91 97 1)0[1000] 292[1000] 317 61 195 615 611 44 83 938 193041 83 112 13 313 05 400 580 650 816 923 1 9 4062 91[1000] 873[ 3000] 74 1 9 5 221 635 93 611 739 835 931 106 01[1000] 19 167 91 sog 931 68 1 9 7 067 243[ 500] 313[ 500] 97 108 601 39[ 500] 730 61 877 991 198151 81 279 80 127 85 657 58[SO 000) 696 761 811 91« 100059 509(5001 31 610 722 200)10 355 1500 0001 69 171 51««1 819 91« 20101)2 SCI 163 202081>1)5 293 419 09 671 851 203 I II 831 642 792 806 2 0 405« 369[1000] 161 71 017 748 857 964 205(163 398 323 917 2 0 6112 272 172 511 83.1 II 939 207023[500] 302 123 568 609 84 701 819[500] 139 2 0 8)50 687 775 2 0 9 212[ 500] 35 473 099 555 210)1) 50 261 523 95 75« 839 211167 218[3009] 62 89 806 RC 452 511 57 212510 110«52 82 762 8 3 2 1 3435 680 2 1 41)6 50 756 93 956 IlOOO] 80[509 1 215178 241 846 076 2 1 6)51 453 658 7.1« 217065 1«' 9-2 257[500] 63 165 076 850 2 1 8115 157 510 610 73 751 219371 99 HC 87 58.« 669 22O206 499 73.1 961 22 1 098 S«6[1000] 821 52 901 2222.30 307[500] 147 830[500] 91« 70 2 2 3049 f.«"0;it 107 HO 0(0) 251 051[8000] 000 3« 701 58 224227(3 0)1 .397 426 46 81 607 739 805 49 970 2 2 5231 36 376 79 591 2 2 6065 150 220 50 416 521 11 CGI 705 97! 91 2 2 7051 31)2 147 865[10"0] 228)09[3000] 38 220 51 107 97 FSOOO] 311 558 735 91[1000] 230(167 245 312 580 OSO 23 1 000 315 86 659 773 62 837 85 2 3 2)98 233 123 525 653 751 66 233.'67 415 68 92 713 932 2 3 4023 739 819 72 2 3 5041 100 523 631 47 751 857 87 2 3 6)13 279 09 551 783 859 2 3715 5» 91 331 131[SOOfl! 571[509] 703[lOCOl 7.« 90'. 7, 2381:9 352[500] 09 230211 21£3 627 31 7)5 947 15UC0I 50[500]___ 240448 578 852 60 927 241911 4« 61! 71 733 24 2)60 177 200 602 721 870 9)5 2 4 3931 127 79 2 l 63 327 533 621 71« 75 926 2 4 4191 202 363 68 fl) 404 531 722 5 1 8.3 2 4 5 007 53 197 252 800 67 III[500] 58 71» 843 05«6 97 905 2 4 621«(ICOdl 324 67(600) 91 l.'l (10001 540 760 90 247032 36 71 III 162 71 74(30001 ,77 2 4 8 093 137 206 2 4 0010 98 115 82 232 313 47 472 583 723 800 98 2506«! 753 835 2 5 1 225 302[530] Sil 961 2520',.3 1« 199 725[500] 27['/'Ol 05 932 253011[1001] 229 581 757 61 811 956 25431« 171 81 512 691 96 717 79 910 32 130001 36 25503? 370 4«! 606, 33 66 715»87 41 70 972 2 5 6178 90 373 1«6, f 1000] 6i0 809 72 75 911 2570/)l ist 322 4(1.1 16, 6.5 Isoool 75 321 62? 701)?5S0'2 C7 213 423[1000] 551 722 33 832 003 2 5 9 005 123 S'2 18 80 761«39 260076 152 282 318 79 6.99 771 932 87 2 6 1 041 179 98 249 523 61 718[1600] 26223« 417 538«20 71 82« 59 263019 150 CO 210 09 519 21[lOOM 11 67« 737 l'.nol 900 24 264025[500] 102 17 300 11014)1 33 11 2 6 3 021 570 725 833 003 15 2 2 33 51 2 66197 21« 79« 96,1 71 2 6 7188 263 16)[19 600] 82 897 960 26B)«2 [lOOOl 540 619 878 2 6 0008 ISS 46« 705 19 869[500 1 2 7 0001 632 769 97 2 71127 269[5001 54) 17 915 98 272:36 41 522 15 779 95« 99 273085[500] 7)1 931 274)77 691 720 66[lOOOl 2 7 5075 112 7 8 4 3 2 73115 230 27728)[500] 700 7 0 891 2 7 8509 018 64 916 2 7 0236 €17 782 820 901[1000]« 84 13000] 99 28 0905 101[5001 301[503] 90 656 6« 281334«09 815 917 7 4 2 8 2010 70 229 300 781 03 810 28 X031 17, 300( 5001 17 165 546 613 8.1 714 697 929 2 4 211 Iii Ol)[3000] 739 829 30 917 2 3 5 010 90 241 09,1 7s7 9T) 3 4 286011 131 90 330 451 743 01 287007 83 193 395 411 783 1500] Uerantwortlicher Redafteur: Hans Weber, Berlin. Für de» gnstratenleil veruntw.: Th. Gl»cke, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtD Ouchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 125. 24. Jahrgang. 2, ItiliMt des Jorräft" Knlim Jloltelilall. Sonnabend, 1. Inn! 1907. Hus Induftrlc und RandeL Mißverhältnis zwischen Löhnen und Verkaufspreisen. Dl«.Fortuna", Mtiengesellichaft für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, erzielte im letzten Geschäftsjahre einen Ueberschutz von 2027119 M. gegen 1 807 254 M. im Vorjahre; der Rein- gewinn erhöhte sich von 771 Süv M. auf 1 001 558 M. und die Dividende von 7 auf 9 Prozent. Im Geschäftsbericht wird bemerkt. daß der Absatz hauptsächlich infolge Arbcitermangel und verschiedener Betriebsstörungen, die durch Neubauten, welche der Vergrößerung der Leistungsfähigkeit der Brikettsabrik dienen, beeinträchtigt worden sei. Unter Berichtigung dieser Umstände muß das finanzielle Er- gebniS doch als sehr günstig bezeichnet werden. Die Verwaltung ist aber anderer Ansicht. Sie sagt u. a.: »Durch die vermehrte Nachfrage nach Arbeitskräften erfuhren die Löhne eine sehr starke Erhöhung. Bei den für das ganze Ge- schäftsjahr getätigten Abschlüssen in Briketts war eine Preis- erböhung ausgeschlossen, so daß sich besonders in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ein Mißverhältnis zwischen Löhnen und Berkaufspreisen ergab." Stellt man dieser Auslassung die obigen Angaben gegenüber, dann kann man sich ein Urteil über das Gerede von den übermäßig gestiegenen Löhnen bilden.—_ Viktoria, Allgemeine VerficherungS-Aktien-Gesellschast zu Berlin. Die am 29. Mai d. I. abgehaltene Generalversammlung der Aktionäre genehmigte die Verteilung deS in dem Geschäftsjahr 1906 erzielten UeberschusscS von 26186482,27 M.(gegenüber 24 594020,00 M. im Vorjahre) wie folgt: Die Aktionäre erhalten eine bare Dividende von 315,— M. pro Aktie— 52'/. Prozent und die mit Gewinn- anteil Versicherten zusammen 24 366 296,20 M. Ueber die sonstigen finanziellen und geschäftlichen Ergebnisse der Viktoria entnehmen wir dem Geschäftsbericht der Gesellschaft noch folgende Einzelheiten: Die Gesamtzahl der in allen Abteilungen eingereichten Versicherungsanträge betrug 557 890, daS sind pro Arbeitstag über 1800. Die Gesamteinnahme an Prämien und Zinsen betrug 123 777 086 M. und zeigt gegen das Vorjahr eine Vermehrung von 10 067 688 M. In der Unfall- und HaftpflichWersicherungSbranche betrug die Prämieneinnahme 12 383 273 M. Die Gesamtreserven aus allen Abteilungen betrugen 588 416 437 M. und die gesamten Aktiva erreichten die Höhe von 606 345 507 M. Der Hypolhckenbestand hob sich um 54 772 500 M. auf 521 163 310 M. In der LebenSversicherungsabteiluna belief sich der Gesamtversicherungsbestand Ende 1906 auf 3 076 248 Polizei: über eine Milliarde und 395 089 667 M. Versicherungssumme und eine versicherte JahreSrente von 914,767 M. Die Vermehrung des Lebensversicherungsbestandes gegen das Vorjahr 1905, der reine Zuwachs, betrug 179 072 Polizen über 108 933 753 M. VersicherungS- summe. Das ist der höchste Zuwachs, der bisher je in Deutschland erzielt ist. Diese Summen umfassen auch das Ergebnis der Volks- Versicherung. Der Zuwachs in der größeren Lebensversicherung allein betrug 65,5 Millionen Mark. Die Ergebnisse der Sterblichkeit in der Lebensversicherungsabteilung waren, wie in den Vorjahren, sehr günstig. Aus der Mindersterblichkeit erwuchs ein Gewinn von 3 691 134 M. Zugunsten der mit Gewinnbeteiligung bei der Viktoria Versicherten find als Dwidendenfonds Ende 1906 einschließlich der aus dem JahreSüberschuß entnommenen Zuweisungen 115 030 287,55 M. zurückgestellt und zwar für die Todesfallversicherungen(inkl. KriegsversicherungS-ReservefondS) 41 267 646,60 M., die Erlebensfallversicherungen mit Gewinnanteil 1 680 291,02 M., die Volksversicherungen 63 250 348,30 M., die Unfall- Versicherungen 3 832 101,63 M. Wie wir auS dem Geschäftsbericht weiter entnehme«, stellen sich die Verwaltungskosten auf 19 027 236,91 M., das find 15'/, Prozent der Gesamteinnahmen. Außerdem haben die Versicherten noch die Dividende für die Aktionäre aufzubringen. Bei den Arbeiterorgani sationen ist trotz der vielgestaltigeren Arbeit und trotz des größeren UmfangeS der Versicherten die Verwaltung ganz! erheblich niedriger. Rohstoffversorgung im Textilgewerie. Zeder neue Monat im laufenden Jahre bringt eine weitere erhebliche Zunahme der Rob- stoffversorgung im Textilgewerbe; auch im April hat sie wieder die vorjährige um ein Bedeutendes überholt. Bei sämtlichen Textil- rohstoffen betrug nämlich die Mehreinfuhr während deS Monats April 890 324 DoppelzeMner gegen 697 749 Doppelzentner im April 1906. Um 192 Doppelzentner oder 28 Proz. ist die Rohstoffversor- gung also gewachsen. Bon den verschiedenen Rohstoffsorten hat wie schon in den Vormonaten Baumwolle den größten Anteil an der Steigerung, während bei Wolle ein Rückgang gegenüber 1906 ein- getreten ist. Die übrigen Textilrohstoffe nahmen dagegen an der Steigerung gleichfalls teil; so stark aber wie bei Baumwolle war die Zunahme bei ihnen nicht. Die Mehreinfuhr von Rohbaumwolle betrug im April der letzten drei Jahre 325 621, resp. 281 121, resp. 404 861 Doppelzentner. Nicht allein in den beiden vorangegangenen Jahren, sondern auch bis zuin Jahre 1899 zurück hat kein April eine so hohe Versorgungsziffer gebracht wie der diesjährige. Der Berein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Jnter essen in Rheinland und Westfalen hält in Düffeldorf seine 36. Haupt- Versammlung ab. Abg. Beumer hielt einen Bortrag über daS Wirtschaftsjahr 1906/07 und begründete namens des Ausschusses folgenden Beschlußantrag:»Der Verein ist der Ueberzeugung, daß die Abmessung der für den Rhein- Herne- bezw. Rhein- Dortmundkanal geplanten Schleusen auf 10 Meter Lichl weite eine zu geringe ist und die mit Sicherheit zu erwartende BerkehrSsteigerung bald einen mit großen Kosten ver- bundenen Umbau des genannten Kanals erforderlich machen würde. An die Staatsregierung richtet daher der Verein das dringende Er- suchen, im Interesse des Verkehrs und einer wirksamen Entlastung der Eisenbahnen me Schleusen des Rhein-Herne- bezw. Rhein-Dort- mund-Kanals auf mindestens zwölf Meter lichte Weite abmeffen zu wollen." Der Beschlußantrag wurde einstimmig angenommen. Die Löhne im Papiergcwerbe machten nach den Nachweisungen der Berufsgenossenschaften im Jahre 1906 rund 65,80 Millionen Mark aus gegen 60.38 im Jahre 1905. Diese Summe entfiel 1906 auf 82 536 Vollarbeiter, im Jahre 1905 auf 80 117. Auf einen Arbeiter kamen daher im Jahre 1906 durchschnittlich 797,21 M. Lohn gegen 753,61 M. im Jahre 1905. Wie sich 1906 die Zahl der Betriebearbeiter und Lohne in den einzelnen Zweigen deS Papier- gewerbeS stellten, erhellt aus nachstehender Uebersicht: Gewerbezweig Voll- arbeiter 492 1212 47123 8 714 9 279 12 389 3 323 Lohnsumme in 1000 M. 277,13 1 197,82 37 328,55 5 907,00 6 889,35 11 783,93 2 414,24 Lumpens orsieranstalten Strohstofffabriken. Papierfabriken... Pappensabriken., Holzschleifereien.. Zellulosefabriken., Nebenbetriebe... Die Entfaltung des Großbetriebes im Papiergewerbe geht daraus hervor, daß die Lohnsummen von 27,87 Millionen Mark im Jahre 1887 auf 65,80 im vergangenen Jahre gestiegen sind, während die Zahl der Betriebe sich nur von 1245 auf 1253 erhöhte. Internationaler Baumwollkongreß. Am letzten Tage der Ver- Handlungen referierte Giovani Rippelec-Jtalien über den Transport von Baumwolle. ES wurde allgemein die Forderung aufgestellt: daß die amerikanischen Verkäufer verpflichtet werden, mit den Kon- sumente» Frachtbriefe abzuschließen, welche die vollkommene Ga- rantie der pünktlichen Lieferzeit und der Erfüllung der über- nommencil Verpflichiungen sichern. Ter kaiserliche Rat Bosch führte aus, es köune aus Belegen nachgewiesen werden, daß angeblich im November aufgegebene Baumwolle vier bis fünf Monate lang nicht an den Adressaten gelangt ist. Es komme auch vor, daß mit der Verfrachtung ganz andere Schiffahrtsgeiellschasien betraut sind, als die im Frachtbriefe angegebenen. So haben sich ganz ungesunde Ver- hältnisse im BaumwoNtransporre entwickelt, die' entichieden beseitigt werden müssen. Dem Spinner entstehen durch das bisherige unreelle Ver- fahren bedeutende Verluste, und eS sei daher notwendig, daß auch der Kongreß gegen diese Unzukömmlichkeiten Stellung nehme und eine Reform hinsichtlich der von den Schiffahrtögesellschasten ausgestellten Frachtbriefe lBauniwollkonaissements) herbcigefübrt werde. Seitens eines Redners wurde betont, daß gegen die Schiffahrtsgesellschaften, welche derartige unreelle Verhältnisse unterstützen, mit dem Boykott vorgegangen werden soll, doch wurde dieses Mittel als ungeeignet bezeichnet. Kommerzienrat Kußler hob hervor, daß durch da« jetzige System geradezu der Betrug unterstützt werde. Er pflichte den Forderungen nach Herbeiführung von Reformen bei, damit auch der Wunsch, den die Aincrikaner geäußert, daß die Spinner direkt mit ihnen in Verbindung zu treten haben, in Erfüllung gehen könne. Soziales. Streikende Kinder in der Landwirtschaft. Daß wegen unzureichender Lohnzahlung Schulkinder in einen Streik treten, ist leider eine seltene Er- scheinung. In Menz, einem Dorfe u n>v e i t M a g d e- bürg, hat sich ein solcher Fall ereignet. Von dem dortigen Gutsbesitzer Fr icke waren am Dienstag dieser Woche 20 Schulknaben aus dem benachbarten Orte Biederitz zum Rübenverziehen angenommen worden. Die Knaben hatten etwa eine halbe Stunde gearbeitet, als sie einen unter sich zu dem Gutsbesitzer sandten, um zu erftagen, wie viel Lohn er zahle. 30 Pfennige für den halben Tag— war die Antwort. Das genügte den Kindern nicht, sie legten sofort die Arbeit nieder und ent- fcrnten sich. Andern Tages begaben sie sich zum Rittergut Königsborn, um dort die gleiche Arbeit zu verrichten. Sie hatten darauf hingewiesen, daß sie bei 30 Pf. Lohn in Menz ihre Tätigkeit eingestellt hatten, worauf ihnen in Königsborn 50 Pfennig zugestanden worden waren. Das ist natürlich auch nur eine geringftigige Entlohnung. Aber sie ist immerhin um 66� Proz. besser als der niedrige Lohn von 30 Pf. Das Wort Solidarität haben diese kindlichen Ar- bciter besser begriffen als— leider— mancher erlvachsene Arbeiter.—_ Abgeblitzte Plakatplackerei gegen eine Konsumgenossenschaft. Der Lagerhalter Danziger von der Konsum- genossenschaft für Berlin und Umgegend sollte durch Ausstellung bezw. Anheftung eines Plakats i n der von ihm ge- leiteten Verkaufsstelle des genannten Vereins die§Z 10 und 41 des alten preußischen Preßgesetzes übertreten haben. Das Plakat enthielt die Mitteilung, es würden hier die gerichtlichen Formulare zum Austritt aus der Landeskirche unentgeltlich ab- gegeben. Nach Z 10 des preußischen Preßgesetzes in der Fassung, die er durch den§ 30 Abs. 2 des Reichs-Prcßgcsetzes erhalten hat, darf niemand auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten ohne polizeiliche Erlaubnis Bekanntmachungen, Plakate und Aufrufe anschlagen, an- y e f t e n. ausstellen, sowie unentgeltlich verteilen. Eine Erlaub- nis war hier natürlich nicht eingeholt worden. Da das Plakat so angebracht war, daß es von der Straße nicht gesehen werden konnte, so kam es bei der Entscheidung wesentlich mit darauf an, ob der Verkaufsraum einer Konsumgenossenschaft an sich als »öffentlicher Ort" angesehen werden könne oder nicht. Das Landgericht I verneinte im ersten Rechtszuge dies p r i n z i- p i e l l und sprach deshalb frei. Dann hob das K a m m e r- g e r i ch t dies Urteil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung an da? Landgericht zurück. Das Kammergericht meinte, es wären auch WirtschaftSgenoffenschaften denkbar, die wegen ihrer Größe und ihrer Organisation keinen geschlossenen Personenkreis darstellten und nicht als geschlossene Gesellschaft gel- ten könnten, was unter Umständen den Verkehr in ihren Verkaufs- stellen als öffentlichen erscheinen lassen könne. Das Landgericht erkannte demnächst aber wieder auf Freisprechung und führte aus: Die Konsum- genossenschaft für Berlin und Umgegend verfolge den Zweck der Hebung der wirtschaftlichen Lage ihrer Mitglieder. Jeder Genosse müsse einen Geschäftsanteil in Höhe von 30 M. erwerben und hafte bis zu 30 M. Die Aufbewahrung und der Verkauf der Waren er- folge in verschiedenen Filialen, von denen der Angeklagte die in der Gartenstraße verwaltete. Der Kundenkreis dieser Verkaufs- stelle bestehe aus etwa 100 Genossenschaftsmitgliedern. Täglich verkehrten 15 bis 20 dieser Kunden(die Genossen oder ihre An- gehörigen) in dem Laden. N i cht m, tg l i e d e r n sei der Zu- tritt verboten. Es sei gerechtfertigt, anzunehmen, daß es sich bei dem Plakat um eine nicht öffentliche Ankündigung handelte. Die Genossenschaft zähle allerdings im ganzen 4600 Mitglieder, und prinzipiell wäre es auch nicht ausgeschlossen, daß ein größerer Teil von ihnen in der Verkaufsstelle in der Gartcnstraße Zutritt erhalte. Tatsächlich aber werde die Verkaufsstelle nur von den in der Gegend wohnenden Mitgliedern benutzt. Der Kundenkreis von 100 Mitgliedern sei also ein räumlich begrenzter und der Zusammenschluß in diesem Kreise sei ein ziemlich enger; jedenfalls ein engerer, als in den zahlreichen Vergnügungsvereinen, die als geschlossene angesehen würden. Auch sei der Verkehr in dem Verkaufsraum als abgeschlossener anzusehen. Das wirtschaftliche Band der Hebung der Lage der Mitglieder müsse auch die Ehe- frau, die Kinder und die Dienstboten mit berühren. Wenn diese ebenfalls den Raum betraten, dann könne ihm daS also auch nicht öffentlichen Charakter verleihen. Die Oeffentlichkeit des Raumes müsse demnach verneint werden. Damit falle die Anklage. Die Staatsanwaltschaft legte wieder Rebi- s i o n ein. Das Kammergericht verwarf aber diesmal die staatsanwaltliche Revision als unbegründet und führte kurz aus, daß das Landgericht jetzt ohne Rcchtsirrtum die Oeffentlich- keit verneint habe.— Ist die Staatsanwaltschaft derselben irrigen, bislang ledig» l i ch Arbeitern gegenüber angewendeten Ansicht wie das Kammer- gcricht, daß ein geschlossener Verein durch seine Größe den Cha- rakter einer geschlossenen Gesellschaft oder eines Vereins verlieren könne, so ist nicht erfindlich, weshalb sie bislang noch nicht gegen die großen wirtschaftlichen Bereinigungen von Offizieren, Beamten, Flottenphantasten und Bauernfängern die strafrechtlichen Konse- quenzen auS ihrem Rcchtsirrtum gezogen hat. Es ist dringend er- forderlich, derartigen Exzessen juristischer falscher Begriffsformu- lierung ausdrücklich durch Rcichsgefetz entgegenzutreten. Klingt ein Rechtssatz:»Ein Verein bleibt ein Verein, auch wenn er groß ist", auch seltsam, so ist dieser kasuistische Weg zur Verhinderung von Belästigungen straffreier Taten durch Gerichte und Anklage- behörden doch dringend geboten. Wo mühsam erkämpfte RechtS- sätze durch Organe ausgelegt werden� deren politische Anschauung der Strömung feind ist. die zur Festsetzung von Rechtssätzen durch das Gesetz geführt haben, ist eben der Weg der Kasuistik unver- meidlich» Ein Miisterlehrer. Der Lehrer U ll d a g aus Käterhagen bei Bützow in Mecklen« bürg stand am DienSlag vor dem Schöffengericht in Bützow unter der Anklage, den Knaben Kagewsky, der von dem Land- arbeitshause dem Händler Haase in Käterhagen in Pflege gegeben ist, an: 29. November v.J. mit einen» Hammer hinten auf den Kopf geschlagen zu haben, so daß eine tiefe Wunde entstanden sei und ärztliche Hülfe in A n s p r u K genommen werden mußte. Den Anlaß dazu hatte der Umstand gegeben, daß die Kinder nach Ansicht des Lehrers nicht schnell genug aus dem Hofe in den Schulraum traten. Der Angeklagte gebrauchte die Ausrede, er habe den Hammer„nur" in den Rücken gesetzt und etwas nachgeschoben. Dabei habe der Knabe sich mit dem Kopf gewendet und sei gegen den Hammer ge- rannt. Diese Ausrede wurde in der Beweisaufnahme als solche gelennzeichnet. Der Pflegevater des verletzten Knaben' bekundete noch über mehrere Mißhandlungen durch den angeklagten Jugenderzieher. Einmal sei dem Knaben der Unterleib einei, halben Finger lang aufgerissen gewesen, so daß sie befürchtet hätten, die Ver- letzung könne tödlich verlanfen. Aus Befragen des Knaben, wie er dazu gekommen sei, habe er gesagt, der Lehrer habe ihn über die scharfe Kante der Schulbank gerissen, dadurch sei die Wunde ent st an den! Ein Erbpächter, der als Zeuge vernoiimicil wurde, sagte auS, er habe seinem Jungen ben Rücken nachgesehen, dieser habe schwarz und blau ausgesehen. Seine Tochter habe vor 1'/, Jahren ein Ohrenleidcn gehabt, die Kinder hatten zu ihm gesagt, der Lehrer habe die Kleine mit dem Kopfe auf den Schultisch ge st an cht. ES wurden noch einige Mütter vernommen, welche ebenfalls Roheiten des Lehrers bezeugten, die von dem Lehrer an ihren Kindern verübt worden seien. So wurde bezeugt, daß vielfach den Kindern das Genick durchgekniffen und gekratzt sei. Der Amtsanwalt betonte, nach dem Attest des Arztes sei die Wunde geschlagen, könne auch durch ein scharfes Gcgenrennen entstanden sein, letzteres sei aber bei dieser Geschichte gänzlich anSgeschlossen. Der Lehrer habe einfach zugeschlagen, er sei schon so oft verwarnt ivorden, er hätte sich also mäßigen können. Er beantrage— sechzig Mark G e l d st r a f e. DaS Gericht erkannte— auf vierzig Mark Geldstrafe. Das Vorkommen derartiger entsetzlicher Roheiten und die außer- ordentlich milde Bestrafung des ManneS, der entweder ins Irren- hauS oder auf lange Zeil ins Zuchthaus oder in daS Gefängnis, aber nicht in die Schule als Lehrer gehört, zeigen, daß daS System der Mißhandlung der Arbeiterkinder in das herrschende System hineinpaßt. Ein Lehrer, der durch Schläge erziehen will, ist zur Erziehung unfähig. Ein Lehrer, der mißhandelt, um zu mißhandeln, gehört ins Zuchthaus, weil er sein Amt zur Mißhandlung wehrloser ihm Anvertrauter mißbraucht. Aber eS wäre unbillig, für das P r ii g e l s y st e m allein den Lehrer verantwortlich zu machen. Die jämmerliche Besoldung, die niedere Stellung, die ihm die Verwaltung zukommen läßt, nicht minder die ungenügende Vorbildung folvie daS Vorbild feiger Mißhandlungen auf Gutshöfen und in Kasernen tragen eine größere Schuld als der einzelne Lehrer. Gerade die niedrige, menschenunwürdige Entlohnung der Volksschullehrer zeigt, daß die herrschende Klasse brutal genug ist, die Schule nicht zur Entwickelung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder des Volkes' anzulvcnden, sondern dazu zu mißbianchen, daß an Geist gebrochene, willige menschliche Arbeitsmaschinen der herrschenden Klasse herangezogen werden. Den Kampf gegen dies Kinder verwüstende, ihre geistigen Fähigkeiten unterdrückende System führt leider allein die Sozialdemokratie. Schaut es etwa in Preußen besser als in Mecklenburg auS? Atmet nicht das preußische Volksichulgesetz denselben Geist der Kulturlvidrigkeit? Ist nicht in zahllosen Fällen das Oberverwaltungsgericht selbst der solche feigen Brntalitäten gegen Kinder milde strafenden preußischen Justiz auf Grund des Kompetenzkonflikts in den Arm gefallen? Hat das preußische Kultusministerium nicht die Schließung von Kinder» gärten verfügt, die der geistigen und körperlichen Pflege von Kindern dienten? Hat der preußische Kultusminister, haben preußische Ver- wallungSbehörden sich nicht gegen»zu hohe" Besoldung von Volks- schullehrern gewendet?_ Agrarische und mittelständlerische llcbcreinstimmung. Erhöhten Schutz für minderjährige Arbeiterinnen fordern fast gleichzeitig die hannoversche L a n d w i r t s ch a f t S k a m m e r und der zwölfte Gast Wirtetag des Nordwest» deutschen WirteverbandeS. Erster« beschloß auf ihrer jüngsten Sitzung, dahin vorstellig zu werden, daß weibliche Personen unter einem Alter von 18 Jahren in der Gesundheit schädlichen Fabrikbetrieben nicht be» s ch ä f t i g t werden dürfen, letzterer forderte aus seiner Tagniig am Dienstag in Minden ein gesetzliches Verbot der Beschäftigung junger Mädchen unter achtzehn Jahren in Fabriken oder ähnlichen Betrieben. Die Gastwirte sind also den Agrariern in bczug auf Arbeiterinnen« schütz noch um mehr als Nasenlänge voraus.— Woher nun dieser plötzliche arbeiterinnenfreundliche Neformeifer, diese Besorgnis um die Gesundheit junger Mädchen und noch dazu in Kreisen, die bislang gegen das Eingreifen des Staates in das wirt» schaftliche Getriebe mit Händen und Füßen sich sträubten? In beiden Fällen war die zum Beschluß erhobene Forderung daS Ergebnis einer Besprechung— über die.Leutenot". Hier wie dort beginnt es nämlich an den billigen und willigen weiblichen Arbeitskräften zu mangeln. Anstatt nun aber bei sich selber Einkehr zu halten und Arbeitsbedingungen zu schaffe», die den jungen Mädchen den.Dienst" bei den Land» bezw. Gastwirten begehrenswerter erscheinen lassen als die Schufterei in den Fabriken, wollen diese sonderbaren Arbeiterinnenfreunde durch ein g e s e tz- liches Verbot der Fabrikarbeit die jungen Mädchen in; das Sklavenverhältnis des Gesindedienstes zwingen. DaS Wohl« ergehen, die Gesundheit junger Arbeiterinnen kümmert die Gastwirte und die Agrarier den Teufel, wenn sie nur billige Gesindesklaven in genügender Anzahl bekommen. Jedermann weiß, welch unverschämt hohe Anforderungen in jenen Kreisen in der Regel an die jugend- lichen weiblichen Arbeitskräfte gestellt werden, wie brutal, weg- werfend ihre Behandlung und wie erbärmlich ihre Bezahlung ist. Daher die.Leutenot". Sie ist das notwendige Produkt der Not der Leute. Gewähre man den jungen Mädchen eine geregelte, nicht überlange Arbeitszeit, behandele man sie wie gleichberechtigte Menschen und zahle man ihnen einen anständigen Lohn— und die .Leutenot" wird der Vergangenheit angehören. Mit Zwangsmitteln erreicht man gar nichts.__ Zum Gesindc-llnrecht. Vor dem Schöffengericht in Lützow in Mecklenburg wurden am Dienstag, wie wir unserem Rostocker Bruderorgan entnehmen, einige Fälle verhandelt, die von der Rechtlosigkeit der ländlichen Arbeiter m Mecklenburg beredtes Zeugnis ablegen. Angeklagt war im ersten Fall der Tagelöhner Renbasch auS Selow loegen.Dienstvergehens". Der Angeklagte wohnte mit seiner Frau zu Kurzen-Trechow. Er erklärte, er habe 1 Marl 20 Pfennige pro Tag verdient, er habe alles kaufen müssen. er hätte zweifellos noch mit seiner Frau und den vier Kindern verhungern und erfrieren müssen. Er sei deshalb zu R. von Plessen gegangen und habe ihn gebeten, er möchte ihm doch den EntlassungS« schein geben. Dieser habe ihn jedoch fortgejagt. Er sei aber» n,als zu R. v. Plessen gegangen und gebeten, er möchte ihn den Schein geben. R. v. Plessen habe ihn gepackt und dreimal gegen d i e Wand gestoßen. Dann sei er mit seiner Frau und Kindern nach Selow gegangen zn dem Erbpächter Ellenberg. Der habe sich seiner erbarmt, er habe ihm Woh- nung und Feuerung, Esten und Trinken gegeben. Der Amts- an w alt wollte die Strafverfllgung von l» M. aufrechterhalten wissen. Das Gericht erkannte auf 3 Mark Geldstrafe. Es wurde dann verhandelt gegen den Erbpächter Ellen- b e rg aus Selow wegen Nebcrtretnng der„Dienstverordmmg'. Diese sollte darin liegen, daß er aus Mildtätigkeit den Renbasch ohne Entlassungsschein in Arbeit aenoinmen hatte. Er erhielt eine Strafverfl'igung von 13 M., weil er die Familie Renbasch ohne Entlassungsschein in seinem Hause a u f g e n o m n, e n habe. Der„Ängcklagte* richtete sich mit scharfen Worten gegen den schlechten Verdien st, den der Arbeiter R. zu K u r z e n- T r e ch o w verdient habe. Mit 1 M. 20 Pf. könne die Familie nicht auskommen. Die Fr» habe außerdem ge molken und dafür habe R. v. Plessen pro Tag 14 Pf. be- zahlt. So was fei ihm noch nicht vorgekommen! Die Fainilie sei verhungert und erfroren bei ihin angekommen! Den Kindern seien die Zehen erfroren gewesen, seine Frau hätte die arme Familie erst wieder kuriert. Abweisen habe er die Familie als Mensch nicht können. Der AmtSanlvalt stellte die Bestrafung in das Ermessen deS Gerichts. Das Gericht erkannte auf eine Mark Geldstrafe gegen den mildtätigen Erbpächter Und gegenüber solchen himmelschreienden Zuständen reden die Agrarier— v. Bulol» an der Spitze— von dem Walten dern m c r s p i e I e. Gyges und sein Ring.(Ans. 8 Uhr.) Ansang 8 Ubr. Westen. Die lustige Witwe. SrlnIIer 4».(�allnci. Thealer.) Heues Theater. Neu einstudiert: v!e Lonäottieri. Ansang 3 Uhr. Sonntag und folgende Tage: Die(kondottieri. Heimat. htll> Sie nichts zu ohne Schiller-TbeaterCharlortcnburg. Die Schmuggler. Schiller S.(Friedrich Wilbelm- städlilchcs Theater.) Drei Paar- Schuhe. Berliner. DerHund vonBaSkcrvIlle. Lesfing. Die Fledermaus. Zentral. Das Mädchen auS dem Nachtcafö. Kleines. Marcell Salzer.(Ansang «'/. Uhr.) Komische Oper. HoffmaunS Er- zahuuigen. Neues. Die Tondittteri. Lorntng. Geschlossen. Stesivenz. Haien Si verzollen{ LnstlbielvaliS. Die Welt Männer. Dhalia. CharleyZ Tante. Luise». Das Nälsel seiner Ehe. Drianon. Frl. Joselte— meine Frau. Bern bar» Blase. Im Rausche deS Leben». Nachm. t's, Uhr: Der Fluch deS GolbcS. Sie hat ihr Herz ent deckt. Pastors Ricke. Blrirvvsl. Der Teufel lacht dazu. Wintergarten. Spezialitäten. gl v oliv. Der wstige Witwer. Spe zialitälen. Kasino. Nick karter. Spezialitäten. Walhaka. Sp-zinliläten. ivajsage. Spezialitäten. ReichShallcn. Stettin«: Sänger. Ilruiiia. Tanbenstraste IK/lll. Nachm. 4 Uhr: Am Golf von Neapel. Abends 8 Uhr: Durch Dänemark und Südschweben. Sternlvartc, Jnvalldenstr. 87/82. Kleines Thealer. Abends 8 Uhr: MARCELL SALZER-ABEM. Morgen und folgende Tage, abends 8 Uhr: Mareell Salzer-Zlbend� lortzing-Thealer Beilealliancesfr. 7/8. Heute: GcschloiiBcn. Morgen Sonntag: Wiederholung des Wagncr-AbcndS. Teile aus: Walküre, Lohengrin und Meistersinger. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise. Bellealliance-Garten: Täglich: eiits-Varibtä-Voretelluag._ Schiller-Tiieater N. Friedrlch-Wilhelmttäd'.UchesThoator. AbendS 8 Uhr: Drei Paar Schuhe. Sommcrpreise._ Rcjidclis-Ttitultt. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Rsben 8iö nichts zu verzollen? Schwank in 8 Akten o. M. Hennequw und P. Vcber._ Luisen-Theater Metchenvergcrftr. 84. Heute und folgende Tage: Das Rätsel seiuer Ehe. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Hclailler- ScMtlsr-Theater 0.(Wallner-Tbealer). Sonnabend, a b e u d S S Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Sonntag, nachm. 8 Uhr: Heimat. Sonntag, abend» 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Montag, abend« 8 U d r: Sünna von Barnhelm. T Ii enter. Schiller-Theater CHarlottenburg. S o» ii a b e» d. a �e n d» 8 U b r: Zum 1. Mal: Hie Sehumxxler. Komödie in 4 Akten v. Artur Diuter. S o» n t a g, n a ch m. 3 Ubr: Her Bfarrer v. Kirchfcld. Sonntag, abends 8 Uhr: Hie tSehmuggler. Montag, abend» 8 Uhr: Heimat. Caslans Fanoptieum, im, Mnciisit. ies. Größte Schaustellung der Welt vo>-mittags 11—1 Uhr; nachmittag» 4—10 Uhr: Konzert des großen Damen=Orchesters Wochentags freier Eintritt, aber nur in den Konierlsaal. Urania. WißsenschafÜiches Theater. Nachmittags 4 Uhr; Am Golf von Neapel. Abends 8 Uhr; Düreh Dänemark mutSüdsehweileii. ZoainciscHER GARTEN | Täglich nachm. 5 Uhr:! Grolles | Militär-Doppel-Konzert.; Eintritt 1 Mk., von»bonds 6 Uhr ab 50 PI., Kinder unter 10 Jahren di« Il&llte. MfMOOTH Foi'dinaml Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Der Dund von Baskemlle. Sonntag: Sherlock HolmeS. Montag: Geschlossen. Lustspielhaus. 8 Uhr: Wiener Ensemble. Gastspiel: Die Welt ohne Männer. Vcpt Glöckner als Gast ®r. Franksurlerstr. 132. Sonnabend, den 1. Juni: Anfang 4'/, Uhr. SV* Im Garlen:"VC Theater- und Spezialitaten-Borst. Oon-adi,,!. Wochenpreise.— Abend» 8 Uhr im Theater: Im Rausch de» Lebens. Sommcrpreise. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Meiropol-Theaier Anfang; 8 Uhr. Heute Premiere Große Jaliresrerne in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor HoUaender, Dirigent Max Roth. In Krens gesetrt von Direktor Kichard Schultz. Rauchen überall Brunnen-Theater Badstrabe 58. Direkt.; ßernh. Rot«. Neues sensationelles Programm. tm- Artnv Wolf.-NiZ The 4 Souvereigns— O'Elbost. Prolongiert: Mokaschlytruppe in ihrer großen Pantomime Der Geistcrspnk im Gefängnis. Durchschlagender Ersolg: Im Fluge durch die Uelt. AuSstattungZ-Volksstück in 6 Bildern. Kassenerössnuna 2 Uhr. Ans. 4'/. Uhr. Billettvorverkaus.von 10—1 Uhr an der Theaterkasse. w alhalla' Tarittä-Garten. Wclnbcrgsweg 13/20, Nosenth.Tor. Spezialitäten• Vorstellung. 15 hervorragend« Nummern 15. Kleine Tommerpreise. Ans.: Konzert 0; yorstellungTUHr. SMr* Bei ungünstiger Witterung Vorstellung im Theater."VE ■»yMiWiEEtMEE�EEEKw [Buggenhagen| Moritzplatz. Heute Horn. Konzert nnd Prelatanxon. 1 Zur Verteilung gelangen 3 Damen und S Herrenpreia». See— Mf PassagB-Ihealer. Jeden Abend 8 Uhr: liier ail liier! Schlager auf Schlager! Das neue Juni-Programm. 14 Attraktionen 14. Prek Volksbühne. (Sonnabend, den 1. Juni; 1. Abeudvorsttlluug im Neueu Zchnufpielhaus. 8. und S. Abteilung. Qoethe:„Fsust"(1. Teil). Die aichergewöbn��tänge �Spieldauer zwingt die Leitung deS Neuen Schauspielhauses, den Beginn der.Faust-vorstellungen bereits auf 7'/, Uhr abends seftzusetzen. da die Szenen möglichst unverkürzt gegeben werden sollen und auch daS„Vorspiel im Himmel' zur Aujsühruna kommt. Trotzdem die szenischen Verwandlungen aus der nach allen technischen An- sordcrunzen der Neuzeit konstruierten Drehbühne die denkbar kürzeste Zeit erfordern, ist es dennoch nicht möglich, mit der normal«, VorstellungSzell auszukommen. H«r> Vorstand, Diez* Spezialitäten-Theater. MM EEEM» Landsberger Allee 7tt— 70. Direkt a. d. Ringbahnstation. Beguemste Fahrgelegenheit n. allen Stadtricht. Obscbttn! Täglich: Ob Hegen! Im herrlichen Garten oder großen Zaal s Die grötzte Sensation der Gegenwart: 3 Röhrs Todesfahrt im drehbaren Globus. Hans Röhr, der einzige Andrer der Welt, welcher die endlose Schleife, nur 3 Meier Durchmesser, vertikal durchfährt.— Bleckmann, phänomenale Kun slra dsa brer-TruPP e.— Allredi Mourdini. der unsessclbnre AuSbrecherkönig. Dazu das neue und beste Programm Berlins. Ans. 3 Uhr. Kassceküche. Bollsbelustigungen aller Art. Entree 89 Ps. MaxKliems| Sommer- Theater � Mli;Gr.Koiizert.Mer 1 h. Spezialitäten-Ifßrstttllinii. ' Jeden Montag: Sommerfest.| Jeden Mittwoch: Die beliebten Kiuderfeste. Jeden Donnerstag: Clite>Tag. Die Knffeeküche ist täglich von! S Uhr ab geöffnet. Berlin über ser Harte tein und sciuc BurleSke: Der lustige Witwer. 1. Bild: Das'lrstte Mal. 2. Bild: Die»Votge» Dave«. Vorher 8 Uhr: Bedeutende Spezialitäten m. Merlaus Hunde-Baurrn- theater. V. Hoacks Thealer. Direktion: Hob. Olli, önimicintr. 10. Große Vxtra-Vvrstrllimg. Das neue Jnni-Progranim. Krrliu bei Nacht. Lebensbild mit Gesang in 2 Bildern. Ei» Spaß in der Backstube. Ans. tt Ubr Kass-eküch- v. 3 Uhr ab. - Bali.-- Volksgarten-Tlieater. Bad BohmstraBe— Bahnhof Gosund- brunoen— BellermannitraB». Das Bild der Mutter oder BorWner Zlmmerlente. Volksstück mit Gesang In 3 Akten. ——— Hierzu:——. Das neue Riesen- Spezialitäten-Propram, Volksbeluallgungen. X GraBer Ball. Trianin-Theater. Heute nnd folgende Tage: FrSnirin Josette— meine Frau. Ansang 8 Ubr. Neue Meli Haaenheide 108-114. — Im Konzertgarten:— Täglich: Großes Konzert. 5 Jeden Sonntag. Dienstag, Donnerstag: : MilitäraKonzert. t Jeden Montag. Mittwoch, Freitag: : Thelß.Orchester.: Entree 10 Pf. Entree 10 Ps. Im Theatergarten: Täglich: Großes Konzert deS Neue Welt-Orchester» und Spezislitöten- Vorstellung. Entree 25 Ps. Entree 25 Ps. � Jeden Mittwoch Klndcrfeiat. Jeden Donnerstag Lilte Dax. ?raler- Thealer. Kasla»i«n-?lllee 7/S. Täglich: Rotte Weiber SpcKlalltUtcn 1. Rangca. Konzert und Uull. Ansang i'l, Uhr. BeicbslialleD-Tliealer. r sanier. «mang Wochentags bllhr Sonntags 7 Uhr. Reichs- hallen- Garten und Restaurant: Militär- Konzert, Irder Arbeiter, jeder Handwerker sollte zur Hrbdt die geberfiote Herkules tragen. AllciN'Verklius. Schr starkes Lcder in praklischc» grauen u. braune» Streifen. auch eiusarbla. Zliu Bund anS einem Stück gearbeitet Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot-Tafchen. Grohe Flilkeu umsonst. � Die Herkules- Hofe 30 Monteur- Jackett.Edison", echlblau Köper oder Drell S M 65 Monteur• Hose„Edison". echtblau Köper oder Drell 3 M.W Manchester-Hosen.. 10,50, 5 M. 75 Gesütt. Manchest.-Jackett 19,—, 10.50 Maler-Kittel... 3,—. 2,50, 2 M. 25 MechauIker-KIttelsbramisZ,—, 2 M. 50 Weige Lederhose»..... 4,50, 3 M. Kesselreiniger-Zlnzüge, blau, 3M. 50 Weige Jacketts für Friseure, Kellner Konditoren, Koche usw. Die Preis« gelte» siir normale Gröben. L««!' Sohn En gros. Export. En detail. Cha»sleestr.24a 25.Brncke»str.11, Gr. Krankfurterstr. 20. Haupt-Katalog gratis und sranko. Bei Bestellung oo» Hose» ist die Bundweite»nd die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite an,»gebe». 39542* Sciiweizergarten Am Kfinigslor. Am Friedrlchshain. Strabenbahn 1,2,4, 17,59, 62, 63 u. 74. Tiiglich; Theater-Vorstellung. Neue Spezialitäten. Kinematographund Ball. Freier Damenfanz. Slnfnng 6 Uhr. Entree 30 Pf. fisthahw-yarte Am Küstrinerplatz, RUdersdorferstr.71 Hermann Imbs. Täglich: QrolJes Konzert Theater- und Spezialitäten Vorstellung._ Sanssouci, ST Direktion Wilhelm Reimer. Ter Garte» ist geöffnet. Sonnt., Mont., Donnerst.: ksMaiiiiZ Mi Sänger Sonnt. Beg. 5, wocheni. 8 II Morgen Sonntag: Grolle Soiree von HoffmaunS Norddeutsche Sänger. k'rlililiukd.tu»!«._ Fröbels Alleriei-Theaier (früher Puhlmann) Gchönhaufcr Allee 148. Heute Sonnabend: Erstes großes Kinderfest. Das neue.lunlpro�ranini. U a.: Mary Elüs+ Rudo Krohl+ Mr. Hopkins+ Roosevelt+ Zoitinger Prolongirt! Corly u. Rettin+ Hermann Milardo-f- The Ounbars+ Mls Silvia. Sn8Jm»::m(|ßniepet das f eben. Eintritt 30Pf. Mittiood): Sonderabend. Gustav Kehrens-Ttieater. Berlin W., Goltzstrado 9. Ob Rügen, ob Sonnenscbein Das»fite grostartige Juni' Programm. jugendl. Verwand- 1 1nngs-Künsllerstt. Grete ReaumS, Soubrette. Willy Schönberg, Humorist. ?? Greifeuberger prolongiert 1 1 und die anderen«opezialitäten. Zum Schlub die urkomische Posse: Tie Kasten in der Perüeke oder: Gin veruiiglücktcö Stelldichein. Ansang 8 Uhr. Sonntags K'/z Uhr. Greift ztt! den besten• MonatSanzüge... v. 0,50 K. Abonnementsanzüge.. 13,0«, Pfandleihauzüge... 11.00. Particanzngc..... 12.00. Gehroctanznqe.... 14,50, Anzüge. Ersast f. Mast. 20.50. Valetots...... 0,50. Hosen........ 2,00. Moldauer Kmljtllstrgßk 64, Ecke Annenftraste, im Laden. »» Straßenbahn-Vergntung.— Achtnug! Zentral'Vkrbaud der Ktaurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. Putzer! Achtung! Sonntag, den 2. Inn! 1967, vormittags 9'/- Uhr, in Freyers Festsüten, Koppenstr. LS(großer Saal): Mitglieder-Berfammlnttg. Tages-Oxduung: Die Bcschlitßfassnng der Arbeitgeber im Baugewerbe und unsere Stellungnahme dazu. maaBM Es ist Pflicht eines jede» Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheine», mmmmmmm Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. 134/3« Ol« Urtllrl»« Verwaltung. I. A.: E. Schulze. Zweisverein Berlin und Umgegend. Sektion der Putzertriiger. Sonntag, den 2. Juni, vormittags 10 Uhr, in Obiglos Festsälen, Schwcdterstr. 23/34; Versammlung sämtlicher Pntzerträg/er Berlins und der Vororte. TageS-Ordnung: 34/7» 1. Unsere Stellungnahme zum Kampfe im Baugewerbe. 2. Diskussion. Recht regen Besuch erwartet_ Der Zweigvereinsvorstand. Ausnaiimepreise Mai, Jnnl, Jnll. 5? A. B. Koch � Kolilen-Groß-Handlnng Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. Preise sür nur la Marken ab Platz vo» 10 Ztr. an:« Prima la Halbsteine(bekannte Marken).. pr. Ztr. 85 Pf. , la Diamant pr. Ztr.(NO bis ILO Stck.)... 87 Ps. . la Ilse n. Akw.... 90 Ps. . lalllnthrazttCadip.Ztr.2I0M. Koks, Steinkohle» usw. zu de» hilligslen lagesproisen. Zlnliesermig frei Keller je nach Quantum pr. Ztr. tO—-15 Ps. mehr.— Bei Original- Waggons und gröberen Abschlüssen verlange» Sie meine Spezial-Oiserle. Eene ftfelark wöchentliche 7eistabtu»z liefere elegante fettifle 13128 Henen-Gorderoben Ersatz für Maah. Aalertlguna nach Maaaa. Tadetlase Auiluhrunz, Julius Fabian� Schneidermeister, Gr. Franktürterstr. 37, u Eingang CtrauStzeraet Platz. Preise• beliebige Teil- zahlnng. Olga Jacobson,.'S1",«, Zalm-Klli. Zahlstelle Berlin. Dio Wahl der Delegierte« zum 10. Verbnndstag in Nürnberg erfolgt am Tonn abend, den 1. Juni 1907. beginnend um 5 Uhr «achmittagK und endend um 10«hr abends, in folgenden Lokalen: In» Ziorelen bei Julius Mach«, Uudowerstr. 20. „ Nordosten bei A. Feind, Welnstr. 11. ,, btüdosten iuiGewerksoliartshause, Engelufer 15, Saal I. „ Südwesten bei F. F. Schmidt, liindenstr. 8, 2. Hof. Die Kandidatenliste» werden vor den Wahllokalen verteilt, Tie Wahl erfolgt nur gegen Vorzeigung deö Mitgliedsbuches! Wahlberechtigt und wählbar ist jedes Mitglied, welches nicht länger als acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist. 24/4 Die Zahlstellen Schulze, Blumenftr. 36, Schüneman», Ecke Stein- und Gormannslrabe, und Zieme, Barnimstr. 13, find an diesem Abend geschlossen. Beiträge werden in den Wahllokalen entgegengenommen. Restbeliräge von ncht und mehr Wochen werden nur aus dem Bureau, Engeluser 15 II, Zimmer Li, entgegengenommen. Die Zahlstcttc lliix, Hagelberaerftr. 2. ist nach der Restauration des Kollegen Z-rist Schostling. Furbringerstr. 20, verlegt und werden dorlselbst zu jeder Zeit Beiträge entgegengenommen. __ Ulo OrtsTcrwaUnng. E. H. III Hamborg. Mitglieder Versanlntlnnge» der örtlichen Verwaltungsstellen Berlin A: Am Montag, den 3. Anni er., abends S'/i Uhr, bei Wollschläger, Adaibertstr. 21. Berlin B: Am Sonntag, den 2, Jnnt cr., vormittags S'/, Uhr, bei Möhriug. Admiralstr. 18 o. Berlin vs Am Montag, den 3, Juni cr., abends S'l, Uhr, bei Habel, SSergmaimftr. 5/7. Berlin D: Am Sonntag, den 2. Juni er., vormittags 16 Uhr, in der Brauerei FriedrichShöhe, Tnrmstr. 25/26(gr. Saal). Berlin G: Am Montag, den 3. Juni, abends 6'/. Uhr, in McyerS Vrrcinshaus, Grobe Franksnrterftr. 133. Berlin H: Am Montag, den 3. Juni cr., abends präzise 8 Uhr, bei Tolksdorf, Görlitzcrstr. 58. Berlin J: Am Montag, den 3. Juni, abends 8>/, Uhr, in SchrötterS VereinohauS, Frankfurter Allee 127. TageS-Ordnung! 1. Kassenbericht vom ersten OiiartOi 1907. 2. Fefisetzung der Gehälter 3. Wohl der Ortsoerwoltniigen inkl. Beitragsammler. 4. Wahl des Ver trauenSarzteS. 5. Verschiedenes. Slnberdem in A Wahl der Zahlftellenlokale: in B Besprechung über Rechte und Pflichten der Mitglieder nach dem neuen Statut. UW Mitgliedsbuch legitimiert."HW 184/4 Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die OrtSvcrwaltnnge». Zur Beachtung! prauen-Sterdekasse für die Frauen unserer Mitglieder. Ausnahmen bis zum 45. Lebensjahre. Eintritt 1 M., monall. Beitrag 30 Zahlstelle Berlin. FW- KUchenmobel-Branche. Montag, den 3. Jnnl. abends 8 Uhr, bei Olbrowlos, Alexander str. 8; Vertrauensmänner-Sitzung für die in der Branche beschäftigten Tlscbler und Maler Berlins und der Bororte. 87/10 eWT" Jeder Schieb, auch die noch Ausgesperrten, mub vertreten sein Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. Die Kommilsio». Heute Sonnabend, da» I. Juni. v. d. vampterslation Hichaolbriicko; Cr. Mondscheinfaiirt mit Mnslh nach �ltggölstöiltös TroppTn�ZaUwlt: IS�ksSN�tsSN. ilbf. S'/j Uhr. Fahrpreis hin u. zurück 50 Ps. G. Zachow, Reede», Habe mich tUpUStStl9« 63, Ecke Oranienbur�erstraCo, als Speziaiarzt für Beinleiden (Beingeschwüre, Krampfaderleiden, Plattfußbesohwerden) niedergelassen. Sprechstundoi. 9—12, 4—6, Scnwrtags 9—12. Für Unbemittelte Dienstags und Freitags 4—6. 5075L* Dr. med. W. Fackelmann. Geschäfts-Eröffnuttg. �igÄW»"«" BHekerei u. Kontütorei«» Ttgrl. Schnlstr. 1%c gute Ware und pünkliiche Lieferung Sorge zu tragen. A /iinly Bitte mein neues Unternehmen gütigst zu unterstützen Genosse Wie lange noch sollen die KiCben«ni!ttel ins Auslonc! gehen, bis die deutsche Presse im Interesse des Volkes Stcllang nimmt f Von srSsstem Interesse ist die Kenntnis der Prelsbewegunfen sn des Produkten- und Effektenbörsen. Dieselben rollsiehen sich mechanisch nach gewissen Naturgesetzen und sind deshalb im Voraus absolut zuverlässig zu berechnen— Wer sich für diese Bewegunsren, Insbesondere für die Ursachen und Wirkungen derselben interessiert, wer daran» Vorteile ziehen will, der verlange Proestlers Broschüre:.,!>*« WlrtsohAfta- bil das Sterbegeld in der IV. und Klasse sowie bei Mindestleistung nicht unier 50 M. beträgt. Der Borstand. gez. Barnli. Jost, Vorsitzender. gez. Georg BäBler, Schristsührer. NB. Druckcxcmplare obiger Statuten- ältderung sind Im Kassenburcau, Enget» User 15, II, zu haben. dab V Dr. Simtnel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr.lUtsÄ 10—2, 5—7. Sonntags 10—12, 2—4. Dr. Schiinemann Spezial-Arzt sür 441 IL* Bant- annrdi»e»p»»s GrotzeFiniitnirier» strotze S. parterre Kein Laden. Maucrhoff._ 1 1 Extra< Räumungsverkauj meines ReservelagerS. Steppdecken nur so lange Vorrat, Stück 3,25, 3,85, 4,65, Wöjtftu_ 8286* Plnschdcckcn mit kleinen Webe- sehlern jetzt für die Hülste des Preises, Thchbeden jetzt 1,65, 1,95, 2,35 usw. Angeschmutzte Gardinen und Sto. res mit extra 15 Prozent Rabatt. E. WeitzenbergS Teppichhaus, Große Franlsurterstraße 125, 828b* Extra> Räumungsverkaus, Plüsch- und'Tuchportieren zu Spottpreisen mit 10 Prozent Rabattz_ 8286* Schwere Plüschleppiche jetzt niit 10 Prozent Exirnrabott,_ 8286* Schwere Schlajdccken, Bert das Doppelte, jetzt 3,85, 5,25, 6,75 usiv, E. Weißenbergs TepPichhauS, Große Franfsiirterstraße 125, 828b* Teppictic!(jedlcrbasle)>» allen Größe» sür die Hülste des Wertes tin Zepplchloger Brünn, Hackeicher Markt 4. Babnbos Börse. 255/2* Jahrräder. Teilzahlungen. In- validcnslraße 20, Skalitzerstraß« 40,* «Strppdecten spottbillig, Fabrik Große Franlsurterstraße 60, 21675t* 0000 Herrcnsahrräder, Damen- sahrrädcr, hochelegante Luxusmodelle 48,00, 55,00, 60,00, Doppelglockcn- lager, Torpedosreilaus 10,00 Aus- schlag, Lustschläuche 1,75, Lausdcckcn 2,50, Acetylenlampen 1,75, Pedale 0,90, Fußpumpen 0,65, Sättel 1,50. Merlau. Ritterstraße 94, 2462K* Herrenfahrrad, hochmoderne Prachtinaschine, umständehalber drin- gend jeden Preis, Wassertorstraße 44. I rechts._ 246351* Federbetten 16,00. Michel, DreS- denerstraße 38._ 959b PfandleihhauS! Hcrmannplatz sechs. Extrabilliger Veltenverkaus, Wäfcheoerkaus. Uhrcnverkaus, Waren- bestände, Jackettanzüge, Gehrock- anzöge._ tm* Möbelfabrik Oranienstraße 172/173, Itescrt ab Fabrik an Privatpublikum zu Engrospreisen gediegene Einrichtungen von 285,00 bis 438,00, elegante 650,00, englisches Schlafzim- mcr 272,00, englische oder Muschel- bcttstclle mit Matratze 45,00, einlache 30,00, Kleiderschrank, Vertiko 45,00, Spiegel mit Spindchcn 40,00, Taschen- sofa 60,00, Küchen in modernem Anstrich 58,00, verliehene und zurück. gesetzte spottbillig. Auch Teilzahlung. Kanarienhöhne, Rosenau, Reichen- iergerstraße 137. 125 'Monaioanzlige und«ommer- paieiotS von 5.00, Holen oo» 1.50, Gebrocknnzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie sür torpnlenie Figuren Reue Garderobe zu staunend billige» Preisen, ans Psaiidleihe» oersallene Sache» kaust man am billigsten bei Naß, Mulackstratzc 14. 770b* L-uadratrnte 10 Mark an! Hoch- wald, Acker, herrliche Baustellen, Eggersdors bei Strausberg. Fünf Minuten vom Bahnhof, herrliche Lage, ringsum Wald, Wasser; Zaun- stiele gratis, kulant, nur Otto Joers, Schönhauser Allee 129. lila 4507. Täglich Terrain oder Bahnhof Straus- berg. Auch Sonntags. 10036* j Achtung! Billig oerkaust Herrenanzüge, Knabeuanzüge. Größte Auswahl. Wilhelm Zange, Rester- Handlung, Tunnslraße 84. Zweites Geschäft Alt> Moabit 82. Drittes Geschäst Flensburgerstraße(Stadtbahnbogen).__ IIb* Obst-, Gcmüscgeschäst, keine Rabatt- marken, verkaust an Selbstkäuser Lehmann, Loltumstraße 28. 162* Krautstrafte 50. Möbel, Spiegel, Polstermaren, große Auswahl, billige Preise. Bettstelle» mit Matratzen 20,00, Kleiderschrank 28,00, BertikoS, Sofas Möbelspeicher Saalseid._ 9576* Holl, uornel, me Herrenanzüge Sommerpaletots, zurückgesetzte, aus sechsten Maßstosten, 18—38,00, per- kaust täglich, Sonntags, Deutsches Versandhaus, Jägerstratze 63, I,* Kinderwagen, Kinderbettstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig, Sommer. Wienerslraße öl. Sommerpaletots. MonatSanzüge. wenig getragene, von 5 Mark an, große Auswahl sür jede Figur, auch neue elegante Garderobe auS erster Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider« iiieister Paul Fürstenzell, nur Rosen- thalerstraße 10. Fernsprecher Amt III 5117. 260/10» Kinderwagen, Kinderbellslellen Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kursürsten- strotze 172. 2247K* Abessinierpnmpe, von 8,00 bis 100,00, alte billigst, Schläuche 0,40 an. Sauger, Ersatzteile, Leiherdbohrer beim kulanten Pumpenwolst, Acker- ftraße 81. 193* Bettstelle mit Matratze, Unterbett, Sakko verkaust Urbanstraße 65, vorn rechter Aufgang II._ 8536 .Kollegen! Nähmaschinen ohne An- zahlung Stephanstraße 43. 179» Zigarrengeschäft, gutgehend, per- kaust sofort Pappel-Allee 69, 1135* Kinderwagen 15,00, Sportwagen 5,00. Kießling. Gneisenaustraße 15, Spezial> Obst-, Gemüsegelchäst billig zu verlausen. Näheres Rixdorj, Weserstraße 169, parterre rechts. Zigarrengcfchäft in bester Lage, gut cingcsührt, zwei Stuben, Küche, Ncbengelaß, wegen Krankheit sosort preiswert zu verkausen Elbinger- _ straße 89._ 10076« Verantwortlicher viedakteuri Kans Weber, Berlin. Für dW Paneelsofa 50 Mark, eleganter Muschelspiegel 15. neues Eimerjpind 10, mchrereS Platzmangels sosort. Händler verbeten, Linienstraße 115, I linkS(Oranienburgcrtorh_ 1113» Luxusrad jeden Preis, straße 17. IV. verkauft Scherzer, Zigarrengeschäft, gangbar, sosort billig Näheres Parteispedition dringend, Kottbuscr- 1108 langjähriges, zu verkausen. Charlotten- bürg, Sesenheimerstraße 1, 1128* Gastwirtschaft sosort verkäuslich, monatlich Klv 3— 4000 Mark ersorder- I!ch, Auch sür Anfänger passend. Unter A. K., Postamt 33. 114 Oftvorort. Parzelle, vollständig mit Roggen besetzt, 300 Anzahlung, verlaust Emil Crahs, vernauer- straße 2t._ 194* Herrenfahrrad, hochelegant, drin- gend, 38, Pankstratze 24c, parterre rechts. 199 Brennaborrad, hochelegant, jeden Exerzierstraße 25 III rechts. Preis Herrenfahrrad, Prachtmaschine, spottbillig Drontheimerstraße 40, vorn II geradezu, an Koloniestraße. darf, Bopkottfrcie Backware. Pohl, Rix Weisestraße 46._ vertaust 1117 Seiden- Arbeitsftube blusen, Koftümröcke spottbillig. Pappel- bäum, Höchstestraße 8. 138' Versckieclenes. Lern t die M utterspi ache beherrschen I Erfolgreichen, leicht saßlichcn Unterricht in Wort und Schrist der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewissenhafter Privatlehrer. Die Stunde lostet«ine Mark. Eine Unter- richtSstunde wöchentlich genügt. Gc- fällige Angebote find unter G. 4 an Expedition des.Vorwärts- zu richten. Paientanwat» Wessel, Giljchiner- straße g4a._ 9276* Wer stoss hat? Fertige Herren- anzöge 15,00. Wagner, Schneider- mcister, Llchtenbergcrstraße 9,* Ensemble, Fenn- »Gnörich-Jescheck* straße ta. 194 Cbarlollenburg, GoetbeUratze 84, I,» Rixdorf. Durststillstalion.Zum Landsmann»(Eduard Richnow). jegt Prinz tzandjerystraße, Ecke Lcssing- straße.___ 1116* Die Beleidigung gegen mann nehme ich zurück. host, Thurneysserstraße 2. Kohl 1ö Zimmer. Dctlnehiner am Zimmer, Kottbuserstraße III rechts. möblierten 20, vorn 988b* Möbliertes Zimmer, 16,00, Herrn, vermietet Kaden, Luisenuser 36, vorn III, 41/7 Gut möbliertes Zimmer Herren. Britzerstratze 24, sür zwei III links. Ungeniertes möbliertes Zimmer, Herrn, Landwehrstraße 3, I rechts,» vermietet 9. Hos 1014b Möbliertes Zimmer Fehlislb, Kottbuserdamm rechts II.'__ Möbliertes Flurzimmer(bessere Schlafstelle), Herrn, Skalitzerstraße 1. Schön._ 10106 Einfach möbliertes Zimmer(Herrn) bcrmictetLenzner.Zor>idorserstraße59, vorn IV, Ecke Jnslcrburgerslraße. Schlafstellen. Zwei möblierte Schlasstellen, Hostel- deck, Reichenbergerstraße 107 I. 114* Junger Mann lann mit cht- wohnen Lübbenerstr, 8 bei Blödorn. Saubere Schlafstelle(Herrn) allein, vermietet Witwe Opitz, Schönhauser Zill« 115, vis-a-vis Ringbahnhof.• Gute Schlasstelle, zwei Herren, Melchiorstraße 44, vorn IV links. Schlafstelle Wallitraßc 35, vorn III, Zwei Schlafstellen, Frau Suppus, Fricdrichsbergerslraße 17, 1020 Möblierte Schlasstelle zu ver- mieten. Krause, 5tzreuzbergstraße 29, Oucrgebäude I._ 10126 Möblierte Schlasstelle für zwei Herren, Warsow, Lübbenerstraße 27, Hos II. 991b Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, arnimstraße 46, Seitenflügel I, Loewe.__ 188 Saubere Schlasstelle vermietet Schumann, Kochhannstraße 21, vorn 4 Treppen.____ 1125 Möblierte Schlisstelle Herren, Vorderzimmer, straße 67 II, Bcnnat. sür zwei Äolliner- 163 Möblierte Schlasstelle, 2 Herren, billigst Waidemarslraße 17, vorn II, Bessere Schlasstelle Grüner Weg 125 I rechts. vermietet 138 Freundliche Schlasstelle venniclet Fischer, Ackerstraße 35 III._ 194 Möblierte Schlasstelle, Herren oder Damen, sosort Brunner, Miia- straße 5, Ecke Schönhauser Allee. Möblierte Schlafstelle sür zwei Herren Oranienstraße 157, vorn II. Schulz(nahe Moritzplatz). 175 Möblierte Schlafstelle bei Mielkc, Fürstenstraße 15, vorn I. 175 �rbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechfer bitfei nm Arbeit. Stühle werden abgeholt»nd zurückgeltesert. A. Gläser, Mulack- strotze 27._ 14686 Stellenangebote. Autoniobifführer! Vorzüglichste theoretische und praftische Ausbildung zum Chauffeur unter Ingenieur- ieitung. Größter Stellennachweis gratis. Werkstätten mit elektrischer Kraft. Autotechnikum Beriin-Wiimers- dors, Hildcgardstraßel3. Bedeutendstes Lehrinstitut Deutschlands. Von Bc- Hörden bevorzugt. 2508K* Jüngeren Spicgelsabrik straße 17. Grundierer verlangt Rixdorf, Thüringer- 2503K* Rohrer werden eingestellt. Neu- länder u. Ko., Halens«, Kursürsten- dämm 97. 10186 .Am Wcdding», nur Gericht- straße 17. Größte bedeutendste Chauffeurschule, theoretische und prak- tische Ausbildung zum Chauffeur unter Jngeiiieurlcitung. Wcrlstätten mit elektrischer Kraft. Kostenlose Vermittlung hoch bezahlter Stel- lungen. 280/18* Vermietungen. Wohnungen. Arbeitersekretär - gesucht! Für das am 1. Oktober d. I. zu errichtende Arbeitersekretarfat in Erllirt wird eine mit der Auslegung der Sozialgesetzgebung durch- aus vertraute Person, die rednerisch besihigt, in der Gewerfschastsbewegung erfahren ist und möglichst schon eine ähnliche Stelle bekleidet hat, gesucht. Anfangsgehalt ,2000 Mark. In den ersten zwei Jahren steigend um je 100 Mark, dann bis zum Höchstgehalt von 2400 Mark. Bewerbungen, denen ein selbstgeschriebener LebenSlaus sowie eine Probearbeit über die Ausgaben des ArbeitersckrctariatS beizulegen find, sind mit dem Vermerk»Bewerbung— Arbeitersekretär* bis zum 22. Juni an den Genossen U. Klcscwcttcr, Erfurt, Magdeburger. straße 51 I, zu richten. 291/5 Idyllische Sommerwohnungen am Gorinsee bei Schönwalde. Waldhaus Dornemann. Zweigbahn Reinicken- dors.__ blllb|.......| �|________________ Knjerätenteil vermitw.:Th. Glocke, Berlin. Tluck u-Lerlagl BorwärU Buchdrucierci u. WerlagsaMalt PnZ Singer& Co.. Berlin SW. Kartonnagen-Arbeiterinneii, geübte, sosort. Paust) u. Pinner, Köpc- nickcrstratze 32a. 1019b* Spriharbciteri«, Pauli) u. Nr. 32a. Pwner, ;tü6te, sofort. ipenickerllraße 10166* Belegerinnen verlangt Gold- leistensabrlk Weißensee, Lehderstr. 86. Botenfrauen sinden dauernde und lohnende Beschäftigung Alt-Moabit 138. Boteiifrane» sinden dauernde und lohnende Beschäftigung Schiffbauer- dämm 1(Ecke Friedrichstraße). 41/1* Botenfrauen sinden lohnende und dauernde Beschästigung Schützen- straße 23,24. 40/20« Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SO Pf. die Zeile. Wiclriig für Drahtarbeiter! Sofort gesucht sür auswärts bei hohem Lohn eine tüchtige Person, w-lch- diellrshlZlSllller- fadnkSÜDN gründlich kennt. Reisekosten werden vergütet. Off. unter I. E. 9953 an Rudols Mosse-Berlin 81V. erb. 41,5* Gesucht von einem bedeutende» Werte im Nordwesten Frankreichs tüchtige Dreher ans horizontale und verlikale Dreh- bänkc. seriöse Referenzen verlangt. Schreiben unter J. 2442 X. an Ilaaiscnstcin de Vogler in Genf. 20/172 Einige tüchtige Zimmerleute werden sosort eingestellt. 1011b Bauleitung Rittergut Wansdorf bei S e e g e s« l d. Achtung! Böttcher Berlins und Umgegend.' Wegen Nichtanerkennung beS Lohn- tariss ist die Sperre über die Sprit- fabrik Kahlbuum, Berlin- Adlershof und Hltsebelu» Itranerei, Abt. I, Koppen- strafte, sür organisierte Böttcher ver. hängt. 39/8* Pflicht der Kollegen ist eS, sür die Hilsebeinsche Brauerei keine Faftagen zu versertigen, sowie zu reparieren. Ber Vorstand. Die Sperre über die Firma I». Siehul-e, Rixdorf, Ricmcft- strafte 21, ist hiermit ausgehoben. ES lamen folgende Bauten in Be- iracht: Rixdors. Niemetzstraße(Bau- Herr Roggenwald), und Jägerstraße, Ecke Fallstraße. 196,15 Die Berbandsleitung. Dr. 125. 24. Iahrglmy. 3. KeilW dks.AmSrls" Kerlim WKsdlÄ. Sonnabend, l. Innl 1907. Partei- TJngdegenKeiten. Zur Lokalliste! Anläßlich der bevorstehenden Ausfliige nach dem Sprccwald ersuchen wir die Parteigenossen, Vereine, Klubs und Gesellschaften sich vor Arraugierung derartiger Partien recht frühzeitig mit folgenden Genossen in Verbindung zu setzen: Gustav Zachow, Kottbus, Schul st r. 4 und A u g u st M a s ch o f i n s, Lübbenau, M i t t e l st r. 1 24. Dieselben sind jederzeit gern bereit, jede gewünschte Auskunft über Nachtquartier zu erteilen sowie bei Beschaffung von Fährleuten streng darauf zu achten, daß keine Uebervorteilun� der Ausflügler durch zu Hohe Berechnung der Fahrpreise stattfindet. Darauf hinweisen wollen wir noch, daß im Spreewaldgebiet uns nur folgende Lokale jetzt zur Verfügung stehen:„Schwarzer Adler"(Baumgarts in Lübbenau und.Schützenhaus" in Vetschau. Bei Aus- flügen von Vetschau über Burg nach dem Sprcewald wende man sich um Auskunft an Genoffen Aug. Klünke, Vetschau, Bahnhofstraße. Alle Anfragen bezüglich Buckow jMärkische Schweiz) sind an den Genossen Fritz Simon, Wald-Sieversdorf, Bahnhof Damsdorf-Müncheberg, bezüglich Werder a./H. an den Genoffen Gustav Wllstenhagen, Werder, Brandenburgerstraße 36, und bezüglich Freicnwal'de a./O. an den Genossen W i l h. Fest- mann, Freienwalde a./O., Uchtenhagenerstraße 17, zu richten. Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Am Sonntag, den 2. Juni, findet ein Aus flug mit Familie nach Johannisthal statt. Treffpunkt nachmittags im Lokal Lindenhos(früher Lenz), Friedrichstr. 61. Zahlreiche Be- teiligung erwartet Der Vorstand. Schöneberg. Dienstag, den 4. Juni 1S07, abends 8Va Uhr, findet eine öffentliche Versammlung, bei Obst, Meiningerstr. 8 statt. Gc. noffen und Genossinnen, es ist Pflicht, in dieser Versammlung zahl reich zu erscheinen. Die Vertrauensperson. Alt-Glienicke. Heute abend 8 Uhr findet die Mitglieder. Versammlung des Wahlvereins statt. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Es ist Pflicht aller Mitglieder pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. KarlShorst. Zwecks Flugblattverteilung werden die Partei. genossen ersucht, sich am kommenden Sonntag, früh 8 Uhr, im Lokal von Gruhn, Adalbertstraße Ecke Hönower Wiesenweg, recht zahlreich einzufinden. Mahlsdorf a. Ostb. Heute abend 8� Uhr findet bei Schliefe, Hönowerstraße eine Versammlung des Wahlvereins statt, in welcher der Genoffe Räber über Sozialdemokratie und M i l i» t a r i s m u s referieren wird. Weißensee. Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag, morgens 8 Uhr vom Lokale Rotzkopf (früher Schmutz), Königchaussee 38 aus eine Flugblattverteilung für die bevorstehende Gemeindevertreterwahl stattfindet; außerdem wird von den Abeilungslokalen aus die Verteilung des Flugblattes betreffend Bäckerstreik vorgenommen. Spandau. Die Genossen werden ersucht, sich am Sonntag. früh 8 Uhr, in den Bezirkslokalen zwecks Fluqblattverbreitung ein- zufinden. berliner J�acbricbten. Die Paradeferien werden jetzt dazu benutzt, den AnschauungS- Unterricht nach dem Tempelhofer Felde zu verlegen. Das General- kommando des Gardekorps hat der städtischen Schulverwaltung elne große Zahl von Karten für die Parade am Sonnabend zur Ver- fügung gestellt. Außer den höheren Schulen werden von 26 Ge- meindeschulen je 40 Knaben unter Führung von Lehrern an der Frühjahrsparade teilnehmen. Lehrer, die— gelinde gesagt— nervös sind, finden sich in den Gemeindeschulen Berlins in nicht geringer Zahl. Solche Lehrer werden natürlich wegen.ihres leidenden ZustandeS, der in der Regel erst durch die Mühen ihres wirklich nicht so leichten Berufes zur Entwickelung gebracht worden ist, von jedermann herzlich bedauert werden. Aber nicht minder muß man die Kinder bedauern, die ihnen in die Hände geraten. So mancher Mißgriff, der von Lehrern begangen wird, ist gewiß nur aus„Nervosität" zu erklären. Und mancher verdrießliche Streit zwischen Schule und Haus hätte wahr- scheinlich vermieden werden können, wenn man den leidenden Lehrer beizeiten zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt oder ihn wegen bereits eingetretener Dienstunfähigkeit schleunigst pensioniert hätte. Vor allem ist die Eilfertigkeit, mit der mancher Lehrer z u- haut, nicht selten eine Folge nervöser Erregung. Es ist schon vorgekommen, daß den sich beschwerenden Eltern geradezu gesagt wurde, der betreffende Lehrer oder die betreffende Lehrerin— denn alles das. was wir hier ausführen, gilt ja auch für Lehr- Personen weiblichen Geschlechtes— sei eben nervös und darauf müsse nun mal etwas Rücksicht genommen werden. So hat kürz- lich ein Vater dessen Sohn die 146. Gemeindeschule in der Hannoverschen st ratze besucht und dort von Herrn Lehrer G a u g e r aus geringem Anlaß nachdrücklich geprügelt worden war, sich von Herrn Rektor Kühn erzählen lassen müssen, Herr Gaugcr sei leider kränklich, sei nervös und so weiter. Wir kennen diesen Herrn Gauger nicht und können daher nicht wissen, ob die Angabe zutrifft, die der Rektor Kühn über ihn gemacht hat. Aber der Herr Rektor wird sich ja wohl überlegt haben, was er sagte. Der Vater ist nun der Meinung, daß ein Lehrer, der kränklich ist und deshalb rascher zuhaut, nicht in die Schule gehört, sondern sich erst mal auskurieren lassen sollte. Wir können ihm hierin nicht unrecht geben. Unseres Erachtens sind es zu allererst die Kinder, auf die kn solchem Falle Rücksicht genommen werden muß. Unsere Kinder, die wir der Schule anvertrauen, sind ein zu kostbares „Material", als daß wir es durch das Ungeschick eines kränklichen LehrerG verderben lassen dürfen. Wir wünschen solchen Lehrern gewiß nichts Böses, aber in der Schule sollten sie nicht geduldet werden. Wenn sie nicht mehr zu reparieren sind, so möge man sie pensionieren, che sie schweren Schaden anrichten. Rückgang der Bautätigkeit in den Bororten. Die Bautätigkeit rtl den Berliner Vororten ist in diesem Jahre zurückgegangen. So wurden z. B. in Charlottenburg im ersten Viertel dieses Jahres nur 62 Neubauten errichtet gegen III im Vorjahre. Es ist frag- lich, in welchem Maße dieser Rückgang auf die zunchnicnde Be- bauung und die Geldknappheit zurückzuführen ist. Nachgelassen hat insbesondere der Bau von großen Wohnungen. Statt 1691 wie im Vorjahr wurden Heuer nur 1219 größere Wohnungen fertig. Da- gegen ist die Zahl der Wohnungen mit zwei oder weniger Zimmern von 685 nur auf 564 gefallen. Die meisten Neubauten wurden am Kurfürstendamm aufgeführt, dann auf der Halbinsel und in der inneren Stadt. Geringer war die Bautätigkeit in Lietzensee, Westend und dem Hochschulviertel. Unter der Fahne des„NorbvereinS" suchen in der Schönhauser Vorstadt eine Handvoll Leute für Christentum, Vaterland und Monarchie zu streiten. Das Häuflein ist aber so klein, daß es niemand groß beachtet hat, und so hat sich Vorstand und Werbeausschuß dieses„Vereins" dahin schlüssig gc- macht, ein gewaltiges Heer zu sammeln, um dem Drachen Sozial- demokratie den Garaus zu machen. An Beamte, Kaufleute, Hand- werker und Gewerbetreibende wird ein Zirkular, das den Vermerk „Vertraulich" trägt, versandt und zum Beitritt in den„Nordverein" aufgefordert. Es komme vornehmlich daraus an,„die Errungen- s ch a f t e n des 25. Januar, die nationale Einheit gegen die Sozialdemokratie, festzuhalten und zu stärken", heißt es groß- sprccherisch in dem Zirkular. Das wagt man Leuten zu sagen, die im 6. Wahlkreis wohnen. Wer am 25. Januar nicht ganz geschlafen hat, weiß, daß die konservativ-antisemitische Garde im 6. Wahl- kreis von allem anderen nur nicht von Errungenschaften reden kann; Errungenschaften hat im 6. Wahlkreis die Sozialdemokratie gemacht, die es am 25. Januar aus nahezu 100 090 Stimmen brachte. Wie sich die streitbaren Helden ihre Arbeit denken, geht aus folgenden Sätzen des Zirkulars hervor: „Es ist aber auch unsere Pflicht, uns nicht auf uns selbst zu beschränken, nein, unsere Arbeit und unser Kampf mutz in erster Reihe gegen die Sozialdemokratie, die große„Rote und Goldene Internationale", gerichtet sein: die Verführer als Tod- feinde zu bekämpfen und die Verführten durch Belehrung, Bei- stand und brüderliche Liebe abzulenken. Deshalb bedürfen wir gleichgesinnter Männer, die uns in unserem Wirken und Streben unterstützen. Wie sich aber die Masse des Bürgertums dieser Forderung gegenüber verhält, sagt folgende Preßstimme:„Rat- und taten- los steht das gesamte Bürgertum der sozialdemokratischen Be- wegung gegenüber. Jeder ahnt bereits das Verhängnis, kann sich aber nicht aufraffen, auch an seinem Teile etwas dagegen zu tun: dazu ist ja die Regierung da! Auf sozialdemokratischer Seite Begeisterungsrausch und Opferwilligkeit, auf bürgerlicher Seite Gleichgültigkeit, Verzweiflung oder Feigheit! Fast kommt man zu der Ansicht, daß ein solches Bürgertum keine Existenz- berechtigung habe.— Wo bleiben die Männer, die sonst uns führten, stützten und bei den Wahlen halfen? Schläft denn alles?" Wahrhaftig ein hartes, aber ernstes Wort, nicht gesagt zur Schande, sondern zur Bekehrung! Wohlan denn! gehe hin und erwecke die Herzen und Geister, daß sie sich ihrer Pflicht bewußt werden: Ihr vereideten Beamten, hohe und niedere, Ihr Kauf- leute, Ihr Handwerker und Gewerbetreibende, Ihr vereideten Soldaten im Bürgerkleid, reich und arm! Sammelt Euch unter der Fahne des Nordvereins und helft unS streiten für Christentum, Vaterland und Monarchie!" Interessant ist der Appell an die vereideten Beamten und vereideten Soldaten im Bürgerklcid. Es muß schon schlimm um die Sache des„Nordvereins" stehen, wenn er glaubt, durch solche Hinweise Mitglieder in den Verein zu pressen. Die in dem Zirkular enthaltene Selbstkritik des Bürgertums enthebt uns der Abwehr der Angriffe auf die Sozialdemokratie. Wer sich um die Fahne des„Nordvereins" schart, dem wird als Gegenleistung„eine deutsche Hand und ein deutsches Herz, erfüllt von Txeue und Pflichtbewußtsein" geboten. Auch das Geschäft kommt zu seinem Recht. Geschäftsleute können in den Vereinsmitteilungen„billig und wirksam" inserieren. Das scheint überhaupt die Häuptsache zu sein. Wir haben geglaubt, dem Vorstand und Werbeausschuß durch Veröffentlichung des vertraulichen Zirkulars einen Dienst leisten zu sollen, wofür er uns hoffentlich recht dankbar sein wird. Sommerfahrplan auf der Oberspree. Die Spree-Havel- Dampfschiffahrts-Gesellschaft„Stern" bringt am kommenden Sonntag, den 2. Juni, auf der Oberspree und Dahme den Sommcrfahrplan zur Einführung. Werktags gehen Dampfer von Berlin, Jannowitzbrücke, 12,30 und von 1,30 bis 3,30 alle halbe Stunde. Sonntags gehen außerdem Dampfer von 8,30 bis 11,30 vormittags stündlich, ferner von 7 bis 8 Uhr abends halbstündlich. Die Dampfer ab Jannowitzbrücke 8,30, 10,30, 1,30, 2,00, 3,00, 4,00, 5,00 und 6,00 haben in Köpenick Anschluß nach dem Müggelsee. Von Grünau nach Schmöckwitz gehen werktags Dampfer von 2,23 bis 8,23, Sonntags von 9,23 an. Die Abfahrt erfolgt von Schmöckwitz werktags zum letzten Male 7,15, Sonntags 9,15, von Grünau werktags 8,30, Sonntags 10,00. Von der Fahrkartensteuer wird der Verkehr nur auf größere Entfernungen getroffen und nie mehr als 5 Pf. für den Fahrschein. Von der Jannowitzbrücke in Berlin aus zahlt man erst jenseits Grünau Fahrkarten- steuer usw. lieber Kommerzienrat Volles„JugcudsalonS" im Versamm- lungskeller des Hauses Habsburgerstr. 11 brachten wir in Nr. 108 Mitteilungen, die, weil sie durchaus der Wahrheit entsprechen, nicht widerlegt werden konnten. Es handelt sich, wie den Lesern noch erinnerlich sein wird, um die skandalöse Tatsache, daß in jenem Hause Kommerzienrat Bolle ctwci 50—60 jugendliche An- gestellte zu täglich längerem Aufenthalte in einem Keller zwingt. der wegen Feuchtigkeit zu keinen anderen als Lagcrzwccken benutzt werden darf, aber trotzdem von Herrn Bolle gemietet worden ist. Wie wir zu der Angelegenheit weiter hören, ist die zuständige Revicrpolizei von interessierter Seite ausdrücklich auf unsere Mit- tcilungcn aufmerksam gemacht worden. Sie hat sich aber nicht veranlaßt gefunden, gegen die unerhörten Zustände einzuschreiten und die gesundheitsschädliche Kellcrbude für die Benutzung durch Menschen einfach zu schließen. Unmöglich ist es, daß deswegen nicht eingeschritten wird, weil es sich um einen königlich preußischen Kommerzjenrat handelt; ein solcher wiegt freilich heutzutage gemeinhin mehr als ein halbes Hundert junger Menschenblütcn aus dem Proletenstande. Herr Bolle kann ja mal die Probe aufs Exempcl machen und sich bloß acht Tage lang tag- lich ein paar Stunden in dem feuchten Kellerloch aufhalten. Wir gratulieren im voraus zu dem kommerzicnrätlichen Katarrh. Aber Herr Bolle wird sich hüten, sich auch nur eine Stunde lang in eine Gefahr zu begeben, in der fünfzig halbe Kinder tagtäglich stunden- lang schweben. Menschenfreundliche Hausbewohner, denen das Ge- schick der jungen Menschenblütcn nahegeht, werden sich nunmehr mit einem energischen Appell an die zuständige höchste Polizei- instanz wenden. Rundfahrten, die man nicht erreicht. Seit einiger Zeit ver- anstaltet bekanntlich in Berlin eine Firma Automobil-GesellschaftS- Rundfahrten, die hauptsächlich dem Zweck dienen, den Fremden die Hauptsehenswürdigkeiten unserer Spreestadt gewissermaßen im Fluge zu zeigen. Die für diese Fahrten an verschiedenen Stellen zu nicht gerade billigen Preisen verausgabten Fahrkarten besagen klar und deutlich, daß eine dieser Fahrten nachmittags um 4 Uhr beginnt. Der Unternehmer dieser Fahrten scheint aber damit zu rechnen, daß die Teilnehmer alle preußische Rekruten gewesen sind und daher an einer krankhaften U e b e r Pünktlichkeit leiden. Als nämlich gestern Interessenten mit den vorher gelösten Fahrscheinen an der Abfahrtstelle(Metropol-Thcater) sechs Minuten vor der Abfahrtszeit(4 Uhr) erschienen, war vom Gejellschaftsauto nichts mehr zu sehen. Nach mühseligen Erkundigungen erfuhr man end- lich, daß der Wagen schon eine halbe Stunde vor der auf den ausgegebenen Fahrkarten angegebenen Abfahrtszeit abgefahren sei! Wenn der Unternehmer dieser Gesellschaftsfahrten durch Berlin seine Wagen mit halbstündiger Verfrühung fahren lassen will, so kann man doch sicherlich erwarten, daß er diese Aenderung rechtzeitig auf den auszugebenden Teilnehmerkarten vermerkt. Unentgeltlicher Unterricht in Säuglingspflege für Frauen und Mädchen findet im Juni wöchentlich einmal im Kinderhause, Blumenstraße 78, statt. Meldungen Montag, den 3., und Dienstag, den 4. Juni, von 2—4 Uhr im Bureau des Kinderhauses. Bon einem Unfall betroffen wurde ein Kalkträger auf einem Neubau in Friedenau, Lenbachstraße, nahe Knaußstratze. Durch einen ausbrechenden Balkenzapfen verlor der Mann seinen Halt und stürzte von der zweiten Etage herunter nach der ersten, wo der Rohrer Hermann Hilligcs eine Rüstung gestellt hatte. Der Kalkträger erlitt einen Knöchclbruch und eine Kopfwunde und wurde nach Schöneberg ins Krankenhaus sieschafft. Hilliges be- fand sich zum Glück nicht auf der Rüstung, die durch die fallenden Lasten in Trümmer brach. Derselbe Balken wurde wieder ein- gesetzt, aber die Gefahr der Wiederholung eines Unfalles ist damit nach Ansicht des Rohrers nicht beseitigt, und er weigerte sich natür- lich, an der gefährlichen Stelle weiterzuarbeiten. Sollte man schon erwarten, daß auf einem Bau ohnehin alleS getan wird, um Leben und Gesundheit der Arbeiter zu schützen, so müßte nach Eintritt eines Unglücks erst recht alles geschehen, um eine Wiederholung von Unfällen zu vermeiden. Davon scheint aber im vorliegenden Falle keine Rede zu sein. Ein falscher Gerichtsbeamtcr treibt gegenwärtig in den süd» östlichen Vororten Berlins sein Unwesen. Der Unbekannte erscheint am Vormittag in Wohnungen, in welchen nur die Frau anwesend ist, stellt sich als Gerichtsbcamter vor und verlangt alle möglichen Auskünfte über die Vermögcnsvcrhältnisse des Wohnungsinhabers, indem er erklärt, es handele sich um eine Erbschaftsangclcgenheit. So hat der„Beamte" in Ober-Schöncwcide, Nicder-Schöneweide, Johannisthal, Adlcrshof, Köpenick, Spindlersfelde und Grünau operiert, und in allen Fällen hat er, da er sehr sicher auftrat und sich nicht abweisen ließ, die gewünschte Auskunft erhalten. In Nieder-Schöneweide ließ der Unbekannte sogar einen älteren Herrn aus dem Kontor einer Fabrik durch den Portier heraus- rufen und auch dieser trug keine Bedenken, dem Fragesteller Rede und Antwort zu stehen. Da seitens der Gerichte niemals Beamte, den Gerichtsvollzieher ausgenommen, in die Wohnungen einzelner Leute gesendet werden, hat man es hier offenbar mit einem Gauner zu tun, der Gelegenheiten zu Diebstäblen aus- baldowern will. Diebe auf schwindelnder Höh'. Das Dach des Reichspostamtes hatten sich am Donnerstag Diebe als Arbeitsfeld ausgesucht. Die dreisten Burschen hatten es auf die Drähte des Blitzableiters ab- gesehen. Sie lösten etwa 25 Meter des wertvollen Kupferdrahtes vom Dache. Unbemerkt hatten sie den Diebstahl verübt und un- gehindert konnten sie sich mit ihrer Beute entfernen. Eigenartige Ansichten über den§ 11 des Prcßgesetzes hat ein Herr Oberhuber, Verwalter des Hauses Müllerstraße 129, dem neulich in unserem Blatte nachgesagt wurde, daß er ein gefährlicher „Kinderfreund" zu sein scheine. Er schickt uns ein Schreiben zur Aufnahme in unser Blatt auf Grund des 8 11 des Prcßgcsetzcs, das mit dem angezogenen Paragraphen so auf dem Kriegsfuße steht, daß wir es ruhig ablehnen könnten. Wir tun aber Herrn Oberhuber den Gefallen, eS zu veröffentlichen, da sein Inhalt besser als viele Worte es vermöchten, eine nette Charakteristik des be- richtigungseifrigcn Herrn enthält. Es lautet: Berlin, den 80. 6. 07. An den Vorwärts! Einer Ihrer Anhänger mit der vortriefflichen Gesinnung überbrachte mir den Artikel Ihrer sauberen Zeitung über den „Kinderfreund Oberhuber". Es ist eine bodenlose Sache, etwas Derartiges in die Oesfentlichkeit zu schleudern, ohne erst ab- zuwarten, bis es gerichtlich entschieden iit.. i Betreffs des China-FeldzugcS scheinen Sie wenig Ahnung von der ganzen Sache zu lmbc». Hiermit ersuche ich Sie auf Grund des§ 11 des Preß- gesetzes, an geeigneter Stelle die falsche Verleumdung mit aus- geschriebenem Namen zu widerrufen. Anderenfalls ich gegen Sie gerichtlich vorgehen werde. Oberhuber. dk. 65. Müllerstraße 129. Die„falsche Verleumdung", die wir widerrufen sollen, besteht darin, daß wir mitgeteilt haben, Herr Oberhuber werde beschuldigt, sich an Kindern vergangen zu haben und daß deswegen ein Ver- fahren gegen ihn schwebe. Das bestätigt aber Herr Oberhuber selbst in seinem Briefe. Wo liegt also die„falsche Verleumdung"? Die übrigen Bemerkungen des Herrn sprechen so für sich selbst, daß es ihm zuviel Ehre antun hieße, ein Wort ernsthaft darüber zu verlieren. Unfälle im Strasieubahnverkehr. Donnerstagabend nach ach Uhr karambolierte infolge Scheuwerdens der Pferde ein Arbeits- wagen der Viktoriabraueei in der Dorkstraße mit einem Straßen» bahnwagcn der Linie 82(Richtung Zoologischer Garten). Die im Inneren des Bahnwagens sitzende Frau Loos aus der Görlitzer- straße 66 fiel infolge des bei dem Zusammenprall ausgestandenen Schreckens in Krämpfe. Bei dem Zusammenstoß zerbrach eine Seitenscheibe des Motorwagens, der Brauereiwagen blieb unbe- schädigt.— An der Halcnseer Brücke fuhr gegen 6 Uhr abends ein Motorwagen der Straßenbahnlinie A(Richtung Hundekehlc) gegen die linke Seite eines Motoromnibusses der Großen Berliner Motor- omnibusgcsellschaft. Durch den Zusammenprall wurde an dem Omnibus die Seitenwand eingedrückt und eine Scheibe zcr- trümmert, während der Bahnwagen eine Beschädigung des Daches davontrug. Die auf dem Verdeck des Motoromnibusses sitzende Frau Hagen, Kurfürstendamm 133, erlitt leichte Verletzungen im Rücken._ Achtung, Mitglieder der Freien Volksbühne! Die Abendvorstellungen im Neuen Schauspiel» hause beginnen am Sonnabend, den 1. Juni. Zur Aufführung kommt GoetheS„Faust"(1. Teil) mit dem Prolog im Himmel. lMcphistopheles: Herr Max Grube vom kgl� Schauspielhause als Gast.) Beginn der Vorstellungen pünktlich Vh Uhr abends. Die Premiere hat die 8. und 9. Abteilung. Die Abendvorstellungen finden vom 1. b i s 10. I u n i täglich statt. Anmeldungen für die neuen Abteilungen sowie für ev. spätere Abendvorstellungen nehmen alle Zahlstellen entgegen. Die beginnende AuSflugszeit hat eine große Anzahl von Tourenbüchern gezeitigt. Ein dieser Tage erschienenes Buch: „100 Ausflüge um Berlin" enthält Beschreibungen sich besonders lohnender Touren und Angabe der Fahrverbindungen, des Fahr- Preises und der aufzuwendenden Zeit, enthält 12 Illustrationen und 20 Karten und ist im Verlage von Spiro, Wilmersdorf, Aschaffcnburgcrstr. 27 zu einem Preise von 1,50 M. erhältlich. Besondere, für jedes einzelne Ausflugsziel berechnete Heftchcn zum Preise von 10 Pf. hat der Verlag für heimatliche Kultur unter dem Namen„Ausflüge von Berlin" herausgegeben. Wer einen solchen Ausflug unternimmt, sollte dies nicht tun, ohne sich vorher genau die Lokalliste anzusehen. Eine anfregendc Szene spielte sich gestern nachmittag an der Beusselbrücke ab. Ein etwa zehnjähriges Mädchen fuhr auf dem am Wasser befindlichen Steg ein kleines Kind in einem Sportwagen spazieren. Durch ein Versehen kippte der Wagen um und das Kleine fiel ins Wasser. Einem Arbeiter gelang es, das junge Menschenleben zu retten. Währenddessen bemühte sich das ältere Mädchen, das mit ins Wasser gefallene Bett herauszuholen und fiel dabei selbst hinein. Der unbekannte Retter holte nach einigem Bemühen auch dies Kind aus dem nassen Element. Vermißt wird seit Sonntag, den 26. Mai, das Dienstmädchen Gertrud Brand. An diesem Tage verließ das fechzehnlährige Mädchen seine Dienststelle, Templinerstraße 8/9 bei Goldberg, und seit dieser Zeit ist sie nicht mehr gesehen worden. Es wird cm genommen, daß die Verschwundene entweder irgendwo festgehalten wird oder daß sie sich gar das Leben genommen hat. Zweckdienliche Angaben über die Vermißte werden an den Schuhmacher Herrn Brand, Stolpischcstraße 51, erbeten. Das junge Mädchen war bekleidet mit einem Havelock, weißer Bluse, schwarzem Nock und trug einen weißen englischen Strohhut. Zeugcngesuch. Am Mittwoch, den 29. Mai, abends 9 Uhr, der- unglückte in der Scharnhorststraße der Droschkenkutscher Ltro Gehnich, Kolbergerstraße 23, indem er durch einen Schwindclanfall vom Bock fiel. Zeugen des Unfalls, vornehmlich die Personen, welche ihn nach dem Krankenhause brachten, werden höflichst ge beten, ihm ihre Adresse zuzusenden. Im wissenschaftlichen Theater der„Urania" wird der Vortrag »Durch Dänemark und Südschweden, nordische Städte- und Land schaftsbilder", in kommender Woche am Sonntag. Dienstag und Sonnabend zur Darstellung gelangen. Am Montag und Freitag wird der Vortrag„Die deutsche Ostsecküste" wiederholt, am Mitt woch wird der Vortrag„Von der Zugspitze zum Watzmann" und am Donnerstag der Vortrag„Im Lande der Mitternachtssonne gehalten werden. Am Sonnabend findet noch einmal eine Nach- mittagsvorstellung zu kleinen Preisen statt und zwar wird der Vor- trag„Am Golf von Neapel" zur Vorführung kommen. Arbcitcr-Bildungsschnle Verlin, Grenadierstr. 37. Bei günstiger Witterung findet der Unterricht in sozialer Gesetz- a e b u n g am Sonntag, den 2. Juni, vormittags 9 Uhr, im Walde statt. Treffpunkt Bahnhof Grunewald. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Ter Zoologische Garten hat in letzter Zeit einige Seltenheiten erworben, die bisher hier noch nicht gezeigt werden konnten. Da ist zunächst eine brasilianische Riese nralle, ein Vogel, der durch seine Große schon mehr an die Kraniche erinnert, der aber durch seine Haltung und BewegnngZweise sich als echte Ralle erweist. Bier reizende Rotschultcr-Krickenten, ebenfalls aus Brasilien staminend, solvie ein Paar Zwergscharben— Kor- morane in Taschenformat— bevölkern zusammen mit der eigen- artigen indischen R o s e n k o p f e n t e den dritten Wafscrflugkäfig des JbiShanseS. Di Roscnkopfente gehört ihrer Färbung nach zu den eigenartigsten Schwimmvögeln, deren leuchtend rosa gefärbter Kopf und Hals sich in auffallendster Weise von dem fast einfarbig schivarzen Körpergefieder abheben. Dem Berliner Aquarium find von mehreren Seiten wertvolle Tiere überiviesen worden. Die Papageiensammlung erfuhr durch Zuwendung mehrerer Arten aus den Gruppen der Amazonen und der grünen Keilschwanzsittiche seitens der Frau Hellfarth-Verlin er- wümchte Ergänzung. Durch die Freundlichkeit des Herrn Ober- leutnant v. Kleist-Friedenau erhielt das Institut eine Amphibien- Spezies, die vordem noch nie hier gezeigt werden konnte. Ts ist eine aus Denlsch-Ostafrika eiugeführle große Froschart, die zur Gattung der echten Frösche, welche beispielsioeise auch unsere grünen Wasserfröiche einschließt, gehört und auf ihrer glänzenden dunkel- grünen Oberkörperhaut dunklere Spritzflccke» und Warzcnkuötchen solvie längs der Rückenmitte und den Rückenseiten fünf oder sechs Warzenkämme und«Nähte aufiveist, so daß sie den SpezieSnamen »ckspsrsir mit Fug und Recht führt. Da das Aquarium nachdem auch noch einen anderen Import dieses auffälligen, in dem Eck- behälter vor dem Affenhause bei den chinesischen Kröten unter- gebrachten Froschlurches, der abtveichend von unserem grünen Frosch mehr auf dem Lande zu leben scheint und sich gern in den feuchten Sandboden eingräbt, erworben hat, so verfügt es über acht Stück dieses intercssanlen NeuankömnilingS. Fcuerwehrbericht. Am Görlitzer Ufer 36 kam durch Unvorsichtig- keit in der Werkstatt einer Maschinenfabrik Feuer aus. Petroleum und anderes brannte dort. Grober Unfug lag einer Feuermeldnug zugrunde, die das Ausrücken der Wehr nach der Wiclcfstraße ver- anlaßte. In der Strelitzcrftratze 15, Rückerstrahe 2, am Askanischen Platz 5 und anderen Stellen brannten in der letzten Nacht Gardinen, Kleider, Wäsche, Hobelspäne und anderes. Kellerbrände hatte die Wehr gleichzeitig in der Auguststratze 33, Franknirter Allee 136 usw. zu löschen. Kohlen waren auf dem Anhalter Bahn- Hof und in mehreren Kellern in Brand geraten. In der Gottsched- straße ä halte die Wehr mit einem Tischlercibrande zu tun. Zukunft?" ; d u a r d Vorort- JVacbrlchtern Bchöneberg. „Hat der Liberalismus in Deutschland noch eine lautete das Thema eines Vortrages, den Genosse Bernstein in der letzten Versammlung des Wahlvercins hielt Redner ging in eingehendster Weise auf die geschichtliche Eni- Wickelung des Liberalismus ein. Derselbe trete in allen Ländern in den verschiedensten Rollen auf. Wie nach und nach durch die wirtschaftliche EntWickelung die Arbeiterschaft als selbständige Klasse emporgewachsen und in der Sozialdemokratie ihren Ausdruck ge- funden hätte, so sei auch der Liberalismus von dieser übernommen und ergänzt worden. Dem Liberalismus jede Zukunft abzusprechen, sei falsch. Die Klassen ändern ihren Charakter, und ihre Stellungen zu einander ändern sich gleichfalls. Wenn heute sehr oft von nur zwei Klassen gesprochen würde, die sich trennen in Besitzenden und Besitzlosen, so sei auch das nicht zutreffend. An der Hand sta- tistischcn Materials weist Redner nach, daß das Großkapital und die selbständigen Gewerbetreibenden sich vermehrt hätten. Tie fortgesetzt neu ins Leben tretenden Unternehmungen, die Er- schließung neuer Industrien und deren stete Eutwickclung bringe eS mit sich, daß im Gegensatz zu den Besitzenden Schichten heran- gebildet werden, die nicht Kapitalisten, aber auch nicht Arbeiter seien. Das Heer der Beamten in Handel, Industrie und Landwirtschaft, in städtischen wie staatlichen Betrieben sei in ungeahnter Weise gclvachsen. Und diese Schichten, die sogenannte Mittelpartei, bilden das RckrutierungSgebict des Liberalismus. Die Gesellschaft sei beute komplizierter geworden. Die Vielgestaltigkeit derselben er- kläre uns auch verschiedene Vorgänge aus politischem Gebiete. Es sei vielfach auch schon die Meinung aufgetaucht, eine große Kultur- Partei zu schaffen. Wir möchten den Klassenkampf mehr in den Hintergrund stellen; er müsse jedoch sagen, daß er dazu nicht zu baden sei. Gerade die Erwcckung der Arbeiter zum Klassenkampf ist eS, was unS so stark gemacht hat. Auch nicht ein Jota soll davon abgelassen werden; mögen uns auch dadurch gelegentlich Stimmen oder einzelne Mandate verloren gehen. Soll der Libe- ralismus in Deutschland eine Zukunft haben, so müsse selbst- verständlich eine liberale Scheidung eintreten. Denn der Libe- ralismus kann nur bestehen unter Anlehnung an die Sozialdemo- kratie. Ob und wann dies eintrifft, könne er allerdings nicht sagen. So, wie die Dinge jetzt liegen und wie das Verhalten der liberalen Parteien in der verflossenen ReichstagSpcriode gewesen sei. müsse auch er sagen, daß dieser Liberalismus keinen Schuß Pulver wert sei.— Tie darauffolgende Diskussion war erne sehr rege. Es sprachen die Genossen Flamme, Hoffmann, Steuermann und Butrh. Sämtliche Redner machten Einwendungen gegen einzelne Ausführungen des Referenten. Ein Teil derselben war der Meinung, daß aus dem bisherigen Verhalten der liberalen Par- teien zu schließen sei, daß wir wohl vergebens auf eine Verjüngung des Liberalismus in Deutschland warten könnten. Unter Punkt 2, Anträge und Wahl der Delegierten zur Kreis- oeneralvcrsammlung. lag ein Antrag vor, welcher besagt, daß bei der nächsten Agitation zur Gewinnung von Vorwärtöabonnentcn eine Nummer des„Vorwärts", die in volkstümlicher Weise die Forderungen der Sozialdemokratie darlegt, verbreitet werden soll. Derselbe fand einstimmige Annahme. AIS Delegierte wurden ge- wählt die Genossen K i st e r. R e t h f e l d t und S ch e n k. Genosse Wollermann gab die Neuernieilung der Bezirke zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen bekannt, �wonach l der Ort- in 11 Bezirke eingeteilt worden ist(früher 16), so daß auch eine Vermehrung der Stadtverordneten eintritt. Er ersuchte die Genossen, schon jetzt recht rege dafür zu agitieren. Ter Vorsitzende forderte nochmals auf, daß die Genossen, die Bücher aus der Bibliothek in Händen haben, dieselben möglichst bald in der Spedition abgeben mögen. Des weiteren ersuchte er die Anwesenden, speziell die Frauen, die streikenden Bäcker nach besten Kräften zu unterstützen. Wilmersdorf. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, zur Gewährung von Freibädern an die Gcmeindoarbeitcr 426 M. einzusetzen. Zum Vorsitzenden des Gewerbe- sowie Kaufmannsgerichts wurde der bisherige Vorsitzende jetzige Stadtrat Kamps wieder gewählt; als dessen Stellvertreter fungiert Stadtrat Kühne. Zu einer längeren Debatte führte die Kalamität des bisherigen Sitzungs- saales. Derselbe wird als gesundheitsschädlich bezeichnet. Stadt- baumcister Hcrrnring empfahl zunächst noch praktische Versuche zu machen und schlug den Zeichensaal der IV Genieindeschule zu Sitzungen vor. Die Versammlung beschloß, die Angelegenheit der Hochbaudcputation zur Prüfung zu überweisen. Der letzte Punkt der Tagesordnung war die Vorlage betreffend Abmachungen mit der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn über Herausnahme der Gleise in der Holsteinischen- und Gastcincrstraße und Gegen- leistung hierfür. Danach soll jetzt eine Einigung zwischen der Großen Berliner und Wilmersdorf wegen der Verbegerung der Vcrkchrsverhältnisse erzielt werden. Auf Grund der abgeschlossenen Verhandlungen wird die Große Berliner von der vertragsmäßig übernomdtenen Bau- und Bctrieosverpflichtung in der Hol- stcinischcn- und Gasteincrstraße befreit. Dafür erklärt sich die Große Berliner bereit, ein neues Topoelgleis durch die Pariscr- straße herzustellen. Außerdem soll die Führung der Linien 89 und 96 verbessert werden. Steglitz. Ein JuwelendiebstaHl ist vorgestern am hellen Tage in der Wohnung des Juweliers Otto Sack in der Albrechtstraße 93 verübt worden. Einbrecher hatten„ausbaldowert", daß die Wohnung des S. nachmittags für längere Zeit unbeaufsichtigt war. Sie drangen gewaltsam ein und durchstöberten sämtliche Behälter nach Geld und Wertsachen. Gold- und Silbcrsachcn von beträchtlichem Wert, eine goldene Damenuhr sowie eine Geldkassette fielen ihnen in die Hände. In den Zimmern hatten die Burschen vor ihrem Weg- gange eine heillose Verwüstung angerichtet. Grosz-Lichterfclde. Zwei gemeingefährliche Geisteskranke sind Donnerstag aus der Anstalt eines Dr. K. in Groß-Lichtcrfcldc entwichen. Es sind dies der 47jährige Christian Schulze, früher Mcndclssohnstraße und der 53jährige Schneider Gustav Mattes, früher Schröderstraße wohnhaft gewesen. Mariend orf-Marienfelde. Mit dem 4. Juni errichtet der durch seine Mitwirkung bei Arbciterfesten sehr beliebte Turnverein„Frei Turner schaft Teckpelhof-Mariendorf" auch in Mariendorf eine Abteilung und konimt damit einem schon lange ausgesprochenen Wunsche der Arbeiterschaft nach. ES ist damit den den, hiesigen patriotischen Turnverein angehörenden Arbeitern Gelegenheit ge- geben, mit ihren Klasscngcnossen das Turnen zu Pflegen. Die Turnübungen finden statt: Dienstags und Freitags für Männer, Donnerstags für Damen, abends 149— 16 Uhr im Restaurant P u r s ch k e, Chausseestraße 82(großer Saal). Mit- glieder werden an den Turnabendcn aufgenommen. Adlershof. Wegen rüdigen Betragens gegen seinen früheren Lehrer hatte sich der Zeichner Brendel vor dem Schöffengericht zu ver- antworten. Der noch nicht 19 Jahre alte Angeklagte machte sich den„Spaß", den Lehrer durch einen unter der Jugend bekannten Spitznamen zu verhöhnen. Als am 1. März der Lehrer den B. zur Rede stellte und sich weitere Belästigung verbat, wurde er von B. obendrein beschimpft. Das Gericht erkannte in Anbetracht seines jugendlichen Alters auf eine Geldstrafe von 56 M. eventuell 16 Tagen Gefängnis. Dem beleidigten Lehrer wurd« die Publikationsbcfugnis zugesprochen. Grüna». Heber„Kommunale Wohttungspolitik" referierte in einer am 28. er. stattgefundenen öffentlichen Versammlung Gen. P. Hirsch. In großen Zügen ging Redner auf die durch das Wachstum der Städte entstandene Bodenspekulation ein und zeigte den Anwesenden die Ursachen der fast unerschwinglichen Mietsprcisc. Durch das Dreiklassenwahlrccht und das durch veraltete Gesetze geschaffene Privilegium der Hausbesitzer in den Kommunen sei der Arbeiter- klasse es nur schwer möglich, hierin Wandel zu schaffen. Eine Besserung könne nur eintreten, wenn die Arbeiterschaft ernsthaft auf eine Beseitigung der Vorrechte des Besitzes hinarbeitet. In der an das mit Beifall aufgenommene Referat anknüpfenden regen Diskussion wurden verschiedene örtliche Mißstände kritisiert, darunter auch die schlechte Entlohnung der Gcmcindearbeitcr. Eine diesbezügliche Resolution, welche der Gemeindevertretung übergeben werden soll, wurde einstimmig angenommen. Wciftensee. Achtung? Ersatzwahl zur Gemeindevertretung! Am Montag. den 3. Juni, in der Zeit von 6— 8 Uhr abends findet im„Prälaten", Lehdcrstr. 122. die Ersatzwahl zur Gemeindevertretung statt. Kan- didat der Sozialdemokratie ist Zeitungsspcditeur Genosse Kurt Fuhrmann, t Für die Wahl kommen folgende Straßen in Bc- tracht: Charlottenburgerstr. 19—43, 143—163, Friedrichstraße, Gürtelstraße, Königchaussee 34— 57, Kronprinzenstraße, Langhansstraße 1—29, 122 bis Ende. Lchderstr. 1—25, 96 bis Ende. Metz- straße 22— 36, Mirbachplatz, Pistoriusstr. 31— 46, 112— 118b, Sedan- straße 1— 18, 116 bis Ende, Straßburgstr. 23— 44, Strcustr. 1— 25, 164 bis Ende, Wcißcnburgstraßc und Wilhclmstraße. Pflicht jedes Ge- nassen ist es, für die Wahl zu agitieren, damit unser Kandidat mit einer erfreulichen Stimmcnzahl gewählt wird. Eine» Branddirektor hat plötzlich Weißcnsee erhalten, vorläufig allerdings einen unbesoldeten. Der Dezernent des Feuer- löschwesenS, Herr Schöffe Rathinann, ist vom Geincindevorstcher zu diesem Posten befördert worden. Die Gemeindevertretung und auch die Feuerlöschkommission hat man nicht erst lange gefragt, ob ein solcher Posten notwendig ist und auch von der geeigneten Person besetzt wird. Die Spießer in den Kneipen schütteln verwundert den Kopf und sind der Meinung, daß man mindestens nur einen baubcflisscnen Herrn auf solchen verantwortungsvollen Posten stellen kann. Herr Rathmann hat nur einmal Verständnis für den Tortenbau usw. gehabt, bis ihn das ehrsame Handwerk des Länder- berkaufeiis aus seinem früheren Beruf riß, was auch rentabler zu sein schien. Nur die Uniform für den neuen Branddirektor soll einigen Personen große Kopfschmerzen bereiten, da ein Brand- direktor für eine freiwillige Wehr noch eine Seltenheit ist. Nicht lange mehr wird es dauern, so wird der Herr Branddirektor die schon lange gestellten Anträge auf Errichtung einer Berufswehr unterstützen; denn auf die Dauer ist ein solcher Posten nicht um- sonst auszuführen, wie bereits andere Fälle gelehrt haben. Wittennu-Borsigwalde. Gcmciudewahl. Endlich findet am 4. Juni die Ersatzwahl für da? bereits vor dreiviertel Jahren frei gewordene Mandat der III. Klasse statt. Die Herren der I. und II Klasse rührt eS wenig. wenn ein solches Mandat so lange unbesetzt bleibt. Für die Arbeiter- schaft ist eine solche Verschleppung aber von großem Nachteil, da ihr dadürch auf lange Zeit der— wenn auch geringe— Einfluß auf die Gestaltung der kommunalen Dinge versagt bleibt. Um so mehr muß die arbeitende Bevölkerung dafür sorgen, daß am Tage der Wahl der Kandidat der Sozialdemokratie mit großer Majorität gewählt ivird. Di- Noniiniernng des Kandidaten erfolgt am Sonntag in Wittenau. Restaurant Albert Schulz, Hauptstraße, nachmittags 5 Uhr, und Montag in Borsigwalde, Restaurant Woitschar, Ernststraße 1, abends 8 Uhr. Eine F l n g b l a t t v e r b r e i t u n g erfolgt für Wittenau heute abend 7 Uhr und für Borsigwalde Sonntag früh 8 Uhr von den bekannten Lokalen auS. Stelle sich jeder pflichtgetreu zur Verfügung. Nieder-Schvuhausen. Die letzte Milgliederversammlung des WqhlvereinS ehrte ziliiächst das Andenken des verstorbenen Genosse» Eulerliug in der üblichen Weise. Der Vorlrag über das Erfurter Parteipcogramni mußte in- folge des schlechten Besuches ausfallen. Beschlossen wurde, ein Sommerfest zu veranstalten. Genosse Kaesehagcn teilte mit, daß am Orte die Abonnciiteiizahl des„Vorwärts" 344 beträgt. Ein früherer Beschluß, wonach bei Beerdigungen nur dann ei» Kranz mit roter Schleife gespendet werden soll, wenn kein Geistlicher zu- gegen ist, wurde aufgehoben. Von jetzt ab soll bei allen Beerdigungen ein Kränz gespendet werden. Der Vorsitzende ermahnte zum Schluß noch die Genossen, mehr als bisher für den Besuch der Versanim- lungen zir agitieren. Des weiteren ersuchte er, die restierenden Bei- träge im Jnni-Zahlabeiid zu begleichen, da vom 1. Juli ab der neue Beitrag erhoben wird. Pankow. Am 28. Mai fand die regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahlvercins im Lokale des Herrn Großkurt statt. Genosse Fülle referierte über„die positiven Leistungen der Sozialdemokratie" und erntete mit seinem interessanten Vortrage reichen Beifall. Tis- kussion fand nicht statt. Darauf teilte der Vorsitzende mit, daß der Verein am 4. August im Lokale des Herrn EberSoach ein Sommerfest veranstaltet. Außerdem machte er darauf aufmerksam. daß vom 1. Juli ab der Mitgliedsbeitrag erhöht werde und daher nur noch am nächsten Zahlabcnd die bisherigen Beitragsmarken verausgabt würden. Tegel. An den Haushaltungsplan der Gemeinde Tegel für 1997/08 in ordentlicher Verwaltung mit 756 666 M. schließt sich die außer- ordentliche Verwaltung an, die mit 1 622 666 M. balanziert, so daß also der gesamte Haushaltungsplan mit 1 772 666 M. rechne.-. Unter den Einnahmen in außerordentlicher Verwaltung sink 159 749,65 M. ausstehende Forderungen, die bei Eingang zur Schuldentilgung verwandt werden. An Kanalisationsbeiträgen sollen noch 4315 M. eingehen. Neu sind eingestellt die im Laufe des Jahres beschlossenen Anleihen. Da ist zunächst die 266 666 M.- Anleihe, die durch die 166 666 M.-Anleihe ergänzt wurde. Aus ihnen soll zunächst gedeckt werden die Wasscrwerkserweiterung. Es umfaßt diese den Neubau bezw. Anbau der Gebäude, die um das Doppelte zu erweiternde Pumpenanlage und die Neuanlage des Rohrnetzes zur Kolonie„Freie Scholle" sowie die Unterführung der Kremmcner Bahn durch ein weiteres Wasserzuführungsrohr zum Tegeler Rohrnetz. Notwendig sind dafür 96 666 M. Die ebenso dringende Erweiterung der Klärstation soll 45 666 M. kosten, während der Bau des neuqp Gemciiidevcrwaltungsgebäudcs 135 666 M. beansprucht. Für die Anlage des Bahnhofsplatzcs sind 36 666 M. ausgeworfen. Die dritte neuerscheinende Anleihe ist nur für den Ankauf der zur Kreisbahn von der Gemeinde zu stellenden Ländercien bestimmt und somit dafür eingestellt worden. Neu sind weiter eine Anleihe von 25 666 M. für den Pfarrhausbau und eine solche in gleicher Höhe von 25 666 M. zur Pflasterung der Buddestraße. Von den im SozictätSverhältnis betriebenen Einrichtungen, Friedhof und Volksschule, ist der Haushaltsplan für den G e- meindefriedhof mit 1 1 366 M., das sind 1566 M. mehr als im Vorjahre, in Einnahme und Ausgabe aufgestellt. Die zur Zahlung von Schuldcnzinsen und Tilgung der Schulden not- wendige Summe beträgt 7656,25 M. Der Haushaltungsplan der Schulsozietät(Volksschule) steht mit 153 666 M. (169 660 M. im Vorjahre), das sind 44 666 M. mehr, in Einnahme und Ausgabe. Unter den Einnahmen ist der gesetzliche Staats- zuschuß für 25 Lehrstellen mit 6956 M. wie im Vorjahre ein- gestellt. Tie Schulsteucr, die mit 66 Proz. der direkten Steuern lvie im Vorjahre bestehen bleibt, verlangt von der Gemeinde Tegel einen Zuschuß von 139 936 M., vom GutSbczirk Schloß Tegel 4666 M. und vom Forstbeziri Tegel 40 M., insgesamt 143 970 M. Endlich sind unter den Einnahmen noch 2686 M. für Schulstrafen, Eckmlgeld von Auswärtigen(30 M. pro JMr) usw. Dazu gehören auch die 866 M. Einnahmen aus der Volksbadcanstalt. Trotz des guten Besuches decken diese Einnahmen die Unkosten für Bedienung, Licht, Wasser und Feuerung nicht. Unter den Ausgaben sind 72 655 M.(53 652.56 M. im Vorjahre). mehr 19 662,56 M. für Besoldung der Lehrkräfte, 3426 M. als Reserve für etwa notwendig werdende Lehrstellen(vorgesehen sind dadurch eine Stelle für einen Lehrer und eine für eine Lehrerin), 23 212,56 M.(13 668,54 M. im Vorjahre), mehr 9543,96 M. für Kasienbeiträge für Lchr- personen zur Alferszulage. Ruhegehalts-, Witwen- und Waisen» kasse und 2664 M. für Unterrichtsmittel und Schulgerätschaften. Für die Verwaltung der Gebäude, einschließlich aller Neubauten, sind 13 636,46 M.(6569,70 M. im Vorjahre), mehr 6466,76 M. bestimmt. Die Schuldcnzinsen und Schuldentilgung erfordern 31 146,35 M., mehr 4725,95 M. Endlich sind 3162,69 M., mehr 552,33 M., für allgemeine Ausgaben, Formulare, Druck- fachen, Schulprämien usw. notwendig. Tie Ausstattung der neuen Klassenräume wird aus dem Bausands gedeckt. Diesem Schul- etat liegt zum ersten Male eine VcrmögenSaufstellung der Schul- sozietät bei. Das Vermögen betrögt 576 715,84 M., darunter sind das Grundstück in der Tresckowstraße mit allen Bauten, ohne den noch nicht fertigen Flügel, mit 568 166 M., das gesamte In- ventar mit 54 666 M. bewertet. Tie darauf lastenden Schulden betragen 466 317,67 M.. so daß das tatsächliche Vermögen immerhin 116 398,77 M. beträgt... � Tie Haushaltungspläne unterliegen nun noch der Beratung durch die Gemeindeverlretung. die aber voraussichilich wesentliches nicht ändern wird, da die Verwendung der Anleihen und der Mehrheit der anderen Posten die Folge früherer Beschlüsse ist. Potsdam. Die hiesige ArbeiterbildungSschnle tritt am 28. Juni wieder in Tätigkeit. Bekanntlich mußte der letzte Kurs»?,„Arbeiter» vcrsicherungsgesetzgebung" wegen Verhinderung des Lehre rS unlcr- brachen werden. Der Schluß des Kursus umfaßt noch fünf Abende. von welchen die beiden letzten der Anfertigung von Eingaben zur Erlangung von Invalidenrente und dergleichen gewidmet sind. Zu diesen fünf Abenden haben alle Mitglieder, also auch solche. welche diesen Kursus nicht mitgemacht haben, und solche, die bis zum 28. Juni noch Mitglied werden, unentgeltlich Zutrit. Bis auf weiteres finden die Kurseabende nur in Potsdam bei Ladenthin, Kaiser Wilhelmstraße, statt, und zwar Freitags Punkt 9 Uhr abends. WUiceiillflefiverRrt,, vom 31. Mai 1907,«»mens»»Ii«. Twwemde Camburg Herlin Frankl.aV! iliimch«» Wie» 2 bedeckt JZlegen 2 wolkig 1 bedeckt 3 wolkig 1 wollenl Haparanda 753 NO Petersburg 756 3'B Scilly ibeibten Paris 752 B 753 OSO 759» 4 wolkig 2 bedeckt bbcdeckt 11 5 Regen 6 1 halb bd. U Wetter-Prag» ose für Sonnabend, den 1. Jnnt 1967. Vielsach wollig, mit elwaS Regen, mäßigen slldlicheii Winden, wärmerer Nacht und wenig veränderter TageSlemperalur. verantwortlicher Redakteur: HanS tSeber. Berlin. Für des gnferatenteil verantw.: Th. Wecke. Berlin. Druck u. Perlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Sing-r& Co.. Balm SV