Nr. 184. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonels zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 80 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freifinnige Roẞtäuscherverfuche. " Freitag, den 9. August 1907. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. wartung aller Liberalen" handele, die bestimmt zu akzeptieren, dafür möchten wir wenigstens die Hand nicht darauf rechneten, von Bülow nicht enttäuscht zu werden. ins Feuer legen! Die Tatsache der Verhandlungen und Vereinbarungen Wir sehen also, daß der Freisinn als solcher die Befreisinniger Politiker mit dem Reichskanzler steht also nach hauptungen der Fränt.' Tagespost" gar nicht in Abrede stellen dem Zeugnis der Frankf. 3tg." selbst unerschütterlich fann, da sie durch öffentliche Dokumente freisinnigen belegt sind! Er würde δας bielleicht Die Fränt. Tagespost" und die Frants. Voltsstimme" fest. Nicht minder steht fest, daß diese freifinnigen Politiker Ursprungs gar nicht gewagt haben, wenn Nau- lich nicht die brachten am 5. August die Enthüllung", daß der Nau- fich mit einer programmatischen Erklärung Bülows auch mannsche Aufruf zu einem Volkssturm für Erkämpfung des zufrieden zu geben gedachten. Sie wußten des weiteren ganz Fränt. Tagespost" statt einfach diese unbestreitbaren genau, daß die versprochene Wahlreform, die ja nach der Tatsachen festzustellen, ihrem an sich dankensReichstagswahlrechts in Preußen nur ein freisinniger" Frants. 3tg."„ als wichtiger Aft der Blockpolitik wirken" werten Appell an die Rührigkeit und die Wachsamkeit der Trid sei, um den Freifinn mit demokratischem Nimbus zu follte, nur in einem Kompromiß mit der Rechten bestehen Genossen den etwas sensationellen Charakter einer„ Entumgeben und die zu erwartende Bülowsche Verheißung fonnte, also etwa so aussehen würde, wie es die Fränt. hüllung" gegeben hätte. einer Wahlreform als Erfolg der freisinnigen Wahl- Tagespost" darlegte; daß sie ganz genau so aussehen würde, Wenn übrigens die„ Fränk. Tagespost" die Frage aufrechtsbewegung hinzustellen. Dem neuen Landtag werde dann ein Entwurf zugehen, der etwa so aussehen behaupteten ja auch die" Fränk. Tagespost" und die Fränk. warf:" Sollen wir den freisinnigen Spekulanten das Feld überlassen?", so erscheint uns werde: Allgemeines, direktes, geheimes Wahlrecht mit Pluralstimmen für Besitz und Bildung, außerdem bärdenden Herren vom Berliner Tageblatt", ja Aber noch mehr: Auch die später sich so„ radikal" ge- auch diese Apostrophierung der Partei ein wenig übertrieben. Alle die Tatsachen, die wir in unseren Ausführungen eine ständische Vertretung der Landwirtschaft fogar Herr Naumann in eigener Person, hatten wiedergaben, haben z. B. im Vorwärts" nicht nur Erdurch Delegierte der Landwirtschaftskammern. Dies Wahlrecht sei dem Freisinn von Bülow versprochen noch vor wenigen Wochen gegen diese Wahlrechtstechtelmechtelei wähnung, sondern auch ihre politische Würdigung gefunden. Dies Wahlrecht sei dem Freisinn von Bülow versprochen im Zeichen und zum Heile der konservativ- liberalen Paarung So schrieb der Vorwärts" am 6. Juli: worden, der damit den Block am Leben zu erhalten hoffe. So schrieb das Berliner gar nichts einzuwenden. Der Freifinn aber werde sich mit dem Erfolge seiner" demo- ageblatt" am 6. Juli im Anschluß an die erſterwähnte fratischen" Agitation brüsten, die zwar nicht alles erreicht", aber doch endlich die Wahlrechtsfrage in Fluß gebracht" offiziöse Auslaffung der Franks. Ztg.": habe. Der Artikel schloß daran die Frage:„ Sollen wir den freisinnigen Spetulanten das Feld überIaffen?" Der Freifinn bestritt selbstverständlich, daß er solch argliftiges Spiel treibe. Und nun hat auch Herr Naumann selbst eine Erklärung losgelassen, durch die er das ,, Berliner Tageblatt" ermächtigt, zu erklären, daß keinerlei Verabredung wegen des preußischen Wahlrechts stattgefunden hat. Die ganze Meldung ist erfunden." Voltsstimme" nicht. " " " " Man begreift bereits, daß es sich bei der Reform nicht etwa um die Einführung des Reichstagswahlrechts handelt. Was man erstrebt, das ist die mittlere Linie", also ein Kompromiß zwischen Freitonservativen und Nationalliberalen. Mit den liberalen Forderungen hätte diese mittlere Linie" nichts mehr zu tun. Aber wir sind viel zu sehr realpolitisch geschult, als daß wir deshalb den Stab über die geplante Reform brechen würden. Jede wirkliche Verbesserung auf dem Gebiete des Wahlrechts ist uns willkommen. Bringt die Regierungsborlage einen Fortschritt, dann sind wir sogar bereit, die freisinnigen Parteien, die aus eigener Initiative ihren Wahlrechtsantrag zurückgestellt haben, für geschicte Taktiker zu halten." Dieser Erklärung gegenüber hält die Fränkische Tagespost" ihre Behauptungen aufrecht. Naumann sei übrigens gar nicht berechtigt, irgend etwas zu dementieren, da er ja nur das, unbewußte Wertzeug" eines freisinnigen Und Herr Naumann schrieb in Nr. 28 der ,, Hilfe" Verrats" genannt worden sei. Daß er von einer Verabredung vom 14. Juli gerade in Anknüpfung an die sehr nichts wisse, spiele also gar keine Rolle. Wenn er gleichwohl wichtige" Nachricht der Frankf. Ztg.": für den ganzen Freisinn eine Verabredung leugne von formellen, etwa notariell beglaubigten und zivilrechtlich einflagbaren Wahlrechtsvereinbarungen" zwischen Bülow und dem Freisinn sei„ natürlich niemals die Rede" gewesen- so lasse das nur den Schluß zu, daß auch Naumann selbst über diese Dinge unterrichtet sei. Das Nürnberger Parteiblatt erklärt nochmals auf das bestimmteſte":„ Die Freisinnigen sind über diesen Bülowschen Entwurf unterrichtet, ihre jezige Agitation beruht auf dieser Ertenntnis, und auf Einverständnis mit dem Reichstanzler." Wir wissen auch heute nicht, auf welchen besonderen setreten Mitteilungen die Behauptungen der Fränkischen Tagespost" beruhen, aber wir glauben nichtsdestoweniger in der Lage zu sein, die Darstellung der Fränkischen Tagespost" durch Beibringung urkundlichen Beweismaterials bestätigen zu können. Sicher ist's ein weiter Weg vom heutigen Zustand bis zu diesem politischen Endziel( der Einführung des Reichstagswahlrecht es für Preußen), aber schon das ist für uns ein Gewinn, wenn der Marsch überhaupt beginnt. Sobald Bülow oder sein preußischer Vertreter vor den Landtag hintritt und ihm mitteilt, daß Seine Majestät der König von Preußen die bisherige Vertretungsweise der preußischen Staatsbürger nicht mehr ungeändert lassen wolle, fängt der preußische Liberalismus wieder an, sich zu beleben, denn von da an bekommt er Zutunftsmöglichkeiten. Das heißt noch nicht, daß er sofort freie Bahn vor sich haben wird, aber doch, daß er nicht vergeblich so viele Jahre an das Tor geschlagen hat." Und in Nr. 29 vom 21. Juli schrieb Herr Naumann: " Ich glaube nicht an eine Reform, die dem Reichstagswahlrecht entspricht, sondern nur an ein künstliches Kompromißwahlrecht, wie es etwa jest in Sachsen vorgeschlagen wird. Deshalb habe ich geschrieben, daß der Liberalismus wahrscheinlich(!!) nicht für das erste preußische Wahlreformgesetz werde stimmen fönnen. Wenn ich aber der Meinung wäre, daß Fürst Bülow weder das Dreitlassenwahlrecht noch die öffentliche Stimmabgabe beseitigen wolle, dann würde ich überhaupt das Wort Wahlreform nicht in den Mund genommen haben...." Daß der Reichskanzler sei es direkt oder indirekt, darüber sagt ja auch die„ Fränt. Tagespost" nichts- tatsächlich mit Freifinnigen verhandelt hat, beweisen die wiederholten Beteuerungen der Frantf. 8tg.", daß die ReHerr Naumann war also damals überzeugt, daß die gierung in der nächsten Landtagssession eine Wahlreform antündigen werde. Der Frantf. 8tg." wurde An- Bülowsche Wahlreform tatsächlich ziemlich genau so fang Juli von ihrem Berliner Einbläser, dem be- aussehen werde, wie sie die Fränkische Tagespost" zirka rüchtigten Herrn Stein, gemeldet, daß die Regierung in 14 Tage später charakterisierte. Wie hätte er auch nach der der nächsten Session ,, aus Anlaß der freifinnigen Kenntnis der halb Bülow, halb freisinns- offiziösen AnkündiAnträge auf eine Aenderung des Wahlrechts zu dieser gungen der Frankf. 8tg." darüber nur im mindesten im Frage erneut Stellung nehmen und sich für die Notwendigkeit Zweifel sein können, auch wenn er persönlich nicht von der Reform aussprechen werde." Diese Reform solle mit den den Kuhhändlern ins Vertrauen gezogen worden war! Konservativen oder doch mit einem Teile der wirkt deshalb wirklich ungemein to misch, wie heute, drei Konservativen gemacht werden und als wichtiger Aft der Wochen später, Naumann auf einmal den völlig Blockpolitik wirken". Ahnungslosen spielen kann! " Vierzehn Tage später unterrichtete die ,, Frankfurter Und weiter: Herr Naumann erwartete nichts weiter, als Zeitung" die Deffentlichkeit abermals über die Ver- ein künstliches Kompromißwahlrecht, wie es etwa jetzt in ständigung freifinniger Politiker mit Bülow in Sachen der Sachsen vorgeschlagen wird", also ein Wahlrecht, das außer Wahlrechtsfrage. Die Frantf. 38tg." ließ sich damals von dem Pluralwahlrecht wohl auch noch durch ein ständisches ihrem Berliner Korrespondenten schreiben: Privilegiertenwahlrecht verunziert sein würde, und " " „ Der Freifinn will ruhig abwarten, ob die Regierung ein Reförmchen einbringt. Einstweilen verlegt er sich aufs Hoffen und Harren. Löst die Regierung ihre völlig unverbindlichen Zusagen nicht ein, so gewährt ihr der Freifinn eine weitere Karenzzeit. Bringt sie aber irgend eine Spottgeburt von Reform ein, so salviert der Freisinn sein liberales" Gewissen damit, daß diese Reform zwar den freifinnigen Forderungen feineswege entspreche, aber doch immerhin einen Forts schritt" darstelle! Als ob der Freisinn nicht gerade die Pflicht habe, auf eine den freisinnigen Forderungen entsprechende Reform zu dringen!... Oder liegt ihm etwa gar nichts an einer demokratischen Umgestaltung des schmachbollen Dreiklassenwahlrechts?! Und wollen sich die freisinnigen Arbeiter diese jämmerliche Diplomatisiererei, bei der sie stets die Genasführten sind, lammsgeduldig in alle Eivigkeit hinein gefallen lassen?!" " Ferner am 23. Juli unter der Spizmarke„ Freifinniger Wahlrechtsverrat": „ Also keine Wahlreformvorlage erwartet nach dem„ demofratischen" Frankfurter Organ der Freifinn, sondern nur ein Ver sprechen der Regierung, im neugewählten Landtag eine solche Vorlage einbringen zu wollen! Der neue Landtag würde dann abermals auf Grund des Dreiklassensystems gewählt werden! Er würde auch eine dementsprechende Zusammenseßung erhalten und für das Zustandekommen einer wirklichen Wahlreform teine günstigeren Aussichten bieten als der gegenwärtige Landtag! Die Frtf. 8tg." meint freilich, der Wahlkampf werde im Zeichen der Wahlreform geführt werden können. Jawohl, einer Wahlreform, über die die Regierung bestenfalls einige nebelhafte Andeutungen zu machen geruhen würde. Das würde freilich den bürgerlichen Barteien, dem Zentrum und dem Freisinn, gerade passen. Sie könnten dann abermals das Blaue vom Himmel versprechen, um nachher der jämmerlichsten Flickreform ihre Zustimmung zu geben! Wäre es dem Freifinn im geringsten Ernst mit der Erfämpfung einer wirtlichen Wahlreform, so müßte er seine Zugehörigkeit zum Block von dem Einbringen einer Wahlreformvorlage bereits in der Landtagssession abhängig machen. Er hätte dann ein wirkliches Urteil über das Maß des Entgegenkommens der Regierung. Er böte dann seinen Wählern die Möglichkeit, ihrerseits zur Frage der Wahlreform Stellung zu nehmen! Weiterhin aber würde sich dann zeigen, ob die Konservativen wirklich zu Konzessionen geneigt sind, und welche Stellung Nationalliberale und Zentrum zur Wahlrechtsfrage einnehmen werden! Entlarvten dabei diese Parteien ihren reaktionären Charakter, so böte der Wahlkampf erst recht Gelegenheit, diese Parteien im Zeichen der Wahlreform energisch zu bekämpfen und damit für den neuen eine Landtag günstigere Zusammensetzung zu erreichen! Aber der Freifinn will sich allem Anschein nach bei einer unbestimmten unverbindlichen Erklärung bescheiden. Und selbst wenn es der Regierung zurzeit nicht am guten Willen fehlte: daß die Regierung ihre Pläne trotz aller Engagements auch wieder fallen lassen kann, beweist ja das Schicksal der Kanalvorlage. Der Freifinn steht also im Begriff, die Position der Wahlrechtsfeinde abermals zu stärken! Wollen sich die freisinnigen Arbeiter diese jammervolle Verrätertaktik wirklich gefallen lassen?!" So hat der Vorwärts" in einer ganzen Reihe größerer " " So( daß mehr als eine generelle Stellung zur Wahlrechts- gleichwohl dachte er damals nicht im geringsten daran, und kleinerer Artikel die Haltung des Freisinns gebrandmarkt frage bei der nächsten Tagung des Landtages von der Regierung dieses Wahlrechts wegen etwa den Block und ihn gezwungen, schließlich die Parole entweder Reichsnicht zu erwarten sei) hat man sich in unterrichteten aufs Spiel segen zu wollen! Erst als ihm der tagswahlrecht für Preußen oder Bruch mit der Blockpolitischen Kreisen die Sache immer gedacht. Man hat" Vorwärts" fräftig einheizte, gab er in fatastrophenartigem politit" auszugeben. Sache der Sozialdemokratie ist es angenommen, daß die preußische Regierung in der nächsten Stimmungswechsel das Signal aus: Das Reichstags- nun, die Herren Freisinnigen beim Worte zu nehmen! Landtagsfeffion, die die letzte der Legislaturperiode ist, nicht wahlrecht für Preußen! Daneben ist auch mit dem Zentrum ein fräftiges Wörtmit dem Entwurf eines neuen Wahlrechts hervor- Möglich, daß Herr Naumann für seine Person es mit dieser Tein zu sprechen. Die sozialdemokratische Presse hat ja auch nuntreten wird, daß sie aber eine Gelegenheit, an der es neuesten Forderung zurzeit ernst meint. Daß seine Stimmung mehr die Kampagne mit dem notwendigen Nachdruck aufgenommen. ja nie fehlen kann und die zum Beispiel der freisinnige freilich nicht recht bald wieder umschlägt, ist bei einem so Die Aktion wird selbstverständlich durch andere Maßnahmen Wahlrechtsantrag liefern würde, benußen wird, um ihre grundsägliche Stellung zur Wahlrechtsfrage darzu- wandlungsfähigen Politiker feineswegs ausgeschlossen. Aber gesteigert werden. Und da sehen wir wirklich nicht bie legen und die Grundlinien einer Reform zu fennzeichnen. Herr Naumann ist zudem noch gar nicht der Freisinn Gefahr, daß wir den ,, freifinnigen Spetulanten das Feld überDiese Reform würde dann wohl die Hauptrolle in der überhaupt. Und die freisinnige Weser Zeitung" ließen." Die Sozialdemokratie hat den Freifinn aus seiner diWahlbewegung spielen und das neugewählte Ab- hat ja erst noch in den letzten Tagen wiederholt erklärt, daß sie plomatischen Untätigkeit aufgestört, sie wird auch die Führung geordnetenhaus beschäftigen!" sich mit einem Kompromiß, wie es nach den Bekundungen der der Voltsbewegung übernehmen. Wenn dann der Freifinn " 1 Hier sagte also die Frants. 3tg." ganz unberblümt:" So" Frants. 3tg." ja ursprünglich überhaupt nur vereinbart war, durch zu guterletzt doch noch der Wahrheit ein Schnippchen zu hat man sich in unterrichteten politischen Streisen die aus zufrieden geben werde. Ob ferner die Herren Hormann, schlagen sucht, so ist es eben wiederum Sache der SozialSache immer gedacht". Unter diesen unterrichteten Streisen Bayer, Haußmann, Mugdan usw., die jetzt Herrn demokratie, solch dreistem Schwindel das zerschmetternde konnten doch selbstverständlich nur freisinnige Politifer ver- Naumann so fräftig sekundieren, nicht doch den Hintergedanken Zeugnis der Tatsachen entgegenzustellen! standen werden! Zu allem Ueberfluß fügte der Korrespondent nähren, erst kräftig die freisinnige Reklametrompete der Frants. 8tg." noch hinzu, daß es sich um eine„ Er lau blasen, um schließlich mit allem Tamtam das Erreichbare" Die fnternaflenaie.') Aus V. Großbritannien berichtet weiter die„Gesellschaft der Fabier"(ssadiaa Loeistz�): „... Unsere alte, wenn auch unvollkommene politische Freiheit und die frühzeitige EntWickelung des modernen Jndustrialismus in unserem Lande haben die Entstehung reiner Klassenorganisationen der Arbeiter hervorgerufen, insbesondere die Genossenschaften(Coope- rativ-Gesellschaften) und die Trade Unions �Gewerkschaften), und für diese letzteren sogar den Erwerb einer gewissen direkten politischen Macht durch den Eintritt ihrer Führer ins Parlament. Diese Orga- nisationen hatten eine bedeutende EntWickelung erreicht, bevor die aus Deutschland gekommenen Ideen des modernen Sozialismus hatten in die Köpfe der Führer der Arbeiterklasse eindringen können, die, nebenbei gesagt, seitdem Scheitern derOwenschen Experimente, vollständig in die Reaktion zurückgefallen waren. Während also auf dem ganzen Kontinent die Arbeiterklasse durch den Sozialismus in die Politik eingeführt wurde und im Sozialismus ihren ersten politischen Aus- druck fand, stieß dieser in England— und stößt noch— auf seine erbittertsten Gegner nicht nur unter den Kapitalisten und Aristokraten, sondern unter den Politikern der Arbeiterklasse, unter den Führern der reinen Arbeiterklassenorganisationen, die im höchsten Maße Klassenbewußtsein haben, aber deswegen keineswegs dem Sozialis- mus geneigt sind. „Daher kommt es, daß die F. S. sl'Ädisu Sooist�), eine Gruppe von Sozialisten, die sich ursprünglich zu Zwecken der Ausbildung und der Propaganda vereinigt hatten, und die es bis auf den heutigen Tag ablehnt, eine ihre Mitglieder bindende politische Haltung ein- zunehmen, sich nicht nur seit ihrer Gründung im Jahre 1884 er- halten hat— und somit älter ist als die anderen rein sozialistischen Gruppen, die in England noch existieren—, sondern in diesen letzten Jahren ihre Mitgliederzahl, ihren Einfluß und ihre Tätigkeit rapide hat wachsen sehen... „Das große Werk der Gesellschaft war die Ausbildung zuerst ihrer Mitglieder, dann der übrigen. Sie ist überzeugt, daß der Sozialismus— wie es eines ihrer neuesten und am meisten be- kannten Mitglieder kürzlich erklärte— weder vor 25 Jahren noch seither als ein vollkommenes Evangelium offenbart worden ist. Der Sozialismus ist ein Glaube, der fortschreitet und wechselt. Er wechselt in dem Maße, wie lvir klarer lernen, was getan werden mutz, um unser Ziel zu erreichen; er schreitet fort in dem Matze, wie wir immer vollständiger das, was die ideale Gesellschaft wahr- scheinlich werden wird, sowie die Aenderungen, welche die von uns erstrebten ökonomischen Umwälzungen an der Gesellschaftsform hervorbringen werden, verwirklichen. „Die Geschichte und der Fortschritt des Sozialismus, soweit er in England durch die F. S. repräsentiert wird, ergeben sich demnach weit besser aus der schrittweisen Entwickelung der sozialistischen Ideen und dem Resultat der Anwendung des Sozialismus auf einzelne bestimipte Probleme, als aus Statistiken über die Zahl der Mit- glieder oder über Wahlsiege. „An den politischen Kämpfen haben unsere Mitglieder im Rahmen anderer Parteien teilgenommen. Die F. S. beteiligte sich im Jahre 1SCK) an der Gründung der Labour Party und zählt unter ihren Mitgliedern gegenwärtig den Vorsitzenden der Partei im Hause der Gemeinen, den Vorsitzenden des Exekuttv-Aus- fchusseS und drei andere Mitglieder der Partei im Parlament, während vier als Liberale gewählte Abgeordnete ebenfalls in ihrer (der F. S.) Mitgliedsliste verzeichnet sind.... „Weil sie keine politische Partei ist, kann die Fabier-Gesellschaft einen rein sozialistischen Standpunkt einnehmen bei der Kritik der anderen Parteien und bei ihren Versuchen zu Anwendungs- vorschlagen. Sie braucht auf Wahlen keine Rücksicht zu nehmen und kann sich Zeit lassen zum Ueberlegen, bevor sie sich über Fragen der laufenden Politik ausspricht.... „Eigentümlich ist in der F. S. das Vorherrschen der Mittelklasse. Die Arbeiterklasse ist stets willkommen gewesen und ein gut Teil der Mitglieder besteht aus Führern der Trade- Unions und anderen Arbeitern. Aber die Führer, die Masse der Mitglieder und die Methoden sind stets der Mittelklasse entnommen worden und niemals hat man versucht, daran etwas zu ändern. Es ist in der Tat eine Organisation, die den Zweck hat, die Bildung und die Verwaltungs- kenntnisse der oberen Klassen dem Proletariat zur Verfügung zu stellen.... „Die Mitgliederzahl der F. S. mutz den großen Organisattonen Frankreichs und Deutschlands lächerlich schwach erscheinen. Sie er- klärt sich daraus, daß die F. S. nicht, wie andere Gruppen, auf die Werbung von Mitgliedern ausgeht. Nur wer aftiver Propagandist werden oder die F. S. direkt unterstützen will, kann Mitglied werden. Mit einem Wort, die F. S. arbeitet für den Sozialismus und nicht für die Vergrößerung der F. S. Sie gibt die Notwendig- keit zu, die kapitalistischen Regierungen dahin zu bringen, ihre (der F. S.) Maßregeln anzunehmen, bis zu dem Augenblick, wo im Parlament eine sozialistische Mehrheit vorhanden ist. „Von 730 im Jahre 1304 ist die Zahl der Mitglieder auf ungefähr 1400 gestiegen und die Einnahmen von 1167 Pfd. Sterl. (23 340 M.) auf 1320 Pfd. Sterl.(26 400 M.). „Dieser Zuwachs stammt nicht allein aus London. Er ist be- sonders auffällig in mehreren Provinzstädten wie Glasgow und Manchester gewesen, und die wichtigste charakteristtsche Tatsache ist vielleicht die Ausbreitung der Bewegung in den Universitäten, deren Bevölkerung sich in England noch hauptsächlich aus den Söhnen und Töchtern der reichen aristokratischen Familien zusammensetzt. Da die F. S. sich hauptsächlich aus der Bourgeoisie rekrutiert, so legt sie großes Gewicht auf die Organisation der Wittelklassen und betrachtet deren Bekehrung und Mitarbeit als einen unentbehrlichen Teil der sozia listischen Politik. „Der wichtigste Teil des Werkes der F. S. war und ist noch, den theorettschen Sozialismus in praktische Gesetzesvorschläge oder Ver- waltungsentwürfe umzusetzen, und sie bemüht sich, die Regierung, die gerade am Ruder ist, zu deren Annahme, oder die Opposition zu deren Vorlegung zu veranlassen. Die Arbeiten der F. S. stehen ebenso gut der konservativen Partei zu Diensten wie der liberalen und der Labour Party. „Es mag für den Kongreß von Interesse sein, baß Sidneh Olivier, Mitglied der F. S., der auf dem Internationalen Kongreß zu Zürich Sekretär der britischen Sektion war und seit mehreren Jahren in der englischen sozialistischen Bewegung eine hervorragende Stelle einnahm, zum Gouvemeur von Jamaika ernannt worden ist, d. h. zu einem der wichtigsten Aemter im Kolonialdienst, mit welchem Einkünfte verbunden sind, welche die der meisten englischen Minister übersteigen... .■ Die„Arbeitspartei"(Labour Party),„Komitee für die Ver« tretung der Arbeit", berichtet: «Seit dem Kongreß von Amsterdam, dem das„Komitee für die Vertretung der Arbeit" beiwohnte, ist der Name der Organisation umgeändert worden in„Labour Party", •) Vergl. Nr. 180 des„Vorwärts". Eine Tabelle zeigt, daß seit der Gründung im Jahre 1900 die Zahl der beteiligten Gruppen und deren Mitglieder wie folgt gewechselt haben: Trade-Unions gestiegen von. � i. 41 auf 174 Gruppen .... 353070. 974 504 Mitglieder Gewerkschafts- kartelle„«!! 7. 83 Gruppen Sozialistische Vereine gefallen»»» 3» 2. Sozialistische Vereine gefallen. I l 22 861„ 20 885 Mitglieder Insgesamt gestiegen„.. 375 931„ 997 665 „Da die Organisation ein Bund ist, so wird das Exekutiv- komitee von den auf den jährlichen Kongressen vertretenen Sektionen ernannt und nicht von den Delegierten insgesamt gewählt. Die Partei setzt sich zusammen aus Trade-UnionS, sozialistischen Vereinen, lokalen Arbeitervereinen und Genossenschaften. „Zur Wahl von 1900 stellte die Partei 15 Kandidaten auf, die insgesamt 62 693 Stimmen erhielten, aber nur 2 kamen ins Parla- ment. Durch Nachwahlen wurde diese Zahl verdoppelt. Zur all- gemeinen Wahl von 1906 stellte die Partei 50 Kandidaten auf und erzielte insgesamt 323 195 Stimmen und 30 Abgeordnete. „Die wichttgste parlamentarische Arbeit der Partei im Jahre 1906 war die Ausarbeitung eines Gesetzes, welches den Trade Unions in ihren Arbeitskonflikten Garantien geben und ihre Kassen gegen die Angriffe der Unternehmer sicherstellen soll. Die Partei brachte ihren Gesetzentwurf über diesen Gegenstand zur selben Zeit ein. als die Regierung weniger befriedigende Mttßregeln vorschlug, und es gelang der Partei durch ihren Einfluß, den Regierungs- entwurf derart zu verbessern, daß er mit den Ansichten der organisierten Arbeiter übereinstimmt. Ein änderet von der Partei mit Erfolg eingebrachter Gesetzentwurf erlaubt, die notwendigen Mittel zu beschaffen, um den bedürftigen Schülern in England und Wales die Nahrung zu sichern. Die Bemühungen, um die Tragweite der Nutzwirkung des Gesetzes über die Unfälle bei der Arbeit aus- zudehnen, waren gleichfalls von Erfolg gekrönt..-, S Zum Schluß zählt der Bericht noch eine Reihewon parlamen- tarischen Arbeiten auf, welche die Partei teils schon in Angriff ge- nommen hat, teils demnächst in Angriff zu nehmen gedenkt. Darunter befinden sich Gesetzentwürfe zur Festlegung eines Minimal- lohns von 30 Schilling(zirka 30,50 M) pro Woche und zur Herauf- setzung des schulpflichtigen Alters. Die marManiiche Affäre. Gestern versicherte Frankreich, wie der aus Paris depeschierte Auszug aus der französischen Note an die Mächte zeigt, daß eS in seinen Maßnahmen gegen Marokko nicht über die Schranken des Algecirasabkommens hinausgehen und die Souveränität des Sultans respektteren werde— heute versichert eine offiziöse Berliner Meldung der„Köln. Zeitung", daß die deutsche Regierung diese Versicherung mit Entgegenkommen aufgenommen und alles Vertrauen zu ihr hat. Die eine Versicherung ist soviel wert wie die andere— nämlich gar nichts. Der Gang der Dinge wird durch solche Kundgebungen nicht besiinlmt. Bisher hat das Bombardement von Casablanca noch keine weiteren Fremdenmetzeleien in anderen Orten des Landes gezeitigt. Die Befürchtungen der Einwohner, daß es dahin kommen werde, sind indeS sehr rege, wie die folgenden Meldungen zeigen. Tanger, 8. August. Die Mitglieder der europäischen Kolonie sind durch das Ausbleiben von Nachrichten aus Casablanca be- unruhigt. Unter dem Stamm der Andscheras herrscht große Erregung. Für heute ist eine Versammlung der Führer dieses Stammes einberufen. Man glaubt, daß diese Versammlung über die künftige Haltung angesichts der Ereignisse in Casablanca Be- schlutz fassen wird. Die europäische Kolonie in Tanger beklagt sich darüber, daß zurzeit außer dem italienischen Kriegsschiff„Etna" kein anderes im Hafen anwesend ist. Eine Reihe europäischer Staatsangehöriger hat infolgedessen an ihre Vertreter Petitionen mit der Bitte um Entsendung von Kriegsschiffen gerichtet. Tanger, 7. August.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Mohammed el Torres hat den Gesandten mitgeteilt, daß er für die S ich e rh ei t der E u r o p ä e r außerhalb der Stadt nicht verantwortlich sei. Die Eingeborenen seien über das Vom- bardement von Casablanca sehr erregt. Paris, 7. August. Aus Tanger wird gemeldet: Der französische Geschäftsträger Graf Saint-Aulairc begab sich zu dem Vertreter des Sultans, um ihn über den Charakter des Bom- bardements von Casablanca aufzuklären und ihm mitzuteilen, daß die marokkanischen Behörden für die geringsten Angriffe gegen die französischen Staatsangehörigen in Tanger verantwortlich gemacht werden würden. Der Vertreter des Sultans drückte dem Grafen das lebhafteste Bedauern über die Vorkommnisse in Casa- blanca aus. Der französische Geschäftsträger hat ferner eine ent- schiedene Note an Ben Sliman nach Fez gerichtet. Sie legt dar, wie die französischen Soldaten in einen Hintcrhält gelockt wurden, und gibt einen Bericht über die weiteren Ereignisse. Der Gc- schäftsträger forderte ferner den Wachsen aufn-tt. den marokkanischen Behörden von Casablanca dringend den''Auftrag zu erteilen. sich unter den Befehl des Kommandanteü. it>er französischen Landungstruppen zu stellen und demselben.ihren Beistand zu leihen, damit er die notwendigen Strafmaßnahmen treffen könne; 2. in wirksamer Weise über die Sicherheit ddi) Franzosen in Fez und im Innern des Landes zu wachen; 3. die.Erfüllung der an- lätzlich der Ermordung des Dr. Wauchamp versprochenen Genug- tuung zu beschleunigen: 4. die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Anwendung der durch die Algecirasatte. vorgesehenen Re- formen zu sichern. Tanger, 8. August. Der Pascha machte gestern abend eine Ausfahrt und ließ alle Eingeborenen verhaften, welche Drohungen gegen die Franzosen ausstießen. Den Schuldigen wurden die Lippen und Zähne mit Pfeffer eingerieben, worauf sie 100 Hiebe mit einem Tauende erhielten. Der Kriegsminister hat 200 ver- fügbare Soldaten in der Umgegend aufgestellt. Privatpersonen können diese Posten nur nach Vorzeigung eines Passierscheines passieren. Aus Laroche werden ebenfalls Unruhen gemeldet. Ueber das Bombardement von Casablanca wird noch berichtet: . Tanger, 8. August.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Ein aus Casablanca hier angekommener Dampfer meldet, daß bei seiner Abfahrt das Bombardement noch fort- gedauert habe. Die Franzosen hätten gestern 2000 Mann gelandet. Da man an Bord der Schiffe auf der Reede ununterbrochen Tag und Nacht Schüsse höre, werde offenbar noch in den Straßen gekämpft. Das jüdische Stadtviertel sei von den Mauren geplündert und viele Juden seiengetötet worden. Die Europäer seien alle in Sicher- heit, die Mehrzahl von ihnen befinde sich an Bord der Dampfer, andere in den von französischen und spanischen Matrosen bewachten Konsulaten. Ein Augenzeuge bestätigt, daß die spanischen Marinetruppcn eine glänzende Haltung zeigten. Die Stadt stehe in Flammen oder sei zerstört. Die Landbatterien hätten auf die Schiffe gefeuert, seien aber sofort zerstört worden. Die Granaten seien ununterbrochen in Gruppen von Kabylen am Strand und auf dem umgebenden Gelände eingeschlagen. Fsinf französische Kriegsschiffe und ein spanisches lägen auf der Höhe von Casablanea. drei andere hätten heute Tanger passiert und seien weiter nach Süden gedampft. Die Straßen von Casablanca sollen voll toter Marokkaner sein. Alle Läden seien geschlossen, die Armen litten großen Mangel. Die Konsuln hätten An- Weisung gegeben, alle Läden wieder zu öffnen und Preise für Nahrungsmittel festgesetzt. Nachrichten aus Rabat zufolge hätten die dortigen Kabylen dem Gouverneur fünfzehn Tage Frist gegeben, innerhalb deren der französische Zollkontrolleur entfernt werden soll. Im Falle, daß es nicht geschehe, würden sie die Stadt angreifen. Augenblicklich sei dort alles ruhig. Das flsKio der Pinkertons. New York, 29. Juli.(Eig.<3 er.)' Hahwood ist freigesprochen! So verkündeten am gestrigen Sonntagnachniittag die Extrablätter, die an allen Straßenecken feilgeboten wurden und namentlich in den Arbeitervierteln reißenden Absatz fanden. Was nur wenige erwartet, war zur Tatsache geworden: Haywood verließ als freier Mann den Ge- richtssaal in Boise(Idaho). Vor achtzehn Monaten erfolgte feine Verhaftung. Ein Prozeß fand seine Erledigung, der elf Wochen lang die Ocffentlichleit in hohem Maße beschäftigte, über den die gesamte Presse des Landes täglich spaltenlange telegraphische Be- richte veröffentlichte und der mehr denn irgend ein Ereignis während des letzten Jahrzehnts die Bürgerschaft des Landes in zwei Heerlager spaltete: in das der verbrecherischen Gruben- kapitalisten und aller mit ihnen verbündeten kapitalistischen Interessenten und der von diesen abhängigen Kreise und das der Ar- beiterschaft als Gesamtheit. Selten traten in der Beurteilung eines Prozesses die Gegensätze so scharf hervor, selten machte sich das erwachende Klassenbewußtsein der amerikanischen Arbeiterschaft in solchem Grade bemerkbar, wie gerade im Fall Haywood. Und je weiter die Verhandlungen in Boise fortschritten. je mehr Be- weise für die Bespitzelung der Gewerkschaften durch die Werkzeuge der Grubenbesitzer und über die tatsächlichen Absichten der Gruben- Herren, nämlich die Vernichtung der Gewerkschaftsbewegung über- Haupt, zutage gefördert wurden, je unverschämter mit jedem Tage die kapitalistische Presse wütete und die Schuld dcS Angeklagten als über jedem Zweifel feststehend darstellte, um so mehr wandten sich die, anfangs recht lauen, Sympathien selbst der �konservativen amerikanischen Gewerkschaften dem Angeklagten Hahwood zu und dokumentierten sich durch reiche Zuwendungen zum Verteidigung»- fonds. Hatte der Fall Hahwood schon in seinen Anfängen gezeigt— so bei der Verhaftung HaywoodS, Mayers und Pettibones und deren Auslieferung aus Kolorado nach Idaho und so bei der Sanktionierung dieses widerrechtlichen Gewaltstreiches durch alle Gerichtsinftanzen—, wie willfährig die Behörden und Gerichte gegen alle Wünsche des Grubenkapitals sind, so erbrachte die Ver- teidigung im Laufe des Prozesses den unwiderleglichen Beweis für die treue Verbindung zwischen den Grubenbaronen, den Staatsbehörden und dem Spitzeltum zum Zwecke der Vernichtung der Western Federation of Miners(Bergarbeiterverband des Westens). Kein Mittel war diesem Dreigcstirn zu schlecht, keine Tat, nicht einmal der Mord, zu gemein, um sie nicht direkt oder indirekt zum Schaden der Federation of Miners anzuwenden oder zu verüben. Dort in Boise wurde während der letzten drei Monate Geschichte gemacht. Und darin liegt die Bedeutung dcS Prozesses, der unzweifelhaft ein Wendepunkt in der politischen und gcwerk- schaftlichen Bewegung der amerikanischen Arbeiter fem wird. Ein Triumph der Arbeiterschaft und erst recht ein Triumph der Sozialisten, die die Führung in dem Kampf um Haywoyds Recht übernommen hatten I So lautet das übereinstimmende Urteil über den Ausgang des Prozesses, und ingrimmig müssen selbst die verbissensten kapitalistischen Organe diesen Triumph der Sozialistischen Partei bestätigen. Vergebens war das monatelange Fälschen vor und während des Prozesses. Auch vergebens die großen Aufwendungen an Geld, die das Engagieren Dutzcnder Privatdetektivs zum Fabrizieren von Bewcismaterial erheischte, vergebens das geschickte„Geständnis" des Hauptzeugen und Massenmörders Harry Orchard, vergebens das frühere ungehörige Eingreifen des Präsidenten Roosevelt gegen den„unerwünschten Bürger" Haywood. Umsonst hatte man die Goschütorenenbank nur mit Farmern besetzt, umsonst hatte Richter Wood während der ganzen Dauer des Prozesses in skandalös einseitiger Weise seine E«- scheidungen getroffen. Haywood ist des ihm zur Last gelegten Verbrechens(der Anstiftung zur Ermordung des früheren Gou- berncurs Steunenberg) nicht schuldig, lautete der einstimmige Wahrspruch der zwölf Geschworenen. Schlimmstenfalls hatte die Staatsanwaltschaft und mit ihr der ganze Klüngel eine Nichteinigung der Geschworenen erwartet!.. Ja selbst die optimistischsten Freunde des Angeklagten rechneten kaum mit der Möglichkeit eines absoluten FreisprucheS. Freilich hatte die Beweisaufnahme, abgesehen von den Aussagen des Schurken Orchard, nichts Belastendes ergeben, aber das ganze Verfahren, der Haß aller jener,„die etwas haben", gegen die Organisation der Bergarbeiter und ihrer Führer, die Besetzung der Jury durch dem Angeklagten höchst feindselig gesinnte Leute, all dies ließ nichts Gutes erhoffen. Um so lauter deshalb der Jubel der Arbeiter auf der einen Seite, und um so nieder- geschmetterter die andere Seite.„Der Wahrspruch ist für mich und sicher auch für alle Bürger, die die Prozcßvcrhandluügcn verfolgt haben, eine große Ucberraschung," sagte Gouverneur Göoding von Idaho. Und sein Kollege, der Gouverneur Pcabody von Kolorado, gab ebenfalls seinem Aerger über die Freisprechung Haywood» Ausdruck. Empört sind ferner die Grubenbesitzer, die kapitalisttfchc Presse und natürlich auch Roosevelt, nur hat sich der letztere bisher gehütet, seinen sonst so großen Mund aufzutun, Aergcrlich ist auch ein deutscher Professor namens Hugo Münsterberg, der an der Harvard Universität liest und bisher mehr durch sein Kriechen nach drüben und sein Rutschen vor hüben als durch seine wissen- schaftlich« Befähigung bekannt geworden ist. Dieser deutsche Pro- fcssor— natürlich mußte es ein deutscher Professor: sein— war im Auftrage einer Wochenschrift nach Boise gefahren und hatte dann der Welt verkündet, daß Orchard ngch seiner wissen- schaftlichen Meinung die Wahrheit gesagt hat. Das günstige Resultat des Prozesses ist nicht zum geringsten der äußerst geschickten und aufopfernden Verteidigung durch die zwei Hauptanwälte(insgesamt waren zehn Anwälte cngagicrti Richardson und Darrow zu danken. Während der crstere sich in seinem Plaidoyer mehr auf die juristische Seite der Sache be- schränkte und das Lügengewebe der Staatsanwaltschaft zerriß. behandelte Darrow mit einem lobenswerten Freimut den eigent- lichen Zweck des Prozesses, entwarf, ein fesselndes Bild von den jahrelangen Kämpfen zwischen Grubenkapital und Gruben- arbeitern und machte den Farmern auf der Geschworencnbank klar, daß die Prozessierung Haywoods nur eine Episode dieses Kampfes zur Zerstörung des Bergarbciterverbandcs ist. Darrow bat nicht um Milde, er appellierte nicht an das gute Herz der Geschworenen, sondern erklärte ihnen, daß. wenn sie Haywood freffprechen, dieser nach Denver zurückkehren� seine frühere Tätigkeit wieder auf- nehmen und wiederum Trubel" machen, das heißt, im Intereffe der Arbeiter weiterkämpfen werde. Ich will keinen KompromißWahrspruch," erklärte Darrow im Laufe seiner Rede, und wäre Ihnen nicht dankbar, wenn Sie ihn vielleicht der Körperverletzung schuldig sprechen, und er dann zu 5 Dollar Strafe verurteilt wird. Entweder sprecht William Haywood frei oder sprecht ihn schuldig der Anstiftung des Mordes und hängt ihn. Manchen Strauß mit seinen Feinden, die hier in diesem Gerichtssaale Jagd auf ihn machen, hat er ausgefochten. Auf offenem Schlachtfelde ist er ihnen entgegengetreten! Er ist kein Feigling. Muß er sterben, so wird er sterben wie er gelebt, das Gesicht dem Feinde entgegen." Darrow ließ die zwölf Geschworenen nicht im Zweifel, was man bon ihnen wünscht und was sie tun müssen, wenn sie sich das Lob aller Banditen erwerben wollen, er sagte ihnen aber auch andererseits, daß sie auf die Stufe der Grubenbarone heruntersinken und, wie diese, zu Mördern werden, wenn sie Haywood dem Galgen überliefern. Diese Offenheit verfehlte nicht ihre Wirkung. Haywood ward frei. Der Der unerwünschte Bürger", wie Roosevelt seinerzeit Haywood genannt, hat über alle seine Feinde triumphiert. Zunächst wird er eine Tour durch die Vereinigten Staaten unternehmen und der Arbeiterschaft persönlich seinen Dant aussprechen. In New York soll er schon nächste Woche in einer Riefenversammlung reden. Dann wird Haywood, einer der fähigsten Köpfe unserer Bewegung, nach Denver in Kolorado zurückkehren und seinen Posten als Sekretär und Schahmeister der Western Federation of Miners wieder übernehmen, die gerade wegen der zahllosen Verfolgungen ihrer Führer in letzter Zeit einen gewaltigen Aufschwung genommen hat. Und im nächsten Jahre beim Kampf um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten wird Haywood voraussichtlich der Kandidat der Sozialistischen Partei sein. So wenigstens wünschen es nach heute eingelaufenen Depeschen die Parteiorganisationen verschiedener Städte. Ob Moher und Pettibone, die Mitangeklagten Haywoods, nunmehr nach der Freisprechung des am schwersten Belasteten" auf freien Fuß gefekt oder ob sie prozessiert werden, steht zur Stunde noch nicht fest. " Politische Uebersicht. Berlin, den 8. August 1907. Arbeitslohn und Lebensmittelvertenerung. In den vom Professor Hans Delbrück herausgegebenen Preußischen Jahrbüchern" beschäftigt sich Herr Dr. Karl Schürmann, Berlin, in einem Arbeitslohn und Teuerung" überschriebenen Artikel mit der Steigerung der Lebensmittelpreise in ihrem Verhältnis zur Steigerung der Arbeitslöhne. Er gelangt zu folgendem Resultat: Entsprechend dem großen Bedarf an Arbeitskräften, sind die Löhne während des verflossenen Jahres fast in allen Industriezweigen erheblich gestiegen. Soweit in den Berichten der Regierungs- und Gewerberäte zahlenmäßige Angaben gemacht sind, betragen die Lohnsteigerungen gegen das Jahr 1905 im Durchschnitt etwa 10 Proz. In einigen Gegenden geht diese Biffer weit über das Durchschnittsmaß hinaus. So beliefen fich die Lohnerhöhungen im Regierungsbezirk Magdeburg bis auf 25 Proz., Koblenz bis auf 20, Hannover und Münster bis auf 15 und in den Tertilfabriken des Regierungsbezirks Erfurt bis auf 16 Pro3. In dem Gewerbeaufsichtsbezirk Essen betrugen die Lohnsteigerungen im Durchschnitt 5 Proz., in der Industrie der Steine und Erden einschl. der Ziegeleien 5 bis 8, in der Metall- und Maschinenindustrie 6,3 bis 8, in der chemischen Industrie 4 bis 8 und in der Textilindustrie 7 bis 16 Proz. Herr Dr. Schürmann untersuchte dann die Preis. erhöhungen verschiedener Nahrungsmittel und Wohnungsanieten und faßt sein Ergebnis in folgende Worte zusammen: Eine sehr bedauerliche Erscheinung bei der augenblicklichen Lage ist ferner, daß trotz der großen Opfer der Unternehmer die Arbeiter mancher Industriezweige eine Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage, die zu jenen Opfern sächsischen Landtag für alle Staatsangehörigen über 20 Jahre und ohne Unterschied des Geschlechts unter Anwendung der Verhältniswahl." flifts ist stets gewesen: laudabiliter se subiecerunt. Und mir ist nicht bekannt geworden, daß je eine Fakultät über ein paar Entrüstungsschreiben hinausgekommen ist, wenn ihr irgendein mißlicher Dozent gegen ihren ausdrücklichen Wunsch oktrohiert Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe. Dieser Satz wurde. Und es gäbe so wirksame Mittel, auch bestätigt sich oft im Militärwesen, z. B. auch bei zwei jüngst ab den herrschsüchtigsten Ministerialdirektor gegebenen Urteilen des Kriegsgerichts in Straßburg. Der ehemalige tirre zu machen. Warum hat man es in unserer Zeit der Musketier Hoppmann vom Infanterieregiment Nr. 132 wurde mit Arbeitseinstellung nie mit dem Streit versucht? Ich glaube, einem Rippenbruch entlassen, der beim Bajonettieren Althoff hat tiefer geschaut als die, die ihn jetzt kritisieren, und entstanden ist. Er beschuldigte einen Unteroffizier, daß er nach ihm die Zeit wird ihm recht geben. Er hat eingesehen, daß das reine( Hoppmann) gestoßen habe, als er mit abgenommenem Bajonettier Beamtenverhältnis jetzt das der Profefforenstellung einzig an- gewehr aufrecht dagestanden habe. Der Ünteroffizier bestritt dies. Er wollte auch nicht wissen, daß Hoppmann ihm oder dem Aufsichtgemessene ist. Er hat gesehen, daß die Sonderstellung, die sich führenden etwas von diesem Rippenstoß gemeldet habe, doch gab er die Professoren noch immer so gerne vindizieren, mit ihrer zu, mit Hoppmann sowohl als mit anderen Soldaten tontra gefochten zu Eigenart ganz und gar nicht mehr verträglich ist, daß sie sich haben. Dagegen gestand der Unteroffizier eine andere ihm zur Laſt gelegte anderen Beamtenkategorien gegenüber damit etwas anmaßen, Schinderei eines Soldaten ein. Der Rippenbruch wurde schließlich das ihnen nicht zukommt." „ auf einen Unglücksfall zurückgeführt" und der Unteroffizier erhielt nur wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener in zwei Fällen 6 Tage gelinden Arrest. Dann geht Herr Sombart auf die Entwickelung der Universitäten in den letzten Jahrzehnten ein und schreibt: Ein Soldat der 1. Batterie des reitenden Feldartillerie- Regi ments Nr. 15, der einen Kameraden im Unmut mit dem Gebiß einer Trense auf die linke Körperseite geschlagen hatte, daß blutunterlaufene Anschwellungen entstanden waren, erhielt dagegen 10 Tage Gefängnis. Oefterreich. „ Es ist kindlich, zu glauben, daß die Universitäten heute so sind, wie sie sind, weil Althoff sie dazu gemacht hat. Auch Althoff konnte nichts anderes tun, als die im stillen vollzogene Wandlung der Verhältnisse äußerlich zur Anerkennung zu bringen. Und damit haben wir auch schon die Antwort auf die Frage gefunden, Die Mißhandlung, die der Kamerad am Kameraden verübte, ist was denn nun kommen werde, wenn Althoff geht. Es gibt wirk- gewiß scharf zu verurteilen, sicher aber ist sie nicht schwerer als die lich Leute, die glauben, die Profefforenschaft werde sich dann Mißhandlungen des Unteroffiziers. emporrichten zur Mannesgröße, wie der Eichbaum, wenn der Sturm über ihn hingebraust ist; die glauben, die Universitäten werden von Sternen erster Größe bevölkert werden. Du meine Güte! Nichts wird sich ändern in dem ,, System". Im Gegenteil, nur schlechter kann es werden. Entweder es bleibt bei der Regierungsautokratie: dann wird der Nachfolger Althoffs immer ein Zwerg fein gegen einen Riesen. Oder die Fakultäten bekommen das Heft wieder in die Hände. Wer aber meint, daß dann die goldenen Tage für die Universitäten anbrechen werden, der kennt unsere Professoren nur sehr oberflächlich. Das einzige, was sich ändern wird nach Althoffs Abschied, wird dieses sein, daß die paar hervorragenden Leute, die jetzt noch hie und da eine Profeffur bekamen, in Zukunft auch noch aus dem Bannkreise der akademischen Lehrer verschwinden werden, die dann ganz unter sich bleiben werden." Agrarische Begehrlichkeit. Die Herren Agrarier finnen trotz der ihnen durch den neuen Bolltarif garantierten, noch immer steigenden Preise für landwirtschaftliche Produkte auf neue Profite. Sie fordern eine Entschuldung, d. h. eine Verminderung der Schuldenlast ihrer Güter auf Staatsoder richtiger Volkskosten. Auf dem gestern begonnenen 28. deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstag in Münster wurde ein vom Verbands direktor Dr. Wegener formulierter Antrag zur Beratung gestellt, der folgende recht bescheidene Forderungen an den Staat richtet: " Der Wahlrechtskampf in Galizien ist durch die ruthenische Sozialdemokratie eröffnet worden. Die Grekutive hat in 10 000 Gremplaren ein Flugblatt für die Landtagswahl herausgegeben, in dem die Bauern und Arbeiter aufgefordert werden, sich zum blatte heißt es u. a.:" In diesem von der Natur so reich ge Kampf zur Eroberung des Landtags zu rüsten. In diesem Flugs fegneten Lande leben von 7% Millionen Einwohnern 7% Millionen in Elend und Entbehrung. In diesem Lande gehen alljährlich 100 000 Menschen an Hunger zugrunde; aus diesem Lande wandern alljährlich 100 000 Menschen nach Amerika aus oder gehen nach Preußen in Arbeit. In diesem Lande können vier Millionen Menschen weder lesen noch schreiben. Und die Not und die Finsternis werden von Tag zu Tag ärger. Und das alles nur deshalb, damit ein Häuflein von Reichen die Macht behalte, über die anderen zu herrschen. Nach den Beschlüssen der Parteitomitees foll am Tage der Landtagseröffnung oder an einem der folgenden Tage eine Massendeputation an den Landmarschall und an den Statthalter entsandt werden, die diesen die Forderung dem Tage, an dem die Diskussion über die Landtagswahlreform nach dem allgemeinen Wahlrecht zu entwickeln hat. Ferner soll an im Landtage beginnt, ein ein tägiger Generalstreit im ganzen Lande durchgeführt werden. frankreich. Marcellin Alberts Rücktritt. Paris, 7. Auguft.( Eig. Ber.) Marcellin Albert, der vielgenannte Winzerheiland", hat demissioniert, da die Bevölkerung seines Heimatsortes Urgelliers sich gegen ihn gewendet, ja ihn sogar als Treubrüchigen mit dem Tode bedroht hat. Die lette Ursache dieser Inpopularität ist der Besuch Alberts bei Clemenceau, der das Mißtrauen der Es muß als geboten bezeichnet werden, daß den genossenschaft lichen Kreditinstituten, welche sich in den Dienst der Entschuldung stellen und in der Folge Mittel dauernd festlegen, durch öffentliche Mittel eine Sicherung bei unvorhergesehener Rückforderung der Einlagen gegeben wird. Außerdem haben Staat oder Proving Winzer gegen ihren Führer rege gemacht hat, da der geriebene nach dem Grundfage der Gleichen Leistung" Mittel für das im Ministerpräsident es fertig brachte, den simplen Landmann ordent volkswirtschaftlichen Interesse erfolgende Entschuldungsverfahren lich einzuseifen und Albert selbst namentlich durch seinen naiben bereitzustellen. o es der genossenschaftlichen Kreditorganisation Hundertfranken- Bump beim Regierungschef diesem zu Hülfe kam. die Verhältnisse aber nicht gestatten, eigene Mittel für die Ent- Mochte auch die dramatische Szene im Ministerium des Inneren schuldung des Grundbefizes verfügbar zu machen, die Kredit- von Albert nicht so schlecht ersonnen sein, im Extemporieren war organisation jedoch bereit ist, eine Mitwirkung bei der Entschuldung der alte Mime Clemenceau dem Bauerndilettanten entschieden zu übernehmen, da muß es dem Staat, der Provinz oder den über und dieser fand, einmal in Verwirrung gebracht, sich nicht Grundkreditinstituten überlassen bleiben, die Maßnahmen durch Bereitstellung von Mitteln zu fördern." mehr zurecht. Als die Winzer, um von der radikal- sozialistifchen Regierungsclique betriebene Intrige zu durchkreuzen, den politischen Streik bei den Generalratswahlen in eine Protestabstimmung für Dr. Ferroul verwandelten, die das einzige Mittel war, die Wahl der Gegner ihrer Bewegung zu verhindern, versteifte sich der starrköpfige Bauer auf die alte Parole, und so mußte wandelten Stimmung der von ihm zuerst in den Kampf geführten er bei seiner Rückkehr aus dem Gefängnis einer gänzlich verMassen begegnen.d Wie viele Milliönchen gedenken die Agrarier mit ihrer Selbsthülfeaktion aus dem allgemeinen Steuersäckel zu ergattern? Katholische Bibelforschung. er Natürlich gibt dieses Ende der bürgerlichen Presse Anlaß, „ Es ist anzunehmen, daß die Schrift des Professors Dr. Peters am bischöflichen Seminar in Paderborn: Die grund- massenpsychologische Weisheiten über den Wankelmut der Menge sätzliche Stellung der katholischen Kirche zur Bibelforschung" au berzapfen. Der" Radical" aber, dessen unterdes zum Unter die Veranlassung zu dieser Reise des Bischofs geworden ist. staatssekretär avancierter Redakteur Maupan seinerzeit für die Dr. Peters erklärt in der Vorrede, daß er die Schrift auf be- ganze Winzerbewegung, gerade im Augenblick, da sie zur blutigen sonderen Wunsch seines Bischofs Dr. Wilhelm Schneider heraus- Tragödie wurde, nur ein höhnisches Gelächter gehabt hat, findet, gegeben habe; er erklärt ferner, daß er die in der Schrift bor- wahrscheinlich in einer Regung der Dankbarkeit, Marcellin Albert getragenen Grundfäße unter ausdrücklicher Billigung des jetzigen sei ein Uneigennüßiger und ein Weiser" und sucht ihn gegen und des früheren Bischofs von Paderborn, nachherigen Erz- Ferroul, den bösen Geist" des Südens auszuspielen. Die Wahrs bischofs von Köln, Dr. Hubert Simar, vorgetragen habe. Nun im rechten Verhältnis steht, nicht erreicht Zu der von Zentrumsblättern veröffentlichten Nachricht, daß haben. Die Lebensmittelverteuerung und die stetige Steige im November der Bischof von Paderborn, Dr. Schneider, eine rung der Wohnungsmieten haben eben den Mehrverdienst nicht längere Romfahrt antreten werde, wird der" Boss. 3tg." von nuv absorbiert, sondern in einzelnen Fällen auch einem katholischen Geistlichen geschrieben: feinen Ausgleich ermöglicht. Wenn dieses schon von bem allgemein beffer gestellten Industriearbeiter gilt, der sich durch seine erhöhten Lohnforderungen einigermaßen schadlos gehalten hat, so muß die Frage aufgeworfen werden, ob sich die wirtschaftliche Lage derjenigen, welchen eine Einkommenserhöhung unerreichbar war, namentlich der Heimarbeiter nicht berschlechtert hat. All dieses ist ein Grund zu der Befürchtung, daß die Unzufriedenheit des Arbeitnehmers, welcher die Sachlage nur einseitig von seinem Standpunkte aus beurteilt, trotz des besseren Verdienstes und der verkürzten Arbeitszeit noch größer geworden ist. Mehr als von dem Standpunkte des Ar. beiters sollte aber die hier behandelte Bewegung vom Standpuntie des Unternehmers und unserer gesamten Industrie Anlaß zu ernster Betrachtung geben." Deutsche Professoren. Professor Werner Sombart veröffentlicht in der Neuen Freien Bresse" ein Charakterbild des von einem großen Teil der Hochschullehrer angefeindeten Ministerialdirektors im Kultusministerium Dr. Althoff, in welchem er den letzteren als eine originelle Prachtfigur, als eine eminent begabte, weitsichtige, großzügige Persönlichkeit feiert und ihn als eine reuzung von Bommer und Südfranzose" bezeichnet. Doch nicht diese Verteidigung des Herrn Althoff ist das Intereffanteste an dem Artikel, sondern einige Bemerkungen, in denen Herr Professor Sombart das zünftige deutsche Profefforentum schildert, wie er es fennen gelernt hat: " Was also hat er den Universitäten angetan? Oder biellehrt Dr. Peters in der genannten Schrift, daß die Dekrete der heit ist die, daß aus den der Anarchie der modernen Produktion römischen Inderkongregation, auch wenn sie vom Papste bestätigt entsprungenen Massennöten nicht mit den alten romantischen find, teine innere Zustimmung beanspruchen können. Mitteln, mit mystischen Suggestionen und Prophetentum ein Ause Die Thefen und 8 des neuen Syllabus Pius X. berdammen weg gefunden werden kann. An dieser Aufgabe hätte sich auch aber diese Lehre ausdrücklich, wobei erschwerend für Dr. Peters eine größere Persönlichkeit das Rückgrat gebrochen als der in ins Gewicht fällt, daß er dem indizierten Theologen sogar das gutem und schlechtem Sinn einfältige Bauer Marcellin Albert. Recht zuspricht, dem Papste aus dem Schriftwort entgegen zu treten: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen." Paris, 7. Auguft. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte a wölf Es müßte sonderbar zugegangen sein, wenn die Peterssche Antimilitaristen, welche am 14. Juli, dem Tage des Schrift nicht längst bei der Indertongregation denunziert worden Rationalfestes, nach der Parade von Longchamps Hochrufe auf die wäre, da jeder gute Katholik dazu verpflichtet ist. Der Bischof Meuterer des 17. Infanterieregiments ausgebracht hatten, zu von Paderborn, wird daher von Rom zur Verantwortung ge- Geldbußen und Gefängnisstrafen pon 14 Tagen bis zogen worden sein und gebeten haben, den Schlag gegen Dr. zu 2 Monaten. Peters hinauszuschieben, da er zur Verteidigung in Nom erscheinen werde." Auf das Resultat braucht man nicht neugierig zu sein. Auch Bischof Schneider und sein Schußbefohlener werden sich löblich unterwerken und einsehen, daß sie einfältigen Geistes" waren, als sie ihre Thesen aufstellten. " Die Versammelten erblicken in dem Wahlrechtsentwurf der sächsischen Regierung den Versuch, den im Jahre 1896 am sächsischen Volte begangenen Wahlrechtsraub in veränderter Form zu berewigen und lehnt ihn daher vorbehalt Ios ab. mehr zuvörderst: den Professoren? Er hat sie( sagt man) Gegen den Wahlgefehentwurf der sächsischen Regierung. en canaille behandelt. Das wird wohl stimmen.( Ich selbst. Die Arbeiterschaft Leipzigs protestierte am Dienstagabend in habe etwas davon gemerkt.) Fragt sich nur, ob ihn darum ein fünf großen, start besuchten Volksversammlungen gegen das von Vorwurf trifft. Althoff weiß ganz genau, wen er vor sich hat. der sächsischen Regierung ertüftelte neue Wahlgesez. Nach den mit Und wenn er merkt, daß sich sein Visavis nichts bieten läßt, so großem Beifall aufgenommenen Referaten wurde in allen fünf ist er der höflichste Mensch, den man sich nur vorstellen kann. Versammlungen folgende Resolution einstimmig angenommen: Wer es sich gefallen läßt, daß man ihn zwei Stunden in der bekannten Dunkeltammer( die man im preußischen Kultusministerium zum Warteraum für die Professoren bestimmt hat) warten läßt, über die für seinen Besuch vereinbarte Zeit hinaus, der tann sicher sein, daß er das nächste Mal vier Stunden sien muß.... Aber man wirft Althoff weit mehr vor, nicht nur, daß er die Professoren zum Strammstehen erzogen hat: er soll die. Universitäten selber geschädigt, soll ihr Niveau herabgedrückt haben. Ganz besonders dadurch, daß er immer mehr den Beamten charakter der Dozenten be= tont, fie als beliebig versehbar qualifiziert habe; daß er bei Berufungen immer weniger Rücksicht auf die Vorschläge der Fa= fultäten genommen habe, und ähnliches mehr. Zunächst ließe fich wieder fragen: Warum haben sich die Universi täten das gefallen lassen? Das Ende iedes KonItalien. Mailand, 8. August. In Parma fand gestern ein antifleri. ales Meeting statt, welches mit einem blutigen 3usammenstoß endete. Die Kundgeber versuchten, ein Kloster zu stürmen, worauf die Polizei einschrift, um die Demonstranten zu zerstreuen. Diese empfingen die Polizisten mit allerlei Geschossen, worauf die Polizei von der Waffe Gebrauch machte. Drei Demonstranten wurden schwer verwundet. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist groß. Die ruffliche Revolution. Zur Einberufung des Gewerkschaftskongresses. Die seit Auflösung der Duma in Szene gesetzten Verfolgungen der Gewerkschaften haben die Vorarbeiten für den Gewerkschaftsfongreß ungemein erschwert. In lester Zeit wird von vielen großen Verbänden beantragt, die Einberufung des Kongresses auf Organisationstommiffion auf ihrer lesten Sibung beschlossen, die einige Monate hinauszuschieben. In Anbetracht dessen hat die Einberufung des Kongresses bis zum Oftober zu bere tagen. Sie verurteilen entschieden, daß dieser Versuch von der Absicht und dem Willen der Regierung geleitet worden ist, der Sozialdemokratie im Landtage die ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung borguenthalten, und daß durch den EntDie provisorische Tagesordnung des Kongresses lautet wie wurf zugleich der Bersuch gemacht wird, die Gemeindepolitik folgt: im reaktionären Sinne noch mehr wie bisher zu beeinflussen. 1. Der Kampf mit dem ökonomischen Terror; 2. die Begrenzung Die Versammelten halten es für ein zwingendes Gebot der Gelverkschaften nach Gewerben und Branchen; 3. allrussische der Gerechtigkeit, daß die den Staatsbürgern auferlegten und Bezirksverbände; 4. Abgrenzung der Gewerkschaften von Pflichten einen Ausgleich in dem Einflusse des Volkes auf die politischen Parteien; 5. Unternehmerverbände und Aussperrungen; Gestaltung der Politik Sachsens haben muß. Diesen Einfluß 6, gegenseitige Unterstüßung; 7. Gewerkschaften und Genossen. des Volkes kann nur das allgemeine Wahlrecht gewähren. schaften; 8. fulturelle Tätigkeit der Gewerkschaften; 9. Wer den Unternehmern( Schieds usw.); 10. Sommunal und Landfchaftsverwal Die Versammelten fordern darum erneut die Einführung einbarungsmethoden des allaemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zum| aerichte tungen und ihre Beziehungen als Unternehmer zur Arbeiterklasse; 11. Regulierung von Nachfrage und Angebot der Arbeitskräfte; 12. Kampfmittel gegen Arbeitslosigkeit; 13. Feiertagsruhe. Die sozialdemokratischen Gewerkschaften in Russisch- Polen. Die Gewerkschaftskommission der sozialdemokratischen Partei Bolens und Littauens" bereitet einen detaillierten Bericht vor über die Entwickelung und die gegenwärtige Lage der ihr unterstellten fozialdemokratischen Gewerkschaften. Fast alle Gewerkschaften sind in Warschau und Lodz konzentriert; außerhalb dieser Städte existieren bloß 4 Gewerkschaften: im Rayon Dombrowo ein Maurer-( 603 Personen) und Bäckerverband( 120 Per sonen), in Tschenstochowo: ein Metallarbeiterverband( 50 Personen) und in Petrokom: ein Handlungsgehülfenverband( 54 Personen). Ueber die Gewerkschaften in Warschau und Lodz gilt folgende Tabelle Aufschluß: Mitgliederzahl im ganzen in Warschau in Lodz 17 503 500 17 003 Verbände der • Handlungsgehülfen Kassenbest. Tertilarbeiter Metallarbeiter. 2 634 1 864 720 Holzarbeiter 1826 1 206 620 4142 1467" " Lederarbeiter 2052 1 554 498 2 664 " Maurer 2350 1497 250 2215 " 1 782 1 128 600 3 020 " Bäcker 2419 1802 497 150 " Transportarbeiter 205 205 600 . " Schneider 226 226 220 " Kellner 854 854 176 312 132 180 680 " Hutmacher 41 41 350 • " Buchbinder 185 153 32 200 " 320 280 40 600 " 711 Wagenbauer Drudereiarbeiter Eisenbahner " tlärte sich Schneider im Prinzip mit dem Vorschlage des Vor- eventuelle Verschmelzung mit den Lederarbeitern bis nach Statte fizenden einverstanden. Ohne daß es dieser Anregung bedurfte, finden von deren Generalversammlung vertagt werden müsse. werde der Bäckerverband in nächster Zeit in ganz Deutschland Unter den Handschuhmachern ist übrigens wenig Neigung für eine Bewegung entfalten, die den Zweck habe, die gesetzgebenden die Aufgabe der gewerkschaftlichen Selbständigkeit vorhanden. Eine Körperschaften um die gesetzliche Einführung eines freien Tages Urabstimmung jeßt, würde, wie mit ziemlicher Bestimmtheit gesagt zu ersuchen. Einen bestimmten Tag fordern die Gesellen jedoch werden kann, zur Ablehnung der Verschmelzung geführt haben. nicht, das möge den Meistern überlassen bleiben. Mit Sicherheit sei Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß durch die Vertagung der Ur zu erwarten, daß die Innungen, sobald diese Bewegung beginne, abstimmung ein Umschlag der Ansichten eintritt. In Belgien und eine Gegenagitation entfalten würden. Die Mitglieder der Freien Schweden schließen sich die kleinen Handschuhmacherorganisationen Vereinigung, die ja auch einer Innung angehören, sollten deshalb bereits größeren Verbänden an, auch die Leitung des österreichischen auch innerhalb der Innungen für ihre Bestrebungen agitieren und Vereins ist einem Zusammenschluß mit den Verbänden verwandter bleibe. dahin wirken, daß nicht den Scharfmachern die Führung überlassen Berufe nicht abgeneigt. mann der Freien Vereinigung, mit der Gesellenorganisation in Die Versammlung beauftragte den Vorstand und VertrauensVerhandlung zu treten, um gemeinsam für die wöchentliche Gewährung eines Ruhetages durch die Gesetzgebung zu wirken, da die unter dem Druck des Boykotts erfolgte Bewilligung wegen der Schwierigkeit mit den Aushülfen nicht durchgeführt werden könne. Zur Tarifbewegung im Fliesenlegerberuf. Wie bei den Fliesenlegern selbst, so ist es auch bei den Fliesenleger- Hülfsarbeitern hinsichtlich der Tarifbewegung zu einem Einbernehmen zwischen der Sektion des Zentralverbandes, der Freien Vereinigung und der christlichen Organisation gekommen, was übrigens im Interesse der Gesamtheit besonders notwendig erschien, weil einzelne Unternehmer bisher immer wieder versuchten, die eine Organisation und ihren Tarifvertrag gegen die andere auszuspielen, zum Schaden der Arbeiter. Die Bergarbeiterbewegung in Oberschlesien. Laut Mitteilung der königlichen Bergwerksdirektion find am Mittwoch zur Abendschicht auf dem Ostfelde von 1088 Mann der Belegschaft 689 eingefahren, auf dem Bahnschacht von 541 Mann 273, auf dem Marienschachte von 79 Mann 32, auf dem Südfelde von 458 Mann 262. Insgesamt sind vorgestern einschließlich des Südfeldes von 3321 Mann 58 Proz. eingefahren. Dies sind gegen Dienstag 2102 Mann mehr. Gestern früh erschienen auf dem Ostfelde von 1140 Mann der Belegschaft 760, davon 605 unter Tage; auf dem Bahnschacht von 412 Mann 410, davon 277 unter Tage; auf dem Marienschacht von 164 Mann 113, sämtlich unter Tage; auf dem Südfelde von 420 Mann 369, davon 283 unter Tage; auf dem Nordfelde find sämtliche 229 Mann eingefahren, davon 154 unter Tage. Zur gestrigen Frühschicht sind von einer Belegschaft von 2397 Mann 1873 eingefahren, das sind 618 Mann mehr als vorgestern früh. Im ganzen haben bisher 403 Mann Am Mittwoch fand nun eine Mitgliederversammlung der wegen Nichterscheinens zur Schicht die Abkehr erhalten. Wie Sektion der Fliesenleger- Hülfsarbeiter des wiederholt gemeldet, ist der Sicherheitsdienst um 18 Gendarmen 1500 Bauarbeiterverbandes statt, in der der Sektionsleiter Dräger vermehrt worden; auf Grund einer Besprechung mit dem ReIm ganzen 33 420 20 481 32 237 Rb1. über die Forderungen berichtete, die von der gemeinsamen Tarif- gierungspräsidenten von Oppeln, Holt, sind 2 Stationen außerhalb Reiner dieser Verbände ist legalisiert, weil in der kommission aufgestellt worden waren. Die wichtigsten sind: statt Königshütte in Orchow und Bismarckhütte eingerichtet worden, mit polnischen Sozialdemokratie die Anficht vorherrscht, daß die Legabisher 60 Pf. 70 Pf. Stundenlohn, für ungeübte Arbeiter in den der Befugnis, das Königshütter Stadtgebiet zu betreten. Es lag lisation den sozialdemokratischen Gewerkschaften teinen Nußen ersten drei Monaten ihrer Tätigkeit im Beruf mindestens 60 Pf.; aber vorgestern kein Grund zu irgendwelchem Einschreiten vor, da bringen würde. Während ihrer ganzen Gristenz haben die Ber- dann die achtstündige Arbeitszeit statt der neunstündigen, die der der Schichtwechsel sich vollständig ruhig vollzog. bände einen erbitterten ökonomischen Kampf geführt, der zum alte Tarifvertrag der Sektion enthält. Dazu kommen noch einige Der Mülhauser Bauarbeiterstreik wurde mit der Anerkennung größten Teil bedeutende Erfolge erzielt hat. Insbesondere haben andere Vorschläge, die nur wenig von den bestehenden Tarifdie Lederarbeiter, Bäcker und Schneider bedeutende Erfolge er- bestimmungen abweichen, aber eine bessere Regelung der Arbeits- der Forderungen der Arbeiter nach siebenwöchigem Kampfe be bedingungen herbeiführen sollen. Die Versammlung war im all- endet. Der Lohn für die Maurer beträgt von jekt ab bis gemeinen mit den Vorschlägen einverstanden, entschied sich jedoch 1. Oktober 52 Pf., von da ab bis 1. April 1908 53 Bf., steigt dann für eine andere Regelung der Fahrgeldvergütung, und zwar in bis zum 1. April 1909 auf 55 Pf. und von da ab bis zum 1. April der Weise, wie es fürzlich schon in der Fliesenlegerversammlung 1910 auf 56 Pf. angeregt wurde, daß auch bei der Arbeit im Innern der Stadt das Fahrgeld vergütet wird. Zur endgültigen Entscheidung über die Forderungen wird demnächst eine gemeinsame Versammlung der in Betracht kommenden Organisationen stattfinden. Der alte Tarifvertrag läuft am 1. Oktober dieses Jahres ab. Eine Berichtigung". rungen. 11 401 Gewerkschaftliches. Wieder einmal ein„ Terrorismus"-Schwindel. " Die Freifinnige Beitung" schrieb dieser Tage: Die moralischen" Zwangsmittel der sozialdemokratischen Gewerkschaften. Im Brandenburger Anzeiger" veröffentlicht ein Arbeiter mit Namensunterschrift dies: Wie es einem organisierten Arbeiter gehen kann, wenn er nicht mittun, sondern aus dem Verbande ausscheiden will, mag folgender Vorfall zeigen, der mir gestern, Montagvormittag, passiert ist. Um mein Buch zurüdzufordern, begab ich mich in die Wohnung des Kaffierers des Handels- und Transport. arbeiterverbandes, Franz Bährke, Brüderstraße 1. Auf mein Verlangen um Auslieferung des Mitgliedsbuches wurde ich von diesem schroff abgewiesen, und als ich auf die Rückgabe bestand, an die Brust gepadt, zur Erde gedrüdt und gemißhandelt, so daß ich im Gesicht mehrfache Ver= lekungen davontrug. Ueber die erlittenen Verlegungen habe ich mir ein ärztliches Attest ausstellen lassen. Ich übergebe die Kenntnis dieser menschenfreundlichen Behandlung der Oeffentlichkeit, vielleicht dient der Vorgang manchem zur Warnung. Anton Porawski, Arbeiter." Die Firma Held u. Frande schreibt uns: " Die in Ihrer Nr. 181 gegebene Schilderung des Unfalles des Maurers Karl Wendt ist in allen ihren Teilen als unwahr zu bezeichnen. Der p. Wendt, welcher auf dem Neubau des BeamtenWohnungsvereins, Martin Lutherstraße, arbeitete, ist nicht von der 4. Etage des Baugerüstes auf den Straßendamm herabgestürzt, sondern im 1. Stodiert von einer 1,30 Meter hohen Bimmerrüstung auf den Fußboden herabgefallen. Da der Verunglückte besinnungslos ist und keinerlei Angaben machen kann, so ist anzunehmen, daß derselbe bei Beginn der Mittagspause beim Verlassen der Rüstung von der Leiter herabgestürzt ist und sich so innere Verlegungen zugezogen haben muß. So fanden ihn turz darauf 2 Arbeiter mit Namen Elsner und Bujakowski vor der Rüstung mitten im Zimmer auf dem Rücken liegend. Dies beranlaßte die sofortige Ueberführung des Verletzten nach der Unfallstation." Diese Schauermär ist bereits in der nächsten Nummer des Brandenb. Anzeigers" berichtigt worden, was die Moral" der Freisinnszeitung natürlich nicht der Erwähnung Wir haben die gemeldeten Tatsachen einer Korrespondenz entwert hält. Nach unserem Brandenburger Parteiblatt hat sich nommen, der wir die Verantwortung für die Richtigkeit der Darder Vorgang so zugetragen: Borawski ist angetrunken stellung überlassen müssen. Im übrigen ist es gleichgültig, wie zu dem Kassierer gekommen und hat dessen Erklärung, das der Vorgang sich im einzelnen abspielte. Daß es sich dabei um bandes, mit wüsten Schimpfreden beantwortet. Aus der brechlichkeit die Arbeitswilligenrolle aufzwang, bestreitet die berichtigungsluftige Firma nicht. Wohnung verwiesen, hat er weiter gelärmt und schließlich, als er mit Gewalt hinausgebracht werden sollte, eine Schlägerei angefangen, bei der er allerdings den Kürzeren zog. Er ist wegen Hausfriedensbruches nichtanerkennung angeklagt. Zum Verbleib in der Organisation ist B. nicht aufgefordert worden; der Verband war vielmehr froh, daß er ihn los war, denn Borawski ist die Beiträge meist schuldig geblieben. Buch bleibe statut gemäß Eigentum des Ber- einen bedauernswerten 68jährigen Greis handelte, dem feine GeBerlin und Umgegend. Achtung, Klempner und Installateure! " Die Klempner und Installateure in Bremerhaven befinden sich im Streit. Es wird nun hier in Berlin versucht, durch Agenten sowohl als wie durch Annoncen in der Berliner Morgenpost" und anderen Blättern die hiesigen Kollegen zu veranlassen, nach Bremer haven Arbeit anzunehmen. Wir ersuchen die Kollegen, derartige Angebote zurückzuweisen. Bremerhaven ist bis auf weiteres geSperrt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortverwaltung Berlin. Der freie Tag der Bädergesellen. un= Husland. In den Kohlenschächten zu Unterreichenau in Böhmen haben sämtliche Arbeiter die Arbeit eingestellt. Achtung, Stahlformer der deutschen Bundesstaaten! Bei der Firma Bleckmann, Mürzzuschlag( Steiermark), sind die Former wegen willkürlicher Reduktion der Minimallohnsäße in den Ausstand getreten und ist die Firma bemüht, Former aus deutschem Gebiete anzuwerben. Die Streifenden ersuchen ihre Brüder, feinem wie immer gearteten Lodrufe dieser Firma Folae zu leisten. Achtung, Eisengießer Deutschlands! Die Wiener Eisengießer stehen vor einem Kampfe. Am 23. September d. J. läuft der Vertrag mit den Unternehmern ab, und wie alle Anzeichen zeigen, ist es ausgeschlossen, zu einem friedlichen Abschlusse zu gelangen. Der Kampf dürfte bei der Hartnädigkeit der Wiener Gießereibesitzer ein ziemlich heftiger werden. Wir raten den deutschen Formern ab, gegenwärtig Wien aufzusuchen, da sie auf längere Zeit keine Aussicht auf beständige Arbeit haben. M Eingegangene Druckschriften. Franz Diettrich Kalthoff. Geschichte der Notenschrift. 1. Heft. Preis 50 Pf. Verlag von Dstar Hellmann, Leipzig. Karl Frey. Der deutsche Turntag in Worms. Preis 10 Pf. Arbeiter- Tuinverlag, Leipzig, Langeftr. 34. Letzte Nachrichten und Depeschen. Mordtaten eines Geisteskranken. Weilheim( Bayern), 8. August.( B. H.) In Oberhausen hat heute früh ein geistesschwacher Arbeiter Schäffhold feinen wehrlofen Vater erschossen. Vorher hatte er den Gutsbesitzer Maurer durch vier Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt. Abgestürzt. Innsbruck, 8. August.( B. H.) Am Goldfappel ist Frau Berta Köpper aus Hamburg mit einem Führer von einem Schneefelde abgestürzt, wobei sie schwere Verlegungen erlitt. Der Ruf nach Bildung. Achtung, Sattler, Zäschner, Portefeuiller! Der Streit bei der Firma Ludwigs u. Casparius wegen des Lohntarifes dauert verändert fort. Die Firma sucht durch alle möglichen Mittel Arbeitswillige zu erhalten, eine Mühe, die aber durch einige minderwertige Kräfte, die Portefeuiller sein wollen, nicht belohnt wird. Die Fabrikanten lassen es sich angelegen sein, mit den Streitposten des Tags über um die Wette zu stehen. Abends werden die ,, teuren" Arbeitswilligen durch die Fabrikanten und deren Troß nach Hause gebracht und morgens wieder abgeholt, wozu anständigen Arbeitern gegenüber die Herren zu fein waren. In dem Arbeitswilligen erblicken sie ihren Freund, welcher der Begleitung richteten Bittschriften an das Kultusministerium mit dem Ersuchen, Petersburg, 8. Auguft.( B. H.) Ueber 20 Semfiwoverwaltungen wert ist, weil er seinen Arbeitsgenossen in den Rücken fällt. den Schulunterricht obligatorisch zu machen. Nebenbei ist auch die Polizei auf sichere Begleitung bedacht; außer= dem scheint mancher Hüter der Ordnung die Instruktionen über Streitpostenstehen sehr schlecht zu begreifen, da es doch nicht im öffentlichen Interesse liegen kann, wenn Streitposten schifaniert Odessa, 8. August.( W. Z. B.) Vier Anarchisten, die heute und Angaben der Fabrikanten willig befolgt werden. Weitere aus Barna eintrafen, sind unter dem Verdacht verhaftet worden, daß Einzelheiten über die Sachlage in der Fabrik und des Kampfes sie die Ermordung hiesiger Konsuln beabsichtigten, um dadurch die werden wir später mitteilen. Die Ortsverwaltung. Einmischung der Großmächte in die mazedonische Angelegenheit her= vorzurufen. Achtung, Kleber! Die Sperre über Schulz, Kurfürstendamm 167-170 und Xantenerstr. 8, ist aufgehoben. Die Verbandsleitung. Deutfches Reich. In der verflossenen Lohnbewegung der Bäder stieß bekanntlich die Forderung, den Gesellen wöchentlich einen freien Tag zu ge= währen, auf den heftigsten Widerstand der Meister. Auch die Freie Vereinigung der Bäckermeister, die zur Bewilligung der sonstigen Forderungen bereit war, erklärte sich gegen die Bewilligung des Metallarbeiter! Bei der Firma Franz Schmidt in Forst freien Tages und lehnte sogar den Schiedsspruch des Gewerbe- find die Metallarbeiter ausgesperrt worden. Vor bierzehn Tagen gerichts ab, der nur für Großbetriebe den wöchentlichen Ruhetag waren unsere Kollegen gezwungen, die Arbeit einzustellen, um die festsetzte, während in den kleineren Betrieben nur alle zwei beziehungsweise alle drei Wochen ein freier Tag gewährt werden follte. Diese Bestimmungen de sSchiedsspruches wurden dann zur Forderung in der Streitbewegung erhoben und unter dem Druck des Streits und Boykotts auch von den Mitgliedern der Freien Vereinigung anerkannt. Eine schauerliche Mär. Die Vorgänge in Casablanca. Tanger, 8. August. Nach ( Meldung der Agence Havas.) richten aus Casablanca von vorgestern abend und gestern früh melden, daß 164 Mann von den Kreuzern Galilee" und" du Chayla" gelandet sind, um das englische Konsulat zu beschützen, in das sich die Vertreter Desterreichs, Deutschlands, Schwedens und der Vereinigten Staaten geflüchtet haben. Die Vertreter Italiens in den übrigen Betrieben in Forst erreichten Lohnerhöhungen auch und Portugals befinden sich im französischen Konsulat. Ein bes bei Franz Schmidt zur Durchführung zu bringen. Nach zwei- fonders lebhaftes Gewehrfeuer der Marokkaner war von der Höhe tägigem Streit erklärte Herr Schmidt, die gestellten Be- des zerstörten Minarets aus auf das französische Konsulat gedingungen erfüllen zu wollen, und wurde daraufhin die Arbeit richtet gewefen. Die Aufforderung der marokkanischen Behörden wieder aufgenommen. Als die Arbeiter darauf drangen, die ge- und die Schüsse aus den Kanonen und Haubigen der„ Galilee" machten Zugeständnisse, so wie in den anderen Betrieben, schriftlich halten die Stämme von den geplünderten europäischen Läden fern. zu stipulieren, wurde unseren Kollegen ein Schriftstück unterbreitet, Der Pascha Mulay Armi wurde aufgefordert, sich einzuschiffen. in welchem bedeutend weniger bewilligt ist, als bei den Verhand- Von der" du Chayla" wurde ein Matrose getötet, vier andere Die Arbeiter berlangten nunmehr die Matrosen wurden verwundet, davon drei schwer. Der Kreuzer lungen abgemacht war. volle Anerkennung der gegebenen Versprechungen. Die Antwort du Chayla" ging nach Mazagan ab, wo er um 6 Uhr abends war die Aussperrung. So halten Unternehmer ihr Ehrenwori". eintraf. Die Bevölkerung von Mazagan befindet sich im Aufstande Zuzug von Metallarbeitern ist fernzuhalten. gegen den Kais. Deutscher Metallarbeiterverband, 3. Bezirk. H. Bernice. Tanger, 8. August.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nach den letzten Nachrichten aus Casablanca ist die dortige Agentur der marokkanischen Staatsbank beraubt worden. Etwa 3000 Pfund Sterling find abhanden gekommen. Das französische Konsulat wurde in der Nacht zum Dienstag angegriffen. Der französische Torpedobootszerstörer Cassini", der von dem nach Casablanca gehenden Geschwader abgezweigt ist, ist in Tanger eingetroffen und erwartet die Befehle der Gesandtschaft. Auch ein spanischer Torpedobootszerstörer ist hier eingetroffen. Am Donnerstag hatte die Freie Vereinigung eine Versamm hung derjenigen Bäckermeister einberufen, welche die Forderungen der Gesellen bewilligt haben. Wie der Referent Fischer sagte, handelte es sich darum, daß die Meister ihre Erfahrungen mit dem freien Tage austauschen. Weiter führte er aus, die Freie Vereinigung sei von Anfang an für Einführung eines freien Tages gewesen, jedoch sei die Bewilligung desselben unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich, es müsse der freie Tag vielmehr durch Gesetz eingeführt werden. Unter dem Druck des Boykotts hätten ja die Meister in den Arbeitervierteln jetzt den freien Tag bewilligen müssen, aber mit den Aushülfen, die sie für ben freien Tag ihres Gesellen annehmen müssen, hätten sie schlechte Erfahrungen gemacht. Der Vorsitzende der Versammlung machte den Vorschlag, daß eine energische Agitation für die gefeßliche Einführung eines wöchentlichen Ruhetages entfaltet werde. Die gesetzgebenden Körperschaften sollten ersucht werden, die Arbeit in Bäckereien für die Nacht vom Sonntag zum Montag zu verbieten, so daß also der freie Sonntag durch Gesetz gewährt werde. Kalkutta, 8. August.( W. T. B.) Dreißig Agitatoren griffen Schneider, der als Vertreter des Bäckerverbandes zu der gestern die Polizei an, welche in dem Geschäftslokale einer zur Versammlung geladen war, bemerkte, daß nicht nur in den ArEingeborenenpresse gehörenden Zeitung eine Haussuchung vors beitervierteln, sondern auch im Westen, und zwar von namhaften nahm; zwei Polizeibeamte wurden verlegt. Die NationalistenBäckereien, die Forderungen im wesentlichen durch führer organisierten einen riesigen Boykott als Demonstration. geführt werden, wenn sie auch nicht in aller Form anerkannt Die Leitung des Handschuhmacherverbandes gibt nun im Ver- Weitere Ruhestörungen sind nicht vorgekommen. Die Bevölkerung feien. Hinsichtlich der gesehlichen Festlegung des freien Tages er- bandsorgan bekannt, daß somit auch die Urabstimmung über die steht den Ereignissen gleichgültig gegenüber. Berantw, Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode.Berlin. Drud u. Berlaa: Borwärts Buchdr. u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co..Berlin SW. Sierau 2 Beilagen u.Unterhaltungsblatt Die Verschmelzung des Handschuhmacherverbandes mit dem der Lederarbeiter ist von der Generalversammlung der erstgenannten Organisation insofern angebahnt worden, als die Verbandsleitung den Auftrag erteilt erhielt, mit dem Verbands. ausschuß fofort" Uebertrittsbedingungen auszuarbeiten und über diese mit dem Vorstand der Lederarbeiter zu verhandeln. Diese Uebertrittsbedingungen sollten dann den Mitgliedern zur Kenntnis bezw.„ Annahme durch Urabstimmung" gebracht werden. Entsprechend diesem Auftrage wurden die Uebertrittsbedin gungen dem Vorstand und Ausschuß des Lederarbeiterverbandes unterbreitet; beide Instanzen erklärten jedoch, daß für die Erledigung dieser wichtigen Angelegenheit nur die zwischen Ostern und Pfingsten nächstes Jahr stattfindende Generalversammlung fompetent ſei. Die Bewegung in Indien. Nr. 184. 24. Jahrgang. 1. KkilU i>tS.Awiick" Kerlincl KldsM kicilaz� S. Aug»? IM. Nchter Internationakr Aohnungz. KongrelZ. II. London, 6. Stuguit. Bei noch gesteigertem Interesse nahm der Kongreß heute seine Verhandlungen wieder auf. Aus der gestrigen Debatte über die Wohnungs inspektion ist noch nachzutragen, daß Wohnungs- inspektor Dr. Bergmann- München die Mitteilung machte, daß er als erster Wohnungsinspektor von der bayrischen Regierung an- gestellt sei.(Beifall.)— Arbeitersekretär Smith aus dem Norden Englands machte für die Wohnungsnot die heutige Gesellschafts- ordnung verantwortlich. Die Wohnungsnot sei nur ein Teil des allgemeinen Elends der breiten Massen, das erst verschwinden werde, wenn das Privateigentum überhaupt gefallen sei. �(Beifall und Widerspruch.) Das bereits erwähnte Referat des Geheimrats Kehl- Düffel- borf über die Bodenfrage, das wegen Abgangs der Post nach dem Kontinent nur skizziert werden konnte, stellte des weiteren als regelmäßige Folge einer besonders lebhaften Bautätigkeit die Fälle hin, in denen die auf das äußerste übertriebenen Bodenpreise nur realisiert werden könnten durch schwindclhafte Baumanöver mit Hülfe vorgeschobener, unvermögender„Strohmänner". Einen starken Antrieb bekomme die Preisbewegung des Bodens durch einen überaus häufigen Besitzwechsel, bei dem die Grundstücke oft mit hohen Gewinnaufschlägen von Hand zu Hand gehen. An diesem Handel ist eine stark zunehmende Zahl von Grundstücksagcnten und -mal lern beteiligt. Da der unbebaute Boden wegen der Unsicher. yeit über seinen Ertrag und der geringen Wertsumme ein dank. bareres und leichter verkäufliches Spekulationsobjekt ist, als ein bebautes Grundstück, so wird er häufig trotz der Baureife der Be- bauung entzogen. Eine andere Art der Verteuerung des Bauge ländeS besteht darin, daß Eigentümer ihre Grundstücke in speku lativer Absicht solange aus dem Verkehr ausschließen und vom Ver. kauf zurückhalten, bis der Preis genügend hinaufgetrieben ist. Da- durch entsteht in vielen deutschen Städten das Bild, daß die Be- bauung neuer Straßen nur sprungweise vor sich geht und zwischen einzelnen Ländern Baustellen jahrelang leer liegen bleiben. Man nennt das in Deutschland„Lückenbau". Häufiger Bcsitzwechscl einerseits und langes Festhalten unbebauten Bodens andererseits ist der Spekulation durch die überaus geringen öffentlichen Lasten erleichtert worden, die auf ihm liegen. Im Anschluß hieran empfahl der Redner die Einführung der Steuer nach dem gemeinen Wert und der Wertzuwachssteuer.(Beifall.) An den Vortrag schloß sich heute eine interessante Dis- k u s s i o n. Bürgermeister Dr. Ott- Oderberg: Wir in Oester- reich sind noch nicht einmal soweit wie in Deutschland und haben daher noch um so größere Hochachtung vor der moralischen Höhe des englischen Großkapitals, das sich bei der Hergabe von Geld zur Erwerbung mit einem bei uns unerhört niedrigen Zinsfuß be- gnügt. Vor der Lösung der Bodenfrage sollte der Kommunal- Politiker eine heilige Scheu haben, denn eine verfehlte Bodenpolitik läßt sich nicht wieder gut machen. Repressivmaßregeln wie die Wertzuwachssteuer sind nur Pflaster, die die Wunden selbst nicht heilen können. In meiner Gemeinde Oderbcrg habe ich radikale Bodenpolitik getrieben. Tie Stadt hat ein zwischen der Stadt und dem Bahnhof belegenes Gelände von 100 Morgen zu günstigem Preise erworben. Eine städtische Straßenbahn durchzieht dieses völlig jungfräuliche Gelände, das nach den Prinzipien der modernen Gartenstadt erschlossen werden soll. Den Bodenwucher haben wir dadurch m Oderbcrg auf Jahrzehnte unterbunden. Die einzige Hoffnung der Bodenspekulanten ist, daß das Schiff zwischen Dover und Ostende mit mir untergeht.(Heiterkeit.)— Mr. Jankiens- Ncusceland: Trotz der geringen Bevölkerung Neuseelands— eine Million Einwohner auf einem Gebiet so groß wie Italien und die Schweiz zusammen— ist auch bei uns die Landfrage schon brennend geworden. Dem Bodenwuchcr wirken wir dadurch entgegen, daß die Regierung selbst viel Land ankaust und gegen billiges Geld abgibt.— Dr. Grunenberg- Düsseldorf: Die Bauordnungen werden in Deutschland ganz verschieden gehandhabt. Es gibt kein Gesetz, das die Bauordnungen einheitlich regelt. Es herrscht also eine völlige Verschiedenheit. Nur eines haben wir überall wahr- genommen, nämlich daß die Bauordnungen für die Großstädte nicht auf das flache Land übertragen werden dürfen. DaS ist geschehen und dadurch hat sich die Preisbildung des Bodens auch auf dem Lande ungünstig gestaltet. Hierdurch verursacht, vollzog sich auch auf dem Lande eine stärkere Ausnutzung des Bodens, die zur Folge hatte, daß die Bodcnpreise ganz erheblich stiegen. Die preußische Regierung hat deshalb Baupolizeikonferenzen einberufen, um diesen Mißständen zu steuern. Auch in den Gemeinden hat eine tiefere volkswirtschaftliche Einsicht Einzug gehalten. Es muß aber noch viel geschehen, um gerade die Preissteigerung auf dem Lande ein- zudämmen.(Beifall.)— Dr. Pohlmann- Berlin untersuchte den Einfluß des Pfand- und Hypothekenrechts auf den Bodenpreis: Unsere deutschen Etagenhäuser sind zum Teil auf unser Hypotheken- recht zurückzuführen. Je mehr Hypotheken wir auf ein Grundstück aufnehmen können, desto mehr wird der Bodenpreis steigen. Und wenn er in die Höhe getrieben ist. dann werden wieder neue Hypotheken aufgenommen. Wir sehen einen solchen circuluz vidosus vor allem in Berlin. Nicht dasjenige Land ist am besten daran, das das beste Hypothekenrccht hat, sondern das überhaupt kein Hypothekenrecht gebraucht.(Beifall.)— Counsellor Walch- Dundee führt Klage darüber, daß Schottland des Segens der eng- lischen Wohnungsschutzgesetze nicht teilhaftig geworden, sondern direkt davon ausgeschlossen sei. Dadurch sei es gekommen, daß heute eines der gesündesten Länder die schlimmsten Slums der Erde habe. — Damit schloß die Diskussion. Ueber„Hausbau und Hausverwaltung" sprach hierauf der Generalsekretär des International«! Wohnungskongresscs Mr. Aldridge- London. Er betonte die Ueberlegcnheit der kleinen Häuser über die Mietskasernen, die sich vor allem in Deutsch- land finden. In den Mietskasernen kann nie und nimmer ein glückliches Familienleben bestehen. Redner empfahl daher auch in Deutschland die Einführung der in England vorhandenen Klein- familienhäuser. Am Nachmittag begab sich der Kongreß in einem Sonderzug nach der weltberühmten Gartenstadt Letchworth, wo er eine Anzahl ausgestellter Modellwohnungen besichtigte und dann zur DeHandlung der Frage der Gartenstädte zusammentrat. Zuerst sprach der Präsident der„First Garden City Ltd.", Mr. William? über die Notwendigkeit der Schaffung von Garten st ädten. Nach ihm kann die Frage, wie der übermäßigen Volksdichte in den Großstädten zu begegnen ist. nur auf zwei Arten gelöst werden; entweder muffen neue Vor- städte gebaut werden oder ei muß ein Teil der Großstadtbevölkerunz au« der Großstadt ausziehen und mitsamt seiner gewerblichen und sonstigen Beschäftigung, mit Hausstand, den Vergüngungsstätten, Schulen, Kirchen, Verkaufsläden, mit Wasserzufuhr, Beleuchtung, Kraftwerken usw. gänzlich neue Orte gründen. Diese letztere Art wurde in London mit der Anlegung der Gartenstadt Letchworth versucht und zwar mit bestem Erfolge. ES wurden 3818 Morgen Land erworben und auf ihm eine vollständige Stadt für 32 000 Einwohner erbaut. Für Bodcnkulturzwecke ist die Stadt mit einem Landgürtel von zirka 2500 Morgen uingeben. DaS zum Ankauf erforderliche Geld wurde durch eine Emission von Aktien der„First Garden City Ltd" beschafft. Neben dem Aktienkapital in Höhe von 154 000 Pfund wurde ein Kapital von 126 000 Pfund durch An- leihen zu einem Zinsfuß von 4 Proz. erhoben. Der ganze über- schüssige Nutzen soll zu städtischen Zwecken benutzt werden. Es wird geplant, später eine ösfentliche Oberverwaltung ins Leben zu rufen, �die das jetzige Unternehmen der Aktiengesellschaft zum Nutzen der � Bewohner auf sich nehmen soll. Die Aktiengesellschaft gibt das Land nicht als Eigentum, sondern als Pachtgut auf die Dauer von 60 Jahren. Das Gartenstadtsystem ist nach dem Redner die wirk- samste und ökonomisch zweckmäßigste Art, den arbeitenden Klassen ein behagliches, bequemes, schönes und gesundes Heim zu schaffen. (Beifall.)— Direktor Howard forderte in Ergänzung zu diesen Darlegungen die Anlegung e l e k t r i s ch e r K I e i n b a h n e n, um dadurch noch größere Vorteile zu erzielen.— Hieraus wurden die weiteren Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Hus der Partei. Der Kreiswnhlverein für BrlmdcnVurg-Wcsthavcllgnd, dessen erste Generalversammlung am Sonntag in Rathenow stattfand, hat über seine Tätigkeit im verflossenen Jahre(1. Juli 1906—1907) einen gedruckten Bericht herausgegeben, dem zu entnehmen ist, daß die Zahl der fest organisierten Genossen im Berichtsjahre um 892 zugenommen hat und Anfang Juli dieses Jahres auf 3295 gestiegen war. Ein Vergleich mit den bei der RcichStagswahl abgegebenen Stimmen ergibt, daß 29 Prozent der sozialdemokratischen Wähler politisch organisiert sind; in der Stadt Brandenburg beträgt das Organisationsverhältnis 40 Proz., in Rathenow 23 und auf dem Lande 11 Proz. Die ländlichen Genossen sind den städtischen Wahl- vereinen angeschlossen, da Versuche, in kleineren Orten Wahlvereine zu gründen, infolge Lokalmangels und anderer Schwierigkeiten miß- lungen sind. Die Reichst agSwahl, deren Ergebnisse auf der Generalversammlung eingehend diskutiert wurden, hat gezeigt, daß die Gegner ihren Sieg hauptsächlich der Abhängigkeit der ländlichen Wähler zu verdanken haben. Es wurden nämlich bei der Stichwahl gezählt unter je 100 Stimmen: in Stadt Brandenburg 61 sozialdem.- 39. konservativ. „ Rathenow 57,— 43 I- . Brandenburg-Land 40.- 60 l v erale . Rathenow-Land 17.— 83 � etnnmeii. Der Kreis wird durch die Lehrter Bahn in zwei annähernd gleichgroße Teile zerschnitten, die politisch insofern verschieden sind, als der nördliche Teil überwiegend konservativ, der südliche dagegen meist sozialdemokratisch wählt. Der Umstand, daß diesmal die Wahl im Winter stattfand, hat unserer Partei die während des Sommers im südlichen Teile beschäftigten Ziegeleiarbeiter entzogen, während die Landarbeiterschaft des nördlichen Teiles unter dem Einfluß der Gutsherrschaften konservativ wählte. Auf diese Weise erklärt sich der Mandatsverlust und der allerdings ganz winzige Stimmenrückgang, den unsere Partei bei der Wahl zu verzeichnen hatte. Die Wahl- beteiligung stieg auf 92,75 Proz., eine Höhe, die früher nie erreicht wurde.— Der ungünstige Wahlausfall hat anfeuernd auf den Agitationseifer der Genossen gewirkt. Die Leserzahl des Partei- organs stieg nach der Wahl um 3083, und dieser Zuwachs kommt zum größten Teil auf den Kreis Brandenburg- Westhavelland. 50 Prozent unserer Reichstagswähler sind auf das Partei- blatt abonniert.— Die Kassenverhältnisse des Kreises sind befriedigend, doch wurde eine Resolution beschlossen, die es den Wahlvereinen zur Pflicht macht, größere Zuschüsse an die Kreiskasse zu leisten, und auch die Genossen auffordert, durch freiwillige Bei- träge rechtzeitig für künftige Wahlen Munition zu schaffen. Zum Parteitage in Essen delegierte die Generalversammlung, um die Kreiskasse zu schonen, nur einen Delegierten und zwar den Ge- nassen Müniinger, der infolge seiner Parteitätigkeit nach der Wahl in Rathenow gemaßregelt ivurde und jetzt im Parteidienst an- gestellt ist. Die Generalversammlung beschäftigte sich ferner noch mit dem preußischen Landes Parteitag und mit der branden- burgischen Provinzialkonferenz. Zum Preußentag lvurde ein Antrag angenommen, der empfiehlt, es möge in jeder preußischen Provinz eine Parteileitung analog den Landesparteivorständen der übrigen Bundesstaaten geschaffen werden, ein besonderer Ljandesparteivorstand für Preußen würde da- durch entbehrlich. Dabei wurde betont, daß die jetzige Partei- leitung für die Provinz Brandenburg ein zu schwerfälliger Apparat sei, der vereinfacht werden müsse. Als Delegierte zum Preußentag wurden die Genossen Eckermanns und K r a tz s ch. zur Provinzialkonferenz die Genossen B e l I i n, P a u l i ck und Weber- Rathenow gewählt. Die Wiederwahl des bisherigen Kreisvorstandes erfolgte einstimmig, ebenso die vor- läufige Aufftellung des Genossen Peus als Reichstags- kandidaten. Im K. SchlcSwig-Holsteinischcn ReichstagSwahlkreise(Pinncberg- Segeberg) ist, wie der Jahresbericht der Zentralorganisation für die Zeit vom 1. Juli 1906 bis 30. Juni 1907 ergibt, tüchtig ge- arbeitet worden. Der Erfolg war ein guter, sofern von dem Aus- fall der Reichstagswahl abgelehen wird. Die Zahl der dem Zentral- verein angeschlossenen Lokalvereine ist von 19 auf 23 gestiegen. Die Mftgliederzahl des Zentralvereins hat sich von 5817 im Vor- jähre auf 7062 erhöht. Außer den ordentlichen Mitgliedern sind 648 Genossen gegen 548 im Vorjahre vorhanden, die regelmäßig Beiträge zahlen, ferner 1166 Genossinnen gegen 880, die das gleiche tun. Im Vergleich zu den bei der letzten Reichs- tagswahl abgegebenen Stimmen sind 39 Prozent der Wähler im sozialdemokratischen Zentralverein organisiert. Der Prozent- satz lnuß bei Gegenüberstellung der bezüglichen Zahlen der großstädtischen Wahlkreise als ein sehr hoher erscheinen, wenn man bedenkt, daß der Wahlkreis vorzugsweise aus ländlichem Gebiet be- steht. Abonnenten waren im Berichtsjahre vorhanden: auf den „Vorwärts" 27(21), das„Hamburger Echo" 4464(3978), die „Schleswig-Holsteinische Volkszeitung" 1883(1567), den„Wahren Jakob" 3836(All) und die„Gleichheit" 998(559). Die ein- geklammerten Zahlen haben Bezug auf das Vorjahr.— Flug- blätter, Broschüren und Kalender wurden außer bei der Reichstagswahl verbreitet 19 in 263 400 Exemplaren, öffentliche Versammlungen wurden 86, Mitgliederversammlungen 196 und Frauenversammlungen 37 abgehalten. Die Hnuptkasse vereinnahmte 53 663,69 M., ver- ausgabt wurden 51 955,69 M., so daß am Jahresschluß ein Kassen- bestand von 1703 M. verblieb. Die Lokalvereine haben 48 213,04 M. vereinnahmt, wovon sie 24 755,58 M. an die Hauptkasse abgeführt haben.— Die Reichstagswahl hat im Kreise, wie der Jahresbericht ergibt, ganz exorbitante Kosten und Arbeiten verursacht. 15 Flug- blätter wurden in 540000 Exemplaren verbreitet und 204 Ver- sackmlungen wurden abgehalten. Die Kosten belaufen sich auf rund 24 000 M. Die Generalversammlung für den RcichstagswahlkreiS Ruppin- Templin findet am 18. August erstmalig in Kurtschlag statt. Seitens der dortigen Genossen ist alles aufgeboten, den Besuchern der Generalversammlung nach der ernsten Parteiarbeit noch einige ver- gnügte Stunden zu bereiten. Die Teilnehmer an der Beratung werden ersucht, Anmeldungen betreffs Ankunft, Nachtquartier und Mittagessen an den Genossen Nickel, Kurtschlag, gelangen zu lassen. PoUzeilickes» gerichtliches ukw, Die Freiheit der Presse. Im Mai d. I. gerieten die Brauerei- arbeiter der Brauerei„Glückauf" in B l a n k e n b u r g a. H. mit ihrer Firma in Differenzen, weil sie vermeinten, daß ein Arbeiter qemaßregelt worden sei und der Brauereidirektor eine das Gewerk- 'chaftskartell gröblich beleidigende Aeußerung getan habe. In Ver- folg dieser Angelegenheit wurde die Brauerei gesperrt und in einer Volksversammlung der Boykott über das Bier der Brauerei ver- hängt. Die Brauereidirektion sucht nun den ihr daraus erwachsenen Schaden dadurch weit zu machen, daß sie eine ganze Reihe Genossen auf Schadenersatz verklagt hat und zwar die Genossen Oppcrmann, Beyer, Seide, Großhennig und Wolf in Blankenburg, die Gauvorsitzcnden des Brauereiarbeiter-Verbandes, die Genossen Martin Etzel- Hannover und Max Unger aus Magdeburg und den Genossen Ed. Schöneweck aus Kattenstedt. Diese Klage war bereits Mitte Juli anhängig gemacht. Doch das tollste ist, daß dem Unternehmer ein ganz sonder- barer Einfall noch nachträglich gekommen ist. Er hat nämlich noch einen anderen Missetäter herausgefunden, der ihm den entstandenen Schaden mit decken helfen soll. Und daS soll die Redaktion unseres Braunschweiaer Bruderblattes, des „Volksfreund" sein. Diese hat, wie das ganz selbstvcrständ- lich ist, einen vollständig sachlichen und durchaus objektiven Bericht über den Verlauf der VolkSversainmlung gebracht, in welcher der Boykott beschlossen worden ist. Und dieses Verbrechen soll unserem Bruderblatte nach Ansicht der Brauerei- direktion dadurch angestrichen werden, daß der„Volksfreund" der Brauerei als G e m e i n s ch u l d n e r für den ihr aus dem Boykott entstandenen Schaden, den die Brauerei auf 1200 M. berechnet, haften soll. Die Klageschrist ist dem Redakteur des„Volksfreund" jetzt nachträglich noch zugestellt worden. Eine hübsche Perspektive, die sich da unserer Presse eröffnet. Doch wird das Gericht ivohl einen dicken Strich durch die Rechnung der findigen Brauereidirektion bczw. deren Rechtsbeistand machen. Soweit sind lvir glücklicherweise selbst in Deutschland noch nicht, daß die objektive Berichterstattung über den Verlauf von Versammlungen, eine der wichtigsten Aufgaben der Presse nut, zum Schadenersatz verpflichten könnte. Mag das bißchen Freiheit der Arbeiterpresse, soweit von einer solchen geredet werden kann, den Unternehmern noch so unangenehm sein, zu einer Verurteilung in diesem Falle reicht der Tatbestand denn doch Wohl nicht anS. Hus Industrie und Kandel. Die Anfwärtsbewegung der Schwcincprcise. ES findet sich bei einem Rückblick seit 1900 kein einziges Jahr, in denr ein gleich heftiger Aufstieg der Schweinepreise stattfand wie in diesem Jahre. Nicht einmal im Jahre 1995, in dem die Schweine- preise eine besonders scharfe Hausse erfuhren, war die Verteuerung von Juli auf August so erheblich. Daß der Einwand, die dies- jährige Preisbewegung von Juli auf August korrespondiere mit der der Vorjahre, durchaus nicht berechtigt ist, geht aus einem Vergleich der Auftriebszahlen mit den vorjährigen hervor. Ziehen wir z. B. Berlin zum Vergleich heran, so zeigt sich, daß in früheren Jahren der Auftrieb von Juli auf August sehr viel stärker zurückging als in diesem Jahre und trotzdem sind 1907 die Preise erheblich stärker gestiegen als in früheren Jahren. 50 Kilo Lebendgewicht kosteten nämlich am Anfang des Monats in Berlin Mark: Juli August Swigerung 1903. I. 40—43 50—56 20 1904... 44—51 46—54 6 1905... 56—62 65-67 12 1906... 57—64 63—68 8 1907... 43—54 63—67 27 Obwohl im Jahre 1903 der Schweinepreis recht erheblich stieg, war die Zunahme relativ doch noch lange nicht so groß wie 1907. Dabei war der Julipreis 1907 ja zwar niedriger als 1905 und 1906, aber doch bedeutend höher als 1903 und 1904. Die Preisbewegung an den anderen wichtigen deutschen Marktorten korrespondiert mit der am Berliner Markte: in einigen ist die Steigerung von Juli auf August geringer, in anderen aber geht sie sogar noch darüber hinaus. In Mannheim z. B. ist der Preis der Schweine innerhalb der letzten vier Wochen um nicht Iveniger als 28 Proz. gestiegen. Ueberhaupt hat die Preissteigerung den höchsten Grad in Süd- deutschland aufzuweisen, während sie im Königreich Sachsen und in Westdeutschland etwas mäßiger ist. Obwohl die Agrarier für die Preissteigerung anders keine Er- klärung haben, als die oben widerlegte, werden sie doch weiter keck behaupten, die Zölle und die Grenzabsperrpolitik übten keine preissteigernde Wirkung aus. Allerdings, selbst die katholischen Arbeiter, die sich damals vom Zentrum beschwindeln ließen, glauben heute nicht mehr an die Zollwuchermätzchen. Versorgung deutscher Großstädte mit Kohle. In Tonnen betrug die Kohlenzufuhr zu 18 der wichtigsten deutschen Großstädte im ersten Halbjahr 1907, verglichen mit früheren Jahren: Versorgung 1903 �.... 6 650 290 1904..... 6 618 984 1905..... 7 429 778 1906..... 8125 039 1907..... 8 705 476 In den einzelnen Städten haben erhebliche Verschiebungen statt. gesunden, die Tendenz war aber überwiegend steigend. Rückgängig war die Entwickclung der Kohlenversorgung nur in Leipzig und in Elber» seid; in Leipzig ist sie deswegen beachtenswert, weil der Rückgang recht beträchtlich war; die Abnahme bei Elberfeld dagegen fällt auf, weil sie die Fortsetzung einer seit Jahren sinkenden Bewegung ist. Innerhalb dreier Jahre beträgt der Rückgang mehr als 13 Proz. Unter den Städten, deren Kohlenzufuhr eine Steigerung erfahren hat, steht Berlin an erster Stelle. ES hat seine Kohlenbezüge gegen- über den letztjährigen so gesteigert, daß die Gesamtversorgung im ersten Semester dieses Jahres die der Vergleichszeit 1904 um mehr als 38 Proz. überholt. Nächst Berlin haben noch Dresden, München. Halle a. S. und ganz besonders Altona nennenswerte Zunahmen zu verzeichnen gehabt; bei Altona ist die Kohlenzufuhr gegenüber 1906 um mehr als 33 Proz., gegenüber 1905 um niehr als 40 Proz. ge- stiegen. Die Kohlenzufuhr in nachstehenden Großstädten betrug im ersten Semester der letzten Jahre in 100 Tonnen: 1904 1905 1906 Berlin...... 19550 24140 25417 Leipzig..... 6 868 Köln...... 7 039 Dresden..... 4932 München..... 3 432 Magdeburg.... 2897 Frankfurt a. M... 3 464 Altona...... 1 252 Barmen..... 2 322 Zu« rcsp. Abnahme 31306 810 794 695 261 580 437 7 392 7 209 4 942 3 647 3 237 2 926 2 926 2 466 9 002 7 708 5 307 3 407 3 454 4 243 3 009 2 664 1907 27 076 8 205 7 863 5 808 4 205 3 666 4 440 4 023 2 893 Ein gesegnetes Jahr. Gegenwärtig veröffentlichen die landwirtschaftlichen Ausschüsse der bayerischen Regierungskreise ihre Jahresberichte für 1906, die teilweise ganz interessante Bemerkungen enthalten. Ueber die Ernte bezw. deren Ertrag wird im allgemeinen nicht geklagt, im Gegenteil. man war mit dem Ernteertrag sehr zufrieden. Bezüglich der Rindviehzucht wird gesagt: Reichliche Futterernten, gute Preise für Mast-, Zucht-, Milch- und Arbeitsvieh. Das Schlachtvieh— und noch unVerhältnis in äßig mehr das F l e i s ch—- st i e g im Sommer 1906 bedeutend im Preise. Im November und Dezember 1906, ebenso im Früh- jähr 1907 gingen die Schlachtviehpreise zurück. »hne daß die Fleisch preise ihnen im gleichen Verhältnis gefolgt wären. Der Neinertrag der Landwirtschaft im allgemeinen wurde durch die gesteigerten P r o d u k t i o n s k o st e n sehr beeinträchtigt. Die Ursachen sind: Ernteverlust.durch Arbeitermangcl, äußerst hoher Zinsfuß, ge- steigerter Preis sämtlicher landwirtschaftlichen Be- darfsartikel, höhere Handwerkerrechnungen, höhere Steuern, gesteigerte Umlagen usw.— Eine treffliche Illustration zum Zolltarif. Uebereinstimmend konstatieren fast alle Berichte als Folge des Arbeitermangcls, daß die Zuhülfenahme der Technik, also landwirtschaftlicher Maschinen, in ganz erheblichem Maße sich gesteigert habe._ Saatenstandsbericht. Der Stand der Getreideernte in Frankreich war nach dem amtlichen Bericht am 1. August folgender: Winter- Weizen haben 40 Departements gut notiert, 43 ziemlich gut, ein Departement ziemlich. Fruhjahrsweizen 20 gut, 22 ziemlich gut, 2 ziemlich; 43 haben keinen Frühjahrsweizen oder lieferten keine Notiz. Winterhafer 23 gut, 32 ziemlich gut, 4 ziemlich, ein De- porlement mittelmäßig; 22 haben keinen Winterhafer oder lieferten keine Notiz. Frühjahrshafer 32 gut, 38 ziemlich gut, 6 ziemlich, ein Departement mittelmäßig; 11 haben keinen Frühjahrshafer oder lieferten keine Notiz. Die Kohlenerzeugung der Vereinigten Staaten ist ins ungeheure gewachsen, wie ein Bericht der dortigen Geologischen Landesunter- suchung zeigt, der bereits die Ziffern für das Jahr 190S enthält. Danach wurden im vorigen Jahre im ganzen 414 039 581 Tonnen im Werte von rund 2050 Millionen Mark gefördert. Die Steigerung gegen das Jahr 1905 erweist sich als eine außerordentlich große, nämlich um etwa 21 Millionen Tonnen und um eine Summe von 3ö Millionen Mark. Die Zunahme der Menge betrug also 6,4, die des Wertes llU Proz. Weitaus an erster Stelle von den einzelnen Teilen des Gebietes steht der Staat Pennsylvanien, der fast die Hälfte der Gesamtmenge und mehr als die Hälfte des Wertes brachte. Der Anteil am Gesamtwert der Kohle ist deshalb noch größer, weil Penn- sylvanien fast der einzige Staat ist, in dem der teurere Anthrazit gewonnen wird. Die Kohlenproduktion von Pennsylvanien wird auf rund VI Millionen Tonnen Anthrazit und 130 Millionen Tonnen bituminöser Kohle angegeben, ihr Wert auf insgesamt 1050 Millionen Mark. An zweiter Stelle unser den Staaten der Union steht mit Rücksicht auf die Kohlenerzeugung das westliche Virginien, an dritter Stelle der Staat Illinois, beide mit 40 Millionen Tonnen. Dann folgt Ohio mit rund 23, ferner Alabama mit 13, Indiana mit 12 und Kolorado mit 10 Millionen Tonnen. Die übrigen von den 23 Staaten, die überhaupt Kohle liefern, bleiben in dem Ertrag hinter 10 Millionen Tonnen zurück. Soziales* • BildungSmittel für Bergarbeiter. Die Harpener Bergbau-Akticngefellschaft hat für Beamte und Arbeiter der ihr gehörigen Zechen„Gneisenau", „Preußen I",„Scharnhorst" und„Preußen II" eine Bibliothek geschaffen. Die Einrichtung ist zu begrüßen, nmsomehr weil es im Nuhrbecken etlvas Derartiges sonst fast garnichtgibt— ausgenommen die Werksbibliothet der Firma Krupp in Essen. In den Städten Bochum, Ober- hausen.Gelsenkirchen, Reklinghausen usw. sind Volksbibliotheken nicht vor- Händen. Der Katalog für dieBibliothek der erwähnten Gesellschaft ist 309 Seiten stark. Auf nicht weniger als 112 Seiten ist die„Schöne Literatur aller Länder und Zeiten" mit Titeln vertreten. Wir finden Namen wie: Achleitner, Anzcngruber, B. Auerbach, die Bachemsche Novellensammlung für katholische Kreise(darf allerdings nicht fehlenj, Ganghofcr, Beyerlein. Bierbaum, Bodenstedt, Bölsche, W. Busch, Otto Ernst, Hofprediger Frommel, Claus Grot, Hartleben, Haupt- mann, Heyse, dann die beiden Hoffmann und Max Kretzer. Die Marlitt darf auch nicht fehlen, Rabe und Reuter, Schlicht und mehrere Schmidts sind mit allen ihren Werken vertreten. Sudermann, Telmann, Wildenbruch, Wolzogen sind auch da. Die ausländische ist ebenso wie die antike Literatur mit ihren besten Namen vertreten, die Klassiker fehlen selbstverständlich nicht. Stärker noch ist die belehrende Literatur vertreten. Wir finden Erdkunde und Geschichte, Naturwissenschaft, Lebensbeschreibungen, Kunst und Wissenschaft, Sport. Musik, Rechts- und Staatswis'sen- schaften, Religionskunde und Erziehungslehre, Technik, Handel und Gewerbe. Auch eine Reihe Jugeudschriften sind vorhanden. Kurzum alle bedeutenden Gelehrten haben sich hier ein Stelldichein gegeben. Nur die ausgesprochen sozialistische Literatur fehlt. Von Lassalle ist eine Biographie da; dann sind Wagner, Schmoller, die beiden Webbs, Ziegler, Lili Braun, Adler, Kule- mann, Pieper, Sombart und andere mit ihren bedeutenderen Werken vertreten. Schade, daß nicht die unsterblichen K. Marx, Engels, Bebels„Frau", Lassalles Reden und Schriften vorhanden sind. Da wäre auch die sozialistisch denkende Arbeiterschaft halbwegs auf ihre Rechnung gekommen. Die Gruben haben außer der Bibliothek auch Lesesäle. Benutzung der Bücher und Aufenthalt in den Lesesälen sind unentgeltlich. Eine Komnnssion, bestehend aus Beamten und Arbeltern,» wählt die Bücher aus, die angeschafft werden sollen. Drei Bücher können auf einmal entliehen werden. Ueberhaupt ist die Bibliothek den Interessenten leicht zugänglich ge- macht. Alles in allem kann man die Einrichtung der Harpener Gesell- schast loben. Von den kommunalen und Staatsbehörden ist ein vorwärtsschreiten nach der Richtung hin allerdings nicht zu er- tvarten. Landarbciterclcnd. Vor uns liegt ein„Vertrag", den die von der Gutsherrschaft Würchwitz engagierten Landproletarier unterschreiben müssen. Darin wird die Arbeitszeit auf täglich 14 Stunden, mit Pausen von zu- sanunen 3 Stunden, die der Wirtschaftsinspektor bestimmt, festgelegt. Auf Anforderung müssen Ueberstunden geleistet werden. Ueber den Lohn wird folgendes vereinbart: I. Tagelohn. a) Außer der Erntezeit erhalten 1. Männer, welche mähen können, vom 1. April bis nach Beendigung der Kartoffelernte...... 1,20 M. Männer nach Beendigung der Kartoffelernte... MO„ 2. Burschen über 18 Jahre alt, welche mit Pferden und Ochsen nmgeheu können........ 1,00„ 8. Frauen und Mädchen über 18 Jahre alt.... l,00„ 4. Burschen und Mädchen unter 18 Jahre alt... 0,80„ b) während der Erntezeit(Getreideernte)'4— 6 Wochen 1. Mäimer........ r.......... 1,50 M. 2. Burschen, Frauen und Mädchen über 13 Jahre alt. 1,20„ 8. Burschen, Frauen und Mädchen unter 18 Jahre alt. k.OO„ Für Ueberstunden erhalten erwachsene männliche Personen 15 Pf., Ille übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen 10 Pf. Der Wirtschaftsinspcktor kann aber auch Akkordarbeit anordnen. Jedoch wird versprochen, daß diese so bemessen werde, daß tüchtige and fleißige Arbeiter mehr als den. Tagelohn verdienen können.— Wenn sie weniger verdienen, sind sie eben nicht tüchtig und fleißig; aber jeder Arbeiter ist verpflichtet, Akkordarbeiten auSzusühren. Jedoch die Herrschaft ist gütig, sie„gewährt" neben dem Barlohn auch noch Naturalien und zwar für jeden Arbeiter pro Woche: »Vz Liter Magermilch. 20 Pfd. Kartoffeln. 8 Pfd. Brot, 1l/z Pfd. Mehl, 1 Pfd. Erbsen oder Graupen, 1 Pfd. Reis, 1 Pfd. Fleisch(oder(50 Pf.), 1 Pfd. Fett(oder 50 Pf.) und Vg Pfd. Salz. Außerdem Wohnung, bestehend aus Schlafstelle mit Strohsack und einer Decke und ge- mein>amer Küche. Damit die Herrschaft sich schadlos halten kann für eventuell beschädigte oder verlorengegangene Gerätschaften werden vom Lohn' 10 M. Kaution einbehalten. Unter anderen Rechten hat sich die Herrschaft auch das der sofortigen Entlassung vorbehalten, wenn ein Arbeiter nicht„unbedingt" den Anordnungen der Wirtschaftsleiter folgt, sich der„Aufwiegelei" schuldig macht, oder eine„unverheiratete Person" schwanger wird. Auf Grund eines solchen„freien" Arbeitsvertrages führen die Landarbeiter nach den Begriffen der Lebensniittelzöllner ein be- neidenswertes Dasein._ ßcrichts- Zeitung. Ein entsetzliches Familienbild entrollte eine Verhandlung, die gestern die 7. Ferienstraflammer des Landgerichts I beschäftigte. Unter der schweren Anklage des Ver- brechens der Blutschande mußte sich der 47 jährige Hieronymus Sobotzkh in Gemeinschaft mit seiner Tochter, der 27jährigen Näherin Elise S. vor dem Strafrichter verantworten.— Die mitange- klagte Elise S. ist die voreheliche Tochter seiner ersten Eheftau, die seit mehreren Jahren tot ist. Als sie gerade 12 Jahre alt war, verging sich ihr Vater das erste Mal an dem Mädchen. Durch fürchterliche Drohungen wurde das Kind damals so eingeschüchtert, daß es willenlos alles mit sich geschehen ließ. Die Verfehlungen des ent- menschten Lüstlings wurden immer schlimmer, ohne daß das unglückliche Mädchen es wagte, irgend jemand Mitteilung von den Scheußlichkeiten zu machen. Auch in späteren Jahren stand die Sobotzkh derartig unter dem Zwange ihres Vaters, daß sie immer noch nicht wagte, durch eine Anzeige dem entsetzlichen Leben in dem Hause ihres Vaters ein Ende zu bereiten. Dieses Verhältnis währte nicht weniger als fünf- zehn Jahre hindurch und bestand auch noch, als sich S. das zweite Mal verheiratet hatte. Erst als das nunmehr 27jährige Mädchen hinter dem Rücken ihres Vaters, der eifersüchtig über sie wachte, ein Verhältnis mit einem anständigen jungen Manne angeknüpft hatte, welches zu einer Ehe führen sollte. schüttete sie diesem ihr Herz aus und erstattete schließlich auch An- zeige gegen ihren vertierten Vater. Sobotzkh wurde sofort in Haft genommen und eine Anklage wegen Sitttichkeitsverbrechens gegen ihn erhoben.— Die Verhandlung fand Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die geradezu scheußliche Handlungsweise des S. gegen ihn eine Zuchthaus st rafe von vier Jahren. Aber auch die Mitangeklagte Tochter sei nicht von einer Mitschuld fteizusprechen, da sie längst mit einer Anzeige hätte hervor- treten müssen. Als der Staatsanwalt gegen Elise S. eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten beantragte, verfiel die An- geklagte in Schreikrämpfe. Die Verhandlung mußte des- halb längere Zeit ausgesetzt werden. Rechtsanwalt Dr. Mendel hielt bezüglich der Angeklagten Elise S. die mildeste Strafe für angebracht, da es den Anschein habe, daß sie lediglich unter dem Zwange ihres Baters gestanden habe und nur aus Furcht vor dessen Todesdrohungen in späteren Jahren von einer Anzeige Abstand genommen habe. DaS Gericht erkannte gegen den An- gefchuldigten Sobotzkh auf 3 Jahre Zuchthaus, gegen Elise S. auf die niedrigste gesetzlich zulässige Strafe von einem Tage Gefängnis._ WarcuhauSdiebinnen. Eine gemeinsame Diebesfahrt durch verschiedene Warenhäuser haben die beiden Frauen ausgeführt, die gestern als Frau Konstanze G l i e s e r und Frau Minna Rinde vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I sich zu verantworten hatten. Beide Angeklagte sind Eheftauen anständiger Männer. Sie hatten am Ostersonnabend das W e r t h e i m sche Geschäft betteten und waren dort einer die Kontrolle ausübenden Angestellten durch ihr verdächtiges Benehmen aufgefallen. Beide hatten kurze Pelerinenmäntel an. blieben bei ver- schiedenen Verkaufsstellen stehen, verschwanden dann hin und wieder in einen Abort und nahmen etwas unsicher ihreWanderung durch die Räume wieder auf. Als die eine der beiden verdächtigen Frauen einige Schokoladentafeln unter ihren Umhang wandern ließ, wurden sie von der Angestellten angehalten und nach dem Kontor genötigt. Dort zeigte es sich, daß sie in den von ihnen mitgeführten Taschen nicht nur Gegenstände bewahrten, die bei Wertheim gestohlen waren, sondern auch Sachen, die von I a n d o r f und T i e tz stanunten. Sie führten Papier und Bindfaden mit sich und haben offenbar ihren Aufenthalt in den Aborten dazu benutzt, um die gestohlenen Gegenstände sofort mit einer Umhüllung zu versehen und so den Anschein zu erwecken, als seien sie ehrlich gekauft worden. Es war kein Zweifel, daß beide Angeklagte an jenem Tage einen Raubzug durch die großen Geschäftshäuser der Leipzigerstraße unternommen hatten. Eine bei Frau G l i e s e r vorgenommene Haussuchung brachte noch vielerlei Gegenstände zu Tage, die offenbar gleichfalls aus Diebstählen in Warenhäusern her- rührten. Die Angeklagten behaupteten, sich nur ganz oberflächlich zu kennen. Der Gerichtshof nahm jedoch an. daß sie sich zur fort- gesetzten Begehung solcher Diebstähle verbunden hätten und ver- urteilte sie zu je fünf Monaten Gefängnis. Die Geliebte erschossen! Eine wenig aufgeklärte Schießaffäre, die ein Vorverfahren wegen Mordes zur Folge gehabt hatte, beschäftigte gestern unter Vorsitz des Landgerichtsrats Ellen dt in einer längeren Sitzung die 1. Ferienstrafkammer des Landgerichts II. Aus der Untersuchungshaft wurde der am 10. März-1870 zu Görlitz ge- borene Mechaniker Paul Wotschokowsky aus Rixdorf vor- geführt, welcher sich wegen fahrlässiger T ö4u»g verantworten mußte.— In der Nacht zum 13. Mai d. I. gegen 2 Uhr befand sich der Schutzmann Keller in der Nähe des HcrmannplatzeS auf seinem Patrouillengange. Plötzlich stürzte«M Höchst aufgeregtem Zustande ein Mann auf ihn zn, der ihm' schdn von weitem zurief:„Herr Wachttneister, verhaften Sie mich. Ich habe eben eine Person bei einer Spielerei erschossen I" Auf Fragen des Beamten gab der Unbekannte an, er sei der Mechaniker Wotschokowsky und habe soeben aus Versehen seine Braut, die 3ljährige Modistin Amalie Rom an ow sky, mit einer Browningpistole erschossen. Der Beamte brachte den Angeschuldigten, der äußerte, er wolle sich erschießen, wenn seine Braut tot sei, nach der Polizeiwache. Der Polizeileutnant Schobler begab sich sofort in Begleitung eines Arztes nach der in der Wißmannstr. 5 im Erdgeschoß gelegenen Wohnung des W. Hier bot sich ihnen ein grausiger Anblick. Sie fanden die R o m a n o w S k y in der Küche in sitzender Haltung mit Kopf und Rücken an die Wand gelehnt in ihrem Blute schwimmend. Der Arzt Dr. Gottheimer konnte nur noch-den Tod der nur mit Hemd und Unterrock bekleideten N. feststellen. Ueber den Vorfall, bei dem die R. ihr Leben einbüßte. machte der Angeklagte auf der Polizeiwache folgende Angaben, die er in der gestrigen Verhandlung wiederholte. Er sei verheiratet, lebe aber von seiner Frau seit fünf Jahren getrennt. Seit etwa 1>/z Jahren habe er mit der Romanowsky ein Liebesverhältnis Unterhalten, welches nach seiner Scheidung zu einer Heirat führen sollte. Er habe damals die Absicht gehabt, seine Braut seinem in Niedernhausen im Erzgebirge wohnhaften Vater vorzustellen. Beide hätten deshalb beschlossen, am Sonnabend vor Pfingsten, dem 18. Mai, dorthin zu reisen. Am Abend vorher habe ihn die N. deshalb in seiner Wohnung aufgesucht und die Sachen gepackt. Gegen ein Uhr nachts habe sie für die Reise noch Essen zurechtmachen wollen und sich deshalb teilweise entkleidet. Etwa 14 Tage vorher habe er sich aus Liebhaberei eine Browningpistole gekauft. Seinen alten Revolver, den er schon viele Jahre hatte, wollte er seinem Vater mitbringen. Auf einer Post- karte habe ihn dieser noch daran erinnert. Als die R. diese Karte gelesen hatte, wären sie beide in ein Gespräch über Waffen gekommen und er habe der N. bei diesem Anlasse die neugekaufte Pistole gezeigt. Nachdem sich die R. wieder nach der Küche begeben hatte, habe er weiter mit der Waffe hantiert und plötzlich sei ein Schuß losgegangen. Die Roma- nowsky habe sich sofort umgedreht, die Hände gegen die Brust ge- preßt und sei mit den Worten:„Paul, ich bin getroffen" zu Boden gestürzt. In seiner Aufregung sei er planlos durch die Straßen ge- laufen, bis er schließlich den Schutzmann getroffen habe.— In de: weiteren Untersuchung verwickelte sich W. Wiederholl in Widersprüche, so daß der Verdacht auftauchte, der Angeklagte habe seine Geliebte vielleicht nach einem voraufgegangenen Streit erschossen. Ein wegen Mordes eingeleitetes Verfahren mußte jedoch wieder eingestellt werden, da sich ausreichende Verdachtsgründe für eine vorsätzliche Tat nicht ergaben.— Vor Gericht bekundete Medizinalrat Dr. Störmer, der die Obduktion der Leiche der R. am 21. Mai vor- genommen hatte, daß die Kugel durch den rechten Oberarm in den Körper eingedrungen sei und diesen in horizontalem Linie völlig durchschlagen habe. Hierbei sei die Lunge durchbohrt worden, wodurch der sofortige Tod der R. herbeigeführt worden sei. Der Hofbüchsenmachermeister B a r e l l a jun. bekundete als Such- verständiger, daß der Schuß nicht durch bloßes Hantieren mit der Pistole losgegangensein konnte. Der Angeklagte müsse vielmehr nicht nur den Ab- zug in Tätigkeit gesetzt, sondern auch zugleich die Sicherung gelöst haben. Staatsanwalt P o l k i erblickte in dem unvorsichtigen Hantieren mit einer derartig gefährlichen Schußwaffe eine außerordentliche Fahr- läsfigkeit, die eine exemplarische Strafe verdiene. Der Antrag des Staatsanwalts lautete deshalb auf 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte diesem Anttage gemäß, rechnete dem Angeklagten jedoch noch zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die Sttafe an._ Ein Rabenvater, der Maurerpolier Hermann K ü b s ch, der seine 4 Kindel Hermann, Artur, Alfred und Margarethe fortgesetzt mit Regenschirm und Hundepeitsche bestialisch gezüchtigt hat, und zwar deshalb, weil sie mit seiner Frau, von der er getrennt lebt, also mit der Mutter, gesprochen und dieselbe besucht hatten, mußte sich gestern vor dem Rixdorfer Schöffengericht verantworten. Mit ihm seine Wirtschafterin Marie Gremminger wegen Beihülfe, Sa sie ihm durch Aufhetzen und Türzuhalten während der Mißhand- lung wissentlich Beihülfe geleistet hat. Nach dem ärztlichen Befund müssen die Mißhandlungen ganz unmenschliche gewesen sein, auch bekunden Zeugen, daß der „liebevolle" Vater dem Sohn Artur mit dem Stiefel auf dem Kopf herumgetreten ist, ihm auch einen Stoß mit dem Fuß vor die Brust versetzt hat, wie die vom Arzt festgestellte blutunterlaufene Stelle auf der Brust auch beweist.— Ter Amtsanwalt beantragte gegen Kübsch 6 Wochen Gefängnis und gegen die Gremminger 1 Woche Gefängnis. Der Gerichtshof beließ es indessen unter Zubilligung mildernder Umstände bei 120 M. Geldstrafe für Kübsch und 20 M. für die Gremminger._ Hus der frauenbewegung* Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Sonm tag, den 11. August, Ausflug nach Strausberg. Abfahrt morgens 8,10 ab Bahnhof Friedrichstraße, 8.16 ab Alexander- platz, 8,26 ab Schlcsischer Bahnhof. Im Restaurant„Land- haus" Picknick. Dann Tour nach„Schlagmühle" zum Straus- see.— Während der Vereinöferien nehmen Neuaufnahmen und Beiträge entgegen: Fr. Jordan. Lübeckerstr. 43; Fr. Klatsch, Koppenstr. 81; Fr. Kulicke, Priuzeustr. 102; Fr. Steinkopf, Schwedterstr. 34; und die freiwilligen Kassiererinnen. Nächste Vereinsversammlung Montag, den 2. September. Graß-Lichterfelde. Montag, den 12. August, 8'/z Uhr, in Groß- Lichterfelde-Ost, am Kranold-Platz im Restaurant Kaiserhos: Vortrag. AdlerShof. Montag, den 12. d. M.. bei Wöllstein: Vorlesung. Beritner Marttpreile. Ans dem amtlichen Bettcht der stSdtllchen Marklhalleii-Direktion.(Großhandel) Rindfleisch la 70—72 fr. 100 Pfd., Ha 64-69, lila 59-60, Bullenfleisch la 65-70, IIa 53-62, Kühe, fett 52—60, do. mager 40—50, Fresser 54—66, Bullen, dän 52—63, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellender 100—120, Mastkälbcr la 75-85. IIa 66—74, Kälber ger. gen. 47—59, do. Holl. 0,00, dän. 0.00. Hammel- fleisch Mastlämmer 80—84, Hammel la 75—79, IIa 69-74, Schafe 66—68. Schweinefleisch 65—71. Rehbock la per Psund 0,60—0,85. IIa 0,30— 0,59. Rothirsch 0,56—0,61. Damhirsch 0,60—0,62. Wildschweine 0,00. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,41—0,50, do. australische 0,00. Wildenten per Stück 0,00. Krickenten per Stück 0,00. Hübncr, alte, per Stück 1,40—2,15, Ha 0,80—1,30, do. junge 0,60—1,15. Tauben 0,30—0,50, italienische 0,00. Eulen per Stück 1,00—2,75, bo. Hamburger per Stück 2,30—3,00. Gäuie per Psund 0.62—0,70, do. per stück 3,00—4,80, do. Hamburger per Pfd. 0.00, per Stück 0,00, do. Oderbrucher per Psund 0,00. Poulets per Stück 0,75. Chalonshühner 0,00. Hechte per 100 Psund 125-136, do. matt 110-115. do. mittel und groß 118—122, do. groß, matt 103. Zander, mittel 0,00, do. matt 0,00. Schleie, klein 154—162, do. groß 0,00, do. 149. Aale, groß 94—101, do. klein und mittel 93—103, mittel 94—102, do. unsortiert 0,00, do. groß-mittel 0,00, do. klein 72. Piöye», matt 0,00. Roddow 0,00. Karpfen, groß 65—70. Bleie 62—70, do. malt 0,00. Bunte Fische 70— gl.«arse 86, dito matt 0,00, dito klein OjOO. Karauschen 0,00, do. klein 0,00. Bleisische 0,00. Wels 63—71. Aland 76. Quappen 0,00. Auierikanischer Lachs la neuer, per 100 Pfd. 110— 130, do. IIa neuer 90—100, do. lila 60. Seelachs 10—15. Flundern, Kieler, Stiege la 3—6, mittel per Kiste 2, Hamb. Stiege 4-6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 0,00, IIa 1,00. Bücklinge, Kieler per Wall 2— 3, Strals. 3,50— 5,00, Bornh 0,00. Aale, groß per Pfd. 1,10 bis 1,40, mittelgroß 0.80— 1,10, kicui 0,60— 0,80. Heringe per Schock 5— 9. Schellsische Kiste 3—4,00,'/, Kiste 1,50—2. Sardellen. 1902« per Auler 98, 1904« 98, 1905er 98, 1906« 90—95. Schottische Vollberinge 1905 0,00, largo 40-44, fuU. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per«/, To. 50—120. Sardine», russ., Faß l, 50— 1,60. Bratheringe Faß 1,20-1 40, do. Büchse(4 Liter) 1.40—1,70. Neunaugen, Schocksaß 11. do. kleine 5—6. do. Riesen. 14. Ei«, Land-, unsortiert per Schock 3—3,40, do. große 4,00. Krebse per schock, große 36, do. mittelgroße 12—17, do. kleine 3,50—4,50. do. un- sortiert 5, do. Gaiizier groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Buttel per 100 Pjd. la 114— 117,_ IIa 106-114, Hla 100—106, absalleude 90—95. Saure Gurten, neue, schock 3.50—4. Pseffcrgurken 3,50—4. Kartofleln per 100 Psd. weiße runde 2,25—3.25, blaue 2,75-3,75, Rosen- 2,50 bis 2,75, Nieren- 2,75—3,00. Porree, Schock 0,50—1,00. Meer- rettich, Schock 5—15. Spinat per 100 Psmid 25—30. Sellerie. per Schock 2,00—6,00. Zwiebeln per 100 Psd. 5,50—5,50, do. kleine 0,00, do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 0,75— 1,00. Kohlrabi schock 0,75—1,00. Retlich, bayr., neue Stück 0,07—0,10, do. hiesige. Schock 3—4. Mohrrüben, Schockbund 1,50 bis 2,50. Karotte», hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsinglobi ver Schock 4,00 bis 8,00. Rotkohl, Schock 6—12. Weißkohl 6— 8. Blumenkohl, hietiger 100 Stück 8—14, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stück 10— 15. Kohlrüben, Schock 4,00—6,00. Pelerfilienwurzelu, Schockbund 4,00—5,00. Schoten per 100 Psund 10—20. Psessertinge per 100 Psd. 5—12. Steinpilze per 100 Psund 15—20. Radieschen per Schock 0.75 bis 1,00. Salat � per Schock 1,50- 3,00. Gurken, Einmache-, Schock 14.00, do. böhmische Schock 0,00, do. Liegnitzer Schock 4,50— 5,00. Bohnen, grüne. 100 Psd. 10—14. Stachelbeeren, per 100 Psund 7—10. Himbeeren per 100 Psund 28—30. Blaubeeren, per 100 Psd. 14—18. LvhanniS» beeren, per 100 Psd. 7—10. Kirschen, per 100 Psund Schlcsische 0.00, Wcrdersche 0,00, Sächsische 14—16, Thüringer 8—16, Natten 18—30, sauere 14—16. Birnen, ilal., 100 Psund 25—35, Muskateller 0,00, hiesige 10—16. Pfirsiche, per 100 Psund 10—30. Aprikosen, ital., per 100 Psund 0,00, ftanzos. 15—26. Aepscl, italienische, per lOO Psund 8—25, ung. 11—21, hiesige 8—10. Pflaumen, ital., per 100 Psund 10 bis 30, Reineclauden 10—28, hiesige 10—15, ungarische 8—13. Weintrauben, Algier, per 100 Psd. 25—28, italienische 25—28..Ananas I, per Pfund 1—1,20, do. II 0,00. 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Sonntag, nach m. 3 Uhr bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntag, abends 8 Ubr: Gastspiel Heinrich Bötel: Die Hugenotten. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 ur: Der Weg zur Hölle. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Der Garten ist geöffnet. Sonntags, Montags, Donnerstags: Hoffmanns Nordd. Sänger u. Tanzkränzchen. Stets hochaktuelles Programm. Sonntags Beginn 5 Uhr, wochentags 8 Uhr. Braatz' Amerikanischer Gebr. Herrnfeld- Affen- Zirkus Theater. 57 Kommandantenstraße Nr. 57. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf 11-2 Uhr. Um 8 Uhr: Im Lande der Mitter Täglich: Die Novität nachtssonne. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns. Berliner Theater. Heute und folgende Tage: a la Brockmann. Am Prenzlauer Tor. Täglich: Gr. Borstellung 8 Uhr. Außerdem Sonntags, Feiertags, Mittwochs u. Sonnabends nachm. 4 Uhr: Extra- Kinder- u.Familien- Vorstellung. Täglich: Die Novität Diez Madame Wig- Wag. Operetten- Burleske von Anton u. 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Zum Vortrag kommen Freiligrath, Fontane, v. Liliencron, Holz, Wolzogen Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Herrn Siegfried Raden vom Kleinen Theater, Berlin. Der Eintrittspreis beträgt einschl. Garderobe 30 Pf. Um rege Beteiligung ersucht Nach den Aufführungen: TANZ. Der Vorstand. Danksagung. 22045 Für die zahlreiche Beteiligung und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes Sozialdemokrat. Wahlverein für den Gastav fagen wir allen Beteiligten, 4. Berliner Reichstagswahlkreis insbesondere den Parteigenossen des 730. Bezirks, sowie seinen Sollegen vom Zentralverband der Schmiede, Bezirk 11, unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Eltern u. Geschwister. Karl Volkmann nebst Frau. Orts- Krankenkasse der Kürschner und verwandten Gewerbe zu Berlin. Außerordentliche Möbelfabrik Deutscher Holzarbeiter- Verband. General- Versammlung Julius Apelt 6 Adalbert- Straße 6 Hochbahnhof Kottbuser Tor ( früher: Staliger- Straße 6). Zentralverband der Dachdecker. Verwaltungsstelle Berlin. Zahlstelle Berlin. Heute Freitag, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: der Delegierten am Montag, den 12. August 1907, abends 82 Uhr, Sitzung der Ortsverwaltung. Montag, den 12. August, abends 8%, Uhr bei Keller, Koppenstr. 29: beamten seit 1. Januar resp. 1. April General- Verfammlung. Tages- Ordnung: Jahresbericht; Kaffenbericht vom ersten und zweiten Quartal; Bericht des Borstandes, der Schlichtungskommission, der Kontrollkommission, der ArbeitsSonntag, den 11. August, vorm. 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: vermittler und des Bibliothekars; Wahl der Ortsverwaltung, der Revisoren und der nicht zur Ortsverwaltung gehörigen Angestellten; Anträge; Berbandsangelegenheiten. Verfammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Quartal 1907. 2. Verbands angelegenheiten. Bahlreiches Erscheinen erwartet [ 57/2] Verlobte! Komplette Küchen- Einrichtungen: 130 Teile... Mk. 35.200 300 " 99 75.150.Alle Teile auch einzeln billigst! L. Katz& Co. 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Um pünktliches Erscheinen wird höflichst gebeten. 275/14 Die zugesandte Einladung legiti miert, ohne dieselbe kein Einlaß. Die Bezirksversammlungen finden Sonntag, 13/8 den 11. August, statt. 1. Bezirk: Andreasstr. 26 bei Merkowski, Kopenhagenerstr. 74 bei Hube, 2. " Bredowftr. 11 bei Müller, " " Bülowftr. 59 bei Wiemers, Rosenstr. 24, Rixdorf, bei Preil, " 6. " 7. " 8. " Stalizerstr. 59 bei Mix, Rosinenftr. 3, Charlottenburg, Volkshaus, Wiesenstr. 29 bei Melzer, Spandau, Bismarckstr. 5 bei Ruprecht. Der Bezirksleiter des 2. Bezirks, Kollege Tischer, wohnt Stargarderstr. 67. Der Vorstand. Fr. Grandel, Borsigender, Kochhannstr. 28. ( Köpenicker Viertel. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Bimmermann wohnhaft Mustauerstr. 37, StadtKarl Schneider gestorben ist. bezirk 98 262/15 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. ThomasStirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Maximilian Weise Berliner Arbeitergeftorben ist. Radfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Touren Sonntag, den 11. August: 1. Abt. 7 Uhr: Nedlig. 1 Uhr: Hakenfelde( Teßnow). Start: Bülowstraße 58. 2. u. 3. Abt. 10. August, abends 7 Uhr: Brandenburg. 2. Abt. 11. Auguft, 1 Uhr: Großs Beeren. Start: Fontane Prome nade 15. 3. Abt. 11. August, 6 Uhr: KleinBesten. 1, Uhr: Alt- Glienice( Bohn). Start: Mariannenplag. 4. Abt. 10 und 1 Uhr: Familientour Pferdebucht. Start: Küstriner Platz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 9. August, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Kirchhofes in OberSchöneweide aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/11 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler 5. Jo hannisthal( Schulz). Start: Elysium. Abt. 2 Ubr: Familientour 3o Robert Kühn Verein für Frauen u. Mädchen zu Schöneberg. Sonnabend, den 10. August, abends 9 Uhr: 7. Stiftungs- Fest Konzert, Theater, Turnerische Aufführungen, Verlosung u. Tanz. Programm 30 Pf. Der Vorstand. [ 203/13] Von der Dampferstation Michaelbrücke. Heute Freitag früh 9 Uhr und nachm. 2, Uhr: Extrafahrt nach Ziegenhals und Woltersdorf sowie Sonnabend früh 9 1hr nach Woltersdorf und 10 Uhr nach Neue Mühle. Sonnabend, abends 9 Mondscheinfahrt mit Musit nach Müggelwerder. und 10 Uhr: Daselbst: Tanzkränzchen. Fahrpreis 50 Pf. hin und zurüd, auch die Frühtouren. G. Zachow. A [ 22016] Von der Waisenbrücke 6. Abt. 7 Uhr: Rorbisfrug. 1 Uhr: Alt- Glienice. Start: Genossenschaft, Dderbergerstraße 30. 7. Abt. 7 Uhr: Rüdersdorfer Kalfberge( Grewe). 1, Uhr: Saulsdorf Start: Grenz straße 21. ( pamamns). 8. Abt. 7 Uhr: Wannsee. 1%, Uhr: Schmargendorf( Barthels). Start: Baldſtr. 8. 9. Abt. 9 Uhr: Finkenkrug. 1 Uhr: Hakenfelde. 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August verstorben ist und am Mittwoch, den 7. August, zur legten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 92/2 Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben, un bergeßlichen Mannes sage ich dem Zentralverband und Beerdigungs berein der Berliner Zimmerleute meinen herzlichsten Dant. 56342 we. Emma Wolf. Allen Freunden und Bekannten sage ich für die herzliche Anteilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Tochter Hertha meinen innigften geborene Dant. Berta Hegener Galander. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und die vielen Stranzspenden bei der Bes erdigung meines geliebten Mannes Max Ludwig sage ich allen Verwandten und Bes fannten, insbesondere den Kollegen und Kolleginnen der A. E.-G. sowie den Genossen des 550. Bezirks meinen 22005 herzlichsten Dant. Witwe Ludwig. Danksagung. Hiermit sagen wir allen Teil nehmern bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Kühn. 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Pfandleihe Usedomstraße 10.[ 90* unter L. 1. Berantwortlicher Redakteur: Sans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlaasanftalt Raul Sinaer& Co.. Berlin SW. Nr. 184. 24. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Eisenbahnkatastrophe bei Tremessen. Ueber die Ursachen der Entgleisung des D- 3uges wird gemeldet: Die Katastrophe wird darauf zurückgeführt, daß der mit zwei Maschinen bespannte Zug das start ausgefofferte" Gleis hinter Tremessen mit voller Geschwindigkeit passierte. Es steht fest, daß ein Signal„ Langsam fahren" nicht gegeben war. Zwischen Tremessen und Gnesen sollten unter großer Beschleunigung Schienen und Schwellen erneuert werden. Die Arbeiten wurden deswegen auch nachts bei Fadellicht fortgesetzt. Die Arbeit wurde von dreißig Leuten und einem Vorarbeiter ausgeführt. An der Unfallstelle war die Bettung zwischen den Schienen tief ausgeschachtet. Die Schienen waren ebenfalls soweit gelockert, daß sie an den Stößen nur noch mit zwei Schrauben befestigt waren. Es ist geradezu unglaublich, wie man einen schweren D- 3ug mit voller Geschwindigkeit über eine derartig be arbeitete Strede fahren lassen konnte. Es wäre durchaus angebracht gewesen, wenn ein höherer Beamter die nächtlichen Streckenarbeiten beaufsichtigt hätte. Die schon so oft gerügte übertriebene Sparjamkeit des Eisenbahnfiskus trägt auch in diesem Falle die Mitschuld. 1 Ein Mitteilung aus Posen lautet: Die Bettung zwischen den Schwellen war bis an deren unteren Rante ausgeschachtet, so daß, als der schwere Zug mit seiner sehr großen Geschwindigkeit über den lose daliegenden Schienenftrang hinwegfuhr, die Schwellen zweifellos in die nebenbefindlichen tieferen Ausgrabungen gerieten und so das Gleis in eine federnde Bewegung geriet, wobei eine nur lose mit 2 Schrauben am Stoß befestigte Schiene aus ihrem Verbande gelöst wurde. Für diese Annahme spricht die Tatsache, daß die Schiene, an der die Entgleisung stattgefunden hat, eine Sförmige Krümmung aufweist. Die Tatsache, daß ein Bahnmeister diese nächtliche Umbauarbeit nicht überwachte, wird dadurch zu erklären versucht, daß der Bahnmeister der Gnesener Bahnmeisterei beurlaubt und der ihn vertretende Bahnmeisterassistent nicht Tag und Nacht auf dem Posten sein kann. Nach einer weiteren amtlichen Meldung heißt der beim Eisenbahnunglück bei Tremessen getötete russische Hauptmann nicht Sodow sondern Sotow und der getötete Fürst nicht Begotom sondern Bebatoff. Als Wohnort des nebst Frau und Tochter getöteten Kaufmanns Abramowitz wird Niew angegeben. Infolge schwerer Verletzung ist gestorben die Portierfrau Reg aus Allenstein. Als schwer verletzt werden noch angegeben Monteur Karl Wiesner aus Rudolstädten und Viehhändler Fleischhauer aus Breslau. Die Zahl der Leichtverletzten beträgt sechs. Als Ursache des Unfalles wird, vorbehaltlich der gerichtlichen Feststellung, teils unzureichende Vorsicht beim Gleisumbau, teils zu große Fahrgeschwindigkeit angesehen. Die Unterbrechung der Strecke wird vor. aussichtlich am 9. Auguſt beseitigt sein. Freitag, 9. August 1907. dem die auf diesem Gebiet gemachte üble Erfahrung die Feder Frauen und Kinder nicht geringe Schmerzen gehabt, da die Sonne in die Hand gebrüdt zu haben scheint, schreibt: die Haut verbrannt hatte. Ein bemitleidenswerter Teilnehmer teilt dies mit, damit andere unserer Leser, vorausgesetzt, daß es diesen Sommer noch heiße Tage gibt, vorsichter sein sollen, Großfeuer im Café Friedrichshof. Eines der traurigsten Kapitel im Zeitalter des lenkbaren Luftschiffes ist das vom Aberglauben in seinen verschiedensten Gestaltungen mit seinen teils zur Komik neigenden, teils aber auch berhängnisvollen Folgerscheinungen. Dabei soll die gewissenlose Ausbeutung aller derjenigen, die nicht alle werden, noch das harmGestern abend 7 Uhr kam im Café Friedrichshof an der Ecke loseste sein, und wenn es gerade Besibende sind, die ihren Tribut Friedrich- und Kochstraße ein großer Brand aus, der die gesamie der Dummheit zollen, so ist der Schaden weiter nicht groß. Schlimmer wird die Sache schon, wenn Arbeiterfrauen ihre fünfte Stompagnie lange beschäftigte. Er entstand aus noch nicht und ihrer Männer sauer erworbenen Groschen so einer Vettel ermittelter Ursache in der Mitte des Dachstuhls an der Kochopfern, die ihre mittelalterlichen Stünfte im Kartenlegen, Blei- straßenfront und griff rapide um sich. Die Löschzüge 17 und 18 gießen, Gideuten usw. oftmals in Gemeinschaft mit anderen von der Hauptfeuerwache waren alsbald zur Stelle, doch zog der Dingen betreibt. leitende Offizier zur Verstärkung noch die Züge 19 und 20 heran, Leider nimmt die Presse nur hin und wieder, vielleicht bei ganz besonders trassen Fällen, Gelegenheit, das schamlose Treiben da die Gefahr für eine Weiterverbreitung des Feuers vorlag. Anjener dunklen Gestalten etwas näher zu beleuchten. Man hat sich fangs drangen nur dichte Rauchwolken durch das Dach, denen sich daran gewöhnt, diese traurigen Beichen unserer Beit als etwas aber bald stodwerkhohe Flammen zugefellten. Während nun von Selbstverständliches zu betrachten. der Friedrichstraße mit Schlauchleitungen vorgegangen wurde, um Daß aber neben der sittlichen Verwilderung auch andere Ge- die Westseite des Dachstuhls und namentlich den Eckturm zu fahren, Störung des Familienglüces, Geistestranfheit usw. herauf schüßen, wurde der Hauptangriff von der Stochstraße aus über zwei beschworen werden können, möge wieder einmal folgender Fall mechanische Leitern und Treppen hinweg vorgenommen. Langsam illustrieren: 3wei berheiratete Frauen fühlten das Bedürfnis, einen Blick wurden die Flammen nach der östlichen Ede zurückgedrängt, wo sie in die Zukunft zu tun und begaben sich zu einer Prophetin, die aber eine derartige Hize erzeugten, daß ihnen von den Rohrihnen den Schleier der Zukunft Münze zu lüften versprach. natürlich nur gegen flingende führern nur schwer beizukommen war. Das sich an der Front hin. ziehende starke Eisengitter wurde rotglühend und auch das Dach Wenn es nicht gelingt, durch geschickte Redewendungen einiges des linken Seitenflügels begann zu brennen. Trotzdem gelang es aus den Düpierten herauszuloden, wird mit Alltäglichkeiten be- dem umsichtigen Vorgehen der Wehr, auch nach dieser Seite hin gonnen, die bei fast allen Menschen mehr oder weniger die gleichen das Feuer rechtzeitig abzuschneiden und es auf das Vorderdach sind und daher fast immer eintreffen. Daß ein Verwandter stirbt, zu beschränken. Eine Reihe von mit allerhand Hausrat angefüllten daß man einen Brief bekommt usw., passiert alle Tage, frotzdem Bodenkammern und ein großer Teil des Dachstuhles wurden einaber fordert die kindische Vorhersage dieser Ereignisse das Staunen und Bewundern aller derer heraus, die eben nicht alle werden. geäschert, auch hat die oberste Etage start unter Wasser gelitten. Besagte zwei Frauen ließen sich nun die Karten legen, die Während des Brandes sammelte sich in der Umgebung ein tausendeine auf ihren Mann, die andere auf eine ihr verhaßte föpfiges Publikum an und der Omnibus- und Wagenverkehr in Schwägerin. jenem Teile der Friedrichstraße konnte nur mit Mühe aufrecht erhalten werden. Und da wurde nun der ersteren geweissagt", daß sie gegen wärtig in sehr ärmlichen Verhältnissen lebe, es aber auch mit ihrem jezigen Manne niemals weiter, bringen werde. Doch das Glück bleibe nicht aus. Nach einiger Zeit werde ihr Mann sterben und sie noch eine schwerreiche Heirat machen; das fünftige Gheleben werde ein freudenreiches und glücklicheres sein. Fehler der beweissagten Person bezeichnet und Eigenschaften höchst Auch der zweiten wurden ganz nach Wunsch die Schwächen und bedenklicher Natur für die Zukunft angedichtet, auf die man natürlich stolz ist, sie allen guten Bekannten jetzt schon mitteilen zu können. Und nun bedenke man die Folgen, die durch solchen Humbug entstehen können. Wie nun, wenn so einer Armen im Geiste das Prophezeihte Glüd zu lange ausbleibt, wenn der glückliche Gatte über eine gar zu stabile Gesundheit verfügt und seinem reichen Nachfolger absolut nicht Plaz machen will, während sie selbst mit jedem Tage älter und unansehnlicher wird? Kann es da nicht leicht passieren, daß die arme Gefoppte nach dem Grundfake jenes schelmischen Franzosen in Leffings Minna von Barnhelm" handelt: Man muß das Glüd korrigieren." So manches Unglück, ja Mord und Verbrechen haben im Aberglauben ihren Anfang genommen. " Allen denen aber, die dazu imstande sind, erwächst die heilige Pflicht, nicht nur spöttisch lächelnd an jenen Bemitleidenswerten vorüberzugehen, sondern sie immer und überall, wo es nur möglich ist, aufzuklären. Denn nur ein von diesem mittelalterlichen Ballast befreiter Kopf ist für die Ideen des Sozialismus empfänglich. Der verunglückte Oberpostschaffner Karl Kürbs aus der Pappelallee 69 ist gestern früh 1 Uhr in Berlin eingetroffen und fofort von dem Vertrauensarzt in Behandlung genommen worden. Kürbs, der schon 23 Jahre im Postdienste steht, war bei seiner Ankunft in Berlin so angegriffen und erschöpft, daß er auch auf die einfachsten Fragen teine Antwort au geben bvermochte. Aus einzelnen Aeußerungen war nur zu entnehmen, daß er bei dem Nachdem der Magistrat die Einrichtungen der Berliner gewaltigen Anprall mit voller Wucht gegen ein Briefregal ge- Rettungsgesellschaft in städtische Verwaltung übernommen hat, ist schleudert wurde und hierbei neben dem Bruche des Nasenbeines in weiterem Ausbau des bestehenden Zustandes nunmehr auch das heftige innere Erschütterungen erlitt. Weitere Einzelheiten über Rudolf Virchow- strankenhaus als Hauptwache für erste Hülfedie Katastrophe vermag er vorläufig noch gar nicht anzugeben. Icistung bei Unfällen dem Berliner Rettungswesen angegliedert die Katastrophe vermag er vorläufig noch gar nicht anzugeben. worden. Die dortige Station ist fortan Hülfesuchenden der gedachten Art jederzeit zugänglich. Aus Gnesen wird noch berichtet: Kurz bevor der D- Bug Tremessen passierte, fuhr ein Güterzug die Strecke entlang. Der Lokomotivführer bemerkte die starken Schwingungen, als er das Gleise passierte und wollte den D- Bug 52 warnen. In Tremessen war aber kein telephonischer Anschluß zu erreichen. Der Güterzug fuhr also bis Gnesen weiter. Von hier aus wurde dann auf Veranlassung des Lokomotivführers sofort nach Tremeffen telephoniert, daß der D- Zug nicht abgelassen werden sollte. Es war aber bereits zu spät. Als die Warnung ankam, war das Unglüd bereits geschehen. Die durcheinandergehenden und zum Teil sich widersprechenden Nachrichten über die Ursachen der Eisenbahnkatastrophe finden ihren Grund in den allzu spärlichen Mitteilungen der amtlichen Untersuchung. Partei- Angelegenheiten. Charlottenburg. Auf die am Sonntag früh stattfindende FlugBlattverbreitung sei hier nochmals ganz besonders aufmerksam gemacht. Pflicht eines jeden Parteigenoffen ist es, pünktlich zu er scheinen, damit die Verbreitung schnell von statten geht. Der Vorstand. Der mutmaßliche Mörder der Frau Plath, Kasimir Sopolinsky ist aus dem Militärverband entlassen und an das bürgerliche Strafgericht ausgeliefert worden. Infolgedessen ist bet dem hiesigen Landgericht I die Voruntersuchung gegen ihn eröffnet und seine sichtlich in den nächsten Tagen erfolgen. leberführung nach Berlin beantragt worden. Diese wird vorausNeberfahren und tödlich verlegt wurde gestern die Ehefrau Schedlith aus der Gitschinerstraße. Dieselbe hatte einen Straßenbahnwagen benußt und war in der Schönebergerstraße ausgestiegen, als sie plöblich von einem Rollfuhrwert erfaßt und überfahren wurde. Die Räder des Wagens gingen der Unglücklichen über den Unterleib. Schwerverletzt wurde fie nach der nächsten Unfallstation gebracht, wo ihr die erste Hülfe zuteil wurde. Auf dem Wege nach dem Krankenhause starb die Verunglückte an den schweren Berlegungen. Nahrungsforgen haben am Mittwoch den Gelegenheitsarbeiter August Barmann in den Tod getrieben. B. fand feine Arbeit mehr und es war ihm nicht möglich, seine beiden kleinen Kinder zu erhalten. Vorgestern bereitete er seinem Leben gewaltsam ein Ende; er erhängte sich an einem Baume in der Hadlichstraße an der Bankower Grenze und wurde später von einem Polizeibeamten entdeckt. Feuerwehrbericht. Der Brand eines Automobilbreirades alarmierte die Feuerwehr nach der Neuen Friedrichstraße 82. Das Benzin hatte sich entzündet und die Flammen das Dreirad mit dem Inhalt ergriffen. Vor dem Hause Möckernstr. 131 brannte ein Baum, der mutwillig in Brand gesteckt worden war. Nicht weit davon, Hagelbergerstr. 21, mußte ein Stüchenbrand gelöscht werden. Möbel und Kohlen usw. waren dort in Brand geraten. Ferner mußten in der Raunerstr. 19 und Bülowstr. 53 zwei Kellerbrände gelöscht werden. Auf dem Moabiter Güterbahnhof hat jezt die Feuerwehr täglich zu tun. Meistens müssen dort Kohlenbrände geVorort- Nachrichten. Der Kampf der Behörden gegen die Jugendorganisation, speziell im Kreise Teltow, Umfangreiche Acnderungen treten beim Omnibus ein. Die löscht werden. Allgemeine Berliner Omnibusaktiengesellschaft hat im Frühjahr zugleich mit der Eröffnung der Omnibuslinie 34 Alexanderplat Wörther Plaz an durch die Hochmeister, Schliemann- und StarBrunnenstraße die Linie 27 Alexanderplatz- Schönhauser Allee vom garderstraße verlegt. Damit ist die Schönhauser Allee zwischen der Danziger- und der Stargarderstraße ohne Omnibusverbindung geworden. Die Omnibusgesellschaft hat sich entschlossen, für die Linie 27 wieder den alten Weg vom Wörther Plaz an durch die zeitigt die sonderbarsten Blüten. Es werden die erdenklichsten Wörtherstraße und die Schönhauser Allee nachzusuchen. Die Ge- Argumente hervorgesucht, um die in letzter Zeit erfolgten Aufnehmigung ist ihr jetzt vom Polizeipräsidenten erteilt worden. Die Argumente hervorgesucht, um die in letter Zeit erfolgten AufLinie 27 Alexanderplatz- Schönhauser Allee wird vom 15. August Lösungen der Versammlungen jugendlicher Arbeiter als gerechtfertigt an demnach wieder durch die Schönheauser Allee verkehren. Da- hinzustellen. Bekanntlich wurde außer den Versammlungen in neben bleibt die jetzige Omnibusverbindung Alexanderplatz- Treptow- Baumschulenweg auch eine kürzlich in Friedenau stattgehabte Schönhauser Allee durch die Hochmeister-, Schliemann- und Star- Versammlung polizeilich aufgelöst. Auf die gegen diese Auflösung garderstraße bestehen. Sie wird aber nur bis zum Bahnhof eingelegte Beschwerde ist nun der Bescheid geworden, daß diefelbe Schönhauser Allee geführt und erhält statt der Nummer 27 die unbegründet sei, da in der Versammlung über die Fortbildungsneue Nummer 33. Zwischen dem Alexanderplatz und dem Wörther Platz verkehren so vom 15. August an nicht weniger als drei schulen gesprochen worden sei. Es heißt dann wörtlich: Da diese Omnibuslinien, nämlich 27 Alexanderplatz- Schönhauser Allee, Ede zu den staatlichen Einrichtungen zu zählen sind, so durfte in der Bornholmerstraße, 33 Alexanderplatz Schönhauser Allee, Ede genannten Versammlung in Anwesenheit von Lehrlingen nicht Kopenhagenerstraße und 34 Alexanderplatz- Brunnenstraße, Ede darüber verhandelt werden. Die Auflösung der Versammlung ist Lorkingstraße. daher gemäß§ 8 des Vereinsgefeges vom 11. III. 1850 gerechtfertigt." Köpenid. Am Sonnabend, den 10. August findet das Stiftungs Ausfallende Sonntagszüge. Auf der Strecke Berlin, Schlesifest des Wahlvereins im Schweizergarten", Lindenstraße statt. Laut fcher Bahnhof( Wriezener Bahnsteig= Hoppegarten fallen, wie Beschluß der letzten Wahlvereinsversammlung haben diejenigen tie fönigliche Eisenbahndirektion bekannt macht, mit Sonntag, den Barteigenoffen, welche jetzt noch am Stampfe im Baugewerbe be- 1. September b. 3. die folgenden Sonntagszüge aus: Na ch Hoppe teiligt resp. in Mitleidenschaft gezogen sind, freien Eintritt zum eft. garten die Züge Nr. 4353, 4355, 4357 usw. die ungraden Züge bie Mitglieder, welche von dieser Bergünstigung Gebrauch machen 4363, fodann 4367 und 4369; von Hoppegarten die Züge Nr. 4352, wollen, erhalten die Eintrittskarten bei den Vorständen ihrer Dr- 4354 usw. die geraden Nummern bis 4366. ganisationen oder Streifleitungen. Die Entnahme der Billetts muß aber bis Sonnabendmittag erfolgt fein. Im übrigen muß für alle Parteigenossen mit ihren Familien am Sonnabendabend die Parole sein: Besuch des Stiftungsfestes. Der Vorstand. Diese Auslegung des Gesetzes wird sicher jeden verblüffen. Der 88 des Vereinsgefeges bestimmt, daß Lehrlinge an Versammlungen politischer Vereine nicht teilnehmen dürfen. Mit keinem Wort wird in dem betreffenden Paragraphen gesagt, daß zu Lehrlingen über staatliche Einrichtungen nicht gesprochen werden darf. Zu solchen Lächerlichkeiten kommt man, wenn man in das Gesez einen Sinn hineinlegen will, welchen es nicht hat. Den Behürden ist ja mun jedes Mittel zur Bekämpfung der Jugendbewegung recht. Der vorstehende Bescheid dürfte aber wohl selbst bei den oberen Instangen teine Billigung erfahren. Charlottenburg. Ein gewaltiger Sturm, durch den vielfach großer Schaden angerichtet worden ist, hat in der gestrigen Nacht in Berlin und in der Umgebung getobt. Mittwoch abend gegen 10 Uhr, setzte er bereits ein und erst in der zweiten Morgenstunde war seine Gewalt gebrochen. An zahlreichen Häusern sind durch die heftigen Spandau. Heute Freitag, den 9. August, abends 8 Uhr, Windstöße Schilder heruntergerissen worden; Dachziegel wurden findet bei Kumte, Schönwalderstraße, eine Versammlung des Wahl- gelockert und auf die Straße geschleudert, wodurch die Passanten Die Wählerlisten liegen in der Zeit vom 15.- 30. Auguft auf bereins statt. Der Arbeitersekretär Brückner spricht über den inter- außerordentlich gefährdet waren. Auch viele Fensterscheiben fielen nationalen Kongreß in Stuttgart. Die Genossen werden um zahl- dem Element wieder zum Opfer. Bedeutende Verheerungen hat dem Statistischen Amt, Berlinerstr. 71, öffentlich aus. Die Genossen reichen Besuch gebeten. Der Vorstand. der Orkan in der Umgebung Berlins hervorgerufen. Auf den werden ersucht, beizeiten sich davon zu überzeugen, ob fie in der Liste Schildow, Blankenfelde.( Bezirk Nieder- Schönhausen.) Am Kornfeldern, auf denen gegenwärtig mit der Ernte begonnen ist, berzeichnet find. Wer nicht in der Liste steht, geht seines WahlSonntag, den 11. d. M., nachmittags Bunkt 3 Uhr, findet in Mönchs Kornbunde verstreut. Das Obst wurde von den Bäumen abge- mangelnng von Zeit nicht in die Wählerliste Einsicht nehmen können, wurden die Kornhaufen förmlich auseinandergerissen, und die rechts verlustig. Für diejenigen Wahlberechtigten, die in Ermühle bei Knappe die regelmäßige Wahlvereinsversammlung statt. schlagen und durch Windbruch erheblicher Schaden verursacht. Be- haben sich die auf den in den Lokalen aushängenden Plakate verTagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Otto über: Seguelle Ethit". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der wich- sonders start hatten die an den Gewässern liegenden Baumreihen zeichneten Genossen bereit erklärt, es zu tun. unter der Einwirkung des Sturmes zu leiden. In einer Lauben- Der Wahlverein veranstaltet am Sonnabend im großen Saale tigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller dringend notwendig. folonie in Schmargendorf wurde eine massiv errichtete Zaube voll- des Boltshauses, Rosinenstr. 3, einen Rezitationsabend. Für die Nieder- Schönhausener Genossen ist Abmarsch Punkt 122 Uhr ständig zertrümmert. In den östlichen Vororten war der Sturm Durch einen einleitenden Vortrag von Herrn Dr. Ruest soll den Zuvon Bratbogel, Nordend aus. Der Vorstand. auch von einem Gewitter begleitet. An einzelnen Stellen schlug hörern das Verständnis der Dichter näher gebracht werden, aus der Blitz ein. Gigenartige Folgen hatte ein Blitzschlag in dem deren Werken dann ausgewählte Gedichte zum Vortrag kommen. Anwesen des Eigentümers Rost bei Rüdersdorf. Der Blizz durch- Bornehmlich handelt es sich um Werke nenerer Dichter: Ferdinand schlug das Dach, schaffte sich in zwei darunter liegenden Zimmern Freiligrath, Theodor Fontane, Detlev v. Liliencron, durch je zwei Löcher eine Bahn und wurde schließlich durch die Arno Sola, Ernst v. Wolzogen u. a. Die fünstlerische Leitung liegt in den Händen des Herrn Siegfried ta den vom Kleinen elektrische Alingelleitung abgeleitet. Uebel bekommen ist, wie aus einer Zuschrift hervorgeht, einigen Theater in Berlin. Der Eintrittspreis ist auf 30 Bf. einschließlich Garderobe festGenossen und ihren Familien ein Sonnenbad, welches dieselben am Sonntag beim Baden am Wannsee nahmen. Sie hatten sich recht gefeßt, um jedem die Teilnahme an dem Abend zu ermöglichen. wohl gefühlt, da sie sich einige Stunden im Freien herumtummeln Nach Beendigung der künstlerischen Darbietungen, gegen 1/12 Uhr, konnten. Die nachfolgenden Tage aber haben sie wie ihre wird die junge Welt noch beim Tanze zusammenbleiben. Berliner Nachrichten. Den Unfug des Kartenlegens und Weissagens" charakterisiert eine mit der Bitte um Veröffentlichung an uns gerichtete Buschrift. Wir gewähren derselben schon insofern Raum, als sie ein Stück Aufklärungsdokument für unsere Leser bedeutet. Sind doch schließlich auch unter den Arbeiterfrauen eine Anzahl allzu leicht geneigt, für diesen Humbug noch Geld auszugeben. Der Leser, Schöneberg. Mit Salzsäure vergiftete sich vorgestern der Glasermeister Franz Mielte aus der Eisenacherstr. 47. Nach einem häuslichen Zwift eilte der Lebensmüde aus der Wohnung, verschaffte sich Salzsäure und trank das Gift vor seinem Wohnhause auf der Straße. Er brach bewußtlos zusammen und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Auguste Viftoria- Krankenhaus gebracht. Der Arbeiter- Turnverein Schöneberg bittet uns mitzuteilen, daß bon nächster Woche ab die Turnabende durch das Entgegenkommen des Magistrats jeden Dienstag und Freitag von 8-10 Uhr in der Turnhalle Berchtesgadenerstraße stattfinden. Groß- Lichterfelde. Das Gewerkschaftskartell für Groß- Lichterfelde und Umgegend beranſtaltet am Sonntag, den 11. August, nachmittags 3 Uhr, im Birkenwäldchen Steglitz- Groß- Lichterfelde ein großes Gewerkschaftsfest. Da weder Mühe noch stosten gescheut worden sind, den Genoffen ein paar genußreiche Stunden zu verschaffen, werden die Genossen und Gewerkschaftsmitglieder aufgefordert, sich zahlreich daran zu beteiligen. Tempelhof. Anscheinend in einem Anfalle von Schwermut ist die 21 Jahre alte Verkäuferin Marie Richnow aus Hohenfaaten in den Tod gegangen. Das junge Mädchen entfernte sich aus der Behausung ihrer Schwester in Tempelhof, bei der sie befuchsweise sich aufhielt. Ihre Leiche ist an der Unterschleuse gelandet. Irgend welche Angaben oder Aufzeichnungen über die Beweggründe zur Tat sind bei der Leiche nicht gefunden worden. Pankow. Die Gemeindevertretung beschloß am 6. August, das Lokal im Gemeindepart allen Vereinen zu deren Veranstaltungen freizu geben. Hierbei sollen natürlich diejenigen Vereine, welche ihren Siz in Pankow haben, bevorzugt werden. Kleineren Vereinen soll die Restauration nur dann überlassen werden, wenn sich der Wirt von den Veranstaltungen derselben geschäftlichen Erfolg verspricht. Am Sonntag, den 25. August d. J., mittags 12 Uhr findet die offizielle Gröffnungsfeier des Bürgerparts statt. Zur Bewirtung der geladenen Gäste wurden 300 M. bewilligt. Die Gemeindevertreter und sonstigen Gäste nehmen auf eigene Kosten an dem Frühstück teil. Die gesamte Einwohnerschaft soll durch die Presse zu der feierlichen Eröffnung eingeladen werden. Die Restauration ist an Herrn W. Wiemer, der auch das Etablissement Carlshof" bei Plößensee bewirtschaftet, verpachtet. Gine längere Diskussion entspann sich in der Gemeindevertretung bei dem Antrage, 400 M. zum Ankauf von Entwürfen architektonisch schöner Fassaden zu bewilligen. Bu dem selben Zweck hat bereits der Kreis Niederbarnim 3000 m. bereit gestellt, verlangt aber noch Beihülfen von den Gemeinden. Die preisgekrönten Bauzeichnungen sollen vervielfältigt und Bauluftigen zur Verfügung gestellt werden, damit ohne besondere Untoften auf die Ausführung gefälliger Fassaden hingewirkt und auf diese Weise das Straßenbild verschönert werden kann. Der Antrag wurde angenommen, obwohl sich mehrere Gemeindevertreter dagegen erklärten und derartige Anregungen und Entwürfe von dem neuen Pantower Hochbauamt verlangten. Außerdem wurde bemängelt, daß die Beihülfe von 400 M. vom Kreise gefordert würde, trotzdem Bankom über 100 000 M. Kreissteuern pro Jahr zahle, für die der Kreis fein Aequivalent gewähre. Mehr Polizei wurde gewünscht, um badende Kinder vom Pfuhl an der Binzstraße fernzuhalten. Der Antragsteller wurde belehrt, daß nicht mehr Schußleute angestellt zu werden brauchen und im übrigen gewiß nicht zu wenig Polizei in Pankow existiere. Nieder- Schönhausen. Der Drei Bergleute getötet. Auf dem Zirkelschachte bei Kloster mansfeld riß gestern früh bei der Einfahrt in den Schacht das Seil. Der Förderkorb stürzte in die Tiefe. Drei Bergleute wurden geAutomobilunglüd. Aus Stollberg im Erzgebirge wird berichtet: Auf der Chaussee zwischen Stollberg und Chemnitz bei Pfaffenheim stürzte bei einer Kurve ein Automobil mit drei Insassen um. Dir Chauffeur Jügen ist tot und ein Dresdner Kaufmann soll verlegt sein, während der dritte Insasse mit dem bloßen Schrecken Lavonkam. machen ein halbwegs auskömmlicher Verdienst erzielt werden kann. Iwurde gestern abend 6 Uhr ausgeführt. Während der Ver zu diesen Betrieben gehöre auch die Firma Steffensu. Nölle, handlung gegen Hau hat Lindenau ein Schreiben an den Verwo auch sonst noch unleidliche Verhältnisse herrschen. Die Zahl teidiger gerichtet, in welchem er mitteilte, er habe sich am 6. Noder Unfälle, die in diesen Betrieben vorfämen, sei so groß, daß die vember zum Zwecke eines Stelldicheins nach Baden- Baden begeben Firma drei Krankenwagen angeschafft habe um die Verunglückten und sei Zeuge der Ermordung der Frau Molitor gewesen. Hau ins Krankenhaus transportieren zu können. Der Vorstand der zuständigen Ortskasse habe erklärt, die Kasse werde durch die zahl sei nicht der Täter; wer geschossen habe, sage er nicht. reichen Unfälle bei Steffens u. Mölle derart belastet, daß ihre Verteidiger möge dies vor die Geschworenen bringen. An die Leistungsfähigkeit in Frage gestellt werde. Darauf habe die Firina Staatsanwaltschaft ging ein solcher Brief nicht. Um dieselbe Zeit eine eigene Betriebskasse gegründet und diese Gründung dann als richtete Lindenau einen anonymen Brief, im wesentlichen desselben eine Wohltat für die Arbeiter hingestellt. Bezeichnend sei es, daß Inhaltes, an Fräulein Olga Molitor, dahingehend, er eine leitende Person des Krantenhauses gesagt haben solle, die habe gesehen, wie sie ihre Mutter erschossen habe. Er Firma Steffens u. Nölle täte gut, noch einen Schritt weiter versprach zu schweigen, versicherte sie gleichzeitig seiner Liebe zu gehen und auch ein eigenes Krankenhaus zu errichten, weil das Kreiskrankenhaus durch sie zu start in Anspruch ge- und warb um ihre Hand. Er erbat sich Antwort in der nommen würde. Zur Erklärung der vielen Unfälle werde gesagt, Bad. Presse". In diesem Briefe wird ein Erpressungsversuch und diese seien eine unvermeidliche Begleiterscheinung in den Betrieben eine Beleidigung des Fräuleins Olga Molitor erblickt. für Eisenkonstruktion. Demgegenüber müsse jedoch darauf berZugleich wird telegraphisch aus Mannheim gemeldet, daß auch wiesen werden, daß in anderen Betrieben für Eisenkonstruktion Fräulein Olga Molitor in Baden- Baden verhört bei weitem nicht so viele Unfälle vorfämen. Bei Steffens u. Nölle worden sei. sei ein Kolonnenführer Simuleit beschäftigt, der dem Generalrat Einige Sensationsblätter stellen bereits allerlet Betrachtungen des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins angehöre. Dieser Kolonnenführer sorge dafür, daß nach Möglichkeit Mitglieder des Gewerk- über die Folgen der in den Lindenauschen Briefen enthaltenen Anvereins eingestellt, Verbandsmitglieder aber hinausgedrängt werden. gaben an; uns scheint, daß zunächst festgestellt werden muß, ob der Wenn Leute aus der Leitung des Gewerkvereins durchblicken lassen, in plöglicher Liebe zu der von ihm des Elternmordes bezichtigten ihre Mitglieder seien mit den Verhältnissen zufrieden, dann dürfe Olga Molitor entbrannte, 64 Jahre alte Freiherr auch geistig man sich nicht wundern, wenn hinsichtlich der bezeichneten Miz intakt ist. stände teine Aenderung eintritt. Die gegenwärtig herrschende Der Raubmorb in Hannover. Morgenblättern in Hannover ungünstigere Geschäftskonjunktur werde von verschiedenen Unternehmern dazu benust, um mit den Mitgliedern des deutschen zufolge bezweifelt die Polizei, daß der vorgestern in Braunschweig berhaftete Zapfer Jfferhof mit dem Mörder der Rose identisch ist. Metallarbeiterverbandes aufzuräumen, und gefügige Arbeiter als solche gelten die Hirsch- Dunderschen an deren Stelle zu Der Regierungspräsident hat 1000 M. Belohnung für denjenigen feßen. Bei der Firma F. ter Welp sei ein Obermeister, der ge- ausgesetzt, der noch unbekannte Tatsachen bekundet, die zur Erlegentlich in der Kneipe freiheitliche und humane Anschauungen mittelung des Täters führen. zur Schau trage, im Betriebe aber keinen organisierten Arbeiter bulde und nach Gelegenheiten suche, um dieselben los zu werden. In der Englischen Gasmesserfabrik werde Klage geführt über ein unleidliches Spikelsystem, über Denunziation der Arbeiter, tötet und drei verletzt. welche für ihre Interessen eintreten. Bei der Firma Speyerer würden die Vertrauensleute des Verbandes nach und nach entlassen und an den Akkordlöhnen mache der Betriebsingenieur Klee unberechtigte Abzüge. Zu lebhaften Klagen geben die Verhältnisse im Daimler wert Veranlassung. Bei der Maifeter 1906 hätten die Gewerkvereinsmitglieder eine unternehmerfreundliche Haltung eingenommen, wodurch es der Betriebsleitung möglich gewesen sei, mit Maßregelungen gegen die maifeiernden Verbandsmitglieder vorzugehen. Jetzt bekämen die Hirsch- Dunderschen den Lohn für ihre arbeiterfeindliche Handlungsweise. Die Betriebsleitung fei bemüht, dem Gewerkverein einen maßgebenden Einfluß im Betriebe zu verschaffen. Das sollte durch die Wahl des Arbeiterausschuffes nach einem von der Direktion angeordneten Wahlsystem geschehen, es sei aber nicht gelungen und seitdem habe sich sozusagen ein Kleinkrieg zwischen der Direktion und den Verbandsmitgliedern entwickelt, wobei die Hirsch- Dunckerschen auf der Seite der Direktion stehen. Obgleich ein Affordtarif bestand, seien die Löhne schon vor Ablauf des Tarifs herabgefekt worden. Zwei Verbandsmitglieder, die im Arbeiterausschuß die Interessen ihrer Stollegen vertraten, seien entlassen worden. Als man deswegen dem Direktor Sprange Vorstellungen machte, meinte er, das sei keine Maßregelung, es sollten überhaupt keine Maßregelungen vorgenommen werden. Bald darauf sei aber auch das dritte Verbands- Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, mitglied im Arbeiterausschuß entlassen worden. Eine Arbeits- eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 72 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. niederlegung, welche die Zurücknahme der Maßregelung zum Zweck Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ein hatte, brachte teinen Erfolg. Es folgten nun Herabsehungen der Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Affordlöhne um 10-20 Proz. Die ungünstigere Geschäftstonjunktur wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. G. 2. 50. Sie müssen sich durch einen bei dem königlichen Landgab der Betriebsleitung Gelegenheit, ihre Macht in der drückendsten Die letzte Gemeindevertretersizung nahm Kenntnis von dem Weise die Arbeiter fühlen zu lassen. Arbeiter, die jahrelang im gericht I zu Berlin zugelassenen Anwalt vertreten lassen, da sonst die BeDankschreiben der Freiwilligen Feuerwehr für die gespendeten Betriebe beschäftigt waren, die sich nichts zufchulden kommen ließen,.. 100. Die Einwilligung des Vaters bezw. der Mutter ist nötig, fürchtung besteht, daß Sie für den allein schuldigen Teil erklärt werden. Betreffs der Einführung des hängenden Gasglühlichtes wohl aber für die Interessen ihrer Kollegen eintraten, seien ent- sofern die Person, die sich verheiraten will, noch nicht 21 Jahre alt ist. Die hat die Beleuchtungskommission vorgeschlagen, den Kirchplatz mit lassen worden. Man handele in der Leitung des Daimlerwertes hiernach erforderliche Einwilligung fann nicht erzwungen werden.-H. H. 29. sechs Abend- und drei Nichtlaternen, den Hertas und Bismarckplaß nach dem Grundsatz, daß nur die gefügigen Arbetter weiter be- Hierzu bedarf es eines gerichtlichen oder notariellen Ehevertrages. Die mit je zwei Abend- und einer Richtlaterne zu versehen. Die hierdurch schäftigt werden. Zwei Kolonnenführer, die jahrelang im Betriebe Höhe der Kosten richtet sich nach dem Werte des Vermögens der beiden entstehenden Mehrkosten betragen 552,86 M. Nach kurzer Debatte tätig waren, seien entlassen worden, aber junge Leute, die dem wurde der Kommissionsantrag angenommen. Das Ge Gewerkverein angehören, fonnten weiter arbeiten. Wenn der eine bezahlten Prämie verlangen. Die Bolice zurückzuverlangen, raten wir nicht. E. R. 100. Auch ohne Schriftstüd können Sie mit Erfolg Klage auf halt für den Landmesser Schulze ist auf 4500 Mart oder andere der Entlassenen den Meister nach dem Grunde der Rückzahlung des Darlehens erheben. G. 2. 17. Ohne Erlaubnis Ihres festgesetzt worden. Da die Kassengeschäfte von dem Rendanten Entlassung fragte, erhielt er die Antwort: Ich habe an Ihnen nichts Wirtes find Sie nicht als Chambregarnist berechtigt, jemand bei sich wohnen nicht mehr allein bewältigt werden können, so soll eine zweite auszusehen, Ihre Entlassung ist von oben angeordnet. Hieraus zu lassen. 100. Ihr Sohn ist unserer Ansicht nach, nicht unterstüßungsAssistentenstelle eingerichtet werden; die hierzu erforderlichen Mittel geht hervor, daß es sich um systematische Maßregelungen berechtigt. Konrad U. 1. Ihr Mann hat das Recht, die Sachen mitwurden bewilligt. Zur Herstellung und Erhaltung der Bürger- der Verbandsmitglieder handelt, und daß die Hirsch zunehmen 2. Sie müssen, falls Sie feine Gründe haben, die zur 3. Bloge steige sollen von den Anliegern 30 Proz. von den Kosten erhoben Dunckerschen den Judaslohn für ihr Verhalten bei der Maifeier Scheidung führen können, zu Ihrem Manne zurückkehren. 4. Wegen Bestellung werden. Bei der Vergebung von Brennmaterialien für das bekommen. Die Uneinigkeit der Arbeiter, ihre Bersplitterung Winterhalbjahr 1907/8 wird dem Kohlenhändler Ritter der in verschiedene Organisationen gebe den Unternehmern die MögZuschlag erteilt mit 4327 Mart, Für die Regulierung lichkeit, mit Maßregelung gegen die Arbeiter vorzugehen. Hieraus des Kanalisationsgrundstückes wurden 11 000 Mart bewilligt. müßten die Arbeiter die Lehre ziehen, daß Einigkeit und GeVom Landrat ist ein Schreiben eingegangen, worin derselbe mitteilt, schlossenheit der Organisation das einzige Mittel sei, welches das daß laut Kreistagsbeschluß der Betrag von 3000 m. zur Förderung brutale Vorgehen des Unternehmertums hindern könne. der architektonischen Ausgestaltung von Wohnungsbauten im Kreise Niederbarnim bewilligt worden sei. Da das Geld jedoch nicht ausreicht, wird von Nieder- Schönhausen auch ein Betrag hierzu gewünscht. Der Bürgermeister Abraham empfahl die Bewilligung von 300 M., durch diesen Betrag würde sich die Gemeinde den Ankauf von Entwürfen fichern. Die Vertretung stimmte dem Vorschlage zu. In der hierauf folgenden nicht öffentlichen Sigung stand noch mals die Angelegenheit des Straßenbahnvertrages zur Beratung. Als Ergänzung zum letzten Versammlungsbericht des Wahlvereins teilt uns der Vorstand mit: Nicht mehr im Wahlverein sind Gustav Halte und Ernst Jeste. Woltersdorf. 400 M. Ein rätselhafter Leichenfund, dem möglicherweise ein Mord zu grunde liegen dürfte, ist am Mittwoch im Kaltsee bei Woltersdorf gemacht worden. Zwischen Woltersdorfer Schleuse und Seebab wurde die Leiche eines etwa 20jährigen Mädchens angetrieben, an welcher Spuren äußerer Berlegungen zunächst nicht erkenntlich waren. Die Tote wurde gelandet und nun entdeckte man am Halse mehrere Flecken, die darauf hindeuten, daß das Mädchen erwürgt und dann in das Wasser geworfen worden ist. Die Leiche ist bis zum Eintreffen der Staatsanwaltschaft an dem Fundort geblieben und wird gerichtsärztlich geöffnet werden, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Die Tote soll die Tochter eines penfionierten Försters Schulz aus Berlin sein. Saatwinkel. gezogen. Die Hitze. In Venedig herrscht eine derartige Hike, daß in den Werkstätten der Arsenale die Arbeit sistiert werden mußte. Solange die Hite dauert, soll nur vormittags gearbeitet werden. Das Unwetter in Amerika. Aus St. Paul im Staate Minnesota wird berichtet: Heftige Orkane, begleitet von Regen und Hagelschlag, haben am Dienstag in verschiedenen Teilen der Staaten Minnesota, Wisconsin und Jova bedeutenden Schaden angerichtet, Die telegraphischen Verbindungen sind überall unterbrochen. Die Ortschaft Joica wurde fast gänzlich zerstört, hierbei wurde eine Person getötet und mehrere verletzt. In Mason City sind drei Perfonen getötet worden. In Pana wurden zwei Personen durch Blizz erschlagen. Briefkaften der Redaktion. O. K. 10. Sie können von dem Käufer Erstattung der 109. Abneigung bildet teinen Scheidungsgrund. ant das Gericht wenden. eines Armenanwalts müssen Sie fich S. 79. Sie tun am besten, wenn Sie die Wohnungseinrichtung auf den Namen Ihrer Tochter faufen und auch die Rechnung in diesem Sinne ausschreiben lassen... 101. Falls die Sachen O. W. 101. Falls die Sachen für Sie unentbehrlich sind, dürfen dieselben nicht einbehalten werden. Im übrigen hatte die Wirtin tein Recht, Ihnen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu fünDen Ausführungen des Referenten folgte eine mehrstündige digen; Sie sind daher auch nicht verpflichtet, von diesem Tage an Miete zu lebhafte Debatte. Unter anderem trat auch ein Vertreter des zahlen. 2. 3. 10. 1. Sie haben sich der Sachbeschädigung schuldig Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins auf, der die vom Referenten Scheidungsgrund gibt eine Mißhandlung nur dann ab, wenn sie erheblich gemacht. 2. Ja. 3. Sie dürfen Ihre Ehefrau nicht schlagen. Einen gekennzeichnete Handlungsweise seiner Mitglieder zu rechtfertigen versuchte. Er behauptete, im Daimlerwert seien auch Gewerf- ft. Die Behauptung Ihrer Ehefrau, Sie hätten sich des Diebstahls schuldig gemacht, genügt, um eine Scheidungsflage darauf zu stützen. bereinsmitglieder entlassen worden, also treffe die Annahme des 1. Der Aufforderung, Ihre Wohnung zu verlassen, muß jeder Folge leisten. Referenten bezüglich der Rolle, welche der Gewerkverein hier spielen 2. Nein. 3. Ja. 4. Die Frau ist nicht verpflichtet, von ihrem Berdienste solle, nicht zu. Ihnen etwas zu geben. Es sei denn, daß Sie selbst außer Stande sind, Gin Verbandsmitglied, Löw, der Mitglied der Unterkommission sich zu ernähren. 5. Den Hund muß Ihre Frau abschaffen. 6. Gegenseitige des Arbeiterausschusses im Daimlerwerk war und auch zu den Ent- Abneigung ist kein Scheidungsgrund. 7. Auf Unterhalt in der Zukunft kann Ihre Ehefrau nicht verzichten. Erita 777. Die englische Ehe lassenen gehört, führte in längerer Rede eine Fülle von Einzelheiten schließung hat auch in Breußen Gültigkeit. Die Stoften find unseres Wissens an, wodurch nicht nur die Angaben des Referenten bezüglich der nach nicht allzu hoch. V. E. Im Falle eines Konkurses fäme nur der Verräterrolle der Hirsch- Dunckerschen im Daimlerwerk bestätigt, Anteil des Kridars an der Erbschaft in Betracht. Wir raten Ihnen, wegen sondern noch durch mancherlei neue Momente grell beleuchtet wurde. der Lohnforderung einen Arrest bei Gericht zu erwirken. Jordan, der Wortführer des Gewerkvereins, bezeichnete verschiedene Angaben Löws als Lügen, was dieser entschieben zurückwies. Auch andere Versammlungsteilnehmer bestätigten durch Zwischenrufe die Richtigkeit der von Löw vorgetragenen EinzelDie heiten, die ihnen aus eigener Anschauung bekannt waren. Debatte wurde nach vierstündiger Dauer der Versammlung vertagt und soll später fortgesetzt werden. Vermischtes. Der Prozeß Hau. E. M. Nein. Witterungsübersicht vom 8. August 1907, morgens 8 Ilht. Stationen Barometer fland mm Wind. richtung Windstarle Beller 4 wolfig 5 bedeckt 4 bedeckt Temp. n. T. 5° G.= 4° R. 15 Stationen Barometer. stand mm Bind. richtung Windstarle 14 Petersburg 752 SW 16 Seilly Better Temp. n. G. 4 heiter 16 1 wolfen! 13 16 17 2807 09 63673 Haparanda 749 DSD 766 WSW 5 Dunst 750 SW 3 beiter 770 SW 1 wolfen! 13 5 wolten! 14 berbeen 2 heiter 16 Baris 770 NW 2 heiter 17 10 Wetter Prognose für Freitag, den 9. August 1907. Veränderlich, mehrfach Regenfälle; lebhafte westliche Winde; wenig Temperaturänderung. Berliner Wetterbureau. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand am feit 7. 8. 6. 8. cm cm) Swinemde. 761 23 Hamburg 763 SW Berlin 764 23 Franti.a.M. 768 SW München 770 NW Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich auf einer Ziegelei in Die Sensationen des Prozesses Hau scheinen noch immer nicht Bien Saatwinkel beim Reinigen eines Schornsteins. Der dortselbst be- erschöpft zu sein. In Mannheim hatte sich ein Freiherr Karl von schäftigte Vorarbeiter W. war in den Schornstein hineingestiegen, Lindenau in einem anonymen Schreiben an den Rechtsanwalt ohne den Sicherheitsfanal abzusperren. W. hatte taum die Mitte Dr. Diez, den Verteidiger des amerikanischen Rechtsanwalts der Effe erreicht, als die Flammen des Heizofens durch den Kanal Hau, gewandt und sich als den während der Prozeßin den Schornstein schlugen. Bergeblich rief der Vorarbeiter um alten Herrn im grauen Hülfe. Diese konnte erst geleistet werden, nachdem der Kanal ab- verhandlungen mehrfach erwähnten Mit Hülfe der Polizei gelang es Diet gesperrt worden war, aber leider zu spät. W. wurde als Leiche in Bart" bezeichnet. Lindenau als den Briefentfeßlich verstümmeltem Zustande aus dem Schornstein heraus- schließlich, den Freiherrn von schreiber zu ermitteln. Herr v. Lindenau wurde in Haft genommen und gestern in Mannheim durch den Staatsanwalt einem fast dreiftündigen Verhör unterzogen, bei dem sich der Zeuge sehr aufgeregt me mel, Tilsit zeigte. Die Verhaftung erfolgte auf der Treppe zu seiner Bregel, Insterburg Die reaktionären Handlungen der Unternehmer in der wirt. Wohnung. Sein Zimmer wurde amtlich versiegelt und eichsel, Thorn Oder, Ratibor schaftlichen Krise, lautete das Thema einer öffentlichen Versamm- soll einer gerichtlichen Durchsuchung unterzogen werden. hung, die am Mittwoch im Lokale Zum Askanier" in Mariendorf Lindenau verbleibt vorläufig im Mannheimer Amtsgefängnis. tagte. Eingeladen waren die Arbeiter der in Tempelhof, Marien- Doch damit sind die sensationellen Meldungen noch nicht zu dorf und Marienfelde befindlichen Betriebe der Metallindustrie. Ende. Aus Mannheim wird der„ Boff. 8tg." telegraphisch berichtet: Der Referent Handke vom Deutschen Metallarbeiterverband tennzeichnete zunächst das Wesen des Kapitalismus, der darauf" Gegen den 64 Jahre alten, verheirateten, zuletzt in Mannheim Karl b. Lindenau ist gestern bom Amtsausgeht, die Arbeiter in der rücksichtslosesten Weise auszubeuten. wohnhaften Dann besprach der Redner die Verhältnisse in den einzelnen Be- gericht Karlsruhe Haftbefehl erlassen worden unter der Ve trieben. Er machte einige Firmen namhaft, bei denen so niedrige schuldigung des Erpressungsversuchs, der Bes Böhne gezahlt werden, daß nur durch regelmäßiges leberstunden- leidigung und der Begünstigung. Der Haftbefehl 1)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— Berantwortlicher Redakteur: Sans Weber. Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Verfammlungen. 130 0 Rathenow 2) 140+3 102 207+ -92 am feit 7. 8. 6. 8. om cm³) 144 6 142 25 Wafferstand Havel, Spandau Spree, Spremberg Beeskow " Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Ibe, Leitmeriz 165 8 174 96 10 Beser, Münden Rhein, Waldshut 102 33 3 Kaub Köln 226 218 -30 7 156 7 147 Nedar, Heilbronn Main, Wertheim Mosel, Trier 33 92 Barby Magdeburg Saale, Grochlik -V Minden Unterpegel. BBLE2 451 + 1+ 11111+ 11