Nr. 204. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 MI, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die preußische Regierung als Kulturträger. Sonntag, den 1. September 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Flottenbaupläne. Nach in dem Jahrfünft 1895/1900, also ein Jahrzehnt Posen und Westpreußen und zur weiteren Stärkung des nach Inkrafttreten des ersten Ansiedelungsgesetzes, war der Polentums bedarf. Die Arbeiterklasse, die von Teil der Sachfengänger, der dauernd im Westen blieb, höher per Gefeßgebung ausgeschlossen ist, wird die als der Geburtenüberschuß. Wenn man bedenkt, daß die o sten zu tragen haben; die Junker heimsen den dauernd Abwandernden die Deutschen sind, wohingegen die Rohn ein. Die Polen aber werden sich ins Fäustchen lachen Bolen zurückzukehren pflegen, so wird man den Schmerzens- b dieser Weisheit der hohen preußischen Regierung. schrei der Regierung über die zunehmende Polonisierung des Unter dem hochtönenden Titel„ Zwanzig Jahre deutscher Ostens verstehen. Erst im letzten Jahrfünft ist es angeblich Kulturarbeit" hat die preußische Regierung eine umfangreiche etwas besser geworden, die Erwerbsgelegenheit in der Provinz Dentschrift veröffentlicht, in welcher die Einwirkung der soll sich so gehoben haben, daß der Westen seine AnziehungsTätigkeit der Ansiedelungskommission auf die wirtschaftliche fraft auf die Deutschen einzubüßen beginnt. Was diese miniEntwickelung der Provinzen Westpreußen und Posen zur sterielle Behauptung auf sich hat, ersieht man daraus, daß Darstellung gebracht wird. 3wanzig Jahre deutscher Kultur- 3. B. von den allein aus dem Regierungsbezirk Marienwerder arbeit!" Ein sonderbarer Name, wenn man bedenkt, daß es abgewanderten männlichen und weiblichen Personen im Jahre Es kann als sicher gelten, daß der Reichstag sich recht sich tatsächlich um nichts weniger als um eine Kulturarbeit 1895 nur 186, im Jahre 1905 dagegen 407 und im Jahre bob, wahrscheinlich schon in seiner nächsten Tagung, nicht mur handelt. Kulturarbeit nennt es die preußische Regierung, 1906 fogar 488 dauernd nach dem Westen verzogen sind. Diese mi neuen Solonialforderungen, sondern auch mit allerlei wenn sie unter Verlegung des ersten Grundsatzes der Ver- Bahlen lassen nicht gerade darauf schließen, daß der Westen Plnen bezüglich des Ausbaues der deutschen Kriegsflotte zu fassung, wonach alle Preußen vor dem Geseze gleich find, seine Anziehungskraft verloren hat. befäftigen haben wird. Der jetzige Reichstag ist unter dem die Polen als Staatsbürger zweiter Klasse behandelt, wenn In ganz ähnlicher Weise werden auch die übrigen Redens- Baner der Weltpolitik gewählt, die Bahn ist frei für die an sie mit Mitteln der Steuerzahler Millionen über Millionen arten der Denkschrift durch die Zahlen Lügen gestraft. Bahlen hödter Stelle längst ersehnte Kolonial- und Flottenzum Fenster hinauswirft, um eingestandenermaßen eine wirt- reden eben eine beredte Sprache, und die Regierung mag wohl polit großen Stils; und die Regierung würde sich schaftliche Aufgabe in den Dienst nationaler und politischer auch selbst von der Richtigkeit und Ueber- in ärgster Weise selbst dementieren, wenn ste Absichten zu stellen. zeugungskraft ihrer Phrasen nicht allzu fest nicht die ihr durch den Wahlausfall beschiedene Durch das Gesetz bom 26. April 1886, betr. die Be- überzeugt fein, denn im Schlußfapitel der günsge politische Sonstellation zur Durchsetzung ihrer zurückförderung deutscher Ansiedelungen in den Provinzen West- Denkschrift begegnen wir plöblich einer gefteten alten imperialistischen Pläne benutzen wollte- umpreußen und Posen, wurde der Regierung ein Fonds von Sprache, die alles eher als siegeszuber- fomer als ihr jüngst durch den Mund des Herrn Spahn für 100 Millionen zur Verfügung gestellt, um durch Ansiedelung iichtlich ist. Die Geheimräte sind plötzlich aus ihrem solche Politit offen und in weitestem Maße die Unterstügung deutscher Bauern und Arbeiter das deutsche Element in den Rausch erwacht und in eine fabenjämmerliche Stimmung des entrums zugesichert worden ist. Selbst für sehr belangProvinzen Westpreußen und Bosen gegen polonisierende Be- bersetzt. Da wird die Befürchtung ausgesprochen, daß in- reiche Forderungen kann die Regierung auf eine sichere Mehrstrebungen zu stärken. Im Laufe der Zeit ist dieser Fonds folge des rein wirtschaftlichen Bedürfnisses einer Vermehrung heit ft Reichstage rechnen; und diese Gelegenheit wird sie um weitere 250, auf insgesamt 350 Millionen erhöht worden. des Kleingrundbesizes eine weitere Aufteilung von Groß- schwerch ungenugt verstreichen lassen. Die zur Zeit den FlottenDas Geld soll dienen: 1. zur fäuflichen Erwerbung von grundbesitz auch ohne Eingriff des Staates bor sich gehen baupla bestimmenden Geseze vom Jahre 1900 und 1906 find Grundstücken, die sich zur Errichtung landwirtschaftlicher würde, dann aber sicher zugunsten des Polentums. Da wird stets nicht nur von den Enthusiasten des Flottenvereins Stellen von mittlerem und fleinerem Umfange eignen; 2. zur offen zugegeben, daß die Ansiedelungskommission eine Ber- und iren Seelenverwandten, sondern auch von den soVerwendung geeigneter Grundstücke des vorhandenen fiskali- schärfung der Arbeiterfrage nicht haf ber- genanten Sachverständigen der Marine als Notbehelfe, als schen Domänen- und Forstbestandes zur Errichtung solcher hindern können; nachdem die deutschen Arbeter nach bloße stückwerte angesehen worden, auf die man sich nur Stellen; 3. zur ersten Einrichtung und Regelung der Ge- dem Westen gewandert seien, würden auch die polnischen Ar- deshall beschränkte, weil man unter den früheren Umständen meinde, Kirchen- und Schulverhältnisse neuer Stellen und beitskräfte durch die Sachsengängerei dem Westen zugeführt nicht mehr zu erlangen vermochte und darauf rechnete, später, ganzer Landgemeinden. und dem Arbeitsmarkt ihrer Heimat entzogen, so daß der bei güstigen Anlässen mehr bewilligt zu erhalten. Diese Diese Politik, die eine Nachahmung der vom Großen große Besizer sich mit ausländischen Wanderarbeitern behelfen Rücksicmahmen fallen aber jetzt fort, und so kann nachKurfürsten, von König Friedrich Wilhelm I. und Friedrich muß. Die Denkschrift gesteht weiter ein, daß polnische geholt verden, was nach Meinung der Regierung und der dem Großen betriebenen Kolonisationspolitik ist, hat elend Sachsengänger, die aus ihren Ersparnissen dem Güterschlächter Flottenpolitiker früher verabsäumt worden ist. Schiffbruch gelitten. Was vor zwei Jahrhunderten viel- jeden Preis bewilligen, Nachfrage nach Parzellen halten, um einem Teil der Blockpresse wird denn auch bereits leicht nötig gewesen, erweist sich heute unter veränderten wirt- fich anzusiedeln. Und ganz kleinlaut muß die Regierung offen ne Aenderung bezw. eine Revision des Flottenbauschaftlichen Verhältnissen als berfehlt, als ein Versuch mit schließlich das Zugeständnis machen, daß die Bedeutung planes angekündigt und der Hamb. Korrespondent", der als untauglichen Mitteln. Damals galt es, bisher brachliegenden des bisher Geleisteten weniger in einem Organ der Hamburger Reeder und Exporteure sich bisher Boden überhaupt erst der Kultur zu erschließen und anzu- eigentlichen Fortschritt des Deutschtum 3, meist all gut unterrichtet über die im Reichsmarineamt ersiedeln; die heutige Germanisierungspolitik dagegen beschränkt als vielmehr darin liegt, daß sein Rückgang örterten Bläne erwiesen hat, veröffentlicht sogar schon allerlei sich nicht auf wirtschaftliche Zwecke. Das wirtschaftliche Vor- endlich zum Stehen gebracht und jetzt das Polen Andeutunen über Einzelheiten des neuen Revisionsgehen der Regierung ist nur ein Vorwand zur Verdeckung des tum im Begriff ist, wieder zurückzuweichen. Was heißt das planes Er schreibt: politischen Zwedes. Der polnische Großgrundbesiz soll zer- anders, als das offizielle Befenntnis des Verteilt und in deutsche Bauerngemeinden umgewandelt, die Ar- sagens der bisherigen Germanisierungspolitik der preußibeiter sollen seßhaft gemacht und in der Heimat gehalten schen Regierung? werden. Mit anderen Worten: bankrotten polnischen Groß- Dazu kommt, daß jetzt auch die Bereitstellung des nötigen. grundbefizern wurde ihr Land abgekauft, und auf den Landes, troßdem besiedelungsfähiger Großgrundbesitz noch parzellierten Gütern wurden deutsche Bauern angefiedelt. ausreichend vorhanden ist, schwierig zu werden beginnt. AbNatürlich zogen auch unsere ostelbischen Junker von dieser gesehen von den Gütern mit sehr schlechtem Boden, der sich Politik Vorteil, sie verstanden es, ihre Güter, die ihnen nichts zur Besiedelung nicht eignet, ist ein großer Teil der Provinz mehr einbrachten, zu außergewöhnlich hohen Preisen an die durch fideikommissarische Bindung dem Grundstücksmarkt entAnsiedelungskommission zu verkaufen. Sie erfüllten damit zogen, und ein weiterer Teil, namentlich des polnischen Großihre nationale" Pflicht und heimsten Riesengewinne ein. grundbesizes, der in kapitalfräftigen Händen ist, ist für die Mit den Mitteln des Staates retteten sich Ansiedelungskommission nicht feil. Bei der drohenden Verhalbberfrachte Junker vor dem drohenden achtung ihrer Volksgenossen" entschließen sich polnische BeUntergang. fizer überhaupt nur noch in ganz seltenen Fällen zum VerWelches ist nun die wirtschaftliche und welches ist kauf an die deutsche Hand, so daß die Hälfte des noch übrigen die politische Folge der Ansiedelungsgesetze gewesen? In Grundbefizes unter den heutigen Verhältnissen für den Anbeiden Beziehungen hat die Polenpolitik der Regierung fauf fast ganz ausscheidet. Das so beschränkte Güterangebot jämmerlich Fiasko gemacht. Weder ist es gelungen, einen wird aber noch dadurch vermindert, daß die Befizer bei den leistungsfähigen Bauernstand und eine seßhafte Arbeiter- sprunghaft ansteigenden Preisen mit dem Verbevölkerung in den ehemals polnischen Landesteilen anzu- fauf zurückhalten, was bei der gleichbleibenden Nachfrage den siedeln, noch ist die polnische Bewegung eingedämmt worden. Preis noch höher treibt. Zwar mühen sich die armen Geheimräte aus den verschiedenen Mit Recht heißt es in der Denkschrift, daß die erfolgreiche Ministerien frampfhaft, zu schildern, wie sich Handel und Fortsetzung der Ansiedelungstätigkeit dadurch überhaupt Wandel in Bosen und Westpreußen gehoben haben, wie der in Frage gestellt erscheint. Aber anstatt mit der bisherigen Verkehr gestiegen ist, wie die Städte im Aufblühen begriffen Politik zu brechen, will die Regierung auf dem falschen Wege find, wie die Orte, in deren Umgebung die Ansiedelungs- weitergehen. Das bisher Erreichte will sie auf keinen Fall tommission ihre Tätigkeit entfaltet hat, Brennpunkte auf- preisgeben, weniger aus wirtschaftlichen, als aus politischen strebenden Wirtschaftslebens bilden, während umgekehrt in Gründen. Und so wird ihr nichts weiter übrig bleiben, als den Städten, wo das bäuerliche Element wenig oder gar neue Millionen für ihre berkehrte unfrucht. nicht vertreten ist, das Handwerk gelähmt und polonisiert bare Politik zu fordern. Die Denkschrift bereitet darauf wird. Aber die geheimrätliche Schönfärberei ist denn doch vor, daß demnächst große Mittel mindestens in gleichem allzu durchsichtig. Der wirtschaftliche Aufschwung dürfte nur Maßstabe wie in den letzten Jahren" erheischt werden, vieldem des Staates im allgemeinen entsprechen, und teilweise leicht wird sogar der Plan einer gewaltsamen Enteignung scheint es fast, als ob gerade durch die Politik der Regierung, polnischer Besizer in die Wirklichkeit umgesetzt. Um die Kondie naturgemäß das polnische Element immer mehr erbittern fervativen für ihre abenteuerlichen Pläne zu gewinnen, betont mußte, in einzelnen Gegenden die Entwickelung direkt die Regierung in der Denkschrift die Notwendigkeit hintangehalten ist. der Erhaltung eines fräftigen deutschen die Vor allem ist es der Regierung nicht geglüdt, Großgrundbesites, aus dem der bäuerlichen die Abwanderung der Arbeiter aus Posen und deutschen Bevölkerung auf politischem GeWestpreußen zu beseitigen. Der Unterschied ist biete die Führer erwachsen und der für die nur der, daß die Arbeiter nicht mehr, wie in den 70er Jahren, wichtigsten Selbstverwaltungsämter über See ziehen, sondern daß sie sich im Westen Arbeits- nötigen Kräfte stellen muß. gelegenheit fuchen. Hieran aber ist die preußische Regierung Dieser Hinweis auf gut dotierte Stellen für die ostgänzlich unschuldig, die Arbeiter haben allmählich eingesehen, elbischen Junker wird seine Wirkung nicht verfehlen. Die daß es mit den geträumten Reichtümern auch in Amerika Konservativen des Dreiflassenparlaments werden im Verein für sie nichts ist, und andererseits bietet ihnen der industriell mit den nationalliberalen Polenfressern der Regierung die entwickelte Westen bessere Arbeit als ihre Heimat, Mittel bewilligen, deren sie zur völligen Polonisierung von 1 " Manwird von der angekündigten Vorlage über eine Revision des Flottebauplanes nicht erwarten dürfen, daß sie die zahlenmäßige Effttivstärke der Flotte in irgendwie weitgehendem Maße veichieben wollen wird. Welche Punkte sie aber als Minimum terd enthalten müssen, um zu einer wirklich wirkungsbollen Refornau führen, darüber herrscht längst Klarheit. Es handelt sich in einen rascheren Ersatz der sich schnell verbrauchenden Fahrzeuge, un fürzere Bauzeiten für die einmal bewilligten Neubauten und un den Bau wirklich vollwertiger Kampffattoren. Alle diese Forderungn stehen in unmittelbarem innerem Zusammenhange. Kürzere Ersatzfisten gestatten häufigere und schnellere Berücksichtigung der technischen Errungenschaften auf dem Gebiete des Striegsschiffsbaues, türere Bauzeiten erlauben frühere Frontverwendung der mit diesen nuesten Errungenschaften ausgestatteten Fahrzeuge; damit ist es dam nur noch eine Frage der Leistungsfähigkeit unferer Konstrukture, daß wir eine zwar berhältnismäßig fleine, aber imner moderne und genügend starte Flotte besitzen, te auf Grund ihrer Zusammensetzung aus vollwertigen Kampffatoren ihren Zweck zu erfüllen vermag. Wir streben ja nicht eine zum Beispiel der englischen auch nur an nähernd gleichstarke flotte an, tönnen und brauchen das auch gar nicht. Unsere Flotte soll nur jedem denkbaren Gegner zu denken geben, ehe er mit uns anbindet, und foll ferner im stande sein, unseren Schutzgebieten und unseren überseeischen Interessen den jenigen Schutz angedenen zu lassen. dessen jene bedürfen, um sich ungestört entwickeln zu können.. immer " Der Notwendigkei dieses genügenden Schutzes wird aber wohl in ausreichendem Maße Rechnung getragen werden können, wenn die genannten drei Punkte: niedrigere Altersgrenze, fürzere Qauzeit und absolute Vollwertigkeit der Konstruktionspläne, in asreichendem Maße Berücksichtigung finden. Denn es ist eine zwar beauerliche, darum aber leider nichtsdestoweniger unumstößliche Tdsache, daß die deutsche Kriegsmarine mit ihren Konstruktionen dem Auslande, namentlich England, einige Länen nachhinkte. Sogar wenn die Pläne für die neuen Linienschiffe ber Klasse„ Ersatz Sachsen" und des immer noch etwas fabelhaften Panzerfreuzers" F" bekannt berden, dürfte es sich herausstellen, daß sie nicht bel anderes find, als modifizierte Imitationen der englischen„ Dreadnought" und" Invincible" Typen. Daß die deutschen Konstrukteure einmal die Führung übernommen hätten, ist in her wechselvollen Geschichte der Entwickelung der technischen Ausrüstung moderner Kriegsschiffe leider ohne Beispiel. Nur in der Eitwickelung der Torpedowaffe haben wir mit dem Auslande wenigstens Schritt gehalten und können auf wirklich gute Resultate zurückblicken, die nicht das bittere GsfW auslösen, wie bei unseren neuen Linienschiffen und Panzet kreuzern, die Neubauten bei ihrer Indienststellung von fremden gleichzeitig in Dienst tretenden Neubauten bereits überholt zu wissen." Schon die vom„Hamb. Korrespondenten" angedeutete Revision des Mottenbau-Programms dürfte eine jährliche Mehr fordenmg zur Folge haben, die nicht viel unter 100 Millionen Mark zurückbleiben wird. Wahrscheinlich aber handelt es sich bei den Andeutungen deS Hamburger Reederblattes nur um einen Fühler, und es kann deshalb mit ziemlicher Sicherheit darauf gerechnet worden, daß, wenn das Revidieren des heute geltenden Bauplanes in dieser großzügigen Weise fortgesetzt wird, die Sachverständigen des Marineamts mit ihrem Scharfsinn noch die Notwendigkeit mancher weiterer Aenderungen entdecken werden. Das deutsche Volk wird die Kolonialbegeistcrung, die es bei den letzten Reichstagswahlen gezeigt hat, noch sehr teuer bezahlen müssen— das Traurige ist nur, daß die Mittel nicht von denen aufgebracht werden, die hurra- patriotisch gestimmt haben, sondern von der schwer- arbeitenden breiten Masse, die nichts besitzt als ihre Arbeitskraft. Sie IZIeSei'gei'ittenell der Marli. Wie alljährlich bor dem deutschen Parteitage treten heuü mittag die Delegierten der Wahlkreise der Provinz Branden bürg zu einer Konferenz zusammen, um in ernsten Beratung« nach besten Kräften die sozialdemokratische Propaganda förder zu helfen. Der zur Konferenz erschienene Bericht der Kreit ioahlvereine der Provinz Brandenburg legt ein erfreuliches Zeiche dafür ab, daß die Partei der Niedergerittenen sich des besten Wol- seins erfreut, daß die Agitation und Organisation in den brande» burgischen Wahlkreisen im letzten Jahr ein gutes Stück vo- w ä r t s gegangen ist. Haben doch die 13 Kreiswahlvereine Ii Provinz— mit Ausnahme der Organisation Groß-Berlins— in 137 OrtS vereinen 17 245 Mitglieder zu verzeichrn. Ein nicht geringer Prozentsatz der Mitglieder konnte im leien Jahre geworben werden, und nicht wenig trägt zur Steigerng der Mitglicdcrzahl die kräftig und intensiv geführte Agitationder letzten Reichstagswahl bei. lieber 83 000 M. hat im letzten Ihre die Agitationskommksfion der Provinz für die ihr unterstlten Kreise aufgewendet, daneben laufen noch erhebliche Summer die die einzelnen Kreiswahlvereine der Provinz aus eigenen Mteln für die Agitation verausgabt haben. Daß die Zahl der Mitglieder noch erheblich steigerungfähig ist, beweist die Tatsache, daß den 17 245 organisierten Ärtei- genossen 50 042 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter gegeüber- stehen. Diese Arbeitermassen auch in die politische O r m n i- sation hineinzuziehen, muß das eifrigste Bestreben der n der Agitation Tätigen sein! In wie starkem Umfange die Propaganda für den Sozilismus in den Brandenburger Kreisen im Berichtsjahre betriebenwurde, laßt sich daran erniesscn, daß neben 394 ö f f en t I« ch er B e r» sammlungen sast 1000— genau 906— Wahlve eins- verfammluugen abgehalten wurden. Neben der mndlichen Agitation wurde auch die schriftliche Propaganda nicht vcrbsäumt. Gibt es doch draußen in der Provinz weite Schichten derLevölke- rung, die es auS Furcht vor Maßregelung nicht Wäger dürfen, sozialdemokratische Veranstaltungen zu besuchen. Um'in diese Kreise hinein den Gedanken des Sozialismus zu tragen wurden 704 500 Flugblätter und 302 800 Broschüren und Kalentr unter den ländlichen Lohnsklaven verbreitet. Außerdem wrb.Die Fackel" in einer Anzahl von 800 000 Exemplaren neue Rekruten für die Partei. Natürlich ist den sowohl beamteten wie den nichtunifrmierten Vertretern der heutigen„Rechtsordnung" die sozialdemkratische Propaganda ein Stein des Anstoßes; offene RechtSbrüch werden in vielen Fällen von den Behörden begangen, um die soialistische Agitation und Organisation lahmzulegen. Nicht wevger als 85 Verfahren wegen vermeintlicher Frevel- taten mußten bor der gerichtlichen?erhand- lung eingestellt werden, weitere 11 Proiesse erzielten Freisprechungen. In 17 Fällen wurden die Matznahmen der Behörden von den Gerichten besteigt, und die sozialdemokratischen Sünder mußten 1103,55 M. ttrafe blechen. In drei Fällen fand eine Verurteilung zu Frei Hits st rasen von insgesamt 8 Wochen statt. Doch alle behörtichen Aktionen vermochten die Agitation und Organisation nicht fi lähmen. Die Tagesordnung der heutigen Konferenz veist neben dem Geschäftsbericht und dem Bericht übe.' die Presse einen Vortrag auf, der einen Rückblick ü er die ver- flossene Reichstags wähl und damit einen Einblick in die unerreicht dastehende wüste Agitation der Llockbrüder bieten wird. Ferner steht außer einem Referat überdie Bedeutung des Parteitages in Essen noch da Gesinderecht in Preußen auf der Tagesordnung der Arnferenz. Das Ge- sindcrecht, mit dessen Hülfe unsere Ostelbier ie ländlichen Prole- tarier niederhalten, sie zu ihren Leibeigenen tcmpeln. Für die Partei sehr wichtige Gegenständesind cS, die zur Ver- Handlung stehen; mögen die Delegierten, de-cn wir ein herzliches Willkommen zurufen, die Wege finden, die eine noch intensivere, noch stoßkräftigere Agitation in der Proviiz Brandenburg ermög. lichen, zum Besten der Organisation der Provinz, zum Besten iti Partei! Stimmungsmache für einen Ovamdo- Krieg i Beim Beginn des Herero-KriegeS erkelt der damalige Gouverneur von Südwestafrika, Oberst L e u t w e i n, wie er in seinem bekannten Buche über seine elfjährige Tätigkeit erzällt, von„autoritativer" Seite einen Privatbrief, in dem angeegt wurde, dem Hererokriege „unmittelbar einen Ovam>o-Feldzug folgen zu lsa s s e n Leutwein bemerkt in seiiem Buche zu dieser„ a u t o- ritatiben" Aufforderung:„Ich bat den Herrn Verfasser, mich doch in einigen Jahren an die Sache zu erinnern, da ich sie bis zur Niederschlagung des HereroalfstandeS vielleicht wieder ver- gessen hätte". ES ist vielleicht nicht ganz ausgeschlossen, daß eine solch ironische Beantwortung eines BiefeS von„autoritativer" Seite mit eine der Ursachen bildete auS l denen dann Leutwein den Laufpaß erhielt. Wie dem aber auch fein mag, sicker ist, daß man in gelvissen Kreisen jetzt den Zeitpunkt für gekommen hält, mit den Ovambo ebenso zu verfahren»vie mit den Herero: si- zu bekriegen, zu dezimieren und ihnen zu guterletzt die besten Teilt ihre? Landes abzunehmen. M günstige Gelegenheit, den Stein in? Rollen zu bringen, be- trachte man eine Expedition, die Portugal zurzeit gegen die Ovamd plant. Im„Tag" lesen wir hierüber: �.Anscheinend wird es jetzt wirklich ernst mit der Evedition der Portugiesen in das portugie- si�e Ovamboland. Sie beabsichtigt unter dem Befehl de! tüchtigen, in Afrika erprobten Hauptmanns Roqadas in Slrke von 12 Offizieren und 300 Mann Kavallerie, 00 Offizieren uv 2200 Mann Infanterie(europäische und eingeborene) und 5 Offizieren und 150 Mann Artillerie mit vier Erhardtschen 7, cm-Schnellfeuergeschützen zurzeit den Einmarsch in das Oamboland, und zwar zunächst in daS unmittelbar am deutsch- prtugicsischen Grenzflusse Kunene gelegne Klein-Kua- i a t u i, um nach einem siegreichen Gefecht sich gegenseitig nterstützende Militärpostcn maschenartig einzurichten. Der seit 23 Jahren in Süd-Angola als Leiter der katho- ischen Heiligen-Geist-Missionen tätige Pater Lecomte ist nit diesem Vorgehen in der Richtung von Westen nach Osten ni ch t einverstanden, da dabei gleich auf den t ü ch- t i g st e n und kriegerischsten Stamm, die Kua- matos, gestoßen wird; dagegen befürwortet er auf Grund seiner langjährigen Kenntnis des Landes ein Vorgehen von Norden nach Sü den, wobei zunächst die E v a l e s ange- troffen werden. Der größte Stamm, die K u a n j a m a s, der auch noch teilweise auf deutschem Boden sitzt, beendet sich südlich von den Evales, östlich von den Kuamatos. Man ver- kenne vollständig die Sachlage, wenn man von der katholischen I Mission jetzt erwarte, daß sie die Häuptlinge dazu bringe, f r e i � willig und freudig die portugie fische mili< tärische Okkupation hinzunehmen. Die Ovamb» Häuptlinge würden wenig ihre Regalien verstehen, wenn sie ihre Unabhängigkeit aufgeben würden, und selb st wenn sie die Vasallenschaft annehmen würden, so würden die Großen der Reiche eine Revolution hervorrufen, um einen anderen an die Stelle zu setzen, der den in ihrem Interesse liegenden Status quo ante wieder- herstellen würde. Alle wissen wohl, daß sie nicht immer unab- häugig bleiben können, aber man wünscht möglichst lange in der Zeit zu bleiben, von der man Vorteile hat. Mit den Ovambo jetzt über den Einzug in ihr Gebiet zu verhandeln, würde von ihnen.als ein E i n g e st ä n d n i s der Schwäche aufgefaßt werden und kann keinen günstigen Erfolg zeitigen. Betreffs der Okkupation des großen Kuanjamagebiets ist Pater Lecomte der Ansicht, daß sie verschoben werden müsse, bis erst die Deutschen in Lndonga einrücken. Auch Konsul Siegelmann-Braunschweig spricht sich in der „Deutschen Kolonialzeitung" dahin aus, daß die Ovambofrage am leichte st en und zweckmäßig st en durch ein gemeinsames deutsch-portugiesischeS Vorgehen nach ge- genseitigcr Verständigung zu lösen sei. Die Besitzergreifung des Gebietes hält Lecomte unbedingt für geboten." Die Ovambo haben sich Deutschland gegenüber seit mehreren Jahren völlig friedlich verhalten. Sie haben sich wiederholt sogar nachgiebig gezeigt, um keinen Vorwand zum Kriege zu geben. Aber sie besitzen Land, das weit wertvoller ist alö da? der Herero, und dieser Besitz reizt natürlich die Habsucht unserer Kolonial- flibustier I So wird denn jetzt eifrig Stimmung für ein Zusammengehen mit den Portugiesen gemacht. Der kleinste Zwischenfall wird auch sicher dazu benutzt werden, um den Krieg zu inszenieren. Und solche Zwischenfälle können bei dem Vorgehen der Portugiesen sehr leicht eintreten, da ja die Ovambo teils auf portngiestschem, teils auf deutschem Gebiete sitzen. Daß ein Ovambokrieg aber Deutschland ungeheure Opfer kosten würde, steht außer aller Frage. Die Ovambo sind sämtlich mit Feuerwaffen ausgerüstet, zum Teil mit solchen neuester Konstruktion; Pfeil und Bogen gelten als Kinderspielzeug. Und daß die Ovambo auch kriegerisch sind, beweist die schwere Niederlage, die der Ovambostamm der Cuamatas, also derjenige, gegen den zunächst die portugiesische Expedition gerichtet ist, den Portugiesen in, Jahre 1904 beigebracht hat. Am 26. Sep- tember 1904 wurde eine 500 Mann starke Truppe— bestehend auS 255 Europäern und 244 Eingeborenen— von den Cuamata in den Hinterhalt gelockt und nahezu aufgerieben. Bon den Europäern wurden 100, von den eingeborenen portugiesischen Truppen 14b ge- tötet und verwundet! Auf deutschem Gebiete allein sitzen 2—800000 Ovambo. Sie zerfallen zwar in neun oder zehn verschiedene Stämme; allein die ge- meinsame Gefahr könnte sie sehr leicht einigen, zumal ihre Häuptlinge keineswegs unintelligent sind. Einen Beweis dafür liefert der Brief- Wechsel zwischen Leutwein und dem noch jetzt regierenden Häuptling Kambond e. Im Jahre 1395 hatte Leutwein einen Streifzng nach dem Norden des Schutzgebietes unternommen. Die Ovambo fühlten sich bedroht und rüsteten. Leutwein gab infolgedessen seinen speziell dem Häuptling Kanibonde zugesagten„Besuch" auf, sandte aber, um nicht den Anschein der Furcht zu erwecken, Kambonde einen Brief, in dem er mit diplomatischer Harmlosigkeit erklärte, er habe „ans Mangel an Zeit(I) diesmal bedauerlicherweise nicht die Möglichkeit eines Besuches" gehabt. Kambonde beantwortete diesen diplomatischen Schwindel mit galligem Humor: Alles, was Leutwein geschrieben habe, sei ja sehr schön; aber er, Kambonde, hoffe doch, Leutwein in seinem ganzen Leben nicht zu sehen. Denn die Deutschen kämen mit freundlichen Worten; wenn sie aber da seien, wollten sie regieren, und regieren könne er allein.— Es ist an der Zeit, den Kriegstreibern einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen! Wir habe» übergenug an dem Herero- und Hottentottenkrirgl machen und gerieten mit den Marokkauem ins Hand- gemenge, in dem einer von ihnen getötet, vier ver- mundet und zwölf Pferde kampfunfähig gemacht wurden. Die französische Reiterei mußte sich schließlich vor der Ueber- macht der Marokkaner zur Deckung der Artillerie zurückziehen. Die Lage wurde kritisch für die Franzosen, doch in diesem Moment kamen drei frische Kompagnien der französischen Kolonne zu Hülfe. Das sich nun entspinnende Gefecht endete dann mit der Flucht der Marokkaner. Ihre Reiterscharen zerteilten sich beim Angriff in lange Linien, jeder Reiter in einigen Metern Abstand vom anderen. Nach der Abgabe einiger Schüsse wichen sie wieder zu den Hügeln und Gebüschen zurück, wo ihre Schützen lagen— jede kleine Pause des Artilleriefeuers benutzten sie zu neuen Vorstößen. Die kluge Taktik der Angreifer ist den Franzosen so sehr aufgefallen, daß sie erklären, die Marokkaner müßten unter einheitlicher Führung eines mit europäischer Taktik einiger- niaßen vertrauten Mannes gestanden haben. Einige Pariser Blätter nieinen, daß dieser Führer ein Abgesandter des neuen Sultans M u l a y H a f i d gewesen sein werde. Ueber die Absichten Mulay Hafids meldet der Pariser„Matin", daß er zunächst niit Frankreich zu verhandeln wünsche und nur im äußersten Falle zum Angriff auf Casablanca schreiten werde. Offenbar ist die Nachricht durchaus unverbürgt. Ueber den Stand der Dinge in Fez liegen noch immer keinerlei verläßliche Meldungen vor. Offenbar hat es sich bei den Nachrichten von Aufständen in der Hauptstadt, von der Belagerung des Sultans in seinem Palast oder gar von seiner Ermordung lediglich um vage Gerüchte gehandelt. Dre Bewohnerschaft. Tangers befurchtet einen Ueberfall durch ihren früheren Gouverneur R a i s u l i, der ihn verfolgende Sultanstruppen in einigen Gefechten geschlagen und die all- gemeine Verwirrung benutzt hat, auf Tanger zn marschieren, dem er schon ziemlich nahe sein soll. Die Chancen eines Versuches, sich seines alten Amtssitzes wieder zu bemächtigen, stehen nicht schlecht, da Tanger nur eine unzuverlässige Garnison hat. Die Tagesnachrichten sind heute sehr spärlich. Wir registrieren die folgenden: Tanger, 30. August. Raisuli ist nach dem Marabut Sidi-Abd- el-Salem zurückgekehrt. Eine Versammlung der angesehenen Männer dreier Stämme beschloß, ihm die nötigen Truppen zur Verfügung zu stellen, um Bouchta-ben-Bagdadi zu vertreiben. Dieser will indessen den Angriff Raisulis nicht abwarten, sondern sich nach Tctuan zurückziehen. Raisuli wird dann durch nichts mehr gehindert sein, nach Zinat und von dort nach Tanger zurückzukehren, wo die Garnison augenblicklich sehr schwach ist. Paris, 31. August. Der„Matin" meldet aus Tanger, daß ein Kurier aus Fez eintraf, der die Nachricht mitbrachte, daß in Fez enorme Erregung herrsche. Die Stämme der Umgebung nehmen eine drohende Haltung ein, eine Mahalla unter dem Bc- fehle des Kaid Abdul Keder wurde von dem Stamme angegriffen und v ö l l i g z e r st ö r t. Die Soldaten flohen uiiter Zurücklassung von Waffen und Munition. lliarMo. Wie die gegen früher gestiegenen Verluste der Franzosen beim letzten Gefecht vor Casablanca zeigten, werden die Marrokaner mit dem Fortgang des Krieges ihren Gegnern gefährlicher. Sie lernen von ihnen. Das beweist noch mehr als das Steigen der französischen Verluste der Verlauf jenes Gefechts vom 29. August, über das jetzt genauere Meldungen vorliegen. Die Marokkaner haben gelernt, dem Artillcricfeuer der Feld- und Schiffsgeschütze möglichst aus dem Wege zu gehen, sie rücken nicht mehr, wie in den ersten Tagen, in dichtgeschlossenen Reiterkolonnen an, sondern sie haben sich die Formation der lang auseinandcrgezogenen Reihen angeeignet. So sind denn auch nach Londoner Meldungen ihre Verluste nur geringfügig gewesen, obgleich sie die Franzosen den ganzen Tag über nicht zur Ruhe kommen ließen. Ueber den bedeutsamsten Abschnitt des Kampfes wird den Pariser Blättern berichtet, daß um 3 Uhr, als das Gefecht bereits zu Ende zu sein schien— die Marokkaner hatten sich bei einer Attacke der französischen Reiterei zur Flucht gewandt, und die französischen Truppen traten schon den Rückmarsch an—, plötzlich auf den Hügeln im Süden und Westen Reiter- massen erschienen und die Fliehenden von neuem zum Angriff vorstießen. Die Franzosen sahen sich umzingelt und mußten schleunigst Karree formieren. Die algerischen Reiter suchten der Truppe durch einen Angriff Luft zu politilcbe CUbcrHcbt. Berlin, den 31. August 1907. Kein Wahlrechtsantrag! In der„ F r e i f. Ztg." lesen wir: „Die auf der vertraulichen Konferenz der Parteitags- delegierten des Hagener Bezirks in Dortmund ein- gebrachten Resolutionen sind— wie eS anfänglich in der Presse hieß— keineswegs dazu bestimmt, als Anträge auf dem Berliner Parteitag der Freisinnigen Bolkspartei eingebracht zu werden. Die Resolution stellt, wie wir auf genauere Erkundigung erfahren, nur daS Ergebnis einer persönlichen Aussprache der Delegierten dar und die Richtschnur, die sie sich für ihre Stellung- nähme auf dem Parteitage gesetzt haben." Die„Frets. Ztg." ist offenbar sehr. beglückt über diese Ermittelung. Das hat auch seinen guten Grund! Denn die Resolution forderte, daß die Freisinnige Volkspartei ihre„ab- wartende Stellung aufgibt", wenn nicht ihrer prinzipiellen Forderung in der Wahlrechtsfrage Rechnung getragen wird. Sie verlangte, daß sich die Partei in der Wahlrechtsfragc statt auf den von der U e b e r z a h l der freisinnigen Führer und der übergroßen Mehrheit der frei- sinnigen Presse vorttetcnen Standpunkt des Kuhhandels und der Wahlrechtsschacherei stritt auf den Standpunkt des Eisenach er Programms stelle, das unverblümt daS RcichStagSwahlrecht fiir Preußen fordert. Nun aber kann die„Freif. Ztg." benlhigt feststellen, daß diese Resolution nicht dem Parteitag unterbreitet werden, ihn zur klaren Stcllnngliahme zwingen soll, sondern nur eine Direktive für etliche Delegierte darstellt I Der Freisinn ist also einstweilen glücklich der Gefahr ent- rönnen, Farbe bekennen zu müssen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Ende! Versagen die freisinnigen Massen, so wird der Zwanp zur Stellungnahme von anderer Seite erfolgen!— Freisinns-Demokraten und-Diplomaten. Der Stteit zwischen den Freisinnspolitikern, die noch etwas auf die alten liberal-demokratischen Traditionen halten, und den freisinnigen Staatsmännern, die sich Bülow und dessen Politik der mittleren Linie zum Muster nehmen, findet seinen Fortgang. Ent- gegen den Herren Heckscher und Pachnicke ist die H a l b m o n a t s- s ch r i f t„Das freie W o r t" der Ansicht, daß die preußische Wahlrechtsfrage geradezu eine Lebensfrage des preußischen und deutschen Liberalismus ist, und daß, wenn dieser sich wesentliche Teile seiner programmatischen Wahlforderungcn abhandeln läßt, er damit für ein Linsengericht sein Erstgeburtsrecht verlauft. „Auf die Dauer," schreibt das Blatt,„ist selbstverständlich der innere Widerspruch eines in gewissen Grenzen demokratisch fun- dicrtcn Reiches und der ständisch, auf Klassen- und Zensuswahlcn aufgebauten Bundesstaaten unerträglich— ganz abgesehen noch von dem industriell-demokratischen Zuge der Gesellschaftscntwickelung nach links; es heißt doch dem Denkvermögen des einfachen Mannes zu viel zumuten, wenn er begreifen soll, warum ein Fünfund- zwanzigjähriger zwar über Heeres- und Flottenstärke, Zölle und Handelsverträge, Arbeiterschutz- und Gewerbegesetzc seine Stimme vollgültig in die Wagschale werfen darf, aber in Fragen der Schule und Kirche, der Wohnungspolitik und Armenpflege, des Bahnen-, Brücken- und Wegebaus als unmündig gelten soll. Denk- bar ist die Lösung deS Widerspruchs auch nur dadurch, daß das weitergehende Reichstagswahlrecht die engen landesrechtlichen Bestimmungen verschlingt, und nicht umgekehrt. Gerade aber angesichts der offenen und verdeckten Angriffe auf das Reichstagswahlrecht und bei seiner Entstehungsgeschichic dürfte ein, wenn auch nur vorübergehendes und als Abschlags- zahlung gemeintes Eintreten des Liberalismus für irgendeine andere Form des Wahlrechts zu den Landtagen als Berrat an der Sache der Demokratie angesehen werden; hat er sich hier so wird man meinen mit dem Pluralsystem zum Beispiel abgefunden und es ausdrüdlich gebilligt, welchen Widerstand könnte er dann einer gelegentlichen Reform" des Reichstagswahlrechts nach derselben Seite entgegensehen?" Reichsländisches Lehrerelend. Ungarn. Der Generalstreik in Stuhlweißenburg. " Ein Quartier einrüdte, wurden, wie die Brieger Zeitung" meldet, die J um Schlimmes zu verhüten. Dafür, daß sie der Polizei eine beiden Kranken besinnungslos und mußten in das Garnisonlazarett Arbeit ersparten, erhielten die beiden Genossen nun Strafgeschafft werden. Dort st arb der eine, ein oberschlesischer Spediteur- man date wegen Veranstaltung eines berbotenen futscher Preuß, gegen 1 Uhr, während es dem anderen, einem Umzuges. Sie legten hiergegen Einspruch ein, der dieser Tage Lehrer, jetzt besser geht. vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. Der als Zeuge bernommene Geheimpolizist befundet, er habe während des Spazier ganges aus dem Munde Schleichers die Worte gehört toujours deux" und" tous les deux", aber den Sinn nicht verstanden. Dann habe ein anderer gerufen:„ Kameraden, immer zu zweien". Den Rufer habe er nicht gesehen, aber Schön sei ihm als derjenige Der Wiener Arbeiterzeitung" wurde aus Budapest vom 28. Auguſt bezeichnet worden, fürwahr ein klassischer Beuge. Und der StaatsEine Eingabe der elsak- lothringischen Bolts. gemeldet: anwalt hielt den Umzug für erwiesen; er beantragte Verwerfung schullehrer an die Regierung um Neuregelung ihrer tratischen Parteisekretär Genossen Julius Handler, sondern auch blamieren und sprach unsere Genossen frei. Die Stuhlweißenburger Polizei hat nicht nur den sozialdemo- des Einspruchs. Das Gericht aber mochte sich nicht wie die Polizei Gehaltsverhältnisse gewährt einen Einblick in die ebenso den Sekretär der Feldarbeiterorganisation Genossen Desider harmloser Sozialistenspaziergang wird von den Organen der Re standalösen als traurigen Berhältnisse, unter welchen die reichsorgatsch ausgewiesen. Die zweite Ausweisung wurde gierung, die einen Monat später einen ungefeglichen religiösen ländische Lehrerschaft ihr schweres Amt ausüben muß. Das letzte bisher nur darum nicht bekannt, weil Forgatsch verreist war. Die Umzug, eine Prozession ausnahmsweise duldete. Ein Bild aus Besoldungsgesetz stammt aus dem Jahre 1904. Es wurde selbst Stimmung der sozialdemokratischen Arbeiter ist seit dem Bekanntwerden einem Rechtsstaat. von der Regierung als ein Gesetz bezeichnet, das nur die dieser zweiten Ausweisung noch erregter. Ein großer Teil der " schreiendsten Mißstände abstelle", und das etwas unvollständiges Arbeiter ist entschlossen, auszuwandern. Die meisten Aus dem Gefängnis entlassen. Wegen angeblicher Beleidigung und Unvollkommenes" sei. Doch obgleich die Lage des Lehrerstandes Generalstreit angeschlossen. Alle Arbeit ruht. Alle Werkstätten, alle Jahres die Genoffen Stange und Dornheim von der" TriHandlungsgehülfen und auch die Kellner haben sich dem des preußischen Abgeordnetenhauses wurden im Dezember vorigen infolge der Preissteigerungen der Lebensbedürfnisse immer Kaufläden sind geschlossen. büne" in Erfurt zu je einem halben Jahre Gefängnis verschlechter geworden ist, hat man bis heute nicht wieder an die Lehrer gedacht. Bei der Verteilung der für dieses Jahr bewilligten zehn Mann. Die Polizeimannschaft von Stuhlweißenburg beträgt fünf- urteilt, nachdem das preußische Abgeordnetenhaus Darum wendete sich der Stadtmagistrat an das die Genehmigung zur Strafverfolgung erteilt Teuerungszulagen sind die Lehrer leer ausgegangen, da sie nicht Garnisonskommando um Militärassistenz. Die Antwort des hatte. Die Beleidigungen sollten enthalten sein in Artikeln, die die etatsmäßige Beamte find. Heute beträgt das Höchstgehalt der Kommandos lautete, das 69. Infanterieregiment sei auf Uebung und Taten des preußischen Dreiflassenparlaments in der Schulber. Lehrer bis zum 28. Lebensjahre 1100 M., bom 40. Lebensjahre die in der Kaserne zurückgebliebenen Reservisten feien durchwegs Pfaffungstampagne fritisierten. Genosse Stange wurde ab 1500 M. und vom 52. Lebensjahre ab 2000 M. Bei Bemessung Sozialisten. Später wurden zwei Eskadronen Drogoner kroatischer am Freitag, Genosse Dornheim wird am kommenden Sonntag der diefer niedrigen Gehälter wird fast stets auf die Einkünfte der Nationalität nach Stuhlweißenburg kommandiert, die nun Patrouillen- preußischen Freiheit" wiedergegeben. Die Opfer preußischer Parlamentsjustiz haben ihre Strafe" verbüßt. Dem Dreillassenhause Lehrer aus Nebenämtern hingewiesen, doch haben nur 50 Proz. dienst in den Straßen machen. der Lehrer ein Nebenamt, und die Einkünfte aus diesen sind höchst selbst aber wird dieser Streich, der es aus der Reihe der Parlamente der Kulturstaaten für immer gestrichen, unvergessen bleiben. unsicher, weil sie den Lehrern jederzeit entzogen werden können. Ferner sind sie auch nicht pensionsberechtigt. Kein Wunder, daß sich auch in Elsaß- Lothringen der Lehrermangel fühlbar macht. Stuhlweißenburg berichtet: Unterm 29. August wurde unserem Wiener Parteiblatt aus einer zu Die Stadtbehörden haben heute die Arbeiterschaft wieder provoziert Der Magistrat hat nämlich die Ausweisung Handlers und Forgatsch's nicht nur bestätigt, sondern auch ihre sofortige Abschiebung Wenn das Voltsbildungswesen nicht einen empfindlichen angeordnet. Die beiden Genossen wurden vormittags verhaftet. Schaden leiden soll, dann ist schleunige Verbesserung der LehrerDie tolle Hege gegen die Arbeiter nahm morgens berhältnisse notwendig. Die Lehrer verlangen nun zunächst die rechtliche Gleichstellung mit den als Sekretäre im Verwaltungs-, ihren Anfang mit der Auflösung des Streiflagers. Gerichts- und Steuerwesen angestellten mittleren Staatsbeamten herbei. Der Streit sei, weil jede wirtschaftliche Ursache fehle, unDie Polizei lieg sich fogar Motivierung und schlagen wegen ihrer Besoldung folgendes vor: Die Volksschullehrer erhalten nach fester Anstellung und Straße. Sie wurden aber von Gendarmen und Polizisten unauf berechtigt. In voller Ruhe begaben sich die Streifenden auf die vollendetem 25. Lebensjahre neben freier Wohnung oder entsprechender Wohnungsentschädigung jährlich 1600 M. Außerhörlich angefallen. Wenn zwei Arbeiter miteinander gingen, wurden dem erhalten sie nach je drei Dienstjahren jährliche Alterszulagen sie mit Kolbenstößen auseinandergetrieben. Etwa dreißig bon 3 x 200 M. 2 × 300 m. und 2 X 200 M. Das Höchstgehalt Arbeiter wurden verhaftet und wie man erzählt, im Stadthause mit von 3200 M. würde dann nach 21 Dienstjahren, frühestens mit Dchsenziemern geprügelt. Vollendung des 46. Lebensjahres, erreicht. Widerruflich angestellte Lehrer erhalten( entsprechend den Remunerationen der Anwärter auf mittleren Beamtenstellen) jährlich 1200 M. Diese Forderungen der Lehrer will die Regierung jedoch nicht To ohne weiteres akzeptieren, und auch die Landesausschußabgeordneten, in ihrer Mehrzahl rückständige Elemente, zeigen wenig Entgegenkommen, denn wie verlautet, follen auf Ersuch' n einiger Abgeordneten eingehende Berichte über die Nebeneinkünfte der Lehrer aus ihrer Tätigkeit als Gemeindeschreiber, als Kirchendiener usw. eingeholt werden. Außerdem will man bei der' Gehaltserhöhungsfrage in Erwägung ziehen, was die Landeskasse für die Heranbildung der Lehrer bezahlt. Stumpffinn, du mein Vergnügen! " Die Häufung von Brutalitäten erweckt den Anschein, daß man die Arbeiter zu Exzessen provozieren will, um ein Blutbad anrichten zu können. Die ganze Stadt bietet das Bild des Belagerungszustandes. Die Polizei erwartet, daß die Abschiebung der zwei Genossen zu Tumulten führen werde. Flugblätter, die die Arbeiter zur Solidarität und zum Ausharren auffordern, wurden von der Polizei konfisziert. Aus der Partei. 3nm. Effener Parteitag. Wir ersuchen die gewählten Delegierten nochmals ihre Ane meldung schleunigst zu besorgen. Etwaige Wünsche, das Logis betreffend, ob Privat- oder Hotelwohnung gewünscht wird, find an F. Gemoll, Essen, Kastantenallee re Die ultramontane Märkische Voltszeitung" fafelt: " Die sozialdemokratischen Antialtoholifer haben es bekanntlich die Adresse des Genossen trop des Widerstandes interessierter Barteibuditer durchgesetzt, daß endlich auf die Tagesordnung des bevorstehenden sozialdemo- au richten. fratischen Parteitages die Alkoholfrage gefegt wurde. Bis fie Ein verschlimmernder Umstand. In die sächsische" Freiheit zurückgekehrt ist Genosse rib Seger, der als verantwortlicher Redakteur der mußte, weil er sächsische und Insterburger Richter beleidigt haben Leipziger Volkszeitung" 4 Monate auf Schloß Hoheneck siten soll. Soziales. Statistische Erhebung oder statistischer Unfug? Ende Februar und Ende Juli Arbeitslosenzählungen In Köln werden seit einigen Jahren von seiten der Stadt veranstaltet, zu denen die Arbeiterorganisationen die Zähler stellen. Nachdent der Kölner Oberbürgermeister aber die freien Gewerkschaften wiederholt brüstert. insbesondere deren Publikationsorgan, die Rheinische Zeitung", von der Zustellung des Ergebnisses der Bählung ausgeschlossen hatte, lehnten die freien Gewerkschaften eine weitere Beteiligung an den Bählungen ab. Die Folge war, obwohl die christlichen" Gewerk schaften, die fatholischen Arbeitervereine, die Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine und die deutschnationalen" Handlungsgehülfen sich bemühten, Arbeitswillige" zu stellen, daß es an Zählern mangelte und daß eine Unmenge von Arbeitslosen ungezählt blieb. Dieser Tage ist das Ergebnis der jüngsten Zählung ver öffentlicht worden: Es sollen Ende Juni im Kölner Stadtgebiet arbeitslos gewesen sein 652 männliche und 50 weibliche Personen, insgesamt also 702. Die Zahl ist noch um ein kleines geringer als in den beiden Vorjahren( 713 und 788), was bei jedem BeobBeschäftigungsverhältnisse sind fast in allen Berufen bedeutend unachter des Arbeitsmarktes Heiterkeit hervorrufen wird; denn die günstiger als in den verflossenen Jahren. Eine von der Redaktion unseres Kölner Parteiblattes veranstaltete Umfrage hat denn auch ergeben, daß in dem Zählgebiet allein die in freien Gewerkschaften organisierten Maurer, Bauhülfsarbeiter, Tischler, Maler und Schneider also nur fünf Verbände noch 103 Ar= beitslose mehr in ihren Reihen festgestellt haben als die amiliche Bählung" überhaupt ermittelt hat. Zu diesen 803 Arbeitslosen kommen noch hinzu: 1. die in den übrigen zahl= reichen freien Gewerkschaften vorhandenen Arbeitslofen, 2. die in den christlichen, Hirsch- Dunderschen, faufmännischen und sonstigen Vereinigungen vorhandenen Arbeitslosen, 3. alle diejenigen Arbeitslosen, die unorganisiert find. Eine solche statistische Erhebung ist nicht nur wertlos, sondern Sie ist direkt schädlich und im höchsten Maße irreführend. Sie ist ein statistischer Unfug ohne Gleichen. Die Anmeldung beim Wohnungskomitee genügt. Eine beetivas Rennenswertes erreichen, wird es wohl noch gute Wege fondere Anmeldung für das Lokalkomitee ist nicht erforderlich. haben, aber sie gewinnen doch an Boden. Die Gothaer Genoffen Die Wohnungskommission. J. A.: J. Lübbring. werden von solchem Tun alkoholgegnerischer Kreise des roten Lagers wenig erbaut sein, denn sie haben sich entschlossen, ihr neugefchaffenes Gewerkschaftshaus freizutrinfen". Die 2000 organis fierten Arbeiter der Stadt haben sich, wie das„ Reich" erzählt, berpflichtet, auf 18 Jahre für das Jahr 1500 Hektoliter Bier In der„ Chemnißer Voltsstimme" lesen wir im Bericht über umzusetzen. Das macht auf das Jahr 39 000 Mart, in eine Parteibersammlung, die sich mit dem Inter. 18 Jahren 702 000 Mart, das heißt jährlich auf den Stopf nationalen Sozialisten fongreß zu Stuttgart be19,50 Mart, in 18 Jahren auf das Mitglied 351 Mart. Wird faßte, in dem Referat des Genossen Noste: dieser Konsum nicht erreicht, dann ist der Fehlbetrag daraufzulegen. Aus der bayerischen Holzindustrie. Dem sehr dürftigen Berichte Für die sächsischen Parteigenossen ist noch von be dieser Berufsgenossenschaft entnehmen wir, daß die Zahl der ver sonderem Interesse, daß die deutsche Delegation die Mandate der sicherten Betriebe um 119 gegen das Vorjahr zugenommen hat, jett Die Gesamtkosten des Unternehmens betragen 120 000 r., bie Zinsen dazu 4200 m., das würde auf den Kopf nur 2,10 m. Genossinnen Lewinsohn für die Dresdener und Lurem. ausmachen. An indirekten Abgaben muß nun das Behnfache verburg für die Leipziger Frauen für ungültig erklärte, weil die 7249 beträgt, die 43 579 Bollarbeiter im Jahr 1906 beschäftigte, trunken werden. Nicht übel bemerkt das Reich dazu, unter diesen organisierten Frauen sich nicht um das Organisationsstatut für gegen 41 688 im Vorjahre. Die stärkste Holzindustrie hat OberUmständen werde es allerdings begreiflich, daß die Sozialdemokratie Sachfen fümmerten. Daß es nicht bei einer Verbayern mit 1736 Betrieben, ihm folgt der Regierungsbezirk Mittelfraufen mit 1272 Betrieben. von indirekten Steuern nichts hören wolle warnung blieb, sondern zum Ausschluß der sie brauche sie für beiden Genossinnen kam, ist dem Umstande au 885 Mart pro Jahr. In der Tischlerei wurden 16 650 Arbeiter in Der Durchschnittslohn eines Bayerischen Holzarbeiters beträgt ihre eigenen Zwecke." zuschreiben, daß Frau Luxemburg in rage fam. 4904 Betrieben beschäftigt. Unfälle wurden 2120 gemeldet, die ganz Man hat in den breitesten Parteitreisen deren Art, sich zu geben, " Wäre das ultramontane Blatt nicht ebenso stupid, wie das protestantische Pfaffenblatt Das Reich", so würde es einen Alkoholtonjum von 70 Litern pro Stopf, also von 0,2 Liter pro Tag erfreulich niedrig finden. Auch der Betrag von noch nicht 6 Pf. pro Tag und Stopf ist doch wahrhaftig nicht hoch, sintemal an dem Konsum doch auch die Angehörigen ber 2000 Organisierten beteiligt find! 19,50 Mart pro Jahr, das ist eine Ausgabe für alfoholische Getränke, die sich die studierenden Ordnungsstügen häufig in einer Woche leisten, manche Agrarier sogar in Gestalt von ein paar Flaschen Wein an einem Tage! Und auch die katholischen Geistlichen stehen doch in dem nicht ganz unverdienten Rufe, einer Flasche abgelagerten Rebenfaftes nicht abgeneigt zu sein. Oder nehmen die Herren Geschorenen auch im Privatleben das Recht für sich in Anspruch, für alle zu trinken? Uebrigens ist schon vor Wochen was natürlich die wackeren Blätter verschlafen haben festgestellt worden, daß es sich nur um eine Rentabilitätsberechnung, keineswegs aber um eine Verpflichtung zum Konsum der 1500 Hektoliter handelte! fatt und brachte das dadurch zum Ausdruck, daß der vorliegende gleiche Bahl als im Vorjahre. Die Bahl der entschädigten Unfälle Verstoß dazu benutzt wurde, gegen vielleicht 20 Stimmen die ist aus dem Bericht nicht zu ersehen. Ein technischer AufsichtsGenossin Luxemburg aus der deutschen Delegation zu entfernen." beamter waltete seines Amtes und berichtet, daß er im Betriebsjahr die ungültigkeitserklärung des Mandats der Genossin Luxemburg Gemeinschaft mit dem Herrn der königl. Fabrik- und GewerbeWir möchten bezweifeln, daß alle deutschen Delegierten, die für von den 7249 erwähnten Betrieben 783 besucht habe, davon 121 in stimmten, sich von dem von Genossen Noste unterstellten Motiv inspektion. leiten ließen. Im übrigen: Respekt vor solcher Sorte von Sach lichkeit". " " Und das Resultat? Vollständig den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften entsprechend waren nur 53 Betriebe" meldet lakonisch der Beamte. Die sozialdemokratische Presse der Schweiz umfaßt gegens Beanstandet wurden nach seinem Bericht: 35 Broz. der wärtig 46 Blätter, wobon 18 politische, 22 gewerkschaftliche, 3 ge- revidierten Dampffeffel, 21 Broz. der revidierten Dampfmaschinen, nossenschaftliche, 2 Frauenzeitungen und ein Wikblatt. 6 politische 68 Proz. der revidierten Göpel, 64 Proz. der revidierten Aufzüge, Blätter erscheinen täglich, die anderen ein- oder mehreremale 51 Broz. der revidierten Kreissägen, 58 Broz. der revidierten wöchentlich; 34 erscheinen in deutscher, 9 in französischer und 3 in Bandsägen, 44 Proz. der revidierten Fräsen, 56 Proz. der revi italienischer Sprache. Die Kalenderliteratur ist durch den Grütli- dierten Hobel( Abrichtmaschinen), 63 Proz. der revidierten Gatter, kalender vertreten, der in einer Auflage von zirka 20 000 Erem- 52 Broz. der revidierten Schleifmaschinen, 76 Proz. der revidierten plaren seit 15 Jahren herausgegeben wird. Universalmaschinen! rüdvorrichtungen.-81 Broz. ber revidierten Lohnbücher waren Bei etwa 30 Proz. der besichtigten Maschinen fehlten die Ausmangelhaft oder gar nicht geführt!" Man sieht hieraus, daß die bayerischen Holzindustriellen sehr viel" für den Arbeiterschutz übrig haben! Aus Induftrie und Handel. Berdienter Nasenstüber. Ueber den Sozialismus in Nord- Amerika macht sich die kapitalistische Presse des Landes immer mehr Gedanken. Vor einigen Gin Sittenbild aus dem heiligen Köln. Von der Straffammer Jahren noch hieß es in den bürgerlichen Zeitungen, daß man es In Köln wurde die Inhaberin eines vornehmen Nachtcafés und nur mit einem ausländischen Produkt zu tun habe, das unter Liförausschants megen Kuppelei zu fünf Tagen Gefängnis und amerikanischen Verhältnissen nicht gedeihen hönne. Aber die Frage 500 M. Geldstrafe, ihr Portier zu drei Tagen Gefängnis ver- selbst wurde in Zeitschriften wie in der Tagespresse immer häufiger urteilt. Wie die Verhandlung ergab, waren die hinteren Räume besprochen. Stürzlich hat die„ New York Times" von ihren Korre und die erste Etage des Hauses mit Chambre separés versehen, fpondenten aus allen Staaten der Union Berichte über den Stand während die vorderen Näume dem gewöhnlichen Wirtschaftsbetrieb der sozialistischen Bewegung eingefordert und sie bringt ihren dienten. In dem Lokale verkehrten die zahlungsfähigsten Lebe- Lesern den Trost, daß der Sozialismus in allen Staaten mit Aus- Bei Ausfällen gegen die Sozialdemokratie sind unsere Gegner leute der Stadt mit der feinen Halbwelt. In den Chambre separés nahme von Missouri und Kansas an Anhängern verliere und im immer sehr unkritisch, der Zwed muß eben die Mittel Heiligen. So wurden seit Jahren wift e Orgien gefeiert. Schwinden begriffen sei. Großindustrielle, hohe Beamte und dergleichen sah hielt es auch die Köln. 8tg." mit den bekannten Ausfällen Calwers, Dazu bemerft die New Yorker Volkszeitung": man häufig ein- und ausgehen. Auch Offiziere sollen oft, Ob die Ausfälle be" Die" Times" hat wohl selbst nicht an ein Schwinden der die fich gegen die Genoffin David richteten. von ihren Mählern fommend, in Uniform dort eingekehrt sein. sozialistischen Bewegung, biel weniger an ein Schwinden sozia- rechtigt waren oder nicht, das störte die Tante am Rhein nicht im Ein höherer Polizeibeamter soll, wie es in dem Prozeß hieß, zu listischer Ideen geglaubt, sonst hätte sie sich nicht der Mühe ihrer mindesten. Es war eine schöne Gelegenheit, einige Invektiven losden bekanntesten Gästen gezählt haben. Die Polizei ließ der Be- Untersuchung unterzogen. Das Resultat dieser Untersuchung ist zuwerden und so ließ die Rheinbase, die wegen ihrer schon so oft fizerin des Hauses auf Umwegen die Mahnung zukommen, an den übrigens gleich Null, denn die verschiedenen Korrespondenten befundeten Stautschudmeinung einen wohlverdienten Weltruf erworben Fenstern der ersten Etage dunkle Vorhänge anzubringen, da sich wissen teils gar nicht, was Sozialismus und sozialistische Be- hat, sich also vernehmen: auf den hellen Rouleaus häufig verdächtige wegung ist, und teils verstehen sie alle irgend etwas anderes darSchattenbilder abzeichneten. unter. So sind dem einen Korrespondenten Gesetze zur Einführung von zwei Cents pro Meile Fahrgeld auf den Eisenbahnen sozialistische Gesetze, und andere Berichte sind ähnlichen Geistes." Polizeiliches, Gerichtliches ulw. Opfer des Drills. Ein Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete fich am 27. b. M. gelegentlich eines Uebungsmarsches der 2. Kompagnie des Die blamierte Meyer Polizei. Am 1. Mai unternahmen die 156. Infanterie- Regiments. Die Abteilung mit Reservisten rüdte Meßer Parteigenoffen einen Spaziergang, der ohne Zwischenfall abgegen 7 Uhr vormittags nach Heidau aus. Dort wurde exerziert. lief, bis auf einen fleinen Zusammenstoß mit der Polizei, die in Beim Rückmarsch gegen 11 Uhr bormittags wurden zwei Reservisten ihrem llebereifer in dem Spaziergang einen Umzug erblickte und infolge der ungewohnten Anstrengung und der hiße die Teilnehmer nicht besonders freundlich behandelte, so daß es Schlapp und mußten geführt werden Als die Truppe in ihr fallen Einflusses der Genossen Schleicher und Schön bedurfte, . „ Das ist eine derbe Lektion, die da der Sozialdemokrat Calter namentlich auch den sozialdemokratischen Wirtschaftsgeschichtsflitterern angedeihen läßt. Naivität und Oberflächlichkeit ist so ziemlich das schlimmste, was man jemand nachsagen kann." " Die Deutsche Tagesztg." ist sich nicht darüber im Zweifel, daß die Stölnerin gegen ihre Ueberzeugung, lediglich aus Bergnügen an ben hämischen Ausfällen, den Geistesblitz losgelassen hat und macht sich nun den Spaß, dem Blatte folgende Nandglosse zu widmen: „ Ei! Ei! Wie lange ist es denn her, daß die Liberalen gegen die erhöhten Kornzölle des neuen Zolltarifs mit genau den gleichen wirtschaftsgeschichtsflitterigen" Argumenten tämpften. mie die Sozialdemokraten? Und noch heute kann man, in anderem Zu- sanimenhange, in der liberalen Presse gelegentlich lesen: wie schwer die Brotkonsumenten, besonders die Industriearbeiter und dadurch die Industrie selber, durch die bestehenden Getreidezöllc zugunsten der Landwirtschaft belastet würdet Das hat die .Kölnische Zeitung' selber so oft behauptet, daß es uns ehrlich freut, wenn sie sich jetzt durch Calwer eines Besseren belehren läßt.' Der Hohn ist bitter— aber wohlverdient 1 Markenschutzverband gegen Konsumvereine. Der Kampf zwischen dem Markenschutzverband und den Kon- sumvereinen ist nun auf der ganzen Linie entbrannt. Die Konsum- dereine haben die Versuche der Fabrikantenvertreter, zunächst ein- zelne Vereine für sich cinzufangen, um dadurch Uneinigkeit hervor- zurufen, ausnahmslos zurückgewiesen. Wie wir bereits mitteilten handelt es sich in diesem Kampfe darum, die Diktatur der Fabri- kanten bezüglich der Preisfestsetzung für den Kleinverkauf abzu- wehren. Wird die Bevormundung der Fabrikanten nicht ab- gewehrt, dann entwickeln sich für die betreffenden Artikel genau dieselben Verhältnisse, wie wir sie schon für den Kohlenhandel geschildert haben. Das dringende Interesse der Konsumenten erheischt daher die Unterstützung der Konsumvereine. Die bedingungslose Lieferung an die Grotzeinkaufsgesellschaft verweigern: Aug. Luhn u. Co., G. m. b. H., Barmen(Luhns Waschextrakt, Luhnitseife, Abradorseife, Luhns Salmiak-Terpcntin- Kernseife). Chemische Fabrik A. G., Düsseldorf(flüssiges Metall- Putzmittel„Geolin"). Henkel u. Co., Düsseldorf(Henkels Bleich- soda). C. H. Knorr A.-G., Heilbronn(Knorrs Hafermehl, Hafer- flocken, Erbswurst. Suppentafeln, Teigwaren usw.). Krämer u. Flammer, Heilbronn(Flammer-Seife, Seifenpulvcr). Sunlight- Seifenfabrik, G. m. b. H., Rheinau-Mannheim(Sunlight-Seife). H. Schlinck u. Co., Mannheim(Palmin). Kathreiners Malz- kaffee-Fabriken,®. m. b. H.. München(Kathreiners Kneipp-Malz- kaffee. Lindes feinste Essenz für Kaffee). Heinrich Mvck, Ulm a. d. Donau(Kaiser-Borax). R. Kufeke, Bergedorf(Kindermehl). Restles Kindermehl, G. m. b. G., Berlin(Kindermehl). I. L. Kahn, Berlin.(Edelweitz-Seifenpulver). Arnold Holste Wwe., Bielefeld(Bielefelder Glanzstärke, Cremefarbe, Kaiser-Ratron). Gebr. Stollwerck, A.-G,. Köln a. Rh.,(Adler-Kakao, Schokolade usw.). G. A. Glafey, Nürnberg(Glafey-Nachtlichte). Otto E. Weber, G. m. b. H., Radebeul-Dresden(Otto E. Webers Karls- bader Kaffee-Gewürz, Otto E. Webers Feigenkaffee, Otto E. Webers echt chinesischer Tee). Dr. A. Oetker, Bielefeld(Back- Pulver, Puddingpulver, rote Grütze, Salichlpulver usw.). Gebr. Linde, G. m. b. H.. München(Lindes Kaffee-Essenz). Pfeiffer u. Diller. Horchheim(Pfeiffer u. Dillers Kaffee-Essenz). Erträgnisse der Aktien-Zementfabriken. DaS gesamte Aktien- kapital der 10 deutschen Aktien- Zementfabriken betrug Ende 1306 141362 700 M.. worauf insgesamt 13 924 470 M. Dividenden ausgeschüttet wurden. Die Durchschnittsverzinsung deS in der deutschen Zementindustrie angelegten Kapitals stellte sich demnach auf 9,85 Proz. Die günstigsten Ergebnisse erzielte die schlesische Gruppe mit 12,1 Proz. und die ungünstigsten die rheiuisch-westfälische Gruppe mit 7,28 Proz. Die Bedeutung der Leipziger Messe, wie die der Messen über- Haupt für die EntWickelung von Handel und Gewerbe, ist gegenüber der früherer Zeiten stark zurückgegangen. In jenen Zeiten, in denen eS noch keine Reisenden mit Musterkoffern, keine Kataloge und Offerten, keine„Warenproben" gab, waren diese Messen die einzige Gelegenheit, bei der der Händler der Ware mit dem Fabrikanten in Berührung kam, von Neuheiten erfuhr und seine Bestellungen auf- gebe» konnte. Die Messen waren daher ein Treffpunkt der auS allen Gegenden und Ländern herbeieilenden Verkäufer und Einkäufer und trugen stets ein buntes internationales Gepränge.— Dah die Abnahme der Bedeutung der Messen im modernen Wirtschaftsleben jedoch nur eine relative ist, geht u. a. aus dem vom Metz- ausschuss der Handelskammer Leipzig alljährlich veröffentlichten »Verzeichnis der auf den Leipziger Messen der- kehrenden Einkäufer' hervor. Diesem Verzeichnis zufolge waren Einkäufer auS den der- jchiedeucn Ländern in folgender Zahl erschienen: 1303 1307 Oesterreich-Ungarn........ 573 921 Balkanländer.......... 30 39 Rußland............ 96 150 Skandinavien........... 178 297 «roßbritannien......... 163 250 Holland............ 134 226 Belgien............ 68 99 Frankreich........... 100 164 Schweiz............ 92 146 Italien............ 24 61 Spanien............ 6 8 Vereinigte Staaten und Kanada... 104 104 Mexiko, Mittel- und Südamerika... 16 25 Asten, Afrika und Australien..... 12 19 DaS Ausland........ 1601 2499 Deutschland......... 6033 8119 7534 10618 In dem kurzen Zeitraum von vier Jahren hat sich demnach die Zahl der die Leipziger Messe besuchenden Einkäufer um über 40 Proz. vermehrt. Auffallend ist auch die starke Beteiligung deS Auslandes mit 25 Proz. aller Einkäufer im Jahre 1307. Die Wäsche wird teurer. Die Berliner Wäschefabrikanten haben eine Preisheraufsetzung für Herrenwäsche beschlossen. Der „B.-C." bemerkt zu der Mitteilung: Das konsumierende Publi- kum aber wird damit rechnen müssen, für einen Kragen 10 Pf.. für ein paar Manschetten 15 Pf., für ein Serviteur 20 Pf. und für ein Oberhemd 40 Pf. mehr als bisher zu zahlen. Gewcrkrchaftlichcf). Sauherdenton oder christlicher Erbauungsstil? Fromme Christen, die durch die München-Gladbacher Jesuitenschule gegangen sind, waren von jeher im Schimpfen groß. Eine Epistel aber, die in der Nummer 34 der polnischen Ausgabe des„christlichen"„Bergknappen", Organ des Zen- trumsgewerkvereins, zu finden ist, zeugt von wahrhaft schweinischer Unflätigkeit. Sie richtet sich gegen den Deut- schen Bergarbeiterverband und trägt die vielversprechende Ueberschrift:„AuswürfederMenschhei tl" Bon den Angriffen, die angeblich gegen den Gewerkverein gerichtet sein sollen, wird gesagt, daß deren„n ur völlig der- tierte Auswürfe der menschlichen Gesell- schaft fähig sind!!!" Zu diesen müsse man„einen gewissen Teil der Sozialdemokraten vom alten Verband" rechnen! Nochmals werden„sozial- de ni akratische Skribifaxe"„Auswürfe der Menschheit" genannt, den Verbändlern werden„V e r- leumdungen gegen den Gewerkverein" vorge- warfen usw. Den höchsten Gipfel des Sauherdentpnes er- klimmt der„christliche" Skribifax aber im Schlußsatz:„In- dividuen. die so verfahren, verdienen nichts anderes, als daß man ihnen geradezu in die Schnauze spuckt!!!" Der verantwortliche Redakteur dieses„Schnauzespucker- blattes" heißt Alexander Büchner. Seine Freunde und Geistesverwandten sind die„General"sekretäre Effert, Jmbusch, Steeger usw. Gegen diese wendet sich nun Kerantw. Redakteur: Sans Weber, Berlin. Inseratenteil pergntw.: aber ein Flugblatt, bas öon einer anderen Sorke„Brüder in Christo", näinlich den katholischen Fachabteilungen ausgeht und in Massen unter den Arbeitern verbreitet wurde. Es beginnt wie folgt: „AuS der gei st armen Rüstkammer der Laster- m ä tz ch e n f a b r i k der sogenannten christlichen Gewerkschaften des Saarreviers ist wieder mal ein S ch i m p ff l u g b l ä t t her- vorgegangen. Es ist ein Pamphlet der allcrerbärmlichsten Sorte, boller Unwahrheiten und Verdächtigungen gegen unsere katholische Arbeiterbewegung und ihre Führer. Wir glauben zwar nicht. daß noch ein vernünftiger Mensch auf dieses Machwerk reinfällt. Ebensowenig wie wir annehmen, daß ein Arbeiter, der nöch etwas auf seine Ehre hält, sich mit solchen unflätigen Auslassungen für die sogenannte christliche Gewerk- schaftsbewegung begeistern läßt. Wir sind derartige An- pöbelungen nun seit Jahren gewöhnt und bedauern nur die Arbeiter, denen derartiger Schmutz zur Befestigung ihrer gewerkschaftlichen Ueberzeugung geboten wird. Noch mehr tun uns natürlich die armen Gewerkschaftssekretäre leid, die in Er- mangelung sachlicher Gründe ihre Stellung mit solchen Läster- mätzchcn verteidigen müssen."— In diesen anmutig duftenden Tonen geht es weiter. Schließlich wird dem Bezirksleiter des Zentrumsgewcrkvereins Hüskes geraten, sich gar nicht darüber zu entrüsten, daß der katholische Fachabteiler Holz zu ihm gesagt hat:„Fassen Sie mich nicht an, Sie machen mich schmutzig!" Der Flugblattschreiber der famosen„katholischen Fach- abteilung"(sprich: gelbe Gewerkschaft) hat zweifellos voll- ständig richtig das Bild seiner lieben Brüder in Christo ent- worfen. Dieser Sippschaft verschlägt es aber durchaus nicht, daß sie gelegentlich über den Ton der sozialdemokratischen Presse sich sittlich entrüsten und eigene anmutige Schimpf- episteln schließen mit:„Gott segne die christliche Arbeit!" Berlin uncl llmgegenck. Die Zuschneider und Zuschneiderinnen hatten am' Freitag eine Versammlung mit der Tagesordnung:„Der gegenwärtige Stand unserer Tarifbewegung und unser wei- teres Verhalten". Der Referent K ä m i n g warf einen Rückblick auf den Gang der Tarifbcwegung und behandelte dann speziell die Frage, ob die Bedingung erfüllt sei, an welche der Weiierbestand des mit der Arbeitgebervereinigung geschlossenen Tarifvertrages geknüpft worden ist. Die Vertragsklausel ging dahin, daß der Tarifvertrag hinfällig werden solle, wenn es nicht gelinge, bis zum 1. September die Tarifsätze einzuführen bei 70 Proz. derjenigen handclsgerichtlich eingetragenen Firmen, die drei und mehr Zuschneider beschäftigen. Aus dem Handelsregister habe man festgestellt, daß von 96 Firmen der in Betracht kommenden Herren- und Knabenkonfektion 52 handelsgerichtlich eingetragen seien. Bei 38 dieser eingetragenen Firmen seien die Forderungen bewilligt, allerdings fehle bei zweien noch die Unterschrift. M i t diesen 33 wären die 70 Proz. erreicht. Sie be- schäftigen 350 Zuschneider und Zuschneiderinnen, während die übrigen 14 handelsgerichtlich eingetragenen Firmen mit mindestens drei Zuschneidern etwa 75 Zuschneider und Zuschneiderinnen be- schäftigten. Die Prozentklausel sei somit nach seiner Meinung erfüllt. Aber selbst wenn die Unternehmer wegen des Fehlens von zwei Unterschriften Einwendungen erheben sollten, wäre doch gar nicht daran zu denken, daß die Zuschneider und Zu- schneiderinnen, die zu den neuen Bedingungen arbeiteten, davon abgingen. Höchstens käme der Tarifvertrag in Frage. Im übrigen aber würden die Kollegen und Kolleginnen nach jeder Richtung hin bemüht sein, das Errungene zu erhalten und auch die Außenseiter zu veranlassen, die Tc�ifbedingungen durchzu- führen. Der Verband tue auch das seine. Die Ermahnung fand lebhaften Widerhall in der Versammlung. Die folgende Dis- kussion bewegte sich ebenfalls in diesem Sinne. Zu Erwähnen ist noch, daß außer den in der Prozentklausel erwähnten Firmen noch 15 weitere mit 25 Zuschneidern bewilligt haben. Im ganzen haben also bewilligt 53 Firmen mit 375 Kol- legen und Kolleginnen. Nicht anerkannt sind die Forderungen bei insgesamt 43 Firmen mit 132 Zuschneidern.(Das sind di« abso- luten Zahlen, die nicht zu verwechseln sind mit den Zahlen der in der Prozcntklausel gemeinten Betriebe). Zur Provinzialkonferenz am 8. September wurden Klein und Bordasch delegiert._ Anständige Kampfesweise. Uns fliegt folgender Bäckermeisterbrief auf den Redaktionstifch: Bäckerinnung Reinickendorf und Umgegend, Zwangsinnung. Herrn Heinrich Jahne, Obermeister der Bäckerinnung Oberschöneweide. Reinickendorf, den 3. Juli 1907. Lieber Kollege Jähne! Ich wurde gestern zum Pächter Deiner Bäckerei gerufen, er meinte, er müsse durchaus bewilligen und zwar ist der Sach- verhalt folgender:„Der Geselle des Kollegen Kube hatte sich an der Hand eine Brandwunde zugezogen, trotzdem der Geselle ärztliches Attest beibrachte, hat die fanatische rote Menge, namentlich die Reinemache- oder Portierfrau fortwährend aus- geschrien, Kube beschäftigt einen Gesellen welcher die Krätze hat. Jnfolqe dessen ist der Kollege Kube recht schwer geschädigt und ich habe ihm versprochen, Dir den Sachverhalt mitzuteilen, ich weiß nicht lieber Kollege Jähne ob es in Deinem Interesse liegt wenn dieses fanatische Weib Deinen Bäckereipächter so sehr schädigt, daß derselbe womöglich muß den Laden schließen. Ich würde dieses Weib nicht nur raussch weißen, sondern auch veranlassen, daß sie strafrechtlich belangt wird, vielleicht trittst Du der Sache näher. Inzwischen grüßt herzlich Emil Liebing. Daß ein Bäckermeister bewilligen muß, weil von ihm behauptet wird, er beschäftige einen krätzekranken Gesellen, gehört ins Gebiet der Bäckcrmeisterlogik. Vom„Bewilligen" wird der Geselle nicht gesund. Offenbar hat die Arbeiterschaft Herrn Kube ihre Kundschaft nicht der Gesellen, sondern feinet- wegen, seiner mangelnden Bewilligungslust wegen, die Kund- schaft abgesagt. Aber unter den Leuten, die so handelten, und die ein Jnnungsobcrmeister darum allen Anlaß hat eine„fanatische rote Menge" zu schimpfen, befindet sich zu ihrem Unglück auch die Reinemachefrau im Hause. Da wendet sich Herr Kube an den Obermeister seiner Innung, Herrn Emil Liebing, den Mann, der gelegentlich einmal äußerte, die Gesellen seien nicht dieser freien Tage im Jahre wert, die sie jetzt haben, und Herr Liebing weiß natürlich Rat, wenn es sich um einen Bäckermeister handelt, der in die Gefahr gerät, einen freien Tag in der Woche bewilligen zu müssen. Flugs denunziert er das„fanatische Weib", das kein Streikbrccherbrot essen mag, bei ihrem Arbeitgeber, der zufälliger- weise der Wirt seines Schützlings und auch Bäckerobermeister ist, dann empfiehlt er ihm, die Frau nicht nur rauszuschmeitzen. sondern auch zu veranlassen, daß sie strafrechtlich belangt werde. Das letztere kann nun freilich der Hauswirt nicht tun. Aber es ist charakteristisch für den Briefschreiber und seinen„Fanatismus", daß ers verlangt! Man sieht, im Kampfe der Bäckerinnungsmelger gegen die vernünftigen Forderungen der Gesellen, gibt es kein Mittel, das ihnen zu unvernünftig und keins, das ihnen zu schlecht gewesen wäre!_ Seinen Anschluß an den Schneiderverband beschloß der Verband der Wäsche- und Krawattenarbeitc r. Bei der Ur- abstimmung vom 8. bis 15. Juli usw. haben Stimmen abgegeben 2505 Mitglieder, davon stimmten mit„Ja" 2424, mit„Nein" 67, der Stimme enthalten haben sich 8 Mitglieder, ungültig waren 6 Stimmzettel. Es haben sich leider kaum 50 Proz. der Mitglieder an dor Abstimmung beteiligt. Da nun von diesen sich der größte Teil für den Anschluß entschieden hat, ist die Angelegenheit demnach t�Gsocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlaasgnstqlt� perfekt. Es wird sich nun aber noch darum bandeln, ln welcher Weife der Uebertritt zu erfolgen hat. Deutfcdes Reick;. Zur Aussperrung in der Stettiner Konfektion. Am Freitag zwischen der Lohnkommission und dem Vorstand des Arbcitgebervcrbandes gepflogene Verhandlungen lassen den nahen Friedensschluß hoffen. Nach einer von den Ausgesperrten angenommenen Resolution wird verlangt, daß die Generalver- sammlung der Arbeitgeber zunächst erklärt, über welche Punkte des Kommentars sie in entgegenkommender Weise verhandeln will. Das Ergebnis dieser Verhandlungen soll gewerbegerichtlich festgestellt werden und Streik und Ausw-rr-un-! tr�r-n dann am gleichen Tage gemeinsam aufzuheben. Vom Streik der Hamburg-Altonaer Elektriker. Seit gestern hat sich die Situation im Streik wenig verändert. Die Zahl der Streikenden ist auf 442, die der geregelten Firmen auf 31 gestiegen, bei denen 110 Monteure und Hülfsmonteure zu den neuen Be- dingungen arbeiten. Weitere Bewilligungen werden in den nächsten Tagen erfolgen, da mehrere bedeutende Firmen mit den Aus- ständigen Verhandlungen angebahnt haben. Vom Terrorismus der Unternehmer. Das Nebcngeschäft der Thüringer Wollgarnspinnerei in Leipzig, das mehrere hundert Arbeiter in Langensalza beschäftigt, hat vor kurzem über 100 Bücher von Mitgliedern des Deutschen Textilarbeiterverbandcs sammeln und die Mitglieder abmelden lassen. Ein Fabrikausschußmitglicd und drei Arbeiterinnen sind gcmaßregelt worden. Ein Teil der Arbeiter streikt. Die Zwirnerei steht ganz. Die Firma versucht nun, die Arbeiten in ihrem Lcip- zigcr Betriebe machen zu lassen. Die deutschen Textilarbeiter werden wissen, was sie zu tun haben. Warnung für Textilarbeiter. Die PogtläudiMe Baumwoll- spinnerei und die Saalespinnerei in Hof i. Bayern haben fort» während Agenten untertvcgs zur Anwerbung von Arbeitern, hauptsächlich jugendlichen. Die Ursache des ständigen Arbcitcrmangcls ist ein Durchschnittslohn von sage und schreibe dreißig Pfennigen pro Tag. Dazu werden die Arbeiter noch geprügelt, nicht vereinzelt, sondern das Prügeln der Arbeiter ist eine ständige Einrichtung. Eine Fabrikversammlung hat sich dieser Tage mit diesen beiden Betrieben beschäftigt.•— Die Textilarbeiter seien also vor den Hofcr Agenten gewarnt. Die Heizungsmonteure und Helfer in München haben nun in einer stark besuchten Versammlung den zwischen den beiderseitigen Kommissionen erzielten Vereinbarungen zugestimmt. ES wurde jedoch beschlossen, den Streik erst dann beendigt zu erklären, wenn diese Vereinbarung von den Arbeitgebern durch Unterschrift als gültig anerkannt ist. Tlnslanck. Der Dockerstreik in Antwerpen. Antwerpen, 29. August.(Eig. Ber.) Der„Widerstand bis zum Acußersten" ist also brutale Tatsache geworden. Der Vernunft, dem Nachgeben der Arbeiterschaft stellt die Unternehmerschaft die— Aushungerung pur et simple entgegen. Bekanntlich haben die Arbeiter den Streik auf die Holz- und Getreideverlader eingeengt. Damit wäre die Katastrophe gebannt, die Stadt, die Bevölkerung durch die reguläre Hafcnarbeit von schwerer Besorgnis befreit. Aber wo bliebe da der„Widerstand bis zum Aeußerstcn", wo die ungebrochene Sklavcnhaltcrmacht der Hafenherren. Die Unternehmer haben also in ihrer letzten Kon- fercnz die Aussperrung beschlossen, wenn die Holz- und Getreideverlader die Arbeit nicht wieder aufnehmen, bezw. wenn die zu dieser Arbeit befohlenen Arbeiter den Dienst verweigern. Da nun die Holz- und Getreideverladcr fest entschlossen sind, weiter zu streiken, die anderen Streikenden aber ihren Kollegen nicht in den Rücken fallen und also Streikbrccherdienste leisten wollen, ist die Aussperrung Tatsache. In der gestrigen Versammlung der Streikenden haben diese die von den Rednern C h a p e l I e, W i e m e und M i l i o vorgeschlagene Taktik auf Weiterführung des Kampfes gebilligt. Wie bei den meisten Streiks in Belgien, wird auch in diesem Kampfe zur Entlastung der Familien die Vcr- sorgung der Arbeiterkinder durch Freunde und Genossen geschehen. — Um die Führer bei den Streikenden zu diskreditieren, hat man das typisch-albcrne Märchen verbreitet, Chapclle hätte 30 000 Frank bekommen, damit er auf die Beendigung des Streiks Einfluß nehme. — Ein schwerer Kampf für die Hafenarbeiter hebt an, allein er fällt allein auf das Gewissen der protzigen Unternehmer. Letzte JNfaebriebten wid Depefeben. Z« einem blutigen Exzes; kam es gestern abend in einem Lokal in der Rigaerstr. 86. Eine Anzahl junger Leute vergnügte sich dort mit Gesang und Tanz. Zwei der Anwesenden gerieten dabei in Differenzen, die durch Hlnausbeförderung der schuldigen Partei geschlichtet wurden. Bald erschien jedoch der Hinausgeworfene, der Schlächter G., mit einer Schar Freunde wieder in dem Lokal und demolierten die Scheiben, Stühle usw. Auch nachdem die Burschen wieder hinausbefördert waren, bombardierten sie von draußen das Lokal. Ein in dem Lokal befindlicher Gast glaubte sich der Andrängenden dadurch er- wehren zu können, daß er mit dem Revolver drohte und schoß. Bei dieser Gelegenheit traf er einen der Angreifer in der Schulter- gegend. Die alarmierte Polizei nahm die Tobenden, von denen bei der Prügelei eine ganze Anzahl Verletzungen davon getragen hatten, in Hast._ Erstklassige Strolche. Duisburg, 31. August.(B. H.) Ein vor Altstaden herab- sausendes Automobil fuhr gegen eine Gruppe von Bergleuten, die plaudernd am Wege standen. Ein Bergmann, der überfahren wurde, ist gestern verstorben. Die Insassen des Automobils kümmerten sich nicht um den Schwerverletzten und entkamen un, erkannt. Unterwerfung der Marokkaner. Paris. 31. August.(W. T. B.) Der„Temps" meldet au» Mazagan: Zehn Notable der ChaujaS sind am 28. August hier ein- getroffen. Man sagt, daß sie gekommen seien, um die europäischen Vertreter zu ersuchen, als Vermittler zu dienen, um sich den mili- tärischen Behörden Frankreichs zn unterwerfen. Borspiegelung falscher Tatsachen. Antwerpen, 31. August.(B. H.) Eine Anzahl Deutscher, welche angeworben wurde, um die Hafenarbeiter zu ersetzen, beklagten sich beim deutschen Konsul, daß sie unter falschen Vorspiegelungen an- geworben wurden und nicht gewußt hatten, daß sie bestimmt seien die Streikenden zu ersetzen. Sie forder» die Rückbeförderung nach Deutschland. Der Konsul beschäftigt sich zurzeit mit ihrer Klage. Die konfiszierte Bombe. Odessa, 31. August.(W. T. B.) Ein Offizier, der eine bei einer Haussuchung gefundene Bombe entladen wollte, ließ dieselbe fallen. Durch die Explosion wurden der Offizier» ei» Polizei» beamtcr und ein Kanzlist getötet, ein Polizeiofsizier und fünf Beamte schwer verletzt._ Freunbnachbarliche Beziehungen. Konstantinopel, 31. August.(W. T. B.) Wie die türkischen Blätter melden, hatten türtische Truppen bei Rakle im Wilajct Monastir mit einer bulgarischen Bande einen Kampf zu bestehen. 17 Mann der Bunde wurden getötet. Die Blätter bemerken zu dieser Meldung, daß die Banden dank den Bemühungen der Truppen in keinem Teile der drei Wilajets sich mehr halten können. Paul Kinger& Co,, Berlin SW, Sierz« S Keilogen» i, m a i, KeilM des Jumitts" Kerlim JutoMntt. Der lilitgllederftand der ßerliner Gewcrlskbaften in den letzten tö Zähren. Dte atigemeine Zunahme der Mitglieder in den letzten zehn Jahren ist eine viereinhalbfache.— In den Jahren 18g7/g8 find die lokalorganisierten Gewerkschaftsmitglieder mit aufgeführt. Im Jahre 1899, nach ihrem Austritt aus der Gewcrkschaftskom- Mission, nicht mehr. Der im Jahre 1899 verzeichnete Rückgang der Mitgliederzahlen in einigen Gewerkschaften ist auf diese Trennung zurückzuführen. Bei den kleineren Berufsorganisationen ist die Zunahme eine regelmäßige: anders bei den größeren Berufsorganisationen, z. B. bei den Gewerkschaften der Maler, Schmiede, Schneider, Tapezierer und Sattler; diese hatten eine Zunahme um das sechs» bis zehn- fache. Die Jndustrieverbände und neugebildeten Organisationen verzeichnen trotz mancher Schwankungen noch größere Steige- rungen, um das 19-, 15- bis 20 fache. Der größte Verband, der Metallarbeiterverband, weist eine sechsfache Erhöhung seiner Mit- gliederzahl auf, der Verband der Holzarbeiter eine viereinhalbfache, der Verband der Buchdrucker mit Hülssarbciter verdoppelte seine Mitgliederanzahl. DaS Jahr 1992 verzeichnete einen teilweisen Rückgang der Mitglieder, welcher wahrscheinlich auf die große Arbeitslosigkeit und die damals noch mangelhaft ausgebildeten Unterstützungs- einrichtungen zurückzuführen ist. 19 kleinere Organisationen mit der') bezeichnet, sind zum Holzarbeiterverband übergetreten; 5 weitere Organisationen mit der') bezeichnet, zum Metall- arbeiterverband; die mit') bezeichnet gehören jetzt zum Maler- verband; mit') bezeichnet bilden Sektionen im Maurerverband und die mit') bezeichneten Posamentierer, Seiler und Dekateure sind Sektionen des Textilarbeiterverbandes: seit dem Uebertritt führen diese Organisationen keine eigene Mitgliederliste mehr.— Der Verband der Hoteldiener ist zu Ende des Jahres 1996 der Kommission beigetreten, die Zuschneider, Sektion des Schneider- Verbandes, im Jahre 1995. Die Schirmmacher haben sich nach sieben Jahren von neuem organisiert. Von zwei Organisationen war leider die Mitgliederzqhl nicht zu ermitteln» Die Parteiprcste Ober den Internationalen fozialiftlfcfjen Kongreß. Der Militarismus und die internationalen Konflikte. I. „Hamburger Echo": „Ein schwieriges Stück Arbeit leisteten endlich Kommisston und Subkommission mit der Fassung der Resolution gegen den Militarismus und über die internationalen Konflikte. Sie fand für die dreifach divergierenden Rich- tungen eine einigermaßen befriedigende Formel, die freilich den einen Fehler hat, recht lang zu sein und mehr einem Zeitungs- artikel als einer Prinzipienerklärung zu gleichen. Das ist aber vielleicht als eine unvermeidliche Folge des guten Willens anzu- sehen, in die Resolution möglichst alles hineinzuarbeiten, worauf von den einzelnen Nationen bezw. ihren Vertretern besonderer Wert gelegt wird. Da läuft man gar leicht Gefahr, sich in Einzelheiten zu verlieren, deren Aufnahme die gewünschte Knappheit und Klar- heit der prinzipiellen Stellungnahme zu beeinträchtigen geeignet sind. Immerhin tritt aus der Resolution der Grundgedanke klar hervor, daß die Bekämpfung des Militarismus ein integrierender Teil des sozialistischen Klassenkampfes zu sein hat und daß die sozialistischen Proletarier der verschiedenen Länder sich nicht auf ein einzelnes, in seiner Anwendung noch dazu fragwürdiges Kampfmittel gegen den Krieg festlegen dürfen, sondern alle durch die obwaltende Situation sich ergebenden als wirksam erscheinenden Mittel in Anwendung zu bringen haben, um den Krieg zu der- hindern. Die Bedeutung der Resolution geht deshalb über die eines bloß platonischen Manifestes gegen den Krieg und den bewaffneten Frieden weit hinaus und wird den Säbelraßlern gewiß mehr Respekt einflößen, als die Beschlüsse der Haager Konferenzler, weil sie die Entschlossenheit des internationalen Proletariats, den Ent- feßlern der Kriegsfurie das Handwerl zu legen, verbürgt.� „Bremer Bllrgerzeitung": „.». ew(Herve) hält die deutschen Sozialdemokraten für gutmütige Spießbürger, das ist eine Uebcrtreibung; aber wir möchten nicht in den gleichen Fehler verfallen, indem wir be- hauptcten, daß es in der deutschen Sozialdemokratie keine Spieß- bürger gäbe. So ist ein Teil seiner Anschauungen wert, gehört zu werden.... Was Vollmar in der Kommission ausführte, wird weit mehr als die Meinung eines Einzelnen bewertet werden müssen, als eine angebliche Aeußerung Kautskhs, wie JaureS sie für sich ins Feld führte. Selbst einem so vorsichtigen Manne wie Viktor Adler war der bessere Teil der Vollmarschen Tapferkeit gegenüber dem Militarismus zu groß. Er will weder eine Ver- pslichtung für die Zukunft im Sinne Herves, noch eine Festlegung auf die Reserve Vollmars, sondern Freiheit der Entschließung, Anwendung jedes Mittels im entscheidenden Augenblick, das möglich und am wirksamsten ist. Während es anfangs den Anschein er- weckte, als werde in der Bekämpfung des Militarismus keine Ver- ständigung erzielt, gelang es nach langen Beratungen schließlich dennoch, sich auf eine Resolution zu bereinigen, die eine Kon- Zession an jene, die„gegebenenfalls" eine schärfere als die bis- her in Aussicht genommene Aktion befürworteten, ohne daß den Deutschen unmöglich gemacht war, dafür zu stimmen. Es muß sich eben auf einem internationalen Kongreß jeder daran ge- wöhnen, etwas nachzugeben, anstatt dickköpfig auf seinem Stand- punkte zu beharren, hörten wir Bebel sagen. Und so lange uns damit kein Verzicht auf die Prinzipien verbunden zu sein scheint, können wir dem wohl zustimmen. Was in Stuttgart beschlossen wurde, wird unseren Kampf gegen den Militarismus verschärfen und ist die notwendige, wenn auch nicht alles Mögliche erschöpfende Schlußfolgerung aus den Aktionen, die das Proletariat neuerdings der Kriegsgefahr gegenüber praktizierte.., „BolkSbote"(Stettin): „Tie prinzipielle Festigkeit, mit welcher die deutsche Sozial» dcmokratie innerhalb und außerhalb des Reichstages sich allen Militärforderungen widersetzt hat, imponierte insbesondere den romanischen und slavischen Delegierten wenig. Man verlangle größeres und schwereres von ihr. Die deutsche Sozialdemokratie soll gegen den Militarismus nicht nur reden, sondern handeln; sie soll, wenn die herrschenden Klassen ungeachtet ihrer Proteste ständig die Heereslasten vermehren, durch außerparlamen- tarische Aktionen die militaristischen Machtmittel des Klassenstaatcs zerbrechen, beschädigen» unbrauchbar machen.„Was werdet ihr tun, wenn es den Herrschenden ge» lüftet den Krieg zu entfesseln"— das war die Frage, die man der deutschen Sozialdemokratie vorlegte, wobei man deutlich zu verstehen gah�daß man von ihr in einem solchen kritischen Moment mehr verlange, als die Ablehnung aller Kriegsforderungen und die Veröffentlichung papierner Proteste gegen den Krieg. Der Kongreß hat auf diese Frage keine klare Antwort gegeben und konnte es auch nicht, wenn er nicht die Existenzmöglichkeit der deutschen Sozialdemokratie als legale politische Partei in Frage stellen wollte. Ganz undiskutierbar war für Deutschland die anti- militaristische Agitation des HervöiSmuS. aber auch die gelinderen (jormen einer außerparlamentarischen antimilitaristischen Aktion. wie sie JaureS und Vandcrvelde für den Fall einer drohenden Kriegsgefahr forderten, konnten von der deutschen Sozialdemokratie mcht akzeptiert werden. So war eine Einigung nur auf dem Boden des Kompromisses möglich und der Weg zur Herbeiführung eines solchen wurde denn auch von der Subkommission eingeschlagen, der eS durch eine Resolution, die zu den längsten gehört, welche je einem Kongreß vorgelegt worden sind, auch wirklich gelang, die Gegensätze wenigstens einigermaßen auszugleichen." «KönigSberger BolkSzeitunn": „Das schwierigste Problem, das der Kongreß behandelte, war die Frage des„Antimilitarismus". Mit großer Mehrheit wurde der„antipatriotische" Standpunkt des Genossen Herve zurückgewiesen; die Meinung„der Proletarier hat kein Vaterland". die Jnteriiationalität sei keine Ergänzung, sondern das Gegenteil der Liebe zur Nationalität, ist unhaltbar.... Schwieriger gestaltete sich die Stellungnahme zu dem Vorschlag der Mehrheit unserer französischen Genossen, welche die Proletarier aller Länder zum politischen Massenstreik und Aufstand im Kriegsfalle verpflichten wolltet Den deutschen Genossen, insbesondere dem Genossen Bebel, ist es zu verdanken, daß ein solcher Beschluß unterblieb .... Ein politischer Massenstreik mit allen seinen Konsequenzen würde in einer solchen Situation aus Mangel an Beteiligung scheitern; eine Reihe unserer opfermutigsten Genossen würde den preußischen Bajonetten zum Opfer fallen, ohne daß die scheinbar so„revolutionäre" Taktik das Verbrechen des Krieges hindern könnte... In Frankreich würde bei dem demokratischen Wahlrecht zur Deputiertenkammer und dem maßgebenden Einfluß des Parla- ments ein Krieg ohne Zustimmung der Majorität des Volkes schon gar nicht geführt werden können. Können unsere französischen Genossen die Bewilligung der Mittel zum Kriegführcn nicht ver- hindern, so werden sie auch kaum den Krieg selbst zu hintertreiben imstande sein. Ohne deshalb schabloncnmäßig von vornherein die gegebenenfalls anzuwendende Taktik festzulegen, beschränkte sich der Kongreß darauf, unsere Meinung über den Militarismus aufs neue zu bekunden. Die Arbeiterklasse wird, dem Beschlüsse von Stuttgart getreu, alles möglich erscheinende anwenden, um die Zerfleischung der Völker im blutigen Kampf zu verhindern." Leipziger Volkszeitung": festlegen, was wir aber von unseren französischen Parteigenossen haben. Der Berlust, den die Zollverwaltung erleidet, wird auf So ablehnend wir der Auffassung des Genossen Vollmar in der Tat lernen können, das ist die unausgefeßte Bemühung, eine Million Frank geschätzt. gegenüberstehen, dessen Nede in der Militärkommission wenn nicht die Angelegenheiten der auswärtigen Politik aus einer Sache der völlig, so doch mehr als erlaubt war, die Solidarität vermissen Herrschenden und der Diplomatie zu einer Volkssache zu machen, Ein Felssturz. Nach einer Meldung aus Budapest erfolgte in ließ, die die proletarischen Parteien aller Länder gegenüber dem die internationalen Vorgänge aufs genaueste zu beobachten, die Deba beim Bau einer neuen Bezirksstraße ein Felssturz. Zwei internationalen Sozialismus verbindet, so vollkommen verstehen Regierung im Parlament zu kontrollieren, in jedem Falle einer Arbeiter wurden erschlagen, zwölf schwer verletzt. wir das Gefühl der furchtbaren Verantwortlichkeit, das ein in Konfliktsgefahr das Volk zu alarmieren. Von großer Wichtigkeit vierzigjährigen Kämpfen erprobter Parteiführer wie Bebel, emp- wäre hierfür die Herstellung einer stetigen Fühlungnahme zwischen Ertrunken. Aus Wien wird gemeldet: 4 Personen, die auf findet, wenn es sich um Entschlüsse handelt, bei denen nicht nur den leitenden Stellen des Sozialismus der verschiedenen Länder, der Donau eine Vergnügungsfahrt unternahmen, fenterten mit jeder falsche Schritt, sondern auch jedes falsche Wort schlimmere auf daß von einer Hauptstadt zur anderen rechtzeitig Kunde ge- dem Boot. Zwei Personen fonnten gerettet werden, die beiden Tage, als die Tage des Sozialistengesetes waren, heraufzube- geben wird von den jeweilig sich anbahnenden Vorgängen. Der anderen ertranken. Mangel einer solchen Fühlungnahme hat sich früher schon recht schmerzlich bemerkbar gemacht, besonders auch bei dem Marokkokonflikt vor drei Jahren, wo man sich in Berlin erst geraume Frist später als in Paris über die drohende Kriegsgefahr klar werden schwören vermag. Worauf die Todfeinde der Arbeiterklasse gegenwärtig finnen, zeigt hinlänglich die Anklage gegen den Genossen Liebknecht, und es ist kein Zweifel daran möglich, daß sie in dieser Frage hinter sich haben, was einst das Sozialistengefeß ermöglichte: die schlotternde Angst, Feigheit und Lücke des Philisters. So haben wir sicherlich keinen Anlaß, das Spiel der Gegner zu unterstützen, jedoch ist in der deutschen Partei neuerdings mehrfonnte. 21 24 " Ein unangenehmer Druckfehler hat die Preßstimmen- Uebersicht fach wir erinnern nur an den Maiaufruf des Parteivorstandes der gestrigen Nummer verunstaltet. Die auf der ersten Spalte der Fehler hervorgetreten, das Notwendige und Nüßliche nicht angeführte Boltsstimme" zu Augsburg existiert nicht immer so zu sagen, wie es notwendig und nüßlich wäre. Wir( das dortige Parteiorgan heißt Schwäbische Volkszeitung"), es fagten neulich schon, daß auch in solchen Fragen, und gerade in solchen Fragen, der Ton die Musit macht; mit diesem Ton muß Voltsstimme"( Magdeburg) heißen. aber hat es manchmal gehapert, und wir glauben in der Tat, daß man nicht in den offenen Rachen des Molochs hätte laufen brauchen, ohne deshalb den falschen Schein hervorzurufen, als ob man ihn über Gebühr fürchte. Sieht man hiervon ab, so ist in der Frage des Militarismus die Einigung erreicht worden und wir dürfen der Zuversicht leben, daß die internationale Arbeiterklasse den Kampf gegen den Militarismus überall mit gleichem Nachdruck fortführen wird." Sächsische Arbeiterzeitung"( Dresden): Seit jener Zeit( dem deutsch- französischen Maroffo konflikt) beherrscht die Franzosen andauernd der Gedanke, daß Deutschland einen neuen Streitfall fuchen und den Krieg probozieren könnte. Und nun stellten sie die Frage an die deutsche Sozialdemokratie: Was werdet ihr in solchem Falle tun? Sie wünschten als Antwort die Zustimmung zu ihrer Resolution, die den Generalstreit im Kriegsfalle fordert. Bebel ist bei der Abfassung seiner Resolution nicht von dem Sonderfall ausgegangen, der die französischen Genossen beschäftigt. Er wollte eine allgemeine Richtschnur geben. Man darf doch nicht vergessen..., daß auch Deutschland mit der Möglichkeit rechnen muß, von einem Bunde auswärtiger Mächte be friegt zu werden. Der Vertreter der englischen Delegation hat flar ausgesprochen, daß zwar England nur einen Krieg unternehmen fönne, wenn die große Mehrheit der Nation ihn billige, daß dann aber in solchem Falle auch die Sozialisten durchaus außerstande seien, mehr zu tun als zu protestieren, wie sie es gegen den Burenfrieg taten. Dieser Hinweis allein erinnert an die außerordentliche Kompliziertheit und Schwierigkeit dieses Pro blems, so daß wir nur zustimmen können, daß die deutsche De legation sich nicht auf eine Formel verpflichten wollte, beren Durchführung in jedem Fall unmöglich wäre, ganz abgesehen von den strafgesetzlichen Hindernissen, die einer solchen Formel in Deutschland gegenüberstehen. Vermischtes. Nach dem Brand. Die Schlesische Volkszeitung" aus Breslau meldet über den Brand des Ursulinerinnenklosters noch folgendes: Der ganze Dachstuhl der Kirche ist verbrannt und der Turm innen böllig ausgehöhlt: der Dachstuhl über dem Hauptportal ist eingestürzt, ebenso ist die Hälfte des Daches in der Verlängerung nach der Burgstraße hin vernichtet. Die Kirche ist erhalten geblieben, ebenso das Oberlandesgericht sowie das Konvents- und Pensionatsgebäude, die sämtlich gefährdet waren. Die Pensionärinnen wurden sofort bei Ausbruch des Brandes unter sicherem Schuße nach dem Kloster Karlowih( nicht Tarnowih, wie zuerst gemeldet), gebracht. Die Ursache des Feuers ist völlig unaufgeklärt. Feuer an Bord. Auf einem in Riga eingetroffenen ausländischen Dampfer brach Feuer aus. Ein Maschinist und ein Matrose tamen in den Flammen um. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. O. 12. 1. Nein. 2. Sie müssen das Sachverhältnis genauer darlegen. 2. R. 35. Bollmacht ist erforderlich. Sie müssen zu einem Notar gehen. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Betrage des Staufpreises. R. S. 32. Ihre Mutter ist an den Kontrakt gebunden. Oftprieguit. 1. Er konnte fündigen. 2. Klage ist aussichtslos. 100 B. Sie müssen Geduld haben. Es wird nachgezahlt. Die Höhe läßt sich noch nicht be rechnen. 2.2. 5. Sie haben feinen höheren Anspruch. B. O., Lichtenberg. Es kommt darauf an, mit messen Mitteln das Grundftüd getauft worden ift. G. 5. 1000. Sie müssen zahlen. N. P. 102 und A. G. 77. Stommen Sie in die Sprechstunde. Gemeinde werden sich bereit finden. W. S. Reinickendorf. R. 72. 1. Die Sprecher der Freireligiösen 2. Die Möbel fönnen gepfändet werden. 1 St. 99. Berzichten Sie keinesfalls und warten Sie vorläufig 2. S. 101. Sie müssen zahlen. ab, was der Stadtausschuß tun wird. 25 A. 1. Ja. 2. Sie können 6 Monate in Haft genommen werden. 2. S., Reinickendorf. Ihre Frau ist zur Zahlung verpflichtet. Karl Kunig. Jedes Kind tann sofort Auszahlung des Erbteils verlangen. F. G. 44. 1. Ihr Sohn ist ohne weiteres Preuße. 2. Die Entlassung brauchen Sie nicht zu beantragen. Nachteile erwachsen Ihnen nicht. T. 222. 1. Ja. 2. Nein. 3. Versuchen Sie sich mit der Firma zu einigen. D. M. 248. Das Kind erhält den ursprünglichen Familiennamen der Frau. H. 38. 1. 10 Jahre. 2. So lange fie lebt. 3. Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. M. 48 A. 2. Kommen Sie mit dem Bescheid in die Sprechstunde. F.100. Ungefähr 3,50 M. pro Person. W. B. B. 79. Wir halten die Worte nicht für eine Rede, anders haben aber leider preußische Richter entschieden. Wenden Sie sich sofort an den Borstand des Wahlvereins. Georg Lindner, München. Der Vorfibende Ihres Wahlvereins, an den Sie sich wenden wollen, wird Ihnen bas Nähere mitteilen.- 80. G. 2. Charitéftraße 2, Bureau des Metall. arbeiterverbandes. Nr. 50, R. G. Nein. N. G. 100. Der mündlich abgeschloffene Mietskontratt gilt ein Jahr und läuft ohne Kündigung ab. Die Hausreinigung können Sie nach sechswöchentlicher Kündigung zum Abschluß des Quartals abgeben.-M. P. 500, Geschäftliche Empfehlungen Abgestürzt. Der Tourist Pohlmann aus Königsberg i. Pr. lehnen wir prinzipiell ab. R. R. 65. Legen Sie den Ring einem Goldist, wie aus Graz berichtet wird, vom Wafferad- Kopf abgestürzt pflege, Frau Oberbürgermeister Stirschner, ult. Moabit 90.- 8. R. 2.5 arbeiter 2. S. 3. Wenden Sie sich an den Berein für Hausund schwer verletzt aufgefunden worden. Buch ist nur englisch zu haben und loftet 10 Mark. Paul. 1. 25 Broz. von zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes. 2. Sie tönnen sechs Monate in Haft genommen werden. F. H. O. Das letzte Jahr vor der Wahl ist maßgebend.$. S. 5. 1. Ja. 2. Ja. 3. Wiederholen Sie diese Frage ausführlicher. 23. F. 28. Die Schuld ist verjährt. Die rettenden Vorschriften. Nach einer Zusammenstellung der Frankfurter Beitung" find im Jahre 1906 auf den preußischhessischen Staatsbahnen 163 Unfälle durch Ueberfahren bei Schranken vorgekommen. Hiervon entfallen auf die Hauptbahnen 62, auf die Nebenbahnen 101 Unfälle. Minister Breitenbach hat die maßgebenden Veranlassung genommen, allen Beteiligten Vorschriften einzuschärfen. Reffel- Explosion. Wie die Diedenhofener Bürgerzeitung" meldet, platte beim Bau eines neuen Forts in der Nähe von Vernh der Dampftessel einer Maschine, wobei ein Maschinist sofort getötet und ein anderer so schwer verletzt wurde, daß er infolge der erlittenen Verbrühungen starb. Wenn wir somit die Beseitigung der französischen Generalstreitsforderung aus der Kriegsresolution für ein Gebot der Notivendigkeit halten, so ist doch der Geist, der die französische Sozialdemokratie in dieser Frage beseelt, ein überaus wertvolles Element für den internationalen Sozialismus und es ist vortrefflich, daß ein gut Teil dieses Geistes in die endgültige Resolution des Stuttgerter Stongresses eingegangen ist. So unmöglich eine Festlegung auf die bestimmte Formel der französischen Delegation ist, so borbildlich, insbesondere auch für die deutsche Sozialdemokratie, foll Wegen angeblicher Zollfälschung verhaftet. Aufsehen erregt die Aktivität des Kämpfens sein, die in der französischen Sozial- in Paris die Verhaftung eines höheren Zollbeamten am Bahnhofe demokratie beruht. Ueber die Mittel, die in einem gegebenen Saint- Lazare, dem zur Last gelegt wird, zugunsten eines Pariser Falle anzuwenden sind, läßt sich bestimmtes nicht auf lange hinaus| Speditionshauses Fälschungen in den Büchern vorgenommen zu Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 29. August verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Wilhelm Trebbin, Fennstraße 19. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 5 1hr, von der Halle des Dankes- Kirchhofs in Reinidendorf- West, straße, aus statt. Blanke 266/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hugo Schlägel am 24. Auguft an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 148/11 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gastwirt Hermann Wittenberg im Alter von 61 Jahren ver storben ist. Ehre seinem Andenken! 14/11 Der Vorstand. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und bie reichen Stranzspenden bei der Be erdigung meines mir unvergeßlichen Bruders, des Schriftsezers Roderich Haenelt age ich Freunden und Bekannten, sem Personale der Hermann Schmidts Buch- und Kunstdruckerei( G. m. b..), jowie dem Verein Berliner Buchdruder 4. Schriftgießer meinen innigsten Dank. Die Schwefter: Cäcilie Haenelt. Kassenbäder feber art, Augusta- Bad Berliner RadfahrArbeiterVerein. 12 Visites Kabinetts von " 1,80 M. an 4,80 M. in guter Ausführung liefert " Briefkaften der Expedition. Das Nein. P. W. Die Neue Beit"; dieselbe erscheint wöchentlich und loftet pro Nummer 25 Pfennig. Bekanntmachung. Für das mir bewiesene Wohlwollen meiner Stammgäfte sowie Gäste fage meinen Dank und bitte, dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu Bugleich noch allen ein Lebewohl wegen Ueberfiedelung nach 275/3 Rudot( Restaurant Julius park"). Witgl. des Arb. Radfahrerbundes Oscar Goetze, Photograph.ollen. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Otto Buggert am 30. August verstorben ist. Ghre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Momag, den 2. September, nacham mittags 5 Uhr, von der Leichen halle des Luther- Kirchhofes in Lantwit statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes 26585 Otto Przyborowsky sage ich allen Berwandten und Bes tannten, sowie dem Deutschen Metallarbeiter- Verband und den Kollegen der A. E. G. meinen tiefgefühlten Dant. 9 Frau Przyborowsky. Danksagung. Für die bewiesene Teilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, des Fräsers 26485 Karl Sufka fage ich allen Beteiligten, speziell den Herren Beamten und Kollegen der Firma Schwarzkopff, sowie dem Borstande der Neuen MaschinenbauerStrantentasse meinen herzlichsten Dant. Frau Ida Sufka und Sohn. Von der Neise zurüd 63/2 Dr. Salingré. Von der Reise zurück Dr. Mankiewicz, Arzt für Harnkrankheiten. 231/6 Potsdamerstr. 134. Von der Reife zurüd J. Kallmann, Zahnoperationen mit örtl. Betäub., für Raffenmitglieder auf Wunsch ohne Nachzahlung. Sprechst. 8-8. 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Kohlenknappheit Diese Preise werden von Großhändlern und Großkonsumenten daß ihm aus einem bei Hennigsdorf ankernden Kahn mittels Ginverlangt. Wie die Aufstellung ergibt, haben die Preise teilweise bruchs ein von einem Bahnbeamten stammender Schafspelz gerecht fräftig angezogen. Im Durchschnitt dürfte die Preissteigerung stohlen sei. Nun richtete sich der Verdacht der Täterschaft auf fich auf zirfa 1,50 Mark pro Tonne stellen. Nechnet man aber auch Stolp, um so mehr, als der Gendarm Tietz von einem Bahnbeamten Berlin, 31. August 1907. nur mit einer durchschnittlichen Verteuerung von 1 Mark im Jahres- crfuhr, daß Stolp gar nicht nach Reinickendorf, sondern nach Berlin Brennmaterialienproduktion Ein- und Aus- durchschnitt, so ergiebt das für den deutschen Konsum schon eine Mehr- gefahren und ohne Paket zurückgekommen sein soll. Stolp blieb fuhr Julandsversorgung Großhandelspreise Detailpreise belastung von über 130 Millionen Mark für das Jahr. Tatsächlich ist diese dabei, daß das Paket sein Arbeitszeug enthalten habe, er geriet aber Kleinhandelspreise. Mehrbelastung aber viel größer, denn im Details und Kleinhandel in seiner Darstellung in verschiedene Widersprüche und so wurde Die Kohlenproduktion hat im Juli eine weitere Zunahme er- haben die Preise noch träftiger angezogen wie im Großhandel. Die gegen ihn die Anklage wegen Diebstahls erhoben. Sie konnte in fahren. Da gleichzeitig aus der Eiſenindustrie etwas minder folgende Aufstellung gibt Preise an, wie sie in der Hauptsache von der Zwischenzeit von sechs Jahren noch nicht erledigt werden. Die starker Begehr gemeldet wird, muß die immer noch herumspulende heffer fituierten Leuten für Hausbrand bei Abnahme von größeren Schwierigkeiten, die sich der Erledigung von Strafsachen stets entAngst vor einer Kohlenknappheit wunder nehmen. Soweit Kon- Mengen bezahlt werden. Um die Vergleiche zu erleichtern, berechnen gegenstellen, bei denen Schiffer beteiligt find, zeigten sich in diesem fumenten nicht genügend befriedigt werden, ist kaum wirklicher wir die Detailpreise ebenfalls nach Tonnen. Falle in ganz besonders hellem Lichte. Der Angeflagte Stolp befand fich feit 1901 ununterbrochen auf See, auch einige Zeugen befanden sich in ihrer Eigenschaft als Schiffer bald hier, bald dort, und so in 1907 wurden die Verhandlungstermine immer wieder vereitelt. Bei dem in Proz. gestern nunmehr zustande gekommenen Termin stellte es sich heraus, daß inzwischen zwei Zeugen bereits verstorben sind. Die Situation 31,00 10,8 wurde für den Angeklagten nicht günstig, als ein von ihm an17,00-19,00 18,00-20,00 5,5 gerufener Entlastungszeuge ihn vollständig im Stiche ließ. Dieser Berlin( frei Keller bei Abnahme von 30-60 Zentnern) Steinkohlen: Oberscht. Stücke und Braunkohlenbriketts Würfel Steinkohlen: Schles. Stücke und Danzig( frei Wagen a. Detailhof) Würfel 9 Mangel an Material, sondern es sind mehr willkürlich hervorgerufene Umstände dafür verantwortlich. Das Anziehen der Preisschraube muß doch eine Begründung haben. Das Argument der Selbstkostensteigerung durch Lohnerhöhung ist angesichts der glänzenden Geschäftsabschlüsse doch allzu fadenscheinig. Deshalb muß das Gespenst einer Kohlennot wieder mal als Mittel zum Zwecke dienen. Genau wie im Jahre 1900. Damals hatte man auch die ganze Welt in den Glauben verjetzt, die Kohlen würden so rar werden wie zu friedene Dividendenschlucker und Agrarier. Kaum aber hatte man die erhöhten Preise durchgesezt, das Kohlensyndikat mit den Eisen- Anthrazit- Nußkohle bahnverwaltungen Abschlüsse zu Hochkonjunkturpreisen hereinbekommen, Braunfohlenbriketts wurden Produktionseinschränkungen festgesetzt: von Kohlennot war feine Nede mehr! Man braucht sich nicht zu wundern, wenn es Steinkohlen: Schottische Nüsse Stettin diesmal wieder ähnlich so kommt. Im Juli dieses Jahres ist die Produktion an Steinkohlen gegen dieselbe Zeit des Vorjahres um 1267 693 Tonnen gestiegen, bei Braunkohlen ergibt sich eine Produktions zunahme um 753 626 Tonnen, die Erzeugung von Kols stellt sich um 182 681 Tonnen höher und Preßkohlen wurden 878 198 Tonnen mehr produziert. Die Vergleichszahlen für die ersten sieben Monate 1907 find die folgenden: in 1907 mehr in Prozent 1906 1907 in Tonnen Steinkohlen. 78 776 251 Braunkohlen 31 523 659 Kots 82 858 080 4,54 34 967 329 10,92 11 485 784 12 519 546 9,00 9 833 419 20,06 • . Breßlohlen. 8 189 944 Auffällig start ist die Zunahme in der Produktion an Kots, fie ist fast doppelt so start als die Steigerung der Kohlenförderung. Die Erzeugung in den ersten sieben Monaten dieses Jahres überragt schon die ganze Jahresproduktion 1903 und macht bereits über 61 Proz. der im Jahre 1905 produzierten Menge aus. Produktionszunahme ist auch noch die Einfuhr gestiegen. Die Ausfuhrsteigerung bleibt hinter der Zunahme der Einfuhr zurück, sodaß die Steigerung der Inlandsversorgung über die Produktionszunahme hinausgeht. Für die Zeit von Januar bis Juli ergeben sich folgende Außenhandelsziffern: Kohlen Kots Einfuhr 1906 1907 4932 7213 Ausfuhr Neben der Einfuhr Ausfuhr in 1000 Tonnen Ueberschuß 1906 1907 1906 1907 1906 1907 6178 4040 1600 1840 11110 11253 350 304 1959 2145 Braunkohlen 4897 5178 10 Anthrazit- Nüsse II u. III Gartofs Braunkohlenbriketts Steinfohlen: Stücke, Würfel, Nuß I Breslau( frei Keller) Garkots Briketts Halle a. S. Steinkohlen: Anthrazit, deutsch, Nuß II Braunkohlen, Förderkohlen Westf. Steinkohlenbriketts Magdeburg • Schles. Steinkohlen, Stüde, Würfel Böhm. Braunkohlen, Stücke Nußkohlen Braunkohlenbriketts( Hausbrand) " Altona h.- Westf. Stückfohlen I Anthrazit- Nußkohlen Brechkoks Engl. Kaminkohlen, Stüde Frankfurt a. M.( frei Keller) Steinkohlen: Hausbrand Nußkohlen I u. II. Brechkoks I u. II Detailpreise in Mark pro Tonne 1906 1907 28,00 Steigerung 24,00 40,00 26,00 48,00 20,0 8,3 22,00-28,00 25,00-26,00 13,3 21,0 40,00 14,3 19,00 28,00 35,00 21,00 26,00 23,8 17,00 20,00 17,6 19,60 22,00 12,2 21,00 22,50 19,00 22,00 7.1 15,8 44.0047,00 67 3,30 29,00 3,30 30,00 3,4 22,00--23,00 26,00-28,00 19,9 12,00-13,00 15,00-16,00 24.0 10,00-11,00 13,00-14,00 28,5 13,00-14,00 14,00-15,00 7,4 • 25,00 37,00-40,00 28,00 83,00 82,0 49,00 27,3 38,00 35.5 24,00-25,50 30,00-34,00 27,0 23,00 30,00-31,00 32,6 distr 22,40 26,00 527,30 30,00 30,00 36,00 11,6 9,9 20,0 Elberfeld( frei Keller) Steinkohlen: Gem. melierte Kohlen 19,00 22,00 5,2 Rußt. I. u. II 21,00 23,00 9,5 18,00 21,00 • 27,40 28,00 2,2 33,00-34,00 34,00-36,00 8,4 25,00-26,00 28,00 9,8 88,00 36,00 23,00 26,00 28,00 31,20 14,60 17,00 11,1 16,4 11 4887 5167 Braunkohlenbrifetts Unter Zurechnung des Kots stellte sich der Ausfuhrüberschuß München an Steinkohlen auf über 6 Millionen Tonnen. Mit einem Teile Oberbayer. grobe Stückfohlen dieser Menge founte man dem periodisch aufgetretenen Mangel in Ruhr- Schmiedefohlen. der Versorgung des Julandsmarktes abhelfen. Aber die Preispolitit Braunkohlenbriketts des Kohlensynditats findet bessere Stütze, wenn die Marktregulierung Nürnberg( frei Haus) in der Weise erfolgt, daß ab und zu die Konsumenten mit der Angit Steinfohlen Ia, Zwickauer Gaspech vor einer Kohlenknappheit allen preisdiktatorischen Gelüsten ge- Braunfohlenbritetts fügsam gemacht werden. Wenn man berücksichtigt, daß die reinen Balzwerke teilweise schon mit Arbeitsmangel zu tun haben, aus dem Siegerlande gar schon das Einlegen von Feierschichten gemeldet wird, dann muß man die jetzige Versorgung des Junenmarltes als sehr reichlich ansehen. Zur Verfügung des in ländischen Konsums standen in den ersten 7 Monaten im Juli 1906 1907 in 1000 Tonnen 1906 1907 Steinkohlen 72 598 Braunkohlen 36 410 Rots 9 874 • • 78 818 40 134 10 679 10 921 5 290 1450 12 552 6 201 1 607 Leipzig Steinfohlen: Delsniger Pechſtüde Braunkohlenbrifetts Bremen( frei Haus) Westf. Gasflammnußfohlen I. Engl. Flammnußkohlen. Lübeck Weftf. Steinkohlen. Braunkohlenbriketts, N.-L. Beuge sollte nämlich bestätigen, daß der Angeklagte an dem kritischen Lage beim Betreten des Lokals des Zeugen in seinem Bafet sein Arbeitszeug gehabt habe. In Wirklichkeit bekundete aber der Zeuge, daß der Angeklagte in seinem Lokal einen Pelz verkauft habe, der einige ganz besondere Merkmale hatte, die sich auch in dem gestoblenen Bela befanden. Das Spiel schien für den Angeffagten verloren da trat als Retter für ihn sein einwandsfreier Bater auf, der ganz treuherzig erzählte, daß es wahrscheinlich sein Belz gewesen sei, den der Sohn verkauft habe. Er habe zwei Belze besessen, die er seinerzeit dem bei ihm beschäftigten Sohne übergeben, von denen er aber nur einen zurück erhalten habe. Der andere habe auch eins der als befonders charakteristisch hervorgehobenen Merkmale gehabt. Troß dieser neuen Variante hielt der Staatsanwalt den Angeflagten für überführt, den qu. Bela gestohlen zu haben und beantragte gegen ihn neun Monate Gefäng= nis. Rechtsanwalt Dr. Schwindt war dagegen der Ansicht, daß der Gerichtshof zu einem Non liquet fommen müsse, da man mit all den belastenden Momenten nicht weiter fomme. Zeit wäre es übrigens, daß das Gericht diese durch die Jahre sich hinzichende Belzgeschichte einfargen fönnte. Dieser Wunsch sollte sich aber nicht erfüllen. Jut lebten Augenblicke verriet noch ein Zeuge, daß der Pelz, den der Angeklagte damals verkauft, noch im Besibe einer in Berlin wohnenden Frau sei. Diese Frau soll nun zum nächsten Termin geladen werden mit dem Auftrage, den Belz mit Gerichtsstelle zu bringen. Da wirds sich dann zeigen, ob der Belz der gestohlene oder der dem Vater des Angeklagten abhanden getommene ist. Wann der nächste Termin zustande kommen wird, steht dahin; vielleicht erst, wenn die Ströme von Eis bedeckt sind und Die Schiffer unfreiwillige Muße haben. Vom§ 4 des Vereinsgefekes. an Der Gewerkschaftsbeamte Dahnisch war von der Straffammet zu Ratibor wegn Hebertretung des§ 4 des Vereinsgesetzes zu 50 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einer vom ihm eine berufenen Versammlung von Mitgliedern des Bergarbeiterverbandes nicht dafür gesorgt hatte, daß zwei Polizeibeamte Sitpläge erhielten, bezw. sich weigerte, ihnen solche zu verschaffen. Angemessene Pläße gemäß§ 4 febten eine Sibgelegenheit voraus. Go meinte das Gericht. Nun fände die Bestimmung des§ 4, daß den Abgeordneten der Polizei angemessene Bläße einzuräumen seien, allerdings nur Anwendung auf Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollten. Das sei aber hier anzunehmen, denn die Versammlung habe Stellung nehmen follen zur Generalversammlung des Verbandes, und dieser sei eine 13,0 Bereinigung, die auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirker bezwecke. 9,1 25,00-26,60 27,50-28,50 8,5 . 25,20-26,60 28,00-30,00 11,9 24,00 22,00 30,00 26,00 25,0 Am wenigsten empfindlich war die Preissteigerung in München am träftigsten in Altona. Wie fich im allgemeinen die Preisverschiebung im eigentlichen möglichst gleichwertige Qualitäten zueinander in Vergleich stellen Kleinhandel gestaltet hat, zeigt die folgende Uebersicht, in der wir ( Preise für 1 Zentner in Mark): Steinkohlen Stüde Im Monat Juli 1907 sind dem Inlandsmarkt zirka 2 Millionen Tonnen Steinkohlen und 911 000 Zonnen Braunkohlen mehr verblieben als in derselben Zeit des Vorjahres. Leider ist kaum zu erwarten, daß die für den Konsum günstigere Wendung in der Kohlenversorgung auch einen wohltätigen Einfluß auf die Preisgestaltung haben wird. Das Mißverhältnis zwischen den schon hohen vorjährigen und den diesjährigen Preisen wird sich anscheinend im Berlin Herbst noch verschärfen. Wie groß die Differenz schon im Juli war, Königsberg läßt nachstehende Zusammenstellung erkennen: Großhandelspreise in Mark pro Zonne. 1906 1907 • Danzig Stettin . Braunkohlen Briketts Rots 1906 1907 1,40 1,578) 1,35 1,40 1906 1907 1906 1907 1,43 1,49 0,89 1,053) 1,80 1,50 1,10 1,20 1,20 1,85 1,00 1,10 1,40 1,70 1,10 1,26 0,90 1,132) 1,20 1,81 1906 1907 Posen. 1,20 1,30 1,10 1,202) 1,20 1,20 Breslau Berlin( frei Bahnhof). 1,00 1,20 1,00 Frautfurt a. M.( ab Zeche). 1,103) 1,20 1,25 Halle 1,30 1,40 0,70 Westf. Schmiedefohle 23,00 24,00 Beftmelierte Stein0,82 1,20 1,50 1,40 Westf. Gießereifofs 28,50 31,00 Magdeburg fohle 12,20 13,50 1,60 0,75 0,802) 1,30 1,50 Altona Gastots( ab Gas1,10 1,40 0,85 Brechtots I u. II¹) 13,60 14,90 1,002) 1,40 1,90 Hannover 19,00 26,00 Brauntohlenbritetis. 10,80 10,80 Barmen 1,23 1,45 0,73 anstalt)!) 0,953 1,35 1,45 1,15 1,00 Braunkohle( böhm.). 14,80 16,60 1,15 Elberfeld( ab 8eche). 1,00 1,10 1,20 Köln 1,80 1,88 0,75 Salonbriketts)... 18,00 14,00 Beftmelierte Stein 0,79 0,93 1,01 Elberfeld. 1,05 1,15 0,95 1,05 Engl. Schmiedetohle¹) 21,00 25,00 fohle 12,00 13,00 1,05 1,40 Danzig. Braunkohlenbrifetts. 10,00 11,50 Bei den für Hausbrand wichtigen Braunkohlenbriketts stellt sich Schottische MaschinenMünchen( frei Bahnhof). die prozentuale Preiserhöhung, in der Reihenfolge der aufgeführten Toble 13,00 17,00 Oberbayr. Stüdfoble 21,60 22,00 Städte für die einzelnen Plätze auf folgende Säge: 17,9; 9,1; Schottische Nußkoble 18,50 18,00 Ruhrschmiedetohle 1). 29,00 30,00 10,0; 25,5; 9,1; 10,0; 17,0; 6,6; 17,6; 16,4; 0,0; 5,3; 15,3. Am Oberscht. Briketts I. 19,00 26,00 Saaruustohlen... 25,20 27,00 alüdlichsten ist Barmen daran, dann folgt Stöln; die größte Ruhrgastots, grob¹) 30,00 35,00 Steigerung hat Stettin, dann folgt Berlin. Für manche arme Steinkohlenbriketts. 19,00 21,00 Brauntohlenbrifetts. 28,00 30,00 Familie wird es im nächsten Winter eine wirkliche Kohlennot geben, Braunkohlenbriketts. 14,00 15,00 Steinkohlenbriketts 18,50 19,50 weil sie die Preise nicht zahlen fönnen. Die Aermsten, die im Posen. Nürnberg( frei Bahnhof). Sommer nicht größere Mengen für den Winter einkaufen können, Steinkohlen: Stüde Ruhrtohle, Nuß Iu. II 25,50 26,00 werden für ihre Armut besonders gestraft, sie müssen Extraaufschläge u. Würfel... 19,10 20,40 Gastofs, grob 24,00 27,00 bezahlen. do. Sleinkohle.. 15,70 17,40 Brannkohlenbriketts. 15,50 16,50 Braunkohlenbritetts. 16,00 17,00 Leipzig. Breslau. Delsniger Stein. hón Steinfohlen: Stüde Stettin. u. Würfel Gastots. 15,90 17,90 19,00 20,40 Braunkohlenbrifetts: Niederlaufizer... 15,50 18,50 17,00 23,00 Kohlenbriketts 16,20 18,20 eftf. Brechfots Iu. II 18,00 22,00 Böhmische Braunkohle: Stüde Müsse I. Salonbrifetts Lübeck. Stots, B • 2) für 100 Stüd. 3) 1 Hektoliter. Gerichts- Zeitung. Der Schafspelz. D. Das Kammergericht hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zur nochmaligen Verhandlung. Den Standpunkt, daß als angemessene Bläke Sigpläge anzuweisen feien, bertrat bas Kammergericht ebenfalls. Rechts irrtümlich sei es jeboch, wenn das Landgericht die Versammlung schon deshalb als eine solche zur Grörterung öffentlicher Angelegenheiten ansehe, weil der Verband eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke. Nicht jede Versammlung eines der artigen Verbandes, auch wenn sie sich mit Verbandsangelegenheiten beschäftige, sei als Versammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten anzusehen. Die Vorentscheidung sci deshalb aufSie speziell in dieser Versammlung erörtert und beraten zuheben, damit das Landgericht nachprüfe, ob die Angelegenheiten, werden sollten, öffentliche Angelegenheiten waren. Verfammlungen. Zentralverband der Töpfer. Die am Freitag im Gewerkschaft3. hause abgehaltene Mitgliederversammlung sehte die in der vorigen Versammlung begonnene Besprechung über die Verhandlungen des Verbandstages fort. Nachdem diese Angelegenheit erlebigt war, teilte der Vorsitzende Se gawe das Ergebnis einer vom 12. bis 17. August vorgenommenen Baufontrolle mit. Es sind 162 Neubauten ermittelt. die zurzeit für Ofensetzerarbeit in Betracht kommen. Auf diesen Bauten sind 1291 Töpfer beschäftigt. Davon gehören 1064 dem Verbande, 196 der Lolalorganisation an und 31 sind nicht organisiert. Ferner wurden angetroffen 147 Lehrlinge, von diesen arbeiteten 105 felbständig, 20 arbeiteten mit Gefellen zusammen und 22 trugen Lehm. Außerdem waren auf den Bauten 173 Träger beschäftigt, bon denen 140 dem Verband, 51 der Sektion, 12 der lokalen und 21 feiner Organisation ange. hörten. Nach dem Ergebnis der Bautenkontrolle tann für die Monate September und Oktober eine ziemlich günstige Konjunktur in Aussicht gestellt werden. Hierauf teilte der Vorfibende mit, daß die Gründung einer neuen Organisation im Werke ist, welche die dritte in Berlin bestehende Töpferorgani. fation sein würde! Die Neugründung trägt den Namen " Freie Vereinigung der Ofensezer Berlina", sie geht aus von drei Personen: Groth, Gomoll und Jost. Diese versenden Birkulare an die Meister, worin sie sich zur Uebernahme von Arbeiten empfehlen und dabei bemerken, daß ihre Vereinigung aus 15 Personen bestehe, die nicht organisiert seien, teinen Tarif anerkennen und die Arbeiten nach freier Ber. einbarung mit den Meistern annehmen. Wie Segape fagte, handelt es sich hier meist um solche Personen, die bisher immer die gesperrten Bauten befebten und jetzt, wo keine Sperren bestehen, sich auf andere Weise den Meistern zu empfehlen suchen. Die neue Von Bereinigung ist auch bemüht, weitere Mitglieder zu werben. Seiten des Verbandes will man diefer Neugründung gegenüber borläufig eine abwartenbe Saltung einnehmen und den Verfuch machen, die Betreffenden von der Gemeinschädlichkeit ihres Treibens bu überzeugen und sie auf den rechten Weg zurückzuführen. Bom Vorstand der Arbeiterbildungsschule erhalten wir folgende Zuschrift: 21 6,70 7,20 4,80 5,80 Der Biberpela, der zu einer literarischen Berühmtheit geworden, Halle. .... 9,90 11,00 hat noch nicht einmal so lange die Gerichte beschäftigt, als der Industriebraunkohle¹) 4,50 4,60 minderwertige Schafspelz, der gestern den Mittelpunkt einer Preßsteine f. Hausbr. 12,00 13,50 Beftf. Steinkohlen 19,50. 22,50 vor der 1. Ferienstraffammer des Landgerichts II Berlin verMagdeburg. Engl. 18,00 21,50 bandelten Diebstahls- Anklage bildete. Geit vollen sechs Steinfohle: Schles., 22,00 28,50 ahren spielt dieser gestohlene Schafspelz in den Gerichtsaften Stücke u. Würfeli) 21,50 27,00 Braunkohlenbriketts, eine Rolle und es scheint so, als ob er diese besondere juristische In dem Bericht über unsere legte Generalversammlung heißt do. sächsische, do. 1) 22,00 25,00 Niederlaufizer... 16,50 18,50 Mission noch eine ganze Weile wird erfüllen müssen. Am 28. Fe- es im Vorwärts" vom 30. d. Mis.; Gastohle¹) Bremen. bruar 1901 bemerkte der Gendarm Tiek in Hermsdorf gelegentlich Braunkohle: Weftf. Gasflammkohle: eines Lokaltermins den mehrfach vorbestraften Arbeiter Karl Böhmische, Stüde¹) 12,00 15,50 Förder). 15,60 17,60 Stolp, der ein Batet unter dem Arme trug. Dies erregte den Gaslots) 22,00 28,00 Stüiffe I u. II¹) 18,10 19,60 Verdacht des Beamten. Dieser trat auf Stolp zu und fragte ihn, Briketts, Hausbrand¹) 12,50 14,00 Engl. Flammikohle: wohin er wolle und was er in dem Paket bei sich führe. Jener Altona. Förder) 18,50 21,50 erwiderte, daß er nach Reinickendorf wolle, um dort Arbeit zu Engl. Anthrazitnüffe 31,00 36,50 Rüsse I u. II) 20,70 22,70 fuchen, und das Paket seinen Arbeitsanzug enthalte. Der Gendarm Gas- u. Colingfohle 15,85 17,05 Brauntohlenbriteits) 17,52 17,60 Zieb überzeugte fich durch äußeres Befaffen des Palets, daß diefes anscheinend wirklich ein Kleidungsstüd enthielt, und gab fich mit ter Auskunft zufrieden. Bald darauf meldete der Schiffer Zwibus. » Höchstpreise. Die Beteiligung an den Surfen war folgende: An einem Rurfus 368, an zwei Kurien 64, an drei Sturien 9, an bier Surfen 2 und an sechs Kursen 1 Schüler. Daraus liest bie bürgerliche Presse, daß wir brei Kurse für je neun Schüler, vier Kurse für je zwei Schüler und sechs Kurse gar für einen Schüler hätten abhalten lassen. In Wirklichkeit soll der Bericht ausdrücken, daß neun Schüler an drei verschiedenen & urieu teilnahmen, awei Schüler an vice Kursen und ein Schüler an allen sechs Kursen, Mit Barteigruß S. Lammé. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 1. September. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr: 1. Abteilung: im Neuen Schauspielhause: Fuhrmann Henschel. 19./20. Abteilung: im Berliner Theater: Freiwild. Neue Freie Bolksbühne. 1. Abt.: nachmittags 22 Uhr: im Deutschen Theater: Der Revisor. 4. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Die Möwe. 7. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Schiller- Theater O: Trau mulus. 14. Abteilung, boll; 15. Abteilung, 14 001 14 500: im SchillerTheater Charlottenburg: Monna Banna. Anfang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. Tristan und Isolde.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Ein Kaisertag zu Nürnberg.( Anfang 8 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Die Rabenſteinerin. Neues fönigl. Operntheater. Die Geisha. Nachmittags 3 Uhr: Wiener Blut. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Robert und Bertram. Kammerspiele: Fräulein Julie. ( Anfang 8 Uhr.) Montag: Aglavaine und Selysette. Anfang 8 Uhr. Berliner. Die tanzenden Männchen. Montag: Der Widerspenstigen Bähmung. Leffing. Kollege Crampton. Nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glode. Montag: Nosmersholm. fang 7 Uhr.) Schiller 6. ( An( Wallner Theater.) Weh' dem, der lügt. Montag: Der Herr Senator. echiller Charlottenburg. Der Herr Senator. Montag: Göz von Berlichingen Nenes Schauspielhaus. Die Hochzeitsfadel. Montag: Dieselbe Borstellung. Neues. Der Dieb. Montag: Dieselbe Vorstellung. Komische Oper. zählungen. Hoffmanns ErNachmittags 3 Uhr: Erzählungen. Montag: Carmen. Hoffmanns Westen. Die lustige Witwe. Nachm. 3 Uhr: Frühlingsluft. Montag: Die lustige Witwe. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Sein Alibi. Montag: Husarenfieber. Zentral. Unsere Stäte.( Anfang 7 Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag: Orpheus in der Unter welt. Kleines. Die Stimme der Un mündigen. Nachmittags 3 Uhr: Nachtashl Montag: Vater und Sohn. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Dnkel. Nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Ihr Sechs- Uhr- Dntel. Bernhard Nose. Der große Unbekannte. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Der große Unbekannte. ( Anfang 8 Uhr.) Theater au der Spree. Der Aktienbudiker. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Sylvester Schäffer. Spe zialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gebr. Herrnfeld. Madame Wigs Wag. Es lebe das Nachtleben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage. Bernardi. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Anne Dancreh. Annie Dirtens. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Prater. Der Tanzteufel. Figaro. Paris. Die Klaue. Unterm Bett. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Haverland. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Montag 8 Uhr: Von der Zugspige zum Wahmann. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Sonntag, 1. September, abends 8 Uhr: Die tanzenden Männchen. Detektiv- Komödie in 4 Aufzügen bon Ferdinand Bonn. Montag: DerWiderspenstigen Zähmung Neues Theater. Bum 75. Male: Der Dieb. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Der Dieb. Zweiter Berliner Wahlkreis. Sonntag, den 8. September, in den Gesamträumen der Berliner Bock- Brauerei ( Tempelhofer Berg): Volksfest Konzert Kinematograph Curnerische Aufführungen Kinderspiele Großer Ball. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Konzert u. Ballmusik: Berliner Sinfonie- Orchester. ( Dirigent: Maximilian Fischer.) Turnerische Aufführungen und Kinderspiele: Mitglieder des Arbeiter- Turnerbundes. 239/ 19* Jedes Kind erhält am Eingang einen Bon zur Stocklaterne gratis. DIe Kaffeeküche ist von 2 bis 6 Uhr geöffnet. Billetts im Vorverkauf 20, an der Kasse 30 Pf. Anfang 4 Uhr. Programm an der Kasse gratis. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Das Komitee. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 1. September 1907 im Volksgarten- Theater früher Weimann, Eingang Behm- und Bellermannstraße: Großes Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung, Künstler ersten Ranges, 265/ 19* arrangiert von den Parteigenossen des Gesundbrunnens. Im Saale: Großer Ball. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eintritt 25 Pi. Kinder frei. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. E Bei eintretender Dunkelheit: Kinder- Fackelzug. Kassen- Eröffnung 2 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Das Komitee. Schwarzer Friedrichsberg Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh.: Gebr. Arnhold. Fernspr. Friedrichsberg No. 8. Jeden Sonntag: Großes Künstler- Konzert Spezialitäten- Vorstellung Im Königsaale: Großer Ball. Volksbelustigungen aller Art. Drei verdeckte Kegelbahnen. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Entree 20 Pr. Dienstag, den 3. September: [ 5021L*] Anfang 4 Uhr. Außergewöhnlicher Künstler- Abend. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater).| Sonntag, 1. September: Wiedereröffnung der Schauspielsaison nach m. 3 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 3 Aften von Arno Holz und Oskar Jerschke. Sonntag, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Lustspiel in 3 Aufz. b. Franz Grillparzer. Montag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Dienstag, abends 8 Uhr: Monna Vanna. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Monna Vanna. Schauspiel in 3 Aufzügen von Maurice Maeterlint. Deutsch von F. v. Oppeln- Bronikowit Sonntag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Schönthan u. Gustav Kadelburg. Montag, abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Theater des Westens. FriedrichAbends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Operette in 3 Atten v. Franz Lehár. Kleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Die Stimme der Unmündigen. Montag zum 49. Male: Vater und Sohn. Dienstag: Die Stimme der Unmündigen. Lustspielhaus. Schauspielhaus Wilhelmst. Dulia Chauffeestr. 30/31. Eröffnungs- Vorstellung Freitag, 6. September, abends 8 Uhr: ,, Die Nibelungen." Von Fr. Hebbel. I. Abend:„ Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod." WING BARTEN Nachmittags 3 Uhr: Sein Alibi. Anne Dancrey, Pariser Säng. Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Abends 7, Uhr: Unsere Käte. Montag: Orpheus in der Unterwelt. 8 Uhr 8 Uhr Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Sonntag, den 1. September: The 8 English Girls, Gesangs- und Tanztruppe. Die 4 Barowskys, Akrobaten. " Die Bauernjungen im Walde". Le Roy Talma u. Bosco, Zauberkünstler. Agoust, komischer Jongleur. George B. Reno Company, amerikanische Exzentriks. Annie Dirkens. Olga Preobrajensky, Prima Ballerina, u. M. Legat, Solotänzer v. d. kais. Hofoper in Petersburg. Papinta, amerikan. Phantasieund Spiegeltänzerin. Haben Sie nichts zu verzollen? Kellino Truppe ,, In Venedig. Schwant in 3 Aften von Maurice Hennequin und Pierre Beber. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittags: Das Rätsel der Ehe. Abends: Turandot. Montag zum erstenmal: Gebildete Menschen. Dienstag: Gebildete Menschen. Mittwoch: Turandot. Donnerstag: Turandot. Freitag zum erstenmal: Die beiden Reichenmüller. The Hartleys, Springer. Der Biograph. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7( ermäßigte Preise). Abends 8-11 Uhr. Sona Nansen. 14 erstklassige Nummern. Metropol- Theater Theater an der Spree Anfang 8 Uhr. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. Köpenickerstraße 68. Anfang 8 Uhr. Der Aktienbudiker. Bilder aus dem Boltsleben m. Gefang bon D. Kalisch. ( Josefine Dora, Heinz Gordon, Marie Grimm- Einödshofer.) Palast- Theater. Burgstraße 24. Heute 18 thr: E CPOLLO Das glänzende Programm. a Ab Theater Das schwimmende Theater. Debuts d. neuen Spezialitäten Das Tollste vom Tollen. Silvester Schäffer, The 5 Marnos der berühmte Universalkünstler. Toni Wilson u. Miß Helvise, Bar- Att. Ponscherrys Drahtseil Aft. Geschwister Amoros, Equilibristische Neuheit. Ines et Taki, Musikalische Excentrics u. a. m. die eleganten Afrobaten. The Newports Erzentrits und 8 erstklassige Nummern. Entree 50 Pf. Borvert. b. 11-1 Uhr. Brunnen- Theater DERNHARD ROSE THEATER Badstraße 58. Dirett: Bernh. Rose. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Garten, Anf. 4 Uhr: Das glänzende A August Programm. Sperrsiz 50 Pf. Entree 30 Pf. Jm Theater abends 8, Uhr: Der große Unbekannte. Sommerpreise. Heute Sonntag: Die Tochter des Heimgekehrten. Das erstklassige SpezialitätenProgramm. De Paul Coradini. Anton Sattler. X X Mr. Hopkins. The Dammann Family. Rosa und Josefa Blazeks, die zusammengewachsenen Zwillinge Kaffeneröffnung 2 Uhr. Anf. 4, Uhr. Gebr. Herrnfeld- Frobels Allerlel- Theater Theater. 57 Kommandantenstraße Nr. 57. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf 11-2 Uhr. Täglich: Die Novität Madame Wig- Wag Operetten- Burleste von Anton u. Donat Herrnfeld. Mufik v. L. Ital. Dazu die Separee- Affäre Es lebe das Nachtleben! mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. ,, Das Lied der Liebe" und das Anekdoten- Couplet" aus der Operetten Burleske Mad. BigWag" find im Theater sowie in allen Musikalienhandlg. zu haben. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Die wilde Jagd. ublin Ludwig Fulda. 4 Aften v. Borher d. glänz. Eröffnungs- Brogr. Sonntag 4 Uhr: Heirat auf Probe. Schönh. Allee 148, Kaftan.- Allee 97/99 Aeltestes Bolkstheater Berlins. Heute Sonntag: Das boll September- Programm ständig neue mit Karl Braun in seiner 45 fach. Berwandlung, sowie die übrigen 15 Kunststerne. Jm Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Am 5. September Doppel- BenefizVorstellung für Minnie Russe und Willy Fröbel: Der Raub der Sabinerinnen. CIRCUS NORTON B.SMITH Schöneberg, Ecke Haupt- u. Akazienst. Heute Sonntag: 2 brillante Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr: Kinder- u. Famil.- Borst. Stinbera. auf allen Blägen halbe Breiſe. Abends 8 Uhr: Benefiz z. Ehren des weltber. Pferdebänd. Prof. Smith. Montag 8 Uhr: Gr. Vorstellung. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge Wir gehen zu Castan, 165 Friedrichstr. 165 um das Neueste zu sehen den Hau und die Eiszeit unserer Heimat. 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Borndorferstr. 46, Klant. Stralsunderstr. 30, Hänselt, mar irrtümlich unter den aus unbebewilligten Bäckereien bezichenden Händlern. Charlottenburg. Helmholtstr. 15, Nixdorf. Schöneberg. Bahnstr. 17, Blank. Ebersstr. 82, Gahlke. Gothenstr. 3, Wartenberg. Merseburgerstr. 5, A. Gärtner. Lichtenberg. Akpodienstr. 2, Erdmann. Gürtelstr. 7, Henschel. Rigdorf. Bannierstr. 31, Simion. Mainzerstr. 11, Pehl.. Weisestr. 40, Som. Knesebecstr. 103, Eschendorf. Nummelsburg. Borhagenerstr. 35, Hein. Borhagener Chaussee 8, Schwartz. Reinickendorf- West. Schillingstr. 24, Lenz. Weißenfce. Friedrichstr. 36, Wachs. Die Firma Vallentin, Buttergeschäfte, erklärt uns soeben, ihre Filialen angewiesen zu haben, bis auf weiteres von Wittler, Müllerstraße, kein Brot mehr zu entnehmen. Achtung! Für viele Anfragende folgendes zur Beachtung: Achtung! Hankes Bäckereien sind nicht einheitlich zu behandeln. Boykottfrei sind alle Bäckereien von Oskar Hanke und Paul Hanke. Fritz Hanke dagegen hat nicht einheitlich für alle Geschäfte bewilligt, sondern dies seinen Vertretern überlassen. Wir bitten deshalb für letztere Firma sich nur nach der ,, Vorwärts- Liste zu richten. Hausfrauen! Arbeiter! Unterstützt die um ihre Menschenrechte kämpfenden Bäckergesellen! Die Lohnkommission der Bäcker. Bureau: Auguststr. 36. F.-A. III, 1243. Co A. JANDORF& C Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damin Montag, Dienstag, Mittwoch Herbst- Kleiderstoffe! Meter 1,25 1,75 Block- Karos Saison- Neuheit" in braun/ schwarz u. anderen modernen Farbenstellungen 9 Block- Karos braun/ schwarz, Baumwoll- Velour B Meter 85 pt. Pf. Pf. 1,45 1,95 Bandstreifen in gross. Sortiment ca. 90/110 cm breit für Kostüme, Meter 1,65 2,45 Bandstreifen in vielen modernen Farben für Blusen * Rockstoffe ca. 130 cm breit, mit angewebtem Futter..... Cheviot Reine Wolle". Wolle"...... 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September an findet hier im„ Volkshaus"-Saale die Generalversammlung des nunmehr seit einer Reihe von Jahren schon nach modernen Gewelschaftsgrundsätzen arbeitenden Allgemeinen Gärtnervereins" statt. Die Gärtnergehülfen sind verhältnismäßig spät erst zu der Einsicht gekommen, daß nur auf dem Boden der modernen Gewertschaftsbewegung wirtschaftliche Erfolge für den Arbeiter zu erzielen find. Die Organisation hat sich dann aber, seitdem die Gärtner das Tischtuch zwischen sich und den harmonieduseligen Gewerkbereinen glatt durchschnitten haben, erfreulich entwickelt. Aus dem Geschäfts- und Kaffenbericht vom Juli 1905 bis Juli 1907 geht hervor, daß die Fluktuation auch den Gärtnern ganz besondere Schwierigkeiten macht. Wird doch berichtet, daß von 100 neu eingetretenen Mitgliedern gewöhnlich nur 17 bis 20 der Organisation verbleiben. Am Schlusse des ersten Quartals 1905 zählte die Organisation 2153, am Schlusse des zweiten Quartals 1907 5145 Mitglieder. Die Hauptstärke der Organisation liegt naturgemäß in den großen Städten. Die Beiträge stiegen von 100 510 m. im Jahre 1904 auf 168 696 M. im Jahre 1906. An Kämpfen hat es der Gärtnerorganisation in der Berichtszeit nicht gefehlt. Doch sind diese nicht vergeblich gewesen. Es ist eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen dadurch erreicht worden. Von der Heftigkeit dieser Kämpfe kann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß fast in jedem Jahre ziemlich die Hälfte aller Mitglieder daran beteiligt war. Die Gärtner hatten eben von früherer Zeit her, als sie noch im HirschDunderschen Sumpfe stagnierten, biel nachzuholen. In 49 Orten mit 2110 Betrieben und 6662 Beschäftigten wurden Forderungen gestellt. An den Aktionen beteiligten fich insgesamt 4494 Gehülfen ( 1906: 2237, 1907: 2257). Der Bericht gesteht zu, daß diese Lohnbewegungen vor allem um deswillen forciert wurden, um die Kollegen erst einmal aufzurütteln. Künftig sollen vor allem die durch die Kämpfe neugewonnenen Mitglieder für den gewerkschaftlichen Klassenfampf geschult werden. Von den Lohnbewegungen und Streits im Jahre 1906 endeten mit vollem Erfolge 16 mit 1635 Beteiligten, mit teilweisem Erfolge 8 mit 576, 1 mit 19 Beteiligten ohne Erfolg. Erreicht wurden für 2696 Gehülfen zufammen 5960 M. ohnerhöhung pro Woche, für 758 Gehülfen 1514 Stunden Arbeitszeitverkürzung. davon und fand sich eines Tages an dem Platz ein. Er erklärte, Beteiligten mit vollem Erfolg, 5 mit 1091 teilweisem und 1 mit Arbeitswilligen K. einen Streifbrecher, der erst vom Verband Unter58 Beteiligten erfolglos beendet. Erreicht wurden für 968 Personen stüßungsgelder genommen und so den Verband gleichsam ausgenutt eine Arbeitszeitverfürzung bon 4363 Stunden pro hätte. König wurde angeklagt und vom Landgericht, das obigen Woche und für 2476 Personen eine Lohnerhöhung von Tatbestand feststellte, wegen Uebertretung des§ 153 der Gewerbe5558 M. pro Woche. Also außerordentlich günstige Erfolge. ordnung zu einer Woche Gefängnis verurteilt, weil er einen In der Zeit vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1907 hatte die anderen durch Ehrverlegung und Beleidigung zu verhindern geOrganisation eine Einnahme von 106 756,77 M. und eine sucht habe, von Verabredungen zur Erlangung günstiger Lohn. Ausgabe von 103 157,40 M., darunter für Lohnbewegungen und und Arbeitsbedingungen zurückzutreten. Streits 15 893,21 M., für Unterstüßungen 12 026,35 M., für die Beitung 23 592,51 M., für Rechtsschutz 1587,86 m., für Agitation 11 247,08 m., für Gehälter 10 379,15 M., für Streits anderer Gewerkschaften 1100 m. usw. usw. Der Bericht des Vorstandes konstatiert noch, daß auch die Unternehmer in den letzten Jahren ihre Organisation gut ausgebaut haben und die Zukunft schwere Kämpfe mit sich bringen wird, wenn der sich darin breit machende Scharfmachergeist nicht vernünftigeren Ansichten über das Mitbestimmungsrecht der Organisation über Lohn- und Arbeitsverhältnisse Blah macht, wie sie am besten in gut funktionierenden Tarifgemeinschaften zum Ausdruck kommt. Auf der Tagesordnung stehen außer den selbstverständlichen Puntten: Der neue Stand unserer Rechtsfrage; Lohnbewegungen, Streits und Tarifgemeinschaften; Beitragsfrage und Unterstüßungswesen; die internationale Organisation der Gärtner. Unter den zahlreichen dem Verbandstage unterbreiteten Anträgen befindet sich einer, der Stellungnahme zur Maifeierfrage verlangt. Ein anderer fordert Beschidung der Gewerkschaftsschule. Andere befassen sich mit der Agitation, besonders auch unter den ausländischen Arbeitern. Zwei Anträge, wollen einen bestimmter Zeitraum der Mitgliedschaft als Vorbedingung für die Wählbarkeit als Delegierter vorgesehen haben. Der Verbandstag dürfte drei bis vier Tage dauern. Das Kammergericht gab der vom Angeklagten einge legten Revision statt, hob das landgerichtliche Urteil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Es wurde zur Begründung ausgeführt: Eine der Voraussetzungen des§ 153 sei es, daß die in Betracht kommende Verabredung eine solche zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen gewesen sei. Das Gericht zweiter Instanz habe sich nun darauf beschränkt, die sehliche Bestimmung(§ 153) zu wiederholen, ohne tatsächlich anzugeben, worin die Erlangung usw. liege. Das gehe nicht. Der Begriff„ Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen" sei cin Rechtsbegriff. Das Landgericht hätte ausführen müssen, in welchen Tatsachen es die Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen finde. Eine rechtliche Nachprüfung sei ja sonst dem Revisionsgericht verschlossen. P Aber noch einen anderen großen Fehler weise die Vorentscheidung auf. Das Landgericht sage zwar, der Angeklagte habe zu verhindern gesucht, daß der Zeuge zurücktrete vom Streif, beziehungsweise er habe ihn zu bestimmen gesucht, dem Streit sich wieder anzuschließen. Tatsächlich festgestellt ſei aber nicht das geringste in der Beziehung. Es sei gesagt worden, Angeklagter habe geschimpft über den„ Strunt" und" Streifbrecher", der vom Verbande Geld erhalten habe. Alle diese Aeußerungen könnten aber sehr wohl lediglich der Ausdruck der Mißachtung gewesen sein gegen über einem Manne, der erst aus den Kassen der organisierten Arbeiter Geld nehme und nachher die streikenden Arbeiter im Stich lasse, wenn Am Kohlenarbeiterstreik in Berlin, der im Frühjahr stattfand, man so sagen dürfe. Wenn sie lediglich ein Ausdruck solcher beteiligten sich neben organisierten auch ein Anzahl unorgani- Mißachtung gewesen wären, dann scheide natürlich§ 153 sierter Arbeiter, die schließlich ebenfalls aus der Organisations- ter Gewerbeordnung aus. Deshalb müsse bei der neuen tasse unterstützt wurden. Zu diesen Unorganisierten gehörte auch Verhandlung auch im einzelnen festgestellt werden, ob der Arbeiter Kalisch. Er hielt aber nicht bis zum Ende des Streits es sich bloß um Ausdrücke der Mißachtung in jenem Sinne handele aus, sondern trat bei der Firma Cäsar Wollheim, wo noch ge- oder ob und wieso eine Beeinflussung zum Weiterstreifen streift wurde, in Arbeit. Der organisierte Arbeiter König erfuhr damit bezweckt worden wäre. Gerichts- Zeitung. Ein Streifnachspiel. Arbeiter- Wochen- Commission a) 2 Pfd. Ia. Kochzucker à 9 Pfg..... M. Einsegnungs- Anzüge. 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September, abends 8 Uhr findet im Lokal von Hoppe, Hermannstraße 46, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom internationalen Kongreß in Stuttgart und Bericht von der Kreisgeneralversammlung. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht der Parteigenossen, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. erhöht werden." Sonntag, 1. September 1907. Sie kommen wieder und erneuern ihre Werbung. Herr H. be- zu neunhundert Mart oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre dauert, daß er nicht zu Hause war, als jene" Abgesandte" sich an bestraft." seine noch im Wochenbett liegende Frau heranmachte. Er sieht Und der§ 222 Absah 2 des Strafgesetzbuches fügt hinzu: aber der Wiederholung des Besuches entgegen und ist entschlossen, Augen sekte, vermöge seines Amtes, Berufes oder Gewerbes be „ Wenn der Täter zu der Aufmerksamkeit, welche er aus den auf die voreilige Frage die verdiente Antwort zu geben. Das Ende vom Liede wird wohl sein, daß er das Kind weder sonders verpflichtet war, so kann die Strafe bis auf fünf Jahre katholisch noch evangelisch taufen läßt, und daß das Unglücksfällen fann aber auch hier sehr gut vorgebeugt werden Ehepaar aus der katholischen bezw. evangelischen und zwar in der Weise, daß einige Meter unter dem Dache, von Kirche ausscheidet. Ja, es ist jetzt wirklich eine schlimme einem Binder zum anderen, auf die Eisenträger Kanthölzer Zeit für die Kirche und die, die ihr dienen! gelegt und diese mit Brettern abgedeckt werden. Natürlich würden einige Zimmerleute am Bau mehr notwendig sein, die vorweg diese Schußrüstung bauen. Das dürfte aber die Bauleitung nicht ab halten und fein Grund sein, 20 bis 25 Mann Monate hindurch, ständig in Todesgefahr schweben zu lassen. Am allerwenigsten gibt Herzens hinwegzusetzen. dieser Umstand aber der Bauleitung das Recht, sich über die Unfallverhütungs- und Vorschriften der Baupolizeiverordnung leichten ,, Sedan" ist nun richtig in vielen Schulen und wahrschein. lich in allen- schon am Sonnabend gefeiert worden. Das war nötig, wenn nicht der am Montag abzuhaltenden Parade das Anderenfalls wäre das" Spalier" auch gar zu dünn ausgefallen. Gros der Gaffer, nämlich die Schuljugend, entzogen werden sollte. Straßenhändler und Staatsanwalt. der Straßenhändler und-Händlerinnen", versammeln sich am Charlottenburg. Am Montag, den 2. September, abends 8 Uhr findet eine öffentliche Versammlung im Voltshause, Rosinenftraße 3, statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom internationalen Zwei Personen durch eine Gasexplosion verlegt. Im Hause Kongreß in Stuttgart. Referent: Frib Bietsch. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch( auch der Frauen) ersucht Die Straßenhändler hatten in ihrer Beschwerdeangelegenheit Oranienstraße 4 machte sich gestern früh in dem Herrengarderoben. geschäft von Goldmann ein intensiver Gasgeruch bemerkbar, der Der Vorstand. gegen den Staatsanwalt Dr. Lehmann zwei weitere Versamm aus dem Keller zu kommen schien. Der Hauswirt ließ daher Steglit. Mittwoch, den 4. September, abends 8% Uhr, Mit- lungen einberufen. Die Organisierten, die" Freie Bereinigung fefort einen Monteur Scheminski holen, um die Gasleitung nachgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Montag im Englischen Garten, um die Antwort auf ihre Be- zusehen. Scheminski fand auch wirklich eine ſchadhafte Stelle und internationalen Stongreß in Stuttgart. 2. Diskussion. 3. Beschwerde zu hören. Die Nichtorganisierten dagegen versammelten berbot dem Hausdiener der Firma Goldmann ein Streichholz anrichte von den Generalversammlungen Groß- Berlin und des fich am Freitagabend schon im Englischen Garten; sie wollten erst zuzünden. Sonderbarerweise zündete der Monteur aber kurz eine Beschwerde absenden und hatten sich einen Rechtsanwalt darauf selbst ein Streichholz an. Das angesammelte Gas fam Treptow- Baumschulenweg. Die Parteigenossen werden ersucht, geholt, der einen Entwurf dazu vorlegte. Während die" Freie hierdurch zur Explosion, wobei beide Personen zur Seite ge fich zu einer Handzettelverbreitung am heutigen Sonntag früh Vereinigung" unter dem Beistande von Rechtsanwalt Karl" Lieb- schleudert wurden. Der Geschäftsinhaber Goldmann kam gerade 8 Uhr in den Bezirkslokalen zahlreich einzufinden. knecht die Antwort schon in der Tasche hatte, raffte die andere die Kellertreppe hinunter. Durch die nach oben schießende Stich Der Vorstand. Seite sich erst auf, um Beschwerde zu führen. Die Versammelten flamme wurde er im Gesicht schwer verletzt. waren daher nicht wenig verblüfft, als sie hörten, die Antwort vom Scheminski erlitt ebenfalls Brandwunden im Gesicht und an den Oberstaatsanwalt sei schon da. Diese Antwort, zu der die Ver- Händen, während der Hausdiener unversehrt blieb. Durch den sammlung am Montagabend Stellung nehmen will, lautet: entstandenen Luftdruck wurden mehrere Fenster zertrümmert. Da nach Erlöschen der Stichflamme Feuersgefahr nicht mehr vorhanden war, wurde von einer Alarmierung der Feuerwehr Abstand ges nommen. Kreises. Treptow- Baumschulenweg. Dienstag, den 3. d. M., abends 8% Uhr, findet im Lotale des Herrn Wernite( zur Rennbahn) am Bahnhof Treptow eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Berichterstattung vom internationalen Sozialistentongreß. Referent: Genosse Bagels. Diskussion. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir pünktliches Erscheinen aller Genossen. Gäste, sowie Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Friedrichshagen. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß Enfer Genosse Karl Schirsmann gestorben ist. Die Be erdigung findet heute Sonntag, nachmittag 5 Uhr, bom Sterbehause, Rahnsdorferstraße 16, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Parteigenossen von Karlshorst! Am Dienstag, den 3. September, abends 8% Uhr im Lokale des Genossen Karl Gruhn, Prinz Adalbertstraße, Ede Hönowerwiesenweg, findet die Mitgliederversammlung des Wahlbereins statt. Tagesordnung: 1. Die Verhandlungen des internationalen Nongresses in Stuttgart. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Bahlreiches Erscheinen zu dieser Versammlung ist erwünscht. Der Vorstand. Nieder- Schönhausen. Am Dienstag, den 3. September, abends 8 Uhr, findet in Settekorns Waldschlößchen", Lindenstr. 1, eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Freiwaldt erstattet den Bericht vom internationalen Rongreß in Stuttgart. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Pankow. Am Dienstag, den 3. September, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Feldschlößchen des Herrn Großkurs, Berlinerstraße, statt. Tagesordnung: Berichterstattung bom internationalen Kongreß. Verschiedenes. Der Vorstand. Tegel. Den Genossen zur Nachricht, daß die Bibliothek am Dienstag, den 3. September, wieder eröffnet wird. Des Ferneren bitten wir zu beachten, daß die Herausgabe eines Buches nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches erfolgt. Der Monteur In der Hauptverhandlung der fünften Ferienstrafkammer des Königlichen Landgerichts I gegen den Straßenhändler Georg Frank hat der Staatsanwalt Dr. Lehmann nicht, wie von einem Zwei fchwere Straßenbahnunfälle werden vom borgestrigen Teil der Presse unzutreffenderweise berichtet wird und auch in Ihrer Beschwerdeschrift wiederholt wurde, behauptet, daß die Tage gemeldet. Gegen 29 Uhr abends versuchte in der Berliner Straßenhändler in der Allgemeinheit Zuhälter, Obdachlose und straße in Pankow der obdachlose Arbeiter Eduard Geborowski un ähnliches Gelichter feien, er hat vielmehr lediglich auf die auch mittelbar vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der von Ihnen nicht bestrittene Tatsache verwiesen, die Straßen- Linie 47 das Gleis zu überschreiten, wurde umgestoßen und geriet händler rekrutierten sich zum Teil aus Gelegenheitsarbeitern, mit beiden Beinen unter den Schußrahmen des Waggons. die keine feste Wohnung hätten, auch aus 8ubaltertreifen Sülfe von Straßenpassanten und Fahrgästen wurde der Wagen und anderen unsicheren Kantonisten. Der Vertreter Mit der Staatsanwaltschaft war dazu genötigt, um darzutun, daß angehoben und der Verunglückte aus seiner gefährlichen Lage bes der Schuhmann, der den Händler Frant abführte, sich in der freit. G. hatte stark blutende Verlegungen am Stopfe und am rechtmäßigen Ausübung seines Amtes befand, da er nicht ver- rechten Oberschenkel erlitten, auch war ihm der rechte Arm auss pflichtet war, die Angaben, die ihm Frank über seine Person gerenkt worden. Auf der Unfallstation erhielt der Arbeiter die erste gemacht hatte, für glaubwürdig und ausreichend zu halten. Diese Hülfe und wurde dann nach dem Ashl für Obdachlose gebracht.-Ausführungen hat auch das Gericht in seiner Entscheidung für Ein zweiter schwerer Unfall ereignete sich vorgestern mittag gegen zutreffend erachtet. Somit ist weder aus dem Wortlaut der 12 1hr in der Schönhauser Allee. Dort fuhr ein Radfahrer, dessen bon Staatsanwalt Lehmann tatsächlich gemachten Aeußerung, noch aus den Umständen, unter denen sie geschehen ist, eine Personalien bisher nicht festgestellt werden konnten, aus der EbersKränkung der Gesamtheit der Straßenhändler zu folgern. Daß walderstraße kommend, gegen einen Straßenbahnzug der Linie 57 es dem Staatsanwalt dabei fernlag, den Händler Frank im( Richtung Schöneberg) und wurde umgestoßen. Er erlitt eine stark besonderen und den ehrenwerten Stand der Straßen- blutende Kopfwunde und eine schwere Gehirnverletzung. Nachdem händler im allgemeinen zu beleidigen, brauche ich nicht be- der Verunglückte auf der Unfallstation einen Notverband erhalten. fonders hervorzuheben. Hiernach bin ich nicht in der Lage, auf wurde er mittels Krantenwagens nach der Charité übergeführt. ihre Eingabe weiteres zu beranlassen. J. V. Schönian." Diese Antwort wird die Händler kaum befriedigen. Es liegt uns fern, den Herrn Staatsanwalt Dr. Lehmann und den ehrenwerten Stand der Staatsanwälte im allgemeinen beleidigen zu wollen. Aber die Staatsanwälte rekrutieren fich zum Zeil aus Glementen, welche dem Angeklagten gegenüber ihre Worte nicht so auf die Goldwage legen, wie sie es andererseits von diesen erwarten. Die Frage, ob der Schumanni sich in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befand, nötigte den StaatsDie Bibliothekskommission. anwalt gar nicht zu einer Erörterung über das MenschenWilhelmsruh. Dienstag, den 3. September, abends 8% Uhr, material, aus dem sich die Händler rekrutieren. Auch einem wirkMitgliederversammlung bei Barth. Tagesordnung wird in verlichen 3uhälter gegenüber hat der Schuhmann keine anderen Versammlung bekannt gegeben. Das Erscheinen der Mitglieder als die gesetzlichen Befugnisse. Und diese scheint er uns ist ganz besonders notwendig, da sehr wichtige Punkte zur Ver- trok der Ueberzeugung des Herrn Staatsanwalt Dr. Lehmann handlung gelangen. im Falle des Händlers Frant nicht innegehalten zu haben. Berliner Nachrichten. Seelenfänger, die es eilig haben. Aus der Selbstmordchronik. Im Tegeler See ertränkt hat sich Freitagvormittag ein unbekannter, etwa 31 Jahre alter Mann. Er hatte sich von dem Bootsverleiher Pieper ein Ruderboot gemietet und war längere Zeit auf dem See umhergefahren. Gegen 12 Uhr bemerkten Ausflügler vom Ufer aus, wie der Insasse des Fahrzeuges zwischen der Insel Hasselwerder und der sogenannten Liebesinsel in das Wasser sprang und in den Fluten versank. Obivohl einige sofort benachrichtigte Schiffer mit ihren Booten nach der Unfallstelle eilten und Tauchversuche unternahmen, gelang es doch nicht, den Körper des Ertrunkenen zu landen. Der Lebensmüde war, soweit man hatte feststellen können, mit dunklem Jadettanzug und schwarzem steifen Hut bekleidet. gefunden gestern früh an einem Bauzaun in der Nähe des alten Quisentirchhofes in Westend der 60 Jahre alte obdachlose Arbeiter Albert Kurth. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. In der borgestrigen Nacht stürzte sich eine Lebensmüde auf der Schlesischen Bahn vor einen vorübereilenden Zug und wurde vollständig zerstückelt. Erst gegen Morgen wurden die einzelnen Leichenteile von einem Streckenwärter aufgefunden. Die Tote wurde als die 38jährige Kaufmannsfrau Auguste Koch aus Landsberg a. 2. refognosziert. Sie hatte die Tat in einem Anfall von geistiger Umnachtung ausgeführt. Erhängt auf Mit dem Besuch der Schulkinder in Kinematographentheatern beschäftigte sich in seiner letzten Versammlung der Berliner Lehrerverein. Von Interesse waren die Angaben, die Lehrer Rauge machte. Er teilte mit, daß von seinen 49 Schülern nur zwei noch nicht in einem Kinematographentheater waren; zwanzig haben Die Vorstellungen öfter als zehnmal und zwölf jogar öfter als zwanzigmal besucht. Ueber die Hälfte der Kinder war ohne die Eltern in den Rinematographentheatern, eine große Zahl fogar Ein dreister Straßenraub wurde Unter den Linden verübt. bis 10 und 11 Uhr abends. Eine Nachfrage in anderen Klassen In der Nacht zum Freitag gegen 12 Uhr wurde der 19 Jahre alte ergab überall ein gleiches Resultat. Nachdem noch auf die fittlichen Arbeiter Hermann Liedte aus Krassewo, der kurz vorher auf dem und intellektuellen Gefahren, die der Besuch der Kinematographen Lehrter Bahnhof eingetroffen war und sich zur Abreise in seine theater mit sich bringe, aufmerksam gemacht worden war, nahm die Heimat nach dem Bahnhof Friedrichsstraße begeben wollte, beim Versammlung folgende Resolution an:" Der kinematographische Bassieren des Mittelweges der Straße Unter den Linden nahe Apparat erscheint hervorragend geeignet, den Zwecken der Be- der Wilhelmstraße von zwei etwa 20 Jahre alten Männern überlehrung und unterhaltung dienstbar gemacht zu werden. Da aber fallen und zu Boden geworfen. Sie berfesten ihm mehrere Faustviele Darbietungen der Kinematographentheater keinesfalls als schläge, entrissen ihm seine Geldtasche mit 380 M. und flüchteten einwandfrei gelten können, auch die Theaterräume den Anfor- dann nach dem Brandenburger Tor zu. 2. war förmlich betäubt Ueberfall und Raub waren so derungen der Hygiene nicht immer entsprechen, so ist zu be- und vermochte nicht zu schreien. fürchten, daß der Besuch dieser Theater auf den werdenden schnell vor sich gegangen, daß weder Polizeibeamte noch das PubliMenschen gesundheitlich, sittlich und intellektuell schädigend wirkt. tum etwas bemerkt hatten. Es ist deshalb notwendig, dem Besuche derartiger Kinematographen= theater in Schule und Haus entgegenzuwirken und Kindern den In solchen Zeiten widmen sich dann aber auch die Geistlichen Besuch der allgemeinen Abendvorstellungen polizeilich zu verbieten. und ihre Agenten doppelt eifrig der schweren Aufgabe, möglichst Die Veranstaltung besonderer, geeigneter Kindervorstellungen ist viele Seelchen für die Kirche einzufangen. Geschäftig spähen sie zu fördern." Für die Kirche und ihre Geistlichen ist jetzt eine schlimme Zeit. Unserem Berlin, das von den Frommen aller Konfessionen als ein greulicher Sündenpfuhl bejammert wird, haben die letzten Jahre eine ganz außerordentliche Zunahme der Austritte aus der Kirchengemeinschaft gebracht. Betrübt schaut die Geistlichkeit samt ihren Gläubigen dieser immer noch wachsenden Bewegung zu. Und in banger Sorge fragen sie sich, wann und wie das enden soll. Eine Zunahme der Austrittserklärungen muß ja von der Kirche doppelt bitter empfunden werden. Die Kirche verliert da nicht nur die Erwachsenen, die sich in aller Form und endgültig von ihr lossagen. Auch der Nachwuchs, auf den sie neue Hoffnung gesetzt hatte, wird ihr nun von vornherein entzogen. Wenn die Austritte aus der Kirchengemeinschaft sich mehren, mehren sich natürlich auch die Fälle, in denen Eltern für ihre Kinder auf die Taufe verzichten. Unter dem Verdachte eines schweren Sittlichkeitsverbrechens ist gestern der Buchhalter Dörmann aus Berlin in das Köpenicker Amtsgefängnis eingeliefert worden. D. hatte mit einem jungen Mädchen einen Ausflug nach den Müggelbergen unternommen. Nach den Behauptungen seiner Begleiterin soll sich der junge Mann an dem jungen Mädchen eines schweren Sittlichkeitsverbrechens schuldig gemacht haben. D. wurde daraufhin verhaftet. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute, Sonntag, den 1. Sep. umher und machen Jagd auf jedes Kind, das noch ungetauft ist. Ueber ungenügenden Bauarbeiterschutz wird Klage geführt bei Mit welcher Unerschrockenheit manche Seelenfänger vorgehen, das dem Bau des Kohlenspeichers, der gegenwärtig auf dem Gelände zeigt ein Fall, der uns aus der Tempelhofer Vorstadt berichtet der Berliner Gaswerte in Tegel, Schönebergerstraße aufgeführt Ein schwerer Bauunfall hat sich gestern nachmittag auf einem wird. Ein Schriftsetzer H., der von seiner Ehefrau soeben mit wird. Aus den Kreisen der Organisation wird uns hierüber ge= einem ersten Rinde beschenkt worden ist, teilt uns mit, daß die schrieben: Der Epeicher ist 574 Meter lang, 60 Meter tief und von Neubau am Planufer ereignet. Jm dritten Stockwerk war der Kirche eilfertig den Versuch gemacht hat, dieses Kind schon am der Wölbung bis zum Dach 24 Meter hoch. An diesem kolossalen Bimmermann Otto Schulz, Schliemannstr. 10, mit Zimmerarbeiten runften Tage nach der Geburt für sich zu reklamieren. In be- Bauwerk herrschen jedoch in bezug auf den Bauarbeiterschutz Hohn- beschäftigt. Als er, an der Außenseite stehend, einen Balken zurückrechtigter Entrüstung schildert er uns, wie seine Frau, noch im sprechende Zustände. So sind z. B. jetzt eine Anzahl Zimmer- fchieben wollte, verlor er das Gleichgewicht und stürzte rücklings in leute damit beschäftigt, oben auf dem Dache die Sparrenhölzer die Tiefe. Er schlug mit solcher Gewalt auf den Erdboden auf, daß Wochenbett liegend, belästigt worden sei von einer weiblichen auf die eisernen Träger anzubringen und die Latten darauf zu ihm der Schädel gebrochen wurde. Auch schwere innere Verlegungen Person, die sich als" Abgesandte" der Kirche bezeichnete. Diese befestigen. Diese Arbeiten werden von den Zimmerleuten ver Berson richtete an die Wöchnerin furz und bündig die Frage, richtet, ohne jegliche Schutzvorrichtung. Desgleichen find die rug er davon. In hoffnungslosem Zustande fand der Verunglückte ob sie nicht das Kind katholisch taufen lassen Klempner und Glaser darauf angewiesen, ihre gefährlichen Ar- im Krankenhaus am Urban Aufnahme. wolle. Man fann es allerdings begreifen, warum diese An- beiten auf dem Dache ohne Schußrüstung auszuführen. frage nicht wenigstens bis zu dem Zeitpunkt verschoben wurde, wo Das Innere des Gebäudes ist vollständig frei. Bei einem tember: Familienausflug nach der Jungfernheide. Treff die Wöchnerin wieder hergestellt sein und aus dem Wochenbett einzigen Fehltritt, der sehr leicht vorkommen kann, stürzt der Ar- punkt von nachmittags 3 Uhr ab im Restaurant Paradiesam Tegeler Weg, aufgestanden sein würde. Das Ehepaar H. lebt nämlich in einer beiter 24 Meter tief auf die mit 3ement gewölbten Rappen. Wo garten", Inhaber W. Fiedler, Straße 63 Zahlreiche Beteiligung sogenannten Mischehe: der Mann ist katholisch, die Frau ist ist hier die zuständige Bauinspektion, die laut Polizeiverordnung 7 Minuten vom Bahnhof Jungfernheide. vom Baubeginn bis zur Gebrauchsabnahme eine dauernde Konevangelisch. Bei dieser Sachlage schien Gile geboten, wenn das trolle des Neubaues auszuüben hat? Wozu sind denn eigentlich Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montag abend 9 Uhr: 2. Ab. Seelchen für die katholische Kirche gerettet werden sollte. Die die Unfallverhütungsvorschriften erlassen, wenn trotzdem und in teilung Brunnenstr. 154. Vortrag über:" Bergiftungen und gefahr. Frömmigkeitsagentin, die nicht warten zu können glaubte, hat der fahrlässigsten Weise mit Menschenleben weiter gespielt wird? teilung Brunnenstr. 154. Vortrag über:„ Bergiftungen und gefahrdrohende Krankheitszustände." Daran anschließend praktische freilich nichts ausgerichtet. Sie wurde von Frau H. abgewiesen Soll etwa erst ein größeres Unglück entstehen, che Abhülfe ge- ebungen. Die Lehrpläne für den Winterkursus, welcher am mit der Antwort, über die Frage der Taufe werde ihr Mann ent- schaffen wird? scheiden. Uebrigens wurde die Wöchnerin durch die Kedheit, e im Interesse des Bauleitenden resp. des die Arbeit ausführenden Jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Jedes Unglüd zu verhüten, dürfte aber in erster Qinie mit Oftober beginnt, werden ausgegeben. Neue Mitglieder können ilnternehmers liegen. Denn eine wichtige Bestimmung ist der Steglerschlößchen", Nöpenicker Landstraße. Heute nachmittag Ausflug nach Treptow. Treffpunkt 3 Uhr unternehmers liegen. Denn eine wichtige Bestimmung ist der § 330 des Strafgesetzbuches. Er besagt: schon im Wochenbett hiermit zu belästigen, in heftige Erregung verseht, so daß ihr Zustand sich zeitweilig in bedenklicher Weise berschlimmerte. Wer den Eifer solcher Seelenfänger kennt, der wird wissen, daß sie durch einen Mißerfolg sich nicht so leicht entmutigen lassen. Wer bei der Leitung oder Ausführung eines Baues wider die allgemein anerkannten Regeln der Baukunft dergestalt handelt, daß hieraus für Andere Gefahr entsteht, wird mit Geldstrafe bis wird erwartet. 14. im Die Genossen des Gesundbrunnens halten am heutigen Sonntag im Voltsgarten- Theater ihr Herbstfest ab. Da für ein gutes Programm Sorge getragen ist, rechnen sie auf zahlreichen Besuch. * " Potsdam. Auf der Treptow- Sternwarte wird jekt allabendlich der Nixdorf. Saturn" gezeigt, dessen Ringe jetzt von der Erde aus als eine helle Linie gesehen werden. Den Wert Ser Konsumgenossenschaften für die arbeitende BeDie Monde stehen fast in derselben völkerung legten in zwei am Mittwoch- und Donnerstagabend nach in der Schockstraße die Frau eines Fährmannes an der Brust Durch herabfallende Mauersteine wurde borgestern nachmittag Linie mit den Ringen. Sonntag nachmittag, den 1. September, dem Feldschlößchen, Elsenstraße, einberufene gutbesuchte Wolks- erheblich verletzt. Als die genannte Frau an dem Hause Schockspricht Dr. Archenhold im Hörsaal der Treptow- Sternwarte über versammlungen die Genossen Müde und Störmer dar. Nachdem straße 22 vorüber kam, fielen vom Dache einige Mauersteine herab Sternhaufen und Nebelflecke", abends 7 Uhr über das Thema: sie im einzelnen nachgewiesen, welche Vorteile der konsumierenden und verletzten die Bedauernswerte derart, daß sie sofort besinnungsRönnen wir uns mit dem Mars verständigen?" abend 9 Uhr über:„ Venus und Merkur." Sämtliche Vorträge sind schaften erwachsen sind, forderten sie auf, auch zur Stärkung der wieweit ben gerade dort arbeitenden Dachdeckermeister die Schuld Am Montag Bevölkerung bereits in anderen Orten durch die Konsumgenossen- los niederstürzte und in ihre Wohnung gebracht werden mußte. mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Kleine Fernrohre zur Berliner Konsumgenossenschaft mit beitragen zu helfen. Zwar habe trifft, bedarf noch der Aufklärung. Beobachtung des Mars und anderer Objekte stehen den Besuchern man in letter Zeit etwas mehr Interesse für die Genossenschaftsgratis zur Verfügung. bewegung gezeigt, immer aber genüge es noch nicht, um auch in Berlin und Umgegend etwas mehr Einfluß zu gewinnen. Nachdem die Redner noch auf das bereits im„ Vorwärts" erwähnte Vorgehen des Verbandes der Fabrikanten von Markenartikeln aufmerksam gemacht, die ihre Ware durch die kleinen Krämer zum Berkauf bringen, forderten sie auf, auch für die Errichtung einer Verkaufsstelle in der Gegend der Elbe- und Elsenstraße mit Sorge. tragen zu helfen. Eine Agitationskommission, der auch mehrere Frauen angehören, wird die weiteren Schritte zur Errichtung einer Berkaufsstelle in die Hand nehmen. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der mit zahlreichen farbigen Bildern aus den Eisregionen des Alpenlandes ausgestattete, touristisch wie wissenschaftlich gleich interessante Vortrag:" Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat", am Sonntag und Donnerstag noch einmal zur Wiederholung gelangen. Am Montag, Mittwoch und Sonnabend wird der Vortrag:" Von der Zugspitze zum Waßmann" und am Dienstag und Freitag der Vortrag:" Im Lande der Mitternachtssonne" gehalten werden. Steglik. Die im Berliner Aquarium jüngst eingelaufenen Tiersendungen brachten auch aus den verschiedenen nordeuropäischen Meeresgebieten eine Anzahl Seebewohner, speziell aus den Klassen der Bolksschule und Volksbildung. Dieses Thema hatte am DonnersKruster und der Plattfische. Die Familie der Bogenfrabben, so tagabend zahlreiche Männer und Frauen zur öffentlichen Verbenannt nach der bogenförmig gekrümmten Stirn und den gleichsammlung nach dem„ Birkenwäldchen" gelockt. Die Lehrer unseres falls bogigen Seitenrändern der Kopfbrust dieser durch Rebhaftigkeit Ortes waren schriftlich zu dieser Versammlung eingeladen, aber und hohe geistige Begabung vor anderen ihresgleichen ausgezeichneten leider nicht erschienen. Wir sind überzeugt, daß sie sich durch ihr Krebstiere, ist durch zwei Arten bertreten, die in mehrere Becken tapferes Fernbleiben" die Anerkennung ihrer Vorgesezten erberteilt find. In der Gestalt von ihnen abweichend und unserem rungen haben. Sollen wir das treffliche, sachverständige Referat Flußkrebs sich nähernd, ist ein durch seine prachtvoll rote Quer- unseres Genossen Heinrich Schulz wiedergeben? Das hieße ftreifung auf braunem Grunde und die blattartig berbreiterten wohl Denkmäler nach Berlin tragen. Hat doch sicher die überAnhänge der äußeren Fühler auffallender Bärenkrebs", dem diese wältigende Mehrzahl aller" Vorwärst" leser am eigenen Leibe erBenennung wegen der etwas plumpen Tracht beigelegt wurde. fahren, was die Volksschule leistet oder vielmehr nicht leistet. Aus einem noch anderen Meeresgebiet als der im Mittelmeer Auch find die Forderungen der Sozialdemokratie in bezug auf die heimische Bärenkrebs stammt der Schwertschwanzkrebs, ein ebenso Bolfsschule den parteigenössischen Lesern bekannt, ebenso die Mittel, feltener wie interessanter Gast im Aquarium, nämlich aus dem die die Arbeiterschaft anwenden kann und muß, um eine Besserung Antillenmeer. Von diesem Vertreter der Riesentruster", der eine herbeizuführen. Aus diesen Gründen können wir wohl auf die Länge von einem halben Meter erreicht, sind drei junge Eremplare Wiedergabe an dieser Stelle verzichten. In der Diskussion wurden in einem der kleinen Seewasserbehälter des oberen Grottenganges die Steglißer Schulverhältnisse gestreift, die Prügelpädagogik veruntergebracht. Man betrachtet diese abenteuerlichen Lebewesen als urteilt ,, zur gewerkschaftlichen und politischen Organisation und den legten Rest eines ausgestorbenen Gliedertierstammes. zum Abonnement auf die Parteipreffe aufgefordert und natürlich Schlußwort stellte Genosse Schulz das männliche, mutige Vorgehen auch das Nichterscheinen der hiesigen Lehrerschaft kritisiert. Im der Bremer Lehrerschaft dem Sich- nicht- getrauen der preußischen Lehrerschaft gegenüber und wünschte, daß auch die Lehrer bald erfennen lernen möchten, daß sie eine Macht sein können, wenn sie Der Zoologische Garten hat in seinem neu eröffneten Schweine Haus von zwei Arten bereits Nachzucht erhalten, und zwar einerseits von der seltensten und merkwürdigsten Wildschweinform, dem Hirscheber oder Babirussa, und andererseits von dem absonderlichen chinesischen Maskenschwein. Die winzigen, erst wenige Tage alten fünf Ferkel von letterem gleichen mit ihren riesigen Schlappohren, ben furzen Beinen und der schwarzen Hautfarbe fast jungen Teckeln und gewähren einen fomischen Anblick. Hirscheber sind im hiesigen Zoologischen Garten zum erstenmal gezüchtet, nur wenige Tiersammlungen verfügen über ein Exemplar dieses wertvollen Celebesschweines. Abweichend von den meisten anderen Wildschweinen sind die wie die Eltern fast haarlosen Frischlinge, deren die Mutter gewöhnlich nur zwei in jedem Wurfe zur Welt bringt, nicht gefledt und gestreift, sondern haben gleich die chokoladenbraune Farbe der Alten. nur wollen. Wilmersdorf. Verein polnischer Sozialisten. Montag, den 2. September, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Bericht vom Internationalen Stongreg. Gäste willkommen. Die deutschen Genossen werden ersucht, ihre polnischen Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen. in Berlin. Montagabend im Restaurant Stehmann, Luisenufer 1, Sizung. Dienstag, den 3. September. abends 8, Uhr, im Lofale des Herrn Hoppe, Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Nigdorf- Brit. Hermannstraße 49: Außerordentliche Vereinsversammlung. Bortrag des Stollegen Maffini:„ Der Zarif und Organisationsvertrag und seine Begleiterscheinungen." Hülfskaffe der Graveure, Ziseleure und verwandten Berufsgenossen Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Tristan und folde.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Ein Kaisertag zu Nürnberg.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Das Cavalleria rusticana. Die Regimentstochter. Freitag: Siegfried.( AnRheingold. Mittwoch: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: fang 7 Uhr.) Sonnabend: Mignon. Sonntag: Götterdämmerug.( Anfang 6, Uhr.) Montag: Salome.( Anfang Uhr.) Sappho. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: Dienstag: Was Ihr wollt. Mittwoch: Die Rabensteinerin. Donnerstag: Die Journalisten. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: Ein Falliffement. Sonntag: Die Rabensteinerin. Montag: König Richard III. Blut. Abends 7%, Uhr: Die Geisha. Nenes fönigl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wiener Robert und Bertram. Dienstag: Das Wintermärchen. Mittwoch: Robert Deutsches Theater. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: und Bertram. Donnerstag: Das Wintermärchen. Freitag: Der Gott der Nache. Sonnabend: Das Wintermärchen. Sonntag: Der Kaufmann von Benedig. Montag: Robert und Bertram. Deutsches Theater( Kammerspiele). Sonntag: Fräulein Julie. Montag: Aglavaine und Selysette. Dienstag: Gyges und sein Ring. Mittwoch: Das Friedensfest. Donnerstag: Fräulein Julie. Freitag: Aglavaine und Selysette. Sonnabend: Fräulein Julie. Sonntag: Ghges und sein Ring. Montag: Frühlings Erwachen. Der Widerspenstigen Zähmung. Berliner Theater. Sonntag: Die tanzenden Männchen. Montag: Die tanzenden Männchen. Freitag: Sherlock Holmes. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Sonntag: Die tanzenden Männchen. Montag: Faust. Sonnabend und Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glode. Abends: Kollege Crampton. Montag: Rosmersholm.( Anfang 72 Uhr.) Dienstag: Kollege Crampton. Mittwoch: Die Stüßen der Gesellschaft. Eine jähe Unterbrechung sollte die Weltreife" des 13 jährigen Sonnabend: Die Stüken der Gesellschaft. Donnerstag: Kollege Crampton. Freitag: Wenn wir Toten erwachen. Schülers Rudolf Vogeler, Kaiserplatz 5, finden. Die Knabe hatte Der Biberpelz. Abends: Sollege Crampton. Montag: Hedda Gabler. Sonntagnachmittag 3 Uhr: zu Hause eine Büchtigung erhalten und verschwand am Donnerstag Neues Theater. Sonntag bis Donnerstag: Der Dieb. Freitag bis bor acht Tagen. Er wollte der elterlichen Behausung für längere Montag: Ueber den Wassern. entbehrungsreichen Irrfahrten langte er auch glücklich in Hamburg Dienstag: Alt- Heidelberg.( Anfang 7%, Uhr.) Zeit den Rüden kehren und eine Weltreise unternehmen. Nach Neues Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Die Hochzeitsfadel. an, wo er sich auf einem Dampfer als Schiffsjunge anheuern lassen abend und Sonntag: Herthas Hochzeit. Montag: Alt- Heidelberg.( Anjang Mittwoch: Die HochzeitsDonnerstag: Alt- Heidelberg.( Anfang 7 Uhr.) Freitag, Sonn wollte. Der Dampfer stand furz vor der Abfahrt nach New York. 7, Uhr.) Dem Kapitän tam das Bürschchen jedoch verdächtig vor und er benachrichtigte die Eltern. Mit deren Zustimmung wurde dann V. der Polizei übergeben, die ihn bis zur Ankunft des Vaters in Diesmal nichte. Verwahrung nehmen wird. Mit der Weltreise" war es alfo Friedrichsfelde. An diesem ersten Sonntag im Monat September fostet der Eintritt für Erwachsene und Kinder nur 25 Pf. pro Person. Am Sonnabend, den 7. September 1907 begeht der Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen in Kellers Fest fälen fein 8. Stiftungsfest unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Schwer verletzt wurde im Betriebe der A. E. G., Brunnenftraße, Abteilung Maschinenbau, Hof I, gestern nachmittag der 56 Jahre alte Transporteur Neumann. Der Verunglückte war folgende Notiz, die fürzlich im hiesigen Ortsblättchen, dem Als ein Denunziantenstückchen charakterisiert sich anscheinend damit beschäftigt, einen mehrere Zentner schweren Eisenring zu" Friedrichsfelder Anzeiger" stand: transportieren, wobei er ausrutschte. Die Eisenmassen, die auf ihn stürzten, schlugen dem alten Mann den rechten Oberschenkel Gastwirts H. scheint sich im Hause Berlinerstr. 78 unter den Schul" Früh übt sich Der vierzehnjährige Hausdiener des entzwei. Bei dem Transport des Verunglückten nach dem Kranten- und minderjährigen Mädchen den reinen Harem eingerichtet zu hause zeigte sich so recht, wie lebhaftes Interesse die Werksleitung haben. Sobald es seine Zeit erlaubte, pfiff er, und feine Opfer an der schnellen Ueberführung Verunglückter nach den Kranken- erschienen, um mit ihm im dunklen Stall zu verschwinden, wo er häusern hat. Da die Gesellschaft auch Automobile baut, stehen unzüchtige Handlungen an ihnen vornimmt. Einen Ball gab er solche wohl zur Verfügung aber nur für den Gebrauch der der Schülerin Sch. nicht eher heraus, als bis sie ihm in einer leitenden Personen, wenn fie Ausfahrten irgendwelcher Art unter- Stube zu willen war. Unser Gewährsmann bemerkt dazu: Wo nehmen. Für den Transport verunglückter Arbeiter jedoch ist ein sind die Herren Pinseler und Gronwald, die sich sonst als Schüzer Dreirad vorhanden, das in diesem Falle freilich erst nach der Jugend aufspielen wollen?" 40 Minuten zur Stelle war, da die Hausverwaltung, die das Behikel in Verwahrung hat, bereits um 4 Uhr eier abend gemacht hatte. Eine Vertretung wird wohl den Unkosten etat zu stark belasten. Den Arbeitern ist daher anzuraten, sich mit eventuellen Unglüdsfällen zeitig einzurichten. Zeugen gesucht. Die drei Herren, welche in der Nacht vom 16. Juni Zeugen des Vorganges auf dem Egerzierplaz waren, werden gebeten, ihre Adresse bei Grothe, Schwedterstr. 50, Hof 5 Treppen abzugeben. Die Ent fadel. Die Stimme der Unmündigen. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Montag: Vater und Sohn. Dienstag: Die Stimme der Unmündigen. Mittwoch: Vater und Sohn. Donnerstag: Die Stimme der Unmündigen. Freitag: Vater und Sohn. Sonnabend: Die Stimme der Unmündigen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends und Montag: Die Stimme der Unmündigen. Residenz- Theater. Allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen? Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. manns Erzählungen, Abends: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Carmen. Dienstag: HoffMittwoch: Tosca. Donnerstag: Hoffmanns Er zählungen. Freitag: Carmen. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Carmen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Alabendlich: Die lustige Bitive. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Frühlingsluft. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Frühlingsluft. Abends: Web' dem, der lügt. Montag: Der Herr Senator. Dienstag: Schiller Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Traumulus. Monna Banna. Mittwoch: Monna Banna. Donnerstag: Der Herr Senator. Freitag: Monna Banna. nachmittag 3 Uhr: Traumulus. 9 Luisen Theater. Sonntag Sonnabend: Die Schmuggler. Montag: Abends: Der Herr Senator. Monna Vanna. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Banna. Abends: Der Herr Senator. Montag: Götz von wahre Gesicht dieses„ Gewährsmannes" blicken aus jeder Beile. Donnerstag: Göß von Berlichingen. Hierzu schreibt man uns: Das Motiv dieses Artikels und das Berlichingen. Dienstag: Der Herr Senator. Mittwoch: Ein Fallissement. wäre der fachliche Inhalt des Artikels wahr, so könnte man die Sonnabend; Götz von Berlichingen. Freitag: Der Herr Senator. Angelegenheit im Interesse der beteiligt sein sollenden Kinder be- Banna. Abends: Göß von Berlichingen. Montag: Der Herr Senator. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna dauern. Zu verzeihen wäre dann aber noch nicht die Art und Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag bis Weise, wie die Kinder öffentlich bloßgestellt werden. Wie liegt Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Abends und Montag: Die Nibelungen. Donnerstag: Geschlossen. Freitag und Sonnabend: Die Nibelungen. denn aber die Sache überhaupt? Der vierzehnjährige Hausdiener" ist der Sohn einer im selben Hause jahrelang wohnenden Familie. Husarenjieber. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sein Alibi. Allabendlich: Abends und Der Knabe hat nun mit seinen früheren Spielgenossen nicht ohne Montag: Husarenfieber. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sein Alibi. Feuerwehrbericht. Wegen eines Dachstuhlbrandes wurde der weiteres gebrochen und soll vielleicht auch die um 1 Jahr jüngere Zentral Theater. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Jugend. Abends: 5. Zug nach der Adalbertstr. 47 gerufen. Dort stand der Seiten- Sch. unfittlich berührt haben. Ob er sich dessen bewußt war, ist unsere Stäte.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Orpheus in der Unterwelt. flügel in Flammen. Es mußte träftig Wasser gegeben werden, legenheit verloren worden, wenn nicht die Oeffentlichkeit aufgeregt eine andere Frage! Vermutlich wäre fein Wort über die Ange-( Anfang 8 Uhr.) um den Brand auf den Seitenflügel zu beschränken. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Das Rätsel seiner stehung des Brandes ist nicht aufgeklärt. Gleichzeitig erfolgte ein Lehrers Jlins. Die Sozialdemokraten spielten sich natürlich hier Sonnabend: Gebildete Menschen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Rätsel wäre über Fälle von schweren körperlichen Büchtigungen des Herrn Mittwoch und Donnerstag: Turandot. Freitag: Die beiden Reichenmüller. Che. Abends: Turandot. Montag und Dienstag: Gebildete Menschen. Alarm nach der Köpenickerstr. 128, wo indes die Bewohner nur als Schüßer der Jugend auf und kritisierten diese Erziehungs- feiner Ehe. Abends: Gebildete Menschen. Montag: Unbestimmt. durch den Qualm von dem Brande in der Adalbertstr. 47 be- methode in öffentlicher Versammlung äußerst scharf. Eins dieser unruhigt worden waren und fein Feuer zu entdecken war. Der Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Charleys Tante. bersetzte Rauch zog dann auch langsam wieder ab. so behandelten Mädchen wurde durch Genossen Pinseler dem ver- Allabendlich: Ihr Sechs- Uhr- Onkel. Kurze Zeit Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine darauf hatte die Wehr in der Köpenickerstr. 27 zu tun, wo Papier eine derartige Behandlung Ausdruck gab. Zufälligerweise hat der sammelten Schulvorstand vorgestellt, der seiner Entrüstung über luftige Doppelehe. Trianon: Theater. Allabendlich: Fräulein Josette meine Frau. u. a. brannte. Der 19. Zug hatte in der Friedrichstr. 221 einen Behrer Jlins auch die Anzeige über das angebliche Sittlichkeits- Sonntagnachmittag 3 Uhr: Madame X. Kellerbrand zu löschen. Preßfohlen hatten sich bort entzündet. Der verbrechen gemacht und darauf gedrungen, daß die Sache von Metropol Theater. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. 7. Bug mußte wegen eines Küchenbrandes nach der Rüdersdorfer- Polizeiwegen weiter verfolgt wurde. Leider fehlt die Möglichkeit, Apollo Theater. Allabendlich: Sylvester Schäffer. Spezialitäten. straße 21 ausrücken, wo das Zwischengebält aufgerissen werden Walhalla Theater. Spezialitäten. mußte, um an den Brandherd zu gelangen. Um Tiere aus Not- festzustellen, wer der Gewährsmann der Friedrichsfelder Zeitung" Bernhard Rose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. lagen zu befreien, wurde die Wehr nach der Wiesenstr. 22/23, ist; soviel ist aber festgestellt, daß derselbe mit der Ehre von Kindern Allabendlich: Der große Unbekannte.( Anjang 8%, Uhr.) Montag bis Grünstraße und anderen Stellen alarmiert. ganz unverantwortlich gespielt hat. Wenn schon der Staatsanwalt Sonnabendnachmittag 5 Uhr: Jilly Bébé. Die Löwenbraut. ein strafrechtliches Einschreiten ablehnt, ist zu ermessen, daß die Theater an der Spree. Allabendlich der Aktienbudiler. ganze Angelegenheit gewissenlos aufgebauscht war. Ob der Gebr. Herrnfeld Theater. Allabendlich: Madame Big- Wag. Es Staatsanwalt auch gegen den wegen mehrfacher Ueberschreitung lebe das Nachtleben. des Prügelrechts angezeigten Lehrer Jlins ein strafrechtliches VorFigaro- Theater. Allabendlich: Paris. Die Klaue. Unterm Sett. gehen ablehnen wird, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Passage Theater. Artist Bernardi. Spezialitäten. Prater Theater. Allabendlich: Der Tanzteufel. Spezialitäten. Casino- Theater. Allabendlich: Die wilde Jagd. Sonntagnachmittag Hohen- Schönhausen. 4 Uhr: Heirat auf Probe. Eine verhängnisvolle Wirkung hatte vorgestern ein Scheiben- fang 8 Uhr. Wintergarten. Anne Dancrey. Anni Dirkens. Spezialitäten.( Anschuß auf dem Grundstück Orantestraße 55. Der dort wohnhafte Technifer Knoll hatte sich im Scheibenschießen geübt, wobei eine Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. der Kugeln das Ziel verfehlte und an der Scheibe vorüber nach dem abend, den 7. September: Von der Zugspiße zum Waymann. Sonntag Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Montag, Mittwoch und SonnNachbargrundstück, auf dem sich mehrere Frauen mit ihren Kindern und Donnerstag: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer aufhielten, flog. Eine der gefährdeten Frauen, an deren Kopf Heimat. Dienstag, Freitag und Sonntag, den 8. September: Im Lande das Geschoß vorüberfauste, ertrantte infolge des Schreds. Sie der Mitternachtssonne.( Anfang 8 Uhr.) mußte sofort das Krantenlager aufsuchen. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Wafferstands.Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Betterbureau. Wasserstand Eine neue Schularztordnung hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung zugehen lassen. Die Gründe, die dem Magistrat hierzu Veranlassung gaben, liegen aber etwa nicht darin, die Aufgaben der Schulärzte zu erweitern, sondern im Gegenteil, die Tätigkeit der Schulärzte foll ein geschränkt werden, um Kosten zu sparen. Vor einiger Beit hatten die Schulärzte um Erhöhung ihrer Vergütigung, welche fich zurzeit auf jährlich 1000 m. beläuft, petitioniert, da nach ihren Angaben diese Bergütigung mit den von ihnen zu leistenden Arbeiten nicht im Einklang stände. Der Magistrat ist nun gemein- Bernau. sam mit der Schuldeputation nach Prüfung der Petition zu der Auffassung gekommen:„ daß die auf Grund der bisher geltenden die Tochter des Gärtners 2. nicht 18, sondern 22 Jahre alt ist. Zu der Notiz:„ Eine Liebestragödie" wird uns mitgeteilt, daß Echularztordnung von den Schulärzten ausgeübte Tätigkeit ohne Nachteil der Schule sich in wesentlichen Punkten vermindern läßt Meier hat bei 2. nicht in Arbeit gestanden, sondern ist mit der und daß dann die jest gezahlte Vergütigung für die noch übrig Familie verwandt. Auch ist M. nicht mit der Tochter verlobt bleibende Tätigkeit als angemessen angesehen werden kann." Gin gewesen. Seit einem Jahre war jede Verbindung zwischen beiden Memel, Tilsit ganz eigenartiges Vorgehen. Während man anderwärts bestrebt abgebrochen. Die Mitteilung, als haben die Eltern Einwendung Bregel, Insterburg ist, die ärztliche Ueberwachung der Schulen weiter auszubauen, gegen ein Verhältnis ihrer Tochter mit M. gemacht, trifft nicht eichsel, Thorn zu, vielmehr hat das in dem freien Ermessen der Tochter gestanden. soll hier eine Einschränkung vorgenommen werden, nur um gem 27. Iam plöblich der in Nedlik ansässige M. nach Klosterfelde Krossen ringen Mehrausgaben aus dem Wege zu gehen. Ein Vergleich Frankfurt der neuen Schularztordnung mit der alten zeigt uns, daß die und trat auf die auf dem Felde beschäftigte 2. zu mit der Frage, warthe, Schrimm Aenderungen einen nachteiligen Einfluß auf die ärztliche Ueber- ob sie ihn heiraten wolle. Die L., welche sich vor M. durch dessen Landsberg wachung der Schulen ausüben werden. Pflicht der Stadtverord- unvermutetes Erscheinen fürchtete, versuchte denselben durch güt- Nebe, Bordamm netenbetsammlung wird es sein, jeder Einschränkung der schul- liches Zureden nach dem Dorfe Klosterfelde zu ziehen. Hierbei Elbe, Leitmeri ärztlichen Tätigkeit ganz entschieden entgegenzutreten. wurde sie von dem hinzugekommenen jüngeren Bruder unterstützt. Barby Nach kurzer Zeit weigerte sich M., weiter zu gehen und schoß auf Saale, Grochliz Magdeburg Die erfle Sigung nach den Ferien hält die Stadtverordneten die 2., und als der jüngere Bruder ihm in den Arm fallen wollte, bersammlung am Montaa. den 2. September. abends um 6 Uhr ab. I auch auf diefen. Dder, Natibor " " am feit 30. 8. 29. 8. 7248321 Minden am feit cm cm ¹) 182 109 148+44 128 Wasserstand Havel, Spandau Rathenow) 146 Spree, Spremberg Becstow 30. 8. 29.8. cm cm¹) 110 2 0 90 141 140+2 42+ Beser, Münden Rhein, Waldshut 189 -97 6+ 38 21 196 185 39 101 110 0 Nedar, Heilbronn 18 Main, Wertheim Mosel, Trier 76+1 )+ bedeutet Wuchs, Fall.) Unterpegel. 342 Kaub Köln 2156 432 11 Moabiter Gesellschaftshaus. Schweizergarten Oranien- Salon g Fernfpr.: II, 7520. Wilh. Brüning. Jeden Sonntag und Mittwoch: Wiclef- Str. 24. 25896 Oranienstr. 170 Am Königstor. Straßenbahn 1, 2, 4, 17, 59, 61, 62, Am Friedrichshain. Sonntag: Großer Ball. 63 und 74. Gr. humoristische Soiree be Apollo- Sängereden Sonntag: ( Mitglieder der ehemaligen Willi Walde- Sänger). Anfang Sonntags 7 Uhr. Mittwochs 8 Uhr. Dos Nach der Vorstellung: Familienkränzchen. Sonntag 4 Uhr: Großer Ball. 3 Kegelbahnen. Anfang 6 Uhr. Billard. Tunnel Restaurant. Kaffeeküche. 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September, 8% Uhr abends: Versammlungen der Berliner Wahlvereine. 1. Kreis per in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstraße 135. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. II. Kreis Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg( großer Saah). Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Vanell. Kreis Ritter- Säle, Ritterstraße 75. Zages Drdnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Antrag auf Ausschluß eines Mitgliedes. 4. Partei und Vereinsangelegenheiten. IV. Kreis Kellers Festfäle, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. V. Kreis Altes Schützenhaus, Linienstraße 5, Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Vorstands- und Sassenbericht. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. JbneW VI. Kreis qua Germania- Säle, Chausseestraße 103. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Zu allen Versammlungen legitimiert das Mitgliedsbuch des betreffenden Wahlvereins. Allseitigen Besuch erwarten Charlottenburg. Sozialdemokratischer Wahlverein. Montag, den 2. September, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung 2. Diskussion. im Volkshause, Rosinenstraße 3. 251/ 3* Tagesordnung: 1. Bericht vom Internationalen Kongreß in Stuttgart. Referent: Frik Zietsch. Um zahlreichen Besuch( auch der Frauen) ersucht Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Mittwoch, den 4. September, abends pünktlich 8%, Uhr: Der Vorstand. 209/6 Die Vorstände. Invaliden- Unterstützungskasse Orts- Krankenkasse| Ban- Genossenschaft ,, Turnerheim" der Steindrucker und Lithographen. Am Montag, den 9. September, abends 8, Uhr, findet im großen für das Tapezierer- Gewerbe zu Berlin. ( E. G. m. b.) Montag, 9. September 1907, abends 8 Uhr, bei Thiel, Rigdorf, Bergstraße 151/152: Saale des Gewerkschaftshauses, Wir bringen hierdurch den Be Vertretern für obengenannte Staffe entsprechend zur Kenntnis, daß die statt und werden die Mitglieder hierzu in der außerordentlichen General ergebenst eingeladen. Wahlberechtigt bersammlung vom 19. März d. J. und wählbar sind nur diejenigen beschlossene dritte Abänderung zum Raffenmitglieder, welche großjährig Staffenstatut, betreffend Erhöhung des usw. sind.(§ 17 des Statuts.) Duits Krankengeldes, sowie Abänderungen tungsbuch der Drtskrankenkasse von der§§ 9, 13, 14, 20, 32 und 35 Nr. 1-3700 legitimiert. 26465 der§ 69 fällt fort-, bom Bezirks ausschuß genehmigt worden ist und mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft tritt. Druderemplare der vorstehenden Abänderung können im Kaffenlokal, Brückenstraße 12, wochenEngel- Ufer 15, die Wahl von 370 ftimmungen unseres staffentatuts General- Versammlung. Der Vorstand. 3. A.: A. Schütz, Borsigender. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands Filiale Berlin II. " Tagesordnung: 1. Stand der Genossenschaft. 2. Berschiedenes. Der Vorstand. 156/5 Max Schönberg. Otto Klein. täglich von 8 bis 2 Uhr in Empfang J.B genommen werden. Berlin, den 31. August 1907. Sonntag, den 1. September, vormittags 10 Uhr, im Englischen 275/16 Garten", Alexanderstraße 27 0: J. Baer Badstr.26, Prinz.- Allee Ecke Herren- u.Einsegnungsanzüge.Berufskleidung Paletots u. Havelocks Großes Lager in- und ausländischer Stoffe zur Anfertigung nach Maß. Der Vorstand. Allerbilligste, streng feste Preise. Sektions- Versammlung der Lackierer Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Möbel u. Polsterwaren in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Zadek. 2. Erfahwahl zur Agitations. Tommission. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 107/12 Die Sektionsleitung. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Donnerstag, den 5. September, abends 8%, Uhr, in den Zentral- Festfälen", Alte Jakobstr. 32: Allgem. Mitglieder- Versammlung. 1. Geschäftliches. Zagesordnung: 2. Ausschluß des Mitgliedes Georg Standke. Tages Der gegenwärtige Stand unserer Zarifbewegung und unser weiteres Berhalten. Mitgliedsbuch legitimiert. Bollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. fauft man am reellsten bei 57452 Gerichtstr. 10. Theodor Knorn,( od play). Neichhaltigstes Lager in Verein für Frauen u. Mädchen 1 u. 2 Zimmer- Einrichtungen, kompl. Küchen von 50 M. an. der Arbeiterklasse. Montag, 1. September, abends 81, Uhr, im Neuen Klubhause", Kommandanfenstr. 72: Vortrag des Schriftstellers Max Grunwald über: 55/18 ,, Die Entwickelung der Weltwirtschaft." Gäste willkommen. Der Vorstand. Bekanntmachung. Der ,, Verein der Bierabzieher Berlins und Umgegend" hat fich 3. Vortrag des Stollegen Blum über:" Der Internationale am 1. Januar 1907 dem Verband deutscher Gastwirtsgehülfen Kongres zu Stuttgart". 4. Diskussion. 5. Wahl der Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission. 6. Berschiedenes. 157/17 Das vollzählige Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Mittwoch den 4. September, abends 8, Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117: Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: angeschlossen unter dem Titel: Ortsverwaltung Berlin III Abteilung der Bierabzieher. Um nun unseren Berufskollegen den Beitritt zu unserem Verbande möglichst bequem zu machen, haben wir solgende Zahlstellen eingerichtet: Nr. 1. Palisadenstr. 13, Wilh. Raasch.| Nr. 4. Triftstr. 41, Franz Funt. " " 2. Stalizerstr. 132, Otto Gaebel. 5. Große Hamburgerstr. 18/19 " 3. Zoffenerstr. 35, Paul Bannide. ( Hauptverwaltung). In diesen wird Auskunft erteilt, Mitglieder aufgenommen und Beiträge angenommen, ebenso bei folgenden Vertrauensmännern: H. Sarow, Löwestr. 17, b. II; H. Bartsch, Bossestr. 10, Quergeb. III; S. Preuß, Gais: bergstr. 40, part.; H. Strangfeld, Puttbuserstr. 46, Neft.; F. Reich, Nixdorf, Berlinerstr. 74, S. III. Die Versammlungen finden regelmäßig am Donnerstag nach dem 15. jeden Monats, abends 1,9 Uhr, im Verbandshaus der Gasts wirtsgehülfen, Große Hamburgerstr. 18/19, statt. Dajelbst befindet sich auch der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Bierabzieher. Fernsprecher Amt III 1830 und 1474. Die Mitgliedskarte für das jezige Quartal ist weiß mit rotem 296/2 Der Vorstand. 1. Die Streits in Berlin im Jahre 1906. 2. Neuwahl der Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 3. Bericht vom Internationalen Schuhmacher- Druck. Songreß. 169/18 Die Ortsverwaltung. Fünfjährige Garantie. Kaucht Vineta No8 beste 2/2 Pf HandarbeilsCigarette Réunion Bürgerliche WohnnngsEinrichtungen. Einzelne Möbel Möbel® Entgegenkommende Zahlungsweise. ,, ALLE TAGE ANDERS" direkt am Nettelbeck- Platz 5837L* Pank, Gericht- und ReinickendorferStraßen- Ecke. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co. Berlin SW. B. 204. 24. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 1. September 1907. Aus der Frauenbewegung. Mängel im Rechte der unehelichen Mutter. Der§ 1715 des Bürgerlichen Gesetzbuches legt dem unehelichen Vater die Verpflichtung auf, der Mutter die Kosten der Entbindung und des Unterhalts für die ersten sechs Wochen nach der Entbindung, und falls infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung weitere Aufwendungen notwendig werden, auch die hierdurch entstehenden Kosten zu ersetzen. Beerdigung. Hierzu gehören nicht nur die durch die Behandlung der durch Schwangerschaft oder Entbindung erkrankten Mutter erwachsenen Stoften, sondern auch diejenigen Aufwendungen, die die Mutter zu machen hat, um eine neue Erwerbstätigkeit zu erlangen, wenn sie die frühere infolge der Schwangerschaft oder Entbindung verloren hat, beispielsweise Kosten für Annoncen, Vermittelungsgebühren, Stirbt jedoch die Mutter infolge der Entbindung oder der Schwangerschaft, so haftet der Vater nicht für die Kosten der Diese Nichthaftung des Vaters für die Beerdigungskosten, die einen schweren Mangel im Rechte der unehelichen Mutter bedeutet, wird damit begründet, daß das Bürgerliche Gesetzbuch die Ersatzpflicht des Baters nur auf Ansprüche beschränkt, die unmittelbar der Mutter selbst zustehen; da die Geltendmachung dieses Anspruches durch die Wutter selbst ausgeschlossen ist, wird infolge dieser seltsamen Logik der Vater von der Zahlung der durch den Tod der Mutter entstandenen Kosten befreit. Ein noch schwererer Mangel im Rechte der unehelichen Mutter besteht darin, daß ihr im Falle einer Fehlgeburt keine Ansprüche an den Vater zustehen. In den Motiven zum Entwurf des Bürgerlichen Gesetzbuches wird die, in diesem Falle absolute Rechtlosigkeit der Mutter teils mit der Schwierigkeit, die Empfängnis und die Person des Vaters festzustellen, und durch die Befürchtung, den Einwand der exceptio plurium illusorisch zu machen, teils damit begründet, daß die Fälle der Fehlgeburt einer Begünstigung nicht bedürfen, da hier nicht ein Kind, sondern nur eine Leibesfrucht geboren werde. Die schwere Härte, welche die ungerechtfertigte Befreiung des Baters der Mutter gegenüber enthält, verkennen selbst die Richter nicht, wie aus einem Urteil des Agl. Amtsgerichts Leipzig, durch welches ein Anspruch auf Kostenersatz im Falle einer Fehlgeburt abgewiesen wurde, hervorgeht. Daß die Bestimmung des§ 1715, im vorstehenden Sinne ver- Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen standen, hart erscheinen fann, mag der Klägerin zugegeben werden, Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Nindfleisch Ta 72-74 pr. 100 Pd., das berechtigt aber nicht, das Gesetz wider seinen flaren Sinn und la 66-71, IIIa 61-64, Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 53-62, Stübe, fett Wortlaut auszulegen. 52-60, do. mager 40-50, Freffer 56-64, Bullen, dän. 52-63, do. holl. 0,00. Der Richter gibt hier also unumwunden zu, daß diese Aus- 65-73, Stälber ger. gen. 46-58, do. holl. 0,00, dän. 0,00. Sammelfleisch Stalbfleisch, Doppellender 100-115, Mastkälber Ia 74-84, IIa legung des§ 1715 eine Härte gegen die Klägerin sei, stützt sich Mastlämmer 80-83, Sammel la 75-79, IIa 69-74, ungar. 50-60, Schafe 55-68. aber bei dieser Auslegung auf den klaren Wortlaut des Gefeßes. Aber gerade der flare Wortlaut des Gefeßes, welches der Mutter 0,30-0,60. Rothirich Ia 0,40-0,55, do. IIa 0,00. Schweinefleisch 62-67. Rehbod Ia per Pfund 0,65-0,93. IIa gelegt werden. Dambirich 0,54-0,55. junge große 0,90-1,25, do. Ileine 0,30-0,85, alte 0,76-0,85. Hühner, do. junge 0,45-1,55. ein Recht gewährleistet auch auf alle Kosten der Schwangerschaft, Wildschweine 0,22-0,47. Frischlinge 0,00, Staninchen per Stud 0,50-0,90. mußte im Falle einer Fehlgeburt absolut zu ihren Gunsten aus Wildenten per Stüd 1,20-1,55. Stridenten per Städ 0,00. Rebhühner, Schwangerschaft und Fehlgeburt stehen im ursächlichsten Bu- Zauben 0,30-0,58, italienische 0,00. alte, per Stüd 1,50-3,00, IIa 1,00-1,40, sammenhang, so daß die Kosten der Fehlgeburt, ohne dem Gefes do. Hamburger per Stüd 1,80-3,00. Gänse per Pfund 0,60-0,70, do. Gewalt anzutun, in logischer Folgerung zu den Kosten der ver per Stüd 2,00-4,00, Schwangerschaft, welche durch die Fehlgeburt vorzeitig beendet Oderbrucher ber Bfd. 0,60-0,68. do. Hamburger per Bid. 0,70-0,80, bo. Enten per Stück 1,50-3,50, Boulets per Stüd 0,90-1,35. Boularden wurde, gerechnet werden können, ja müssen. Es bedarf hierzu per Pfd. 0,00. Hechte per 100 Pfund 100-118, do. matt 91-99, do. mittel feiner Aenderung des Gesetzes, vielmehr genüge eine humanere, den und groß, mait 79-92, do. mittel 0,00, do. groß 0,00. Bander, flein praktischen Anforderungen entsprechende Auffassung des Richters, 0,00. Schleie, groß 112-113, bo. mittel 119-126, do. unfortiert 162–167. Alale, groß 99-106, do. flein und mittel 82-94, mittel 95-108, do. um Urteile, wie das hier angeführte, unmöglich zu machen. Richter- unsortiert 82-99, bo. groß- mittel 0,00, bo. flein 0,00. Blögen, matt 0,00. Sprüche, wie sie aus der bisherigen Pragis hervorgehen, finden weder Roddow 0,00. Karpfen, 60er- 80er 78-81, 50. 50er- 60er 0,00. Bleie, Verständnis beim Laien, noch die Billigung des humanen Juristen. matt 75. Bunte Fische 31-75. Barse 84, dito flein 75. Aber nicht nur gegen den Geist des zum Schuße der wirtschaft- Staraufchen 90, do. flein 0,00. Wels 0,00. Bleifische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuter, per 100 fd. lich Schwachen, zu denen die unehelichen Mütter fast ausnahmslos Alland 83. Dutappen 0,00. Па neuer 0,00, do. IIIa 0,00. Seelachs 15-20. gehören, erlassenen Gesezesvorschrift, die dem Vater, als dem 0,00 Verursacher, sämtliche auch durch die Schwangerschaft verursachten Blundern, Kieler, Stiege Ia 2-6, mittel der Stifte 2, Hamb. Stiege 4-6, Büdlinge, Kieler per Kosten auferlegen will, verstößt diese Auslegung, sie ist auch eine halbe Stifte 2-3, pomm. Ia Schod 9, Ila 1-3. Wall 2-3, Strals. 3,50-5,00, Bornh. 0,00. Aale, groß per Pid. 1,10 durch nichts gerechtfertigte Begünstigung des Vaters. Für diesen bis 1,40, mittelgroß 0,80-1,10, flein 0,60-0,80. Seringe per Schod 5-9. bedeutet die Fehlgeburt einen Glücksfall, durch welchen er mit Schellfische Stifte 3-4.00, Stifte 1,50-2. Gardellet, 1902er per Unter einem Schlage von allen Verpflichtungen befreit wird, während die 98, 1904er 98, 1905er 98, 1906er 90-95. Schottische Vollberinge Mutter, die oft durch eine Fehlgeburt einen dauernden förperlichen 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Sardinen, russ., Faß Schaden davonträgt, öfter noch wochenlang ans Krantenlager ge- Seringe, neue Matjes, ver/ To. 50-120. fesselt wird, ohne jede Unterstüßung, völlig recht- und hülflos dem 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. Neunaugen, Schockfaß 11, do. fleine 5-6, do. Riesen 14. Strebse über sie hereinbrechenden Elende preisgegeben ist. Im trassen Widerspruch zu dieser Auffassung des Bürgerlichen bo. unsortiert 8-10, Galizier groß 0,00, do. unsortiert 0,00. per Schock, große 27,50, do. mittelgroße 0,00, do. fleine 4,00, Gesetzbuches, nach welcher eine Fehlgeburt nur die Absonderung Land, unsortiert per Schod 3,70-3,80, do. große 4,00. einer Leibesfrucht ist, welche der Mutter keinerlei Rechte dem 100 Pd. Ia 117-120, Ila 108-117. IIIa 100-108, abjallende 90-95. Pfeffergurten 4,00. Kartoffeln Tater gegenüber gibt, steht die Anschauung des Strafgesetzbuches. Saure Gurfen, neue, Schod 4,00. die per 100 Pid. weiße runde 2,25-3,25, blaue 2,50-3,75, Stofen 1,75 Der§ 218 des Reichs- Strafgesetzbuches bedroht nicht nur Tötung, sondern auch schon die Abtreibung einer Leibesfrucht" mit bis 2,50, Nieren- 2,25-3,50. Porree, Schock 0,50-1,00. Meer rettich, Schod 5-15. Spinat per 100 Pfund 8-15. Sellerie, Buchthausstrafe bis zu fünf Jahren. Schock 2,00-8,00. Zwiebeln per 100 ẞfd. 3,00-6,00, per do. Perl 40,00-75,00. Charlotten 50,00-75,00. Petersilie, grün, Der Embrho, im Bürgerlichen Gesetzbuch noch monatelang nach der Empfängnis ein Nichts im Rechtsverhältnis der unehelichen Mutter zum Vater, wird im Strafgesetzbuch von ersten Tage an zum Objekt einer, durch die schwersten Strafandrohungen gesicherten Fürsorge. N. Fuchs. Bund für Mutterschutz. Eier, Butter per Schockbund 0,75-1,00. Stohlrabi Shod 0,75-1,25. Rettich, bahr., neuer Stud 0,07-0,10, do. hiesiger Schod 3-4. Mohrrüben, per 100 Pfund 3,00 bis 5,00. Starotten, hiesige, Schodbund 2,00-3,00. Wirsingtohl der Schod 4,00 bis 12,00. Rottohl, Schod 6-12. Weißtohl 4-10. Blumenkohl, hiesiger 100 Stüd 8-14, do. Hamburger 100 Stüd 0,00, do. Erfurter 100 Stüd 5-18. Stohlrüben, Schod 4,00-7,00. Peterfilienwurzeln, Schockbund 3,00-4,00. Schoten per 100 Bfund 10-20. Pfefferlinge per 100 Bfd. 5-11. Steinpilze per 100 Pfund 0,00. Radieschen per Schodbund 0,50 bis 1,00. Salat per Schod 1,50-2,00. Gurken, Einmache, Schod 14-20, do. böhmische Schock 0,00, do. Liegnißer Schod 3,00-4,00. Bohnen, grine, 100 fb. 7-16. 23achsbohnen, per 100 3fb. 5-20. Stachelbeeren, per 100 Pfund 0,00. Blaubeeren, per 100 Bfd. 10-15. Johannisbeeren, per 100 Pid. 10-15. Preiselbeeren per 100 Bfb. 15-28. Stirschen, fauere, 100 Pfd. 12-16. Birnen, ital., 100 Pfund 14-40, Tiroler 25-40, hiesige 3-15, Galander 17-23. Pfirsiche, biefige per 100 Bib. 20-28, ital. in Seisten zu 12 Stüd 0,75-2,00, bo. in störben Ia per 100 Bfb. 25-35, do. Ila in Körben per 100 Pjd. 17-26. Aprikosen, ital., per 100 Pfund 0,00, franzöf. 0,00. lepfel, italienische, per 100 Bjund 8-16, ung. 10-13, hiesige 3-10, Gravensteiner Ia 15-23, bo. IIa 10-20. Pflaumen, ital., per 100 Bfund 0,00, teineclauden 12-16, hiesige 8-13, ung. 6-15, Badener, Friih-, 16-22, ferb. 12-15. Weintrauben, franz., per 100 1b. 14-20, italien. 14-18. Ananas I, per Pfund 1-1,20, bo. II 0,00. Die Begründung dieses Urteils lautet: Der 6. Titel im zweiten Abschnitt des vierten Buches des Bürgerlichen Gesetzbuches, in dem die der Klage zugrunde gelegte Im Hinblick auf die bevorstehende Umwandlung unserer WerVorschrift des§ 1715 steht, behandelt die rechtliche Stellung der sicherungsgesehgebung hat der Bund für Mutterschuh dem unehelichen Kinder, insbesondere die rechtlichen Beziehungen Reichsamt des Innern eine Betition zur Mutterschaftsverdes Vaters, der Mutter und des Kindes zu einander. Dabei setzt das Bürgerliche Gesetzbuch wie auch schon die Ueberschrift des Säuglingssterblichkeit, den Rüdgang der Militärtauglichkeit und sicherung zugehen lassen. Die Begründung weist auf die starke Bfb. Titels besagt, voraus, daß ein Kind, also ein ausgebildetes die Zunahme der Unterleibsleiden bei den arbeitenden Müttern menschliches Wesen geboren worden ist. Es fezt auch in der Regel voraus, daß das Kind gelebt hat, so insbesondere in erb- als auf Schädigung hin, welche die Zukunft unseres Volkes an rechtlicher Beziehung(§ 1707, 1903 des Bürgerlichen Gesetzbuches), der Wurzel treffen müssen. Unter den einzelnen Forderungen es macht nur für den Anspruch der Mutter aus§ 1715 gegen den heben wir hervor: 1. Ruhezeit sechs Wochen vor und sechs Wochen Bater eine Ausnahme insofern, als jener Anspruch der Mutter nach der Entbindung bei Zahlung des vollen Arbeitslohnes. 2. Freie auch dann zustehen soll, wenn das Kind totgeboren ist. Aber ein Hebammendienste. 8. Freie Hauspflege. 4. Stillprämien. Sind" muß geboren sein, von diesen Erfordernissen geht das Gesetz nicht ab und hat es auch nicht abgehen wollen. Die Motive zum ersten Entwurf( Band 4, S. 911) bemerken ausdrücklich, daß 3wvar berschiedene Gefeßgebungen der Geschwängerten einen Anspruch auch im Falle einer Fehlgeburt einräumen, daß aber der Entwurf diesen Fall nicht besonders berücksichtige, teils wegen der Schwierigkeit, in diesem Falle die Empfängniszeit und die Person des Schwängerers festzustellen, ohne die Einrede der exceptio plurium illusorisch zu machen, teils in der Erwägung, daß die Fälle der Fehlgeburt keine Begünstigung verdienen. Selbst wenn daher die Behauptungen der Klägerin richtig wären, würde ein Anspruch nicht bestehen, denn eine drei Monate alte Frucht ist kein Kind im Sinne des§ 1715. Das Gericht befindet sich mit dieser Auslegung des§ 1715 auch in Uebereinstimmung mit der herrschenden Ansicht. Vergleiche Staudinger, Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 2. Auflage, Anm. 3a zu§ 1715 und die dort angegebene Literatur, außerdem Hirsch in Neumann, Jahrbuch des deutschen Rechts, 1. Jahrgang, 2. Band, S. 145. A. G. Hamburg in der " Deutschen Juristen- Zeitung", Bd. 10, G. 872. Dernburg," Das bürgerliche Recht", Bd. 4, S. 293 a. G. 14 kar. mattgoldener Bing, in der Mitte ein echter Saphir od Rubin, an den Seiten je 1 echter Diamant M. 16 Lange, goldene 14karät.gold.Damenuhr Dam.- Uhrkette mit 5 echten Diamanten Schieber mit Opal Perlen und Edelsteinen verziert, Glanz- u Mattgold von 24-300, in Goldpl. v. M, 4 an Theo à jour gefaßt 55 M. 8 Jahre Garantie.Ohne Diamanten von 20 M. an. Fengler, Der Petition ist eine auf versicherungstechnische Grundlagen ruhende o stenberechnung beigegeben. Ein Reichszuschuß von 25 M. für jede Geburt wird gefordert. Sache des Reichstages wird es sein, durch Ausbau unserer sozialen Gesetzgebung endlich die Mutter zu schüßen, die Quelle des Lebens, und so das Wort des Kaisers wahrzumachen:" Das Arbeitsverbot für Wöchnerinnen hängt mit der Hebung der Rasse eng zufammen. Deshalb darf in einer solchen Sache das Geld keine Rolle spielen". Gewerkschaften aller Richtungen, Frauenbereine und andere sozialpolitische Verbände sind um Unterstüßung der Petition ge= Dieselbe ist zu beziehen durch das Bureau für beten worden. Mutterschutz, Wilmersdorf, Rosberizerstr. 8. Versammlungen- Beranstaltungen. Weißenfee. Dienstag, den 3. September, 8% Uhr im Prälaten", Lehderstr. 122, öffentliche Versammlung der sozialdemokratischen interFrauen des Kreises Nieder- Barnim. Bericht vom nationalen Kongres in Stuttgart. Referentin: Genossin Thiel. Bericht von der Provinzialfonferenz der Provinz Brandenburg. Referentin: Genossin Liebermann. Einsegnungsgeschenke in grösster Auswahl. Belmonte& Co. 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