Ur. SIS. Bbonnemcnts-Bcdingungcn; SBonnemcnlä- Preis Jirätnanctonbo s Lierteljährl. 3,30 Ml,, monatl. 1,10 Ml,, wöchentlich 28 Pfg, frei inS HauS. Einzelne Nummer 6 Pfg, Sonntags. nununer mit illustrierter Sonntags. Vellage»Die Neue SBelt* 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, ' tien, Schweden und die Schweiz. 24* Jahrg. CiMstlnt agil» JuBtr montags. Verlinev Volksblskk. vi« Insertion;-eedühr lekigt für die sechSgespaltenc Kolonel» zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewcrlschastliche Vereins- und BersammIungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnztlgcn", das erste(fest. gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaf. stellen-Anzeigcn das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedition ist bis 1 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „SuIaltUmslilal Rcrlin". Zentralorgan der rozialdcmohratifchen parte! Deutfcblands. Redaktion: SM. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Expedition: SM. 68. Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1981. Quittung. Im Monat A u g u st gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Aulen, 13. württemb, Wahllr,, Beitrag f. 1. Halbjahr 19V7 37,60. Groh-Berlin i Konto seiner 8 Wahlkreise 10 000,— sdarnnter B 1,20, Schuhfabrik von Schiller 1,10, H, G, 8.70. Tau 0,60, Ho. 0,60, F. I. 2.-. A. B. 0.90. St, 0,30, Schulz 0,90, I. 0,80, M, Sch. 1,50, Tischlerei Bachschmidt u, Löwenthal 30,—, St,-Os. 1,70, Möbelfabrik Dittmer, Cadinerstr. 21 3,80, Pa, 0,90, Möbelfabrik Friedrich 10,—, Arbeiter der Firma Sobetta 4,80, Alt 10,—, Abteilung 87 1,30, Bezirk 88 10,70, 3, Pfingstfeiertag„Süden" 4,80, Skatkub„Lindenwirt" Metzerstr. 2 2,50, A, B, Mister 1,—, Monatsbeitrag H, Raschle 10,—, Bierprozente der Kollegen der Firma Argus 28,—. für das Auer-Denkmal von den Kollegen in der Argus-Motorenfabrik 15,60, I. Schröder, G. Küßner, Putzer 3,50, nicht angenommenes Geburtstagsgeschenk 0,50, W. G. B, 14 3,—, Bierprozente der Tischlerei Heinemann. Hollmannstrahe 3,—, Honorar von der „Deutschen Tageszeitung" für einen Artikel aus dem„Vorwärts abgedruckt 13,05, Mitgl. der U.-Dr. 7,—, Bierprozente von den Arbeitern der Fa, Krautz, Behrenstcasze, Nationalbank 6,—, Klempner der Firma Elfter, Filiale Krautstr. 52 5,—. Rabitzputzer, Bau Adlon, Pariser Platz, durch Neumann 5,25, Bierprozente von Joseph Remer 6,—). Berlin, diverse Beiträge: L. L,, Eisenbahner 3,10. Bierprozcnte der Stukkateure von Gerschel, Bau Fürstenhof 22,50. llebersch, d. Kranzsp. d. Kall. Mühlbrodt d. A. E,-G.(Stanzerei) durch Zieguer 7,—. Personal der Auchdruckcrei„Vorwärts", Abt. Buchbinderei 20,50. Aus der Bierkasse der Kunstschmiedewerkstatt F. P. Krüger, Aorkstr. 59 40.—. Machetes 5.—. Dr. L. A. 100— Die Koulobucharbeiter vom Wedding 5,—. Gutenberg 36,10. Jule II, Ritterstrafte 11,60. Die Arbeiter d. Möbelfabr. v. Rötzler u. Schmidt, Kopernikusstr. 35 60,—. P. S. 50,—. 81. B. 50,- „Bombe" 0,50. Baden-Baden, Wahlkreisbeitrag 30,96. Bonn- Rheiubach, Wahlkreisbeitrag für das 2. Quartal 1907 20.—. Bern 50,—. Butzbach i. H., Alexander 0,50. Durlach, 9. badischer Wahlkreis, 2. Quartal 1907 290,40. Driesen, Jahresbeitrag d. Wahlkr. Arnswalde-Friedeberg 87,—. DreSdew Land, 6. sächs. Wahlkreis 2000,—. Dresden,„aus Unverstand und Bosheit" 1.—. Falkeuberg(Oberschlesien) 16,—. Friedenau, E. A. 5,—. Finsterwalde. Zentralverein Kalan-Luckau 52,50. Görlitzer 8tgitationsbezirk 200,—(darunter vom sozialdemokr. Verein Görlitz, Rest vom 4. Quartal 128,44). Goldbeck i. Altm., stiller Parteigenosse 10,—. Hamburg, in der Expedition des„Hamburger Echo" eingegangen(zwei Raten) 303,15. Hildcshcim, Krcisvcrein des 10. hannoverschen Wahlkreis 305,46. Halbcrstadt- OscherSleben- Wernigerode, Beitrag vom 1. Juli 06 bis 1. Juli 07 98,80. Heidclbcrg-Eberbach-Mosbach. 12. badischer Wahlkreis. 2. Quart. 07 77,50. Husum-Tondern 59,34. Hamburg, 3. Wahlkreis 10 000,—. Hannover. Kreisverein f. d. 8. hannoverschen Wahlkr. a Konto der Monate Juli-August 1000,—. Köln a. Rh., Reg. W. 20,—. Königs berg i. Pr., sozialdemokratischer Verein 1. u. 2. Quart. 07 614,14. Luckenwalde, Beitrag des Wahlkr, für daS 1. u. 2. Quart. 07 419,50. LudlvigShafen a. Rh., Rückzahl. des Gaues Pfalz auf Landtagsivahl Darlehen, 1. Rate 2500,—. Lübeck, sozialdemokr. Verein, 2. Quart. 1907 450,—. Luckenwalde. Rufus 5.—. München, Gau Südbayern 181.41. M.-Gladbach, Beitrag des Wahlkr. für 4. Quartal 1906/07 82,92. Magdeburg, sozialdemokratischer Verein, 3. Quart, 800,—. Neuwied, Kreisorganisation 7,28. Nürnberg, Rückzahlung des Gaues Nordbayern auf Landtagswahl-Darlehen, 1. Rate, 2000,—. Olvenstedt, Wahlkreis Wolmirstedt-NeuhaldenSleben, 2. Quartal 07 105,—. Reutlingen- Tübingen, 6. Württemberg. Wahlkreis 85,20. Staftfurt, Wahlkr. Quedlinburg- Ascherslebeu- Calbe, 2. Quartal 07 121,40. Schöueberg b. Berlin,— arz 1,—. Siegen, Parteibeitrag 5.—. Sangerhausen-Eckartsberge, Wahlkreisbeitrag 20,—. Schwenningen, 9. wiirttcniberg. Wahlkr., 2. Quart. 07� 117,24. Stuttgart, G. U. 10,—. Triberg, KreiSver. des 2. badischen Wahlkreises 50,—. Tilsit-Niederung, soziald. Berein, 4. Quart. 1906/07 36,—. Zinsen aus dem Marxismus 4174,28. Berlin, den 9. September 1907. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch, Lindcnstr. 69. Hchtuhr-Cadeirichluß. Die Notwendigkeit und den Nutzen einer jeden Verkürzung der Arbeitszeit"braucht man vor den Lesern einer sozialdemo- kratischen Zeitung nicht mehr zu beweisen. Jeder Arbeiter, wer er auch sei, kann auf keine andere Weise kulturell gehoben werden, als durch Verkürzung seiner Arbeitszeit. Sie erst gibt ihm die Möglichkeit, Geist und Körper zu erfrischen, an den höheren Gütern der Kultur, wie allgemeine Bildung, edles Vergnügen teilznnehnien, mit einem Wort: nicht bloß Arbeitstier, sondern auch Mensch zu sein. Das gilt für alle Arbeiter ohne Ausnahme. Während aber bei den Fabrikarbeitern, den Bergarbeitern, den Berg- leuten usw. jede Stunde Arbeitszeitverkürzung gegen das Interesse der UnteDiehmer verstößt und deren Vorteil vcr- kürzt— wenigstens �fo lange bis das Kapital Mittel und Wege findet, durch erhöhte Intensität der Arbeit den Ausfall zu er- setzen oder gar noch zu übertreffen— liegen für die Handlungsgehülfen die Verhältnisse nicht ganz genau ebenso. Die Besitzer kleinerer Geschäfte wenigstens, die selbst Tag ein Tag aus in ihrem Laden anwesend sein müssen, haben ganz dasselbe Interesse wie ihre Angestellten an einer Verkürzung der Ladenzeit. Sie sind sich dessen freilich nicht immer bewußt. Die Aeltcren unter den Handelsangestellten erinnern sich wohl noch mit Schaudern der Zeit, als es auch noch keine geregelte Sonntagsruhe im Handel gab. Damals ivußten die meisten Inhaber kleiner Geschäfte kaum, wie es in den nächsten Straßen aussieht, geschiveige denn vor den Toren der Stadt, im frischen grünen Walde. Dorthin kamen sie ja niemals I Wie mit eiserner Kette waren sie an ihren Ladentisch geschmiedet, von morgens 6 bis nachts 11 Uhr, wochentags wie Sonntags. Und trotzdem widersetzten sie sich dem Gesetz, das sie befreien sollte! Trotzdem stimmten sie den„staatserhaltenden" Phrasen zu, die sich besonders in der liberalen Presse damals breitmachten und den Ruin des Handels prophezeiten. Als aber trotz ihres Widerstandes das Gesetz doch zur Durchführung kam, da merkten sie erst, welch große Wohltat man ihnen erwiesen hatte. Wie von einem schweren Joche erlöst atmeten sie auf und wir glauben nicht, daß auch nur einer unter ihnen ist, der sich wieder nach den Zuständen zurücksehnt, die ihn zwangen, auch den ganzen Sonntag hinter dem Ladentisch zu verbringen. Und genau so liegt die Sache heute. In Berlin und seinen Vororten herrscht in den Ladengeschäften noch die Arbeitszeit bis 9 Uhr abends. Das Gesetz erlaubt, sie auf 8 Uhr abends herabzusetzen, wenn mindestens zwei Drittel der Geschäftsinhaber das wollen. Als aber vor einigen Jahren eine Abstimmung vorgenommen wurde, da kamen die zwei Drittel nicht zustande. Wie war das möglich Ganz einfach: die kleinen und kleinsten Ladenbesitzer haben auch jetzt noch eine so übermäßig lange Arbeitszeit, daß sie immer noch nicht in der Lage sind, das, was außerhalb des Geschäfts vorgeht, zu überblicken. Und deshalb wissen sie immer noch nicht, daß eine weitere Verkürzung der Arbeits� zeit in ihrem eigenen Interesse liegt. Deshalb glauben sie auch heute noch dem Geschwätz jener, die ihnen erzählen. daß sie untergehen müssen, wenn sie den Umsatz der letzten Abendstunde verlieren. Darunter leiden nun aber die Handlungsgehülfen mit. Wie die Gesetzgebung einmal liegt, hängt die Einfiihrung des Achtuhr-Ladenschlusses von der A b st i m m u n g der P r i n- z i p a l e ab. In vielen Städten des Reiches ist dieser Fort schritt bereits errungen, in der Haupt st adt Berlin n o ch n i ch t! Da ist nun weiter nichts zu machen, als die Prinzipale, besonders die Inhaber der kleinen und kleinsten Geschäfte, über die wahre Sachlage aufzuklären. Und das ist eine Gelegenheit für die gesamte Arbeiterschaft, ihre Solidarität zu beweisen. Ein beliebter Vortvand der Gegner ist: man könne die Läden, besonders in den Außenbezirken und Vorstädten, des halb nicht um 8 Uhr schließen, weil die Masse der Arbeiter erst nach 8 Uhr abends ihre Einkäufe besorgen. Es gilt, das Gegenteil zu beweisen, und deshalb muß es sich jeder Ar bciter zum unverrückbareu Grundsatz machen, niemals nach 8 Uhr abends einen Laden zu betreten! Man kann mit leichter Mühe seine Zeit so einteilen, daß alle Einkäufe vor 8 Uhr besorgt sind. Denken wir an unsere Arbeitsbrüder und -Schwestern hinter dem Ladentisch, denen wir durch Nach lässigkeit in solchen Dingen die Aussicht auf ein bißchen mehr freie Zeit verkümmern! Doch das ist noch nicht genug. Es muß auch wieder einmal tatkräftig der Versuch gemacht werden, durch eine neue Abstimmung die erforderliche Stirninenzahl zum Achtnhr- Ladenschluß zusammenzubringen! Die beteiligten Gewerkschaften, nämlich der Zentralverband der Handlungs g e h ü l f e n und der Deutsche Transportarbeiter- verband haben deshalb beschlossen, am kommenden Sonntag, den 15. September, eine umfassende Unter- schriftensaiiimluug zu diesem Zweck im Landespolizeibezirk Berlin, d. h. in den Städten Berlin, Charlottenburg, Schöne- berg und Nixdorf zu veranstalten. Dazu ist die Hülfe aller organisierten Parteigenossen erforderlich. Die Berliner Getverkschaftskominission und die Wahlvercine von Groß-Berlin haben ihre Zustimmung gegeben, und wir richten nunmehr den Appell an die Parteigenossen der genannten Städte, sich an diesem Werk der Solidarität vollzählig zu beteiligen! Im heutigen Zahlabend wird das Material ausgegeben werden. In jedem Laden oder Keller, in dem Ware ver- kauft wird, ganz gleich welcher Art, ist ein Flugblatt und eine Karte abzugeben. Selbstverständlich kommen— nach Lage der Gesetzgebung— solche Läden, wo keine Ware verkauft wird, nicht in Betracht. Also z. B. fallen weg: die Restaurateure, Barbiere, Friseure, Wasch- und Plättanstalten, Konditoreien, Besohlanstalten und Schuhmacher, die nur Reparawren vor- nehmen, Schlosser usw., also alle Handiverker, die nur Ware herstellen, dieselbe aber nicht verkaufen.— In allen übrigen Läden muß, wie gesagt, sowohl ein Flugblatt wie eine Karte abgegeben werden. Der Inhaber Tder die Inhaberin ist zu ersuchen, die Karte genau auszufüllen. Es ist besonders darauf zu achten, daß die Vor- und Zunamen recht deutlich geschrieben werden(keine Abkürzung). Am besten nimmt man die aus- gefüllte Karte gleich wieder mit. Sollte jedoch der Inhaber bei Abgabe des Flugblattes und der Karte nicht anwesend sein, so muß die Karte ein oder zwei Tage später abgeholt werden. Alle ausgefüllten Karten müssen dem Bezirksführcr späte st ens am Mittwoch, den 18. September 1997, zurückgegeben werden. Wenn Inhaber von Geschäften sich weigern, ihre Unter- schrift zu geben, so ist möglichst der Name und die Adresse genau zu notieren und dem Bezirksführer zu übergeben, da- mit später noch der Versuch gemacht werden kann, ihn davon zu überzeugen, daß er nur in seinem eigenen Interesse handelt, wenn er für den Achtuhrladenschluß stimmt. Parteigenossen, ans Werk! Die Berliner Sozialdemo- kratie muß zeigen, daß sie auf dem Posten ist, wo es eine Pflicht der Solidarität zu erfüllen gilt l papierener oder tviritlicher Protest? Die„Volks-Zeitung" veröffentlicht zivei Zuschriften aus freisinnigen Wählerkreisen, die gegen den schmachvolle« Blockschacher der— von wegen„Bildung(?) und Besitz" führenden— Freisinnsleitung entrüsteten Protest erheben. Und bezeichnenderweise stammen die Zuschriften nicht nur aus Arbeiter-, sondern auch aus Handwerkerkreise nl Ein Berliner Handwerksmeister schreibt der„Volks- Zeitung": „ES erfüllt mich mit großer Freude, dah die„Volls-Zeitung", wie stets, so auch jetzt wieder, im Kampfe um die Wahlrechts- reform mit größter Entschiedenheit sich der Jnter- essen der erwerbstätigen Bevölkerungskrcise annimmt, und daß sie den Herrschaften gründlich den Standpunkt klar macht, die ihre Hand zu einer bloße» Scheinreform des „elendesten aller Wahlsysteme" bieten wollen. Von dieser Schein- reform würde niemand mehr benachteiligt werden, als die Handwerker. Es ist bekannt geworden, daft nach dem Muster der sächsischen Wahlreformvorlage die preuftischen Herren Junker und ihr Blockgefolge bereit sein sollen. ein sogenanntes P l u r a l w a h l s y st e in zu bewilligen. Damit hoffen sie wohl dem Volke den Mund stopfen zu können. Damit denken sie dem Rufe nach einer wirklichen Reform des preufti- schen DreiklassenwahlsystcmS ein Ende bereiten zu können I Daraus folgt, daft diese Elemente uns Handwerker für unerlaubt dumm halten müssen, wenn sie annehmen, u n S d a ni i t Sand in die Augen streuen zu können l In dem Pluralsystem, wie es in Sachsen vorgeschlagen wird, soll derjenige von vornherein eine Stimme mehr haben, der es in der Schule bis zum Einjährigenzeugnis gebracht hat. Nun kenne ich Tausende von tüchtigen Handwerksmeistern, die dieses Zeugnis nicht erworben haben, die aber trotzdem sehr tüchtige und intelligente Staatsbürger sind und die vom politischen, Wirtschaft- lichc» und praktischen Leben mehr verstehen als mancher andere, der sich mit Ach und Krach bis zum Einjährigenzeugnis in der Schule durchgedrückt hat. Auch die Geldfrage soll wiederum, wenn eS zum Plural« Wahlsystem kommt, eine Rolle spielen. Ich weift noch nicht, Ivie die Abstufung deS Wahlrechts nach dem Jahresverdienst in Preuften erfolgen wird. Jedenfalls kann mancher tüchtiger Handwerker eS trotz allen Fleißes und aller Arbeit nicht weiter bringen, als daft er eine sehr bescheidene Lebenshaltung innetzaltcn muß. Soll er nun deshalb durch ein m i n d e r iv e r t i g e s Wahlrecht gestraft werden, weil er vielleicht den Satz für die Verdoppelung des Stimmrechts nicht erreicht?"... Wenn die Kleinhandwerker nicht wirklich so„ u n e r- laubt dumm" sind,>vie sie die freisinnigen Führer nach diesem Zeugnis eines freisinnigen Handwerkers einschätzen, werden sie den freisinnigen „Führern" ebenso nachdrücklich„den Standpunkt klarmachen". Die nächste und beste Gelegenheit dazu bietet ja die am nächsten Sonntag stattfindende freisinnige Monster- Versammlung im Zirkus Busch! Worte nützen ja nichts, die„Führer" wollen Taten sehen, um nicht ans die in Norderney gestellten Leimruten des„ a g r a r i s ch e n R e i ch S- k a n z l e r s" zu kriechen 1 Ein Arbeiter schreibt dann weiter dem wild-frei- sinnigen Blatte: „Ich bin Mitglied eines G ewerk ver eins(H. D.). Nach unserem Statut ist unsere Organisation politisch neutral. Ich persönlich aber bin demokratischer Ge« siiinung wie wohl die erdrückende Mehrzahl oller mehr als 100000 Arbeitskollegen, die Hirsch- Dunckerisch organisiert sind. Und so möchte ich mir als 8rrbcitcr das Recht nicht nehmen lassen, meine Meinung über die gegen- wärtige Wahlrechtsfrage auszudrücken. Wir Ltrbeiter, die wir nicht zur Fahne Bebels schwören mögen, wissen diese» Eintreten für eine alte demokratische Forderung doppelt zu schätzen, wo leider der größte Teil der freisinnigen Presse in dieser Beziehung voll- ständig versagt. Sie glauben gar nicht, wie uns das Auftreten einiger Freisinnsgröfteii berührt, die als Kanffchnkmänner zur Wahlrechtsfrage stehen und die frei- sinnigen Wähler davon abreden wollen, die allgenieine direkte geheime und gleiche Wahl für Preußen zu verlangen. ES scheint so, als wollen diese Herren die Arbeiter, die noch nicht sozialdemokratisch sind, mit Gewalt vor den Kopf stoßen und sie von ihren Rockschößen abschütteln. Diese Neunmalklugen mögen sich darüber nicht täuschen: Wen» die Freisinnige Volkspartei auch in dieser Frage nicht dicht hält, dann wird ihr kein Arbeiter mehr über den Weg tränen. In unserer Fachpresse wird diese Frage leider nicht eingehend genug behandelt. Vielleicht, weil man denkt, man will dem Statut treu bleiben und nicht in Politik machen. Das ist aber eine falsche Auslegung des Statuts. Denn wir könne» uns sozial nicht verbessern und alle unsere sozialen Bestrebungen schwebe» gleichsan, in der Luft, wenn wir gar keinen Einfluß auf daS Parlament und auf die Slbgeordnete» ausüben wollen. Wir als Arbeiter müssen das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht zum preuftischen Ab- geordnetenhause haben. Das gibt uns erst die Möglichkeit, unsere sozialen Gewerkvereinsbestrebungen verniöge der Gesetz- gebung so zil fördern, ivie wir es gern möchten. Den Herren von der freisinnigen Fraktion, zu der ja auch unser V e r b a n d s v o'r s i tz e n d e r. gehört, möchte ich im Sinne von Zehntausenden von Arbeitern zurufen: Spielt nicht mit unseren berechtigten Forderungen, als ob wir nichts bedeuten I Es könnte dem Freisinn einen argen Stoß versetzen, wie er ihn noch nie erlebt hat» wenn ihr jetzt nicht, wo- zu euch außer der„Volks-Zeitung" auch der alte Kämpe der Fortschrittspartei, der Jnstizrat Albert Traeger, ermahnt hat, den Arbeitern zeigt,- daft euch das Programm ernst ist l" Auch hier können wir nur wiederholen: mit der platonischen Entrüstung, mit dem Protest in der Presse ist es nicht getan. Wenn die Tun sende Hirsch- Dunckerschev Arbeiter wirklich auf dem Standpunkte des Briefschreibers stehen, so haben sie bereits am nächsten Sonntag Gelegenheit, ihrein Protest nachdrücklichsten, weit- hallendsten Ausdruck zu geben. Oder wollen sie sich ohne den geringsten Versuch deS Widerstandes von den Freisinns- Wählern aus Berlin W. majorisieren lassen?! Der 15. September wird für die demokratischen Elemente deZ Freisinns die Generalprobe sein! Nitwen- und AsIlenveisscheiMg. Als iir Jahre 1902 der Kampf um den neuen Zolltarif tobte, stellte das Zentrum, um die über die Verteuerung ihres Lebens- Unterhalts durch den neuen Tarif besorgte katholische Industrie- arbeiterschaft zu beschwichtigen und sich als ihren Wohltäter auf- zuspielen, im Reichstage den Antrag, dah ein bestimmter Teil der neuen Zollcrträge zur Durchführung einer Witwen- und Waisen- Versorgung Verwendet werde, und tatsächlich gelang es denn auch der Zentrumsfraktion, in das Zolltarifgesetz einen Paragraphen -(ß 15) hineinzubringen, der bestimmte, daß der Teil der aus der Verzollung von Roggen. Weizen, Rindvieh, Schafe, Schweine. Fleisch. Speck und Mehl gewonnenen Zolleinnahmen, der den im Durchschnitt der Jahre 1898 bis 1903 auf den Kopf der deutschen Bevölkerung entfallenden Nettozollertrag dieser Waren übersteigen werde, zur Durchführung der Witwen- und Waisenversorgung be nutzt werden solle. Komme bis zum Jahre 1910 kein Gesetz über die Witwen- und Waisenversicherung zustande, so sollten von da ab die Zinsen der angesammelten Mehrerträge sowie die eingehenden Mehrerträge selbst den einzelnen Jnvalidenversicherungsanstalten „nach Matzgabe der von ihnen im vorhergehenden Jahre aufgebrach tcn Versicherungsbeiträge" zum Zwecke der Witwen- und Waisen- Versorgung der bei ihnen Versicherten überwiesen werden. Durch diesen Paragraphen sollte nach der Versicherung der ZenirumSpresse die Sinführung der Witwen- mrd Waiscnversorgung in Deutschland garantiert sein. Mit den üblichen Tamtamklängen wurde die unermüdliche Arbciterfürsorge deS Zentrums angepriesen und den Arbeitern verheitzen, datz, wenn auch vielleicht die Preise einiger Lebensmittel infolge der Erhöhung der Zollsätze etwas steigen sollten, dafür die Arbeiter künftig den Vorteil haben würden bei ihrer Abberufung durch den Tod ihre Witwen und Kinder vor Elend und Not geschützt zu wissen, denn der Ueberschutz der Zoll- ertrüge würde sich voraussichtlich auf 70— 80 Millionen Mark— teilweise wurden noch höhere Summen genannt>— jährlich stellen; bis zum Jahre 1910 würde also der Versicherungsfonds mehrere hundert Millionen Mar! betragen, und daniit lietze sich schon manche? machen. Wie so viele andere Verheitzungen des Zentrums erweitzt sich jedoch auch diese als ein Phantom. Schon bei den Zollverhand lungen im Reichstage wurde darauf hingewiesen, datz der Ertrag aus solchen Zollüberschüssen sehr unsicher und schwankend und deshalb zur Fundierung der Witwen- und Waisenversicherung wenig geeignet sei. Und wie damals befürchtet wurde, ist es gekommen, bisher haben dir Zollerträge noch keinen Pfennig zum Witwen» und Waisenfonds geliefert. Das Zolltarifgcsetz ist am 1. März 1906 in Kraft getreten. Schon in dem einen noch n. das Rechnungsjahr 1905 fallenden ersten Monat der Geltung des Zolltarifgesetzes stellte sich heraus, datz der FoudS eine Dotatioir nicht erhalten werde; und auch im Etats jähr 1906(also vom 1. Mai 1906 bis Ende April 1907) ist für ihn nicht der geringste Betrag abgefallen, so datz noch immer der Fonds nur in der Phantasie existiert. Das wird wahrscheinlich in schlechten Erntejahren, wenn Deutschland grötzere .Mengen Korn auS dem Auslände hinzukaufen mutz, anders werden Aller Voraussicht nach wird schon im laufenden Jahre sich ein Ueberschuhertrag ergeben. Ob er aber auch nur die Hälfte der früher veranschlagten Summe von 80 Millionen Mark erbringen wird, ist höchst zweifelhaft. Jedenfalls aber ist diese Einnahme quelle de? Hinterbliebenenversicherungsfonds eine so unsichere und schwankende, dich auf dieser Basis die Witwen, und Waisenver- forgung nicht begründet werden kann. Das geben auch die„Berk. Pol. Nachr." in einer offiziösen Notiz zu. Sie schreiben: „Wie dem aber auch sein wird, gleich die ersteZeit der Existenz des Hinterbliebenenversicherungsfonds gibt die Lehre, datz es sich hier um eine recht schwankende Einnahme und demgemätz auch um eine recht schwankende finanzielle Unter- läge für die Witwen- und Waisenversorgung handelt. Nach dem Zolltarifgesetze würden die aus den landwirtschaftlichen Zöllen zu erwartenden Mehrerträge, sobald die Witwen, und Waisenversorgung durch Gesetz eingeführt wäre, jährlich für diese Versorgung zu verwenden sein. Wenn aber, was später doch auch möglich, in einem Jahre jeglicher Mehr- ertrag wegsallen würde, dann würde überhaupt nichts zur Verwendung für diesen Zweck aus laufenden ReichSeinnahmen vorhanden sein. Man wird also gut tun, bei der Ausarbeitung des Witwen- und Waisenversorgungsgesetzes hierauf Rücksicht zu nehmen und den infolge dieser Ertragsschwankungen möglichen Mitzständen vorzubeugen." Das ist richtig. Die Vorteile, die das Zentrum der Arbeiter- fchaft auS dem§ 15 deS Zolltarifgesetzes versprochen hat, er- weisen sich als recht zweifelhaft. Dagegen ist die Verteuerung seines Lebensunterhalts durch den neuen Zolltarif eine Tatsache« dix der Arbeiter täglich am eigenen Leibe verspürt, Bayern 11719,58:2*. Sachsen(Königreich)..... 64 956,89, Württemberg....... 4151,97„ Bade».......... 5 579,23„ Hessen.......... 4 562,25„ Mecklenburg-Schwerin.... 400,—„ Sachsen-Weimar...... 1 490,60„ Oldenburg........ 2 757,02„ Bramischwcig....... 2287,61„ Sachsen-Mciningen..... 490,92„ Altenbiirg......... 1 932,74„ 977,93 594,54 53,46 274,40 10,20 594,— 1 702,- 186,24 Die Finanzen der Partei. Die soeben erschienene Broschüre, die als Vorlage für die Delegierten zum Essener Parteitag die Berichte des Parteivorstandes, der Vertrauensperson der Genossinnen und der ReichstagSfraktion vereinigt, gibt eine in dem in der Presse erschienenen Vorstandsbericht nicht enthaltene Übersicht- liche und sehr interessante Zusammenstellung der Partei- beitrüge, die der Zentralkasse zuflössen, nach den Landestellen geordnet. Die Tabelle A verzeichnet die Beiträge der O r g a n i sationen, nach der amtlichen Reihenfolge der Reichstags Wahlkreise geordnet. Danach sind eingegangen aus Ostpreußen........ 616,80 M. Westpreußen........ 862,24, Brandenburg........ 153 274,18„ (darunter Groß-Berlln.... 150000,—, (so dah Brandenburg ohne Grotz-verlin gezahlt hat 8 274,18 ,) Pommern......... 1 778,80, Posen.......... 84,70, Schlesien......... 7 663,86, Sachsen(Provinz)...... 13 546,88„ Schleswig-Holste«,,.... 20 613,78„ Hannover. 18 522 63„ Westfalen......... 8 880,17„ {essen-Nassan....... 6 330,14, Heinprovinz....... 16618,93, Preußen insgesamt..... 246699,09. Kobiirg-Gotha Anhalt........ Schwarziurg-SouderShaiisen Schwarzburg-Rudolstadt.. Wal deck....... Reich ölt. L....... Reich jüng. L...... Lippe........ Lübeck.......... 1 250, Bremen......... 7 600,64„ Hamburg......... 101 525,97, Elsaß-Lothringen...... 592,48„ Die Tabelle B führt die sonstigen Beiträge, nach den Orten alphabetisch geordnet, auf: Berlin ist mit 55 608 M. angeführt, doch sind das nur die aus der Stadt Berlin gezahlten Beiträge, die der anderen Orte im Bezirk Groß- Berlin sind gesondert aufgeführt. Und zwar sind verzeichnet: A d l e r s h o f 15,—. A l t- G l i e u i ck e 40,—, Box- Hagen 1,45, Buch 10,—, Charlottenburg 63,60, Friedenau 35,—, Friedrichs Hagen 95,90, Lichten- berg 1,55, Mariendorf 11,50, Marienfelde 15,—, Neue Mühle 4,—, Neuenhagen 20,—, Nied er- Schöneweide 36,50, Ober-Schöne weide 57,50, Oranienburg 15,—, Pankow 12,—, R i x d o r f 114,90, Rummclsburg 25,—, Schöneberg 25,—, Steglitz 17.—, Stralau 150,—, T e m p e l h o f 46,75, Waid- mannslust 20,—, W e i ß e n s e e 44,20, insgesamt 870,73 Mark. An sonstigen Beiträgen sind also aus Berlin- Stadt 55605 M., aus anderen Orten Groß-Berlins 876,75 M., insgesamt aus Groß- Berlin an sonstigen Beiträgen 56484,75 M. eingegangen. Es sind also der Partcikasse ans Groß-Bcrlin zugeflossen an Beiträgen der Organisationen 150000 M., an sonstigen Beiträgen 56 484,75 M., insgesamt also 266 484,75 M. Außerdem ist Groß- Berlin der größte Teil des 170 682,90 M. betragenden Ueberschusses deS«Vor- wärtS" zuzurechnen._ lilarohfco. poUtilcbc Ocbcrficbt. Berlin, den 10. September 1907. Jnngliberalc Flottenbegcisterung. Auf feiner Vertreterversammlung, die der Reichsverband dev nationalliberalen Jugend dieser Tage in Kaiserslautern abhielt, beschäftigte er sich selbstverständlich auch mit der deutschen Welt- und Flottenpolitik; und ebenso selbstverständlich ist, datz sämtliche als Vertreter anwesenden grotzen Kinder mit und ohne Vollbarte darüber einig waren, datz die deutsche Flotte völlig ungenügend sei und also schnellstens ausgebaut werden müsse. Als Referent fungierte ein Herr Hellbeck aus Elberfeld, der lang und breit über deutsche Zukunftsgarantien, Offenhaltung des Weltmarkts, Auf- bau eines deutschen Kolonialreichs, tatkräftige koloniale Er- schließungsarbcitcn, deutsche Volkskraft usw. redete und schließlich «ine lange Resolution zur Annahme empfahl. In ihrem ersten Teil begrüßt diese Resolution„die Be- strebungen zur Anbahnung eines friedlichen Einvernehmens der grotzen Kulturvölker der Erde"— dann aber heitzt es weiter: In der deutschen Wehrkraft erblickt die nationalliberale Jugend nicht lediglich„ein notwendiges Hebel", sie schätzt die deutsche Wehrkraft als ein großes nationales Gut: Die Pflanz- statte echten Manncsmutcs und eiserner Disziplin. Die national- liberale Jugend erwartet aber auch, datz dem Volke die Freude an Heer und Flotte nicht getrübt wird durch einen engen mili- tärischen Kastengeist und durch unwürdige Behandlung der Rekruten. Der Vertretcrtag ist der einmütigen Ueberzeugung, datz mit den Flottcngesctzen von 1900 und 1906 für die EntWickelung unserer Seemacht nicht an die nationallibcrale Die französische Regierung ist mit der Antwort Deutsch- lands auf ihre Mitteilung, daß sie französische Polizeitruppen in die Häfen legen»verde, zufrieden,»vie Clemenceau erklärt hat. Sie kann das auch sein, da die Antivort der deutschen Regierung bedeutet, daß sie ztvar nicht sehr erbaut von dein französischen Vorschlag ist und von ihm Gefahren für die Europäer in Marokko befürchtet, daß sie ihm aber nichts in den Weg legen will und die Hände in Unschuld wäscht. Die..Vossische Zeitung" liest sogar aus der Antwort heraus:„Wenn wir diese deutsche Erklärung recht verstehen(und wir sehen nicht ein, wie sie anders aufgefaßt»verden soll), so bedeutet sie nicht nur einen Freibrief, sondern geradezu eine Anforderung an Frankreich und das mit Frankreich operierende Spanien, alle in der Algecirasatte genannten marokkanischen Häfen mit möglichst viel Truppen zu besetzen. Frankreich hat daher allen Grund, mit dieser deutschen Antwort durchaus zufrieden zu sein." DaL freisinnige Blatt will auch wissen, die im„Temps" geäußerte französische Ansicht, Deutschland werde die Ent- s ch ä d i g n n g s f o r d e r u n g e n für Casablanca bei Marokko, dem die„Beschießung verursachenden Staate", geltend»nachen, werde hier nicht geteilt.„Nach genauester Prüfung der Ersatzansprüche werden diese dem Staate übermittelt werden, der für den Schaden unmittelbar verantwortlich gemacht werden muß. Allem Anschein nach lvird also Frankreich zahlen müssen. Es wird dann seine Sache sein, wie es sich mit Marokko darüber auseinandersetzt." Das französische Ministerium hat nun tags vorher be- schlössen, daß Frankreich nicht verantwortlich für die Schäden sei und die Schadenersatzansprüche Hei Marokko anzubringen seien. Vom Waffenstillstand wird nichts»veiter berichtet, offenbar sind die Unterhändler nicht erschienen. Die Meldungen des Tages lauten: Paris, 10. September. Die„Aurore" findet, der gestrige Minister- rat habe in der Schade nersatzangelegenheit. um derent- Ivillen die deutsche Presse so großen Lärm schlage, den besten AuS- weg gefunden. Der Schaden werde nach Feststellung durch eine internationale Kommission auf Kosten Marokkos ersetzt»verde«. London, 10. September. Die Fremden in Tanger mißbilligen nach einer Meldung der„Morn. Post" die Absicht Frankreichs, die Hafenstädte militärisch zu besetzen, da sie eine Wiederholung der Mordszenen von Casablanca befürchten; die an Ort und Stelle ge- troffenen Matzregeln in Tanger, Mogador und Rabat seien zur Sicherheit der Europäer ausreichend. Loudon, 10. September. Nach einer Tangerer Meldung der „TiineS" verkündet Mulay Hafid in einem an die Gesandt- chaften in Tanger gerichteten Schreiben, datz er mit den euro« päischen Mächten in Frieden leben, alle von früheren Sultanen mit Europa abgeschlossenen Verträge gelvissenhaft halten und alle schwebenden Fragen und Forderungen erledigen wolle. Zum Zeichen der Aufrichtigkeit dieser Gesinnung hat Mulah Hafid dem Brief da? große Staatssiegel aufgedrückt.„Daily Mail" meldet aus Tanger, daß die Beziehungen zwischen Spanien und Frankreich gespannte seien, weil Spanien eine grötzere Truppen- in a ch t, als sie Frankreich aufbietet, uuter einem General nach Marokko abzusenden beabsichtigt, wogegen Frankreich Einspruch er- hebt.(„Boss. Ztg.") Paris, 10. September. Die Zeitungen melden aus Casablanca, daß französische Truppen, dreitausend Mann stark, bereit waren, am Sonntagmorgen nach Taddert zu marschieren, als die Aerzte dem General Drude absolute Ruhe auferlegten. Da dieser eS nicht für nottocndig hielt, die Ereignisse zu überstürzen, verschob er den Marsch, den er selbst kommandieren wollte, auf den folgenden Tag. Er hofft, seinen Anfall von gastrischem Fieber heute so weit überwunden zu haben, daß er das Kommando wieder übernehmen kann.— Admiral Philibert erhielt nach hier eingegangenen Drahtungen die Meldung, daß die Abreise deS Sultan? von Fez nach Rabat gestern erfolgen sollte. Gleichzeitig erhielt er die Nachricht, datz Sendling« deS Stammes Aissa aus Rabat nach Casablanca unterwegs seien, um zu unterhandeln. G i b r a l t a r, 9. September.(Meldung deS Rciitcrsche» BnreaiiS.) In AlgeciraS ist der Befehl eingetroffen, daß eine Brigade in Stärke von 7066 Mann unter General Cano am Mittwoch zur Ein- schiffung nach Tanger bereit sei» soll. «nng geschehen ist. Er richtet deshalb ........................... Fraktion des Reichstages das dringende Ersuchen, die Initiative zu einer weiteren Verstärkung der deut- schen Kriegsfloite ergreifen zu wollen und ihren Einflutz dahin geltend zu machen, daß l 1. der Bau unserer Linienschiffe so beschleunigt wird, datz wir nicht erst im Jahre 1920, wie es das Flottengesetz vom Jahre 1900 vorsieht sondern zu einem wesentlich früheren Zqit- punkt zwei Doppelgeschwader vollwertiger Linienschiffe be- 2. die�Altersgrcnze der Linienschiffe von 25 auf 20 Jahre herabgesetzt wird, 3. unsere Kreuzerflotte über den Nahmen der Flottengesetze von 1900 und 1906 hinaus vermehrt»vird, 4. der Bau einer llntersecbootsflottille sofort tn Angriff ge- nommen wird, 5. unsere Küstenbefestigungen erheblich verstärkt werden. Natürlich wurde die Resolution mit großer Mehrheit akzeptiert. Die nationalliberale gereifte Jugend übertrumpft also nicht nur die alten Serren des Nationalliberalismus an FlottenenthusiaSmus. sondern selbst Herrn Peter Spahn aus Kiel. Warum auch nicht, ist doch der Enthusiasmus das Vorrecht der Jugend.-» Noch einmal Herr Erzberger. Bereits neulich, als wir mitteilten, datz die Beleidigungsklage des Gouverneurs a. D. v. Bennigsen kontra Erzberger zum Heile des letzteren mit einem Vergleich endete, wiesen wir darauf hin. wie notwendig eS sei. daß Herr Erzberger endlich einmal die- jeingen Zeitungen namhaft mache, von denen er seinerzeit behauptet hatte, daß sie b e st o ch e n seien, die Kolonialskandale zu unterdrücken. Herr Erzberger. der damals in seiner Fehde mit dem Koloniälgeheimrat Helferich im Reichstage mit Stolz als zun: „Jountalistenvolk" gehörig sich bekannte, auf das Herr Hclferich als minderwertig herabsehen zu können glaubte, wird eS begreifen, wie notwendig es ist. daß die Presse, der anzugehören er sich zur Ehre rechnet— bekanntlich versieht Herr Erzberger ja auch ein halbes Hundert Zeitungen der Zentrumspresse mit Nachrichten—. über solche Unehrenhaftigkeit. wie sie nach Herrn ErzbergerS Erklärung bestehen soll, aufgeklärt wird. Wir richten also gleich anderen Zeitungen wieberholt an Herrn Erzberger die Aufforderung, wenn er nicht als Schwätzer gelten will, endlich einmal mit der Sprache herauszurücken. Heraus mit den Namen derjenigen Zeitungen, welche sich be- stechen ließen! Die Klage des Herrn v. Bennigsen gegen den Abgeordneten Erzberger erinnert uns übrigens an eine weitere Klage, die der Staatsanwalt gegen ihn bezlv. den„Anzeiger im Oberland" wegen Beleidigung der südwestafrikanischen Schutztruppe erhoben haben soll. Herr Erzberger bestritt damals in einem in den»Kon- stanzer Nachrichten" veröffentlichten Briefe. durch jenen mit„15" gezeichneten Artikel im„Anzeiger im Oberland", als dessen Verfaster allgemein in der Presse Herr Erzberger genannt wurde, die südwestafrikanischc Schutztrnppe je insgesamt beleidigt zu haben. Auf diese Erklärung dürften Regierung wie Staatsanwalt- schast jedoch wenig Gewicht gelegt haben. Bon größerer Bedeutung für sie dürften dagegen wohl diejenigen Einzelfälle gewesen sein, die der loyale Herr Erzberger dem Kolonialdirektor Dernburg vertraulich mitgeteilt haben will; da? Resultat der Untersuchung auch dieser Fälle, ivelches Herr Dernburg im Winter dem kindlich gläubigen Reichstag mitzuteilen versprach, ist niemals mit- geteilt worden. Herr Erzberger aber verhält sich ganz ruhig! Oder wegen der gegen ihn erhobenen Klage abwartend? Besteht hier vielleicht ebenso wie in ftüheren Fällen Druck und Gegendruck? Fürchtet man, daß bei einer öffentlichen Ver- Handlung soviel Aergernis Erregendes bekannt wird, daß die Regie- rung bezlv. die Staatsanwaltschaft auch in diesem Falle—»vir erinnern an das vor einiger Zeit gegen unseren verantwortlichen Redakteur wegen Beleidigung der südwestafrikanischen Schutztruppe eingeleitet gewesene, auf Anraten des Oberstaatsanwalts Jsenbicl eingestellte Verfahren wegen Beleidigung— die Hinnahme der Beleidigungen deS Herrn Erzberger einem Bekanntwerden der Skandale vorzieht, mit denen Herr Erzberger aufwarten würde?— Moffes Gröstenwahn« Das„Verl. Tagebl." veröffentlicht in der Prcffe, so in der„K ö l n. Z t g.". Annoncen, in denen Herr Mosse seinein Blatte nachsagt: „Seine Bedeutung als maßgebendes politisches Organ ist in der ganzen Welt anerkannt." Möglich, daß die Leser des Moffeblattcs in Japan oder Brasilien glauben, daß das„B. T." ein„politisch maß- gebendes" Blatt ist. Wie„maßgebend" das Mosieblatt innerhalb seiner e i g e n e n P a r t e i ist, hat ja erst»vieder die Wahlrechtsdebatte bewiesen I Da war das„B. T." solange maßgebend, als eS in das Horn der freisinnigen Wahlrechtsschacherpolitik blies, was ja bekanntlich noch im Juli der Fall war. Als eS gleichzeitig mit dem ebenso„maß- gebenden" politischen Verwandlungskünstler Naumann seine Schwenkung nach links vollzog, war eS im Handumdrehen um seinen politischen Einfluß geschehen. Aber vielleicht sichert es sich seine„maßgebende Bedeutung" wieder dadurch, daß es nun gleich Herrn Naumann wieder rechtsum kehrt macht!— Späte Erkenntnis. Am Montag ist in Köln der Rednerturfus der nationalliberalen Partei der Rheinprovinz eröffnet worden. Professor Moldenhauer hielt die Begrüßungsansprache, worin er darauf hinwies, daß in der nationalliberalen Partei sich schon seit langen Jahren das Bedürfnis gezeigt habe nach geeigneten Rednern für die Agitation, für die Verbreitung der nationalliberalen Ideen und des Verständnisses für die bedeutenden Aufgaben der Gegenwart.„Während das Zentrum, die Sozialdemolratie und auch die christlichsoziale Partei in trefflicher Weise hier Fürsorge getroffen hatten und überall Redner ins Feld führen konnten, litt die national- liberale Partei entschiedensten Mangel an diesen so wichtigen Kräften. In den Versammlungen, in der Debatte machte sich außerdem sehr bedenklich das Fehlen von ge- schulten Parteigenossen geltend, die den meist trefflich vorbereiteten und mit dem Parteiprogramm und den Tagesfragen wohlvertrauten Gegnern erfolgreich entgegentreten konnten. Auch die Leitung vieler Versammlungen entbehrte der nötigen Sicherheit und Ruhe." Die nationalliberale Partei hat nun bereits eine Geschichte von vier Jahrzehnten hinter sich, man muß sich wundem, daß die Partei, in der sich„Bildung und Besitz" paaren, erst im Schwabenalter daran denkt, sich mit den elementaren Fähigkeiten des politischen Kampfes auszurüsten. Der Rednerkursus in Köln dauert acht Tage. Die Veranstalter denken nicht daran, wie Professor Moldenhauer bemerkte, nach dieser Zeit„formvollendete Redner entlassen zu können, wohl aber die Herren, soweit es möglich ist, mit dem besten Rüstzeug auszustatten, mit dem sie selbständig Iveiter arbeiten und sich für ihre hohe und bedeutsame Aufgabe vorbereiten können". Und diese Aufgabe besteht darin,„die großen Volksmassen zu gewinnen, ihnen die Aufklämng zu bringen und ihnen zu zeigen, daß fie in der nationalliberalen Partei den sichersten Hort und die beste Förderung aller ihrer Interessen finden". Bei aller Achtung vor dem pädagogischen Geschick national- liberaler Professoren wie vor der Gelehrigkeit nationalliberaler Rednerschüler, scheint uns der Zeitraum von acht Tagen doch arg knapp bemessen für das Studium der Kunst,„die großen Volks- Massen zu gewinnen".—_ Ein Schmiedegeselle als Volksschullehrer. Nicht nur Preußen, auch die Obotritenlande, besonders das Großherzogtum Mecklenburg- Strelitz. hat unter einem Mangel an Volksschullehrern zu leiden. Sein Umfang läßt sich zahlenmäßig nicht genau feststellen, denn von der Behörde wird schulstatistisches Material nicht veröffentlicht. Doch geht man kaum fehl in der An- nähme, daß mindestens 15 Proz. aller Lehrerstellen im Dominium des Herzogtums unbesetzt sind. Die Ritterschaft des Landes weiß sich jedoch zu helfen. Erst kürzlich wurde einem Schmiede- gesellen die Verwaltung einer ritterschaftlichen Schule über- tragen. Auch werden infolge des Lehrermangels viele alte Lehrer, die ihr Pensionsgesuch eingereicht haben oder einzureichen beabfichtigten, veranlaßt, noch weiter im AmteZzu verbleiben. „Für Preußen zeigt sich," bemerkt dazu die„Berl. VolkSztg.', „hier ein erfreuliches Vorbild, wie es seinem Lehrermangel be- gegnen kaim. Schon zu Friedrichs des Großen Zeiten waren als Lehrer vielfach Handwerker tätig. DaS Ideal, das sich preußische Junker von der Volksschule machen, wäre spielend erreicht, wenn man zu dieser Praxis zurückkehrte. Auch Unteroffiziere sind schon als Volksschullehrer vorgeschlagen worden. Nach junkerlichen An- schauungen lernt das Volk schon viel zu viel. Also munter drau loS„reformiert"! Soll Mecklenburg Preußen an Reformeifer für die Volksschule beschämen?" Vielleicht öffnet sich hier ein guter Ausweg, die Zivilanwärter, oie den Ansprüchen der VerwaltungS- und Gerichtsbehörden nicht genügen, unterzubringen. Zum.Volksbildner" langt'S allemall— Klassenjustiz. Dortmunder Blätter veröffentlichen die Namen der für die .tächste Schwurgerichtsperiode am Landgericht Dortmund ausgelosten Geschworenen. Unter den 30 Personen sind elf Direktoren und Ingenieure, also Angestellte der Großindustrie, sechs Kaufleute, drei Architekten, drei Rentner, drei Landwirte, ein Arzt, ein Apotheker, ein Oberlehrer, ein Hotelbesitzer und ein Gerichtstaxator— aber k e i n Arbeiter! Dortmund ist einer der großen Mittelpunkte des rheinisch-west- fälischen Industriegebiets. Die Arbeiterschaft macht dort den weit- aus größten Teil der Bevölkerung aus und ganz gewiß steht auch mancher Angeklagter aus dem Kreise der Arbeiter demnächst vor den Dortmunder Geschworenen. Aber unter den zwölf Männern der Gcschworcncnbank sitzt keiner, der ihm sozial nahesteht und feiner Gedanken- und Gefühlswelt soviel Verständnis entgegen- ringt, wie es zur Fällung eines gerechten Wahrspruches nötig wäre. Und zwischen dem Angeklagten und der Richtcrbank gähnt ein nicht minder tiefer und weiter Abgrund. Und bei einer solchen Aussicbung der Geschworenen soll etwas anderes herauskommen als Klassenjustiz? Ungarn. Wahlrechts-Dcmonstration. Budapest, 10. September. Die Vertreter sämtlicher Arbeiter- und Fachvcrcine haben beschloffen, am 10. Oktober aus Anlaß der Eröffnung des Parlaments im Interesse deS allgemeinen Stimm- rechts eine Straßenkundgebung zu veranstalten und die Arbeit an diesem Tage einzustellen. Die Arbeiter beabsichtigen, derartige Demonstrationen in allen Teilen des Landes zu veran- stalten. Italien. Polizei-Kamorra. Neapel, 10. September. Die Mitteilungen der Presse über die Mitschuld der Polizei bei den Verbrechen der Kamorra haben wiederum znv Verhaftung von zwei Kommissaren, eines Polizei- offiziers und verschiedener Polizciagenten gefuhrt, welche sämtlich beschuldigt sind, an zahlreichen Verbrechen der Kamorra beteiligt zu sein. Man erwartet weitere Skandale. Amerika. Eine interessante Liste von Namen bekannter Leute aus den Kreisen der Großfinanz und der Trusts veröffentlicht die New D orker„World". Es ist eine Beitragsliste zum Wahl- sonds für die republikanische Partei zur letzten Präsidentenwahl im Jahre 19041 Obenan steht Harriman, der bekannte Eisenbahnmagnat, mit 50000 Dollar. I. Pierpont Morgan, der Stahltrustmann, gab 10 000 Dollar. In Summa sind auf die Liste 260000 Dollar gezeichnet.-- Als einige Tage vor der Wahl 1904 der demokratische Kandidat behauptete, daß Roosevelt seine Wahlkampagne von den Trusthäuptern zahlen lasse, ließ Roosevelt öffentlich er- klären, daß diese Behauptung„ein gemeiner Wahlcoup" wäre, und er tat gewaltig entrüstet. Seitdem hat schon manche Ent- hüllung. z. B. die über die Verschwendung von Geldern der Lebensversichcrungsgescllschaften in New Jork ergeben, aus welchen Quellen die republikanischen Wahlfonds gespeist wurden. Die jetzt bekannt gegebene Liste ist ein neuer Beweis dafür, daß die Großkapitalisten die Wahl Roosevelts zum Präsidenten wünschten und als in ihrem Interesse liegend erachteten. Man tut gut, sich diese wichtige Enthüllung zu merken für den Fall, daß Roosevelt und seine Sippschaft wieder einmal so tun. als wolle der Herr Präsident— den Trusts ernstlich zu Leibe gehen.— Hus der Partei. Zum Essener Parteitag. In den drei Wohlkreisen Hamburgs sind als Delgierte ge- wählt: 1. Wahlkreis: Otto Stötten und Frau Luise gietz; 2. Wahlkreis: Georg Blume und Emil Fischer; 3. Wahlkreis: Heinr. S t u b b e, Berth. Grosse und Heinr. L ü t h. Zur Diskussion über die Stellung der Konsumgenossenschaften zu den Forderungen der Angestellten brachte die„Freie Presse" zu Elberfeld einen B. gezeichneten Beitrag, der sich gegen einen Artikel Kaufmanns in der„Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" richtet. Darin wird zum Schluß folgende Stelle aus dem Kaufmannschen Artikel zitiert: „Ich soll serner meine Leser nicht darüber unterrichtet haben, daß die Löhne der höchsten Angestellten, der Direktoren, von 10 000 auf 12 000 M. erhöht worden sind. In Nr. 30 Seite 363 der„Rundschau" steht ausdrücklich zu lesen, daß das Höchstgehalt der Geschäftsführer aus 12 000 M. erhöht worden ist. Es beträgt somit 0000 M. steigend bis 12 000 M., statt früher bis 10 000 M. Der Besucher hebt die Ziffern 10 000 M. und 12 000 M. durch Fettdruck hervor. Es erscheint ihm wahrscheinlich ungeheuerlich, daß die Leiter eines Unternehmens mit heute schon über 50 Millionen Mark Umsatz einen„Lohn" von 6000 bis 12 000 M. erholten. Nun ist allgemein bekannt, daß in Privatbetrieben gleicher Größe da? Drei- und Vierfache und mehr bezahlt wird, und daß wenn wir gar zu weit zurückbleiben, das Privatkapital alle Intelligenzen einfach weg- engagieren würde." Darauf antwortet B.: „Da haben wir's ja! Warum denn nun all die Aufregung und der Streit? Hier Ivird mit dürren Worten gesagt, daß der Zentralvorstand der Konsumvereine sich in Lohn- frage» nicht von soziale», sondern von unsoziale», von kapitalistischen Rücksichten leiten läßt. Nicht die Frage: Wie können die Arbeiter bei diesen Löhnen leben? ist für ihn entscheidend, sondern die Frage: Zu'welchem billigsten Preise können wir sie kriegen? Das war es, was v. E l m in Düsseldorf in die Worte kleidete: „Wir müssen uns nach der Konkurrenz richten", und was das „Korrespondenzblatt" der Gcneralkommission sehr richtig„den typischen Standpunkt des Unternehmertums" nannte. Die Arbeiter können uns nicht weglaufen, denn sie kriegen anderwärts auch nicht mehr, aber die Leiter, die„Intelligenzen", die werden wegengagiert, folglich müssen wir ihnen mehr geben! Und in welch blendendes Licht wird nicht der„Idealismus" dieser„Intelligenzen" gestellt! Da hat sich der arme Professor S t a u d i n g e r erst kürzlich— um von Elm zu verteidigen— die Finger wund geschrieben mit der Mahnung: man dürfe bei der Arbeit für den Konsumverein nicht bloß aufs Geld sehen, im Interesse der gesamten Arbeitersache müsse man, wenn'S nicht mehr gehe, auch etwas billiger arbeiten. Und nun erklärt Heinrich Kauf- m a n n: das gilt bloß für die Arbeiter, die„Unintelligenten"; die „Intelligenzen" lassen sich einfach wegengagieren; wenn ihnen das Privatkapital höheren Lohn bietet, sind sie sogar mit 10 000 M. nicht zufrieden I Haben wir recht gehabt, als wir die Arbeiterschaft auf die kapitalistischen Allüren der Herren vom Zentralvorstand der Konsum- vereine aufmerksam ntachten? Und haben wir heute recht, wenn wir sie aufrufen, diesen Krebsschaden beizeiten auszurotten? Und noch einmal: was will eigentlich V o n E l in? Er regt sich fürchterlich auf, er stellt Ausschlußanträge, und dabei ist ihm doch nicht« Schlimmeres zum Vorlvurf gemacht worden, als daß er in Düsieldorf eben die Grundsätze verteidigt hat, die sein Freund Kaufmann hier als selbstverständliche Grundsätze deS Zentral- Vorstandes der Konsumvereine zum Besten gibt. Nur um späteren Mißbräuchen vorzubeugen, fügen wir noch hinzu: selbstverständlich ist auch das eine Fälschung Kaufmanns, daß wir die Direktorengehälter ungeheuerlich fänden. Wir haben nichts gegen hohe und höchste Löhne; können die Direktoren noch höhere Löhne durchzusetzen, so haben sie unseren Segen dazu. Aber für die Arbeiter soll das g l e i ch e R e ch t gelten. Und man soll nicht der Welt erzähle», eine Erhöhung der Lagerhalterlöhne im Umkreis von 1300—1800 M. mache die Konsumvereine konkurrenz- unfähig." Fortschritte in Oberschlesicn. In Neustadt O.-S. feierten am Sonntag die organisierten Arbeiter, deren Zahl sich von Woche zu Woche steigert, ein lange ersehntes Fest: Die Einweihung eines eigenen Heimes. Das bedeutet für Oberschlesien, das Ruß- land so nahe liegt, viel mehr, als man zunächst glauben darf. Wenn irgendwo, so wird die Lokalabtreiberei gerade in diesem finsteren Winkel mit allen Mitteln betrieben. Auch in Neustadt, dem Sitz einer großen Schuh- und Textilindustrie, halten die Arbeiter bisher sehr unter dem Lokalmangel zu leiden und mußten sich mit ein paar kleinen gemieteten Zimmerchen begnügen. Jetzt ist das besser geworden. Ein von den Arbeitern gemeinsam er- worbenes und zum Gewerkschaftshause umgebautes geräumiges Haus ziert jetzt die Stadt. Mit einer Volksversammlung und einem großen Volksfest wurde eS am Sonntag feierlich eingeweiht. Der Saal faßt zirka 350—400 Personen und war— zum Entsetzen der Meute der Schwarzen— vollständig besetzt. Genosse S ch o l i ch, der Parteisekretär für die 13 um Breslau liegenden Kreise Wittel- schlesten), hielt die Festrede. Ein Aufatmen der Erleichterung geht jetzt durch die Reihen der Neustädler Arbeiter. Mit verdreifachter Kraft werden sie den Kampf gegen die Christlichen, gegen die Polizei und vor allen, gegen die Kapitalisten, deren Uebermnt und Protzentum nahezu unerträglich geworden waren, aufnehmen. Und die Arbeiterschaft Deutschlands freut sich mit ihnen und wünscht dem neuen Borposten Vorderrußlands viel Glück. Ucbcr das geplante Parteisekretariat in Altcnburg teilt die Altcnburger„Volkszcitung" mit:„Es ist unrichtig, daß der Sekretär„zur Hälfte" Redakteur, zur anderen Sekretär sein soll, wie der Parteisekretär Leber-Jena behauptete. Er soll vielmehr ein ganzer Sekretär sein, zu dessen Aufgaben u. a. allerdings die Redaktion eines monatlich einmal achtseitig im halben Zeitungs- formal erscheinenden für die Agitation auf dem Lande bestimmten Blattes gehören wird. Unrichtig ist zum Schlüsse auch noch die Mitteilung, daß die„Genossen von Jena" sich dem Plane der Altenburger Parteigenossen, ihren Kreis von dem Jenaer Partei- sckretariat loszulösen, widersetzen. Das zu tun ist den Genossen in Jena bisher gar nicht eingefallen. Der einzige Genosse von Jena, der sich dem Plan widersetzt, ist der Parteisekretär Leber. Dieser ist allerdings der Ansicht, daß der Altenburger Plan der „Begründung" entbehrt. Doch sind schließlich auch die Altenburger Parteigenossen u. E. in der Lage, zu entscheiden, was für ihre Verhältnisse passend oder unpassend ist. Auf alle Fälle darf an- genommen werden, daß sie nur das Beste für die EntWickelung der Partei wollen und zu tun bestrebt sind." Personalien. Genosse Georg S t a u f e r ist aus der Redaktion der„Bremer Bürger-Zeitung" ausgeschieden, der er seit i3lt Jahren angehörte. Er tritt als zweiter politischer Redakteur in die Redaktion der. V o l k S st i m m e" zu Frankfurt a. M. ein. Bericht der norwegischen Arbeiterpartei zum siebenten skandinavischen Arbeiterkongrcß. ' DaS alte Schlagwort der bürgerlichen Parteien:„In Norwegen ist kein Boden für den Sozialismus", ist nun schon zum soundso» vielsten Male durch den stetigen Fortschritt der Arbeiterbewegung vollständig widerlgt worden. Die norwegische sozialdemokratische Partei hat bedeutend zugenommen und hat sich bereits überall im Staate und in Gemeinden cine sichere Stellung erobert und sich bedeutenden Einfluß verschafft. Eine größere Ausbreitung der Partei ist speziell in den ländlichen Bezirken zu kirn- statieren. Sie zählt gegenwärtig zirka 20 000 zahlende Mitglieder mit 396� Vereinen. Während die Partei vor 1901 nur über eine kleine Anzahl Vertreter in den Gemeindeverwaltungen verfügte, eroberte die Partei 1901 147 Plätze in 23 Gemeinden. 1904 stieg die Zahl auf 330 Vertreter in 54 Ge« meinden. Das kommunale Frauen st im m recht wurde im Jahre 1901 zum ersten Male ausgeübt. Der Wahlzensus aber macht das Wahlrecht der meisten Arbeiterfrauen illusorisch und die sozial- demokratische Partei kämpft deswegen weiter für das gleiche und allgemeine Wahlrecht. Bei den Storthingswahlen 1900 erhielt sie 7000 Stimmen und keinen Vertreter; 1904 jedoch schon 24 500 Stimmen und vier Mandate; 1906 43 000 Stimmen und zehn Mandate. Im Storthing hat die Fraktion in erster Linie propagan- distisch gewirkt und demnächst ist sie energisch für praktische soziale Reformen eingetreten. Es erscheinen gegenwärtig 13 sozialdemokratische Zeitungen, wovon fünf täglich, zweimal jährlich erscheint cine Zeitschrift für die sozialdemokratische Jugendbewegung. Monatlich erscheint einmal ein illustriertes Witzblatt. Die Partei gibt regelmäßig kleine und billige Agitationsbroschüren heraus. Der Angriff der Regierung auf die Preßfreiheit durch Beschlag- nähme russischer Schriften hat weit über Norwegens Grenzen hinaus Aussehen erweckt. Das Obergericht hat jedoch die Beschlagnahme aufgehoben. DaS Ashlrecht ist durch Verweigerung der Zulassung des Kongresses der russischen Parteigenossen verletzt worden. Die politischen Begebenheiten zwischen Norwegen und Schweden im Jahre 1905 haben unsere Partei stark in Anspruch genommen. DaS VerständinS und das Solidaritütsgefiihl waren während der Krise zwischen den sozialistischen Parteien beider Länder das denkbar beste und hat die schönsten Resultate gezeitigt. Die Sozialdemokratie Skandinaviens kann.als ein leuchtendes Exempel in kommenden nationalen Kämpfen anderer Länder gelten. Gegen die Einführung des neuen KLuigtüms hat die Partei in Wort und Schrift energisch gekämpft, für eine demokratische Republik stimmten zirka 70 000 Wähler. Unter den politischen und sozialen Kämpfen der letzten Jahre ist es den industriellen und ländlichen Arbeitern in unserem schwach bevölkerten und ausgedehntem Lande immer mehr klar geworden, daß der alte Liberalismus weichen muß um der vorwärtsftrebenden Sozialdemokratie Platz zu machen. Neue sozialistische Tageszeitung in Italien. Rom, 5. Scp- tembcr. sEig. Ber.) Am 7. d. M. erscheint in Turin eine neue sozialistische Tageszeitung. Das seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Wochenblatt„Grido del Popolo"(„Schrei des Volkes") hat es endlich möglich gemacht, sich zu einer Tageszeitung auszugestalten. DaS Bedürfnis nach einer solchen war unter den Sozialisten des Piemonts seit langem sehr lebhaft und es ist an- zunehmen, daß die starken Partei- und Gewerkschaftsorganisationcn dieser Landschaft dem neuen Tageblatt ein sicheres Gedeihen er- möglichen. In Italien werden somit jetzt sechs sozialistische Tagesblätter bestehen, von denen drei, nämlich der„Avanti", die „G i u st i zä a" von R e g g i o E m i l i a und das neue Tuxiner Blatt Eigentum der Partei sind. Von Privatleuten verlegt werden der Mailänder„Tempo" und die in Mantua erscheinende „Provincia di Mantora". Der Genueser„Lavoro" ist Eigentum der Gewerkschaften und Genossenschaften' der Provinz. Chefredakteur des„Grido del Popolo" wird Genosse C a l V i, Abgeordneter von Valenza, der einzige Jntransigente der ita- lienischen Parlamentsfraltion. Gewerhrcbaftlicbe#*. Hinaus, wer sich zu organisieren wagt! Anläßlich des Kaisereinzuges pries der Stadtdirektor vtm tannover in, wie ihm bezeugt worden,„großartig stilistischer eistung" die sagenumwobenen Berge des Harzes, wo„die Axt des Bergmanns in schwerer Arbeit das Erz zutage fördert". Die schwere Arbeit des Bergmanns ist leider keine Phantasie, sondern brutale Wirklichkeit. Zwölf Stunden müssen z. B. auf der unweit GoSlar gelegenen Eisensteingrube„Georg Friedrich", zu der 60 Prozent Dividende spendenden Jlseder Hütte gehörig, die Arbeiter bei recht bescheidenen Löhnen. In ihrem Elend machten einige von ihnen von ihrem Rechte Gebrauch und schlössen sich dem Bergarbeiter- Verband an. Die Grubenvcrwaltung bekam Wind von dieser freventlichen Vermeffenheit der Arbeiter; sie antwortete mit folgender „Delanntmachung. Wie der Belegschaft bekannt sein wird, haben sich verschiedene Grubenarbeiter einem Arbeitervcrbande angeschlossen. Ich habe hiervon der Direktion der Jlseder Hütte Mitteilung gemacht und die Nachricht erhalten, daß ich jeden Arbeiter, der einem sozialdemokratischen Verbände als Mitglied angehört, un.d seinen Austritt aus diesem Verbände innerhalb acht Tagen nicht vollzogen hat, sofort kündigen soll. Ich fordere hiermit jeden Grubenarbeiter auf, mir Mitteilung innerhalb dieser Woche zu machen, daß derselbe dem Verbände nicht angehört oder aus demselben ausgetreten ist. Wer glaubt, dieses nicht tun zu können, muß am 31. August 1907 die Werksarbeit verlassen. Grube Georg Friedrich, den 19. August 1907. BetriebSsührer: Wiegand." Und eS blieb nicht allein bei dieser Drohung. Nenn Arbeiter, die sich nicht ducken wollten, erhielten die Abkehr. Das höchste und heiligste Recht der Arbeiter, ihr Koalitions- recht, wird von den Geidsacksgewaltigen brntal unter die Füße getrampelt. Das ist die Art und Weise, wie, um mit den Worten des Stadtdirektors Tramm zu reden,„cine mächtig aufsteigende Industrie den großen sozialpolitischen Forderungen der Gegenwart gerecht zu werden" versucht l— Sertin und Iktrigegend. Die Elektromonteure und die HiilfSmontenre find in eine Lohn- bcwegung eingetreten. An 800 Monteure beziehungsweise Hülfsmonteure i'vareu am Montagabend in den Andreas-Festsälen erschienen, um ein Referat des zweiten Bevollmächtigten des Deutschen Metallarbciterverbandes, O. Handtke, entgegenzunehmen. Handtke gab ein Bild von den schlechten Erwerbsbedingungen der Elcktrom'vnteure. An der Hand der Statistik bewies er, daß Löhne von 28 Pf. pro Stunde für er- Wachsens Arbeiter dieser Brauche nicht zu den Seltenheiten ge- hören und daß die Entlohnung eines sogenannten Obermonteurs mit 110 bis 120 M. pro Monat schon als cine besondere hohe au» gesehen werden kann. Im Gegensätze hierzu stehen die Preise. welche die Unternehmer ansetzen. Sie knöpfen den Konsumenten ruhig 1,20 bis 1,50 M. pro Stunde ab, was für sie einen Cut- behrungsloyn bis zu 300 Proz. ausmacht. Diese Verhältnisse herrschen leider überall und haben, wie bekannt, auch in anderen Städten große Erbitterung hervorgerufen. So wies Handtke auf den Stand der Bewegung in Hamburg hin und hob hervor, daß, obgleich hier in Berlin versucht wurde, Kollegen nach dort zu be-, stimmen, sich trotz der glänzendsten Versprechungen kein Verräter gefunden habe. Große Heiterkeit löste das Verlesen eines Not- schreieS des Jnstallateur-VerbandeS auS, worin derselbe fußfällig die Konsumenten bat, Nachsicht zu üben, damit der SOOtwoaentöfle Profit nicht geschmälert wird- Angesichts der gleich ungünstigen Verhältnisse hier in Berlin beauftragte die Versammlung die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeitervcrbandes, Verhandlungen mit den Unternehmern cinzuleiten, was in folgenden Resolutionen, welche einstimmig zur Annahme gelangten, zum Ausdruck kam: „Die am S. September tagende öffentliche Versammlung der Elektromonteure und Berufsgenossen Berlins und Umgegend er- klärt, daß in Anbetracht der teurer werdenden Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft es notwendig ist, daß eine Verbesserung der Arbeits- Verhältnisse ihres Berufes veranlaßt wird." «Mit Rücksicht darauf, daß eine Reihe von Arbeitgebern, wo Elektromonteure beschäftigt sind, die Notwendigkeit behufs Hebung rcsp. Verbesserung der sozialen Lage der Arbeitnehmer erkannt haben, es aber den Firmen der Elektromontage sehr leicht möglich ist, eine derartige Veränderung des Arbeitsverhältnisses ein- zuführen, beauftragt die Versammlung die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes, in Verbindung mit der Agitationskommission in geeigneter Weise mit den Arbeitgebern Verhandlungen anzubahnen, damit die Arbeitsverhältnisse derartige werden, wie man es nach den gegenwärtigen Zeitverhältnissen be- ansprachen kann."_ Deutscher Trausportardeiterverband. Die Ortsverwaltung Berlin 2 hat laut Beschluß der ordentlichen Generalversammlung vom 12. August d. I., am Sonntag, den 8. September über den Antrag der Ortsverwaltung, betreffend die Erhebnng eines Ortsbeitrages von 10 Pf. für männliche und ö Pf. für weibliche und jugendliche Mitglieder pro Woche eine Urabstimmung vorgenommen, welche folgendes Resulat zeitigte: Abgegeben wurden im ganzen 3311 Stimmen; davon 1802 Stimmen mit Ja, mit Nein 1420 Stimmen. Ungültig waren 60 Stiminen. Somit ist der An- trag angenommen. Die Erhebung des Ortsbeitrages resp. Lokal- Zuschlages erfolgt ab 1. Oktober d. I. Deutkcbcs Reich. Der Menschenhandel in Rhcinlcknd-Westfalen. Hamborn, 10. September. Gestern traf ein Extrazug von österreichischen Arbeitern mit Familie für die GeWerk- schaft„Deutscher Kaiser" hier ein. Ebenso kamen heute 170 Ar- beiter mit Familie aus dem Osten an. Gegen den gewissenlosen Agenten, der die 400 Bergleute vor einigen Tagen nach Oschers- leben angeworben hatte, ist Strafantrag gestellt worden. Zur Bewegung der Metallarbeiter Königsbergs. Die Direktion der Union-Gießerei hat nach mehrstündigen Verhandlungen die Forderungen der Dreher, Werkzeugschlosser und Hülfsarbeiter ohne Ausnahme bewilligt. Es ist ein schriftlicher Vertrag zustande gekommen. Damit ist die drohende Gefahr einer Aussperrung der Metallarbeiter Königsbergs vorüber. Währenddem die Verhandlungen geführt wurden, ruhte der Betrieb in den Dreherei-Abteilungen._ Am Mittelland- Kanalbau ist es zu c.nem Streik der Italiener gekommen. Wie ans Dnisburg-Ruhrort gemeldet wird, stellten am Sonnabend die am neuen Deichbau in Beeckerrath beschäftigten italienischen Arbeiter, zirka 60 Mann, die Arbeit ein. Sie geben als Ursache an, daß die Firma sGrün u. Bilfinger) Lohnabzüge habe eintreten lassen. Die am Emricherkanal bei derselben Firma arbeitenden Italiener erklärten sich mit den anderen solidarisch, wodurch am Sonnabend der ganze Betrieb stillstand. Die Firma zahlte hierauf die alten Löhne, weshalb die meisten die Arbeit wieder aufnahmen. Ein Teil der Leute hat jedoch bereits anderweitig angefangen._ Eine Schlichtungskommission will der bayerische MetaNindusiriellen-Verband errichten. Der Eni- tvnrf, der jüngst veröffentlicht wurde, gab Anlaß zur Einberufung einer Konferenz der Metallarbeiter Bayerns, die in Nürnberg tagte. Der vom Hauptvorstand erschienene Referent Reichel kritisierte in längerer Rede den Entwurf, der darauf hinausgeht, den Einfluß der freien Gewerkschaften gänzlich aufzuheben oder auf ein Minimum zu beschränken und dagegen den gelben Gewerkschaften und sonstigen vom Unternehmertum veranlatzten und protegierten „Arbeitervereins"- Gründungen einen ihnen nicht gebührenden Einfluß zu verschaffen. Die Quintessenz des Referats wurde in einer einstimmig angenommenen Resolution nieder- gelegt, die die Schaffung von paritätisch zusammengesetzten Schlichtungs- Kommissionen für durchaus notwendig erklärt und anerkennt, daß solche Kommissionen bei richtiger Organisierung und Handhabung in ganz außerordentlichem Maße dem gewerblichen Frieden und damit auch dem Fortschritt dienen können. Die Ver- sammlung steht daher dem Grundgedanken dieser Schlichtungs- kommission sympatisch gegenüber und ersucht den Hauptvorstand, mit dem bayerischen Metallindustriellenverband in Unterhandlungen zu treten und dabei vor allem folgende Grundsätze zu beachten: Die vom In- dnstriellenverband angestrebte Schlichtungskommission kann nur dann sozial und wirtschaftlich fortschrittlich wirken, wenn dem tat- sächlichen Organisationsstand der Gewerkschaften vollauf Rechnung getragen und davon abgesehen wird, Arbeitervereinsbildungen zur Mitwirkung heranzuziehen, die nach ihren Entstehungsgründen und nach ihrer ganzen Tätigkeit als gewerkschaftliche Interessenvertretung der Arbeiter nicht angesehen werden können. Die Hinzuziehung von Beaniten der Gewerkschaften ist nicht nnr auf Grund der loyalen Anerkennung des Organisationsstandes der Gewerkschaften gerecht- fertigt, sondern auch direkt notwendig zur Vermeidung von Miß- Verhältnissen und Herbeiführung sachgemäßer Verhandlungen und einer schnellen und leichten Verständigung. Der Entwurf in seiner vor- liegenden Fassung, besonders die Bestimmung über das Wahlverfahren und die Verteilung der Mandate kann aber die Zustimmung keiner, die wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter ernsthaft vertretenden Gewerkschaft finden, der Eütwurf sucht vielmehr den von Unternehmern gegründeten Arbeitervereinen ein tveder durch die Zahl der Mitglieder noch durch sonstige Umstände berechtigtes Uebergewicht zu geben und wirkt sogar durch die Zulassung unnatürlicher Bündnisse les ist gestattet, daß zwei oder mehr Parteien zusammen mit„verbundenen Listen" wählen) direkt demoralisierend. Die Konserenz erwartet, daß der bayerische Metallindustriellenverband mit dem Deutschen Metall- arbeiterverband in Unterhandlungen eintritt. Falls solche Verhand- lungen stattfinden, soll möglichst vor Einleitnng weiterer Schritte eine ziveite Delegiertenkonferenz einberufen werden, doch ist das Resultat der Verhandlungen dem Beirat des Vorstandes zur Be- ratnng zu unterbreiten._ HusUmcU Der Kampf der Antwerpen«» Dockarbeiter. Antwerpen, 9. September.(Eig. Bei.)' ES tritt immer mehr zutage, daß nur ein Teil in der U n t er neh m e rv er e in-ig u n g auf dem verhängnisvollen Justamentstandpunkte verharrt; ein großer Teil will eine Ver- ständigung. Das Komitee der„Föderation maritime" hat heute eine Beratung gehalten, doch liegt bis jetzt keine Verlautbarung vor. Auf den Schiffen der„Nations" wurde heute gearbeitet, sonst hat sich im Streikbild wenig geändert. Die„Föderation maritime" läßt immer Streikbrecherschübe ankündigen, aber wie bereits tele- graphisch mitgeteilt wurde, die Sache bleibt sich ziemlich gleich. Selbst offiziell heißt es, daß nur auf 63 Schiffen mit einer Zahl von nicht ganz 3000 Arbeitern gearbeitet wird. Bedenkt man den wirklich ausreichenden„Schutz", den nun die Streikbrecher ge- Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil vcrantw. nießett, so muß wan schon sagen, daß die Unternehmer nicht viel Glück haben. Und man holt ihre Streikbrecher mit bewaffneter Macht vom Bahnhofe abl Freilich darf man nicht vergessen, daß sogar den meisten zur Arbeit untauglichen englischen Streikbrechern die Arbeitsverhältnisse bei der Unternehmervereinigung zu miserabel waren und viele von ihnen darum und nicht so sehr aus Furcht vor den Antwerpener Arbeitern davonliefen. Vermerkt soll noch werden, daß kürzlich ein Mitglied der Unternehmervereinigung. der„fortschrittliche" Gemeinderat Tonnclier, einem Journalisten des„Petit Bleu" sehr energisch sein Mißfallen darüber ausgesprochen hat, daß der Bürgermeister„so spät" Mtlitärschutz requirierte. Der Mann scheute sich nicht, den Bürgermeister, der wegen seiner Bemühungen, durch ein Schiedsgericht den Konflikt zu lösen, bei den Unter- nehmern nicht gut angeschrieben ist. öffentlich wegen seiner nicht genug„losgeherischen" Haltung zu tadeln. Die klerikal-reaktionäre Presse wieder will aus dem unparteiischen Vorgehen des Bürger- meisters ein„politisches Komplott" herausdestillieren, das zu Wahl- zwecken gestiftet worden sei. Es genügt schon, daß jemand nicht gleich auf streikende Arbeiter schießen lassen will, um ihn in seinen Motiven zu verdächtigen. Nachdem Ihr Korrespondent bereits einige Male verzeichnet hat, daß ein beträchtlicher Teil der Presse und eine Reihe von Persönlichkeiten für die Brandlegungen die Steilen- den in keiner Weise verantwortlich machen, sei noch bemerkt, daß heute ein 13jähriger Junge von einem Polizisten dabei betroffen wurde, als er einen mit Oel gefüllten Behälter anzünden wollte.— Mit Ausnahme kleinerer Zwischenfälle stört nichts die Ruhe der Stadt und— der Arbeit. Um den Gerüchten entgegenzutreten, die durch das Zirkular der Unternehmer verbreitet werden, als ob der Streik eine Einschränkung erfahren hätte, hat das Streik- komitee seinerseits ein Zirkular verteilen lassen, in dem dieser tendenziösen Nachricht energisch entgegengetreten wird. Der Kampf, heißt es darin, wird fortgesetzt, und kein Arbeiter wird die Schande auf sich nehmen, seine Brüder zu ver- raten. Die Deutschen, die auf der„Bahia" arbeiten sollten, haben die Arbeit verweigert. Auch ein Teil der englischen Verlader hat die Arbeit wieder verlassen, weil sie ihnen— zu schwer war.— Die Unterstützungen fließen reichlich; so zeigen sich denn auf der ganzen Linie die besten Aussichten für die kämpfenden Docker. «» Antwerpen» 10. September.(W. T. B.) Zur Beilegung des AusstandeS ist von dem Vermittelungsamt ein Vergleichsvorschlag gemacht worden, der auf folgenden Grundlagen beruht: 1. Der Lohn wird um 50 Centimes erhöht. 2. Die Arbeiter verpflichten sich, vor Ablauf eines Jahres nicht mehr von einer Lohnerhöhung zu sprechen, 3. Für Ueberstunden keinen Lohnaufschlag von 50 Proz. zu verlangen. Die Arbeiter scheinen geneigt zu sein, auf den Vorschlag einzugehen. Versammlungen. Protest gegen die Errichtung einer Betricbskrankenkasse für die SiemenSwerke. Die Direktion der Siemenswerke hat den Arbeitern durch Anschlag am 28. August bekanntgegeben, daß sie beabsichtigt, eine Betriebskrankenkasse einzurichten und daß etwaige Einsprüche der Arbeiter der Direktion bis zum 11. September unterbreitet werden sollen.— Es wäre nun die Pflicht des Arbeiterausschusses ge- Wesen, den Arbeitern der Siemenswerke Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten Errichtung einer Betricbskrankenkasse zu äußern, damit die Ansichten der Arbeiter der Direktion durch den Arbeiterausschuß übermittelt werden konnten. Der Arbeiter- ausschuß, der von Gelben und Hirsch-Dunckerschen beherrscht wird, hat jedoch diese Pflicht nicht erfüllt. Deshalb sah sich eine von den Arbeitern der Siemenswerke zu diesem Zweck eingesetzte Kommission veranlaßt, ihre Kollegen zu einer Versammlung ein- zuberufen, die zu der Errichtung einer Betriebskrankenkasse Stellung zu nehmen hatte. Diese Versammlung fand am Sonntag im großen Saale des Moabiter Gesellschaftshauses statt. Sie war sehr zahlreich besucht. Der Referent, Arbeitersekretär Bauer, führte den An- wesenden an der Hand der gesetzlichen Bestimmungen und der tat- sächlichen Verhältnisse vor Augen, daß das Mitbestimmungsrecht, welches die Arbeiter in den Ortskrankenkassen haben, in den Be- triebskassen tatsächlich ausgeschaltet ist und daß es Wohl im Interesse des Unternehmers, aber nicht im Interesse der Arbeiter liegt, wenn sie aus der im vorliegenden Falle zuständigen Neuen Maschinenbauer-Krankenkasse ausscheiden und einer Betriebs- krankenkasse der Siemenswerke beitreten müssen. An der Hand des von der Direktion entworfenen Statuts der Bctriebskasse zeigte der Redner, daß dasselbe hinsichtlich der Leistungen sich mit dem Statut der Neuen Maschinenbauerkasse deckt. In dieser Hinsicht würden die Arbeiter also nicht bessergestellt als sie es jetzt sind, dagegen würden aber ihre Rechte geschmälert, denn in der Be- triebskasse sei der Wille des Unternehmers entscheidend und dem- gegenüber könne die Ansicht der Arbeiter nicht zur Geltung kommen. Die Arbeiter der Siemenswerke sollten deshalb Wider- stand leisten gegen die geplante Errichtung der Betriebskasse, viel- leicht trete dann die Betriebsleitung von ihrer Absicht zurück. In der Diskussion kamen in ausgiebigstem Matze mehrere Vorstandsmitglieder einer in den Siemenswerken bestehenden gelben Organisation zum Wort, die sich Unterstützungsverein nennt. Von dieser Seite ist ein Flugblatt verbreitet worden, worin gesagt wird, die Direktion der Siemenswerke habe sich auf „dringenden Wunsch der Arbeiter" bereit erklärt, eine eigene Be- triebskrankenkasse zu errichten. Als Grund zu diesem„dringenden Wunsch" wird angeführt, in der Neuen Maschinenbauer-Kranken, kasse hätten die Siemensschen Arbeiter keinen Einfluß, denn die Verwaltung der Kasse sei in den Händen des Metallarbeiter- Verbandes.— Diesen Standpunkt vertraten die Herren vom Unterftützungsverein auch in der Versammlung. Was sie gegen die Neue Maschinenbauer-Krankenkasse anführten, das waren Ein- Wendungen der kleinlichsten Art, die in der Diskussson von einem Vorstandsmitgliede dieser Kasse als gänzlich unhaltbar nach- gewiesen wurden. Was es mit dem„dringenden Wunsch der Arbeiter" nach Errichtung einer Betriebskasse auf sich hat, das wurde ebenfalls in der Diskussion festgestellt. Die Siemensschen Arbeiter haben bis jetzt— das steht fest— noch nicht Gelegenheit gehabt, sich über die Errichtung einer Betriebskasse zu äußern, noch viel weniger haben sie einen„dringenden Wunsch" aus- gesprochen. Aber— wie die Herren vom Vorstand des Unter- stützungsvereins sagten— haben sich die Arbeiterausschüsse der Siemenswerke für die Betriebskasse erklärt und zwar nicht nur die Unterstützungsvereinler, sondern auch die Mitglieder des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins.— Daß der Vorstand des Untcrstützungsvereins sich für die Betriebskasse erklärt hat und daß jedenfalls auch aus seiner Mitte der„dringende Wunsch" an die Direktion gestellt worden ist. bezweifelte niemand in der Ver- sammlung. Wohl aber äußerte W u s ch i k vom Metallarbeiter- verband Zweifel darüber, daß auch die Mitglieder des Gewerk- Vereins der Errichtung einer Betriebskasse zugestimmt haben sollen. Er sagte, wenn man auch schon manches von den Gewerk- vereinlern erlebt habe, so traue er ihnen doch nicht zu, daß sie die Einrichtung einer Krankenkasse befürworten sollten, in deren Ver- waltung die Arbeiter gar keinen Einfluß haben.— Weiter wurde den Wortführern der Gelben entgegengehalten, daß es die Pflicht Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagsanWt der Arbeiterausschüsse gewesen wäre, die Arbeiter selbst über ihre Ansicht in dieser wichtigen Angelegenheit zu fragen. Da das nicht geschehen ist, hätten die Ausschüsse kein Recht, sich namens de? Arbeiter für die Bctriebskasse zu erklären. Die Versammlung endete mit der fast einstimmigen Annahm« einer Resolution folgenden Inhalts:„Die versammelten Arbeite, der Siemenswerke legen entschieden Protest dagegen ein, daß die Berliner Krankenkassen durch Gründung einer neuen Betriebskasse noch weiter zersplittert werden. Die Versammlung sieht in der Errichtung einer Betriebskrankenkasse eine schwere Schädigung der Arbeiterinteressen, weil die Arbeiter keine genügende Kontrolle über die Verwaltung einer solchen Kasse haben. Die Versamm- lung fordert die Arbeiter der Siemenswerke auf, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern, daß eine Betriebs- krankenkasse für die Siemenswerke gegründet wird." Die in den Wicklereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinne» — dem Metallarbeiterverband zugehörig— hielten am Sonntagmorgen eine Agitationsversammlung im„Marienbad", Badstraße, ab. Der Reichstagsabgeordnete Robert Schmidt hielt einen Vortrag über das Thema:„Die Internationale der Gewerk- schaften". Er erinnerte an die politische Internationale der Ar- beiter im Anfange der modernen sozialistischen Bewegung. Mangelte es ihr zuerst an Lebensfähigkeit, so feierte sie eine kräftige Wiedererstehung auf dem Pariser Kongreß im Jahre 1889. Neben der politischen gewann die gewerkschaftliche Internationale an Bedeutung in Uebereinstimmung mit der industriellen Eni- loickelung aller Länder. Sie hatte andere Aufgaben zu erfüllen. Der Redner erläutert diese Aufgaben näher und hebt die Soli- darität der Interessen dem Kapitalismus gegenüber und die Unterstützungszwecke der Gewerkschaften besonders hervor. Die gewerkschaftliche Organisation habe eine großartige Ausdehnung gewonnen. Dem internationalen Sekretariat seien 15 Länder an- geschlossen. Die Jahresberichte dieses Sekretariats finden nach der Meinung des Redners durchaus nicht die gebührende Beachtung in der Arbeiterpresse. Bisher seien drei Berichte erschienen, die einen außerordentlich interessanten Einblick in den Fortschritt der Organisationen der Arbeiter in den 15 Ländern gewähren. Zu diesen 15 Ländern gehören noch nicht die Vereinigten Staaten und Australien. Alle zwei Jahre finden Konferenzen der verschiedenen Landessekretariate statt. Arbeitslohn um 50— CO2/, Proz. D. Schuhwerk um 10—15 Proz. E. Sonstiges: a) Krawatten um 10—20 Proz., b) Regenschirme um 25 Proz., c) Handschuhe, Glace, um 28 Proz., d) Haarschneiden um 50 Proz., e) Rasieren um 50 Proz. b) für die Frau. A. Hüte um 30 Proz. B. Wäsche a) leinene um 33'/, Proz., b) baumwollene um 20—25 Proz., c) wollene um 28 Projj. C. Ober- kleidung a) Wolle allgem. um 60,3 Proz., b) Arbeitslohn um 50 Proz., c) fertige Kleider um 50 Proz. B. Schuhwerk um 10 bis 15 Proz. E. Sonstiges a) Schirme um 25 Proz., b) Handschuhe, Glace um 28 Proz. o. für die Kinder. A. Hüte um 10—25 Proz. B. Wäsche a) leinene um 33'/, Proz., b) baumwollene um 20—25 Proz.. c) wollene um 16— 28 Proz. C. Oberkleidung a) Anzug um 20—50 Proz., b) Ueberzicher um 20 bis 35 Proz., e) Wolle allgemein um 60,3 Proz., d) Arbeitslohn um 50 bis 662/, Proz. D. Schuhwerk um 10— 15 Proz. E. Sonstiges a) Krawatten um 10—20 Proz., b) Schirme um 25 Proz., c) Handschuhe um 28 Proz., d) Haarschneiden um 50 Proz. F. Schulgeld um 20—20,4 Proz., Bücher um 5— 10 Proz. durch Wegfall des Rabattes. A. Lebensmittel. Butter ist teurer geworden um 13- 36 Proz., Eier um 28 Proz., Kartoffeln um 22 Proz., Mehl um 10 Proz., Obst um 14 Proz., Bohnen um 43 Proz., Erbsen um 27 Proz., Liusrn um 85 Proz., Reis um 16 Proz., Gries um 11 Proz., Nudeln um 4 Proz.. Hafer- grütze um 21 Proz., Hirse um 45 Proz., Semmel um 27 Proz., Zwieback um 17 Proz., Lagerbier in Flaschen um 10 Proz., Heringe um 20 Proz., Pfeffer um 53 Proz., Zwiebeln um 20 Proz. B. Feuerungsmaterial. Kohle(Sommerpreis) ist gestiegen um 15,3 Proz., Kohle(Winter- preis) um 22,2 Proz., Briketts(Sommerpreis) um 12,5 Proz., Briketts(Winterpreis) um 17,7 Proz., Brennholz um 21,4 Proz. C. Hausgeräte. Küchengeräte, eiserne und hölzerne, Bettstellen, Matratzen, Schränke, Tische, Süthle, kleinere Sachen sind gestiegen um 15 bis 20 Proz. Außer diesen Erhöhungen sind noch erhebliche Pr-iSsteigeruiigei. eingetreten hinsichtlich der Arzthonorare, Arzneikosten. Kirchen« und sonstigen Steuern, Gebühren für kirchliche Handlungen, Kosten der Beerdigung, Setzen und Pflege des Grabhügels usw. Die Versorgung deutscher Großstädte mit Kohle. Die Kohlen- zufuhr zu den wichtigsten deutschen Großstädten bewegt sich noch immer m stark a»steige»der Linie. Für den Juli allein ergibt sich eine Zunahnie der Versorgung bei ochtzehn der wichtigsten deutschen Städte um 103 203 Tonnen, was einer relativen Steigerung von mehr als 7 Prozent gleichkommt. Für diese Städte stellte sich nämlich die Zufuhr im Juli d. I. auf 1 540 435 Tomieii gegen 1 437 232 Tonnen im Vergleichsnionat 1906, Im!,>>»zcn laufenden Jahre hat die Versorgung bereits eine Höhe von 10 246 911 Tonnen erreicht gegen 9 562 271 im Vorjahre, also 634 660 Tonnen mehr. Die stärkste Steigerung der Zufuhren hat im lausenden Jahre der Monat Juli gebracht, und zwar sind eS ganz besonders die Städte Frankfurt a. M., München, Altona, sowie Barmen, deren Zufuhr im Juli gegenüber 1906 ganz gewaltig gewachsen ist. Bei all diesen Städten geht die prozentuale Steigerung im Juli über 20 Prozent hinaus; bei Altona beträgt sie sogar annähernd 60 Prozent. Die kräftigste Entfaltung der Kohlenzuiuhr bei diesen vier Städten würde noch eine weit größere Ge'amtsieigeruug herbeigeführt haben, wenn nicht die Bewegung der Berliner Kohlenzusuhr stark rückgängig ge- wesen wäre. So aber wurde die Zunahme dieser vier Slädte durch den erheblichen Rückgang von 57 710 Tonnen, den die Kohlenzufuhr Berlins im Vergleich zu 1906 aufwies, stark kompensiert. Die Zu- fuhren Berlins stellten sich im Jult 1907 auf 520 896 Tonnen gegen 458 483 im Juni und gegen 578 606 im Juli 1906. Die Großeinkaufsglsellschaft deutscher Konsumvereine hat im Monat Juli dieses Jahres einen Umsatz von 4 916 289,72 M. er- reicht. Da im gleichen Monat des Vorjahres der Umsatz 3 379 210,65 Mark betrug, ist der Umsatz der Großeinkaufsgesellschaft im Monat Juli 1907 gegenüber der gleichen Periode des Jahres 1906 um 1 537 079 07 M. gestiegen. In den verflossenen sieben Monaten— Januar/Juli— dieses Jahres erreichte der Gesamtunisatz der Groß- cinkaufsgesellschaft 80 331 637,43 M. gegen 22 534 651,12 M. in dem in Betracht kommenden Zeitraum des Vorjahres. Demnach beträgt der Mehrumsatz in den sieben Monaten 1907: 7 746 986,31 M. Die Teuerung in Rußland. Die bei Lohnbewegungen erhobene Forderung nach Erhöhung deS Arbeitslohnes wurde von den Arbeitern in vielen Fällen mir Hinweis auf die herrschende Teuerung begründet. Daß diese Be- gründung durchaus berechtigt war. läßt sich jetzt an der Hand offizieller Angaben nachweisen. So konstatiert der alljährlich vom Handelsministerium heranSgegebene„Anzeiger der Warenpreise" eine Steigerung der Jndexpreise der wichtigsten Waren von durchschnittlich 116,2 deS Jahres 1905 auf 125,7 im Jahre 1906. Der Indexziffer sind zugrunde gelegt die Durchschnittslvarenpreise der Jahre 1890 bis 1899 gleich 100 gesetzt. Demnach stellt sich die Vertcuerung in 1906 gegen das Borjahr auf Ü'/z Proz. Nach einzelnen Kategorien der Waren gesondert ist die Sleigerung der Preise eine sehr ver- schiedene. Es betrugen die Preise für: 1905 1906 Getreideprodukte... 114,6 119,2 Tierische Prodilkte... 133,2 142,0 Oele........ 102,5 115,8 Textilprodukte.... 121,4 140,2 Mineralien..... 119,0 187.9 Farbstoffe...... 112,9 114,6 Kolonialwaren.... 110,2 110,5 Somit haben die Produkte der Textilindustrie und der Berg- imd Hüttenindustrie die größte Steigerung aufzuweisen, die Er- zeugmsse der Agrarwirtschast— Getreide und tierische Produkte— haben eine geringere Steigerung erfahren. Die vom„Anzeiger" gebrachten Zahlen sind Engrospreise, der Arbeiter hat aber mit de» stets erheblich höheren Detailpreisen zu rechnen, außerdem sind, be- sonder» in den Großstädten, auch die Mieten erheblich gestiegen. Die Ursachen der Teuerung sind vielgestaltiger Natur. ES muß für die Preissteigerung außer der allgemeinen ökonomischen Krise, die Rußland jetzt infolge der Unruhen zu überwinden hat, zweifellos auch die Mißernte verantwortlich gemacht werden. Aber eS will nach den vom„Anzeiger" gebrachten Zahlen scheinen, al» ob nicht gerade diese letztere die ausschlaggebende Ursache der Warenpreissteigerung gewesen ist, sondern die allgemeine Preisanziehung auf dem Weltmarkt in Verbindung mit der günstigen Konjunktur der meisten Industrieländer. Diese Erwägung wird durch den Umstand unterstützt, daß nicht landwirtschaftliche, sondern Jndustrieprodukte die größte Preissteigerung aufweisen. Hätten rein lokale, russische Wirkungen dem nicht entgegengearbeitet, so wäre die Abhängigkeit deS russischen Marktes vom Weltmarkt zweifeUos in noch viel höherem Maße zum Ausdruck gekommen. Die Verteuerung der Jnduftrieerzeugnisse ist wesentlich eine Folge der in allen Industrie- ländern erstarkten Jndustrieverbände, deren Zweck eben ei» Hinauf- setzen der Preise ist. ES ist endlich in direkter Verbindung mit der Teuerung auf eine sehr charakteristische Erscheinuiig innerhalb der russischen Arbeiter- klaffe hinzuweisen: aus das Entstehen einer lebhafte» kooperativen Bcioegung, die namentlich in Petersburg und Moskau festen Fuß gefaßt hat tind sich in der Gründung zahlreicher Produktiv- und Konsumgenossenschaften äußert mit dem klar ausgesprochenen Bestreben. für die Arbeiterklasse die schweren Wirkungen der Teuerung zu Mim der ülir MiMt ----------- Verwaltung Berlin.------------ Tonnerstag, den 12. September 1907, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal I: 1W Versammlung, ise Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen SorokiarSt: „Das neue Evangelium." 2. GeschästlicheS. Ergänzungswahl zur BezlrlSkommIsslon. g. Verschiedene«. Die Kollegen sino gebeten, mit ihren Damen zahlreich zu erscheinen. '20/14'_ l>er Vorstand. Dettr MtiAiltr-lleM Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbnrean: Hos I. Amt 3. 1230. LtiaritsetraSo Z. Hos III. Amt g, 1387. Donnerstag, den 12. September, abends 8'/z Uhr, im Lokal von Lerche, Bürgersäle am Rundtcil: Bezirks-Versammlnng für Friedrichshagen. TageS. Ordnung: 148/11 1. Vortrag des Genossen Adolf Stern i.Der Ursprung der Religion". S. Diskussion. 8. VerbandSangclegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet vlo 0et»verv«ltaa». VöldZiill lies Melle- und KrawattennMer und Arbeiterinnen Deutschlands ======= Filiale Kcrlin■'= Donnerstag, den 12. September, pünktlich abendS 8 Nhr, in Hördes Festsälcn, Nene Königftr. 7: yntglieder-Versammliittg. TageS-Ordnung! 1. Vortrag deS Genossen kliolt V/usotilole über:„Die sssran im heutige» Wirtschaftsleben'. 2. Dislussion. 3. a) Vicrteliabrsbericht. b) Abrechnung vom Sommersest. 4. GeschästlichcS und Verschiedenes. Wir ersuchen besonders alle Heimarbeiterinnen, KnopslochnSherinnen der Fabriken und bei Zwischcnmeistcrn bcschäiiigte sowie alle in Dampf- Wäschereien. Plättereten, in der Negligä-, Schürzen-, Korsett-, Krawatten- und Schweisiblätterbranche Beschästtgten zu erscheinen. Mitglieder werden in der Versammlung ausgenommen. Am 1». September, abends 8 Uhr, findet bei B o e k r r. Weder- strasie 17 eine iifl'entHelie Ortskrnnkcnknsscn-Tersanim- Inne und am llt. Oktbr., 1 Uhr, eine Tlranla-Vorstellilnzr statt. 252110 Die OrtSverwaltung Berlin. W. Eue, Neue Königstr. 7. Achtung, Zuschneider! Alle stelluttgSIosen Zuschneider von Berlin und Umgegend sollen sich in der Zeit vom 10. bis 1«. September abends von f'l, bis 9 Uhr bei unserem Stellungsnachweis, Lothringerstr. 23 III bei Etgl, melden. Papiere sind mitzubringen. 166/2 Verband deutscher Schneider. Ortsverwaltung der Zuschneider und Zuschneiderinnen. 54— SS. Schweinefleisch 60— SS. Rehbock!a per Pfund 0.70—0,95. ITi 0,00. Rothirsch la pro Pfund 0,40—0,56, do. IIa 0,00. Damhirsch 0,57. Wildschweine 0,00. Frischlinge 0.00. Kaninchen per Stück 0,40—0,90. Wildenten per Stück 1,50. Krickenten per Stück 0.00. Rebhühner, junge große 1,10—1,40, mittel u. kleine 0,50—0,88, alte 0,70—0.85. Hubncr, alle, per Slück 1,50—2,00, Ha 1,00—1,30, do. junge 0,60—1,05. Tauben 0,80—0,50, italienische 0,00. Eulen per stück 1,00—2,50, do. Hamburger per Stück 2,95. Gänse per Psund 0,60—0,66, do. per Stück 2,00—3,50, do. Hamburger per Psd. 0,00, do. Oder» bruchcr per Psd. 0,60—0,66. Poulets per Stück 0,90— 1,30. Poularden per Psd. 0,00. Hechte vcr 100 Psd. 114— 125. do. matt 0,00, mittel 125— 136, do. mall und mittel 110. Zander, klein, matt 0,00, do. klein 86, dito mittel 180. Schleie, klein 190, do. klein-miltel 170—171, do. groß 115—127. Aale, groß 98-99, do. klein und mittel 0.00, do. mittel 99—104. do. uns. 0,00, do. groß-mittel 93—101, do. klein 0,00. Plölie«, matt 0,00, Ztoddom 0,00. Karpfen, 45er, stumps 75—76, do. 80er, 77—79, do. unsort. 83-91, do. 50er, 78—80. Bunte Fische 41-64. Barle 80-94, do. klein 0,00. Karauichen 85—105, do. klein 0,00. Wels 0,0(4. Bleifische 0,00. Barbe 0,00 Aland 70—72. Quappen 0,00. Amerikanischer Lachs 1» neuer, per 100 Pld. 110—130, do. Na neuer 90—100, do. INa 0,00. Seelachs 10—15, Flundern, Kieler, Stiege la 2—6. mittel ver Stifte 2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 0,00, IIa 0,00. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3, Strali. 2,50—3.00, Bornh. 0,00. Aale, groz per Pjd. 1,10 bis 1.40. mittelgroß 0.80—1,10. klein 0.60—0.80. Heringe per Schock 5—9. Schellstiche Stifte 3—4,00,'/, Kiste 1,50—2,00. Sardellen. 1902er per Anker 98, 1904« 98, 1905er 98, 1906er 90—95. Schottische Vollheringe 1905 0,00, iarge 40—14, füll. 38—40, med. 36—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Maljes, ver% To. 50—120. Sardine», russ.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen. Schocksaß Ii. do. kleine 5—6, do. Riesen» 14, Krebse per Schock, große 0,00, do. mittelgroße 0,00, do. kleine 0,00, do. unsortiert 0,00, Galizier groß 0,00, do. unsortiert 2,40. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,60—3,80, do. große 4,00. Butter per 100 Psd. la 117—120, IIa 108-117, Nla 100-108, abfallende 90-95. Saure Winke», neue, Schock 4,00. Piestergurkeii 4,00 Kartofseln ver 100 P'd. Dabersche 3,00—3,50, weiße runde 2,60—2,75, blaue 0,00, Rosen- 2,00—2,25, Nieren- 3,00—3,75. Porree, Schock 0,50—1,00. Meerrettich, Schock 5—15. Spinat per 100 Psund 10—12. Sellerie,' per Schock 2,00-8,00. Zwiebeln per 100 Psd. 4,00-6,00, do. Perl- 40,00—75,00. Cbalotien 50,00—60,00. Pelersilie, grün, Schockbund 0,75—1430. Kohlrabi Schock 1,00—1,50. Retlich, bahr, neuer Stück 0,07—0,10, do. hiesiger Schock 3— 4. Mohrrüben, per 100 Psund 3,00 bis 5,00. Karotten, hiesige, schockbund 2.00—3,00. Wirsiiigkohl ocr Schock 4,00 bis 12,00. Rotkohl, Schock 6—12. Weißkohl 4—8. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5—14, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stück 10— 10. Kohlrüben, Schock 4,00—7,00, Petersilienwurzelii, Schockbund 3,00—4,00. Scholen per 100 Psund 26—35. Psesserlinae per 100 Psd. 4—7. Steinpilze per 100 Psund 20—30. Radieschen per schockbund 0,50—1,00. Salat per Schock 1,00- 2,00. Gurken, Einmache-, Schock 10—25, do. böhnüiche Schock 0,00, do. Licguitzer Schock 2,75—5,00. Bohnen. grüne, 100 Pfund 10—25. Wachsbohnen, per 100 Pfund 20- 30. Tomaten per 100 Psund 8—15. Blaubeeren per 100 Psd. 10—16. Johannisbeeren per 100 Pfund 7—16. Preißeibeeren ver 100 Psund 20—24, schwedische 24—26. Kirschen, sauere, per 100 Psd. 8—10. Birnen, ilal., 100 Psund 0,00, Tiroler 22—40, hiesige 3-10, Salander 20-24. Pfirsiche, hiesige per 100 Psd. 14—20, ital. in Kisichen zu 12 Stück 0,75 bis 1,50, do. in Körben la per 100 Psd. 20—30. do. Na in Körben per 100 Psd. 15—25. Aepfel, italienische, per 100 Psund 10,00, ung. 0,00, hiesige 3—10, Gravensteincr la 15—26, da. Na 10—20. Tiroler la 30—50, Na 22—45, Halenköpse 10—12. Pflaumen, ital. pr. 100 Psd. 0,00, Reineclauden 0,00, hiesige 8—12, ungarische 6—13, Badener, Früh., 0,00, serbisch 8—15. Weintrauben, französische, per 100 Psd. 16—20, italienische 15—20. AnanaS I, per Psund 0,00, do. II 0,00. Zitronen, Meisina. 300 Stück 10,00-18,00, do. 360 Stück 10,00-16,00, do. 200 Stück, 10,00—14,00, do. 150 Stück 6,50 bis 9,00. Bananen, gelb, per 100 Psd. 18,00—20,00, grün 0,00. Melonen, per 100 Psd. hiesige 0,00, ital. 0,00, franz. 0,00, Holl. 0,00, spanische 0,00, ungarische 10—15. WasserstandS-Rachrtchteu der Landes anstatt für Gewässerlundc, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. mildern. Dieses Bestreben hat aber wiederum das Einsetzen einer Organisation von Krämern und Detailhändlern zur Folge gehabt, die danach trachtet, durch solidarisches Vorgehen die lästige Kon- kurrenz der Konsum- und Produktivassoziationen im Keime zu er- sticken._ Gerichts-Zeitung» BetriebSsitzung und VereinSgesetz. Die Arbeiter der Zigarrenkistenfabrik in Kleinbartelsleben waren durch den Genossen Nachtigall. einen Vertrauensmaim der organi- sterten Fabrikarbeiter, zu einer Vetriebsbesprechung eingeladen worden. Es erschienen auch 26 Personen. Nachdem man mit den VerHand- lungen über die Wahl eines Arbeiterausschusses für die Kisten- fabrik begonnen hatte, meldete sich jemand, der verlangte. man solle ihn m den Verband aufnehmen. Sein eigenartiges Benehmen führte zu der Annahme, es sei ein Spitzel. Er wurde hinaus- gewiesen. Im selben Augenblick erschienen zwei Gendarmen. Da fie den Einwand, dast es sich nur um eine BetriebSbesprcchung handle, nicht beachteten, sondern im Raum verblieben, so hielten Nachtigall und andre Teilnehmer es für angebracht, die Versammlung überhaupt zu schließen.— Nachtigall wurde wegen— Uebertretung der ZZ1 und 12 des Vereinsgesetzes angeklagt, weil er die Versammlung„unternommen" habe, ohne sie der Polizei anzumelden. Die Zusammenkunst wurde als eine Versaninilniig zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten angesehen. DaS Land- gericht sprach ihn frei. Das Kammergericht, vor dem Rechtsanwalt Dr. B e h r e n d den Angeklagten vertrat, verwarf die Revision der Staatsanwaltschaft mit folgender Begrün- dung: Das Landgericht habe festgestellt, daß Gegenstand der Betriebs» besprechung nur die bevorstehende Wahl eines Arbeiterausschusses für die eine Fabrik gewesen sei. Mit Recht habe es diese Angelegenheit für keine öffentliche Angelegenheit im Sinne des§ 1 des Vereinsgesetzes erachtet. Es ist bedauerlich, daß trotz der Klarheit der Sachlage nach dem Gesetz die Kosten des Verfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen des Angeklagten nicht dem ErHeber der Anllage auferlegt werden können._ Bestien. Die Leidensgeschichte eines unehelichen Kindes wurde wieder einmal in einem Strafprozeß aufgerollt, welcher gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lehmann die 4. Strafkammer des Land- gerichts I beschäftigte. Wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges und einer das Leben gefährdenden Behandlung mußte sich der Schuldiener Karl Hänsel verantworten. Mit ihm war seine Ehefrau Minna H. sieb. v. S ch m u d e wegen gemein- schaftlicher fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Angeklagte Hänsel unterhielt vor seiner Verheiratung mit einer Schneiderin Berta Günlher ein Liebesverhältnis, aus welchem ein Kind hervor- ging. Das am 4. April 1900 geborene Mädchen erhielt ebenfalls den Namen Berta Günther. Im Januar 1901 starb die unehe- liche Mutter. Der Angeklagte brachte das Kind bei feiner Schwester, einer Frau Arndt, unter. Von dieser kam es wieder zu einer anderen Verwandten, bei der es in der Pflege sehr vernachlässigt wurde. Als H. im Dezember 1902 seine jetzige Ehefrau heiratete, nahm er die kleine Günther zu sich in der Absicht, sie später zu adoptieren. Anfänglich hatte es das Kind auch ganz gut. Als aber der Ehe ein Kind entsproß, wurde die Kleine an die zweite Stelle gesetzt und nach jeder Richtung hin vernachlässigt. Wie die Anklage behauptet, soll daSKind täglich aus dem geringsten Anlasse in unmenschlicher Weise mit einem Rohrstock geschlagen worden sein, der aus dem Körper des sehr schwachen und kränk- lichen Mädchens dicke blutunterlaufene Striemen verursachte. Eine Unart, die bei dem Kinde nur durch mangelhafte Pflege und Warttmg in frühem Kindcsnlter entstanden sein konnte, bestand darin, daß es häufig das Bett verunreinigte. Dies gab, hauptsächlich dem Ehemann Veranlassung, das Kind in schlimmster Weise zu mißhandeln. Der spätere objektive Befund an dem Körper des Mädchens ergab sogar eigenartige tiefe Einschnitte, die darauf schließen lassen, daß die Gliedmaßen des KindeS mittels eines Strickes fest aneinander gefesselt worden waren. Am 14. Februar dieses Jahres hatte die kleine G. angeblich auf den Tisch gespien. Hierfür wurde sie von dem Vater über die Sofalehne gelcgi und in barbarischer Weise längere Zeit mit dem Rohrstock bearbeitet. Am nächsten Tage kam die Kleine hinkend aus der Schule zurück und erzählte, daß fie der Lehrer nach Hanse geschickt habe. Wie die Angeklngten vor Gericht angaben, wollen sie bei einer Untersuchung des Kindes nur einige rote Striemen bemerkt haben. Am 22. Februar wurde der praktische Arzt Dr. Strauß von dem Ehemann S. zu dem Kinde gerufen. Dieser fand das Kind in einer entsetzlichen Verfassung vor. Das unglückliche Kind hatte hohes Fieber, außerdem zeigten sich die ganzen unteren Gliedmaßen mit handtellergroßen eitrigen Beulen behaftet, die durch eine unglaubliche Ver- nachlässigung der durch Schläge herbeigeführten Verletzungen entstanden waren. Der Zustand des Kindes war deshalb hoffnungslos, da die Blutvergiftung schon zu weit vorgeschritten war. An demselben Abend wurde das arme Kind durch den Tod von seinen Leiden erlöst. Gegen die Eltern wurde Anklage erhoben, da sie durch jene fahrlässige Vernachlässigung den Tod des KindeS herbeigeführt haben sollten. Vor Gericht b e- stritten die Angeschuldigten, nach irgend einer Richtung hin fahr- lässig gehandelt zu haben. Eine Anzahl der nächsten Verwandten fanden sich auch, die bekundeten, daß es das Kind stets gut gehabt habe, obwohl es sehr unsauber und unartig gewesen sei. Der Gcrichtsarzl Dr. Strauch, welcher seinerzeit die Obduktion der Leiche der kleinen Günther vorgenommen hatte, bekundete, daß er eine eitrige Verweichung der sämtlichen Weichteile an den Beinen des Kindes konstatiert habe. Die Ursache der Verletzungen sei jedenfalls eine unmenschliche Mißhandlung mit einem Stock und eine Vernachlässigung der Wunben gewesen. Auf eine Frage des Verteidigers erklärte der Sachverständige, daß es aller- Vings fraglich sei. ob die eigentliche Todesursache' in der fahr- lässigen Vernachlässigung des KindeS seitens der Eltern zu suchen wäre. Geh. Mediziualrat Prof. Dr. Straßmann begutachtete ebenfalls, daß der Tod des Kindes durch eine dseptische Infektion in- folge der Verletzimgen herbeigeführt worden sei. Sehr fraglich erscheine es jedoch, ob die Angeklagten die Schwere der Verletzungen erkannt haben mochten und sie einen tödlichen Erfolg voraussehen konnten. Staatsanwaltschaftsrat Crüger hielt nach dem Gut- achten der Sachverständigen die Anklage der fahrlässigen Tötung nicht aufrecht und beantragte nur gegen den Ehemann Hänsel wegen gefährlicher Körperverletzung, mit Rücksicht auf die zutage gelegte Roheit eine Gefängnisstrafe von nur drei Rtonaten. Gegen die Ehefrau lautete der Antrag des StaalsanwaltS auf Freisprechung.— Das Gericht hielt cS gleich- falls nicht für festgestellt, daß der Tod durch eine Fahr- lässigkeit der Augeklagten verschuldet, auch nicht, daß die Körperverletzung mittels einer das Lebe» gefährdenden Bc- Handlung erfolgt sei. Dagegen sei eine Körperverletzung deS Kindes durch den Angeklagten erwiesen und der Rohrstock müsse in diesem Falle als gefährliches Werkzeug angesehen werden. Zur Zu- billigung mildernder Umstände lag keine Veranlassung vor, da mit dem Kinde sehr roh umgegangen worden und keine Veranlassung zu so gefährlichen Mitzhandttmgen vorgelegen habe. Der Gerichtshof verurteilte den Ehemann zu drei Neonaten Gefängnis und sprach die angeklagte Ehefrau frei._ Die Kartenlegerin. Wie stark Dummheit und der Aberglaube in Berlin noch grassiert, zeigt nachstehend gestern verhandelter Fall. Eine betrügerische Kartenlegerin, die sich die Leichtgläubigkeit und Unerfahrenheit einer Anzahl Dienstmädchen zu- nutze gemacht hatte, wurde in der Perion der 68jährigen Frau Auguste Schwarz geb. Arndt dem Strafrichter vorgeführt. Wegen Betruges im strafschärfenden Rückfalle und schwerer Urkunden- fälschung mutzte sich die Schwarz vor der siebenten Ferienstrafkammer verantworten.— Die Angeklagte ist vielfach wegen Betruges und Diebstahls vorbestraft. Ihre erste» Vorstrafen datieren schon aus dem Anfang der siebziger Jahre. Seil etwa fünf Jahren betreibt sie das Geschäft einer moderne» Sybille, da ihr dieses Gebiet des Schwindels weil einträglicher und vor allen Dingen ungefährlicher schien. Es fanden sich auch stets genügend Dumme, die sich gegen den üblichen Obolus von fünfzig Pfennig auts den Karten, aus dem Eiweiß oder aus dem Kaffeesirund den blühendsten Unsinn vor- schwatzen ließen. Neben dieser„Kunst" verstand eS die Angeklagte jedoch auch noch ausgezeichnet, ihren Kun- binnen, die sich nicht gerade durch besondere. Intelligenz aus- zeichneten, auf andere Weise das Geld aus der Tasche zu locken. Ihre Hauptkundschaft setzte sich zumeist aus etwas angejahrten Mädchen dienenden Standes zusammen, die für eine halbe Mark sich durch die Angeklagte in die vorübergehende freudige Hoffnung ver- setzen ließen, daß sie auch noch die Freuden des Ehestandes kennen lernen sollten. Ein Fräulein Johanna H., eine junge Dame, die längst schon„aus dem Schneider" war. suchte aus diesem Grunde die Angeklagte auf. Aus den Karten erzählte die Schwindlerin der glückselig Lauschenden, daß ihr noch ein großes Glück beschieden sei. denn sie stehe kurz vor ihrer Hochzeit. Ihr Zukünftiger sei ein Be- amter in fester Stellung und zwar sei sie durch eine„Erleuchtung" sogar in der Lage, ihr auch den Namen ihres zukünftigen Ehe- gatten mitzuteilen. Es sei dies der BetricbSsekretär Siebert. In überaus raffinierter Weise verstand eS die Angeklagte zwischen der H. und dem angeblichen BetriebSsekretär Siebert, der in Wirklich- keit garnicht existierte einen Schriftwechsel anzubahnen. Die Erledigung der Briefe übernahm fie selbst und zwar in der Weise, daß jie selbst die glühenden Liebesepisteln an die verliebte Küchenfee verfaßte und dieser dann aushändigte. Obwohl die H. noch niemals ihren„Zukünftigen" gesehen hatte, verstand es die Angeklagte,� der Vertrauensseligen verschiedene Geldbeträge abzunehmen. Hierbei be- diente sie sich aller möglichen Angaben. Das eine Mal hatte der Herr Be» triebssekretär einen größeren Geldbetrag verloren, den er ersetzen mutzte, das andere Mal lag er angeblich schwer krank in der Klinik des Geheimrats Bergmann. Auf diese raffinierte Art nahm die Gaunerin der H. nach und nach etwa 700 M. ab. Dieser Schwindeltrick hat übrigens einen in Berlin wohnhaften Betriebssekretär Siebert in eine' hochlomische Lage gebracht. Dieser Herr S. ist seit langen Jahren verheiratet und Vater erwachsener Töchter und war durch die Vorladung in dieser Sache anfänglich in eine ganz eigentümliche Situation geraten. Vor Gericht wurde ans die Vernehmung dieses Herrn verzichtet, da die Angeflagte erklärte, dieser habe natürlich absolut nichts mit der Sache zu tun.— Außer derartigen Schwindelmanövern hat sich die An- geklagte verschiedener Kreditschwindeleien schuldig gemacht, indem sie unter der falschen Angabe, sie wolle sich eine ArbeitSstube ein- richten, verschiedene Dienstmädchen um Beträge bis zu 100 Mark prellte.— Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf das hartnäckige Leugnen der Angeklagten und ihre vielfachen Vor- strafen eine Zuchthausstrafe von 2'/� Jahren und eine G e l d st r a f e von 300 Mark. Die Strafkammer erkannte auf zwei Jahre Zuchthaus, 810 Mark Geldstrafe eventuell 64 Tage Zuchthaus zusätzlich und fünf Jahre Ehrverlust. Die erkannte Geldstrafe wurde durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet._ Berliner Marktpreise. Ans dem anttllchen Berichs der stödtllchen Markthallen-Direktion.(Grohhandcl) Ochsenfleiich 1» 70—72 fr. 100 Pjd., IIa 64- 69, lila 59-62, Bullen, tcisch la 63-68, IIa 51-60, Kühe, seit 50—58, do. mager 40—48, Fresser 64—02, Bullen, dän. 55—64, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellender 100— 115, Mastkälber la 75—85, IIa 66—73. Kälber ger. gen. 48—60, do. Holl. 50—65, dän. 0,00. Hannnclsietlch Mastlömmer 80—82, Hammel la 74—78, IIa 68—73, ungar. 0,00, Schafe Wasserstand Memel, Tilstt P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thor» Oder, Nattbor , Krossen . Frankfurt Warthe. Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmeritz , Barbh . Magdeburg Saale, Grochlitz ')-ff bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel. ßrUfhaften der Redaktion» »ft jnriftitche Sprechstunde st»de» Fried richftr. I«, Skiifiiana 4, «ine Treppe(Handelsftatte Bellealliance, Tnrchgang auch Lludcustr. IUI), wochentäglich von?>/, bis«'/, Uhr abends statt.(stclissnct? Uhr. Sonnabends beginn« die Sprechstunde nm st Uhr. Jeder Zlnirag» ist»in Buchstabe und eine„stabl als Vierfzeichen beizufügen. Brieflich«'Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage mau in der Sprechstunde Nor. Frei Heil. Wir halten eS für richtiger, wenn Sie Ihre Beobachtungen zunächst dem Vorstande des WahlvereinS für Schönebcrg mitteilen wollten. — llnfallrente. Der Antrag aus Gewährung eines Bruchbandes hätte Aussicht aus Erfolg. Den Antrag aus Gewährung einer Unsallrente können Sie ausstellen, er hat aber wenig Aussicht aus Erfolg, wenn Sie nicht be< stimmt nachweisen, daß ein plötzliches Ereignis Schuld an dem Bruch ge- wesen ist. In ihrem eigenen Interesse liegt eS. schleunigst daS Bruchband anzulegen, um eine Vergrößerung des Bruches zu verhindern.— St. Johann H. Die Elievn sind nicht verpflichiet, Angaben über die Adresse zu machen. Ermitteln Sie den jetzigen Ausenlhatt durch Anfrage bei der Polizei und lassen Sie dann dem Schuldner eine Silage an seinem jetzigen Wohnort zustellen.— A. Z. 14. Falls nicht etwa daS Statut eine gegenteilige Bestimmung entHütt, sind Sie nicht berechtigt, der Kasse anzugehören, well Sie nicht mehr in Berlin wohnen. Sie können der Kasse an Ihrem jetzigen Wohnort beitreten und Rückzahlung der irrtümlich qe- zahllen Beiwage von der Berliner Kasse in Antrag bringen.— O. R. Ja. SoiuiabeniM&Septeniber, IStF" früh 8 Uhr"US eröffnen wir unsere 1F. in Ulxdorf, Weisestr. 65/86, Ecke Herrfnrthftratze. AM" Wir bitten unsere Mitglieder in Rixdorf, hiervon Notiz zu nehmen. Konsum-Genossensclian Berlin und Umgegend. Eingetragene Genessenschaft mit beschrSnkter Haltpilicht. 145/8 Der Vorstand. Möbel Wohnungs- eyentuell auch auf Teilzahlung Panl Burow's Möbel-Fabrik Borlbn 8W., Idndonstraßo 105. 49821.» I Hilft LEIPZIGER STRASSE Diese Woche— soweit Vorrat; ALEXANDER-PLATZ Wirtschafts- Artikel Waschfässer aus starkem Zink.................. 875 1080 I280 Waschzobep aus starkem Zink.................. 8 50 107S 1276 Waschtöpfe sauber verzinnt................ 295 360 425 585 Waschkessel aus starkem Kupfer................. 1485 IQ80 25°° Waschtische geschlossen, Ind. Garnitur............. statt 17 50 15°° Waschmaschinen mit drehbarer Trommel.......... 22°° 30°° Wäschemangeln statt se.oo 5250 statt eo.oo 56°° statt 68.75 65°° Kohlenkasten viereckig........................ I15 140 i78 Mülleimer schwarz lackiert..................... 50 75 Pf. 1°° Sicherheits-Frühstückskasien............... 3°° 5°° MeSSingkeSSel zum Einkochen von Früchten.......... Z88 bis 74S Gasplätten ff. vernickelt........................ per Garnitur 5°° Gaskocher......., wÄ,,« 500 2 2F,.L°cmhen 775 11°° Gas-Bratöfen............................... 2750 3750 Fleischhackmaschinen............. statt 2.86 I60 statt 3,25 250 Reibemaschinen m. lacklert.GehSuse stattl.75 18° m.emalll.GehZuse statt 2.50 F8 Fruchtpressen an den Tisch zu schrauben........... 475 578 Glas-Türschoner geschliffen............. 45 65 65 80 pr, Messerputz-Maschinen„Familie". 588 Gardinenspanner........... 1075 Putzkommoden.... Presskohlen-Spinden 225 275 485 Emaillewaren Runde Wannen»s eis so em I50 170 2'8 380 Ovale Wannen........ 1°° I28 185 ei. 3°° Eimer e» 28 cm, grau u. blau......... 65 Pf. MÜll-Eimer mKAuftehrin u. Deckel....... 285 Eimer mit Deckel u. braHsn Qoldatrelfen..... I75 Toilette-Eimer Ml» Ksrbhenkelgenacht, 050 u ,l0' statt 3.86 0 Kummen«o bis 2« em... 20 25 30 eis 70 pf. Küchengarnituren �Ärt8'�«8� 2°° Wassermaasse m» Muschetconsoie..... 40 pr. Kaffeekannen l0�*3ch•... 25 35 50»s 80 pr. Wasserkrüge conisch, weiss 40 55 65 bis 95 pr. Schmortöpfe t4 bis 26 cm...... 25 bis 80 pr. Tafel- und Kaffee-Geschirre pÄ Tafelgeschirre T eller«ach». tief........ Dessertteller........... Compotteller.......... Suppenterrinen....... Kartoffelnäpfe mit Decket., Salatiären viereckig....... Fleischplatten ovat....... Fleischplatten runu...... Zauderen.............. Beilagenschalen ovai..... Engl. Form gerippt, wein 20 Pf. 15 pf. 10 Pf. I'8 bis 298 J 35 20 sie 85 pf- 38»i« 95 pf. 95 pr 75 95 pf- Tafelservice aus(Uesen Geschirren zusammenges., kosten; ♦Or 6 Personen Porzellan Feston. Form S blluo Linien u. Goldrand 35 Pf. 20 25 Pf. 1 6 Pf. 295 bis 390 220 48 Pf. bis 1 35 75 pf- bis 345 1 40 J 90 95 pf. 1 38 65 85 Pf. für 12 Personen 23 30 45 60 77 telllg Engl, gerippt, weiss Festen, s blaue Linien und Goldrand Kaffeegeschirre mtt oe-k�h� 875 1435 97o 157° 16'8 2340 1 930 29'° 2678 41 88 weiss 3 blaue Linien mit Goldrand Kaffeekannen.......... 25 30 38 bis 95 Pf. 62 80 95 bis 2'8 Milchkannen Zuckerdosen........... Teekannen............ Kaffee- oder Teetassen Bouillontassen........ 5 6 8 bis 58 pf. 42 58 pf. 48 68 Pf. 14 Pf. 18 25 38 58 80 bis 85 Pf. 80 1°° ] 10 J 65 25 pf. 35 Pf. Echtes Porzellan �7�°° besonders preiswert Speiseteller sacb und tief Dessertteller.............. Bratenschüsseln ovai....... Saucieren................ BratenSChÜSSeln rund, flach und lief Suppenschüsseln mit oeckei....» 12 pf. ..5 8 10 Pf. 28 Pf. b,. 285 45 Pf. 50 Pf. 75 Pf. Salatieren viereckig.......... 18 28 pf. Salatieren rund............. 18 28 35 pr. Kaffee- u. Teekannen rar e Personen 50 pr. RahmgleSSer fflr 6 Personen....... 18 Pf. ZUCkerdOSen fUr e Personen....... 15 Pf. Tassen u. Untertassen........... 9 Pf. TePVIÄemlIFarbeiifedlerngaVrll- «dederlngf Mrokf ftronNurlerllrntzs g, parterre lein Laden. Mauerhoff, f I Steppdeeken billigst Febril Nrot>« AranNiirlerftrabe 9, parterre. ft Vardlneubau««roveFraiilinrier« ftratz« S, parterre. Kein Laden. Mauerhofi. If Federbetten. Stand 11,00, große 16,00, Wäsche, Gardinen, Portieren, Steppdecken, Uhren, Goldsachen, Silberlachen, Nnzlig« spottbillig Psand» leihhauS, Küstrinerplatz 7. 2K18K Herrrnsabrrad, Damensahrrad, tote neu, 45,00. Holz, rölipnen. ftraße 36 b. 2515K' Steppdecken spottbillig, Fabrik Große Frankfurterstratze 60. 2167K» Tcppiche! lseblerbasl«) in allen Größen sllr die Häisie de» WericS tili Teppichlager Brünn, Hackeicher Markt 4.«ahnhvs Börse. 26t, 1» Möbel sowie ganze Wohnung«- Einrichtungen erhalten solide Leute zu Kassapressen bei geringer An- zahlung aus Teilzahlung Möbelsabrit A. Krause, Schützenstratze 73,74.+ Metallbetten- Messingbetten, Kinderbetten, Nußbanmbettcn, Salon- trumeauS, Grammophone. denkbar allerbilligste Kausgelegcuheit. Ritter- straße 1l2 II. 271 IK-� Totalausverkauf meines Engeos- »nd FilialcnlagerS: Gardinen, Stores, Tülibettdeclen 10 bis 20 Prozent Rabatt. E. WettzenbergS Teppich- hauS, Große Frantsurterstraße 125.» Totalausverkauf meines EngroS- und FilialenlagerS: Tuch- und Plüsch- decken, Velvetine- und Plüschporlieren in allen Preislagen durchweg mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Frank- surterstraße 125._ 2707$r* Steppdecken, Fabrikmuster, Stück 3,25, 3,85, 4,85, 5.50, 6,50, 8,50 usw. E. WcißcnbergS Teppichhaus, Groß« Franksurterstraße 125._ 2708K1" GclcgciilieitStönfe: PaletolS, Anzüge, Holen. Kofter, Revolver, TeschingS, Uhren, Goldsachen, Kesiel, fpottbillig. Lücke, Orniiicnslraße l3t. Rcisrstlöler. Operngläser, Reiß- zeuge. Regulatoren, Freischwinger, tarmonita», Geigen, Zithern, Bilder, eppiche, spottbillig. Lücke, Oranie». straße>3l._ 28186* PfanbleibbauS! Hermannplah sechs. Jedermann empsehlcnSwcrte EinkausSguclle I Extrabilliger Betten- verlaus, Brautbetten. Bermietungs- bett, Bcttstücke, Bettwäsche. Bcttinlette, AuSsteuerwäsche, Leibioäsche, Gar- dinenoerlaits, Teppich verlaus, Stepp- decken, Tischdecken, Pfänderverkaus, Nähmaschinen, Goldsachen, Uhren- verkauf, Feslgcschcnle, Schmucksachen, goldene Hcrrcnuhren, Damenuhren, Ketten, Ringe, Freischwinger. spolt- billige Jackciianzüge, Gehrockanzüge, WinterpalelotS, SommcrpaletotS. EonnlagS ibenfall» geöftnet. 1117* Teppiche mit Farbenfehlern zum vollständigen Ausverkauf jetzt mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Franksurterstraße 125. 2706K� Dringend. Wegen Ausgabe einer ganzen Etage sollen sämtlich« noch vorhandenen Möbel zu sehr billigen Preisen verkaust werden. Muschel- kleiderschrank, Muschelvertiko 28 Mark, AuSziehIisch 17, Bettstelle mit Matratze und Keilltsscn 20, Stühle 3, Schlas- sosa 36. Pseilcrspiegel 12, Herren- schreibttsch 36, Waschtoiletten 20, Kam- moden 21,PlüschgarniIur,Büssctts 120, Bettstellen 7. Stand Betten 20, eng- tische Schlafzimmer, Säulentrunicau 36. Wallstraße 80-81.(Am Spittcl. markt.) 66/15� Spottbillig gebrauchte und neue Teppiche, Gardinen, Betten, Stepp- decken, Portieren, Tischdecken, Rcgu- lateure, Remontoiruhren, Operngläser, Spiegel, Bilder. Lücke, Grüner« weg 113. Teilzahlungen gestattet.* Piantuo. vorzüglich erhalten, --------" atze 33, I~■"" billigst Pücklerstraßc lintS. t«' Fahrrad, tadellos, modern, 30.—. Penstonsanstalt, Kantstraßc 55.-sl28* Lauben- Banmaterialien, ge- brauchte und neue, wie: Kantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen, Fenster, Dachpappe, in größter AuS. wähl billigst. Hasenheide 2(am Her- mannplatz)._ 19616* Teppiche, wegen Umbau spott- billig. Gardinen, Portieren, Steppdecken, Schlafdecken ebenfalls bedeutend herabgesetzt. Stoehr, Münz- straße 17, Eingang KönigSgrabcn.* GaSkocherhauS!!! Geschlossene ZwcllochgaSlocherl 5,00. GaSbratösen I 8,00, GaSbügelaPparatl Schneider- eisen! spottbillig I GaSbronzekronen! GaSlhrcn! 1'/,. Wohlauer, Wallner- thcaterstraße 32. 269IK* Möbel 20 Prozent billiger. Wegen Ueberfüllung meiner grogcn Lager- räume findet in meiner seit l880 be- stehenden Möbelfabrik, Gneisenau- straße 15, nahe dem Hallcschen Tore, bis 25. September großer RaumungS- verkauf statt. Besichtigung obne Kauszivang. Braulicuten wird Ge- legenbeit geboten, besonder« billig einzukaufen. Teilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Kleider- spind 20,—, Bettstelle mit Sprung- sedermatratze 22,—, Muschelvertiko, Muschelkleiderspind 27,—, Säulen- trumeau 30,—, Muschelbcttstelle mit Matratze 34,—, englische Bettstelle mit Matratze 43,—, Nußbaum-Ankleide- schrank mit Spiegel 72,—, schlassosa mit AuSzug 34,—, Plüschsosa 40.—, Pancelsosa 70,—, AuSziehIisch« 16,—, englische Plüschgarniluren 94,—, Schreibtische 25,—, englisches Schlaf- zimmcr 250,—, Wohnspcisezimmer 400,—, Herrenzimmer 360,—, ein großer Posten billige SäuienbüsettS. Komplette Küchen von 43,— an. Zurückgesetzte und verliehen gewesene Möbel ganz besonders billig. Ge- kauste Möbel tonnen tostcnsrei lagern und werden durch eigene Gespanne geliesert. Sonntag« von 3—10 und 12— 2 Uhr geöffnet. Bitte aus Hausnummer 15 zu achten. Musterbuch gratis. 2677K* !! Spottbillig l! auS Nachlässen, Möbel, Betten, elegante Schlaf- und Speisezimmer verkaust billig Frank- surter Allee 103 vorn parterre. tl22+ Möbelfabrik Oranienstraße 172/173, Brautleute, die gediegene Möbel lausen wollen, sollen nicht versäumen, meine bedeutenden Lager zu befichttgen. Billiger als Händler. Einrichtungen von 285,00 bis 438,00, elegante 650,00, englisches achiafzimmer 272,00, eichenes Herrenzimmer, Speisezimmer, Salons, Nußbaum oder Mahagoni, Taschensosa 60,00, Trumeau 38,00, Kleiderschrank, Vertiko 45,00, Küchen, moderner Anstrich 58,00. Verliehene und zurückgesetzte spottbillig. Auch Teilzahlung. 2634K* Ricsenpöstc» Tcpviche, Sosa- und Salongröße, 4,35, 6,75, 10, 15 Mark. Eine Partie mit kleinen Webcsehlern spottbillig. TeppichhauS Emil Lesövre, Oranienstraße 158. 5336K* Möbelausstättuiig, 6 Zimmer. Küche, viele Plüschteppiche, Trumeau, Oelgemälde, Uhren. Bronzekronen. Salongarnitur, Gelegenheit. AuktionS- annahm« Rasch, Grüncrweg 3.* SommerPnletotS. MonatSanzüge, wenig getragene, von 5 Marl an, große Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe aus erster BezugSanelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direlt vom Schneider- nieister Paul Fürsten, elt, nur Rosen- thalerstraße 10. Fernsprecher Amt III 5117. 262/4* Littauer> Nähmaschinen obne An« zahlung, wöchentlich 1,00, gebrauchte 12,00, Wteneritraße 1—6, Warschauer- straße 67. Ackeritraße III. 2841b Krautstraste 50 Möbel, Spiegel, Polsterwaren spottbillig. Möbelspeichcr Saalseld. 2844b* Mtlchgeschäftscinrichtnngen, Emaillier!« VertaujSgcsäße, Milch- können, Milchmaße, Milchsiede, Wiege. schalen. Jordan, Michaelkirchstraß« 2t. Anzüge. Paletot«. zurückgesetzte Maßsachcn weit unter Preis. Anzüge. Paletots aus feinsten Matzstoffcn 20 bis 30 Mark, englische Anzüge 30 biS 40. Bluhmu. Co., Friedrichstraße2l2 1. Kein Laden. 2847b Halbrenner 25,00, tadellos, seltene Gelegenheit, vertäust Horn, Große Franksurterstraße 124.-f34 Halbrenner, Doppelglocken, ein- mal benutzt, verkaust sofort Reuter. Andreasstraße 19.+34 Tischlerei, passend für Genossen schalt, 10 Bänke und Maschinen, billig zu verkaufen eventuell Kompagnon mit 2—3000 Mark. Osserten ,A. C.u, Postamt: 34._ 26436 Pianino, hohes, Nußbaum, 140 Mark, Turm straße 8 I._ 66/18 Sinaermaschtne 12,00, Prinzen- straße 77._ 66)16* Kleiderschrank. Vertiko, Bett- stellen, Sosa, Spiegel, Ausziehtisch, Stühle, Uhr, Bilder, Nähmaschine, Steppdecken� Küchensachen verkaust schleunigst Schuhmann, Waldemar- straße 27, vorn I. flO fSerfanfe aeisen- und Material- geschäst Prinz Handjerhstraß« 61. rm� teft?* HerrenPaletotS. Anzüge, eno.. Geldersparnts. Nur beste, elegante� Sachen, werden, weil überzählig, einzeln zu Engrospreisen an Private abgegeben. 2—4 geschlossen, Sonntag 12—2. Fabrik, Neue Friedrich- straße 37. III. 285/12- Bierverlag, veränderungshalbcr billig zu verlausen, Mantcussel- straße 128._+10 Restauration, krankheitshalber sofort zu verkaufen. Nötig 800Mark, Brauerei Hilst. 100 Mark Miete monatlich. Zu erfragen Kottbuferstraße 26, vorn III, Naschte._ t9 Destillation, beste Lage, größte Zukunft ani Platz, mit den seltensten Bequemlichkeiten, wegen beiderieitiger Krankheit sosort billig zu verlausen. Näheres Lchderstraße 33. Weißens«. Verschiedenes. Ebrenerklörnng. Nehme die Beleidigung gegen Herrn Dippner zurück. Sulz, Dunckerstraße 84. js53 Geld verdient wer Nenanlagen von Maschinen für Dampf-, Gas-, Eleltrizität nachweist. Zuschriften unter O. 2 Expedition dieses Blattes. Lernt die Muttersprache beherrschen! Ersolgrcichen, leicht faßlichen Unterricht in Wort und Schrift der deutschen Sprache erleilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewissenhafter Privatlehrer. Die Stunde kostet eine Mark. Eine Unter- richtsstunde wöchentlich genügt. Ge- fällige Angebote sind unter G. 4 an Expedition des.Vorwärts' zu richten. Poiciiiautvalt Wessel, Gilichiner- straße 94». 2555K* Bfandleibe Markusstraße 27. Saal, hundert Personen, größeres Peretnszimmer, Gipsstraße 9. xl44 Bolkssctnger- Gesellschaft.Anke', Swinemünderstraße 17. t92* Ttanniolpapier, Bruchmetall kaust höchst zahlend bei Kollegen Preiskeit, Strelitzerstraße 40, vorn parterre. t92 Anspolsterung, Beitmatratzc 4,00, Sosa 5,00, auch außerm Hause. Hossinann, Neue Königstraße 30. 231/18 Piatina, alte Zahngebisse, aller- höchste Preise. Linienstraße 199 II, Ecke Joachimstraße. f144 Vermietungen. eine Baukneipe ist zu verpachten. x. Hornig, Margaretenstraße 23, Reu- Lichtenberg._ x 130 Wohnungen. Prächtige Balkonwohnungen billig Soldinerstraße 32/34. 2661K* Pankstrasse 31 B, an Badstraße, Brunnenplatz, schöne Wohnungen 20. 22 am_ 28416* Zimmer. Möbliertes Zimmer, 2 Herren. Pücklerstraße 25, vorn IV, Olafe. t9 Möbliertes Zimmer zu vermieten für 1 oder 2 Herren MarkuSslraße 38, vorn I links.+31 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Invalide, ordentlicher Mann, 48, verheiratet, ehemaliger Werk- sührer, sucht leichte Arbeit. Gefällige Offerten Spedition Charlottenburg, Sefenhelmerflraße 1. 2849b Flickschneider, spottbillig, gut« fitzend, schnell, geübt, Aenderungen, Reparaturen. Gardcrobenreinigung, sucht Kundschaft. Ebert, Frucht- straße 3t, vorn._+34 Bitiider Stublflechler bitte!«m Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgelietert. A. Gläser, Mulack- straße 27._ 1468b Stellenangebote. Gerüstbauer! Im Leitergerüst. bau erfahrene Leute finden dauernde Beschäftigung bei gutem Lohn. An- fragen bei Hermann Lräcker, Aachen, Rcimannstraße 5. 2712K Gürtlerlehrling, gewissenhafte Ausbildung. Gründer, Mariannen- straße 8._ 2747b* Schriftsesser, und Druckerlchrling finden gute Lehrstelle w Buchdnickerei Liegnitzcrilraße l5. 2846b Rahmenmacher verlangt Lechner, Alexandrinenstraße 93/94. 2848b Packer ans Goldleisten verlangt Weißensee, Sedanstraßc 46._+134 Graveur, ein junger, findet dauernde und lohnende Beschäftigung. Schröder. Rixdors, Prinz Handjery- straße 38.+U7 Gelernter Galvaniseurgehüise oerlangt Hübner, Markusstraße 5._ �Mamsells aus Jacketts, Kinder- jackeitS verlangt Lambrecht, Lhchener- straße 2/3._+53 Künstliche Blumen- Kröserinnen, Kleberinnen finden dauernde Beschäs- tigung bei fest garantiertem hohen Verdienst. Artur Heymann. Neuen- bnrgerstraße 15. 2687N* Botenfrauen finden sehr lohnende Beschäftigung Prinzenstraße 4l, Keller. Für die„Köitigöberger Bolkszeitung* wird sofort bis zum 31. März 1903 ein tüchtiger Berichterstatter gesucht. Osserten mit GehaltSansprüchen an F. Axcn, Königsberg i. Pr., | Weidendamm 4 IV, erbeten. Schlosser f. eis. Fenster n. Türen z. dauernd. Beschäftigung gesucht. Lemmler& Bleyberg 66/19 Dresdenerstr. 98. ZW Slilkttblstslilitt. Die Disserenzen mit dem Verband sind jetzt zur Zufriedenheit geregelt. Larl Delimel 59682 Bäckermeister Skalisserstrassc KZ Annahme-Stellen für„Kleine Anzeigen". Zentrum: Friss Zinke. Mauerstr. 89. A. Hahnisch, Auguftstr. 50. Westen; G. Schmidt, Bülowstr. 52. Osten: W. Mann, Petersburgerplatz«. R. Wengels, RüderSdorserstr. 8. Gustav Bogel, Koppcnstr. 83. Koi-ckosteni L. Zucht. Keibelstr. 42. I. Reul, Barnimftr. 42. Noi-cken: H. Rafchke, Ackerstr. 36. F. Trapp, Stettinerstr. 10. Karl Mars, Lychenerstr. 128. Karl Weisse, Nazarethkirchstr. 4T L. Dcchanb, Ruheplatzstr. 24. H. Bogel, Lortzingstr. 37. Zl. Tiess, Jnvalidenstr. 124. Keedsvesten: Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. W. Schrotte, Gotzkowskystr. 29. Südwesten: . Werner. Gneisenaustr. 72. . Schröder, tzagelbergerstr. 27. Süden: St. Friss, Prmzenstr. 31. F. Gutschmidt, Kottbnser Damm 8. Südosten: Paul Böhm. Lansttzer Platz 14/1S. P. Horsch, Engel-User 15. VIinelottenkneU: G. Scharnberg, Sesenheimerstr. l. Frledi-lekisdeeU i C. Settel, Kronprinzcnstr. 50. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Rnrnmelsdni-gk' A. Rosenkranz, Alt-Boxhagen 56. Seliünedeee: Wilh.Bä» m l er, Martin Lutherftr. 51. WeiLensee: K. Fuhrmann, aedanftr. 105. Jul. Schillert, König-Ehauss« 39». Reinlelrendoek: P. Gursch, Provinz str. 108. Treptow: R. Gramenz, Kiesbolzstr. 412. Verantwortlicher Redakteur: HanS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.:Th.Glocke.Berlin. Druck u.Verläg: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. jlr.212. 24.1.1�1.8. Z Ktjlllßt dtS„NljllllllltS" DttÜlM NüIdSllllllt. Mi-m»'l IM. heute Nitwoch fi Partei- Angelegenheiten. Die Ausgabe der Festzeitung von Genf bis Stuttgart an die Bezirksführcr erfolgt am Freitagabend 8 Uhr in den bekannten Lokalen._ Zur Lokalliste! Folgende Lokale stehen uns zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: In Reinickendorf- West I. G ö r d e s „W a l d ich l ö h ch e n", Waldstr. 50/51, und in Zeuthen:„Albrechts- h o s", Jnh. Spethmann, Neu- Zeuthen. Prinz Heinrich- •ftraße 12. Die Lokalkommission. Nixdorf. Genossen und Genossinnen! Nach Beschlust finden im Laufe der Monate Oktober-November-Dezcmber zwei Vortragskurse statt. Der erste Kursus, den Genosse Julian Borchardt leitet, behandelt das Thema:„Die gegnerischen Parteien und ihre Programme". Derselbe findet statt an jedem Dienstag im Oktober, und zwar am 8., 15., 22. und 29.; im November am Freilag, den 8., 15. und 22. Zu diesem Kursus ist jeder Funktionär verpflichtet, an demselben teilzunehmen.— Den zweiten Kursus leitet Gen. Bruno Borchardt und behandelt das Thema:„Ueber den Bau des Weltensystems." Dieser Vortragskursus findet jeden Donnerstag im Ottober statt und zwar am 17., 24., 31.; im November am 7.. 14., 21. und 28.; im Dezember am 5. und 12. statt.— Beide Kurse werden in Fritz Hoppes Lokal, Hermannstr. 49, abends S'/a Uhr abgehalten und werden die Mitglieder gebeten, sich recht zahlreich an beiden Kursen zu beteiligen. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich.— Anmeldungen werden in jeder Zahlstelle angenommen. Der Vorstand. Wittenau. Sonnabend, den 14. September, abends 8'/z Uhr. findet im Lokale von Alb. Schulze, Hauptstr. 56, eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: 1.„Die wahre Gestalt des Christentums". Referent: Genosse Adolf Stern. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Handzettelverbreitung Freitagabend. KönigS-Wusterhauseu und Umgegend. Den Genossen zur Kenntnis. dast die Wahlvereinsversammlung am heutigen Mittwoch, abends 8 Uhr, in Wildau im Lokale des Herrn Schümann stattfindet. Tagesordnung: Bericht vom Internationalen Kongrest, Referent Genosse Dr. Rosenfeld; Bericht von der Kreis-Generalversammlung und Verschiedenes. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Genossen ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Bcvlmcv JVacbncbten. Zur Eiscubahnkatastrophe bei Strausberg. Gestern gaben wir der Meinung Raum, dast es durchaus nicht so zweifelsfrer feststände, dast unter allen Umständen das Eisenbahn- »»glück die Folge eines Bahnfrevels sei. Diese Meinung kommt auch unter anderen in einer Zuschrift eines Passagiers des Unglücks- zugeS des Herrn Fabrikbesitzer Paul Leinbrock aus Copitz an den „Pirnaer Anzeiger" zum Ausdruck. Herr Leinbrock schreibt: „Ich bin überzeugt, dast keiner der Mitreisenden das Märchen von einem Attentat glaubt, vielmehr bin ich— und gcwitz jeder, der Ansicht, dast auch hier, wie bei dem Unfall in Posen, der Leichtsinn, mit dem die Ausbesserungen an den Gleisen während des Betriebes borgenommen werden, die Schuld an dem Unfall ttägt. Wie ein jeder der Mitreisenden beim Scheine der brennenden Wagen sehr wohl bemerken konnte, lagen auf der linken Seite der Sttecke �Fahrtrichtung Königsberg— Berlin) in regelmästigen Abständen lSchienenlänge) Schienenverbindungs- laschen, und zwar vier Stück auf eine Schienenlänge! Ich befand mich bei der Entgleisung im vorletzten Wagen und bin unmittelbar nach der Katastrophe an dem brennenden, umgeworfenen Zuge entlang nach der Maschine vorgegangen, wobei ich auf der ganzen Länge dieses Zuges diese Berbindungs- laschen vorfand. Auch andere Herren haben dieses bemerkt, und wir haben darüber unsere Ansichten ausgetauscht. Läge ein Attentat vor, so hätten diese Laschen gewist nicht auf der ganzen Strecke verteilt dagelegen. Ich bin der Ueberzeuguug, dast hier schlechte Schienen ausgewechselt wurden, und dast die Arbeit nur halb getan war, als der Unglückszug darüber hin wegfuhr. Die Schienen hatte man wohl auf den Schwellen befestigt; die Laschen sollten erst später angeschraubt werden. Dast meine Vermutung richtig sein dürfte, geht doch auch daraus hervor, dast der Zug an der Unglücksstätte langsam fuhr, der Zugführer hatte eben das Signal„Langsam fahren, Strecke in Reparatur" erhalten bezw. gesehen. Wäre er mit der für den Zug festgesetzten Schnellzugsgcschwindigkeit dahergebraust, so wäre wohl niemand von uns heil und ganz davongekommen." Dieser Meinung von der Annahme einer„Betriebsbummelei" tritt nun eine behördlich inspirierte Korrespondenz wie folgt ent- gegen: „In einigen Zeitungen wird jetzt bezweifelt, dast es sich ber dem Eisenbahnunglück bei Strausberg um einen Frevel handle, vielmehr soll eine„Betriebsbummelei" die Ursache des Unglücks sein. Dieser Meinung begegnet man anch im Publikum nicht selten. Aber was man für sie anführt, hält doch den Tatsachen gegenüber nicht Stich. Zunächst soll der Schlüsselfund gar keine Bedeutung haben. Es könnte wirklich ein Chauffeur den Schlüssel benutzt und dann weggeworfen haben. Aber weshalb sollte er ihn denn wegwerfen, wenn er ihn doch gebrauchen komite? Und wes- halb sollte er ihn gerade nack, der Fundstelle getragen haben, in deren Nähe er mit dem ansgebesserten Automobil doch nicht ge- Wesen sein kann. Aber trotzdem hat die Untersuchung daran gedacht, dast der Schlüssel wirklich zur Ausbesserung eines vcr- unglückten Automobils gedient haben könnte. Ihr Sachverständiger jedoch, der Automobilingenieur Vollmer sagt, dast der Schlüssel hierzu ganz ungeeignet, ja unbrauchbar sei. Automobilschrauben seien für ihn viel zu klein, und er selbst sei für Automobilarbeilen viel zu lang. Austerdem habe ja auch jedes Automobil sein eigenes Werkzeug. Bei der Annahme einer BctriebSbummelei denkt man daran, dast die Schrauben bei der Verlegung des neuen Ober- baues vergessen toorden seien. Daß man aber sechs Wochen lang— so lange lag der Oberbau an der Unfallstelle— einen so schweren Unterlassungsfehler, wie die Nichtbefestigung vier ganzer Schienen nicht bemerkt haben sollte, ist doch wohl ausgeschlossen. Und sechs Wochen lang hätte es bei diesem schweren Fehler ohne Unfall abgehen sollen? Gegenüber diesen UnWahrscheinlichkeiten zeigt aber auch der Befund, dast die Schrauben ordnungsmäßig eingezogen gewesen sind. Die Schwellenschrauben sind zwanzig Zentimeter lange Holzschrauben, das heißt eiserne Schrauben für Holz. Sie werde» mit der Spitze durch einen Hammerschlag in die Schwelle etwas eingetrieben und dann ohne Vorbohrung mit dem Stockschlüssel angezogen. Ihr großes Gewinde hält sehr fest und hinterläßt natürlich in dem Holz ohne Vorbohrung unver- wischbare Spuren. Um auch noch festzustellen, ob die Schrauben für Kerlin und Vororte nicht vielleicht nur oberflächlich angezogen und wieder herausgefallen sein könnten, hat man die Schwellen durchgesägt, und nun zeigt sich, daß die Gewindespuren so tief gehen, daß die Schrauben vollständig angezogen gewesen sein müssen. Auch die Muttern der Laschenschrauben sind fest angezogen gewesen. Diese Schrauben sind, so weit das Muttergewinde aus ihnen gelegen hat, noch blank, an den anderen Stellen aber schon etwas angerostet. Hätten aber diese Schrauben mit den Muttern noch unverwendet neben den Schienen gelegen, wie sollten dann die Muttern herum- gekommen sein? Wer sollte sie abgezogen haben, und zu welchem Zweck? Die Laschen sind also angeschraubt gewesen, und daß nicht rohe Gewalt sie beseitigt hat, lehrt Wieden der Befund. Waren sie bei der Entgleisung noch befestigt, so mußten sie biegen oder brechen, oder die Schraubenköpfe mußten, wie an der gegenüberliegenden Schiene, von den Rädern ab- geschnitten werden. Die Laschen sind aber unversehrt und die Schrauben auch. Trotz dieser Feststellungen aber werden beim großen Publikum, wie die Erfahrung lehrt, die Zweifel wohl nicht eher verstummen, als bis man des Frevlers habhaft geworden ist. Umsomehr ist zu wünschen, daß den fast übermemchlichen An- strengungen der Beamten der Kriminalpolizei und der Gendarmerie endlich der ersehnte Erfolg beschieden sein möge. Bisher waren alle Mühen noch umsonst. Auch der in Zehlendorf ergriffene Landstreicher mußte aus dem Amtsgerichtsgefängnis zu Groß- Lichterfelde wieder entlassen werden, nachdem er den Rekognoszenten gegenübergestellt worden war. Eine neue Spur weist nach Berlin. — Es wäre erwünscht, daß sich ein Herr meldet, der sich in dem entgleisten Zuge befand und gleich nach dem Unglück die Geistesgegenwart besaß, die Leute in den Buden 24 und 24s, zu wecken mtt dem Lärmrnf, der Zug sei entgleist und stehe in Flammen. Auf die Frage, wer er sei, antwortete er: Mitglied der Eisenbahndireition Bromberg. Wahrscheinlich wollte er sich dadurch Autorität verschaffen und die Leute veranlassen, nach allen Richtungen Signale zu geben. Die Bekundungen dieses Mannes, als eines besonnenen und objektiven Beobachters, wären für die Ermittelungen wertvoll. Der Unbekannte ist ziemlich groß, trug einen grauen Ueberzieher und hatte Verletzungen an zwei Fingern der linken Hand."_ Aus der Kanalisationsdeputation. In der letzten Sitzung der städtischen Deputation für die Kanalisation und Rieselfelder wurde beschlossen, die Frage der Regelung der Lehrergehälter auf den Rieselfeldern einer erneuten Prüfung durch eine Subkommission unterziehen zu lassen. In diese Kommission wurde auch der Stadtverordnete Borgmann gewählt. Eine Anzahl größerer Landankäufe erhielt die Zustimmung der Deputation; ebenso das Abkommen mit der Stadt Schöneberg bezüglich der Durchlegung eines Druckrohrs durch' Schöneberger Gebiet. Die Verhandlungen mit Steglitz zu gleichem Zweck sollen fortgesetzt werden. Um die Speisereste, welche die Anstalten in Buch alltäglich liefern, zu verwerten, sind bekanntlich in Schmezdorf Schweine- Mastanstalten errichtet worden. Es hat sich nun herausgestellt, daß Jungvieh von Händlern und Züchtern nie vorteilhaft zu erhalten ist. Es soll deswegen in Schmezdorf ein Stall für hundert Zuchtsauen errichtet werden. Eine genaue Be- rechnung, welche Direktor Schröder seinem diesbezüglichen Antrag beigefügt hatte, wies einen guten Ertrag nach, so daß die Depu- tation beschloß, die Sache schleunigst zur Durchführung zu bringen. „Na, Podchen, wat seggste nu?" Die stärkere Belegung der Anstalten in Buch erfordert auch eine stärkere Inanspruchnahme der Milchlieferung. Um diesen Anforderungen zu genügen, soll in Albertshof ein Kuhstall sür 200 Kühe erbaut werden. Für das im Bau begriffene neue„Vor- werk Hobrechtsfelde" sollen 20 Pferde und 69 Zugochsen beschafft, sowie zur Anfertigung eines Reliefbildnisscs des verstorbenen Baurats Hobrecht 1990 Mark in den nächsten Etat eingesetzt werden. Es dürfte erinnerlich sein, daß der verflossene Schweine- minister Podbielski den Genossen Singer im Reichstag aufforderte: doch seinen Einfluß in der Berliner Stadtverwaltung zu benützcn, um durch eigene Zucht der Schweinenot zum Teil abzuhelfen. Die Deputation für das städtische Turn- und Badewcsen hatte in ihrer ersten Sitzung nach den Ferien eine reiche Tagesordnung zu erledigen, aus der wir nur die nachstehenden wichtigsten Be- schlüsse hervorheben wollen. Für den Turnplatz an der Schule in der Mittenwalderstraße soll die Beleuchtung so eingerichtet werden, daß der Platz abends durch die Vereine zu ihren Uebungcn benutzt werden kann. Dann wurde die Stiftungsurkunde der Julius Bleichrödcr- Stiftung zur Kenntnis gebracht, lieber den Zweck der Stiftung hatten wir schon vor längerer Zeit Mitteilung gemacht. Die Be- stimmungen und Vorschriften, welche die Stiftung enthält, wurden allgemein als ganz vorzüglich bezeichnet und könnten manchem Stifter als Muster dienen. Vor allem ist es die begrenzte Dauer sowie die Freiheit der Bewegung, die die Stifter der Verwaltung gelassen haben. Stadtschulrat Michaelis erhielt den Auftrag, den Stiftern für ihre Stiftung wie für den ausgezeichneten Gedanken, der der Stiftung zugrunde liegt, zu danken. Der Spielplatz hinter der neuen Gemeindeschule an der Pank- und Wiesenstraße, soll auch in Zukunft als Spielplatz erhalten bleiben. Die Bauverwaltung hat in neuerer Zeit in den Turichallcn sogenannte Tonncngewölbedccken erbaut. Dieselben haben sich aber micht bewährt, sondern geben zu den größten Bedenken Ver- anlassung und zwar um deswillen, weil eine ganz gleiche Decke kürzlich in der Aula der Gcmeindeschule in der Christburgerstraße herabgefallen ist, die als hängende Decke konstruiert war. Bei dieser Gelegenheit kam auch zu? Sprache, daß, trotz bei früherer Gelegenheit seitens der Bauverwaltung gegebener Zusage, der Oberturnwart von den Projekten zu neuen Hallen keine Kenntnis erhält. Auf dem Ferienspielplatz in Bürknersfclde sollen eine Anzahl Einrichtungen getroffen werden, welche denselben völlig unabhängig von dem dortigen Gutsgehöft machen. Stadtverordneter Borg- mann und Oberturnwart Dr. Luckow haben mit dem Garten- direktor Mächtig im Plänterwald einen Spielplatz für die Ferien- spiele ausgesucht, auf welchen die Kinder aus dem Süden und Südosten gebracht werden sollen. Im Plänterwald befinden sich fünf kreisrunde Spielplätze. Dieselben sollen durch Beseitigung des Unterholzes zu einem einheitlichen Platz von zirka 15 Morgen Größe zusammengezogen werden. Die Deputation stimmte, in der Ueberzeugung, daß' hierdurch ein geradezu idealer Spielplatz ent- stehen werde, dem Projekte zu. Abweichend von ihrem früheren Standpunkt beschloß die De- putation, drei höheren Schulen für ihre Rudervereinigungen Unterstützungen bis zu 699 Mark zu bewilligen, d. h. beim Magi- strat zu beantragen. Allerdings unter der Bedingung, daß sich dieselben nicht am Wettrudern beteiligen dürfen. Die Badeanstalt im Nordhafen soll auch im nächsten Jahre wieder geöffnet werden. Den Maschinenmeistern wurde die erbetene Verlängerung ihres Sommerurlaubes bewilligt. In der gestrigen Sitzung der Deputation für die Straßen- reiniguna wurde oem Unternehmer Tabbert. dem seitherigen Liefe- der Ztahlabend statt. ranten, der Zuschlag auf Lieferung von Kies und Sand auf drei Jahre erteilt. Die Preise sind wesentlich höhere wie früher. Der Jahresbedarf erfährt dadurch einen größeren Aufwand, der sich auf 69 999 M. beziffert. Herr Tabbert war der Mindcstfordernde.— Der Vertrag über Bespannung, Bedienung, Unterhaltun'g und Aufbewahrung der Sprengwagen wurde mit dem Unternehmer auf ein Jahr zu dem alten Preis verlängert.— In den Arbeitsplan wird eine Straße aufgenommen und der Errichtung zweier neuer Bedürfnisanstalten zugestimmt, die auf das neue Viertel am Ver- bindungsbahnhof Schönhauser Allee, entfallen.— Beschlossen wurde die Anschafsung von acht weiteren Schneepflügen und die Mvin- tierung eines im Gebrauch befindlichen, dergestalt, daß er als Transportwagen dienen kann. Die Montierung wird eine ein- malige Ausgabe von 1699 M. erfordern, und die jährliche Ausgabe der Doppelvcrwendung 259 M. bedingen.— Mit den Vorarbeiten zur Errichtung eines Müllabladeplatzes auf dem Treptower Stein- depot wird die Direktion beauftragt. Gegen die erhöhten Auf- Wendungen an der Reinigung der Halteplätze der Kraftdroschken und Autoomnibusse wurden Einwendungen nicht erhoben, und die Preisfestsetzung der Abfuhr des Mülls nach Saatwinkel— 4,59 M. pro Fuhre— wurde gutgeheißen. Der Pleitegeier in der Damuka. Die zahlreichen zwischen del Ausstellungsleitung und den Ausstellern der Deutschen Armee-, Marine- und Kolonialausstellung schwebenden finanziellen Diffe- renzen haben dazu geführt, daß gegen das Vermögen des General- bevollmächtigten der Ausstellung. Direktor Albert Huster, ein Arrest- antrag und gegen die Kolonialausstellung selbst der Antrag auf Konkurseröffnung beim Landgericht I Berlin gestellt worden ist. Ueber den Arrestantrag sollte bereits am Dienstag verhandelt werden; die Zustellung an Direktor Huster konnte indessen nicht er- folgen. Zu dieser Sache schreibt uns die Hausbaugesellschaft:„Wir sind Hauptgläubiger der Ausstellung, sind am schwersten geschädigt und haben daher den Konkurs gegen die Ausstellung beantragt. Die Zlusstellung schuldet uns zirka 225 999 M., wofür uns Pfand- sicherheiten gegeben worden sind, deren Vorhandensein uns trotz mehrmonatlichcr Bemühungen nicht nachgewiesen werden. Wir wepden noch eine Regretzklage gegen die Ausschußmitglieder an- strengen und hoffen auf diese Weise zu unserem Gelde zu kommen. Von einer Aufhebung des Konkurses kann wohl unter diesen Um- ständen keine Rede sein. Wir bemerken noch, daß wir schon seit Monaten die vereinbarten Ratenzahlungen nicht erhalten haben." Ein aufregender Borfall spielte sich am Montagnachmittag um 4 Uhr in der Rosenthalerstraste 11/12 an der Auguststraße ab. Eine Frau S., die schon längere Zeit krank war, verfiel in Tobsucht und versuchte im Verfolgungswahn aus dem Fenster des dritten Stock- Werks auf die Straße herabzuspringen. Sie war schon aus dem Fenster geklettert, als die Feuerwehr, die man alarmiert hatte, er- schien. Brandmeister Hammer ließ sofort ein Sprungtuch unter dem Fenster ziehen, in das die Frau herabsprang. Sie wurde anscheinend unverletzt aufgefangen und dann mit einem Mannschaftswagen nach der Neuen Charits gebracht. Eine Minute später und die Frau wär- auf daS Pflaster gefallen. Unnötigerweise in Schrecken versetzt wurde dieser Tage eine Familie P. durch die Polizei. Am 4. September kam ein Polizei- beamter in die Wohnung der Frau P. in der Carmen Sylvastraße und übergab eine Zustellung folgenden Inhalts:„In Sachen Ihres Vaters werden Ew. Wohlgeboren und Schwester ersucht, sich morgen vormittags 9 Uhr im Lcichcnschauhause cinzufinoen." Frau P. bekam einen gewaltigen Schreck, hatte doch der Vater am Morgen früh und gesund die Wohnung verlassen, um zur Arbeit zu gehen. Sosort eilte sie nach dem zuständigen Polizeirevier und bat um Aufklärung. Ter Beamte erbot sich bereitwilligst, nach dem Leichen- schauhause zu tclephonieren. Er berichtete dem dortigen Beamten, daß die verheiratete Tochter des in Frage stehenden S. auf dem Revier wäre und um Aufklärung bitte, da der Vater noch am selben Tage frisch und gesund zur Arbeit gegangen wäre. Darauf stellte der Beamte ein sehr umfassendes Verhör an; er fragte genau nach den Personalien der Frau P., des Vaters und der verstorbenen Ehefrau desselben. Alle Fragen konnten wahrheitsgemäß bejaht werden. Schließlich wurde mitgeteilt, daß die im Leichenschauhaus befindliche, als Vater der Frau P. angesehene Person am 39. August eingeliefert wäre. Durch diese Mitteilung konnte die in Angst ver- setzte Frau P. endlich aufatmen, denn nun war die Identität aus- geschlossen. Abends zur bestimmten Stunde kehrte der Vater depin auch wohl und munter von der Arbeit heim. Es wäre interessant, zu erfahren, wie es möglich war, daß der Irrtum entstanden ist. der ganz unnötigerweise eine Frau stundenlang in Angst und Schrecken versetzte. Tödlich verunglückt ist beim Besteigen eines in der Fahrt be- findlichen Straßenbahnwagens der Kaufmann Karl Guttmann aus Frankfurt a. O. G. versuchte am Alexanderplatz, Ecke Königstraßc, den in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen 1732 der Linie 49 (Rixdorf— Pankow) zu besteigen. Er glitt jedoch vom Trittbrett ah und fiel so unglücklich aus das Stratzenpflaster,� daß er be- sinnungslos liegen hlieb. G. wurde nach der Unfallstation 19 in der Alten Schützenstraße gebracht, wo der Verunglückte, der einen Beckenbruch und innere Verletzungen erlitten hatte, die erste Hülfe erhielt. Vomdort wurde er nach dem Krankenhaus Friedrichshain ühergeführt, woselbst Guttmann am gestrigen Tage den Folgen der erlittenen Verletzungen erlag. Eine zeitgemäße Revision. Ans dem Rathause wird geschrieben:„Den Gemeindcbeschluß betreffend die Gewährung von Ruhegeld und Relikten- Versorgung für die ohne Pensionsberechtigung dauernd bei der Stadt angestellten Personen, insbesondere also sür die städtischen Arbeiter, will der Berliner Magistrat durch eine Kommission einer Durchsicht unterziehen lassen. Dabei soll insbesondere auch geprüft werde», ob und in welcher Weise die kürzlich vorgenoinnienc» Verbesserungen des Beamten-Pensionsgesetzes und des Gesetzes über die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Beamten auf die städtischen Arbeiter auszudehnen sind. Bekanntlich beträgt nach diesen Gesetzen bei Pensionierungen vom 1. April dieses Jahres ab das Mindest- maß der Pension des Gehalts an Stelle von ls,/m nach der bisherigen Regelung; dementsprechend erhöhen sich nun alle Pensionen bis zum zurückgelegten 39. Dienstjahre und die Bezüge der Hinterbliebenen. Nach dem Ausfall dieser Prüfung wird event. der Berliner Magistrat vor der Etatsberatung der Stadtverordnetrn- Versammlung eine Vorlage zugehen lassen." Hoffentlich beseitigt der Magistrat bei dieser Gelegenheit vcr- schiedene Härten, die sich beim liebertritt aus einer Verivaltung in eine andere herausgestellt haben. In der Spree ertränkt hat sich der Töpfermeister Albert Fetura aus der Adolsstraße 25. F. war vor längerer Zeit einmal in der Irrenanstalt in Dalldorf interniert und nach seiner Entlassung gab es in seiner Wohnung keine ruhige Stunde mehr. Oft wurden die erregtesten Szenen herbeigeführt. Vor einigen Tagen vcr- schwand F. plötzlich aus der Wohnung. Gestorn wurde seine Leiche aus der Spree gelandet. Am Schiffbauerdamm hatte sich der» Lebensmüde ins Wasser gestürzt und ertränkt, obwohl Hülfe sofort zur Stelle war. Der SetlHter FrelvZderverein hat sich konstituiert und einen Herrn mit klangvollem Namen, Baron von Arnim, zu seinem Vor- sitzenden gewählt. Man glaubt durch„gute Beziehungen" am besten zu wirken. Der Zweck des Vereins besteht in dem Schutz und der Pflege des Ireibaoewesens im Einklang mit den zuständigen Behörden. Ter jährliche Mitgliedcrbeitrag beträgt 1 M. Die Beiträge werden dazu verwandt, Wohlfahrtseinrichtungen aller Art soweit als zulässig zu treffen. Die Mitglieder genießen diese Einrichtungen zum Teil gratis, zum Teil zu ermäßigten Preisen. Mitgeteilt wurde in einer am Montag stattgefunoenen Versammlung, daß der Landrat von Stubenrauch als auch der ForstfiskuS die Begründung des Vereins mit großer Freude be- grüßt hätten, namentlich deswegen, weil in letzter Zeit eine Unzahl von Beschwerden des Freibades wegen eingelaufen seien und der Verein die beste Garantie für die Verhinderung von Ausschreitungen biete. Landrat von Stubenrauch habe auch nicht die Absicht, wieder Gendarmen an den Strand zu schicken, sondern die Aufrechterhaltung der Ordnung der Strandwache des Vereins zu überlassen. Für November dieses Jahres ist der Vorstand des Freibädervereins vom Landrat zu einer Sitzung eingeladen worden, in der die Grenze des Freibades nach der Anstalt Nikolassee, nach der anderen Seite und nach dem Walde zu festgelegt werden soll. Die Länge des Frei- bades wird dann ungefähr 1000 Meter betragen. Der Ortsverein Nikolassee sei mit dem Verein in Verbindung getreten und habe angeregt, dahin zu wirken, daß ein besserer direkter Weg vom Bahn- Hof Nikolassee nach dem Freibad geschaffen und an den Eisenbahn- fiskus die Bitte gerichtet wird, Badefahrkarten zu crinätzigteu Preisen von Berlin nach Nikolassee einzuführen. Am Strand selbst will der Verein durch eine dünne Kette die Zuschauer von den Badenden trennen. Zum Auskleiden sollen Zelte errichtet werden, die gegen eine geringe Gebühr allen zugänglich gemacht werden. Ferner werden Bedürfnisanstalten und Rettungsbote zur An- schaffung kommen. Die Mitglieder des Freibädervereins sollen als Abzeichen eine schwarzweitzrote Badehose tragen und die Mitglieder der S'»«»ndwache durch besondere Mützen kenntlich sein. Keines- wegs sei aber beabsichtigt, durch die Einrichtungen des Vereins irgendwie einen Zwang auf die übrigen Besucher des Freibades zur Benutzung der Vereinseinrichtungen auszuüben. S2 000 Zigaretten gestohlen. Reiche Beute machten in der ver- gangenen Nacht Einbrecher, die den Lagerräumen der Zigaretten- fabrik von Kowaski in der Chausseestrahe einen Besuch abstatteten. Die!�äter verschafften sich dadurch Zutritt zu dem Tatort, daß sie an den nach dem Hofe zu belegenen Fenstern die Schlösser und Riegel aufbrachen. Sic stiegen sodann ein und räumten unter den Zigarcttenvorräten gehörig auf. Nicht weniger als 52 000 Zigaretten entwendeten sie und trugen sie nach einem Handwagen, der auf dem Hofe stand. Auch mehrere Juwelen, die sie in den Ge- schäftsräumen aufgestöbert hatten, eigneten sie sich an. Ohne daß jemand etwas von dem dreisten Einbruchsdiebstahl bemerkt hätte, zogen die Diebe mit ihrem hochbeladencn Handwagen davon. Zu dem Bootöimfull auf dem Wannsee, bei dem der �Küchenchef Willy Otto und der Bootsdiener Paul Bremer den Tod fanden, wird gemeldet, daß gestern früh auch der leblose Körper des BootS- dienerS Bremer an Land geschwemmt wurde. Zur Besichtigung deutscher Tuberkuloseeinrichtunge« trifft am 23. September eine Abordnung des Pariser Gemeinderats in Berlin ein, deren Führung auf Wunsch der Delegation Dr. A. Kayserling- Berlin übernimmt. In Aussicht genommen ist der Besuch der Wald- schule, der Erholungsstätten, der Fürsorgestellen sowie der Heilstätten Beelitz, Belzig, Malchow und Grabowsee. Im Luisen-Theatrr findet am Freitag, den 13. September, die Erstaufführung des Schauspiels„Carmen" mit Musikeinlagen aus der gleichnamigen Oper statt. Am Sonntag, den 16. September, wird das Schauspiel zum erstenmal wiederholt. Ein Verbandsbuch mit Marken des Glasarbeiter-VerbandeS ist am 7. September verloren gegangen. Der Finder wolle dasselbe abgeben bei Paul Welkisch, Markusstraße 47. Auf der Provinzialkonfercuz am Sonntag, den t. September, im Gewerlschaftshause ist ein Taschenmesser gefunden worden. Der Verlierer kann dasselbe im Verbandsburean, Lindenstr. 09, in Empfang nehmen. Radrennen zu Steglitz, Montag, 9. September. Das Match Guignard-Robl-Verbist, das über eine Stunde hinter Motorführung am Montagabend als Ersatz für die am Sonn- tag des Regens wegen ausgefallenen Dauerrennen, die nunmehr auf den 6. Oktober verschoben sind, stattfand, gestaltete sich dank der vor- trefflichen Besetzung zu einem spannenden Schauspiel, das um so fesselnder wirkte, als sowohl Robl wie der junge Belgier Verbist das lange Rennen ohne Schrittmacherwcchscl durchstanden. Guignard hin- gegen mußte mehrfach wechseln. Verbist, der seit kaum einem Jahre als Rennfahrer bekannt ist, startete zum ersten Male in Berlin und er rechtfertigte seinen Ruf als erstklassiger Dauer- fahrer vollkommen, denn er fertigte sowohl Robl wre auch den Franzosen Guignard, der noch vor wenigen Wochen den Großen Preis von Berlin gewonnen hatte, in einwandfreier Weise ab. Beim Ablassen lag er an zweiter Stelle hinter Guignard, der gut im Zuge war; doch Verbist rückte zusehend? auf und hatte beim achten Kilo- nreter seineu Gegner erreicht, doch wies dieser den Angriff des Brüsselers ab. Ein erneuter Vorstoß im 10. Kilometer war erfolg- reicher, nach kurzem Kampf setzte sich Vcrbist an die Spitze, die er brS zum Schluß behauptete. Mit GuignardS Widerstand war es vorbei, seine Führung wechselnd, hatte er im Nu vier Runden verloren. Auch Robl vermochte dem scharfen Zuge Verbists nicht zu folgen; bis zum 42. Kilometer hielt er wacker stand, doch dann mußte auch er die Ueberlegenheit des Belgiers, der an ihm vorbeizog, anerkennen. Nim hatte dieser gewonnenes Spiel; des alten Weltmeisters Kraft schien gebrochen. Bis zum Schluß hatte er über vier Runden ver- loren, Guignard endete mehr als 15 Runden zurück als Letzter. V e r b i st hatte in der Stunde 34,420 Kilometer zurückgelegt, Robl 82,250 Kilometer. Guignard 70,700 Kilometer. Berbist erntete wohlverdienten Beifall. � Feuerwchrbericht. Am Sonntag nachmittags um 5 Uhr wurde der 7. Zug nach der Boxhagenerstr. 20 alarmiert, wo ein Schuh- Warenladen brannte. Die Flammen konnten bald gelöscht werden. Die Ursache des auffallenden Brandes konnte von der Feuerwehr nicht ernnttelt werden. In der Nacht zum Dienstag wurde der 7. Zug abermals dorthin gerufen. Der Schuhmacherladen staud zum zweiten Male in Flammen. Es brannte allerhand Gerümpel. Der Inhaber des Ladens, Schuhmacher Karl Becker, wurde be- wußtlos aufgefunden. Nach erfolgreicher Behandlung mit Sauer- stoff kam der Bewußtlose wieder zu sich. Die Entstehung des Brandes wird auf einen Unfall zurückgeführt. Gestern früh um 3 Uhr kam in einem Kinematographen-Theater in der Pücklerstr. 19 Feuer aus. Es brannten dort Filmsrollen und der Inhalt des eisernen Vorführungsraumes. Es gelang, die Flammen auf das Theater zu beschränken. In der Friedrichsbergerstr. 17 kam nachts in einem Zigarrenladen Feuer aus, das an den Regalen, Zigarren Und Kisten, Möbeln, Fenstern, Türen usw. reiche Nahrung fand. Die Feuerwehr muhte längere Zeit tüchtig Wasser geben, um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Ein Küchenbrand beschäftigte den 12. Zug in der Potsdamcrstr. 79. Schaldecken brannten in der Bernburgerstr. 35, Petroleum in der Stralauer Allee 17b. Ferner hatte die Wehr noch in der Höchstestr. 4, Holz- marktstraße 4 und an anderen Stellen zu tun. Vorort- JVadmdrten. Schöneberg. Tie Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der neuen Schularztordnung. Stadtv. Zobel(Lib.) hält die Schularztordnung für unbefriedigend, so- wohl für die Schüler wie für die Aerzte. Er empfiehlt, einen Schularzt im Hauptamt anzustellen. Stadtv. Dr. Freund tritt dem letzteren Vorschlage entgegen. Man solle die Schulärzte ent- lasten, dadurch, daß man denselben zukünftig nicht mehr zwei Schulen, sondern nur eine Schule überweise. Stadtv. Kütrr lSoz.) weist darauf hin, daß die Sozialdemokratie schon vor drei Jahren den Antrag gestellt habe, die Schulärzte zu vermehren, aber die Mehrheit sei nicht dafür zu haben gewesen. Trotzdem eine Vermehrung der Schüler eingetreten ist, sei die Zahl der Schul- ärzte die gleiche geblieben. Redner empfiehlt auch, der Anstellung von Spezialärzten besonders Zahnärzten, endlich einmal näher zu treten.— Die Schularztordnung wird daraus einem Ausschuß zur Prüfung überwiesen. Einem Ausschutz wird sodann auch die Vorlage des Magistrats betreffend die Uebernahme der Unterhaltung der Bürger st eige durch die Stadtgemeinde überwiesen. Zugestimmt wird dem Antrage des Magistrats: dem Verein zur Förderung der Kunst im kommenden. Winterhalbjahre eine Aula nebst Heizung und Beleuchtung zur Veranstaltung von Volksunterhaltungsabenden zur Verfügung zu stellen. Ferner wird ein Betrag bis zu 500 M. zur Deckung für ein sich aus den Veranstaltungen etwa ergebendes Manko unter Festhaltung eines Einheitspreises für den Eintritt von 30 Pf. bewilligt. Ein aus der Mitte der Versammlung gestellter Antrag, worin an den Magistrat das Ersuchen gerichtet wird, Schülern in den oberen Klassen der Gemeindeschulcn und bedürftigen Schülern der höheren Schulen Fr e i b i l l e t t s zu den Aufführungen zu gewähren, wird angenommen. Mit der Amtsniederlegung des unbesoldeten Stadtrats Gremler erklärte sich die Versammlung einverstanden, die Vor- bereitungen der Neuwahl werden einem Ausschutz überwiesen. Ohne Debatte angenommen wird der Magistratsantrag: an die Schöneberger Rettungswache einen außerordent- lichen Beitrag von 3000 M. zu zahlen und eine gemischte-Deputation einzusetzen zur Regelung des Rettungswesens in Schöneberg nach dem 1. April 1908. Von der Aufnahme eines Darlehns aus der städtischen Sparkasse im Betrage von 0 253 000 M. wird Kenntnis genommen. Zu der in Eisenach stattfindenden Jahresversammlung des Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit wird je ein Mitglied des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung entsandt. Ein Antrag der Liberalen verlangt die Einrichtung einer gemeinnützigen, kommunalen Rechts auskunfts st elle. Stadtv. Dr. Voßberg(Lib.) weist in seiner Begründung auf die gute EntWickelung der gewerkschaftlichen Arbcitersekrctariate hin, die seiner Meinung nach aber nicht ausreichen. Man müsse auch den nicht zur Arbeiterschaft gehörenden Bevölkerungsschichten Rechnung tragen. Auch der Vertreter des Magistrats spricht sich in längeren Ausführungen für eine derartige Rechtsauskunftsstelle aus, um hauptsächlich dem Winkelkonsulententum entgegenzutreten. Von sozialdemokratischer Seite wird erklärt, daß man sich von dem Antrage nicht viel verspreche, wenn nicht auch Schriftsätze in der Auskunftsstelle angefertigt werden. Für die Arbeiterschaft wird nach wie vor die Benutzung der gewerkschaftlichen Arbeitersekre- tariate am vorteilhaftesten sein.— Der Antrag wird einem Aus- schütz überwiesen. Ein weiterer Antrag der Liberalen verlangt die Schaffung einer städtischen Auskunfts st elle für alle privaten und öffentlichen Wohlfahrtsein richtungen Schönebergs. Nach der Begründung des Antrages wird von feiten des Magistrats erklärt, daß sich derselbe bereits mit einem der- artigen Antrage beschäftigt habe, eine entsprechende Vorlage wird der Stadtverordnetenversammlung in kürzester Zeit zugehen. Am nächsten Montag soll eine gemeinsame Besichtigung der Rieselfelder durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversamm- lung vorgenommen werden. Lichtenberg. Geldschrankknacker haben in der Nacht zum Dienstag dem Bureau der Ortskrankenkasse in Lichtenberg einen Besuch ab- gestattet, ohne indes ihren Zweck zu erreichen. In die im Parterre des Hauses Frankfurter Chaussee 150 belegenen Kassenräume drangen die Spitzbuben ein, indem sie von dem eine halbe Treppe höher belegenen, vom Treppenaufgang zugänglichen Klosettraum aus ein etwa �hMeter im Umfange großes Loch in das Mauer- werk schlugen und sich dann in die Räume herabließen. Der Geld- schrank aber, dessen Tür die Burschen zu zertrümmern gesucht haben, widerstand den Anstrengungen. Der Inhalt des Schranks, etwa 4000 M., blieb daher unberührt. Die Diebe müssen in der Arbeit gestört worden sein, denn nahe dem Erfolge haben sie die Räume durch ein Hoffenster verlassen. Friedrichshagen. Der Selbstmord eine? Liebespaares. Gestern wurden Nach- forschungen nach dem Verbleib des 22jährigen Karl Möhring aus Berlin und der 19jährigen Hoffereck angestellt, die seit einigen Tagen verschwunden sind. Aus hinterlassenen Briefen der beiden geht hervor, daß sie die Absicht hatten, sich im Müggelsee zu er- tränken. Die Leichen des Liebespaares sind bisher noch nicht ge- funden worden. Weihensee. Im Hausbesitzerverein kriselt eS, im Mictervercin nicht minder. Die letzte Versammlung der Hausbesitzer verlief sehr stürmisch, weil die von ihnen auserwähltcn Gemeindevertreter für ein Orts- statut gestimmt haben, nach dem die Hausbesitzer einen Teil der Straßenpflasterungskosten zu' tragen haben. Aus moralischen Gründen sollen die Herren ihr Amt niederlegen, führte ein Redner unter großem Beifall auS. Aber dazu scheinen die Herren gar keine Lust zu haben, denn sie verteidigten ihren Standpunkt damit, andere könnten eS auch nicht besser machen.— Ter Vorsitzende des Mieter- Vereins hat seinen Posten demonstrativ niedergelegt, weil er eine Frage auS dem Fragekasten des Vereins verschwinden ließ. Wie aus einer Notiz des Ortsblattcs zu ersehen war, lautete die Frage: „Ist dem Vorstand bekannt, daß bei einem Mitglieds des Vorstandes die Steuern uneintreibbar sind?" Diese Frage bezog der Vorsitzende auf sich und quittierte seinen Posten. DaS Evangelium der HandclSangestellten lautet das Thema, über das Genosse Ucko in einer am Donnerstag abend 9 Uhr nach dem Prälaten. Lehderstr. 122, Ecke KönigS-Chaussee. einberufenen öffent- lichen Versammlung referieren wird. Der Eiuberufer ersucht alle im Handelsgewerbe tätigen Angestellten zu erscheinen. Die Arbeiter- schafr wird besonders ermahnt, ihre im HandelSgewerbe tätigen An- gehörigen auf obige Versammlung, hinzuweisen. Nieder-Schönhausen. Wieder ist ein langjähriges Mitglied unseres WahlvrreinS, der Genosse Karl Weber, gestorben. Weber, der Maurer von Beruf war. hat nur ein Alter von 36 Jahren erreickt. Tätig und rührig wirkte er schon vor Jahren am Orte für die Ideen des Sozialismus, als die Bewegung in Niederschönhausen noch aus schwachen Füßen stand. Jetzt hat am Sonnabendvormittag die Diphtheritis seinem Leben ein allzu frühes Ende gemacht. Wir aber werden den wackeren Genossen, an dessen Bahre die Frau und fünf kleine Kinder trauern. nicht vergessen.— Die Beerdigung findet heute, nachmittags 6 Uhr, auf dem Friedhof in der Bnchholzerstraße statt. Spandau. Eine gut besuchte Generalversammlung des Wahlvereins nahm am letzten Freitag im Lokal von Köpnick w der Hauptsache den Bericht von der KreiS-Generalversammlung und der Provinzial» konferenz entgegen. Vor EinWitt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung daS Andenken der verstorbenen Genossen Franz Pest und Hermann Hansburg durch Erheben von den Plätzen. Genosse Grögerchen erstattete hierauf den Bericht von der Kreis-General- Versammlung. Er teilte mit, daß die Spandauer Genossen in Henningsdorf in schlechtes Licht gekommen seien, weil von den im Wahlverein organisierten 1100 Mitgliedern nur Ovo ihre Beiträge entrichtet hätten. Des weiteren beschäftigte sich Redner mit dem Punkt Presse und dem von Spandau gestellten Antrage. Er gab der allseitigen Zufriedenheit darüber Ausdruck, daß endlich die Kreisgeneralversammlung die Wünsche der Spmtdauer anerkannt und den Spmidauer Antrag einstimmig an- genommen habe. Bedauerlich sei, daß sich gerade seitens der „Brandenburger Zeitung" eine Gegenströmung geltend mache. Hier scheine man zu sehr von Rücksichten auf das Geschäft geleitet zu werden. Hauptsache sei, daß die Organisation ausgebaut werde, dann dürfte Spandau auch seinem Ziele näher kommen. Genosse Schuster bemängelte, daß die Angelegenheit Reibeholz auf der Kreisgeneralversammlung.nicht zur Sprache gekommen ist; eS sei an der Zeit, einen solchen Schwindler loszuwerden. Zu einem von ihm gestellten Autrage, Reibeholz aus der Partei auszuschließen, bemerkte Genosse Picser, daß der Anwag überflüssig sei, da das Ausschlußverfahren bereits im Gange sei. Im übrigen Zeigte Redner, daß man keineswegs unversucht gelassen habe, den Machinationen Reibeholz' entgegenzutreten. Es sei jedoch von einer öffentlichen Kennzeichnung bisher aus.besonderen Umständen ab- gesehen worden. Nunmehr liege der Veröffentlichung nichts mehr im Wege, weshalb der Vorstand eine konsequente Dmchführung seines Beschlusses verlange. Hierauf gab Genosse Pieper den Bericht von der Provinzialkonferenz. Er stellte fest, daß der Kreis Brandenburg- Westhavelland trotz eigener Presse dem Kreise Osthavelland nur um ein klein wenig voraus sei. Den auf der Konferenz erweckten Glauben, als sei in bezug auf Agitation für die Presse nicht genügend ge- schehen, müsse er enffchieden zurückweisen. Im übrigen sei den Genossen zu empfehlen, die Spandauer Verhältnisse etwas mehr in Be- tracht zu ziehen. Er hoffe, daß wenn der Antrag nächstes Jabr er- neut gestellt werde, er dann angenommen wird, zumal sich diesmal schon eine starke Minorität für denselben erklärt habe. Genosse Pieser gab hierauf noch den Bericht von dem Referat Stodthagen über daS Gesinderecht in Preußen und forderte die Genossen auf, gerade dem heute noch vollständig rechtlosen Gesinde helfend zur Seite zu stehen. Der Vorstand habe Schritte zum Schutze der Rechtlosen unternommen; Pflicht aller Genossen sei es, ihn in diesen, Besweben zu unterstützen. In der Diskussion wies Genosse Böhle speziell auf die intensive Art hin, in welcher der Spandaucr Schleifstein das Verdummungswerk an der Arbeiter- schaft zu weiben suche. Ohne eigenes Organ sei es unmöglich, in die verwirrten und dunklen Kopie der Staatsarbeiter hineinzuleuchten. Mehrere Redner wünschten die Anstellung eines Parteisekretärs in Spandau auf Kosten des Kreises. Genosse Pieser betonte, daß diese Frage in nächster Zeit beraten würde. Zuletzt nahm die Versammlung Stellung zu den bevorstehenden Stadtverordneten- wählen. Als Kandidaten wurden die Genossen Böhle. Hornig, Pieper, Pieser, Götze und Beiler. die beiden letzteren als Hausbesitzerkandidaten, nominiert. Es fehlt, da der gleichfalls als Hausbesitzerkandidat vorgeschlagene Genosse Haltecker ablehnte, noch ein solcher. In die Wahlkommissiön wurden die Genossen Reichard, Grögerchen, Köppen, Schneeweise und Scior gewählt. Der Rest der Tagesordnung mußte infolge der vorgeschrittenen Zeit bis zur nächsten Versammlung vertagt werden. '» Im Anschluß an diesen Bericht teilen wir mit, daß der Vorstand des Wahlvereins uns vor einiger Zeit eine Warnung vor Reibeholz zugehen ließ, deren Veröffentlichung aus besonderen Gründen vor- läufig unterblieb. Jetzt aber liegt kein Grund Mehr vor, mit der- selben zurückzuhalten; sie lautet: Warnung! Gegen den Zahntechniker Max Reibeholz, früher in Spandau, jetzt in Berlin. Grüner Weg 104 ivohnhaft, ist der Ausschluß aus der Partei' wegen fortgesetzter Schwiudeleie» be- antragt. Wir geben dies, bekannt, um weitere Genossen vor Schaden zu bewahren. Der Borstand des sozialdemokratischen Wahlvereins für Spandau. Vermischtes. Der Mordprozeß Nicderhofcr, über dessen Vorgeschichte wir mehrfach berichteten, wird am Montag, 23. d. M.. vor dem Münchener Schwurgericht seinen Anfang nehmen. Es sind im ganzen 200 Zeugen geladen, und zwar die meisten von der Staatsanwaltschaft, da Niederhofer beharrlich leugnet. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Held II, den Angeklagten Rechtsauwalt Klein- berger. Der Prozeß wird voraussichtlich acht Tage dauern. Opfer der Berge. Zwei Knaben namens Oehlmann ans Düffel- darf sind nach einer Meldung auS Bern an der Erzegg(HaSliberg), 9 Kilometer nordöstlich von Meiringen, am letzten Sonntag wahr- scheinlich beim Edelweißsuchen zu Tode gestürzt. Ein junger Deutscher namens Dcntelle, 21 Jahre alt, stürzte bei Zürich ab und wurde mit zerschmettertem Schädel tot auf- gefunden._ Typhus, Cholera und Pest. Typhus herrscht, wie wir bereits in einem Teil der gestrigen Auflage meldeten, in der Jägerkasern'e zu Blidah(Algier). Dem Vernehmen nach sind bisher bereits 13 Erlrauluugen und sechs Todes- fälle vorgekommen. In N i s h n i N o w g o r v d in Rußland sind 12 neue Cholera- fälle und in Jaroslaw sieben Cholerafälle festgestellt worden. Auf der Insel Mauritius wurden Londoner Meldung zufolge fünf Pcftfälle festgestellt, von denen vier tödlich verliefen. Eine FeuerSbruust zerstörte nach einer Meldung aus Paris in Gap in der vergangenen Nacht einen ganzen Teil der Kaserne deS 17. Infanterieregiments, das sich zurzeit im Manöver befindet. In der Ortschaft Courdemanche brannten einer Meldung aus Nancy zufolge mehrere Wohnhäuser nieder. Drei Personen wurden unter emer einstürzenden Mauer verschüttet. Zwei blieben tot, der dritte wurde lebensgefährlich verletzt. Der Materialschade» beträgt 160 000 Fr. Einsturz eines BctoiineuvaucS. Wie die„Kölnische Volkszeitnng" auS Malmedy meldet, stürzte in der Steinbachschen Papieriabril ein Betonneubau ein. Acht Arbeiter wurden dabei lebensgefährlich verletzt. Wieder ein Eisenbahnznsammcnstoß. Bei dcm Bahnbof Campo Marino hat ein Zusammenstoß zwischen einem Güterzug und einem Personenzug ftattgefiniden; zwölf Wagen wurden zertrümmert, sieben Personen wurde» verletzt, darunter eine schwer. Furchlbam Sturm herrscht, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, im Aegäischen Meere. Es werden zahlreiche Schiffsunfälle ge- meldet. Wiwerungsüberflcht vom 10. September 1907. Wetter- Prognose für Mittwoch, den II. September 1907. Trocken und ziemlich heiter, nachts etwas kälter, am Tage mild bei schwachen südwestlichen Winden. Berliner Wetterb urea w triit de» Inhalt der Iujerate nberuimmt die Redaktion dem zziiblitnm geneiliiber keinerlei Berniillvortiinff. »»»»»»»»»«»»»»«o ödester. Mittwoch, 11. September. Ansang 7'/, Uhr. Königl. Opernhans. Lucia von Lammennoor. Sgl. Zchnuspiclhauö. Klein Dorit. TeutscheS. Das Winterntärchen. Kammcrspieie: Frühlings Er- wachen.(Ansang 8 Uhr.) Ansang 8 Uhr. Berliner. Die tanzenden Männchen. Lessing. Die Stützen der Gesellschast. Schiller<>. iWallner-Ä-tzeatet.) Die Schmuggler. Schiller Charlottenburg. Perri- chons Reise. Friedrich- SLilhelmstädt. Schau- spielhauS. Die Nibelungen. NcueS Schauspielhaus. DasGIaS Wasser. Neues. Der Dieb. Komische Oper. HofsmannS Er- Zählungen. Weste». Die lustige Witwe. LnstiPielhanS. Husarenfieber. Zentral. Orpheus in der Unter- Welt. Kleines. Ein idealer Gatte. Residenz. Haben Sie nichts zu ver- zollen? Trinnon. Fräulein Josette— meine Frau. Thalia. Ihr Sechs-Uhr-Onkel. Luisen. Gebildete Menschen. Bernhard Rose. Der große Un- bekannte. Ansaug 8'/, Uhr. Theater an der Spree. Der Altienbudiker. S.'tctropol. Geschlossen. Apollo. Sylvester Schäfser. SPe- zialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld. Madame Wig- Wag. Es lebe das Nachtleben. Passage. Lona Nansen. Spezialilätcn. Wintergarten. Anne Dancrcy. Annie DirkenS. Spezialitäten. Prater. Der Tanzteusel. Kasino. Die wilde Zagd. :>te«chsballeit. Stcttincr Sänger. Carl Haverland. Spezialitäten. II>'«»j». Tnubeiistroste 4N/4U. Zlbcnds 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte. Jnvalidenftr. 57/62, Ferdinand Bonns Berliner Theater. Ansang 8 Uhr. i tanzenden innttien. Donnerst.: Die tanzenden Männchen. Freitag: Richard III.__ Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Der Dieb. Donnerstag: Der Dieb. Freitag: ilcber den Mastern. Kleines Theater. Anfang 3 Uhr. €iit idealer Gatte. DonnerSiag zum 55. Male: Vater und Sohn. Freitag: Die Stimme der Unmiindigen. Sonnabend: Vater und Sohn. Theater des Westens. 8 Uhr: DI« lästige Witwe. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: _ FrtthUngsluft._ 'wnSms,. SctiaiBpiellians Ansang 8 Uhr. Die Nibelungen. Donnerstag: Winterschlaf. F>eitag: Die Nibelungen. Sonnabend: Die Nibelungen. ö.»isk!SpisSksus. Täglich 8 Uhr: Hnfarenfieber. �Zentral�Thester. Abends 8 Uhr: Orpheus in der Unterwelt. LliiBon-IliiiÄgs Neichenbergerftr. 34. Ansang 8 Uhr. Gebildete Menschen. Donnerst.: Die beiden Reichcnmüllcr. Freitag zum ersten Male: Carmen. Schauspiel mit Gesang. Sonnabend: Turandot. Sonntag nachmittag: Turandot. Abends: Carmen. Montag: Die beiden Reichenmüller. - Passage-Theater.: | Lona| Kausen.| « 14 erstklassige Nummern. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Iß} Lamle der Mitternaclitsssßße. Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. Tägl. geöffnet von 71/s— 11 II. abds. ZOOIOCISCHER GARTEN 1 Tätlich ab cachm. 4 Uhr:« Großes Militär- Doppel-Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 1 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Selililer-Tlieatep. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeaier). Mittwoch. abends8Uhr: Di« Geliiniiggler. Komödie in i Akten v. Artur Dinier. Donnerstag, abendS8 Uhr: Fl» FnUlssenivnt. Freitag, abends 8 Uhr: Fin Fallissement. Schiller-Theater Charlotienburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ferielion» Reine. Schwant in 4 Ausz. von Eugene Labig und Edouard Martin. Donnerstag, abendsSUHr: Perichons Reise. Freitag, abends 8 Uhr: Gütz von Bcrlichlngen. tJfteakzmdaSlm Köpenickerstrafte 68. Abends 8 Uhr: Der Aktienbudiker. Bilder aus dem Volksleben m. Gesang von D. K a l t s ch. (Josefine Dora, Heinz Gordon, Marie Grimm-Einödshoser.) 9'l, Uhrt Täglich; 91/, Uhr Berlins nröüte Sensation: jr . u der berühmte Universal-Künstler. Vorher, ab 8 Uhr: Das graste Tpezialititteii-Prograniin. Anne Dancrcy, Pariser Läng. The 8 Engllsn Girls, Gesangs* und Tanztrupp Die 4 llarowskys, Akrobaten, „Die Bauemjungen im Walde" Le Roy Talma u. Rosco, Zauberkünstler. Agoust. komischer Jongleur. George U. Reno Company. amerikanische Exzentriks. Annie Dlrkens. Olga Prcobr, Ballerini v. d. kais Paplnta, amerikan. Phantasie- und Spiegeltänzerin. Kelliiio Truppe, ,In Venedig'. The Harlleys, Springer Der Biograph. Palast-Theater. * Burgstraste 84. Heute 1/38»Hr. Entree 50 Pf. Das gliMWdt Nrogramm. Unter anderm: las scliniii Theater. Das Tollste vom Tollen. VI»« 5 Mai'iios erstklassige Akrobaten. Tlie New ports Exzentriks* und 8 erstklassige Nummern. Vorverkaus von 11—1 Uhr. Gfidl. Herrnfeld- Theater. 57 Kommalidantenstraße Nr. 67. Ansang 8 Uhr. Billettvorvcrkaus 11—2 Uhr. Madame Wig- Wag Operette von Anton und Donat Herrnfeld. Musik von L. Jtal. 85 lebe llsZMdtleden! Separee-Astäre mit den Autoren Anton u. Donat Herrnseld in den Hauptrolle». Sonntag 3 üb* bei halben Preisen: Ein verrücktes Hotel und Hnyfisch geht zur Jagd mit Anton und Donat Herrnseld. I uggeniiap Moritzpiatz. Inhaber Albert Btthme. Sonnabend: Eröilnnng der Winter-Saison. Tägüch: Die 7 Schwaben. vo7k°ssä�ger. Allabendlich: Lherlek Holmes von Treua«- brietzon mit dem urkomischen Bendlx als Sherlok Holmes. 5967L* Anfang 8 Uhr. Sonnt. 4 u. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Famillenbilletts 5 Stck. 2 M. Im unt. Konzertsaal tägl. Gr. Militär-Konzerte, Przywarski, Becker, GBrisch, Offene/, Neumann, Lüttich usw. 8Uhr 8 Uhr Rixdorferlheater Direktion: JuliuS Türk. Bergstraste 147. Beginn der Saison am 13. Sept. 07. lSrülftinngti-Voratollnng: Emilia Galotti von G. E. Lessing._ Direktion: Richard Alexander. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Akten von Maurice Hennequin und Pierre Beber. Robert de Trivclin: Rich. Alexander. Sonntag, den 15. September, nachm. 3 Uhr: Eine HochzeitSnacht. Metropol-Thester Heute Mittwoch, den 11., bis inkl. Freitag, den 13. September wegen Vorbereitung zu der neuen Revue Geschlossen. Sonnabend, 14. September 1907 Zum 1. Male: Das muB man sehen! Große humoristisch- satirische Jahros-Revue in 4 Akten und 15 Tableaux von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. ER11PR05ETHWT 'flu. Franksurterstr. 132. Im Garten. Ans. VI, Uhr: Das gliinzende September- Programm Sperrsitz 50 Ps. Enlree 30 Ps. Im Theater abend» 8'/« Uhr: Der große Unbekannte. Sommerprelse. W.�oacks Theater Direktion: Hob. Olli. Sruiiiienstr. 10. Wegen Renovierung geschlossen! Sonnabend, 14. Sept.: Eröffnung der Wintersaison: Gr. Extra-Borsiellg. Die«Jüclia von Toledo. Ehren- und Vorzugskarten gültig I Nach d. Vorstell.: Eräffnungs-Festball. E Wemm �HTTPTFRJ Variete-Theater icrgfliucg ig/ 20, Rosenth.Tor. —— Ansang 8 Uhr.— Da» originelle Sept.-Programm. Auto AtlaS, der Athlet bebt ein Automobil mit den Ziihnen. Kastanien-Allee 7/9. Täglich abends 7-/, Uhr: Der Tanzteufel. Ausierdem: Spcniali tüten 1. Range«. Konzert and Ball, Ansang 41/, Uhr. Kasino-Theater. Lothringerstr. 37. Täglich S Uhr: Die liiilde Jagd. Uidwx Fulda. Lustspiel ht 4 Sitten o. Vorher d. glänz. Erö Sonntag 4 Uhr: Heirat Progr. auf probe. frödelz tllerlel-Iliesier Schönh. Allee 143, Kastan.-Allee 97/99. SleltestcS VolkStheater Berlins. Heute: Letzter RUte-Tag. Konzert. Theater, Spezialitäten ». a.: Karl Braun Verwandlungen WcndiniS, DcSlion, Franconi usw.— Dazu um 8 Uhr: Else aus den Amorsälen. VoltSstü-k in 3 Akten von F. Schäfer. Im Riesensaal: Groüor Ball. Ansang 4'/, Uhr. Entree 30 Ps. älm Sonnabend: Abschieds-Vorstell. für Karl Braun. Tmmm-Thealei'. Fräulein Josette- meine Fran. _ Ansang 8 Uhr._ Sanssouci, ST Direktion Wilhelm Reimer. Sonntags, Montags, Donnerstags: Ehrenerklärung l Bedauere sehr, die Beleidigung gegen die Kollegen O. Vollmering, W. Ncumann und Elsen getan zu haben, ich leiste hiermit öffentliche Abbitte. 181/2 Köpenick, den 6. September 1907. ___ Kottner, Steinsetzer. Ehrenerklärung! Bedauere sehr den tätlichen Slugriff und die Beleidigung gegen den Kollegen Albert Neumann, ich leiste hicimit öffentliche Slbbiltc. 181/3 Berlin, den 30. Slugu(t_ 1907. _ Karl Arlt, Steinsetzer. Dr. SimmeS Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzen str. 41, ÄÄ, 10— 2, 5— 7. Sonntags 10—12, 2— 4. teppdecken billigst direkt in der Fabrik» 7S. 4V:UI*tr. 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitei werden. Bernhard Strolimandel, Berlin 8 f4. Illustr. Katalog gratis. Tanzkrünzcbcn. Morgen: Grofie Eiite-Solrae. Tanz. Sonnt. Beg.5, wochent.8U. Jed. Dienstag u. Freitag: Gastsp. der Berliner Volks- bühne. VolkStüml. Preise. Reiehslisllen-Theater. Täglich: r Mi AnstWochent. 8, Britton alS Ante im Familien- bnd Wannsre. Sonntag» 7 Uhr. Zum bevorsteheuden Parteitag empfehlen wir: Parteitags- Protokolle ders rühcren Parteitage, die ein reiches Material zur Geschichte der Partei, ihrer Kämpse, Ihrer Grundsätze, Ihrer Taktik bieten. Nachstehend heben wir die Hauptpunkte der Verhandlungen aus der jeweiligen Tagesordnung in summarischer Inhaltsangabe hervor: 224/(5» Neuorganisation: Programmrede Liebknechts: Stellung zu Streits und Boykotts; Auseinandersetzung mit den„Unabhängigen-. M.—,50 Festsetzung des Programms; Programmcniwürse Ausschlrch der.Unabhängigen": Taktik der Partei. M.—,50 Bergriffen. GewerkschastSbewegung: Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preusiischc» Landtagswahlcn. M.-.40 BudgetbewilligungSsrage in den Landtagen; Agrar. trage; Trusts. Ringe und Kartelle. M.—,25 Agrarprogramm; Hausindustrie. M.-.30, geb. M.-.50 Arbeiterschutz. Frauenagitation, Proportionalwahl system. M.— ,30 Preußische LandtagSwahlen; Militarismus. Broschiert M.—,35 Koalitionsrecht; Bergarbeiterschutz; Preußische Land tagswahlen; Zoll- und Handelspolitik. Broschiert M.—,35, gebunden M.— ,50 Bernstein-Debatte. Die ZuchthauSvorlage. M.—,50 Wcltpolilik; Verkehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den LandtagSwahlen; Anhang: Bericht über die Frauentonserenz. Broschiert M.—.50 Zolltarif und Handelsverträge; die Wohnungssro. M.—.50 Arbeitervcrsicherung; Kommunalpolitik; Frauen konscrcnz. M.—,<50 Taktik der Partei; der Internationale Kongreß in �Amsterdam 1904. M.—,75 Maifeier:«lmsterdamer Kongreß; Organtsattonssrage; Fall Schippet; dritte Frauenkonserenz. Broschiert M.-.70. geb. M. 1,- Parteiorganisation; der politische Massenstreik. M.—,70 Der politische Massenstreik; Sozialdemokratie und BolkSerzichung; Strafrecht, Strafvollzug, Strasprozeß. Brosch. M. 1,-. tart. M. 1,25, geb. M. 1,50 Expedition des Vorwärts Berlin 8M. 68, Liiidenftr. 69(Laden). Riesenauswahl Besichtigung sehr billige Preise. ohne Kaufzwang. MÖBEL auabt»et TEILZAHLUNG. SozialdemokratiseherWablverelD des 6. Berliner Wähllms. Toxlcs- Anzeige. Am Sonntag, den 8. September, I verstarb unser Mitglied, der Werk- | mcister Theodor Ner.ma�n Brunnenslr. 154. Ehre seinem S'-ndeuko» I Die Beerdigung findet heute Miltwochnachmiti�g 31l, Uhr. von j der Halle des'Elisabethsriedhoses j in der Prinzei-.-Allee aus statt. Uni zahlreiche Beteiligung ersucht 1 255/5 Der Vorxitaml. Am Sonutagvonnittag 10'/, Uhr I ! verschied nach kurzem, schwerem! I Leiden unser lieber, unvergeß- z sicher Kollege und Meister ! Theodor Neumann| ) im 40. Lebensjahre. 2839b j Wir werden sein Andenten stets| Sin Ehren halten. Oa* gesamto Personal der Firma| Max Wolf». A. Schatz sen. gegründet 1866. Brunnenstr. 160 Eingang Anklamerstr. 55991-» Phänomen- Nach Egyptischer Art feinste Handarbeit. SoziaWeaiokpatischer Wahlverein Ober-Schöneweide. Todes-Anzeige. Am Sonntag, den 8. September, verstarb nach langer Krankheit > Ais er Mitglied, der Boctsbauer (iustav Carl. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle deS hiesigen Gemeinde- sriedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 222/10 Der'Vorstaad. Izentral-Kranken-T'steSekasM der deutschen Wagenbauer. Verwaltungsstelle Obcr-Schtfncweldc. Am Sonntag, den 8. d. M., verstarb nach langem Leiden unser Mitglied, der BootSbauer Griistiw Carl. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 12. d. M., nach- mittaas 4 Uhr, von der Leichen- Halle des hiesigen Gemelnde-Fried- hoses auS. 253/15 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Obcr-Schtfneweldc. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, den 8. d. M., nach langem Leiden unser Kollege, der Bootsbauer Carl verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 12. September, nachmittags 4Uhr, von derLeichen- alle des hiesigen Gemeinde-Fried» oles aus. lim rege Beteiligung ersucht 94/5»lo Ortsverwaltung. Deutscher Tabakarbeiter-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Tode«- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege 187/12 Kart Rebs am Sonntag, den 8. d. M. nach schwerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet ani Mitt- woch, den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Philipp Apostel-Kirchhofes aus nach dem städtischen Friedhof, Müllerstraße, Ecke der Seeswaße statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die OrtSverwaltung. Zigarettenfabrik.„NAMKORI 4t Ar die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus reichen Blumenspenden bei der Beerdigung meine» inniggeliebten ManneS nno herzensguten VaterS, Sohnes, Bruders und Schwager« sage ich allen Ver- wandten ui.d Bekannten, insbesondere leinen Freunden und der Zentrale für Spiritusverwertung meinen mnigsten Dank. 2840b Wwe. Anna Reagier, Krcnprinzensw. 25. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich den Kolleginnen und Kollegen der Zl. E.-G., Acker- straße 1, und den vielen Bekannten für die rege Beteiligung und schönen' Kranzspenden meinen ttesgesühttesten Dank. 2845b Grotli, Wilhelmshavenerstraße 14. Wie lunn«ch mMlizer UiEGnTlg Drei Dinge sind nötig zur Her- Stellung bester Cigaretten: 1. Umfassendes Verständais der Fabrikation. 2. Allerbeste Rohmaterialien. Z. Technisch vollkommenste Fabrikeinrichtung. Dafür zu sorgen ist unsere Sache. Eins nur ist nötig zum Einkauf bester Cigaretten: darauf zu achten, dass die Cigaretten die Marke tragen. Dafür zu sorgen ist Ihre Sache. Diese vier Faktoren gewähr« leisten Ihnen den Einkauf denk« bar bester Cigaretten. Die Marke ist die Garantie. Dass wir die besten Cigaretten fabrizieren, können Sie selbst feststellen bei einem Ver« such mit irgend einer Sorte deren Vorzüglichkeit durch die Marke Josetti garantiert ist Josetti Juno 10 St. 20 Pf. � Josetti Vera 10 St 30 PC Mensch immer noch gebrannte Gerste und offenen Malzkaffee kaufen, oft verunreinigt und staubig, wenn man jür 10?Jennig schon ein Paket KatHreiner erhalten kann.„Kathreiner" wird nicht lose ausgewogen verkauft, sondern nur in Paketen. Man achte darauf, daß jedes Paket den Namen „Kathreiner" trägt. � G s ardinen- Spezialhaus Emil Lefevre Berlin, Oranienstr. 158 Rlesen= Aus wähl! Oardinen, Portieren, Stores, Vitragen, Tüll- Bettdecken etc. Einzelne Fenster spottbillig I kk'-di-ll-i-l-i SU",™ franko. (£ Haben Sie Stoff? M fertift davon Anzug od, i nach Mass, schick, daaerh. von20 Msrk an. Moritz Lab and, Oranienburger Strasse• 'f? A L Paletot| h. Zutaten, I Lab and, I d,l. J U«>„Hungriger Wolf" w-td-n Herrlich an Wald und Wasser gelegen.— Tanzfaal, Kegelbahn, = Kaffeeküche. ES ladet die geehrten Ausflügler, Vereine und Radfahrer ergebenft ein 6636* Paul Carow. Bürgerliche Vohnnngs- Einriciitungen. Einzelne Möliel. Habel Entgegenkommende Zahlnngswelse. „ALLE TAGE ANDERS" direkt am Nettelbeck- Platz 5837L* Pank«, Gericht« und Reinickendorfer« Straßen«Ecke. Th. Forb, Kretzschmar St Co. Vereinigte Tischler- und Tapezierer-Meister. BERLIN, An der Jannowitz=Brücke 3—4. Dentsehlands größtes Höbelkaulhaus Verlangen Sie unser großes Musterbucii U. mit über 1000 Abbildungen frei und umsonst. dr Wohnungs-Einrichtungen in allen Preislagen."WD moderne Wohnzimmer-Einrichtung. No. 7. 1 Diwan.... „ 8. 1 lCleHsrschranlc S. Lofatisch „ 10. 4 Stühle ä 7 M. „ 11. 1 Vertiko.., „ 12. 1 Spiegel „ 13. 1 Spiegelspind.., . 38,— M. . 85,-„ . 27,-„ . 28,—„ • 90,—„ . 36,-„ ■ 36.-„ 397,- iL .MMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMaaaaaMMMMMaM. Th. Fork, Kretzschmar& Co. BERLIN, Jannowitzbrücke. .WWWWVNWMWMWWMWMWWWWWMWWWMWMMWWWWMMWMWOWMMWMMMM No. 7. Diwan mit Satteltaschen in schönen modernen Mustern, mit gutem Wollplüach eingefaßt, Sitz zum Herausziehen, ohne Kellen, 95,— M. 115 cm hoch, 168 cm lang, 81 cm tiet No. 8. Kleiderschrank, echt Nußbaum mit Hutboden und Messingstange n. reich mod. Schnitzerei, 85,— M. 120 cm breiig 230 cm hoch, 60 cm tief. No. S. Sofatisch, halbecht Nußbaum 27,— Mark, Blattmaß 115 X 77 cm, 77 cm hoch. No. 10. Stuhl, halbeoht Nußbaum, 7,— M. No. 11. Vertiko, echt Nußb. mit Faoettspiegel u. reich mod. Schnitzerei, 90,— M. 98 cm br., 206 cm h., 47 cm t No. 12. Spiegel, echt Nußbaum, Olasmaß 115 X 47 cm, 36,— M. 161 cm hoch. 73 cm breit, No. 13. Spiegelspind, echt Nußbaum, reich geschnitzt, 36,— M. 80 cm b., 86 cm br., 46 cm tief. '.Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. �