Ur. 161, Bbonnements-Bedingungcn: LdonnementS- PreiZ pränumerando i Vierteljährl. 8L0 Ml., monatl. 1,10 Ml., köchenrlich 2S Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nummcr mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt» 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preiziifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für daS übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. 'TiOt, Schweden und die Schweiz. 34. Jahrg. Weint tZgli««sBer moniig». Verlinev Volksblcrkk. VI« lnsertlsns-eedllhr veträgt für die scchSgespaltene Kolons?» gelle oder deren Raum M Pfg., für politische und gewerlschaftliche Vereins- Und VersammlungS-Anzeigen 30 Pfg, „Kleine Snreigen", das erste(seit- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedeS Iveitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzeigen daS erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expeditton ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „SszliUdiiMtot Rerlin". Zentralorgan der foztaldcmokrati feben Partei Deutfchlands. Redaktion: SM. 68, Lindcnstraese 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1S8Z. Sonnabend, den 13. Juli 1907* Expedition: SM. 68» Lindcnstraese 69* Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Sozialdemokratie und biirgeriiche Politik. In der Mittwochsitzung des österreichischen Ab- geordnetenhauses kam bei der Verhandlung des Budgetprovisoriums als erster sozialdemokratischer Redner Ge nosse B. Adler zu Wort. Seine außerordentlich klare Rede beleuchtet die Stellung der Sozialdemokratie zu den bürger lichen Parteien in so interessanter Weise, sie bietet überdies ein so anschauliches Bild der politischen Situatton in Oester reich, daß eine ausführlichere Wiedergabe der Rede auch außer halb der schwarzgelben Grenzpfähle wohl auf Beachtung rechnen darf. Adler führte aus: .... Es scheint, daß das allgemeine Wahlrecht das erste Mal nicht ganz die Früchte getragen hat, die die Herren gern gewünscht hätten. Die Herren hätten gewünscht, daß das Wahlrecht all- gemein werde, s i e den Ruhm einer demokratischen Reform hätten, und daß das Ergebnis der Wahlreform ungefähr dasselbe H a u S wäre, wie sie es früher gehabt haben. Der Ministerpräsident konstatiert mit einem ttockenen und einem nassen Auge, daß das Haus ein bißchen anders geworden ist. mit einem Worte, daß eigentlich für seine Wünsche und für die Wünsche der Majorität des Hauses zu viel Sozialdemokraten hier sind. Und er tröstet die Herren, er erklärt diesen Uebelstand, er erklärt ihn historisch, er erklärt ihn aus den Sünden des alten Hauses, aus den Sünden der alten Parteien, und er hat den Herren eine wirklich ganz anerkennenswerte Predigt gehalten, von der ich zwar glaube, daß sie richtig sei, von der ich aber vermute, daß sie ganz ohne Wirkung für die Praxis sein werde. Er hat ihnen gesagt: Ja, man müßte eben mehr den Zusammenhang mit den breiten Massen des Volkes haben. Aber, meine Herren, der Zusammenhang allein tut es nicht, die großen Worte allein tun es nicht, die schönsten Deklamationen tun es nicht— die Massen wollen das Bewußtsein haben, daß die Leute, denen sie ihr Vertrauen schenken, rücksichtslos ihr Interesse vertreten.... Der Ministerpräsident tröstet sich weiter und sagt: es sind zwar viele Sozialdemokraten da, aber es ist ihm lieber, sie sind hier als draußen. Wir können ihm da nur die beruhigende Er- klärung geben, daß wir trachten werden, von Jahr zu Jahr seinen Herzenswunsch immer mehr zu erfüllen,(lebhafte Heiterkeit und veisall), daß auch wir die Hoffnung haben, weil für unsere Be dürsnisse und für die Bedürfnisse des Proletariats noch lange nicht genug Sozialdemokraten hier sitzen, daß das, was er wünscht, von Wahl zu Wahl immer mehr in Erfüllung gehen werde. Aber in einem irrt sich der Ministerpräsident: es ist wirklich nicht so, wie er es sich vorzustellen scheint, daß, je mehr Sozialdemokraten er hier hat, umsoweniger draußen seien.(Lebhafte Heiterkeit und Zw stimmung.) Wir sind hier nur der Ausdruck der Tatsache, daß es draußen so viel Sozialdemokraten gibt, ungleich mehr, als die Herren geglaubt haben. Darum hoffen wir, unsere Tätigkeit hier und draußen in der Agitation und Organisation nach wie vor so einrichten zu können, daß die Sozialdemokraten nicht nur hier, sondern auch draußen zunehmen.... Der Ministerpräsident hat auch gesagt:„Wir fürchten uns nicht bor den Sozialdemokraten." Sie fürchten sich aber dochl Und der polttische Ausdruck der ganzen Parteienkonstellation dieses Parlaments, Ihr Zusammenschluß gegen die Sozialdemokraten be- weist dies am besten.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Aber wir waren darauf gefaßt und erklären unumwunden, daß wir diese Kon st ellation als einen normalen Zu- st a n d ansehen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemo- iraten.)... Wir sind hier wie in einer Zitadelle, von Armeen rechts und links eingekreist: hier vom deutschen Block und hier vom slawischen Block. Das sieht furchtbar gefährlich aus. Aber diese Blocke haben ein merkwürdig lockeres Gefüge, und die politische Praxis wird es sehr bald ergeben, daß wir erleben, daß der Ring, der aus diesen Blocken zusammengeschmiedet ist, eisern nur zu allem Schlechten sein wird(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten), niemals aber zu wirklichem und ernstem Fortschritt.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- kraten.) Der Grund hierfür ist sehr einfach. So lange es sich darum handelt, Angriffe gegen das herrschende System, die von der sozialdemokratischen Partei ausgehen, abzuwehren, können Sie einig sein, allerdings nicht ganz ohne Schädigung Ihrer Parteigrundsätze, Ihres Ansehens in der Bevölkerung als Pattei.... Aber es kommen auch andere Momente, wo es sich um ernste Klasseninteressen, um wirtschaftliche Jntereffen handeln wird, und da dm ich neugierig, wie dieser Ring zusammenhalten wird, der aus Agrariern und Städtern besteht, der anfängt bei Sr. Exzellenz dem Ritter von Abrahamowicz und hinübergeht zu den Herren, die auf der äußersten Linien sitzen.... Aber die Kleinbauern werden anders aus diesem Parlament hinausgehen. als sie hereingekommen sind(Lebhafte Zustimmung b»i den Sozialdemokraten), und sie werden sich auf die Dauer nicht zum Vorspann für den Herrn Abrahamowicz und die Herrschergelüste der Bureaukratie benutzen lassen können. Ueber das deutsche Biirgettum und seine Vertreter im Parka» ment will ich hier nicht weiter sprechen und trotz aller prinzipiellen und Parteigegnerschast nur das eine sagen: Das hat daS deutsche Bürgertum denn doch nicht verdient, daß seine Vertreter es hier bereits zu einer von der christlichen Partei abhängigen Schutzttuppe, zu einem HülfskorpS der Christlichsozialen machen.(Lebhafter Bei- fall und Händeklatschen.) Vorläufig haben wir eine ganz merk- würdige Situatton: Sie sind Mitregierer» Sie sitzen in der Re-! gierung, Sie genießen die Freuden der Macht, vielleicht nicht ganz, aber den Glauben der Macht haben Sie doch. Haben Sie nicht manchmal den Eindruck, als ob Ihre parlamentarischen Minister weniger die Vollstrecker Ihres Willens als die Geiseln sind, die die Regierung und die Majorität vorläufig behält, um von Ihnen zu erzwingen, daß Sie sich fügen?(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Herrschen? Danach schaut eS nicht aus. (Heiterkeit.) Es schaut vielmehr nach einem chronischen Kompromiß, wenn nicht nach einer chronischen Kompromittierung aus. (Heiterkeit und Beifall)... Was haben wir zu diesem Zusammenschluß zu sagen? Wir vettreten hier die Interessen der Arbeiterklasse aller Nationen, und wenn Sie das früher vielleicht bestritten haben, so werden Sie doch heute zugeben müssen, daß ein viel beträchtlicherer Teil der Be- völkerung. als Sie selbst vermutet haben, die Sozialdemokraten als ihre Wortführer anerkennt. Wir vertreten dieses Interesse der Arbeiterklasse mit voller Schärfe und Rücksichtslosigkeit und sind darauf gefaßt, daß. wo dieses Interesse mit dem der herrschenden Klasse zusammenstößt, all Ihr Gerede über Volksparteien und Ver- tretung aller möglichen Schichten verschwinden und der nackte Klassengegensatz zu Tage treten wird... Die Thronrede hat auch soziale Reformen angekündigt. Aber Baron Beck hat in seiner Programmrede eine sehr verdächtige Einschränkung gemacht. Er will sie mit der gebotenen Rücksicht auf die Existenzbedingungen der Produktion. Wenn wir glauben könnten, daß die Regierung und die Parteien, die heute die Majorität haben, die Existenzbedingungen der Produktion richtig verstehen, könnten wir vollauf mit dieser Begrenzung einverstanden sein: denn die wichtigste Existenzbedingung der Produktion ist die Arbeits- und Konsum- fähigkcit deS Arbeiters.(Lebhafter Betfall bei den Sozialdemo- kraten.) Mit jedem Lohnguldrn, den die Arbeiterschaft erobert, mit jedem Fortschritt in der Lebenshaltung der Arbeiterschaft erhöht sich auch die Leistungsfähigkeit der Industrie.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Regierung die soziale Reform weiter noch dadurch unterstützen will, daß sie das Koalitionsrecht der Arbeiter voll zur Wahrheit werden läßt und jeden Versuch, daran zu rühren, als ein Attentat nicht nur aus das Recht der Arbeiter, sondern auch auf die Existenzbedingungen der Industrie abwehrt, sind wir damit gleichfalls einverstanden. Aber trotzdem müssen wir uns darauf gefaßt machen, daß wir die Sozial- reform in allen Einzelheiten Schritt für Schritt werden er« kämpfen müssen... Bei der Sozialreform handelt eS sich aber nicht nur um Altersversorgungs-, VersichernngS- und Arbeits- schutzgesetze, sondern in sehr hohem Maße auch um die Ver- waltung und vor allem um die SanitätS ver waltung. Wenn wir in unserem Staate, der in allem rückständig ist, der teuer und schlecht verwaltet ist, vorwärts kommen wollen, so ist vor allem die Sorge für die Volksgesundheit notwendig.(Lebhafte Zu stimmung bei den Sozialdemokraten.) Damit meine ich nicht nur die elende Vorsorge für die Kranken, die unser Zeitalter geradezu schändet. Nicht um Werke der Charitas allein handelt es sich, nicht um freiwillige Almosen, sondern um ein Recht.(Lebhafte Zustim mung bei den Sozialdemokraten.) Die Sanitätsverwaltung müßte ganz selbständig neben der politischen Verwaltung stehen und dürfte ihr nicht untergeordnet sein. Zu dieser positiven Arbeit ist die Sozialdemokratie durchaus geneigt. Die Sozialdemokratie will das Recht der Bevölkerung auf Gesundheit verwirklichen und in diesem Rechte liegt daS ganze sozialdemokrattsche Programm in allen seinen Konsequenzen bis zur Beseitigung der kapitalistischen Gesell- schastsordnung.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Sozial- demokraten.)... Sie setzen in Ihren Reden so oft unser Maximalprogramm, unsere letzten Ziele und unsere tägliche Arbeit, die wir verrichten, einander entgegen. Beruhigen Sie sich: Zwischen unserem Maximalprogramm und unserem Minimalprogramni, zwischen unserem letzten Ziele und unserer heutigen Arbeit besteht kein Gegen satz, sondern der intimste lebendigst empfundene Zu- sammenhang. Jeder Schritt, in dem wir unser Minimal- Programm verwirklichen, jeder Schritt, in dem wir der Arbeiterklasse Organisation, höhere Lebenshaltung, Selbstbewußtsein, Freiheit, Entwickelung, Kulturmöglichkeit geben, bringt uns dem Moment näher, den Sie so fürchten und den wir so erhoffen, jenen Moment wo der heutige Zustand mit dem Bewußtsein der ganzen arbeitenden Massen unverträglich geworden sein wird und wo er verschwinden wird— wenn wir auch heute nicht sagen können, durch welchen Mechanismus er verschwinden wird. Wir sind in dieses Haus eingetreten im Gefühl der vollen Verantwortung, im Gefühl der Verantwortung gegenüber dem arbeitenden Volke, gegenüber der arbeiten- den Klasse aller Nationen, die uns hierhergeschickt hat, nicht um Phrasen zu machen, nicht um Schaumschlägerei zu treiben, nicht um uns in die Gefolgschaft einer Majorität bannen zu lassen, die alles andere als volksfreundlich ist. sondern die uns hierher geschickt hat, um nützliche Arbeit zu verrichten. Und daS wird die Sozialdemokratie tun, fleißig, aber auch furchtlos und rücksichtslos nach allen Seiten. Kreisen Sie uns einl Schließen Sie den Ring! Wir sind den Kampf gewöhnt, und wir werden ihn kämpfen— mit Ihnen allen und überdies mit der Regierung." ver IHagdcburgcr Candfrledensbrud) vor dem keichzgericht. Am Donnerstag fällte das Reichsgericht in einem Magdeburger Landfriedensbruchprozeß ein recht auffälliges Urteil. Vor dem Schwurgericht in Magdeburg standen am 29. April 18 Angeklagte, die zu größeren Arbeitertrupps gehörten, die einen «Arbeitswilligen" größere Wegstrecken begleiteten» ohne daß jenem etwas geschehen wäre. Diese Art der„Begleitung" soll am 4. und 0. Februar geschehen sein. Sechs Angeklagte wurden überhaupt freigesprochen. Bei den 12 anderen Verurteilten wurde in dem Vorfall am 4. Februar nur grobe-- Unfug, aber in dem Vorfall vom ö. Februar Landesfriedensbruch gesehen. Strafen von 1 bis b Mo» naten Gefängnis und Haftstrafen wurden ausgeworfen. Nunmehr kommt das Merkwürdige. In der langen Revision der Ver» urteilten beim Reichsgerichte hoben sie u. a. hervor, daß im Pro» tokollzu Unrecht geschrieben stehe, daß ein Zeuge den Zeugen» eid geleistet habe. Das gerade Gegenteil sei richtig. Dem Senat des Reichsgerichts liegt die amtliche Bestätigung des betreffenden Gerichtschreibers vor, daß er irr- tümlicherwcife die Vereidigung niedergeschrieben habe, ohne daß Zeuge M. tatsächlich vereidigt worden sei. Er, der Gerichts- schreiber, habe vergessen, in der Hauptverhandlung das Protokoll- formular zu berichtigen. Der Vorsitzende des Schwurgerichts hat darauf erklärt, er entsinne sich des Vorfalls nicht mehr, und deshalb die Berichtigung des Protokolls abgelehnt. Ferner wurde in der Revision gerügt, daß§ 377 des Straf- gesctzbuchcs verletzt sei, weil der Antrag der Verteidigung, die Geschworcnenzufragen.werdemReichsverbande -angehöre, vom Gericht abgelehnt worden sei. Man hätte da- durch die Befangenheit der Geschworenen nicht prüfen können. Der RcichSanwalt bemerkte ganz kurz: Es genüge, daß daS Protokoll sagt: der Zeuge leistete den Eid. Daran sei die Revisions- instanz gebunden. Dem schloß sich der III. Strafsenat an und begründet« die Verwerfung der Revision mit folgenden Aus- führungen: Der Z 279 der Strafprozeßordnung schreibt vor, daß die Ge« schworenen vor der Auslosung aufzufordern sind zur Anzeige von Gründen, die sie zur Ausübung ihres Amtes unfähig machen (88 22 und 32 der Strafprozeßordnung). Weiter geht das Gesetz nicht; deshalb brauchte der Vorsitzende die zur Aburteilung des Falles berufenen Geschworenen nicht zu fragen, ob sie dem ge- nannten Verbände angehören. Was die Beeidigung des Zeugen Mcinecke betrifft, so wird diese durch das Protokoll bekundet, auf dieses allein aber könne sich das Reichsgericht stützen. Eine Berichtigung des Protokolls hätte nur erfolgen können, wenn die beiden Urkundspersoncn, de- Vorsitzende und der Gerichts- schreiber. darin einverstanden gewesen wären, daß das Protokoll unrichtig sei. Das heißt denn doch den Formalismus des Rechts bis zur ab- soluten Verneinung des Rechts treiben. Die Beweiskraft eines Protokolls entfällt, wenn einer der llrkundspersonen bekundet hat, daß das von ihm im Protokoll zum Ausdruck Gebrachte unwahr ist. Ob es den Angeklagten gelingen wird, im Wege des Wieder- auftiahmeverfahrens zu ihrem Recht zu gelangen, ist bei den engen Grenzen, die für ein solches Verfahren gezogen sind, recht Zweifel- Haft. Unzweifelhaft ist nach dem Obigen: Die Angeklagten sind infolge groben Verstoßes gegen das Gesetz verurteilt. Und weil dieses Verstoßes ein Zeuge sich entsinnt, der andere nicht mehr entsinnt, sollen nach rcichsgerichtlicher Ansicht die Angeklagten zu Unrecht ins Gefängnis. Ein merkwürdiges Recht, Das Fiasko des Verbandes der IHaugefcpfte. Das Resultat der letzten Bautcnkontrolle— gestern im „Vorwärts" veröffentlicht— hat in den Reihen der Arbeiter große Befriedigung hervorgerufen. Hier konnte man an durchaus zuverlässigen Zahlen, an einer sehr gewissenhaft auf- genommenen Statistik erkennen, welche Erfolge die Taktik der Unternehmer gezeitigt hatte. Seit dem 4. Juni kündigten die Arbeitgeber an, daß am 1. Juli die Bauten geöffnet werden sollten, und nun arbeiteten sie nnt Hochdruck daran, Arbeits- willige heranzuschaffen, damit sie auch imstande waren, die angekündigte Eröffnung vorzunehmen. Wie die Situation sich gestaltet hat, das schilderte Silberschmidt am Freitag vormittag in Freyers Fest» sälen einer Generalversammlung des Zentralvcrbandes der Maurer. Er wies an der Hand der Bautenkontrolle nach, daß es eitel Dunst ist, wenn die Unternehmer in der bürgerlichen Presse verkünden lassen, daß die Situation für sie günstig sei. Wenn sie bekannt machen lassen, daß nur 48 Mitglieder vom Verband der Baugeschäfte abgefallen sind, so rechnen sie mit alten Zahlen. 84 Firmen vom Verband haben unter- schrieben, darunter einige der größten. Gerade in der Zeit vom 26. Juni bis 10. Juli, als der Verband davon träumte, die Hauptschläge gegen die Organisation der Arbeiter zu führen, haben 32 Firmen, Mitglieder des Verbandes, ihren Frieden mit den Arbeitern gemacht. Das zeigt, welches Mißtrauen sie der Taktik ihrer Verbandsleitung entgegenbrachten. Von den bisher abgeschlossenen Tarifverttägen sind 829 Verträge mit Maurern und Bauarbeitern uud 663 mit Zimmerern abgeschlossen, das ergibt zusammen 1494. Wenn die Bautenkontrolle die Zahl 1323 zeigt, so diene zur Er- klärung, daß eine Reihe Firmen Doppelverttäge, mit Maurern und mit Zimmerern, abgeschlossen haben. Von den ge- nannten 84 Firmen vom Verband beschäftigen 14 nur Zimmerer. Die Zahl der Arbeitswilligen hat zugenommen wie folgt: Es waren am 26. Juni 19. Juli Zunahme Akkordmaurer., 1227 1661 494 Wilde.... 1129 1358_ 233 "2347 2989+ 642 Daß diese Zahlen stimmen, wird auch von feiten der Arbeitgeber bestättgt durch folgende Bekanntmachung in den bürgerlichen Zeitungen: „Während am 7. Juli 2919 Arbeitswillige vorhanden waren, haben stch wieder annähernd sog Mann gemeldet. Es stehen letzt (10. Juli) an ArbeitSlvMgen auf den Vauien Groß-BerNns m Arbeit: 832 Maurer. 232 Zimmerer und 2330 Bau- arbeiter. Die Zahl der>Maurer hat sich in den letzten drei Tagen um Iii, die der Zimmerer um 40 und die der Bau- arbeiter um 332 vermehrt...." Die Maurei stellten fest, daß die Zahl der Arbeits- willigen sich um 642 vergrößert, habe und der Verband der Baugeschäfte behauptet, daß er am 10. Juli 832 Maurer hatte. Darunter sind 400 Akkordmanrer und 400 alte, invalide Leute, Ausländer und sonstige Elemente. E s fehlen dem Unternehmerverbano noch 10000 bis 11000 Maurer! 438 Bauten liegen still und 314 sind nur teilweise(mit 1328 Maurern) besetzt. 90 Bauten befinden sich unter Zwaugsvollstrecknng! War bis �um 1. Juli noch ei» einigendes Band durch die gleiche Notlage für die Unternehmer vorhanden, so ist durch die ailfgehobene Aussperrung große Uneinigkeit, Neid und Mißgunst hervor- gerufen worden und die allgemeine Enttäuschung wird größer, je weniger es gelingt, die Ansprüche der einzelnen Mitglieder nach Arbeitskräften zu befriedigen. Die Hoffnung auf die Akkordmaurer ist eine vergebliche, diese können die Situation nicht wesentlich ändern. Man muß immer wieder daran erinnern, daß vor Beginn des Kampfes etwa 17 000 Maurer und 6700 Zimmerer in Berlin tätig waren. Von den Zimmerem arbeiten zurzeit zu den neuen Bedingungen 3583, das sind 53,5 Proz. der vorher hier Beschäftigten. Bei den Maurern haben die L'/z stündige Arbeitszeit 4739 organisierte und 662 auf Bauten, wo im Akkord gearbeitet wird oder wo der volle Tarif nicht anerkannt ist, zusammen also 5401 Manrer. das sind 32 Proz. der früher hier Beschäftigten. Die Feststellungen der Organisation am 7. Juli haben .folgendes Resultat ergeben: Zu den neuen Bedingungen arbeiten: Maurer voni Zentralverband........ 3960 1 , von der Freien Vereinigung..... 984 f 5222 .«, christlichen Organisation... 278! Zimmerer vom Zeniralvcrband....... 2170|„,oq „ von der Freien Vereinigung.... 1413 i 0 0 Bauarbeiter vom Zenlralverband...... 5487 j , von der Freien Bereinigung.,, 192 s 5794 »» 0 christlichen Organisation.. 115) Insgesamt 14599 Die Zahl der Streikenden ist wie folgt: Maurer vom Zentralverband........ 3181 l „ von der Freien Bereinigung..... 933 1 4197 „,. christlichen Organisation... 78 I Zimmerer vom Zentralverband....... 807 f von der Freien Vereinigung.... 503 t 1315 Bauarbeiter vom Zentralverband...... 3241 I . von der Freien Vereinigung... 353| 3664 •«> christlichen Organisation.. 65) Insgesamt 9176 Von 2800 im Verband organisierten Putzern stehen noch 249 im Streik, die übrigen sind nur auf Bauten beschäftigt, wo die neuen Forderungen bewilligt sind. Von 2750 Arbeitern der Gips- und Zementbranche, orga- nisiert im Verbände, sind 544 in Mitleidenschaft gezogen. In der Bantcnkontrolle sind 4739 Maurer angeführt, die zu den neuen Bedingungen arbeiten, die Organisationen haben aber 5222 Leute mit Arbeitsberechtigungskarten gezählt. Die Differenz entsteht dadurch, daß 226 Kanalmaurer und etwa 200 Fliesenleger und Backofenbauer diese Karten erhalten haben. Die Arbeiter können mit ihren bis jetzt errungenen Er- folgen zufrieden sein, erklärte S i l b e r s ch m i d t. Die Lei- tung wird bei der eingeschlagenen Taktik beharren und wachsam die Anstrengungen der Gegner, aus dem Auslande Arbeitswillige heranzuziehen, verfolgen. Man hat in sehr wirksamer Weise diesen Anstrengungen schon entgegengearbeitet und manchen Transport abgefangen oder die Anwerbung von Leuten vereitelt. Die Berliner Maurer dürfen nicht vergessen, daß alle deutschen Kollegen jetzt mit Spannung diesen Kampf verfolgen, von dem auch für sie sehr viel abhängt. Noch ist das Ende nicht abzusehen, aber es besteht kein Zweifel mehr darüber, daß dieser Kampf wie der der Holz- arbeiter mit einem Siege der Arbeiter enden wird._ Schutz gegen Richter. Die Notloendigkeit eines Schutzes gegen gesetzwidrige Hand- kungelt von Richtern und die Art der Verhandlung durch einige preußische Richter zeigen die nachfolgend geschilderten Verhandlungen vor dem Mittenwalder An, tSgericht. Am 28. April d. I. kam der Stukkateur Alfred B r e d s ch n e i d e r bei einer Flugblattverbreitung nach Teupitz. Eins seiner Flugblätter gab er in einer Stube ab, welche von der Polizeibehörde in Teupitz benutzt wird. Er erhielt deswegen ein Strafmandat über 30 M. wegen Uebertretung des preußischen Preß- gesetzeS. Auf erhobenen Widerspruch hatte er am 27. Juni d. I. Termin vor dem Schöffengericht in Mittenwalde, der sich unter Vorsitz des Amtsrichters Dr. Stargardt etwa wie folgt erspielte. B. trat bei Aufruf der Sache vor den Richtertilch. Darauf der Amtsrichter Dr. Stargardt in scharfem Tone:.Wie heißen Sie?" B. nannte seine» Namen.. Der Amtsrichter:»Wo wohnen Sie?" Angeklagter nannte seine Wohnung:„Halten Sie die Berufung aufrecht?" B.:.Jawohl." Darauf der Amtsrichter in noch schärfere», Tone:»Dann gehen Sie sofort in die Anklagebank!" Als Bredfchneider dies tat, fuhr der Amtsrichter fort:.Sie find also der Stukkateur Alfred Bredfchneider, wohnhaft in Charlottenbnrg," und dann in barschem Tone,„wann sind Sie geboren?" B.:„Am 4. 1. 78." Amtsrichter:„Am 4. März 78?" B.:„4. 1. 78." Amtsrichter:«Sie belieben wohl.ersten" schöner zu finden, als wie Januar zu sagen; bei mir heißt eS Januar." Angeklagter: Herr Amtsrichter, es ist doch allgemein Usus, daß man auch den Monat mit einer Zahl bezeichnet." Amtsrichter:„Es heißt bei mir aber Januar." B.:„Gut, dann heißt es Januar." Amts- richter scharf:„Sind Sic verheiratet?" B.:„Jawohl." Amtsrichter lächelnd(der Amtsrichter ist getaufter Jude): .Welcher Religion sind Sie?" B.:„Evangelisch." Amtsrichter: „Mit wem find Sie verheiratet?" B., der i», Augen- blick nicht wußte, was der Amtsrichter niit der Frage bezweckte, nachdem er ihn, schon geantwortet hatte, daß er verheiratet sei, und den, durch den Kopf schoß, er habe vielleicht einen Formfehler ge« macht, wie vorher bei der Beantwortung der Frage, wann er geboren sei, aufgeregt:„Herr Amtsrichter, ich weiß nicht. wie soll ich daS verstehen?" Amtsrichter:„Herr Amtsanwalt!" Der Amtsanwalt erhebt sich und beantragt drei Tage Haft wegen Nngebiihr. Der Amtsrichter, ohne dem An-- geklagten Gelegenheit zn geben, sich auf den Antrag des AmtSanwaltS zu äußern, eilt ins Ve- ratungSzimmer-, kommt nach einer halben Minute zurück und ver- kündet als de» Beschluß deS Gerichts:„Der Angeklagte ist wegen Ungebühr vor Gericht in eine sofort zn vollstreckende Strafe vo» drei Tagen Hast genommen." Bredfchneider wurde sofort in daS Gesängiiis avgesüyrr. Sein Brief an seine Frau, der er seine Verhaftung mitteilte, wurde erst am solgeuden Tage auf seine besondere Bitte abgeschickt, nachdem der Amtsrichter vorher erklärt hatte, daß er ihn nicht abschicke, weil ihm der Inhalt nicht passe. Sei» Brief an einen Charlottenburger Genosse», in seiner Sache die erforderlichen Schritte zu tun, wurde überhaupt nicht abgeschickt. Der Amtsrichter Dr. Stargardt sagte zu dem Verhafteten, als er zur Revision ins Gefängnis kam:„Scheu Sie, das sind die Folgen davon, daß man sich von gewissen Leuten so verhetzen läßt." Abermalige Verhandlung der Sache fand an, 11. Juli d. I. vor dem Amtsrichter Dr. Stargardt statt. B. ließ sich durch den Rechtsanwalt Dr. Herzfeld vertreten. Der Polizeisergeant bekundete, daß ihn der Bürgermeister habe rufen lassen, weil B. in, Bureau der Polizeibehörde eine Flugschrift abgegeben hatte. B. habe auch ihm in seiner Wohnung eine Flugschrift gegeben. Er habe auch gesehen, wie B. eine Flugschrift einer Frau im Dorfe in deren Hausflur abgegeben habe.— Der Verteidiger legte dar, daß die nicht gewerbsmäßige öffentliche Verbreitung von Druckschriften schon nach Erlaß des Reichs-PreßgesetzeS von 1874 im allgemeinen eine Polizei- liche Erlaubnis nicht mehr erfordert, sondern von der OrtSpolizei- behvrde gewissen Personen verboten werden konnte. Weiterhin, daß in, Reichs-Preßgesetz die landeSgesetzlichen Bestimmungen nur für die öffentliche unentgeltliche Verteilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen anfrechterhalten werden. Aber auch dieses Recht sei durch die Novelle zur ReichS-Gewerbeordnung von 1883 insoweit beseitigt. al§ die nicht gewerbsmäßige Verteilung von Druckschriften in geschlossenen Räumen einer polizeilichen Erlaubnis unter allen Umständen nicht bedürftig erklärt werde. Wenn also der Angeklagte der nicht gewerbsmäßigen Ver- teilung von Druckschriften im Bureau der Polizeibehörde zu Teupitz angeklagt und dies Bureau auch ein öffentlicher Ort sei,>o sei dies selbst nach dem noch gültige» Teil des Preußischen Preßgesetzes nicht strafbar, da die Druckschriften weder Bekaimtinnchungen, noch Plakate, noch Anfrufel feien. Sicherlich aber sei die Abgabe deS Flugblattes im Polizeibiirean gegenüber de», Z 43 Absatz 5 der Reichsgewerbeordnung straflos, da das Bureau der Polizei in Teupitz. wem, eZ auch ein öffentlicher Ort fei. doch einen geschlossenen Raum darstelle, und die Verteilung in geschlossenen Räumen, auch wenn sie öffentliche Orte seien, durch diesen K 43 freigegeben werde. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wiederum zu einer Geldstrafe von 30 Mark eventuell 6 Tagen Haft. Der Amtsrichter Dr. Stargardt verkündet, das Gericht sei den Rechts- anLfiihrungen des Verteidigers gefolgt, aber dennoch zu einer Ver- „rteilung gekommen. Der Angeklagte habe ein Flugblatt in einem Hausflur abgegeben, und der H a u s f l u r sei ein ö f s e n t l i ch e r Ort. Der§ 10 des preußischen Preßgesetzes komme deshalb zur Anwendung. ... DaS Urteil ist zweifellos ein falsches und wird in den ferneren RechtSinsiaiizen aufgehoben werde». Geschlossene Räume im Sinne des§ 43 Absatz 5 sind alle Räume unter Dach und Fach. Nicht darauf kommt es in,§ 43 Absatz 5 an, ob der Raum ein öffentlicher oder ein nicht öffentlicher ist, sondern ob er unter Darf, und Fach sich befindet. Daher ist das Verbreiten von Flugblättern in öffentlichen Mietshäusern, auch in öffentlichen Hausfluren straffrei. So hat auch daS Kammergericht stets(z. B. Urteil von, 27. September 1897) angenommen. Der Mittenwalder Amtsrichter hat offensichtlich die durchaus zutreffenden RechtSanSführungei, des Verteidigers, den, das Gericht in, Urteil gefolgt sein will, über- Haupt nicht verstanden. Aber nicht die Unzulänglichkeit einer zutreffenden Scheidung zwischen den Begriffen, die das Gesetz angewendet wissen will, durch. den Richter ist das Auffälligste an den vorstehend geschilderten Ver- Handlungen, sondern die Auferlegung der OrdnungZ- strafe ttnd das Verhalten des AintsrichterS im G e f ä it g it i S. Die Auferlegung der Ordnungsstrafe, die Nichtabschickung deS Briefes und die Aentzernng, die sich der Amtsrichter im Gefängnis erlaubte, sind gesetzwidrige Handlungen. Dem Angeklagten ist keinerlei Gelegenheit gegeben, sich dagegen zu wehren, daß seine Antwort auf die in der Tat recht unverständliche Frage deS Vorsitzenden keineswegs eine Ungebühr war. Das widerspricht aber dein Gesetz. Ebenso war die Nichtabsendnng dcS Briefes, in dem um RechiSbeistaiid gebelen wurde, dem Gesetz nicht konform. Der Angeklagte hat leider infolgedessen und da ihm un» bekannt war. daß die Beschlverdefrist gegen die ungeheuerliche„Ordnungsstrafe" nur eine Woche beträgt, unter- lassen, rechtzeitig die höhere Instanz gegen die ihm widerfahrene Unbill anrufen zu lassen. Noch weit über die besprochenen Gesetzwidrigkeiten hinaus geht das für den Charakter des Nichters kennzeichnende Benehmen deS Richters im Gefängnis. Gegen diese AuSnutzniig äußerlicher Machtfülle hätte die vorgeietzte Behörde unbedingt einzuschreiten. ES hätte nnS nicht Wunder nehmen können, wenn der Verhaftete das Benehmen des Richters als eine an- matzende Beleidigung aufgefaßt hätte, deren sofortige Remednr durch ein paar Manischellen nach dem Gesetz zulässig sei. DaS gesamte Verhalten des Richters beweist, daß für die Ausübung seiner Tätigkeit weniger richtige RechtSansichten alS höchst unreife politische Erwägungen eine Rolle spielten, die in der widerlichsten, plnmpesten Weise sich breitmachten. Reichs« gesetzlicher Schutz der Angeklagten gegen derartige— Menschlich- leiten und Rechtswidrigkeiten von Richtern sind vielleicht noch mehr im Interesse der Rechtspflege, als der Angeklagten dringend not- wendig._ poUtifche Gcberlicbt. Berlin, den 12. Juli 1907. Zur Charakteristik der Zentrnmspreffe. Das von uns bereits im gestrigen Leitartikel„Zentrum und Vatikan" gekennzeichnete feige Verhalten der Zentrumspresse, be- sonders der„Köln. Volksztg.". gegenüber den Angriffen der vatika- nischen Presse auf deutsche Zentrumsführer und Bischöfe, findet auch im„XX. Jahrhundert", einem. Organ der sogenannten Reformkatholiken, scharfe Verurteilung. „Wir wußten und glaubten nicht", schreibt dieses Blatt. „daß der g e i st k n e ch t e n d e S e r V i l i s m n s im katholischen Deutschland in der deutsch-katholischcn Presse so cingefresscn sei, wie wir eS in diesen Tagen klar erkennen und einsehen lernen mußten. Wir wußten: cö ist vieles faul im Staate Dänemark! Aber in solcher Breite? Wir sind erschrocken. So viel Knechtsinn, so viel Geschmeidigkeit und Heuchelei haben wir denn doch nicht vermutet! Wer schreibt denn die katholischen Zeitungen in Teutschland? Wir haben fast nur schwänzelnde Bedienstete gesehen, und kaum da und dort hat sich uns ein« ehrliche offene Meinung gezeigt. Fast sollte man sich darüber freuen: wenn die Motten ans Licht fliegen, verbrennen sie. Aber sie haben sich zum Teil nicht ein- mal ans Licht gewagt.— Die wirklich tüchtigen Kräfte des Zentrums sind freien Geistes, aber sie habekt sich in ein System hineingezwungen, daS ihre eigene Freiheit hemnit.— Das System duldet an den Zeitungen keine selbständigen Männer, sondern nur jedes Winks gewärtigte befrackte Kellner« nature n." Die„Köln. Volksztg." wird wahrscheinlich auf diese Charakte» ristik mit der von ihr empfohlenen„lühlsten Ruhe" parieren.— Zur Schell-Commer-Affäre. Wie dem„Verl. Lokal-Anzeiger" telegraphisch aus Wurzburg gemeldet wird, hat Professor Merkle das Dekanat der Würzburger katholisch-theologischen Fakultät niedergelegt. Man bringt diesen Schritt mit Professor Cammers Schrift über Schell und dem Briefe de? Papstes an Cammer in Verbindung) denn beide Publikationen richteten ihre Hauptlpitze gegen Merlle, der mit Schell befreundet war und auch den Aufruf zugunsten eines Grabdenkmals für diesen unterzeichnet hat._ Eine Kommission zum Stndinm des Eingcborenenrechts der deutschen Schutzgebiete. Das Kolonialamt hat endlich getan, was es längst hätte tun müssen: eS hat eine Kommission zum Studium und zur Formulierung des Eingeborenenrechts der deutschen Kolonien zusammengerufen. „Wie viele Fehler, wie viele Konflikte." schreibt dazu die.Franis. Zeitung", find darauf zurückzuführen, daß man die Eingeborenen- bevölkenmg in Kolonien oder Schutzgebieten kurzweg nach aus Deutschland, obendrein ans dem bnreaukratisch verstaubten Teil Deutschlands, mitgebrachten Regeln glaubte behandeln zn können und dadurch ohne Rot znm eigenen Schaden Mißtrauen oder offene Feindschaft weckte. Die RechtSanschamingen unzivilisierter oder wenig zivilisierter Völkerschaften mögen nach dem Maßstab europäischer Kultur- und Staatsbegriffe entschieden minderwertig sein, so erscheinen sie doch den Völkern, für die sie gelten, nicht so und der Fremde, der sie absichtslos oder gar absichtlich ver- letzt, macht sich daniit von vornherein eine ungünstige Position für seine eigenen politischen oder wirtschaftlichen Zwecke. Gesellt sich dazu nach PeterSschem Muster noch ein ungezügeltes Herrengefühl, so sind die Folgen Reibungen im kleinen oder schließlich blutige Aufstände großen Umfange?. Es handelt sich also für den Kolonisator darinn, die Rechtsanschauungen der Völkerschaften, mit denen er in Verbindung steht oder erst ver- kehren will, möglichst genau zn kennen. Bringt der Beamte, der Kaufmann, der Soldat, wenn er in die Kolonie kommt. Vor- kenntnisse dieser Art bereits aus der Heimat mit, so wird ihm daS Einleben in jeder Beziehung leichter fallen, als wenn er sich diese Kenntnisse erst an Ort und Stelle, wahrscheinlich unvollständig und in einem unverhältnismäßig langen Zeitraum erwerben müßte. In- sofern kann eine Kodifiziernng deS Eingeborenenrechts ganz außerordentlichen praktischen Nutzen bringen." Das ist an und fiir sich richtig; aber zweifelhaft erscheint uns. ob die Kommission solche nützliche Arbeit in befriedigender Weise leisten wird, denn zum Vorsitzenden hat sich die Kontmission den bekannten Juristen Prof. Köhler ernannt, den einseitigsten Vertreter der sogenannten ethnologischen Jurisprudenz, dessen be- sondere Porliebe eS ist, die Rechtsbräuche primitiver Völkerschaften unter moderne Rechtskategorien zu bringen und überall Rechtsanalogien zu entdecken. Seine Studien über primitive? Recht, wie er sie in der„Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft" veröffentlicht hat. erscheinen in ihrer Schematifierung und Znsammenfassmtg der Rechtsbräuche unter modernen Rechtsprinzipien als völlig verfehlt: denn der formale RechtSinhalt eines RechtSbraucheS sagt uns noch recht wenig über seine soziale Bedeutung. Genau dasselbe Verbot, zum Beispiel Jagdverbot, kann je nach den besonderen wirt- schaftlichen Verhältniffen je nachdem, ob eS sich um ein jagdtreibeneeS, ein Hirtenvolk oder ein ackerbautreibendes Volk handelt, und je nach dem Maße, in welchem eS innerhalb dieser Kreise den NahrungSmittelerwerb einschränkt, von ganz ver- schiedener Bedeutung sein. Und ebenso wissen wir noch gar nichts, wenn wir nur den formalen Inhalt eines Heiratsverbots kennen lernen und nicht zugleich erfahren, wie die Familienverfassnng beschaffen ist, auf welche bestimmten Verwandtschaftskreise sich das Verbot erstreckt und welche Stellung diese Kreise in der gesellschaft- lichen Gliederung einnehmen. Die Amiahme, daß in gleichen oder analogen Rechtsbräuchen sich auch gleiche oder analoge Rechisgedankeit manifestieren, ist total verkehrt. Weder äußert sich in ihnen die gleiche Rechtsidee, noch darf anS der Gleichartigkeit auf gleiche Rechtsmotive geschloffen werden. Formell gleichartige Rechtsnormen können unter verschiedenartigen Umständen nicht nur ans verschiedenartigem Beweggründen herausgewachsen sein, sondern auch verschiedene Rechts- zwecke verfolgen. Um bei dem eben erwähnten Beispiel zu bleiben, so kann dieselbe HeiratSsatzung zum Beispiel bei dem einen Volke dem Motiv der Verhinderung bestimmter Verwandtschaftsheiraten entsprungen sein, bei einem anderen Volke dem Motiv der Aufrecht- erhaltung bestimmter Kastemmterschiede und bei einem dritten dem Bestreben, daS Geschlechts- oder Familieneigentuin zusammenzuhalten.—_ Ein südlvestafrikanisches Geschäft. Die. Siedeln ngSgesellschast für Südwest» a f r i k a" hat gestern in ihrer Generalversammlung be« schlössen, einem Abkommen mit der Regierung zuzustimmen. Nach diesem Abkommen soll der SiedelnngSgesellschast, die sich übrigens in eine Gesellschaft m. b. H. verwandelt, das bereits in Nutzung genommene Farmerland in Größe von zusammen 55 000 Heltarv erb leiben. Außerdem soll ihr als Entschädigung für einen während des Aufstände? angeblich erlittenen noch ungedeckten Verlust in Höhe von 143 000 M. das Recht zustehen, binnen Jahres- srist anS ihrem ehemaligen Gebiet sich weitere 100 000 Hektar in Blocks a 25 000 Hektar auszuwählen. DeS weiteren soll der Gesellschaft aus Grnndstücksverknufen anS ihrem früheren Siedelnngs- gebiet der Erlös bis zur Höhe von 200 000 Mark ausgezahlt werden! Dieser Vertrag ist für die SiedelnngSgesellschast äußerst günstig. Zunächst wird die Gesellschaft sich die 100 000 Hektar deS besten Landes aussuchen. Gelingt eS der Regierung, von den weiteren 845 000 Hektar deS SiedelnngSgebieteS— das im ganzen eine Million Hektar umfaßte— noch für 200 000 M. Land zu verkaufen, so fließt der Erttag für dies nach ft dem beste Land in die Taschen der SiedelungSgenossenschaftSteilhaber. Ob das schließlich übrig gebliebene schlechteste Land dann noch einen Pfennig wert ist, ist sehr die Frage! So verhilft man den Monopolgesellschaften zu Geschäften!— Eine Ehrenerklärung für Bronsart v. Schellendorf. die vor vier Jahren der Hänge-Peters selbst abgegeben, veröffentlicht die„Münch. Post" in ihrer letzten Nummer. Sie lautet: Ich habe im November vorigen Jahres auf Grund von Mit- teilungen einer absolut einwandfreien Quelle gegen Herrn Leul- nant a. D. Bronsart von Schellendorf den Vorwurf erhoben, daß er der Verfasser, das will sagen, der Fälscher des vtelgenann- teil Tuckerbriefes sei. Inzwischen Hab? ich auf Grund neu eingesehenen Materials feststellen können, daß mein Vertrauensmann mit seinen Mit- teilungen im Irrtum war und daß Herr v. Bronsart nichts mit dem Tuckerbrief zu tun hat. Es freut mich, dies von einem afrikanischen Kameraden hiermit öffentlich feststellen zu können. Ich ziehe auch meine später erhobenen Einwen- düngen gegen die Glaubwürdigkeit des Herrn v. Bronsart hiermit zurück. Allerdings muß ich nach den kürzlichen offiziösen Veröffent» lichungen dennoch annehmen, daß Herr von Bronsart als Erster, wenn auch privatim, Herrn Geheimrat Hellwig hinter meinem Rücken Mitteilungen über die damaligen Vorgänge am Kitt» mandscharo gemacht, ein Vorgehen, das ich weder gentlemanlike, noch kameradschaftlich finden kann. Ties ist jedoch ein Punkt, welchen Herr von Bronsart nicht mir mir, sondern mit seiner damaligen vorgesetzten Behörde, dem Auswärtigen Amt. auSzu- machen hat. Berlin, den 10. Februar 1903,(gez.) K a r l P e t e r». Also im Jahre 1903 erklärte Dr. Peters selbst Herrn v. Schellen- dort noch für glaubwürdig; im Jahre 1907 erklärte ihn auf einmal die Peters-Clique für ein Individuum, dem bereits im Jahre 1890 von dem Disziplinargerichte keine Glaubwürdigkeit mehr hätte, bei- gemessen werden dürfen!—_ Stänker keine Beleidignng. Vor dem Schöffengericht in Hamm kam am 12. Juli ein Be- »eidigungsprozetz des Reichstagsabgeordneten Erzberger gegen den preußischen Landtagsabgcordneten Professor Dr. B e r n d t zum Austrag. Ter Beleidigungsklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: In einer nationallibcralen Wählerversammlung am 6. Januar d. I. hatte nach einer Rede des Rcichstagskandidatcn und jetzigen Abgeordneten Westcrmann auch der nationalliberale Landtagsabgeordnete Dr. Berndt das Wort ergriffen und nach einem Bericht des„Westfälischen Anzeigers" unter anderem folgendes ausgeführt:„Mit„Enthüllungen" tat sich be- sonders hervor der Kolonial st änker Erzberger! fHeiterkcit und Beifall.) Aber der Kolonialdirektor kam ihm mit Enthüllungen zuvor, an die er noch lange denken wird. Es ist bedauerlich, daß die Sozialdemokratie in Kolonialfragen sich vom Zentrum ins Schlepptau nehmen läßt. Denn es ist kein Zweifel, daß in der K o l o n i a l st ä n k e r e i die Führung dem Zentrum zukommt." Wegen dieser Sätze aus einem Bericht des„Westfälischen Anzeigers" über die Versammlung hatte Erzberger Privatklage angestrengt. Der Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt Hei- mann, führte etwa aus: Der Tatbestand sei sehr einfach. Daß der Ausdruck„Kolonialstänker" beleidigend sei, bedürfe keiner Aus- führungen. Es werde wohl versucht werden, die Zusammensetzung des Wortes für gerechtfertigt zu erklären angesichts der Kritik, die Erzberger an der deutschen Kolonialpolitik geübt habe. Das Wort „Kolonialstänker" habe einen außerordentlich schlechten Klang und Geruch. Der Angeklagte habe nicht nur den guten Ton verletzt, sondern auch gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. Demgegenüber erklärte der Verteidiger des Beklagten, Rechts- anwalt Dr. W i n d t h o r st: Der Angeklagte bestreitet entschieden, daß er Herrn Erzberger habe beleidigen wollen. Er habe durchaus nicht in gehässigem Tone gesprochen. Dr. Berndt habe Herrn Erzberger nicht lächerlich machen wollen. Er habe ja später auch nicht mehr von Herrn Erzberger, sondern immer nur vorn Zentrum gesprochen. Es sei noch zu erwägen, ob in dem Worte „Kolonialstänker" überhaupt eine Beleidigung liege. Dr. Berndt sei Philologe, und als solcher sei ihm der Ausdruck nicht anders bekannt als im wissenschaftlichen Sinne. Ein„Kolonialstänker" ist nicht jemand, der stinkt, fondern einer, der k r a k e e l t. Man versteht darunter einen Parteizelotcn. der alles aufzurühren sucht. Im 10. Jahr- hundert habe in Königsberg i. Pr. ein H o f p r e d i g e r gewohnt, der Stänker hieß und der später seinen Namen in S t r a d a r iu s umwandelte. Das war ein Eiferer, der sich in alle Dinge mischte und mit allen daher in Feindschaft lebte. Von diesem Prediger ist der Ausdruck„Sf änker" her- geleitet. Man versteht darunter einen Mann, der überall dabei sein will und seine Nase überall hineinsteckt.(Heiterkeit.) Nach kurzer Beratung fällte das Gericht folgendes Urteil: Der Angeklagte wird mit 20 M. Geldstrafe bestraft, eventuell mit vier Tagen Gefängnis. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß das Wort „Stänker" im Volksmunde als eines der größten Schimpfwörter gelte. Insofern sei es eine Beleidigung. Die Beleidigung sei mit Bewußtsein geschehen. Berechtigte Jnter- essen waren nicht zu wahren. Es lagen auch keine Parteiintercssen vor. da Dr. Berndt nicht mit der Leitung der Partei in Ver- bindung steht. Bei der Abmessung der Strafe wurde mildernd in Betracht gezogen, daß die Beleidigung in der Hitze des Wahl- kampfes fiel. Ob Herr Erzberger bei der auch nicht gerade duftigen Zentrumssprache wegen des Ausdruckes„Stänker" klagen muhte, ist eine Frage für sich. Jedenfalls ist der über theologischen Stank so vorzüglich unterrichtete Philologe ziemlich billig weggekommen, trotzdem das Gericht den etymologischen Exkursionen des Ver- teidigers nicht folgte. Es tut auch recht daran, denn es könnte sich sonst ja auch einmal ein Angeklagter, der einen anderen Schuft genannt, damit verteidigen, daß das Wort Schuft dieselbe Wurzel habe wie das Wort Schöffe und auf das hebräische Schophetim (Richter) zurückzuführen sei.— Christlichnationale Revolution. Jüngst hat in Essen eine Konferenz von evangelischen Ar- vcitcrvercinlcrn und evangelischen Mitgliedern christlicher Gewerk» schaftcn stattgefunden. Dort sagte einer der christlichsozialen Führer, Arbeitcrsckrctär Rafslenbeul:„Sollte der Reichs- kanzler sich mit der Absicht der Schaffung eines Arbeitswilligen- gcsctzes tragen— die Verabschiedung des Staatssekretärs von Posa- dolvsky gibt in dieser Hinsicht zu großen Bedenken Anlaß— dann wird der Reichskanzler in der christlichnatio- nalen Arbeiterschaft eine scharfe Gegnerschaft finden. Die christlichnationale Arbeiterschaft hat Wohl am meisten unter dem Terrorismus der Sozialdemokratie zu leiden; sie verurteilt diesen Terrorismus auf das Entschiedenste, aber des- halb eine gesetzliche Hülfe herbeiwünschen, hält sie für durchaus ver- , fehlt, denn es besteht ernstlich die Gefahr, daß dann ein Gesetz geschaffen wird, das jede selbständige Arbeiter- bcwcgungausschließt." Herr Rafflendeul ist auch Redakteur der christlichsozialen Wochenschrift„Die Arbeit" und dieses Blatt bemerkte zu obigen Aeußerungen: „Wir können unsererseits nur die Regierung warnen, um keinen Preis einen anderen sozialpolitischen Kurs einzuschlagen. Die Sozialrcform mutz im Jnter- esie des sozialen Friedens und der Gerechtigkeit durch- und weitergeführt werden, sonst wird unser Volk an innerer Zerklüf- tung und am Klassenkampf zugrunde gehen. Noch hat die christ- lichnationale Arbeiterschaft volles Vertrauen zur Regierung, wenn auch die Verabschiedung des„Lokomotivführers der Sozial- Politik" ticfschmerzlich empfunden wird. Man treibe die Arbeiter nicht zur Verzweiflung, daß sie es nicht gerade so machen wie die Bauern in Ru- mänien und die Winzer in Frankreich, die sich ihre Rechte vom Himmel herunterhole n." Diese Ausführungen sind um so interessanter, als sich in der- selben Nummer des christlichsozialen Blattes ein Artikel über die Bauernunruhen im Auslände findet. Darin wird darauf hinge- wiesen, daß, wenn die Not den Unwillen deS Volkes zum Ueberbrodeln bringt und das Sicherheitsventil der Organisation fehlt, dann Aufruhr, Putsche, Empörung mit Blutvergießen, Brand und Plünderung die Folge sind. Wir wollen abwarten, ob die christlichnationale Arbeiterschaft in derselben Weise vorgehen wird, wenn Bülow ihren sozialpoliti- sehen Forderungen nicht nachkommt. Jedenfalls werden die christ- tichnationalen Arbeiter nach dieser Kundgebung darauf verzichten müssen, sich gegenüber der revolutionären Sozialdemokratie als die StaatSerhaltenden aufzuspielen.— Ter gefällige Reichskanzler. Im„Bericht des GewerbeaufsichtSbeamtcn im Herzogtum Sachfen-Altenburg für das Jahr 1900", welcher erschienen ist, findet sich u. a. folgende Stelle in der Rubrik„jugendliche Arbeiter." „Eine Ausnahme in der Befchafligungsweise der jugendlichen Arbeiter wurde einer Kaimngarnfpinnerei, die insoige eines größeren Defektes an ihrer VctriebSmaschine mehrere Wochen stillgelegen hatte, und ebenso einer nrechanischen Woll- und Seidenweberei, welche ihre Betriebskraft von der Spinnerei erhält, estanden, um den Ausfall der Produktion einigermaßen zu en. ES wurde den Fabriken auf Grund des Z 139 Abs. 1 der Gelverbordnung gestattet, und zlvar zunächst für 11 Tage durch den Stadtrat, dann für weitere 14 Tage durch das Ministerium, Abteilung des Innern, und schließlich noch für neun Wochen durch den Reichskanzler 13 bezw. 6 jngend- liche Arbeiter und 138 bez. 70 Arbeiterinnen im Alter von über 10 Jahren an den Wochentagen außer den Sonnabenden und Vorabenden vor Festtagen von irüh 0 Uhr ab llß/z Stunden unter Einhaltung einer Pause von mindestens je einer Viertel- stunde vor- und nachmittags sowie von einer Stunde mittags zu beschäftigen." Aus dem AintSstil in schlichte? Deutsch übertragen, müßte die Stelle etwa so lauten:„Zwei Fabriken konnten eines Maschinen- defektes wegen einige Wochen nicht produzieren. Um den Profit zu retten, baten sie den Stadttat,„ihre" Leute etwas länger ausbeuten zu dürfen. Dieser erlaubte es ihnen für vierzehn Tage. Die Herren Fabrikanten wandten sich darauf aus Ministerium und durften weitere vierzehn Tage mit Ueberstunden arbeiten. Das aber war ihnen noch nicht genug. Sie gingen zum Reichskanzler, der für weitere neun Wochen der Firma Dispens erteilte, 19 Jugendliche und 214 weibliche Arbeiter täglich 11>/z Stunden ausbeuten zu dürfen I" Die 214 Arbeiterinnen, verheiratete und ledige, haben an den fraglichen 91 Tagen 6503 Ueberstunden geleistet. Damit hat der Gesamtumfang der Frauenüberarbeit im Altenburgischen die Zahl von 10 047 Stunden 1900 erreicht, d. h. das Jahr 1905 um 3791i/z Stunde oder um 00,0 Proz. überschritten! Und das alles durch die„Güte" des Fürsten Bernhard v. Bülow.—__ Zwangsdentsche oder Ausweisung. Wie das. Saarburger Kreisblatt" berichtet, sind eine Reihe junger Arbeiter aus Frankreich im Kreis Diedenhofen-Ost aufgefordert worden, sich entweder naturalisieren zu lassen oder aus dem Lande zu gehen. Es handelt sich um französische junge Leute, die noch nicht 20 Jahre alt sind und ihrer Militärpflicht noch nicht genügt haben. Die deutschen Behörden verstehen eS ausgezeichnet, das Deutsche Reich im Auslande in Verruf zu bringen.— freisinniger Parteitag. Die Freisinnige Volkspartei wird am 13. und 14. September in Berlin ihren siebenten allgemeinen Parteitag abhalten, dem sich am 15.(Sonntag) eine Wählerversammlung im Zirkus Busch, ein großes Festmahl und am folgenden Tag ein Ausslug anschließen wird. Auf der Tagesordnung stehen Anträge von Dr. Ablaß, Cassel, Fischbcck, Funck, Dr. Gerschel, Goldschmidt, Gyßling, Kaenipf, Kopsch, Dr. Mugdan, Dr. Müller-Meiningen, Dr. Müller-Sagan, Schinidt-Elbcrfeld, Traeger, Versen, Dr. Wiemer. 1. betr. die Ab- änderung des Organisationsstatuts. 2. betr. das Zusammenwirken der Freisinnigen Volksparlei mit anderen Parteien im Parlament. 3. betr. die Reform deS Vereins- und Versammlungsrechts und die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. 4. betr. Handels- und Verkehrs- Politik und Börsengcsctzreform. 5. betr. Justizresorm. 0. betr. das Landtagswahlrecht. 7. betr. die preußische Schulpolitik. 8. betr. die liberalen Einigungsbestrebungen. 9. betr. die Organisation der Partei. 10. betr. Mittelstandspolitik. 11. betr. Arbeiterfragen und Sozialpolitik. 12. betr. staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Ein Verband der elsaß-lothringischcn Mittelstädte wurde am Sonntag, den 7. Juli, in S ch l e t t st a d t gegründet. Ihm sind zunächst beigetreten die Städte Altkirch, Thann. Brumath, Bisch- weiler, Schlettstadt, Saargemünd, Hagenau, Diedenhofen, Markirch und Saarburg. Der Zweck deS Verbandes soll in der Hauptsache sein, technische Sachverständige gemeinsam anzustellen, Kohlen ge- meinsam einzukaufen, die AnstellnngS- und Pcnsionsverhältnisse der Beamten gemeinsam zu regeln, die G.rüudyna eines Wandermuscums zu beraten, zur Neichsgesetzgebliiig, zu Steuerstagen sowie zu Polizei- und Schulfragen gemeinsam Stellung zu nehmen.— Ein nener Baron. Heinrich Thyssen, der Sohn de§ bekannten rheinischen Großindustriellen, hat sich von dem Kämmerer Baron v. B o r n e m i S z a in Budapest adoptieren lassen/ Kaiser Franz Josef als König von Ungarn hat dem Sprößling der Familie Thyssen gestattet, den frei- herrlichen Rang und das Wappen derer v. BorncmiSza zu führen. Thyssen-BornemiSza de KaSzen wird sich der neue Baron nenne», was noch schöner klingt als Krupp von Bohlen und Halbach.—_ Soldatenschinderei. Vor dem Kriegsgericht in Dresden stand der Unteroffizier Schwabe von der 7. Kompagnie des Schützenregiments Nr. 108 wegen Mißhandlung eines Untergebenen. Der Soldatenschinder hatte den Schützen Haufe beim Turnen am Reck 0— 8 mal mit den Beinen an den Ouerbaum geschlagen. Der Soldat soll die Uebungen nicht richtig ausgeführt haben, weshalb ihm der Angeklagte in dieser Weise„behülflich" sein wollte. Der gemißhandelte Soldat hat infolge dieser Roheit heftige Schmerzen erlitten und ist vom Leutnant sofort vom Dienste entbunden worden. da er nicht mehr stehen konnte. Er hatte erhebliche Haut- abschürfungcn und blntunterlanfene Stellen am Schienbein davon- getragen, sodatz der Soldat einige Zeit keinen Dienst tun konnte. Der Angeklagte bestreitet, den Soldaten vorsätzlich an den Quer- bann, gestoßen zu haben, er hat ihn nur angepackt um ihn bei der Ausführung der Hebung„behülflich" zu sein. Durch die Zeugen und den Verletzten wird jedoch festgestellt, daß der Angeklagte vor- sätzlich gehandelt hat. Das Kriegsgericht ahndet diese Mißhandlung mit— zehn Tage» mittleren Arrest!!! indem es einen„minderschweren" Fall annahm.—_ Auf nach Afrika! Der Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Otavi" ist, wie aus Hamburg gemeldet wird, gestern abend mit etwa 800 Offizieren und Mannschaften nach Dentsch-Südwestafrika abgegangen.—_ Schweiz. Volksabstimmung. Das von der schweizerischen sozialdemokratischen Partei er- griffene Referendum gegen das neue Gesetz, betreffend die Militär- organisation, ist zustande gekommen. Statt der nötigen 30000 wurden über 50000 Unterschriften aufgebracht. DaS Volk wird nun also über das Gesetz abzustimmen haben. Da die letzte Revision der Militärorganisation im Jahre 1895 vom Volke mit 209 751 gegen 195 178 Stimmen verworfen wurde und seitdem mancherlei Vorkommnisse im Militärwesen die Liebe deS Volkes zu diesem nicht gerade erhöht haben, so dürfen die Aussichten der Gegner der Vorlage als ziemlich günstig bezeichnet werden. Frankreich. Gegen die radikale Reaktion. Paris, 11. Juli.(Eig. Ber.) Die Ärbeitskonföderation hat ein Manifest an die Är» beitsbörsen lind Gewerkschaften erlassen, das die Abhaltung von großen Protestversammlnncien gegen die Regierung an- kündigt. Diese werden am 13. Juli, am Vorabend des Nationalfestes, stattfinden und eine Demonstration der Verachtung für die Ausbeuter der von den Bastille- stürmern vorbereiteten Republik sein: Den von der reak- tionären radikalen Regierung Verfolgten und Unterdrückten, den Gewerkschaftlern wie den Winzern und im besonderen den in die afrikanische Wüste verschickten Soldaten des 17. Re- giments, soll die Sympathie der Arbeiterklasse kundgegeben werden. Bisher sind mehr als 100 Versammlungen in allen Teilen des Landes angekündigt. In Paris wird Genosse S e m b a t neben syndikalistischen und anarchistischen Rednern in der Versammlung sprechen. Der„TempS" fordert heute neuerdings die Verfolgung der Arbeitskonföderation: Wenn die Negierung bei den Sol- daten des 17. Regiments die k o l l e k�t i V e Verantwortlichkeit angenommen habe, warum tue sie es nicht bei diesem Verband?— Den Vorwand zu diesem Ruf nach der Polizei liefert der Kapitalistenpresse die Affäre des Reserveunter» leutnants Jean Louis, der während seiner Reservisten- Periode einer antimilitaristischen Versammlung in Lous-le- Saunies präsidiert und dafür vom Obersten 15 Tage Arrest zudiktiert erhalten hat, die der G e n e r a l— nach neuerlichen Demonstrationen des Unterleutnants, wie es heißt— in 30 Tage Festung umwandelte. Ob diese Art von Manifestationen gegen den Militarismus, wie sie Jean Louis betrieben hat, zurzeit besonders nützlich sind, bleibe dahin- gestellt. Jedenfalls sieht nian, daß sie der Bourgeois- presse willkommen sind, die den Spießern mit der»anti- militaristischen Gefahr" graulich machen will. Hervsismus. Paris, 12. Juli. Der Antimilitarist Professor Hervs ersucht die Antimilitaristen, gelegentlich des NationalfcsteS am 14. d. M. sich nach dem Paradefeld LongchampS zu begeben, um dort die Minister Clemencean, Briand und Picquart auszupfeifen und. die Meuterer des 17. Regiments zu akklamieren. Als ErkennuNgS- zeichen sollen die Antimilitaristen ein rotes Abzeichen mit der Nummer 17 im Knopfloch tragen.— Die Winzer. Perpignan, 12. Juli. Gestern fand eine Versammlung der Winzer der Departements Ost-Pyrenäen und Oude statt. Mit 89 gegen 0 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen wurde die Auf» rechterhaltung der Demissionen beschlossen. Weiter wurde eine Resolution angenommen, worin Clemencean scharf an- gegriffen und die Winzer ersucht werden, fest zusammenzuhalten. bis ihnen vollständige Genugtuung gewährt sei.— ßelgfen. Vom Kongo. Brüssel, 12. Juli. Das Blatt„Derniere Heure", welches seit einigen Tagen Veröffentlichungen des Kommandanten Lemaire über den Kongostaat bringt, veröffentlicht in der letzten Nummer verschiedene Einzelheiten, durch welche die Kongoarmee und die Verwaltung des Kongostaates schwer kompromittiert wird.— Italien. Die erste Sitzung des römischen Gemeinderates nach den Wahlen fand unter großem Andrang des Publikums statt. Die Mitteilung, daß der Bürgermeister seine Demission gegeben häbe, wurde mit Beifall aufgenommen. Eine Neuwahl für den Bürger- mcisterposten kam in mehreren Wahlgängen nicht zustande. Währ- scheinlich wird die Stadtvcrordnetcn-Versammlung aufgelöst und werden allgemeine Wahlen vorgenommen werden.—, Die russische Revolution. Vorbereitungen zur Dumawahl. Nach der Diskussion über die Frage des event. BohkottS der bevorstehenden Dumawahlen in der Presse des jüdischen Ar- beiterbundeS hat sich daS Zentralkomitee desselben für die Teil» nähme an den Wahlen ausgesprochen. Gleichzeitig beschloß es: 1. Wie in der letzten Wahlkampagne seine Hauptaufmerksamkeit auf einige Gouvernements zu konzentrieren, ohne jedoch der Führung der Wahlkampagne in anderen Orten, welche zum Tätijj- keitsrayon des„Bundes" gehören, zu entsagen; 2. Unverzüglich ein Zentralwahlbureau zu errichten; 3. in den Gouvernements wiederum Wahlbureaus zu eröffnen. Eine ganze Gemeinde verhaftet. Wie die„Batumskaja Gazeta" berichtet, wurde am 17. Juni die Mikel-Gabriclsche Dorfgemeinde(KreiS Osurgety) zu einer Versammlung einberufen und an sie die Forderung gestellt: die örtliche sozialdemokratische Organisation den Behörden auszu» liefern! Infolge der einmütigen Weigerung der Gemeinde, diesem Verlangen nachzukommen, wurden 309 Hofbesitzer verhaftet und nach Osurgety geschafft, wo man sie aus Raummangel nicht im Gefängnis, sondern in Kasernen internierte! Gleich- zeitig wurde daS Dorf von Landpolizisten besetzt. - i Soziales* Schwarze Listen! Uns weht ein günstiger Wind folgenden„vertraulich" verbreiteten Femgericht der Berliner Fuhrherren- Jnnungs-Krankenkasse gessen 65 Kutscher, die das Unglück gehabt haben, krank zu sein, auf den Redaktionstisch: Berlin 80, den 0. März 1907. Fuhrherren-JnnungS-Krankcnkasse. Vertraulich. Geehrter Herr Kollege! Gelegentlich der bevorstehenden Einstellung der Spreng« Wagenkutscher nehmen wir Veranlassung, Sie auf die Ausbeu- tung unserer Krankenkasse während der Wintermonate hinzu- weilen. In der Regel arbeiten die Sprengwagenführer, meist invalide, alte Leute, bis zum Schluß der Sommerzeit, um sich dann umgehend auf Kosten der Kasse 20 Wochen lang ernähren zu lassen. Leider sind wir diesem Ausbeutungssystem gegenüber vollkommen machtlos, da es sich eben, wie vordem er- wähnt, um Personen handelt, welche in Anbetracht ihres Alters krank und gesund sein können, je nachdem sich Arbeitsgelegenheit bietet. Unsere Absicht ist nun, durch beiliegende Liste dahin zu wirken, daß die auf derselben verzeichneten Leute bei der Einstellung, wenn irgend möglich, nicht mitberücksichtigt werden. Es sind hierdurch in der Kassenvcrwaltung unzweifelhaft große Ersparnisse zu erzielen, welche zur Verminderung der Lasten nicht unwesentlich beitragen würden. Indem wir Sie bitten, unser Ersuchen unter Beachtung der vorstehend geschilderten Verhältnisse nach besten Kräften unter- stützen und die Angelegenheit diskret behandeln zu wollen, zeichnen wir mit Hochachtung der Kassenvorstand E. Beck, Vorsitzender. Auf der Jsemliste hat der Herr Beck die Namen vott alten Arbeitern verzeichnet. Nnzweifelhast ist er diesen vollem Umfang auf Grund des§ 826 B. G.-B. schadenersatzpflichtig. Aber gibt es für den Staatsanwalt kein Mittel gegen diesen ungeheuerlichen Terrorismus vorzugehen? die Kutscher haben übrigens die Möglichkeit dadurch, daß sie ielbst zahlende Mitglieder der Kasse bleiben, von ihrem durch Zahlung der Kassenbciträge wohlerworbenen Recht auf ärzt- iche Behandlung weiterhin Gebrauch zu machen. Wird der Jnnungs-Becker dann von Verdauungsschmerzen geplagt—» Wie Lehrer wohnen müssen. Arbeiterfreundlichkeit der Freisinnspresse. Deutfches Ketch. die alten, invaliden Leufe" haben nicht die Pflicht für mit anderen Worten: der Arbeiter soll für das höchst un-! Der Streit der Seeleute ist beendet. besseres Wohlergehen dieses wohlhabenden Herrn zu sorgen. gewisse Linsengericht der„ dauernden Stellung" sein ErstVielleicht furieren sie so und durch Schadenersatzklagen die geburtsrecht, die Betätigung für bessere Lohn- und ArbeitsSine gestern abgehaltene Versammlung der Seeleute hat bes Invalidität der Humanität des Herrn. bedingungen, eintauschen und unterwürfig beiseite stehen, schlossen, die Arbeit sofort bedingungslos wieder aufzunehmen.. wenn draußen der Kampf um die Befreiung der Arbeiterschaft aus jeglicher Unterdrückung und Knechtschaft tobt, und die Besten der Besten ihre Eristenz, ihr ganzes ch einsetzen für dieses hohe, edle Ziel! Daß aber solche Als verheßend und aufreizend bezeichnete die Inseratenredaktion Barasiten, trok ihres Duckens und aller Liebedienerei, der sich liberal nennenden Gelsenkirchener Allgem. 3tg." eine den verdienten Fußtritt doch erhalten, wenn ihre Knochen Annonce, die von streifenden Gehülfen als" Antwort auf eine morsch und verbraucht sind, zeigt uns die tägliche Erfahrung. inserierte Aussperrungsdrohung der Klempnermeister aufgegeben Das Inserat der Klempnermeister, das die Allg. Zur besonderen Illustration sei folgender Dialog, der fürzlich werden sollte. im Gewerkschaftshause in einem Verbandsbureau gepflogen 8tg." ohne weiteres abdruckte, lautete: Der Westdeutsche Verband selbständiger Ins wurde, mitgeteilt: Ein Mann betritt zagend und schüchtern stallateure, lempner und Kupferschmiede Orts das Lokal. Ihm glänzt die Locke silberweiß, gebleicht von gruppe Gelsenkirchen macht hiermit folgenden Vers der Fülle der Jahre", er steht nämlich hoch in den siebziger fammlungsbeschluß bekannt: Die Mitglieder verpflichten sich, die Jahren. streifenden Gesellen, welche bis zum 10. Juli 1907 die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, bis Schluß des Jahres 1909 nicht Der Vorstand. wieder einzustellen. Ein bezaubernd schönes Kulturbild aus dem Lande der Schulen enthüllt der soeben erschienene 8. Band der„ Artenstüde der Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg". Nach dem in Heft Nr. 3, Seite 62, niedergelegten Protokoll über die Sigung des ritterschaft lichen Kollegiums vom März v. J. hatte dieses über die Eingabe eines in Alt- Jafferit( auf den„ mecklenburgischen Gütern" der Ritterschaft) tätigen Lehrers zu befinden. Diese Eingabe verdient, der Nachwelt zur erschöpfenden Naturbeschreibung unserer adligen Gutsherren und Schulpatrone wörtlich überliefert zu werden: Ganz gehorsamste Bitte des Lehrers Bundt in Alt- Jassewiß um Besserstellung seiner Wohnungsverhältnisse. Alt- Jassewiß b. Profeten, 22. Febr. 1906. Hochgeborener Herr! Hochzuverehrender Herr Graf! Ein jeder Stand hat seine Lust, hat seine Last. Der Leiden, der Freuden nicht wenige hat der Lehrerberuf. In der Schule zu arbeiten und zu schaffen, zu säen und zu pflanzen hinein in heitere Kinderherzen: das ist ein schönes Wirken und wird auch ein gesegnetes bleiben, solange man sich ein junges, fröhliches und zufriedenes Herz erhält. Gott schenkte mir's in seiner Gnade, und ein zweites ließ er mich finden. Ich habe mich verlobt und gedenke im Sommer zu heiraten. Nicht suche ich mein Glück im Trubel der Welt, ich muß es finden in trauter Häuslichkeit. Was Wunder, wenn nunmehr mein größter Wunsch ist: eine freundliche, etwas geräumigere Wohnung! Verbandsbeamter: Was wünschen Sie?" Ich möchte dem Verbande beitreten!" ,, Waren Sie schon mal Mitglied?" ,, Nein!" ,, Wo waren Sie zuletzt beschäftigt?" " ,, Bei!" Er nennt eine in dem betreffenden Berufe rühmlichst bekannte Hoflieferantenfirma. " Ja, so tann ich Sie nicht aufnehmen, Sie müssen morgen früh nach unserem Arbeitsnachweis kommen, und wenn Sie Arbeit erhalten, dann können Sie, sofern aus der Mitte der Kollegenschaft nicht Einspruch erhoben wird, aufgenommen werden." " 13 eine Die Gehülfen beschlossen folgendes Antwort- Inserat einrüden zu lassen: Nach Kenntnisnahme des Aussperrungs Jn. serates der Klempnermeister haben die ausständigen Gehülfen in geheimer Abstimmung einstimmig beschlossen, den Streit, bei dem es sich um Anerkennung tarifs licher Vereinbarungen handelt, weiterzuführen. Als Antwort auf den öffentlich bekannt gegebenen Beschluß der Meister, die Gehülfen, die sich nicht auf Gnade und Ungnade unterwerfen, bis Ende 1909 auszusperren, nahm die Versammlung ebenfalls einstimmig eine Resolution an, die folgenden Wortlaut hat: Ich habe nur eine Stube von 4,50 X 3,75, eine Rammer von uns nicht veranlassen, Alberne Drohungen können uns 3,90 x 2,90 und noch eine von 2,80 x 2 Meter(!), zusammen Als der Alte weg war, entfuhr dem Beamten die AeußeBewegung aufzugeben, die für uns außerordentlich günstig 35,785 Quadratmeter, während allgemein für Lehrerwohnungen rung: Noch am Grabe pflanzt der die Hoffnung auf!" ſteht. Wie anfangs, so sind wir auch heute noch zu jeder eine Norm von 65-85 Quadratmeter gilt. Die Höhe meiner Alt und grau konnte dieser Mann werden, ehe er den Zeit bereit, die Hand zum Frieden zu bieten. Wir werden uns Stuben beträgt 2,08 Meter, soll aber, um nicht gesundheitsschädlich Weg zum Engel- Ufer fand und auch dann erst, als man ihn aber auch gegen den Terrorismus der Meister, unsere Eristenzzu wirken, mindestens 3 Meter sein. Wenn man nun bedenkt, daß seine feine Schuldigkeit möglichkeit zu untergraben, in jeder Weise und auf gesetzlichem ich Wohn- und Schulstube mit Torf heizen muß, diesem Erzeuger gehen ließ wie den Mohren, der von schlechter Luft und vielem Staub, sowie, daß die lettgenannten getan. Ein Menschenalter hat er dieser Firma seine Wege zu schützen wissen. nicht geopfert und nur das, nein, Die streitenden Klempner- und Installateurgehülfen. Räume nur durch eine nicht fest schließende Tür geschieden sind, so Sträfte geopfert Dies Inserat nannte die Allg. 8tg." verhegend, aufreizend muß man sich wundern, daß man nicht beständig von den heftigsten das meist der Fall ist, er war derjenige, der dem guten und herausfordernd und lehnte deshalb die Aufnahme ob, obwohl Kopfschmerzen heimgesucht wird. Freilich(!) sind die Wände so Arbeitgeber pflichtschuldigst alles hinterbrachte, was sie das Inserat der Meister anstandslos abgedruckt hatte. Loyaler Sünn und undicht, daß die Außenluft stellenweise frei hereinstreichen in der Werkstube vorging und die Arbeitsleistungen seiner war das Zentrumsblatt, die„ Gelsent. 8tg.", die brachte das Inferat kann, so daß das Thermometer bei Frostwetter morgens 10-12 Gr. Mitkollegen bei jeder Gelegenheit herunterriß! Alt und grau der Gehülfen ohne jede Abänderung. weniger zeigt als abends. Wie soll es in einem solchen Zimmer mit der Fußwärme sein! Dazu gebrauche ich viel Feuerung. Nie fann ich reichen, muß zukaufen. Hier und da fleinere Reparaturen, sowie das Tapezieren habe ich aus eigenen Mitteln bestritten, um der Gutsherrschaft keine Kosten zu machen. Wünsche habe ich seit mehreren Jahren nicht mehr ausgesprochen. Ich hoffte nämlich zuversichtlich, daß das wohllöbliche Kollegium, wenn ich nur erst längere Zeit hier sei, eher meinem Hauptwunsche nachkommen würde. Jm 7. Jahre wirke ich jetzt in Jassewitz und möchte wohl auch mein Lebtag hier bleiben. Weil ich nun eine Frau heimzuführen gedenke, stellte ich dieser Tage Herrn Keding meine Sache vor: Dieser gesteht, daß es wohl schwerlich eine kleinere, schlechtere Lehrerwohnung gebe, daß er auf feinem Gute nicht eine solche haben möchte, allein, daß er wenig für mich tun könne. Herr Keding bedauerte, daß er meinen Wunsch nicht etwas früher gekannt, weil er dann hätte in Berlin mit Euer Hochgeboren über meine Sache schon sprechen können. Jetzt hat er mir geraten, sofort und direkt zu schreiben, er würde, soviel er fönne, meine Bitte unterstützen. Herr Keding meinte selbst, kaum sei es heutigen Tages einer jungen Frau zu So richte ich denn gehorsamst an Eure Hochgeboren die ganz ergebenste Bitte, sich hineinzubersehen in die Lage zweier Menschen, die ihr ganzes Glück in der Häuslichkeit suchen wollen und zu finden wünschen die Bedürfnisse sind einmal gewachsen, die Anfprüche gestiegen, das ist der Welt Lauf dann gnädigst dahin wirken zu wollen, daß mein Wunsch erfüllt werde. Es mag ein Baumeister begutachten, ob ein Durchbau hier noch angängig ist, wenn nicht, ein neues Schulhaus zu bauen und dieses als Scheune oder Stallung zu lassen. verdenken, wenn sie in eine solche Wohnung nicht hinein wolle. Herr Reding will meine Bitte unterstüßen, mein Schulinspektor gönnt mir Gewährung derselben, meine Dorfschaft wünscht mir Glück. Das Glückwünschen ist leichte Mühe, das Glücksuchen schwere Arbeit, aber das Glückfindenlassen meist Gottes, doch hier Menschen Sache! Möge Gott Ihre Herzen weich stimmen! Ein freudigeres Schaffen wird mein stiller Dank sein. Ich bleibe Euer Hochgeboren ganz gehorsamster E. Pundt, Lehrer. Die ganz gehorsamste Bitte des Lehrers Pundt in Alt- Jassewib fand gnädige Erhörung. Der liebe Gott stimmte die ritterschaftlichen Herzen weich und ließ den braven Mann sein Glück finden, wenn auch die sieben Probejahre seines fabelhaft jungen, fröhlichen und zufriedenen Herzens zuvor noch um einige verlängert werden dürften. Es soll nämlich ein neues Schulhaus gebaut und das alte abgebrochen werden, da es wohl 7 Jahre gerade gut genug war für Schulkinder und Lehrer, aber entschieden zu schlecht ist zur Stallung oder Scheune für den Gutsherrn. Mit dem Neubau fann aber zurzeit" noch nicht begonnen werden, weil dort die Wege zu schlecht sind. Das muß ja da eine riesig idyllische Gegend sein! Wahrscheinlich sind da die Hammersteine zu Hause, deren ministerielles Brachteremplar für jene Lehrer schwärmte, die für doch gibt es noch Lehrer, die gegen Sozialdemokraten wühlen. Gewerkschaftliches. wie konnte er beim Unternehmer werden, als er aber verbraucht war und aus ihm nicht mehr genügend Mehrwert herausgeschunden werden konnte, half selbst das Liebedienern nicht mehr und sein Plaz war das Straßenpflaster, wo er nun Betrachtungen anstellen kann über die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit! Berlin und Umgegend. Der Kampf im Baugnwerbe. Wir möchten bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, daß die Gehülfen in Gelsenkirchen seit fünf Wochen im Streit stehen, nur um einen Minimallohn für selbständige Arbeiter von 55 Pf. pro Stunde zu erreichen. Es werden in Berliner Zeitungen, in Vakanzenposten und ähnlichen Vermittelungsblättern Werkmeister und Geschäftsführer für Klempnerfirmen in Gelsenkirchen gesucht. Diese Wertmeister sollen aber in Wirklichkeit Streitbrecherarbeit verrichten. Wir möchten jeden Klempnergehülfen davor warnen, nach Gelsenkirchen zu gehen, um dort den streikenden Gehülfen in den Rücken zu fallen. Geiftestrante als Streitbrecher. Eine Versammlung der zentralorganisierten Zimmerer füllte gestern abend Kellers großen Saal bis auf den letzten Platz. knüpfer berichtete über den Stand der Bewegung, die er mit In dem schwäbischen Städtchen Kaufbeuren sind die Baus Recht als sehr günstig bezeichnete. Die Hoffnungen, die die arbeiter wegen verweigerter Erhöhung der ganz miserablen Löhne Unternehmer an den 1. Juli knüpften, sind offenbar zuschanden um einige Pfennige in den Ausstand getreten. Sofort wurden von geworden. Die geringe Bahl Arbeitswilliger, die sie mit Mühe dem bayerischen Unternehmerverband schwarze Listen versandt. Dies und Not, oft von weither herangeholt hatten, find ihnen bis auf ist allerdings nichts mehr Ungewöhnliches. Neu aber ist, daß in der wenige wieder abtrünnig geworden. Die Zahl der Zimmerer, die Frrenanstalt des Ortes Geistestrante und für einige Stunden zu den neuen Bedingungen arbeiten, steigt von Woche zu Woche, im Tag auch wärter zu Streitbrecherdiensten abkommandier! während gleichzeitig die Zahl der Streifenden sinkt. Das zeigen, folgende Zahlen, die sich auf die im Verbande organisierten Bimmerer beziehen: Es waren Es arbeiteten zu den ausständig neuen Bedingungen am 29. Juni 6. Juli 11. Juli 1011 794 543 2005 2170 2665 In der Zahlstelle Köpenick find gegenwärtig noch 28 Streifende vorhanden, während 42 Mitglieder zu den neuen Bedingungen arbeiten; in Friedrichshagen 35 Streifende und 22 zu den neuen Rechnet man die im Bedingungen arbeitende Mitglieder. Nechnet man Verein der Bimmerer organisierten Berufsgenossen hinzu, so ergibt sich, daß im ganzen noch 893 Zimmerer im Streit stehen, während 4233 zu den neuen Bedingungen arbeiten. Die Zahl der Unternehmer, die bewilligt haben, ist im Zimmerergewerbe von 570 am 29. Juni auf 630 am 6. Juli, und nun bis zum 11. Juli auf 665 gestiegen. Im Hinblick auf den günstigen Stand der Bewegung und die verhältnismäßig nur noch geringe Zahl der zu unterstützenden Mitglieder machte der Vorstand der Versammlung den Vorschlag, den täglichen Streitbeitrag bis auf weiteres von 75 auf 25 Pf. herabzujeßen. Dies wurde denn auch beschlossen. Die Freie Bereinigung der Maurer besprach Freitag abend in Boekers Saal, Weberstraße, den Stand der Lohnbewegung in einer Mitgliederversammlung. Der Referent Gehl wies auf die im " Vorwärts" veröffentlichte Bautenkontrolle hin und brachte auch die in dem obigen Bericht vom Zentralverband der Maurer schon erwähnten Zahlen vor. Den stetigen Fortschritt, den die Arbeiter machen, zeigte er ferner an den letzten Meldungen bei der Freien Vereinigung der Maurer. So waren am Montag 922 Streifende wurden. Ausland. Die gelbe Gefahr" in Japan! Wie Japan auf allen Gebieten der Industrie, der Kriegswissens schaft usw. seinen zibilisierten Vettern nachzuahmen versucht, so be ginnt es auch jetzt auf dem Arbeitsmarkte deren Methoden anzu wenden. Während Transvaal aufgehört hat, chinesische Kulis einzu führen, bemüht sich jest Japan, diese zu importieren und zwar für den Bau der Nagashima- Eisenbahn. 36 Chinesen find bereits in Ragasafi als Avantgarde eines großen Trupps von Kulis eingetroffen. Die Einführung der chinesischen Arbeiter verursacht natürlich viel böses Blut unter der Arbeiterbevölkerung Japans. Man plant bereits große Demonstrationen und entfaltet eine fieberhafte Tätig feit, über die wir wahrscheinlich in allernächster Beit mehr hörer werden. Eingegangene Druckschriften, Im Kampf um die Volksseele von Karl Röjener. E. H. Bed, Verlagsbuchhandlung( Oskar Bed), München. 1,20 m. Kultur und Fortschritt. Heft 104: Was will die Schulreform? Bon A. v. Winterfeld. 25 Pf. Heft 105: Gartenstadtbewegung Industriegartenstädte. Von 2. Ratscher. 25 Pf. Heft 106: ie urteilt man über den Achtuhr. Ladenschluß? Von Rudolf Bunese. Heft 107: Die gewerbliche Ausbildung der Industries arbeiterin. Von Dr. Maria Baum. 25 Pf. Heft 108/10: Menschen. reform und Bodenreform. Von Heinrich Driesmans. 75 Pf. Heft 111: Die Frauen und die Krankenkassen. Bon Dr. Margarete Bernhard 25 Pf. Leipzig, Feliz Dietrich. 25 Pf. Leipzig, 12. Juli.( W. T. B.) Das Reichsgericht hat die Revision des Roßschlächters Liberka und des Arbeiters Kioltyka, von denen jeder wegen zweifachen Mordes vom Schwurgericht Beuthen am 31. Mai zweimal zum Tode verurteilt worden war, verworfen. Bankier verhaftet. ihr Leben gern mit ihrem Bieh unter einem Dach hauſen. Und und 1009 zu neuen Bedingungen Arbeitende verzeichnet, am Diens Letzte Nachrichten und Depefchen. tag 833 Streitende und 1030 der letzteren Art, am Mittwoch 827 Streifende und 1090, die ihr Ziel erreicht hatten. Man sieht, Die Revision von Liberka und Kioltyka vom Reichsgericht verworfen. daß von Tag zu Tag Fortschritte gemacht wurden. Gehl kritisierte dann scharf die Akkordmaurer, die den Unternehmern wenig nühen werden. Allerlei Künste werden angewandt, um Ausländer nach Berlin zu bringen, aber die Arbeiter verstehen es jedesmal, hinter Die gesicherte Existenz bis ins hohe Alter! die Schliche zu kommen. Energisch forderte der Redner auf, stets Wache zu halten und Bahnhöfe und Bauten gerade in den jebigen In der bürgerlichen kapitalistischen Presse wird von Beit Tagen genau unter Kontrolle zu nehmen. Wer zu den neuen Bezu Zeit mit großem Tamtam der lieben Mitwelt die wichtige dingungen arbeitet, hat auch die Pflicht, zu dem Streitfonds beizuStuttgart, 12. Juli.( B. H.) Gestern abend ist in Hussenhof Tatsache mitgeteilt, daß in irgend einem Betriebe ein Arbeiter tragen und die Extrabeiträge zu leisten, diese Mahnung muß an das 25jährige oder noch längere Arbeitsjubiläum gefeiert hat manchen Säumigen gerichtet werden. Ebenso ist den Arbeitenden bei Stuttgart der Bankier Hugo Poch aus Stuttgart verhaftet und mit dem unvermeidlichen Orden für langjährige, treue anzuraten, daß sie gegenwärtig alle Reibungen auf den Arbeits- worden. Poch war einer der Hauptbeteiligten in der bekannten Dienste" beglückt wurde. Hieran schließen sich dann gewöhn- pläßen nach Möglichkeit vermeiden, denn es ist jetzt die Hauptsache, Goldschmuggleraffäre. Er hatte ein Bankgeschäft und eine Prägedaß die gestellten Forderungen anerkannt werden. Die Situation anstalt in Stuttgart und vertrieb das in Pforzheim gestohlene lich die üblichen Betrachtungen über das gute Einvernehmen ist für die Arbeiter günstig, aber es gilt noch tapfer zu kämpfen, Gold an Firmen in Schwäbisch Gmünd. Der Wert des gestohlenen zwischen dem Chef und den Arbeitern in dem betreffenden um alle Widerstände zu besiegen. Goldes beläuft sich auf zirka 100 000 Mark. Betriebe, das zu stören, jenen notorischen Hezern und Es wurde ein Antrag vorgelegt, Schritte zu tun, um der Wühlern, welche die Unzufriedenheit säen und den Oeffentlichkeit die schädlichen Wirkungen der Affordarbeit vor Klassentampf predigen, noch nicht gelungen ist. Da Augen zu führen. Zu diesem Zwecke sollten die Vorstände der Baumit sei der Beweis geliefert, daß die Harmonie zwischen gewerkschaften mit dem Aktionsausschuß der Partei in Verbindung Kapital und Arbeit ungetrübt bestehen könnte, wenn nicht treten und Voltsversammlungen sollten einberufen werden. In der Diskussion wurden die gegenwärtigen Verhältnisse noch durch die Verbände das Gift der Unbotmäßigkeit und der lebhaft besprochen und im allgemeinen der Zufriedenheit über den Widersetzlichkeit in die Herzen der armen, betörten Arbeiter Stand der Bewegung Ausdruck gegeben. geträufelt würde. Alle Streits würden nur durch die strupellofen Agitatoren hervorgerufen, denen friedliche, freue Arbeiter ein Greuel seien und die deshalb aufgeftachelt werden, maß- Achtung, Bertrauensleute des deutschen Metallarbeiterverbandes! lose und unerfüllbare Ansprüche an die gequälten Unternehmer Um Jrrtümern vorzubeugen, ersuchen wir die Vertrauens. zu stellen. Dadurch werde der holde Friede und die füße leute, die Mitglieder darauf aufmerksam zu machen, daß die Eintracht" zwischen den beiden Parteien gestört und Gegen- Wahlen zum internationalen Rongreß in Stuttgart für Berlin fäge hervorgerufen, die den bedrängten Chef zwingen, sein bereits am 14. Juli stattfinden. bor Liebe zu seinen Leuten fast überquellendes Herz einfach Alles nähere ersehen die Kollegen aus dem Inserat im geftrigen Vorwärts" und aus den zu Anfang der Woche veraus. zu verschließen. gabten Flugblättern. Oft genug hört man einen Unternehmer sagen, wenn er Ortsverwaltung Berlin des deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Arbeitskräfte einstellt:„ Wenn Sie fleißig und zufrieden" sind, können sie bei mir alt und grau werden!" Das heißt! Abgestürzt. Innsbruck, 12. Juli.( B. H.) Der elfjährige Sohn des in Mehenhofen im Zillertale zur Sommerfrische weilenden Oberrealschuldirektors Had aus Kattowib stürzte von einer hohen Felswand ab und wurde schwer verletzt aufgefunden. Innsbrud, 12. Juli.( B. H.) Ein Wiener Tourist türzte beim Aufstieg zur Speirerhütte von der Tabarektawand ab und erlitt schwere Verlegungen. Ein Grubenbrand. Beuzberg( Bayern), 12. Juli.( B. H.) Auf der Penzberger Steinfohlengrube ist in der zweiten Tiefbausohle ein Grubenbrand ausgebrochen, dessen Ursache bisher noch nicht ermittelt werden fonnte. Die Brandstelle wurde durch Schuhmauern isoliert und die Belegschaft zurückgezogen. Verantw. Rebolt: Carl Wermuth, Berlin- Rixdorf. Inserate verantw.: Tb. Glocke, Berlin. Drud u. Verlaa: Bortvärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Sinaer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Hr. 161. 2ä. Jahrgang. 1. DeilM Scs„öotiüärls" Sttlintt WsdlÄ SmoM, 13. luli 1907. Die flrbeitsbedingungcn der Konfumverelne. L Auf dem GenosfenschastStage, der im Juni zu Düsseldorf statt- fand, hat, wie unsere Leser bereits auS dem Berichte wissen, Genosse v. Elm über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Genossenschafts- angestellten eine Rede gehalten, die geeignet ist. in den Kreisen der sozialdemokratischen Partei wie der Gewerkschaften berechtigtes Auf- sehen zu erregen. Es hat sich denn auch in der Parteipresse eine Diskussion entsponnen, über deren wichtigste Punkte wir unsere Leser unterrichten wollen. Wir wiederholen zunächst diejenigen Sätze der Elmschen Rede, welche insbesondere zu Ausstellungen Anlaß gegeben haben. Sie lauten: „Die Zumutungen der Lagerhalter und Handlungsgehülfen sind ja sehr schmeichelhaft für die Leistungsfähigkeit der Konsum- vereine. aber die Genossenschaftler können nicht inmitten der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ein Stück Zukunftsstaat aufbauen. sBielfacheS Bravo!) Die Genossenschaftler haben nicht Lust, a l S Utopisten elend zu- gründe zu gehen.... Für die Forderungen der Lagerhalter — völlige Sonntagsruhe, ein fteier Ausgehtag in der Woche, Gleich- slellung der männlichen und weiblichen Lagerhalter, die vor- geschlagenen Mindestferien, Höchstumsätze und Mindestlöhne— hat der gesamte Ausschuß des Zentralverbandes nur ein Un« annehmbar als Antwort gehabt. Die Bewilligung solcher Forderungen würde die Entwickelung der Konium- vereine lelbst auch in den großen Städten, in welchen die Bewegung noch schwach ist, unmöglich machen..... Niemand kann leugnen, daß wir viel mehr für die Arbeiter geleistet haben, als die Konkurrenz. Wir sind auch bestrebt, ehrlich weiter zu arbeiten an der Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, aber wir können die Gewinne der Konsumentenorganisation nicht für die jetzigen wenigen Angestellten der Konsumvereine monopolisieren lassen. (Lebhafter Beifall.) Wir warnen die Genossenschafts- führer in ihrem eigenen Interesse, den Genossen- schasten durch die Bewilligung der Forderungen der Lagerhalter und Handlungsgehülfen die weitere Entwickelung unmöglich zu machen. (Sehr gutl) Die Genossenschaft ist der Friede, aber nicht der Friede um jeden Preis, nicht der Kirchhofsfriede, der alle Zukunftshoffnungen der Genossenschaften begräbt... Die Rede wurde am 10. Juni gehalten. Bereits am 21. Juni veröffentlichte der Stettiner»Volksbote' einen Leitartikel, in dem er sich mit diesen Ausführungen ausdrücklich einverstanden erklärte. Dagegen erschien gleichzeitig in der Dortmunder „Arbeiterzeitung' und in der Elberfeld er„Freien Presse' ein Artikel eines Besuchers des Genossenschaftstages, der den Elmschen Standpunkt sehr scharf angriff. Der Artikel wurde von einigen Parteiblättern, so in Düsseldorf. Erfurt usw.. übernommen. Sein Gedankengang ergibt sich auS folgenden Stellen: .... Ein hervorragender Sozialdemokrat hätte in jedem Augenblick davon durchdrungen sein müssen, daß die Forde ningen der Arbeiter immer und unter allen Um� ständen berechtigt sind, sintemal und alldieweil man ihnen selbst bei den größten Konzessionen immer nur erst einen Teil von dem wiedergibt, was man ihnen vorher abgenommen. Auch wenn er als Redner des Zentralvorstandes der Konsumvereine auftritt, sollte ein Sozialdemokrat das nicht vergessen.... Es lohnt aber der Mühe, auf das. was v. Elm als Genossenschaftler„Z uku n ft s- Programme' zu nennen beliebt, einen kurzen Blick zu werfen. Die Handlungsgehülfen haben gefordert den A ch t u h r l a d e n- schluß an allen Wochentagen.... Schon vor einem Jahrzehnt hat ihn die sozialdemokrattsche Fraktion im Reichstage beantragt. Und nun erklärt ein sozialdemokratischer Führer, das ginge nicht, weil— ja, weshalb eigentlich nicht? Weil viele Fabriken Sonnabends bis 7 Uhr arbeiten und die Arbeiter dann bis 3 Uhr ihre Einkäufe nicht besorgt haben können I Ungefähr dasselbe hat man vor 15 bis 2V Jahren in der„Freisinnigen Ztg.' gelesen. Heute sind aber sogar die Freisinnigen schon darüber hinaus.... Womöglich noch krasser sind v. Elms Acußerungen über die völlige Sonntagsruhe. Auch hierfür kämpft bekanntlich die ganze sozialdemokratische Partei seit undenklicher Zeit. v. Elm aber erklärt: es sei gar nicht zu wünschen, daß wir zu einem puritanischen Sonntag nach englischem Muster kommen, wo keine Eisenbahn fährt(!), kein Kellner bedient, kein Vergnügen möglich ist. Wer denkt hier nicht an die grauslichen Schilderungen, welche bürgerliche Redner vom„Zukunftsstaat' zu entwerfen lieben, um vor der Annahme sozialdemokratischer Fordeningen zu warnen I... Gefordert wird eine Arbeitszeil von 60 Stunden pro W o ch e I— Genosse v. Elm erklärt kühl: das entspricht heute nicht den tatsächlichen Verhältnissen, man muß auf die kleinen Vereine Rücksicht nehmen I Man denke: ein Mann, der sich selber rühmt, 30 Jahre lang in der Gewerkschaftsbewegung gestanden zu haben, findet die Forderung einer zehnstündigen täglichen Arbeitszeit übertrieben und nennt sie ein Zukunftsprogramm! ... Nun lehnt v. Elm keineswegs jede weitere Aufbesserung der Arbeiter ab. Die Konsumvereine wollen... die„berechtigten Forderungen' der Arbeiter erfüllen,„so weit eS möglich ist.' Aber wie weit es nun möglich ist und welche Forderungen.berechtigt' sind, das wollen sie selbst entscheiden. Und vor allen Dingen: „Das Tempo wollen wir selbst bestimmen!"— UnS dünkt, wir hätten genau dasselbe schon auS dem Munde ganz anderer Leute gehört, nämlich aus dem Munde der Stinnes, Stumm und Krupp... Die ganze Rede war ein einziger Hohn auf alle sozialdemokratischen Grundsätze.. Es wird dann weiter die Frage aufgeworfen, wie v. Elm zu solchem Verhalten hat kommen können. Die Antwort lautet: durch theoretische Verwirrung. Wäre die nicht, so würde v. Elm wissen. „daß ein Konsumverein, dessen Existenzbedingungen vorhanden sind— nämlich geschäftskundige Leute als Leiter und dazu eine zahlungsfähige Konsumentenfchast, weil die„Aermsten der Armen', die auf Borgen angewiesen sind, nie und nimmer einen Konsumverein lebensfähig machen können—, daß ein solcher Konsumverein ein vorzugliches Mittel sein kann, den Konsumenten und darunter auch den Arbeitern ge- wisse Vorteile beim Einkauf zuzuwenden, daß er das aber selbstverständlich niemals auf Kosten seiner eigenen Arbeiter tun darf.... Ein Betrieb— ganz gleichgültig, ob Privat oder Konsum—, der durch Erfüllung solcher Forderungen wirklich „konkurrenzunfähig' würde, der steht einfach nicht auf der Höhe seiner Aufgabe, der ist entweder nicht gut geleitet oder es fehlen die sonstigen Bedingungen seiner Existenz. Und es ist durch und durch antisozialdemokratifch. diese Mängel auf Kosten der eigenen Arbeiter und Angestellten ersetzen zu wollen.' Der Artikel schließt mit den Worten: .»Wie Genosse v. Elm es mit seinem eigenen Gewissen abmachen will, daß er als Sozialdemokrat solche Grundsätze vorträgt, das ist schließlich seine eigene Sache. Die Partei aber sollte mit aller wünschenswerten Deutlichkeit zu erkenne» geben, daß sie in dem Konflikt rückhaltlos auf feiten der Gewerkschaften steht.' Inzwischen ist auch das„Correspondenzblatt' der General- I kommission der Gewerkschaften gegen Genossen v. Elm sehr deutlich geworden. Es schreibt in Nr. 26 vom 29. Juni u. a.: 1„Die Auffassung der Genossenschaften als Arbeitgeber, als Unter- nehmer, der mit anderen Unternehmern konkurrieren muß, führt dazu, die Forderung aufzustellen, daß alle Arbeitsbedingungen in genossen- schaftlichen Betrieben mit denen der konkurrierenden Privatbettiebe über- einstimmen müßten oder wenigstens sich nicht allzu weit darüber hinaus erheben dürsten, weil sonst die Gesetze der freien Konkurrenz verletzt und der Konsumverein wettbewerbsunfähig gemacht würde. Das ist der Standpunkt des typischen Unternehmers.... ... Hinzu kommt noch, daß die Arbeiterschaft peinlich darauf bedacht sein muß, die Unerschütterlichkeit ihrer Grundsätze und ihres Ansehens in der Oeffentlichkeit zu wahren. Das gilt ganz besonders dort, wo sie äußerlich in der Stellung des Arbeitgebers auftritt, also bei der Festsetzung von Arbeitsbedingungen in Eigen- betrieben. Und die Konsumvereine sind Eigenbetriebe der Arbeiter- schaft: sobald diese auf ihre Leitung den maßgebenden Einfluß aus- übt, übernimmt sie sofort auch die Verantwortung für alles, was in diesen Betrieben geschieht. Wehe den Arbeitervertretem, die eS zulassen, daß die Arbeitsbedingungen in einem solchen Betriebe hinter denen anderer Betriebe zurückbleiben. Un- nachfichtlich wird ihnen dies von der aufmerksamen Oeffent- lichkeit als ein Widerspruch zwischen Theorie und Praxis angekreidet. Ja, es kann damit nicht einmal bewenden, daß diese Arbeitsbedingungen nicht schlechter sind als in anderen Betrieben,— sie sollen besser sein, zum wenigsten sollen sie denen der best geleiteten, der fort- geschritten st en Privatbetriebe gleichkommen, damit sie der rückständigen Privatwirtschaft jederzeit als Vorbild entgegengehalten werden können. Eigenbetriebe der Arbeiterschaft sollen Muster- betriebe sein, denn nur als solche stützen sie das Ansehen der Arbeiterklasse und damit das Wohl, daS Ge- deihen der Genossenschaften.... Diese(von v. Elm vor- geschlagene und vom Genossenschaststag angenommene) Re- solution unternimmt den durchaus verfehlten und nachteiligen Versuch, das Interesse der Genossenschaften mit dem der konkur- rierenden Privatbetriebe zu identifizieren und die Arbeiter auf Forderungen zu beschränken, die nicht bloß in der Privatwirtschaft durchführbar, sondern auch bereits tatsächlich durchgesetzt sind, weil sonst die Konkurrenzfähigkeit der Konsumvereine gehemmt würde. Das heißt in der Praxis nichts anderes, als das Niveau der Arbeitsbedingungen der rück- ständigeren Kleinbetriebe als Maß st ab für die Eigenbetriebe der Arbeiter proklamieren, denn um Kleinbetriebe handelt eS sich vorwiegend bei der Kon- kurrenz....' fliisrchMcher Geheimdundprozeß. Wegen Vergehens gegen ZK 128, 129 des Strafgesetzbuches hatten sich gestern vor der III. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz des Landgerichtsrat Busch der Anarchist, Schriftsteller Karfunkel st ein(Werner Daya) und der Redakteur der Zeit- schrift„Der Anarchist', Mechaniker Otto W e i d t, zu verant Worten. Vertreter der Anklage ist Staatsanwalt Fiegner. Die Verteidigung liegt in Händen des Rechtsanwalts Ludwig Fried mann. Als Hauptzeugen treten die Kriminalkommissare v. Arnim und Kuntze, Kriminalschutzmann Post-Berlin, Huth-Köthen, die Am archisten Lange und Frauböse auf. Als Dolmetscher und Uebersetzer fungiert Rechtsanwalt Klimanski. Ebenfalls anwesend ist der Polizei-Oberinspektor Stecher! Kothen, dem die Ueberwachung der Köthener Ortsgruppe der russischen Revolutionäre obliegt. In den Ostertagen wurde be- kanntlich in der Nähe von Mannheim der anarchistische Kongreß gegen den Willen der Polizei abgehalten, zu den dann Verhafteten gehörte auch der Angeklagte Karfunkelstein. Er wurde gegen Stellung einer Kaution freigelassen. Auf Veranlassung der Mann heimer Staatsanwaltschaft wurde in seiner Berliner Wohnung und in den Redaktionsräumen des Blattes„Der Anarchist" eine Haussuchung vorgenommen. Aus Briefen, Aufrufen und Stempeln, die hierbei gefunden wurden, folgert die Anklage, daß in Deutsch- land geheime Ortsgruppen der russischen anarchistischen Kampfes Organisation beständen In den Briefen, die zum Teil in russischer Sprache vorliegen, ist verschiedentlich von der Kampfesorganisation die Rede. Bei einer in Kothen, bei dem Leiter der dortigen anarchistischen Ortsgruppe, Naumtisch, vorgenommenen Haus- suchung wurde unter anderem eine Anleitung zur Herstellung von Sprengstoffen vorgefunden. Nach dem Verlesen des Anklage- bcschlusscs bemerkt der Vorsitzende: Angeklagter Karfunkel- stein, Sie sind eines der Häupter der anarchistischen Bewegung, jedenfalls ein bedeutender Anarchist und anarchistischer Schrift- steller. Karfunkel st ein: Ich gebe zu, Anarchist und anarchistischer Schriftsteller zu sein, jedoch gibt es Häupter oder hervorragende Personen in der anarchistischen Bewegung nicht. Ich habe mich in letzter Zeit in Ruhland aufgehalten und mich dort der Föde- ration der russischen Anarchisten angeschlossen. Auf eine Ver- ordnung des Arztes hin wollte ich mich zur Erholung nach der Schweiz begeben, als durch die Abhaltung des Kongresses in Mann- heim und meine damalige Verhaftung diese Reise unterbrochen wurde. Ich habe mich auf Anraten des Staatsanwalts nach Berlin begeben, um die von Freunden aufgebrachte Kaution nicht verfallen zu lassen. Das vorgefundene Manuskript ist eine Ueber- setzung eines von Naumtisch geschriebenen Artikels, die ich aller- dings vorgenommen habe und die in der Zeitung„Der freie Ar- beiter' abgedruckt wurde. Die in dem Blatte durch Punkte ange- deutete Stelle, die im Manuskript den Wortlaut hat:„Das Bureau besorgt die Lieferung von Waffen und Sprengstoffen" ist lediglich aus preßgesetzlichen Rücksichten weggeblieben. Dadurch, daß ich flüchtig mit Naumtisch, dem Leiter der Köthener Gruppe russischer Terroristen, bekannt wurde, kann nicht hergeleitet werden, daß ich Leiter oder Gründer irgend welcher in Deutschland existierender geheimer Gruppen sein soll. Vorsitzender: Bei Ihrer Verhaftung ut Mannheim wurden im Futter Ihrer Mütze Empfehlungsbriefe an die russi- schen Genossen vorgefunden, die von Fraubose, Sange und anderen ausgestellt sind und Sie als vertrauenswürdigen Anarchisten kennzeichnen. Karfunkel st ein: Diese Empfehlungen sind mir gegeben, um mir den Verkehr in Rußland mit den dortigen Genossen zu erleichtern. Angeklagter Weidt: Ich bin allerdings Redakteur des „Anarchist", habe aber weder an dem Mannheimer Kongreß teil- genommen, noch bin ich Mitglied der Köthener Föderation. Briefe sür Karfunkelstein sind an meine Adresse gesandt, weil Karfunkel- stein aus der Durchreise war, keine feste Wohnung innehatte und den ganzen Tag bei mir verkehrte. Die bei mir aufgefundenen Stempel der anarchistischen Föderation in russischer Schrift habe ich im Auftrage eines russischen Anarchisten anfertigen lassen. Bc- Ziehungen zu den russischen Lesehallen hatte ich. Diese haben einen rein literarischen Charakter. Mein Name ist ohne mein Wissen und Willen unter die Aufrufe und in die Liste der Per- soncn, bei denen terroristische Schriften zu haben seien, gekommen. In der Beweisaufnahme spielen nicht Tatsachen, sondern die»Ueherzeugungen" der Polizeibeamten die Hauptrolle. Der Zeuge Kriminalkommissar v. Arnim hat aus den bei den Angeklagten vorgefundenen Aufrufen und Korrespondenzen die„Ueberzeugung" erlangt, daß eine russisch-terroristische Föde- ration hier in Deutschland besteht, die nicht nur zahlreiche Mit- glieder hat, sondern deren Leitung auch in Deutschland sich be- findet und die in Händen der Angeklagten und des Studenten der Köthener Technischen Hochschule Naumtisch liegt. Richtig fei, daß die Redaktionen der anarchistischen Zeitungen ständig von der Polizei überwacht werden; die Ueberwachung sei aber nur eine äußerliche, da zu einer inneren Ueberwachung der Polizei das Recht fehle. Antwort auf die Frage des Angeklagten Weidt: ob die überwachenden Beamten die Aufgabe haben, die in die Redaktionen kommenden Russen genau zu beobachten, lehnt der Zeuge ab. Der„Anarchist" ist in den drei Jahren, in denen Weidt die Redaktion in Händen hat, nur ein einziges Mal beschlagnahmt, aber bald wieder freigegeben. Weidt ist noch unbestraft und ist der Polizei als ein gewerkschaftlicher Anarchist be- ka n n t. In ähnlicher Weise sagt der Kriminalkommissar Kuntze aus. In dem weiteren Verlauf der Verhandlung sollte ein Brief verlesen werden, der an Karfunkelstein gerichtet war. Dieser pro- testierte energisch gegen die Verlesung. Staatsanwalt Fiegner bemerkte, daß es sich anscheinend um einen„Liebesbrief" handele, auf dessen Verlesung verzichtet werden könne. Es wurden sodann der Kriminalwachtmeister Post-Berlin und der Kriminalschutzmann Huth aus Köthen vernommen. Letzterer bekundete, daß er bei den russischen Studenten in Köthen zwei Körbe mit anarchistischen Schriften und Anweisungen zur Her- stellung von Sprengstoffen aufgesunden habe. Frauböse und Lange bestätigen dem Angeklagten Kar- funkelstein, daß sie ihm die Empfehlungsschreiben ausgefertigt haben, damit er in Rußland ungenierter mit den dortigen An- archisten verkehren könnte. Dem Angeklagten Weidt wird be- stätigt, daß sein Name ohne sein Wissen unter den Aufruf und auf die Liste gekommen ist. Er habe sich ihnen gegenüber entrüstet darüber geäußert. Der Staatsanwalt hält nach der Beweisaufnahme beide Angeklagte für überführt. Besonders belastend erscheint ihm die in dem Artikel des„Freien Arbeiter" ausgelassene Stelle„Das Bureau sorgt für Wafsen und Explosivstoffe." Er beantragt gegen Karfunkel st ein 1 Jahr Gefängnis, gegen Weidt 4 Monate. Rechtsanwalt Ludwig Friebmann hielt es durch die Beweisaufnahme nach keiner Richtung hin für festgestellt, daß es in Deutschland eine„Föderation russischer An- archisten" gebe und daß Karfunkelstein deren Begründer und Leiter sei. Noch weniger sei es bezüglich des Weidt festgestellt, daß dieser sich überhaupt an der russischen anarchistischen Bewegung beteiligt habe. Aus rein tatsächlichen Gründen müsse deshalb eine Frei- f p r e ch u ng erfolgen und die dem Angeklagten Weidt ent- ftandenen notwendigen Auslagen der Staatskasse auferlegt werden. Karfunkelstein tritt in einer 1I4stündigcn Verteidi- gungsred« dem Staatsanwalt entgegen. Wenn wirklich geheime Gruppen existieren, würde er sich doch gehütet haben, die Polizei durch den Artikel im„Freien Arbeiter" darauf aufmerksam zu machen. Wenn darauf Bezug genommen werde, daß im Manu- skript stände: das Bureau wolle für Waffen und Sprengstoffe sorgen, so sei wohl klar, daß damit nur das Bureau in Ruß. land gemeint sein könne, da der Transport von Sprengstoffen viel zu gefährlich sei, um von Deutschland her nach Rußland ge» leitet zu werden. Der Artikel sei auch nur eine Ucbersetzung aus dem Russischen. In Rußland gehöre er der terroristischen Gruppe an, weil er die Ueberzeugung habe, daß dort auf friedlichem Wege nichts zu erreichen sei. Dagegen habe er sich in schärfster Weise gegen die Anwendung des Terrors in Deutschland ausgesprochen. Nach einstündiger Beratung kam das Gericht zu folgendem Urteil: Das Gericht habe es für festgestellt angesehen, daß tatsächlich ein E,eheimbund existiert, der es sich zum Zweck gemacht habe, die russischen Revolutionäre zu unterstützen. Es habe ferner für fest- gestellt erachtet, daß auch schon die Gründung verschiedener Einzel- gruppen gelungen sei, wie z. B. in Köthen. Berlin, Kattowitz, Lausanne, Graz usw. Die Beweisaufnahme habe aber auch ergeben, daß die beiden Angeklagten Mitglieder dieses Bundes, der natür- lich vor der Staatsregierung geheim bleiben sollte, gewesen sind. Das Gericht habe indessen nicht angenommen, daß sich die An- geklagten auch eines Vergehens gegen den§ 129 des Strafgesetz» buches schuldig gemacht haben. Das Urteil lautete deshalb gegen Karfunkel st ein auf 4 Monate Gefängnis, gegen Weidt auf einen Monat Gefängnis wegen Vergehens gegen§ 128 des Strafgesetzbuches. Den Angeklagten wurde je ein Monat auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet, so daß Weidt entlassen wird und Karfunkelstein noch 3 Monat zu verbüßen hat. Letzterer erklärt sich zum sofortigen Antritt der Strafe bereit. Eue der Partei» Wir erhalten folgende Zuschrift: Mein fünfzigster Geburtstag hat mir eine solche Fülle herzlicher Wünsche und freundschaftlicher Aufmerksamkeiten aus den Kreisen de» kämpfenden Proletariats gebracht, daß eS mir unmöglich ist, einzeln all' den Genossinnen und Genossen— die Redaktionen der Partei- blätter einbegriffen— zu danken, die meiner gedacht yaben. Ihnen allen gemeinsam sei daher von dieser Stelle aus Dank mit der Ver- sicherung gesagt, daß ich den festen Willen habe, als die Alte die Schlachten des revolutionären Proletariats weiter schlagen zu helfen. Wie immer die Lose fallen mögen: mit offenem Visier und scharfer, blanker Wehr dem Feinde entgegen, ob er unS brutal die gepanzerte Faust oder heuchlerisch das Sammetpfötchen entgegen- streckt I den 10. Juli 1907. Clara Zetkin. Eine AuSrinandcrsetznng über die Frage der Maifeier erfolgte in einer Parteiversammlung in Nürnberg. Als vor einigen Wochen in einer Versammlung zum Internationalen Kongreß Stellung ge- nommen wurde, ward eS für befremdlich befunden, daß die Frage der Maifeier nicht auf die Tagesordnung gesetzt ist, obwohl sie in den letzten Jahren zu vielerlei Debatten Anlaß gegeben hat. ES wurde angeregt, die von Mittelfranken zu entsendenden Delegierten zu beauftragen, dahin zu wirken, daß die Maifeier noch nach- t r ä g l i ch auf die Tagesordnung gesetzt und daß ein klarer, bindender Beschluß gefaßt wird. Zuvor aber sollte über die Maifeier selbst noch in einer besonderen Versammlung Aussprache gehalten werden. Genosse Dr. S ü d e k u m wurde als Referent bestellt. Die Versammlung fand nun am Mittwochabend statt und war sehr gut besucht. Am Tage vorher waren die Parteivertrauensleute und die Gewerkschaftsführer zu einer Sitzung zusammengetreten, um sich über den Gegenstand auszusprechen. Die Beratung endete damit. daß eine Kommission niedergesetzt wurde mit dem Auftrage, eine Resolution auszuarbeiten und der Versammlung vorzulegen. Die Kommission legte folgende Resolution vor: 1. Die Versammlung fordert die Delegierten von Mittel- franken auf, in der deutschen Delegation dafür einzutreten, daß ein Antrag auf Behandlung der Maifeierfrage zur Tagesordnung des Internationalen Kongresses gestellt wird. 2. Die Versammlung fordert ferner die Delegierten von Mittelfranken auf, in der deutschen Delegation dafür zu wirken, dah diese für Anerkennung der Jena-Mannheimer Resolution durch den Internationalen Kongreß eintritt. Die Versammlung verspricht sich von dieser Anerkennung durch den Internationalen Kongreß eine strengere Durchführung der Arbeits- ruhe am ersten Mai. In der Versammlung gab der Referent, Genosse Südekum, einen Ueberblick über die Geschichte der Maifeierbeschlüsse und kam zu dem Schluß, daß weder 1889 noch später ein zwingender Beschluß gefaßt worden sei, der den beteiligten Nationen die Ver- pflichtung zur unbedingten Arbeitsruhe auferlege; eS sei dem Ermessen der einzelnen Länder anheimgestellt, die Feier je nach ihren besonderen Verhältnissen zu gestalten; der letzte Kongreß 1904 habe den Nationen nur zur Pflicht gemacht, überall dort, wo es ohne Schädigung der Arbeiterinteressen möglich sei, die Feier durch Arbeitsruhe zu begehen. Alsdann behandelte er die Maifeierbeschlüsse der verschiedenen deutschen Parteitage bis zu der in Jena gefaßten und in Mannheim bestätigten Resolution, die es den Arbeiter- organisationen zur Pflicht macht, für die Arbeitsruhe am ersten Mai überall einzutreten, wo die Möglichkeit der Durch- führung gegeben ist. Redner bemerkte: Es sei ein Irrtum, zu sagen, die Maifeier in der heutigen Form sei bedeutungslos, sie sei in der Tat von bedeutendem agitatorischen Wert. Von einer B e- s e i t i g u n g der wenn auch nur t e i l w e i s e n Arbeitsruhe könne keine Rede sein. In der Diskussion bemerkte Genofle K ä st n e r, Bevoll- mächtigter des Deutschen Metallarbeiterverbandes: Wenn man die Feier als Demonstration für den Achtstundentag auffasse, so sollte man doch meinen, daß man durch sie auch dem Achtstundentag näher- gekommen sei; das sei aber nicht der Fall. Die Verkürzung der Arbeitszeit lasse fich nicht durch Demonstrationen, sondern nur durch Streik erzielen. Die Unternehmer ließen sich durch Demonstrationen nicht ins Bockshorn jagen. Die Maifeier solle die Einigkeit der Arbeiter anfachen, aber gerade ihretwegen seien Uneinigkeiten entstanden!— Genosse L ö h r meinte, die Arbeiter seien moralisch verpflichtet, die Maifeier hochzuhalten, weil sie außer dem Parlanrent das einzige Mittel sei, um die Arbeiterforderungen zum Ausdruck zu bringen. Wenn die Gewerkschaften die Kosten scheuen, so müsse man innerhalb der Partei eine eigene Unterstützungs lasse schaffen.— Genosse Simon, Vorsitzender des Schuhmacher Verbandes, polemisierte scharf gegen Kästner und fand eS bedauerlich, wenn versucht wird, die Maifeier auf irgend eine Art abzumurksen. Keine Gelegenheit sei besser geeignet zur Propaganda unter den Indifferenten als die Maifeier. Sie sei durchführbar, es komme nur auf den Stand der Organisation und den Standpunkt der Ge- Werkschaftsführer an. Wenn diese in Versammlungen gegen die Maifeier sprechen, dann müßten die Industriellen freilich Esel sein, wenn sie das nicht ausnützen würden! Auch alle übrigen Redner wendeten sich scharf gegen die Versuche, die Maifeier abzuschwächen oder zu beseitigen, worauf die Resolution gegen wenige Stimmen angenommen wurde. Als Delegierte für Mittelfrauken zum internationalen Kongreß wurden die Genossen S ü d e k u m und S e g i tz gewählt. DaS elfaß-lothringische Vcreiusgesetz und die Sozialdemokratie im Reichslande. Bis zum Jahre 1993 war es den Parteigenoffen im Reichslande nicht möglich, sich in größeren Organisationen zu vereinigen. Dem standen die Bestimmungen eines veralteten französischen Gesetzes und vorher auch der Dittaturparagraph entgegen. Es konnten nur so- genannte Klubs mit nicht mehr als 19 Mitgliedern geschaffen »verden, die wohl keiner Genehmigung oder Anmeldung bedurften, aber mit einander auch nicht in Verbindung treten konnten. Erst am 21. J»mi 1995 bekam das Reichsland ein Vereinsgesetz, das zwar die Frauen und Minderjährigen von politischen Vereinen ausschließt, aber gegen den früheren Zustand doch einen Fortschritt bot. Unsere reichsländischcn Parteigenossen gingen nun sofort an die Schaffung einer einheitlichen Organisation. Sie bildeten drei große Bezirlsvereine: Unterelsaß fVorort Straßburg), Oberels aß(Vorort: Mülhausen). Lothringen sVorort: Metz). Diese Bezirksvereine waren die Grundlage der Organisation. Sie wurden zerlegt in Filialen, welche die Wahl- kreise unifassen, und diese wieder zerfielen in einzelne örtliche Mit- gliedschaften. Ebenso wie die Bezirksvereine hatten die Filialen und Mitgliedschaften zur Leitung der Geschäfte eigene Vorstände. Die Behörde betrachtete nun diese Filialen als selbständige Vereine und forderte deren Anmeldung. Als die Filiale Straßburg der Auf- forderung nicht nachkain, ivurden die Vorstandsmitglieder der Filiale ivegen.Uebertretung des Vereinsgesetzes" angeklagt. Der Prozeß wtirde in allen Instanzen(Schöffengericht, Landgericht, Oberlandes- gericht) durchgefochten, und letzteres entschied endgültig im Sinne der Polizeibehörde: daß die Filialen, also die Wahlkreis- organisationen, selbständige Organisationen und anmelde- p f l i ch t i g seien!— Die reichsländischen Genossen sind nun also vor die Aufgabe gestellt, eine neue Organisation zu schaffen. Dies soll auf der für den 21. Juli in Straßburg anberaumten Landeskonferenz geschehen. BildungsdeftreSimgrn. Auch die Parteigenossen der Wahlkreise Alteuburg, Reuß jüngere »ind ältere Linie und Weimar 3, die zum Sekretariat Jena gehören, haben mit der Förderung der BildungSbestrebungcn ernst- iich begonnen. In einer Anzahl von Orten des Agitationsbezirkes hat Genoffe Rühle je einen ZifflnS von Vorträgen gehalten. Diese erstreckten sich in der Hauptsache auf die Behandlung der ökonomischen EntWickelung und auf die materialistische Geschichtsauffassung. In einigen Orten sind die Genossen zu lveiteren Vortragsserien über- gegangen. Der Parteisekretär des Agitationsbezirks, Genosse Leber- Jena, hielt in mehreren Orten je 6 Borträge über das Erftlrter Programm. Die ersten vier dieser Vorträge befassen sich mit dem theoretischen Teil des PrograminS, der 6. Vortrag behandelt den praktischen Teil. In der Stadt Greiz, Ivo der erste Vortragszyklus beendet ist, waren die Borträge— trotz der heißen Jahreszeit— durchschnittlich von 69 Parteigenossen besucht l Weitere Städte, die sich an den Vorträgen beteiligen, find: Bürgel, Debschwitz, Kahla und Hermsdorf. Für den Herbst und Winter werden noch mehr Orte berücksichtigt werden. In einigen Orten wird man sogar dauernde Bildungs- kurse einführen. In Jena zum Beispiel, wo bereits seit IVs Jahren sogenannte Bildungsabende veranstaltet werden, ist man dabei, solche allgemeinen BildungSkurse zu schaffen. In einer Versammlung. die vor kurzem stattfand, hat man gemeinschaftlich mit den Gewerkschaften einen Bildungsausschuß eingesetzt. Durch eine ziveite Versammlung, in der Genosse Schulz-Berlin über:.Arbeiter- bildung in Theorie und Praxis" sprach, wurde ein weiterer Schritt vorwärts gemacht. Die„Niedergerittenen" reiten.— poUzeUichcs, Omcbtliches ufw. Die Presse vor der Revifioilsiiistaiiz. Zwei Artikel in der „Schleswig-Holsteinischen VolkSzeitung" in Kiel brachten unserem Genossen Prüfer die Verurteilung zu je 39 M. Geldstrafe. In dem einen Artikel wird der Uinstand hervorgehoben, daß der Bürgermeister a n d e r e n Turn- und sonstigen Vereinen Umzüge und ähnliches prompt gestatte, nicht aber Arbeiter- und Arbeiter- iurnbereiiten, da seien sofort die Polizisten zur Stelle und notierten. Mit allen solchen Schikanen würde aber die Arbeiterschaft nicht mürbe gemacht. Durch das Wort„Schikane" soll der Bürgermeister in seiner Ehre gekränkt worden sein; denn er habe nur„streng und gerecht" gehandelt.— Wenn er so, wie geschehen, gerade gegen Sozialdemokraten vorging, dann handelte er— im Auftrage der vorgesetzten Dienstbehörde. Im zweiten Artikel„Auf der Reise nach dem Uebeltäter", soll ein Polizeiwachtmeister beleidigt worden sein. Er„suchte" nämlich den Verfasser des ersten Artikels. Hierbei, so meinte der ziveite Artikel, maßt er sich Rechte an, die ihm nicht zukommen. Das ist die„Beleidigung" I— Das Gericht stellte fest, daß der Wacht- meister von seiner Behörde den Auftrag hatte, den Verfasser des ersten Artikels zu suchen. Da er einen Maurer H. im„Verdacht" hatte, ging er imf dessen Arbeitsstätte und verhörte ihn dort! Damit, so meinte das Gericht, wäre dem Arbeiter kein Schaden zugefügt, iin Gegenteil: er hätte nicht erst nach der Polizei zu laufe» brauchen!(!!) Z 193 wurde versagt, loeil Pr. berechtigte Arbeiterinteressen nicht habe vertreten wollen I Die Beleidigungs- absicht zeige schon das Wort: der„Herr" usw.... Pr.s Revision wurde vom dritten Straffenat in Leipzig verworfen. Huö Induftnc und Handel Welthandelsslotte. Das unter dem Namen„NauticuS" bekannte Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen bringt in seinem neuesten, vor kurzem erschienenen Jahrgang wieder eine zusammenfassende Uebersicht über die letztjährige EntWickelung und den gegenwärtigen Stand der Welthandelsflotte. Danach ist der Nettoraumgehalt der ge- samten Handelsflotten der Welt— der Tabelle liegen die Angaben des Bureaus„VeritaS", die nur Dampfer über 199 und Segelschiffe über 39 Registertonnen netto berück- sichtigen, zugrunde— im vergangenen Jahre von 25,42 auf 26,48 Millionen Registertonnen, also um rund eine Million Registertoni, en gewachsen. DaS Ergebnis ist lediglich durch die ge- waltige Zunahme der Dampfertonnage herbeigeführt worden, die von 17,89 Millionen auf 18,93 Millionen Tonnen stieg, während gleichzeitig der Gesamtraumgehalt der Segler von 7,62 auf 7,63 Millionen Tonnen zurückging. Das Verhältnis zwischen Dampfer- und Scglertonnage, das um die Mitte der 99er Jahre des vorigen Jahrhunderts wie 1: 1 stand, stellt sich nunmehr auf 5: 2. Infolge der zunehmenden Verdrängung der Segler durch die Dampfer wächst die Transportleistungsfähigkeit der Welt Handelsflotte stärker, als aus der bloßen Angabe der jährlichen Zunahme ihres NettoraumgehalteS ersichtlich ist. Wenn man unter Berücksichtigung des Satzes, daß die Leistungsfähigkeit der Dampfer tonnen dreimal so hoch als die der Seglertonnen zu veranschlagen ist, die Transportleistungsfähigkeit der Welthandelsflotte zu Anfang und zu Ende des Berichtsjahres feststellt und vergleicht, so zeigt sich, daß sie die beträchtliche Steigerung von 6,5 Proz. erfahren hat, während der Raumgehalt sich nur um 4,2 Proz. vergrößert hat. An dieser aufsteigenden Entlvickelung haben außer Spanien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika alle Hauptschiffahrts länder, allerdings in recht verschiedenem Umfange teilgenommen. Die Leistungsfähigkeit der spanischen Flotte ist um 2,9 Proz. zurück gegangen, die der amerikanischen unverändert geblieben. Die relativ größte Zunahme weist die japanische Handelsflotte auf, ihre Leistungsfähigkeit ist um 12>/z Proz. getvachsen. Die deutsche Flotte steht mit einer um 11,4 Proz. erhöhten Transportleistungsfähigkeit an zweiter Stelle. Dann folgt nach dem Grade der Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit die russische Flotte mit 7,2 Proz., die italienische mit 7.1 Proz., die norwegisch« mit 6,9 Proz., die schwedische und niederländische mit je 3.5 Proz., die englische mit 4,3 Proz. usw._ Bichpreise und Flcischpreise. Aus Hannover wird uns geschrieben: Die hannoversche Landwirtschaftskammer hat zur Zeit der hohen Vieh« und Fleischprcise von der hannoverschen Flerscherinnung heftige Angriffe erdulden müssen, weil sie die Fleischteuerung den Schlächtern in die Schuhe schob. Jetzt sind die Viehpreise schon seit längerem zurückgegangen, die Schlächter in Hannover erheben aber noch immer ungebührlich hohe Fleischpreise. Dagegen macht nun die Land- wirtschastskammer Front. Sie stellte an den Magistrat zu Hannover den Antrag, er möge, um den Angriffen gegen die Agrarier zu begegnen, die Einkaufs- und Verkaufspreise der Schlächter amtlich veröffentlichen. Der Magistrat hat diesen Antrag der Fleischerinnung zugesandt. und ganz merkwürdigerweise wehrt sich die Innung heftig gegen das Verlangen. Sie schreibt am Schluß ihrer Antwort: „Wir glauben annehmen zu dürfen, wenn ein solcher Antrag von anderer wie landwirtschaftlicher Seite gekommen lväre, der- selbe wohl keine Beachtung gefunden haben dürfte, deshalb können wir uns der Meinung nicht verschließen, daß der von der Land- wirtschastskammer gestellte Antrag, die Spannung zwischen den Ein- und Verkaufspreisen bei Schweinen zu veröffentlichen, als ein Eingriff in das Wirtschaftsleben unseres Gewerbes zu be- zeichnen ist und daß wir aus angeführten Grlinden um Ablehnung desselben bitten." Die Schlächter haben auch allen Grund, fich gegen die Ver- öffentlichung zu wehren, denn die Fleischpreise lassen absolut nichts von einem Rückgänge der Schweinepreise verspüren. Noch vor einigen Monaten forderte selbst der Obermeister der Innung auf, man solle doch die Verkaufspreise in Einklang mit den Einkaufspreisen bringen; also selbst der Obermeister be- stätigte dainit die künstliche Fleischverteuerung durch die Schlächter. Trotzdem berichtet jetzt die Innung an den Magistrat,„das Flcischergewerbs in Hannover habe zu allen Zeiten(I) die Fleischverkaufspreise angemessen den Einkaufspreisen gegenüber festgesetzt", ja, sie nennt sogar das Reden von dein Sinken der Viehpreise eine Irreführung des Publikums. Wie wenig das zutrifft, beiveist folgende von der Landwirtschaftskammer herrührende Zllsammenstelluug: Flcischpreise im Schlächterlade» 1901..... 65,92 1902..... 68,96 1903..... 65,17 1904 1905 1906..... (Januar 1 März /• April.. Die Profitsteigerung 62.21 75.94 79,96 73,17 69.59 ist ganz Flelschprelse im Schlachthose M. 68,97 61,79 62,13 60,23 65,19 67,83 36,19 49,88 enorm. Profit fflr Schlächter M. 6,05 7,17 13,04 11,98 9,85 12,13 19,07 19,63 Man wird gut wn, sich derartige Zusainmenstellüngcn z», merken für den Fall, daß die Schlächter»vieder eimnal an das Volk appellieren, in dem Kampfe Segen die Agrarier zu helfen. Der Kampf muß sich gegen beide. grarier wie Schlächter, richten. Den hier angegebenen Profit ver- mehren die Schlächter bekanntlich noch in der Weise, daß sie der Hausfrau, wenn sie ein Pfund Fleisch haben will, erklären, es ist für 19 oder 13 Pf. mehr, ohne daß eine Gewichtsberechnung statt- findet._ Städtischer Straßrnbahnbctrieb. Die Stadtverordneten von Chemnitz beschlossen gestern abend den Ankauf der hiesigen, der Allgemeinen Lokal-»»nd Straßenbahngesellschaft gehörigen elektrischen Straßenbahn für 19'/z Millionen Mark. Die Uebernahme erfolgt am 1. Januar 1993- Soziales. Jahresversaminlung des ZcntralverbandeS von OrtSkrankenkassea. Die Jahresversammlung des Zentralverbandes von Orts- krankenkassen findet vom 19. bis 21. August in Mannheim statt. Als Tagesordnung ist in Aussicht genommen u. a.: Das Verhältnis der Krankenkassen zu den Aerzten(Reserent Albert Kohn-Berlin), Entwurf eines Reichsapothekengesetzes(Referent Apotheker Skaller- Charlottenburg), Ausbildung der Kassenbeamten in der gesamten Arbeiterversscherung(Referent Gräf-Frankfurt a. M.), Anträge auf Abänderungen des Krankenkassengesetzes, auf Ausdehnung der In- validcnversicherungspflicht auf die Heimarbeiter und Hausgewerbetreibende» des Gewerbes der Schneider und Schneiderinnen und auf Abänderung des Nnfallversicherungsgesetzes(Ausdehnung der Verpflichtung der BcrufSgenossenschaften vom Tage des Unfalls ab einzutreten). Die Jahresversammlung hat demnach recht wichtige Fragen zu besprechen. Im Interesse der Arbeiterklasse liegt es, daß dein Verband noch nicht angeschlossene Ortskrankenkassen das Ver- säumte nachholen._ Ausländer in Elsaß-Lothringen. Das Unternehmertum beschäftigt mit Vorliebe Ausländer, d. h. solange diese widerstandsunfähig sind und sich willig aus- beuten lassen. Diese Tatsache läßt sich am leichtesten beobachten in den Grenzstaaten, wo die Bevölkerung schon insolge der Lage und des gegenseitigen Verkehrs leichter ineinander übergeht. Des- halb ist es aus diesen Umständen nicht verwunderlich, daß in den Jndustriebezirken deS Reichslandes eine Unmenge Ausländer be- schäftigt werden. Insgesamt wurden hier Ausländer gezählt am 31. März 1997 82 926, das sind bei einer Bevölkerung von 1814 664 am 1. Dezember 1995 4,57 Proz. der Bevölkerung. Von diesen 82 926 Ausländern waren 36 660 Italiener, von denen 29 198 in dem lothringischen Jndustriebezirk beschäftigt waren. Französische Staatsangehörige wurden 13 219 gezählt, diese verteilen sich über das ganze Land. Von den„freien" Schweizern hielten sich im bureaukratisch und polizeilich regierten Reichslande 12 535 auf, die sich mit 19 145 vorzugsweise in dem der Schweiz benachbarten Oberelsaß aufhielten. Dann folgen die Luxemburger mit 11 974 Köpfen, die sich fast aus- schließlich im lothringischen Industriegebiet aufhalten, und dann findet man noch verhältnismäßig viel Oesterreicher. nämlich 3813, die ebenfalls meist Lothringen bewohnen. Gerichts-Zeitung. Eine Schwinbelkasse vor Gericht. Unter der hochtönenden Firma„Allgemeine Deutsche Hülfskrankenkasse" hatte der Kaufmann und Versiche- rungsbeamte Franz S t a r b a t t h ein angeblich der Volkswohlfahrt gewidmetes Unternehmen gegründet, welches jedoch nur als Deck- mantel für einen Kautionsstbwindel im großen dienen sollte. Der Leiter dieser famosen Gründung wurde gestern aus der Unter- suchungshast der 7. Strafkammer de? Landgerichts I vorgeführt, um sich wegen Betruges in 23 Fällen zu verantworten. Mit ihm war seine Ehefrau Martha Starbatty wegen Beihülfe ange- klagt. Da sie jedoch zu der gestrigen Verhandlung nicht erschienen war, wurde das Verfahren abgetrennt und gegen den Ehemann St. allein verhandelt. Der Angeklagte ist der einzige Sohn eines Pedells an einem Gymnasium in einer Stadt Westfalens. Sein Vater verschaffte ihm an dein Gymnasium eine Freistelle und brachte es auch mit Hülfe eines Stipendiums so weit, daß er den Angeklagten Medizin studieren lassen konnte. Als er bereits fünf Semester hinter sich hatte, starb sein Vater, so daß er das Studium aufgeben mußte. Der Angeschuldigte versuchte in allen möglichen Erwerbszweigen festen Fuß zu fassen, konnte sich jedoch, zum Teil durch eigene Schuld keine Existenz gründen. Schon vor längerer Zeit kam S. mit dem Strafgesetz in Konflikt und deshalb immer schneller bergab. Vor etwa 1� Jahren gründete der Angeklagte in Berlin ein Unternehmen, welches von vornherein darauf angelegt war. einen Kautionsschwindel im großen zu betreiben. Durch Annoncen, die er in zahlreichen Zeitungen in allen Gegenden des Reiches erscheinen lieh, suchte er vertrauenswürdige Leute als Kaf- fiercr, die eine Kaution von mindestens 1999 M. stellen konnten. ES fanden sich auch eine große Anzahl von Personen, die in der Hoffnung, eine Lebensstellung zu erlangen, gern 1099 und sehr häusig 1599 M. hingaben, die entweder ihre notdürftig gemachten Spargroschen darstellten, oder vielfach auch von Verwandten zu- sammengeborgt waren. Unter allerlei Versprechungen engagierte der Angeklagte nacheinander 23 Kassierer, denen er insgesamt zirka 39 999 M. abnahm. Nur wenigen besonders energischen Personen gelang es, von dem Angeklagten, nachdem sie mit einer Anzeige drohten, ihr Geld wiederzuerlangen. Von dem erschwindelten Gelde mußte er auf diese Weise nach und nach etwa 8999 M. an seine Opfer wieder zurückzahlen. Als schließlich mehrere der Geschä- digten sich an die Ocffentlichkeit wandten, erschienen in der Presse Warnungen vor dem Schwindelinstitut. Der Angeklagte hatte hier- bei noch die Dreistigkeit, große Berichtigungen zu versenden und mit einer Beleidigungsklage zu drohen. Schließlich wurde dem Treiben des gemeingefährlichen Schwindlers durch seine Verhaf- tung ein Ende bereitet. Vor Gericht war der Angeklagte ge- st ä n d» g. Der Staatsanwalt beantragte in Anbetracht der hohen Gemeingefährlichkeit des Treibens des Angeschuldigten eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 6 Jahre Ehrverlust. Die Strafkammer erkannte auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren._ Hus der frauenbewegung* Dienst»» iidchen-Bersammlung. Nach der in der Bergmannstraße belegenen Habelschen Braueret war für Donnerstagabend eine Dienstmädchenversammlung ein- berufen, um zur Verkürzung der Arbeitszeit Stellung zu nehmen. Wohl aus Anlaß des schlechten Wetters war der Besuch nur ein ziemlich schwacher. Es waren etwa 199 Personen, unter diesen auch einige Herren, erschienen. Fräulein Ida B a a r sprach über «Die Verkürzung der Arbeitszeit". Ap dem schlechten Besuch der Versammlung, so etwa bemerkte die Rcdnerin, sei wohl zum Teil das furchtbare Regenwetter schuld, die Hauptschuld liege aber zweifellos in der langen Arbeitszeit der Dienst- ni ä d ch e n, die eigentlich unbegrenzt sei. Bezüglich aller anderen Arbeiter sei die Arbeitszeit begrenzt, die Dienstmädchen haben aber niemals freie Zeit. Die zu Recht bestehende Gesindcord- nung habe das Dienstmädchen zur Haussklavin degradiert. Wenn das Dienstmädchen einmal um Urlaub nachsuche, dann dürfe es kein böseS Gesicht machen, wenn es abschlägigen Bescheid erhalte. Die Dienstmädchen haben aber schließlich auch das Bedürfnis, an den Fortfckritten der Kultur und der Bildung teilzunehmen. Auch im Interesse der Gesundheit sei es erforderlich, daß für die Dienst- mädchen eine gesetzliche Arbeitszeit festgelegt werde. Die Herr- schaften wehren sich selbstverständlich gegen Auftiebung der Ge- sindeordnung und gegen jede Verkürzung der Arbeitszeit. Die Herrschaften wissen, daß Dienstmädchen, die nicht Zeit haben über ihre Lage nachzudenken, sich jede Behandlung gefallen lassen. Alle Arbeiter haben durch Organisation Verkürzung der Arbeitszeit er» reicht, nur die Dienstmädchen stehen noch abseits. ES sei aber dringend notwendig, daß auch die Dienstmädchen sich organisieren, sich dem Verein der Hausangestellten anschließen, um in der Lage zu sein, höhere Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit zu fordern. Es müsse den Herrschaften klar gemacht werden, daß auch die Dienstmädchen Menschen seien, die im Interesse ihrer Gesundheit und weiteren Fortbildung ein wesentliches Interesse an einer Ver- kürzung der Arbeitszeit haben.(Lebhafter Beifall.! Herr Oppenheim bemerkte: Es sei erfreulich, daß im Ab» aeordnetenbause Freiherr von Zedlitz für die Besserstell»»» der Dienstmädchen eingetreten sei. Erforderlich sei es, die Arbeitszeit und nur Frauen als Angestellte beschäftigen. Seine Schuhe kauft| 119 755,65 Mart gegenüber stand. Auf Antrag der Revisoren wird der Henstmädchen nur bis 9 Uhr abends zu bemessen, und wenn man in einem Schuhgeschäft, das ebenfalls einer Frau gehört und dem Kassierer Entlastung erteilt. nach 9 Uhr abends durchaus Arbeit erforderlich wäre, Ueberstunden der Hut, den man trägt, tommt aus der Hutfabrit von Frau Allen In der Diskussion bemängelt Menz die Höhe der Jahrgelder, zu bezahlen.( Lebhafter Beifall.) und Frl. Cooley. Das Fleisch für den täglichen Nahrungsbedarf die sehr niedrigen Einnahmen für Inserate der Monatsschrift, soFrau Bie: Es höre sich sehr schön an, daß Freiherr von Zed- fauft man bei der Meggermeisterin Frau Gilbert, die selbst hinter wie die gezahlten Honorare für gehaltene Vorträge. Weiter Tik im Abgeordnetenhause sich der Dienstmädchen angenommen dem Ladentisch steht und das Fleisch schneidet. Sollte aber ihre wünscht er, daß dem Unwesen des Klatschens in den Vorstellungen habe, es sei aber bei der Anregung geblieben. Der augenblicklich Ware nicht gut oder zu teuer sein, so versucht man es bei ihrer ein Ende bereitet werden solle; das sehe nach Claque aus. 3wangroße Mangel an Dienstmädchen sei doch eine günstige Gelegenheit, Konkurrentin, Frau Brookes. Die Tageszeitung der Ortschaft, aig weist den Vorwurf über zu große Fahrgelder namens der Forderungen zu stellen. Weshalb solle das Dienstmädchen nicht, The Norway Advertiser", wird von einer Frau herausgegeben, Ordner zurück und bedauert, daß wegen dieser geringfügigen gleich den Verkäuferinnen usw. um 9 Uhr abends ihre Häuslichkeit die Bank des Städtchens beschäftigt einen weiblichen Kassierer und Summe, welche absolut in feinem Verhältnis zu den Ausgaben aufsuchen können. eine Frau ist Inhaberin und Leiterin des einzigen photographischen stehe, noch öffentlich Kritik geübt werde. Er fragt weiter an, ob Gin älteres Dienstmädchen bemerkte: Die Herrschaften seien Ateliers. Wenn man frant ist, so schickt man nach der Aerztin nicht in Zukunft vor Aufführungen von klassischen Werken, wie oftmals so herzensroh, daß sie noch viel von ihren Dienstboten Dottor Annette Bennet, die obendrein Gesundheitskommissärin des zum Beispiel Faust", ein einleitender Vortrag für die Mitglieder lernen tönnen. Schon den Kindern werde es aner- Städtchens ist. Wenn man fromm ist, so kann man Sonntags veranstaltet werden könnte. Vom Vorstand wird eine Erfüllung zogen, daß die Dienstmädchen ganz andere in der Kirche einer Gemeinde, die sich Universalist Church" nennt, dieses Wunsches in Aussicht gestellt. Eine weitere Anfrage des Menschen als die Herrschaften seien. Es werde ge- einen weiblichen Pfarrer predigen hören. Wenn man sich trauen Redners veranlaßt eine fleine Aussprache über die Frage des sagt, wenn die Dienstmädchen außer dem Hause wohnen, dann lassen will, so geht man zur Friedensrichterin Frl. Margaret Mozartsaal- Boykotts. Die allgemeine Meinung geht dahin, daß ein tönnten sie die Herrschaften nicht ausziehen! Das wollen wir ja Baker; und wenn man endlich sich begraben lassen will, so wird solcher Boykott für den Verein zwar bedauerlich wäre, daß man auch nicht. Leute mit gesunden Knochen können sich selbst aus- auch dieser letzte Dienst von einem weiblichen Leichenbesorger ver- den Beschluß der maßgebenden Instanz aber selbstverständlich refleiden; uns fleidet auch niemand aus!( Heiterkeit und Beifall.) sehen. Es ist anzunehmen, daß die Frauen indirekt auch ihren spektieren würde. Was die in Aussicht genommenen Abendvor= Höchstens Kranken wollen wir nachts beistehen. Einfluß auf die Verwaltung des Gemeinwesens geltend zu machen stellungen anlangt, so sieht sie 3 ubeil als einen großen Vorteil Oppenheim, der nochmals das Wort nahm, führte aus: verstehen, aber sie müssen sich dazu der Männer als Mittel be- für die weitere Entwickelung des Vereins an, während Vieth Wenn die Dienstmädchen sich immer mehr anderen Berufen zu dienen. Offiziell haben sie nichts zu sagen, obgleich sie die Bedenken gege n sie äußert. Der lettgenannte Redner spricht sich wenden, sodaß der Mangel an Dienstboten immer größer werde, Stüßen des Gemeinwesens sind und auch die große Majorität auch entschieden gegen jedes Claquewesen aus. dann werden die Herrschaften selbst die Aenderung der Gesinde bilden. Der Staat Maine erkennt wie andere Staaten die poli= ordnung in die Hand nehmen. Es empfehle sich eine Reichsgesinde- tische Gleichberechtigung der Frauen nicht an. ordnung zu schaffen. Fräulein Baar: Die Dienstboten bedanken sich für jede Gefindeordnung, sie wollen unter die Gewerbeordnung gestellt werden. In dieser Weise zog sich die Besprechung bis nach Mitternacht hin. Die anwesenden Dienstmädchen machten sich während der Reden vielfach eifrig Notizen. Nach Schluß der Versammlung ließ sich eine große Anzahl der Mädchen in den Verein der Hausangestellten aufnehmen. Versammlungen Veranstaltungen. In den darauf folgenden Neuwahlen wurden die bisher Ams tierenden per Afflamation wiedergewählt. Es besteht also der Vorstand für das kommende Jahr aus Dr. Conrad Schmidt ( 1. Vors.), Baate( 2. Bors.), Buschold und Friedländer ( Schriftführer), Winkler( Kassierer); der Ausschuß aus Dr. J. Berlin. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Bloch, Dr. J. Schi to wsti, Robert Schmidt, Stampfer, Montag, 15. Juli, Ausflug mit Kindern nach Treptow, a ch, Frau Julie. 3 adet; Revisoren sind Gutschmidt, Ludwigs Viktoriagarten, Köpenider Landstraße, Verfammlungen. Jonas, Königs; Obleute Beiner, Hauptmann, Heimann, Rube, Karl, Kolk, Lude, Rochlik, Schnaafe, Weidt, WtIfe. Stlabenleben der englischen Spikenarbeiterinnen. Die Zahlstelle Berlin des Buchbinderverbandes hielt am 9. Juli Großes Aufsehen haben die Enthüllungen der Fabrikinspektorin Miß Squire, die sie vor dem Parlamentskomitee für Heimarbeit im Gewerkschaftshaus eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der als erster Punkt die Aufstellung der Kandidaten für die gemacht hat, erregt. Aus ihrem Bericht geht hervor, daß die Die Freie Voltsbühne hielt am 3. Juli ihre General- Wahlen der Beisitzer des Verbandsvorstandes auf der TagesordSpizenarbeiterinnen von Nottingham bereits vom 4. Lebensjahre bersammlung im Gewerkschaftshause ab. Der Vereinsan beschäftigt werden und bereits mit dem 6. Jahre Geld ver- vorsitzende Dr. Conrad Schmidt begann den Geschäftsbericht zogen und zwar am 13. Juli von 5 bis 10 Uhr abends in folgenden nung stand. Die Wahlen selbst werden durch Stimmzettel volldienen. Um die Enthüllung Mig Squires verstehen zu können, mit einem Rückblick auf das Repertoir des abgelaufenen Spiel- fünf Lotalen: bei Sachs, Lindowerstr. 26; bei Feind, Weinstr. 11; ist es notwendig, etwas über die Fabrikation der Spigen zu kennen. jahres. Von Klassischen Dramen gelangten zur Aufführung: bei Schmidt, Lindenstr. 3, 2. Sof; bei Bercht, Ritterstr. 75-76 und Berlassen die Spiken die Webstühle, müssen sie auf die verschiedenste Shakespeares Sturm", Calderon3 Richter Weise zurechtgestußt werden, um sie so zu gestalten, wie wir sie in Balamea" und Goethes" Faust", von Komödien Scribes von der kombinierten Verwaltungssigung vorgeschlagen: Albert bon im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Als Kandidaten wurden den Schaufenstern der Modewarenhäuser sehen. Dies ist die Glas Wasser", Grillparzers Weh' dem, der lügt!", offmann, Eugen Brüdner, Minna Schreihardt, Arbeit von Frauen und Mädchen, die sie zu Hause verrichten. Um Anzengrubers Streuzelschreiber", sowie Einafter bon Paul Siegrist, Viktor Bruds und Paul Schade. Zu den das kleine Einkommen der Familie zu vermehren, werden die Wied, Wehlisch, Schnipler. Shaw war mit seiner Wahlen der Revisoren für die Verbandskasse schlug die kombinierte fleinen Kinder zur Hülfe herangezogen. Ihre kleinen zarten fozialen Satire" Die Häuser des Herrn Sartorius", Heijer Berwaltungssigung folgende Kandidaten vor: Rich. Schneider, Fingerchen gewöhnen sich bald an die Arbeit und erlangen schnell manns mit dem erschütternden Gemälde der Ormut" Ora et Frik Freudenreich und Felix Markuse. Aus der Vereine große Fertigteit darin, besonders in dem Spannen der Spizen, labora!" vertreten; von Ibsen wurde Baumeister Solneß" ge- sammlung und größtenteils im Namen der Vertrauensleute und das eine große Geduld erfordert und nachteilig auf die Augen spielt. Der Schauspiel- Byflus wurde, wie in den Vorjahren, durch der Tariffommission der Buchbinderbranche, wurden noch folgende wirkt. Die Nottinghamer Spinner sind von jeher an harte Arbeit Veranstaltung von Kunstabenden, Opernaufführungen und Kon- Kandidaten zu Beifizern in Vorschlag gebracht: Paul Schneider, gewöhnt, ebenso an lange Arbeitszeit und an Bedürfnislosigkeit. zerten ergänzt. Der Referent gedachte ferner der in lezter Beit Bäsler, Jünemann, Die Arbeit wird an eine Frau ausgegeben, die sogenannte Mittel- aufgetauchten Projekte, durch welche man den die Vergrößerung Wienide, Fuirdling und Schewe. Ueber die Kandidaten Pauline ieber, Herzog, hand. Diese verteilt sie( zu ihrem Preis) an die anderen Frauen, des Vereins einengenden Raummangel hatte überwinden wollen. wurde zum Teil recht lebhaft debattiert. Namentlich wurden Vordie mit ihren Kindern dieselbe vollenden. Das Tagewert eines Der ursprüngliche Plan, im Kreise der Mitglieder eine Summe mwürfe gegen Brückner und Bruds erhoben, die mit dem VerKindes wird folgendermaßen geschildert. Das jüngste Kind, im aufzubringen, die als Grundstock für die Pachtung oder den Neu- bandstag und der um dieselbe Zeit von der Berliner TarifkomAlter von 7 Jahren, muß um 6 Uhr früh aufstehen. Es fängt an bau eines eigenen Theaters dienen tönnte, hatte, da die mission einberufenen Protestversammlung zusammenhingen. zu arbeiten bis 9 Uhr. Dann verzehrt es sein Frühstück", etwas Beichnungen einen erheblichen, aber doch bei weitem nicht ge- Brückner sowohl wie Brucks wiesen diese Vorwürfe entBrot mit Syrup und geht hierauf zur Schule. Das Mittagsessen nügenden Betrag in Aussicht stellten, aufgegeben werden müssen. schieden zurüd. Die Versammlung beschloß jedoch, den Mitgliedern Nach der Schule beginnt die alte Arbeit wieder. Um 11 Uhr geht währte Vereinsregisseur Direktor Steinert sich an den Vorstand Ferner wurde beschlossen, daß bei der Wahl nur die offiziellen besteht aus 5 Pf. Wert gebackenen Fischen und 5 Pf. Effiggurten. Indes fei Hoffnung, daß das Projekt, mit dem der langjährig be- schieden zurück. Die Versammlung. beschloß jedoch, den Mitgliedern zu empfehlen, diese beiden Kandidaten unberücksichtigt zu lassen. Die Arbeit der Kinder ist nicht nur schwer, ihre Er- gewandt, zur Ausführung komme: er will eine neue, in bester Stimmzettel Gültigkeit haben sollen. es zu Bett. ziehung natürlicherweise mangelhaft, und ihre ganze Kindheit ver- Gegend Berlins zu erbauende Bühne dem Verein für 50 Sonntagbringen fie unter den miserabelsten Umständen. Sie leben in nachmittage wie je drei Wochentagsabende zur Verfügung stellen sammlung, wenn erst das stenographisch aufgenommene Protokoll Der Bericht über den Verbandstag soll in einer späteren VerHinterhäusern, 2 Familien in 3 Zimmern und arbeiten von früh und garantiert eine entsprechend vermehrte Vorstellungszahl bei fammlung, wenn erst das stenographisch aufgenommene Protokoll bis spät. Dieses System ist mit schredlicher Gesundheitsgefahr weiterer Vergrößerung des Vereins. Den Vertrauensmännern Branchen unbenommen, sich vorher in ihren Versammlungen Begebrudt vorliegt, gegeben werden. Es ist jedoch den einzelnen verbunden. In einem Falle wurde eine Frau bei der Arbeit ge- des Ausschusses soll eine weitgehende Kontrolle über die fünft- richt von den Verbandstagsdelegierten erstatten zu lassen. funden, ihr an Masern erfranktes Kind in demselben Zimmer. lerische Qualität der Aufführungen zustehen, wohingegen der In demselben Hause fah man ein Kind mit Spikenarbeiten be- Verein sich nur verpflichten soll, feine Mitgliederzahl bis zum schäftigt, das gleichfalls Masern hatte. Diese Spitzen mögen die Herbst 1908, dem Gröffnungstermin des Theaters, auf 18 000 au felben sein, die feine Damen um ihren zarten Körper hängen. erhöhen. Die Januar- und April- Generalversammlungen haben erhöhen. Die Januar- und April- Generalversammlungen haben Die Ursache der Armut rührt natürlich von dem alten Uebel, der ihre Sympathien für den Plan durch fast einstimmig angenommene Konkurrenz und der Habgier her. Das Resultat ist, daß diejenigen, Refolutionen fundgegeben, wie auch die Erhöhung der monatlichen welche am hülflofesten find, am meisten zu leiden haben. Eine Beiträge auf 1 Mart im Falle des Zustandekommens gutgeheißen. Frau arbeitete Hemden für 1,60 m. das Dußend, mußte dabei Zum Schlusse kommt Redner mit ein paar Worten noch auf das ihren eigenen Zwirn zu 50 Pf. pro Rolle liefern. Arbeitet sie" Gingesandt" des Vorsitzenden der Neuen Freien Voltsbühne" nun jeden Tag, so kann fie 6 bis 8 M. die Woche verdienen. im Berliner Tageblatt" zu sprechen. Es heißt da in höchst mert Welchen Nugen fann die Schule auf diese armen Geschöpfe üben? würdiger Fassung:" Nicht die Freie Voltsbühne, sondern die Sie ist in solchen Fällen nur eine Farce, denn die Kinder sind zu Neue Freie Voltsbühne zahlt für einen Teil ihrer Aufführungen, müde und abgearbeitet, um etwas zu lernen. und zwar ausschließlich für diejenigen Aufführungen, die nicht streng geschlossene Vereinsvorstellungen find, Autorentantiemen." Ferner wird in dieser Notiz besonders hervor. gehoben, daß dieser Verein auch bei Vereinsvorstellungen auf befonderen Wunsch Ehrenhonorare für die Autoren entrichtet und überhaupt nicht Dramen ohne vorher eingeholte Erlaubnis des Berfaffers aufgeführt habe. In Wahrheit liegt die Sache so, daß die Freie Voltsbühne, gegen die hier anscheinend ein Gegensatz fonstruiert werden foll, ba fie bisher überhaupt nur streng fommen. geschlossene Vereinsvorstellungen arrangierte, gar nicht in die Lage tam, die bei öffentlichen Vorstellungen selbstverständliche Zantiemenleistung zu übernehmen. Dagegen hat gerade fie auf Wunsch und im Bedarfsfalle Ghrenhonorare ausgeworfen und ihre Aufführungen von der Genehmigung der Autoren abhängig 3,50 M., vom Berlag 4 M. Berlag: Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 69. Plutus. Herausgeber: Georg Bernhard. 28. Heft. Vierteljährlich gemacht. 9. Jahresbericht des Arbeiterfekretariats München und GeschäftsDen Kaffenbericht, der von Winkler erstattet wurde, ergab bericht des Gewerkschaftsvereins dafelbft. 87 Seiten. Selbstverlag in eine Einnahme von 125 090,13 Mart, der eine Ausgabe von München. Während das Kind reicher Eltern 3 oder 4 gute Mahlzeiten am Tage, gute Kleidung, eine sorgenlose, fröhliche Jugend hat, ist es das Los der Reichtumerzeuger, immer Not an Leib und Seele zu leiden. Nach einer Statistik sind die Kinder des Arbeiters nahezu 4 Boll fleiner als die der Wohlhabenden mit 7 Jahren, und mit 14 Jahren 6½ Zoll. Ebenso wiegt das Kind des Lohnarbeiters weniger, als ein Kind, das in Komfort großgezogen ist. Was sind bie Ursachen? Ungenügende und unpassende Nahrung und unge funde Umgebung. Schulzwang ohne Nährawang und ohne Abschaffung der Heimarbeit für Kinder ist ein Unding. Bon einem Weiberdorf" erzählt die New Yorker Voltszeitung. Jm Staate Maine liegt ein fleiner Ort, Norway, wo Handel und Gewerbe fast ausschließlich in den Händen von Frauen liegt. Wer in Norway Kleider braucht, der geht in das große Detailgeschäft der Schwestern Brince, die ihr Geschäft allein gegründet haben Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 18. Juli. Anfang 8 Uhr. zur Gewertschaftsfommission auf der Tagesordnung. Als dritter Punkt standen die Wahlen von 6 Delegierten Auch hierbei fand eine lebhafte Debatte über die Kandidatenfrage statt, wobei es sich namentlich um Alfred ante und Paul Jahn handelt, gegen die Einwendungen erhoben wurden. Die Bersammlung beschloß, ante zur Wahl zuzulassen, ebenso wie Jahn als Kandidat zugelassen wurde. Die Wahl wurde in der Versammlung durch Stimmzettel vorgenommen; sie hat jedoch ein endgültiges Resultat nicht ergeben. Es wird Stichwahl notwendig gültiges Resultat nicht ergeben. Es wird Stichwahl notwendig fein. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be. nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenftr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lefesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. im Rathause, Eingang Jüdenstraße, Saal 109: Bersammlung: Freireligiöse Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 14. Juli, vormittags 8%, Uhr, Borlesung. Bormittags 10 Uhr in der Schule, Sleine Frankfurterstr. 6: Bortrag von Herrn M. H. Baege über: Ramard und seine Bedeutung für die Abstammungslehre". Herren und Damen als Gäste sehr will. Eingegangene Druckfchriften. Kleines Theater. Urania. Schiller- Theater O. Lustspielhaus. Belle- Alliance- Garten Anfang 8 Uhr. Vater und Sohn. Morgen und folgende Tage: Vater und Sohn. Nenes tgl. Operntheater. Stener Theater des Westens. Blut. Deutsches. Der Jongleur. Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Dperette in 3 Aften v. Franz Lehár. Carmen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmſtädtilches Theater.) Khriz- Byrit DERNHARD ROSE THEATED Neues Schauspielhaus. Naffles. Kleines. Bater und Sohn. Komische Oper. Tosca. Westen. Die lustige Witwe. Lustspielhaus. Die Welt ohne Männer. Bernhard Rose. Der große Unbefannte. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Blumenstrauß. Ein toller Ehemann. Arbeit schändet nicht. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Wintergarten. La Tortajada. Spezialitäten. Apollo. Der Hochzeitsgaft. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Geisterauto. Paris. Anfang 8 Uhr. Vajsage. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Bon der Zugspige zum Wahmann. Gr. Frankfurterstr. 182. Täglich: Im Garten, Anf. 4, Uhr: Das erstklassige Spezialitäten- Programm. Sperrfit 50 Bf. Entree 30 Pf. Im Theater abends 8%, Uhr: Der große Unbekannte. Sommerpreise. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Großes Konzert, Täglich: Rachm. 4 Uhr: Durch Dänemar Theater- und Spezialitätenund Südschweden. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Vorstellung. Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: Abends 8 Uhr: ( Wallner Theater.) Morwit- Oper. Sonnabend, abends 8Uhr: Carmen. 10 8 Uhr: Wiener Ensemble Gastspiel Herrlichster Sommergarten Berlins. Die Welt ohne Männer. Pepi Glöckner als Gast. W. Noacks Theater. Weltberühmte Illumination. Bollständig neue Anlagen. Täglich: Durch Dänemark u. Südschweden. Große Dper in 4 Aften von Bizet. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Elite- Variété- Vorstellung Von der Zugspitze zum Watzmann. OOLOGISCHER ZCARTEN Täglich ab nachm. 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Fröbels Allerlei- Theater früh. Puhlmann, Schönh. Allee 148. Welteftes Bolts theater Berlins. Heute: Sommerfest des Acerpächtervereins Neu- Berlin". Der riesengroße, erstkl. Julispielplan. Frank Gregorytruppe X 5 Ramoneurs The Arlenos X Drei Papillons X Cuné- Sandertrio Hermann Pertois Gustav Müller. um 8 Uhr der Schlager der Saison: Großstadtzauber. Boffe mit Gefang von W. Geride. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, nach m. 3 Uhr bei halben Preisen: Der Waffenschmied. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. Montag, abends 8 Uhr: Die Afrikanerin. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Kyritz- Pyritz. Sommerpreise. Max Kliems Große Extra- Borstellung: 10Uhr: Der Hund von Baskerville. Anf. wochentags 6, Sonntags 4 Uhr. Spannendste Detektiv- Komödie. 1/210 Uhr: Das geheimnisvolle Rätsel?? Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3 Uhr. Ball. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saale. Volksgarten- Theater. Bad- Behmstraße Bahnhof Gesundbrunnen Bellermannstraße. Walhalla er rechte Weg. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor 15 Juli- Spezialitäten. Promenaden Konzert. Driginal Bolfsstüd mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von W. Geride. Hierzu: Das neue Unf.: Konzert 5; Borstellung 7 U Riesen Spezialitäten- Programm. Bei ungünstigem Wetter Vorstellung im Theater 8 Uhr. Kleine Sommerpreise. Kottbuser Sommer- Theater Sanssouci, Straße 6. Safenheide 13/15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeben Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. Volksbeluftigungen. Brunnen- Theater Direktion Wilhelm Reimer. Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Der Garten ist geöffnet. Täglich: Mit glänz. Ausstattung: Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Carmen. Norddeutsche Sänger Ersttlaff. Spezialitäten- Brogramm: 1. Tanzkränzchen. Artur Wolff. Loro- Quartett. Derringtontruppe. Adolf Böckel. Morgen, Sonntag, Montag Die weltberühmte Teufelspantomime der Phoites Guitano Comp.: und Donnerstag: Große Elite Soireen. Eine unruhige Nacht. Hochaktuelles Programm. Sonntags Beginn 5, wochent. 8 Uhr. Raffeneröffnung 2 Uhr. Anj. 5 Uhr. Castans Panopticum Deutscher Buchbinderverband Neu! Der Kampf in den Lüften. Neu! Golgatha. Plastische Kolossalgruppe. WINYEST OFTEN 765 Ende der Saison Montag, den 15. Juli. La Tortajada Glänzendes Programm. Prot.: D. deutsche Kronpr. D Armee- MarineA und KolonialAusstellung a. Wannsee- Bahnh. Friedenau Große Konzerte**** *** Vergnügungspark Heute: K Wunderfeuerwerk Zahlstelle Berlin. Sonnabend, den 13. Juli, findet in der Zeit von 5-10 Uhr die Kranken- Unterfügungs- u. Wahl von 6 Beifikern u. 3 Revisoren zum Verbandsvorstand statt. Begräbniskaffe der LederBerlins. zurichter( e. 5. Nr. 50). H. Am Sonntag, den 21. Juli, vormittags 10 Ubr, bei Feind, Weinstr. 11: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Rechnungslegung vom zweiten Quartal 1907. 2. Geschäftliches. 17956 Der Vorstand. J. A.: Gustav Busse. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Der große Verwandlungskünstler Arturo Bernardi. Berlins schickste Soubrette Ida Perry 14 Variété- Sensationen 14 Greift zu den besten Monatsanzüge... b. 9,50 M. • Abonnementsanzüge.. 13,00 Pfandleihanzüge Partieanzüge. Gehrockanzüge Paletots Hosen " . 11,00 " 12,00" 14,50 Anzüge, Ersatz f. Mak, 20,50 n 9,50 n 2,00 A Ausstellungs- Lose a 1 Mark Moldauer berechtigen tägl. z. Eintritt. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. lacht dazu. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. a von pollo Theater Ab 8 Uhr: Die neuen hervor ragenden Spezialitäten! 11. a.: Jean Paul, Humorist. Jean Cler: mont mit seiner Zirkus- Parodie Barnum u. Beileid. 10 Uhr: Hartstein in seiner Burleste ,, Der Hochzeitsgast" als Ortsvorsteher Lehmann. Neue Welt Hasenheide 108-114. Zäglich: Gr. Doppel- Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 5 Uhr. Entree zum Konzertgarten 10 f. Theatergarten 25 f. Jeden Mittwoch: Erntefest. Jeben Donnerstag: Elite- Tag. Prinzenstraße 64, Ecke Annenstraße, im Laden. - Straßenbahn- Bergütung. Die Wahl kann in folgenden Lokalen vollzogen werden: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal IV ( tann an zwei Stellen vollzogen werden). Voigts Rittersälen, Ritterstr. 75. Schmidt, Lindenstr. 3, II. Hof. Feind, Weinstr. 11. Sachse, Lindowerstr. 26. Kollegen und Kolleginnen! Da die Funktion der Beisitzer das wichtigste Amt ist, das aus den Kollegen unserer Zahlstelle besetzt wird, so erwarten wir, daß die Beteiligung eine sehr rege sein wird. 24/ 7+ Eine Mark wBohentliche Tellzahlung Hefore ele gante, fertige HerrenModen Ersatz für Mass. Mass- Anfertig. feinste Verarbeitung. Garantie tadellos.Sitz J. Kurzberg An der Janne witzbrücke 1, L Direkt am Bahnhot. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Stellmacher! Sonntag, den 14. Juli 1907, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung im Lokale des Herrn Bolzmann, Lichtenbergerstr. 21. Zages- Ordnung: 1. Wann und wie können wir die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Innungswerkstätten verbessern?" 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. 90/12 Die Branchenkommission. Einsetzer! Sonntag, den 14. Juli 1907: Bezirks- Versammlungen in den bekannten Lokalen. Die Beiträge werden von da ab nur in den Bezirksbersammlungen faffiert. Die Adressen der Oblente find: 1. Kollege Lanzky, Shchenerstr. 8; 2. Kollege Nölte, Camphausenstr. 13. 3..: R. Lanzky. Magazinarbeiter. Montag, den 15. Juli 1907, abends 6, Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstraße 39: Oeffentliche Verfammlung Diez' Spezialitäten- Theater.aller in Möbelgeſchäften beſchäftigten Tiſchler, Polierer, Diez' Spezialitäten- Theater. 76-79. Direlt a. d. Ringbahnstation. Bequemste Fahrgelegenheit n. allen Stadtricht. Ob schön! Täglich im herrl. Garten oder gr. Saal: Ob Regen! Das neue und beste Programm Berlins, u. a. Brothers Bearwells, phänomenaler Melange- Att. Original Clown Dolli, Miniatur- Birtus. Darton Brothers, sensationelle akrobatische Neuheiten. Margüritt& Dettmar, Comedian Dams and Parodist. 11. a.: 50 Mart Prämie demjenigen, The 5 Astleys, welcher den Esel Michel dreimal um die fidelen Farmer, brillanter mufidie Bühne herumreitet. talischer Aft. Und vieles andere. Anf. 3 Uhr. Kaffeeküche. Boltsbelustig. aller Art. Entree 20 Pf., Sonnt. 30 Pf. SommerPaul Schwarz Theater. 24. Saison. Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. Täglich: Beizer sowie Hülfsarbeiter. Tagesordnung: 1. Der abgeschlossene Tarifvertrag der Berliner Holzarbeiter und wie fann derselbe für die Magazinarbeiter von Vorteil sein? Referent: Stollege Albert Schreiber. 2. Welcher gewerkschaftlichen Orga nisation haben sich die Magazinarbeiter anzuschließen, um ihre Lage zu verbessern? Unserem Genossen 17996 Paul Franzke sowie feiner lieben Frau die herzlichsten Glückwünsche zum heutigen Hochzeitstage. Die Genossen des 583. Bezirkes. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Köpenicker Viertel). Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Arbeiter Richard Hennig wohnhaft Schlesischestr. 14, Stadtbezirk 107b gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3, Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes aus statt. Im zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bohrer Richard Hennig am 10. b. M. an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Juli, nach mittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 121/20 Die Ortsverwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Deutschlands. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Gustav Stabenau am Dienstag, den 9. Juli, verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 13. Juli, nachmittags 2 Uhr, auf dem ZentralFriedhof in Friedrichsfelde statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Kollegen! Die überans traurigen Verhältnisse in unserer Branche bedürfen dringend der Aufbefferung. 125/11 Deshalb ist es notwendig, daß sämtliche in Möbelgeschäften beschäftigten Kollegen pünktlich erscheinen. Die Kommission. Die Zahlstelle 55, Stalizerstr. 22, wird am 20. Juli nach Staligerstr. 102 bei Grapentin berlegt; bortselbst ist das Verkehrs. lokal der Möbelpolierer Süd- Ost. Achtung, Drechsler! Sonntag, 24. Saison. den 14. Juli: Herrenpartie nach Bernau, Das großartige Spezialitäten- Programm. mit den Bernauer Kollegen nach dem Liepniksee. Das Beste vom Besten. Abfahrt 7.35 Stettiner Bahnhof. Promenaden- Konzert. Ball. Anfang 5 Uhr. Bahlreiche Beteiligung erwartet Sonnabend, den 20. Juli: Gr. Volks- Sommerfest der Partei genoffen Lichtenbergs. Gr. Gala- Spezialitäten- Borstellung. Kinematograph. Promenaden- Konzert. Sommernachtsball. Kaffeeküche. Kegelbahnen. Boltsbelustigungen. Anfang 4 Uhr. bon dort Die Branchenleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Sozialdemokratischer Kreis- Wahlverein Set I. Umt 8, 1239. Potsdam- Spandau- Osthavelland. Sonntag, den 11. August d. J., vormittags 11 Uhr, im Lokale Teßmann in Hennigsdorf: General- Versammlung. Zages Drdnung: 293/2 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Siebenerfommission. 3. ProAchtung! Metallarbeiter! Achtung! Montag, den 15. Juli 1907, abends 6 Uhr: Allgemeine Metallarbeiter- Versammlung vinziallonferenz und Barteitag. Referent: Dr. Liebknecht. 4. Breußischer für Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde Parteitag. 5. Wahlen der Delegierten, des Borstandes und der Preßtommiffion. 6. Berschiedenes. Anträge sind dem Unterzeichneten einzureichen. J. A.: Aug. Paris, Belten, Luisenstr. 17. Schweizergarten Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn 1,2,4, 17, 59, 62, 63 u. 74. Täglich: Theater- Vorstellung. Neue Spezialitäten. Zweigverein Berlin. Sektion I( Brauer). Bureau: C. 54, Muladstraße 10, I. Fernsprecher: Amt IIIa, 4518. Sonntag, den 14. Juli 1907, nachmittags 2, Uhr, in Kellers Festsälen( Inh. Freher), Koppenstr. 29, fleiner Saal: N Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Arbeiterfekretär Eugen einsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Kinematograph und Ball. Bradner über: Arbeitgeberorganisationen und Arbeiterverbände. 2. BerFreier Damentanz. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Reichshallen- Theater. 42/6 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins und Umgebung. Stettiner Sänger. Montag, den 15. Juli, abends 6 Uhr, bei Graumann, Antang Wochentags 8Uhr, Sonntags 7 Uhr. Bom 16. 7. bis 31.7.: Gastspiel WinterTymian. Naunynstr. 27: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen H. Baege über Schöpfung oder Entwickelung. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom II. Quartal. 4. Berlesung neu aufgenommener Mitglieder. 5. Ergänzungswahl des Vors standes. 6. Drganisationsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. im Restaurant ,, Zum alten Askanier", Jnh. Purschke, Mariendorf, Chausseestraße 82. Tages Ordnung: 1. Der Weetallarbeiter Verband im Jahre 1906. Referent: Stoll. A. Cohen. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Bersammlung sind die Metallarbeiter der Daimlerwerke, Englischen Gasmesser- und Gasöfenfabrik, Braßt& Herslet, Speyerer, Lüdtke, Kemperwerk fomie Lerm& Ludwig, Opitz, Heubach, Bächele & Paasche, Puls, Andree, Ernecke, Stabernack, Hartung, Flexiliswerk, F. ter Welp ganz besonders eingeladen. Um recht rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Montag, den 15. Juli 1907, abends 8%, Uhr: Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Heinrich Mühlbrodt gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des neuen Heilands- Kirchhofes in Blötensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 122/1 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Adelheid Butry am 11. Juli nach langem, unfagbar schwerem Leiden berstorben ist. 54462 Namens der Hinterbliebenen Karl Butry, Stralsunderstr. 41. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Ausnahmepreise Monat Juli. Bezirks- Versammlung A. B. Koch für den 1. Bezirk in Roßkopfs Festfälen, Weißensee, Königs- Chaussee 38. Tages. Drdnung: 1. Bortrag des Stollegen Bahn über: Gewerkschaftliche Organi sationen und das Unternehmertum. 2. Diskussion. 3. Verbands: Angelegenheiten. 4. Neuwahl der Bezirksleitung. 121/19 Kohlen- Groß- Handlung Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. Preise für nur la Marken ab Platz von 10 3tr. an: Prima la Halbsteine( bekannte Marken). pr. 8tr. 85 Pf. 87 Pf. ; la Diamant pr. 8tr.( 110 In Anbetracht der Wichtigkeit obiger Tages- Ordnung ist es Pflicht jedes Einzelnen zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. bis 120 Std.) la Jlie u. Akiv. • • 90 Pf. la Anthrazit Cadep.8tr. 2,30. usw. Artushof, Perlebergerstraße 26. Soks, Steinkohlen ulm, zu den Entscheidungs- Ringkampfangen: billigsten Tagespreisen. Anlieferung frei Steller je nach Duantum pr. 8tr. 10-15 Pf. mehr. Bei Driginal Waggons und größeren Abschlüssen verlangen Sie meine Spezial- Offerte. 141/16 Georg Altmann, Berlin, und Albert Hein, Berlin, Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. Artur Barkowski, Berlin, und Karl Wolff, Berlin. Der Vorstand. Borher: Theater n. Spezialitäten. Anfang 6%, Uhr, Ringkampf 9 Uhr. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rirdorf. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 9r. 161. 24. Z.H.M, Z MllM htS„AlllHUtS" Ktt'Iilltt MlKSllllltt. S-«'". 16 1907. Beiträge zum fluer-Denlimat. A. R. Saargemünd i,—. Gesammelt bei Zuinpe, Geschäfts bllcherfabrik?lbt. Buchbinderei 5,—. Von den Nabitzern Bau Bech� stein, Griinauerstraße 12,—. Von Mitgliedern des Verbandes Deutscher Buchdrucker im„Vorwärts" 20,—. Von den Schlossern der Firma Spengler, Lindenstratze 7,80. Personal�Buchdruckerei Janiszewsli 10,—. Von den Bildhauern und Vergoldern I. C. Pfaff, Zeughoffstrahe 6,05. Vom Personal der Buchdruckerei Emil Streisand 6,—. Gewerk- schaftskartell Metz 10,—. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter, Zahlstelle Tegel 20.—. H. M. 10.—. A. G. 10.—. F. E. 10.-. H. M. 10.-. R. W. 10,—. W. E. 10. W. Pf. 10,—. Ueberschuß Kranzspende V. D. A. 2,—. Verb. d. Tapezierer, Filiale Berlin 50,—. Von d. Kollegen d. Firma Drunz u. Votz 15,—. Von d. Koll. d. Firma Musculus 5.—. R. Zemße, Antwerpen 1,—. E. Hohenhaus 2,85. Ueberschuß Geburtstag Hintze 5,—. Sozialdemokr. Verein 8. und 10. Schlesw.-Holstein. Reichstagswahlkreise 50,—. Drechsler und Schleifer, C. Müller, Wciszensee 8,90. Einige Arbeiter u. Arbeiterinnen der Auer-Gesellschast 8,00. Aus MoyS 20,—. Arbeiter der Schraubenfabrik Rühl, Tempelhof, durch PrenS M. P. G. 10,80. A. Wehner, Beelitz B. I. 31,10. Bezirk 745 d. S. Kr., Ueberschuß der Kranz- spende des verstorbenen Genossen Julius Wenge! 3,05. Lindemann 1,—. Reichstagswahlbezirk 215, I. Teil, durch Otto Mendt 5,—. In Summa 387,15 M., bereits quittiert 381,40 M. Insgesamt 768,55 M. Weitere Beiträge für das Auer-Denkmal sind zu richten an den Kassierer Emil BoeSke. Verbandsbureau, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Partei- Hngelegenbeitem Reichstagswahlkreis Nieder Barnim. Am Sonnabend, den 20. Juli, abends 8 Uhr, findet eine Kreisgeneralversammlung bei Weigelt, Rummelsburg, Türr- schmidtstr. 46, statt. Tagesordnung: t. Der internationale Arbeiterkongreß in Stuttgart. 2. Wahl der Delegietren zu demselben. 3. Der deutsche Parteitag in Essen. 4. Wahl der Delegierten zu demselben. 6. Kreisangelegenheiten. Anträge zu dieser Versammlung sind umgehend an den Unterzeichneten einzureichen. I. A.: G. Freiwaldt, _ Pankow. Teltow-LeeSkow. Das große Volksfest des Kreises findet morgen im erweiterten Etablissement„Hasselwerder" an der Ober- spree lBahnstation Nieder-Schöneweide-JohanniSthal) statt, unter Mitwirkung von Vereinen des Arbeiter- Sängerbundes. Turner- Bundes, Radfahrer-BundeS und der VolkSsängergefellschast Lewan- dowski. Morgens um 6 Uhr: F r ü h k o n z e r t. Nachmittags be- ginnt das Konzert um 3 Uhr. Auf die„Kolonial-Ausstellung" sei ganz besonders aufmerksam gemacht.— Entree 25 Pf. Bezirk Waidmannslust. Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 8 Uhr, findet in Stolpe an der Nordbahn im Lokale der Witwe Bergemann eine öffentliche Versammlung statt. Gemeindevertreter Kubig-Pankow referiert über:.Die Rechtlosigkeit der Landarbeiter". AdlerShof. Der Abmarsch zum Kreisfest nach Hasselwerder findet von Kauls Restaurant aus statt früh um S'/a Uhr und nachmittags um 2 Uhr. Eine zahlreiche Beteiligung der Parteigenossen erwartet Der Vorstand. -- Reinickendorf-West. Am Dienstag, den 16. Juli, abends 8'/, Uhr, findet im Lokale des Herrn Engel, Eichbornstraße, die Mit- gliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Anträge zum Partei- tag und internattonalen Kongreß in Swttgart. 2. Neuwahl. 3. Parteiangelegenheiten und Verschiedenes. Um Irrtümer zu vermeiden, wird ersucht, daß sämtliche Materialien von dem neugewählten Kassierer Genossen Spiegel- b e r g. Antonienstr. 5 II zu beziehen sind, daselbst werden auch die Einlaßkarten ftir das am 20. Juli, abends 8 Uhr. in den Eichborn- Sälen stattfindende Stiftungsfest des Wahlvereins ausgegeben. Lankwitz. Dienstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr. findet im Restaurant Paul Ebel, Marienfelderstr. 9, eine öffentliche Ver- sammlung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Fritz Zubeil über „Die bürgerlichen Parteien im neuen Reichstage" sprechen wird. Zahlreicher Besuch, auch von Frauen, erwünscht. Berliner JVacbricbten. Noch einmal:„schimpfende Lehrer". Unsere Mitteilung(in Nr. 149 vom 29. Juni) über einen lchimpfenden Lehrer hat, so scheint eS, in Lehrerkreisen arg verschnupft. Fühlt man dort, daß wir mit der Erörterung dieser Frage eine wunde Stelle moderner Schulpädagogik berührt haben? Gegenüber unserer Mahnung, schimpfende Lehrer sollten von ihren Vorgesetzten schärfer kontrolliert werden, bat die, P ä d a- zogische Zeitung" versucht, durch ihr törichtes Gerede von „Schnüffelei und Denunziantentum" uns ins Unrecht zu setzen. Wir haben diesen Schwatz bereits zurückgewiesen(in Nr. 159). Dasselbe Blatt veröffentlicht jetzt die Zuschrift eines Herrn I. West, die folgendermaßen beginnt:„An meinen Freund„Vorwärts". Du bist ein ruppiger Kerl, ein richtiger„Ekel", wie der Berliner sagt. Von Deinen ersten Lebenslagen an hast Du den Bätern und Müttern, die ihre Kinder in die Berliner Gemeindeschule schicken. immer nur erzählt, wieviel„Keile" die Engel in den großen roten Häusern kriegen, und schließlich bist Du auf die originelle Idee ge- konnne», die Klapse oder die.Schimpfworte" oder sowas draußen vom Schnlhofe aus zu zählen und die Schulinspektoren für diesen Dienst mobil zumachen." In diesem„J. West" haben wir eS anscheinend mit einem alten Lehrer zu tun, der wohl schon„a. D." ist. Da unter den Rektoren und Lehrern der Gemeindeschulen Berlins, den noch amtierenden wie den pensionierten, kein„West" zu finden ist, so möchten wir„J. West" für ein Pseudonym halten. Wir würden auf den Lehrer a. D. I. TcwS(Umstellung: I. West) schließen, wenn wir diesem Manne die Oberflächlichkeit zutrauen könnten, die aus der Zuschrift spricht. Uebrigens ist ja die Person dcS Verfassers gleichgültig. „I. West" versichert, unseren Artikel habe er gelesen. Trotzdem be- hquptet er frisch darauflos, der„Vorwärts" sei„auf die originelle Idee gekommen, die Klapse oder„Schimpsworte" oder sowas draußen vom Schulhofe aus zu zählen". In unserem Artikel stand klar und deutlich, daß nicht wir, sondern Bewohner eines Nachbarhauses nicht vom Schulchofe. sondern von ihrerWohnung aus die Schimpfworte gehört haben.„J. West" fährt in seinem Briefe an den„Vorwärts" fort:„Ich habe mich, als ich Deinen letzten Artikel las(genieint ist der Artikel vom 29. Jum— Red. d..B."), auch auf die Beine gemacht und„spioniert". Hätte ich Dich da nur bei mir gehabt, alter „Vorwärts I" Dann hättest Du auf dem Schulhof Deine beste „Keile" kriegen können, von mir nämlich, trotzdem ich in dem Metier von Hause aus nur wenig und nun schon seit lange gar keine Uebung habe. Ich habe das, was Du immer hörst und berichtest, nicht gehört." Sollte West auf dem Hof der betreffenden Schule. „spioniert" haben, so wäre eS schon glaubhaft, daß er nach Erscheinen unseres Artikels das nicht mehr gehört hätte, was wir berichtet haben. Seitdem hat nämlich der schinipfende Lehrer(wie wir in Nr. 159 meldeten) sich bemüht, nicht mehr zu schimpfen.. Aber„I. West" will wohl nur sagen, er habe sich in Gedanken wieder mal auf einen Schulhof zurückversetzt. Er erzählt nun weiter was er da gehört habe: Rechnen, Singen, Lesen, Deklamieren usw Eine Fülle von Wissen und Lebensweisheit habe er da in einer halben Stunde zu hören gekriegt. Schließlich ermahnt er den„Vor w ä r t s':„Also mach' Dich auf die Reise und spioniere I Du wirst gewiß auch wieder etwas hören, was Du bisher immer erzählt hast, aber doch tausendmal mehr, was Du bis jetzt verschwiegen hast. Und dann schäme Dich und erzähle auch mal etwas anderes Erzähle den Berliner Arbeitern und Arbeiterfrauen, was die Tausende von Lehrern und Lehrerinnen an ihren Sprößlingen tun, wie sie bemüht sind, sie zu guten, braven und klugen Menschen zu machen Erzähle ihnen auch, welche Mühe und Arbeit das macht, wie so manches, was unsere Jugend an sich hat und nicht an sich hat, auch dem Ruhigsten auf die Nerven fällt, so daß er hin und wieder aus dem Häuschen kommt und ein Wort losläßt, das nicht im Knigge empfohlen ist, oder vielleicht gar den„gelben Onkel" braucht. Mit Verlaub, Herr„I. West": Sie reden da von Dingen, die Sie nicht ver st ehe n. Wenn Sie Ihre Kollegen darüber be lehren wollen, was der„Vorwärts" bisher„erzählt" habe oder „verschwiegen" habe, dann hätten Sie den„Vorwärts" sorgfältig lesen müssen. Das ist Pflicht jedes Publizisten gegenüber jedem Blatt, über das er ein solches Urteil abgeben will, wie Sie eS über den„Vorwärts" abgeben zu können sich einbilden. Hätten Sie diese Pflicht erfüllt, dann müßten Sie wissen, daß der„Vorwärts nicht erst von Ihnen auf die Mühe und Arbeit hingewiesen zu werden braucht, die das Lehramt dem Lehrer bringt. Wir schließen hiermit einstweilen die Diskussion über die „schimpfenden Lehrer". Zu einer Fortsetzung werden wir uns dann bereit finden lassen, wenn ein gewissenhafterer und ernst zu nehmender Gegner ans den Kanipfplatz tritt. Der Bau der neuen Industriebahn Tegel— Blankenfelde— Franz.- Buchholz— Nieder-Schönhausen— Heinersdorf—Weißensee— Hohen Schönhausen— Friedrichsfelde hat in der letzten Zeit große Fort- schritte gemacht. Mit dem Bau der Brücken über die zu kreuzenden Eisenbahnen ist begonnen worden. Die Bahn hat eine Länge von drei deutschen Meilen oder 21 Kilometern und erhält 10 Haltestellen mit Anschluß an die Stettiner«, Wriezener-, Nord- und Gr.-Schöne beck— Liebenwalder Eisenbahn. Zum Präsidenten des Kammergerichts ist der Wirkliche Geheime Oberjustizrat Direktor im Justizministerium Dr. Lisco ernannt. Reue Untergrundbahnpläne. Zu dem Plan der Hochbahn- gesellschaft, vom Wittenbergplatz eine neue Untergrund- und Hoch bahnstrecke nach dem Gleisdreieck zu bauen, wird von sachvcrstän- diger Seite geschrieben: Das Gleisdreieck ist zwar ein berühmtes technisches Kunststück, aber von Anfang an das größte Hindernis für den Betrieb gewesen. Die mannigfachen Abzweigungen und Kreuzungen verlangen einen starren Fahrplan, dem sich der Betrieb mit minutiösester Genauigkeit anpassen muß. Die geringste Störung verursacht Stockungen im ganzen Betrieb. Nur die musterhaften Signaleinrichtungen und deren sorgfältige Hand� habung durch die Bahn haben Hemmungen bisher fast ganz ver meiden lassen. Es konnte somit kein Zweifel sein, daß der Betrieb der Abzweigung mit der Zeit vollständig� verlassen wird. Dies ist auch der eigentliche Sinn des neuen Planes. Mit der Fort führung der Untergrundbahn in das Innere der Stadt wird der Betrieb auf dem Gleisdreieck in seiner jetzigen Gestalt mehr und mehr zur Unmöglichkeit. Eine Notwendigkeit ist die Auflösung des Bahnnetzcs der Hochbahn in einzelne Linien ohne Abzweigung. Nur so läßt sich der Betrieb dem jeweiligen Bedürfnis ohne Schwierigkeiten anpassen. Die Folge der einzelnen Züge kann nach Belieben verdichtet werden, ohne daß man nötig hat, Rück- sicht auf das Ineinandergreifen der Abzweigungen zu nehmen. Wenn jetzt zu diesem Zweck die Oststrecke selbständig nach dem Westen verlängert werden soll, so dürfte sich wohl eine andere Linienführung als die vorgeschlagene empfehlen. Man gehe z. B. nach Ucberschreitung des Potsdamer Güterbahnhofes durch die Lützowstraße und von hier über den Lützowplatz, die Schill- und Liurfürstenstraße oder auch über den Kurfürstendamm zum Zoo- logischen Garten. Hier bietet die Hardenbergstraße genügend Iiaum für eine Endhaltestelle, die in Verbindung mit dem jetzigen Untergrundbahnhof Zoologischer Garten gcbrgcht werden kann. Der Hauptvorteil dieser Linienführung wäre, daß ganz neue Stadtteile unmittelbar dem Untergrundbahnverkehr erschlossen werden. Man könnte eine Haltestelle Ecke Lützow- und Potsdamer- straße, eine andere am Lützowplatz usw. errichten. Folgen des Regenwetters. Der seit Donnerstagmittag ununterbrochen und in der Nacht stellenweise wolkenbruchartig niedergegangene Regen hat in der Umgebung Berlins zum Teil nicht unbeträchtlichen Schaden ver- ursacht. Besonders haben die Begräbnisplätze gelitten, auf denen vielfach die Gräber beschädigt, ja teilweise selbst ältere Hügel form- lich in den Erdboden eingesunken sind. Vielfach sind die Wege durch abfließendes Wasser zerrissen, und auch in Berliner Straßen zeigt das Pflaster an verschiedenen Stellen Beschädigungen. Auf den hiesigen Pumpstationen der Kanalisation mußte die ganze Nacht hindurch fast voller Betrieb unterhalten werden, da die auf den Stationen angebrachten Wassermesser einen andauernden Hoch- Wasserstand zeigten. Auch auf die Spree ist der anhaltende Regen nicht ohne Einfluß geblieben; der Wasserstand ist seit vorgestern morgen um 8 Uhr bis zur gleichen Stunde des gestrigen Tages um sechs Zentimeter gestiegen. In dxr Langhansstraße in Weißen- see sammelten sich derartige Wassermcngen an, daß der gesamte Verkehr seit gestern morgen unterbrochen ist. Auch der Straßen- bahnbetrieb mußte eingestellt werden und fahren die Wagen zwischen Schöneberg und Weißensee(Linie 00 und 61) nur bis zur Dan- zigcrstraßc. Zwischen Danzigerstraße und dem Ucberschwemmungs- gebiet ist ein Pendelbctrieb eingerichtet. In geradezu auffälliger Weise häufen sich die im Tegeler See gemachten Leichenfunde, und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Leiche auf Tegeler oder Spandauer Gebietsteil gelandet wird. Vorgestern wurde in der Nähe des Grundstücks der Schiffs- bauerei„Germania" die Leiche eines jungen Mannes gelandet, welche nach den vorgefundenen Papieren mit dem seit acht Tagen aus Berlin verschwundenen L2jährigen Tischler Jänsch zu identifizieren ist. Ob I. das Opfer eines Unglücksfalls geworden oder ob er Selbstmord verübt hat, ist nicht festzustellen; Spuren äußerer Verletzungen, die auf einen Gewaltsakt schließen lassen, wurden an dem Körper nicht entdeckt. Theorie und Praxis. Man schreibt uns: Der SelbsterhaltungS- trieb macht es für viele bürgerliche Zeitungen notwendig, daß sie ihre Schreibweise so einrichten, als läge ihnen das Wohl der schwer arbeitenden Klaffen besonders am Gerzen: der Abonnenten» fang ist dadurch erfolgreicher. Zu diesen Zeitungen, die in diesem Fahrwasser plätschern, gehört auch das„Deutsche Blatt". Seinen Lesern wird es bekannt sein, mit welch warmen Worten es namentlich öfters dafür eingetreten ist, daß auch dem Arbeiter Ferien gewährt werden müßten, damit seine Arbeitskraft nicht so schnell abgestumpft und er so lange wie möglich seiner Familie erhalten bleibt. Seltsamerweise waren bis dato die eigenen Arbeiter des Blattes, das solche goldenen Worte in die Welt setzt, noch nicht in dem Genuß von Ferien. Die» selben richteten deshalb in diesem Jahre eine diesbezügliche Bitte an die Geschäftsleitung. Aber darauf geschah etwas Unerwartetes. Der Geschäftsleiter, Herr Blank, lehnte im Einverständ- nis mit der Direktion die Bitte ab mit der Moti- Vierung, daß der Geschäftsgang ein schlechter sei und die Ein- führung von Ferien für das Personal zu viel Geld kosten würde. Und dabei prahlt man, daß die Abonnentenzahl über 100 000 be- trägt! Der gemütvolle Mann hatte eben eine vierwöchentliche Er- holungsreise hinter sich, als er den Bescheid erteilte. Es mutzte ihm wohl gegen den Strich gehen, daß seine Untergebenen die gleichen Annehmlichkeiten genießen könnten wie er. Dieser Herr war längere Jahre in Druckereien tätig, deren Leitung in Händen von Pastoren und frommen Gesellschaften liegt. Es ist anzu- nehmen, daß er dort auch die Behandlung der Arbeiter gelernt hat Jedenfalls hat er jetzt das Wort trefflich illustriert, daß, wer Liebe predigt, sie selb st nicht unbedingt zu be- t ä t i g e n b r a u ch t. Es ist zu befürchten, daß die Arbeiter von genanntem Herrn noch verschiedenes zu erwarten haben; denn er ist ein Feind jeder freien Organisation und somit auch des Buch. druckerverbandes— unverkennbare Anzeichen sind vorhanden. Geistig nahe verwandt in dieser Beziehung ist auch mit obigem Herrn der Chefredakteur des„Reich", Herr Liz. Mumm. Bei jeder Gelegenheit betont der fromme Mann, daß er die Arbeiterklasse nach Kräften unterstützen will; allerdings auf seine Art. Der Ar- beiter muß sich zum christlichen Glauben bekennen, darf nicht zur roten Fahne schwören, darf keiner freien Gewerkschaft angehören» sondern nur einer christlichen, höchstens noch dem Gutenbergbund. Weil das„Reich" in derselben Druckerei hergestellt wird, besitzt der Herr Lizentiat auch einen gewissen Einfluß auf die Geschäfts- lcitung; man kann dies wahrnehmen, wenn es gilt, Leute der eigenen Fahne unterzubringen. Wenn nun das Personal um Ferien bittet, so wäre doch solch einem Arbeiterbcglücker die beste Gelegenheit geboten, hier einmal wohlwollend einzugreifen. Aber nein, Herr Lizentiat, soweit geht auch Ihre Menschenliebe nicht. Außerdem bot sich jefzt für genannten Herrn eine weitere Gelegen- hcit, energisch eine Lanze für eine gute Sache zu brechen. Die Scharfmacher des Zentralverbandes der Industriellen sind eifrig an der Arbeit, den Tarifvertrag der Buchdrucker zu zerstören. Im „Reich" wird das brutale Vorgehen dieser Herrenmenschen sonst immer scharf verurteilt. Weshalb schweigt der Herr Redakteur nun jetzt? Jedenfalls darum, weil der Weizen der Stöckerfreunde besser blüht, wenn eine so feste Organisation wie der Buchdrucker- verband geschädigt wird. Dieser Verband ist den frommen Leuten viel zu selbständig und seine Mitglieder lassen sich von den süß- lichen und liebreichen Worten eines Herrn Mumm nicht ködern. Also, Herr Lizentiat, wenn man Ihre Verheißungen ernst nehmen soll, dann heran an die Kreide und zeigen Sie, daß hinter Ihren Worten auch einWillezucntsprechendenTaten steckt! Ein empfehlenswerter Kassenarzt. Weil or angeblich nicht mehr vom Arzte behandelt worden ist, hat gestern morgen der 55jährige Maurer Schoppe aus der Seestr. 37 Selbstmord verübt. Sch. war zuckerkrank und befand sich in ärztlicher Behandlung. Wie nun seine Frau angibt, ist ihrem Manne, als er das letzte Mal den Arzt aufsuchte, die Tür gewiesen worden. Sch. hat sich dies derartig zu Herzen genommen, daß er beschloß, sich das Leben zu nehmen. Er jagte sich gestern in früher Morgenstunde eine Revolverkugel in die Schläfe und starb auf der Unfallstation in der Lindowerstraße unter den Händen des Arztes. Durch einen Huftritt den Arm zerschmettert. Schrecklich zu» gerichtet wurde gestern morgen der 46jährige Kutscher Gustav Rci- mann aus der Lottumstr. 21. R. war in dem Fuhrgeschäft von Ferger in der Zionskirchstr. 41 angestellt. Als er gestern morgen beim Pferdeputzen ein als Schläger bekanntes Tier reinigen wollte, erhielt er plötzlich trotz aller sorgfältig angewandten Sicherheits- maßregeln einen so heftigen Huftritt gegen den rechten Arm, daß dieser zerschmettert wurde. Der Bedauernswerte wurde nach An- legung von Notverbänden auf der Rettungswache in der Kastanien» Allee in die Kgl. Klinik eingeliefert. Der Arm wird jedenfalls amputiert werden. Ein Schwindler brandschatzt in der Gegend des Kottbuser Tores pezicll ärmere Leute. In zwei Fällen ist er wie folgt vorgegangen. Durch ein junges Mädchen ließ er aus dem Kaffcegeschäft von Grün, Kottbuscrdamm 9, zwei Pakete Kaffee je 3/t Pfund zu 80 Pfennigen kaufen. Damit ging er nach dem Hause Admiralstr. 39 und klingelte an einigen Wohnungen. Der die Wohnung öffnenden Frau sagt er, daß ihre Wohnungsnachbarin entweder neben ihr oder über ihr nicht zu Hause sei, sie möge doch für die Abwesende den Kaffee an- nehmen und verauslagen. Die Frau, die darauf hineinfällt, muß angeblich für ein Pfund 1,00 M. erlegen; später stellte sich heraus, daß gar kein Kaffee bestellt war und daß das Kaffeegeschäft von Grün überhaupt keinen Kaffee in dieser Weise versendet. Im Hause Admiralstr. 18u ist dasselbe Manöver verübt worden, und'cs ist an- zunehmen, daß der Schwindler noch weiter sein Handwerk treiben wird. Es sei deshalb vor demselben gewarnt. Eine Störung im Straßenbahndetriebe trat gestern morgen um 7 Uhr in der Chausseestraße, Richtung Wedding, dadurch ein, daß eine Kontaktrolle entgleiste. Dadurch zerriß der Spanndraht der Oberleitung, der sich um die Kontaktstange wickelte. Der Ober- leitungsdraht wurde infolgedessen soweit heruntergezogen, daß er mit der Regenrinne auf dem Dache des Wagens in Berührung kam. wodurch Kurzschluß entstand; weiterer Schaden wurde nicht ver- ursacht. Nach Wiederherstellung der Oberleitung, die etwa Vlt Stunden dauerte, wurde der Beirieb wieder aufgenommen. Auf dem anderen Gleise fand während der ganzen Zeit ununterbrochen Verkehr nach dem Innern statt. Eine verschwundene Automobillinie. Seit dem Brande des Vikoria-SpeicherS in der Köpenickerstraße existiert die Automobillinie 8 Stranßbergerplatz-Bülowstraße nicht mehr. Die Ursache lieg» darin, daß die Reparaturwerkstätten und die Unterkunftsräume der Automobilomnibusse dieser Linie bei dem Speicherbrande ein- geäschert wurden. Wie lange es noch dauert, che die neuen Werk- tätten errichtet und die Wagen repariert sind, ist noch nicht abzusehen. Die Allgemeine Berliner Omnibusgesellschaft scheint auch keinen besonderen Wert daraus zu legen, die Strecke mit Autobussen zu betreiben. Sie behauptet, daß die Linie 8 gerade die Unkosten gedeckt habe. An der Brandstätte des Viktoriaspeichers ist übrigens noch immer eine Brandwache der Berliner Feuerwehr tätig, weil mit der Mög- lichkeit des WiederaufflackernS des Brandes bei den gegenwärtig taltfindenden AnftäumungSarbeiten der Maismengen gerechnet wird. AuS diesen dringt ununterbrochen dichter Qualm. Die Auf- räumungsarbeiten dürften noch vierzehn Tage dauern. Die Gesellschaft hat ihr Pferdematerial in einem großen, auf dem Hofe deS Grundstücks errichteten Zelt untergebracht. Eine Unterschlagung von 130 000 M. führte gestern zu der Festnahme des Buchhalters Karl Leutloff und seiner Wirtschafterin Elisabeth Klein. Leutloff hatte seit Jahren eine Vertrauens- stellung inne in einem der ersten Kaufhäuser für Textil» und Leinen» waren tu der Klosterstra�e. Nachdem er im Laufe der Jahre fort- gesetzt Veruntreuungen begangen hatte, trat er am f. d. Ms. aus dem Geschäft aus und gab auch seine Häuslichkeit in der Liitzow- straße auf. Ain S. d. Ms. siedelte er mit seiner Wirtschafterin nach ihrem HeimatSort, einem kleinen Dorf bei Rominten, über. Dort sollte er sich der stillen Zurückgezogenheit nicht lange erfreuen. Gleich nachdem er seine Stelle bei dem Grotzkaufmann verlassen hatte, wurden Unregelmäßigkeiten bemerkt, die zu einer Nachprüfung der Bücher Anlaß gaben. Das Ergebnis dieser Prüfung führte zu einer Anzeige gegen Leutloff. Ob die Veruntreuungen die Höhe von 130 000 M. nicht noch übersteigen, kann mit Bestimnitheit noch nicht angegeben werden. Ein Bankkonto, das Leutloff in Berlin hat, wurde sofort gesperrt, und die Berliner Kriminalpolizei veranlaßte durch den Draht die Verhaftung des ungetreuen Buch- Halters. Im Streit erschlage». In der verflossenen Nacht geriet gegen 1 Uhr der auf dem Straßenvahnhof Westend angestellte Ersatz- schaffner SchukolvSki mit dem Rollkutscher Willi Reyne, Charlotten- bürg, Beilinerstr. bö wohnhaft, vor dem genannten Bahnhof in einen Wortwechsel, der schließlich in Tätlichkeit ausartete. Im Wer- lauf des Handgemenges ergriff Sch. einen eisernen Weichensteller und versetzte dem Kutscher damit einen derart wuchtigen Hieb über den Kopf, daß R. blutüberströmt zu Boden sank. In bewußlosem Zustande wurde der Schwerverletzte nach dem Krankenhanse Westend übergeführt, wo er gestern vormittag an den Folgen der erlittenen Verwundung verstarb. Der Täter wurde noch in der Nacht ver- haftet. Reyne. der im 31. Lebensjahre stand, war verheiratet und Bater zweier unmündiger Kinder. Gedächtnisschwäche eines Hauswirtes. Der Julitermin für die Wohnungskündigungen liegt nun glücklich wieder hinter uns. So ein Kündigungstag pflegt viel Verdruß in die Häuser hineinzutragen— Verdruß für den Mieter, dem ein Wirtsbrief kühl meldet, daß die Wohnung nur zu einem höheren Preise wicdergcmietet werden kann, Verdruß auch für den Wirt, dem ein paar Mieter niitteilen, daß sie auf das Vergnügen, länger bei ihm zu wohnen, verzichten wollen. Solche Briefe werden in der Regel als„Einschreibebriefe" geschickt, und in den meisten Mictskontrakten wird das sogar ausdrücklich verabredet. Es gibt auch Kontrakte, die schlechtweg schriftliche Kündigung auSbcdingen, aber selbst in diesem Falle kann eS nicht schaden, den Kündigungsbrief dennoch „einschreiben" zu lassen. Wer in einem gewöhnlichen Brief kündigt, weil im Kontrakt nichts von einem„eingeschriebenen Brief" steht. der riskiert, daß über den Zeitpunkt der Briefbcstellung Streit ent» steht, der ihm noch einen Ertraverdruß bereitet. Ein Mieter des HaufeS D i e f f e n b a ch st r a ß e 37, Herr Ou.. hat das diesmal erlebt. Dem Eigcntünzer, Herrn B e l o w. kündigte Ou. seine im vierten Stockwerk gelegene Wohnung, weil «hm bei den starken Regengüffen dieses lieblichen Sommers das Wasser durch die Decke und an der Wand herunterlief. Das Dach war undicht geworden, aber Ou. hatte vergeblich darauf gewartet, daß der Herr Wirt cS reparieren lassen werde. Herr Qu. schickte, auf den Wortlaut seines Kontraktes sich stützend, die jhündigung in einem nicht„eingeschriebenen" Brief, den seine Frau am Abend des 26. Juni— so versichert sie— in den nächsten Briefkasten steckte. Als dann aber am 1. Jnli Frau Qu. die Miete zahlte, sagte ihr der Wirt, der Kündigungsbrief fei bei ihm nicht recht- zeitig angekommen. Frau Qu. berief sich darauf, sie habe ihn am Abend bor dem 27. Juni eingesteckt, da müsse er doch schon am 27. morgens angekommen sein. Der Wirt blieb bei seiner Äe- hauptung, zeigte aber nickt das Kuvert. Schließlich beendete er die Tiskufsion mit der Erklärung, er wolle sich zufrieden geben und die Kündigung annehmen. Herr Om aber gab sich hiermit nicht zufrieden. Er setzte am 1. Juli den Vorsteher des Postamts davon in Kenntnis, daß sein Brief zu spät bestellt sein solle, und forderte Untersuchung. Aus dem Postamt versprach man, ihm das Ergebnis mitzuteilen, sobald der Wirt die von ihm ein- zuholende Auskunft gegeben haben werde. Zugleich wurde ange- kündigt, daß man von Ou. 20 Pfennig Gebühr erheben werde. Das gilt ja bei der Post wuiidcrlicherwcisc selbst dann als zulässig, wenn die Beschwerde gerechtfertigt war. Ou. hat nun ganz merk- würdig lange auf diese Mitteilung warte» müssen. Erst nach drei nialiger Anfrage, wie weit denn die Untersuchung gediehen sei, hat er schließlich am 11. Juli die mit 20 Pf. zu bezahlende Antwort erhalten, der Wirt Herr Below habe erklärt, er könne nicht angeben, wann ihm der Briefzuge stellt worden fei, den Briefumschlag habe er vernichtet. Diese Gedächtnisschwäche des Herrn HauSwirtS hat Herrn Ou. nicht wenig überrascht. Daß ein Hauswirt in knapp 14 Tagen schon wieder vergessen kann, wann ihin ein Brief zugestellt worden ist, durch den ein Mieter ihm die Wohnung aufkündigt, das hätte Qu. denn doch nicht für möglich gehalten, zumal da ja über den Zeitpunkt der Zustellung dieses Briefes eben noch gestritten worden war. Vielleicht haben wir uns die merkwürdige Vergeßlichkeit daraus zu erklären, daß der Wirt inzwischen aller Sorge um die Weiterver mietung bereits enthoben worden war und nun kein Interesse mehr an der ganzen Sache hatte. Es loird erzählt, er könne ohne Kummer den alten Mieter scheiden sehen, weil er bald genug einen neuen gefunden habe. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht mußten in der Veteranenstraße 20 und Wilhelm Stolzestraße 6 zwei WohnungSbrände ge- löscht werden. HauSrat war dort in Brand geraten. Preßkohlen ivurden in der Hascnheide 48 und anderen Stellen ein Raub der Flammen. In der Blumenstr. 82 brannte ein Schornstein. Zur Beseitigung eines Bienenschwarmes wurde die Feuerwehr nach der Mirbachstraße 78 genifen. Vorort- ftoebnebten« Ober-Schönewcide. In einer außcrordentlickcn Sitzuiig hatte sich die Vertrctinig mit dem Ansuchen des BanauSfllhrendcn der dritten Gemeindeschule zu beschäftigen, ihm weitere Zahlungen zu leisten, nachdem bis auf einige Arbeiten an der Turnhalle der Bau fertiggestellt ist. Es sind bei dem Bau wohl ganz wesentliche Ueberschreitungen zu erwarten, doch differiert die vorläufige Abrechnung des Bauausfiihrenden stark mit der Annahme dcS GeincindebauamteS. Da eine generelle Abrechnung noch nicht vorlag, wurde auf Antrag unserer Genossen der Beschluß gefaßt, der Firma schnellste RechnmigSlegung aufzugeben und an der Hand dieser dann Zahlung zu" leisten. Die nächste Sitzung, welche hierüber zu befinden haben soll, wird auch noch ein Wort über die selbständigen Aenderungen des Baues durch das Bauamt zu reden haben. Ueberhaupt werden unsere Genossen Anträge stellen, welche da» Vergebungswese». sowie die Befugnisse der Baukommission und deS Bauamtes betreffen. Denn es ist jedenfalls kein der Gemeinde würdiger Zustand, wenn bei jedem Gemeindebau erst einige Klagen wegen aiiaeblicher Mehr« oder Miilderleistungen anhängig gemacht werden müssen. Bernau. Aus der letzten Stadtverordnetenversammlung. Zwecks Pflasterung der Brüder- und Hohnfteinstraße wurde der Finna Beyer, Spandau, als Mindestforbernde mit 1258 M. für Eisenschlackensteine sowie der Firma gickelbein, Bernau, für Lieferung und Verlegung von Granit- platten zum Preise von 7140 M. der Zuschlag erteilt. Sieben Steinsetzsirmen hatten für die Arbeiten und Pflasterung oben- genannter Straße ihre Offerten abgegeben und waren die Preise von 12 255, 11600, 11440, 11 138,50. 11007, 10 880 M. bis auf 6540 M. hcruiitcrgcgangcn, welch letzterer von einem hiesigen Steinsctzmeister Gurfch gemacht wurde; ihm lvurde auch der Zuschlag erteilt. Zum zweitenmal hatte sich die Versammlung mit der Ver« Pachtung deS neu zu erbauenden Liepnitz-Reftaurants zu befassen. Von den drei Vewerbeni, unter welchen sich auch der jetzige Pächter des Restmirants befand, wurde zum allgemeinen Befremden nicht über den Taxwert von 0000 Mark hinauSgeganden. Von unsere» Genossen wurde der Standpunkt vertreten, das Restaurant unter diesen llmständcn überhaupt nicht zu verpachten, sondern es in eigene Regie zu übeniehmen und einen Oekonomen einzusetzen, um so den Ueberschuß der Allgemeinheit zugute kommen zu lassen. Dieser Standpunkt unserer Genossen wurde auch von einigen biirgex- lichen Vertretern geteilt, die Mehrzahl war aber nicht dafür zu haben und so wurde von der Erteilung des Zuschlages abgesehen, bis das Gebäude fertig gestellt sein wird. Dann soll noch einmal ein Ausschreiden erfolgen. Weihensee. Aus der Gemeindevertretuiig. Daß aus Rücksicht auf eine vom Hausbesitzerverein arrangierte Landpartie eine schon einmal ein- berufene Gemeindevertretersitzung, wie dies hier geschah, auf einen anderen Tag verlegt werden muß. beweist, welchen bestimmenden und unheilvollen Einfluß die Hausbesitzer ausüben. Für die im vergangenen Jahre begründete Lehrerbibliothek wurden 300 M. bewilligt, da versäumt worden war. diese Summe in den Etat einzusetzen. Für den ausgeschiedenen Genossen Schmutz wurde Genosse Fuhrniann in die Etats-, Finanz-, Tiesbau-, Verkehrs- und VerschönerunaSkommission geivählt, Genosse Peukert in den Wahlausschuß, RechnungSpriifungS- und WohlfahrtS- konimission und Genosse Block in die FriedhofSkommission. Die auf dem Rieselgute beschäftigten russischen Arbeiter— einheimische sind bekanntlich zu teuer— haben nach einem Vertrage vom 1. Juli ab einen höhere» Lohn von 25 Pf. zu verlangen; der Inspektor hatte jedoch diesen höheren Lohn schon vom 1. Juni zur Auszahlung ge- bracht, ob wissentlich oder auS Irrtum sei dahingestellt, jedenfalls stimmte die Gemeindevertretung dem Vorschlage zu. den Russen den zu viel gezahlten höheren Lohn zu belassen. da man, wie in der Rieselfeld-Kommission ausgesprochen worden, befürchten müsse, daß unsere östlichen LandSlente davon laufen Iviirde», da aber eine Strafe Platz greifen muß, soll der Inspektor eine Rüge erhalten. Da nunmehr das Ortsstatut zur Heranziehung der Hausbesitzer zu den Kosten der Straßenpflasterungen an- genommen, sollen noch in diesem Jahre folgende Straßen mit Asphalt versehen werden: die Albertinen- und Amalienstraße, der HeinerSdorfer Weg, die LanghanSstraße von der Gustav Adolsstraße bis zur Uckennarkstraße, zugleich werden in diesen Straßen die Bürgersteige reguliert, wie auch die Bürgersteig- Regulierung der Parkstraße von der König-Chaussee bis zur PistoriuS- straße vorgesehen ist. Zu den Kosten der Dammpflastcrungen werden die Anlieger in der Albertinen- und Amalienstraße mit 50 Prozent, in den übrigen Straßen mit 25 Proz. herangezogen; während nach den schon bestehenden Bestimniungen für Bürgersteia-Regulierung der Anlieger 75 Proz. und die Gemeinde 25 Proz. zahlt. Karlshorst. In der letzte» Mitgliederversammlung des Wahlvcreins hielt Genosse Rchbcin einen Vortrag über die politische Lage. Redner verbreitete sich eingehend über den Ministcrwechscl, sowie über die durch die Hofkamarilla betriebenen Intrigen, ferner über die erst jetzt aufgedeckten Ursachen, die zur ReichstagSauflösung geführt haben, die Stellung der Liberalen, ihre Hoffnungen und Ent- täuschungcn, und zieht daraus die Schlußfolgerung, daß die Sozial- dcmokratie alle Ursache habe, hoffnungs- und vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vor- trag verliest der Kassierer, Genosse Blum, zunächst die Abrechnung über die Einnahmen und Ausgaben für die Reichstagswahl. Die Einnahmen aus den Tellersammlungen ergaben 41,05 M., die Aus- gaben für Inserate, Drucksachen und Hülfskräfte bei der Wahl be- trugen insgesamt 69,35 M.> so daß ein Defizit von 28,30 M. verbleibt. Der Ertrag der Sammellisten ist darin nicht einbegriffen, dieselben lvcrden mit unter Friedrichsfelde verrechnet. Die Abrechnung für den Kreiswahlverein ergibt in Einnahme 52,50 M. für verkaufte Marken und 10 Pf. Eintrittsgeld; an Ausgabe das oben erwähnte Defizit von 28,30 M., an die Kreiskasse abgeführt 6,75 M., dem Wahlvcrein überwiesen 17,55 M. Ucber die Bibliothek berichtet Genosse Küter, daß augenblicklich 43 Bände vorhanden sind. Darauf entspinnt sich noch eine längere Debatte über die unregelmäßige Zu- sendung des Materials wie auch der„Fackel", weil dies bis jetzt noch immer den Hinweg über Friedrichsfelde machen mußte. Es wird allgemein verlangt, daß der Kreiskasfierer direkt mit dem Kaf sierer von Karlshorst abrechnen soll, sowie daß sämtliches Material direkt nach dort zu senden ist. damit nicht immer unliebsame Ver zögerungen entstehen. Der Genosse Link wird beauftragt, in der nächsten Vorstandssitzung des KreiSwahlvercins dafür einzutreten. Ferner wird beschlossen, über diese Versammlung dem„Vorwärts" einen Bericht zugehen zu lassen und dabei noch ganz besonders auf die Lokalsperrc aufmerksam zu machen, vor allem darauf hinzu- weisen, daß„Königs F e st s ä l e" am Bahnhof, TreSkowallee, sowie A r l t S Restaurant. Ecke Auguste Viktoria- und Prinz Adalbertstraße, gesperrt sind. Die Sonntagsausflügler werden dringend ersucht, dies zu beachten. Nachdem noch beschlossen war, am Sonnabend, den 20. Juli, nachmittags, beim Genossen Gruhn ein Kinderfest zu arrangieren, wurde die Versammlung geschlossen. Potsdam. Der zur Bttrgermeistcrtvahl eingelegte Protest wegen Wahl- beeinflussung. hervorgerufen durch eine kurz vor der Stadt- verordnetensitzung von ciniaen Stadtverordneten abgehaltene Sitzung im„Deiltschen Hanse" dürfte anscheinend sobald doch nicht zur Ruhe kommen. Der Stadtv. Frölich sfrüher antisemitischer Reichstags- abgeordneter) und feine Freunde behaupten jetzt, daß von den Gegnern des Stadtrat» Dr. Over kurz vor der Wabl völlig haltlose Verdächtigungen ausgesprengt worden sind. Unter diesen Umständen ist eine eventuelle nochmalige Wahl nicht ausgeschlossen. Ein Jiiliilänni eigener Art könnte Potsdam in diesem Jahre feiern. ES sind näntlich zwanzig Jahre her. daß die Stadtverwaltung eine Warmbadeanstalt bauen wollte. Bei diesem Wollen ist es aber bis jetzt geblieben. Wohl sind die Vorbereitungen. Projekte und Entwürfe niemals zur Ruhe gekommen, auch bis heute noch nicht, sie zum Abschluß zu bringen, wird aber wohl erst einer späteren Generation vorbehalten sem. Die Kommissionen zur Vor- beratung sind natürlich im Lause der Jahre verschiedentlich zusammengesetzt geiveseu, je nachdem das Projekt wieder mal in irgend einer Weise zur Verhandlung stand. Die letzten Beschlüsse sind vor ungefähr 4—5 Jahren gefaßt. Damals wurden aus einer neu aufzunehmenden Anleihe 72000 M. für einen solchen Bau als Teilbetrag angesetzt, die jetzt noch ihrer Verwendung harren. Man wird nun wohl jetzt nicht mehr den damals beschlossenen Bau eines Brause- und Wannenbades schon mit Rücksicht auf andere Städte von der Größe Potsdams, die seit Jahren den Bau von Bade- anstallen mit Schwimmbädern vornehmen, ausführen können, auf der anderen Seite scheint man aber in der Stadtverordnetenversammlung der Ansicht zu sein, daß. nachdem hier bald keine Wohnung von 3—4 Zimmer ohne Badecinrichlung mehr vorhanden, ist diese Frage gelöst, denn an Unbemittelte denkt man hier nicht. In der Ver« samnilung selbst können wir keine Anregung geben, denn hier sind wir leider noch immer nicht vertreten. Durch Privatbadcanstalten ist seit jener Zeit keine Aenderung eingetreten, höchstens sind die Preise gegen früher noch erhöht, si, daß sie für den Arbeiter wenig oder garnicht in Betracht kommen. Man sollte meinen, daß hygienische Rücksichten auf die Bürgerschaft den Magistrat nun endlich zwingen sollten, den beabsichtigten Bau zu verwirklichen, sonst kann man noch eventuell ein 25jährigeS Jubiläum feiern. Vermifcbtes» DaS Wildschwein unter dem Automobil. Im Forstcnriedcrpark bei München geriet gestern vormittag ein Wildschwein unter ein Automobil der Sanitatskolonne; das Autonwbil kam von der Straße ab, stürzte um, indem es explodierte, und verbraniite vollständig. Der Chauffeur wurde schwer verletzt, zwei Sanitätsleute erlitten leichtere Verletzungen. Mord im Bahnwagen. In dem zwischen Toulouse und Bahonne berkehrenden Schnellzuge wurde gestern in einem Abteil dritter Klasse ein junger spanischer Bergmann, während er schlief, von einem Mitreisenden erdolcht. Der unbekannte Mörder sprang aus dem Zuge und entkam. Der Beweggrund der Tat konnte bis- her nicht aufgeklärt werden. Eisenbahniinglück. Infolge eines 24 Stunden lang anhaltenden Platzregens wurde das Bahngleis bei Slaviansk(Gouvernement Charkow) aufgeweicht. Ein Güterzug entgleiste in der Nähe der Stadt. Eine Anzahl Per» sonen sind dabei verunglückt und 20 beladene Bahnwagen zcr- trümmert._ Unter benNädern des Eisenbahnzuges. Lemberger Meldung zufolge wurde bei der Station Belz ein herrschaftlicher Wagen beim Ucbcrfahren des Gleises vom Zuge ergriffen und zertrümmert. Zwei ini Wagen befindliche junge Damen wurden zermalmt, eine andere, sowie der Kutscher tödlich verletzt. Krieg im Frieden. Bei Schießversuchen in einem irländischen Militärlager explodierte, wie aus London gemeldet wird, ein Ge- schützrohr, wobei vier Soldaten schwer verletzt wurden. Bnefhaftcn der Redaktion. Tie juristisch- Svr-chft»»d- finde« Friedrichstr. 16, Aufgang 4, ein- Treppe(.HandclsftlXte ivcNcalltance, Durchgang anch Lindenstr. 104) Uiocheniäglich»o»?>/, bis O'l, Uhr abends statt.««-ösfn-t 7 Uhr. e»»»abends beginnt die Eprechstnnde nm 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ei» Buchstabe lind eine Zahl als ivicrizeichcn beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde dar. — I. K. 100. 1. Die Dachpappe wird dadurch geschädigt. 2. In be- wohnten Gegenden nein.— K. Iich. Nach K 63 des Handelsgesetzbuchs in der richtigen Auslegung muß mindestens für sechs Wochen das Gehalt gezahlt werden.— Ä. M. 23. Leider ja.— Millionär. Der außereheliche Vater ist zum Unterhalt des Kindes bis zu dessen vollendetem 16. Lebensjahr eventuell noch länger verpflichtet. Die Höhe der Alimente ist vom Gericht sestzusetzcn. Bestimmte Sätze kennt das" Gesetz nicht. Als außerehelicher Vater gilt derjenige, der in der Zeit vom 181. bis 302. Tage vor dem Tage der Geburt der Äutter beigewohnt hat. Gegen diese Ver- mulung der Vaterschaft gibt es nur zwei Einwendungen: nämlich 1. den strikten Beweis der ojfenbaren Unmöglichkeit der Valerschast, 2. den Einwand, daß die Mutter innerhalb der Empsängniszeit auch mit einem anderen zu tun gehabt habe. Diese letzte Einwendung kann aber der- jenige nicht erbeben, der nach der Geburt dcS KindeS zu gericht» licher oder notarieller Urkunde seine Vaterschaft anerkannt hat. — P. R. 330. Nach zutreffender Ansicht und nach der früher stets be» tätigten Rechtsprechung ist Artikel 63 deS Handelsgesetzbuches dahin auSzu- legen, daß der Chef nicht berechtigt ist, Krankenlaffenbezüge vom Gehast des Handlungsgehülsen abzuziehen. Trotz der klaren Borschrift dcS S 63 Abs. 2 dcS Handelsgesetzbuches find entgegenstehende Urteile gesällt. Seit Jahren sind im Reichstage Anträge aus Aenderung des Wortlautes deS§ 63 gestellt, um der falschen Auslegung des§ 63 entgegenzutreten. Wir haben darüber wiederholt ausführlich berichtet.— F. B. 20. Eine Konzession ist nicht erforderlich.— Ahlbett. Die Widerklage ist bis zur Berkündung des Urteils erster Instanz zulässig.— M. Ei. 18. Sie könnten bemi Amtsgericht auf vollen Schadenersatz klagen. Der Erfolg der Klage hängt aber im wesentlichen von dem Gutachten der Sachverständigen darüber ab, ob in der Tat der Rock völlig unbrauchbar ist. Wegen ver Zweiselhastigkeit deS Gutachtens ist zum Vergleich zu raten.»» S. 2. Nein Berliner Marktpreise. Ans dem amtlichen Bericht der städtisch« Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 72—74 pr. 100 Pfd., IIa 66-71, lila 61-62. Bullenfleisch la 67-72, IIa 57-66. Kühe, fett 54—62, do. mager 42—52, Fresser 56—68, Bullen, dän. 0,00, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch. Doppellender 100—120, Maftkälber l» 75-84, IIa 66—74, Kälber ger. gen. 47—59, do. Holl. 0,00, dän. 0,00. Hammelfleisch Mastlämmer 74—78, Hammel I» 69—73, Ha 62—68, Schafe 59—62. Schweinefleisch 53—60. Rchbock la per Pfund 0,65—0,80. IIa 0.40—0,60. Rotwild, Abschuß 0,40-0,62. Damwild. Abschuß 0,00. Wild- schiveine 0,25—0,44, Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,55—0,60. Hühner, alle, per Stück 1,50—3,20, ll» 1,00—1,40, do. junge 0,30—0,86. Tauben 0,30—0,55, italienische 0,00. Enten per Stück 1,30 bis 2,25, do. Hamburger per Stück 2,00—3,25. Gänse per Pfund 0,65—0,70, do. per Stück 2,00—4,25, do. Hamburger per Pfd. 0,70, per Stck. 0,00, do. Odcrbruchcr per Stück 2,00— 4,75. PouletS 0,30— 0,80. Ehalonshühucr 0,00. Hechte per 100 Pfund 112-125. matt 100-110, dito klein 0,00, do. groß 82—91. Zander 0,00. Schleie, groß 95, mittel 97, do. 95—113, do. klein 0,00. Aale, groß 106-115, do. klein und mittel 92-99. mittel 103—110, do. uns. 81-88. do. klein 70—78. Plötz«, 0.00. do. klein 0,00. Roddow 0,00. Karpfen IIa 0,00. Bleie 0,00, matt 0,00. Bunt« Fische 66-78. Barle 78. Karauschen 75—85. Bleistsche 0,00. Wels 0,0a Aland 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer, per 100 Pjd. 1l0— 130, do. IIa neuer 90—100, do. Illa neuer 60. Seelachs 10—20. Flundern, Kieler, Sttege la 3—6. mittel per Ktst« 1—2, Hamb. Sttege 4—6, halbe Kiste 2— 3, pomm. la Schock 4— 8, IIa 0,50— 2,50. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3, Stralj. 3,50—4,50. Aale, groß per Pjd. 1,10—1.40, mittelgroß 0,80—1,10, klein 0,60—0.80. Heringe per Schock 5—9. Schellsische Kiste 3,00—5,00, Kiste 2—2,50. Kabliau, gerüuch. per 100 Pjd. 0,00. Dorsch, Kiste 0,00. Goldfische, Schock 0,00. Sardellen, 1902» per Linker 98, 1904er 98, 1905«; 98, 1906er 90—95. Schottische Vollheringe 1905 0,00, largo 40-44, lull. 38—40, med. 36—42, deutsche 87—44. Heringe, neue MatjeS, per•/. To. 50—120. Sardinen, ruff.. Faß 1.50-1.60. Bratheringe Faß 1,20— 1 40. do. Büchse(4 Liter) 1,40-1,70, Neunaugen, Schockfas 11, do. kleine 6—6, do. Riesen- 14. Eier, Land«, unsortiert per Schock 3.10—3,20, do. große 0,00. Ztrcbse per Schock große 0,00, do. mittelgroße 0,00, do. steine 4,00, do. unsortiert 7,00—10,00, do. Galizler groß 0,00, do. uns. 0,00. Butler per 100 Psd. la 106-110. IIa 103-106, lila 100—102, abfallende 90-95. Saure Gurke» Schock 4,50, do. neue 6—8. Pscffergurken 4,50. Kartoffeln per 100 Ptund Görzer 6—7, weiße runde 4— 6, blaue 4,50—6,50, Rosen» 3,50 bis 5,00, Daberfche, alte 0,00, neue Nieren- 4,00—5,00, Zerbstcr 4,50—6,00. Porree, Schock 0,50—0,75. Meerrettich, Schock 8—12. Spinat per 100 Pjund 12—15. Karotte», hiesige, Schockbmid 2,50—3,50. Sellerie, hiesige, per Schockbund 2,00—3,00. Zwiebeln grün, per Schock 0,60, do. kleine 0,00, do. hiesige(Perl-) 0,00. Eharlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 0,75— 1,00. Kohlrabi Schock 1,00— 1,50,. Rettig, bahr., neue Stück 0,07—0,10. Mohrrüben Schockbund 1,50—2,50. Wirsingkohl per Schock 4,00— 7,00. Rhabarber 100 Bund 0,60— 3,00. Petersilienwurzeln, Schockbund 4,50—6,00, Schoten per 100 Pfd. 6—18. Pseffcrlmge per 100 Pfund 12—16. Radieschen per«chock 0,75—1,00. Salat per Schock 1,00—1,20, Gurken, Zerbster, Schock 2,50—3,50. Bohnen, grüne, 100 Pfd. 30—35. Slachclbceren, per 100 Pjund 7—15. Erdbeeren,'hiesige 100 Psd. 20—40, do. Walderdbeeren 40—60, do. Hamburger 30—35, do. Holländer 25—35, do. Gubener 25—35. Blaubeeren, 100 Psd. 6—12. Johannisbeere, i, 100 Psd. 6—12. Kirschen, Gubener, per 100 Pfund 11—12, do, Schlesische 6—14, Wcrdcische 10—12, do. GlaS- 15—18, do. Thüringer 5—13. Natten 25—30, sauere 14—18. Birnen, ilal. per 100 Pfund 20—22. Pfirsiche, per 100 Psund 20—40. Llprikojcn, ttal., per 100 Psd. 20—28, franz. 20—20, ungar. 18—25. Llepscl, ital., per 100 Psund 16—22. Pflaumen, ital, per 100 Psund 18—22. Zitronen, Mefsina, 300 Stück 9.00-15,00, do. 360 Stück 8,00-11,00, do 200 Stück 6,00-12,00. Witterinigsllderflcht vom IS. Jnli 1007, inorgen»»»h». Slsll»»« Zwwemd« Hamburg Berlin Franst.a.M München Wien Ii «= = 3 Be 765 91 769 NNW 767 WNW 771 N 1771® ! 763 NW atu« 4 bedeckt 3 bedeckt 3Rege» 4 heiter 3 bedeckt 4 wolkig «o« e ri 8 Zt Slsllsnen L S ii S s c 3 ii e? i i Haparanda 766N Petersburg 764 K Scillh Ab er de«, Paris 774 NNW 769 SSO 7 74 NNO Well« l 2 bedeckt Iwolkeul 1 heiter 1 bedeckt 1 wolkcnl «R e* ä 1 £* 14 19 14 14 II Wetter. Prognose für Freitag, den 13. Juli 1007. Etwas wärmer, vielfach heiter, aber noch veränderlich bei mäßig« süd- westlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner l e t t e r b a r e a u. Wasserstand am 12. Juli vorm. Elbe bei Anffig— Meter, bei Dresden— 0,87 dp.— Elbe bei Magdeburg 1,46 Meter.— Oder bei Ratibor 2,71 Meter.— Oder bei Breslau 0,52 Meter.— Oder bei Brlcg 3,58 Meier.— Neißemündung 3,28 Meter.— Rhein bei Kaub, II.Jull 8 Uhr morgens 3,10— 0,06 Meter. Nheinschleuf« bei Strasburg, II. Juli. 3.96-j- 0,15 Mete» 00000000 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Sonntag, den 14. Juli: Großes Sommerfest in folgenden Lokalen: Beylers Gesellschaftshaus, Ludwigs Park- Restaurant, Redlich( früher Holwein), Keglerheim, sämtlich in Treptow, Köpenicker Landstraße; Mentes Volksgarten, Lichtenberg, Röderstraße und Elysium, Landsberger Allee 40 bestehend in Konzert x Unterhaltungen aller Art x Kinderbelustigungen x Fackelpolonaise mit bengalischer Beleuchtung x Preiskegelschieben x Tanz. 262/ 5* Eröffnung 2 Uhr. Billett 20 Pf. Das Komitee. VI. Wahlkreis. Sonntag, den 14. Juli 1907: Großes Sommer- Fest im Gesamt- Etablissement ,, Moabiter Schützenhaus", Plötzensee. Großes Garten- Konzert ausgeführt von zwei stark besetzten Musik- Kapellen. Mitglieder des Verbandes der Berufsmusiker. Auftreten des beliebten Berliner Ulk- Trio. Gefangs- Hufführungen von 23 Vereinen des Arbeiter- Sängerbandes Berlins und Umgegend. Turnerifche Hufführungen ausgeführt von Mitgliedern der Arbeiter- Turnvereine. Auftreten von Mitgliedern des Arbeiter- Athleten- Bundes. Vorführungen von Mitgliedern des Berliner Arbeiter- Radfahrervereins ( Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität"). Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Von 3 Uhr nachmittags: Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennige nach. Jedes Kind erhält am Eingang zwei Bons, für die Kinder: von denen der eine gegen eine Stocklaterne umgetauscht werden kann, während der andere zur einmaligen Benutzung der Schaukel oder des Karussells berechtigt. Für ausreichende Fahrverbindung ist Sorge getragen, da die StraßenbahnGesellschaft die Linien 10, 11 und 12 an diesem Tage bis Plötzensee durchführt und bei Bedarf vom Rosenthaler Tor ab Einsetzwagen verkehren. Von der Haltestelle ist zwei Minuten Weg bis zum Schützenhause. Vom Ringbahnhof Beusselstraße ist das Lokal zehn Minuten entfernt. Außerdem führen die Straßenbahnlinie 29 und 68 und die Omnibuslinie 45 bis in die Nähe des Festlokals. Bei etwa eintretenden Unglücksfällen steht den ganzen Tag die Arbeiter. Samariter- Kolonne gratis zur Verfügung. Der Arbeiter- Schwimmerbund hat am See eine Rettungswache stationiert. Billetts im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang mittags 12 Uhr. Zu zahlreichem Besuch dieses beliebten Volksfestes ladet ein 256/ 10* Das Komitee. Prater- Theater. Kastanien- Allee 7/9. Flotte Weiber. Spezialitäten 1. Ranges. Auftreten der Löwenbraut Tilly Bébé mit ihren dress. Löwen. Konzert und Ball. Anfang 4%, Uhr. Hungersnot in Sicht! Warum bekümmern sich die Staatsregierungen nicht um diese gefährlichen Vorgänge? Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Zukunft ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Kommissionär: Otto Weber, Leipzig). Broschüre A, vollständige Ausgabe, Mk. 2. Tell- und Volks ausgabe, 60 Pfg. Gegen Einsendung von Mk. 2.10, bezw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestler in Würzburg ver sandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte. Praktisch! Reinlich! Sparsam! 8866L Spiritus- Kocher für Haus und Reise. Centrale für Spiritus- Verwerthung Berlin NW. 7, Friedrichstr. 96, gegenüber dem Central- Hotel. Illustrierte Preisliste kostenlos! Jeder Herr!! ist verpflichtet, mein Angebot zu prüfen! S. Littmann Kein Kaufzwang. Jeder Arbeiter, jeder Handwerker follte zur Arbeit Zentrale für Herren- und Knaben- Moden auch einfarbig. Am Bund aus einem nur No. 2 Granienstraße nur No. 2 nahe Station Hochbahn Oranienstraße. Feine Sommer- Paletots Ich offeriere: 9 • Elegante Herren- Anzüge Feine Herren- Anzüge. Solide 1- und 2 reihige Herren- Anzüge. Elegante Kammgarn- Anzüge Hochfeine Rock- Anzüge, 1- u. 2reibig. Hochfeine Einsegnungs- Anzüge Elegante Stoff- Jacketts Feine Burschen- Anzüge 19 Elegante Herren- Stoffhosen. 0 • Schöne Knaben- Anzüge für jedes Alter Elegante Radfahr- Anzüge • 16 13 • von Mk. 11,50 an • 33 " 99 99 a 99 93 10,50 12,00 14,50 16,50 99 19 19 " 99 13 19 99 22,50 10,75 5,50 5,75 2,50 99 99 99 99 29 99 T " 99 3,50 " 12,50 99 99 " D دو 42 12 19 99 " Anzüge sowie Paletots für extra korpulente Herren in großer Auswahl vorrätig von 18,50 Mk. an. Dieses Inserat wird beim Einkauf von 10 M. für 50 Pfg. in Zahlung genommen. Bestellungen nach Maß sowie Reparaturen werden sauber und billig ausgeführt. Prinzip: Großer Umsatz Kleiner Nutzen. Kein Kaufzwang. S. Littmann, Zentrale für Herren- und Knaben- Moden nur No. 2 Granienstraße nur No. 2. Bitte genau auf Firma u. Hausnummer zu achten! Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz EW.Z. 93683. Unerreicht an Wohlgeschmack ZAR 23 Cigarette Cigarettenfabrik TUMA Dresden gegr.1876. die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, Stück gearbeitet. Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot Taschen. Große Fliden umsonst. M. 50 Die Herkules Hose 5 Monteur Jackett„ Edison", D echtblau Stöper oder Drell M. 65 Monteur Hose„ Edison", a • echtblau Stöper oder Drell 2 M. 25 Manchester- Hosen 10,50, 5 M. 75 Gefütt. Manchest.- Jadett 19,-, 10,50 Maler- Stittel... 3,-, 2,50, 2 M. 25 Mechaniker- Stittel( braun) 3,2 M. 50 Weiße Lederhosen. 4,50, 3 M. Reffelreiniger Anzüge, blau, 5 M. 50 Weiße Jacketts für Friseure, Stellner Konditoren, Köche usw. Die Preise gelten für normale Größen. Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25.Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Haupt- Katalog gratis und franko. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 53672* Nachdruck verboten! Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Ersas für Maaß. Anfertigung nach Maass. Zabelloje Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeifter, Gr. Frankfurterstr. 37," Eingang Straußberger Play. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz hochelegant, Serie II, allerneueste Stck. Stck. Stck. Stck. 3450 M. M. Kostenlose Erholungsreise haben diejenigen, welche das Jahr hindurch ihre Konfektion bei uns kaufen, denn eine Unmenge Geld spart jeder durch die unglaublich billigen Preise bei Blitz Eigene Fabrik mit elektrischem Betrieb. 3 Preise. Maß- Abteilung. Herren Anzüge. 3 Preise. Herren- Paletots. Serie 1. Wunderbare Modestoffe, 275 Serie 1 gemustert, blau u. schwarz 2450 M. M. Prima Kammgarn, da 375 Serie II, extra prima Modestoffe Serie III, das Wunder Berlins, a 4750 Serie III, feinste Ware, das Wunder 4450 Berlins Herren- Hosen, Serie I 950, Serie II 1350, Serie III 1750 M. Stck. Auf Seide 10% mehr. Garantie für prima Sitz u. Verarbeitung. Auf Wunsch Besuch unserer Stadtreisenden. Blitz Herren- Anzüge. Herren- Hosen 185.245.290.325 etc. Serie 100, Kariert, hellgrau, Stok. 6 Herren- Paletots M. Serie 102. Blau u. schwarz Cheviot, 825 Stck. M. Serie 104. Sommer- Anzug, Stck. 1025 60 Serie 107, Sonntags- Anzug Ia 1880. Stck. Roßhaar M. M. Serie 110, Maß- Verarbeitung Stok 1750 Kinder- Anzüge halb umsonst. Nur kein Neid, wer kann, kann. 80 80 29-30 Kottbuser Damm 29-309 Rosenthaler Str. 9, Ecke Auguststr. 137 Gr. Frankfurterstr. 137 jetzt 85 Chaussee- Straße Jetzt 85 5 Geschäfte, 10 Haupt- Straße 10 5 Geschäfte. Schöneberg. Blitz Blitz Blitz Blitz bis 60% unter Preis. unter Lüster- u. Leinen- Joppen Maß- Anzüge enorm billig. Preis Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz WARENHAUS Wilhelm Stein, BERLIN N.39 Chausseestr. 70-71 Von Sonnabend, den 13. bis Dienstag, den 16. Juli cr., so lange Vorrat: Rotwurst.. Zwiebelwurst Fleischwaren. ::: Pfund 0,50 M.| Landleberwurst. M.| Landleberwurst...... Pfund 0,85 M.| Schinkenspeck • Harte Mettwurst. Braunschw. Mettwurst Fleischwurst.... Thür. Cervelatwurst.:+ B .. Pfund 1,00 M. 0,50 Jagdwurst.... 1,00, Mausschinken, ca. 2 Pfd. schwer 1,25, 99 " 0,75, Feine Leberwurst 0,95, " 99 0,70% " 0,92, Thür. Kümmelwurst " 9 0,92, Filetwurst.... 1,10 1,10, 97 91 0,72 " 0,58, " 1,20, Thür. Salamiwurst... 1,20, Westf. Cervelatwurst:: 9 1,50, Fetter Speck Magerer Speck Liesen Wild und Geflügel. Junge Tauben Stück 0,60 M. Suppenhühner Stück 1,90 2,10 2,25 M. Frische Eier... Mandel 0,65 M. Feinste Tafelbutter Gebrannte Kaffees Mischung IV I 1,30 1,50 Mischung V III II 0,90 1,10 Unsere Marken sind des vorzüglichen Geschmacks wegen allseitig bekannt. • B Rehblätter Stück 1,75 1,90 M. Pfund 1,20 M. Fr. Landbrot. Stück 0,39 0,45 M. Brot- Zucker rein im Geschmack, 0,80 M. ohne Blau ergiebig. Pfund . Hiesige Nieren- Kartoffel 5 Pfund 33 Pfennig. Besonders preiswertes Angebot von Sonnabend, den 13., bis Freitag, den 19. Juli cr., so lange Vorrat, in Pfand 0,23 M. Glas and Porzellan. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Wo? machen wir diesen Sommer unsere Landpartien hin? Pichelswerder alten Freund. zum Partien bis 1500 Personen haben bei schlechtem Wetter bequem Platz. Es ladet ganz ergebenst ein Der alte Freund. Fernsprecher Spandau: 814. 99 66 Flora" Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche mitfarbenjehlern Fabrit. niederlage Große Franfiurterftraße 9, parterre. fein Laden. Mauerhoff.+ i Steppdecken billigst Febri! Große Frankfurterstraße 9, parterre.+1 Gardinenhaus Große Frankfurter. ftraße 9, parterre. Stein Laden. Mauerhoff. 1+ Küche stets in altbekannter Güte. Spandan, Pichelsdorferstr. 39. Sonntags 3 Grünau! Friedrichstr. 2 Grünau! : Telephon: Nr. 17.: Gastwirtschaft Lindenhayn Fremdenlogis Garten Vereinszimmer X Kaffeeküche. Speisen und Getränke in größter Auswahl zu fleinen Breisen! Auf vielfache Anfragen zur Nachricht, daß ich keinen Saal zur Afr: Gr. Ball. Berfügung habe. Anfang 3 Uhr: Familien können Kaffeekochen! 52682* Emil Koepnick. Kleine Anzeigen Sommerpaletots, Monatsanzüge, wenig getragene, von 5 Mart an, große Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe aus erster Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider meister Paul Fürstenzelt, nur Rosenthalerstraße 10. Fernsprecher Amt III 5117. * Patentanwalt Wessel, Gitschiner 2555 Waschanstalt. Garantiert chlorfrei, gefrodnet im Freien. Laten, Leibwäsche und Handtücher 0,10. Ab holung Montag, Dienstag. Stermula, Köpenid, Kaiser Friedrichstraße 1. Milchgeschäft, gangbar, fichere Eristenz, in guter Gegend preiswert straße 94a. zu verkaufen. Sprengelstraße 42. Ecklokal, Vorgarten, alterswegen verkäuflich Niederschönhausen, Eichenstraße 12. 282/20 Herrenfahrrad verkauft Scherzer, +109 Rottbuserstraße 17 IV. 261/ 10* hoch Vermietungen. Wohnungen. Schöne billige Wohnungen Sol dinerstraße 32/34. Moderne Kleinwohnungen sehr billig Türkenstraße- 17, Paul Gerhardſtift. 15625* Otto Pritzkow Münzstraße 16. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Täglich Eingang von Neuheiten. Den ganzen Tag Vorstellung. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Freundliche Schlafstelle 2 Herren, Stepperinnen und ZusammenHagedorn, Liezmannstraße 5, Nähe segerinnen bei hohem Lohn verlangt. 18045* Alexanderplatz. 17985 Darntl, Hasenheide 78. Möblierte Schlafstelle, 1 oder Aufhefterinnen, Wochenlohn, ber2 Herren, zu vermieten, Klude, langt Ererzierstraße 27. +101 Mirbachstraße 10. 17976 Verschnürerinnen, Bochenlohn, Saubere Schlafstelle für Herren +102 bei Hoof, Aderstraße 61, Hof 1 Treppe. berlangt Ererzierstraße 27. Mamsells auf Jacketts, Wochenlohn 20,00, verlangt Exerzierstraße 27. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Herrenrad, Damenrad, Nähmaschinen. Zahle höchste Bergütung. Großes Fabriflager aller modern, sofort spottbillig Milchladen, Grenadierstraße 26. 283/1 Systeme. Wenig gebrauchte billigst. Kleinste Abzahlung. Kruda, Rosen- Anzüge, Baletots und zurüdthalerstraße 19. Filiale Choriner gebliebene Maßbestellungen fommen Herrenfahrrad, Damenfahrrad, straße 26. Postkarte genügt. 10896 billigst zum Verkauf Friedrichstr. 212 I. fie neu, 45,00. Holz, BlumenHerrenfahrrad, Damenfahrrad Händler verbeten. 50/3 ftraße 36 b. 25158* 20,00, Schädel, Schmidstraße 37. Pianino, 150 Mart, DranienSteppdecken spottbillig, Fabrik Pfandleihhaus! Große Frankfurterstraße 60. 2167st* fechs. Für jedermann! Spottbilligster Hermannplatzstraße 169 I, Täuber. Kanarienvögel, flott fingend, Brautbetten, Bigarren, alle Zigaretten, Kau Bettenverlauf, Ber- Papageien singend, sprechend. Restau Seestraße 68 h, zwei Stuben und tabat zum Wiederverkauf. Kloster- mietungsbett, Pfänderverkauf, BettKüche per Monat 30 Mart, eine rant Kommandantenstraße 52. 2581* straße 96, Mar Geist. 14415* ftüde, Nähmaschinen, Aussteuerwäsche, Stube und Küche per Monat 21 und Stellenangebote. Gardinenverkauf, Teppich verkauf, Gold- Singermaschine 16,00. Alexanders 23 Mart. Fliesenleger, saubere BandFahrräder, Teilzahlungen. Infachen, Uhrenverkauf, Sadettanzüge, ftraße 12, Vogelhandlung. Stube, Küche, biel balidenstraße 20, Stalizerstraße 40. Gehrodanzüge, Sommerpaletots. Stolpischestraße 59, dicht Schönhauser Annoncenbureau Linienstraße 203/4. Zubehörarbeiter, unter Chiffre„ Ho. 917", Burk& Bastian, KlaviaturAllee, sofort oder später. + 67* * 228/11 Verschiedenes. Teppiche!( fehlerhafte) in allen Monatsanzüge und SommerGrößen für die Hälfte des Wertes paletots von 5,00, ofen von 1,50, Im Teppichlager Brünn, Hadescher Gehrodanzüge von 12,00, Frads von Markt 4, Bahnhof Börse. 261/1 2,50, fsowie für torpulente Figuren. Sofaftoffrefte Wolle, Plüsch, Neue Garderobe zu staunend billigen Mocquett spottbillig. Lernt die Muttersprache beherrschen! Preisen, aus Pfandleihen verfallene Teppichhaus emil Lefèvre, Dranienstraße 158. Sachen lauft man am billigsten bei Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht 17575* in Wort und Schrift der deutschen Naß, Muladstraße 14. Sprache erteilt Damen und Herren Krantstraße 50 Möbel, Spiegel,( separat) auch abends cin tüchtiger Bolsterwaren spottbillig. Möbelspeicher und gewissenhafter Privatlehrer. Die Saalfeld. 17566* Stunde kostet eine Mart. Eine Unterrichtsstunde wöchentlich genügt. Gefällige Angebote sind unter G. 4 an Expedition des„ Borwärts" zu richten. Kinderwagen, Kinderbettstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurüdgesetzte Spottbillig. Sommer, Wienerstraße 51. Kinderwagen, Kinderbettstellen Sportwagen, gebrauchte, zurüdgesezte fpottbillig. Schneider, Surfürstenfraße 172. 22475* Herrenfahrrad, dringend, 38, Bankstraße 24 c, parterre rechts. Brennaborrad, hochelegant, jeden Preis, Ererzierstraße 25 III rechts.* Wer Stoff hat? Fertige Herrenanzüge 15,00. Wagner, Schneidermeister, Lichtenbergerstraße 9. Parteilokal, frankheitshalber vertäuflich. Anzahlung 600( Brauereihülfe). Barczus, Santstraße 104a. Die Beleidigung, die ich gegen Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und straße 27. 2576 zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad Tüchtige Spielraumhobler, 17395* Zimmer. Möbliertes Zimmer für einen oder zwei Herren zu vermieten Sol11906* bergerstraße 26, III. Teilnehmer zum möblierten Zimmer gesucht Belle- Alliancestr. 11, Seitenflügel I rechts. 17156 1468b 1 Beinaufleimer sofort für dauernde u. lohnende Arbeit gesucht. Bei befriedigenden Leistungen wird die Hinfahrt 4. Klasse vergütet. fabrit, U.- Barmen. 18016* Achtung! Töpfer! Die Baufirma Regierungsbaumeister Farbigmacher Wriezenerstraße 6. Einen Rahmenschneider und einen Leimer oder Leimerin eventuell in Entreprise zu vergeben, verlangt bei gutem Lohn. Offerten unter A. 1 Expedition des ,, Borwärts". 18006 Chauffeurschule Am Wedding", Gustav Hörnicke, Jagowstraße 43, nur Gerichtstraße 17, größte, be it hiermit gesperrt. In Betraži deutendste, nimmt stets Lehrlinge an. tommt der Bau Tile WardenbergTheoretische und praktische Ausbildung straße 3/4, ausgeführt vom Töpferzum Chauffeur unter Ingenieurmeister Fritz Krüger, Schöneberg, leitung. Werkstätten mit elektrischer 200/ 5* Eisenacherstraße 64. Straft. Sostenlose Vermittlung hochGleichzeitig ist der Töpfermeister 282/ 19* bezahlter Stellungen. Otto Raasch, Baumschulenweg, Schlafstellen. Möblierte Schlafftelle, 2 Herren. Marzillier, Nirdorf, Hobrechtstraße 12. Für unsere täglich erscheinende Zeitung suchen wir einen Ersten Redakteur Frau Berta Friz, Kopernikusstraße 28, per 1. Oktober, event. auch früher. Gehalt nach Uebereinkunft. Verlag der„ Märkischen Volksstimme", Eschenbachstraße 3 gesperrt, welcher den Bau in Ober: Schöne weide, Helmholtstraße, der Baufirma Stutterheim ausführt. Umzugshalber verkaufe Kinder wagen, Kinderbettstelle spottbillig, feltene Gelegenheit. Hühn, GleditschStraße 48. 46/ 9* Parteilokal, wegen Strankheit, fo- ausgesprochen haben soll, nehme Räumungsverkauf, Pfandleih- fort zu verkaufen, Zahlstelle Wahl zurück und erkläre dieselbe für eine haus, Beibenipeg neunzehn, extra berein, Fabrit im Hause, wo Allein- Ehren- Person. Emma Jahnke, billig. 46/ 10* verkauf Manteuffelstraße 125.+21 Dranienstraße 159. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 228/12 54472* Kottbus, Am Amtsteich 18. Bei beiden Sperren handelt es sich um Lohnausfall. Die Verbandsleitung.