Nr. 162. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Bellage Die Neue Welt" 10 Bfg. Poſt. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Stalten, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz 9 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition w bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der internationale Parteitag zu Stuttgart. Sonntag, den 14. Juli 1907. blutigen VernichtungsExpedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. jebem imperialistischen und protettionistischen Genoffin Ottilie Baader als Vertrauensperson der Antrage, jedem tolonialen Eroberungszuge fozialdemokratischen Frauen Deutschlands den Antrag einund jeder militärischen Ausgabe für die gereicht, die Diskussion des Frauenstimmrechts mit einer ErKolonien zu widersehen und die von der Klasse der örterung der Mittel zur Demokratisierung der heute beStapitalisten gegen die Eingeborenen begangenen Gewalttaten stehenden Wahlrechte zu verbinden. Auf Vorschlag des vor das Forum der Deffentlichkeit zu ziehen. Doch diese österreichischen Genossen Victor Adler wurde jedoch nur Dienstag, den 16. d. M., finden in den sechs Berliner Resolution war von vornherein nur als allgemeine Direttive allein die Frage des Frauenwahlrechts auf die TagesWahlkreisen die Versammlungen statt, in denen die Delegierten gedacht. Nähere Leitfäge aufzustellen, hielt die Kolonial- ordnung gefekt und zwar deshalb, um den Kongreßdelegierten, zu dem vom 18. bis 24. August in Stuttgart tagenden inter- fommission des Kongresses noch nicht für angebracht. Sie besonders den Genossinnen, Gelegenheit zu einer gründlichen nationalen Parteitag gewählt werden sollen: zu dem ersten beschränkte sich vielmehr darauf, die einzelnen Nationen auf Erörterung der Bedeutung des Frauenstimmrechts sowohl Internationalen fozialistischen Kongreß auf deutschem Boden. zufordern, foloniale Studienkommissionen zu bilden, die sich für die rechtliche Stellung der Frau, wie für den BefreiungsSeit 1889 in Paris der erste internationale Parteifongreß mit dem internationalen Sekretariat zum Zweck der Klärung fampf der Arbeiterschaft zu bieten und zu verhindern, daß die tagte, haben verschiedene der großen Städte Europas: London, der Ansichten über die Kolonialfrage in Verbindung setzen Diskussion durch Abschweifungen auf die heute bestehenden Zürich, Amsterdam, die Abgesandten des Proletariats aller follten. Wahlsysteme der verschiedenen Staaten allzusehr in die Breite Länder in ihren Mauern beherbergt. Die Abhaltung eines Seitdem haben der Imperialismus und die Kolonial- wachse. Es ist deshalb mit Sicherheit darauf zu rechnen, solchen Kongresses in Deutschland, das die stärkste sozialistische erwerbesucht weitere Fortschritte gemacht. England hat in daß diesmal auf dem internationalen Parteitag die Frage Arbeiterbewegung der Welt besitzt, schien jedoch bisher in Tibet, Frankreich im Innern Afrikas sein Kolonialgebiet aus- des Frauenstimmrechts gründlich diskutiert und ein EinAnbetracht der Polizeiwirtschaft und der reaktionären gedehnt, die Vereinigten Staaten von Amerika suchen die verständnis darüber erzielt wird, wie und mit welchen Mitteln Versammlungsgefeße der meisten deutschen Staaten als Philippinen zu großen Flottenstützpunkten für die von den am besten die Agitation für die Durchführung dieses Rechtes zu gewagt. Und selbst jetzt findet der internationale Arbeiter- amerikanischen Stapitalisten erstrebte maritime Beherrschung betrieben und gefördert wird natürlich nicht eines Wahlfongreß nicht in Berlin, der Reichshauptstadt statt, sondern in des Stillen Dzeans zu gestalten, Japan hat sich Storea als rechts, das nur wenigen besigenden, wirtschaftlich selbständigen Stuttgart, in Württemberg, das sich unter den deutschen Schutzgebiet angegliedert, Belgien steht vor der Frage, ob es Frauen der Bourgeoisie das Recht der Stimmabgabe gewährt, Staaten der relativ freiesten Verfassung erfreut. Berlin, das den bisher selbständigen Kongostaat als belgische Solonie in sondern eines wirklich demokratischen Wahlrechts, das auch die Berlin Wilhelms II., hat zwar Platz für alle möglichen inter- Besik nehmen soll, und auch Deutschland fchickt Proletarierin in dieser Hinsicht dem Manne gleichstellt. nationalen Zusammenfünfte, selbst der zweifelhaftesten Art, sich an, nachdem es einen Vielleicht wichtiger noch als alle diese Punkte ist, nicht aber für den Kongreß des nach Befreiung aus den frieg gegen die Hereros und Hottentotten beendet hat, wenigstens für die allernächste Zukunft, der erste Punkt, der Fesseln der heutigen Lohnfklaverei strebenden internationalen Stolonialpolitik großen Stils zu treiben. Der imperialistische auf der provisorischen Tagesordnung steht:" Der Proletariats; eine Tatsache, die die Kulturstufe, die der Hohen- Gedanke gewinnt in der Kapitalistentlasse aller Stulturstaaten onflikte", das heißt die Frage, wie in den Militärstaaten Militarismus und die internationalen zollernftaat unter den europäischen Staaten einnimmt, treffend stetig an Boden. Eine neue era der Kolonial- onflitte", das heißt die Frage, wie in den Militärstaaten charakterisiert. gründungen und Kolonialausgestaltungen West- und Mitteleuropas dem Fortschritt des Militarismus, Die legten internationalen Kongreffe haben bedeutsame steht bebor- und damit auch die Gefahr feiner Beschwerung des Wirtschaftslebens mit stetig steigernden Arbeit geleistet. Sie haben nicht nur die Vertreter der Arbeiter neuer größerer internationaler Konflikte. Lasten, seiner Infizierung der Volksmasse mit triegerischen aller Länder einander näher gebracht, ihnen einen Austausch Zu diesen drohenden Gefahren ist eine gemeinfame ein Anschauungen, feiner Verwendung zur Stüße der kapitahaben zugleich gewisse Richtlinien für die Stellungnahme der um so dringender erforderlich, als mehrfach, wenn auch Broletariat zu der Kriegsheßerei der herrschenden Klassen verihrer politischen Ansichten und Erfahrungen ermöglicht, sie heitliche Stellung der Arbeiterklasse aller Stulturländerlistischen Herrschaft entgegengewirkt werden kann, und wie sich weiter im Fall internationaler Konflikte das internationale internationalen sozialistischen Arbeiterklasse zu verschiedenen vorläufig nur in fleinen sozialistischen Gruppen eine gewisse wichtigen sozialen Broblemen der heutigen Zeit und für die Neigung hervortritt, der imperialistischen Strömung Rechnung balten soll. allgemeine Stampftattit aufgestellt und dadurch den Bezu tragen und die Behauptung der tapitalistischen Kolonial- laffen der wirtschaftlich fortgeschrittenen Staaten geht, das Der imperialistische Zug, der durch die herrschenden strebungen und der Kampfesweise der sozialistischen Arbeiter- politiker zu akzeptieren, daß unter den heutigen Verhältnissen Streben neue Kolonial-, Abjak- und Kapitalanlagemärkte zu parteien der verschiedenen Länder eine gewisse innere die Kolonialerwerbung ein notwendiges Mittel zur schnellen gewinnen, hat den Kriegszündstoff wie die Eifersüchteleien Einheitlichkeit berliehen selbstverständlich unter Entwickelung der Produktivkräfte sei. Deshalb wird das gewinnen, hat den Kriegszündstoff wie die Eifersüchteleien Berücksichtigung der besonderen Eigenheiten und des besonderen internationale Arbeiterparlament in Stuttgart die Erörterung sich bei den herrschenden Klassen die Ueberzeugung eingestellt, zwischen den Nationen wesentlich vermehrt. Und zugleich hat historischen Entwickelungsganges der einzelnen Länder, die von über die Kolonialfrage unter Berücksichtigung der inzwischen daß sie ihre weltpolitischen Bestrebungen nur durchzusetzen vornherein jede schablonenmäßige Schematisierung ausschließen. erfolgten Veränderungen der kolonialpolitischen Lage wieder vermögen, wenn eine starke Heeres- und Flottenmacht hinter Die Gesamtverhältnisse des parlamentarisch regierten Eng- aufnehmen, um nähere Verhaltungsmaßregeln gegenüber dem ihren Ansprüchen steht. Die Folge ist, daß sie militärlands mit seiner Weltindustrie und seinem Welthandel, des Bordringen des Imperialismus aufzustellen. modernen Frankreichs mit seinem Kleinbürgertum, seiner freundlich geworden sind und heute die militaristischen TenMit der Kolonialfrage hängt in gewissem Sinne die benzen mit anderen Augen betrachten, als noch vor wenigen großen Kleinbauernschaft und seinen starken revolutionären Frage der Ein- und Auswanderung der Jahrzehnten. Dazu kommt, daß, je mehr die sozialistischUeberlieferungen, Preußen- Deutschlands mit seinem unter Arbeiter nahe zusammen, wenigstens soweit es sich dabei proletarische Bewegung an Ausdehnung gewinnt, die parlamentarischen Formen versteckten halbabsolutistisch- bureau- um die Auswanderung weißer Arbeiter nach den Kolonien Bourgeoisie desto mehr in der Armee ein fratischen Regiment und seiner scharfen Zuspigung der Klassen- oder um die Einführung farbiger Arbeiter in gibilisierte Mittel zur Aufrechterhaltung ihrer Herr gegenfäße sind zu verschiedenartig, als daß die Gefechtstaftit Gebiete handelt. Auch über diese Frage ist bereits auf dem schaft und zur Niederhaltung des inneren" unterschiedslos die gleiche sein könnte. Dem verschiedenen internationalen Sozialistentongreß zu Amsterdam verhandelt Feindes erblidt, und allen jenen Be. politischen Terrain entspricht notwendig eine verschiedene worden. Zwei Resolutionen lagen dem Kongreß vor. Die strebungen ihren Beistand leiht, die darauf Bewegungstaftit. Ihre Einzwängung in genau das gleiche eine, bon der Kommission gestellt, verurteilte jede Gesetzes hinauslaufen, den sogenannten milita. Schema würde nur der Bewegung Fesseln anlegen. Wohl maßregel, welche die Aus- oder Einwanderung fremder ristischen Geist zu stärken und aus dem Heer aber lassen sich, wenn auch der Vormarsch sich naturgemäß Arbeiter hindert oder die fremden Arbeiter schlechter ein willenloses Werkzeug zu machen, das auf verschiedenen Etappenstraßen und unter verschiedenen behandelt als die einheimischen. Die andere, von sich zur Verfechtung ihrer tapitalistischen Bedingungen vollzieht, doch gewisse gleiche Richt den holländischen amerikanischen und australischen Deputa- Interessen gleichermaßen nach innen" wie Linien, gleiche Bielpuntte für das Vorrücken tionen vorgeschlagene Resolution wies zwar alle Maßnahmen nach außen" verwenden läßt. aufstellen. zurück, welche die Einwanderung weißer Arbeiter verbieten Diesem Vorwärtsdringen des Militarismus entgegen. Auf diese Arbeit haben sich denn auch im wesentlichen oder verhindern; dagegen verlangte sie die Unterdrückung des zuarbeiten, die Massen über die Gefährlichkeit der bisher die internationalen Parteifongresse beschränkt und Imports der Arbeiter rückständiger Rassen( Kulis, Neger usw.) militaristischen Tendenzen aufzuklären, die Heranzüchtung des in dieser Beschränkung ihre größten Erfolge erzielt. Wenn zum Zweck der Lohndrückerei. Zur Annahme gelangte jedoch keine Heeres zu einem willenlosen Machtinstrument in der Hand heute unter dem internationalen Proletariat trok aller dieser Resolutionen. Auf Antrag Keir Hardies, der erklärte, daß der herrschenden Klassen, soweit möglich, zu verhindern und nationalen Besonderheiten und Gegensätze doch im ganzen die Engländer weder für die eine noch die andere der vorgelegten beim Herannahen kriegerischer Verwickelungen der Kriegseine gewisse Einheitlichkeit der Auffassung des Zieles und Resolutionen zu stimmen vermöchten, wurde vielmehr der Beschluß heße der Geschäftspatrioten die Interessensolidarität des der unter bestimmten Umständen zu wählenden Stampfmittel gefaßt, die Einwanderungsfrage wieder auf die Tagesordnung internationalen Proletariats gegenüberzustellen das ist besteht; wenn es gelungen ist, viele variierende Einzel- bes nächsten internationalen Parteifongresses zu sehen und entschieden eine der vornehmsten, dringendsten Aufgaben der willen zu einem weltumspannenden einheitlich gerichteten das internationale Bureau in Brüssel zu beauftragen, Material Arbeiterklasse. Bu erwägen, wie diese Aufgabe gelöst werden Gesamtwillen zusammenzufassen; wenn heute die sozialistischen für die Diskussion der Einwanderungsfrage zu sammeln. Die fann, wird Sache des Stuttgarter internationalen Arbeiter. Arbeiterparteien der verschiedenen Länder sich weit mehr als am 9. Juni dieses Jahres in Brüssel tagende Konferenz zur parlaments in erster Reihe sein. Glieder einer großen gleichartigen tämpfenden Armee fühlen Feststellung der provisorischen Tagesordnung des Stuttgarter Der Stuttgarter Sozialistenkongreß hat demnach ein und bei politischen Differenzen zwischen den einzelnen Staaten internationalen Arbeitertongresses hat dementsprechend diesen reiches Arbeitspensum vor sich. Er ist vor eine Reihe beoder vielmehr zwischen den herrschenden Klassen dieser Staaten, Punkt wiederum auf die Tagesordnung gesetzt und zugleich deutungsvoller und schwieriger Fragen gestellt. An Arbeit, wie z. B. beim Marokkokonflikt, die proletarische Interessen- auf des Genossen Vaillants Antrag beschlossen, daß bei dieser im Plenum wie in den Kommissionen, wird es nicht fehlen, solidarität weit stärker zum Ausdruck gelangt, wie in früheren Gelegenheit auch die Frage der Saisonwanderungen zur Ver- und an erregten Debatten wahrscheinlich auch nicht; aber Beiten, so ist das nicht zum wenigsten ein Erfolg handlung gelangt. trotzdem hoffen wir zuversichtlich und der Verlauf der bisder internationalen Arbeiterparlamente. Auch der auf der Tagesordnung des Stuttgarter Ron- herigen internationalen Arbeiterkongresse bietet dafür eine Sie erst haben dem Wort unseres großen Altmeisters: gresses stehende 5. Punkt, das Frauenwahlrecht, ist Proletarier aller Länder bereinigt Euch" bom Amsterdamer Rongreß übernommen. Er sollte noch am einen festen Widerhall in den Herzen der kämpfenden inter- legten Verhandlungstage in Amsterdam zur Beratung genationalen Arbeiterkolonnen gegeben. langen; da die Debatte über die internationalen Regeln der Der Kongreß in Stuttgart ist seiner Tagung nach be- sozialistischen Taktik jedoch zu viel Zeit in Anspruch genommen rufen, ein weiteres Stück Arbeit in dieser Richtung zu leisten. hatte, gelangte er nicht mehr zur Beratung. Der Referent Er hat neben der Erörterung einiger neuer Punkte, wie z. B. fah sich gezwungen, auf das Wort zu verzichten, und der Konder Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaft, vornehm- greß begnügte sich durch die Umstände gezwungen- dalich die Aufgabe, die Diskussion einiger der wichtigsten mit, folgende von den deutschen Genoffinnen eingebrachte Fragen des internationalen Proletariats wieder aufzunehmen, Resolution anzunehmen:" Bei den Kämpfen, welche das nicht nur Sachsens, sondern auch unseren ostelbischen Junkern wahre die bereits auf dem letzten internationalen Parteitag in Proletariat für die Eroberung des allgemeinen, gleichen, ge- Tobsuchtsanfälle zugezogen. ба fast fichere Gewähr- daß auch in Stuttgart die internationale Arbeiterbewegung ihre innere Einheitlichkeit befundet und dem Nationalitätenhader der fapitalistischen Schichten die proletarische Völkerverbrüderung gegenüberstellt. Ein agrarischer Cobfuchtsanfall. Der sächsische Wahlreformentwurf der Regierung hat den Agrariern Amsterdam beraten worden sind, deren Erörterung dort aber heimen und direkten Wahlrechts in Staat und Gemeinde Die fächsische Wahlreform selbst haben wir bereits charakte nicht zu Ende geführt werden konnte. Schon dort wurde über führt, müssen die sozialistischen Parteien das Frauenwahlrecht riftert. Sie ist eine armselige liderei, die zwar der Sozialdemodie Kolonialpolitik verhandelt und nach einem Referat in den gefeßgebenden Körperschaften beantragen, in der fratie etliche Mandate einräumt, die besiglose Maffe der Bevölkerung des holländischen Genossen van Kol eine von einer Kommiffion Agitation grundsätzlich festhalten und mit allem Nachdruck aber nach wie vor zu dauernder Einflußlosigkeit bervorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen, in der es vertreten." dammt. Infolge des Pluralwahlsystems und der Wahl der Hälfte als Pflicht der sozialistischen Parteien und ihrer Parlaments- Der erwähnten Brüsseler Konferenz zur Feststellung der der Abgeordneten durch die von der befizenden Klasse beherrschten fraktionen bezeichnet wurde, sich rüdsichtslos Tagesordnung für die Stuttaarter Berhandlungen hatte die Stommunalverbände liegen die Dinge so, daß auch unter dem neuen Kahlrccht fcte Cozialdemo!vati« mit ihren— wie die Regierung an- nimmt— 43 Prozent der Oicsamtwahlberechtigten höchstens 15 don den 82 Ahgeordnetcn entsenden könnte, während ihr bei einem all- gemeinen und gleichen Wohlrecht deren 37 gebührten. Und wenn alle Wähler mit weniger«Is ILM Mark Einkommen, d.h. 76 Prozent der Gcsamtwählerschaft. s»zioI demokratisch wählen würden, so würde die Sozialdemokratie höchsten? 25 Mandate erobern können, also inimer noch einer stai'kcil Awcidrittelmnjoritöt gegenüberstehen, die von nur rund 130 000 WaHlenr mit inchr als 1600 Mark Einkommen gewählt würde! Man sieht, auch das neue Wahlrecht will die Rechtlosigkeit der grasten Masse ticrewigen, die Klassenherrschaft eine? knappen Birrtrls der Wähler absolut sichern, lind doch wettern die Agrarkonservatioen gegen diese armselige„Reform", als ob es ihnen an Kopf und Kragen gimje. Das hat seine Ursache darin, dast sie daS neue Wahlsystem zugunsten der Nationalliberalcn und Liberalen etwas benachteiligt Deshalb der Aufruhr im Junkcrlager l Die sächsische Regierung selbst sieht sich genötigt, gegen die frechen Anmastungen der ugrarkonservativen„Nebenregierung" zu Felde zn ziehen. Sie entsandte in eine konservative Dresdener Per« sanunlung einen NcgierungSi ertreter, den LegationSrat v. N o st i h- W a l l w i tz, der an die„wahrhaft" Konservativen gegenüber den Ngrarkonservativen appellierte: „Er ivoll« gern glaulvn, daß alle der ehrlichen Ucberzengung gewesen seien, mit ihrer ltlethode und Taktik daS Beste des Vater- landcs zu wollen; es Häven sich aber im Laufe der letzten Jahre auf den Gang der staatsuicrniischen Geschäfte Einflüsse geltend gemacht, die zwar an sich nicht rechtswidrig waren, die sich aber nicht geltend niachen dürfen, weil ihnen kein Rechtstitel zustand. vor der Ocfseutlichkcit die Berantwortimg für ihr Tun zu übernehmen. WaS diese Ncbcnrcgirnuig gerade unter den vielen Besten deS Volkes au Groll und Bitterkeit gezeitigt habe, vom h r' h e n und h ö ch st e n W ü r d e r t r ä g e r an bis zun, schlichtesten Bür ger, wie sehr sie daS V, rtrauen in den konservativen Gedanken erschüttert»nd wie viele der konservativen Partei entfremdet habe, da? sei allgemein bekannt. Die konservative Partei werde an innere.' Kraft in demselben 31 faste gewinnen, als sie sich ihres k ii n st I. i ch e n und ungerechten Urberge wichtS frei- w i l l i st begebe." Die Konzessionen an die nichtbesitzende Klasse bezeichnete der Regierungsvertreter als einen Akt der Klugheit. Es sei töricht. die Massen unnötig zu verbittern. Die Regierung öffne die Tür des Landtages fitc die Vertreter deS Proletariats nur so weit. „als es die st aatsmäu nische Vorsicht gestgtte" Eine Mehrheit, die sich«icht getraue, mit 15 oder 20 Sozialdemollrateu fertig zu werden, könne ihm leid tun. Gegen diese wahrhastig cur reaktionärer Unverblümtheit nichts zu wünschen übrig lassenden offiziösen Darlegungen donnert nun die„Deutsche TageS-Zeitung": „Herr von Rostitz-Wallwizz wünscht, dast man dem„ V e r» treter d e S Proletari ats" die Tür nicht nur des Land- tage?, sondern auch seiner Kommissionen so weit öffne, als eS die staatsmännische Lorsicht mrr gestatte. Unsere Auffassung von dem Wesen der Sozialdemokratie weicht von der deö Herrn LegationS- rateS so weit ab. dast wir unS nicht verständigen können. Für unS ist die Sozialdemokratie weder die Ver- treter in der Arbeiter, noch des Proletariats, sondern nur die d e ö U m st u r z e S, d e r R e v o l u t i o n. Das ist seit dem Jenaer Parteitage offenkundig geworden. Die Sozial- dcmokratie ist zimestandener, misten ant, monarchisch. In der Vertretung eines nioncirchischen Staates sollte sie weder Sitz noch Stimme haben. Wer ihr als Vertreterin des Proletariats die Türe zum Landtag bewußt öffnet, der gefährdet die monarchische Grundlage und damit den Bestand deS Staates. Diese Auffassung mag dem neuen staatSmännischen»Jugendstile" nicht entsprechen; sie wird aber von allen klaren Köpfen geteilt. Der von modernen Regungen nicht angekränkelte Bürger und Bauer kann eZ nicht verstehen. daß eine Parter gleichberechtigt sein soll, die zugestandenermaßen das König- tum, die feste und unverrückbare Grundlage der Verfassung, beseitigen will. Aber, wie gesagt, wir glauben uns in diesem Punkte mit den, Herrn Legationsrate nicht verständigen zu können." Es ist gar zu köstlich, wie daS raff- und herrschgierige Junker- tum sich zun, Hüter der Monarchie aufwirft, während sein Ingrimm doch nur wegen der Bedrohung der von der sächsischen Monarchie selbst schmerzlich empfundenen junkerliche» Ncbenregicrung entbrannt ist! Das preußische Junkertum sagt sich freilich auch beim sächsischen Wahlrechtshandel: Dua ras»Kiturl Deine eigene Sache steht auf dem Spiele l Denn wenn in Sachsen das Industrie- und Börsenkapital auf Kosten des AgrarkonservatiSmuS eine stärkere parlamentarische Vertretung erlangt, so muß daS natürlich auch den Appetit dieser Kreise in Preußen anregen. Unsere oft- elbischen Junker betrachten die Wahlreform in Sachsen als ein vor- gefecht zu den preußischen WahlrechtSkämpfen. Daher ihr Berserker- zorn! Daher ihr Sichverkricchcn hinter die Monarchie, ihre wüste Sozialistenhetze. Von der Erbitterung des Junkertums zeugt auch folgende kürz- ßiche Auslassung der. K r eu z- Z t g.": „Die Gegensätze, die von jeher zwischen Preußen und den übrigen deutschen Staaten bestanden haben, sind in den letzten Jahren von neuem mit bemerkenswerter Schärfe hervorgetreten. Die Gründe dieser Erscheinung liegen wohl der Hauptsache nach in der Umgestaltung, die das LandtagSwahlrecht in einzelnen dieser Staaten, namentlich in Süddentschland erfahren haben, in dem an diese Maßrcaeln geknüpften Wunsche, daß ähnliche Acnderunge» auch in Preußen vorgenommen werden, und in der ablehnenden Haltung, welche die preußische Regiernng im Einverständnis mit der Mehrheit deS Landtages bisher diesem Wunsche gegenüber ein- genommci, hat.... Die süddeutschen Staaten gelten, iveil sie ihr Wahlrecht dem Reichstags- Wahlrecht angepaßt haben, vielfach alsTräger deS politischen Fortschritts, Preußen dagegen, weil es an seinem Klassen Wahlrecht festhält, als Hort der finsteren Reaktion. Die Kreise, die sich zu einer solchen Beleidigung(der preußischen Junker) hinreißen lassen, mögen bedenken, daß sie diesem Teile der Bevölkerung, der doch auch an dem Wieder- erstehen des neuen Deutschen Reiches, im blutigen Kampfe mit- gewirkt hat. die Freude an dieser Errungenschaft in empfindlicher Weise zu beeinträchtigen drohen. In der Tat hören wir in den Reihen der guten Preußen jetzt manchmal d i e F r a g e a n f w e r f e n. ob für unS wirklich die Gründung des Reiches ei» Segen gewesen ist." Man sieht, die Junker pfeifen auf alle„nationale Größe", auf die ganze Reichseinheit, sobald sie— nicht etwa mit der n i ch t b e s i tz e n d e n Klasse I— nein, selbst nur mit der besitzenden Bourgeoisie ihre Herrschaft teilen sollen I_ vom fndnttrle'Fmperlalismus. . Wie erinnerlich, nahm seinerzeit der Generaldirektor Kirdorf, einer der ungekrönten Könige des Ruhrgebiets, für die Unternehwer das Recht in Anspruch, die Frei- süaigkeit der Arbeiter nach Belieben ein- lzuschränken. Daß nach diesem Rezept im Ruhrgebiet schon seit etwa 20 Jahren gehandelt ist, wurde bekannt ge- legentlich eines Prozesses, den unser Duisburger Arbeiter- sekretariat für einen gematzregeltcn Maschinisten K. gegen die A.°G. Hütte„Phönix" in R u h r o r t- L a a r(siehe„Vor- wärts" Nr. 201. Jahrgang 1906) führte, und dessen Nach- spiel soeben vor dem Schöffengericht in Ruhrort abgewickelt wurde. Um sich die schrankenlose Herrschaft über ihre Arbeits- sklaven zu sichern, haben sich im groszindustriellen Kreise Duisburg eine Anzahl Hütten- und Eisenwerken zu einer planmäßigen Verletzung der Bestimmungen des 8 153 der Gewerbeordnung und des 8 820 des Bürgerlichen Gesetzbuches, nämlich zur systematischen Verrufserklärung mißliebiger Arbeiter, vertragsmäßig verpflichtet. Und obwohl in dem erwähnten Prozesse durch rechtskräftiges Urteil des Land- gerichts Duisburg die organisierte Gesctzcsvcrletzung der für die Koalition in Betracht kommenden 17 Etablissements als „gegen die guten Sitten verstoßend" gekennzeichnet worden ist und die Hütte„P h ö n i x"— nebenbei bemerkt die Führerin in dem die Gesetze mißachtenden Vorgehen— zu einer Entschädigung von 110 M. an den gehetzten Arbeiter verurteilt wurde, ist dennoch die dreiste Verhöhnung der gesetzlichen Bestimmungen d i e s e l b e g e b l i e b e n, das vom Gericht als gegen die guten Sitten verstoßende Verhalten der koalierten Werke nicht geändert. Weshalb sollten die Herren von Kapitals Gnaden auch nicht? Wird eine zünftige Ein- brecherbaitde ihr Stehlen lassen, wenn ein einzelnes Mitglied gelegentlich erwischt wird? Nimmermehr; zumal nicht, wenn die Bande auf dessen Verschwiegenheit rechnen kann. Im vorstehenden Falle handelt es sich zwar nun nicht um eine Einbrechcrbande wohl aber um eine illustre Gesellschaft, die sich gleichfalls gegen gesetzliche Vorschriften, nämlich gegen 8 826 des B G.-B. und 8 153 der G.-O., verbunden hat. Und daß der Erwischte auch hierbei nicht nur zu schweigen verstand, sondern noch mehr, das lehrt das bereits an- gedeutete Nachspiel vor dem Schöffengericht in Ruhrort. Der Oberingcnieur Rhein von der Scharfmacherhütte „Phönix", der in jenem Prozeß als Zeuge jener Hütte fungierte, hatte vor dem Gewerbegericht in Duisburg unter Eid bekundet, daß eine solche Vereinbarung, wie sie von unseren Genossen behauptet wurde, nämlich:„daß die von einem der koalierten Werke entlassenen Arbeiter gekennzeichnet würden und ohne Ueberweisungsschein auf anderen Werken keine Arbeit erhielten"—. seines Wissens nicht bc- stände. Und dabei muhte sich der Herr Oberingcnieur nach- weisen lassen, daß er persönlich selb st solche Ueberweisu ngen ausgestellt hat! Freilich will er das nur als eine„persönliche Empfehlung" angesehen wissen. Merkwürdig jedoch, daß ohne eine solche„persönliche Empfehlung" ein entlassener Arbeiter auf den koalierten Werken keine Arbeit bekommt. Wenn schon die in der groß- industriellen Sphäre amtierenden Gerichte an der Richtigkeit der zcugeneidlich abgegebenen Erklärungen des Herrn Ober- Ingenieurs ihre Zweifel äußern, so läßt das einen Schluß zu auf die Ungeniertheit, mit der versucht wird, die Maßnahmen der Jndustriekönige gegen die Gesetze zu decken. Der Maschinist Kö. und der Schuhmacher Ko. hatten nun aber nicht bloß ihre Schlußfolgerungen aus den Gerichtsverhandlungen gezogen/ sondern ganz ungeschminkt in öffentlicher Ver- sainmlung behauptet, der Oberingenieur Rhein habe einen Meineid geschworcnl �Die Beleidigungsklage war die notwendige Folge. Beide revozierten nun nicht etwa, sondern traten den Beweis der Wahrheit an. Und der Erfolg der Klage?— Beide Uebel- täter erhielten je 2 0 M. G e l d st r a f e wegen formaler Beleidigung,„weil sie den schweren Vorwurf des Meineides gegen den Oberingenieur in öffentlicher Versamm- l u n g erhoben und daraus die Absicht zn beleidigen hervor- gehe"! Im übrigen aber lägen sachlich die Dinge so, daß „tatsächlich der Oberingenieur Rhein vor' Gericht nicht die volle Wahrheit gesagt habe, daß somit der Wahrheitsbeweis von den Angetlagten als erbracht angesehen werden müsse und diese nur eine Strafe wegen formaler Beleidigung treffen könne" usw. Also gerichtliche Feststellung eines regel- rechten Falsch eidesl Zweierlei tritt in dem Prozesse besonders hervor: einmal die ungeheure'Dreistigkeit, mit der von den Vertretern der interessierten Werke zuerst s e l b st unter Eid das seit 20 Jahren(!) bestehende System der Kennzeichnung entlassener Arbeiter a b- zuleugnen versucht wird, dann aber, nachdem die Sache doch aufgedeckt wird, aus dem Gefühle des„M i r- k a n n» K e i n e r"-Standpunktes heraus das überlegene Ein- geständnis, daß das Ueberweisungssystem mit Bescheinigung seit langer Zeit bestanden habe und noch besteht! Zur Bekräftigung des letzteren be- kündete dann noch ein Obersteiger, daß er gegen seinen Willen noch in den letzten Wochen den Arbeiter K., einen fleißigen und brauchbaren Menschen, auf Ver- au lassung desselben Oberingenieurs Rhein habe entlassen müssen! Nebenbei bemerkt: Der Herr Oberingenieur befindet sich natürlich inimer noch aus freiem Fuße. Der Amtsanwalt des Nuhrorter Schöffengerichts hatte gegen die beiden„Beleidiger" je 14 Tage Gefängnis beantragt. Die Klage war „im ö f f e n t l i ch e n I n t e r e s s e" erhoben. Die Oeffent- lichkeit hat in der Tat alles Interesse daran, diese kapitalistische Organisation zur Verletzung der Gesetze sowie die Bestrebungen kennen zu lernen, diejenigen ins Gefängnis zu werfen, die es wagen, die Taten der Gesetzesverletzer bloß- zustellen I Eine nette„Rcchts"ordnung— die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung! von CocWpitzcIn niedergchctzt. Die bürgerliche Presse schreibt polizeioffiziös: „Als Folge des gestrige» AnarchistenprozesieS ist in einer noch am Freitagabend tagenden Versammlung die Auslösung d e r r u s s i s ch e n S a l t y k o Iv- L e s e h a l l e in der Artilleriestraße beschlossen worden. Es fand sich unter den wenigen Erschienenen niemand, der den Vorsitz übernehmen wollte, nachdem der Prozeß die stets von den Russen bestrittene politische Tätigleit der Lese- hallcnmitglieder klargelegt hatte. Auch der Literarisch- wissenschaftliche Verein russischer Streuten hat sich aufgelöst; dieser Verein veranstaltete bis vor etwa zwei Jahren unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Vorträge große von Russen stark besuchte Versammlungen, in denen offene Propaganda für die terroristische Bewegung gemacht wurde, bis die politische Polizei diesen Veranstaltungen ein schnelles Ende bereitete. Auch die Tage der Tschechow-Lesehalle in Charlottenburg dürften gezählt sein, da auch hier kein Mitglied mehr als Vorstand gelten will." Wie das„Berliner Tageblatt' weiter meldet, hat die Berliner Polizei bei dem Rektor der hiesigen Universität beantragt, den Studenten den Zutritt zu den Lesehallen zu verbieten. Keine Zeitung knüpft daran ein Wort der Kritik. Nicht einmal das.Berliner Tageblatt", dessen Redaltion doch über den wahren Sachverhalt gut genug unterrichtet sein dürfte. Die„siberake „B. Z. am Mittag", dieses widerliche Sensationsorgan. daS seit einigen Jahren hier in Berlin sein Wesen treibt, wählte gar eine Form deö Berichts, anö der kaum verhohlene Schadenfreude spricht. Und die Sippe der„Täglichen Rundschau" jubiliert in begeisterter Erinnerung an einen der schmählichsten Tage deS deutschen Reichstages, überschäumend in PeterS-Moral: Silberfarb und Mandel- stamm! All das Gelichter weiß so gut wie seine polizeilichen Emblaser, daß die Lesehallen nichts mit Politik, noch weniger mit TerroriZmus zu tun haben; daß jenes„Protokoll", von dem das„Tageblatt" munter redet, nie existiert hat, daß auch der„Literarisch-wissenschaft- liche Berein" jeder terroristischen Neigung sicher weit ferner gestanden hat als die Berliner Polizei. Tut nichts 1 ES gilt das unbequeme Freiwild zu Tode zu Hetzen.„Schnorrer und Verschwörer I" Der Geist der Pogromisten geht in Deutschland um und hat hier auch das jüdische Philister-Bürgertum vollends besessen. Freilich: die Wahrheit läßt sich nicht zu Tode Hetzen. Das deutsche Proletariat wird sich der Verfolgten nur mit um so größcrem Eifer annehmen, so ingrimmiger die Junker der Reaktion über sie herfallen. Die Feinde der.Schnorrer und Verschwörer" sind auch seine Feinde. Ein grandioses S p i tz e l w e r k ist es offenbar, das hier geleistet worden ist. Das ist leicht zu beweisen. Karfunkelstein ist ein junger Bursche, ein politischer HanSwnrst bestenfalls. Er nimmt an der Gründung einer„russischen Föderation revolutionärer Anarchisten' teil. Mit ihm ein anderer unreifer Junge, ein Student RarnenS Tiesch. Daß hinter ihnen eine größere Zahl von Personen gestanden hätte, ist ausgeschlossen. Die ganze Föderation ein kindischer Plan; natürlich ein Plan, der, wenn er auch nur ernst gemeint war, möglichst geheim hätte gehalten werden müssen. Statt dessen publiziert ihn der selbige Kar- funkelstcin sofort im„Freien Arbeiter", er gibt daS Statut der Oeffentlichkeit preis und, um die Polizei ja recht energisch mit der Nase auf den— für Rußland— terroristischen Charakter der lächerlichen„Föderation" zu stoßen, gibt er den PassuS des Statuts, der den„Transport von Waffen und Explosivstoffen' zur Ausgabe der„Geschäftsstelle" macht, in der Zeitung punktiert wieder; und damit der Blinde die Absicht merkt, setzt er zur Motivierung der Punktierung in Klammern hinzu(Konspiratives), d. h.(Geheimes, Verschwörerisches). In Ilaren Worten wird weiter verraten, daß der sogenannten„Föderation" auch deutsche Anarchisten angehören. Und Karfunkelstcin, der ein der Polizei bekannterer Berliner Anarchist ist, hebt das Manuskript des Siatuts sorgfältig auf, bis eS der Polizei in die Hände gefallen ist! Wir halten Karfuulelftein bisher noch für keinen Spitzel; daß er aber geradezu verbrecherisch leichtfertig und provokatorisch ge- handelt hat, wäscht kein Regen des Himmels von ihm ab. Er fft das Werkzeug von Lockspitzeln gewesen. Die Gründung der„Föderation", die Publikation des Statuts ist Lockspitzelwerk. Und der Zweck dieses Werks ist klar: nicht um den größenwahnsinnigen Hanswurst dazu handelt eS sich. Es handelte sich um eine bequeme Handhabe zur Vernichtung der Lesehallen, zur Hätz auf diejenigen hier lebenden Russen, die man auf Befehl der russischen Regierung loswerden wollte. Zahlreiche Existenzen brutal vernichtet, die Lesehallen, die Speiseanstalten, Unternehmungen der Wohlfahrt zerstört, der russische Studenten- verein aufgelöst: DaS ist daS Werk der Karfunkelftein und Genossen und ihrer Hintermännerl DaS ist daS Wert deutsch-russischer Ageüis provocateurs!_______ poUtifche Oeberlicbt Berlin, den 13. Juli 1907. Das Zentrum«nd die Jndex-Adresse. Der Zentrumspresse zeigt sich in ihrer Verlegenheit, wie sie sich gegenüber den scharfen Angriffen der Vatikanpresse auf deutsche Zentrumsführer und Bischöfe verhalten soll, ein Ausweg. Eine der bekannten„wohlunterrichteten Seiten" des„Wests. Merkur" hat nämlich entdeckt, daß sich schon vor Jahresfrist die.hochwürdigsten" Bischöfe Preußens mit Vorstellungen über den Index und der Bitte um ähnliche Vollmachten wie sie der englische Episkopat besitzt, an den sog. heiligen Stuhl gewandt haben, und daß der Papst bereits unter dem 27. November 1006 jene Bitte der Bischöfe„huldvoll" gewährt hat: eine Tatsache, die nur bisher die preußischen Bischöfe— man weiß nicht recht, aus welchen Gründen— nicht bekanntgegeben hätten. Da nun in der geplanten Index- Adresse der Herren Schwering, Schmedding, Hellrath, ten Hompcl usw. zum Schluß auch die Gleichstellung der Katholiken Deutschlands mit den Katholiken Englands in der Jndexfrage erbitten, so folgert daraus schlauer- weise die ZentrumSpresse, daß eigentlich diese Adresse infolge der Zuvorkommenheit und der Weitsichtigkeit(deS Papstes schon gegenstandslos gewesen sei, als sie niedergeschrieben wurde. Sie habe deshalb gar keinen Zweck>n ehr gehabt und der ganze wütende Ausfall der Vatikanpresse wie der Lärm, den er in der Presse hervorgerufen habe, sei nur ein„Lärm um nichts". Schließlich er- halten dann noch die Verfasier der Adresse einen gelinden Tadel. weil sie nicht, bevor sie es wagten,„in tiefster Ehrerbietung" den Papst zn bitten, vertrauensvoll mit den deutschen geistlichen„Ober- Hirten" Fühlung genommen und sie um ihren Rat gebeten haben. So schreibt z. B. die„Germania": „Man mag nach Lage der Dinge geneigt sein, den„Organi- satoren" der Bittschrift um Abänderung der Jndexbestimmnngen neben dem allgemeinen Vorwurf einer übermäßigen, aber wie de» Bertrauenöbruch gezeigt hat, auch überflüssigen»nd unwirksamen Geheimtuerei, mich den besonderen Vorwurf»icht zu ersparen, daß sie nicht wenigstens in vertrauensvoller Weise mit den zuständigen geistlichen Obcrbehörden Fühlung genommen haben, um dieselben von ihrem geplanten Vorgehen zn unterrichten. Das Außeracht- lassen einer solchen vertraulichen Fühlungnahme hat sich in diesem Falle unleugbar als ein Fehler erwiesen, selbst- wenn die Leiter dieser Jndexbewegung dabei von der wohlgemeinten Absicht auS- gegangen find, im Falle eines Mißerfolges ihrer Bittschrift in Rom die Geistlichkeit und den Episkopat nicht in eine Art Mitleidenschaft zu ziehen." Ein echt jesuitischer Kniff! Enthielte die Jndexadresse wirklich nichts, als was der Papst in der Hauptsache den preußischen Bischöfen schon gewährt hatte, so wäre absolut nicht zu verstehen, weshalb die Batikanclique zu so schweren Angriffen und Verdächtigungen gegriffen hat; denn über Bitten, die längst zuge« standen und erledigt sind, regt sich niemand auf— falls er nicht etwa an religiöser Verrücktheit leidet. Wen» also die würdigen Spitzen der Kirche in Rom sich so mordsmäßig entrüsten, muß die Adresse noch andere Wünsche enthalten, und tatsächlich bildet denn auch die Bitte um Gleichstellung der deutschen mit den englischen Katholiken nur einen ganz neben- sächlichen Bestandteil der geplanten Bittschrift. Sie ist nur daS letzte Schwänze! einer langen Litanei, die, wenn wir sie im „Vorwärts" abdrucken wollten, ungefähr 1'/, Seiten füllen würde. Und diese anderen Wünsche, nicht die angeblich bereits vom Papst gewährte, ganz nebensächliche Bitte, sind es denn auch, die den Zorn des Vatikan heraufbeschworen haben. DaS hat noch gestern die„Germania" selbst zugestanden, denn sie brachte einen Bericht ihres römischen Korrespondenten, der nach dessen eigener Angabe ans Grund eines Gesprächs mit der„als genauesten Kenner rönri scher wie deutscher Verhältnisse wohl» bekannten gei st liche n Persönlichkeit' niedergeschrieben worden ist. und in diesem Bericht heißt eS: „Die in Frage stehende geplante Bittschrift an PinS X. mußte sich a phoh auf eine ungünstige Aufnahme gefaßt machen " ... Kurzfichtigkeit. Auch ein Stellvertreter Gottes. laffene Verfügung des Bezirkspräsidenten von Lothringen, in der bestimmt wird, daß Protestanten und Kaholiken in solchen Orten in einer Reihe zu bestatten sind, wo die Trennung eines fatholischen und protestantischen Friedhofes wegen der Minderzahl der Ange hörigen dieser oder jener Konfession nicht behördlich genehmigt wurde. Gegen diese selbstverständliche Verfügung hat das bischöfliche Sekretariat des Bischofs Benzler in Mezz Beschwerde beim Statthalter eingelegt. Der Vorgang zeigt wieder, wie notwendig es ist, die Fried. höfejedem Einfluß der Kirche zu entziehen.Berichtigung. In die Notiz:„ Eine Kommission zum Studium Nummer( Hauptblatt, unter der Rubrik" Politische Uebersicht") des Eingeborenenrechte der deutschen Schutzgebiete" der gestrigen hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Der Vorsitzende der Kommission heißt nicht Köhler, sondern Kohler. Schweiz. Frankreich. Die Debatte über die Einkommenftener. und hat, wie es fich heute zeigt, eine folche auch im allgemeinen| Fistus in einem Vertragsverhältnis ftehen, noch mehr zu gefunden. Die ganze Sache ist äußerst heitler Natur, und nur verurteilen. Die Beamten find des Staates, der Staat nicht der ungern geht man an eine öffentliche Be- Beamten halber da. Freiheit der politischen Meinung und Beurteilung derselben heran. Dennoch halte ich es nicht tätigung ist eine Forderung, die der Staat aufstellt. Beamte, die für unangebracht, einige Gedanken und Tatsachen zusammenzu- dieser Freiheit entgegentreten und so ihr Amt gebrauchen, um gegen Stellen. eine der Grundlagen der bestehenden und jeder vernünftigen StaatsWenn wir diese Bittschrift näher untersuchen, so finden wir ordnung sich zu vergehen, dürfen keinen Anspruch darauf haben, gar barin allerdings Bitten gestellt, die schwer gewährt noch von den Bürgern erhalten zu werden, deren Nechte fie aufs werden können. Die erste Bitte ist etwas unflar gehalten, scheint tiefste verlegen. jedoch allgemeiner Natur zu sein und auf Abschaffung der Einrichtung des Inder überhaupt abzuzielen. Im einzelnen wird gebeten, die rückwirkende Kraft der Indererklärungen aufzuheben. Dies wird sehr schwer sein, denn die Kirche ist ja immer die Vizefeldwebel Karl Schneider vom 2. Infanterieregiment vor Wegen unglaublicher Roheiten gegen seine Braut hatte sich der Süterin und Schüterin der Wahrheit und hat die Pflicht, als dem Me it n chener Kriegsgericht zu verantworten. Die Brutalifolche einzuschreiten und das ganze Gewicht ihrer Autorität gegen täten, die Schneider gegen seine Braut verübte, sind so grausamer den Irrtum, welcher sich sonst leicht für Wahrheit ausgibt, zur und zhnischer Natur, wie man sie von dem verkommensten Menschen Geltung zu bringen. Unangebracht erscheint ferner die Bitte, taum erivarten kann, wieviel weniger noch von einem Unteroffizier, alles aus den Juderdekreten wegzulassen, was dem deutschen dem soundsoviel Soldaten unterstehen. Schneider hatte im Jahre Nationalbewußtsein widerstrebe Man wünscht nämlich 3. B. 1903 mit der Inhaberin eines Delitateffengeschäftes Marie Starl Sürich, 18. Juli.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die eine Verurteilung durch den Inder nur nach vorheriger ein Verhältnis angeknüpft, dem im Laufe der Zeit zwei Kinder tonstituierende Sibung des Großen Stadtrates, des Parlamentes Anhörung des Angeklagten, das Aufhören der Geheimentsprossen. Im Jahre 1905 verlobte er sich mit der Karl. Von haltung der Beweggründe der Verurteilung, manchmal fogar nun an hatte aber diese ein trübes Dasein. Schneider führte ein bon Zürich, hat Genoffen Robert Seidel zum Präsidenten bem Verurteilten felbft gegenüber, sowie der Verpflichtung zum ausschweifendes Leben und knüpfte überall Liebesverhältnisse an, gewählt. Die bürgerlichen Parteien überließen der starken sozialSchweigen, welche dem Berurteilten auferlegt wird, ohne die auch mit verheirateten Frauen, ba er seiner bisherigen Braut über- demokratischen Partei keinen Sekretär, wogegen der Vorsitzende gleiche Verpflichtung feinen Gegnern aufzuerlegen. So billig nun brüffig geworden war. In zynischer Weise gab er dem verzweifeln der sozialdemokratischen Fraktion Protest erhob, was eine erregte biefe letzten Punkte auf den ersten Blick erscheinen, so wird doch den Mädchen von seinem Treiben Kenntnis und zwang es sogar, Szene veranlaßte. Die übrigen Wahlen vollzogen sich in Ruhe. ihre praktische Durchführung nicht ohne Schwierigkeit und ohne Gefahr, fei es für die 23 ahrheit, fei es für die mit seinen neuen Geliebten zusammenzukommen und zu verkehren. Autorität, fein. Wenn dann ferner die Fakultät einer Ver- Dazu schlug er sie in roher unmenschlicher Weise, um damit teidigung in Wort und Schrift erbeten wird und zwar vor der seinen anderen Verhältnissen eine Freude anzutun und sich selbst Segung auf den Inder, fo fann dies manchmal den Erfolg haben, im Vollbesitz aller Macht zu zeigen. Vor Gericht wurden durch Paris, 12. Juli.( Eig. Ber.) Die Verhandlung über die Eins welchen sich die Bittsteller versprechen, nämlich die Geister aufzu- Beugen haar st räubende Szenen geschildert. Die ehemalige flären und zu beruhigen; manchmal aber auch zur Folge haben, Braut des Wüstlings saß dabei zusammengebrochen in einem Lehn- fommensteuer, die so schläfrig eingesetzt hatte, hat durch zwei Reden daß der sich im Irrtum Befindende fich auf seine Sache verstuhl, troß ihrer jungen Jahre schon ein zugrunde gerichtetes Weib. einen großzügigen Charakter erhalten. Am Mittwoch verteidigte der beißt und sich nur die schließliche Unterwerfung erschwert." An einem Oktobersonntag des vergangenen Jahres tam Schneider Finanzminister Caillaug in glücklicher Weise seinen Entwurf, in die Wohnung seiner Braut, die ihn bat, doch mit ihr spazieren gestern setzte sich Jaurès mit dem Aufgebot seiner ganzen Bered Gestern war also die Index- Adresse äußerst heitler Natur au gehen. Mit zynischem Lachen lehnte Schneider das ab, da er famkeit für die Reform ein. Caillaug hatte sein Werk besonders und enthielt Bitten, die nicht gewährt werden können; heute dagegen bereits zwei verheirateten Frauen versprochen hätte, heut mit ihnen gegen die Minierer auf der Linken, die Clique Sarriens zu beliebt es der„ Germania", die Sache so hinzustellen, als seien die zusammen zu sein. Das Mädchen beschwor ihn, doch nicht zu ben verteidigen und nicht minder gegen die von der kapitalistischen bom" Temps" bis zum Bitten der Adresse längst in der Haupfache gewährt und als handele Frauen zu gehen und wollte ihn in der Wohnung zurüdhalten. Da Tagespresse aller Kulturgrade betriebene Demagogie. Er tat es mit Energie und es fich lediglich um leeren Lärm. Damit soll die Feigheit, welche faßte ihn die Wut; er padte das Weib an den Haaren, riß sie Matin" betriebene Demagogie. die Zentrumspreffe in der Angelegenheit bewiesen hat, berbedt in der Stube hin und her und schleuderte es end- Selarheit und mit reblichem Fachwissen. Jaurès legte besonderen werden! Db's gelingt? lich mit einem Fußtritt in eine Bimmerede, wo es Nachdruck auf den Beweis, daß die Einkommensteuer allen bewußtlos liegen blieb. Ein paar Wochen darauf besuchte arbeitenden Boltselementen, nicht nur den Kleinbauern zugute die Karl ihren Bräutigam in der Kaserne. Der liebenswürdige fommen werde. Seine vergleichenden Ausführungen über die wirtFrankreich wohl Die Nordd. Allgem. 8tg." beschäftigt sich wieder Herr empfing sie mit den Worten: Das ist ja schön, heut kommt schaftliche Gliederung Frankreichs und Englands berichtigten manche auch mein anderer Schab. Tatsächlich trat auch seine neue Geliebte hergebrachte Meinung, namentlich die, daß einmal spaltenlang mit der revolutionären Ge- bald darauf zur Türe ein. Um dieser nun zu zeigen, wie er mit ein Land der mittleren Eigentümer ſet, aber weniger großfahr, die von der Sozialdemokratie drohe. Habe doch der Karl umzugehen pflegte, pad te er diese am Halse; Rebe hob Jaurès hervor, daß nicht ein einziger Sozialist die Einfapitalistischen Charakter zeige. Rosa Luxemburg auch für Deutschland eine Periode würgte sie, bis ihr die Luft ausging und warf Rebe hob Jaurès hervor, daß nicht ein einziger Sozialiſt die Einstürmischer politischer Kämpfe prophezeit, wie sie sich jetzt in fie fchließlich mit einem Stoß aufs Bett, wo fie fommensteuer für ein Mittel zur Umgestaltung der Gesellschaft halte. Rußland abspielten. Wie revolutionär in der Zat die deutsche a chzend liegen blieb. Im Februar d. J. teilte die Karl Doch habe dieses Steuersystem einen wirklichen Wert, da es einige Sozialdemokratie und ihr gewerkschaftlicher Anhang set, be- ihrem Bräutigam mit, daß sie sich zum dritten Male als Mutter der Ungleichheiten und Leiden der bestehenden Ordnung lindern tönne. Mit dieser Erflärung hat Jaurès der Politik der bürgerwiesen die bedeutenden Unterstügungen der russischen Re- fühlte. Dieser Umstand konnte den Schneider aber nicht milder lichen Bresse, die gegen ihn die von einigen Parteigenoßen ge ftimmen. Er schlug auch jezt noch in rohester Weise volutionäre. Auch habe man ja gegebenenfalls den Wassen auf das Mädchen ein. Bon der Schwester der Starl, einem äußerten abweichenden anschauungen über die Einkommensteuer ausstreit angedroht. Um speziell dieser Gefahr zu begegnen, 16jährigen Lehrmädchen hat er 60 M. geborgt, das ganze ersparte spielte, die Spitze abbrechen wollen. dürfe man den Eisenbahnarbeitern unter feinen Um- Gelb des jungen Mädchens. Als nun seine Braut für das Lehrständen das Koalitionsrecht gewähren. Das badische mädchen im März 2 M. zurücverlangte, warf er ihr die 2 M. Staatsministerium habe denn auch durchaus im ins Gesicht und teilte ihr zugleich mit, daß er die Osterfeiertage wohlverstandenen Staatsinteresse gehan- in Gesellschaft eines anderen Mädchens verbringen werde. Als seine delt, als es dem von der Sozialdemokratie in den Bürger Braut weinend auf ihren Zustand hinwies, und ihn bat, boch bei ausschuß gewählten, im Eisenbahnbetriebe beschäftigten ihr zu bleiben, entgegnete er niederträchtig: Was geht mich Dein Former Schäufele mit der Entlassung gedroht habe. Be- Zustand an, ich kann Dich nicht mehr brauchen, ich muß alle vier Wochen eine andere haben. Das Mädchen, das trop aller Roheiten dauerlich sei nur, daß die badischen Nationalliberalen diesen noch immer an dem Burschen hing, wollte ihn mit Gewalt festhalten ein Mandat des Departementalrats notwendig gewesen war, haben Baris, 12. Juli.( Eig. Ber.) Auch bei der Stichivahl, die für borussischen Gewaltatt nicht gebilligt hätten. und bat ihn fußfällig, sie nicht im Stiche zu lassen. Da ergriff die organisierten Lehrer gefiegt. Trotz der von der Briandschen Wir können dieser Politik der Sturzsichtigkeit gegenüber Schneider seinen Säbel und schlug unmenschlich Clique geübten Breffion drang Genofie Couzinie mit 193 Stimmen nur früher Gesagtes wiederholen. Kämpfe in Form der auf sie ein, so daß sie noch nach 14 Tagen am ganzen russischen Revolution würden eine russische Politit unserer Körper blau und grün war. Nur wie burch ein gegen den gewerkschaftsfeindlichen Kandidaten durch, der 188 Stimmen erhielt. So hat die Wahlkampagne mit einem vollständigen Siege Herrschenden voraussetzen. Nur daß sich unsere Herrschenden Wunder entging fie dem Tode. Am 14. April b. 3. ber Gewerkschaftspartei unter den Lehrern geendet. Sie hat aber noch viel weniger einbilden sollten, das um politische Gleich fette Schneider seinen Schandtaten die Krone auf. Die Karl hatte auch der gewerkschaftlichen Propaganda und der Erweckung des berechtigung kämpfende deutsche Proletariat dauernd danieder- allmählich eingesehen, daß Schneider für sie verloren sei und begab proletarischen Bewußtseins in der Lehrerschaft ausgezeichnet gedient. halten zu können, da ja in Deutschland das Proletariat einen fie ins Bimmer frat, zeigte ihr Schneider gleich eine Photographie sich noch einmal zu ihm, um sich mit ihm auseinanderzusehen. Als Italien. unendlich stärteren Prozentsatz Prozentsatz der Bevölkerung mit den Worten: Siehst Du, das ist meine neue Braut, die ich bildet, als in Rußland. Die Mehrheit eines zum jetzt besuchen werde. Das gequälte Weib konnte sich nicht mehr Die Kammer. Denten erwachten Volkes läßt sich nicht von einer herrsch halten und schlug dem Unhold mit dem Regenschirm über den Stop: Die Tätigkeit der gegenwärtigen Rammer in den letzten 3 Jahren. Kopf. Eine foeben herausgebrachte Publikation gibt Auskunft übet und ausbeutungswütigen Minderheit in Rechtlosigkeit er. Schneider bearbeitete nun das hochschwangere halten, selbst nicht mit russischen Mitteln. Auch die klein- Mädchen in furchtbarer Weise, indem er blind. Am 1. Dezember 1907 wird das Parlament eine dreijährige lichsten Schifanen gegenüber den Staatsarbeitern bermögen in lings auf sie einschlug. Seinem Burschen gegenüber be. Legislaturperiode hinter sich haben. In dieser Zeit sind nicht einer fritischen Situation einen Massenstreit nicht zu ver- zeichnete er das am Boden liegende blutende Weib als Straßen- weniger als 4 Ministerien gekommen und gegangen, und das fünfte hindern; sie sind im Gegenteil nur geeignet, auch diese birne. In der Verhandlung macht das Mädchen ihre Aussagen ist an der Reihe; es sind das das erste Ministerium Giolitti, mit schwacher Stimme, die oftmals durch einen Tränenstrom unter zwei Ministerien Fortis, das Ministerium Sonnino und Arbeiterschichten um so schneller zum Klassenbewußtsein zu brochen wird. Schneider leugnet mit größter Frechheit alles ab. Das gegenwärtige Ministerium Giolitti. Im italienischen bringen! Und als ihm das Weib in größter Erregung entgegenruft: Schau Barlament nehmen, wie auch im französischen, die Anfragen und mich an, Du Feigling, wie ich aussehe und wie ich ruiniert bin Interpellationen einen sehr breiten Raum ein. In der bezeichneten und leugne noch einmal, wenn Du die Stirne dazu hast. Schneider Periode wurden denn auch nicht weniger denn 3546 Anfragen und blieb troßdem weiter bei seinem Leugnen und I achte nur frech Interpellationen gestellt, wovon 1996 erledigt, der Rest zurüdgeDer Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg trat zu allen Feststellungen. Schließlich verstieg er sich sogar dazu, zu 30gen oder verworfen ward. Gefeßesentwürfe der Regierung, heute vormittag mit dem Chef des Kommandos der Schutztruppen behaupten, seine Braut habe auch mit anderen Männern noch ver- Initiativanträge der Kammer und des Senats wurden insgesamt Oberstleutnant Quade, dem Geheimen Baurat Balzer und lehrt. Der Anklagevertreter geißelt in schärfsten Worten bie 910 eingebracht, von denen 715 zur Annahme gelangten. Die Zahl dem Rittmeister Grafen Hendel b. Donnersmard die Aus- Niedertracht, Gemeinheit und Noheit des Schneider und beantragte der eingebrachten Petitionen betrug 388. Die Kammer hielt reise nach Deutsch Ostafrita an. Die Rückkehr des Staats- eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten und Degradation. 418 öffentliche und 4 geheime Sizungen ab. Von den Abstimmungen sekretärs Dernburg wird voraussichtlich in der ersten Hälfte Das Gericht verurteilte den Schneider zu einer Gefängnis. waren 34 namentlich. des November erfolgen. strafe von sieben Monaten. Von einer Degradation wurde abgesehen! Dagegen wurde Schneider sofort festgenommen. fruten loslassen will. Es ist unglaublich, daß man einen solchen Kerl noch auf NeEr ist wirklich abgereift! Das offiziöse Depeschenbureau meldet: Da auf die Hin und Rückreise zirka sechs Wochen entfallen, wird sich Dernburg etwa zwei Monate in Afrika aufhalten können. Dafür wird er sich dann als afrikanischen Sachverständigen" gerieren und mit um so größerem Schneid die kostspieligsten Kolonialprojekte vertreten. Die Neligion muß dem Bolke erhalten bleiben, im Reichs= Mit Dernburg begibt sich ein ganzer Schwarm von finger- Ian de allerdings nur die jüdische und die katholische Konfession, fertigen Journalisten auf die Steife. Dernburgs Verwaltungsgenie den Protestanten ist es nämlich durch Landesgesetz gestattet, und hingebender Eifer wird also bald mit der überwältigenden aus ihrer Religionsgemeinschaft auszutreten; nicht aber den KathoTropennatur unserer herrlichen Kolonie um die Wette gefeiert liten und den Juden. Ueber ein Gesuch des Verbandes füddeutscher werden! Freidenker- Vereine, auch den Katholiken und Juden den Austritt aus ihren Religionsgemeinschaften zu ermöglichen, ging die zu ständige Kommission des Landesausschusses einfach zur Lagesordnung über. Terrorismus durch die Postverwaltung. Unter Zentrumsbrüdern. " Rede des Deputierten Roche, des finanzpolitischen Fachmannes der Die Debatte hat trop einer langen, sich in Details verlierenden reaktionären Bourgeoisie, mit einem unbestreitbaren moralischen Erfolge der Reform geendet. Darüber hinaus von der jetzigen Stammer noch etwas zu erwarten, dazu muß man allerdings einen festen Optimismus haben. Vom Gewerkschaftskampf der Lehrer. italienische Bolt mit den Arbeiten seines Parlaments zufrieden Wenn es auf die Masse allein ankäme, dann könnte das fein. In Wirklichkeit hat die italienische Gesetzgebung für das Bolt in der ganzen langen Periode so gut wie gar nichts ge= Teistet.Gewerkschaftliches. An die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands. Der Verband der Tabakarbeiter sieht sich veranlaßt, die Hülfe der organisierten Arbeiterschaft in den Kämpfen, die er um Verbesserung der Lebenshaltung der Tabakarbeiter zu führen genötigt ist, in Anspruch zu nehmen. Von einem argen Stüd Terrorismus der Postverwaltung gegen einen Arzt berichtet die B. 3. am Mittag". Danach ist der praktische Arzt Dr. Schellenberg in Wiesbaden, Vertrauensarzt der PostSeit der Aussperrung der 4000 gigarettenarbeiter und verwaltung, durch die Postverwaltung befragt, wie er bei der Während des letzten Reichstagswahlkampfes war im ultra. Arbeiterinnen im Jahre 1905 in Dresden hat der Verband Reichstagsstichwahl gestimmt habe. Dr. Schellenberg montanen Bentral- Boltsblatt" in Arnsberg wiederholt zu lesen, ununterbrochen Kämpfe zu führen und Angriffe der UnterDie Zigarettensteuer wurde lehnte das Anfinnen, folche Frage zu beantworten, ab. Darauf derjenige, der sich über die Person und die Vergangenheit des nehmer abzuwehren gehabt. erhielt er mit der Post die Kündigung feines Ver Kandidaten Fusangel( Arnsberg- Olpe- Meschede) näher unter- bielfach von den Unternehmern benutt, die ohnehin erbärmtrages per 1. Dftober. Auf seine Anfrage nach der richten wolle, möge in der Rebattion des Zentral- lichen Löhne der Arbeiterschaft der Zigarettenindustrie noch Ursache wurde ihm mitgeteilt, daß seine Abstimmung Boltsblattes" borsprechen und von den bort weiter herabzudrücken. Die Zollgesetzgebung, die eine Verbei der Reichstags stich wahl hierzu Veranlassung gegeben aufliegenden Atten Kenntnis nehmen. Der Auf- teuerung der notwendigsten Lebensmittel zur Folge hatte, traf habe. Die Aerzte- Bezirks- Bertragskommission habe die nötigen forderung ist eine Anzahl Personen auch gefolgt. Fusangel hat die Arbeiter der Tabafindustrie weit härter noch, als die Schritte eingeschlagen, um die Folgerungen aus dem Vorgehen der darauf den Redakteur des genannten Zentrumsblattes berklagt. übrige Arbeiterschaft, weil in dieser Industrie die Löhne am Postbehörde zu ziehen. Berhandlungen der Oberpostdirektion mit Die Verhandlung fand dieser Tage am Schöffengericht in Arnsberg niedrigsten sind und infolge der Hausindustrie und des Veranderen Wiesbadener Aerzten zweds Uebernahme der Stellung statt. Es war bloß ein Zeuge geladen, der in der Redaktion des legens der Tabakfabriken auf das flache Land die Widerscheiterten, weil die Kollegen sich mit Dr. Schellenberg solidarisch Bentral- Boltsblattes" war und sich die Aften hat vorlegen lassen. erklärten. Der Leipziger Aerzteverband soll nunmehr die Stellung Das geschah aber nicht durch den Redakteur, sondern durch den standskraft der Arbeiter nur sehr gering ist. Der Vorstand des Tabafarbeiterverbandes versuchte nun, des Wiesbadener Bostarztes sperren. Daß der Leipziger Aerzteverband Arbeiterfekretär Weher, und zwar in Gegenwart des Reichseinen solchen anständigen und verständigen Schritt unternehmen wird, tagsabgeordneten Beder, dem damaligen Gegen- um weite Schichten der Arbeiterschaft der Tabakindustrie vor möchten wir vorab bezweifeln. Eine Bestätigung der Meldung der B.3. am tandidaten Fusangels. Jekt will Fusangel weitere Beugen laden vollständiger Degeneration zu bewahren, in den Bezirken, in Mittag" liegt uns nicht vor. Wir vermögen an ihre Richtigkeit noch nicht lassen zum Beweise, daß der Redakteur des Zentrumsblattes die welchen die erbärmlichsten Löhne gezahlt werden, eine Lohnzu glauben. Denn eine derartige Gesinnungsschnüffelei würde weit Aften einer Anzahl Personen gezeigt hat, sowie zur Auf- erhöhung durchzusetzen. Aber nicht nur, daß jeder Pfennig über das hinausgehen, was wir selbst dem aufgeblasensten Reaktionär dedung gewisser anderer Machinationen in Rohnerhöhung durch langandauernde Streits erkämpft werden zutrauen. Ist schon die Gesinnungsschnüffelei Beamten gegenüber dem Berleumdungsfeldzug" wie es in Fusangels mußte, wodurch die finanziellen Mittel des Verbandes aufs zwecks Beförderung, Begünstigung oder Benachteiligung der Ve- Platt, der Westdeutschen Volkszeitung", heißt. fragten eine verwerfliche, dem Anstand, ehrlichen Charakteren und " äußerste in Anspruch genommen wurden, suchten die Unterden Gesetzen zuwiderlaufende Handlung, die mur von feigen Alerifale Toleranz. In den meist katholischen Gemeinden nehmer das Drängen der Tabafarbeiter nach einem menschenGesinnungslumpen empfohlen und nur von gesinnungslosen Lothringens geht die religiöse Verhebung und Intolerang soweit, würdigen Dasein durch Aussperrungen abzuwehren. So find Leuten erwartet werden fann und zur Heuchelei und daß man verstorbene Protestanten auf den gemeinsamen Fried. feit fünf Wochen 1100 Arbeiter und Arbeiterinnen in Gießen tiefster Herabſegung der Beamten führen muß, so ist höfen in besonderen Abteilungen, ähnlich den Selbstmördereden, ausgesperrt und verlangen die Unternehmer nicht geringeres, ein solches Verhalten Personen gegenüber, die mit dem beerdigt. Gegen diesen Unfug wendet sich nun eine kürzlich er- als den Austritt der Ausgesperrten aus dem Verband der Tabakarbeiter. Preisgabe Set Organisation, tvelche allein in der Lage ist, den ungeheuren Schaden, den die Zollgesetz. gebung der Arbeiterschaft der Tabakindustrie gebracht hat, einigermaßen herabzumindern, verlangt das Unternehmer- tum. Neben dieser Aussperrung hat der Verband noch in 15 Orten Kämpfe zu führen und ist das Verlangen des Vor- standes. hierbei von der gesamten Arbeiterschaft unterstützt zu werden, deshalb durchaus berechtigt. Nachdem die Mehrheit der Vorstände der Zentral- verbände der Ausschreibung einer Sammlung zugestimmt hat, richten wir an die organisierte Arbeiterschaft die Bitte, Beiträge zur Unterstützung der im Kampf befindlichen Tabak- arbeiter leisten zu wollen. Die Unterstützungsbeträge sind gemäß den in Köln ge- troffenen Bestimmungen nicht an die im Kampfe befindliche Organisation, sondern an die Generalkommission zu senden, und bitten wir für die Sendung folgende Adresse zu benutzen: Adresse: H. Kube, Berlin KO. 16, Engel-Ufer 15 IV. lieber die eingehenden Beträge wird im„Correspondenz- blatt" quittiert. Besondere Quittungen werden den Einsendern nicht zugestellt. Mit Gruß Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legten. Berlin. 11. Juli 1907. Sammellisten werden von der Generalkommission nicht au& gegeben. Die Gewerkschaften und GewerkschaftSkavtelle werden ersucht, die Sammlungen gemäß den für die einzelnen Organi- sationen getroffenen Bestimmungen zu organisieren, und Wo dies notwendig ist. selbst Sammellisten herauszugeben. BcrKn und Umgegend« Die Berichtigung de» Herrn Prasse. Auf den Brief der Firma O. Prasse, Blücherstr. 31, erklären die von ihm entlassenen Arbeiter: 1. Es ist unwahr, daß gegen Ortlepp agitiert wurde. 2. Es ist unwahr, daß derselbe zur Organisation herangezogen Verden sollte. 3. Es ist unwahr, daß Prasse sagte:..Sie wissen ja, was Sie zu tun haben." Wahr ist vielmehr, daß Prasse sagte:„Ihr könnt alle aushören." 4. Es ist ferner wahr, daß Prasse daS versuchte Eingreifen der Organisationsleitung schroff ablehnte. Der Kleinkrieg um die Arbeitswilligen. Nach all den Bemühungen der Unternehmer, zum I. Juli so diele Arbeitswillige heranzuholen, daß, wenn irgend möglich, die Bautätigkeit in vollem Matze wieder aufgenommen werden konnte, bei den großen Hoffnungen, die sie auf diesen Tag setzten, ist eS leicht begreiflich, wenn die organisierte Bauarbeiterschaft dem Tage mit gemischten Gefühlen entgegensah. Wenn man auch wußte, daß der Einfluß der Gewerkschaften im Reiche wie im Auslande so stark war, daß die Unternehmer ihr Ziel sicherlich nicht erreichen konnten, so war nicht vorauszusagen, ob nicht doch aus den dunkelsten Gegenden eine solche Zahl Streikbrecher herbeigeschafft wurde, daß der Kampf schwerer wurde und um so größere Opfer erforderte. Aber der kritische Tag ist vorübergegangen und hat der kämpfenden vauarbciterschaft statt Erschwerungen eigentlich nur mehr Arbeits- gelegenheit zu den neuen Bedingungen gebracht. Obwohl die bürgerliche Presse im Reiche, und namentlich die Amtsblätter, sich redlich oder besser gesagt unredlich, bemühten, aller Welt weißzu- machen, der Ausstand in Berlin sei beendet, die Arbeit sei am 1. Juli in vollem Umfange wieder aufgenommen, war die Zahl derer, die sich täuschen oder sonst zu Streikbrecherdiensten anwerben ließen, so gerkng, daß manche Unternehmer gerade dadurch ein- sehen lernten, daß es vergeblich war, den Forderungen noch länger Widerstand zu leisten. Das zeigte sich, wie die gestern im„Vor- wärts" veröffentlichten Zahlen beweisen, ja auch recht deutlich im Zimmerergewerbe. Wenn da ein Zimmermeister 4l) Gesellen braucht und erhält nur einen und noch dazu einen, der besser mit der Schnapspulle als mit der Arbeit vertraut ist, so ist es ja kein Wunder, daß er lieber die Forderungen unterschreibt, statt sich sein Geschäft ruinieren zu lassen. In der Zimmerervcrsmnmlung am Freitag führte K n ü p f e r auch die Zahlen an, die den Organisationsleitungen von Vertrauens- würdiger Seite über die angeworbenen Arbeitswilligen mitgeteilt worden waren. Mit Genugtuung konnte er feststellen, daß diese Dahlen durchaus mit den jetzt in der Unternehmerpresse veröffent- lichten übereinstimmen. Für den Zimmererberuf sind bis jetzt im ganzen 232 Arbeitswillige gemeldet. Man irrt sich aber, wenn man glaubt, daß diese nun alle noch in Arbeit stehen, so Verhältnis- mäßig gering ihre Zahl auch ist. Gar viele sind wieder abgereist, überzeugt davon, daß es ein schändliches, sie selbst wie die Allgemeinheit schädigendes Treiben wäre, wenn sie ihren Berliner Kameraden den Kampf erschwerten. Alle Mühewaltung der Unternehmer, die Arbeitswilligen vor jeder Aufklärung zu be- hüten, ist in den meisten Fällen vergeblich. Selbst durch die streng bewachten Tore des Maffenquartiers oder ArbeitSwilligengefäng- nisses am Elisabethufer 44, wo Kisten voll Zigarren und Zigaretten, Bier im Ueberfluß und ein schöner großer Phonograph die be- dauernswerten unwissenden Leute bei Laune erhalten und für die Freiheitsberaubung entschädigen sollen, vermag die Aufklärung, der Gedanke der Solidarität zu dringen. Selbst von diesen dort Eingesperrten, die freilich keine größere Masse bilden, als daß sie nicht im Kremser nach der Arbeitsstelle und zurück befördert werden können, ist es gelungen, dem Unternehmertum eine Anzahl ab- trünnig zu machen. Aber die meisten Arbeitswilligen, die man von auswärts heran- zuholcn sucht, kommen gar nicht so weit, dort oder anderswo unter. gebracht zu werden. Berliner Kollegen, im voraus von ihrer Ab- fahrt unterrichtet, reisen ihnen entgegen, und kommen sie wirklich bis Berlin, so landen sie meist am Engelufer IS, überzeugt von der Verwerflichkeit ihres Vorhabens. Es war em kleiner Zimmermeister aus der Gegend von Meseritz, der suchte in seiner Heimat für eine Berliner Firma Arbeitswillige anzuwerben.„Am Sonntag reise ich mit den letzten Zimmerern nach Berlin," verkündete er.„S8 Morgen Bauterrain hat unsere Firma. Das ganze Jahr über ist Arbeit. Auch Maurer können sich melden. Unser Geschäft hat fortgesetzt weiter- gearbeitet."— Er hatte glücklich 2 Mann zusammengebracht. Als er aber in Berlin ankam, da konnte er der Firma nur noch 2 Lehrburschen präsentieren. Alle anderen hatten eS vor- gezogen, Berlin wieder den Rücken zu kehren. Gleich darauf kam ein Trupp von 4 Maurern und 2 Zimmerern aus der Gegend von Prag. Sie wurden bis ins Massenquartier am Elisabethufer ge- bracht. Aber sie kamen wieder heraus und fanden den Weg nach dem Engelufer. Sehr schlau, aber doch nicht schlau genug hatten 2 Streikbrecherwerber einen Transport au» Ober- s ch l e s i e n arrangiert. Es waren 10 Zimmerer. Man hatte »hnen gesagt, daß sie auf der Reise auf keine Frage Antwort geben sollten, oder doch nichts anderes sagen, als daß sie Landarbeiter feien, die nach Stettin reisten. Danach handelten sie. Die Berliner Kameraden, die ihnen entgegen reisten, sagten ihnen auf den Kopf zu:„Ihr lügt ja, Ihr seid doch Zimmerer." Aber eS nutzte nichts; sie leugneten. Doch ihr scheues, bedrücktes Gebaren zeigte nur zu deutlich ihre Bestimmung an. Morgen?%5 Uhr erreichte man den Bahnhof Friedrichstraße. Hier wurde auSge- stiegen. Von den Arbeitswilligen ging einer in dieser, der andere ,n jener Richtung, aber schließlich fanden sich doch alle in ein und demselben Hotel am Oranienburger Tor ein. Dort ließen sie ihr Gepäck. Dann ging man in eine Gastwirtschaft zum Kaffeetrinken. Die Berliner blieben selbstverständlich nicht zurück. In der Wiri schaft kam eS zu einem Wortwechsel zwischen einem der Berliner Zimmerer und dem einen der beiden Begleiter der Arbeitswilligen, einem Bautechniker. Der glaubte sich beleidigt, verlangte Fest- stellung der Personalien seines Gegners. Beide gingen nach dem Polizerbureau. Als man von dort zurückkam, waren inzwischen 8 der Arbeitswilligen in zwei Droschken unter zuverlässiger Be- gleitung nach dem— Engelufer abgefahren. Die übrigen beiden suchte nun der Bautechniker zu retten. Er fuhr mit ihnen in der Droschke davon; Berliner Zimmerer folgten in gleicher Weise. Am Bahnhof Friedrichstratze wurde ausgestiegen. Dann folgte ein Dauermarsch im schnellsten Tempo bis nach dem Hoch- bahnhof Bülowstraße; von hier wieder Droschkenfahrt. Nach ver- geblichem Warten vor einer Polizeistation und abermaliger Droschkenfahrt verschwanden die beiden Arbeitswilligen schließlich in einem Privathause in Schöneberg. Aber selbstverständlich nicht auf immer. Sie kamen wieder heraus, trafen ihre geduldig wartenden Berliner Kameraden, stiegen mit ihnen in die Droschke, fuhren zunächst zurück nach dem Hotel, um ihre und ihrer Reise- geführten Gepäck zu holen, und dann— nach dem G c w e r k- s ch a f t s h a u s, wo die übrigen 8 Oberschlesier schon lange ein- getroffen waren und freundliche Aufnahme gefunden hatten. Der Bautechniker mußte mit leeren Händen zu seiner Firma zurück- kehren. Die Solidarität der Arbeiter hatte wieder einmal gesiegt. Wo sich die Macht des Organisationsgedankens der Arbeiter so stark erweist, ist es leicht begreiflich, daß die Unternehmer, selbst die organisierten, dem nicht widerstehen können. Am Freitag waren es, wie Knüpfer mitteilt, 88 der Mitglieder des Verbandes der Baugeschäfte, die die Forderungen der Bauarbciterschaft bewilligt hatten, unter ihnen 37. die für das Zimmerergewcrbe in Betracht kommen, in dem ja im ganzen am selben Tage 663 Bewilligungen zu verzeichnen waren. Stünde ihre Sache nicht so günstig, so hätten die Zimmerer auch sicherlich nicht die Herabsetzung ihres Streikbeitrages von 75 auf 25 Pf. beschlossen. Ein Pechvogel. Herr Regierungsbaumeister H ö r n e ck e hat die Ausführung der Kochherde auf seinem Bau Tile Wardenbergstr. 3/4 dem gänz- lich mittellosen angeblichen Töpfermeister Krüger, Schöncberg, Eifenacherstr. 64. übertragen. Die Töpfer konnten von Herrn Krüger ihr Geld nicht erhalten. Sie nahmen an— man hat wohl das Gefühl bei ihnen erweckt oder bestärkt— daß Herr Re- gierungsbaumeister H ö r n e ck e Herrn Krüger finanziell im Stiche gelassen hätte. Wie dem auch sei, da die Arbeiter nicht von der Luft leben können, sperrte der Verband den Bau Tile Warden- bergstr. 3/4. Herr H ö r n e ck e schickt uns nun eine eidesstattliche Versicherung seines Buchhalters, wonach er Herrn Krüger außer Lieferung sämtlicher Materialien 550 M. für die Arbeit versprochen und ihm 298 M. a conto gezahlt habe. Die Sperre seines Baues veranlatzte den Herrn Regierungsbaumeister, sich nach einem an- deren„Töpfermeister" umzusehen, mit welchem Erfolg, zeigt fol- gende Bekanntmachung der Verbandsleitung: Achtung! Töpfer! Die gesperrte Firma Regierungsbaumeister Gustav Hör- necke hat den Töpfermeister Fritz Krüger, welcher den ge- sperrten Bau Tile Wardenbergstraße bis jetzt für die Firma ausführte, abgeschoben und den Bau an den Töpfermeister Runge, Voigtstraße, übertragen. Runge ist aber eben- falls noch seit dem Frühjahr her von un» ge» sperrt. Der Bau ist darum auf alle Fälle zu meiden. Die Verbandsleitung. Warum Herr Regierungsbaumeister Hörnecke sich, wenn er die Materialien selbst liefert und den Lohn a conto zahlt, über- Haupt noch zu einem Verkehr mit den Arbeitern einer überflüssigen Mittelsperson bedient, in deren Händen das Geld ganz oder we- mgstens teilweise als..Unternehmergewinn" kleben bleibt, ist uns unklar. Hätte er die Arbeit den Töpfern direkt übergeben und be- zahlt, dann wäre sie längst fertig. Achtung! Militärsattler! In der Militäreffektenfabrik von Franz Pretzel u. Co., Große Hamburgerstr. 32, sind wegen erfolgter Abzüge Differenzen ausgebrochen. Wir ersuchen die Kol- legen, jeglichen Zuzug nach dieser Werkstelle fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Sattler. Achtung! Steinarbriter Berlin I. Wegen Maßregelung eines Kollegen ist die Firma C. Vetter, Am Bahnhof Puttlitzstraße, gesperrt. Arbeitsangebote sind zurückzuweisen. Die Ortsverwaltung. Veutkcbe» Reich, Textilarbeiteraussperrung in LanbeShut. LandeShut i. Schi.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Dextilfabrikanten Methner und Frahne verlangten bedingungslose Aufnahme der Arbeit. Die Streikenden lehnten das Ansinnen einmütig ad. Hierauf wurde durch Anschlag die Aussperrung sämtlicher Arbeiter für Montag bekanntgegeben. Die Betriebe stehen fomit still. Eine neue Lohnbewegung scheint sich auf der„Königshütte" vorzubereiten. Die Verwaltung zahlt den Hochofenarbeitern bis zu einer bestimmten Tonnenzahl Roheisens„volles" und für die darüber erzielte Tonnenzahl nur„halbes" Gedinge. Die Arbeiter sind damit nicht zufrieden und wollen um Festsetzung eines Nor- mal-Durchschnitts-GedingsatzeS vorstellig werden. Ferner erhalten sie für die Sonntagsschichten, die im Hochofenbetriebe unerläßlich sind und deshalb regelmäßig verfahren werden müssen, zu ihrem gewöhnlichen Gedinge-Schichtlohn einen Aufschlag von 59 Proz. Die Arbeiter sind jedoch jetzt dahinter gekommen, daß dieser Auf- schlag keinen Mehrverdienst bedeutet, weil er aus der den ganzen Monat über ins Verdienen gebrachten Summe entnommen wird. Der Arbeiter müßte daher, wenn ihm am Sonntag nur eine Schicht gutgeschrieben würde, im ganzen Monat genau ebensoviel ver- dienen, als wenn er IlH Schicht erhält, nur würde sich der Tages- verdienst etwas erhöhen, weil der Monatsverdienst durch eine ge- ringere Anzahl von Schichten zu dividieren wäre. Die Arbeiter erhalten also im Grunde genommen für die Sonntagsarbeit keine besondere Entschädigung und wollen daher an die Verwaltung mit dem Ersuchen herangehen, diese Frage klarzustellen. Gerade der Hochofenbetrieb erfordert einen Stamm erfahrener und abge- härteter Arbeiter, die ein außerordentlich schweres Tagewerk zu bewältigen haben, und da die Hochofenanlage ständig im Betriebe erhalten werden mutz, wenn nicht schwere Verluste eintreten sollen, so ist die in der Vorbereitung begriffene Lohnbewegung auch für Fernstehende von hohem Interesse. Lohnbewegung im Erfurter Baugewerbe. Obgleich der Kampf nun schon 19 Wochen dauert, ist noch keine Aussicht vorhanden, daß derselbe beigelegt werden könnte. Die Ende Mai angebahnten Verhandlungen sind resultatlos verlaufen. Obgleich versprochen war, dieselben nicht wieder abzubrechen, hat es der Arbeitgeber- bund bis heute noch nicht für notwendig erachtet, auf den ihm von den Arbeitnehmerorganisationen unter dem 21. Juni unter- breiteten VermittelungSvorschlag zu antworten. Zu dieser Stellungnahme sind die Arbeitgeber jedenfalls nur durch die kleinen Erfolge ihrer Drohung:„Heranziehung ausländiger Ar- beitSkräfte" veranlaßt worden. Daß sie jedoch nicht in der Lage sind, ihren Bedarf zu decken, geht aus dem fortwährenden Annnoncieren in Erfurter und auswärtigen Zeitungen hervor, in denen Bauarbeiter, Maurer und Zimmerer zu gewissen Stundenlöhnen und für Akkordarbeit nach Erfurt gesucht werden. Um dieselben sicher zu machen, lanciert man noch die unwahren Mitteilungen in die bürgerlichen Blätter und speziell in auS- wärtige, der Kampf im Erfurter Baugewerbe fei beendet. Daher wende man sich stets, wo dieses geschieht, betreffs Aufschluß über den Stand des Kanipfes an die Streikleitung der drei Berufe in Erfurt, Magdeburgerstr. 51, Tivoli. Der Stand des Kampfes ist als ein guter zu bezeichnen. Drei Viertel der am Streik Be- teiligten sind abgereist resp. anderweitig untergebracht und 59 Beendeter Generalstreik. Brod, 13. Juli.(B. H.) Infolge Freilassung>*.r verhafteten Führer der Ausständigen ist der hiesige Generalstreik beendet worden. Verantw.Redakt.: CarlWermvtb, Berlin-Rixdorf. Inserate verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Perlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer L- Co., Verlin S W. Hierzu 1 Beilagen.— arbeiten zu den neuen Bedingungen.— Mit den den Arbeitgebern zur Verfügung stehenden zirka 259 Arbeitswilligen aller drei Be» rufe inklusive der bis jetzt herbeigeschafften Italiener, gegenüber 2999 Arbeitnehmern, welche vor dem Kampfe gearbeitet haben, werden die Unternehmer wohl nicht in der Lage sein, die Bau» arbeiter Erfurts zwingen zu können, die Arbeit zu ungünstigen Bedingungen oder erfolglos aufzunehmen. Vielmehr halten die- selben ihren letzten VermittelungSvorschlag aufrecht. Solange die Arbeitgeber daher ihren Standpunkt nicht ändern, sind auch die noch jetzt am Kampfe Beteiligten bereit, auszuharren. Zuzug von Bauarbeitern ist daher nach wie vor von Erfurt streng fernzu, halten._ Zur Steigerbewegung im Ruhrkohlengebiete. Die kürzlich ins Leben gerufene Organisation der Gruben» bcamten macht erfreuliche Fortschritte. So fand vor einigen Tagen im„Köln. Hof" zu Dortmund eine Versammlung statt, an der rund 399 Steiger teilnahmen. Der gemaßregelte Steiger Werner, der Vorsitzende dieser neuen, für die Arbeiter- bewcgung im rheinisch-wcstfälischen Kohlengebiete vielversprechenden Organisation, verwies seine Kollegen auf die Organisationen der Arbeiter, wies hin auf die durch die Organisationen erlangten Verbesserungen im Lohn- und Arbeitsverhältnis und stellte über- Haupt seinen Kollegen, den Grubcnbeamten, die Organisationen der Arbeiter sowohl in prinzipieller wie taktischer Hinsicht(also als Kampfes organisationen) als nachahmenswertes Muster hin, nach welchem sich die Steigerorganisation, wolle sie etwas für die Gesamtheit der Grubenbeamten erreichen, richten möge. Das charakteristische der augenblicklichen Situation sowie der neuen Be- wegung überhaupt war, daß sich sämtliche zu der Angelegenheit äußernden Redner im Sinne des gcmaßregelten Vorsitzenden aus- sprachen. Noch vor ganz kurzer Zeit hätte man so etwas einfach für unmöglich gehalten. Daß der kapitalistische Raubtierspürsinn sofort wußte,„waS die Glocke geschlagen", nachdem die bisher als festeste Stütze der Kohlenherren angesehenen Grubensteiger anfingen, sich zusammen- zuschließen, ist eigentlich selbstverständlich. Ebenso selbstverständ- lich aber ist, daß mit der Erkenntnis der Sachlage das Gruben- kapital darauf bedacht war, Gegenminen zu legen— parallel den üblichen plumpen Maßregelungen. Als eine solche Gegenmine gegen die Organisation der Steiger betrachten nun diese nicht mit Unrecht die unter der kapitalistischen BiedermannSmaske geplante Gründung einer neuen Bergfchule direkt im Kohlenrevier. Die Gründung einer neuen' Bergschule bed-utet eine Verdoppelung der Heranbildung geschulter Grubenbeamten und somit die Schaffung einer Reserve-Armee geschulter Steiger, die dann zu gegebener Zeit der Steigerorganisation in den Rücken zu fallen haben. Diese Absicht ist indes auch von den Steigern erkannt, und so beschäftigte sich die Steigerversammlung in Dortmund denn auch mit dieser Frage. Das Resultat der Be- sprechung war die Annahme folgender Resolution: „Die im„Kölnischen Hof" zu Dortmund versammelten Steiger der Zechen des Dortmunder Reviers erheben energischen Protest gegen die im Bochumer Bezirk geplante Gründung einer Bergschule. Die Versammelten sind der einstimmigen Meinung. daß in den Bergschulen in Bochum und Essen Steiger hinreichend genug ausgebildet werden, um dem Bedarf Genüge zu leisten, daß sogar schon ein Ueberschuß von Steigern vorhanden ist. Sie sehen daher in der Schaffung einer weiteren Schule nur daS Bestreben der Grubenbesitzer, sich einen übermäßig großen Be» amtenstand zu schaffen, und bitten die staatliche Behörde, die Genehmigung zum Bau der Schule zu versagen." An der Gründung der neuen Bergschul« werden sich die Grubenverwaltungen durch die staatliche Behörde am allerwenigsten hindern lassen, wenn es den Bergherren sonst ernst mit der Gründung ist; vielleicht war der Beschlutz gegen die Gründung einer neuen Bergschule auch nicht gerade der klügste. Als Zeichen der Spannung jedoch und als ein Symptom des Geistes, der zurzeit die Grubensteiger im Ruhrgebiete beseelt, ist eine solche Kund- gebung immerhin beachtenswert. Aussperrung der Seeleute. Der Vorstand des Vereins Hamburger Reeder beschloß, die am Streik beteiligt gewesenen Seeleute nicht eher wieder ein- zustellen, bis der Streik an sämtlichen deutschen Hafenplätzen voll- ständig beendet und die Arbeit zu den früheren Lohnsätzen wieder ausgenommen ist. An einigen Ostseeplätzen ist dies bisher noch nicht der Fall und in Bremen ist die Wiederaufnahme der Arbeit an Bedingungen geknüpft._ Was eine Organisation zu erzielen vermag, wenn die Arbeiter nur einmal einsehen, daß nur durch Einigkeit etwas erreicht werden kann, zeigt ein kurzer Ueberblick über die Tätigkeit der Organisation der Käsereiarbeiter im Allgäu. Seit dem Einsetzen der Organisationsarbeit im Jahre 1994 wurden er- reicht: Lohnerhöhungen von 4 bis 6 M. pro Woche, Herabsetzung der Arbeitszeit von 14 und 15 Stunden auf 19 und 9Ä Stunden. Abschaffung von Kost und Logis beim Unternehmer und noch eine Reihe anderer Verbesserungen.— Daß die Käsebarone eine namenlose Wut haben auf die organisierten Arbeiter ist nur zu begreislich. Auch der Räuber ärgert sich, wenn man ihm seine Beute abnimmt._ Letzte JVaebnebten und vepeleken. Unter pcstverbiichtigen Umständen erkrankt. Hamburg, 12. Juli.(W. T. B.) Auf dem gestern von Kai« kutta eingetroffenen Bremer Dampfer„Trifels", der wegen Pest» verdacht für den Verkehr gesperrt ist, war während der Reise ein Mann der Besatzung unter peftverdächtigcn Umstünden erkrankt. Der Dampfer ist isoliert vertauet und ein Polizeiposten ist an Bord stationiert._ Eine Gasexplosion. Zeitz, 13. Juli.(B. H.) Als heute vormittag der Wirt der neuen Schützenhaushalle, Island, mit brennendem Streichholz nach der Ursache von ausströmendem Gas suchte, erfolgte eine heftige Explosion, durch die das Gebäude zertrümmert wurde. Island ist tödlich verletzt. Der Eisenbahnnnfall. Schwerte, 13. Juli. �Amtliche Meldung.) Nachmittag 3 Uhr 59 Minuten fuhr der D-Zug 8 Berlin-Köln auf der Zugmeldestelle Steinhausen der Strecke Schwerte-Hagen infolge Ueberfahrens des Haltesignals dem in den Güterbahnhof Schwerte einfahrenden Güterzug 7281 in die Flanke. Reisende des D-Zuges 8 wurden nicht verletzt. Vom Zugpersonal des D-Zuges 8 erlitt der Zug- führer leichte Verletzungen. Untersuchung ist eingeleitet. Die sozialdemokratische Gefahr. Greiz, 13. Juli.(B. H.) Der sozialdemokratische Bürgermeister in Hohenölsen wurde von der hiesigen Regierung scincS Amtes enthoben. Eine Bombenexplosion. Odessa, 13. Juli.(W. T. B.) In der Arrantskajastratze ex» plädierten im Hause eines KolonialwarenhiindlerS zwei Bomben, wobei 4 Männer und 1 Frau getötet wurden, die mit der Anfcrti- gung von Bomben beschäftigt waren. Die Explosion richtete großen Schaben an. Das Treppenhaus stürzte ein, 9 Verhaftungen wurden vorgenommen. & t62. 24. Iahrg«mg. L KkilW ilks.AMls" Kkllim AldsdlM. Somkz��IillilM. Sie llrbeittbeckiiigullgm Ser Konsumvereine. Ii. Dem„Correfpondenzblatt' der Generalkommisston schlieft sich im wesentlichen die Breslauer„Volksmacht" an, indem sie der- langt, datz dir Genossenschaften bei Feststellung der Lohn- und Ar- ieitsbedingungen Musterbetriebe sein sollen, die an der spitze der Privatindustrie marschieren, wie wir das ja auch von Staats- und Gemeindebetrieben verlangen. Im Anschluß daran schreibt unser Breslauer Bruderblatt am 30. Juni: „Uns scheint der Vorgang aufs neue zu beweisen, welchen Gefahren Arbeiterführer ausgesetzt sind, die sich allzufest in ein Teilgebiet unserer positiven Arbeit verkapseln und dabei, wenn auch nur vorübergehend, den Blick aufs große Ganze ver lieren. Die deutsche Arbeiterbewegung ist dieser Gefahr bis her immer am schnellsten ausgewichen, hoffen wir, daß es auch im vorliegenden Falle geschieht." Ebenso schrieb die„Brandenburger Zeitung' am 2. Juli: „Wenn unsere Genossenschaften sich auf diesen Boden ernsthaft begeben wollten, dann würden sie sich darauf gefaßt machen müssen, daß Gewerkschaften und Partei von ihnen ab- rücken, weil beide nicht die Verantwortung übernehmen könnew für die modernen U n t e r n e hm e r g e w o h n h e i t e n, denen anscheinend die führenden Geister des Verbandes der deub schcn Konsumvereine neuerdings huldigen.... Schon der Ton, in dem die Resolution gehalten ist, zeigt, daß die führenden Genossenschaften sich von ihrem kleinbürgerlichen Gefolge und den modernen Unternehmergepflogen heiten allzu sehr haben beeinflussen lassen... ... Freilich, Staat und Gemeinden sind längst dahin gekommen, auch mit Rücksicht auf die„Konkurrenzfähigkeit" sogar schlechtere Arbeitsverhältnisse zu gewähren als die Privatbetriebe. Sie wollen allerdings mit ihrer Rückständigkeit die Arbeiter der Privatbetriebe zurückhalten, neue Forderungen an die Privat- Unternehmer zu stellen bczw. den Arbeitern die Erringung besserer Löhne usw. in den Privatbetrieben damit erschweren. Die Genossenschaften tun mit ihrem Beschluß genau dasselbe, Wenn auch aus anderen Motiven...." Die„Gleichheit" hat in einem längeren Artikel die Rück ständigkeit beleuchtet, die darin liegt, daß infolge der Elmschen Resolution die gleiche Bezahlung männlicher und weiblicher Lager- Halter abgelehnt wird, und sie bringt dies Verhalten treffend im Gegensatz zu Ausführungen, welche die Genossin Helma S t e i n b a ch vor Jahren(1903) in der„Neuen Zeit" gemacht hat. Diese schrieb damals: in der Genossenschaft hätten die Frauen das �Bürgerrecht". Dazu sagt jetzt die„Gleichheit": „Nur mitarbeiten dürfen, ohne Anspruch auf Gleich- berechtigung, dünkt uns gerade kein erstrebenswertes„Bürger- recht", auch wenn die Vorenthaltung der Gleichberechtigung mit dem Hinweis auf die Konkurrenz zu begründen versucht wird. ES offenbaren sich darin kapitalistische Ten- d e n z e n. Genossin Stcinbach hat die Ausrodung kapitalistischer Tendenzen in der Konsumvereinsbewegung feierlich verheißen. Die Gründung des ZcntralverbandcS deutscher Konsumvereine be grüßte sie also: „Das Richtunggebende deS GründungSiages in Dresden ist die— unwidersprochen— zum Ausdruck gebrachte lieber- zeugung: die bisher in Deutschland betriebene Organisation des Konsums war so sehr vom Unkraut kapitalistischer Tendenzen überwuchert, daß die ihr zum Heile der Gesamtheit innewohnenden gewaltigen Kräfte nicht zur Eni faltung kommen konnten. Aber— Heil uns! Neun Zehntel aller Konsumvereins- Mitglieder marschieren heute schon in den Reihen des klassen bewußten organisierten Proletariats." Das klingt sehr gut, und wir glauben: in den vier Jahren, Me seitdem verflossen sind, hat sich noch vieles gebessert. All die aufgewendete Mühe in der Erziehungsarbeit der Genossenschafter zu wahrhaft genossenschaftlicher Gesinnung ist sicher nicht erfolg- los gewesen. Uni so bitterer schmeckt der Beschluß des letzten Ver- bandstags. Durch ihn ist eine der schlimm st en kapita- l i st i s ch e n Sünden, die Degradierung, die stärkere Aus- beutung des Weibes, gewissermaßen als berechtigt sanktioniert worden." Endlich gesellt sich zu den Gegnern des Elmschen Standpunktes noch Genosse E. Hirsch, der in einer Zuschrift an die E l b e r- selber„Freie Presse" darauf hinweist, daß bereits ein Unter- n ehm erorgan, der„ D e t a i l l i st", aus den Elmschen Aus- führungen Kapital geschlagen hat. Der„Detaillist" schreibt: ..... Wie oft sind die gleichen Gründe von den Kanfleutcn angeführt worden, und wie wurden diese vo» den Genossen ob solcher Gründe mit Hohn und Spott übergössen!" Der..Detaillist" führt dann an, was von' Elm gegen Sonn- tagsruhc und Achtuhrladenschlutz vorbringt, und bemerkt dazu: „Man wird sich das alles gut merken dürfen, und wenn die Herren Sozialdemokraten und solche, die eS werden wollen, bei ihren weiteren Forderungen Rücksichtnahme auf die Prinzipale ablehnen, so wird man sie höflichst einladen können, gefällig st vor ihrer eigenen Tür zu kehren." Inzwischen hat nun Genosse von Elm unter dem Titel„So- zkalrcform und Konsumvereine" eine Entgegnung auf den gestern von uns zitierten Artikel des Elberfelder und Dortmunder Partei- blatts erscheinen lassen, von Elm schreibt: „Die Konsumvereine haben im geschäftlichen Leben mit den Krämern, mit jener Schicht des Mittelstandes, zu konkurrieren, welche jeglicher Sozialreform völlig verständnislos gegenübersteht. Die Verbände der Lagerhalter und Handlungsgehülien sind heute noch nicht stark genug, um durch wirtschaftliche Kämpsie die Krämer, die Konkurrenten der Konsumvereine, zur Anerkennung ihrer programmatischen Ziele zwingen zu können.... Daraus ist selbstverständlich dem Verband ein Vorwurf nicht zu machen— die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Krämereien sind derart schlimm, daß die Organisierung der in ihnen Beschäftigten auf enorme Schwierigkeiten stößt. Die Situation erschwert aber den Konsumvereinen, selbst den größeren, es ungemein, alle For- derungen ihrer Angestellten zu verwirklichen, mögen es auch noch so berechtigte sein. Nach der letzten Statistik betrug die Zahl der Mitglieder der dem Zentralverband deutscher Konsumvereine angeschlossenen 929 Vcrbandsvereine 642 741; von diesen waren etwa 600 000 Ar- beiter; die Zahl der in der Warcnverteilung beschäftigten Per- sonen betrug dagegen nur 8307. Die Arbeiter sind den Konsum- vereinen als Mitglied beigstreten, um durch dieselben eine Ver- billigung ihrer Lebenshaltung zu erwirken. Die soziale Be- deutung der Genossenschaften ist ihnen zum größten Teil fremd; Hai doch auch unsere Parteipresse mit wenigen Ausnahmen die Konsumvereine bisher fast ausschließlich vom Standpunkt der materiellen Vorteile aus gewertet, und ver- suchen doch auch heute noch einige Ueberradikale, diejenigen Ge- nosscn, die den Konsumvereinen eine höhere Bedeutung beimessen, als„theoretische Wirrköpfe"� in den Augen der Genossen herab- zuwürdigcn. An der in einzelnen Konsumvereinen leider noch grassierenden Dividendcnseuche sind nicht zum wenigsten jene ein- seitigen Dogmatiker mitschuldig, welche die genossenschaftliche Er- Ziehung der Arbeiter bislang geflissentlich vernachlässigt haben. Auch die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter sind, trotz- ,chem ihnen der Kölner Gewerkschaftskongreß die Verpflichtung auferlegte, Mitglied der modernen Konsumvereine zu werden, bis jetzt noch nicht zum vierten Teile diesem Beschluß nachgekommen. In einzelnen Städten, namentlich in der„Stadt der Intelligenz'' — in Verlin— ist von einem Verständnis für die Genossenschafts bewegung bei der Masse der Arbeiterschaft überhaupt nichts zu spüren. Die Berliner Parteigenossen und Gewerkschaftler sind größtenteils Mitglied in den großen Rabattsparvereinen und wirken eben dadurch„zielbewußt" dafür, daß die Zersplitterung im Kleinhandel dauernd aufrecht erhalten wird. Konsum- vereine, die keinen großen Umsatz haben, sind nichts weiter als Krämer und können ihren Mitgliedern keine großen Vorteile bieten. Die Mehrzahl unserer Konsum- vereine sind infolge der geringen Unterstützung der Arbeiterschaft immer noch Kleinbetriebe, denen die Konkurrenz scharf auf den Nägeln brennt.... Ueberall in der Welt finden wir ja nun Leute, die stets in einem Luftballon voll unverdauter Theorie über diese Erde segeln, für welche die Konkurrenz überhaupt keine Rolle spielt, und die deshalb auch den Standpunkt vertreten, die Konsumvereine müßten alles bewilligen, was von ihren Angestellten von ihnen gefordert wird.... Die meisten Konsumvereine haben sich aus ganz kleinen Anfängen emporentwickelt und standen einmal alle nicht auf der „Höhe der Aufgabe"— ohne Rücksicht auf die bestehenden, doch von ihnen nicht geschaffenen Verhältnisse— ihren Laden nicht nur an Sonn- und Feiertagen vollständig, sondern auch jeden Abend um 8 Uhr schließen zu können und ihren Angestellten jede Woche einen halben Tag frei und außerdem jährlich 14 Tage Ferien zu geben. Vielleicht erläutert uns der„Besucher"(des Düsseldorfer Ge nossenschaftstages) es einmal, wie denn der kleine Konsumverein, der nur einen Angestellten in seinen Verkaufsstellen beschäftigt, alle diese Wünsche erfüllen soll. ... Auch die Frage der Gehälter löst der„Besucher" spielend — im Handumdrehen.„Hätte v. Elm"— schreibt er—„sich rechtzeitig die nötigen theoretischen Kenntnisse verschafft, so würde er wissen, daß durch Erhöhung der Aufwendung für die Arbeitskraft nur der Profit zu sinken braucht, daß aber keineswegs die Er- höhung der Warenpreise eine naturnotwendige Folge ist." Grau— Freund— ist diese Theorie— für die Konsumvereine nämlich, die ihrer großen Mehrzahl nach schon ganz erheb- lich höhere Gehälter zahlen als die Konkurrenz, und die einen „Profit" überhaupt nicht machen.... Von einer kapitalistischen Plusmacherei könnte bei ihnen nur dann gesprochen werden, wenn sie auf Grund schlechterer Lohn- und Arbeitsver- Hältnisse, als sie die K o n k u r r e n z gewährt, sich billigere Waren- preise zu verschaffen suchten. Das ist nicht der Fall. Für unseren Luftballon-Theoretiker sind jedoch die Konsum- vereine kapitalistische Betriebe, die in der Warenverteilung be- schäftigten Angestellten sind die ausgebeuteten Lohnsklaven, denen man„selbst bei den größten Konzessionen immer nur erst einen Teil von dem wiedergibt, was man ihnen vorher abgenommen". Auf den vorliegenden praktischen Fall angewandt, durchaus un- zutreffend, Herr Theoretiker. Die Lagerhalter, Verkäufer und Verkäuferinnen verteilen doch nur die Waren, die An- f e r t i g u n g besorgen andere, nicht im Konsumverein beschäftigte Arbeiter. Sollen diese nun, die vielleicht entweder in derselben Stadt oder an einem anderen Ort Mitglied des Konsumvereins sind, völlig leer ausgehen, während die im Konsumverein tätigen Personen den ganzen Ueberschuß erhalten?... ... Wenn der Lagerhalterverband in kurzsichtiger Weise den Genossenschaften den Fehdehandschuh geradezu ins Gesicht warf, indem er den allseitig als eine wesentliche Verbesserung an- erkannten Dienstvertrag ablehnte, so sollten einsichtige Leute nun nicht auch in den Fehler verfallen, auf die Genossenschafter in unverantwortlicher Weise loszuschlagen und nur deshalb, weil sie nicht gleich mit Hurra alles bewilligt haben, was die Ver- bände der Genossenschaftsangcstellten fordern, die Genossenschafts- leiter kapitalistischer Allüren bezichtigen. Mit großer Berechtigung wird in der Düsseldorfer Resolution gesagt, daß, wenn durch eine plötzliche Verwirklichung der prinzipiellen Forderungen der An- gestellten viele Konsumvereine konkurrenzunfähig gemacht würden, damit auch zugleich den von ihnen beschäftigten Personen die Existenzmöglichkeit geraubt würde. Das Wort von dem«Ast ab- sägen, auf dem man sitzt", ist hier sehr zutreffend. Die Genossenschaften sind zu Tarifverhandlungen mit den Verbänden der Lagerhalter und HandlungSgehülfen auch ferner bereit; beschränken sich diese Verbände darauf, tariflich festzulegen, waS zurzeit auch der Genossenschaftsleitung, ohne schwere Schä- digung der Bewegung herbeizuführen, möglich erscheint, werden ohne Zweifel für die Angestellten in den zurückgebliebenen Ver- einen wesentliche Verbesserungen erzielt werden.., ».* So weit Genosse von Elm. Unsere eigene Meinung können wir sehr kurz zusammenfassen. Ein eigentlicher„Streitfall" kann unseres Erachtens nicht vorliegen; denn es handelt sich um Dinge, über welche unter Sozialdemokraten eine Meinungsver- chiedenheit schlechterdings unmöglich ist, als da sind: Sonntags- ruhe, Achtuhrladenschlutz, Minde st löhne, Gleich- Stellung der beiden Geschlechter nach dem Grundsatz: „Für gleiche Arbeit gleichen Lohn" usw. Die Gründe, die Elm gegen diese Forderungen anführt, sind in der Tat genau die- elben, welche die kapitalistischen Unternehmer von jeher dagegen angeführt haben. Da von Elm diese Gründe zu den seinigen macht, so mutz er sie wohl für richtig halten. Wenn aber diese Gründe richtig sind, dann wären die Forderungen und Grund- ätze der Sozialdemokratie falsch! Ob von Elm dies einsieht, das wird sich aus der weiteren Diskussion ergeben,, die von einigen unserer Parteiblätter bereits angekündigt ist» Leben nichts mehr erwartet als lebenslängliches Gefängnis?— Man versuchte, Acciarito durch die Aussicht anf Begnadigung zum Sprechen zu bringen! Aber den armen Teufel lockte die Aussicht auf Freiheit nicht. Da verfiel die Spitzelphaniasie auf ein infames Mittel: dem Zuchthäusler die Freiheit verschönen, sie ver- führerisch erscheine» lassen, sie mit Menschen bevölkern, die ihm lieb und teuer sind. Und die Herren am grünen Tisch schämten sich nicht, einem Unglücklichen, der in der Oede der Einzelhast ver- zweifelte, vorzulügen, daß seine Geliebte, PaSqua Venaruba ihm ein Kind geboren hätte I— Die Geliebte war zwar längst in einem Hospitalbett gestorben, und Mutter war sie nie gewesen, aber das kümmert die Spitzel nicht. An den heiligsten Gefühlen wollten sie Acciarito zur Teilnahme am Leben zurückzerren. Und das Spiel gelang: Man steckte dem Zuchthäusler falsche Briefe zu, in denen die Venaruba von dem Kinde sprach, und den Armen packte die Sehnsucht nach dem kleinen Geschöpf, nach der ihrer Stütze beraubten Mutter, und die Begnadigung, die ihm so zwecklos er- schienen war, wurde auf einmal das Ziel seiner Wünsche. AIS man so Bresche in das verhärtete Herz gelegt hatte, begann man. Verlangen und schlechte Anschläge hineinzusenden: Dem Acciarito wurde ein Zellengenosse gegeben, der Zuchthäusler Petita, der ihm beständig in den Ohren lag: er solle seine Mit- schuldigen nennen, dann könne er der Begnadigung sicher sein. Das Resultat der langen Folter war, daß Acciarito„Mitschuldige" nannte, und zwar fünf Anarchisten: Ceecarelli, Gudini, Colabona, Trenta und Diotallevi. Diese Fünf kamen im Jahre 1900 vor die Assisen von T e r a m o, und gleichzeitig kamen die Verbrechen der hohen Gefängnisbeamten vor die Assisen der öffentlichen Meinung: ES tvurde bekannt, daß der damalige Direktor der Strafanstalt von Santo Stefano, Angelelli, Acciarito durch die falsche Aussicht auf Begnadigung und durch lügenhafte Briefe bewogen hatte, seine sogenannten„Eni- hüllungeu" zu machen. Acciarito, der erst während der Verhandlung erfuhr, wie furchtbar man mit ihm gespielt hatte, widerrief in einer ergreifenden Sitzung alle seine Aussagen und wandte sich mit wilder Anklage gegen den Direktor Angelelli. Die Geschworenen sprachen die fünf Anarchisten frei, und der Direktor Angelelli blieb unter der Anklage: in der von ihm geleiteten Strafanstalt die seelische Tortur angewandt zu haben. Die Generaldirektoren Cancvelli und Daria sagten unter ihrem Eide aus, nichts von den Machinationen gewußt zu haben, durch die Acciarito zum Reden ge- bracht worden war.— Nach diesem Prozeß mag der Direktor Angelelli wohl gedacht haben, er würde gute Karriere machen, weil er eS nicht nur verstanden hatte, Acciarito zum Reden, sondern auch sich selbst zum Schweigen zu bringen. Aber Angelelli machte nicht Karriere; er wurde sogar von einem Gefängnis zum anderen versetzt, mit Vor« liebe in Malariaorte, bis ihm die Sache zu bunt wurde. Da ver- öffentlichte er denn Dokumente, aus denen hervorging, daß er auf Befehl seines Vorgesetzten die ganze Sache inszeniert hatte. Das war bor zwei Jahren. ES wirbelte viel Staub auf, und Angelelli bekam den Abschied.— Nun strengte aber einer der von Acciarito als Mitschuldiger be- zeichneten Anarchisten. Diotallevi, einen Prozeß wegen falscher Anklage gegen die beiden Generaldirektoren, gegen Angelelli, Acciarito und dessen Mitgefangenen Petita an. Nach mehrjähriger Voruntersuchung ist jetzt gegen die fünf Angeklagten daS Verfahren einge stellt worden, Iveil die Elemente zur Anklage fehlen".— Der von der Staats- anwaltschaft angestrengte Prozeß wegen falscher Zeugenaussage wird als verjährt<10 Jahre!) niedergeschlagen, ebenso der Prozeß gegen die Generaldirektoren Daria und Canevelli wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt. Gegen diese beiden Herren wird aber die Er- öffnung des Hauptverfahrens beschloffen wegen Verleitung zu falscher Zeugenaussage. ES handelt sich um die Presstonen, die beide Generaldirektoren gegen ihren Untergebenen, den Direktor Angelelli, ausgeübt haben sollen, damit er vor den Assisen von Teramo sich allein als den Schuldigen an dem Lügenspiel mit Acciarito bezeichnete.— Dieser Prozeß, der die ganze Kette von Infamien wieder vor die Oeffentlichkeit bringen wird, soll im kommenden Herbst zu R o m verhandelt werden.—- Hua der Partei. Zwei GeoeraldMtoren der italienischen Strafanstalten unter Prozeß. Rom, 11. Juli.(Eig. Ber.) Gegen den früheren Generaldirektor der italienischen Gefäng- niffe, Giuseppe Canevelli. und gegen den jetzigen General- direktor A l e s s a n d r o D o r i a, ist das Hauptverfahren wegen Verleitung zufalscherZeugen aussage eröffnet worden. Dieser neueste Skandal ist eigentlich recht alt und wir haben bor Jahr und Tag schon Gelegenheit gehabt, uns mit ihm zu beschäftigen. Er geht zurück auf die moralische Tortur, der ein unglücklicher politischer Gefangener, Pietro Acciarito, im Zuchthause von Santo Stefano unterworfen worden ist. Pietro Acciarito hatte im Jahre 1897 ein Attentat anf Humbert I. unternommen, einen Versuch mit gänzlich ungeeigneten Mitteln, unternommen von einem Menschen, der sich durch langes Hungern im Zustande der Geistesstörung befand. Humbert L trug nicht einmal eine Schramme davon und Acciarito wurde zu lebenS- länglichem Zuchthans verurteilt, weil, wo eS sich um die Person deS Königs handelt, den Versuch ja dieselbe Strafe trifft, wie die vollendete Tat. Natürlich hatten die Polizeiseelen an e i n e m Opfer nicht genug: ein so dekoratives Verbrechen mußte mindestens ein halbes Ge- äugniS mit„Anarchisten" füllen! Also galt eS, Acciarito zu„Ge- ständniffen" zu bringen. Aber, womit lockt man einen, der vom Provinz Brandenburg. Am 15. Juli wird das Bureau des Verbandes sozial- demokratischer Wahlvereine für die Provinz Brandeichurg eröffnet. Die Adresse desselben ist: O t t o Wels, Branden» bnrger Provinzialsekretariat, Berlin LW. 68, Linden» stratze 69.(Telephon: Amt IV. Nr. S023.> Der Kampf um die rote Festung. In Jnsterburg haben die Partei und die freien Gewerkschaften seit Juni 1906 auf mehrere Jahre ein Versammlungslokal mit Ncbenräumlichkeiten gemietet und dort auch im Herbst vorigen Jahres den Provinzialparteitag für Ostpreußen abgehalten— zum großen Aerger der Behörden und der„staatSerhaltenden" Spieß, bürger. Dem Wirte dieses Lokals, der gewiß gehofft hatte, in ein paar Jahren durch die Arbeiter ein reicher Mann zu werden, verkehrten und verzehrten nun die Arbeiter außer den Versammlungen nicht genug. Daher trachtete er schon lange danach, die„roten Brüder' wieder loszuwerden. Wenn nur der Kontrakt nicht gewesen wäre! Schon vor dem 1. April d. I. hatte sich der Wirt mit Unter- stützuug der Polizei von der Militärbehörde die Gewißheit ber« schafft, daß, wenn er die Sozialdemokraten entferne, sofort der über sein Lokal verhängte Militärboykott aufgehoben werde und er auch lviedcr die ihm entzogene Tanzerlaubnis erhalte! Daraufhin wurde der Wirt dann am 1. April d. I. kontraktbrüchig und ließ in den von den Arbeiterorganisationen gemieteten Räumen keine Sitzungen noch Versammlungen mehr abhalten, trotzdem er bereits für ein Vierteljahr die Miete im Bstrage von 100 M. borauSgenom- m en hatte! Natürlich durften ein paar Tage darauf gleich wieder Militär und Beamte bei ihm verkehren und tanzen. Selbstverständlich klagte der als Mieter fungierende GeWerk» schaftssekretär gegen den kontraktbrüchigen Wirt auf Einhaltung seiner kontraktlichen Verpflichtungen. Er erzielte denn auch eine vorläufig vollstreckbare amtsgerichtliche Verfügung, nach welcher der Wirt angewiesen wurde, dem Mieter das Lokal bis zum Jahre 1909 zur Verfügung zu stellen. Das ließ den Wirt aber kalt. Er konnte sich nicht denken, daß eS auch für die Sozialdemokraten bürgerliche Rechte gibt. Die Mieter ließen jedoch nicht locker. Es wurde eine Vollstreckbarkeitserklärung erwirkt und gleichzeitig zu Sonntag den 30. Juni eine öffentliche Volksversammlung nach dem gesperrten Lokal einberufen. Merkwürdigerweise gelangte aber die durch eingeschriebenen Brief am 28. Juni bewirkte An- Meldung bis zum 30. Juni, dem Tage der geplanten Versammlung, nicht in die Hände des PolizetchefS von Jnsterburg. sondern nur liiS auf den Tisch eines unteren Polizeibeamten, weshalb die Ab- Haltung der Versammlung, weil«nicht rechtzeitig angemeldet", ver- boten wurde. Dieser sonderbare Zwischenfall machte die Genossen aber nur noch kampfeslustigcr. Mit der Vollstreckungsurkunde bewaffnet. suchten sie den zuständigen Gerichtsvollzieher auf, um den Zutritt zum Lokal eventuell mit Gewalt zu erzwingen. Am Nachmittag hatten sich einige hundert Versammlungsbesucher vor dem ver- schlossenen Lokal, über welches nun wieder der Militärboykott ver- hängt war, eingefunden, als Genosse Trilse und einige Vertrauens� leute in Begleitung deS Gerichtsvollziehers und zweier mit dem nötigen Einbruchswerkzeug versehener Schlosser zur Erstürmung der roten Festung anrückten. Drinnen standen hinter verschlossenen Türen der Wirt, sein erwachsener Sohn und andere Familienmitglieder— wie behauptet i»urde, mit geladenem Revolver bewaffnet— zur Verteidigung bereit. Aengstliche Gemüter sahen im Geiste schon zertrümmerte Fenster und Türen, sowie blutige Menschenleiber. Aber es kam anders. Als der Vollziehungsbeamte, dem auch mehrere Polizisten zur Verfügung standen, nach längerem gütlichen Zureden nun in bestimmter Weise auf die Folgen des Widerstandes gegen die Staatsgewalt hingewiesen hatte, kapitulierte die rebellische Gast- Wirtsfamilie und die Tore öffneten sich, um den draußen stehenden „Feind" hereinzulassen. Eine Versammlung konnte nun zwar nicht abgehalten werden, aber man unterhielt sich eine Stunde lang über die gegenwärtigen und kommenden Ereignisse. Und da der Wirt auf Befragen erklärte, auch für die Folge nur der G e- w a I t weichen zu wollen und freiwillig sein Lokal nicht her- zugeben, wurde von feiten der Arbeiter nicht e i n Glas Bier, nicht ein einziger Schnaps getrunken: Wirt und Wirtin standen be- schäftigungsloS hinter den Büfetts. Für die folgende Woche sowie für den nächsten Sonntag wurden nun wieder Versammlungen arrangiert und der Boykott über die Getränke des Lokals verschärft und der Wirt— ergab ficht Er erklärte nun, den Vertrag einhalten zu wollen, und setzte der Ab- Haltung von Versammlungen und Sitzungen keinen Widerstand mehr entgegen. Jetzt sind die Genossen in Jnsterburg darauf gespannt, was für neue Hindernisse ihnen von behördlicher Seile in den Weg gelegt werden._ Eine ausgezeichnete Organisation haben die Augsburger Parteigenossen in letzter Zeit geschaffen mit dem Erfolge, daß sich nicht nur die Kasienverhältnisse besserten, sondern auch die Mitglieder- zahl ganz bedeutend wuchs. Der Organisator ist ein Parteigenosse. der früher als Vizefeldwebel im Bureau des General- st a b e s tätig war und seine Arbeitskraft jetzt der Sozialdemokratie im Interesse der Völker- Verbrüderung zur Verfugung stellt. Deutscher Arbeiterverein Basel, 1832 bi» 1907. Der Verein feiert demnächst sein 7Sjähriges Jubiläum. AuS bkesem Anlaß hat sein Mitglied Genosse Herb eine S6 Seiten um- fassende Festschrift veröffentlicht, die als ein Beitrag zur Geschichte der Arberterbewegung bezeichnet werden darf. Besonders be- merkenswert sind die aktenmäßigen Mitteilungen über die Ver- folgungen, denen die Vereine der ausländischen Arbeiter und die Arbeiter als Einzelpersonen in der Schweiz seitens der Be- Hörden ausgesetzt waren. Es sind danach die heute immer wieder- kehrenden Verfolgungen und Ausweisungen gar nichts Neues, son- . dern nur die Fortführung jener engherzigen, liebedienerischen Politik der Schweiz gegenüber dem Ausland, die im vorigen Jahre mit den Massenausweisungen streikender Arbeiter und mit der Ausweisung unseres Genossen Hauth aus dem Kanton Zürich ihren Höhepunkt erreickte. Eme der schmählichsten Handlungen der schweizerischen Reaktion war die Auflösung von 16 deutschen Arbeitervereinen und die Aus- Weisung ihrer zirka 606 Mitglieder aus der Schweiz im Jahre 1350, von welcher Maßregel auch der Basler Verein betroffen wurde. Ferner die Auslieferung der gedruckten List« der Ausgewiesenen. die meistens Süddeutsche, namentlich Badenser, waren, an die badische Regierung, die dann ihrerseits selbstverständlich den anderen deutschen Regierungen ihre ausgewiesenen„Untertanen" denunzierte. Die preußische Regierung verbot damals den Handwerksburschen das Wandern in der Schweiz, und der berüchtigte Bundestag in Frankfurt a. M. verfügte dies gleich für alle deutschen Hand- Werksburschen l Die Festschrift behandelt auch die Zeit des Sozialistengesetzes ziemlich eingehend, während welcher Basel ja eine der Zentral» stellen für den„Export" des Züricher„Sozialdemokrat" war. Ter Basler Arbeiterverein hat eine wcchselvolle Geschichte hinter sich. Seit Jahrzehnten aber steht er auf s o z i a l d e m o. k r a t i s ch e m Boden und ist er bestrebt, unsere Sache zu fördern. (Die Festschrift kann übrigens vom deutschen Arbeiterverein in Basel zum Preise von b0 CtS. bezogen werden.) Wieder ein sozialdemolratischer BezirtSrichter in der Schweiz. Schasshausen ist Genosse Hermann Schlatter, Redakteur des ozialdemolratischen„Echo vom RheinsaU", ohne Gegenkandidaten nnt 1859 Stimmen in das Bezirksgericht gewählt worden. Da« Amt wird mit 1269 Frank jährlich honoriert. Schlatter wird nach wie vor Redakteur des sozialdemokratischen Tageblattes bleiben. poUreillcbeo, Oericbtlicheo ulw. Die Presse vor der RevisionSinstanz. Durch Genossen Deisel, Verantwortlichen Redakteur der„Beraischen Arbeiterstimme", soll ein Amtsrichter in einem Artikel.Fürsorgeerziehung" beleidigt s«in. Die Beleidigung wird erblickt in dem Vorwurf, daS Amtsgericht habe in einer bestimmten Sache Uebergriffe begangen. Zwar wurde dem Genossen Deisel an sich der Schutz deS§ 103 zugebilligt, aber—(o dieses famose„aber") er soll in der Wahr- nchmung der Interessen über den Schutz dieses Paragraphen hin- ausgegangen sein! Deisel wurde, nachdem ihn dasselbe Gericht schon vorher wegen einer anderen Sache zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt hatte, zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten und drei Wochen Gefängnis verurteilt. Seine Revision verwarf der 5. Strafsenat des Reichsgerichts.— ein Mcber tag Im Parlament. London, 10. Juli.(Eig. Ber.) Der 9. Juli war wohl der kritischste Tag für die liberale Re- glerung in dieser Session. Es war dies der Tag für die Kam- missionsberatung der Budgetvorlage, und nach altem Brauch bildet das ganze Parlament die„Kommission". Bereits ver- gangene Woche hatten die Whips(Einpeitscher) der Regierung eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. Die in diesem Parlament äußerst schwache Gruppe der Konservativen— die Partei der Schutzzöllner — hatte der Regierung eine Falle gestellt: sie kündigte an, daß sie bei der Kommissionsberatung des Budgets die Beseitigung des Zuckerzolls beantragen würde. Und die Ankündigung dieses An- trage? hatte„die Regierung des Freihandels" in Gefahr gebracht! Wir wollen gleich bemerken, daß„die stärkste liberale Regierung der modernen Zeit" schließlich von der Niederlage verschont blieb: Die Majorität zur Beibehaltung des Zuckerzolls betrug 137 Stimmen!(Für A b scha f f u n g dieser Steuer sttmmten nur 175.) Trotzdem die große Majorität, welche die Regierung erhielt, dem Uneingeweihten in keiner Weise verrät, daß die Situation für die Regierung äußerst gefährlich war, so war die Gefahr doch vorhanden, und es wird deshalb notwendig sein, die Lage in kurzen Worten zu schildern. Die letzten Jahre konservativer Regierung hatten dem eng- tischen Volke überaus schwere Lasten auferlegt. Der Burenkrieg verteuerte daS Brot, den Tee, Zucker, Kohlen usw. Die Kriegs- steuern lasteten auf der großen Masse der Arbeiterbevölkerung um so schwerer, als England im Jahre 1901 von einer großen industriellen Krisis heimgesucht wurde, durch welche die Arbeitslosig- keit ganz riesenhafte Dimensionen annahm. In dieser Zeit der wirtschaftlichen und politischen Depression hatte die liberale Dema- gogie leichtes Spiel: Alles Unheil war ein Produtt des konser- vativen Regimes: der Krieg, die wirtschaftliche KrisiS, die Arbeitslosigkeit und Armut. ES brauchte nur eine liberale Re- gierung ans Ruder zu kommen, und alle Kriegssteuern würden verschwinden! Der Arbeiter würde dann wieder einen„kree breslc- iesst table"(einen„unentgeltlichen" FrühstückStisch) erhalten, soll heißen: daß die Lebensmittel von allen Steuern befreit werden würden. In unzähligen Versammlungen verpflichteten sich vor allen Dingen die liberalen Kandidaten, daß sie es als ihre nächste Aufgabe betrachten würden, für die Beseitigung der Zuckersteuer einzutreten. Dieses„Lleckge"(Versprechen) gerade spielte in der Budgetdebatte der letzten Tage die Hauptrolle. Die Konservativen schlugen Kapital daraus, indem sie hervorhoben: wenigstens 150 Kandidaten hätten sich bei der Wahl verpflichtet, für die Beseitigung der Zuckersteuer zu stimmen! Im ersten Jahre liberaler Regierung konnte man billigerweise noch keine tiefgreifenden Reformen vom liberalen Finanz- minister erwarten, da er ja zuerst nur das Material seines Vor- gängcrs zusammenstellen und dem Lande präsentieren konnte. Darauf aber war der Finanzminister frei von allen Rücksichten; eS lag ihm die Pflicht ob, der Nation ein liberales Budget zu präsentieren und zu beweisen, daß es der liberalen Regierung ernsthaft darum zu tun ist, die sozialen Gegensätze wenn auch nicht zu beseitigen, so doch wenigstens zu mildern. Aber die liberale Partei ist diesen Beweis bis jetzt schuldig geblieben! Sie ist auf dem besten Wege, im alten Schlendrian weiter zu wursteln. Gewiß enthält das Budget in diesem Jahre bedeutende Re» formen, aber diese entlasten nicht die Schultern des armen Volkes. Das Budget entlastet wohl Steuerzahler, die ein Ein- kommen bis zu 40 006 M. haben, und zwar mit 30 Pf. für je 20 M. Steuern, aber die Regierung ist nicht imstande, die Zuckersteuer von 6 Millionen Pfund Sterling auch nur halb zu reduzieren, trotz- dem wir augenblicklich in einer Zeit der höchsten wirtschaftlichen Prosperität leben! Nun ist aber Zucker einer der größten Konsum- artikel des englischen Volkes, welches ja sehr viel Tee gebraucht. Wie ein Abgeordneter in der Debatte mitteilte, bettägt der Zucker- konsum der Arbeiterbevölkerung mit einem Einkommen von 25 Schilling nach Berechnungen, welche die Regierung in einem Blaubuch veröffentlicht hat, 8% Pfund pro Woche I Die Regierung versuchte, ihren Standpunkt zu verteidigen mit dem Hinweis auf das System der Altersversicherung, die fürs nächste Jahr versprochen worden ist. Die Vertreter der Arbeiterpartei wiesen aber diese Art Bauernfang konsequent und schroff zurück. Philipp Snowden protestierte im Namen der Ar- beiterpartei dagegen, daß die Basis der kommenden Altersversiche- rung durch eine indirekte Lebensmittelsteuer geschaffen werden soll. Eine Altersversicherung, auf einem solchen System aufgebaut, so sagte er, biete nicht die geringste Stühe für die Arbeiterbevölkerung. Die Masse der liberalen Vertreter stimmte zwar mit der Re- gierung, nachdem ein großer Teil derselben die Hoffnung aus- gesprochen hatte, daß die Regierung die Steuer wenig st enS im nächsten Jahre beseitigen werde. Andere verlangten ein definitives Versprechen, das aber nicht direkt von der Regierung gegeben wurde So sind die liberalen Steuerreformen denn für ein Jahr ver- tagt! Das Problem der Altersversicherung ist jedenfalls sehr brennend, und es ist klar, daß im nächsten Jahr der Anfang gemacht werden muß. Vorläufig weih man noch nicht, wie die Frage endgültig gelöst werden wird. Mit Sicherheit kann man aber jetzt schon behaupten, daß die Altersversicherung in Großbritannien himmelweit verschieden sein wird von dem so viel gepriesenen Ver- sicherungssystem des Deutschen Reiches, indem der englische Staat die gescunten Kosten tragen wird. Dann aber ist es auch so gut wie ausgeschlossen, daß das Verwaltungssystem auf einem so fabel- hast viel Geld verschlingenden burcaukrattschen Apparat aufgebaut werden wird, wie das, auf welchem in Deutschland nun einmal all solche Sachen beruhen. Lo�iales. (Siehe auch 2. Beilage.) Ungültige Arbritcrschul'verordnung. Für ungültig erklärte da« Kammergericht dieser Tage die für Franliurt am Main erlastene Polizeiverordnung vom 1. Mai 1901, welche die Verhütung von Unfällen bei baulichen Arbeiten zum Zwecke hat. Die angeklagten Bauunternehmer Schmidt und Brand wurden fteigesprochen. DaS Kammergericht ging von folgenden Erwägungen aus: Wenn auch einige der Schutzvorschriften daS gesamte Publikum im Auge habe, so dienten doch wieder andere lediglich dem Schutze der beteiligten Bau- arbeiter. Damit handelte es sich aber um eine Polizeiverordnung im Sinne des§ 120« der Gewerbeordnung, vor deren Erlasse den Vorständen der beteiligten BcrufSgenossenschaften oder Genossen« schaftSsektionen Gelegenheit zu einer gutachtlichen Aeußerung zu geben ist. Wo aber für daS rechtliche Zustandekommen einer Polizeiverordnung die Erfüllung gewisser Voraussetzungen vor- geschrieben ist, da müsse a u S dem Texte der Verordnung, um diese gültig zu machen, die Erfüllung jener Voraussetzung hervorgehen. Die Verordnung vom 1. Mai 1901 lasse aber nicht erkennen, ob der Vorstand der Berufsgenossenschaft vor dem Erlaß gehört worden sei. Deshalb ihre Un» gültigkeit.__ Sind Ttreikunterstützungen steuerpflichtig? Ueber die obige Frage geht zurzeit eine Notiz durch die Presse, wonach das sächsische Finanzministerium entschieden hat, daß Streikunterstützungen nach§ 19 Ziffer 3 des dortigen Einkommen- steuergesetzeö nicht einkommensteuerpflichtig seien, da der Empfän- ger auf sie kein einklagbares Recht besitze. Diese Entscheidung stützt sich nur auf die in Betracht kommende sächsische Rechtsnorm. Für Preußen stellt ß 7 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Mai 1891 fest, daß als steuerpflichtiges Einkommen die JahreSeiniünfte auS Kapitalvermögen, Grundvermögen, Handel und Gewerbe, aus gewinnbringender Beschäftigung, sowie aus Rechten auf periodische Hebungen und Vorteile jeder Art zu gelten haben. In Lite- ratur und Rechtsprechung ist unbestritten, daß nach dieser Vor- schrift die nicht aus einer dieser Quellen entspringenden Einkünfte kein steuerbares Einkommen bilden. Da ein Recht aus Streik- Unterstützung aber nicht besteht, würde für den Herrschaftsbereich des vreußischen Einkommensteuergesetzes sonach dasselbe zu gelten haben, was für Sachsen durch die ministerielle Entscheidung an« erkannt ist. Auch das neue württembergische Einkommen- steuergesetz erklärt in dem hier in Betracht kommenden Artikel 6 fiir steuerpflichtig das Einkommen„aus Dienst- oder Arbeitsver- bältnissen.... sowie aus Rechten auf wiederkehrende Bezüge und Vorteile irgend welcher Art...." Ein Einkommen aus dem Ar- beitsverhältnis ist die Streikunterstützung zweifellos nicht, da sie nicht aus dem Arbeitsverhältnis entspringt und für ein solches ge- währt wird, sondern gerade im Gegenteil mit Rücksicht auf die er- folgte Lösung und das Nichtbestehen eines Arbeitsverhältnisses und für die Dauer des Nichtbestehens bezahlt wird; auch hier könnte die Streikunterstützung somit nur besteuert werden, wenn sie sich als klagbares Recht aus einen wiederkehrenden Bezug darstellt. Da dies im allgemeinen nicht der Fall, bleibt sie auch in Württemberg einkommenssteuerfrei. ES darf dies um so mehr angenommen werden, als bei Beratung des Einkommensteuergesetzes in der Ab- geordnetenkammer sogar erklärt wurde, selbst die öffentlichen auf Grund des Unterstützungswohnsitzgesetzes usw. gewährten Armen- Unterstützungen, aus die doch ein gesetzlicher Anspruch besteht, ge- hörten nicht zu jenen steuerpflichtigen Rechten auf wiederkehrende Bezüge. Ebenso liegt es nach der badischen Gesetzgebung:§ 2 deS Einkommensteuergesetzes vom 20. Juni 1884 in seiner dermalen geltenden Fassung bezeichnet als steuerbar u. a. das Einkommen auS einem öffentlichen oder privaten Dienstverhältnis... aus Kapitalvermögen, Renten und anderen derartigen Bezügen. Daß die Streikunterstützung nicht als aus einem Dienstverhältnis bezogen angesehen werden kann, ist bereits oben bei Besprechung der württembcrgischen Gesetzgebung ausgeführt; aber auch unter den Ausdruck„andere derartige Bezüge" wird man sie nicht wobl bringen können, da hier wohl mehr an rentenähnliche Bezüge, also auf längere Zeit regelmäßig und ohne Rücksicht auf Verhältnisse, wie sie bei der Streikunterstützung vorliegen, fällige Einnahmen gedacht ist. Am weitgehendsten ist der Begriff des steuerpflichtigen Einkommens in Hessen. Nach Artikel 13 deS Einkommensteuergesetzes gehören zum Einkommen alle Enkünfte aus dem Ertrag gesetzeS gehören zum Einkommen alle Einkünfte aus dem Ertrag das Einkommen erhöhende Vorteile jeder Art. Zu den letzteren könnten auch die während eines Streiks gezahlten Unterstützungen gerechnet werden, und da nach dem hessischen Gesetz das Bestehen eines Rechts anspruchs auf derartige Vorteile nicht Voraussetzung ihrer Steuerpflichtigkeit ist, so ist die Möglichkeit, Streikunter- stützung in Hessen zur Steuer heranzuziehen, nicht ganz auSge» schlössen!__________ Hud Industrie und Handel« Mißernte in Rußland. Die russische Abteilung für Landwirtschaftsökonomie und -Statistik veröffentlicht nähere Angaben über den Saatenstand im Schwarzcrdegebiet am 23. Juni.„Unbefriedigend und schlecht" ist der Stand des WintergctreideS in den Gouvernements Wolhnien, Podolien, Bessarabien, Cherson(mit Ausnahme zweier Kreise) und Orel. Nach denselben offiziellen Angaben ist der Stand deS Winter- getreideS„mittelmäßig" in den Gouvernements Tschernigow und Kiew. Wie wenig jedoch diese Angaben, wie auch die jüngst veröffent- lichten Angaben deS zentralstattstischen AmteS den wahren Sach. verhalt wiedergeben, ist aus folgendem ersichtlich. Der ultrareaktto- näre„Kiewljcmin" schildert die Ernteaussichten im Gouvernement Kiew weit anders, als die offiziellen Korrespondenten der Behörden: „Nach vollkommen genauen Angaben"— schreibt das Blatt am 28. Juni—„kann der Winterweizen als vollkommen verloren gelten; in einem kleinen Teil ist nicht mehr als 10 Prag. deS» selben erhalten geblieben." Nach den Angaben desselben Blatte? steht der Roggen verhältnismäßig besser, doch kann auch hier»besten- falls nicht mehr als die Hälfte einer mittleren Ernte erwartet werden". Die offiziellen Berichte sprechen von einer„mittel- mäßigen" Ernte im Gouvernement Kiew. Wie muß eS also erst in den Gouvernements aussehen, in welchen der Getreidestand als „unter mittelmaßig" und„schlecht" qualifiziert wotzden ist? WelthandelSflotte. Der„Berliner Börsen-Courier" veröffent» licht eine Zusammenstellung deS Tonnengehalts der Handelsflotte der größeren schiffahrttreibenden Nationen, die unsere gestrigen Mitteilungen in einigen Beziehungen ergänzt. Die Tabelle be- rücksichtigt auch die Dampfer und Segler kleinerer Dimension. die in den meisten Statistiken unbeachtet bleiben. Die Vergleichs- zahlen sind Frühjahr 1907 und Frühjahr 1906: Flagge 1. Großbritannien 2. Deutsches Reich 3. Ver. Staaten v. Nordamerika.. 4. Frankreich.... 5. Norwegen... 6. Japan...... 7. Italien..... 8. Holland..... 9. Rußland... t. 10. Schweden.... 11. Oesterreich-Ung. 12. Spanien..... 13. Dänemark... 14. Griechenland.. Brüsseler Zuckerkenventien. Die belgische Regierung hat an die Regierungen der Signatarmächte der Brüsseler Konvention die Aufforderung gerichtet, sie davon in Kenntnis zu setzen, ob ihnen der 25. Juli als Zeitpunkt für den erneuten Zusammentritt der permanenten Zuckerkommission genehm sei, die während ihrer Tagung die Frage erörtern soll, ob die von den englischen Delc- gierten auf der Juniversammlung zum Ausdruck gebrachten Wünsche annehmbar seien. Rußlands Vranniweinproduktion. Rußland hat unter allen Ländern die höchste Spiritusproduktion. In der Kampagne 1905/06 wurden 91 043 536 Wedro(1 Wcdro— 12,3 Liter) Branntwein zu 40 Proz. erzeugt. Verkauft wurden 1905 in 65 Gouvernements und 10 Gebieten, wo das Monopol bestand, 75 037 174 Wedro zu 40 Proz., im Jahre vorher um 4 725 496 Wedro weniger. Die Bruttoeinnahmen beliefen sich 1905 auf 612 487 890 Rubel und die Nettoeinnahmen auf 443 253 011 Rudel, gegen 1904 um 56 599 863 Rubel mehr. Der Durchschnittsverbrauch pro Kopf in gewöhnlicher Verkaufsware betrug 0,567 Wedro oder etwa 11 F l a s ch e n z u'/« W e d r o. Pariser Handel. Nach den statistischen Angaben ver Zivil- behörden betrug der Wert der Einfuhr in den ersten 6 Monaten deS Jahres 1907 3 094 133 000 Franks gegen 2 848 713 000 Franks im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Wert der Ausjuhr be- lies sich auf 2 760 595 000, bezw. 2 523 934 000 Franks. ClnAegZingene DrutrUfchrlften. Sozialdemokratie und antikirchliche Propaganda. Ein erweltetter Vortrag von H. Wendel. Preis 20 Ps.— Patriotismus»iid Sozial- demokraiie von Karl Kautskh. Preis 20 Ps. Verlag: Leipziger Buch- druckerei 91,.®. in Leipzig. Tauchaerstr. 19—21. Die Reform des Heilverfahrens in der Kranken-, Unfall« und In- validenverstcherrma als organische Verbindung zwischen Krankenkassen, BerusSgenossenschasten und LandeSoersicherungSanstalien. Von A. Schwank. 3.50 M. Verlag: P. Neubner, Köln a. Rb. 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Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Nirdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW. Nr. 162. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soziales. Zur Leutenot im Oderbruch. Von einem Landarbeiter wird uns geschrieben: nicht. So steht's mit den guten patriarchalischen Arbeitsverhält issen in der Landwirtschaft". Da, wo halbwegs anständige Behandlung und Löhnung ist, finden sich heimische Arbeiter in Hülle und Fülle. Mögen diese doch endlich in größerer Anzahl wie bislang den Organisationen beitreten! Jugendliche Arbeiter. Sonntag, 14. Juli 1907. dann müßten sich die gesetzgebenden Körperschaften schon ent schließen, den von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wiederholt gestellten Anträgen Folge zu leisten. So lange das nicht geschicht, wird an eine nennenswerte Abnahme der Kinderarbeit nicht zu denken sein, zumal die Strafen für Zuwiderhandlungen gegen das Gesez äußerst gering sind und die Kontrolle über die Durchführung unteren Verwaltungsbehörden überlassen ist, denen vielfach die hierzu erforderlichen Kenntnisse abgehen und denen nicht hinlänglich flar gemacht ist, daß das Gesek die Kinder gegen Ausbeutung schüßen, nicht aber den Unternehmern billige Arbeitsfräfte sichern soll. Dies er In vergangener Woche konnte man in den bürgerlichen Blättern der Provinz Brandenburg lesen, daß in Sachsendorf auf Eine Zunahme der Zahl der jugendlichen Arbeiter in Preußen dem Gute des Herrn Amtsrat Schmelzer 60 russische Schnitter wird in fast allen Berichten der Kreisärzte konstatiert. Im ganzen rebelliert hätten. Sie hätten maßlose Lohnforderungen gestellt waren im Jahre 1905 in Preußen in Fabriken und diesen gleich und man sei gezwungen gewesen, die Gendarmerie zu holen. Diese gestellten Anlagen 132 597 jugendliche männliche Arbeiter von 14 Unterliegen Militärkonzerte der Luftbarkeitssteuer? hätte alle Mühe gehabt, die russischen Schnitter zu beruhigen und bis 16 Jahren gegen 124 305 im Jahre 1904 und 69 054 weibliche Ein Gastwirt B. aus dem Rheinland war auf Grund der ört dieselben fortzubringen. Wie sieht es aber auf den Gütern des gegen 65 392 im Jahre 1904 beschäftigt, außerdem 1509 Knaben Herrn Amtsrat in Wahrheit aus? Auf dem Rittergut Hadnow, und 843 Mädchen unter 14 Jahren. Arbeiterinnen im Alter von lichen Steuerordnung für neun Militärkonzerte mit 90 M. zur Lustwelches demselben Herrn gehört, waren im Anfang April zirka 16-21 Jahren waren 214 571( gegen 201 044 im Vorjahre) vor- barkeitssteuer herangezogen worden. B. focht die Besteuerung an, 70 russische Schnitter. Mitte Juni nur noch 20-25: die anderen handen. Berstöße gegen die Schutzgesetze und Verordnungen für weil es sich um Darbietungen handle, bei denen ein höheres Kunstfind alle fortgelaufen, weil sie zu wenig verdienten. Wer die Ver- jugendliche Arbeiter und Kinder wurden von den Aufsichtsbeamten interesse obwalte. Der Bezirksausschuß erkannte auf hältnisse kennt, wundert sich darüber nicht. Die russischen Arbeiter in 2135 Fällen, Verstöße gegen die Vorschriften über die Beschäfti- abweisung der Klage, weil vorliegend Luftbarkeiten von stehen in demselben Affordlohn wie die deutschen. Der Afford- gungsdauer von Kindern in 476 Fällen ermittelt; bestraft wurden höherem Kunstinteresse nicht in Frage fämen. Mögen auch Militärfapellen John wird wie folgt berechnet: Wenn z. B. 40 Leute in Afford 1291 Personen. befähigt sein, bei Musikaufführungen darzubieten, Im einzelnen ist zu bemerken, daß in Berlin die Zahl der in denen ein höheres Interesse der Kunst obwalte, so könne a Person 2 M. und 40 Leute in Tagelohn a Person 1,60 m. verdienen, so nimmt man den Akkordarbeitern 20 Pf. ab und legt der Heimarbeit tätigen Kinder sehr groß zu sein scheint und daß vorliegend von Mufitaufführungen, bei denen ein höheres sie den Tagelohnarbeitern zu, so daß alle auf den gleichmäßigen ihre Kraft teilweise über Gebühr in Anspruch genommen wird. Kunstinteresse obwalte, nicht die Rede sein, weil die Konzerte Lohn von 1,80 m. kommen. Nun find etwa 100 russische Schnitter ließ sich in einzelnen Fällen nachweisen, daß Kinder unter in einem Gartenlokal stattfanden, wo die Leute hin und her gingen auf den beiden Gütern Sachsendorf und Hadnom kontraftbrüchig 12 Jahren, sogar unter 10 Jahren, regelmäßig für Dritte be- und an den Tischen Bier tranfen. Diese Entscheidung focht B. durch geworden. Jeder dieser Leute hatte eine Kaution in der Höhe bis schäftigt wurden und täglich 8, in den Ferien" sogar 10 Stunden Revision beim Oberverwaltungsgericht an. 20 M. stellen müssen. Das bedeutet für die Gutskaffe einen Be- arbeiten mußten. Im Regierungsbezirk Potsdam ist die Zahl der klärte die Revision für unbegründet. Zu den Lustbarkeiten gehören trag von 2000 m., welcher angeblich zur Bestreitung der Kosten jugendlichen Arbeiter etwas gestiegen, relativ aber dieselbe ge- nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts alle Veranstaltungen, welche bei Beschaffung der Leute verwendet wird. Oft wird gegenüber blieben. Die meisten werden bei der Metall- und Holzbearbeitung nach Absicht des Veranstaltenden dazu bestimmt und geeignet sind, dem Vorwurf über Beschäftigung so vieler Ausländer erklärt: ja, beschäftigt. Es wurden 36 schulpflichtige Kinder in Fabriken bei zu ergößen und zu unterhalten. Es sei nicht rechtsirrtümlich, wenn wenn wir im eigenen Lande genug Leute in der Landwirtschaft der Arbeit angetroffen, davon 26 in Ziegeleien. Im Regierungs- der Bezirksausschuß aus den Umständen, insbesondere der Unruhe Aus dem Kreise der Leute im Konzertgarten folgere, daß vorliegend ein höheres betämen, so würden wir keine Ausländer holen. Woran liegt es bezirk Breslau erfolgten 51 Bestrafungen. aber, daß z. B. auf dem Gute Hacknom nicht genügend hiesige Nimptsch wird berichtet, daß die jugendlichen Arbeiter bei den Kunstinteresse nicht zur Geltung kommen konnte. Leute zu beschaffen sind? Nur ein paar Punkte über die elende Lage Erntearbeiten besonders seitens der Rübenindustriellen mißbraucht der Landarbeiter, die von den Konservativen als patriarchalische verden. Auch im Regierungsbezirk Hildesheim hat die Zahl der bezeichnet werde, mögen Erwähnung finden. Das Trinkwasser in der Maschinenindustrie und in den Rohzuderfabriken beschäf sieht, wenn es aus dem Brunnen kommt, schön flar aus: nach tigten jugendlichen Arbeiter auffallend zugenommen; ungeeignete Wie man sich in Halle bei Submissionen„ einigt", wurde durch 1 bis 2 Stunden ist es ganz schmutzig- gelb mit einer dicken Haut Beschäftigung jugendlicher Arbeiter wurde in 9 Fällen beseitigt. darüber und stinkt aus dem Eimer heraus. Die Kranten Im Regierungsbezirk Osnabrück waren von den Arbeitern nicht eine Privatflage des Obermeisters der Steinfegerinning Reinig versorgung ist miserabel. Ein deutscher Schnitter betam starten weniger als 7,8 Proz. 1751 jugendliche. Im Regierungsbegirt gegen den Steinfegmeister Wegener vor dem Schöffengericht am Gelentrheumatismus, so daß er nicht gehen noch stehen konnte. Münster hat die Zahl der jugendlichen Arbeiter gleichfalls zuge- Freitag aufgedeckt. Als die Bostverwaltung bei der Vergebung von Er wurde mit einem Ochsengespann zum Arzt im Nachbardorfe nommen, besonders in der Textil- und Konfettionsindustrie; auch Kabel und Erdarbeiten fünf Meister und den Obermeister zur gefahren. Derselbe verschrieb eine Einreibung. Die Apotheke be- die Zahl der Kinder ist um 42 gestiegen. Aehnlich im Regierungs- Submission herangezogen hatte,„ berständigten" sich die Meister findet sich in einem anderen Dorfe. Man fuhr trotz der großen bezirk Minden, wo sich fast in allen Betrieben die jugendlichen Ar- dahingehend: der Obermeister gibt das niedrigste Angebot ab, die Schmerzen des Kranken nicht sofort vom Arzt zur Apotheke. Erst beiter vermehrt haben; abgenommen haben sie nur in den anderen fünf fordern höhere Beträge; der Obermeister erhält die Arbeit und zahlt jedem der Höherbietenden dafür eine Entschädigung“ abends, als die Arbeitskollegen des Erkrankten um 8 Uhr in die Spinnereien. Meister Wegener, der gar nicht berücksichtigt worden 8war egiftiert ein Gefeß gegen die Ausnußung kindlicher von 300 M. Schnittertaserne kamen, jagte ein Kollege auf dem Rade nach der so lange ersehnten Einreibung. Der Krante lag während dieser Zeit| Arbeitskraft in Deutschland. Aber dies Gesetz macht einmal halt war, hatte das unlautere Manöver dem Telegraphen- Direttor hinterauf seinem Strohlager, vor Schmerz wie ein kleines Kind weinend. vor der Landwirtschaft und dem Gesindedienst. Es ist ferner in- bracht und dabei gesagt, Reinis habe auch ihm 500 m. geboten, sofern nicht weitgehend genug, als es die Beschäftigung der Kinder damit er ihn nicht unterbiete. Dies war nicht richtig und Wegener Eine Stunde später kam der Kollege aus der Apotheke mit der Nachricht, daß der Apotheker an die Schnitter des Herrn Amtsrats bei fremden Arbeitgebern mit Vollendung des 12. Lebensjahres wurde deshalb wegen Verleumdung mit 30 Mart bestraft. keine Medikamente ohne Geld verabfolgt. Denn der Herr Amtsrat und bei den Eltern sogar mit Vollendung des 10. Lebensjahres Wegeners Verteidiger bezeichnete aber das Verfahren der Subgibt nur den Doktor frei, und auch dann nur, wenn es die Kranken- gestattet, und es hat schließlich durchaus unzulängliche Kontroll- mittenten als Betrug. Die Postverwaltung sei dadurch übers Dhr schwester, welche in Sachsendorf stationiert ist, für nötig befindet, borschriften. Mit Recht wird in dem Bericht aus dem Regierungs- gehauen worden; der Obermeister fönne ja selbst gegen fich Anzeige daß der Kranke überhaupt in ärztliche Behandlung fommt. bezirk Potsdam darüber geflagt, daß die Durchführung des Gesetzes erstatten. Der Vertreter des Obermeisters entgegnete, das Verfahren Medikamente aus der Apotheke zahlt er nicht. Es wurden von infolge der Schwierigkeit der Kontrolle noch viel zu wünschen übrig bei Submissionen sei hier so üblich". mitleidigen Arbeitskollegen dem Kranken aus ihrer eigenen Haus- läßt. apotheke Einreibungen gegeben, damit der Krante wenigstens ettvas Erleichterung befam. Geld zum Kaufen von Medizin besaß er Soll die in gesundheitlicher, geistiger und sittlicher Hinsicht so gefährliche Kinderarbeit wirklich mit Erfolg bekämpft werden, Eine feine Submissionsblüte. Loden- Pelerinen Bester Schutz gegen Sturm und Regen. Wetterfeste, strapazierfähige Loden. Unentbehrlich auf See und Gebirge. Reichfaltige, glockenförmige Pelerinen. Mit und ohne Kapuze. 22.50 1816.50 14.129.8 Mk. Loden- Havelocks Loden- Anzüge Loden- Joppen Loden- Hüte Regen- Pelerinen 24, 18.- 1227-21-18.8-6-43,75 2.90 12, 9-66 M. M. 75 15 M. 2 M. 75 1M. PO M. 90 5 M. DILL Gummi- Mäntel- 90-18 M. 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Um zahlreiches Erscheinen ersucht 138/19 Die Ortsverwaltung. Luisenpark Wilmersdorf Wilhelmsaue 112. Heute: Elite- Freikonzert Ball. Jeden Mittwoch: Kaffeekochen und Freitanz. Kaffeeküche alle Tage geöffnet. Kegelbahnen. Erfrischend Durststillend! Die töftlichsten, erfrischendsten Limonaden, Brauselimonaden u. Fruchtsyrupe bereitet man unverfälscht nur bolle ſelbſt mittels der Noa's Frucht- Syrup- Extrakte, allein echten natürliche Aroma frischer Früchte enthaltend, vorrätig in Himbeer-, Kirsch-, Erdbeer-, Zitronen-, Pfirsich-, Waldmeister-, Apfelsinen-, Limetta etc., Preis p. Fl. 50 Pf. zur Herstellung von 4 Pfd. Frucht- Syrup, wovon sich das ganze Pfund fix u. fertig auf nur 25 Pf. stellt. Borzüglich zu Crême, Speisen, Puddings, Weißbier, Selters etc. Mit Buderwasser gemischt, ergibt 1 Fl. Extrakt, Preis 50 Pf., 15 Ltr. wunderbar erquidende Limonade. 1 Glas davon stellt sich auf nur 1 Pf., Brauselimonade auf nur 3 Pf. p. 10 Literflasche. Werto. illustr. 192 seit. Rezeptbuch 12. 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Antonstr. 48( früher Dertel ist von Oberhoff, Gerichtstraße, weil er bewilligte Ware verkaufte, gefündigt. Jetzt wird unbewilligte Ware dort verkauft.. Allensteinstr. 9, Gößwein. Barnimstr. 5, Legler. Beuffelstr. 45, Grethlein. Biesenthalerstr. 2, Mensing. Brüsselerstr. 48, Janned. Chodowidistr. 1, Müller. Danzigerstr. 8, Konrad. Drontheimerftr. 13, Barth. Fennftr. 51, Hanke. Gräfeftr. 67, Brendel. Hausburgstr. 26, Söder. Hochmeisterstr. 20.( Will, um die Jnnungsalmosen zu erhalten, im Borwärts" ausdrücklich als zurück. gezogen stehen.) Hochstädterstr. 23, Bahl. Langeftr. 21, Plenert. Mühlenstr. 51, Schön. Noftizstr. 49, Mörbe. Pappel- Allee 85, Dreßler. Strausbergerstr. 33, Schide. Strelitzerstr. 31, Scheunemann. Weinstr. 27, Legler. Bionstirchstr. 13, Bobel. Charlottenburg. Dandelmannstr. 12, Bark. Nixdorf. Fallstr. 21, Sujat.( Hat. diese Woche bewilligt, aber schon wieder zurückgezogen.) Steinmegstr. 131, Lorenz. Nummelsburg. Kantstr. 18, Mägdefrau. Gesperrt find ferner die Brotfabrit Wittler, Müllerstr. 33/34, und AUSSTELLUNGSHALLE die Großbäckerei Blottner. Der Brotfabrikant Wittler, der die Simonsbrotfabrik aufgekauft hat, versucht in einem Flugblatt seinen Wortbruch Wichtig für zu vertuschen. Spezialität Bruchleidende. Meine Bruchbänder mit u. ohne Feder, sowie meine Leibbinden sind die bestsitzenden u. verursachen keine Beschwerden. Außerd. empfehle mein Lager von Bettunterlagen, Gummistrümpfen, Suspensors, sowie sämtl. Ausspül- Apparate, Hygienische Schutzmittel. A. REICHE, Bandagist, Lieferant sämtl. Krankenkassen etc. Berlin C., Seydelstr. 15. Tel. I, 3256. Dr. med. Eckerman, homop. Arzt bish. Assist. d. Spez.- Arztes für Haut-, Harnleiden, Frauenleiden Dr. med. Schaper, Berlin, prakt. jetzt als Spezialarzt für Haut- und Harnleiden Frauenkrankheiten Berlin, Friedrichstraße 232 1, ( vis- a- vis Mark th.) 8-10, 2-6. ( Mont. 4-6), 8-9 ab., Sont. 10-4. Liste derjenigen Milch- n. Gemüsegeschäfte, " die nachweislich Ware von unbewilligten Bäckereien beziehen. Aderstr. 35, Selle. 79, Bittner. Anflamerstr. 6, Teresiak. 53, Döring. 56, Witte. Bergftr, 17, Zaspel. Beusselstr. 79, Seehof. Boyenstr. 45, Dier. Burgsdorfstraße( Ede Sparrstraße), Klikowski. Burgsdorfstraße( Ede Müllerstraße), Gunsch. Chorinerstr. 58, Vieillard. Ebertyftr. 38, Wiechmann. 55, Kleinau. Elisabeth- User 13, Ziebarth. Fehmarnstr. 1, Karbe. Fehrbellinerstr. 39, Klath. Fruchtstr. 36, Vogt. Gleimstr. 9a, Schmidt. Gropiusstr. 2, Wolf. Hagenauerstr. 12, Meyer. Hussitenstr. 18, Karl. 22, Stübbe. 68, Rücke. 69, Rinke. Schönste Hochwald- u. Jasmunderstr. 18a, Jordan. Landparzellen am 53562* Bahnhof Sadowa a. d. Straße nach Biesdorf 7 Minuten ab Bahnhof beginnend. R. 10 Mark an. Bünstigste Bahlungsbeding., Gasu. Wafferleitung. Auskunft im Sonnenbad, Reſtaurant Döbring, Erner, Gerlach in Neu- Sadowa und Restaurant Göze, Kaulsdorf. Nieschalke& Nitsche, Berlin C., Landsbergerstraße 66. 20, Friese. 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Lichtenberg. Frankfurter Chauffee 78, Flischke. Reinickendorf- West. Antonienstr. 42, Lutter. Wittestr. 7, Birr. Nixdorf. Cannerstr. 15, Martin. Neue Sobrechtstr. 62, Koch. Jägerftr. 55, Oswald. " 61, Ruhnke. 71, Knobelsdorf. Kaiser Friedrichstr. 9, Schickel. 2 Lessingstr. 22, Mangler. Prinz Handjerystr. 16, Walter. Nummelsourg- Vorhagen. Lenbachstr. 2, Hamann. Goethestr. 5, Bischof. Kantstr. 9, Taubert., Schöneberg. Gothenstr. 3, Ernst Wartenberg. Wir bitten die verehrlichen Hausfrauen und Konsumenten, die Kämpfenden Bäckergesellen dadurch wirksam zu unterſtüßen, daß sie ihre Ware nur aus Geschäften beziehen, die Brot und Backware von bewilligten Bäckereien entnehmen. 45/10 Die Lohukommission. Bureau: Auguststraße 36. F. A. III, 1243. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. 2 Dienstag, den 16. Juli 1907, abends 8½ Uhr: Versammlungen der sechs Berliner Wahlvereine. 1. Kreis. Dräsel, Neue Friedrichstraße Nr. 35. Tages- Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Ergänzungswahl zum Vorstande. 3. Wahl 4. Kreis.w Keller( Jnh. Freyer), Koppenstraße 29. Tages- Ordnung: 1. Der internationale Kongreß in Stuttgart. Referent: Genosse der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung Groß- Berlins am Heinrich Ströbel. 2. Beratung eventueller Anträge und Diskussion. 11. Auguſt. 4. Der internationale Kongreß in Stuttgart 18. bis 3. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes. 24. August. 5. Wahl des Delegierten. 6. Vereinsangelegenheiten. 2. Kreis. Bock- Brauerei, Am Tempelhofer Berg. Tages- Ordnung: 5. Kreis. Altes Schützenhaus, Linienstraße 5. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Kassierers. 2. Diskussion. 3. Der 1. Der internationale Kongreß. Referent: Genosse Georg Davidinternationale Kongreß in Stuttgart. Referent: Reichstagsabgeordneter sohn. 2. Diskussion. 3. Wahl des Delegierten. 4. Wahl der Delegierten Genuffe Richard Fischer. 4. Diskussion. 5. Wahl des Delegierten. zur Verbands- Generalversammlung Groß- Berlins. 5. Partei- und Vereins6. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 7. Verschiedenes. Angelegenheiten. 3. Kreis. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. Tages- Ordnung: 6. Kreis. Germania- Prachtfäle, Chauffeestraße 103. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Kassierers. 2. Der internationale 1. Der internationale Kongreß. Referent: Reichstagsabgeordneter Kongreß. Referent: Parteisekretär Genosse Hermann Müller. 3. Wahl Genosse Ledebour. 2. Diskussion und eventuelle Anträge. 3. Wahl des Delegierten. des Delegierten. 4. Verschiedenes. Zu allen Versammlungen legitimiert das Mitgliedsbuch des Wahlvereins! Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwarten Die Vorstände. Sozialdemokratifcher Rixdorf. Deuticher Buchbinderverband Wahlverein= Dienstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Hoppe, Hermannstraße Nr. 49: Zahlstelle Berlin. Bei ungünstigem Wetter findet unser Sommerfest ■ am 15. Jult in sämtlichen Sälen der Neuen Welt statt. Volks- Versammlung. Zages Drdnung: Unsere Afrikaner. Persönliche Eindrücke vom Peters- Prozeß. Referent: Genosse Kurt Eisner Nürnberg. Diskussion. Bahlreiches Erscheinen erwartet Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Der Vorstand.[ 235/ 7* Saalgeschäft, Dienstag, den 16. Juli, abends 6½, hr, in Voigts Ritterfälen, 150 Personen fassend, nebst Restau Ritterstr. 75: Versammlung aller in größerer Borort Berlins, freies, gutgehendes Lotal, Saal 650, Bereinszimmer 100, Garten ration, verbunden mit Deftillation und Stehbierhalle, umgehend wegen Strankheit der Frau anderweitig weiter zu verpachten. Alle Sonntage öffentlicher Tanz. Viele Vereinsvergnügen. Buchbindereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Selten günstiges Angebot. Grforber Zages Drdnung: 1. Bericht vom 10. Verbandstag in Nürnberg. 2. Erfakwahlen zur Agitationskommission. 3. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint in Massen in diesen Versammlungen, denn es ist Eure vornehmste Pflicht, dieselben zu besuchen. 24/9 Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 17. Juli, abends 8, 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Gemeinschaftliche 24/8 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. lich 7-8000 M. Offerten sub F. Z. 1911 ftatt. befördert Rudolf Mosse, Berlin SW. Zweigverein Berlin. Achtung! Sektion der Putzer. Putzer! Achtung! Am Mittwoch, den 17. Juli, abends 8 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirks- Sitzungen Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung, welche in den Bezirken bekanntgegeben wird, ist es Pfiicht eines jeden Kollegen, dort zu erscheinen. Die Obleute. 134/8 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Verband der Tapezierer. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Branchen- Versammlung Gruppe: Rabitzspanner. der Album- und Galanterie- Branche. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Verbandstag in Nürnberg. Referenten: Eugen Brückner und Fritz Freudenreich. 2. Distusfion. 3. Berschiedenes. Die Branchen- Vertrauensleute. Fr. Freudenreich. Max Schubert. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Zahlstelle Berlin. Bureau: Wahmannstr. 32a, Hof part. Telephon: Amt 7 Nr. 6920. Mittwoch, den 17. Juli, abends 8%, Uhr, im Lokal von Wilke, Brunnenstraße 188: Branchen- Verfammlung Mittwoch, den 17. Juli 1907, abends 8%, Uhr, bei Jannascht, Inselstraße 10: Mitglieder- Versammlung. Tages.Ordnung: 1. Bortrag. 2. Gewerkschaftliches. Zahlreichen Besuch erwartet 142/5 Der Gruppenvorstand. General- Versammlung ber Sterbekasse ehem. Pflugscher Arbeiter( Hetzelsche Kasse) am Sonntag, den 28. Juli 1907, vormittags 10 Uhr, in Wilkes Saal, Brunnenstraße Nr. 188. Tages Ordnung: aller in der mechanischen Leder- und Filzschuh- Juduftrie 1. Berlefung des Protokolls der Generalversammlung vom 27. Januar 1907. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 169/15 2. Raffenbericht für das erste Halbjahr 1907 und Bericht der Revisoren. 3. Fefisezung der Publikationsorgane für 1907/08. 4. Antrag des Borstandes betreffend Erhöhung des Sterbegeldes(§ 15). 5. Antrag der Revisoren betreffend Erhöhung der Remuneration auf 10 Broz. 6. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 293/ 3* 1. Bortrag. Gewerkschaften und Unternehmerverbände! Nef.: Sollege Hamacher. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Dtto Binfler. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth. Berlin- Rirdorf. Für den Inferatenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Sektion der Kleber. Mittwoch, den 17. Juli, abends 8 Uhr, bei Meyer, 178/12 Dranienstr. 103: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Bercinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. Die Verbandsleitung. Zentral- Krankenkasse de Tapezieren Filialen Berlins. Freitag, den 19. Juli 1907, abends 8%, Uhr: Quartals- Versammlungen. Filiale 1: Drantenstraße 103 bei Meher. 2: Elifabethkirchstraße 14 bei Döwer. 3: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 7). Zages Drdnung: 178/11 1. Staffenbericht vom zweiten Quartal. 2. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwarten Die Ortsverwaltungen, Von der Michaelbrücke! Hente Sonntag: Große Extrafahrt nach Schmöckwitz und Müggelwerder, bf. nahm. 2, Uhr. Preis ein fache Fahrt 50 Pf. Außerdem täglich mit Mufik nach Woltersdorfer Schleuse. Abf. früh 8%, u. nachm. 2, Uhr jowie Montag 10 Uhr nady Neue Mühle. Dienstag 91, u. 2, Uhr nach Schmöckwitz. Sin u. zurüd 50 Bf., auch Frühtour.[ 18406] G. Zachow, Reeder. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Br. 162. 24. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Charlottenburg. Die Genoffinnen und Genossen werden noch. mals auf die morgen( Montag) abend 8 Uhr im Volkshause statt. findenden Volksversammlung aufmerksam gemacht. Thema:" Unsere Afrikaner! Persönliche Eindrüde vom Peters- Prozeß". Referent: Redakteur Genosse Kurt Eisner. Genossen, agitiert für diese Bersammlung und besucht sie recht zahlreich. Der Vorstand. Rigdorf. Am Dienstag findet in Hoppes Festsälen eine Volts. bersammlung statt, in der Genosse Eisner über das Thema: Unsere Afrikaner! Persönliche Eindrüde vom Peters- Prozeß" spricht. Genossen! Agitiert für zahlreichen Besuch. Der Vorstand. 4 Ober- Schöneweide. Die Mitgliederversammlung des Wahlbereins findet am Dienstag, den 16. Juli, abends 8½ Uhr, bei Dobslaw, Ostend, Kaiserstraße, statt. Auf der Tagesordnung steht: " Die Bedeutung des internationalen Kongresses und des Parteis tages." Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Reinidendorf- Dit. Am Dienstag, den 16. Juli 1907, abends 8½ Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvereins im Lokale des Genossen Falt( früher Wolfram), Hausotterstr. 44, statt. Tagesordnung: 1. Der Parteitag zu Essen und der internationale Kongreß zu Stuttgart. 2. Distuffion und Anträge. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Neuwahl von zwei turnunsmäßig aus scheidenden Revisoren. 5. Verschiedenes.- Zahlreichen Besuch Der Vorstand. erwartet Weißensee. Dienstag, den 16. Juli, findet im„ Prälaten", Lehderstr. 122, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreicher Besuch Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Sonntag, 14. Juli 1907. der über den von ihm zum Schlafen benutten Raum auch zu Eine andere Zuschrift aus der Manteuffelstraße erhebt die gleiche Rieder anderen Zeit verfügen könnte, wobei es nichts ausmacht, Alage. Auf dem Schlesischen Bahnhofe waren gegen 100 Kinder ver ob er ihn allein oder mit anderen Personen zusammen ge- fammelt, der Leiter erklärte aber, laut Verfügung nur 40 mit mietet hat und benußt. Die Familien, die Zimmer vermieten, zunehmen, um nicht Tränen fließen zu lassen. Auch in dieser Zumietet hat und benutzt. Die Familien, die Zimmer vermieten, nehmen zu können; schließlich entschloß er sich, doch alle mitunterscheiden leider weniger streng zwischen Schlafburschen schrift wird zugegeben, daß für einen Leiter 40 Kinder gewig vollund Chambregarniſten. Ein Arbeiter ist ihnen von kommen genug seien, und es wird die Frage aufgeworfen, warum vornherein nur Schlafbursche", auch wenn er tatsächlich als man nicht mehr Leiter annähme. Es würde auch nicht alle Tage Chambregarnist gelten darf. So mag mancher Arbeiter zu gefahren, soweit Bürknersfelde in Betracht kommt, sondern die Unrecht als Schlafbursche gemeldet worden Kinder fahren von der Waßmannstraße mit der Elektrischen und müßten dann noch eine Stunde zu Fuß nach Bürknersfelde gehen. iein. Versehen der geschilderten Art und ähnliche, z. B. auch Auch wird geklagt, daß Mittwoch und Sonnabend keine Ausflüge Irrtümer in der Schreibung des Namens, Angabe eines stattfänden. Zu diesen Klagen möchten wir bemerken, daß die ganze Sache falschen Vornamens, Hinzufügung eines falschen Berufes, Einreihung nach einer falschen Wohnung, kommen bei der noch sehr in den Anfängen steckt und man wohl nicht auf eine derartig zahlreiche Beteiligung von vornherein gefaßt war. Aufstellung der Wählerlisten immer wieder in großer Bahl Kinder scheinen den Eltern nicht rechtzeitig von den Spielen, auf vor. Werden sie noch in der Zeit der Listenauslegung ent- die die Kinder in der Schule aufmerksam gemacht wurden, deckt, so kann noch Berichtigung gefordert werden, wobei dann Kenntnis gegeben zu haben, um daraufhin sich rechtzeitig zu das erforderliche Beweismaterial vorgelegt werden muß. Alles melden. das ist aber nur möglich, wenn man rechtzeitig die Liste Wir sind überzeugt, daß bei den Spielleitern der beste Wille fontrolliert oder sie durch eine beauftragte Person fontrollieren vorhanden ist, nach Möglichkeit Abhülfe zu schaffen. Leider liegt läßt. Adressen von Parteigenossen, die sich bereit erklärt hier viel an einer anderen Stelle, die mit einem gewissen Wider haben, die Kontrolle zu übernehmen, werden aus dem am streben an das Arrangement heranging und auch mit den Mitteln nächsten Donnerstag zur Verbreitung gelangenden Flugblatt zu arg knauferte. Hoffentlich beweist diesen Stellen die überaus ersehen sein. Viele der Versehen werden den Wählern, die wollen nicht spielen, eitel Unsinn ist. Hoffentlich macht man sich starke Beteiligung, daß die Behauptung, die Berliner Kinder vertrauensselig die Prüfung der Liste unterließen, er st am die Erfahrungen zunuze und versucht, soweit dies jetzt noch möglich Tage der Wahl befannt, wenn sie an den Wahltisch ist, den berechtigten Wünschen und dem Bedürfnisse Rechnung zu herantreten. Dann hilft aber fein Schelten mehr. Wer nicht tragen. in der Liste steht, kommt um sein Recht, mitzuwählen. Viele Ein Dankschreiben für den liebenswürdigen Empfang und die großartige Gastfreundschaft der englischen Gäste haben dieſe an den Oberbürgermeister der Stadt Berlin und auch an den der Stadt Charlottenburg gesandt. Jeder Wähler sollte es als seine Pflicht ansehen, sich beizeiten zu vergewissern, ob er in der Wählerliste steht. Besonders sollte feiner unserer Genossen die Erfüllung Lichtenberg. Dienstag, den 16. Juli, abends 8% Uhr, findet dieser Pflicht jedes Wählers verabsäumen. Das Gemeindeim Lokal von Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 5, die mit wahlrecht ist für den Arbeiter fümmerlich genug, da soll er Berlegung von zwei wichtigen Straßenbahnlinien. Zwet gliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: es sich nicht durch eigene Nachlässigkeit noch mehr verfümmern wichtige Linien der Straßenbahn müssen mit Rücksicht auf den Bau 1. Der internationale Kongreß und der deutsche Parteitag. Relassen. Bei den Stadtverordnetenwahlen im Herbst dieses des Untergrundbahnhofes unter dem Leipziger Platz für einige Zeit ferent: Genosse Riesel. 2. Vereinsangelegenheiten. Bahl- Jahres wird der Berliner Kommunalfreisinn die ber- verlegt werden. Es sind dies die beiden Linien 6 und 9, Moabitreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. zweifeltsten Anstrengungen machen, verlorenes Terrain Rüstriner Platz und Moabit- Schlesischer Bahnhof. Die Wagen zurückzuerobern. Soll die Sozialdemokratie diese Hoffnung fahren von der Königgräberstraße nicht über ihre besonderen Gleise zuschanden machen, so darf uns die Stimme keines unserer an der Nordseite des Leipziger Plazes, sondern über den Pots. Genossen verloren gehen. damer Platz, durch die Königgrägerstraße, die Prinz Albrechtstraße, die Zimmerstraße und die Charlottenstraße in die Leipzigerstraße. Die Verlegung beginnt am nächsten Montag, den 15. Juli, und dauert bis zur Beendigung der Arbeiten, die sich jetzt noch nicht übersehen läßt. Zehlendorf. Am Dienstag, den 16. d. Mis., abends 8 Uhr, findet im Lokal von B. Mickley, Potsdamerstr. 25, die Mitglieder versammlung des Wahlvereins statt. Genosse Reichstagsabgeordneter D. Stüdlen referiert über: Politische Rundschau". Es ist Pflicht aller Genossen, zu erscheinen. Gäste willkommen. Beteiligung erwartet Pflicht zu erfüllen. Spandau. Der Vorstand. Der Vorstand. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Seht die Wählerlisten nach! st Die Schleußen des Himmels ändern. Und er 埼 玉 werden. " wollen sich nicht schließen. Mit einer Ausdauer sondergleichen Friedenau. Dienstag, abends 29 Uhr: Mitgliederversamm werden wir seit einigen Zagen nahezu ununterbrochen von Tung bei Grube, Kaiser- Allee 85. Tagesordnung: Vortrag des einem mehr oder minder starken Regen heimgesucht, der die Auf schreckliche Weise hat sich Freitagabend bie 17 Jahre alte Genoffen Groger- Rigdorf; Bericht von der Kreis- Generalversamm schlimmsten Wirkungen im Gefolge hat. Draußen auf dem Anna Wengleben aus der Landsberger Allee 129 ums Leben ge Lung; Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreiche Lande fault das Heu, das reifende Getreide wird niedergelegt, bracht. Wie angegeben wird, hatte das junge Mädchen ausgehen das noch grüne Obst vernichtet. Geschäftsleute, die auf die wollen, doch war ihr dies von der älteren Schwester verboten worden. Treptow- Baumschulenweg. Den Parteigenoffen zur Nachricht vielen sommerlichen Veranstaltungen angewiesen sind, sehen Da sie dennoch darauf drang fortzugehen, soll sie von der Schwester Baß unsere Generalversammlung nicht am 16. Juli, sondern er griesgrämig durchs Fenster und berechnen den Ausfall, der im Simmer eingeschlossen worden sein. Wenige Minuten später rib am Dienstag, den 23. Juli, stattfindet. Der Vorstand. ihnen schon erwachsen ist und nicht mehr einzuholen ist. die unglüdliche das Fenster auf und stürzte sich aus der Höhe der Brit. Am Dienstag, den 16. Juli, abends 8½ Uhr, findet bei Sommerfeste, Gartenfonzerte, Feuerwerke, Kinderfeste, Dampfer- bierten Etage auf den Hof hinab. Mit zerschmetterten Gliedern. Weniger, Werderstraße, die Generalversammlung des Wahlvereins partien, furz alle sommerlichen Veranstaltungen machen Fiasko. blieb die Lebensmüde unten liegen. Der Tod war auf der Stelle statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Bericht des Vorstandes, Bericht von der Kreis. Die Teilnehmer bleiben lieber zu Hause, als daß sie sich ein eingetreten. Ueber eine neue Massenflucht aus dem städtischen Arbeits. Generalversammlung, Wahl von Delegierten und Verschiedenes. unfreiwilliges Bad und einen tüchtigen Schnupfen holen. Im Am Sonntag, den 28. Juli, findet eine Familienpartie nach Augenblick, da wir diese Zeilen schreiben, sieht es noch nicht hause in Rummelsburg wird uns heute berichtet. Fünf Insassen Johannisthal zu Senftleben statt. Abmarsch vormittags 10 Uhr so aus, als wollte der Wettergott am heutigen Sonntag ist es gelungen, aus der Anstalt zu entweichen. Vermutlich hatten bom Restaurant Buschkrug. mit einem anderen Gesicht dreinschauen als am geftrigen sich die fünf Männer vorher zur gemeinsamen Flucht verständigt. Teltow. Am Dienstag, den 16. d. Mts., abends 8% Uhr, hält Sonnabend. Aber Jupiter Pluvius ist manchmal ein Bisher fonnte noch feiner der Entwichenen wieder eingefangen Der Wahlverein von Teltow und Umgegend im Lokale des Herrn recht neckischer Gefelle. Menn er will, tann er sich auch Derk, Zehlendorferstraße 4, seine regelmäßige Mitgliederversamm- schnell weiß doch, daß heute Fahrraddiebstähle häufen sich in Berlin und Umgebung in ge lung ab. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Er- die Sozialdemokraten im vierten und sechsten Wahlkreise sowie radezu unheimlicher Weise. In den ersten sechs Monaten dieses scheinen aller Mitglieder notwendig. Ferner teilen wir noch mit, im Streife Teltow- Beestow und auch in einigen fleineren Jahres find in Groß- Berlin über 200 Fahrräder gestohlen worden, daß die Wählerlisten in der Zeit vom 15. bis 30. Juli einschließlich Drten ihre Sommerfeste abhalten. Sollte er unseren Ge- und obwohl erst vor wenigen Tagen sechs Fahrraddiebe dem Unter zu jedermanns Einsicht ausliegen. Bersäume niemand, diese nossen, die alles aufgeboten haben, um den Teilnehmern gegen fuchungsgefängnis zugeführt werden konnten, werden noch von Tag ein geringes Eintrittsgeld recht viel zu bieten, wirklich einen au Tag neue derartige Diebstähle gemeldet. Ein guter Organi fator für Fahrraddiebstähle ist der kürzlich berhaftete Arbeiter" Die am vorigen Dienstag umständehalber aus Strich durch die Rechnung machen? Der heutige Tag, an Seeger, welcher wegen gleicher Bergehen schon mehrfach vor. gefallene Generalversammlung des Wahlvereins findet bestimmt welchem die Veranstalter in aller Frühe ihre Augen nach dem bestraft ist. Er betrieb den Raub von Fahrrädern schon als am Dienstag, den 15. b. Mts., bei Kumte, Schönwalderstraße, statt. Simmel richten werden, wird die Antwort bringen. 16jähriger Bursche und unterhielt eine Reparaturwerkstatt, in der Tagesordnung: Die bevorstehende Kreis- Generalversammlung, die gestohlenen Räder auseinandergenommen, neu zusammengesett eventuell zu stellende Anträge in bezug auf die Presse; Wahl von Delegierten; Verlegung des Bahlabends: Berschiedenes.- Um Ein schweres Gewitter, das Freitag nachmittag in den öst- seiner mitverhafteten Genossen werden fünfzig Fahrraddiebstähle Ueber das Wetter der legten Tage wird im einzelnen berichtet: und so untenntlich gemacht wurden. Auf das Konto von S. und zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. lichen Vororten getobt, hat großen Schaden herbeigeführt. Durch gesetzt. einen wollenbruchartigen Regen, von dem das Unwetter begleitet wurde, wurden wieder bedeutende Ueberschwemmungen herbeigeführt. fich der Oberforrettor der Reichsbruderei, Herr Otto Reinede, in Ueber die Rechtschreibung der Berliner Straßenschilder äußerte Auch durch Blitzschlag ist wieder erheblicher Schaden verursacht einer fürzlich stattgefundenen Versammlung des Vereins Berliner worden. Recht eigenartige Wirkungen hatte ein Blitzstrahl, der durch Korrektoren recht abfällig. Wie recht genannter Herr hat, beweist das Haus Friedrichstr. 16 in Erkner ging. Er fuhr zunächst in den jedem ein Gang durch die Straßen Berlins; man kann ohne Ueber auf dem Dache angebrachten Flaggenmast, zersplitterte diesen, so daß treibung behaupten, daß drei Viertel aller Straßenschilder den In Berlin müssen wir uns für den Herbst auf die er in der Mitte gespalten wurde. Durch den Schornstein nahm der Regeln der Rechtschreibung nicht entsprechen. Dies muß umſomehr Stadtverordnetenwahlen rüsten, die in diesem Blitz dann seinen Weg in die unteren Etagen, durchbrach im Verwunderung erregen, als ein großer Teil der Straßenschilder erst Jahre zu vollziehen sind. Die Wählerliste ist vom Wahl Barterregeschoß die Wand eines Labens und ging durch die elet. in den letzten Jahren neu angefertigt und an den Gaslaternen der bureau des Magistrats bereits aufgestellt worden. Sie wird, trische Leitung in den Geschäftsraum. Mehrere Regale und andere Schilder richtig und die neuen falsch geschrieben, wie z. B. PoſtVielfach find die alten Gegenstände wurden durch den Blitzstrahl angesengt. In Scheunen, straße( alt), aber Post Str.( neu), früher Linkstr., jest Link Str. usw. vom 15. Juli( Montag) bis einschl. 30. Juli( Dienstag) die auf freiem Felde standen, hat der Blizz wieder mehrfach ein- Schreibungen wie z. B. Alexander Play, Molten Markt, Bring in den Räumen des Wahlbureaus( Poststr. 16, zwei Treppen, geschlagen und gezündet. Albert Str., Heiligegeist Str., Alexander Str., Hedwigskirch Gasse, Bimmer 57) öffentlich aus liegen, an den Wochentagen Amtlich wird gemeldet: Infolge der starken Niederschläge Bimmer Str., Kaiser Wilhelm Str. sollte man in Berlin nicht bon 9 Uhr vormittags bis 3Uhr nachmittags und an den Sonn- während der letzten Tage trat heute- Sonnabend- gegen 4 Uhr für möglich halten. Wer aber das Unglaublichste, was tagen von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Während vormittags in der Nähe von Kaulsdorf eine Dammrutschung dieser Hinsicht geleistet worden ist, sehen will, der be dieser Zeit kann jeder Bürger Berlins die Liste prüfen und ein. Hierdurch wurde auf dem Ferngleis Kaulsdorf- Berlin der mühe fich gelegentlich Ecke Potsdamer- und Kurfürstenstraße. eventuell Einwendungen gegen sie erheben, die dann sogleich Betrieb unterbrochen. Die in der Richtung von Strausberg nach Dort prangt an der einen Ede ein Schild mit der Aufschrift: Potsan Ort und Stelle zu Protokoll gegeben werden können. Ein Berlin fahrenden Fern und Vorortzüge mußten von Kaulsdorf damer Str. au lesen ist! Da schreiben Professoren und Sprach dammer Str., während an der entgegengesetzten Seite richtig Pots wendungen, die nach dem 30. Juli erhoben werden, finden über Lichtenberg nach dem Schlesischen Bahnhof geleitet werden. gelehrte wie Duden, Wustmann u. a. jahraus, jahrein zahlreiche teine Berücksichtigung mehr. Die Betriebsstörung wird voraussichtlich noch heute beseitigt werden. Artikel, die Schule gibt sich die größte Mühe, den Kindern die richtige Die Notwendigkeit, die Wählerlisten zu fonSchreibung beizubringen, aber der Magistrat hiesiger föniglichen trollieren, ist im Vorwärts" so oft nachgewiesen Die Ferienspiele der Gemeindeschüler, Haupt- und Residenzstadt" setzt sich über solche Stleinigkeiten hinweg, worden, daß es eigentlich nicht mehr nötig sein sollte, noch die in Buch, Blankenfelde und Bürknersfelde geplant find, haben überläßt anscheinend die Schreibung der öffentlichen Straßenschilder irgend ein Wort darüber zu sagen. Indes, bei jeder Wahl in vergangener Woche ihren Anfang genommen. Leider hatten sie ganz dem Ermessen des betreffenden Lieferanten und nimmt an zeigt sich immer wieder aufs neue, daß es nur zu viele gibt, unter der in den letzten Tagen eingetretenen ungünstigen Witte- standslos derartig standalös fehlerhafte Schilder ab. Dabei fehlt es die alle Mahnungen und Warnungen in den Wind schlagen rung erheblich zu leiden. Es hat aber auch sonst nicht so geklappt, durchaus nicht an einwandfreiem Material als Unterlage; bas und sich mit dem Gedanken beruhigen: Ich werde schon wie man das hätte wünschen können, wie dies in verschiedenen Straßenverzeichnis der Berliner Postbehörde", das Adreßbuch der der Berliner Straßenführer" bieten tadellose drin stehen." Diese Vertrauensseligkeit ist sehr unklug. Buschriften an uns zum Ausdruck gelangt. Allgemein gehen die Stadt Berlin", Man brauchte also nur dem Die Erfahrungen aus den vorhergehenden Jahren lehren zur Teilnahme auf den Schulhöfen eingefunden hatten, mitgenommen Lieferanten diese Schreibung zur Bedingung machen, und man hätte Klagen dahin, daß nur ein geringer Teil der Kinder, die sich zur Schreibungen der Straßennamen. Genüge, daß regelmäßig die Wählerlisten zahlreiche werden konnte. So schreibt uns ein Arbeiter N. aus der Straßenschilder, die nicht dem Gespött der Schulkinder dienen und Irrtümer enthalten. So mancher, der darauf baute, daß Stralsunderstraße: Berlin, dem Mittelpunkte der Intelligenz", Ehre machten. er schon drin stehen" werde, steht tatsächlich nicht drin, " In der Demminerstraße versammelten sich schon am Montag obwohl er wahlberechtigt ist und hineingehört. Vielleicht zirka 80 Kinder. Der Lehrer, der die Aufsicht übernehmen sollte, wurde er aus der Liste weggelassen als vermeintlicher Steuer- erklärte: Am Dienstag fahren wir, aber ich nehme nur 40 Kinder Paffagiere der Stadtbahn auf dem toten Geleife restant, obwohl er seine Steuern restlos bezahlt hatte. Vielleicht mit; das ist doch für meine Person genug"( was ich auch gern an- Wir erhalten folgende Zuschrift: nahm man ihn nicht in die Liste auf, weil er irrtümlich als erkenne). Am Dienstag war der Andrang noch größer. Jeder Am Abend des 9. Juli waren eine Anzahl von Personen, in Preußen nicht staatsangehörig gebucht war. Bielleicht bemühte sich, der erste zu sein, um mitzukommen, aber die über- darunter auch Frauen nebst fleinen Kindern, auf dem Bahnhof wurde er nicht unter die Wähler eingereiht, weil man ihn große Mehrheit mußte zu Hause bleiben. Nur diejenigen, die den Charlottenburg und warteten auf den letzten Zug Richtung West fälschlich als Schlafbursche" gemeldet hatte. Anfangsbuchstaben A, B oder hatten, waren die glücklichen. end- Nordring. Derselbe lief dann mit einer Verspätung von Wie das die Uebriggebliebenen schmerzte, kann man sich denken. 14 Minuten ein und alle waren froh, endlich nach Hause fahren Schlafburschen sind, zur Genugtuung des liberalen manche Träne sah man in den Augen. Der Lehrer tröstete die zu können. In Westend setzte sich dann der Train wieder in Be Bürgertums, bei Gemeindewahlen nicht wahlberechtigt, wohl zurückbleibenden auf später. Morgen bleiben A, B und zu wegung, um schließlich weit draußen, etwa 10 Minuten vom aber haben Chambregarnist en das Gemeindewahlrecht. Hause und D, E, F tommen mit, und so weiter." Bahnhofe entfernt, zu halten. Es ging einfach nicht weiter und Auf diese Unterscheidung, die hier zwischen Schlafburschen Sollten sich hier nicht zwei oder drei Herren finden, damit mußten nun die Fahrgäste den Weg über Schienengeleise, und Chambregarnisten gemacht wird, wolle man ganz be- alle, wie es doch jedenfalls geplant ist. an den Ferienspielen teil- Schwellen, um leere Wagen herum zum Bahnsteig zu Fuß zurüd sonders achten. Als Chambreaarniſt muß aber ieder gelten, nehmen können?" Legen. Sier stellte es sich nun heraus, daß der Stationsbeamte wie wir schon meldeten, in der Zeit " " Straßenkreuzungen angebracht wurde. in einen anderen, nur bis Westend fahrenden Zug als Nordring hatte weiter fahren lassen und den fahrplanmäßigen Nordringzug, in dem etwa 90 bis 100 Personen sahen, in Westend auf ein totes Geleise fahren lassen. Wohl oder übel mußten nun viele von den Passagieren den weiten Weg nach Hause zu Fuß antreten, einzelne bis nach Weißensee und Pankow. Manch einer mag da wohl von Muttern unverdiente Vor- würfe wegen seines langen Ausbleiben» erhalten haben. Der Beamte erklärte noch, er könne nicht auf zwei Bahngeleisen zu- gleich Dienst tun. Auch ein Kapitel zur Sparsamkeitspolitik der Eisenbahnverwaltung."_ Eine Anschlagssäule fortgerissen. Großes Unheil haben gestern nachmittag durchgehende Pferde an der Ecke der Königgrätzer- und Prinz Albrechtstraße angerichtet. In der Dessauerstraße hatte das Gespann eines Teppichreinigungsinstitutes vor einem vorüber» eilenden Automobil gescheut und war durchgegangen. Ohne Führer rasten die Tiere mit dem Fuhrwerk in die Königgrätzer- straße hinein und brachten die Straßcnpassanten in große Gefahr. An der Kreuzung der Prinz Albrechtstraße liefen die Ausreißer auf die dort befindliche Rettungsinsel. Sie rasten mit dem Fuhr- werk gegen die Anschlagssäule, und zwar mit solcher Gewalt, daß die letztere aus der Erde herausgerissen und auf den Straßendamm geschleudert wurde. Unbehindert rannten die Pferde dann weiter, bis sie schließlich durch mehrere Männer zum Stehen gebracht wer- den konnten. Zn dein Selbstmord des Dienstmädchens des Schlächtermeisters Endreß in der Skalitzerstraße 141 schickt uns der Schlächtermeister ein Schreiben, in welchem auf den§ 11 des Preßgesetzes zwar Bezug genommen wird, das aber dem Inhalte nach diesem Paragraphen nicht inr mindesten entspricht. Wir heben aus demselben hervor, daß Herr Rndrctz in der Hauptsache unsere Darstellung bestätigt; nur sucht er es so darzustellen, als ob das Dienstmädchen— Helene Schulze ist ihr Name— aus Liebesgram ins Wasser gegangen sei und beruft sich zum Beweise dafür auf zwei Briefe, die vorhanden sein sollen. Außerdem erklärt Herr Endreß, daß die Helene Schulze bei ihm im vierten Monat in Stellung sei und überhaupt sein Dienstpersonal lange Zeit bei ihm aushält. Es frägt sich nur, welchen Zeitraum Herr Endreß für eine„lange Zeit" betrachtet. Nicht in der Buttmannstraße, sondern in der Gropiusstraße b. im Lokal von Grunow hat sich der Streit entsponnen, im Verlaufe dessen es zahlreiche blutige Köpfe gab und 5 Personen die Unfall- station aufsuchen mußten. Der Schuhmacher Ebert war mit dem Wirt wegen der Höhe der Zeche in Streit geraten. In seiner Wut soll E. die auf dem Ladentisch stehenden Gläser auf die Erde ge- warfen und mit den Scherben versucht haben, die ein Kind auf dem Arm tragende Wirtin zu bombardieren, wobei auch eine Schau- fcnsterscheibe zertrümmert wurde. Als der Wirt sah, daß seine Frau und sein Kind in Lebensgefahr waren, warf er dem E. eine gerade in der Hand haltende Flasche an den Kopf und beförderte ihn schließlich aus dem Lokal. In der Großen Berliner Kunstausstellung 19«? findet heute der erste billige Sonntag statt. Eintrittspreis 25 Pf. Arbeiter-BildnngSschule Berlin. Am Sonntag, den 21. Juli, Familienausflug nach Tgel-Schulzendorf. Die Abfahrt des Zuges nach Tegel ist Stettiner Vorortbahnhof 8,05, Gesundbrunnen 8,11 llhr. Treffpunkt für Nachzügler, sowie Teilnehmer, welche die Straßenbahn benutzen, bis 19 Uhr vormittags im Restaurant Otto Rasum, Berlinerstraße 102(Endstation der Straßenbahn); von 12 Uhr mittags ab Trillers Restaurant„Hubertus", Jnh. Mlosch in Schulzendorf. Rege Beteiligung wird erwartet. Auf der Treptow-Sternwarte spricht Dr. F. S. Archenhold am Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 5 Uhr, über:„Kometen und Sternschnuppen" mit besonderer Berücksichtigung des Sichtbar- Werdens des Hallehschen Kometen, um 7 Uhr über:„Der Mond im Treptower Fernrohr". Das Thema für den Montagvortrag, abends 9 Uhr, lautet:„Däs Werden der Welten".— Mit dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche am Tage die Sonne, abends der Mond den Besuchern gezeigt. Der Nudervercin„Vorwärts" veranstaltet am Sonntag, den 14. Juli, also heute mittag 12 Uhr. seine diesjährige Vereinsregatta. Unter den 10 Rennen befindet sich auch ein Tamenrennen, das von zwei Damenachtern ausgeführt wird. Start: Treptower Eisenbahnbrücke, Ziel: Stralau, Restaurant„Schwanenberg". Gäste sind freundlichst eingeladen. Einen erheblichen Berlust hat gestern abend ein Arbeiter er- litten, der seinen ganzen Lohn im Betrage von 42 M. verlor. Daö Geld befand sich in einem stark abgegriffenen rotledernen Porte- monnaie und kam abends?l.>7 Uhr von der Königsbcrgerstraße bis nach der Köpcnickerstraße auf dem Wege durch die Frucht-, Madai-, Koppenstraße und Schillingsbrücke abhanden. Sollte ein Leser dieser Zeilen den Fund gemacht haben, so wird er um Abgabe ge- beten an den Tischler Karl Schillinger, Köpenickerstr. 31a lll bei Menzel. Gesperrt wird bis auf weiteres die nördliche Umfahrtstraße des Leipzigerplatzes Tunnelarbeiten halber. Feuerwehrbcricht. Gestern früh wurde die Feuerwehr nach der Drontheimerstr. 2 gerufen, wo Gardinen usw. in Brand geraten waren. In der Michaelkirchstr. 17 war durch Uebcrkochen von Harz in einer Fabrik Feuer ausgekommen. Holzwolle, Kisten u. a. wurden in der Brinzenstr. 9S ein Raub der Flammen. Durch Entflammung von Spiritus beim Ausgießen auf einen Kocher gerieten in der Zimmerstr. 21 die Kleider der Frau Riese in Brand. Sie erlitt am Kopf, an der Brust und den Beinen Brandwunden zweiten Grades. Die Verletzte wurde von der Feuerwehr nach der Charitö gebracht und dort verbunden. Ferner hatte die Feuerwehr in der Bülow- straße 8o, Voigtstr. 22, Schwedtersw. 35, Brunnenstr. 193, Schön- hauser Allee 177o, Veteranenstr. 20 u. a. Stellen zu tun. Dort waren Gardinen, Fleisch, Wäsche, Möbel usw. in Brand geraten. Außerdem wurde die Wehr einigemal in Anspruch genommen, um Pferde in Sicherheit zu bringen. Vorort- JVachnchtetts Die Genehmigung der von Gemeinde.» beschlossene» Besteuerungen. Der Finanzminister und der Minister des Innern haben be- schlössen, auf Grund des K 77, Absatz 3, des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893, die Erteilung der Zustimmung zur Ge- nehmigung von Gemeindebeschlüssen, durch welche a) besondere direkte oder indirekte Gemeindesteuern neu eingeführt oder in ihren Grundsätzen verändert, K) Abweichungen von den in§ 54 a. a. O. vorgeschriebenen VcrteilungSregeln, c) Zuschläge über den vollen Satz der Staatseinkommensteuer hinaus angeordnet werden, im weiteren Umfange als bisher auf die Oberpräsidenten bezw. die Regierungspräsidenten zu übertragen. Im einzelnen wird u. a. bestimmt: Filialst euer» sollen nur dann genehmigt werden, wenn besondere örtliche Verhältnisse ihre Einführung angemessen er- scheinen lassen. Ordnungen über Einführung oder Veränderung einer Umsatz st euer sind vor Erteilung der Zustimmung den Ministern vorzulegen, wenn der Steuersatz über 1 v. H. hinaus gesteigert oder wenn von den in§ 6 der Mustersteuerordnung vor- gesehenen Befreiungsvorschriften abgewichen werden soll. Ebenso sind Ordnungen, welche Gemeindesteuern von der Erlangung der Erlaubnis zum ständigen Betriebe der Gast- und Schank- Wirtschaft oder des Kleinhandels mit Branntwein oder Spiritus betreffen, vor Erteilung der Zustimmung den Ministern vorzulegen, wenn die nach dem Runderlasse vom 12. März d. I. in Gemeinden innezuhaltenden Steuerhöchstsätze ausnahmsweise aus besonderen Gründen überschritten werden sollen. Endlich sind Gemeindebeschlüsse, welche für die Ilmkagenvertcilung Abweichungen von den Verteilungsregeln des§ 54 des Kommunalabgabengesetzes vorsehen, den Ministern vor Erteilung der Zustimmung vorzulegen, wenn die Abweichung eine Mehrbelastung der Einkommensteuer über die nach der Regel innezuhaltende Grenze hinaus in sich schließt._ Charlotteutmrg. Eine Vcrsammliing der Gärtner und Gartcnardciter der Ehar- lottenburger Parkverwaltung beschäftigte sich mit der den Gärtnern und Garteuarbeitern in Aussicht gestellten Lohnerhöhung. Der Re- ferent, Kollege Kanarowski, der das Thema:„Die Geinciude als Arbeitgeberin" behandelte, beleuchtete in seinen Ausführungen die wirtschaftlichen Verhältiüsse der in der Parlverwaltung tätigen Gärtner und Gartenarbeiter, woran er eine scharfe Kritik mit beißendem Spott über das soziale Empfinde» der höheren Vorgesetzten anschloß. Die in der gewerblichen Landschafts- gärtnere! tätigen Kollegen ständen bei weitem besser da. Die Löhne wären um 9 bis 14 Pf. pro Stunde höher. Der Stunden- lohn von 41 Pf. für Hülfsgärtner und 33 Pf. für Arbeiter ist voll- ständig unzulänglich, um sich und eine Familie zu ernähren, zumal die Regenstunden in Abzug kontmen. Als„Muster- betrieb" für die Arbeiter, die nach dem kaiserlichen Februar-Erlaß die staatlichen und städtischen Betriebe sein sollen, kann die Char- lottenburger Parkvcrwaltung nicht gelten. In der Diskussion sprachen sich sämtliche Redner im Sinne des Referenten aus. Der Stadtverordnete Vogel erklärte, daß die Erhöhung des Stundenlohnes von 41 auf 45 Pf. für Hülfsgärtner und von 20 auf 25 Pf, für die Gartenfrauen eine bereits beschlossene Sache sei. In der Parkdeputation sind diese erhöhten Lohnsätze bewilligt, wenn die Auszahlung noch nicht vor sich gegangen sei, so trage daran wahrschemlich die im Schneckentempo arbeitende Burcaukratie die Schuld. Für die Gartenarbeiter sei vom nächsten Jahre ab eine Erhöhung von 2,/a Pf. pro Stunde ebenfalls vorgesehen, so daß dann für sämtliche ungelernten Arbeiter der Lohn ST'/j Pf. pro Stunde betrafen soll. Am Schlüsse der Versaiumlung forderte der Vorsitzende dre Versammelten in einem warmen Appell ans, für den Ausbau ihrer Organisation Sorge zu tragen, dann werden die Mißstände alsbald eine Abänderung erfahren. Die Versammlung nahm folgende Resolution an:„Die Versammlung der Gärtner und Gartenarbeitcr der Parkverwaltung der Stadl Charlottenburg vom 12. d. M. beschäftigte sich mit der den Arbeitern der Parkverwaltung in Aussicht gestellten Lohnerhöhung. Es sprechen die Versammelten ihr lebhaftes Bedauern und Verwundern darüber aus, daß, obwohl die Erhöhung des Stundenlohncs von der Park- deputation bereits vor langer Zeit beschlossen ist, bis heute die er- höhten Lohnsätze noch nicht gezahlt werden. Die Versammelten er- warten, daß sie die erhöhten Lohnsätze alsbald nachgezahlt erhalten werden." Wilmersdorf. Der Hund als„Einbrecher". Eine allgemeine Jagd nach einem vermeintlichen Einbrecher gab es in der vorgestrigen Nacht in der Berlinerstraße in Wilmersdorf.„Hülfe! Hülfe! Spitzbuben!" Diese Rufe hallten fortwährend gegen Mitternacht aus einem Fenster der zweiten Etage des Hauses Berlinerstraße 33. Eine große Zahl von Menschen hatten sich bald vor dem Hause ange- sammelt und nun gab es eine große Jagd nach dem Uebeltäter. Voran schritt ein Nachtwächter mit der brennenden Laterne in der and und hinterdrein folgten viele Männer, die mit Schläuchen, nütteln und Messern bewaffnet waren. Bis zum Boden hinauf ivurde daö Grundstück abgesucht und kein Winkel wurde übersehen. Aber von einem Einbrecher wurde nichts entdeckt. Nur einen winselnden Hund fand man in der dritten Etage. Das arme Tier versuchte beim Herannahen der Menge mit Gewalt durch die Wand zu rennen. Es schien ein böses Gewissen zu haben, denn es war der eigentliche Urheber der nächtlichen Diebesjagd. Mit den Pfoten hatte er ein kratzendes Geräusch an der Korridortür eintt Mieterin hervorgerufen und die letztere war der Meinung gewesen, daß bei ihr eingebrochen werden sollte. Nixdorf. Einen Selbstmordversuch im UniersuchungSgefängniS unternahm der 21jährige„Arbeiter" Otto Fellechner, der am Mittwoch mit vier Kvmplizen von der Rixdorfcr Kriminalpolizei verhaftet worden ist. F. war der Führer einer Diebesbande, die fast aus- schließlich ihre Tätigkeit auf die Laubenkolonien in der Umgebung Berlins beschränkte. Der schon mehrfach Vorbestrafte befürchtet für diesmal eine längere Freiheitsstrafe und suchte sich dieser zu entziehen, indem er sich Frmtagnachmittag mit feinen Hosenträgern in der Zelle zu erhängen suchte. Der Selbstmordversuch wurde noch rechtzeitig von einem Gefängniswärter entdeckt, fodatz F. aus feiner gefährlichen Lage befreit werden konnte. Ein folgenschwerer Einsturz einer Giebeluwuer hat sich gestern mittag in der Hermannstraße in Rixdorf zugetragen. Das Gebäude auf dem Grundstück Hermannstr. 198 befindet sich gegenwärtig im Abriß. AlS gestern die Abrißarbeiter kurz nach dem Mittagessen die Arbeit wieder aufnehmen wollten, stürzte plötzlich die hohe Giebel» mauer ein, und unter dröhnendem Gepolter fielen die Trümmer nieder. Einer der Arbeiter, der sich nicht mehr früh genug in Sicher» heit zu bringen vennochte, wurde unter den Schuttmassen begraben. Die Arbeitskollegen machten sich sofort an die Rettungsarbeiten des Verunglückten, und nach langen Bemühungen glückte es ihnen auch. den Gefährdeten noch lebend wieder ans Tageslicht zu fördern. Der BedauernSlverte hatte aber bereits so schwere innere Verletzungen und Quetschwunden davongetragen, daß er in bedenklichem Zustande in das städtische Krankenhaus in der Cannerftraße eingeliefert werden mußte. Schöneberg. Die hiesige„stäbtische Deputation für die Förderung der Schöneberger Uutergrundbahu" verhandelte am Freitag über die Frage des viergleifigen Ausbaues der Hoch- und Untergrundbahn. Die Stadt Schöncberg will bekanntlich eine Untergrundbahn bauen, die zunächst vom Nollendorfplatz durch die Motzstratze über den vor kurzem„Bayerscher Platz" benannten, für das langersehnte „Schönebcrger Stadttheater" bestimmten Platz, durch die Straße I» vorläufig bis an die Kreuzung der Haupt- und EberSstraße gehen, später aber wesentlich zur Aufschließung des SüdgcländeS nach Lankwitz zu beitragen soll. Vom Nollendorfplatz wollte man die Bahn weiter durch den nördlichen Teil der Motzstraße, die Genthinerstraße und den Tiergarten nach dem Brandenburger Thor führen. Die hiesige Deputation stellte fest, daß das neue Projekt der Abzweigung der Nebenlinie Wittcnbergplatz— Kurfürstenstraße— Gleisdreieck wegen der dabei in Aussicht ge- nommenen Anlage in dem nördlichen Teil der Motzstraße eine Aenderung des Schöneberger Planes notwendig mache. Die Schöneberger Untergrundbahn würde somit vom Nollendorfplatz durch die Bülow- und Zietenstraße nach der Genthinerstraße ge- führt werden müssen. Lichtenberg. Die unter sachverständiger Leitung abgehaltenen Ferien-Kinder- spiele beginnen deS SonntngsvormittagS Va® klhr im Garten des Herrn Gürfch. Frankfurter Chaussee 128. Treffpunkte der Kinder find Frankfurter Allee, Ecke Jungstraße(um 8 Uhr) und Frankfurter Chaussee, Ecke Gürtelstraße(um L'/« Uhr). Rege Beteiligung er- wünscht. Schmargendorf. Die Schmargciidorfer Gemeindevertretung hat dem Bau eines neuen RingbahnhofcS am Hohenzollerndamm mit einem Kosten- aufwand von 600 000 M.. zu dem die Gemeinde Schmargendorf Dreiviertel der Kosten beizutragen hat, im Prinzip zugestimmt, Dagegen wurde der vom Gcmeindevorstande vorgelegte Entwurf eines Vertrages mit der beim Bahnhossbau in erster Linie inter- cssierten Handelsgesellschaft für Grundbesitz wegen seiner für Schmargendorf wenig vorteilhaften Bedingungen abgelehnt. Die Gemeinde sollte von der Handelsgesellschaft nur 130 000 M. erhalten und sich überdies verpflichten, für deren Rückerstattung durch die Stadt Berlin, als Anliegerin für die Gasanstalt, Sorge zu tragen.— Beschlossen wurde ferner die Eröffnung eines Real- gymnasiums im April 1908, anstelle des vom königlichen Pro- vinzialschulkollegiums empfohlenen Reform-Realgymnasiums. Tie neue höhere Schule wird vorläufig provisorisch untergebracht, für ihre Zwecke jedoch ein eigenes Haus in der Nähe des Hohenzollern» dammcs errichtet, das etwa 200 000 M. erfordern dürfte. Köpenick. Beim Bergen der Diebesbeut« sind vorgestern drei Personen in dem Walde zwischen Köpenick und Adlershof überrascht worden. Ein auf dem Patrouillengange befindlicher Gendarm beobachtete drei Männer, die sich im Walde in verdächtiger Weise zu schaffen machten, den Erdboden aufwühlten und dann einen Posten Blei- röhren fortzuschleppen versuchten. Es gelang dem Beamten, zwei der Diebe festzunehmen, während der Tritte entkam. Nieder-Schöneweide. Eine reiche Beute machte eine Berliner Einbrecherbande, welche vorgestern dem Nachbarorte Niederschöneweide eine Visite ab- stattete. Die Diebe erbrachen die sämtlichen Bodenkammern und stahlen die dort aufbewahrte Wäsche und Wintergarderobe der Hausbewohner, wobei ihnnen eine Beute im Gesamtwerte' von 1300 M. zufiel. Da der Einbruchsdiebstahl erst ziemlich spät cnt- deckt wurde, blieb den Dieben Zeit genug, die gestohlenen Sachen nach Berlin zu schaffen. Trebbin(Kreis Teltow). Tie Stadtverordnetenversammlung nahm nach kurzer nicht» öffentlicher Sitzung Stellung zur Lehrer- und Lehrerinnenbesol- dung. Stadtverordneter Wichert führte aus, daß er dem Antrag des Magistrats zustimme, er aber hierzu den Antrag stelle, die Alterszulagen von 150 auf 160 M. zu erhöhen. Gen. Trebus meinte, es sei längst Pflicht der Stadtverwaltung gewesen, die Lehrergehälter aufzubessern. Er wies nach, wie durch den Lehrer- mangel und den often Wechsel der Lehrer die Heranbildung der Schuljugend zu leiden habe. Des weiteren bemängelte er, daß der Unterricht in ungesunden Schulräumen stattfindet. Zugleich inter- pellierte er den Magistrat, wie weit es mit dem Verwaltungs- strcitverfahren, betr. Schulhausneubau sei. Stadtverordnete Wichert und Götze stellen den Antrag, das Gehalt des Rektors zurückzustellen, bis die Stelle neu besetzt sei. Herr Bürgermeister Baudach stimmte im allgemeinen den Ausführungen des Genossen Trebus zu. Den Antrag Götze und Wichert ersuchte er, um eine Beschleunigung der Gehaltserhöhung herbeizuführen, zurückzu» ziehen. Die Regierung könnte eventuell unter diesen Umständen die Aufbesserung der Lchrergehälter verweigern. Was den Schul- hauSncubau betrifft, so feien die Akten der Regierung übergeben, vielleicht sei es möglich, in nächster Zeit darüber zu verhandeln. Die Vorlage des Magistrats wird mit dem Zusatz, die Alterszulage von 150 auf 160 M. zu erhöhen, einstimmig angenommen. Mithin beträgt vom I. Oktober 1907 ab das Gehalt des Rektors 1750 M.. die Mietscntschädigung 350 und Alterszulage 160 M., das der Lehrer 1200 M., MictSentschädiguug 300 M.. und Alters- zulage 160 M., das der Lehrerinnen 900 M., Mietsentschädigung 200 M. und Alterszulage 160 M. Letzteres gilt auch für unvcr- heiratete Lehrer.— Weiter wird einstimmig beschlossen, zur Pflasterung der Beelitzer» und Sclmtzenstraße und im Mhrings- winkelweg eine Anleihe von 40 000 M. aufzunehmen. Auch stimmte die Versammlung der Ausführung einer Entwässerungsanlage in der Beclitzcrstraße und den hierdurch entstchenden Kosten in Höhe von 620,65 M. zu. Bezüglich der Wahl von 6 Mitgliedern zum Schulvorstand der Fortbildungsschule, gemäß§ II des Ortsstatuts vom 28. Januar 1907, wurde beschossen, daß die Abtcilungskom- Mission Vorschläge machen soll, die Wahlhandlung selbst wird zur nächsten Stadtverordnetenversammlung festgesetzt. Nowawes- Neuendorf. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurde mitgeteilt, daß die Berufszählung in Nowawes eine Gesamteinwohncrzahl von 20 849 Seelen ergeben hat, und zwar 10 409 männliche und 10 440 weibliche, die sich auf 5204 Haushaltungen verteilen.— Durch die Vereinigung von Nowawes und Neuendorf ist die Vereinbarung eines neuen Vertrages mit den Charlottenburger Wasserwerken notwendig geworden, da beide Orte verschiedene Tarife hatten. Ein Antrag des Gemeindevorstandes an die Wasserwerke, den alten Nowawcfer Tarif mit einigen Abänderungen auf die neue Ge» meinde auszudehnen, haben die letzteren abgelehnt, so daß weitere Verhandlungen notwendig sind. In der Besprechung hierüber kritisierten die Genossen Gruhl und Neumann die außerordentlich hohen Preise, welche sich die Wasserwerke für Arbeiten und Liefe» rungen von den hiesigen Einwohnern bezahlen lassen, und ersuchten den Gemeindevorstand, dahin zu wirken, daß die Preise für An- schlüsse, Wassermesser usw. herabgesetzt werden.— Einem Antrage der Wegekommission auf Ucbernahme der Straßen der Terrain» Gesellschaft am Äabelsberg gab die Vertretung ihre Zustimmung. da das Straßcnpflastcr dort in Ordnung gebracht ist und die Ge» scllschaft sich bereit erklärt hat, eine einmalige Entschädigung von 500 M. für Reinigung der fraglichen Straßen an die Gemeinde zu zahlen.— Zu einer längeren Debatte bei dem Antrage auf Vergebung der Pflasterarbeiten für die Friedrich-, verlängerte Lützow- und Bülowstraße sowie die Häbererfchen Straßen gaben die Geschäftspraktiken zweier hiesiger Stcinsetzmcister Anlaß. Auf die für diese Arbeiten ausgeschriebene Submission waren sieben Offerten eingegangen, von welchen die der Firma Busse-Friedenan mit einer Gesamtsumme von 29 698,50 M. die billigste war; die nächsthöheren Offerten waren die der Unternehmer Krüger-Potsdam. Seykora-Nowawes und Götsch-Nolvawes. Als die beiden letzteren. welche bisher fast sämtliche Pflasterarbeiten in NowaiveS-Ncuen- dorf ausgeführt haben, bei der vor einigen Tagen erfolgten Er» Öffnung der Offerten sahen, daß sie von Busse unterboten waren. hatten sie nichts Eiligeres zu tun, als nach Friedenau zu fahren. um Busse zu bewegen, seine Offerte zurückzuziehen; dieser ließ sich auch dazu überreden und ersuchte den Gemeindevorstand, ihn von der Ucbernahme der Arbeit zu entbinden. Diesem Verlangen kam jedoch der Gemeindevorstand nicht nach, sondern legte sämtliche Offerten der Gemeindevertretung zur Beschlußfassung vor. Da nun der Unternehmer Krüger in Potsdam in seiner Gesamt- forderung ebenfalls billiger war wie Sehkora und Götsch, richteten diese, um auf alle Fälle die Arbrt zu bekommen, ein Schreiben an die Gemeindevertretung, in welchem sie sich erboten, die zuerst geforderten Preise für Ausführung der Arbeiten um 6 Proz. zu ermäßigen. Diese Machinationen der beiden Steinsetzmeistcr wurden vom Genossen Gruhl einer scharfen Kritik unterworfen. Er betonte, daß die Vertretung auf keinen Fall das Augebot von Seykora und Götsch annehmen dürfe, wenn sie bei der Bürgerschaft nicht den Schein erwecken wolle, als treibe sie Begünstigungen einzelner Firmen. Das Verhalten dieser Unternehmer müsse der Vertretung die Frage vorlegen, ob dieselben in Zukunft bei Ver. gcbung von Arbeiten noch zu berücksichtigen seien. Nachdem noch einige bürgerliche Vertreter im Sinne Gruhls zu der Sache ge» sprachen, wurden der Firma Busse die Pflasterungsarbcitcn über» tragen. Ein formeller Beschluß, die Unternehmer Götsch und Seykora von zukünftigen Submissionen auszuschließen, wurde zwar nicht gefaßt, doch war in der Vertretung allgemein die Ansicht vor» herrschend, daß das eigenartige Verfahren der genannten Firmen bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen in gebührende Be- rücksichtigung gezogen werden muß.— Tie Anfuhr der Pflaster» steine wurde an den Unternehmer Bran für 1550 M. vergeben. Die Höchstforderung, von Götsch abgegeben, betrug 2695 M.— Die Schuldeputation wird neugebildet aus: Bürgermeister Winkel» mann. Schöffen Langer und Richter, Gemeindeverordnetcn Bodach und Altenau, Oberpfarrcr Koller, Rektor Menger und Rektor Donat. Der Regierung werden zur eigenen Wahl vorgeschlagen: Kaufmann Goldstein oder Schneidermeister Vortisch oder Maurerund Zimmermeister Menze. Einem Antrage des Kuratoriums der höheren Mädchenschule auf Festsetzung einer neuen Besoldungsordnung für die Lehrpersonen an der höheren Mädchenschule gibt die Vertretung ihre Zustimmung. Danach werden die Gehälter wie folgt geregelt: Alters- Miets660 M. 1. Rettor Grundgehalt zulagen entschädigung 2700 M. 250 M. 2. Mittelschullehrer: a) festangestellte 1800 " 250560 b) einstweilen angestellte 1500 550 27 3. Wissenschaftl. Lehrerinnen a) festangestellt 1275 130 m. 320 " 铃 b) einstweilen angestellte. 1075 320 " " 4. Technische Lehrerinnen: a) festangestellte. b) einstweilen angestellte. 1050 875 120 320 " " " " 320 " *) Dieser Saß ermäßigt sich auf 370 m., falls die Lehrer einen eigenen Hausstand nicht haben. Der Kreisausschuß fordert Rückzahlung eines Darlehens von 74 000 M., welches die Gemeinde Neuendorf seinerzeit zur Straßenpflasterung und zur Deckung der Mehrkosten des Rathauses aufgenommen hat. Die Vertretung beschließt, die Schuld in eine dauernde umzuwandeln. Die Anstellung eines Oberlehrers an der höheren Mädchenschule wird zum 1. April 1909 beschlossen. Für das Rechnungsjahr 1908 wird eine neue Mittelschullehrerſtelle eingerichtet. Mit der Besprechung eines von der Kanalisationskommission ausgearbeiteten Entwurfes für eine Polizeiverordnung über den Anschluß der Grundstückseigentümer welch lettere voraussichtlich am 1. Oktober an die Kanalisation in Betrieb gesezt werden kann war der öffentliche Teil der Sigung erledigt. Gerichts- Zeitung. Darf man tanzen? Hus der Frauenbewegung. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. nossenschaftstag in Düsseldorf: Man schreibt uns als Beitrag zu der Debatte über den GeGleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein alter, stets bertretener Grundsatz der freien Gewerkschaften. Das Unternehmertum fann sich freilich nicht mit dieser Forderung befreunden, sondern steht auf dem Standpunkt, daß Frauenarbeit geringer wie Männerarbeit entlohnt werden müsse. Der männliche Arbeiter hat die Verpflichtung, der Tendenz des Kapitals entgegenzutreten, damit tut er nicht nur der Arbeitskollegin einen Gefallen, sondern er befestigt auch feine eigene Position. Das Unternehmertum bemüht sich, durch die billige weibliche Arbeitskraft auf das Gesamtlohnniveau einen Druck auszuüben. Das Selbstinteresse aller von der Arbeiterschaft unterstützten oder aus derselben hervorgegangenen Unternehmen bedingt, ihre weiblichen Angestellten den männlichen im Lohn gleichzustellen. In Parteiunternehmungen wird dieses Prinzip auch hochgehalten. Versammlungen Veranstaltungen. Berlin. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, 15. Juli, Ausflug mit Kindern nach Treptow, Ludwigs Viktoriagarten, Köpenicker Landstraße. Wilmersdorf. Mittwoch, den 17. Juli, findet ein gemeinsamer Ausflug des Frauen- und Mädchenbildungsvereins nach Eichtamp statt. Treffpunkt: Selfe, Brandenburgischestr. 100, nachmittags 2 Uhr. Vermischtes. Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Bis auf weiteres täglich: Khriz- Byriz. Lustspielbans. Bis auf weiteres täglich: Die Welt ohne Männer. Kleines Theater. Bis auf weiteres täglich: Vater und Sohn. Theater des Westens. Willabendlich: Die lustige Witwe. Bernhard Rose: Theater. Im Garten: Sonntagnachmittag 4 Uhr: o ift ist die Frau? Blumenstrauß. Arbeit schändet nicht. Montag: Die baun Arbeit schändet nicht. Donnerstag bis Sonnabend: Die Schwäbin. selbe' Borstellung. Dienstag und Mittwoch: Die Schwäbin. Unterm Birna unterm Birnbaum. Die Gaullerin. Anfang 4%, Uhr. 8%, Mhr allabendlich: Der große Unbekannte. Im Theater Metropol Theater. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Apollo Theater. Allabendlich: Der Hochzeitsgast. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. = Stettiner Sänger. Passage Theater. Spezialitäten. 28intergarten. La Tortajada. Spezialitäten. Figaro Theater( im Folies Caprice). Baris. Anfang 8%, Uhr. Allabendlich: Geisterauto. Carl Haverland Theater. Spezialitäten. Urania Theater. Zaubenstraße 48/49. Im Lande der Mitternachts. fonne. Anfang 8 Uhr. ob Briefkaften der Redaktion. 3. Einen eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Turchgang auch Lindenstr. 104] Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, wochentäglich von bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 1hr Buchstabe und eine Zahl als Wierfzeichen beizufügen. Briefliche Autwort Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. J. R. 1. Eine solche Stiftung ist uns nicht bekannt, wenden Sie sich an das Hofmarschallamt. Gubenerstr. 7. Der Hauswirt ist im Recht. Frida. Wenn 200 Beiträge versicherungspflichtig oder freiwillig wieder gelebt werden, dann lebt der alte Anspruch, der infolge Verjährung ruhte, wieder auf. B. Guineastraße. Wenden Sie sich an den Direktor der Recht, an den Engeklagten oder an Zeugen durch den Vorsitzenden Fragen Handwerkerschule. P. R. 4316. Ein Schöffe hat wie jeder Beisitzer das stellen zu lassen. Ebenso bat er das Recht zu verlangen, daß man sich zur Beratung über die Sache ins Beratungszimmer zurückziehe und dort wirklich berate und abstimme. A. K. 4. Nein, Sie müssen nur die Verpflichtung erfüllen, deren halber Sie zurückgestellt find. B. R. 79. 1. Heilstätte, ( Sturhaus, Refonvaleszentenhaus u. dergl. 2. Eine Heilstätte. a. 5. 100. und Bankow 20. 1. Wenn Sie beweisen können, daß eine bestimmten Unterschied gibt es nicht. 23. W. Dresdenerstraße. Nein. solche Abmachung getroffen ist, können Sie das Rad verkaufen. Zwed mäßiger ist eine vorherige Aufforderung unter Androhung des Verkaufs. 2. Wenn ein Zeuge ficher gehen will, daß er über seine Borstrafen nicht besvagt wird, so richtet er vor dem Termin an das Gericht einen dahinaber die Pflege für den vollen Monat bezahlt werden. gehenden Antrag. A. G. 25. Die Fortnahme ist zulässig, Shnen muß 3. W. Leider ein E. 2. 75. Ja. 2. R. 32. Die Wirtin ist leider im Recht. Eine Klage auf Aufhebung des Vertrages aus den von Ihnen genannten Gründen wäre nicht völlig aussichtslos, hat aber doch wenig Aussicht auf Erfolg. 2. 3. 1. Das ist nicht der Fall, wenden Sie sich an den Vorstand des betreffenden Wahlvereins. 23. 5. 50. Uns leider nicht bekannt. H. 2. Amerika. Stets. J. D. 999. Beide Kokarden werden getragen. Alter Abonnent 66. Nicht Spielschulden, wohl aber das Darlehn müssen Sie zurückzahlen. Heilstätte B. I. Beim ersteren 3, bei A. 4. M. M. 1001. Mein. A. 3. 11. Ja. 20. G. 175. Für die Klage ist das Amtsgericht zuständig. Lassen Sie vorher Ihrem Mündel durch das Vormundschaftsgericht zivecs Erwirfung des Armenrechts bescheinigen, daß es zur Tragung der Kosten nicht vermögend ist und beantragen Sie bei Erhebung der Klage, dem Mündel das Armenrecht zu bewilligen. R. G. 111. Das Schreiben Ihres sirtes ist teine Sündigung, sondern lediglich der Vorschlag, die Miete zu erhöhen, Da die Kündigungsfrist abgelaufen ist und Sie die Erhöhung abgelehnt haben, bleibt es beim alten bestehen. Nöste. Seit dem Jahre 1905 ist in Preußen für fatholische und evangelische Kirchengemeinden die Möglichkeit vorhanden, bei gemischten Ehen den Mann für die Steuern der Frau haften zu lassen. Als gemischte Ehen gelten im Sinne dieser Gesetze auch die Ehe eines Dissidenten mit Evangelischen oder Katholischen. Sie müssen daher zahlen, so lange Ihre Frau aus der Kirche nicht ausscheidet. Gegen die Veranlagung der Kirchensteuer kann Ihre Frau reflamieren. Ob sie Erfolg haben wird, ist allerdings recht zweifelhaft. M. N. 50. Sie lediglich gegen Ihre Schwägerin und Schwiegermutter auf Zahlung Uns nicht bekannt. 5. E. 4. Nein. J. 2. 100. Leider können nach Maßgabe der früheren Vereinbarungen Kagen. Anders steht es in den Konsumgenossenschaften. Hier haben wir es zwar auch mit Parteigenossen zu tun, die sonst sicher dan eben dargelegten Standpunkt vertreten, aber Theorie und Praxis im Einklang zu bringen, scheint noch nicht möglich zu sein. Auf dem legten deutschen Genossenschaftstage in Düsseldorf ist es deswegen zu ziemlich heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Mit Recht wurde von verschiedenen Gewerkschaftlern darauf hingewiesen, daß von leistungsfähigen Konsumbereinen keine Manier gegen das Vorwärtskommen der Gewerkschaften gezogen werden dürfe. Es ist dort nämlich u. a. beschlossen worden, den Grundsatz der gleichen Bezahlung für männliche und weibliche Lagerhalter nicht anzuerfennen. Die Gegner der Sozialdemokratie werden sicher nicht verfehlen, auf dieefn Beschluß sich zu stüben, wenn sie Forderungen der Arbeiter ablehnen. Genosse v. Elm bergleicht in seinem Referate die Konsumvereine mit Krämern; nicht von Großfetrieben tönne hier die Rede sein. Da könnte die Frage aufgeworfen werden: Haben solche Krämergeschäfte überhaupt Gristenzberechtigung? Allen privaten Unternehmungen sprechen wir sie in diesem Falle ab. Die weiblichen Angestellten in den Konsumbereinen haben keine leichte Arbeit, sie müssen schwerer arbeiten wie mancher Mann, sie haben jedenfalls dasselbe zu tun, wie ihre männlichen Kollegen, Der Arbeiter Michael Stempin zu Hennigsdorf sollte sich nur denselben Lohn sollen sie nicht haben. Durch die Beschlüsse des eines furchtbaren Verbrechens schuldig gemacht haben. Er hat ohne Konsumvereinstages wird die Sympathie für die Konsumbereine im Besize des Lustbarkeitsstempels zu sein, als Vorsteher des jedenfalls nicht gefördert. Wir hoffen, man betrachtet die Anpolnischen Turnvereins„ Sofol" trotz Verbots des Amts vorgelegenheit in den Kreisen der Konsumgenossenschaften heute schon tehers b. Brebow" zu Bötzow und des Gendarm Müller es von einem anderen Standpunkt, und dann dürften sich auch Mittel geduldet, daß beim Stiftungsfeste des Vereins die Teilnehmer am und Wege finden, die Pragis mit der Theorie im Einklang zu 5. Mai im Testmannschen Lokale tanzten. Die Tanzluftigen beiderlei bringen und damit die unangenehme Wirkung der Düsseldorfer Be Geschlechts schwangen ohne polizeiliche Genehmigung das Tanzbein, schlüsse wieder abzuschwächen. ivaren bergnügt, lustig und guter Laune. Und das trotz des polizeilichen Verbotes! Und dieser rythmische Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung, die dem Arbeiter hienieden Traurigkeit anbefiehlt, damit er dermaleinst im Himmel fröhlich sei, diese tattvolle Betätigung naiver Lebensfreude fand gar in einem Lokale statt, das seine Räume für Versammlungen von Arbeitern und Sozialdemo fraten offen hält! Der Arbeiter Stempin war ob des gelungenen Stiftungsfestes treuzfidel und munter. Doch des Lebens ungetrübte Freude ward keinem Sterblichen zu teil. Dem Tanzbein folgt der Straffchein. Der fönigliche Amtsvorsteher v. Bredow zu Bögot erließ gegen Stempin einen Strafbefehl in Höhe von 30 m. alldieweil unangemeldet und ohne Lustbarkeitssteuer der Arbeiter habe tanzen lassen und dadurch die Verordnung vom 7. März 1904, die der jezige Staatssekretär Aus dem Obergebiet wird uns geschrieben: Durch das Regendes Innern zu Nutz und Frommen von Ordnung und Sitte der wetter dürfte die Vormath der diesjährigen Heuernte zum größten bestehenden Gesellschaftsordnung erlassen hatte, verlegt habe. Am Freitag stand vor dem Schöffengericht in Spandau Teil im Odergebiet vernichtet sein. Mit der Oder- Ausbaggerung hat man am 1. Juli d. J. beVerhandlungstermin auf den Einspruch an, den der Rechtsanwalt Dr. Liebknecht als Verteidiger des Arbeiters Stempingonnen. Damit die Sache jedoch nicht so schnell vorwärts schreitet, gegen das schriftliche Zeugnis polizeilicher Fürsorge für Wohl, Wehe hat man den neuen großen Bagger, welcher in einer Stunde über und Portemonnaie der Amtsbezirksinsassen erhoben hatte. Der 200 Aubifmeter Sand aus dem Oderbett hebt, nach Japan geschickt, Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Borsigende meinte zunächst, aus einem formellen Grunde sei während hier auf der Oberstrecke von Niederwußen bis Küstrin Markthallen- Direttion.( Großbaudel.) Rindfleisch Ta 72-74 nr. 100 Bjb., wohl die Freisprechung ohne Beweisaufnahme geboten. Denn die nur ein fleiner Bagger bei Zollbrücke stationiert ist. Der gehobene IIa 66-71, IIIa 61-62, Bullenfleisch Ia 67-72, IIa 57-66, Stühe, felf Sand wird dann 1000 Schritt weiter oberhalb wieder ins Strom- 54-62, do. mager 42-52, Fresser 56-68, Bullen, dän. 0,00, do. holl. in dem Strafmandat angezogene Präsidialverordnung vom 7. März Stalbfleisch, Doppellender 100-120, Masikälber Ia 75-84, IIa 1904 richte sich nur gegen die Gastwirte, nicht aber gegen die Ver- bett geschüttet, um die Vertiefungen( Strudel) im Strombett aus 0,00. anstalter. Das Instanzgericht sei aber nach einer Entscheidung des zugleichen. Wären hierzu Sandsäcke nicht dienlicher? Bei der 66-74, Stälber ger. gen. 47-59, do. hol. 0,00, bär. 0.00. Hanumel Kammergerichts an die in dem Strafmandat angezogene Verordnung kaum den Grund und somit auch nicht seinen Zweck erreichen. Die 0,40-0,60. Rotwild, Abfchuß 0,40-0,60. Damwild, Abschus 0,65-0,66. Wildstarken Strömung dürfte der ins Flußbett geworfene lose Sandfleisch Mastlämmer 74-78, Hammel la 69-73, IIa 62-68, Schafe 59-62. Schweinefleisch 53-60. Rehbod Ia per Pfund 0,65-0,83. IIa gebunden und dürfe eine eventuelle vielleicht auf die Tat an 7 Millionen, welche hierfür ausgesetzt sind, dürften alle werden, schweine 0,38, Frischlinge 0,00. Staninchen per Stud 0,30-0,85. Hübner, ivendbare andere Verordnung nicht anziehen. führungen schloß sich der Amtsanwalt an und beantragte ohne in der trebsartigen Oderregulierung nennenswerte Resultate alte, per Stud 1,40-2,80, IIa 1,00-1,30, do. junge 0,30-0,85. Tauben 0,40-0,60, italienische 0,00. Guten per Etüd 0,90 bis Freisprechung. Der Verteidiger meinte, die Freisprechung erzielt zu haben. 2,80, do. Hamburger per Stüd 2,25-3,00.( Säuse per Pfund 0,60-0,70, do. per Stück 2,50-4,50, do. Hamburger per Pfd. 0,70,-0,72 per Std. 0,00, do. Dderbrucher per Stück 3,00-4,75. Boulets 0,30-0,80. Chalonshühner 0,00. echte per 100 Bfund 108-121, matt 92-102, dito flein 0,00, do. groß 79-92. Bander 0,00. Schleie, groß 0,00, mittel 84-93, do. 87-115, do. Klein 0,00. Male, groß 100-114, bo. flein und mittel 91-99, mittel 98-116, do. uns: 79-92, do. flein 52-77. Blogen 0,00, do. Klein 0,00. Roddow 0,00. Starpfen 100,00. Bleie 0,00, matt 52-58. Bunte Fische Alland 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer, per 100 Bid. 51-75. Barje 51-88. Starauschen 77-86. Bleisische 0,00. Wels 39-55. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. Illa neuer 60. Seelachs 10-20. Flundern, Stieler, Stiege Ia 3-6, mittel ver stifte 1-2, Hamb. Stiege 4-6, halbe Stifte 2-3, pommn. Ia Schod 4-8, IIa 0,50-2,50. Bidlinge, Nieler per Wall 2-3, Stralf. 3,50-4,50. tale, gros per Pid. 1,10-1,40,' mittelgro 0.80-1,10, flein 0,60-0,80. flein 0,60-0,80. Heringe per Schod 5-9. Schellfische Stifte 3,00-5,00, 1/2 Stifte 2-2,50. Sardellen, 1902er per Anter 98, 1904er 98, 1905er 98, 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. 1906er 90-95. Schottische Vollheringe Heringe, neue Matjes, per 2, To. 50-120. Sardinen, ruff., Faß 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. Neunaugen, Schodjaß 11, do. fleine 5-6, do. Riesen 14. Eier, Lands, unsortiert per Schod 3,10-3,40, bo. große 3,50. Streble per Schod große 0,00, do. mittelgroße 8-18,50, do. fleine 2,50-4,80, do. unfortiert 7,00-10,00, do. Galizier groß 0,00, do. uns. 0,00. Butter per 100 Bfd. Ia 106--110, IIa 103-106, IIIa 100-102, abjallende 90-95. Saure Gurfen, neue Schod 4,00-5,00. Bfeffergurten 4,50. Kartoffeln per 100 Biund Görzer 5-6, weiße runde 4-6, blaue 4,50-5,50, Rofen 3,50 bis 5,00, Dabersche, alte 0,00, neue Nieren 4,00-5,00, 8erbiter 4,50-6,00. Borree, Schock 0,50-0,75. Meerrettich, Schock 3-12. Spinat per hiesige, per Schodbund 2,00-3,00. 8wiebeln grün, per Schock 0,60, 100 Pfund 12-15. Karotten, hiesige, Schockbund 2,50-3,50. Sellerie, bo. fleine 0,00, bo. bicfige( Berl) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 0,75-1,00. Stohlrabi Schod 1,00-1,50, Rettig, bayr., neue Stüd 0,07-0,10. Mohrrüben Schockbund 2,00-2,50. Wirsingkohl ber Schod 4,00-6,00. Rhabarber 100 Bund 0,60-3,00. Petersilienwurzeln, Schockbund 4,50-5,00, Schoten per 100 Bid. 6-18. Pfefferliuge per 100 Pfund 8-14. Radieschen per Schod 0,75-1,00. Gurken, Berbster, Schock 2,50-3,50. Bohnen, grüne, 100 fb. 30-35. Salat per Schod 1,50-2,00, Stachelbeeren, per 100 Pfund 9-12. Erdbeeren, hiesige 100 fd. 20-35, do Walderdbeeren 40-60, do. Hamburger 30-35, do. Holländer 20-30, do. Gubener 25-35. Blaubeeren, 100 Pfd. 6-1. Johannisbeeren, 100 Pfd. 6-12. Kirschen, Gubener, per 100 Pfund 0,00, bo. Schlesische 4-12, Werdersche 3-13, do. Glas 15-18, do. Thüringer 3-15, Natten 25-35, fauere 14-18. Birnen, ital. per 100 Pfund 18-22, Pfirsiche, per 100 Pfund 20-40. Aprikosen, ital., per 100 Bfd. 23-25, franz. 20-26, ungar. 18-25. Alepfel, ital, per 100 Pfund 16-22. 9,00-15,00, bo. 360 Stüd 8,00-11,00, bo. 200 Stüd 6,00-12,00. Pflaumen, ital, per 100 Pfund 18-25. Zitronen, Messina, 300 Stück 400 Meter tief abgestürzt. Aus Grenoble wird folgendes gemeldet: Drei Mitglieder des italienischen Alpenklubs, Moraschini, Bertiani und Rossini, schliefen Mittwochabend in der in 3500 eter Höhe befindlichen Zufluchtsstätte, um das Meijegebirge zu besteigen. Die beiden erstgenannten traten den Aufstieg allein an; als Rossini bergeblich auf ihre Rückkehr gewartet hatte, ging er ihnen entgegen und fand ihre Leichen; sie hatten durch einen Absturz aus 400 Meter Höhe ihren Tod gefunden. jei nicht genügend. Da der Angeklagte völlig unschuldig sei, Auch ein Jugendbildner. Der 27jährige Lehrer Seim aus so rechtfertige sich der Antrag, auch die dem Angeflagten Grüffenbach( Kreishünfeld) wird von der Staatsanwaltschaft steckerwachsenen notwendigen Auslagen der Staats- brieflich verfolgt. Seim hatte sich an Schulkinder vergangen, und tasse aufzuerlegen. Die Gesellschaft sei eine geschlossene als er merkte, daß seine Verfehlungen bekannt wurden, sein Amt gewesen, wie ja aus dem Strafbefehl selbst hervorgeht, überdies niedergelegt. Er ist seitdem verschwunden. aber angemeldet, ja vom Amtsvorsteher v. Bredow selbst die Anmeldung bescheinigt. Solchem Sachverhalt gegenüber fehle ja jeder Grund zum Erlaß einer Strafverfügung. Es gewinne fast den Anschein als verdante der Strafbefehl dem Umstand feine Geburt, daß die Festlichkeit in einem Saal abgehalten wurde, der der Sozialdemokratie zu Versammlungen zur Verfügung stehe. Daraufhin beschließt das Gericht, den Gendarmen Müller als Beugen zu hören. Dieser bestätigt die Angaben der Verteidigung vollinhaltlich: Der Amtsvorsteher selbst hat eine Bescheinigung über die Anmeldung des Vergnügens erteilt, und an dem Fest haben nach des Zeugen Ansicht nur Mitglieder und geladene Gäste teilgenommen. Das Gericht erhob darauf die Anträge der Verteidigung in vollem Umfange zum Urteil. Da die völlige Ünschuld des Angeklagten sich ergeben und fein Anlaß zum Erlaß des Strafbefehls vorgelegen habe, so entspreche es der Billigkeit, den Angeklagten nach Möglichkeit von den ihm durch das polizeiliche Vorgehen erwachsenen Verteidigungstosten und sonstigen Auslagen zu entlasten. Wird nun der Fiskus gegen den Amtsvorsteher von Bredow Negreß nehmen? „ Im vollen Glanz der Juliglut". Der vor 48 Stunden in Wien eingetretene Wettersturz hält ungeschwächt an. Aus den Gebirgsgegenden werden Schneefälle gemeldet. In der Rag und im Schneeberggebiet ist die Temperatur bis auf ein Grad unter Null gesunken. Auch aus Paris wird gemeldet, daß in der Gegend von Epinal der Frost in der verflossenen Nacht großen Schaden in den Gemüsegärten angerichtet hat. Eine Feuersbrunst. In Marseille zerstörte eine heftige Feuersbrunst einen Möbelspeicher, zwei Fabriken und mehrere andere Baulichkeiten. Ein Feuerwehrmann und zwei Arbeiter sind schwer verletzt. Die Verluste sind bedeutend. 300 Hütten vom Feuer zerstört. In der Ortschaft Mahabiles zerstörte, wie aus Tananariva gemeldet wird, eine Feuersbrunst 300 Hütten der Eingeborenen. Viele Eingeborene haben schwere Brandwunden erlitten. Ein Hotel in die Luft geflogen. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Ländliches Sittenbild aus Bayern. Vor dem Schwurgericht Nürnserg stand ein Dorfgewaltiger, der Bürgermeister Leistner von Niedereberbach, unter der Anklage der Notzucht und des Mordverfuchs. Der 42jährige reiche Bauer hat im September vorigen Jahres seine 18jährige Dienstmagd Schemm auf einer Wiese durch Gewalt und Drohungen gezwungen, ihm zu Willen zu sein, und in der Folge noch oft intim mit ihr verkehrt. Als das Mädchen sich Mutter Johannesburger Meldungen zufolge wurde durch eine fühlte, wollte er sie überreden, seinen fünfzehnjährigen Sohn, der Dynamiterplosion das Hotel Stilfoils in Boksburg in die Luft gemit ihr noch nie etwas zu tun gehabt, als Vater des zu erwartenden sprengt. Drei Personen wurden getötet, mehrere erlitten VerKindes anzugeben, als sie sich dessen weigerte, faßte er den Entschluß, legungen. Der Direktor des Hotels fand am 10. Juli in einem sie aus der Welt zu schaffen. Am 11. Februar abends schickte er zum Hotel gehörigen Nebengebäude eine große Menge Dynamit. sie auf den Scheunenboden, wo er vorher die Luke über der Zenne geöffnet hatte in der Hoffnung, das Mädchen werde herabstürzen und den Hals brechen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Am 7. Februar schickte er sie abermals hinauf, schlich ihr dann nach und bearbeitete ihren Stopf mit einem Geisha. Ubends: Bajazzo. Die schöne Galathee.( 2nf. 7, Uhr.) Montag: Neues fönigl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Beil, so daß flaffende Wunden entstanden und ein Bruch des Hirn- Bajazzo. Die schöne Galathee. Dienstag: Wiener Blut. Mittwoch: fnochens hervorgerufen wurde. Schließlich warf er sie durch das Cavalleria rusticana. Die schöne Galathee. Donnerstag: Bajazzo. Die Scheunenloch aus einer Höhe von 7 Metern auf die Tenne hinab, schöne Galathee. Freitag: Carmen. Sonnabend: Die Geisha. Sonntags two sie bewußtlos liegen blieb. 2. war der Meinung, sie sei tot, nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Cavalleria rusticana. Die aber sie kam wieder zum Bewußtsein und genas trotz der lebens- schöne Galathee.( Anf. 7, 11hr.) Montag: Bajazzo. Die schöne Galathee. gefährlichen Verlegungen in ganz furzer Zeit. Das Verbrechen blieb Deutsches Theater. Bis auf weiteres täglich: Der Jongleur. fieben Wochen lang verschwiegen. Leistner bemühte sich, die Schemm Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Hoffe Komische Oper. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Tosca. durch Versprechungen zum Schweigen zu bringen. Bezeichnend ist, manns Erzählungen. Freitag: Hochzeit Figaro. Sonnabend: Hoffmanns daß er nach ihrer Genesung noch mehrmals mit ihr geschlechtlich Erzählungen. Sonntag: Tosca. Montag: Hoffmanns Erzählungen. verkehrte. Erst als der Stiefvater des Mädchens Kenntnis von der Neues Schauspielhaus. Sonntag bis nächsten Sonntag: Raffles. Sache erhielt, veranlaßte er das gerichtliche Einschreiten. Die Ge- Montag: Unbestimmt. schworenen erkannten lediglich auf Totschlagsversuch, Abends: Der Troubadour. Montag: Die Afrikanerin. Dienstag: Der Schiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. worauf L. zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Postillion von Lonjumeau. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag: Der Troubadour. Sonnabend: Don Juan. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: La Traviata. Montag: Unbestimmt. Witterungsübersicht vom 13. Juli 1907, morgens S 11hr. Stationen Barometer. stand mm Bind. Sunop Windstärke Beller Zemp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer. Bind elchtung Windstarke 76423 Swinembe. 762 NN 3 Regen Hamburg 767 N Berlin 3 bedeckt 12 Scilly 1 bedeckt 11 berbeen Franff.a.M. 767 SW 768 S München 4 bedeckt 10 Baris Tien 766 BN 4 heiter 13 4 halb bd. 13 Befersburg 760D Better Temp. n. G. 5º G.4° R. 20 22 15 Haparanda 765 NND 2 wolten! 1 heiter 770 2323 1iolfig 13 765 S 2 bebect 12 770 NNO 1 wolfen! 13 Wetter Prognose für Sonntag, den 14. Juli 1907. Borwiegend trübe, tühl und regnerisch bei ziemlich frischen westlichen Berliner Wetterbureau Winden. HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE Diese Woche: Grosser Verkauf der ALEXANDERPLATZ Sommer- Rest- Bestände! Dieser Verkauf erstreckt sich auf fast alle Abteilungen. Sämtliche Waren, die dem Wechsel der Mode unterworfen sind, sollen vor Schluss der Saison unbedingt geräumt werden. Die Preise sind teilweise bis zur Hälfte reduziert. 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Berlaasanitalt Baul Singer& Co Berlin SW Nr. 162. 24. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gerichts- Zeitung. Der Kampf auf dem Striegauerplatz in Breslau vor dem Reichsgericht. Der Sokoltag" im Schloßpark des Herrenhausmitgliedes. Sonntag, 14. Juli 1907. Mamroth und die Rechtsanwälte Türmler und Weißmann Turnfest ist gemeint) nicht bloß ein Erfaz sein sollte für den erst in Revision beim Reichsgericht einlegen laffen. Erfolglos! Der vierte| Ostrowo und dann anderwärts beabsichtigten, aber polizeilich ber Straffenat berwarf sämtliche Revisionen. botenen beztv. nicht genehmigten Turntag des dritten Gaues des Damit sind die Arbeiter rechtsfräftig wegen Vergehen gegen Sofolverbandes. Denn nach den damaligen Verboten habe die Obers § 158 der Gewerbeordnung bestraft worden. Wenn man die Aus- leitung den Vorstehern der einzelnen Vereine ausdrücklich mitgeteilt, Die abgehadte Hand bietet ja schon die Gewähr, daß die Aus- gesperrten bestrafe, weshalb hat man nicht endlich auch Anklage der Zurntag werde unter allen Umständen stattfinden, folle bereit fein; und dann habe man sich an den Herrn fperrung der Breslauer Metallarbeiter nicht vergessen werden wird. gegen die Aussperrer, die Unternehmer, erhoben? bon Koscielski gewandt, der daraufhin später die Einladungen er Außerdem sorgen dafür schon die Gerichte. Am 12. Juli beschäftigte fich der vierte Straffenat des Reichsgerichts mit zwei Prozessen aus lassen habe. Es wäre auch zu prüfen, ob die Einladungen nicht jener Zeit, 1. der Riesenprozeß Adam und 37 Genossen am Herr b. Roscielsli, das Mitglied des Herrenhauses, be- bloß zum Schein als private Einladungen ergangen jeien, in 26. Oktober 1906 und 2. der gegen den Stellmacher Köpfe am fikt bei Myslowig einen großen, mit einer hohen Mauer Wirklichkeit aber Einladungen zu einer öffentlichen Versammlung sein 2. Februar 1907 vor dem Landgericht in Breslau. Die unmittel- umgebenen Bart. Darin fanden sich eines Tages Sotolmitglieder sollten. Eigenartig, daß im vorliegenden Falle trotz der„ ohne bare Ursache zu diesen Prozessen ist die im April erfolgte Aus- des ersten und dritten Grades des Sofolverbandes ein und hielten Rechtsirrtum" getroffenen tatsächlichen Feststellungen" der Border Sperrung von 4000 Metallarbeitern der Breslauer Maschinenbau- ein Fest ab, bei dem geturnt wurde. Die Einladungen hatte richter des Kammergerichts aus wesentlich prozessualen Grünen, anstalt. Am 19. April sammelten sich die Ausgesperrten in der Nähe v. Koscielsli ergehen lassen durch gedruckte Karten, worauf der Name deren Prüfung das Gesetz dem Stammergericht entzogen hat, zu einer und auf dem Striegauer Platz. Als die Arbeitswilligen tamen, der eingeladenen Sokolisten und einiger Privatbekannter des Schloß- Aufhebung des Urteils gelangt. Wir erinnern an die Fälle, in denen das Kammergericht die wurden sie von der Menge mit lebhaften zurufen empfangen, herrn ausgefüllt war. Die Sokolmitglieder hatten die Einlaßkarten Revision gegen die unrichtige, aweifellos falsche Ansicht von Landangeſpien und so weiter nach der Anklage. Als in der durch ihre Vorsteher zugestellt erhalten. Herr v. Koscielsti ließ fechsten Stunde der Polizeihauptmann erschien, forderte er dreimal durch feine Förster am Eingange des Partes Kontrolle üben. gerichten, das Verbreiten von Flugblättern sei eine Arbeit zum Auseinandergehen" auf. Die Menge wurde mit Gewalt zurüd Außer Eingeladenen tamen nur einzelne Personen aus dem Dorfe gewesen, durch die Formel zurücwies: die tatsächlichen Fest gedrängt, wobei auch die Polizeibeamten beleidigt sein sollen. Das herein, die man tannte. Die Staatsanwaltschaft aber sah stellungen" feien ohne erkennbaren Stechts irrtum" erfolgt. Und im dem Turnfest Gericht meinte in der Verhandlung zu dem Einwande der Ver- in nun soll die Feststellung, daß es eine private Versammlung und öffentliche Schloßpark feine öffentliche ist, möglicherweise einen„ Nechts" irrtum enthalten. Simmel", freiem teidigung, daß die Angeklagten sich sämtlich in Putativnotwehr gegen Versammlung da eine solche Klagt man zu Unrecht v. Koscielski an, weil er durch Privat die Aussperrung befunden hätten, daß von einer Notwehr keine einer Genehmigung bedürfe, und flagte an, Rede sein könne. Im Gegenteil habe die beispiellose Hartnädigkeit, nicht vorlag. Herr v. Koscielski, fowie der Reichstags- einladungen eine öffentliche Versammlung veranstaltet habe und hebt warum ist der Reichsin der die Ausgesperrten planmäßig verharrt hätten, zu den Erzessen abgeordnete Chrzanowski und eine Anzahl von Leitern von Sofol- zu Unrecht das freisprechende Urteil auf geführt." Die Angeklagten, gegen die die Strafanträge wegen Be- vereinen sollten nach§ 17 des Vereinsgesetzes dafür büßen, daß sie fanzler v. Bülowo noch immer nicht angeklagt, im Februar 1907 leidigung zurüidgezogen waren, wurden nun zwar wegen des in der an einer nichtgenehmigten öffentlichen Versammlung unter freiem an einer nicht genehmigten öffentlichen Versammlung unter freiem Beleidigung enthaltenen Gewerbebergehens aus§ 153 ver- Himmel teilgenommen und zu ihrem Besuch andere aufgefordert Simmel als Redner teilgenommen und dadurch die Vorschriften des urteilt. Strafen von zwei Wochen bis sechs Monaten Gefängnis hätten. Sie wurden jedoch von der Straflammer in borsintflutlichen Vereinsgesetzes verlegt zu haben? wurden verhängt. Gnesen freigesprochen. Das Gericht verneinte die Der Stellmacher Röpke wurde zu einem Monat Gefängnis ver- Deffentlichkeit der Veranstaltung. Der zweite StrafWafferftand am 13. Juli vorm. Ibe bei Ausfig Боб am urteilt, weil er einen Arbeitswilligen angespuckt haben soll. Des- senat des Kammergerichts Freitag Dresden- 0,94 dp. Elbe bei Magdeburg 1,48 Meter. halb Verurteilung aus§ 153 der Gewerbeordnung, da er den das Urteil auf und verwies die Sache zu noch bei Ratibor 2,16 Meter. Dder bei Breslau 0,34 Meter. Dder bet Arbeitswilligen borsäglich angespien, um ihn zu ver- maliger Verhandlung an das Landgericht in Bosen. Brieg 3,02 Meter.- Neißemündung 2,22 Meter.- Rhein bei Staub, 12. Jult. anlassen, an einer Verabredung teilzunehmen.( 1) Alle Angeklagten Begründend wurde unter anderem ausgeführt: Die Vorinstanz habe Uhr morgens 3,15+ 0,05 Meter. Rheinschleuse bei Straßburg, 12. Juli. 0,15 Meter. hatten durch ihre Verteidiger: Genossen Heine, den Justizrat es mit Unrecht unterlassen, zu prüfen, ob die Versammlung( das 3,78 Am Freitag verstarb nach turzem schweren Krantenlager mein lieber Mann, der Drechsler 1807b Oskar Klemm. Beerdigung Montag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofs, Rirdorf, Hermannstraße aus. Die tieftrauernde Witwe Minna Klemm. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 3. Berliner Reichstagswahlkreis. ( Bezirk 261.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse Oskar Klemm ( Dresdenerstr. 107/108) am 12. Juli infolge Unglüdsfall auf der Unfallstation gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom neuen Luisen- Kirchhof, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht. 241/12 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Drechsler Oskar Klemm am 12. Juli infolge einer Verlegung plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirch hofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 90/13 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am Donnerstag verstarb unser Mitglied, der Schloffer Paul Gierke ( Waldstr. 17). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags um 4 Uhr, von der Halle des HeilandsFriedhofes a n Plößensee aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Hermann Monck am am 12. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Nixdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 90/14 Die Ortsverwaltung. Kassenbäder febert, Augusta- Bad, Röpenickerstr. 60. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Paul Gierke am 11. d. Mts. an Herzleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhofes am Plötzensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Mitglieder, der Arbeiter Karl Pae und der Former Wilhelm Hering gestorben sind. Ehre ihrem Andenken! 122/2 Die Ortsverwaltung. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Südost. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, 35/11 daß der Kollege Karl Saleski am 9. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 15. Juli, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Michael Kirchhofes, Mariendorfer Weg in Rigdorf, aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Nachruf. Am Mittwoch, den 10. Juli, wurde der Kollege Joseph Stang bom Bezirk Rosenthaler Borstadt im Schiffahrtskanal tot gefunden. auf: Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Nachrut. Am Freitag, den 5. Jult, verstarb der Kollege Friedrich Wegner vom Bezirk Wedding. Die Beerdigung hat bereits am Dienstag, den 9. d. M., stattgefunden. Ehre Ihrem Andenken! Der Zweigvereins- Vorstand. Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 9. d. M. das Mitglied Gustay Rabenstein aus Klub Neuer Hain" verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes in Tegel, Hermsdorfer Weg, aus statt. 3/6 Der Vorstand. unter eine " Achtung! Achtung! die 8 " --Meter, bei Ober ber Sommerlatte. BREUERS Festsäle Zentralverband d. Lederarbeiter Kollegen ma Kollegen sma ( Filiale I, Berlin). Todes Anzeige. Am 11. Juli verstarb im Alter von 49 Jahren der Weißgerber Theodor Elsner aus Neumarkt. Die Beerdigung findet heute nachmittag 5 Uhr von der Leichen. halle des Pauls- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. Er ruhe in Frieden! Bahlreiches Geleit erwartet 293/4 Der Vorstand. Am 10. Juli, abends 9 Uhr, starb nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Lifchler Gustav Müller im Alter von 55, Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Eichwalder Kirchhofes aus statt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger und Großmutter 18065 Emilie Jach geb. Schröder am 11. Juli nach furzem schweren Leiden verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Wilhelm Jach. Marie Zwanzig geb. Jach. Ernst Zwanzig. Die Beerdigung findet Sonn tag, den 14. Juli, nachmittags 42 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Rigdorf, Her mannstraße, aus statt. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Todes- Anzeige. Den Kolleginnen und Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Frau Adelheid Butry am 11. Jull nach langem Leiden gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 187/10 Die Ortsverwaltung. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog Montag, 15. Juli: Großes Eisbein effen beim Kollegen Mischke, Rochowstraße 13. Dazu ladet ein 54542 Das Komitee. Blumen- und Kranzbinderei von Aug. Krause Wienerstraße 7. Vereinsfränze, Palmen- Arrangements, Guirlanden usw. liefere zu den billigsten Preisen. 98692* Sarg- Magazin Albert Farchmin NW., Stephanstr. 56, NW. Fernsprecher II, 930. Großes Lager sämtlicher Sorten Sårge zu den billigsten Preisen. J. Baer Badstr.26.Eake U, Prinz.- Allee Herren- und KnabenModen.Berufskleidung. 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