4> Nr. 160. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen Dänemark, an: Belgien, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort& Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zentrum und Vatikan. " Freitag, den 12. Juli 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. halten sein, daß der Papst sie ablehnen müsse, worauf der den obligaten nichtssagenden Verklausulierungen und VerKatholische Kulturbund"( dies der Name des wahrungen. Kann das Prinzip nicht gewahrt werden, dann fatholischen Freimaurervereins) hervortreten und offen die muß doch wenigstens das Deforum gewahrt bleiben. Verjüngung des Katholizismus proklamieren werde. Der " Die Zentrumsführer befinden sich in einer sehr unbehag Bund sei nach freimaurerischem Vorbilde orga- Druckfehlerberichtigung. In unserem gestrigen Leitartikel: lichen Lage, denn die Schell- Commer- Affäre hat eine Wendung nisiert. Er baue sich auf dem System des unverbrüchlichen, Bülows Sozialpolitik" muß, wie der aufmerksame Leser genommen, die nicht nur die so sorgsam gepflegte Autorität absoluten Schweigens auf. Das Organ des Kulturbundes sei wohl selbst gefunden hat, der letzte Satz des vorletzten Absatzes des deutschen katholischen Klerus und verschiedener Zentrums- die Revue" Hochland"( eine in München von Karl Muth lauten:„ Nun, da Bülow anfängt, fich mit Sozialpolitik zu befassen, führer in den Augen der ihnen folgenden kritiklofen Herde herausgegebene Monatsschrift), und die Leiter des Bundes seien schlägt er zuerst das tot( nicht vor"), was seine Blockfreunde in die schwer erschüttern muß, sondern auch verschiedene geist Baron Hertling, Landtagsabgeordneter Sch medding. Geseze hineingebracht haben." liche Oberhirten und Zentrumsblätter bor die Alter- Dr. Hompel, Justizrat Hellrath und Universitätsprofessor native stellt, entweder ihr bisheriges Verhalten Lügen Schwering." Zugleich bringt der Mailänder„ Corriere " epidemisch auf. Während sie anfangs im schlesischen Im Balikan verfolgt man seit einiger Zeit aufmerksam die Industriebezirk verheerend auftrat, hat sie sich in den letzten Spuren eines geheimen Einvernehmens zwischen beiden Jahren vornehmlich im rheinisch- westfälischen den verschiedenen Gruppen der fortschrittlichen Katholiken, welche Industriebezirk bedrohlich ausgebreitet. Diese Epidemie hat sich um die Namen Tyrrel, Loisy, Murri, Schell scharen. insofern einen bösartigeren und gefährlicheren Charakter an Es war schon lange ein stummer Kampf zwischen dem Vatikan, genommen, als sie in diesem Jahre auch im Juni noch keinerlei der das Komplott ahute, ohne daß es ihm gelang, die Fäden Rückgang erkennen ließ, während sie früher als Winterkrankheit in die Hände zu bekomunen, und den Führern der Modernen in auftrat, die mit der rauhen Jahreszeit einsetzte und im März und Italien und im Auslande, die alle Anstrengungen aufboten, April ihren Höhepunkt erreichte. M zu strafen, oder sich zu den Befehlen und Wünschen des della Sera", ein zwar gemäßigt liberales, aber katholisches Wofür der preußische Staat kein Geld hat! sogenannten heiligen Stuhles in offenen Widerspruch zu setzen Blatt, das oft intime Nachrichten aus dem Vatikan veröffentund sich in der perfidesten Weise der Konspiration licht, folgende Andeutungen über die finsteren Pläne des Seit mehreren Jahren tritt in Deutschland die Genickstarre gegen die katholische Kirche und ihre vorgeblichen Hertling- Schweringschen Geheimbundes: heiligen Interessen verdächtigen zu lassen. Das Papstschreiben an den Professor Commer, das wir in dem Leitartikel der letzten Sonntagsnummer näher charakterisierten, hat nicht bloß die Autorität des Erzbischofs von Bamberg und des Bischofs von Regensburg schwer geschädigt, indem cs diese geistigen Größen des deutschen Katholizismus der Unkenntnis der katholischen Lehre und des Widerstandes gegen den päpstlichen Stuhl unter verleumderischem Vorwande beschuldigte, es hat zugleich mittelbar das ganze persönliche Ansehen des größtenteils mit diesen beiden geiſtlichen Hirten" einverstandenen deutschen Episkopats gefährdet. Doch damit gibt sich die in Rom herrschende orthodoxreaktionäre Clique, die den nicht gerade mit allzu großer geistiger Begabung ausgestatteten Papst nach ihrem Belieben lenkt, nicht zufrieden. Wie das Münchener Hauptblatt des bayerischen Zentrums, der Bayerische Sturier" zugleich mit den Münchener Neuesten Nachrichten" berichtet, wird der Papst die Ordinariate anweisen, sein Schreiben an Professor Commer in den Amtsblättern der deutschen Diözesen zu veröffentlichen. Die genannten Bischöfe sollen also zu einem Opfer des Intellekts, zu einer SelbstBloßstellung vor ihren Diözesanen gezwungen Sie sollen sich selbst der Untenntnis der Ein nicht katholischen Kirchenlehre zeihen. gerade angenehmes Ansinnen, das hauptsächlich dem ohnehin mit feinen geistlichen Unter Würdenträgern nicht auf gutem Fuß stehenden Bamberger Erzbischof manche Schmerzen machen dürfte. Zuerst wurde er bei der letzten Reichstags- Auch der römische Osservatore", das Spezialblatt des Verkehrspersonen stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr wahl, weil er sich gegen jede Unterstützung der glaubenslosen Vatikans, nimmt den Kampf gegen die Hertling, Hompel, für die Weiterverbreitung der Krankheit dar, die ohnehin Sozialdemokratie durch die Schäflein der alleinfeligmachenden Schwering und ihre hohen geistlichen Gönner auf. In durch die starke Fluktuation der proletarischen BeKirche ausgesprochen hatte, von einem Teil der Zentrums- einem heftigen Leitartikel beschäftigt er sich mit der völkerung gegeben ist. werden. " Stand der Erkrankten: Bergleute. im Jahre 1906 1907 bis 1. Juni dem Argwohn des Vatikans zu entschlüpfen. Der Verdacht Nach dem Bericht des Medizinalrates Dr. Springfeld des Batikans wurde zuerst rege, als der Versuch einer geheimen waren im vorigen Jahre von der unheimlichen Epidemie Hauptsächlich Organisation unter den französischen Katholiken ruchbar wurde, örde und Dortmund Land heimgesucht worden, während sie d. H. derjenigen, welche sich dem Trennungsgesetze Clemenceaus im Jahre 1907 hauptsächlich in Herne, Bantau und Gelsen und Briands unterwarfen. Die Unklugheit der Häupter dieses tirchen ihre Opfer forderte. Die Zahl der Erkrankungen, die, wie Einvernehmens enthüllte dem Vatikan ihre Strategie, die darin bemerkt, in diesem Jahre auch im Juni keinerlei Abnahme zeigten, bestand, Namen für eine Bittschrift an den Bapst zu sammeln und betrug: mit diesen Namen eine zweite geheime Vereinigung zu bilden. Während nun der Vatikan mit der Untersuchung dieser Angelegen heit beschäftigt war, schlug wie eine Bombe die Nachricht von sensationellen Publikationen über ähnliche geheime Um triebe in Deutschland ein; die ihren Ausgangspuntt in Münster haben und gegen die Inder tongregation gerichtet sind. Das Münsterer Komitee hätte die Absicht, einen großen Geheimbund gegen den Jnder in den Ländern der deutschen und englischen Sprache zu organisieren. Auch es wolle eine Bittschrift an den Papst durch einen Vertrauensmann gelangen lassen." Summa: Summa: 147 297 Fabritarbeiter. 81 46 Landwirte, Gärtner, Erdarbeiter. Handwerker. 17 13 27 32 5 20 16 19 Gastwirte, Nahrungsmittelhändler Verkehrspersonen. 433 29 Die Epidemie hat also nicht nur einen bedrohlichen Umfang angenommen, sondern auch die Verbreitung der Krankheit unter den Gastwirten, Nahrungsmittelhändlern und presse hart angegriffen, dann rückte er, da er sich bei der deutschen Liga" gegen den Inder und sucht die absolute Gleichwohl vertritt man im Stultusministerium, dem ja bayerischen Landtagswahl gegen den liberal katholischen Notwendigkeit nachzuweisen, den Inder beizubehalten, der neben den Schul- und geistlichen Angelegenheiten auch die Renommierpfarrer Grandinger wandte, in wenigen Wochen für die Kirche ein wesentliches Mittel sei, ihr Lehramt Medizinalangelegenheiten unterstehen, die unbegreifliche Ansicht, zum Zentrumspagoden auf, und nun, nachdem er die An- und ihre Disziplin auszuüben. In einer Zeit, wo die daß von einer besonderen Gefahr der Verseuchung keine Rede erkennung der Zentrumsober- und Unterführer gefunden hat, wissenschaftliche und literarische Produktion sich so mächtig ver- sein könne! stellt ihm der in Glaubenssachen unfehlbare Papst das Zeugnis mehre und so rasch verbreite, sei die Notwendigkeit Aber die Angelegenheit hat noch eine besondere Seite. aus, daß er, der Erzbischof, sich in grober Unkenntnis der einer mäßigenden Aktion des Vatikans mehr als je fühlbar, Die Aerzte vertreten auf Grund eingehendster Beobachtungen den katholischen Lehre befindet. um die Reinheit des Glaubens und die Heiligkeit der Standpunkt, daß die Verbreitung der Krankheit nicht nur von den Daß dieses Vorgehen des Papstes oder vielmehr der ihn fatholischen Moral gegen die Gefahren, die sie bedrohen, zu Grkrankten ausgehe, sondern auch von völlig gesunden leitenden Clique den politisch weiterblickenden Zentrumsleitern beschützen. Wagten doch selbst angeblich katholische Priester Personen, bei denen man denen man in zahlreichen Fällen das Vornicht gerade gelegen kommt, ist verständlich, und einige und Laien an der Göttlichkeit und an der Auferstehung Christi, handensein des Krankheitserregers, des Meningokokfus, auf der Nachenkatholische Blätter, darunter vornehmlich die Kölnische Volts- an der Jungfräulichkeit der Mutter Gottes schleimhaut gefunden hat, häufig freilich erst nach wiederholten zeitung", haben sich denn auch gestattet, mit dem pflicht und der Ewigkeit der Höllenstrafen zu zweifeln. forgfältigen Untersuchungen. Fast stets sind nach Springfeld schuldigen Respekt einige zahme Einwendungen gegen das Dann heißt es bezüglich der Führer der Liga", des und dem Kreisarzt Dr. Stühler in der Umgebung Erkrankter solch Verfahren der hierarchischen Sippe bom Collegium Freiherrn von Hertling und feiner obengenannten Ge- gefunde Kokfenträger festgestellt worden, von denen ihrer Umgebung Germanicum zu erheben. Doch diese Clique ist wenig fährten, sie wollten in ihrem Hochmut von der Hierarchie Anstedungsgefahr droht. Die Aerzte des verseuchten Gebiets geneigt, den politischen Bedenken der Zentrumisführer und der Autorität der Kirche nichts wissen sind nun der Ansicht, daß auch diese gefunden Krankheitsträger und ihrer Presse Rechnung zu tragen. Sie läßt schwereres und spielten sich„ frecherweise" als geistliche isoliert und behandelt werden müßten, sofern man wirklich Geschütz auffahren und fingiert eine Art Komplott Bandenführer auf, um die Freiheit zu haben, ihre eine Unterdrückung der Seuche erhoffe. Diese Jfolierung und Begegen den päpstlichen Stuhl. Als änßeren Anlaß falschen Auffassungen ungestraft zu verhandlung der gesunden Koffenträger aber ist in erster Linie eine dazu benutzt sie einen an sich ziemlich nebensächlichen Vor- breiten. Frage des Geldes! gang. Eine Anzahl katholischer Politiker und Gelehrter haben Eine Verdächtigung und Abfertigung der an der Sache Die Krankenkassen weigern sich, diesen Gesunden nämlich, unzufrieden mit den albernen Leistungen der Inder- beteiligten Zentrumsführer, wie sie schärfer und rücksichtsloser Krantenunterstützung zu zahlen, da eine Unterstützungspflicht fongregation, sich auf eine Anregung aus dem frommen taum gedacht werden kann. Was wird das Zentrum dagegen arbeitsfähiger nicht bestehe. Man kann die Koffen Münster verständigt, eine Bittschrift an den Papst zu richten, machen? Wird es sich der Autorität des unfehlträger, die ja fast ausschließlich unbemittelte sind, aber nicht um ihn um eine Aenderung der Inderbestimmungen für baren heiligen Vaters" demütig beugen und zwangsweise einsperren und ihre Familien dem Elend Deutschland zu bitten. Ein sehr bescheidenes Verlangen; das Verdikt, das die vatikanische Clique über seine Führer preisgeben! Man fonnte das auch schon deshalb nicht, weil denn die in ,, tiefster Ergebenheit" und vertrauensvoll" aus- fällt, als berechtigt anerkennen; oder wird es sich respektvollst das Landessenchengefeß, wie Springfeld hervorhebt, keine Handhabe gesprochenen Wünsche beschränken sich nach dem Entwurfe der zu opponieren gestatten? Bisher beschränkt sich die Zentrums- azur Anwendung eines 8 wanges gibt. Man mußte sich also bisher geplanten Bittschrift in der Hauptsache darauf, daß die nomi- presse darauf, die Existenz des angeblichen ,, Laienbundes damit begnügen, die sich freiwillig dazu erbietenden Kokkennelle Indizierung mit rüdwirtender Kraft abgeschafft, na ch freimaurerischem Vorbilde" zu bestreiten. träger zu isolieren; die anderen mußte man laufen lassen", obwohl fatholischen Verfassern mißliebiger Schriften vor der Indi- Selbst die Köln. Volfsztg.", die so oft die Unabhängigkeit, theoretisch und prattisch erwiesen" war, daß sie zierung die Möglichkeit der schriftlichen oder mündlichen Ver- des deutschen Zentrums von den römischen Direktiven zu unter allen Umständen gefährlicher find als Geisteskranke." teidigung gegeben und ihnen eine Frist zur Zurüd- rühmen wußte, wagt auf die heftigen, verleumderischen An- Man sollte meinen, daß es unter solchen Umständen der preußische ziehung ihrer Bücher vom Büchermarkt oder zur griffe der aus dem Vatikan inspirierten Presse nur mit den Staat für seine selbstverständliche Pflicht gehalten hätte, unverzüglich Unterdrückung der beanstandeten Stellen ge- Worten zu antworten:„ Das ist im wesentlichen dieselbe mit den nötigen Mitteln einzuspringen, denn den Provinzial- und währt wird. Konstruktion wie in der Corrispondenza Romana, aber ins Kommunalverbänden kann man doch derartige Laften nicht zumuten. " Weiter als zur Die hierarchisch- römische Clique aber macht daraus eine Unsinnige weiter verzerrt und verzerrt und aufgebauscht. Assessor Aber der preußische Staat sieht der verhängnisvoän Entwickelung Laienverschwörung gegen die Autorität des päpstlichen ten Hompel wird sehr erstaunt sein, aus dem Corriere zu er- der Dinge, der drohenden Verbreitung der Seuche zu, ohne etwas Stuhls, einen Angriff auf den hierarchischen und fahren, was er alles geplant hat! Allem Anscheine zu tun. Das Kultusministerium begnügt sich mit Beschwichtigungsdisziplinaren Organismus des Vatikans, nach stehen wir erst am Anfange einer großen erklärungen, und auch die ihm beigegebene Deputation für das auf die heiligen Traditionen der römischen Kirche usw. Die He he. Die deutsche tatholische Presse hat Medizinalwesen scheint die Verseuchung der Industriereviere für keine aus vatikanischen Kreisen gespeiste„ Corrispondenza Romana" allen Grund, diese Stimmungsmache mit allzu belangreiche Sache zu halten! bringt die schön aufgeputzte Enthüllung, in Deutschland habe tühlster Ruhe abzuweisen." Wie lange soll dieser sträfliche Leichtsinn noch fortdauern? Die sich in aller Stille ein Bund katholischer Laien, eine Art Empfehlung fühlster Ruhe" reicht auch bei diesem Blatt der Ausgaben des preußischen Staates für Medizinal. tatholischer Freimaurerei", gebildet, die den Zweck Mut nicht. to esen belaufen sich bei einer Gesamtausgabe von fast drei verfolge, alle fatholischen Laienelemente zu sammeln und als- Zu einer energischen Abwehr wird sich das heutige Zentrum milliarden Mart auf ganze fünf Millionen Mark! Wäre dann im Bunde mit ähnlichen Genossenschaften des Auslandes auch schwerlich aufschwingen. Es hat längst feine cinstige de- es da zuviel verlangt, wenn der Staat endlich einmal ein paar dem Papste eine Petition um gründliche Reform des Index mokratisch- oppositionelle Straft verloren. Das Ende vom Liede Millionen auswürfe, um die Jfolierung der gefunden Koffenträger zu unterbreiten. Diefe Petition solle absichtlich so fühn ae- 1 wird die löbliche Unterwerfung sein selbstverständlich unter I aweds Abtreibung der Kokken zu ermöglichen 2 " " " wie Freifinniger Kuhhandel. 13" ei " " 1 Offenherziger fann man das Handelsgeschäft nicht diskutieren. Wenn nur die liberalen Kapitalisten einige Konzessionen erhalten, willigt der Freifinn gern in jede agrarische und sonstige Ausplünderung der Massen, verichachert er freudig das Erstgeburtsrecht der Maffen gegen das Linsengericht einer Neuein teilung der Wahlkreisel. Aber freilich, die Genicstarre gilt ja als Proletarierkrankheit, Schwächung der Wehrkraft an als die Weigerung französischer als Schmutzfrankheit". So lange die befizenden Klassen sich nicht Soldaten, der Füsilierung ihrer Landsleute und Verwandten zuzusehen Die Bossische 8tg." erhält von einem Freisinnigen in selbst bedroht fühlen, erscheint ihnen die Gefahr übertrieben! oder gar noch dabei mitzuhelfen. der Provinz" eine niedliche Epistel, die sie als Leitartikel abDie nichtbesitzende Klasse aber fordert, daß endlich energische Von den übrigen Beschwerden der„ Nowoje Mremja" verdient druckt. Zunächst beschwichtigt dieser originelle Gewissensmahner der Maßnahmen gegen die tückische Proletarierkrankheit ergriffen werden. nur noch eine einzige Beachtung, die besagt, daß man in Paris Wenn man für die Kolonialpolitik Milliarden verpulvert, russische Anarchisten" wohl verhafte, " Anarchisten" wohl verhafte, aber ihre Papiere der Regierung das eigene liberale Gewissen. Bofa, heißt es da, habe Man weiß, daß die ja in der Sozialpolitit viel gelernt und geleistet", allein er habe wenn Preußen für die polnische Anti- Kaninchen- Bolitik Hunderte russischen Polizei nicht ausliefere!! von Millionen vergeudet, werden ja wohl auch ein paar Millionen Clemenceausche Polizei es an Brutalität gegen verdächtige" Russen doch auch die Zuchthausvorlage eingebracht und sei außerdem auch Hauptmitschuldiger des neuen Bolltarifs gewesen. Daß zur Durchführung dringendst gebotener hygienischer Maßnahmen auf nicht fehlen und daß sie auch den zahllosen russischen Spigeln in Bülow sich erst fürzlich die Grabschrift hier liegt ein agrarischer Paris freies Spiel läßt. Immerhin ist es richtig, daß sie bis zur Sanzler" bestellt hat, weiß der gute Mann offenbar nicht! zubringen sein! deutschen Schande des Helferdienstes für die russische Polizei noch Jedenfalls meint er, dem tonservativen Nachfolger Bosas braucht der Liberalismus noch durchaus nicht mit Mißtrauen zu be Ruffifch- franzöfifche Verftimmungen. nicht herabgefunken iſt. Während die bestochenen Blätter das Communiqué der Ingegnen! Paris, 9. Juli.( Eig. Ber.) formation" totfchweigen, finden einige eine Bestätigung der un- handel- Borschlägen heraus. Begünstige man die Agrarier durch Dann aber rüdt der freifinnige Provinzler mit seinen RuhSchon seit einiger Zeit war zu merken, daß zwischen der getrübten Fortdauer der russischen Allianz" darin, daß in den handel- Vorschlägen heraus. Begünstige man die Agrarier durch Schutzzölle, so möge man doch wenigstens dem industriellen und garischen Regierung und der Republik nicht mehr alles beim Alten nächsten Tagen zwei Generale der beiden Armeen Handelskapital durch Neueinteilung der Wahlkreise in ist. Nach der letzten Rebe Bichons meinte der in diesen Dingen sehr alljährlich zur Besprechung armeetechnischer Angelegenheiten zu Breußen entgegenkommen. An eine vollständige Erfüllung feinhörige, Temps", es sei doch zu bedauern, daß der Minister bei fammentreffen! Der Trost ist recht wohlfeil; denn die Abhaltung liberaler Forderungen sei natürlich nicht zu denken", man Besprechung der durch die neuen Verträge geschaffenen Lage nicht die dieser Konferenz bedeutet nur, daß die Allianz nicht förmlich auf verlange nur innerhalb der Blockpolitik angemessene Berück Allianz mit Rußland erwähnt habe, denn wenn sie auch gelöst ist was auch niemand geglaubt hat, aber nicht, daß sichtigung". Die nicht besigende Klasse mag sehen, wo aber nicht, dan litigung". Die nicht besigende Klaſſe mag ſehen, wo mit dem Gegenstand der Rede nichts zu schaffen hätte, so höre man ihre einstige Existenzbasis, die Gemeinschaft der militärpolitischen sie bleibt! doch immer gern von ihr, da sie ungeachtet der neueren Freund- Interessen, noch andauert, jene Gemeinschaft, die ja einzig durch die schaften die tragende Säule ber französischen Macht finanzieller Erpressung ersetzt worden ist. Auslandspolitik bleibe! Seit diesem fragenden Seufzer des Blattes der Großbanken ist nun ein Wöllchen am Himmel des Zweibundes sichtbar geworden. Die Veranlassung hat ein Artikel der ,, Nowoje Wremja" über das Verhältnis von Rußland und Frankreich Berlin, den 11. Juli 1907. gegeben oder eigentlich die Antwort darauf, die die„ Rossija" vorgestern beröffentlichte. Das legtgenannte Blatt hatte schon vor Ein Theoretiker der Bescheidenheit. einigen Tagen, bei Besprechung der französisch- deutschen Beziehungen, Ueber die Aussichten auf eine preußische Wahlreform Herr Naumann, der einstige nationalsoziale Welteroberer, einige gereizte Bemerkungen gegen die französische Diplomatie ge- verfällt immer mehr einem jämmerlichen politischen Quietismus. macht und insbesondere betont, daß die finanzielle Beteiligung Frank Als der Freijinn mit Sack und Back ins reattionäre Lager ab einer 23 abIreform den preußischen Landtag schon im kommenden ,, Daß neben diesem Ueberfluß an Beratungsstoff noch die Frage reichs an der Bagdadbahn„ dem Sparkapital der franzöfifchen Demo- schwenkte, um angeblich dadurch dem liberalen Fort Winter beschäftigen könnte, glaubt wohl im Herzen niemand tratie teuer zu stehen kommen würde". Der letzte Artikel des Blattes schritt eine Gasse zu bahnen, schnürte der bis dahin intimiste mehr. Wir möchten annehmen, daß überhaupt kein preußischer nun schlägt noch schärfere Töne an: Frankreich, so heißt es dort, fei Waffengefährte Naumanns, Herr Theodor Barth, an- Staatsmann so bald ohne Nötigung das heiße Eisen einer durch seine finanzielle Situation genötigt, dem Auslande Geld zu gewidert von solch politischer Selbstmordmanie, sein Bündel, solchen Reform anfaffen wird; und ob die sächsischen leihen. Unter diesen Bedingungen könne es teine beffere Anlage um übers Meer zu gehen. Herr Naumann aber gab bis Vorgänge dazu reizen werden, die staatspolitische Weisheit des finden, als in russischen Werten. Wenn es Rußland Geld leihe, sei heute jeder neuen freisinnigen Hämmerlichkeit, jedem Prin- quieta non movere auf diesem Gebiet außer acht zu laſſen, fann man wohl einstweilen bezweifeln. Man soll das Prophezeien bas ein gutes Geschäft und feine Wohltätigteit.- zipienverrat, jeder Leiſetreterei seinen Segen. Und heute gar in der Politik möglichst vermeiden. Aber daß diefer Landtag noch Das scheint auf den ersten Blick die Sprache eines hochmütigen fingt er einen wahren Hymnus auf die freisinnige in die Lage kommen fönnte, positive Arbeit in dieser Frage zu Bettlers zu sein, aber hört man genau hin, so hört man die Selbstkastration, indem er die Bescheidenheit leisten, halten wir für ausgeschlossen, und was etwa nachher Drohung des Erpressers heraus: Frankreich soll sich nicht für die höchste politische Tugend und das frucht- geschieht, darüber liegt fein Anlaß vor, fich jezt schon in Kombinationen unterstehen, fein Geld für die bevorstehende russische Anleihe zu ver- barste Prinzip des Liberalismus erklärt. Er und Sorgen zu verzehren. weigern; denn Rußland hat Frankreich in der Hand, und feine schreibt in seiner„ Hilfe": Herr v. Soden telegraphierte, wie fürglich in München wieder Bundesgenossenschaft soll noch weiter bezahlt werden. Frankreich foll auch nicht glauben, der„ Alliierte" werde nach dem Zusammenbruch seiner Militärmacht billiger zu stehen kommen. Als Freund mag er Frankreich wenig zu bieten haben, als Feind aber hat er eine furchtbare Waffe in der Hand: den Bankrott! Was aber dem Artikel eine ganz besonders ernste Bedeutung gibt, das ist der Umstand, daß die Rossija" das Drgan Stolypins ist! Die Pariser Börse hat denn auch gestern unter diesem Eindruck einen Stursfall der russischen Rente von 1906 zu verzeichnen gehabt. Das Auswärtige Amt aber versendet durch die von ihr zu halboffiziösen Kundgebungen benutzte Korrespondenz„ Information" eine Notiz folgenden Wortlauts: Politische Ueberficht. Agrarischer Sohn. fagt die Deutsche Lages Beitung": " „ Es ist der Liberalismus, um dessentwillen ausgegraben wurde, einmal nach Berlin: Alles ruhig, nur nicht die Frage der preußischen Wahlrechtsreform Engen Wolff." In den lezten Wochen hätte man oft genug von aufgerollt werden soll, der Liberalismus und nicht Berlin aus telegraphieren können: Alles ruhig, nur nicht die linksdie Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie hat gegen stehende Presse. Vielleicht sieht sie jetzt doch ein, daß es zurzeit über dem preußischen Landtagswahlrecht nichts auszurichten selbst im Haag interessanter zugeht als in Berlin: und daß zu bermocht, obwohl sie am meisten unter ihm leidet, da sie im ernsthaften politischen Diskussionen wohl kaum eher eine Nötigung Landtag überhaupt nicht vertreten ist. Es gelingt ihr fein vorliegen wird, als bis der erste Schnee gefallen ist". Der Schlußfaz, der auch in der Deutschen Tages- 8tg." selbst Sturm des Wolfes gegen das schlechteste aller Wahlsysteme, weil das Voltsinteresse für den Landtag eben gesperrt ist, ist wohl etwas symbolisch gemeint! infolge dieses Wahlsystems fast völlig erloschen ist. Zwischen dem jezigen Landtag und der Mehrheit der preußischen Staatsbürger besteht Die Nationalliberalen und die Banderolensteuer. überhaupt fein inneres Verhältnis, nicht einmal das des Zornes. Die Finanzlage des Reiches drängt zum Abschluß der Reichs. Diese Gleichgültigkeit ist der Grund, weshalb die sozialdemokratische finanzreform", das heißt zur Erschließung neuer Steuerquellen, und In den politischen Kreisen Frankreichs zeigt man sich un- Methode hier völlig versagt. Erst muß der Landtag etwas angenehm berührt von den Polemiken, die dem Artikel der„ Now. Lebendiges werden, ein Körper von Fleisch und Blut, eine zwar beabsichtigt die Regierung, wie es ihrem Charakter als VerBremja" gefolgt sind. Man glaubt, daß auf diese Weise der Gesellschaft, die nicht bloß Geldfacs- und Wahlkreisvorteile vertritt, waltungsausschuß der Kapitalisten, besonders der Großgrundbesitzer, Artikel eine Wichtigkeit bekommt, die er nicht hatte. Und man ist ehe überhaupt die preußische Verfassung irgend eine Art von entspricht, die erforderlichen Mittel nicht burch eine Reichseinkommenbesonders über den Artikel der. Rossija" erstaunt, die im Ansehen politischer Teilnahme für sich gewinnen kann. Das aber heißt eine Reichsvermögens- oder durch eine Erhöhung der Reichserbschaftsfteht, Mitteilungen des Herrn. Stolypin zu empfangen. Es wird mit anderen Worten: da ein großer Sturm gar nicht steuer zu beschaffen, sondern durch schärfere Heranziehung des Tabaks darin gesagt, daß Frankreich nicht einen Aft der Wohltätigkeit zu machen ist, muß jeder Schritt breit Landes und Bieres zur Steuer. In erster Linie scheint eine Banderolen einzeln erkämpft werden. Das ist die Methode geübt, sondern ein vorteilhaftes. Geschäft gemacht habe. Germania" hat Man ist der Meinung, daß eine Meinung, daß eine solche Konstatierung des Liberalismus, um beretwillen er von der Sozial- Steuer auf Bigarren geplant zu sein. Die absolut überflüssig war ,. da kein fein franzöfifches demokratie fast täglich geschmäht wird, mit der er aber immer barauf hingewiesen, daß gegen diese Steuer von den NationalBlatt die These von der Wohltätigkeit aufgestellt hat. Man gibt noch mehr für die Bevölkerung tut als der reine liberalen wenig Widerspruch zu erwarten fet. Dazu bemerkt die den Zwischenfällen nicht eine Wichtigkeit, die sie nicht verdienen, Margismus, der alles haben will oder nichts und deshalb Nationalliberale Storrespondenz": aber man erkennt an, daß der Augenblick gekommen ist, die not- sich selbst für die Gegenivartspolitik ausschaltet. wendigen Bande, die Frankreich und Rußland bereinigen, enger zu fnüpfen, und man fragt sich bei diesem Anlaß, ob unfer jetziger Vertreter in Petersburg, Herr Bompard, der Herr der Situation ist, ob er sich nicht in unzeitgemäßen Einmischungen einigermaßen kompromittiert und ob er noch die nötige Autorität hat." " Natürlich fann fein Mensch vorher sagen, ob die vereinigten Linksliberalen die Vorlage annehmen werden oder nicht, so lange die Regierungsvorlage nicht existiert. Es ist viel Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß die erste Vorlage so weit entfernt sein wird vom Mindestmaß dessen, was der Liberalismus fordern muß, daß er die Verantwortung für ihre Verwirklichung anderen Parteien überLassen muß, um felber für die weitere Verbesserung des Wahlrechts tämpfen zu können. Aber selbst wenn die Sache so Täuft, so bleibt es dennoch ein Verdienst des Liberalismus, die Wahlrechtsfrage überhaupt in Fluß gebracht zu haben, und bleibt doch wahr, daß jede prinzipielle Aenderung, und sei sie auch ungenügend, die Zukunftsaussichten bessert." Von parlamentarischer Seite wird uns mitgeteilt, daß die Vermutung, welche die Germania" ausspricht, der Begründung entbehrt. Die jegige nationalliberale Reichstagsfraktion ist noch weniger geneigt, einer Besteuerung der Bigarrenfabrikation und des Bigarrenkonsums beizustimmen, als es die Reichstagsfraktion der verflossenen Legislaturperiode war. Eine derartige Vorlage der verbündeten Regierungen wäre Die Maßregelung Bompards, der als persona gratissima am ebenso aussichtslos wie eine Inseraten und Reklamesteuer, falls eine solche in dem Kopfe irgend eines Finanzministers sputen Barenhofe gegolten hat, zeigt, daß das Verhältnis der beiden Refollte. Im übrigen wird es richtig sein, die Frage einer zweiten gierungen in ein fritisches Stadium gelangt sein muß. Daß Reichsfinanzreform in der kommenden Reichstagstagung überhaupt Clemenceau Herrn Bompard nicht gerne auf seinem Bosten gesehen nicht zu behandeln, sondern zunächst eine weitere Klärung über hat, war kein Geheimnis, aber daß dieser unter so aufsehendie Ergebnisse der ersten Reichsfinanzreform abzuwvarten, mittlererregenden Umständen abberufen werden würde, das war freilich weile haben die Parteien Veranlassung und Zeit, sich ihrerseits Herr Naumann erwartet also selbst ungeheuer wenig Der Sinn des Communiqués ist im von der neuen Wahlrechtsvorlage. Er glaubt augenscheinlich damit zu befassen, wie der Finanznot des Reiches abzuhelfen ist." nicht vorauszusehen. Recht schön. Nur erscheint es recht fraglich, ob diese Auffassung übrigen noch recht dunkel. Wenn Herrn Bompard felbft nicht an die Preisgabe des Klassenwahlrechts und der zeitgemäße Einmischungen" zur Last gelegt werden, die öffentlichen Stimmabgabe also gerade an solche Re- bei den eigenartigen Prinzipienpolitikern des Nationalliberalismus die Bande zwischen dem Zarentum und der Republik ge- formen, an denen das Proletariat interessiert ist. vorhalten wird. lockert haben, so könnten nur Borstellungen anläß Denn ob Nationalliberale und Freifinnige ein Knuten- Oertel kneift. lich des Staatsstreiches gemeint fein. Finden die paar Mandate mehr erhalten, ist dem Proletariat um so Dem Dertelblatt wird jetzt selbst vor seiner staatserhaltenden Herren Clemenceau und Pichon diese ungeitgemäß"? gleichgültiger, als der Freisinn sich zum Bettgenossen des ost Minierarbeit bange. Hatte es gestern noch seine Diebstahlsverdäch Num, bei den beiden Herren würde schon nichts mehr in Erstaunen elbischen Junkertums entwürdigt hat und in Wirklichkeit nur tigungen höchster Reichsbehörden aufrecht erhalten und höchstens die setzen. Warum aber dann der beleidigend heftige Ton gegen das noch eine verschämte Spielart des Nationalliberalismus dar- zweite Möglichkeit zugegeben, daß der Kollidieb, der seinerzeit auf Stolypinsche Blatt? Allerdings, auf die Tonart tommt es dem stellt. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht aber wird bie Peterstifte hereinfiel, die apogryphen Arendt- Papiere deshalb geRussen im Grunde genommen so wenig an wie auf die Person des und wenn der Freisinn noch zehnmal bescheidener stohlen haben tönnte, um sie an das Auswärtige Amt zu verhöfern, Botschafters. Was bei ihm die nötige Autorität" hat, ist einzig und antiliberaler wird dem Volte niemals als fo spielt es heute den Harmlosen. Es habe seine Verdächtigungen und allein das bare Geld. Die Herren Clemenceau und Bichon Gnadengeschenk in den Schoß fallen, es wird unter gar nicht so gemeint gehabt. Und wenn sich der Kistendieb von werden ihm Auskunft darüber geben müssen, wie sie sich zur nächsten allen Umständen von den entrechteten Massen erkämpft einer Berhöferung der Arendt- Papiere ein Geschäft versprochen habe, so habe er sicherlich nur an den Vorwärts" als Stontrahenten Anleihe stellen. Es genügt nicht, daß sie bestreiten, den russischen werden müssen! gedacht. Geschäften die Eigenschaft des, guten Geschäfts" abgesprochen Ein feiger Täuschungsversuch aber ist die Behauptung Da müssen wir uns wirklich des Spizzbuben annehmen. So zu haben, sie müssen ein neues gutes Geschäft" machen. Naumanns, daß wegen der Gleichgültigkeit der Massen einst dumm könnte höchstens ein der Nedaktion der Deutschen TagesWie ernst die Sache hier genommen wird, geht übrigens nicht weilen überhaupt kein Sturm des Boltes gelinge. Beitung" Entsprungener sein, dem„ Borwärts" Aftenstücke augus aus dem hervor, was darüber gesagt, sondern aus dem, was Die sozialdemokratischen Frühjahrsdemonstrationen des vorigen bieten, in denen die Tugenden der Peters und Arendt in ben nicht gesagt wird. Der vom Auswärtigen Amte infpi- Jahres beweisen gerade das Gegenteil! Nur hat der galischer Beleuchtung erstrahlen! rierte Angriff der Information" gegen das Stolypinsche Freisinn sich nicht nur ge= bon diesem Voltssturm nicht nur Leiborgan und die darangeschloffene Witteilung über die Abberufung flisfentlich ferngehalten, sondern die proletarische Christliches Gewerkschaftsideal. Bompards ist nämlich von der Presse mit Ausnahme der Protestbewegung sogar noch nach Kräften zu durch- In den Vereinigten Staaten von Amerifa hat der„ Kampf Humanité" nicht abgedruckt worden!! Das befagt freilich zu- reuzen, zu diskreditieren, zu verkleinern zwischen Arbeit und Kapital" vielfach eine recht wenig erfreuliche nächst, daß die Großbauten den von ihnen beherrschten Blättern ber- und zu beschimpfen versucht. Und dann behauptet Wendung genommen. Die Gewerkschaften suchen die Löhne ihrer boten haben, von der Erklärung Notiz zu nehmen, die auf den solch ein Freisinnslicht, es gelinge ja doch kein Sturin des Mitglieder nicht dadurch zu steigern, daß sie die Unternehmer ohnehin sinkenden Kurs der russischen Papiere ungünstig gewirkt hätte. Boltes! ztvingen, auf Kosten ihrer hohen Profite die Arbeitslöhne zu erBekanntlich ist ja die ganze Pariser Tagespresse ohne Unterschied der Der ,, reine Marrismus" weiß natürlich ganz genau, daß höhen, sondern sie suchen die Trusts und Unternehmerverbände in Partei mit Ausnahme der Humanité" ihre Preise möglichst hoch zu treiben und -von den finanziellen sich die stärkste Feste der preußisch- deutschen Reaktion, die dem Bestreben, Buhältern der zarischen Regierung bestochen, und die Blätter, die Dreiklassenschmach, auch durch die stürmischste Boltskundgebung hoch zu halten, in in jeder jeder Weije Weise zu unterstützen, falls heute überhaupt über die Allianz sprechen, gehen auch über den nicht im Handumdrehen hinwegfegen läßt. Aber er weiß ihnen nur die Gewähr geboten wird, daß ihnen von dem Artikel der Roffija" mit Stillschweigen hinweg und beschäftigen sich auch, daß alles liberale Gesäufel der trotzigen, um die Fort- dadurch erzielten Mehrgelvin der Unternehmer ein kleiner Anteil in mit dem doch weit weniger wichtigen der" Nowoje Wremja", existenz ihrer Privilegien kämpfenden Reaktion erst recht teine Gestalt erhöhter Löhne oder sonstiger Vergünstigungen zufällt. Wit dessen geringe Bedeutung mit Berufung auf das wirkliche Reform des Wahlrechts abschmeichelt, sondern daß anderen Worten: Unternehmer und Gewerkschaft schließen gewisserZeugnis ausländischer Blätter betonen. Der" Temps" bringt einen nur die Aufrüttelung und Kampfes formierung maßen einen Baft zur Schröpfung der Konsumenten. Diese schöne Langen Auszug, aus dem hervorgeht, daß das russische konservative der entrechteten und ausgebeuteten Voltsmassen die Methode der Harmonieherstellung zwischen Arbeit und Kapital scheint Blatt vor allem die„ Desorganisation" der französischen Armee und Herrschenden zur Herausgabe der vorenthaltenen Volksrechte auch den Leitern des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter als die Fortschritte des Antimilitarismus als Folge der Demokratisierung zu zwingen bermag. Ideal vorzuschieben; denn in ihrem letzten Geschäftsbericht heißt es hingestellt hat! Die Anklage der„ Entwertung der Armee" nimmt 8 zwingen bermag. wörtlich: -W " " fie Mag der Liberalismus sehen, wie weit er mit der sich aus dem Munde eines Anhängers der unbeschränkten russischen Politik der Entsagung, der zum Prinzip erhobenen BeAutokratie nicht übel aus. Der Barismus hat die russische Armee cheidenheit kommt; das Proletariat verläßt sich auf denn doch noch ganz anders zugerichtet, als die Bourgeoisdemokratie die feine Kraft und seine Rampfesenergie! französische, und die mandschurischen Niederlagen sowie die wiederbolten Armeerebolten in Rukland zeiaen wohl eine bedeutendere " Auch in der Berichtszeit hat sich der gute, mäßigende Einfluß des Kohlensynditats wieder gezeigt. In der früheren syndikatslosen Zeit schnellten die Kohlenpreise in den Jahren der Hochtonjunttur ganz gewaltig in die Höhe, um bei eintretender Krisis ebenso schnell zu fallen. Seit feinem Bestehen bat das Adressen der deutschen Arbeitersekretariate. ( Die mit einem* bezeichneten sind Sekretariate des BergarbeiterVerbandes.) Bentral- Arbeiterfekretariat, Berlin SO. 16, Engel- Ufer 15. E.-. IV.4631. Hildesheim, Schuhstr. 4. Hochheide, Anton Dunter, Prinzstraße 95. Syndikat eine stete Preispolitik berfolgt, ein zu tiefes Sinten der Preise in den Zeiten der Krise und ein plögliches gewaltiges Emporschnellen in den Jahren der Konjunktur verhindert. Es wird von der Geschäftswelt und dem gesamten Mittelstand, selbst in den Induſtriebezirken, über die hohen Kohlenpreise geschimpft. Man bedenkt zu wenig, daß fast die ganze Bevölkerung Aachen*, Mauerstr. 46. in den Industriegebieten ein Interesse an einer austömm Altenburg( S.-A.), Frauenfelsstr. 41. lichen Entlohnung der Arbeiter hat, und diese Augsburg, Jesuitengasse F 406 auf die Dauer nur möglich ist, wenn auch( Wittelsbacher Hof). die Industrie mit entsprechenden Gewinnen Bant, Peterstr. 30. arbeitet. Barmen, Marienstr. 22, I. I. Berlin SO., Engel- Ufer 15 I. Bernburg, Noschwigerstr. 26. Bielefeld, Turnerstr. 45. Bochum, Wiemelhauserstr. 40 b. -ORGE Schuh der Zeugen und Angeklagten gegen Beleidigungen. " Brandenburg a. H., Neustädtischer Markt 2. Braunschweig, Schloß- und DelBremen, Ostertorstr. 26 I. schlägernstraßen- Ecke, I. Bremerhaven, Am Hafen 49. Breslau, Nikolaistraße 18/19. Bromberg, Jakobstr. 17. Caffel, Wildemannsgaffe 30 I. Castrop, Ph. Hermes, Carlstr. 158c. Chemnik, Zwidauerstraße 152, T. Nr. 3356. Jena, Ernst Otto, Frauengasse 9. Karlsruhe, Kurven. 19. Kattowitz( D.-S.), Rathausstr. 12. Kiel, Gasstr. 24 parterre. Königsberg i. Pr., Vorderroß garten 50, Hof I. Kronach, Kirchenplatz 74. Landeshut i. Scht., Gasthof Sonne", II. slava si Soziales. (( Siehe auch 1. Beilage.)]! Tage für Verlegungen. Das Gesez fennt teine Tage für Verlegung von Gliedmaßen und fann eine solche nicht kennen, da die Einwirkung der Verlegung auf die Erwerbsfähigkeit nur von Fall zu Fall unter Beachtung aller Umstände beantwortet werden kann. So ist auch stets vom Reichsgericht und vom Reichsversicherungsamt entschieden. Ebenso erhellt, daß nicht das Gutachten des Arztes, sondern das von Berufskollegen dafür entscheidend sein muß, in welchem Grade bestimmte Körperfunktionen zur Ausübung eines Berufs erforderlich und inwieweit der Mangel von Funktionsstörungen beim Beruf hinderlich ist und die Lage des Verlegten auf dem Arbeitsmarkt bea Bur einträchtigt. Das Unternehmertum schiert sich den Teufel hierum. Wie aus den Ausführungen auf ihrem Mannheimer Berufsgenossenschaftstag hervorgeht, wünschen sie, daß die Aerzte höher botiert werden, um bei der Erstattung von Gutachten sich desto ge fälliger dem Unternehmertum und desto nachteiliger der Arbeiterklasse zu erweisen. Wie tief die Anschauung der Scharfmacher die Selbst ständigkeit der Aerzte einschägt und wie sehr sie die Berufsgenossenschaftsärzte als ihre Stulis erachtet und behandelt, die hoch bezahlt werden, um die„ Renten" der Arbeiter zu drüden, ergibt unter anderem folgendes Verzeichnis, das die Knappschaftsberufsgenossenschaft in Bochum den Aerzten hat zugehen lassen, nach dem fünftig die Rente bemessen werden soll. Das Berzeichnis lautet: Arme und Beine. Leipzig, Beigerstr. 32. Luckenwalde, Karlstr. 56. Lübeck, Johannisstr. 46, part. Lüdenscheid, Rob. Fischer, Kluser straße 8. Magdeburg, Fürsten- Ufer 6 I. Mannheim, S. 3, 10. Mainz, Banggaffe 13, Hinterh. II. Weißen, Poſtſtr. 4. Minden i. W., K. Liginger, Kampstraße 39. München 1, Baaderstr. 1. Neu- Ruppin, Siechenstr. 1a II. Nordhausen, Barfüßerstr. 12. Nürnberg, Egydienplatz 22. Oberhausen Nhl.*, Marktstr. 5. Offenbach a. M., Auftr. 9 II. Osnabrück, Klusstr. 11. Pforzheim, Waisenhausplatz 3. Bosen, Halbdorfstr. 19. Recklinghausen*, Hernerstr. 68. Remscheid, Kirchhofstr. 1a. Rostock, Doberanerstr. 6. Siegen, Heeferstr. 8 II. Solingen, Kaiserstr. 25. St. Johann Malstatt, St. Jos hannerstr. 37. In einer Verhandlung vor der Strafkammer in Lübeck hatte fich am 20. April der Tischler Wagner wegen angeblichen Verstoßes gegen allerlei Geseze durch Streikpostenstehen zu verantworten. Der in Lübecker Arbeiterkreisen durch den Spiznamen Brausewetter gefennzeichnete Präsident des Landgerichts, Dr. Hoppen stedt, leitete die Sigung. Hierbei bediente er sich mehrerer als Beleidigung zu qualifizierender Redewendungen. So fragte er den Angeklagten Wagner, ob er nicht gewußt habe, daß Kriminal beamte auf dem Bahnhofe seien. Als der Gefragte, der erst seit drei Tagen auf dem Bahnhofe Posten stand und vorher längere Zeit von Lübeck abwesend war, mit Rein" antwortete, brauste der Vorsitzende auf: Nein? Lügen Sie nicht; das ist ja unerhört, so das Gericht zu belügen. Gewiß haben Sie das gewußt. Auf die Frage des Verteidigers, wie Coburg, Rosengasse 1. lange Wagner am Drte sei, antwortete dieser, daß das feit einigen Cottbus, Burgstr. 29. Cöln a. Rh., Berlgraben 20 I Tagen vor dem Zwischenfall auf dem Bahnhofe der Fall wäre. Da Crefeld, Klosterstr. 43. fuhr der Präfident wieder auf:" Das ist ja unerhört, das ist ja Darmstadt, Elisabethstr. 31. eine bewußte rreführung des Gerichts. Nein, eine Dessau, Askanischestr. 107. folche Täuschung ist mir noch nicht vorgekommen. Schämen Dortmund, Kielstr. 5 I. Sie sich!" Der völlige Mangel an Unparteilichkeit des Präsidenten Dresden, Rigenbergstr. 2 III. Dr. Hoppenstedt trat in derselben Verhandlung auch einem Zeugen Düsseldorf, Kasernenstr. 67 a. gegenüber zu Tage. Ein als Zeuge vernommener streifender Holzarbeiter bekundete, Duisburg, Friedrich Wilhelmstr. 76. daß die Streilbrecher von den Arbeitgebern unter Vorspiegelung Effen, Kirchstr. 20. Elberfeld, Robertstr. 8a. falscher Tatsachen nach Lübeck gelockt wurden. Der Vorfigende unterbrach den Zeugen mit der im scharfen Tone ge machten Bemerkung:„ Na, hören Sie mal, Sie sind hier nicht in einer Volksversammlung. Sie sind hier nicht Advokat einer Partei. Sie stehen hier unter Ihrem Gide. Sie machen hier über haupt nicht den Eindruck, als wenn Sie unter allen Umständen der Wahrheit die Ehre geben Wegen dieses Benehmens strengte Wagner und der Zeuge durch den Rechtsanwalt Dr. Herz eine Privatbeleidigungsflage gegen den den Präsidenten Hoppenstedt an. Das Amtgericht und dieser Lage auch das Landgericht lehnten jedoch die Erhebung der Klage mit der Begründung ab, daß die von Hoppenstedt gebrauchten Guben, Schulstr. 7. Aeußerungen zwar beleidigend seien, daß der Landgerichtspräsident Halle a. S., Harz 42/43. jedoch in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt und die Absicht der Beleidigung nicht gehabt habe. Diese Hamburg I, Besenbinderhof 57/66 II. Würzburg, Obertürftr. 11. Entscheidung greift fehl, da der Präsident die beschimpfenden, be- Hamm i. W., Ritterstr. 43. leidigenden Redewendungen teineswegs zur Wahrnehmung be- Hanau, Mühlenſtr. 2. rechtigter Interessen anwendete, denn er hat fein berechtigtes Hannover, Münzstr. 5. Interesse Zeugen und Angeklagte zu beleidigen. Das traurige Vor- Harburg a. Elbe, Sand 1 I. recht, zu schimpfen und zu beleidigen, gibt das Gesetz dem Richter feineswegs. Die Form der präsidialen Apostrophierungen läßt übertvollen." Forst i. 2., Promenade 5. Frankfurt a. M., Stolpestr. 17 p. Freiburg i. Br., Rheinſtr. 64. Fürth, Theaterstr. 19 part. Gera( Reuß), Alte Schloßgasse 11 I. Gelsenkirchen, Karlstr. 19. Gersdorf( Bez. Chemniz), Rob. Frauenstein. Glabbed, Kolpingstr. 3. Görlik, Langenstr. 31 part. Gotha, Erfurterstr. 2( altes Ge- Waldenburg i. Schl., Friedländer. richtsgebäude). Stettin, Bismardstr. 9. Straßburg i. E., Fintmattstaden 2. Stuttgart, Eßlingerstr. 17/19. Thamm b. Senftenberg*, Eisenbahnstr. 7. straße 28. Wiesbaden, Wellrigstr. 41, II. Worms, Mainzerstr. 19. Wunsiedel, Koppenertor 324. Zeig*, Nit. Dölle, Nordstr. 4. Zwickau, Ant. Strunz, Richardstraße 15. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Der Provinzialparteitag für Schleswig- Holstein und Lübeck wird bies die Absicht der Beleidigung tIar erkennen. Es wundert uns die am 1. und 2. September in Altona stattfinden. Ablehnung der vollauf berechtigten Privatbeleidigungsklagen nicht. Jst uns doch erinnerlich, daß ein Berliner Landgerichtspräsident einen Assessor, der pflichtgemäß gegen einen Landgerichtsdirektor( Bimmer,, Aufreizung". Wie uns ein Privattelegramm meldet, ist gegen mann) wegen Beleidigung einer Partei Erhebung der Anklage ver- den Redakteur des„ Hafenarbeiter", Genossen Görig, Anklage higt hatte, rüffelte, da Beleidigungsklagen gegen Richter wegen ihres wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten" erhoben worden. Berhaltens Parteien oder Zeugen gegenüber nach Ansicht des Präsisenten, der übrigens im Geruch liberaler Anwandlungen stand, von sornherein abzuweisen seien. Der Lübecker Fall beteist aber einwringlich, wie notwendig ein Schutz der Angeklagten und Beugen jegen Beleidigungen seitens des Gerichts ist. Sprachenkrieg in Lothringen. Der Oberschulrat verfügte, daß in den lothringischen Gemeinden Broß- Moheubre, Deutsch- Oth, Fentsch und Kneuttingen in den Schulen die deutsche Sprache als Unterrichtssprache einzuführen sei, da die Zahl der französisch redenden Kinder nur 15 Broz. betrage. Gegen diese Verfügung hat sich, klerikalen Blättermeldungen zufolge, in allen Gemeinden ein Sturm der Entrüstung erhoben. Sie erwarten, daß der Vertreter des Kreises im Reichstage, de Wendel, seinerzeit eine entsprechende Interpellation einbringen wird. Es sei nicht richtig, daß nur 15 Broz. der Kinder der betreffenden Ortschaften französisch sprechen, sondern 35 Proz Amerika. Bum Prozeß in Jdaho schreibt die" New Yorker Voltszeitung": Was der Anklage an direktem Beweismaterial fehlte, suchte fie durch Umstandsbeweise zu ersetzen. Welcher Art diese Umstandsbeweise waren, zeigt die Tatsache, daß man aus einem Jahrzehnt der Geschichte der westlichen Arbeiterbewegung jedes Wort oder jede Tat herausgriff, die in irgend einer Weise einen gewaltsamen Charakter zeigte, und diese als Beweis zuließ, selbst dann, wenn, wie es meistens der Fall war, Haywood gar nichts mit den betreffenden Vorgängen oder Aeußerungen zu tun hatte. Die Anklage zog auch den Sozialismus in die Beweisführung hinein. Die Verlesung der Artikel aus dem„ Miners Magazine", die Vorführung des Briefes von Genossen Debs, der sozialistischen Beschlüsse der Miners- Federation, der Reden früherer Beamten der Bergarbeiterorganisationen, alles Dinge, die mit dem Fall selbst gar nichts zu tun haben, sollten einzig dazu dienen, bei den Geschworenen ein Gefühl der Gegnerschaft gegen den Sozialisten Haywood wachzurufen, das dann dazu mitwirken follte, in dem Angeklagten auch den Mörder zu sehen, der schuldig gesprochen werden müsse. " a) Beine: Oberschenkel Unterschenkel in solcher Höhe, daß Prothese die Kniebeuge verhindert Unterschenkel, Fuß. B Fuß mit Erhaltung der Ferse zum Auftreten b) Arme: rechts ganzer Arm, Unterarm, Hand lints 1. Daumen: " " • Finger und Fingerglieder: rechts ganzer Daumen rechts Nagelglied links ganzer Daumen. links Nagelglied. 2. Beigefinger: rechts ganzer Zeigefinger rechts 2 Glieder. rechtes Nagelglied. lints ganzer Beigefinger lints 2 Glieder, Nagelglied. 3. Mittelfinger: rechts ganzer Mittelfinger rechts 2 Glieder, Nagelglied lints ganzer Mittelfinger Links 2 Glieder, Nagelglied 4. Ringfinger: rechts ganzer Ringfinger. rechts 2 Glieder, Nagelglied links ganzer Ringfinger, 2 Glieder, Nagelglied. 5. Kleinfinger: rechts ganzer Kleinfinger rechts 2 Glieder, Nagelglied links ganzer Kleinfinger, 2 Glieder, Nagelglied. Eriverbsvermindes rung Proz. 75 662 50 33 662/3 60 25 20 10 15 10 1& 1 121 9191 211 211 10 10 Wegen angeblicher Beleidigung eines Grubensteigers wurde Amtliche Urteile über die Verkürzung der Arbeitszeit. Genosse Stephan Heise von der Niederrheinischen Den Unternehmern, die aus blinder Profitwut den auf Ber Arbeiter Beitung im Privatbeleidigungsverfahren bom fürzung der Arbeitszeit gerichteten Bestrebungen der Arbeiter Schöffengericht in Duisburg zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Widerstand leisten, und den Sachwaltern des Kapitals, die das Der Beweis der Wahrheit für die in der Arbeiter- Beitung" ent- Unternehmertum in seinem Kampfe gegen diese Kulturforderung haltene Notiz fonnte nicht erbracht werden, weil der Augen- und der Arbeiterschaft unterstüßen, ist schon mehr als einmal nachge Ohrenzeuge der kritischen Handlung inzwischen verstorben ist. Aus Induftrie und Dandel. Berlins Fleischkonsum. Die Ermäßigung der Schweinepreise hat, wie ein Vergleich des Berliner Fleischkonsums im Monat April des laufenden Jahres mit bem gleichen Monat des Vorjahres beweist, eine starke Sunahme des Konsums von Schweinefleisch und zugleich eine Abnahme des Verbrauchs von Kalb- und Hammelfleisch zur Folge gehabt. Nach den Veröffentlichungen des Statistischen Amtes der Stadt Berlin wurden in den städtischen Schlachthäusern im April dieses Jahres geschlachtet: Rinder Kälber Schafe Schweine Dagegen im Monat April 1906 13 245 17 149 18 677 14 364 39 190 39 890 95 816 77 139 Die„ Corresp. des Bundes der Landwirte" berechnet auf Grund dieser Zahlen, indem sie die vom deutschen Landwirtschaftsrat fest gestellten Durchschnittsschlachtgewichte als richtig annimmt, folgenden Fleischverbrauch Berlins: April 1907 April 1906 4 108 100 3 973 500 Kilogramm 574 560 685 960 862 180 8 628 440 14 168 280 Rindfleisch Kalbfleisch Schaffleisch Schweinefleisch. " 866 580 " " 6 942 510 12 468 550 wiesen, daß sich eine Verfürzung der Arbeitszeit ohne Schmälerung des Unternehmerprofits durchführen läßt. Neue Beweise hierfür finden wir in der Denkschrift des preußischen Kultusministeriums über das Gesundheitswesen des preußischen Staates für 1905. Es wird dort u. a. mitgeteilt, daß im Regierungsbezirk Potsdamt mehrere große Firmen mit der Herabsetzung der Arbeitszeit von 10 auf 9 bezi. von 9% auf 8% Stunden günstige Erfahrungen gefelben Affordsätze und Gleichbleiben der Arbeitsleistung die Zeit macht haben. Eine Isoliermittelfabrit hat unter Einhaltung der fogar von 8 auf 7 Stunden herabgesetzt. Auch die städtische Gas anstalt in Königsberg hat die Arbeitszeit der Ofenarbeiter mit gutem Erfolge auf 8 Stunden beschränkt. In Berlin hat die Arbeitszeit in zahlreichen Betrieben eine Berkürzung auf 8 bis Stunden erfahren. Aus dem Das sind nur wenige Beispiele, aber was an dem einen Ort ohne Schädigung der Industrie und zum Vorteil der Arbeiter möglich ist, das sollte sich bei gutem Willen doch auch an anderen Osten durchführen lassen. Allerdings ist die Verkürzung der Arbeitszeit gewöhnlich nicht freiwillig gewährt worden, sondern meist hat es harter Kämpfe bedurft, um dies Ziel zu erringen. Wie notwendig der Kampf der Arbeiter auf Herabsezung der Arbeitszeit ist, das zeigt die Tatsache, daß vielfach die Arbeitskraft in unmenschlicher Weise ausgebeutet wird. Selbst in Berlin wird vielfach noch ungebührlich lange gearbeitet, besonders in der Nonfeftions industrie und in einzelnen Fleischereien. Regierungsbezirk Potsdam wird berichtet, daß die Arbeiter in Ziegeleien meist noch übermäßig lange beschäftigt werden. Regierungsbezirk Gumbinnen beträgt die Arbeitszeit für Erwachsene durchschnittlich 11, für Jugendliche 9% Stunden. Im Regierungsbezirk Allenstein wird die Arbeitszeit meist auf 12 bis 14 Stunden( einschließlich der Pausen) angegeben; am längsten wird im Hausgewerbe gearbeitet, besonders bei den Schneidern. Jm Regierungsbezirk Düsseldorf hatten mehrere große Fleischwarenfabriten etwa 14stündige Arbeitszeit. In der Textilindustrie des Stadt- und Landkreises München- Gladbach wurden die Arbeiterinnen mehrfach in übermäßiger, gesundheitlich sehr bedent licher" Weise ausgenutzt, so daß verschiedene Bestrafungen erfolgen Danach hat Berlin im April dieses Jahres 1694 730 KiloDie Gefahr für Haywood liegt in der Stimmung der Farmer- gramm Fleisch mehr verbraucht als im April vorigen Jahres. In geschworenen gegen die Arbeiterorganisationen. Sätten zwölf des tommt hierbei in Betracht, daß die Bevölkerungszahl Berlins Männer aus der Arbeiterklasse zu entscheiden, so könnte nach dem heute beträchtlich größer ist. Nach den Fortschreibungen des städt. schwächlichen Beweismaterial" der Anklage die Verteidigung Stat. Amtes betrug die Bevölkerung Berlins im Durchschnitt mußten. Es bleibt also noch viel zu tun übrig, che die Arbeitszeit auf auf jedes weitere Wort verzichten. Sie könnte sicher sein, daß des Monats April 1907 2 090 025 Einwohner gegen 2053 914 ein Maß erniedrigt ist, wie es den Forderungen der Kultur und William Haywood freigesprochen würde." im Durchschnitt des April 1906. Außerdem kommen die ver- der Volksgesundheit entspricht. Je stärker die ArbeiterorganiDas Philadelphia Tageblatt" schreibt: schiedenen Witterungsverhältnisse, Arbeitsverhältnisse usiv. in Be- fationen sind, desto leichter ivird sich eine Verkürzung der ArbeitsDiefer Lump, Herumtreiber, Glücksspieler und Müßiggänger Orchard war, wie jetzt erwiesen ist, Spigel der tracht, doch läßt sich immerhin deutlich aus der Aufstellung ersehen, zeit herbeiführen lassen. Die Gegenden, in denen noch über GeMine Owners in Colorado. Seine Verbindung mit den Detel- daß der Rückgang der Schweinefleischpreise recht anregend auf den bühr gearbeitet wird, sind diejenigen, in die der Geist der Aufflärung noch nicht gedrungen ist oder wo, wie z. B. in Münchentive Sterling und Scott ist nachgewiesen. Er erhielt selbstver. Verbrauch von Schweinefleisch eingewirkt hat. Gladbach, die Arbeiter systematisch in Unkenntnis gehalten werden. ständlich den Auftrag, sich an die Leute von der Federation heranHier die Fadel der Aufklärung hineinzutragen, ist Aufgabe der zumachen, sie zu kompromittieren, in jede seiner wirklichen oder modernen Arbeiterbewegung, die sich dabei mit Fug und Recht erdichteten Untaten irgend jemand von ihnen zu verwickeln und nicht nur auf die eigenen Erfahrungen, sondern auch auf die amtdadurch die Grundlage fitr die Mordanklage zu schaffen. Die lichen Berichte berufen kann. Frage ist nun, ob die Bauerngeschworenen in Idaho durch diese Machinationen sehen fönnen und sich demgemäß verhalten." Aus der Partei. Zum Parteitag. Amerikanische Getreideernte. Die Aussichten für die amerikanische Getreideernte haben sich im letzten Monat nur sehr wenig gebessert. Nach dem Bericht des Ackerbaubureaus betrug am 1. Juli d. J. der Durchschnittsstand für Winterweizen 78,3 Prozent, für Frühjahrsweizen 87,2 Prozent, für Winter- und Frühjahrsweizen zusammen 81,6 Prozent, für Mais 80,2 Prozent, für Winterroggen 89,7 Prozent, für Gerste 84,4 Prozent und für Hafer 81,0 Prozent. Die Anbaufläche für Mais wird mit 98 099 000 Acres angegeben. Der Statistiker der New Yorker Produktenbörse schätzt den Ertrag des Winterweizens auf 382 595 000 Bushels, den des FrühjahrsDie am legten Sonntag in Döbeln abgehaltene Partei- weizens auf 251 899 000 Bushels, den des Mais auf 2 560 384 000 bersammlung für den 10. sächsischen Reichstagswahlkreis beschloß ein Bushels, den der Gerfte auf 163 670 000 Bushels und den des Hafers stimmig, dem Parteitage den Antrag zu unterbreiten: die sozial- auf 973 072 000 Bushels. demokratische Reichstagsfraktion folle in Zukunft nach jeder Neichstags- Danach ist nur auf einen Gesamtweizenertrag von 635 000 000 fession eine gedrängte Uebersicht über die Reichstagsverhandlungen Bushels zu rechnen, beinahe 14 Proz. weniger als im vorigen Jahr und die Stellung unserer Abgeordneten zu den wichtigsten Fragen doch sind bekanntlich die amerikanischen Schätzungen wenig zu Herausgeben. berlässig. Fleischpreise beim Fleischermeister und im Ronfumverein. Am 25. Juni wurden von Leipziger Fleischermeistern Stich proben der verschiedensten Sorten Fleisch entnommen. Die Preise stellten sich im Konsumverein Leipzig- Plagwiß gegen die bei den Fleischermeistern um 5, 10, 15, ja selbst um 20 Pf. pro Pfund billiger. So tosteten z. B. pro Pfund bei Fleischern und Konsumberein: in Connewib Schweinstamm 80 und 65 Pf., Schweinsfoteletts 90 und 75 Pf., in der Altstadt in Leipzig Hammelfleisch 90 und 80 Pf., Suppenfleisch 80 und 70 Pf., Schweinstamin 85 und 65 Bf., Schweinsbauch 80 und 60 Pf, in der Windmühlenstraße in Leipzig Schweinskoteletts 100 und 75 Pi. calized Die neuefte Bautenkontrolle. nissen von seiten der Arbeitgeber zu begnügen, als weiter im Streit zu verharren." Da haben wir also eine Variation der landläufigen spieß. Die Bautenkontrolle für die Maurer, die am 10. Juli aufgenommen wurde, verglichen mit den Aufnahmen vom 12. und vom bürgerlichen Ansicht, daß Streits von Agitatoren hervorgerufen 26. Juni, zeigt das folgende Bild: Von den unter Spalte 6-9 Genannten wird 812 Stunden gearbeitet Zahl der stilliegenden Bauten Bahl der abgeschlossenen Tarifverträge Zahl der Mitglieder des Verbandes der Baugeschäfte, welche den Datum der Kontrolle. Insgesamt Der Tarif ist anerkannt Der Tarif ist nicht anerkannt Die Arbeit wird im Akkord ausgeführt Bauten Maurer auf mit auf mit auf mit auf Bauten Maurern Bauten Maurern Bauten Maurern Bauten Maurern bon 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 12. Juni 1865 5015 765 3064 323 1064 88 887 689 600 18 26. Juni 2017 6411 969 4064 359 1120 124 1227 83 864 565 746 32 10. Juli. 2024 7728 1109 4739 314 1358 163 1631 48 662 438 1323*) 84 1889 Die folgende Zusammenstellung läßt ersehen, wieviel Bauten in Betracht kommen und wie weit sie fertiggestellt sind: Stadium der Bauten Keller στ Parterre I. Etage 4450 II. Etage oo III. Etage IV. Etage Gerichtet Mauerfertig Im Buz 8888 Umbau Schars werke 15 Insgesamt Datum Bauten Maurer 1 2 3 4 5 6 10 11 13 12. Juni 1865 5015 143 81 60 53 36 34 75 192 184 651 147 209 26. Juni 2017 6411 163 87 43 67 36 43 101 200 212 702 129 221 10. Juli 2024 7728 152 109 57 64 51 33 82 160 175 799 150 192 12. Juni 38 21 16 12 12 11 28 52 120 291 117 49 32 10 24 12 18 44 66 162 374 120 47 45 24 21 23 13 30 60 122 520 124 24 24 131 33 51 16 24 151 32 68 12 24 130 39 43 26. Juni 1 Bauten, auf welchen der Tarif anerkannt ist. 3064 4064 4739 2223 2222 8888 Bauten, auf denen der Tarif nicht anerkannt ist. 54 344 986 445 586 703 10 2229 184 3333 10. Juli 765 969 1109 12. Jumi 323 1064 19 17 5 26. Juni 359 1120 20 16 6 10. Juli 314 1358 21 13 4. Akkordbauten. 12. Juni 88 887 17 18 12 13 5 26. Juni 124 1227 28 18 15 13 16 10. Juli 163 1631 41 33 18 26 16 Stilliegende Bauten. 12. Juni 689 69 25 27 24 12 11 35 114 40 225 66 41 26. Juni 565 66 21 12 26 12 10. Juli 438 43 18 11 12 9 23 31 114 85 26 29 145 172 37 32 29 25 784 229 745 14 160 161 *) Hier find.--nur in dieser Zahl die Verträge für die gimmerer mit eingeschlossen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Herr Klempnermeister Oskar Prasse, Blücherstr. 31, sendet uns einen Brief, in dem er behauptet, es sei unwahr, daß er jemand entlassen habe. Die Differenz sei dadurch entstanden, daß bei ihm ein Klempner Ortlepp arbeite, der vor Jahren einmal bei einem Streit gearbeitet habe.„ Sofort wurde unter den Kollegen vom Vertrauensmann agitiert, um den Kollegen zu entfernen oder im Verbande einzutreten." Herr Brasse will dann der Kommission, die bei ihm vorstellig wurde, nur gesagt haben:" Da kann ich Ihnen nicht helfen. Sie wiffen ja, was Sie zu tun haben." Daraufhin hätten die Leute die Werkstatt verlassen. 112 454 243 171 422 Tarifvertrag anerkannt. und Arbeitnehmern durch Erfüllung der berech tigten Forderungen der Arbeitnehmer, soweit dies die allgemeinen Wettbewerbsverhältnisse ermöglichen".- Hoffen wir, daß der Verband hält, was er verspricht, und daß die Urteile der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Berechtigung oder Nichtberechtigung von Forderungen nicht gar zu weit auseinandergehen. Unternehmerterrorismus. Wir berichteten jüngst, daß in der H. u. P. Sauermannschen Fleischwarenfabrik in Kulmbach, die Hunderte von Personen beschäftigt, die Arbeiter endlich einmütig der Organisation beitraten, veranlaßt dadurch, daß ein Gehülfe infolge Ueberanstrengung starb. Die Arbeiter sehten auch durch ihr geschlossenes Vorgehen eine beträchtliche Herabseßung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne durch. Die Leitung der Gesellschaft ist über den Erfolg der Arbeiter sehr erbost und bietet alles auf, um das frühere Sklavenverhältnis wieder herzustellen. Sie sucht die Organisation zu zerstören, indem sie die Vertrauensleute maßregelt und Prämien für die Gehülfen aussetzt, die die Organisation im Stiche lassen. Es ist deshalb der Zuzug fernzuhalten. Die Sauermannschen Fleischwaren werden besonders start in Norddeutschland konsumiert, gute Kunden der Gesellschaft sind auch die Konsumvereine." und beendet werden können. Eine Ansicht, die beim Verfasser des Buches umsomehr wundernehmen muß, als er in der Einleitung den Streit als eine aus den wirtschaftlichen Verhältnissen resultierende Erscheinung darstellt. Abgesehen von dieser einen Entgleisung ist Dr. Maximilian Meyer sichtlich bemüht gewesen, feine Aufgabe streng sachlich und ohne Voreingenommenheit zu lösen. Das ist ihm auch gelungen, da er sich im übrigen jeder Schlußfolgerung enthält und zu den zahlreichen statistischen Tabellen nur Erläuterungen und objektive Besprechungen gibt. Nachdem der Verfasser die Statistiken der einzelnen Länder vorgeführt hat, gibt er eine vergleichende Darstellung derselben. Er berechnet aus den Ergebnissen der Jahre 1900-1904( für Nordamerika 1896-1900) den Jahresdurchschnitt der Zahl der Streiferden. Danach steht Nordamerika mit 281 275 Streifenden an erster Stelle. Dann folgen Frankreich mit 176 226, Italien mit 146 059, England mit 102 596, Deutschland mit 86 212, Defterreich mit 55 582, Belgien mit 20 107 Streifenden. Anders stellt sich die Reihenfolge, wenn die Zahl der Streikenden mit der Zahl der Erwerbstätigen verglichen wird. Es kommen Streifende auf 1000 Erwerbstätige in Italien 28, Frankreich 22, Oesterreich 13, Belgien 12, England 8,3, Deutschland 8,1. Hinsichtlich der Zahl der Streikenden steht Deutschland also nach der ersten Berechnung an drittlester, nach der zweiten an letter Stelle. In Deutschland hatten die Streits auch die geringste Ausdehnung. An 73,78 Proz. aller Streifs waren bis 50 Arbeiter beteiligt. Dagegen hatten die Streits in Deutschland die längste Dauer. Von 100 Streits kommen solche, die länger als 30 Tage dauerten, in Deutschland 18,9, Frankreich 9,9, Desterreich 9,8, Belgien 8,8, Jtalien 5,8. In Deutschland ist das Baugewerbe am häufigsten an Streifs beteiligt. 38,1 Proz. aller Streits entfallen auf dasselbe. In Nordamerika spielen die Streits im Baugewerbe( 23,3 Broz.) eben= falls eine große Rolle. In Cesterreich, Frankreich, Belgien und Italien stellt die Tertilindustrie die größte Bahl der Streifs. In England ist es der Bergbau und der Steinbruch. Ueber die Art der statistischen Erhebungen sagt der Verfasser am Schluß seiner Arbeit: " Entscheidend für die Güte der Streifstatistik ist es, welcher Behörde oder Instanz die Beschaffung des Urmaterials obliegt und welcher Behörde die Bearbeitung des Materials vorbehalten ist. Die Zwischeninstanzen sind weniger von Bedeutung. Je weniger abhängig nun das Zentralamt von den Vorinstanzen ist, je mehr es unmittelbar in der Lage ist, sich die Kenntnisse über einen Arbeitskonflikt zu verschaffen und ein Urteil sich zu bilden, umso einheitlicher und zuverlässiger wird die Statistik ausfallen. Wenn sich die Zentralstelle dagegen darauf beschränkt, das ihr einges lieferte Material zu verarbeiten, ohne sich die Zuverlässigkeit ihrer Quellen durch geeignete Kontrolle zu sichern, dann wird es unbermeidlich sein, daß sich Fehler in die Tabellen einschleichen. Wichtig ist es weiter, daß eine möglichst kurze Zeit zwischen Ausbruch der Streitigkeiten und der Einlieferung der Zählkarte an das Zentralamt liegt, weil die sich etwa herausstellenden Mängel auf frischer Tat am ehesten eine Richtigstellung ermöglichen. Da nach wird es keinem Zweifel unterliegen, daß die deutsche Reichsstatistik den aufgestellten Forderungen am wenigsten gerecht wird. Ausland. Die Streitbewegung in Italien. Nach den Veröffentlichungen des italienischen Arbeitsamtes waren im Monat April insgesamt 266 Streits zu verzeichnen. Hiervon entfielen 50 auf das Baugewerbe, 35 auf Steinbrüche und Steinbearbeitung, 34 auf die Textilindustrie, 26 auf die Bes Kleidungsindustrie, 24 auf die Metallindustrie usw. Die Zahl der beteiligten Arbeiter betrug bei den 237 Streits, für die genauere Angaben erlangt werden konnten, 51 560, Was das Streikobjekt dnlangt, so wurden 168 um Erhöhung des Lohnes, 23 zur Abwehr von Lohnreduzierung, 2 wegen Verlängerung der Arbeitszeit und 64 aus verschiedenen Ursachen geführt. Bei 7 find die Ursachen nicht bekannt. Erfolg hatten die Arbeiter bei 62, teilweisen Erfolg bei 118 Streits, während 57 au ihren Ungunsten ausfielen; bei dem Rest ist der Ausgang unbekannt. Eingegangene Druckfchriften. Sozialdemokratie und antifirchliche Propaganda. Ein erweiterter Vortrag von H. Bendel. Preis 20 Pf. Patriotismus und Sozial. demokratic, von Karl Kautsky. Preis 20 Bf. Verlag: Leipziger Buchbruderei A.-G. in Leipzig, Tauchaerstr. 19-21. Die freien und die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften. Arbeiterbibliothek 1. Heft, Preis 40 Pf. M.- Gladbach, Verlag der„ Westdeutschen Arbeiterzeitung". Herr Prasse fordert uns dann auf, der Wahrheit die Ehre zu geben. Das wollen wir tun. Der Ortlepp, um dessentwillen der Konflift entstand, war nicht nur im Jahre 1903 Arbeitswilliger, sondern er hat auch bei der Gelegenheit Kollegen, die sich im Ausstande befanden, mit ein paar Stangen 8inn niedergeschlagen. Wenn die Klempner nun einem solchen Menschen in weitem Bogen aus dem Wege gehen und sich nicht der Gefahr aussetzen wollen, die ein Zusammenarbeiten mit ihm bringt, kann das jeder verstehen außer Herrn Prasse natürlich. Daß seine Leute nicht Statistik der Streiks und Aussperrungen im In- und AusDie Börse Gistbaum oder nationales Wirtschaftsinstrument? Bon freiwillig gingen, sondern entlassen wurden, beweist der Um- lande. Von Dr. Marimilian Meyer.( Verlag von Dunder G. Meyer. 20 Bf. Berlag der Hilfe", Schöneberg- Berlin. stand, daß sie durch die Organisationsleitung noch eine Vermittelung u. Humblot, Leipzig. Preis 5,60 M.) Der Verfasser führt uns Aus dem amerikanischen Wirtschaftsleben, von J. Laurence versuchten, die Herr Praise schroff ablehnte. Herr Prasse in Tabellen und Besprechungen die Ergebnisse der Statistik über Laughlin. Aus Natur und Geisteswelt. Band 127. Preis 1,25 M. schätzt eben den Ortlepp höher ein, als dies seine Leute tun; er Streits und Aussperrungen in Deutschland, Desterreich, Frank- Das Süßwasser- Plankton. Einführung in die freischwebende Organismensteht ihm moralisch näher als diese. So kam es zum Konflikt. reich, Belgien, Italien, England und den Vereinigten Staaten von welt unserer Teiche, Flüsse und Seebecken. Von Dr. D. Zacharias. Aus Alle Scharfmacher werden Herrn Prasse recht geben; aber fein Nordamerika vor Augen. Zunächst untersucht er die Methode, nach Natur und Geisteswelt. 156. Bändchen. Verlag von B. G. Teubner in in seiner Werkstatt reißen. Der Verfasser verkennt nicht, daß die Statistik des Deutschen anständiger Arbeiter wird unter diesen Umständen sich um die Arbeit der die Streifstatistik in den genannten Ländern zustande kommt. Leipzig. Geheftet 1 M., gebunden 1,25 M. Das erste Jahr der natürlichen Schule von J. Fischer, brosch. 2,50 M. Achtung, Schmiede! Die Kollegen von Köpenick und Friedrichs- Reiches um deswillen an Fehlern und Mängeln leiden muß, weil geb. 3 M. Berlag A. Stein, Potsdam. hagen haben nach dreitägigem Streit einen vollen Erfolg zu ver- das Material zusammengetragen wird von den Beamten der Ortszeichnen. Die geforderten Minimallöhne von 46 bis 65 Bf. pro polizeibehörden, denen jede für diese Arbeit erforderliche Schulung Stunde( bisher 35 bis 55 Pf), ſowie die neunſtündige Arbeitszeit fehlt und die deshalb am allerungeeignetſten für die Erledigung Letzte Nachrichten und Depefchen. treten lassen, während die Kollegen die Einführung sofort verGiftiger Käse. Trotzdem legt der Verfasser seiner Arbeit nur die amtliche Statistik zugrunde. Von der Statistik der GeneralMünchen, 11. Juli.( B. H.) In Bad Tölz erkrankten eine kommission der Gewerkschaften sagt er, sie betrachte den Streit als Einheit und nicht die vom Streit betroffenen Betriebe, sei auch Familie und 4 Flösser nach deur Genuß von Käse unter Gergiftungserscheinungen. 8 Personen waren in Lebensgefahr. Einzelne nicht vollständig und könne deshalb weder zum Vergleich noch derart von Schmerzen geplagt, daß sie sich am Boden wälzten. Ergänzung der amtlichen Statistik verwendet werden. ist die zweifellos von fachkundiger Seite erhobene und bearbeitete Schleunige ärztliche Hülfe beſeitigte die Gefahr. ( bisher 10 Stunden) wurden bewilligt, desgleichen die geforderten dieser Aufgabe find. Verbesserungen der hygienischen Einrichtungen. Die Meister wollten diese neuen Arbeitsbedingungen erst am 1. August in Kraft langten. Nur aus diesem Grunde mußten die Kollegen die Arbeit niederlegen. Nachdem dies geschehen, erklärten sich die Arbeit Zentralverband der Schmiede, Verwaltungsstelle Berlin. Deutfches Reich. geber zur sofortigen Bewilligung bereit. Damit Krieg im Frieden. Statistik der Generalfommission für den Verfasser abgetan. Wenn mit Recht verlangt wird, daß mit statistischen Erhebungen nicht der Sache unkundige Polizeibeamte, sondern zu dem Zweck Mek, 11. Juli.( W. T. B.) Bei einer hier abgehaltenen vorgebildete Personen betraut werden, da nur so cine brauchbare Kavallerie- Sprengübung wurde durch zu weit geschleuderte SprengIm Zeichen der Teuerung. Aus Halle a. S. berichtet man Statistik zustande kommen kann, so sollte man auch erwarten, daß teile ein Offizier vom Dragonerregiment Nr. 13 fowie ein Unters ans: Auch die Mandate wegen Streikpostenstehens sind hier jemand, der aus einer Streifstatistit Schlüffe ziehen will, mit dem offizier vom Pionierbataillon Nr. 16 schwer, aber nicht lebenswährend des letzten Bauhandwerkerstreits bedeutend im Preise ge- Wesen des Streiks, mit der Psychologie der Arbeiterklasse und den gefährlich, ferner ein Dragoner des foeben genannten Regimentes stiegen. Früher verhängte man wegen solcher Kleinigkeiten 3 M., treibenden Kräften der Arbeiterbewegung ein wenig vertraut ist. recht bedenklich verlegt, und zwar sämtlich an den unteren Gliedjetzt 6, 9 und 15 M. Am Mittwoch standen nun 12 Männer und Die Ergebnisse selbst der besten Statistik bleiben totes Bahlenwert, maßen. Ob es sich um einen unberechenbaren Zufall handelte, eine Frau vor dem Schöffengericht, die wegen solcher Strafmandate wenn der, welcher allgemeine Schlüsse daraus ziehen will, nicht das oder ob die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln nicht ausreichende gerichtliche Entscheidung beantragt hatten. Die" Streitposten Wesen der Sache kennt, über welche die Statistik zahlenmäßige Beachtung gefunden haben, kann erst die sofort eingeleitete Untertätigkeit" der Frau hatte darin bestanden, daß sie gelegentlich eines Nachweise gibt. Dr. Maximilian Meher scheint mit der Arbeiter- fuchung lehren. durch einen Arbeitswilligentransport hervorgerufenen Menschen- bewegung wenig vertraut zu sein. Wie Streits entstehen, wie sie auflaufs ihre Kinder gerufen hatte. Der Staatsanwalt meinte, geführt werden, welche Momente für den Gang der Streitbewegung mitgefangen, mitgehangen. Das Gericht konnte aber nicht umhin, maßgebend sind, davon hat er eine sonderbare Vorstellung. Auf die Frau freizusprechen. Im übrigen ging aber das Gericht bei Seite 52 und 53 seines Buches bespricht er die aus der Statistik den Männern noch weit über die von der Polizei festgesetzten hervorgehende Tatsache, daß die Streits mit großen Zahlen von Strafen hinaus und erhöhte dieselben bis auf 24 und 30 m. Beteiligten weniger volle Erfolge, auch weniger Niederlagen, aber Das scheint auch so ein kleiner Erfolg der liberalen Aera zu sein. mehr Vergleiche zeitigen als solche Streits, an denen nur eine Die Riemengangschloffer in Barmen befinden sich bereits fleinere Bahl von Personen beteiligt ist. Diese Erscheinung erklärt 12 Wochen im Streit um die Verkürzung der Arbeitszeit von 10 sich der Verfasser so: auf 9 Stunden. Da nun die Schlosser fest zusammenhalten und es teine Ueberläufer gibt, versuchen die Fabrikanten, in den bürgerlichen Zeitungen Schloffer zu bekommen unter der Spitzmarke: „ Schlosser gesucht". Zuzug ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband. Verwaltungsstelle Barmen- Elberfeld. Kein Scharfmacherverband? Sozialdemokratie und Budgetprovisorium im Abgeordnetenhaus. Wien, 11. Juli.( W. T. B.) Bei der fortgesetten ersten Lesung des Budgetprovisoriums erklärt der Abgeordnete Beer, nachdem er für weitestgehende Durchführung der sozial. reformatorischen Forderungen der sozialdemokratischen Partei eingetreten ist, die Sozialdemokraten könnten der Regierung Je größer die Zahl der in den Ausstand getretenen Arbeiter das Budgetprovisorium nicht bewilligen, weil sie zu einer Reist, ein um so verschieden großes Interesse wird der eine und der gierung kein Vertrauen hätten, in welcher nicht der Volksandere am Ausgang nehmen; ein verheirateter Arbeiter ein wille, sondern der Wille der Bourgeoisie vertreten erscheine. anderes als ein unverheirateter, ein in kinderloser Ehe lebender ein anderes als ein mit Kindern gesegneter. Selbst hungern ist Fünf Personen vom Blitz getötet. leichter, als Frau und Kinder schuldlos hungern sehen. Deshalb Budapest, 11. Juli.( V. H.) Während eines schiveren Gewitters werden immer eine große Reihe Arbeiter geneigt sein, etwas an den Forderungen nachzulassen, wenn der Streit sich über Wochen schlug der Blitz in Nemenszentpeter in eine Hütte, in die sich fünf hinzieht und die Unterstüßungsgelder immer knapper fließen, um Personen geflüchtet hatten. Alle wurden getötet. mit der Zeit gänzlich aufzuhören. Dann ist auch meistens der Zeit. punkt gekommen, wo die ersten Anstifter zum Rückzug auffordern, Großfeuer. Landau( Pfalz), 11. Juli.( B. H.) Heute früh ist in det In Offenbach hat sich ein Verband deutscher Lederwaren and Reiseartikel- Industrieller gebildet. Der Verband stellt sich zur Aufgabe, die Schärfe und Unlauterkeit des Wettbewerbes zu mildern. weil sie sich mehr oder weniger schuldbeladen fühlen und die feind. Ein weiteres Ziel des Verbandes ist nach dem von seinem Vorstand liche Stimmung gegen sie im Steigen begriffen ist. Um ihre hiesigen Eisengießerei von Schell u. Leber Großfeuer ausgebrochen. bersandten Birkular die Erhaltung und Förderung Popularität beim Scheitern des Streits nicht ganz zu verlieren, Der Schaden dürfte 200 000 M. betragen, ist aber durch Versicherung friedlicher Beziehungen zwischen Arbeitgebern werden sie den Arbeitern raten, sich lieber mit einigen Zugeständ, gedeckt. Berantw. Redatt.: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Inserate verantw.: Th.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr: u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Hr. 160. 24. Jahrgang. 1. KeilM des Jorniätts" leilinet MsM Mag, 12. Inli 1907. Aus dem ßerufssenolfenkfiaftstas; Im gestrigen Leitartikel haben wir bereits das Entgegenkommen deS Präsidenten des Reichsversicherungsamtes v. Kaufmann gegenüber den Wünschen gewerblicher Berufs genossenschaften auf Streichung des§ 3t des Unfallversicherungs- gesetzes erwähnt. Der Präsident v. Kaufmann zeigte auch im übrigen auf dem Berufsgenossenschaftstage den Scharfmachern das größte Entgegenkommen. Er betonte dort, in der berufsgenossen schaftlichen Verwaltung lasse sich zwar noch manches Verbestern und vervollkommnen, in der Hauptsache aber hätten die Berufs- genossenschaften das geleistet, was der Gesetz- geber von ihnen erwartet habe. Diese Zensur wird kaum von einem bürgerlichen Sozialpolitiker, geschweige von den am meisten interessierten Arbeiterkreisen unterschrieben werden können Das Entgegenkommen des Herrn v. Kaufmann dem Scharf m a ch e r t u m gegenüber ist für die heutige Sozialpolitik äußerst charakteristisch. Der Vorsitzende des 74 Berufsgenossenschaften umfassenden Verbandes sprach die Hoffnung aus, daß der neue Leiter des Reichs amtS des Innern(zu dessen Ressort das Reichsversichcrnngsamt auch gehört) den Berufsgenossenschaften mehr Freund lichkeit entgegenbringe als sein Vorgänger Gra Posadowsky. Dieser sei niemals einer Einladung des Verbandsvorstandes gefolgt, anderenfalls wäre er auch nicht zu Aeußerungen gelangt, wie man sie mitunter von ihm habe hören müssen. Herr Dr. v. Kaufmann behauptete dem entgegen, er habe erst jüngst mit Graf v. Posadoivsky Gelegenheit' gehabt, über die Berufsgenossenschaften zu sprechen. Dieser habe deren Verdienste keineswegs verkannt. Es dürfe daher die Legende nicht aufkommen, als sei Posadowsky kein Freund der Berufsgenossenschaften gewesen: er sei einsichtsvoll und gerecht genug, um zu würdigen, was die B e rufsgenossenschaften Großes geleistet hätten. Bei den eigentlichen Verhandlungsgegenständen trat die sozial politische Einsichtslosigkeit der Mehrheit klar zutage. Sie trat den Ansichten des Verwaltungsdirektors Meesmann(Mainz) von der Berufsgenossenschast der chemischen Industrie bei, die er g e g e n die Zentralisation aller Zweige der Arbeiterversicherung äußerte, und nahm auch seine dahingehende, unten folgende „Erklärung" gegen den Widerspruch des Direktors Wenzel (Berlin) an; dieser sprach insbesondere für die Beiziehung von Arbeitervertretern zur Verwaltung der Berufs genosienschasten. Empfindlich berührt werden die Verletzten durch eine Forderung, die sich in den vom Verwaltungsdirektor S ch a u s e i l(Hamburg) von der Seeberufsgenossenschast im Anschlüsse an sein Referat über die Honorierung der Aerzte aufgestellten Leitsätzen befindet. Danach sollen die Berufsgenossenschaften für gute ärztliche Leistungen auch gute ärztliche Honorare zahlen und Mißstimmung der Aerzte zu vermeiden trachten, als Gegenleistung aber verlangen, daß man ärztlicherseits auch auf die Bedürfnisse der Berufsgenossenschaften gebührende Rücksicht nehme. Die oben erwähnte Erklärung hat folgenden Wortlaut: 1. Eine Umgestaltung der drei Zweige der Ar beiterversicherung, bei welcher die bisherigen S e l b st- Verwaltungskörper als Träger der Versicherung aus- geschaltet uud durch eine staatliche, bureaukratische Organisation ersetzt wird, mutz unbedingt abgelehnt werden. Ins- besondere würde auch die Uebertragung der Unfallver- sicherung auf den Träger einer der anderen Ver sicherungSzweig« verfehlt sein, da die Aufgaben der Unfallversicherung, nämlich zweckentsprechende Fürsorge für die Ver> letzten mit sachgemäßer Verhütung der Unfälle zu ver- binden, nur durch berufliche Zusammenfassung der Ge werbe mit voller Selbstverwaltung befriedigend gelöst werden kann. Die in dieser Hinsicht gehegten Erwartungen haben sich auch bisher erfüllt, und es liegt keine Veranlassung vor, von der bewährten Organisation der Berufsgenossenschaften ab zugehen. 2. Auch die Schaffung sogenannter lokaler Stellen für die drei Versicherungszweige(gemeinsamer Unterbau muß vom Standpunkt der Unfallversicherung aus als unzweck- mäßig bezeichnet werden, weil derartige Stellen, von den Ver sicherungstragern losgelöst, der nötigen Vertrautheit mit den Berufs- Verhältnissen und der unbedingt erforderlichen Verantwortlich- keit gegenüber den Versicherungsträgern er- mangeln würden. Durch eine Uebertragung der Unfalluntersuchung und EntschSdigungsfestftellung, sowie der Unfallverhütung auf diese Organe würde die berufsgenossenschastliche Organisation der Unfall Versicherung überdies gerade ihrer wichtigsten Funktionen und des wesentlichen Teils ihrer Selbstverwaltung entkleidet iverden. Als lediglich vorbereitende Instanzen aber würden die lokalen Stellen keine Vereinfachung, sondern nur eine Verumständlichung der VerwaltungS- arbeiten verursachen und zu großen Unzuträglichkeiten mit den Versicherungsträgern Veranlassung geben. Ein Bedürfnis zur Schaffung besonderer lokaler Stellen liegt bei der Unfall» Versicherung überhaupt nicht vor. 3. Die bei der Handhabung der Versicherungsgesetze hervor getretenen Mängel lassen sich durch Einzelmaß nahmen beseitigen. Für die Unfallversicherung kommt insbesondere in Betracht: Klare Fassung der gesetzlichen Bestimmungen über die Abgrenzung der Elitschädigungen der drei Versicherungszweige, (Schaffung eines einheitlichen JnstanzenzugeS für Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Versicherimgöträgern, Verständigung der Beteiligten über die Begrenzung und ctlvaige Neubildung von Berufe genosscuschaften), Vereinbarungen mit Krankenkassen und Aerzte� Vereinigungen, über das Heilverfahren und Verbesserung der kommunalen und staatlichen Enirichtungen und Anstalten zur Unter suchung und Heilbehandlung von Kranken und Verletzten. 4. Die Bestimmung des Z 34 des Gewerbe-Unfall- versicheruugSgesetzes über die Ansammlung von Reserve fonds, die auf nicht zutreffenden Voraussetzungen beruht und den Berufsgenossenschaften als Körperschaften von öffentlich rechtlichem Charakter ungerechtfertigt hohe Lasten auferlegt, ist zu ändern. Soziales. Gewerbeinspektoren und Aerzte. Die gesetzgebenden Körperschaften Preußens, denen jeder wirk- lich durchgreifende Arbeiterschutz von jeher verhaßt gewesen ist, haben sich mehr als einmal gegen den Ausbau der Gewerbeinspek- tion ausgesprochen. Insbesondere wollen sie— ganz abgesehen von der Forderung der Anstellung von Arbeitervertretern— nichts von der Hinzuziehung von Aerzten zur Gewerbeinspektion wissen...Bei jedem nach einer besonderen Seite wissenschaftlich ausgebildeten Herrn", klagte der frühere Handclsminister Möller einmal,„liegt die große Gefahr vor, daß er in eine gewisse Einseitigkeit verfällt; und es wäre merkwürdig, wenn die Aerzte nicht dem sanitären Ge- sichtspunkte eine größere Bedeutung beimessen wollten, als den all- gemeinen gewerblichen und auch den allgemeinen wirtschaftlichen, die die' anderen Aufsichtsbeamten neben«hren technischen Kennt- nissen in erster Linie berücksichtigen müssen; denn die Gewerbeauf- ficht soll zwar verbessern, was verbesserungsfähig ist, aber innerhalb der Grenzen, daß sie nicht die Gesamtheit des Gewerbes schwer schädigt." Herr Möller ist längst den Weg aller Minister gegangen, aber der von ihm proklamierte arbeiterfeindliche, antisoziale Grundsatz bat ihn überlebt. Uebereinstimmend klagen alle Kreisärzte in ihren an die Mcdizinalabteilung des Kultusministeriums erstat- teten Berichten darüber, daß sie grundsätzlich zur Gewerbeaufsicht fast nur bei der Neukonzcssionierung von Anlagen herangezogen werden und daß sie sonst meist nur bei den Ortsbesichtigungen Ge- legenheit finden, fördernd auf die Gewcrbehhgiene einzuwirken; sie haben hierbei hauptsächlich die Nahrungsmittelhandlungen im Auge. Besonders lebhaft wird über die Nichtheranziehung der Medizinalbeamten in dem Bromberger Bericht geklagt, wo die Ge- werbebeamtcn trotz mehrfach an sie gelangten Wünschen die Kreis- ärzte nicht zu den Besichtigungen einluden und auch den selbständig von den Kreisärzten gemachten Verbesserungsvorschlägen nicht die gebührende Rücksicht zu teil werden ließen. Eine Ausnahme macht die Stadt Königsberg, wo ein regelmäßiges organisches Zusammen- arbeiten von Gewerbeaufsichts- und Medizinalbeamten stattfindet. Das gleiche ist in Breslau der Fall, während im Regierungsbezirk Köln eine Beteiligung der Medizinalbeamten an der Gewerbe- anfsicht nur bei Klagen und Beschwerden erfolgt. Von einem wirk- lichen Zusammenarbeiten zwischen den Gewerbeinspektoren und den Kreisärzten ist nur vereinzelt die Rede. Dazu kommt, daß die Ge- Werbeinspektoren in Preußen mit fast gar keinen Machtbefugnissen ausgestattet sind. Wenn z. B., wie aus dem Regierungsbezirk Minden berichtet wird, die Anlage eines Garthschen Fleischvernich- tungsapparates entgegen dem Gutachten des Kreisarztes und des Gewerbcinspektors genehmigt wurde, so beweist das, daß die ganze Gewerbeaufsicht eigentlich nur auf dem Papier steht. Wie notwendig gerade die Beteiligung von Aerzten an der Ge- Werbeinspektion ist, geht u. a. aus den amtlichen Schilderungen der Arbeitsräume, der Unfälle und der Berufskrankheiten hervor. Der Zustand der Arbeitsräume bessert sich im allgemeinen, aber in den kleineren und älteren Betrieben und im Hausgewerbe gebricht es den Arbeitsräumen noch an Luft und Licht. Im Regierungsbezirk Königsberg gaben besonders die mit starker Wärmeentwickelung ver- bundenen Betriebe, wie Bäckereien, Ziegelöfen u. a. zu Beanstan- düngen Anlaß. Im Regierungsbezirk Potsdam wurden in meh- reren Schleifereien und Holzbearbeitungsfabriken Vorrichtungen zur mechanischen Staubabsaugnng veranlaßt; in 10 Fällen wurden Arbeitsräume aus gesundheitlichen Rücksichten beanstandet, in 7 Fällen davon handelte es sich um Fleischereien, die in Keller- räumen untergebracht waren. In der Stadt Breslau sind jetzt sämtliche Fleischereien aus Kellerräumen herausgelegt, bei Neu- bauten von Bäckereien wird grundsätzlich eine Mindesthöhe von 3 Metern, ein besonderer Raum für die Bedienung des Backofens und abwaschbare.Wände verlangt. In Hannover bildete die von den Maschinen veranlaßte starke Staubentwickelung in den Räumen einer Rolljalousiefabrik eine Gesundheitsgefährdung für die Arbeiter. Es erfolgte Abstellung. Im Regierungsbezirk Minden gab es immer noch Konfektionswerkstätten, wo den Arbeiterinnen nur ein Luft räum von 3— 4 Kubikmetern gewährt ward. Bei der Besprechung des Anwachsens der Betriebsunfälle wird in den Berichten darauf hingewiesen, daß eine große Reihe von Un- fällen sich vermeiden ließe, wenn die Arbeiter selbst nicht so lässig und gleichgültig gegen die Verhütungsvorschriften wären und ihnen nicht sogar oft geradezu entgegenhandelten. Demgegenüber muß immer wieder betont werdefl, daß einmal der stete Umgang mit der Gefahr naturgemäß den Arbeiter unvorsichtig macht und daß viel- fach nicht Unvorsichtigkeit und Gleichgültigkeit der Arbeiter an den Unfällen schuld ist, vielmehr die durch die überaus lange Arbeits- zeit verursachte Uebermüdung und die Akkordarbeit. Daneben kommen, wie die Unfallstatistik deutlich zeigt, Mangel an Schul- bildung und mangelnde Organisation erheblich in Betracht. Je aufgeklärter die Arbeiter, je mehr durchdrungen sie von den Ideen der modernen Gewerkschaftsbewegung sind, desto geringer wird ein Verschulden der Arbeiter bei der Herbeiführung von Unglücksfällen. Aehnlich steht es mit der Gefahr des Alkoholismus, den die Beamten gleichfalls für die Unfälle mit verantwortlich machen. Die meisten Unfälle sind zweifellos auf die Profitsucht der Unternehmer zurück- zuführen, die die Anbringung von Schutzvorrichtungen außer acht lassen, sowie auf die Eigenart mancher Betriebe. So ereignete sich z. B. in einer Sprcngstofftabrik im Regierungsbezirk Merseburg ein Todesfall infolge Einatmens von Salpetersäuredämpfen; in Berlin erkrankte ein Arbeiter tödlich infolge Einatmens von Kohlen. säure, als er einen 30 Hektoliter fassenden Bottich reinigte, in welchem sich vorher gärungsfähiges Jungbier befunden hatte. Charakteristisch ist auch die u. a. aus dem Regierungsbezirk Münster gemeldete Erscheinung, daß die meisten Unfälle in den Betrieben mit vielen jugendlichen Arbeitern vorkommen. Ebenso gibt die Mitteilung aus dem Regierungsbezirk Bromberg zum Nach denken Anlaß, daß von den Unfällen auffallend häufig Ansiedler familien betroffen werden, die wohl mit den landwirtschaftlichen Maschinen noch nicht genügend vertraut sind. Warum duldet man es dann, daß solche Leute an gefährliche Maschinen gestellt werden? Gänzlich beseitigen lassen werden sich die Unfälle ja nicht, wohl aber ist eine erhebliche Einschränkung möglich. Voraussetzung dazu ist eine wirkliche Gewerbeinspektion, die einzig und allein den Ar- beiterschutz, nicht aber, wie es heute in Preußen der Fall ist. den Unternehmerschutz im Auge hat. Arbeiterschutz kann freilich nur eine unabhängige, von Arbeitern mitgehandhabte Inspektion ge währen.. Sericbts- Leitung. Die Eroberung der Kirchenaustrittsplakate. Wie seinerzeit der„Vorwärts" ausführlich berichtete, hat die Polizei am 3., 4. und 24. Oktober vorigen Jahres im Hause des Auktionators und Rechtskonsulenten Fiedler in der Lettestraße einen Kampf gegen die Kirchenaustrittsplakate eingeleitet und schließlich auch siegreich durchgeführt, was, da sieben starke Männer dem schwächlich gebauten, an Ohnmachtsanfällen leidenden Rechts- konsulenten gegenüberstanden, gewiß kein Wunderwerk von Strategie und Tapferkeit war. In einer Anklage wegen der AuShängung des Plakates hat am 29. April dieses Jahres das Landgericht als Berufungsinstanz Fiedler freigesprochen. Auf dem Plakat stand nicht, daß die Formulare zum Austritt aus der Landeskirche unentgeltlich, sondern daß sie für 1 P f. das Stück zu haben seien. Somit handelte cS sich um eine Nachricht für den gewerblichen Verkehr, und deshalb die Frei- sprcchung. Fiedler sollte nun bei der Beschlagnahme der Plakate Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet und die Beamten beschimpft haben. Das führte zu einer zweiten Anklage, die am Dsenstag das Schöffengericht in Alt-Moabit beschäftigte. Es waren nicht weniger als 14 Zeugen geladen, unter ihnen sieben Kriminalbeamte und Schutzleute. Nach den Aussagen dieser Belastungszeugen, die allerdings in Einzel- Helten nicht ganz übereinstimmten, soll der Angeklagte so gewaltigen Widerstand geleistet haben, daß dem Kriminalbeamten, jetzt uniformierten Schutzmann Schmidt die Kräfte schwanden. Gleichzeitig konnte Schmidt allerdings noch, während er mit der einen Hand den Angeklagten gepackt hatte, mit der anderen den Kampf gegen die recht schwächlich und widerstandsunfähig aussehende Frau Fiedler aufnehmen und sie an den Haaren packen. Sein Kollege, Zeuge P a r c z a g. rief ihm zu:„Ziehen Sie doch Ihren Revolver!" Schmidt war jedoch damals noch nicht mit dieser Waffe ausgerüstet. Uebrigens hatte man es doch fertig gebracht. den Angeklagten zu Boden zu ringen. Er soll dann mit Händen und Füßen um sich geschlagen und dabei einem Beamten in die Waden getreten haben. Einen Revolver und ein offenes Messer, die der Angeklagte als Beweismittel für das gewaltsame Vorgehen der Beamten dem Gericht vorlegte, wollte keiner von ihnen ge- braucht oder je gesehen haben.— Daß man einen Dienstmann nach der Wohnung des Angeklagten geschickt hat, um die Gegenstände wieder abzuholen, wurde leider in der Verhandlung nicht er- wähnt.— Nach seiner eigenen Aussage hat der Angeklagte den gegen ihn gerichteten geladenen Revolver sowie das offene Messer den betreffenden Beamten aus der Hand geschlagen oder gerungen. Diese beiden Waffen wurden, wie auch die Frau des Angeklagten und der 13jährige Sohn als Zeugen bekundeten, nach Abzug der Beamten in der Wohnung auf dem Fußboden gefunden. Auf feiten der Belastungszeugen wurde ferner bekundet, daß der Angeklagte„Räuber und Mörder!" gerufen habe. Daß bei dem Versuch, den Angeklagten zu fesseln, die Stahlkette zerriß, soll auf den heftigen Widerstand des Angeklagten zurückzuführen sein. Auch meinte der betreffende Beamte, daß die Kette wohl schon vorher etwas kaput gewesen sei. Daß er selbst bei der Fesselung so gewaltsam vorgegangen wäre, daß dem An- geklagten das Handgelenk verwundet wurde, bestritt der Zeuge. Merkwürdig war noch die Behauptung eines anderen BelastungS- zeugen, daß es sich am 24. Oktober nicht um Beschlagnahme der Plakate, sondern um ein polizeiliches„Jn-Verwahrung- nehmen" gehandelt habe. Der Verteidiger, Rechts- anwalt Heine, machte darauf aufmerksam, daß ein der- artiger Begriff im Gesetz nicht existiert. Verletzungen am Kopf soll sich der Angeklagte, nach Aussagen der Beamten, dadurch zu- gezogen haben, chaß er unablässig mit dem Kopf gegen die Tür rannte. Nach seiner eigenen Darstellung und den Zeugenaussagen der Frau und des Sohnes ist der Angeklagte, ohne daß er gegen die Beamten irgendwie an- greifend vorgegangen wäre, von diesen zu Boden geschleudert, an der Kehle gewürgt und auch mit Füßen getreten worden, während man die Frau, an den Haaren faßte und sie gegen die Tür schleuderte. Der Angeklagte ist infolge der ihm widerfahrenen Behandlung drei Wochen krank gewesen. Ein ärztliches A t t e st vom 26. Oktober besagt, daß er mit einer etwas klaffende» Kopfwunde und blutunterlaufenem rechten Handgelenk im Bette lag. Der Schlossermeister, der von den Beamten heran- geholt wurde, um die Bureautür zu öffnen, bekundet als Zeuge, daß er bei seinem Eintritt in die Wohnung den Angeklagten röchelnd am Boden liegen sah. Die übrigen Entlastungszeugen konnten über die Vorgänge in der Wohnung nicht viel aussagen. Soweit sie in der Wohnung gewesen waren, wurden sie bald, ebenso wie die Frau Fiedler, hinausexpediert. Die Frau wurde aber nach einiger Zeit wieder hineingelassen. Dabei wäre sie, wie ein Zeuge aussagte, beinahe ernstlich gequetscht worden, wenn nicht der Zeuge selbst seinen Fuß zwischen die Tür gehalten hätte, um die Frau vor Verletzung zu schützen. Der Angeklagte behauptete auch, daß sich die Beamten nicht ausreichend legitimierten. So hätten sie sich das eine Mal darauf berufen, daß zwei uniformierte Schutzleute unter ihnen waren. Da jedoch die Affäre mit dem Hauptmann von Köpenick noch in frischer Erinnerung war, habe er dies mit Recht für keine aus- reichende Legitimation halten können. Der Staatsanwalt beantragte für den ersten Fall, am 4. Oktober, Freisprechung. Die Beamten hätten sich hierbei nicht in rechtmäßiger Ausübung ihres Amtes befunden, da der Angeklagte die damals für die Beschlagnahme in Betracht kommenden Plakate mit dem Worte„unentgeltlich" nicht hatte, seine Widersetzlichkeit also berechtigt war. Im zweiten Falle, am 24. Oktober, als die Beamten Auftrag hatten, die Plakate mit den Worten„für 1 Pf. das Stück" zu holen, hätten sie sich voll- kommen in rechtmäßiger Ausübung ihres Amtes befunden, und der Angeklagte habe ihnen strafbaren Widerstand geleistet. Hierfür beantragte der Staatsanwalt zwei Monate Gefängnis, außerdem 19 M. Geldstrafe für Beamtenbeleidigung. Rechtsanwalt Heine führte dagegen aus, daß das, was der Staatsanwalt über den ersten Fall gesagt habe, auch für den zweiten gelten müsse. Auch hier hätten die Beamten nicht in rechtmäßiger Ausübung ihres Amtes gehandelt. Solle eine Be- schlagnahme rechtmäßig sein, so müsse die Behörde, von der sie verfügt war, innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkeit gehandelt haben. Ein Gerichtsbefehl lag aber im zweiten Fall nicht vor. Die Polizeibehörde sei hier überhaupt nicht zuständig gewesen, die Plakate in Beschlag zu nehmen oder in„polizeiliche Verwahrung". Deshalb sei der Angeklagte auch für diesen Fall freizusprechen. Daß er, der schwächliche, auf einer Seite gelähmte Mann so heftigen Widerstand geleistet habe, daß zwei Schutzleute ihn kaum bewältigen konnten, sei wohl unmöglich anzunehmen. Wenn daS Gericht annähme, daß Beamtenbeleidigung vorliege, sei wohl eine geringe Strafe ausreichend, und wenn strafbarer Widerstand an- genommen werde, müsse man dem Angeklagten, dem doch auch arg mitgespielt wurde, auf jeden Fall mildernde Umstände zubilligen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. Es nahm an, daß er in beiden Fällen den Beamten strafbaren Widerstand geleistet habe. Für den ersten Fall wurde auf vier Wochen, für den zweiten auf fünf und für Bcamtcnbcleidigung auf eine Woche Gefängnis erkannt. Diese Strafen wurden auf zwei Monate zusammengezogen. ES handle sich um schwere Ausschreitungen gegen Beamte, und darum müsse der Angeklagte streng bestraft werden. Der Angeklagte, der übrigens, während sich das Gericht zur Beratung zurückgezogen hatte, ohnmächtig wurde infolge der an- strengenden vierstündigen Verhandlung, die erst drei Stunden nach der festgesetzten Zeit begonnen hatte, wird jedenfalls Berufung gegen das Urteil einlegen. Das Fazit der ersten Instanz ist: Beamte greifen objektiv rechtswidrig in das Hausfriedens- und in das Eigentumsrecht des Angeklagten ein. Gegen diesen objektiv rechtswidrigen Eingriff setzt sich der Angeklagte zur Wehre, erhält hierbei schwere Körper- Verletzung und wird obendrein noch wegen Widerstandes bestraft. Hat sich das Gericht auf den Standpunkt gestellt, die Beamten handelten in rechtmäßiger Ausübung des Amtes, weil sie einen ihnen erteilten Befehl— mag dieser auch objektiv rechtswidrig gewesen sein— ausführten, so sind die in der Strafprozeßordnung und in anderen Gesetzen zum Schutz des Hausfriedens und Eigen- tums aufgestellten Rechtsnormen völlig wertlos. Ein Reichstagsabgeordneter als Begünstiger eines Defrandanten. Vor der Bamberger Strafkammer spielte sich ein interessanter Prozeß ab. Angeklagt war der 20jährige Vankkommis Montag, der im Februar als Angestellter der Bank für Handel und In- dustrie in Bamberg einen an einen Schweinfurter Rechtsanwalt adressierten Wertbrief mit über 1499 M. an sich genommen und 14 Tage später, als die Sache aufkam, die Flucht nach der Schweiz ergriffen hatte. Montag war ein sehr intimer Freund des ultra- montanen Reichstagsabgeordneten Pfeiffer, der in Bamberg Bibliotheksekretär ist. Ueber das Verhältnis deS Abgeordneten Pfeiffer zu dem jungen Deftaudanten gingen damals durch die Presse allerlei pikante Andeutungen, die zu verschiedenen Be- leidigungsklagen führten. Eine. solche Beleidigungsklage wurde kürzlich auch gegen den verantwortlichen Redakteur der„Fränk. Volkstribüne", Genossen Paul Schlegel, und den Bambergcr Kor- respondenten der„Volkstribüne", Genossen Straub, verhandelt, die damit endete, daß Pfeiffer den Strafantrag gegen Schlegel sofort zurückzog, während in der Richtung gegen Straub ein für den letzteren günstiger Vergleich abgeschlossen wurde. In der Ver- Handlung gegen Montag mutzte auch Pfeiffer als Zeuge auftreten, ba behauptet worden war, daß er den Angeklagten zur Flucht ver« Holsen habe. In der Verhandlung wurde auf Grund der Angaben des Angeklagten festgestellt, daß Pfeiffer dem Montag 399 M. ge- geben, wodurch diefem die Flucht ermöglicht wurde. Als sich Mofltäg schon vier Wochen in Zürich befand und vor der Polizei nicht sicher war, verschaffte ihm Pfeiffer einen Unterschlupf bei eirem ihm bekannten Pfarrer in dem schweizerischen Orte Debendorf. Dahin schicke ihm Pfeiffer nochmals 100 M. Montag wurde zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Dr. Pfeiffer wurde vom Gericht wegen Verdachts der Begünstigung unbeeidigt gelaffen. Inwieweit der Verdacht ein gerechtfertigter ist, wird sich bei der gegen Pfeiffer zu erhebenden Anklage herausstellen, in der der verurteilte Montag als Beuge auszusagen haben wird. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Hühner, Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 72-74 pr. 100 fb., la 66-71, IIIa 61-62, Bullenfleisch Ia 67-72, IIa 57-66, Stübe, fett 54-62, do. mager 42-52, Freffer 56-68, Bullen, dän. 0,00, do. holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellender 100-120, Mafttälber Ia 75-84, IIa 66-74, IIIa 0,00, Kälber ger. gen. 47-59, do. 5oll. 0,00, dän. 0,00. Hammelfleisch Mastlämmer 74-78, Hammel Ia 69-73, IIa 62-68, Schaje 0,30-0,60. Rotwild, abschuß 0,40-0,65. Damwild, Abſchuß 0,00. Wild59-62. Schweinefleisch 52-59. Rehbod Ia per Pfund 0,65-0,80. IIa weine 0,44, Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stüd 0,00. alte, per Stüd 1,60-2,25, IIa 1,00-1,40, do. junge 0,30-0,85. Hamburger Rüfen 0,00. Tauben 0,00, italienische 0,00. 2,25, do. Hamburger per Stüd 2,00-3,00. Sånte per Pfund 0,60-0,68, bo. per Stüd 2,00-4,00, do. Hamburger per Pfd. 0,70, per Std. 0,00, bo. Oderbrucher per Stüd 2,00-4,20. Boulets 0,30-0,80." Chalonshühner bito groß 84-89. 0,00. Hechte per 100 Bfund 108-122, matt 0,00, bito flein 0,00, Bander 0,00. Schleie, mittel 97, bito 96-106, do. Hein und mittel 0,00, bo. Klein 0,00. lale, groß 105-115, mittel 105-110, bo. unf. 0,00, do. flein 96-105. Blogen 0,00, do. flein 0,00. 50-68. Enten per Stüd 1,00 bis Bunte Fische Roddow 0,00. Karpfen IIa 0,00. Bleie 58-73, matt 58. Barse 68-77. Karauschen 73-82. Bleifische 0,00. Amtsgerichtssekretär Piafer vor der Straffammer. Treppen des Hauses, Schneeschaufeln u. a. m. Deswegen und wen Schwere Verfehlungen im Amte hat sich der Amtsgerichts- ihr nachgesagt wurde, sie sei naschhaft und habe beim Milcheinkauf fekretär Johannes Pinter aus Potsdam zu schulden kommen lassen, bei jedem Liter 2 Pf. für sich behalten, lief das Mädchen am 3. Jawelcher sich gestern unter der Anklage der Urkundenfälschung in nuar aus dem Dienst. 5 Fallen, der Urkundenunterbrüdung und der Unterschlagung vor Dafür wurde sie auf Antrag des Dienstherrn Dupke, der bes der 1. Straftammer des Landgerichts II verantworten mußte.-hauptete, das Mädchen sei auf 4 Jahr fest gemietet gewesen, wegen Der 40jährige Angeklagte ist im Oftober 1885 als Justizanwärter Uebertretung des Gesetzes vom 24. April 1854 in eine Geldstrafe bereidigt. Am 8. Juli 1898 machte er sein Examen als Gerichts- von 6 M. genommen. Die Eltern ließen durch den Rechtsanwalt fetretär. Nachdem er an verschiedenen Gerichten, vorübergehend Dr. Liebknecht gegen diese Strafverfügung Einspruch erheben. Berstoß der Sentrale für Spiritusverwertung in Berlin" gegen auch in Berlin, beschäftigt worden war, wurde der Angeklagte bei Das Mädchen wurde am Mittwoch vom Gericht freigesprochen. die guten Sitten. Errichtung des neuen Amtsgerichts in Groß- Lichterfelde nach dort- Das Gericht hielt es für unwiderlegt, daß das Mädchen bei der Die" Bentrale für Spiritusverwertung in Berlin", der auch hin beordert. Von Anfang an hatte er viel mit seinen alten unflarheit ihrer Abrede über die Dauer des Mietsverhältnisses und die Klägerin angehört, bezweckt die hebung der wirtschaftlichen teils aber auch durch verschiedene Unglüdsfälle in seiner Familie gebunden geweſen zu sein. Dann sei fie aber in Ermangelung Schulden zu kämpfen, die noch aus seiner Attuarzeit herstammten, bei ihrer Jugend jedenfalls geglaubt habe, nur bis zum 1. Januar Lage der Spiritusfabrikanten. Die der Zentrale Angehörenden haben sich im Jahre 1899 vertraglich verpflichtet, ihre gesamte entstanden waren. Da P. auch seinen Wohnsitz damals in Groß- eines neuen Engaaements zum sofortigen Verlassen des Dienstes Produktion an Spiritus bis zum 1. Ottober 1908 der Zentrale zur Lichterfelde hatte, fo gelangten die sämtlichen Zahlungsaufforde- befugt gewesen. Verfügung zu stellen. In den letzten Jahren nun sandte die Preß- rungen und Klagen an die Behörde, bei welcher er beschäftigt war. hefe und Spiritusfabrik in Nürnberg, um sich zu verbessern, an Seinem Vorgeseßten bei dem Amtsgericht, dem aufsichtsführenden die füddeutschen Brenner verschiedene Zirkulare, in denen sie die Richter, Amtsgerichtsrat Rudolphi, gegenüber gestand der AngeBrenner aufforderte, daß sie für den Fall der Vertragsverlängerung lagte einen Teil seiner Schulden ein, während er den größeren mit dem Syndikat oder für den Fall einer gleichartigen Ver- Teil verschwieg. Als sich aber auch diese Gläubiger meldeten, einigung ihre Produktion nach Nürnberg liefern sollten. Hier- fürchtete B. allerlei Unannehmlichkeiten und ließ sich zu ver für versprach ihnen die Nürnberger Fabrit 75 Proz. von dem schiedenen Manipulationen in seiner Amtsführung verleiten. Eines 50 000 M. übersteigenden Gewinn ihrer Spritfabrik. Um nun den Angeklagten ein, in welcher einer seiner Gläubiger die Zahlung Tages ging bei dem Amtsgericht Groß- Lichterfelde eine Klage gegen die füddeutschen Brenner davon abzuhalten, sandte die Bentrale die süddeutschen Brenner davon abzuhalten, sandte die Zentrale bon 50 M. berlangte. Piater, durch dessen Hände in erster Linie für Spiritusverwertung" ein Rundschreiben an die süddeutschen Brenner, dem ein an die Klägerin gerichtetes Schreiben zur Kennt die Klage ging, trug diese nicht in das Register ein, nach welchem nisnahme beigefügt war. In diesem Schreiben ist die Erklärung der betreffende Amtsrichter die Verhandlungstermine feftsegte, von Bedeutung, daß es sich nicht empfehle, andere Wege zu gehen, sondern füllte auf eigene Faust ein Formular aus, in welchem er die Breßhefe- und Spiritusfabrik in Nürnberg habe noch nie einen die Parteien zur Verhandlung auf den 27. November lud. Diese Reingewinn von 50 000 M. aus der Spiritusfabrik genossen, trok Jacoby. Bor dem Termin bezahlte der Angeklagte die SchuldBorladung unterzeichnete er mit dem Namen des Gerichtsaffeffors hcher Nebeneinnahmen und Vergütungen. Die angestellte Klage war nun auf Unterlassung dieser Be- summe, sodaß auf Grund der fingierten Vorladung niemand zu hauptungen gerichtet. Das Landgericht Berlin verurteilte die dem Termin erschien. In der gleichen Weise fälschte er noch eine Beklagte zur Unterlassung bei Vermeidung einer Geldstrafe von zweite Vorladung, als er wegen der Gerichtskosten verklagt wurde. 15.000 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung. Im selben Sinne In diesen Straftaten erblickt die Anklagebehörde zugleich auch eine entschied auf die Berufung der Beklagten das Kammergericht Anmaßung eines öffentlichen Amtes, da nur ein Richter befugt els 0,00, Aland 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer, zu Berlin. In seinen Entscheidungsgründen führt das Kammer- ist, derartige Terminsvorladungen vorzunehmen. Als sich die ber 100 Bfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 60. Seelachs 10-20. Sprotten, Kieler, Wall 0,00, Danziger, Kiste 0,00 gericht aus, daß beide Schreiben( das an die Brenner gerichtete Klagen gegen den Angeklagten immer mehr häuften, verstand er Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-6, mittel per stifte 1-2, Hamb. Stiege 4-6, und das darin mitgeteilte, für die Klägerin bestimmte) im Bu- es, fich die Bearbeitung der Mahnfachen anzumaßen, um diese halbe Stifte 2-3, pomm. Ia Schod 4-8, IIa 0,50-2,50. Budlinge, Stieler per sammenhange eine Warnung für die süddeutschen Brenner be- entweder überhaupt verschwinden zu lassen oder fie falsch einzu- Wall 2-3, Stralf. 3,50-4,50. ale, groß per Bib. 1,10-1,40, mittelgroß beuteten, auf die Vorschläge der Klägerin einzugehen. tragen, sodaß fie längere Zeit überhaupt nicht zu ermitteln waren. 0,80-1,10, Klägerin habe angestrebt, die Brenner durch Verträge zu ver- Vielfach rubrizierte der Angeschuldigte die gegen ihn eingegangenen Stifte 3,00-5,00, ½, Stifte 2-2,50. Dorsch, Kiste 0,00. Goldfische, Schod 0,00. Sardellen, 1902er pflichten, den Spiritus an sie zu liefern und sich dafür verpflichtet, Klagen mit Binter anstatt Piater, sodaß es zumeist längere Zeit per unter 98, 1904er 98, 1905er 98, 1906er 90-95. Schottische Bollheringe fie mit 75 Broz. an ihrem über 50 000 m. betragenden Reingewinn foll er auch noch den Betrag von 40 M., den er an den Gerichts- Heringe, neue Matjes, ber% 20. 50-120. dauerte, ehe sich der richtige Sachverhalt herausstellte. Schließlich 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. zu beteiligen, um dadurch eine höhere Vereinbarungsziffer zu Sardinen, russ., Faß erzielen oder eine eigene Bereinigung herbeizuführen. Nun feien vollzieher Schwarz zwecks Einleitung eines Zwangshaftverfahrens 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-140, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. Eter, do. Riesen 14. ater die Mittel, welche die Klägerin gebrauchte, ebensowenig un- abführen sollte, für sich verwendet und den betreffenden Haftbefehl Reunaugen, Schodfaß 11, bo. fleine 5-6, längere Zeit unterdrückt haben. Vor Gericht war der Angeklagte Land, unfortiert erlaubt und unfittlich, als diejenigen, welche die Beklagte zur per Schod 3,00, große 0,00. Bindung ihrer Kontrahenten anwendet. Es tönne niemandem ber auf Anraten des Vorsitzenden, Landgerichtsrats Hellwig, zum per Schod große 0,00, do. mittelgroße 16,50-18,50, bo. eine 3-4,50, do. do. unf. 0,00. Butter wehrt werden, solche Verträge zu schließen und eigennüßig zu größten Teil geständig, während er früher jede Schuld bestritten unsortiert 6,00-10,50, bo. Galizier groß 0,00, handeln, wie es auch jedem freistehe, feine Ziele rüdsichtslos zu hatte. Staatsanwaltsrat Dr. Kühne beantragte eine Gefängnis- per 100 Bfb. Ia 106-110, IIa 103-106, IIIa 100-102, abfallende)-95. Saure Gurten Schod 4,50, do. neue 6-8. Pfeffergurten 4,50. Startoffeln verfolgen. Trotzdem dürfe man sich aber dabei nicht unerlaubter strafe von 7 Monaten und Berlust der Fähigkeit zur Bekleidung per 100 Pfund Görzer 7-8, weiße runde 5-6, blaue 4,50-6,50, Rosen- 4,00 Mittel bedienen. In dem vorliegenden Falle habe die Beklagte öffentlicher Aemter auf die Dauer von 2 Jahren. Rechtsanwalt bis 5,00, Daberfche, alte 4,00-4,50, neue Nieren- 4,00-6,00, Berbfter 4,50-6,00. jedoch gegen die§§ 823, 824 und 826 des Bürgerlichen Gesetzbuchs heblich milderen Strafe, da sich der Angeklagte nur in äußerster 100 Bfund 10-12 Starotten, hiesige, Schodbund 2,50-3,50 Leonh. Friedmann plädierte auf Buerkennung einer ganz er- Borree, Schod 0,50-0,75. Meerrettich, Schod 3-12. Spinat per Sellerie, verstoßen. Es fönne zwar dahingestellt bleiben, ob die beiden legteren Paragraphen bei der Annahme des guten Glaubens der Bedrängnis habe zu seinen Handlungen verleiten lassen. Außer- biefige, per Schodbund 2,00-3,00. 8wiebeln grün, per Schod 0,60, Beklagten durchschlagend seien; jedenfalls sei aber§ 823 verlegt, boten, da die Beweisaufnahme ergeben habe, daß die Ehefrau des Schockbund 0,75-1,00. Stohlrabi Schod 0,60-1,25 ,, Rettig, bayr., neue dem erscheine bezüglich der Unterschlagung eine Freisprechung ge- bo. fleine 0,00, do. biefige( Berl) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, und da die konstante Rechtsprechung neben Schadensersatzansprüchen Stud 0,12-0,16. Mohrrüben Schockbund 1,50-2,00. Wirfinglohl ber bei Geschädigten auch auf Grund dieses Paragraphen das Recht Angeklagten jene 40 M. bersehentlich als dessen Eigentum betrachtet Schod 4,00-7,00. Rhabarber 100 Bund 0,60-3,00. Petersillenwurzeln, Schodauf Untersagung der Schädigung zuerkennt, so sei die Klage hier- und ausgegeben habe. Das Gericht erkannte wegen der unter: bund 4,50-5,00, Schoten per 100 Pfd. 6-18. Pfefferlinge per 100 Pfund 12-18. nach schon gerechtfertigt. Es liege in diesem Falle ein schädigender schlagung auch auf Freisprechung. Im übrigen lautete das Urteil Radieschen per Schod 0,75-1,00. Salat per Schod 1,00-1,20, Eingriff in den Gewerbebetrieb der Klägerin vor. Dieser Eingriff auf 3 Monate Gefängnis. Stachelbeeren, per 100 Pfund 8-13. Erdbeeren, hiesige 100 Pfd. 20-40, beruhe aber auf der Fahrlässigkeit der Beklagten, denn sie hätte do. Balderdbeeren 40-60, do. Hamburger 30-40, do. Holländer 30-38, Blaubeeren, 100 Pfd. 8-12. aus dem Geschäftsbericht der Klägerin, der keine geteilten Ein Johannisbeeren, 100 Bid. 8-12. Kirschen, Gubener, per 100 Pfund 11-12, do. Schlefische nahmen aus der Preßhefe- und der Spiritusgewinnung ergäbe, 7-14, Werdersche 5-10, do. Glas. 15-18, do. Thüringer 5-13, nicht ohne weiteres schließen dürfen, daß die Klägerin keinen ReinRatten 18-25, fauere 14-18. Birnen, ital. per 100 Pfund 20-22. gewinn von 50 000 m. aus der Spritfabrit erzielen könne. Pfirsiche, per 100 Pfund 20-40. Upritojen, ital., per 100 Bfd. 20-28, Der von der Beklagten gegen dieses nur die Untersagung der franz. 22-30, ungar. 18-25. Alepfel, ital, per 100 Pfund 16-22. Behauptung betreffende Urteil eingelegte Revision hatte teinen ErPflaumen, ital, per 100 Pfund 18-22. 8itronen, Messina, 300 Stüd folg und wurde vom 2. Zivilsenat bes Reichsgerichts zurüdgewiesen. 9,00-15,00, bo. 360 Stud 8,00-11,00, do. 200 Stüd 6,00-12,00. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Rebattion dem Bublikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Freitag, den 12. Jult Anfang 8 Uhr. Neues tgl. Operntheater. Carmen. Deutsches. Der Jongleur. Stiller 0. Don Juan. Schiller N. ( Wallner- Theater.) ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Shrik- Pyritz. Neues Schauspielhaus. Raffles. Kleines. Bater und Sohn. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Westen. Die lustige Bitwe. Lustspielhaus. Die Welt ohne Männer. Bernhard Nose. Der große Un bekannte. Anfang 8%, Uhr. Nachmittags 4%, Uhr: Blumen strauß. Ein toller Ehemann. Arbeit schändet nicht. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Wintergarten. Spezialitäten. La Tortajada. Die Schellfische Mein 0,60-0,80. Heringe per Schod 5-9. Stabliau, geräuch. per 100 Pfd. 0,00. do. Gubener 25-35. Zum preußischen Kontraktbruchgefet vom 24. April 1854. Die Eheleute Werkmeister Queißer in Langenöls hatten ihre minderjährige Tochter Klara im Dezember 1906 zunächst auf einen Monat probeweise zu einem Herrn Düpke in Berlin, Schillstr. 16, in ben Dienst gegeben. Die Arbeit wurde den Eltern von der Dienstherrschaft als eine leichte geschildert. Im Laufe der Zeit wurden dem Mädchen Arbeiten aufgetragen, die für sie zu anstrengend waren, wie die Reinigung der Urania. Schiller- Theater O. Lustspielhaus. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: ( 28 allner- beater.) Morwit- Oper. Freitag, abends 8 Ubr: Don Juan ober: Der steinerne Gast. Die Gletscher der Hochgebirge und Große Dper bon W. A. Mozart. die Eiszeit unserer Heimat. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachm. 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Der Hochzeitsgaft. Spe. Große Jahresrevue in 7 Bildern zialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. von Julius Freund. Musik von Geisterauto. Viktor Hollaender. Dirigent Max 1 Paris. Anfang 8 Uhr. Bajjage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Vater und Sohn. Morgen und folgende Tage: Vater und Sohn. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Operette in 3 Allien D. Franz Lehár DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich: Im Garten, Anf. 4%, Uhr: Das erstklassige Spezialitäten- Programm. Sperrfik 50 Pf. Entree 30 Pf. Sm Theater abends 8, Uhr: Der große Unbekannte. Sommerpreise. Roth. Sonnabend, abends 8 Uhr: Carmen. Sonntag, nach m. 3 Uhr bei halben Preisen: Der Waffenschmied. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. B 8 Uhr: Wiener Ensemble Gastspiel Die Welt ohne Männer. Bepi Glödner als Gast. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. 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The 5 Astleys, welcher den Eſel Wichel dreimal um die fidelen Farmer, brillanter musttalischer Att. Und vieles andere. Anf. 3 Uhr. Staffeeküche. Voltsbelustig. aller Art. Entree 20 Pf., Sonnt. 30 Pf. die Bühne herumreitet. Jedes Jenensia- Rad ein Meisterwerk deutscher Technik. Teilzahlung! Zwei Jahre Garantie! Sozial- Räder. 60.-, Sozial- Luxus- mit m. 95.-. Freilauf Gebrauchte Räder billig! Fahrradzubehör billig! Bitte genau auf Hausnummer„ 23" zu achten! 23. R. Groskurth, Berlin C., Münzstr. 23, H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. · Billigste Preise. 5361L WwRT Deuticher Buchbinderverband 8 GARTEN 765 4 Zahlstelle Berlin. Ende der Saison 15. Juli. Sonnabend, den 13. Juli, findet in der Zeit von 5-10 Uhr die La Tortajada. Glänzendes Programm. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Der große Verwandlungskünstler Arturo Wahl von 6 Beifikern n. 3 Revisoren zum Verbandsvorstand statt. Die Wahl kann in folgenden Lokalen vollzogen werden: Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Saal IV ( fann an zwei Stellen vollzogen werden). Voigts Rittersälen, Ritterstr. 75. Schmidt, Lindenstr. 3, II. Hof. Feind, Weinstr. 11. Sachse, Lindowerstr. 26. Kollegen und Kolleginnen! Da die Funktion der Beifiker das wichtigste Amt ist, das aus den Kollegen unserer Zahlstelle besetzt wird, so erwarten wir, daß die Beteiligung eine sehr rege sein wird. 24/ 7+ Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise berglicher Teilnahme und die zahlreichen KranzSpenden bet der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Modler geb. Floẞ fagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, dem B.-V. betraffichen Frauen. Berein, den Mitarbeiterinnen der Firma Schlesinger unseren innigsten Dant Die trauernden Hinterbliebenen Familie Floß, 17875 Franz Modler. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Waters, Schwiegerund Großvaters, des Restaurateurs Albert Reep und Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Stralauer Viertel.) Bezirk Nr. 342. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Schneidemüller Emil Senkbeil gestorben ist. 262/8 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Zentralverband der Zivilmusiker Deutschlands Dr. Simmels befondere bem biefigen Holzarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. Geschäftszeit: Vormittags 10%, Uhr bis 1 Uhr nachmittags. Dienstag, den 16. Juli, vormittags präzise 11 Uhr, bei F. Wilke, Bernardi. Mitglieder- Versammlung. Berlins schickste Soubrette Ida Perry 14 Variété- Sensationen 14 50/3 Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Kaffenbericht vom zweiten Quartal 1907. 3. Bericht und Neuwahl des Arbeitsvermittlers. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. NB. Da es vielfach vorkommt, daß uns fernstehende und nicht organis fierte Musiker auf unsere Firma Geschäfte annehmen und wir nicht imftande find, in jedem Fall die Kontrolle auszuüben, richten wir an die Vorstände resp. Komitees die Bitte, nur solchen Musikern die Musikausführung zu übertragen, welche sich laut Mitgliedsbuch legitimieren tönnen. Dieselben haben nur dann Gültigkeit, wenn die Beiträge auch entrichtet find. Der Vorstand. Schweizergarten Konsum- Verein für Tegel und Umgegend. Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn 1,2,4, 17, 59, 62, 63 u. 74. Täglich: Theater- Vorstellung. Neue Spezialitäten. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Montag, den 22. Juli, abends 8 1hr, im Saale des Herrn Gök, Schloßftr. 7/8: Ordentliche General- Versammlung. Tages Drdnung: Kinematograph und Ball. erstattung vom Berbandstag. Freier Damentanz. Entree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. Neue Welt Hasenheide 108-114. Täglich: Gr. Doppel- Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 5 Uhr. 1. Geschäftsbericht. 2. Berlesung des Revisionsberichts. 3. Bericht 4. Ergänzungswahl des Borstandes und Aufsichtsrats. 5. Vereinsangelegenheiten. Der Aufsichtsrat: Joh. Maier. 17936 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Heute Freitag, abends 81, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Bürstenmacher. Sonntag, den 14. Juli, morgens 8 Uhr: Entree zum Konzertgarten 10 BAusflug nach Pferdebucht. Theatergarten, 25 · Jeden Mittwoch: Erntefest. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Straße 6. Treffpunkt Schlesischer Bahnhof. ENG Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Kommission. NB. Bei ungünstiger Witterung findet der Ausflug 8 Tage später statt. Artushof, Perlebergerstraße 26. Entscheidungs- Ringkampf zwischen: Sanssouci, Kottbuser Georg Altmann, Berlin, und Albert Hein, Berlin, Direktion Wilhelm Reimer. Artur Barkowski, Berlin, und Karl Wolff, Berlin. Der Garten ist geöffnet. Vorher: Theater n. Spezialitäten. Anfang 6, Uhr, Ringkampf 9 Uhr. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Sonnt. Beg. 5, wochent. 8 U. Anmeld. für Festlichteiten usw. werden für nächste Saison noch entgegen genommen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anjang Wochentags 811hr, Sonntags 7 Uhr. Bom 16. 7. bis 31. 7.: Gastspiel WinterTymian. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13/15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. Sonnabend, den 13. Juli: Große Mondscheinfahrt mit Salondampfer ,, Freya" A mad Wernsdorfer Schleuse unb Gosener Berge. Hin zurüd Pfg. git und zuvid 50 Big.) ab Schillingsbrücke höflichst ein Piehl, Hierzu ladet Restaurant zum Oder- Spree- Kanal. Wirtschaftsproblem gelöst! Von unermeßlichem Wert für die Volksvertreter. 49/ 1* Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Zukunft ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Kommissionär: Otto Weber, Leipzig). Broschüre A, vollständige Ausgabe, Mk. 2. Teil- und Volks ausgabe, 60 Pfg. Gegen Einsendung von Mk. 2.10, bezw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestler in Würzburg versandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte. Arbeiter- Bekleidung Größtes Spezialgeschäft Kohnen& Jöring Hauptgeschäft: Alexanderstraße 12 zwisch. Alexanderpl. u. Jannowitzbr. 2. Geschäft: Landsberger Allee 148, Ecke Langenbeckstraße. Berufskleidung f. alle Zweige d. Industrie u. Gewerke. Otto Pritzkow Osthalin- Park Münzstraße 16. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Photographien. Theater- und SpezialitätenTäglich Eingang von Neuheiten. Den ganzen Tag Vorstellung. Vorstellung. SchutzMarke. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Allgemeine Prinzenstr. 41, Moritzplatz, Familien- Sterbekasse dicht am 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenden, fehr elaftifchen, echt chinefischen Monopoldaunen ( gefehl gefchüßt) fund Mr. 2,85. 3-4 funb genügen. gr. Oberbett. Berf. geg. Nachnahme. Berpadung frei, zu Berlin. Sonntag, den 21. Juli 1907, borm. 9, Uhr, bei Hern Wiesenthal, Aderftr. 123: General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Jahresbericht pro 1906/1907 und Bericht der Revisoren. 1788b 2. Festsetung der Entschädigung für den Borstand und die Revisoren. 3. Beschlußfassung, in welchen 8eifungen die Bekanntmachungen der Gustav Lustig staffe ftattzufinden haben. Berlin S. Prinzenstr. 46 Größtes Bettfedern- Spezials geschäft Deutschlands. Möbelfabrik Julius Apelt 6 Adalbert- Straße 6 Hochbahnhof Kottbuser Tor ( früher: Staliter- Straße 6). 4. Neuwahl der ausscheidenden Borstandsmitglieder und der Revisorn. Es scheiden aus: der Rendant Herr Englich, der Schriftführer Herr Dittmann, der stellvertretende Borfizende Herr Wächtler und der Beifizer Herr Fischer. 5. Aenderung der§§ 7 und 11 des Statuts. Der Eintritt ist nur gegen Bor. zeigung des Duittungsbuches gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A. A. A de, Borsitzender, Grenzstr. 14, born 1 Tr. Zentralverband der Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin, Sektion II. Sonnabend, den 13. Juli 1907, in der Berliner Bockbrauerei ( Tempelhofer Berg): Großes Sommerfest. Gartenkonzert. Spezialitätenvorstellung. Kinematograph. Kinderpolonaise. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Von 3 Uhr ab im großen Saale: BALL. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. 10 Uhr 42/5 Anfang 4 Uhr. Billett 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Von der Michaelbrücke! Sonnabend, den 13. Juli: Große Extrafahrten mit ujit Hessenwinkel... Woltersdorfer Schleuse. nach Our wieber bie beliebte Mondscheinfahrt nach Müggelwerder, baſelbſt Lanzfub ur fowie nach Schmöckwitz früh 10 Uhr. Außerdem abends 9½ und änden. Fahrpreis hin u. zurück 50 Pf. G. Zachow, Gubryjtr. 2. Kieler Lotterie. Ziehung am 8. und 9. August 1907. 5400 Gewinne im Gesamtbetrage von = 268000 MarkDF bare Goldgewinne ohne Abzug. 8x 1x 1x 6 x 1000= 20 x 500= 75000 20000 5000 5000 10 000 100 x 100= 200 x 50= 500 x 20= 4500 x 10= ferner 10 000 10 000 10 000 45000 72 Gewinne im Gesamtwerte VOB 78 000 Mark. Lose 3 Mark Porto und Liste 30 Pfg. ertra, empfiehlt: Generaldebit G. Pfordte,( Essen Ruhr) sowie sämtliche Fernsprecher Lose- und Zigarren- Geschäfte. Die dem Veilchenseifenpulver ,, Marke Kaminfeger" beiliegenden Geschenke find ausnahmslos nur nüßliche, prächtige Gegenstände, die viel Freude machen. In den meisten Geschäften a 15 Pf. zu haben. Borsicht beim Einkauf! Man achte auf die Schußmarle Staminfeger"! Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen. Alleinverkauf für Berlin und Umgegend: Andreas Caspar, Berlin S0., Josephstr. 11. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Maschinenarbeiter Emil Senkbeil am 9. Juli am Herzschlag plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 5 Um rege Beteiligung ersucht 90/11 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 9. Juli mein geliebter Mann, der Möbelpolierer Gustav Richard Lindner nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. 17896 Dies zeigen schmerzerfüllt an Die tieftrauernde Witwe nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet Sonn abend, den 13. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Schreiner straße 17, aus auf dem Friedhof der Sankt Markus- Gemeinde in Wilhelmsberg statt. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Polierer Richard Lindner am am 9. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 13. Juli, nach mittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Schreinerstr. 17, aus nach dem St. Markus- Kirchhofe in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 90/10 Die Ortsverwaltung. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 9. Juli starb nach kurzem Krankenlager, im Alter von 60 Jahren, am Magenkrebs unser Mitglied, der Bimmerer Karl Poppe. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Juli, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des LuisenKirchhofes in Westend, Fürstenbrunner Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 17925 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband Verwaltung I. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Hausdiener Heinrich Schmidt ( Tempelhof) am 8. Juli plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 74/1 Die Ortsverwaltung I. Todes- Anzeige. Am 10. Juli verstarb unsere einzige Tochter Elfriede Kieper. Beerdigung findet am Die Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Halle des neuen Luisen- Kirch hofes am Fürstenbrunner Weg aus statt. 54392 Die tiefbetrübten Eltern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Begräbnis unseres lieben Sohnes und Bruders Max Bergmann sprechen wir hiermit allen Beteiligten unferen tiefgefühlten Dant aus, insbesondere dem Metallarbeiter- Berband, dem Gesangverein" Soni- belli", den Kollegen der Firma Mar Krah u. Co., den Kollegen der Firma Witte ut. Pinster und dem Lotterieverein„ Goldregen". 18945 Die trauernden Hinterbliebenen Freie Vereinigung der Bauarbeiter Deutscher Metallarheiter- Verhand Berlins und Umgegend. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal 1907 und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. Stand der Lohnbewegung. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Sonntag, den 14. Juli, 13/2 „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes „ Solidarität“. Touren Sonnabend, den 13. Juli: Gau- Ausfahrt nach Wittenberg vormittags 10 Uhr bis nachm. 1 Uhr, abends 7-10 Uhr. Start: Branden findet in den untenbezeichneten Lokalen die brienen, 3. Bericht über den findet in den 31/11 Streittarte und Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe keinen Zutritt. pünktlich eröffnet. In dieser Versammlung werden die Billetts zu dem am 20. Juli stattfindenden 22jährigen Der Vorstand. Stiftungsfest ausgegeben. Die Versammlung wird Wahl zum internationalen Kongres in Stuttgart Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. und bie Zweigverein Berlin und Umgegend. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Freyer, Koppenstr. 29: 55/9 Mitglieder- Versammlung für das gesamte Streifgebiet. Zages.Drdnung: Der Stand unserer Bewegung. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Eintritt. Die Zentralstreikleitung. Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Urabstimmung über den Beitrag für Berlin statt. Alles Nähere ist in den in dieser Woche verschickten Flugblättern angegeben. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Obiglos Festsäle, Schwedterstr. 23. burger Tor. Gau- Start: Treuens Sonntag früh 6 Uhr ( Bundes Einkehrstelle). Die Kons in Klein- Wittenberg bei Uhr Bittenberg, bormittags 9 lbr staff. 1 Uhr Abfahrt nach Wörlik( Part). Sonntag, den 14. Juli cr. 1. Abt. früh 72 Uhr( mit Badehose). Wohin, wird am Start bes fanntgegeben. Nachmittags 14, Uhr: Familientour nach Hirschgarten( Wilhelmshof). Bei schlechtem Wetter per Bahn. Start: Bülowstraße 58. 2. Abt. nachm. 1/2 Uhr nach Hirsch garten( Kellers Waldburg). Start: Fontane- Promenade 15. 3. Abt. früh 6 Uhr nach Hennidens dorf( Wachtelburg). Nachm. 1 Uhr nach Schöneiche( Waldschloß). Start: Mariannenplatz. 4. Abt. früh 6 Uhr nach Potsdam Sanssouci( Bittoriagarten). Nachm. 1 Uhr nach Wannsee( Fürstenhof). Start: Küstrinerplay. 5. Abt. nachm. 2 Uhr Familiennach Pferdebucht. Start: Elysium. Sauers Restaurant, Schönhauser Allee 134 a. tour Litfins Festsäle, Meinelerstr. 67. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. 6. Abt. früh 7 Uhr nach Neue Spitzs mühle. Mittags 12 Uhr nach Strauss berg( Hungriger Wolf). Start: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal I). Genossenschaft, Oberbergerſtr. 30. Fröhlichs Restaurant, Muskauerstr. 1. Telephon: Amt IV Nr. 4493. Verbandsbureau: Engel- Ufer 16, pt. Telephon: Amt IV Nr. 4493. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Versammlungs- Anzeige. Sektion der Puterträger. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Metzdorf, Charlottenburg, Potsdamerstr. 44. Thiel, Rixdorf, Bergstr. 152. Fritsch, Steglit, Florastr. 2a. Sonntag, den 14. Juli, vorm. 11% Uhr: Mitglieder- Versammlung in Wernaus Festsälen", Böhle, Spandau, Linden- Ufer 17. Schwedterstraße 23. Sektion der Töpferträger. Montag, den 15. Juli, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im„ Rosenthaler Vereinshaus", Rosenthalerstraße 57. Zages.Ordnung: Stellungnahme zur Tarifkündigung der Arbeitgeber. Sektion der Rohrer. Sonntag, den 14. Juli, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im„ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer, 15( Saal V). Sektion der Fahrstuhlarbeiter. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Jannascht, Inselstraße 10. 7. Abt. früh 7, Uhr Familientour per Stremser nach Heiligenseer Schweiz ( P. Ziekow). Start: Grenzstr. 21. 8. Abt. nachm. 2 Uhr zum Sommerfest des VI. Wahlkreises, Moabiter Schüßenhaus. Start: Stephanplag. 9. Abt. nachm. 1 Uhr nach Grünau. Start: Schillingstr. 22. Rummelsburg: Sonnabend, den 13. Juli, abends 8, Uhr, nach Wittenberg. Start bei Gorgas. Bezirk 9. Sonnabend, den 20. Juli: 1999 Bezirksfest ecco 99 ( Schwarzer Adler"). Voran II" Kaufhold, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18: in Lichtenberg, Frants. Chaussee 5 Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Schüler, Köpenick, Hohenzollernplatz 6. Roßkopf, Weißenfee, König- Chaussee 38. Gelhaar, Tegel, Berlinerstr. 92. Mokulys, Tempelhof, Berlinerstr. 9. Welthorn, Königs- Wusterhausen. Ohne Mitgliedsbuch fann niemand wählen! Produktiv- u. Einkaufsgenossenschaft des Berliner Arbeiter- RadfahrerVereins". A.-R.-B. Solidarität“. Dienstag, 16. Juli, abends 8 Uhr, bei Obiglo, Schwedterstr. 23/24: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Umwandlung der Genossenschaft in eine offene Handelsgesellschaft. 2. 128/8 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Die Stimmlisten werden am Eingang zu 2 Geschäftliches. 3. Anträge. Gruppe der Brunnenbauer und Hülfsarbeiter. den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist Otto Handke, Charitéftr. 3. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr: Mitglieder Versammlung bei J. Meyer, Dranienstraße 103. = Sektion der Dachdecker- Hülfsarbeiter. 121/18 Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 14. Juli, vorm. 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im„ Gewerkschaftshaus", A Täglich( außer Sonntags) 35/10 Engel- Ufer 15( Saal VII). Tages- Ordnung: Der Stand unserer Bewegung. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt notwendig. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche mit Farbensehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. fein Laden. Mauerhoff.+1 Steppdecken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+1 Gardinenhaus Große Franfiurter. straße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff. 1+ Der Zweigvereinsvorstand. Billige Dampferfahrten mit Musik. Vond.Waisen: Voigts Krampenburg Alpen) brücke nach Abfahrt vorm. 9%, und nachm. 2, Uhr, ab Café Alsen, St. später. Fahrpreis hin und zurüd vorm. 75 Pf., nachm. 50 Pf., Kinder 25 Pf. Reederei L. Kahnt, Tel.- Amt VII, 580 u. 13 459. Kleine Anzeigen Monatsanzüge und Sommer paletots von 5,00, Hosen von 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Frads bon 2,50, sowie für torpulente Figuren. 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Ein weiteres neues Postamt in Groß- Berlin wird am 1. August verletzt nach der Klinik in der Ziegelstraße überführt werden mußte. eröffnet. Außer dem von uns schon angekündigten Bostamt Rig Die Verlegungen rühren aus einem Streit her, der seinen Anfang in dorf 5 wird ein neues Postamt in Friedenau eingerichtet und einem in der Buttmannstraße gelegenen Restaurant nahm, in dem zwar in dem Hause Cranachstr. 8/9. Die neue Anstalt enthält die der Wirt mit dem Schuhmacher wegen Billardspielens in Streit fam. Bezeichnung Friedenau 2". Sie bildet eine Zweigstelle des Post- Es wurde mit dem Bierfeidel geschlagen, Ebert aus dem Lokal ges amts in Friedenau( Niebstr. 40/41). Dieses bisher einzige Bostamt wiesen, worauf sich mit Hülfe von Passanten eine regelrechte Keilerei in Friedenau führt vom 1. August an die Bezeichnung Friedenau 1", entspann. Das neue Postamt„ Friedenau 2" erhält Telegraphenbetrieb und fendungen jeder Art und Telegramme eingeliefert sowie postlagernde Fernsprechautomaten. Bei der neuen Bostanstalt tönnen PostDer Vorstand. Briefsendungen abgeholt werden. Die Einlieferung von Baketen findet jedoch nicht statt. Für den Verkehr mit dem Publikum ist das neue Bostamt an Werktagen von 8 1hr vormittags bis 7 1hr nach mittags geöffnet. An Sonn- und Feiertagen sowie am Geburtstage des Kaisers bleibt es geschlossen. Charlottenburg. Am Montag, den 15. d. Mts., abends 812 Uhr, findet eine Boltsversammlung im Boltshause, Rosinenſtr. 3, statt. Thema:„ Unsere Afrikaner", persönliche Eindrüde vom Peters- Prozeß. Referent: Redakteur Kurt Eisner Nürnberg. Bei dem außer ordentlichen Interesse, das der Peters- Prozeß hervorgerufen hat, hoffen wir, daß der Besuch der Versammlung ein besonders starter Schöneberg. Die Genoffinnen und Genossen werden nochmals auf die heute abend 8 Uhr in E. Obst's Festsälen, Meiningerstr. 8, stattfindende Volksversammlung aufmerksam gemacht. Thema: Unsere Afrikaner", persönliche Eindrücke vom Petersprozeß; Referent: Redakteur Genosse Kurt Eisner. Genossen, agitiert und besucht zahlreich diese Versammlung. Der Vorstand. " Einen Menschen statt einer Kaze angeschossen. Auf dem berechtigtes Aufsehen hervorgerufen. In der letzten Zeit treiben Dönhoffplatz hat gestern mittag eine verhängnisvolle Schießaffäre sich in den Anlagen des erwähnten Blazes verwilderte Raken wächter wußte sich bald keinen anderen Rat, als die Tiere abherum, die den Singvögeln arg nachstellen. Der zuständige Parkzuschießen. So hatte er auch gestern mittag wieder eine Kabe aufs Korn genommen. Das Tier hatte sich in der Nähe des Durch das Hochwasser der Havel find innerhalb des Fluß Bürgersteiges in einem Gebüsch aufgehalten. Der Wächter gab gebietes die Landwirte in der Provinz Brandenburg empfindlich einen Schuß auf dasselbe ab, traf aber leider nicht den wilden geschädigt worden. Die Unterhavel führt seit beinahe 2 Monaten Räuber, sondern den 40 Jahre alten Droschkenkutscher Karl Schildow- Blankenfelde.( Bezirk Nieder- Schönhausen.) Am Sonntag, Hochwasser, durch welches die anliegenden Felder zum Teil bis Richter aus der Memelerstraße 81. R. Hatte am Bürgersteig bei den 14. Juli, nachmittags 3 Uhr, findet die regelmäßige Wahlvereins- zu einem Meter Höhe unter Wasser gesetzt sind. Der ungewöhnliche seiner Droschke gestanden und unglücklicherweise traf ihn die versammlung in Mönchsmühle bei Knappe statt. Tagesordnung: Hochstand ist nicht nur durch die fortgesetten Regengüsse herbei- Ladung. Das Geschoß drang ihm tief in den rechten Oberschenkel 1. Vortrag des Genossen Braun. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. geführt, sondern zum Teil durch Stauwasser der Elbe hervor- ein. Der Angeschossene wurde nach der Unfallstation in der Es wird gebeten, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Abmarsch gerufen. Von dem in beständigem Steigen befindlichen Strom Brüderstraße gebracht, mußte aber von dort der königlichen Klinik der Nieder- Schönhausener Genossen Punkt 1½½ Uhr von Bratvogel, ist das Hochwasser in die Havel zurüdgetreten. Und die Wirkung zugeführt werden, da die Lage der Kugel nur durch Beleuchtung Nordend, aus. dieses Stauwaffers macht sich auf nahezu 20 Kilometer aufwärts von X- Strahlen entdeckt werden kann. bemerkbar. Die Heuernte in jener Gegend ist völlig vernichtet. Bielfach sind auch Kartoffelfelder in Mitleidenschaft gezogen, da selbst höher gelegene Terrains von dem ausnahmsweise hohen Wasser überschwemmt worden sind. Wannsee. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 13. d. M., abends 8 Uhr im Fürstenhof" statt. Bahlreichen Besuch Der Vorstand. erwartet Berliner Nachrichten. Klaffengegensatz im Omnibus. Das Opfer Zwischen Krahn und Eisenbahnwaggon zermalmt. eines schrecklichen Unglücksfalles ist gestern nachmittag der 47jährige Fabrikarbeiter Albert Bohm aus der Kolbergerstraße 28 geworden. Erheblicher Wetterschaden ist auf den Berliner Rieselfeldern B. hatte auf der Hamburger Güterbahn beim Verladen von eisernen durch den Hagelschlag und Wolkenbruch der letzten Tage angerichtet Trägern geholfen. Mittels eines Krahnes wurden die schweren worden. Die südlichen Rieselgüter Gütergot, Schenkendorf, Eisenstücke nach den Güterwaggons befördert. Durch ein verhängnisSputendorf, Großbeeren, Osdorf sind am 21. Juni dieses Jahres, volles Versehen geriet B. plöglich zwischen den Krahn und einen nachmittags um 5 Uhr, von einem aus Süden kommenden Hagel- anfahrenden Güterwagen. Der Wermste wurde derartig eingequetscht. Als die Berliner ihren ersten Omnibus triegten es ist jest wetter betroffen worden. Wo das Wetter niederkam, wurde die über sechs Jahrzehnte her- wurde es nicht für nötig gehalten, Ernte total vernichtet. Ein langer und ziemlich breiter Streifen eingeschlagen wurde. In völlig hoffnungslosem Zustande fand er in daß ihm der Brustkasten nahezu eingedrückt und der Schädel halb die Fahrgäste nach Maßgabe ihrer Zahlungs- bezeichnet den Weg, den das Unwetter genommen hat. Als es eingeschlagen wurde. In völlig Hoffnungslosem Zustande fand er in fähigkeit in„ Klassen" zu sondern. Alle, die den vorüber war, lag alles wie gewalzt am Boden. Direktor dem Virchow- Krankenhause Aufnahme. Omnibus benutzten, zahlten gleich viel und saßen einträchtiglich neben Schröder, der persönlich das Wetter beobachten fonnte, ordnete sofort an, daß ein Teil der Roggenfelder, die gerade in der Blüte einant er. So blieb es ungefähr zwei Jahrzehnte hindurch bis zur standen, umgepflügt und mit Rüben und Sommerraps bestellt Abschluß fand gestern abend das Spiel Kleiner Kinder auf dem Hofe Mitte der sechziger Jahre und niemand nahm Anstoß daran. Als wurden. Zwei Kommissionen aus unparteiischen Sachverständigen des Grundstückes Stralsunderstr. 64. Die Kleinen hatten unters dann aber das Omnibuswesen Berlins, das damals sich in den wurden beauftragt, die Wetterschäden festzustellen. Der Schaden einander Bersted gespielt, wobei sich der vierjährige Sohn der von Händen zahlreicher, mit einander konkurrierender Unternehmer be- für Osdorf wurde auf rund 104 000 M. geschäßt. Auf den übrigen ihrem Ehemanne verlassenen Frau Müller hinter einem hochgestellten fand, zentralisiert wurde und den Berlinern eine Fahrpreiserhöhung Gütern ist er ebenfalls bedeutend. Der Schaden bei der Admi- Kühlapparat verbarg. Durch eine starke Berührung anderer Kinder aufgepackt werden sollte, kam man auf den pfiffigen Einfall, nur nistration Schenkendorf soll rund 60 000 M. und der von Groß- mit dem Apparat stürzte dieser um und fiel direkt auf den kleinen M. für die Plätze im Innern der Wagen den Preis zu erhöhen, für beeren 15 000 m. betragen. Hierzu kommen noch die großen Verdie Deckplätze aber an dem bisherigen Preis von einem Silber- luste an der Obsternte. Osdorf beklagt den Verlust von zwei Drittel unglücklicherweise wurde der Kopf mit aller Gewalt getroffen und Silber- luste groschen festzuhalten. seiner auf 30 000 M. geschäßten prächtigen Obsternte. In Groß- ein Schädelbruch herbeigeführt, so daß der Tod auf der Stelle beeren schätzt man die Einbuße auf rund 10 000 m. Während die südlichen Rieselgüter von dem Hagelwetter heimgesucht wurden, traf ein Wolkenbruch nach dem anderen in den legten Tagen die nördlichen Güter. Besonders Malchow hat schwer gelitten. Das Heu verfault, das Getreide liegt fast auf dem Boden und das Obst fällt ab. Der auf etwa 300 000 M. geschäßte Gesamtschaden wird wohl schwerlich noch in den nächsten Wochen aus geglichen werden können. Durch einen umstürzenden Kühlapparat erschlagen. Einen traurigen eintrat. dem Berlin- Hamburger Schnellzuge ist gestern nachmittag in der Todessturz eines Berliner Knaben aus dem Schnellzuge. Aus Nähe der Station Bergedorf der vierjährige Knabe Kallmann gewohnen. Frau Kallmann befand sich mit ihren beiden Kindern, stürzt, dessen Eltern in der Reinickendorferstraße 103 in Berlin dem Knaben und einem etwa sechsjährigen Mädchen, auf der Fahrt nach Hamburg, um ihre dort wohnenden Eltern zu besuchen. Die Kinder haben wahrscheinlich an dem Türdrücker gespielt; denn plößlich sprang die Abteiltür auf, und der Knabe stürzte auf den Bahnförper hinab, wo er mit einem schweren Schädelbruch be legung eines Notverbandes durch den Bahnarzt mit dem nächst wußtlos aufgefunden wurde. Der Verunglückte sollte nach Anfälligen Personenzuge nach dem Hamburger Hafenkrankenhaus gebracht werden, doch verstarb, er noch während des Transportes, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Schnellzug setzte, nachdem er durch die Notbremse zum Halten gebracht worden war, und die Mutter des Kindes sowie einige andere Zeugen des Vorfalles ausgestiegen waren, die Fahrt fort. Pfiffig war das deshalb, weil man so den Unmut, den die Fahrpreiserhöhung in der Bevölkerung hervorrufen mußte, leicht und rasch beschwichtigen fonnte. Die Unbemittelten waren es zufrieden, daß sie wenigstens die Deckpläge, die bei trockenem Wetter sogar die begehrteren waren, zu dem bisherigen Preise benutzen durften und die anderen Fahrgäste des Omnibus, die zwar auch nicht viel in die Suppe zu brocken hatten, aber doch ganz gern als etwas Besseres" gelten wollten, freuten sich, für den Das zurückgeschickte gestohlene Bild. Das aus der Nationalhöheren Preis sich nun der„ Elite" der Omnibus- galerie gestohlene Bild ist vorgestern abend zurückgeschickt worden, fahrgäste zugesellen zu können. Dieser Zustand da der Dieb nach den Veröffentlichungen in den Tageszeitungen der Klassenscheidung bestand dann länger als drei Jahrzehnte damit anzufangen wußte. Das Bild war in Beitungspapier geund auch sonst getroffenen polizeilichen Maßnahmen nichts mehr hindurch und erhielt sich in seinen letzten Resten bis zum Jahre widelt und dann in eine grüne billige Tapete mit einem großen 1900. Er hörte auf, als die Verbilligung der Omnibusfahrpreise, rotgeblümten Muster gehüllt, das Muster nach innen gekehrt. Das die in der Mitte der achtziger Jahre durch die Einführung von Paket war zugeklebt und mit vielen Siegeln versehen. Zum Zu10 Pfennig- Teilstrecken( bei einem Preise von damals 20 Bf. für die drücken der Siegel hat ein Fingerhut gedient. Aufgegeben wurde ganze Tour) begonnen worden war, schließlich für den Omnibus den es auf dem Postamt 37, Berlin N., Schwedterstraße, am Nachallgemeinen 10. Pfennig- Tarif gebracht hatte. Im Jahre 1901 be- mittag zwischen 3 und 4 Uhr, und gelangte am Abend um 7 Uhr tamen auch die letzten Omnibuslinien den 10 Pfennig- Tarif, womit mit der gewöhnlichen Bestellung bei der Nationalgalerie an seinen im Omnibuswesen Berlins dem Unterschied zwischen unten" und Bestimmungsort. Auf die Tapete war die Adresse geschrieben. Das Bild ist unbeschädigt geblieben. Einen hartnäckigen Kampf gegen zwei Barbierbecken , oben" für immer ein Ende bereitet zu sein schien. Gleichzeitig wird ein neuer Museumsdiebstahl gemeldet. Aus führt die Polizei im 108. Polizeirevier. In diesem Revier befindet Nunmehr soll aber für die Automobilomnibusse, die dem Museum für Völkerkunde ist ein seidenes Hemd verschwunden, sich Kochhannstraße 11 ein Barbiergeschäft. Von dem Juhaber dieses die neueste Errungenschaft in unserem Omnibuswesen bilden, auf das aus Kutscha in Asien stammt, reiche Goldstickerei aufweist Geschäftes verlangte im vorigen Jahre die Polizei, er solle die jene frühere Unterscheidung zurückgegriffen werden. Unten soll es und am Kragen mit einer Leiste thotonesischer roter Seide ver- beiden aushängenden Barbierbecken, die 2,13 Meter hoch angebracht bei den bereits erhöhten Preis von 15 Pf. für die ganze Fahrt sehen ist. Dieses Hemd wurde in einem Raume aufbewahrt, der und 10 Pf. für Teilſtrecken verbleiben, oben will man sich und Angestellten betreten wird. Zuletzt wurde das Hemd am haber des Geschäfts, begab sich nach dem Revier, um dort mit dem dem Publikum nicht zugänglich ist, sondern nur von den Beamten sind, in einer Höhe von 3 Metern anbringen. Bellgardt, der Inmit 10 f. für die ganze Fahrt begnügen.( Vom 21. Juni d. J. gesehen. Es kann daher nicht angegeben werden, Vorsteher Rücksprache zu nehmen. Nirgends seien die Barbierbecken 15. Juli ab soll dieser Preis versuchsweise eingeführt werden.) zu welchem Zeitpunkt es abhanden gekommen ist. so hoch angebracht, auch sein Vorgänger habe bier Jahre vor ihm Auch jetzt entschließt sich die Omnibusgesellschaft nur deshalb zu diesem Zugeständnis, weil sie die Unbemittelten nicht verlieren, feit Anfang vorigen Monats in Grünau auf Sommerwohnung Anstoß daran genommen. Beim Baden ertrunken ist der Oberpostassistent Aussig, der in gleicher Höhe die Becken hängen gehabt, und niemand habe Alles aber half nichts. B. erhielt durch den Zahlungsfähigeren aber für den höheren Preis eine Gegen weilte. A. nahm vorgestern in der Grünauer Badeanstalt ein Bad einen Schußmann den Bescheid, entweder die Becken höher an leistung bieten will. Und auch diesmal wieder wird der Trick, und schwamm aus dem abgegrenzten Teile der Anstalt hinaus bis zubringen oder abzunehmen. Da diese Becken aber gewisserden Zahlungsfähigeren die Möglichkeit der Absonderung von den ziemlich zur Mitte der hier sehr breiten Dahme. Plötzlich ver- maßen das Aushängeschild der Barbiere darstellen, entfernte B. Anbemtttelten zu bieten, seine Wirkung nicht verfehlen und als schwand der Oberpostassistent in den Fluten, doch glaubten die Zu diese nicht, konnte aber diese Abzeichen auch nicht gut höher an Beruhigungsmittel dienen. schauer, daß A., der ein sehr guter Schwimmer war, nur unter- bringen, da er nervenleidend war und beim höheren Anbringen getaucht sei. Da er jedoch nicht wieder zum Vorschein kam, schwamm der Bademeister der Unfallstelle zu, doch gelang es ihm nur, die Leiche des Auffig zu landen. Der Beamte ist allem Anscheine nach von einem Krampfanfall betroffen worden und hat so feinen Tod gefunden. Der fromme Hauswirt. nur mit Gefahr seines Lebens diese abends hätte abnehmen In Berlin existiert ein Verein für die Armen, der sich die Aufkönnen. Außerdem, behauptet B., stehe einem Höherhängen der gabe gestellt hat,„ das Wohl der Armen zu fördern, fie mit gefunden, Becken ein über seinem Geschäft befindlicher Balkon im Wege. billigen Wohnungen zu versehen". Er befizt eine Anzahl Häufer, so Die Polizei fragte aber nicht nach diesen Einwänden, sondern in der Ackerstr. 139-142, Bernauerstr. 111-114c und Müllerschritt zu Gewaltmaßregeln; es hagelte Strafmandate. Das erste Ins Waffer gegangen straße 53/ 53a. Diesem Verein ist das Vermieten von Wohnungen ist am Mittwoch früh gegen 5 Uhr das Dienstmädchen des Schlächter weil die Becken nur in Höhe von 2 bez w. 2,20 meter angebracht Strafmandat vom 20. September 1906 lautete quf 5 M. Geldstrafe, aber nicht Endzweck, sondern nur Mittel zum Zweck; er will die meister Endreß in der Staligerstr. 141. Gottesfurcht und fromme Sitte pflegen und wacht mit Argusaugen mit der Schlächtermamsell am Dienstagabend zu einem Vergnügen Diesmal waren es schon 10 M., weil das Fahnenschild nur in Höhe Das junge Mädchen war waren. Ein zweites Strafmandat datiert vom 15. Januar 1907. darüber, daß in seinen Häusern nach dieser Richtung alles in Ordnung ist. In vielen Fällen erreicht der Verein auch seinen Zweck. und das Dienstmädchen hatten zum Schluß noch eine Konditorei besucht trägt den 11. Februar 1907 als Datum und lautet auf 3 M., weil gegangen und kehrte von diesem etwas sehr spät heim. Die Mamsell von 2,13 Meter angebracht war. Eine dritte Strafverfügung Unsere Flugblattverbreiter, die das Häufergebiert in der Aderstraße und um nicht aufzufallen, sich hier dahin verständigt, daß die lettere die Barbierbeden sich in einer Höhe von ungefähr 1,80 Meter und Bernauerstraße zu belegen haben, haben oft die Erfahrung zuerst zu Hause gehen, während die Mamsell nach kommen sollte. In befänden. Am 7. Juni ergeht eine Verfügung, einen Kostenvorschuß machen müssen, daß so manche alte Betschwester und bigotter Bet- der Staligerstr. 141 angekommen, mußte das Mädchen wahrnehmen, von 30 M. an die Polizeihauptkaffe zu zahlen. Sehr genau hat es bruder in den Häusern ihr Heim aufgeschlagen haben. Welche Mittel daß der Schlächtermeister Endreß, dessen Frau verreist ist, von innen die Polizei mit dem Maße nicht genommen. Obwohl die Höhe der angewandt werden, um nicht vollgültig Gläubige dem Schoße der alles verriegelt hatte. Das Mädchen versuchte vom Hofe aus in ein Beden nicht verändert worden ist, wird die Höhe in den einzelnen Kirche zuzuführen, dürfte aus folgendem Einzelfall ersichtlich sein: hier belegenes Zimmer zu gelangen und kletterte auf ein Fensterblech, Strafverfügungen sehr verschieden angegeben. Wir haben dieser In einem dem Verein gehörigen Hause in der Müllerstraße wohnt um das Fenster zu öffnen. Das gelang ihr aber nicht; sie rutschte Tage auf einem Gang durch verschiedene Straßen der Stadt auf nennen wir ihn, da der Name nichts zur Sache vielmehr ab und fiel in die Scheibe hinein. Dadurch wurde Meister die Höhe der Barbierbecken geachtet und müssen dem Barbier tut Müller. Man hat glücklich herausbekommen, daß Müller Endres wach, der sie nun in den Flur und in das Zimmer holte. recht geben, daß fast nirgends diese Becken in der von dem das Verbrechen auf dem Gewissen hat, seiner Ehe nicht vom Dann hörten Nachbarsleute, die munter geworden waren, das Vorsteher des 103. Reviers verlangten Höhe angebracht sind. Prediger den firchlichen Segen erteilen zu lassen; er begnügte sich Mädchen laut stöhnen und mit der dem Gesetz genüge leiftenden Eheschließung vor dem Frauenzimmer, paßt auf die Friedrichstraße usw. Nach dem kleiner Geschäftsmann zur Berzweiflung getrieben werden kann, ist den Meister schimpfen: Freches Daß durch diese fortwährenden Erschwerungen der Existenz ein Standesbeamten; auch die Kinder Müllers waren noch nicht ge- Fortgang des Meisters versuchte sich das Mädchen zu erhängen, wurde erklärlich. B. hatte denn auch infolge der Aufregungen eine Heiltauft. Durch dem Verwalter wird dem M. nahegelegt, diefes Ver- aber abgeschnitten und erholte sich wieder, worauf Herr Endreß anstalt aufsuchen müssen. Kürzlich ist er wieder zurückgekommen, brechen gut zu machen und sich nachträglich des kirchlichen Segens feinen Gefellen nach der Polizei schickte. Als diese erschien, war aber der Kampf geht ruhig weiter. ein Arbeiter " Am Sonnabend legte uns Herr Bellgardt die Strafmandate zu vergewissern. Das wird dem M. mit der Drohung begreiflich das Dienstmädchen verschwunden. Nachbarn sahen es aus dem gemacht: Wer hier nicht kirchlich getraut ist, kann hier nicht Fenster steigen und dem nahen Kanal direkt zueilen. Nicht lange wohnen." Später erkundigt sich der Verwalter danach, ob seiner darauf konnte das Endreßsche Dienstmädchen aus dem Wasser ge- vor, am Mittwochabend lasen wir im Polizeibericht folgende trodene Mahnung Rechnung getragen wird und als er am 25. Juni hört, zogen werden. Um 4 1hr war es nach Hause gekommen, um daß das nicht der Fall ist, hat M. am 26. Juni die Kündigung in 5 Uhr war es eine Leiche. Notiz: den Händen und muß das fromme Haus am 1. Ottober verlassen. Uns wird noch von Kunden des Schlächtermeisters mitgeteilt, . Er kann nunmehr darüber Studien anstellen, daß der Zweck des daß er mit seinem Personal start wechsele. Ob das an den Leuten Vereins Berliner Armen":" gesunde und billige Wohnungen zu ver- oder an dem Schlächtermeister liegt, fonnten wir noch nicht unmieten" nur ein Deckmantel für seine mucerischen Bestrebungen ist. zweifelhaft feststellen. Und weil M. das nun erkannt hat, hat er sich entschlossen, der Die Unfallstation in der Badstraße wurde am Mittwochabend Der Barbier Dtto Bellgardt, 32 Jahre alt, versuchte sich in seiner Wohnung Kochhannstr. 16 mit gyantali zu vergiften. von seiner Ehefrau gerufene Arzt gab Gegenmittel und ordnete die Ueberführung nach dem Krankenhause an." Begreifen nun unsere Leser den Zusammenhang? Wir meinen, Stiche, der er bisher noch dem Namen nach angehört hat, gänzlich start in Anspruch genommen. Fünf Berlegte mußten auf einmal die die Polizei hätte nüßlicheres zu tun, als in dieser Weise Kleinen Geden Rücken zu lehren durch Austrittserklärung vor dem Amts- Station auffuchen, um sich verbinden zu lassen; darunter der schäftsleuten das Leben sauer zu machen. gericht. 28jährige Schuhmacher E. Ebert aus der Gropiusstraße, der schwer. wie verlautet Rigdorf. Bierzig Personen unter Gebäudetrümmern. Aus New York wird gemeldet, in Philadelphia sei eine große Gießerei eingestürzt; vierzig Personen seien dabei ums Leben gekommen, fünfzehn Leichen feien geborgen. Der Sprengschuß. In einem in der Nähe der Stadt Bozen gelegenen Steinbruch ging ein Sprengschuß los, während die Arbeiter schliefen. Drei Arbeiter wurden sofort getötet, mehrere andere ziemlich schwer verwundet. Eine abermalige Dynamiterplosion ereignete fich vorgestern in Johannesburg in dem Pumpwert einer Goldmine, durch die das Pumpwerk beschädigt und das angrenzende Gebäude zum Einsturz gebracht wurde. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen Veranstaltungen. Charlottenburg. Mittwoch, den 17. Juli, im Voltshause, Rosinens straße 3, abends 82 Uhr: Versammlung. Vortrag des Herrn Raschte über:" Die Seife und ihre wirtschaftliche Bedeutung." Lichtenberg. Montag, den 15. Juli, abends 81 Uhr, im Schwarzen Adler": Generalversammlung. Albert Stormer wird ein Referat über Bau und Funktionen des menschlichen Körpers" halten. " Sozialdemokratischer Leses und Diskutierklub Hasenclever". Heute abend 8%, Uhr bei Storff, Elisabethkirchstr. 18: Sigung. Gäste will fommen. Briefkasten der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4 eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 104) wochentäglich von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. B. 100. 1. und 2. Nein. 3. Ja, wenn nicht etwa absichtliche Täuschung Mr. S. 100. Ihre Mutter soll schleunigst bei dem Magistrat borlag. Eine böse Stiefmutter. Die sensationelle Verhaftung der Gattin angegeben werden konnte, rief den größten Un- 1so daß der Zugverkehr nur eingleifig aufrecht erhalten werden eines praktischen Arztes, die am 19. Juni v. J. im Auftrage der willen in der Versammlung hervor. Die Vertreter der einzelnen fonnte. Berliner Staatsanwaltschaft in Swinemünde vorgenommen war, Gemeinden geißelten mit scharfen Worten die Mißstände auf den bird am Dienstag kommender Woche vor der zweiten Ferienstraf- einzelnen Stationen. Straßen, welche täglich von 3000 Personen lammer des Landgerichts II ihre Aufflärung finden. Vor dem ge- und 600 Fuhrwerken benutzt würden, seien noch nicht überbrückt, die nannten Strafgericht muß sich die Gattin des praktischen Arztes Bahn kreuze sie vielmehr im Niveau. Auf einzelnen Stationen seien Dr. B., Frau Else Bergmann, wegen Körperverlegung mittels die Zustände geradezu ungeheuerlich. Häufig fomme es vor, daß einer das Leben gefährdenden Behandlung verantworten und zwar eine Schranke von den zumeist mit Arbeiten überlasteten Beamten ist die Mißhandelte die eigene bierzehnjährige Stief erst in dem Augenblick geschlossen wird, wenn ein Zug schon Ein Großfener brach nach einer Meldung aus Teramo vors tochter Marie B. Die Tatsachen, die zur Erhebung einer An- heranfaust. Nur mit Rücksicht auf die Beamten sei bisher nicht bei gestern abend in der pyrotechnischen Fabrik Baiocchi in Città Sant llage gegen Frau Dr. B. führten, sollen fo ent- jeder Gelegenheit Anzeige erstattet worden. Ein schweres Unglück Angelo aus, bei dem vier Personen ums Leben tamen und mehrere feglicher Natur sein, daß die Verhandlung vor der Straffammer wieder an einem biefer Uebergänge fei für die Dauer unvermeidlich. Im schwere Verlegungen erlitten. Der Eigentümer soll unter den einmal das Martyrium eines Stieffindes aufrollen wird, wie es est en von Berlin feien solche Zustände undenkbar, in jedem Jahre Trümmern begraben sein. Truppen und Beamte sind nach der glücklicheriveise nur selten ein Strafgericht beschäftigt. Die Miß- würden hier wesentliche Erweiterungen geschaffen, während es im Unglücksstelle abgegangen. handelte ist die aus der ersten Ghe des zuletzt in der Bülowstraße Norden die Eisenbahnbehörde innerhalb zehn Jahren nicht einwohnhaft gewesenen Dr. med. B. stammende Marie B., die jetzt mal ermöglicht habe, den Grunderwerb für den Ausbau zu erledigen. 14 Jahre alt ist. Im Jahre 1905 heiratete Dr. B. das zweite Mal. Die Versammlung wählte schließlich ein Agitationsfomitee und Von Anfang an war der jungen Frau das Stieffind ein Dorn im beschloß, Material über die Zustände an der Nordbahn zu beschaffen Auge. Da die Ehe kinderlos blieb, so wendete der Bater seine Liebe und eine große, öffentliche Protestversammlung der in erster Linie feinem einzigen Kinde zu. Dies erregte in seiner Nordbahn- Borortbewohner nach Berlin einzuberufen. Gattin einen furchtbaren Haß und häufig schrie sie das Kind an: Du allein haft mir mein ganzes Eheglück zerstört!" Ihrem Haß gegen die Stieftochter soll Frau Dr. B. mun, wie be Der Riesen- Kohlenbrand auf der Nixdorfer Gasanstalt im Dehauptet wird, durch Mißhandlungen und Torturen aller Art Luft zember 1906 und Januar 1907 hat nach einem foeben erschienenen gemacht haben. Das einzige Kleid des Mädchens war ein dünnes Berichte des Nirdorfer Magistrats einen Gesamtschaden von Kattuntleidchen, während die Stiefmutter in den glänzendsten 21 215,42 M. zur Folge gehabt. Es find allein für nahezu 10 000 m. Toiletten pruntte. Obwohl Dienstmädchen vorhanden waren, mußte Sohlen vernichtet worden. Die Löschungsarbeiten, zu denen be Marie B. jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen, sämtliche Stuben fanntlich auch Militär herangezogen wurde, haben 11 685 m. ge reinigen, den Kehricht heruntertragen und den Kohleneimer herauf- foftet. Die Kohlenvorräte der Gasanstalt waren bei der Baterschleppen. Am Familientisch durfte fie auch nicht essen, ländischen Feuerversicherungs- Attiengesellschaft in Elberfeld gegen sondern ihr färgliches Mahl, falls sie überhaupt etwas zu Feuersgefahr versichert, die sich auch bereit erklärt hat, den eigentessen bekam, in der Küche mußte ste oder in einem lichen Brandschaden und den größeren Teil der Lösch- und Aufdunklen Winkel berzehren. Auf Anordnung der Stiefmutter räumungskosten zu tragen. Von den lagernden 400 000 Bentnern mußte das arme Kind auch auf einem bon Wangen Gastohlen find trotz der wochenlangen Dauer des Brandes fast durchsfeuchten Feldbett schlafen, welches in dem fogen. Lichtbad auf- 300000 Bentner unbeschädigt geblieben. Das Feuer war im übrigen, nach gestellt war. In diesem Raume behandelte Dr. B. seine mit Haut- eingehender Prüfung durch Sachverständige, lediglich auf unvermeid leiden oder sonstigen häßlichen Krankheiten behafteten Patienten im bare Naturereignisse zurückzuführen, ein strafbares Verschulden elektrischen Lichtbad. Es wird sogar behauptet, daß es mehr als städtischer Angestellter liegt nicht vor. einmal paffiert sei, daß die jetzige Angeschuldigte das Mädchen in den Lichtbadkasten geſtedt und sämtliche Glühlampen eingeschaltet Weißensee. habe, so daß eine folossale, Hize entstand. Auf die flehentlichen Die lette Gemeindevertretersitung hatte sich wiederum mit dem Bitten des Mädchens habe ihre Stiefmutter nur höhnisch gelacht Drtsstatut zur Heranziehung der Haus- und Grundbesizer zu den und mit einem Rohrstock auf den aus dem Kasten heraus Pflastertosten zu beschäftigen. Die Wertzuwachssteuer hatte nicht ragenden Kopf des Kindes eingeschlagen. Schließlich soll sie die Erregung unter den Beteiligten wachgerufen als dieses Drtsdas Mädchen, welches schon irre redete und ohnmächtig wurde, statut. Deffentliche und andere Versammlungen, Eingesandts in an den Haaren herausgerissen und den nackten Körper mit den dem hiesigen Ortsblatt sprachen für und gegen und in der GemeindeStocke weiter bearbeitet haben. Ferner soll Frau Dr. B. das vertretung gab es erregte Debatten, bis so lange herumgelittet wurde, Mädchen häufig, u. a. auch am 7. Februar, bei bitterer Kälte im daß es in namentlicher Abstimmung gegen sechs Stimmen an Hemd an das offene Fenster gesetzt haben, um es angeblich abgenommen wurde. Herr Konig, der Vertreter der Baugesellschaft zuhärten". Um aus dem Kinde Geständnisse über alle möglichen für Mittelwohnungen, beantragte die namentliche Abstimmung, um angeblich begangenen Schandtaten herauszupreffen, soll die An- feiner Gesellschaft zu zeigen, daß er bis zum letzten Augenblick ihr Abteilung für Bersicherungswesen Köllnischer Bart den Antrag auf Invaliden. M. P. 3000. Vor erreichter Bolljährigkeit könnten Sie geschuldigte des Nachts häufig mit Hilfe eines Latens und einer Interesse gewahrt hat, ja der arme Protestler mußte fogar feinen die lage nicht anstellen. E. B. 550. Wenden Sie sich an einen Arzt. weißen Larve Sput- und Gespenstererscheinungen an dem Bett des Sommerurlaub unterbrechen, fonnte aber das finkende Schiff nicht Einholz. Nach der von Ihnen geschilderten Lage würden Sie 12 M. Mädchens inszeniert haben. Das Leiden des Stieftindes tam mehr retten. Auch Schöffe Rothe hatte einen sonderbaren Tag und für die Zeit bis zum 1. August zu zahlen haben. Ebenso für den August. Da keine schließlich zur Kenntnis der Polizei. Das Amtsgericht Berlin- sprach sehr viel vom Ruin des Hausbesizers, trobem er bor nicht andere Kündigungsfrist abgemacht ist, so kann bei der auf Monat genommenen Eberti 28. Schöneberg beschloß auf Grund des§ 1666 des Bürgerlichen langer Zeit erst ein Grundstück mit 500fachem Verdienst veräußerte. Aftermiete von jedem Teil bis am 15. zum 1. gekündigt werden. Nein. Autodidakt 22. 1. Wie ti. 2. furz. K. G. Wien. Ihre Gesetzbuches die Unterbringung des Mädchens in anderweitige Das Statut, welches 9 Baragraphen umfaßt, besagt in der HauptPflege und Erziehung, ba ein weiteres Verbleiben in der fache folgendes: Die Erhebung von Beiträgen erfolgt für die he beſteht auch für Desterreich und überhaupt für das Ausland zu Recht. A. B. 12. Sie können Erbteilung verlangen. Ob Ihnen überhaupt etwas Familie der Eltern das Leben des Kindes gefährde und außerdem Herstellung von 1. Neupflasterungen sowie Umpflasterungen bon zusteht, fönnen Sie vielleicht aus den Pflegschaftsakten ersehen, falls Ihr die Stiefmutter das leibliche und geistige Wohl des Mädchens in Straßendämmen mit besserem Material, wozu auch Asphalt, Holz Bater zum zweitenmal gebeiratet hat. Wette. 1. Soweit uns bekannt gröblicher Weise vernachlässige. Außerdem wurde die vorliegende und dergleichen zu rechnen ist; 2. Straßendurchbrüchen sowie Vor- zurzeit von 1500 M. ab. 2. Ja. 3. Von der Aufforderung zur Zahlung Anklage wegen Mißhandlung erhoben. Die Angeklagte hat zu dem bereitungen von Straßen und Straßenteilen, wobei unter Ber- ab. 4. Wenn Sie in diesem Jahre aus der Kirche austreten, haben Ste Termin durch Rechtsanwalt Dr. Schwindt und Justizrat breiterung" auch Freilegung einer Straße entsprechend den bereits vom Schlusse des nächsten Jahres ab Kirchensteuer nicht mehr zu zahlen. P. Th. 100. Die Deutsche Bank wie jede Bank nimmt Geld auch als Dr. Sello einen umfangreichen Beweis dafür angetreten, daß sich vorhandenen Fluchtlinien zu verstehen ist; 3. öffentlichen Blägen Depot an und berzinst es. Moabit 1000. 1. Eine Ehefrau, die die Züchtigungen stets in dem Rahmen des ihr zustehenden und Parts sowie deren Vergrößerung. Insoweit es sich um Straßen- mindestens 200 Marten vor Ihrer Heirat geklebt hat, tann innerhalb eines Büchtigungsrechts belegt haben. Zu der Verhandlung, die sehr pflasterungen handelt, werden Beiträge von den Eigentümern der Jahres nach geschlossener The Burüderstattung der Hälfte der Klebemarken interessante Momente zur Sprache bringen wird, sind eine große Grundstücke, über deren Frontlänge sich die Veranstaltung erstrecken, beträge verlangen. Den Antrag richtet sie schriftlich oder zu Brotokoll an Anzahl Zeugen geladen worden. nach Verhältnis dieser Frontlänge erhoben, und zwar 25 Prozent den Magistrat( Abteilung für Invalidenversicherung, Köllnischer Park). der Gesamtkosten der Veranstaltung bei Straßen, die ganz 8wedmäßiger ist es, weiter zu versichern. Durch Kleben von mindestens gepflastert waren und 50 Prozent dieser Kosten bei Straßen, 40 Marten irgend welcher Klasse innerhalb je 2 Jahren erhält die Ehefrau burch Weiterkleben ihren Anspruch aufrecht. 2. Steuerpflichtigkeit Gespielt wird am Sonntag, den 14. Juli: Friedrichshain bie nicht in voller Breite gepflastert waren. Hierbei werden die bon würde vorliegen. 8. Sie müßten auf Herausgabe beim Gericht flagen. 3. 83. Ist der Mietsvertrag und Haushaltungsvertrag ein einheit bon 9-12 Uhr vormittags, Sportplak Behmstraße( Ede britter Seite aus besonderen Gründen zu zahlenden oder gezahlten Beiträge zu den Kosten der Veranstaltung von den Gesamtkosten der licher, so bindet er im vollen Maße auch den neuen Käufer. Ift er kein Bellermannstraße) von 9-12 Uhr vormittags, Treptow von 8 bis Veranstaltung nicht in Abzug gebracht. Falls die Neu- oder Um- einheitlicher, so ist der neue freihändige Käufer an den Mietsvertrag ge11 Uhr vormittags, Jungfernheide von 8-11 Uhr vormittags. pflasterung von Straßen, deren Anlieger nach den Bestimmungen bunden, fann also die Miete nicht einseitig erhöhen. An den HaushaltungsDie Teilnehmer treffen sich für den Spielplatz Friedrichshain dieses Drtsstatuts erstmalig zu Beiträgen herangezogen sind, fünftig bertrag wäre er dann nicht gebunden, Sie könnten aber Ihre vollen Rechte um 8 Uhr am Kriegerdenkmal, für den Sportplaz Behm vor Ablauf von je 20 Jahren wiederholt wird, sollen Beiträge von aus dem Bertrage gegen den früheren Eigentümer geltend machen. straße am Bahnhof Gesundbrunnen um 82 Uhr, am Bahnhof den Anliegern nicht erhoben werden. J. 2. Die Reichsbant ist keine staatliche Bant, sondern eine Privat Die bestehenden Ortsstatute bant, aber mit maßgebendem Einfluß des Reiches. Das Nähere ersehen Webbing am Nettelbeckplatz( Urania- Säule) um 8 Uhr, am Bahnhof betreffend die Straßenpflasterung nach dem Baufluchtengesetz und der Sie aus dem Reichsbantgesek, das in jeder öffentlichen Bibliother einzusehen ist. A. R. 9. Die Schiedsmänner finden Sie im II. Teil des Schönhauser Allee um 8 Uhr, für den Spielplatz Jungfern- Bürgersteigregulierung bleiben unberührt, so daß die erste Damm pflasterung mit 100 Broz. bezahlt werden muß und bei einer Adreßbuches aufgeführt. 2. W. 57. 1. Ja. 2. Trauschein, die Heide am Bahnhof Beuffelstraße um 8 Uhr und für den Spielplas erfordert Treptow an der Oberfreiarchenbrüde um 7% Uhr. Willkommen eventuellen Bürgersteigregulierung der Hausbefizer mit 75 Broz. zu Geburtsscheine und der Staatsangehörigkeitsausteis tann 74 den Kosten herangezogen wird. werden. Zur Erteilung bes letteren find für Bayern die Kreisfind Kinder nicht nur von Turngenossen, sondern auch auf Kinder regierungen zuständig. 3. Mehrere Monate. 4. Sie tönnen das Gesuch schriftlich an das Polizeipräsidium richten. 5. Ja. Auf immer. folcher Eltern, die dem Arbeiter- Turnverein" Fichte" und über- Köpenick. Haupt der Turnfache fernstehen, wird gerechnet. Die Kinder Unglückliche Schießübungen Arbeitswilliger fanden nach uns geWitterungsübersicht vom 11. Juli 1907, morgens 8 Uhr. werden nach Beendigung der Spiele wieder an die Sammelpläge wordenen Mitteilungen am Freitag auf dem Schulneubau in der Kaiser Wilhelmstraße statt. Hier waren Akkordmaurer und Steinzurüdgeführt. träger als Arbeitswillige beschäftigt. An genanntem Tage versahen wahrscheinlich um sich vor den bekannten Bes Stationen fich dieselben mit Revolvern und hielten, lästigungen" Streifender zu schüßen um auch eine geschickte Handhabung desselben zu erlangen, Schießübungen" ab. Hierbei wurde der Steinträger Willi Balte durch einen Schuß in den Unterleib getroffen, so daß der Verlegte in das Köpenider Krankenhaus gebracht werden mußte. Kinderspiele des Arbeiter- Turnvereins„ Fichte". Feuerwehrbericht. Gestern früh um 9 Uhr erfolgte ein Alarm nach der Unionsbrauerei in der Hasenhaide 22-24. Tulol war dort übergekocht. Die Gefahr konnte bald beseitigt werden. Früh um 4% Uhr mußte in der Gleditschstr. 32 ein Kellerbrand gelöscht werden, der durch Selbstentzündung von Breßkohlen ausgekommen sein soll. In der Gitschinerstr. 79 brannten vor einer Feldschmiede Sägespäne, eine Stifte u. a. Vorort- Nachrichten. Vermischtes. " rente stellen. Barometer stand mm qui richtung Better Zemp. n. G. Stationen Barometer. stand mm 28ind Bumip Windstarte Better Temp. n. T. 15 Haparanda 765 S 2bebedt 13 3 halb bd. 12 Petersburg 766 Still 2 bedeďt 15 Scilly 2 Regen 12 berbeen 5 bedeckt 11 Baris Hamburg 767 NNW Swinembe. 765 NNW 2 Regen Berlin 765 NW Franti.a.M. 767 S München 768.28 28ien 765 N 2 wolfen! 18 775 NND 77252 773 NND Dunst 19 1 wolfen! 14 2 wolfig 12 3 bededt 11 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 12. Juli 1907. Biemlich fühl, teilweise aufflarend, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner Betterbureau Waferstand am 11. Juli vorm. Elbe bei Auffig-- Meter, bei 1,08 dp. Elbe bei Magdeburg 1,50 Meter. Ober bei Ratibor 4,54 Meter. Dder bei Breslau 1,18 Meter. Dber bei Brieg 2,72 Meter. Neißemündung 2,00 Meter. Raub, 10. Juli. Rhein Die 8 Uhr morgens 3,16 0,10 Meter. Straßburg, 10. Juli. Rheinschleuse 3,81 Eisenbahnunfall in Luckenwalde. In der vergangenen Nacht vers sagte bei der Lokomotive eines auf dem Luckenwalder Bahnhof Der Verkehrsverband an der Nordbahn rangierenden Güterzuges die Bremse. Der Zug fuhr mit voller Ge hat in Hermsdorf eine große Versammlung abgehalten und zu dem walt in einige vor dem Prellbock stehende beladene Güterwagen und Resultat der Konferenz seiner Vorstandsmitglieder mit dem zertrümmerte diese und deren Ladung vollständig. Auch die Maschine Eisenbahnpräsidenten Stellung genommen. Die Mit- und Wagen des Rangierzuges wurden schwer beschädigt. Dem teilung, daß die Vertreter der Eisenbahnbehörde sich in allgemeinen Lokomotivpersonal gelang es, durch Abspringen sich zu retten, boch Worten bewegt hätten und nichts erreicht worden sei, indem nicht haben beide Beamte erhebliche Hautabschürfungen erlitten. einmal ein Zermin für den Ausbau der Nordbahn Strecke war im Bahnhof Luckenwalde durch die Krümmer versperrt,+0,09 Meter. Dresden Das große Volks- Fest des Kreises Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg findet am kommenden Sonntag, den 14. Juli, in dem an der Oberspree gelegenen Etablissement Hasselwerder in Nieder- Schöneweide statt. Doppel- Konzert, Massen- Gesänge, Turnerische Aufführungen, Reigenfahren, WasserFeuerwerk, Ball, Fackelpolonäse, Kasperle- Theater etc. Auftreten d. Volkssängergesellschaft Lewandowski. Um 8 Uhr: Eröffnung der Kolonial- Ausstellung. Die Kaffeeküche ist von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet. Jedes Kind erhält am Eingang zwei Bons, von denen der eine zur Empfangnahme einer Stocklaterne und der andere zur beliebigen Benutzung des Karussells oder der Schaukel berechtigt. Von morgens 6 Uhr ab: Früh- Konzert. Entree 25 Pf. Kinder frei. Das Etablissement Hasselwerder ist in zirka 10 Minuten vom Bahnhof Nieder- Schöneweide- Johannisthal zu erreichen, oder auf den Dampfern der Tismer- Gesellschaft von der Schillingsbrücke in Berlin direkt nach dem Lokal( Preis für die Dampferfahrt pro Person 20 Pf.). Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Nixdorf. Für den Inferatenteil verantw.: Th.Glode, Berlin, Drud u. Berlaa: Borwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co, Berlin SW.