Nr. SOS. Bb»nnfl»tnt$'Bf dlngung« n- OBonnantnU• Preis tndninnnanto: BtexteijdVtl 830 Bit, monatl. 1,10 Mk, wschortitch 36«lg. frei in« Hau«. Cingebte Runtoin 6 Pfg. Sonntags« Hümmer mit illufttieitn Sonntags« (Mögt.Die Reue Bett* 10 Pfg, Post. mwtmemenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitunaS. VreiSIipe. Unter Rreugband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 3 Marl, für daS übrige AuSI-nd 8 Marl pro Monat. PostiSonnementS nedin en an: Belgien, Dänemarl, HoNand, Matten, Luxemburg. Portugal. «mnünien, Schweden und die Echweiz. «chtwt a-n» Ml» vwtt«8. 34. Jahrg. Vevltnev Volksblcrkk. vle Insertion;-eedilhk betrügt für die sechSgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum SO Pfg., für politische und gewerlschafwche BereinS- und BerfaminlungS-Anzeigen 80 Pfg. „Aleine Snreigen", das erste(fett- gedruckte) Wort SO Pfg., jcd-S weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaf- stellen.Anzeigcn daS erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort S Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen biS S Uhr nachmittag! in der Expedition abgegeben werden Die Expedition it bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm.Adresse: ,,S»ÄiIlltlN»l!l8t Nil»»". 2entva1organ der roztaldcmokrati fchcn Partei Deutfchlande, Redaktion t 8 CD. 68, Lindcnstraeoe 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. | Dienstag, den 3. September 1907. Expedition: 8CQ. 68, Lindcnetraeae 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Sie verflossene Tagung des britischen Parlaments. London, 30. August.(Eig. 23er.) Die parlamentarische Tagung des Jahres 1907 währte dom 12. Februar bis zum 28. August. Ihr entstammen nicht weniger als 56 neue Gesetze und Reformen. Von denen jedoch nur drei Von größerer Bedeutung sind: die Gewährung einer freien Verfassung an Oramen, die Armeereform und das englische Ansiedlungsgesetz. Von geringerer Bedeutung, aber doch von Interesse sind: die Erweiterung des Frauenwahb rechts in der Lokalverwaltung: die Errichtung eines Appew Hofes in Strafsachen; die progressive Besteuerung von großen Einkommen und Erbschaften; die Garantierung der Transvaal anleihe von 100 Millionen Mark; die Kündigung der Straf klausel der Brüsseler Zuckerkonvention; die Resolution betreffs Reform des Oberhauses; das Gesetz betreffend die verjagten irischen Farmer. Die Armeereform wurde vom Kriegsminister Mr.Haldane (lies: Holldehn) eingebracht und mit großem Geschick in allen Stufen vertreten. Bislang waren die militärischen Kräfte des Vereinigten Königreiches eingeteilt in: reguläre Armee und Hülfstruppen. Die reguläre Armee bestand aus Angeworbenen, die sich auf eine Dienstzeit von drei bis zu zwölf Jahren verpflichteten. Die Hülfstruppen de- standen aus Miliz, Aeomanry(lies: Jumenry gleich berittene Miliz), Reserve und Freiwilligen. Die Hülfs- truppen'waren äußerst mangelhaft organisiert und— mit Ausnahme der Miliz— auch äußerst mangelhast auS> gebildet. Große Teile der Hülfstruppen existierten nur auf dem Papier, und Haldane stellte sich nun die Aufgabe, den Hülfstruppen eine einheitliche Organisation zu geben. Seine Reform bezieht sich hauptsächlich auf die Hülfstruppen, obwohl auch der regulären Armee einige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Nach seinem Plane besteht die reguläre Armee— ein Kolonial- und Auslandsheer— aus 160 000 Mann, deren Ausbildung und Schlagfertigkeit möglichst vollkommen sein soll. Eingreifender ist die Reform der Hülfstruppen. Die Miliz, Dcomaury und die Freiwilligen erhalten eine einheitliche Organisation und sind nunmehr als Territorialarmee bekannt, deren Aufgabe es ist, das Land gegen eine Invasion zu schützen. Ihre Stärke beträgt 300 000 Mann. In Friedens- zeiten ist ihre Ausbildung eine ganz geringe; ihre eigentliche, kriegsmäßige Ausbildung beginnt er st beimAusbruch eines Krieges und dauert sechs Monate. Diese eigen- artige Einrichtung beruht auf folgenden Erwägungen: Eng- land ist ein Inselstaat. Seine.erste Verteidigungslinie ist die stets kriegsbereite Flotte. Erst ivenn die Flotte geschlagen ist, kann der siegreiche Feind an eine Invasion Englands gehen. Die britische Flotte kann aber nicht so leicht vernichtet werden. Es müssen Monate vergehen, ehe ein solches Resultat zu erzielen wäre. Diese Periode des Seekrieges nun soll von der Territorialarmee zur Ausbildung benutzt werden. So lange aber der Seekrieg nicht entschieden ist, bleibt ja auch die reguläre Armee im Lande, außer wenn England ge- zwungen sein sollte, gleichzeitig einen See- und einen Land- krieg zu führen, etwa: in der Nordsee gegen Deutschland und in Aegypten gegen die Türkei. In einem solchen Falle müßte die reguläre Armee nach Aegypten geschickt werden. Immerhin >vürde die Territorialarmee Zeit haben, während der Zeit des Seekrieges eine kriegsgemäße Ausbildung zu erhalten. Dies die Grundzüge der Armeereform. Erweisen die Erfahrungen der nächsten Jahre, daß die Reform undurch- fiihrbar ist, so wird wohl zur allgemeinen Militärpflicht ge- griffen werden. Der Erfolg des englischen AnsiedclungögescticS hängt viel- fach von den Lokalbehörden ab, die aber vom Volke ge- wählt werden. Will das Volk eine gründliche Bodenreform, so kann es sie haben. Es ist gut, daß dieses Gesetz nicht unter die Lokalreaierung gefallen ist; denn John Burns, der ja der eigentliche Lokalminister ist, hat absolut keine Initiative. Er wird immer mehr zu einem Hindernis jeder Reform; er hat die Gelegenheit, eine große Zahl von Arbeitslosen dem Ackerbau, der Gärtnerei und anderen Zweigen der Landwirtschaft zuzuführen, aber er will nichts tun und benutzt seine ministerielle Macht noch dazu, alle derartigen Experimente zu verhindern. Er hat für die Arbeitslosen kein anderes Hülfsmittel als Auswanderung nach den Kolonien. Die Bcrfaffung OrauienS ist der von Transvaal gleich. Auch die Wirkung der Verfassung ist dieselbe wie in Trans- vaal. Die Bevölkerung söhnt sich mit ihrem Schicksal aus und wird bei den ersten Parlamentswahlen eine gemäßigte Mehrheit, die für das Zusammenarbeiten mit den Briten ist, in die Legislatur schicken. Der alte Präsident Steyn und General Dewet' gehören zwar noch zu den Unversöhnlichen, aber wie aus Bloemfontein berichtet wird, wendet sich die Bevölkerung den gemäßigten Führern zu. Das Beispiel Transvaals, dessen Regierung sich bis jetzt außerordentlich loyal gezeigt hat. ist dabei nicht ohne Einfluß. Die englischen Frauen haben zwar vorläufig mit ihrer Agitation für das Parlamentswahlrecht kein Glück gehabt. Dafür erhielten sie weitere Rechte in der Lokalverwaltung. �Frauen dürfen nunmehr auch zu Präsidenten der Grafschafts träte, zu Bürgermeistern und zu„Aldermen" gewählt werden. Die Iren erhielten ein Gesetz, das 2000 ausgetriebene Pächter wieder zu Bodenbesitzern machen wird. Sie werden entweder ihre alten Farmen oder anderen Grund und Boden erhalten, und zwar kraft des bekannten Bodengesetzes vom Jahre 1903. Bei den Debatten über diese Vorlage kam es zu Konflikten zwischen der Regierung und den Iren, da die Re gierung sich gegenüber manchen Einwendungen der Lords nach giebig zeigte. Die Iren verließen demonstrativ die parla mentarische Sitzung. Das Verhältnis zwischen der irischen Fraktion und der Regierung hat sich während der verflossenen Session überhaupt verschlechtert. So lehnten die Iren die Council Bill ab, die ihnen ein Stück Autonomie in der Lokalregierung gewährt hätte. Die Iren sahen sich in ihren Erwartungen getäuscht. Sie hatten von der Regierung eine Homerulebill erwartet; doch die blieb aus, da in dieser Frage keine Einigkeit in der Re> gierung besteht; es würde eine solche Bill ja auch vom Ober hause abgelehnt werden. Es ist nach allem nicht aus> geschlossen, daß es in Irland zu sporadischen Ruhestörungen kommen wird. Schon bei den Streikunruhen in Belfast zeigte sich die Aufregung der Iren, die bekanntlich zu Blutvergießen und Verhaftungen führte. Jedenfalls ergreist die Regierung Vorsichtsmaßregeln und sie verstärkt in gewissen Gegenden Irlands die Polizei. Diese Verstärkungen können aber nicht vorgenommen werden, ohne daß die betreffenden Gegenden formal„proklamiert", das heißt unter Ausnahme- gesetze gestellt werden I— Ueber der ganzen Tagung schwebte der Konflikt zwischen dem Unterhause und den Lords. Von den 58 Vorlagen, welche die Regierung einbrachte, wurden zwar nur 2 von den Lords abgelehnt(die schottischen Vorlagen über Boden reform und Bodenbesteuerung), aber schon die Möglich keit der Ablehnung von Vorlagen, die vom Unterhause angenommen wurden, veranlaßt die liberale Partei, nach Mitteln zu suchen, um die Lords zu zügeln. Am 24. Juni nahm das Unterhaus eine Resolution an, die die Oberherr schaft des Unterhauses sichern will. Wie der Premierminister bei dieser Gelegenheit erklärte, sollen bei Meinungsverschie� denheiten zwischen den beiden Häusern gemeinschaftliche Kommissionen über die strittigen Punkte beraten und einen Ausgleich herstellen. Bleiben die wiederholten Versuche solcher gemeinschaftlichen Beratungen ergebnislos, so soll schließlich das Unterhaus das entscheidende Wort haben Die Kündigung der Strafklausel schränken. Ersten? täuscht das Blatt seine Leser, wenn eS behauptet, wir hätten in unserer Darstellung die Verdienste des alten Zentrums, der Reichenfperger, Windthorft usw.,„für(soll heißen: um) den Kampf um(soll heißen: fiir) daS allgemeine Wahlrecht in Preußen gefeiert." Wir haben im Gegenteil nachgewiesen, wie die alten ZeutrmnSführer sich stets gegen das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht ausgesprochen haben und wie selbst Windthorft, als er 1873 im preußischen Abgeordnetenhause seinen Antrag auf Einführung deS ReichStagSwahlrechteS für den preußischen Landtag einbrachte, von durchaus reaktionären Beweg- gründen geleitet wurde. Zweitens haben wir nicht Aeußerungen irgendwelcher beliebiger Zentrumsmitglieder zitiert, die in„unbedachten Augen- blicken" und„in weiß Gott welchem Zusammen- hange" gefallen sind, sondern wir haben unS auf wichtige pro- grammatische Reden der Abgeordneten Reichenfperger, Mallinckrodt, Windthorft und Porsch, das heißt der höchstenAutoritäten deS Zentrums, bezogen. Drittens beweist die bloße Behauptung, daß„daS Zentrum stet; mit aller Entschiedenheit zugegriffen hat", wenn sich die Möglichkeit einer Wahlrefonn bot, nicht das geringste. Seit 1873, also seit den Kulturfan, pstagen. hat das Zentnim, obgleich es später zur Regierungspartei avancierte, auch nicht ein einziges Mal seine Machtstellung benutzt, um daS ReichStagSlvahIrecht für Preußen zu erringen. Wenn die„Mark. VolkSztg/ das Gegenteil behauptet, mag sie eS dokumentarisch beweisen. Ihre bloßen Redensarten sind gänzlich wertlos.— Ein deutscher Hafen in Marokko. f Die„Rhein.-Westf. Ztg.", das Organ der Kohlen- und Eisen- Magnaten, hat seit den ersten Borfällen in Casablanca gefordert, die deutsche Regierung solle den marokkanischen Aufstand als günstigen Anlaß benutzen, die Scharte von AlgeciraS auszuwetzen und allerlei Vorteile für Deutschland zu erpressen. Jetzt hält das Blatt die Zeit für gekommen, noch einen Schritt weiter zu gehen und direkt die Abtretung eines marokkanischen Hafens an Deutsch- land zu verlangen. „Nachdem es uns", schreibt daS kolonialsüchtige Blatt,„bisher in der deutschen Presse fast allein überlassen worden war, auf das Deutschfeindliche in dem Borgehen Frankreichs gegen Marokko und auf die unsagbar klägliche Haltung unserer Diplomatie hinzuweisen, erstehen uns jetzt Helfershelfer, sogar in der offiziösen„Kölnischen Zeitung", die ja mit der Regierung durch dick und dünn geht. Jetzt endlich veröffentlicht sie einen deutschen Brief aus Casablanca, der die längst bekannte und von unS stets hervorgehobene Tatsache bestätigt, daß dort der deutsche und der englische Handel seit langem an erster Stelle stehen, und daß von dort aus seinerzeit die geharnischten englischen Proteste gegen daS englisch-französische Abkommen gerichtet wurden. Das Fazit, das der Brief zieht, ist:„Der deutsche Handel in Casablanca ist vernichtet I und zwar absichtlich, denn„die Ehre Frankreichs sollte auf dem Ruin deS deutschen Handels wieder- hergestellt werden." Zur Wahrung unserer Interessen, nicht vor marokkanischen Angriffen, sondern vor der gleitznerischen ZivilisationS- tätigkeit Frankreichs fordern wir im Einverständnis und im Auftrage von Landsleuten in Marokko daSZeigen unserer Flagge in einem marokkanischen Hafen. Doch bei unS ist jetzt die Zeit deS KriegSspielS und der Paraden. Politik ist Nebensache." So gering man auch die Fähigkeiten der deutschen Auslands- Politik einschätzen mag, erscheint es doch als ausgeschlossen, daß sich die deutsche Regierung unter den heutigen Umständen darauf ein- läßt, daS traurige Experiment von Kiautschou in Marokko zu wieder- holen. Als ein Beispiel dafür, bis zu welchen Berrücktheiten sich die imperialistische Expansionssucht in Deutschland versteigt, ist aber die Forderung deS Zechenblattes immerhin beachtenswert.— Der Ministerialdirektor im Kultusministerium Dr. Althoff hat, wie verschiedene Blätter aus bester Quelle wissen wollen, bereits vor einer Woche sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird, da sich sein Rücktritt in Uebereinstimmung mit dem neuen Kultusminister vollzieht, nicht mehr in sein Amt zurückkehren. Ueber sein Dienst- zimmer im Ministerium soll schon anderweitig verfügt, worden sein. Schulstreik. In dem Orte Glinde des Kreises Stormarn(Holstein) gibt es etwa zehn schulpflichtige Kinder, die schon seit Jahren die Schule nicht besuchen. Die Eltern der Kinder halten diese vom Schulbesuch zurück, weil, wie sie behaupten, der in dem Orte am- ticrende Lehrer ihre Kinder mißhandelt, und versucht hat, sie gegen ihre Eltern aufzuhetzen. Schon seit zehn Jahren führen die Be- wohner von Glinde eine heftige Fehde gegen den Lehrer. Alles mögliche haben sie versucht, um ihn aus seinem Amte zu ent- fernen, doch ohne Erfolg zu haben. Die Regierung hat dem Lehrer wohl das ZüchtigungSrccht entzogen und ihm auch mehrmals Per- weise erteilt, aber nicht aus seinem Amt entfernt. Die Eltern sind mehrfach mit Strafbcfehlen bedacht worden, doch wurden sie dann vom Schöffengericht wie vom Landgericht freigesprochen mit der Begründung, inan könne den Eltern nicht zumuten, ihre Kinder einem Lehrer anzuvertrauen, von dem sie befürchten müßten, daß er sie mißhandele und nachteilig auf ihren Geist einwirke. Die betreffende» Kinder wachsen ohne Unterricht heran, da sie in benachbarten Schulen auch keine Aufnahme finden. Die Re- gierung hat nichts anderes zu tun gewußt, als einen neuen Prozeß einzuleiten. Ueber die neuen Strafbefehle gegen die Eltern hat bereits das Schöffengericht im März zu befinden gehabt und wiederum auf Freisprechung erkannt. In der Berufungsinstanz verhandelte dieser Tage auch die Ferienstrafkammer des Altonaer Landgerichts über die Angelegenheit. Die Angeklagten wurden wiederum kostenlos freigesprochen. Ein Streiknrteil. Stettin, gl. August 1907. Während des Streiks auf der Zcmcntfabrik„Stern" Podejuch- Finkenwaldc�var der arbeitswillige HülfSinonteur Eigenbrot nachts, als er von Stettin kam, von einem Haufen Menschen umzingelt und schließlich arg mißhandelt worden. Wegen dieses an sich be- gräflichen, aber nicht entschuldbaren Exzesse? hatten sich heute vor dem Stettiner Schöffengericht sieben Arbeiter zu. verantworten. Geladen waren über 49 Zeugen. Bier der Angeklagten mußten frei- gesprochen werden, weil sie sich gar nicht am Tatort aufgehalten hatten, während die Arbeiter Wendland und Kleinke, welche bei Begehung der Tat stark angetrunken waren, zu 2 resp. C Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Ein weiterer Angeklagter wurde wegen einfacher Körperverletzung zu S9 M. Geldstrafe ver- urteilt. Gegen Wendland und Kleinke, denen 2 Monate der Unter. suchungShaft angerechnet werden, waren Iii reiv. 1)4 Jahre Gefängnis beantragt. dngarn. Ter Stuhlwcifjcnburgcr Streik. Ter Generalstreik scheint zu Ende zu gehen. Der rllcksichtS- losen Gewalttätigkeit der städtischen Behörden gelang es, den Widerstand der Arbeiter vorläufig zu brechen. Die ausgewiesenen Genossen H a n d l e r und ForgacS wurden in ihre„Zu- tändigkeitSgemeinden" abgeschoben. Nach Banffyschen Methoden acht man nach Vorwänden, die lokalen Führer hinter Schloß und Riegel zu bringen. Die Genossen Stephan Bencsik, Maurer, und Karl Klein, Zimmermann, wurden unter der Anschuldigung, Gewalttätigkeiten gegen Behörden und Private verübt zu haben. verhaftet. Die Arbeiter verhalten sich ruhig. Die Schneider, Schlosser und Schriftsetzer haben die Arbeit wieder aufgenommen; voraussichtlich werden die übrigen Arbeiter folgen.— China. Peking, 1. September. Außergewöhnliche Beratungen über Sie Lage des Reiches haben heute begonnen. Die Kaiserin hat die einflußreichsten Berater der kaiserlichen Familie zusammen- berufen. Im Hinblick auf die Verschmelzung der Rassen tvurde unter Zustimmung deS Thrones ein Plan ausgearbeitet, der dahin geht, die Mandschu-Bannertruppen aufzulösen und auch andere Unterscheidungen zwischen Chinesen und Mand- schus zu beseitigen. Obgleich die Kaiserin infolge zweier Schlaganfälle, die sie innerhalb der letzten zwei Jahre erlitten hat, körperlich verfällt, faßt sie weitgehende Aenderungen in der Zentral-Regicrung ins Auge, einschließlich einer Umwand» lung der Großen Sekretariate in ein modernes Ministerium.— perfien. Der Grißwesir wurde am Sonnabend in dem Augenblick, als er das Parlament verließ, durch Revolverschüsse getötet. WolffS Bureau meldet hierzu: London, 2. September. Wie dem Reuterschen Bureau aus Teheran gemeldet wird, bestätigt es sich, daß der Mörder des Großwesirs— ein Geldwechsler Abbasali aus Baku— Selbstmord beging, nachdem er den Soldaten, der ihn festnehmen wollte, erschossen hatte. Ein Mitschuldiger, der den Mörder zu be- freien versuchte, wurde verhaftet. Briefe, die man bei beiden fand, zeigen, daß sie auf Befehl deS revolutionären Komitees in Baku gehandelt haben.— Der getötete Großwesir trieb ein Doppelspiel: er wollte es weder mit den Reaktionären noch mit den„Konstitutionalisten" verderben. Durch sein Verhalten hemmte er iedeufallS die Bestrebungen, die darauf abzielen, die autokratische Macht deS Schahs allmählich stärker einzudämmen. Es ist nicht unmöglich, daß daS Attentat auf den Großwesir nur den Anfang einer größeren Kette von Unruhen im gärenden Persien bildet.—_ Die russische Revolution. Wahlentrcchtnng der Arbeiter in Kiew. Nach dem Wahlrcchtsraub in der Moskauer Arbeiterkurie kam die Reihe nun an Kiew. Dieser Tage wurde daS Wahlrecht der Arbeiter in Kiew in dem Sinne„erläutert", daß sie in die Gouvernementsversammlung keine Wahlmänner entsenden, an den städtischen Wahlen nur auf Grund eines Zensus teilnehmen dürfen. Es können nun bestenfalls 2— 3000 Arbeiter in Kiew ihre Stimme abgeben, während die Mehrzahl der Arbeiter ihres Wahl- rechts verlustig geht.— Die„Erläuterung" des Arbeiterwahlrechts in Kiew läßt ver» muten, daß die Arbeiter auch in den übrigen Städten(Petersburg, Odessa und Riga), denen jetzt direkte Wahlen„verlieben" sind, von Wahlentrechtung nicht verschont bleiben werden. Die Fortsetzung der Schrecken in Estland. Unglaubliche Foltern und Strafen hat das kleine Estenvolk seit 1)4 Jahren ausgehalten, aber das Maß ist noch nicht voll! Das Volk ist jetzt wieder vollständig den deutschen Junkern ausgeliefert, die es mit Hülfe des„Blutkönigs von Riga", Meller-Sako- m e l s k i, in die Zeit der Leibeigenschaft zurückversetzen. Nach allen nur erdenklichen Bestrafungen wird dem Volke jetzt noch all« mählich die geistige Nahrung fast völlig entzogen. Alle Zeitungen, die nicht unbedingten Gehorsam und Untertänigkeit gegen die Junker predigen, sind unterdrückt, und alle Versuche neue heraus- zugeben unmöglich gemacht. Selbst rein bürgerliche Organe, wie der„Postimus", das Blatt der estnischen Bourgeoisie, ist mit 1000 Rubel bestraft und verboten worden; zwei Versuche, ein neues Blatt herauszugeben, wurden vereitelt, d. h. die neuen Organe wurden bald nach dem Erscheinen ebenfalls verboten. Sobald die Polizei merkt, daß das neue Blatt ein verbotenes ersetzen soll « wenn z. B. einige Nedaktionsglieder dieselben sind, wenn das Blatt des unterdrückten Blattes zugestellt wird, dann erfolgt einfach daS deS unterdrückten Blattes zugestellt wird, dann erfolgt einfach daS Verbot I So schreibt es Stolypin in einem geheimen Zirkular seinen Kreaturen vor! Aber die Verfolgung geht noch weiter:> Der Druckereibesitzer Martua aus Reval, ein Sozialdemokrat, mußte flüchten. Seine Frau verkaufte die Druckerei. In dieser wird jetzt eine farblose, jedoch keine junkerfreundliche estnische Zeitung hergestellt. Das Blatt wurde bereits zweimal suspendiert und der Herausgeber außer Landes verwiesen. Das erste Mal konnte er jedoch bald wieder zurückkehren, und es gelang ihm, eine neue Zeitung herauszugeben. Jetzt soll aber nicht nur die Zeitung endgültig verboten, sondern auch die Druckerei geschlossen werden, weil— sie früher einem Sozialdemokraten gehört habe und weil schon damals dort eine radikale Zeitung herausgegeben worden sei!! Nicht nur die sozialdemokratischen indessen, sondern auch andere, ganz„unschuldige" Bücher und Broschüren werden von der Polizei beständig beschlagnahmt, auch solche, die die strengste Zensur passiert haben! Zur Konfiskation genügt es schon, wenn der Name des Autors der Polizei nicht gefällt! So ist denn die Literatur und die Presse in Fesseln gelegt. Die unheilvollen Folgen dieses Zustandes fangen schon an, sich zu zeigen. Vielerorts im Lande sind tödliche Seuchen ausgebrochen, z. B. Milzbrand, und zwar soll diese Seuche durch die Kosakenpferde der„Straf- expeditionen" ins Land verschleppt worden sein. Auch Cholera und Pest stehen vor der Tür. Das Volk bedarf also dringend der Belehrung und Anweisung. Es gibt nun aber keine Zeitungen mehr, mit deren Hülfe man das Volk unterweisen könnte!— Die Polizei hat wegen der Seuchen viele Jahrmärkte verbieten müssen. Die Verbote konnten aber in Ermangelung weitverbreiteter eitungen nicht bekannt werden, die Menschen kamen samt ihren iercn, und die Seuchen wurden weithin getragen. So droht von der Stolypinschen Schreckensherrschaft nicht nur der Kultur, sondern auch der Gesundheit und dem Leben der Bevölkerung die ernsteste Gefahr. „Glaubensfreiheit". Petersburg, 1. September. Ein kaiserlicher UkaS vom 21. August bestimmt ergänzend zu dem Gesetz über die Glaubens- freiheit, daß Juden, die früher zum orthodoxen Glauben übcrge» treten find und jetzt wieder den jüdischen Glauben annehmen, ihr durch den Uebertritt zum Prawoslaventum erworbenes Bürgerrecht verlieren und in daS Ansiedelungsgebiet auszuweisen sind. Hua der Partei. Bildungsausschuft. Die Geschäftsstelle richtet an sämtliche lokalen BildungS- ausschüsse die Bitte, ihr die Adressen einzusenden, damit ihnen die Materialien des Zentral-BfldungSausschusseS regelmäßig zugesandt werden können. Soweit die BildungSauSschüsse noch nicht im Besitze der„Ratschläge und Winke für ein Winterprogramm 1907/03" sind, werden sie ihnen auf Wunsch kostenlos geschickt; auch die Be- dingungen für die wissenschaftlichen Wanderkurse stehen zur Ver« fügung. Wo noch keine BildungSauSschüsse bestehen, werden die Partei- und Gewerkschaftsorganisationen gebeten, direkt mit dem BildüngSauSschuß in Verbindung zu treten. Alle Sendungen für den Bildungsousschuß sind zu richten an Heinrich Schulz, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher Amt IV, 10170. DaS Grab Ferdinand Lassalles auf dem jüdischen Friedhof zu Breslau war am Sonntag, wie alljährlich an Lassalles Sterbe- tage, der Zielpunkt von vielen Hunderten von Arbeitern und Arbeiter- stauen. Wieder wie alljährlich beschien die Morgensonne in aller Frühe ein roteS Blumenmeer, das inmitten herrlicher Kränze der Grabstätte einen einzigartigen Schmuck verlieh. Riesen-Lorbeerkränze mit prächtigen roten Schleifen legten nieder: Der Sozialdemo- statische Verein, das Gewerkschaftskartell, der Schlesische Arbeiter- Sängerbund, die Arbeiter der Hoffmannschen Waggon- und die der Werkzeugmascbinenfabrik von Guttsmann, sowie zum erstenmal die sozialdemokratischen Frauen und Mädchen von Breslau. Ihr Kranz trug die Inschrift: In unser? Kreises dunkle Nacht Hast Du nach Kräften Licht gebracht, Daß größer ward des Lichtes Schein, Das soll unS Dein Vermächtnis sein. Der Kranz der Partei erinnerte an die aktuellste Frage der Gegenwart mit den Worten: Die Erinnerung an Dein Lebenswerk soll unS im Kampfe um das freie Preußenwahlrecht führen. Eine Neueinrichtung hatte diesmal die Polizei gestoffen, indem sie die„staatSgefährlichcn" Kranzschleifen bereits vor dem Eingange zum Friedhofe einer kritischen Musterung unterzog. Dagegen hat sie mit der Unsitte, zwischen den Gräbern versteckt Pickelhauben Wache stehen zu lassen, um auf etwaige Reden zu achten, gebrochen. Am Grabe stand diesmal nur ein einziger Schutzmann und auch der in respektvoller Entfernung. Ein Teil der Grabbesucher gedachte auch unseres unvergeßlichen Max Kahser, dessen Grabdenkmal, das ihm 1838 die Gesamtpartei Deutschlands gesetzt, sich in bei Nähe des Lassalleschen Begräbnisplatzes befindet. Das bewegtc Bild des Friedhofes und seiner Umgebung legte Zeugnis dafür ab wie rege unseres Vorkämpfers Andenken in den Herzen der Bres lauer Arbeiterschaft lebt._ Zum Essener Parteitag. In einer Generalversammlung deS sozialdemokratischen Vereins nahmen die Genossen der NeiibStagSivahlkieise München I und II Stellung zum Parteitag. Nach einem Referat des Parteisekretärs Genossen Franz Schmitt empfahl in der Nim folgenden lebhaften Diskussion Genosse Adolf Müller den Münchener Delegierten, die �um Punkte„ReichStagSivahlen und politische Lage" gestellten Antrage 49— öS(Stimmenthaltung bei Stichwahlen zwischen Freisinn und anderen bürgerlichen Parteien) zu bekämpfen. Es gehe nicht an, eine Stichwahltaktik, die sich jedesmal nach den besonderen Verhältnissen z» regeln habe, auf Jahre hinaus re- solutionär festzulegen: außerdem diskreditiere man die Parteitage nur, wenn man ihnen Beschlüsse zumutet, die in der Praxis undurch- führbar sind.(Beifall.) Die Schaffung eine? Nachrichten- b u r e a u S für unsere Parteipresse sei nanientlich für die von der politischen ReichSzentrale entfernten Partcibläcter geradezu eine Lebensfrage. DaS Bureau sollte schon mit Beginn der Reichstags- Verhandlungen organisiert sein. Daß man in den Redaknonen der Parteiblätter in Berlin»nd Leipzig weniger Interesse für das Bureau habe, begreife er, dort sitzt man eben an der Quelle. Ob das Bureau mit„Revisionisten" oder mit siebenfach revolutionären Radikalen besitzt werde, sei ihm gleichgültig. Die Haupt- fache sei, daß fähige Genossen berufen werden, die den richtigen Blick für die Nachrichtenbedürfnisse der Parteipresse haben. — Genosse Maurer wünscht, daß in daS Nachrichtenbureau auch ein tüchtiger Gewerkschaftsredakteur berufen werde, der imstande sei, daS für die GewerkschaflSbeweguug wichtige Nnchrichtenmaleriak vom Tage der Parteipresse schnell und iuformaiorisch zugänglich zu machen.— Als Delegierte wurden gewählt die Genossen Adoli Müller. K n i e r i e m und Alwin S a e n g e r. BildungSardeit. DaS Agitationslomitee für den Agitationsbezirk Frankfurt am Main plant Gemeindevertreter-Lehrkurse, die im Herbst diese? Jahres beginnen sollen, zu veranstalten. An den Lehrkursen sollen m erster Linie Genossen, die daS Amt eines Gc- meiudevertretcrS belleiden, teilnehmen, doch werden evenMell auch andere Genossen zugelassen._ Verdiente Zurechtweisungen werden dem Genossen Noske wegen der von unS schon niedriger gehängten Stelle seines Chemnitzer Referats über den Internationalen sozialistischen Kongreß von der „Leipziger Volkszeitung" und der„ R e u ß i s ch e n Tribüne"(Gera) zu teil. Die„Leipziger Volkszeitung" sagt u. a.: .... er irrt, wenn er der Mehrheit der deutschen Delegierter da? nichtswürdige Motiv unterschiebt, sie habe unter dem Deck- mautel der gefährdeten Organisation ihr persönliches Müichen au der Genossin Luxemburg kühlen wollen. Speziell die Leipziger Delegierten, die zunächst beteiligt waren, haben ausdrücklich und widerholt erklärt, ihr Protest gegen den organisatorischen Verstoß der Leipziger Genossinnen richte sich in keiner Weise gegen die Person der Genossin Luxemburg, die ohne jedes Verschulden ihrer- seit? in eine peinliche Lage geraten sei und nach wie vor die Hoch- achtung der Leipziger Parteimitgliedschaft genieße. Aber auch die unS ferner stehenden Genossen Ulrich und v. Wollmar, die für die Kassierung des Mandats sprachen, sind über den schmählichen Ver- dacht erhaben, den Genosse NoSke äußert, wie überhaupt jedes Mitglied der deutschen Delegation, mit der einzigen, etwa möglicher, Ausnahme, daß Genosse NoSke. der ja auch dazu gehörte, in der Selbstkenntnis ebensoviel leistet, wie in militärischer Bravour." Die„Reußische Tribüne" überschreibt ihre Notiz „Eine Beleidigung der deutschen Delegation des Internationalen Kongresses" und sagt: „Wenn Genosse NoSke sich durch solche Erwägungen bei seiner Abstimmung leiten ließ, würde er dadurch bekundet haben, daß er sein Mandat mißbraucht hat. Wenn er aber der deutschen Delegation diese gehässige Molivierung ihrer Abstimmung unter- schiebt, so beleidigt er damit die deutschen Delegierten in einer bisher unter Genossen«roch nicht dagewesenen Art und Weise. Die Delegation hat, wie die ganze» Verhandlungen zeigten, ohne Rücksicht auf die Personen ihr Urteil ab- gegeben. Sie konnte auch gar keine„Verwarnung" aussprechen, denn die Gewäblten, die Genossinnen Luxemburg und Lewinsohn, sind an dem Formfehler, den die Leipziger Frauenoraanisation beging, vollkommen unschuldig und unbeteiligt. ES ist ties bedauerlich, daß Genosse NoSke den deutschen Dele- gierten eine solch niedrige Gesinnung unterschiebt, sie hätten auS persönlicher Abneigung gegen eine Delegierte, diese vom Kongreß „entfernt", wie sich Noske so sauber ausdrückt, während sie öffentlich erklärten, daß sie auS Rücksicht auf daS Organisations- fintut daS Mandat für ungültig erklären mußten. Was den per- sönlichen Anwurf NoSkeS gegen Genossin Rosa Luxemburg betrifft, so bedarf eS keiner Abwehr— NoSke richtet sich damit nur selbst. Dafür, daß er schon wieder daS persönliche Pech hat, mit seinen HerzenSoffenbaruugen das Freudengeheul unserer Gegner zu er« Ivecken, sprechen wir ihm unser aufrichtiges Beileid aus." DaS Begräbnis deS Genossen Tak. «» Amsterdam. 80. August. Einfach und füll, wie daS Wesen deS Hingeschiedenen selbst war, so gestaltete sich auch die Uebcrführung der lleberreste des Genossen Tak zum Friedhofe seiner GebnrtSstadt Middelburg. Auf Wunsch der Familie TakS sollten keine Reden am Grabe gehalten werden und wurden keine Fahnen und Banner im Leichenzuge mitgefiihrt. Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Arbeiterpartei hatte deshalb im„SchütterShof" zu Middelburg eine Trauerversammlung ver« anstaltet, wo der Parteivorstand, die Redaktionen von„Het Volk' und der„Nieuwn Tyd", sowie zahlreiche politische und gewerkschaftliche Organisationen vertreten waren. Der Saal war mit Fahnen und Bannern und einer großen Anzahl von Kränze» geschmückt. Genosse Wibaut eröffnete die Versammlung und sprach tief ergriffen einige Worte als persönlicher Freund und nameuS der Parteigeuossen, Genosse Vliegen namens des Partei- Vorstandes, Genosse S ch a p e r für die sozialdemokratische Kammer- fraktion, Genosse Henrr Polak für die Gewerkschaftsbewegung. Noch zahlreiche andere Redner gedachten der Verdienste des toten Genossen. Die zu Hunderten zählenden Teilnehmer der Ver» sammlung begaben sich dann in gemeinschaftlichem Zuge zum Trauerhause, von wo auS sich der imposante Leichenzug nach dem Friedhofe bewegte._ 6ewerhrcbaftUcbe9s Ein Rieken-Bergarbeiterstreik im Riederlausitzer Kohlenbecken.» Senftenberg- Hüttendorf, 1. September. Die Tagung ist notwendig' geworden, um die Antworten der Unternehmer auf die ihnen feiten? der Bergarbeiter zugegangenen Forderungen entgegenzunehmen. Anwesend sind die Gauleiter der mitteldeutschen Reviere des Bergarbeiterverbandes, der Genosse Muschik als Vertreter des Mctallarbeiterverbandes sowie die Ver> trauenSleute des Reviers und die Kommissionen sämtlicher SSerle. Ausserdem ist der Saal und die Nebenräume dicht gefüllt von Berg- arbeitern als Gästen. Im Auftrage der aus fünf Mitgliedern bestehenden Lohn- kommission erstattet den Bericht G a r b e- Senftenberg. Er führt aus, dass den Werkleitungen folgende Forderungen unterbreitet worden sind: I. a) Einführung der neunstündigen Arbeitszeit inklusive � einer stündigen Pause. Als Einführungszeit ist der 1. Oktober dieses Jahres festgelegt. d) Für alle Fabrikarbeiter ist bei einer ILstündigen Schicht zeit eine zweistündige Pause einzuführen. c) Ueberschichten und-Stunden sind zu vermeiden und nur bei Gefahr für das Leben der Arbeiter oder zur Sicherung des Betriebes zulässig. 2. a) Für sämtliche Arbeiter, welche auf dem Werke beschäf tigt sind, eine Lohnzulage von 15 Proz. Der Lohn für Hauer soll nicht unter 4,50 M., für Schlepper nicht unter 4,20 M., für bolljährige Fabrikarbeiter nicht unter 3,50 M., für fugendliche Arbeiter im Alter von 18 bis 21 Jahren nicht unter 3,25 M. 5e< tragen. b) Bezahlung aller Nebenarbeiten, als Schienen- und Plattenlegen, Holzstellen usw. c) Bei Betriebsstörungen, welche länger als% Stunde dauern, sollen die Arbeiter mit anderer Arbeit beschäftigt werden und die Zeit nach dem bestehenden Schichtlohn bezahlt erhalten. d) Abschaffung aller Prämiengedinge. e) Einfuhrung der achttägigen Lohnzahlung auf den Werken, wo dieselbe noch nicht besteht. Der Lohn soll am Freitag jeder Woche ausgezahlt werden. k) Die Arbeitsordnung ist den Forderungen entsprechend ab- zuändern. 3. Aushebung der Sperre. 4. Holz ist in genügender Menge und zugerichtet an die End- fkationen der Grube zu liefern. 5. Für gutes, frisches Trinkwasser haben die Verwaltungen in den Gruben und Fabriken zu sorgen. 0. Ausreichende Badeanstalten und Umkleideräume sind ein- zuführen. Wo der Tagebau weiter als 10 Minuten von der Fa- brik entfernt liegt, sind auch dort Badeanstalten zu errichten. 7. Bessere Transportmittel für Verletzte und Kranke sind an- Auschaffen. 8. Humane Behandlung der Arbeiter durch die Beamten. 9. Vollständige Bewegungsfreiheit für alle Arbeiter, welche » die Schranke rechtzeitig zu schließen(!). Auf Befragen erklärt der Sach- verständige, wenn das Läutesignal nicht ertöne, brauche auch die Schranke nicht geschlossen zu werden. Der Angeklagte erklärt auf diese Ausführungen, dass er sich nach dem Fahrplan nicht richten könne, denn erstens fahren die BcdarfSzüge nickst immer, und zweitens treten oft Verspätungen ein. Es könnte vorkommen, dass unter diesen Ilmständen die Schranke 1 Stunde und noch länger geschlossen bleibe. Das Läutcsignal ertöne auch erst manchmal kurz vor Ankunft des Zuges, wie in diesem Falle. Hätte seine Bude einen Kontakt gehabt wie die anderen Buden, oder wäre, wie es jetzt nach dem Unfall geschieht, der Vcdarfszug jedesmal besonders angemeldet worden, dann wäre das Unglück nicht geschehen. Wenn er den Zug ankommen höre, dann könne er in den 5—0 Sekunden die Schranke nicht mehr rechtzeitig schließen. Eine telcphonische Benachrichtigung habe er von seinem Kollegen aus der Ncbcnbudc an diesem Abend nicht erhalten. Der frühere Schrankenschliehcr Nickel bestätigt das Ucbcreinkommen zwischen dem Angeklagten und ihm wegen der telcphonischen Benachrichtigung. An diesem Abend sei er aber davon abgekommen, weil er selber viel zu tun hatte. ES verkehren täglich OS Züge aus der Strecke. Ein Zeuge Hart bekundet, als der Z»g an dem Ucbergang vorbeifuhr, war die Schranke geschlossen. Ter Amtöanwalt hält nach den Aus- führungen des Sachverständigen die Schuld des Angeklagten für erwiesen und beantragt 2 Monate Gefängnis. Das Gericht erkennt unter folgender Begründung auf Freisprechiing: Dem Angeklagten sei absolut keine Schuld beizumessen. Die Schuld an dem bedaucr- lichen Unglücksfall fei allein in der Ueberlastung der Strecke zu finden. Wenn täglich 06 Züge dort passieren, dann könne der An- geklagte nicht schon 10 Minuten vor Erscheinen jede? Zuges die Schranke schlicsscn, denn dann würde ja die Schranke fast den ganzen Tag geschlossen bleiben müssen. Der Angeklagte hatte sich mit seinem Nachbar verständigt, ihm telcphonisch Nachricht zu geben. Das sei an jenem Abend nicht geschehen. Das Glocken- signal funktioniere auch nicht immer genügende Zeit vorher. Nach dem Fahrplan konnte der Angeklagte sich auch nicht richten, denn erstens handelte es sich um einen Bcdarfszu�, der nicht immer fahre, und zweitens treten auch bekanntlich häufig Verspätungen ein. Wenn der Angeklagte das Geräusch dcS herannahenden Zuges höre, sei eS zum rechtzeitigen Schliessen der Schranke zu spät, denn 5— 6 Sekunden reichen nach Ansicht des Gerichts nicht aus. Hinzu komm noch, dass an dem Abend starker Nebel war. DaS Urteil ist gerecht. Auf die Anklagebank gehört nicht der Angeklagte, sondern in erster Linie diejenigen höheren und h ö ch st e n Beamten, die für die am unrechten Ort geübte Sparsamkeit des Eiscnbahnfiskus und für Unterlassung rechtzeitiger Einrichtung der Massregeln verantwortlich sind» die nach dem Unfall getroffen wurden. ~~ Bogclfreie Streikposten? Vor dem Rixdorser Schöffengericht hattest sich gestern d!e Maurer Adolf Martin, Burgang und Albert Lindenberg gegen die Anklage, durch Streikpostenstehen eine Strassenpolizei- Verordnung übertreten zu haben, zu verantworten. Die Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt. Am 24. Juli stand Martin und Lindenberg bor dem Neubau Ecke Berg- und Thüringerstrasse. B u r g a n g vor dem Neubau Schönstedtstrasse Streikposten. Die beiden Erstgenannten wurden vom SchutzmannKaterboch auf« gefordert, weiterzugehen, leisteten auch tatsächlich Folge, indem sie 10 Schritte weitergingen, um dann aufs neue vor einem Schau- feilster stehen zu bleiben. Der Beamte hatte im Moment nichts dagegen einzuwenden, denn er ging in eine Seitenstraße. Nach reichlich einer Minute kam der Beamte auf Lindenberg und Martin zu. Ohne die beiden erst nochmals aufzufordern, brachte er sie nach dem nächsten Polizeirevier. Bezüglich B u r g a n g wurde erwiesen, dass auch er der Auf« forderung des Schutzmanns Linoner, sich vom Neubau Schönstedtstrasse zu entfernen, zunächst nachgekommen ist, indem er in die Kaiser-Fricdrichstrasse einbog, aber nachlOMinutenhat er von neuem vor dem Bau Aufstellung genommen. Lindner schritt darauf, ohne Burgang nochmals aufzufordern, zur Sistierung des B. Alle drei erhielten Strafmandate in Höhe von je 15 Mark. Ueber ihren Einspruch hiergegen hatte gestern das Schöffengericht zu erkennen. Der Amtsanwalt beantragte Aufrechterhaltung der Strafe. Er halte die Angeklagten durch die Beweisaufnahme für völlig überführt. Denn cS komme überhaupt gar nicht darauf an, ob ein BcrlehrShinderniS, daS die öffentliche Ordnung be. cinträchtigt, entstanden war oder nicht. Die Angeklagten hätten sich ohne weiteres auf die einmalige Aufforderung der Beamten für immer entfernen müssen und nicht nach einiger Zeit gleich wieder» kommen bczw. einige Schritte weiter stehen bleiben dürfen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Roth plädierte auf Frei- fprcchung. Der Antrag des AmtsanwaltS sei ihm völlig unver- stündlich. Wenn dessen Ansicht richtig wäre, so wäre ja hier jeder Passant völlig vogelfrci! Eine Aufforderung eines Beamten, weiter- zugehen, hätte selbstverständlich nur für den Moment Geltung, nicht aber' für eine unbestimmte Zeit. Ein Verbot, wonach man iu Preuße» nicht länger als 1 Minute sich einen Schaufrnsterkasten ansehen und dazu stehen bleiben darf, existiert ja bis jetzt noch nicht. Da die Beamten eine zweite Aufforderung nicht ergehen ließen, sondern unberechtigterweise ohne weiteres zur Verhaftung schritten, so müssen die Angeklagten freigesprochen werden. Das Gericht unter Vorsitz des Freiherrn v. Scheele trat der Ansicht der Verteidigung völlig bei und erkannte auf kostenpflichtige Freisprechung._ DaS gemeingefährliche Treiben eines Kinderfreundes in cinem Kineinatographcn-Thcater beschäftigte wieder einmal in einer längeren Sitzung die Ferien- strafkammer des Landgerichts I. Wegen wiederholten Verbrechens gegen die Sittlichkeit und tätlicher Beleidigung mußte sich der Bäckergeselle Franz Z e m k e vor dem Strasrichtcr verantworten. Der schon einmal wegen Verbrechens gegen 8 176, 3 Str.-G.-B. vorbestrafte Angeklagte wurde im Mai d. I. wiederholt beobachtet, wie er sich an Kinder herandrängte, die sich vor cinem„Kicntopp" in der Frankfurter Allee aufhielten und erwachsene Besucher des Theaters, ähnlich wie vor dem Zirkus, anbettelten, man solle sie mit hincinnchmcn. Durch diese Unsitte wurde es dem Angeklagten sehr leicht gemacht, seine verbrecherischen Pläne auszuführen. Er nahm wiederholt schulpflichtige Mädchen mit in das Theater und verging sich hier an ihnen in der schlimmsten Weise. Begünstigt wurde sein gemeingefährliches Treiben dadurch, dass während der Vorführung der Kincmatographenbilder der Saal verdunkelt Ivurdc, so dass die Umsitzcndcn nichts von dem Hun des Angeklagten be- merken konnten. Die 11jährige Tochter eines in der Warschauer- straße wohnhaften Arbeiters mußte eines Vormittags aus der Schule entlassen werden, da sie über grosse Schmerzen klagte. Auf wiederholte Fragen der Mutter-gab das Mädchen keine Antwort. Schliesslich aber erzählte es, dass am Abend vorher in dem Kinemato- graphen-Theater ein Mann, der sie mitgenommen habe, sich an ihr vergangen habe. An demselben Tage gelang es noch, den gefähr- lichen Kindcrfreund in der Person des Angeklagten Zcmke festzu- nehmen, und zwar gerade in dem Augenblick, als er sich eines neuen Attentats auf ein'l2jährigcs Mädckicn schuldig machte. Der Ge- richtShof ging mit Rücksicht der hohen Gemcingefährlichkeit dcS Treibens deS Angeklagten über die vom Staatsanwalt beantragte Gefängnisstrafe von 0 Monaten hinaus und erkannte auf 1 I a h r und 3 Monate Zuchthaus. Zum Vereinsrecht. Das schmale VcreinSrccht der Arbeiter ist in Saarabien fortdauernd polizeilichen Angriffen ausgesetzt. Das zeigt auch ein kürzlich vor dem Amtsgericht Saarbrücken verhandelter Anklagefall. Der Bezirks- lciter der Brauereiarbeiter hatte durch gedruckte Einladung die Bräuereiarbeitcr zu einer ausdücklich als Privatverfammlung be� zeichneten Bezirksbesprechung eingeladen. Als Zweck der Ver- sammlnng war offene Aussprache darüber angegeben, wie die Brauereiarbeitcr mehr Einfluß auf die Verbesserung ihrer Lebens- läge gewinnen könnten. Wiewohl diese Versammlung keineswegs der Erörterung oder Beratung öffentlicher Angelegenheiten dienen sollte oder diente, erhielt der Einberufcr H a r z e n e t t c r ein Strafmandat in Höhe von 15 Mark. In der Schöffen- grichtssitzung in Saarbrücken konnte auch der Polizeikommissar aus der Versammlung auch nicht einen Satz anführen, der einen Schluß dahin gerechtfertigt hätte, daß öffentliche Angelegenheiten beraten seien. Trotzdem beantragte der A m t s a n w a l t, den Strafbefehl aufrecht zu halten, weil aus der Einladung„geschlossen werden" könne, dass öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollten. Diese Deduktion gegenüber der lediglich die privaten Berufs- intercssen der Brauer betonenden Einladung ging denn doch auch dem Saarbrücker Amtsgericht zu weit. Es sprach den Angeklagten frei._ Zentralverband der Handlunasgehülfen und GehtUfinnen Drntichlands. Bezirk Berlin, Neue Könlgstratze 36. Donnerstag, den 5. Seplcmber, abend» 9 Uhr: Versammlung in den„Residenz-F-slsälen", LandSbcrgcrstr. 31. Vortrag de» Kollegen Georg Ucko über!„Die Miss- stände in de» Warenhäusern". Wasserstand. Der Sedanfeier wegen sind die Wasser st andSnachrichten der Landesanstalt für Gewässerkniide heute ausgeblieben. WitterungSttbersicht vom S. September 1SV7. Slallonen V 9 ? 9 e- - f E L swwemde Hamburg Berlin grauks.a M.7S2N Müncheii i7SJJ Wien 1 765 NNO L 765 W 765 DSD 766 0510 OeUev 1 heiter L bedeckt L heiler 2 bedeckt 2 wolkig 2 wolkig tt« d r. fi 0 M S> ElaNonen t s ff Saparandal—, eterSburg 752 WSW � 1 S? Seilitz .iderdeen Pari» 755 SW 752 S 700 3 neliR swolkenl 5 Regen »bedeckt 2 bedeckt »«: dt. st g J t-s. IS 15 10 15 Wetter- Prognose für TienStag. den 3. September 1667. Zunächst wärmer, ziemlich Irllbe mit Slcgensällcn und lebhaften süd- westlichen Winden; später zeiNveisc ausklarend und wieder kühler. eln�egangene vruckfckrlften. Von der„Neuen Zelt*(Stuttgart, Paul Singer) Ist soeben da» 48. Hest de» 25. Jahrgang» erschienen. E» hat folgenden Inhalt: Ein Sprung in» Dunkle.— Der Stuitgarter Kongreß. Von K. Kautsktz.— Detailhandel und ÄtzittclstandSpolitlk. Von Paul Lanze(Hamburg).(Fort- schling.)— Die britischen Koloiiialtonserciizen. Von M. Beer.— Lite- rarijche Rundschau: S. Passet, Ein deulscher Kaufmann in der Mandschurei wählend de» russisch-japanischc» Kriege«. Von 51. II. Dr. Wilhelm Kahl, Da» neue Skasaesctzbuch. Von Dr. Siegsrieda. Die.Neue Zeit* erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch» Handlungen, Postmistallcn und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal«u vertehen: jetoch kann dlestwe vrt oer Post NM pro Quartal abonnier! werden. DaS einzelne Sest kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen fStuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 18 des 17. Jahr. ganzes zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Der Internationale Sozialistische Kongreß zu Stuttgart.— Die erste Internationale Konsercnz -—— auf in _____ um das Vereins- und Versammlungsrecht. Von Robert Lippmann.— Aus der Bewegung: Die dritte ordentliche Frauenkonserenz der Vertrauens- 'onen deS sechsten schleswig-holfteinischen Wahlkreises.— Person......,. M P. der VertrauenSperson deS Kreises Magdeburg und Umgebung.— Ein mii Beschluß der ersten Internationalen sozialistischen lungener Streich.—. Frauenkonferenz, das Internationale Rundschau. g.— Sittlichkeitssrage.— Feuilleton .......~" Adlernest. Sonnenwende. Von Björnstjerne Unterril schau. — Soziale Gese._... Bon Ludwig uhland.(Gedicht.)— Das Björnson.— Die Sau. Von Ludwig Thoma. Für unsere Kinder: In seliger Hut. Von Franz Evers. (Gedicht.)— Die Welt im Herzen. Nach Sans SachS.— Murr Dhckcrpott. Von R. Grötzsch.— Der Gesang deS Meeres. Von Konrad Ferdinand Meyer.(Gedicht.)— Neue Freuden am Wasser. Von Brand.— Die drei Schwestern. Von Robert Neinick.— Herr von Ribbeck aus Ribbeck im Buche. Von Rudols Baumbach. Von H. C. Andersen.(Schluß.)— Die Hutsche. (Gedicht.)— Das häßliche junge Enllein. Von Rosa Trautmann. Die'.Gleichheit' erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der AbonncmentspreiS vierteljährlich ohne Bestellgeld SS Ps., unter Kreuzband LS Ps. Jahresabonnement L.Sv M. Vom„Wahren Jacob' ist uns soeben die 18. Nummer deS 24. Jahr« gangeS zugegangen. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die beiden farbigen Bilder.Der Blockjongleur" und„Die Kriegspartei', sowie die weiteren Jllustrattonen.Monarchengespräch',.Japanische Spione w Amerika',.Aberglaube—. Aufklärung",„Der Sittlichkeitsverein in der Sommerfrische',.Ein Pumpgenie',. Exzellenz Pascha Ben Dernburg in Neudeutschland',»Kaisermanövcr 1909",„Preußische Justiz",„Von der Postverwaltung" und„Aus dem Großhcrzogtum Gerolstein". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„Das Meeting in der Schwaben- stadt",.Der neue Archimedes",.Des Patrioten Klage",„Autorität", „Staatsmänner",„Die Gestörten" von Anton Fendrich,„Die Lust- flocken" und außer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die satirischen Feuilletons„Briese von der Reise Dernburgs",„Er starb für Kaiser und Reich I",„Liberalismus",„Die Brieffalle" und die Fortsetzung der AbHand lung von Wilhelm B l o S„Zur Geschichte der Kamarilla". Der Preis der 1ö Seiten starken Stummer ist 10 Ps. Berliuer Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindsteisch I» 70—72 vr. 100 Psd., Ils 64—69, lila S9-62. Bullenfleisch la 63—68, Na 51-60, Kühe, seit 50—58, do. mager 40— 48, Fresser 54—62, Bullen, dän. 52—63, du. Holl. 0,00. Kalbileisch, Doppcllendcr 100—115, Mastkälber la 73—82, IIa 64—71, Kälber gcr. gen. 46— S8, do. Holl. 0,00, dän. 0,00. Hammelileisch Mastlämmer 78—80, Hammel la 73—77, IIa 67—72, ungar. 0,00, Schafe 54—66. Schweineileisch 62—67. Rehbock la Per Psund 0,65—0,85. IIa 0,30-0,60. Rothirsch la 0,50-0,55, do. IIa 0,30-0,35. Damhirsch 0,50-0,58. Wildschweine 0,25—0,40. Frischlinge 0,00, Kaninchen per Stück 0,50—0,90. Wildenten per Stück 1,45—1,50. Krickenten per Stück 0,75. Rebhühner, junge große 0,90—1,30, do. kleine 0,30—0,85, alte 0,73—0,81. Hühner. alle, per Stück 1, SO— 2,40, Na 1,00—1,40, do. junge 0,45—1,30. Tauben 0,30—0,50, italienische 0,00. Enten per Stück 1,50—2,00, do. Hamburger per Stück 2,00—3,00. Gänse per Psund 0,60—0,65, do. per Stück 2,00—4,00, do. Hamburger per Psd. 9.00, do. Oderbrucher per Psd. 0,60—0,65. PouletS per Stück 0,80— 1,10. Poularden per Psd. 0,00. Hechte per 100 Pfund 98—106, do. matt 90—95, do. mittel und groß, matt 0,00, do. klein 113, do. groß 0,00. Zander, 150, Schleie, Holland. 120—133, do. groß, mittel 0,00, do. unsortiert 0,00. Aale, groß 99. do. klein und mittel 0,00, mittel 98—107, do. unsortiert 0,00, do. groß-mittel 99, do. klein 8. Plötzen, matt 70—72. Roddow 0,00. Karpfen, 60er— 80er, swmps 0,00, do. 0,00. Bleie, 0,00. Bunte Fische 55—74. Barse 0,00, dito klein 0,00. Karauschen 0,00, do. klein 0,00. Wels 0,00. Bleifische 0,00. Aland 62—68. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer, per 100 Psd. 0,00, do. IIa neuer 0,00, do. lila 0,00, seelachS 10—15. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, mittel der Kiste 2, Hamb. Stiege 4—6, albc Kiste 2—3, pomm. la Schock 9, IIa 1—3. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3, Strals. 3,50—4,60, Bornh. 1,25. Aale, grog per Psd. 1,10 bis 1,40, mittelgroß 0.80—1,10, klein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5—». Schellfische Kiste 3—4,00,>/, Kiste 1,50—2. Sardellen, 1902er per Anker 98. 1904er 98, 1905cr 98, 1906er 90—95. Schottische Vollhering« 1905 0,00, large 40-44, füll. 38-40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, ver To. 50—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratberinge Faß 1,20— 1 40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen, Schocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Riesen- 14. Krebse per Schock, große 27,50, do. mittelgr. 12—14 8,50—10, do. kleine 3,50— 4, do. unsortiert 8—10, Galizier groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,60—3,80, do. große 4,00. Butter per 100 Psd. la 117—120, IIa 108-117, lila 100-108, absallende 90-95. Saure Gurken, neue. schock 4,00. Psestergurken 4,00. Kartoffeln ver 100 Psd. weiße runde 2,25—3,25, blaue 2,50-3,75, Rosen- 1,50 bis 2,50, Nieren- 2,25—3,50. Porree, Schock 0,50—1,00. Meer- retlich, Schock 5—15. Spinat ver 100 Psund 8—15. Sellerie, per Schock 2,00—3,00. Zwiebeln per 100 Psd. 8,00—6,00, do. Perl- 40,00—75,00. Charlotten 50.00— 75,00. Petersilie, grün, Schockbund 0,75—1,00. Kohlrabi Schock 0,75—1,25. Rettich, bayr., neuer Stück 0,07—0,10, do. hiesiger Schock 3—4. Mohrrüben, per 100 Psund 3,00 bis 5,00. Karotten, hiefige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl ver Schock 4,00 bis 12,00. Rotkohl, Schock 6—12. Weißkohl 4—10. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5—14, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stück 5—14. Kohlrüben, Schock 4,00—7,00. Petersilicnwurzeln, Schockbund 3.00—4,00. Slhoten per 100 Psund 10—20. Pscffcrlinge per 100 Psd. 5— 7. Steinpilze per 100 Psund 0,00. Radieschen per Schockbund 0,50 bis 1,00. Salat per Schock 1,50—2,00. Gurken, Eininache-, Schock 14—20, do. böhmische Schock 0,00, do. Liegnitzer Schock 3,00—5,00. Bohnen, grüne, 100 Psd. 7—16. Wachsbohnen, per 100 Psd. 5—20. Stachelbeeren, per 100 Psund 0,00. Blaubeeren, per 100 Psd. 10—15. Johannis- beeren, per 100 Psd. 10— 15. Preißelbeeren per 100 Psd. 15—28. Kirschen, sauere, 100 Psd. 12—16. Birnen, ital., 100 Psund 14—40, Tiroler 25—40, hiesige 5—15, Salander 17— 23./Pfirsiche. hiesige per 100 Pfd. 20—23, ital. in Kistchen zu 12 Stück 0,75—2.00, do. in Körben la per 100 Psd. 25—35, do. IIa in Körben per 100 Psd. 17—26. Aprikosen, ital., per 100 Pfund 0,00, sranzös. 0,00. Aepsel, italienische, per 100 Psund 8— 15. ung. 10— 13, hiesige 3—10, Gravensteiner la 15—23. do. IIa 10—20. Pflaumen, ital, per 100 Pfund 0,00, Reineclauden 12—16, hiesig« 8—13, ung. 6—15, Badener, Früh-, 0,00, serb. 12— 13. Weintrauben, franz., per 100Psd.14— 20, italien. 15—20. Ananas I, pei Psund 1—1,20, do. II 0,00. Zitronen. Messina. 300 Stück 12.00-20.00, do. 360 Stück 10,00—18,00. do. 200 Stück, 10,00—14,00, do. 150 Stück 6,50 bis 9,00. Bananen, gelb, per 100 Psd. 20,00—22,00, grün 0,00. Melonen, per 100 Psd. hiesige 25—35, ital. 12—18, (rang. 0,00, Holl. 20—25, spanische 5—7, ungarische 10—12. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Dienstag. B. September. 8'/« Wr abends: VetsatNniliingen der Berliner Wahluereine. I. Kreis in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße 35. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei" und Vereinsangelegenheiten. Ii. Kreis Berliner Bockbranerei, Tempelhofer Berg(großer Saal). Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. . Kreis Ritter-Säle, Rittersttaße 75. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Antrag auf Ausschluß eines Mitgliedes. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. IV. Kreis Kellers Festsäle, Koppenstraße 29. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. V. Kreis Altes SchittzenHmis, Linienstraße 5. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Vorstands- und Kassenbericht. 4. Partei- und Vereinsangelegenheiten. VI. Kreis Germania-Säle, Chansseesttaße 103. Tages-Ordnung: I. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Zu allen Versammlungen leaitimiert das Rtitgliedsbuch des betreffenden Wahlvereins« Allseitigen Besuch erwarten 209/6» vis Vorstünde. Dl soeben ist eine dem Andenken Auers gewidmete Schrist, betitelt: Igmz Huer 224/5' Gedendschrist von Eduard Bernstein erschienen. Der Verfasser behandelt in zwöls Kapiteln den LebenSgang des Ver- storbenen. Die Schrtst ist gut ausgestattet, mit mehreren Illustrationen versehen und kann jedem Arbeiter bestens empfohlen werden. Der Preis beträgt Sv Pf. Expedition deS„Vorwärts", «erlin SW., Ltndenstr. 69, Laden. Klumn- und Ktunsliindtrei von Köder! Meyer,. nur Marionnkn-Strnße 2. OrtsrcrnaUnne Berlin. Bureau: Berlin N. 54, Brunnenstr. 188, Restaurant Wille. Amt lll, 6325. �ektunx! Wir empfehlen bei Veranstaltung von Vergnügen usw. den geehrten Vorständen, Komitees und Saalinhabern unseren kostenlosen Arbeitsnachweis, Brunnenstraße 188. Geschäftszeit täglich von 19'/,-1 Uhr mitagtS. Kapellen vom größten bis kleinsten Orchester stehen jederzeit zur Verfügung. Der Vorstand. Union-Festsäle Grcifswalderstr. 222 am Königstor. Jeden Dienstag: Otto Steidls Hamburger Sänger. Ans. 8 Uhr. Eintritt S« Ps. Nachdem: fomüienlcränzeiion. Taue frei. 26746* Jede» Sonntag »»»»>.»»M Großer Ball. ff.& P. Uder. Berlin SO.>«, engd-Ofcr 5. Tabak-Großhandlnng und Tabakfabrik. _ Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten."MS Vorteilhalteste Bezugsquelle für W iedorverkäufer.• Größte.Aaswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtlich e be- Sfiffgfftoiion zu Orlginalpreisen. kannten Marken ÄljJOl C I Iw II— 'Amt 4, 3014. Unngeistsiiot in Sicht! Schlafen die Rcelernnscn? Warum rührt sich die Presse nicht? Das Wlrtaehaftablld der Gegenwart«md der«nUonrt ist ro beziehen durch alle Buchhandlungen(Kommissionär: Otto Webet! Leipzic). Broschüre A, vollständige Ausgabe, MIc. 2.— Teil- und Volksausgabe, 60 Pfg. Gegen Einsendung von Mk. 2.10, bezw. 65 Pfg- für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestlcr_in Würsburg Ter* sandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte. Kranken-«. Begriibuiskafle deS Vereins der Deutschen Kutscher. E. H. Nr. 83 Berlin. iiuKei'ei'lieetl.lieiiei'sIvei'zzWliiiig am Montag, den 4. November 1997, abends 8'/, Uhr, im Lokale Grofte Fraukfurterstr. 47, v. I. Der Voruand. I. 81.: Gustav Misch. Bruch-Pollmann «mpsiehltsein Lager inSructidanliagea Leibhinden, Gerariehallern, Spritzen Suspensorien sowie sämtliche Arlikn zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt Lteser. f. Orls- uHüIsS-Kranlenkassen Berlin C., 58011-« 80. FlNM-Strnße 80. Tille Bruchbänder mit elastischen P, loten, angenehm u. weich am Körper. Von der Reise zurück llr. SommerkelN. Schöiieberg, Hauptstr. 20. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Kür den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Vcrlagsanltalt Vaul Sinaer& Co.. Berlin SW. Hr. 205. 24.1 2. Mge i>cs Jmroitls" Knlim. ollntt. piniütts, 3. Styltnilitt 1907. IParteilionferenz für ßerlin und die Provinz Brandenburg. Im festlich geschmückten grasten Saale des GeiverlschaftshauseZ tagte am Sonntag die Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg. Bevor die Verhandlungen eröffnet wurden, brachte der„Berliner Männerchor 1905" zwei unserer bekannten stimmungS- vollen proletarischen Kampflieder in wirkungsvoller Weise zum Vortrag. Genosse W e l S eröffnete die Konferenz und begrüstte die Delegierten namens der Agitationskommission und des Zentral- Vorstandes. Er sagte, seit der vorigen Provinzialkonferenz ist ein Jahr schwerer Kämpfe vergangen. Unsere junge Organisation hat den Rcichstagswahlkampf geführt, einen Kampf, der an Schwere und Heftigkeit seinesgleichen sucht. Sie hat sich diesen» Kampfe gewachsen gezeigt und damit bewiesen, daß sie auch im stände ist, den Stürmen zu trotzen, die ui»s die Zukunft dringen wird und den Parteigenossen in der Provinz ein fester Rück- halt zu sein. Auch schwere wirtschaftliche Kninpfe hatte die Arbeiter- schaft im verflossenen Geschäftsjahr zu bestehen. Diese Kämpfe lieferten aufs neue den Beweis, dast es keine Versöhnung zwischen Kapital und Arbeit gibt, dast daS Unternehmertun» iimner schärfer gegen die Arbeiter borgeht, und dast sich deshalb die Arbeiter in ihren Organisationen inimer fester zusainmenschliesten. Wenn die Arbeiten der heutigen Konferenz dazu beitragen, dast wir in dieser Hinsicht weiter kommen, dann haben wir ein Stück Arbeit zum Wohle der Partei verrichtet. In diesem Sinne heiste ich die Genossen nochmals herzlich willkommen. In das Bureau wurden gewählt: Als Vorsitzende Zucht« Berlin und S i d o w- Brandenburg, als Schriftführer Gehrmann- Verlin uird Pieper- Spandau. Hierauf wurde eine Mandatsprüfungskoimnission gewählt und die vorgelegte Geschäftsordnung angenomnien. AlS erster Punkt steht der Bericht des Zentralvorstaudes auf der Tagesordnung. Der Referent Zucht führte unter audere>n aus: Wenn man die Zahlen dcS vorliegenden Berichts mit denen der früheren Jahresberichte vergleicht, so sieht man, dast unsere finanziellen Leistungen und die Verbreitung von Flugblättern erheblich gröster sind wie früher. Das ist eme Folge der Reichstagswahlen, die eine erhöhte Tätigkeit notwendig machten. Für die Verbreitung des Kalenders„Märkischer Landbote" wurden in» vorigen Jahre 7v5t M., in diesem Jahre dagegen 10 813 M. ausgegeben. Der Kalender wird überall gern aufgenommen und von den Genossen als ein guteS Agitationsmittel bezeichnet. Die„Fackel" wurde in einer An- zahl von Sil ovo verbreitet, davon kominen S20 0CK) Stück auf die vern»ehrte Auflage während der Reichstagswahl. Die Ausgaben für die„Fackel" betrugen 8766 M. Die Agitation in der Provinz erforderte einschlichlich der Wahlagitation einen Kosten- a»lf>vand von 57 260 M. Im vorigen Jahre erforderte dieser Ausgabepostei» nur 4762 M. Für Broschüren und Flugblätter gaben wir 4091 M. aus. im vorigen Jahre 483 M. Für Referate wurden 1997 M. ausgegeben. Unsere Einnahmen in diesem Jahre betrugen 84 696 M. Darunter find 2V OVO M. vom Parteiborstand und'64 873 M. von Grost-Berlin, ein neuer Beweis für die Opfertvilligkeit der Berliner Genossen.— Auf der vor- jährigen Provinzialkonferenz hatten wir daS Organisationsstatut für die Provinz zu beraten. Durch dessen Ai»»ahme haben wir statt des losen Zusammenhanges eine festgefügte Organisatton erhalten, die sich gm bewährt ui»d namentlich auch bei den ReichstagSwahlen ihre Leistungsfähigkeit gezeigt hat. Alle wichtigen Angeleaenheiten hat der Zentralvorstand zusamnien mit der AgitationSkommissioi» be- raten und beschlossen. ES ist in unserer Organisation eine Einheit und Geschlossenheit geschaffei», von der für die Zukunft die besten Forlschritte zu erwarten sind. Auf früheren Konferenzen hatten wir oft Diskussionen zlvischen den Genossen aus Berlin und denen der anderen Kreise. Diese Gegensätzlichkeit ist durch die Zentralisation be- seitigt Ivorden.— Gemäß eines von der vorigen Provinzialkonferenz gcfasttcn Beschlusses haben»vir Fragebogen versandt, um die Stärke uiiserer Organisationei» festzustellen. Die Resultate dieser Erhebung liegen Ihnen vor. sie zeigen, dast wir gegen das Vorjahr gute Fortschritte gemacht haben. Während»vir vor einem Jahre an- nähernd 16 000" Mitglieder in den Wahlvereincn der Provinz hatten, sind jetzt deren rund 19 000 zu verzeichnen, die in 140 ort- lichen Vereinen organisiert sind. Für die Zeit voin 1. Januar bis 30. Juni d. I. ist durch Fragebogen folgendes festgestellt: Es fanden 739 Vereins-, 371 öffentliche Versamnilungen und 262 Vorträge statt. 603 600 Flugblätter wurden verbreitet. Dazu»st zu bemerken, daß eine Reihe von Kreisen> die anläßlich d»r ReichstagSwahl verbreiteten Flugblätter bereits im Bericht, der bis Ende 1906 reicht, angegeben haben. Beide Zahlen zusammen ergeben 1 368 160 Flugblätter, aber in Wirklichkeit dürfte auch diese Zahl noch überschrittet» Ivorden sein. 26 600 Broschüren und Kalender ivurdcn in der angegebenen Zeit verbreitet. Die„Brandenburger Zeitung wird in 11691, die„Märkische Volksstimme" in 10 656 Eremplaren gelesen, die„Neue Zeit" in 67, der„Wahre Jakob" in 4719, der„Süddeutsche Postillion" in 437 und die„Gleichheit" in Bb9 Exemplaren. Wir haben uns mit den Gewerkschaften in Verbindung gesetzt, »im ein möglichst einheitliches Zl»sainn>enarbciten von Partei und Gewerkschaft zu ermögliche»». Es kann festgestellt werden, dast die Gewerkschaften in der Provinz bei den ReichstagSwahlen ihre volle Schuldigkeit getan haben. Die Fühlung, welche wir bei den ReichstagSwahlen mit den Gewerkschaften genominen haben, soll auch für die Zukunft anstecht erhalten tverden.— Der Wahlkampf war schwerer wie wir je einen gehabt haben. Wir waren nicht so vorbereitet wie wir hätten sein sollen, während der Reichs- lügenverband in jeder Weise gerüstet war und mit den schmählichsten Mitteln gegen uns kämpfte.— Nach der Wahl haben lvir beraten, welche Mittel wir airzuwenden haben, um unsere Agilationsarbeit wirkfarner zu gestalten. Ein Teil unserer Vorschläge sind bereits verwirklicht. So hat Berlin den Beitrag erhöht, um»nS»»och größere Mittel zu überweisen. Auch haben wir, wie Sie wissen, einen Sekretär für die Provinz angestellt. Eine besondere Agitation unter den Schiffern ist ins Werk gesetzt worden. Wir glauben, dast dieselbe guten Erfolg haben wird. Den 18 977 organisierten Parteigenoffen stehen 66 917 geWerk- fchaftlich organisierte Arbeiter gegenüber. Diese auch für die Partei zu gewinnen, muß unsere Aufgabe sein. Wir werden ui»s zu diesem Zweck mit den Vorständen der Gelverkschaften in Verbindung setzen. — Eine Reihe von Anklagen, besonders aus Anlast von Flugblatt- Verbreitungen, mußten die Genossen über sich ergehe» lassen. 35 Anklagen wurden vor der Verhandlung ztlriickgezogen, in elf Fällen kam es zur Freisprechung, in 17 Fallen wurden Geldstrafen — insgesamt 1108 M.— und in drei Fällen Gefängnisstrafen— iin ganzen acht Wochen— verhängt.— Durch den Mangel an VerfammItingSlokalen wird unsere Agitation in den meisten Kreisen sehr erschwert. Wenn es gelungen ist. ein Lokal zu bekommen, wird der Wirt durch Behörden und private Interessenten so lange schikaniert, bis er uns das Lokal wieder entzieht. In Angcrmünde gründeten wir einen Wahlvcrcin. Der Wirt, der dein Verein daS Lokal her- gab, wurde dadurch schikaniert, dast ihn» die KrciSkasse die Hypothek kündigte. Unter solchen Umständen ist es»mtürlich schwer, ein Lokal für unS zu bekommen.— Auster den schon angeführten Prozesse»» hatten unsere Genossen eine Reihe von Anklagen aus Anlast der ReichStagSwahl. 22 davon wurden eingestellt, in 14 Fällen erfolgte Freisprechung, in 6 Fällen wurde auf Geld-, in einen» Falle auf Freiheitsstrafe erkannt. Aus dem Angeführten sehen Sie, dast der Vorstand seine Schuldigkeit getan hat. Es wird auch ferner»tnser Bestreben sein, die Organisation so zu stärken, dast sie allen Stürmen Trotz bieten kann.(Beifall.) Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Bericht über die Presse liegen folgende Anträge vor: S p a n d a u- O st h a v e l l a n d.„Für die Probinz Branden- bnrg ist ein neues Parteiorgan zu schaffen und womöglich der Reichstagswahlkreis Spandau-PotSdam-Osthavelland zu berück- sichtigen, da es infolge der besonderen Verhältnisse m den StaatS- werkstätten zu Spandau, Potsdam usw. uninöglich ist, den Wahl- kreis, uin den schon jahrelang mit größter Anstrengung gekämpft wurde, für die Partei zu erobern. Die Verhältnisse in Kiel mit seinen kaiserlichen Werften usw. zeigen, dast nur eine für diese be- sonderen Verhältnisse redigierte Presse in der Lage ist, Einflust auf die StaatSarbeiter zu gewinnen." Resolution.„Die Provmzialkonferenz emeuert hiermit den Beschluß, wonach außer dem„Vorwärts" und der„Fackel" nur die„Märkische Volksftimme" und die„Brandenburger Zeitung" als offizielle Parteiorgaue für die Provinz Brandenburg an- erkannt werden. In der Erwägung, dast die Konferenz die für die Existenz neuer Parteiblätter notwendigen Bedingungei» noch nicht für vor- Handel» ansieht und die bestehenden beiden Parteiorgane inllner »nehr in die Lage kommen, den Bedürfnissen und Anforderuiigen der ihnei» zugetviesenen Kreise Rechnung zu tragen, spricht sich'die Ko»ferei»z nlit aller Entschiedenheit gegen die Gründung neuer Parteiblätter aus; sie fordert vielmehr, dast sich die einzelnen Kreisorganisationen bemühen, durch energische und planvoll vor- bereitete Agitation dem Parteiorgan ihres Bezirks in weitere»» Moste Eingang zu verschaffen. Ausdrücklich betont die Konfereilz, dast es Pflicht eines jeden Parteigenosse» ist, ein zuständiges Parteiorgan zu halten. Diese Verpflichtung wird durch das Lesen der„Fackel" nicht auf- gehoben." Den Bericht über die Presse erstattete Sidow, Brande,»bürg: Wiederholt haben unsere Provinzialkonfercnzen be- schlössen, daß außer dem„Vorwärts" nur noch die„Brandenburger Zeitung" und die„Märkische Volksstimme" als Parteiorgane für die Provinz anerkannt werden und andere Parteiblätter nicht ge- gründet werden sollen. Trotzdem sind Absichten auf Neugründung von Parteiblättern hervorgetreten in den Kreisen Luckenwalde, Ost- Havelland und in der Neumark. Luckenwalde und die Neumark haben ihre Absichten jedoch wieder fallen lassen. Wir brauchten über Neugründungen nicht zu reden, wenn nicht ein Antrag von Spandau-Osthavclland vorläge, welcher die Gründung eines neuen Parteiblattes fordert. Angesichts dieses Antrages wird zu unter- suchen sein, wie die Verhältnisse der bestehenden Parteiblätter der Provinz sind. Die„Märkische Volksstiinme" hatte bisher hinsichtlich ihrer Verbreitung und Entwickelung einen Vorsprung vor dex „Brandenburger Zeitung". Die letztere hat diesen Vorsprung jetzt nicht nur eingeholt, sondern überholt. Während die„Märkische Volksstimme" 11 200 Abonnenten zählt, hat die„Brandenburger Zeitung" jetzt 12 300 Abonnenten. Die Abonncntcnzahl der„Mär- kischen Volksstimme" stieg im letzten Jahre um 1500, die der „Brandenburger Zeitung" um 3000. Das gleiche Verhältnis zeigen die Einnahinen der beiden Blätter. Wir sehen, dast beide Organe Fortschritte gemacht haben, diese Fortschritte koinmen auch den Lesern zugute, denn beide Blätter konnten ihren Uinfang der- größer», sie erscheinen jetzt täglich acht Seiten stark. Man kann sagen, daß den Anforderungen der einzelnen Kreise mehr als früher Rechnuirg getragen wird. Nach Lage der örtlichen Verhält- nisse im Verbreitungsgebiet der„Brandenburger Zeitung" ist cS nicht angebracht, dast der Kreis Spandau-Osthavelland aus diesem Gebiet ausscheidet und ein eigenes Organ gründet. Der Kreis Spandau-Osthavelland hat 2200 Abonnenten der„Brandenburger Zeitung" und 1600 Abonnenten des„Vorwärts" bei 2450 organi- sierten Genossen und 16 480 ReichstagSwahlstimmcu. Die Span- dauer Genossen berufen sich darauf, daß wegen der großen Zahl der in den Staatswerkstätten beschäftigten Arbeiter ein eigenes Parteiorgan für den Wahlkreis notwendig sei. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß es nicht im Interesse der Partei liegt,»»eue Organe zu gründen, die doch klein anfangen mußten und nicht das bieten können, was die bestehenden Blätter bieten. Dem Parteiinteresse wird auch nicht damit gedient, daß unsere Organe den lokalen Angelegenheiten einen besonders breiten Raum bieten, sondern der größte Wert muß gelegt werden auf me politischen Angelegenheiten und auf die Verbreitung unserer Ideen durch die prinzipielle Haltung unserer Parteiprcsse. Alle wichtigen Vorgänge werden von den bestehenden Parteiorganen ausreichend berücksichtigt. In dieser Hinsicht kann durch die Gründung lokaler Parteiorgane durchaus nichts besseres geleistet werden. Wir haben keine Ursache, mit den bestehenden Verhält- nlpci» unserer Presse unzufrieden zu sein. Anstatt Neugründuligcn anzustreben, soll man lieber die bestehenden Blätter ausbauen .'?(;"'ei» sie noch mehr als bisher den Wünschen und Vcr- haltmisen der einzelnen Kreise Rechnung tragen können. Der ersucht schließlich um Ablehnung des Antrages Spandau- Osthavelland und um Annahme seiner Resolution. Hierauf erstattete Gries- Berlin den Bericht der MandatsprüfungSkommissio»: Die Konferenz ist von 116 Teilnehmern besucht. Die 26 Kreise haben 69 Delegierte entsandt, außerdem sind vertreten der Ver- bandsausschuß durch 4, die Agitationskommission durch 11, der Aktionsausschuß durch 9, die Frauen durch 4, die Gewerkschaften durch 2, die Parteipresse durch 3 Vertreter. 14 Kandidaten und Abgeordnete sind anwesend. Die Kommission beantragt, alle Man- date für gültig zu erklären. Die Konferenz stimmt dem ohne De- batte zu. Die Diskussion über den Vorstands-«no Pressebericht wird eröffnet. P i e s e r- Spandau begründet den Antrag seines KreiseS. Es gibt in Spandau etwa 9000 Staatsarbciter. Sie stehen unter einem furchtbaren Druck; deshalb können wir schwer an sie hcrankomn»cn. Mit Hülfe eines eigenen Prestorgans würde es möglich sein, ulisere Ideen unter den Arbeitern der Staatswerkstätten zu verbreiten. Wir hatten unter dcnfelben schon früher, als die„Laterne" bestand. 600 Leser dieses Blattes. Natürlich bezogen sie das Blatt aus Umwegen. Der ReichSlügenvcrband betreibt eine große Agitation in Spandau. Alle Mittel sind ihm recht. Weil uns aber ein ort- lichcs Parteiblatt fehlt, können wir dieser Agitation nicht ,n der tvünschenSwcncn Weise entgegenarbeiten. Wir haben letzt ,n Spandau 1200 Leser des„Vorwärts". Dem stehen 17 000 Leser bürgerlicher Blätter entgegen. DaS sind größtenteils Leute, die ihrer Lebdnslage nach zu unS gehören, die aber für uns nock nicht zu haben sind, weil sie unter dem Einflust der bürgerlichen Presse stehen. Nur mit einem eigenen Organ können wir diesem Einflust entgegenarbeiten. Wir müstten uns doch schämen, wenn wir den vielen bürgerlichen Blättern, die in unserem Kreise bestehen, nicht ein einziges örtliches Parteiblatt entgegenstellen könnten. Ewald: Die Erfahrung zeigt uns. dast wir»», Orten, wo ein Wahlvcrcin besteht, leichter Mitglieder für die Organisation gewinnen, als wenn sie sich einem Wahlvcrein anschlichen sollen. der in einem anderen Orte besteht. So ist es auch»nit den Partei- blättern. Für ein im Orte selbst erscheinendes Blatt gewinnt man leichter Abonnenten als für ein von austerhalb bezogenes Organ. Ein örtliches Organ kann auch den» Lesebedürfnis der Frauen mehr Rechnung tragen, die hauptsächlich deshalb nach der vürger- lichen Presse verlangen, weil dieselbe viel Stadtklatsch und örtliche Angelegenheiten bringt. F a b e r- Frankfurt a. Ott Die Staatsarbciter könnten wir doch nur auf Umwegen als Leser der Parteipresse gewinnen. Das kann aber bei den bestehenden Organen auch geschehen, ein örtliches Organ brauchten wir für diesen Zweck»»icht. Wünschenswert ist es und die Zeit wird auch toinmen, wo jeder Ort sein eigenes Parteiblatt hat. Ehe man aber zur Gründung eines Blattes schreitet, muß eine Grundlage für die Existenz desselben gegeben sein. DaS»st aber in Spandau nicht der Fall. Ich bin deshalb dafür, dast wir auf unserem bisherigen Standpunkt verharren und die Resolution des Referenten annehmen. Weber- Berlin: Der Antrag Spandau ist ja nicht neik. Anstatt neue Blätter zu gründen, sollten wir die bestehenden aus- bauen. An die Staatsarbeiter werden wir auch»nit einer ort- lichen Zeitung nicht herankoinmen. Ein besonderes Blatt für Spandau-Osthavclland könnte doch nur ein minderwertiges Organ sein, wie es die„Laterne" war. Spandau ist mit Berlin organisch verbunden durch den Metallarbciterverband. Die Mitglieder des- selbe»», die in Berlin„Vorwärts"-Leser sind, bleiben cS auch, wenn sie in den Spandauer Werken arbeiten. Mit einer zukünftigen „Laterne" werden wir keinen Erfolg haben. K r a m e r- Zchdenick bcfiirwortct die Schaffung eines Organs für Spandau-Osthabclland. Die Agitation unter den Schiffern sei mit Freuden zu bcgrützen. Peru er: Wenn die Spandauer Genossen mit der Gründung eineS eigenen Organs den bestehenden Parteiblättern keine Kon» kurrenz machen wollen, dann müßte der Antrag so formuliert werden, daß er diese Deutung ausschließt. Die Spandaucr Ge» nesscn wollen nach der Begründung, die hier gegeben wurde, durch ein eigenes Organ die Agitation unter den Staatsarbeitern fördern. Zu diesem Zweck bedarf cS keiner besonderen sozialdemokratische,» -vagcszcitung. Das kann durch Flugblätter, durch die„Fackel" und auf andere Weise geschehen. Wenn es nötig erscheint, können die Spandauer Genossen sich eine besondere Fackel oder ein anderes Licht, vielleicht eine neue„Laterne" anstecken, aber das Lesen eines solchen Blatte? darf die Genossen nicht von der Pflicht, eine Partei- zeitung zu halten, entbinden. Wir müssen dahin streben, die be» stehenden Parteiorgane auszubauen. Die„Brandcnb. Ztg." und die „Mark. Volksst." könnten noch bedeutend vergröhert und verbessert werden. Ehe diese nicht zu großen und in jeder Hinsicht leistungss fähigen Blättern ausgebaut sind, ist eine Absplitterung in der Forin von Neugründungen nicht zu empfehlen. Pari?- Velten wünscht namens seines Kreises, dast die Kosten des Internationalen Kongresses und deS Parteitages nicht durch Sammellisten ausgebracht, sondern aus den regelmäßigen Beiträgen gedeckt werden. Die Gründuiig eines Blattes für Spandau befürwortet der Redner. Der„Vorwärts" sei nicht in der Lage, den Bedürfnissen der einzelnen Orte Rechnung zu tragen- Auch die„Brandend. Ztg." nicht. So lange nur die bestehen» den Zeitungen in der Probinz zugelassen werden, werden wir keine Fortschritte in den Orten maffien, wo unsere Presse wenig verbreitet ist. In Spandau ist ein Organ notwendig, welches auf die Verhältnisse der Staatsarbeiter besondere Rücksicht nimmt. Wir bestehen nicht darauf, dast sofort eine Zeitung für Spandaw gegründet»nird, mag es meinetwegen noch verschoben werden,, aber wir müssen davon abgehen, daß nur die bestehenden beides Zeitungen zugelassen werden. Die Kosten eines eigenen OrganL würden wir in Spandau aufbringen können. Eugen Brückner: Mit der Anstellung eines Sekretär!) ist einem Bedürfnis Rechnung getragen. Ich wünsche, dast es nicht bei dieser einen Anstellung bleibt, sonder» dast noch mehr Kräfte angestellt werden, deren Tätigkeit sich auf solche Kreise zu erstrecken hat, wo wir noch wenig Anhänger haben, wo wir aber durch plan. »nästige Agitation Erfolge erzielen können. Das wäre für die Partei von größerem Nutzen wie die Gründung neuer Prehorgane. Wir haben aus dem Vorstandsbcricht gehört, daß bei der Reichs- tagstvahl Partei und Gewerkschaften sich unterstützt haben. Ich wünsche, daß die Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaften noch inniger werden. Der Zentralvorstand der Provii»z mühte mit den Gauleitern der Gewerkschaften Sitzungen abhalten, um gemein- same Schritte zu beraten für solche Orte, wo wir nicht recht vor- wärts kommen. Was die Gründung von Prestorgancn betrifft, so mutz ich sagen, daß, wenn irgendwo eine solche Gründung notwendig ist. so in den neumärkischen Kreisen. Die vier neumärkischcn Kreise haben nicht die Gründu»ig eines neuen Organs beschlossen. sondern nur untersucht, ob die Einführung eines Organs in diesen Kreisen möglich ist. Wenn Neugründuiigen zurzeit noch nicht als angebracht erachtet werden, so mutz doch dafür gesorgt werden, dast den Kreisen, wenn sie eine größere Anzahl von Parteiblätter» zur Agitation brauchen, solche audji zur Verfügung gestellt werden. S ch a d o w- Kottbus befürwortet eine rege Agitation sowie ein inniges Zusammenarbeiten der Partei mit den Gewerkschaften. Was die Spandaucr Genossen über die Verhältnisse der Staats» arbeiter sagen, das gilt auch für die zahlreichen Eisenbahnarbeiter in Kottbus. Auch diese sind für uns schwer zu haben. Am ersten sind Erfolge durch mündliche Agitation zu erwarten. Ein von B ö S k e gestellter Schlutzantrag wird angenommen. Sidow- Brandenburg erhält das Schlußwort. AuS den Ausführungen der Genossen Picfer und Paris geht hervor, daß die Spandauer Genossen noch nicht wissen, ob sie ein periodisches Flug- blat oder eine Zeitung haben wolle»». Die Parteiprcsse hat in Spandau in den letzten Jahren so erfreulich zugenommen, dast das Verlangen nach einer Neugründung als unnötig erscheint. Es ist doch gewist besser, daß 1300 Genossen in Spandau den„Vorw." lesen, als wenn sie ein Blatt nach Art der„Laterne" zu lesen be- kämen. Dein Verlangen nach Agitationsnummern haben wir stets Rechnung getragen. Wir haben iin letzten Jahre 63 600 Agitations- nummern der„Brandcnb. Ztg." und 61 000 Flugblätter aus- gegeben.— Neugründungen von Parteiblättcrn sind zurzeit nicht nötig. Zucht geht in seinem Schlußwort auf die AuSfüh»:ungen ein- zelncr Redner ein. Die von Brückner gewünschte Verbindung»nit den Gewerkschaften sei schon bisher gepflegt worden und werde natürlich auch ferner aufrechterhalten werden. Hierauf wurde der Agitationskommission und dem Zentral» vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Die Resolution des Vorstandes zur Presse wurde angenommen Dainit ist der Antrag Spandau gefallen. Ucbcr den dritten Punkt der Tagesordnung die ReichStagSwahl 1907 referiert Wels: Die ersten Nachrichten über den AuSfall der Reichstagswahlen waren für uns deprimierend. Die Ereignisse haben unsere Hoffnungen Lügen gestraft. Der SiegeSjubel unserer Gegner war wohl verständlich. Die Mittel, mit denen unsere Gegner bei der Wahlagitation arbeiteten, waren die denkbar niedrigsten. An die niedrigsten Leidenschaften der unaufgeklärten Massen wurde appelliert. Der Kolonialrummel muhte herhalten. die Kricgervcreine tvurden gegen unS mobil gemacht, die nationale Phrase wurde in den Vordergrund gestellt und erwieS sich für unsere Gegner erfolgreich. WaS später über den wahren Grund der RcichStagsa»lfIösung bekannt geworden ist, zeigt unS. dast die Politik in Deutschland nicht nach großen Prinzipien, sondern durch eine Cliquenwirtschaft der verächtlichsten Art gemacht wird.— In der heutigen Diskussion ist schon wiederholt auf den Reichs» vcrhai»d zur Bekämpfung der Sozialdemokratie hingewiesen worden. Wir haben dessen Treiben in den Kreisen der Provinz zur Genüge kennen gelernt. Es erübrigt sich, hier auf alle Einzelheiten der Schlammflut der Verleumdungen einzugehen, womit der Reichs» verband gegen uns kämpfte. Soviel steht fest, daß die Gegner es vcrinochten, mit der nationalen Phrase eine Wahlbeteiligung zu erzielen, wie sie vordem nickit zu verzeichnen war. Dadurch aclana n c8»ilch, die indifferente Masse gegen uns ins Feld zu Trotz alledem haben wir keine Ursache, wegen des Ausfc Wahl pessimistisch zu sein. Die Vermehrung unserer C von 3 auf SV* Millionen ist ein guter Erfolg. Der Redner zog die Wahlergebnisse Berlin» und der Provinz Brande g~| einer eingehenden Betrachtung. Im Jahre t»03 hatten wir i,. oer ganzen Provinz 7SS385 eingeschriebene Wähler. ISO? waren es 853 802. Der Zuwachs beträgt also 103 217. Hiervon kommen auf Tcltow-Bceskow 05 084, auf Niederbarnim 27 220, so daß für die ganze übrige Provinz nur ein Mehr von 10 913 bleibt. Im Jahre 1903 hatte die Provinz eine Wahlbeteiligung von 75,1 Proz., 1907 betrug sie dagegen 84 Proz. Für Berlin lauten die cnt- sprechenden Zahlen 73,7 und 77,4 Proz. Die Wahlbeteiligung war 1907 in den Provinzkreisen stärker, der Wahlkampf also heftiger wie in Verlin. Am schwächsten war die Wahlbeteiligung 1903 in �riedcbcrg-Arnswalde mit 59 Proz., die 1907 auf 83,5 Proz. stieg, während 1907 die schwächste Beteiligung in Ost- und Wcst-Stcrn- berg mit 80,8 Proz. war. 1903 hatte dieser Kreis eine Beteiligung von 61,9 Proz. Die stärkste Beteiligung 1999 ist in Sorau-Forst zu verzeichnen, nämlich 88,1 Proz. im Jahre 1903 und 91,3 Proz. 1907. Brandcnburg-Westhavelland hatte 190? die stärkste Beteiligung bei der Hauptwahl mit 90,8 Proz., bei der Stichwahl 92,0 Proz., Kottbus-Sprcmbcrg bei der Hauptwahl 90,3, bei der Stichwahl 88,2 Proz. In der ganzen Provinz erhielt die Sozialdemokratie im Jahre 1903 243 589, das sind 43,1 Proz. aller Stimmen. 1907 stieg unsere Stimmenzahl auf 291 930, das Verhältnis zu den gesamten Stimmen ging aber auf 40,0 Proz. zurück. Von dem Stipimenzuwachs entfällt auf Teltow-Bccskow 30 250, auf Nieder- barnim 19 493, es ist also für die übrigen 13 Provinzkrcise ein Rückgang von 1407 Stimmen zu verzeichnen, obgleich wir in ein- Sellien Kreisen Fortschritte gemacht haben. Das Mandat von Brandeuburg-Westhavelland ging verloren trotz der stärksten Wahl- bcteiligung in diesem Kreise. Die Wahlergebnisse in der Provinz zeigen hiernach kein erfreuliches Bild. Unser Mißerfolg ist zurück- zuführen einerseits auf die skrupellose Agitation unserer Gegner, andererseits aber auch auf die Schwäche unserer Organisation. Es fragt sich, was haben wir angesichts dieser Sachlage zu tun? Wir müssen uns die Organisation und die Agitation unserer Gegner mischen, um daraus zu lernen, auf wie schwachen Füßen unsere eigene Organisation noch steht. Der Rcichsverband unterhält in Berlin ein Zcntralbureau mit 50 Beamten, die nichts weiter zu tun haben, als das Material zusammenzustellen für die Hunderte von Agitatoren, die im Lande im Auftrage des Rcichsverbandes arbeiten. Derartige Bureaus hat der Reichsverband auch in einer Reihe anderer Städte. Wir haben allen Grund, die Agitations- weise unserer Gegner aufmerksam zu beobachten. Wir dürfen nicht glauben, daß wir schon unsere Schuldigkeit getan haben, wenn wir unsere BeiTWige zu der politischen und gewerkschaftlichen Organisation gezahlt haben. Der Reichsverband betreibt eine aus- gedehnte planmäßige Agitation gegen die Sozialdemokratie. Der Tanz, den uns oer Rcichsverband bei den Reichstagswahlen auf- gespielt hat, wird sich auch in der Zukunft wiederholen. Deshalb müssen wir alles daran setze», um Ausklärung unter den Arbeitern zu verbreiten, damit sie, wenn die Agitation des Reichsverbandes an sie herantritt, dieselbe mit Verachtung zurückweisen. In dieser Richtung haben wir emsig zu arbeiten. Auch andere Organisationen betreiben den Kampf gegen uns, so der Flotscnvcrein mit seinen reichen Kassen und einer Mit- gliederzahl, welche die unsere weit übersteigt. Ferner stehen auch die Kriegcrvereine im Kampfe gegen uns.— Das Zentrum verfügt über eine Organisation, welche an Stärke die der Sozialdemokratie weit übersteigt. Der Volksvcrein Für das katholische Deutschland betreibt eine Agitation, die wir niM unterschätzen dürfen. Schul- knrse, wie sie unsere Partei jetzt zur Heranbildung agitatorischer Kräfte eingerichtet hat, sind in jener Organisation ebenfalls vor- handen. Die Jesuitenschule in M.-Gladbach zieht einen Stamm von gewandten Zentrumsagitatoren groß. Auch der Reichslügen- verband hat eine Rednerschule. Alle diese Organisationen lönnerk vorbildlich für uns sein. Es fragt sich nun, welche Mittel stehen uns zur Verfügung, damit wir den vereinten Gegnern gerüstet entgegentreten können. Als unsere vornehmste Waffe ist die Presse bezeichnet worden, und mit Recht. Aber eS kann nicht bestritten werden, daß wir mit einer Million Lesern der Parteiprcsse und zwei Millionen Lesern der Gewerkschaftspresse immer noch weit im Hintertreffen stehen. Der Reichsverband allein versorgt 1370 Zeitungen mit Material. Eine solche Zentralstelle für unsere Presse fehlt uns noch. Es ist not- wendig, eine solche zu schaffen. In erster Linie gilt es, unsere Presse auszubauen, die schwach fundierten Blätter so zu stärken, daß sie existenzfähig sind und unsere Bewegung in den schwachen Bezirken fördern können. Den Arbeitern mutz es zur Ehrenpflicht gemacht werden, unsere Parteiblätter zu lesen. Notwendig ist es auch, die Aufklärungsarbeit der Frauen zu unterstützen und zu fördern, denn die Frauen sind eS zum großen Teil, welche die un- politische Klatschprcsse bevorzugen und der Verbreitung unserer Presse entgegenstehen. Auch auf die Stärkung der Gewerkschaften müssen wir unser Augenmerk richten. Diejenigen, welche glaubten, daß eine gewisse Eintracht zwischen Unternehmern und Arbeitern herbeigeführt werden könne, werden durch die wirtschaftlichen Kämpfe der letzten Zeit belehrt sein, daß es keine Versöhnung zwischen Kapital und Arbeit giebt. Em Hüben und ein Drüben nur gibt es. Die Unternehmer wollen wohl den Frieden, aber nur mit einer gefesselten Arbeiterschaft. Nur eine starke Organisation ist imstande, den Arbeitern Respekt zu verschaffen, und den Unter- nehmern Zugeständnisse abzuringen. Wir brauchen starke Gewerk- schaften, um gegenwärtig die wirtschaftliche Lage der Arbeiter zu verbessern. Aber auch starke politische Organisationen sind not- wendig, denn, wie Marx sagte, muß der Kampf für die volle Be- freiung der Arbeiterklasse notwendig ein politischer Kampf sein. Für die nächste Zeit stehen uns schwere Kämpfe bevor. Die Wahlrechtsfrage in Preußen hat uns gezeigt, wie schwach der Libe- ralismus ist, der sich jetzt in der Gnadensonne der Regierung wohl fühlt. DoS Zentrum zeigt keine Lust, zu, seiner früheren Oppo- sitionsstellung zurückzukehren, es sehnt sich zurück nach der Zeit, wo ihm die Hintertreppen der RcgierungSpolitik offen standen.— Uns gegenüber steht die gesamte Reaktion. Wir nehmen den Kampf auf. weil wir wissen, daß wir siegen werden. Ein jeder Genosse mutz ein Agitator und Organisator sein, er mutz auf gewerkschaft- lichem und politischem Gebiet wirken und arbeiten für unsere Ideen bis zum endgültigen Siege des Sozialismus.(Lebhafter Beifall.) Folgende Resolution ist eingegangen: „Im Hinblick auf die Schärfe des letzten ReichstagSwahl- kampfes und die bevorstehenden Kämpfe hält die Provinzial- konferenz für die Provinz Brandenburg den weiteren Ausbau der Organisation für dringend erforderlich. Insbesondere hält sie eS für wünschenswert, datz in möglichst vielen und möglichst kleinen Bezirken Parteisekretäre angestellt werden, die die Arbeit planmäßiger gestalten könnten, als es bisher der Fall sein konnte." \____ Die Diskussion wird eröffnet. �Klütz-KottbuS: Wir können uns zu dem Ausfall der Reichs- tagSwahl gratulieren, hat er uns doch gezeigt, welche Schwächen in unseren Reihen vorhanden sind. Als Genosse Pens auf der vorjährigen Provinzialkonferenz sagte, wir müssen dahin streben, so viele angestellte Agitatoren zu bekommen, wie die Kirche Pfaffen hat, da wurde über diese Bemerkung gelacht. Inzwischen sind die Genossen doch Wohl zu einer anderen Ansicht gekommen, denn nach den Wahlen ist ein Sekretär für die Provinz angestellt worden. Ich wünsche, datz es nicht dabei bleibt. In den Kreisen der Provinz sind die Verhältnisse so verschieden, datz möglichst in jedem Kreise ein Sekretär angestellt werden müßte. Auch unsere Presse mutz ausgebaut werden. Die Gründung eineS PressebureauS, welche auf dem Parteitage besprochen werden wird, ist mit Freuden zu bc- grüßen. Ich wünsche ckuer, daß man bei dieser Angelegenheit nicht unterscheide zwischen Revisionisten und sonstigen Parteigenossei� Tiefe Unterscheidung, die glle Parteidehatten der letzten Jahre be- ,�te, ist ein Unfug, der aufhören mutz. Ich ersuche um An- ,me der Resolution. S ch a d o K- Kottbus befürwortet die Resolution in dem Sinne, daß der Zentralvorstand zu prüfen habe, wie weit die An- stcllung von Parteisekretären möglich und durchführbar ist. L i e p m a n n erklärt sich mit den Ausführungen des Genossen Wels einverstanden. Er müsse aber Wasser in den Wein der Bc- geisterung gießen, welche glaubt, daß es nur der Annahme einer Resolution bedürfe, um Parteisekretäre zu bekommen so viel man wünscht. Es müsse doch geprüft werden, wie weit es möglich ist, Sekretäre anzustellen. Redner erklärt, datz er die größte Shm- pathie für die Resolution habe, er bitte aber, dieselbe dem Vor- stand zu überweisen, damit er prüfe, wo es möglich ist, Partei- sekretäre anzustellen. Peus: Ich hätte nicht geglaubt, daß meine Anregung vom vorigen Jahre auf so fruchtbaren Boden gefallen ist, ich freue mich, datz wir schon so weit gekommen sind und einen Sekretär für die Provinz haben. Im allgemeinen überschätzen wir das Matz von Aufklärung unter den Arbeitern, besonders soweit es sich um unsere Wähler handelt. Auch hier ist die Rückständigkcit oft noch sehr groß. Unsere Presse kann nicht so gehalten werden, datz sie in diesen unallsgeklärten Kreisen verstanden wird. Hier kann nur die persönliche Agitation Erfolg bringen. Dazu sind aber berufs- mätzige Agitatoren nötig. Solche müssen wir so viel wie möglich anstellen. Allerdings ist es schwer möglich, geeignete Personen für diese Arbeiten zu finden. Ich begrüße die Resolution mit Freuden und bin schon zufrieden, wenn sie dem Vorstande überwiesen wird. In seinem Schlußwort erklärte der Referent gegenüber der Aeußeruilg des Genossen Klütz,„die Reibungen innerhalb der Partei zwischen Revisionisten und Radikalen hätten uns bei den Wahlen ebenfalls geschadet", auch er sei dieser Meinung, doch würden diese Konflikte mit einem Schlage verschwinden, wenn eine bestimmte Gruppe es unterlassen wollte, fortgesetzt zu versuchen, die Partei in Bahnen zu drängen, die sowohl der bekannten Dres- dener Resolution wie den Amsterdamer Beschlüssen zuwiderlaufen. Der vierte Punkt der Tagesordnung: Der Parteitag in Essen wurde aus Antrag eines Delegierten wegen der borge- rückten Zeit von der Tagesordnung abgesetzt. Als letzter Punkt steht auf der Tagesordnung ein Vortrag über Eesinderccht in Prenßen. Der Referent Stadthagen sagte unter anderem: Von einem Gesinde recht in Preußen kann man eigentlich nicht reden, denn das Gesinde hat in Preußen keine Spur von Recht. Rich- tiger wäre es daher, über das Gesinde unrecht zu sprechen. In Preußen besteht die nationale Schmach, datz ein großer Teil der Arbeiter, den man als Gesinde bezeichnet, in Verhältnissen lebt, die einem Hörigkeitsverhältnis gleichen und datz auch noch versucht wird, diesen Arbeitern die kümmcrlicheii Rechte, zu nehmen. Es gibt für Preußen keine einheitlichen Rechtsbestimmungcn für das Gesinde, sondern es besteht eine bunte Mannigfaltigkeit von Ge- sindeordnungen, die in den einzelnen Landesteilen ganz verschieden sind. Das geschriebene Recht stellt noch nicht das ganze Unrecht gegen das Gesinde dar, denn das Unrecht wird noch vergrößert durch Entscheidungen der Klassenjustiz und durch Matznahmen des Büt- tcls. 19 Gesindeordnungen, die alle ein erhebliches Alter haben, gelten in Preußen. Die älteste, aus dem Jahre 1732 stammend, gilt für das Gebiet des Herzogtums Laucnburg. Für unser Gc- biet kommt die Gesindeordnung von 1810 in Frage, welche in den altpreutzischen Provinzen gilt. Vom bürgerlichen Recht ist das Ge- sinde ausgeschlossen, es steht nur unter der Gesindeordnung. Zwar können durch Vertrag zwischen der Herrschaft und dem Gesinde Abweichungen von den Bestimmungen der Gesindeordnung verein- bart werden, aber wo solche Verträge geschlossen werden, geschieht es zugunsten der Herrschaft und zuungunsten des Gesindes. Ein Beispiel dafür sind die Verträge, welche durch die Landwirtschafts- kainmer der Provinz Brandenburg mit Landarbeitern abgeschlossen werden, wodurch die Rechte der Arbeiter noch weiter verringert werden, als es durch die Gesindeordnung geschieht. Die Gesinde- ordnung von 1810 ist in eigentümlicher Weise entstanden. Als 1800 nach der Niederlage von Jena im preußischen Volke die Meinung entstand, datz Napoleon nicht als Unterdrücker, sondern als Be- freier gekommen sei, glaubten gewisse Leute in Preußen, es müßten dem Volte Freiheiten gegeben werden, damit die Niederlage des preußischen Staates nicht noch größer werde. 1807 erschien ein königliches Edikt, welches bestimmte, datz von Martini 1810 jede Gutsuntertänigkeit aushören und es von da an nur freie Leute geben solle. Als die Landständc den Erlaß einer Gesindeordnung verlangten, erklärte Minister v. Stein, das würde dem königlichen Edikt widersprechen, man müsse es den freien Leuten überlassen, ihre Verträge zu schließen, wie sie wollen. Aber den Junkern ge- lang es doch, ihren Willen durchzusetzen. Zwei Tage vor Martini 1810 erschien die heute noch geltende Gesindeordnung vom 8. No- vember 1810. Sie ist eine beinahe wörtliche Wiederholung der be- treffenden Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts, nur mit dem Unterschiede, datz sie nicht nur von häuslichen, sondern auch von wirtschaftlichen Gesindcverhältnissen handelt, koodurch ein großer Teil der ländlichen Arbeiter unter die Gesindeordnung fällt. Ein großer Teil der erbuntertänigen Landarbeiter kam also aus deni Hörigkeitsverhältnis nicht heraus. Das Verhältnis der Rechtlosigkeit und Untertänigkeit, welches die Gesindeordnung von 1810 festsetzt, kennzeichnet sich unter anderem durch folgende Be- stimmungen: Gesinde, welches zu bestimmten Dienstleistungen an- genommen ist, muh auf Verlangen der Herrschaft auch andere Dienste verrichten, wenn das zu diesen Diensten bestimmte Gesinde durch Krankheit und dergleichen an der Arbeit verhindert ist. Allen Anordnungen der Herrschaft hat sich das Gesinde zu unterwerfen, es darf sich ohne Einwilligung der Herrschaft nicht vom Hause cnt- •ernen und die ihm zur Erledigung eigener Angelegenheiten ge- währte Zeit nicht überschreiten. Das Gesinde hat die Befehle der Herrschaft mit Ehrerbietung und Bescheidenheit entgegenzunehmen. Die Nichtbefolgung der Befehle kann bestraft werden. Ein Züch- tigungsrecht billigt die Gesindeordnung der Herrschast zwar nicht ausdrücklich, aber doch indirekt zu, indem sie bestimmt: Wenn da» Gesinde die Herrschaft durch Ungebührlichkeit oder Widersetzlichkeit zum Zorn reizt und deswegen mit Schcltworten oder geringen Tät- lichkeiten bedacht wird, so kann das Gesinde keine Genugtuung aus diesem Anlaß fordern. Nur, wenn durch solche Behandlung Leben und Gesundheit in eine gegenwärtige Gefahr gerät, darf sich das Gesinde den Angriffen der Herrschaft widsrsetzcn.— Jni Hinblick auf diele schinachvollcn Bestimmungen müssen wir dem Gesinde den Rat geben, von dem Recht der Notwehr, welches nach bürgerlichem Recht jedem zusteht, Gebrauch zu machen, wenn die Herrschaft mit Tätlichkeiten vorgeht. Die Frage, wer zum Gesinde gehört, wird durch die Gesinde- ordnung nickü beantwortet. Man kann aber sagen, daß alle Arbeiter, deren Verhältnisse nicht durch besondere Gesetze, wie die Gewerbe- ordnung, geregelt sind, der Gcsindcordnung unterstehen. DaS Gesinde unterscheidet sich von anderen Arbeitern in der Hauptsache dadurch, daß es nicht vorübergehend, sondern für längere Zeit an- genommen ist, daß sich seine Arbeit ans häusliche und landwirtschaftliche Dienste erstreckt, datz es im Haushalt der Herrschaft ausgenoinlnen ist und datz es zur sklavenartigen Befolgung aller Befchla der Herr- schaft verpflichtet ist.— EineS der schmachvollsten Ausnahmegesetze ist das Gesetz voin 24. April 1854, welche» dem Gesinde das Vereinsrecht zwar nicht ausdrücklich nimmt, aber die Verabredung zur gemeinsamen Arbeitsniederlegiiiig mit Gefängnisstrafe bedroht. Durch diese AuZnahmebestiinmung ist dem Gesinde und den ländlichen Arbeitern die Möglichkeit, ihre Lage zu verbessem, sehr erschwert.— Gegenüber dem gewerblichen Arbeiter ist der Land- arbciler schlechter gestellt hinsichtlich der Unfall- und Kranken- Versicherung sowie des ArbeiterschntzeS. Für die Gleichstellung des Gesinde» mit den übrigen Arbeitcril tritt nur die Sozialdemokratie ein. Sie allein verlangt die Befeiti- gung des schmachvollen Gesiiideuiirechls. Da wir hierüber alle einig sind, brauchen wir zu dieser Sache keine Resolution annehme». Wir wollen bei unserer Agitation in Stadt und Land hinweisen auf das Unrecht, llntcr dem das Gesinde leidet und die davon Betroffenen gegen da» Unrecht aufrütteln.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion befürwortete H a r n d t- Berlin eine rege Agitation unter den Dicnsibotcn, besonders für Festsetzung einer geregelten Arbeitszeit.— Schmidt- Sonnenburg gab der Agilationskomniission zu erwägen, ob c» nicht angebracht sei. Flug- blättcr unter den Dienstboten zu verbreiten, uni diese über ihre rcchilichen Verhältnisse aufzuklären.— Ritte r- Berlin führte einige Fälle an. wo die Berliner Gewerkschaftskoinmission die lltechie von Dienstmädchen gegenüber der Herrschaft vor Gericht mit Erfolg vertreten hat. Die meisten Dienstboten wissen nicht, datz c* in der Berliner Gewerkschaftskommissioii eine Stelle flibt, die sich ihrer anninimt, ivenn sie ihr Recht durchfechten inüsscm Wer Gelegenheit hat, mit Dienstboten znsammeiizukoliimen, oer möge sie darauf hiuweiseir. Im übrigen befürwortet der Redner eine leb- hafte Agitation uiiter den Dienstboten. Mit einem kurzen Schlntzwort StadthagenS fand dieser Punkt der Tagesordnung seinen Abschlutz. Zur Verhandliiiig kam hierauf folgender Antrag von B r a n d en« burg-We st Havelland: „Die Provinzialorgaiiisation Brandenburgs beantragt, der Prentzentag möge beschließen, datz für jede preutzische Provinz ein Parteivorstand gewählt wird, analog den LandeSparteivorständen in den übrigen deutscheii Buiidesstaalen." P e r n e r führte zur Begründung des Antrage? an, derselbe sei als Ergänzung zum Eutwurs des Organisationsstatuts für Preutzcn gedacht und solle dadurch vermieden werden, datz ein preußischer Laiidesvorsland geschaffen wird. K l ü h s ulid Wels sprachen gegen den Antrag, derselbe wurde dann mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Vorsitzende Zucht gab der Erwartung Ansdruck, datz die Arbeilen der Provinzialkonferenz zur weilcreu Verbreitnug unsere.. Ideen bcilragcii niögen. Er schloß die Perhaiidlungen mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. UluMrtg der SopldeiMMe Schltsimg-Zoisteills uud des Fürsteutilms Lübeck. Altona, 1. September. Der auf zwei Tage berechnete Parteitag begann am Sonntag- vormittag feine Verhandlungen. Anwesend sind 101 Teilnehnicr, darunier sieben weibliche Delegierte, RcichStagsabgeordiieter Frohmc, sämtliche Reichstagskaiididaten des AgitationSbezirks, Vertreter des Kieler Parteigeschäsls und der Redaktion der„Schleswig-Holst. BolkS- zeitung". Der Vertreter des Kieler Wahlkreises im Reichstage, Gc- nosie Legten, ist infolge anderweitiger Verpflichtungen am Er- scheinen verhindert. Aus dem gedruckt vorliegenden, sehr umfangreicheii Geschäfts- bericht, der vom Parteisekretär Bartels erläutert ivird, geht hervor, daß im Agilationsbezirk eine iiitcusille Agitations- und Organisationsarbeit geleistet worden ist. Durch die vollsverräterischc Haltung des Freisinns sind der zweite lind fünfte schleswig- holsteiinsche Wahlkreis der Reaktion überliefert worden, während im 3., 4. und 9. Wahlkreise die Freisinnigen mit sozialdemokratischer Stichwahlhülfe gesiegt haben. Diese schmähliche Halunig de» „Liberalismus" hat Anträge gezeitigt, den gegneriichen Parteien jede Stichioahlhülfe zu versagen. Abgesehen davon, datz die Wahlkreise Flensburg(2.), Elmshorn(0.) und Lauenburg(10.) verlöre» gegangen sind, ist auch der Stimmenzutvachs für unsere Partei ei» unbcfrie- digender. Die Gegner haben eö mit Hülfe des ReichslügenverbaiideS lind unter Entfachung der Kolonialbegeistening verstanden, die In- differenten auf die Beine zu bringen, so datz die gegnerischen Stimmen gegenüber der Wahl von 1900 um 39 993 zuliahuien, während unser PIuS nur 8533 beträgt. 177 814 gegnerischen stehen 113 348 sozialdemokratische Stimmen gegenüber. Ein er- freuliches Bild bietet dagegen die Uebersicht über die finanziellen Leistungen der Wahlkreise. U e b e r a l l ein Steigen der Einnahme und der-Mitgliederzahl der Partei- vereine— ein Beweis für die innere Festigkeit der Partei. Die Wahlkosten im Aaitationsbezirl betrugen iilsgesaint 93 800 M., Ivo- von die Wahlkreise allein 77 508 M. aufbrachten. Jnögesaiilt vcr- einnahmtcn die zehn Wahlkreise und das Fürstentum Lübcck-Eutin 253 154 M., denen eine Ausgabe von 207 513 M. gegenübersteht. Die Zahl der Ortsvereine ist von 75 auf 91 gewachsen, davon zahlen 43 einen Monatsbeitrag von 40, die übrigen einen solchen von 30 Pf. Die Zahl der organisierten Geuosien ist um über 5000 ge- stiegen, von 23 039 auf 28 175, während die Zahl der gewerkschaft- lich organisierten Arbeiter 01 079 beträgt. An schriftlicher Agitation ist Großes geleistet worden, denn es gelangten 145 050 Kalender, 15 500 dänische„Folke-Almanak", 802 050 deutsche und dänische Flugblätter, 29 260■ Broschüren, 4000 polnische Kalender und Broschüren, 32 000 sonstige Agitationsschriften sowie die„Rote Land- post" zur Verbreitung. Die Auflage des Kieler Parteiorgans ist von 18 207 auf 22 160 gestiegen. Daneben wird noch daö„Hain- burger Echo" in 13 340, der„Lübecker Volksbote" in 701, die„Neue Zeit" in 104, der«Wahre Jakob" in 13 222,.her „Süddeutsche Postillon" in 731, die„Gleichheit" in 3248 Exemplaren gelesen. Die Agitatioliskonimission beantragt, die für das flache Land erscheinende AgitationSzeitung„Rote Landpost" und die dänische Ausgabe derselben, der„Rode Postbud", monatlich bezw. vierteljährlich erscheinen zu lassen. Bisher erschien die„Rote Land- post" unregelmäßig. Die Agitation unter den Frauen und die Organisierung der Jugend hat beachtenswerte Erfolge gezeitigt. An Strafen l»O Prozetzkostcn mutzten 1009 M. gezahlt werden und Genosse Adler vom Kieler Parteiorgan hat im Frühjahr die ihm seinerzeit in der bekannten.Fraueiilob"-Affäre zudiktierten drei Monate Gefängnis verbüßt.— Die Agitationskommission vereinnahmte 53 259 M., darunter vom Parteivorstand in Berlin 19 000. Die Debatte über diesen Bericht ist eine recht ausgedehnte: besonders lebhaft wird der Antrag der Generalversammlung V» 3. und 10. Wahlkreises erörtert: „Der Provinzialparteitag wolle beschließen, daß unsererseits bürgerlichen Parteien bei Reichstagsstichwahlen keine Unterstützung zuteil werde." Die Befürworter des Antrages meinten, der„Liberalismus" habe sich in geradezu schmählicher Weise bei den Stichwahlen be- lioinmen und er sei überhaupt nicht mehr bündnivsähig. Einige Redner versprechen sich eine erzieherische Wirkung auf den„Freisinn", wenn man ihn bei den nächsten Wahlen durchrasseln ließe. Der Provinzialparteitag könne zwar eine Stichwahltaktik nicht definitiv beschließen, aber er könne den Bestrebuiigen im Sinne des Antrages, der auch auf dem Essener Parteitage zur Erörterung gelangen werde, mehr Rückenstärkung verschaffen. Dagegen wird von de» Gegnern des Antrage» ausgeführt, die ebenfalls das Verhalten der„Liberalen" scharf geißelten, mau dürfe sich in solchen taktischen Fragen nicht vom Gefühl leiten lassen. Der Antrag wird mit erheblicher Mehrheit abgelehnt. Ebenfalls lebhaft diskutiert wird der Antrag auf Schaffung einer dänischen Wochenschrift für Nordschleswig. Der Antrag wird im Laufe der Debatte von den Delegierten Nord- schleswigs modifiziert und dann mit Zweidritteln>:hrheit an- genommen. Er lautet: »Der Provinzialparteitag erkennt nach wie vor die Schaffung eineS dänischen Wochenblattes als wünschenswert und notwendig an. In Rücksicht darauf, datz ein vierteljährliches Erscheinen des «Rode Postbud" beantragt ist, stellt der Parteitag den Antrag des 1. und 2. Kreise» zurück, bis die Möglichkeit einer wöchentlichen Herausgabe durchführbar erscheint." Dann wird beschlossen, die„Roie Landpost" monatlich und den „Roden Postbud" vierteljährlich erscheinen zu lassen, was einen Kostcupuilkt von etwa 7000 M. verursachen wird. Uin 7 Uhr abends wird die Verhandlung auf Montag vertagt. Für Sc« FubnU See Jnjrrale iibc>»i»i»ir Sic Ncdnktio« Sein Pndlitiiiü gegenüber lel»e"lci Zicrnillworriinq. XLhcatcr. DienS tag, den 3. September. Anfang 7'/, Uhr. Kgl. Opernhaus. Das Rhcingold. Ligl. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Neue» königl. Operutheater. Die Geisha. Deutsches. Das Wintei Märchen. Kammcrspiele: Gyges und sei» Ring.(Ansang 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. Berliner. Die tanzenden Männchen. Lessing. Kollege Crampton. S.niNer<». lWalliia--Idealer.) Monna Vanna. Schiller Charlvttcuburg. DerHcrr - Senator. Neues Schauspielhaus. Alt- Heidelberg.(Ansang>7/, Uhr.) Neues. Der Dieb. Komische Oper. HofsmannZ Er- Zählungen. Westen. Die luftige Witwe. Lnstipiel h a»s. Husarenficher. Zentral. Orpheus m der Unter- ivclt. Meines. Die stimme der Un- mündigen. Residenz. Haben Sie nichts zu der- zollen? Triauou. Fräulein Jofctte— meine Frau. Thalia. Ihr Sechs- Uhr> Onkel. Bernhard Rose. Der grohe Un- bekannte. Anfang S'/j Uhr. Theater a» der Spree. Der Aktienbudiker. Aieiroovl. Der Tensel lacht dazu. Apollo. Sylvester Schässer. Spe- ziali täten. Walhalla. Svezialitäten. Gebr. Herrufeld. Madame Wig- Wag. Es lebe das Nachtleben. Passage. Lona Nansen. Spezialiläten. Wiutcrgarte». Anne Dancrey. An nie DtrkenS. Spezialitäten. Prater. Der Tanzleufel. Figaro. Paris.— Die Klaue.— Unterm Bett. Neichslialle«. Steltwer Sänger. Carl Haverland. Spezialitäten. llrani«. TnuSeuslrnftr Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte, riavalidenllr. 57/62. IScrdiuuiKi Üonu» Berliner Tliealer. Dienstag, 3. September, abends 8 Uhr: Dcteltiv-Komödie in 4 Auszügen von Ferdlnand Bonn. Mittwoch und Donnerstag: Die tanzenden Männchen_ Heues Theater. Ansang 8 Uhr. Der Dieb. Morgen und solgende Tage: !>er IHvlp. Freitag zum erstenmal: Ueber den Wasser».'_ Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Die Stimme der Unmündigen. Mittwoch: Vaier und Sohn. Donnerstag: Die Stimme der Un- mündigen. Freitag: Bater und Sohn. Sonnabend: Die Stimme der Un- mündigen.__ liiester des Westens. Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Operc'te in 3 Akten v. Franz Lehär. Täglich 8 Uhr: Httsarenfieber. Zentral-Theater. Heute und solgende Tage Orpheus in der Unterwelt. Sonnlag nachmiltag: Geisha. 8Uhr HgCI Direktion: Richard Alexander. DienStag, den 3. September: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Akten von Maurice Hennegnin und Pierre Beber. Luisen-Theater Reicheubcrgcrstr. 34. Gebildete Menschen. Mittwoch: Turandot. Donnerstag: Turandot. Freitag zum erstenmal: Die beiden Reichemnüller. Sonnabend: Gebildete Menschen. -Sonntag nachm.: Das Rälsel seiner Ehe. Abends: Gebildete Menschen. Montag: Turandot�_ Melropol Thealer Anfang 8 Uhr. Großo Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaonder. Dirigent Max Eoth. In Szene gesetzt von Direktor Kichard Schultz. Eaucheu überall gestattet ScMller-Tlieater. Schillor-Thealcr 0.(Wallncr-Thcaler). DienStag, abends 8 Uhr: iHoniia Vanna. Schauspiel in 3 Auszügen von Maurice Maeterlinck. Deutsch von F. v. Oppcl-Bronikowski. Mittwoch, abends 8 Uhr: Donna Vanna. Donnerstag, abendS8Uhr: Doi- Herr Senator. Schiller-Theater Charloltenburg. DienStag, abends 8 Uhr: Der Hen- Senator. Lustspiel in 3 Auszügen von Franz v. Schönthan u. Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Hin ITallltiseinent. Donnerstag, abendS8Ubr: fiiötz vom itcrllchingew. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Im Laide ösr ittertiaehtssoniie. Jnvalidenstr. 57—62; Sternwarte. Täglich geöffnet von 7'/,— ll U. abds. I Täxtich ad imcktn. 4 Uhr:§ Großes Militär- Doppel-Konzert.« Eintritt 1 Mk., von abends O 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter? 10 Jahren die Hälfte. J Silvester Schäffer, der berühmte Univcrsalkünstler. Ton! V/llson u. bllö llelelse, Bar-Akt. ponscherr>5 Drahtscil-Akt. Gesekwlster A moros, Egnilib» istische Neuheit. Ines et Tuki, Musikaltschc Cxcentrics u. a. m. iGebr. Herrnfeid-I Theater. 57 Kommandantenstraffc Nr. 57.! Ansang 8 Uhr. Blllettvcrvertaus 11—2 Uhr. Taglich: Die XovitUt jSadameWig-'Wag Operetten-BurleSke von Anton u. Donat Herrnseld. Musik v. L. Jtal. Dazu die Separee-Affäre Sslehe das Kachtieben! mit den Autoren Anton u. Donat Herrnseld in den Hauptrollen. „Das Liod der Liebe" und das ..Anekdoten- Couplet" aus der Operetten- Burleske»Mad. Wig- Wag- sind im Theater sowie in allen Musikalienhandlg. zu haben. Anne Dnnerev, Pariser Läng. The 8 English(»IrlN, Gesangs- und Tanztruppo. Die 4 ttnrowsky», Akiobaten, „Die Bauernjungon im Walde". De Ito.v Talma n. Bosco, Zauberkünstler. Agoust, komischer Jongleur. CJeorge B. Ueno Company, amerikanische Exzeutriks. Annie Dirkens. Olga PreoI)ra.|cnsky, Prima Ballerina, u. M. Legat, Solotänzer v. d. kais, Hofoper in Petersburg. Papinta, amerikan. Phantasie» und Spiegeltänzerin. Kellino Truppe, ,In Venedig'. The Hartleys, Springer. Dar Biograph. WcinbergSwcg 19/20, NoientH.Tor. B Neue Spezialitäten. Heben eine» Automobils mit den Ziilmcn. Ans.: Konzert 5; Vorstellung 7 Uhr. Bei ungünstigem Wetter Vorstellung lm Theater 8 Ubr Trianon-Thealer. Fräulein Josette- meine Frau. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmst. Ghauffccftv. 30/31. Eröffnungs-Vorstellnng Freitag, 6, September, abends 8 Uhr: „Die flilbelungen." Von Fr. Hebbel. I. Abend:„Der gedornte Siegsried." „Siegsrieds Tod." s eSZSggö'IliöSlA. Lons Asnssn. 14 erstklassige Nummern. tJfieakzmdaSpza Köpcilickerstrnffc CS. Anfang 8 Uhr. Der Akticnbudiker. Bilder aus dem Volksleben m. Gesang von D. K a l i s ch. (Josesine Dora, Heinz Gordon, Marie Grimm-Einödshofcr.)_ »WM IM Gr. Franksurl eritr. 132. Im Garten. Ans. 4'/, Uhr: Das. glänzende September- Programm Sperrsitz 50 Ps. Enlrce 30 Pf. Im Theater abends 8'/, Uhr: Der große Unbekannte. Sommerpreise. W.KoaGksHteater »trektton: Rod. Olli. Brnnnenstr. 16. Der Millionär u. s. Schwiegersohn. Schauspiel in 5 Akten. Ansang C Uhr. Kaffeetüche 3 Uhr. Bei schlechtem Wetter: Vorst, lrn 5aal. Montag, 9. September: Schlug der Sommcrsaison. Sonnabend, 14. Sept.: Beginn der Wintersaison. Palast-Theater. * Burgstrafte 24. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Aas glänzende Prograinni. Attr aktionen I Ranges. Unter anderm: ler. Das Tollste vom Tollen. UM« 5 Marlies erstklassige Akrobaten. The Newports Erzentriks und 8 ersiklassige Nummern. Borverlaus von 11—1 Uhr. Frödels Allerlei-Theater Schönh. Allee 148, Kastan.-Allee 97/99. Aeltestes Volkstheater Berlins. Ob schön I Der Ob Regen! glänzende Scniptembcr° Spielplan mit Barl Braun. Deslions, Llttlo Smith. Franconi usw. 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Kaden in nllun kenntlich gernachten Verk&ufastAl'en. Alleinvertrieb f. Berlin Gustav Haase, Neue Königstraßo 86. Zichunfl t7.— 20. Septembor Siebennebirgs- ■ Lotterie! j Insgesamt IS1S6 Geldgewinne— 1 430000 naniitecninue Mk.: ■50000 30000 t gan:os Los 4 M 1 haltes Loa 2 A Porto u.Liste SO e). extra. Lud.MülSer&Go. Berlin C., Breites tr. 5 Telegr.-Adr,. Bliidumlillw mt Orts- Kraukenkasse der Schneider, Schneiderinnen «nd verwandter Gewerbe zu Berlin. Die 6. Abänderung zum revidierten Statut ist unter dem 10. August 1907 vom Bezirksausschusi solgeiidcrinnßen genehmigt: Artikel 1. § 14, Nachtrag vom 16. Oktober 1906 erhält den weiteren Zusatz: Der Vorstand ist berechtigt. Zu. schüsse für die Anschaffüllg oon Zahn- ersaß, Stützapparaten, orthopädischen Korsetts und dcrgl. zu gewähren, weun diese ärztlicherseits zur Wieder- Herstellung und Erhaltnug der Arbeits- sähigkeit für dringend erforderlich er- achtet werden. Im§ 36 Absatz 3, letzter Satz ist hinter„Den" das Wort„freiivllltgen" cingesügt. Im§ 41 ersten Absatz ist statt 50 Ps.„0,75 Mark" zu setzen. Im§ 41 zweiter Absatz ist statt 2 M.„3 Mark" zu setzen. ß 43 letzter Satz erhält die Fasfniig: Stlinmeiigleichheit gilt als ab- gelehnt. ß 49 Absatz t ist der erste Satz bis „gewählt werden" zu strcichcv und erhält folgenden� Ansang bezw. sol- geude Ergänzung: Die Generalversammlung besteht aus Vertretern der Kasseiimltgliöder und ZIrbcitgcbcr, welche in geheimer Wahl gewählt werden. Die gcivähltcn Vertreter bleiben solange im Amte, bis ihre Nachfolger in Tätiglclt treten. Nach Ablauf des Geschäftsjahres 1907 scheidet ein Drittel der Vertreter. nach Ablauf des Geschästsjahles lOolf cm wciicrcS Drittel und zwarste ein Drittel der Kaffciimitglieder und ein Drittel der Arbeitgeber aus, zunächst diejenigen, die im Lause dcS Jahres die Wählbarkeit verloren haben. Unter den alsdann verbleibenden Vertretern werden soviel zur Auslosung gebracht, als zur Ergänzung des neu zu wählenden Eintrittels erforderlich stuL. In der weiteren Jahresreiheiisolge komme» die Dienstältesten zur Ans- schcidiing bezw. zur Ergänzung. Die ErgänzungSwaylcn finden all- jährlich im November statt und sind die Ausscheidenden wieder wählbar. Jnl übrigen bleibt die Fassung be- stehen. Jni§ 57 ersten Absatz sind hinter .wahrgenommen� die Worte gestrichen welcher vom Vorstände unter Vor- behalt einer drcinionatlichen Kündi- gung angestellt wird und nicht Ml». glied der Kasse zu sein braucht". Artikel II. Vorstehende Aenderung tritt mit dem Tage ihrer statutemiläßigen Bc- kaimtmachimg in Kraft. Berlin, den 2. September 1907. Der Borstaud. 276/9 Gustav klathow. Vorsitzender. Paul Göritz, Schrisisührer. c*a Pfoniun Kranrh.haIb.biS9M.bill.z. ffoTlstlJlllU verk.Gerichtstr. 32, Dittrich. Dentscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. RSittwoch, den 4» SeirtembeE*» abends SV» ühns VertrauEnsmsnner-�srZsmmwngsn der Bezirke und Branehen. Tages-Ordnung: 1. Derilht der Obleute. 2. Stricht der NertrallellSlniinner. 3. Nerbandslüigelegenheiteu. 4. Mcrkßlltt- llllgelegenheiteu. 6. Uerschiedettes. Die in den Vororten arbeitende» Mitglieder der Aahrstelle Berlin werden ersticht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner-Ver,a>nmlu«ge» ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt aus am nächsten einberufene Bezirksvertvaucnsmänner-Versammlnng. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Die Versammlungslokale sind folgende: Tischler. SOfI- Westen: bei»adv!, Bergmmiilstr. S— 7. Lülien: � GUcsing, Wasfertorstr. 68. Zu dieser Versammlung sind folgende Werkstätten eingeladen: StrlUke. Köpcnickcrftr. 56; Düsienbach u. Äroo, Admiralstr. 18; Jhrke, Kottbuserstr. 4; Sulie, Ttetnrrt u. Grosimann, Britzerstr. 7;.«lein, Dresdencrstr. 2; Strausi � Co., Diesfenbachftr. 33; Bunge, Fürsten« strasze 5,- Zieger, Schönlcinstr. 15; Seeger, Schönleinstr. 23. Citkinotan I(zwischen Adalbert- und Mantenffelstrahe) aUUllslvll I bei Mantenffelstr. 05. Cliilncfan IS(zwischen Mautcuffelstraste nnd GiirliNer Ufer) SUllvdtvll II bei Alntis, Mantenffelstr. gZ. Notan I(zwischen Zentrum und Fruchtstratze) bei �Valtvr, vdlvll I Andreas str. flu ncfan II(zwischen Frnchtstrafte nnd Friedrichsverg) bei QttSa, (JMclI II Memelerstr. 67. Oeslliclie Sororle: M ,vy.Ä, ärtÄ'1'*"""' Nordosten; bcl Bacher, Wcbersh. 17. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt Wedding und Moabit: w Fabr«w, Ravensstr. e. Bautischler. SSden, Wesleo, Südosten, Bsz.i; OStSn, Bez. 2 I bei Zictz, Warschancrstr. 61. Norden, Bez. 3: Lei«»rl»aide, Kopenhagencrstr. 74. Wedding u. Moabit, Bez. 4.' seiFoi'tanlvr,Tcgelerstr.s6. Polierer. Osten: bei unob�-aia, Grobe Frankfnrterstr. 133. Südosten und Osten: im„Märnsche« H-f-, 18°. Norden: � Maaß, Brunnenstr. 98. UV In diesen 3 Versammlungen ist der 1. Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme zur zweunaligen Vermittelung aus dem Paritätischen Llrbeitsiiachweise.(Die Bcschlubsassung darüber soll in der nächsten Branchen« Versammlung erfolgen.) Drechsler u.Treppetu seländersBranche. NOI'den: bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Osten: bei sobnelcler, Friedenstr. 67. Südosten u. Südwesten: bei stramm, 9«««�. na. Musikinstrumentens Arbeiter abends 8 Uhr im C!erverb»clial't«I»an»e, Engel-Ufer 13, Saal 3. Tages-Ordnung: 1. Die diesjährige Herbstsaison in unseren: Berufe und wie nutzen wir dieselSe aus? 2. Bericht der Kommission. 3. Brnnchenangelegenheitea und Verschiedenes. Kistenmacher bei Bandacb, Vreölauerstr. 38. Die Vertrauensmänner werden daraitf aufmerksam gemacht, daß noch ein größerer Posten Jahresberichte im Bureau vorhanden ist. Dieselben könne» unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches und der Vertrauensmäimerkarte in der Zeit von 5 bis 7 Uhr täglich im Bureau abgeholt werden. Die Ortsvertvaltung. Stockarbeiter bei Iicbmnnn, Nene Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Bilderrahmens macher SV Statt der BertraiienSmänner-Bersammlung findet eine W V�aneken-Versammlung s im Gewerlschaftöhause, Engel-Ufer 13 statt. > Jeder Kollege muh sein Mitgliedsbuch mitbringen. Einsetzer _ im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer IS. By Die Vertrauensleute der Firma Ernst Mittag werdm ersucht, mit den WerlstattvertrauenSIeuten an der Versammlung teilzu- nehmen, ebenso der Kolleg« K o k o w S k i von der Firma, Vertreter Berendt. Kammacher bei Walter, Adalbertftr. 63. jgy Sitzung der Kommission mit VertrvuenSmSnner».-Mg perlrnuttarheiter bei Hoffmann, Oppelnerstr. 47. Diese Versamntlnng beginnt um 6 Uhr. Korbmacher bei Hoffimann, Koppenstr. 47. Bürstenmacher bei Schabort, Naunynstr. 14. Modell- und Fabriko Tischler bei Botbes, Hussitenstr. 40. Vergolder in Dletricbs Festsällen, Dresdenerftr. 116 ijy Jede Werkstatt und die Branchenkomunssion muß berketen fein. Stellmacher Sei LVobirabrt, RosentHakerstr. S7. Bodenieger u.Bobner im Gewerrschaftshanse, Enget-Ufer IS. ISA» Die Kollegen der Firmen Damke und Kirchstrin sind hierzu besonders eingeladen. Die Vertrauensleute werden ersucht, die Sammellisten für den Kollegen Kurth abzurechnen. 93/12 JalousiesArbeiter bei Büblc, Mariannenftr. 41. Maschinenarbeiter Die BertrauenSmänner-Bersammtung fällt aus. Dasür finden am Mittwoch, abends nm 6'/, Uhr(gleich nach Feierabend) 6 Bezirksversammtungeu statt, wozu die Werkstätten durch Bries eingeladen werden. fäU J| Lssig- W Lsssnz gibt feinsten u. milden keimfreie» Spoise- u. Sinmachc-Sssig Bon ärztlichen Autoritäten als gesündester Esiig anerkannt. Ortgtnnlstaschen 1 M.,>/, Fl.SS Ps. Ueberau in den Drogerien ic. Geschäften erhältlich, wo nicht direkter Versand von der Fabrik Ottoköiehei.Us�Kr": Uy Nur echtu.reni i: bei unverletzt. Kapiel- I I Verschluß mit Marke»>"1 srz". Bon der Reise zurück 69/18 Frauenarzt Ur. TaeUdlOr. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. Beksumtmaclmiig. Hierdurch geben wir bekannt, daß die Erlrabeltväge laut Beschluh der Versammlung vom 1. September vom 31. Slüguft 1907 ab nicht mehr gezahlt werden. Die Extrabeiträge sind zu zahlen gewesen vom 22. Mai bis 27. Juli, also sür 58 Tage pro Tag t.OO Mark, und vom 29. Juli bis 3l. August jür LOTwge pro Tag 0,55 Mark. Es treten somit am Montag, den 2. September 1907, sür nnS die nuSgeschriebenen Extrabeiträge pro Woche mit 0.60 Mark in Kraft, welche laut Bekanntmachung des„Grundstein" Nr. 28 bis 30. September zu zahlen sind. Ferner werden die Legiimmlionskarten von Montag, den 2. September 1907, ab an diejenigen Kollegen ver- abjotgt, weiche ihren Verpflichtungen nachgekomiiken sind. DaS gilt auch sür die Kollegen, welche den auswärtigen Zahlstellen angehören und hier im Lohngebiet Berlin geputzt oder Streikunterstützung bezagen haben. —————————— Bitte aus schneiden. 134/15 Die örtliche Verwaltung. I. a.: Ernst Schnizc. Dr. Simmel oMk Tilgt ich(aufler SonntagSH: Z»m Ontenberg". Absahrt 10 Uhr oormiitags. Fahrpreis hin und ziTiick 75 Pi. einsäh SOPs., Kinder 25 P.— ZVael»'Veigts Krampcnlmrg(Berlinor Algen). Absahrt 91/, Uhr vormittags und 2'/. U�r nachmittags. Fahrpreis hin und zurück vorm. 75 Pf., nachm. 50 Ps, ittuder 25 Pf. Ab Caf6 Alscu jede Fahrt'U Stunde später. Uecdcroi h. Knlint, Stralan-Berlln. Tel. Amt 7, 580 u. 13 469. Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr.�Äpru, 10—2, 3— 7. Sonntasri 10— 12, 3- Verantwortlichcr Redakteur: den Inseratenteil vcrantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag.'Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer L- Co.. Verlin LW, unstreitig � grösste Das Spezial Geschäft Deutschlands für Bettfedern ist die erste Beltfedern- Fabrik mit elektrischem Betriebe GibMv lA Berlin 8., Prinzenstr. 45 u. 46. Die Firma führt Vettfedern zu 0,55, 1,00, 1,25, 1,50, 1.75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 5 Mk. per Pfund. £ nur 4� Daunen zu 2,85, 3,50, 4,50, 5,50, 6,50 bis 8 M!c. per Pfund. Fertige Betten, bestehend aus Oberbett, Unterbett, 2 Kissen zu 12, 15, 19, 22, 25. 28, 36. 43, 51, 60, 75, 90 bis 105 Mk. Bettinlette und andere BettartiKel. i Jesonöers empfehlenswerte ZettenMung: •cht chinesische(gesetzl. geschlitzt) Monopoldaunan Pfund Mk. 2.85. Der beste Beweis für die Güte meiner Bettfedern ist der — Umsatz im Jahre 1906:= 2389 Zentner Bettfedern wiederum ca. 200 Zentner mehr als im Jahre 1905. Kein zweites Bettfedern- Detail- GeacHäft Kann einen ancK nu.r annähernden Umsatz nacKweisen. •s », O tr o v n B a "9 *1 e> o U e 3 o « mit Ziigfodermatratze 106X»03'cm m. 33 mm starken Pfosten, oberen Mcs- singstaugen, Mcssing- glockcn, Mes- singkngcln n. Messing- verzlernngen über den FnO- rollen M. 30,50 zum Ausnabmepreis von M, Grosses Lagei» auch anderer Metalibetlstelleo, Malratzeu» Beü- uni Sleppdecken, Schlafdeehen. Ueslcliiigung ohne Kaufzwang gestaltet. Nr. 205. 24. Jahrgang. Z. KeW i>cs.Amiilts» Kcrlim WsM Nienstag. 3. September!907. Partei- Angelegenheiten. Achtung! Die Versammlungen in B e r l i n, in welchen Bericht über den Internationale» Kongreß zu Stuttgart erstattet wird, finden heute Dienstag, abends 8'/z Uhr statt. 1. Kreis: Dräsels Festsäle, Neue Friedrichstr. 35, 2.. Bockbraucrei, Tempclhofer Berg(großer Saal), 3., Ritter-Säle, Ritterstr. 75, 4.„ Kellers Festsäle, Koppenstr. 29, 5.„ Zlltes Schützenhaus, Linienstr. 5, 6.„ Gerinauia-Säle, Chausseestr. 103. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vorstände der Wahlvereine. Rixdorf. Am heutigen Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Lokale von Hoppe, Hermannstratze 46, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht vom internationalen Kongreß in Stuttgart und Bericht von der Kreisgeneralversammlung. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht der Partei- genossen, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Wilmerdorf. Heute Dienstag, abends S'/a Uhr. findet im „Luisenpark", Wilhelmsaue 112. die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vortrag des Ge- nossen Heinrich Schulz sLehrer an der Parteischule) über:„Die Aufgaben des Essener Parteitages". 2. Diskussion. 3. Bericht der Kreisgeneralversammlung. 4. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Es wird dringend gebeten, vollzählig und pünkt- lich zu erscheinen. Auch NichtMitglieder und Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Treptow-Baumschulcnweg Heute abend 8'/z Uhr findet im Lokale des Herrn Wernike(gut Remibahn) am Bahnhof Treptow eine außer- ordentliche Mitgliederversamnilung statt. Tagesordnung: Bericht- erstattung vom internationalen Sozialistenkongreß. Referent: Genosse Pagels. Diskussion. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir pünktliches Erscheinen aller Genossen. Gäste sowie Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Maricndorf. Heute abend 8 Uhr findet bei Pirschke, dhauflee siraße 82, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Adolf Stern über„Die wahre Gestalt des Christentums" referieren wird. Es werden die Einwohner Mariendorfs ersucht, in dieser Ver- sammlung zu erscheinen. Wildau-Hoher-Lehme. Den Parteigenossen obiger Orte zur Kenntnis, daß am Mittwoch, den 4. d. M.. abends 8 Uhr. in den bekannten Lokalen der Zohlabend stattfindet. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersuchen Die Bezirksführer. Nieder-Schöahauseu. Heute Dienstag, den 3. September, abends 8'/, Uhr, findet in SettekornS«Waldschlößchen", Lindenstr. 1, eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Freiwaldt erstattet den Be- richt vom mternattonaleu Kongreß in Stuttgart. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Pankow. Heute Dienstag, abends ll$ Uhr, findet bei Grotzkurt, Berlinerstr. 27, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Sozialisten- kongreß. Referent: Genosse Taubmann. 2. Diskussion. 3. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet rege» Besuch Der Vorstand. Berliner JVadmebten* Bon der„Zuverlässigkeit" der Gemeindewählerliste. Die Vorbereitungen zu den diesjährigen Stadt verordnetenwahlen in Berlin kommen allmählich in Gang. In der zweiten Hälfte des Juli war die Wähler liste öffentlich ausgelegt worden, damit sie von den Wahl berechtigten geprüft und nötigenfalls berichtigt werden könne. Mit den Berichtigungsanträgen, die auf Grund jener Prüfung eingegangen sind, wird die Stadtverordneten Versammlung am Tonnerstag in ihrer ersten Sitzung nach den Ferien sich zu beschäftigen haben. Sie wird vermutlich diese ihr vom Magistrat vorgelegten Anträge zunächst dem Wahlprüfungsausschuß überweisen. Die Zahl der Wahlberechtigten, die diesmal vorsichtig genug waren, sich beizeiten um die Wählerliste zu kümmern, ist über alles Erwarten groß. Nicht weniger als 56 674 Personen haben in diesem Jahre 1907 die Mahnung: „Prüfet die Wählerliste!" beherzigt, während z. B. vor den Stadtverordnetenwahlen von 1965 nur 21 314 Personen die Wahrung ihres Wahlrechtes für nötig gehalten hatten. Da ist dann auch die Zahl der Anträge auf Berichtigung der Liste ganz außerordentlich gestiegen. Vor zwei Jahren waren nur 318 Bcrichtiguugsanträge eingegangen, diesmal aber haben 1963 Personen Berichtigung der Liste beantragt. Diese 1963 Personen werden in der Auf- stellung, die der Magistrat den Stadtverordneten vorlegt, in drei Gruppen geteilt: 876 Personen, die sich vergeblich in der Liste gesucht haben, fordern nachträgliche Aufnahme; 122 fordern Ausmerzung der Irrtümer, die die Liste in Bcrufsangabe, Namcnschreibung usw. aufweist; 65 fordern Uebertragung nach ihrer jetzigen Wohnung bezw. in die ihnen zustehende Wählerabteilung.(Die„Volkszeitung" nennt für die drei Gruppen die Zahlen 876 und 998 und 1963 und bekommt dann die Sunime 2937 heraus; �die Zahlen sind falsch.) Der Magistrat hat in seiner Vorlage sich sogleich darüber geäußert, ob er den Berichtigungsantrag für begründet hält oder nicht. Zu den U m t r a g u n g e n verweist er auf ein QrtSstatut von 1854, nach dem die Wähler mit der- jenigcn Wohnung in die Liste einzutragen seien, die sie nach dem Osterumzug inne hatten. Tiesös alte Statut war in Vergessenheit geraten, bis es vor zwei' Jahren aus dem Staub der Akten wieder ausgegraben wurde. Bei der . Häufigkeit des Wohnungswechsels, wie sie in dem heutigen Berlin besonders für die Arbeiterbevölkerung unvermeidlich ist. muß jene Bestimmung des Statuts, die nun wieder streng beachtet werden soll, als Schikane wirken. Doch was bei Wahlen der Arbeiterklasse schadet, nützt dem liberalen Bürgertum. Lehrreich ist die lange Reihe der Irrtümer in der Berufsangabe, der Namen schr ei bung usw. Für sie erkennt der Magistrat ohne weiteres an, daß den Berichtigungsanträgcn Folge gegeben werden muß. Da finden sich falsche Vornamen, z. B. Eduard statt Edmund, Gottlieb statt Adolf usw. Da sieht man Schreibfehler in den skamiliennamen. z. B. Knospe statt Knovke. Lirschberg statt Hirschfeld usw. Da stößt man auf irrige Berufs� angaben, z. B. Referendar statt Reisender, Schutzmann statt Schuhmacher usw. Am Wahltage dürfen Wähler, die mit so fehlerhaften Angaben in djer Liste stehen, ziemlich sicher darauf rechnen, daß sie zurückgewiesen werden und ihr Wahl recht einbüßen. Dem, der sich nicht beizeiten um die Liste gekümmert hat, um sein Wahlrecht zu wahren, hilft dann kein Lamentieren mehr. Wer allerdings einem Mitglieds des Wahlvorstandes persönlich bekannt ist, kann noch'ma! so durchschlüpfen. Aber die Wahlvorstände bestehen in der Regel nur aus Freisinnigen, und denen sind sozialdemo kratische Arbeiter gewöhnlich nicht„persönlich bekannt Die Anträge auf nachträgliche Aufnahme sind von besonderem Interesse, wegen der Gründe nämlich die der Magistrat für die Nichtaufnahme angibt. Da sind z. B. 288 Personen, die er als Steuerrestantcn bezeichnet, 39 Personen, die nicht die Staatsangehörigkeit in Preußen haben sollen, 9 Personen, die als Ausländer gemeldet sein sollen. Da sind ferner 37, die im Wahlbureau als Schlaf burschen notiert waren, und 293 andere, die bei der Polizei als Schlafburschen gemeldet waren. Alle diese„Schlaf burschen" sind gleichfalls nicht in die Wählerliste aufge nommen worden— ein Verfahren, das leider als„Recht" gilt und den Beifall des Freisinns hat. Wir zweifeln übrigens nicht, daß unter diesen 249„Schlafburschen" viele sind, die nicht mal in die Rubrik gehören, sondern selb ständig über den von ihnen gemieteten Raum verfügen dürfen. Aber sie sind Arbeiter, darum galten sie ihrer Wirtin nicht als„Chambregarnisten", sondern schlechtweg als„Schlafburschen" und wurden so gemeldet. Aus der Reihe der vielen, die außerdem noch aus allen möglichen und un möglichen Gründen nicht aufgenommen worden waren, seien hier nur noch die 49 Personen erwähnt, die um'ihr Wahl recht kamen, weil sie im letzten Jahr aus öffentlichen Mitteln unterstützt worden waren. Unter ihnen sind 34, die für sich oder ihre Angehörigen lediglich Verpflegung in Krankenhäusern erhalten und die Kosten nicht rechtzeitig bezahlt hatten. Auch das kostet im Klassenstaat das Wahlrecht! Nur für 73 Antragsteller gibt der Magistrat ohne weiteres zu, daß sie„versehentlich nicht aufge- nommen" worden sind. Tie Ermittelungen, die der Ausschuß noch anstellen wird, werden vermutlich wieder er geben, daß noch sehr viel mehr Personen ein Recht auf Aus nähme haben. Vor zwei Jahren zeigte sich, daß die Aw gaben des Magistrats, mit denen die Nichtaufnahme be- gründet werden sollte, in sehr vielen Fällen durchaus irrig waren. Wissen möchten wir, welche Unmenge von„Ver> sehen" in den Listen ermittelt �würden, wenn einmal sämi liche Wähler es als ihre Pflicht ansähen, durch Prüfung der Liste sich rechtzeitig ihr Wahlrecht zu wahren. Schuljugend und Kinematographen. Ueber dieses Thema hat sich in der letzten Versammlung des Berliner Lehrcrvereins der Lehrer Herr Drange eingehend verbreitet. Wir haben bereits die in der Versammlung an genommene Resolution in unserer Sonntagsnummer mitgeteilt, möchten aber heute bei der Wichtigkeit der Frage die sachlichen Darlegungen des Referenten wiedergeben. Der Vortragende gab zunächst ein Bild der raschen Eni Wickelung des Kinematographengewerbes und der in Frage kommenden Industrien. Die jährliche Filmproduktion beträgt 40 Millionen Frank; eine Pariser Firma dieser Branche produziert täglich. 65Kilometer kinematographischer Films. Der Vortragende verbreitete sich dann über Theaterräume, Publikum und Darstellungen. Zahlenmäßig wurde nachgewiesen, daß der Besuch dieser Theater durch die Schuljugend ein bedauerlich starker ist; zahlreiche Kinder sind bis 11 Uhr anwesend. Die meist rauchgeschwängerte Atmosphäre ist nun aber durchaus geeignet, Kinder gesundheitlich zu schädigen; auch drohen der Jugend, wie die Praxis gezeigt hat. im Kinemathographen-Thcater sittliche Gefahren. Leider sind die gesonderten Kinder-Vor stellungen fast ganz von der Bildfläche verschwunden; es ist anscheinend lukrativer, die Jugend als Füllmaterial für den Abend mitzubenutzen. An der Hand seiner, durch Obscrvierung zahlreicher Theater, sowie durch Studium der einschlägigen Literatur gewonnenen Erfahrung konnte der Vortragende zeigen, daß der Inhalt der meisten Darstellungen in Räuber- romanen, Blut- und Greuelszenen und allerlei Sensationen besteht. Die Verknüpfung der dargestellten Vorgänge bildet oft geradezu einen Hohn auf Logik und Vernunft. Darum charakte- risiert sich der Schwerpunkt der Frage als eine Schädigung des Denkvermögens durch Trübung des Wirk- lichkeitssinnes, was durch Psycho-Physiologischen Nach- weis erhärtet wurde. Die Folgen zeigen sich bei Kindern in Träumereien und Zerstreutheit im Unterricht. Vom Standpunkt der Gesellschaftswissenschaften betrachtet, stellt sich die Frage als wirtschaftliche und Bildungsfrage dar. Da der Theaterbesitzer naturgemäß vom Geschmack seines Publikums abhängig ist, so bedeutet die Massenfrcquenz dieser Geschäfte ein gut Stück Bildungsstatistik mit recht traurigem Resultat, das bei dem Stande der prcußischenVolksschulcn freilich begreiflich erscheint. Die Behörden rufen nun Schule und Lehrer gegen das Kinematographen- Theater auf den Plan; doch dürfte es damit nicht getan sein. Jedenfalls hat der Kampf der Schule gegen Lektüre von der Kapazität der Indianer- schmöker bisher blutwenig Erfolg zu verzeichnen und darum empfiehlt es sich, Kindern den Besuch der allgemeinen Abend- Vorstellungen polizeilich zu verbieten. Es wird das denselben Erfolg haben, den man beispielsweise von einer ähnlichen Maßregel auf dem Gebiete der gewerblichen Kinderarbeit er- wartet. Restlos ist die Frage natürlich nur durch Schaffung sozialer Verhältnisse zu lösen, so daß auch dem Publikum der Kinos der öftere Besuch unserer Theater eine wirtschaftliche Möglichkeit wird, sowie durch eine Erhöhung der Volksbildung, die auch die breitesten Volksschichten befähigen könnte, zu ent- scheiden, was wert ist, geistig genossen zu werden. Die einwandfreien Darstellungen aus den Gebieten der Länder- und Völkerkunde, aus Handel, Industrie, Natur lind Märchenwelt beweisen, daß der Kinematograph berufen ist, auf dem Gebiete der Bildung geradezu Hervorragendes zu leisten. Es wird an den Filmfabrikanten und Theaterbesitzern sein, einwandfreie Kindervorstellungen zu veranstalten und so den„Schädigungen ihres Gewerbes" zu begegnen. Die Prospekte der Fiimfirmen zeigen, daß das schon heute ganz gut möglich ist. Wie wär's, wenn die städtische Schul- deputation niit der Errichtung einiger Musterinstitute dieser gäbe? Irt ein gutes Beispiel Zur Frage des SechSuhr-LukenschlusseS, der auf de» Berliner Ringbahn- und Vorortstationen mit dem gestrigen Tage in Kraft getreten ist, teilt die königl. Eisenbahndirektion Berlin mit, daß zwischen ihr und der Berliner Handelskammer, sowie den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin eine� Verständigung herbeigeführt worden ist, nach welcher die Durchführung des SechSuhr-LukenschluffeS auf den vier Ringbahnhöfen: Char- lottenburg, Güterbahnhof, Moabit, Weißensee und R i x d o r f bis zum Abschlnffe weiterer Erhebungen vorläufig noch ausgesetzt werden soll. Es muß sonderbar berühren, daß die Eisenbahnverwaltung erst Verfügungen trifft, die sie kaum nach Erlaß wieder aufhebt, denn einer Aufhebung kommt die„vorläufige Aussetzung" der Verordnung gleich. Wenn die Verwaltung eine Verständigung mit der Berliner Handelskammer und den Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft für nötig hielt, so hätte dieS vor Erlaß der bezüglichen Verordnung geschehen müssen. DaS Verhalten der Eisenbahnbehörde macht schon seit langem den Eindruck eines fortwährenden unsicheren Hin- und Hertastens. Ueber die Ordnung iu den Büchern der Stadtsynodc gehen uns fortgesetzt Klagen zu; einige haben wir veröffentlicht. Sie gehen dahin, daß zahlreiche Personen in den Kirchenlisten ge- führt werden, die längst der Kirche Valet gesagt und gericht- lich ihren Austritt erklärt haben. Diese Personen, die fälsch- lich in den Kirchenlisten geführt werden, find von der Stadt- synode zur Kirchensteuer veranlagt worden, wodurch den zu Unrecht Veranlagten viele Schreibereien und Scherereien ent- stehen. In welcher Weise solche Reklamationen von der Stadt- synode erledigt werden, möge die Veröffentlichung folgender Zuschrift charakterisieren. Ein Parteigenosse schreibt uns: „Am 30. Januar d. I. erhielt ich die Aufforderung, die Kirchensteuer von 3,26 M. einzuzahlen, zugleich mit dem Himveis, daß auch im Falle des Einspruches die Summe binnen 4 Wochen entrichtet werden müßte. Ich erhob nun auch am 12. Februar gegen die Kirchensteuer Einspruch mit dem Bemerken, daß ich längst aus der Kirche ausgeschieden sei. Der Vorsicht halber aber, um allen Aergerniffen aus dem Wege zu gehen, zahlte ich am 26. Februar der Aufforderung entsprechend die verlangte Kirchen- steuer. Am 27. April erhielt ich von der Berliner Stadtshnode die Aufforderung, binnen 8 Tagen die Bescheinigung des Amts- gcrichts einzusenden, um den Nachweis zu liefern, daß ich in der gesetzlich vorgeschriebenen Form aus der Landeskirche auSge- schieden sei. Die Bescheinigung wurde nun sofort der Berliner Stadtsynodc zugesandt, verbunden mit dem Wunsche, selbige sofort nach Einsicht wieder zurückzusenden. Zu diesem Zwecke legte ich ein Kuvert mit Freimarke bei. Seitdem sind nun bereits 4 Monate verflossen, aber die Be- scheinigung des Amtsgerichts, also mein Eigentum, ist noch nicht zurückgesandt worden." Es ist doch unerhört, in welcher Weise die Stadtsynode mit dem Publikum verfährt. Erst bereitet sie dem zu Unrecht Veranlagten erhebliche Unzuträglichkeiten, droht mit Pfän- dung, und wenn dann urkundlich nachgewiesen wird, daß ihre Bücher in Unordnung sind, läßt sie die Leute monatelang auf Erledigung der Sache und Rückgabe der erhobenen Steuer warten. Die Herbstparade hat gestern unter dem üblichen Bumbum Trara und den nötigen Absperrungen stattgefunden. Dieser Um- stand veranlaßt einen Mitarbeiter der„B. Z. am Mittag" ein besonderes Loblied auf den„leutseligen" Kronprinzen anzustimmen und folgende Anekdote zu erzählen: „Als heute früh der Kronprinz an der Spitze seiner Kü- rassiere zur Parade ritt, sammelten sich bereits am Schloßplatz etwa siebzig Schulkinder um ihn, die ihn mit lauten Zurufen begrüßten. Der Kronprinz unterhielt sich, sichtlich belustigt. während seines ganzen Weges mit der lieben Jugend, reichte ab und zu einigen der Kinder die Hand und erkundigte sich nach ihren Fortschritten in der Schule. Die Leutseligkeit des Kaiser- sohncö ermutigte die kleinen Bcngels, ihm über die ganze Fricdrichstraße das Geleit zu geben. Bis zur Zimmerstratzc waren es mittlerweile ihrer sechshundert geworden, und der Lärm, den diese sechshundert Kehlen vollführten, war, wie man sich denken kann, kein geringer. An der Ecke der Taubenstraßc machte. der Kronprinz, plötzlich Halt, winkte den just vorbei- gehenden Hof-Lithographen Herrn Katzenstein, der ihm per- sönlich bekannt ist, heran und unterhielt sich mit ihm eine Weile. Seine treuen Begleiter, die Schulkinder, assistierten der Unter- redung mit einer solchen Aufmerksamkeit, als ob in ihnen allen künftige Reporter stecken würden." Diese einem Byzantiner alle Ehre machende Erzählung er- Innert an eine gleiche Anekdote, die über den«Alten Fritz" ver- breitet und den Schulkindern im Geschichtsunterricht cingebläut wird. Erinnern niöchten wir bei dieser Gelegenheit daran, daß der- elbe Kronprinz cS war, der als zwanzigjähriger junger Mann aus Anlaß der Kruppaffäre in einer Rede in Oels in Schlesien von„den Elenden" sprach, welcher Ausdruck sich nur auf die Sozial- demokraten beziehen konitte. � An Hurraschrciern hat cS gestern auch nicht gefehlt, den größten Teil stellten die Schulkinder. Wie uns berichtet wird, fallen sie ihre Sache gut gemacht haben. Das...Hurra" hat geklappt. Es ist das auch kein Wunder, wenn man hört, daß es Schulen gibt, die das „Hurra"schreicn vorher einüben. So wird uns mitgeteilt, daß in einer Klasse der Gemeindeschulc in der Dieffcnbachstraße die Schul- linder am Sonnabend aufgefordert wurden, am Montag die Parade zu besuchen. Es wurden den Kindern zwei Kaiserbildcr gezeigt und bemerkt, wenn der Kaiser, der so aussieht, wie er auf den Bildern gemalt ist, in Sicht kommt, sollen alle laut„Hurra" rufen. Zur Probe wurde gleich das.,Hurra"-Rufcn in der Klasse probiert. Wenn unsere Kinder tüchtige„Hurra"-Nufcr werden, geht Deutschland in der Welt voran. Zusammenstoß auf der Stadtbahn. Unweit des Schlesischen Bahnhofs, unmittelbar bei der Ueberführung an der Andreasstraße, erfolgte Sonntägnach- mittag zwischen einer rangierenden Lokomotive und einem Süd- ringzug ein Zusammenstoß, der leicht verhängnisvolle Folgen hätte nach sich ziehen können. Der Zug 1444 hatte den Schlesischen Bahnhof in der Richtung nach dem Bahnhof Jannowitz-Brücke ver- lassen. In der Nähe der Eisenbahnüberführung an der Andreas- straße wurde der Zug vom S t a d t b a h n g l e i s auf das Fern, gleis geleitet, das im selben Augenblick von einer Rangier- Maschine passiert wurde. Die Maschine fuhr von der Seite direkt in den Ringbahnzug, trotzdem der Lokomotivführer sofort bremste. Es erfolgte eine heftige Karambolage und ein starkes Knistern und Krachen ertönte. Ter Wagen 2. Klaffe Nr. 6363 wurde durch den Anprall zur Entgleisung gebracht. Zwei weitere Wagen(2. und 3. Klasse) lagen nach dem Zusammenstoß schräg. Die Maschine war auch entgleist; ihr Führer war im letzten Moment ab- gesprungen. Die Fahrgäste flüchteten aus den Abteilen. Glück. lichcrweise war aber niemand verletzt. Nur eine Frau Martha Müller begab sich zur Unfallstation VIII, weil sie Schmerzen im Kopf verspürte. Der Arzt stellte einen Nervenchoc feffe Der Zusammenstoß verursachte eine längere Verkehrs- st o ck u n g auf den beiden Mittelgleisen. Erst nach mehrstündiger Arbeit konnte die Lokomotive freigemacht werden. Die Aufrichtung des Personenwagens 2. Klasse Nr. 636B machte größere Schwierigkeiten. Am späten Abend war aber auch er wieder emporgehoben, so daß der regelmäßige Betrieb aufgenommen werden konnte. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, muß erst die amtliche Unter- suchung ergeben. Eine amtliche Meldung lautet:„Sonntagnachmittag 2 Uhr 6 Minuten war auf dem Bahnhof Alexanderplatz die Maschine des Stadtbahnzuges 1442 unfahrbar geworden, infolgedessen die Stadtbahnzüge nach Charlottenburg vom Schlesifchen Bahnhof ab das Ferngleis benutzen sollten. Beim Ueberkreuzen des Zuges 1444 vom Bahnsteig D nach dem Ferngleis fuhr eine in gleicher Richtung vom Fernbahnsteig her umsetzende Maschine dem Zuge in der Nähe der Unterführung der Andrcasstraße in die Flanke. Drei Wagen des Zuges und die leere Maschine entgleisten. Personen sind, soweit bekannt, nicht verletzt. Das Stadtgleis van Char- lottenburg und das Ferngleis nach Charlottenburg waren bis 7 Uhr 30 Minuten abends gesperrt. Stadtzüge verkehrten von Char- lottenburg auf dem Ferngleis, Fernzüge nach Charlottcnburg zum Teil auf dem Stadtgleise, zum Teil unter Umgehung der Unfall- stelle auf dem westlichen Ferngleise. Die Untersuchung wegen der Schuldfrage ist sofort eingeleitet.- An der Oberspree, gegenüber dem Plänterwald, hat der Magistrat 1901 vom Fiskus ein größeres Gelände für den Bau einer städtischen Gasanstalt erworben. Unmittelbar an dieses Ge- lände und anderem städtischen Grundbesitz angrenzend liegen noch 1b Hektar, die zur Wuhlheide gehören. Der Forstfiskus hat nun- mehr auch diesen Teil für 7% M. pro Geviertmeter, d. h. zum Preise von IM, Million Mark an den Magistrat verkauft. Der Baumbestand ist jedoch vom Verkauf ausgeschlossen und ver- bleibt dem Fiskus, der ihn wahrscheinlich abholzen oder verkaufen wird. Bon einem Ringbahnzug zermalmt. Auf der Nordbahn hat sich gestern vormittag um zehn Uhr ein schrecklicher Unglücksfall ereignet. Der 69 Jahre alte Bahnbeamte August Kaulfers aus der Völkerstr. 2 hatte vom Stettiner Bahnhof nach einem Stellwerk eine Bestellung ausrichten wollen. Als er auf dem Wege nach dem Stellwerk die Gleise überschritt, kam ihm ein Ringbahnzug ent- gegen. Er begab sich infolgedessen auf das Nebengleis, bemerkte jedoch nicht, daß auch auf diesem von hinten ein Zug nahte. Ehe der Lokomotivführer den Zug zum Stehen bringen konnte, war K. unter die Maschine geraten und die Hälfte des TrainS ging über ihn hinweg. Der Verunglückte wurde vollständig zermalmt unter den Rädern hervorgezogen. Der Tod war auf der Stelle eingetreten. Eine Reihe von schweren Strassenbahnunfällen werden vom Sonntag gemeldet. Gegen 6 Uhr nachmittags geriet der dreijährige Knabe Erich Tellmann, dessen Eltern in der Prinz Heinrichstraße in Pankow wohnen, an der Ecke der Berlinerstraße mit dem rechten Bein und dem rechten Arm unter den Schutzrahmen des Vorder- Perrons eines Wagens der Linie 49. Der Wagen mutzte von Straßenpassanten angehoben werden, der Kleine wurde mit schweren Verletzungen nach der Rettungswache gebracht. Hier wurde eine Zersplitterung des rechten Oberschenkelknochens und ein Jochbein. bruch festgestellt.— Der Füsilier Schlesier von der 8. Kompagnie des Garde Füsilierrcgimcnts versuchte am Sonntagabend gegen %9 Uhr kurz vor einem Wagen der Linie 25 vor der Kaserne in der Chausseestraße das Gleis zu überschreiten. Er wurde umge- stoßen und erlitt dabei schwere Kontusionen am Kopf. Der Ver- letzte wurde nach der Kaserne geschafft.— Gegen 12 Uhr mittags wollte ein in der Elasasserstraße 9 wohnender Herr Berthold Hansf den Fahrdamm vor dem Hause Neue Promenade ö überschreiten. Dabei wurde er von der Automobildroschke Nr. 3822 umgestoßen und fiel auf das Straßenbahngleis. Er geriet unter den Vorder- Perron eines Motorwagens der Linie 42 und kam vor den Schutz- rahmen zu liegen. H. erlitt einen Schlüsselbeinbruch, mehrere Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen. Der Verunglückte wurde nach dem Hedwigs-Krankenhause übergeführt.— Während der Fahrt auf einem Anhängewagen der Linie 81 fiel gegen 12 Uhr mittags ein in der Samariterstraße 5 wohnender Herr Wilhelm Wegener infolge Krämpfe vom Vorderperron. Er erlitt bei dem Sturz auf das Straßenpflqster eine schwere Wunde am Hinter- köpf und eine Gehirnerschütterung und mußte in besinnungslosem Zustande nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht werden. Ein tödlicher Straßenbahnunfall ereignete sich schließlich in verflossener Nacht in Alt-Moabit Ecke der Stromstraße. Gegen Mitternacht verließ die in der Stromstraße 36 wohnende Frau Pauline Burghardt einen offenen Anhängewagen der Linie V während der Fahrt. Die Unvorsichtige kam zu Fall und stürzte so unglücklich auf das Straßenpflaster, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Frau B. verstarb bald nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus an den Folgen der erlittenen Verletzung. Ein aufregender Unglücksfall, bei dem zwei Personen schwer oerletzt wurden, hat sich gestern während der Herbstparade in der Bcllc-Alliancestratze Lugetragen. Durch die vorüberziehende Militärmusik war ein Drofchkenpferd scheu geworden und durch- gegangen. Das Tier raste in wilder Karriere die Straße entlang und brachte die zahllosen Passanten in die größte Lebensgefahr. In der Droschke saß der Major von F. mit seinem 10jährigen Sohn. Der Knabe sprang während der Fahrt aus der Droschke heraus und kam so unglücklich zu Fall, daß die Räder deS Gefährtes ihm über die Brust und den Kopf hinweggingen. Schwerverletzt mußte er nach der Unfallstation I gebracht werden. Um weiteres Unheil zu verhüten, sprang der Schutzmann Janitz vom 72. Revier dem dahinjagenden Tiere in die Zügel. Der Beamte wurde eine Strecke mitgeschleift und geriet gleichfalls unter die Droschke. Auch er wurde in schwerverletztem Zustande nach der Unfallstation gebracht. Er hat anscheinend schwere innere Verletzungen erlitten und mußte dem Krankenhaus am Urban zugeführt werden. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am Sonnabendabend in der Reh'schen Fabrik in der Wriezenerstraße zugetragen. Dort be- finden sich einige mannesfiefe Bassins, die heißes Oelwasser ent- halten. Vor einiger Zeit stürzten in eines dieser Bassins zwei Männer, von denen der eine so furchtbare Brandwunden davontrug, daß er an den Folgen starb. Der andere mußte einige Zeit ickr Krankenhause zubringen. Am Sonnabendabend hat sich nun wieder ein schrecklicher Unfall auf dem erwähnten Grundstück zugetragen. Der Kutscher Hermann Latt, Auguste Victoria- Allee 113, hatte in dem Bassinraum seine Mütze hängen lassen. Als er sie später zurückholen wollte, stürzte er, da er mit den Ortsverhältnissen nicht vertraut war, in ein Bassin. Auf die Schmerzensschreie des Verunglückten eilten Arbeiter hinzu, die ihn aus der siedenden Flüssigkeit herausholten. Dem Aermsten waren am ganzen Körper schwere Brandwunden zugefügt worden. In bedenklichem Zustande wurde er in das LazaruS-KrankenhauS eingeliefert. Die Begnadigung deS Schuhmachers Voigt abgelehnt. Ein englisches WohltätigkcitSinstitut, Church Army in London, hatte für den wegen des Köpcnickcr Kassenraubes zu vier Jahren Gefängnis verurteilten Schuhmacher Voigt ein Begnadigungsgesuch eingereicht. In dem Schreiben, das an das Zivilkabinett des Kaisers gerichtet war, hatte der Generalsekretär des Instituts darauf hingewiesen, daß Voigt nach seiner Entlassung eine geeignete Arbeitsstätte er- halten würde. Das Gesuch wurde dem Justizministerium über- wiesen; dieses jedoch ließ dem Verein mitteilen, daß kein Anlaß vorliege» die Haftentlassung Voigts zu verfügen, bezw. seine Be- gnadigung zu befürworten. Wieder ein Attentat auf ein Kind. Sonntag abend wurde die vierjährige Tochter des Tischlermeisters Moritz von einem fremden Manne nach dem Neubau Pfalzburgerstaße 9 verschleppt. Der Mann war im Begriff, die Kleine zu mißbrauchen, als er von Vorübergehenden gestört wurde. Er rannte davon, wurde aber verfolgt und schließlich unter einem Bretterhaufen hervorgezogen und dingfest gemacht. An dem kleinen Mädchen fanden sich Blut- spuren. Bon dem Vorsitzenden der Vereinigung der freien Jugendorganisationen erhalten wir mit der Bitte um Veröffentlichung folgende Erklärung: Die bürgerliche Presse verbreitet eine irreführende Notiz, in der behauptet wird, Versammlungen des Berliner Vereins seien deshalb polizeilich aufgelöst worden,„weil die Redner Themata erörterten, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgingen". Es sei hiermit festgestellt, daß das noch von keiner in Frage kommenden maßgebenden Instanz bewiesen worden ist. Ferner wird behauptet, daß„in Berlin die Leitung der eigent- lichen Jugendorganisation in den Händen des durch seinen Anti- militarismuSprozeß bekannten Rechtsanwalts Dr. Karl Liebknecht liegt". Das ist eine niederträchtige Lüge, offenbar mit einer bösen Absicht aus den Fingern gesogen. Veranlaßt durch die gegenwärtig verbreiteten Gerüchte, die die freien Jugendorganisationen mit dem Internationalen Jugendkongreß in Verbindung bringen, erkläre ich hiermit, dah� die Vereinigung der freien Jugendorgani- sationen an dem Kongreß sich selbstverständlich nichtbeteiligthat. MaxPeters. Die Parteigenossen des 6. Wahlkreises(Gesundbrunnen) hielten am Sonntag in Weimanns Volksgarten ein Herbstfest ab, das sich eines guten Besuches erfreute. Das Komitee hatte nach Kräften für eine anregende Unterhaltung Sorge getragen. Bei dem nach allen Seiten offenen Lokal kamen aber die Vorträge leider nicht so zu Gehör, daß der größte Teil der Besucher alles hätte verstehen können. Am meisten erfreute Alt und Jung der hübsche Fackelzug, der nach Eintritt der Dunkelheit inszeniert wurde. Dabei sah nian erst— an der Länge des Zuges— wie reichlich die Arbeiter mit Kindern gesegnet sind. Bei dem Fest ist ein Stock und ein Schirm stehen geblieben. Dieselben können in der ,.Vorwärts"-Spedition, Stettinerstr. 10, abgeholt werden. Das Theater an der Spree hat am Sonnabend seine Pforten geöffnet. Es ist beheimatet in den Räumen des bisherigen Deutsch- Amerikanischen Theaters in der Köpenickerstraße, das früher, das Wolzogensche Ueberbrettl beherbergte. Der neue Direktor, Herr Philipp Spandow, scheint sich die Belebung der alten Berliner Posse zur Aufgabe gestellt zu haben, wenn man von dem Charakter der Eröffnungsvorstellung auf die Zukunft schließen darf. Es war eine sehr alte Reliquie, die als Eröffnungsstück gewählt war; bereits vor 50 Jahren ist„Der Aktienbudiker" von Kalisch im Königstädtischen Theater über die Bretter gegangen. Daß der Schwank auch heute noch Anklang fand, ist im wesentlichen der guten Darstellung zu danken. Herr Heinz Gordon als Aktien- budiker Knetschke im Verein mit Frau Dora als Köchin Liideritz und Frau Grimm-Einödshofer als liebetolle alte Jungfer bildeten ein Trio, das allein hingereicht hätte, den Erfolg des Abends herbei- zuführen. Ob Herr Spandow mit seinem Bestreben, die alte Berliner Posse wieder zu Ehren zu bringen, Glück hat, muß der Zukunft vorbehalten bleiben. Sportpark Spandan. Der„Goldene Humpen", ein Dauerrennen über 1 Stunde, vereinigte 6 Steher am Start und wurde nach langem Kampf zwischen B e d e l l und B r u n i von dem Amerikaner gewonnen. Bedell legte 84,750 Kilometer zurück, Bruni 84,030 Kilometer.— Nachdem Bedell sich im Laufe des Rennens bis auf den zweiten Platz vorgearbeitet hatte, griff er den führenden Bruni an. Rundenlang währte der Kampf, bis end- lich in der 50. Minute Bedell die Oberhand behielt; der Italiener fiel von seiner Führung ab, kam dann aber wieder schön in Schwung und rückte in bedrohlicher Weise seinem Gegner nahe. Schon hatte er ihn erreicht, als er mit seiner Kraft zu Ende war und er Wi Runden zurück als zweiter landete. A. Hubcr wurde mit 3 Runden zurück dritter. Nachdem er im Anfang schön gefahren, mußte er zweimal seine Motoren wechseln und kam hierdurch weit zurück. Die übrigen Teilnehmer: Gombault, Dussot und Butler spielten keine besondere Nolle; der letztere wurde zum Schluß ganz von seiner Führung verlassen und fuhr allein.— Im Preis von Hakenfelde über 10 Kilometer mit der gleichen Besetzung siegte Huber vor Bruni und Bedell. Die anderen weit zurück.— Die Fliegerrennen verliefen sehr interessant. Ten Sedan- Preis errang E l l e g a a r d vor Bader, Kurz- meier und Arend.— Im Handicap kamen im Endlauf mehrere Fahrer zu Fall, unter anderem Ellegaard, so daß Schwarzkopf (55 Meter Vorgabe) vor Kclm(5tf) und Ganzevoort I(20) den Sieg davontrug. Das Prämienfahren gewann Bader vor Tetzlaff, Welz und Tschirpe.— Prämien erhielten: Rudel 4, Stechum 3, Bader, Ganzevoort l.'Gericke je 2, Ganzevoort II, Welz, Kclm, Tetzlaff und Keil je 1. Orgelkonzert. Mittwoch, den 4. September, abends 7% Uhr, veranstaltet der kgl. Musikdirektor Berich. Jrrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelkonzert unter Mit- Wirkung von Frau Emmy Collin-Habcrlandt(Sopran), Herrn Carl Rache(Baryton) und Herrn Paul Klinder(Violine). Unter anderem fünfte Orgelsonate von Guilmant. Der Eintritt ist frei. Der Bademeister des„Alten Stndentcnbades" ersucht uns unter Bezugnahme auf die Notiz vom 18. August mitzuteilen, daß die Flegeleien Mietern des Wiesen-Ufers gegenüber nicht von ihm, sondern von einem seiner Badegäste ausgegangen seien. Ueber das von uns gerügte ständige Fixieren einer Anzahl Anwohner geht der Einsender in dem an uns gerichteten Schreiben vorsichtigcrwcise stillschweigend hinweg. Strasse, lsperrungen. Die Corneliusbrücke und der Kreuzdamm des Lützowufers werden behufs Vornahme von Pflasterarbeiten vom 2. dieses Monats ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter ge- sperrt. Die Hildebrandstraße Wird behufs Umflasterung vom 2. dieses Monats ab gesperrt. Ucbcrfahren und schwer verletzt wurde vor dem Hause Neue Promenade 7 ein unbekannter Mann von der Straßenbahn. Er wurde nach dem Krankcnhause geschafft. Fcuerwchrbcricht. Am Sonntagnachmittag wurde der 17. Zug nach der Koinmandantenstratze 39, Ecke der Alten Jakobstraße, ge- rufen, wo ein Manufakturwarenladen in Flammen stand. Durch kräftiges Wnssergeben gelang es diese auf den Laden zu beschränken. Früh um 4 Uhr brannte der Dachstuhl des Hauses Grüner Weg 18. Die 2. Kompagnie hatte längere Zeit zu löschen, um eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Der Schaden trifft hauptsächlich Mieter schwer, denen eine Menge Hausrat usw. verbrannt ist. In beiden Fällen ist die Entstehung noch nicht ermittelt. Der 15. Zug wurde wegen eines Wasserrohrbruchs nach der Lüneburgerstrahe 30 gerufen und wegen eines Brandes nach dem dortigen Güterbahnhof. Papier, Lumpen u. a. brannten auf einem Waggon. Wegen eines gefährlichen Hausbrandes wurde der 16. Zug nach der Triftstraße 22, am Rudolf Virchow-Krankenhaus alarmiert. Um die Gefahr zu beseitigen, hatte die Wehr Wasser zu geben. Kleider, Gardinen, Möbel usw. wurden in der Pasewalker- straße 39 ein Aiaub der Flammen. In der Eisenbahnstraße 44 brannten Sachen in einer Badcstube. Der 8. Zug hatte in der Skalitzerstraße 102 zu tun, wo in einer Schlächterei die Badestube brannte. Durch Unvorsichtiakeit war auf dem Boden Fürstenstraße 2 Feuer ausgekommen. Kohlen hatten sich in der Puttkamerstraße 13 entzündet. In der Müllerstraße 169 brannte ein Bretterzaun und in der Schwedterstraße auf dem Exerzierplatz eine Pappel. Der Brand eines Automobils vor dem Hause Lindenstraße 45 alarmierte die Hauptwache. Ferner liefen noch Alarme aus der Lhchener- straße, Chausseestraße 101, Brüsselerstraße 10 u. a. Stellen ein. Vorort- l�ackriekten. Charlottenburg. Ein dreister Einbruchsdiebstahl wurde am Donnerstag abend im Charlottenburger Filialbureau des Fabrik-, Land- und HülfS- arbeiterverbandes verübt. Genannte Organisation hat in der Schulstr. 17 zu Charlottenburg von dem Gastwirt Müller ein in der ersten Etage belegenes, zu seiner Privatwohnung gehöriges größeres Zimmer zu einem Bureau abgemietet. Am Donnerstag hatten die Hauskassierer des Verbandes mit dem Filialleiter ab- gerechnet und es befand sich deshalb eine größere Summe Bargeld im Bureau. Diesen Umstand hat sich eine anscheinend mit den Verhältnissen vertraute Person zunutze gemacht und nach dem Weggange des Beamten einen Einbruch ausgeführt. Die Korridor- sowie die zum Bureau führende Tür sind mit Nachschlüsseln geöffnet; das Pult, in dem sich das Geld befand, ist mit einem Stemmeisen erbrochen worden. Nach genauen Berech- nungen fiel dem Einbrecher die Summe von 679,30 M. in die Hände. Es kann die Tat nur in der Zeit von 8l4— 10 Uhr abends aus- geführt worden sein, da nach 10 Uhr von den Familienangehörigen des Gastwirts das nebenan gelegene Zimmer als Schlafraum be- nutzt wird. Der Einbruch qualifiziert sich als eine desto größere Gemein- heit, als es sich hier um sauer verdiente Arbeitergroschen handelt. Tchönebcrg. Der diesjährige Stadtverordneten-Wahlkampf wird voraussichtlich von den Gegnern mit bisher nie dagewesener Schärfe geführt werden. Dies geht aus einer Zuschrift des„Verl. Tagebl." deutlich hervor. Danach sind bereits der Liberale Verein, die unabhängige Vereinigung, die antisemitische Mittelstandsvereinigung und zuletzt auch der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie auf dem Kampfplatz erschienen. Letzterer soll sogar den Verein vom Roten Kreuz, der doch eigentlich mit Politik nicht das geringste zu tun hat, zu einer am Mittwoch stattfindenden Besprechung eingeladen haben. In der Zuschrift wird es so dargestellt, als haben die Liberalen den Reichsverband und alle anderen bürgerlichen Parteien gegen sich und als sei der Kampf gegen die Sozialdemokratie zur Nebensache geworden. Es wird im Ernst daran niemand glauben können, was in der Zuschrift gesagt wird. Die Sozialdemokratie wird nicht nur den Kampf mit den bürgerlichen Parteien im all- gemeinen zu führen haben, sondern es werden Reichsverband und bürgerliche Parteien mit denLiberalen in trautem Bunde die Sozialdemokratie zu bekämpfen suchen. Ist es doch nicht daZ erste Mal, daß Liberale um die Hülfe des Lügenverbandes bitten; wir vermögen daher nicht einzusehen, daß die Schöneberger Liberalen sich von ihren Gesinnungsfreunden aus anderen Orten zu sehr ab- heben sollten. NahrungSsorgen haben am Sonntag den 62 Jahre alten Besen- arbeiter Grahlke in den Tod getrieben. G. hatte in der letzten Zeit viel mit Kummer und Sorge zu kämpfen. Am Sonntag erhängte er sich plötzlich in seiner Wohnung. Nowawes. Feuer brach am Sonnabend abend in der 10. Stunde auf dem Bodenraum des in der Wilhelmstr. 55 belegenen Geschäfts- und Wohnhauses des Kaufmanns May aus. Dasselbe verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit über den ganzen Dachstuhl und ge- fährdete auch die Nachbarhäuser stark. Zum Glück herrschte Wind- stille, so daß es der Feuerwehr nach angestrengter einstündiger Ar- bcit gelang, das Element auf seinen Herd zu beschränken und die herbeigeeilten Wehren von Potsdam, Wannsee usw. nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchten. Der durch den Brand verursachte Schaden ist ein recht beträchtlicher, da der umfangreiche Dachstuhl vollständig ausgebrannt ist. Das Feuer soll, wie wir hören, da- durch entstauden sein, daß eine brennende Lampe auf dem Boden dicht unter einem Balkon stand, welcher schließlich Feuer fing und dasselbe die dort lagernden Düten- und Papiervorräte entzündete. Spandan. Ein Pamphlet nennt daZ„Spandauer Tageblatt", der Kost. gänger des Reichsverbandes, unseren Artikel über die Sedan- und Paradefericn. Das Blatt gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß die in unserem Artikel ausgesprochene Vermutung, das Pro- vinzial-Schulkollegmm werde vielleicht doch noch Einschen haben und verfügen, daß für die Schulen Berlins und der Vororte „Sedan" diesmal auf den 31. August verlegt wird, eingetroffen ist. Wir sprachen diese Vermutung aus, weil ja, wenn in den Schulen Sedan erst am 2. September gefeiert worden wäre, die Maulaffcn zur Spalierbildung knapp sein würden. Dieser Aus- druck jcheint es dem Organ königstreuer Männer ganz besonders angetan zu haben. Es schreibt nämlich:„ES freut uns wenig- stens, daß die zuletzt in dem Pamphlet ausgesprochene Vermutung eingetroffen ist und die Schulen bereits heute den für Deutschland so wichtigen Gedenktag feiern, damit sie am Montag dem groß- artigen militärischen Schauspiel beiwohnen und ihren Kaiser von Angesicht zu Angesicht sehen können; auch wegen der„Maulaffen" zur Spalierbildung kann der„Vorwärts" beruhigt sein, da die Schulen nun an dem Tage geschlossen sind; es wird aber außerdem auch an patriotischen Leuten selbst in Berlin nicht fehlen, die in den Straßen der Stadt die schönen preußischen Garderegimenter in ihren Paradeuniformen, die vielen fremdländischen Gäste, und vor allem ihren geliebten Landcsherrn Kaiser Wilhelm II. sehen wollen.— Man sieht aus dem sozialdemokratischen Geschreibsel, wie die Sozialdemokratie immer dreister auftritt und ihre Vater- landslose Gesinnung bei jeder patriotischen Feier zu erkennen gibt." Es versteht sich von selbst, daß wir von diesem Blatt eine andere Beurteilung unserer Stellungnahme zu dem Sedan- und Parade- rummel nicht erwarten können. Denn wenn es anders wäre, liefe es ja schließlich Gefahr, daß ihm verboten würde, zu den Lieber! und 5tonsorten zu Tisch zu kommen. Tegel. An vergifteter Schokolade gestorben. Durch den Genuß von Creme-Schokolade ist das dreijährige Töchterchen des Malermeisters Gcmmer von hier gestorben. Seitens des Arztes, der sich den Tod des KindeS nicht erklären konnte, wurden bei einem Auspumpen des Magens Schokoladcnstücke vorgefunden, die giftige Stoffe ent» hielten. Der Darm und der Magen waren verbrannt. Die Leiche deS Kindes ist polizeilich beschlagnahmt worden. Versammlungen. Eine stürmische Versammlung des Zentralverbandes der Bau- hülfsarbeiier fand am Sonntag vormittag in der„Neuen Welt" statt. Den Anlaß zu der Aufregung, die die Versammlung be- herrschte, gab cm Antrag, daß eine sogenannte Uebcrwachungskom- Mission von 7 Mitgliedern gewählt werden sollte, deren Aufgabe es wäre, mißliebigeil Vorstandsmitgliedern die Stellungen zu kün- digcn. Ter Antrag gelangte auch richtig zur Annahme. Durch dieses offenbare Mißtrauensvotum verletzt, fühlten sich die an- wesenden Vorstandsmitalieder veranlaßt, sofort ibre Aemter nieder» Megen resp. zu erNSren, diese nur noch solange zu verwalten, bis ein neuer Vorstand gewählt sei. Die Versammlung beaustragte den Vorstand, sofort Vorbereitungen für eine Neuwahl zu treffen. Auf Anraten von Karl Heidemann sah die Versammlung davon ab, die Mitglieder der neuen Kommission zu ernennen. Die all- gemeine Unruhe wurde aber immer stärker und der Vorsitzende war geuötigt, die Versammlung zu schliehen. Eine vorläufige Ab- rechnung vom letzten Streik lag vor; die Generalabrechnung folgt in nächster Zeit. Die im Deutschen Holzarbeiterverband organisierten Möbel- Polierer hielten in Boekers Lokal eine Branchenversammlung ab. lieber die Gründung der„Freien Vereinigung der Möbelpolierer Berlins" und ihre Bedeutungslosigkeit im wirtschaftlichen Kampf referierte N i t s ch k e. Er bemerkte einleitend, daß es ein trau- riges Zeichen sei, datz sich die Branche nach einem so langen und schweren Kampfe, wie er hinter dem Holzarbeiterverbande liegt, mit diesem Thema beschäftigen müsse, indem es eine Anzahl eben dieser Mitglieder fertig gebracht haben, diese überflüssige Organi- satwn zu gründen. Die Sache sei um so schlimmer, als die Leute aus dem Verbände vier Monate lang hohe Unterstützungen bezogen hätten. Redner geht auf die Entstehung der Hirsch-Dunckcrschen und christlichen Gewerkschaften ein und erklärt die seinerzeitige Gründung derselben aus religiösen oder sonstigen Gründen für wenigstens begreiflich. Für die„Freie Vereinigung" kommen aber diese oder andere Gründe gar nicht in Frage, weil sie eine Ab« splitterung vom Holzarbeiterverbande sei. Den Geist der Leitung charakterisiere es zur Genüge, datz die konstituierende Ver- sammlung an einem Abend stattfand, wo die Parteigenossen Grotz- Berlins ihren wichtigen Beratungen dienenden Zahlabend ab- hielten. Als Ursache zur Gründung wurden u. a. angegeben die sogenannte falsche Taktik des Holzarbeiterverbandes be, den Aus- sperrungen 1904/05 und 1907, wo nach Meinung dieser Lokalorga- nisierten auf die Provokation der Unternehmer sämtliche Holz» arbeiter Berlins hätten aus den Betrieben herausgezogen werden müssen. Die Holzarbeiter hätten in Wirklichkeit den Unternehmern kemen grösseren Gefallen erweisen können, als wenn sie dies getan hätten. Redner weist auch die übrigen Vorwände der Organisa- üonSzersplitterung zurück und weist zum Schluh seines oft von Zu- stimmungsäutzerungcn der Versammelten unterbrochenen Vortrages darauf hin, datz es angesichts der Einigungsbestrebungen des Parteivorstandes geradezu frivol gehandelt ist, dieses Organisa- tiönchen ins Leven gerufen zu haben. Die Schlagfertigkeit den sich immer enger zusammenschlietzenden Unternehmern gegenüber wird dadurch nicht erhöht.— In der Diskussion versuchte der Vorsitzende der„Vereinigung" Fähse Stimmung für seinen Verein zu niachcn, womit er aber bei den zirka 400 Anwesenden keinen An- klang fand. Gegen 4 Stimmen nahm die Versammlung folgende Resolu- tion an: „Die Versammlung der Möbelpolierer Berlins verurteilt auf das entschiedenste die Gründung einer besonderen Vereinigung für Polierer. Die Ausführungen des Referenten und der einzelnen Kollegen haben bewiesen, daß die frühere Form der Organisation nicht in der Lage gewesen wäre, den Anforderungen der Kollegen in einem �wöchentlichen Kampf gerecht zu werden. Ausserdem erklären die Versammelten es geradezu für ein Vergehen an der modernen Arbeiterbewegung, wenn angebliche Parteimitglieder zu einer Zeit, wo vom Partcivorstand alles versucht wird, um das Trennende zwischen Lokal- und Zentralorganisation zu beseitigen, eine Sonderorganisation ins Leben rufen. Die Versammelten erklären, m dem Deutschen Holzarbeitervcrband eine Organisation zu haben, die unentwegt auf dem Boden des Klassenkampfes steht, und eifrigst bestrebt ist, die wirtschaftliche Lage ihrer Mitglieder zu heben. Ferner verpflichten sich die Anwesenden, dahin zu streben, datz der letzte indifferente Möbelpolierer dem Deutschen Holz- arbeiterverband zugeführt wird." mittelte Klasse, die heute aus öffentlichen Mitteln Pflege im Krankenhaus, in einer Entbindungsanstalt usw. genietzt, hat mit dem Armenpsleger Bekanntschaft zu machen, hat ausser ihrem Elena als Almofenempfänger noch allerhand Kränkungen und Dcmüti- gungen zu ertragen, und der Mann, der Armenpflege in Anspruch nehmen mutz, wird zudem noch politisch rechtlos gemacht. Vater Staat glaubt ein>pr Teil seiner Pflicht damit zu erfüllen, datz er der Privatwohltätigkeit gestattet, auf den Bahnhöfen ihre Pfennigs- bettclei zu veranstalten. Dem Reisenden fallen dort die mit rotem Kreuz und solgcndcr wunderbaren Inschrift gezeichneten Bettel- kästen auf: „Kraft und Gesundheit dem Volke zu retten» Gebt einen Pfennig den Volksheilstätten." Solche Art der Krankenpflege kann eines KulturstaatcS nicht würdig sein.— Der Staat, der jährlich Millionen für ein in Waffen star- rendcs Heer ausgibt, hat kein Geld, um die Schwangere, sowie die junge Mutter nebst Kind zu schützen und zu pflegen. Jährlich gehen t a u s e n d e Wöchnerinnen mangels ärztlichen Beistandes und nötiger Pflege elend zugrunde. Die kapitalistische Gesellschaft hat nach den Worten dcS kommunistischen Manifestes„den Arzt, den Jurisscn, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in bezahlte Lohnarbeiter ver- wandelt", deren Arbeitskraft nur der kaufen kann, der— Geld dazu hat. Der schreiende Gegensatz zwischen Reich und Arm macht sich nicht nur im Leben, sondern selbst noch im Tode bemerkbar durch Armengräber und prunkvolle Aufbahr ungen. Die Beerdigungskosten drücken jene Familien, die durch lange Krank- heit finanziell erschöpft sind, noch vollends zu Boden und zwingen sie zum Schuldenmachen, für deren Tilgung lange gearbeitet werden mutz. Die heutige Gesellschaft ist in ihrem Egoismus taub und blind gegen die Forderungen, die im Interesse der Volksgcsundhcit er- hoben werden. Erst die Sozialisierung der Gesellschaft wird diesen Uebelstand gründlich beseitigen und für alle gleiche'Rechte schaffen, aber mit etwas gutem Willen könnte auch jetzt schon manches ge- bessert werden._ Versammlungen— Veranstaltungen. Reinickendorf-Ost. Mittwoch, den 4. September. 8'/z Uhr, bei Gründner, Hoppestr. 24. Vortrag:„Prostitution". Friedenau. Dienstag, den ö. September, 8>/z Uhr, bei Grube. Vor trag: Herr Störmer. Schöneberg. Montag, den 9. September, abends 8Vg Uhr, bei Obst, Meiniugerstr. 8: Generalversammlung. Vortrag: Frau Thiel Tempelhof. Wahl des Vorstandes. Vermischtes. Um der frauenbewegunef. Hlllfeleistung in Krankheitstagen. „Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hülfeleistung einschliesslich der GeburtShülfe und der Heilmittel. Unentgeltlichkeit der Toten- bcstattung." Diese Forderung der Sozialdemokratie, deren volle Berechtigung jedem Denkenden ohne weiteres klar ist, und für deren Verwirklichung selbst unsere größten Gegner sofort eintreten oiüsste», wenn ihnen ihre oft betonten Phrasen von Menschenliebe und Volksfreundschaft nur einen Augenblick ernst wären, hat be- sonders für unsere Frauen ein direktes Interesse. Denn durch Krankheitsfälle»n der Familie wird die Frau als sorgende Gattin und Mutter am meisten bedrückt und geängstigt und sehr oft ist cS derselben nicht oder nur unter schweren Opfern mög- lich, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Auch die Herbeischaffung der Arznei und nötigen Stärkungsmittel, überhaupt die genaue Be- folgung aller ärztlichen Vorschriften wird ihr oft durch die bittere Not zur Unmöglichkeit gemacht, so daß sie ihre Lieben dahinsiechen sieht, ohne helfen zu können. Dieser Zustand geht aber noch weit über das Familienwohl hinaus; eS ist eine allgemein Volkswirt- schaftliche Frage, denn die Volksgesundheit ist das höchste Gut: sie erhält und stärkt die Schaffenskraft des ar- beitenden Volkes. Die weitgehendsten Mittel, die ein Staat zur Pflege der Volks- gesundhcit anwendet, bringen tausendfältige Frucht. Die Herr- schende Gesellschaft hat andere Interessen als die des Gesamt- Wohles. Wohl verwendet sie Niesensummen, um ein Heer von Soldaten, Geistlichen und Gendarmen zu erhalten, doch ist sie nicht bereit, die� für die Menschheit weit wichtigere Einrichtung der freien ärztlichen Hülfe zu treffen. Vater Staat ist anstatt ein Schützer ein Z e r st ö r e r der Volksgesundheit, indem er durch seine Grenzsperren und Zollpolitik das Brot und alles zum Leben gehörende verteuert und durch die damit verbundene Unterernäh. rung die Widerstandskraft des Volke? schwächt und in jeder Weise die Krankheitsgefahr fördert. Dagegen dient er den Interessen der herrschenden Gesellschaft, die das arbeitende Volk in luft- und lichllosen, gesundhcitSgefährlichen Mietskasernen verbannt, die Frauen und Männer für kargen Lohn in ebenso ungesunde Ar- bcitsräume treibt und ärgere Greuel als bcthlehemitifchen Kinder. inord verübt, indem sie mit der Gesundheit der Eltern die Kraft der Kinder oft schon im Keime vernichtet oder Millionen von ihnen die Pflege und sorgende Hand der Mutter raubt. Aber nicht nur ärztliche Hülfe, sondern ebenso die unentgelt- liche Lieferung der Arznei und aller Heilmittel, die Unterbringung in Krankenhäuser und Erholungsanstalten gehört zur vornehmsten Pflicht eines Staates. Das, was der heutige Staat zur Erfüllung dieser Pflicht leistet, ist vollständig ungenügend und zudem noch „Wohltätigkeit" mit dem Stempel der gebrandmarkt. Die unbe- In der Kirche vom Blitz getötet. In Lemberg bei Konojad, Kreis Strasburg(Wcstpreussen), schlug am Sonntagvormittag während der Kirchzcit der Blitz in die Kirche ein, zündete und tötete 4 Personen; verletzt wurden 18 Personen._ Feuer in der Lungenheilstätte. Nach einer Meldung aus Frankfurt a. M. wurden am Sonntag um 1 Uhr die Insassen der Lungenheilstätte Ruppcrtsheim durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. In den Liegehallen brannten zahlreiche Sessel und Decken. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. Entgleist. Beim Eifeltor-Bahnhof in Köln entgleiste Sonntag morgen ein Güterzug, wobei ein Packwagen umstürzte. Ein Weichensteller wurde getötet, ein Bremser lebensgefährlich verletzt. Ein tödlicher Ueberfall. In Hamburg wurde am Sonntag der 25jährige Zimmermann Ladewig von einer Gesellschaft von 13 Per- sonen überfallen und erstochen. » Im Zeichen deS Automobils. Mehrere Automobilunfälle haben sich am Sonntag in ver- schiedenen Orten ereignet. In M a g e n t a fuhr gegen 4zh Uhr ein Auwmobil, auf welchem sich der Marquis Pallavicini, der Advokat Malvano, ein Chauffeur und ein Mechaniker befanden, auf einer Strasse in der Nähe des Bahnhofes. Der Chauffeur, der nicht bemerkte, dass eine die Durchfahrt versperrende Barriere wegen der unmittelbar bevorstehenden Ankunft eines Zuges ge- schlössen war, fuhr mit voller Fahrgeschwindigkeit gegen die Barriere, welche zerbrach. DaS Auwmobil befand sich auf den Schienen in dem Augenblick, als ein Güterzug ankam. Der Zusammenstoss war furchtbar. DaS Auwmobil wurde zertrümmert, der Benzin- behälter explodierte. Der Mechaniker blieb wie durch ein Wunder unverletzt: er entfloh. Der Chauffeur erlitt eine unbedeutende Verletzung am Kopfe, Advokat Malvano war auf der Stelle tot, Marquis Pallavicini wurde ins Krankenhaus zu Magenta gebracht, wo er bald darauf starb. In B r e S e i a, woselbst eine Automobilwettfahrt stattfand, stiess der Gaggenauwagen, gefahren von Hieronymus, mit einein anderen zusammen. Der Mechaniker Dibold erlitt schwere, Hiera- nhmuS leichte Verletzungen. Bei dem gleichen Anlass stürzte der Führer dcS Brixia Zust- Wagens De Martina in einen Graben und erlag den hierbei er- littenen Verletzungen Der Chauffeur wurde leicht verletzt. Erwürgt hat Reimfer Meldung zufolge in der Ortschaft Pitt« scaux ein Landarbeiter seine Arbeitgcberin, nachdem er sie ver» gcwaltigt hatte. Ter Mörder wurde verhaftet. Eine FenerSbrnnst entstand am Sonnabend in Tempelberg in Pommern. Wie uns von dort gemeldet wird, sind dabei fünf Grundstücke mit den dazugehörigen Stallungen eingeäschert worden. Die aus sieben Ortschaften herbeigeeilten Feuerwehren vermochten gegen das verheerende Element nichts auszurichten. Die Löscharbeiten wurden insofern sehr erschwert, als nicht ge- nügcnd Wasser vorhanden war. Es wird dieser Missstand darauf zurückgeführt, dass die Stadtverwaltung für einen Zubringer, durch welchen Wasser in Menge aus dem direkt an den Ort stossendcn Dratzigsee hätte hcrbeigeschafftt werden können, bisher noch kein Geld Übrig gehabt habe., Strasienbahiizufai» nienstost. Wie ans Paris gemeldet wird, sind gestern in Bondh zwei Etrassenbahnwagen des öffentlichen Bahnnctzcs zusammengcstossen, wobei 30 Personen teils schwer, teils leichter verletzt wurden. Opfer ihres Berufes. Auf einer Zweigbahn bei Nancy(Frank» reich) entgleisten gestern abend zwei mit Kohlen beladene Wagen. Der Lokomotivführer und ein Heizer waren sofort tot. Der Zug- führer erlitt schwere Verletzungen. Auf der Jagd erschossen. In Charleroi wurde gestern während der Jagd der Richter Genard durch einen Schutz seines Bruders, der gestrauchelt war, getötet. Der Vorfall erregt lebhaftes Be- dauern, da der Richter allgemein beliebt war. Ein Eisenbahnznsnmmenstost. Bei einem Eisenbahnzusammen- stoss in der Nähe von Manuel(Grafschaft Stirling) wurden, wie aus London telegraphiert wird, LI Personen zum Teil schwer ver- letzt. Ein neuer Berg. Aus New York wird gemeldet: Infolge vulkanischer Eruptionen im Golf von Alaska ist auf Pcrrh Island ein neuer Bergkcgel entstanden. In K ö n i g st e i n(Taunus) stiess Sonntagmittag in der Sophienstrasse ein Automobil mit einem Radfahrer zusammen. Der Radfahrer, ein 19jähriger junger Mann aus Cronberg, wurde so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb. Eine Fcuersbrunst zerstörte Pariser Meldung zufolge gestern nacht in Epinay die grosse Ledergcrberci von Epinay. Der Schaden wird auf über 100 000 Frank veranschlagt. Zwei Feuerwehrleute erlitten ernste Brandwunden. Ein Bahnpostdiebstahl. Auf dem Postamte Nabresina bei Trieft wurden sämtliche Beutel der Bahnpost Tricst-Wien, viele Wertbriefe enthaltend, darunter einer über 100 000 Kronen, von bisher un- bekannt gebliebenen Tätern gestohlen. Vom Blitz erschlagen. Nach einer Meldung aus Paris wurden in Alais ein 78jähriger Greis und ein 23jähriger Mann vom Blitz erschlagen. IZentral-Yerbami der Steinsetzer! {(Fllasierer) und Herulsgenossen' Deutsctilands. Filiale«roß-ltcrlln I Den Mitgliedern zur Nachricht, I | dass der Kollege Kermann Schladensky I am 31. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heule I Dienstag, nnchinittagS 4 Uhr, voin Traucrhause, Wclssensee, Uckcrmarlstr, 14, aus stall. Um rege Beteiligung ersucht 174/8 Der Vorstand. Verband d. baugewerbilctien Holfsarbeiter Osutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Schöneweide. Tode«-Anzeige. Am 30. August verstarb unser Kollege 47/9 Wilhelm Schliuemann im Alter von 50 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 3. September, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle de» Britzer Kirchhofes aus statt. 0er Zwelgverelns-Vorstend. Am Sonnabend, den 3l, August,! I entschliej mein innigstgeliebler 1 | Mann Hermaun Jarchow. Die Beerdigung findet am 3. d. M,, nachinütagS 4 Uhr, aus dem Georgen-Kirchhos, Lands- berger Allee, stall. Amanda Japchonr, Simon Dachstr, 7. Dantsagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an der Beerdigung meines Mannes Willielm Trebbin sage ich allen Verwandten und Be- kannten, sowie dem Holz- und Hasen- arbcstcr-Perband, der Finna Gebr. ArndS und dem 0, Wahlkreis incinen herzlichsten Dank, LLSöb lk-ulft« Trebbin. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die grossen Kranzspenden bei der Be- erdignng meiner unvcrgcsslichen Frau ilild unserer lieben Mutter Hedwig Potscbies sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Ge- nosscn dcS<555, Bezirks und dem Verband der freien Gast- und Schank- wirte Deutschlands, Oilsverwaltinig Berlin, vczirl I, sowie den Mietern de« Hauses Roftockerstr. 41 unseren herzlichsten Dank, Ferdinand Potschicz ■liebst Kindern, Zentral-Vcrbanil der Mauren Deutsellanils. Am 31. August verstarb unser I langjähriges Mitglied Karl Marx Bezirk Osten I im Alter von 56 Jahre» an Lungenleiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr, von der Leichen- balle deS neuen Jakobi-Kirch- hose» in Rixdors, Hermann stretssc, anS statt, 142/20 Um rege Beteiligung ersucht Die BerbandSleitung. Dr. Schünemann Spezinl-Arzt für 54272» Haut- iiikI Hnrnloiilen, FraiienUra nkheitea. Frledrlchstr. 203, Ecke Schützensir. 10-2. 5-7. Sonnt 10-1» Uhr. j-Hygienische ijea&nsanlkai. Neuoat. Katalog Q. Empfehl.viel.Aerzto u.Prof. grat. udS H. Doger» OaxnmiTraienfihrfk Berlin NW.. Friodricheiras«• 91/92. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die herrlichen Blumen- spenden ankässlich de» Ableben« unsere« lieben Sohnes und Bruders 2S77b Alfred Saleschke sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren besten Dank, Oie betrflbton Eltern u. Geschwitter. Von der Reise zmück. Itr. I.nrliniann, Spczial-Arzt für Hals-, Nasen- und Lhrenleiden, Brunneiistr. 73, I. 2672b Qardinsn kauft man am billigsten nur direkt in dorn seit 40 Jahren bo- stehendei* Gardinen- Spozial- geschhft, von• Bruno gxütBier, Qrütter Weg 30, parterre. Sofastojje Ricsenauswahl aller QualitSten. Wolle- Dncfol Wocqnctt«. Plllach-«lCaiC. Satteltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. 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Spandau, Breitestr. 54 am Markt. Tel.: Spandau 748. ���t>U�»�anaau�?4»�� Xlzutc»\J e Moabit, WllsnackerstraiSe�S?(bei der Drevsestraße) WU" t Cl ivauiaaiciic* w SV Kröffn ans: Ucnte abend 6 Uhr.-W-TPO 50 eigene Fisdidampter! Wowslraße 14 3oko Schlieperstralle. Toi. ijrcijeMU. Arbeitsnachweis: ZZcrwaltnngSstellc Berlin. Hanptbnreau: Hos I. Amt 3, 1239. CKgriUstrsIo 3. Hof HI. Amt 3, 1987. Mittwoch, den 4. September, abends 8 Uhr, im GewerkschaftSYanS, Enflel-Ilfer 15, Saal 4: ANssmews Zilsmpuer-Vsrssmmlung. Tages-Ordnung: I. Vortrag deZ Genossen Ad. Ritter über:.Gewerbegericht und Jnnilngsschiedsgericht". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Werte Kollegen I Da gerade auf diesem Gebiet eine große Unkenntnis unter den Kollegen herrscht, ist es Pflicht cineS jeden, in dieser Versammlung zu erscheinen. 148/2 lm In dieser Versammlung werden die BillettS zum Klempner- vergnügen ausgegeben. Die Ortsverwaltnng. Ziyclgvereln Berlin. Sektion der Gips- und Zemcntbranche. (Zruppe: �abit?spaimer. Mittwoch, den 4. Sept., abends 8'/, Nhr, bei Jannaschk, Jnselstr. 1«: Jftltgtkdcr- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bekanntgabe des Resultats der Bautenkontrolle vom Ib. August 1907. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen aller Rabitzspanner erwartet 442/19 Der(Srnppenvorstand. Die für heute, DicnStag, von dem OrtSvrrein Rixdorf ml Lokale von Hoppe anberaumte Versammlimg findet besonderer Umstände halber erst 36/10 Freitag, den 6. September, in demselben Lokale und mit derselben Tagesordnung statt. Wir bitten alle in Rixdors wohnenden und arbeitenden Kollegen am Freitag in der Versammlung zu erscheinen. Ter Gauvorstand. Vösöin der Lehrlinge, jugendl, Arbeiter u. Arbeiterinnen __ Berlin« nnd Umgegend.__ Am Sonnabend, den 7. September 1007, findet in Keiler« FcstsUIcn(Inh. Freyer), Berlin 0, Koppenstr. 29, das 3. Stiftungsfest statt. Mitwirkende: Neues Donkiinstler-Orchester, Direktor Herr Frsnr Hollfelder. Männerchor„Georginia" von 1897(M. d. A.-S.-B.), Chormeister Herr Paul Weinrich. Schriftsteller Dr. Hanns Heins Evers, Reziationen. SchiiftfteHec Heinrich Schulz, Festrede. Eröffnung 71/, Uhr. Ansang 81/, Uhr. Eintritt 30 Ps. Programm frei. 296/0 Um rege Beteiligung bittet Bs« Komitee, Soeben erschienen! Aufsehen erregendes, knnstlerisch ausgestattetes Prachtwerk mit 80 wertvollen Illustrationen und mehreren Kunstbeilagen.— Preis 2 Mark. Zu beziehen durch F. B. Bilz' Verlag, Dresden-Badebeul und Leipzig, sowie durch alle Buchhandlungen. Der Vorsitzende des Vereins für Körperkultur, Dr. med. Jaerschky-Berlin schreibt:.Warmherzig und begeistert geschrieben, werden die„Goldnen Lebensregeln- Widerhall in den Herzen der Menschen finden. �— Prof. Rolnh. Begas-Berlin: «Die Lehren und Anleitungen, welche Bilz'.Goldno Lebensregeln fttr Körperkultur und speziell fttr Nacktgymnastlk geben, finden meinen vollsten Beifall" Cliarlotteuburg!"WZ Allen Par teigenossen u. Freunden zur Kenntnis, daß ich am 1. Septemder A!ehrittgstratze 2.w Restaurant eröffnet habe.— VereinSzimmer zu vergeben. ':oc">* Wwe�B»oNii��H�nnivIrs�sMe�Bisinar�r�4� 58552* Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen f ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Erpedltlon, LIndenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche inItFarbeiisehIern Fabrik Niederlage Große Frankiiirlerftraße 9, parierte kein Laden. Mauerhoff, tl Steppdelieu billigst Fobrlf Groß« Franksurlerltraß« 9, varlerre. ßl «ardltietthanS KroßeFranklurler ftrnße S. varlerre. Kein Laden. Aauerhoff. lfi Fahrräder. Teilzahlungen. In validenstraße 20, Skalitzerstraße 40.' Herrenfahrrad, Damcniahrrad, wie neu, 45,00. 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Es wird nur aus eine gewandte Kraft reflckttert. Bedingungen des Vereins Arbeiter- presse. Eintritt baldmöglichst. Meldungen an den Vorsitzenden der Prcßiomntilsion Hcnuaitn Rex, Erfurt, Johannesstr. 84. Deutscher Holzarbeiter-Vorband Zahlstelle Berlin. Wegen Streik und Differenzen find gesperrt: für Bodenleger die Firma Battfrivelcl», Bau Asch äffen- burgerstr. 13; für Kamntmacher die Firma Blocks, Warschaucrstr. 41/42; für Vergoldet: u. Leistenpolierer die Firma lhaclicusoii, Ritter« straße 47; für Korbmacher Heinemann. Alexandrinenstraße 95/96. 86/17» Zuzug fernhalten. _ Die OrtSnerwaltung. Stukkateure. Der Neubau Heilanstalt Hohen- lhchen vom„Roten Kreuz» ist bis aus weiteres gesperrt. Die Betonbaugcsellschaft Hauten» berjj& Co., W. 22, Courbiöre- straße, weigert sich, bei der dorttgen Arbeitsausjührung unseren Tarij- vertrag zu erfüllen. Ortbverwaltung Berlin. Z.-B. b. St. Verantwortlicher Redakteur: HanS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. 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