Nr. ISO. Btonncmcnts-Bedingungen: iBomicnieiilS■ Preis pränumerando! Liertcljührl. 3.30 SDlt., monotl. 1,10 Mk,, wöchenllick 23 Pfg, frei ins Hans. Einzelne Nnnnncr 5 Psg. Soinnaas» NU ininer mit illnsirierter Sonntags» Beilage.Die Neue Weit' 10 Pfg, Polt- «bonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Poit-Zeitungs. Preislilic, Unter Nrcuzband sür DcnIIchland und Ocilerreich. Ungarn 2 Marl, sür das übrige Anstand 3 Mark pro Monat, Vostaboiniements nchnien an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, Wum&uitn, Schweden lind die Schweis. inM 24* Jahrg. CrtAilti liglich auBir ffloitag«. Vevlinev VolKsblskt. 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Für diese Arbeit der Schärfung des kritischen Bewußtseins und des Blickes für die uns umgebenden dialektischen Widersprüche bieten die christlichen Organisationen ein gutes Tätigkeitsfeld. So sehr sie das sozialdemokratische Parteiprogramm mit Schlag- Worten und Redensarten abzutun versuchen, so sehr sie die Stellungnahme im einzelnen zu vermeiden trachten, sind sie gegründet als G e g e n s a tz zur Sozialdemokratie. Und darum stehen sie gar nicht auf religiösem Boden, wiewohl sie sich „christlich" nennen. Wollten sie nicht von vornherein zur völligen Ohnmacht verurteilt sein, sa konnten sie die Religion in ihrer prägnanten Formulierung, als Konfession nicht zur Grund- läge nehmen, stellen sie doch gerade den Fortschritt über die eigentlich konfessionellen Organisationen, die sogenannten Fachabteilungen, dar. Mit der Konfession aber fällt das dogmatische Moment, das, was das Wesen der Religion im alten Sinne ausmacht. Nur die Fortwirkung des Dogma tismus bleibt erhalten in einem Sammelsurium klaffen staatlicher Allgemeinheiten. Die„Theorie" der christlichen Gewerkschaften drückt damit genau das aus, was sie praktisch bezwecken: die Erhaltung des Kapitalismus. Konsequent interpretieren sie daher die Bezeichnung„christlich" als„nicht sozialdemokratisch" und verhelfen so dem Kapi talismus sehr inkonsequent zur Ehre einer christlichen Institution im Widerspruch mit dem Klassenempfiuden der christlichen Arbeiter, für die das religiöse Bekenntnis gerade den Gegensatz wider den Kapitalismus bedeutet. Die christ lichen Arbeiter kommen allmählich hinter diesen inneren Wider spruch, und es ist bewußte Irreführung seitens der klerikalen Führer, wenn sie die verstärkte Betonung des religiösen Ge sichtspunktes der angeblich immer ungläubiger werdenden Sozialdemokratie zur Last legen wollen. Wenn in irgend einem Punkte, so ist in diesem die Sozialdemokratie sich konsequent geblieben. Bei den klerikalen Arbeiterschichten handelt es sich um eine Steigerung des in religiösen Formen sich bewegenden Klassenbewußtseins, und so willkommen sie im Grunde genommen uns ist, so wenig erbaut werden davon auf die Dauer die christlichen Führer sein. Denn jede Verstärkung des Gegensatzes wider den Kapitalismus muß sich auch gegen die dem Kapitalismus dienende christliche Organisationsform mit ihrer interkonfessionellen Beschränkung richten. Das letztere um so mehr, als es sich bei dem verstärkten religiösen Bewußtsein lediglich um eine moralische Formel handelt. Es wurzelt in dem wachsenden sittlichen Urteil, in der mit den Klassengegensätzen sich vertiefenden Einsicht in das Unrecht, das der Arbeiterklasse in der kapitalistischen Gesellschaft als alleiniges Erbteil beschiedcn ist. Darum kommt es auf die Dauer der Kirche so wenig wie den christlichen Gewerk schaften zugute z vielmehr dient es dem Gegensatz, in den die christlichen Arbeiter je länger je mehr zu ihrer Kirche geraten. Diese gibt zwar vor, die Rechte der Ausgebeuteten zu ver treten, die Trägerin ihrer Klassenideologie zu sein; als Or ganisation aber ist sie ein kapitalistisches Klasseninstitut und damit das Gegenteil des Klassenempfindens der Massen. Dieser Gegensatz wird um so schroffer, je mehr die.Kirche, wie an dieser Stelle wiederholt dargelegt, sich zur ausschließlichen Vertreterin der kapitalistischen Klassenherrschaft entwickelt und entlvickeln muß. Das Sittlichkeitsbewußtscin der klerikalen Massen, das sich kritisch gegen den Kapitalismus richtet, kann und wird auf die Dauer vor der Kirche selbst als einen Teil des kapitalistischen Ganzen nicht Halt machen. Mag die Kirche sich noch so sehr darauf versteifen, in einer Kritik ihres Klassencharakters einen Angriff auf die Religion zu sehen, so ist heute schon das sittliche Bewußsein der klerikalen Ar- beiterschaft und der Kirche ein wesentlich verschiedenes. Die Haltung des päpstlichen Stuhles gegenüber der Forderung des Achtstundentages, gegenüber dem Koalitionsrccht, der Frage der Lohnhöhe u. a. wird und kann kein christlicher.Arbeiter als recht anerkennen. Dieses verschiedene Rechts- und Sittlichkeitsbewußtscin knüpft an die geschichtlich bedingten Antinomien an, mittels deren sich im Klerikalismus die Klassenscheidung voll- zieht. Jni Vordergrunde stehen hier die Eigentumtheorie und Sic Autoritätslehre. Die kommunistische Grundlage der erstercn ist zwar umgebogen, umgedeutet und auf ein schäbiges Existcnzrecht heruntergebracht, aber von der Theologie doch im Prinzip nie überwunden worden. Ihr gegenüber tritt die Lehre von der Autorität, die mit der urchristlichen Freiheit des Christcnmcuschcn dafür um so gründlicher aufgeräumt hat. Wie die erstere den proletarischen Anfängen des Christentums erwuchs, verdankt die letztere ihr klaffen- staatliches Gepräge dem Eintritt der herrschenden Klassen in die Kirche. Der Gegensatz beider Gedankenreihen ist im Laufe der Jahrhunderte nie völlig verwischt, nie in einen völligen Einklang ausgelöst worden. Einmal wollte man den Widerspruch nicht überwinden, und hätte man es gewollt, so vennochte man es nicht. Das letztere nicht, weil die Dialektik der Klassengesellschaft � widersprach, deren ideologische Ueber- Windung erst mit der ökonomischen möglich wird. Man wollte es nicht, weil die Kirche noch lange Jahrhunderte und heute wieder nicht nur mit den Herrschenden gegen die Unterdrückten, sondern auch gegen die Herrschenden den Klassenkampf zu führen hat und jederzeit die Massen gegen jene wollte ausspielen können. Daraus resultiert nicht nur ihre Vormachtstellung tin Mittelalter, aus dem Widerstreit der Klassen und Klaffen- idcologien im Rahmen der Kirche erwuchs die Lehrautorität der letzteren, der Anspruch, Sitte und Recht zu interpretieren. Damit verlangt die Kirche nicht mehr und nicht weniger als das Schiedsrichteramt zwischen den verschiedenen Klaffen, woraus sich dann die Ueberlegenheit ergibt, die sie nach ihrer Theorie noch dem Staate voraus hat. Nur auf dem Boden der Klassengesellschaft, dem sie ent- sprossen, sind Kirche und Dogmatismus möglich. Der Fall jener entzieht ihnen die historische Grundlage und verurteilt sie zum Absterben. Die entscheidenden Kämpfe, auch soweit die Kirche in Betracht kommt, fallen nicht auf dem Gebiet der kommunisttschen Forderungen, gegen die die Kirche auf Grund ihrer eigenen Eigentumstheorie ohnehin hilf- und machtlos ist. Die Aus- einandersetzungen werden sich drehen um den Eckpfeiler alles Dogmatismus, um die„Autorität". Die Kirche kann nie das Majoritätsprinzip anerkennen, weil es die grundsätzliche Verneinung aller sogenannten Legitimität und alles Autoritäts- glaubens, kurz des ganzen dogmatischen Autoritätsbegriffs ist. Auf dem Boden der Klassengesellschaft mag sie sich zeitweilig damit abfinden und es selbst für ihre Zwecke nützten, wie seinerzeit die Jesuiten versuchten, es gegen das Gottes- gnadentum protestantischer Fürsten mit katholischen Unter- tauen auszuspielen. Nie aber kann sie es in einer sozialistischen Gesellschaft oder in einer Zeit, die zum Sozialismus hinüberleitet. Je mehr aber der Kapitalismus sich auswächst, um so mehr wird für die Arbeiterklasse das Majoritätsprinzip zu einem Ausfluß des nackten-Rechtes auf die Existenz. In den kommenden Wahlrechtskämpfen wird die Kirche unweigerlich auf feiten der Reaktion stehen, die klerikale Arbeiterschaft aber auf feiten der Sozialdemokratie. Hinter dem Majoritätsprinzip aber lauem alle die Begriffe von Ordnung, Sitte, Familie, Staat, Gesellschaft usw., die„helligsten Güter" des Kapitalismus, die die Arbeiter- klaffe zwar nicht aufheben will, aber doch in ihrem Sinne umwandeln und fortentwickeln, und damit nach dem Begriffsvermögen des Kapitalismus und der kapitalistischen Kirche„zerstören" muß. Nicht die Sozialdemokratie ist es, die von Tag zu Tag „ungläubiger" wird. Die Dialeftik der Klassengesellschaft zermürbt auch das ideologische Gcfüge der Kirche. Alle Kunststücke jesuitischer Fälschnngskunst werden es nicht ver hindern, daß die klerikalen Arbeiter dies eines Tages einsehen und begreifen._ Hofkamarilla. „A m kaiserlichen Hof kann es keine Kama rilla geben, dieweil Sr. Majestät Charakter- stärke und Herrscherqualifikation jeder Be einflussung unzugänglich ist." Das ist das Diktum, das die„maßgebenden" Hofkreise durch ihr Organ, den Scherlschen „Lokal-Anzeiger", zur Richtschnur für die Beurteilung des„Falles Eulenburg" aufgestellt haben und dessen strenge Beachtung sie von der loyalen Presse als Zeichen der KönigStreue fordern. Gegen diesen Glaubenssatz verstoßen und die Existenz einer„Kamarilla" am preußischen Hofe zugegeben zu haben, das ist ein Fehler, der in den sogen,„höheren Regionen" der Hofgesellschaft dem Fürsten Bülow weit mehr geschadet hat, als alle seine Mißerfolge auf dem Gebiet der auswärtigen Politik. Wie wir schon gestern ausführten, gehört es zu den traditionellen Eigentümlichkeiten des preußischen Staates, daß in ihm nie ein Minister über die großen Fragen der Politik stolpert, sondern stets nur über die Zwirnsfäden der Intrige und der Hofetikette, und es scheint keineswegs a u s g e f ch l 0 f f e n. d a ß demnächst Bülow durch feine Entlassung auS GefundheitSr-ückfichten einen neuen unfreiwilligen Beweis für diesen sichersten Erfahrungssatz der preußischen Ge- schichte liefert. Bereits rücken, nachdem der fromme „Reichsbote" das Zeichen gegeben hat, die für die hohen Ueber- lieferungen des preußischen Staates und HofeS schwärmenden vornehmen" Blätter von Bülow ab und finden, daß er sich zweifellos„übernomme n" hat. Wie konnte auch der auf dem Hofparkett so weltmännisch tänzelnde Kanzler es wagen, derartig die höchsten preußischen Traditionen zu verletzen und dadurch, daß er von einer„Kamarilla" sprach, sich der Ansicht J-ner plebejischen Zeitungssubjekte anschließen, die, wie der„Lokal-Anzeiger" so schön sagt,„von der Persönlichkeit und dem starken illen des Monarchen keine Ahnung haben." Unbegreiflich erscheint allerdings diese Täppigkeit deS sonst in Etikcttefragen so wohlbewanderten Kanzlers, zumal ihm die Vor- gänge beim Rücktritt des Grafen Caprivi. der bekanntlich über einen Artikel der„Kölnischen Zeitung" stolperte, zur Vorsicht hätten mahnen müssen. Sollte Bülow sich bereits allzusehr als Sieger im Jntrigen-Kampfspiel gefühlt haben, oder sollte gar— was zwar nicht als wahrscheinlich, aber auch nicht als ganz ausgeschlossen gelten kann— ein dem Kanzler ganz besonders gewogener guter Freund ihm die Notiz der„Nordd. Allgem. Ztg." als KuckuckSei ins Nest gelegt haben? Wenigstens hätte Bülow als gewandter Diplomat seine Ansichten über die preußische Institution der Hofkamarilla während seiner Amtstätigkeit für sich behalten und wie seine beiden Vorgänger, Bismarck und Hohenlohe, sie für seine dereinstigen Denkwürdigkeiten aufsparen sollen. In dieser Hinsicht waren bcjde klüger und vorsichtiger. Sie haben erst dann ihrem Grimm über die Kamarilla die Zügel schießen lassen, als cS ungefährlich für sie war. Interessant ist übrigens, daß schon Hohenlohe in seinen Denk- Würdigkeiten von der Neigung des Fürsten Phili für daS Kamarillaspielen hinter den Kulissen zu erzählen weiß. Es heißt dort(II. Bd. S. 497) unter dem 13. Januar 1893: „Nachmittags kam Eulcnburg, der Gesandte, zu mir. Um 6 Uhr war Tkeätre pare. Nach dem zweiten Akt war Souper im Foyer, wo ich mich vom Kaiser verabschiedete. Um 11 Uhr kam noch Eulenburg, um mir seine Angelegenheiten mitzuteilen: er sagte, Holstein und Kiderlen hätten die Meinung, daß er (Eulenburg) Staatssekretär werden solle, wenn Böttichcr weg- ginge oder eine andere Stelle erhielte, wo dann Marschall das Rcichsamt des Innern übernehmen würde, das ihm angenehmer sei als das Auswärtige Amt. Nun glaubt Eulenburg zu dieser Stelle nicht geeignet zu sein, er fürchtet ferner, daß sein Verhältnis zum Kaiser durch den steten per» sönlichen Verkehr und die Vorträge gestört werden könne, und doch sei gerade dieses freundschaftliche Verhältnis sehr wichtig und dem Kaiser nützlich, da er sich be- wüßt sei, ihm nur ehrliche Ratschläge zu geben. Durch diese vermittelnde Stellung werde er größeren Nutzen schaffen als durch seine Tätigkeit als Leiter des Auswärtigen Amtes. Er bat mich, mit Holstein in unauffälliger Weise die Nachfolgerschaft von Marschall zu besprechen." Diese Aeußerung Hohenlohes beweist— das mag Bülow trösten—, daß auch sein Gegner, Fürst Phili, nicht zu den Gläubigen des obengenannten HofdogmaS gehört, denn wenn er damals das Staatssekretariat ablehnte, so geschah es, wie deutlich aus der Notiz hervorgeht, nur, weil er meinte, auf dem Wege des Kamarillaspielens größeren Einfluß erlangen zu können. Er scheint demnach auch zu den Ahnungslosen zu gehören, die in ihrer Verblendung den starken Willen des Kaisers zu niedrig einschätzen, obgleich doch gerade er mit dem Kaiser im engsten Verkehr stand. M entlarvten nationalliberalen fifahlichwindler. Die nationaklibcralen Wahlschwindefeicn im Hildesheimei Wahlkreise kamen am Dienstag vor dem Hannoverschen Sckjöffen- gericht erneut zur Verhandlung, nachdem der erste Termin zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt worden war. Ueber die erste Ver» Handlung ist bereits in der ersten Beilage des„Vorwärts" vom 19.' Mai d. I. eingehend berichtet. Am Dienstag war der Verfasser des Flugblattes„Wahllügen", Rechtsanwalt Arnemann aus HildcSheim, als Kläger selbst er» schienen. Er erklärte, das Flugblatt am Sonnabend, den 1. Fe» bruar, in einer Wirtschaft geschrieben zu haben. Ihm sei nicht bekannt gewesen, daß schon am Abend vorher sich die Sozialdcmo- kratic für den ZentrumSbündler Feldmann entschieden habe. Wohl habe er von diesem Gerücht gehört, und weil er eS durchaus nicht habe glauben können, sei er diesem Gerücht durch dieses Flugblatt entgegengetreten. Das Flugblatt hatte folgenden Wortlaut: Wahltagen. Für die Kandidatur Feldmann wird in letzter Stunde(!) voil interessierter Seite die Behauptung verbreitet, der sozialdemokratische Wahlausschuß habe mit Herrn Feldmann, dem agrarkonservativ- ultramontanen Mischmaschkandidatcn Unterhandlungen gepflogen und die Stichwahlparole auSgc- geben, für Herrn Feldmann zu stimmen. Diese Behauptung ist unwahr und völlig auS der Luft gegrisfeu! Ein sozialdemokratischer Wähler kann Herrn Feldmann nicht wählen. Warum?(Folgen die Gründe.) Wähler! Einem solchen Manne können und wollen wir unsere Stimme nicht geben! Der Wahlausschutz. Dieses Flugblatt hatte der zweite Vorsitzende, Kaufmann Paul Ahrens, am Nachmittag des 2. Februar in Druck gegeben. Er hat die Kosten für 20 000 Exemplare bezahlt und Anweisung erteilt, an welche Adressen der Versand erfolgen soll. Am Montag ist e» überall hin versandt und an diesem Tage schon in den ländlichen Ortschaften, am Dienstag, dem Stichwahltage, erst in HildcSheim verbreitet worden. Herr Arncmann sagte nun, er sei vom Sonnabend abend bis zum Montag abend verreist gewesen, habe also auf die Verbreitung deS Flugblattes keinen Einflui; gehabt. „Hätte ich die Wahlparole der Sozialdemokratie gekannt, dann hätte ich daö Flugblatt nie ge- schrieben!" Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden, was das für ein Wahl- ausschuß sei, der unterschrieben habe, erwiderte Herr Arnemann, das müßte heißen: Wahlausschuß der nationalliberalen Partei bezw. für die Kandidatur v. Campet Die Sozialdemokraten hätten ja keinen„Wahlausschuß", sondern ein„Wahlkomitce" ge- habt, deshalb habe jeder ersehen können, daß eS nicht ein sozial» demokratisches Flugblatt sein könne. Dieser Ausrede wurde vom Vorsitzenden des Gerichts und vom Verteidiger des Angeklagten, Justizrat Lenzberg, entgegengehalten. daß Arnemann selbst in dem Flugblatte vom„sozialdemokratischen Wahlausschuß" rede und sage:„Ein sozialdemo- kratischer Wähler kann Herrn Feldmann nicht wählen" und: „Einem solchen Manne können und wollen wir unsere Stimme nicht geben. Er, Arnemann, sei doch kein Sozialdemokrat, uno den Nationalliberalen brauchte er es doch nicht zu sagen. Justiz, rat Lenzberg wies weiter darauf hin, daß unter den Gründen, warum ein sozialdemokratischer Wähler nicht für Feldman» stimmen könne, auch der enthalten sei, daß Feldmann gegen die Freizügigkeit für die jungen Leute bis zum 18. Lebensjahre eintrete. Feldmann wolle ein Gesetz, das„unsere Kinder zu Frondiensten für die Groß- grundbesitzer zwing t." Die Kinder der reichen Nationalliberalen sollten damit doch nich� gemein sein. Auf alle diese Vorhaltungen schwieg der biedere Wahlmacher A r n e m a n n, der wiedergewählte Vorsitzende des jungliberalen Vereins zu Hildes- heim. Der zweite Vorsitzende, Herr Ahrens, mußte zu seiner früheren Aussage noch hinzufügen, daß er das Flugblatt nicht aus seiner Tasche, sondern aus der Vereinsknsse dieses honetten Vereins bezahlt hatte. Waren diese Feststellungen schon vernichtend für die„ehrlichen Männer", so noch mehr die Aussage des Ingenieurs Thiele, dec angeblich aus eigenem Antriebe Ilnterhgndlungen mit der sozial- demokratischen Parteileitung anknüpfte, die zu kcinein Resultate führten. Zur allgemeinen Heiterkeit erklärte der ebenfalls als Zeuge vernommene Vorsitzende des sozialdemokratischen Vereins, Genosse Evers, daß er eine Unterhandlung mit den National- liberalen— die nicht zustande kam— deshalb nicht von vorn- herein ablehnte, weil er, nachdem die Sozialdemokraten im Wahl- kämpfe von den Nationallibcralcn so hundsgemein behandelt waren, gern gehört hätte, was für gute Kerle sie zwischen Haupt- und Stichwahl geworden sind. Der so an der Nase herumgeführte Herr Thiese hat die sozialdemokratische Wahlparole„für Feldmann", die am Freitag abend beschlossen war, am Sonnabend nachmittag %2 Uhr im nationalliberalen Parteiblatt gelesen. Er hat an dem- selben Nachmittag noch mit Herrn Arncmann und mit Ahrens verhandelt und ist am Sonnabend abend im Auftrage der Herren Arnemann und Ahrens und auf Kosten des junglibcralen Vereins nach Köln gefahren. In Köln hat er am Sonntag mit einem Nedaltcur der„Rheinischen Zeitung" verhandelt und gebeten, die Kölner Sozialdemokraten möchten auf die Hildesheimer Genossen einwirke», dast sie ihre Wahlparole zugunsten des Nationalliberalcn v. Campe ändern. Tie Kosten für neue Flugblätter würden die Hildesheimer Nakionalliberalen tragen. Wenn da? geschehe, würden die Nationallibcralen in Köln für den Sozialdemokraten, Genossen Hofrichter, stimmen!! Zu diesem Angebot habe er Voll- macht von den Herren Arnemann und Ahrens gehabt. Trotzdem behaupteten die letzteren beiden, sie hätten am Sonn- abend die sozialdemokratische Wählparole nicht gekannt; Herr Arncmann sagte außerdem, er habe den Druck der Flugblätter nicht verhindern können, weil er am Sonnabend abend verreiste! Er habe im— guten Glauben gehandelt!!! Das war sein Plaidoyer für die Bestrafung unseres Genossen Thomaser, der ihn im„Volkswillen", unserem hannoverschen Parteiblatt, einen„entlarvten Wahlfälscher" genannt hatte. Es war eine Verteidigungsrede, und der Ver- teidiger des Genossen Thomascr hielt eine— Anklagerede: Als er die Zlnklagc erhalten, habe er gemeint, daß Herr Arnemann klage, weil er es als beleidigend empfinde, als Herausgeber eines solchen Flugblattes hingestellt zu werden. Niemals hätte er erwartet, daß dio Behauptungen des„Volkswillen" vor Gericht so sonnenklar be- wiesen würden. Die Fälschung sei also ganz offenbar. Man sage: Die Politik verderbe den Charakter. Daß das aber gleich in solchem Maße geschehe, hätte er nicht für möglich gehalten. Herr Arncmann hatte auf diese Züchtigung nichts zu er- widern! TaS Gericht sprach den Genossen Thomaser von der Anklage der Beleidigung des Rechtsanwalts Arnemann frei und führte in der Begründung aus:' In dem Flugblatt steht: Ein sozialdemokratischer Wähler könne für Fclduiann nicht stimmen. Die sozialdcmo- kratischen Wähler wissen aber selbst, wie sie zu stimmen haben, das braucht ßhnen keilt Äälionälllbcräleii sägen. Die Unterschrift:„Der' Wahlausschuß" ist daher eine Fälschung, ob sie bewußt oder un- bewußt l�ssangön,' ist MichMtigt'/��beildrein' ist das' Flugbkatt überschrieben mit„Wahllügcn", womit in Verbindung mit der Unterschrift der Eindruck eines sozialdemokratischen Aufrufs erweckt wurde. Der Erfolg ist auch nicht aus- geblieben. Viele sozialdemokratische Wähler sind irre gemacht worden und haben nationaUibcral gestimmt. Das Wahlresultat gibt daher nicht der wahren Parteistcllung Ausdruck. Im geivöhn- lichcn Leben nennt man derartige Maßnahmen Wahlfälschung. Jede Partei hat ein berechtigtes Interesse daran, daß bei den Wahlen die Wähler die richtige Ansicht zum Ausdruck bringen. Das aber hat der Kläger mit dem Flugblatt verhindert, er hat erreicht, daß iin Wahlresultat die Parteistellung der Sozial- dcmokratcn bei der Stichwahl gefälscht zum Ausdruck kommt, denn ohne dieses verwirrende Flugblatt wäre die Abstimmung, wie von EvcrS bekundet, sicher eine andere gewesen und hätte die Ansichten der sozialdemokratischen Wähler unverfälscht zum Ausdruck gebracht. Die Feststellungen dieser Urteilsbegründung genügen zur Kennzeichnung der nationalliberalen Wahlfälschcr, die noch die Kühnheit besaßen, einen Sozialdemokraten zu verklagen, der sie nannte, wie es ihnen gebührte. Ob die Wahlfälscher nach diesem Urteil weiter Vorstandsmitglieder des jungnationalliberalen Vereins zu Hildesheim bfeiben werden? ver Seemamisstreill. Paris, 4. Juni.(Eig. Ber.) In der gestrigen Ministcrratssitzung erklärte der Marineminister, der Streik der Seeleute könne als beendigt, betrachtet werden. Das Hallali kam aber zu früh. AuS allen großen Häfen trifft die Nachricht ein, daß die Seeleute die energische Fortsetzung des Streiks beschlossen haben. Was den Minister zu seiner Meinung veranlaßte, war der Be- schluß, den die Delegierten der Ausständigen gestern nach ihrer Be- sprechung mit dem Marineminister und mit der Marinekommission der Kammer gefaßt haben. Man kann nicht leugnen, daß die Haltung dieser Delegierten eine Nervosität offenbart hat, die sich von der Entschlossenheit der Streikenden selbst nicht eben günstig abhebt. Herr Thomson hat ihnen nichts als Redensarten geboten, von „Wohlwollen" gesprochen und das„Andererseits" der Autorität. Ordnung und schutzbedürftigcn„nationalen Wohlfahrt" unterstrichen. In der Kommission bekamen sie auch nichts anderes als unbestimmte Versprechungen und trotzdem beschlossen sie, den Streikende» die unverzügliche Wiederaufnahme der Arbeit zu empfehlen. Die Ausständigen haben unter solchen Umständen nicht unrecht gehabt, diesen Rat nicht anzunehmen. DaS mindeste, was sie ver- langen dürften, war die Sicherung gegen Maßrege- l u n g e n. Die großen Gesellschaften aber haben schon zahlreiche Kapitäne entlassen und die Streikenden haben nicht die geringste Bürgschaft dafür, daß die bloße Fürsprache der Regierung die Wieder- aufnähme bewirken würde. Da die Reeder zweifellos, wenn sie nicht daran gehindert werden, ihre Rachgicr, namentlich an den Kapitänen, in denen sie die Urheber der Bewegung sehen, werden befriedigen wollen, ist es eine Ehrensache der Seeleute, diese Mit- kämpfer nicht preiszugeben. Dieser Gedanke kommt auch in den Beschlüssen zum Ausdruck, die die Streikenden in Havre, Toulon, Marseille usw. gefaßt haben. Die Marseiller haben das Mandat ihrer Pariser Delegierten suspendiert und sie heauftragt, weitere Anordnungen abzuwarten. Die Streikenden von Havre wollen von der Minimalrente von 600 Fr. nicht abgehen und sich auf keine weniger bietende Modisikation der Regierungsvorlage einlassen. Die Bourgeoispresse bemüht sich natürlich, die Seeleute ins Unrecht zu setzen, aber selbst aus ihren Berichten ist zu erkennen, daß die Regierungsvorlage zu wenig bieter. Diese will den See- leuten eine Rente von 360 Fr. bei einer Beitragsleistung von 3 Proz. gewähren. DaS von der vorigen Deputierienkammer angenommene allgemeine Altersversicherungsgesetz bietet ebenso viel, aber bei einem Beitrag von nur 2 Proz., so daß die Seeleute schlechter darmi wäreil als die anderen Arbeiterkategorien nach Zustandekommen dieses Gesetzes. Die Seeleute wollen 600 Fr., gemäß dem Entwurf des Abg. Siegfried, aber sie sind bereit, Beiträge von S Prozent zu leisten. Das von ihnen befürwortete System würde dem Staate nach 30 Jahren 1b Millionen jährlich mehr kosten als das jetzige und darum finden die Spar- meister der BonrgeoiSpoiitil dieses Projekt unmöglich. Für eine Steigerung des Budget« der Kriegsmarine zum Bau neuer Panzer- schiffe usw. werden sie natürlich noch weit größere Summen zu be- willigen bereit sein. � � Paris, 6. Juni. Im Ministerräte gab Marineminister Thomson bekannt, daß der Ausstand der eingeschriebenen Seeleute in Marseille und Havre aufgehört habe. Pari«, 6. Juni. Die eingeschriebenen Seeleute von Saint Nazaire, Agde, Chcrbourg und Nantes sind dem Beispiel ihrer Kameraden in Havre und Marseille gefolgt und haben den Aus- stand für beendigt erklärt, während die von Dünlirchen und Toulon noch im Ausstände verharren. Bordeaux, 6. Juni. Die eingeschriebenen Seeleute beschlossen, den Ansstand einzustellen. politfscbe Geberlicbt. Berlin, den 6. Juni 1907. 5 Millionen für Streber. Das Abgeordnetenhaus verwandte auch seine Donners- tagssitzung noch fast ganz auf die Beratung des Nachtrags- etats, der 8 Millionen Mark als einmalige Beihülfe für die Untcrbeamten fordert. Während sich am Mittwoch noch Konservative und Klerikale gegen die Gewährung von Bei- hülfen auch an die mittleren Beamten heftig gesträubt und weidlich auf das„verschwenderische Reich" geschimpft hatten, waren sie über Nacht plötzlich anderen Sinnes geworden. Offenbar aus Furcht vor der Unzufriedenheit der mittleren Bcaiuten suchten sie ein Kompromiß zustande zu bringen zwischen der vollständigen Ablehnung und den weitergehenden liberalen Anträgen, die— analog dem Vorgehen des Reiches— auch in Preußen allen mittleren Beamten Bei- hülfen gewähren wollen; damit fanden sie denn bei der Re- gierung Gehör. Fünf Millionen Mark will man für die niittleren Beamten bereitstellen. Es soll bei der Auszahlung dieser Summe aber, wie man sich so nett ausdrückte, nicht „mechanisch" verfahren werden, sondern nur die Bcdürf- tigen sollen etwas erhalten!— Ueber die Bedürftigkeit entscheidet natürlich der Vorgesetzte, und der wider- wärtigften Streberei ist damit Tür und Tor geöffnet. Eha- rakteristisch für die Parteiverhältnisse im Abgcordnetenhause ist die Tatsache, daß dieser Antrag zwischen den Konservativen und dem Zentrum vereinbart worden war, während man die Nationalliberalen und gar erst die Freisinnigen nicht einmal über die schwebenden Verhandlungen informierte!— Sämtliche Anträge zugunsten der niittleren Beamten wurden schließlich der Budgetkommission überlviesen; sie stehen, zu- sammen mit den vom Herrenhaus abgeänderten Gesetzen, (Jagdgesetz und Berggejetznovelle) wieder auf der Tages- ordnung vom Freitag. .» Das Herrenhans nahm am Donnerstag das Jagd- gesetz im wesentlichen nach der Fassung des Abgeordneten- Hauses an. Trotz der unzweifelhaften Sachverständigkeit der Herrenhüusler auf diesem Gebiete dauerte die Beratung nur 11/2 Stunden, weil das Haus fast leer war. Am Sonn- abend wird sich das Herrenhaus zum lebten Male in dieser Session zu„löblichem Tun" zusammenfinden.— Vom Herkomer-Schlachtfeld. In der württembergischen Zweiten Kammer hat das Zentrum gestern(Donnerstag) im Hinblick auf die bei der jetzigen Hcrkomcr- Fahrt wiederum vorgekommenen llnglücksfälle den Antrag gestellt, die Raserei in Württemberg zu verbieten. Dieser Antrag wurde mit 46 gegen 32 Stimmen abgelehnt. 46 Mann also haben die unter den obwaltenden Umständen recht vernünftige Anregung niedergestimmt. Wenn's mit der Herkomer-„Schnauflcrei" so weiter geht wie in den ersten Tagen, dann werden bald 46 Menschen— oder mehr— auf der„Strecke" liegen. Bis jetzt— die ganze Geschichte dauert zehn Tage— wenigstens lautet der„Rapport" recht„vielversprechend". Ab- gesehen von den kleineren Kollisionen, die nicht bekannt oder von der bürgerlichen Presse, die ja zum Teil mit diesem Automobil- Wahnsinn sympathisiert, nicht registriert werden, kann über die „Resultate" der ersten beiden Tage folgendes berichtet werden: Es wurden drei Kinder und ein Mann überfahren, sechs Teil- nehmer erlitten schwere Verletzungen(Schädelbruch u. dergl.), einem wurden ein paar Finger gebrochen, ein Automobil über- schlug sich und ward total zertrümmert, Tclcgraphcnstangen, diverse schöne Bäume, ein elektrischer Straßenbahnwagen und dergleichen wurde demoliert, ganz abgesehen von den Häusern, Villen, Meilen- steinen, Brückengeländern, die mit den„Töff-Töffs" unliebsame Bekanntschaft machen mußten. Wollen die Herren vom Automobilklub und ihresgleichen sich auf solche Weise„standesgemäß" vom Leben zum Tode befördern, so geht das uns schließlich ebensowenig an, als wenn sie sich bei Ehrenhändeln partout mit Pistole oder Sabul„ins bessere Jenseits" zu spedieren wünschen. Aber derjenige Teil der Menschheit, der unsere deutschen Landstraßen zu passieren hat, sollte doch nebst seinem Hab und Gut etwas energischer gegen den allerneuesten, allermodernsten vierrädcrigen Tod geschützt werden. Das„Berliner Tageblatt" bringt einen wunderschönen Artikel über die skandalöse Herkomerei. Da wird sehr richtig darauf hin- gewiesen, daß in„freien" Ländern(England, Frankreich) derlei Wettfahrten strikt vcrbotlcn sind, weil dort nicht nur die Wünsche und Neigungen der«Edelsten und Besten" den Ausschlag geben. ES wird auch darauf hingewiesen, daß s 0 n st im Deutschen Reiche bei minder gefährlichen Vorfällen die behördlichen Verbote nur so hageln. Ferner findet sich da ein hübsches Zitat aus den „Dresdener Nachrichten", nämlich die Schilderung, die ein Zu- schauer gibt und die folgende Stelle enthält: Pfeilschnell kamen sie von der Stadt her an, n u t eine Staubwolke in der Ferne kündete ihre Gegen- wart, und wenn in der Minute sechs und noch mehr Schnaufcrl dichtauf vor übers uh reu, so ent- deckte nian die dem ersten Gefährt folgenden erst, wenn sie unmittelbar am Zuschauer vor- b e i s a u st c n. Die Kurve wurde dabei von einigen Fahrern so kühn genommen, daß zwischen den Chausseebäumen und dem Automobil kaum ein Viertel in etcr Flucht blieb. Kein Wunder, daß ab und zu ein„Schlachtenbummler" vor Schreck die Bekanntschaft mit dem Straßengraben machte, wenn er blitzschnell die Wagen die Richtung auf sich ein- schlagen sah. Wie gesagt, sehr gut und sehr schön. Nur schade, schade, daß dasselbe„Berliner Tageblatt" an anderer Stelle derselben Donnersiags-Abendausgabe dem perversen Sensationsbedürfnis seines bürgerlichen Publikums durch einen spaltcnlangcn Bericht über die geschmähte Herkomcr-Tour entgegenkommt, einen Bericht, der— man vergleiche oben das Zitat aus den„Dresdener Nach- richten"— unter anderem folgenden niedlichen Pussus enthält: „... für den. der aus freier Chausscr steht und zuschaut. hat es etwas überwältigend Großartiges, wie sicher die Ma- schincn selbst in den Händen von ungeübten Fahrern den Weg im Fluge verschlingen, ob die Strecke auch noch so miserabel ist. Und die gestrige war gewiß an Tücken reich, zumal die Bauern dickköpfig quer über den Weg liefen, gerade wenn ein Wagen sichtbar wurde.. Da werden den„dickköpfigen" Bauern ja geradezu„feudale' Sclbstmordplänc imputiert!— Weniger breit und weniger wider- spruchsvoll äußert sich das andere Mosse-Vlatt, die„Volks-Zeitung", zu der Affäre. Sie schreibt: Trotzdem die Automobilraserei bei der Herkomer-Fahrt schon mehrere Menschenleben gefordert hat, geht der mörde- rische Sport munter weiter. Nichts rührt sich. Kein Verbot erfolgt, während man in Berlin schon ein„Verkehrshindernis" als solches verbietet, wenn in einer menschenleeren Strafte ein Streikposten ruhig seines Weges geht. Wir wiederholen, was wir bereits heute früh gesagt haben:„Wenn bei jedem derartigen Rennen mit den Menschenleben nur so g e- spielt wird, dann erwächst für die Behörden die gebieterische Pflicht, dem Massenmorden ein jähes Ende zu bereiten!" Sind die Landstraßen dazu da, daß deutsche Männer, Frauen und Kinder mir nichts dir nichts nieder- oder totgefahren werden? Wir glauben nicht. Darum bleiben wir dabei, daß ungesäumt die behördliche Verfügung erfolgt:Herkomer. Fahrt— Schluß! Wir meinen auch, daß sich die deutschen Behörden diejenige Regierung zum Muster nehmen könnten, von der sie sonst mehr als zuviel adoptieren: die chinesische; denn die läßt soeben bekannt geben, daß sie keine Garantie für den Schutz der Teilnehmer an der geplanten„Autofcrnsahrt PariS-Pcking" übernehmen kann, womit wenigstens dieser Unfug, der am 10. d. M. seinen Anfang nehmen sollte, vereitelt ist. Eine Statistik, die gerade recht kommt, beweist, daß schon in „Friedenszeiten" genug Menschen in Deutschland der Autoraserei zum Opfer fallen: Vom 1. April bis 30. September 1906— also in einem halben Jahre— 2290 Unfälle mit 673 Verletzungen, 987 Sachbeschädigungen, 630 Personcnvcrlctzungen und Sachbeschädigungen, 61 Getöteten, darunter 33«dritten Personen", d. h. Passanten und dergl. Unbeteiligten. Es ist in der Tat hohe Zeit, daß den Sportsleuten, deren gute Freunde an der„Klinke der Gesetzgebung" bisher eine durch- greifende Regelung der Entschädigungspflicht für Automobil- unheil zu hintertreiben gewußt haben, der„Spatz" verdorben wird, die deutsche„cropule" zu Tode zu„auteln", ohne sich darum zu bekümmern, wo der Lebensunterhalt für die Hinterbliebenen der von ihnen Getöteten oder zu Krüppeln Gefahrenen—„herlomt", Ter Minister der Zechcnbarone Handelsminister Delbrück läßt zum Ueberfluß neuerdings durch die offiziöse Presse erklären, daß er den Bergleuten keine Arbeiter- kontrolleure geben will. Er hat das ja schon in schärffter Form im Landtage mitgeteilt und zwar mit derselben Begründung, wie fie jetzt in der Zeitungsnoriz gegeben wird, die da sagt: „... Eine allgemeine Gewährung dieser Rechte setzt nach der Ansicht der maßgebenden Stellen ein gleichmäßiges gefftigeS und • soziales Niveau der Bergarbeiter voraus, das talfächlich nicht vor- Händen ist. Bei den großen Unterschieden, welche in dieser Be- ziehung zwischen den Bergarbeitern des Saar- und Harzbezirkes gegenüber denen der obcrschlesischen Gruben bestehen, hält man die zwangsweise Einführung der Arbeilerkontrolleure nichr für an- gängig, zumal auch die Gefahr des Mißbrauchs eines solchen Institutes zur politischeu Agitation vorliegt." Lieber verweigert die Regierung den Bergleuten eine für ihre körperliche Sicherheit höchst bedeutsame Einrichtung, ehe sie eine Gc- fährdnng der politischen Interessen der Zcchenbarone zuläßt I Nur artige Bergleute werden den Schutz gegen Unfälle erhalten, der in dem Institut der Arbeiterkontrolleure liegt.— Erfolg der Hetze gegen Pfarrer Dr. Vogl? Der durch sein mannhaftes Eintreten sür die Rechte der vor« malS Schliiterschen Landarbeiter und durch das vergeblich gegen ihn angestrengte Disziplinarverfahren weiteren Kreisen rühmlich bekannt gewordene Pfarrer Dr. C. Vogl in Leislau �(Sachsen- Mciniiipen) hat, wie ein Telegramm meldet, seine Tätigkeit e i n g e st e l l t und Urlaub genommen. Die Hetze gegen den Pfarrer scheint also von Erfolg gewesen zu sein. Zum Pcters-Prozest der„Miinchener Post". Unser Münchener Parteiorgan meldet: Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Bcrnheim hat die Ladung der KolonialdirettorSwitwe Alwina Kayser be- antragt. Dem Antrag ist stattgegeben und die Ladung der Zeugin fiir 26. Juni beschlossen worden. Von ihr, die kein Amts- geheinmiS zu wahren hat, find interessante und sensationelle Ent« hüllunaen insbesondere über das Treiben der Arendt und Kar» d 0 r f f zu erwarten._ Wie Grandiiiger gewählt wurde. Von der Agitation des libc- ralen Blocks für die Wahl ihres„Heimatkandidaten", Pfarrers Grandiiiger, iin oberfränkischen Kreise Naila, werden nette Geschichlcn bekannt. Um die Wahl dieses katholischen Geistlichen,.der angeblich liberal ist, aber auf Befehl seines Erzbischofs weder der liberalen Fraktion angehören noch deren Hospitant sein darf, durchzusetzen. wurden die gröblichsten Wahlübergriffe und Schwindeleien verübt, die unbedingt zur Kassierung der Wahl führen müssen. So wurde in Geroldsgrün am Wahltage ein Flugblatt verbreitet, worin es hieß: „Aus Nordbalbcn wird telephonisch berichtet, daß der Führer der dortigen Sozialdemokratie. Wunder, handgelubdlich versprochen hat, den Heimatskandidaten Grandiiiger zu wählen und die Anhänger der Sozialdemokratie zu veraiilasien, demselben ebenfalls ihre Stimme zu geben. Di« liberale Ortsgruppe Geroldsgrün." Da« Wablkomitee des Kreises sandte sofort einen Mann nach Nordhalbcn, der den Verrat des BertrancilSmaiines Wunder bestätigt fand. Er agitierte offen für Grandinger und drängte den Genosse», die Zettel für unseren Kandidalcn Seeliiiann verlangten, Grandinger-Zeticl auf. Ob er vom Block besiocheu ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Andere als Grandingcr-Zettel abzugeben, war unter Umständen fast gefährlich, da ein Dutzend Blockagitatoren' das Wahllokal belagerten, den Wählern die sozialdemokratüchen Stimmzettel abnahmen und die ihrigen aufdrängten. Die Wähler wurden bis ins Lokal verfolgt. So kam es, datz in Nordhalben unser Kandidat Seelmann nur 11 Stimmen erhielt. In Schwarzenbach am Wald übten die Liberalen einen derarligcn Terrorismus aus, dag 115 Arbciterwähler auf Ausübung des Wahlrechtes verzichteten, weil sie Grandinger nicht wählen wollten, die Abstimmung für Seelmann ihnen aber zu gefährlich schien. Jin ganzen Amtsgerichtsbezirk Nordhalben wurde von den liberalen Agitatoren und Komitees die Lüge verbreitet, Seelmaun habe zu Gunsten des Heimatkandidaten verzichtet. Der baherische Liberalismus kann also auf seine.Heimatkandidatur" nicht stolz sein. Schwere Strafe wegen Selbstverstnmmelnng. Vor dem Kriegsgericht der 17. Division Latte sich vorgestern der Musketier G. von der 7. Kompagnie des Regiments„Hamburg" wegen Selbstverstümmelung zu verantworten. An der Verhandlung nahmen auch zwei Generale vom Kriegsministerium als Zuhörer teil. Der Angeklagte, der oft vorbestraft ist und dessen militärische Führung als schlecht bezeichnet wird, soll sich am 29. April d. I. auf der Manuschaftsstube absichtlich das Endglied des linken Daunres abgehackt haben, üm sich dienstunfähig zu machen. Diese Absicht soll er wiederholt Kameraden gegenüber geäutzert haben. Er be- streitet dies und behauptet, beim Behauen eines Besenstiels sei das Beil ausgerntscht und habe ihm den Daumen verstümmelt. Die Beweis- aufnähme gestaltet sich sehr ungünstig für den mmmehrmilitärdienstun- fähigen Augeklagten. Der Vertreter der Anklage bezeichnet ihn als einen in sittlicher und sonstiger Beziehung verwahrlosten Menschen, der sogar seine eigene Schwester sich seinen Gelüsten gefügig und sie zur Beihülfe zum Diebstahl verleiten lvollte. Die ärztlichen Sach- verständigen erklären G. für dienstunfähig, meinen aber, daß er für den Dienst in der Arbeiterabteilung tauglich sei. Der Antrag lautet auf drei Jahre Gefängnis, das Urteil auf zwei Jahre Gefängnis, Versetzung in die zweite Soldatenklasse und Neber- Weisung an die Arbciterabteiliing. wo er nach verbüfzter Strafe seine Zeit abdienen soll.—_ Zentrumspolitik im Beichtstuhle. Da?„Volksblatt" zu Bochum berichtet einen Fall von Miß- brauch des Beichtstuhls zu politischen Zwecken aus Bocholt. Ein freiorganisierter Arbeiter, zugleich Abonnent des„Volks- blattcs" und Parteigenosse, trat in den Stand der Ehe. Da er sich kirchlich trauen lies;, so war es nach der Vorschrift der katholischen Kirche nötig, daß dnS Brautpaar beichtete. Im Beichtstuhl wurde dem Bräutigam von dem Geistlichen erklärt: wenn er nicht aus der freien Gewerkschaft onstretc und das„Volksblatt" abbestelle, könne ihm die Absolution nicht erteilt werden. Das Bochumer„Volksblatt" schriebe viel zu viel über Geistliche I Der Genosse verzichtete infolgedessen auf die Absolution. O welche Lust, Soldat zu sein! Aus Gießen meldet die„Oberhcssische VolkSzeitung", ein bürgerliches Blatt: Am Freitagabend mußte eine Abteilung der S. Kompagnie des Gießener Regiments ans dem Hofe der neuen Kaserne unter eincin Sergeanten nachexerzieren. Dem aufsichtführenden Feldwebel Steinmetz wurden die Leute jedenfalls nicht genug gedrillt, er übernahm deshalb selbst das Kommando und „schliff" die Soldaten derart, daß fünf Mann ohnmächtig zusammenbrachen, als sie auf der Stube angekommen waren. Einer davon, naniciiS Schmidt, er soll aus Dietesheim in, Kreise O f f e n b a ch sein, verfiel in Schreikrämpfe und mußte sofort ins Lazarett gebracht werden, wo er erst am Sonnabend», ittag wieder zur Besinnung gelangt sein soll. Ein zweiter von den fünf, H u m n, e l mit Namen, kam an, Sonnabend ins Lazarett, während die übrigen ins Krankenrevier kamen. Schmidt schrie und schlug um sich: sechs Mann mußten ihn halten... Was wird mit dem schneidigen Feldwebel geschehen? Opfer der Kolonialpolitik. Ein Telegramm aus Dar es Salam lDeutsch-Ostafrika) meldet: Sanitätssergeant Paul Borchardt, ge- boren am 24. Juni 1878 zu Drognitz, früher im Jnfanteneregiment Nr. 138, am 1. Juni d. I. in Schariti an Lebererkrankung ge- ftorben._ Cingarn. Wahlrechtsdemonstration. Budapest, 6. Juni.(B. H.) Die sozialdemokratische Parteileitung plant, aus Anlas; der heute erfolgenden Ankunft des Kaisers Strastendcmonstrationen zugunsten der Ein- führnng des allgemeinen und geheimen Wahlrechts in Ungarn zu inszenieren. Die Arbeiter werden die Straßen, durch welche der Kaiser fährt, rechtzeitig besetzen. Schweiz. Der Ueberfall auf die PolizeikaserNö Zürich, 5. Juni. Tie verhafteten Russen, die als Be- keiligtc verdächtig erschienen, wurden alle wieder entlassen, nachdem sie ihr Alibi nachgewiesen hatten.— franhrdcb. Der Senat gegen die Berstaatlichnng der Westbahu. Paris, 5. Juni.M£l� der bloßen Opportunität" sei, um hinterher plötzlich zu behaupten, daß die Verstaatlichung der Westbahn, ob man nun wolle oder nicht, der erste Akt der allgemeinen Ver- staatlichung gemäß den, sozialistischen Programm sei und schon darum abgelehnt werde» müst'e!— Unter den Erlvägmigen der Opportunität spielt der Hinweis auf die Sitten und Temperamente der versrtnedeiien Länder eine große Rolle: Die Bahnverstaatlichung, die sich in Deutschland bewährt habe, habe in Rußland und U n g a r n keine enniitigenden Resultate ergeben. Für„Patrioten" ist diese Berufung auf Länder wie Ruß- land und Ungarn recht merkwürdig. Ihr reiht sich daö Bekeimt, üs an. daß in la t ein i s ch e n Ländern die Ein», islvnng der Politik w die Verwaltung zu befürchten sei. Was ivird nun die Regierung tun? Clemenceau hat in der großen Debatte über die allgemeine Politik erklärt, er werde sich selbst in, Senat für die Annahme der Vorlage einsetzen und die Vertrauensfrage stelle».— Es ist nun keine Aussicht vor- Händen, die Senats», ehrbeit umzustimmen. Vcrmullich wird daher das Ministerinm. das für einen Konflikt mit dem Oberbaus keine genügend feste Mehrheit in der Deputierten- kamnier hat. die Angelegenheit auf die laug« Bank zu schieben trachten und der Senat selbst Ivird dabei gerne Hülfe leisten. Clemenceau aber hat keine andere Sorge mehr, als die Lcbcnssrist seines Regimes zn verläugecn— ein Leben, um deren»Villen er des Vthtna. Ol r ü n b* UreiSoivt.— Dänemark. kommunale Steuerreform in Kopenhagen. Der sozialdemokratische Bürgermeister Kopenhagens, Ge- nojsen I. Jensen, hat im Einverständnis mit dem gesamten Magistrat der Bürgcrrepräsentation Vorschläge zu einer großen Steuerreform vorgelegt, die, während sie die Steuereinnahmen der Stadt erhöht, allen Steuerzahlern mit weniger als 4500 Kronen Einkommen Steuerermäßigung bietet. Die Einkommensteuer, die bislang nach einem festen Satz von Li/z Proz. erhoben wird, soll in Zukunft nach einer steigenden Skala von% bis zu 5,6 Proz. bemessen werden. Stach dieser Reform wird man von 860 Kronen Einkommen statt 5 nur 4 Kronen, von 1600 statt 10 nur 7, von 1600 statt 30 nur 22 Krauen Steuer zu zahlen haben. Bei 4400 Kronen Einkommen wird die Steuer von 110 auf 109,40 Kronen herabgesetzt. Dann tritt eine allmähliche Steigerung ein, und zwar für die großen Einkonimen in dem Maße, daß von 100 000 Kronen statt 2500 4400 Kronen Steuer zu zahlen sind. Sodann ist für alle Steuerzahler bis zu 5000 Kronen Einkommen für jedes Kind unter 15 Jahren ein Abzug von 100 Kronen vorgesehen. Ein Faniilienvater mit 4 Kindern und 2000 Kronen Einkommen wird danach statt jetzt 45, nur 22 Kronen Steuer zahlen. Diese Steuererleichterung für Kinderversorgung wird im ganzep ungefähr 120 000 Kronen ausmachen. Gleichwohl wird die Reform der Stadt infolge der steigenden Skala Erhöhung der Einnahmen aus der Einkommensteuer um 230 000 Kronen jährlich bringen. Fiir Einkommen unter 800 Kronen wird eine frei- willig zu zahlende Steuer vorgeschlagen, und zwar niit Rücksicht auf die konimunale Wahlrechtsreform, die allen Steuerzahlern das Wahlrecht bringen soll. Neben der Einkommensteuerreform wird die Einführung einer konnnunalen Vermögenssteuer vorgeschlagen, die 420 000 Kronen einbringen würde, und schließlich eine Wertzuwachs st euer auf Grundstücke. Sie soll teils nach periodischen Schätzungen berechnet werden, teils dann, wenn Straßenbauten, Straßenbahnanlagcn und andere öffentliche Veranstaltungen den Wert der Grundstücke erhöht haben. Der Anteil der Kommune wird auf die Hälfte des Wertzuwachses berechnet und demgemäß die Steuer auf 2 Proz. des Wertzuwachses.— Hmenka. Gegen Haywood plädierte am Dienstag der Staatsanwalt Hawley. Er wollte zeigen, daß die Führer des Bergarbeitcrbundes einen„inneren Zirkel" bildeten und Verbrecher in ihre Dienste stellten, um eine Reihe Mordtaten gegen Feinde des Bundes auszuführen. Hawley sprach von einem„Handel in Menschenblut", in welchem der Mord gegen den Gouverneur Stcuuenberg(am 39. Dezember 1995) nur einen Fall unter vielen darstelle. Wie aus einem Herold-Tclcgramm hervorgeht, hat der Krön- zeuge der Anklagcbehörde, Mister Orchard, die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht getäuscht, sondern dreist und gottesfürchtig alles erzählt, was die Staaisanwaltschast von ihm erzählt haben lvollte. Das Telegramm lautet: New Aork, 6. Juni. Im Prozeß Haywood in Idaho erklärte der Hauptzcuge Orchard, er habe als Mitglied des Bergarbeiter- bundes vor acht Jahren gemeinsam mit tausend(!) anderen die Hüttenanlagen in Wardner(Idaho) in die Luft gesprengt, wobei es zwei Tote gegeben habe(und worauf spater der an- geblich von Haywood und Genossen ermordete Gouverneur Steunenbcrg BundeStruppcn requirierte). Orchard gajstfif,..srit. elf Jahren einen falschen Namen geführt zu haben. Er arbeitete später in Kolorado, wo ein großer Bcrgarbeiterstrcik ausbrach, den Haywood und Moyer leiteten. Orchard bezeugte weiter, Haywood habe ihn mehrfach zu Morden veranlaßt, einmal für 899 Dollar zu einem Dynamitfrevel in den Vindicator-Grubcn. Orchard gab die Erzdicbstähle zu. Ob die Geschworenen— zehn Farmer und Viehzüchter, ein GrundcigentumShändler und ein Zimmermann— in der zur Ver- urteilung hinreichenden Majorität dem ungeheuerlichen Schwindel Glauben schenken werden, das bleibt abzuwarten. Die Anklage- behörde hat auf alle Fälle eine Liste von 299 Zeugen eingereicht, doch glaubt man, daß kaum ein Drittel von ihnen vernommen werden wird.— Kommunales« Stadtvcrordnctcu-Vcrsammluna. 29. Sitzung vom Donnerstag, den 6. Juni, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung um ö'/a Uhr. Es haben zunächst Ersatzwahlen in mehrere Ausschüsse und Deputationen stattznfiuden, wo durch de» Tod der Stadtverordnete» Di n se0 i r den Arbeitern der st ä d t i s ch e n Straße nreinigung den besten Dien st. Stadtv. Goldschmidt: Der Vorredner hat jedenfalls durch seine Theorie den Kollegen Sonncnfeld zu seinen weitergehenden sozial- politischen Acußerungen provoziert. Wir haben stets die Löhne der städtischen Arbeiter zu verbessern gestrebt; aber es ist doch billig. zu sagen, alle Arbeiter sollten den Lohn der Vorarbeiter bekommen. Ein solches Gleichmachen nach oben ist unausführbar; dann könnten ja auch z. B. alle Lehrer das Gehalt der Rektoren oder gar des Schulratcs verlangen us'.v. Diese Gleichmacherei findet doch heute auch bei verständigen Sozialdemokraten keine Anerkennung mehr; ich empfehle Ihnen, den Aufsatz von Edmund Fischer in den„S 0 z i a l i st i s ch e n Monatsheften" zu lesen, der von dem A u f st e i g c�n eines Mittelstandes aus der Arbeiterschaft bandelt und von der Aufgabe, dieser Schicht bei solchem A ü f st c i g e n b c h ü l f l i ch zu sein. Stadtv. Sonnenfeld: Ich habe nicht gesagt, Herr Pfannkuch babe den Arbeitern die Intelligenz abgesprochen; er hat ihrem Charakter einen Vorwurf gemacht,- gegen den ich mich wenden mußte. Stadtv. Pfannkuch: Ich würde meiner ganzen Stellung inner- halb der Arbeiterbewegung ins Gesicht schlagen, wenn ich solchen Vorwurf den Arbeitern gemacht hätte. U n s c r e g a v ze p 0 l i ti sch c Tä t i g ke i t w urzelt in dem Vertrauen der Arbeiterschaft in ihre selb st- gewählte» Führer, und ich bin einer davon; auch mein er- biitertster Gegner wird mir die Dummheit nicht zutrauen, mir auf diese Weise selbst die Basis meiner Tätigkeit zu entziehen. Damit schließt die Diskussion. Abändcrungsanträge sind nicht gestellt; die Versammlung beschließt nach den Magistratsanträgen. Die Petition der S t c u c r c r h c b e r beantragt Stadtv. Goldschmidt dem Ausschuß zu nochmaliger Beratung zurückzugeben. Die Uebcrwcisung als Material genüge nicht. Die Steucrcrheber erfreuten sich anscheinend in der Versammlung wie beim Magistrat nicht besonderer Beliebtheit lHcsterkcik). Seit zehn Jahren Hütten sie keine eigentliche Gehaltsaufbesserung erfahren, obwohl heute ihre Beschäftigung eine dauernde und zu Zeiten sehr angestrengte, ihre Stellung eine überaus verantwortungsvolle sei. Man sollte > die Petition dem Magistrat zur Erwägung überweise» Obervurgermeilter Kirschner: Ich fürchte, mit einer anderen Behandlung der Petition der Steuererhebcr, als sie der Ausschuß vorschlägt, möchten Hoffnungen erregt werden, die sich nachher nicht erfüllen. Die Stcuererheber haben tatsächlich mehrfach Gehalts- erhöhungen, vor zwei Jahren noch eine solche von 100 M. erfahren. Der Magistrat behandelt diese Beanitenklassc mit demselben Wohl- wollen wie die anderen. Die Besoldung der Steuererheber ist eine angemessene. Ob ein Stcuererheber vom Publikum gern gesehen wird oder nicht— danach kann man sein Gehalt nicht bemessen. Daß sie besonders überlastet waren, davon kann ich »sich nicht überzeugen: alles in allem ist es allein gerechtfertigt, die Petition als Material zu überweisen. Stadtv. Ullstein(soz-.fortschr.) bedauert die vom Obcrbürgcr- Meister abgegebene dem Magistrat präjudiziercnde Erklärung. Die Steuererheber verdienten doch mehr Sympathie; sie seien mit Geldbriefträgern und Kassenboten durchaus nicht auf eine Stufe zu stellen. Im Ausschuste habe man ihr Anliegen und sie selbst mit Geringschätzung behandelt. Der Magistrat möge sie schon im nächsten Jahre mit einer Verbesserung bedenken. Stadtv. Goldschinidt: Die Stcuererheber schlagen uns ein- mütig vor, einen Ausschuß einzusetzen, der das ihnen obliegende Arbeitsmaß prüfen soll. Jedensalls können wir soweit gehen, ihre Petition dem Magistrat zur Erwägung zu überweisen. Von den Erklärungen des Oberbürgermeisters werden sie gewiß dankbar Notiz nehmen. Oberbürgermeister Kirschner: Ich habe nicht mit Gering- schätzung von den Steuererhebern gesprochen, wie Herr Ullstein meinte(Zurufes. Ich empfehle nur, die Petition nicht anders wie die anderen Petitionen zu behandeln. Stadtv. Ullstein stellt richtig, daß er nicht dem Oberbürger- mcister, sondern dem Ausschüsse nachsagte, er habe das Petitum der Steuererheber mit Geringschätzung behandelt. Der Antrag Goldschniidt wird abgelehnt; die Ausschußanträge, sodann die Vorlage im ganzen und die Resolution gelangen zur Annahme. Die Vorlage wegen Erwerbs eines Schulgrundstücks in der Tunckerstraße geht auf Antrag der Stadtverordneten I I a a c(N. L.s und SS a um a n n(Fr. Fr.) an einen Ausschutz. Die Vorlage wegen Verkaufs des R e st g r u n d st ü ck s des Aiidreasrealghmnasiums. Koppcnstratze 75, wird angenommen. ebenso die Vorlage betr. den Erwerb eines Grundstücks in Hohen- schönhausen zur Einlegung von Kanalisationsdruckröhren, und end- lich die Vorlage wegen Abänderung von Fluchtlinien von neu projektierten Straßen aus dem Gelände zu beiden Seiten der Koloniestratze zwischen der Cbristianiastraße und der Wcichbildgrenze mit Reinickendorf und Pankow. Schluß nach 8 Ilhr. GeWerk scdaftUdw. „Christliche" Heucheleis Am 2. I n n i fand im Saale des Herrn GentznMoyenvre euie öffentliche Bergarbeiterversammlung statt, in welcher Genosse H a n s m a n n aus Bochum referierte. Zur Diskussion sprachen dann Genosse W i ß m a n n und der„christliche" Agitator Anstreicher- Meister R a ch. Letzterer konnte es nicht übers Herz bringen, den Altverbändlern darüber Vorwürfe zu machen, daß aus Luxemburg Erz geliefert werde. Die Genossen Witzmann, Hansmann und Waldheckcr konnten nachweisen, daß Genosse T h i l m a n y in jeder Hinsicht seine Schuldigkeit getan hat, und wenn heute noch Erz aus Luxemburg nach Lothringen kommt, dies nicht die Schuld der frciorganisierten Bergarbeiter ist, sondern diejenige der Gesinnungs- genossen von Roch, Jmbusch usw. Dies beweist das Verbands- organ des luxemburgischen katholischen Volksvereins, das„Luxemburger Volk", ein echt„christliches" Blättchen. Dasselbe bringt in seiner Nr. 22 vom 1. Juni unter der Ilebcrschrift„Sozialistische Hetzer" nebst anderen Angriffen auf Genossen Thilmany folgende Ausführungen, welche so recht die„christliche Arbeitcrfreundlichkcit" beleuchten. Es heifst da: anderen Landern zeigen, dag die immer mehr um sich greifende . ItrMitte in�deq.MistW Fsifen.zi; sjvex,Sv!eUunsitde�geips>ideu, rst.- Trotzdem haben chjr sn- uuserrm-Lande einigt Sozialiste». boren Hauptaufgabe iin Hetzen liegt. Der größte Hetzapostel ist unter ihnen Genosse Thilmany. Der gute Mann wird von den deutschen Genossen init einem nicht zu verachtenden Gehalte bezahlt. Beim Streik ist es Nebensache, ob die Arbeiter eben» falls etwas haben für sich, für Frau und Kind, odxr ob sie, wie es den streikeudeu Italienern der Hütte Metz n. Co. ergangen ist, einfach auf die Straße geworfen werden. Thilmanys Gehalt wird in letzterem Falle keineswegs beinträchtigt. Darum sehen wir auch, wie ihm jede Gelegenheit gut genug ist, um die Ar- beiter in unserer Mincttegegcnd aufzuhetzen. Die elsatz- lothringischen Arbeiter sind in diesem Augenblicke wegen einer ausschließlich in Lothringen aktuellen Angelegenheit in den Ausstand getreten. Flugs erlätzt der luxemburgische Obergenosse folgenden Aufruf:„Die Erzbcrgmänncr im lothringischen Erz» gebiete streiken wegen des Knappschaftswesens noch immer. Der Ausstand hat in letzter Zeit an Ausdehnung gewonnen. Aus Luxemburg wird, wie uns gemeldet, Minette nach dem Streik- gebiete verladen. Bergmänner Luxemburgs! Ihr dürft nicht Streikbrecher werden und solchen Minette dorthin verladen, sondern seid mit euren lothringischen Brüdern solidarisch, indem ihr nicht Minette brecht noch verladet, die für das lothringische Streikgcbict bestimmt ist." Nicht genug damit. Thilmany hält auch Konferenzen, in denen er mit dröhnendem Phrasenschwall aufhetzt und die luxemburgischen Arbeiter ermahnt, sich mit den Streikenden in Lothringen solidarisch zu erklären. Endlich wird in sämtlichen deutschen Zeitungen die Nachricht verbreitet, die luxemburgischen Arbeiter seien solidarisch mit den Lothringern und würden ebenfalls in den Ausstand treten. So hätten die Führer der Sozialdemokratie in Luxemburg beschlossen. Es ist dies eine Irreführung der öffentlichen Meinung und eine Auf- Hetzerei, die wirklich unqualifizierbar sind. � Glücklicherweise haben die Ardcitcr erkannt, auf welcher Seite ihre Interessen energisch zwar, aber mit Verstand, ohne Haß und ohne Hätz vertreten werden. Darum haben sie sich von dem Hetzapostel losgesagt und suchen in den katholischen Arbeitervereinen ihre wirklichen Interessen zu wahren und zu vertreten." So das Bruderblättchen der„christlichen" Gcwerkvercine. In Ven Versammlungen in Lothringen erklären tagtäglich die„christ- lichen" Führer, daß es eine Schande sei, daß die Luxemburger Arbeiter Erz liefern, dadurch werde der Streik in die Länge gc- zogen, und der alte Verband, der durch seine Verbindungen Ein- flutz in Luxemburg habe, müsse für Abänderung Sorge tragen, sonst falle die Schuld mit auf ihn. Solche Heuchelei kann kaum noch übertroffcn werden._ Berlin und Umgegend. Achtung! Die Sperre über die Deutsche Buffalo-Bootswerft in Stralau ist aufgehoben: über die Bootswerft W. Deutsch bleibt dieselbe bestehen. Verein zur Wahrung der Interessen der Schiff- und Bootsbaucr. Stralau-Rummclsburg. lrasten nicht meyr so groß ist, durchsetzen zu können. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin. Die Ortsverwaltun� Berichtigung. Zu unserer Notiz„Die Kaiserliche Post als Konkurrent im Bauklempnergewerbe", teilt uns Herr Emil Libau, Stcglitzerstr. 36, mit, datz die in diesem Hause unter der ein- getragenen Firma Zahn betriebene Drogerie sein Eigentum ist und er selbst mit den dort ausgeführten Arbeiten nichts zu tun habe. OeutTches Reich. Entwickelung und Erfolge des Fabrikarbeiterverbandes im Jahre 1306. Das Jahr 1006 zeigt gerade in diesem Verbände ein Bild glänzender EntWickelung, das sich besonders in der Finanzgebarung ausprägt. Kann der Verband doch im Jahre 1906 allein mehr Einnahmen und Ausgaben verzeichnen, als in den 15 Jahren seit! folgendes Inserat: Sulitjelma errungen. Man bezeichnete diese Betriebe der elenden Verhältnisse wegen bisher als die„Lappländische Hölle". Nun ist dort ein Tarifverlrag zu stände gekoinmen, der die Lohn- und Arbeitsverhältnisse von 2000 Arbeitern annehmbar regelt. Ein Streik der Buchdrucker ist in der Druckerei des Blattes„ M o r g e n p o st e u" in Kristiania ausgebrochen. weil man hier danach trachtet, systematisch die organisierten Arbeitskräfte durch nnorganisierle zu ersetzen. Die Prinzipalsvereinigung ver- sucht nun, die Streikenden im ganzen Lande von der Arbeil aus- zuschließen._ Ei»„christlicher" Kartellpriisident als Strcikbrcchervcrmittler. In Hochdorf haben sämtliche Metallarbeiter gekündigt und da die Meister nicht bewilligen wollten, begann der Streik mit Montag den 3. Juni. Nun veröffentlicht der„Arbeiter", das Organ des Zentralverbandes„christlicher" Arbeiterorganisationen in der Schweiz, seiner Gründung(1890) zusammengenommen. Betrug doch in diesen 15 Jahren die Gesamteinnahme I 616 136 M., die des Jahres 1906 allein aber 1 755 649 M., die Ausgaben jedoch 1 621 078 M. gegen 1331 127 M. in 15 Jahren. Die Mitgliedcrzahl stieg aus 123 215 im Jahre 1906, was eine Zunahme von 77 682 oder 170 Proz. in den letzten drei Jahren bedeutet. In dem gleichen Zeitraum stieg die Zahl der weiblichen Mitglieder um 106 Proz., nämlich von 6062 auf II 824. Auch die Einnahme allein aus Eintrittsgeldern und Beiträgen war gegen das Vorjahr»m 739 419 M. gestiegen. An Unterstützungen wurden 1906 insgesamt 1 106 729 M. ausgezahlt. Der Kassenbestand war am 1. Januar 1907 in der Hauptkasse um 131 562 M. höher als im Voxjabr. Diese Zunahme ist zwar nicht besonders groß, erklärt sich aber daraus, datz das Jahr 1906 ein an Kämpfen besonders reiches Jahr war. Wurden doch Lohnbewegungen ohne Streiks in 102 Orten, 356 Betrieben, die 55 693 Arbeiter beschäftigten, geführt. Von den 32 742 Arbeitern und Arbeiterinnen, die an den Lohnbewegungen teilnahmen, waren jedoch nur 2t 398 gewerkschaftlich organisiert. Diese Bewegungen hatten als Erfolg zu verzeichnen: für 5162 Be- tciligte 22 116 Stunden Arbeitszeitverkürzung pro Woche, für 20 972 Beteiligte eine Lohnerhöhung von 85 831 M. pro Woche oder pro Person durchschnittlich 1,80 M. Außerdem wurden noch 48 Tarifverträge mit 83 Betrieben vereinbart, die für 6596 Personen das Arbeitsverhältnis regeln. Diese Lohnbewegungen kosteten dem Verbände nur 1202 M.. Ein weit lebhafteres Bild der Kampfes- tätigkeit und Erfolge des Verbandes im Jahre 1906 zeigen die Streiks und Aussperrungen. An III Streiks in 126 Orten und 402 Betrieben führte der Verband 10 586 männliche und 748 weibliche Personen in den Streiklisten, wovon beim Streik- beginn 76 Proz. männliche und 77 Proz. weibliche Personen organi- siert waren, sechs Monate vor dem Streik aber nur 41 und 20 Proz. 49 Streiks endeten mit vollem, 34 mit teilwcisem und 28 ohne Er- Lohnerhöhung folg. Erreicht wurde für 6387 Bctciligre 11 962 M pro Woche, für 2786 Zuschlag für lleberstunden und für 2408 einen Zuschlag für Sonntagsarbeit. Für 2232 wurden 9295 Stunden Ein Erfolg der Seeleute. Aus Rotterdam wird berichtet: Die Arbeitszeitverkürzung pro Woche erkämpft. Bon 33 Abwehrstreiks, Dampferlinie Rotterdam— London hat für ihre dem Import und die 183 220 M. kosteten, hatten 17 den gehofften Erfolg nicht. Die! Export dienenden Schiffe die von dem Verband der Seeleute auf 23 Aussperrungen im Jahre 1906, woran 4134 Mitglieder beteiligt gestellten Forderungen zugcstandem Die Mitglieder des Verbandes „3 Metallarbeiter, 3 Schleifer und 3 Former per soforl gesucht. Dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn! Sich wenden an Alois Rast, Kartell Präsident, Hoch- dorf."_ Der ScennninSstreik in Rotterdam. Wie schon der Telegraph berichtete, ist auch in Rotterdam ein allgemeiner Streik der Seeleute ausgebrochen, der sich jedoch nicht auf die Holland-Amerika-Linie und den Roiterdamer Lloyd erstreckt, mit denen befriedigende Arbeitsverträge von der Roticrdamcr Ab- teilung des Niederländischen SeeinannSvcrbandcs abgeschlossen worden sind, und ebenfalls nicht auf die Batavia-Liuie, über die die Ent- scheidimg der Seeleute noch aussteht. Forderungen haben die See« lcute bereits im Juni vorigen Jahres an den Niederländischen Reedcreiverein gestellt. Sie verlangen Erhöhung der MonatSlöhne um 5 Gulden, für die Matrosen 41 Gulden, für die Heizer 45 Gulden; ferner für das Deckpersonal am Lande die zivölfstündige Arbeits- zeit, auf See die zehnstündige, für die Heizer die zehn- und acht« stündige Arbeitszeit,- dazu Bezahlung der lleberstunden mit 25 Cent. Der Streik, der in der ersten Zeit nur einzelne Schiffe betrifft, dehnt sich nach und nach immer mehr aus. Ein großer Teil der Seeleute hat vierzehntägige Kündigung und mutz diese Frist inne- halten. Der Streik wird von den Seeleuten mit ebensoviel Ruhe wie Entschlossenheit durchgeführt. Ei» Gerücht besagt, daß der Streik auch nach Amsterdam über- greifen werde. Wie„Het Volk" erfährt, liegt jedoch nicht die Absicht vor, hier in einen Solidaritätsstreik einzutreten. Die Seeleute in Amsterdam haben jedoch beschlossen, an die Reeder der allgemeinen Frochtschiffahrl das Ersuche» zu richten, gewisse Abmachungen, die jetzt nur mündlich getroffen werden, schriftlich in den Arbeitsverträgen festzulegen._ waren, verursachten 302 349 M. Ausgaben. 10 Aussperrungen verliefen erfolglos, 3 hatten vollen und 8 teilweise» Erfolg für die Arbeiter. Die Gesamtkosten der LoHnkämpfe des Verbandes belaufen sich auf 743 820 M._ dürfen sich nunmehr auf diesen Schiffen anmustern lassen- Zum Streik der Seeleute. Die Situation hat sich in den letzten Tagen nur insofern geändert, datz mit jedem in Hamburg einlaufenden Schiff die Zahl der Streikenden größer wird. Obwohl ein ganzes Heer von Werbeagenten hinausgcsandt worden ist nach aller Herren Länder, ist der Zuzug von Streikbrechern ein ganz minimaler. Wie wir schon wiederholt berichtet haben, ist man in der Besatzung der Schiffe nicht wühlerisch. Hat man keine Seeleute, so schickt mau Gesindel aller Art, von dem viele das Licht der Oefscntlichkeit zu scheuen haben, auf die Schiffe, und die Schiffsoffiziere können seken-, wie fie damit fertig werden. Wie bei der Aussperrung der Schaucrleute, wird auch jetzt seitens der den Reedern stets dienst- Willigen Behörden gegen die streikenden Seelente vorgegangen. damit diese ja nicht mit dem internationalen Strcikbrechergcsindcl in Berührung kommen. Die besseren Elemente unter den ange- wordenen Leuten, so namentlich die holländischer Zunge, haben nach erhaltener Information Hamburg den Rücken gekehrt. In der, hasten. am Dienstagabend stattgehabten Versammlung der Streikenden wurde der Verbandslcitnng volles Vertrauen ausgesprochen und aufs schärfste die Frivolität verurteilt,„mit der Reeder und Schiffs- lcitungen jetzt in jeder Beziehung Recht und Gesetz mit Füßen treten." Protestiert wurde gegen die von den Behörden und ihren Organen ergriffene Parteinahme für die Reeder und gegen die streikenden Seeleute._ Aussperrung in Lodz. Den Lodzer Fabrikanten ist es nicht genug, datz sie durch die letzte Aussperrung den Widerstand der Arbeiterschaft zu brechen vermochten. Sie wollen jetzt die Aussperrung wieder aufnehmen. um an den Arbeitern sattsam Rache zu nehmen. Die Ermordung des Direktors der Fabrik von Poznansky, Rosental, die von einem Unbekannten verübt worden ist, soll nun dadurch beantwortet werden, datz 40 000 unschuldige Personen dein Hunger und der Not preis- gegeben werden. Wenn der Mörder auch zu den Arbeitern gehören sollte, bedarf es ja der unglaublichsten Grausamkeit, um Tausende für das Verbrechen eines Einzelnen büßen zu lassen. Doch was kümmert das den Verband der Fabrikanten? Laut des Verbands» statuts kann die Vcrübung eines terroristischen Anschlages auf eine beiter auf 2 bis 6 Wochen auszusperren". Welche Komplikationen beiter aus 2 bis 6 Wochen auszusperren." Welche Komplikationen die Durchführung dieses Planes nach sich ziehen kann ist daraus ersichtlich, datz sich eine Deputation der verbündeten Fabrikdirektoren nach SSerlin begeben hat, um bei der Verbandsleitung darum nach- zusuckien, sich dieser strengen Maßnahme bis auf weiteres zu ent» Achtung! Maß- und Konfektionsschneiderl Wie an anderer Stelle dieses Blattes zu ersehen ist, haben wir----.. wegen fortgesetzter Maßregelung unserer Kollegen über die Firma die Lohnkäinpse jetzt 4000 Arbeiter umfassen. Zur Metallarbeiter-Anssperrung im Maingebiet. Die Verhandlungen zwischen den Kommissionen der Arbeiter und Unternehmer in Offenbach ziebcn sich immer weiter hinaus. Zu der Hauptforderung der Arbeiterschaft: neunstündige Arbeitszeit, wurde von den Unternehmern die Erklärung abgegeben, datz sie diese Forderung ablehnen. Dafür soll vom 1. Oktober 1907 ab in den Offenbacher Betrieben die 9� stündige tägliche oder die 57 stündige wöchentliche Arbeitszeit eingeführt werden.— Dazu mutz bemerkt werden, daß in den meisten Betrieben ds Bezirks Frankfurt a. M.-Offenbach die 9'ch stündige oder gar eine kürzere Arbeitszeit schon eingeführt ist. Bei den Ausgesperrten in Frankfurt a. M. herrscht Kampfes- stimmung. In den Lahmeyerwerken haben die Nichtausgesperrten chic Arbeit niedergelegt. Nur ein paar Dutzend Halbinvalidcn usw. blieben von den 2200 Mann in dcx Fabrik. Bei den Adlerfahrrad- werken vorm. Hch. Klcyer kam es am Freitag ebenfalls zur voll- st ändigen Arbeitsniederlegung. Von der Organisation wurden beim Beginn der Aussperrung nur einzelne Abteilungen durch Arbeitsniederlegung lahm gelegt. Die Direktion wurde nun gewahr, datz auch in den anderen Abteilungen die Arbeiter heraus- gezogen werden sollten. Dem wollte sie vorbeugen und ließ eine Abstimmung über allgemeine Niedcrlegung der Arbeit am nächsten Freitag vornehmen. Die Direktion der Adlerwerke hoffte wohl, da sie bei der Aussperrung sorgfältig die Organisierten heraus- gesucht hatte, datz eine geringe Majorität weiter arbeiten will. In dem Anschlag hieß es:„Die Stimmenmehrheit entscheidet und hat sich die Minderheit unterzuordnen." Das Resultat der Abstimmung war für die Direktion überraschend. Für Arbeitsniederlegung stimmten 565. dagegen 413 Arbeiter. So wird nun vom Freitag ab auch in den Adlcrwerken die Arbeit vollständig ruhea, Streik der Maler in Hagen. Da die Arbeitgeber sich weigern, den in Essen vor dem Einigungsamt abgeschlossenen Tarif für Rheinland und Westfalen anzuerkennen, beschlossen die Maler und Anstrcichergehülfen gegen zwei Stimmen sofort die Arbeit einzustellen. Zuzug ist streng fernzuhalten. Ausland. Gewerkschaftliche Kämpfe und Erfolge i» Norwegen. Die großen Lohnkämpfe in der norwegischen Papier- und Zelluloseindustrie dehnen sich immer weiter aus. Die vor acht Tagen angekündigte Aussperrung der Borrcgaards- und Hafslunds-Sulfitfabriken ist nun durchgeführt und erstreckt sich auf 2500 Arbeiter. Im ganzen werden jnnn or-t.:.,.. Verhandlungen mit Explosion. Offcnbach a. M., 6. Juni(B. H.) Wie das„Offenbacher Abendblatt" meldet, explodierte gesirrn auf den Farbwerken Mühl- heim ein Oelfiltrierkessel, wobei ein Arbeiter seinen Tod fand. Das Gebäude wurde zerstört, in der Umgegend wurden Dächer abgedeckt, Fenster zertrümmert und Wände beschädigt. Verlebtes Ehrgefühl. Budapest, 6. Juni(B. H.) Ter Journalist Bekessy hat sich heute Vormittag aus Gram darüber, daß ein hiesiges Blatt ihn des Plagiats beschuldigt hatte, eine Kugel in die Brust geschossen. In sterbendem Zustande wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Folgenschwerer Teckeneiusturz. Brüssel, 6. Juni.(B. H.) Als heute nachmittag in Londcrzoll an einem Neubau dir Belastungsprobe vorgenommen werden sollte, stürzte eine Tccke ein, und begrub acht Arbeiter unter sich. Nach angestrengten Bemühungen ist es gelungen, drei Arbeiter aus den Trümmern hervorzuholen. Einer war bereits tot, die beiden andercu sind schwer verlebt. Man vermutet, daß auch die fünf übrigem Arbeiter bereits tot sind. verantlv. Redaiteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verämw�rtz. Glocke, Berti«. Druck U.Verlag: VorwällZBuchdr.u.Berlag»anD,gPaul fordere Sie deshalb auf, innerhalb 24 Stunden die Konventionalstrafe von 30 M. mir einzusenden, widrigenfalls ich das Geld durch die Gemeindebehörde eintreiben lasse. Achtungsvoll Liebing, Obermeister. Der mit dem' oberineisterlichen Strafbefehl Bedachte wendet dagegen ein, er könne doch nicht jeden einzelnen Kunden, der zu ihm kommt, fragen, von wem derselbe vordem seine Backware gekauft hat. Der Kunde würde auf eine solche Frage wohl erwidern, ob denn der Fragesteller verrückt sei. Die Herren Bnnmgärlel und Braun hätten doch jeden von ihnen abgehenden Knuden ein Er- kennungszeichen anheften sollen, denn an der Nasenspitze könne man keinem Kunden ansehen, wo er früher gekauft habe. Die Antwort ist gewiss treffend, sie wird aber den Obermeister nicht belehren. Allen, die durch oberineisterliche Strafmandate betroffen sind, ist zu raten, die Strafe nicht ruhig hinzunehmen, sondern eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Die Straf- Verfügungen Ivegen Aushang deS Plakats, wegen Annahme von Kunden usw. haben keine gesetzliche Grundlage.— Das Vorgehen der JnmmgSvorstände sollte den Bäckermeistern der Vororte übrigens zeigen, dass die Meister sich durch die Schaffung der Zwangsinnung eine Rute gebunden haben, mit der sie jetzt gezüchtigt werden. Sie können diesen Fehler aber gut machen, wenn sie die Aufhebung der. Zwangsinnung beschliessen und sich dadurch von obermeisterlichen Machtgelüsten freimachen. »» » Wie das Hefesyndikat arbeitet, dafür liegt»nZ in einer eingegangenen Berichtigung ein neuer Beweis vor. Der vom Syndikat boykottierte Herr Reschke schreibt: „Es ist richtig, dass ich»in Anstellung von Presshefe zum Wiederverkauf bat und eine Wäsckie- und Wollwarenhandlung in der Äöpenickerstrasse betreibe; es ist aber»ickit richtig. dass ich »ur vorgeschobene Person eines Dritten bin und dieser Dritte ein Herr Otto Kubin. Berlin, Alexanderstr. 22, wäre. Dieie Behauptung weise ich ganz entschieden als erfunden zurück nnd erkläre hiermit ausdrücklich. dass ich mich zu derartigen Sachen nicht gebrauchen lasse und dass ich. genannten Herrn Kubin über- Haupt gar nicht bis zum genannten Tage kannte, erst einige Tage nach dem Versand des Zirkulars vom 26. April 1907 suchte Herr Kubin mein Geschäft auf und machte mich auf das Zirkular aufmerksam, wobei wir uns zum erstenmal sahen. Herm. Reschke, SO. 88, Köpenickerstr. 25." Demnach scheinen die Leute vom Syndikat in Aufstellung von Beschimpfungen, die ihren Zwecken dienlich erschein�», gerade nicht sehr engherzig zu sein. �# Ans Anlass des Bäckerstreiks schreibt inan uns: Daö rückständige Verhallen der Bäckermeister, da? sich bei dem augenblicklichen Bäckerstreik lvieder in seiner ganzen Glorie zeigt, muss die Arbeiterschaft mehr»rit dem Gedanken an die Gründung einer eigenen grossen Bäckerei, Ivie solche bereits in ver- schiedeneu Städten Deutschlands und deS Auslandes blühen, vertraut machen. Das Bestehen einer bedeutenden Arbeiterbäckerei hätte für die Bäckereiarbeiter und für die Konsiimente» ganz bedeutende Vor- teile. Man vergegenivärtige sich nur, welche enormen Mengen Backwaren von den Arbeiterfamilien Berlins und seiner Vororte täglich gebraucht werden. Diese Unmengen könnten natürlich in einer von Arbeitern geleiteten Riesenbäckerei billiger und besser her- gestellt tverden, wie das augenblicklich von den vielen Kleinbetrieben geschieht. Die Arbeiter bekämen also ein möglichst billiges nnd schmackhaftes Brot und erhielten einen eventuell erzielten Gelvinn des Unternehmens,»ach Massgabe des jährlichen Verbrauchs, zurück- vergütet. Ein solches Unternehmen müsste allerdings die vollkommensten hygienischen Einrichtnugen haben. Natürlich würden in einem solchen Arveiterimternchinen mustergültige Arbeitsbedingungen geschaffen werden, und diese niüssten unbedingt einen guten Einfluss auf daS ganze Bäckergewerbe ausüben._ Reichstag und Streits der Seeleute. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Man kann ruhig behaupten, dass der gegenwärtig in fast allen Hafenstädten tobende Streik der Seeleute zum Teil eine Folge der sozialpolitischen Nückständigkeit der vergangenen Reichstage ist. Damit soll durchaus nicht gesagt sein, dass wir der jetzigen Reichs- tagsmehrhcit ein grösseres sozialpolitisches Wollen und Voll- bringen zutrauen. Im Gegenteil, weil die Arbeiter erkannt haben, dass der gegenwärtige Reichstag sich seinen Vorgängern in bezug auf sozialpolitische Rückständigkeit ebenbürtig an die Seite stellen wird, deshalb griffen sie zu dem Mittel der Selbsthülfe. Ab- gesehen von Hamburg, wo während des vorjährigen Streiks die Heuern um 5 M., einer Forderung des Seemannsverbandes eist- sprechend, erhöht wurden, ist jetzt in allen übrigen in die Be- wegung einbegriffenen Hafenstädten eine Heuererhöhung all- gemein gefordert. Ausserdem wird gefordert die Erhöhung des Ueberstundenlohncs auf 50 Pf. und die vertragliche Festlegung dieses Ueberstundenlohnes und der Heuern, sowie eine bessere Rege- lang des Beköstigungswesens. Dass der Streik zu einem guten Teile eine Folge der sozial- politischen Rückständigkeit der Reichstage ist, ergibt sich daraus, dass die Frage der Regelung der Arbeitszeit, sowohl auf See als auch im Hafen, bei dem gegenwärtigen Kampfe eine ganz be- deutende Rolle spielt. Um diese Regelung der Arbeitszeit sind im Jahre 1902 im Reichstage bei der Beratung der neuen See- mannsordnung heisse Kämpfe geführt worden. Der Seemanns- verband hatte sehr wichtiges und einschlägiges Material zusammen» getragen. Von der grossen Zahl von Anträgen, welche der See- mannsverband ausgearbeitet hatte und welche von der sozialdenio- kratischen Fraktion eingebracht und verfochten wurden, betrafen auch verschiedene die Regelung der Arbestszeit. Aber unter der Leitung des damaligen(„liberalen") Abgeordneten für Bremen, Dr. Frese, lehnte die bürgerliche Mehrheit diese Anträge ab, und so ist der Wirrwarr entstanden, welcher seit dem Inkrafttreten der neuen Seeniannsordnung besteht. Diesen Wirrwarr wollte der Seemannsvcrband durch den den Reedern unterbreiteten Tarif beseitigen, und es ist bezeichnend für die Demagogie, speziell des Hamburger Reedertums, daß es bisher in seinen Streik- erklärungen gerade über diesen Punkt unserer Forderungen fast gar nichts hat verlautbaren lassen. Vollständig ignoriert wird dieForderung, die der umstrittene Tarif enthält, nach welcher der See- leutcn die innerhalb 24 Stunden(also eines TageS) über 16 bezw. in den Tropen über 8 Stunden geleistete Arbeitszeit als Ucbcr» stunden vergütet werden soll. Am 4. April d. I. haben die Reeder allerdings in ihrem Antwortschreiben an das Streikbureau erklärt, dass ihnen von Be- schwerden der Seeleute nichts bekannt sei. Entweder haben sie sich, bevor sie diese Antwort erteilten, von ihren Angestellten nicht genügend informieren lassen, oder aber sie mühten sich eines merkwürdig kurzen Gedächtniffes erfreuen, denn seit dem Jnkraft- treten der jetzigen Seemannsordnung sind gegen fast alle Hain- burger Reedereien unzählbare Klagen bei den Gerichten wegen Nichtbezahlung geleisteter Ucberstunden angestrengt worden! Tie Herren niüssten wissen, dast Seeleute unter gnnz normalen Ber- hältnisscn ihnen eine tägliche Arbeitszeit von 14 bis 18 Stunden geleistet haben nnd dann doch troli Inanspruchnahme der Gerichte keinen Pfennig für die betreffenden Ueberstunde» erhalten haben. Dass die Reeder und ihre Pressgehülfen gerade diesen Punkt so vollständig totschweigen, das ist für uns ein Beweis dafür, dass sie in dieser Richtung keine Konzessionen machen wollen; lediglich wegen dieser Forderung sträuben sie sich gegen Verhandlungen mit der Leitung des Seemannsverbandes. Die Reeder wollen sich das„Recht" nicht nehmen lassen, den Seemann bis zur Bewusstlosigkeit auszunutzen, ohne ihm auch nur einnial die Ueberstunden bezahlen zu müssen. Und das schlimmste ist, dass dieses„Recht" in unserem geordneten„Rechtsstaat" durch Gerichtsurteile sanktioniert worden ist, was jeder vernünftige Mensch natürlich für unmöglich hält, aber dennoch wahr ist. Der Seemann hat zu.jeder. Zeit, wo und wenn es von ihm verlangt wird, ob bei Tag oder bei Nacht, ob Sonntag oder Wochentag, ob während seiner Wache oder während seiner Freizeit, zur Verfügung zu stehen und darf nicht danach fragen, ob er für geleistete Ueber- stunden bezahlt bekommt oder nicht. So will es das„Recht" unseres modernen Rechtsstaates von„Rechts wegen". Dass in dieser Be» ziehung die Leitung des Seemannsverbandes Remedur schaffen will, das ist es, was ihr von den„humanen" Grosskapitalisten in der Seeschiffahrt als Verbrechen angerechnet wird. Es ist nichts als die blasse Furcht vor der Wucht der Tatsachen, wenn das Reedertum erklärt, dass es mit der heutigen Verbandsleitung nicht verhandeln könne. Das Reedertum weiss, dass es bei eventuellen � Verhandlungen an dem Pranger steht. Je länger sich die Reede? aber gegen Verhandlungen mit der Verbandsleitung sträuben um so bitterer wird es dann für sie sein, wenn sie eines Tage! dennoch durch die Macht der Verhältnisse dazu gezwungen werden. Das Verhandeln von Organisation zu Organisation ist dauernd nicht zu umgehen. Dass die Reeder gegenwärtig ganz gewaltig in der Klemme sitzen, beweisen die Mittel, welche von ihnen und ihren Trabanten benutzt werden, um die Arbeiter niederzuzwingen.nan sie als die größte und riickiichtsloseste Ncvolntioiiärin bezeichnet. Mit Hnlse ihrer Hohen Gönnerinnen, der Wisirnschaft und der Technik, hat ste, bis aus einige hausindustrielle Verrichtnngcn, jede Konkurrenz glattweg aus dem Felde geschlagen... Mit allen tradilioiiellen Arbeitsmethoden hat sie pietätlos ge- brochc» und so manches zunflineifterliche Leben aus ihr robustes Gewissen geladen.. Mit louvcräncr Verachtung blickt die allmachtige Dame von ihrem stolzen Besitztum auf. die einsältigen Illusionisten herab, die sie im Brustton der llebcrzcngnng sür die Dienerin des Menschen erklären.„.... Sie ist die Herrscherin und der arbeitende Mensch nur ihr«llave, der sich ihr unlerzuordneu und sie zu bediene» hat. Besonders in Gemeinschaft mit ihrer jüngsten Schwester, der Elektrizität, nebenbei gesagt, ihrer Lieblingsschwester, ist sie„im- Widerstehlich". Zur Illustration sei folgender Dialog, der kürzlich zwischen einem Lederwarenfabrikanten und einer Stepperin gepflogen wurde. wiedergegeben: Fabrikant:„Wieviel Lohn verlangen Sie?" Stepperin:„Ich hatte zuletzt 2V Mark pro Woche I" Fabrikant(auffahrend):„20 Mark, für ein Mädchen? Kaum glaublich I" Stepperin:„Nun, gute Leistungen müssen doch entsprechend be- zahlt werden!" Fabrikant:„Aber doch nicht mit 20 Mark! Meine übrigen Stepperinnen erhalten 10— 12 Mark I" Stepperin:„Dafür setze ich mich nicht 9 Stunden täglich an die Maschine!" Fabrikant, überlegen lächelnd:„Meine Maschinen werden alle elektrisch getrieben!" Slepperin, gelassen:„Und wenn auch I Die Arbeit macht sie aber doch nicht allein!" Fabrikant, sich ereifernd:„Sie brauchen aber doch nicht zu trete», bloß dranhalien. Sie brauchen bloß dranzuhalten!" Stepperin:„Daß die Maschine von selbst geht, davon werde ich doch nicht satt!" Fabrikant, die gespreizten Finger abwehrend ausstreckend: „Gehen Sie raus, raus, Sie sind wohl im Verband? Solche Leute will ich in meinem Betrieb überhaupt nicht haben. Verrückt! Zwanzig Mmck für dranhalien, weiter nichts wie dranzuhalten I" Versammlungen— Veranstaltungen. Köpenick. Sonntag, den 9. Juni: Kaffeepartie nach Pönisch, Hirsch. garlen-Wilhelmshof. Treffpunkt: Henplatz, Bahnhofstraße. Ab- marsch IVs Uhr.' Schöncbcrg. Montag, den 19. Juni, bei Obst, Martin Lutherstraße: Unterhltungsabend. Die Mitglieder werden gebeten, zwecks Re- Vision die Bibliotheksbücher abzugeben. Grojj-Lichterfelde und Umgegend. Montag, den 10. Juni, Uhr, in Groß- Lichterfelde. Chaussecstr. 104 bei Reisen. Vortrag, Frau Tölle. Charlottcuburg. Mittwoch, den 17. Juli. S'/a Uhr, im Volkshause, Rosiiienstr. 3, Vortrag, Herr Kurl Heinig:„Bildung und Ar- beitcrin". Versammlungen. Der Holzarbeitcrvcrband hielt am Mittwoch eine Vertrauens- männerversammlung ab. Zur Erörterung stand die Frage, welche Aufgaben dem Verband jetzt, nach der beendeten Aussperrung, erwachsen. Der Referent Glocke warf einen Rückblick auf den Verlauf der Aussperrung. Die Ortsverwaltung sei einmütig der Meinung, wenn durch de" Kampf auch nicht alles erreicht wurde, was zu wünschen war, so könne man doch mit dem Ausgang des Kampfes zufrieden sein. Unter den ungünstigsten Verhältnissen seien die Arbeiter in den Kampf gedrängt worden und doch haben die Unternehmer nicht erreicht, was sie durch die Aussperrung er- reichen wollten. Der Verband habe den Ansturm der Unternehmer zurückgeschlagen und das werde auch zurückwirken auf die Kämpfe, welche jetzt von anderen Gewerkschaften geführt werden. Der Ausgang des Kampfes der Holzarbeiter habe gezeigt, daß es eine vergebliche Hoffnung der bürgerlichen Gesellschaft sei, wenn sie meint, jetzt könne die Arbeiterbewegung niedergeritten werden.— Gegenwärtig sei die Konjunktur in der Holzindustrie so schlecht, wie es niemand erwartet habe. Die Zahl der Arbeitslosen sei verhältnismäßig groß. Infolgedessen habe der Verband auch in den letzten Wochen noch recht hohe Unterstützungssummen zahlen müssen. Angesichts dieser Situation frage es sich, was in der nächsten Zeit zu tun sei. In erster Linie handele es sich darum, daß die am Vertrage beteiligten Arbeitgeber veranlaßt werden, die vertragsmäßige Lohnerhöhung von 5 Proz. bis auf den letzten Pfennig zu zahlen. Dann sei auch besonders darauf zu achten, daß bei Einstellung von Arbeitern der Arbeitsnachweis in Anspruch genommen werde und jede andere Art der Arbeitsvermittelung in Fortfall komme. Ferner sollen die Vergünstigungen des neuen Vertrages auch bei den nicht unter dem Vertrage stehenden Ar? beitgebcrn durchgesetzt werden, sobald der Zeitpunkt geeignet er- scheint, um eine solche Bewegung mit Erfolg durchzuführen. Namens der Ortsvcrwaltung machte der Redner folgende Vor- schlüge: Von den 50 Pf.-Extramarken hat jeder Kollege im Laufe des Jahres 26 Stück zu kleben. Der erhöhte Beitrag von 1,90 M. wird bis zum 1. Juli erhoben, von da ab beträgt der Beitrag 1 M. In der Krankcnunterstützung tritt keine Aenderung ein, der bisher aus der Ortskasse gewährte Unterstützungssatz von 6 M. wird bis auf weiteres weiter gezahlt. Nach reger Diskussion stimmte die Versammlung diesen Vor- schlügen zu. Weiter beschloß sie, daß die Ortsverwaltung den Zeitpunkt des Vorgehens bei den Nichtvertragsmeistern zu bc- stimmen hat und daß die von der Aussperrung her Arbeitslosen bis auf weiteres noch unterstützt werden. Berei» der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins nnd Unigegend.(Ableilim� Chnrlottenburg.) Sonnabend, den S. Juni, abends S'/s Uhr, im Volkshause, Rosiiienstr. 3: Versammlung. Witter»»n?nl>crsll1»t vom 6. Jnni l!»»7, morgens 8 Ilhe. ' W g l Slttllcneii, 1 1 i|:| (Bclln » s =•* » II 5? H iC 1 1 11 SiDinembt I759SD 3kml6 6b. Hamburg 756 DSD 1 3 bedeckt Verlin!7ö8SsD Ihalbbd. Frantf.a M 758 WSW 5 Regen München l7g0SW j 6 bedeckt Wieu 1760 Still| wolkig jii Slalione» 2= ä£-2 g g= H Seilte Haparanda 76 l NND Petersblirg 760 K Scilly 76093 llberdee» Pari» 748 S SD 760 WNW I 4 heiter 3 bedeckt 4 bedeckt L wolkig 3 bedeckt I «a 9 9 13 11 11 Wetter-Prognose für Freitag, den 7. Jnni 1997. Vorherrschend wolkig, am Tage etwas kühler mit Gewitterregen und ziemlich lebhaslen südwestlichen Winden. Berliner W c t t e r b n r e a n. Seefische-Msiiahrinig! Tiigllcli Zukuliren lebcndfrischer, ständig unter Eis gehaltener Seelische in eigenen Kühlwaggons. Groß. Schellfisch im Anschnitt 30 Pf. Csililisiu ohae Kopf im Anschnitt 25 Pf. Seelachs� 20 im Anschnitt 25 Pf. Pf. pro Pfd. 23 D eutsche Dampffisclierei-Gesell scliatl UOFllSßß" (Größte IIochsecflschcrel-Gcscllscliaft Dcntschlands.) Filiale; Berlin C. 2, Bahnhof Börse, Bogen 8— 10. Zentral-Fernsprecher: Amt III Mo. 8S04. Seefisch- IE oc Ii btlc her gratis."TVlZ Verksuks-I�ieäerlaxen: Prinzeöstr. 30 IGr. 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Allensteinerstr. 6, Slamthun. , 9, Göijwcin. „ 15, Cieluch. 26, SnitnuS. Alexandrin enstr. 28, Hilbig. Alte Lakobslr. 138. Luck. Andrcnsstr.>6, O. Hanke. Ami enstr. 41, Niemeyer. An der Spandauct Brücke Ib.O.Hankc. Anklamerstr. 3l, Benthin. 48, Haase. Anlonsir. 48, Oertcl. Andrcasstr. 32, Brotfabrik„Vilhclma" Slriilleriestr. 3, Goldacker. Badstr. 13, Kappler. „ 49, Goldacker. Barnimstr. 4/5, Legeler. „ 37, Güldenstcrn. Bastlanstr. IS, NiedzwicdS. 20, Tonn. Bekforterstr. 22, Eggert. Bellcallianccstr. 24, O. Hanke. Bergstr. 2, Hönicke. Bergmannstr. 10, KnofiuS. . IIa, Polenz. . 19, D. Hanke. Berlichingenstr. 1, Polonius. 12, Graf. Bcrnallcrstr. 3, Schill. 47, Finkc. Beufsclstr. 17, O. Hanke. , 7, Eckert. , 42, Langnth. . 44c, Grethlein. 56, Pohle, 59, Schneider. Bicsciithakcistr. 2, Mensing. Birkcnstr. 32, Sauer. Blüchersir. 11, O. Hanke. Bluinciistr. 13. D. Hank«. . 67, Berolina. Bochnmerstr. 10. Klinke. Boxhagcnerstr. 27, Sieling. 33, Sturm. Böttchcrstr. 5, Kruppe. „ 25, Diickclt. Lrcmerstr. 57, Vcsterling. „ 60. Bayer. Brunnensw. 3, Mollwcide. Bruiinenstr. 4l, Sorge. , 151, F. Hanke. „ 129, Goldacker. , 154, Hcrrmlum. Lrüssclcrstr. 5. de Liuyn. ', 8, Gonsior. . 43. Ianczeck. Buchstr. I. Völker. � Burgsdorfslr. 15. Linder. Büschingsli. 17, Grofch. Buttmannstr. 20, Hirsch. Eadinerstr. 4, Weber. Eainphauscnstr. 6, Zindlcr. Carmen Ehloastr. löS, Schiweck. ,, 157, Herde. ., 163,«trauß. Chausseestr. 44, Goldacker. Chodowieckistr. 25, Bkarlock. Chrglburgerstr. 35, Tank. Christianiastr. 116, Eppinger. Coincniusplatz t, P. Haute. Cuvrtzftr. 28, Plantz. Dalldorscrstr. 38, Wulst. Daiizigerstr. 8, Conrad. „ 72, Vondran. , 76, Vogler. Demminerstr. 25, Grund. 23.©liefe. Diestenbachstr. 27, Steinborn. 52, Klcjz. Dtefsenbachstr. 58a, Bcthke. 70, Bock. Dolzigerstr. 51, Weist«. „ 36, Reimann. Dragonerstr. 38/40, Schramm. Dresdencrstr. 6, Goldacker. . 17, D. Hanke. , 104, Hanke. Dunckcrstr. 2, Czcrwenka. . 75, F. Hanke. , 78,. Kunze. 80, Deincrt. Dunckcrstr. 90, F. Hanke. Ebckingstr. 5, Blender. Ebcrswaldcrstr. 27, Roth«. Ebertystr. 33, D. Hanke. » 45, Schramm. • 50, Bruckner. „ 54, F. Hauke. Eiscnbahnslr. 8, O. Hanke. 3, Haupt. Elbingerstr. 27, Fiedler. „ 32, Weiisch. „ 99, Zieimann, Emdcnerstr. 21, Niestroy. 17, Pohl. Falckensteinstr. 20, Starz. . 17, D. Hanke. Falkplatz 1, Günther. Fchmarnstr. 8, Vehrend. „ 9. Volksbrot. 20, Varz. Fehrbcllinerstr. 27. Söselbarth. Fcnnstr. 48, Laddasch. Forklerstr. 20, Genossenschaft„Berlin". 48, Reich. Frankenstr. 2, D. Hanke. Große Frantsurterslr. 38, Hanke. 139, Goldacker. Franksurtcr Allee. Ecke Samariter- slraßc, F. Hanke., Franksurtcr Allee 40. Richter. Frauseckistr. 27, Böltger. 53, Goldacker. Freieiiwalderslr. 2l, Gcrlach. 38, Kövke. Friedrichsw. 247, Goldacker. 27. O. Hanke. FricdrichSfclderslr. 26, Huida. Fricdciiilr. 57, Becker. Friedrichsbergerstr. 16, NowodzhiiZk. Fruchtstr. 2, Schulze. 46. C Polenz. ilürstcnbcrgcrstc. 9, Kanz. 15, Dßwald. Furstenwalderstr. 7, Heinrich. Gcrichtslr. 53, Schönwicse. Gipshr. 7. D. Hanke. Glcimstr. 9a, Iaape. 19, Pribyl. » 32, Rothe. „ 43, Grotb«. • 48, Abraham. 60, Metsch. Goltzflr. 31, Goldacker. GoUnowstr. 9, Cfit. Hanke. Eorniannstr. 25/26, Aiinuth. Glogauerstr. 2, Kotzan. , 17, Jautke. , 26, Schwarzer. „ 28, Bäckerei- Genossenschast Berlin. Görlitzcrstr. 68, Most. Gr.-Görjchenstr. 43, O. Hanke. Gräscstr. 35, Bäckerei- Genossenschast Berlin. Gräscstr. 4, Rehseld. „ 10, Schnittger. Graudenzerstr. 5, Mckisch. Grannstr. 5, Scheutz. , 22, Dolirniann. , 32, Süßmann. 37. Müller. Greifenhagenerstr.>5, Niklasch. Grcijsivaldcrsw. 12, O. Hauke. Grimmstr. 1. Wolf. 29, D. Hanke. Grünauerstr. 12, Büß. Grüner Weg 63, Dsk. Hanke. Gubcnerstr. 44, Lucht. , 57, Dcins. Hagenaucrstr. 1, Hanke. Hausburaktr. 5, Mehl. Heidenseldstr. 21, Schön. 19, O. Hanke. Heinersdorserstr. 12, Lamka. Hemngsdorscrstr. 1, Hermann. , 13, Paulisa. 37, Schütze. Hermsdorscrstr. 8, Bobcl. Hochstraße, Neue. 18, Berliner Gc- nossenschasts-Bäckerei. Hochstr. 31, Maue. Hochmeisterstr. 1, Hanke. 20, Friedrich. Holzmarktstr. 55, Aronbcim. Huielandstr. 36, Dberrcicher. 40. Kit II aus. Hühnerstr. 6, Bauer. Hussitenstr. 15. Potscher. » 20, Ww. Wolf. m 30, F. Hanke. „ 45, Kießling. Jmnianuelkirchstr. 32, Kleiner. Jnslcrbiirgerstr. 2, D. Hanke. , 5, Syröw. „ 12. Heiuiig. Jnvalldensw. 157, Goldacker, Jabkonskistr. 1, Bode. , 39, Hcllwig. Fagowstr. 10, Eichstädt. Jahnstr. 21, Köhler. Jasmundcrstr. 13. Böttcher. Kaiserstr. 46, Kalbow. Karlstr. 26, D. Hanke. Kastanien-Allee l3/l4, Pape. ., 19, Goldacker. ,„ 46, Kkepka. ,„ 57, Künscher. ., 83, F. Hanke. Kleine Andrcasstr. 7, Hiersc. Kleine Frnnlinrtcrstr. 14, Mittelstädt. Kleine Markusstr. 1. Wiedersich. Kochhannsw. 28, Kriems. Kvlbergerstr. 1, Hanke. Kolonicslr. 30, Düring. . 34, Milche. 71. Schopsch, Koppenstr. 25, Skralmcyer. Kopelihagcuerjlr. 28, Bechtel, 59, Knrlh. ' 65, Weih, Kopernikusstr. 3, Tcnpcl u. Viehöfer. , 9, Wellnitz. , 25, Thulle. , 33, Winiiciiberg. Köpenickcrstr. 172, Cicslik. Kösiinerslr. 1, Kästner. 3, Gwiazdowski. Korsörerstr. 2, Sinei. „ 8, Rothe. „ 17, Hübner. Kottbuser Damm 20, Protzer. Neue Königstr. 60, Goldacker. Krautstr. 4/5, O. Hanke. 22. Arndt. 41, Arndt. Kremmeiicrstr. 15, Mario! Kreutzigerstr, 1, Lange, Kuglerstr. 8, Schumann. Landsberger Allee 43, Krcllmann. 51. Höckel. Landwchrstr. 12, Ziegler. Langestr. 13, Goldacker. 25, Hildcbrandt. Lausitzerstr. 9, Kails. Lichtenbergerstr. 6, Winter. „ 21, Feist. Linienstr. 1, O. Hanke. , 26, D. Hanke. Liedigstr. 8, P. Hanke. , 31, Bauer. » 38, H. Hanke. Liebenwalderstr. 1, Polch. 31, Höckel. Licgnitzerstr. 5. Albrecht. „ 28, Mieth. LIppehnerstr. 8, Zibell. Lltlhauerstr. 14, Schneider. Lortzingslr, 6, Rösencr, „ 17, Dahms. Lothringersir. 34/35, Mollweide. Löwestr. 8, P. Hauke. . 18, Block. Lübeckcrstr. 20, D. Hanke. 47, Schmidt. Lübbcnerstr. 10, Hacker. 17, Gaul. • 24, Pseniiigsdorj. „ 29, Gicrz. Lychenerstr, 4. Schwede. 110, Köhler. Malplaguctslr. 6. Schulze. „ 12, Bcbrend. �» 16. Gcnsior. Mantcuffekstr. 6l, Beckmann. . 87. Jurke. » 90, O. Hanke. n 99, Brauer, 103, Wiebefind. Mariannenstr. 12, D. Hanke. 32, Prack. Markgrasenstr. 99, D. Hanke. Markusstr. 11, Schncebergcr. » 38, Tischcr. Maxstr. 17, Laad. Memclcrstr. 7, Knorcke. . 77. Stachoivski. Metzerstr. 2, Sachwitz, Mltleiuvalderstr. 30. Dohna!. „ 44, Schröder. Mirbachstr. 14, Volksbrot. Mulackstr. 10, Schramm. MuSkaucrstr. 13, Laltermann. . 15, Dürer. 28, Heiiizclmann. Müllerstr, 23, Lüddicke. „ 32a, Weber. „ 166a, Hanke. Mühlenstr. 32. Nahlt. „ 46a, F> anke. „ 51, Schön. Münchcbergerstr, 15, Leue. Nalmviistr. 1. Lippert. 7. Fielitz. „ 40, Bardnhn. „ 64, Hcikniann. „ 73, L-tojaczyk. Nazarcthkirchslr. 39, Zibell, „ 45, Schulz. Neandcrstr. 23, Nanbut. , 27, D. Hanke. Neue Hochstr. 3t, Benthin. . 45. Hacob. Nostizstr. 9, Bockisch. , 49. Mörder. Oudenarderstr. 36, Santcr. , 44. Liebner. Dhmstr. 9, Noivosadke. Dderberncrstr. 49, Böhme. Dranienslr. 186, O. Hanke, Oppelncrstr. 20, GolembielvSki. Palisadcnstr. 2, Hanke. „ 20, Kynast. , 58, Barth. . St, D. Hanke. Pankstr, 21, Kahle. , 25, Günther. ,, 53a, Dunkel. Pappel-Allee 7, Riedel. �, 14, Hässclbarth. , 18, Gökcn. , 21, Schiller. , 24, Caselcr. , 85, Dreßler. Perled ergerstr. 54, Seil. Gen.-Bäckerei. Pclcrsbnrgcrstr. 58, Dorhauer. Pintschftr. 4, Grützinacher. Planuser 33, Berliner Gen.-Bäckerei. , 92 e, Llnine. Plantagcnslr. 7, Welle. Prenzlauer Allee 24, Goldacker. ,. 42, Meyer. ,, 86, Nauber. „ 203, Hermann. Prenzlanerstr. IIa, Goldacker. 81. Häiisch. Prinzenstr. 12, D. Hauke. Prinzesfinncnslr. 3l, Miche. Prinzeil-Allee 53, Loff. 61. MehIS. ProSkauerstr. 31, F. Hanke. Pulbuscrstr. 11, Jaape. , 44, Gotlschakt. , 21, P. Hanke. » 24, Kunst. 46. Bloch. Ramlerstr. 24, Hohn. , 31, Dableiiblirg. „ 34, Dchmclt. „ 36, Haehn, Ratlbcrstr. 2, Bäckerei- Genossenschaft Berlin. Raiiborstr. 6, DIelschinann. 17. Rücker. Reichenbergerstr, 62. D, Hanke. » 88, D. Hanke. • 95a, Tscheittie. » 101, Wagner. 145/146, Klantsch. RheinSbergerslr. 13, Scholz. �... 26, Lorenz. Neinickeiidorferslr. 36, Hanke. „ 112. owidacker. 120, Berliner Gen.- Bäckerei. Rigaerslr. 4, Hanke. , 100, spörlein. Rochowstr. 7, Dähre. Noiiiiiiteiierslr. 41, Brämer. , 44, Küster. , 57, Gcrgas. Nostockerstr. 31, Wagener. 36, Ulbrich. Nostockerstr. 40, Tschöke. , 46, Krüger. „ 51, Hering. Niippinerstr. 8, Baake. „ 12, D. Hanke. Rüdersdoilerstr. 20, Güldener. 52, Haupt. Rügenerstr. 16, Höhne, Samariterstr. 2, Fischer. . 11, P. Hanke. „ 28, Klewe. Samoastr. 22, Stege. Schenkeiidorfstr. 4, Freude. Sqillingstr. 19, Dsk. Hanke. Schivetbeinerstr. 4, HlkdeVraiibt. „ 16, Banr. „ 18, Wolsf. Schkiemannftr. 80, F. Hanke, 32. Japp. Schönhauserstr, Alte 33, Goldacker. Schönhanserstr., Alte, 39/40, G.Schwarz. Schönhauser Allee 5, Goldacker. ,„ 70e, Goldacker. ,. 150, Blume. . 188, O. Hauke. Schönlelnstr. 4, Müller. Schreinerslr. 57, Siepack. Schulstr. 28. Schamberger. „ 25, Haule. „ 37. Schmidt. Schulzeudorserslr. 23, Barth. Schwedterstr. 32, Hanke. 48. Löchel. „ 52, Hüdner. ,, 230, Kumni. 240, Schmidt. Seelowerstr. 15, Banr. Sickingenslr. 76, Winker. Sieinensstr. 17, Mügge. Simeollftr. 14, Lück. Simon Dachstr. 12, Hanke. „ 28. Radike. Skatitzerslr, 63/64, Dehmel. 120, Gcrlach. Sonncnburgerstr. 13, Gräfllüg. Soldincrstr. 32, Roseniann. 69, Schneider. Sorauerstr, 1, König, „ 8, Krclschmar. Sparrstr. 19, Gonsior. Sprcnaelstr. 4/5, Wagcnknecht. Stallschrelberstr. 32. Hanke. , 60a, Dürer. Stargarderstr. 78, Bark u. Walter. Stendalerstr. 4/5, EortS. Stellinerstr. 26, Kleistert. » 38, Hubert. „ 56, Barnckew, Stelpischestr. 4, Badike, „ 32, Papkc. Stralsniiderstr. 8, Belzig. Slranßbcrge-str. 33, Schickt Straßmauiistr. 24. Zander. 2, Hanke. Strelltzcrstr. 15, v. Trabowskl. . 31, Scheuncmann. » 64, Brauner. Swincmülidrrjlr. 54, Panlitscheck. „ 66, Becker. , 60, Pruß. „ 82, Manuel. 93, Schubert. , 106, Kunze. 119, Anhäuser. Tcgclerstr, 11, Lcnzncr. , 23, Dahtke. , 32, Stritzle. Neßstraße, fvürff, Tilsitcrstr. 26, Geßner. 91,!(?. Hanle. Sorfflt. 14, Lenz. 17, ZieZmer. Torsstr. 13, schachncr. TrcSckowstr. 57, Mocrschner, Türken str. 22. TzichcM,. Tnrinerstr. 36, Rißmann, Tnrmstr. 51, Goldacker. „ 67, O. Hanke. Urbanstr. 1, Neubarth. „ 25, Herzog. „ 52, O. Hanke. 101, Kruschke. Usedomstr. 4, Stollberg. Utrechterslr. 8, Kcrsten. Veteranenstr. 16,> O. Hanke, «--llastr. 42, Eckel. Waldslr. � gcp.j , 17, Hank«, » 25, Jglisch. , 36, Bu> eck. , 42, Ba rer. . 46, Pohl. Waldemarstr, 76, Claus. Warschauerstr. 8, Wols u. Heinze. , 16, Iarzeinbowsli. 64, Lüddemann. Wattstr. 1, Hanke. „ 21, Hofsrichter. Wcbcrslr. 25, Hanke. 36, Goldacker. Wcddingstr. 7, Brendel. Weichselstr. 34, Schulz. Wcideuwcg 25, Bronn. , 34, O. Hanke. 37, Ehnert. Weinbergswcg 9, Ludwig. Wcinstr. 7, Karras. „ 27, Legier. Weigenburgerslr. 24, Lahn. 55, Nobiling. Wichcrtstr. 5, Kierzlowski. Wiclcsstr. 21, Staub. 66, Spickcrmann. Wienerstr. 36, Dietschinann. „ 49, Witsche!. , 56a, Laugwitz. Wiescnstr. 19a, Dreier. „ 31, Holland. , 64, Schardie». Wilhelmshavenerstr. 13, Hesse. „ 23, Gödecke, Wilhelm Str'Izestr. 15, Schmidt. . 32. Maschkc. Willdenoivstr. 29, Dreier. WilSnackerstr. 15, Goldacker. Winsstr. 6, Müller. 71, Schwabe. Wisbyerstr. 3, Schulze. Wittstocksir. 7, Gic-Zmann. Woldenbcrgcrstr. 7. Citilaus. Wollinerstr. 23, Dahlen. , 31, Fuhrmann. , 31, Bordasch. , 44, Schirrmacher. „ 58, George. Wrangelsir. 77, Gentzinann. Zehdenickcrstr. 13, Gründmaim. 91, O. Hanke. Zcllcslr. 11. Kurzweg. Aionskirchplatz 1, Mollweide. Zionskirchstr. 2, Regen. 13. Bobel. , 54, Zwierschkc. Zorndorserstr. 2, P, Hanke. 0„ 55, Richter. Zwinglistr. 15b, Ulbrich. Sldlershor» BiSmarckstr. 12. Thonia. . 14b, Schulz. . 17o, Wartcnberg, . 21, Nämisch. „ 48, Lascrich. Hackenbcrgstr. 2, Zabkc. Radickestr. 37, Noack. Sedanstr. 25, Peter. Alt-Glienicke. Rudowerstr. 57, Lange. Baiimschulenweg. Baumschulenstr. 70, Stenzel» Ernslstr. 9, Hofsmüller. Kiesbolzstr. 254, Lcupold. Scheiblerstr. 29, Schulze. Bohnsdorf. G. Solle. W. Gebhardt. Borsigwalde. Ernststr. 6, Etzrodt. ,. 25, Tasclsky. Reuschstr. 52, Neubauer. Boxhageii-Rummclsburg. Boxhagener Chaussee 5j6, Riärz. Gabriel Maxstr. 1, Luzemann. . 2, Klinkmüller. „ 12. Haspel. Grünbergerstr. 12, Schulz. 18, Löwa. Haupistr. 82, Herrcks. Kantslr. 1, Dlüczcwsti. 13, Spöttlich. 18, Mägdcsrau. Lenbachstr. 7a. Pflugrad. Neue Bahnhosstr. 9, Fritsche. 34. Schulz. Neue Prinz Mbrechtstr. 3, Böhme. 30, M aschmann Türrschmidtstr. 31, Pfennig. 40, Kallweit. Wühlischstr. 32, Jander. Britz. Chausscestr. 17, Dally u. Hagemeister 47, Friese. RungiuSstr. 3, Zldamek. Nlt-Boxhagcn. Nr. 10, W. Krüger. Nr. 35, Peter. Charlottenburg. Eanerstr. 19, Ulbrich. Eauerstr. 27, Genossenschaft duktion". Christstr. 18, Genossenschaft«Pro- duktion". Danckelmannstr. 12, Dartz. „ 46, Lehnrann. 55, Ulbrich. Friedbcrgstr. 39, Ulbrich. Grolmanstr. 14, Ulbrich. Grünstr. 27, Bachmann. Hclmholtzstr. 19, Ulbrich. Kaiser Friedrichstr. 43, Ulbrich. Kanalstr. 7, Leistner. „ 15, Heine. Kantstr. 103, Ulbrich. Knobclsdorjcrstr. 43, Ulbrich, Krunnncstr. 57, Nietschc. Leibnizslr. 65. Ulbrich. Nehringstr. 21, Ratzky. Pestalozztstr. 42, Leistner. Potsdanrerstr. 11, Bachmann. .Pro. Ichlüterstr. 17, Krause. „ 12, Konsumverein. 42. Ulbrich. Sophie Charlottenstr. 80, Proell. 87. Ulbrich. Spandauerstr. 30, Ulbrich. Sprecstr. 11, Pelka. Tauroggcnerstr. 10, Genossenschast .Produktion". Tanroggcncrstr. 45, Ulbrich. Wallstr. 85, Ulbrich. Weimarerstr. 29, Konsulnverein. Wilmersdorferstr. 27, Konsumverein. 41. Ulbrich. 163, Ulbrich. Friedrich"berg. Blumenthalstr. 38, Peschke. Rummelsburgerstr. 22, Opitz. „ 33, Werner, Fricdrichsfelde. Berlinerstr. 66, Seiler. , 102, Wölfert. Franz. Buchholz« Pankowerstr. 28, Ulrich. Mühlenstr. 1, Preutz. Grost-Ziethe». A. Werner. Hennigsdorf Karl Wolter. Friedrich Wolter. Wilhelm Wolter. Hermann Woller. ■■Ulbert Lücke. Wilhelm Seiler. Bchrend. Grafscnbcrger. Mahnkops. Marwitz. Kemnitz. Finlc. Hermsdorf. Berlinerstr. 16a, Schaudin. Hauptstr. 34, Hcrrmann. Ncptunstr. 36, Manie. Seebadstr. 1, Ladewig. Heiligeusee. W. Kühne. Hohen- Tchönhauscn. Maihoser. Köpenick. Borgmannstr. 6, Bergmann. Glienickerstr. 2, Peter. Grünauerstr. 27, Krämer. Kaiser Wilhelmstr. 104, Peter. Müggclheimerstr. 41, Peter. Rosenstr. 2, Peter. Rudowerstr. 25, Hein. Schönerlinderstr. 12, Kudell. Karlshorst. Dorolheenstr. 27, Eichhorn. Lichtenberg. Dorsstr. 82, Mägdefrau. Frankfurter Allee 3, Bantsch. Frenlir. 17, Ncuendors. Jungstr. 14, Schräder. Margarcthenstr. 8a, Schacher. Oderstr. 25, Golsch. Psarrstr. 36, Hehler. Scharnwebcrstr. 34, Köpke. Wcichsclstr. 32, Bantsch. Wilhelmstr. 57, Lesse. , 69, Griebe. Marieudorf. Chaussecstr. IIa. Nowack. . 12, Wcndt. , 15, Papier. , 67, Spielhagen. Nieder- Schönhausen. Beuthstr. 11, Krügcrke. Blankenburgcrstr. 18, Höhne. Buchholzerstr. 8, C. Richter. Waldstr. 24, Luv. Ober-Schöueweide« Edisonstr. 9, Peter. Frischenstr. 2, Peter. Ratbenaustr. 3l, Peter. Tabbcrtstr. 2, Peter. , 35, Seidelmann, Pankow. Brchmestr. 52, F. Hanke. Binzstr., F. Heyden.- Mühlenstr. 32. Müller. Wollankstr. 68, F. Hanke. Plötzensee. Charlottenstr. 12, Thiele. Reinickendorf, Berlinerstr. 104, Nah. 134, Gotischalk. Grüner Weg 51/52, Max Modrow.' Markstr. 12/13, Vollmer. Provinzstr. 51, Langer. „ 80, Schwarz. „ 129, Schneider. Residenzstr. 61. Witte, „ 105, Gleich. 118, Bros c. Wilkestr. 62, Neue Berliner Genossen- schasts-Backerei. Nixdorf. Allerstr. 3. Perscke. „ 46. Kedoli. Bergstr. 12, Hanke. 84, Schensch. Berlinerstr. 16/17, Schibgill. „ 20, Voigtländer. 86, O. Hanke. Bodestr, 16, Beyer. 31. Tops. Elbestr. 1/2, O. Hanke. , 6, Kirstädter. 15/16, Lunkwitz. Emserstr. 78, König. Eriangerstr. 8, Weitzlcder. Falkitr. 1, Bäckerci-Genosscnschast .Berlin". Fallstr. 21, Susat. 25/26, Pcrseke. Friedclstr. 3. MmumL Glasowstr. 32, Kunz. Heidclberaerftr 76. O. Hanke. Hcrdastrahe, Hilmcr. Herinannstr. 19, Bäckerci-Genosscn- schnst.Rixdors". Herinannstr. 28, Mertens. „ 54; Hiidcbrand. 118, Bartsch. , 159a, Hagen. 170, Thaler. . 175, Koczanecki. 231, Karl. Herrsurthstr. 26, Brüx. . 34, O. Hanke. 7, Bäckerei- Genossen- schast„Rixdors". � Hcrrsurthplatz 10, schnür. Hobrcchtstr. 71, Zrockc. Hohenzolleruplatz 6, O. Hanke. Lnustr. 30, Krause. Jsarstr. 7, Zech. „ 11, Bäckerci-Gen.„Berlin". Jägerslr. 63, Jonscher. Jansastr. 7, Brie». Neue Jonasstr. 33, Puls. Karlsgartcnftr. 19, Bonnoch. Kaiser Friedrichstr. 25, Bartsch. „ 34, Schmidt. 245, O. Hanke. Knescbeckstr. 33, Gallert. 38, Wölk. . 41, Bclzig. , 68, Richter. 146, DhbolvSki. Kopsftr. 38, Bäckerei-Genossenschast .Rixdors". Kopfstr. 45, Hoppe. Kottbnscr Damm 103, O. Hanke. Köllnisches User 72, Müller. Lcssingstr. 34, Perseke. Mahlowerstr. 6, Bartsch. Mainzerstr. 15/16, Grunert. „ 56, Döblcr. Münchenerstr. 18, Völler. , 25/26,Bäckcre!-Genossen- schast.Rixdors". 44, Weizclt. Nansenstr. 33, Eekul. Nicmetzstr. 10, Wach. Nogatslr. 32, Grzcbat. Pannicrslr. 4, Riemer. 13, Frischlcmuth. . 20. Junker. , 27, Maschler. 57, O. Hanke. Pflügerstr. 70/71, Liniener. Prinz Handjcrystr. 58, Bartsch. 70, Schmidt. Rcuterstr. 33, Splettslötzer. 76, Bobel. „ 94, Lehmann. Richardstr. 63, Lüdicke. Sclchoiverstr. 9, Bäckerei-Genoffen- schast.Rixdors". Scichowerstr. 23/24, Grünhagen. Siegsricdftr. 48, Pinkel. Stcinmctzstr. 34, O. Hanke. 39, Senstieben. . 46, Pcrseke . 121, Lölvigt. . 129, Bäckcrei-Genosscn- schast.Berlin". Thomassir. 37, Nehrig. Thüringerstr. 7, Bartsch. 18, Klein. Warthestr, 9, Ciefior. 15, Jancntzki, Wcichsclstr, 13, Hagciuann. 31, Schwarz, , 55, Frischgcnmth. 60. Gasscnhbcru. Weiscstr. 2. Bäckerei- Genossenschaft „Rixdors". Weiseslr. 24, Bäckerei-Genossenschast „Berlin", Weiseslr. 28, Winde, 73/74. Wols. Weserstr, 47, BicS. ,. 168, Viclitz, Wielandstr, 27, Reich. Wibmaiinsir. 7, Troffcr. 29. Krüger, Zictenstr, 20, Bäckerei-Genossenschast ..Rixdors". Zictenstr, 41, Beyer. Rudow. Köpcnickcrstr, 84, Weigt. Schöneberg. Barbarossastr. 67, Wetzel. Belzigcrstr, 61, Kcrnchen. Ebcrsstr. 42, Zeitz, Eisegacherstr. 63, Machler. Erdmannstr, 5, Knlinski, Gustav Müllcrstr. 35, Schmidt. 48, Beck. Kysfhäuscrstr. 2. Paul, Rollendorsstr, 40. Hanke. Sedanstr. 18, Stcnck. Schöiierlinde« Dorsstr. 59», E. Weeze. Selchow. E, Schulze. Spandau. Achenbachstr. 6, Bühl. Stolpe. Gulschow. Tegel. Brunostr. 41, Rothcrt. Egcllsstr, 99, Mayer. Schlicpcrstr. 59, Schwanz. ,, 67, König. Schlohstr. 27, Pctcrsohn. Schülstr. 1, Einnitz. Treptow. Bcermannstr. 6. Ficck. Elscnslr, 38, Geste. Kicjholzstr. 33/34, Weiser. Stralau. AII-Stralait 49, Härtung. Weistensee. Berlinerstr. 87, Havcnburz. Charlotlenburgerstr. 76, Hosfinan». 78. R. Wick, , 79, Schadwiitkek. 98, Emil Engel. Falkcnvcrgcrstr, 146, Frosch. Felftmannstr, 164, Kricn. Friedrichstr. 1. Roth, Friesickestl. 23, Thiele, Gcncrnlstr, 12, Müller. Gäblerstr. 60, Willx Engel. Heiuersdorscrivcg 24, Robert Enget. , 45, Hossmann. „ 48, Lislowski. „ 56. Bah. Köniz-Ehaussce 72, Hossmann. Langhauestr, 75, SZnnbcr. Lchdcrstr. 1, Hossmann. 119, Klink. Lothringcnstr, 35, Hossmann. Pistoriusstr. 8, Rassau. Prenzlauer Ehaussce 3/4, Kohler. Rölckestr, 127, Hossmann. Wilhelmstr, 23, DrcwS. , 39, Schwarz, Wattersdorf. H, Sparr. Wilhelmsruh. EdclwcWr, 11, Lube. Wilmersdorf. Brandcnburgischcstr. 9/10, Taimert. Siguiaringenstr. 8, Frost. Wittenau. Tristsir. 74, O. Richter. Zehlendorf. Berlinerstr, 6a, Hacsner. Die Milchgeschäfte von Habicht, Königsöergerstr. 12, Günther, Waldstr. 57 und Röhr, Turmstr. 72r haben Plakate, beziehen aber aus unbewilligtcn Bäckereien. Als unser Kontrolleur das Plakat abholen wollte, wllrde er hinausgeworfen. Der Brotfabrikant Heinrich Wittler, Müllcrstr. 33/34, hat die Unterschrift der Bewilligung, die sein Bruder gegeben hatte, znriickgezogcn, dann hat er ebenfalls versucht, einzelne ältere Kollegen als Streikbrecher zu kaufen, um alle übrigen, teils lange Jahre bei ihm tätige Familienväter, aufs Straftenpflaster zu werfen, was natürlich ebenfalls mistlang. Die hierauf angebahnten friedlichen Berhandlungen, an denen außer den Arbeitern noch Werner vom Transportarbciter-Berband und Hetischold vom Bäcker-Vcrband teilnahmen, scheiterten, weil der reichgewordene Wittler kurz und schroff den Arbeitern mit folgenden Worten die Türe wies:„Weins nicht Pafft, der geht und mit de» Verbände» überhaupt will ich in Zukunft nichts mehr zu tun haben! Wittler ist mit Obermeister Schmidt und Liebing-Reinickendorf in der Leitung der GrostbctricbSvereinigung, daher die Scharfmacherstellung.— Die Berbandsmitglieder haben darauf einmütig die Arbeit niedergelegt. Die Blottnersche Groffbäckerei hat ihre Bewilligung in der hinterhältigsten Weise durchbrochen, sogar die Arbeiter noch verhöhnt. Die Verbandsmitglieder, denen die Firma sogar einen Judaslohn von ÄO Mark für Streikbruch anzubieten wagte, haben hierauf einmütig die Arbeit niedergelegt, worauf Herr Blottner versuchte, Arbeitswillige durch die Innungen und seinen Freund, den bekannten Kommissionär Knuth, Krantstr. SS» der den Gesellen S— 10 Mark und mehr für jede elende Arbeit abnimmt, einzustellen. Mitbürger! Arbeiter! Hansfranen! Unterstützt die um Lrbämptung ihm Menschenrechte streikenden Bäckergesellen. Die verehrliche Bevölkerung von Berlin und Umgegend fordern wir hierdurch auf, falls lie aus bewilligten Bäckereien Ware haben wollen, in denjenigen Stadtviertel« oder Straffenzügen, wo keine bewilligt habende Bäckereien vorhanden sind, an nebenstehende Kundensammelstellen ihre Adresse gelangen zu lasten und zugleich mitzuteilen, tvie viet Backware nnd Brot sie täglich brauchen und NM lvetlt)e �e!t die Ware geliefert werden soll. Die Streikleitung wird dafür sorgen, daß den sich Meldenden auf dem schleunigsten Wege die Ware ins Haus geliefert wird. Auf Wunsch der dortigen Bevölkerung haben wir vorläufig folgende Knndcnsammelstellen eingerichtet: ItaeKnow, Parochialstraße 36. Gaedke, Moabit, Calvinstraße 6, linker SelienflOgel, eine Treppe. Petermann, Moabit, Birkenstraße 28, Ecke Stephanstraße. Eduard Rothef Flensburgerstraße 24. Walter Sieber, Buchbinder, Lippehnerstraße 24. Hermann Barentin, Tiisiterstraße 81. Otto Schellenberg, Weißenburgerstraße 57, erbiete* sich, den Kunden boykottfreies Brot ins HauS zu bringen, Ferdinand Krause, Hohen-Schonhausen� Berlinerstr, 66. Emil Witte, Pankow, Florasfraße 45. Gronau, Reinickendorf W., Waldstr. 65. Otto Wedermann, Steglitz, Fichtestraße 71, v. I. Winkelmann, Steglitz, Schioßstraße 104, H. ii, Steglitz, Niederlage Forsferstraße 23, Restaurant Paul Gützow. August Ihrke, Weißensee, Straßburgstraße 27. Wo das Bedürfnis vorhanden, werden wir auf Wunsch weitere Sammelstellen einrichten. Bäckermeister, die gewillt sind, auch für weitere Tonren Lieferungen 5« übernehme», bitten wir, ihre Adresse im Streikbureau niederzulegen. Falls bei der Lieferung im Anfang nicht alles nach Wunsch gehen sollte, bitten wir die verehrliche Bevölkerung um Nachsicht, aber bei der Hartnäckigkeit unserer Gegner um energische Ausdauer. Achtung! Radfahrer! Arbeitslose Radfahrer, falls sie gewillt sind, uns zu unterstützen, bitten wir herzlich, im Strciklokal vorzusprechen oder ihre Adresse dort abzugeben Die Streikleitung. _________ Zentral-Streikburean: Sophien-Säle, Sophienstr. 17/13.— Tclephonruf: Amt IH Rr. 1243. Merantwortlicher Redakteur:£>un8 Weber, Berlin. Mr de» Zjnscratenteil veranlw.: Th. Glvcke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Oücydruckerei u. Äcrlagsanstatt Paul Singer& Co.. Berlin SW, Nr. 130. 24. Jahrgang. 2. KcilM kü ArMs" KnlimIMM fttitoj, 7. Imi 1907. �erienipiele für Gemeindelcljüler. Die Ferien stehen vor der Tür. Grohe Pläne werden ge- schmiedet von denjenigen, die sichs leisten können, ins Hochgebirge, an die See oder aufs Land zu gehen. Daneben gibt es eine Gruppe Besitzender, die bei ihren Ferien an keine Zeitbeschränkung gebunden sind; sie machen das ganze Jahr hindurch Ferien. Aber diele Leute müssen sich an die festgesetzten Ferien halten. Und da sind in der Hauptsache neben den Gcrichtsferien die Schul- ferien bestimmend. Leute, die das nötige dazu haben, verlassen die Großstadt mit Kind und Kegel, um fern von Berlin reine Luft zu atmen. Dieser Vorzug ist aber nur einer Verhältnis- mätzig kleinen Zahl von Personen vergönnt. Die grotze Masse der Besitzlosen mutz am Orte ihrer Wirksamkeit bleiben, mutz ununterbrochen fronden, um nur das nötigste zum Lebcnsunter- halt zu schaffen, so lange schaffen, bis es nicht mehr geht... Aengstliche Geftihle lösen die Worte:„Fünf Wochen Ferien" bei den Tausenden von Müttern aus, die nicht wissen, was sie mit den drei, vier oder gar fünf Kindern während fünf Wochen Ferien anfangen sollen. Wer die wirtschaftlichen Verhältnisse der grotzstädtischcn Arbeiter kennt, der wird diese Behauptung gewitz nicht übertrieben finden. Wie liegen denn die Dinge? Vater geht morgens seiner Beschäftigung nach und kommt erst abends wieder nach Haus. Mutter mutz gleichfalls in vielen Fällen autzer dem Hause einer Beschäftigung nachgehen oder sie hat neben der Haus- Wirtschaft die Kleinen zu versorgen und wenn damit fertig, dann jede freie Minute als Heimarbeiterin tätig zu sein, um für ihren Teil zu helfen, die Mittel zum Leben heranzuschaffen. Gehen die größeren Kinder zur Schule, so ist ihr für den größten Teil des Tages die Sorge für dieselben ab- genommen; während der Ferien aber sind sie sich selbst überlassen. Die Mutter kann ihnen aus den oben geschilderten Gründen nicht nachlaufen. Im Hofe werden sie vom Hauswirt nicht geduldet und so müssen die Kinder hinaus auf die Straße mit ihren Gefahren, immer in der Stickluft der Großstadt, der die Be- sitzenden entflohen sind. Hier kommt die ganze Misere, unter der die tausende und abertauscnde Proletarierkinder leben müssen, zum krassen Ausdruck. Man preist zwar in lauten Tönen die Wohltätigkeit der besitzenden Klassen, die glauben, mit ein paar hingeworfenen Brocken ein großes Werk vollbracht zu haben; bei näherem Besehen sieht es aber damit traurig aus. Wir haben beispielsweise Ferienkolonien, in die mittellose Kinder aufgenommen werden. Den Zweck in allen Ehren, aber wie steht es denn in Wirklichkeit? Im vergangenen Jahre wurden 200 000 M. für die Kolonien aufgebracht. Es konnten ca. 5000 Kinder in Ganz- oder Halbtagsferienkolonien untergebracht werden. Sehen wir uns aber die Verhältnisse etwas näher an. Zunächst nehmen die Ferienkolonien nur erkrankte Kinder auf, gewitz sehr nützlich und wohltätig; die Ziffer 5000 ist doch aber nur der Bruchteil eines Prozents der Bevölkerung Berlins. Die Reichshauptstadt steht damit unter allen deutschen Großstädten fast an letzter Stelle. Nach dem Bericht der„Zentralstelle der Vereinigung für Sommer- pflege" wurden im Jahre 1905 in Ferienkolonien verpflegt, in Prozenten der Bevölkerung: Hamburg..... 1,04 Leipzig...... 0,83 Düsseldorf..... 0,77 Stratzburg..... 0,73 Bremen....,. 0,70 Danzig...... 0,69 Charlottenburg.,. 0,68 Barnien..... 0,66 Mannheim.... 0,56 Essen. i■..... 0,48 Köln....... 0,42 Frankfurt a./M.,,. 0,40 Duisburg...... 0,39 Dresden...... 0,38 Posen....... 0,38 Berlin....... 0,31 Stuttgart..... 0,31 Berücksichtigt man die besonderen Verhältnisse Berlins, so sinkt der Wert der Berliner Ziffer noch ganz erheblich. Dazu kommt: Der Berliner Verein für Ferienkolonien legt großen Wert darauf, keine Zuwendungen von den städtischen Behörden anzunehmen, sondern die Mittel durch freiwillige Beiträge aufzubringen. Das ist ihm auch bisher gelungen. Die Sache hat aber doch einen Haken. Der Verein nimmt nämlich von einer ganzen Reihe Instituten und industriellen Etablissements gegen Zahlung eines bestimmten Satzes pro Kopf, die ihm von denselben überwiesenen Kinder mit; so von der Waisenverwaltung der Großen Berliner Straßenbahn, der A. E. G., der Firma Siemens u. Halske, der Königl. Eisenbahnbetriebswcrkstätte Tempelhof u. a. m. Sicher sind es diese Kinder, die dem Verein überwiesen werden, alle bedürftig, aber die Summe der freiwilligen Beiträge von 200 00s) Mark, die der Verein aufbringt, schrumpft doch dadurch bedeutend ein und mit ihr die Zahl der Kinder, die aus anderen Kreisen mitgenommen werden und die es mindestens ebenso nötig brauchen. . 1,''e gesagt, im wesentlichen kränkliche Kinder. Was geschieht nun aber für die gesunden Kinder? Leider nur sehr wenig. Einmal herrscht in den Kreisen der besitzenden eine große Gleichgültigkeit in solchen Dingen und dann fehlt auch überall rechtes Verständnis dafür, daß man nicht nur Einrichtungen zu treffen hat, um den Kranken zu helfen, sondern auch solche die geeignet sind, den Gesunden gesund zu erhalten, gesund an Körper und Geist. Tausende und abertauscnde Kinder der Berliner Arbeiter bevölkerung beiderlei Geschlechts haben während der Ferien keinen anderen Aufenthaltsort als die Straße, die in der Sommerhitze der denkbar schlechteste Erholungsort ist. Taufende und aber- tausende kommen in den ganzen 5 Wochen nicht, ein einziges Mal aus dem Dunst der Großstadt heraus in frische, freie Luft. Erst vor einigen Tagen äußerte sich uns gegenüber ein Lehrer, daß er jeden Montag die Schüler seiner Klasse abfrage, wer am Sonntag einen Ausflug gemacht habe; es sei geradezu erstaunlich. wie selten er eine bejahende Antwort erhalte. Wenn unter solchen Umständen die körperliche Entwickclung der Schulkinder gehemmt wird zum Schaden des Einzelnen sowohl als der Allgemeinheit, braucht man sich nicht zu wundern.„Das Arbeiterkind von heute ist der Arbeiter von morgen." Was heute für diese Kinder getan wird, um sie gesund zu erhalten, kommt in späteren Jahren mit Wucherzinsen wieder ein. Es ist schwer, für diese Auffassung in den Kreisen Verständnis zu finden, die die Machtmittel in den Händen haben, um die Zustände bessern zu helfen. Die Macht der Tatsachen und eine unausgesetzte Agitation der sozialdemo- kratischen Gcmcindevertreter wird aber auch hier nach und nach Erfolge erringen. Bor mehr denn 10 Jahren forderte der Genosse Singer die Freigabe der Cchulhöfe während der Ferien zu Spielzwecken. Es hat lange gedauert, bis man nachgab; jetzt nach fünf, sechs Jahren hat sich die Sache so bewährt, daß sie zur ständigen Ein- richtung geworden ist. Im vergangenen Jahre wurde auf An- regung des Stadtverordneten Borgmann der Versuch gemacht, die Kinder von einer Anzahl Schulhöfc für den ganzen Tag ins Freie zu- bringen. Die Deputation für das städtische Turn- und Badewesen gab der Anregung Folge und sie hat es nicht zu bereuen, den der Versuch, der sich auf die letzten drei Wochen der Ferien erstreckte, ist im vollen Maße geglückt. Geglückt ist auch der in der letzten Woche gemachte Versuch, beide Geschlechter zu gemeinsamen Spiel hinauszubringen. Die Bedenken, die ver- schiedentlich ausgesprochen wurden, vcrflüchtetcn sehr bald und machten der Erkenntnis Platz, daß es nur vorteilhaft sei für beide Teile. In den städtischen Etat waren zu diesem Zweck 3000 M. eingesetzt. Die Spiele fanden auf einer Wiese bei Blankenfelde statt, ferner im Walde bei Buch. Die Frequenz stieg fortgesetzt, so daß am letzten Tage 900 Kinder trotz un- Einstigen Wetters aus beiden Plätzen versammelt waren» Die Blankenfelder Wiese liegt mitten in den Rieselfeldern und gab den aufsichtführenden Lehrern zu erheblichen Bedenken Veranlassung:„Da mutz es doch stinken". Auch sonst Bedenken in Menge, so zum Beispiel:„Was, den ganzen Tag hier draußen ! bleiben, das ist ja ganz unmöglich",„und alle Tage, nein, das hält ja niemand aus,"„Jungen und Mädchen zusammen, die Jungen auch noch halb nackt ausgezogen, das geht nicht." Es ist gegangen, bald waren alle Bedenken verschwunden. Die Lehrer und Lehrerinnen merkten bald an ihrem eigenen Körper den Unterschied zwischen Schulhof und Spielwiese. Am Schluß der Spiele hatten alle, ohne Ausnahme, den Wunsch, im nächsten Jahre wieder mit herangezogen zu werden. Als den Lchrpersonen gesagt wurde, sie könnten ja im nächsten Jahre nach Buch gehen und die von Buch nach Blankenfelde, hcrrschle nur eine Stimme „Ach, lassen Sie uns bloß in unserem schönen Blankenfelde Stinken? Ach, das ist ja Unsinn!" Und die Kinder? War es für sie schon eine Freude, alle Tage mit der Bahn fahren zu können, so noch mehr die völlig freie und ungebundene Bewegung auf der Wiese und im Walde. Im Schulhof sollten sie nicht zu laut sein, denn da beschwert sich der Rektor und die Anwohner; hier konnten sie schreien, soviel und so laut sie mochten. Fenster einzuschmeißen gab es hier nicht. Hier störte sie niemand im Rennen und Raufen auf der 36 Morgen großen Wiese und im Walde. Stürzte ein Kind im Schulhofe, gab es auf dem harten� teils gepflasterten Hofe oftmals Wunden. Auf beiden Spielplätzen ist nicht ein Unfall vorgekommen, trotz der größten Freiheit und Ilngebundcnheit. Innerhalb der drei Wochen waren aus den bleichsüchtigen Grotzstadtkindern die reinen Jndiancrgesichter gc worden. Die Jungen liefen zumeist ohne Hemd, nur mit Hosen bekleidet, umher. Sie ließen das Sonnenlicht direkt auf den Körper wirken, und ob es auch in der ersten Zeit Blasen gab, es hat ihren Körpern wohl getan. Die Beförderung geschah mit der Straßenbahn und mit der Stettiner Bahn. Jedes Kind sollte mindestens 10 Pf. zur Fahrt mitbringen. Diejenigen, die ohne diese 10 Pf. kamen, wurden natürlich nicht zurückgewiesen. Stullen mutzten sich die Kinder selbst mitbringen. Wer nichts mit hatte, erhielt etwas zu essen von der Spielleitung. Jedes Kind sollte% Liter Milch erhalten, Das ließ sich leider nur in Blankenfelde durchführen; in Buch ging es, weil die Milchlieferung der Gutsverwaltung versagte, oft recht knapp her. Nachmittags gab es Kaffee, einige Male auch Würstchen. Im Laufe der diesjährigen Ferien soll versucht werden. alle Tage mindestens eine warme Suppe zu verabreichen; autzer dem Milch und Kaffee. Das Verfahren, 10 Pf. Fahrgeld ein-, zuziehen, soll beibehalten werden; es hat sich gezeigt, daß viele Eltern es gern geben, wenn sie nur wissen, daß ihre Kinder sich in guter Obhut befinden. Mittellose dürfen nicht zurückgewiesen werden, sondern sollen Freikarten für die ganze Zeit bekommen. ähnlich wie bei den Badeanstalten. Die Ausfahrt erfolgt morgens %9 Uhr, die Rückfahrt abends 6 Uhr, so daß die Kinder rechtzeitig zum Abendbrot, das in vielen Arbeiterfamilien als Mittagbrot gilt, zu Hause eintreffen. Auf Grund der guten Ersahrungen im vergangenen Sommer hatte die Deputation beschlossen, die Veranstaltung weiter auszudehnen, und zwar für den Osten in Bürknersfelde, wo die Kanal- und Rieselfelderverwaltung, die sich übrigens überaus entgegenkommend gezeigt hat, den Gutspark und eine angrenzende Wiese zur Verfügung gestellt hat, für den Südosten im Plänterwald in der Nähe des Eicrhäuschcns. Ein stimmig beschloß die Deputation, 12 000 M. mehr in den Etat ein- zusetzen; leider hat der Magistrat 5000 M. davon gestrichen, so daß der Spielplatz im Plänterwald für dieses Jahr in Wegfall kommen muß. Der Herr im Magistrat, auf dessen Einfluß diese Streichung zurückzuführen ist, mag sich von seinem ehemaligen Vorgesetzten, v. Bethmann-Hollweg, einmal die Zuschrift des preußischen Kriegsministcrs ausbittcn; vielleicht lernt er daraus, daß man keine Mittel scheuen darf, um der Degeneration der großstädtischen Bevölkerung entgegenzuwirken. Für die Vertreter der Arbciterinteressen im Rathause bedurfte es der ministeriellen Mahnung nicht, denn seit langen Jahren sind sie unermüdlich tätig, Verständnis für diese Dinge in die Köpfe der„fortschrittlichen" Mehrheit der städtischen Behörden zu bringen. Es muß dies gelingen, trotz aller engherzigen Ein- Wendungen, weil nur die vorhandenen natürlichen Hülfsmittel verwendet zu werden brauchen, ohne daß die Kosten bis ins Um gemessene wachsen. Charlottcnburg kauft aus Anlcihcmitteln für 800 000 M einen Spielplatz im Grunewald; Berlin hat dies gar nicht nötig. denn auf den außenlicgcndcn Terrains der Stadt sind genügend Plätze vorhanden, um dem weitgehendsten Bedürfnis Rechnung zu tragen. Man braucht nur zu wollen und Berlin könnte mit den Ferienspielen für Gemeindcschüler an der Spitze marschieren. ßericbts- Leitung. Der Zehlendorfer Boykott abermals vor Gericht, Ueberdas in Zehlendorf belegene und der dortigen Gemeinde gehörige Lokal„Fürsten- Hof" ist bekanntlich die Sperre verhängt worden, weil der Besitzer des Lokals dieses für sozialdemokratische Ver- sammlungen nicht hergibt. In der Mitteilung dieses Boykotts an die Passanten wurde, wie unseren Lesern erinnerlich sein wird, —„grober Unfug" erblickt. Das Schöffengericht zu Groß-Lichterfelde verurteilte die Genossen Weber, Völlert, Dräke und Schulze, obgleich festgestellt wurde, daß die Angeklagten ihre Aufforderung ruhig und ganz höflich hatten ergehen lassen, zu enormen Strafen. Weber wurde zu vier Wochen Haft, Dräke und Völlert zu je zwei Wochen und Schulze zu drei Tagen Haft verurteilt. Auf die gegen das Urteil eingelegte Berufung hin hatte die Strafkammer angenommen, es liege grober Unfug vor, da die Leute, an die sich die Angeklagten wahllos herandrängten, beunruhigt worden seien, eine Störung des äußeren Bestandes der öffentlichen Ordnung vorliege und die Allgemeinheit gefährdet worden sei. Die Straf- kammer setzte aber die Strafe gegen Weber auf 20 M., gegen die übrigen Angeklagten auf je 6M. Geldstrafe herab.— Auf die vom Rechtsanwalt Dr. H e r z f e I d t eingelegte Revision hatte das Kammergericht das BcrUfungsurteil auf- gehoben, da es zur Konstruktion des§ 360 11 nicht für genügend erachtete, daß die Angeklagten sich wahllos an die Besucher des Lokals gedrängt und sie vom Besuche des letzteren zurückzuhalten versucht hätten. Das Kammergericht vermißte ausreichende Fest- stellungen, inwiefern durch das Verhalten her Angeklagten der äußere Bestand der öffentlichen Ordnung gefährdet und die öffentliche Ruhe und der öffentliche Friede gestört worden sei. Die Sache wurde daher an die Strafkammer zurückverwiesen. In der gestrigen Verhandlung wurde wiederum erwiesen. daß die Angeklagten ihre Aufforderung, das Lokal zu meiden, ruhig und ohne Aufregung hatten ergehen lassen. Trotzdem beantragte der Staatsanwalt die Verwerfung der Berufung, während Rechtsanwalt Dr. H e r z f e l d t die Freisprechung beantragte, da der Boykott ein im Wirtschaft- lichem Kampfe berechtigtes Mittel sei und in der Art, wie die An- geklagten für die Durchführung dieses Mittels gewirkt, unmöglich ein grober Unfug erblickt werden könne. Die Strafkammer nahm aber auch gestern an, es liege grober Unfug vor und erkannte unter Freisprechung des Angeklagten Völlert gegen die übrigen drei Angeklagten wiederum auf 20 M. bezw. 6 M. Geldstrafe. Ein gewissenloser Milchpantscher vor Gericht. Als einen gewissenlosen„Milchpantscher" bezeichnete der Staats» anwalt den M i l ch h ä n d l e r Hermann Zimmermann, welcher sich gestern unter der Anklage des wissentlichen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz vor der 6. Strafkammer des Land- gerichts I verantworten mußte.— Der Angeklagte ist bereits wieder- holt wegen des gleichen Vergehens vorbestraft. Zuletzt war der Angeschuldigte Inhaber eines Milch- geschäftes in der Michaelkirch st raße, in dem er sehr viel abgekochte und in Flaschen gefüllte Milch an Arbeiter verkaufte, die dann von diesen mit auf die Arbeitsstelle genommen wurde. Verschiedenen Kunden fiel es wiederholt auf, daß die von dem An- geklagten bezogene Milch sehr dünn und wässerig war. Als die Beichassenheit der Milch immer schlechter wurde, erstattete schließlich einer der Kunden des Angeklagten Anzeige bei der Polizei. Von der Behörde wurde nun bei dem Angeklagten eine Milchprobe entnommen. Professor Dr. Juckenack stellte fest, daß die Milch einen nur ganz geringen Fettgehalt hatte und auch sonst Kennzeichen auf- wies, daß die Milch mit einem ganz gehörigen Quantum Wasser „verpantscht" worden war. Die Folge war eine Anklage wegen Nahrungsmittelvergehens. Das Schöffengericht hatte gegen Z. auf eine Geldstrafe von 60 M. erkannt. Hiergegen legte die Staats- anwaltschaft Berufung ein. Die 6. Strafkammer des Landgerichts I erkannte gestern mit Rücksicht auf die Vorstraren des Angeklagten auf einen Monat Gefängnis und erkannte zu- gleich auf Publikation des Urteilstenors in zwei Zeitungen. Schamlose Rüpeleien. Gestern stand der 17 jährige Kellner Karl Dabrowskh vor der Berufungskammer, um sich wegen gröblicher Ausschreitungen gegen eine junge Dame zu verantworten. Mit zwei anderen Kellnern(Gebrüder Kögler) kam er des Morgens kurz nach 7 Uhr nach durchjchwärmter Nacht in stark angeheitertem Znstande die Friedrichstraße entlang. An der Weidendamer Brücke stand an der Straßenbahnhaltestelle eine Lehrerin und wartete auf die Straßenbahn, um zur Schule zu fahren. Der Angeklagte ging ohne weiteres auf die junge Dame zu und vor« suchte sie zu umarmen. Als diese mit Entrüstung die An- griffe des D. von sich wies, erhielt sie nur gemeine Redens- arten zur Antwort. Schließlich drangen die drei angetrunkenen Leute auf die Geäugstigte ein und mißhandelten sie noch in der rohe st en Weise. Auf der Polizeiwache halten die Begleiter des Angeklagten die Dreistig- keit, die Behauptung aufzustellen, die junge Dam» habe sie„angequasselt" und sei eine von de» ständigen Passanten der F r i e d r i ch st r a ß e. Wegen dieser Behauptung wurde gegen die Gebrüder Kögler ein Straf« verfahren wegen Beleidigung und ivissentlich falscher Anschuldigung anhängig gemacht. Beide mußten ihre Schamlosigkeit mit drei beziehungsweise neun Monaten Gefängnis büßen. Gegen den dritten Beteiligten, den jetzigen Angeklagten Dabrowsky, verhandelte schon einmal das Schöffengericht, welches ihn wegen Beleidigung und Körperverletzung mit Rücksicht auf seine Jugend zu nur zwei Wochen Gefängnis verurteilte. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Straf- l a m in e r erkamite auf die immerhin noch milde Strafe von sechs Wochen Gefängnis. Wenn studentische und studierte Rowdys gleich hoch bewertet würden, so würde wohl etwas Schutz für Damen gegen derlei Rüpeleien geschaffen. Eine kinematographische Vorstellung vor dem Richterkollcgium unterbrach gestern eine vor der 1. Strafkammer des Landgerichts II geführte Verhandlung. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit war der Schausteller Alois Ohr angeklagt. Dieser ist Besitzer eines sogenannten KineinatographcnlheaterS und führte in einer für Er- wachsen« bestimmten Vorstellung drei„pikante" Szenen unter der Bezeichnung:„Madame in Nöten",„Die Negeudouche oder Susanne im Bade" und„Durch das Licht gesehen" vor. Diese drei lebenden Bilder werden als unzüchtig angesehen. Der Angeklagte be« stritt, daß es sich um unsitiliche Darstellungen handelte. Das Gericht begab sich mit dein Staatsanwalt und dem Angeklagten in ein nahe gelegenes Kinematographentheater. Dort fand die Vor- führung der beanstandeten Bilder statt. Auf Grund dieser Augen- scheinnahnie beantragte der Staatsanwalt zwei Wochen Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe. Das Gericht erachtete das Bild„Madame in Nöten" nicht für unsittlich, sprach dieserhalb frei, und erkannte im übrige» auf 50 Marl Geldstrafe eventuell 5 Tage Gefängnis und Einziehung der beiden als unsittlich erkannten Bilder._ Bon der Aufsichtspflicht des LehrerS. Bei einer größeren Schulfestlichkeit in Stettin waren auch Blaserohre zum Bolzenschießen von den Kindern benutzt worden. Nach dem Verlauf der Schießübnugen und der betreffenden Spiele hatten sich die Kinder weiter mit den Blascrohrcn beschäftigt und dabei einen Festteiluehmer verletzt. Dieser leitete jetzt gegen den Lehrer G.. welchem die Schüler unterstellt waren, Schaden- ersatzklage ein für die ihm aus der Verletzung durch einen ab- geschossenen Bolzen entstandenen und noch entstehenden Schäden. Das Landgericht und Oberlandesgericht Stettin erkannten auf Verurteilung des Beklagten dem Grunde nach. Auch das Reichsgericht schloß sich in der Beurteilung der Frage dem Oberlandes- gericht an und erkannte auf Zurückweisung der R e- Vision des Beklagten. Es gehöre die Aufsichtspflicht dcS Lehrer über'die Kinder zu seiner Amtspflicht. Dieses habe aber in dem angefochtenen Urteile des OberlandeSgcrichtS Ausdruck gefunden. Daß in dem vorliegenden Falle aber eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht des Beklagten vorliege, wodurch auch ein schuldhaftes Handeln zum Ausdruck komme, ergebe sich daraus, daß de» Kindern die Blasrohre auch nach dem Spielen, zu denen sie bestimmt waren, überlassen wurden, was aber bei der großen Menschenmenge leicht als gefährlich er- kannt werden tonnte. Es sei deshalb schuldhaft, wenn der Lehrer nicht dafür sorgte, daß die Blasrohre, nachdem sie zum Feste nicht mehr benutzt wurden, an einen bestimmten Ort kamen und den Kindern nicht ohne weiteres überlassen blieben. Sieben Monate Gefängnis gegen Jugendliche wegen rineS OsterfenerS. Vor der Göttinger Strafkammer standen am Mittwoch bei lOjahrige Zigarrenmachcrlehrling Artmann und der fast 18jährige Laufbursche Nolle aus Tiftlingerode bei Duderstadt, die ain zweiten Osterfeiertage im Entzenberger Walde mit zusammengetragenem trockenem Gras ein Osterfeucr angezündet und dadurch einen Wald- brand verursacht hatten, durch den ein Schaden von 1300 M. ent- tanden ist. DaS Gericht erblickte in der Handlungsweise der leichtsinnigen jungen Leute den Tatbestand der„vorsätzlichen Brandstiftung" und verurteilte Artmann als den„Rädelsführer" z u vier Monaten, Nolte, der vom anwesenden Kreisarzt Dr. Lochte als geistig minderwertig bezeichnet wurde, zu drei Mo« n a t e» Gefängnis. Wie diesen, Tatbestand gegenüber Vorsätzlichleit hat angenommen werden lönnen, ist rätselhaft. Die Verhängung einer Gefängnis- strafe wegen Befolgung eines In Mittel- und Westdeutschland her- gebrachten freilich recht unnütz gewordenen Brauches mahnt von neuem dazu, die Bergehen Jugendlicher Sondergerichtcil zu über- weisen._ Vom Vereiusrecht. In einer Werkstattversammlung der Arbeiter der Firma Schmidt u. Behrens zu Wilhelmsburg a.'E., die der Er- ortcrung von Mißständen dieser Fabrik diente, war nebenbei auch vom Mctallarbeiterberband gesprochen worden. Aus diesem Grunde erachtete das Landgericht Stade die Versammlung für eine Versammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten und ver- urteilte den Veranstalter, Metallarbeiter Schulz, auf Grund der§Z 1 und 12 des Vereinsgesetzes wegen Nichtanmeldung der Versammlung zu einer Geldstrafe. DaS Landgericht meinte, es sei stets eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten, wenn über den Metallarbeiterverband gesprochen»verde.— Das Ka»r m er- gericht hob das Urteil ans und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung a n d i e V o r i n st a n z z u r ü cf. Es führte aus: Die Behandlung des Metallarbeiterverbandes könne die Behandlung ciuer ö ffeni« lichen Angelegenheit sein, dann nämlich, wenn es sich um die Propaganda für den Verband handele. Andererseits gebe es Fälle, wo sie es nicht sei. Zum Beispiel wäre es keine Erörterung öffent- licher Angelcgcnbeiten, wenn die Frage behandelt werde, ob dieser oder jener als Beamter des Verbandes angestellt werden solle, ob der Lohn der VerbandSbeamteii genüge, oder ob ein anderes Sitzungs- lokal �zn beschaffen sei. Da nun über die Art der Behandlung des Mctaliarbeiterverbandes in der Versammlung bisher nichts fest- gestellt sei, so müsse das Landgericht sich nochmals mit der Sache befassen. Für de» Inhalt der Jnierate abeniinimt die Nedattion de», Pnblitn», gegenüber keinerlei Bernntwortnng. HKeater. Freie Volksbühne. Freitag abend 7'/, Uhr: 7. Wend- Vorstellung im Neuen Schauspiel- hauS: 12./1Z. Abteilung: Goethes Faust.(1. Teil.) Sonnabend: 14. u. 15, Abteilung. Sonntag: 16. u. 17. Abteilung. Montag: 6. u. 7. Abteilung. Freitag, den?. Juni. Ansang 7>/z Uhr. Sgl. Opernhaus. Salome.(An- sang 8 Uhr.) Kgl. Tchanspielhans. Wallensteins Tod. Neues kgl« Operntheater. Wiener Blut. Deutsches. Robert und Bertram. K a in m e r s p i e l e. Frühlings Erwachen.(Ans. 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. Schiller O. sWoNiier-Tbeater.) Moloch. Der zerbrochene Krug. Schiller-Theater tkharlottenburg. Die Schmuggler. Schiller X.»Friedrich Wtlbelm- städltlchcS Theater.) Drei Paar Schuhe. Berliner. Geschlossen. Lessing. Die Fledermaus. Kleines. Marcell Salzer.(Ansang 8'/, Uhr.) Komische Oper. HoffmannZ Er- z.ihiungen. Neues. Die Condottieri. Weste». Die lustige Witwe. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen Lnstivielliaus. Die Welt ohne Männer. Thalia. CharlehS Tante. Luisen. Das Rätsel seiner Ehe. Bernhard Rose. Der grohe Un- bekannte. Meeropol. Der Tcuscl lacht dazu. Wintergarten. La, Tortajada. Spezialitäten. stlpollo. Der lustige Witwer. Spe- zialitäten. Walhalla. Spezialitäten. lvassage. Spezi diäten. RetchShallr».«lettlner Sänger. Ilrnni». T»nbe>iiir»ste 4dt/4N. -Mendsntztlhrt.Did deutsch e..vstitre rüste. Sternwllrte. Jdvallddüstr. 67752.' Theater de» Westens. Kanistr. 12(Station Zoolog. Garten). Gasljp. d. Neuen Lperetten-Thcaters aus Hamburg: _ Die lustige Witwe. lieues Thealer. Abends 8 Uhr: Die Condottieri. Sonnabend und folgende Tage: Die Condottieri. Uleines Thealer Abends 81/, Uhr: MARCELL SALZER-ABEND. Sonnabend und folgende Tage: SALZER. LortzingTheater. Bellealliancestr. 7/8. Ferien halber: Cieschlosscn. Heute 71/. Uhr: Opern- Ausführung des Brandenburg. Konservatoriums. Teile aus: Zaubeistilile, Troubadour. Ferner: Cavalleria rusticana (ganze Oper). Belle-Allianre- Garten. Täglich: k-iita-VariOtO-VorslsIluri||. Lustspielhaus. 8 Uhr: Wiener Ensemble- Gastspiel Die Welt ohne Männer. _ Pepi Glöckner als Gast. Sediller-IkeRtei' frlallriob-AiibalmatädtisobesTboalor. Abends 8 Uhr: Drei Paar Schuhe. Sommerpreise._ Reßdeiis-Thklitcr. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 3 Uhr: Rgden Sie nielits zu verzollen? Schwank in 3 Akten v. M. Hennequin and P. Beber. Luisen-Theater Neichcnbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Das iJiitffl ffiiifr Ehe und folgende Tage. Sonntag, den S.Juni, nachm. 3 Uhr! Maria Stuart. Trianon-Thealer. Heute und folgende Tage: Fräulein Joirttc— nieine Frau. »"vsang 3 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Die deutsche Ost= seeküste. OOIOCISCHER I Täglich nachm. 5 Uhr:§ Ciroßes Militär-Doppel-Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter| 10 Jahren die Hälfte. Metropol-Theaier Anfang/ 8 Uhr. I Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaondor. Dirigent Max Koth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. Abends 8 Uhr: Neue Spezialitäten. MendS g'/z Uhr: Die dagruikstnerFnititchtg! mit seiner BurleSke: Der luftige Witwer. 1. Bild: Das lestie Mal. % Bild: Tic Folge» davon. Programm. ERNnaMSfTM i a Gr. Frantstirlcrstr. 132. Freitag, den 7. Sunt: Ansang l'/a Uhr. yV' Ii» Gart e»:"9% Theater- und Sprzialitäteu-Lorst. I'unl Curradinl. Wochenlagsprcise.— Abends 81/, Uhr im Theater /JSer groste Unbekannte Svnnnerprclse. Morgen: Dieselbe Vorstellung. W. Noacks Theater. Direktion! Rob. Dill. Brulnieustr. 16. Serlin bei Nacht. Lebensbild mit Gesang in 2 Bildern. Ein SPas« in der Backstube. Dazu das neue Juni- Programm. Slns.(! Uhr. Kaffeekiiche v. 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter: Vorst, im Saal. ümimeii'Theiiier Badstrajj« 58. Direkt.: Barnh. Rose. 10 Attraktionen eriten RnngeS 10. VW Artur Wolff. D'Elbost.— Rambler Comp. Ter Geifterspnk im Gefängnis. Pantomime der �okasobftlruppe. Im Fluge durch die Ülelt. AuSstattuiigS-Voiksstück in 6 Bildern. Kaffenerössnung 2 Uhr. Ans. 5. Uhr. Im Saale: Uirußvr Uall. Billettvorverkauj von 10—1 Uhr au der Theaterkasse. | Max Kliems (Sommer Theater Hasenhelde 13/13. I Artistische Leitung: Raul«ilbikr. läplieli: Cr. Konzert, toter| u. Spezialitlten-WeliungJ Jede» MoMag: Sommerfeft. � Jeden Miitwoch: l Die beliebte» Kinderfeste. I Jeden Donnerstag: Glitc-Dag. Die Kaffeekiiche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. I Schiller-Theater. Schiller-Theater Chariottenburg. Freitag, a b e n d s 8 Uhr: Itiv 8el>ninxirl5. 3. Abt. früh 5>/z Uhr Streiszuge durch das Blumetal. Start: Marianncnvlatz.,„. 6. Adt. früh 6 Uhr nach Grun« Heide. Start: Elystnin. 6 Ab!, früh L Uhr nach Tcupitz. Start: Genossenschast. Lderdcrger. striche 30. r~. 1 Abt. früh 4 Uhr nach Buckow. Slart: Grcnzslr. 21 bei Wegner. 8. Abt. jrüh 5 Uhr nach Beelitz, Heilstätte. Start: Waldstr. 8. Lant Beschlust der BorstandS« sitiuug vom 3. d.M. fallen samt« tiche Nachmittagstonren der Abteilungen ans und fahren um 1 Uhr nach Ii l x d o o k zur I. ICol-sot'abi-t. Starke Be- tcilignug ist dringend notwendig. Sainmelplap: Thiel, Berg- straffe 151, Stixdorf. Adiiimg, Sporigenossen des 1., 2. u. 9. ßezirksl Sonnabend, den 13. Juli 1007, findet eine taisfaM oaeli Willenberg Natt. Es ist erwünscht, dah eine starke Beteiligung stattfindet.— Treffpmikt der Vereine: Treuenbrietten. Heute Freitag: SitzigOedilsselmtzkoiiiniiÄ Ter Obmant» Arbeiter- Raciialuer-Bund Gan O— Bezirk S. Sountckg, 9. Jnni 1907: 3. likzirks�cst in Ti-optow bei ckotti. Kcpenicker Landstrasie, verbnnden mit Konzert, Spezialitäten, turnerische Aitsführunge», Knnst-, Reigen- sahrcn und Tanz. Bei Eintritt der Dunkelheit: Große Kinder-Fackclpolonnise. Jede« Kind erhält an der Kasse eincii Bon zur Stockiaterne gratis. Eintritt 30 Pf.,' Kinder frei, Programm gratis.— Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 5v Pf. nach. Ansaug 3 Uhr. 12/4 NB. Die Anfahrt, mit geschmückten Rädern, welche behördlich genehmigt ist, findet um 2 Uhr nach- mittags von Thiel, Rixdors, Berg» ftrnfcc 151—152, ans statt. ES ladet srenndlichst ei» Der Fesiansschnst. Niedergelaffen: 2e8eb» Frau II. Menzi, a p p r o b. A e r z t i n. Spezial. für Haut- und GeschleehU- krankhejton, Kosmetik. JLoipzIgertitrafic 115/110. Sprichst. 11—3, außer Sonntag. Chariottenburg. für Spsziaiwerkstalt' solide Aaosühimng, preis. werte Berechnung. 48882' Frlcdr. Stabcnow, Lützow erstraffe 15 am Rathaus. 19 !r iwibi II Zah U> stelle Berlin— Bezirk Moabit. Sonnabend, S.Juni 1907, in der KronensBrauerel, Alt-Moabit 47—49: Großes Sommer-Vergnügen. Spezialitäten ♦ Theater ♦ Konzert ♦ Ueberraschungen aller Art. Sie KalTcektiche ist von 3 Uhr ab geöffnet.— Um 9 Uhr: FacUel-Poloniise, wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält Nach der Vorstellnng: TANZ. Herren, ivelcho ara�Tanz�toünehmen, i___ Anfang 4 Lhr.—— JUillett SS Pf.___ Da wir weder Kosten noch Mühe gescheut haben, um das Fest zu einem recht genußreichen zu gestalten, erhoffen wir zahlreichen Besuch Das Komitee. Mijbelfaiiril!„B8rolina" eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Bilanz für das Geschäftsjahr 1906. Aktiva. Kassmfenfa......■ 862,30 Banffvnto...... 606,52 IRimcffcnfonto..... 3 444,65 Dcbitorenfonto.... 8 286,28 SXiiBentavfouto..... 5 240,— Warenf onio...... 23 883,95 Passiva. (ZnfHnbenkonfo.... DarleHnfonto..... Ziorservesondskonfo... f.reditorenfonto.... Slfzepienfonio..... Gcivitm- und Berlustkonlo 42 324,20 480.- 23 624,61 196,78 10 572,70 2 291,15 5158,96 42 324,20 Mitglied erzähl am Ansang des Geschästsjahres: 16. Eingetreten: Keiner. Ausgeschieden durch Tod: 1. Bestand am Schlüsse des Geschäfts- jahres: 15. Die Geschäslsguthaben und die Hastsumme verminderten sich um je 30 M. Gesamtbetrag der Hastsumme 480 M. 127/18 Der Vorstand. H. Krebs. Karl Müller. Herren-».XnAden- Konfektion! Nach nunmehr erfolgtem Abschlnsi unserer neuen uohntarise fordern wir Oie BerusSfallegen auf. sich streng an die Abmachungen zu halten und die girmen zu meiden, die sich dem Tarif nicht unterwerfen wollen. Die regel- mäßigen Mitglieder- Verfammlungen linden alle 14 Tage Freitag bei Uräsel, Neue Friedrichsir. 35, statt, and ersuchen wir auch die noch fem- stehenden Kollegen zu erlchemen. Verband deutscher Schneider, Filiale Berlin. nitglledscbart II (Zuschneider und Zuschneiderinnen). Nähere Auslunst daselbst. i Gau 9. Bezirk 11. Gau 9.» Am Sonntag, den S. Jnni. feiert der v \ Arbelter-Badfalirerverein„Glück auf"[ � zu Bornim i. M. ini»Schwarzen Adler", Neil-Bornim, Mittelftr. 12, sein l l 4. Stiftungsfest « bestehend in * Festumzug, Konzert, Reigenfahren, Verlosung und Ball.] Alle Bundesvereine der umliegenden Orlschaficn sind hierdurch 9 fieun blichst eingeladen.— Es würde uns angenehm sein, wenn uns i| auch die Berliner Genossen mit ihrem Besuche bechrtcn. 12/9'. i Der Umzug beginnt um 3 Uhr. Das Komitee.» »MVV WWWW» Sonnabend, den 8. Juni: 2. Moudscheinfahrt nach Wernsdorfer Schleuse und Gosener Berge ab Schillingsbrücke. Abfahrt abends zirka 9 Uhr. Hin und zurück SO Pf. Um freundlichen Zuspruch bittet Plolil. — Restaurant zum Oder-Ipree-Kanal.——— Tischler-Verein«.«.«». Sonnabend, den 8. Juni, abends 8'/, Uhr, Melchiorstrasfr IS: IMST Versammlung"M5 Tages-Ordnung: 1. VcreinSangclegenhciien. 2. Ausgabe der Billetts zu der am 7. Juli nach»Sporlshaus ZiegenhalS" staitjuidenden DampForpartlo. 198/16_ Der Borstand. Deutscher Kolzarbeiter-Verbanii. Heute Freitag, abends 8'/., Uhr, im GcwcrlschaftShausc, Engcl-User 15: Tlt-ung den Oetsverwaltung. WM" Einsetzer."MK Die Bezlrksversainmluugen finde» am Sonntag in den bekannten Lokale» statt._ Durch den Bäckerstreik haben wir uns veranlaßt gesehen, in folgenden Gegenden, wo keine Be- willigungen vorhanden sind, Verkaufsstellen zu eröffnen: khedoef, Ilarstr. 11 und Berlin, Kohenlohestr. 18 und bitten hiermit die geehrten Hausfrauen um gütigen Zuspruch. NB. Da uns der Herr Kaufmann Koch seinen Laden Caprivistr. 3 nicht zur Verfügung stellte, den er uns zusicherte, so haben wir an oben genannter Stelle gemietet. Iäokovoi-Genossonsoksft„Sortin", g. m. b. H. Zentrale: Gloganerstr. S8. Verkaufsstelle: HerUn, Gloganerstr. 88. „ Forstvrstr. 30. Nirdorf, Stein, netzstr. 189. Falkstr. 1. Isaarstr. 11. Serlin, Zsoisenlolfestr. 18. i. 2. 3. 4. 6. 6. t» tt RojrHinNet 1878. St>ez{aVKut-8tigrOStapr. Neuesie Moden der Saison in Pilz Ii Uten, Z.vHmlcrhllten, Cbapcaux claques und Üteil. Einzelverkauf zu außergewöhnlleli billigen und streng festen Preisen! Ä. Jgcöirnet: 8onn�w3 Meue Königstraße 48, fl T reppe, Viel Vergnügen mache» die dem reilrh«nGeit'«DK»nIper „Marke Kaminfeger" vetlieaenden Geschcnle.»raclitiae Sachen, ausnahmslos nur hübsche, mch- liche Gegenstände. l00/lf Ja den nicisleii Geschäften a 15 Pfg. zu haben. � Aorsicht beim Einkauf! Mait achte auf die„Schuhmarte Kammsegn I Fabrikant: Cor! Gcntuer, Gttppingen._ Alleinverkauf für Berlin und Umgegend: Autlreas Caspar. Berlin SO., Josepbstraße 11. » Men ZlrbcitSnnchtveis: Vertvaltniigsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239, Charitdslraße 3. H Hanptburcnn: III. Amt 3, 1987 Sonutag, den 9. Juni er., vormittags IG Uhr: MgUecker- Versammlung der llamiiass d. llaakeb. ldalallasbadas-Vasbaadaa in den„Mnslber-SSltn", Kliiftr Wiihttmstr. 18 in. Tages.Ordnting: 1. Die Aussperrung im Baugewerbe, und in welchen, Mäste sind unsere Kollegen in Mitleidenschaft gezogen? 2. Diskussion. 3. Sonstige Verbandsaugelegenheiteu. —_ Mitgliedsbuch legitimiert.> KU. Wegen der Wichtiglcit des ersten Punktes der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Die Versammlung ist deshalb nur für die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. Wir er- warten, daß die Kollegen für den Besuch der Versammlung agitieren. Die anSwärls wohnenden Kollegen ersuchen wir ebenfalls dringend, in dieser Versammlung zu erscheinen. Sonutug, den 9. Juni er., vormittags IG Uhr: Morgensprache für Reinickendorf n. Umgehend im lobftl voll Muster, Mmickcuimf, Keriiiitistr. 29. Montag, den IG. Jnni, abends 8 Uhr, finden in folgenden Lokalen KtsilllS-vttfiiimlWlstit statt. flu Norden: in den Germania-Sälen, Cbaussee- straße 110 und Balisciimieder, Badstr. 16. Für Moabit: in der Kronen-Brauerei, Ait-Moabit 47. Für Osten: in Cranz' Praciit-Sftieu des Ostens, Frankfurter Allee 154. Süden: in der Urania, Wrangelstr. 10-11, in der Drachenburg, Vor dem Schiesiscben Tor und in Giiesings Festshlen, Wasseriorstr. 68. Westen und Schüneberg: bei Zühlke, Oennewitzstr. 13. Charlotienburg: im Volkshaus, Rosinenstr. 3. Rixdorf: in Thiels Fest-Sälen, Bergstr. 152. Rummelsburg: in Tempels Lokal, Alt-Boxhagen 58. Weißensee: in Roßkopfs Lokal, König- Chaussee 3.. Für Steglitz: in Schellhases Lokal, Ahornsfr.15a. Für Tegel und Umgegend: in Trapps Festsälen, Bahnhotstr. 1. Für Köpenick: in Schülers Lokal, üohenzoilern- Piatz 6. Für Spandau: inKumbkes Feslsälen, Schön- walderstr. 80. Für Oberschöneweide: in Kaufholds Lokal, Wilhelminenhofstr. 18. Tages-Ordnuug: l- Striditerstattung vom Nerblindstog. Disbussioil. > Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.___ Kollegen und Kolleginnen l Da ein jedes Mitglied unserer Organisation von den Beschlüssen rcsp. Verhandlungen unseres BerbandstageS unter» richtet sein muß, so ist cS Ihr« Pflichf, in dieser Versammlung zu evfchelncn. Für Für Für Für Für Für Die Sranchenversammlungen der JfietaU- schteifer und Schlosser finden an diesem Tage Nicki statt. Die Kollegen werden ersucht, nach den Bezirksversammlungen zu gehen. 119/16 Dl« Drtnverrvaltnns. Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer (C. H. Nr. 2 Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. Freitag, 7. Juni, abds. WU Uhr, im Gewerkschaftshause, �' Engxl.ufer IS. Saal 4- Mitglieder-Versammluilg. TageS-Ordnung: t. Abrechnung vom ersten Onartal. 2. Wahl eine» Kassierers fiir den dritten Bezirl 3. Bortrag deS GewerkschastSselretärS Genossen D. Qtnlt: »Ueber Biesen«ud Wirken der Arbeiterversicherung.« Mitgliedsbuch legitimiert.»er»orstaiid. 259/ll« N. A.: Niq. Schröder, Tilfiterftr. 62. Deulscher Rolzarheiter-Verhanl Den Mitgliedern zur Nachricht daß der Kollege, Tischler Franz Oleszak am 5. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Juni er., nach- mittaas 4 Uhr, von d:- Leichen- Halle des Michael-Kirchhoses am Mariendorser Weg aus statt. Rege Beteiligimg erwartet 88/1 Die QrtSverwaftung. SoziKliieiiiokrat. Uablvereiii sür den L Berliner ßeicbst&pahlkrBis (Köpenicker Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Gastwirt Wiliielm Henkel wohnhast Oppelnerstr. 33, Stadtbezirk 108a gestorben ist. Ehre seinem Nndenken t Die Beerdigung findet am Soimiagnachinittag l'l, Uhr von der Leichenhalle de» EmmauS- Kirchhofes aus statt. 244/13 Der Vorstand. Dailksagnttg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes Dtto Kcttaolilas sagen allen, besonders den Genossen deS 685. und 687. Bezirks, der Sektion 0 sowie der 22. Abteilung der Straßen- reinigung linieren herzlichsten Dank. Witwe Augliste Nettschlag. _ Familie Winkl er. 51182 Orts- Krankenkasse der Kürschner und verwandte» Gewerbe zu Berlin. Montag, den Iv. Juni 1907« abeilds S'/ü Uhr: FortHctzuiiK der Ordent). General-Versammlung im Alten Hchülzenbaaa, Liniensir. 5. Erledigntig von Punkt 4 bis? der TageSordinnig v.29.?lprtl13b7. a) Erhöhung � der Beiträge und EiniriltSgelder. d) Gehallserhöhung jür 2 Kassen» angestellte. c) Aenderung des§ 49(Anderweitige Festsehung der Dele- giertenzahl.) 6) Kassciiangclcgenhciten. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen wird höflichst ersucht. DM- Die zugesandte Siiiladnng legitimiert, ohne dieselbe kein Einlast.'Tfiß 274/16 Der Vorstand s Fp. Crnndel, Vorsitzender. paurjyyeiutte Schneidermeister Sychenerstr. tST. - SE- —— nach Mafi.— Ufidjljnltigfö Lager in- und anslandischer Ztoffe in den Preislagen von s3M....3SM. FUp tackvll»»«« Sit,!»nck »andvPv Apdvlt Ivlatv chiapantlv. i Lixene Betriebs» Werkstatt. ittrparntnrcn sauber»»»d billig. Vorwärlsleser erhalten 5 Proz. Babstt in llar! �SS «röÄ'Spezialgesdialt jTZI W am, -B eitfedern Erst* Bsttfedsrnfib. m. alikt. Bstrlebs Gustav Lustig BERLIN S. Prinzonstr. 46 verfendet geg. Nachnahme garantiert neue und gut enlstäutne. gnl tüllcnde Äettfebern p. Pfv. vt. o.Si-i.»«-l.ei: primaHalbbanne» M. 1.75; wänfe- rupffcdern IM. 2.00; prima weihe Gänsehalbdaunen M. 2.S5,«cht rulftsch. Matn- vor-tSSnsedauneu M. 3.50 s Don den Daunen genügen 5-4 Did. »um groll, cberbelt.— Gänsefedern <1 Reiben) M.O 60 per Dfund; Gänse- Ich! achtfedern, wie ste von der San» fallen, mit allen Daunen M. 1.50. Proben und Pieiilif!« gratis. Um» tauich oder Rückfendmig gestattet. Verpackung kostenfrei. Setztsähriacr Uiusav über Svvo Zentner Lettsedern, von keinem ,»wetten Betten- n. Bett- � sederngcschäft erreicht, Aclitiing!||f|£|l||*|*|*B Achtung! Zentral-Verband der Ktaurer Dentseblands. Zweigverein Berlin» Freitag, den 7. Juni 1907, abends S'/a Uhr» bei Frey er, Koppenstra�e 29: General- Versammlung kur fiimtlidjf Kkzirke und Zahlstellen der Manrer, der Sektion der Pntzer, der Gips- nnd Zementbranche, somit der Fliesenleger. im TageS-OrZuung: 1. Berichterstattung vom S. Berbandstage. 2� Diskussion. Z. Neuwahl des Berbaudsansschuffes. 4. Zlbrechnnug vom ersten Quartal. ZlltKltadsbacI» legitimiert!— Ohne dasselbe kein Zutritt! Ln Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist cS Pflicht jedes Kollegen, zu erscheinen. Der ZweigTereinsrerstand. ä Maurer! ä Sonntag, den 9. Juni, vorm. 10 Uhr, bei Freyer, Koppenstr. 29: General- Versammlung ttt Freien Uereinigung derMnurerDentschi. OrtsvonvaltimK Berlin« Tag es-Ordn ung: Welche Maßnahmen treffen wir zur neuesten Taktik der Unternehmer? 7 � i Kollegen, erscheint alle Mann in dieser hochwichtigen Versammlung!- Mitgliedsbuch legitimiert! Ter Borstand. freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Tonntag, den 9. Juni, vormittags lO'/z Uhr, bei Böker, Weberstraste 17: Mitglielier-Verlammlung. TageS-Or dnun g: 1. Bericht über den Stand der Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Vereittsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich erdssnet.-Mg 31/7 Der Verstand. NB. Wir teilen den Kollegen nochmals mit, dag sie sich ihre Zeitung während der Lohnbewegung von der Zahlstelle abzuholen haben; Versand durch die Post erfolgt nicht. D. O. Achtung! iter, Partei Achtung! Die Bestrebungen unserer Organisation, auch in den Detailgeschästen der Herrenkonfektion Betriebslverkstätten und feste tarifmäßiae Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stich- haltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns deshalb genötigt, gegen diese Geschäfte das Mittel des Boykotts in An- Wendung zu bringen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß-Berlin sind diesem Beschlutz beigetreten. Wir appellieren deshalb mit Gegenwärtigem an die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgegend, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nach- stehende Geschäfte meiden zu wollen: Osten: Zeiitmm: Weltmann Nachf. Stephan Esders, Kaiset Wilhelmstr. 41. Heesten: Kaplan, Friedrichstr. 1. S. Adam, Liipzigorstr. 27/28. Karl Stier, Potsdamerstr. 113s. Landsberger, Friedrichstr. 108. Thisry u. Sigrand, Friedrichstr. 179. Bandsbnrger, Friedrichstr. 7. Bandsburger, Turmstr. 30. Esders u. Dyckhoff, am Dönhoffplatz. Alle übrigen Geschäfte sind als frei zu befrachten. Jul. Lindenbaum, Gr. Frankfiirterstr. 141 Jul. Lindenbaum, Franseckistr. 15. Bohne, LandSbergerstr. 79. Lucian, Landsbergerstr. 56. Kneten: Esders u. Dyckhoff, Oranienstr. 48. Karl Stier, Oranienstr. 166.. Schulmeister, Dresdenerstr. 4. S. Böhm, Skalitzerstr. 39. . Böhm, Komnmndantenstr. 43. KtitteUnng! Mollen§ie ein iRotorraö ZZ Jordern Sie meinen rtlchilluslr. siauplkalolog ßr. 127 F- ßrotis und tronko. «r#s«te Reparatur-Werkstätten fü7ve7sänd"i p'«'»« noch Cist« vorher! Siltigsli | Rabmenbrüch». wk. J.SC 1 6inaiU(ming. wk.$60. j Tcmlchclung NA». 8,50. J Lieferzeit 2—3 Loge, aaaaa J ■»= 2000 Cogtr-ßummem. Sobrrod- u. ßlolor-Jubebör. 25 modeile Johrrddcr. CDiedtroerkduf. Robett! WILLI HAU5SHERR, Batom Alte 7acob-6tr»we 93. Arbeiter-Bekleidung OrUBtes Speztaigeschütt Kohnen& Jöring Hauptgeschäft; AlexanderstraBe 12 zwisch. Alexanderpl. u. Jannowitzbr. 2. Geschäft: Landsberger Allee 148, Ecke LangenbeckstraBe. SerufsUleidung (. alle Zweige d. Industrie u. Gewerke. Die 7ima Konfektionshaus Böhm, Skalitzerstr. 39, hat einen Beschluß der 35. ZivilUatmner des Sandgerichts I, Berlin» erwirkt, welcher uns unter Androhung einer Geldstrafe von 500 A!. für jeden 7aU der Zuwiderhandlung verbietet» die Tirnta weiter in der Liste derjenigen Firmen zu fuhren» welche wir zu meiden ersuchten. Sa die oben angeführte Zivilhammer diesen Beschhtß nunmehr aufgehoben hat, haben wir die Firma der Liste wieder» wie ohen ersichtlich, angefügt PF" Zur Kenntnisnahme."MZ Wegen fortgesetzter Kfcßregelung unserer Kollegen und Vertragsbruch haben wir über die Firma Julius Lindenbaum erneut den WM- Boykott �WW Verband der Schneider und Sehneiderinnen und verwandter Sernfsgenossen Deutschlands. � Filiale Berlin, Michaelkirchplatz I, parterre. verhängt. Verkäufe. ZiePvichenillFarbenfeblernFnbrll. Niederlege(Ärotie SivnHrMuirrftrngc 9, parierte fein Laden. Mauerhoff.+1 Tteppdeite» billigst Fabrik iArotze Franlinrlerstrasie 9. tmrlerre fl M.. Friedrichsroda 15,66<23,66) M.. E i s e n a ch 15,36<23,56) M. usw. Der Fahrkartenverkauf erfolgt am Anhalter Bahnhof vom 28. Juni bis 5. Juli abends in den Stunden von 8—1 und 3—6 Uhr, er wird, wie bekannt, geschlosfe», sobald die Höchstzahl der Fahrkarten<566 Stück) verausgabt ist. Nedcr ein Mißverhältnis bei der städtischen StiftiingSdcputatiou schreibt man uns: Alljährlich werden zahlreiche an die städtische Stiftungsdeputation in Berlin gerichtete Uuterstützungögesnche mit der Begründung zurückgewiesen, daß aus den der Ncrivaltniig unterstellten wohltätigen Stiftungen bestimmungsgemäß solche Personen nicht berücksichtigt werden dürfen, die durch die öffcntliche Armen- pflege entweder dauernd Unterstützung beziehen oder innerhalb der letzten zwei Jahre einmalige Unterstützung erhalten haben. Diese Bestimmung ist in der Praxis außerordentlich hart. Auf Großstadt- bodcn kann man sehr leicht dazu kommen, ganz vorübergehend die öffentliche Armenpflege in Anspruch nehmen zu müssen. In höchster Not wendet sich irgend ein stellungsloser, anständiger Mensch an die Armenvcrwaltung. Er erhält nach den erforderlichen Recherchen, die sich oft länger als acht Tage hinziehen, gerade so viel, daß er nicht verhungert. Dieses Almosen ist ihm nun aber zwei volle Jahre hindurch hinderlich, wenn er später mal wieder in Not gerät und nicht abennals den demütigenden Gang zum Armcnvvrsteher machen will, sondern zur Erlangung einer aus- reichenden Unterstützung sich an die StiftungLdeputation wendet. Selbst die Zeildauer für den Verlust des Wahlrechts infolge dcS Bc- zugeS von Annenunterstützung ist auf ein Jahr herabgesetzt worden. Hier aber besteht, ohne daß man zwingende Gründe einsehen kann, noch immer die zweijährige Wartefrist. Es ist kaum etlvaS dagegen einzuwenden, wenn im allgemeinen solche Personen von dem StiflungSgennß ausgeschlossen werden, die dauernde Arnienunter- slützung erhalten. Dagegen sollte man die gleichartige Bestiurnrnng für einmalig aus Armenfonds unterstützte Personen aufheben und lieber von Fall zu Fall je nach den vorliegenden Verhält- nissen entscheiden, damit Ungerechtigkeiten und Härten vermieden werden. Der Hochbahnhof„Warschauer Brücke" muß wegen vor- zunehmender Umbauten von Montag, den l6. d. M. ab auf einige Zeit für den Verkehr geschlossen werden. Bis zur Beendigung der Arbeiten wird daher für den Verkehr von Westen nach Osten die Haltestelle Stralau« Tor den Endpunkt der Hochbahn bilden. Um den Fahrgäste», welche auf die Flachbahn nach dein Zentral-Viehhof übergehen wollen, den Weg bis zur Haltestelle„Worschrnicr Brücke" zu erspare», ist die Flachbahn jetzt bis zum Stralauer Tor verlängert worden. Der„BcrficherunrtSdirektor" und KanlionSschwindker Stariatti ans der Fehrbellinerstraße, der schon mehrere Wochen in Unter« suchungshafl sitzt. lvar merkwürdigeriveise der— Schiedsrichter seines Wohnbezirks. Es gilt bereits als festgestellt, daß er namentlich dieses Ehrenamt als Trumpf ausspielte, um Vertrauen zu erwecken und leichtgläubige Leute ins Gar» zu locken. Wer ein solches Amt bekleidet, bei dein inußtcn ja die Kautionen sicher hinterlegt sei». So sagten sich viele Personen, die sich auf Slarbattis Annoncen meldeten und übergaben unbedenklich ihr Geld dem Schiedsrichter. In dem betreffenden Bezirk wohnen genug Leute, die sich zu solchem gerichtlichen Ehrenamt eignen. Dem Unwürdigsten wurde eS übertragen. Auch ein dem Verhafteten sehr nahestehendes Faniilien- Mitglied scheint nach den neuesten Erhebungen an den Schwindeleien mitbeteiligt gewesen zn sein. So hat sich'eine ZeitungSaiiSträgcrin gemeldet, die von diesem Familieninitgliedc um die gesamten Er- lparnisse gebracht sein will. Starbatti unterhielt im Vorderhause, was ihm feine Betrügereien erleichterte, ein auf Pump elegant ein- gerichtetes Bnrean, während die ziemlich armselige Privarivohnung sich anderweit befand. Der„Arzt" als SittlichkeitSatteiitätcr. Ein ganz gefährlicher „Kinderfreund" treibt in der letzten Zeit sein Unwesen. Ter Bursche, der besonders in den Vororten auftritt, schleicht sich unter dem Deck- mantel der Wohltätigkeit an ahnungslose Mädchen heran. Er giebt an. Arzt zu sein und behauptet, mit der Fcriciikoloiiie in Verbindung zu stehen. Er sucht solche Kinder auf. die bcabsichtigeu, nach den Ferienkolonien zu gehen,„untersucht" sie und vergeht'sich dann an den armen Geschöpfen. Der„Arzt" ist etwa 43 Jahre alt, von mittlerer Größe, schlank und trägt einen goldenen Kneifer. Hoffentlich Ivird diesem Schuft bald das Handwerk gelegt. Zu der mutmastlichcu Leichenvcrwcchseluug im Birchow- Kranken- hause, über die wir berichteten, wird jetzt mitgeteilt: Die LeichenmiSgrabuiig, die der Rcstaurateur L. auS der Reinickendorferstraße beantragt hatte, weil er glaubt, daß im Virchow-Krankeuhausc die Leiche seiner Frau mit einer anderen ver- wechselt worden sei, ist von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden. Der zuständige Staatsanwalt schreibt dem Antragsteller: „Auf die Eingabe vom 8. 5. 67 teile ich Ihnen mit, daß ich keine Veranlassung gefunden habe, die Ausgrabung der von Ihnen am 29. April d. I. beerdigten Leiche anzuordnen. Nach Angabe des LeichcudienerS Anton Podleck hat dieser die Leiche Ihrer Ehe- frau dem mit der Abholung beauftragten Fuhrhcrrn Ruls und dem Sargfabrikantcn Henkel übergeben, eine Verwechselung erklärt er für ausgeschlossen, da sofort nach dem Tode eines Patienten dessen Personalien durch eine am Fußende befestigte Karte bezeichnet worden, und dies auch hier geschehen ist. Daß Ihnen von dem Krankenhause außer den Kurkoften ein Sterbehemd und ein Sarg wie sie bei Armenleichen üblich sind, in Rechnung gestellt sind, beruht auf einem Irrtum des Bureaus d e§ Krankenhauses. Der Umstand, daß die Leiche am Tage der Beerdigung von Ihren Angehörigen nicht als Ihre Ehefrau erkannt ist, läßt sich durch die häufig eintretende Veränderung der Gesichtszüge bei Ver- storbenen erklären. Ich bemerke übrigens, daß selbst, wenn der Ver- dacht einer Verwechselung der Leiche bestände, ich nicht in der Lage wäre, die Ausgrabung anzuordnen, da es lediglich meines Amtes ist, Straftaten zu verfolgen. Eine Straftat, zu deren Aufklärung die Ausgrabung erforderlich wäre, liegt aber nicht vor." L. will sich mit diesem Bescheide nicht zufrieden geben, zumal, da er in seiner Eingabe auch darauf hingewiesen hat, daß seine Frau ohne seinen Willen und gegen seinen Willen operiert worden und infolge der Operation gestorben sei. Als ein Raubmord ist nach dem neuesten Ergebnis der behörd- lichen Ennittelimgen das an dem Ulanen-Gefreiten Bcnske, dessen Leiche bekanntlich bei Spandau im Wasser aufgefunden wurde, ver- übte Verbrechen zn betrachten. Die Angelegenheit beschäftigte bisher die beiden königlichen Kommandanturgerichte in Spandau und in Berlin. Das erstere Gericht hatte sich aus dem Grunde mit dem Fall zu befassen, weil sich das Verbrechen auf Spaudauer Gebiet abgespielt hat. In zweiter Linie kam daS hiesige Kommandanturgericht in Frage, iveil der ermordete B. bei ihm zugehörig war. Gegenwärtig beschäftigt sich nun auch die königliche Staatsanwalt- ichaft des Landgerichts II mit der Bluttat. Es wr angenommen, daß das Verbrechen etwa in folgender Weise vor sich gegangen ist: Wie erinnerlich hatte der Ulaiien-Gefrcitc Benöke während seines Pfingsturlaubes Spandan aufgesucht. Seit dem ersten Feiertag wurde er bereits vermißt. Bald daraus wurde in der Spree der verstümmelte Leichnam des Verschwundene» aufgefunden. Die Täter— es handelt sich zweifellos um mehrere— haben bei der Ausführung des Verbrechens den Anschein erwecken wollen, Benske sei in der Dunkelheit in den Fluß geraten, Hülflos ertrunken und sein Leichnam durch Dampferschrauben oder Zillcnstangeu ver- stünunelt worden. Tie Verbrecher hatten sich jedoch ver- rechnet. Bei der Obduktion der Leiche des BenSke ist festgestellt worden, daß um die Stichwunde herum, die dem Ulanen am Schulterblatt beigebracht worden ist, Blut angelaufen war. Würde die Verletzung dem B. im Wasser beigebracht worden sein, als er bereits tot war, so würde ein Bluterguß der Wunde ans keinen Fall erfolgt sein. Die Täter hatten den Ulanen, als dieser quer über die Felder lief, um noch den letzten Zug nach Verlin zu erreichen, verfolgt, und B. war der Meinung, daß die Burschen ebenfalls uach dem Bahichose hinter ihm drei» liefen, um mit dem letzten Zuge nach Berlin fahren zu können. Hinterrücks erhielt dann der Ahnungslose einen tiefen Messerstich ins Schulterblatt; er brach zusmnmen, wurde beraubt, uach dem Ufer der Spree gczerrt und ins Wasser geworfen. Von den 66 Mark, die B. am Tage noch bei sich gehabt hatte, wurden nur noch 2,43 M. gefunden. Daß der Soldat das ganze Geld in der kurzen Zeit ausgegeben haben soll, ist nach den Angaben all der Personen, die ihn kannten, ausgeschloffen. Auch der Vorgesetzte des Ulanen, der Riltineister v. d. R., nimmt dies auf keinen Fall an. B. lvar ein solider Mensch, der niemals mit dem Gelde um sich ivarf. Er hat sein Geld jedenfalls in eincm der Spandauer Lokale. in dem er sich aufgehalten, uiivorsichtigerivcise gezeigt und erst da- durch kamen dann die Täter auf den Gcdanlcn, den B. zn ver- folgen und zu berauben. Die Ermittelungen nach den Urhebern des Verbrechens gestalten sich äußerst schwierig. Eine bestimmte Spur konnte noch nicht ernüticlt werde». Nachdem daS Kind in de» Brunne» gefallen ist, wird er zugedeckt. Nach diesem Grundsatze scheint auch die der Aktiengesellschaft Vendix Söhne gehörige Tischlerei von Schulz u. Schiiinnelpfenuig zu handeln. Ain Ticustag kurz vor Feierabend verunglückte dort der Tischler Priisch. der an einer Abrichtmaschine vier Finger der rechten Hand einbüßte. Wie uiiS jetzt berichtet wird, soll über Nacht eine Schutz- Vorrichtung angebracht worden sein, vorher hatten die Arbeiter eine solche nicht gesehen. In die Schläfe geschossen»nd vor den Zug geworfen. Auf ent- setzliche Weise hat sich gestern morgen der 26jährigc HandlmigS- gehülfe Fritz Meier aus der Wallnertheaterstraße uinS Leben ge- bracht. Zwischen den Stationen Hirschgartcn und Friedrichshagen jagte sich der Lebensmüde, auf den Gleise» stehend, kurz vor dem Hcrannahen eines Vorortzuges eine Licvolverkugel in den Kopf und ivarf sich dann auf die Schienen. Der Zug fuhr über ihn hintvcg und verstümmelte ihn vollständig. Ei» Streckenwärter fand später die Leichenteile des Selbstmörders. In der Rocktasche wurde ein Zettel gefunden, auf dein M. folgende Zeilen an seine Eltern hinter- lassen hatte:„Liebe Eltern, verzeiht mir; ich habe das Leben satt l" Bier Tage tot i» ihrer Wohmiug gelegen hat die Witlve Anna Henichel, Griinthalerstr. 3l. Den NachbarSlenten war es aufgefallen, daß sich die alte Frau seit Montag nicht mehr sehen ließ. Am Montagvormittag war sie zni» letzten Male ausgegangen und hatte Schnaps für sich geholt. Als sie auch im Laufe des gestrigen TageS nichts von sich hören ließ, benachrichtigte der Hauswirt die Polizei, und diese ließ die Wohnungstür gewaltsam öffnen. Mitten im Ziiilincr lag Frau H. mit dein Gesicht dein g,l5 gekehrt als Leiche. In der rechten Hand hielt sie noch krampf- hast die entleerte SchnapSflasche. Der hiiizngczogeiie Arzt stellte als Todesursache Alkoholvergiftuiig in Verbindung mit Alters- schwäche fest. Arbeiter-Täiigcrbiind Berlins und Umgegend. Nach abermaliger Mitteilung seitens der königl. Eiseiibahndircklian ermäßigt sich der Fahrpreis des Sonderznges zum Provinzial-Süugerfest in Branden- burg a. H. von 3 M. aus 2,36 M. Die Vereine, welche sich diese Vergünstigung sichern wolleii, werden ersucht, ihre Vertreter am Sonn- abend bis spätestens 7 Uhr nbeiids nach dem Potsdamer Bahnhof var gut gekleidet und mag im Alter von ca. 36 Jahren gestanden haben. Bei dem Toten wurden jedoch keinerlei Legitimationspapiere vorgefunden, so daß seine Personalien nicht festgestellt werden konnten. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Adlershof. Wie aus Schöppenstedt liest sich ein Bericht über einen Brand, den wir im„Teltower Kreisblatt" finden. Es heißt da: Adkershof, 6. Juni. Ein Kellerbrand brach vorgestern nachmittag im Hause de? Fuhrunternehmers Robett Fitze, Metzerstr. 1, auf bisher uu- aufgeklärte Weise aus und gewann bald an AilSdehmuig. Die freiwillige Feuerwehr rückte unter Leitung des Herrn Oberführers riesch heran und bekämpfte das Feuer durch zwei Schlauch- lcitungen. Der Brand war nach etwa einstündiger Arbeit voll- ständig abgelöscht. Da nur alle Kisten, Fässer und große Quanten Holzwolle verbrannt sind, dürste der Vraudschaden, der den Kaufmann Hoffmann betrifft, nicht sehr erheblich sein. Die herangebetene Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Alt-GIie»icke konnte, ohne in Tätigkeit getreten zu sein, wieder abrücken. Die Alarm Vorrichtungen ver- sagten diesmal ganz; der gestrige Fall bewies, daß Abhülfe unbedingt erforderlich ist. Da die H 0 r n s i g n a l e nicht zuhören lvaren, wurden sie von einzelneu Vieldestellen nicht weiter gegeben, sodaß nur wenige Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr zur Stelle waren, und zum Teil auch erst mit erheb- licher Verspätung. Die notwendige» Geräte der Wehr mußten von Maunschasteu zur Brandstelle geschafft werden, da Pferde zum Vorspannen nicht zu bekommen waren." Das sind ja niedliche Zustände bezüglich der Feucrfichcrheit in AdlerShof. Was wäre geschehen, wenn es sich um ein erheblicheres Feuer gehandelt hätte? Niedcr-Tchönhaufen. Aus der Gemeindevertretung. Gegen die Gültigkeit der Wahl des Doktor Pratsch zum Gemeindevcrtreter wurde vom Vorsitzenden des hiesigen Haus- und Grundbesitzervcreins des Westen Protest erhoben, weil die Wählerlisten dem neuen Grundbcsitzervercin zur Einsicht und Abschrift ausgehändigt und dadurch die Baustellen- besitzer beeinflußt worden seien, demselben die Vollmachten zu geben. H.crzu teilte der Bürgermeister mit. daß in einer Be- sprechung mit den Schöffen beschlossen worden sei. die Erlaubnis, Abschriften der Wählerlisten zu nehmen, nicht allein dem neuen Grundbesitzervcrein, sondern auf Antrag jedem Interessenten, selbst dem sozialdemokratischen Wahlverein zu erteilen. Dem letzteren Verein habe er auf seinen Antrag die gleiche Erlaubnis erteilt. Hierauf wird mit allen gegen 2 Stimmen der eingelegte Protest für unbegründet und die Wahl für gültig erklärt. Ein Antrag der Schulkommission, das Fremdenschulgeld von 18 M. auf 36 M. zu erhöhen, wurde angenommen. In der Klauckeschen Nachlaßsache wurde durch dessen Testament der Gemeinde das ge- samte Vermögen von 164 284 M. vermacht. Das Kapital soll 10 Jahre zinstragend liegen bleiben und dann aus demselben ein Haus gebaut werden, wo arme, bedürftige Frauen Unterkunft finden; in den ersten 10 Jahren werden aus dem Vermächtnis jährlich 100 M. für die Armen gegeben. Um die Zustimmung der vorgesetzten Behöroe zur Annahme zu erhalten, sollen den drei Ge- schwistern des Erblassers je 16 000 M. ausgezahlt werden. Die Erwerbung eines Schulgrundstückes betreffend, wurde beschlossen, das von Herrn Joseph angebotene Terrain in der Charlottenstraße anzukaufen bezw. auszutauschen. Der Bürgermeister Abraham machte noch die Mitteilung, daß er ein Schreiben an das Polizei- Präsidium in Berlin gerichtet habe mit dem Ersuchen, daß die Droschkenkutscher verpflichtet werden möchten, Fahrgäste bis nach Niederschönhauscn zu fahren, was sie bisher nicht zu tun brauchten. Hierauf fand eine geheime Sitzung statt Ober-Schöncweidc. Das großr KrankcnhanSprvjekt der Gemeinden Obcrschöne- weide, Friedrichsfelde, Karlshorst, Fricdrichshaoen ist gesichert. Die Verhandlungen haben nunmehr zu einem befriedigenden Resultat geführt, so daß mit dem Bau bereits anfangs Oktober begonnen werden soll. Das Krankenhaus, das m,t allen uioderncn Einrich. tungen versehen wird, erhält seinen Platz auf dem 12 Morgen großen Areal an der unteren Edisonstraße in Oberscfiöneweide gegenüber dem Eichenwald. Auf dem parkähnlich zu gestaltenden Gelände wird zugleich ein Diakonissenheim und eine Kleinkinder- bewahranstalt errichtet. Die Mittel zu diesen beiden letztgenannten Anstalten fließen aus einer Stiftung Alt-Glienicke. In der lebten Gcmeindlvcrtretersibung gab der Gemeinde- Vorsteher bekannt, daß die Regierung endlich den Neubau einer Knabenschule bewilligt hat. Das alte Gebäude soll nicht mehr zu Schukzwecken benutzt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch über unsere fliegenden Klassen gesprochen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, dieselben zu beseitigen. Zu diesem Zwecke muß der Oberlehrer Golze feine Wohnung räumen. Dieser verlangte 600 M. Mictscntschädigung, Umzugskosten und die weitere Benutzung des Schulgartens, solange er nicht zu Schul- zwecken gebraucht würde. Unsere Genossen meinten, Herr Golze solle wohl die ihm gesetzlich zustehende MictSentschädiguug erhalten, aber den Garten sofort abtreten, da der Schulhof schon bei den jetzigen Klassen lange nicht mehr genüge, geschweige, wenn die beiden neuen Klassen hinzukämen. Der Schulhof müsse erweitert werden. Letzteren Ausführungen stimmten auch die übrigen Herren zu. Die 600 M. Mietscntschädigung wurden bclvilligt. Dann wurde die Errichtung einer neue» Lchrcrstclle beschlossen. Unser Antrag über unentgeltliche Hergäbe der Lernmittel an sämt- liche Schulkinder wurde nach längerer Debatte gegen unsere Stimmen abgelehnt. Es wurde noch der Bau einer KreiSchaussee von Grünau nach WaltcrSdorf besprochen und dann einstimmig beschlossen, beim Laudrat zu beantragen, daß die Chaussee von Alt-Glienicke, Köpc. nickcrstraße nach Bohnsdorf und Waltersdorf gehen soll. Die An- schaffung eines Sprengwagens wurde bewilligt._ Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt> Groszdeeren(Kreis Teltow-Veeskow). Tödlich verunglückt ist die neun Jahre alte Tochter des Gut?« arbeiterS Kaufmann. Als das junge Mädchen um 0 Uhr früh aus der Schule kam, wurde es von seiner Mutler bcauftragr, in der da- neben gelegenen Saudgrube etwas weißen Sand zu holen, wozu es sich seine vierjährige Schwester Frida mitnahm. Kurz darauf hörte die Mutter Hülierufe der kleinen Frida. Sie eilte mit Nachbarn hinzu und gewahrte, daß beide Kinder von einem nutermünerten Sandberg verschüttet waren. Sofort machte man sich an die Be- freiung der Verschütteten. Die kleine Frida wurde in bewußtlosem Zustande hervorgezogen, ihre Schwester Anna war schon eine Leiche. Es ist nur ein Wunder, daß nicht schon mehr Unglück an dieser gefährlichen Stelle passiert ist, die an der Landstraße liegt und nicht umzäunt ist._ Vermischtes. In die Luft geflogen. Ein Dampfer, an Bord dessen sich große Ouantitäten Munition befanden, welche für Schmuggler bestimmt waren, ist gestern, wie aus Tunis gemeldet wird, in der Nähe von ZayzyS in die Luft ge- flogen. ES heißt, daß hierbei 60 Personen umgekommen seien._ Der Todcstanz in der Lustige» Witwe". In Aalborg gab eine Aufführung der„Lustigen Witwe" den Anlaß zu einer blutigen Tragödie, der die populäre dänische Operctleuprimadonna Gerda K r u m- R a t h a n s e n zum Opfer fiel. Der Walzer, den in der Operette die Sängerin mit einem jungen Partner zu tanzen hal, ward zur Ursache des Verbrechens. Frau Rathauseu erntete mit dem Tanze stets lebhasten Beifall, allein der Gatte war anderer Meinung. Eine wütende Eifersucht auf den jungen Partner seiner Gattin hatte ihn erfaßt, und er verbot ihr, bei der nächsten Auf- fnhruug den Tanz in der gewohnten Weise auszuführen. Frau Nalhanien nahm auf das Verbot und die damii verkuüpste Drohung keine Rücksicht. Als der Tanz beendet war, eilte ihr Gatte, der der Vorstellung beigewohnt hatte, in höchster Erregung in ihre Garderobe und schoß sie auf der Stelle nieder. Der Rasende richtete darauf die Waffe gegen den Partner und ver- mundete ihn. Auch der Direktor, der ihm die Waffe entwinden wollte, wurde verwundet. Schließlich be' ging der Eifersüchtige Selbstmord Kmfkaften der Rcdahtion. Sie jnrirtififtc Svrechftnnve findet F r i e d r I ch st r. Ist, Zlntvaiia 4, eilte Treppe(ftanvewlliitte tvellealliaiice, T»rch,in»a auch Liiideiiftr. 101), wocheuiäglich Utfii l'lt dl» U'/i Npr adeuvs statt. Gemsue» 7 Uhr. Tonaabettv? beli>»nt die Tprechftiinde nm 0 Ulir. Icdee Aufrage ist ein Auchslade»nd eine Kadi als BUert, eiche» bei,iisiigeii. Äriesliche Antwort wird Nicht erteilt. Eilige Frage» trage ma»>u ver Eprechstmide vor. E. F. 37. Senn Sie als Handlungsgeb ülfm angestellt sind, so ist die betresirnde Vereinbarung ungültig. Sind Sie als GewerbegeHiUsin angestellt. so ist sie gültig.— F. W. 13. Wir können Ihnen nur raten, sich an einen Arzt zu wenden.—(5.(9. 1. Ja. 2. Voraussichtlich würde Bestrafung erfolgen. 3. Daß die juristische Sprechstunde jedem Abonnenten steistehi und daß briefliche Antwort nicht e> teilt wird, steht seit Jahren am Kopse des Bneskastens.—(9. Ü. 5. 1. Das hängt davon ab, ob die Frau Erbin geworden ist oder der Erdschast entsagt hat. 2. Der UnterrlchtSkursu« kostet 300 Ai. 3. Wir sind außer stände, Ihnen mitzuteilen, wo man Geld geliehen erhält.— Zl. K. Ttorgard. Beide sind zum Ersatz oerpstichtet. — 101. 1. Die beiden Schwestern erben gleichmäßig, an Stelle der verstorbenen Schwester treten deren Kinder. 2. Ein eigenhändig er- richleteS Testament ist ohne noiarielle oder gerichtlich« Förmlichkeiten güliig, wenn es den Formvorschrisien entspricht.—■ U. 0. Ja. — A. Z. in Ä. Sie können mit Aussicht ans Erfolg reklamieren. — W. K. 31. 3. 1. u. 3. Leider ja. 3. Ein solcher Vertrag würde den gewünschten Zweck nicht erreichen, weil er uugüllig ist.— F. B.. Memeler- strasic. Nein, Ersatzreserve, Lekonomiehandwerker.— Sch. 30. Sie könnten an die Schuldeputation eine Eingab« richten, dieselbe hätte aber schwerlich Aussicht aus Erfolg.— H. K. 3t. Zur Zahlung der Steuern sind Sie verpflichtet, evenluell wurde Pfändung vorgenommen werden. — M. B. 7. Teilen sie dem Beiresfende» mit, daß Sie eine Be- antivoltnng ablehnen und legen Sie gegen die Anordnung Beschwerde ein. ES ist in ähnlichen Fällen eine solche Anordnung für zulässig erachtet. — B). 2. 03. Lohnbeschlagnahnie ist in Ihrem Fall« ohne eine neue Klage zulässig.— O. H. SÄ. 50. 1. In Ihrem Falle nein. 2. Ja. 3. Klagen Sic beim Amtsgericht aus Zahlung gegen Abnahme des Paletots.— H. Leht. Treten Sie die Forderung ab und teilen Sie dies Ihrem Schuldner mit. Verliner kvtarktprette. Ans dem amtlichen BeAcht der flädtifchev Illarkthalleii-Direklio». fGroßhandel.) Riudiieisch In 66- 68 vr. 100 Pjd., IIa 60 05, lila 65-56. Bulleiifleisch U 62-66, IIa 52-00, Kühe, feil 52—58, do. mager 38—48, Fresser 50—62, Bulle», dän. 0,00, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellender 100-125, Masitälber I» 88-94, II» 76-84. lila 0,00, Kälber ger. gen. 5?— 65. do. Holl. 60—65, dän. 0,00. Hanimelileiich Mastln»inier 70—74, la 65—70, II» 58 65, Schafe 53-58. Schweinelieiich 47- 54, Rehwild la per Psimd 0,60-0,75. IIa 0.40-0,58. Rotwild. Abschuß 0,50-0.58. Damwild. Abschuß 0,58. Wild- Ichweine 0,00. Frischttuge 0,00. Kaninchen per Stück 0,00. Hübner. alte, per Siück 1,50- 2.50, üa 1,00—1,40, do. jung« 0,80—0,80. Wolga- bühner 1,75. Tnubeu 0,35—0,50, ilaiicnischc 0,00! Tuten per Stck. 1,50 bis 2,00. dito Eis- per Stück 0,00, do. Hamburger per Stück 1,50—4,00, Gäule per Psund 0,80—0,90 do.. per Stück 2.00—5,00, do. Hain« burger per Psund 0,90—0,95, per«tück 4.00—5.30. Ehalonshühner 1,60. Hechle per 100 Psund 97—107, groß und mittel 89—99, dito matt 00, dito groß 8l. Zander 0,00. Schleie, Holl. 88—97, dito groß 8t, do. 89—122. Aale, groß 122. do. llein und mittel 0,00, dito mittel 120-124. do. unsortiert 22-100. Plötzen 0,00, do. klein 0,00, do matt 0,00. Karpsen 78—99, do. 0,00. Bleie 55— 60. Bunte Fische 73 85. Bars« 93, do. matt 0,00. Karauschen 87. Bleifische 0,00. Weis 0.00. Aland 65. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la»euer per 100 Psd. 110—130, Öo. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 70. Seelachs 15—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,00, Danziger, Kiste 0,00. Flundern, Kieler, Stiege la 3—6, do. mitte! per Ktile 1—2, Hamb. Stiege 4-6, halbe Kiste 2,00-3,00. Bücklinge. Kieler per Wall 2,00-3,50. Strallunder 2.00—3,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1,40, Mittelgrog 0.80 1,10, klein 0.00-0.80. Heringe per Schock 5—9. Schellsische Kiste 5.00-7.00, Kiste 2—3.50. Kabliau, geräuch. per tOO Psd. 15—25. Dorsch, Kiste 2,50—8,50. Goldfische, Schock 2—6. Sardellen 1902er per Anker 95. 1904er 95, l 905er 90, l 906er 85. Schottliche Vollderiuge i&Oä 0,00. largo 40 44. füll. 38—40, nioil. 36-42, deulsch« 37—44. Heringe, neue MatjeS. per•/, To. 60-120. Sardinen, ruff.. Faß 1.50—1,60. Bratbcringe. Büchse(4 Liier) 1,25—1.50. Neunaugen, Schocksaß 11, klein 5-0. Riesen- 14. Eier. Land-, nnsort. Schock 3.00-3.25, gr. 3.75. Putte, per 10» Psd. I» 106—108. II-- 105>06. Hin>00-102. abiallende 90-95. Saure Gurten Schock 4,50. do. neue 6— 8. Pieisergnrke» 4.50. Kartvlleln per 100 P'und inagnuin bonrnn 3,25-3.75, Dnbersche 3,00—3,50, Rosen 0.00, weiße 3,00 3 25. Salattarlosfeln 0.00. Spinal »er tOO Pinna 3—8. Karalle», hiesige. Schock- Bnud 2,50—6.00. Sellerie, hiesige, per Schock 10,00 25,00, do. vommerfche 0,00. Zwiebeln groge, per 100 Pfund 0.00, do. kleine 0.60. do. hiesige-Perl-) 0,00. Eharlotten 0,00. Petersilie, grün. Schockdiiud 0.80—1.00. Kodirab! Schockt— 2,00. R eltig, banr, neue Stück 0,12-0.t6.«ubvnibcn vr. 100 Psd. 4.00 8,00. Teltower Rüben per>00 Pid. 0.00. Weiße Rüben, große 0,00. kicine 0.00. Rote Rüben 0.00. Lluineutohl, holländischer per Kops 0,10-�0,30. Kohlrüben per Schock 2,00—5,00. Wirsingkohi bolländ., ver Schock 0,00. Rotkohl hoilänb., per Schock 0,00. Weigtobl, dän. per 100 Psd. 0,00. Rosenkohl per 100 Psd. 0,00. Lprnlrolil per 100 Psimd 0,00. Rhabarber 100 Bund 0,60—3,00, Bergedorfer per 100 Bund 0,00. Morcheln per Psund 0,00. -rnudniorcheln per>0» Psd. 0,00. Waldmeister per Mandel 0.30— 0,45. Radieschen per Schock 0,50-1,00. Salat per Schock 0,60—1.75, Spoiaet la 100 Psd. 85—55, do. IIa 25—35, do. lila 6—18, do. unsort. 25 40, do. Beelitzer la 44- 50, do. Beelitzer IIa 30-36, do. Beelitzer Ula 15—25. Stachelbeeren, grün, per 100 Psd. 13—16. Birne», austt ab. in Kiste» von 20 Kg. Kill« 0.00, itai. O.oO. Aevsel. per 100 Pfd.. diesige 8 20, Tiroler. Kille 0,00, Ealville. Kiste 0,00, Auslralier in Kisten 10 22, Italienische in Kiste» 0,00, exlra 0,00. Zitronen. Meiiina. 300 Stück 9,00 12 00. 300 Stück 9,00-tt,00 200 Stück 6,00 13,00. Apselsiue». Jana, per Kiste 0,00, Murcia 200er Kiste 0.00, do. 300«r 7-10. Valencia 420er Kiste T3, 00-25.0» do. 714 er 22 26.00. Mejüna. 100er 4 7.00, 150cr5 8.00, liu er 8-13.00. 200er 7.50 12.50. 300er 0.00, Vlul- 100er 5,50-9,00, do. 150er 7.50. 80«r 6-7,50, 200er 13-14. Buchdruckerei u. Verlagsan statt Paul Singer& Co.. Berlin SW�