Nr. 198. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 M wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., füs politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Länder. Die Stuttgarter Tagung. Stuttgart, den 24. August. Sonntag, den 25. August 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " 1 " der E3 genommen worden sind. Formell bestätigte die vorgelegte auf die in der Stunde der Not Verlaß ist, hat es Resolution der Kolonialkommissionsmehrheit zwar die Pariser die deutsche Sozialdemokratie bisher wahrhaftig nicht und Amsterdamer Beschlüsse, sie begann aber mit einem Ab- fehlen lassen, noch wird sie künftig je diese ihre vorsatz, der, indem er von einer Uebertreibung des Nukens nehmste Pflicht verabsäumen. Diese Ueberzeugung nahm oder der Notwendigkeit der Kolonien für denn auch die ungeheure Mehrheit des Kongresses Das internationale Stuttgarter Arbeiterparlament hat die Arbeiterklasse sprach, den Nutzen und die gallige temperamentvolle Hervé vielleicht nicht einmal ausnach fieben arbeitsreichen Tagen seine Pforten geschlossen, Notwendigkeit solcher Kolonien für die sozialistische Arbeiter geschlossen aus den Verhandlungen der Stuttgarter Woche ohne daß seine Verhandlungen abgesehen von der ebenso schaft als etwas Gegebenes und Erwiesenes mit sich nach Hause: und aus dieser Ueberzeugung heraus fleinlichen wie lächerlichen Ausweisung des englischen Genossen voraussette. Zudem wurde die Kolonialpolitik nicht erklärt sich die debattelose einstimmige Annahme Duelch durch die geringsten störenden Zwischenfälle getrübt prinzipiell berworfen, sondern zwischen einer der von der Subkommission vorgeschlagenen Resolution. Und worden wären. Keiner der bisherigen internationalen Ston- tapitalistischen und sozialistischen, das heißt zwischen der der Eindruck dieser Einmütigkeit wird auch auf die herrschenden greffe fann sich eines gleichen glänzenden Erfolges rühmen; heutigen und einer gemilderten, humaneren Kolonialpolitik Klassen nicht ohne Wirkung bleiben! Meinte doch Vandervelde feiner bot von seiner Eröffnung bis zu seinem Schluß ein so unterschieden und letztere für akzeptabel erklärt. mit Recht: Die Leute im Haag wissen ganz gut, daß die imposantes Bild parlamentarischer Tagung, keiner hat ein Der Kongreß hat jedoch diesen Vorschlag, dessen Annahme eigentliche Friedenskonferenz nicht im Haag, gleiches Arbeitsquantum geleistet und keiner hat so deutlich eine Desavouierung des Verhaltens des größten Teiles der sondern in Stuttgart tagt". Ser bürgerlichen Welt die Einheitlichkeit, man fann fast sagen sozialdemokratischen Parteipresse während des letzten Reichs- Es ist demnach eine höchst bedeutende Arbeitsleistung, Einheit der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung tagswahlkampfes bedeutet hätte, verworfen und der Resolution die das Stuttgarter Völkerparlament bewältigt hat. demonstriert. Mehr noch als seine beiden letzten Vor- durch Ablehnung des ersten und des letzten Absages sowie scheint tatsächlich, als wenn, wie jüngst unser Hamburger Täufer, der Pariser Kongreß des Jahres 1900 und durch Einfügung eines Minderheitsantrages eine Fassung Parteiorgan schrieb, die neue Internationale die Periode der Amsterdamer Rongreß von 1904, hat er die alten Be- gegeben, welche die früheren Kolonialresolutionen der inter- der Konsolidierung, der inneren Befestigung und der fürchtungen widerlegt, daß die Verschiedenheit der Sprache nationalen Arbeiterkongresse nicht mildert, sondern ver- gegenseitigen Anerkennung überstanden hat und mit der und der politischen Verhältnisse ein wirkliches praktisches Zu- fchärft. Für den Kampf, den die sozialdemokratische Stuttgarter Tagung in eine neue Lebensperiode eintritt: in sammenarbeiten der nationalen sozialistischen Parteien ver- Arbeiterschaft Deutschlands in den nächsten Jahren gegen die die Epoche der unmittelbaren praktischen hindere und daß deshalb alle internationalen Tagungen feine Flotten- und Weltpolitik des neuesten imperialistischen Kurses Wirksamkeit. Daß dieser Fortschritt erfolgen konnte, andere Bedeutung zu erlangen vermöchten, als die einer zu führen haben wird, eine vorzügliche Waffe. verdanken wir in erster Reihe dem zunehmenden internationalen Demonstration, einer Manifestation des Um- Auch die übrigen politischen Fragen, vor die sich der Klassen- und Solidaritätsbewußtsein des internationalen sichgreifens der Klassenkampfidee in den Arbeitermassen aller Kongreß gestellt fand, sind von ihm in einem radikaleren Proletariats und den auf früheren) internationalen Sinne beantwortet worden als auf den früheren internationalen Kongressen gesammelten Erfahrungen, die dazu geführt Was wir faum zu hoffen wagten, hat der Stuttgarter und den deutschen sozialdemokratischen Parteitagen. Der haben, das Schwergewicht der Arbeit immer mehr in die Rongreß geleistet. Er hat die schwierigen Fragen, die ihm Stuttgarter Kongreß forderte nicht nur platonisch die Ein- einzelnen Kommissionen zu verlegen. Einen feineswegs der Amsterdamer Kongreß als Erbteil hinterlassen hat, führung des allgemeinen, gleichen Frauenwahl- geringen Anteil an dem imposanten Verlauf des Kongresses gelöst und zwar in glänzendster Weise. Fehlte rechts, sondern stellte zugleich den sozialistischen Parteien haben jedoch auch das Brüsseler internationale Bureau und cs auch in Stuttgart, wie es angesichts der bunten die Aufgabe, bei ihren Wahlkämpfen eine energische das Stuttgarter Lokalkomitee, die beide in der Organisation Verschiedenartigkeit der der fozialen Verhältnisse innerhalb Agitation für dieses Recht zu betreiben. Ferner findet des Kongresses höchst Anerkennenswertes geleistet haben. der auf dem Kongreß vertretenen 25 Nationalitäten nicht sich in der zur Regelung des Verhältnisses zwischen Der Stuttgarter Kongreß ist ein bedeutungsvoller Fortanders sein kann, bei den einzelnen behandelten Problemen Partei und Gewerkschaften bestimmten Resolution, schritt, sowohl was die Regelung der über die Landesnicht an Meinungsverschiedenheiten, so erhob sich doch immer die sich als eine Erweiterung des vorjährigen Mannheimer grenzen hinausgreifenden allgemeinen Lebensfragen des wieder über dem Streit der Ansichten der siegreiche Gedanke Beschlusses darstellt, neben der Forderung, daß sich die Ge- Proletariats, als was die internationale Solidarität anbetrifft. der Einheit, das Bewußtsein, daß die wichtigste Grund- werkschaften bei ihren Attionen bom sozialisti- Die Forderung des kommunistischen Manifestes: Proletarier bedingung des sozialistischen Sieges über den die heutige Welt fchen Geiste leiten lassen müssen, die An- aller Länder vereinigt Euch!" findet trotz aller Rassen- und beherrschenden Kapitalismus die internationale Solierfennung, daß die gewerkschaftliche Tätigkeit durch die Nationalitätsverhekungen in den Arbeitermassen immer tieferes darität des Proletariats ist und daß diese Soli- Produktionsentwickelung zur Ohnmacht verdammt wird, wenn Verständnis. Keiner der bisherigen internationalen Kongresse darität nur aufrecht erhalten bleiben kann, wenn einerseits sie ausschließlich auf der Sorge für die Interessen bot ein solches Bild proletarischer Völkerverbrüderung. Noch jede sozialistische Partei ohne Unterschied der Nationalität sich der Berufsgenossen, auf der Grundlage des zünftigen mehr als in den Verhandlungen selbst kam das in dem von der großen sozialistischen Armee als ein zwar besonderes, aber doch Egoismus und der Theorie der Interessenharmonie" auf den Stuttgarter Genossen arrangierten großen Abendfest zum zu den anderen Truppenförpern in engster Waffenbrüderschaft gebaut ist. Ausdruck. Wie langjährige, enge Freunde verkehrten die stehendes Armeekorps eingliedert, und wenn andererseits Ein neues Arbeitsfeld beschritt der Kongreß mit der Vertreter der verschiedenen Nationen miteinander. jedem dieser Armeekorps jene Freiheit der Bewegung und Diskussion und Beantwortung der Ein- und Aus- Wie sollte auch das internationale Proletariat nicht vom der Gefechtstaktik eingeräumt wird, die seine Formation und wanderungsfrage. Auch der hierauf bezügliche Be- Gefühle wärmster Brüderlichkeit beseelt sein! Denn so sehr die Eigenart seines Stampfgeländes erfordern. schluß bedeutet, wenngleich seine Fassung an einzelnen Stellen der Sozialist jedes Landes auch sein Vaterland liebt, so stolz So ist es denn, geleitet vom Geist der internationalen zu wünschen übrig läßt, einen glücklichen Lösungsversuch. er auf alle Werte wahrer nationaler Kultur, aller wahren Solidarität, den verschiedenen sozialistischen Delegationen des Bom Standpunkte der internationalen proletarischen Wissenschaft und Kunst ist die ja ihrerseits ihre Straft nicht Stongresses gelungen, in gemeinsamer Arbeit für den Vor- Solidarität verwirft Stuttgarter Kongreß alle nur aus dem Boden der Heimat saugen, sondern mit tausend marsch des Proletariats neue Richtlinien zu finden und Maßnahmen zur Ausschließung bestimmter Fasern im Erdreich internationaler Stultur wurzeln an gefährlichen Kreuzungspunkten der fozialdemo- Nationen oder Rassen von der Einwande er hat nicht den geringsten Anteil an dem kulturwidrigen kratischen und der tapitalistischen Politik, wo ein rung, erklärt es aber für die Pflicht der Arbeiter- Aberwig jener nationalistischen Beutepolitik, die die Nationen Abirren bon der Bahn sozialistischer Zweckverfolgung organisationen, die Ein- und Ausfuhr von Streit frivol gegeneinander hetzt. Das Proletariat aller Länder verhängnisvoll werden fönnte, in der Gestalt bon brechern zu hindern, und verlangt das gesetz- fühlt sich eins in der Bekämpfung dieses Kapitalismus, eins in Resolutionen neue Wegweiser aufzustellen. 8war er liche Verbot des Imports solcher Arbeiter, die einen Kontrakt dem mit äußerster Energie betätigten Streben, an die Stelle obert man mit Resolutionen, das kann den Gegnern der geschlossen haben, der ihnen die freie Verfügung über ihre der kapitalistischen Volkszerklüftung und Voltsausbeutung die sogen. Resolutionsmacherei" zugegeben werden, keine feind- Arbeitskraft wie über ihre Löhne nimmt. sozialistische Gesellschaftsordnung zu setzen, die nicht nur lichen Stellungen, und wie falsche Beschlüsse durch die in der Auch die Resolution über den Militarismus und Freiheit und Wohlfahrt für alle, sondern auch den Völkerfozialistischen, Bewegung stedenden Notwendigkeiten immer die internationalen Konflikte, die nach heißen frieden schaffen wird! wieder ihre Korrektur finden, so vermögen auch die scharf. Redeschlachten zustande kam und einstimmige Annahme Was die proletarische Internationale in Stuttgart gefinnigsten und folgerichtigsten Resolutionen eine Partei nicht fand, bildet die unzweideutigste Richtschnur für das Verhalten meinsam beschlossen, gilt es nun im nationalen Rahmen in auf dem richtigen Weg zu erhalten, wenn aus den sozial- des internationalen Proletariats. Sie verweist in ihrem ersten die Tat umzusetzen! An die Arbeit! wirtschaftlichen Verhältnissen heraus sich starke Gegen sozusagen prinzipiellen Teil auf die unlöslichen Zusammen. strömungen ergeben, die ihrer Folgerichtigkeit, ihrer Konsequenz hänge zwischen Kapitalismus und Imperialismus und widerstreiten; aber nicht nur sind die Resolutionen zur Militarismus. Sie betont, daß erst die Beseitigung des Aufstellung von Richtpunkten und zur möglichsten Ver Kapitalismus die Kriegsgefahr ausschaltet und formeidung unnüßer Kraftbergeudung im dert als Gegenwartsprogramm die DemokratifieKampf unerläßlich, sondern sie können auch dadurch, daß sie rung des Heeres. Sie macht es endlich die Vorbedingungen für die Eroberung neuer starker Positionen Pflicht aller nationalen Parteien des Sozialismus, greifbarere Gestalt. liefern, wichtiger, bedeutungsvoller für die internationale Be- bei eintretenden Kriegsgefahren alle möglich er- Zuerst waren neue Steuern für 1907/8 in der Denkschrift wegung werden, als die direkte Kampfattion selbst. Wo scheinenden Mittel aufzubieten, um die Völker- angekündigt, die die Regierung mit dem Reichshaushaltsetat am Resolutionen Bestimmungen über das Verhalten des sozia- zerfleischung zu verhindern. Ueber die prinzipielle 12. Dezember 1906, einen Tag vor der Reichstagsauflösung, im listischen Proletariats zu drängenden politischen Lebensfragen Stellung zum Militarismus und Krieg bestand ja von vorn Reichstage verteilen ließ. In dieser Dentschrift hieß es wörtlich; treffen und fie entscheiden, da werden die Resolutionen herein nicht die geringste Meinungsverschiedenheit. Der Die verbündeten Regierungen haben daher gewissermaßen selbst zu hochwichtigen Aktionen, zur Bunsch namentlich französischer Genossen ging nur Diretten politischen Eat! dahin, daß sich die deutsche Sozialdemokratie auf bestimmte " zur ge Das Gespenit der neuen Steuern. Das Gespenst der neuen Steuern bekommt von Tag zu Tag 11° mit der Feststellung des Etats nicht zum Ausdruck bringen wollen, daß sie zur dauernden Uebernahme der gesamten an edeckten, über 24 242 078 m. hinausgehenden Matrikularbeiträge im stande seien. Sie müssen sich sonach eine ent sprechende Entlastung durch nachträgliche Ergänzung der jüngst verabschiedeten Steuergesetze vorbehalten.". Zu dieser Art der Resolutionen gehören aber mehrere der Mittel zur Verhinderung des Krieges festlegen solle. Eine von dem Stuttgarter internationalen Arbeiterparlament gefaßten solche Festlegung mußte die deutsche Sozialdemokratie abBeschlüsse, vor allem die, die sich auf die kolonial- lehnen, nicht aus Furcht dagegen nahm sie Vanderpolitik und die Bekämpfung des Militarismus velde in seinem Stommissionsbericht, der heute die Debatte Die erfrischende Deutlichkeit mußte natürlich den regierungsbeziehen. schloß, unter dem Beifall des Kongresses mit Recht freundlichen Wahlrummel erheblich stören, und drei Tage vor der In den Debatten des Stuttgarter Arbeiterparlaments in Schutz, sondern einfach aus der Auffassung heraus, Hauptwahl, in letzter Stunde und mit desto verblüffender Frechheit spielte die Redeschlacht um die Kolonialresolution die wichtigste daß die Mittel durchaus von der gegebenen Situation erklärte die offiziöse Presse, daß die Regierung von neuen Rolle, und für Deutschland hat diese Resolution tatsächlich die abhängen, also nicht schablonenhaft im voraus bestimmt Steuern Abstand nehmen werdel größste, die dringlichste Bedeutung; denn es ist werden können. Gerade der allem deklamatorischen Pathos Diefer Schwindel wurde so lange aufrecht erhalten, als der zweifellos, daß der Ausfall der Januar- Reichstagswahl die abholde Charakter der deutschen Sozialdemokratie lehnte eine Surra- Mischmasch des Hottentotten- Blods notwendig war, den legten Hindernisse hinweggeräumt hat, die bisher den imperia- Aftion" durch Worte ab, die ja doch völlig belanglos wäre, Hottentotten- Reichstag geziemend zu inszenieren. listischen, weltpolitischen Plänen der Reichsregierung entgegen- wenn nicht die deutsche Sozialdemokratie durch die Tat be- Als die ersten Freudengesänge verrauscht waren, fiel ein Tropfen standen. Zunächst schien es, als hätte der Kongreß Neigung, wiese, daß sie den Kampf gegen den Militarismus und den Wermut nach dem andern in den Freudenkelch. auf diese neuen Gefahren der welt und folonialpolitischen Strieg so bitter ernst nimmt wie nur irgend eine sozia- Zuerst kamen die diversen Nachtrags- Etats für die kolonialen Romantit mit einer Abschwächung der Refolutionen zu liftische Partei des Auslandes. Und an der bisher möglichen Sand wüsten. antworten, die auf den internationalen sozialistischen Tat: die Erziehung der proletarischen Massen zu ziel. Dann kam das Fiasko der neuen Berkehrssteuern: die Fahr. Rongressen von Paris( 1900) und Amsterdam( 1904) an- bewußten. obferbereiten Klaffentämpfern, tartensteuer bat den angefeßten Ertrag nicht gebracht; im Gegenteil, fie hat dem Eisenbahnfiskus erŋedliche Wusfälle verp ursacht; bie Automobilsteuer hat nur die Hälfte des erhof Freifinnige Arbeiter und freifinnige ,, Staatsmänner". Weiterhin haben sich ja auch gerade freisinnige Politiker die nimmt! langte darüber hinaus, daß durch diplomatische Verhandlungen eine allgemeine brüstung herbeigeführt werde." Ertrages gebracht; die Erhöhung des Ortsportos hat sich als ein Fehlschlag nach jeder Richtung erwiesen, und ebenso steht an der Friedensbewegunng lebhaft beteiligt; steht doch es mit der Erhöhung der Portogebühren für besondere Die Düsseldorfer Post", das Post", das Wochenblatt der noch Herr Eickhoff an der Spitze der interparlamentarischen Beitungsbeilagen. rheinisch- westfälischen Gewerkvereinler, bringt Friedenskonferenz. Wir wiederholen also: der Freifinn müßte es Auch der Wuchertarif hat bis jetzt die Ideale der Volts- aur preußischen Wahlrechtsfrage einen Artikel mit der Ueberschrift: der Sozialdemokratie ungeachtet aller sonstigen wirtschaftlichen und ausbeuter noch nicht in vollem Umfange erfüllt. Am Scheideweg". Darin heißt es, daß der Liberalismus vor politischen Differenzen Dant wissen, daß sie den Kampf um die Auf der anderen Seite aber läßt sich das positive Defizit einer schweren Stunde stehe, indem er sich entscheiden müsse, ob Demokratisierung des Militarismus, der sich heute in den immer sicherer ausrechnen. Zunächst wollen die Einzelstaaten er den Weg betreten wolle, der ihn zur großen Boltspartei hin- Händen der Junker und Großbourgeoisie befindet, und gegen die frivole nur 24 Millionen ungedeckter Matrikularbeiträge auf führe unter dem Jubel der Massen, oder ob er die alten aus Kriegszettelei unserer reaktionären Chauvinisten mannhaft aufBahnen weitergehen wolle, sich nehmen. Da folche Limitierung glücklicherweise bisher noch vom getretenen Reichstage verhütet ist, hat man seit der ersten Finanzreform" be- rettungslos au seiner allmählichen Auflösung Aber die Wege und Ratschlüsse des Freisinns sind unerforschlich. kanntlich zu dem Mittel der Stundung gegriffen. Heute liegen, führen würden. Er begrüßt nicht die Friedensbestrebungen des internationalen Brolewie schon vor Monaten festgestellt wurde, die Dinge so, daß sich die Als die preußische Wahlrechtsfrage angeschnitten wurde tariats, sondern er denunziert sie durch sein führendes Organ, der angedeckten Matrikularbeiträge auf 88 Millionen und aus den linksliberalen Parteien eine fast einmütige Ansicht Freis. Btg.", geradezu den reaktionären Chauvinisten! stellen. Bringt man die zu stundenden 24 Millionen hiervon in sich ergab, da schlugen Tausende von Herzen höher und nahmen Das Blatt figelt Wilitärbehörden und Staatsanwälte folgenderAbzug, fo verbleiben als neu zu deckendes Defizit an, daß die Stunde der Wiedergeburt des Libera. lismus nun endlich gekommen sei. Und zweifellos fommt maßen: diese Stunde, wenn der Liberalismus es jetzt versteht, die so günstige Situation auszunuben, unentwegt an die Forderung nach der Einführung des Reichstagswahlrechts auch für den preußischen Staat festhält und eine Maffenbewegung für die Eroberung dieses Zieles entriert. Dann werden Tausende sich um seine Fahne sammeln, die bisher abseits vom Wege standen und grollend unserer politischen Entwickelung zusahen, oder mit anderen Parteien gingen, trotzdem sie im Innern ihres Herzens gar nicht zu diesen gehörten." 64 Millionen ungedeckter Matrikularbeiträge! Dann gehören in den laufenden Etat 23 Millionen Zeuerungszulagen, die man zuerst dem Jahre 1909 vorbehalten wollte. Sie müssen also zu den 88 Millionen Mark ungedeckter Matrikularbeiträge hinzugerechnet werden, so daß als endgültiges Defizit vorläufig die hübsche Summe von bleibt! 111 Millionen Mark Und fast genau mit dieser Summe stimmt die Höhe der neuen Steuerforderung überein, die jest unwidersprochen durch die Presse geht! 110 Millionen neue Steuern sollen demnach notwendig werden! Und sie sollen ausgepreßt werden aus dem Wolfe durch eine Tabat- und Zigarrenbanderolenftener! Aber es ist mit aller Bestimmtheit vorauszusagen, daß diese 110 Millionen Mark neue Steuern längst nicht genügen werden, um die infame Politik des Hottentottenblocks auszuhalten. Es stehen weitere Nachtragskredite für die Kolonien bevor; es stehen noch gar nicht zu bemessende Ausgaben für neue Bewaffnungen und für neues Material in Heer und Flotte bevor; es soll der Train reorganisiert werden und die Dffiziersgehälter sollen erhöht werden! Das geht alles nicht für einen Pappenstiel! Im Gegenteil, wenn man niedrig cechnet, wird die neue Steuerforderung mindestens auf einen Ertrag von 250 Millionen Mark hinauslaufen müffen, eine Summe, die schon im Juni von der " Milit.- Polit. Korrespondenz", deren gute offiziöse Beziehungen befannt sind, genannt und genau spezialisiert wurde. Das Ergebnis unserer glorreichen Regiererei ist also, daß nach dem Wuchertarif und den 180 Millionen Steuern des Vorjahres alles beim alten geblieben ist nach dem alten Refrain: Es wird weitergewurstelt auf Kosten des arbeitenden Boltes! Bis das Volk diesem ungeheuerlichen Treiben Halt gebietet! Denn in allen Dingen steckt ein Maß. Der Schlußakkord! Leider sieht das Gewerkvereinsblatt seine Hoffnung, daß der Liberalismus fich ermannen möge, bedenklich erschüttert. Es be= merkt, daß einige( nur einige?!) liberale Blätter die Wahlrechtsaktion nicht mitmachen wollten, sie wiegelten ab und suchten nachzuweisen, daß das gesteckte Ziel doch nicht zu erreichen und feine Verfolgung dem Block nachteilig sei. Darauf bemerkt das Hirsch- Dunckersche Blatt: Leute, die wie die alten Weiber flennen, noch ehe der eigentliche Kampf begonnen hat, die jammernd schreien, daß das Ziel doch nicht zu erreichen wäre und man schließ= lich noch diesem oder jenem sogar mehe tun könnte, folche Leute sind nicht berufen, jemals Volksmaffen zu begeistern und für fich zu gewinnen. Diese fatten Gesellen mögen dorthin gehen, wo sie ihrer ganzen Natur nach hingehören, aur Re aftion. Für alle wahrhaft Liberalen gibt's jezt kein Rückwärts; das würde ihr Tod sein. Nicht dem Zaghaften, sondern dem Mutigen gehört. die Welt." Allem Anscheine nach haben bei den Freifinnigen die Bag haften mehr Einfluß als die Mutigen! Die Welt zu gewinnen, hat der Liberalismus längst aufgegeben, ihm genügt die Guns Bülows! Deshalb übt er in der Wahlrechtsfrage staatsmännische Bescheidenheit. Die freisinnigen Arbeiter werden wohl vergeblich auf die Stunde der Wiedergeburt des Liberalismus hoffen, wenn sie sich nicht noch ganz anders rühren und die fatten Gesellen" und" alten Weiber" förmlich zur Aktion peitschen! Marokko. " Die Situation für die deutsche Sozialdemokratie ist auf dem Kongreß dadurch erschwert, daß sie gegenüber den positiven Vorschlägen von Hervé und anderen nur allgemeine Redewendungen anwendet und es den gegebenen Umständen überLassen will, welche Mittel man zur Verhinderung des Krieges in jedem Falle anzuwenden habe. Diese Zurückhaltung rührt zum Teil sicherlich daher, daß die Genossen zurzeit selbst noch nicht wissen, welche Maßnahmen in dem entscheidenden Moment ergriffen werden sollen. Andererseits aber suchen fie auch jede Aeußerung zu vermeiden, welche die Regierung auf ihren Agitationsplan ausdrücklich aufmertsam zu machen geeignet ist. Trotzdem aber oder vielmehr gerade deshalb werden alle diejenigen, denen es zukommt, nötig haben, die Augen offen zu halten. Denn das ist nach der Haltung auch der gesamten deutschen Sozialdemokratie offenbar ihr Bestreben geht dahin, das Heer mit dem Sozialismus zu durchseßen und so zur AufLösung zu bringen. Wie das geschehen soll, darüber lauten die Ansichten je nach Temperament, Intelligenz und Vollscharakter allerdings verschieden; das 8iel jedoch ist für alle das gleiche." Das freifinnige Denunziantenblatt erlebt denn auch die Genugtuung, daß das Organ Knuten Dertels just zur gleichen Stunde einen Hezartikel gegen die deutsche Sozialdemokratie vom Stapel läßt. Das Blatt der ostelbischen Brot und Fleischwucherer fefundiert dem freisinnigen Block Bruderorgan in vollster Seelenharmonie. Es erblickt in der Stuttgarter Resolution über den Militarismus bewußte Vorbereitung des Landeserrates" und verlangt, vorbeugende internationale(!!!) bwehrmaßregeln", richtet aber auch an die verantwort lichen Leiter der Politik" zugleich die Frage: wie lange noch" sie das Treiben der roten Rotte dulden wollen! " Vom Standpunkte der oft e Ibischen Junter aus ist das ja auch ganz logisch. Sie wollen ja, wie sie ganz offen eingestehen, bas„ strophulöse Gefindel" knechten und kuuten! Aber der Freifinn vertritt doch angeblich!- die Rechte des Voltes! Daß sich gleichwohl das führende Organ ihrer stärksten Gruppe zu solch' schofler Denunziation mit einem Knuten- Dertel zusammenfindet, beweist, welch' tiefe Intereffenharmonie und politische Die Nachrichten werden spärlicher- neue Angriffe auf Seelengemeinschaft dem Bündnis zwischen den besitzenden Casablanca haben nicht stattgefunden. Bemerkenswert und vermöge ihres Besizes dominierenden Elementen ist, daß der Sultan, obgleich ihm die Proflamierung seines bes eisinns" und dem strupellosesten ostelbischen Bruders zum Gegenfultan nach Meinung der Franzosen in Krautjuntertum zugrunde liegt! Das volksverräterische Denunziantengeschmeiß von rechts und ihre Arme treiben müßte- die Rückberufung der 30 Delegierten, die die Protestnote gegen Frankreichs Vorgehen in Tanger über- links" hat sich wieder einmal gefunden! geben sollten, hatten sie bereits in diefem Sinne gebeutet-, einen Protest gegen Frankreichs Maßnahmen aufrecht erhält. Die Lage in Fez ist andauernd für die Europäer sehr be drohlich ihr Auszug sollte Sonnabend erfolgen. Die Meldungen des Tages lauten: " Nochmals: der tastrierte Freifinn. " Stuttgart, 24. August.( Privatdepesche.) Nach einer eindringlichen, in ein Hoch auf die revolutionäre Sozialdemokratie und die internationale proletarische Solidarität Als der freisinnige Abg. Gothein neulich in einem, wie wir ausklingenden Schlußrede Singers ist heute unter Abgern anerkannten, sachlich und logisch guten Artikel den obersingung des Sozialistenmarsches, der Internationale, der Roten Fahne und der Carmagnole das Stuttgarter Arbeiter- Tanger, 24. Auguft. Der maroffanische Staatsminister le fifchen Bergarbeiterstreit aus der zunehmen. parlament geschlossen worden. Nochmals gestaltete sich und Vertreter Marottos auf der Konferenz von Algeciras, Sib den Teuerung aller Lebensbedürfnisse ableitete, erden Korrespondenten der laubten wir uns die Konsequenz aus dieser Erkenntnis au die Tagung zu einer mächtigen Demonstration. EI Mofri, empfing gestern " in Tanger in liebenswürdigster Weise. Mokri ziehen und Herrn Gothein aufzufordern, gegen die agrarische Schon lange vor Beginn der Sigung sammelte sich auf den Frankf. 8tg. Zuschauertribünen eine dichtgedrängte Menschenmenge, und sprach mit rückhaltloser Offenheit. Er sagte, die wahre Urfache der Wucherpolitit seiner fonfervativen Blodfreunde Sturm zu Wir fügten aber sofort hinzu, daß der Freisinn auch die langen Tische der Delegationen, die gestern iesigen Wirren sei darin zu suchen, daß das ungewöhnliche Vorgehen blasen. manche Lücke aufwiesen, waren wieder vollbesetzt. Alle der Franzosen in Marokko zu der Furcht vor Unterdrückung bei- die Mannestraft dazu nicht mehr habe, und daß erst fürzlich die getragen habe. Der Maghzen billige die Bewegung nicht freifinnige Weser- 3tg." sogar tonstatiert habe, in geistig erwarteten packende Reden, und fie tamen auf biefelbe fei nicht christenfeindlich, sondern gegen die ihre Rechnung. Denn das Referat für die Militär Franzosen gerichtet. Die jeßige Aftion Franfreichs halte hochstehenden(!) freisinnigen Kreisen" mache man tommission hatte Vandervelde übernommen, vielleicht sich nicht im Rahmen der Algeciras- Atte und Mokri hofft, daß die kein Hehl daraus, daß der Freifinn darauf verzichten müsse, die agrarische Bollpolitik zu bekämpfen. Indem wir so Gotheinsche Erder formvollendetste Redner des ganzen Kongresses. übrigen Bertragsmächte Frankreich dahin zurückbringen werden. Paris, 24. Auguft. Der„ Eclair" meldet aus Casablanca: tenntnis und freifinnige Block- Knechtschaft zusammenstellten, sprachen Vanderveldes Redekunst fehlt die starke Leidenschaftlichkeit eines Bebel oder Jaurès. Sie hat, wenugleich der Führer Hier herrscht zurzeit vollkommene Ruhe. Die Marokkaner find wir von dem kastrierten Freifiun. Diese Logit der politischen Tatsachen hat Herrn Gothein stark der belgischen Arbeiterpartei sehr populär und eindringlich zu plößlich aus der Umgebung von Casablanea verschwunden, nachdem sprechen weiß, etwas Akademisches, aber seine wohldisponierten, fie eine Anzahl Ortschaften, Dörfer sowie einzelne Gehöfte und die verschnupft, aber anstatt seine freisinnigen Brüber, die nicht Ernte in Brand gesteckt hatten. Eine franzöfifche Patrouille fand fich an antife Muster anlehnende Reden bieten jedem, der den roten Mantel des Kaid, dessen unerschrockenheit bei dem nur sich selbst sondern auch Herrn Gothein politisch kastriert haben, Sinn für Sprachwohllaut, rhetorische Sicherheit und einen legten Angriff der Maroffaner die große Bewunderung der Fran- anzugreifen und anderen Sinnes zu machen, wendet er fich gegen wohlgegliederten Gedankenaufbau besitzt, fast stets einen 30jen erregt hatte. Man nimmt an, daß der Kaid getötet die einfachen Schlußfolgerungen des Vorwärts". ästhetischen Genuß. worden ist. Das plögliche Verschwinden der Marokkaner wird von und in einer Weise, die wir, ehrlich gestanden, gerade bei Herrn Gothein nicht einmal vorausgesetzt hätten. Man sieht aber, daß Heute hatte Vandervelde seinen guten Tag. Seine außer- französischer Seite als Kriegslist betrachtet. London, 24, Auguft. Der Vertreter einer größeren Londoner man die freisinnigen Herren immer noch zu hoch einschätzt. ordentlich modulationsfähige, flare Stimme drang bis in die Denn was bringt Herr Gothein gegen die von uns nur wiederletzten Winkel des Riefensaals. Geschickt schilderte er die Firma berichtet aus Mogador, daß die Stadt und Umgegend ruhig sei und ernste Unruhen nicht mehr zu befürchten feien. Die Lattik der bürgerlichen Presse, in der antimilitaristischen Frage Mehrzahl der Stämme weigern sich, Muley Hafid als Sultan angegebene ogit der Tatsachen vor? die sozialistischen Führer der verschiedenen Nationen gegen zuerkennen. Auch die jüdische Bevölkerung ist beruhigt. Die Ge einander auszuspielen, und erörterte dann die Meinungs- fchäfte sind wieder geöffnet worden. In Marrakesch ist alles verschiedenheiten in der Kommission, sowie ihre schließliche ruhig. Mehrere einflußreiche Stämme bleiben loyal und weigern Vereinigung auf die vorgelegte Resolution. Ins Deutsche fich ebenfalls Muley Hafid als Sultan anzuerkennen. Fez, 23. August.( Meldung der Agence Havas.) Infolge der übersetzt wurde die Rede durch den Führer der österreichischen Bruderpartei, den Genossen Viktor Adler, so daß die Sigungs- besorgniserregenden Lage ist die Abreise der Europäer auf besucher auch diesen ausgezeichneten Redner zu hören befamen. den 24. d. M. festgesetzt. Paris, 24. August. Im Kriegsministerium dementiert man Im Namen des Brüsseler Internationalen Bureaus die Zeitungsmeldung, wonach dem General Drude eine Luftbeantragte Singer in Anbetracht der Tatsache, daß die anti- ifferabteilung zur Verfügung gestellt werden soll. militaristische Resolution einstimmig in der Stommission angenommen worden sei, über sie per Attlamation abzustimmen. Das paßte jedoch dem Führer der französischen Antimilitaristen, Hervé, nicht. Er wollte sich die Gelegenheit zum Neden nicht entgehen lassen, und er erlangte tatsächlich das Wort, denn als ihm nicht gestattet wurde, Es verlohnt sich faum noch, auf biefe alberne Arguzum Resolutionsantrag zu sprechen, forderte er das Wort Die Freif. 8tg.", das führende Organ der Freifinnigen mentation mit einem Worte zu antworten, benn gerade das zum Widerspruch gegen den vorgeschlagenen Abstimmungsmódus. Hervé berrät in feinem Erterieur feineswegs den Volkspartei", widmet dem Thema Sozialdemokratie und Gegenteil ist bei der Hottentottenwahl geschehen: ben 2-3 Streifen, Man wo sozialdemokratische Wähler einen oppofitionellen Zentrumsmann dem Draufgänger avec phrase; er besitzt den Typus des Gymnafial- Militarismus heute einen langen Leitartikel. professors. Auch seine Stimme hat nichts Aufreizendes, aber sollte annehmen, daß das freisinnige" Blatt der inter- freifinnigen Blockandidaten vorzogen, stehen Dußende von Kreisen Hervé versteht trotzdem gewandt zu sprechen und er verfügt nationalen Sozialdemokratie aufrichtige Anerkennung zollte wegen ihres gegenüber, wo der Freifinn die ärgften agrarischen Bollwucherer über scharfe, boshafte Satire. Nachdem er sein Gewissen Strebens, durch energische Geltendmachung des demokratischen direkt und indirekt in den Neichstag gebracht hat. Hat Herr Gothein folchermaßen falviert, fühlte er sich befriedigt und stimmte, Selbstbestimmungsrechts der Nation zur Verhütung ein so furzes Gedächtnis, so frischen wir es ihm gern auf! In 11( elf) Kreisen hat der Freifimm durch Verzicht auf als die Abstimmung durch Afflamation vorgenommen wurde, dynastischer, chauvinistischer oder imperialistischer Kriegsfährlichkeiten ebenfalls für die Resolution, so daß diese unter nach Kräften beizutragen. Der Freifinn behauptet ja, die Rechte eigene Kandidaturen von vornherein den Sieg der Parteien stürmischem Beifall einstimmige Annahme fand. Hierauf wurde nach des Volkes zu vertreten; folglich müßten seine Auffassungen der Rechten gesichert; so in Elberfeld- Barmen, Borna, Cannstatt, der einhelligen Zustimmung des Kongresses zu einem Protest in Sachen des Militarismus und des Krieges sich völlig Eßlingen, Reuß j. L., Breslau- Dft, Löbau, Wangleben, München I, Schwarzburg- Rud., Pirna, gegen die Marotto Expedition, einer Beglück mit denen der Sozialdemokratie beden. Daß der bürgerliche Fortschritt wenigstens in seiner Blüte wünschung der russischen Revolutionäre und einer Sympathie erklärung für Haywood der zeit die Kriegsmezeleien verurteilte, ergibt sich ja aus einem Kongreß geschlossen. Abrüstungsantrag, den der vielgefeierte Abg. Virchow im Herbst 1869 stellte. Virchow beantragte nicht nur, die Igl. Staatsregierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß die Ausgaben der Militärverwaltung des Norddeutschen Bundes entsprechend beschränkt werden, sondern er ver- I Des letzten Kampfs Fanale Rufen uns in die Reih'n. Die Internationale Wird die Menschheit sein& Politifche Ueberlicht. Berlin, den 24. August 1907. Denunzianten- Geschmeiß. Buerst schüttelt er die Wefer 8eitung von den freifinnigen Rockschößen ab, das schon Heine dem blamierenden schönen Kinde rät: es solle ihn nicht Unter den Linden grüßen, aber um so zärtlicher zu ihm sein in den verschwiegenen vier häuslichen Wänden. Dies Mittel verfängt in der Politit wirklich nicht mehr! Herr Gothein versichert:, wir werden uns nicht abhalten lassen, die reaktionäre deutsche Wirt fchaftspolitit wie bisher weiter zu befämpfen." Das klingt ganz tapfer und zweifellos, aber der Pferdefuß kommt im felben Augenblide; wir stellen jest teine folchen Anträge, fagt Herr Gothein, weil wir nicht stark genug sind, sie durchzudrücken, und daran wieder ist die Sozialdemokratie schuld, die Zentrumsmänner den Freifinnigen bei der letzten Wahl vorgezogen hat! Da ist also die Sozialdemokratie glüdlich wieder zum un fchuldigen Karnidel geworden! Bei den Stich wahlen hat der Freifinn den Agrariern und ihren Freunden nicht weniger wie 32( sweiunddreißig) Mandate ausgeliefert: den Konservativen 7, nämlich: Potsdam Dfthavelland, Randow Greifenhagen, Striegau- Schweibnitz, Grünberg- Freystadt, Querfurt, MalchinWaren und Güstrow: ben Reichsparteilern 7, 0 beu Nationalliberalen 11, Auftralien. bejahen diese Frage. Man muß das Zentrum an feinem New York, 28. August. Unter den Amerikanern auf den Philippinen nämlich: Bauch Belzig, Kottbus Spremberg, Bitterfeld- empfindlichsten Teile packen; an seinem Arbeitergefolge. Wir er- herrscht einige Erregung über wiederholte Beleidigungen der ameri Delizich. Harburg- Buxtehude, Mecklenburg- Streliß, Sachsen- innern an die Vorgänge bei der seligen Zuchthaus vorlage. fanischen Flagge. Die Polizei wurde angewiesen, die revolutionärer Altenburg und Schaumburg- Lippe; Auch damals verhielt sich das Zentrum anfangs völlig un- Fahnen zu entfernen. entschieden; in einem Teil der Zentrumspresse war sogar eine deutliche 3 uneigung für die Vorlage zu erkennen. Herr Der Zollwucher als Gefahr für den Bund. Giesberts, der damals noch den Arbeitskittel trug, aber schon den Perth( Weſtaustralien), 23. Auguft. Der Premierministes kommenden Mann des Zentrums ahnen ließ, lehnte es in hat an den Bundesschazmeister Sir W. Lyne eine Depesche öffentlicher Versammlung namens der christ- gerichtet, in der er erklärt, baß die west australische Regie. nämlich: Eschwege- Schmalkalden, Weimar, Eisenach und Holz- lichen Arbeiter ab, fich an einer Agitation gegen rung mit ernster Besorgnis die Wirkung des neuen Zolltarifes auf minden, Meißen- Großenhain, Elberfeld- Barmen; nämlich: Potsdam- Westhavelland, Wolmirstedt Neuhaldens leben, Liebenwerda- Torgau, Apenrade Flensburg, Dithmarschen, Döbeln- Roßwein, Annaberg Eibenstock, Darmstadt, Rostock, Jena und Sachsen- Koburg; den Antisemiten 6, dem Bund der Landwirte 1, nämlich: Kaiserslautern, Entwort!.. B Aus der Partei. Parteiliteratur. die Vorlage zu beteiligen, und dadurch, wie er fagte, das die Entwickelung des Staates verfolge, da er eine erhebliche Vermonarchische Gefühl noch mehr zu untergraben. teuerung des Lebensunterhaltes verursache. Die hiesigen Beitungen Die Sozialdemokratie sette ihre Bewegung ein und wußte sie so befehden den neuen Tarif und einige schlagen eine Abänderung der Wie wird Ihnen, Herr Gothein? Wir bitten um lebhaft zu gestalten, daß sich die christlichen Arbeiter ihr nicht ent- Verfassung zum gwecke finanzieller Selbstverwaltung und den Ausziehen konnten; Herr Giesberts agitierte trotz seines monarchischen tritt aus der Bundesgemeinschaft vor. Und schließlich noch ein Gedächtnisfehler. Herr Gothein Gefühls mit und das Zentrum mußte wohl oder fucht sich auch damit zu beden, daß ja auch die Sozialbemo übel unter dem Drange der erregten Arbeiterder Zuchthausvorlage das wohlver= traten in der laufenden Session" teinen Antrag auf Herab. massen fegung der 8ölle gestellt hätten, bergißt aber wohl. Diente Ende bereiten helfen. So muß es, wenn die Führer des Zentrums nicht beizeiten weislich zu sagen, daß die sozialdemokratische Reichstagsfrattion bereits in der Session 1905/06 noch ein Einsehen haben, auch in der preußischen Wahlrechtsfrage inen spezialisierten Initiativantrag auf Ab- gemacht werden. Je paffiver sich das Zentrum verhält, desto entinderung des 8olltarifgefeßes vom 25. Dezember fiebener muß unsere Agitation unter den katholischen Arbeitern 1902, im besonderen auf Aufhebung der Bölle auf einfegen. Durch die Einwirkung auf das proletarische Gefolge landwirtschaftiche Erzeugnisse gestellt batte muß die ultramontane Führerschaft vom Mundspißen zum Herr Gothein kann diesen Antrag in der Nr. 93 der amtlichen Drud Pfeifen, vom Zögern und Schwanken zur Entschiedenheit gebracht fachen der genannten Seffion nachlesen! Nach all diesem muß es also bei der Kastration bes Freisinns bleiben! Die württembergische Regierung über den Schwabenstreich. Das offiziöfe Depeschenbureau meldet: werden." Ein temporärer Antimilitarist". Stuttgart, 24. Auguft. Der Staatsanzeiger veröffentlicht jeute cine amtliche Mitteilung zu der Ausweisung des Engländers Quelch. Danach hat das Ministerium des Innern in den, von dem Delegierten Quelch geäußerten Worten über den Haager Rongreß eine ungweideutige und schwere Beschimpfung der Delegierten der in der Haager Konferenz vertretenen Regierungen und mittelbar dieser Regierungen selbst gesehen. Deshalb hat man dem Vor. fizenden des Kongresses, Singer, noch am selben Abend ein Schreiben zustellen lassen, in welchem verlangt war, daß Quelch die fraglichen Worte bei Beginn der nächsten Plenarversamm lung ausdrüdlich und unbedingt aurüdnehme, widrigenfalls feine fofortige Ausweisung beranlaßt würde. Da nun Quelch in seiner am anderen Tage abgegebenen Erklärung die von ihm wenn auch in abgeschwächter form selbst zu gegebene Beschimpfung von in der Haager Konferens bertretenen Regierungen nicht nur nicht zurüdnahm, sondern sie Ober gilt für fie, die doch für ihre geistliche Amtswaltung bes ausdrüdlich aufrecht erhielt, hat seine sofortige Auszahlt werden, nicht das Wort: Du sollst Gott mehr horchen als den Menschen? weifung erfolgen müssen. Wie schon mitgeteilt, ist der zur religiöfen Sefte der Adventisten gehörende Musketier Mügge von der 2. Kompagnie des 31. In fanterie- Regiments( Altona) schon wiederholt wegen fortgesetten Ungehorsams zu schweren Strafen verurteilt worden, weil er aus religiösen Gründen ablehnt, in der Zeit von Freitagabend bis In der Bibel steht ges Sonnabendabend Dienst zu tun. fchrieben: Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen", antwortet stets der von seinem Hauptmann als sonst folgsam und gehorsam geschilderte" Gottesstreiter", Seine Dienstzeit ist gar nicht abzusehen, denn er sett in konsequenter Befolgung seiner religiösen Pflichten" die Gehorsamsverweigerungen während der genannten Beit auch im Festungsgefängnis fort. Vor einiger Zeit sind ihm deshalb 4 Monate und vor kurzem, wie dem Regiment mitgeteilt Außer worden ist, 7 Monate Gefängnis zudiktiert worden. zahlreichen Disziplinarstrafen sind gegen den erst zehn Monate dienenden Adventisten insgesamt sechzehn Monate Gefängnis er fannt worden. Diese offizielle Kundmachung verbessert die Situation der mürttembergischen Regierung feineswegs. Quelch hat erklärt, daß feine Worte feine persönliche Beleidigung der an der Haager Antifriedenskonferenz beteiligten Delegierten sein sollten was sich ohnehin von selbst verstand sondern nur eine drastische Charakterisierung des kapitalistischen Systems. Diese Charakteristik konnte aber Quelch als Sozialdemokrat gar nicht revozieren, ohne seine sozialistischen Anschauungen zu verleugnen. Wie fonnte also die württembergische Regierung überhaupt eine folche Zurüdnahme der Aeußerungen erwarten! Wenn die württembergische Regierung den politischen Anstand besaß, einem Internationalen Sozialistentongres in ihrem Lande bdach zu gewähren, so mußte sie von vornherein mit der Be. fundung von sozialistischen Ansichten rechnen, selbst wenn dafür die Form bürgerlich fortgeschrittener Länder ge= wählt wurde. Ein Unding aber war es, an die gewohnte Redefreiheit ausländischer Sozialisten den Maßstab preußischer Polizeifürchtigfeit zu legen! Der Schwabenstreich der württembergischen Regierung wird auch dadurch nicht schöner, daß er auf Anweisung aus Berlin berübt wurde! Die Christen" als Erzieher zum Klaffenkampf. Ein Führer der christlichen Holzarbeiter hat eine Agitations tour durch) Mitteldeutschland gemacht. In der letzten Summer feines Verbandsblattes gibt er seine gesammelten Erfahrungen zum besten. In Hessen will er bemerft haben, daß die dortigen Sozialdemokraten recht schlappe Gesellen sind, ihr Klaisenbewußtsein verförpere sich in der Abschließung ihrer Vergnügungen von denen der Kleinbürger, und als Klaffentam pf gelte ihnen der Streit um einige Pfennige Lohnerhöhung. Dann heißt es: Wo bleiben die von amtswegen berufenen Künder des lauteren Gotteswortes", um den Märtyrer seines Glaubens von seinem uns erhörten Martyrium zu befreien? Wo bleiben die Herren im Talar?! England. Jm Berlag der Buchhandlung Vorwärts erschien foeben: Bernstein, Eduard: Ignaz Auer. Eine Gedenkschrift. Mit Porträt und Abbildungen. 72 Seiten. Preis 50 Pf. Lindemann, Dr. H.: Die städtische Regie. Heft 6 der Sozialbemokratischen Gemeindepolitit, fommunalpolitische Abhandlungen, herausgegeben unter Leitung von Paul Hirsch. 64 Seiten. Preis 40 Bi. Bebel, A.: Die parlamentarische Tätigkeit des deutschen Reichstags und der Landtage und die Sozialdemokratie von 1871-1874. Heft 1 der Sammlung: Die Sozialdemokratie im deuts ichen Reichstag. In einem Geleitwort sagt Genosse Bebel: Auf Beschluß des Parteivorstandes hat die Buchhandlung Vorwärts die verschiedenen Broschüren, die seit dem Jahre 1873 bis zum Jahre 1898 über die Tätigkeit des Reichstages aus sozialdemofratischen Federn erschienen sind, aufs neue herausgegeben. Der Parteivorstand ging bei feinem Beschluß von der Vorauss fegung aus, es sei äußerst wünschenswert, daß den Parteigenossen Gelegenheit gegeben werde, sich über die Tätigkeit der Parteivertretung im Reichstage in früheren Jahrzehnten zu unterrichten, um die Stellung fennen zu lernen, die die Partei der Reichsgesetzgebung wie den bürgerlichen Barteien gegenüber eingenommen hat. Das zweite Heft wird den Bericht über die Tätigkeit für die Beit 1874/76 enthalten; das dritte Heft bringt die Wahlaufrufe der fozialdemokratischen Reichstagsfraktion der Jahre 1881, 1884 und 1887. Das vierte Heft berichtet über die Zeit von 1887 bis 1889 und endlich wird das fünfte Heft den Tätigkeitsbericht von 1890 bis 1893 enthalten. Die einzelnen Lieferungen werden so arrangiert, daß sie zu einem Bande vereinigt werden können. " Dem Genoffen Wilhelm Schmidt widmet die Bolts. geftimme" zu Frankfurt a. M. einen ehrenden Nachruf. Es heißt barin: Robert Owen und der Militarismus. London, 21. August.( Eig. Ber.) Die„ Times" bom 19. Auguft enthält folgende Buschrift: Is Robert Owen, der Vater bes Sozialismus in England, im Jahre 1847 in Marylebone ( London Nordwest) als Parlamentsfandidat aufgestellt wurde, ver öffentlichte er sein Wahlprogramm, in dem er unter anderem verlangte: Allgemeine militärische Erziehung für alle männlichen Kinder in den Schulen, damit das Land gegen eine fremde Invasion geschügt werden könnte, ohne die gegenwärtigen schweren militärischen Lasten tragen zu müssen." Unseres verstorbenen Genoffen Bedeutung für die Frankfurter Arbeiterklasse lag in der engen Verbindung zwischen proletarischer Herkunft, proletarischem Fühlen und Denken und sozialistischer Geisteskultur, die er sich unter tausend Opfern angeeignet hatte. Er verkörperte den bodenständigen Frankfurter Arbeiter der ersten Stampfzeiten unferer Bewegung, der die ganze, Entwickelung mitgemacht hatte von den kleinen Birkelu der Gründungszeit unserer Partei über das Ausnahmegesetz bis zu der gewaltigen Ausdehnung in die Breite, die unsere Bewegung feit den neunziger Jahren auch Die alte, gute Treue und Tiefe der Ueberzeugung hier erlangte. paarte sich bei ihm mit der lebhaftesten Empfänglichkeit für alle Dabei saß ihm der Sachsenneuen Seiten der Entwickelung. Während er scheinhäuser Schalt und Humor im Naden. bar ernsthaft und ergrimmt irgend eine Neuerung abzulehnen fchien, hatte er fich schon innerlich mit ihr befreundet und Deutsche Löhne und Lebensmittelpreise. sie sich angeeignet, um dies dies später lachend zuzugestehen. London, 22. Auguft.( Eig. Ber.) Jm britischen Unterhause Wenn er zögerte und langfamer fchritt, statt mitzustürmen, war es verlangte gestern der liberale Abgeordnete Mr. Price vom Handels- feine peinliche Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt im Arbeiten und minister nähere Auskunft über folgenden Gegenstand:„ Nach dem Ueberlegen, die ihn festhielten.. Seine Belesenheit und seine Einsicht Nonfularbericht aus Deutschland war das Geschäftsleben im Jahre in die Vielseitigkeit der Dinge hatten ihn nicht stolz, sondern eher be1906 über Erwarten gut; aber eine Anzahl von Umständen scheint scheiden gemacht, wie den echten Mann. Niemals drängte sich unser Wilhelm darauf hinzuweisen, daß die Preise der Lebensmittel rascher stiegen vor, wenn er aber gerufen wurde, dann stellte er mit einer Bähigkeit als die Arbeitslöhne. Könnte der Handelsminister weitere Mit- und Gründlichkeit sondergleichen seinen Mann. Eben deshalb mögen wir vielleicht erst jest, nach seinem Tode, ermessen fönnen, wie tief teilungen darüber machen?" es ihn geschmerzt haben muß, daß ihn sein zunehmendes förperliches Leiden immer mehr verhinderte, seinen Posten ganz auszufüllen. Er kämpfte die lezten Jahre einen beinahe tragischen Stampf in seinem Inneren, und gab sich doch Mühe, der goldige heitere Mensch nach außen zu fein. An feiner Bahre ehren wir den Streiter und Dulder fürs Volk! Der Handelsminister antwortete: Die Informationen, die ich über diesen Gegenstand habe, deuten darauf hin, daß in Deutschland in den letzten Jahren die Lebensmittelpreise und die Löhne ungefähr gleich gestiegen sind. Ich habe aber weitere Informationen einholen lassen." Gegen die Opiumpeft. In seinem engeren Wirkungskreise, in unserer Redaktion, hat London, 24. August. Im Oberhause teilte Unterstaatssekretär Wilhelm Schmidt die ganze Misere eines um fein Dafein fämpfenden im Auswärtigen Amt, Lord Fizmaurice, dem Hause mit, daß die Arbeiterblattes bis zum heutigen unbeftrittenen Aufstieg mitgemacht. Regierung die Munizipalräte aller englischen Nieder- Er arbeitete jo fleißig und unverdroffen in den Anfangsjahren unter laisungen in China aufgefordert habe, die Opiumhöhlen den ärmlichsten redaktionellen Verhältnissen, wie er sich später gern zu schließen. Die Regierung habe den Vorschlag Chinas, die und willig in die Arbeitsteilung des groß gewordenen Blattes fügte Ueber die Zukunft unferes Verbandes in Mitteldeutschland in bische Opiumausfuhr nach China jährlich um und dort an der von ihm selbst gewählten Stelle feine Schuldigkeit ist schlecht weissagen. Soviel steht jedoch fest, daß in nächster Zeit u verringern, angenommen, und sich mit einer Ermit allen Kräften tat. Wenn er im Reichstage saß, war er freilich hier kaum Waffen zu gewinnen sind. Man kann dieses ruhig auf höhung der chinesischen Einfuhr- und Bikinzölle für uns verloren. Wenn er aber aus Berlin zurückkehrte, nahm er das Konto der sozialdemokratischen Erziehung zu auf ausländisches Opium einverstanden erklärt. feinen alten Playz wieder ein wie vorher, und schaffte in Ernst und Spießbürgern schreiben. Tieferes Denten hat man die Arbeiter- Ein chinesischer Zollbeamter solle in Staltutta ftationiert und die Scherz mit seinen Stoflegen. Er war einer der ersten, die Sinn schaft nicht gelehrt Hier haben die christlichen Ge- Anbaufläche für Opiumkulturen solle in Indien beschränkt werden. dafür befundeten, daß man den Proletariern nicht immer bloß die wertschaften die Erziehung flassenbewußter Arbeiter in ernste, sondern auch die heitere Seite des Lebens im Spiegel ihres die Hand zu nehmen." Blattes zeigen müfie. Ihm, dem dichterisch Veranlagten, verdankt unser Blatt unzählige heitere und gemütliche Beiträge aus dem Frankfurter Leben. Rumänien. Ein Schandurteil mehr. Das ist ja eine überraschende Wendung in der Geschichte der christlichen Gewerkschaften. Bisher schalten sie die SozialBukarest, 22. Auguft.( Eig. Ber.) demokraten wegen ihres Klassenkampfes und Radikalismus. Die rumänische Justiz hat sich beeilt, zu beweisen, daß sie nur Jetzt auf einmal sind wir die Schwachen und Feigen, und die Christlichen werden uns zeigen, was Klassentampf ausnahmsweise gegen Sozialisten anständig handelt. ist; sie und nicht wir sind die Ziel- und Klassenbewußten! Nun, es soll uns freuen, wenn die Chriftlichen recht bald praktische Proben ihres tieferen Denkens" und entschiedenen Stlaffenbewußtseins ablegen! Zentrum und Wahlreform. Heute kam vor dem Appellationsgerichtshof der Einspruch des Staatsanwalts Stinu gegen das Urteil des hiesigen Tribunals zur Verhandlung, das den einstimmigen Freispruch der neun Bularefter Arbeiterführer von der Anklage der Rebellion und Beamtenschmähung enthielt, die wegen der Demonstration bei der Abreise des ausgewiesenen Genossen nagno ste erhoben wurde. Ein absonderliches Verlangen. In einer Parteiverfammlung des 16. fächsischen Reichstagswahlfreiies( Chemniz Stadt) trat Genofie Barth dafür ein, daß bei Ginbringen von Anträgen unserer Fraktion im Reichstage dieselben nicht immer mit„ Albrecht und Man solle hierbei vielmehr eine Genoffen" unterzeichnet werden. alphabetische Reihenfolge eintreten lassen. Es würde in manchen reifen als unliebfam empfunden, daß die Wähler von ihrem Abgeordneten fast gar nichts zu hören be tommen. Auf Vorschlag des Genoffen Landgraf soll diefer/ Wunich insofern berücksichtigt werden, als Genosse Noste beauftragt wird, die Fraktion zu ersuchen, eine der Die Dortmunder Arbeiter Beitung" veröffentlicht Die höhere Instanz, stärker von Servilismus gegen die Re- artige Aenderung herbeizuführen. über das aktuelle Thema 3entrum und Wahlreform" Die Leipziger Vollezeitung" bemerkt dazu: Die Komit dieser einen Artikel, dem wir folgende beachtenswerte Stellen entnehmen: gierung beeinflußt als bie untere, ist den Anträgen des StaatsUnd allem Anschein nach gebenft das 8entrum auch jetzt. anwalts wenigstens teilweise gefolgt. Die ungeheuerliche Auflage auf Anregung wollen wir durch keinen Kommentar beeinträchtigen." wo die Wahlrechtsfrage in Breußen aufgerollt ist, es bei ber Rebellion, die mit awei Jahren Kerterstrafe und wir auch nicht. Einen arg tendenziös zugeftusten Bericht über die Stutt bisherigen Untätigkeit bewenden zu lassen. In dauernder Entziehung der Bürgerrechte bedroht ist, dieser Zeit, wo alles auf Klarheit und Entschiedenheit in der einen wagten die Appellrichter allerdings nicht zu bejahen. Aber sie garter Kongreßjigungen der Kommission zur Frage drängt, begnügt sich die ultramontane Bresse damit, an der wagten auch nicht ganz freizusprechen, um die Regierung Beratung der Kolonialfrage bringt der Bolts bote" Verlegenheit des Bloces sich zu laben und über die„ Anmaßung" nicht allzufehr zu blamieren und so wählten sie den Ausweg, die zu Stettin. Die Reden jener Sprecher, die sich gegen die von verstümmelt, die des Genossen Quelch London auf drei Zeilen, der Sozialdemokratie zu höhnen, die nicht glauben soll, daß das Angeklagten wenigstens der Beamtenschmähung für schuldig ban ol bertretene Resolution wandten, find in unerhörter Weise Zentrum ihr in die Bewegung um das Wahlrecht folgt. Und was zu erklären und acht von ihnen mit je 10 Tagen und den Genossen die Ledebours auf 15 Zeilen zusammengestrichen, während Herr Spahn in seiner Rheinbacher Rede sagt, läßt erkennen, daß 3rimu, den Schriftführer der Bukarester sozialdemokratischen Dr. David 29 Beilen gewidmet werden. Um schlimmsten ergeht es Rautsty. Der Stettiner Volksbote" billigt ihm brei die Zentrumsführer mehr Wert darauf legen, der Regierung Organisation, zu 15 Tagen Gefängnis zu verurteilen. Schiffe und Steuern zu bewilligen, als fie au politischen FortIm Grunde genommen ist auch diese Verurteilung eine Dhr- Beilen zu und läßt dann im Schlußwort van tol auf 17 Zeilen schritten zu drängen. Die Sprengung des Blodes, die Gunft der feige für die Regierung. Und ein Schandmal für die Justiz gegen Stautstys Ausführungen polemisieren! Wahrlich eine sehr objektive Berichterstattung. Regierung und die Wiedererringung der ausschlaggebenden Rumäniens! Stellung im Reiche steht bem Zentrum höher als die Frage, ob das preußische Bolt weiter die Schmach der politischen Entrechtung tragen soll. Amerika. Die Lage auf den Philippinen. Manila, 24. August. General Wood erklärte in einem Gibt es nun tein Mittel, das Zentrum zu Interview, er tverde von der amerikanischen Regierung die Erhöhung swingen, daß es Farbe betennt und seinem Antrage der Garnisonen auf 20 000 Mann beantragen. Dringend verlangt gemäß mit Entfchiedenheit für die Einführung bes all- werden zirka 1000 Mann Artillerie, welche in den neuangelegten gemeinen, gleichen Wahlrechts in Preußen einzutreten? Wir eftungen einouartiert werden sollen. . " Unsere Toten. Jn Gera starb der Genosse Karl Herfurth. Er war schon in der Arbeiterbetvegung tätig, als Mitte der 60 Jahre des vorigen Jahrhunderts im Rathaussaale zu Gera Arbeiterkongreß unter dem Vorsitz von August Vebel tagte. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Polizeiwidrig". Db der Ausdruck polizeiwidrig leidigung ist, wenn er einem Polizeibeamten gegenüber wird, darüber hatte am Donnerstag das Landgericht in O l d e n« bürg i. Gr. zu entscheiden. Angeklagt war der Genosse M e tz e vom„Norddeutschen V o l k s b l a t t" in Bant-Wilhelmshaven. Ein Landmann war in Wilhelmshaven von der falschen Seite in eine schmale Strasse gefahren. Er setzte, in dem Glauben, richtig in die Straße gefahren zu sein, seiner Verhaftung Widerstand cnt- gegen und wurde gewaltsam zur Wache gebracht. In der Kritik dieser Festnahme ist das Wort„polizeiwidrig" gebraucht und deshalb ist Strafantrag gestellt wegen Veamtenbeleidigung. Nach der um- fangreichen Zeugenvernehmung beantragte der Staatsanwalt 100 M. Geldstrafe eventuell 10 Tage Gefängnis. Das Gericht erkannte aus Freisprechung. Eine weitere Verhandlung gegen den Genossen Metze führte zu seiner Verurteilung zu einem Monat Gefängnis. Im Dezember vor. Js. übernahm er einen längeren Artikel aus der„Brauerei- arbeiter-Zeitung", der sich mit der Verurteilung zweier Genossen in Norden beschäftigte, die anläßlich des Boykotts der Firma Doornkaat daselbst wegen Vergehens gegen die ßZ 152 und 153 der Gewerbeordnung vom Schöffengericht Norden zu sechs resp. vier Wochen Gefängnis verurteilt worden waren. Der Artikel trug die Ueberschrift:„Die blinde Göttin Justitia". Obwohl auf ihre Berufung hin die beiden Genossen von der Strafkammer in Nurich freigesprochen wurden, stellte der Präsident des Landgerichts Aurich doch Strafantrag gegen das„Norddeutsche Volksblatt" wegen �eS dem Schöffengericht Norden gemachten Borwurfs der parteiischen Ncchtjprechung. Nach Verlesung beider Gerichtsurteile beantragte der Staatsanwalt drei Monate Gefängnis. Das Gericht kam zu obiger Strafe, weil der Vorwurf der Parteilichkeit der schwerste sei, der einem Gericht gemacht werden kann. Taö Gefängnis verlassen hat Genosse Dickreiter von der »Al.tenburger Volkszeitung" nach längerer Haft. Verlln und Qmgegena. Achtung, Sattler, Täschner, Portefeuiller? Der Streik bei der Firma Ludwigs u. Casparius, [unterschreiben, werden nach Bedarf eingestellt." Nach„Bedarf", das heißt mit anderen Worten: alle unliebsamen Elemente sollen weiter ausgesperrt bleiben, sollen weiter mit Weib und Kind dem co li v. � � Elend preisgegeben werden, da sie es wagten, ihren Arbeitsbrüdcrn Nitterstr. 27, dauert unverändert fort. Nach wie vor weigert stch©olidaritätsgcfiihl entgegenzubringen. Die Getreidcträgcr haben die Firma den zwischen den.lrbeitnchmern der �.ranche und der. einen Aufruf an die Königsbergcr Arbeiter erlassen, in welchem „Lederwarenfabr.kanten-Verelnigung vor dem E.n.gungsamt des � fje � Klasscngcnosjen um moralische Unterstützung im schweren Berliner(�ewerbegerichts abgcjchlosienen Tarifvertrag an- bitten, da sie nicht gesonnen sind, sich zu unterwerfen. zuerkennen, der unter anderem für die Arbeiter eine Lohnerhöhung Ö 1 ♦ ü GewerklcbaftUcbc**. Die gewerkschaftliche Bewegung in Rußland. Zum bevorstehenden allrussischen Gewerkschaftskongreß hat die mit seiner Einberufung betraute Agitationskommission sich der mühevollen Arbeit unterzogen, statistische Materialien über den gegenwärtigen Stand der gewerkschaftlichen Bewegung Rußlands zu sammeln. Obwohl die gewonnenen Zahlen nach dem Geständnis der Kommission selbst nicht als einwandsfrei gelten können— in hohem Maße infolge der geheimen Existenz vieler Gewerkschaften— so verdienen sie, als erster Versuch dieser Art, trotzdem große Beachtung und wir geben sie daher im Auszug wieder. Im Frühjahr 1907 bestanden in ganz Rußland 652 Ge- werkschaften mit 246272 Mitgliedern. Ihre Verteilung auf die einzelnen Industrien ist folgende: Die geographische Verteilung der Gewerkschaften bietet folgendes Bild: Organisierte Arbeiter: Maskauer Industriegebiet 60 842 Nordisches Gebiet... 53 514 Polen....... 47 712 Kaukasus...... 16 172 Andere Gebiete erreichen Organisierten. Betrachten wir Schwarzmeergebiet Nordwestgebiet.. Wolgagebiet... Kleinrußland... nicht die Zahl von 15 498 14 553 12 345 11309 10000 die Verteilung der Organisierten nach Städten, so finden wir ein ausgesprochenes Vorwiegen von Großstädten, deren 3 ca. 180000 Organisierte, das heißt über 70 Prozent der Gesamtzahl umfassen; Petersburg und Moskau allein weisen fast 100000 gleich über 40 Proz. auf. Es entfallen auf Petersburg Moskau. Lodz.. Warschau. 51 723 Organis. 48 051 26 193 17 117 Baku... Odessa... JekaterinoSlaw Wilno... 11 813 Organis. 9 730 7 382 7 375 Ihrer Größe nach sind die Gewerkschaften äußerst ver- schieden, es dominieren jedoch kleinere mit geringen Mitglieder- zahlen: lieber 5000 Mitglieder haben: 6 Gewerksch. mit inSges. 54 293 Von 3000— 5000,, 9„. 35 627 K „ 1000-3000., 80„, 42 393 S „ 500-1000, 45. 34 561= „ 100-500„, 213..„„ 50 473 ST Wenig, als 1000„, 349, 27 983" Interessant ist auch das Verhältnis der Zahl der Organi- sierten mit derjenigen aller Arbeiter einzelner Industrien: es erweist sich, daß nur im Buchdruckgewerbe ein bedeutender Teil der Arbeiterschaft organisiert ist— nämlich 28000 gleich 48 Proz. der Gesamtzahl; von diesen 28 000 entfallen allein auf Petersburg 11000. Dem Buchdruckgewerbe folgen die Metallindustrie mit 8,6 Proz., die Nahrungsmittelbranche mit 7.2 Proz., die Lederindustrie mit 7,1 Proz. der in diesen be- schäftigten Arbeiter. Andere wichtige Industrien erreichen nicht einmal diese bescheidenen Zahlen, so weist z. B. der Bergbau 1,1 Proz. auf. Auf die Gesamtzahl der industriellen Arbeiter berechnet(nachher neuesten Arbeit vonPogoschew— 7 Millionen) beträgt ber Prozentsatz der Organisierten nur 3,5 Proz. Es sind somit für den gegenwärtigen Stand der geWerk- schaftlichen'Bewegung in Rußland drei Tatsachen charakteristisch: die geringe Zahl der Organisierten im Vergleich zur gesamten Arbeiterschaft, ferner ihre Zersplitterung in kleine Vereine mit geringen Mitgliederzahlen, endlich auch das Dominieren der Großstädte in der Bewegung, Diese Tatsachen finden einer- seits in der kurzen Dauer der Gewerkschaftsbewegung— sie zählt kaum zwei Jahre—, andererseits in den ungünstigen äußeren (politischen) Verhältnissen, die ihre Entwickelung hemmen, vollauf Erklärung. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß bei einigermaßen gesunden Existenzbedingungen die gewerkschaftliche Bewegung in Rußland einen ungeahnten Aufschwung nehmen wird. Dafür bürgt uns das mächtige Streben des Proletariate nach Organisation und Zusammenschluß, welches in bewogen hat. in den dem Oktobermanifest gefolgten kurzen Freiheits- tagen zur Organisation von Kampfverbänden gegen das Unternehmertum zu schreiten und jetzt alles in den zwei Jahren Geschaffene mit zäher Kraft gegen den geeinten An- -m der politischen Reaktion und der industriellen Scharf- 'r zu verteidigen._ von 5 Proz. vorsieht. Da die Firma der Fabrikantenvcrcinigung nicht angehört, haben wir verschiedentlich versucht, Verhandlungen wegen Einführung des Vertrages anzuknüpfen, wurden aber jedes- mal mit dem Hinweis auf die schlechte Konjunktur hinaus- komplimentiert. Die Erbitterung darüber stieg mit jedem Tage. Als dazu nun noch die willkürliche, durchaus unberechtigte Eni- lassung eines Kollegen kam, war es mit jeder Zurückhaltung vorbei, die Anerkennung des Vertrages wurde gefordert, und da auch jetzt noch sich die Firma weigerte, die Arbeit kurzerhand eingestellt. Allerdings mit wenig Erfolg wendete nun die Firma alle Mittel auf, um Arbeitswillige für ihren Betrieb zu bekommen. Um jedes Jnverbindungtreten der streikenden Kollegen mit den Arbeitswilligen zu verhindern, unterzogen sich die Herren Ludwigs sen. und Ludwigs jun. sowie auch unser ehemaliger Kollege Georg Standke in höchst eigener Person der Mühe, die„teuren Arbeitskräfte" nach Hause zu begleiten. Daß dieser Kampf der Firma sichtlich unangenehm ist, beweist die Tatsache, daß die Firma sich müht, die Sache so darzustellen, als hätte sie die Kollegen entlassen und sonst wäre alles in bester Ordnung. Ueber den Schaden, den die Firma bisher schon hatte, lassen wir am besten die Firma selbst reden, ging uns doch durch den Rechts- beistand der Firma, dem Herrn Rechtsanwalt Dr. Ludwig Fla tau folgendes Schreiben per Rohrpost zu: Berlin, den 22. August 1907. An den Verband der Sattler, Berlin. Die Herren Ludwigs u. Casparius hier, Ritterstr. 27, haben mich mit Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragt. Namens und in Vollmacht derselben ersuche ich hiermit den Verband, sofort nach Empfang dieses Schreibens die vor dem Hause Ritter- straße 27 seit 26. Juli 1907 aufgestellten Streikposten zu ent- fernen, da dieselben die Arbeitswilligen der Firma Ludwigs u. Casparius überfallen, bedroht und mißhandelt haben. Wegen dieser Straftaten ist bereits bei den Polizeirevieren 4l und 48 zu Berlin das Ermittelungsverfahren eingeleitet. Sollte diese Aufforderung fruchtlos verlaufen, so wird die Firma Ludwigs u. Casparius den Verband für den entstehenden Schaden, welcher sich auf wöchentlich 560 bis 1000 M. bcläuft, verantwort- lich machen. Es dürfte dem Verband denkbar genau bekannt sein, daß es sich vorliegend nicht um einen Streik, sondern lediglich um Leute handelt, welche am 25. Juli er. ent- lassen sind, so daß eine Entscheidung des Gewerbegerichts nicht herbeigeführt werden kann. Hochachtungsvoll Der Rechtsanwalt Dr. F l a t a u. Zu diesem Schreiben wäre noch kurz zu bemerken, daß wir Wirklich denkbar genau wissen, daß es sich um einen Streik handelt, daß wir aber allerdings nicht dafür können, wenn die Firma samt ihrem Rechtsbeistand etwas anderes daraus machen möchte. Was die Drohung bezüglich des Schadenersatzes betrifft, so wundert es uns wirklich, daß ein Jurist derartiges mit seinem Namen zeichnet, denn wir haben immer geglaubt, daß das juristische Studium auch an dem§ 152 der Gewerbeordnung vor- überführt. Im übrigen sehen wir dem weiteren Verlauf der Sache in aller Ruhe entgegen. Wir werden unsere Streikposten so lange ausstellen, bis die Firma Ludwigs u. Casparius den Vertrag auch für sich als rechtsverbindlich anerkennt. Nur darum führen wir den Kampf und erwarten, daß alle unsere Berufskollegen uns durch Fernhaltung jeglichen Zuzuges in diesem Kampfe untev stützen werden. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Sattler. Achtung, Kleber! Gesperrt und streng zu meiden sind: Firma Feh, Bauten Kaiser Friedrich- und Reuterstraße-C!ke in Rixdorf, und die Bauten der Firma Kamm, Rixdorf, Hermannstr. 66. Steinmetzstraße Ecke Schillerpromenade.Ockerstr. 3, Hermannstr. 171 und in Berlin, Greifswalderstraße Ecke Pasteurstratze. Verbandsleitung der Tapezierer. Achtung, Weber! Bei der Firma I. Elsbach u. Co.(Doppel Plüschweberei) bestehen Mißhelligkeiten zwischen den Geschaftsl inhabern und den Webern, die ihre eigentliche Ursache in dem starken Arbeiterangebot haben dürften. Die dort vorhandenen 22 Stühle sind sämtlich besetzt; gleichwohl haben sich 40 Weber aus Berlin und Umgegend— keineswegs Arbeitslose— dortselbst vormerken lassen. Vor etwa vierzehn Tagen erkrankten zwei Weber, denen man sofort erklärte, die Stühle würden sofort besetzt werden. Dies geschah auch, obgleich der Ausschuß um eine nur aushülfs- weise Besetzung bat und obgleich zu der nämlichen Zeit einige der dort beschäftigten Weber wegen Materialmangels(Poile) feiern mußten. Die Antwort, welche die Arbeiter bekamen, charakteri siert das„Harmonieverhältnis" zur Genüge:„Das machen wir, wie wir wollen!"„Darüber lassen wir uns keine Vorschriften machen!" usw. Auch geniert sich einer der Herren Chefs vor Titulatoren wie„Gewissenloser Arbeiter" und ähnliche durchaus nicht. Die Firma war, ehe sie mechanische Stühle hatte, bei den Hauswebern wegen der von ihr gezahlten überaus niedrigen Löhne geradezu be— rühmt. Alle Umstände deuten darauf hin, daß diese Berühmtheit auch bei den Fabrikwebern erreicht werden soll.— Wir möchten die Kollegen draußen deshalb warnen, sich zu Lohndrückern brauchen zu lassen. Die Beschäftigten, sämtlich organisiert, geben iederseit aern Auskunft, wie die Dinge liegen. Also Vorsicht I Zentralverband der Textilarbeiter. Deutfcstea Reith. Achtung, Klempner! Seit 16 Wochen stehen die Klempner in Bremerhaven und Umgegend im Streik. Wir erwarten von unseren Kollegen, daß etwaige Arbeitsangebote zurückgewiesen werden. Bremerhaven ist auf weiteres für Klempner gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband. Zur Aussperrung der Getreideträger in Königsberg i. Pr. Als der Friede im Königsberger Hafen durch Vertrag vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts wieder hergestellt war. blieben, wie bekannt, die Getreideträger ausgesperrt, die am 3. Mai d. I. mit den gemaßregelten und ausgesperrten Schiffsarbeitern ge- meinsame Sache machten, da sie nicht Streikbrccherarbeiten ver- richten wollten. Damals hieß es beim Vertragsabschluß, daß die Kaufmannschaft in naher Zeit auch mit den Getreideträgern wegen tariflicher Vereinbarung in Verhandlung treten werde. Der erste Herbstmonat, der September, rückt heran, bis zur Stunde haben sich aber die Königsber�er Handelsherren nicht veranlaßt gesehen, ihr Versprechen einzulösen, obgleich die ausgesperrten Getreide- träher wiederholt ehrlich und mannbar eine Annäherung ver- suchten. Vier Monate bald hat also die Königsberger Kaufmann- schaft die Hungcrsperre über die Getreideträgcr aufrecht erhalten, das ist doch wahrhaftig von diesen Herren, die zumeist der so- genannten„Freisinnigen Volkspartei" angehören, echt„liberal". Die Getreideträger haben bisher, im Vertrauen auf ihre gerechte Sache, treu zusammengehalten. Die Arbeit im Hafen beginnt jetzt umfangreicher zu werden und die Handelsherren lassen es sich Mühe und Geld kosten,„Arbeitswillige" heranzuziehen, und muten gleichzeitig den Ausgesperrten zu, sich bedingungslos zu unter- werfen. Auf eine Eingabe an das Gcwerbegericht zum Zwecke der Vermittclung erhielten die Ausgesperrten folgende Nachricht:„Die Getreideträgcr, die sich im Arbeitsnachweis der Kaufmannschaft melden und die Bedingungen, die ihnen dort vorgelegt werden, Die Königsbergcr Hafenarbeiter-Aussperrung zeitigte in böser Folge am letzten Donnerstag vor der Strafkammer auch noch ein Trauerspiel. Auf der Anklagebank nahmen fünf Personen Platz; sie sollten einige Arbeitswillige von der„Guahzba" verpriigelt haben und befanden sich seit dem 13. Mai d. I., das ist der Tag der Schlägerei, im Untersuchungsgefängnis. Anfänglich waren über zwanzig Personen verhaftet worden, die dann im Lause der JUit bis auf die angeführten fünf Hafenarbeiter wieder freigelassen wurden, da das Antlagematcrial nicht ausreichte, um mit Gewiß- heit eine Bestrafung hcrbcizusührcn. Auch bei der Gerichts- Verhandlung schwebte alles zwischen Himmel und Erde. Die als Zeugen geladenen Arbeitswilligen konnten nicht ermittelt werden, sie mögen wohl schon wieder irgendwo das„heilige Kapital" retten, und so mutzte sich die Anklage darauf beschränken, ihre Aussagen aus der Voruntersuchung zu verlesen. Da hieß es denn immer: „Wer mich geschlagen, kann ich nicht sagen!"— Nur einer führte mündlich aus:„Er habe einen Schlag über den Kopf und einen Messerstich in den Arm erhalten, und sei acht Tage arbeitsunfähig gewesen." Der Staatsanwalt schlägt hohe Strafen bor, obwohl auch er zugibt, daß die Tat der Ausgesperrten menschlich erklärlich sei, da sie gegen die fremden Arbeiter crbitert gewesen. Er be- antragt gegen den Hauptangeklagtcn Staats drei Jahre Gc- fängnis. Das Gericht fällt folgendes Urteil: Die Angeklagten Gutzeit und Ha man werden freigesprochen, der Angeklagte Staats wird zu einem Jahre drei Monaten, B r e i t a g zu neun und Pultke zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Als verbüßt durch die Untersuchungshast werden für Staats und Breitag je zwei Monate, für Pullke ein Monat in Anrechnung gebracht. Am Tage nach der Schlägerei brachten die bürgerlichen Zeitungen Königsbergs, voran wie immer die edle„Hartungsche", das Organ des seligen Eugen Richter, lange Artikel, in welchen sie die Bolzerci als Landfriedensbruch zu schildern suchten.— Das sind so die traurigen Begleiterscheinungen des wirtschaftlichen Klassenkampfes. In den Filzfabriken von Julius F e i n s Söhne. Hermann Müller und Paul Otto zu Hartha i. S. sind die Arbeiter wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Die Zahl der Streikenden beträgt 400._ Nicht betteln, nicht bitten! Die Kutscher des städtischen Fuhrparks in Nürnberg hatten bisher nur alle vier Wochen einen freien Sonntag. Sie baten in einer Eingabe an den Stadtmagistrat, ihnen alle drei Wochen einen freien Sonntag zu gewähren. Der vortragende Stadtrat beantragte Genehmigung. Ein anderer Rat meinte jedoch vor der Abstimmung, nur alle drei Wochen einen freien Sonntag sei ein bißchen wenig. Darauf der vortragende Rat:„Die Kutscher v e r» langen ja nicht mehr als alle drei Wochen einen Sonn. tag. sie„bitten" ja„untertänigst" und schreiben„Hoch- derselbe". Der andere Rat:„So? Ja, dann ziehe ich meinen Antrag zurück."_ Eine gelbe Gewerkschaft wurde nun auch unter den Textil» arbeitern in Bayreuth gegründet, und zwar genau nach dem Muster der gelben Vereine in Augsburg. Vorläufig zählen aber nur Ober-, Untermcister und Vorarbeiter zu den Mitgliedern. Um die Arbeiter als Mitglieder zu bekommen, wird erst— wie überall— der„erlaubte" Terrorismus einsetzen. IZusland. Die passive Resistenz haben die Eisenbahner in Basel, wie bereits telegraphisch berichtet, mit allen gegen 30 Stimmen grund- sätzlich beschlossen und sie soll Ende September zur praktischen Anwendung gelangen, wenn bis dahin die Forderungen des Per- sonals nicht erfüllt sind. Diese betreffen in erster Linie dje Ver- mehrung des Personals, hauptsächlich der Eisenbahnarbeiter, deren Zahl absolut unzulänglich ist. so daß sie sich im Zustande be- ständiger Ueberanstrengung befinden. Daneben handelt es sich um die Bezahlung der Uebcrstunden, die von der Post bereits ge- währt wird, von den Bundesbahnen aber schmählicherweise nicht. Bereits am 27. April dieses Jahres hat das organisierte Personal eine bezügliche Eingabe an die Kreisdirektion gerichtet, jedoch bis heute noch keine Antwort erhalten. Es wurde nun beschlossen, sich auch noch an die Basler Regierung und an den VerwaltungSrat der Bundesbahnen zu wenden. Der Hafenarbeiterstreik in Antwerpen. Mehrere Getreidedampfer ersetzten die Engländer durch Ele- vatoren. Ernste Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. Die Schiffsagenten der regelmäßigen Dampferlinien nach Antwerpen beschlossen. 1 Million Gulden zur Fortsetzung des Widerstandes gegen die Streikenden zu bewilligen. Die Dockarbeiter in Gent weigern sich, die aus Antwerpen kommenden Schiffe zu entladen. Der Streik kann sich leicht noch auf andere Plätze übertragen. Letzte JVaebnehten und Depefeben, Ungetreuer Beamter. Gelsenkirche», 24. August.(W. T. B.) Der Steuerkaffenassistcn« Laos wurde verhaftet unter der Beschuldigung, eine Summe von 18—20 000 M. unterschlagen zu haben. Explodierte Feuerwerkskörper. Bari, 24. August.(W. T. B.) Während ein Wagen mit Feuer- werkskörpern durch das Dorf Capurso fuhr, explodierten diese. Bier Personen wurden getötet zehn verwundet; die Häuser in der Nähe wurden beschädigt._ Schneiderstreik. Budapest» 24. August.(B. H.) In der hiesigen Damen- konfektionsbranche ist heute der Generalstreik ausgebrochen. Ten Schergen ausgeliefert. Odessa, 24. August.'(W. T. 23.) Der Matrose Matuschenko. der Führer der Meuterei auf dem Panzerschiff„Fürst Potemkin" im Juni 1905. der nach seiner Rückkehr aus Rumänien untex falschen Namen in Nikolajew lebte, ist hier verhaftet worden, Eisenbahnunglück in Ruhland. Petersburg, 24. August.(W. T. 23.) Zwischen Petersburg und PawlowSk erfolgte ein Zusammenstoß zweier Eiseubahnzüge, beide Lokomotiven wurden beschädigt, der Gepäckwagen und ein Wagen dritter Klasse zertrümmert. Ter Zugführer und zwei Passagiere wurden getötet und mehrere verletzt. SchiffSkatastrophe. K-npantinopel, 24. August.»»» Die proletarifche Internationale in Stuttgart. Internationaler fozialiftilcber Kongreß. Stuttgart, 24. August. (Telegraphischer Bericht.) Singer eröffnet die Sitzung kurz nach 10 Uhr. Huysmans verlieft die eingegangenen Begrüßungsschreiben, darunter solche von oer sozialdemokratischen Lokalorganisation in Koschrech (Äöhmen), aus B u d a p e st, vom Sozialdemokratischen Verein in Kiel, vom Parteitag der sozialdemokratischen Partei Lit- t a u e n s und von einer Vereinigung naturwissenschaftlicher Fach. schriftsteller in Frankfurt a. M. Darauf tritt der Kongreß in die Tagesordnung ein: De« Militarismus und die internationalen Konflikte. Dazu liegt die folgende Resolution be» Kommission vor: »Der Kongreß bestätigt die Resolutionen der früheren inter» nationalen Kongresse gegen den Militarismus und JmperialiS« muS und stellt aufs neue fest, daß der Kampf gegen den Mili- tariSmuS nicht getrennt werden kann von dem sozialistischen Klassenkampf im ganzen. Kriege zwischen kapitalistischen Staaten sind in der Regel Folgen ihres Konkurrenzkampfes auf dem Weltmarkte, denn jeder Staat ist bestrebt, fein Absatzgebiet sich nicht nur zu sichern, sondern auch neue zu erobern, wobei Unterjochung fremder Völker und Länder eine Hauptrolle spielt. Diese Kriege ergeben sich weiter aus den unaufhörlichen Wettrüstungen des Militarismus, der ein Hauptwerkzeug der bürgerlichen Klassenherrschaft und der wirtschaftlichen und politischen Unterjochung der Arbeiter» klasse ist. Begünstigt werden die Kriege durch die bei den Kultur. Völkern im Interesse der herrschenden Klassen systematisch ge- nährten Vorurteile des einen Volkes gegen das andere, um da. durch die Massen des Proletariats von ihren eigenen Klassen. aufgaben sowie von den Pflichten der internationalen Klaüen- solidarität abzuwenden. Kriege liegen also im Wesen des Kapitalismus; sie werden erst aufhören, wenn die kapitalistische Wirtschaftsordnung be- seitigt ist oder wenn die Größe der. durch die militärtechnischc Entwickelung erforderlichen Opfer an Menschen und Geld und die durch die Rüstungen hervorgerufene Empörung die Völker zur Beseitigung dieses Systems treibt. Daher ist die Arbeiterklasse, die vorzugsweise die Soldaten zu stellen und hauptsächlich die materiellen Opfer zu bringen hat, eine natürliche Gegnerin des Krieges, der im Widerspruch zu ihrem Ziele steht: Schaffung einer auf sozialistischer Grund- läge beruhenden Wirtschaftsordnung, die die Solidarität der Völker verwirklicht. Der Kongreß betrachtet es deshalb als Pflicht der arbeitenden Klasse und insbesondere ihrer Vertreter in den Parlamenten, unter Kennzeichnung des Klassencharakters der bürgerlichen Ge- sellschaft und der Triebfeder für die Aufrcchterhaltung der nationalen Gegensätze, mit allen Kräften die Rüstungen zu Wasser und zu Lande zu bekämpfen und die Mittel hierfür zu verweigern, sowie dahin zu wirken, daß die Jugend der Ar- beiterklasse im Geiste der Völkerverbrüderung und des Sozia» lismus erzogen und mit Klassenbewußtsein erfüllt wird. Der Kongreß sieht in der demokratischen Organisation des Heerwesens, der Volkswchr an Stelle der stehenden Heere, eine wesentliche Garantie dafür, daß Angriffskriege unmöglich und die Ueberwindung der nationalen Gegensätze erleichtert wird. Die Internationale ist außerstande, oie in den verschiedenen Ländern naturgemäß verschiedenen, der Zeit und dem Ort ent- sprechenden Aktionen der Arbeiterklasse gegen den Militarismus in starre Formen zu bannen. Aber sie hat die Pflicht, die Be- strebungen der Arbeiterklasse gegen den Krieg möglichst zu ver- stärken und in Zusammenhang zu bringen. Tatsächlich hat seit dem Internationalen Kongreß in Brüssel das Proletariat in seinen unermüdlichen Kämpfen gegen den Militarismus durch die Verweigerung der Mittel für Rüstungen zu Wasser und zu Lande, durch die Bestrebungen, die militärische Organisation zu demokratisieren, mit steigendem Nachdruck und Erfolg zu den verschiedensten Aktionsformen gegriffen, um den Ausbruch von Kriegen zu verhindern oder ihnen ein Ende zu machen, sowie um die durch den Krieg herbeigeführte Aufrütte- lung der Gesellschaft für die Befreiung der Arbeiterklasse aus- zunutzcn: so namentlich die Berständigung der englischen und fran- zösischcn Gewerkschaften nach dem Faschodafall zur Sicherung des Friedens und zur Wiederherstellung freundschaftlicher Be- Ziehungen zwischen England und Frankreich; das Vorgehen der sozialdemokratischen Parteien im deutschen und im französischen Parlament während der Marokkokrise! die Kundgebungen, die zum gleichen Zweck von den französischen und deutschen Sozia- listen veranstaltet wurden; die gemeinsame Aktion der Sozialisten Oesterreichs und Italiens, die sich in Trieft versammelten, um einem Konflikt der beiden Staaten vorzubeugen; weiter das nach- drückliche Eingreifen der sozialistischen Arbeiterschaft Schwedens zur Verhinderung eines Angriffs aus Norwegen; endlich der heldenhafte opferwillige Kampf der sozialistischen Arbeiter und Bauern Rußlands und Polens, um sich dem vom Zarismus ent- fesselten Krieg zu widersetzen, ihm ein Ende zu machen und die Krise des Landes zur Befreiung der arbeitenden Klasse auszunutzen. Alle diese Bestrebungen legen Zeugnis ab von der wachsenden Macht des Proletariats und von seiner wachsenden Kraft, die Aufrcchterhaltung des Friedens durch entschlossenes Eingreifen zu sichern; die Aktion der Arbeiterklasse wird um so erfolg- reicher sein, je mehr die Geister durch eine entsprechende Aktion vorbereitet und die Arbeiterparteien der verschiedenen Länder durch die Internationale angespornt und zusammengefaßt werden. Der Kongreß ist der Ueberzeugung, daß unter dem Druck deS Proletariats durch eine ernsthafte Anwendung der Schieds- gerichte an Stelle der kläglichen Veranstaltungen der Regierungen die Wohltat der Abrüstung den Völkern gesichert werden kann. die es ermöglichen würde, die enormen Aufwendungen an Geld und Kraft, die durch die militärischen Rüstungen und die Kriege verschlungen werden, für die Sache der Kultur zu verwenden. Droht der Ausbruch eines Krieges, so sind die arbeitenden Klassen und deren parlamentarische Vertretungen in den be- teiligten Ländern verpflichtet, unterstützt durch die zusammen- fassende Tätigkeit des Internationalen Bureaus, alles aufzu- bieten, um durch die Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des KrivgeS zu verhindern, die sich je nach der Verschärfung des Klassenkampfes und der Verschärfung der allgemeinen politischen Situation naturgemäß ändern. Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, für dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kräften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigeführte Wirtschaft- liche und politische Krise zur Aufrüttelung des Volkes auszu- nutzen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassen. Herrschaft zu beschleunigen." Berichterstatter Banbervelde- Brüssel (mit lebhaftem Händeklatschen empfangen)—(die Uebersetzung wird von Viktor Adler gegeben): Im Namen der Kommission habe ich Ihnen die dort beschlossene Resolution zur Annahme vorzulegen. Sie ist lang, vielleicht die längste, die je einem internationalen Kongreß vorgelegt ist. Aber wir hatten nicht die Zeit, sie kürzer zu machen. Als wir eine Abkürzung versuchten, ergab sich sofort eine Trübung ihres klaren Sinnes und eine Lücke in ihrem In- halt. Die Resolution ist einstimmig angenommen worden.(Bravol) Das mußte sie. Ueber unsere Stellung zum Kriege und zum Militarismus konnte es Meinungsverschiedenheiten nicht geben, denn das wären Differenzen gewesen, die die Grundlagen des Sozialismus selbst berührt hätten. Wir haben einstimmig erst die internationale Solidarität als Pflicht der Arbeiter festgesetzt, und ich habe dieses Prinzip nicht lange zu erläutern vor einer Ver- sammlung, die die lebendige Verkörperung des Wortes von Karl Marx ist:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"(Sehr gut!) Die Proletarier haben überall dieselben Partei- und Klassen- tnteressen, welchen Teil der Erde sie auch bewohnen, und haben mehr Gemeinschaft und Verwandtschaft untereinander, als mit den übrigen Klassen des Landes, das sie bewohnen. Weiter waren wir einig über das, was uns Vaillant und Bebel in so wu.nderbar klarer Weise in ihren Reden auseinander gesetzt haben, daß die Voraussetzung unserer Jnternationalität selbst das Bestehen freier und autonomer Nationen ist. Die Internationale der Arheiter ist nicht eine amorphe Masse ohne Gliederung und Gruppierung, sondern eine freie Vereinigung, ein Bund nicht nur von selb- ständigen Staaten, sondern auch von Nationen, denen die Inter- nationale ihre Autonomie wiedergegeben hat, wie den Polen.(Leb- hafter Beifall.) Wir haben die vollste Berechtigung der nationalen Gliederung anerkannt, rückhaltloser und ehrlicher, als das je eine bürgerliche Partei könnte. Nun wissen wir ja, daß trotz dieser nationalen Gesinnung, die uns alle beseelt, französische Zeitungen der Bourgeoisie nicht aufhören werden, die deutsche Sozialdemo- kratie als die einzig nationale zu bezeichnen, während die deutschen Zeitungen die Sozialdemokratie Frankreichs als diejenige„rühmen" werden, die allein fest am Vaterlande halte.(Sehr wahrl und Heiterkeit.) Diese Widersprüche der Anschauungen zerstören sich selbst, und unsere Resolution spricht erneut die Tatsache aus, daß man die Existenz der Nationen als notwendig anerkennen kann, ohne dadurch den internationalen Zusammenhang der Arbeiter irgendwie ahzuschwächen. Die notwendige Folge dieser unserer Ueberzeugung war die Anerkennung des unveräußerlichen Rechtes jeder Nation, ihre Unabhängigkeit gegen jeden Angriff von außen zu verteidigen.(Beifall.) Die Anerkennung der Nationen be- dingt auch die Notwendigkeit technischer Einrichtungen zu ihrer Verteidigung. Darum schlägt die Kommission die Miliz als Bolls- wehr vor, als Mittel der Verteidigung der Selbständigkeit der Nationen und als wirkliche Schutzwehr gegen die Unterdrückung des inneren Feindes durch den Militarismus. Denn im kapitali- stischen Militarismus ist die Pflicht, das Vaterland zu verteidigen, weniger wichtig für den Soldaten, als die, auf Vater und Mutter zu schießen.(Lebhafte Zustimmung.) Gegen die Forderung der Miliz sind von zwei Seiten Einwände erhoben worden. Die Schweizer Genossen haben ausgeführt, daß ihre Miliz von Offi- zieren aus den herrschenden Klassen befehligt werde, und daß die Bourgeoisie sich ihrer gegen das arbeitende Volk bediene. Unsere Antwort war, daß die Schweizer Miliz einen Klassencharakter trage, und weit entfernt von der Volksbewaffnung sei, die wir fordern. Einen weiteren ernsthaften Einwand haben die Eng. länder gemacht, die eine nationale Armee nicht haben. Sie sträubten sich gegen eine Ausdehnung der Rüstungen und gegen eine Ueber- tragung deS Militarismus auf ihr Land. Wir haben daher von der Forderung der Volksbewaffnung Abstand genommen für die glücklichen Länder, die kein stehendes Heer im kontinentalen Sinne haben. Bis hierher ist die Resolution einstimmig angenommen worden. Zweifel entstanden bei der Frage des wirksamsten Mittels, durch das die Kriege verhindert werden können. Die Resolution Bebel forderte die energische Anwendung aller Mittel, ohne sie zu nennen. Vaillant zählte sie auf: Intervention, die öffentliche Aklion, den Generalstreik und sogar die Insurrektion. Dagegen wurden von den deutschen Genossen ernsthafte Einwendungen er- hoben. Ich stelle fest, daß kein Gedanke daran sein kann, daß die deutschen Genossen das etwa aus Furcht vor Verfolgungen getan hätten. Es gibt keine Partei, die so viel Verfolgungen zu tragen gehabt hätte, mit Ausnahme selbstverständlich unserer russischen Parteigenossen, als die deutsche Partei. In einer Woche hat die deutsche Sozialdemokratie mehr Verurteilungen zu ertragen als nianche Nation das ganze Jahr, ja ich füge hinzu, als vielleicht Oesterreicher. Franzosen und Engländer zusammen.(Lebhafte Zustimmung.) Was den Protest gegen den Krieg anlangt, so ist es nicht notwendig, die Deutschen an ihre Pflicht zu erinnern. Es liegt im Bewußtsein aller, daß der erste Protest 1870 gegen den blutigen Krieg, gegen die Annektion erfolgt ist von deutschen Sozialdemokraten, deren einer hier in unserer Mitte weilt.(Leb- hafter Beifall.) Nicht die Furcht vor den Herrschenden, sondern die Bedürfnisse der Partei waren es, die uns veranlatzten, eine andere Form zu wählen, die unseren eigenen Notwendigkeiten ent- sprach. Wir sind dazu gekommen, daß keine Uniformregel aufgestellt werden kann, weder für den sozialdemokratischen Kampf überhaupt, noch auch für den antimilitaristischcn Kampf insbesondere. Wir sind dazu gekommen, daß wir keine andere Pflicht haben können, als im entscheidenden Augenblick das Maximum unserer Kräfte dem Militarismus und dem Krieg entgegenzusetzen, und daß jede Nation nur die Pflicht haben kann, nach eigenem Ermessen die Mittel zu wählen und anzuwenden, die ihr die besonderen Ver. bältnisse vorschreiben und ermöglichen. Wir sind uns alle bewußt, daß mit den Mitteln, die wir anführen werden,'wir lange keine vollständige Liste aufmachen könnten. Trotzdem sind wir heute schon in der Lage, hinzuweisen auf eine ganze Reihe von Fällen, in denen das Proletariat der verschiedenen Länder bereits wirksam seinem Willen Ausdruck gegeben. Die Resolution führt an das Eingreifen der Engländer und Franzosen in Sachen des Faschodafalles, den Protest der Oesterrcicher und Italiener gegen einen Krieg zwischen diesen Ländern, die großartigen Demonstrationen sowohl in Frank- reich als in Deutschland in der gesamten sozialdemokratischen Presse, in Versammlungen und in den Parlamenten anläßlich der Marokkoaffärc. und schließlich das große welthistorische Beispiel, das uns die russische Revolution gegeben hat, die an den Krieg zwischen Ruhland und Japan anknüpfte. Den folgenden Satz fügt Adler hinzu: So sind wir denn zu der Ansicht gekommen, daß der Kampf des sozialistischen Proletariats gegen den Militarismus und den Krieg in Wahrheit unbegrenzte Möglichkeiten hat(Lebhafte Zustimmung) und daß keiner voraussehen kann, welche, dieser Möglichkeiten zur Wirklichkeit werden wird. Unsere Pflicht aber ist es, und das wird in dieser Resolution vorgeschrieben. durch die Erziehung des Proletariats diese Möglichkeiten immer mehr zur Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei nimmt die allererste Stelle auch ein die Erziehung der Jugend zum Sozialismus und zur Empfindung der Solidarität aller Völker, der Klassen- solidarität deS Proletariats. Wenn die Jugend in diesem Geiste er- füllt wird, und in fast allen Ländern sind dafür in den verschiedensten Formen Ansätze vorhanden, wenn die sozialistische Erziehung so mit der Jugend das ganze Volk erfaßt, dann wird auch die Zeit kommen, wo dem kämpfenden Proletariat nicht mehr werden entgegengestellt werden können Proletarier, die selbst die Bajonnette gegen ihre eigenen Brüder tragen.(Lebhafter Beifall.) Die Herrschenden sind nicht blind gegen diese Entwickelung. Sie spüren ganz gut, daß aus der Bewegung des Proletariats heraus ihnen ein mächtiger Feind entsteht. Sie fühlen ganz gut, daß die Kriege für die mcht gut ausschlagen, die sie führen. Sie wissen, daß der Krieg von 1370 für Frankreich nicht allein die bürgerliche Republik, sondern auch die Kommune, daß der Burenkrieg den Sturz der konservativen Regierung in England zur Folge gehabt hat und mit ein Hebel war sür das Erwachen der Arbeiterklasse und für ihre selbständige politische Vertretung im Parlament. Und am schlimmsten ist der Krieg auS- geschlagen für den russischen Zarismus, der als Antwort auf den Krieg die Revolution bekommen hat, die seine Existenz gefährdet hat, ja, hoffentlich seine Beseitigung bringen wird.(Lebhafter Beifall.) Erlauben Sie mir. sagt Adler werter, hinzuzufügen, daß für die Regierungen im Haag, von denen man ja hier nur mit Ehrfurcht sprechen darf(Große Heiterkeit.)— ich bin an Ehrfurcht aber ja gewöhnt(Erneute Heiterkeit.)— so schwach ihre Kräfte sind, um zu etwas Positivem zu gelangen, zweifellos als Triebfeder für diesen Versuch, den sie machen, nicht die Liebe zum Frieden haben, sondern die Furcht vor den Folgen deS Krieges. Und zwar wissen die Leute im Haag, daß die eigentliche Friedenskonferenz, die den Frieden bereitet und auch die Macht darstellt, den Frieden auf Erden herzu- stellen, weil er das Lebensinteresse des Proletariats ist, daß diese eigentliche Friedenskonferenz nicht im Haag, sondern hier in Stutt- gart tagt.(Erneuter lebhafter Beifall.) Glauben Sie mir, daß die im Haag genau so viel durchsetzen werden, als wir ihnen als Impuls dazu geben: genau so viel Friedensbedürfnis, als wir den Herrschenden emzubläuen vermögen, werden sie bekunden.(Lebhaftes Sehr richtig I) Ich fahre fort im Referat Bandervelde: So lang die Resolution ist, so hat sie doch ein großes Verdienst, vielleicht mehr, als man ihr zunächst ansieht. Die bürgerlichen Blätter, die natürlich sehr schnell fertig sind mir dem Urteil über das, was wir sagen, haben bereits geschrieben: Einstimmigkeit hat man wohl erzielt, aber man hat eS nur um den Preis getan, daß man aus der Resolution eine rhetorische Formel gemacht hat, die mehr als nichts besagt. Darauf antworten wir: Das Gegenteil ist richtig. Die Resolution ist nicht eine Formel, aus der man alles Lebendige und Aktionsfähige heraus- genommen hat, sondern im Gegenteil, sie ist eine kräftige Aktion. Man hat in sie jede Möglichkeit der Aktion hineingelegt, nicht auS- geleert, sondern verstärkt. Erfüllt ist die Resolution von dem gemein- famen Sinn der ganzen Macht des Sozialismus in allen Ländern, die hier repräfenttert sind.(Lebhaftes Bravo I) Diese Resolution wird nicht nur ein Wort bleiben, sondern sie wird auch Wirkung haben. In Amsterdam haben wir in einem denk- würdigen Kampfe der Geister Regeln aufgestellt. Es wurden der sozialistischen Partei Ratschläge gegeben, wie sie ihre Taktik einrichten sollte, vor allem in bczug auf ihre eigene Organisation. Es wurde gewissermaßen den sozialisti- schen Parteien das imperative Mandat gegeben: Vereinigt Euch l Und jene Beschlüsse sind kein leeres Wort geblieben, sondern das Ergebnis von Amsterdam war die Einigung der Sozialisten der ein- zelnen Länder, das wichtigste Ereignis der letzten Jahre.(Bravo I) So wird auch diese Resolution kein leeres Wort bleiben, sondern sie wird dazu dienen, die sozialistischen Parteien in allen Ländern auf- zusordern, gewissenhast zu prüfen, welche Mittel sie in Wirklichkeit zur Verfügung haben und ob sie auch alles tun, um alle ihre Kräfte in den Dienst des Kampfes gegen den Kapitalismus und Militarismus zu stellen, Die Annahme der Resolution wird weiter die Wirkung haben, daß die Aiistrengimgen in dieser Richtung in den einzelnen Ländern nicht isoliert bleiben, sondern daß sie in Verbindung ge» bracht werden durch die Internationale, so daß an Stelle der un» bewußten Aktionen in den einzelnen Ländern die bewußte zusammen« gefaßte Aktion der gesamten proletarischen Internationale gesetzt lvird.(Bravo I) Wir haben nicht die Absicht, Vorschriften zu machen im einzelnen, aber wir verlangen von jeder einzelnen Partei das Maximum ihrer Kraft und ich setze für meine Delegation hinzu und kann, glaube ich, für sehr viele Delegationen in diesem Saale dabei sprechen: Wir stehen auf dem Standpuntt, wir wollen die Aktion des Proletariats weder auf diese, noch auf eine andere Taktik festlegen, wir wollenste aber ebenso wenig einschränken. Wir wollen, daß wir in der Lage sind, zu jeder Stunde das zu tun, was uns die Stunde gebietet.(Lebhafter Beifall.) Die Taktik, die wir im allgemeinen anerkennen, besteht darin, daß wir alles Menschliche, ja Ueber» menschliche tun, um im internationalen Proletariat die Kräfte lebendig zu machen, die durch die einstimmige Annahme dieser Re» solution— vorläufig durch die Kommission und, wie ich erwarte, auch durch den Kongreß verdoppelt werden—, die durch ihre Ge- schlossenheit den Regierungen zeigt, was sie bei jedem Attentat auf die Völler zu gewärtigen haben. So wird das internationale Proletariat mit wachsender Mehrheit eintreten in den Kampf gegen den MilitarisniuS, gegen den internationalen Kapitalismus!(Anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vorsitzender Singer: Ich habe dem Kongreß namens deS Internationalen Bureaus einen Vorschlag zu machen. In Rücksicht darauf, daß die Kommission einmütig die Resolution akzeptiert, in Rücksicht darauf, daß, wie allerdings erst jetzt sich, ergeben hat, der Bericht der Kommission den jubelnden Beifall und die Zustimmung deS ganzen Kongresses gefunden hat, in weiterer Rücksicht darauf, daß Amendements nicht gestellt sind, ftagt das Internationale Bureau durch mich an, oft es nicht richtig sei, um den Wert der Annahme dieser Resolution durch eine machtvolle Demonstration zu unterstützen, dies? Resolution ohne Diskussion per Akklamation anzunehmen.(Stürmischer Beifall bei allen Nationen.) Gustave Hcrvö: Ich verlange das Wort vor Schluß der Debatte.(Zuruf: Ab» stimmen l Abstimmen I) Vorsitzender Singer: Einer der Unterzeichner der Resolution, Genosse Hervö, will gegen die debattclose Annahme protestieren.(Heiterkeit.) Ich muß ihm das Wort geben, mache aber ausdrücklich darauf aufmerksam, daß er nicht in die sachliche Debatte eintreten, sondern nur gegen die Annahme per Akklamation sprechen darf. Gustave HervS (zur Geschäftsordnung): Die elegante Form dieses SchlußmachenS macht der Gewandtheit der Subkommission, an der ich nie gezweifelt habe, alle Ehre. Aber diese elegante Form ist allzu durchsichtig, um nicht eine ungeschickte Finte zu sein. Wen wollen Sie denn iäuschen? Glauben Sie vielleicht, daß die ganze Welt den Unter» schied nicht sehen wird zwischen der Resolution, die jetzt ein- stimmig angenommen wird, und den Reden, die da oben im Saal gehalten worden sind? Der Unterschied'ist so groß, daß ich, der ich doch wirklich kein Diplomat und kein Taktiker bin(Heiterkeit), dieser Resolution mit beiden Händen zugestinunt habe und nur wünsche, daß sie Wollmar mit gleicher Freude unterschrieben hat. Denn die Reden Bebels und Vollmars in der Kommission waren schwarz und die Reiolulion ist weiß.(Heiterkeit.) Ich kann deshalb nicht zugeben, daß ohne eine loyale Erklärung der deutschen Delegation, in der sie diesen Widerspruch aufklärt, Schluß gemacht wird. Vandervelde hat in seinem Referat die Resolution noch verstärkt. Aber er ist ja ein ffranzoje aus Belgien(Heiterkeil) und seine Erklärungen haben nicht den Wert, den eine Erklärung der berufenen Vertreter der deutschen Sozialdemo- kratie von dieser Tribüne aus hätte. Gibt die deutsche Delegation nicht die Erklärung ab, daß sie den Standpunkt Bebels und Vollinars nicht mehr einnimmt, sondern sich auf den Boden der Resolution gestellt hat, so kann ich mich mit der Annahnie der Resolution durch Akklamation nicht einverstanden erklären. Ich habe aber noch einen anderen Grund, eine Debatte herbeizuführen. Wir haben in Deutschland im Moment unbeschränkte Redefreiheit. Wir riskieren höchstens, aus Deutschland) hinausgeworfen zu werden(Heiterkeit). lind das ist keine Strafe, oder wir bringen die Regierung in die lächerliche Situation, den Kongreß, der seine Arbeiten schon beendet hat, auszulöscn.(Heiterkeit.) Diskutieren wir also und zwingen wir die deutsche Sozialdeniokratie, Farbe zu bekennen und sich voll und ganz mit dem Sinn der Resolution eiuberstanden zu erklären. (Beifall und Zischen.) Vorsitzender Singer: Ich konstatiere, daß der Antrag auf debattelose Annahme nicht von der Subkontmisston, sondern einstimmig vom Jnterilatlonalen Sozialistischen Bureau gestellt worden ist. Hierauf wird der Antrag aus Fortfall jeder Diskussion und Ab- stimmmig durch Akklamation mit großer Mehrheit angenommen. Die Resolution der Kommission wird sodann ciilstimmig an- genommen.(Stürmischer, langanhaltendcr, sich vielfach wieder- holender Beifall, insbesondere die französische Delegation ist enthusiasmiert. Herb« ist auf den Tisch gestiegen und hat zum Zeichen seiner Zustimmung bei der Abstimmung beide Hände hoch- gehoben.) Damit sind die auf der Tagesordmmg stehenden Gegenstände erledigt. Von der nimäuischen Delegation ist ein Protest gegen die Greuel- taten der rumänischen Regierung am städtischen und ländlichen Proletariat und gegen die barbarische Behandlung der in Rumänien wohnenden Juden vorgelegt. Er hat folgenden Wortlaut: „Das Internationale Sozialistische Bureau ist von der rumänischen Delegation in Kenntnis gesetzt worden von den Unterdrückungen, die die Regierung Rumäniens gegenüber dem städtischen und ländlichen Proletariat ausübt. In Erwägung dessen, daß durch diese Politik Tausende von Landarbeitern ihr Leben einbüßen, daß sie durch das Regime der Unterdrückung und der Ausbeutung aus den unheilvollen Weg der Empörung gedrängt werden und daß jetzt diese Politik auch auf die gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterorganisationen über- tragen wird, indem man ihnen die Ausübung jedes Rechts unter- sagt und Masscnverhastungen und Massenausweisungen vor- nimmt, daß diese Ausweisungen nicht allein gegen die in der rumänischen Industrie beschäftigten ausländischen Arbeiter gerichtet sind, sondern auch gegen eine ganze Kategorie rumänischer Bürger — die Juden—, die gegenwärtig nirgends Schutz finden und denen die Aufnahme in jedem ausländischen Staat verweigert wird, in fernerer Erwägung, daß die jeder Humanität höhn- sprechenden grausamen Verfolgungen in Widerspruch stehen mit den iiiternationalen Verpflichtungen der rumänischen Regierung, beantragt das Bureau, der Kongreß möge den klassenbewußten rumänischen Proletariern, die für ihre Rechte kämpfen, seine Wünsche auf vollen Erfolg zur Anfeuerung aussprechen und zugleich seinen Protest und seiner Entrüstung über diese gräßliche Politik der rumänischen Regierung ausdrücken und den sozialistischen Abgeordneten der einzelnen Parlamente zur Pflicht machen, in den Parlamenten die Forderung aufzustellen, daß die rumänische Re- gierung ihrer Pflicht gegenüber den verschiedenen Kategorien rumänischer Bürger nachkommen solle, die sie nach den inter- nationalen Bertrügen unter ihren Schutz genommen hat. Er empfiehlt den Arbeitern der einzelnen Länder, nicht den Auf- forderungen der rumänischen Arbeitgeber Folge zu leisten, da jeder Akt der Solidarität mit ihren rumänischen Genossen ihre Aus- Weisung herbeiführen würde. Die rumänische Delegation wird beauftragt, den sozialistischen parlamentarischen Fraktionen der verschiedenen Länder ein de- tailliertes Memorandum ihrer Angelegenheit zu unterbreiten.* Die Resolution wird ohne Debatte unter lebhaftem Beifall an- genommen. Eine große Anzahl Delegierter aus England, Oesterreich, Frank- reich, Belgien, Holland, Italien und den Bereinigten Staaten be- antragen, daß der Kongreß de» russischen Revolutionskämpfern seine Bewunderung und Sympathie ausdrücken möge. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Der Kongreß stellt die Tatsache fest, daß die russische Revolution, die erst begonnen hat, schon ein mächtiger Faktor in dem Kampfe zwischen Kapital und Arbeit geivorden ist und richtet seinen brüder- lichcn Gruß an die heroischen Kämpfer und an daZ revolutionäre Proletariat in Rußland in Stadt und Land?" Vorsitzender Singer: Gemäß den wiederholten Sympathiebezeugungen, die das Proletariat der ganze» Welt den russischen Brüdern schon dargebracht hat, können wir wohl auch heute ohne Diskussion aussprechen, daß wir unsere russischen Genossen bewundern als Vorkämpfer nicht nur der russischen Freiheit, sondern auch der Befreiung des gesamten Proletariats und ihnen von ganzem Herzen Glück wünschen.(All- fettige Zustimmung und lebhafter Beifall.) Die Resolution wird einstimmig angenommen. Die Delegierten aller Nationen gruppieren sich um den Tisch der russischen Delegation und überschütten sie mit stürmischem Beifall und Hochrufen. Die Russen erheben sich zum Zeichen de» Dankes von ihren Plätzen. Die Delegationen Spaniens und Frankreich» schlagen gemeinsam folgende Resolution vor: „Der Kongreß macht in Anbetracht seiner Resolution gegen die koloniale Eroberungspolitik und gegen den Militarismus da? internationale Proletariat auf die Begebenheiten aufmerksam, die sich augenblicklich in Marokko anläßlich de» französisch- spanischen Feldzuges abspielen, und die wie immer in ivlchen tälleu der finanziellen Spekulation des Kapitalismus entspringen. �er Kongreß verdankt dieses neueste Beispiel der steten Praxis der Bourgeoisie, daß Blut fließen muß, damit der Profit erhöht werde, und fordert die sozialistischen Parteien aller Länder, insbesondere die Frankreichs und Spamens, auf, mit aller Energie dahin zu streben, der französisch-spanischcn Marokkoexpedition Einhalt zu tun, zumal sie die Gefahr eines Weltkrieges in sich birgt." Auch diese Resolution wird unter lebhaftem Beifall einstimmig angenommen. Eine große Anzahl der Delegierten aus den Bereinigten Staaten Nordamerikas fordert den Kongreß zu einer Sympathiekundgebung für William Haywood auf, und legt folgende Resolution vor: „Der internationale Kongreß sendet an William Haywood die Glückwünsche der sozialistischen Bewegung der Welt zu dem großartigen Kampf, de» er im Interesse der organisierte» Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten ausgcfochten hat. Er brandmarkt nachdrücklichst den Versuch der Grubenbesitzer, einen Unschuldigen nur wegen seiner Verdienste um die Sache der organisierten Arbeiterschaft gerichtlich verurteilen zu lassen. In dem Prozeß und in dem systematischen Feldzug der Verleumdung, der gegen Haywood geführt wurde, von der gesamten kapitakistischen Preße, erblickt der Kongreß den Ausdruck der iuimer schärfer hervor- tretenden Klassenpolitik der Bourgeoisie Amerikas und ihres voll- ständigen Mangels an Toleranz undEhrgesiihl in alle» Angelegenheiten. ne ihren Prosit und ihre Macht bedrohen. Gleichzeitig beglück- wünscht der Kongreß die Sozialisten der Vereinigten Staaten zu der Geschlossenheit und dem Enthusiasmus, mit dein sie bieten Angriff abgewehrt haben. Das klassenbewußte Proletariat Europas sieht in der großen Macht, die dieser solidarische Akt gezeigt hat. das Band und die Gewähr für die Zukunft und hofft,' daß vieselbe Geschlossenheit und Solidarität des amerikanische» Proletariats für seine volle Emanzipation eingesetzt wird." unter lebhaftem Beifall wird die Resolution einstimmig an- genommen. Die britische Delegation gibt folgende Erklärung ab: „Die britische Delegation wünscht ihrem Bedauern Ausdruck zu geben, daß in der Frage der Beziehungen zwischen Sozia- lismus und Syndikalismus sowie in der der Ein- und AuS- Wanderung die beiden von der Delegation aufgestellten Redner nicht zum Wort gekommri sind. Die britische Delegation möchte darauf hiuweiscii, daß sie in der Debatte über die Beziehungen zwischen Syndikalismus und Sozialismus die Ansicht der ältesten und mächtigsten Gcwerkvereine der Welt zu dieser Frage zum Ausdruck gebracht hätten, und daß der Redner in der AuS- wanderungs-frage die Ursachen erklärt hätte, und wie es kommt, daß zum ersten Mal in der Geschichte sich eine Einwanderung englischer Streikbrecher vollzogen hat. Die Delegation wünscht ferner ihr Bedauern darüber auszusprechen, daß, als durch ihren Vorsitzenden die Abstimmung nach Nationalitäten verlangt wurde, dies nicht in der geforderten Weise erfolgte und e» dadurch zu unliebsamen Austritten kam." Eine weitere Erklärung der englischen Dele- g a t i o n erkennt die Geschäftsführung des Borsitzenden Singer als vollkommen richtig und korrekt an. Die dänische Delegation beantragt, den nächsten internationalen Kongreß in Kopenhagen abzuhalten. Zur Begründung führt Knudsen- Dänemark aus, daß das kleine Dänemark sich durch die Abhaltung des inter- nationalen sozialistischen Kongresses in seinen Grenzen sehr geehrt fühlen würde. Zugleich würde durch den Kongreß die Arbeiter- bewegung nicht nur Dänemarks, sondern der drei skandinavischen Länder agitatorisch sehr gefördert und gekräftigt werden. Däne- mark habe seit 1871 eine starke Arbeiterbewegung, die auf sozia- listischer Grundlage beruhe, und die der arbeitenden Klasse große materielle und moralische Vorteile errungen hätte. Der Kongreß werde die Fortschritte des Sozialismus im Norden Europas be- schleunigen. Redner hebt die günstige Lag- Kopenhagens und seine Schönheiten hervor und verspricht, daß die dänische Sozialdemo- kratie den Kongreß gut aufnehmen werde. Einstimmig wird hierauf Kopenhagen zum nächsten Tagung»- ort gewählt.(Beifall.) Die Delegationen Oesterreichs, Deutschlands, Hollands und Schweden beantragen, dem Internationalen Bureau in Brüssel und insbesondere den belgischen Genossen, die das Sekretariat vcr- walten, für die umsichtige, energische und unermüdliche Arbeit, die sie der Exekutive der Internationale gewidmet haben, den Dank des 5tongresses auszusprechen. Bandervelde-Brüssel: Im Namen deS Internationalen Bureaus danke ich Ihnen für diese Kundgebung. Ein großer Teil unseres Verdienstes entfällt auf die Person meines trefflichen Freundes, des internationalen L-ekretärs Camille Huysmans.(Lebh. Zustimmung.) Ich habe mir aber das Wort erbeten, zu einem anderen DankeSvorschlage. Da ich nach Herbes liebenswürdigen Worten ein Franzose aus Belgien bin, hat mich die französische Delegation beauftragt, in ihrem Namen den deutschen Kameraden für ihre herzliche brüder lichc Gastfreundschaft zu danken.(Lebhafter Beifall.) Alle Na iionen, die im Internationalen Bureau vertreten sind, teilen diese Gesinnung. Wir haben in diesen 10 Tagen sehr viel gearbeitet, haben aber auch Tage der Ruhe, der Erholung und deS Genusses gehabt. Die großen Massenmeetings am Sonntag gaben herrliche Beweise für die Grüße der deutschen Sozialdemokratie und der liebenswürdige Empfang im Schützenhause wird uns allen un» vergeßlich sein.(Bravo.) Wir haben zahlreiche Beweise inter- nationaler brüderlicher Gesinnung gefunden, und können ein- stimmig konstatieren, was ein Redner in einem anderen Saale in etwas bissiger Weise gesagt hat, daß die Schwaben sehr gemütliche und brave Leute sind, daß sie aber auch ein offenes und gastfrei. s HauL haben. Deshalb rufe ich noch einmal der ganzen schwäbischen und deutschen Sozialdemokratie ein herzliches: Danke schön! zu. (Lebhafter Beifall.) Hhnbman-England: Es ist mir eine angenehme Pflicht, nicht nur namens der eng- tischen Delegation, sondern der gesamten Internationale noch ein- mal nach Vandervelde dem Internationalen Bureau und den deutschen Genossen für die Organisation des Kongresses unseren herzlichsten Dank abzustatten. Wir Engländer haben die Gewohn- heit, uns für ein eminent praktisches Voll zu halten. ES konnte aber nicht Praktischeres, nichts Freundlicheres geben, wie die Or- ganisation dieses Kongresses.(Bravo.) Die Art, wie das Lokal. lomitee für die Aufnahme der Brüder aus der Fremde gesorgt, wie es alles vorgesehen, alles so schön eingerichtet hat, daß eS den Delegierten der Internationale nur Freude bereitet hat. wie die Tische verteilt, die Mappen für jeden Delegierten bereit gelegt waren: lauter Kleinigkeiten und im Zusammenhang doch wichtig— alles hat uns gezeigt, daß das Lokalkomitee an alles gedacht und für alles aufS beste gesorgt hat. Wir danken dafür insbesondere dem Genossen Dietz.(Lebhafter Beifall.)— Weiter danke ich namens der englischen Delegation für die lebyiiste Sympathie- kundgcbung. die sie uns aus Anlaß der Ausweisung deS Genossen Ouelch dargebracht haben. Die Worte, die Bebel und Singer dabei gesprochen haben, werden dauernd in unserem Gedächtnis bleiben. (Bravo!) Und noch einem Mann sind wir tiefsten Dank schuldig, dem Vorsitzende» Paul Singer.(Bravo!) Ich weiß ja, wie schwer es ist, das Präsidium bei einem Internationalen Kongreß zu führen,(Heiterkeit) sich den internationalen Gewohnheiten und Temperamenten anzupassen.(Erneute Heiterkeit.) Wir bewundern den guten Humor, oie kalte Ruhe, die Freundlichkeit und den Takt, mit dem Singer die Verhandlungen geführt hat.(Lebhafter Bei. fall.) Selbst in den schwierigsten Momenten, wo der größte Tumult gemacht wurde(große Heiterkeit) hat er die Ruhe rasch wieder hergestellt und die bewegten Wogen geglättet. Deshalb sage ich nancens des Kongresses dem Präsidenten Singer herzlichsten Dank, wünsche ihm Gesundheit und langes Leben, daß er noch recht viel internationale Kongresse leiten möge.(Stürmischer Beifall.) Vorsitzender Singer: Ich möchte zunächst dem Genossen Hyndman und Ihnen allen, die Sie seine Worte mit Beifall begleitet haben, herzlichen und aufrichtigen Dank für die freundlichen Worte sagen. Ich bin von diesem Ihrem Tank tief ergriffen. Wenn eS überhaupt in der sozialdemokratischen Partei aller Länder nötig wäre, Dank abzu- statten für das, was man für die Partei tut, so wäre jedenfalls der Dank, dey Hyndman mir in Ihrem Namen gewidmet hat, ein über alles Erwarten freundlicher und rühmender. Wenn ich das hohe Amt, das Sie mir übertragen haben, nach besten Kräften und Wissen ausgefüllt habe, so war es in dem Bewußtsein der Verpflichtung, die jeder Sozialdemokrat hat, das Amt, das das Vertrauen der Genossen ihm überträgt, auch mit seiner ganzen Kraft auszufüllen. Jedenfalls sage ich Ihnen herzlichsten Tank für die Anerkennung, die Sie mir haben zu teil werden lassen, und kann mir mit Hyndman keinen schöneren Lohn denken, als daß ich imstande wäre, noch recht vielen internationalen Kongressen beizuwohnen. Ob freilich als Präsident, das ist eine andere Sache. (Heiterkeit.) Was meine Präsidentschaft zu einer kraftvollen ge- macht hatj ist die imposante Demonstration, die dieser Kongreß darstellt.(Lebhafter Beifall.) Der Kongreß hat nicht nur mich, sondern alle Teilnehmer inspiriert, ihr Beste? für eine voll- kommene. glückliche Erledigung der Geschäfte einzusetzen. Die deutsche Sozialdemokratie ist stolz auf die Worte, welche Hyndman an sie gerichtet hat und die die Internationale aiklamiert hat. tch muß auch namenö der deutschen Sozialdemokratie den größten eil dieses Dankes auf die Stuttgarter Parteigenossen übertragen, die mit unfäglicher Mühe, mit vielem Eifer und unverdrossen für die zweckmäßige Erledigung der Geschäfte deS Kongresses gewirkt haben. Sie haben sich damit ein Verdienst um die Internationale erworben, das ihnen unvergessen bleiben wird.(Stürmische all- festige Zustimmung.) Die festlichen Arrangement», die machtvolle Demonstration auf den Cannstatter Wasen, da» reizende Fest, da» den Charakter echt schwäbischer Gemütlichkeit trug, haben sicherlich. das Gefühl der Jnternationalität und Brüderlichkeit gestärkt, tvenn das überhaupt noch möglich war. Auch namens der deutschen Partei sage ich allen Stuttgarter Genossen wärmsten Dank. (Bravo!) Ich muß dann noch wohlverdienten Dank den Ucbcr- setzern sagen, die ihre Aufgabe mit so viel Fleiß wie Geschicklichkeit erfüllt haben.(Lebhafte Zustimmung.) Dieser Kongreß war der erste internationale Kongreß auf deutschem Boden. Die Inter- nationale hat durch den zahlreichen Besuch, durch die hier ge- haltenen Reden, durch die hier gefaßten Beschlüsse aufs neue be- kräftigt, daß die internationale sozialistische Partei durch ihre Organisation eine Macht darstellt, die von der bürgerlichen Ge- sellschaft nicht mehr überwunden werden kann.(Lebhafter Bei- fall.) Das internationale Proletariat aller Länder hat bewiesen, daß es fest entschlossen ist, auf der Bahn fortzuschreiten, und kein Machtmittel wird eS verhindern, sein Ziel zu erreichen.(Stür- Mischer Beifall.) Heute dürfen wir stolz und fröhlich bekennen, daß die Internationale marschiert(Sehr gut!) trotz aller Re- gierungcn, trotz aller Kapialisten und trotz der ganzen bürger- lichcn Gesellschaft. Wenn dieser Kampf auch große Opfer fordern wird, so wissen wir doch, daß das Blut der Märtyrer der revolutio- näre Samen ist, und daß au? diesem Blute neue Kämpfer für die große proletarische Armee erwachsen, bis sie die ganze bürgerliche Gesellschaft beseitigt.(Stürmischer Beifall.) Zu diesem Erfolge hat auch dieser Kongreß ein gutes Stück beige5ragen. Die Nicht« linien, welche er den sozialistischen Parteien aller Länder gegeben hat, werden befolgt werden. Dann werden wir auf dem nächsten Kongreß in Kopenhagen mit derselben Freude auf Stuttgart zurück. blicken können, wie von diesem Kongreß auf Amsterdam. Jeder gehe mit dem Bewußtsein in sein Land zurück, weiter zu arbeiten, weiter zu wirken, die Arbeiterklasse der Welt zu organisieren, ihre Herzen und Köpfe zu revolutionieren, um sie reif zu machen für den einstigen großen Entscheiduugskampf.(Stürmischer, lang. anhaltender Beifall.) Kameraden! Mit dem Wunsche auf Wieder. sehen in Kopenhagen schließe ich mit dem alten Kampfrufe: Hoch die international», revolutionäre Sozialdemokratie und das Prole- tariat aller Länder! Der Kongreß stimmt dreimal begeistert in da? Hoch ein. Dann singen nacheinander die Deutschen den Sozialistenmarsch, die Franzosen die Internationale und die Engländer und Slaven dh» „Rote Falrne". Schluß 1% Uhr. � � Die genaue Präsenzliste lautet: Argentinien...... 8 Australien....... 1 Deutschland...... 289 Oesterreich....... 75 Böhmen........ 41 Belgien........ 27 Bulgarien....... 5 Dänemark....... 17 Vereinigte Staaten.... 22 Spanien........ 6 Frankreich....... 78 Finnland....... 2 Großbritannien..... 123 Holland........ 8 Ungarn........ 25 Italien........ 13 Japan........ 1 Norwegen....... 8 Rumänien....... 4 Rußland(Sozialdemokratie). 39 Rußland(Soz.-Revolutionäre) 24 Polen P. P. S...... 18 Polen P. S. P...... 12 Schweden....... 19 Schweiz........ 21 Südafrika....... 1 Serbien........ t Zusammen 884. Huö Induftnc und Rande!. Beweglichkeit be» Grundbesitzes. Auf dem letzten Verbandstage der HauS- und Grundbesitzer- vereine haben die Herren es so darzustellen versucht, als ob der HauSbesitz etwas Stabiles, der seßhafte HauSbcsitzerstand der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht sei. Und auS ihrem Auf- treten könnte man schließen, auf ihr Wohlbefinden und ihre ruhige Gemütsstimmung beruhe der Gesellschaft Existenz und Sicherheit. Damit Hie Grundrentenenwsänger ruhig und zufrieden werden, sollen alle Maßnahmen der Regierung und der Behörden bestimmt sein von dem Sonderinteresse der HauSagrarier. Als eine unbestreit« bare Domäne zur Wahrnehmung ihrer Portemoimaic-Juteressen be- trachten sie die Kommunalvcrwaltungen: hier sollen die Hausbesitzer dominieren. Dabei tut man, als ob der Haus- und Grundbesitz ein Vermögen darstelle, das durch verdienstvolle Arbeit erworben sei und darum Anspruch auf schonende Behandlung bei Ver- teilung öffentlicher Lasten habe. Gerade die Grundstücke, bebaute und unbebaute, sind aber hervorragend Spekulationsobjckte, die sehr oft den Besitzer wechseln. Durch die Spekulation wird die Grundrente in die Höhe getrieben und zwar zu Lasten der Gesamt- heit. Wie stark der HauS- und Grundbesitz wechselt, geht auS einer vom Statistischen Amt der Stadt Charlottenburg aufgestellten Grundstücksstatistik hervor. AuS den Erhebungen über die Besitzzeit des Eigentümers ergibt sich folgendes: Von den bewohnten Grund« stücken haben im Jahre 1905 10,7 Proz. den Besitzer gewechselt, weitere 10,3 Proz. im Jahre vorher und 8 Proz. im Jahre 1903. Im letzten Jahrfünft sind 40,9 Proz. aller Grundstücke in andere Hände übergegangen, da» sind ungefähr die Hälfte, wenn man berücksichtigt, daß von 10,45 Proz. nichlS über die Bcsiyzeit erkundet werden konnte. Daß die Beweglichkeit des Hau»- und Grundbesitzes noch viel größer ist, al» die obige Feststellung ergibt, illustrieren folgende Angaben: '"„ÄÄ S-!' i«--»«w-ch,-, be- unbe- �»Tcke' öe- mibe- ins» bauten bauten bautet bautet gesamt Grundstücke Haupt Grundstücke 1900..——— 294 147 441 1901..——— 263 129 897 1902. 814 169 483 1003..——— 285 220 505 1004.. 8370 1077 4447 348 265 613 1906.. 8453 689 4443 849 858 704 1906.. 8657 1082 4939 317 344 661 Danach hat in den letzten 8 Jahren im Durchschnitt fast jedes zweite Grundstück einmal den Besitzer gewechselt. DaS Gemeindegebiet von Charlottenbiirg umfaßte Ende März 1903 2148.4609 Hektar. Davon waren Privatbesitz l379 Hektar. Die hiervon bebaute Fläche umfaßte 584.1032 Hcklar, die un- bebaute 794,9200 Hektar. Der Preis eine» Quadratmeter bebauter Fläche stieg von 113,52 M. im Jahre 1898 auf 161,56 M. im Jahre 1906; für unbebaute Flächen ging der Preis in derselben Zeit von 13,87 M. pro Quadratmeter aus 19,86 M. hinauf. Der Gesamtpreis rrsp. der ermittelte Verkanfswert der Privatbesitzern ge- hörenden bebauten Grundstücke zeigt folgende Veränderung: Anfang 1904.... MZ ZSS 000 M. , 1908.... SS» 071 000, , 1906.... 943678000, Im Jahre 1904 wurden 171 Neubauten aufgeführt. Wenn man für jeden Neubau im Durchschnitt 160 000 M. einstellt, dann bleibt zwischen den Preisen der Jahre 1904 gegen 1906 immer noch eine Differenz von 38 Millionen Mark; für da» folgende Jahr würde sich bei 224 Neubauten unter denselben Voraussetzungen eine Diffc- renz von rund 22'/, Millionen Mark ergeben. Das wären die Epe- kulationSgewinne bei den bebauten Grundstücken. Das Anfang der letzten drei Jahre im Privatbesitz befindliche unbebaute Areal hatte gegeniiberden respektiven Vorjahren einen um 5'/„ 7«/, und ISMillionen Mark höheren LerkaufSwert. Solche Spekulationsgewinne. Vom Grundstückswucher. Vom Rhein- Herne- Kanal wird der „ Bodenreform" gemeldet, daß die Grundstückspreise nach Bekanntwerden der Kanallinie um 600 Proz., von 2000 m. pro Morgen auf 10-12 000 m. gestiegen seien. Die Kanalbaudirektion mußte bei den maßlosen Forderungen wichtige Verhandlungen, namentlich auch in der Nähe von Meiderich, scheitern lassen; sie droht mun mit Anwendung des Enteignungsrechtes vorzugehen. Zusammenschluß von Eisenhandelsfirmen. Wie dem B. T." gemeldet wird, wurden die Eisenfirmen F. A. Schliemann u. Sohn in Glaz und Josef Lindner in Glaz in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt und dem Eisenhandelskonzern Caro- Lindner angegliedert. Löhne im deutschen Bergbau. " Verdaß ein seit vielen Jahren im Staatsbetriebe beschäftigter Familienvater seiner Existenz beraubt wird. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Babltag Aderstr. 123 bei Wiesenthal und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 Uhr. Sozialdemokratischer Agitationsverein für Arnswalde- Friede. berg. Mittwoch, den 28. d. M., abends 9 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17. V das sind sie in der Hautsache, als unverletzliches Eigentum Ausfluß des polizeilichen Shstents. In Arbeiterkreisen denke man Harmonie zwischen Kapital und Arbeit getragen ist, die einzig der wenigen sich bereichernden Spekulanten zu respektieren, über eine solche Handlungsweise allerdings anders. Hier gelte der richtige fei. Die gebührende Antwort erhielten die nörgelnden das muß die Gesamtheit ablehnen. Diese Gewinne, denen nur Spruch:„ Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Harmonieapostel durch den Referenten, der ihnen unter anderem minimale Leistungen gegenüberstehen, sind Lasten, die der Gesamt- Denunziant". In einer Versammlung am 4. Februar hat borhielt, daß sie eine Fülle von Material aus allen Winkeln gegen heit von den Spekulanten und Grundstücksbefizern auferlegt werden. Ne i beholz in demselben Sinne gefprochen. Das Spandauer den einen Vorwurf, sie hätten sich im Daimlerwerk unsolidarisch den Metallarbeiterverband zusammengesucht haben, um sich gegen Der am allerwenigsten gerechtfertigte Gewinn ist der aus der Boden- Schöffengericht hat ihn deshalb wegen Beleidigung des Polizei- verhalten, zu verantworten, daß ihnen aber die Rechtfertigung wucherei stammende. fommissars Marg in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von trotzdem nicht gelungen sei. 50 m. verurteilt. Gegen dies Urteil hat sowohl die Staats- Die Versammlung nahm eine Resolution an, welche erklärt, anwaltschaft, welche eine höhere Strafe durchsetzen wollte, als auch daß die( in der vorigen Versammlung besprochenen) Entlassungen der Angeklagte Berufung eingelegt. bon Arbeitern während der schlechten Konjunktur erfolgt sind, um Vor der dritten Straffammer am Landgericht III, die am die Arbeiter die wirtschaftliche Uebermacht der Unternehmer fühlen Sonnabend über diese Sache verhandelte, beantragte der Staats- au lassen, daß sich auf Grund dieser Tatsache die Versammelten verpflichten, diesem Treiben der Unternehmer entgegenzuarbeiten, anwalt, die Strafe auf 200 M. zu erhöhen, während der Verteidiger, was aber nur dann möglich ist, wenn sich die in Frage kommenden Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, die Freisprechung des Ange- Arbeiter derjenigen Organisation anschließen, welche es ernst meint flagten beantragte, denn, wie die Betveisaufnahme ergeben, habe der mit der Vertretung der Arbeiterinteressen, und daß deshalb, entAngeklagte die als beleidigend erachtete Aeußerung nicht auf die gegen den Machinationen der Gewerkvereine und sonstiger Ber Berfon des Polizeikommissars bezogen, sondern er habe das splitterungsversuche, für die Ausbreitung des Deutschen MetallSystem gekennzeichnet und dann gesagt, welche Meinung arbeiterverbandes zu wirken ist. man in Arbeiterfreisen über Denunzianten habe. Wenn man aber die Aeußerung trotzdem auf den Kommissar beziehen wolle, dann sei Nach der soeben erschienenen Statistik der Knappschafts- Berufs- u bedenken, daß dessen Verhalten berechtigten Anlaß zu einer genossenschaft für das Jahr 1906 ergibt sich, daß im Jahre 1906 scharfen Kritik gegeben habe. Der Polizeibeamte, der eine Were 2186 versicherungspflichtige Bergbaubetriebe in Deutschland ge- sammlung überwacht, habe nur darauf zu achten, ob etwa Verstöße zählt wurden, die eine Lohnfumme in Höhe von 891,22 Millionen gegen das Vereinsgesetz vorfämen, die er zur Anzeige zu bringen Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Mart an 689 248 Arbeiter auszahlten. Auf die einzelnen Arbeiter hätte. Pflicht und gesezwidrig handle der Beamte, am also ein durchschnittlicher Jahresverdienst von 1293,04 m. der einer Betriebsleitung anzeigt, daß er einen Dienstag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Mittwoch: Die lustigen Weiber von Königl. Opernhaus. Sonntag: Carmen. Montag: Tannhäuser. gegen 1189,07 m. im Jahre 1905. Hierbei ist aber zu berüd- bei ihr beschäftigten Arbeiter in der Versammfichtigen, daß die große Spannung zwischen 1906 und 1905 als Iung gesehen habe. Windsor. Donnerstag: Samson und Dalila. Freitag: Cavalleria Umſomehr mußte das Verhalten rusticana. Coppelia. Sonnabend: Der Barbier von Sevilla. Phantasie Ursache den großen Streit in letterem Jahre hat. Von der ge- des Polizeikommissars die Kritik herausfordern, als er wußte, feine im Bremer Ratskeller. Sonntag: Tristan und folde.( Anfang 7 Uhr.) Millionen Mark, obwohl dieser nur 342 Betriebe zählt. Auf den pflicht- und gesetzwidrige Handlungsweise werde die Folge haben, Montag: Ein Kaisertag zu Nürnberg.( Anfang 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Gefchloffen. Montag: Ge Steinkohlenbergarbeiter kam ein durchschnittlicher Jahreslohn von 1370,28 M. gegen 1252,15 M. im Jahre 1905. Den höchsten Durchschnittslohn im Steinkohlenbergbau weist die Sektion Bochum mit 1536,20 m. auf. Es folgen der Reihe nach die Sektionen Bonn( 1322,77), 8widau( 1225,30), München( 1163,69), Claus thal a..( 1111,09), Tarnowitz in Oberschlesien( 1071,11), Halle a. G.( 1059,60), endlich Waldenburg in Schlesien( 1031,10). Sie berteilt sich auf 63 363 Arbeiter in 528 Betrieben. Der Durchschnittslohn pro Arbeiter stellte sich also 1906 auf 1091,81. gegen 1041,80 M. im Jahre 1905. Von den Sektionen zahlt wieder die höchsten Löhne Bochum, nämlich 1444,25 Mark. Allerdings beträgt in dieser Sektion die Zahl der Braunfohlenbergarbeiter nur 130. Bonn zahlt 1158,35, Clausthal fämtliche Instanzen durchlaufen hatten, vom Rammergericht endArbeiter( 45 422) nur 1085,22 M. Die Erzgruben und Metall- 29. Oktober v. J. auf der Stadtbahnstation Warschauerstraße einen fein Ring. Sonnabend und Sonntag: Fräulein Julie. Montag: Aglavaine hütten, 749 an der Bahl, verausgabten zusammen an 81 897 Arbeiter eine Lohnſumme von 84,19 Millionen Mark. Im Durch schnitt verdiente ein Arbeiter 1028,09 M. im Jahre 1906 gegen 950,43 M. im Jahre zuvor. Die meisten Arbeiter beschäftigt bie Settion Bonn, nämlich 34 095. Auf den einzelnen Arbeiter dieser Seftion entfiel ein Durchschnittsjahresverdienst von 1123,58 m. 22 218 Arbeiter beschäftigt die Sektion Halle; ihr Verdienst pro Stopf stellte sich 1906 auf 1105,51 M. Die Settion Tarnowig endlich beschäftigt 13 581 Arbeiter, auf die 1906 ein Durchschnitts verdienst von nur 775,10 M. entfiel. Im Salzbergbau und in den Salinen betrug die Lohnfumme im Jahre 1906 37,44 Millionen Mart, die an 30 358 Arbeiter in 128 Betrieben ausgezahlt wurde. Auf einen Arbeiter tam ein Durchschnittsverdienst von 1233,35 m. gegen 1194,64 M. im Jahre 1905. Die größte Zahl der Arbeiter umfaßte die Sektion Halle a. S., nämlich 18 888; hier verdiente ein Arbeiter durchschnittlich 1226,46 M. Die Sektion Clausthal am Harz zählte 9413 Arbeiter; auf den Kopf kam durchschnittlich ein Verdienst von 1291,13 M. In anderen Mineralgewinnungen endlich wurden auch 439 Betriebe mit 8121 Arbeitern gezählt Die Gesamtsumme betrug hier 7,71 Millionen Mark, so daß auf den Arbeiter durchschnittlich im Jahre 1906 949,77 m. Verdienst famen gegen 865,93 M. im Jahre 1905. onen Mart. Marktregelung durch das Kohlensyndikat. Dem„ Tag" wird aus Dortmund geschrieben: Das Gericht erkannte auf Verwerfung der beiderseitigen Berufung. Es bleibt also dabei, daß jemand bestraft wird, der nicht sehr vorsichtig in der Wahl seiner Worte ist, wenn er die Handlungsweise eines Polizeibeamten fennzeichnet, der seine amtliche Stellung benutzt, um einer Betriebsleitung bei der Austundschaftung der Gesinnung ihrer Arbeiter behülflich zu sein und dadurch zur Maßregelung von Familienvätern beizutragen. fchloffen. Dienstag: Geschlossen. Mittwoch: Göz von Berlichingen.( Un fang 7 Uhr.) Donnerstag: Ein Fallissement. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: Feenhände. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Sappho. Fledermaus. Abends: Orpheus in der Unterwelt. Anfang 7% Uhr.) Neues königl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Montag: Die Geisha. Dienstag: Wiener Blut. Mittwoch: Orpheus in der Unterwelt. Donnerstag bis Sonnabend; bener un 7% tha nachmittag 3 Uhr: Wiener Blut. Abends: Die Geisha.( Anf. Uhr.) Montag: Gefchloffen. Deutsches Theater. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: Robert und Bertram. Dienstag: Das Wintermärchen. Mittwoch: Der Kaufmann von Venedig. Donnerstag: Das Wintermärchen. Freitag: Robert und Bertram. Sonnabend und Sonntag: Das Wintermärchen. Deutsches Theater( Rammerspiele). Sonntag bis Mittwoch: und Selysette. Berliner Theater. Allabendlich: Die tanzenden Männchen. Hedda Gabler. Montag: Der Biberpelz. Dienstag: Die Stüßen ber Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Geſellſchaft. Mittwoch: Die Wildente.( Anf. 7½½ Uhr.) Donnerstag: Die Stüßen der Gesellschaft. Freitag: Hedda Gabler. Erampton.( Anf. 7, Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die verfuntene Glode. Abends: Stollege Crampton. Montag: Rosmersholm.( Anfang 7½ Uhr.) Sonnabend: Kollege Neues Theater. Allabendlich: Der Dieb. und Montag: Die Hochzeitsfadel. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Sonnabend: Raffles. Sonntag Kleines Theater. Sonntag bis Dienstag: Vater und Sohn. Mitt woch und Donnerstag: Die Stimme der Unmündigen. Freitag: Bater und Sohn. Sonnabend: Die Stimme der Unmündigen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Die Stimme der Unmündigen. Montag: Bater und Sohn. Residenz- Theater. Allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen? Komische Oper. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Tosca. Donnerstag: Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch: Carmen. Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Tosca. Sonnabend: Hoffmanna Gr zählungen. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Carmen. nachmittag 3 Uhr: Frühlingsluft. Schiller Theater 0. Thenter des eftens. Alabendlich: Die lustige Witwe. Sonntag Abends: Der Troubadour. Montag: Carmen. Dienstag: Der Postillion Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Afrikanerin. von Lonjumeau. Mittwoch: Die Zauberflöte. Donnerstag: Der Freischütz. Freitag:" Der Troubadour. Sonnabend: Figaros Hochzeit. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Traumulus. Abends: Weh' dem, der lügt. Montag: Der Herr Senator. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag bis Dienstag: Geschloffen. Mittwoch und Donnerstag: Göz von Berlichingen. Freitag: Der Herr Senator. Sonnabend; Göz von Berlichingen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Monna Vanna. Abends: Der Herr Senator. Montag: Göß von Berlichingen. Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Jugend. Abends und die folgenden Tage: Der Weg zur Hölle. Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Käte. Abends bis Sonnabend: Husarenfieber. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Sein Alibi. Abends und Montag: Husarenfieber. Zentral- Theater. Bis auf weiteres täglich: Das Tagebuch einer Berlorenen. fönig von Prozessen zur Folge gehabt, die nunmehr, nachdem sie Montag: Robert und Bertram, Ein Unfall auf der Stadtbahn hat einen förmlichen Rattenentschieden Die Frau Berta Bitraschte erlitt am Unfall, der sich auf folgende Weise zugetragen hatte. Frau P. befand sich in Begleitung ihres Mannes und ihrer Kinder in einem Stadtbahnzuge. Als sie aussteigen wollte, bemerkte sie, daß der Bug teit über den erhöhten Perron hinaus gefahren war. Verschiedene andere Neisende liefen deshalb auf den Trittbrettern entlang, um auf den Perron zu gelangen. Sierdurch wurde die Frau jedoch an dem rechtzeitigen Berlassen des Buges behindert. Als sie endlich das Coupé verlassen konnte, setzte sich der Zug in Bewegung und sie stürzte zu Boden. Nur dadurch, daß sie durch einen Reisenden schnell noch auf den Perron gezogen wurde, entging sie dem schrecklichen Schicksal, überfahren zu werden. Da sie nicht unerhebliche Verlegungen am Rückgrat erlitten hatte, erhob fie gegen die Eisenbahnbehörde Ersatzansprüche, die ihr auch nach jeder Richtung hin gewährt wurden. nicht wenig erstaunt war sie aber, als ihr bald darauf von der gestellt wurde, nach welchem sie sich angeblich gegen die§§ 81, 82 Eisenbahnbehörde ein Strafmandat über 3 Mart zuder Eisenbahn- Bau- und Betriebsordnung vom 4. November 1904 dadurch vergangen haben sollte, daß fie aus einem Buge zu der Beit ausgestiegen sein sollte, als sich dieser schon in Bewegung befand. Frau B. erhob gegen diesen Strafbefehl Widerspruch. Das Schöffengericht erkannte auch auf Aufhebung des Strafmandats und Freisprechung. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin hob jedoch die Straftammer des Landgerichts I das freisprechende Urteil auf und erkannte gegen Frau B. auf eine Mark Geldstrafe. Die Kokserzeugung der niederrheinisch- westfälischen Hütten- Das Landgericht nahm an, daß die Angeschuldigte keinesfalls hätte werke dürfte einstweilen ihren Höhepunkt erreicht haben. Es haben den Zug berlassen dürfen, sobald sich dieser schon in Bewegung fich nämlich auf den Werken, die eigene Kohlengruben befizen, befand, selbst wenn sie durch irgendwelche Umstände an dem rechtganz erhebliche Vorräte in tots angesammelt, so daß ein zeitigen Verlassen des Buges behindert worden sei. Gegen dieses mäßigeres Tempo in der bisherigen Produktionssteigerung fich Urteil legte Rechtsanwalt Bahn Revision beim Kammergericht als notwendig erweist. Es ist hiernach zu erwarten, daß auf ein und führte im einzelnen aus, daß der Reisende, der beim den Hüttenwerken eine Anzahl Koksöfen demnächst außer Beginn der Bewegung eines Buges bereits im Aussteigen begriffen Betrieb gesetzt werden wird und zwar werden solche Defen sei, das Recht habe, das einmal angefangene Aussteigen fortzudavon betroffen werden, die keine chemischen Nebenprodukte setzen. Das Kammergericht erkannte auf Aufhebung des erzeugen. Bur Stillegung von Defen mit Nebenprodukten- Urteils der Straffammer unter folgender Begründung: Die AnGewinnung wird man sich mit Rücksicht auf die gegenwärtigen nahme des Borderrichters, daß die Angeklagte in objektiver Hinsicht hohen Preise für diese Produkte so bald faum entschließen. den§ 81 der Betriebsordnung verlegt habe, auch wenn sie sich beim Andererseits aber wird man auch von der weiteren Vermehrung Beginn der Bewegung des Zuges bereits auf dem Trittbrett be= solcher Defen wegen der drohenden Uebererzeugung in Rots bis funden habe, sei unbedenklich. Der Begriff„ Aussteigen" im Sinne auf weiteres Abstand nehmen müssen. Das Rheinisch- westfälische der Eisenbahnbetriebsordnung sei dahin auszulegen, daß er die Kohlensyndikat wird infolge diefer Verhältnisse allmählich wieder gesamte Tätigkeit des Reisenden von dem Berlassen seines Wagenin die Lage kommen, größere Kohlen- und Kotsvorräte auf Lager abteils bis zum Erreichen des Bahnsteiges umfaßt. Darunter zu nehmen; borläufig werden allerdings nur einzelne Sorten falle naturgemäß auch das Hinabsteigen bom Trittbrett auf den Stohlen hierbei in Frage kommen. Ob diese Ansammlung von Bahnsteig. Die Voraussetzungen für die Bestrafung der AnKots auf die Preise irgend welche Wirkung ausüben wird, erfährt geklagten wären aber nicht schon dann gegeben, wenn ein 8u man leider nicht." widerhandeln gegen die gefeßliche Vorschrift Durch diese Darstellung wird die bielgerühmte Marktregelung lediglich in objektiver Hinsicht festgestellt fei. durch das Kohlensyndikat wieder mal prächtig beleuchtet. Seit fafts bedürfe hierbei vielmehr auch noch die Feststellung des subeinem Jahre geht das Gespenst der Kohlennot um, besonders in den lettiben Verschuldens. Nach Lage der Sache könne es jedoch sehr zweifelhaft sein, ob der Angeklagten auch ein subjektives letzten Wochen wurde den Konsumenten graulich gemacht mit dem Verschulden zur Last zu legen sei. Der ursprüngliche Entschluß Hinweis auf bevorstehende Erschwerung in der Kohlenversorgung, der Angeklagten sei auf Verlassen des Buges, solange er hält, und das nicht nur: verschiedentlich ist das Syndikat auch mit seinen gerichtet gewesen, wodurch sie ein strafbares Verschulden nicht be. Lieferverpflichtungen im Rückstande geblieben. Mittlerweile produzieren gangen habe. Erst durch einen neuen Entschluß, auch den in Bedie Werte Koks auf Lager und das Syndikat erfreut sich des Nuhmes wegung befindlichen Zug vom Trittbrett aus noch zu berlassen, borsorgender Marktregulierung. fönnte ihre Strafbarkeit begründet sein. Ob ein solcher Entschluß auf seiten der Angeschuldigten vorliegt oder ob etwa, wie es in derartigen Situationen sehr leicht möglich sei, es sich lediglich um eine unwillkürliche durch das Anrücken des Zuges verursachte Bewegung der Angeklagten gehandelt habe, die ihr selbst nicht zum Eine Episode aus dem Polizeistaat. flaren Bewußtsein gekommen sei, müsse in derartigen Fällen in Ein Arbeiter, der zehn Jahre in der föniglichen Artillerietvert erster Linie festgestellt werden. In dem letzteren alle würde jedoch ein schuldhaftes Zuwiderhandeln gegen die Eisenbahnstatt in Spandau beschäftigt war, wurde Anfang dieses Jahres plög betriebsordnung nicht vorliegen. Da das Urteil des Landgerichts lich entlassen, weil er eine von fozialdemokratischer Seite ein- hiernach auf einer materiellen Rechtsverlegung beruht, hob das berufene Reichstagswählerversammlung besucht hatte und bei dem Kammergericht nach§ 393 Str.-P.-O. dasselbe auf und verwies Hoch auf die Sozialdemokratie, gleich den anderen Versammlungs die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Berufungsgericht besuchern, aufgestanden war. Diese Tatsache ist der Leitung zurüd. der Staatswerkstatt nicht etwa bekannt geworden durch einen Spion, der um feines eigenen Vorteils willen die Gesinnung anderer auszuschnüffeln und geeigneten Ortes zu hinterbring en für gut befindet, sondern es war der Marg, Bolizeikommissar der jene Versammlung Eine öffentliche Metallarbeiterversammlung tagte am Donners tag im Lokal" Bum Astanier" in Mariendorf. Sie war die Fort wachte und sich ob aus eigenem Antriebe oder auf höhere Weinung fehung einer Bersammlung, welche schon früher in demselben Lokal verpflichtet fühlte, der Leitung der Staate stattgefunden hatte. Damals hatte der Referent Handke bom werkstatt anzuzeigen, daß der ihm persönlich bekannte Arbeiter in Deutschen Metallarbeiterverband Mißstände besprochen, über welche der Versammlung war und bei dem Hoch mit aufgestanden ist. Die sich die Arbeiter in verschiedenen Betrieben beklagten. Bei jener Maßregelung des Arbeiters, die infolge der Anzeige des Polizei- Gelegenheit ist auch das unsolidarische Verhalten von Gewerk Stroffen Tommissars erfolgte, wurde am 30. Januar in einer Wähler bereinsmitgliedern im Daimlerwerf fritisiert worden. Schon in Frankfurt berfammlung in Spandau bekanntgegeben. Der Zahntechniker der ersten Versammlung hat ein Vertreter des Gewerkvereins Barthe, Schrimm Landsberg Reibeholz, der in dieser Versammlung als Diskussions ausführlich auf die feiner Organisation zuteil gewordene Kritik rebner auftrat, fritisierte das polizeiliche System, mit dem geantwortet. In der Versammlung am Donnerstag tamen wieder Nebe, Nordamm zwei Gewerkvereinsvertreter zum Wort. Der erste derselben sprach Elbe, Leitmeriz wir in Preußen gefegnet" find. Er führte zur Illustration fast 1½ Stunden. Er erging fich in fleinlichen Nörgeleien an dem desselben eine Reihe bekannter Polizeitaten an und erwähnte zum Verhalten des Metallarbeiterverbandes und wollte dadurch zeigen, Saale, Grochlik Magdeburg Schluß auch der durch die Anzeige des Polizeikommissars veranlaßten daß die auf dem Klaffenkampf fußende Taktik des Verbandes verMaßregelung. Er meinte, die Handlungsweise des Beamten sei ein fehlt, die Tattit der Hirsch- Dunderschen aber, welche von der Gerichts- Zeitung. ist nicht festgestellt überVerfaminlungen. Luifen Theater. Sonntag bis Donnerstag: Gefchloffen. Freitag bis Sonnabend: Turandot. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Das Rätsel seiner Ehe. Abends: Turandot. Montag: Gebildete Menschen.( inf. 8 Uhr.) Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine luftige Doppelche Abends bis Sonnabend: Ihr Sechs- Uhr- Onkel. Sonntagnachmitta 3%, Uhr: Charleys Tante. Abends und Montag: Ihr Sechs- Uhr Dufel. Trianon- heater. Bis auf weiteres täglich: Fräulein Josette meine Frau. lebe Metropol Theater. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Apollo Theater. Allabendlich: Der Hochzeitsgaft. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Gebr. Herrnfeld Theater. Allabendlich: Madame Wig- Wag. Es das Nachtleben. Passage Theater. Spezialitäten. Allabendlich: Paris. Die Figaro Theater( im Folies Caprice). Slaue. Unterm Bett. Ansang 8 Uhr. Bernhard Rose Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Cherlod Holmes. Montag bis Sonnabend: Einer muß heiraten. Berlin in Italien. Berbotene Bege. Prater Theater. Flotte Weiber. Spezialitäten. Wintergarten. Anne Dancrey. Anni Dirtens. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Ab Sonnabend, den 31. August: Die wilde Jagd. Anfang 8 Uhr. Carl Saverland.Theater. Spezialitäten. Anf. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Iranin Theater. Taubenstraße 48/49. Montag, Freitag und Sonne tag, den 1. September: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unfever Heimat. Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Jm Lande der Mitternachtssonne. Mittwoch und Sonnabend, den 31. August: Von der Bugspiße zum Wahmann.( Anfang 8 Uhr.) Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Meme I, Tilsit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Ober, Ratibor*) " Beeskow Minden am feit 23. 8. 22. 8. Wasserstand am ſeit 23.8. 22.8. cm cm¹) cm cm¹) 224 128 80 -11 Havel, Spandau 121+ -10 Rathenow) 146 0 Spree, Spremberg 92 0 226+38 128 +15 Beser, Münden 200 89+3 2 120 3 2 0 44 Rhein, Waldshut 89 0 Kaub 23 -30 2 Nedar, Heilbronn 219+ 201 28 120-14 1066 82 0 Main, Wertheim Mosel, Trier )+ bedeutet Buchs,- Fall. $) Unterbegel Barby Köln COLOC Die letzten Tage im August veranstalten wir einen 95 Sonderverkauf zu drei Einheits- Preisen Pfennig 95 P 1,95 Beachten Sie 1,95 2,95 unsere Schaufensterum eine Schnellräumung der Restbestände des aus der 2,95 Jacques Cohn'schen Konkursmasse erworbenen Warenlagers und anderer Waren herbeizuführen. Ohne Rücksicht auf den bisherigen Wert stellen wir unzählige Artikel zu diesen 3 Einheitspreisen zum Verkauf. Modewarenhaus Auslagen. 4. Jacques Cohn Müllerstr. 182-83 ,, Hoffnung' 自 自 Berliner Schneiderei- Genossenschaft E. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler Brunnenstr. 185 Zwischen Rosenthale Tor u. Invalidenstr. Gegr.i. Februar 1906 v. organisiert. 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August 1907. wird Die da nicht so heiß Präsidentschafts- kann es nicht 180,50 190,50 193.00 M. vom 14. bis 21. ö'/a M., in Chicago 3 M. Da dürfen iiMchsttlicher Nochenbericht. Berlin, 24. August 1907. Antitrustbewegnng— Getreidepreise— Hopfenernte— Geldmarkt — Warenpreise— Eisenmarkt— Textilindustrie— Baumarkt. Unruhe an den Börsen, Unsicherheit am Eisenmarkt, Hausse in Getreide, Geldmarktsorgen, das war auch noch die Signatur deL letzten Wochen. Zu der Geldkalamität trugen in Amerika die Staats- akiionen gegen die Trusts und besonders die Trusttrotzrcden des Kriegsministers und Roosevelts viel zur Abflauung der Stimmung bei. Die Baissiers segneten Teddy. Allerdings von nach- haltiger Wirkung ist und kann die Antitrustkanipagne nicht sein. Man sagt sich: Die Suppe gegessen, wie sie gekocht wird. wählen stehen vor der Tür, und schaden, wenn die Masse mit rhetorischen Schlachten gegen die Trusts hypnothiflert wird. Kurzum: der Wort-Feldzug gegen die Trusts muh die Wahlparole abgeben. Das bringt den Spiester drüben auf die Beine, wie in Deutschland Bülows nationale Phrasen und Dern- burgs koloniale Fata Morgana. Schließlich wird man die Trusts ja auch Wohl ein bißchen kitzeln, wofür diese sich schon revanchieren werden, aber nachher bleibt doch alles wie es ist— oder es wird noch schlimmer.— Die Ernteaussichten haben sich nicht verbessert. teilweise sogar noch weiter verschlechtert und die Preise kletterten mit affenartiger Geschwindigkeit in die Höhe. In den letzten 10 Tagen ergaben sich folgende Preisveränderungen an der Berliner Börse: Weizen Roggen August August 14. 22. 24. 14. 22. 24. September 201,25 212,00 214,00 184,75 195,00 197,50 M. Dezember 200,75 208.50 212,50 In Liverpool betrug die Avance Paris nur Va bis IVs M. und in._ wir wieder mal sagen: Deutschland in der Welt voran! Die »Deutsche Tageszeitung" tut naiv und wundert sich darüber, daß in Berlin die Preise so stark hinauffchnellen, obwohl der letzte Saaten- standsbericht für Preußen eine kleine Besserung aufweise. Das Agrarierblatt weiß natürlich, daß bei einer schlechten Welternte für Deutschland die hohen Getreidezölle voll zur Geltung kommen, eine kleine Verschiebung in der deutschen Ernte die Inlandspreise gar nicht tangiert. Da man die Zollvorteile sicher in der Tasche hat, kann man schon den Naiven spielen, das kostet nichts und vielleicht gibts auch noch Dumme, die es glauben, daß den deutschen Brotessern der Getreidezoll nicht wehe tut. In Chicago hat dagegen der günstigere Erntebericht aus Deutschland die Haussestimmung wenigstens vor- übergehend etwas gedämpft, worauf denn auch in Berlin die Preise wieder um ein geringes nachgaben.— Anscheinend eröffnen sich für die Brauereien günstige Aussichten, wenigstens soweit die Hopfenernte in Frage kommt. Nach einer Schätzung der Firma Goldmann in Nürnberg soll die Welternte pro 1907 2 144 000 Zentner ergeben. Da der vorjährige Ertrag 1 606 000 Zentner ergab. würde, die Richtigkeit der Schätzung vorausgesetzt, das diesjährige Ergebnis das vorjährige um 29 Prozent überholen.— Bezeichnend für die Verhältnisse auf dem Geldmarkt ist die Tatsache, daß man mit noch einer weiteren Heraufsetznng des Diskonts durch die Bank von England ernsthaft rechnen mußte und vorläufig auch noch rechnen muß. So sehr auch die Geldversteifung den WirtschastS- hinimel umdüstert, sie hat doch ein Gutes: sie hat als Bremse gegen zügellose Spekulation gewirkt: Ohne den die Spekulation doch ab« schreckenden hohen Preisstand für Geld würde heute sicher zwischen Verbrauch und Auftragsbeständen bei den großen Werken ein arges Mißverhältnis bestehen. Soweit allerdings alte und neue Unter- nehmen in der Weiterverarbeitung mit Leihgeld arbeiten, das zu den jetzigen ungünstigen Bedingungen aufgeuonimen werden mußte, werden sie' durch ein Abflauen der Konjunktur doppelt betroffen. Die Spannung zwischen Selbstkosten und Verkaufsjireisen wird ge- ringer. schrumpft ganz zusammen, wenn nicht gar die Preise der Er- zeugnisse unter die Herstellungskosten hinabsinken. Der Stahlverband ist ja den reinen Werken schon etwas entgegengekommen, aber im allgemeinen halten die Rohstoffproduzenten und Halbzeughersteller die Preise hoch, während die geringste Abschwächung der Nachfrage die Preise der Fertigerzeugnisse herunterreißt. Wie die Syndikate ihre Macht auszunutzen loisten. illustriert eine Zuschrift auS der Messing verarbeitenden Industrie an das„B. T." Sie lautet:..Der Verband läßt durch die Zeitungen bekanntmachen, daß er seine Preise ivieder um 7 M. pro 100 Kilo ermäßigte, also für Messingbleche 175 M. und für Messing- stanzen 165 M. pro 100 Kilo Grundpreis verlangt. Daß der Ver- band hierbei eine besondere Kulanz der deutsche» Industrie erwiesen hätte, läßt sich nicht behaupten, im Gegenteil entsprechen diese Preise dem wirklichen Rückgang des Rohmaterials in keiner Weise: der Preis hätte nicht um 7 Mark, sondern mindestens um 20 bis 25 Mark pro 100 Kilo ermäßigt werden müssen. Bei Gründung des Syndikats kosteten Feinkupfer 235 Mark pro 100 Kilo, Zink 55 Mark pro 100 Kilo, heute kosten Feinkupfer 165 M. bis 170 M. und Zink 45 Mark pro 100 Kilo. Es ergibt sich also hieraus ein Rückgang für Kupfer um zirka 70 M. und für Zink ein solcher von 10 M. pro 100 Kilo. Ans Grundlage der Verwendung von 60 Proz. Kupfer und 40 Proz. Zink besteht ein Rückgang auf Messing seit Bestehen des Messingsyudikats von 46 M. pro 100 Kilo, während der Verband bisher leine Preise nur um 30 M. pro 100 Kilo reduzierte, wobei zu bemerken ist. daß der bei der Gründung festgesetzte Grundpreis schon ein hoher gewesen ist. Hiermit kann sich kein Konsument, der einigcnnaßen zu rechnen versteht, einverstanden erklären; es wird aber auch jeder vernünftige Disponent gut tun, seine Einkäufe so lange zu beschränken, bis das Syndiflit dem wirk- lichen Rückgang der Metallpreise Rechnung getragen hat. Dies ist um so eher möglich, als von dein Auslände Offerten vorliegen, die trotz des hohen EingangszolleS von 12 M. pro 100 Kilo und der Frachtmehrspesen um 15 M. pro 100 Kilo unter dem deutschen Syndikatspreise find, wobei die Messinggualität derjenigen der Ver- bandsiverke nicht nachsieht. Daß aber auch das Ausland bei diesen Preisen noch bestehen kann, das beweist der llmstand, daß dem deutschen Messiugverband angehörende Werke nachweislich erst in den letzten Tagen ivieder»ach dem Auslände Offerten gemacht haben, die um zirka 18 M. pro 100 Kilo, d.h. 1800 M. pro Waggon unter dem heutigen offiziellen, für die deutsche» Verbraucher festgesetzten Verbands- preise gehalten sind. Die deutsche Industrie, die ohnedies bei der rück- gängigen Konjunktur und bei den hohen Auslandszöllen einen schweren Kampf zu bestehen hat. ist heute unmöglich in der Lage, diese, nur durch den Zollschutz hervorgerufene und begünstigte Ausbeutung seitens der Verbands-Messingwerke zu ertragen."— lieber die Ver- Hältnisse auf dem Eisenmarli geben die Berichte anscheinend stark widersprechende Angaben. So wird von einer Seite berichtet, der Begehr nach Roheisen gehe imnier noch über die Liefermöglichkeiten der Werke hinaus und vom Halbzcuginarkt wird berichtet, daß eS auch jetzt noch nicht möglich sei, die inländischen Verbraucher zu be» friedigen. Dagegen wird au§ Exporleurkreilen geschrieben, verschiedene Werke drängten auf langfristige Abschlüsse, und mit Auf- trägen für kurzfristige Lieferung sei nicht gut anzukommen. Die Er- klärung für die Ilnstiminigkeit in den Angaben liegt nicht so fern. ES mag schon stimmen, daß die meisten Werke für die nächsten Wochen noch hi»reichend mit Arbeit versehen sind, aber man be- fürchtet, daß der Umfang der AustragorderS sich stark einschränken ' loird und da sucht jedes Werk für längere Zeit Deckung, um die Produktion nicht eiiifchränken zu müssen. Und je mehr man den Inlandsmarkt entlastet, desto besser kann man hier die Konjunkwr- preise halten. Auch auf dem Siegerländer Eisenmarkt, der bisher nur günstige Berichte lieferte, scheint etwas Sorge Einkehr gehalten zu haben. Die„Kölnische Zeitung" läßt sich von dort berichten: „Die Unsicherheit der Marktlage hat auf das Geschäft nachteilig ein- gewirkt. Dem größten Teil der Werke fehlt es zwar immer noch nicht an Arbeit, aber der Zeitpunkt rückt allmählich näher, an dem dies der Fall sein wird, wenn nicht bald meh-� Aufträge eingehen. Für Zeitkäufe besteht durchaus keine Meinung. Bei den erheblich kürzer gewordenen Lieferfristen haben die Verbraucher auch keine rechte Veranlassung, sich auf lange im voraus zu versorgen. Die Preise haben etwas nachgegeben, aber durchaus nicht auf der ganzen Linie. Man hofft übrigens, daß mit dem Herbst eine, wenn auch nur vorübergehende Belebung des Marktes eintreten wird." Wenig hoffnungsfreudig lautet auch der letzte Wochenbericht des Fachblattes „Jroninonger" vom amerikanischen Eisenmarkt. Das Geschäft in Roheisen stagniert. Die Preise sind nominell unverändert. Umsätze auf späte Termine finden nicht statt, aber für große Quantitäten sind die Abgeber zu erheblichen Konzessionen bereit. Also überall Befürchtungen für die Zukunft. Von den großen amerikanischen Austrägen für Eisenbahnmaterial hört man nichts mehr.— Als fortgesetzt recht günstig werden die Verhältnisse in der Textil- industrie geschildert. Besonders klagen die Spinner immer noch darüber, daß eS ihnen nicht möglich sei, genügend Arbeits- kräfte zu bekommen. um alle Anforderungen befriedigen zu können. Auch in der Textilindustrie haben die Halbzengpreise eine bedenkliche Höhe erreicht, sie stehen um 30—40 Proz. über die vor zwei Jahren gültigen Sätze.— Auf dem Baumarkt ist die erwartete Wendung zu besserem bisher ausgeblieben, der Begehr nach Bau- eisen entspricht längst nicht den gehegten Erwartungen. Irgend welche Andentungen, die eine Erwartung auf baldige günstige Wen- dung rechtfertigen könnten, liegen nicht vor. v. Soziales. Bäter und Söhne. Man schreibt uns aus dem rheinisch-westfälischen Industrie- gebiet: Auf dem Thyssen-Werke»Deutscher Kaiser" arbeitete ein Walzer Sp. 14 Jahre lang. Er hatte auch zwei Söhne mit nach seiner Arbeitsstätte genommen, die sich schließlich in ihrem Berufe soweit vervollkommneten, daß sie sich für fähig hielten, Meister- Posten zu bekleiden. Es gelang den beiden auch, bei dem Eisenwerk Union in Dortmund Stellung zu finden, und zwar der eine als Meister, der andere als Obermeister. Kaum hatten jedoch die beiden dem Werke ihre Kündigung eingereicht, als man seitens des Werkes auch den Vater Sp. entließ, ohne stichhaltige Ent- lassungsgründe anzugeben. Als er entlassen wurde, war er genau 14 Jahre und einen Monat auf dem Werke tätig. Es war keine andere Annahme möglich, als daß man die Kündigung der Söhne an dem Vater zu rächen gedachte oder durch die Kündigung er- reichen wollte, daß die Söhne ihr« Kündigung zurücknähmen. Damit war es nun freilich nichts. Sp. der Vater ging mit seinen Söhnen nach Dortmund und nahm auf der Union Arbeit an. Anderthalb Jahre ging die Sache in Dortmund gut, bis die Söhne jetzt günstige Angebote nach auswärtigen Fabriken erhielten. Der eine erhielt Stellung in Sachsen, der andere ging nach dem Saarrevier. Sie kündigten kurz nach einander ihre Arbeit auf der Union. Kaum jedoch hatten die Söhne die Abkehr genommen, wurde auch dem Vater nach anderhalbjähriger Beschäftigung ge- kündigt. Der Mann hatte sich nichts zuschulden kommen lassen, auch lagen Beanstandungen seiner Tätigkeit nicht vor; Arbeits- mangel herrschte durchaus nicht. Sp. begab sich nun zum Betriebs- führer, der ihm dann auch Bescheid gab: »Ja, wenn die Kinder auf uns keine Rück- ficht nehmen, können wir auch keine Rücksicht nehmen I" Der Einwand des Arbeiters, daß er ja auf die Entschließungen seiner längst erwachsenen Söhne keinen Einfluß habe, wurde von dem Herrn mit Achfelzucken beantwortet. Nach alledem scheinen also die Herren Jndustriegewaltigcn die Arbeiter in Deutschland noch als Hörige zu betrachten. Wie haben wir's doch herrlich weit gebracht! Der Eingeweihte wundert sich allerdings über diese Dinge nicht. Wurde doch in einem anderen Falle einem Arbeiter, der eine Zechenwohnung inne hatte, das Ultimatum gestellt, seinen Sohn, der bei ihm in Kost und Logis war, zu veranlassen, auf der Zeche zu arbeiten, oder er müsse die Wohnung räumen. So sieht bei den rheinisch-westfälischen Jndustriegewaltigcn die vielgerühmte„Wohlfahrt" aus! Kein Wunder, wenn man in Arbeiterkreisen allgemein von einer„Wohlfahrtsplage" spricht! Wie Bcrnfsgenofienschaften ihre Angestellten bezahlen. Der Geschäftsführer der Straßen- und Kleinbahn-BerufS- gcnoffenschaft bezieht ein Gehalt von 8000 M., fein Stellvertrefer wird mit 3000 M. abgefunden und die übrigen Beamten folgen mit viel niedrigeren Sätzen. Eine Gehaltsskala gibt es nicht. Daß folche Differenzen zwischen den Gehältern Unzufriedenheit erregen, wundert wohl nur den Vorstand dieser Berufsgcnosscnschaft. Aehnlich ist der Unterschied in der Bezahlung bei der Fuhr- werks-Berufsgenossenschaft, wo das Gehalt des Geschäftsführers bis auf 7000 M. erhöht werden kann. Das Höchstgehalt der Ab- teilungsvorsteher beträgt 3800 M., das der Sekretäre 2500 M. und das der ständigen Hülfsarbeiter 1560 M. HülfSkanz- liftenwerdenmit60M. Monatsgehalt( 1) und»B u r e a u- beamte für den Registratur, und Expeditions- dien st mit 3 M. Tagegeld eingestellt! Erwachsene Kanzlisten von 20 und 21 Jahren werden von dieser Berufs- genossenfchast also mit 60 M. monatlich abgespeist, obwohl nach dem§ 4 der Dienstordnung nur für jugendliche Personen„Ent- schädigungen festgefetzt werden sollen, welche die Höhe der obigen Tagegelder nicht erreichen". Wir meinen, das ReichSversicherungs- amt hätte alle Veranlassung, im Aufsichtswege auf die Durch- ftihrung der Dienstordnung in diesem Punkte hinzuwirken, nament- lich nachdem die von der letzten Genossenschaftsversammlung für die Beamten bewilligten außerordentlichen Mittel in einer Weise verteilt worden sind, die vom sozialpolitischen Standpunkt schärfste Kritik herausfordert. Es erhielten drei Abteilungsvorsteher je 500 M., vier Sekretäre je 300 M., elf Expeditionsführer und ein Kassenbeamter je 150 M. und ein Hülfsarbeiter 120 M. Von 55 Hülfsarbeitern und HülfSkräften wurde sage und schreibe eine einzige Person bedacht, während von den 30 hohen, höchsten und allerhöchsten Beamten immerhin nur elf sich mit dem«ferneren Vertrauen" des Vorstandes begnügen müssen. Gültige Bergpolizeiverordming. Eine Bergpolizeiverordnung vom 28. März 1902, betreffend die Betriebsanlagen in Bergwerken, sollte der Bergmann Nowaczhk zu Bochum übertreten haben. Das Land- gericht verurteilte ihn auch zu einer Geldstrafe, weil er entgegen dem Verbot der Verordnung das Fördergestcll im Bremsberge zum Bcrgfahren benutzt habe.— Der Angeklagte legte Revision ein und machte geltend,' daß auS folgenden Gründen eine Strafe ihn nicht treffe» könne. Er habe die Fahrt im Auftrage des Fahrsteigers unter- nommcn und sie habe dessen beruflichen Aufgaben, den Bremsberg öfter zu besichtigen und eventuell für Ausbesserung zu sorgen, dienen follen. Erklettern ließe sich der Bremsberg bei einer Steigung von 43 Grad nicht. DaS Kammergericht verwarf indessen das Rechtsmittel und führte aus: Die hier angewandten bergpolizeilichen Vorschriften feien rechtsgültig, denn sie fänden im Berggesetz ihre Stütze. Hätten sie aber rechtliche Geltung, dann sei Angeklagter mit Recht ver- urteilt, weil ausdrücklich, so weit es sich uin den Bremsberg handele, die Benutzung des Fördergestells zur Beförderung von Personen verboten und nur ausnahmsweise die Beförderung Schwerverletzter zugelassen sei._ Bon der Berufsgenossenschaft der Molkerei-, Brennerei» und Stärke-Jndustrie. Nach dem Bericht dieser Berufs- genossenschaft stieg im Jahre 1906 die Zahl der versicherten Betriebe von 7325 auf 7829, die der versicherten Personen von 44 423 aus 48 882. Im Kataster waren verzeichnet: 5020 Molkereien und Käsereien, 1270 Brennereien und Preßhefefabriken. 1000 Likörfabriken und Destillationen, 100 Spritfabriken, 180 Stärkefabriken und Kar- toffeltrocknereien, 240 Essigfabriken, 20 Melasjefutterfabriken. Der Bericht bemerkt hierzu:»Der Zuwachs im Jabre 1906 fällt fast ganz auf die Mollereien. Diese haben sich um mehr als zehn Prozent vermehrt. Bei Neuaufnahmen handelte es sich indes vielfach nicht um neu eröffnete Betriebe, sondern um schon lange bestehende kleiitere Anlagen, die erst jetzt den Organen der Berufsgenossenschaft bekannt ge- worden sind." Drückeberger!„Besonders in Süddeutsch- l a n d konnte mit Hülfe der Verwaltungsbehörden eine große Anzahl von Molkereien und Käsereien nachträglich heran- gezogen werden." Gemeldet wurden im Berichtsjahre insgesamt 1844 Unfälle, wovon 381 entschädigt wurde». Seit dem Jahre 1902 ist die Unfall- ziffer etwas gefallen. Der Bericht erklärt dies wie folgt:„In der p l ö tz l i ch e n A b n a h m e der Zahl der Unfälle und der Ent- fchädigungssumme im Jahre 1902 zeigt sicki deutlich die Wir- k u n g deS Ausscheidens der landwirtschaftliche» Nebenbetriebe auS der Berufsgenossenschaft." Wenig Verständnis zeigt die Berufs- genossenschaft für die Fürsorge für Verletzte innerhalb der Wartezeit. Im Berichtsjahre wurde die Niesensumme von— 280 M. dafür verausgabt. Der Bericht bemerkt hierzu:„Die Sektionsverbände sind also nach wie vor sehr zurückhaltend mit Eingriffen in da« Heilverfahren vor Ablauf der Wartezeit gewesen. Rur in besonderen Ausnahmefällen ist dazu geschritten worden. In der Regel konnte den Krankel: lassen das Heil- verfahren ohne Bedenken überlassen werden." Für was sind auch die Krankenkassen da! Sogar die süddeutschen „leistungsfähigen" Gcmeindekraukenversichcrungen genügen einer Berufsgenossenschaft. Und die Verletzten— haben nichts zu sagen! Auch für die Unfallverhütung hat diese Berufsgenossenschaft nicht viel übrig:„Die Unfallverhütungsvorschriften sind zwar ohne Zweifel von segensreichem Einfluß auf die Verminderung der Betriebsgefahren gewesen! indessen läßt ihre Befolgung vielfach— nicht nur in kleineren, sondern auch in recht großen Be- trieben— noch manches zu wünschen übrig. Von einer systematischen Revision der Betriebe durch technische ÄufsichtSbeamte ist auch im Berichts- jähre Abstand genommen worden."!— Die Genossenschaftsversammlung will diese Belästigung ihrer Freunde einfach nicht haben! Aber die Revision der Lohnnachweisungen zeigt uns das Gebaren der Herren recht deutlich. ES wurden die Lohnbücher von 756 Betrieben— 10 Proz. der versicherten Betriebe, nachgesehen. „Unregelmäßigkeiten wurden in 197 Betrieben, das sind 26 Proz. der revidierten Betriebe, gefunden und zwar wurde festgestellt, daß auS diesen 197 Betrieben 311971 Mark an Löhnen zu wenig nachgewiesen worden waren." 1 1 Natürlich waren eS»lediglich Irrtümer und Mißverständnisse der Betriebsunternehmer'— also entschuldbar! Wer wird auch daran zweifeln! Der Durchschnittslohn eines VollarbeiterS betrug 909,70 M. im Jahre 1906, gegen 391,23 M. im Vorjahre. Wie man in Nürnberg die Wohnungsnot aus der Welt schaffen wollte. Bor 14 Tagen wurde vom ersten Bürgermeister in Nürnberg das Resultat einer Zählung leerstehender Wohnungen bekannt ge- geben. Darnach sollen 105 Kleinwohnungen im Preise bis zu 250 Mark lecrgestanden haben. Angesichts des Zählresultats könne von einer WohnungS not nicht gesprochen werden, nur von einer WohnungS k n a p p h e i t— so diktierte bürgermeisterliche Weisheit. Nun stellt sich heraus, daß Lagerräume und Geschäftslokalitälen als »leerstehende Kleinwohnungen" in die Statistik mit aufgenommen wurden. Jetzt begreifen die Obdachlosen erst das Rätsel, daß sie, obwohl viele Kleinwohnungen leer stehen sollen, trotz tagelangen Suchens keine finden konnten. Wegen widerrechtlichen BerlasscnS deS Dienstes war der ländliche Arbeiter Kleemann auf Grund des bekannten AusnahmestrafgesetzeS vom 24. April 1854 angeklagt worden. K. war bei dem' Guts- besitzer Fritsche in der Gegend von Halle in Stellung. Als er erkrankte und drei Tage arbeitsunfähig war, verlangte er für die Dauer der Krankheit seinen Lohn. Der Dienstherr gab ihm jedoch nur ein Krankengeld und lehnte die Zahlung des Lohnes ab. indem er erklärte, er wäre nicht dazu verpflichtet. Darauf gab Angeklagter die Stellung auf, ohne den vertragsmäßigen Ablauf der Dienstzeit abzuwarten.— Das Landgericht Halle sprach ihn frei von der Anklage, den Dienst widerrechtlich verlassen zu haben, und führte aus: Die Krankheit habe nur drei Tage gedauert. Da? sei eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit im Sinne des § 616 deö Bürgerlichen Gesetzbuches. K. habe deshalb nach diesem Paragraphen emen Anspruch auf den Lohn für die Krankheitstage gehabt. Wenn der Dienstherr ihm diesen Lohn dennoch ver- weigerte, und zwar zu einer Zeit, wo er ihn besonders gut gebrauchen konnte, dann sei das ein„wichtiger Grund", der nach § 626 des Bürgerlichen Gesetzbuches zur sofortigen Lösung des Dienstverhältnisses berechtigte. Von einem widerrechtlichen Verlassen des Dienstes im Sinne des Gesetzes vom 24. April 1854 könne so- mit keine Rede sein. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und machte geltend, daß mit Unrecht hier ein wichtiger Grund angenommen worden fei. DaS Kammergericht verwarf jedoch das Rechtsmittel mit mit der Begründung:„Ein„wichtiger Grund" im Sinne des Gesetzes sei allerdings ein Rechtsbegriff. Die Feststellung aber, ob im gegebenen Einzelsalle ein solcher wichtiger Grund vorliege, sei Sache der Beweiswürdigung und tatsächlicher Natur, also nicht revisibel. Da auf diesem Wege das Landgericht jzu der Annahme des wichtigen Grundes gekommen sei, so müsse die Revision ohne weiteres an der„tatsächlichen Feststellung" scheitern, denn ein Rechts- irrtum sei auch sonst nicht erkennbar. )Ziis der frauenbcwegimg. Der Lette-Verein, Verlin VV., Vikkoria-Luise-Platz 6, hat wieder einen Winterkursus zur Ausbildung von Burcaubcamtinne« eingerichtet. Neben einer Fortbildung im Deutschen und im Rechnen werden Stenographie und Schreibmaschine gelehrt und in 6 Stunden wöchentlich wird sowohl theoretisch als praktisch eine Einführung in Rechts- und Bureaukunde gegeben. Der Kursus beginnt am 1. Oktober und schließt am 1. April; näheres über denselben gibt der Prospekt des Lctte-Vcreins, der stets auf Anfrage durch das Bureau des Vereins, Berlin �V., Viktoria-Luise-Platz 6, kostenlos versandt wird. Auch wird im Bureau jede nähere Auskunft bereitwilligst erteilt. Für den Juhalt der Jujerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 25. August. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Carmen. Montag: Tannhäuser. Denisches. Das Wintermärchen. Montag: Robert und Bertram. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Abends 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte. Täglich 8 1hr: Husarenfieber. Zentral- Theater. Täglich 8 Uhr: Rammerspiele: Frühlings Er Tagebuch einer Verlorenen. wachen. Anfang 8 Uhr. Neues königl. Operntheater. Drpheus in der Unterwelt. Anfang 72 Uhr. Rachmittags 3 Uhr: Die Fleder. maus. Montag: Die Geisha. Berliner. Die tanzenden Männchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Leffing. Hedda Gabler. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Montag: Der Biberpelz. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Troubadour. Nachmittags 3 Uhr: Die Afrikanerin. Montag: Carmen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater.) Der Weg zur Hölle. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag Der Weg zur Hölle. Menes Schauspielhaus. Raffles. Montag: Diefelbe Borstellung. Neues. Der Dieb. Montag: Dieselbe Borstellung. Komische Oper. zählungen. Montag: Tosca. Hoffmanns Er Weften. Die lustige Witwe. Montag: Dieselbe Borstellung. Lustspielhaus. Husarenfieber. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Freitag, den 30. August: Eröffnungs- Vorstellung. Turandot. Sonnabend: Turandot. Sonntag nachm.: Rätsel seiner The. Abends: Turandot. Montag zum erstenmal: Menschen. Gebildete Dienstag: Gebildete Menschen. Mittwoch: Turandot. Die Kaffe ist ab Montag, 26. Aug., täglich von 10-2 Uhr vorm. u. nachmittags von 6-9 Uhr geöffnet. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7( ermäßigte Preise). Abends 8-11 Uhr. Der große Verwandlungskünstler Arturo Rachmittags 3 Uhr: Unfere Räte. Bernardi Montag: Hufarenfieber. Zentral. Das Tagebuch einer Verlorenen. Montag: Dieselbe Borstellung. Kleines. Bater und Sohn. Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Haben Sie nichts zu bergollen? Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Montag: Diefelbe Borstellung. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Onkel. Nachmittags 3 Uhr: Eine luftige Doppelehe. Montag: Ihr Sechs- Uhr- Onkel. Berhard Rose. Der große Unbekannte. Anfang 82 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Sherlod Holmes. Montag: Der große Unbekannte. ( Anfang 82 Uhr.) Nachmittags 4, Uhr: Einer muß heiraten. Berlin in Italien. Ber botene Wege. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Der Hochzeitsgaft. Spegialitäten. Montag: Diefelbe Borstellung. Walhalla. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Gebr. Herrnfeld. Madame WigWag. Es lebe das Nachtleben. Montag: Dieselbe Borstellung. Passage. Bernardi. Spezialitäten. Montag: Diefelbe Borstellung. Wintergarten. Anne Dancreh. Annie Dirtens. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Prater. Flotte Weiber. Montag: Dieselbe Borstellung. Figaro. Paris. Die Klaue. Unterm Bett. Montag: Dieselbe Vorstellung. Meichshallen. Stettiner Sänger. Folies Caprice. Geisterauto. Baris. Anfang 8 Uhr. Montag: Diefelbe Borstellung. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Montag: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns und das neue großartige August- Programm. 14 Attraktionen 14. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern Schiller- Theater0.( Wallner- Theater). Morwit- Oper. Sonntag, nach m. 3 Uhr bei halben Preisen: Die Afrikanerin. Große Oper in 5 Aften von Giacomo Meyerbeer. Sonntag, abends 8 11 br: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. Große Oper in 4 Aften von G. Verdi. Montag, abends 8 Uhr: Zum legten Male: Carmen. Dienstag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Wir gehen zu Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, 28. August 1907: Wiedereröffnung der Schauspiel: Saison. Bum ersten Male: Götz von Berlichingen. Schauspiel in 5 Auszügen von Wolfgang Goethe. Donnerstag abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Castan, 165 Friedrichstr. 165 um das Neueste zu sehen den Rechtsanwalt Hau und andere Sehenswürdigkeiten. Welt Hasenheide Arnold Scholz Neue Welt Jeden Sonntag: 108/114. Gr. Doppel- Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Hervorragendes Programm u. a.: Conte Seranos Löwendressuren. Im Riesensaal: GROSSER BALL. Anfang 4 Uhr. Entree zum Konzertgarten 10 Pf. zum Theatergarten 25 Pf. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76-79. Direkt a. d. Ringbahnstation. Bequemste Fahrgelegenheit n. allen Stadtricht. Ob schön! Täglich im herrl. Garten oder gr. Saal: Ob Regen! Riefen- Lacherfolg. Landsberger Allee auf Stelzen. The Reros, torenaloje Heinz Heuer, prolongiert. Neuheit. von Julius Freund. Musik von Dazu das neue brillante August- Programm. von Anf. 3 Uhr. Kaffeeküche. Volksbeluftig. aller Art. Entree 20 Pf., Sonnt. 30 Pf. Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. 84 915 pollo Diez Seeterrasse Theater Humpsti- Bumsti. Schenk Bros zwei Berliner Jungen. 10 Hartstein. Uhr: WINE CARTEN Anne Dancrey, Pariser Säng. The 8 English Girls, Gesangs- und Tanztruppe. Die 4 Barowskys, Akrobaten, Die Bauernjungen im Walde". Le Roy Talma u. Bosco, Zauberkünstler. Agoust, komischer Jongleur. George B. Reno Company, amerikanische Exzentriks. Annie Dirkens. Berliner Theater. Olga Preobrajensky, Prima Ballerina, u. M. Legat, Solotänzer Sonntag, 25. August, abends 8 Uhr: v. d. kais. Hofoper in Petersburg. Die tanzenden Männchen. Papinta, amerikan. Phantasieund Kellino Truppe ,, In Venedig. Detektiv- Komödie in 4 Aufzügen bon The Hartleys, Springer. Der Biograph. Ferdinand Bonn. Kleines Theater. DERNHARD ROSE THEATED Anfang 8 Uhr. Vater und Sohn. Morgen und folgende Tage: Vater und Sohn. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Dperette in 3 Atten v. Franz Lehár. 8 Uhr Residenz- Theater. 8 Uhr Direttion: Richard Alexander. Sonntag. 25. August: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Aften von Maurice Hennequin und Pietre Beber. Reichshallen- Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Britton als Aute im Familienbad Wannsee. Anf. Bodjent. 8, Sonntags 7 Uhr. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Im Garten, Anf. 4, Ahr: Das glänzende # August Programm. Sperrfit 50 Pf. Entree 30 Bj. Im Theater abends 8, Uhr: Der große Unbekannte. Sommerpreise. Gebr. HerrnfeldTheater. 57 Kommandantenstraße Nr. 57. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf 11-2 Uhr. Täglich: Die Novität Madame Wig- Wag Operetten- Burleste von Anton u. Donat Herrnfeld. Musik v. L. Jtal. Dazu die Separee- Affäre Lichtenberg, Röderstr. 11-13 zwischen Landsberger Allee und Röderplay. Größtes und schönstes Vergnügungs- Etablissement, 25 000 Personen fassend, mit 11 000 Quadratmeter See. Jeden Sonntag: Großes Lützow- Konzert. Um 6 und 10 Uhr: Auftreten der 53932* besten Turmseilkünstler der Welt Mr. L. H. Liepelt und Mrs. Mary, längstes und höchstes Turmfeil, welches je belaufen wurde. Erstklassiges Spezialitäten- Theater 000 ca. 40 Nummern. Riesen- Land- und Wasser- Feuerwerk. awei Gr. Ball. X Gr. Kaffeeküche. X 15 Ruderboote. 4 verd. Kegelbahnen. Volksbelustigungen aller Art. Anf. 3 Uhr. Entree 20 Pf., Kinder unt. 10 Jahren frei, ältere Kinder 10 Pf. Aegidius Diez, Direktor und Besizer. Sälen: Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Montag 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Täglich geöffnet von 7-11 U. abds. Z OOLOGISCHER CARTEN Heute Sonntag Eintritt 50 Pf. Kinder unt.10 Jahr. die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. G Restaurant ewerkschaftsㄟ ˊ hans. Be Engel- Ufer 15. Menu 75 Pf. Hente Sonntag: Modturtlesuppe. Bander in Butter' oder Blumenkohl niit Saucischen. Gefüllte Kalbsbruft oder Kaffeler Rippespeer. Hammelleule, englisch od. Möhrbraten. Kompott oder Salat. Morgen, sowie täglich: Großes Militär- Doppel- Konzert. X Reichhaltige Abendkarte. X 00000000000000004 Wochentäglich: Großer bürgerlicher Berliner Aquarium Mittagstisch Couv. 60 Pf. Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 25 Pf. I Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 60/20 Allgemeine Ausstellung von Erfindungen der Kleinindustrie 25. Juni 15. Sept. 1907 Sonntags von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends geöffnet. Eintritt 50 Pfennig Danerkarten 3 Mk. Keine Extra- Entrees. Täglich EXPERIMENTAL- VORTRÄGE: Teslaströme, Telegraphie ohne Draht. Farbenphotographie. Fernphotographie. Elektrophysikal. Experimente. Flüßige Lüft. Radium. Von 11-1 und 4-7 Uhr: KONZERT Vövös Miska unter persönl. Leitung. AUSSTELLUNGSHALLE am Zoolog. Garten Prot.: S.K.K.H. d. deutsche Kronpr. u. S. H. Herz. Joh. Albr. z. Mecklbg. D A eutsche Armee, Marine u. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen Rich. Augustin. W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Abends 9, Uhr: Der Lebensretter oder: Wohltun trägt Zinsen. Lebensbild mit Gesang in 3 Aften. Dazu die erstklassigen Spezialitäten. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Bei schlechtem Wetter: Vorst. im Saal. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Heute: Großer Elite- Tag! ' s Lieserl. Seph, Gemsjäger Bernhard Rose Erstklassige Spezialitäten. Rosa und Josefa Blazeks, d. zusammengewachsene Zwillingspaar. Paul Coradini. Anton Sattler. The Dammann Family. Kaffeneröffnung 2 Uhr. Anf. 4 Uhr. Großer Elite- Ball. Hopkins Dressurakt. Fröbels Allerlei- Theater Schönh. Allee 148, Raftan.- Allee 97/99. Aeltestes Volkstheater Berlins. Heute Sonntag: Der große RiesenAugust- Spielplan mit der Racing Truppe und den übrigen Kunststernen. Ab 1. September: Braun. Am 5. September Doppel- BenefizBorstellung für Minnie Russe und Willy Fröbel: Der Raub der Sabinerinnen. Prater- Theater. Kastanien- Allee 7/9. Flotte Weiber. Kolonial- Spezialitäten 1. Ranges. Auftreten der Löwenbraut Ausstellung Tilly Bébé mit ihren dreſſ. Löwen. Wannsee- Bhf. Friedenau. Heute Sonntag: MilitärKonzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Schweizergarten Am Friedrichshain. Straßenbahn 1,2,4,17,59, 62, 63 u. 74. Borussia- Festsäle Ackerstraße 6/7 K Konzerte. Am Königstor Inh. J. Leschkowski. : 100 bis 800 Personen für Vereine, Hochzeiten, Bersammlungen unter Jeden Sonntag u. Donnerstag: Großer Ball. Vier Säle fulantesten Bedingungen. Täglich Musikerbörse Amt III, 2674. 3 Vereinszimmer einige Tage frei. Mittwoch und Sonntag Tanzstunde. Berlin 0. 98. Markgrafensäle Telephon MarkgrafenAmt 7, 4277. damm 34. Inhaber: Hermann Scholtz. Jeden Sonntag: Großer Ball bei frei em Entree. Säle von 100 bis 1000 Personen für Vereine, Hochzeiten usw. unter tulantesten Bedingungen einige Sonnabende noch zu vergeben. Vereinszimmer bis 100 Personen faffend. 2 fomf. Kegelbahnen n. einige Tage frei. Achtung! Vereine. Achtung! Riesen- Welt- Biograph ,, Süd- Ost" Inhaber: W. Gleve, Waldemarstr. 75. Allen Vereinen die ergebene Mitteilung, daß mein Theater täglich den geehrten Vereinen zur Verfügung steht. Billetts werden nach vorhergegangener Rücksprache in beliebiger Anzahl zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben. NB. Sonnabend, der 31. August ist noch frei, infolgedessen für Borstellung mit anschließendem Tanz noch zu vergeben. Sonnabend nach wie vor frei für Vereine. 57712 Sonntags nachmittags von 3-6 Uhr Vorstellung, von 6 Uhr ab großer Ball bei doppelt bejeztem Orchester. Um gütigen Zuspruch bittet W. Gleve. Luisenpark Wilmersdorf Wilhelmsane 112. Soiree der Strzelewicz- Sänger unter perHeute: sönlicher Leitung des Herrn B. Strzelewicz. Ball. Jeden Mittwoch: Kaffeekochen und Freitanz. Kaffeeküche alle Tage geöffnet. Kegelbahnen. Allen Bereinen und Gesellschaften zur Nachricht, baß ich Obst's Es lebe das Nachtleben! Festsale übernommen habe. Großer Saal, 700 Personen, zwei eine Säle, großer Tunnel, großer Naturgarten stehen den geehrten Bereinen unter fulanten Bedingungen zur Verfügung. Um regen Zuspruch bittet mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. ,, Das Lied der Liebe" und das Anekdoten- Couplet" aus der Operetten Burleste Mad. WigWag" find im Theater sowie in allen Mufitalienhandlg. zu haben. Karl Grosser, Schöneberg, Meiningerstraße 8. Jeden Sonntag: Tanz. * A Riesen- Feuerwerk. Eintritt 50 Pf., Militär u. Kinder 25 Pf. Halle b. 8, Gelände b. 12 Uhr geöffn. Ausstellungslose ber. zum Eintritt alhallaWa Täglich: Theater- Vorstellung. Neue Spezialitäten. Kinematograph und Ball. Freier Damentanz. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Varieté- Garten Volksgarten- Theater. Beinbergsweg 19/20, Rotenth. Tor. Neue Spezialitäten. Dressierte Bären. Anf.: Konzert 5; Borstellung 7 Uhr. Bei ungünstigem Wetter Vorstellung im Theater& Uhr. Kasino- Theater. Bad- Behmstraße Bahnhof Gesundbrunnen Bellermannstraße. Die Veilchenfee. Bollsstüd m. Gesang in 2 Aften von W. Gerice. Musik von May Schmidt. Hierzu: Das neue Lothringerstr. 37. enfang 8 r. Riesen- Spezialitäten- Programm. Sonnabend, den 31. August: Eröffnungs- Vorstellung. Die wilde Jagd. Luftpiel in Ludwig Fulda. 4 Aften v. Borher das Eröffnungs- Programm. Max Kliems Sommer- Thenter Hasenheide 13/15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater a. Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Raffeeküche ist täglich von 2 lbr ab geöffnet. Braatz' Amerikanischer Volksbeluftigungen. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr. 71 Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Union- Festsäle Greifswalderstr. 222 am Königstor. Jeben Sonntag im großen Festsaal von 5 1hr ab: Affen- Zirkus Großer Ball. a la Brockmann. Am Prenzlauer Tor. Täglich: Gr. Vorstellung 8 Uhr. Außerdem Sonntags, Feiertags, Mittwochs u. Sonnabends nachm. 4 Uhr: Fxtra- Kinder- g. Familien- Vorstellung. Empfehle Totensonntag, sowie ersten Weihnachtsfeiertag für Gejang, Theater- oder Turnvereine. Ergebenst 24315* C. Berndt. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 1. September 1907 im Volksgarten= Theater früher Weimann, Eingang Behm- und Bellermannstraße: Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung, Künstler ersten Ranges, 265/ 19* arrangiert von den Parteigenossen des Gesundbrunnens. Im Saale: Großer Ball. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eintritt 25 Pf. Kinder frei. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Direktion: Oskar Wagner, Chausseestr. 30/31. Abonnements- Einladung für jeden Wochentag im vierzehntägigen Turnus vom 6. September 1907 ab. Eröffnungs- Vorstellung: Freitag, den 6. September 1907. Die Nibelungen. Ein deutsches Trauerspiel von Friedrich Hebbel. I. Teil: Der gehörnte Siegfried. II. Teil: Siegfrieds Tod. Der Spielplan des ersten Abonnements- Vierteljahres wird außerdem enthalten: Winterschlaf", Schauspiel v. Max Dreyer.[ ,, Waterkant", Schauspiel von Richard " Der blinde Passagier, Lustspiel v. Oskar 99 99 Skowronnek. Maxim Gorki. Blumenthal u. Gustav Kadelburg. , Brüderchen"( Erstaufführung), ein Kadetten-» Nachtasyl", Szenen aus der Tiefe von drama von Robert Overweg. Preise der Plätze einschließlich Garderobe, Theaterprogramm und Steuer für die Sicherheitswache: Kassenpreise Abonnementspreise Logen Orchestersitz • I. Parkett 1,75 M. 1,50 1,25 2,80 M. 2,05 " ท 1,80 " 9 I. Rang Balkon 1,25 1,80 " II. Parkett. 1, 1,30 " II. Rang 0,75 1, 99 99 Gallerie. 0,35 0,50 99 Abonnementspreise für sechs Vorstellungen 10,50 M. 9, " 7,50 7,50 6, 4,50 2.10 Preise für freie, nicht an den Tag gebundene, übertragbare Abonnements, gültig für alle Wochentage: 97 I. Parkett 14,- M. 10 Eintrittskarten einschließl. Garderobe, Theaterzettel u. Sicherheitswache I. Rang 11, Das Bureau Chausseestr. 30/31( Tel.: Amt III 8653) ist an allen Tagen( auch Sonntags) von 10-2 Uhr und 6-8 Uhr geöffnet. Adler 59/19 Bei eintretender Dunkelheit: Kinder- Fackelzug. Kassen- Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. 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Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des neuen PaulsKirchhofes in der Seestraße aus ftatt. 265/18 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden, Bekannten und Parteigenossen die traurige Nachricht, daß mein lieber unvergeßlicher Mann und unser guter Bater, der Maurer 57752 Wilhelm Thäle am Sonnabend früh plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. August, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Magstraße, aus statt. Dies zeigt tiefbetrübt hiermit an die trauernde Gattin nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein für Schöneberg Bezirk 3a. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Maurer Wilhelm Thäle am Sonnabend plößlich ganz unerwartet verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. August, nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle bes Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder ersucht 17/5 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 24. Auguft verstarb unser Mitglied Wilhelm Thäle Bezirk Schöneberg im Alter von 51 Jahren an Lungenentzündung. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in der Maystraße, Schöneberg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 142/16 Die Verbandsleitung. Sozialdemokratischer Wahlverein für Britz. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Genoffe Franz Jeserich am Donnerstag, den 22. d. M. nach furzem Krantenlager im 45. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Brizer Gemeinde- Kirch hofes aus statt. Rege Beteiligung erwartet 295/17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Fritz Kaspar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Stirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Metallarbeiterin Marie Breitenfeld gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 147/14 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes allen Berwandten, Freunden und Bekannten innigsten Dant. 24556 Witive Klara Friebel nebst Kindern. Verband der Maler, Lackierer, Anftreicher usw. Deutschlands. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 125/17 Ignaz Mianowicz am 22. August verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. August, nachmittags 42 Uhr, auf dem MatthiasKirchhof in Südende statt. Die Ortsverwaltung. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau 57732 Anna Raabe geb. Högel nach langem schweren Leiden im 41. Lebensjahre gestorben ist. Dies zeigt um stille Teilnahme bittend an Oswald Raabe. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Auguft, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes, Nordend aus statt. Allen Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß Freitagabend 10 Uhr unser lieber un bergeßlicher Sohn und Bruder, der Buchdrucker 57742 Karl Krause im Alter von 20 Jahren gestorben ist. Um stilles Beileid bitten G. Krause nebst Frau und Angehörige. Rigdorf, Walterstr. 26. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Ernestine Spillner geb. Siewert am Sonnabend verstorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen C. Spillner. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. August, nachmittags 6 Uhr, auf dem Begräbnisplay der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. teppdeden billigst direkt in der Fabrit * 72. Wallstr. 72, to auch alte Steppdecken ausgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel, Berlin S 14. Jllustr. Katalog gratis. Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN-Preis 1 Mark. stes Tausend Verlag Max Richter Srankfurt( Oder) 29 Buschmühl.- Chaussee Gardinenhaus Bernhard Schwarz Wallstr. 29 Flur Eing. Auf Teilzahlung! Wöchentlich nur 1 Mart. Uhren jeder Art fos wie Goldwar., Bithern, Phonograph., Plattensprechmaschinen, Har monitas, Mandolinen, Geigen usw. Große Auswahl in Platten, echte Edison- Apparate und Walzen zu Original: Preisen. Juhre& König, Warschauerstr. 72, 1. Etage, Reinickendorferstr. 101, 1. Gtage. Kronleuchter- Fabrik für Gas u. Petroleum. Größte Auswahl. 500 Kronen von 10-300 Mark Verkauf zu billigsten Fabrikpreisen an Private. 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Es sei aber doch so, daß sich die Stellungnahme der Genter Fimmen); Zentralverband der Handlungsgehülfen und-Ge- Federation den Auffassungen der Hamburger Auskunftsstelle ge hülfinnen, Siz Hamburg( Josephsohn, Lange und Schimmel); nähert habe, insbesondere auch innerhalb der Federation der Streif Fachverein der Handlungsangestellten Ungarns, Budapest( Weiß), als Kampfmittel anerkannt worden sei. und der Gehülfenverein in Warschau. Vertreter haben nicht ent- Niermeyer- Amsterdam gibt zwar zu, daß die Ausführungen fandt: der schwedische Handelsangestelltenverein in Stockholm, der Troclets durchaus ehrlich gemeint seien, bezweifelt aber, daß die serbische Gehülfenverband in Belgrad, der kroatisch- slawonische Leitung der Genfer Federation auch dementsprechend handeln Gehülfenverband in Agram und die russischen Gehülfenvereine in werde. Lodz und Kowno. # Turner- London. „ Die wirtschaftliche Lage der Handlungsgehülfen( LadenBid- Wien äußert gleichfalls Bedenken; er meint, daß keine und Kontorangestellten) wird durch die in allen Ländern fortAls Gäste find anwesend namens der Federation Inter- Gewähr geboten sei, daß man es bei der Genter Federation mit schreitende Konzentration der kaufmännischen Betriebe sowie nationale des Employes( Sit Gent): Troclet- Brüssel, Turner einer auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Korporation durch die damit verbundene Arbeitsteilung, die es ermöglicht, London und Hyllested- Kopenhagen; namens der Federation zu tun habe. ungelernte Kräfte in großer Zahl zu verwenden, immer un- Nationale des Employes( Siz Paris): Rozier- Paris; namens Troclet- Brüssel sagt in längeren Ausführungen, daß die günstiger gestaltet. Zugleich schwindet die Möglichkeit für den des Zentralverbandes der Handels- und Industrieangestellten( Siz Leitung der Genter Federation auch für Durchführung der Handlungsgehülfen, selbständiger Unternehmer zu werden. Des- Prag): Stein- Prag. Außerdem sind einige russische Gehülfen- Londoner Kongreßbeschlüsse sorgen werde. Aehnlich äußert sich halb gleicht heute die Existenz des Handlungsgehülfen, obwohl vereine durch Gäste vertreten. er in der Distribution( Güterverteilung) in mancher Hinsicht Vor Eintritt in die Tagesordnung einigt man sich dahin, daß Von einer Abstimmung über die Resolution wird wegen unter anderen Bedingungen tätig ist als der industrielle für fünftige Konferenzen der Internationalen Auskunftsstelle bis mangelnder Klärung der Situation abgesehen, die nationalen Proletarier bei der Produktion( Gütererzeugung), mehr und zur definitiven Regelung jedes Land bis zu drei Delegierten ent- Organisationen sollen sich zunächst näher kennen lernen. mehr derjenigen des Proletariers; sie wird immer unsicherer senden darf; die Abstimmung geschieht derart, daß jedem Lande Zu Punkt Sozialreform und Selbsthülfe" wird nachstehende und weniger lohnend. Die Handlungsgehülfen aller Länder eine Stimme zugebilligt wird. Den Geschäftsbericht erstattet Resolution einstimmig angenommen: müssen erkennen, daß sie in der heutigen Gesellschaftsordnung Josephsohn- Hamburg. Der Kaffenbericht ist von Kolinsty, Fimmen zur Klasse der Lohnarbeiter gehören, der die Klasse der Be- und Weiß geprüft und wird von der Konferenz anerkannt. fizenden schroff gegenübersteht. Weiterhin müssen die Hand- Konferenz nimmt weiterhin einstimmig von dem Geschäftsbericht lungsgehülfen erkennen, daß von den Unternehmern im Handels- Kenntnis und geht über den Protest des Zentralverbandes der gewerbe für die Angestellten nichts zu erwarten ist, sondern daß Handels- und Industrieangestellten in Prag wegen Nichtzulassung beffere Arbeitsbedingungen für die Handlungsgehülfen nur auf zur Internationalen Auskunftsstelle aus prinzipiellen Gründen dem Wege des Kampfes gegen die Interessen der Unternehmer zur Tagesordnung über. Unter Zustimmung der Konferenz spricht errungen werden können. Dieser Kampf tann mit Erfolg nur der Vorsitzende den Wunsch aus, daß sich die Prager und Wiener geführt werden von Organisationen, welche die Handlungs- Kollegen vereinigen. gehülfen ohne Unterschied der Religion, des Geschlechts und der Abstammung bereinigen und welche sich der auf dem Boden des Klaffenkampfes stehenden Arbeiterbewegung anschließen, um mit dieser gemeinsam für die Interessen aller Lohnarbeiter ein zutreten." Die Amsterdamer Konferenz erklärte, daß die bestehende Federation Internationale des Employes"( Siz Gent) als eine geeignete internationale Interessenvertretung für die auf dem Baden des Klassenkampfes stehenden Handelsangestellten nicht betrachtet werden kann, weil sie alle Arten von Angestelltenvereinen der verschiedensten Richtungen umfasse. Die Amsterdamer Konferenz gründete daher eine Internationale Auskunftsstelle für alle auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden HandlungsgehülfenOrganisationen, deren Leitung dem Zentralverband der Handlungsgehülfen und-Gehülfinnen Deutschlands( Siz Hamburg) übertragen wurde. 黃 Auf der Tagesordnung der am 21. August 1907 in Stuttgart abgehaltenen Zweiten internationalen Konferenz stehen nun: 1. Bericht der Internationalen Auskunftsstelle. 2. Bereinigung der Internationalen Auskunftsstelle mit der " Federation Internationale des Employes", Siz Gent. 3. Sozialreform oder Selbsthülfe. Vertreten find folgende der Internationalen Auskunftsstelle Die Bezüglich der Vereinigung der Internationalen Auskunftsstelle mit der Federation internationale des Employes weist JosephsohnHamburg darauf hin, daß die Federation ihren Charakter seit drei Jahren etwas verändert habe. Insbesondere gehören ihr jest in der Hauptsache nur Handlungsgehülfen- Organisationen an, und zwar solche, die nicht den harmonieduseligen Charakter tragen wie die bürgerlichen Gehülfenvereine Deutschlands, sondern gegen die Prinzipalität Stellung nehmen. Prinzipalität Stellung nehmen. Es liegt der Konferenz eine Resolution vor, in der es heißt: „ Die Konferenz beauftragt zur Herbeiführung der Vereinigung die Leitung der Internationalen Auskunftsstelle ( I. A. S.), zusammen mit dem Exekutivkomitee der Federation internationale des Employes einen gemeinsamen internationalen Kongreß der den beiden Stellen angeschlossenen Organisationen einzuberufen. Vorbehalten bleibt, daß zu den Verhandlungen des gemeinsamen Kongresses nur solche Delegierte zugelassen werden, deren Mandate vom Kongreß selbst anerkannt sind. Für die Prüfung der Mandate soll die strikte Durchführung der Resolution 7 des Londoner Kongresses maßgebend sein, betreffend die Bedingungen, die die nationalen Verbände erfüllen müssen, um der Federation internationale des Employes angeschlossen sein zu können." " Die zweite internationale Konferenz der auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Handlungsgehülfen erklärt, daß über den notwendigen Kampf um Schutzgesetze für die Handelsangestellten die Schaffung von starken gewerkschaftlichen Organis fationen nicht vernachlässigt werden darf. Die Geschichte der Sozialreform aller Länder beweist, daß diese Sozialreform nicht genügt, um eine durchgreifende Besserung der Lage der Handels angestellten herbeizuführen. Entweder entsprechen die von der herrschenden Klasse erlassenen Schußgefeße in keiner Weise den Forderungen der Handelsangestellten, oder aber sie stehen nur auf dem Papier, werden von den Organen der sogenannten Kulturstaaten nicht zur Anwendung gebracht. Aber selbst die weitgehendste Sozialreform tönnte die Handelsangestellten nur moralisch heben, an ihrem materiellen Elend, das aus uns genügender Entlohnung resultiert, würde durch keinerlei Sozialreform etwas geändert werden. Deshalb fordert die Konferenz die Handlungsgehülfen aller Länder auf, mehr wie bisher und unablässig an dem Ausbau der gewerkschaftlichen Organisation zu arbeiten, um aus eigener Kraft zu erringen, was ihnen die Sozialreform nicht bringt und nicht bringen fann eine allseitige, moralische und materielle Verbesserung ihrer Lage! In diesem Kampfe um Schutzgesetze wie um Erhöhung des Lohnes können die Handelsangestellten nur siegen, wenn sie sich mit allen übrigen Lohnarbeitern solidarisch erklären. Darum ersucht die Konferenz die organisierten Handlungsgehülfen, sich überall den Institutionen der organisierten Arbeiter anzuschließen." Troclet und Nozier bankten namens der französischen und belgischen Organisationen für freundliche Aufnahme. Josephsohn versicherte die Gäfte kameradschaftlicher Gesinnung und schloß die Konferenz mit einem Hoch auf die nationale und internationale Troclet- Brüssel begrüßt die eventuelle Vereinigung der Hamangeschlossenen Organisationen: Zentralverein der kaufmännischen burger Auskunftsstelle mit der Genter Federation, für welche die Handlungsgehülfenbewegung. Wie kann auch nur ein vernünftiger Mensch immer noch gebrannte Gerste und offenen Malzkaffee taufen, oft verunreinigt und staubig, wenn man für 10 Pfennig schon PII Malzlaffee ein Paket Kathreiner erhalten kann. ,, Kathreiner" wird nicht lose ausgewogen verkauft, sondern nur in Paketen. Man achte darauf, daß jedes Paket den Namen ,, Kathreiner" trägt. TS beks md palemit 59/8 so bereiten Sie sich Ihren Wollen Sie etwas hervorragend Feines trinken? Kognak, Rum, foie alle Liköre uſw. ſelbſt unter Weingeist Shimamumaschutzmarke hutumiami rühmlichst weltbekannten, preisgekrönten echten Noa's Original- Extrakte Verwendung der Preis p. 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Verschiedenes. Brandenburger Konferenz. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Schöneberg 262* Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein. Aufruf zum Skat- Tournier! Statflubs und Bereinigungen, die am großen Dienstag, den 27. August 1907, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in Groffers Festfäle, Meiningerstr. 8. Zagesordnung: Skat Wettspiel PO 57722 Die Vertrauensperson. Deutscher Metallarbeiter- Verband teilnehmen wollen, mögen sich melden Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: im Restaurant Fisch, Forsterstraße 2, behuss näherer Besprechung. Bekanntmachung. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 536 Gew.- Ger. 07. Die Schlichtungskommission für die Bement- und Deckenbau Gips, 1. Bortrag: Der Wert des Parlamentarismus. Referent: Genoffe Branche hatte nach erfolglofen Ber S. Molkenbuhr, Reichstagsabgeordneter. Diskussion. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Ver- handlungen zur Entscheidung der schiedenes, Umi zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 17/6 Der Vorstand. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands Filiale Berlin II. Sonntag, den 25. Angust 1907, vormittags 10 Uhr, im„ Englischen Garten", 180/6 Alexanderstraße 27c: General- Versammlung. = Tages- Ordnung: Stellungnahme zur Ablehnung unserer Forderung. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Telephon: Amt IV Nr. 4493. Verbandsbureau: Engel- Ufer 16, pt. Telephon: Amt IV Nr. 4493, Die bekannt gemachte Mitglieder- Versammlung findet nicht am Sonntag, den 25. Auguſt( heute), sondern am Sonntag, den 1. September, vorm. 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt"( großer Saal) statt. Näheres wird in der Freitag- Nummer des„ Vorwärts" befannt gemacht. Der Zweigvereins- Vorstand. NB. Die für diesen Monat fällige Mietsunterstütung wird am nächsten Sonnabend ausgezahlt. D. D. Frage, ob die Herstellung von hori. zontalen Steindeden, wie sie durch Spezialgeschäfte üblich ist, als Maurer arbeit zu betrachten jei, das Einigungsamt angerufen. Dieses hat in der Sigung vom 16. Juli 1907, an welcher unter dem Borsiz des Magistratsrats b. Schulz teilgenommen haben: 1. Baumeister Heuer, 2. Baumeister Herrmann, als Vertrauensmänner der Arbeit. geber; 3. Tischler Ahrens, 4. Schneider Mitter, als Vertrauensniänner der Arbeit. nehmer in der Sache nachstehenden Schiedsspruch gefänt: Die Steindeckenbau Geschäfte find Spezialbaugeschäfte und die von ihnen ausgeführten Arbeiten fallen unter diejenigen Arbeiten, welche in dem Bertrage enthalten sind, welcher zwischen dem Berliner Beton Berein und der Sektion der Gips- und Zementbranche abgeschlossen ist. In diesem Vertrage fehlt allerdings eine spezielle Bezeichnung der betreffenden Arbeiterkategorie und wird deshalb den Parteien aufgegeben, eine solche zu vereinbaren und in den Vertrag hineinzufügen. b. 8. 11. gez. v. Schulz. gea. Heuer, B. Herrmann. Rob. Ahrens. Ad. Ritter. Vorstehendem Schiedsspruch hat der Berliner Beton Berein( E. B.) sich unterworfen, während der Zentral erband der Braurer Deutschlands, und gementbranche, die Unterwerfung Zweigverein Berlin, Sektion der Gipsabgelehnt hat. Berlin, den 23. Auguft 1907. Der Vorsitzende des Einigungsamtes. gez. v. Schulz. Soeben erschienen: Die sozialistische Zentralverband der Schmiede Arbeiter- Internationale ( Zahlstelle Berlin). Bureau: Stralauerstraße 48. Telephon: Amt I, 7779. 2 große öffentl. Versammlungen Sämtlicher Schmiede Berlins und Umgegend und zwar: und Dienstag, den 27. August in Spandau bei Kumke, Schönwalderstraße 80, Mittwoch, den 28. Auguft in Berlin im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( groker Saal). Tagesordnung in beiden Bersammlungen: 1. ,, Der wirtschaftliche Kampf. Referent: Stollege Heinrich Schrader, Hamburg. 2. Diskussion. 176/ 16* Beginn der Versammlungen abends 8, Uhr. Kollegen! Sorgt für einen außergewöhnlichen Besuch der Versammlungen. Kein Kollege darf fehlen! Die Bertrauensleute haben die Pflicht, alle Kollegen auf diese Versammlungen aufmerksam zu machen. Kollegen! Denft an die kommende Lohnbewegung und erscheint vollzählig! D Die Versammlungen finden mit Frauen statt. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Siering. Westenbranche! Montag, den 26. Auguft, abends 8%, Uhr, bei Wendt, Münzftr. 17, Eingang am Königsgraben: Oeffentl. Versammlung aller in der Phantasie- u. Stoffweftenbranche beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. 9 ages Drbnung: " Die Kämpfe und Erfolge der Gewerkschaften unter Berücksichtigung der Konfektionsbranche." Referentin: Frau selara Beyl 165/17 Die Stepperinnen, Handarbeiterinnen und Bügler der Westenbranche werden zu zahlreichem Besuch aufgefordert. Der Einberufer. Siebreizend ift ein sartes, reines Geficht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, fammetweiche Haut und schöner Teint. Alles dies erzeugt die echte Steckenpferd- Lilienmilch- Seife von Beramann& Co., Radebeul. à Stück 50 Pf. Überall zu haben. !! Wo!! Berichte Drganisationen Europas, Austra liens und Amerikas über ihre Tätigkeit in den Jahren 1904 bis 1907 an den Internationalen Kongreß in Stuttgart. Herausgegeben vom Inter nationalen sozialistischen Bureau. Mit einem Vorwort von Emil Vandervelde. Deutsche Ausgabe. 234/20 Preis 2,- M. Zur Frage des Frauenwahlrechts. Bon Klara Zetkin. Breis 50 Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof M. Amt 3, 1987. Montag, den 26. August 1907, abends 8%, Uhr, im Palast- Theater( früher Feenpalast), Burgstraße 24: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Neuwahl des 2. Bes vollmächtigten, des 1. Kassierers, eines Beifibers und vier Revisoren. 3. Der Uebertritt der Graveure und Biseleure. 4. Anträge der Drts: verwaltung und an die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Butritt. Bahlreicher Besuch wird erwartet. 147/12 Dienstag, des 27. August 1906, abends 8% Uhr, in Frankes Festfälen, Sebaftianstraße 39: Versammlung ber Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen. Zages Drdnung: • 1. Bortrag des Kollegen O. Handke über Aufgaben und Biele der Ge werkschaften". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Um recht zahlreiches und püntliches Erscheinen wird ersucht. Dienstag, den 27. Auguft 1907, abends 8% Uhr, im Lokal von Röber, Elifabethkirchstraße 14: Versammlung der Fahrstuhlmonteure u. Helfer Tages- Ordnung: 1. Bie gestalten wir unsere Agitation? 2. Diskussion. Kollegen! Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Berhältnisse innerhalb unseres Berufes ist es notwendig, daß wir eine Verständigung über unsere zukünftige Agitation herbeiführen. Es ist daher Pflicht eines jeden von Ihnen, in diese Versammlung au fommen. Dienstag, den 27. August 1907, Die Sozialdemokratie im abends 6% Uhr, in Wildan im Lokal Deutschen Reichstag I. Die parlamentarische Tätigkeit des deutschen Reichstags und der Landtage und die Sozialdemokratie non 1871 bis 1874. Bon A. Bebel. Breis 60 Bf. von Schumann: Bezirksversammlung für Expedition des„ Vorwärts“ Königs- Wusterhausen n. Umg. Berlin SW. Lindenstraße 69, Laden. Kassenbäder jebert, Augusta- Bad, Röpenickerstr. 60. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog D. Empfehl.viel.Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Gerlin NW. Friedrichstrass 91/92. !! Wer!! faufe ich preiswert für mich Stoff 3. fertigt mir einen Herrenanzug, wenn Herrenanzug? Bei Ludwig Engel, ich Stoff habe? Ludwig Engel, Prenzlauerstr. 23, 11, Alexander- Play. Prenzlauerstr. 23, 11, Alexander- play, Gegründet 1892. Großes Stofflager. für 20 M., feinste Zutaten, 2 AnNeueste Muster Aachener Fabritate, proben, für guten Siz befam goldene reinwollene Stoffe, Neste von Medaille. 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In der Veröffentlichung über die bei uns eingegangenen Beträge file den Etreiffonds während der Aussperrung muß es heißen: Verband der Metallarbeiter, Zahlstelle Berlin 10 000,- und nicht 1000,-; Mühlenbananstalt Kappler 55,10, und nicht Maschinenfabrik Suppler T. Mieke, Stassierer. 55,10. Kammacher ualler ind.Zelluloid- Haarschmuck Handlungs- Gehülfen! in Freyers Festsälen( fr. Keller), Koppenstr. 29. branche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Montag, 26. August, abends 8 Uhr, in den Rittersälen, Branche der Musikinstrumentenarbeiter. in Boekers Festsälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Franz Stasche. 2. Diskussion. 3. Berfitattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Ritterstr. 75: Wenteg, ben 26. Bug, abrabs 8 hr im Gewertihaftsband. Regen, in biefer Berfaminlung& fes quenpfit eines teben est- Versammlung. Engel- llfer 15, Saal I: Branchen- Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Genossen Fritz Kunert über: Große politische Aufgaben der Gegenwart, 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Branchenkommission. NB. Es wird ersucht, auf den Berfammlungstontrollzettel im Mitglieds buch zu achten. Montag, den 26. August 1907, abends 8%, Uhr: Branchen- Verfammlung 92/29 Der Die Kommission. Mittwoch, den 28. August 1907, abends 8% Uhr: Branchen- Versammlung aller in Luxusmöbel- Betricken beschäft. Tischler, Polierer, Drechsler, Maschinenarbeiter usw. im Gewerkschaftshaus( Saal VII), Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Wie nügen wir die Herbstkonjunktur aus? 2. Distuifion. 3. Wahl der Kontrollkommission. 4. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Kollegen! Erscheint alle in diefer wichtigen Bersammlung. Beigt, Euch Die Kommission. der Bürsten- u. Pinselmacher usw. daß es dug ernſt darum zu fum ift, Gure Lebenslage zu verbeffert, bei Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57, Tages Drdnung: 1. Unser Tarif. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht der Kollegen. Die Branchenkommission. 3.: Karl Fritzsche, Brunnenstr. 185. Perlmutter- u. Knopfarbeiter. Montag, den 26. August 1907, abends 6% Uhr: Branchen- Versammlung " 1 im Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Die alte und die neue Internationale. 2. Diskussion. 8. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 98/3 Achtung! Bodenleger. Mittwoch, den 28. August, präzise 8 Uhr abends, im ,, Gewerkschaftshaus",( Saal 1), Engel- llfer 15: Versammlung. Sages Ordnung: 1. Bortrag über Gehirn- und Nervenleiden. Referent: Gen. Busse. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Es wäre erwünscht, wenn die Stollegen ihre Frauen mitbrächten. Die Vertrauensleute haben ihre Fondsbücher sowie Billets abzurechnen. Die Kommission. Alle in der Branche tätigen Arbeiter und Arbeiterinnen sind hierzu Donnerstag, den 29. August 1907, abends 8%, Uhr: eingeladen. Die Kommission. Branche der Korbmacher. Montag, den 26. August 1907, abends Si, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bericht der Statiftit über die Drganisationsverhältnisse. 2. Branchen. angelegenheiten. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuh legitimiert. Bahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Einsetzer. Die Kommission. Branchen- Versammlung Der Herr Kommerzienrat vor dem Kaufmannsgericht! Kollegen und Kolleginnen! Der Herr Stadtverordnete ,, Kommerzienrat F. Butzke", Schraubenfabrik, Brandenburgstr. 75, hat einen Angestellten, der ein Gehalt von 115 M. bezog, wegen Nichteinhaltung der Konkurrenzklausel verklagt und mit 500 M. bestrafen lassen. Protestiert durch Euer Erscheinen gegen eine derartige Handhabung der Konkurrenzklausel. Erscheint in Massen! Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands( Bezirk Berlin, Neue Königstr. 36). Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin, Seftion II. O. 54, Muladftr. 10 I. Telephon: Amt 3, 4518. Sonntag, den 25. August. nachmittags 12 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Max Kiesel über: Die Religion und die Arbeiter. 2. Disfuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung tit es Pflicht der Kollegen, voll zählig zu erscheinen. 42/14 7 Vorstand. Achtung! Kleber. Achtung! der Jalousien- Arbeiter Mittwoch, den 28. Auguſt, abends 8 Uhr, bei Meyer, im Gewerkschaftshaus( Saal 8), Engel- Ufer 15. Zages Ordnung: 1. Wie denken die Stollegen über die weitere Entwickelung unserer Branche? 2. Berbandsangelegenheiten. 8. Verschiedenes. Kommissionssitung 7%, Uhr. Die Kommission. Bautischler. Oranienstr. 103: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Was gedenken die Kleber zu tun, um die jebige günstige Konjunktin auszunüßen? 2. Diskussion. 8. Berschiedenes. Pflicht eines jeden Stollegen ist es zu erscheinen. Die Verbandsleitung. 101/ 7* Donnerstag, ben 29. Auguft, abends 8%, Uhr, bei Walter, Wo verkehren Sie? Wo logieren Sie? Wo speisen Sie? Adalbertstraße 62: Sitzung Der Zentral- Vertrauensmännerfigung der gesamten Bautischler- Kommission. wegen findet die Branchenversammlung am Mittwoch Die Vertreter der Vororte und Einsetzer werden ersucht, daran teilnicht statt. Möbel Altbewährt. sind: zunehmen. 3..: K. Relche. Bei H. Stramm, Berlin, Ritterstraße 123. Großer Frühstück-, Mittag- und Abendtisch. Mittag mit Bier 60 Pf., abends à la carte in reicher Ausw. zu fol. Preisen. Gr. Fremdenlogis a Bett 40 f. 2 Vereinszimmer( 20 u. 60 Pers.) auch mit Pianino. Telephon Amt IV 2866. Fabrik Rudolf Bartsch Oranienstr. 73. Brautleute, achtet auf meine Firma! 55292* Gegr. 1889 Möbelkauf ist Vertrauenssache. Tausende meiner Kunden bestätigen gern, daß sie nicht nur billig, sondern auch reelle Möbel bekommen haben. Versäumen Sie also nicht, mein Lager zu besichtigen. Fachmännische Bedienung, Kaufzwang ausgeschlossen. 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Mn« des Jottuirts" fittlinet WsdlM Sonntag, 25. Angnß 1907. Partei- �ngelegenkeiten. Schöneberg. Parteigenosicn! Am Dienstag, den 27. d. M., abends 8 Uhr, findet in E. Obsts Festsälen, Mciningcrstr. 8, die Versammlung des Wahlvcreins statt. Die Tagesordnung lautet: I. Vortrag:„Der Wert des Parlamentarismus". Referent: Ge- nosse H. Molkenbuhr, Reichstagsabgeordneter. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Verschiedenes. Genossen! Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller notwendig. Der Vorstand. Wilmersdorf. Am Dienstag, den 27. August, abends 8� Uhr, findet im„Luisenpark". Wilhelmsaue 112, eine öffentliche Ver- sammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung: 1. Be- richterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegierten zum Parteitag und zur Provinzialkonfe- renz. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen dringend geboten. Die Vertrauenspcrson. Lankwitz. Am Dienstag, den 27. August, findet bei Rettger die Mitgliederversammlung des Wahlvercins statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Grunwald über„Die materialistische Ge- schichtsauffassung". Bericht von der Kreis-Generalversammlung. Schmargendorf. Dienstag, den 27. August, abends Uhr, findet im Wirtshans Schmargendorf die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem: Bericht der Delegierten v.on der Kreis-Generalversammlung. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet Der Vorstand. Johannisthal. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins fandet am Dienstag, den 27. August, abends Uhr, bei Schulz (prüher Krüger) Friedrichstr. 10 statt. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung Grotz-Berlins. 2. Bericht von der Kreis-Generalversammlung. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Vcreinsangclegenheiten und Verschiedenes. Um pünktliches und Zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Nieder-Schöneweide. Der Wahlverein hält am Dienstag, den 27. August, abends 844 Uhr, im Lokal von Paul Müntzel, Sedan- straße 15(Oberspree), seine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: Bericht von der Generalversammlung Groß-Berlins, Bericht von der Kreisgeneralversammlung, Diskussion, Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. Es ist Pflicht der Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Wohlvercin Eichwalde. Dienstag, den 27. August, abends 3 Uhr, Generalversammlung im„Seglcrschloß"(Heinrich) in Hankels Ablage. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, der Bezirksführer und der Lokalkommission.— Berichterstattung von der Verbands- und der Kreis-Generalversammlung.— Wichtige Vereinsangelegenheiten.— Ilm zahlreichen und pünktlichen Besuch ersucht Der Vorstand. Niebcr-Schönhausen. Am Dienstag, den 27. August, abends S% Uhr, findet im Lokale„Neu-Karlshof", Beuth-, Ecke Ccharlotten» straße, die Wahlvcreinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Re- zitation des Genossen Stripp über:„Ludwig Anzengruber". 2. Vcrcinsangclegenheiten. 3. Verschiedenes. In Anbetracht der inter- essanten Tagesordnung wird pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder mit ihren Frauen erwartet. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Reinickendorf-Ost. Am Dienstag, den 27. August, abends UV: Uhr, findet beim Genossen Kirsch, Markstr. 2/3, die Mitglieder- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Block:„Die preußische Verfassung". 2. Diskusston. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Genossen I Euer Erscheinen ist in Anbetracht des wichtigen Vortrages, der ein wich- tiger Beitrag zu den kommenden Wahlrechtskämpfen fein wird, unerläßlich. Der Vorstand. Hohen-Schönhaufen. Dienstag, den 27. � August, abends 8% Ohr, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Lokale des Genossen Herschleb, Berlinerstr. 83, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Barge über„Urgeschichte der Kultur". 2. Berichterstattung von der Vcrbands-Generalversammlung. 3. Ver- einsangelegcnheiten. 4. Verschiedenes. Pünktliches und zahl- reiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. � öfter als einmal zu benutzen. Der König ist überhaupt in allen Toilettefragen sehr konservativ. Auch seine Hüte bezieht er ständig von demselben Lieferanten, der sie aus feinstem Seidenfilz her- stellen muß, wobei der König zur Bedingung macht, daß sie von größter Lei htigkeit seien. Eduard ist bekanntlich auch ein leidenschaftlicher Raucher. Aber er raucht nicht jedes beliebige Kraut, sondern nur seine eigenen Zigarren, die eigens für ihn in Havanna hergestellt werden, und zwar aus grünen Blättern, die während des ganzen Wachstums mit größter Sorgfalt beaufsichtigt werden. Neben einem ge- hörigen Vorrat dieser Spezialmarke führt der König ständig seine kurze Pfeife mit, die seine treue Begleiterin ist und ihn nie ver- läßt. Ohne diese wäre jede Reiseausrüstung in den Augen, des Königs unvollkommen." Im Anschluß an diese Mitteilungen wird nun noch auf die um- fangreichen und luxuriösen Zimmer verwiesen, die der König in Marienbad bewohnt. Es ist sonst nicht unsere Mode, unseren Lesern aufzuzählen. was eine solche Spitze der Gesellschaft zur Erhaltung und Not- dürft seines LebenL aufs dringendste gebraucht. Im allgemeinen ist es den Preßlakaien unserer Sensationsblätter überlassen, dies auszuschnüffeln und es dann in behäbiger Breite ihren Lesern zu servieren. Doch wir tun es, um einmal zu zeigen, bis zu welcher schwindelhaften Höhe sich bereits die Lebensgewohnheitcn einer solchen Spitze entwickelt haben. Wie hier, so sehen wir es bei den oberen Klassen der kapitalistischen Gesellschaft. Tausende und Millionen werden von diesen„Auserlesenen" im Vorübergehen ver- braucht, ohne daß auch nur einer derselben Werte für die Gesell- schaft geschaffen hätte. Wie eine gewaltige Pyramide türmt sich der gegenwärtige Gesellschaftskörper auf, deren Grundlage die alle Werte und allen Reichtum schaffenden Millionen der Arbeitsbienen sind. Aber auch sie werden es müde, in ewiger Entbehrung den ungeheuren Ballast zu tragen, der plump auf ihren Schultern lastet. Die jedes ausgebeutete Individuum belebende Idee des Sozialismus gibt die Kraft, den Ballast abzuwerfen, der Kultur, Glück und Gerechtigkeit in Fesseln hält. Berlimr JVacbncbtm Wie ein König reist. Die gegenwärtige Epoche hat, was Luxus und VerschwendungS- sucht anbelangt, viel Aehnlichkeit mit dem alten Rom. Genutz- sucht, Prunk, Verschwendung hatten eine erstaunliche Höhe erreicht, bevor das römische Weltreich zusammenkrachte. Nur daß die Ver- kehrsmittel mit all ihren luxuriösen Einrichtungen den Parasiten des damaligen Roms fehlten. Die Herrschenden von heute leben überall in gleicher Pracht. Eigens dazu hergestellte Luxuszüge und -Schiffe befördern sie zu xbeliebiger Zeit an die schönsten Fleckchen der Erde. Der technische Fortschritt hat insofern den Mächtigen von heute das Leben noch angenehmer und abwechselungsreicher gestaltet. Das Reisen ist bei unseren Fürsten und gottbegnadeten Spitzen der Gesellschaft zu einer ständigen ja sogenannten„Not- wendigkeit" geworden. AIS Lenker der Völkergeschicke müssen an- geblich Fürsten und Könige in ständigen Kontakt treten, sich gegen- seitig Besuche abstatten usw. Wenn heute ein König reist, geht es stets etwas umständlich her. Da genügen keine fünf bis sechs Anzüge und ebensoviel Stiefeln und anderes mehr, da geht es gleich ins riesenhafte. Anläßlich der Zusammenkunft König Eduards von England und Kaiser Wilhelms in Wilhelmshöhe, als es wiederum galt, ungetrübte Freundschaft zu besiegeln, wurde in einem Berliner Blatte vom König Eduard als von einem„Mode- Helden" gesprochen und dessen Reisegarderobe einer eingehenden Betrachtung unterzogen.„Seine(des Königs) Reiesvorbereitungen, heißt es, sind sehr umfangreicher Art, und endlose Kisten, Koffer und Kofferschränke werden auf dem Schiff verstaut, das den König auf den Kontinent trägt. Acht große Koffer enthalten 30 Zivil- anzüge, die hauptsächlich für die Promenade benutzt werden. Da- neben gibt es noch einige Kisten mit Gesellschaftstoiletten zum abendlichen Essen oder zu Audienzen, Uniformen werden dagegen weit weniger verladen, da die Abneigung des Königs gegen die unbequeme militärische Bekleidung bekannt ist. Davon wird nur das allernotwendigste mitgenommen, und man erinnert sich vielleicht noch, daß der König vor Jahren einer Parade im grauen Anzug und Filzzylinder, bequem in die Polster der Equipage zurück- gelehnt, abnahm. Ganz besondere Aufmerksamkeit muß der Garderobier deS Königs, dem dieser wichtige Teil der Hofhaltung untersteht, aus das Schuhwerk verwenden. Der König läßt schon seit vielen Jahren bei einem und demselben Meister seine Schuhe herstellen, die gleicherweise der Gipfelpunkt der Eleganz, wie der Bequemlich- keit sein müssen. Von diesen Schuhen werden auf die Reise nicht weniger als 40 Paar mitgenommen. Endlos ist die Zahl der Krawatten und Schleifen, die mitgeführt werden, da der König aus feinen Prinzentagen noch die Gewohnbeit bat. eine Krawatte nicht Importierte Arbeiter werden von einem Kaufmann Leider beschäftigt, der auf dem Grundstück Schwedterstraße 263 die Fabrikation von Kompott betreibt. Naturgemäß gibt es in diesem Betriebe fast nur Saisonarbeit. Die erforderlichen Arbeits- kräfte werden dem Unternehmer alljährlich von außerhalb durch Agenten herangcschafft, die mit billiger Menschenware handeln. Jetzt im August legt Herr Leider saure Gurken ein, und er hat sich hierzu sechs Arbeiterinnen und zwei Arbeiter besorgen lassen. Diese Leute werden nun von ihm fast so behandelt, wie wenn sie nicht freie Arbeiter und Arbeiterinnen, sondern Gefangene wären, über die er als Wächter gesetzt ist. Er hat sie auf dem Grundstück Schwedterstraße 263 in einem Räume untergebracht, der über seinem Pferdestall liegt. Dieser Raum, in dem ein richtig aus- gewachsener Mensch wohl knapp aufrecht stehen kann, soll eigentlich als Futterboden dienen. Aber dem Herrn Leider gilt er als gut genug für die wenig kultivierten, noch nahezu bedürfnislosen Arbeitssklaven, die solche Unter- nehmer aus Ostelbien beziehen. Die Ausstattung dieser Massen- schlafstelle besteht hauptsächlich in einer Schütte Stroh, auf der Herrn Leiders Leute allnächtlich dem nächsten Arbeitstage entgegen- träumen dürfen. Warum er sie in diesem Versteck interniert hat, das ist nicht recht klar. Fürchtet er. daß sie ihm nur zu bald wieder weglaufen würden, wenn er sie außerhalb des BetriebSgrund- stückeS in eigenen Schlafstellen hausen ließe? Doch es ist möglich, daß bei den Löhnen, die er zahlt, eS gar nicht zu einer eigenen und anständigen Schlafstelle langen würde. Wissen möchten wir, ob L. seine Leute angemeldet hat, wie die polizeiliche Vorschrift es fordert. Was sagt denn die Polizei zu dieser Massenschlafstelle? Kennt sie sie überhaupt? Der Sedantag rückt wieder heran, und an den zuständigen Stellen werden die Vorbereitungen getroffen, ihn in gewohnter Weise zu begehen. Das Kultusministerium hat schon vor Wochen angeordnet, daß wieder, wie alljährlich, den Leitern der Schulen eingeschärft werde, die Feier des Sedanfestes auch diesmal beileibe nicht zu unterlassen. Da wird es also für die schulpflichtige Jugend wieder den üblichen unterrichtsfreien Tag geben. Der 1. September ist ein Sonntag, die vorgeschriebene Sedanfeier mutz von den Schulen am Montag absolviert werden, mithin hat die Schuljugend zwei freie Tage hintereinander. In Berlin und wohl auch in den näheren Vororten wird sie voraussichtlich sogar drei freie Tage hintereinander haben— ein Vergnügen, das ihr um„Sedan" herum schon öfter zuteil geworden ist. Wenn wir recht unterrichtet sind, so wird die Herbstparade am 31. August ab- gehalten. Wir wagen nicht zu bezweifeln, daß wieder auch an diesem Tage der Unterricht auf höheren Befehl ausfallen wird, wie da? in neuerer Zeit üblich geworden ist. Gewissenhafte Eltern und sorgsame Pädagogen sehen solchen Parade- und Sedanferien nicht ohne mancherlei Be- fürchtungen entgegen. Der hurrapatriotische Taumel, in den bei dieser Gelegenheit die Schuljugend Grotz-Berlins künstlich hinein- gedrängt wird, zeitigt gewisse wenig angenehme Nebenerscheinungen. Am Paradetage sollen die Kinder möglichst in den Straßen Spalier bilden; so wird eS gewünscht(und vielleicht erleben wir'S noch, daß eS sogar befohlen wird), weil die Erwachsenen verständigerweise immer mehr dem soldatisch-höfischen Schaugepränge fernbleiben. Es gilt sonst nicht als besonders wünschenswert, daß unsere Jungen und Mädel sich in den Straßen aufhalten und Maulaffen feil- halten. Die Radaulust faulenzender Straßen- b u m m l e r, die nach Schluß solcher Veranstaltungen sich Luft zu machen liebt und gewöhnlich durch die Polizeifaust gedämpft werden muh, ist wahrlich mcht geeignet, auf zuschauende Kinder erzieherisch zu wirken. Noch bedenklicher äußert der Hurra- Patriotismus sich am Sedantag. Die Illumination, die am Sedan- tag früher üblich war und von Hoflieferanten und von solchen, die eS werden wollen, notgedrungen immer noch veranstaltet wird. hat von jeher sich auch auf die in den Straßen aufgestellten An- schlagsäulen erstreckt. Eine Sedanfeier war in Berlin nicht voll- ständig, wenn nicht so und so viele Anschlagsäulen in Flammen aufloderten, zur höheren Glorie des Vaterlandes und zum Gaudium der müßigen Straßenjugend. Hurrapatriotische Radaulust hat an diesem gefährlichen Brauch bis auf den heutigen Tag festgehalten. wiewohl die Polizei Jahr für Jahr vor jedem Sedantag öffentlich bekannt macht, daß solche BcgeisterungSausbrüche verboten sind und bestraft werden. Auch diesmal hält das Polizeipräsidium es für nötig, wieder die übliche Warnung zu veröffentlichen, die mit zu den notwendigsten Vorbereitungen des SedanfesteS gehört. Fremdenfahrten zu Wasser sollen jetzt auch in Berlin zur Hebung des Fremdenverkehrs eingerichtet werden. Sie nennen sich Internationale Gescllschaftsfahrten und werden auf den Havel- Seen, dem Glanzpunkt in der Umgebung Berlins, ausgeführt. Die leuerung verdankt ihre Entstehung einer Anregung Berliner Hotelbesitzer. Sie werden wöchentlich einmal veranstaltet und be- ginnen schon am nächsten Mittwoch, den 28. August. Ausgeführt werden sie von den neuesten Sterndampfern, den Doppelschraubcn- damvfcrn„Werner v. Siemens" und �Leovold v. Ranke". Die Fahrt wird im Anschluß an die Züge ab Friedrichstratze 9,17 und 9,47 Uhr, ab Wannseebahnhof 9,30 und 9,50 Uhr unternommen. Sie beginnt um 10,45 Uhr an der Dampfschiffsstation beim Bahn- Hof Wannsee und erstreckt sich über Nedlitz, Paretz, Werder, Geltow» Caputh, Potsdam, Pfaueninsel sowie zurück nach Wannsee. An der Pfaucninsel wird Halt gemacht, um den Fremden unter fach» gemäßer Führung Gelegenheit zu einem Spaziergange auf der Insel zu geben. Auf dem Dampfer befindet sich eine Künstler- kapellc und ein reich besetzter Frühstückstisch. Teilnehmerkarten zum Preise von 12 M. einschließlich der Verpflegung sind vom 27. August an in den Hotels und bei der Stern-Gcsellschaft, Brückenstr. 6b. zu haben. Gegen die Anlegnng von Niveaubahncn in der Nähe der Groß- städte nehmen die landespolizeilichen Behörden jetzt grundsätzlich Stellung. Die Genehmigung für Anlegung neuer Eisenbahn- strecken wird davon abhängig gemacht, daß bei allen zu kreuzenden Straßenzügen und Chausseen eine Ueberführung oder Unter- tunnelung der Bahnstrecke erfolgt, der Bahndamm ober in der Nähe von Ortschaften derartig angelegt wird, daß bei Erweiterung der Baupläne auch die neuen Straßen über oder unter den Bahn- körper hinwcggeführt werden können. Auch Erweiterungsbauten bestehender Bahnen, wie die Anlegung neuer Gleise für den Vor- ortsverkehr usw., dürfen nur unter Jnnehaltung der oben aus- gesprochenen Grundsätze vorgenommen werden. Demgemäß werden bei den um Berlin stattfindenden Erweiterungsbauten— gegenwärtig bei der Görlitzer- und Nordbahn— auch die alten Bahn- tracen in entsprechender Weise umgebaut. Abermals weist die Chronik drei spurlos verschwundene Mädchen auf. Am vergangenen Montag entfernte sich die sechzehn- jährige Tochter Josepha des in der Straße Alt-Boxhagen 51 in Rummelsburg wohnhaften Arbeiters Wcdde aus der elterlichen Wohnung, um sich nach ihrer Arbeitsstelle, einer Druckerei in Berlin, zu begeben. Hier ist das junge Mädchen aber nicht ein- getroffen und seitdem fehlt jede Spur der W. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß das hübsche gut entwickelte Mädchen ver- schleppt worden ist. Bekleidet war die Verschwundene mit schwarzer wollener Bluse, dunkelgrauem Mantel, schwarzen Schnürstiefeln und weißem Strohhut mit grünem Samtbande.— Vermißt wird auch die 18 Jahre alte Charlotte Busch aus der Boxhagener Chaussee 8. die in einem Berliner Kaufhause angestellt war. Am Donnerstag verließ das junge Mädchen nach dem Ladenschluß das Geschäft und ist seitdem verschwunden. Ihre Angehörigen nehmen an, daß sich die Verkäuferin das Leben genommen hat. Bekleidet war die Busch mit hellgrauem Rock, roter Kattunbluse, schwarzem Jackett und weißem Strohhut.— Verschwunden ist ferner das elf- jährige Mädchen Meta Rempfcr, Oppelnerstr. 45, seit dem vergangenen Montag abend. Daß Kind ist etwa 1,35 Meter groß. trägt rotes Kleid mit weißen Blümchen und halbwcitze schwarz lackierte Stiefeletten. Personen, die über den Verbleib des Mädchens Angaben machen können, werden gebeten, dies bei den Eltern zu tun. Jedenfalls ist das Kind verschleppt worden. Zwei Kindeßleichen wurden am Freitag aufgefunden. Auf dem Thomaskirchhof entdeckte ein Friedhofsbesucher zwischen Gräbern eine Zigarrenkiste, die den zusammengedrückten Leichnam eines neugeborenen Knaben enthielt. Der tote Körper war mit aller Gewalt in die Kiste hineingezwängt worden. Von der Mutter konnte noch nichts ermAtelt werden. Die zweite Kinderleiche wurde in dem Hause Georgenkirchstr. 36 gefunden. Auf dem Treppenstur stieß ein Hausbewohner auf ein Paket, in dem sich die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Mädchens befand. Die Umhüllung bestand aus grauem Packpapier und mehreren Zeitungen. Die Leichen wurden beide nach dem Schauhause gebracht, um dort durch die Obduktion feststellen zu können, ob die Säuglinge einen gewaltsamen Tod gefunden haben. 6000 Mark veruntreut hat. wie eine Korrespondenz meldet, der Rendant des Gastwirtsvereins Wedding, GasperS. Die Ver- untreuungen haben um so größere Ueberraschung hervorgerufen, als G. allgemein als ein begüterter Mann galt und fein in der Müllerstraße gelegenes Restaurant gut ging. Mit dem Thema:„Der Herr Kommerzienrat vor dem Kauf- mannsgericht" wird sich morgen, Montag abend 8 Uhr, in den Rittersälen, Ritterstr. 75, eine öffentliche Versammlung der Handlungsangestellten beschäftigen. Die Versammlung ist eine Protestversammlung gegen die Konkurrenzklausel, eS wird deshalb zahlreicher Besuch erwartet. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Montag abend 9 Uhr, 1. Ab- teilung, Dresdenerstr. 45. Vortrag der praktischen Aerztin Frl. Dr. Profe über:„Krankenpflege". Daran anschließend praktische Transportübungen. Die neuen Lehrpläne für den Winterkursus werden ausgegeben. Derselbe beginnt am 7. Oktober. Neue Mit- glieder können jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Heute nachmittag im Dresdener Garten nur für Mit- glieder und deren Angehörige: Humoristische Unterhaltung und Tanz. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania in der Taubenstraße finde» am Sonntag, Dienstag und Donnerstag Wiederholungen des Vortrages:„Im Lande der Mitternachtssonne", der dem Zu- schauer die herrlichen Naturszenerien Norwegens an der Hand zahlreicher farbiger Bilder vor Augen führt und einen lebens- wahren Ausschnitt aus den nordischen Landen gibt, statt. Am Montag und Freitag wird der Vortrag:„Die Gletscher der Hoch- gebirge und die Eiszeit unserer Heimat" gehalten, während am Mittwoch und Sonnabend der Vortrag:„Von der Zugspitze zum Watzmann" zur Darstellung gelangen wird. Zeugen gesucht! Am 27. Juli, vormittags 8,40 Uhr, ver- unglückte eine ältere Dame am Bahnhof Savignyplatz beim Be- steigen des Stadtbahnzuges. Die junge Dame, die der Ver- unglückten bereitwilligst ihre Hülfe anbot, sowie derjenige Herr, der gesehen hat, wie die Verunglückte von dem Bahnwärter zwischen Bahnsteig und Trittbrett hervorgezogen worden ist, werden gütigst gebeten, sich bei Frau Große-Charlottenburg, Grolmanstr. 18, zu melden. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht um 12 Uhr kam in einer Tischlerei in der Wcberstr. 8 Feuer aus. Regale, Spinden und anderes standen dort in Flammen. Durch kräftiges Wasser- geben gelang es, den Brand zu löschen. Gestern früh um 4 Uhr mutzte in der Zehdenickcrstr. 15 ein Kellerbrand gelöscht werden, der durch Selbstentzündung ausgekommen war. Um 6 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Krefelderstr. 1 alarmiert. Fett u. a. war dort in Brand geraten. In der Togostr. 1 brannten Decken usw. auf einem Balkon und gleichzeitig in der Bergmannstr. 91 ein Schornstein u. a. Ferner lief eine Feuermeldung von einem Neu- bau aus der Köthenerstr. 27 ein. Vorort-]>fadmcbten. Eharlottenburg. Schuldepntation und Freie Tnrnerschaft. Unsere Notiz„Die Charlottenburger Schuldeputation gegen den Verein Freie Turnerschaft" hat das sogenannte freisinnige Blatt, die Charlottenburger„Neue Zeit", ganz aus dem Häuschen gebracht. Wie immer, wenn es sich darum handelt, in echt frei- sinniger Manier gegen Unrecht anzukämpfen, so unternimmt eS das Blatt auch diesmal, zunächst die Gründe aufzudecken, die die Schuldeputation veranlaßten, den Verein Freie Turnerschaft aufs Durch Leuchtgas vergiftet. In Brüssel sind infolge Ginatmens von Leuchtgas zwei Personen gestorben. Der Unglüdsfall ist auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen. Ein Schiffszusammenstoß? Nach einer Meldung aus Malta Briafter zu sehen. Weil sich genannter Verein erlaubt hat, bei Projekt zur Ausführung gebracht wurde, mußten Anleihen aufeiner Rekrutenabschiedsfeier ein der Schuldeputation nicht genehmes genommen werden, welche den Etat mit zirka 14 600 M. Zinsen pro Lied zu fingen die" Neue Zeit" nennt es sogar unflätig", das Jahr belasten. Man müßte nun annehmen, daß bei diesen hohen die jungen Leute antimilitaristisch aufreizen sollte, deshalb darf Ausgaben für Zinsen des Anlagefapitals so schnell als möglich zur nicht geduldet werden, daß der Verein die aus den Mitteln der Verwirklichung des Projektes geschritten würde, doch nein, die Be- fursieren Gerüchte von einem Zusammenstoß zwischen den beiden arbeitung der Pläne wurde der Firma Knauf übertragen, die sich gesamten Bürgerschaft geschaffenen Schulräume" benutzt. Das ist verpflichtete, die Ausarbeitung bis spätestens 15. Juli 1907 fertig englischen Panzerschiffen" Queen" und" Formidable". Beide es gerade, was uns veranlaßt, gegen die Maßnahmen der Schulzustellen. Aber trotzdem nach dem 15. Juli verschiedene Sigungen Schiffe sollen erhebliche Habarien erlitten haben. deputation Protest einzulegen; gerade weil die Schulräume aus ftattgefunden haben, wurden die Pläne nicht vorgelegt. Als nun in Eine Familientragödie. Nach einer Meldung aus Budapest den Mitteln der gesamten Bürgerschaft erbaut sind, hat man kein der legten Sigung unser Gemeindevertreter, der Genosse Sohrauer hat in Nagybeesterek die Frau eines Eisenbahnmaschinisten ihre Recht, einem Arbeiter- Turnverein die Benuzung der Räume zu die Anfrage an den stellvertretenden Gemeindevorstand drei Kinder und dann sich selbst erhängt, weil sie auf Grund ge verweigern. Und wir behaupten nochmals, daß, wenn der Char- richtete, wann derselbe die Pläne zur Kanalisation der fälschter Papiere auf der Sparkasse Geld erhoben hatte und deslottenburger Freisinn sich von diesem Rechtsgrundsatz hätte leiten Gemeindevertretung vorzulegen gedenkt, bekam er eine un- vegen vor Gericht gestellt werden sollte. Hierauf haben nun laffen und anstatt zu einem Wunsch sich zu einem geharnischten bestimmte Antwort. haben nun unsere Genossen folgende Interpellation an Protest gegen die Schuldeputation aufgeschwungen hätte, der Die Ausarbeitung der Pläne zur Kanalisation und Wasserleitung, Tagen von Norfolt nach Dublin abgegangen ist. Der Dampfer den Gemeindevorstand Vermistes Schiff. Ernste Befürchtungen hegt man in London gesandt: über das Ausbleiben des Dampfers„ Nicaragua", welcher vor acht Schuldeputation eine erneute Verschärfung der Maßnahmen ver- welche dem Herrn Bauinspektor Knauf übertragen wurden, follten, hatte 45 Mann an Bord und gilt als verloren. Es wäre lächerlich, wenn die Stadtverordneten wie es der Vertrag bestimmt, spätestens am 15. Juli 1907 fertig Bersammlung bei etwas ernstem Willen gegen diese von der Schul- gestellt sein. Dieser Termin ist nun bereits seit längerer Zeit ver: Million Dollar Schaden. Bier Feuerwehrleute trugen bei den Eine große Feuersbrunst verursachte in Pittsburg für eine deputation gegen die Arbeiterschaft gerichtete Maßregel nichts aus- strichen, ohne daß der Gemeindevorstand Veranlassung genommen Million Dollar Schaden. richten könnte. Wir betonen ausdrücklich, gegen die Ar- hätte, die Gemeindevertretung zu benachrichtigen, aus welchem Grunde Nettungsarbeiten schwere Verlegungen davon. In Cincinnati ist beiterschaft, wenngleich dies das sogenannte Freisinnsblatt diese Verzögerung stattfindet. In Anbetracht dessen, daß die zu ebenfalls eine Feuersbrunft ausgebrochen, die gleichfalls für etwa höchst despektierlich als„ elende Verleumdung" bezeichnet. Ar- diesem Zwede aufgenommenen Anleihen der Gemeinde täglich eine eine Million Schaden anrichtete. beiter sind es, gegen welche die Maßregel an Ausgabe von rund 40 m. verursachen( Zinsen und Amortisation), Explosion einer Dynamitpatrone. In Boussu explodierte, gewendet wird. Die Tatsache, daß der Verein bei einem und die Gefahr besteht, bei noch längerem Ausbleiben der Pläne Monser Meldung zufolge, vor den Fenstern einer Wirtschaft eine Bergnügen ein Lied singt, das der Schuldeputation nicht genehm ist, aur Kanalisation und Wasserleitung die Gemeinde empfindlich zu Dynamitpatrone, wodurch großer Schaden angerichtet wurde. Die Bergnügen ein Lied singt, das der Schuldeputation nicht genehm ist, schädigen, beantragen die Unterzeichneten die sofortige Besprechung Explosion ist auf einen Nacheaft zurückzuführen. berechtigt dieselbe noch lange nicht, denselben aus den Räumen dieser Angelegenheit zu veranlassen und dieselbe auf die Tagesauszuweisen. Gegen ein solches Beginnen muß die Stadt- ordnung der nächsten Gemeindevertretersizung zu setzen." berordneten- Versammlung energisch protestieren. Nieder- Schönhausen. gangen wäre. Die Wählerlisten zur Stadtverordnetenwahl liegen nur noch bis zum 30. August zur öffentlichen Einsicht aus, und zwar auf dem Statistischen Amt in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags, am Sonntag nur von 8 bis 12 Uhr. Des weiteren in den Steuerzahlstellen, Revierbureaus der Gasanstalt und in der Boltsbibliothek, Wilmersdorferstr. 166, in den Dienststunden der betreffenden Bureaus. Außerdem befinden sich Exemplare der gedruckten Liste auch in den Zahlstellen des Wahlvereins. bringen. = " Das Berschwinden des Kaufmanns Hampe ist noch immer unaufgeklärt. Verschiedene Umstände sprechen dafür, daß derselbe einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Am vorlegten Freitag ( 16. d. m.) früh zwischen 8 und 9 Uhr verließ Hampe feine in Nordend, Kaftanienallee 11, belegene Wohnung, um sich nach Steglitz zu begeben, und steckte zirka 2000 m. bares Geld und 3000 m. in Wechseln zu sich. Angeblich ist Hampe, der sich um 10 Uhr in Steglitz mit einem Grundstücksmakler treffen wollte, dort nicht Ginsprüche gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste angekommen. Um 10 Uhr vormittags, also zu einer Zeit, find aber lediglich im Statistischen Amt, Berlinerstr. 71, anzu- wo er schon in Steglitz sein wollte, rief Hampe durch den Fernsprecher seine Schwägerin, die Frau des Kolonial Wer in der Liste nicht steht, geht seines Wahlrechtes verlustig. warenhändlers Dito Hampe in der Wieſenſtr. 16 zu Berlin Versäume daher niemand, sich davon zu überzeugen, daß er in die an und bat sie, ihm bis 1 Uhr etwas zum Mittagessen auf Liste aufgenommen ist, und, falls seine Aufnahme versäumt ist, zuheben, weil er zu ihr kommen wolle. Seiner Frau hatte er gefagt, sie noch vor dem 30. August beim Statistischen Amt zu beantragen. daß er abends zurüd sein werde. Die Schwägerin wünschte ihm bei dieser Unterhaltung durch den Fernsprecher noch Glück zu feinem Geburtstag, den er gerade am Tage seines Verschwindens feierte, fragte ihn aber nicht, von wo aus er mit ihr spreche. Am anderen Tage erhielt Frau Hampe einen eingeschriebenen anonymen Brief, der am 16. d. M., zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags auf dem Postamt 9( Botsdamer Platz) aufgegeben war und in dem ihr die ihrem Manne gehörigen Wechsel überfandt wurden. Derselbe hat, wie mitgeteilt wird, folgenden Wortlaut: Frau Hampe. Hierdurch übersende ich Ihnen Sachen, welche ich in den Kleidern Ihres Mannes gefunden habe. Das Geld fann ich auch gebrauchen. Wir haben heut einen vergnügten Vormittag gehabt und find auf die sonderbare Jdee gekommen, baden zu geben und das hat Ihr Mann nicht vertragen können. Ich denke, mehr brauche ich nicht zu sagen. Schöneberg. Die Wählerlisten zur Stadtverordnetentvahl liegen am heutigen Sonntag von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags im Rathause, Zimmer 2 des Quergebäudes aus. Versäume niemand, Einsicht in die Listen zu nehmen. Am Freitag, den 30. August, ist die Auslegung der Listen beendet. Bis dahin müssen auch alle diejenigen, die nicht in den Listen verzeichnet stehen, Einspruch erhoben haben. Friedenau. Arbeiterbildung in Theorie und Pragis lautete das Thema eines Vortrages, den Genosse einig in der letzten Mitgliederbersammlung des Wahlvereins hielt. In der Diskussion wies ein Redner auf die Filiale der Berliner Arbeiterbildungsschule in Steglit hin und bedauerte, daß dieses Institut zu wenig von den Genossen unterstützt wird. Des weiteren wurde bekanntgegeben, daß am Freitag, den 6. September, abends 9 Uhr, im Lokal von Schelhase, Steglik. Ahornstr. 45a, ein neuer Kursus in Nationalöfonomie beginnt. Genossen und Genossinnen, welche gewillt sind, sich daran zu beteiligen, können sich bei Genossen Thielide, FregeStraße 77, Döring, gehlerstr. 1, Gülde, Feurigstr. 13 und Klemann, Moselstr. 8, zum Beitritt melden. Briz- Buckow. Beileid. Die Nüdseite des Schreibens trägt die Worte: Mein herzliches Die weitere Untersuchung dürfte erst ergeben, ob der Brief ernstlich für das Verschwinden Hampes in Frage kommt. Stralau- Rummelsburg. Eisenbahnerlos. Von einem Eisenbahnzuge überfahren und lebensgefährlich verletzt wurde in der verflossenen Nacht zwischen den Stationen Stralau- und Kiez- Rummelsburg der 33 Jahre alte Bahnwärter Walter Nocht. Gegen 12 Uhr fanden zwei Bahn bedienstete den Berunglückten auf dem Bahnkörper liegen, er hatte In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins erstattete eine flaffende Stirnwunde erlitten und der rechte Fuß war ihm erstattete eine flaffende Stirnwunde erlitten und der rechte Fuß war ihm Genosse Raatz den Bericht von der Generalversammlung Groß- glatt abgeschnitten. In besinnungslosem Zustande wurde der Berlin, den von der Kreisgeneralversammlung gaben die Genoffen Bahnwärter nach dem Rummelsburger Krankenhause geschafft, wo Beuthmann und H. Vogt. Eine Diskussion über beide Berichte wurde er hoffnungslos daniederliegt. nicht beliebt. Vermischtes. Der Nero von Lissabon. Briefkaften der Redaktion. Die furistische Ebrechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, clue Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Geöffnet 7 1hr. wochentäglich von 7 bis 9%, the abeubé statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bohlmann. Erfundigen Sie sich bei der Bentralfommission der Strantentassen Berlins, Engel- Ufer 15.-S.. 12. Sichere Auskunft erbalten Sie bei der dortigen Polizeibehörde. 23. J. 100. Müller- und Mühlenbauer- Beitung Glück zu", Berlag Goedece u. Gallinet, Berlin, Botsdamer straße 110. 2. G. 75. Bon zwei Zwangstassen können Sie A. B. 20. Städtische Sparkasse Berlin, Am Mühlendamm. nicht zu gleicher Unterstützung bekommen. F. G. 2. An den Amtsvorsteher von Benningsbort. M. F. 101. Heimarbeiter sind versicherungspflichtig, nicht aber Hausindustrielle. Unter den gegebenen Umständen würden wir raten, Beiträge nicht zurückzufordern. Zwei Streitende. 1. Ja. Sa. 2.8.& in Start ben enliegen an 3. Fünf Knaben, zwei 2. 23. Boltshauses in Charlottenburg, Rosinenstr. 3, wenden. A. B. C. Wollen Sie sich mit Ihrem das Bureau des Sie werden nach Reinidendorf eingepfarrt sein. Im übrigen verweisen wir Sie auf den Artikel in der Nummer 174, 1. Beilage des„ Bortvärts". 1 Nein. Wittenau 100. 5. D. 26. A. 196. 1. Nach dem Gesetz muß jedes Mitglied in der jährlich einzureichenden Mitgliederliste stehen. 2. Nur öffentliche Beamte tönnen, wenn sie versetzt werden, vierteljährlich fündigen. Wenn Sie Beamter find, milffen Sie den Kontraft einhalten, sonst fann Ihnen der Wirt alle entbehrlichen Sachen zurückhalten. 3. Unter den Bedingungen zu 2 kann der .. Bielmehr haben Sie als Bater das verstorbene Stind beerbt. Die Wirt auch verhindern, daß Sie Ihre entbehrlichen Sachen fortbringen. stinder aus zweiter Ghe erben erst, wenn Sie gestorben find. Lassen Sie sich von Ihren Geschwistern schriftlich bescheinigen, daß Sie die 500 m. gegeben haben. Dies er Bescheinigung wird das Vormundschaftsgericht schon Glauben schenken. Sollte es zum Prozeß fommen, so berufen Sie sich auf Ihre Geschwister als Zeugen. S. 14. Mein. Wettschulden B. fönnen überhaupt nicht eingeflagt werden.- A. 2. 95. Ihr Mann ist nicht berechtigt, irgendwelche Kündigung des Dienstvertrages oder über den Stelle oder seit der Zeit genehmigt hat, daß Ihre Tochter bei der betreffenden Lohn Ihrer Tochter zu verfügen, wenn er 3hrer Tochter bei Antretung der Herrschaft dient. Ihre Tochter braucht einfach nicht zum Bater zu gehen; fie kann gegen den Bater flagen auf Feststellung, daß er nicht befugt ist, den Lohn von der Herrschaft in Empfang zu nehmen. Ferner fönnen Sie beim Vormundschaftsgericht beantragen, daß Ihrem Manne die Sorge für die Person Ihrer Tochter entzogen wird. Bormundschaftsgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirt Ihr Mann seinen Wohnfiß hat. Bilma 88. Dreimal. Benn es nötig ist, fann jeder Gang 3-4 Stunden in Anspruch nehmen. Sie jebenfalls nur aus dem betreffenden Garten oder K. N. 73. Jst uns nicht bekannt. Wenn Sie photographieren, tönnen Sie jedenfalls nur aus dem betreffenden Garten oder Museum entfernt, feinesfalls aber bestraft werden. F. B. 52. 1. Die Mutter bat Anspruch auf die Unterhaltsgelder bis zum Ende desjenigen Kalender- Biertelfahres, in dem das Kind geftorben ist. 2. Die Mutter als Erbin des seindes muß neu flagen oder kann auch, wenn bereits ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, unter Nachweis ihrer Eben- Eigenschaft das Urteil auf ihren Namen umschreiben lassen. 3. An das Stommando des Artillerieregiments, Nach Erledigung der Vereinsangelegenheiten wurde in die bei dem er gestanden haben soll, und an das Kommando der Schuttruppen. Der Aufenthalt wird wohl auch aus der Armee- Rangliste zu ersehen sein. Diskussion der bertagten Versammlung über das Thema„ Lokal4. Rechnungen sind nicht erforderlich. 2. S. 274. Die Anbringung des oder Zentralorganisation" eingetreten. Nach kurzen Erklärungen der Genossen Schröder, Handke und Soldner betonte als erster DisSchildes muß, bevor sie erfolgt, baupolizeilich genehmigt werden. Steuern entstehen dadurch nicht. G. D. 50. Kommen Sie in die Vorwärts". fussionsredner Genosse Hoffmeister, daß mit Jdealismus allein es Sprechstunde. C. R. 83. Sie brauchen für das Fahrrad nicht zu nicht getan sei, sondern die realen Verhältnisse berücksichtigt werden zahlen. Slagen Sie bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk Brandt wohnt, müßten und es deshalb Pflicht eines jeden sei, seiner speziellen J. M., Thaerauf Herausgabe des Fahrrades. Dem„ Berliner Tageblatt" wird aus Madrid vom 24. August strake. 1. Nein. Nur wenn Sie wegen Ehebruchs geschieden sind und 5. F. 7364. Ja. Zentralorganisation beizutreten. Genosse Schenke wies den Borwurf, daß die Zentralorganisationen nicht genügend die berichtet: Aus Lissabon wird gemeldet, daß die Polizei mehrere diejenige, mit der Sie Ehebruch getrieben haben, heiraten wollten, müßten politischen Aktionen unterstützten, zurück und verlas als Bei- junge Männer, die begüterten Familien der Hauptstadt angehören, Sie einen Antrag stellen. 2. Geburtsurkunde für Sie selbst und Ihre Braut ist erforderlich. 2. 35. 1. Ja. 2. Ja, bis zur Höhe von 125 M. spiel einen Teil eines Artikels:" Jagt die Bande auseinander" wegen unerhörten unſittlichen Treibens verhaftet hat, das an monatlich. 3. Damit der Gläubiger weiß, welche Gegenstände er pfänden aus der„ Allgemeinen Steinsetzer- Beitung" vom 23. Dezember 1906. die Grausamkeiten zu Neros und Caligulas Zeiten er- fann. K. 12. Ja. 6. M. ist nicht zu viel. Sie müssen mit Genosse Prenzlow führte aus, daß es wohl die Absicht des Ge- innert. Der Schauplatz ihrer Schandtaten war das einem jungen Ihrem Kinde Ihr Gesamteinkommen vouständig gleichmäßig teilen. nossen Schröder gewesen sei, die Berechtigung der Lokalorganisationen Fabrikanten namens Nimes gehörige Landgut unweit der Haupt- beerbt hat, und da die Stiefmutter vermutlich ein Inventar er W. W. 34. 1. Nur dann, wenn die Stiefmutter den Vater nachzuweisen, er das aber selbst widerlegt habe, und appellierte an das parteigenössische Empfinden des Referenten, in seinen gewerkschaft- tadt. Dorthin lockten die Bestien junge Mädchen, die sie nach richtet hat, nur bis zur Höhe des Wertes der Erbschaft. lichen Kreifen für die Einigung der gewerkschaftlichen Organisationen wüsten Gelagen durch Knechte gewaltsam entkleiden und mißhandeln. 2. D. 112. 1. Die Frau braucht das Gebiß nicht abzunehmen, 2. Ihre Frau inuß dem Bagntechnifer eine an zu wirken. Genosse Händel verteitigte den Genossen Schröder gegen ließen und dann in diesem Zustande den fürchterlichsten körper- wenn es nicht paßt. gemessene Nachfrist zur ordnungsmäßigen Herstellung des Gebisses segen ben Vorwurf Nörgler". Zur Sache selbst sprach auch er für die lichen Qualen unterwarfen. Sie wurden nachträglich lange zwei Wochen), bann muß fie noch einmal hingeben, paßt das Gebiß dann nicht, Zentralorganisation. Alsdann ging Genosse Raaz noch näher auf in falten Bädern festgehalten, dann wieder in der heißen Sonne tönnen Sie vom Vertrage zurücktreten, H. d. das Gebiz endgültig ablehnen. die Berechtigung der Tarifverträge ein. Nachdem der Referent Ge- an Pfähle gebunden, blutig geprügelt, an die Deichsel eines C. w. 78. 1. Die Geldentschädigung kann gepfändet werden, soweit fie nosse Schröder und der Korreferent Genoffe Handle gesprochen, ge- Brunnentriebwertes teils allein, teils mit Bugtieren zusammen, zusammen mit dem übrigen Einkommen monatlich 125 M. bei jedem der Hausreinigungsleute übersteigt. 2. Nein. 9. K. 68. Ja, langte die bereits in voriger Versammlung vom Genossen Sanble unbekleidet angespannt und zu stundenlangem Ziehen im Ja... 46. 1. Sie müssen die Unterhaltungsgelder zahlen, wenn borgeschlagene und von uns im legten Versammlungsbericht mitKreise gezwungen. Vor Erschöpfung halbtot, mußten Sie nicht nachweisen tönnen, daß zwischen dem 181. und 302. Tage vor der geteilte Resolution zur Annahme. ihre Opfer, denen durch Vorenthaltung aller Kleidungsstücke die Geburt des Stindes außer Shnen noch eine andere Person mit der Wultor Neinickendorf. Flucht unmöglich gemacht wurde, auf faules Stroh in Scheunen des Kindes verkehrt hat. Alles andere ist unerheblich. 2. Monatlich 25 M., möglicherweise auch nur 20 M., das hängt von der Lebensstellung der oder auf Kohlenhaufen, ohne Speise und Trant, die Nächte zu- Mutter des Stindes ab. Wenn es zur Klage tommt, müssen Sie doch nach bringen. Bu anderen viehischen Mißhandlungen gaben ihnen nächt zahlen.- 8. S. 101. 1. Es kann per sofort gekündigt werden. 2. Nicht licherweile ungenierte Gerichtsverhandlungen Anlaß, bei denen die nur bis zur Sündigung, fondern auch bis zum iblauf der vertragsmäßigen Verurteilten zu grausam ersonnenen Bestrafungen der wider Kündigungsfrist; in diesem Falle also noch bis Ende September muß der lichsten Art verurteilt wurden. Nicht allein Mädchen, sondern auch wie das Mädchen an Krantengelo, Arzt und Medikamente von der Kanken Dienstherr Stoft und Lohn zahlen, jedoch darf er hiervon scviel abziehen, Männer wurden nach dem Gute gelodt und ähnlichen Torturen tasse bekommt. 3. Es scheint, als ob auch das Dienstmädchen das Dienst. zur Belustigung Nimes' und seiner Genoffen unterworfen. Schließ- verbältnis per fofort habe aufheben wollen, dann braucht der Dienst lich gelang es doch einem der Mädchen, als die Wüstlinge in der herr gar nicht zu zahlen. Truntfenheit die Vorsicht außer Acht ließen, zu entfliehen und die Polizei zu benachrichtigen. Die Verhaftung der Schulbigen rief, da sie sämtlich angesehenen Familien angehören, in der Stadt das größte Aufsehen hervor. Die Polizei hatte Mühe, die Verhafteten vor der Volkswut zu schüßen. Uebrigens wird bei dem Reichtum und dem Einfluß der Festgenommenen und ihrer Fa milien bezweifelt, ob das gegen fie eingeleitete Verfahren ihnen die berbiente schwere Strafe wirklich bringen wird. Zu dem Unglücksfall des Malers Heuermann auf der Straßenbahn wird uns mitgeteilt, daß der Verunglückte auf dem Vorderperron des Anhängewagens der Linie 31 gestanden habe. Der Fahrer habe, um einen Zusammenstoß zweier Wagen zwischen der Haltestelle Berliner- und Schillingstraße zu vermeiden, durch starkes Bremsen den Wagen zum Stehen bringen müssen, wodurch infolge des kurzen Studs H. auf das Straßenpflaster gefallen sei. H. sei also nicht durch au frühzeitiges Abspringen zu Fall gekommen. Bemerken wollen wir, daß wir außerdem noch eine Buschrift eines Augenzeugen des Unfalles erhalten haben, dessen Angaben sich bis auf die Bezeichnung der Linie mit obiger Darstellung decken. Demnach ist wohl anzunehmen, daß uns eine Korrespondenz falsch informiert hat. Der Verunglückte hatte auch nicht nötig, an der Schillingstraße abzufteigen, da er ja in der Kligstraße wohnt. Hermsdorf i. M. Ein Raub der Flammen wurde, wie uns aus We hIar gemeldet wird, am Donnerstagabend die alte Lahnmühle von Heinrich Amend nebst Wohngebäude und der daran grenzenden alten historischen Walkmühle. Ein Glück war die Windstille, sonst würde ein ganzes altes Stadtviertel niedergebrannt sein. 2. M. 1001. Nein. 11. V. W. P. E. 102. Ja Briefkaften der Expedition. exemplaren des Vorwärts" für den laufenden Monat fönnen nur statt Patienten in Beeltt, Buch uftv. Ueberweisungen von Fret finden, wenn die Adressen bis zum 20 desielben Monats eingehen. Alle später eingehenden Adressen tönnen nur für den nächstfolgenden Monal berüafichtigt werden. Witterungsbericht vom 24. August 1907, morgens 8 Dr. Stationen BarometerHand m Bind cloung Bindstärke Belter Gefährdung der Gemeindeinteressen. Im Jahre 1905 forderte die Polizeibehörde die Gemeinde auf, mit dem bestehenden System der Beseitigung der Abwässer mittels Sentgruben aufzuräumen und entweder Kanalisation oder Tonnensystem einzuführen. Die hygienischen Verhältnisse waren dargestellt, daß Gefahr für den Gesundheitszustand der gesamten Bevölkerung am Drte vorlag. Gleichzeitig mit dieser Forderung wurden einzelne Brummen, bei denen die Sentgrube zu dicht lag, polizeilich gesperrt. Durch diese Maßnahmen der Schmuggler. Aus Hirschberg wird gemeldet: Die hiesige Swotnembe 757 Polizei aber hatte man das Interesse der gesamten Bevölkerung Polizei verhaftete zwei Buderinschmuggler, bie in einem hiesigen amburg 761 5 wolfig wachgerufen. Unsere Genoffen am Orte machten sich diese Sache zu otel unter falschem Namen logierten, und beschlagnahmte 8 Stolli, Berlin muze und entfalteten für die Einführung der stanalisation eine die angeblich Eisenerze, in Wirklichkeit aber Buderin im Werte von Franka 767 S Aber auch bei den Bürgerlichen sing man etwa 15 000 m. enthielten. Einer der Echmuggler stammt aus der lebhafte Agitation. Und in der Gemeindefich dafür zu interessieren. sertretung waren es hauptsächlich die beiden Schöffen, welche Schweiz, der zweite aus Elsaß- Lothringen. ant, 3 wollig Temp. n. G Stallonen Barometer. Hand min Bind Buna Binditärke Beller 2 halb bb. Temp. n. 6 12 Dabaranda 751 SD 12 Petersburg 753 GD 760 W 3 halb bd. 12 Scilly 767 N 1 halb bd. 15 1 Regen 14 berbeen 765 8 1 mollig 4 wolfig 15 Baris 765 NW 1 bededt 14 3 bedeckt 15 13 1 wollent 11 München Wien 76329 764 Wetter- Prognose für Sonntag, den 25. August 1907. Etivas wärmer bei mäßigen nordwestlichen Winden; veränderlich, zelt Berliner etterbureau ie Vorteile der Kanalisation gegenüber dem Tonnensystem Eine Feuersbrunst zerstörte vorgestern in der Pariser Vorarlegten und schließlich auch durchsetzten, daß die Gemeinde- stadt St. Antoine eine große Möbelfabrit. Der Materialschaden welse aufflarend, keine oder geringe Niederschläge. ertreter fich für die Kanalisation entschlossen. Damit nun das wird auf über 100 000 Frant veranschlagt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW