Ar. 168. HbonncmtntS'Bedlngungen: NboimementS. Preis prSnumermito: Tiertcliährl. S.M Btl., monall. 2RL, wöchentlich 28 Pfg. frei WS ZauS> Sinzcwe Rümmer S Pfg. Sonntag?. Nummer mit Muiwierter Sonntag?- Beilage.Die Reue Weit' 10 Pfg. Post. Abonnement: I.IV Marl pro Monat. Eingetragen w die Pofl, Zeitung?. PreiSliitc. Unter Kreuzband Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Atikland S Morl pro Monat. PostabonnemcntS nehmen an: Belgien. DSnemarl, Holland. Italien. Luremdurg, Porwgal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 24. Jahrg. ckw«I»t SgN» Itise» Nlont-g». Verlinev Volksblatt. �entralorgan der fozialdcmokrat» fehen Partei Deutfchlands. Die TnfertlonS'Gebflbr beträgt für die fechSgefpaltene Kolonel- geile oder deren Raum 50 Pfg., für Post tische und gewerlschaftstche Berein?. und BersanimlungS-Anzeigen 30 Pfg. „»«in« Plnreigen", da? erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jede? weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellcn-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jede? weitere Wort 5 Pfg. Worte über «S Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müsten bis s Uhr nachmittags in der Expedition �gegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abend? geöffnet. Telegramm, Adreste: »SoxllililtmoürZt Rtrlln". Redaktion: SM. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. S-imtag. de» 21. Juli 1907. Parteigenossen! Laut Beschlutz des letzten Parteitages findet der dies- jährige in Essen a. d. Ruhr statt. Auf Grund der Bestimmungen der 1§ 11, 12, 18, 14 und 15 der Parteiorganisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Partsitag auf Sonntag» den 15. September, abends 7 Uhr, nach Essen in das Lokal des Herrn MaaS, Rüttenscheid- Essen, ein. Ms provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, den 15. September, abends 7 Uhr: Borversammlung. Konstituierung des Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl der Mandats- Prüfungskommission. Montag, den 16. September, und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes: a) Allgemeines. Berichterstatter: F. Ebert. b) Kasse und Presse. Berichterstatter: A. G e r i s ch. o) Parteischule und Bilduugsausschutz. Berichterstatter: H. S ch u l z. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: A. K a d e n. 3. Parlamentarischer Bericht. Berichterstatter: A. Südekum. 4. Bericht vom Internationalen Kongretz. Berichterstatter: P. Singer. 5. Maifeier.-- Belichterstatter: R. Fischer. 6. Die letzten Reichstagswahlen und die politische Lage. Berichterstatter: A. Bebel. 7. Die Mkoholfrage. Berichterstatter: E. Wurm. 3. Sonsfige Anträge. 9. Wahl des Parteivorstandes, der Kontrollkommission und des OrteS, an dem der nächste Parteitag statt- finden soll. Parteigenossen I Der Parteivorstand richtet an Euch die Aufforderung, die Vorarbeiten für den Parteitag— also die Wahl von Delegierten wie die Stellung von Anträgen— rcchtzeittg zu bewirken. Die Anttäge müssen spätestens am 19. August im Besitze des Vorstandes, Adresse: W. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des Z 14, Ab- satz 2 der Parteiorganisation im„Vorwärts" veröffentlicht und in die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen- zeichnung der VcrtrauenSperson oder des Vorstandes der örtlichen bezw. Krcisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Die Portcigcnosseli, di<; zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstande und dem Lokal- komilee rechtzeitig Mitteilung zu machen, damit ihnen die Vorlagen und eventuell weitere Mitteilungen zugesandt werden können. Die Adresse des Lokalkomitces lautet: Wilhelm Ostkamp, Esse» a. d. Ruhr, Kirchstr. 29. Mandatsformulare sind durch daS Parteibureau: S3. Pfannkuch, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 zu beziehen, der Versand erfolgt vom 19. August an. Die Genossen, die Anträge einreichen, werden darauf aufmerksam gemacht, datz etwaige den Anträgen beigegebene Motive weder im„Vorwärts", noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage Auftiahme finden können. Es steht den Genossen das Recht zu. ihre Anträge selbst oder durch be> freundete Genossen auf dem Parteitag mündlich zu begründen. Ein Abdruck der Motive verbietet sich aber aus räumlichen Gründen und um Wiederholungen zu venneiden. Berlin, den 22. Juni 1997. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Bartelvorstaud. I Expedition: SM. 68» lUndenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Urm und Keich. vor einigen Wochen eine Reihe von ichen preußischen Statistik, aus denen K.......... Mr veröffentlichten Zahlen nach der amtli die Konzentration des Kapitals deutlich genug hervorging. Einige weitere Zahlen aus der preutzischen Einkonimensteuer. siatistik mögen beweisen, datz die kapitalistische Tendenz tat- sächlich dahin geht, i nun er größere Reichtümer und immer riesigere Einkommen in den Händen der besitzenden Klassen anzuhäufen, während das Einkommen der großen Masse der Bc- völkerung nur sehr langsam steigt. Wenn unsere Gegner aus der Tatsache, datz sich auch das Einkommen der nichtbesitzenden Klassen langsam hebt, folgern, datz die angebliche„Verelendungstheoric" der Sozialdemokratie Schiffbruch erlitten habe, so beweisen sie damit nur ihre Un- kenntuis von den sozialistischen Anschauungen. Die Sozialdemokratie behauptet und behauptete keineswegs, das sich daS Einkommen der nichtbesitzenden Klasse verringere. Sie behauptet nur, datz die Steigerung des Einkommens der arbeitenden Klasse weit zurückbleibe hinter der Ein- kommen st eigerung und Kapitalkonzentration der besitzenden Klasse, datz dadurch eine immer größere Kluft zwischen der nichtbesitzenden und der besitzenden Klasse eintrete, und infolgedessen sehr wohl von einer Verelendung der nichtbeützenden Klasse gesprochen werden kann. Zudem wird die Steigerung der Arbeitslöhne reichlich ausgeglichen durch die wachsende Ver- teuerung aller wichtigeren Lebens mite! und eine kolossale Steigerung der Mietspreise. Diese Verteuerung des Lebensunterhalts führt vielfach dazu, datz die arbeitende Bevölkerung bei absolut gestiegenen Arbeitslöhnen eine E i n k 0 m m e n s e i n b u tz e zu ver- zeichnen hat, d. h. der höhere Lohn besitzt vielfach nicht ein- mal mehr soviel Kaufkraft, wie der niedrigere Lohn vor 19 oder 29 Jahren! Die Soldschreiber unserer Kapitalistenklasse machen viel Wesens davon, datz die Zahl dereink 0 in m e n steuerfr ei en Personen in Preußen nach der Einkommcnsteuerstattstik relativ und absolut herabgegangen sei. Von einem absoluten Hcrabgehcn der von der Einkommensteuer befreiten Erwerbstätigen, das heitzt derer, die ein Einkommen von weniger als 999 Mark haben, kann keine Rede sein. Während die Zahl der cinkoinmeiisteuerfreien Personen in Preußen 1895 8 495 799 Personen betrug, betrug sie im Jahre l996 8 835 226. Dagegen verminderte sich die Zahl der Einkommensicuerfreirn einschließlich der Angehörigen von 29 952 959 im Jahre 1892 auf 29 297 174 im Jahre 1996. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich damit, daß die Zahl der Erwerbstätigen zugenommen hat, was sich ja schon durch die Ausbreitung der Frauenarbeit erklärt. Immerhin ist es alles andere als ein idealer Zustand, daß von einer Gcsamtbevölkerung von noch nicht 37 Millionen im Jahre 1996 ni c h r als 29 M i l l i 0 n e n ein Einkommen von weniger als 999 M. b c- saßen! Die Zunahme der Zensiten, d. h. derjenigen mit einem Einkommen von mehr als 999 M., entfällt natürlich zu mehr als neun Zehntel auf die Einkommenstufe von 999 bis 3999 M. In dieser Einkommenstufe befanden sich 1892 2118969 Zensiten, im Jahre 1996 4 145 954 Steuerpflichtige. Das Ein- kommen dieser Gruppe wuchs von 2911 Millionen im Jahre l892 auf 5511 Millionen im Jähre 1996. Das Durch- schnittSeinkommen pro Kopf der Zensiten dieser Gruppe sank von 1378 M. im Jahre 1892 auf 1329 M. im Jahre 1996. Ein Beweis dafür, daß ein großer Teil der neu zugekommenen Steuerpflichtigen nur wenig über 999 M a r k besitztl Auch&te Gruppe mit einem Einkommen von 3999 bis MO M. weist eine starke ZtlHähme und gleichzeitig eine Senkung des Durchschnittseinkommens auf. Während im Jahre 1892 204 714 Zensiten ein Einkommen von 832 Millionen besaßen, besaßen im Jahre 1996 343 411 Zensiten ein Einkommen von 1384 Millionen Mark. Das Durchschnittseinkommen sau! also von rund 4199 M. pro Kops des Zensiten dieser Stcuergruppe auf weniger als 3999 M. Die Steuergnippe von 6999—9599 M. weist dagegen nur eine ganz minimale Senkung ihres Durchschnitts- ciilkommens von 7499 M. auf. Die Konzentration des Kapitals und die Steigerung der hohen Einkommen zeigt sich noch deutlicher in der folgenden Einkommensgruppe von 9599 bis 39599 M. Auch hier finden wir eine erhebliche Zu- nahine der Zensiten von 46 199 im Jahre 1892 auf 74 755 im Jahre 1996. Das Gesamteinkommen wuchs von 714 ans 1156 Millionen Mark. Das Durchschnitts- e i n k 0 in in e n v 0 n z i r k a 15 469 Mark blieb sich also gleich. Genau dasselbe Bild zeigt die folgende Einkommens- gruppe mit 89599 bis 199999 M. Einkommen. Auch hier ist eine starke Steigerung der Zensiten eingetreten. Während dieserEinkoinmenSgrnPpe im Jahre 1892 nur 9939Zen- siten mit 451 Will. M. Einkommen angehörten, wurden im Jahre 1996 15 769 Zensiten mit 783 Millionen Einkommen gezählt. Auck bier blieb trotz der erheblichen Zunahme der.Zensiten das Durchschnittseinkommen von rund 59 999 M. dasselbe! Das heitzt: die Einkommen über 59 999 M. müssen sich derartig vermehrt haben, datz durch den Zu- ström der Zensiten mit einem Einkommen von wenig mehr alS 39 599 M. gleichwohl das Durchschnittseinkommen nicht ge- senkt wurde. Die unvcrhältniSmätzige Steigerung der Riesen- einkominen zeigt vollends die letzte Steuergruppe, die diejenigen umfatzt, die ein Einkominen von mehr als 199909 Mark versteuern. Ihr gehörten im Jahre 1892 1659 Zensiten an. Im Jahre 1996 dagegen 3173 Zensiten. Das versteuerte Einkommen dieser Gruppe betrug im Jahre 1892 332 Millionen, im Jahre 1996 791 Millionen. Während also im Jahre 1892 das DurchschnittSeinkomuie» dieser Gruppe nur 239 009 Mark betrug, stieg cS im Jahre 1996 auf 249 999 Mark! Fassen wir die Tendenz der Einkommensverteilung nochmals kurz zusammen, so ergibt sich das Folgende: In den Ein- kommen von 999 bis 6999 M. zeigt sich eine erhebliche Se.nkung des Durchschnittseinkommens. DaS Einkommen der Bessersituierton innerhalb dieser Gruppen weist keine derartige Steigerung auf, datz dadurch die daS Durchschnittseinkommen herabdrückende Tendenz auf- gehoben wurde, die durch das Hinzukommen solcher Zensiten erzeugt wird, deren Einkommen gerade die je iv eilige Steuer grenze überschreitet. Dagegen ist de: EinkominenSzmvachS der Reicheren innerhalb der Steuer- gruppen von 6999 bis 199 999 M. groß genug, um eine solche Tendenz nicht hervortreten zu lassen. Bei den Riesen- einkominen über 199999 M. zeigt sich sogar ttotz der Lcr- doppcluug der Zahl der Zensiten eine Zunahme oeS Durch- schnittSeinkoinmcnS am 19 999 Mark! ' Noch einige andere Zahlen mögen die sinnlose und un- gerechte Verteilung deS Einkommens veranschaulichen. DaS ver- steuerte Einkommen inPrcußcn ivuchs von 57li4 Millionen Mark im Jähre 1892 auf 19331 Millimean Mark im Jahre 1996. Von diesem Zuwachs von 4627 Millionen entfiel aber auf die Gruppe mit 999 bis 3999 Mark Einkommen' nur die Summe von 2649 Millionen, während die Gruppen mit mehr als 3999 M. Einkommen eine Einkommens» Vermehrung von 1987 Millionen erfuhren. Oder anders aus- gedrückt: Die mehr als 2 Millionen Zcnsite«, die in der Steuerstufe von!>99 bis 3999 M. hinzutraten, brachten nur ein Mehr von 2649 Millionen Einkommen hinzu, während die rund 299 999 Zensiten mit mehr als 3999 M. Einkommen 1987 Millionen Einkommen mehr aufwiesen I In krasser Weise vollends zeigt sich die Stelgerung des Einkommens der„oberen Zehntausend" dann, datz auf die Einkommensaruppen mit mehr als 39 599 M. ein Einkommens- mehr von 642 Millionen Mark entfiel, das sich auf nur 8235 Personen verteilte! Der Einkommensverteilung in Preußen entspricht durchaus die Einkommensverteilung mich in den übrigen Bundes- staaten. Trotzdem sind die besitzenden Klassen bemüht, die aus der Kolonialpolitik und dem UebermilitariSmus er- wachsenden neuen Ausgaben nicht etwa durch solche Steuern zu decken, die von den Leistungsfähigen ge- tragen werden, sondern durch neue indirekte Steuern. die zur Hauptsache von der nichtbesitzenden Klasse auf- gebracht werden müssen. Auch in Preußen selbst sträuben sich Junker und Jndustriebarone mit Händen und Füßen gegen eine Erhöhung der Einkommensteuer. DaS Proletariat aber soll lammsgednldig alle neuen Steuer' schröpfinige» ertragen! Zentrum und ftenBenwshImhl. Das Zentrum nimmt der preutzischen Wahlrechtsfrage gegenliveb eine Haltung ein, die schärfste Brandmarkung verdient. Ein? der führenden ZentrUmSblätter, die»Köln. VolkSztg." erklärte kürzlich, datz das Zentrum sich UM das Jnflubbringen der Frag« der preutzischen Wahlreform nicht weniger bemüht habe. alS der Freisinn, datz ihm am Aufrollen diescS wichtigsten Problems der preußisch-deutschen Politik folglich mindestens derselbe Kuteil zuläme. DaS sollte nun nicht etwa Ironie, sondern ein ganz ernstlich gemeintes Selbstlob sein. Umso unbegreiflicher ist es, datz das Zentrum trotz des wütenden ScharfmachcrgeheulS der konservativen Presse nicht daS mindeste unternimmt, um auch seinerseits die Wahlrechtsreform zu sichern und das neue Wahlrecht vor allen Dingen so zu gestalten, datz eS den demokratischen An« forderungen entspricht I Und ein demokratisches Wahlrecht zu erstreben, gibt doch daS Zentrum vor! Hat eS doch im preutzischen Landtage im Anfange dieses JahreS den A n t r a g P 0 r s ch ein« gebracht, der klipp und klar forderte, datz daS R e i ch S t a g S w a h l- recht auch in Preußen eingeführt werde I ES handelt sich da» nach also nicht etwa um die Befriedigung spezifisch freisinniger oder sozialdemokratischer Forderungen, sondern um die Realisierung eineö ureigenen ZrntrumSnntragcS! DaS Zentrum hätte also alle Ursache, zu beweisen, datz sein damaliger Antrag mehr war. alS ein demagogischer Wahltrlck, den eS nur stellte, um sich mit dem Nimbus der Bolls« tümlichkeit zu umgeben. Gerade die gegenwärtige Situation wäre danach angetan, vom Zentrum zu einem kräftigen Vorstoß gegen die Dreiklasseuschmach auS« genutzt zu werden! Denn wenn jetzt daS ZentcuinseinenEiilflutzinitdem des Freisinns vereinte, wäre alle Aussicht, den Widerstand der Konservativen in brechen. Die Regierung müßte eme durch« greifende Wahlreform zugestehen, da sie sonst im Reiche keine Majorität zustande bekäme! Denn das Eintreten des Zentrums für die Wahlreform lvürde dein Freisinn derart daS Rückgrat steifen, das; er sich nicht mit einem kleinen Konzcssiönchen abspeisen lasten könnte, sondern aus einer wahrhaften Reform bestehen mühte! Was aber tut daS Zentrum? Es kümmert sich nicht im mindesten um die Wahlrcform, sondern gaudiert sich im Gegenteil darüber, daß der Freisinn mit den Wahlreformversprechungen der Regierung »vieder einmal geprellt wurde. Aus Schadenfreude über die Ber- lcgcnhcit der Blockpolitik vergißt das Zentrum völlig, dah der Preis der Blockpolitik in Preußen gerade die Wahlreform ist, die doch das Zentrum s e l b st gefordert! Man höre nur die hämische Schaden- sreude der„ G e r m a u i a": „Wie im Reiche, so in Preußen, fa hier bereitet die Blockpolitik der Regierung noch größere Sorgen. Während die Liberalen immer erbitterter die Einlenkung in de» Kurs nach links fordern, erklären die Konservativen kühl, die Blockpolitik gehe Preußen nichts an. Dann ist da vor alle m die Frage der Wahlrechtsreform. Die Liberalen geben sich den Anschein, als sehnten sie sich aus tief st e m Herzen nach dieser Reform, und sie m ü s s e n das tun, weil sie sich sonst die Anklage zuziehen würden, die liberalen Grundsätze verraten zu haben. Die Konservativen aber denken nicht daran, ein liberales Wahlrecht zu bewilligen. Wiederum bleibt nicht« anderes übrig, als die Frage hinauszuschieben. Die Nntionalliberalcn haben einen Wahlreformantrag im letzten Winter bereits vor Eröffnung der Land- taaösession eingebracht. Tie Freisinnigen folgten bald nach. Allein zur Beratung hat man die für den Block gefährlichen Dinge gar nicht kommen lassen und heute hat man sich schon an den Gedanken gewöhnt, daß vor den Neuwahlen die Frage nicht er n st Haft in Angriff genommen w« r d e." DaS leitende ZentrnmSorgan entblödet sich also nicht, die Frage der W a h l r e f o r m als„liberale" Forderung zu verhöhnen! Als ob nicht der Antrag Porsch existierte! DaS Zentrum denkt also gar nicht daran, in Sachen der preußischen Wahlreform den Freisinn zu miterstiitzen. CS freut sich über den Widerstand der Reaktion, weil es dabei wiederum für das Zustandekommen deS alten konservativ- ultramontanen Blocks hofft! So verrät daS Zentrum aus erbärmlichstem Fraktionsintercsse seine eigensten Fardernngen! Freilich, der Zentrumshohn über die liberale Wahl- rechts Heuchelei läßt«tief blicken". Er verrät die ultramontane Heuchelei, die beim Einbringendes Antrages Porsch obwaltete! Nieder mit dieser H e n ch l e r si p p e, ob sie zum Freisinn, ob si« sich zum Zentrun, bekennt! Scherl; neuester Orden. Herr A u g u st Scherl, der Verleger des„Berliner Lolalanzeigers", ist vom Grosthcrzog von Baden„dekoriert" lvorden. Er hat das Konnnandeurkrcuz 2. Klasse vom Zäh- ringcr Lötven erhalten. Da der„Berliner Lokalanzeiger", der früher die Hauptlektüre des Kaisers bildete, seit einiger Zeit an allerhöchster Stelle in Ungnade gefallen ist, weil er sich den Jntriguen der anti-bülotvschen Ministcrdique allzu zugänglich erwiesen und die ihm ans diesen Kreisen.zugeflüsterten Notizen in seiner journalistischen Gewissen- hastigkeit der breiten Oesscntlichkeit nicht vorenthalten zu dürfen meinte, so könnte es scheinen, als wenn zurzeit zivischcn Berlin und Karlsruhe Unstimmigkeiten beständen und Karlsruhe sich anö jenen Gründen kleinlicher Malice, wie sie manchmal an Fürstenhöfen vorkommen sollen, des auf dem Berliner politischen Parkett zu Fall gekommenen Herrn Scherl angenommen hätte. Solche Vermutung trifft jedoch nicht zu; es sind allem Anschein nach, wie unser Ludivigs- hafener Parteiorgan, die„Pfälzische Post" berichtet, andere, materiellere Gründe, denen.Herr Scherl seinen„Zähringer Löwen" verdankt, und zwar ist die Geschichte des Scherl- Ordens nicht nur charakteristisch für das heutige Zeitungs- getriebe, sondern nicht minder für den Wert der Ordens- Verleihungen. Die„Pfälzische Post" schreibt: Es war im Sommer 1905, da hatte die„Münchener Post" einen Prozeß mit der Münchener„Allgemeinen Zeitung" zu be- stehen. Im Anfange 1005 war der bekannte Münchener National- ötonoin Prof. Dr. Lujo Brentano von der„Allgemeinen Zeitung" wegen seiner Stellungnahme für die russischen Freiheitskämpfer aufs schwerste angegriffen und förmlich denunziert worden. Unser Münchener Parteiorgan nagelte dieses Gebaren des Blattes fest und gebrauchte dabei Wendungen, durch die sich der damalige Chef- redakteur der„Allgemeinen Zeitung", Dr. Mohr, beleidigt fühlte. Mährend der BeweiSausnähme wurde damals der als Zeuge ge- ladene eigentliche Besitzer der„Allgemeinen Zeitung", gewesener Vizepräsident deS Reichstags und verflossener Karlsruher Theaterintendant Dr. v. B ü r k l i n, über die Geldgeber des mit recht hohen Defizits gesegneten Blattes ausgefragt. B ü r k l i n weigerte sich, sie zu nennen. Die„Münchener Post" hatte nämlich behauptet, daß finanzielle Kreise, die dem Zentral- verband Deutscher Industrieller naheständen, die Llushälter des Blattes wären.... Die„Pfälzische Post" hat sich nach dem Prozesse eingehend mit diesen Hintermännern beschäftigt und, ohne irgendwie Wider- spruch zu finden, gezeigt, daß diese in einer ganz anderen Gegend zu suchen sind. Wir geben aus unseren Ausführungen von damals folgendes wieder: „Zunächst sind eS doch außerordentliche Zufälligkeiten, daß die Spuren der„Allgemeinen" immer wieder nach Baden resp. nach Karlsruhe führen. Schon seinerzeit, als Staatsanwalt Jolly, dem eine glänzende Karriere in Baden und jedenfalls auch im Reiche bevorstand, feine Stellung aufgab, er- regte es Befremden, daß dieser Mann aus der vielversprechenden Laufbahn in das ein recht mysteriöses Dasein fristende, von Alter und politischen Ausschweifungen hinfällig gewordene Organ eilte und sich„mit ß0OC|O Mark zu Buch stellen ließ". Heute noch. nachdem Jlly schon längst tot, dürfte deS Rätsels Lösung nur wenigen bekannt sein. Ueberaus herzliche, gute Beziehungen pflegt die„Allgemeine" zu der Katzischen süddeutschen Reichs- korrespondenz in Karlsruhe. Der Wohltätigkeitsvorgänger Bürklins, Fürst v. Fürstcnberg. den Mohr„nur aus dem Gothaischcn Almanach kannte", ist ja leider auch verstorben. Aber auch hier begegnen wir wieder einer außergewöhnlichen Zufälligkeit, daß der eine Zeuge, der über daS damalige Verhältnis des b a d i s ch e n Magnaten zu der„All- gemeinen" hätte Aufklärung geben können, nicht zur Stelle be- schafft werden konnte.- Noch interessanter aber ist, daß der Karlsruher Hof- theaterintendant nach München pilgerte, um die alte Tante mit 600 000 M. zu sanieren, ihr auf die Socken zu helfen. Nur 50 000 M. von dieser Summe sind auf Familie Jolly in Karlsruhe gebucht. Da braucht uns fast nicht mehr zu wundern, «venu Exzellenz Bürklin das jährliche Defizit von lööOOfi bis 200 000 M. mit Vergnügen aus eigener Tasche bezahlt. Er, der LSfache- Millionär, kann sich das ja leisten. Aber er hat uns am Zcugcnstande selbst angegeben, er habe„wohlhabende Ge- si nn nngsge nasse n", die ohne jede Bedingung ihm auf Anruf Unterstützung zuteil werden liehen. Aber um keinen Preis wollten sie genannt sein, seine„politischen Gesinnungs- genossen". Wohlhabende, sehr begüterte Genossen müssen es schon sein, nachdem, wie er versicherte, es keine industriellen Unternehmer sind. Auch eine starke Dosis Edelsinn muß ihnen innewohnen, daß sie dem Unternehmen solch fürstliche Summen ohne jede Bedingung zuteil werden lassen. Jammerschade, daß die in der„Augsburger Abendzeitung" gesperrt gedruckte Frage,„ob nicht ein regierender deutscher Fürst vor nicht langer Zeit 00 000 M. beigesteuert hat", ohne jede Beantwortung geblieben ist. Es ist ja möglich, daß Exzellenz Bürklin solche zu seinen Freunden und Gesinnungs- genossen zählt. Trotzdem wird immer unverständlich bleiben, daß ein außcrbaherischcr Fürst,— denn nur um einen solchen kann es sich ja handeln— nur den einen Beweggrund zu seiner Opfer- Willigkeit haben soll, in einem anderen Lande ein altes ZeitungS- papier am Leben zu erhalten...." Das schrieben wir damals, wie gesagt, ohne irgendwo und irgendwie Widerspruch zu finden. Nun hat bekanntlich Herr Scherl seit dem t. April 1907 die„München er Allgemeine Zeitung" übernommen und damit Herrn Dr. b. Bürklin und dessen politische Hintermänner von der immer schwerer wiegen- den Last der Defizite befreit. Das ist wahrlich ein Verdienst, das der Belohnung erheischte, und da sie von Karls- ruhe kam in Gestalt eines Ordens, so wird man nicht fehlgehen, wenn man seine Verleihung dem Einflüsse der Hintermänner der„Allgemeinen Zeitung" zuschreibt. Möglich, daß Scherl als Drein gäbe sogar einen Orden als Be- dingung machte, wie der Krämer eine Zugabe in Gestalt von Rosinen oder Bonbons gibt. Wissen möchten wir und auch die Ocffentlichkcit würde sich dafür intcresfiercn, was man dem alten Großherzog von Baden, sagen wir: schilderte, um ihm plausibel zu machen, warum Herr Scherl unbedingt dekoriert werden müsse. Denn ein Verdien st um denbadi- scheu Staat dürfte Herrn Scherl selbst mit dem schärfsten Mikroskop nicht nachzuweisen sein,_ Politische deber riebt. Berlin, den 20. Juli 1907. Opponierende Jnnker. Unsere agrarischen Chauvinisten sind ans dem Häuschen darüber, daß in Nordschleswig jetzt anscheinend mit dem Köller-Knrs gebrochen werden soll. Der Oberpräsident von SchleSwig-Holstein, v. Biilow, hat unlängst in Apenrade eine Rede gehalten, in der er ausführte: „Meine Herren, daß in Ihrer Mitte mein Herz lebhafter für die Landwirtschaft schlägt. daS ist wohl selbstverständlich, und darum läge es mir nahe, bei Ihrem Anblick nur an die Land- Wirtschast'Schleswig-Holsteins im ganzen zu denken, und ihr ein Hoch auszubringen. Aber ich glaube, wir haben alle das Gefühl, daß wir hier an einer besonderen Stelle unseres Landes stehen in einer Gegend, die den meisten von uns weniger bekannt ist, und imnitlen einer Bevölkerung, die uns schon deLwegcir fremder gegenübersteht, weil sie ei n e andere Sprache spricht, als wir sie sonst bei unseren plattdeutschen Landleuten hören. Meine Herren! Pcrgrssen Sie aber nie. unsere Lands- leute sind diese auch, � und da ich in meinem Amte gerade über diese viel nachdenken muß, so werden Sie es wohl begreiflich finden, daß sie mir auch besonders am Herzen liegen und ich des- wegen über sie etwas sagen möchte. Wenn man sich nach der besonderen Art dieser Bevölkerung crlundigt, so können alle Kenner der- selben nicht genug ihren Fleiß und ihre Tüchtigkeit loben, ihre Ehrbarkeit und S i t t s a m k e i t. ihr B i l d n n g S- b e d ii r f n i S und ihr ernstes Streben. Sollen wir nun eine solche Bevölkerung deswegen verständnislos be- handeln, weil sie nicht unsere Sprache spricht, sondern die unseres Nachbarlandes, und weil deswegen auch ihre Neigungen vielfach dort hinübergehen? Ich sage nein, auf Grund ruhiger Ueberlegung sage ich weiter: An UNS ist es, dieser Bevölkerung erst einmal unser V e r- trauen entgegenzubringen. Denn wie kann man erwarten, Vertrauen zu finden, too man selbst keines hat, oder, wenn nian eS schon hat, es nicht zeigt? Was darin anderswo gilt, das gilt auch hier. Nordschleswig ist kein so merkwürdiges Land, daß hier nicht gelten sollte, was sonst allgemein menschlich ist. Darum meine Herren— das muß doch gerade Ihnen als Landleuten einleuchten—: W a S wir hier säen werden, das werden wir ernten! Genau das, und nichts anderes I... Auf diesem festen Grunde der Unverrückbarkeit der Landesgrenze stehend und angesichts dieser deutschen und schleswig-holsteinischen Fahnen lassen Sie einmal alle Unterscheidungen fallen und bringen Sie den achtbaren Bewohnern an der Nordgrenze unseres Landes, ohne lange zu untersuchen, ob sie schon jetzt die Unseren sind oder nicht, ans voller und weiter Seele ein Hoch ans, ein Hoch, wie es sich gehört, wen» ein Schleswig-Holsteiuer dein anderen den Bruder- grüß bietet. Meine Herren! W i r sind st a r k n n d m ä ch t i g genug, um das tun zu können. Darum, unsere LandSleutc hier oben, alle ohne Ausnahme, sie leben hoch l" Diese Rede war ja allerdings eine schallende Ohrfeige für den Köller-KnrS und die ganze lächerliche.Nordmarkenpolitik" der Vergangenheit, aber sonst leidlich vernünftig. Gerade deshalb aber hat sie unsere Agrarier upd Chauvinisten in heillose Wut versetzt. Nicht ohne Grund. Vermutet doch die„Frkf. Ztg.", daß der „nationale" Oppositionsrummel, der sich jetzt in der agrarischen Presse, so der„Deutschen Tagesztg.", gegen die Rede BülowS er- hebt, nur der Deckmantel für extrem agrarische Forde- rungen sei, um bei dem Handelsvertrag mit Dänemark die Vieh- einfuhr noch mehr zu erschweren und zudem einen hohenZoll für dänische Milch durchzudrücken! Ja unsere Junker wissen, warum sie„national" sind. Kommt doch noch hinzu, daß unsere„nationalen" Agrarier bei einer ber- nünftigen Dänenpolitik künftig ihren dänisch gesinnten Konkurrenten nicht mehr die Dien st boten wegkapern oder wenigstens ausweisen lassen können!— Zum sächsischen Wahlrcchtscntwurf. In unserem Chemnitzer Parteiorgan, der.Volksstimme' regt Genosse EndcrS die Einbringung eines WahlrechtöentwurfS durch den einen sozialdemokratischen Vertreter im Landtage. Goldstein, an und empfiehlt Propagierung dieses Entwurfs durch die Genossen in Sachsen. EnderS geht von der Voraussetzung aus, daß der Regierung ge- niigender Anlaß gegeben werden müsse, sich mit unserer Forderung der Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahl- rechtes auf Grundlage der Verhältniswahl zu beschäftigen. Unter An- erkeiinuug des einen Brauchbarem im Entwurf: der Verhältniswahl, ist er der Meinung, daß die Regierung, nachden, sie selber die Ver- hältniswahl als bestes Wahlsystem anerkannt habe, auf dieser Bahn weiter gedrängt werden müsse und dazu sei eS nötig, daß an sie mit bestimmten Vorschlägen herangetreten werde. Unser Zwickauer Parteiorgan, das„Sachs. VolkSblati" be- merkt dazu: „Wir gestehen, daß wir unfern Freund und Genossen um seinen weitestgehenden Optimismus beneiden, denn ein solcher ist eS, wenn er glaubt, daß die Regierung durch bestimmte Vorschläge, die von uns durch unfern Vertreter hinsichtlich einer anderen Anwendung der Verhältniswahl gemacht werden,„weiter ge- drängt w e r d�e n k ö n n e". EnderS setzt voraus, daß die Regierung auf idealen Pfaden wandelt und nur nicht auf die zweckmäßigsten geraten sei, die sie aber zweifellos einschlagen werde, wenn wir sie drängeln. DaS ist natürlich selber ein gutes Stück Ideologie, denn bei der neuesten Wahlrechts- schachrelung ist in raffiniertester Weise ausgerechnet worden, in welcher Proportion die Sozialdemokratie an" diesem Wahlunrechte teilnehmen solle, und der Regierung fehlt nur die Zustimmung der bürgerlichen Parteien, um, unbeschadet der Propaganda, die wir im Lande mit unserem Entwurf machten und ohne Rücksicht auf unseren Einspänner-Entwurf in der Zweiten Kammer den Entwurf zum Gesetz zu erheben. Der von unserem Vertreter eingebrachte Gesetzentwurf hätte inmitten des Chaos von Vorschlägen und Entwürfen eines reaktionären bürgerlichen Wahl- gesetzes nur denselben Wert, den jede Eingabe irgend eines einzelnen oder einer Gruppe von außen an den Landtag auch haben würde, nämlich leinen. Die Licjoumiz für ein solches Borgehen müßte im Landtage selbst, und nicht bloß bei den Massen außerhalb der Mauern des Landtages, wenigstens zum Teil gefmiden werden müssen und dazu ist nicht die leiseste Möglichkeit. Wollen wir daher unseren Wahlvorschlag propagieren, so kann dies im Lande jeden Tag und bei Beratung der bürgerlichen Wahlrechtsvorschläge sogar im Landtage durch unseren Vertreter geschehen. Der Ein- bringung eines besonderen WahlrcchtSentwurscs bedürfte es daher nicht." Wir müssen dem„Sachs. Volksblatt" zustimmen. Der Hohen- thalsche Wnhlgeietzentwurf ist das Ergebnis sehr sorgfältiger politischer Berechnungen und das Motiv seiner Ausarbeitung besteht keineswegs allein oder auch vorzugsweise darin, die in einem großen Teil der sächsischen Bevölkerung vorhandene Unzufriedenheit mit dem heutigen Wahlrecht zu vermindern, sondern wie Legationsrat von Nostitz- Wallwitz etwas allzu offen ausgeplaudert hat. sich dem Wunsch der Regierung, sich von dem Druck und dem Uebergewicht der konservativen Partei zu emanzipieren, die zwar formell der Nc- gierung das äußerliche Regieren überließ, tatsächlich aber das Steuer- rndcr des sächsischen StaatSschiffcs fest m Händen hielt.— Verlcumdungstaktik. Die„Trierische Landcszeitung" befaßt sich in ihrer Nr. 159 mit einem Vorfall in Halle an der Saale» wo ein Streikender, der Mitglied des Zentralverbandes der Maurer war, nachts ver- sucht hat, Gerüststricke durchzuschneiden. Einen Polizeibeamten, der ihn festnehmen wollte, verletzte er durch Ncvolverschüsse. Der „Grundstein" hatte dazu geschrieben:„Wie die Sache geschildert wird, müssen wir an der Zurechnungsfähigkeit des Mannes zweifeln; so etwas tut kein Mensch mit normalen Sinnen." Das Trierer Zcntrumsblatt schreibt hierzu, das sei eine bequeme Art, sich mit dieser Schändlichkeit abzufinden; der betreffende Maurer sei vielmehr„ein Produkt sozialdemokratischer Verhetzung". Das ist eine freche Verleumdung. Wollten wir nach dem Rezept der„Trier. Landesztg." verfahren, dann könnten wir nach- weisen, daß nicht nur einzelne Mitglieder christlicher Gewerk- schaften sich ähnlicher frivoler Streiche schuldig gemacht haben, wie der betreffende Maurer in Halle, sondern daß sie dazu sogar von christlichen Gcwerkschaftsbeamten angestiftet worden sind. Es ist erst wenige Tage her. dav Mitglieder einer Zentrumsgcwerkschaft einer viel schlimmeren Tat be- zichtigt wurden. Gemäß einer amtlichen Veröffent- lichung der Äheini'säj-'westfälischen Bau- gcwerks- Berufsgenossenschaft hat ein streikender Bauarbeiter in Kevelaer, der Mitglied deS„christlichen" Verbandes ist. das Geständnis abgelegt, daß an einem Neubau auf Anstiften des christlichen Gcwerkschaftssckretärs Schmitz �Arefeld� dir Gerüststricke durchschnitten wurden. Zum mindesten läßt sich diese Tat mit gleichem Recht aus die katholisch-gewerkschaftliche„Verhetzung" zurückführen. Saarabische Einflüsse. Für sein diesjähriges Sommcrfest, so berichtet die„Saarpost", ein Zentrumsblatt, hatte sich der christliche Mctallarbeiterverband in St. Johann die Kapelle deS Jnfanterieregiments Nr. 0 9 in Trier engagiert. Drei Tage vor dem Feste schrieb der Kapellmeister, daß er die Genehmigung zum Spielen erhalten habe. Drei Stunden vor Beginn des Festes aber telegraphierte der Kapellmeister:„Kapelle kommt nicht; Abreise soeben ver- boten." Die„Saarpost" erinnert im Anschluß an diese Mit- tcilung daran, daß sich im Sommer vorigen Jahres genau der näm- liche Vorgang abgespielt hat; auch damals wurde der Kapelle im letzten Augenblick das Spiel verboten. Soviel festgestellt werden konnte, ging in der Nacht vor dem Fest ein militärdienstliches Tele- gramm aus der Garnison St. Johann nach Trier an das 09. Re- giment, das der Kapelle das Spielen verbot.— Man wird kaum fehlgehen, wenn man hinter diesen beiden Vorgängen die Einflüsse der saarabischen Großindustriellen sucht. Liberalismus und Bildung. Der organisierten Arbeiterschaft in Düsseldorf steht nach einem Beschluß der dortigen Stadtverordneten vom Jahre 1890 kcinS der städtischen Lokale zur Verfügung. Die größeren Lokale von Düsseldorf sind nach und nach in den Besitz der Stadt übergegangen, so daß die Arbeiter bei ihren Veranstaltungen auf die kleinen Säle angewiesen sind. Der Freidenkerverein, dem auch Liberale als Mitglieder angehören, dessen Vorsitzender ein Sozialdemokrat ist, beabsichtigte einen Vortrag von dem Privatdozenten für Natur- Wissenschaft an der Berliner Universität M. H. Baege halten zu lassen. Als Thema hatte man„Die Geschichte der Erde"(mit Licht- bildern) gewählt. Es wurde von dem Vorstand des Vereins an die Stadtverwaltung der Antrag gestellt, zu diesem Vortrag ein städtisches Lokal zur Verfügung zu stellen. Thema und Referent waren angegeben. Man war der Meinung, daß d'ie liberale Stadt- Verwaltung in diesem Falle, wo ein wissenschaftlicher Vortrag ge- halten werden sollte, das Gesuch nicht abschlagen würde. Doch was hat der Liberalismus mit Bildung und Wissenschaft zu tun, kurz und bündig wurde der Antrag abgelehnt, ist doch ein Sozialdemo- krat Vorsitzender in dem Verein, und das genügte. Ter freigegebene Reichskanzler. In Nr. 120 teilten wir mit, daß wegen Bsleidignng des Reichskanzlers Bülow gegen Genossen Krempe- Berlin ein Strafverfahren eingeleitet war. Die Missetat sollte dadurch begangen sein, daß Grempe die bekannte Karikatur BülowS ans dem„Kladderadatsch" in einem Lichtbildervorträge in Schmiedcberg zeigte und darauf hinwies, daß der erste Beamte des preußischen Staates zweimal hintereinander das preußische Vereinsgesetz übertreten habe, ohne(soweit ivenigstens öffentlich bekannt geworden ist) daß er deshalb bestraft worden sei. Ter prcnßische Minister Biilow habe zweifelsohne in Berlin sowohl in der Nacht vom 20. zum 26. Januar wie auch in der Nacht von, 5. zum 6. Februar an nicht genehmigten öffentlichen Aufzügen hervorragend teilgenommen, indem er beide Male als Redner hervortrat. Da doch vor dem Gesetz alle Bürger gleich seien, so sei es auffallend, daß leine An- klage wegen dieser wiederholten Gesetzesverlehungen, die noch dazu unter den Augen der Berliner Polizei vor sich gingen, erfolgt sei. Am 23. Mai beschlagnahmten darauf zwei Kriminalbeamte bei dem Sünder die Karikatur Bülows. Jetzt hat Grcmpe von dem E r st e n S t a a t s a n lv a l t die?tach- richt erhalten. daß„mangels Borlicgens des zur Straf- Verfolgung erforderlichen Strafantrages seitens des Herrn Reichskanzlers" das Verfahren eingestellt und die Beschlag- nähme aufgehoben ist. Schade I Der Prozeß hätte in prächtiger Weise die llnhaltbarkcit des preußischen Vereins- gesetzes dokumentieren können. Die geplante Neuregelung der preußischen Vcamtengehälter soll sich, wie die„Köln. Volksztg." wissen will, auf alle Beamten erstrecken mit Einschluß der Unterstaatssekrctäre. Nur die Minister und Staatssekretäre sollen ausgenommen sein, da sie erst vor zwei und drei Jahren Rcpräsentationszulagcn von je ItOOll Dt. erhalten haben. Die Aufbesserung soll bei den Unterklassen durch eine Ge- Haltserhöhung geschehen, bei den mittleren und oberen Beamten in erster Linie durch Erhöhung des WohnungSgcldzuschusieS, Schweiz. Der Erfolg der Sozialdemokratie mit dem Militärreferendum. Zürich» lS. Juli.(Eig. Bcr.) Während sich hier das cid- genössische Schützenfest 11 Tage lang abspielte und Bundesrat, National- und andere Nöte in gewaltigen Reden für die Militär- vorläge Stimmung machten, dabei der gehaßten Sozialdemokratie einige Eselstritte versetzten, reichte die sozialdemokratische Partei- lcituug in Biel bei der Berncr Bundcskanzlei VOOOg Unterschriften ein, während nur 30 000 erforderlich sind, um die Vorlage zur Volksabstimmung zu bringen. Das ist sehr bitterer Wermut in den Freudenbecher des Schützenfestes und man erinnert sich un- willkürlich an die Situation von 1395, da es sich ebenfalls um eine Rcfercndumsbewegung gegen die erste Militärvorlage handelte. Damals fand das Schützenfest in.Winterihur statt und alle Festreden drehten sich ebenfalls um die Militärvorlage, für die das Fest agitatorisch fruktifiziert wurde. Aber die Volksabstimmung im Herbst brachte die wuchtige Verwerfung der Militärvor- läge, an deren Erneuerung man sich jahrelang nicht heranwagte. Wir hoffen, die bevorstehende Volksabstimmung über die zweite Militärvorlage ergibt wiederum deren Verwerfung, damit die Herren in Bern endlich in sich gehen und in Zukunft den Wünschen und Forderungen der Arbeiterschaft etwas mehr Rechnung tragen. Oesterreich. AbgeorduetenhinlS. Bei Fortsetzung der zweiten Lesung deS BudgelprovisorinmS erklärt Kramarz, die Jnngtschcchen würden für das Budget st i m m e u; das Volk der Tschechen wolle nichts anderes als Gleichberechtigung und volle Gleich- jlellung im ganzen Bereich des öffentlichen Lebens und sei er bereit, im Falle der Erfiilliuig ihrer Fordernugen, was ohne Schädigung der berechtigten Jiitereisen der Deutschen möglich sei, an der Regenerierung dcS Staates, als der vornehmsten Ausgabe des Parlamentes, mitzuivirken. Die Tschechen setzten sich ehrlich und surchtlos für die Beseitigung der Klassenprivilegien ein und wollten unerschrockene, furchtlose Kämpfer für die Gleichberechtigung und Freiheit aller Völker sein. P r a s ch e k erklärt, die tschechischen Agrarier würden nicht gegen das Budgetprovisorium siiinmen, damit die Regierung in dem schweren Kampfe mit Ungarn nicht geschwächt werde. I o z e v n i k erklärt, die Südslawen würden für das Budgeiprodisorilim stimmen, weil die Regierung zugunsten Dalmatiens auf verschiedenen Gebieten talkräftig zu ivirkeii bcgomtcit habe. P a ch e r erklärt, die Frei- alldeutschen seien bttetts mVdeli großm � sozialpöliisschen Aufgaben' mitzuarbeiten, jedoch nicht gesonuen, oo».ihren.«ationalen Rechten etwas aufzugeben.— Korn. Unruhen in Korea. Söul, 19. Jnli.(Meldung des Reuterschen BureanZ.) Korea- Nische Soldaten meuterten heute, entwichen aus den Baracken und griffen eine Polizeistation an. Nachdem sie mehrere Salven abgefeuert hatten, zerstreuten sie die Polizisten und begannen dann durch Pöbel, der sich mit Keulen und Steinen bewaffnet hatte, verstärkt, einzelne Japaner und das japanische Stadtviertel anzu- greifen, wohiil die Japaner geflüchtet waren, um Schutz zu suchen. Eilte japanische Truppenabteilung kam der Polizei zu Hülfe und machte sich an die Verfolgung der Meuterer.— In den Straßen patrouillierte Militär, ein heftiger Regen verscheuchte die Menge. Bei Einbruch der Nackt war die Ruhe in der Stadt wieder- hergestellt. Die Läden der Japaner werden bewacht. Nach dem Polizei- berichl sind durch aufrührerische Koreaner 2ö Japaner getötet resp. verwundet worden, Ivcitere Unglücksfälle . dagegen nicht bekannt. Ein offizieller japanischer Bericht schreibt die Unruhen koreanischen Soldaten zu, über die ihre Offiziere die Herr- schast verloren. Der Kaiser war wegen der Unruhen in großer Sorge und sandte an Marquis Jto cin Entschüldiglingsschreiben, in dem er über den von seinen imwisseiiden Untertauen verursachten Aufruhr sein Bedauern aussprach. Marquis Jto sagte in seiner Erwiderung, er würde Maßregeln treffen, um weitere Unruhen zu verhindern. Jto hat den General Hascgawa bcanftragt, die mili- tänsche Kontrolle über die Stadt zu übernehmeit. Den Konsulaten sind Schutzwacheii angeboten worden. Sie russische Revolution. Im Zeichen der„echten Rnssen." AtiS Petersburg wird der„Russ. Korr." geschrieben: Mehr denn je steht Rußland im Zeichen deS„echten Russen- tums": Die„echten Russen" lösen die Duma auf; die„echten Russen" erlassen auf dem Wege des Staatsstreiches ein neues Wahl- gesetz, das nicht viel loeiiigcr ist als ein neues Privileg deS la»d- besitzenden Adels, desselben„echt russischen" AdelS, der nach dem allrussischen Adelskongreß jene bekannte Eingabe an Stolypin richtete, welche durch die Ereignisse des 16. Juni ihrem Wesen nach verwirklicht wurde; die«echten Russen" werden huldvoller„allerhöchster" Telegramme gewürdigt, den.echten Russen" wird der„allerhöchste" Dank für ihre bisherige Tätigkeit (zu der bekanntlich die Veranstaltung der Pogrome, die Ermordung der Abgeordneten Herzenftein und Jollos gehören), eröffnet; die „echten Russen" werden von„höchster" Stelle aufgerufen, als feste Stütze des Thrones sich zum Kampfe gegen den„jüdischen Aufruhr", d. h. gegen die freiheitliche Bewegung, zu vereinigen; die„echten Rllsscit" werde»„allerhöchst" begnadigt, selbst wenn„echt russische" Gerichte nicht ander» können, als sie, die überführten „Pogrotiischtschiki"(Plünderer), zu verurteilen, und die«echten Russen" verbreiten die Liste» solcher„allerhöchster Guadenakte" i» Tausenden von Flugblättern über daS Land, um Unschlüssige zu entschlossener Tätigkeit zu veranlassen!— Ich könnte die Aufzählung der Belege dafür, daß in Rußland eine ccht-russische Zeit des echten„RussentumS" angebrochen ist, noch lange fortsetzen, ohne befürchten zu müssen, daß mir der überreich vorhandene Stoff ausginge. Hier mögen die ivcseutlichstcn Hinweise genüge». Und die„echten Russen" fühlen sich denn auch ganz „auf der Höhe", so daß sie Orgien dcS frohlockenden Triumphes feiern. Eine solche orgienhafte Freude spricht aus dem Organ deS Schwarzen Hunderts, das im Taumel des SiegeSvelvnßtseinS in einer seiner letzten Rnmmern wörtlich schreibt:„Daß der Zar der Führer des Schwarze» Hunderts ist, das wisse» wir selbst schon längst." Eine Triumphfeicr der,„echten Russen" ist auch die Einholung des Heiligenbildes, das der Patriarch Damian für die„echten Russen" gesegnet hat. Am 14. Juli wurde das Heiligenbild, daS die Anferstchung Christi darstellt und mit einem Stück des„Sarges Christi" versehen ist, vom Abt Arseinj, der nach Jerusalem gepilgert ivar, um den Segen deS Patriarchen für den«Verband des russischen Volkes" zu erbitten, hierher gebracht und in feierlicher Kirchenprozession empfangen. Nach der kirchlichen Feier, die vom Metropoliten Autonij persönlich in der Kasan-Kathedrale zelebriert wurde, zogen die„echten Russen" in die Michaelsmanege, wo die Führer deS Schwarzen Hunderts in bekannte»! Geiste gegen Inden und Repolntionäre, die natürlich„bestochene Judenkncchtc" genamrt werden. loSwettcrtcn. Dr. Dnbrolvin, der Vorsitzende des„russischen Verbandes", rief die Versammlung im Namen dcS Zaren zum Kampfe gegen Juden, Fudenfreunde und Revolutionäre auf; nicht ein einziger von denen, die 1906 und 1907 die Duma zu Herden des Aufruhrs ge- macht hätten, dürften in die dritte hinein.„Hütet Euch vor der jüdischen Presse", so warnte der Redner,„wenn Ihr nicht wollt, daß die dritte Duma werde wie ihre Vorgängerinnen".„Nieder mit den Inden! Nieder mit dem Aufruhr!" brüllte die Versammlung. Charakteristisch waren die Mittel, zu denen der Vorstand deS Ver- bandes griff, um Stimmung unter den Verbändlcrn zu erzielen.„Das ist der Mörder von Jollos: Alexandrow ans Moskau I" ruft Dubrowin. „Sieht er ans wie ein Möder?" setzt er hinzu, als der Genannte auf der Tribüne erscheint. Und der Betreffende selbst wiederholt die naive Frage:„Sehe ich aus wie ein Mörder?"„Die Revolutionäre haben ihn selbst ermordet, aber uns beschuldigen sie", sagt Dubrowin. „Das ist die Witwe des grausam ermordeten Grafen Jgnatjew", stellt Dubrowin eine Dame in Trauer vor, die jetzt die Estrade bc- steigt. Die Versammlung verneigt sich vor der Dame in Schwarz, deren politische Leidenschaften stark genug sind, daß sie sich zu einem Schauobjekt mächt und ihr Leid entheiligt, um eine stumpfe Menge aufzureizen. Viel ist auf diesem Meeting der„echten Russen" geredet worden, noch mehr geschrien und geheult. Fiele es einer r e v o l u t i o n är en Partei ein, einen höheren MonatSlohn für die Mitgliedschaft zu zahlen, als der Verband ihn zahlt, die revolutionäre Partei machte noch am Tage ihrer Beschluß- sassung 73 Prozent der Verbändler zu Proselyten. Huö der Partei. Zur Frage deS PreßbnreauS. Die„Leipziger Volkszeitung" erhielt folgende Zuschrift: Die Redaktion der„Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht in der gestrigen Nummer einen Artikel über Mitteilungen des Vereins Arbeiterpresse, die durchaus irreführend sind. Zur Klarstellung möge nun nachstehendes dienen: Die nach den Reichstagswahlen abgehaltene Nedakteurkonfereuz gab dem Parteivorstand anHeim, ein Nachrichtenburcan zu errichten. Nach der Konferenz traten eine Anzahl leitende Redakteure zusammen und erboten sich, einen Arbeitsplan für das Nachrichtenbureau aufzustellen. Genosse Dr. Gradnauer übernahm es, den Entwurf aufzustellen und ist der- selbe von einer Reihe von Redakteuren und Schriftstellern be- gutachtct worden. Die verschiedensten Vorschläge sind dann in dem Entwurf verarbeitet worden, und diese Gesamtarbeit dem Partei- vorstand zur weiteren Verfolgung übergeben worden. Ui�r aber bbtt'Bdrschlckg zut Kenntnis der einzelnen' Redakteure zu bringen, wurde er iilit.Zustuumuna des Genossen Gradnauer In den Mit- tetlungen deS Vereins Arbeiterpresse abgedruckt. Aus dtcser Dar- stcllung geht hervor, daß es sich um unverbindliche Vorschläge bandelt, die noch vollständig im Stadium der Vorbcratungen sich befinden. Das Verlangen der Redaktion der„Leipziger Volks- zcitung", diese Angelegenheit öffentlich zur Debatte zu stellen, ehe noch der Parteivorstand selbst dazu Stcllung genommen Hat, dürfte weder der Partei noch der zu schaffenden Institution dienlich sein. Außerdem hat nicht der Vorstand des Vereins Arbeiterpresse, sondern ausschließlich der Parteivorstand darüber zu befinden, ob dem Ver- langen nach öffentlicher Diskussion der Vorschläge entsprochen werden kann oder nicht. Bislang war es in der Partei nicht üblich, daß über zu schaffende Einrichtungen öffentlich debattiert wurde, ehe noch die zuständigen Personenkreise sich auf einen bestimmten Vorschlag geeinigt hatten. Wenn dies von feiten des Partei- Vorstandes erfolgt ist, dann wird er wohl allein die Genossen vom Nötigen unterrichten. Irrig ist ferner die Auffassung der Redaktion der„Leipziger Volkszeitung", daß die Angelegenheit ohne Vor. wissen der Genossen auf dem Parteitage beschlossen werden soll. Dag der Verein Arbeiterpresse die Vorschläge auf seiner General- Versammlung besprechen wird, erklärt sich daraus, daß die General- Versammlung die einzige Gelegenheit� bietet, die Redakteure zu» sammenzuführcn. Aus der Tatsache, daß die Generalversammlungen des Vereins Arbeiterpresse immer vor den Parteitagen ab- gehalten werden und dies nur von der Redaktion der„Leipziger Volkszeitung" übersehen worden ist, ist weiter der Irrtum ent- standen, daß der Verein Arbeiterpresse die Absicht habe, den Befug- nissen des Parteitages vorzugreifen. Dies kann nach der vorauf- gegangenen Darstellung nicht der Fall sein; aber den Redakteuren kann es nicht verboten werden, sich über Fachfragcn zu unterhalten und ihre Ansichten zuständigen Parteiinstanzcn zu unterbreiten. Leipzig, am 18. Juli 1907. R i ch. L i P i n S k i. Die Redaktion deS Leipziger Parteiblattes bemerkt dazu: „Irreführend" sind nicht unsere gestrigen Mitteilungen, sondern vielmehr die vorstehenden Ausführungen. Sicherlich ist es Sache des Parteivorstandes, zu entscheiden, ob er das ihm zu gegangene Material wegen Einrichtung eines Nachrichtenbureaus veröffentlichen will oder nicht, aber da er augenscheinlich diese Ab- ficht nicht hegt, ehe er sich selbst schlüssig gemacht hat. so war cS unrichtig, daß der Gradnauersche Entwurf in den Mitteilungen dcS Vereins Arbeiterpresse veröffentlicht und in dem Leserkreise dieses Organs ganz einseitige Vorstellungen wachgerufen wurden. Andere Genossen, deren von dem Gradnauerschen weit abweichender Entwurf ebenfalls dem Parteivorstand vorliegt, halten es für richtig, dessen Entscheidung abzuwarten, ehe sie damit sich an weitere Kreise wenden. Eben dies ist unsere Ansicht und nur weil die Mitteilungen des Vereins Arbeiterpresse in einseitiger Weise mit dem Gradnauerschen Entwurf vorgehen, der die Zukunft der Parteipresse unseres Erachtens mit den schwersten Gefahren be- droht, sind wir- der Ansicht: dann lieber die volle Oeffcntlichkcit, als diese halbe. Daß der Verein Arbeiterpresse die Absicht habe, den Befugnissen des Parteitags vorzugreifen, haben wir nicht be- hauptet. Wir haben nur gesagt, daß nach den Mitteilungen deS Vereins Arbeiterpresse in der Hauptversammlung dieses Vereins am Vorabend des Parteitages„namentlich" die Frage erörtert werden soll«, ob die Befugnisse des Parteivorstandes zu- gunsten des Vereins Arbeiterpresse einzuschränken seien, daß heißt die Organisation und Leitung dcS gesainten Nachrichtenbureaus nicht dem Parteivorstand«, sondern dem Vorstande dcS Vereins Arbeiterpresse zu übertragen sei. Diese in die Organisation der Partei tief einschneidende Frage gehört, wenn die Dache nun einmal nicht bis zur Entscheidung dcS Porteivorstandcs mit völliger DlS- kretion behandelt wird, ebenfalls nicht in die halbe, sondern in die ganze Oeffentlichkeit der Partei. Arveitersekretariale in Sachsen. Gegenwärtig bestehen in Sachsen fünf Arbeitersekretariate, uno zwar in Leipzig(daS erste sächsische), Dresden, Chemnitz, Meißen-Land und Gersdorf. Das letztgenannte wird vom Bergarbeiterverband, die anderen werden von den örtlichen GewerkschaftSkartellen erhalten. Diese fünf Sekretariate erteilten im Jahre 1906 insgesamt 23 367 Auskünfte. Weiter bestehen noch in 26 sächsischen Ortschaften Aus- kunftsstellen, die gleichfalls von den GewerkschaftSkartellen unterhalten werden; diese erteilten im selben Jahre 2866 Auskünfte. Diese von der organisierten Arbeiterschaft geschaffenen Institutionen erfreuen sich steigender Inanspruchnahme und erregen dadurch den Neid nicht nur der gegnerische!» christlichen und Hirsch-Dunckerschcn Organisationen, sondern auch den der Behörden, die Versuche macheu wollen,„unparteiische Volksbureaus" zu errichten. Sie kommen aber nicht dazu, vielleicht weil die Sache doch mit Geldlosten ver- buuden ist!_ Unsere Parteipresse im Königreich Sachsen hat sich vorteilhaft entwickelt. Im vorigen Frühjahr konnte auf der LandeSversammlimg zu Zwickau berichtet werden, daß der Aboiiiientenstand von 131000 im Jahre 1904 gestiegen ist auf 142000 im Jahre 1903. Am 30. Juni 1907 bot sich folgendes Bild: „Leipziger VolkSzeitung"...» 43 000 Abonnenten „Sächsische Arbeiter-Zeitung"... 36 000 Abonnenten „Bolksstimme", Chemnitz.... 42 000 Abonnenten „Sächsisches Volksblatt". Zwickau. 20 000 Abonnenten „Der Volksfrennd", Dresden... 19 000 Aboniiente» „VolkSzeiumg für daS Mnldetal". 7 100 Aboniiciiten „Der arme Teufel"...... 4 400 Abolineuteu DaS macht eine Gesamtauflage von... 176 300 Exeinplarcu. Eine Zunahme von 34 300 Lesern. Daneben in allen Partei« zeitungen bedeutende Verbesserimgen hiiisichllich der Ausgestaltung des redaktionellen Teiles. Die Jnseratencrträge haben sich eben- falls gesteigert. Die Druckereien weisen einen günstigen finanziellen Stand ans. Vom 1. April 1903 ab wird auch der„Oberlansttzer Volksfrennd" in einer eigenen Druckerei in Zittau hergestellt werden. Das Dresdener ParteilMteriiehinen errichtet daselbst unter Aufwendung bedeutender Mittel eine Filialdruckerei. Stellungnahme zum Internationalen Kongreß. In einer am Freitag im„VolkShauS" abgehaltenen Partcivcrsammlung be- schäftigten sich die Genossen des 13. sächsischen NeichStagSwahllreiscs (Leipzig-Land) mit dem bevorstehenden Internationalen Kongreß in Stuttgart. Das einleitende Referat hatte Genosse L i P i n L k i übernommen, der eingehend die Bedeutung dieser internationalen Tagungen würdigte und darauf die einzelnen Punkte der Tages- orpnuiig besprach. In der Frage der Maifeier erklärte er sich ent- schieden für Beibehaltung der Arbeitsruhe und fand damit die Zustimmung der Anwesenden. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Als Delegierte wurden die Genossen H e n n i g und Scheid, als eventueller Stellvertreter der Gc- nosse Nüchtern gewählt. In einer später stetttfindenden ge- meinsamen Partcivcrsammlung de» 12. und 13. Wahlkreises beab- sichtigt der Kreisvorstand, noch einen Genossen als Delegierten des Agitationsbezirkes Leipzig in Vorschlag zu bringen.— Die Partei. Versammlung nahm dann noch Stellung zu der im August tagenden Landesversammlung der Sozialdemokratie Sachsens. Hierüber referierte ebenfalls Genosse L i P i n S k i. Er hob besonders die Wichtigkeit der WahlrechtsfKge hervor, die durch die Hohcnthalsche Vorlage wieder besonders aktuell geworden ist. Zu Delegierten der Landeskonferenz wurden die Genossen Seidel, Hilbert, Groitzsch und Preißler bestimmt.— Am 6. August finden im ganzen Leipziger Bezirk Protestversammlunge» gegen die neue Wahlreforinvorlage statt. Sozialdemokratischer Wablerfolg in der Schweiz. Seitdem .Misere Genossen in der Gemeinde Altstetten bei Zürich nach lang- jährigem, unheilvollem Bruderzwist einig sind, eilen sie von Erfolg zu Erfolg. Am letzten Sonntag siegten sie abermals bei einer Nachwahl in den Gemeinderat, indem Genosse I m h o f mit 342 gegen 307 bürgerliche Stimmen gewählt wurde. Damit sitzen 4 Sozialdemokraten gegenüber 3 Bürgerlichen im Gcmcindcrat, so daß unsere Genossen in dieser Behörde die Mehrheit haben. Der Fall ist sehr lehrreich. Aus China. Nach dem Melbourricr„Socialist" wurde in Tokio eine sozialistische Partei gegründet mit einer Mitglied- schast von 80 Mann._ GewerkfebaftUebeOs An die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands. Arbeiter, Parteigenossen! unstreitig gehören die in der deutschen Tabakindustri« Beschäftigten mit zu den schlcchtest entlohnten Arbeiter- schichten Deutschlands. Löhne werden gezahlt, mit welchen in den meisten Fällen nicht einmal das nackte Leben zu fristen ist, und die Verhältnisse erinnern lebhaft an das sprüchwörtlich gewordene Elend der schlesischen Weber. Die� Ausbeutung der in der Tabakindustrie Beschäftigten wird in der raffiniertesten und rücksichtslosesten Weise betrieben, so daß tatsächlich in vielen Fällen das Elend unter den Tabakarbcitern zu ernsten Bedenken Anlaß gibt. Diese rücksichtslose Ausbeutung konnte diesen gefahr- Drohenden Grad erreichen, weil die Zigarrenfabrikation mit Leichtigkeit von einem Orte zum anderen verlegt werden konnte und auch verlegt worden ist, wodurch der Einfluß der geWerl- schaftlichen Organisation auf ein geringes Maß reduziert wurde. Nicht minder wirkten auch die fortgesetzten Zoll- und Steucrpläne der Reichsregierung dezimierend auf da? Gewerbe. Der vom Deutschen Reichstage beschlossene und im Jahre 1879 in Kraft ge» treten« Rohtabakzoll in Höhe von 83 M. pro Doppclzentner muß größtenteils von den in der Tabakindustrie beschäftigten Ar. b e i t e r n getragen werden, auf welche die Fabrikanten diese Last durch Lohnrcduzierungen abwälzten. Auch neuerdings plant man wieder eine Besteuerung der Zigarrenindustrie in Form einer Banderolen st euer, deren Last wenn irgendmöglich den Tabakarbeitcrn ebenfalls aufgehalst werden wird. Wir sehen daher in den deutschen Tabakarbeitern nicht allein eine Arbeitcrschicht, die der grenzenlosen Ausbeutung ausgesetzt ist. sondern auch eine solche, die gewaltige Summen dazu alljährlich für den RcichShauS» haltSetat extra zu tragen hat. Diesen wesentlichsten Faktoren ist das unbeschreibliche Elend der deutschen Tabakarbeiter zu verdanken. So sehr nun auch von diesen Faktoren die Tätigkeit de? Tabakarbeitcrverbandcs begrenzt wurde, ließ er es doch an der nötigen Agitation und Werbung von Mitgliedern nicht fehlen und erreichte auch gerade in den letzten Jahren, daß seine Mitgliederzahl stieg. Die Kämpfe um eine bessere Existenz entstanden und mutzten geführt werden. Selbst- verständlich erforderten diese Kämpfe ungewöhnlich hohe Summen, dai beinahe jede Lohnerhöhung im zähen Kampfe errungen werden mußte. So verausgabte der Deutsche Tabak- arbeiterverband für diese Kämpfe bei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl vo« ,24 619 im Jahr« 1903 und 23384 im Jahre 1006 171000 M. im Jahre 100 5 und 204 000 M. im Jahre 1906, und im verflossenen 1. Halbjahre 1007 115 000 M. Dazu war ei» nicht weniger als 83 000 M. Gemaßregeltenunterstützung erforderlich. Ver. hältniSmäßig große Summen mußten auch für üZhkit Klose Mitglieder ausgegeben werden.. die durch die vom deutschen Reichstage de s ch l o s s e n e Banderolensteuer auf Zigaretten arbeitS los geworden waren. Auch in den jetzt noch tobenden Kämpfen zeigt es sich, daß die Zigarrenfabrikanten vor keinem Mittel zurückschrecken, das ihnen verspricht, die Gewährung etwas besserer Löhne hintenan zu halten. Mehrere Kämpfe. darunter jener in Gießen mit 1100 beteiligten Tabakarbeitern, wo man seitens der organi. sierten Zigarrenfabrikanten sogar das Ver- langen an die Arbeiter richtete, auS dem Deutschen Tabakarbeiterverbande auszutreten. find zu bestehen und Werden voraussichtlich noch eine längere Zeit andauern. In dieser Situation hat sich der unterzeichnete Vorstand an die Gencralkommission der Gewerkschaften Deutschlands gewandt mit dem Ersuchen, den um ihre Existenz ringenden deutschen Tabak. arbeitern beizuspringen. Die Generalkommisfion hat diesem Er- suchen bereitwilligst entsprochen und sich dieserhalb mit einem Auf. ruf an die organisierten Arbeiter Deutschlands gewandt, eine Sammlung einzuleiten. Auch die organisierten Tabakarbeiter sind, Wohl einsehend, daß diese Kämpfe große Summen erforderlich machen, von der Verbandslcitung schon seit April dieses Jahres verpflichtet worden, monatliche Extrabeiträge zu zahlen, die auch gerne, trotz des Elends, in welchem sie stecken, gezahlt Werden. Dazu haben erfreulicherweise an vielen Orten die organi. sierten Tabakarbeiter noch wöchentliche Extrasammlungen unter sich eingeleitet. Arbeiter, Parteigenossen! Wenn wir diesen Echtitt zur Veranstaltung einer Sammlung unternahmen, so ge- schah es in der bestimmten Erwartung, ihn nicht vergebens getan zu haben. Es gilt in diesem Falle, einer an Zahl wohl kleinen aber mächtigen und übermütigen Unternehmergruppe, wie in Gießen, zu zeigen, daß die klassenbewußte Arbeiter- schaft Deutschlands es nicht duldet, daß einer Arbeiterschicht, wie es in Gießen versucht wird das Koalitionörecht genommen werden soll, und daß es ihr ernstes Bestreben ist. die gesamte Arbeiter- schaft auf ein höheres soziales Niveau zu erheben. Die organi sierten deutschen Tabakarbeitcr rechnen mit Bestimmtheit auf die geforderte Solidarität der klassenbewußten Arbeiterschaft Deutsch» lands und werden in gleicher Situation bei Arbeitern anderer Branchen auch ihren Mann stehen, wie sie eS getan haben, solange eS eine klassenbewußte Arbeiterschaft Deutschlands gibt. Mit Gruß Der Borstand des Deutschen Tabakarbeiterverbande». Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. m Achtung! Partei- mtb Gewerkschaftsmitglieder! In Ausführung des Beschlusses der General- kommissionderGewerkschaftenDeutschlands für die ausgesperrten und streikenden Tabakarbeiter all- gemeine Sammlungen zu veranstalten, werden vom Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission von Montag, d e n 22. Juli ab Sammellisten herausgegeben. Dieselben sind zu Habs« im Bureau der Kommission, Engel-Ufer 16 l, Zimmer?!r. 1, und zwar werktäglich von 11—1 Uhr vormittags und von 6— 7'/2 Uhr nachmittags. Gelder mit der Post sind persönlich an den Genossen Alwin K ö r st e n ebenfalls unter oben angegebener Adresse zu richten. Wir ersuchen die Genossen sich an dieser Sammlung zahl- reich zn beteiligen. Der Ausschuß der Berliner GewerkschaftSkommissio». Berlin und Umgegend. Tie Bewegung im Bangewerbe. Im Zentralverband der Maurer hat sich die Situation im Vergleich zu der letzten Woche nur wenig geändert. Zu den neuen Bedingungen arbeiten jetzt 4772 Mitglieder. Strei- kende sind in der Zahl von 2368 noch vorhanden. Nach den Fest» stellungen am 7. Juli zählte der Zentralverband 3181 streikende Mitglieder und SSSV, die zu den neuen Bedingungen arbeiten. Die Zahlen haben sich also nur zugunsten des Verbandes verändert. Einige neue Firmen vom Verband der Baugeschäfte sind auch wieder gewonnen worden. Eine genaue Uebersicht wird in der nächsten Woche wieder veröffentlicht werden. Der Verband hat Kenntnis davon erhalten, daß Agenten der Unternehmer im Aus- lande, besonders in Oesterrcich-Nngarn, eifrig mit der Anwerbung von Arbeitswilligen beschäftigt sind. Es fehlt natürlich nicht an geeigneten Maßnahmen, allen Schachzügen der Unternehmer zu begegnen, und der Verband hat in dem Kleinkrieg gegen die Ar» bcitswilligen manchen hübschen Erfolg zu verzeichnen und treibt mit manchem Agenten der Unternehmer, der sich nichts davon Die Zuschneider und Zuschneiderinnen der Herren« und Knabenkonfektion stehen bekanntlich nun mit einer Anzahl Firmen im Kampf, um den mit dem»Verein der Herren- und Knabcnkonfeklionsfirmen" vereinbarten Tarifvertrag endgültig und allgemein durchzuführen. Sic haben zu den übrigen noch eine größere Firma, die acht Zuschneider beschäftigt, für den Tarif gewonnen, und so handelt eS sich jetzt hauptsächlich darum, jene 70 Proz. maßgebender Firmen, die den Tarif unterschrieben haben müssen, wenn er vom Berein der Konfeitionsfirmen endgültig anerkannt werden soll, so viel wie nur irgend möglich zu übertreffen. - Am Freitag fand bei Dräsel in der Necken Frkedrichstratze wiederum eine zahlreich besuchte Zuschneiderversammlung statt, die sich mit der Tarifbewegung beschäftigte. Mit Genugtuung konnte man feststellen, daß auch die Zuschneiderinnen wieder stark vertreten waren, sich lebhaft an der Diskussion beteiligten und da- mit bewiesen, daß sie ihren männlichen Kollegen an Eifer für die Durchführung des Tarifs nicht nachstehen. Aus dem Referat des Vorsitzenden B o r d a s ch wie aus der Diskussion ist zu ent- nehmen, daß bei einzelnen Firmen Streikbrecher tätig sind, daß sich aber die Streikenden wie auch die übrigen Mitglieder der Organisation redlich bemühen, diese Leute über die Verwerflichkeit ihres sie selbst wie die Allgemeinheit schädigenden Treibens auf- zuklären, was jedenfalls auch gelingen wird und muß. Sicht man diese Auchlollegen auf der Straße, so kann man aus den zur Erde gerichteten Blicken schließen, daß sie doch wenigstens schon ein gewisses Schamgefühl über ihr verräterisches Treiben empfinden. � Die Firmen, die noch über einige getreue Arbeits- willige verfügen, bieten denn auch alles auf, um sie vor jeder Berührung mit den verhaßten Streikposten zu bewahren. Einzelne Firmen scheuen sich sogar nicht, die Polizei mit dem Ansinnen zu träumen läßt, ein gelungenes Spiel/ Diese Agenfen stehen sich belästigen, die Streikposten von der Straße zu vertreiben. So trotzdem am besten bei der Sache, denn sie werden glänzend- soll Herr U n g e r in der Neuen Friedrichstraße sich allabendlich honoriert und verstehen es, hohe Neckmungen einzureichen, wenn Schutzleute heranholen, damit sie dafür sorgen, daß seinen tun werde, die Firmen öffentlich bekannt zu geben Gleichwohl seien die Organisationsleitungen bereit, die Bewcije für ihre Angaben vorzulegen. » Der Zentralverband und der Verein der Zimmerer haben am Dienstag, den 16. Juli, gemeinsam eine Kontrolle der Bauten und Arbeitsplätze vorgenommen, um vor allem festzustellen, auf wie viel uno welchen Bauten und Plätzen ihre Forderungen noch nicht bewilligt sind, und wo und wieviel Streikbrechcr am selben Tage tätig waren. Daneben wurden aber auch Feststellungen gemacht über diejenigen Bauten und Plätze, wo die Forderungen der Zimmerer unterschriftlich anerkannt sind. Arbeitssteven von Unternehmern, die am 16. Juli die Forderungen noch nicht anerkannt hatten, wurden 261 ermittelt, und zwar 120 Neubauten, 70 Ausbauten, 46 Holz- und Zimmerplätzc, 12 Scharwerke, 8 Ladenausbrüche, 2 Tiefbautcn und 1 Brückenbau. Es waren 170 Unternehmer, die für diese Arbeitsstellen in Frage kamen. Auf 15S von diesen 201 Arbeitsstellen wurden am selben Tage Zimmererarbeitcn verrichtet, und zwar auf So Neubauten, 48 Ausbauten. 89 Holz- und Zimmerplätzen. 10 Scharwerken, 2 Tiefbauten, 4 LadcnauSbrüchcn und,, Uhr.) Montag: Wiener Blut. Dienstag: Die ichöne Galathee Mittwoch: Wiener Blut. Donnerstag: La Traviata. Freitag: Wiener Blut. Sonnabend: La Traviata. Sonntagnachmittaa 3 Uhr: Die Geisha. AbendS: CavaUeri» rusticana. Die schöne Galathee.(Ans. 7'), Uhr.) Montag: Wiener Blut. Deutsches Dhcater. BiS auf weiteres täglich: Der Jongleur. Komische Oper. Sonntag: Tosca. Montag: Hossmanns Erzählungen. Dienstag: ToSca. Mittwoch: HoffmannS Erzählungen. Donnerstag: FtgaroS Hochzeit. Freitag: HoffmannS Erzählungen. Sonnabend: Tosca. Sonntag: HoffmannS Erzählungen. Montag: Carmen. Neueö Schauspielhaus. Sonntag bis nächsten Montag: Raffle». Schillrr-Dbeatrr O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. AbendS: La Traviata. Montaq: Der Postillion von Lonjumeau. Dienstag: Die lustigen Weiber von Wiiidsor. Miitiooch: Der Troubadour. Donnerstag: Jcssonda.. Freitag: Carmen. Sonnabend: La Traviata. Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Die Zauberslöle. SlbendS: Der Postillion von Lonjumeau. Montag: Jeffonda...„.. Schiller. Theater sFriedrich-WilhelmstädtischeS Theater.) BiS all! weiteres täglich: Khrttz.Pyritz.__ P»stspielha»s. Bis auf weiteres täglich: Die Welt ohne Jlllänner. Kleines Theater. BiS aus weiteres täglich: Vater und Sohn. Theater des WestcnS. Allabendlich: Die lustige Witwe. Bernhard Rose-Tdeater. Im Garten ab Montag bis Sonnabend Ein toller Ehcman. Ne jctnc Nummer. Die Gauklerin. Ansang 4>/, Uhr. Im Thealcr: Sonntagnachniittag 4 Uhr: Die Schwäbin. Unterm Bin» bäum. Die GauNcrin. Allabendlich 8'/, Uhr: Der große Unbekannte. Metropol-Theatcr. Allabendlich: Der Teusel lacht dazu. Avotto. Thealcr. Allabendlich: Der HochzeitSgast. Spezialitäten. Walhalla-Theater. Spezialitäten. Reichshalleu- Theater. Stetliner Sänger. Passage- Theater. Spczialttäten. Wintergarten, ha, Tortajada. Spezialitäten. Figaro Thrater(im FolicS Caprice). Allabendlich: Geisterauto. Paris. Ansang 8>,, Uhr. Carl Haverland-Theater. Spezialitäten. Gustav VehrenS- Theater. Berlin IV., Goltzstr. S. Spezialitäten. Urania. Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag: Von der Zugspitze zum Watzmann. Montag und Sonnabend: Durch Dänemark und Süd- schweben. Dienstag: Die deutsche Ostseeküste. Mittwoch und Sonntag, den 28. Juli: Im Lande der Mitternachtssonne. Donnerstag: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Freitag: Bon der Zug- spitze zum Watzmann. Ansang 8 Uhr. Gesichts war schmutziygrau geworden, die Lippen schneeweiß. Sonst verriet nicht? ihre Stimmung, ihre Erregung. Bach ging schweigend hinaus, er zerdrückte eine Träne im Auge. Nach vielen Stunden erst regte sich Lea, um leise zu murmeln; Sind wir Christen?"-----—---—--— Jahre flössen dahin. DaS Land erschloß sich dem weihen Manne immer mehr. Man baute Eisenbahnen, große Stctn- Häuser, errichtete Farmen. Die Knechtung der Eingeborenen verlief systematisch. Die Herero witterten Unheil. Man könnte sie eines TageS erdrücken. Mutter Lea sah von alledem nichts, so schien eS. Man hielt sie für„mallkopp", da sie seit der Ermordung ihres Sohnes kein Wort sprach. Sie hatte nur immer begierig gelauscht, als man vom„Prinzen" sprach, war dann aber»n unheimliche Lethargie verfallen, als man ihr erzählte, Prin� Arenberg lebe und sei nur für„mallkopp" erklärt. Man könne ihm nichts tun. Maria war gefaßter, mied aber die Kirche und Mission, trotz allen Müh-nS der christlichen Lehrer, sie in Demut zurückzuführen. EincS TagS kam sie von einem Meeting, das die Herero heimlich in den Ojantibergen veranstaltet hatten. Mutter Lea wußte davon. Als Maria eintrat, sagte sie zu der stupide am Boden sitzenden Mutter Lea nur das eine Wort:„Orlog(Krieg) l" Eine jähe Wandlung ging nach diesem einzigen Worte mit der Alten vor. Sie richtete sich straff aus, ihre Augen blitzten dä. manisch und feurig auf. Dann schlich sie zu ihrcm Lager und holte verstohlen ein lange? Bowiemesser daraus hervor, das noch von ihrem Willi stammte. Sie hatte es nach unsäglichem Mühen haarscharf geschliffen. Triumphierend schwang sie das große säbel. artige Messer über ihrem Kopfe, wilde Schreie ausstoßend, in die Maria einstimmte. Die Bestie war erwacbt, die Bestie, welche tückischer gemeinster Mord hervorgclockt. die Bestie, die eine Durch- laucht entfesselt hatte! Und das Morden begann! Mutter Lea schwelgte in Wollust. im Blute. Sie wollte die Liebe, die von ihr ein weißer Mann entliehen, mit Zinsen zurückfordern. Sie schlachtete die Liebes- teile in grausamster Weise, wo sie eine» toten oder verwundeten Ansiedlers habhaft werden konnte. Sie ergötzte sich an dem Anblick der weißen Frauen, die man schändete, von denen die Herero jetzt Liebe entliehen. Sie riß ihre eigenen Kleider herunter und ließ sich von Maria das Haar schecren und tat dasselbe mit der Tochter. Man wurde auch nach außen hin Heide, trug zudem den Busen frei und legte den Lendenschurz an.———————— Elend und krank, verdurstete Mutter Lea und Maria auf dem großen Zuge der flüchtenden HereroS durch die Omaheke. Die deutsche Kultur hatte gesiegt! Sozialdemokratiseher Wahlverein skr den 4. Berliner Beiehstags-Wahlkreis. Dienstag, den 33. Juli» abends S1/« Uhr, in Kellers Festsälen(Inhaber Freyer). Koppenstraße Nr. 29: Ordentliche Ge»»eral-Bersammlttng. Tages-Ordnung: 1. Geschäfts-, Kassen-, Revisionsbericht und Diskussion. 2. Anstellung des zweiten Kassierers. 3. Bericht aus den Kommissionen. 4. Beratung eventueller Anträge zur Verbands- Generalversammlung und Wahl der Delegierten, ö. Ausschlußanträge. 6. Verschiedenes. - Mitgliedsbuch legitimiert.- 262/11» Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Am Ticnstag, dm Älj. Juli, abends 8'/- Uhr, finden Ml Tersammlungen ftsttt, 265/1* Für 1. Mtcllung bei Oviglo, Schwcdterstr. 23. 2., in den Beroiinaslilen, Schönhauser Allee 28. 3., bei Groterjan, Schönhauser Alle« 130. 4., bei Witte, Brunnenstr. 188. 6.. bei Tchölzrl. Boyenstr. 12. 7.. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. 10.„ bei Blume, Schulstr. 29.(Kein Vortrag.) 11.. Swiucmündcr GcsellschaftZhanS, Swinemünderstr. 42. TageS-Ordnung: 1. Zlusstellung der Kandidaten zur Delrgicrlcnwahl sür die Verbands- Eieneral-Vcrsammlung. 2. Dorlrag und Distussion. Rescrcnten find die Genossen: Eugen Brückner» Giebel, Kunze, Leid, Mohs, Ritter, Schulz. Zu zahlreichem Besuch ladet ein_ Per Torstand. (E. H. K.>15.) Sonntag, den 88. Jnii 1907, vormittags 10 Uhr: General-Versammlung im Lokal von Lbst, Meiniiigrrftrahe 8(Tunnel). Tagesordnung: 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 2. Verschiedene Kassen-Angelegen- hcitcn. Mitgliedsbuch legitimiert. lim zavlreiches und pünktliches Er- scheinen der Mtglieder ersucht 293/7»_ Der Vorstand. Landpartie-, Vereins-Verlosungs■ Gegenstände, Lampions, Papiermlltzen, Radau- Instrumente in horvorr. Auswahl. Außergewöhnlich billig s. B.: tranMparente 1 Dutzend Stocklatcrnen I 45 Pf.* Bernhard Keilich, GrSBt. Spielwaren- Qesoh. Dtsohl. Or. Hambargcrstr. 21— 23, Ecke Oranienburgorstr. 19 Schaut. Verband der Gemeinde- u.Staatsa röeiter, Filiale Groß-Berlin. Mitwoch, den 24.|nli, pünktlich abrnds S1!» Uljr, im Englischen Garten, ..... AleMlderjtrnßt 27e: General- Versammlung. TageS-Ordnung: 293/10 2. Mitteilungen. S. Berwaltungs- und Kassenbericht für das zweite Vierteljahr. 8, Ersatzwahlen zum Lerbandsvorstande und zur Ortsverwaltiing. >• i> Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. _ Die Ortuverwaltnna-. Deutscher ISuchbinderverband - Zahlstelle Serlin.- Donnerstag, den 25. Juli 1907, abends 8'/» Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 4, Engel-Ufer 15: wvr General-Versammlung."MS Tages-Ordnung: 24/11 1. Wahl der Delegierten zur Geivcrkschaftskomniission. 2. Geschäfts- und Kassenberichte. 3. Abrechnung von der Mondscheinfahrt beziv. Dampferpartie. 4. Wahl zweier Revisoren uild eines Mitgliedes zuni Gauvorstand. 5. Vcrbandsangelegenheitcn und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch erhält niemand Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Handzettel sind voni Bureau zu entnehmen._ D. O._ Sozfaldcmohratlfchcr D 2 v =«lablvcrelii= ULIÄilOl!• Dienstllg, den 23. Inll, aliends 8 ilhr, in Hoppes Festsiilen, Hermannstr. 49: General-Bersammlung. TageS-Ordnung: 1. Vorstands- und Kassenbericht. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Vereinsangelegenhciten. 4. Verschiedenes. 2SbjS» KUlgUedshtteh legitimiert.—— Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Borstand. Zentral-Verband der Klanrer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Achtung! PlltZCr! Achtung! Mitwoch, den 24. Inti, nachmittags 3 Uhr, in Lreyers FeWen, Koppenstr. 29» großer Saal: �Vilt�lle�er-Versarnmlunx Ta geS-Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Ouartal 1907. 2. TituationSbericht. 3. Verschiedenes.— ES ist Pflicht cineS jeden Kollegen. in der Veftamnilung»u erscheinen. >M"" ittl' 134/10» Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt Tie örtliche Verwaltung. I. A.: E. Schulz». Restaurant ewerhschafts- � haus. Engel-Ufer 15. flflenu 75 Pf. Heute Sonntag: Tomaiensuppe. Aal grün oder Blumenkohl mit Schnitzel. Meerbraten od. gespickter Rinderbraten. Kompott oder Salat. X Kelchlialilge Abendkarte. X Wochcntäglich: Groster bürgerlicher Mitlagstischcoiiy.COpf. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen 5395L Pieh. Augustin. arllcn Freunden und Belannten zur KeiintniSnahme, dast ich War- fchauerstr. SS ein 19vlb Weih- und Bnyrisch-Bierlokal eröffnet habe. Auch stehi ein Vereins- ziinmcr zur Versügung. Um ge- neigten Zuspruch bitid Wilhelm Hannemann (srüher Tischler). O.Heinze, Briichenstr. 6. zÄ besonders billig. Reparatur., Emaillierung, Vornickel. tsder Holl Zahlstelle Berlin. Maschinenarbeiter. Montag, den SS. Juli, abendS 8 Uhr: Branchen- Versammlung in den Andrcas-Festsälcn, AndreaSstraße Nr. 21. Tagesordnung: 4. Vortrag des GewerklchastssekretörS Ad. Ritter über t Die Politisch« und gewerkschaftliche Arbeiterbewegung und ihre Gegner. 2. DIS- kussion. 3. Branchenangelegenheiten und BerschiedeneS. Erscheinen jede» Kollegen ist Pflicht. Mitgliedsbuch mitbringen l Dir Branchentommission. Unsoksloi». Montag, d. SS. Jnlt, addS. 8'/- Uhr, bei«.vocter, Wcbcrftr.17: Krauchen- Versammlung. TageS-Ordnung: Um das Erscheinen aller Kollegen ersucht Ol« Bommlsslva. j. Baep fiailslr.2(l,Pri„EzokA#ii». Herreii- und Knaben- Moden. Bsrufskloldung. Paletots u. Havelocks. Großes Lagar in- und ausländischer Stoff» zur Anfertigung nach Maß.» AllerbiUigste, streng fest» Pr«ia«. Sozialdemohratischer Vahlverein Gummelsburg. aa�— DienStag. den 23. d. Mis.. abends 8>/, Uhr, im Lokale der Witwe Wolgel, Dürrschmldtstr. 45: Ordentliche Generalversammlung. i. Tages-Ordnung: 8/0 Die Sozialdemokratie im Kampfe gegen die Reaktion. Referent: Genosse ReichStagSabgeordneter S i ü ck l e n. 2. Bericht des Kassierers. 3. BereinSangelegenheiten. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Mitglieder er- sucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vort.tnn«l. Wiiiits, Mmhtc Sdjfliif liftp! Dienstag, den S3. Juli, nachmittags präzise 4 Uhr. bei 0d»t, Meiiiingerstrafte 8: CSrolk öffentUcbc Versammlung der Gast- u. Schankwirte Schönebergs. Tagesordnung: 1. Die Einführung der Konzeffionssteuer in Schönederg und welche Masiiiabmen treffen wir dagegen 1 Reserent Kollege Stadlverordneter E. Obst. 2. Diskussion. 70/6 Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist Ehrensache. _ Die Ginberufer: 1. Alsohor. 0. Korn. E. Obst. Creneral-Versaiaimiuiigs der r IMzelscIie tose) Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend. Dienstag, den 23. Juli 1907, abends S'/a Uhr, im Restaurant„Zum VolkSheim", Ackerstr. 123: Delegierten- u. Vorstände-Versanunlung. TageS-Ordnung: 1. GeschästS- und RechenschaslSbericht de» AiiSschuffeS. 2. Neuwahl de? Ausschusses. 3. Die jetzigen Berliner Lohnbewegungen. Um zahlreiches und pünllltches Erscheinen ersucht 293/ 12_ De r A»sschust. I. A.: ii. PuIIIItz. Veidsiill u-lbZiiMAds MfsmbsiIdsMelil. Zweigverein Berlin und(Inigcgond. Sektion der Deckenbranche. Montag, den££. Jnli, abends 8 Uhr: l�litgUeder- Versammlung bei Wohlfarth» Rosenthalerstr. ki7. Tagesordnung wird ui der Bersaminlung bekannt gegeben. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe kein Eintritt. 35/12 Der Einberufer. a« Sonntag, den 28. Juli 1907, bormittaga 10 Uhr, in WtlkeS Saal, Brunnenstraße Nr. 188. TageS-Ordnung: 1. Verlesung deS Protokolls der Generaloerlammlung vom 27. Januar 1907. 2. Kassenbericht für da» erste Halbjahr 1907 und Bericht der Reoisoren. 3. Fesiietzung der Pnbiikutioiisorgane für 1907/08. 4. Anwag des Vorstandes betreffend Erhöhung des Sterbegeldes(0 15). 6. Antrag der Revisoren betreffend Erhöhung der Remuneration aus 10 Proz. 4. Berjchiedene Koffenangelegendeiten. 293/3» Mitgliedsbuch legitimiert.» Vor Vorstand. Otto Winller. Zweigverein Berlin. Sektion I. Bureau: 0. 54, Mutackstratze 10, l.— Fernsprecher: Amt III». 4S13. Sonntag, de» 21. Juli» nachmittags 1>/, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 47: Mitglieder-Versammlung TageS-Ordnung: l. Vortrag deS ArbeiterselretärS Ad. Ritter. 2. Diskussion. 3. RecheiischasiSbericht vom 2. Quartal. 4. VereinSangelegenheiten. 42/L Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht der Mitglieder. pünktlich zu erscheinen. vor Vorstand. Bürsten- und SHnselmaeher. Montag, den SS. Juli, abends 8'/, Uhr. bei Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57:"99 Kranchen Uersammlung T»g»««Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheltea __ Die Kommisston. Branche der Korbmacher. Montag, den SS. Juli, abendS 8'/, Uhr, im GewcrtfchaftShaufr. Engel-Ufer 45: Branchen- Versammlung. TageS-Ordnung: 4. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. S. Ver> schledeneS. Um PünktsicheS und zahlreiches Erscheinen blilet Die Kommissto». Branche der Klstenmaeher. Montag, den SS. Juli, abends 8'/, Uhr, UW im iSewertschastshansc. Engel-Ufer 45(Saal 3):-ME, Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 4. Bericht der Kommission. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Wahl eines KommissionsmitgliedcS. 4. Braiichcnaiigclcgcnhciten. LM- Die Mitgliedsbücher werden in der Versammlung abgestempelt. Die Kommission. Sonnabend, den lv. August, bei Boeker, Weberstr. 47: Sommerfest der Kistenmacher. Jalousie- Ar heiter. Dienstag, den S8. Jnli, abends 8'/« Uhr, bei Oo eher, Webcrstraste 47: i Krauche»- Nersamminng. TageS-Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ver- schicdencS. Vor der Versammlung findet nm?>/, Uhr eine Sitzung der Brancheukommisslou statt. Die KommisNon. HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE Montag, Dienstag, Mittwoch,-»owe« Vorrat: ALEXANDERPLATZ Wirtschafts- Artikel Saison-Rest-Bestände bedeutend ermassigt! Gaskocher ttatt 1.60 2 00 2.60 mit Etntllla-QahHuta »tatt 38 Pf. 95 pf. 40 Pf. •|2o-jas Spirituskocher.... 28 p,. 30pf. 35 pf. Reibemaschinen I00 r-i•| l•. für Famlllongebrauch 4 er* Fleischmaschinen 1 Teppich-Kehrmaschinen Emaillierte Wassereimer I eutdeutich. Q 50 1 Fabrikat..\J Durchmu*. Q 28 cm Pf. statt 6.00 7.25 8.50 Eismaschinen amerlk. 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Kaffeegesehirre wvissvs Porzellan mit Goldrand und Qoldllnle Kaffeekannen""V�-r'"' 43 60 bis l45 Milchkannen— 10 15 22 bis 50 p,. Zuckerdosen............ 42 55 p,. Bouillontassen............... 25 pr. Kaffeetassen................ 20 p,. Teetassen................. 20 Im Lichthof: Weisses Porzellan mitGo,dran<1 Pf. Pf. TdlCr flach und tief....... 25 Dessertteller..... 18 23 Compotteller........ 15 p,. Suppenterrinen..... I95 Beilage-Schüssein... 40 55 p,. und Goldlinie Fleischplatten ov., 42 b,s T Fleischplatten rund. 85 Pf.T0 Saucieren............ 95 p,. Salatschüss..x25pf..b,.r Salz-od, Pfeffergefässe 25 Tafel-Service aus obigen Geschirren zusammengesetzt: Für 6 Personen: 23 lelllg 30 telllg 10" 11 90 Für 12 Personen: 45 lelllg 60 telllg 77 telllg 19« 2350 30 ,90 Glaswaren Citronen pressen........ 8 p,. Limonadengläser 1 5 25 p,. Llmonadensiäbe 5 7 p,. Milchsatten......... 7 1 2 p,. Milchgläser au, fum. 22 28 p,. Milchbecher"Är 1 8 20 p,. Brunnengläser 1 5 pt. Taschenflaschen- 1 2 pt. Weissbiergläser uem.... 20 pf. Weissbiergläser grau... 30 p«. Weissbiergläser gwchL 75 p,.!10 Compotschalen gro»... 35 p,. Compotteller gepre«(t..... 5 p,. Fliegenfänger.......... 1 4 pt Salatschüsseln Weiss gerippt: sau-? stock..... 1'" Farbig gerippt: sat,»? stock..... I50 Restbestinde bis zur Hälfte das regul. Wertes ermässigt Eistassen od. Muscheln 8 Bowlengläser cnttaii.... 1 8 pt. Champagnerschalen cnttaii graviert 28 p,. Sturzkaraffen bi.« ewgw.. 28 pr. Milchtöpfe weit«............ 4 pr. Teekannen............... 10 p,. Kinderbecher dekoneH..... 7 r,. Gewürztonnen m« sehrm.. 5 p,. T( j - Stoff- Hut fertige Anzüge nach Maft SO M. tadelloser Sitz, Haltbare Futttrsachen. Bei Stostlieserung billigste Preise. rpanke, AckerstraHe 143, 53871.* Ecke Jnvalidenstratze. Ardeiter finde« für jeden Ieruf richtig gearbeitete Bekleidimg in grosser Auswahl Srunnenstr. 1S8, � Felder Lsüen. I Zur geil. Beachtniig! 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Redakteur: Carl Mermuth, Berlin-Rirdorf. Für denJnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 168. 24. Iahrgaug. 2. Krilage des„öoritiiirts" Kcrlim öollislilatt. Sonutag, 21. Juli 1907. Hus der Praxis der DarleljnsinStitute. DaS Mißverhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen, das so manchen bedrückt, der nicht genügend vorsichtig in der Wahl seiner Eltern war, hat einen eigenen Erwerbszweig großgezogen, nämlich den Fang von Darlehensuchenden. Zahlreiche Institute haben sich aufgetan, die sich bereit erklären, Geld- zu beschaffen oder zu vermitteln. Die Gcschäftspraxis vieler dieser Institute ist eine geradezu schwindelhafte, und verschiedene Polizeibehörden haben sich veranlaßt gesehen, vor bestimmten Firmen zu warnen; so warnte im Vorjahre die Polizei in Darmstadt und das Berliner Polizeipräsidium vor einer Anzahl Berliner Darlehns- firmen. Auch unS gehen ständig Klagen über die Manipulationen von Darlehnsgeschäften zu. Wir können leider nicht in ollen Fällen der Sache nachgehen, allein zur Warnung für alle Leichtgläubigen wollen wir unsere Beobachtungen der Oeffentlichkeit unterbreiten. Da annoncierte z. B. vor Jahresfrist ein gewisser Karl G. Müller, Berlin dk. 39, Neue Hochstr. 6, in mehreren weitverbreiteten Blättern, daß Geldbedürftige sich an ihn wenden sollen. Wer dieser Einladung Folge leistete, erhielt zwar kein Geld, aber ein acht Seiten langes Schristchcn sOktavformat), in dem Herr Müller die Leute zutraulich zu machen suchte und ein zweites Schristchcn empfahl, das dem Geldsuchenden eine Reihe guterund zuverlässiger Geld- quellen nachweisen würde, vorausgesetzt, daß er das Büchlein um fünf Mark kaufte. In dem ersten Schriftchen hackt Herr Müller auch fest auf die Konkurrenten los, die ebenfalls Namen und Ort von„Geldquellen"' gegen schnöden Mammon verraten. Vor einem gewissen K. S ch ü n e m a n n> Berlin, Friedrichstraße 243, wird besonders gewarnt. Nachdem die geforderten 3 M. eingeschickt waren, kam das zweite Schriftchen an. ES zählte 24 Seiten und trug die verlockende Aufschrist:„190S/96 Darlehens- und Hypotheken- Nachweis. Zusammengestellt und herausgegeben zum besonderen, vertraulichen Gebrauch für Darlehensuchende aller Stände. 7. Auflage. Im Verlage von Karl G. Müller. Als Manu- skript gedruckt. Vor Nachdruck geschützt(Gesetz vom 11. Juni 1870)". Dieser Titel ist zweifellos dazu angetan, vielen Leuten gewaltig zu imponieren. Die Schrift hat auch ein Vorwort, das geradezu großartig ist. Zunächst wird dem Darlchensuchenden eingeschärft, daß der Nachweis nur für seinen eigenen Gebrauch bestimmt sei. Mit welchem Recht dies ge- schieht, sagt Herr Karl G. Müller nicht. Wahrscheinlich fürchtet er, daß der Nachweis sonst ausgeliehen oder verschenkt werden und auf diese Weise der offenbar sehr flott gehende Verschleiß seiner papiernen Wünschelrute leiden könnte. Im übrigen spricht das Vorwort dem Geldbedürftigen Mut zu, warnt ihn vor zu großem Mißtrauen. ES sei, so heißt es in dieser schönen Einleitung, ganz in der Ordnung, wenn ein Darleiher einen Vorschub für Informationen verlange. Leider aber sei daö Publikum hier sehr mißtrauisch und gleich mit Redensarten wie Schwindel usw. bei der Hand. Besonders betont Herr Karl G. Müller noch, daß Firmen, deren Geschäftspraxis nicht ganz einwandsfrei sei, in seiner Liste keine Auf-- nähme fanden. Letztere Behauptung wird am besten dadurch illustriert, daß auf Seite 5 des Nachweises Karl Kubernuß, Bankgeschäft, Berlin W. 67, Steinmetzstr. 50 empfohlen wird. Dieser Herr Kubernuß wurde, wie im„Vorwärts"(Nummer vom 2. und 5. Juli) bereits mitgeteilt, vor kurzem wegen vcrschiedner Delikte, die gegen das Gebaren reeller Geldgeber verstießen, mit einer längeren Freiheitsstrafe be- dacht. Der Darlehensuchende, der in unserem Fall in Betracht kommt nnd deffen Korrespondenz schwarz auf weiß in unseren Händen ist, wandte sich alis Zufall zuerst an den Herrn Kubernuß. Sofort kam eine sehr viel versprechende Antwort retour, in der besagter Herr Kubernuß versicherte, daß er in der letzten Zeit für eine Million Mark Darlehen vergeben habe. Sein seit sieben Jahren bestehendes Geschäft beruhe auf reeller Basis. Einen Auszug betreffs der ausgeliehenen Gelder legte er bei. In dem Auszug sind allerdings Vor- und Zuname der Beglückten nur mit den Anfangsbuch st aben angegeben, so daß eine Kontrolle un- möglich ist. Da heiß: es z. B.„B. B. Berlin 10000 M." Zweifellos dürfte eS schwer sein, auf Grund dieser Angaben den Herrn„B. B." ausfindig zu machen. Endlich verlangte Herr Kubernuß 3,60 M. für JnformationSgebühren. Da diesem Wunsche nicht entsprochen wurde, hörten die GeschästSbeziehungen zu Herrn Kubernuß von selbst auf. Der DarlehnSnachweis deS Karl G. Müller nannte als Geldquelle auch einen gewissen Siegfried Zadeck in Berlin- Schömberg, Feurigstraße 60. Auch dieser Mann war an Versprechungen reich, verlangte aber 6,60 Mark JnformationSgebühr. Dieses Mal wurden die Forderungen erfüllt. Herr Siegfried Zadeck erhielt also die ge- wünschten 6 Mark 60 Pf. Zadeck ließ daraufhin eine Weile gar nichts mehr von sich hören, aber dem Darlehensuchenden wurde trotzdem die Zeit nicht lang. Er wurde nämlich von ähnlichen Geschäften wie jenes des Herrn Karl G. Müller in sehr un- angenehmer Weise belästigt, obwohl er sich gar nicht an sie gewendet hatte. Der Herr K. Schöne mann, Berlin, Friedrichstr. 243, vor dem sein Kollege Müller in seinem Darlehensnachwcise warnt(siehe oben), eröffnete ein förmliches Bombardement auf den Geldbedürftigen. Dreimal schickte er ihm seine Drucksachen in offenem Kuvert unaufgefordert in das HauS. Auf den Umschlägen war„für Erfolg garantiert" zu lesen. Gerade wie Herr Müller PricS er einen mit den Adressen von 100 Geld- gcbern versehenen DarlehensnachweiS gegen Bezahlung von 6 M. an. Infolge einer Mahnung wurde auch Herr Zadeck wieder lebendig. Er verlangte einen Bürgen, der ihm ohne Zögern benannt wurde. Und zwar wurde eine in der Umgebung deS Wohnortes als reich bekannte Persönlichkeit vorgeschlagen. Nun wurde aber Herr Zadeck plötzlich so krank, daß er sich zur Fortführung des Geschäftes unfähig fühlte. Er beauftragte damit einen gewiffen Herrn S. M. Wieluner, Berlin W. 30, Barbarosiastr. 15. Dieser versprach dem Darlehensuchenden, ihn bei seiner(nämlich WielunerS) Bank einzuführen, wenn er sich in eine Lebensversicherung aufnehmen lasse. Und außerdem bot er— unglaublich aber wahrl— die neueste Ausgabe des M e y e r s ch e n KonversationS-Lexikons gegen Ratenzahlungen von 6 Mark monatlich an! Nachdem die Herrn Zadeck eingeschickten 6,60 M. futsch waren, hatte unser Geldbedürftiger an Herrn Müllers Darlehensnachweis genug.. Er probierte es daher bei der Deutschen Kredit« und Diskontobank, Direktion C. A. Winkler. Berlin W. 57, Mansteinstr. 10. Das Bankhaus Winkler hatte nämlich ebenfalls annonciert, daß eS Darlehen zu günstigen Bedingungen gewähre. Anfangs ging alles glatt. Herr Winkler sandte eine Sammlung von Anerkennungs- und Dankschreiben, die er von dankbaren geldbedürftigen Kunden erhalten haben will. Ein knallroter Zettel, auf dem gebeten wurde,„das streng reelle und handelsgerichtlich eingetragene Bankgeschäft" Winkler nicht mit sogenannten Selbstgebern und Geldvermittlern zu verwechseln, lag bei. Die 4M. 80 Pf. JnformationSgebühr, die Herr Winkler forderte, wurden eingesandt und das weitere abgewartet. Als Herr Winkler einen Bürgen wünschte, wurde ihm ein Mann genannt, deffen Wohlhabenheit über jeden Zweifel erhaben ist. Jetzt aber drang„das streng reelle" Bankgeschäft plötzlich auf die Hinterlegung von Wertpapieren im Betrage de§ gesuchten Darlehens. Man bedenke wohl: Zuerst wurden Jnformationsgebühren gefordert und nach Bezahlung derselben genügte selbst ein verläßlicher Bürge nicht mehr, sondern der Darlehensucher sollte sich zu einem sogenannten Lombardgeschäft herbeilassen, daS man bei jedem reellen Bankier auch öhne In- formationsgebühren eingehen kann. Herr Winfler wurde für sein Verhalten allerdings so in die Enge getrieben, daß er die JnformationSgebühr wieder herausbezahlte. Verschiedene Fälle werden unS mitgeteilt, in denen Darlehen« suchenden Brockhaus' Konversationslexikon aufgeschwatzt wurde, natürlich gegen die üblichen Gebühren. Diese Gebühren sind für viele Darlehengeschäftsinhaber überhaupt die Hauptsache. Einem Arbeiter, der sich an eine in der Memelerstraße 40 wohnende Dar- lehenfirma Dietz um ein Darlehen wandte, mutzte erst fünf Mark Auskunftsgebühren zahlen; später wurde von ihm die Gestellung eines Bürgen verlangt; als er einen solchen in Gestalt eines kleinen Geschäftsmannes beibrachte, erhielt er schließlich die Antwort:„Leute in Ihrem Stande bekommen überhaupt kein Geld"! Das hätte man dem um Geld Nachsuchenden gleich sagen können, bevor man ihn um die Gebühren erleichtert hatte. Wir müssen un§ auf einige wenige Fälle besckränken. ES kann kein Zweifel sein, daß sich in Berlin ein ganzes Nest von Leuten befindet, die von Darlehensuchenden durch falsche Versprechungen Geld herauslocken, ohne ihnen auch nur einen Pfennig zu ge« währen. Die Tatsache, daß in dem ersten vorhin geschilderten Falle sich an den Darlehensuchenden auch„Geldgeber" herandrängten, von denen er gar nichts wußte und wissen wollte, legt die Vermutung nahe, daß hier geheime Geschäfts« Verbindungen zum Zwecke, sich die Opfer gegen- seitig zuzutreiben, bestehen. Bei einem näheren Eingehen auf die Praxis vieler DarlehnS- institute würde sich in sehr vielen Fällen eine groß angelegte Orga« nifation zur Ausbeutung in Not geratener Personen herausstellen. Diesem Treiben wird vor allem in den Jnseratenplantagen der bürgerlichen Zeiwngen Borschub geleistet. Gerade die bürgerliche Presse ist es, die dem Schwindel in ihrem Inseratenteil Tür und Tor öffnet und nach jeder Richtung hin ihre Förderung zu teil werden läßt._ Drei Dinge sind nötig zur He* Stellung bester Cigaretten: 1. Umfassendes Verständnis der Fabrikation. Allerbeste Rohmaterialien. Technisch vollkommenste Fabrikeinrichtung. Dafür zu sorgen ist unsere Sache. 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Bruiinenilr. 16. g'/. mr: Die llfrinibnrgfr oder: Ein Stück Alt Berlin. Lebensbild mit Gesang von L. Ely. Ansang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Während und nach der Vorst.: Ball. Bei schlechtem Wetter: Vorst, im Saal. RehMallen-Tlreale!'. Gastspiel dcS berühmten Winter- Tymian Mit seiner Herren- Ncsellschast. Anfang 8 Uhr. 1. Aug.: Wiederbeginn der L-oirecn der Stctt. Sänger. Brimnen-Theaier Badstrage 58. Direkt.: Eemh. Rote. Täglich: Mit grobem Erfolge: Ö»rmeiK. Vollst. ncncS Spezinlitiitcn-Progr. The 3 Mlltons. 8. Vendaro. Gebr. Oamni. Neitzcl-Luri-Trio. Robcrtn Comp., Schattenpant. Artur Wolff, Nlngkamps-Parodist. Kasseneröffnung 2 Uhr. Ans. 41/, Uhr. Jeden Donnerstag und Sonntag: Grostcr Elite-Ball. Montag, 5. August: Benefiz für den Oberregisseur Heinrich Richter. Lsnl Ko"hu80r »SOUCSj Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Bei günstiger Witterung a. der Gartenbühne. Sonntag, Montag, Donnerstag: KolDnannsi Norddeutsche Sänger Tanzkräiiachen. Heute: Skandal im Theater. Posse in 1 tzill. 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Im Nebensaale pünktlich 10 Uhr vormittags: Ausschuß- Sitzung. Ta�es-Ordnnng: 1. Anlnabmo von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. Ausgabe der Billetts für die Stinger znm "' 16/13 Sängerfest. 1 Sonntag, den 4. August 16. Sänger-fest im Schloß Weißensee. □ piaDengefänge. □ Ein zeich äre. □ öänger-peftzug. □ □ □ □ □ Doppel-Konzert. □ feuerwerh. □ □ □ □ Billetts im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse SO Pf. Beginn frDH 8 Uhr. Der Vorstand. Verband deutsoher Qastwirtsgetölien. Ortsverwallung Berlin III. Abteilung der Klerabzlehcr. Sounabeud, den 3. August 1907: Großes Somimr-fcSt � t» Max KliemS Sommer> Theater, Hasenheide 13—15 bestehend in 293/11» Konzert, Theater und Spezialitäten-Vorstellung, 8«°-umbr°cht°°llen@ro�er Ball. Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Verstellung S Uhr, des Balles 9 Uhr. BlllettS: Damen 30 Ps.. Herren 50 Ps. inkl. Tanz. ,- Nescroiertcr Platz 20 Ps. Nachzahlung.- Die Kaftookücho ist von S Uhr an geäffnet. gu zahlreichem Besuch ladet sreundllchst ein Her Vorstand. Billetts sind zu haben bei den Vertrauensmännern: ff. Sarow, i?3toe(tr. 17; G. Bartsch, Solleftr. 10; K. Preuß, Geisbcrgstr. 40; lt. 8lrang. 'eld, Pulbuserstr. 45; F. Reich, Nixdors. Bcrlinerslr. 74, und in den Zahlstelle»; Palisadenstr. 13, W. Paasch: Zossenerstr. 35, P. Wannike; Aalitzerstr. 132, 0. Gäbel, und Triststr. 41, F. Funk. I» O, Verband der Tapezierer. Bureau: Engel-Ufer 15. Filiale Berlin. Tel.: Amt IV, 0720. Sonnabend, den 3. August 1907: Großes Sommer-Fest im„Schwiezer-Öarten" am Friedricbsbain 29/32. Konzert, Spezialitätenvorstellung, Ball, Kinderbelustigungen, Fackelpolonäse usw. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Anfang 5 Uhr. u:: Entree 30 Pf. 178/13 Das Komitee. AM Heute Tm Sonntag, den SR. Jnli 1007, in den gesamten Bäumen des Etablissement„Karisgarten", Rlxdorf, Karlsgartens tr. 6—10: Großes Kreisfest des Arbeiter-Radfafirer-Eundes„Freiheit" bestehend in 12/16» Konzert, Spezialitäten-Vorstellung, sportlichen Aufführungen und Ball. Billott im Vorverk. 20 Pf.— Programme a. d. Kontrolle grat. Jedes Kind erhält zwei Bons, berechtigend zu einer Stook- loteme und zur einmaligen Benutzung der Schaukel oder des Karussels. Für sich. Aufbewahrung der Bäder wird tmentgeltl. gos. Anfang mittags 12 Uhr. Das Komitee. imr. Sozialdemokratischer Wahtoerein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 29. Juli 1907: Großes Sommerfest In den Gesamträumen der Neuen Welt, Hasenheide. Konzert und Spezialitäten-Vorstellung, Marionetten-Theater, Fakelpolonäse usw. I 9 I Großes BnllantB Feiserwerk« II« Großer Otlü« Herren die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 3 Uhr. Anfang dos Konzerts 4 Uhr. Billetts a 85 Pf. Die KalTeekUche stobt den geehrten Damen ron 3 Uhr an zur VerfUg/nng. Jedes Kind erhält am Eingänge einen Bon zur Sbocklaterne gratis. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 241/11* Der Vorstand. Schwarzer Udler Friedrichsberg yS$"""'ÄÄ Chaussee 5 StadUiahnstation Frankl. Allee' Inh.I QOllV. JltTttltOld. Fernspr. 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PST Jede Sendung ist frisch präpariert.»MG u Broichare gratis u. trank». hat vor den au» drn Badeorten versandten Brunnen den Vorzug, dah er da» Eise» nicht al» Oxyd(Ocker) anSscheidrt«t« diese, sonder« da»selSe daoernd unverändert als dat> leicht der- bauliche und am leichtesten asstmUierbare Gisenoxydul gelSst und wirksam dehSlt, auherdem auv frei ist von den veiunrelnignngen der natürlichen Brunnen(Bips. Tonerde, KteseljSm�. Der.Berliner ktahldlunnen' ist besonder» allen doüjentgen Leidenden zn empfehle«, welchen es nicht milglich t». eine Kur im Badeort» an der Oueste vorzunehmen. Der„Berliner Etahlbrmmen" ist so präpariert, dab er auf die weitesten Eiilsernungen versandt werden kann, ohne dem Verderben zu unterliegen oder an Wirkung zu verlieren. Tie vielseitig aiinstige Wirrung de»„See Huer Atahibrunne n" beruht daraus, dast derselbe besten Appetit erzeugt, den Stoffwechsel, die Verdauung und de» Stuhlgang sördrrt. die Verwertung»er Speisen verdeflert. mit seinem reichen Elsengehalte die Blutbtldnng mehrt, das Blut selbst verbessert, und dieses bei seiner stete» Zirkulation den leidenden Organen gesunde Znsuhr dringt, wodurch dieselben. oUmähltch regeneriert, gesund werden. �. Nu» diesem Grund« bewährt sich derselbe ganz besonders gegen Kl«tarMM, KUlchsucht. aller«rt. Schwache, Kopfschwerx, AppMilofigKett» Erbrechen, Magen-, Leber-, GaüenSein-, Uleren-, Darm-«. Klalenleiden s-ldsialle.schwtrster«rt. Abmagernng. Aals-, Kehlkopf-«. Knftröhren- verschlelmnng, Rhenmatismns, Gicht. Ischias, Skrofeln. Drnsenanschwellnngen. leicht.» Lungenkatarrh. Atembeschwerde«(«sthma). Schlaf- lsfigkett, Lähmnngen, Mckenmarksletde«. unreines Klüt. Flechten, Fettleibigkeit, Herzverfettung. Sterilität, Unterleibsleiden aller Art. Leiden der Wechseljahre, Hysterie, Gpilepfi� Menstrnationsstörung. Schwachezustande. Nerkalknns des Klntes, Znckerkrankhoit. Nartsetzuug ! friii Hau» g Die Trinkkur lann jederzei«, auch im Winter, ohne»rrussstöruna. ohne strenge Diät und ohne besondere Bnuinenpromenade vorgenommen werden. Breis sllr Berlin: Füllimg von 80 Fl. M. 10 prän.tin. 3c 9t habt Ich einen wahren Heißhunger. Früher litt loli kalten Banden nad Ffiesen; Jetxt«lad Hände I fpannung | stete an kalten nnd Ffiaae I warm, und die EmpAndUetakelt Lesen Wltternsseelnfidese hat aakr ) aaobgelacson. Dazu etfcene ich mtch jcftl auch tiner beaaeren s»t»tts«n ! ftiMou». cuitc allnmeman tiiiittlgaae~r.i einei beaaeren Anaaehena. i Magenbeschwerden habe ich durch den Brunnen nii" I werde xnt sereselt. So kann ich mit gutem I spreobnagren baden»loh erlflllt Ich"• genommen,»en Brunnen weiter zu empfehlen. ! gedadt i der Stahl geex Ibre Ver- -wlsten « auch lagen !0N Gelegenheit f?"» groß meine yreude darabcr ist. daß ich durch geworden bin, wnnen Tie stch�gar nicht I' > da Mich Ihnen bestens empfehlend, zeichne Ihr erg. Schone® erg. den 90. ä mit 1907, Ott« Selffert, Lehrer. «eßterstraße IST Derselbe Herr schreibt auf dle� Bitte um Erlaubnis dazu, m» 2. gnN 1907: m veröffentNchen; denn das hochachtungsvoll v. SotlTert. Sehr geeinter Herr! Ich gestatte slbnen rru. meinen Survericht u» Oesagrt« sind xataaosea.,' Sei Sehr geehrter mich �ynen uch dem Herr Sumtter! mtlznletlen, daß mir Ihr.Herllaer Stahl- 60 SJL getrunken habe, anaseselohnete Dienste « drängt i brennen'*, von | seieletet hat, Iah bin Jetat 04 Jahre alt nad leide sehen 30 Jahre an einem | bBeen Sronohlalkatarrb, zu dessen Bsilnns Ich alls Jahre la rar- laebledansa BSdern »offitr 7 Winter in San Herne | la Ztallea war. Di-S hat io immer etwa» geholfen: ich wurde dann öfter hwer lrant und besam immer sehr aohwer Haft, wovon ich mich sehr hwtr erholt«. Im Herbst ll-L bekam ich mm ein aohwerae Aatbma, so I daß Ich, wenn Ich mich nur blickte, keine Leu bekommen konnte. Da hörte 1 ich VON Ihrem Stakibranoen und beschloß, damit einen Versuch zu machen. I Jeh kann Ihnen nun nicht jeaaf dachen Ar die Wirkung: dea- I selbes, denn mein Asthma Istjranatloh a«hoben nnd ich fdhle mfoh | an» 10 Jahre Jünuer Augenblicklich etwa» er'JItct, ha ich beim Äehen kehr 1 leicht schwlße, habe ich Schnupfe» und wieder Husten, aber merkwürdig ist, | dass loh dabei gar keine Atembesobwarden und Angst bekomme, I woran loh oanst so terehtbar an leiden hatte, diesmal rar nloht (nnd der Sebnopftin verliert aloh bereits wieder. Ich kann daher I Ihren Stnhlbrunnen allen ähnlich leidenden Menschen nur auf» wärmste I empfehlen: rntah hat derselbe wieder jung gemocht. Zugleich bitte | wieder um eine Sendung, Mit vielem Donk i-.n» Hochachtungsvollem Gruß Ihr Echlachtenfee, Vllloriaftr. 71, d 1. S. 06. W. Aien, Rentier u. Eigenftstne». Sehr geehrter Herr Smnblerl Ich kann-S nicht unterlalfon. Ihne» ftir die_________ | StaTTlhmnaan" meinen Wärmsten Dank auszusprechen. geg.» mein heiden wahrhatt«las der getan. ............... 10. LetenSsahre gesund und lebensfroh: nach Wirftmg ZHreS„Berliner — denn derselbe hat bt» zu ng loh an an kr« 1 100 Pfand an KOrpexgewioht ab und mußte den«rzt zu Rai« Ich war I dtoser Zelt fin meinem I____.......___ oh an an kränkeln, loh nahm in etaem Jahre etwa welcher vorm, oalieaatalnkolUh mit Oaltenbiaeeneatästndsng feststellte Trotz der«rstllohea Behandln, heftig lang traten meine Sohmersen Immer heftiger auf, es stellt» sich noch ZoberonaohweUnng und Oelb- anoht In erhöhtem fiCase» ein, ao dasa alle Aersto. die mich bo- haadetton, an einer Operation riateu, da diese der einatge Aasweg Mt meinerWlederharstellang sei. jen zu unterwerfen, Sa mir die SewIßH Sohwftohsauatand eine solche nicht c herstehen würde. f®- lotchen zu unterwerfen, _ Ausweg weigerte mich ober, mich ewer war, dass toi, hei meinem Durch Zufall Hört« trkan da von Ihrem Stahldmnneo Wirkung nnoh bat Ball enstein leiden, und ich . n--■gMMMfeufchlagm. hlfch susta An und dessen gfln- beschloß sogleich. Nach den r die» Mittel anzuwenden, da alle anderen n jedoch zeigte stch wenig Hoffnung, meii jede Stunde meine letzte nennen tonnie. An» Ihr Anraten, den »tahibrnnnen densoob in kleinen»orttonen weitsr an trinken, ahne nadera Kittel an nehmen, stellte Bloh denn bald günstiger Erfolg ein, der naob der 0. Flasohe anaebonda bemerkbar wurde. Der Appetit regte sieh, die Sobmoraon Heesen nach, nnd nach otva 6 Wochen ifthlte lob mich au krkfUg, dass loh dne Bett für noch am Tage gasoblafen habe, seit 3 Jahren konnte loh nicht mehr mit der Eisenbahn oder Btrasaenbsha tahrsn. Nachdem ich nun 60 Fl. von Ihrem Tiahldrunnen gewunken habe, bin iah gana geannd und kann auch wieder mit der Bahn fahren. liaj � vurch den Brunnen fo gesund ar nicht denken. il fteundlichem«ruß grau Fuhrherr Soktopoudoe». RetnISeudorf, WUlestr. 6, d. 13. 2. 06. Sehr geehrter Herr Sumblerl Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäß, daß Ihr„Berliner Stahl- brnnagn" bei meinem schweren Oalleaateinlelden verbunden mit Var- dannagsbesobwerden nnd nnertr&gllaber Kopfkolik wahrhaft aborraecheade Erfolge hervorgebiaoht hat. Vor etwa zwei Jahren erlrankte ich an aallenstelnkolik derart, daß ich zettweise tügUoh mehrere Kaie mit den graasilohstan Sohmersen verbundene Anfülle bekam. Keine 7arbc war erdfahl, mit dunklem Schatten unter den Augen, Dazu hatte ich zugleich noch mit einem ünterlolbsleiden zu kämpfen. Appetit und Btahlgang fehlten gana. Die Behandlung eines«lrzteS brach!- mir keine Hilfe. Da las ich eine» Tages dl- Danftchrelben anderer LeldenSg-sähii-n liber die guie Wirkung Ihre»„Berllnor Stahlbnmnon" de! Oaltenetelnlelden und uniernahm sofort-in- Sur mit demsetbew Schon nach der 23. Flasche konnte loh wieder essen, �nt verdauen, der Bleencarbonat 2.197 in 10,000 Teilen. Sehr geehrter Herr Sumblerl Nachdem Ich seit mehreren Jahren von Berliner Stahtbrnnnen bezogen, wird es etwas über die Wirkung desselben zu hören. Für den günetlgen Erfolg in unserer Familie kiezug, so daß es-igii"*—-" hnen größev: Quantttäteu des r Sie vielleicht Interessant(ein, spricht wohl der häuftge Asstg Ist. dem Brunnen hier noch ein Lob zu singen. Dennoch will tch Ihnen aber' sagen, daß nnS die Zweimal, Im Frühjahr und Herbst, aus'"' iwetmal. Im F d< günstig, und lann tch namentlich bet einem beaondera srorfloki st. Besonders erwies steh be wurde ein gnlsa, und loh fühle mich seitdem gana wohl. bis heute keine AntiUle mehr gehabt. loh habe heute keine AntiUle mehr gehabt. Nach diesem Srsolge kann Ich Ihren Stahlbrimn-n allen ähnlich Leidenden empfehlen mit der Hoffnung,»oft derselbe noch vielen leidenden Menschen zur Wiederherstellung ihrer Aesundheit verhelfeir möge. '' wunderbar- Wirkung Ihre» Siahlbrunnen» bei meinem schweren '' Dank ausi'prechend, empfehle ich Ihnen, dteje» im Wohle der leidenden Menschheit. Hechai nur Für die Leiden Ihnen meinen besten Dankjchrewen zu veröffentlichen zum Berlin, Ehausseestr. 2», den 2. 1. 0». hiungsvoll Frau Fuhrherr U. vpvokSB. Sehr geehrter Herr Sumblerl lieber dl, Sur. welche meine Fvan mit Ihrem„BerUm vorgenonunen hat, Jlsnit tch Ihnen nur lobende» iiulte!len. er Stahtbrnnnen" Wirkung voroulasseu mich, Ihres Ihnen einige Stunden des Tagee verlassen konnte. Von Tag an Tag machte loh dann bewund oohrltte, ao dass alle meine Bekannten nnd Verwandte» in l veraets* Tort- tannea varsetst wurden über meine weitere sohnelle venosuag. Die!« Hube Ich nur Ihrem Stahlhrnnnen zu verdanken und kann dens-lben allen Leidenden nur' ausS wärmste und äufrichiigste empseHIen. Ich werde jene ...---------— gj....—.....——'in------ y 50 Jahre, und werde nicht unterlaffen, die Lrunnenlur mit dem Swhlbrunnen zu ivtederholen. Ich zeichne i Berlin, Osdenarder Sir, 10, den 0. 2, 00. mtt vielem Dank und au UsIsO, «ehr . geehrter Herr Sumblerl Hiermit bezeuge Ich Ihne» der Wahrheit gemäß, daß der v. J., ________.........______ R___„ von Ihnen präparierte Stahtbrnnnen mich im Sommer v. J, sie loh an aehwerem Oelenkrhonmailsrnns darniederlag nnd bereits alle Eolinuag asf Heilung nad Beaaamng aufgegeben hattn, in wunder- bor er Welse nnd vernkUBlsmäaslg sehnen von meinen Leiden betreit nad geanad gemaeht hat. Rech verbrauch van IS FI. merkie Ich schon, wie mein Zustand stch vefferte, und nach 00 El, war loh vollständig gehellt. Mtt bestem Dani für diese schöne Wirkung zeichne ich Hochachtungsvoll Verkin, Fürstenstr. 22, d. 1». 1. 06. Wally Maring, Schuhwarengefch. Sehr geehrter Herr Sumblerl SS erfüllt mich mit großer Freude, Ihnen mttteilen zu können, daß ich durah Ihren Btahthrunnen von meinem I-elden befreit bin. Ich litt seit 5 Jahren an Koptaehmerxen.«ohwlndel nnd Sehlaf loatgkelt. eine Frau. Mitte der' tOer, Ittt stder 3 Jahre an einem überane nah waren* aaen-, Darm-, Eeber- und Qallenetolnlelden, war dabei In hohem Orale blntarm nnd lühite aloh ateU ungemaln matt. Faal andauerod hatte nie einen brennenden, bonrenden, drückenden Bcbmer z Im Stegen bis zum KU eben durch Sie ivaracbr leloht oiragbar, und bei dum geringsten Aergor bitte sie das Oefühl dee ▼ollBolns mit hü« s flöhe» Anlstosseu. tust um Leben hatte sie vollständig vctlereu nnd war einem Skelett ähnlich heruntergekommen. da sie von Ssaloun fast iziohte mehr bot Bloh behielt, (onSfni besonders bei HotinoarUlaB gaingae Erbrechen hotte. I» dieser Zeit der schweren Srankheit Härle ich von Ihrem.Berllnar Btahlbrunnon", der so gute Dienste leisten lollie. und riet mewer Frau, doch eine Sur damit zu oersuchen. Sie woüie aber nichts davon wissen und meinte, ihr Heise doch nlchls mehr.- Jetzt Ist sie asderer Melnnng. denn sie hat durch Ihren Btehlbmanon Ihre Oosusdholt wieder erlangt, das Leiden Ist beseitigt, sie hat wieder riolsob am Körper, eine gesunde Beslohteturbe und hat auch ihre Lebenslust wieder er langt. Auch viele Bekannte, die aus unsere Cmpsehluna den Slahlbrunnen getrunken bei ähnlichen Seide», baben ebensallS guten Erfolg erziett und find darüber ersteui, wie wir selbst, die wir den Etahlbrunnen empfohlen hatten.— Ihrem Rate folgend, wird meine Frau die Sur all« 2 Jahre wieberholeu. Mit vielem D ank hochach'.ungSroll und ergebenst Bsrdinand Sevurteh. Rohrleger der Siädttfchen Markthallen. Berlw, AndreaSftr. 56, den 20. 2 os Sehr geehrter Herr Sumbierl Oer überaus grosso Erfolg, die wunderbare Stablbruunous bei mir und meinem Mädchen näheres über den merkwürdigen Erfolg mitzuleilen. Mein Mädchen. Marie Franz, lS Jahre all, ist seit 3 Jahren»et mir und war bis Septbr, v. I. ein toter»eneob Verdannag war überhaupt nicht vorhanden, drol Abibbrmlltol wirkten oft nloht, bis Erbrechen eintrat. Appotttioslgkelt, Müdigkeit, ßohlstancht, Kopfachmersen, BQokensobmsrxen waren an der T&gosordncng. Der Blntlsaf trat meist alle 8-10 Wochen ein oder versagte ganz, so dass sie Infolgedessen so attrk geeohwoIUne Tasse hatte, dass es vor 11 3 Jahren Aufsehen im Krankenhanse erregt hatte. Sie kennte vor Sohmersen oft nloht gab an und stehen. Meine Schwester, mit der ich im Sommer auf der Reise zusammenttas. empfahl mir auf meine Klagen Ihren Btahibrannen. den sie selbst vor zwölf Iahten mtt dem größten Erfolge geirunlen hat.— Zu meiner und meines Mädchen» größter Freude können wir mitteilen, welch grossen Erfolg anoh wir nach Vorbrauoh von 00 Tl. so verxelohnen haben,«ei meinem Mädchen sind all« Leiden versonwandsn. die Tüsse sind Kx-s zoimal. nimtUohe Sohmersen haben aloh verloren, der Biut- if, vollständig geregelt, Ist schon swoimal ant den Tag eingetreten. Verdontmg vorsüglloh, das Mädchen wie nengeboren, überglückllcb. Ich[cidf! kW fo senst leidlich gesund, die Verdannag etoekte aber sehr, und loh war über jede Kleinigkeit sehr erregt. Auch hatte ich olle Monate mit Ilnannehmiichseiten zu rechnen, die wohl mit meinem Alter ii3 Ii zusammenhinge» Nach iSebrauch Ihre» Slahlbrimnens fühle ich mich aehr wchl. eUetlsoh, meine Nerven sind ruhig, Verdauung sehr gut, ond tob habe anoh In besog anf die monatlichen JJaau Bohmiiohfcoitta Srsola nocl�mehr w>r Ihnen �geehrter Herr�Iiunbier, für die wunderbare Wirkung Ihre» E>ahl> binmneu» und können wir allen Leidenden den«-brauch d-S!-lb-n niir-mps-hl-n. atniltch überffvssig ist, dem Brunnen hier noch ein Lob zu >ll tch Ihnen aber sagen, daß nnS die Sizr, die wir jährlich Iren, anaaerordentttch befriedigt istz den Kindern die Wirkung als sehr . bei einem beaondera sr.rüokgobllchenoc eine weeentlloh bessere Entwlokolang konstatieren. Ich begann bei daß der Brun diesem eigentlich mtt schwerem Herzen die Sur, weil ich fürchtete,: em Kinde, dessen Magen nur gans leiobte nnd wenig Speise»«„«km und vor allom keine Kedlknmente vertrug, von Nachteil sein könne.— Der Gebrauch sollte mich aber eines boasorn bolefaren, dann sohon naob wenigen Tagen selgte sieh bei dem Kleinen ein Appetit, wie loh ihn vorher noch nie bei Ihm können gelernt tatte. auch sagte Ihm der«enuh de» Brunnen» zu. Es scheint, seit da» Sind den Brunnen trinkt, ein Dmsohwuag Im Körper eingetreten sn sein, desm das Balladen, welches früher viel sn wüasohen übrig Uess, ist lotst andauernd gut. Ein anderer«jähriger Snade. der sonst zwar gesund ist, trsnit auch jede». mal mit, und tch fince, daß jedesmal danach die Gestchtsfiarbc viel frischer nnd der Appetit reger wird. Ich sage mir, dass daroh Krankheiten, die sieh bei Kindern oft anant usw. einstellen, vorbeugt. ! als Skrofeln, Blnt- «uch bei unserem Dienstmädchen, da» boobgradig blelohsüotattg war, ' der Stahlbrunnen auaaerordentltoh bewährt. Ebenso hbite ich hat stch von Bekannten, Mit' Frantsurt ä, enen ich ihn empfehlen hatte, gute Erfolge. -achlimg Frau viara Kü inner, gischzüchterei. rmdstr. Il, v. 13. 2 06. Sehe geehrter Herr Sumbierl Zu meiner bezogene Stak' nicht unlerlaff Bor 5 Jahren eigen Kopfachmersen, Uehoikeii und hänügen Sohwladnlaatällea beglettnt wnr, und bnl dam ich ml oh onendUodi elend fühlte, zumal arteh mein sehr i itahlbrnanon empfahl, der"in Ihrer Ti meine Nerven dabei sehr geaohwäoht-waren. war sehr garlug, und loh konnte nnr ganz leicht tragen, gsn Infi besuchte mich dann Frau Hubneb au» Frankfurt a. C, die Der Appetit o Spelzen vertief Uchte mich dann Frau ßi"'"- mir'Ihren»tnUbrnnnoa empfahl, der in lai ihn getrunken !»> de schon derselben waren alle krunkhaftea Ersabelnnngen beseitigt doch erbat ich mir wettere 3V Ft.. um die Sieinndheit noch mehr zu festigen, und hin jetst von meinem Leiden voiUtändlg befreit, mein Befinden ist eta vsraügltohes. Neulich Hatte Ich K-leg-nbeit, mit dem Avzte zusammenzu. treffen, der mich vor einem Jnbre''" s bei allen, die so gute Wirkung gebrückt Ich bestellte 80 Ft. und naeh elzer Woohe Besserung. Nach Verbrauch behandelte, Dtemsr drückt« seine Ver- wandernng über mein verändertos Aassoben ans nnd fragte mich, ---- Auch meine Befonnlcn, was loh firoiren mein XrWlden hl weiche mich seit längerer Zeil nicht gesehen hatten, iah sehe nm 10 J ehre Jünger aus. Nochmals. Mit Hi Ogcnken(Ostpreußen), den 81. 1. 06. -ewandt habe lagen herzlichen Dank sagend, zeichn pochachurng s reu Sroggert. Sehr geehrter Herr Sumbierl Neber den Erfolg Ihre» geschätzten„Berliner Btahlbrunnena" meinem Leiden, da» von viele» Aerzten alS«eurantbente erklän wird, eine Folge von Magen-, Nerven- nad Nleeonlotdon sei. kann ich Ihnen iu metner Freude mitteilen, daß ich mich nach dem»-brauch von Ihrem itablnruanen, den lob alieidlngs 6 Kcnato gavtanken sehr wohl fllble. Zur«efeNigitng des guten Bestndens gedenke ich die Sur noch wiederholen. Zyr dantbarer vanrsck SiiNndB. Weißensee-Berltn, LanghanSflr, 49. den 5. 12 05. bet die zu Sehr geehrter Herr Srumbter! Seit vier Jahren lltt meine Tran an Kagsiaohai erzen. Eint armnt, Gallen- nnd Nierenleiden, verbunden mit einem Nerventeiden, baS ihr die Beicrguug der Wirtschaft fast unmöglich machte. Der Arzt cercrdnete tiichilg ,u essen, doeh fehlte idsu der Appetit ganz. Nachdem meine Frau Ihren Siahlbrunnen einige Zeit geirunken, stellte stob Appetit ein naeh SO TI war nie bedentend besser nnd naeh Verbraeeh von 00 Ti, ist als gesnud, und werden wir nicht unterlassen, Ihren Stahl. drunnen weiter zu empfehlen. ...... sllr die schöne Wirkung meinen herzlichsten Dank auö- Hochachtungsvoll Nermanti Crane, Färbermeister. Brandenburg a H.. den Ii. 3. 00. Indem ich J!u spreche, zeichne ich «eehrter Herr Sumbierl Schon cor 2 Jahren nachdem ich SM Flaschen Ihre» vorzfii Btahlbrunnena geirunken. wollte ich Ihnen Mitteilung machen SI gruxna-ttge Wirkung dnneotonn. Mem Berus fuhrt mich in 760ss glichen leer die Familie», Frau Direktor Clara Winter. Frankfurt am Main, Taimenstr. 7, den 9. 2, OS. WWW g A'... von denen mir nachträgiich viele sagten, nie hätten immer nach jedem letzten Besnoh gegieabt. sie würden mich nicht mehr wtoderseben, wall ich einem Bohwlndsüohtlgon gitob. Sein Arzt erkannte mein, »letzt stell!« i» meinem Si. Lebensjahre einShemiker hoobgradlge Krankheit: zuletzt Blnlaimnl fcs'. seitigt bebe. Da ich mich jetzt wieder etwas wieder mtt Ihrem Siablbranncn begonnen, um die loh durch ihren Stahibrnnnen vollständig be- " matt fühle, habe Ich sofort _______„ sobald nicht wieder aufzu- hören, denn er ist auch jedem Gesunden sn»mpiehlen Ich habe den- sehr oft empfohlen, und viele haben mir ebenfalls die gute selben auch schon Wirkung dezeugt.- u--- �....� Mit dem besten Dank für Ihre schnelle�Sendung verbleibe HochachiungSvoll Rixdorf. Zielenstr. 4. de» II. 2. 06. Llir. Mango. U. Dütenfaßrtk. Hingewiesen sei noch darcnif. dab de»„Berliner Stnhlbrnnnen" si» veiondei» auch bei Aterenleldr» und«u»gr»lei,e» vewähli. Viele weitere Originaldankschreiben aus neuerer und neuester Zeit liegen �ur Ein,»cht bereit. Sinzig schön Kauf ht �WW...... rznwfn™!! hprfr. 27? Pfn WsHDUMMM ist ekn zarte», reines Geficht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und schöner Teint. AlleS dies erzeugt die echte Steckenpferä-LUienmUck-Seife von Kergmaun& Ca., Kadrbeul. k Stück 50 Pf. Überall zu haben.___________________ "Seiajitiuorti. Redakteur: Carl Wermuih, Berlin-Rixdorf. Für denJnseratcnteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer 6- Co„ Berlin SVf. Hochbangelände. 4 Etage«, geschlossene Bauordnung, direkt anschließend an den Bahnhof Seegefeld unweit der Töberitter Heerstraße □ R. 8,— llark an 62012* Gasanstalt. Güterbahnhof vorhanden. Ort in größter, schnellster Entwicklung begriffen. Auskernst durch Verkäufer Ätüllcr im Bahn- hos-Restaurant«eegescld. Besitzer Xlouelilellr«& Xitsche, Berlin, Landsbergerstraße 66. Nr.W. 24. Jahrgang. 3. KeilM Ks Jotw W Jittliii« Jlolliütilntt. Zonniag, 21.|nli 1907. Stadtverordneten'Glat)l 1907. Im Herbst dieses Jahres finden die regelmäßigen LrgsnsungZWMsn zuv Stadtverordneten-Versammlung statt. Deshalb richten wir an die Wähler die dringende Auf- fordcrung: Seht die Wählerlisten ein! Wer nicht in der Wählerliste steht, darf nicht wählen. Die Listen liegen in der Zeit vom 15. bis einschl. 30. Jnli an den Wochentagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr und an den Sonntagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 1 Uhr im städtischen Wahlbureau. Poststr. 16. 2 Treppen, Zimmer 57, zu jedermanns Einsicht öffentlich aus. Wahlberechtigt ist jeder selbständige Einwohner, der Preuße und 24 Jahre alt ist, wenn er seit mindestens einem Jahre in Berlin wohnt und im letzten Jahre keine Unterstätzung aus öffentlichen Mitteln erhalten hat und wenn er mindestens zur zweiten Steuerstufe(669 bis 999 M.) eingeschätzt ist und die Steuern — sofern er über 999 M. eingeschätzt ist— bezahlt hat. Der Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gleichgeachtct wird die eigene Krankenhausbehandlung oder die Vcr- pflcgung Angehöriger im Krankenhause, für deren Unterhalt der Betreffende zu sorgen hat. Selbständig ist jeder, dereinen eigenen Haushalt oder die selbständige Verfügung über einen Raum hat. Chambregarnisten stnd wähl- berechtigt, Schlafburschen nicht. Wahlberechtigt ist aber nur, wer in der Wählerliste steht. Deshalb darf kein Parteigenosse, kein Arbeiter versäumen, die Wählerliste einzusehen. Wer die Voraussetzungen der Wählbarkeit erfüllt und trotzdem nicht in die Wählerliste ein- getragen ist. der erhebe bis 39. Juli Einwendungen gegen die Richtigkeit der Wählerliste. Spätere Einwendungen als in dieser Zett gemachte bleiben unberücksichtigt. Wer die Liste nachsieht, nehme die letzte Steuerquitttmg mit. Arbeiter I Parteigenossen Berlins l In einer gründlichen Vorbereitung des Kampfes liegt das Geheimnis des Sieges! Wer nicht in der Lage ist, die Liste selbst einsehen zu können, der beauftrage dazu einen der auf dem am Donners- tag zur Verbreitung gelangten Flugblatt verzeichneten Ge° Nossen, welche sich gern der Mühe unterziehen wollen. Erfülle jeder seine Pflicht und überzeuge sich, ob sein Recht gewahrt und er eingettagen ist! Partei- Hngelegenbdtcn* NowlUveS. Am Mittwoch, den 24. Juli, abends 8'/, Uhr, im Lokal des Herrn Schmidt(Deutsche Festsäle), Wilhelmstr. 3, öffent- liche Versammlung für Männer und Frauen. Genosse Paul Göhre- Zehlendorf spricht über das Thema: Religion und Sozial demokratie. Des wichtigen Vortrages wegen ersticht um zahlreiches Er scheinen Der Einbcrufer. Friedenau. Am Dienstag, abends 8'/z Uhr, findet im„Rheiir schlotz" eine öffentliche Versammlung statt. Reichstags-Abgeordneter Genosse Fritz Zubeil spricht über die Versammlungsfreiheit in Preußen.— Pflicht aller Arbeiter ist es, die Versammlung mit Frauen zu besuchen. Zur Beerdigung unseres Genossen Johannes Werner treffen sich alle Parteigenossen um Va4 Uhr bei Grube, Kaiser-Allee.(Siehe Lm.once.) Der Vorstand Adlershof. Am Dienstag, den 23. d. M., abends S'/a Uhr, bei Kaul, Bismarckstraße: Generalversammlung mit folgender TageS� ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Kassenbericht. 3. Vor trag des Genossen Grunwald über:„Stcuerwesen". 4. Diskussion. b. Parteiangclcgenheiten und Verschiedenes.— Um zahlreichen Be such bittet Der Vorstand. Pankow. Montag, den 22. Juli, AuSflug nach Virkenwerder. Abfahrt Pankow(Nordbahn) 8 Uhr 12 Minuten morgens. Ab- marsch nach Briese 10 Uhr. Nachmittags 3 Uhr, Kaffeekochen in der Unterförsterci Briefe. Boxhagen-Nunimckökurg. Am Dienstag, den 23. d. M., abends S'/a Uhr, findet im Lokale der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 4S, eine Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie im Kampfe gegen die Reaktion. Referent: Genosse RcichStagsabgeordneter Stücklcn. 2. Bericht des Kassierers. 3. Vcreinsangelcgcnheiten. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Treptow-Baumschulenweg. Dienstag, den 23. d. M., abends SVa Uhr, findet in Speers Festsälen die Generalversammlung des Wahlvcreins statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Kassierers. 2. Bericht von der KreiS-Gencralversammlung. 3. Beratung deS Statuts für Groß-Berlin. 4. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung Groß-BerlinS. 6. Wichtige Vereins- augelegenheiten. Das Erscheinen aller Genossen ist dringend not- wendig. �_ Der Vorstand. Berliner jVadmcbten» Zum Sonlmerfest. Tausende von Parteifreunden haben sich im Laufe der Koche vorgenommen heute zum Sommerfest ihres Kreises zu gehen: die Genoffen des sechsten Kreises und die des Kreises Teltow-Beeskow. Viele werden heute morgen die Frage auf- werfen: JÖHrd uns heute der Wettcrgott holder sein, wie am vorigen Sonntag? Wird er uns etwa wieder wie bor acht � Tagen in die Suppe spucken? Die ganzen früheren Jahre hatten wir stets Glück mit unseren Festen, das bekannte Schweineglück der Sozialdemokraten. Sollte nnS Jupiter Pluvius m diesem Jahre weniger gewogen sein? Zwar hat er fast den ganzen Sommer hindurch ein böses Gesicht auf- gesteckt und auch anderen Leuten als uns böse mitgespielt, allein «inen schönet: Sonntag könnten wir schon wieder einmal ge- brauchen. Wir verlangen das einfach im Auftrage der vielen Genossen mit ihren Familien, die heute entweder nach dem sehr hübsch gelegenen Moabiter Schützenhaus in Plötzensee oder dem reizenden Hasselwerder pilgern und mit den Partei- genossen mich einmal gesellig zusammen sein wollen. Dafür, daß in diesen Festlokalen die Teilnehmer gegen ein sehr ge- ringcs Entree ihr Amüsement finden, haben die Festkomitees durch ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Festprogramm Sorge getragen. Sollte der Wettergott uns wirklich auch heute wieder wie vor acht Tagen etwas anhaben wollen, so wird das mit dem üblichen Humor ertragen werden. Die Genossen werden dann gerade— dem Wetter zum Trotz— nach dem Festplatz wandern. Also, Genoffen des sechsten und des Teltowcr Kreises: Auf, heute zum Sommerfest! Huugcr-Athleten. In einem zweifenstrigen Hinterzimmer ein großer Schreibtisch, ein halbes Dutzend Stühle und ebcnsovicle blasse, der- hungert und verhärmt aussehende Menschen. Vier junge Leute, denen trotz ihres jämmerlichen Erden» daseins der Himmel noch voller Geigen hängt, und zwei er- graute, die mit dem Leben schon abgeschlossen haben, nur noch für den unerbittlichen Magen arbeiten. Und wie sie arbeiten! Nein, nicht niit eisernen Stangen und zentner- schiveren Hanteln. Das hielten diese morschen Knochen, die in geisttötender Tintenkleckserei längst verbraucht sind, nur noch maschinenmäßig den Dienst erfüllen, nicht mehr aus. Hier regiert statt der Muskelkraft die Schreibfeder, statt des offenen Blickes geradeaus in die weite Welt der öde Kreislauf moderner Sklaverei zwischen vier kahlen Wänden, die zur Gewohnheit gewordene Stupidität. Nicht die Arena kraft- strotzender Männer ist es, nicht die Wahlstatt der Ehre um die größte Stärke, sondern der Kampfplatz um ein Stück hartes Brot, die Tretmühle der Tintenkulis. Und doch sind es Athleten, die hier von früh bis spät das spitze stählerne Schwert schivingen, es in Strömen schwarzen Blutes schwelgen lassen, die Athleten der Stahlfeder und des Briefumschlags. Welcher grause Hohn liegt in diesem Krastausdrnck, den der drastische, mitleidlose Volkswitz für die Adressenschreiber er- funden hat! Sie, die in ohnmächtiger Schwäche eingeengt und eingezwängt werden in das Joch moderner Fronarbeit, zu vergleichen mit dem Kraftmenschen, dessen Wagemut die Welt nicht weit, keine Fessel stark genug ist.... Pfeilschnell fliegen die Federn über das Papier/ Kaum gönnen sich diese„Maschinenschreiber" die Zeit zu des Leibes nötigster Atzung oder gar zu einem verstohlenen Zug aus der Scchserzigarre. Und wenn sie zehn Stunden ununterbrochen schufteten, daß ihnen der Kopf schwindelt und die Finger wie gelähmt sind, haben sie noch nicht soviel verdient wie der geringste polnische Erdarbeiter, der noch nicht mal seinen Namen schreiben kann. Der eine, der da drüben, hat's vier Wochen lang gut ge- habt. Das war mal ein Fischzug ans längerer„Montage." Auch so ein Kunstausdruck ist das. Irgend eine Firma be- stellt sich eine Schreibkraft aus dem Adressenbnreau inS HauS. Sie bezahlt gut dafür, oft sehr gut. aber den Profit steckt der Inhaber des Bureaus mühelos in die Tasche. Der glückliche Kuli bezieht pro Stunde etwa einen Nickel mehr. Und tat- sächlich ist er glücklich darüber. Nur manchmal packt ihn doch dunipfe Verzweiflung. Er weiß genau, Hervorragendes könnte er leisten. Nur an die richtige Stelle muß er gesetzt werden. Mau muß ihn„entdecken". Er selbst versteht nicht, sein Glück beim Schopf zu fassen. Immer wieder läßt er es vorbcirennen, verpaßt er den Anschluß. Taufende, Hunderttausende haben nicht im Kopfe, was er im kleinen Finger zu sitzen hat an Esprit. Und doch— nimmt ihn denn einer? Traut man denn diesem schwächlichen Körper, diesem hohlen Antlitz Fähigkeiten zu? Nein, er hat Geist, aber keine Tatkraft. Er wird immer ein Stümper und Hungerleider bleiben. Er wird immer bloß vegetieren, nie- mals auf einen grünen Zweig kommen. Resigniert taucht der „Athlet" das stählerne Schivert ins schwarze Naß und kritzelt mechanisch in sein Tagebuch, auf die Schreibunterlage: Was soll mir der Geist, wen» er sich nicht dehnen kann? Warum bin ich zur Welt gekommen... ohne Knochen? I Unser Flugblatt, das am Donnerstag von den Genossen verbreitet wurde und in dem zur Einsichtnahme in die Wählerlisten aufgefordert wird, gibt der«Freisinnigen Zeitung" zu folgender Auslassung Anlaß: „Den Berliner Sozialdcmokralen hat der konservative Professor Adolf Wagner durch seine Neuigkeit,«Berlin sei die rückständigste Stadt der Welt", ivie zu erwarten Ivnr, eine Menge Wasser auf die Mühle geliefert, und sie sind bereits eifrig beschäftigt, sich den Ausspruch für die Agitation zu den Stadtverordnetemvahlen im Herbst dienstbar zu machen. In einem sozialdemokratischen Flug- blatt wird damit bereits krebsen gegangen. Die Phrasen und abgedroschenen Redensarten von der Verruchtheit der berrschcndeu Gesellschaftsklasse kehren natürlich auch in diesem Machwerk in bekannter häufiger Folge wieder, freilich ohne daß sie ourch die Wiederholung berechtigter oder besser begründet würden. Die Frage, wie'sich die Sozialdemokratie die Sache denkt, falls sie einmal in Berlin die vorherrschende Partei werden sollte, wie sie die ewigen Konflikte mit der Regierung, die doch nun einmal die Macht in Händen hat, unigehen will, wie sie zum Beispiel für die Berliner VerkchrSverhältniffe bessere Stimmung bei den maßgebenden Behörden machen und den widerstrebenden Mächten mehr kommunale Freiheit abringen will, als es der so sehr verpönten„Freisinnigen Stadtverwaltung" gelungen ist,— diese Frage läßt sie natürlich unbcaiitlvortet. Dle entschieden Liberalen aber werden sich durch die Regsamkeit der Sozialdemokratie in der Agitation der Notwendigkeit nicht ver- schließen können, daß cS für sie Zeit ist, eifrig an die Wahlarbcit zu gehen und dein schleichenden roten Gift durch Ansklärimg mit Entschiedenheit entgegen zu wirken." Die«Freisinnige Zeitung" findet sich mit dem Sündenregister deS RathauZfreisinnS sehr schnell und leicht ab. Sie versucht gar keine Verteidigung, sondern stellt einfach die Frage, was denn die Sozialdemokratie, falls fie einmal in Berlin die herrschende Partei werden sollte, gegen die ewigen Konflikte mit der Regierung tun würde, die doch die Macht in den Händen hat, wie sie z. B. für die Berliner Verkehrverhältnisse beffere Stimmung bei den maßgebenden Behörden machen will usw. ErstercS wird die Sozialdemokratie bei dem herrschenden Dreiklassenwahlrecht zur Kommune in Berlin nicht so leicht zur Herrschaft kommen, daS könnte nur auf Grund des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts ge- schchen, wie wir es forder». Wenn die Freisinnigen zur Erlangung dieses Wahlrechts mithelfen wollen, so sind wir sehr damit ein- verstanden, zweifeln aber an dem guten Willen. Der Rathaus- freifinn und auch die«Freisinnige Zeitung" sind ja Gegner dieses Wahlrechts für die Kommune und denken gar nicht an eine solche Mitwirkung. Was aber den Hinweis auf die der Stadt von der Regierung gemachten Schwierigkeiten in BerkehrZfragen betrifft, so liegt gerade in diesem Hinlvcis eine schwere Verfehlung des RathauSfreisinnS. Alle diese Schwierigkeiten wären vermieden worden, wenn der RathauSfreisinn den von den Sozialdemokraten seit ihrem Eintritt in da? Rote Haus verttetencn Grundsatz zu den seinigen gemacht hätte, daß der öffentliche Verkehr Sache der Stadt ist und nicht einer Privatgesellschaft überantwortet siverdcn darf. Die Frage der „Freisinnigen Zeitung" beantwortet sich demnach von selbst. Eine nette Katzbalgerei zwischen MagistratZoffiziosuS und„Freisinnige Zeitung" hat sich dieser Tage abgespielt. Die«Freisinnige Zeitung" schrieb kürzlich: „Daß Berlin eine der reinlichsten Städte ist, hat man in diesen letzten Tagen beobachten können. Trotz strömenden Regens wurden die SiegeZallee und andere Straßen nach neuestem System be- wässert. Wäre es nicht ratsamer, einigen Ueberfliitz an Feuchtigkeit für den März aufzubewahren, der sich durch Trockenheit oft ebenso auszeichnet, wie der BureaukratiSmuS? In diesem Monat darf nämlich nicht gesprengt werden." Darauf verbreitete der Magistrats- offiziosuS folgende Notiz:„Der«F. Ztg." ins Album: Im März ivird ebenso gesprengt, wie zu anderer Zeit, wenn eS wegen Trockenheit erforderlich ist, und ivcnn in der SiegeSallee und andere» Straßen einmal auch bei Regenwetter gesprengt worden ist, so ist eS nur geschehen, um die bereits gefüllten Sprengwagen nicht gefüllt nach ihren entfernten Depotplätzen zu schleppen." Antwort der„Freisinnigen Zeitung": «Dem Herrn Magistrats-Offiziosus ins Album: Wenn er seine schöne Zeit zu irgend etwas anderem als zu derartig vagen Dementis anwenden wurde, so würde eS seiner Korrespondenz nichts schaden. Wir konstatieren, daß eS Jahr für Jahr im Frühjahr bei schnellem Eintreten der Trockenheit oft viele Wochen dauert, bis endlich ein Sprengwagen auf der Straße sichtbar wird. Wenn bei dem Regeuwettcr, das kürzlich Tag für Tag herrschte, die Sprengwagen erst gefüllt, und dann, um sie nicht ge- füllt ins Depot schleppen zu müssen, durch den Tiergarten geschleppt werden, um das edle Skaß wieder loS zu werden, so macht diese Erklärung— und ähnliche kommen demnächst alle Tage aus dem Rathaus— die Sache noch toller, als sie sich von vornherein anließ."_ Zwei neue Rohrpostiimter. Die Rohrpost von Groß-Berlin erfährt jetzt verschiedene Verbesserungen. Am nächsten Montag, den 22. Juli, wird der Rohrpostbctrieb bei dem Postamt 1 in Friedenau in der Niedstr. 4i>— 41 eröffnet. Am folgenden Donners- tag, den 2ö. Juli, folgt dann die Eröffnung des RohrpostbetriebS bei dem Postamt in Halens«. Halensee gehörte bisher zum Rohr- postbezirk von Wilmersdorf. Die Annahme von Nohrpostscndungen findet bei den beiden neuen Aemtern wie im ganzen Bezirk täglich im Sommerhalbjahr von 7 Uhr, im Winterhalbjahr von 8 Uhr morgens bis zehn Uhr abends statt. Zum Rohrpostbezirk von Groß- Berlin gehören z. B. außer Berlin Boxhagcn-Rummelsburg West- lich der Ringbahn. Charlottcnburg mit Westend, Friedenau, Halen- s«, Plötzcnsee, Rixdorf, Schöncberg, Wilmersdorf, sowie die Grund- stücke Treptower Chaussee 1b— 18. Durch die Eröffnung der neuen Rohrpostämter in den Vororten wird die Beförderung der Tele- gramme und Rohrpostsendungen im Verkehr mit diesen Orten wesentlich beschleunigt. Die Bedeutung der Rohrpost wächst mit der Entfernung vom Mittelpunkt Berlins. Drei BootZunfälle, bei denen zehn Personen in Lebensgefahr gerieten, werden von den letzten Tagen gemeldet. Donnerstag vormittag kenterte auf dem Müggelsee gegenüber dem Bad „Bellevue" ein Segelboot, in welchem sich vier Sommergäste auS Kolonie Hirschgnrtcn befanden. Zufällig passierte ein Stern- danipfcr in diesem Augenblick die Unfallstelle, dessen Besatzung eS gelang, die vier Vcrvnglückten nock rechtzeitig den Fluten zu cnt- reißen.— Auf der Havel bei Hciljgeusce kenterte gestern mittag ein Segelboot, das drei Schiffer bei Saatwinkel gemietet hatten. Die des Schwimmens unkundigen Männer suchten sich an dem auf der Seite liegenden Fahrzeug festzuhalten, was auch zwei der- selben gelang, bis Hülfe zur Stelle war. Der dritte war bereits untergegangen und konnte erst nach längerem Suchen gelandet werden. Der Verunglückte, der besinnungslos war, wurde nach dem Krankcnhause in Spandau übergeführt. Der dritte Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag auf dem Tegeler See in der Nähe der Einmündung der Havel. Dort kenterte ein Ruderboot, in welchem sich drei junge Äänner befanden. Die Verunglückten wurden durch die Bedienungsmannschaft einer Zille gerettet und bei Tcgelort gelandet. Mit dem Abbruch der sogenannten Scheunen an der Westseite der Lothringcrstraße. welche dem nach ihnen benannten Scheunen, viertel vorgelagert sind, ist jetzt begonnen worden. Mit der Be> seitigung der Scheunen zwischen dem Schönhauser und dem Prenz, lauer Tor ist die Regulierung der Lothrinnerstraßc und deren Vor» breiterung um etwa 8 Meter verbunden. Die Fluchtlinienänderung ist bereits vor nahezu einem Jahrzehnt erfolgt, so daß alle in- zwischen gebauten Häuser so weit hinter dem Bürgersteig zurückliegen. Der Massenabbruch beginnt mit den Nummern 33—85 an der Ecke der Lothringer- und Alten Schönhauscrstraße, wo sich eine alte Schmiede und eine Grabdenkmalfabrik befinden. Von den weiteren Scheunen und den zugehörigen Plätzen, welche als Holz-, Kohlen- und Lagerplätze für altes Eisen und ausrangiertes Fuhr- werk dienen, befinden sich einige bereits im Besitze der Stadt Berlin, andere werden zugleich mit den Häusern in der Linien- sttahc, deren Hinterland sie bilden, abgebrochen. Auf der Ostseite der Lothringcrstraße hat der Veamten-WohnungSvcrcin reinen Tisch gemacht. Von den Nummern 1—7 hitt er sechs bebaut und nur der Nest deS alten Exerzierplatzes am Prenzlauer Tor, Nr. 1, bietet noch einen wüsten Anblick, ähnlich dem der Scheunen auf der anderen Straßenecke._ Wucherpreise. Zwischen dem Bahnhof Eichkamp und Grunewald liegt einv Försterei, deren Inhaber die Gelegenheit beim Schöpfe nimmt, um sich eine ansehnliche Nebeneinnahme zu verschaffen. Da viele Ans- flügler und Spaziergänger hier vorbeikommen, ist dem Bedürfnis nach einer Erfrischung Rechnung getragen,«aber fragt mich nur nicht wie?" Preise werden hier verlangt, die einfach Wucherpreise genannt werden müssen. ES kostet 1/t Liter Milch 20 Pf., also'/i Liter 80 Pf., '/j Liter abgeguirlte Buttermilch 15 Pf., Liter 00 Pf., ein dünnes belegtes Butterbrot 40 Pf., eine Flasche Limonade 30 Pf. Diese Preise verlangt ein Mann, der keine Pacht zahlt, dem Futter»siv. wächst und der noch sein hohes Gehalt als Förster bezieht. Wer sich über diese Preise wundert, bekommt die Autivort:„Kommen Sie doch, wenn schlechtes Wetter ist, dann können Sie sich baden in Milch, so viel habe ich übrig." Mit der Bezahlung dieser Wucherpreise ist eS nicht geniig. Besucher teilen nnS mit, daß man obendrein noch eine recht unfreimd» llche Behandlung mit in den Kauf nehmen muß. Mit souveräner Berachtnng sieht der Herr Sohn, der auch Forstbeamter ist, auf die verkehrenden Leute herab? vielleicht bringt das so seine Karriere mit sich. Leute, die also beabsichtigen, in der Försterei einzukehren, seien auf diese Verhältnisse aufmerksam gamacht. Auf der Such« nach dem Raubmörder. Der......unalpolizel ist eS noch nicht gelungen, de« Mörders der Wirtschafterin Plath habhaft zu werden. Fortgesetzt laufen bei der UntersuchungS. behörde auS dem Publikum Meldungen über die Mordaffüre ein, die sich aber bei genauer Prüfung fast in allen Füllen als haltlos erwiesen. Nm Grave in Mutter. Auf dem Friedhof der Elisabeth- Gemeinde an der Prinzen-Allee hat sich gestern abend die 30 Jahre alte Ehefrau Anna Konrad auS der Strelitzerstrasie 37 vergiftet. vor noch nicht langer Zeit hatte Frau K. ihre Mutter durch den Tod verloren. Sie hatte mit großer Liebe an der Verstorbenen ge- hangen und glaubte, ohne sie nicht mehr leben zu können. Wieder- holt äußerte sie, sie werde der Miltter bald in den Tod nachfolgen. Gestern abend besuchte die Unglückliche die Grabstätte der teuren Toten auf dem Elisabeth-Begräbni-platz. Vor der Gruft stehend zog sie dann eine Flasche Lysol hervor und trank das Gift. Friedhofs- besuche r brachten die Lebensmüde zu einem Arzt in der Nachbar- schaft, der die Einliefenmg in das Lazarus-Krankenhaus veranlaßte. Der Zustand der Frau K. ist fast hoffnungslos. Bon der Strafjenbahn überfahren und tödlich verletzt wurde �stcrn kurz vor 12 Uhr ein Nadfahrer am Courbiereplatz; er wurde zunächst nach der Unfallstation in der Lindowcrstraße ge- bracht, wo er die erste Hülfe erhielt. Ei» Schlafstrllendieb in der Person des Malers Hans Siemon brandschatzt seit einiger Zeit kleine Leute. Er mietet sich ein und verschwindet gewöhnlich nach einigen Tagen wieder, nicht ohne Wirtin und Schlafkollegen erleichtert zu haben. So mietete er sich am 5. d. M. in der Blumenthalstr. 12 eine Schlafstelle unter dem Vorwande, er komme aus Hamburg. Zwei Tage darauf, als Wirtin und Schlafkollcgen ausgegangen waren, raffte er einen schwarzen Anzug und Wäsche zusammen und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Zwei langgesuchte Fahrrabmardcr sind gestern mitsamt ihrem Hehler verhaftet worden. Die wohnungslosen„Gclcgcnheits- arbeiter" Emil Gruna und Erich Kulicke hatten sich seit Monaten auf die Diebstähle von unbeaufsichtigt auf der Straße stehenden Fahrrädern verlegt. Die gestohlenen Maschinen brachteu sie zu dem in der Soldincrstr. 109 wohnhaften Invaliden Friedrich Klos, der die DicbeSbeute wiederum an den Mann brachte. Auf das Konto der Marder fällt auch eine große Anzahl all der vielen Fahr- raddiebstähle, die in der letzten Zeit im Norden der Stadt verübt worden sind. In der Wohnung dc� Hehlers hat die Kriminal- Polizei endlich gestern alle drei festgenommen. Erschossen hat sich gestern abend in der Köpenicker Forst bei Oberschöneweide der 30jährige Kaufmann Busch aus der Man- teuffelstraße. Bei dem Toten wurde ein Zettel vorgefunden, auf welchem er sich von seiner Frau verabschiedete. Was B. in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt. Der Kiirfürstendamm von der Korneliusbrücke bis zur Kurfürsten- straße einschließlich wird behufs Asphaltierimg vom 29. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Fencrwchrbcricht. In der vorletzten Nacht hatte die Feuerwehr kn der Prinzenstr. 81 zu tun« wo vor einem Laden eine Markise angezündet war. Gleichzeitig wurde die Wehr nach der Joachim- straße 11 gerufen, kam dort aber nicht mehr in Tätigkeit. Zwei- mal mußte die Wehr nach der Jerusalemerstraße ausrücken. Nr. 52 brannte ein Koksofen und Nr. 65 mutzte ein Pferd aus einer Grube herausgeholt werden. Am Kottbuserdamm 93 brannte der Dach- boden. Die Berliner Wehr überließ der Rixdorfer Wehr die Ab- löschung. Auf dem Hofe Essenerstr. 16 war Teer übergekocht und in Brand geraten. Im Keller des Hauses Greifswalderstr. 30 brannten Säcke, der Fußboden und Hausrat und in der Brunnen- straße 16 Balken usw. Wegen eines Gardinenbrandes erfolgte ein Alarm nach der Paulstr. 33. Ferner liefen noch Alarme aus der Münchebergerstr. 6, Friedrichstratze und anderen Stellen ein. Arbcitcr-Samariter-Kolonne. Montag abend 9 Uhr: 2. Ab- keilung bei Tase, Brunnenstr. 154. Vortrag des Spezialarztes für Chirurgie, Herrn Dr. Locvy, über„Verbrennungen— Erfrierungen— Hitzschlag— Blitzschlag— Beschädigungen durch Elektrizität". Daran anschließend praktische Ucbungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten.-- Am Donnerstag: Monatssitzung der diensttuenden Abteilung km„Dresdener Garten".— Heute nachmittag: Ausflug nach Fricdrichsfelde. Treffpunkt 3 Uhr im„Lindenpark", Wilhelm- straße 11. Vorort- l�ackrichteit. Schöneberg. Die Zahlstelle Schöneberg des Deutschen Holzarbeitervervandes hielt am 11. Juli ihre Generalversaminlnng ab. Dem von Sarrach erstatteten Vorstandsbericht ist zu entnehmen, daß im 2. Quartal zwei außerordentliche Generalversammlungen, eine AgitatioiiS- Versammlung, eine Mitgliederversammlung, drei Vorstandssitzungen und eine Vorortkonferenz stattgefunden haben. Die Extrabeiträge sind in zufriedenstellender Weise und von 165 Mitgliedern entrichtet worden. Der Kassenbericht zeigt eine Einnahme für die Hauptkasse von 1851,45 M. und eine Ausgabe von 1403,23 M. Die Einnahmen der Lokalkasse betragen 5925,95 M., denen eine Ausgabe in gleicher Höhe gegenübersteht. Die Regelung des KassicrenS der Beiträge sowie die Wahl von zwei BeitragSsamnilern lvurde dem Vorstand zur näheren Beratimg überwiesen. Die ErgänziiugSIvahl des Vor- ftandeS ergab Döhling als zweiten Bevollmächtigten, Tictze als ersten Kassierer und Riffel als Revisor. Preuß wurde als Mitglied der Kontrollkommission wiedergewählt. Beschlossen wurde, Mit- gliedern, welche 52 Beiträge gezahlt haben, nur dann die Kranken- ilntcrstütznng zu gewähren, wenn dieselben 26 Beiträge in der Zahl- stelle Schöiieberg entrichtet haben. Ein von Thierse gestellter Antrag, die Generalversammlungen auf den ersten Donnerstag im Quartal zu verlegen, wurde abgelehnt. Rixdorf. Ein seltsamer Straßenraub wurde gestern nachmittag in der Hermanustraße in Rixdorf verübt. Die bei ihren Eltern in der Hermannstr. 41 wohnhafte 7 jährige Lncie Frötsche hatte gemeinsam mit anderen Schulkindern vor dem Elternhause gespielt. Plötzlich trat eine etwa 20 Jahre alte Frauensperson an sie heran und riß ihr zwei wertvolle Korallenohrringe von den Ohren herunter. Sie tat dann so, als ob sie die Ringe in ein Stück Papier eintvickelte und übergab der kleine» das Papier. Dies enthielt auch tatsächlich Ohrringe, doch stellte sich bald heraus, daß es völlig wertlose waren. Die dreiste Ränberin hatte die echten Ringe behalten und die schlechten dafür eingewickelt. Brist-Buckotv. In der Generalversammlung des WahlverelnS erstattete der Vor- stand Bericht vom letzten Quartal. Danach haben stattgefunden 4 Vorstandssitzungen, 4 Vereinsversammlungen, 1 Volksversammlung, 6 Flugblatt- und Handzettelverbreitungen und eine AgitationStour nach außerhalb. Der Verein zählt 283 Mitglieder. Die Einnahme betrug 228,50 M., derselben steht eine Ausgabe von 73,35 M. gegen- über, an den Hauptkassierer wurden 152,34 M. abgeliefert. Die Maifeier ergab eine Einnahme von 68,20 M. und eine Ausgabe von 53,75 M., so daß ein Ueberschuß von 14,45 M. erzielt wurde.— Aus der Bibliothek wurden 43 Bände entliehen.— Den Bericht von der Kreis-Generalversammlung gab Genosse Beuthmann. An denstlben schloß sich eine rege Diskussion.— Zu der General- Versammlung von Groß-Berlin am 11. August wurden die Genossen Heine, Raatz und Schmidt und zur KreiS-Generalversamm- lnng die Genossen Heinrich Vogt, Lemke und Beuthmann delegiert. Nieder-Schönhause». AuS der Gemeindevertretung. Durch die Gleisverlegung der nördlichen Industriebahn ist ein Flurschaden von 343 M. entstanden, die Summe wurde bewilligt.— Die beiden Punkte: nochmalige Beschlußfassung in Sachen des Vertrages mit der großen Berliner Straßenbahn, bezüglich des Zeitpunktes des Inkrafttretens des Vertrages, ferner die Gleisverlegung kn der Blankenburgerstraße, wurden in nicht öffentlicher Sitzung beraten. In einer öffentlichen Sitzung des Amtsausschusscs wurde bc- schloffen, vom 15. August dieses Jahres ab eine ständige Polizei- wache einzurichten im Hause Kaiser Wilhclmstraße 5. Des weiteren soll ein Amtswachtmeister und zwei Amtsdiener neu angestellt werden. Tie Amtspolizei besteht dann somit aus einem Wacht- meister und sechs Amtsdienern.— Da in Zukunft an Sonntagen Beerdigungen nicht mehr stattfinden und infolge dessen an den Wochentagen ein stärkerer Verkehr nach den Friedhöfen in Nieder- schönhausen stattfindet, beabsichtigt die Große Berliner Straßen- bahn eine Verstärkung der Betriebsmittel vorzunehmen, sofern eine solche notwendig erscheint. Hohen- Schönhausen. „Die politische Lage" kantete das Thema, welches Genosse Knbig- Pankow in der Generalversammlung des Wahlvereins in einem IVzstüiidigeii Referat behandelte. Nach dem mit Beifall auf- genommenem Vortrag erstattete der Vorsitzende Genoffe Rößler den VorstandZbericht. Es haben im letzten Quartal, seit Ende April. wo der Wahlvcrein sich von Lichtenberg abzweigte, zwei Mitglieder- Versammlungen, eine öffentliche Versammlung imd sechs Vorstandssitzungen stattgefunden. Zwei Flugblattverbreitungen waren nötig im Interesse des Bäckerboykotts. Neuanfgenommen sind acht Mit- glieder, während vier Genossen ihren Austritt erklären mußten, weil sie dem Militarismus zwei Fahre ihres Lebens opfern müssen; der Mitgliederbestand beträgt augenblicklich 119 Ge- »offen. Die Einnahmen belaufen sich auf 95,15 M. bei einein Bestand von 56,95 M., dem gegenüber steht eine Ausgabe von 33,65 M. Weil die Mitglieder Köbke, Dill»nd Matlhes zur Gemeindcwahl in Lichtenberg ihre Pflicht nicht erfüllt hatten, ist de» beiden ersten eine Rüge erteilt wdrden; gegen den Gasttvirt MattheS war Ausschluß beantragt, weil er nicht glaubwürdig nachweisen konnte, warum er verhindert war. Doch ist er dem zuvor gekommen, indem er erklärte, gar kein Sozialist zu sein, wa? er wohl dadurch noch zu beweisen versuchte, daß er Genossen, die in seinen» Lokale verkehrten, das Agitieren verbot bezw. sie hinan? warf. Unter Vereinsangelegenheiten wird der Vorstand beauftragt, den An- trag zu stellen behufs direkter Anschließung an den Kreis, weil die Mitgliederzahl eine Höhe erreicht hat, die die anderer selbständiger Bezirksvereine schon überflügelt hat auch durch die Abhängigkeit von Lichtenberg sich Schwierigkeiten herausgestellt haben. Zum Schluß ivird noch auf das Sominervergnügen aufmerksam gemacht, das heute Sonntag, den 21. Juli stattfindet; ebenso zum nächsten Diskutier- abend an» Mittwoch, den 24. Juli. Alt-Glienicke. Einen iuipofaiiten Verlauf nahm eine öffentliche Versammlung, in welcher Genosse Störmer über„Arbeiterschaft und Kirche" referierte. Der Pastor des Ortes war der Einladung gefolgt und mit einigen Anhänger» erschienen. Nachdem Genosse S t ö r m er den Charakter der kapitalistischen Wirtschaftsweise dargelegt, zeigte er, in wie holder Eintracht Kapitalismus und Kirche die Interessen der Arbeiterklasse bekämpfen. In der DiSkilssion nahm denn auch der Herr Pfarrer I s e l e r daS Wort, um den Ausführungen des Genossen Störmer entgegenzutreten. Er tat dies, indem er die alten Ladenhüter, mit denen der ReichSverband zuweilen Geschäfte zu machen sucht, hervorkehrte und sich selbstverständlich als Arbeiterftcnnd aufspielte. Außerdem beteiligten sich noch die Herren Zander, Ruschke und Fischer an der Diskussion,»im die Ausführungen, die der Referent gegen die christliche Weltanschauung gemacht hatte, durch allerlei orthodoxe Einwände zu widerlegen. Ilnsere Genossen versäumten nicht, den Herren zu antworten. Als gar Genoffe Störmer in seinen, Schlußwort die Einwände der christlichen Herren ins rechte Licht rückte, fingen dieselben an nervös zu werden und wa§ ihre Argumente nicht zu tun vermochten, sollten die Beine ersetzen. Es entstand ein Höllenlärm, der schließlich ziir Auflösung der Versammlung führte. Der Aufforderung de? Vorsitzenden, von de» Forumlaren zum A»Z- triti aiis der Landeskirche regen Gebrauch zn machen, kamen ejire Anzahl Anwesende nach. Eine Fortsetzung der Versammlung soll in den nächsten Tagen erfolgen. Spandau. Daß den bürgerlichen Turnvereinen immer mehr Terrain ab- genommen wird, beweist, daß die„Freie Turnerschaft" eine zweite Männerabteilung in der Wilhelmstadt bei Borchert, Seeburger- straße, eröffnet. Diese Neuerung dürfte allen Freunden der Turnerei in Arbeiterlreisen willkommen sein. Vermischtes. Die Vobertalspme, welche zum Schutze der bei dem diesmaligen Hochwasser besonders arg in Mitleidenschaft gezogenen Ortschaften des unteren Bobcrtalcs bei Mauer zwischen Hirschberg und Lähn ge- baut werden soll, wird das bedeutendste Waßcrstauwerk Europas. Bei einer Breite von zirka 300 Metern und einer Länge von zwei Kilometern ist das Wasserbecken zur Aufnahme von zwanzig Millionen Kubikmeter Hochwasser bestimmt, vollkommen genügend, um auch bei dem bedeutendsten Hochwasser das Untertal zu schützen. Demgemäß wird das Mauerwerk, welches quer durch das Flußbett des Bobcrs gezogen in die zu beiden Seiten des Flußufers bis zu 260 Me- ter emporragenden Berge eingelassen wird, von ganz gewaltigen Di- mensionen sein. Die Mauer erhält eine Höhe von 50 Metern und wird an der Sohle 50 Meter und noch am Scheitel 20 Meter stark sein. Gewaltige eiserne Schleusen werden dem enormen Wasser- druck genügenden Widerstand entgegensetzen. Zum Zwecke der Zu- führuug der Baumaterialien wird gegenwärtig eine Bahn von Hirschberg nach Lähn gebaut, deren Inbetriebnahme bereits im Oktober erfolgen sollte. Leider wird die Betriebseröffnung infolge des letzten Hochwassers hinausgeschoben werden müssen, weil durch die Fluten des ausgetretenen Bobcrs die bereits fertiggestellte Bahnstrecke stellenweise zerstört worden ist. Die Nederschwemmungen in Schlesien. lieber die großen und verheerenden Ueberschwemninngen, die Schlesien heimgesucht haben, lesen wir noch in der„Schlesischen Zeitung": Wo ist Ohle, wo Oder? Jede Grenze ist verwischt, eins im andern aufgegangen, in der gleichen schmutzig grauen Welle ver- mischt. Es ist daS größte Hochwasser seit dem Jahre 1903, denn es benetzt in Breslau bereits am Weidendamm den Fuß des Hauses, daS an der Mauritiusbrücke steht, während die sonstigen Hochwässer seit dem Jahre 1903 die abgepflasterte Böschung, die dieses HauS nach der Ohle zn schützt, nicht völlig erreicht haben. Das Wasser ist so hoch, daß das Dach des sonst tief liegenden Bootshauses der akademischen Ruderriege an der Mauritiusbrücke Ivie die Radkassen der Dampfer schon von weitem von der Straße aus über dem Ufer zn sehen find. Die Schiffahrt ruht völlig, auch die Schleppdampfer dürfen nicht mehr fahren, da man befürchtet, daß die Wellen der Räder der Danipfer die Dämme gefährden. In den neuen Filteranlagen zeigt sich, soweit sie noch nicht betoniert worden sind. Drangwasser, das teils aus dem Grunde, teils seitlich von dem See kommt, der sich auf den Hollandwiesen gebildet hat. Auf ihnen steht das Wasser so hoch, daß an» Wappenhose die Morgenaustraße nur noch etwa einen halben Meter über dem Wasser- spiegel bleibt und das Wasser über den Margaretendamm glatt hinlvcggeht, während es bei kleinerein Hochwasser dort wie ein Wehrstrom hinüberbraust. Sprudelnd jagt dagegen das Wasser über die Zedlitzer Chaussee, auf der das Kassenhäuschen der Ucberfähre»n» Wasser verblieben ist. Die NiedernngS- landschaft zwischen Oder und Ohle von den Hollandwiesen an bis hinauf über Pirscham bildet nur einen gewaltigen See. aus den» die Ortschaften Noraenau. Zedlitz, Pirscham und Ncnhaus wie Inseln hcrrdorragcn. Der Berkehr mit der Stadt ii von den genannten Dörfern miS völlig unterbrochen, den» über die einzige VerbindimgSstraße rauscht das Wasser wie tu einem Flusse Durchaus uotlveudig werdender Verkehr muß durch Boote ausgeführt werden. Wohl mehr als 50 Kohlenschiffe haben sich an der Ufer straße und an» Ohlauufer vor Anker gelegt, um bei uiedrigeiv Wasserstande die gemeinschaftliche Fahrt>nit Hülfe des Schlepp» Kämpfers anzutreten. Uebcr da? furchtbare Gewitter, da? zwischen Wartha und Sikberberg niedergegangen ist, wird noch berichtet: Eine kleine schwarze Wolke gegen II3/,, Uhr vormittags machte den Anfang, und eins halbe Stunde später kämpften sieben Ge- wiiter. Es war ein seltenes Natnrschanspiel, Schlag auf Schlag er- folgte. eS wurden über 50 Schläge gezählt. Der Rege» ergoß sich in Strömen, verurischt mit Hagel bis zur Wallnnßgröße, das Eis lag drei bis vier Zoll hoch, fünf Stunden nach den» Unwetter konnte man eS an einzelnen Stellen noch zusammenschaufeln. Binnen kurzem standen Tausende von Morgen unter Wasser. In Riegersdorf sind beinahe alle Zäune fortgerissen,, daselbst ist auch ein kleines Kind des Arbeiters Piropfreis in der Wiege er- trunken, die zwei größeren Kinder rettete ein zufällig vorüber- fahrender Bierkinscher durch daS Fenster, sonst wären diese auch in den Fluten umgekommen. Das Rauschen und Tosen der Fluten übertönte jeden Hülfeschrci. Eine vom Felde heimkehrende Frau war plötzlich auf mehrere hunderte Meter von den Fluten nm- ringt und wurde nach zwei Stunden durch beherzte Männer auS ihrer furchtbaren Stellung ganz erschöpft gerettet. Die gesamte Ernte ist durch Hagel teilweise ganz, teilweise über die Hälfte vernichtet."_ Feuer in der Kirche. In Emmerich brach gestern abend in der evangelischen Kirche, an der in der letzten Zeit Restanrations« arbeiten'vorgenommen wurden,, ans noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Ilm 8 Uhr stürzte der Turm mit beiden Glocken ein. Die Fenerwehr»mißte sich darauf beschränken, die anliegenden Gebäude außer Gefahr zu bringen und es gelang nur die Kirchenbücher und einige Geräte zu retten. Ein zweiter Simplontunncl. Wie aus Bern gemeldet wird, beschloß der.VerwaltungSrat der Bundesbahnen die Herstellung eines zweiten Simplontunnels, der als Parallelstollen zu den» bereits bestehenden Tunnel angelegt werden soll. Zlm 19. d. M.,-früh V!, Uhr, I verstarb nach schwerem Leiden an den Folgen eines Gallenstein- IcidcnS mein lieber Mann und Vater, der Werkzeugmacher Franz Beuse im 42. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Montag nachnlittag 4 Uhr von der Leichenhalle dcS St. Pius-Kirch- hoses aus statt. S4S5L cNeadetk Beuse nebst Sehn. SozialteolrafisefiJalilyereiii Friedenau. Nach langem, schwerem Leiden verstarb am Freitag»mser Partei- genösse Mannes Werner. Wir geleiten ihn zur letzten Nuhcstlltte mit dein Gesühl: Er war einer unserer Beste». Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag>/,5 Uhr vom Trauerhause Knausst»aße 11 aus statt. Die Beteiligung aller Partei- genossen erwartet 292/19 Der Vorstand. VsM der PorteteDiiler. Todes-Anzelco. Am Freitag, den 19. Juli, der- starb nach langem Krankeiilagcr unser Mitglied, der Portcjeuiller Paul Markisch. Ehre seinein Nndcnkcn! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Juli, nachmittags ■i'/j Uhr, von der Leichenhalle des Georgen-Kirchhoses, Landsberger- Allee auS statt. Hin rege Beteiligung bittet 199/19 Die Ortsverwailung. Zentral-Kranken- n. SterMasse der dentsciien Wapiianer. Bezirk 10. Den Mitglieder», zur Nachricht, daß unser Mitglied Lusia? KQhnert verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Gelhsemanc-Kirchhoies (Nordend) aus statt. 19355 Die Ortsverwaltung. Deutsclier Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß uiiler Mitglied, der Werkzeug- macher Franz Bense am 19. d. Mts. an Gallenstein« leide» gestorben ist. Ehre seine»» Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Juli, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Pins- Kirchhofes in WilhelmSberg ans statt. Nege Beteiligung erwartet 122/19 Tie Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. De», Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger (Zustav Hersing am 13. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, de» 21. Juli, nach- mittags 2>/2 Uhr, von der Leichen- Halle des Rixdorser Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer ans statt. Rege Leleilignng erwartet 122/9 Die Drtsverwaltuntz. Deutscher Transportarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege kiciisrd Muritz verstorben ist. Ehre fcinei» Audenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 21. Juli, nach- mittags 4'/, Uhr, von» Pauls- Kirchhofe, Seestraße, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 74/3 Die Ortsverwailung. Hygienische üeGarisnrilKei. ricueet.Kalalog CD. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u4ö E. Cngcr, Gammiwarcnlibrik fluriin NW.. Friedrichairass e 91/98. Wirtscliaftsproblem gelöst l Hochinteressant und von nnermeßlichem Wert 49/H für di© Industriellen. Va» WlrtscliaftsMld der Gegenwart und der Zukunft Ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen(Kommissionär: Otto Weben Leipzig). Broschüre A, vollständige Ausgabe, Mk. 2.— Teil- und Volks* ausgäbe, 60 Pfg. Gegdn Einsendung von Mk. 2.16, bezw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 Ffg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestlcr in Wiirxburg eandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte. BREUER® Festsäle :—'—„Zur KönigshanU"== Gr. Frankfurtersir. 117. X Lüh. Cart Brcncr. X Amt Vlla, 8142 Den geehrten Gewerkschaften. Vereinen, KlubS cinpschle ich»ncine Slesaml- räuine zur Abhaltung von versaniuilnuge»»i»d Festlichkeiten jeder Zlrt � zu den kulantesten Bedingungen.- Um recht regen Zuspruch Littet s53S2L'j Gurt Breuer, Eastwi.t. In die letzte Liste der boykottfreien Bäckereien sind folgende Bäckereien als bewilligt nachzutragen: Berlin. Admiralsir. 37, Otto Benz. Beussclstr. 45,©retfjlcin. Bvüffclcrflv. 43. Sanejcf.) etcvlljftr. 23, Nachtiooll. Esmarchstr. 20, 31. Gjof. Eylauerstr. 18, Brotsabrik BeroNna. ftallkcnsleinstr. 37, Monthey. Fvicdrichsjelderstr. 17, Kunz. Göbenstr. 13, Brotsabril Berolina. ©räseslr. 12, Honte. Kesselstr. 42, Tauer, Milchgeschäst, liesert boykottsreie Backware. Liiaucrstr. 17, OeS. Prinzeii-Zlllce 10, Paul Hanke. Stettinerstr. 7, Paul Hanke. Straubbergcrstr. 33, Schicke. Turmstr. 54, Bernau. Warschaucrslr. 8, Schild. Britz. Wörterstr. 33, Käufer-Vereln. (Wiederoerläuscr und Kunden- sammclstelle.) Lichtenberg. Weserstr. 22, Janz. Pankow. Florastrahe 41. Schneider(Vertreter Walter). Reinickendorf. Eichdornstr. 35, Kube. JustuSstr. 29, Oertcl. Rixdorf. Tiegfriedstr. 44, Brückner. Wcichsclstr. 34, Schulz. Schöneverg. Siegfriedstr. 1. Brolfadrik Berolina Kaiser Friedrichstr. 4.,, Steglitz. Marksteinstr. 3, Strahman»(Wieder- Verkäufer). Die Bewillignng zurückgezogen resp. durchbrochen haben: Anklamerstr. 57, Eder. Antonstr. 48(früher Oertel) ist von Obcrhoff, Gerichtstrahe, weil er bewilligte Ware verkaufte, ge- kündigt. Nachfolger verkauft jetzt ünbewilligte Ware. Bicsenthalerstr. 2, Mensing. Chodowickistr. 1, Müller. Danzigcrstr. 8, Konrad. Fennftr. 51, Fritz Hanke. Hochmeistersir. 20.(Will, nm die Jnnungdalmosen zu erhalten, im „Vorwärts" ausdrücklich als zurück- gezogen stehen.) Hochstädterstr. 23, Zahl. ZionSkirchstr. 13, Bobel. Nixdorf. Falkstr. 21, Susat.(schon zweimal zurückgezogen.) Stcinmctzsrr. 131, Lorenz. RiimmclSlmrg. Kantstr. 18, Mägdcsrau. Boxhagencr Chaussee 5/0, März.(Hat die Bäckerei vertäust. Slachsolgcr weigert fich z» bewilligen.) Gesperrt sind ferner die Brotfabrik WUfler, Müllerstr. 33/34, Besitzer der Simons-Brotfabrik, und die Großbäckerei Ilottner. Achtung! Für viele Anfragende folgendes zur Beachtung: AebtttNg! Haukes Bäckereien sind nicht einheltUch zu behandeln. Boykottfrei sind alle Säehereien von Oskar Hanke.— 7rit? und?sul llunke dagegen haben nlebt einheitlich für alle Geschäfte bewilligt, sondern haben dies ihren Vertretern ÜBarlassen. Wir bitten deshalb für letztere beiden Tinnen sich n nr nseh der „Borwärts"-Liste zu richten. Das IWilchgeschäfi Wlllielin Kotlier, Schlimavkjhliße 7, ist irrtümlicherweise als boykottiert auf ein Flugblatt gekommen. Herr Rother bezieht tatsächlich aber Brot und Backwaren nur aus bewilligten Säehereien. Boykott-Liste derjenigen Backwarenhändler, Milch? u. Grünkramgeschälte, die nachweislich aus der gefperrten Brotfabrik von Heinrich Wittler, Müllerstr. 33/34, ihr Brot beziehen. Adolsslr. 12, Grohmann. . 20, Willmer. Amdtstr."24, KIeiwe.1 3llexandrinenstr. 19, Pohl. 3llt-Moabit 75, Babel. Llndreashalle, Stand 123. . 123. Alt-Boxhagen 33, Wurnigkeil. Chausseestr. 37, Kiepcrnik. „ 104, Wachsman». „ Brückner. Corinerstr. 42, Milchgeschäft. 52, Demminerftr. 10, Milchgeschäst. „ 34,„ Derflingerstr.?, Reesch, 29. Schulz. Diedenhoserstr. 12, Milchgeschäst. Fehrbellincrslr. 50, Krähe. Feldzeugmcisterslr. 4, Funke. „ 7, Fuchs. Forsterflr. 4, LmnZ. Frankfurter 3Illee 185, Höhne. Gr. Frantsurterstr. 90,©ebr.Stabenow. Fruchlftr. 70, Wunder. Gollnowstr. 13, Franke. Göbenstr. 10, Thiele. Görlitzerstr. 4, Hirschler. Greisswalderstr. 191, Barh. Grünauerstr. 3, Kinder. Gürtelstr. 29, Borchart. Fnvalidenslr. 87. Grünkramgeschäft. Fagowstr. 24, Langner. Kastanien-Allce 03,©elßler. Kesselstr. 8. Kluge. Koppenstr. 3, Dornseid. 4, Gericke. Kochhannstr. 1, Ragowky. KönigSbergerstr. 23, Schröder. Kopcrnikusstr. 28, Urban. Körnerstr. 23, Sieivert. Landsbcrgcrstr. 113, Buchwald. Langestr. 2, Puschcrat. Lausitzcrplatz 12. Milchgeschäft. Lehrterstr. 43, Vcrsick. Malplaguetslr. 8, Llrndt. 30. Mai. . 38,©nrlipp. Markgrascndamiu 0, Wähmer. Marinimcnplatz 22, KonatkowSkh. Maxftr. 13. Milchgeschäst. 13«, Herzsprung. Mvlkenmartt 12/13, Eing. Molkenstr. ©rünkramgeschäst. MühlenNr, 01, Niens. Müllerstr. 50,©rülling. , Ol,©abronn. , 131, K. Kühn. « 133a, Lorenz. Oldcnbnrgcrstr. 7, Schulze. Puttbuserstr. 50, Milchgeschäst, Ramlcrstr. 25, Brenner. Rathenelverstr. 27, Strehmel. Ncichcnbergerstr. 78, Ziest. Nehländer. „ 127, Kohlmann. Ritterstr. 117, Milchgeschäst. Nomiiitcncrsir. 10, Leiter. Saarbrückcrstr. 10, Jaule. Schönhauser Allee 20, Milchgeschäft. Die»« Liste wird noch erweitert. Schwartzkopfsstr. 20, Schneider. S chwedterstr.'252, sbiilchgefch�äsb 208, Geschäft. Skalitzerstr. 147a,©rünkramgeschäst. Stallschrcibcrstr. 4, Kreburg. Stephanstr. 39, Paschkcwitz. Sirahmannstr. 17, Kleinod. Tilsitcrstr. 23, Dornseid. Tresckolvstr. 49. Milchgeschäft. Usedomstr. 3, Kolonialwarcilgeschäst. t » 20a, Schulze. Beteranensir. 5, Milchgeschäst. t 8,©erlach. 17, Brilchmüllcr. Waldcmarstr. 75, Haase. Wattstrahe, Ecke Voltaslrahe, Raddatz. Wcideilwcg 27, Davidsohn. Wcihenburgerstr. 54, Franke. 84, Rade. WilhclmZhavencrstr. 41, Kroll. » 54, Schröder. Wrangelstr. 30, Gebr. Lange. „ 110, Bichler. Wassertor- Ecke Fürstenstrah«,©eschäst. Zorndorfcrstr. 12, Nademacher. Zwinglislr. 11, M«r»wSktz. Ebenso sämtliche Filialen der grohen Buttcrgeschäste von Ntzmann, Holz. Klawe, Ladcwig, Gebr. MannS, Schrötcr, Zander und Ballkntin bezlchcn nach wie vor Kommihbrot aus der gesperrten Brotfabrik von Heinrich Wittler. Müllerstr. 33/31. Kiste derjenigen Milch-«. Gemnsegeschnfte, die nachweislich Ware von uu bewilligten Bäckereien beziehen. Fürflenbergerstr.>13/14, Vollendoeg. ©abclsbergcrstr. 2, Xeilgoe. Küstrincr Platz 12, öe/ee. Liebigstr. 37, Kirsel). Memelerstr. 11, Wobbe. Schönflieherstr. 7, Schwarz(Kolonlal- warenhandlung). Schönstieherstrahe 14/15, Nsisozastl (Kaushaus für LcbenSiniltey. Schönflieherstr. 10, KoNIcv. Stromstr. 30, Beyer. Werneuchenerstr. 9, Drache. Zorndorserstr. 7, Noack. Schöneverg. Merseiurgerstr. 5, A. Gärtner. Lichtenberg. Atzpcdienstr. 2, Erdmann. ©ürlelstr. 7, Henschel. Hausfrauen! Arbeiter! Unterstützt die um ihre Jßensehenrechte kämpfenden SäekergeseUenl Die Lohnkontmiffion der Bäcker. Bureau: Anguststr.»0. F.-A. m. 8gsg-IVIgggkin Wert fsrelimin NW., Slephansh. 56, NW. Femsprecher II, 930. 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Nach dem vorgelegten Bericht betrug die Förderung im ersten Halbjahr 1907 rund 38 646 6S0 Tonnen, arbeitstäglich 263 800 Tonnen, d. i. gegen die Lorjahrszeit arbeitstäglich 730S Tonnen= 2,85 Proz. mehr. Der rechnungsmäßige Absatz stellte sich im ersten Halbjahr 1907 auf 32 802 324 Tonnen(gegen 32371 367 Tonnen im 1. Halbjahr 1906), also aus 430957 Tonnen mehr. Der Weinbau Spaniens hat seit mehreren fahren mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die durch das Auftreten der Reblaus, die spanische Steuergesetzgebung und durch den steten Rückgang der Ausknhr, besonders nach Frankreich, veranlaßt sind. Im Jahre 1906 ist für den Export noch als erschwerender Umstand das Sinken des Goldagios hinzugekommen. Der Rückgang der Ausfuhr trifft in erster Linie die gewöhnlichen Weine, deren Anbau in Spanien erst in größerem Maße betrieben wurde, seitdem die französischen Weinaupflanzungen von der Reblaus verheert worden waren und Frankreich sich auf den Bezug spanischer Weine an- gewiesen sah. Damals waren große Bodenstrecken anderweitiger Be- Nutzung(besonders der Olivenkultur) entzogen oder neu urbar ge- macht'worden. Da die in Spanien selbst erzeugten Weinmengen den einheimischen Bedarf weit übersteigen, wird ein weiterer Rückgang der Ausfuhr bald eine Einschränkung des Weinbaues zur Folge haben. Nur ein Teil der Weinberge wird zu anderen Kulturen ver- wandt werden können. In manchen Bezirken aber, so vor allem in den bergigen und zerklüfteten Gegenden der Provinzen Barcelona und Taragona, ist nur Weinbau möglich. Die größten Anbauflächen haben die Provinzen Barcelona, Ciudad Real, Valencia und Alicante nnt 185 000 bis 100 000 Hektar, ihnen folgen Taragona, Balladolid, Madrid, Albeccte, Huesca und Castellon. Traubenernten und Wcinerzeugung stellten sich in den letzten Jahren wie folgt: Tranben Wein Millionen Doppelzentner Millionen Hektoliter 1903.... 26,4 14,1 1904.... 38.3 21.4 1905.... 31,3 17,2 Die Ernte des Jahres 1906 war infolge großer Trockenheit quantitativ sehr gering, an Zucker- und Alkoholgehalt dagegen gut, Nlw in Alicante war auch die Qualität schlecht infolge spät ein- getretener starker Regengüsse. In der Provinz Zaragoza hat in einigen Weinbaubezirken die Reblaus starke Verheerungen an- gerichtet, während in anderen die Ernte quantitativ wie qualitativ gut war. Genauere Angaben liegen noch nicht vor. £krlekt:s- Leitung. Freisprechung eines Streikpostens. Bei der Art der kammergcrichtlich approbierten Rechtsprechung, vie, wie wir wiederholt ausgeführt haben, die Majestät des Schutz- manns höher als Reichsrccht und richterliches Prüfungsrecht stellt, wenn es sich darum handelt, ob eine an einen Streikposten erlassene Aufforderung das gesetzlich gewährleistete Recht auf Streikposten- stehen verletzt, muß angenehm überraschen, wenn selbst dieses Ge- richt die Freisprechung eines Streikpostens für berechtigt erklärt. Solcher Fall ereignete sich am Dienstag. Als der Arbeiter Wandelt im Oktober vorigen Jahres nahe dem Betriebe von Siemens u. Halske zu Berlin Streikposten stand, untersagte ihm ein Schutzmann„jedwede Belttstigung vorüber- gehender Personen". Bald darauf bemerkte der Schutzmann, daß W. zwei Personen ansprach und daß diese dann einen anderen Weg einschlugen. Sie erzählten auf Befragen dem Schutzmann, daß W. gesagt hätte, sie sollten man umkehren, sie dürften doch wohl nicht durchkomme». W. wurde auf Gruud der Bestimmung der Stratzen-Polizeiverordnung angeklagt, wonach Folge zu leisten den Anordnungen eines Polizeibeamtcn ist, welche zur Erhaltung der Sicherheit, Leichtigkeit und Ordnung des Verkehrs auf der öffcnt- lichcn Straße ergehen.— Das Landgericht als Berufungsinstanz sprach jedoch den Angeklagten frei, weil in jenen Worten eine Bc- lästigung nicht gefunden werden könne. Dazu würden beleidigende Worte, Tätlichkeiten oder Drohungen gehören.— Die hiergegen von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision verwarf das Kammer- gericht mit folgender Begründung: Die Vorentscheidung sei aller- dings nicht frei von Rechtsirrtum, wenn sie meine, daß zu einer Belästigung eine Drohung gehöre. Eine Belästigung sei uatür- lich auch ohne Drohung möglich. Aber ein anderer Grund recht- fertige die Freisprechung. Die Anordnung des Schutzmanns, An- geklagter solle jede Belästigung des Publikums unterlassen, sei nämlich nicht bestimmt genug, um einen Ungehorsam dagegen als strafbar erscheinen zu lassen. Von einer polizeilichen Aufforderung oder Anordnung sei zu verlangen, daß sie eine Aufforderung zu konkretem Tun und Lassen enthalte, daß sie so eng umschrieben werde, daß der Betreffende wisse, was von ihm verlangt worden sei. Die Worte:„nicht zu belästigen", seien aber viel zu unbe- stimmt. Zum Beispiel ärgere sich dieser oder jener, wenn ihn jemand auf der Straße um Feuer bitte. Ein anderer sei ganz zufrieden damit und lasse sich mit dem Bittsteller noch in ein Ge- spräch ein. Mit der hier vorliegenden polizeilichen Aufforderung wäre cs genau so, wie etwa mit der, daß alle Menschen redlich sein sollten, oder mit der:„Benehmen Sie sich anständig." Das würde auch eine so allgemeine Aufforderung sein, daß ihre Nicht- beachtung nicht strafbar wäre. Somit sei die Revision zu verlverfen. Entziehung aus der Fürsorgeerzichnng. Wegen vollendeter und versuchter Entziehung aus der Für- /vrgeerziehung war Frau St. zu drei Wochen und ihr Sohn H. St. zu 4 Wochen Gefängnis von der Strafkammer LandSberg a. 25). verurteilt. Es handelte sich um Auguste St., die Tochter und Schwester der Angeklagten. Bei dein Versuch ging die Absicht ledig- lich dahin, es dem Mädchen zu ermöglichen, an der Hochzeit einer Schwester teilzunehmen. Sie befand sich damals beim Pastor Bomberg in Stellung. Im Einverständnis mit dem Leiter der Rettungsanstalt, der das Mädchen überwiesen war, hatte der Pastor den Urlaub zur Teilnahme an der Hochzeit verweigert. Darauf erfolgte der Versuch, die Teilnahme dem Mädchen durch List und Gewalt doch zu ermöglichen. Der Versuch mißlang.— Das Mammcrgericht verwarf am DirnStag die gegen daS Urteil ein- gelegte Revision. Zur Begründung des Urteils führte es auS: Die Revision könne sich nicht auf die Judikatur berufen. Wenn die Judikatur bei einem vorübergehenden Mitnehmen des Zöglings zu einem Spaziergange oder einem WirtshauSbcsuch nicht ein Delikt der Entziehung aus der Fürsorgeentziehung annehme, so deshalb, weil solche Vorkomninisse das Erziehungsrccht nicht der- letzten und nicht verletzen wollten. Hier ser das ganz anders. Eni- gegen dem Willen des fürsorgebcrcchtigten Pastors habe man mit List und Gewalt versucht, das Mädchen zu entführen, um es zu einer, in einem ganz anderen Orte stattfindenden Hochzeit mit- zunehmen. Damit wäre die Fürsorgeerziehung durchbrochen worden, sei doch das Mädchen gerade deshalb den Ihrigen ent- zogen worden, weil die Einwirkung der Familie auf sie nicht die nötige Gewähr bot, daß sie sich moralisch halte. Somit habe es sich um eine Entziehung beziehungsweise den Versuch einer solchen selbst dann gehandelt, wenn man annehmen wollte, daß die Ab- sicht bestand, sie am Tage nach der Hochzeit zurückzubringen.— 8 153 der Gewerbeordnung. Der Arbeiter Friedrich Schröter mußte sick�am Freitag vor dem Rixdorfcr Schöffengericht gegen die Anklage verteidigen, am 26. April gelegentlich eines Streiks bei Karl Reh u. Sohn in Britz versucht zu haben, den Drahtweber(gelernten Schlächter) Karl Krüger durch Anspeien und durch die Worte:„Du bist ja der aller- gemeinste Streikbrecher, den es gibt" zum Anschluß an den Streik zu bewegen. Dadurch soll er dem im§ 153 G.-G. aufgerichteten Galgen verfallen sein. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Ruhm schildert den Vorgang wie folgt: Am 26. April d. I. traf der Ange- klagte auf dem Wege von Tegel, wo er eben eine vierwöchige Ge- fängnisstrafe wegen Körperverletzung verbüßt hatte und der bis zum Antritt der eben verbüßten Strafe bei Reh u. Sohn be- schäftigt war, den ihm bekannten Schlächtergesellen Karl Krüger, der trotz des Streiks bei Reh u. Sohn als Arbeitswilliger einge- treten war. Schröter wurde von Krüger also angeredet:„Mensch, cs wäre besser, Du fingst trotz des Streiks wieder bei Reh u. Sohn an, läßt aber lieber Deine Familie hungern". Tarauf erwiderte der Angeklagte, Krüger hätte als Schlächtergeselle wohl auch auf jeder anderen Stelle Arbeit bekommen, Streikbrecher mache er keinesfalls. Schröter mag auch vor Krüger auSgespieen haben, angespieen hat er ihn nicht. Krüger selbst hatte gar keinen Strafantrag gestellt. Er bc- kündete, den Vorfall habe er am nächsten Tage dem Werkmeister von R. u. S. erzählt. Dieser machte Anzeige. Schröter habe ihn nicht angespieen. Der Amtsanwalt beantragte„in Anbetracht des hier zutage ge- tretenen großenTerroriSmus(!) eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen. Der Verteidiger plädierte für Freisprechung. Von einem Versuch, zum Anschluß an den erst während der Strafverbüßung ausgebrochenen Streik den Krüger zu bewegen, könne keine Rede sein. Ein Strafantrag Krügers, der sich bemüht habe, das Ver- fahren gegen den Angeklagten rückgängig zu machen, liege nicht vor. Das Gericht erhob den Antrag der Verteidigung zum Urteil. Eine Mahnung für Hausbesitzer. Wegen fahrlässiger Tötung sind am 21. Dezember v. I. vom Landgerichte Beuthen der Bierverleger B. Goldstcin und der Gast- Wirt und Hausverwalter Schern« zu Gefängnis verurteilt worden. Infolge des BergwerkbetriebcS des Fiskus zeigten sich Schäden in zwei Häusern, in denen deshalb der Brauereibetrieb aufgegeben werden mutzte. In dem einen Grundstück hat Sch. eine Gastwirt- schaft, in dem anderen hat G. als Bierverleger der Rhbniker Schloß- brauerei von dieser seine Wohnung angewiesen erhalten. Ein etwas zu breiter Aushülfs-Bierwagen des G. hatte einen Flügel der Durchfahrt beschädigt und der Torflügel war mit der Zeit herausgefallen. Er wurde daher an die Wand so steil angelehnt, daß man von außen nicht sehen konnte, ob das Tor in Ordnung war oder nicht. Der lose Torflügel stürzte eines Tages um und verletzte den dort spielenden Sohn des Angeklagten G., der davon Kenntnis erhielt. Dennoch wurde der Flügel wieder so hingestellt. Acht Tage später wurde ein 2lhjähriges Mädchen, das auf die untere Leiste des Torflügels steigen wollte, von diesem sofort toi geschlagen. Die Angeklagten hätten, so heißt cs in dem Urteile, den gefahrdrohenden Zustand des Tores beseitigen müssen, gleiche viel, wer reparaturpflnhtig war. Von beiden Angeklagten wurde Revision eingelegt. Ueber diese wurde am Freitag vor dem Reichst gericht verhandelt. Die Revision des Hausverwalters Sch. hielt der RcickSanwalt für begründet. Sch. sei zwar Verwalter der beiden Grundstücke, aber für die nicht von ihm, sondern von G. veran kaßtc Aufstellung des Torflügels sei er nicht verantwortlich. Daß dem Sch. die Reparatur oblag, sei nicht festgestellt.— Das Reichsgericht erkannte jedoch auf Verwerfung der Revision beider Ange- klagten. Ein Rechtsirrtum gegenüber Sch. liege nicht vor. Es handle sich um einen gefahrdrohenden Zustand und für diesen war Sch. als Hausverwalter verantwortlich. Ein Sittlichkeitsverbrecher. Der Bierfahrer Oswald Ullmann, zuletzt in Rixdorf wohnhaft, wurde gestern von der Strafkammer zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus verurteilt. Er hatte sich in der schlimmsten Weise gegen- über seinem achtjährigen Kinde und seinem zwölfjährigen Stief- kinde(seit deren siebenten Jahr) vergangen und seine Frau durch Bedrohungen zum Schweigen veranlaßt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Ist der Verurteilte zurechnungsfähig— das muß das Gericht angenommen haben, da es sonst zu einem Freispruch gekommen wäre—, so ist die gegen den Unhold erkannte Strafe als milde zu bezeichnen. Wirkungen der Schundliteratur. Ein mit Pistolen bewaffneter jugendlicher Einbrecher, dessen Taten auf die Lektüre von Verbrecherromancn, Dctektivgeschichten und dergleichen zurückzuführen sind, mußte sich in der Person des 20jährigen Kartonarbeiters Anton Denner vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I verantworten.— In der Nacht zum 4. Juni dieses Jahres gegen 4 Uhr beobachtete der Schutzmann Klinke den Angeschuldigten, wie er in Begleitung eines anderen Mannes, der ein großes Paket trug, die GreifSwalderstrasie entlang ging. Als die Beiden den Schutzmann gewahr wurden, schlüpften sie in ein aus hinein. Der Beamte ging ihnen nach und faßte den Ange- agten gerade in dem Augenblick, als er durch eine Bodenluke ver- schwinden wollte. In dem Paket befanden sich 29 000 Zigaretten, die, wie sich später herausstellte, in derselben Nacht aus den Ge- schäftsräumen der Firma Herbst an der Spandaucrbrücke mittels Einbruchs gestohlen worden waren. Der Angeklagte hatte die Ein- gangstür mit einem Dietrich eröffnet und sodann noch ein Pult erbrochen, aus dem er 12 M. in Pfennigstücken entwendete. Vor- her hatte er sämtliche Drähte der elektrischen Beleuchtung und der Klingelanlagen durchschnitten, da er glaubte, diese ständen mit einer elektrischen Alarmvorrichtung in Verbindung. Auf der Polizei- wache zeigte es sich, daß der jugendliche Einbrecher mit 2 Pistolen bewaffnet war. Vor Gericht legte der Angeklagte, der vorher das Dkärchen von dein„Unbekannten", von dem er die Zigaretten ge- kauft haben wollte, aufgetischt hatte, auf Zureden des Vorsitzendem und seiner eigenen Mutter ein offenes Geständnis ab. Der Staats- auwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf das abgelegte Geständnis und mit Rücksicht auf die Verführung des jugendlichen Angeklagten durch die— in bürgerlichen Kreisen weit verbreitete— Schundliteratur auf die gesetzliche Mindeststrafe von 2 Monate» Ge- sängniS. ßmfkaften der Redaktion. DI« jitrifliMi« Svrcchltiind« findet F e i e d e i ch st r. Ist, Zliifgana 4, «Ine Treppe tHaiidclsstältc PeNeaNiance, Tiirchaa»!! auch Lindeiistr. INI) »■ochcii'rinlirfl de» 7 st, biS O'lt Uhr abends statt. Meöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Lprechstnnde»IN n Uhr. Jeder Anfrage ist ein Bnihsiabe»Ild eine.'iaht als SNerkzeilhen heizufiigen. Briefliche Antivori wird nicht erteilt. Eiliae Fragen trage man t» der Sprechstunde bor. S. 13. Sie müssen das Urteil dem Gegner zustellen lassen. Wenn inuerhälb eines Monats ein wcilcreS RechtSmiltel nicht eingelegt wird, so ist eS rechtslräflig. Dann müssen Sie zur Leistung des Eides laden und im Termin den Eid leisten.— P. K. 100. Wenden Sie sich an Genossen SimanoivSki, Engel-Ufer 15.— A. E. 01. Die GclundbcilSgcjährdung einer Wohnung können Sic durch jeden Arzt bescheinigen lassen. Sie klagen dann beim Aintgericht unter Ucücrrcichung des Ältestes aus Aushebung des MictsvcrtrageS und aus vollen Schadenerlah und bcaniragen gleichzeitig durch einslmciligc Verfügung, Ihnen zu gestalten, sofort die Wohnung mit allen Sachen zu verlassen. Die Höhe deS Schadens ninsscn Sie angeben, soweit derselbe bereits festgestellt werden kann.— A. K. B). 100. Wenn Ihre Mutter kein Vermögen halte, fo besteht zwar ein Erbrecht, auch eiu PstichtlcilSrccht. aber dasselbe läßt sich nicht realisieren. Der Pflichtteil be- steht in der Hälfte der gesehlichen Portion. Ist kein Nachiah vorhanden, so ist natürlich auch der Pflichtteil ohne Bedenlung.— N. H. 10. Nein. P. i. ya.»jic Pinan zum umeryau sotgr n Handlung, sondern auS der Arbeitsunfähigleit. 2. D nicht aber die UnterhaltungSpflicht ist verjährt. 3. A. T. 100. Sie wurden mit Aussicht aus Erfolg I — Frida 4. Klagen Sie beim Kausmaimsgericht aus Zahlung des vollen Gehalts bis zum 1. Oktober. Nimmt das Kausniannsgericht an. Sie seieii keine Handlungsgehülfln, sondern eine Gewerbegchülfin(Ihre Anfrage läht das nicht klar erkeunen), so würden Sie später bei dem Gewerbegcricht aus Zahlung des Gehaltes für Juli und August zu klagen haben. Das von Ihnen Angeführte ist kein Grund zur sofortigen Entlassung.— E. B. 25. Der Zahnarzt dürste in vollem Umfang regrchpflichiig zu machen sein. Für den Fall emeS Prozesses würde die Entscheidung wesentlich von dem Gut- achten deS ArzteS, der das Kind behandeln muhte, abhängen. Schmerzcns- gelb steht Jbnen nicht zu.— K. 100. Ja.— Morgenweg M. I. Wenn Sie kein Testament machen, so würden neben Ihrer Frau Ihre Geschwister und Eltern erben. Sie tun gut, ein wechselseitiges Testament zu inachen, I» dein Sic Ihre Frau und Ihre Frau Sie als Erben einsetzt und in dem Sie die Eltern aus das Pflichtteil setzen. Benutzen Sie zur Anfertigung des eigenhändigen Testaments das Beispiel Nr. 55 aus S. 238 des dem„Arbeiter- recht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. — O. D. 28. 1. Ja. 2. Wenden Sie sich an den Gemeindevorsteher.— A. H. 22. 1. Ja. Die Pflicht zum Unterhalt folgt nicht aus der Mih- Die Strasversolgung, Nein. 4. Ja.— ussicht aus Erfolg beim Gewerdegericht den nicht erzahlten Lohn eiullagen können.— M. H. 000. 1. Nein. 2. Einwilligung des Kommandos ist nicht erforderlich. 4. Nur dann, wenn die Dcrunalückung eine Folge deS Dienstes ist. 4. Zur Heirat gebrauchen Sie die Geburtsurkunden, Ihre Militärpapiere und die polizeilich be- glaubigte Einwilligung deS Vaters der minderjährigen Braut.— E. E. 1007. Legen Sie den Sachverhalt dem VormundschastSgericht dar, beantragen Sie, Ihnen das Erzichuiigsrecht zu geben, oder wenigstens Ihnen den Zutritt zur Tochter zu verschaffen.— M. H. 00. Der Ehe- mann und der Vater sind Erben der kinderlos gestorbenen Frau. Jeder von beiden erbt die Hälfte deS Nachlasses, der Ehegatte überdies als Voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen HauShalt gehört haben und die Hochzettsgeschenke.— M. M. 108. Nein.— L. I. 1. Ja. — Drigalski. Ihr Schwager ist an die Verabredung nicht gebunden, weil ausdrücklich das Mieten der Wohnung von einer Bedingung abhängig gemacht und lediglich in Aussicht gestellt wurde.— 31. S. 20. Sie können ans Fertigstellung und vollen Schadenersatz abzüglich der«stierenden 10!)0 Mark klagen. Die Bewilligung deS Armenrechts ist zulässig.— M. W. Wenn im Vertrage über die Besichtigungszeit einer Wohnung nichts bc- stimmt ist, so ist die Wohnnng in angemessener Zeit zur Besichtigung zu stellen. Welche Zeit angemessen ist, ist im Streitsall vom Richter unter Be« rücksichtigung aller Umstände zu bestimme». In Berlin ist in Erkenntnissen die Zeit von 10 bis 1, von 3 bis L Wochentags und 1t bis 3 Sonntags, aber auch die Zeit von 3 bis 5 Wochentags und 9 bis 2 Sonntags für an- gemessen erachtet. Es genügt natürlich auch, wenn Sie dein Wirt den Eintritt auch in ihrer Abwesenheit gestatten.— O. R. 1000. 1. u. 2. Ja. — B. 15. Um Ausnabme in die Schwesternschule zu sindeu, müssen Sie sich schriftlich oder persönlich an die Direktion des Krankenhauses Moabit mit einem Antrag wenden. Bei der Meldung sind einzureichen: ein Geburtszeugnis, ein ärztliches Gesundheitszeugnis und ein Jmpfzcugms, ein von der Bewerberin selbst versagter und selbst geschriebener Lebenslauf, ein Führungszeugnis der OrtSbchörde sowie Zeugnisse aus bisherigen Stellungen. Die theoretische und praktische Ausbildung der Schnlerimien dauert ein Jahr; außer freier Kost, Wohnimg, Dienstkleidung und dergleichen ivird der Schülerin iin ersten Halbjahr ein monatliches Taschengeld von 10 M., im zweiten ein solches von 15 M. gewährt. Alter nicht unter 20 Jahre und nicht über 35 Jahre. Ein Unterschied im Bekenntnis wird nicht gemacht. Berltner Svlarkipretse. Ans dem amtliche» Bertchl der städtischen Markthallcil-Dircktio».(Groghaildel.) Rindfleisch In 72—74 vr. 100 Pfd., IIa 06—71, IHa 61-62, Bullenfleisch la 67-72, IIa 57-66, Kühe, seit 54—62, fco. mager 42—52, Fresser 56—68, Bullen, dän. 0,00, do. hall. 0,00. Kalbfleisch, Doppelleuder 100—120, Mastkälbcr la 73—84, IIa 60—74, Kälber ger. gen. 47—53, do. Holl. 0,00, dän. 0,00. Hamincl- fleisch Mafllämmer 76—80, Hammel la 71—75, IIa 64—70, Schafe 61—64. Schweiuefleisch 55—62. Rchbock la Per Pfund 0,65—0,85. IIa 0,00. Rotwild, Abschnsj 0,56—0,63. Damwild, Abschus! 0,00. Wildschweine 0,30. Frischlinge 0,00. Kaninchen per e-tuck 0,25—0,90. Wildenten per Stück 0,80—1.50. Krickenten per Stück 0,45—0,63. Hübner, alle, per Stück 1,50—2,60, IIa 1,40, do. junge 0,50—0,30. Tauben 0,40—0,57, italienische 0,00. Enten per Stück 1,00 bis 2,50, do. Hamburger per Stück 3,00. Gänie per Pfund 0,65—0,72, do. per Stück 3,00—4,80, do. Hamburger per Pfd. 0,70—0,75, per Stück 0,00. do. Oderbrucher per Pfund 0,63—0,68. Poulets 0,50—1,10. EhalonShühner 0,00. Hechte per 100 Pjund 103—129, matt 0,00, dito mittel und groß 0,00. Zander 0,00. Schleie, groß 0,00, mittel 0,00, do. Holl. 0,00, do. 87—101. Aale, groß 88—100, do. klein und mittel 75—86, Aland 0,00. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer, per 100 Pfd. 1)0—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 60. Seelachs 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 3—6. mittel per Ktstc 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomin. la Schock 4—8, IIa 0,50—2,50. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3, Strals. 3.50—4,50. Bornh. 0,00. Aale, groß per Pfd. 1,10 bis 1,40. mittelgroß 0.80—1,10, Nein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5—9. Schcllsische Kiste 3,00—5,00,'/, Kiste 2—2,50. Sardellen, 1302er per Anker 38, 1304er 38, 1305er 33, 1306er 90— 95. Schottische Vollhcrmge 1905 0,00, large 40—44, füll. 38— 40, med. 36— 12, denlsche 37— 44. Heringe, neue MatjeS, per>/, To. 50—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe Faß 1,20—140, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen, Schocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Niesen- 14. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,10—3,40, do. große 4.00. Krebse per Schock große 0,00, do. mittelgroße 12,50, do. tlciiie 2,00—3,50, do. un- sortiert 4,50—3,50, do. Galizier groß und mittel 0,00, do. uns. 0,00. Butter per 100 Psd. la 106-110. IIa 103—106. IHa 100-102, absallend« 30—35. Saure Würfen, neue schock 4,00—5,00. Psefsergurken 4,50. Kartosscln ver 100 Psd. Görzer 0,00, weiße runde 2,75—3,50, blaue 3,50—4,00, Rosen» 2,00 bis 2,50, Nieren- 3,00—3,50, Zcrbster 3,00—4,50. Porree, Schock 0,50—1,00. Meerrettich, Schock 3—12. Spinat per 100 Pfund 20—25. Sellerie, iesige, per Schockbund£100—3,00. Zwiebeln per 100 Pfd. 6,50—8,00, o. kleine 0,00, do. hiesige fPerl-) 0,00. Eharlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 0.75—1,00. Kohlrabi Schock 1,00. Rettig, bahr., neue Stück 0,07—0,10. Mohrrüben Schockbund 1,75—2,00. Karotten, hiesige, Schockbund 2,50—3,50. Wirsingkohl per Schock 4.00—6.00. Rotkohl, Schock 10. Weißkohl 6—8. Blumenkohl. Zittaucr 100 Stück 16—17, do. Ham- burger 100 Stück 10—12, do. Erfurter 100 Stück 20—25. Kohlrübe», Schock 5,00—6,00. Rhabarber 100 Bund 0,00. Pctcrsilienwurzel», Schock» bund 4,50—6,00. Schoten per 100 Pfund 6—12. Psefferlinac per 100 Psnnd 7—3. Steinpilze per 100 Psnnd 20—25. Radieschen per Schock 0,75—1,00. Salat per Schock 1,00—2,00. Gurken, Zcrbster, Schock 2,00—3,00. Bohnen, grüne, 100 Pfd. 10—15. Stachelbeeren, per 100 Psund 7—15. Erdbeeren, 'iesigc 100 Psd. 20—35, do. Walderdbeeren 60—100, do. Hamburger 30 is 40, do. Holländer 25—30. Himbeeren 100 Psund 28—32. Blaubeeren. 100 Psd. 6—11. Jobanliisbceren. 100 Pfd. 8—10. Kirschen, er 100 Psund Schlcsische 6—20, Werdcrsche 10—15, do. Glas- 12—18, o. Thüringer 3—15, Natten 25—30, sauere 14—20. Birnen, Hai, 100 Pfund, 13—22, Pfirsiche, per 100 Psund 45—60. Aprikosen, ital, per 100 Psund 0,00, franz. 30—40, ungar. 18—23. Aepsel, ital., per 100 Psund 14—20. Pflaumen, ital, per 100 Psund 13—30. Zitronen. Messina, 300 Stück 3,00-13.00. do. 360 Stück 8,00-11,00. do. 200 Stück 6,00-12,00. Bananen. gelb, 100 Psd. 22-25. WitternngSsibersicht vom SO. Juli 1007, morgen« 8 tty». Stattonen Swlnemde. £ S lS O* o S B ts Bf 753 NW 763 NW 762 W 765 N 764 W 763 WNW Vitt er 4 wolkig 3 halb bd. 3 bedeckt 4 heiter 3wolkcnl 1 heiter E S- ä D H& 13 13 13 14 14 15 Statt»»»« Haparanba 762NNO Petersburg 748 ONO Scilly Aberdem Pari« 765 O 763 NO 766 NO «euer 2 heiter 4 Regen 2 heiter 1 wolkig 2wolkcnl »K ■S�a, 14 15 17 13 14 i Iranst.a M München Wien Wetter-Prognose für Sonntag, den LI. Juli 1907. Etwas wärmer, vielfach heiter bei mäßigen nordwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Detterbureau. Syiiflerftand am 20. Juli vorm. Elbe bei Dresden 87 dp.— Elbe bei Magdeburg 3,41 Meter.— Oder bei Ratibor 3,52.— Oder bei Breslau-f 3,62 Meter.— Oder bei Vricg 5,51 Meter.— Netßemündung 4,83 Meter.— Rhein bei Kaub 2,82—0.03 Meter.— Rheinschleufe dci Straßburg 3,32-0,07 Meter. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestelle» für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-EYpcdition, LIndenstrasse 69, bis 5 Ühr angenommen. Verkäufe. Teppiche inilFnrbiNIeHIiNtFabrif« Niederlnge öivofce ftvnmmriev(Vrn(je S, bnvltnt fein Laden. Mauerhoff, tl Gteppdecten billigst Fcdrif Grobe Kraitfinrlerftmtze S, pnrlerre.■fl «!nrdi»e»lin»s(ßvoB» anfmviet» flvftje S, Mauethoff. parlerre. Kein Laden. U Herreiisalirrnd, wie neu, dS.lXZ. ftrahe 36 b. 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