Nr. 52. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bts 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Der internationale ArbeiterKongres wird in Brüssel zusammentreten. Er wird den dritten Sonutag des August eröffnet werden und eine Woche lang bauern. Die Prüfung der Delegirtenmandate wird unmittelbar durch den Kongreß selbst vorgenommen werden. Dienstag, den 3. März 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. nommen, so waren die Vygen und Genossen verpflichtet, bei der Einschätzung sind die reichen Leute zu niedrig, die hohen Einkommen, die Oberstufen" vor einem zu um 100 pCt. unter Umständen, tayirt worden. Wenn diese hohen Tarif" zu schützen. Die Steuersfala bis zu Ehrenmänner jetzt offen ihr wahres Einkommen angeben, 4 pCt., welche die Kommission für die Einkommen von um dessen Versteuerung sie sich Jahrzehnte und abermals Angriffe. Die Unternehmer, welche in Rheinland und es nun nicht unerhört, daß unter dem neuen Gesetz nicht 30 500 M. statuirt hatte, war der Gegenstand der heftigsten Jahrzehnte gedrückt haben, so fällt dieser Rebbach fort. Ist Westfalen, den Brennpunkten der deutschen Großindustrie, mehr so gemüthlich fortgemogelt werden kann!" unter dem sorgsamen Schutz der Eisenzölle, zusammen- Und die Konsequenz der vier Prozent? Die zarte 1. Der Stand der nationalen und internationalen Arbeiter geſchloſſen zu straffen, erfolgreich wirthschaftenden Ver- Sittlichkeit der Bourgeois wird sich wie eine Mimose vor gesetzgebung, und die Mittel und Wege, dieselbe zu ver- und am Jacquardstuhl, in Gießereien und Porzellan- fraudation wird zum Leitstern der Großbürger bänden, in Gruben und Hüttenwerken, an der Mule Jenny der rauhen Hand des Steuerfiskus verschließen, die De2. Das Koalitionsrecht und seine Garantien; Arbeitsein- fabriken, am Dampfhammer und am Schleifstein Myriaden werden. Herr Vygen erklärt und ein solch sachund abermals Myriaden von Arbeitern exploitiren, die kundiger Beurtheiler wie Miquel kommt zu ähnlichen Reichsten der Reichen, die Leute mit den fürstlichen ethischen Ergebnissen: Revenuen, die Großkapitalisten, welche gegen die Ausstände Die Tagesordnung ist: beffern. stellungen, Boykott und Gewerkschaftsbewegung vom nationalen und internationalen Gesichtspunkt aus. über dem Militarismus. girten vertheilt. Der Kongreß ist allen Arbeiterorganisationen und allen Sozialistischen Parteien ohne Ausnahme offen. " 11 3. Die Stellung und die Pflichten der Arbeiterklasse gegen der um die Verbesserung ihres harten Looses ringenden 3 pet. nicht abwarten? Giebt das nicht den erwarteten Erfolg Warum wollen Sie das Ergebniß der Deklaration bei Proletarier Polizei und Militär zu Hilfe rufen, und die Regierung verlangt mehr, so wird die Volksvertretung Die Berichte über die Lage der Arbeiter und die sozialistische die Kohlenlords, welche mit Arbeitern nicht verhandeln", es nicht verweigern. Aber heute schon auf einmal mit zwei GrBewegung in jedem Lande werden auf Kosten der betreffenden die Industriellen, deren Beauftragte die Bueck und Reis- mit. Nun sagt man: die reichen Leute könnten höhere Sähe höhungen in die Welt hereinzuspringen, das mache ich schwerlich Organisationen-in drei Sprachen: englisch, französisch und deutsch gedruckt und bei Gröffnung des Kongresses an die Deke- mann sind, diese sozialen Gruppen sind es, für deren zahlen, ohne dadurch besonders beeinträchtigt zu werden. Ich angemessene Rente" energisch gekämpft wurde. Im gebe das theilweise zu. Generell ist das nicht richtig; denn auch Reichstag der sozialpolitische, im Landtag der unter den Leuten mit 30 000 M. Ginkommen und mehr, die jest steuer politische Unternehmerschutz, das ist das ganze Einkommen verzehrt. Unter allen Umständen wird es höhere Säße zahlen sollen, giebt es viele, deren Lebenshaltung die Losung. bei ihnen Unzufriedenheit erzeugen, wenn sie 31/2 und 4 pct. Allgemein zugegeben wird, daß die höheren Einzahlen sollen, während sie jetzt nur 3 pet. steuern. Auf alle kommen nach der bisherigen Art der Steuereinhebung nicht Fälle giebt es zu denken, wenn man sieht, daß ein ehrlicher richtig getroffen werden, daß thatsächlich die Steuereingeschätzt hat, zukünftig mit 200 000 Mt. fich selbst einschätzt Mann, den man fälschlicher Weise jezt blos für 100 000 m. hinterziehung eine foziale Massenerscheinung im und dann dafür statt 3000 m. 8000 m. bezahlen soll... Rahmen der Bourgeoisie ist. Die Moral der besitzenden Ich fürchte in der That, meine Herren, die Steuermoral wird Klaffen läßt es geschehen, daß, trotzdem ihnen bekannt darunter ganz erheblich leiden, und es wird bei 4 pct. nicht viel ist, wie sehr die zu niedrige Einschätzung den Staat ganz anderen schwereren Strafen das Gefeß umgeben, als es im mehr herauskommen als bei 3 pct., es sei denn, daß Sie mit Gentlement und Junker. schädigt, das Gemeinwesen fort und fort um Hundert- Entwurfe vorgesehen ist. Bei den Strafen, die Sie jetzt haben, Bürgerliche Moral und steuerliche Erziehungskunst. die Rede. In diese dicke sittliche Hornhaut schlägt das sich einschätzen. Da muß man nun nicht glauben, er werde tausende geprellt wird. Hier ist von Feinfühligkeit nicht deklarirt ganz gewiß manch reicher Mann einfach nicht, er läßt Während ein Theil der Nationalliberalen mit ihrem neue Steuergesetz eine tiefe Wunde durch Einführung der inklusive der Straße, zu niedrig greifen und dann macht der schon herangeholt werden. Das ist grundfalsch. Man wird, früheren Führer Miquel durch Dick und Dünn ging, thaten sich Selbstdeklaration an Stelle der heute herrschenden Tara- Widerspenstige noch ein Geschäft, das dem ehrlichen Deklaranten die rheinisch- westfälischen Nationalliberalen, allen voran tion. Nun höre man Herrn Vygen( Stenogr. Bericht gegenüber um so häßlicher erscheint."( Sten. Ber. S. 868/9.) die Herrn von Eynern und Vygen, in heftigen Angriffen S. 868): Trotz dieser prächtigen Charakteristik der rheinischen Bur Kritik der preußischen Steuertarif- Debatten. III. auf den Steuertarif hervor. Die Rheinländer sind eben ,, Hat man sich denn auch klar gemacht, was das Chrbarkeit ist Herr Bygen nicht der Ansicht, daß die die Mandatare der Großindustriellen und der anderen heißt, erheblich höheres Einkommen deklariren und zugleich Rheinländer fich vor dem Steuerzahlen drücken" und Großkapitalistengruppen jener Bezirke, und es war also dasselbe mit einem stärkeren Sage versteuern bis zu vier spricht von dem ehrlichen Manne am Rhein", der„ die ihre Aufgabe, gegen eine Neuerung Front zu machen, Prozent? Das heißt, meine Herren, bei Lichte betrachtet, konventionelle Art der Einschätzung nicht will." Sehr welche den Profit um einige Prozent zu schmälern geeignet in solchen Fällen, wo das doppelte Einkommen der wohl! Aber wir kennen das rheinische Patriziat, wir war. Die Absage, welche die Gruben- und Hüttenbarone iezigen Einschätzung deklarirt wird( es wird dergleichen fennen die Unternehmerfeudalität jener Bezirke. Ob sie dem Herrn Müllensiefen, diesem Virtuosen des Wort- Fälle geben), zukünftig statt jetzt 3000 M. für 100 000 M. die Handwerkerdemokratie in die Verbannung jagten, haltens ertheilt haben, ist nicht fruchtlos gewesen: die geschätztes Einkommen zukünftig 8000 M. zahlen." ob sie als gepackte Jury im Kölner KommunistenLandtags- Abgeordneten, welche der rheinischen Bourgeoisie Aus dem Gentlemen- Jargon ins Deutsche übersetzt, prozeß die Bewegung von 1848/49 nachmals hochihre Size verdanken, haben mit löblichem Eifer die Inter- heißt das einfach: Es ist ein Standal, daß der Staat nothpeinlich strangulirten, ob sie als trene Unterthanen essen ihrer Wähler vertreten. das richtige Einkommen zu besteuern die Kühnheit hat, der Gesetze und Patrioten in schimpflicher Weise durch Hatte Herr Richter die Mittelklasse in Schutz ge- noch dazu mit einem Steuersah bis zu 4 pCt. Bisher Betrug, Bestechungen und Durchsteckereien ihre Söhne dem Feuilleton. Machbruc verboten.] Die Falkner von St. Vigil. Brüder!" ( 2 " Er hatte einige Mühe, sie einzuholen und dann trieb zur Eile. Damit erreichte sie jedoch nichts, und sie mußte ihren Schritt mäßigen. " Ach, Kind, was für eine Welt ist das, daß Einer das Alles erleben muß," kopfschüttelte der Alte, und nachdem er sie aus der Röhre getrunken, sagte er:„ Laß mich ein Bissl verruhen, hier ist gut sein." Er ließ sich in dem dürftigen Schatten auf einem roh zum Sitz behauenen Steine nieder und während er ruhte, wendete Stasi die Blicke über die Felder und zerstreuten weißen Ja, ich weiß nicht," spann er den Gedanken weiter, den ihre vorige Aeußerung in ihm angeregt hatte, uir hatten in unserem Refektorium ein Bild, das stellte die Versuchung des Heilands vor, wie ihm der Teufel alle HerrTrinken. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol Gehöfte auf das Thal zurück. Der Knopf des Kitchthurms lichkeit der Welt weist. Der hatte just solche große, schwarze von Robert Sa, weichel. aufstieg, gligerte in der Sonne und die Leidensstationen, die ,, Ach, Dukel David, ich mein der Soldat" stotterte Er galt für den gottlosesten und wildesten Buben von der Kirche bis zur Kapelle sich hinzogen, schimmerten seine" Nichte. in dem ganzen Vigilthale. Ein Seufzer schwellte Stafi's wie Perlen auf dem grünen Grunde der Frohnwiese, die " Freilich, wo die hiukommen!" sagte er.„ Ach ja, Busen und sie griff zu ihrem Rosenkranz, um sich der Ge- jetzt völlig einsam war. Links von dem Dorfe, wo die sich ach ja! Und wir sollten bei dem Bild immer daran danken an den wilden Brost, wie er wohl genannt wurde, vorſchiebenden Berge das Pusterthal verengten, lagen auf denken, daß wir unsere unsterbliche Seele nicht in Gefahr zu entschlagen; allein es wollte ihr nicht gelingen, und nach steil abfallendem Schieferfels, an dem die Rienz aufblitzend brächten durch Schlemmen in Eſſen einer Weile sagte sie: vorüberglitt, die weitläufigen, zum Theil bereits verfallenen Du lieber Gott, es gab Fastentage genug. Zuweilen aber Hannes so gar nicht ähnlich schaut, und sie sind doch zwei Nordoften, schwebte eine weißliche Wolke über den bersaldeSannes so gar nicht ähnlich schaut, und sie sind doch zweiten Bergen, die das Städtchen Bruneck mit seinem Erinnerungen an sein Klosterleben, dem die Einverleibungen " Es ist doch verwunderlich, Ohm, daß er dem Herren Gebäude des ehemaligen Klosters Sonnenburg. Rechts, im hatten wir es gar gut!" Gr wiegte seinen dicken Kopf, seufzte und versank in auf sie, aber er blieb die Antwort schuldig. Verführerischer Brixen gewesen, dem Auge entzogen. Es waren die Schitec- Orden der Kapuziner angehört und die braune Kutte schien Der Ohm richtete zwar seine öden, wasserblauen Augen Schlosse, das cinft die Sommerresidenz der Bischöfe von Tirols in Bayern ein Ende gemacht hatte. Er hatte dem als die Worte seiner Nichte, war in sein Ohr das Rieseln felder und Gletscher des Riesenferners. Sonntägliche Stille ihm noch immer beim Gehen um die Beine zu schlenkern. eines Quells gedrungen, der aus einem gemauerten Bildstock ruhte auf der freundlichen Landschaft und würziger Geruch Sie schritten jetzt an dem Fuß der Höhe hin, auf der int Schatten einiger Kirschbäume flop. Zu ihm tenkte et frischen Heues erfüllte die flimmernde Luft. die aus verschiedenen Jahrhunderten stammende MichaelsWas er für glanzige Augen hat," kam es unbewußt burg thront. Es mußte einst ein großer, starker Bau ge,, Ach, Du gebenedeite Mutter Gottes," ächzte er jetzt. über" die Lippen des Mädchens, wesen sein; gegenivärtig waren mit Ausnahme eines vier» Schau, die Gottlosigkeit, Stafi!" Meinst Du den Ambros?" fragte der Ohm und trieb eckigen Thurmes die Gebäude und Ringmauern, deren über der Röhre offenbar gewaltsam zerstört war. Er wies auf den Brunnenpfeiler, dessen Heiligenbild damit der erschreckenden Staſt das Blut bis in die Stirn. mehrere hinter einander aufstiegen, nur noch Ruinen und Nur Freilich, der hat so rechte, echte Teufelsaugen." einige Stücke bemalten Ralles hafteten noch an den Ziegeln, " Komm, Ohm," rief Stasi hastig. Es ist Zeit, daß Grüß Gott," rief eine frische Stimme hinter Onkel Stafi machte sich eifrig mit ihrem Rosenkranz zu feine Schritte. Trümmer. die tiefe Schrammen wiesen und hier und da zerbröckelt wir weiter gehen." Sie wartete auch nicht, bis jener auf- und Nichte. waren. Der abgeschlagene farbige Mörtel lag am Boden. gestanden war, sondern setzte sich gleich in Bewegung. Zwange der allgemeinen Wehrpflicht entzogen, wie der Landrath von Diest-Daber, ein altpreußischer Junker, aber ein ganzer Mann, der ein Rückgrat und Ehrgefühl hatte, zu seinem Schaden an den Tag brachte; ob sie in Bochum sich gegenseitig zum Nachtheil des Staates zu niedrig zur Steuer einschätzen; ob sie die Arbeiterbewegung brutali- siren und durch Kartelle das Publikum ausbeuten—. wir kennen unsere Pappenheimer. Sie sind der lauterste, siebenfach destillirte Niederschlag der deutscheu Kapitalisten klaffe, der vollendete Typus eines geschichtlich regelrech. entwickelten Großbürgerthums, auf der Höhe der Situation, tln äs siscls, nicht das kläglich- spießbürgerliche, matt- herzige Parvenüthum, wie z. B. in Sachsen. In Rhein- land-Westfalen sitzt die niächtige Fronde, die mit Bismarck mantscht und munkelt, und dort findet sich der reinste Typus der deutschen Bourgeoisie, Vorbild und Ziel für die Uebrigen. Aber nicht blos mit den Waffen der Ethik kämpfen unsere Gentlenien. Sie suchen auch die Landboten gruselig zu� machen. Wenn dieser Steuertarif eingeführt wird, rufen die Vygen und Sattler unisono aus, dann„laufen uns die reichen Leute aus den Industriestädten weg(S. 869)", dann erfolgt„eine Wanderung der vermögenden Leute aus den in Entwickelung begriffenen Gebieten", wo bekanntlich die Kommunalsteuern sehr hoch sind. Daß diese Gemeinde- einlagen bei einer verständigen Steuerveranlagung, welche die Steuerkräftigen gründlich faßt, auf ein niedrigeres Niveau im Interesse der Gesammtheit gebracht werden, davon wollen die Interessenten natürlich nichts wissen. Aber mit ihren Spektakelstücken schrecken sie eben nur Kinder. Dieselbe Schauergeschichte von dem Auszug der Kinder Israel aus Egypten hörte das englische Par- lament, als es die Zehnstunden- Gesetzgebung beschloß, der schweizer Nationalrath und der österreichische Reichs- rath: jede' Fessel, der Exploitationsbegierde des Kapitals angelegt, soll die Flucht des Unternehmerthums unweiger- licff- herbeiführen. Man sei sicher, daß es bleiben wird, wie es stets und allerwegen geblieben ist, da wo die Ausbeutungsbedingungen nicht tangirt werden. Die Kapitalisten, welche durch die Produktionsverhältnisse, als Unternehmer, Bankiers, Großhändler, Direktoren an die Scholle gefesselt sind, werden auch bei dem vierprozentigen Steuersatz da bleiben, wo die reiche Quelle des Mehr- Werths sprudelt. Es wäre das erste Mal, daß das findige Kapital es nicht verstände, den richtigen Ausgleich und die Schultern zu finden, auf welche die Last abgewälzt wird, die Arbeiter, die Konsumenten. Der Exploitationsgrad der Arbeit wird sicher um so und so viel Prozent gesteigert, wenn es gilt, das eine Prozent, um das die Eynern und Vygen sich so sehr bemühen, herauszuquetschen. Giebt es keine Löhne, die herabgesetzt werden können, keine Arbeits- zeit, die man gegebenen Falles verlängert? Zu guter letzt macht der Herr Kapitalist immer noch ein gutes Geschäft, ganz zu geschweigen von den Steuermogeleien, deren drohende Gewitter das scharfe Auge des Finanz- Ministers bereits am fiskalischen Himmel herauf- ziehen sieht. Weiter, wenn aus der häßlichen Chrysalide des Ausbeuters der in buntem Farbenschmelz schimmernde Renten-Schmetterling geschlüpft ist, dann wird Tausend gegen Eins ihn selten etwas abhalten, zu wandern, aus dem rußigen, stickigen Bannkreis der Fabrik- schlöte in die liebliche Villegiatur am Mittelrhein, in die Millionärsviertel von Baden- Baden, Wiesbaden, Ems, Bonn und Heidelberg. An seine Stelle aber treten andere Exploiteurs, nur eine Veränderung, ein simpler Rollen- tausch findet statt. Das ist Alles. Und zum Schluß: Wem 4 pCt. zil viel sind, der schwindelt auch bei 3 pCt. Wozu also der Lärm? Viele, sehr Viele werden vielleicht geglaubt haben, der Mann, dem man einst nachgesagt, er könne Alles be- weisen, sei längst gestorben. Aber er ist noch am Leben, als Gneist ging er, als Gneist von Schierstädt geht er thun; ihre Finger aber zitterten. Sie hatte die Stimme gleich erkannt, obgleich sie dieselbe erst einmal in ihrem Leben gehört hatte. Es war jedoch für sie keine Kunst, sie wieder zu erkennen; denn als David neben dem Brunnen geruht, hatte sie ihren Beschützer von der Frohnwiese auf der Landstraße herankommen sehen. Ohne den Ohm wäre sie bei seinem Anblicke davon gelaufen. Beklonimen hatte sie den Augenblick erwartet, wann sie von Ambros eingeholt werden iviirden, und nun es geschehen war, traf sie seine Stimme wie ein Schlag auf das Herz. „Wir haben ja den gleichen Weg," fuhr er fort, indem er an Stasi's Seite kam.„Es ist langweilig, so allein seine Straßen zu stapfen." Stasi bog den Koos ganz tief herab, als wollte sie ihr Gesicht besser gegen die Sonnenstrahlen schützen. Onkel David richtete seine Augen mit einem Schimmer von Ber- wunderung auf den stattlichen Burschen und murmelte:„Ja, ich weiß nicht, die Landstraß' ist halt für Jeden." Natürlich," lachte Ambros auf die versteckte Abweisung, .und' also gehen wir mitsammen." David griff wieder zu seinem Rosenkränze und Stasi ging immer mit gesenktem Kopfe. Ambros betrachtete ab- wechselnd Beide und ein übermüthiges, doch lautloses Lachen spielte um seine bärtigen Lippen. Ein Stück Wald nahm die drei Wanderer auf. Mächtige Tannenzweige breiteten über chnen ihren grünen Schirm, durch den nur hin und meder ein Sonnenstrahl drang. Die Vögel zwitscherten in der erquickenden Dämme- runq und an dem Halse einer scheckigen Kuh, die zwischen dem buschigen Unterholz weidete, erklang dann und wann die Glocke. Ambros stieß ein wohliges„Ah!" aus und streckte sich. Stasi, die keinen Vorwand mehr hatte, den Kopf zu bücken, schaute seitwärts in den Wald. Sie fühlte, daß sie sich eigentlich recht kindisch betrug und daß. ihr Benehmen unartig war. Sie war Ambros doch Dank schuldig! Wie sie aber nach ihm hinblickte, begegnete sie seinem feurigen Auge und das Blut begaiin in ihren Ohren zu sieden und zu brausen, so daß sie kein Wort von dem verstand, was er eben zu ihr sagte. Daun hörte sie den Oheim antworten:„Wir haben im Landtag um. Ihm war es vorbehalten, mit schwatz schweifiger Salbung für die Millionäre sich ins Zeug zu legen, er machte sich zum Advokaten k>er Upper ten, der oberen Zehntausend. Pathetisch generalisirte er den be rühmten armen Millionär von Schöneberg, er schuf den armen Millionär schlechthin, den armen Teufel, der über lumpige fünfzigtausend, hunderttausend und abermals hunderttausend Mark jährlich verfügt, den Bettelkerl, der nicht weiß, in welchem seiner Häuser er sein Haup zur Ruhe betten soll, den Inbegriff alles Leids, ihn, der das Weh der ganzen bürgerlichen Welt auf sich ge nommen hat und Märtyrer vom Wirbel bis zur Zehe von einer Leidensstation zur anderen wankt. Wohin ein deutscher Professor, den seine Lobredner als großen Rechts gelehrten feiern, nach und nach gerathen kann, das zeigt der Herr Gneist von Schierstädt(Sten. Ber. S. 907.): „Zunächst die wirthschastlichen Voraussetzungen, von denen namentlich die Masse ausgeht. Sie denken nicht daran, daß unsere Millionäre, an die man immer an erster Stelle denkt, ja nicht blos die Einkommensteuer bezahlen, sondern daß sie ihr Kapital anlegen müssen, und, legen sie es an im Großgrundbesitz, in Häusern, in Großindustrie- Unternehmungen, in Aktiengesell- schastcn, die wir soeben stäiker bedacht haben, in Bergwerken, Eisenbahnen oder, wie Sie wollen, an jeder Stelle zahlt das an- gelegte Kapital nach dem Maßstab feiner Anlage mindestens die gleichen, an vielen Stellen die relativ höheren Steuern. Der besondere Aderlaß, der dem Millionär angelegt werden soll, ist nicht so dringend, wenn Sie daran denken, daß der Mann schon an unzähligen Stellen die Schröpfköpfe angesetzt bekommen hat bei jeder Anlage, die er doch für sein Kapital machen muß. Höchstens könnte man daran denken, den großen Besitz an Konsols etwa anders zu fassen wie den kleinen Einzelbesitz. Da wird Ihnen aber der Staat mit einem heftigen Veto entgegentreten, das fehlte gerade noch, auf Kosten des Kredits der Kurse unserer Staatspapiere das Großkapital abschrecken zu wollen von der Anlage in unseren Konsols. So steht es mit den wirthschastlichen Voraussetzungen. Wie steht es nun aber mit den rechtlichen Voraussetzungen? Vorweg, meine Herren, ist der Millionär über- Haupt kein so glücklicher Mensch, wie die Masse des Volkes glaubt! Besonders der Millionär, der es erst geworden ist, ver- liert mit den sechs Nullen die eigentliche Freude an dem Besitz, und es beginnen die Tage der Sorge, wo er sich umdrängt und attakirt sieht von allen Seiten, wie die Feindseligkeiten und Bedrohungen der besitzlosen Klassen immer zuerst auf ihn als Zielscheibe gerichtet sind! Also eine Glückseligkeit an sich ist es nicht. Was aber der Millionär verlangen kann, das ist die Gleichheit vor dem Gesetze. Diese Gleichheit vor dem Gesetz muß bleiben." „Gleichheit vor dem Gesetz," ruft der Verfasser des „Rechtsstaates", Gleichheit vor dem Gesetz für den un- zlückseligen Millionär, der beileibe nicht im Verhältniß zu einem Einkommen steuern darf. Und es ist natürlich, ,aß Herr Gneist die alten Lehrsätze von Anno 1867, wie ie die Manchesterleute des Kongresses deutscher Volks- virthe aufgestellt, genügsam wiederkäut; es ist einleuchtend, daß er das rothe Gespenst an die Wand malt, und daß es der Landrathskammer von 1891 mit dem Schicksal der Girondisten graulich macht. Armer Danton! Der von Schierstädt sagt es: „Einen Historiker, der diese Verhandlungen mit anhört, könnte ein unheimliches Gefühl beschleichen in der Erinnerung an ähnliche Vorgänge der Girondisten. Ja, meine Herren, gerade so war es bei den Girondisten; sie glaubten, man könnte eben Rechtsgrundsatz bei Seite setzen, wenn man nur nach Möglichkeit entgegenkäme der Begehrlichkeit der besitz losen Klassen. Das war ihre Schwäche und ihr Verderben, und wir werden von diesen opportunistischen Grundsätzen zurück- kommen, wenn wir den ersten Ansturm wirklicher Gewaltthat gegen den Besitz haben. Wenn der Besitz sich vertheidigen will gegen diese Zumuthung, so giebt es keine andere Waffe als den ehernen Schild der Gleichheit vor dem Gesetz. Das können wir auch den Sozialdemokraten sagen: Kapitalisten und sogar die Millionäre sind doch gewissermaßen auch Menschen mit dem Anspruch auf Äleichheit vor dem Gesetz. Mit dem guten Bewußtsein dieses Rechts werden wir den Kampf bestehen, vor dem uns Gott behüten wolle. Aber die besitzenden Klassen müssen dafür auch olidarisch einstehen, und nicht ihre höheren Klassen der Begehr- lichkeit preisgeben."(Sten. Ber. S. WS.) Der Historiker mit der Gänsehaut ist Geschichtsschreiber, wie Herr Gneist Theoretiker des Rechtsstaats und Dolmetscher der englischen Verfassungsgeschichte ist. eine Bittsahrt nach St. Lorenzen gethan von wegen meiner armen Schwester." Bei der Erwähnung ihrer Mutter faßte Stasi sich ein Herz.„Ach ja, die Mutter ist gar so krank," sagte sie, „und wenn der wunderthätige Herr Jesus von St. Lorenzen nicht hilft—" die Thränen traten ihr in die Augen und sie brach ab.. �, „Aber dann hättet Ihr zum Doktor in Bruneck gehen sollen," versetzte Ambros.„Was kann das Beten helfen? Davon wird keiner gesund." Stasi machte entsetzte Augen und David seufzte. Etwas minder rücksichtslos fragte Ambros, ob sie denn nie einen Arzt zu Rathe gezogen hätten? Das Mädchen versetzte mit Zagen in Ton und Blick. „Die Krankheit ist ja eine, wo sich Keiner auskennt. Was kann da ein Doktor Helsen? Alles hat meine Mutter ge- braucht, was ihr weit und breit gerathen ist geworden. Es hat aber alles nichts geHolsen. Zuletzt, im heurigen Früh- jähr, ist der Ohm bei dem Gamsmanndl gewesen." „Was, bei dem alten Gamsmanndl,!dem Hexenmeister in Monthan?" fragte Ambros offenbar belustigt.„Ich Hab' gemeint, der verstände sich nur aus Freikugeln." „Er hat auch nichts gewußt," fuhr Stasi fort.„Aber der Herr Hannes Falkner, der hat meiner Mutter einen Kräutertrank gerathen, daß sie wenigstens nicht gar so arge Schmerzen in der Brust hat beim Husten." Ambros lachte laut auf, und als sich dadurch verletzt das Mädchen von ihm abwendete, sagte er:„Ich Hab' blos über das Kräuterweibl gelacht. Ja, ja, der Herr Bruder kennt alles, was unter dem Himmel wächst." Ja, ich weiß nicht, ein Kräuterweibl ist doch der Herr Kurat nicht," raffte sich David zu einer ungewöhnlichen Energie auf.„. ,, r , Aber wie ist's denn gekommen, daß Deme Mutter so krank" geworden ist?" fragte Ambros, den Vorwurf des ehe- maligen Mönchs unbeachtet lassend. „Wer's nur wüßte," seufzte Stasi, ohne ihn anzu- sehen.„Es war an einem heißen Tag mitten in der Korn- ernte und die Mutter half die Garben hinauftragen nach unserem Gehöft. Es ist schwere Arbeit, denn das Feld ist Doliktfrhe Aeberstlhk. Berlin, den 2. März. Nach den großen Redeschlachten im Reichstage kam heute das kleine Geplänkel. Herr von Caprivi ließ sich heute durch Herrn Vogel von Falkenstein vertreten, und wie der Reichskanzler in der vorigen Woche gegenüber Grillenberger den Kürzeren gezogen hatte, so sein Vertreter heute Richter gegenüber. Herr Vogel von Falkenstein wollte sein geflügeltes Wort von den Ferienkolonien umdeuten, aber es gelang ihm dies gar nicht, denn Richter wies ihm auf Grund eines zwar nicht offiziellen stenographischen Protokolls der Kommissionsberathungen schlagend nach, daß der Herr General mit Unrecht aus das schlechte Gedächtniß der Kommissionsmitglieder spekulirt hatte. Herr Vogel v. Falkenstein, der ja auf dem Exerzierplatze oder im General- stabe seinen Mann vollständig stellen mag, verlor alle Freude an der Debatte, und trotz seiner herausfordernden Rede ver- hielt er sich nach Richters Abfertigung mäuschenstill.„Ja' das Stenographiren ist eine teuflische Kunst", wird sich der schneidige General gedacht haben. Die Forderungen der Re- gierung wurden nach den Kommissionsbeschlüssen mit großer Majorität angenommen.— Im zweiten meiningenschen Wahlkreise(Sonneberg' Saalfeld) soll die Wahl Witte's gesichert sein, was nach dem Bauchrutschen der„Freisinnigen" vor Häuschen Blum nicht anders zu erwarten ivar. Dies ist aber auch der letzte Sieg' im Sonneberger Wahlkreise, dessen sich die Freisinnigen rühmen können, freilich aber auch nur deshalb rühmen können, weil die alten Wahllisten noch im Gebrauche waren, welche viele Hunderte unserer Parteigenossen von der Wahl ausschlössen, so die vielen, welche im Laufe des Jahres weg- ziehen mußten und den Nachwuchs, der ganz uns gehört, und weil die Nationalliberalen Mann für Mann für Witte stimmten, dessen politische Ueberzeugung und Haltung ihn eines Ehrenplatzes unter den Nationalliberalen würdig er, cheinen lassen. Wenn auch Witte gewählt wird, so ist trotzdem von keiner Niederlage bei uns zu sprechen, wir haben unseren Stand vollständig erhalten und verschmähen nationalliberale Wahlhilfe, um die die Freisinnigen zu betteln sich nicht 'chämen.— DiesStaatsbetriebe sollen Musteranstalten werden, wurde vor einem Jahre verkündet. Wie wenig aber wirk- lich dieser vollauf berechtigten Forderung nachgelebt wird, ;eht aus einer Notiz der„Münchener Post" hervor. Dieselbe schreibt: „Eine„Ueberraschung" bot nach einer uns gewordenm Mit- theilung der 1. März für eine große Anzahl von Beamten der hiesigen Post und zwar in einer Zulage— nicht etwa Theue- rungszulage— sondern einer Stunde Arbeitszeit, mit der Motivirung, daß keine Leute mehr aufzutreiben seien. Auch soll man sich Oben mit der Frage beschästigen, den Sonntags- dienst mehr einzuführen, um der Arbeit Herr zu werden." Und dies geschieht zu einer Zeit, wo man in der be- nachbarten Schweiz Verkürzung der Arbeitszeit und größere Sonntagsruhe durch ein Gesetz garantirt. Ja, wir müssen noch viel von den wieder in Mode kommenden„wilden" Ländern lernen. Bei Gelegenheit einer Debatte übe« die Volka-Tchul- biichcr im hessischen Landtage wies Genosse Müller auf die Art hin, wie in einem vom königl. Kreis-Schulinspektor Pollack verfaßten und in hessischen Volksschulen in Gebrauch befindlichen Lesebuch die Sozialdemokratie beurtheilt wird. Die wichtigste Stelle lautet folgendermaßen: Doch eine große Gefahr ist uns in den Sozialdemokraten herangewachsen! Von kühnen Führern aufgestachelt und geleitet, suchen diese Unzufriedenen die Ordnungen des Staates, del Kirche und der Gesellschaft zu untergraben, die Güter gleich zu vertheilen, die Rangunterschiede aufzuheben, den Glauben an Gott und kirchliche Frömmigkeit aus dein Herzen zu reißen und die Regierung des Staales zu ändern. Zwei entartete Söhne unserer Nation, Anhänger jener Partei, der ver- kommen? Klempnergeselle Hödel und der studirte Doktor Nobiling, legten sogar den II. Mai und 2. Juni 1878 die freche Hand an das geheiligte Haupt unseres ge- liebten greisen Kaisers Wilhelm. Gott aber schützte den edlen Monarchen vor den Kugeln des ersten und ließ ihn von den Schrotschüssen des zweiten Meuchelmörders genesen. Das Haupt Hödel's ist unter dem Beil des Scharstichters gefallen, *4 steil. Die Mutter war dazumalen noch stark und kräftig, wie es mancher Mann nicht ist. Und wie sie eben wieder mit einem Garbenbündel auf dem Kopf ist heraufgestiegen und sich in der Scheuer ein wenig verruht, da ist's auf einmal über sie gekominen. Wie ein Eisstrom ist's gewesen, hat sie oft erzählt, daß sie zusammengeschaudert ist in der Hitze und nachher ist sie den Husten nicht mehr los geworden, der ihr alle Kräfte genommen hat." „Das ist freilich eine traurige Geschichte," murmelte stier Bursche und Stasi sagte: „Es kann ja gar nicht mit rechten Dingen zugegangen em, das meinen auch alle Leute." „Natürlich nickt; eine Hexe hat Deine Mutter ange' blasen, das ist gewiß," konnte sich Ambros nicht enthalten, hierauf wieder zu spotten. Stasi schaute ihn aus ihren klaren braunen Auge« vorwurfsvoll an und entfernte sich so weit als möglich von ihm., Er rief ärgerlich über sich selbst:„Kreuz, Stern, Hagel- Wie kann Einer so'was Ungescheidtes glauben? Da ist kein Verstand nicht drinnen. Es giebt keine Hexen nicht- Alte Weiber freilich, die einem Böses wünschen, die giebt» chou die Menge, und kommt mir. eines in die Quer, � wann ich meinen Stutzen aus dem Rücken Hab', dann ist's mit dem Glück auch richtig nichts. Kommt mir nbc t zuerst eine saubere Gitsche über den Weg, nachher hat alle» verspielt, was fliegt oder aus vier Läufen geht." Er hatte im Sprechen seinen Schritt verlängert fl" war jetzt wieder an Stasi's Seite. Mit einem ausdrua»- vollen Blick auf sie drehte er seinen schwarzen Schnurrbar- Sie aber verfolgte stumm ihren Weg, die Blicke auf ch1.» Rosenkranz geheftet. Nach einer Weile fragte er sie>°> ungeduldig, ob sie böse aus ihn wäre? Und hieraus keine Antwort erhielt, rief er mit hochmutyis,, Trotze:„Schau, ich sag's heraus, was ich ve und wem's nicht gefällt, der mag's bleiben §um Teixel," fuhr er fort,„sei doch lustig. � keusch lebt nur einmal und zum Beten hast nocy-o genug, wann Du ein altes Weibl sein wirst. (Fortsetzung folgt.) die alles Bestehende zertrümmern möchten, den Kaiser Alexander 11. durch eine Bombe zu tödten. Auch der edle Präfident Garfield von Nordamerika erlag nach langem Leiden der Kugel eines Meuchelmörders. " " Nobiling an den Wunden von seinen eigenen Schüssen ge- Boulangismus einen Bundesgenossen gehabt hat, der jetzigen Es ist kein Wind so schlecht, daß er nicht dem Einen storben. Der Deutsche Reichstag hat aber jetzt durch scharfe deutschen Regierung Verlegenheiten zu schaffen bemüht ist oder Anderen etwas Gutes zuwehte, sagt ein englisches Geseze die Sozialdemokratie unter die Scheere genommen. und in einem ernsthaften Berwürfniß mit Frankreich die Sprichwort. Und ein wahrer Segen, den uns die durch Auch an den Königen von Italien und Spanien, dem Kaiser Vorbedingung zur Wiedereinsehung des Pariser Rummel herbeigeführte Nervofttät bescheert hat, ist von Rußland und dem Präsidenten von Nordamerika wurden Fürsten Bismarck erblickt. die Zerstörung des fortschrittlichen Narrenparadieses" anit Mordversuche gemacht. In Rußland gelang es den Nihilisten, Fürsten Bismarck erblickt. Kurz, wir haben es mit einem kombinirten Manöver obligatem Ministerium Eugen Richter. politischer und unpolitischer Spekulanten zu thun. Malvolio- Richter wird sich nicht so leicht wieder fopen Und daß es einem solchen Verschwörer Ring gelingen lassen. Oder doch? konnte, die bürgerliche Gesellschaft ein paar Tage lang aus Die Wahlresultate aus Oesterreich lauten vor erst dem Häuschen zu treiben und die Regierung des wichtigsten Militärstaats der Welt, wenn nicht zum Entgleisen, doch in für die Liberalen sehr ungünstig. In den Landgemeiriden ein anderes Geleise zu bringen das zeigt uns, wie es in Oberösterreichs wurden so wie bei den vorherWirklichkeit mit der vielgerühmten Stabilität" unserer Bu- gegangenen Wahlen nur Ultramontane, in denen Niederösterreichs, wo die Liberalen früher auch einzelne reise stände bestellt ist. Was der felige Drenstierna wohl sagen würde, wenn vertraten, 6 Antisemiten und 1 Klerikaler gewählt. In Zavetti, er diesen Herensabbath erlebt und dessen Wirkungen auf die dem ehemaligen Wahlkreise Schönerer's, des Begründers der Weisheit, mit welcher die Erde regiert wird, mit seinen österreichischen Antisemitenbewegung, findet Stichwahl zwischen Antisemiten und Ultramontanen statt. Aus Nord= Kanzleraugen betrachtet hätte! böhmen meldet uns eine Privatdepesche: Jm Landbezirke In wahrhaft nichtswürdiger Weise sucht die deutsche Reichenberg stimmten von 329 Wahlmännern( es findet dort Chauvinistenfippe die Situation für ihre lichtscheuen Zwecke indirekte Wahl statt) 231 für den liberalen Kandidaten, auszunüßen. Die schmutzigsten Reminiszenzen der Aera 50 für Genossen Adler, die übrigen fielen auf Antisemiten Bismarck werden hervorgeholt: wieder dieselben Hezereien, und Klerikale. Wir sind als zweitstärkste Partei aus der dieselben Schimpfereien, dieselben Schlagwörter. Schreibt Wahl hevorgegangen. Bei Zensuswahlen und indirektem Wahlmodus und bei nur 14tägiger Agitation ist das da z. B. das ,, Leipziger Tageblatt": Resultat als hocherfreuliches zu begrüßen. Nun find die Volksschüler meistens Kinder sozialdemokratischer Eltern; wie sollen sie sich nach dieser Lektüre zu denselben stellen? Sollen sie ihre Eltern für Mörder à la Hödel halten? Daß derartige gemeine Fälschungen bis in die Volksschul- Lesebücher dringen konnten, ist sehr bezeichnend für das pädagogische Talent gewiffer Leute. Nennt man etwa eine derartige offenbare Vergiftung des findlichen Gemüthes Kampf der Schule gegen die Sozialdemokratie? So ziemlich in allen Kulturländern begegnen wir dem Streben der Unternehmerklasse, die jetzige schlechte Geschäftsgeit zur Zerstörung der Arbeiterorganisationen zu benußen. In Amerika, England, Belgien, Deutschland überall das gleiche Streben, dieselbe Unterdrückungswuth. Wir sind weit davon entfernt, uns hierüber zu wundern oder zu entrüften. Das Kapital folgt eben seiner Raubthier- Natur. Aber für die Arbeiter liegt in diesem Vorgehen eine Lehre, die jedem Urtheilsfähigen unter ihnen sich aufdrängen muß, nämlich die Lehre, daß durch keine privaten Drganisationen den Uebergriffen des Kapitals gesteuert werden kann, und daß das freie Spiel der Kräfte", für welches die kapitalistischen Arbeiterfreunde schwärmen, nichts ist als ein Trugbild, durch welches die Arbeiter von der richtigen Verfolgung ihrer Interessen abgehalten werden sollen. In keinem Land der Welt sind die Arbeiterorganisationen so start, wie in England, und doch zeigen sie sich dem Anfturm des Kapitals nicht gewachsen. In der " guten Geschäftszeit" find sie zur Noth ausreichend in der schlechten" versagen sie, weil die, von unseren Manchesterleuten so hartnäckig geleugnete Reserve- Armee" von Arbeitern dann groß und stark genug ist, um die organisirten Arbeiter zu erdrücken. Das bedeutet, daß die gewerkschaftliche Organi sation, so wichtig und so nothwendig sie ist, allein nicht die Interessen der Arbeiter zu wahren vermag, sondern zu ihrer Ergänzung und wirksamen Bethätigung der politischen Organisation bedarf, welche der Arbeiterklasse den ihr gebührenden Einfluß auf die Geset gebung erfämpfen und die Rechte der Arbeit durch Staatsgesetz sichern will. = Die tlaffenbewußten Arbeiter Deutschlands haben dies längst erkannt in Belgien, England und Amerika hat die Masse der Arbeiter sich dieser Wahrheit bisher noch verschlossen. Hoffentlich öffnet ihnen die Lage, in der sie sich jetzt befinden, die Augen und zerstört den gefährlichen Glauben an die Allmacht der gewerkschaftlichen Organifation. „ Es ist sehr die Frage, ob uns solche Leute, die den König Alfons XII. in der geschehenen Weise beschimpften, die sich In der heute beginnenden Woche finden die Hauptvon Boulanger leiten ließen, die deutschen Schutzes be durften, um der Kommune Herr zu werden, die sich mit den sächlichsten Wahlen zum österreichischen Reichsraith statt. deutschen Sozialdemokraten verbanden, um uns Verlegenheit zu Ende der Woche wird sich, obgleich der 21. März der letzte bereiten, ob folche Gesellschaft überhaupt den Anspruch Wahltag ist, die Zusammensehung des auf sechs Jahre ge auf Gleich berechtigung erheben kann. Wir wissen es wählten österreichischen Abgeordnetenhauses übersehen lassen. feit langer Zeit, daß Frankreich seine Armee nur deshalb auf Heute wählen die Landgemeinden in Böhmen, Galizien, eine so ungeheuere Höhe gebracht hat, daß es nur aus dem Niederösterreich, Salzburg, Bukowina, Mähren, die Städte Grunde sich vor Rußland im Staube wälzt, um mit Hilfe dieser Macht und gestützt auf seine nach Millionen zählenden in Oberösterreich und Triest. Eine Reihe von unseren KanSoldaten einen neuen furchtbaren Krieg zu entzünden, der ihm didaten steht zur Wahl. Die Liberalen in Nocdböhmen das verlorene Uebergewicht in Europa wieder verschaffen soll. find durch die Stärke unserer Wahlagitation gezwungen, auf Wir haben Alles gethan, um den Ausbruch eines solchen die Bekämpfung der Sozialdemokratie das Hauptgewicht zu Krieges zu verhindern und wir werden in diesen Bemühungen legen. Die Neue Freie Presse" fürchtet Wahlsisge unserer fortfahren, aber wir weichen vor dem Geschrei der Deroulède Partei in nordböhmischen Landgemeinde- Bezirken. Halten und Laur nicht zurück, wir geben ihnen keine guten Worte, wir dies auch nicht für wahrscheinlich, so ist diese Befürchsondern wir nennen die Dinge bei dem Namen, der ihnen tung schon ein Zeichen unserer Erfolge. zukommt. Ein solches Betragen, wie es die Batrioten" 11 und Boulangisten in diesen Tagen in Paris gezeigt haben, In Belgien beschäftigen sich die Parteien unausgesetzt hat nur Dann wenn einen Sinn, man entschlossen Brüffeler TeleEine Volksversammlung, woran 8000 Personen theilnahmen, beschloß eine Resolution zu Gunsten des allgemeinen Stimm rechts. ist, loszuschlagen. Wir fürchten eine solche Wendung mit der Verfassungsrevision. nicht, obgleich wir alles daran gesetzt haben, um sie zu ver- gramme melden: meiden, aber die Franzosen dürfen sich nicht der Täuschung hingeben, daß wir vor ihren Schreiern zurückweichen, daß wir um des lieben Friedens willen unsere Meinung für uns behalten und sie in ihrer Glorie als Vaterlandsfreunde und Vertheidiger ihres guten Rechts" bestehen lassen. Die Franzosen haben überhaupt seit langer Zeit einen schnöden Mißbrauch mit dem Worte nationale Vertheidigung" getrieben, sie wollen sich nicht gegen uns vertheidigen, sondern uns im günstig scheinenden Moment angreifen, darauf ist ihr Dichten und Trachten gerichtet. Wir sind uns aber deffen wohl bewußt, wir stehen auf der Wacht und werden ihrem Angriff zu begegnen wissen, mit der ganzen Wucht, die wir im Jahre 1870 dargethan haben. Wir denken nicht an eine Herausforderung, wir verlangen feine Genugthuung, weil sie uns doch nicht werden fann, wir verachten bas elende Treiben, was sich seit einigen Tagen in Paris breit macht, aber wir werden es zurückweisen, sobald es die Grenze überschreitet. " Der Patron, der das geschrieben hat, sollte mit seinen Kollegen, welche die Kölnische Beitung" in ähn lichem Geift zu börsen- und parteipolitischen Zwecken bebienen, acht Tage lang täglich unter eine tüchtige Brause 2 Ist die Welt ein Tollhaus? so fragen wir nochmals. Tage lang ist ein Höllenspektakel über die Vorgänge in Paris" gemacht worden, der Krieg- in- Sicht"-Radau der Aera Bismarck schien wieder begonnen zu haben da. verfliegt mit einmal die Staubwolfe und wir sehen: Paris ist ruhig und war ruhig, Frankreich ist ruhig und war ruhig es ist thatsächlich nichts, aber auch gar nichts geschehen, was einen vernünftigen Menschen nur einen Moment gelegt werden. wundern oder aufregen könnte. Wie wir es schon sagten: ein paar Gaffenbuben haben sich in Paris wie Gassenbuben der Kölnischen Zeitung" sucht man in Paris bekannte Hinter dem von uns bereits mitgetheilten Hezartikel benommen und die Pariser Bevölkerung in ihrer Börsenspekulanten. Hiermit geht man auch keineswegs fehl, Gesammtheit hat eine wahrhaft mufterhafte Halallein politische Spekulationen sind ebenfalls im Spiel, tung beobachtet: höflich- zum Theil sympathisch und und haben wohl die Haupttriebfeder geliefert. durchaus würdig. Ja, würdig. Man bedenke: die Charakteristisch ist, daß die deutschen Zeitungen, welche Franzosen sind die Besiegten des Krieges von 1870/71, und die Kaiserin- Mutter ist die Wittwe des Belagerers und jetzt sich für die angebliche Beschimpfung der Kaiserin Ueberwinders von Paris. Versezen wir uns in die Lage Friedrich so hißig ins Zeug werfen, gerade diejenigen der Franzosen, nehmen wir an, wir seien 1870/71 besiegt sind, welche vor vierthalb Jahren, während des ihnen sehr worden und hätten die Rheinlande verloren, und die Wittwe unangenehmen Zwischenreichs" der Hundert Tage" die fie, des siegreichen Napoleon sei nach Berlin gekommen? Engländerin" in allen Tonarten verlästerten und Erinnern wir uns doch, um solche Stimmungen zu be- die Deutschen sich bubenhafter gegen fie aufführten, greifen, der bekannten Anekdote vom Vater Jahn", der als der bubenhafteste Pariser Boulangist. nach der Schlacht von Jena einen Schulknaben fragte:" Was Die Kölnische Zeitung" zeichnete sich auch damals dentst Du Dir, wenn Du das Brandenburger Thor stehst?" durch die zynische Rohheit ihrer Sprache aus. und auf die Antwort: Was soll ich mir denken?" dem Wenn die nämlichen Blätter, die heute noch der Jungen eine tüchtige Dhrfeige gab, mit dem gleichen Führung gehorchen und die gleichen Bemerken: Du sollst daran denken, daß die lichtscheuen Ziele verfolgen, sich für die von ihnen so Franzosen die Siegesgöttin nach Paris geschleppt schmachvoll verunglimpfte Frau nun plötzlich ins Zeug haben, und daß wir sie uns von da uns von da zurückholen werfen, so ist es von vornherein klar, daß sie ein infames müffen." Heuchel- und Ränkespiel spielen. Und wir werden nicht Glaubt man, wenn- unter umgekehrten Verhältnissen irre gehen, wenn wir sagen: Das Haupt, welches diesmal die französische Kaiserin- Wittwe uns in Berlin be- das Spiel lenkt, ist dasselbe, welches das Spiel von damals sucht hätte, es wären nicht auch hier einige Deroulède's lenkte und auch der Zweck ist derselbe. aufgetaucht und hätten patriotischen Unfug zu treiben ver- Nicht ohne Interesse dürfte es ferner sein, daß unter sucht? Freilich, unsere Derouléde's die Antisemiten und sämmtlichen deutschen Börsen die Hamburger Börse Sonstigen Chauvinisten friechen in's Mausloch, wenn ein durch den Pariser Rummel am meisten aufgeregt und, Polizeifinger von ferne winkt, wohingegen die französische durch wilde Alarmgerüchte, in den blindesten Schrecken Regierung als Regierung eines freien Landes auch den gestürzt ward. Hamburg ist aber nicht weit vom Sachsenzotigsten Hanswursten und rohesten Spektakelmachern das wald. # " jedem Staatsbürger garantirte Recht der freien Meinungs- Hierher gehört wohl auch noch die Thatsache, daß die äußerung nicht beschränken kann. " Hamburger Nachrichten", nachdem sie den bekannten Gifts Genug in Paris ist nichts vorgekommen, was irgend artikel, der gewissermaßen die Duverture des jüngsten HerenErstaunen, Zorn oder Besorgnisse hätte verursachen können. sabbaths war, veröffentlichten, seitdem ein höchst auffälliges Und doch dieser Höllenlärm, diese hysterische Aufregung. und verdächtiges Schweigen beobachtet haben. Wenn Es war der helle Wahnsinn, aber es war Methode in Reineke auf die Jagd geht, sorgt er für möglichste Stille diesem Wahnsinn. Es kann nicht dem leisesten in der Nähe seines Baues. Zweifel unterliegen, daß von interessirter Seite dieser Item wer nun immer den Pariser Rummel in Höllenlärm systematisch vorbereitet, diese hysterische Aufregung künstlich erzeugt worden ist, Szene gesetzt hat, die deutsche Regierung ist das französischen Grenze und die Verneigung, welche der neue Reichskanzler am Sonnabend vor seinem Vorgänger gemacht hat, sind Siege des alten" und Niederlagen des Erstens von Seiten der Boulangisten und neuen" Kurses. Und wenn das so weiter geht, wird französischen Monarchisten, welche eine Ver Herr von Caprivi dem Fürsten Bismarck für die Zeit der wickelung zwischen Deutschland und Frankreich herbeizufüh- Mißverständnisse zwischen„ Vasall" und" Souverain" nur ren, und dadurch den Sieg des Boulangismus und der als Bettwärmer gedient haben. Monarchie anzubahnen hofften. An verschiedenen Orten des Landes wurden am Sonntag Massenversammlungen von Progreffiften abgehalten, um gegen die Taktik der Regierung Einspruch zu erheben, welche die Abficht hat, die Liberalen zu trennen und die Revision zeitweitig zu verzögern, und deshalb eine vorherige Einstimmigkeit in Bezug auf die neuen, in die Verfassung einzutragenden Artikel verlange. Die jetzige Kammer könne nur das Revisionsprinzip votiren. Rechtlich sei dieselbe sofort aufzulösen. Aufgabe der zu wählenden konstituirenden Versammlung sei es, die neuen Artikel zu Der Ausschuß der proformuliren und zu genehmigen. gressistischen Vereinigung prüft die Frage der Creirung einer Unterstützungskasse für Arbeiter während eines allgemeinen Ausstandes. 1 Das englische Parlament behandelte in seiner legten Sigung Arbeiterfragen. Den Hamb. Nachrichten" entnehmen wir hierüber folgenden Sitzungsbericht: Sexton interpellirte den ersten Lord des Schazamts, ob die fgl. Kommission zur Untersuchung der Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch die speziellen irifchen Landwirthschaftlichen Verhältnisse in den Kreis ihrer Berathungen ziehen werde, was der Minister Smith im Allgemeinen bejahte. Hierauf beantragte der Minister des Innern, Matthews, die zweite Lesung der Fabrik- und Werkstätten- Bill. AIS Zweck der Vorlage bezeichnete er, alle Fabriten und Werkftätten, ausgenommen die häuslichen, welch' Tetztere unter die Bestimmungen über öffentliche Gesundheitspflege fielen, unter dasselbe Gesetz zu bringen in Bezug auf Ventilation, Ueberfüllung, Weißen und andere fanitäre Borschriften, den Arbeitstag für Frauen auf ein Marimuun von 12 Stunden zu beschränken, wobei 11/2 Stunden für Mahlzeiten zu bewilligen seien, Einrichtungen gegen Feuersgefahr zu treffen und einige der Vorschläge der Schweiß- Kommission in Ausführung zu bringen. Der Umstand, daß der Vorschlag der Berliner Arbeitskonferenz, daß keine Kinder unter 12 Jahren beschäftigt werden sollten, nicht in der Vorlage aufgenommen sei, erkläre sich daraus, daß die Konferenz Beschäftigung den ganzen Tag über im Auge gehabt habe. Einige Stunden Arbeit des Tages schade den Kindern nichts.(!!) Burton wie Earl Compton waren der Ansicht, daß die Borlage nicht weit genug greife und dem in häuslichen Werkstätten bestehenden Schweißsystem nicht energisch genug zu Leibe gehe. Die längere Debatte bewies im Uebrigen die beifällige Aufnahme, welche die Vorlage auf beiden Seiten des Hauses fand. Mundella( lib.) beglückwünschte die Regierung zu derselben, wünschte aber die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren völlig verboten zu sehen. Stuart- Wortley( fons.) glaubte, daß die Regierung in den weiteren Stadien der Bill wahrscheinlich noch einige 3ugeständnisse in dieser Beziehung machen werde. Nachdem die Bill zum zweiten Male verlesen worden war, wurde sie dem ständigen Ausschuß für Gewerkangelegenheiten überwiesen. Wir werden im Laufe dieser Woche eine Serie von Artikeln über die jetzt in England vorliegenden ArbeiterschutzBorlagen aus der Feder unseres Londoner Korrespondenten bringen. In Schweden wird binnen Kurzem ein Antrag auf Einführung des allgemeinen Wahlrechts eingebracht werden. Die Arbeiterversicherungs Vorlagen D um im Trüben zu fischen. Und zwar sind die Fäden schon Opfer geworden. Die Erneuerung des Paßzwanges an der wurden Ende voriger Woche durch den Finanzminister, heute deutlich zu erkennen. Von drei Seiten wurde gleichzeitig operirt. 3weitens von Seiten der internationalen Börsendiebesbande, welche auf das Fallen der Kurse( bie Baiſſe) spekulixten und zu diesem Zweck eine Banit( topflosen Schrecken) brauchten. Und dritten's endlich- last not least*) von Freiherrn v. Essen, dem schwedischen Reichstage vorgelegt, indem er drei königliche Vorschläge, nämlich wegen UnfallGesetzes und wegen Errichtung einer Reichsversicherungsversicherung der Arbeiter, wegen eines Krankenkassenanstalt einreichte. erDer argentinische Arbeiterbund( Federacion obrero), In Paris war einer der lautesten Schreipatrioten deren vortrefflich redigirtes Organ der von uns bereits Herr Granier aus Cassagnac, den die sozialistische erwähnte- wöchentlich einmal in Buenos Apres er Bataille" bei dieser Gelegenheit an feine famose Aeußerung scheinende El Obrero"(" Der Arbeiter") ist, wird eine aus dem Jahre 1871 erinnert: lieber Deutsch funter Kaiser allgemeine Feier des 1. Ma i veranstalten. Das Gyekutivkomitee ist mit der Organisation der Feier beauftragt. Wilhelm als Französisch unter der Republik." Seiten der deutschen Fronde, die stets an dem In jedem dieser Schreipatrioten steckt ein Stück Landesverräther, denn sie sind ausnahmslos Geschäftspolitiker. * Englisch: als Leytes aber nicht als Geringstes Theater. Dienstag, den 3. März.. Opernhaus. Der Freischütz. Sajauspielhaus. Das goldene Bließ. Leffing- Theater. Der Probepfeil. Berliner Theater. Minna von Barnhelix. Deutsches Theater. Das alte Lied. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Wallner- Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Vorher: Die Kreußersonate. Viktoria Theater. Die sieben Haben. Belle alliance- Theater. Gavaut, Minard u. Co. Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Der Präsident. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Dienstag, den 3. März: Abends 71/2 Uhr: Unserem Freund und Kollegen Hermann Pfenig 746b zu seinem heutigen 32. Wiegenfeste die herzlichsten Wünsche vom Vorstand des Vereins der Former. Unserem Freund und Klubbruder Große Vorstellung Georg Schmitz gen. Maulesel Besonders hervorzuheben: Auftreten Des neuengagirten hier beliebten Klown Adolph Olschansky. Parforce- Reiterin Miß Victoria. Herz, Trakehner Fuchshengst, in der hohen Schule geritten v. Hrn. Grust Schumann. Spring- Pot pourri von sämmtlichen Clowns. Mr. Etienne, Saltomortalreiter. Miß Taylor, Galopp ut. Barrièren- Voltige. Faust und Gretchen, in Freiheit vorgef. von Hrn. Ernst. Mr. Loyal, Jockey u. s. w. Zum Schluß der Vorstellung: e. donnerndes Hoch zu sein. Geburtstage. Georg, aber die Rühreier nicht vergessen. Merfst Du nichts, ob wir Durst haben. J. P. 743b Unserem Kollegen und Genossen P. Starrmann zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch. Die rothenjnichtsnutzigen Arbeitsscheuon v. Norden. Dat is der Dahler!-[ 748b -Todes- Anzeige. Thomas- Theater. Der Registrator Circus unter Wasser. noffe und Kollege, der Schloffer Aug. auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Hanfuiann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reidshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direttion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Fräulein Liri Armani, schwedische Chansonette. Umberto Bozza, Produktionen auf dem Piedestal. Frl. Lilli Nora, deutsche KostümSoubrette. Die berühmte Borza- Truppe, Parterre- Akrobaten. Hr. Paul Jülich, Gesangshumorist. 非 Die Marionetten oder: Täuschungen in ein. Damen- Pensionat. Sensationelle Waferpantomime. Morgen: Große Vorstellung mit neuem Programm. Zirkus unter Wasser. Geschäftshaus S. Heine. Am 1. März, Mittags 1 Uhr, starb im St. Hedwigs- strantenhaus unser GeBaader, im Alter von 28 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 4 Uhr daselbst statt. Todes- Anzeige. 99 Allen Mitgliedern des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser" die traurige Mittheilung, dass unser früherer Vorsitzender Hermann Lisoski nach langjährigem schweren Leiden verstorben ist. Er war für den Unterstützungs- Verein deutscher Buchdrucker ein treuer Kämpfer, dessen Andenken wir stets ehren werden. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. März, Nachm. 5 Uhr, von der Halle des St. Johannis- Kirchhofes, Seestrasse ( Plötzensee), aus statt, wozu wir die verehrten Mitglieder bitten, recht zahlreich zu erscheinen. 756b für Die trauernden Hinterbliebenen. Theilnehmenden Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein Mann, der Buchdrucker 754b Hermann Lisoski, Der Vorstand des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Sozialdemokratischer Wahlverein den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 4. März, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Süd- Ost", Waldemarstrasse No. 75: Große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Rußland und die Nihilisten. Referent am 28. Februar, Nachm. 6 Uhr, nach R. Baginsti. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiebene langen, schweren Leiden verstorben ist. und Fragekasten. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 5 Uhr von der Halle des Chauffeestraße 14 St. Johannis Stirchhofes in der SeeDie schönsten Kinder- Kleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröcke, Unterröde, Trikottaillen u. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! straße( Plößensee) aus statt. Auguste Lisoski, Birkenstr. 51. 339/4 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Der Tischler, Achtung! Taillen- Schneider! Die Branchen Parquetbodenleger, Einsetzer, Anschläger und Die Taillen- Arbeiter von der Firma Oppenheimer& Comp. sind im Ausstande. 749b Kathi mnd Pepi Wolter, Gesangs Chausseestraße 14 lung von 4. November laft aufgelöſt. Duettisten. Ballet Gesellschaft Menni, 6 Pers. Anfang Wochentags 8 ihr. Sonntags 52 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Geschäftshaus S. Seine. Jede Uhr zu repariren Etablissement Buggenhagen( außer Bruch) am Moritzplatz. Täglich: unter Garantie toftet bei mir Bautischler sind insbesondere eingeladen, F am Mittwoch, den 4. März cr., Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreasstr. 21. Tages Ordnung: tic e N wir De ba de PREADS= ha ge 120 Ga für nu die wi wa die bec der E beE tar 315 Ar der 60 die gro sch Fo Fo 10t de: Lö WE fe 286/3 Jo Der Einbernfer. 1111 be 1. Stellungnahme zu der auf der Bau- Arbeiter Konferenz gestellten Bekanntmachung. Resolution. Ref.: Regierungs- Baumeister a. D. Kessler- Berlin. 2. Diskussion. Laut Beschluß der Generalversamm 3. Bericht der Delegirten der Berl. Streit- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. 1890 sich Ein jeder Kollege wird gebeten, wegen der hochwichtigen Tagesordnung Der Einberufer: R. Millarg. unterzeichnete Genossenschaft aufgelöst. in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Gläubiger derselben sind hiermit aufgefordert, ihre Forderungen bei den unterzeichneten Liquidatoren bis spätestens den 15. März 1891 anzumelden. Die Bilanz wurde am 22. November 1890i. ,, Berl.Voltsblatt" bekannt gegeben. 1,50 Mk. Vereinsbäckerei in Deutschland( EinKleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren Haunynstr. 38, Unterhaltungs- Musik. C. Wunsch, Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. n. d. Oranienplay. Broßer Frühstücks- und Mittagstisch. Hirschfleisch, gewogen, Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 Bratw F. Müller. getragene Genossenschaft m. unbeschränk Haftpflicht). In Liquidation. Der Vorstand. E.Pfeiffer, Roloniestr.20, Geschäftsführer. R.Nürnberg, Schönhaus. Allee 28, Kassirer. Achtung! Steinmezen! Grosse öffentl. Versammlung P16. 85-50 Pf. Buchdruderei- Hilfsarbeiter und -Arbeiterinnen Berlins n. Umg. des Schellfisch Gablian. 25 • . . n " 25 " 35 " D 50 " 1 70 " " 150" eil'sche Bierhallen schweine- Pökelfleisch Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert Mecklenb. Leberwurst, Braunschw. Rothwurst Spickgans Alle Sorten Räse billigst bei Mitwoch, den 4. März, Abends 8 Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77/ 79.I. Große öffentliche Versammlung Tagesordnung: 127/2 am Mittwoch, den 4. März: tr., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Müller, Johannisstr. 20. 1. Tagesordnung u. Refer. wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Stellungnahme zur Bau- Gewerkschafts- Konferenz. 3. Gewerkschaftliches. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Grosse Versammlung Allgem. Arbeiterinnen- Vereins sämmtl. Berufszweige Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 4. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Nürnberg, Sdjönhauser Allee 28. Tages Ordnung: m d he de P 106/10 G fo VE av F a De fo 111 ni er 1. Vortrag des Stadtv. Herrn Klein über:" Der Kampf mit geistigen 1. Die heutige Erziehung der Kinder. Waffen". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Auch können Ref. Hr. Silberberg. Diskussion. 2. Die Mitglieder ihre Beiträge erneuern und werden die neuen Bücher ausgegeben. 244L Arbeits- und Lohnverhältnisse der Hilfs- 4. Verschiedenes.- Zur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. arbeiter. Deut. Dat. Strüger. 8. Beausgeführt von dem Musik- Direttor A. Pechmann, H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pí. Empfehle auch zugleich 8 Billards, Reichenbergerstr. 48. 8 Regelbahnen in einen Saal zu Ber- Rohtabat Sandals& gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. مل Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt fidher brennende Tabake. 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Verschiedenes. Dienstag, den 3. März, bei Schröder, Reichenbergerstr. 24. 353 Mitglieder- Seriammlung Gauverein Berliner Bildhauer. Zagesordnung: Robert Meyer, nabme neuer Mitglieder. 4. Wahl des Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufbes Revisors. 5. Verschiedenes. Sämmtliche Zingießer Berlins sind Der Vorstand. meiden, ertäre ich meinen Freunden hierzu ergebenſt eingeladen, und Genossen, daß ich mit J. Meyer, Wienerstr. 1, in feiner geschäftlichen oder Verband( deutscher Mechaniker verwandtschaftlichen Beziehung stehe. Sophabezüge! Berl. Bock- Brauerei, este in Rips, Damaſt, Granit, Tempelhofer Berg. Täglich: Alt- Berlin auf d. Bock. Humoristisch historischer Rückblick = Zur Feier der Bock- Saison 1891, Plüsch u. bunt. Stoff. Spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Im Tuchgeschäft [ 275 L verbunden mit gr. Militär- Bougert. Oranien- Str. 126. I. Anfang: Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Berl. 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Disfussion. 3. Erfahwahl für ein Ausschußmitglied und den stellvertretenden Vorsitzenden. 4. Wie stellen sich die Mitglieder der Zahlstelle zu d. Eingesandt in Nr. 3 der Mech. 3tg.". 5. Verschiedenes und Fragetasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse des deutschen Senefelderbundes Verwaltungsstelle Berlin. Mitglied.- Versammlg. am 3. März, b.Röllig, Neue Friedrichst.44. Tagesordnung: Nechnungsbericht per 4. Quartal 1890. Neuwahl der Verwaltung. Für die Verw.: Paul Möhring. gegen Sicherheit einer Erb100 W. Schaft sofort gesucht, monatziehung von Forderungen. Pollak, jetzt Raupachstr. 7, I. Auch Sonntags. liche Abzahlung 10 M. u. 5 pCt. Zinsen. Adr. bitte an d. Exped. d. Blattes unt. 750b. Sopha, billig, verf. Adalbertstr. 2, I 1. R. R. niederzulegen. bei Gaillard. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In neuer Auflage erschien socben: Wissen ist Macht, Macht ist Wissen. Festrede Don Wilhelm Liebknecht. 4 Bogen 8%.- Preis 25 Pf. Durch politische Macht zur Freiheit, um durch sie allen Voltsfreisen die Bildung zugänglich zu machen, ist eine mächtige Triebfeder der modernen Arbeiterbewegung. Gerade jetzt dürfte diese Schrift Liebknechts zur weitesten Verbreitung geeignet sein, wo die Gegner mit allen ihren geistigen Waffen die Sozialdemokratie betämpfen wollen.„ Wissen ist Macht" zeigt, mit welcher Art Bildung die Bourgeoisie die Proletarier abspeist, während sie für sich und ihre Söhne alle Schleusen des Wissens offen hält. Berantwortlicher Redakteur: Curt Banke in Berlin.- Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen pu h I d a P 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 52. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 78.[ Sigung vom 2. März. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Caprivi, v. Boet ticher, v. Kaltenborn. Dienstag, den 3. März 1891. 8. Jahrg. Kommission diesen Vorschlag gemacht; bei welchem sie auf die vom Gegentheil belehrt. Aber ich habe bei den Herren Offizieren finanziellen Gesichtspunkte Rücksicht zu nehmen gezwungen war. vermißt eine genügende Kenntniß der bürgerlichen Verhältnisse, Abg. Richter: für unverschuldete Verluste der Offiziere beim eine genügende Abwägung zwischen bürgerlichen und militärischen Pferdebestand haben bisher Unterstützungsfonds bestanden, welche Interessen. Das beweist der vor wenigen Monaten gemachte Verdadurch, daß für die Infanterie- Offiziere Pferdegelder bewilligt gleich der Kasernen mit den Ferienkolonien. Die jungen Leute werden, weniger in Anspruch genommen sind. werden zu früh von ihren Eltern getrennt, verlieren jede Beziehung zum Volksleben und werden erzogen nur mit jungen Leuten, die für denselben Beruf bestimmt sind. Kann man sich dann darüber wundern, daß eine gewisse Einseitigkeit eintritt? Gerade je mehr unser Heer das Bolt in Waffen darstellt, desto mehr muß man hindern, daß sich ein Kastengeist der Offiziere im Gegensatz zum Bürgerthum herausbildet. Wenn man bei der Ergänzung der Kadettenkorps namentlich auf die Söhne von Offizieren und Beamten Rücksicht nimmt, so wird die Gefahr der einseitigen Ergänzung noch größer. Früher war das Kadettenkorps noch mehr berechtigt, als jetzt, weil eine Versorgung der Hinterbliebenen der Offiziere nicht bestand. Abg. v. Kardorff( Reichspartei): Ein Theil meiner Die zweite Berathung des Etats für die Verwaltung Freunde wollte weiter gehen, als der Kommissionsvorschlag; aber des Reichsheeres wird fortgesetzt beim Kapitel 25: nachdem mit vieler Mühe ein Vermittlungsantrag zu Stande Naturalverpflegung, welche ohne Debatte bewilligt gebracht ist, halten wir uns nicht für berechtigt, darüber hinaus wird; ebenso die Kapitel: Bekleidung und Ausrüstung zugehen. der Truppen, Garnisonverwaltung, Garnison Abg. Sperlich( 3.) hält die Beschränkung auf die Offiziere bauwesen, Militärmedizinalwesen, Verwaltung der Fußtruppen für richtig, weil für die Kavallerie- Offiziere da der Traindepots und Verpflegung der Ersaß durch eine Besserung eingetreten sei, daß die Gebrauchszeit für ein und Reservemannschaften. Chargenpferd von 5 auf 4 Jahre herabgesetzt ist. Beim Kapitel 32: Ankauf der Remontepferde hatte die Regierung beantragt, für sämmtliche Offiziere Pferdegelder zu bewilligen, und zwar für die Subalternoffiziere 1200 M., für die höheren Offiziere 1500 M.( ausgeschlossen die Sanitäts- und Intendanturoffiziere.) Die Kommission beantragt dagegen die Pferdegelder nur für die Offiziere der Fußtruppen zu bewilligen und zwar nur für Die Offiziere bis zum Regimentskommandeur, diesen ausgeschlossen. Bewilligt werden die Gelder nur für die wirklich gehaltenen Pferde. Nach der Forderung der Regierung wären für Preußen 2064 286 M. erforderlich gewesen, während die Kommission nur 1006 800 m. bewilligen will. Außerdem beantragt die Kommission, den aus der fahrenden Artillerie bez. dem Train entnommenen Adjutanten bei den höheren Kommandobehörden, sofern sie Lieutenantsgebührnisse beziehen, den Adjutanten der Feldartillerie- Regimenter, sofern sie nicht der reitenden Artillerie angehören, den Adjutanten der fahrenden Abtheilungen der Feldartillerie und Feldschießschule Pferdegelder im Betrage von 825 M. zu bewilligen, wofür insgesammt für Preußen 60 650 M. ausgeworfen sind. Kriegsminister v. Kaltenborn: Die Kommission schränkt die Bewilligung ein auf die Offiziere der Fußtruppe und zwar auf die Subalternoffiziere und Stabsoffiziere mit Ausschluß des Regimentskommandeurs. Die verbündeten Stegie rungen könnten es ins Auge fassen, in Bezug auf die Fouragerationen von der Geldbewilligung abzugehen, wenn ihre Forderung vollständig bewilligt worden wäre. Die Kommission will da Hilfe schaffen, wo das Bedürfniß nach Unterstüßung bei der Pferdebeschaffung, am dringendsten ist. Aber eine endgiltige Lösung kann die Regierung in dieser Bewilligung nicht erkennen, weil immer noch an einzelnen Stellen Härten und Schwierig feiten entstehen, die nicht ganz leicht zu beseitigen sein werden. Ich möchte unter Anerkennung des Entgegenkommens der Kommission das Haus doch bitten, die Forderung der Regierung zu bewilligen. Abg. Hammacher( natl.) schließt sich den Ausführungen des Herrn v. Kardorff an. Abg. v. Frege( dkons.) bedauert, daß man den Nothstand allgemein anerkannt habe, aber nur zur Hälfte die Bewilligung habe eintreten lassen. Abg. v. Huene( 3.): Ueber das hinaus, was wir bewilligt haben, erkennen wir einen Nothstand überhaupt nicht an. Abg. Hinze( dfr.) bestreitet, daß über das Bewilligte hinaus irgend welcher Nothstand vorhanden sei. Der Generallieutenant Vogel von Falckenstein: Herr Richter ist der einseitigen Ausbildung in den militärischen Fachschulen abgeneigt und hat sich dafür auf die Aeußerung eines Regierungskommissars berufen, der von dem Leben in den Kasernen als von einem Leben in den Ferienkolonien gesprochen habe. Urheber dieses geflügelten Wortes entstammt nicht dem Kadettenkorps. Ich bin mir des Wortlauts meiner Aeußerung Der Antrag der Kommission wird gegen die Stimmen der noch sehr wohl bewußt. Ich habe gesagt: Gegenüber dem Sozialdemokraten angenommen; für die Forderung der Leben in vielen Fabriken ist das Leben in der Kaserne Regierung stimmen nur einige Dentschkonservative. in Bezug auf die Gesundheitspflege die reine Ferienfolonie. waltung der Remontedepots, Reisekosten und Tagegelder. Ohne Debatte werden erledigt die Ausgaben für die Ver- Ich bitte diese Richtigstellung zu beachten. Die Hauptintereffenten in Bezug auf die Kadettenanstalten sind die betreffenden In Kapital 35: Militär- Erziehungs- und Bildungswesen Familien und die Armee. Aus den Kreisen der Familien, deren werden mehr verlangt 64 726 M. für die Erweiterung der Ka- Angehörige in den Kadettenanstalten unterrichtet sind, sind keine bettenanstalten um 40 Stellen bei der Haupt- Kadettenanstalt und Klagen laut geworden und die Armee rechnet die aus den Kaum 40 Stellen bei der Kadettenanstalt in Röslin. Richter die Streichung dieser Mehrforderung, weil es nicht richtig daß Jemand auf andere Weise Offizier wird. Aber durch die Abg. Pieschel( natl.): Die Kadettenanstalten hindern nicht, Abg. Sinze( dfr.) beantragt in Verbindung mit dem Abg. dettenanstalten stammenden Offiziere zu ihren besten Helden. ist, daß nur etatsmäßige Kadettenstellen neu geschaffen werden. Annahme von Avantageuren kann der Bedarf nicht gedeckt werden, Früher war die Zahl der Kadettenstellen, für welche die volle deshalb muß er auf diese Weise ergänzt werden. Pension von 780 M. gezahlt wurde, eine viel größere; diese Abg. Richter: Es war mir nicht unbekannt, daß der General Stellen find allmälig sehr beschränkt worden; sie betragen nur Bogel von Falckenstein nicht aus dem Kadettenkorps hervorgegangen noch 28 v. H. Dadurch wird ein künstlicher Andrang zu ist. Ich mache aber derartige Bemerkungen überhaupt niemals den Kadettenanstalten erzeugt. G3 besteht allerdings ein zugespitzt auf einzelne Persönlichkeiten der Vertreter der verbündeten Manquement von 10 v. H. bei den Offizieren, das aber doch nicht Regierungen, wie von den Herren angenommen zu werden scheint. auf dem Umwege über die Kadettenanstalten gedeckt werden Ich habe immer die Meinung gehabt, daß der Heer General tann, welcher 7-8 Jahre dauert. Das Manquement muß gedeckt damals nicht blos seine subjektive Auffassung mitgetheilt, sondern werden in kürzester Frist und aus den Personen, welche sich direkt diejenigen Anschauungen, die in den Kreisen der Militäraus dem Volke melden. Die Kadetten- Offiziere find gerade nicht verwaltung überhaupt verbreitet sind. Die Klage, daß seine schlechter, als die anderen, aber auch nicht besser. Gins können damaligen Aeußerungen vielfach falsch kolportirt werden, wundert Sie den in der Kadettenanstalt vorgebildeten Offizieren nicht mich. Als er seinen Vortrag in der Kommission geendet hatte, geben: die stete Berührung mit dem Leben des Volkes, woraus stellte ich sofort den Antrag, um Mißverständnissen vorzubeugen, ein gereifteres Urtheil entsteht. Es hat einen hohen Werth, daß genau den Wortlaut festzustellen und dem gesammten Reichstage der Offizier von der Pife auf dient und nicht sofort als Vor- zugänglich zu machen. Der General sagte zu, diese Zusage ist Abg. Richter( dfr.): Wir haben uns dem Antrag der Kom- gesegter in die Armee eintritt. Wenn die 80 neuen Kadetten- aber nicht erfüllt worden, troh meiner wiederholten Anregung. mission angeschlossen, woraus der Kriegsminister entnehmen kann, stellen gestrichen werden, so wird die Armee statt 15 v. H. nur( Sört, hört!) Er ist also selbst schuld, wenn seine Aeußerungen daß wir die Bedürfnisse da befriedigen, wo wir sie für dringend 142 v. H. Offiziere aus den Kadettenanstalten nehmen, wie anders folportirt werden, als sie damals gemacht sind. Ich halten, mag das nun bei den Unteroffizieren oder bei Offizieren bisher. Nur die Mehrforderungen wollen wir abstreichen. habe meine damaligen Aufzeichnungen im Augenblicke nicht der Fall sein. Ein einheitliches System in Bezug auf die Abg. v. Huene: Gerade der geringe Prozentsatz der Offi gegenwärtig, um sie entgegenzuhalten. In der Sache selbst war Pferdegelder hat bisher nicht bestanden; es wurden theils ziere, welche aus den Kadettenanstalten kommen, zeigt, daß mit der Ferienkolonie etwas mehr gemeint, als das Gelder gewährt, theils Chargenpferde, theils Dienstpferde. Warum es nicht gefährlich ist, die Zahl der Kadettenschüler uni 80 zu Leben der Fabrikarbeiter entgegenzustellen dem Kasernenfoll jezt die Sache nach einheitlicher Schablone geregelt werden? vermehren, zumal es sich dabei um eine Erleichterung der leben. Denn wir verlangten die Verkürzung der Dienstzeit Eine endgiltige Regelung ist wohl in feinem Theil der Militär- Erziehung der Kinder von Offizieren handelt. nicht blos der Fabritarbeiter, sondern allgemein; und was würde verwaltung herbeizuführen. Wenn die Erfüllung des Bedürfnisses Abg. v. Frege( dr.): Die Vermehrung der Armee ist eine das Argument bedeutet haben, wenn es sich blos auf die Fabrikauch anerkannt wurde, wurden später doch noch weitergehende sehr viel größere als die der Kadettenanstalten, die bei weitem arbeiter und nicht auf allgemeine Verhältnisse bezogen hätte? Forderungen erhoben. Der Beschluß der Kommission ist durch nicht ausreicht, um den vollen Bedarf zu decken. Ebenso wie Nach meinen stenographischen Aufzeichnungen, die mir eben überaus nicht willkürlich. Man wollte nicht über den Stabsoffizier Lehrersöhne auf Gymnasien den Erlaß des Schulgeldes genießen, bracht werden, meinte der General: Ueber die Hälfte der Solder Infanterie hinausgehen, weil die Kompetenzen der Regiments- sollen auch Offiziersöhne die erleichterte Erziehung in den Kadetten Daten befindet sich in der Kaserne besser als daheim; dort betommandeure sehr viel höhere sind und für diese ein Bedürfniß anstalten genießen. Die Kadettenerziehung hat sich schließlich jetzt kommen sie höchstens an hohen Festtagen Fleisch zu essen, in der nicht mehr vorliegt. Auf die Kavallerie sollen die Pferdegelder als die beste herausgestellt. Kaserne täglich so viel Fleisch sie mögen; er habe wahrgenommen, nicht ausgedehnt werden, weil deren Offiziere cin Chargenpferd Abg. Nichter: Es handelt sich hier, wenn es auch nur 80 daß die Soldaten, durch die Ernährung mit Kommißbrot bis neue Stellen sind, um das Prinzip: Es sollen möglichst viele aus zum Platen start gemacht, nach Jahresfrist als abgemagerte Abg. v. Frege( dk.): Wir stehen prinzipiell auf dem Stand- den Kadettenanstalten hervorgegangene Offiziere vorhanden sein. Reservisten aus ihrem Privat- Erwerbsleben zurückkehren; das punkt der Regierung. Ich muß aber zugeben, daß das Noth- Ich glaube nicht, daß ein Mangel an Offiziersaspiranten vorhanden Leben in der Kaserne habe für sie die Wirkung des Lebens in wendigste durch den Kommissionsbeschluß geschehen ist. Im ist. Wenigstens wurde bis jetzt immer Klage geführt, daß die Regi- der Ferienkolonie bezüglich der Hygiene." Hier ist also gar Interesse des Offizierkorps ist zu wünschen, daß nicht blos wohl- mentskommandeure Aspiranten zurückwiesen, wegen der Stellung nicht die Rede von Fabrikarbeitern. Die stenographische Aufhabende Offiziere in Dienſt treten, bei denen der Verlust eines ihres Vaters: Söhne von Kaufleuten und Fabrikanten wurden zeichnung ist gemacht in dem Augenblick, wo der General sprach. oder mehrerer Pferde nicht ins Gewicht fällt. Sie müssen sicher nicht angenommen. Geklagt wurde auch über die Forderung Der Antrag Richter wird gegen die Stimmen der Freisinnigen gestellt sein gegen erhebliche Verluste in ihrem Pferdebestande. zu hoher Zulagen. Der Reichskanzler hat am Sonnabend gejagt, Bolkspartei nnd Sozialdemokraten abgelehnt. Ich hoffe, daß das heute nicht Erreichbare in furzer Zeit nach- daß das Mißtrauen zum preußischen Offizier bei mir chronisch gegeholt werden wird. worden wäre. Ich habe kein Mißtrauen gegen die technischen Abg. v. Huene: Der Ravallerist ist bezüglich der Pferde Kenntnisse der preußischen Offiziere; der mehr als 20jährige Verhaltung in anderer Lage als der Infanterist, deshalb hat die fehr mit hohen Offizieren in der Budgekommission hätte mich auch erhalten. Freie Volksbühne. " Für zwei neue Unteroffizier Vorschulen in Jülich und Wehla u werden 152 086 M. als halber Jahresbedarf gefordert. zurück und erfährt seine Schande. Er liebt sein Weib. Er will diesen Fall ihre Verdeutschung nochmals einer gründlichen Nevidas Vergangene als nicht geschehen betrachten: wehe, wer ihn sion unterzieht! Sie hat versucht, das salbungsvoll Getragene daran erinnert! Er wird Lisaweta nehmen und mit ihr nach Petersburg ziehn. Doch diese empfindet nur Angst und Abscheu in seiner Nähe sie flüchtet zu dem Gutsherrn, fie fleht ihn an, sie nicht ihrem Gatten zu überlassen. " der Diktion, das dem russischen Bauern und Leibeigenen jener „ Der Leibeigene" von Pissemsky. Zeit als eine Folge seiner stlavischen geistigen Abhängigkeit vom Den Mitgliedern des Vereins Freie Volksbühne" wurde am Pfaffenthum eigen war und wohl noch ist, im Deutschen wiederfetten Sonntag eine harte Nuß zum fnacken gegrhen. Sie sollten zugeben. Das ist ihr aber gar nicht gelungen und läßt sich vielsich in ein Stück hineindenken und hineinfühlen, das nicht nur Der Gutsherr will Ananie bewegen, wieder allein nach leicht auch überhaupt nicht ausführen. Da muß sie eine radikale vierzig Jahre alt ist, zu einer Zeit spielt, wo die Eisenbahnen Petersburg zu gehen, diefer lehnt schroff ab und da er erfährt, Durcharbeitung vornehmen: ein Publikum, welches, weniger gutdas Allerneueste waren, sondern in dem auch Verhältnisse und daß sein Weib sich troß seines Verbots wieder zu dem Gutsherrn willig als das der freien Volksbühne, die Form nicht über der Menschen so fremdartig wie möglich berühren. Russische, begeben hat, mißhandelt er dasselbe mitleidlos. Um fie vor seinem Sache vergißt, würde es kaum ruhig ertragen, statt der einfachen leibeigene Bauern, für welche des Gutsherrn Wille Gottes Born zu sichern, schickt der Herr die Bauern unter der Führung Wendung: Wie kannst du nur so was sagen?" etwa Wille ist, einerseits, ein überfeinerter, sentimentaler Guts des Schulzen Kallistrat zu Ananie. Die Bauern wagen sich zwar zu hören: Wie vermagst Du es nur, solche Worte sprechen zu herr andererseits die einen so unverständlich und nicht an ihn, als aber Lisaweta zu ihnen flüchtet, wollen sie thun?" unbekannt, wie der andere. Gerade das Stockrussische in diese mit sich nehmen und in Sicherheit bringen. Kallistrat zieht Aber auch die Dichtung als solche hat ihre bedeutenden diesem Drama Piffemsky's, das was demselben seinen literarischen seinen Pelz aus, um die aus dem Bett gesprungene Lisaweta Mängel, die hier nicht verschleiert zu werden brauchen. NamentWerth giebt, war geeignet, das Verständniß zu erschweren, wenn hineinzuhüllen, da ruft diese:„ Mein Kind! Ich will lich der zweite Akt im Vorderhaus hätt' ich beinah gesagt nicht gar zu verhindern und ich glaube kaum, daß beispielsweise nur noch mein schönes Kind mitnehmen!" und schönes Kind mitnehmen!" und will in ist geradezu dilettantisch und zwar in der Technik so gut wie in am Schluß, wo der Leibeigene", ganz wie der Held in der den Alkoven zurück. Aber Ananie, außer sich gebracht durch der Charakterzeichnung. Das Verhältniß zwischen Lisaweta und Macht der Finsterniß" sein Kreuz auf sich nimmt, dem Uebel Schmerz und Wuth, eilt ihr nach, ringt mit ihr um das Kind, ent- dem Gutsherrn wird uns in keiner Weise menschlich glaubhaft. nicht länger widerstrebt, viele der Anwesenden daraus„ gescheut reißt es ihr und erschlägt es. Dann entspringt er durchs Fenster. Dieser Grundlage für das ganze Gebäude des Dramas fehlt geworden" sind. Aufmerksame Leser dieses Blattes erinnern sich Gine Zeit lang treibt er sich, den Tod suchend im Walde umher, die dichterische Wahrheit und das ist ein schwerer Vorwurf gegen vielleicht des großen, russischen Romans ,, Raskolnikow" von Dosto- dann zwingt ihn die Reue, sich freiwillig der Gerechtigkeit aus die ganze Dichtung. Ferner sind die Aktschlüsse der drei ersten jewsky: auch dort gab es schließlich einen ähnlichen Schluß: der zulieferner nimmt alle, alle Schuld auf sich und verschweigt Akte sämmtlich verschleppt oder durch Monologisiren verunstaltet Mörder übergiebt sich bedingungslos der strafenden Gerechtigkeit und alles, was seine That in milderem Lichte erscheinen lassen könnte. u. s. w., es ließe sich da noch mehr sagen. sucht in religiös- fanatischer Passivität Sühne für seine Schuld. Ein Das Stück schließt damit, daß er sich vor der rechtgläubigen Gesolches Ende erscheint dem russischen Nationalcharakter als eine meinde" demüthigt und alle Einzelnen, auch seine Feinde um Lösung: es ist die slavische Kartharsis. Verzeihung bittet. Die Darstellung war zweifellos die beste, welche die Freie Voltsbühne bisher auf den Brettern des Ostendtheaters gegeben hat. Herr Molenar schuf, durch seine imposanten äußeren Mittel unterstützt, aus dem Leibeigenen eine ebenso interessante wie glänzend wirksame Gestalt. Wer weiß, wie viele Schwächen und Mängel des Stückes und namentlich auch der Diktion er durch seine fesselnde und gebieterische Persönlichkeit vertuschte und vergessen machte. Auch sonst war die Aufführung beffer wie gewöhnlich: Das nur als ein Beispiel. Fast in allen Punkten wider- Ein wunderlicher Ausgang für unser Gefühl! Kein Pathos firebt die Motivirung des Pissemsky'schen Dramas unserem Fühlen von unserm Pathos. Wir müssen uns in die Anschauungsweise und Empfinden, überall stoßen wir so lange wir nicht historisch- des Dichters erst sehr hineindenken. Kein Wunder daher, wenn dieses ethnologisch urtheilen auf psychologische und und thatsächliche Drama die Mitglieder der Freien Volksbühne zwar gespannt und Unbegreiflichkeiten. Trotzdem blieb das Stück nicht ohne Wirkung gefesselt aber nicht in dem Maße gepackt und mitgerissen hat, wie und wird das auch bei guter Darstellung niemals bleiben, beispielsweise Rabale und Liebe" neulich. denn es ist das Werf eines echten Dichters, der mit einem ge- Meines Grachtens verdient es das Pissemsfysche Stück ehr- Fräulein Gring und Herr Pauly sind noch besonders zu wissen impulsiven Naturalismus den Dingen geradeaus auf den lich, auf unsere Bühnen gebracht zu werden: es ist völfer- nennen. Am besten gelang schauspielerisch der erste Aft mit Leib geht. Folgendes ist kurz der Inhalt des Stückes: psychologisch höchst interessant und stofflich von großer Eigenart. seiner spannenden Enthüllungsszene. Herr Cord Hachmann Lisaweta, die Leibeigene, ist gezwungen die Ehefrau des Nur scheint mir die Freie Volfsbühne so ziemlich die letzte zu sein, hat als Regisseur wiederum einen Beweis seiner großen BeLeibeigenen Ananie geworden. Im Herzen liebt sie den jungen für welche das Stück eigentlich past; immerhin fann fie fich fähigung gegeben: gerade ihm muß die fremdartige Komödie Gutsherrn und dieser nie. Unanie verläßt das Dorf, geht nach rühmen unserem öden Repertoir ein Stück erobert zu haben, was ungewöhnliche Schwierigkeiten bereitet haben. Petersburg und erwirbt dort als Handelsmann ein bescheidenes jedenfalls über dem Durchschnitt steht. Ich zweifle nicht daran, Kapital. Während dem verkehren der Gutsherr und Lisaweta daß das Drama auf andern Bühnen mit Erfolg gegeben werden heimlich mit einander und sie gebiert ein Kind. Da kehrt Ananie könnte. Nur möchte ich der Uebersegerin rathen, daß sie für Otto Erich Hartleben. Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgesperrten deutschen Arbeiter! rung zu streichen. = Die Abgg. Nichter und Hinze beantragen, diese Mehrforde- 1 die Versammlung durch seine persönlichen Angriffe so unruhig, Gerade hier, bet einem Punkt, wo die Gesellschaft daß mitten in seinem Schlußwort die Versammlung geschlossen in erster Reihe die Verpflichtung hat, helfend einzugreifen, Abg. Sankmann( Vp.): Es handelt sich hier insgesammt werden mußte. Dem Herrn wird in Zukunft das Wiederkehren in der Krankenpflege, wird das Bischen Humanität un eine Mehrausgabe von 1 Million Mark, wovon ein Viertel wohl vergangen sein. Unter brausendem Hoch auf die Sozial- hinterher für den weniger Bemittelten unmöglich ge auf die laufenden Ausgaben entfällt. Ich habe mich gewundert, demokratie ging die Versammlung auseinander. macht. Falls eine Ueberfüllung eintreten sollte, was liegt da daß die Unteroffizierschulen teine genügenden Ergebnisse liefern, Am Freitag, den 27. Februar, fanden äußerst start besuchte näher, als daß Fürsorge getroffen werden muß, daß einem Nothdaß man es für nöthig hält, noch besondere Vorschulen für die Versammlungen in Sonneberg statt, in welcher die Reichstags- stande in dieser Hinsicht schleunigst abgeholfen wird. Geldfelben einzurichten. Als in Neu- Breisach die Unteroffizier Vor- Abgeordneten Blos und Bock referirten; in Hüttengrund ausgaben für diese Sache sind wohl eher angebracht, als die schule begründet werden sollte, erklärte der damalige Kriegsminister, referirte Genosse G. Weder und in Steinach Genosse Ausgabe von Millionen für irgend eine zur Bethätigung des daß die neue Verstärkung der Armee ein Manquement an Unter- Fr. Zubeil- Berlin. Diese Versammlung war ebenfalls sehr start freisinnigen" Byzantinismus angelegte Brachtstraße. Daß für offizieren von 13 bis 14 v. H. zur Folge haben würde. Jetzt besucht und Redner widerlegte in überzeugender Weise unter dem ben Kranken hinreichend gesorgt wird, muß doch von einer Verhaben wir nur ein Manquement von 7 v. H. und trotzdem wer Beifall der Versammlung die unwahren Angriffe, welche die frei- waltung verlangt werden. Mehr wie billig wäre es überhaupt, ben zwei neue Unteroffizier- Vorschulen verlangt. Können Sie finnige Partei in ihren Flugblättern verbreitete. Gegner waren wenn die gesammte Krankenpflege unentgeltlich wäre. Jedoch bei es uns verdenken, daß wir dem sachverständigen Urtheil des nicht vorhanden, wenigstens meldete sich Niemand zum Wort, und einem derartigen Antrage würde wohl ein Sturm der Entrüstung Kriegsministers von 1887 folgen? Die Gründe nationaler und so schloß nach zirka 2/2 stündiger Dauer die Versammlung mit ſondergleichen durch die Reihen der um ihre Privilegien besorgten politischer Natur, die für Neu- Breisach angeführt werden konnten, einem Hoch auf den Sieg der Sozialdemokratie. So feindlich Vertreter der Bourgeoisie im rothen Hause gehen. treffen hier nicht zu. Unteroffiziere werden am besten in der sich Nationalliberale und Freifinnige bei der Hauptwahl gegenTruppe mit den Mannschaften zusammen erzogen, und gerade für überstanden, so hündisch- demüthig bettelt der Freifinn jetzt um Sonderbare Literatur ist es, die unsere Gegner zur Be die Zivilversorgung ist es gut, daß die Unteroffiziere nicht schon die Stimmen derselben. Möge nun die Wahl ausgefallen sein, fämpfung der umstürzenden Tendenzen der Sozialdemokratie fortvon früher Jugend an abgesondert werden vom bürgerlichen wie sie will, so steht doch das Eine fest, daß der 2. Meiningensche gesetzt auf den Markt werfen. Wiederum haben wir von einer Leben. Die Schüler der Unteroffizierschulen werden erst im Wahlkreis in Zukunft der Sozialdemokratie gehört. derartigen Tendenzschrift Kenntniß zu nehmen, um unseren Lesern nächsten Jahrhundert in die Armee eintreten; ich halte die jetzigen vor Augen zu führen, bis zu welchem Grade es die Gegner in stehenden Heere nicht für so unabänderlich, daß man jezt schon Lüdenscheid. Eine der wunderlichsten Anklagen unter all ihrem Fanatismus gegen die Sozialdemokratie gebracht haben. für diesen späten Zeitpunkt Sorge tragen müßte. Ich hoffe, daß den wunderlichen, mit denen Vertreter bezw. Beamte oder Beauf- Mene, Mene, Tekel, Upharsin. Briefe des Ta- o- tse an La- i- fo." es einer weitsichtigen Politik gelingen wird, eine Herab- tragte der Arbeiterfoalition bei uns in Deutschland schon beglückt Das ist der Titel des ganz rabiaten Machwerks, das in sehung der Heeresrüstungen herbeizuführen. Wenn der Reichs- worden sind, ist jedenfalls die, welche den Schriftführer des Brochürenform in Leipzig erschienen und vom Deutschen fanzler von der Negirung der Parteien auf der linken Allgemeinen Metallarbeiter Vereins in Lüdenscheid, Herrn Reichs- Anzeiger" als Mitgift eine warme Empfehlung auf den Seite gesprochen hat, so hat er vergessen, daß wir sehr viel F. Kattwinkel, zwang, sich auf das Armesünderbänkchen des Weg bekommen hat. bewilligt haben, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Wir haben dortigen Schöffengerichts zu setzen. Der anonyme Verfasser giebt in der absonderlichen Form auch den ganzen Kulturkampf und das Sozialistengeset negirt, Derselbe war auf Grund des bekannten§ 153 der Gewerbe- eines Briefwechsels zwischen einem in Deutschland lebenden chineuns also schon früher auf den Standpunkt gestellt, den die Re- Ordnung angeklagt, sich durch eine Annonze vom 9. Dezember fifchen Kabinetsrathe( 3) und dem chinesischen Minister des Innern gierung heute einnimmt. vorigen Jahres strafbar gemacht zu haben und zwar wegen an- feine Anschauungen über die kulturellen, sozialen und politischen geblicher Drohung durch folgenden Schlußsay: Verhältnisse Europas in folgender Weise zum Besten. Er hat für alle Schäden unserer Zeit ein und dasselbe Radikalmittel, rnd dieses Mittel ist der Krieg. Generallieutenant Bogel von Falkenstein: Auf den Kastengeist, die Abschließung der Schüler vom Volksleben u. f. w. will ich nicht eingehen. Nur den Vorwurf will ich zurückweisen, daß der frühere Kriegsminister weniger verlangt hätte. Es handelt fich gar nicht jetzt darum, daß ein Mehr von Unteroffizier schülern geschaffen werden soll, sondern nur um eine Verbesserung Der Qualität; der Ersatz für die Unteroffizierschulen soll nicht mehr aus den Lande, sondern aus den Vorschulen genommen werden, das ist der ganze Unterschied. Daß die Wirkung erst im nächsten Jahrhundert eintritt, könnte doch nur ein Vorwurf in dem Sinne sein, daß wir mit der Vorlage zu spät gekommen sind; dann ist es also jetzt die höchste Zeit. Abg. Hahn( dk.); Die Unteroffizierschulen sollen dazu dienen, daß die jungen Leute, welche sich dem Militärdienst widmen, die Zeit vom Austritt aus der bürgerlichen Schule bis zum Eintritt in die Unteroffizier- Schule für ihre Ausbildung verwenden tönnen. * " Zur Beachtung! Alle, welche dem Vereine rückständige Beiträge schulden, auch wenn diefelben freiwillig ausgetreten sind, werden dringend ersucht, ihren Pflichten bis spätestens zum Schluß obiger Versammlung nachzukommen, widrigenfalls werden fämmtliche Säumigen mit Namen und Wohnung an dieser Stelle bekannt gemacht werden." Um den Gefahren, welche durch Erschlaffung und Verweichlichung der gebildeten Stände( foll wohl heißen begüterten Feudalherren) drohen, ein Ziel zu sehen, sei der Krieg nothwendig. Um die Gefahren zu beseitigen, welche durch den übertriebenen Lurus auf der einen, die große Noth auf der anderen Seite entstehen, sei der Krieg unumgänglich. Das einzige Radikalmittel gegen die Bedrohung(!!) der menschlichen Gesellschaft durch die For derungen der Arbeiter nach Organisation der beweglichen Arbeiterbevölkerung unter gewissenlosen Führern, das ist der Krieg. Tritt derselbe nicht bald ein, sondern wird er noch länger durch künstliche Mittel zurück gehalten, so steuern wir einem Bürgerkriege entgegen. Darin gipfelt die Staatsweisheit des Autors. " Einem Bericht der Deutschen Metall- Arbeiter- 3tg." über die Gerichtsverhandlung entnehmen wir das Folgende: Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Lenzmann, führte aus, daß es unmöglich sei, die Anklage auf§ 153 der Gewerbe- Ordnung aufrecht zu erhalten, weil der Verein gar nicht ein solcher sei, wofür man denselben halte. Der Gesetzgeber habe mit diesem Paragraph nur die sogenannten Streifvereine treffen wollen und ein solcher sei der Metall- Arbeiter- Verein nicht. Nur die allseitige Hebung der Interessen seiner Mitglieder bezwecke der Verein und dieses thäten zahlreiche andere auch. Redner nennt das Vorgehen ,, Man gebe den Versuch auf, so ruft der Verfasser aus, den Abg. Richter: Ich weiß nicht, wie man uns in dieser Session gegen den Angeklagten eine fünstliche Interpretation und warnt allerorts bedrohten Frieden( Durch wen denn? D. Red.) mit den Vorwurf der Negation machen kann. Sind die Herren von davor, durch solche Polizeimaßregeln den sozialen Frieden zu fünstlichen Mitteln zu erhalten. Der Krieg ist das einzige Mittel gegen der Rechten nicht in der Negation bei der Zuckersteuer? Wenn stören. Stets sei mit solchen Maßregeln nur das Gegentheil er- die Rückbildung der Ueberkultur in den Rohzustand der Menschheit." den Fabrikanten die 20 Millionen Mark Prämien abgeknöpft reicht worden von dem, was man damit habe erreichen wollen. Dieses Bild von Rohzustand der Menschheit ist übrigens von solchem werden könnten, könnten wir vielleicht beim Militäretat freigebiger Unsere staatserhaltenden" Parteien und die fatte Bourgeoisie würden Tiefsinn, daß die Forderung nach einem Derindur sehr natürlich sein. Diese Prämie ist überhaupt nur mit 10 gegen 9 Stimmen nach ihrem Rechtsbegriff es als ganz in der Ordnung gefunden erscheint. Wir vermuthen, daß der Verfasser mit leberkultur" angenommen worden und zwar unter der Voraussetzung der Ab- haben, wenn die Namen, von welchen in fraglicher Annonce die Aufklärung der Massen durch die wirthschaftliche Lehre der lehnung der Unteroffiziers- Prämien. Der Reichskanzler hat es so gesprochen, wirklich veröffentlicht worden seien. Diese würden Sozialdemokratie meint, und daß er gleich dem Stöcker in der dargestellt, als ob ich das militärische Selbstbewußtsein überhaupt einfach gesagt haben, die Leute haben ganz recht, fich von einem Vorahnung des sicheren Sieges der Wissenschaft über die Verleugnen wolle. Ich habe davon gar nicht gesprochen. Das solchen Unzufriedenheit säenden sozialdemokratischen Vereine ab- dummungsphraseologie, nach Mitteln zur Zurückschraubung der so militärische Selbstbewußtsein ist nicht blos den Berufsfoldaten, zuwenden. Weiter führte der Herr Vertheidiger aus, daß der beschwerlich vorgedrungenen Kultur sinnt. Daß er dieses Mittel sondern allen Mannschaften nothwendig, bei Lehteren vielleicht Angeklagte geglaubt habe, vollständig in seinem Rechte zu han- im Krieg findet, das läßt einen dicken Zopf ahnen, den der noch in höherem Maße, weil die Letteren zufrieden sein müssen, deln und nur die Interessen des Vereins habe wahren wollen Pseudochinese hinten baumeln hat. Dafür spricht auch die wenn sie ihre Verhältnisse in der Heimath nach der Rückkehr aus vor finanzieller Schädigung, wenn auch der gewählte Weg nicht euphemistische Ausdrucksweise, wonach auch der Krieg eine Art dem Kriege nicht schlechter finden, als sie sie verlassen haben. Der ganz richtige gewesen sei. Dann weist Redner noch darauf von Rohzustand, aber nur ein Weg zum Uebergang in bessere Bu Ich sprach von einer Selbstüberschätzung, welche dahin führt, daß hin, daß der§ 153 überhaupt nicht von Vereinen spreche, sondern stände sein soll. man bürgerliche Arbeit gering achtet. Die Vorschulen sind noch lediglich nur von Verabredungen, unter diesen sei etwas Positives Nein, Herr Ta- o- tse, das ist der Krieg nicht. Der so jung, daß man einer Bewährung derselben noch gar nicht zu verstehen. Wenn z. B. mehrere Arbeiter sich verabredeten, Krieg ist das tiefste Unglück eines gesitteten Voltes. Wer, wie sprechen kann. Ja, man kann zweifelhaft sein, ob die Unter- morgen zu streifen und man drohe Einem, welcher zurücktreten unser Chinese, von Opfermuth, Treue, Glauben und Vertrauen offizier Schulen sich gut bewährt haben, ob es richtig ist, die wolle von dieser Verabredung, so falle dieses unter den§ 153. an etwas Höheres im Menschen durch den Krieg reden kann, jungen Leute schon so frühzeitig einzustellen. Wenn die Unter- Nicht darunter aber könne die Handlung des Angeklagten R. der begeht entweder eine bewußte Täuschung oder besitzt eine fi offizier- Prämien bewilligt sind, warum soll nun noch ein weiterer fallen. Wenn er fage, wenn sich morgen der Offizierverein unsere Zeit unglaubliche Naivetät in dem Erfassen nach zopfische Anreiz gegeben werden, daß Eltern die Erziehungskosten für ihre nicht aufgelöst hat, bekämpfe er den ganzen Armeeverband, Verhältnisse. Der Krieg, wie er heute geführt wird, übertrifft an Kinder vom 14. Lebensjahre an abgenommen werden. so könne sich doch letzterer nicht gut als bedroht be Barbarei alles bisher Dagewesene. Heute braucht der Einzelne trachten. Wo man eine Drohung annehmen wolle, müsse die ritterlichen Tugenden der Vorzeit nicht mehr. Ohne den Feind man auch eine physische Person haben, welche bedroht sei, diese zu Geficht zu bekommen, hat er sich aufs Schlachtfeld führen zu lassen. set aber hier nicht vorhanden, deshalb beantrage er tostenlose Freisprechung. Major Gaede: Die Unteroffizier- Schule zu Weilburg ist im Jahre 1877 gegründet worden, so daß wir jetzt schon seit 10 Jahren Schüler der Unteroffizier- Schulen in der Truppe haben, und es hat sich herausgestellt, daß sie viel besser vorbereitet sind und viel besser einschlagen. Die Unteroffizier- Schüler dienen 4 Jahre attiv in der Armee; für die 2 Jahre, welche Schüler in der Vorschule verbringen, sind vier Jahre Dienstzeit nothwendig, dadurch kommen wir auf acht Jahre kontraktlicher Dienstzeit. Aber bis jetzt ist nur ein Viertel der Unteroffizier- Schüler durch die Vorschulen gegangen. Die Unteroffizier Schüler machen 20 v. H., die Vorschüler also 5 v. H. aller Unteroffiziere aus. Nur dieser Prozentsatz ist auf acht Jahre gebunden. Abg. Hahn( dk.): Herr Richter hat bei den Verhandlungen über die Unteroffizier- Borschulen früher gesagt: Die Einführung derselben werde dahin führen, daß für jede Unteroffizierschule eine Vorschule eingerichtet wird. Ziehen Sie die Konsequenz aus dieser Ausführung des Herrn Richter.( Zustimmung rechts.) Als Vertreter der Staatsanwaltschaft fungirt ein Polizeikommissar, Herr Nerodt. Derselbe bemerft: Der Strafantrag habe nicht den Zweck gehabt, den Verein zu treffen, sondern nur lediglich verhüten sollen, daß in Zukunft Derartiges wieder pasfire. Er beantrage deshalb das allergeringste Strafmaß von einem Tage Haft. Nach einer Replit seitens der Bertheidigung zog sich das Gericht zurück und gelangte zu dem Urtheil, daß ein Erpressungsversuch vorliege. Dem Angeklagten wurde eine Frist von einer Woche zu Beweisanträgen gestellt und die Sache der Strafkammer in Hagen überwiesen. Angesichts solcher Vorgänge muß man doch fragen, was denn eigentlich die vom Reichstage verlangten schärferen Strafbestimmungen zu dem§ 153 noch sollen? Wirklich frivol ist aber jedenfalls der Vorschlag des Anonymus, einen glücklich geführten Krieg noch weiter auszubeuten, und mit gewaffneter Hand unmittelbar darauf eine Umwandlung im Innern zu vollziehen. Den Krieg nach außen wünscht der Verfasser, um die Aufmerksamkeit von den Vorgängen im Lande abzulenken, den Krieg nach innen, um das Vordringen der Kultur zu hemmen und die Fortschritte von Jahrhunderten zu zerstören. Diese Theorie ist selbst dem„ Deutschen Reichs- Anzeiger" zu start. Er muß anerkennen, daß sie sich in der Praxis anders als am grünen Tisch ausnehme. Im Uebrigen aber findet der Deutsche Reichs- Anzeiger" die Schrift von patriotischem Geiste durchweht. Der diesjährige ungewöhnlich strenge Winter giebt Abg. Hinze: Ich glaube nicht, daß alle Zweifel über durch einen Vergleich mit ähnlich falten Wintern früherer Jahre die guten Wirkungen der Unteroffizierschulen verschwunden gewiffe Vorzeichen für den kommenden Sommer. Ein auf Be sind; die Unteroffizierschulen liefern nur gute Funktions- Flensburg, 26. Februar. Ausgewiesen aus dem preußischen obachtungen in Köln beruhender Artifel der„ Köln. 3tg." stellt Unteroffiziere; in sonstigen Stellungen sind diese Glemente Staatsgebiete wurden die Schweden A. Nielson und E. G. zunächst fest, daß der gegenwärtige Winter zu den härtesten im nicht gerade gut verwendbar. Ich hoffe, daß das Zentrum Forsberg! ganzen Jahrhundert gehört, und daß die früher gemachte Erunferem Antrage zustimmen wird, wie es sich früher gegen die Der der dänischen Presse von der Flensb. Nordd. 3tg." gefahrung, wonach sich die lange dauernde und strenge Winterkälte Unteroffizierschule in Neu- Breisach erklärt hat, Bei den Unter- machte Vorwurf, sie trage durch die Verhetzung der Bevölkerung niemals auf einen engen Raum begrenzt, sich auch in diesem offizierprämien sprach man davon, daß dadurch die Qualität der zur Unzufriedenheit bei, so daß die Sozialdemokratie bei ihrer im Jahre( in dem Zeiträume vom 13. Dezember 1890 bis zum Unteroffiziere verbessert werden soll; jest spricht man hier davon, Nordschleswigschen geplanten Agitation ein gutes Feld vorfände, 22. Januar) bethätigte; der herbe Frost hat sich dieses Mal über daß die Qualitätsverbesserung durch die Unteroffizier- Vorschulen findet in der" Dannewirke" eine Beleuchtung, in welcher dieselbe ganz Südwest- Europa, ja bis nach Nordafrika ausgedehnt. Die herbeigeführt werden soll. erklärt, daß dies auf ganz anderen Voraussetzungen beruhe; die kalten Winter werden bei uns stets durch das lange Vorherrschen Major Gaede: Es ist mir nicht bekannt, daß bei den deutsche Zeitung wisse dies auch selber, es sei aber nichts Neues, von Gebieten hohen Luftdrucks bedingt. Das Barometer steht also Unteroffizierprämien von der Verbesserung der Qualität die daß dies Blatt direkt gegen besseres Wissen schreibe. Die Flensb. dann ungewöhnlich hoch und bleibt entsprechend lange auf Rede war. Nordd. 3tg." weist demgegenüber darauf hin, daß es eine notorische diesem hohen Stande. Andererseits weicht der durchschnittliche Abg. Nichter bleibt dabei, daß von der Verbesserung der und auch von der dänischen Presse ziffermäßig festgestellte That- Stand des Barometers im ganzen Jahre nur um ein paar MilliQualität bei den Prämien die Rede gewesen ist. sache sei, daß die kolossalen Stimmeneinbußen bei den Reichstags- meter von einer gewissen mittleren Höhe ab. Es ist daher Der Antrag Richter wird abgelehnt, und die Mehr- Wahlen, welche der dänische Kandidat im Gegensaße zu der steten Klar, daß, wenn im Winter langer, vielleicht durch mehrere ausgabe für die beiden Unteroffiziervorschulen in Jülich und Zunahme der reichstreuen Parteien erlitt, zum weitaus größten Monate hindurch sehr hoher Barometerstand geherrscht hat, die Wehlau genehmigt. Theile dem Umstande zuzuschreiben wäre, weil die bisher von Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß in den späteren Monaten, Die Kapitel Militärgefängnißwesen, Artillerie- und Waffen- ihm geleiteten Arbeiter und Kleinbürger in Massen von ihm zur also auch im Sommer, das Barometer erheblich niedriger als wesen, technische Institute der Artillerie, Bau- und Unterhaltung Sozialdemokratie übergingen. Nun, sie mögen sich beide be- gewöhnlich stehen wird. Niedriger Barometerstand ist aber in der Festungen, Wohnungsgeldzuschüffe, Unterstützungen, Zuschüsse ruhigen; die Sozialdemokratie fragt nicht danach, für welche der warmen Jahreshälfte meist von trübem, feuchtem Wetter und zur Wittwentasse und verschiedene Ausgaben werden ohne Partei die von ihr durch Aufklärung zu sich herangezogenen Wärme- Abnahme begleitet. Das obige Ergebniß, daß auf falte Debatte bewilligt; ebenso die bayerische Quote im Betrage von früher gestimmt haben, ihr genügt es schon, wenn sie nur die Winter fühle Sommer zu folgen pflegen, ist also aus der Luft47 728 948 9. lachende Erbin der beiden feindlichen, sich in den Haaren liegenden druckvertheilung begreiflich. Auch haben Untersuchungen in Darauf wird die weitere Berathung des Etats um 5 Uhr Brüder ift. Brüssel ergeben, daß auf 15 kalte Winter mit zwei Ausnahmen bis Dienstag 12 Uhr vertagt. Sommer folgten, welche mehr Regen brachten, als dem Durch schnitt entsprach. Dies wird durch die Beobachtungen in Köln bestätigt, wo auf 10 falte Winter in den darauf folgenden Monaten Juni und Juli sechsmal mehr Regen fiel als durchschnittlich, und zwar fast um ein Drittel mehr, während in den vier anderen Fällen „ Viel Wunderdinge preisen die Mähren alter Beit," die Regenmenge nur wenig unter dem Durchschnitte blieb. Auch die wird man wohl dereinst auch singen von der Humanität der sich Zahl der Regentage in den Monaten Juni und Juli war nach liberal", manchmal sogar freisinnig" nennenden Berliner Stadt den Beobachtungen zu Köln in den auf 10 talte Winter folgenden Zweiter Meiningenscher Wahlkreis. Am Donnerstag, verwaltung. Einer hiesigen Beitung entnehmen wir, daß sich die Sommern durchschnittlich um ein Sechstel größer als sonst. In den 26. Februar, fand in Köppelsdorf( 2. Meiningenfcher Wahl- felbe veranlaßt gesehen hat, die Verpflegungskosten in allgemeinen ist also eine gewisse Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß freis) eine freisinnige Wählerversammlung statt. Die Tages- den städtischen Krankenhäusern zu erhöhen. Die der kommende Sommer dieses Jahres etwas fühler und feuchter ordnung lautete: Die bevorstehende Stichwahl. Als Redner war Veranlassung hierzu soll dem Magistratskollegium das Vorgehen sein werde, als durchschnittlich. Ueber das Maß des Zuwenig an ein Herr Immelsheim aus Nürnberg erschienen; derselbe erging der Charitee gegeben haben, bei welcher vom 1. April d. 3. ab Wärme oder des Zuviel an Niederschlägen läßt sich dagegen nur sich in den bekannten Tiraden über unser Programm und den die Kosten für einen erwachsenen förperlich mit einiger Wahrscheinlichkeit behaupten, daß es nicht sehr erheb Butunftsstaat, glaubte die Versammlung, welche, nebenbei be- Kranten von 1,75 auf 2 M., für ein Kind von 1,50 lich sein werde, ja, es ist sogar zweifelhaft, ob sich das Unge merkt, in der großen Majorität aus sozialdemokratischen Wählern auf 1,75 m. erhöht werden. Selbstredend darf ein„ libe- wöhnliche der Verhältnisse anders als in den Wetterbeobachtungen zufammengesetzt war, gruselig zu machen, indem er vor dem raler" Magistrat der gut fortschrittlich" verwalteten Stadt Berlin deutlich erkennbar machen werde. Vor allem sei ein Wiehr an nationalen Zuchthaus des sozialistischen Staates warnte. In der in dergleichen Dingen nicht zurückſtehen, flugs hat denn auch Feuchtigkeit im Sommer nicht ohne weiteres als ungünstig be Diskussion wurde der Herr Immelsheim vom Genossen Eduard unser liberaler" Magistrat beschlossen, die Kosten für die städti- züglich des Gedeihens der Saat zu betrachten. In dem be Beber aus Gonneberg, sowie vom Genossen Fritz Zubeil aus fchen Krankenhäuser auf die gleiche Höhe zu setzen. Als rüchtigten Jahre bes Mißwachses 1867 verdarb in Ostpreußen Berlin in geschickter Weise unter dem Beifall der Versammlung Grund wird angeführt:„ da mit die städtischen Anst al- die Saat durch zu viel Regen, in Algier infolge der Trockenheit, abgefertigt. Als derselbe Herr nun das Schlußwort erhielt, wurde ten vor einer Ueberfüllung bewahrt werden". Umgekehrt war es in den Jahren 1857 und 1858. Damals ver Korrespondenzen und Parteinachrichten. " Lokales. Bei einem fiegten in Deutschland die Quellen infolge der anhaltenden Dürre der das Fuhrwerk leitende Schlächtergeselle sich benommen I suchte. Sie vergaß dabei nicht zu erwähnen, daß sie im Besitze und der Rheinfall wurde zu einer winzigen Stromschnelle, wäh- rief bei den Zeugen des Vorganges gerechte Empörung hervor, eines fleinen verfügbaren Vermögens sei. Unter den Bewerbern rend der Nil außergewöhnliche Ueberschwemmungen verursachte. und einige Personen machten sich sofort an die Verfolgung gefiel der heirathsluftigen Wittwe besonders der Angeklagte, des in schärfster Gangart dem Werderschen Markt zufahrenden welcher angab, daß er Musikdirektor sei und Konzerte verDie Pflasterungsarbeiten in der verlängerten War Schlächters. In der Nähe der katholischen Kirche wurde dieser anstalte. Seine Frau sei gestorben und einer baldig en Wiederschauer Straße, zwischen der Frankfurter Allee und dem Bor- endlich dingfest gemacht, was den rabiaten Gesellen derartig verheirathung stände seinerseits nichts im Wege. schon beim hagener Wege sind nach Eintritt des Thauwetters wieder aufge- erregte, daß er wie ein Rafender mit dem umgekehrten Peitschen ersten Zusammentreffen gab er vor Beugen ein bis diges Chenommen worden. Die Anfuhr der Steine zur Pflasterung ist stiel auf das Publikum einhieb und mehrere Personen schwer versprechen ab und es fand die Verlobung statt. dem mit solchen Fuhrunternehmungen vielfach betrauten Fuhr verletzte. Aber er hatte sich in der Masse der ihn umringenden späteren Besuche übergab der Angeklagte der Zeugin einen Brief herren 2c. übertragen. Es ist nun sehr leicht erklärlich, daß die entrüsteten Menschen verrechnet. Man zerrte den Schläger vom mit der Bitte, denselben erst nach seinem Fortgange zu lesen. In bei den Pflasterungsarbeiten beschäftigten Leute alle ohne Aus- Wagen und unterzog ihn einem Lynchsystem, dem er vielleicht verschämter Weise deutete der Verfasser des Briefes darauf hin, nahme in der Hoffnung lebten, endlich einmal wieder ein paar zum Opfer gefallen wäre, wenn nicht noch rechtzeitig ein Polizei- daß seine Mittel nicht ausreichten, um den häuslichen Heerd zu Groschen zu verdienen, nachdem die Meisten ein rundes Viertel- beamter zu seiner Rettung herbeigeeilt wäre. Blutüberströmt gründen, er bat seine Braut, 400 Mark zu den Kosten beitragen jahr ohne Beschäftigung und Verdienst gewesen sind. Da hatten wurde der Mann zur Wache sistirt. Die beiden Ueberfahrenen zu wollen. Die letztere war gern dazu bereit und gab das Geld fie aber die Rechnung ohne Herrn N. gemacht. Dieser hielt das sollen schwere innerliche Verletzungen davongetragen haben. Die her. Mit der Anschaffung der Einrichtung hatte iner Angeklagte nicht für nöthig, so viel Gespanne zu stellen, als erforderlich Persönlichkeit des Schlächters wurde festgestellt. aber keine Gile, er hielt die Zeugin von Woche zu Woche hin, bis diese mißtrauisch wurde. Als Köcher noch einmal waren, um die erforderlichen Vorräthe der zu verpflasternden Steine heran zu schaffen. Um des Versehen eines Mannes Verschüttet wurde am Sonnabend der Arbeiter August 200 Mart von ihr verlangte unter dem Vorgeben, daß er 100 villen waren nahezu an 50 Arbeiter gezwungen, von dem so lange Eichstädt aus Köpenick auf der Sandschurre in den Müggels- Mart Raution bei einem Lokalinhaber in Nixdorf stellen müsse, ersehnten Verdienst eine erhebliche Einbuße erleiden zu müssen. Statt bergen, wo er beschäftigt war, durch einen ins Rollen gekomme- als Gewähr dafür, daß er die von ihm übernommenen Konzerte 9 Stunden zu arbeiten, konnten diefelben am Dienstag nur 71/2 Stunden, nen Sandhügel. Trotzdem sofort alle nothwendigen Rettungs- auch pünktlich ausführen würde, zog Frau R. es vor, erst bei am Mittwoch nur 612 Stunden und am Donnerstag gar nur arbeiten mit großem Eifer ins Werk gesetzt wurden, gelang es dem Betreffenden Erkundigungen einzuziehen und erfuhr hier, 51/2 Stunden arbeiten. Wir hätten ganz gewiß gegen eine ver- nicht, den Verschütteten zu befreien; er wurde schließlich als Leiche daß von einer Kautionsstellung des Angeklagten nie die Nede nunftgemäße Kürzung der Arbeitszeit nichts einzuwenden, wir unter den Sandmassen hervorgezogen. Der Verunglückte hinter- gewesen. Zu ihrem Schrecken erfuhr sie aber auch, daß Köcher feineswegs Wittwer oder geschieden, sondern seite Frau wohl würden uns sogar mit einer durchschnittlich achtstündigen täglichen läßt eine Frau und sechs unversorgte Kinder. und munter sei. Der Staatsanwalt beantragte gegen den AnArbeitszeit einverstanden erklären, wenn dieselbe allgemein anerkannt und durchgeführt wird. Allein die vereinbarte neungeklagten mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichtest des Heirathsstündige Arbeitszeit willkürlich ändern, ohne die festgesetzte Lohnschwindels ein Jahr Gefängniß und zweijährigen Ehrverlust. zahlung für die volle Zeit zu leisten, das ist den nach einem Der Gerichtshof erkannte auf se chs Monate Gefängniß. langen arbeitslosen Winter auf die Gnade des Unternehmers doppelt angewiesenen Arbeitern gegenüber nicht hübsch. In Rummelsburg herrscht große Aufregung über einen Vorfall, über den hiesige Blätter berichten: In dem genannten Vorort wohnt der Bäckermeister B., der sich im November v. J. verheirathet, sein früheres Dienstmädchen, die unverehelichte Anna Rt., aber bei sich behalten hatte, weil er beabsichtigte, dasselbe als Verkäuferin in einer Filiale zu verwenden. Am Donnerstag Abend, während der Meister und die Gesellen sich geschäftlich außerhalb des Hauses befanden, war Frau B. in der im Kellergeschoß belegenen Wohnung mit dem Dienstmädchen allein zurück geblieben. Gegen 1/210 Uhr begab sich die Frau zu Bett und war, ermüdet von der Tagesarbeit, bald eingeschlafen; etwa eine halbe Stunde später wurde sie jedoch aus dem Schlaf erweckt durch ein schmerzhaftes Gefühl am Halse, das wie durch einen Schnitt mit einem stumpfen Messer erzeugt zu sein schien. In hohem Grade geängstigt, rief die Frau nach dem Mann und dann nach dem Mädchen, das auch alsbald in dem dunklen Schlafzimmer erschien und die dort stehende Lampe entzündete. Frau B. hatte, wie sich nun ergab, eine Schnittwunde am Halse, die zwar nicht lebensgefährlich ist, immerhin aber doch so tief war, daß fie genäht werden mußte. Die Gewalt des Schnittes ist jedenfalls durch den Kragen der Nachtjacke gemildert worden, der durchschnitten worden ist. In der Wohnung befand sich keine fremde Person, Fenster und sämmtliche Ausgangsthüren waren ordnungsgemäß verschlossen, und so lenkte sich der Verdacht, einen Mordversuch gegen Frau B. unternommen zu haben, auf das Dienstmädchen. Dasfelbe leugnete jedoch, behauptete vielmehr, daß sie, als sie gerufen worden sei, das Küchenfenster geöffnet gefunden und geschlossen habe, ehe sie dem Rufe der Frau gefolgt wäre. Fenster und Thüren waren jedoch schon um 8 Uhr geschlossen worden, es erscheint daher nicht gut möglich, daß sich die lange Zeit über in der beschränkten Wohnung eine fremde Person versteckt gehalten haben könnte, und ein Dieb, der sich wirklich eingeschlichen hätte, würde nicht so ungeschickt operirt haben. Es wird nun angenommen, daß Anna K. aus Rache oder Eifersucht ihre DienstHerrin zu ermorden versucht habe. Sie bestreitet zwar, Hoffnung auf eine Verheirathung mit dem Meister gehegt zu haben; Herr B. bestreitet ebenfalls frühere intime Beziehungen und meint, daß eine Heirath mit dem Mädchen schon um deshalb nicht thunlich gewesen war, weil dasselbe evangeliſch und er katholisch sei. Festgestellt dagegen ist, daß zwischen den beiden Personen Vertraulichkeit stattgefunden, daß sie sich geduzt haben und daß die Anna K. von dem Meister Fremden als seine Koufin bezeichnet worden sei. Die Anna K. ist wegen Verdachts des versuchten Mordes verhaftet worden. " Ertrunken ist am Freitag Nachmittag bei Treptow der Sohn Hermann des Arbeiters Fesinge, Görligerstraße 67. Die Reiche ist am Sonnabend Nachmittag nach langem Suchen von dem Fischermeister Bernhard in Stralau an das Tageslicht gefördert worden. Der Kopf abgefahren wurde durch einen Eisenbahnzug am Sonnabend Abend 11 Uhr vor dem Lehrter Bahnhof in Spandau, nahe Ruheleben, einem etwa 20 jährigen Mädchen. Ob das Mädchen den Tod gesucht hat oder ein unglücklicher Zufall vorliegt, konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Personalien der Todten sind noch nicht festgestellt. 62 Selbstmorde von Kindern haben, der Freif. 3tg." zufolge, in Berlin seit Anfang vorigen Jahres stattgefunden; unter diesen befanden sich 46 Knaben und 16 Mädchen. 24 derselben hatten das 15. Lebensjahr erreicht, 14 das 14., 9 das 13.; 7 waren erst 12 Jahre und eins noch nicht sieben Jahre alt. Die Lokalkommiffion für Schöneberg macht hiermit noch folgende Lokale bekannt, welche den Arbeitern nicht zur Verfügung stehen: Eigenthümer Sare, 1. Birkenwäldchen, 2. Heckendorf's Salon, 3. Schwarzer Adler, 4. Linden- Park, " 12 " Heckendorf, Stuckenburg, Weidt, Ulrich. 5. Restaurant zum Helm, Sämmtliche Lokale befinden sich in der Hauptstraße. Die genannten Lokalinhaber weigern sich nach wie vor, ihren Saal den Arbeitern zu Versammlungen herzugeben, aber zu einem Vergnügen sehen sie jeden Arbeiter gerne. Wenn die Lokalfommission zu den betreffenden Wirthen kommt, dann sagen sie, wenn Einer den Saal giebt, gebe ich ihn auch. Einige sagen, ia, wenn die Polizei nicht wäre. Wir legen es den Genossen dringend ans Herz, sich speziell nach der vorstehenden Lokalliste zu richten, da der Sieg in kürzester Zeit unser sein muß. Nur der Saal der Schloß Brauerei steht den Arbeitern nach wie vor zur Verfügung. Die Lokalkommission: G. Däumig. P. Hackebusch. V " Soziale Uebersicht. Aufgepakt, Gummi- Arbeiter Dents lands! Mannheim. Wir haben uns zur Wahrung unserer Intereffen seit Kurzem organisirt, und schon nehmen die Fabrikanten Stellung gegen uns. Maßregelungen stehen bestimmt bevor. Kollegen, es ist bereits Vorkehrung get coffen in Berlin, Leipzig, Hannover u. s. w., andere Arbeitskräfte zu engagiven; seid auf Gurer Hut und haltet den Zuzug fern. Es gilt um unsere Ehre, die wir mit Leichtigkeit retten, wenn unsere Mahnung nur einigermaßen Gehör findet. Solidarität ist unsere Losung. Alle Darum aufgepaßt Gummi- Arbeiter Deutschlands. arbeiterfreundlichen Blätter werden im Intereffe der Sache um Abdruck gebeten. Setend Achtung, Korbmacher Deutschlands! In Friedrichsfelde bei Berlin haben sämmtliche Gesellen wegen Lohnabzugs die Arbeit niedergelegt. Wir bitten dringend, den Zuzug fern zu halten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge= beten. Briefe und Sendungen sind zu richten an Gustav Benne mann, Friedrichsfelde, Louisenstr. 18. nommen. Versammlungen. Eine gut besuchte öffentliche Versammlung der schhaften war Herr Jericke, Adalbertstr. 42. Das Meferat hatte Herr Geschäftsleute Berlins tagte am 20. Februar. Der Einberufer Stadtverordneter Zubeil über die Sonntagsruhe überdie Mit größter Aufmerksamkeit nahm Ver sammlung den Vortrag des Stadtverordneten Zubeil entgegen und Die Freie literarische Gesellschaft veranstaltet ihren folgende Resolution wurde mit großer Majorität angenommen: nächsten Vortragsabend am Dienstag den 3., Abends 8/4 Uhr, Die heute in Südost tagende öffentliche Versammlung der seßim großen Saale der Gesellschaft der Freunde", haften Geschäftsleute Berlins erklärt sich mit dem Referenten voll Potsdamerstr. 9. Zum Vortrage gelangen Dichtungen von und ganz einverstanden und beschließt, sich an den königlichen Georg Eggestorff, Theodor Fontane, Reinhold Polizeipräsidenten zu wenden und denselben zu ersuchen, die für Fuchs, Hans Land, alle feßhaften Geschäftsleute so drückende Schließung der GeDetlev von Liliencron, Ernst von Wolzogen und Richard 300zmann. Die schäfte am Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr wieder aufzuVortragenden sind: Jean Edgar, Emanuel Reicher heben und dafür die Sonntagsruhe von 1 Uhr Mittags an einund Ernst von Wolzogen. Meldungen zum Beitritt wer- treten zu laffen. Wir glauben, daß durch derartige Einführung den vom Schriftführer Leo Berg im Bureau der Gesellschaft, die seßhaftigen Geschäftsleute vor Schaden bewahrt bleiben und titterstr. 96 II, sowie am Vortragsabend selbst, vor Beginn vielen Mißhelligkeiten wieNeid, Denunziationen abgewendet werden.. Wir erklären auch, uns einer gefeßlichen Regelung der Frage der Vorlesung, entgegengenommen. durch den deutschen Reichstag mit Freuden zu unterwerfen. In die Kommission wurden die Herren gewählt: Kaiser, Stalizer straße 190; Pechmann, Reichenbergerstr. 48; Görbig, Schönleiastraße 32; Fritsche, Forsterstr. 16; Kehr, Röpnickerstr. 126, Der Kaufmann Willy G., von welchem vor etwa acht Zagen berichtet wurde, daß er ein ganz schamloses Gewerbe betrieben haben solle, ist am Sonnabend aus der Untersuchungshaft. Polizeibericht. Am 28. v. M. Vormittags fiel ein Mann entlassen worden, aber nicht etwa, weil er unschuldig ist, sondern, vor dem Hause Görlitzerstr. 67 infolge eines Fehltritts zur Erde weil man ihm strafrechtlich nicht beikommen kann. Der Fall be- und brach den rechten Unterschenkel. Zu derselben Zeit wurde weist wieder einmal zur Evidenz, daß derjenige, der für das ein Lehrling an der Ecke der Mohren- und Markgrafenstraße Buchthaus reif ist, wie jemals Giner, doch nicht hinein zu kommen überfahren und anscheinend innerlich verlegt, so daß er nach der braucht, er muß nur schlau genug sein. G., ein 35 jähriger ver- Charitee gebracht werden mußte. Gegen Mittag wurde vor heiratheter Mann, der Sohn eines in öffentlicher Stellung dem Hause Gartenstr. 38 das Pferd des Droschkentutschers ftehenden, hochangesehenen Mannes, veröffentlichte folgendes Massow, als dieser ihm den Baum abgenommen hatte, scheu und Inserat:„ Ein junger Arzt wünscht sofort ein freundliches junges ging durch. Bei dem Versuche, das Pferd aufzuhalten, fiel Mädchen zur Aufwartung und zum Empfang von Patienten Massow zur Erde, gerieth unter die Räder seines Wagens und während seiner Abwesenheit. Bedingungen: Schreibgewandheit, erlitt am Kopf und am linken Bein bedeutende Verlegungen. hübsches Aeußere und feine groben Hände. Täglich zwei Stunden." Nachmittags wurde ein wegen Unterschlagung furze Zeit vorher Als Adresse war eine Chambregarnie- Wohnung angegeben, welche in das Polizeigefängniß eingelieferter Mann in seiner Zelle todt sich G. zu diesem speziellen Zwecke gemiethet hatte. Da es in aufgefunden. Er hat sich anscheinend mittelst einer verborgen Berlin viele Damen giebt, welche dem Erwerbe nachzugehen gehaltenen Flüssigkeit vergiftet. Am 1. d. M. Abends wurde gezwungen sind, so fanden sich Bewerberinnen in großer Menge. ein Mann in seinem Geschäft in der Linienstraße und am 2. d. M. Engagirt wurde keine, doch alle wurden das Opfer seiner Sinn- Morgens ein Mann in seiner Wohnung in der LouisenIm Laufe des Tages fanden lichkeit, bis er endlich einmal an die Unrechte kam, die ihm straße erhängt vorgefunden. widerstand und Anzeige erstattete, worauf die Verhaftung er 4 tleine Brände statt. folgte. Die eingeleitete Untersuchung hat jedoch ein negatives Resultat ergeben. Ein Theil der sittlich gemißhandelten Damen scheint sich der Ehre halber gezwungen zu sehen, den Wüstling zu schonen, der andere Theil redet zwar, muß aber eingestehen, daß G. nicht nöthig hatte, seinen Zweck mit gewaltsamen Mitteln zu erreichen. Eine direkt strafbare Handlung ist ihm daher noch nicht nachgewiesen, die Sache dürfte höchstens vielleicht als Gerichts- Beitung. Von dem Braumeister des Münchener Brauhauses geht uns folgendes Schreiben zu: Berlin, 28. Februar 1891. Die verehrt. Redaktion des Vorwärts" bitte ich um gefällige Aufnahme nachstehenden Schreibens: Wie ich erfahre, soll in einer gestern stattgehabten Braaterversammlung vorgebracht worden sein, daß ein Brauer Namens Mehl, nachdem er acht Wochen krant war, bei mir keine Arbeit mehr gefunden habe. Diefer Fall ist von einem Brauer, welcher an die Brauerei persönlich Ansprüche zu Privatzwecken stellte und damit abgewiesen wurde, in einer Weise aufgebauscht worden, die dem wahren Sachverhalt durchaus nicht entspricht. Der Brauer Mehl, ein durchaus fleißiger und tüchtiger Mann, hatte das Unglück, acht Wochen lang frant zu sein und ich mußte statt seiner einen anderen Brauer einstellen. Als Mehl wieder gesund war, konnte ich ihm wegen des schlechten Geschäftsganges, eine Folge der allgemeinen Arbeitslosigkeit refp. des langen Winters, nicht sofort wieder Arbeit geben, erklärte ihm jedoch, daß sich bei kürzester Zeit die Gelegenheit bieten werde, iha wieder zu beschäftigen. Mehl war mit diesem Bescheid unzufrieden und bediente sich auf dem Hofe in Gegenwart anderer Eine Ungebührstrafe wollte der Staatsanwalt Rietzel Personen beleidigende Redensarten gegen den Direktor der " grober Unfug" anzusehen sein, die auf dieses Delift gesetzte gestern über einen Bertheidiger verhängt wissen, welcher sich der Brauerei, sodaß ich mich nunmehr nicht entschließen konnte, ihn Strafe kann oder konnte jedoch die Fortdauer der Untersuchungs- Rechte seines Klienten vor der 11. Strafkammer etwas energisch wieder in Arbeit zu nehmen. Die von dem Brauer Demmling in derselben Versammlung haft nicht rechtfertigen. Für den Laien bleibt allerdings die annahm. Auf der Anklagebank befand sich ein Bäckermeister, Frage offen, ob sich in diesem Falle nicht der Betrugs. weil er gestohlenes Mehl von einem Spizbuben gekauft haben gemachte Behauptung, ein Brauer, deffen samen er auf Baragraph hätte zur Anwendung bringen laffen. Die billige follte, welcher sich der Ermittelung seines Aufenthaltes bisher mehrmaliger Anfrage nicht nennen wollte, hätte Befriedigung der Sinnlichkeit ist ein Vortheil, sogar ein rechts- entzogen hatte. Nachdem der Vorsitzende dem Angeklagten bas 20 Ueberstunden gemacht und nur 5 Stunden bezahlt erhalten, widriger und eine Vorspiegelung falscher Thatsachen liegt in Ergebniß seiner polizeilichen Vernehmung zum größten Theile ist durchaus unwahr. Ueberdies wird es Jedem klar sein, daß vorgehalten hatte, beantragte der Vertheidiger R.-A. Dr. Flat au 20 Ueberstunden zu machen unmöglich ist. diesem Falle sicher vor. die Vertagung der Sache, da der Dieb inzwischen ermittelt sei Franz zerbe, Braumeister. Durch ein Bubenstück gerieth, wie uns ein Berichterstatter und es sich doch empfehle, die Sache nicht zu trennen. Eine BeIn dem Aufruf ,, An alle Bauhandwerker Berlins und meldet, vorgestern Abend gegen 7 Uhr ein Herr beim Bahnhof merkung des Vorsitzenden ging dahin, daß sich eine Vertagung da umgehen lasse, derselbe jetzt umgegend" in Nr. 46 des Vorwärts" hat sich in sofern Alexanderplatz in Gefahr, sich lebensgefährliche Brandwunden zu allerdings schwerlich umgehen „ drehen" versuche. Hiergegen verwahrte ein Fehler eingeschlichen, als die beabsichtigte weitere Konferenz zuziehen. Aus der Brusttasche seines Paletots drang plöglich die Sache zu J. bicker Rauch, welchem, ehe dem Betreffenden die eigentliche Lage Dr. F. seinen Klienten in etwas nachdrücklicher Weise, nicht am 8. März d. 3. Vormittags um 11 Uhr, sondern an dem flar wurde, eine kleinere Flamme folgte. Schnell entschlossen zog in dem er ausführte, daß die unzutreffende Ansicht, welche selben Tage Nachmittags um 1 Uhr stattfindet. E. Thieme, der Gefährdete den Rock aus, rollte ihn dicht zusammen und er der Vorsitzende geäußert, wohl nur in der unvollständigen Vor- Töpfer, Ruppinerstr. 3. stickte dadurch das Feuer. Dasselbe hatte bereits die innere haltung des polizeilichen Protokolls ihren Grund habe. Diese, Berichtigung: In Nr. 49 des Vorwärts" befindet sich ein Tasche, das darin befindliche Taschentuch und einen Theil des nach Ansicht des Vertheidigers dringend nothwendige Verwahrung Futters, wie des darunter befindlichen Jackets verbrannt. In im Interesse des Angeklagten hielt der Staatsanwalt für eine Bericht der Klavierarbeiter- Versammlung vom 23. Februar. Ich den Ueberresten des Taschentuches befand sich ein großes Stück Ungebühr vor Gericht, welche er mit 50 M. geahndet wissen soll da eine Resolution beantragt haben, die Maifeier im angebrannten Zündschwammes, welches dem Geschädigten in dem wollte. Der Gerichtshof beschloß, die Sache zu vertagen und Friedrichshain zu veranstalten Gedränge, welches vor dem genannten Bahnhof herrschte, jeden- dem weiteren Antrage des Staatsanwalts keine Folge zu geben, falls in böswilliger Absicht unbemerkt in die Tasche gesteckt wor- da die etwas erregte Art, in welcher der Vertheidiger für die Rechte seines Klienten eingetreten, die Würde des Gerichts nicht verletzt und somit keine Ungebühr" war. Der Antrag des Staats Zwei Menschen überfahren. Zwei einen Handwagen anwalts wurde infolge dessen abgelehnt. ziehende Männer, welche die Charlottenstraße entlang sich be Trübe Erfahrungen mit einer Heirathsannonze hat wegten, wurden gestern Mittag in der Kreuzung der Französischen Straße von einem in rasender Schnelligkeit daherjagenden die Wittwe R. gemacht, welche geſtern vor der 1. Strafkammer Sie ist der Ueberzeugung, daß durch ein derartiges Bergnügen außer Stande, sich wieder zu erheben, von mitleidigen Passanten Louis Koch er auftrat, der des vollendeten und versuchten Be- weiter der Ueberzeugung, daß, wenn die von der sozialdemokra Daher auf das Trottoir geschafft werden mußten. Später truges beschuldigt war. Im August v. J. erließ die Zeugin in tischen Reichstagsfraktion vorgeschlagene Demonstration_gänzchaffte man fie in eine Droschte und überführte sie nach einer hiesigen Zeitung eine Annonze, wonach fie die Bekanntlich zum Austrag gebracht werden soll, sich am 3. Mai fämmnteinem Krankenhause. Die brutale Art und Weise, mit welcher schaft eines anständigen Mannes zum Zwecke einer Heirath liche in Berlin anwesende Klavierarbeiter( 3000) an einen Ausflug ben sein muß. ohne die Familienangehörigen daran theilnehmen zu lassen. Vom Friedrichshain hatte in der ganzen Versammlung kein Mensch gesprochen, geschweige gerathen, dort eine Demonstration zu veranstalten. Um die Sache richtig zu stellen, lasse ich nachstehend meine Resolution folgen:" Die heutige, Montag, den 23. Februar, in Klein's Fesisälen tagende öffentliche Klavierarbeiter- Bersammlung protestirt gegen die pom Klavierarbeiter- Verein zum 3. Mai zu veranstaltende Festlichkeit. " 17 betheiligen. Sämmtliche Anwesende verpflichten sich, dafür Sorge| gnügungs- und Theaterverein Romeo", Abends zu tragen, daß den Klavierarbeitern die Demonstration zur Ehre richt", Abends 8-11 Uhr, bei H. Sperling, Görligerstr. 37. Grüner Weg 29. Gäste willkommen. Vergnügungs- Verein, Nord- daß Sie vor Pfändungen nicht sicher sind, auch wenn Sie den gereicht. C. Niendorf, Skalitzerstr. 18, III." Mitglieder werden aufgenommen. Neue 9 Uhr bei Säger, 3wangsvollstreckung aus dem Urtheil so oft er will versuchen, so Vergnügungs- Verein Fidel, Offenbarungseid geleistet haben. 2. Ihre zweite Frage können fommen. Brüder", Abends 9 ühr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäste will wir nicht beantworten, da uns die betr. bayerischen Verordnungen Holzmarktstraße 72. Berein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kasino, nicht zur Hand find. Rauchklub ,, Rosenblätter", Abends 8% Uhr bei Leopoldt, Yort- und Mannsteinstraßen- Ece. Gäste willkommen. Rauchklub C. H. Die Entlassung Ihrer Tochter ist nicht gerechtfertigt. humoristische Pfeifenbrüder". Abends 8% Uhr, bei Suder, Kloster: Sie kann daher 14tägige Lohnentschädigung verlangen, wenn straße 63. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Geselliger Verein Elim bim", Abends 9 Uhr bei George, Großgörschenstraße 13. Herren als nicht etwa Kündigung vertragsmäßig ausgeschlossen war. Gäste willkommen. im Vittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13. Vergnügungsverein ,, Reichstrone" Abends 9 Uhr, J. W., Pommern. 1. Wenn ein Dienstmädchen der HerrBergnügungsverein Sämmtliche Zimmerer Schönebergs sind zu dieser Ver- auf" Abends 8½ Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße einſchaft fündigt, so muß es auf Verlangen das letzte Weihnachts2. Wenn nicht etwa entgegenstehende Vergnügungsverein Schönhauser Linde" Abends 9 Uhr, geschenk herausgeben. Testamentsbestimmungen getroffen sind, kann der großjährig Gewordene die Herausgabe des Vatererbes verlangen. 3. Für die Zeit, in der Jemand außer Stellung ist, braucht er keine Beitragsmarken zur Altersversicherung einzufleben. 4. Die Frau möge beim Armenvorsteher Unterstützung beantragen. Zentral- Kranken- und Sterbekalle aller Arbeiter Deutschlands. ( Zuschuß Kasse.) Dertliche Verwaltung Rigdorf. Dienstag, den 8. März cr., Abends 8% Uhr: Bersammlung bei Duscheck, Bergstraße 7. Tagesordnung: Wahl eines Delegirten zur General- Versammlung. Statuten- Aenderung. Verband deutscher Zimmerleute. Filiale Schöneberg u. Umgegend. Dienstag, den 3. März, Abends 8 Uhr: Versammlung in der Schloß- Brauerei. Tagesordnung: 1. Besprechung der Gesammt- Anträge zur diesjährigen GeneralVersammlung in Halle a. S. 2. Abrechnung vom Vergnügen. 3. Verschiedenes und Fragekasten. fammlung eingeladen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zentral- Kranken- und Sterbekasse des Deutschen Senefelder- Schönhauser Allee 46, Bundes( E. H.) Verwaltungsstelle Berlin. Heute, Abends 8 Uhr im Restaurant Roellig, Neue Friedrichstr. 44: Mitglieder- und Verwaltungs- Versamm Tung, Tagesordnung: Abrechnung pr. 4. Quartal. Neuwahl der Verwaltung. Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, den 3. März: Letzte Versammlung bei Reßner, Annenstr. 16.( Näheres stehe Annonze.) Freie Gemeinde für Rixdorf und Umgegend. Mittwoch, 4. März, Abends 8% Uhr: Mitglieder Versammlung in Kummer's Salon, Berliner: straße 136. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Diskussion. 3. Gemeinde- Ange= Legenheit. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Gäste haben Zutritt. Achtung Friedrichsberg u. Umgegend! Große Versammlung des Algemeinen Arbeiterinnen- Vereins Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 4. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Spißig, Frankfurter Allee 194. Tagesordnung: 1. Vortrag des Frl. Wabniz. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren als Gäste sind eingeladen. Zur Deckung der Untosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bittet der Borstand. Große Versammlung des Allgemeinen Arbeiterinnen- Vereins Berlins und Umgegend( Filiale Moabit). Mittwoch den 4. März, Abends 8 Uhr, bei Figes, Wilsnackerstr. 63. Tagesordnnng: 1. Vortrag des Herrn Wilhelm Werner. 2. Discussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren als Gäste sind eingeladen. Große Mitglieder- Versammlung des Zentralvereins der Hausund Geschäftsdiener Berlins am Donnerstag, den 5. März, Abends 9 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jatobstr. 48. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Beus über Trodes- Unions oder die englische Gewertschäftsbewegung. 2. Distuffion. 3. Mittheilung und Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Abrechnung vom Mastenball. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Bei der hochwichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Bäste willkommen. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Serwegh", Abends 8% uhr, im Lokale des Herrn Otto Linke, Forsterstraße 45. Gäste will 31 " tommen. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht ertheilt. 47. J. K. Die Verse sind nicht zu brauchen. Ihre gute Absicht ist anzuerkennen. H. i. R. Deffentlich empfehlen wir Niemand. Kommen Sie auf die Redaktion, so werden Sie Bescheid erhalten. T. 27. Sie können zur Leistung der Zahlung angehalten werden. Hagen. Sie müssen Geduld haben. Fragen, die technischer Natur sind, werden einem Sachverständigen vorgelegt. Sobald derselbe die Fragen beantwortet hat, erhalten Sie Antwort. " B. R., Schankwirth. Wenden Sie sich nur an den Verlag der betreffenden Zeitung. Weshalb laffen Sie sich überhaupt mit den Leuten ein. Buchhandlung. 3. Barnimstr. 26 gehört zum 195. Stadtbezirk, H. J., Barnimstr. 20. 1. Wissen wir nicht. 2. In jeder also zum V. Wahlkreis. Barnimstr. 27 gehört zum 188. Stadt bezirf, also zum IV. Wahlkreis. tommen. Humanität" Abends 8% Uhr im Lokale des A. W. Hannover. Herrn Steuer, Weinstraße 22. Gäste willkommen. Bobutka" erscheint in Paris, librairie Proletarier", Kéva, 7 rue Berthollet. ( Pankow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28. " Russia" erscheint in London und ist " Hasenclever", Abends 8% Uhr, im Restaurant Scholz, Kastanien Allee 35. Gäste willkommen. durch die Arbeiter- Buchhandlung von R. Baginsti, Dresdener" Fester Wille", bei Schulz, Gartenstraße 70. Agitationsverein straße 52-53, Berlin S., zu beziehen. Robotnit" erscheint in assalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend, Dienstag, Abends Lemberg, Akademiestr. 7. K. S., Gerichtstr. Ihre Frau hat die Hälfte zu bezahlen. C. S., Rigdorf. Wir wissen gar nicht, was Sie gefragt haben. 2. 100. Sie können sich nur an die Armendirektion wenden. Ein Privatverein eristirt nicht. " " Ge " 1 R. K. Das richtet sich nach dem Kontrakt. Eine gesetzliche Bestimmung in der Beziehung besteht nicht. 9 Uhr, Uebungs stunde, Aufnahme von Mitgliedern. Gesangverein Steineiche( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 bet Heise. fangverein Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz Grenadierplay 7. Gesangverein Allegro", Stalizerstraße 142 bei Greiser. Gesangverein„ Olympia", Prinzenstraße 106 bei Gerth. Gesangverein reuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. Gesangverein" kdelitas", Ackerstraße 13 bei Kummer. ,, Moabiter Stebertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Gesangverein ,, Mai= glöckchen", Hochstr. 32 a bei Wilte. Männerchor„ Süd- Ost", Köpnickerstraße 191 bei Fogr. Männer- Gesangverein Harmonia", Abends 9 Uhr H. B. 1. In der Mark Brandenburg erhält die Wittwe bei Lemm, Steinmetzstr. 76. Gefangverein Bruderherz" bei Birto, beim Tode des Mannes die Hälfte des gemeinschaftlichen VerStraußbergerstr. 3. Männer- Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33, bei Mieke, Abends 9 Uhr. Gesangverein Waldtapelle" in Friedrichs mögens, die andere Hälfte erhalten die Kinder zu gleichen Theilen. hagen, Restaurant Blant, Friedrichstraßeе, Abends 9 Uhr. Gefangverein 2. Die Desinfektionskosten müssen gezahlt werden. 3. Bis zum ,, nverzagt", Röpnickerfir, 127 a bei Küster. Jhn'scher Gesangverein 24. Januar. Humor", bet irt, Straußbergerstr. 3. O. B. In Berlin giebt es für Hebeammen keine behördlich genehmigten Zaren. stehendes und in besonderer Weise abgabenpflichtiges PrivatA. D. 1. Die Reichsbank ist ein unter Kontrolle des Reiches unternehmen. 2. Bilder des Kaisers unterliegen der Pfändung durch den Gerichtsvollzieher. Sonst dürfte derselbe ja auch Geldstücke nicht wegnehmen. Saugershausen. Wir können in dem uns mitgetheilten Thatbestande feine strafbare Handlung erblicken. 6000. K. Verstrichen ist die Zeit noch nicht. Sie müssen sich ein ärztliches Gutachten verschaffen und die Sache der Staatsanwaltschaft anzeigen. C. S., Tischler. Da die Anzeige vom Diebstahl der Uhr bereits erstattet ist, würde Ihr Strafantrag keinerlei Zweck haben. Ueber die Höhe des Strafmaaßes kann man ohne genane Kenntniß aller Einzelheiten nichts vorausfagen. pflichtet. O. 11. 1. Wir können doch unmöglich wissen, welcher Preis für die Wasserleitungs- Arbeit angemessen ist. Das kann Ihnen nur ein Fachmann sagen. 2. Ihre Frau muß das Gewerbe beim Magistrat anmelden. Franz 12 G. Der Wirth ist nicht zum Schadenersatz verA. G., Prenzlau. Da Jhr Arbeiter- Bildungsverein zweifel los als ein politischer angesehen wird, so müssen Sie der Polizei ein Verzeichniß aller, auch der auswärtigen Mitglieder einreichen. Dagegen braucht der Polizei des Wohnorts der auswärtigen Mitglieder von Ihnen keine Mittheilung gemacht zu werden. Fr. N., Oppelnerstraße. Die Herrschaft darf das Miethsgeld stets auf den Lohn anrechnen. Briefkaffen der Expedition. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Arbeiter von W. Strube 4,80. Orientalischer Rauchklub 6,00. Gesangverein Fortschritt 2,30. Tischler, Louisen- User Nr. 17, 3,50. Werkstatt Fieberraudt 3,50. Sattlerwerkstatt durch Lechleitner 10,25. Ge nosse Gräber, amerif. Auktion, 1 Apfelsine, 3,00. Zentralverein d. Hausdiener 5,15. Beim Geburtstag eines Vaterlandslosen 4,51. Nr. 100 2,15. Einige Tischler durch Kalläne 2,20. Arbeitern Martinitenfelde 30 m. Fint schlägt, Holzmarktstraße, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Anacreon", B. R. 25. Ihr Mann muß ein Testament beim AmtsDienstag, Abends von 9-11 Uhr, bei eßner, Annenstr. 16. Männer- Gesangverein, unverzagt",( Moabit), Abends 8 Uhr, bei Sermerschmidt, Perle gerichts niederlegen, in welchem er Sie zur alleinigen Erbin einbergerstraße 28. Gefangverein Bruderherz", Straußbergerſtraße 3, fezt und nur seinen Eltern, falls diese noch leben, den Pflichtbei Birke, Abends 9 Uhr. Gesangverein Ludwig'scher Männerchor, s uhr, theil vermacht. Das Testament tann er selbst schreiben, unterim Reſtaurant Poppe, Lindenstraße 106. – Theater- und Bergnügungsverein schreiben und in versiegeltem Kouvert dem Gericht überreichen. Bertha's 30. Geburtstag, ges. durch Th. Hecht 3,55. Von den Vulcania", En Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen Die Kosten betragen 3-4 M. Theaterklub elmerding", Abends 9 Uhr, und Herren, willtonmen. in Hans's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ecke der Großbeerenstraße. Ber S. 100. 1. Der Gläubiger fann 30 Jahre lang die 1,00. Grabe 1,00. Fachverein der Tischler für den Bezirk Rixdorf und Umgegend. MS Versammlung am Mittwoch, den 4. März, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Barta, Bergstr. 120( fleiner Saal). Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Ernennung des Bevollmächtigten und des Schriftführers. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Bevollmächtigte. 313 Große öffentl. Frauen- Versammlung am Donnerstag, den 5. März, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee Ur. 11-13. Tagesordnung: 1. Vortrag der Frau Henrich-Wilhelmi über: Frauenrecht ist Menschenrecht". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 755b Männer haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Die Einberuferin: Ottilie Baader, Holzmarktstr. 8. Verein z. Wahr. d. Interessen d. KlavierArbeiter u. verw. Berufsgen. Grosser Wiener Maskenball am Sonnabend, den 7. März cr., Soeben erschienen! Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße 3. Soeben erschien und ist von uns zu beziehen: Die Frau und der Sozialismus. Von Auguft Bebel. Neunte gänzlich umgearbeitete Auflage von des Verfassers „ Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." Preis broschirt 2 M., gebunden 2,50 . Der beispiellose Erfolg, den der Verfasser mit den früheren Auflagen seines Werkes erzielte, obgleich dasselbe, durch das Sozialistengeset verboten, den großen Voltskreisen nur schwer zugängig war, ist dieser neuen Auflage, nachdem dies Hinderniß gefallen, in erhöhtem Maße sicher. Alle Gesellschaftsklassen bringen dem Buche das lebendigste Interesse entgegen und so sei dasselbe zunächst den Parteigenossen zur weitesten Verbreitung empfohlen. Allen Vereinen empfehle meine Verein polnischer Sozialdemokraten. Mittwoch, den 4. März, Abds. 81/2 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Vereins- Sitzung. Tagesordnung: 249 1. Vortrag. Diskussion. 2. Vereins angelegenheiten. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler K. Rothenburg, Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 26, feine dreimonatliche Reise angetreten, wegen seinem Freund Gottlieb Lange. Wir bitten daher die Familie des R. Rothenburg zu unterstützen. 745b Empfehle all. Freunden u. Genossen m. Weiß- und Bairisch- Bierlokal Arbeiterblatt liegt aus. 740 A. Kross, Hochmeisterstr. 29. Das gr. Lager Berlins Kinderwagen. Andreas r. 23,5.. Kanarienhähne u. Zuchtweibchen verk. 288L er d. 28itte, Invalidenstr. 21, 1. Buchhandlung u. Buchbinderei im Saale des„ Böhmischen Brauhauses", sowie alle Schreib- und Lederwaaren Landsberger Allee Nr. 11-13. Hierzu ladet ergebenst ein 185/18 Der Vorstand. Anfang 82 Uhr. Entrée 50 Pfo. Billets sind zu haben im Arbeitsnachweis bei Winzer, Naunynstr. 78, und bei den Kollegen Meyer, Andreasstr. 12; P. Scholz, Ostbahnhof 7; Paul, Adalbertstr. 71; Axt, Wrangelftr. 115; Kortum, Manteuffelstraße 70; und im Norden bei dem Beitragsammler Neumann, Ackerstr. 133, 2. H. im Keller. Achtung! Friedrichsberg u. Umgegend! Große Versammlung d. Algem. Arbeiterinnenvereins Berlins und Umgegend am Mittwody, den 4. März, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Spitzig, Frankfurter Allee 194. Tages Ordnung: " 101/11 1. Vortrag des Fräulein Wabnitz über: Natur- und Menschenrechte". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren, als Gäste, sind eingeladen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 180 L kaufen will, verlange bevor man DerfflingerWer Nähmaschine anderweitig kauft eine illustrirte Preisliste C. Mahnkopf, Berlin W., Strasse 23. eine VON Diese seit 24 Jahren bestehende Firma ist die vortheilhafteste Bezugsquelle in Nähmaschinen, wie dies fort während von Tausenden von Kunden anerkannt wird. R. Kohlhardt, Mariannenstr. 34. Den besten bayrischen Schmalzler aus ächtem Brasiltabak, sowie ihre rühmlichst bekannten 564b Rechts- Bureau des Kgl. Pr. Amtsridhters a. D., Alte Jakobftr. 102. II. Gewissenh. Rath u. Hilfe in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. Allen Westfalen u. Freunden d. rothen Erde empfehle täglich frisch eintreffend: Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10 Tüchtige selbständige Taillen- Arbeite rinnen finden dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn Oppenheimer& Co., 752b Jägerstr. 47-48. Züchtige selbständige Taillen- Arbeiter finden dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn Oppenheimer& Co., Jägerstr. 47-48. 753b Eigener Raugh, Kau- u. Schnupf- Pökelfleisch u. 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Euch allen ist schon bekannt, daß unsere Kollegen von der Pianofabrik von May u. Co. seit dem 28. Januar im Streit liegen und ist noch kein Ende abzusehen. Von unserer Seite ist alles geschehen, um diesen für uns so wichtigen Streit so bald wie möglich zu beenden. Wir fanden bei den Fabrikanten wenig oder gar kein Gehör, und nachdem nun die Kommission drei Unterredungen mit der Firma gepflogen hat, welche sämmtlich resultatlos verlaufen sind ja, bei der uns fast die Thür gewiesen wurde, sehen wir uns veranlaßt, den Kampf voll und ganz durchzu führen. Ist doch den Herren der Firma bereits etwas schwül zu Muthe geworden. Die tüchtigen Kräfte sind aus geblieben, auf welche sie rechneten. Welchen Schaden der Streif der Firma bereits zugefügt hat, das beweist uns folgendes gedrucktes Formular, oder sagen wir lieber folgende schwarze Liste, welche wohl in dieser Woche Verbreitung unter den Fabrikanten finden wird. Das Schriftstück lautet folgendermaßen: Berlin, Datum des Poststempels. P. P. Die unterzeichnete Pianofabrik giebt Ihnen hiermit bekannt, daß der Ende Januar von einem Theil ihrer Arbeiter wegen Lohndifferenzen in Szene gesetzte Streit durch die am 30. Januar erfolgte Entlassung der umstehenden Ausständigen als beendet anzusehen ist. Die Firma behält sich übrigens vor, die in Umlauf gesetzten unwahren Angaben einer gerichtlichen Untersuchung unterziehen lassen zu wollen. Dienstag, den 3. März 1891. 8. Jahrg. näckiger werden wird, siegreich zu Ende führen tönnen. Haltet zwischen durch Fall des Sozialistengesetzes die Verhältnisse gevor allem den Zuzug fern. Unterstützungen sind zu richten an Joseph Stockmar in Bühl ( Ober- Elsaß). NB.: Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Versammlungen. ändert hätten. Dieser Ansicht traten außer Marasas alle anderen Redner entgegen, es sprachen für Lokalorganisation: Gaßmann, W. Wernau, Vallentin. Die Wünsche der Versammlung werden in folgender, einstimmig angenommenen Resolution ausgedrückt: " Die heutige Versammlung der Bau- Arbeiter Berlins ist mit der Beschichung des Kongresses der Bau- und gewerblichen Hilfs= arbeiter einverstanden und erklärt in Anbetracht der schlechten Arbeitsverhältnisse nur drei Delegirte zu schicken; sie ist zwar für Lotalorganisation, giebt jedoch den Delegirten fein gebundenes Mandat mit." Die Unkosten sollen durch Ausgabe von Sammellisten aufgebracht werden, zu Delegirten wurden gewählt: Gaßmann, Gutsch, Vallentin. Eine öffentliche Volksversammlung der Freien Bolfs bühne" fand am Freitag, den 27. Februar, statt. Auf der Ferner wurde folgende Resolution angenommen: Tagesordnung stand als erster Punkt: Vortrag und Diskussion" In Erwägung, daß der Kongreß in der zweiten Woche nach über das Trauerspiel Der Leibeigene" von Alexej Pissemsti. Ostern einberufen ist, in fernerer Erwägung, daß die betreffenden Der Vorsitzende, Herr Wildberger, machte hierzu die Bemerkung, Delegirten wirthschaftlich wie finanziell Schaden haben könnten, daß der Vorstand der Freien Volksbühne" gleich nach der An- spricht die heutige Versammlung die Erwartung aus, daß die nahme des Stückes die Uebersetzerin desselben, Frl. v. Schabelsky, Agitations- Kommission, wenn irgend möglich, den Kongreß und nach deren ablehnender Antwort Herrn Harden gebeten habe, in die Osterwoche verlegt." den Vortrag über das Trauerspiel zu übernehmen. Erst in letzter Stunde sei auch von Herrn Harden abgelehnt worden, so daß man genöthigt sei, einen von den Herren Hart und Wille verfaßten Vortrag über das Stück vorzulesen. Das Amt des Vorlesens übernahm Herr Türk. Der Hauptinhalt ist folgender: Zum ersten Male erscheint das Trauerspiel Der Leibeigene" auf den Brettern eines deutschen Theaters, und bei den Mit gliedern der Freien Volksbühne" liegt die erste öffentliche Abstimmung über seine geistige Bedeutung, feinen finst lerischen Werth und seine theatralische Wirksamkeit. Düstere Tragit, gallenbittere Satire und charaktervolle Komik sind in der Dichtung wunderbar gemischt, und das ganze Werk verlangt deshalb Charakterdarsteller ersten Ranges, damit besonders die Szenen, in welchen die Zustände des russischen Gerichtswesens mit furchtbarem Hohne überschüttet werden, in ihrer satirischen Bucht zur rechten Wirksamkeit gelangen. " den Weiter berieth man über die Stellungnahme zu der Bauhandwerker- Konferenz, an der Resolution dieser hatten Gaßmann und Rennthaler Verschiedenes auszufezen, vor allen Dingen wurde getadelt, daß man immer von Bauhandwerkern spreche, man verlangte die Bezeichnung: alle auf Bauten beschäftigten Arbeiter." Bernau stellte noch Einiges richtig und man wählte dann zu Delegirten die Bau- Arbeiter Rennthaler, Wernau, Marasas. Hierauf stattete Wernau Bericht über die Berliner Streif Kontrollkommission ab und verlangte, daß Seitens der BauArbeiter derselben zur Bestreitung ihrer Unkosten, sobald wie möglich, ein Geldbetrag überwiesen werden solle. Der vorgerückten Zeit halber fand sowohl über diesen Punkt feine Beschlußfaffung mehr statt, als auch von einer Abrechnung vom vorjährigen Kongres Abstand genommen wurde. Beides soll in einer baldigst einzuberufenden Versammlung von Neuem auf die Tagesordnung gesetzt werden. Hochachtungsvoll und ergebenst H. May u. Co., Pianofortefabrik, Berlin SO., Muskauerstr. 84. ( Folgen die Namen der Arbeiter. Was diese Herren sich eigentlich denken, bleibt unbegreiflich. Die Piffemsti'sche Dichtung schildert die politischen und geWollen sie vielleicht diejenigen Fabrikanten, welche noch bessere sellschaftlichen Zustände, wie sie heute zwar gesetzlich nicht mehr Instrumente anfertigen, darauf aufmerksam machen, daß die auf möglich sind, aber vor 30-40 Jahren in ihrer ganzen Schroffhet der Liste stehenden Arbeiter tüchtige eingearbeitete Kräfte bestanden. Man sieht an dem Stücke, wie jung noch der Gedanke find, welche feit Langem, ja bis zu zehn Jahren an Freiheit und Gleichheit ist, wie nahe hinter uns die Zeit liegt Bur einstimmigen Annahme war noch nachstehende Resolution bei ihnen beschäftigt waren? Oder glauben die der Menschenunwürde, der grausamsten Sklaverei, der rohesten gelangt: Herren die Arbeiter hiermit zu schädigen? Wissen denn die willkür, der unbeschränkten Herrschaft des Einzelnen über Viele. Die heute in Zemter's Lokal tagende öffentliche Versamm Herren nicht, daß alle Fabrikanten, welche Berlin vor einer Wir alle müssen noch denselben Kampf fämpfen, lung der Bau- Arbeiter Berlins spricht ihre Entrüstung darüber Konkurrenz, welche die Preise drückt, wahren wollen, auf Seiten der Held des Pissemstischen Trauerspiels um feine aus, daß der arbeitenden Bevölkerung Berlins finniges der Streikenden stehen und dieselben womöglich noch unterstützen? Menschenwürde aussicht. Und wie dieser so finden auch Fleisch durch die Vermittelung des Zentral- Biehhofes an In der schwarzen Liste heißt es: wegen Lohndifferenzen in viele von uns in diesem Ringen gegen den Geist der Unter- geboten wird. Sie erkennt schon aus dieser Thatsache, daß die Szene gefester Streit." Wer hat den Streik in Szene gefeßt, drückung einen tragischen Untergang; fallen sie auch nicht unter Bemerkung des Oberbürgermeisters von Forckenbeck, es herrsche in wer war der Veranstalter dieser Arbeitseinstellung? Die Herren dem Beil des Henters wie der Bissemstische Held, so werden sie Berlin kein außergewöhnlicher Nothstand, durchaus unrichtig ist. der Firma Mat u. Co. waren es, die ihren Arbeitern das An- doch geistig und körperlich in mühseligem Frohndienste, in dem Gerade die Bau- Arbeiter hat dieser Winter am Härtesten beerbieten machten, sich den Abzug( d. h. 3-4 M. wöchentlich) ge- ewigen Kampf um den Lebensunterhalt frühzeitig gebrochen. troffen, wodurch sie gezwungen wurden, zu diesem Nahrungsfallen zu laffen, oder zu streiken, und da erlauben sich die Herren Daher ist uns das Drama, welches Sonntag an der Freien mittel zu greifen. Die heutige Versammlung spricht hiermit ein derartiges Zirkular herumzusenden. Sehen sie denn garnicht Boltsbühne" aufgeführt wird, froß seines fremdländischen den Wunsch aus, daß bei Gelegenheit eines ein, daß sie ihre Arbeiter dazu gezwungen haben zu streiken? Charakters ein Spiegel unserer Zeit, unserer eigenen Verhältnisse Festes im rothen Hause von diesem Fleisch GeFerner heißt es:" Die Firma behält sich übrigens vor, die in und ruft uns zu: Erfennt Euch selbst in diesem Bilde! brauch gemacht werde." Umlauf gesetzten unwahren Angaben einer gerichtlichen UnterGerade an der Freien Volksbühne", auf welcher vor allem suchung unterziehen lassen zu wollen." Nun, das kommt uns sehr die Werke einer von freiheitlichem Geiste erfüllten großen und Volksversammlung. Am 25. Februar fand im großen gelegen, wir wünschen es ebenfalls, nur möchten wir bitten, die echten Kunst zur Aufführung gelangen sollen, hat vor allen die Saale des Restaurants Königshof, Bülowstraße, eine gut besuchte Sache etwas zu beschleunigen, damit so bald wie möglich klar Sache etwas zu beschleunigen, damit so bald wie möglich klar russische Literatur ein Recht, gehört zu werden, da dieselbe vor Boltsversammlung für Männer und Frauen statt. Der Referent heit in diese Angelegenheit tommt. Vor Gericht wird es sich ja wiegend im Dienste des Volkes, der Freiheit und der Genoffe Th. Glocke sprach über Emanzipation der arbeitenden herausstellen, ob die Firma May u. Ko, Klaviere für 300 M. Aufklärung steht, und es ist ein schwerer Kampf, den die Klasse. Der Vortrag wurde mit reichem Beifall aufgenommen. liefert oder nicht. Die Aussage vor Gericht wird jedenfalls für russische Dichtung gegen Machthaber aller Art, gegen Staat und An der Diskussion betheiligte sich Genosse Nickel im Sinne des die Deffentlichkeit maßgebend sein. Im Uebrigen tann uns diese Polizei austämpft. Mit nie aufhörender Heftigkeit dauert dieser Referenten. Unter Verschiedenem sprachen Frau Habicht, Frau Drohung sehr fühl lassen, sind wir uns doch nicht bewußt, jemals Rampf schon lange Jahrzehnte hindurch. Deshalb ist die russische Leuschner und die Genossen Silberschmidt und Maciejewsky. Unwahrheiten behauptet zu haben. Aber noch mit einem anderen Literaturgeschichte ein Buch des Märtyrerthums, so erschütternd wie Herrn haben wir uns zu beschäftigen: Die Firma hat nämlich nur je eins geschrieben wurde. Auf jeder Seite der russischen Folgende Resolution wurde eingebracht und angenommen. Die heute hier Versammelten sprechen dem Referenten für den Küster Mennel in Rigdorf, Bergstraße 24, als Litteraturgeschichte fann man lesen, daß der Dichter so und so feine trefflichen Ausführungen ihren Beifall aus und verpflichten Arbeitsvermittler angenommen. Dieser Küster besorgt schon zum Tode verurtheilt und unter dem Galgen zu 20 Jahren sich, den Emanzipationskampf der arbeitenden Klasse unentwegt feit ein paar Tagen Arbeitskräfte für diese Fabrik. Der Sibirien begnadigt wurde. Gerade in dem Schicksal, welches zu erste war ein Tischler, welcher anmelden wollte, bie Spesen aber nicht entrichten konnte, da er hat, liegt die herbste Verurtheilung seiner Zustände, und es ist allem Anscheine nach dem arbeitenden Bolte nicht gerecht werden fein Stind zur Taufe Rußland seinen besten Söhnen, seinen größten Geistert better 3 fördern, insbesondere die Emanzipation der Frauen. Ferner erklären die Anwesenden, daß die Mehrheit des Reichstags bereits längere Beit arbeitslos ist. Das ging dem Herrn zu erklärlich, daß sich in Rußland vornehmlich eine Literatur ent- will. Das sieht man an den Lebensmittel- Zöllen und jetzt an Herzen und er sandte ihn zur Firma May u. Ko. um dort in wickelt hat, welche in der Schilderung der gesellschaftlichen Zu den Verhandlungen über das Arbeiterschutz- Gefeß, denn einerArbeit zu treten. Aber selbst den Streifenden, welche seine Verstände wurzelt, schonungslos die Zustände des Landes aufdeckt seits werden reaktionäre, den Arbeitern brückende Bestimmungen mittlung in Anspruch nahmen, gab er bereitwilligst die Adresse und all' die Verbrechen am Volkswohl mit bitterer Satire geißelt. willig angenommen, andererseits aber gerechte Forderungen May u. Ko., Mustauerstr. 34, ungefähr mit den Worten an: Sie hat auch einen besonderen Namen erhalten: Die Literatur der Sozialdemokratie kurzweg abgelehnt. der Anklage, die Literatur der Enthüllung! Gleichzeitig mit dieser Daher sind die hier Versammelten und mit ihnen auch gewiß Aufdeckung der äußeren Zustände des sozialen Lebens schildern das ganze arbeitende Wolf der festen Ueberzeugung, daß von der die russischen Realisten auch das seelische Leben in seinen feinsten heute herrschenden Gesellschaft nichts zu erwarten ist. Wir wissen, Verzweigungen und geheimsten Regungen. Sie nehmen dabei daß allein die Sozialdemokratie bestrebt ist, dem ganzen arbeitenwenig Rücksicht auf eine rasch fortschreitende, packende Handlung, den Wolfe ein menschenwürdiges Dasein zu verfchaffen. Darum sondern legen sich besonders auf die Charakteristik, und aus diesem rufen wir: Proletarier! Es ist Gure höchste Pflicht, Euch zu beGrunde darf man über die Werke der russischen Dichter freien vom Joche des Kapitalismus. Unsere Parole sei: Immer nicht mit ſeichter Oberflächlichkeit hinweggehen, sondern Vorwärts! Hierauf schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen man muß jede Zeile mit der höchsten Aufmerksamkeit lesen. Die Soch die Versammlung. Erzeugnisse der russischen Dramatik lassen sich daher schwer auf Da können Sie in Arbeit treten und viel Geld verdienen, den früheren Arbeitern hat die Firma etwas abziehen wollen( aber nur für eine Lieferung, ca. 700 M.), da haben sie die Arbeit niedergelegt. Im ferneren meinte der Herr, daß die Firma nur aus reiner Humanität die Lieferung angenommen hätte, um ihre Arbeiter nicht zu entlassen und sie somit brotlos zu machen. Dem Herrn Küster Mennel sei folgendes bemerkt: Was geht den Herrn der Streit an, und wie kommt der Mann dazu, den Arbeitsvermittler für diese Fabrik zu spielen? Nach unserer Anficht hat sich der Rigdorfer Küster Mennel überhaupt nicht um Streitangelegenheiten zu kümmern, Oder ist Herr Mennel von seiner Gemeinde als Arbeitsvermittler angestellt worden? Kollegen und Genossen! Ihr Alle seht wohl ein, mit wem Fehlern und Borzügen charakteristisch die Gesammteigenheit des Sonntag, den 1. März, über das Thema: Das Programm der wir hier zu kämpfen haben, mit schwarzen Listen und einem Rüster, beide von einer Farbe. Die Streiffommission. unseren Bühnen einbürgern und auch der Versuch mit der In einer sehr stark besuchten Volksversammlung zu Stralan Biffemski'schen Dichtung ist äußerst gewagt, da sie in ihren referirte der Reichstags- Abgeordnete Genosse Moltenbuhr am russischen Dramas wiederspiegelt. Sozialdemokratie. Der Referent besprach unter anderem auch Unter den Dichtern der Anklage- und Enthüllungsliteratur" den so oft zitirten Brief von Mary und seine Randglossen und nimmt Alexej Tertilattowitsch Bissemsti in Rußland eine der war der Ansicht, daß die Säße an der Spitze des sozialdemoWollt Ihr nun, daß wir aus diesem Rampfe fiegreich hervor hervorragendsten Stellen ein. Zwar befest er nicht die große und kratischen Programme teine großen nationalökonomischen Lehren gehen, so unterstützt uns moralisch, indem Ihr den Zuzug fernreiche Gedankenfülle, den tiefgründenden Geist und die künstlerische enthalten und deshalb von einem so gewiegten Kritifer wie haltet und materiell, indem Ihr fleißig auf unsere Listen zeichnet. Größe eines Dostejewski und Leo Tolstoi, aber immerhin ist er Mary leicht als fehlerhaft bezeichnet werden; der Arbeiter wisse Denn bedenkt! Schon lauern einige schlechter gestellte Fabri- dennoch unstreitig zu den ersten Dichtern seines Landes zu rechnen. aber ganz genau, was mit den kurzen, knappen Säßen gemeint tanten darauf, um einen gleichen Abzug vornehmen zu können. Auch seine Lebensschicksale sind weniger düster als die vieler fei, denn es sei eine der besten Zugenden unserer Arbeiter, daß Alle arbeiterfreundlichen Blätter, besonders in den Städten, seiner Kameraden, und doch hat auch er mit nachsichtsloser dieselben gern und viel lesen und deshalb ganz genau wüßten, Strenge die Schäden der Gesellschaft, den Egoismus und die wo die Ziele der Sozialdemokratie lägen. Redner gab dann wo Pianoforte- Fabriken bestehen, werden um Abdruck gebeten. rohe Genußsucht in seinen Schriften enthüllt und verfolgt. Be einen treffenden Ueberblick über die Maschinenproduktion, die Mit kollegialischem Gruß sonders der Verlauf seiner äußerst unglücklichen Ghe übte täglich immer breitere Maffen proletarisirte, und betonte, daß die eine tiefe Wirkung auf ihn und somit auch auf den In sozialen Uebelstände nur durch eine gründliche Umgestaltung J. A.: J. Meyer, Berlin O., Andreasstr. 12, 3 Tr. halt seiner Schriften aus, in in welchen welchen er das ganze unserer ganzen gesellschaftlichen Verhältnisse beseitigt werden Au die Arbeiter Deutschlands! Genossen und Kollegen! weibliche Geschlecht mit ſteptischen Gefühlen betrachtet. Etwas tönnten. Dieses Streben brücke aber das Programm ber SozialDie Arbeiterbewegung, die ihren Siegesmarsch durch die ganze pon den Stürmen in seinem unglücklichen Eheleben ist auch in demokratie knapp und klar aus, so daß dasselbe seinem Zwecke Welt fortsetzt, hat auch die Arbeiter Elsaß- Lothringens aufge: dem Trauerspiel" Der Reibeigene" herauszufühlen. Der„ Leib- voll und ganz entspreche. rüttelt; sie beginnen zu erkennen, daß ihr Heil und ihre Zukunft eigene" gehört zu den besten Dichtungen von Pissemski, und man nur in ihrer eigenen Kraft und in der ihrer Klasse liegt. Aus darf deshalb hoffen, daß die Aufführung des Trauerspiels am Beifall aufgenommen. Eine Diskussion fand nicht statt, da sich diefer Erkenntniß hervorgegangen, haben sich in neuerer Zeit in Sonntag einen befriedigenden Verlauf nehmen wird.( Beifall.) Da sich zur Diskussion Niemand meldete, ging man nach den Reichslanden einige Arbeitervereine gebildet, die sich naturZu Punkt 3 der Tagesordnung: Wie stellen sich die Gegemäß auch sofort den Haß der Kapitalisten zuzogen. Der an einer Pause von zehn Minuten zu Verschiedenem" über, und der Mitgliederzahl stärkste dieser Vereine ist der Fachverein der Textil- Vorsitzende machte bekannt, daß die Februar- Borstellung für die nossen zur Wahl eines Vertrauensmannes für Rummelsburg und arbeiter von Bühl und Umgegend; er zählt, trots feines ganz Mitglieder der zweiten Serie im März stattfinden werde, und Umgegend?" bemerkte der Vorsitzende, daß man bisher immer kurzen Bestandes, bereits zirta 350 Mitglieder, darunter zahlreiche zwar ebenfalls das Sudermann'sche Drama" Die Ehre" aufge- nur für einen Wahlkreis einen Vertrauensmann gewählt habe. Arbeiterinnen, Am Montag, den 23. Februar, fündigte nun Herr führt werde. Die Vorstellung, welche am Sonntag für die Wlit. G8 habe sich aber mit der Zeit das Bedürfniß herausgestellt, für Fabrikant Rogelet sämmtlichen bei ihm beschäftigten Vorstands- glieder der zweiten Serie gegeben werde, finde etwa acht Tage einzelne Orte einen eigenen Vertrauensmann zu wählen, einmal um den Vertrauensmann des Wahlkreises möglichst zu entlasten, mitgliedern des genannten Vereins, der ihm schon längst im Wege war. später auch für die der ersten Serie statt. Nachdem hierauf noch einige kleinere Angelegenheiten erledigt und andererseits, um den Genossen eines Ortes die Abwicklung Hierdurch sollte der Verein vernichtet werden. Kaum hatte sich der Geschäfte mit dem Vertrauensmann nach Kräften zu erleichtern. jedoch die Kunde von dieser Gewaltmaßregel in der Fabrit waren, wurde die Versammlung gefchloffen. Stellung zu diesem Punkt nahmen die Genossen Günther, Bär, Rogelet verbreitet, als sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Thielede, Rosenkranz, Hamm, Lange, Borgbert, Weigel, BrinkSpinnerei und Schlichterei sofort ihre Arbeit niederlegten, um die Gine öffentliche, unter Borfis des Herrn Gutsch tagende mann und Blasse. Gewählt wurde gegen 8 Stimmen Genoffe Wiedereinstellung der gemaßregelten Kollegen zu erzwingen. Sie Bau- Arbeiter- Bersammlung beschäftigte sich am Sonntag Mittag Rosenkranz. Unter Verschiebenem" wurde den Genossen empfohlen, auf das daß es den Kampf um die Organisation gilt. zunächst mit der Stellungnahme der Bau- Arbeiter Berlins zu dem Kollegen und vom 6. bis 9. April in Halle stattfindenden Kongreß. Der Referent demnächst erscheinende Parteiorgan für den Kreis Teltow- Beeskow Kolleginnen! Unterstüt Cure nach Verbesserung ihrer Lage rin- hierzu, Genoffe Rennthaler, empfahl Befchickung deffelben und trat zu abonniren. Das Unternehmen sei ins Leben gerufen, weil man genden Brüder und Schwestern im Elsaß durch Zusendung von gleichzeitig für eine Bentralisation ein; obgleich er bisher Gegner auf die Unterstützung der Genoffen gerechnet habe. Antheilscheine Geldbeiträgen, damit sie bell stampi, der voraussichtlich ein hart- biefer Organisation gewesen set, vertrete er sie jetzt, da sich in-& 5 M. und Abonnementstarten seten bei dem Genoffen Lange Bau- Arbeiter- Versammlung. Der Vortrag des Genossen Molkenbuhr wurde mit großem troy wiederholter Aufforderung des Vorsitzenden kein Gegner zum Wort meldete. " in Friedrichsberg, Chaussee Nr. 31 2 Treppen, zu haben.-1diese Versammlung ebenso zahlreich besucht werden möge. Der Genosse Bär kritisirte das Verfahren, welches vor kurzer Zeit Ueberschuß der Tellersammlung von 15 M. 25 Pf. wurde dem bei einer Petition für Friedrichsfelde und Lichtenberg eingeschlagen Vertrauensmann überwiesen. Nach Schluß der Versammlung worden, wobei man von Frauen die Namensunterschrift des blieben die zahlreichen Theilnehmer noch lange bei gemüthlicher Mannes verlangt habe. Redner empfahl der Versammlung gleich- Unterhaltung und Tanz beisammen. zeitig, sich stets mit dem Inhalt derartiger Petitionen bekannt zu machen und nicht blindlings zu unterschreiben. Ein Antrag, die Tellersammlung fortzusehen und den Ertrag der General- Streitkommission zu überweisen, fand einstimmige Annahme, desgleichen folgende Resolution: „ Die heute in der Reischach'schen Brauerei tagende Volfsversammlung möge beschließen, in Zukunft keinen Hut mehr zu kaufen, der nicht mit einer Arbeiter- Kontrollmarke versehen ist, um so die Arbeiter im Hutgewerbe vor Ausbeutung zu schüßen." Nach Erledigung einiger fleinerer Angelegenheiten wurde hierauf die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. Kutscher Versammlung. freises bielt am Montag, den 22. v. M., eine Versammlung ab. Der sozialdemokratische Wahlverein des 5. WahlUeber die Ursachen der Krisen hielt Genosse Wilhelm Werner einen beifällig aufgenommenen Vortrag. In der Diskussion nahm Reichstags- Abgeordneter Genosse Förster das Wort und beleuchtete in eingehender Weise die heutigen Zustände. Auch sprachen noch Der Fachverein der Lithographie- Steinschleifer und einige Genossen im Sinne des Referenten. Zu Verschiedenem ge Berufsgenoffen( Luruspapier- Präger) hielt am Sonntag, den langte eine Frage zur Verlesung: Wie steht der Wahlverein zur 22. Februar, eine Mitgliederversammlung ab. Die Versammlung Feier des 1. Mai? Der vorgerückten Zeit wegen mußte dieser war die bestbesuchte, die der Verein während seines 5 jährigen Punkt bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt werden. Mit Bestehens gehabt hat. Auf der Tagesordnung stand, Vortrag der Aufforderung an die Genossen, sich recht zahlreich am Verdes Herrn Otto Sillier über Stellungnahme zur Bentralisation gnügen am 7. März zu betheiligen, schloß der Vorsitzende die event. Auflösung des Fachvereins. Der Referent hielt einen vor- Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale trefflichen Vortrag und erntete lebhaften Beifall. Sozialdemokratie. sandt werden, welche voll und ganz dafür eintreten, und immer wieder die Arbeiterpartei der Stadtverordneten- Versammlung aufzufordern, den Antrag hochzuhalten und von neuem zu bes antragen. Er ging u. a. auch auf den Streit bei der Firma Dest reich u. Hartmann näher ein und unterzog die Firma einer Der Verein der Einsetzer( Tischler) hielt am 22. Februar scharfen Kritik. Den streifenden Arbeitern wird von der Firma vor eine Vereins- Versammlung ab, in der Kollege Himann einen beigeworfen, daß sie kontraktbrüchig geworden sind. Das ist nicht wahr. fällig aufgenommenen Vortrag über unentgeltliche Lieferung der An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Seidel, H. Schulbücher hielt. An der darauf folgenden Diskussion betheiligten Im großen Saale der Arnimhallen fand am Sonntag, den und W. Zechert, Noffe, Müller, Scharnow, Schorsch, Wiesinger, sich Schmiß, Schönberg, Pitters, Schmidt u. A. Hierauf wurde 1. d. M. Nachmittags unter Zeitung des Herrn Brunsch eine Renke und Friedewaldt. Kollege Seidel hob hervor, daß alle folgende Resolution einstimmig angenommen:„ Die Versammlung öffentliche Versammlung der Kutscher und aller im Fuhrwesen Luxus-, Spizen-, Monogramm, Kartonnagen-, Blumenpräger erklärt sich in Betreff der unentgeltlichen Lehrmittel- Vertheilung beschäftigten Arbeiter statt, die gut besucht war. Reichstage- und Schläger in der Zentralisation aufgenommen werden. Der an die Schüler der Kommunal- Schulen mit den Ausführungen Abgeordneter Schmidt Frankfurt referirte über die Frage, wie Antrag des Kollegen Klauß, den Fachverein nicht aufzulösen, des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, dafür Sorge zu sich die obengenannten Arbeiter zur Gewerbe- Ordnungs- Novelle wurde jedoch schließlich angenommen; ferner wurden einem kranken tragen, daß Vertreter in die Stadtverordneten- Versammlung ent stellen, und erörterte in seinem Vortrage auch die Frage, welchen Kollegen 30 M. bewilligt. Werth die Verkürzung der Arbeitszeit für die Kutscher habe und ob eine solche einzuführen möglich sei. Die erste Frage beantwortete der Vortragende kurzer Hand dahin, daß die Kutscher 2c. sich eigentlich gar nicht zur Gewerbe- Ordnung stellen, indem sie oon derselben gar nichts zu erwarten haben, da diese das Fuhrwesen gänzlich unberücksichtigt lasse. Da die Kutscher sonach von Gesetzes wegen nicht geschüßt werden, so hätten sie sich selber su schützen und zwar, indem sie sich in festen Organisationen zusammenschließen, sich in denselben aufklären über ihre traurige Lage und sich vermöge der Aufklärung und Organisation bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erringen. Der Vortragende unter zog die allgemeinen Verhältnisse im Fuhrwesen, die übermäßig lange Arbeitszeit, die geringen Löhne, Gefahren und Strafen zc., einer fachlichen Kritik und ermahnte die Versammelten an ihre Pflicht, sich selber auszuklären und die Unaufgeklärten zur Erkenntniß zu bringen. In der Diskussion sprachen die Herren Gaßmann, Ahlfeldt, Link, welcher namentlich im Gegensatze zum Referenten einen energischen Protest gegen die Gewerbe- Ordnungs- Novelle empfahl, welche die Kutscher der GeEine eingelaufene Resolution gab in ihrer Fassung Veranlassung zu einer lebhaften Debatte. Die felbe gelangte in ihrer vorgeschlagenen Fassung schließlich zur selbe gelangte in ihrer vorgeschlagenen Fassung schließlich zur Annahme und lautet wie folgt: finde- Ordnung unterstelle. Eine öffentliche Versammlung von Männern und Frauen fand am Sonntag, den 22. Februar, im Hoffmann'schen Lokale statt unter Vorsitz des Genossen Ring. Genosse Sündermann sprach in derselben über das Thema: Jedem der volle Er- Die Kistenmacher hielten am 21. d. M., eine öffentliche trag seiner Arbeit eine Utopie? Nach der Diskussion, an der Versammlung mit Frauen ab. Herr Türk hielt einen Vortrag sich mehrere der Anwesenden betheiligten, wurde folgende Re- über" Frauenbefreiung" welcher mit Beifall aufgenommen wurde. solution einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung er- In der Diskussion sprach Kollege Tschernig im Sinne des flärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden Referenten. Folgende von Frau Huchthausen gestellte Resolution und verspricht mit aller Energie die Prinzipien der Sozialdemo- ward einstimmig angenommen: Die öffentliche Ristenmacher fratie durchzusetzen, um dadurch das zu erreichen, was in dem versammlung mit Frauen erklärt sich mit den Ausführungen des Referat ausgesprochen ist. Unter Verschiedenem beschloß man, Referenten einverstanden; hauptsächlich verpflichten sich die den Ueberschuß der Tellersammlung der General- Gewerkschafts- Männer, die Frauen so viel wie möglich aufzuklären. Ein Antrag, fommission in Hamburg zu überweisen. Nach Erledigung ver- die ausgesperrten Arbeiter Deutschlands zu Deutschlands zu unterstüßen, schiedener Mittheilungen schloß der Vorsitzende die gut besuchte und zu diesem Zwecke Sammellisten zirkuliren zu lassen Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. fand einstimmige Annahme. Nach der Beendigung der VersammAlsdann folgte gemüthliche Unterhaltung mit Tanz, der die lung fand noch geselliges Beisammensein, rerbunden mit Tanz Anwesenden bis Mitternacht zusammenhielt. und humoristischen Vorträgen statt. In Zukunft sollen noch mehrere derartige Versammlungen arrangirt werden. Eine Mitglieder- Versammlung des Fachvereins der Tapezirer Berlins und Umgegend fand am 24. Februar statt. In einer öffentlichen Versammlung der Bau- und Zunächst hielt Herr Türk einen sehr interessanten Vortrag über gewerblichen Hilfsarbeiter von Schöneberg vom 17. d. M. Herenprozesse. An der Diskussion betheiligte sich Kollege Frei- wurde nach einem Referate des Kollegen Wallenthin beschlossen, " In Erwägung, daß die Lage der großen Mehrzahl aller im wald. Kollege Franzke macht auf die demnächst stattfindende nach dem Kongreß, der am 6. bis 9. April in Halle a. S. stattFuhrwesen beschäftigten Arbeiter eine überaus gedrückte ist; in Versammlung der Orts- Krankenkasse aufmerksam, da Wahl der finden soll, einen Delegirten zu entfenden. Im Prinzip sprach Erwägung, daß die Lohnverhältnisse derselben schlechter als in Delegirten stattfinde, müsse jedes Mitglied dahin wirken, daß auch sich die Versammlung für die Lokal- Organisation aus. jedem anderen Arbeitszweige sind, die Arbeitsdauer dagegen eine zielbewußte Arbeiter als Delegirte gewählt werden. Auch Kollege ganz außerordentlich lange ist; in Erwägung endlich, daß eine Friedmeier weist darauf hin, daß bei der Wahl möglichst tüch Männer fand am Sonntag, den 22. Februar, un Diten statt. Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Menderung dieser menschenunwürdigen Verhältnisse nur durch das tige Kollegen gewählt werden müßten, es seien jetzt gemeinsame Borgehen aller Arbeiter herbeigeführt werden kann, Kollegen im Vorstand, welche nicht einmal einer Organi Herr Türk hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vorbeschließt die heutige Versammlung: sation angehören. Eine Frage: was ist Patriotismus und trag über die französische Revolution. Von einer Diskussion Bumi Schluß macht noch ein Kollege bekannt, daß jetzt auch ein daß am 8. März in demselben Lokal wieder eine Frauen- und Sozialismus" wurde von Herrn Türk sehr eingehend beantwortet. wurde Abstand genommen. Der Vorsitzende machte noch bekannt, Tapezirer mit im rothen Hause size, und zwar der im 21. Rom- Männerversammlung stattfindet, und schloß mit einem Hoch auf welcher jedenfalls auch dafür sorgen würde, daß bei den nehmer der Versammlung hielten Tanz und Vorträge noch gesellig munal- Wahlbezirk neu gewählte Tapetenhändler Herr Frick, die völkerbefreiende internationale Sozialdemokratie. Die Theil Zapezirern von nun an fein Nothstand vorhanden sei. Gleich- bis zur späten Stunde beisammen. zeitig wurde noch bemerkt, daß Herr Frick den Tapezirermeister, welcher feine Tapeten verklebt, 30 Bf. für die Rolle bezahlt, aber da er jeden Sonnabend das Geld für die verarbeiteten Rollen auszahlt, 2 Pf. pro Rolle abzieht. 1. Mit allen Kräften dahin zu wirken, daß für die im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter eine Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit durchgesetzt werde. 2. Gine aus allen Zweigen des Fuhrwesens bestehende Rommission zu wählen, welche für die nothwendige Agitation zu forgen hat." Ueber die weitere Frage, was die im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter am 1. Mai zu thun gedenken, referirte Herr Linke. Derselbe sprach sich entschieden gegen eine Feier am 3. Mai gemäß dem Vorschlage der Fraktion aus, empfahl, von einer Feier am 3. Mai gänzlich Abstand zu nehmen, da eine solche Eine öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins tagte feine Demonstation sei, vielmehr am 1. Mai zwar nicht zu am 26 Februar Kollege Thieme empfahl den Kollegen die feiern, wohl aber eine Versammlung abzuhalten und in der Resolution der Bauhandwerker und erläuterte dieselben sehr einselben eine Resolution zu fassen als Kundgebung für Verkürzung gehend. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Redner. Die der Arbeitszeit. Versammlung machte die Resolution einstimmig zur ihrigen. Im Abg. Schmidt vertheidigte den Vorschlag der Fraktion, Gewerkschaftlichen machte Kollege Thieme bekannt, daß er am am 1. Mai teine Feier zu veranstalten, vielmehr erst am 8. Mai 16. Febr. von Herrn Heinke aus Hamburg einen Brief erhalten, worin und wurde eine dementsprechende Resolution beantragt, während er sagt, daß er am 19. Februar den Töpfern Berlins ein Referat von anderer Seite eine den Anschanungen des Referenten ent- halten wollte über Zentral- und Lokalorganisation. Herr H. war sprechende Resolution beantragt wurde. Dieselbe gelangte ein schon am 11. Februar hierzu eingeladen, war aber nicht erstimmig zur Annahme nnd lautet: schienen. Kollege Thieme schrieb ihm, daß wir jetzt darauf ver" Die heutige in den Armin- Hallen tagende öffentliche Verzichteten, wofür die Versammlung ihm vollen Beifall zollte. E3 saminlung der Kutscher 2c. erklärt sich mit den Ausführungen wird von einem Redner noch angeführt, daß in Hamburg in der des Referenten einverstanden und beschließt, den 1. Mai zu feiern öffentlichen Töpfer- Versammlung etwa vierzig Kollegen und in und zwar derartig, daß, da in unserem Gewerbe von einer Tages der Innungs- Gesellen- Versammlung etwa siebzig Kollegen anfeier abgesehen werden muß, am 1. Mai Abends eine öffentliche wesend waren. Möge Herr Heinke erst am Orte sein Feld beVersammlung für sämmtliche im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter actern. Die Kollegen werden hiermit nochmals daran erinnert, und deren Angehörige einberufen wird, welche erstens einen der die ausstehenden Statistiken so schnell wie möglich einzusenden, Bedeutung des Tages entsprechenden Vortrag hört und dann ein denn es wird die höchste Zeit. gemüthliches Beisammensein veranstaltet. Gleichzeitig wählt die Bersammlung eine Kommission von drei Mann zur Ausführung dieses Beschlusses." haben. folgende Mitglieder neu aufnehmen lassen: Paul Salzwevel, In den Verein der Gast- und Schankwirthe haben sich folgende Mitglieder neu aufnehmen lassen: Paul Salzwedel, Klosterstr. 83, W. Burkhardt, Nostizstr. 50, F. Golz, Grunauerstraße 3, H. Schöpfer, Thurmſtr. 63, D. Brückner, Lothringer straße 67, R. Kurtz, Neute Friedrichstr. 73, H. Klemann, BärwaldStraße 50, J. Schmidt, Wallstr. 65, Eckert, Stromstr. 59, P. Haferland, Bellermannstr. 87, H. Schulze, Thärftr. 37, H. Schröder, Memelerstr. 82. zu Hohen- Schönhausen im Restaurant Schiele eine öffentliche Hohen- Schönhausen. Am Sonnabend, den 21. d. M. fand zu Hohen- Schönhausen im Restaurant Schiele eine öffentliche Bersammlung des Arbeiter- Bildungsvereins für Hohen- SchönBersammlung des Arbeiter- Wildungsvereins für Hohen- Schönhausen, Wilhelmsberg und Umgegend statt. Auf der Tagesord nung stand die Ergänzungswahl zum Vorstand. Es wurden ge wählt Genosse Elsholz als erster, Genosse Mannig als zweiter Vorsitzender und Genosse Neele als zweiter Kassirer. Nachdem unter Verschiedenem noch ähnliche Vorkommnisse besprochen wor den waren, schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie die Versammlung. Sprechlaal. " Der Fachverein der Lederarbeiter hielt am 23. v. Mts. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzus eine gut besuchte außerordentliche Generalversammlung ab. 3um geben ist, dem Bublikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinem Gewählt wurden in die Agitationskommission, welche zu wurden folgende Kollegen in den Vorstand gewählt: Kollege Interesses zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem ersten Punkt der Tagesordnung, Ergänzungswahl zum Vorstand, Inhalt desselben identifizirt zu werden. gleich die Mai- Angelegenheit regeln soll, die Herren Brunsch, Göritz als erster und Bökert als zweiter Vorsitzender, Kollege die an mich von den Kollegen Heidemann, Bünger, Starmann In Nr. 47 des Vorwärts" unter Sprechsaal befindet sich Ahlfeldt, Hedte, Gleinig und Loga woski. Ferner wurde beschlossen, mit voller Kraft für die Sozialdemokratie ein Haunschild als erster Kassirer und Richter als Beijizer. Als gerichtete Frage: Warum eine derartige Maßnahme gegen zutreten und immer mehr für die Aufklärung der Kutscher Sorge zweiter Revisor wurde Kollege Liebchen ernannt. Billets zu dem Th. Schulze? Wenn es da heißt, ich have nicht im Sinne der zu tragen, sowie den Neberschuß der Tellersammlung den aus am 21. März in Joel's Salon stattfindenden Kränzchen sind in Bersammlung gehandelt, so möchte ich die drei Kollegen einmal gesperrten Tabatarbeitern in Hamburg zuzusenden. der Zahlstelle für den Norden, Hirtenstr. 10, im Lofale Krüger fragen, inwiefern nicht? Die Kollegen werden sich doch wohl Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie und im Arbeitsnachweis, Louiſen- User 22 bei Sperling, zu noch erinnern können auf den Verlauf der Versammlung. Als wurde die Versammlung sodann geschlossen. Kollege Raschke angeführt hatte, Schulze wollte den Vorstand ver Eine öffentliche Versammlung der Marmor- und flagen und noch mehr, meldete sich Kollege Heidemann zum In der am Sonntag Abend in Knebels Salon, Bad- Granitstein- Schleifer beschloß Donnerstag Abend nach einem Wort. Er führt an, daß er wohl Th. Schulze erst verthei straße 58, abgehaltenen Frauen- und Männerversammlung, die eingehenden Vortrag ihres Kollegen Stop angesichts der gegen- digt habe, aber daß er nach dem eben Gehörten selbst äußerst zahlreich besucht war, hielt Genosse Theodor Meyner einen wärtig so ungünstigen wirthschaftlichen Lage den Vorschlag der nicht für die Wiederaufnahme des 2c. Schulze wäre. Der sehr interessanten Vortrag über das Thema?: Was lehrt uns die sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu akzeptiren und am selben Meinung war die Mehrzahl der Kollegen. Schule und was lehrt uns das Leben" Referent ging zunächst ersten Sonntag des Mai einen Ausflug mit Familie zu machen; Dann heißt es: Es ist von anderer Seite noch Schlimmeres auf den Gegensatz zwischen Schule und Leben, d. h. was in der die Vorbereitungen dazu wurden dem Bureau der Versammlung geschehen, und man ist über diese Fragen dann zur Tagesordnung Schule gelehrt wird und was später das Leben lehrt, näher ein. übertragen. In der Schule werde, anstatt den jungen Menschen für das spätere übergegangen. Nun diese Behauptung würde doch, wenn sie Als ein weiterer Punkt zur Tagesordnung war zu erledigen die Filiale resp. die Vereinigung angeht, doch besser in den Ver Leben vorzubereiten, außer einigen wenigen Elementarfächern, die Wahl eines Delegirten zu der demnächst stattfindenden Konfe- sammlungen angebracht sein, aber nicht an dieser Stelle. In der hauptsächlich Religion und viel von ruhmreichen Thaten und renz sämmtlicher Bauhandwerker Berlins zu der bereits statt- Versammlung würde ich ausführlicher antworten, hier halte Schlachten gelehrt. Ueberhaupt sei der heutige Unterricht äußerst gehabten war von diesem Beruf niemand delegirt worden, wozu ich es nicht für richtig. M. Wenzel. einseitig und ganz und gar von überirdischen und Religions- nun Herr Thies gewählt wurde. lehren durchwürzt. Referent ging sehr eingehend auf das Wesen des Unterrichts ein und fam schließlich auf die Noth- menden Unter Verschiedenem wurde beschlossen, für einen fomGewerkschaftskongreß einen wendigkeit einer durchgreifenden Reform im Sinne der modernen Kollegen gemachten Vorschlag, von dort aus einen Delevon den Hamburger Geschichtsauffassung zu sprechen, deren Träger eben die Sozial- girten zu senden, wozu aber Berlin die Hälfte der Kosten Briefkaffen der Redaktion. demokratie ist, für die zu streben und zu wirken jeder Mann und beisteuern sollte, abzulehnen und falls der Kongreß stattfinden Monarchen Europas veröffentlicht. Sie wollen sich also selbst 1052. Wir haben erst vor einigen Tagen die Zivilliste der jede Frau im Interesse ihrer selbst und ihrer Nachkommenschaft sollte, von Berlin selbst Jemand zu schicken. verpflichtet seien. Diese Reform hat darin zu bestehen, daß die Jugend in der Schule auf das fernere Leben vorbereitet werden ausgesperrten Hamburger Tavatarbeitern auch von Weiter wurde noch in Erwägung gezogen, wie am schnellsten daraus informiren. den Camille. So lange Sie uns keine thatsächlichen Unrichtigs den muß, damit der junge Mensch, wenn er in die Lehrjahre tritt, Marmor- und Granitstein- Schleifern Hilfe geleistet werden könne: feiten nachweisen können, behalten Sie nur Ihre Weisheit hübsch nicht mehr in dem Maße wie bisher als Ausbeutungs- Es wurden zu Vertrauensmännern dazu die Kollegen Immig und für sich. objekt betrachtet wird. Schon in der Schule müssen Ursachen Härtelt gewählt, in deren Hand die Geldfammlungen gelegt sein Fennstr. 1a. In eine solche Angelegenheit mischen wir uns und Wirkungen der jeweiligen wirthschaftlichen Verhältnisse den sollen, empfohlen wurde ihnen, sich zu diesem Behuf die Warfen nicht. Wenn Sie mehrere Jahre über den Vorfall geschwiegen Kindern begreiẞich gemacht werden, ebenso der Unterschied der Tabakarbeiter zu verschaffen, welche für die ausgesperrten haben, thun Sie das nur ruhig weiter. zwischen dem geschriebenen und dem Naturrecht, denn alle Arbeiter Deutschlands in Umlauf gesetzt würden. Menschen sind von der Geburt her als gleichberechtigt zu betrachten. Referent erntete für seinen Vortrag regen Beifall, Fachverein der Bürsten- und Pinselmacher Berlins und was sich noch besonders in der darauf folgenden recht animirten Umgegend. Die Angelegenheit besitzt kein Die regelmäßige Generalversammlung tagte am Diskussion dokumentirte. Zur einstimmigen Annahme gelangte Sonntag, den 22. Februar. Der Kassirer erstattete den Kassen- Osterholz bei Stadthagen. Es ist uns nicht möglich, eine Resolution, wonach sich die Versammelten mit dem Refe- bericht, und nach dem Gutachten der Revisoren alles stimmte, Ihnen die Abonnementsquittung zurückzuschicken. renten voll und ganz einverstanden erklärten und für die Berliner so wurde ihm Decharge ertheilt. Einer Vorlesung des Kollegen uns auf die Aufbewahrung solcher Quittung nicht einlassen. Die Arbeiter- Bildungsschule einzutreten versprachen, um das, was uns Siegmund über Arbeiterschuß- Gesetzgebung wurde gern zugehört. 10 Pf. Borto stehen Ihnen in unserer Expedition zur Verin der Schule bisher vorenthalten wurde, nun nachzuholen; ferner Zur Diskussion sprachen sich die Kollegen dahin aus, daß die fügung. nur Männer in die Gesetzgebung zu schicken, die die Interessen Herren Fabrikinspektoren doch auch einmal die Kleingewerb- Planen i. K. Der Monarch kann Krieg erklären. der Arbeiter wahrhaft vertreten. Hierauf machte der Vor- treibenden in ihren Schlupfwinkeln besuchen möchten, um zu R. B. fizende Heitmann darauf aufmerksam, daß am Sonntag, den sehen, in welch schlechten Räumen und verpesteter Luft die Leute folgen. G. M., Exercierstr. Wir konnen der Angelegenheit nicht näher treten, weil jedes Beweismaterial fehlt. O. R. Friedrichsgracht. öffentliches Interesse. Sie können die Sache ohne Rechtsanwalt vers 8. März, wiederum eine öffentliche Versammlung für Frauen arbeiten müssen. Zum letzten Punkt kommt eine kollegiale Ange- F. S., Ruppinerstr. Sie haben die dritte Lohnklasse zu und Männer in demselben Lokale stattfinde und hoffte, daß auch legenheit zur Sprache. bezahlen. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. t t C f Б f: 11 a