Nr. SS». RbonnementS'Btdlngunflen: RtonnemcntS• Preis prZnumeranda, Lierteljährl. 330 Mt., monatl. 1,10 2W„ wöchenllich 28 Psz. frei ins Haus. einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Vellage.Die Neue Wein 10 Pfg. Post. «bonnement: 1,10 Mark pro Monat. eingetragen in die Post< ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn 2 Marl, für das übrige«usland 8 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. S4. Crtchtlnt SgNch uBtr Blonlaw. Berliner Volksblnlk. Zcntralorgan der fozialdcmokratircben Partei Deutfcblande. DU TnUrtions-fifbObr tekägt für die sechsgespaltene KolÄtel-> geile oder deren Raum M Pfg., für Holl tische und gewerlschaslliche Vereins., «md VersammlungS-Anzeigen 80 Pfg.' .„Uielne Snreigen", das erste(fett.! .gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere � Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzcigcn das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 18 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S UhrnachmUtagS tn der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iv biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm.«dreffe: „SoiIilllleiiioltlZt Rii-IIn". Redaktion: 8Äl. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 22* September 1907* Expedition: SRI. 68, Lindcnstrasee 69. Fernsprecher: Amt IT. Nr. 1984. Sie Cffener ragung. Nicht alle Hoffnungen hat er erfüllt, der Parteitag im Ruhrrevicr. Aber im ganzen genommen muß die Essener Woche hohe Befriedigung erwecken. Mancherlei Zündstoff war vorhanden und an heftigen Auseinandersetzungen hat es nicht gefehlt. Aber sie wurden gemeiniglich in sachlicher Form geführt. Die Verhandlungen zeigten die überwiegende Mehrheit der Partei einig in den Grundanschauungen und wichtigen Einzelfragen, gut gerüstet und fest entschlossen, die Kämpfe der kommenden Tage tapfer zu führen. Der Essener Parteitag, dessen Grundzug eine ge wisse Nüchternheit und Geschäftsmäßigkeit ist, präludiert gerade wegen des ruhigen Kraftgefühls, das in seiner Haltung liegt, in höchst glücklicher Weise dem preußischen Parteitag und dem Wahlrechtskampf, den das Proletariat Preußens führen wird In der sachgemäßen, wohlgeordneten Erledigung seiner Aufgaben war die Tagung ein Musterparteitag. Nichts wurde überhastet, nichts übers Knie gebrochen. Jeder Punkt der Tagesordnung kam zu seinem vollen Recht, und die sonst meist notgedrungen ein wenig summarisch behandelten besonderen Anträge konnten diesmal in aller Gründlichkeit geprüft und verhandelt werden. Der Essener Parteitag war das erste Reichsparlament der deutschen Sozialdemokratie nach dem großen„Niederritt" nach ihrer Scheinniederlage vom Januar 1907. Und dieses Parlament hat— wie schon der Stuttgarter Kongreß— die Partei stolz und aufrecht, voll frischen Mutes und zäher Beharrlichkeit, voll Eifer und Zuversicht gezeigt. Nichts von Verzagtheit war zu spüren, kein Klagelied wurde laut, das auf die Melodie jener kleinmütigen Kritiken gestimmt ge- wesen wäre, die nach den Wahlen wie Pilze aus dem Boden schössen. Eine unumwundene Absage an all diese Kritiken war die treffliche Rede Bebels über die Reichstagswahlen und die politische Lage, und die gute Resonanz, die sie im Parteitage hatte, ließ klar erkennen, daß die überwältigende Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie die Blockwahlen beantwortet mit einem entschiedenen Bekenntnis zur scharfen Klassen� kampfpolitik. Die Debatte über die Kolonialpolitik, die sich an den Bericht vom Stuttgarter Kongreß anschloß, hat, wie voraus zusehen, nicht die erwünschte Klärung gebracht. Aber nicht nur aus dem Grunde, den wir in unserem Begrüßungsartikel zum Parteitage anführten, daß nämlich die Zeit nicht aus- reiche, die für diese Verhandlung zur Verfügung stand. Sondern vornehmlich, weil die Vertreter der„sozialistischen Kolonialpolitik", der„positiven Betätigung der Sozial demokratie in der Kolonialpolitik" sich nicht heraustrantcn. Unsere Hoffnung, daß aus der Auseinandersetzung die Stellung der Mehrheit unserer Partei zur Stuttgarter Reso lution erhellen werde, ist immerhin erfüllt worden. Die Dar stcllung, die nach der Stuttgarter Woche auftauchte, Ivonach die Zustimmung der deutschen Delegation zur Resolution der Kommissionsmindcrheit ein Akt der Verwirrung, ein Zufall gewesen sei und daß deshalb die baldige Revidierung dieses Beschlusses in Aussicht stehe, hat sich als Legende entpuppt. Der Parteitag hat die angefochtene Resolution bestätigt und gutgeheißen, und außer dem Nächslbeteiligten ist keiner aufgetreten, der die abgelehnte Resolution der Kommissions Mehrheit verteidigen mochte. Ebenso bedeutet die Diskussion über die Haltung zum Militarismus, die sich beim Bericht der Reichstagsfraktion entspann, eine Bekräftigung der scharfen grundsätzlichen Kampf- stellung der Partei zu dieser Geißel der Völker und Hochburg der kapitalistischen Unterdrückung. Nickt erledigt wurden die beiden wichtigen Fragen unseres Verhältnisses zu den lokalistischen Gewerkschaften und der Mai- fe'er. Möchten die Verhandlungen, die ihre Lösung vorbereiten sollen, einen guten Verlauf nehmen, so daß dem Partetiag zu Nürnberg nicht allzu schwierige Arbeit verbleibt. Zwei neue Waffen hat die Sozialdemokratie in Essen ge schmiedet. Dem Ausbau der Parteipresse soll das Preßbureau dienen, dem Kampf gegen den Alkoholismus die Resolution zur Alkoholfrage. Hoffentlich erfüllt das Prcßbureau die Erlvartungen und Wünsche seiner Befürworter und entkräftet eS die Befürchtungen, die wir hier geäußert haben. Die Verhandlung über die Alkoholfrage hat der Partei eine treff- liche, lichtvolle Erörterung des Problems, eine voll brauchbare Resolution zu dem Gegenstande und eine erfreuliche Konstaticrung der Einheitlichkeit der Partei in dieser Frage eingebracht. An dem letzteren haben wir übrigens nie ge- zweifelt. Auch die Arbeitcrabstinenten dürfen mit dem Ertrag zufrieden sein, wenn auch ihre Wünschenicht in äffen Einzel- hellen erfüllt worden sind. Alles in allem: die Essener Woche hat einen guten Ver- lauf genommen. Der Parteitag im Herzen des Reiches der Großindustrie, die Tagung im Revier der Schlote und Schächte hat die Partei gefördert und befruchtet. Wie in der griechischen Sage der Riese Antäus stets neue Kräfte schöpfte aus der Berührung mit der mütterlichen Erde, so hat die deutsche Sozialdemokratie aus der Berührung mit dem Gebiete des riesenhaft entwickelten Kapitalismus, dessen Tochter und Toten- gräber sie zugleich ist. neue Kraft gezogen. Sie wird sie zu nützen wissen I i Kolonlalpolitllt und Realpolitik. | Ob auch eine sozialistische Gesellschaft Kolonialpolitik treiben wird, das wird sich erst klar ergeben, wenn diese Gesell schaft da sein wird; das jedoch wissen wir sicher, daß man inner- halb der kapitalistischen Gesellschaft keine sozialistische Kolonialpolitik treiben kann. Andererseits sind wir darüber einig, daß es nicht genügt, die kapitalistische EntWickelung mit der Idee des Kollektivismus zu bekämpfen, daß man vielmehr der kapita listischen Politik eine proletarische Politik entgegensetzen mutz. DaS aber ist gerade der Vorwurf, der gegen die Mehrheit? resolution der Delegation deS Stuttgarter Kongresses zu erheben ist daß durch ihren spekulativen Hinweis auf eine sozialistisch Kolonialpolitik der kapitalistischen Kolonialpolitik kein Ab- b r u ch, vielmehr Vorschub geleistet wird, daß sie den harten Tatsachen der kapitalistischen EntWickelung einen ZukunftS träum entgegensetzt. DaS ist weder Realpolitik noch praktisch vielmehr im höchsten Sinne utopistisch. Wie jede Utopie— einerlei, ob anarchistisch oder oppor tunistisch— führt auch der Utopismus in der Kolonialfrage dazu daß man widerstandslos von der kapitalistischen EntWickelung fort gerissen wird, die man zu meistern sich vornahm. Niemand zeigt das an sich selbst so überzeugend klar, wie van Kol, der Haupt Verfechter einer sozialistischen Kolonialpolitik auf dem Jnter nationalen Kongreß. Eigentlich der einzige! Denn was z. B. David wie auch Ed. Bernstein in der Kolonialfrage bor« brachten, war so allgemein gehalten, daß eS auf jede politische Frage anwendbar war, auf die afrikanischen Kolonien wie auf die hessischen Bauern und die preußischen Liberalen, war„Theorie" in dem verrufensten Sinne dieses Wortes, bar und ledig aller Tatsachen der kolonialen Wirklichkeit. Außer seinen Reden in der Kommission und im Plenum legte van Kol seine Ansichten in der kolonialen Denkschrift der holländischen Delegation dar. Und wahrlich,«S muß gesagt werden: sein Mund sprach anders als seine Hand'schrieb, und seine schreibende Hand wußte nicht, was sich im Innersten seiner Gedanken regte. Ich war sehr erstaunt, als ich im Kongreßbericht die Aus lassungen van Kols über ein mehr humanes und friedliches Regime in den holländischen Kolonien laS. Denn gerade die neuere Kolonialpolitik mit ihrer an den Eisenbahnbau sich anschließenden forcierten Industrialisierung führt in den holländischen Kolonien, wie überall, zu einem verzweifelten Widerstand der Eingeborenen wovon z. B. der jüngste Aufstand auf Java ein blutiges Zeugnis ablegte. Mein Staunen stieg zur Verwunderung, als dann van Kol KautSky gegenüber den furchtbaren wilden Mann an die Wand malte, dem man nur mit dem Gewehr in der Hand be gegnen kann, und meinte, daß die Eingeborenen nicht wüßten, was sie mit einer modernen Maschine anfangen sollten, und höchstens einen Kriegstanz um sie aufführen würden. Daß van Kol mit seinem Gewehr'seinen eigenen kolonialen HumaniS- mus von vornherein zur Strecke brachte, mochte noch hingehen; verwunderlich war vor allem, daß er das Wesen der ganzen modernen Kolonialpolitik verleugnete: nämlich, die Eingeborenen an die Maschine zu bringen. Dann bekam ich seine Denk- s ch r i f t. Und siehe da! ich fand darin alles, was ich in seinen Reden vermißt hatte: ich fand den Javaaufstand, den berüchtigten Krieg gegen die Athje's, ich fand auch die Fabrik arbeit der Eingeborenen. Das alles wußte v a n K 0 l, als er seine Denkschrift verfaßte.— das alles mutzte er über Bord werfen, um seine Resolution zu verteidigen! Ich fand aber in seiner Denk schrift noch mehr. Ich fand dort die T a t s a ch e n, die in den Reden von David und Ed. Bern st ein nicht vorhanden waren— die koloniale Wirklichkeit, die allerdings jede kolonialpolitische Utopisterei gründlich zerstört. Van Kol untersucht in seiner Denkschrift die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Holland und seinen Kolonien. Er wirft die Frage auf. welche Bedeutung die Kolonien für den Handel Hollands haben, und antwortet:„Hauptsächlich nach 1870, als die Industrie in Deutschland ihren hohen Aufschwung nahm, blühte auch der Handel in Holland auf und nahm in 3b Jahren um 37b Proz. zu. Während der Gesamthandel sich in dieser Zeit um 7700 Millionen oder um 210 Millionen jährlich vermehrte, stieg der Handel in den Kolonien nur um 14 bis 15 Millionen.... Von dem Gesamt- betrag der Exporte Hollands geht kaum ein Dreißigstel nach Oft- indien... Der Export nach den Kolonien ist fortwährend im Rückgang begriffen.... Vom Standpunkte guter Absatz- märkte für Waren haben die Niederlande ein viel größeres Interesse an dem Verkauf an die Vereinigten Staaten, Rußland, Belgien und England; und während Ost- indien 1905 nur 3,5 Proz. der Ausfuhr aufnahm, betrug der Export nach Preußen 50,6 Proz. oder etwa„sünfzehnmal soviel". Van Kol 'ragt weiter, wie der Kolonialbesitz auf die Handelsmarine Hollands gewirkt habe.„Von den 32- Millionen Tonnen, die 1905 in den holländischen Häfen eintrafen(davon Zweidrittel in Rotterdam, wo der Kolonialhandel unwichtig, dagegen der Transithandel enorm ist), kam nur ein Fünfzigste! unter der dreifarbigen Flagge." Und wie wirkt der Kolonialbesitz auf die Industrie Hollands?„DaS Wachstum deS industriellen Kapitals wie die Zunahme der Dampf- Maschinen und der Zahl der Arbeiter ist nicht durch den kolo- nialen Besitz bewirkt worden... Von viel größerem Einfluß, als daS koloniale Absatzgebiet, ist für die energischen Geschäftsleute der Preis der Rohwolle in Amerika, der Kohlen in Deutschland oder der Preis der Produkte auf dem Welt- markt." Wie war die Kapitalbewegung?„In welchem Grad die in Indien erlangten Millionen Kapital zur ökonomischen Eni- Wickelung Hollands lieferten� ist schwer zu konstatieren; aber wahr- scheinlich ist mehr Kapital Holland entzogen worden, angespornt durch den größeren Gewinn in den Kolonien, welcher in Luxus und Spekulationen aufging." Und an anderer Stelle: „Durch ungeheueren Verdienst in den Kolonien angelockt, hat man in der Vergangenheit Holland Kapital entzogen, das, wenn es in Holland geblieben wäre, der Land- Wirtschaft und der Industrie eine größere Kraft verliehen hätte. Für die Zukunft ist wahrscheinlich, daß der niedrigere Lohn der Eingeborenen veranlassen wird, einige Industrien nach den Ko- lonien zu verlegen, wodurch man den Arbeitern im Mutterlande Brot und Arbeit entziehen wird." Man sieht, bevor die Kannibalen dazu gelangen, wie van K 0 l schilderte, ihn und KautSky zu verspeisen, hat er selbst die Kanni- balen und mit ihnen seine eigene Argumentation verspeist! Also sprach van Kol und also schrieb er! Die Tatsachen führten ihn zu der Uebcrzeugung, daß Holland auch ohne seine Kolonien, vermutlich sogar viel besser noch, auskommen würde. Nachdem er aber diese Schlußfolgerungen gezogen, begibt er sich mit Siebenmeilenstiefeln in das Nebelreich der Spe- k u l a t i 0 n und konstruiert imaginäre Staaten, bei denen die Dinge anders liegen könnten.„Die Kolonien mögen nützlich, in der Z u k u n f t sogar unentbehrlich sein für Grohstaaten, die zu eng würden für ihre Einwohner, ihre in- dustrielle Produktion oder ihr Kapital; wenn eine Dollblütigkeit ersteht. Aber das ist n i ch t der Fall in den kleinen Nieder- landen." Wenn van Kol, statt in daS Reich der Lüfte zu flüchten, sich an die Tatsachen gehalten hätte, so würde er sich leicht überzeugt haben, daß nirgends in der Welt eine gefährliche Voll- blütigkeit der Nationen besteht oder auch nur im entferntesten zu befürchten ist, daß nur ein kapitalistischer Aderlaß statt- findet, der den Völkern Menschen und Reichtum abzapft! Aber da van 5hol einmal in den Wollen schwebt, kommt ihm die ganze Welt und darunter auch sein Heimatland auf einmal verkehrt vor. Jetzt schreibt er mit seiner anderen Hand— oder ist eS die gleiche?— er schreibt:„Solange man die„„offene Tür"" beibehalten wird, ist der koloniale Besitz für den holländischen Handel beinahe wertlos. Also Schutz- zolle! Wird dann Holland auf einmal„vollblütig" und ein«Groß- staat" und werden dann die Kolonien ihm„unentbehrlich"?! So verwandelt sich bei van Kol die„sozialistische" Kolonial- Politik— unbewußt oder halbbewußt— in kapitalistischen Jmperia- liSmuS. Das ist allerdings keine Utopie mehr, das ist Realpolitik. Aber nicht proletarische,-sondern kapitalistische Real» Politik. WaS zu beweisen war! ParbuS. Oitafrikanilche Bahnproiekte. Dieselbe halboffiziöse Korrespondenz, die sich vor wenigen Tagen zum Sprachrohr der Klagen der von Dernburg ge- schnittenen Pflanzer im Usambara- und Kilimand- scharogebict gemacht hat, kolportiert heute folgende kolonialamtliche Nachricht: „Die in Ostafrika erscheinende„Usambarapot" brachte kürzlich die Meldung, daß dem Reichstage im Winter eine Vorlage betreffend die Weiterführung der Ufambaraeifenbä hn Tanga- Mo'mbo über Mombo bis Moschi(Kilimandscharogebirge) zugehen werde. Wie wir erfahren, bestätigt sich diese Nachricht nicht. Bis zur Rückkehr des Staatssekretärs nach Deutschland sind definitive Beschlüsse über die Fortführung ostafrikanischer Eisenbahnen nicht zu erwarten. Das eine der beiden bestehenden Bahnen(Tanga- Mombo oder DareSsalem— Morogoro) ausgebaut wird, ist sehr wahrscheinlich, doch steht noch nicht fest, welche von beiden. Der Staatssekretär scheint mehr für eine Zentral- bahn, also Fortführung der Bahn Da'ressalem— Moro- g 0 r 0 nach T a b 0 r a und M n a n s a(Viktoriasee) zu sympathi- sicren, während gewisse Handelskreise für den Ausbau der Ufambarabahn sind. Es wäre für die Kolonie von Interesse, wenn Dernburg auch Usambara besuchen würde, schon allein, um die Verhältnisse kennen zu lernen. Beide Bahnprojekte haben Freunde und Feinde, die einen meinen, die Ufambarabahn sei wegen der Nähe der Ugandabahn nicht lebensfähig, die anderen meinen wieder, die Zentralbahn berühre nicht die wirt- schaftlich wichtigen Distrikte der Kolonie. Maß- gebend für den Bahnbau muß aber nicht nur der Umstand sein, daß die Bahn Distrikte erschließt, sondern die Erwägung, ist sie für den D u r ch g a n g s h a n d e l wichtig, bildet sie einen guten Grundstock für künftige Bahnen und bringt sie in militärischer Hinsicht Nutzen. Wenn man diese Punkte berücksichtigt, so ist das Projekt der Zentralbahn das günstigere, da sie die Kolonie halbiert und sowohl eine Verbindung zum V i k t 0 r i a s e e als auch zum Tanga nykafee bietet. nämlich durch eine Zweigbahn von Tabora nach U d j i d j i. Dieser Plan wird augenblicklich von Dernburg ernstlich erwogen und deshalb bestand er auf feiner Reise Mnansa— Tabora. Man tut vielleicht dem Staatssekretär unrecht, wenn man seine Dispositionen kritisiert. Er hat mit der Kglonie Besondere? vor, möchte seine Pläne aber noch geheim halten, deshalb auch seine etwas schroffe Stellung zu den ihn begleitenden Pressevertretern und die oftmalige Aendcrung des Programms. Man nimmt an, daß Dernburg spätestens im Früh- jähr nächsten Jahres seine Pläne dem Reichs- tage unterbreiten wird." Auch das„Verl. Tageblatt" ist augenscheinlich offiziös informiert worden. Es nimmt gleichfalls DernburF zegen die Angriffe der Pflanzer und gewisser Korrespondenten n Schutz. Dernburgs„Wüstenbummel" sei nötig gewesen, um sich über die Möglichkeit des Baues von Dahnen zur Erschließung des Innern zu informieren. Die Bahnbauten würden in der künftigen Session des Reichstages den H a u p t g e g e n st a n d der Kolonialdcbatte bilden. Der Vau einer Z e n t r a l b a h n sei auch für die Küste und die Ansiedelungen am wich- tigsten, weil sie den Pflanzungen die nötigen Arbeiter zuführen solle(speziell durch Brotlosmachung von 50 000 Karawaneuträgern!) Uebrigens werde Dernburg auch den N 0 r d e n der Kolonie noch einer zehntägigen Inspektion unterziehen. Um was dreht sich nun der Streit zwischen den Pflanzern des Nordbezirkes, die die Usanibarabahn ausgebaut sehen möchten, und den Bankinteresscnten, die mit Dernburg für eine große Zentralbahn nebst Abzweigelimen schwärmen? Die U s a m b a r a b a h n ist von Tanga bis Mombo fertiggestellt, eine Strecke von zirka 100 Kilometer. Um sie mit Mombo am Kilimandscharo zu verknüpfen, wären noch weitere zirka 200 Kilometer zu bauen. Die Zentralb a hn, DernburgsLieblingsprojekt, will die Linie Dar es Salam— Morogoro über Tabora bis Muansa am Viktoria Nyansa ausgebaut wissen. Das ist eine Strecke von 800 Kilometer, wozu dann noch die Zweigbahn Tabora— U d j i d j i mit ebenfalls annähernd 300 Kilometer känie I Man sieht, Dernburgs lind Rathenaus Projekt geht gleich aufS ganze, gibt dem Börsenkapital mehr zu verdienen."Daß diese Bahn weit über 100 Millionen kosten würde, ist Neben- fache; dafiir hätten ja die deutschen Steuerzahler auf- zukonimen. Nun sagen die Verteidiger der Zentralbahn: Die Usambara- Bahn wird sich nicht rentieren, da bereits eine englische Konkurrenzlinie besteht. Umgekehrt sagen aber die Usambarabahn-Interessenten, daß Dernburgs Bahn ja eine Wüstenbahn sei, die für Siedelungen nicht in Betracht komme. Und beide haben sicherlich recht I Die Börseaner verweisen demgegenüber auf die Hebung des Handels mit dem Binnenlande."Wie wenig sie selbst aber von der Rentabilität der Bahn überzeugt sind, geht daraus hervor, daß wieder einmal das Reich, nicht aber das Privatkapital, das Risiko übernehmen soll I Ausschlaggebend ist aber sicherlich daS militärische Moment. Es wird auch im Reichstage den Ausschlag geben! Auch die streitenden Jnteressentengruppen werden sich schließlich einigen. Wenn es nicht anders geht, so dadurch, daß eben beide Bahnlinien bewilligt werden l ein nenez Sozialistengesetz. Dem Jntelligenzblatt der Landbündlcr ist eS an- scheinend höchst schmerzlich, daß weder der internationale Kongreß in Stuttgart, noch der Essener Parteitag den prophezeiten Zerfall der sozialdemokratischen Partei gebracht haben; und es hält deshalb wieder mal die Zeit für geeignet, sich der in bestimmten einflußreichen militärischen Kreisen propagierten Forderung eines schärferen Vorgehens der preußischen StaatSregierung gegen die Sozialdemokratie hüls- reich anzunehmen. Nachdenl das Blatt mit jener aus Bos- heit und Naivität gemischten Unverfrorenheit, die der„Deutschen Tageszeitung" eigen ist, über die„gefährliche Ver- w i r r u u g" philosophiert hat, die durch die Gcstattung des internationalen Kongresses in Stuttgart, die Ueberlassung eines Bureauzimmers im Stuttgarter Bahnhof an das sozial- demokratische Lokalkomitce und den Fall Roßhaupter in Bayern angerichtet sein soll, heißt es wörtlich: „Wir stehen aber nicht an, offen zu erklären, daß eine Wiederholung solcher Vorgänge nicht im Jnter- esse des Reiches und des Reichsgedankens liegt. Die Selbständigkeit der Einzelstaaten und ihrer Maßnahmen soll nicht im entferntesten angetastet werden. Einen solchen Rat zu geben, würde uns ganz unmöglich sein, da niemand peinlicher darüber wachen kann, daß der föderalistische Charakter des Reiches gewahrt werde, als wir. Was aber möglich, geboten und notwendig ist, daS ist eine Verständigung der deutschen Einzel st aaten über ihre Stellung und ihr Vorgehen gegen die Sozialdemokratie. Rur durch eine solche Verständigung kann der sonst unausbleib- liche» Verwirrung und ihren bedrohlichen Folgen gesteuert werden. Was soll daS Volk denken, wenn in einem Staate ein Sozial- demokrat Stadtrat werden kann, während in einem andern Staate die Wahl eines Genossen zum Gemeindevorsteher grundsätzlich nicht bestätigt wird— wenn in einem Staate die radikalsten Vertreter der ausländischen Sozialdemokratie ruhig reden und schimpfen dürfen, während in einem anderen Staate das rednerische Auftreten eines verhältnismäßig besonnenen fremden Sozialisten» sührerS nicht geduldet wird,— wenn in einem Staate der in den Landtag gewählte sozialdemokratische Staatsarbeiter nicht nur Urlaub, sondern auch Lohn erhält, während in dem anderen Staate der in ein Stadwerordneten-Kollegium gewählte Genosse mit Recht vor die Alternative gestellt wird, entweder seine Staats- stellung oder sein Mandat aufzugeben? Hier kommennicht einzelstaatliche Interessen in Betracht, sondern die LebenSinteresfen deS Reiches. Darum ist Einheitlichkeit des Vorgehens gewissermaßen eine Pflicht der Selbsterhaltnng. Wie dieses einheitliche Vorgehen zu gestalten sei, bedarf keiner Auseinandersetzung, sondern nur einer knappen Andeutung. Die Sozialdemokratie stellt sich, weil sie die inonarchische Grundlage der Verfassung nicht anerkennt, sondern zu unterwühlen bemüht'ist, selbst außerhalb der Versa s s u u g. Das ist so klar und so selbstverständlich, daß daran nicht zu rütteln und zu deuten fft. Eine Partei aber, die sich außerhalb der Verfassung stellt, muß ,nuß dementsprechend behandelt werden. Sie hat auf Gleich- berechtignng nicht den mindesten Anspruch. Sie ist die geschworene Feindin der bestehendeu Staats« ordnung, der StaatSregierung, der Autorität. Daraus folgt von selbst, wie sie von den Trägern der Autorität, von der Regierung, die für die vufrechterhaltung der Verfassung und für die Sicherung der StaatSzukunft verantwortlich ist, behandelt werden muß." Danach zu urteilen, wünscht daS Blatt, das, wie schon gesagt wurde, sich in diesem Falle nur die Ansichten bestimmter militärischer Kreise zu eigen macht, ein neues Sozialisten- gesetz. Wir nehmen diesen Wunsch nicht allzu tragisch, denn wir wissen ganz genau, daß der Versuch der Ausführung eines solchen Vorschlages die Kon- sistenz deS neuen Deutschen Reiches weit mehr schwächen würde, als die der Sozialdemokratie, die heute auf einer ganz anderen EntwickelungSstufe steht als 1878. Und das Deutsche Reich hat bei seiner notorischen isolierten Stellung im europäischen Konzert, falls es sich seine Stellung nach außen wahren will, nicht allzuviel Kraft an zwetfel- hafte Experimente zu vergeuden. Sie UshreiZtväiche. Leipzig, 21. Sept.(Privatdepesche des„VorivärtS.) Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Körner die Beleidigungsklage des Peters gegen den ehemaligen Verantwortlichen der„Leipziger Volkszeitung", unseren Genossen Hermann Müller, zur Verhandlung. Die Verteidigung hatte Rechtsanwalt Dr. Bern- Heim-München übernommen, während Peters, der nicht er- schienen war, von Dr. Rosenthal-München vertreten wurde. Die beiden Gegner des Münchener Peters-Prozesses standen also wieder einander gegenüber.— Inkriminiert war die Ueberschrift der Berichte vom Münchener Prozesse in der„Leipziger Volkszeitung":„Hänge- Peters vor Gericht" und ein Artikel der„Leipziger Volks- zeitung" vom 29. Juni, in Ivelchem dem Peters unter anderem Brutalität, Renommisterei, schrankenlose Sinnlichkeit vor- geworfen wurde. Während er sich jahrelang seiner Schand- taten gerühmt habe— so hieß es in dem betreffenden Artikel—, wolle er jetzt mit einem Male nichts von alledem wahr haben; er klagte, weil die„Münchener Post" ihn einen „feigen Mörder" nannte— anscheinend wolle er also wohl'als mutiger Mörder gelten; vielleicht hätte Peters mehr Glück gehabt, wenn er seine Klage einige Breiten- grade nördlicher abgegeben hätte.... Diese letztere Ansicht der„Leipziger Volkszeitung" hat sich nun freilich heute nicht bewahrheitet. Der Vorsitzende zeigte sich durchaus objektiv und ließ den Wahrheitsbeweis im vollsten Umfange zu. Zunächst kamen die Urteile des Disziplinarhofes vom April 1897 zur Verlesung. Und sie verfehlten ihre Wirkung nicht, die noch verstärkt wurde, als die Stelle eines Artikels des Peters aus dem„Tag" verlesen wurde:„E i n M a n n w ie i ch, d er seinem Vaterl and e einen halben Erdteil erobern soll, aber um Gotteswillen keinen Paragraphen deS Strafgesetzbuches verletzen möchte...1" So fand also„der st i l l e, ernste Pa st orensohn"— diese schöne Selbstbezeichnung des Peters tauchte in der Verhandlung mehrfach auf— seine volle Würdigung. Peters Verteidiger, Dr. Rosenthal, war aufgeregt, ungeschickt, und sein Plaidoyer mehr als schwach. Er schloß natürlich mit dem üblichen Dithyrambus auf den„Schöpfer des deutschen Kolonialreiches".— In meisterhafter, schar pointierter Rede streckte Dr. Bernheim seinen Herrn Gegner völlig in den Sand. Er führte aus: das Urteil des Disziplinar- Hofes sei in München nicht in einem einzigen Punkte erschüttert worden. Die Feststellungen des Disziplinarhofes würden dem Peters denn auch bis in alle Ewigkeit anhängen. Damals habe Peters übrigens seine Entrüstung ins Ausland ge- tragen und gegen die„nationalen" Blätter nicht ge- klagt, obwohl diese doch nicht minder scharfe Ausdrücke gegen ihn gebraucht hätten als jetzt die„Leipziger Volkszeitung". Damals habe Peters auch das in jener Zeit geprägte Wort„Hängepeters" unwidersprochen auf sich sitzen lassen. Zehn Jahre schwieg er— erst, als ein neuer Wind wehte und Dr. Kayser aus dem Kolonial- amt hinausgeärgert war, sei Peters tvieder aufgetaucht!— Eingehend und schlagend legte der Verteidiger an Hand der Erkenntnisse des Disziplinarhofes im weiteren dar, daß die scharfen Wendungen der„Leipziger Volkszeitung" durch- aus den Kern der Sache getroffen hätten. Und nun rückte Dr. Bernheim zum schärfsten Angriff vor: Zweimal erhob er gegen Peters die schwere Anklage, daß er ein zuchthauswür» diges Verbrechen begangen habe:§ 343 des Strafgesetzbuches drohe jedem Beamten Zuchthaus bis zu 5 Jahren an, der Zwangsmittel anwende, um Geständnisse oder Aussagen zu erpressen. Das habe Peters aber getan, indem er alle seine Diener durchpeitschen ließ, um das Eingeständnis eines Dieb- stahls zu erzwingen. Der gute Peters habe eben das Glück gehabt, daß sich kein deutscher Gerichtshof, kein Staatsanwalt seiner„annahm". Auf diesen Vorwurf des zuchthauswürdigen Verbrechens wußte Dr. Rosenthal kein Sterbenswörtchen zu entgegnen— er betonte nur immer wieder und wieder, daß er sich ohne die Akten vom Münchener Prozesse aus die„Einzelheiten" nicht einlassen wolle. Zum Schluß hob Dr. Bcrnheim hervor, daß zwar f o r- male Beleidigung vorliege; bei Peters allerdings sei sie mit — 3 Mark Geldstrafe ausreichend gesühnt. Das Urteil lautete auf 3 09 Mark. Das Gericht ver- sagte dem Angeklagten an sich den Schutz des 8 193 nicht, da es zu den Obliegenheiten des Redakteurs gehöre, das Pu- blikum auf dem Laufenden zu erhalten. Aus der F o r m aber gehe Beleidigungsabsicht hervor. In politischen Kämpfen würden ja andererseits häufig Ausdrücke beleidigender Natur gebraucht: außerdem sei der Angeklagte Redakteur einer sozialdemokratischen Zeitung, und gerade gegen die sozialdemokratische Partei sei Dr. Peters stets scharf vorgegangen. *•• So ist denn auch diese Mohrenwäsche völlig mißglückt, und es scheint, daß Peters nach seinem allerletzten Prozeß gegen einen sozialdemokratischen Redakteur schwärzer aus dem Bade steigen wird als je zuvor. IllaroKltanilche flankett-IPolitik. Aus Casablanca wird vom 21. September gemeldet: Der frapzös'ische Gesandte Regnault ver» anstaltete gestern für die französischen und spanischen Land- und Seeoffiziere in dem Hofe deS französischen Konsulats ein Bankett. Regnault brachte einen Trinkspruch aus, in welchem er sagte, er sei glücklich gewesen, die prächtigen Land- und Scetruppen zu besichtigen. Er hege den Wunsch, daß dke französische und die spanische Regierung gemeinsam vorgehen möchten, um die Gegend zu beruhigen und nur daS zu unter- nehmen, was notwendig sei, um denen den Frieden aufz» zwingen, die es gewagt hätten, zu morden, zu plündern und den Fanatismus gegen daS Werk der Zivilisation(?) auf- zureizen. Er hoffe, daß dank der Tapferkeit der französischen und spanischen Truppen diese Aufgabe in Bälde vollendet sein werde. In einem Lande wie Marokko sei die Entfaltung militärischer Machtmittel ein unumgäng- licheSHülfSmittelzufriedlichemFortschritt(?) und eine notwendige Sicherstellung deS Handels der Nationen. Er spricht dann den Konsuln seinen Dank aus. Sie hätten durch ihre Gegenwart einen Beweis des Gefühls der So- lidarität, das die Mächte auf marokkanischer Erde verbinde(?) gegeben. Trotz des Widerstreites der Sonder- intcreffen seien die Kolonien der Ausländer in Marokko natur- gemäß auf wirtschaftlichem Erbiet geeinigt und arbeiteten in gemeinsamer Anstrengung an der Entfaltung der allgemeinen Wohlfahrt. So kämpften auch französische und spanische Soldaten zusammen, um der Zivilisation ein weiteres Feld zu erschließen. Regnault brachte zum Schluß die Gesundheit des Admirals Philibert, des Generals Drude und des spanischen Oberbefehls- Habers Avila Santa Ollala aus, die so würdig die Marine und das Heer Frankreichs und Spaniens verträten. A d m i r.a l Philibert dankte dem Gesandten, dessen Worte die Freund- schaftsbande zwischen der französischen und der spanischen Armee und Marine noch fester knüpften bei der Aufgabe, dem Lande die Sicherheit zu gewährleisten und den Handel zu ent- wickeln. Philibert trank auf daS Einvernehmen aller Europäer(?) Uor dem Feinde. General Drude dankte für das den Offizieren und Mannschaften gespendete Lob, die in hohem Matze bemüht seien, die ihnen anvertraute Aufgabe zu erfüllen; Drude sprach die Hoffnung aus, daß die Armee ihre Aufgabe beenden und Casablanca dem Wohlergehen und der Ruhe wieder zurückgegeben werde. Der englische Konsul dankte im Namen seiner Regierung den tapferen Streitern zu Lande und zu Wasser, welche in Casablanca einen friedlichen Zustand wiederherstellen und die Wiederausnahme deS Handels bewirken werden. Der Konsul gedachte der Teilnahme Spaniens, welches die gleichen Anstrengungen mache und die gleichen Hoffnungen hege. Zum Schluß trank er auf das ein- mütigc Zusammengehen Frankreichs und Spaniens. Der s p a- nische Konsul beschloß die Reihe der Trinksprüche; er er- innerte daran, daß der Krieg ein notwendiges Hebel für die Zivilisation sei, doch manchmal der eherne Mund der Kanonen für das Recht sprechen müsse. Der Konsul erhob sein Glas auf das Wohl Frankreichs, welche? im Namen der Zivilisation diesen Kampf unternommen habe., Die Bankettredner beherrschen die diplomatische Phraseo- logie ganz gut. Die faden Redensarten von dem„Werk der Zivilisation", der„Solidarität der Mächte", dem«Einver- nehmen aller Europäer" gehen ihnen leicht von den Lippen, so wenig das Herz davon wissen mag. Denn in Wirklichkeit hat es mit der Unterstützung Frankreichs durch Spanien sehr gehapert, ganz abgesehen von der systematischen Hetze engli- scher Kreise gegen Frankreich. Inzwischen sammelt Mulay Hafid seine Truppen um gegen den Sultan, diese Marionette der Mächte, den ent- scheidenden Schlag zu führen. Der Kronprätendent soll Frankreich seine Loyalität feierlichst versichert und nur ge- beten haben, dem„Gottesurteil" durch das Kreuzen der Waffen, das bei R a b o t erwartet wird, in keiner Weise vorzubeugen. Auch Mulay Hafid ist also ein den Regnault Philibert, Drude und Konsorten ebenbürtiger Diplomat! poUtifcbe debcrHcbt. Berlin, den 21. September 1307. Neue Bedürfnisse des Militarismus. Aus„militärischen Kreisen" bringt eine Korrespondenz allerlei Mitteilungen über neue militärische Bedürfnisse. Tie Erfahrungen der letzten Kaisermanöver sollen die Notwendig- keit einer Ausgestaltung des militärischen Automobilwesens ergeben haben. Es sollten zunächst Versuche mit Automobilproviantkolonnen ge- macht werden, die den Truppen leichter zu folgen vermöchten, als die Trainkolonnen, die bei 50— 60 Kilometermärschen zurückblieben. Die Gewaltmärsche, die viele Regi- mentcr zusammenschmelzen ließen, sollen also nicht bewiesen haben, daß solche Märsche künftig unterbleiben haben, son- dern daß man Automobile einführen muß, um— die Pferde zu schonen und die liegen gebliebenen Mann- schaften aufzuladen! Weiterhin soll das A u t o m o b i l für den M e l d e- dienst allgemeine Verwendung finden. Das freiwillige Automobilkorps komme nur für die höheren Kommandostäbe in Betracht. Für die unteren Führer vom Oberst ab ständen für Meldungen nur Pferde und Radfahrer zur Verfügung. Bei den großen Distanzen, die häufig von den Ueberbringern von Meldungen zurückzulegen seien, sei das Automobil not- wendig; für j e d e s R e g i m e n t müßten mindestens zwei Motorräder beschafft werden. Wenn diese Projekte durchgeführt werden sollen, wird das natürlich diverse Millionen kosten. Aber beim Mili- tarismus darf ja nicht gespart werden!— Eine feine Firma. Recht charakteristisch für die moderne Ethik der von der„Post", der„Rhein.-Westf. Ztg." und anderen Blättern gleichen Kalibers glorifizierten großen Unternehmer ist ein jüngst vom Reichsgericht entschiedener Rechtsstreit der bekannten Firma Thyssen u. Co. in Mülheim a. R. Ein bei dieser feinen Firma beschäftigter Ober- ingenieur war tödlich verunglückt, als er im Verein mit einem Arbeiter zwei durch GaSau-sströmungen in einer Grube bewußtlos gewordene Arbeiter retten wollte. Die Hinterbliebenen verlangten auf Grund des§ 2 deS Reichshaftgesetzes von der Firma Thyssen u. Co. eine Schaden- ersatzleistung, da ein Betriebsunfall vorläge. Die beklagte Firma lehnte jedoch jede Bezahlung ab, da der§ 2 des Reichshaftpflichtgesetzes keine Anwendung finden könne und außer- dem ein Verschulden de» Ingenieur? vorgelegen habe, denn er habe sich s e l b st sagen müssen, daß er in der mit Gas gefüllten Grube ersticken würde. Die Angelegenheit ist vor dem Landgericht in Duisburg und dem Oberlandgericht in Hamm und schließlich vor dem Reichs- gericht jedesmal zu Ungunsten der beklagten Firma entschieden worden. Von den Entscheidungen verdient besonders die des Reichsgerichts Interesse, die kein Verschulden für vorliegend er- achtet, da bei dem Unglück eine Hülfeleistung auf schnellstem Wege erforderlich gewesen sei. Nach Ansicht der reichen Firma hat demnach der Oberingenieur höchst leichtsinnig gehandelt, als er, um einfache Arbeiter zu rettsn, sein eigenes Leben gefährdete. Ein vernünftiger Unter- nehmer macht doch solche Dummheiten nicht! Was liegt denn am Leben einiger Arbeiter? Gegen Lohn sind ja tag- lich hundert andere zu haben.— Auf dem Wege zur Erkenntnis. Bisher wollten die Christlichen von dem Vorhandensein ver- chiedener Klassen mit gegensätzlichen Interessen und von der Not- wcndigkeit deS Klassenkampfes nichts wissen. Der Klassen- kämpf war nach ihrer Auffassung weder berechtigt noch notwendig; Die Sozialdemokraten hatten ihn ins Werk gesetzt, um die Masse» aufzuwühlen und unzufrieden zu machen. In diese Anschauung ist unter der belehrenden Wirkung der tatsächlichen Verhältnisse doch mit der Zeit ein arger Riß gekommen, und so lesen wir in der christlichen Arbeiterpresse heute Dinge, die noch vor kurzem als sozialdemokratische Ketzereien galten. Die., We st deutsche Arbeiter-Zeitung"(M.-GIadbach) bringt z. B. in ihrer letzten Nummer einen Artikel über die Entwickelung von der Klasseneinheit zum Klassenkampf, wo wir nicht? mehr davon hören, daß der Klassenkampf eine sozialistische Erfindung sei, sondern wo klar und deutlich verkündet wird, daß d«r Klassenkampf ein notwendiges Ergebnis der sozialen Enk- Wickelung ist/ Der Artikel schildert zunächst das Verhältnis von Geselle und Meister unter der Zunftordnung, dann die Auflösung der Zunft und Hausgemeinschaft und die sich daraus ergebende Wirkung auf die soziale Lage von Unternehmer und Arbeiter, wobei ersterer in eine immer höhere, letzterer in eine immer tiefere Stellung gerät. Dann heitzt es: „So spaltet sich bei der neuzeitlichen Umschichtung des Wirt- schaftlichen und gesellschaftlichen Lebens das früher sozial geeinte Gewerbewesen in zwei getrennte soziale Klassen. Diese Klassentrennung prägte sich nicht bloß aus in der sozialen Achtung, in der gesellschaftlichen Stellung, in die der Industriearbeiter sich versetzt sah; die Wandlung der Dinge kam dem Arbeiter empfindlich zum Bewuhtsein durch ihre Wirkung auf den materiellen Untergrund seines Daseins, auf seine Subsistenzmittel. Er sah den Arbeit- geber, den Kapitalisten, höher und höher steigen, sah ihn reich werden; sich aber sah er verurteilt, arm zu bleiben. Und doch wußte er, daß seine Arbeit, seine Mühe, sein Schweiß es war, der die großen Werke schaffen half, und er sah und wußte, daß seine Arbeit ebenso gut im Wirtschaftsleben notwendig war wie die Tätigkeit des Unternehmers; sein Menschheitsbewußtsein bäumte sich auf gegen die bloße Wertung als Arbeitstier und Maschinen- mädchen, und nicht lange, da schloß ein Band sich um die Angehörigen der neuen Klasse, das Bewußtsein der Zu- sammengehörigkeit der Enterbten. Sie, die die Reichtümer der neuen Zeit mit erwerben halfen, wollten nicht immer die Stiefkinder der neuen Zeit sein und ihre Rechte sich wahren und, wenns sein muß, erobern in energischem Kampfe. Und so konnte es nicht ausbleiben, daß die beiden Klassen des mo- dernen Jndustrievolkes über kurz oder lang miteinander in Gegensätze und Widerstreit gerieten: zum Kampf von Klasse gegen Klass e." Das hört sich wesentlich anders an als das törichte Gefasele über den Klassenkampf als„sozialdemokratische Mache" zur Verhetzung der Massen. Der Klassenkampf wird von dem christlichen Blatte als notwendige Erscheinung der sozialen Ent- Wickelung hingestellt. Das ist immerhin ein Fortschritt, Ein Eselsfuhtritt. Die„W e s e r- Z e i t u n g", ein wirklich einflußreiches Blatt der Freisinnigen Vereinigung, übernimmt mit diabolischem Behagen aus der„Voss. Z t g." die nichts weniger als pietätvolle Leichenrede für Naumann, deren im„Vorwärts" gestern Erwähnung geschah. Die„Weser-Zeitung" bescheinigt Herrn Naumann, daß er seine Doppelmauserung ver- gebens zu beschönigen sucht. Sie leitet ihre Zitate aus der „Voss. Ztg. mit den Worten ein: „Scharf geht die„Voss. Ztg." mit dem Abg. N a u m a n n ins Gericht, der erst zu einem Volks stürm zugunsten des Sache so darstellt, als habe er nichts anderes ge- wollt, als was die Freisinnige Volkspartei auf ihrem letzten Parteitag bekundet." So verfährt ein Blatt derjenigen Partei mit Herrn Naumann, der dieser Herr selbst angehört!— Während die„Weser-Zeitung" in der Stäupung Naumanns getreulich den Spuren der„Voss. Ztg." folgt, erlaubt sie sich gegen. über dem„Vorwärts" eine originelle Albernheit. Während nämlich die„Voss. Ztg." gesagt hatte, der„Vorwärts" überschütte neuerdings Herrn Naumann„mitbitteremSpott und Hohn",„verbessert" die„Weser-Zeitung" diese Wendung dadurch, daß sie den„Vorwärts" Herrn Naumann„mitWagen- ladungen Schmutzes" überschütten läßt! Das„saubere" Freisinnsblatt! ES nimmt keinen Anstand, diese„Wagenladungen Schmutzes" dann wörtlich seinen Lesern zu servieren. Natürlich nur, um für den armen Naumann Sympathien zu erwecken!— Ein«e«rs Hamburger Berggesetz. Im Juni 1906 wurde von Senat und Bürgerschaft in Hamburg ekn Gesetz geschaffen, wonach Steinsalz und andere auf derselben Lagerstätte vorkommende Salze von dem Verfügungsrechte des Grund- eigentümers ausgeschlossen sind und das Recht zur Aussuchung und Gewinnung dieser Salze dem Staate vorbehalten bleibt. Zu jener Zeit hatten nämlich auswärtige Gewerkschaften mit Grundeigen- tümern des Amte? Ritzebüttel Verträge abgeschlossen, durch welche den Gewerkschaften das Recht zur Aufsuchung und Gewinnung von Salzen, Sole und Oelen auf den Grundstücken der betreffenden Grundeigentümer eingeräumt wurde. Durch das erwähnte Gesetz wurde das Regal nur auf Stein- und Kalisalze beschränkt, so daß das Recht der Grundeigentümer zur Aufsuchung und Gewinnung von Sole und Oelen unberührt blieb. Hieraus hat sich nun eine bunte„Rechtslage" ergeben, der durch Ergänzung eines neuen Gesetzes, das am Mittwochabend die Hamburger Bürgerschaft beschäftigte, ein Ende gemacht wird. Der grundlegende Paragraph lautet: „Mteinsalz und die mit diesem auf derselben Lagerstätte vorkominenden sonstigen Salze sowie Sole, Kohle und Bitumina sind von dem Verfügungsrechte des Grund- eigentümers ausgeschlossen. Das Recht zur Auf- suchung und Gewinnung dieser Mineralien stehtdemStaate zu und kann von diesem einem anderen übertragen werden. Im Falle der Uebertragung ist der Erwerber zu einer Weiterüber- tragung oder zur Ueberlassung der Ausübung des Rechts an einen anderen nur mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde befugt." Da nun aber zwei Gesellschaften— ein Hamburger Kon» sortium und die Internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz— sich durch Vertrag mit den Grundeigentümern des Amtes Nitzcbüttel das Ausbeutungsrecht auf die vom Gesetz von 1906 außer Betracht gelassenen Mineralien gesichert haben, hat der Staat mit den beiden inzwischen fusionierten Gesellschaften, die jetzt den Namen„Bohr- gesellschaft I, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" führen, einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen, wonach dieser Firma das aus- schliehliche Recht verliehen wird, im Gebiete des Amtes Ritzebüttel auf Stein- und Kalisalze sowie auf alle anderen Mineralien zu schürfen. An den erforderlichen Tiefbohrungen, die etwa 300000 Mark kosten werden, beteiligt sich der Staat mit 10 Proz. WaS später geschehen soll, deutete der die Senatsborlage ver- tretende Senatssyndikus Dr. Schaeser nur an:„Haben die Bohrungen den Erfolg, daß Mineralien gefunden werden— und die ganzen Chancen sollen keineswegs ungünstig sein—, so ist dann der Moment gekommen, in dem da? eigentliche Bergwerks- unternehmen ins Leben gerufen werden muß. Zur Errichtung eines solchen ist natürlich die Gesellschaft mit diesem Kapital nicht in der Lage, da schon ein einziger Schacht 2 bis 3 Millionen kostet. Die Gesellschaft würde dann eine neue Gesellschaft gründen, und an dieser Bergwerksgesellschaft soll der Staat sich zunächst nicht beteiligen, ihm aber das Recht zustehen, innerhalb eines Zeit- raumes von fünf Jahren nach begonnener Förderung, also zu einer Zeit, wo die Rentabilität zu übersehen ist, s i ch m i t e b e n- falls 10 Proz. zu beteiligen." Nach Ansicht des Senats, der die Regie von sich weist, soll die Anlegung großer industrieller Unternehmungen nicht zu den Auf» gaben des Staates gehören.(I) Genosse Paeplow beantragte die Ueberweisung deS Gesetzes an einen Ausschuß, der prüfen soll, ob es nicht möglich sei, den Bergwerksbetrieb in staatliche Regie zu nehmen. DeS weiteren bekämpft Redner die in den Verträgen vorgesehene hundertjährige Vertragsdauer und verlangte einen umfassenden Arbeitcrschutz, den der EenatSkommissar schon in den Vorschriften der Gewerbe- ordnung für ausreichend hält. Der Antrag Paeplow wurde abgelehnt und die gesamte Vorlage— Gesetz und Verträge— angenommen. Warum sollte man sich auch die Aussichten auf ein keines Geschäft ruinieren?— Gelsenkirchcner Stadtkafsenverhaltnisse. Gelsenk irchcn, den 20. September. In der gestern abend abgehaltenen Stadtvcrordnetensitzung be- faßten sich die Stadtväter mit der an der hiesigen Stadtkasse be- gangenen Unterschlagungen. Oberbürgermeister Dr. Machens gab eine ausführliche Darstellung der Vorkommnisse. ES handelt sich um die Bureaubeamten Thiemann und Bin!, sowie um die Steuerkassen- beaniten Loos und Koch. Thiemann hat die eingenommenen Gelder für Jagdscheine, Kostgänger- und Radfahrerkarten im Betrage von 1400 Mark unterschlagen. Der Schaden ist gedeckt. Bink hat die Gelder für Erbbegräbnisse und dergleichen unterschlagen. Die unter- schlagene Summe beträgt 3000 M. Diese ist noch nicht gedeckt. Der Kassenbeamte Loos hat 18 600 M., sein Kollege Koch 30 000 M. unterschlagen. Die letzte Summe ist zurückerstattet. In der Sitzung fragte Stadtv. BenthauS, ob eS wahr sei, was die Spatzen von den Dächern pfiffen, daß in den letzten Tagen wieder eine neue Unter- schlagung entdeckt sei. Es handele sich um die Ver- untrenung von Ueberstundengelder». Oberbürgermeister Dr. Machens bezeichnete es als einen nieder- trächtigen Streich eines Beamten. Er wolle diesem Beamten zeigen, was Beamtenehre sei. Es sei eine Gemeinheit, daß solche Dinge in die Oeffenllichleit gebracht würden. Dieser Fall könne nur in geheimer Sitzung verhandelt werden. Das Kollegium beschloß, die Sache im geheimen zu verhandeln nnd vertagte sich hierauf. Preßsünder. Die Ferienstrafkammer zu Frankfurt a. M. verhandelte am Donnerstag gegen den früher als verantwortlicher Redakteur der Frankfurter„Volks st imme" zeichnenden, wegen Be- leidigung angeklagten Genossen Adolf K a r st. Die..Volksstimme" brachte am 22. Juli eine Kritik über die bekannte Affäre des ftüheren Wiesbadener Postarztes S ch c l l e n b e r g, der gemäß- regelt wurde, weil er bei der Reichstagsstichwahl von seinem „fteien" Wahlrecht Gebrauch machte und anstatt für den national- liberalen für den sozialdemokratischen Kandidaten stimmte. Im Anschluß daran gab die„Volksstimme" einer Zuschrift Raum, die allerlei Verhältnisse im Oberpoftbezirk Frankfurt a. M. besprach. Es wurde darin dem Oberpostdirektor Maier der Vorwurf ungerecht- fertigter Bevorzugung katholischer Postbeamten und Postunterbeamten bezw. ungerechtfertigter Zurücksetzung evangelischer Postbeamten gemacht. Dadurch fühlte sich dieser beleidigt und er sowie Staatssekretär Krätke stellte Straf- antrag. Die Vorwürfe konnten in der Verhandlung nicht bewiesen werden und wurden zurückgenommen. Es kam ein Vergleich zu- stände, wonach Genosse Karst 60 0 Mark Buße bezahlt, wenn Staatssekretär Krätke seinen Strafantrag ebenfalls zurückzieht. Morenga entwichen. Nach einem telegraphischen Bericht deS Gouverneurs aus Windhuk hat Morenga den Oranje verlassen und ist auf englischem Gebiete mit zwanzig Gewehren nach Norden ausgewichen, er wird sich hiernach nicht stellen. Die Engländer hoffen, mit deutscher Unterstützung Morenga noch einzuholen. Das Zusammen- wirken mit der Kappolizei funktioniert gut." Hoffentlich wird durch Morengas Flucht nicht folgende amtliche Ankündigung widerrufen: Berlin, 21. September. sW. T. B.) Nach telegraphischer Meldung aus Südwestafrika wird beabsichtigt, im Oktober mit den Heimsendungstransporten in dem Maße wieder zu beginnen, daß Ende November die Schutztruppeden etatsmäßigen Stand von 4000 Mann erreicht hat. DeS einen Morengas wegen wird man ja wohl nicht Tausender von Mannschaften mehr benötigen I 6000 Mann sollten doch wohl genügen, wenn Deutschland nicht für das Ausland zumGefpött werden soll l— Schweiz. Aufhebung des Advokaturmonopols in Genf? Genf, 19. September. sEig- Ber.) In Uebereinsttmmung mit einer bezüglichen Volksinitiative legt unsere Kantonsregierung dem Großen Rat folgenden, einen einzigen Artikel umfassenden Gesetz- entwurs vor: „Jede Person, die im Besitze der bürgerlichen Handlungsfähig, keit ist, kann Rechtsstreitigkeiten selbst ausführen oder sich durch andere zivilrechtlich handlungsfähige Bürger vertreten lassen." In anderen Kantonen, z. B. Zürich, hat man im Gegensatz dazu die Freiheit der Vertretung vor Gericht aufgehoben und das Advokaturmonopol eingeführt. Die rationellste Lösung der Frage bestände unzweifelhaft in der von der Sozialdemokratie ge- forderten Unentgeltlichkeit der Rechtspflege. Chuia. Hongkong, 21. September. Die Aufstäudischen 2000 an Zahl— haben die Stadt Liu-tschau bestürmt, wurden aber beim Ersteigen der Stadtmauern zurückgeschlagen. Der Hauptmann der kaiserlichen Truppen ist gefallen. Die Miß- stimmung im Distrikt von Kau-tschau nimmt größere Alls- dehnung an.— Himriha. Das„Land der Freiheit". Dem„B. T." meldet ein Kabeltclegrmnm: New York, 20. September. Das Einwanderungsdepartement hat beschlossen, die Anar- chistin Emma G o l d m a n n, die zuletzt bei dem Anarchisten- kongreß im Haag weilte und sich dann nach den Vereinigten Staaten eingeschifft hat, auf amerikanischem Boden nicht zuzulassen. Der Beschluß, der den An/ömmling als„unerwünschten" Einwanderer bezeichnet, wird damit be- gründet, daß die Goldmann Russin und nicht in Amerika naturalisiert ist, auch seinerzeit als Mitschuldige an der Er- mordung des Präsidenten Mac Kinleh in Haft gewesen ist, ob- schon damals die Beweise zu ihrer Bestrafung nicht ausreichten. » �« Die„freie Republik" macht unter Roosevelts„glorreicher" Leitung ganz gewaltige Fortschritte— der Reaktion entgegen. Die amerikanische Bourgeoisie pflegt sich, wenn sie nach dem „dunklen Europa" herüberkommt, Wunders wie aufzuspielen; sie pocht auf ihre amerikanischen„Freiheiten" und bespöttelt unsere mittelalterliche Zurückgebliebenheit. Wir leugnen nicht, daß unsere politischen Zustände sich mit denen der Vereinigten Staaten nicht messen können, aber den Uebcramerikanern, jenen AankeeS, die sich gar zu sehr mit ihrer transozeanischen„Freiheit" aufspielen, sollte der neuere amerikanische KurS doch zu denken geben. Sie haben alle Veranlassung, ihrem Präsidenten, ihrem Senat, ihren Be- Hörden scharf auf die Finger zu schauen, damit rhr„freies" Amerika bor der VerpreußungSgcfahr bewahrt bleibe. DK ruffifche(Revolution. Die Wahlaussichten der Opposition. Auf der letzten Plenarsitzung des Zentralkomitees ber Ka- dcttcnpartei wurde von A. Smirnoff ein Bericht verlesen, der auf Grund des Zahlenmaterials der verflossenen Wahlen die jetzigen Wahlaussichten der Opposition abzuschätzen sucht: Von 4384 Wahl- männern in 46 Gouvernements des europäischen Rußlands kann die Opposition danach auf 1660 Stimmen oder 38 Proz. lgegen 63,7 Proz. im Vorjahre), die äußerste Rechte auf 32,6 Proz.(gegen 27,7 Proz. im Voriayre) rechnen. Der Rest entfällt auf me Okio- bristen und„Gemäßigten". Die Chancen der Opposition haben sich demnach ungeachtet des ungeheuerlichen WahlrechtSraubeS vom 16. Juni weniger verschlimmert, als ursprünglich erwartet werden mußte. Noch günstiger gestaltet sich die Lage bei Betrachtung der ein« zelncn Gouvernements. In 6 Gouvernements mit 51 Abgeordneten hat die Opposition jetzt schon die absolute Majorität in den Wahl- männerversammlungen. In 14 Gouvernements mit 103 Abgeord- neten ist die Zahl der oppositionellen Wahlmänner nahe zur ab- soluten Majorität. In der dritten,„neutralen", Gruppe, die auS 17 Gouvernements mit 130 Abgeordneten gebildet wird, steht die Opposition hinter den Rechtsparteien nur wenig zurück. In 6 Gou- vernements mit 49 Abgeordneten hat die äußerste Rechte einen bedeutenden Vorsprung vor der Opposition, und nur in 4 Gouver- nements mit 30 Abgeordneten besitzt die äußerste Rechte die ab- solute. Majorität. Da die Oktobristen allem Anschein nach mit der extremen Rechten Hand in Hand gehen werden, kann die Opposition also auf die ersten zwei Gruppen(mit zirka 160 Abgeordneten! ernstlich rechnen. Wenn in Betracht gezogen wird, daß das neue Wahlgesetz in 27 von 61 Gouvernements die absolute Majorität auf den Gouvernementsverfammlungen den Junkern fürsorglich gesichert hat, muß dieses Resultat berechtigtes Staunen erregen. Besondere Beachtung verdienen die Ausführungen desselben Autors(„Rjetsch", 16. September) bezüglich der Wahlaussichten der Opposition in den Städten. DaS neue Wahlgesetz hat be- kanntlich in den Städten ein Zweiklassenwahlsystem cingeführk, wobei in der ersten Klasse 738, in der zweiten 670 Wahl- männer gewählt werden, obwohl die Zahl der Wähler hier sechsmal größer ist als in der ersten. Daß die Opposition in der zweiten Klasse siegt, daran zweifelte sogar die Regierung nicht, und deshalb entrechtete sie die Kleinbürger und Arbeiter in der zweiten Klasse zugunsten der Hausagraricr und Großindustriellen in der ersten. Nun konstatiert Smirnoff auf Grund der Berichte der Tele- gierten auf der jüngsten Kadettenkonferenz, der Enquete der Mos- kauer Kadetten, seiner eigenen Informationen und der Berichte der Provinzpresse, daß in 104 Städten, d. h. in einem fünftel aller Städte von 61 Gouvernements. 7 Proz, aller Wahl männer in der ersten Klasse zur Opposition gehören werden!— Wenn diese Schlüsse für alle Städte der 61 Gouvernements Anwendung finden, so könnte angenommen werden, daß von den 738 Wahlmännern der ersten Klasse 426 zur Opposition gehören werden. Zusammen mit der unzweifelhaft oppositionellen Majorität in der zweiten ergibt das für die Opposition eine Anhängerschaft von 71 Proz. unter den städtischen Wahlmännern.— Die„schöpferische" Tätigkeit Stolypins hat es also glücklich dahin gebracht, daß sogar in den Kreisen der Großbourgeoisie die oppositionelle Stimmung um sich greift.„Unsere Interessen gehen mit den Interessen des Junkertums auseinander", erklärten die Großkaufleute in Kaluga, und diese Ansicht wird zweifellos von einem bedeutenden Teil der russischen Bourgeoisie geteilt. Langsam, aber sicher vollzieht sich die Isolierung der feudal-burcaukratischen Reaktion. Nene Ausnahmeverfügungen gegen die Sozialdemokratie. DaS Ministerium des Innern hat für die Vertreter der Ad- ministration eine neue Instruktion ausgearbeitet, die bei der Ab» Haltung von Wahlversammlungen beobachtet werden soll. Die alten Einschränkungen der BersammlungS- und Redefreiheit, dis nur die russische„Konstitution" hervorzubringen vermochte, sollen auch während der bevorstehenden Wahlkampagne aufrechterhalten werden; außerdem aber soll folgende Regel in Kraft treten:„Wenn in der Bcrsaminlung die Aufforderung laut wird, ausschließlich zum Zweck der Propagauda in die Duma zu gehe», so genügt das, um die Versammlung unverzüglich aufzulösen."— Diese Mahregel ist— wie leicht ersichtlich— ausschließlich gegen die sozialdemokratische Partei gerichtet. Welche Folgen sie während der Wahlkampagne zeitigen kann, ist nicht schwer zu er- messen. Gleichfalls von dem Wunsche diktiert, die Agitation der So» zialdemokratie lahmzulegen, ist das Rundschreiben, das der Vor- stand des Petersburger Fabrikantenverbandes— offenbar im Einvernehmen mit der Administration— am 9. September an die Verbandsmitglicder erlassen hat. Unter Hinweis auf die obli- gatorische Verfügung des Stadthanptmannes vom 14. März cmp- fichlt der Verbandsvorstand, die Abhaltung von Arbeitcrvcrsamm- lungen auf den Fabriken— darunter auch von Wahlversammlungen — um keinen Preis zuzulassen, da„die Arbeiter sich nach der Fabrikordnung ausschließlich während der Arbeitszeit und nur zur Ausübung der ihnen laut dem Dicnswertrag auferlegten-Arbeiten auf der Fabrik aufhalten dürfen".— Diese Auslegung der Rechte der Arbeiter steht in krassem Widerspruch zu dem Wahlgesetz selbst, das den Arbeitern direkt vorschreibt, sich zur Ausübung ihrer Wahlpflicht in den Fabrikräumen zu versammeln. Während der Wahlen für die erste und zweite Duma fanden solche Ver- sammlungen auf allen Fabriken statt/ und auch sonst waren Ar- beiterversammlungen in den Fabrikräumen keine Seltenheit. Jetzt aber schreiten die Scharfmacher im Unternchmerverbande, im Bunde mit der Administration, gegen diese Errungenschaft, gegen dieses gesetzliche Recht der Arbeiter ein, um ihnen vollends die Mög- lichkeit zu rauben, an der Wahlkampagne teilzunehmen. Blinde Rachgier. Lodz, 21. September. Von den verhafteten Arbeitern der Fabrik von Silberstein wirb jeder dritte nach Sibirien deportiert werden, Ge�erksebaMicbes. Steine ans den Einigungsweg! Die Frage der Einigung zwischen den Zentralberbänden und den der„Freien Vereinigung" angeschlossenen Verbänden. gewohnheitsmäßig„Lokalisten" genannt, hat nie eine fach- lichere Erörterung erfahren, als auf dein gestern zu Ende gegangenen Parteitage tn Essen. Uns hat eS besonders angenehm berührt, und praktisch, wird es von den besten Folgen sein, daß dort die Vertreter der Zentralverbände als die offenbar Stärkeren nicht auf eine gewaltsame Entscheidung drängten, sondern selbst dafür eintraten, man möge noch einmal Zeit für den Abschluß des Einigungswerkcs geben, daS iin Interesse der Arbeiterschaft allerdings unerläßlich sei. Wir können es nicht als gerechtfertigt ansehen, aber wir müssen es natürlich als von ehrlicher Ueberzeugung diktiert hinnehmen, wenn auch jetzt noch eine nicht unerhebliche An- zahl von Mitgliedern der„Freien Vereinigung" sich gegen den Zusammenschluß mit den Zentralverbänden erklären. Auch der Genosse Kater, der unter der Ueberschrift„Dun res agitur" in der„Einigkeit" das Wort nimmt, um der Nichteimgfcnt daS Wort zu reden, hat das unbestreitbare Recht, seine Meinung redlich zu vertreten. Leider verläßt er in seinem Artikel den Standpunkt der Sachlichkeit und versteigt sich u. a. dort zu einer Verdächtigung der Einigungsfreunde in den Reihen der„Freien Vereinigung", die eine Kritik in der üblichen parlamentarischen Form beinahe unmöglich macht. Fritz Kater schreibt: „Alle„Einigungen", die bisher auf diesem Gebiete statt« gefunden, sind klassische Zeugen für obige Sätze, sie sind zumeist auch nur zustande gekommen, weil für gewisse Personen schon vorher die gewünschte»LebenSstelluno" geschaffen wurde. DaZ wird man auch schließlich Bei den .schwebenden Einigungsverhandlungiu" im Auge haben und schließlich auch gerne gewähren, besonders denen, die einen tüchtigen Schub Mitglieder von unserer Bewegung losreißen.'' Kater beschuldigt hier also die Einigungsfreunde im Lager der„Freien Vereinigung" in niedrigster Weise und— wir können uns nicht helfen— wider besseres Wissen. Denn ihm ist natürlich so wie uns bekannt, daß die Arbeiterschaft Vertrauensposten nicht als„Lebensstellung" vergibt. Was würde er wohl dazu sagen, wenn man ihm vorwerfen wollte, er wolle sich durch Konservierung der Arbeiterzersplitterung eine„Lebensstellung" erhalten? Er hätte ein Recht, darüber empört zu sein l Hoffentlich entscheiden die Mitglieder der„Freien Ver- einigüng" aus rein sachlichen Erwägungen über die Frage des Anschlusses. Und wir wollen gar keinen Zweifel darüber lassen, daß sie im Falle einer solchen nach unserer Ueber- zeugung ein Anrecht darauf haben, daß ihre bisherigen Ver- trauenspersonen auch nach der Vereinigung nach Maßgabe des Bedarfs an solchen Posten auch Anspruch auf die Be- kleidung derselben haben. Aber nicht als Judaslohn, sondern aus selbstverständlichen Gründen der Parität.— Den Stein, den aber hier Kater heimtückisch auf den Einigungsweg schleppte, wird hoffentlich die deutsche Arbeiter- schaff in ihrem Drange zum Zusammenschluß mit einem Fuß- tritt beiseite schleudern I_ BcrUn und Qmgegend. Zur Tarifbewegnng im Fliesenlegergewerbe. Die Fliesenlegersektion des Zentralverbandes der Maurer hielt am Freitag im Gewerkschaftshause eine Versammlung ab, in der der Sektionsleiter Anton über den Stand der Tarifbewegung berichtete. Nachdem die geltenden Tarifverträge am 1. August ge- kündigt und die von allen für das Fliesenlegergewerbe in Betracht kommenden Arbeitnehmerorganisationen gemeinsam aufgestellten Forderungen den Unternehmern zugesandt wurden, verflossen un- gefähr 6 Wochen, bis die Unternehmer sich zu Verhandlungen bereit fanden, oder vielmehr nur zu einer unverbindlichen Aussprache. In dieser Sitzung, die am Sonnabend der vorigen Woche stattfand, erklärten die Unternehmervertreter, daß sie nur auf Grundlage des alten Tarifes verhandeln wollten. Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden lehnten sie rundweg ab. Mit ihren eigenen Tarif- borschlägen hielten sie zurück. Die Sitzung verlief also ergebnislos. Die Gegenvorschläge der Unternehmer wurden den Arbeitnehmer- Vertretern dann nach einigen Tagen zugesandt. Sie laufen darauf hinaus, daß die neunstündige Arbeitszeit bestehen bleiben soll und daß bei zweijähriger Gültigkeit des neuen Tarifes eine Lohn- erhöhung von 2l-h Pf. die Stunde gewährt wird. Daneben haben es die Unternehmer aber auch auf Verschlechterungen abgesehen. War bisher an den Sonnabenden eine Stunde früher Feierabend, ohne daß dabei die halbstündige Vesperpause ausgeschaltet war, so soll hierbei nun diese Pause beseitigt werden, was eine Ver» längerung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine halbe Stunde be- deutet. Ferner fehlt in den Vorschlägen der Unternehmer die Be- stimmung, daß an den Tagen vor den hohen Festen drei Stunden früher Feierabend gemacht wird, wie es der alte Tarif besagt. Aber damit nicht genug, wollen die Unternehmer im Gegensatz zum alten Tarif die Akkordarbeit wieder einführen. Den Ablauf des Tarifvertrages wollen sie wiederum auf den 1. Oktober festgesetzt wissen.— Selbstverständlich waren sich der Referent wie sämtliche Diskussionsredner darüber einig, daß die Unternehmervorschläge unter keinen Umständen angenommen werden können. In dieser Versammlung konnte es sich jedoch nur um eine prinzipielle Aus- spräche handeln; dei Entscheidung bleibt einer gemeinsamen Ver- sammlung der Fliesenleger und Fliesenleger-Hülfsarbeiter aller Organisationen uberlassen, die am Donnerstag stattfindet. Achtung, Töpfer! Die gesperrte Firma I. Twardh, Rummelsburg, Wühlisch- straße l, führt auch den Bau Rixdorf, Cannerstrahe, an der Niemetz- straße aus, welcher am Montag, den 23. d. M., in Angriff ge« nommen wird. Da Twardh seinen Verpflichtungen noch nicht nach- gekommen ist. ist auch dieser Bau gesperrt. Gleichzeitig ist noch zu berichten, daß der sich Kollege nennende Paul P i e ch o ck i sich nicht den Streikenden angeschlossen hat. Er hat es vorgezogen, dem Verbände den Rücken zu kehren unter der Angabe, er werde Meister. Auch haben sich die Mitglieder Paul Habel und Otto S t i ch a n zu Streikbrechern hergegeben. Die Verbandsleitung. Deutfches Reich. Der Bcrgarbeiterstreik in der Nieder-Lausih. Senftenberg, 21. September. sei nebenbei gesagt. Daß man aber den Arbeitern, die man zwingt, der„Union" beizutreten— andernfalls wird ihnen, so- bald sie die Mitgliedskarte nicht vorweisen, keine Arbeit ge« geben— nicht„Kontraktbruch" vorwerfen kann, dürfte außer der Föderation wohl kaum bezweifelt werden. Denn kein Ar- beiter hat aus freien Stücken der Vereinigung angehört. Und lächerlich ist eS natürlich. glauben machen zu wollen, daß in einer Vereinigung, wo bei Ent- scheidungen zwei Arbeiter vier Unternehmern gegenüberstehen, die Forderungen der Arbeiterinnen gerechte und objektive Würdigung erfahren. Würden die Herren beim umgekehrten Verhältnis die Unternehmerinteressen für entsprechend vertreten er- achten? Der Einwand also, daß die Arbeiter, statt zu streiken, ihre Forderungen der„Union" hätten vorlegen müssen, ist nichts weniger als stichhaltig und durch ihn wird das Vorgehen der Unternehmer in keines Menschen Urteil eine Aenderung gewinnen. Denn jeder wird sich auch fragen: ja warum wollen sich denn die Ar- beiter jetzt jedem Schiedsgericht, das ihnen außer- halb der„Union" geboten wird, unterwerfen? Warum haben sie denn alle Vermittelungsvorschläge während des Streiks, auch die, die ihnen vorläufige Entsagung ihrer Wünsche auferlegt haben, akzeptiert? Und warum sind umgekehrt die Unternehmer jetzt gegen das Schiedsgericht?» Ganz einfach: weil den so bescheidenen Forderungen der Arbeiter außerhalb der„Union pour la protection du travail" Gerechtigkeit widerfahren könnte und würde, was innerhalb der Union weniger zu befürchten ist... DaS ist das einzige in Betracht kommende „Prinzip und nicht der legendäre.Kontraktbruch", der weder tat- sächlich noch juristisch nachzuweisen ist. Bon einem gescheiterten Versuch zum andern wächst natürlich die Erregung der Bevölkerung, besonders der beteiligten Kreise. Die Getreidegroßhändler, durch das Vorgehen der Födöration gegen die Firma D r e y f u S noch mehr in Harnisch gebracht, wollen eine gemeinsame Aktion zur Wahrung ihrer Interessen durchführen. Die Födöration hat nämlich tatsächlich verhindert, daß die Firma ihre Waren verladen lassen konnte, indem sie den Kapitän des Schiffes Walhalla" durch Repressalien eingeschüchtert hatte. In der gestrigen Unterredung mit dem Arbeitsminister, an der die Delegierten Chapelle, Wieme, LooSjenS und der Ab- geordnete Terwagne teilnahmen, hat der Minister auf die Dar- stellung des Falles durch die Redner auch versprochen, dte Sache dem I u st i z m i n i st e r zu übergeben, da es sich in der Tat um einen Angriff auf die Freiheit der Arbeit handelt, wie ihn der§ 310 des Strafgesetze?— sonst freilich nur mastenhaft gegen die Arbeiter angewendet,— qualifiziert. Im Falle sich die Sache als von Belang herausstellt, erklärte der Minister, wird das Antwerpener Gericht auch die Verfolgung gegen die Föderation einleiten. Die Getreidegroßhändler werden sich umso weniger die Anmaßung der Födöration den Hafen zu beherrschen, gefallen lasten, als sie mit jedem» Tage immer größere Verluste erleiden und in jeder Beziehung durch die Schuld der Födöration. die selbst nicht unterhandeln lassen will, ge- schädigt wird. Der Firma DreyfuS, die 29 Schiffe mit Getreide im Hafen hat, sind ganze Schiffsladungen schon verfault oder ruiniert und sie erleidet täglich Verluste von S000 bis 6000 Fr., den anderen Firmen geht es nicht besser. DaS Streikkomitee hat auch die letzte FriedeuSabweisung mit einem Manifest beantwortet, worin die' Streikenden, zu weiterem Mut und zur Ausdauer für ihren gerechten Kampf aufgerufen werden. Auch wird darin den immer kursierenden Gerüchten, als hätte der Streik eine Beeinträchtigung erfahren, entgegengetreten. Von den Streikenden haben nur jene die Arbeit aufgenommen, die auf Grund der von der Dockcrvereinigung„Willen is Kunnen" gestellten Bedingungen arbeiten. Die gestrige Unterredung der Streikführer mit dem Minister hat bor der Hand jedenfalls das eine günstige Resultat gezeitigt, daß der Minister sowohl über die Beschwerden und Wünsche der Arbeiter wie überhaupt über die ganze Entwickelung des Streiks wahrheitsgemäß informiert wurde. Der Minister ging in seinem Eifer belehrt zu werden soweit, die Genosten zu fragen, was sie an seiner Stelle tun würden. Man kann sich denken, daß diese drei tüchtigen Streikführer dem Minister die Antwort nicht schuldig ge« blieben sind. Der Minister hat übrigens der Haltung der Streikenden seine Anerkennung gezollt und erklärte zum Schluß nunmehr besser über den Konflikt unterrichtet zu sein.— Aber all das sind nur Worte, Worte— wenn auch recht schöne— aber die Situation erfordert endlich eine Tat. » Antwerpen, 21. September.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Ein Meeting der Streikenden beschloß heute abermals die Arbeitsaufnahme mit der Einschränkung, daß der Beschluß für die ursprünglich streikenden Holz- und Getreideverlader keine Geltung haben soll. Alle Arbeit- aufnehmenden verpflichten sich zu einer Abgabe von fünf Prozent des Lohnes an den Widerstandsfonds. Der Scharf- macher Steinmann erklärte, falls die zur Arbeit sich Meldenden nicht die Arbeit für die Holz- und Getreidearbeiter leisten, würde eine neuerliche Aussperrung verhängt. Ein Ricsen-Auöstand in St. Louis. St. Louis, 20. September. Ein gestern auSgebrochener Schuh« arbeiterausstand veranlaßte heute einen Synrpathiestreik in 18 Fabriken, die zusammen annähernd 30 000 Arbeiter beschäftigen. Versammlungen. Die OrtSverwallung Berlin des ZentralverbanbeS der Maschinisten und Heizer hielt Sonntag ihre Versammlung bei Bercht, Ritterstraße 75, ab. Genosse R e h b e i n hielt einen Vor- trag über„Die kulturelle Bedeutung der Gewerkschaften". Unter Verschiedenes wurde lebhaft Klage geführt über die Anstellung-;- Verhältnisse der Stadt Berlin. Dieselbe stellt keine Maschinisten über 35 Jahre mehr ein; aber Steuern nimmt sie noch, wenn er auch älter ist. Unsere Vertreter im Stadtparlament müßten die Sache einmal zur Sprache bringen, damit der Magistrat sich dazu äußert._ Eingegangene Druchrcbnftcn. „Plutus". Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen(Heraus geber: G. Bernhard.) Hest 83. Vierteljährlich vom Verlag 4 M. Verlag: Berlin-Charlottcnburg, Gocthestr. 69. Sechs Monate Arbeitshaus. Erlebnisse cincS wandernden Ar- beilers von E. Schuchardt. 1 M. Verlag von H. Seemann Nachsolger Berlin NW. 87. Der Kunstwart. Rundschau über Dichtung. Theater, Musik. Heran;, geber F. AvenariuS. Verlag von G. D. W. Callwcy in.München.(Vierteljährl. 3, SO M., das einzelne Heft 70 Ps.) Monatsschrift für christliche Sozialreform. Septcmbcrhcst. Preis 6,49 M. Verlag Bäßler, Drexler u. Cic., LottstcNen in Baden. Wandtafel» zur Alkoholfragc von M. Gruber und Kraepelin. 1,50 R. Mäßigleits-Verlag, Berlin W. 15. Haberlands Unterrichtsbriefe für das-Selbststudium. Englisch, herausgegeben von Pros. De. Thiergen und VI. Clav, M. A. Brics 26—89. Preis je 75 Pf. Französische Zlnterrichtsbriefc von Rektor H. Michacliz und Pros. Dr. P. Passtz. II. Kursus. Bries 23—89. Verlag von E. Haber- land, Leipzig-R., Eilenburgerstr. Iii Geschäftsbericht der Konsum« und Pußdultio-Genostenschast„Be- fretung" zu Elberjcld. 9. Geschäjtsjahr. 63 Seiten. Selbstverlag. Letzte JNaebriebten und Depefeben, Verbotene Versammlung. Halle a. S.» 21. September.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Polizeilich verboten auf Grund der Berfrommungsverordnung vom 27. Oktober 1905 wurde die Parteiversaulmlnug, in der Genosse Kunert am Sonntag über den Parteitag Bericht erstatten sollte. Gefährdung des„öffentlichen Friedens". Stargard, 21. September.(W. T. B.) Propst OlszewSki aus Osiek wurde heute wegen Vergehens gegen§ 130a des Reichs- strafgesetzbuches(Kanzelparagraph) zu 1>/z Jahren Gefängnis ver« urteilt und seine sofortige Verhaftung verfügt. Organist Ezav« lewski erhielt sechs Wochen GrfSngnis. Der Klaffenkampf. Münster i. Wests., 21. Sept.(Privatdepesche des„Vorwärts".) In der Weberei derFirma Kruse in Neuenkirchen bei Münster kündigten heute 120 von 170 beschäftigten Arbeitern wegen Lohndiffcrenzen. Die in der Lohnbewegung befindlichen Arbeiter sind Mitglieder deS christlichen FabrikarbeiterverbandeS. Morengas Ende. London, 21. Sept.(W. T. B.) Dem Reuterschen Bureau wird aus Upington berichtet, daß das Kommando des MajorS Elliot M 0 r e n g a bei Witpan in der Kalahari angegriffen habe» als er auf dem Wege war, sich mit Simon Kopper zu vereinigen. Morenga, sein Sohn, sein Onkel und drei seiner Anhänger sollen getötet sein, während auf Seite der Briten ein Korporal getötet und einGemeiner verwundet worden sein soll. Raubmorbversuch. Trier, 21. September.(W. T. B.) Zwei Burschen im Alter von 15 und 13 Jahren haben an der Frau eines BäckerS einen Raubmordversuch verübt und sie durch Beilhiebe verwundet. Die Täter sind verhaftet worden. Ein Weinstrecker. Lanka»(Pfalz), 21. September.(B. H.) Der Gutsbesitzer und Weinbergsbesitzer Engel aus Hainfeld wurde heute wegen Weinfälschung zu 2 Monaten Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe oder weiteren 300 Tagen Gefängnis verurteilt. 42 000 Liter Wein wurden beschlagnahmt. Der Staatsanwalt hatte 2 Monate Ge- fängnis und 2000 M. Geldstrafe beantragt. Vor einiger Zeit Bildung einer Art Dieser Aufforderung Des Zaren Leibgarde. Petersburg, 21. September.(B. H.) empfahlen hochkonservative Blätter die Janitscharen-Truppe zum Schutz deS Zaren. ist nunmehr nachgekommen und ein kombiniertes Regiment (swodny polst) begründet worden. Dasselbe setzt sich aus zuver- lässigen Mannschaften zusammen, die von ihren Borgesetzten empfohlen worden sind und die für die Haltung der Mannschaften verantwortlich gemacht werden. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin S W- Hierzu 4 Beilaien. 111.222. 2u.>w i. Keilllge des Jormiitts" lerliiier iollislilsti Oer{Parteitag in Cfien. (Telegraphischer Bericht.) Effe», den 21. September. Sechster Verhandlungstag. Bormittagssttzung. Den Vvrsitz führt Singer. Aus Antwerpen ist Genosse MilieS, der Vertrauensmann der Antwerpener Hafenarbeiter eingetroffen. Singer heißt ihn herzlich im Namen des Parteitages willkommen und erteilt ihm das Wort. Milies: Vorerst meine herzlichsten Grüße von den belgischen Sozial demokroten, die stets mit großem Interesse die Verhandlungen der Parteitage in Deutschland verfolgen, weil sie aus ihnen zu lernen denken. ES ist ein großer Streik in Antwerpen ausgebrochen und das Syndikat der Antwerpener Hafenarbeiter und der Parteivorstand von Belgien haben mich hierhergeschickt, um Ihre Hülfe zu erbitten. Im Hafen von Antwerpen verdienen 25 ODO Arbeiter ein kärgliches Brot: 4, 5 6 M. pro Tag. Ein täglicher Zustrom von Tausenden von Landarbeitern und Schwierigkeiten aller Art haben bis 1834 eine Organisation sozusagen unmöglich gemacht. Aber keine Mühe war uns zu schwer. Ende 1894 setzte die Agitation aufs neue ein und Anfang dieses Jahres zählten wir zirka 2333 Mitglieder, deren Beiträge 33 Centimes pro Woche betrugen. Ende Juli hatten die Arbeiter in der Getreideverladung, unterstützt vom„jungen Syndikat*, eine Lohnerhöhung von 1 Zr. pro Tag den Unternehmern ab- gezwungen. Aber gerade dadurch haben sie uns den großkapitalistischen Riesen, den Morganschen Ozeantrust, auf den Leib gezogen. Der Ozeantrust, der mit einem Kapital von 733 Millionen Frank arbeitet, hat bereits in London. Rotterdam und in diesem Jahre auch in Hamburg gezeigt, wie verhaßt ihm die Organisation der Arbeiter ist. In Antwerpen ist er durch die sogenannte Fsdsration maritime vertreten. Diese Föderation maritime ist es, die jetzt die Löhne niederzudrücken sucht, die die Arbeiter zwingen will, sich einer unter ihrem Einfluß stehenden Organisation anzuschließen. Mit beispielloser Einmütigkeit und entschiedenstem Protest haben die Arbeiter diese Forderung abgelehnt und nun hat die Föderation maritime alle auf die Straße geworfen. Bereits acht Wochen dauert dieser Riesenkampf und Tausende von Arbeitern leben mit Frau und Kindern von Brot und Hering. Der Bürgermeister, der Gouverneur, der Arbeitsminister und andere einflußreiche Männer haben vergeblich zu vermitteln gesucht. Was noch folgen wird, ist nicht abzusehen, aber wir wissen, daß die Ant- ivcrpener Hafenarbeiter sich nicht an Händen und Füßen gefesselt dem Unternehmertum unterwerfen werden. Es ist ein Krieg auf Leben und Tod, und darum appellieren wir jetzt an Eure Solidarität. deutsche Brüder. Die Föderation maritime hat Tausende von Streik- blechern nach Antwerpen geschleppt. Unter diesen gab es viele Deutsche. Das war eine Schmach und eine Schande für die große deutsche Nation. Die deutsche Sozialdemokratie kann die deutsche Ehre retten, wenn sie mit den Kassen ihrer Organisationen uns zu Hülfe kommt. ES lebe die Internationale!(Lebhafter Beifall.) Singer: Ich kann wohl im Namen des Parteitages erklären, daß wir volle Sympathie mit den Antwerpener Genossen empfinden und ihnen selbstverständlich soweit möglich Unterstützung in ihrem schweren Kampfe werden zu Teil werden lassen.(Zustimmung.) Von dem Genoffen Calwcr ist mir ein Telegramm zugegangen mit dem Ersuchen, den Inhalt des Telegramms dem Protokoll unseres Parteitages einzuverleiben. Ich bin nicht der Meinung, daß Erklärungen in das Protokoll kommen könne», die nicht hier auf dem Parteitag abgegeben sind(Sehr richtig!), aber ich halte mich für ver- pflichtet, dem Parteitag kurz den Inhalt dieses Telegramms mit- zuteilen. Calwcr verwahrt sich gegen die Ausführungen Riekes, die er hier in bezug auf Calvcr gemacht hat; er erklärt dieselben für unwahr und teilt mit. daß er die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen über den Genossen Bebel und über die Saalabtreiberei nicht gemacht hat. Zur Ergänzung der Berichte der Mandatsprüfungskommission erhält das Wort Stubbe-Hamburg: Seit Dienstag sind»och zwei Mandate ein- gegangen und ein Mitglied des Reichstags nachtraglich eingetroffen, so daß sich die Zahl der Teilnehmer des Parteitags auf 313 erhöht. Beschwerden sind gegen die Mandate nicht eingegangen; ich bitte Sie, dieselben für gültig zu erklären. Der Parteitag beschließt demgemäß. Stubbe: Ferner habe ich im Namen der Mandatsprüfungs- kommission noch folgende Erklärung abzugeben: Erklärung: Die Mandatsprüfungskommission ist durch Beschluß des Partei- tages mit der Untersuchung der dem Parteitage unterbreiteten Beschwerden beauftragt worden. Unter diesen Befchwerden befand sich diejenige, die den sogenannten Fall W i e s e n t h a l betrifft. Die Kommission hat ihren Austrag erfüllt und sich nach zeit- raubenden Aktenstudien, Erhebungen und Beratungen einstimmig auf einen dem Parteitag zu machenden Vorschlag geeinigt. In dem Augenblick aber, als der Referent der Kommission Bericht über den Fall W i e s e n t h a l erstatten sollte, hat der Parteitag auf einen Antrag Bebel beschlossen, diesen Bericht nicht entgegenzunehmen, sondern die ganze Erörterung des Falles Wiesenthal, bis zum nächsten Parteitag zu ver- tagen. Die Mitglieder der Kommission empfinden diese? Ver- fahren einmütig als eine Brüskierung.(Unruhe.) Wenn der Partei- tag ohne Rücksicht auf die Vorschläge der Kommission den� Fall W i e s e n t a l vertagen wollte, so hätte er davon absehen sollen, der Kommission eine Arbeit aufzubürden, die nunmehr trotz ein- gehender und ergebnisreicher mündlicher Vernehmung des Be- Ichtildigten und zweier Zeugen zu einer nutzlosen gestempelt ist. Nachdem aber der Kommission der erwähnte Auftrag von: Partei- tag erteilt worden war, hätte zuvor deren Bericht angehört werden müssen, ehe ein weiterer Beschlutz gefaßt wurde.(Unruhe.) Die Kommission legt daher Verwahrung ein gegen daS ungewöhnliche Verfahren, das der Parteitag mit der Annahme des Antrages Bebel beliebt hat.(Unruhe.) Die Mitglieder der MandatsprüfungSkommission. � H. Stubbe, Wilhelm Keil, Otto Wels, K. Kniriem, S. Vetterlein. MaxKönig. K. Linchen B a u m a n n. H. Beime und H. Hüttmann. Singer: Diese Erklärung wird zu Protokoll genommen._ Ich habe Ihnen nunmehr daS Resultat der Wahlen für die neue Parteileitung mitzuteilen. Bei der Wahl zum Partcivorstande sind abgegeben 291 Stimmzettel. ES haben erhalten als Vorsitzende: Bebel 293, Singer 293, als Kassierer: G e r i s ch 289, als Sekretäre: E b e r t 293, Molkenbuhr 288, Müller 286, P f a n n k u ch 283, Noske 1, David 1, Honrath 1. Stadthagen 1, Ernst 1 Stimme. Gewählt sind also: Bebel und Singer zu Vorsitzenden, G e r i s ch zum Kassierer und E b e r t, Molkenbuhr, Müller und P f a n n k u ch zu Sekretären. Bei der Wahl zur Kontrollkommission sind abgegeben 286 gültige und 5 ungüttige Stimmzettel. Es haben Summen erhalten: Bock- Gotha 262, Kaden- Dresden 261. Geck- Offenburg 266, Klara Zetkin 244, E h r h a r t- Ludwigshafen 24t, B r ü h n e- Frankfurt a. M. 221, B r a u n-Königsberg 217, Ernst-Berlin 216, Koenen- Hamburg 197, Sachse 82, K n i r i em- München 73, B l u m e- Hamburg 53, Kleemann- Leipzig 43, Kühn 41, Fischer- Zittau 29, Geyer 26, LipinSky- Leipzig 25, Nieke4, Ulrich ll, Dornke2, David 1, Bömelburg l, Stadthagen 1. Gewählt sind demnach: Bock. Kaden, Geck. Klara Zetkin, Ehrhart, Brühne, Braun, Ernst und Koenen. Der Parteitag tritt nunmehr in die Tagesordnung ein. Die Diskussion über die Anträge 28 bis 31 und 81*) wird fortgesetzt. Pfannkuch: Mir sind keine Fälle bekannt, in denen Genossen, die nach einem anderen Parteiort zogen, dort zur Zahlung von Eintrittsgeld angehalten wurden, wenn sie vorher bereits organisiert waren. Gegen die Anträge ist nichts einzuwenden, nur eine Einheitsmarke können wir bei der heutigen Vereinsgesetzgebung nicht einführen. Einheitliche Mitgliedsbücher haben die Frankfurter Genossen in dankenswerter Weise bereits geschaffen, ihr Beispiel empfiehlt sich zur Nachahmung. Besondere Beschlüsse sind nicht notwendig, die Parteileitung wird es sich angelegen fein lassen, den Wunsch der Antragsteller zu erfüllen. Es genügt, die Anträge dem Partei.- vorstand zu überweifen Hüttmann- Frankfurt a. M.: Nach der Erklärung von Pfannkuch können wir damit einver- standen sein, daß die Anträge dem Parteivorstand überwiesen werden. Von der Einführung einheitlicher Beiträge müssen wir vorläufig noch Abstand nehmen. Linde-Königsberg: ES muß auch darüber Beschluß gefaßt werden, von welchem Zeitpunkt ab einheitliche Mitgliedsbücher eingeführt werden sollen, das vorhandene Material muß doch verbraucht werden. Einheitliche Beiträge können wir nicht einführen, die Landarbeiter können doch nicht so viel zahlen wie die Arbeiter in Industriezentren. Pankok- Schötmar: Durch eine Beitragserhöhung wäre es uns in ländlichen Be- zirken noch schwerer, Mitglieder zu werben, als eS schon jetzt der Fall ist. Man darf auch nicht vergessen, daß die Löhne sehr niedrig sind; ich bitte den Einheitsbeitrag abzulehnen. Haupt- Magdeburg: Solche Anträge müßten wegen ihrer Wichtigkeit eigentlich unter einem besonderen Punkt der Tagesordnung behandelt werden. Die Partei arbeitet auf diesem Gebiete zu schwerfällig. Man mutz doch bedenken, daß das Jnverbindungsverbot schon seit langen Jahren gefallen ist. Den veränderten Verhältnissen haben wir aber trotz- dem noch keine Rechnung getragen. Wenn wir nicht einen Ein- heitSbeitrag einführen, sollten wir wenigstens einen Mindestbeitrag einführen. 13 Pf. pro Woche können auch die Landarbeiter zahlen. Am praktischsten ist es, den Antrag 31 anzunehmen. Dann haben wir wenigstens Aussicht, daß die Frage auf dem nächsten Parteitsg ausgiebig diskutiert wird. Wenn eS so lange gegangen ist, wird es auch noch ein Jahr gehen. Aber dem Drängen der Genossen müssen wir einmal Rechnung tragen. Scharping- Stettin: Einheitliche Mitgliedsbücher können wir einführen, aber von einem Einheitsbeitrag müssen wir mit Rücksicht auf die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter Abstand nehmen. Schmalfeldt- Bremerhaven: spricht sich gleichfalls für einheitliche Mitgliedsbücher auS. Zu einem Einheitsbeitrag könnte man später auch kommen. Hoppe-Forst warnt vor der Einführung eines einheitlichen Beitrags. Man müsse die Verhältnisse in den einzelnen Orten berücksichtigen. Daß die Genoffen die Notwendigkeit der Aufbringung höherer Mittel einsehen, habe ja die Opferwilligkeit gezeigt, mit der nach den Wahlen vielfach die Beiträge erhöht seien. Hierauf wird die Debatte geschlossen. Der Parteitag spricht sich für die Einführung einheitlicher Mitgliedsbücher und einheitlichen Abrcchnungs- und Verwaltungs- Materials auS, lehnt aber einen Einheitsbeitrag sowie einen Mindestbeitrag von 13 Pf. pro Woche ab. Die Ausführung des Beschlusses wird dem Parteivorstand übertragen. Die Anträge 23— 31 und 81 sind dadurch erledigt. Den Antrag 24**) begründet Wetzker-Bochum: Ich gebe zu, daß unser Antrag nicht ein Ergebnis tiefster Weisheit ist, er entspringt den Bedürfnissen in Bochum. Nach der alten Organisation vor Erlaß des Sozialistengesetzes war dem Parteivorstand alles, was mit der Aufnahme usw. zusammen- hing, überlassen. Nachher überließ man die Bestimmung über Ausnahme und Ausschluß den Kreisorganisationen. Dann wurden die Schiedsgerichte geschaffen und die Berufung gegen deren Urteile an den Parteivorstand. Der Mißbrauch, der damit ge- trieben wurde, führte zur Bildung des jetzigen komplizierten Ver- fahrens, wonach die Kreisorganisation beim Parteivorstand den Antrag auf Ausschluß von Genossen stellen kann. Nach den Er- fahrungen, die wir in Bochum gemacht haben, empfiehlt es sich, ein weniger kompliziertes Verfahren als das jetzige für die Er« ledigung kleiner Fälle zu schaffen. Es ist für den Parteivorstand (ftwitz nicht angenehm, alle Augenblicke ein Schiedsgericht zu be- rufen, das eine Kleinigkeit zu erledigen hat, die ihm außerordent- lich fern liegt. Um den Vorstand zu entlasten, wäre wohl zu erwägen, ob man nicht den Kreisorganisationen in erster Instanz die Möglichkeit gibt, derartige kleine Fälle zu erledigen. Ich würde zufrieden sein, wenn sich der Parteitag entschließen könnte, unseren Antrag dem Vorstande zur Erwägung zu überweisen. Auf seine Annahme rechne ich nicht. Pfannkuch- Berlin: Der Vorredner hat zu erkennen gegeben, daß er für eine ver- lorene Sache kämpft, er hat aber doch das jetzige Verfahren kriti- siert. Wir im Vorstande geizen nicht danach, das Ausschlußver- fahren in der Hand zu haben, denn es legt dem Vorstande eine größere Arbeit auf, die wohl auf andere Weise zu erledigen wäre. Bei der Schaffung des jetzigen Verfahrens ging man davon aus, daß gerade die kleinen Streitigkeiten, die oft zur Verbitterung an einzelnen Orten führen, dort nicht erledigt werden können, weil meist ein objektives Verfahren da nicht möglich ist. Nach§ 2 des Organisationsstatuts niuß der Parteivorstand ein Schiedsgericht einberufen, lvenn die Anschuldigung ehrloser Handlungen, oder der Verletzung von Parteigrundsätzcn in gröblicher Weise vorliegt. In den Fällen, die Wetzkcr im Auge hat, hat der Parteivorstand, wenn nicht die Möglichkeit ausgeschlossen war, die Geister am Orte zu versöhnen, den Versuch gemacht, die Streitigkeiten am Orte durch ein Schlichtungsverfahren zum Austrag zu bringen, und das ist uns schon in mehreren Fällen gelungen, in allen nicht. Ich möchte *28. Bant: Einführung von einheitlichen Mitgliedsbüchern und Mitglicderbeiträgen für ganz Deutschland. AI. Kassel und Verden: Der Parteivorstand wird beauf- tragt, die Ausgabe einheitlicher Mitgliedsbücher und die Einführung einer Einheitsmarke für daS ganze Reich, vorzubereiten und dem nächsten Parteitage eine Vorlage zu machen. 8t. Kiel: Der Parteivorstand wird beauftragt, ein einheit- licheS Mitgliedsbuch(Musterbuch) herauszugeben, das die Benutzung in allen Parteiorganisationen des Deutschen Reiches ermöglicht. **) 24. B och u m- G e l s e n ki r ch e n: Im Falle deS ß 2 entscheidet über die fernere Zugehörigkeit zur Partei die Kreis- organisation. Dem Ausgeschlossenen steht das Recht der Berufung cm den Parteivorstand, alsdann an die Kontrollkommission und in letzter Linie an den Parteitag zu. bei der Gelegenheit darauf hinweisen, daß die Schiedsgerichte viel- fach über den Nahmen ihrer Tätigkeit, den das Organisationsstatut zieht, hinausgehen. Der Vorstand hat noch nicht Gelegenheit ge- habt, sich damit zu beschäftigen, weil keine Beschwerden darüber an ihn gekommen sind. Wenn man in die ganze Sache eine prozessuale Ordnung hineinbringen will, so würde das ganze Schiedsgerichts- verfahren einer Neuorganisation zu unterwerfen sein. Wenn der Vorschlag gemacht wird, daß der Vorsitzende des Schiedsgerichts ein juristisch gebildeter Parteigenosse sein soll, so meine ich, Sie können, so lange der Parteivorstand sich nicht über die ihm auf- gehalste Arbeit beschwert, es bei dem jetzigen Verfahren belassen. Damit schließt die Debatte. Der Antrag Wetzker auf Ueberweisung deS Antrages 24 an den Parteivorstand zur Erwägung wird abgelehnt, ebenso Antrag 24 selbst. Singer teilt mit, daß die Kontrollkommission die Genossen Eberhardt und Wengels zu Beisitzern des Parteivorstandes gewählt habe. Weiter teilt Singer mit, daß Kontrollkommission und Partei- vorstand gemeinsam als Mitglieder des B i l d u n g S a u s» schusseS gewählt haben: David-Mainz, Heimann-Berlin, Korn- Kiel, Mehring- Leipzig, Schulz-Berlin(zugleich als Geschäfts- führer), Wollmar- München und Klara Zetkin- Stuttgart. Es folgt die Beratung des nachstehenden Antrages des Partei- Vorstandes und der Kontrollkommission: Der Parteitag wolle beschließen: 1. Das Mindestgehalt der Bezirksparteisekretäre wird von 2333 M. auf 2233 M. erhöht. 2. Alle zwei Jahre tritt eine Erhöhung des Gehalts um 233 M. em. 8. Die bereits zurückgelegte Dienstzeit wird den Bezirks- Parteisekretären bei Erhöhung des Gehalts angerechnet. 4. Die Ortszulagen, die die örtlichen Organisationen ihren Sekretären gewährten, sollen unverkürzt bleiben. 5. Den Bezirkspartei. sekretären sind jährlich 14 Tage Ferien zu gewähren. Bebel: Die Bezirksparteisekretäre haben gestern in einer Konferenz beschlossen, Anträge bezüglich ihrer Besoldung an den Parteitag zu bringen. Sie sind aber zunächst an uns herangetreten, wir haben uns mit ihnen ins Einvernehmen gesetzt und das Resultat ist der vorliegend« Antrag. Als in Bremen beschlossen wurde, Parteibezirkssekretäre anzustellen, wurde ihr Minimalgehalt auf 2333 M. festgesetzt. Daß inzwischen die Verhältnisse, insbesondere die notwendigen Lebensmittel wesentlich teurer geworden sind, wissen alle. Es ist ferner eine Tatsache, daß auch andere Arbeiter- organisationen. wie z. B. die Gewerkschaften, die Gehälter ihrer Beamten inzwischen erheblich erhöht haben. Schon aus diesem Grunde sind wir gezwungen, dem zu folgen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, daß uns die guten Kräfte von den Gewerkschaften und anderen Arbeiterorganisationen weggekapert werden. Wir be- antragen also, das Minimalgehalt um 13 Proz. zu erhöhen. Ferner schlagen wir vor, die bisherige Frist für weitere Er- Höhungen von drei auf zwei Jahre herabzusetzen. Die Anrechnung der bisher zurückgelegten Dienstzeit ist wohl nur selbstverständlich. Der Parteivorstand kann natürlich nicht Rücksicht nehmen auf die örtlichen Verhältnisse, die Bedeutung der einzelnen Persönlich- leiten usw.; das würde zu den größten Ungerechtigkeiten führen; er kann nur eine allgemeine Grundlage vorschlagen. Die Rücksicht- nähme aus die erwähnten besonderen Verhältnisse ist vielmehr Sache der örtlichen Verwaltungen, die erfreulicherweise die Rücksicht auch bisher geübt und teilweise erheblich über die allgemeinen Sätze hinausgegangen sind. Natürlich sollen diese Ortszulagen auch jetzt nicht wegfallen.— Eine allgemeine Regelung der Ferien haben wir beschlossen, weil sich in dieser Beziehung teilweise Differenzen an einzelnen Orten ergeben haben. Ich bitte Sie, diesem Antrage zuzustimmen.(Bravo!) Katzenstein- Berlin regt an, diese Grundsätze auch sinngemäß anzuwenden auf die Re- dakteure der Parteizeitungen. Die kleineren Parteizeitungen, bei denen die Redakteure gerade am meisten zu tun haben, sind oft nicht in der Lage, ihre Redakteure in der hier für die Parteibezirks- sekretäre beantragten Weise zu besolden. Es wäre wohl angebracht, daß die Ueberschüsse der großen Parteiblätter dazu verwendet würden, um auch die Redakteure an den kleineren Parteiblättern besser zu stellen.(Bravo!) Bebel: Den Grundsätzen Katzen st eins stimme ich selbstverständlich zu. Ich möchte mich nur gegen den Gedanken wenden, daß die Ueberschüsse der großen Blätter für diesen Zweck benutzt werden. Ueber diese Ueberschüsse hat der Parteivorstand nicht zu verfügen. Ich stelle im übrigen fest, daß wenn solche Wünsche im Sinne der Ausführungen Katzen st eins an den Parteivorstand gekommen sind, er ihnen stets bereitwilligst entgegengekommen ist. Der Antrag der Parteileitung wird hierauf angenommen. Singer erklärt, daß der Antrag 66 nicht zur Beratung kommt, da es kein Antrag an den Parteitag ist, sondern ein Auftrag an die Frankfurter Delegierten. Es folgt die Beratung der Anträge, die sich auf die A g i t a t i on beziehen(3—13, 26, 43. 75. 82, 84. 88. 89). Hiervon finden nur die Anträge 9, 88 und 89 die genügende Unterstützung. Zunächst wird über den Antrag 38*) verhandelt. Liebknecht-Berlin: Wir haben bereits in Mannheim einen Antrag angenommen. der der Partei die Förderung der Jugendorganisationen zur Pflicht macht. Auch in der Stuttgarter Resolution über den Militarismus ist ein Passus enthalten, der die Partei und die Gewerkschaften ver« pflichtet, dahin zu wirken, daß die Jugend im Geiste deS Sozialismus erzogen und mit Klassenbewußtsein erfüllt wird. Damit ist die formelle Legitimation der Jugendorganisationen geschaffen, aber in weiten Kreisen macht sich noch ein recht beträchtlicher passiver Widerstand dagegen geltend, man betrachtet die Jugendorganisation als eine Art Steckenpferd, als eine Spielerei, die man duldet, weil sie Mode ist, aber überzeugt von ihrer Notwendigkeit sind viele maßgebenden Genossen nicht. Das zeigt sich in der Passivität und Stetigkeit, wenn man die Frage der Jugendorganisation in gewissen Krcifen Zur Sprache bringt.(Eberl: WaS find das für Kreise?) Ich Ipreche nicht vom Pcirteivorstand, der befindet sich gewissermaßen auf dem Wege der Besserung.(Heiterkeit.) WaS nützen uns alle schönen Beschlüsse, wenn sie nur auf dem Papier stehen? Mit der Jugendorganisation ist eS genau so, wie mit der Frauenbewegung. Der Appell, den Genossin Baader hier auf dem Partei« tage zur Untersttitzung der Frauenbewegung an die Genossen gerichtet hat, könnte dreimal verstärkt werden in bezug auf die Jugendorganisation. Augenblicklich haben lvir ganz be- sondere Veranlassung, der Jugendbewegung unsere Sympathie aus- zusprechen. Wahrscheinlich wird sich der Reichstag schon in der nächsten Session mit dem Reichsvereinsgesetz zu befassen haben. Es ist ja nicht neu. daß die Förderung der deutschen Einheit die Verpreußung für Deutschland bedeute, und wenn die Zeitungs- Nachrichten richtig sind, dann müssen wir unser schärfste« Augen- merk auf das neue Gefetz richten, denn eS enthält eine 88. Delmenhorst: Die Schaffung von Jugendorganisa- tioncn intensiver wie bisher zu betreiben, und zwar in der Weise, daß einige Parteigenossen beauftragt werden, in möglichst allen Orten des Reiches Versammlungen abzuhalten, in denen der Zweck» und die Notwendigkeit der Jugendorganisationen erläutert und die Gründung eventuell in die Wege geleitet wird. Gleichzeitig die Parteipresse zu veranlassen, in dieser Richtung aufklärend zu wirken. ganze Anzahl von Verschlechterungen, darunter eine äußerst gefährliche Bestimmung. Der Unterschied zwischen politischen Vereinen nach§ 8_ des preußischen Vereinsgesetzes und den Vereinen, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten befassen(Z 1) wird aufgehoöen, man kennt nur noch Vereine, die eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten erstreben, und hierzu gehören auch die Gewerkschaften. Schüler und Lehrlinge sollen' von diesen Vereinen gänzlich ausgeschlossen sein. Das ist ein Schlag gegen die Jugendorganisation. Allerdings heißt es. daß die BerufSvere'inc darunter nicht zu verstehen sind, sondern daß hierfür ein besonderes Gesetz erlassen werden soll, aber ich möchte den sehen, der Vcr- trauen darauf hat, daß hierbei etwas Vernünftiges herauskommt, namentlich, nachdem wir jetzt diese erste Kostprobe aus der neuen Küche dcZ NeichSamtS des Innern vor uns haben. Es handelt sich um einen Schlag gegen die Jugendorganisationen. In einer solchen Situation aber ist es ganz besonders wichtig, daß die Sympathie der Partei sich noch einmal auf die Seite der Jugendorganisationen stellt und daß der Parteitag den Genossen die Forderung der Jugendorganisation zur Pflicht macht. Der Parteitag darf nicht vorübergehen, ohne daß schon jetzt energisch Lärm geschlagen wird gegen das reaktionäre Attentat auf das Vereinsrecht. Wenn der Entwurf wirklich so aussieht, wie es nach den Preßnachrichten scheint, dann mutz die Partei einen Kampf bis aufs Messer gegen ihn führen. E» darf nur eine Parole geben und mit dieser Parole muß der Parteitag ariSeinandergehen: Werst das Scheusal in die WolfSschluckt. (Heiterkeit und Beifall.) Antrag 88 wird hierauf angenommen. Die Anträge S und 89*) werden gemeinsam berate». Dr. Liebknecht-Bcrlin: Uin die antimilitaristische Bewegung hat sich ein ganzer Sagew kreis entsponnen, sie wird in einer Weise mißverstanden und mit Argumenten bekämpft, aus denen hervorgeht, daß diejenigen, die sie bekämpfen, die Bewegung gar nicht kennen. Sie bekämpfen einen Popanz, aber nicht die wirkliche Bewegung. Es ist angekündigt, daß man auf diesem Parteitage mal ein Wörtchen über die Antimilitaristen reden wolle; man hat besonders gemeint, hier in Deutschland den HervöiZmuS abfertigen zu müssen. Eine kleine militaristische Debatte haben wir ja schon in der Diskusston über den ParlainentSbericht gehabt. Und da haben S ü d e k u m und V o l l m a r Auffassungen ge- äußert, die von Sachkunde gänzlich ungetrübt waren. S ü d e k u m meinte, meine Tätigkeit erkläre sich daran», daß ich ungeduldig sei. Ja, ungeduldig bin ich und ungeduldig sind wir alle, aber daß meine antimilitarrstische Tätigkeit etwa so zu verstehen ist. daß ich meine, wir müssen Hals über Kopf uns in irgend eine Umwälzung hinein- stürzen, das steht im Widerspruch zu allem, was ich darüber geredet und geschrieben habe. Wir haben auch nicht die Absicht, den Mili- tarismuS losgelöst vom Kapitalismus zu bekämpfen. Man sollte doch, bevor man über solche Sachen spricht, erst mal die Publikationen lesen. Wir haben immer die Untrennbarkeit von Militarismus und Kapitalismus betont. Vollmar hat mit einer gewissen Jronisierung das Wort von dem neuen Antimilitarismus gebraucht. Wie er diesen Begriff definiert, ist mir nicht ganz klar geworden. Er sagte u. a., man solle keine großen Redensarten machen, sondern Bildung und Aufklärung verbreiten. Nun, darin stimnit er ganz überein mit der Bewegung, die er zu bekämpfen glaubt, es ist also ein Schlag in die Luft, der uns nicht gewoffen hat. Auch die wiederholt aufgestellte Behauptung, daß wir auf ver- schiedenen Parteitagen die Kasernenagltation verlangt hätten, muß'ich zurückweisen, wir haben stets nur eine nachdrückliche spezialisierte, antimilitaristische Propaganda gefordert. Zur Diskreditierung der antimilitaristischcn Bewegung hat Vollmar dann darauf hingewiesen, daß irgendwo inal— ich glaube auf der Jugend konferenz zu Mannheiin— von irgend jemand geäußert sei,' inan solle mit einem Trauerflor um den Arm in die Kaserne ziehen. Ich habe mich orientiert. Es handelte sich nicht um einen Vorschlag. der natürlich äußerst töricht wäre, sondern um eine rhetorische FloSIel. Es wurde gesagt, es wäre besser, daß die Leute statt mit bunten Bändern geschmückt mit einem Trauerflor in die Kaserne gehen. Daß die Gefahr von Mißverständnissen besteht, gebe ich zu. Ich bin daher der Meinung, man solle äußerst vorsichtig sein, und ich kann nur sagen: je mehr die Bewegung sich ausbreitet, desto mehr erkennt sie diese Pflicht zum Verzicht und führt sie durch. Als ich neulich vom Verekeln sprach, habe ich ausdrücklich hinzu- gefügt, es fragt sich nur wie und in welchem Sinne. Daß dieser Nachsatz anscheinend überhört ist, ist nicht meine Schuld. Ich habe auch stets betont, daß nichts weiter erstrebt wird, als innerhalb der allgemeinen Tätigkeit der Partei eine besonders nachdrückliche anti militaristische Propaganda zu entfalten. Ich habe stets als Beispiele die Frauenagitation, die Jugendagitation, die Landarbeiter agitation usw. herangezogen. Man darf doch nicht meinen, daß, »vcnn ein besonderer Nachdruck für einen bestiminten Zweig der Agitation verlangt wird, dies schon ein Attentat auf die heiligen Traditionen der Partei ist. Welcher Zweig besonders zu betonen ist, das hängt von den Umständen ab, und es mag ja sein, daß es bisher nicht möglich gewesen ist, die antimilitaristische Propaganda in den Vordergrund zu rücken, aber jetzt ist die Zeit dazu gekommen. Ich habe diese Auffassung auch in Stuttgart gegenüber Vollmar ausgeführt. Dann ist behauptet worden, es handle sich für mich um ein Steckenpferd. DaS mag ja sein, aber ich bin jedenfalls der Meinung, daß es sich hierbei um ein ganz bestimmieS Manko in unserer Partei handelt.— Vollmar sagte neulich ironisch mir gegenüber, dw neue antimilitaristische Bewegung bestehe doch noch aus mehr Personen als aus mir, wenn sie auch noch so klein sei. Das beweist wieder, wie wenig unterrichtet Wollmar über diese Bewegung ist. Er hätte nur einer der zahl- reichen Versammlungen beiwohnen müssen, in denen dies Thema verhandelt wurde, dann hätte er erfahren, daß der denkbar beste Boden für diese Agitation in Deutschland vorhanden ist. Auch auf der Jugendlonferenz in Stuttgart hätte Wollmar erfahren können, daß der AnttmttitariSmuS, wie ich ihn verstehe, eine große Anhänge* schaft besitzt. Wir befinden uns hier auf dem Gebiete des Kanonen lönigs Krupp, und dieser gouius loci, dieser Geist deS Ortes, sollte uns erst recht veranlassen, die antimilitaristischen Tendenzen der Partei um so stärker zu betonen. Der Internationale Kongreß in Stuttgart hat eine Resolution angenommen, wonach die Bestrebungen der Arbeiter gegen den MlilarismuS und den Krieg möglichst gestärkt und in Zusammenhang gebracht werden sollen. Diese Stellungnahme ist von uns auf das allerfrcudigste begrüßt worden. Ich gebe zu, daß der Antrag 39, der eine be- sondere Propaganda unter den in die Kaserne einberufenen Mann- schaften verlangt, in dieser Forin nicht angenommen werden kann. ES empfiehlt sich, den Grundgedanken dieses Antrages all uotam zu nehmen. Was den schon mehrfach früher abgelehnten Antrag 9 an- ilangt, so ziehe ich ihn zurück in der Neberzeugung, daß der Stutt- aarter Beschluß auch in Deutschland gute Früchte tragen wird. Ich bitte Sie, die Grundgedanken der anttmilitaristischen Progaganda mit Ihrer Sympathie zu unterstützen und auf diese Weise dafür zu sorgen, daß es vielleicht niemals mehr notwendig sein wird, ans einem Parteitage den Antimilitarismus zu behandeln, denn es ist besser, daß wir ihn machen, als daß wir darüber reden.(Bravo!) Ein Antrag WelS, über den Antrag 89 zur Tagesordnung überzugehen, dem Ledcbour mit der Bemerkung widerspricht, es müßten auch die Gründe gegen den Antrag öS nochmals dargelegt »verde«, wird angenommen. v S. V e l t e n: Eine besondere antimilitaristische Propaganda ist systematisch zu entfalten. Zu diesem Zweck ist ein ständiger Ausschuß einzusetzen. 89. D o r t m u n d: Die Generalversammlung stellt den Antrag zum deutschen Parteitag, daß unter den zum Militär einrückende» Mannschaften die antimilitaristische Agitation einsetzt, und zwar ist schon während der Musterunbcn oder Militäraushebung durch geeignete Flugblätter in diesem Sinne zu wirken. CS folgt die Beratung der Anträge 63 bis 65, Unterstützt wird nur der Antrag 6S.*) Wciß--Magdcvnrg begründet den Antrag: Unser Antrag hat nicht nur akademische, sondern auch große praktische Bedeutung für unsere Agitation bei den ReichstagSwahlen. Wir sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß wir in Magdeburg unser Mandat nicht verloren haben, weil sich die bürgerlichen Parteien gegen uns vereinigt haben, sondern weil eine große Anzahl von Arbeitern gegen uns gestimmt haben. Nach der Richtung haben wir unsere Agitation besonders zu wenden. DaS ist überall da möglich, wo die Wählerlisten auf Kosten der Partei ausgeschrieben werden. Ich bitte den Antrag anzunehmen. Eine Debatte entsteht nicht. Der Antrag 65 wird angenommen. Schließlich liegt noch folgender Antrag 199(Hoch) vor: Der Parteivorstand wird ersucht, küuflig die Zusammen- stellung der Anträge in der gedruckten Vorlage an de» Parteitag in derielben Reihenfolge vorzunehmen, in der sie zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung zur Unterstützung resp. Verhandlung gestellt werden sollen. Hoch-Hanau: Bei unserem Antrag ist vorausgesetzt, daß die Publikation im „Vorwärts" genau in derselben Weise erfolgt wie bisher. Die Not- wendigkeit des Antrages ergibt sich aus den Berhandlungcu dieses wie aller früheren Parteitage. Der Antrag wird hierauf angenommen. Singer: Damit sind die Arbeiten des Parteitags erledigt und wir stehen am Schlüsse des Parteitages. Ich möchte zunächst den Essener Genossen danken für die Tapferkeit und Fähigkeit, mit der sie die Hindernisse, die diesem Parteitage entgegen standen, überwunden haben. Ich dehne diesen Dank auch aus auf die Tätigkeit der Eiiener Genossen während de? Parteitages. Wir sind Ihnen Dank schuldig nicht nur für die Organisation dieses Parteitages, sondern auch für die Erholung, die sie uns geboten haben. Weiter will ich auch den Genossen unseren Dank aussprechen, die in den Kommissionen ge- arbeitet haben, vor allem der Reunerkominission, die mehr wie je ans diesem Parteitag beschäftigt gewesen ist. Die Anregung, die in dieser Beziehung gegeben worden ist. auf späteren Parteitagen eine besondere Beschwerdekommijsion zu wählen, wird gewiß auf frucht- baren Boden gefallen sein. Das Resultat unserer Verhandlungen kann, wie ich glaube, uns vollständig befriedinen. Ich weiß aus Aeußerungen von einer ganzen Reihe von Genossen, daß wir um so mehr befriedigt von diesem Parteitage scheiden, als wir uns vorgestellt hatten daß die organisatorische Arbeit unserer hiefigen Genossen nicht zu dem Erfolge sühren würde, den Parteitag auch äuße* [ich so abhalten zu können, wie eS geschehen ist. Was aber die Verhandlungen selbst anlangt, so dürfen wir uneingeschränkt unS gestehen, daß wir zufrieden sein können mit dem Verlan dieses Parteitages sowohl in bezug auf die Beschlüsse, die wir gefaßt haben, als auch in bezug auf die Art, in der die Ver- Handlungen auf diesem Parteitage geführt worden sind. Wir haben uns mit dem Beschluß auf Gründung eines PreßbureauS eine neue Waffe geschaffen, die, wie ich hoffe. siir unsere Partei von großem Nutzen sein wird. DaS Preßburean ist berufen, der Agitation diejenigen Mittel an die Hand zu geben die bisher noch mcht in genügender Weise namentlich der mittleren und kleineren Presse zu teil wurden. Wir alle sind durchdrungen von der Ueberzeugung, daß unsere Presse einer der wichtigsten Waffen in dem EmanzipattonSlampf der Arbeiter ist. Die Presse auszugestalten, daß sie ihre Aufgabe voll erfüllen kann, war von jeher Ziel und Bestreben der Partei. Wenn von mancher Seite die Befürchtung gehegt wird, daß durch das Preßburean die Selb ständigkcit der Parteipreffe beeinträchtigt werden würde, so wird sich diese Befürchtung in keiner Weise erfüllen. So wie wir mit den anderen Organen, die im Laufe der Zeit geschaffen worden sind, glänzende Erfolge erzielt haben, so wird es auch mit der Einrichtung dieses PreßbureauS sein. Die Diskussion über den International en Kongreß hat uns aufs neue die Solidarität der deutschen Partei mit den Proletariern aller Länder bewiesen. Unsere Zustimmung zu den Stuttgarter Beschlüssen bedeutet keine Formalität, sondern es liegt darin gleichzeitig die Verpflichtung und das Versprechen, die Richt- linien, die der Internationale Kongreß für das Proletariat aller Länder gegeben hat, auch in Deutschland innezuhalten, sie zu pro- pagieren und für sie zu wirken.(Lebhafte Zustimmung.) Das ist der Sinn deS kurzen Zustimmungsbeschlusses, der dazu führen wird, sowohl bei den Bruderparteien in den übrigen Ländern, als auch bei uns selbst, das Bewußtsein zu stärken, daß da, wo die inter- nationale Arbeiterbewegung marschiert, die deutsche Sozialdemo- kratie mit vorangeht.(Lebhafter Beifall.) Durch den Beschluß zur Maifeierfrage haben wir ausgedrückt, daß wir, soweit es irgendwie möglich ist, gemeinsam mit den Ge- werkschaften den Kampf für die Befreiung des Proletariats führen wollen.(Beifall.) Dieser Beschluß hat aufs neue bestätigt, daß Gewerkschaftsbewegung und sozialdemokratische Bewegung Arme eines mächtigen Stromes sind. Was die beiden Richtungen, jede für sich, kämvfen und schaffen daS soll schließlich verwendet werden zum gemeinsamen Kampf für die Befreiung des Proletariats.(Beifall.) Wenn e» uns gelingt, die Maifeier, wie ich hoffe, so zu gestalten, daß die Reibereien und Meinungsverschiedenheiten verschwinden, werden wir den Gedanken der Maiseier um so schärfer zum Ausdruck bringen können als einen gewaltigen Protest des internationalen Proletariats au wirtschaftlichem und politischem Gebiete.(Lebhafter Beifall.) Unsere Verhandlungen haben aufs neue zur Evidenz bewiesen, daß die Sozialdemokratie in ungebrochener Kraft dasteht.(Sehr wahr!) Stolz und kühn können wir unsere Bahn weiter verfolgen. Wir brauchen nicht kleinmütig zu sein, wir sind sicher, daß die ozialdemoiratische Bewegung in Deutschland weder niedergeritten noch niedergebetet werden kann.(Stürmischer Beifall.) In diesem Bewußtsein, das bekräftigt wird durch die Ver- Handlungen dieser Woche, gehen wir an die neue Arbeit. Für die Sozialdemokratie gibt es kein Ruhen und kein Rasten. Die Sozialdemokratie benutzt ihre Parteitage, um sich zu vergegen- wältigen, was sie geleistet hat, um sich klar zu werden, was sie leisten muß. Auch auf diesem Parteitag ist der einmütige Entschluß zutage getreten, weiter zu kämpfen, bis das letzte große Ziel er- reicht ist.(Lebhafter Beifall.) Mit dem Bewußtsein, mit dem esten Entschluß, auch diesen Parteitag als eine Etappe zu be- trachten, von der aus der weitere Vormarsch gemacht wird, als den Ausgangspunkt neuer Antriebe, neuer Arbeit, neuer Agitation, neuer Propagierung unserer Grundsätze, mit diesem Bewußtsein gehen wir auseinander und bekräftigen diesen Entschluß mit unserem alten Schlachtruf: Die deutsche Sozialdemokratie lebe hoch.(Die Teilnehmer des Parteitages haben sich erhoben, stimmen dreimal in das Hoch ein und singen den ersten Vers des Sozialisten» Marsches:„Auf Sozialisten, schließt die Reiben!') Der Parteitag ist geschlossen! Berichtigung. Genosse Laufenberg bittet uns um die Mitteilung, daß die Wiedergabe seiner Ausführungen auf dem Essener Parteitag in Nr. L29 deS„Vorwärts' unrichtig ist. bezüglich deS richtigen Wortlautes auf daS ParteitagSprotokoll. — Er verweist später erscheinende 65. Magdeburg: Die Generalversammlung des So. zialdemokratischen Vereins, überzeugt von der Bedeutung solcher tatistischen Aufnahmen über die soziale Zusammensetzung der Reichstagswählerschaft, wie sie in Magdeburg. Leipzig. Offenbach und Augsburg vorgenommen wurden, richtet an den Parteitag das Ersuchen, die Wahlkreise, bei denen die Vorbedingungen hierzu vorhanden sind, aufzufordern, solche Statistiken aufzunehmen. Es ist bei diesen Aufnahmen vor allem im Auge zu behalten, daß sie nach einem einheitlichen Schema zu erfolgen haben, damit sie mit einander verglichen werden können; eS ist ferner erforderlich. da sie nicht nur für einen Wahlkreis, sondern für die Gesamtpartei nützliche Erkenntnis erschließen sollen, daß alle Statistiken ver- ösfcntlicht werden. Da der Wert der Aufnahmen um so größer ist, je zahlreicher sie sind, werden die Parteitagsdelegierten ersucht, überall da, wo eS sich ermöglichen läßt, auf die Aufnahme solcher Wahlstatistiken hinzuwirken. Die Formulare hat der Partei- vorstand zu liefern. Hiid Indufine und Ftandel Vom Geldmarkt. Im Gegensatz zun: Vorjahre zeigt der Geldmarkt zurzeit ein relativ weniger beängstigendes Gepräge. Während im September 1996 die angespannteste Lage des Geldmarktes sich zusehends weiter ver- schärfte, ist gegenwäriig ein wenn auch geringes Nachlassen der Spannung am internationalen Markte unverkennbar. Der amcrika- nische Geldmarkt zeigt vorerst noch keine entschiedene Tendenz; umsomehr haben sich dafür aber die Eeldverhältniffe m England seit einigen Wochen gebessert; auch der jüngste Ausweis der Bank von England weist eine deutliche Erleichterung auf. während zur gleichen Vorjahrszeit eine Diskonterhöhung not- wendig wurde. Auch in Dentschland ist die Lage günstiger ge- worden. Wenn die Spannung am Geldmarkte auch noch sehr stark itt, so ist nach dem jüngsten ReichsbaulauSweiS doch eine kleine Bcfferuna eingetreten, so daß die vielfach verbreitete Furcht, der Geldmarkt werde den Herbstaniprüchen noch ungenügender als 1996 gegenüberstehen, verblaßt. Allerdings dürfte auch der Umstand mit- »'rechen, daß die Herbstansprüche in diesem Jahre nicht so gewaltig !em werden wie 1996. Für die Erleichienmg aus dem Geldmarkt ipricht auch daS größere Interesse, das in der letzten Zeit den sest- verzinslichen Anlagen entgegen gebracht wird. Zur Ausnutzung der Wasserkräfte der Biktoriafälle ln Südafrika werden Anlagen geplant, die sich denen an den Riagarasällen zur Seite stellen können. Zur Verwertung dieser Wasserkräfte ha» sich die Victoria Falls Electric Power Company Ltd. gebltdet, die die Versorgimg der Grubendezirke in Transvaal plant. Letztere haben in den letzten Jahren 289 999 Pscrdskrä'te verbraucht. Ei» Dampf- turbincn-Krastwerk von 24 099 Pferdestärken Leistungsfähigkeit soll bei Johannesburg errichtet iverden, und die elektrische Energie in einem Umkreise von nind 59 Kilometern verteilen.— DaS Waiier- kra'twcrk soll unmittelbar unterhalb der Fälle angelegt werden. Der Ausbau ist auf Million Pferdekräfle in Aussicht aeuommen; zunächst sollen jedoch nur 19 Maschinensätze zu je 5999 Pserdekräflen aufgestellt' werden. Die Vikioriafälle liegen von Johannesburg etwa 1999 Kilometer ab. Auf diese Entsermmg hat man Kranslrom bisher noch nicht übertragen, so daß die Frage der Fernleitung erhebliche Schwierigkeiten verursachen dürfte. Dem Bau kommt sehr zu statten, daß die Eisenbahn von Kapstadt jetzt bis zu den Füllen führt._ Sozialee« Eine glückliche Zugverspätung. Gewöhnlich gehören Zugverspätungen nicht zu den Annehm- lichteiten deS Lebens. Für den Schriftsetzer Grübler in Würzburg hatte ein solches Malheur aber angenehme folgen. Grübler war, wie wir in Nr. 213 berichtet haben, als lajtiger Ausländer aus- gewiesen worden. Eine Zugverspätung hat ihn vor der Aus- sührung deS AuSweisunaSbeschlusseS bewahrt. Der„Korrespondent" berichtet darüber: Grübler hatte beim Austritte aus dem Kranken- Hause den betreffenden Polizeibcamtcn gebeten, seine Sachen in seiner Wohnung zuvor ordnen zu dürfen. Daher resultierte dann die Verspätung zum Zuge. Der Beamte machte dem Magistrate sofort Mitteilung von feinem„Malheur'. Da inzwischen die lokale Presse sich dcb Falle? bemächtigt, neben dem„Korr.' auch die„Frankfurter Zeitung" sowie die sozialdemokratische Partei- presse, vor allen Dingen aber auch unser Würzburger Vorstand bei den maßgebenden Stellen kräftig eingegriffen halten, so wandte sich der Magistrat mit der Anfrage an die Regierung, ivas nun geschehen solle. Von dieser Seite kam alsdann der Bescheid, ein ärztliches Gutachten über Grüblers Zustand einzusenden, vorläufig aber die Ausweisung nicht zu vollziehen. ES besieht also die Hoffnung, tfüß in diesem eigenartigen Falle von der AuSweisungS» befugniS kein Gebrauch gemacht wird, zumal ein GcgenseitigkcitS- vertrag mit Oesterreich" hier in Anwendung gebracht werde:» könnte._ Dom Teilen. Zu den wichtigsten, viel gebrauchten Requisiten an politischen Kreisblattpresse, gegen die Sozialdemokratie gehört das anmutige Märchen vom„Teilen". Im„Zukunftsstaate" wird alles«geteilt", sogar daS Hemd muh mit irgendeinem fremden Manne oder gar intersexual geteilt werden, wenn der oder die andere kcins hat i Alle diese Mätzchen zum Kopfschcumachen de» honetten Bürger? gegen unsere Bewegung kennen ja unsere Leser, weshalb wir sie damit nicht aufzuhalten brauchen. Es ist aber ganz interessant, mal dem Gedanken des„Teilens" nachzugehen und festzustellen, was wohl für die Interessierten— und das wäre ja die ganze Be- völkerung— dabei hcrauSspringen würde. Einigen Anhalt dafür bietet die preußische Steuerstatistik, weil sie Angaben über das versteuerte Einkommen und in denen über die Ergänzungssteuer auch solche über die vorhandenen Vermögen enthält. Im Jahre 1996 wurde in Preußen ein Einlwnni«« Zen- siten von 19 331 392 999 M. veranlagt(1995 ein solches von 9 668 698 999 M.) Da nun Preußen nach den Fortschreibungen der Reichsstatistik im Jahre 1996 37 859 999 Personen(1995: 37 293 990) zählt, so entfallen auf den Kopf der Bevölkerung 273 M.(259 M.) Einkommen pro Jahr. DaS ist nicht viel, namentlich wenn mau nur bedenkt, daß eine sünfköpfige Familie pro Jahr nur 1365 M. (1295 M.) zur Verfügung hatte. Eine Haushaltung besteht aber durchschnittlich auS 4.6 Köpfen, so daß jede Familie im Durchschnitt auch nur 1269 M.(1195 M.) jährliches Einkommen zur Verfügung hätte. Dieses Einkommen flösse jedoch allein aus dem„veranlagten" Einkommen, das bei 999 M. beginnt. Es fehlen dabei die niedri. geren Einkommen von 8,29 Millionen Zensiten, die staatScinkommen- steuerfrei sind, weil ihr Einkommen den Betrag von 909 M. pro Jahr nicht erreicht, oder die auS irgendwelchen Gründen frei- gestellt sind(1996: 819 465 Personen). Deren Einkommen dazu. gerechnet würde die Gesamtsumme doch noch wesentlich erhöhen und zu keinem allzu schlechten EinkommenSsatze führen. Der Zustand nach der„Teilung" wäre sicher bedeutend besser als der jetzige, wo die 1 261 899 Personen mit mehr als 3999 M. Jahreseinkommen allein 4 789 688 994 M. Einkommen haben, das sind allein über 46 Proz. deS veranlagten Einkommens, während die anderen 7,2 Millionen Zensiten mit 990 M. bis 3999 M. Jahreseinkommen zusammen nur 5 551 113 875 M. einnehmen, daS heißt pro Zcnsit 779 M.!— Eine Verteilung aus die Zahl ver physischen Zensiten gibt natürlich ein sehr schöne» Bild; entfallen doch auf jeden der» «Iben 2439 M.(S434 M.). DaS besagt aber für die Verteilung deS Einkommens gar nichts. Schreiten wir zur„Teilung" des VermSgenS. Nach den ErgänzungSstcuerbestimmungen bleiben die Vermögen unter 6999 M. steuerfrei. Sic entgehen der Statistik infolgedessen ganz, und wir erkennen, daß wir zu einem wesentlich höheren Vermögens. satze kommen müßten, al« jetzt nach den Ergebnissen der Er- gänzungSsteuer. Aber wir wollen uns schon damit begnügen. In Preußen finden wir 1995: 666 283 Zensiten. die Ergänzungssteuern bezahlen. Sie besitzen zusammen ein Vermögen von 52 956 Milli» arden Mark und bezahlen 26 161 909 M. ErgänzungSsteucr. Ver- teilen wir dieses Vermögen auf die einzelnen Preußen, fo entfallen auf jeden 1499 M., also auf jede Familie in Preußen das ganz nette Sümmchen von 6450 M. In dieser Summe sind die anderen Ber» mögcnöarte», also der Besitz von Immobilien usw. noch nicht ent> halten. Alle diese Daten ergeben sich unter der Annahme, daß die Be» völkerung wirklich ihr volles Einkommen und ihr volles Vermögen versteuert. Jeder weih aber, in welchem Maße überall Steuer- Hinterziehungen gerade von den wohlhabenden Leuten geschehen. Nll die» zu dem Einkommen und Vermögen der Freigestellten und Nichtsteuerpflichtigen hinzugenommen, ergibt kein schlechtes Bild von dem Einkommen und dem Besitzstand des preußischen Volkes. Einen denkenden Betrachter wird das nicht verwundern, denn wo soll denn all der Wert hin, der aus den zahllosen Millionen fleißiger Hände flieht? Das Proletariat würde in der Tat gar kein so schlechtes Geschäft machen, wenn es eine wirkliche„Teilung" nach den Jde- ologien des Spießers vornähme. Der Gedanke selbst würde vielleicht nianchem Angehörigen dieser Gesellschaftsklasse unter diesem Äe- sichtSwinkel gar nicht so unsympathisch erscheinen? Arbeiter- und Naturheilbewcgung. Auf der Hauptversamm- lung des Deutschen Bundes der Naturheilvereine in Weißenfels zu Pfingsten 1906 forderten die Naturheilkundigen Scholta und Wolf mehr Berücksichtigung der Arbeiterinteressen. Da sie infolge- dessen eine Behandlung erfuhren, wie Genosse Stadtmüllcr auf dem Deutschen Turntage in Worms, schieden sie mit einer Anzahl Na- turhcilvereine aus dem Deutschen Bunde aus. Auf der am ver- gangencn Sonntage in Berlin tagenden Hauptversammlung des Deutschen Vereins der Naturheilkundigen wurde an Schölte und Wolf auf Betreiben des Deutschen Bundes der Naturheilvereine die Forderung gestellt, die Agitation gegen den Bund einzustellen. Da die Genannten sich dessen weigerten, wurden sie mit 43 gegen 32 Stimmen aus dem Deutschen Verein der Naturheilkundigen aus- geschlossen._ ßcnchtö- Zeitung. »Wählt Fritz Zubeil l"— ein unzulässiges Plakat. Daß vorsintflutlicher Polizeigeist immer noch und immer mehr unser öffentliches Leben beherrscht, zeigen am deutlichsten die Plakat- Plackereien, deren sich natürlich am meisten oder fast ausschließlich die Sozialdemokraten zu erfreuen haben. Zu den Konzcssionen, die die Reichsgesetze der Landesgesetzgebung gemacht haben, gehört auch folgende Bestimmung des§ 30 Absatz 2 des Reichspreßgesetzes:„Das Recht der Landesgesetzgebung, Vorschriften über das öffentliche Anschlagen, Anheften, Ausstellen, sowie die öffentliche unentgeltliche Verteilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen zu erlassen, wird durch dieses Gesetz nicht berührt." Aus Grund dieser Vorschrift hat die Judikatur für noch rechtsgültig erklärt den K S des alten preußischen Preßgesetzes vom 12. Mai 18S1. wo es heißt:„Anschlagzettel und Plakate, welche einen anderen Inhalt haben, als Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, über öffentliche Vergnügen, über gestohlene, verlorene oder gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachrichten für den gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen, angeheftet oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden". — Diese Bestimmung sollte der Genosse Prast in Groh-Lichter- felde(Mark Brandenburg, Wahlkreis Teltow-Beeskow) dadurch übertreten haben, daß er am 25. Januar, dem Tage der Reichstags- Wahlen, auf der Straße eine Tafel mit der Aufschrist:»Wählt Fritz Zubeil!" trug. DaS Landgericht verurteilte ihn auch zu einer Geldstrafe und das Kammergericht verwarf seine Revision mit folgender Begründung: Es frage sich zunächst, ob die herumgetragene Tafel ein„Plakat" sei. Das wäre zu bejahen. Man könne nicht sagen, daß eine herumgetragene gedruckte Aufforderung kein Plakat sei. Für den Begriff de? Plakat» sei nicht erforderlich, daß die Druckschrift an Häusern, Türen, Mauern usw. befestigt sei. Das träfe nur für Anschlagzettel zu. die der§ 9 des preußischen Preß- gesetzeS neben Plakaten nenne. Eine Tafel, die, wie hier, in der Hand getragen werde, sei ein„in sonstiger Weise öffentlich ausgestelltes Plakat im Sinne des§ 9, wenn die Aufschrift eine Mitteilung enthalte, die dem Publikum unabhängig von äußeren Umständen an sich verständlich wäre. Das sei aber hier bei der Tafel mit der Aufschrift:„Wählt Fritz Zubeil!" der Fall. Also handele es sich um ein Plakat. Es sei aber auch ein Plakat, das nach§9 überhaupt nicht angeschlagen, angeheftet oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden dürfe, da es einen anderen Inhalt habe, als ihn der zitierte§ 9 zulasse. Dem Angeklagten komme auch nicht zugute der§ 43 Abs. 8 der Reichs- Gewerbeordnung. Dieser lasse in der Zeit von der amtlichen Bc- kanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahlaktes bei der Wahl zu gesetzgebenden Körperschaften zwar zu, daß Stimm- zettel und Druckschriften zu Wahlzwccken(auch ohne Erlaubnis? verteilt würden. Zum Verteilen gehöre aber, daß die Druck- schrift dem Publikum in die Hand gedrückt werde. Da» sei hier ja nicht geschehen, eS scheide somit§ 43 Abs. 3 der Gewerbe orbnung aus.— Der§ 9 des preußischen Prcßgesetzes scheine ja mit der Gewerbeordnung zu kollidieren. Er existiere ober gemäß § 39 Abs. 2 des Reichspreßgesetzes noch selbständig und müsse an- gewandt werden. Wenn diese überlebten Bestimmungen recht auSgiebig auch gegen das honette Bürgertum angewandt würden, dann würden sie bald verschwinden. So aber geht eS ia nur gegen die Arbeiter und ihre Bestrebungen. Achtbar« Staatseinrichtungen. Der Redakteur deS anarchistischen Organs»Freier Arbeiter", Former Rudolf O e st r e i ch, stand gestern vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I, um sich wegen Verächtlichmachung von Staats- einrichtungen und vorzeitiger Veröffentlichung einer Anklageschrift zu verantworten. Er wurde durch Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t verteidigt. Zur Anklage standen die Artikel aus der Nummer vom 5. Januar des„Freien Arbeiters" unter den Ueberschriften„Schewe tot".„Koscheniann frei" und„Aus der anarchistischen Bewegung". Der erste Artikel bezieht sich auf den Schlosser Schewe, der am 7. November 1894 unter der Beschuldigung des versuchten Tot- schlages zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, am 26. November 1906 entlassen worden und einen Monat später ge- starben ist.— Der zweite Artikel betrifft die Entlassung Paul KoschemannS aus dem Zuchthause. Koschcmann ist am 16. April 1897 wegen Beihülfe zum versuchten Morde und Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu 19 Jahren 1 Monat'Zuchthaus verurteilt und kürzlich aus dem Zuchthause zu Sonnenburg entlassen worden. Diese beiden Fälle gaben dem„Freien Arbeiter" Anlaß zu heftigen Ausfällen gegen die Justiz. Es wurde gesagt, daß das Urteil gegen Schewe ein Faustschlag gegen jedes Gerechtigkeitsgefühl sei, das Urteil sei unter Mitwirkung eines verrückten Staatsanwalts und eines verrückten Präsidenten zustande gekommen und die verruchte und verbrecherische Justiz habe ihn gemordet.„Wir werden," so heißt es zum Schluß,„ihn rächen an seinen Mördern, der heutigen kapitalistischen Gesellschaft und der auS ihr hervorgegangenen Justiz!"— Der Angeklagte behauptete hierzu, daß Schewe von dem Geschworenengericht verurteilt worden sei, welches unter Leitung des Landgerichtsdirektors Brausewctter stand, der bald darauf im Jrrenhause gestorben sei. Auch der damals mitwirkende Staats- anwalt Dr. Benedix habe in eine Heilanstalt gebracht werden müssen. Damals se» man allgemein der Ansicht gewesen, daß alle in der letzten Zeit seines Lebens erlassenen Urteile des Land- gerichtSdirektorS Brausewetter hätten aufgehoben werden müssen. Schewe sei ein kranker Mann gewesen und doch nicht ent- lassen worden. Was den Artikel über Koschcmann betrifft, so be- hauptete der Angeklagte, daß Koschemann bei Entlassung aus dem Zuchthause von mehreren Genossen empfangen worden sei und ihnen erzählt habe: Der Zuchthausdirektor habe ihm gesagt:„Wir werden dafür sorgen, daß Sic lebend hier nicht mehr heraus- kommen, denn wenn Sie herauskommen, richten Sie doch nur Un- heil an." Man habe also die Absicht gehabt, ihn langsam hinzu- morden und dies rechtfertige die Ausführungen des Artikels, in welchem eS u. a. heißt: Die Justiz sei ein blödes Tier, eine wilde Bestie, eine Gesellschaft von Schurken und Verbrechern. Die Justiz habe nicht das Recht, die Leiber der Genossen zu zermürben und zu zerfleischen usw. usw. Der Angeklagte behauptete, daß er die in dem Artikel enthaltenen Tatsachen für wahr gehalten habe. — Der dritte Anklagepunkt betrifft die Veröffentlichung einer gegen den Angeklagten selbst gerichteten Anklage. Dieses Ver- gehens bekannte sich der Angeklagte schuldig.— Staatsanwalt R a a sch beantragte das Schuldig in allen drei Fällen und brachte unter Einrcchnung einer am 31. Januar dem Angeklagten aufer- legten sechswöchigen Gefängnisstrafe eine Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis in Vorschlag. Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t bestritt, daß auf die beiden Artikel der§ 131 St. G. B. Anwendung finden könne und beantragte in dieser Beziehung die Freisprechung, event. die Vorladung des Koschcmann als Zeugen und die Vorlegung der Akten im Falle Schewe, sowie Vorladung eines Sachverständigen, um diesen über den Zusammenhang des Todes Schewcs mit seiner langjährigen Zuchthausstrafe zu hören. — Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einer Zusatz- strafe von 6 Wochen Gefängnis. Ein neuartiger DarlehnSschwinbcl beschäftigte gestern die 4. Strafkammer des Landgerichts l in einem Strafprozeß, der sich bis in die neunte Abendstunde hinzoss. Die Verhandlung, welche sich gegen den Agenten Friedrich Hauen- s ch i l d richtete, entrollte sehr interessante Einzelheiten über die Geschäftspraktiken des L o t t e r i e v e r e i n s„ G l ü ck st e r n". In den Monaten Mai und Juni d. I. erschienen in Berliner und hauptsächlich auswärtigen Zeitungen eine Anzahl Inserate fol- genden Inhalts:„Lotterieverein„Glückstern" sucht Mitspieler für preußische Klassenlotterie. Den Mitspielern werden seitens des Vereins Darlehen gewährt." Auf dieses Inserat hin meldete sich eine große Anzahl Personen, die es zumeist aber nur auf den verlockenden Passus, daß Darlehne gewährt würden, abgesehen hatten. Den Betreffenden wurde dann von dem„Lotterieverein" ein Schreiben zugestellt, in welchem sie aufgefordert wurden, als Eintrittsgeld die Summe von 6 M. einzusenden, die Anteile selbst mußten zum Preise von 3 bis 29 M. erworben werden. Da in diesem Schreiben hauptsächlich darauf hingewiesen wurde, daß der Verein mit größeren Mitteln infolge früherer Lotteriegewinne arbeite, fanden sich zahlreiche Personen, die das Eintrittsgeld ein- sandten und auch Lotterieanteile entnahmen in der Hoffnung, zugleich auch ein Darlehn zu erhalten. Wenn sie dann das Er- suchen an den Lotterievcrcin richteten, ihnen ein Darlehn zu geben, so erhielten sie den Bescheid, daß„selbstverständlich" vorher eine Auskunft eingezogen werden müsse, für welche die Gebühr vor- her zu entrichten sei. Diese Auskünfte lauteten dann regelmäßig so ungünstig, daß den Betreffenden, wie der Verein mitteilte, unter diesen Ilmständen kein Darlehy gewährt werden könne. Jetzt erst erkannten die Darlehnsuchendcn, daß sie das Opfer eines raffiniert angelegten Schwindels geworden waren. Bei der Kriminalpolizei regnete es förmlich Strafanzeigen gegen den „Glückstern". Die polizeilichen Ermittelungen führten zu dem überraschenden Resultat, daß der Verein sich nur aus drei aktiven Mitgliedern zusammensehte. Es waren dies der jetzige Ange- klagte Hauenschild, dessen Sohn und eine junge Buchhalterin. Der Leiter des ganzen Unternehmens war der schon mehrfach wegen Kautionsschwindels vorbestrafte Angeklagte Hauenschild, der Er- sinder dieses neuartigen Darlehnsschloindcls war. Mit Hülfe eines Winkelauskunftsbureaus wurden die stets ungünstigen Aus- künfte fast schematisch angefertigt, die später den Ablehnungsgrund für die Darlehnsgesuche ergaben. Aus einzelnen Anklagcfällen ging hervor, daß H. von vornherein es nur darauf abgesehen hatte, unter Benutzung des LotterievereinS als Deckmantel und Lockvogel die Auskunftsgebühren zu erlangen. Nach einer sieben- stündigen Beweisaufnahme hielt das Gericht den Angeklagten des Betruges für überführt und erkannte auf eine Gefängnis- strafe von 6 Monaten und eine Geldstrafe von 3 9 9 M. eventuell 39 Tagen Gefängnis zusätzlich. (UocKeti-Spielplan der ßerlfner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag nachmittag 2'/, Uhr: Hänsel und Gretel. Die Piippetisee Sonntag abend: Mtgnon. Montag: Lohengrin. sAnfang 7 Uhr.) Dienstag: Salome.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: gra Diavolo. Donnerstag: Tannhäuser. Freitag: Madame Buttersty. Sonn- abend: Die Entsührung aus dem Serail. Sonntag: Madame Buttersly. Montag: Sinsonickonzert der kgl. Kapelle. Königl. Schanspielhau». Sonntag: Tin Fallissement. Montag: Di« Rabensteinciin. Dienstag und Mittwoch: Viel Lärm um nichts. Donnerstag: Die Rabensteincrin. Freitag: Viel Lärm um nichts. Sonn- abend: Wallensteins Lager. Di« Piccolomint. Sonntag: Wallensleins Tod. Montag: Die Rabcnstcinerin.• Deutsches Theater. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Minna von Barnhelm. Dienstag: Prinz Friedrich von Homburg. Mittwoch: Das Wlntermärchen. Donnerstag: Prinz Friedrich von Hom- bürg. Freitag: Ein SommernachlsNaum. Sonnabend und Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Robert und Bertram. Deutsches Theater(Kamm erspiele). Sonntag: Liebelei. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag: Liebelet. Mittwoch: Fräulein Julie. Die Neuvermählten. Donnerstag: Liebelet. Freitag bis Sonntag: Frühlings Erwachen. Montag: LiebcleL Berliner Theater. Sonntag: Die tanzenden Männchen. Montag Faust.(Ansang 7',. Uhr.) Dienstag bis Donnerstag: Die tanzenden Männchen. Freitag: Die Jungfrau von Orleans. Sonnabend und Sonn- tag: Die tanzenden Männchen. Montag: Der Widerspänstigen Zähmung. Lcssing-Thcater. Sonntagnachmittag S Uhr: Rosenmontag. Abends: Der Bund der Jugend. Montag: RoSmerSholm.(Ansang Tl, Uhr.) Dienstag: Der Bund der Jugend. Mittwoch: Das Blumenboot. Donners. tag: Der Bund der Jugend. Freitag: Wenn wir Toten erwachen. Sonnabend: Die Stützen der Gesellschaft. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glocke. Abends: Der Bund der Jugend. Montag: Hedda Gabler. Neues Theater. Sonntag VIS Mittwoch: Jhavatrathe. Liebe. Donnerstag: Der Dieb. Freitag biS Sonntag: Jhavatrathe. Liebe. Montag: Baumeister Solneß. Neues DchanspielhauS. Sonntag: RaffleS. Montag: Herthas Hochzeit. Dienstag: Alt-Heideiberg.(Anfang VU Uhr.) Mittwoch; RaffleS. Donnerstag: Das Glas Wasser. Freitag: Herthas Hochzeit. Sonnabend und Sonntag: RassleS. Montag: AI!°Heidclberg.(Ansang 7>/, Uhr.) Klctncs Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rachtasiil. Abends: Vater und Sohn. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag bis Donnerstag: Vater und Sohn. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Vater und Sohn. Sonntagnachmittag 2 Uhr: Nachtasyl. Abends und Montag: Vater und Sohn. Refidenz-Tbeater. Soiintagnachmiltag 3 Uhr: Eine Hochzeltsnacht. Allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen? Sonntag, den 29., nachm. 3 Uhr: Der Schlaswagen-Kontrolleur. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: HossmannS Erzählungen. Abends: Rcrther. Montag: HoffmannS Erzählungen. Dienstag: Figaros Hochzeit. Mittwoch: Earmen."Donnerstag: Werther. Freitag: Hostmanns Erzählungen. Sonnabend: Werther. Sonntagnachmittag 3 Uhr, abends rmo Montag: HossmannS Erzählungen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 8'?« Uhr: Frühlingslust. Allabendlich: Die lustige Witwe. Sonntag, den 20., nachmittags 3'/, Uhr: Frühlingslust. Schiller- Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: TraumuluS. Abends und Montag: Der Herr Senator. Dienstag: Monna Vanna. Mittwoch: Der Herr Senator. Donnerstag: Die Schmuggler. Freitag: RoSmerSholm. Sonnabend: Monna Vanna. Sonntagnachmittag 3 Uhr: TraumuluS. Abends und Montag: RoZmersholm. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Vanna. Abends und Montag: Götz von Berttchingen. Dienstag: Der Herr Senator. Mittwoch und Donnerstag: Das vierte Gebot. Freitag: Heimat. Sonnabend: Der Herr Senator. Sonntagnachmittag Uhr: Monna Vanna. Abends und Montag: Das vierte Gebot. Friedrich-Wilhelinstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Abends: Die Nibelungen. Montag: Winterschlaf. Dienstag: Die Nibelungen. Mittwoch biS Freitag: Der blinde Passagier. Sonnabend: Die Nibelungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Abends und Montag: Der blinde Passagier. Lustspiclhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die von Hochsattel. Allabendlich: Husarensieber. Somitag, den 29., nachmittags 3 Uhr: Sein Alibi. Abends und Montag: Husarenfieber. Zeutral-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Puppe. Allabendlich: Unsere blauen JungenS. Sonntag, den 29., nachmittags 3 Uhr: Lumpaci- vagabundus. Abends und Montag: Unsere blauen JungenS. Luise». Theater. Sonntagnachmittag 2 Uhr: Don EarloS. Wen»»- Earmen. Montag: Die beiden Reichenmüller. Dienstag: Amerrkasepp'l. Miltwoch: Gebildete Menschen. Donnerstag: Carmen. Freitag: Mutter- segen. Somiabendnachmittag 4 Uhr: Prinzessin von Marzipan. Abends: Die beiden Reichenmüller. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Amerikaseppst.... m.,,„_,. Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: BiS such um Fünft Allabendlich: Ihr Sechs-Uhr-Ontel., c Triauon-Theatcr. Allabendlich:- Fraulein Josette— meine Frau. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Madame X. Mßtropol-Theater. Allabendlich: Das muh man seh'n! Avollo-Tbearer. Allabendlich: Sylvester Schässer. Spezialitäten. Walhalla-Tbeater. Spezialitäten. Bernhard giose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der grohe ' Donnerstag: Der Held des Tages : Der Schlotjunker. Mittwoch: ag 6 Uhr: Der gestiefelte Kater Äbends: Der Schlotjunker. � Theater an dsr Spree. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Goldonkel. Allabendlich: Der Aktienbudiker. Sonntag, den 29.. nachmittags 3 Uhr: Der Goldonkel. Abends: Der Aktienbudiker. Gebr. Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Madame Wig.Wag. ES lebe das Nachtleben. Somitaguachmittag 3 Uhr: Ein veuücktes Hotel. Vorder: Haysisch geht zur Jagd. Figaro-Thealxr. Allnbendlich: Paus. Die Klaue. Unterm Bett. Passage-Thrater. Allabendlich: Lona Nausen. Spezialitäten. Pratcr-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends sowie Montag bis DoniierStag: Bühne und Welt. Freitag: Die Logen- brüder. Sonnabend und Sonntagnittag 3 Uhr: Bühne und Welt. AbendS und Montag: Die Logenbrüder. Casino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Heirat aus Probe. Allabendlich: Die wilde Jagd. Sonntag, den 29., nachmittags 4 Uhr: Nick Carter. Wintergarten. Anne Dancrey. Annie DirkenS. Spezialitäten. Reichshallen- Theater. Allabendlich: Stcttiner Sänger. Carl Haverland-Theater. Spezialitäten. Ans. 3 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Ilrania-Theater. Talibenstrahe 48/49. Montag und Mittwoch: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Freitag und Soliiiabeiid, den 28. September: Die Photographie in natürlichen Farben. Sonntag, den 28. September: lieber den Brenner nach Neapel.(Ans. 8 Ubr.) — Sonnabend, den 28., nachmittags 4 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. VemutcKtes. Ein Samaritcrwcrk im Ticrlcbcn. Man schreibt uns: Als ich in diesem Sommer einige Wochen in MuSkan weilte, habe ich ein herrliches Beispiel der Nächstenliebe in der Tierwelt kennen gelernt. Der Sohn meines Wirtes fand eines TageS mitten auf dem breiten Waldwege eine junge»och nicht flügge Drossel. Er setzte das Tierchen in wärmendes Moos unter eine Buche und fütterte es mit einigen kleinen Insekten. Ain anderen Morgen trieb'S uns schon zeilig zu unserem kleinen Pflegling, dessen jammerndes Stimmchen wir abends zuvor, als wir ihn verließen, noch lveithin gehört hatten. Als wir uns der Stelle näherten, wo wir die kleine Waise einguartiert, flog ein Starweibchen vom Boden auf und seinem in der Nähe befindlichen Neste zu, wo es von hungrigen Kindern er- wartet wurde. Wir zogen uns vorsichtig zurück und beobachtete», was da kommen werde. Sieh, da schwingt sich plötzlich die Starmuster zu dem kleinen Verlassenen nieder und stopft ihm den gierig sich öfstrenden Schnabel. Wieder fliegt sie hinweg, und kommt bald mit einem neuen Fang, der diesmal aber unter die eigenen Kinder verteilt wird. Vater Star jedoch kam bald wieder mit einer neue» Ration für das Drosselstiefkind, das unserer Sorge durch die wahrhaft rührende Nächstenliebe des Starpärchens enthoben war. Acht Tage haben wir das liebliche Bild betrachten dürfen. Dann war eines TageS unser Pflegling verschwunden; er war inzwischen flügge geloorden. Es war uns, als hörten wir feine Stimme aus einer der nahen Buchen- krönen. Fünf Arbeiter getötet. In Wilhelmshaven wurden gestern morgen kurz nach 8 Uhr bei Ausführung von MunitionSarbeiten auf dem dortigen Artilleriedepot durch Explosion von 1ö Zentimeter- Schrapnells, die entladen wupden, fünf Arbeiter getötet, zwei Arbeiter sowie zwei Frauen schwer verletzt und zwei Personen leicht verletzt. Sich selbst gepellt. AuS Hannober wird gemeldet: Der Mörder Drost, der am vergangenen Montag in Großgandern bei einem Familienzwist seine eigene Tochter erschossen hatte und darauf flüchtig geworden war, hat sich gestern früh der Gendarmerie gestellt. Er lvnrde nach Nordhausen transportiert. Schiffsunfälle. Der finnische Schooner„GalloS" kenterte nach einer Meldung aus Kiel am 17. d. M. in der Ostsee auf der Fahrt nach Lübeck. Der Kapitän und ein Matrose ertranken, die übrige Besatzung, sechs Matrosen und ein Steward, hielten sich zwei Tage auf dem auf seiner Ladung schwimmenden Schiff. Der Steward starb vor Er- mattung. Am Freitag wurden die sechs Matrosen von dem englischen Dampfer„Romeo" gerettet und, wie die„Kieler Neuesten Nach- richten" melden, gestern in Holtenau gelandet. Londoner Meldung zufolge überrannte der Dampfer„Mabori" in der Clydemündung, während der Schnelligkeitsversuche vornahm, den Dampfer„Kuntyra". Derselbe sank binnen weniger Minuten. Der Kapitän des letztgenannten Dampfers wurde während des Zusammenstoßes schwer verletzt. Wie die Firma Sartori u. Berger auS Kiel mitteilt, berichtet der gestern morgen in Kiel angekommene Kapitän des cnglischen Dampfers.„Romeo", daß er am 19. September, 3 Uhr nachmittags, sechs Mann der Besatzung deS finnischen Schooners„Gallus" ge- borgen habe. Der Kapitän und ein Mann des Schooners feien ertrunken und der Steward vor Ermattung gestorben. Das Schiff war am 17. September gekentert. Wieder clngcfangcn. Von den drei aus Mewe elltspningctten Zuchthäuslern sind, ivie ans Dirschau berichtet wird, gestern nacht gegen 3 Uhr bei Käsemark zwei von einem Gendarmen ergriffen worden. 05 Häuser eingeäschert. Nach einem Telegramm aus Hoßzumezö in Ungarn sind dort gestern 95 Wohnhäuser samt Nebengebäuden, sowie Getreide- und Fiittervorräten niedergebrannt. Zwei Kinder Iverden vermißt. Die Cholera in Nufiland. In den Gouvernements Samara, Saratow, SimbirSk, Astrachan, Nischnig-Nolvgorod, Kasan, Kostroma, JaroSlaw, Baku, Wjatka, Tschernigow. Perm, Wladimir, in den Städten Kiew, Jekaterinoslaw und>n den Gebieten Syr-Darja und AkmolinSk sind bisher im ganzen 4512 Cholcrafälle beobachtet worden. Davon hatten 2320 Fälle tödlichen Ausgang. Die Opfer der Hungersnot in China. Der Pariser„Matin" meldet aus London: Die Zahl der Chinesen, welche in der Provinz Dtan-Sou an der Hungersnot gestorben sind, wird auf 2 Millionen veranschlagt. Berinißteö Schiff. AuS New Dork wird berichtet: Große Be- sorg ins herrscht wegen deS Schulschiffes„Huntres", welches von Pensacola(Florida) nach New Orleans unterwegs ist. Es ist bcreils seit drei Tagen überfällig, und man befürchtet, daß dem Schiffe im Golf von Mexiko ein Unfall zugestoßen ist. Durch Sonnenstich umL Leben gekommen. In New Dork sind im Laufe des vorgestrigen TageS sieben Personen durch Sonnenstich umS Leben gekommen. Tic Opfer der Eisenbahnkalastrophe. Nach den letzten Meldungen ans» Mexiko über den Zusammenstoß bei Encarnacion beträgt die Zahl der Getöteten 63, die der Verletzten, darunter zahlreiche Schwer- verletzte, 43. Der Führer des Güterzuges wurde in Haft genommen. IMiL. jSkC jya Ii A. WERTHEIM IN DIESER WOCHE IM ALTEN LICHTHOF AUSSTELLUNG VON KRISTALL PORZELLAN, FAYENCE u. KUNSTTÖPFEREIEN. DEUTSCHE UND AUSLÄNDISCHE ERZEUGNISSE. Verkauf grosser Posten zu besonders vorteilhaften Preisen: KRISTALL- STEINSCHLIFF Salatschalen? ors,,,» L.io d. 3.1 s«i-. 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An den Antrag der Belgier und Franzosen, betreffend die Festsetzung einer Rente für Bergarbeiter nach Lbjähriger Arbeit, die mit wenigstens 600 Fr. bemessen werden soll, knüpfte sich eine kurze Debatte. Abg. Cingr begründete hierauf folgende Resolution: „Die letzten großen Grubenkatastrophen haben wieder die großen Mängel der Grubenkontrolle bewiesen. Nur in der An- stellung von Grubenkontrolleuren aus den Reihen der praktischen Bergarbeiter ist eine wirksame Reform der Bergwerkskontrolle zu erblicken. Diese Arbeitsinspektoren müssen von der Arbeiter- schaft gewählt, aus Staatsmitteln besoldet werden und das Recht haben, so oft sie wollen oder die Arbeiter es verlangen, die Be- triebe zu inspizieren." Im Anschlüsse an diese Resolution befürworteten die Belgier folgenden Antrag: „Dieser Kongreß erklärt sich zugunsten häufiger Unter- suchungen durch Arbeiter, welche von den Leuten selbst zu In- spektoren ernannt und auS öffentlichen Mitteln bezahlt werden." Beide Resolutionen fanden bei dem Kongresse die gewünschte Unterstützung. Der Bergarbeiterkongrrtz und der Krieg. Delegierter G o r m i a u x beleuchtete in einer bemsrkens� werten Rede die Stellung der Bergarbeiter zu einem Kriege. Er bedauerte eS, daß die Haager Friedenskonferenz zu keinem positiven Resultat gelangt sei. Die Einsetzung eines Schieds gerichtes, dem die Anerkennung aller Nationen zugesichert werden müßte, hätte die wünschenswerte Lösung herbeigeführt. Die fran- zösischen Arbeiter würden im Falle eines Krieges ihr Vaterland gewiß nicht verraten, trotzdem aber— unbeschadet ihrer patrio tischen Gesinnung— können sie einen Krieg nicht billigen, der auf gewaltsame Unterdrückung anderer Nationen abzielt. Den Berg. arbeitern seien Mittel an die Hand gegeben, den Ausbruch eines Krieges zu verhindern, der gegen das sittliche Empfinden verstoße, daS Menschlichkeitsgefühl verletze. Die Arbeiter dürfen sich nicht inehr als Kriegsopfer hinschlachten lassen und darum müsse der Kongreß der Bergarbeiter seine Stimme gegen den Krieg erheben. Nach dem Referenten G o r m i a u x sprach der Belgier M a r o i l e. Er erklärte, die Belgier seien begeisterte Anhänger der Friedensidee. Wer daS Kapital bekämpfe, müsse auch ein ent- fchiedener Gegner des Krieges sein. Die Arbeiter dürfen nicht dulden, daß eine Zivilisation durch einen mutwilligen Krieg zu» gründe gerichtet werde. Sodann sprach Reichstagsabgeordneter H u e. Er sagte, die deutschen Arbeiter seien aus Humanitären Gründen gegen den Krieg, aber sie sind der Anschauung, daß die Erörterung dieser Frage auf einem Berufskongreß nicht zulässig sei. Die Be» kämpfung des Krieges fei Sache der politischen Parteien. Es genügt daher, wenn der Kongreß seine volle Sympathie für die Friedensbewegung ausspreche und die ganze Angelegenheit dem Internationalen Komitee zuweise. Es werde Sache dieses Komitees sein, für den Fall, wo ein Krieg drohe, die nötigen Vorbereitungen zu treffen und eventuell abermals einen Bergarbeiter-Kongreß zur definitiven Stellungnahme einzuberufen. Auch die Oesterrcicher gaben ihre Zustimmung. Namens der Engländer sprach der Parlamentarier Brace, welcher erklärte, dag die Engländer auf dem Standpunkt der Franzosen und Belgier stehen. Als vor einigen Jahren in Süd» afrika Krieg geführt wurde,>seien die Bergarbeiter an demselben im hohen Maße interessiert gewesen. Die englischen Delegierten haben, als sie nach Salzburg gefahren sind, 1000 Pfund Sterling noch Johannisburg geschickt zugunsten der dortigen Bergarbeiter. Er erklärte sich mit den Anschauungen des Abg. H u e vollkommen einverstanden und schloß mit den Worten, die Größe eines Landes hänge nicht von seiner Flotte und seiner Armee, sondern von seiner wirtschaftlichen Wohlfahrt ab. Die polnischen Delegierten gaben die Erklärung ab, daß sie gegen die Resolution stimmen werden, da die Polen mit den Ver» Hältnissen in Deutschland vollkommen unzufrieden sind. ReichsratSabgcordneter W i n a r S k i begrüßte den Kongreß namens der österreichischen Sozialdemokratie und namens der parlamentarischen Fraktion. Er wies darauf hin, daß die Partei stets für die Forderungen der Bergarbeiter eingetreten sei. Der Abg. P einer st orfer habe im Parlament schon im Jahre 1894 einen Antrag auf den Achtstundentag eingebracht. Redner verweist weiter auf die Anträge, welche die Sozialdemokraten im öfter. reichischen Parlament auch Heuer zugunsten der Bergarbeiter ein» gebracht haben. Abg. Winarski gab die Versicherung, daß die Sozialdemokraten im österreichischen Abgeordnetenhause den Berg- arbeitern, welche zu den Siegen, die die Partei errungen hat, redlich beigetragen haben, in jeder Weise entgegenkommen werden und dafür sorgen, daß ihre Forderungen entsprechende Berücksichtigung erfahren. Es gelangte sodann die Resolution über die Arbeiter- Jnspektorate zur Verhandlung und wurde dieselbe nach einem Referate des Abg. Cingr angenommen. Dieselbe zielt dahin ab, daß Grubenkontrolleure aus den Reihen der praktischen Bergarbeiter gewählt und aus Staatsmitteln besoldet werden, welche das Recht haben, die Betriebe, so oft sie wollen oder so oft die Arbeiter es verlangen, zu inspizieren. Desgleichen wurde folgender Antrag, zu welchem Abgeordneter Jarolim sprach, angenommen. Derselbe lautet:„Auf dem Wege des Abschlusses von Tarifverträgen müssen die Bergarbeiter- organisationen einen Minimallohn festzulegen suchen." Folgende Anträge wurden dem internationalen Komitee zu- gewiesen: „Nach der Ansicht deS Kongresse? ist eS notwendig, daß ein internationaler Feiertag für Bergarbeiter erklärt wird; der erste Montag im August soll für diesen Zweck gewählt werden." „Der Kongreß erklärt, daß eS im Interesse der Bergarbeiter ist. daß ihnen jedes Jahr 14 Tage Ferien gewährt werden, eine Woche im April, die andere im September." Als nächster Kongreßort wurde der Sitz des Generalsekretariats in England, Bristol» bestimmt. Kweii kontra Leo Schmidt. Telephonischer Bericht. Köln, 21. September. In der heutigen Sitzung richtete der Vorsitzende Amtsgerichts- rat Kuhn an den Beklagten Schmidt die Frage: Halten Sie nach dem Verlauf der Beweisaufnahme den Vorwurf geae'�-ber Herrn Geheimrat Roeren aufrecht, daß er seine Aus- führungen im Reichstage wider besseres Wissen gemacht habe? Ich stelle diese Frage an Sie. um möglicherweise eine Unterlage für VergleichSvorschläge zu haben.—» Angekl. Schmidt: Ich möchte die Beantwortung meinem Herrn Verteidiger überlassen.— Rechtsanwalt Bredereck: Wir wären bereit, sofern der Privatkläger ein- verstanden«st, auf Vergleichsvorschläge einzugehen, in Vcrhand- langen einzutreten. Eine persönliche Beleidigung hat dem Privat- beklagten vollständig fern gelegen.— Geheiinrat Roeren: Herr Präsident! ES ist nicht persönliche Rachfucht gegen den An, geklagten, die es mir absolut unmöglich macht, auf irgend welche Vergleichsvorschläge einzugehen. Es hat diese Angelegenheit seit einem Jahre die Oeffentlichkeit beschäftigt und ich bin seit einem Jahre verfolgt und mit Anwürfen bedacht worden, so daß ich glaube, daß ein Vergleich meinen Privatdispositionen nicht ent- spricht. Ich bin deshalb absolut nicht in der Lage, in einen Ver gleich eingehen zu können. Ich möchte dabei noch eine Erklärung abgeben. Ich habe an den Vorgängen von vorgestern und gestern über die Verhaftung der Missionare zu erklären, daß kein Zweifel in meine Worte gesetzt werden kann,- daß ich alles, was ich über diese Verhaftung gesagt habe, voll und ganz auf» recht erhalte.— Zeuge v. Rottberg: Herr Vorsitzender, darf ich noch eine Frage stellen?— Vors.: Ich bedaurc, dem Zeugen nicht daS Wort geben zu können, die Beweisaufnahme ist bereits geschlossen. Sie müssen sich schon privatim mit dem Herrn Privat» klüger, wenn Sie etwas von ihm wünschen, in Verbindung setzen. Justizrat Gammersbach: Die Verhandlungen haben ein unerfreuliches Bild über die Zustände in einer unserer Kolonien entrollt, ein Bild, das no unerfreulicher ist, als nach der Rede des Herrn Geheimrats Roed angenommen weichen konnte. In seiner Rede besprach Herr Roeren in erster Linie die Verhaftung der Missionare in Togo. Die Umstände, die zu dieser Verhaftung führten, stehen mit der Tätigkeit des Angeklagten in einem derartig innigen Zu- sammenhang, daß man die ungesetzliche Verhaftung nicht mit dem richtigen Verständnis darstellen kann, ohne auf Herrn Schmidt einzugehen. Die Besprechung der in Togo vorhandenen Mißstände durch Herrn Roeren k�itte Erfolg gehabt, daß die Quelle mehrerer Mißstände durch Verordnungen von maßgebender Stelle in- zwischen verstopft worden ist. Die Verhältnisse in Togo, mit denen sich Herr Roeren seit Jahren beschäftigt, weisen in ihren ersten Anfängen auf den Angeklagten Schmidt hin. Man kann heute nicht sagen: WaS geht mich die Verhaftungsgeschichte an und die ganze Schuld auf Herrn v. Rottberg schieben. Die Verhaftung der Missionare ist untrennbar verknüpft mit der Ver- waltung deS Herrn Schmidt. Seine Anzeige an Herrn v. Rottberg seine fortgesetzte Verteidigung oder besser gesagt Angriffsweise ging immer dahin: alle Beschwerden der Ein geborenen sind nur das Werk der Mission. Es steht fest, daß der Angeklagte über die Aveteleute die Prügel» strafe verhangt hat, die auch vollzogen wurde. Diese Züch tigungen sind nicht, wie es Vorschrift ist, mit Ruten oder Stäbchen ausgeführt worden, sondern mit Knütteln, wie Sie hier einen gesehen haben. Bier Stöcke waren zu jeder Züchtigung notwendig» we,l drei Stöcke auf dem nackten Menschenkörper zerbrachen, so daß sich das blutige rohe Fleisch zeigte. Pater Müller, der medizinische Bildung hat, sprach von einem großen Epidermisverlust. Er fügte hinzu, daß er, vulgär ausgedrückt, sagen würde: D i e Fetzen hingen herunter. Nach drei Jahren sah Herr Rechtsanwalt Curt noch die Narben der Eingeborenen. Welche Straftat haben denn eigentlich die Avete- leute begangen. Sie haben sich ungehorsam gezeigt und nicht die Arbeit des Umzäunens der Bäume ausführen wollen. Man zeige mir aber eine Bestimmung, nach welcher auch nach dortigem Recht der Ungehorsam ein Delikt ist. Lag aber kein Vergehen der Leute vor, dann war die Verhaftung und Berprügelung der Aveteleute ungesetzlich. Man muß über das dort beliebte Verfahren sehr erstaunt sein. Da wird durch etwa 20 Polizeisoldaten eine Schar Eingeborener zusammengetrieben, es wird auf eine Schar von 40 Schwarzen eingesprochen und sie werden zur Prügelstrafe verurteilt. Und das, obwohl der Angeklagte nicht einmal die Mutter- spräche der Leute verstand! Wenn es kein Gesetz gäbe, so würde mir das gesunde Gerechtigkeitsgefühl sagen, daß man niemand ungehört verurteilen darf. Es mußte jeder Einzelne der 40 Mann gehört werden. Aber der Dolmetscher spricht in die Schar hinein, und ohne daß der An» geklagte sich vergewissert hat, ob der Dolmetscher die Fragen den Leuten überhaupt richtig vorgelegt hat, werden diese zur Prügelstrafe verurteilt. Das soll die Unterlage für ein Gerichtsverfahren sein! Also dieses Verfahren hat ja auch dazu geführt, daß ein oder zwei Unschuldige mit verurteilt worden sind. Der Angeklagte entschuldigt sich damit, daß diese Leute sich hätten melden können. Die Leute, die von P o l i z e« so l d a t en zusammengetrieben waren,«nögen, wenn sie die An» rede deS Dolmetschers überhaupt verstanden hätten, so ein» geschüchtert gewesen sein, daß sie sich gar nicht zu melden wagten. Es ist ein fundamentaler Satz, daß im gerichtlichen Verfahren jeder einzelne Beschuldigte gehört werden muß. Auch der Schwarze hat einen Anspruch auf solches Recht. Das Gesetz schreibt aus- drücklich vor, daß über jedes gerichtliche Verfahren ein Protokoll aufzunehmen ist. Der Herr Reichskanzler hat sehr wohl gewußt, warum er diese Bestimmung in feine Verordnung aufgenommen hatte. Er wollte Vorsorge treffen, daß nicht Willkür, sondern Gesetz und Recht herrschen solle. Wenn aber gesetzliche Bestimmungen außer acht gelassen waren, dann war Herr Roeren berechtigt, dieses Verfahren als ungesetzlich zu bezeichnen. Nach welchen Grundsätzen sollten denn die Leute überhaupt zur Arbeitsleistung geztvungen werden? Kammergerichtsrat Wilcke sagte, sie sollten an Stelle von Steuer Arbeit leisten. Diese Deduk» tion ist unrichtig. Lesen Sie unbefangen den Z 17! Dayach kann nur gedacht sein an ein vertragliches Dienst» und Arbeits- Verhältnis, also eine Art Togoer Gefindeordnnng. Nach Laband besteht aber außer der Grundsteuer für Togo nur noch eine Farm st euer, das ist eine Gewerbesteuer. Es fehlt also die Voraussetzung für die Bestrafung und Verhaftung der Leute. Aber die Bestrafung selbst ist auch in ungesetzlicher Form vollführt worden. Assessor Tich hat zugunsten deS An» geklagten angenommen, daß die Prügelstrafe mit Ruten vollzogen worden sei. Aber UieseS Instrument(auf den Stock zeige ird) ist keine leichte Gerte oder das Tauende, wie es im Interesse eines milden Vollzuges der Prügelstrafe vorgeschrieben ist. E s st i m m t somit Satz für Sah, was Herr Roeren über die Aveteleut'e im Reichstag vorgetragen hat. Wie man da behaupten kann, daß Herr Roeren wider besseres Wissen gehandelt hat, ist mir unverständlich. Ich bin gespannt, ob man das heute noch wird aufrecht erhalten und begründen wollen. Ich wende mich nun zu dem Falle Kukowina. Kukowina glaubte Ursache zu haben, sich über Herrn Schmidt zu beschweren, was sein gutes Recht ist. Ein weiterer fundamentaler Grundsatz unserer Rechtspflege ist, daß niemand in feiner eigenen Sache Richter sein kann. Herr Schmidt aber hat den Kukowina, der sich über ihn beschwerte, festnehmen lassen und ungefähr 14 Tage in Haft be» halten. ES liegt ein ungesetzlicher» von Herrn d. Horn bereits genügend charakterisierter Uebcrgriff vor. Vor allem möchte ich wissen, welches.Delikt Kukowina überhaupt begangen haben soll. Hier ist ein Mann, der von seinem Recht Gebrauch gemacht und sich beschwert hatte, widerrechtlich verhaftet worden. Wenn es wahr ist, was Pater Müller hier bekundet hat, dann hat bei der Vernehmung des Kukaivina der Unglückliche schließlich die Hände ausgebreitet und zu Schmidt gesagt: Schieß mich tot. ich bin die ewige Vexation satt. ES war nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht deS Mg. Roeren, diesen Vorfall zur Sprache zu bringen. Ich komme zu dem nächsten Fall, der Anordnung des nächtlichen Tanzes. Da soll der Ausrufer auch die Strafandrohung für den Fall, daß die Mädchen nicht kommen sollten, hinzugefugt haben, ohne daß der Angeklagte davon Kenntnis gehabt habe. De« Ausrufer ist aber nicht in Strafe genominen worden. Das sonderbarste ist, daß die Mädchen auf die Station zum Tanz befohlen wurden. Aber an allen Fällen ist ein Moment hochgradig auffällig, das ist die Proklamierung einer Frauen königin, eine Institution, die bis dahin und heute nicht mehr m Atakpame gebrauchlich war und überhaupt nur bei einigen Christenstämmen üblich ist. Es ist nicht zu verstehen, wie nur die Leute in Atakpame die Sehnsucht nach einer Frauen- königin bekommen haben sollen, bor allem die Häuptlinge» denen damit doch ein erheblicher Teil ihrer Macht- befugnisse genommen wird. Die Frauenkönigin hat nun aber eine sehr böswillige Gerichtsbarkeit ausgeübt. Sie hat mehrfach zum Fetischessen verurteilt, daS schon in einer Reihe von Fällen zum Tode geführt hat. Deshalb beschwerte sich der MissionLnachfolger Graf v. Zechlin, und der Krauen- königin Ssisagbe wurde die Gerichtsbarkeit über die Männer ent- zogen. Herr Schmidt stellte in Abrede, daß die Ssisagbe seine Konkubine sei. Herr Roeren hatte feine Informationen darüber im Kolonialamt vom apostolischen Präfekten Bücking er- halten, also von durchaus glaubwürdiger Seite. Wir wissen vom Pgter Müller, daß die allgemeine Volks st imme die Ssisagbe als Konkubine des StationSchesS bezeichnete. Jedenfalls hat Herr Sckimidt nicht so gelebt, wie eS im Interesse der Hebung der Sittlichkeit notwendig war. Ich verweise darauf, daß Herr Schmidt eine Schar von fünf kleinen schwarzen Mädchen auf der Station hielt und noch ein weiteres Mädchen, die Abdjao hinlockte. Wir wissen aus dem Leben des Herrn Schmidt, daß er sich selbst Mädchen hielt und daß er mit der Abdjao und der Pombo geschlechtlich verkehrt hat, wenn er auch erst für eine spätere Zeit dies zugab. Dieser Umstand muß beim Lesen der Alten über die Aussagen der Mädchen Abdzao und Pombo wichtig erscheinen und man war be» rechtigt zu einer von dem Urteil abweichenden Auffassung der Dinge. Wenn man die Verhandlung an sich vorüberziehen läßt, so müssen in mancher Beziehung doch Zweifel auf- tauchen. Herr Roeren hatte das Gefühl und er hat demselben Ausdruck gegeben, daß man den Aussagen der Weißen eine»in- verhältnismäßig große Bedeutung beilege gegenüber den Aus- sagen der Schtvarzen. Ganz zutreffend scheint mir die Auf- sassung des Herrn v. Nottberg zu fein, der sagte, man könne be- züglich der Glaubwürdigkeit der Eingeborenen keine allgemeinen Regeln aufstellen, wie auch nicht über die Glaubwürdigkeit der Weißen. In den Akten findet man auch keinen Widerspruch der Abdjao in ihren Aussagen. Man muß aber erwägen, welche» sonderbare Bild sich von der Gerichtsbarkeit in Togo ergeben hat. Wir haben gesehen, wie die Leute ohne Grund verprügelt und verhaftet wurden» wie sogar die Missionare verhaftet wurden. Da sind wir wohl berechtigt, erhebliche Zweifel an der Gesetzmäßigkeit und Objektivität der Rechtspflege in Atakpame zu haben, 5ie wir auch den Eingeborenen gegenüber hochhalten müssen, wenn wir sie auf unsere Kulturstufe heben wollen. Aus diesem Rechtszustande her- auS war Herr Roeren berechtigt, die Gerichtsakten und die Aus- sagen mit kritischem Blick zu betrachten. Aber Herr Roeren hat cS dahin gestellt sein lassen, ob Herr Schmidt im Fall der Abdjao schuldig sei. Den Fall Abdjao mußte er aber unumgänglich an- sühren, denn er war der letzte Anstoß zu dem Fall, der Herrn Roeren veranlaßte, die Sache zur Sprache zu bringen, nämlich die Verhaftung der Missionare. Da» Verfahren gegen die Mission war ein ungesetzliches. Wenn Sie sich den Tatbestand vergegelUvärtigen, wird man Herrn Roeren die Berechtigung zu- billigen müssen, von Willkür zu sprechen. Eine solche Kritik zu üben war seine Pflicht. Der Angeklagte macht die Wahrnehmung berechtigter Interessen für sich geltend. Der ganze Brief ist voll Beleidigungen, er stellt keine Verteidigimg, keine Rechtfertigung, keine Wahrnehmung berechtigter Interessen dar. sondern er ist der verschärfte Ausdruck der Mißachtung und Verhöhnung für einen Mann, den Kolonialdirektor Dernburg am S. Dezember im Reichstage als einen hochangefehcncn Parlamentarier bezeichnet hat. Ich bitte, bei Mwägung des Strafmaßes alle diese Um- stände erwägen zu wollen. Hierauf trat eine kurze Pause ein, Rechtsanwalt Schreiber: ES ist hier ein trauriges Bild von Rechtspflege in den Kolonien entwickelt worden. Dieses Bild mußte aufgerollt werden, dflur nur so kann eine Rcmcdur der bestehenden Zustände erwirkt werden. Bei einer Arbeit, bei der wir daS Christentum zu diesen Leuten tragen wollen, bei.der wir Weiße und Schwarze sich als Brüder entgegentreten lassen, sollen sie sich nicht alS blonde B e st i e n und schwarze Bestien entgegentreten. Nicht Herr Dernburg hat eine Eiterbeule aufgestochen, sondern der Herr Ab- geordnete Roeren.— RechtSanlvvlt Schreiber wendet sich dagegen, daß man bei den Beamten mit Bezug auf ihr sittliches Leben, sobald sie Europa verlassen haben, nicht die Grundsätze der Moral des Christentums, sondern die Moral der Schwarzen anwenden will« Wenn man die Kolonien nur mit schwarzer Moral haben könnte. 'o würde er sagen, dann lieber keine. Die Verhandlungen haben >en sittlichen Ernst desjenigen Abgeordneten gezeigt, der gegen alle diese Dinge in seiner ReichStagsrede vorgehen mußte.— Rechtsanwalt Schreiber setzt dann auseinander, daß der Beklagte durch- aus kein Recht habe, sich auf den Schutz des Z 198 des St.-G.-B« zu berufen. Nach der ganzen Form des offenen Briefes war es seine Absicht, den Privatklägcr in schärfster Form zu beleidigen. Wenn Sie alles zugunsten des Beklagten auslegen wollten, würde man doch sagen müssen, daß der Angeklagte in schwerster Form das Schutzgebiet de?§ 193 übertreten hat. Deshalb beantrage ich die Bestrafung des Angeklagten. Rechtsanwalt Bredereck: Wenn daS Interesse am Prozeß so groß ist, dann geschieht es nicht deshalb, weil hier zwei Weltanschauungen aufeinander- platzen, sondern weil der Prozeß zeigt, daß eS in Deutschland im 20. Jahrhundert möglich ist, daß ein Mann, der seine Kraft und sein Leben in den Dienst deS Vater» landeS gestellt hat, der bemüht war, den Kindern des Vaterlandes neue Siedelungen zu verschaffen, sich hier ver, t cid igen muß, weil er einige Schwarze geprügelt und dio Grenzen seines AmleS überschritten hat.(I) Für den An» geklagten handelt eS sich um Ehre und Existenz. Um das zu ver. stehen, müssen wir in Betracht ziehen, wie sich überhaupt die Dinge so zugespitzt haben. Der Angeklagte hat lange Jahre im Kolonial- dienst gearbeitet. Seine Tätigkeit speziell in Togo wird im günstigsten Lichte geschildert. Wir haben vesehen» wie Herr Schmidt in der ersten Zeit mit der Partei, die später s'cino Gegenpartei wurde, in bestem Eindernchmen lebte. Jahrelang hat die Mission mit ihm aufs freundfchaft- lichste verkehrt. Es soll hier nicht untersucht werden, durch wessen Schuld dieser Zwist zuerst ausgebrochen ist. Der Kampf hat sich aber zugespitzt und wurde so hartnäckig, daß man sich wundern mutz, daß der Angeklagte solange Stand gehalten hat und daß seine Nerven solange ausgeholten haben. Keine einzige Woche verging ohne Anträge der Mission, ohne daß Herr Schmidt als Zeuge vor Gericht stand, ohne daß er sich gegen Anschuldigungen vor seiner Behörde zu rechtfertigen hatte. So hat er zwei Jayrc� lang fast täglich um seine Ehre, sein Ansehen, sich mit seineu Gegnern herumschlagen müssen. Noch jetzt sind 5 bis 6 Prozesse nicht erledigt. Warum das geschchen, liegt in den Verhältnissen begründet, die wir dem Privatkläger zur Last legen, Als dann 1906 ein Ruhepunkt in dem Kampf xin» Ijetteieti und Herr Schmidt nvch Hause in dett wohlbkr» dienten Urlaub gereist Mar, da trat plötzlich ganz unerwartet Herr Roercn im Reichstage auf und erhob gegen den Angeklagten die gröblichsten und ungeheuerlichsten Beschuldigungen. Der An- geklagte mutzte sich gegen diese von der Neichstagstribüne öffentlich geschleuderten Beleidigungen verteidigen. Herr Roeren verwies auf ein DiZziplinarversahren, in dem Herr Schmidt sich recht- fertigen könne. Herr Schmidt entgegnete, daß kein Disziplinar- verfahren schweben könne, da er den Abschied genommen habe. Herr Schmidt tat auch da noch nicht den Schritt, den die Notwehr geboten hätte. Ur wandte sich erst an den Kolonialdircktor, als dieser ebenfalls schrieb, daß kein Disziplinarverfahren schweben könne. Als Herr Dernburg das im Reichstage wiederholte und als dann Herr Roeren sich immer noch nicht bereit fand, die' An- schuldigungen öffentlich zu wiederholen, da erst trat Herr Schmidt hervor und veröffentlichte den„offenen Brief". Dem Angeklagten lag nichts ferner, als zu beleidigen. Er wollte nichts weiter, als seine Ehre und sein Recht verteidigen. Gewitz, der Angeklagte hat scharfe Worte gebraucht, aber das ergab sich aus der Situation, dem langjährigen erbitterten und selten heftigen Kampfe, der ihn aufgerieben hatte. Nach der ganzen Lage der Dinge jedoch hat der Angeklagte, der im Reichstage vor dem Angesicht Deutschlands als der schlimmste Verbrecher hingestellt worden war, in Wahrnehmung seiner ureigensten Interessen gehandelt. Auch aus der Form der gewählten Ausdrücke geht beim Angeklagten keineswegs die Absicht der Beleidigung hervor. Was zunächst die Züchtigung der Aveteleute anlangt, so ist es hier dargestellt worden, als ob den Geprügelten die Haut in Fetzen vom Leibe hernnterhing. Da- von kann gar kein« Rede sein. Pater Müller sprach nur von einem Epidcrmisverlust. Die Epidermis ist nur die Ober- haut, die durchgehauen war. Das gibt große Flecke, aber eine grausame Bestrafung kann man das nicht nennen.(!) Natürlich, die Geschlagenen sprechen von dem Prügeln in den schärfsten Worten, das ist erklärlich, beweist aber nichts. Dazu kommt, daß Herr Schmidt selbst nicht geschlagen hat. sl) Er hat die Schwarzen bloß(I) schlagen lassen und hat blotz dabei gesessen. Aber abgesehen davon kann darüber, datz Herr Schmidt das Recht hatte, das Prügeln anzuordnen, keine Meinungsverschiedenheit bestehen. Zu dem zweiten Fall, dem Fall K u k o w i n a, hcitzt es, datz Kukowina, der alte Mann, ein- gekerkert und in Haft behalten war, bis er nach seiner Entlassung starb. Aus dem„bis er mutzte man schließen, datz der Tod eine Folge der Einkerkerung war. Wie lagen nun die Dinge in Wirklichkeit? Als die Beschwerde einlief, rief Herr Schmidt sämtliche Häuptlinge zusammen. lieber 100 Mann kamen, Kukowina durfte sich äußern und Herr Schmidt redete noch gut zu. Zum Schluß gab Kukowina zu, datz er sich im Unrecht befunden habe. Darauf wurde auf Antrag der Häuptlinge Kukowina festgenommen. Keineswegs wurde also die Verhaftung auf alleinige Initiative des Herrn Schmidt vorgenommen. Herr Roeren hat gesagt, Herr Schmidt habe seine Kupp. lerin zur Königin gemacht. Wo hat er dafür seine Augen- und Ohrenzeugen. Kammergerichtsrat Wilcke hat uns mitgeteilt, datz nach einer amtlichen Auskunft über den Leumund der Ssisagbe aus neuester Zeit diese eine hochangesehene Frau(??) ist, die das Vertrauen der Rcichsrcgierung vollkommen verdient. So sieht die Person aus, die nach Herrn Roeren Kupplerin und Geliebte des Herrn Schmidt war. Herr Roercn steigerte sich fort- gesetzt in seiner Reichstagsrede. Von der Kupplerin und Geliebten kommt er auf den Harem von 5 Mädchen zu sprechen. Schmidt soll eine Schar von ö Mädchen um sich gehabt haben, die ihn bcdientbn. Herr Roeren stützt sich dabei auf Bokos Angaben, trotzdem aus den Akten, die Herr Roeren zu kennen vorgegeben hat, hervorgeht, datz Boko ein Lügner ist. Ich will dann zum Schlüsse auf die Ein- Wendungen der Gegenpartei erwidern. Wie denkt man sich denn die Verwaltung der Kolonien ohne An- Wendung der Prügelstrafe? Wie soll ein Beamter, der mit vielleicht 20 schwarzen Soldaten zwischen 120 000 Eingeborenen sitzt, ohne Prügelstrafe kolonisieren? Wie denkt man sich, datz es möglich sein sollte, die Tausende kleiner Prozesse da draußen nach Art unserer Schöffengerichte zu ver- handeln und durchzuführen? Bei dem Fall der Aveteleute befand sich der Angeklagte auf einer Expedition. Er ließ sich die Leute vorführen und bestrafte sie. Das war sein gutes Recht, wie Kammergerichtsrat Wilcke bestätigte. Wenn Herr Schmidt jene 40 Mann einzeln vernommen und mit jedem ein Protokoll auf- genommen hätte, das mit drei Kreuzen unterzeichnet wurde, dann hätte die Verhandlung vier Tage gedauert und die Expedition wäre unmöglich gewesen. Es ist falsch, datz die Eingeborenen keine Ab- gaben zu leisten haben. Wie soll man ein Land kulti- vieren, wenn man die Eingeborenen nicht zu Abgaben, d. h. zur Arbeitsleistung zwingen kann? M!ann hat Kollege Schreiber auf die Beziehungen des Angeklagten zu den schwarzen Mädchen hingewiesen und gesagt, es dürfe einem Reichstagsabgeordneten nicht verwehrt sein, auch in das Geschlechts- leben des einzelnen hineinzuleuchten. Wie man das als einen für unsere deutschen Verhältnisse matzgebenden Grund- satz hinstellen kann, verstehe ich nicht. Das Geschlechtsleben darf nur zur Erörterung gezogen werden, soweit es nach außen h i n hervortritt. WaS hat man nun dem Angeklagten nachsagen können? Der weitere Bericht war bis zum Redaktionsschluß noch nicht eingegangen. Eue der Partei. Parteiliteratur. Bon Genf bis Stuttgart. Eine Gedenk- und Festschrist an den Internationalen Sozialistenkongretz zu Stuttgart 1907. 20 Seiten mit 41 Illustrationen. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Preis 0,20 M. Aus der reichen Fülle der textlichen Bei- träge nennen wir:„Der Siegeszug der Internationalen" von Franz Mehring.„Die Kongreßstadt und ihr Parteilebeu" von I. St.„Ein- drücke des internationalen Frauenkongresses" von Dora B. Marle- fiore.„Sibirien und Stuttgart" von Leo Deutsch.„Der Jnter- Nationalismus der Gewerkschaften" von Skaret, Wien. Ferner ent- hält die Schrift Beiträge von Karski, Vandervelde, Ferri, Askew und anderen. Die Illustrationen stellen neben den Porträts und Abbildungen Hervorrageuder Führer der sozialistischen Internationale, Gruppenbilder einzelner Delegationen und des Massenmeetings auf dem Stuttgarter Wasen, die ErössnungSfitzuiig usw. dar. Wir empfehlen die Schrift als ein Gedenkblatt an die Tagung des ersten internationalen Sozialisten-Kongrcsses, der auf deutschem Boden statt« gefunden hat. Zu beziehen ist die Schrift durch alle ParteibuH« Handlungen und Kolportcure. » In neuer Auflage sind im Verlag der' Buchhandlung VoriväriZ, Berlin SW. 68 erschienen t Borchardt, Julian.„Wie sollen wir unsere Kinder ohne Prügel erziehen?" 30 Pf. Führer durch da? Gewerbe- und Kaufmann?« gerichts-Gesetz. Zugleich ein Ratgeber in gewerblichen Streitigkeiten. 2S Pf. • Ferner befindet sich im Druck und wird in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangen: Protokoll über die Verhandlungen des Jnter« nationalen Soziali st enkongress es in Stnttgari 1907. Bestellungen auf die vorstehenden Bücher nimmt entgegen jed> Buchhandlung, jeder Kolporteur sowie die Verlagsbuchhandlung. Kommunale Praxis, Wochenschrift für Kommunalpolitik und GemeindesozialiSnius. Verlag: Buchhandlung„Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. 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Wasserstand M- m« l. Tilsit P r e g e I, Jnstcrburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm . Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Barby , Magdeburg Saale, Grochlitz >)+ bedeutet Wuchs,— Fall.— Unterpegel. 2. Wahlkreis. Dienstag, den 34. September, abends 8'!» Uhr: 2 Tolks-Versarnmlimgen im„Kofiäger-?alast", Hasenheide 52/53, und im„�önigsbvl"» Bülowstraße 37/40. TageS-Ordnung: bevorstehenden Stadtverordneten-Mlen. SZ Referenten: Stadtverordneter Dr. Alfred Bernstein und Stadtverordneter Gottfried Schulz. Diskussion.— Aufstellung der Kandidaten. 239/20» Franen und Männer! Eure heiligste Pflicht ist es, in diesen Bersammlnngen zu erscheinen!_ Sozialdemokratiseber Wählverein des 6. Berliner Reiehstags-Wahlkreises. Dienstag, den 24. September, abends 8 Uhr: Vnlhs-Vsrssmmlung in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Redakteurs Genossen Heinrich Ströbel über: Unsere politische Lage. 2. Diskussion. 266/9 _ Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein__ Der Vorstand. O. Wahlkreis. Sonntag, den 22, September, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon(B. Raabe), Kolbergerstraße 23: Geffentliche Uersammlung für Manner und Frauen. � TageS-Ordnung: I.Vortrag des Genossen C. Werinath über:»Die Pariser Kommune« 2. Diskussion. 25(3/4» Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein DI« Abtcilangsfiibrcr. O. Wahlkreis. Sonntag, den 22., abends 6 Uhr, bei Wilke, Brnnnenstr. 188: Versaminlung. Vortrag. Gemütliches Beisammensein und tanz. eee/io* Der Borstand. Loden-PMen Bester Schutz gegen Sturm und Reget» Wetterfeste, strapazierfähige Loden. Unentbehrlich auf See und Gebirge. Reichfaltige, glocfcenfOrmige PeieHneo, Mit und ohne Kapuzo. 22.60 18.— 16490 14,— 12— tü... 8 Mk. Loden-Moclts... 6».» LoMtzüte... 15« Loden-Joppen 2«. 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Zahlstelle Berlin. fichtung! Polierer! Bom Montag, de» 25. September ab erfolgt die Arbeits- vermittelung für Polierer und Beizer im paritätische» Arbeits- «achiveis von 8 bis 10 Uhr vormittags und von S'/, bis 3>/z Uhr nachmittags. Die Arbeitslosenkartcn werden jedoch nur einmal täglich und zwar vormittags abgestempelt. VI« Branchenkonunlsslon. Klavierarbeiter. Montag, den 23. September, abends 8>/, Uhr z Krauchen-Nersammlung im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 16, Saal 1» Tagesordnung: I. Vortrag des Genossen iz-x Schatte über:„Preußische Zustände--. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bsy Mitgliedsbuch legitimiert."VQ Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Brancheukommisfion» Korbmacher. Montag, den 23. September 1S07, abends 8'/, Uhr: Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15. Tag eS-Ordnung: 1. Wichtige Branchenangelegenheiten. 2. Anträge und Verschiedenes. Einsetzer. Dienstag, den 24. September 1007, abends S'/i Uhr: Branchen- Versammlung bei Boeker. Weberstraße Nr. 17. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen remiel über:„Die positive Arbeit der Sozialdemokratie--. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen vom Bau Krausenstraße besonders eingeladen. Mittwoch, den 23. September, abend» 8'/, Uhr: Vertrauenütisliner• Versammlung der Luxusmöbel- Branche tan Lokale. de§ Herrn Stramm, Ritterstr. 123. TageS-Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Ver» dandS- und Branchenangelegenheiten. Jede Werkstatt muß von jed er Branche Vertrauensleute entsenden. _ Die Kommission. Jalousie- Arbeiter. Mittwoch, den 25. September 1907, abends 8'/, Uhr: Branchen- Versammlung t« Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, Saal 8. TageS-Ordnung: 1. Der Abiaus des Tarifs und unsere Stellungnahme zur eventuellen KUndigung. 2. Verschiedenes. DM- Der wichtigen Tagesordnung wegen müssen alle Kollegen in der Versammlung erscheinen. Im- ii. iiioopMir. Mittwoch, de« 25. September 1907, abends 6 Uhr: Branchen- Versammlung TageS-Ordnung: 1. Die Konferenz der Knopsarbeiter Deutschlands. 2. Die Lohn- difierenzen bei Dreßler u. Kurzmann. 3. Die OrganisationSvcrhälwisse in unserer Branche, i. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Kammacher. Mittwoch, den 25. September 1907, abends präzise 8'/, Uhr: Brauch en- Vers ammlung der Kammacher uad aller in der Zetlnloid-Haarschmuck- brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Bockers Fcstsälen, Weberstraße Nr. 17. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Ii. femlel über:„Die Positive Arbeit der Sozialdemokratie--. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Ver- schiedenes. Aehhing! Sodenleger! Mittwoch, den 25. September, abends 8 Uhr: Versammltinx im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, Saal 1. Tages-Ordnung: 1. Halbjährlicher Bericht der Kommission, Abrechnung vom Fonds. 2. Branchenangelegenheit. 3. Verschiedenes. ES ist Pflicht, daß alle Kollegen in dieser Versammlung erscheinen. Die Kommission. ANasebiDSDarlbetter. Mittwoch, de» 23. September, abends 8st, Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andrcasstraße 21: ßranehcn-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Neuwahl der Branchenleitung. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ver. schiedeneS._ S4/1S DM- Mitgliedsbuch legitimiert.'MU ES ist Pflicht eineS jeden Kollegen, zu erscheinen. _ Die Kommission. WA ii. TakihtiseMer und Drechsler! Donnerstag, den 26. September, abends 81/, Uhr: Krauchen Uersammlung bei Schmidt, Gartcnstr. 6. Tages-Ordnung: I. Vortrag deS Kollegen 3. teepold über:„Unsere Kämpfe und unsere Taktik in der Zukunft--. 2. Verbands- und Branchenangelegen- heilen. 3. Verschiedenes. MeiterBildungssehule Bertis! Sonntag, den 29. September 1907, Im großen Saale des Gewerkscbaftsbanses, Engel-Ufer 15: Yorlrag Herrn Dr. F. S. Arehenhold: „Bildungsanstalten und Sternwarten in Amerika" (mit zahlreichen Lichtbildern). Eröffnung 7 Uhr. Beginn spätestens 8 Uhr. Eintritt 40 i.. Garderobe frei gegen Vorzeigung des Billetts. Nach dem Vortrag: Geniiitliches Beisammensein und Tanz.— Billetts sind bei Morsch, Engel-Ufer 16 und Gottfried Schulz, Kottbuser Tor, sowie __ am Eingange des Saales zu haben._ Sehoneberg. SoDldtuMMer Wlihlmem. Dienstag, den S4. September, abends S'/s Uhr, in„Obst's Festsälen", Meiningerstraße 8: ytitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Stadtverordneten. Roserent: Genosse E. Obst. 2. Ausstellung der Kandidaten. 3. VercinSangelcgcnhcitcn. 4. Verschiedenes. 17/7 Parteigenosicu k DaS Erscheinen aller ist notwendig. MST Agitiert sür zahlreichen Besuch!-MS Gäste haben Zutritt._ Der Mbrstand. Achtung;! Achtung;! Hutarbeiter und Arbeiterinnen! Kontag, den 23. September 1007, abends 8 Ehr, in Dräscls Fcstsdlen. Neue Friedrichstr. 35: Oeffentliehe Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung über die stattgehabten Fabrikvcrsammlungen. 2. Wie erlangen wir kürzere Arbeitszeit und bessere Lohubedingungcn? Rcserent: VcreinSsckretär A. Metzschke-AItcnbm-g. 3. Diskusston. 4. Verschiedenes. Bmaasä?» Der wichtigen Tages-Ordnung halber Ist es Plllcht• a||er Kollegen und Kolleginnen, vollzählig zu erscheinen. 294/6 Der Borstand. Charlottenburg. Sozialdemokr. Wahlverein. Dienstag, deti 24. September, abeuds S1� Uhr, im Uolbshaufe, Koßnenjir. 3: MgUeüer-Verssmmwns. TageS-Ordnung: i. Vortrag:„Proletarische Moral". R-f-rent: Kart»einis. 2. Diskussion."" 3. Kassenbericht. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 251/4 Um zahlreiches und pünkllicheS Erscheinen ersucht Der Vorstand. freie Vereinipng der Murer Bentsehiands Orfsverein Serlin. Mittwoch, den 25. September, abends S'/z Uhr: Merordentiiche ßeneral-Versatnuiluntj in der Musikerbörse, Kaiser Wilhelmstr. 18»». TageS-Ordnung: 1. Unsere zukilnsttge Stellung zu der Akkordstage in Berlin. 2. Diskussion. 3. Antrag deS Vorstandes aus Abänderung des ß 2 des Statuts. 4. Gewcrlschastlichcs und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in dieser äußerst wichtigen Versammlung anwesend zu sein. ===== Mitgliedsbuch legitimiert.===== 130/10+__ Der Vorstand. G. Zeglin. n in Deutschlands. (Zweigverein Berlin und Umgegend). Deckenbranche. Moniag, 23. September 1997, abends 8 Uhr. im Rosenthaler Bereinshans, Rosenthalerstr. 57: Versammlung aller in der Wenbranche beschSstigten Mitglieder. TageS-Ordnung: 1. Bericht von der letzten Lcrtrctcrsitzung. 2. Wahl eineS SektionS- leitcrS und eineS SchristsührerS. 3. Vorschläge zur Wahl des ZweigverelnS. Vorstandes. 4. Vcrbandsangelegenhcitcn. 47/15» JE?- DaS Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Der Zwelsvcrelnsvorstand. Kassenbäder Verband der Schneider und Schneiderinnen. Gesellen der Herrenkon/cktion! Am Montag, den 23. September abends 8'J, Uhr bei Wendt, Münz- stratze, Eingang vom KönigSgraben: Oeffentliitje Versammlung. Tagesordnung: Die Verbesserung unserer Lohn- Verhältnisse und die Massnahmen zur Einsührung der lOslündiacn Arbeits- zeit. Nescrent: Kollege Rohe. Von der Notwendigkeit dieser Forderungen durchdrungen, fordern wir alle in der Herrenkonscktion aus Wochenlohu beschäftigten Kollegen aus, für die Versammlung rege zu agitieren und zahlreich zu erscheinen. Ilk/S Der Einberufer. MvnMiii Mittwoch, den 25. September, abeuds 8'l, tthr: Huf(lotbcntlidik Gcmal-UttsliiiiiiiliiW bei Wilke, Bruunenstraße 188. TageS- O r d n u n g: 1. Neuwahl eines Revisors. 2. Bericht der Delegierten zur Ecwcrk« schaftskommission. 3. Neuwahl derselben. 4. Bericht vom Internationalen Schuhmacherkongress. Sonntag, den IS. Oktober findet der Urania- ' tt. besuch sta 169/20 Die Ortsvcrwaltnng. Welßense© isüa! Dicustag, 24. September, abends 8'/- Nhr, im„Prälaten--, Lehderstrafte 122: Oefrentliche Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Der Boykott der Schneider und welche Lehren ziehen wir daraus. 2. Diskussion. 3. Der Bäckerboykott und seine Folge». 4. Diskussion. ES ist Pflicht der Genossen und besonders deren Frauen, zu erscheinen. 296/19«__ Das Gewcrkschaftskartell. nr Die Harnleiden Ihre Oefohren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schnper, BERLIN- Preis 1 Mark. ■ Stes tausend> fgl.gM«BicblerB�cnhfurt�tten Deutscher Bund der linoinstisch-soziallstlschc Religion), drei erklärende Broschüren, gegen Ein- sendung von 50 Ps. franko von Lohr. Harz, Altona(Elbe). 602' Nie wiederkehrende Gelegenheit! __________«• t,l Amt in> 5684, Berlin N, Jtermann?!km, Schwedterstr. 10 10. Haus von der Schönhauser Allee. 59L* E> Mabel�Wdlsnungseinrichtungen vonSOO— 10000 Mark stets a.Lager Anläßlich des 25jähj-igen Bestehens meines Geschäfts febe ich beim Kauf einer Einrichtung von 750 II. an Komplette JettdeKorstton gratis. 5% Rabatt bei jedem Einkauf. Kulante Zaltluugsbcding. Verwaltung I.(Verein Vcrliner Hausdiener 1883.) Hiermit diene unseren Mitgliedern sowie den Gewerkschaften zur Kenntnis, dass sich seit 15. September d. I. unser Bureau und Kasse Adlerstr. S vorn 1 Treppe, in der Nähe von Raulcs Hos befindet. Krankenmeldungen, Aus- zahlungen von iinterstühunge» finden nur von 19—2 Uhr statt. Briese sind an den 1. Bevollmächtigten Ifritz Wnppler, Geldsendungen an den Kassierer Herrn. Molancr zu richten. Tel. Amt I 4931. Bureau und Kasse geöffnet von 8—6 Uhr. 75/8+ Die Oftsvcrwnltnng. NB. Der Arbeitsnachweis für Hausdiener, Packer usw. be- findet sich nach wie vor Alte Leipzigerstr. 1(Eingang RauIcS Hos). '_ Tel. Amt I 2632. Geöffnet von 8—6 11 hr. Reinseidene Nora-Binse 15 M. Schicket elegante, reinsei dene Bluse, dieseWoch» enorm billig. Ferner: Seidene Blusen in aparten Streifest, prachtvollen Unis u. Chinas, elegante Theater- u. Gesellschafts- Blusen jeder Art 15, 20, 25 M. etc. Schwarze Seiden-Blusen in weichen, matten und glanzreichon Gewoben in allen Preislagen. 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Gegen Einsendung von Mk. 2.10, bezw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.30 bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüre» e portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestler in WUnburg Tii> sandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Ii an verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekt«. A. JAN DORF&C| SpittelmarM Belle Alliancestrasss Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Grosse Frankfurterstrasse Porzellan weiss Glas Kottbuser Damm Donnentag Emaille Speiseteller ttefodernuh Dessertteller Tenohiedene Formen Kartoffelschüsseln Terrinen SaUCieren diverse Formen 15 et 10 Pf. OOpc. 1.45 4 5 Pf. Salatieren nmd,gerippt 30, 35, 48, 63 Pf. Kaffeetassen mit Untertassen 10pt Weiss mit Goldrand 28 pt 25pt 18 Pf. 3.25. 4.75 1.95 98 pf. 80, 98,1.25 95, 1.25,1.85 98,1.45,1.65 35, 45. 58pf. 25» SOpt dekoriert Speiseteller tief oder flach Dessertteller ca. wem Kompotteller ca. i» cm Terrinen ovai Kartoffelschüsseln«vai Saucieren Kompottschalen viereckig Bratenschüsseln Kaffeekannen Ä 48. 65, Milchtöpfe konisch 20, 23, Kaffeetassen mit Untertassen Porzellan Bierbecher mit starkem Soden snd(Zoldrand 15pf. Butterctosen gepress» 20, 33 pf. Käseglocken gepresst 48pf. Zuckerschalen gepre»» 12, 20«. Dessertteiler gepresst 5, ßpf. Kompottschalen gepresst, Sohmetterllng-Mniter 3 8 Pf. Sturzflaschen 20«. mitoowrand 28, 38«. Wasserbecher gepresst ßpf. Wasserflaschen giatt 28« gesohunen 55« Bier- oder Teebecher mitBordore jOn Steingat Kaffeetassen.Vellohendekor-lg� �GofSränd" 2 3 Pf. Teekannen 25«. Handleuchter 25 pt Butterdosen ca.>/. pfuna 48, 60pf. Satz Töpfe Baue stück 1.10 Dessertteller � 20pt mit Goldstern 25 Pf. Küchongarnitur(streubiumen) Vorratstonnen LS Pf.| Milchtöpfe Satz 6 Stück 1.75 Salz-oO. Mehl-Mesten 1.45 i Gewürztonnen 23Pt . Essig- oder Oelflaschen 68« Vorratstonnen veuehendokot Salz- oder Mehlmesten Teuehendekor Essig- oder Oelflaschen ysuehendskor Gewürztonnen Yeuchandekot MilchtÖpfe Veilchendekor Satz 6 Stück Waschbecken grosse Form, dekoriert WaSSerkrüge grosse Form, dekoriert 43« 1.35 43« 20« 1.95 93pf. 93«. Waschgarniturenrd.95 6 teilig 2.85, 3.45, 4.25, 4.75, 5.50, 6.25 Schmortöpfe ohn. mng 33, 48, 55, 70, 35« Schmortöpfe mitang 48,60,70,90, 1.10 Kasserollen ohne»mg 25, 23, 35, 40p5 Kasserollen mit»mg 48, 55. 65,75, 90 1.10 Wasserkessel� 45, 55, fund ist aber auch kein Lustmord begangen worden. Wegen Ver- dachts der Täterschaft wurden mehrere Personen verhaftet, aber alle sehr bald wieder freigelassen, da sich keinerlei Anhalt für die Täterschaft ergab. Da plötzlich, am 10. Februar d. J�, meldete sich bei der Polizei ein elegant gekleideter junger Mann mit dem Bemerken: man solle ihn verhasten, er sei der Mörder der Miss Lake. Er heisse Alfred Land. Seit IM Jahren sei er auf dem hiesigen Kohlensyndikat als Bureaubeamter beschäftigt. Am Abend des 1. Oktober 1906 sei er in der Nähe des Stadtwaldes spazieren gegangen. Da sei er zwei gleichaltrigen jungen Leuten begegnet. l Er habe sich diesen angeschlossen. Plötzlich haben sie die Miss Lake getroffen. Sie beschlossen, die Dame zu notzüchtigen. Da sich die Dame aber heftig sträubte, so haben sie sie gewaltsam ins Gebüsch geschleppt, und um sie am Schreien zu hindern, ihr den Hals zu- gedrückt. Plötzlich haben sie gesehen, dah die Dame tot war. Sie seien darauf davon gelaufen und sich gegenseitig das Versprechen gegeben, sich nicht zu verraten. Ende Dezember 1996 haben sie beschlossen, um einer etwaigen Verhaftung zu entgehen, nach Bei- gien auszuwandern. Er habe in Brüssel eine Stellung als Kellner angenommen. Seine beiden Begleiter, von denen er nur wisse, dass sie mit Vornamen Karl und Heinrich heissen, habe er sehr bald gänzlich aus dem Auge verloren. Er habe von ihrem Ver- bleiben keine Ahnung. Sein Gewissen habe ihm keine Ruhe ge° lassen, er sei deshalb zurückgekommen und habe sich selbst der Behörde gestellt. Obwohl der Gerichtsarzt Dr. Klein den Selbst- denunzianten nach längerer Beobachtung für geistig gesund er- klärte, wurde er dennoch 6 Wochen zur Beobachtung seines Geistes- zustandes der Irrenanstalt„Grafenberg" überwiesen. Die An- staltsärzte erklärten den jungen Mann für vollständig geistig gesund. Er hält nach wie vor seine Selbstbezichtigung in allen Einzelheiten aufrecht, dem Vernehmen nach leugnet er nur, der Miss den Schädel zertrümmert zu haben. Da seine sonstigen An- gaben mit dem Befund vollständig übereinstimmen, so hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen ihn erhoben. Er hat sich daher, auf Grund des Z 211 des Str.-G.-B., vor Ein- gangS bezeichnetem Gerichtshofe zu verantworten. Land ist am 27. September 1886 zu Breslau geboren und evangelischer Kon» fession. Er ist der Sohn eines nicht unbemittelten Breslauer Kohlenhändlers. Den Vorsitz des Gerichtshofes wird Land» gerichtsdirektor Fromm führen. Die Staatsanwaltschaft wird der Erste Staatsanwalt Dr. Eger vertreten. Dem Vernehmen nach sind nach den angeblichen Komplizen des Land die umfassendsten Nachforschungen, jedoch ohne Ergebnis, vorgenommen worden. Land soll ein grosser Weiberfreund ge» wesen, aber sich im Verkehr mit Mädchen darauf beschränkt haben, sie durch schwärmerische Verse anzudichten. Witternngsttberstcht vom 21. September 1907» Llallnen Zwtnemde. tamburg erlin Fralikf.aM München Wien ÜÜ N— I H 8f I 767 389?® 770 WN» 769 WNW 770 NO 770SO 770 NW »etter 2 wollig 3 wollig 3 bedeckt 5 wollenl 2 wollen! 2 wolkig »L nS» » II I- w 2, 12 12 11 12 8 11 Stationen -§ e° O f! mS- ö c c 2 S« darandal754 NNW Petersburg 7S3WNW Scillh Werdeev Paris 770 ONO 773 N 769 NNO Wetter 4 wollen! 2 halb bd. I hald bd. 2 bedeckt 2wolkenl wc c r. s» S? L 7 16 !z Wetter- Prognose für Sonnta Zeitweise tlichen Wi den 38. September 1907. gnose tut Sonntag, nebelig, sonst ziemlich heiter und trocken bei mähigen nord- westlichen Winden, kühlerer Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur. Berliner W e t t e r d u>->, AMNAW NM MMdÄM LsNin 0. Frankfurter Allee 109-110 G, m. b. H. Diese Woche«oweit vomt; Sehr preiswerte Angebote�Umzug Gardinen Eng!. Tüllgardinen wel«# und crbm« Fenster 220 380 Engl. Tüllgardinen veelss und orsme dreier 30 45 Engl, TOll'StOreS«eise und cröme.. StQcle l85 2 88 Erbstüll-Stores................ 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Meter 295 335 VelOUr-LäUfer ca. 80 cm breit.....«,,........ Meter 4 80 6 28 I Hol Ein- u. zwei tellig. Fenster mr m»! Dam»«,, Breite er«m.. 80 cm altgold und rot mir Breite flft 130 cm jsw Pf. Mtr., stock TU Pf. Portieren Portidren-Garnituren sf'SSI1:.SSII."o'S1Ä 3" 540 6" 8'° Portiären-GarnitureniSÄw�S�Sit 6 80 800 11" 13-° Pol'f!öl'PN.s?51k'nifllf'chft Scklaf-Immer, l.elnen mit Stickerei und 095 rOrilClCll Üdl IlllUI Cll Applikation in zarten Farben, Garnitur..... � Portieren-Garnituren tor Schlafzimmer, fraise, reseda, blau, Garnitur 9 Gekorations-Shawls zarte Farbensteliungen, stock 95 Pf. 1 2 Lambrecjuins- Borden reich bekurbeit, Meter..« 65 90 Pf. I88 *>4». Abends 8 Uhr; Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Montag: Von der Zugspitze zum Wntzmann. Sterittvartr, Jnvalideiistr. S7/g2. Theater des Vestens. Sonntag nachm. 3';. Uhr halbe Preise: FrlihllnKBlnrt. 8 Uhr: Die Inntiffo Witwe. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Montag(Anfang T/, Uhr): Faust. Dienstag und folgende Tage: Die tanzenden Männchen._ Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Ihayatrathe. Hieraus: £. 3 Uhr: Die von Hochsattel. ? Hnsarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Abends S Uhr anttsrsir Glanznummern. Nachmittags 3'/, Uhr: FamlliensVorstellung. Das kolossale Programm und ktrl-veater SchttflTer Jr., der berühmte Universal-Künftler. Abends 8 Uhr: Plite-Vorstellunx. S>/,Uhr: Siziveatee Schttnferjr. .nononnnnnnnnnnnnWn. l Passage-Theater. 1 Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7(ermäßigte Preise).! Abends 8—11 Uhr. £ona Kausen. 114. erstklassigo Nummern. Theater des Zentrum. Sophien- Säle, Sophienstraße 17/18. Montag, 23. September 1907: Erötfnungs-Yorstellung. Bis n-fth nm FUnfe V.Kren«. Lipplchütz, Musik v. P.Lincke. Anfang 8 Uhr. Kleine Preise. Rixdorfer Theater Bürgcrsäle. Bergstraste Nr. 147. Direktion: I n l i u s Türk. Sonntag, den 22. September 1907: Maria Stuart. Ein Trauerspiel In 5 Akten v. Schiller. Ansang 7'/, Uhr. Sehiller-Theater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Thealer). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Di-nniunlns. Schauspiel in 5 Akten von Arno Holz und Oskar Jerschke, Sonntag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Auszügen von Franz v. Schönthan u. Gustav Kadelburg. Montag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Dienstag, abends 8 Uhr: Honna Tanna. Schiller-Theater Charlottenburg, Sonntag, nachm. 3 Uhr: Honna Tanna. Schauspiel in 3 Auszügen von Maurice Maeterlinck. Deutsch von F. v. Oppeln-BronikowSII. Sonntag, a b e Ii d S 8 U b r: VlOts von Bcrlichingen. Schauspiel in fünf Aufzügen von Johann Wolsgang v. Goethe. Montag, abends 8 Uhr: Oüitai von Bcrlichingen. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Herr Senntor. t*. ss a-t n 9 a Panoptikum £8. S K-£& 1A S 165 Friedrichstr. 165 QröjUe Schaustellung der Welt. Im neuen Konzertsaal allabemilich: üarburger Sänger« _ Wochentags 30 Pf.— Panoptilmmbespcher frei!_ Zirkus Schumann Heute Sonntag, den 22. d. M., nachm. 3'/, Uhr und abends 7'/, Uhr: große auBerordentliche 2 2 Nachm. auf allen Plätzen ohne Aus- nähme Jedes weiter« Kind unter 10 Jahren halbe Preise(außer Galeric). In beiden Vorstellungen. nachmittags u. abends: berühmte' Gktgö ßMzjt'-ft'ItW mit ihren neuen alrobattsch-ikarischen Spielen, vi« fliegenden Menschen. The MonbarS, phänom. Lustvoittgeure. Amerikas beste komische Akrobaten. The 8 OlracS. Fröre» Albans. Ernst Schumann. Mathilde Renz. Ernst Renz. Dora Schumann. Dir. Albert Schumanns neueste Dressuren. Ferner: Die großartigen neuen Spezialitäten sowie sämtliche ClownS und Auguste mit ihren neuesten urkomischen Entrees. c}fteakzwidaSpKg Köpcnickerftraste 68. Nachmittags 3 Uhr: Dev Goldonkel. AbendS 8 Uhr: Der Aktienbndiker. ZNt-Beriiner Gesangsposse v. D. Kaiisch. Mit Josesine Dora und Heinz Gordon. Montag u. folg. Tage: Aktienbudiker. Gebr. Herrnfeld-! Theater. 87 Kommandankenstraße Nr. 57. 1 Ansang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2. WsmeNg-Vsg! Operetten-BurleSke, Mufik von L. Jtal. 88 lade dasMtleben! Separee-Affäre in 2 Akten. Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrufeld. Nachmittags 3 Uhr(halbe Preise), Einlaß 2'/, Uhr: Ein verrücktes Hotel und Hayfisch geht zur Jagd mit Anton und Donat Herrnfeld. Montag: Madame Wg-Nag.— Es lebe das Nachtleben I Brunnen-Theater Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Heute: Trelby. Schauspiel in 4 Akten von Sich. Mark. Trilby... Hedwig Krahmer. Kasseneröffmmg 0 Uhr. Ans. 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Lrolter 3a IB. Montag, den 23. Seplbr.: Othello. Othello.. Dir. Beruh. Rose. XIII. Saison. Bahnhof Börse. Sonntag, 22. September 1907; 2Qroße Ä öala-9 Vorstellungen®1' Nachm. 4 Uhr u. abends 7-/. Uhr. Nachmittags 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren(..Ikn proiCo auf all. Sitzplätzen riBliB. I» beide« Vorstellungen: stWS.c-:°ii»'UÄM-- In beiden vorstellnngen: Herr Willy Manns ÄÄ Wnnderolefantcn. In beide» Vorstellungen: Orig. ung. Firenczy-Truppei Akrobaten. In beide» Vorstellungen: Vorführen und Reiten der besten Schul-, Freiheits-u. Springpferde In beide» Vorstellungen: Auftrete» sämtlicher neueng. Clowns mit den neuesten Witzen. Außerdem: Die vorzüglichen Programmnummern. 8 Uhr 8 Uhr meoHoeat Direktion: Richard Alexander. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Akten von Maurice Henneguin und Pierre Vcber. Robert de Trwelin: Rich. Alexander. Sonntag, den 22. September, nachm. 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. ymmm m ■ a;»'—(_____ Variefe-Theafer WcinbcrgSweg 19/20. Amelith. Tor. — Anfang 8 Uhr.—— Da» originelle Sept.-Programm. Auto AtlaS, der Athlet hebt ein-tiitoinohil Mit den Zahnen. DmueUKon�eri� Trlanon-Tlieater. Fräulein Josette- meine Frau. Ansang 8 Ubr. Moabiter üeseHscbaftsbans. Fernspr.: ll. 7520. Willi. firÜlltng. Wlcief-Str. 24 Jede» Sonntag und Mittwoch: 25805 ür. humoriitilche Soiree iioollo-SSllger (Mitglieder der ehem. Willi Walbc.sänger) und Zustrumsntai-RvnTQrt. Anfang SonntagS-Konzert 5 Uhr., Borstcllnng 6s/, Uhr.— Mittwochs- Konzert 7 Uhr, Vorstellung 8';, Uh Uraniu. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Montag 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Wafzmann Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. TägL geöffnet von 7'/,— 11 ü, abds. ZOOLOCISCHER GARTEN | Heute Pf) Df Kinder Sonntag*111 rl nnt.lOJahr. Eintritt«« 1 1. die Hälft«. Ab nachm. 4 Uhr: Militär- Doppel- Konzert.! Morgen, sowie täglich: Großes Militär-Ooppel-Konzert. ——••66W6M666» Metropol-Theater Zum 9. Male: Gr. Kevue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Fretmd. Musik von Viktor HoUaender. In Szene gesetzt von Direktor Bichard Schultz. Guido lelttr a. D. «.Diwiiiei«! r Jüanplr i. Fritziissar Fritzi Sebenke, L. Haskel et«. Dirigent: Kapellmeister M. Rotii. Anfang präzise 8 Obr. Bauchen überall gestattet. EKNIIIUtDKOSETtlEAT Gr. Frantsurterftr. 132. Heute: Der Held deS TageS. Von Kurt Matull. Ansang 8 Uhr.— Wochentagspreise. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Tor groste Unbekannte. Thoow Folies Gaprice Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraßo Geteilte Liebe. Die Antiduellanten. Bunter Teil. Hauptdarsteller: Mortons, Fleischmann, GrOneoker. Ansang 8 Uhr. Kasseneröffn. 6 Uhr. Vorverlaus an der Theaterkasse von 10—3 und bei Wrrthetm.- Tan-Ite-ttnachcii. _________— Donnerotags 8 Uh.. 3 Kegelbahnen.— Billard.— Tünnel-Nestanrant. ZV Nach der Vorstellung:-—__ Sonntags 4 Uhr: hli-cvcc Bull.— Donnerstags 8 Uhr: Reuuion. Berlin 0. 98. Markgrafcn- damm 34. Telephon: Amt 7, 4277. M ark trafen säte Inhaber: Hermann 8elio!tz. Jede» Souutag: CmFOISCI* M5all bei freiem Entree. Säle von IM bl» lM0 Personen für Vereine, Hochzeiten usw. unter kulantesten Bedingungen einige Sonnabende noch zu vergeben. Vereins- zimmer bis IM Personen fassend. 2 loms. Kegelbahnen n. einige Tage frei. Reletisballen-Tlieater. Täglich: Britton als Ante im Familieu- bad Wannser. Ans. Wochent. 8. Sonntags 7 Uhr. W. jyroacUs Theater DiretltoN: Hob. Dill. Sruiinenklr. Jb. Die Rastelbinder. Voltsstück mit Gesang von Kaiser. Ansang 7 Uhr. Entree.10 Pf. Ball. Montag btS Freitag: Die Rastelbinder. Sonnabend: Zertretenes Glück. Ehren- und VorzugSknrlen gültig l Im Mo amüsieren wir uns? Krug im grünen Kranze 50222* Ober-Schöneweide, Waldstraße 74. KUcbc and Keller Torziigllcta. iSl fc irnst HOillch. Palast• Theater. * Burgstraste 84, Heute'/s8 Uhr. Entree 50 Pf. Das schwimmende Theater. Die 5 Marnos Tlie liiinas nnd �ehn erstklassige Nummern. prater- Theater Kastanien-Allee 7—9. Nachm. 3 Uhr: Minria Stuart. Trauersp. in 6 Akten o. Fr. v. Schiller. AbendS 7'/, Uhr: Bühne und Welt. Schauspiel in 4 Akten von P. Hankel. Montag u. folg. Tage: Bühne u. Weil. laisseiiii BadatraBe 16. Jeden Montag: Pctrrs unvergleiehL Horddeulsche Sänger. Anfang 8 Uhr. Vorzugskarlen 20 PI., Entree 30 Pf. Nach d. Soiree Frcl-Tnnz Gesellschaft Sonnabends frei für Vereine, Gewcrtschajten. 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Stühle werden abgeholl und zurückgeliesert. A. Gläler, Mulack- straffe 27._ 14686 Stellenangebote. Oktober. +139' HauSreintgnng zum Frankfurter Allee 196. Formerlehrling(Kostgeld) ver- langt Otto Sauer, Slallschreiber- straffe 18._ 68)19* Former- und GürllerlehrUnge stellen ein Laake und Millarg, Bronzewaren- sabrik, Gofflersttaffe 29. 263ZK* Kleuchnerlehrling sucht Meto«?, Hollmannsttaße 49._ 1188& Lithographenlehrling verlangen Schwolow, Kurstraffe 34/35. 119b Stetndruckerlehrling verlangen Schwolow, Kursttaße 34/35. 111b Tischlerlehrling verlangt Giergo, Gitschinerstraffe 64. 196b Lehrling suche ich sür mein Eisen« Warengeschäft gegen monatlich« Ver- gütung. Paul Pritzkow, Prinzen- straffe 88._ 98ö Spandau. Putzer werden ein« gestellt. Heiligcndors, Lutherstraffe17a. Goldleisten. Durchaus ttichttger, selbständiger Grundierer wird nach außerhalb per sosort gesucht. AuS- sühriiche Offerten nebst Ansprüchen an die Ungarische GoldleistensabrikS-Ge- sellschast, Budapest. Kerepesi ut 69. Schiofferlehrling bei elektrischem Betrieb auch Dreherei erlernt, sucht unter günsttgen Bedingungen. Fahr« geld vergütet. August Teuber, Fried- richsfelde, Luisenstratze 16. 286/8 Ziseleurlehrling ge oerlangt A. Asche, SS straffe 19, Kostgeld Brandenburg. 71/8 Lehrling, Kunstschlosserei, Kronleuchter. Hosmann u. Co., Branden- burgstraffe 6. 71/7 Lehrling sucht Gravier«, Ziselier- Anstalt. Baum, Brandenburgstr. 25. Graveurlehrling oerlangt, Kenn!- nisse im Zeichnen erforderlich.Walde- marstraffe 44._+136 Graveurlehrliug verlangt Drc-'s denerstraffe 13._+13 FarbigmachorinnenverlangtMax Leonhard, Weißens«, Lchdcrstraffe 86. Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnende Beschäftigung Prinzen« straffe 41. 71,2* Botenfrauen finden dauernde und sehr lohnend« Beschästigung Gericht« straffe 14._ 71/3« Krawatten-Vorarbciterin, Lehrmädchen verlangt Gcricke, Baum- schulcnweg. Baumschulenstraffe 14. Tüchtige Arbeiterin aus Seiden- bluscn verlangt F. Dorn, Baum- schulenwcg, Baumschulenstratze 88. 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Der Gesamt- Auflage unserer Nummer liegt ein Prospekt der illustrierte» Wochenschrift „HVtauea", Verlags< Anstalt Peter I. Ocstcrgaard, G. m. b. H., Berlin W. 66. Mauet« strafte 86/88; einem Teil der Auflage— Moabit, Charlottenburg und Wedding— ein solcher der Firma Hormann Schlesinger, Berlin NW., Turmstr. 58. bei. marstraffe 27, vorn I.+l2 Schreinerst, äffe 19.+131 Berendt, Kopernikusftraffe 3.+36* flügel n._+66 sabrik, Gofflerilraffe 20._ Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw-: Th.Gloife.Berlm, Druck u.VerlazlBoiwcirtz Buchdruckerei U> VerlalzsanMt Paul Singer&(ioH Berlin SW, Nr. 322. 24. 4. KtilU Ks Jotiüirlü" Krlim IsIMIiift Sonntag, 22. September tM. Partei- Hngelcgenbeitem Eine Kreisgeneralversammlung für de» Kreiswahlverein Nieder-Barnim findet am Sonnabend, den 28. September, abends 3 Uhr. in Rummelsburg, Restaurant Bellevue, statt. TageS-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht für die Zeit vom 1. Januar biS 30. Juni d. I. 2. Die bevorstehende Preußenkonferenz und ihre Aufgaben. Referent: Artur Stadthagen. 3. Wahl von Delegierten. 4. Berichterstattung vom Parteitage in Essen. 5. Anträge für die Generalversammlung von Groß-Berlin. 6. Kreisangelegenheiten. Im Auftrage deS Vorstandes: G. Freiwaldt, Pankow. EchZneierg. Die Versammlung deS sozialdemokratischen Wahl Vereins findet statt am Dienstag, den 24. d. M., abends S'/a Uhr in E. Obst'S Festsälen, Meiningerstraße 8. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Stadtverordneten. Referent Genosse E. Obst. 2. Auf- stellung der Kandidaten. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Parteigenossen! In letzter Zeit war der Besuch der Versammlungen sehr mangelhast; dies muß aufhören und eine stärkere Beteiligung eintreten. Die Wichtigkeit der Wahlen machen das Erscheinen Aller notwendig. Auch gilt eS, kraftvoll die Machinattonen der Gegner zu bekämpfen. Der Vorstand. Charlotteniurg. Dienstagabend 8'/. Uhr WahlvereinSversamm- lung.(Siehe Annonce.) Zahlreiches Erschemen erwartet Der Vorstand. SchmargendM. Dienstag, den 24. September, abends 8% Uhr. findet im Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünderstr. 6, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tages- ordnung steht ein Vortrag vom Genossen Störmer-Bcrlin über „Arbeiterschast, Schule und Kirche/ Die Genossen werden ersucht. ür recht regen Besuch der Versammlung zu sorgen. Besonders " r a u e n und Gäste sind zu der Versammlung geladen. Der Vorstand. Johannisthal. Am Dienstag, den 24. d. M., abends 8(4 Uhr, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im»Linden» Hof", Friedrichstr. 61, statt. Tagesordnung: 1. Der Internationale Kongreß und seine Bedeutung; 2. Diskussion; 3. Aufnahme neuer Mitglieder, Vercinsangclegenheitcn und Verschiedenes. Um pünlt- liches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Wahlverein Eichwalde. Dienstag, den 24. September, abends pünktlich 8(4 Uhr. Mitgliederversammlung in Liers Restaurant„Zur Mühle" in Miersdorf. Tagesordnung: 1. Vor- trag; 2. Wichtige Vereinsangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zossen. Am Mittwoch, den 25. d. M.. findet die Wahlvereins- Versammlung statt. ES ist Pflicht eines jeden Genossen, zu dieser zu erscheinen. Der Vorstand. Friedrichsfelde. Dienstag, den 24. September, abends 8(4 Uhr, im Lokal von Haberland. Wilhelmstr. 38, Versammlung des Vahlvcreins. TayeSordnuchg: 1. Vortrag des Genossen John über den Parteitag in Essen; 2. Diskussion; 3. Verschiedenes. Um viw ii vxy� Iii v/||viiy•»• ,4� i vi u y| vvii �«j» zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht dringend Der Vorstand. -lieder-Schönliansen. Am Dienstag, den 24. September, abends 8(4 Uhr, findet in„Neu-Carlshof", Beuth- Ecke Charlotten- strasse, eine ausserordentliche Generalversammlung deS Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahlen zum Vorstand; 2. VsrcinSangelegenheiten; 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist besonders notwendig, da sehr wichtige Punkte zur Verhandlung gelangen. Der Vorstand. Pankow. Am DienStag, den 24. September er., findet gemäss dem Versammlungsbeschlutz vom 3. September er. ein« ausser- ordentliche Generalversammlung statt. Der sehr wichtigem TagejS- ordnung wegen ist zahlreicher Besuch dringend notwendig.(Per- iammlungslokal:„GesellschaftShaus", Kreuzstr. 3/4. Der Vorstand. Rcinickenborf-Ost. Am Dienstag, den 24. September, »bends 8(4 Uhr, findet bei S ck a l l e r(Restaurant Tivoli, P r o v i n z st r. 60, die Mitgliederversammlung des WahlvereinS statt, in der Genosse Lorenz Bericht vom Essener Partei- tag erstatten wird. Wir erwarten daher zahlreichen Besuch der Versammlung. Weiter machen wir darauf aufmerksam, dah am Sonntag, den 16. November, eine Uraniavorstellung statt- findet. Die Billets zum Preise von 76 Pf. sind schon jetzt bei den Bezirksführern zu haben, und empfiehlt sich deren baldige Ab- nähme, da dieselben erfahrungSgemätz sehr schnell vergriffen sein werden. Der Vorstand. Bezirk WaibmannSlnst. Heute, Sonntag, den 22. September, Familienausslug nach Stolpe(Nordbahn). Diejenigen, die daran teilnehmen, benutzen den Zug von Wittenau, nachm. 3,4 Uhr, von Waidmannelust 3,7 Uhr. Die Borsiawaldcr benutzen denselben Zug von HermSdorf 3,16, Hoben-Neuendorf 3,18 Uhr. Bon da zum Grabe des vor Jahresfrist vom Gendarm erschossenen früheren Ab- teilungSführerS von Hahen-Rcuendorf und Stolpe, Genossen Adolf Herrmann, dann nach Stolpe zur Witwe Bergemann. Zahlreiche Beteiligung erwünscht_ Ter Vorstand. Berliner JStedwchten« Tie Arbetter-BilBnngSfchule hat dieser Tage ihren Jahresbericht herausgegeben, der sich auf die Zeit vom 1. April 1966 bis 31. März 1667 erstreckt. ES erscheint auf den ersten Blick etwas befremdend, datz der Bericht erst jetzt herauskommt, allein dieser Umstand ist bei näherer Prüfung nicht verwunderlich. Die Ursache liegt darin, datz die Leitung der Schule aus Auloh der Reichstagswahl und der damit verbundenen starken Inanspruchnahme aller proletarischen Kämpfer und somit «uch der ArbeiterbildungZschüler die Kurse während dieser Zeit der- schieben mutzte; erst tief im Sommer erreichten diese ihr Ende. Im «bgelaufencn Berichtsjahr ist es der Schule nach langen Mühen gelungen, vom Oktober 1966 ab den Unterricht in eigenen Räumen stattfinden zu lassen. Diese befinden sich Grenadierstratze 37, Hof 4 Treppe und bestehen in einem geräumigen Saal mit Galerien (zirka 366 Personen fassend) und einigen kleinen Nebenrmimcn. Im Geschäftsjahr 1905/1966 waren eingeschrieben 1282 Personen(83 Damen, 1189 Herren); im verflossenen Geschäftsjahr 1765 Personen(114 Damen, 1661 Herrm). mithin eine Zunahme von 423 Mitgliedern. Dieser Aufschwung ist nicht allein auf Berlin zurückzuführen, sondern zum Teil auf die westlichen Vororte. Das Bedürfnis nach Errichtung von Filialen in den Bororten brach sich zuerst in Steglitz und Umgegend Bahn, so datz im Fe- bruar d. I. eine solche in Steglitz. Ahornstratze 15s, bei Schcllhase, eröffnet wurde. Der Unterricht in Geschichte(M. Maurenbrecher) nahm seinen Anfang mit 156 Teilnehmern. Ein erfreuliches deichen! Das Neugewonnene dauernd zu erhalten, mutz nun ernste Aufgabe der Beteiligten sein. Im ll. Quartal 1966 wurde an 4 Abenden, im IV. Quartal 1966 und I. Quartal 1967 an 6 Abenden der Woche unterrichtet. In den letzten beiden Quartalen fand noch ein Fortschrittskursus in National-Oekonomie statt. Ein Kursus in Literaturgeschichte wurde neu eingeführt; die erwartete Teilnahme lieh zu wünschen übrig. Im Sommerquartal fiel der Unterricht aus. Dafür fanden verschiedene Ausflüge statt, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, sich der Geselligkeit und dem Frohsinn bei heiterem Spiel in der freien Natur zu widmen. Hörer-Karten wurden im II. Quartal 1966 428 an 327 Mit- glieder, im IV. Quartal 1966 1189 an 857 Mitglieder, im I. Ovar- tal 1967 1676 an 856 Mitglieder ausgegeben. Im II. Quartal 1966 waren eingeschrieben 373 Mitglieder (38 Damen, 335 Herren); von diesen besuchten keinen Kursus 46, einen Kursus 265, zwei Kurse 48, drei Kurse 9, vier Kurse 5. Im IV. Quartal 1966 waren eingeschrieben 975 Mitglieder (57 Damen, 918 Herren); von diesen besuchten keinen Kursus 118, einen Kursus 627, zwei Kurse 176, drei Kurse 35, vier Kurse 12, fünf Kurse 9, sechs Kurse 4. Im I. Quartal 1967 waren eingeschrieben 1617 Mitglieder (65 Damen, 952 Herren); von diesen besuchten keinen Kursus 161, einen Kursus 762, zwei Kurse 128, drei Kurse 28, vier Kurse 6, fünf Kurse 2. Im Geschäftsjahr 1966/1967 lietzen sich an Mitgliedern ein- schreiben 1765, darunter 7 Jahresmitglieder(114 Damen, 1691 Herren). In bezug auf die Zugehörigkeit zur politischen und ge- werkschaftlichen Organisation gehörten ersterer 25, letzterer 523, beiden Organisationen 961 an. 244 Mitglieder hatten keine An- gaben gemacht. Ueber die Altersstufe der Mitglieder wurde folgendes fest. gestellt: Bis 26 Jahren 146, von 26— 30 Jahren 1056, 30—40 Jahren 248, 40—60 Jahren 43, über 50 Jahre 7. 1680 Mitglieder haben den Beruf angegeben und verteilen sich dieselben wie folgt: Metallarbeiter 464, Holzarbeiter 145, Ar- beiter 87, Maurer 81, Maler 74, Buchdrucker 71, HandlungSgehülfen 58, Hausdiener 37, Schuhmacher 36, Zimmerer 31, Schneider 29. Näherinnen 26, Kaufleute 25, Schneiderinnen 24, Tapezierer 24. Schmiede 22, Sattler 18, Bildhauer 16, Buchbinder 15, Litho- graphen 15, Stellmacher 13, Drechsler 12, Gärtner 12, HülfSarbeiter 11, Monteure 11, Werkzeugmacher 11, Zigarettenarbciter 16, Bäcker 9, Studenten 9, Töpfer 9, Glaser 8, Maschinenarbeiter 8, Möbelpolierer 8, Steindruckcr 8, Arbeiterinnen 7, Konditoren 7, Kupferschmiede 7, Portefeuiller 7, Studentinnen 7, Buchhalter 6, Fräser 6, Optiker 6, Zuschneider 6, Buchhalterinnen 5, Friseure 5, Jnstrumenternnacher 5, Lehrlinge 5, Packer 5, Schreiber 6, Stukkateure 5, Burcaugehülfen 4, Droschkenkutscher 4, Formstecher 4, Kassenbeamte 4, Lohgerber 4, VcrsichcrungSbeamte 4, Zigarrenmacher 4, Böttcher 3, Bureauarbeitcr 3, Bureaubeamte 3, Chemi- graphen 3, Fleischer 3, Gewerkschaftsbeamte 3, Glasbläser 3, Korb macher 3, Lackierer 3, Lagerhalter 3, Plätterinnen 3, Rabitz� spanner 3, Schriftsteller 3, Steinmetze 3, Täschner 3, Techniker 3, Uhrmacher 3, Vergolder 3, Wirker 3, Aetzer 2, Bauarbeiter 2, Brauer 2, Bürstenmacher 2, Diener 2, Expedienten 2, Fenster- Putzer 2, Garniererinnen 2, Gastwirte 2, Goldschmiede 2, Handels- schülerinnen 2, Kontoristen 2, Kürschner 2, Kutscher 2, Lageristen 2, Lehrerinnen 2, Mafchimsten 2, Masseure 2, Modelleure 2, Müller 2, Photographen 2, Posamentiere 2, Rechtsanwälte 2, Schüler 2, Silberarbeiter 2, Steinsetzer 2, stuck, jur. 2, stuck, phil. 2, Verkäuferinnen 2, Wagenführer 2, Wcitzgerber 2, Aerzte 1, Archi- tekten 1, Bankbeamte 1, Barbiergehülfen 1, Bierfahrer 1, Blumen- arbeiterinnen 1. Bohner 1, Brauereiarbeiter 1, Dekorateure 1, Dockerinnen 1, Drahtarbeiter 1, Dr. pbil. 1, Einholer 1, Ein- richterinnen 1, Einsetzer 1, Elektrotechniker 1, Expedientinnen 1, ExpeditionSgehüIfen 1, Färber 1, Fliesenleger 1, Gärtnereibesitzer 1, Geschäftsführer 1, Glasmacher 1, Hafenarbeiter 1, Handschuh- macher 1, Hausangestellte 1, Heizer 1, Kassierer 1, Kellner 1, Kla« vicrstimmer 1, Kontoristinnen 1, Korrespondenten I, Korresprnn dcntinnen 1, Krankenpfleger 1, Kmrbelstepperinnen 1, Leder arbeiter 1, Lederwalzer 1, Lichtpauser 1, Malermeister 1, Musiker 1, Packerinnen 1, Presser 1, Privatsekretäre 1. Putzmacherinnen 1, Rammer 1. Rentiers 1, Retoucheure 1, Riemer 1, Schaffner 1, Schirmmacher 1, Sekretärinnen 1, Steinschleifer 1, Steno- graphinncn t, Stockarbeiter 1, Volontäre 1, Waschmeister 1, eber 1, Weberinnen 1, Zahntechnikerinnen 1, Zeichner 1. Zf garettenarbeiterinnen 1, Zigarrenhändler 1. Die Bibliothek hatte am 31. März 1966 einen Bücher bestand von 1713 Banden. Neu angeschafft wurden im Laufe des JahreS 56 Bände; datz also zurzeit 1769 Bände in der Bibliothek vorhanden sind. Für Neuanschaffung von Büchern, Buchbinder arbeiten und Instandhaltung wurden 267,36 M. ausgegeben. Gr öffnet war die Bibliothek an 156 Abenden. Es wurden 1739 Bücher cm 1676 Mitglieder(242 Damen, 1434 Herren) ausgeliehen. Die Arbeiter-BildungSfchule hat nach diesem Bericht ein arbeitS- reiches Jahr hinter sich. Eingedenk der Devise: Wissen ist Macht, Macht ist Wissen, ist sie bestrebt gewesen, im gewissen Sinne die Sünden gut zu machen, die die herrschende Klasse an der�lr- beiterklasse begangen, indem sie in der Volksschule nur das Aller- notwendigste lehren läßt, daS gerade ausreicht, willige und brauch- bare AuSbsuiungSobjekte heranzuziehen. Aber die Arbeiter- Bildungsschule tut mehr als das. Sie hilft Waffen schmieden, um den proletarischen Emanzipationskampf wirksamer und erfolg- reicher führen zu können. Und so möchten wir diesem Streben der Schule besten Erfolg wünschen; möge die Arbeiter-Bildungs- schule sich auch im neuen Schuljahr günstig weiterentwickeln. Der Lehrplan der Arbelter-VildungSschule für daS vierte Quartal 1997 ist im Jnferatenieile der heutigen Nummer enthalten; wir verweisen unsere Leser darauf. Nmzug und Gemeindesieuer. Gelegentlich deS bevorstehenden Wohnungswechsels, der viel- fach auch eine Veränderung deS Wohnortes mit sich bringt, macht die„Voss. Ztg." darauf aufmerksam, datz zur Vermeidung einer doppelten Zahlung pon Kommunal- abgaben daS Aufgeben des Wohnortes derjenigen Gemeinde- behörde, aus der man wegzieht, bis zum 36. September mitzuteilen ist. Erfolgt diese Mitteilung später, so sind noch für den Oktober die Kommunalabgaben in der alten Gemeinde zu bezahlen. Dies bestimmt der 8 66 Nr. 2b deS Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1863 in folgendem:„Die Steuerpflicht in einer Gemeinde erlischt durch das Aufgeben des Wohnsitzes, Sitzes oder Aufcnt- Haltes mit dem Ablauft des Monats, in welchem der Wohnsitz, Sitz oder Aufenthalt tatsachlich aufgegeben worden ist, sofern jedoch bis zu diesem Zeitpunkt der Gemeindebehörde hiervon keine An- zeige erstattet ist, erst mit dem Ablauf des folgenden Monats." Zieht also jerndnd von Charlottenburg nach Wilmersdorf, so mutz er bis zum 36. September der Gemeindebehörde in Charlotten- bürg Anzeige von feinem Wegzuge machen, wenn er von seiner Steuerpflicht in Charlottenburg befreit werden will. Andernfalls mutz er im Oktober in Eharlottenburg und Wilmersdorf Kam- munalsteuern zahlen. Die polizeiliche Abmeldung, die bis zum sechsten Tage nach erfolgtem Umzüge noch rechtzeitig anlangt, hat hiermit nichts zu tun,«ich keinen Einflutz hierauf. Luch wir möchten unsere Leser, die etwa nach den Vororten oder von den Vororten nach Verlm ziehen, bitten, diese Mahnung ?u beherzigen. UnS sind im Laufe des verflossenen Jahres wieder- olt Fäle mitgeteilt worden, in welchen Steuerzahler infolge unterlassener rechtzeitiger Abmeldung bei den Gemeindebehörden doppelt Steuern zahlen mußten. Der 14. Internationale Kongreß für Hygiene und Demographie tritt morgen� hier zusammen. Die Sladt Berlin hat aus diesem Anlatz eine künstleriich hergestellte Festschrift herausgegeben, die die Leistungen der Stadt Berlin auf dem Gebiete der Baukunst in Verbindung mit der Hygiene enthält und den Kongretzteilnehmern überreicht werden soll. Eine Prügelleistung» wie sie in unseren Gemeindeschulen denn doch nicht alle Tage vor» kommt, ist von einem Gemeindeschullehrer Radtke voll- bracht worden. Der Herr amtiert in der 2 5 9. Schule, die im Mietshause Rigaer st ratze 166 untergebracht ist. Wir wollen vorausschicken, daß es unter den Gemeindeschullehrern Berlins mehrere Radtke und auch noch einige Radke bezw. Rathke gibt. Das muh hervorgehoben werden, damit wir Verwechslungen der» hüten, die vielleicht dem einen oder anderen der Radtke oder Radke und Rathke unangenehm wären. Derjenige Radtke, mit dem wir uns hier zu beschäftigen haben, ist Herr Eduard Radtke, wohnhaft Thaerstr. 21, sechsundzwanzig Jahre alt. Er darf im besonderen nicht verwechselt werden mit seinen Brüdern, die in demselben Hause wohnen und gleichfalls Lehrer sind, und von denen einer sogar an derselben Schule Nr. 259 beschäftigt ist. Lehrer Eduard Radtke also hat vor einigen Tagen an einem Schüler K. eine Prügelexekution vorgenommen, über deren Folgen ein Arzt, dem der Junge von seinen Eltern zur Untersuchung zugeführt wurde, in einem Attest sich so äutzcrt: „Ich fand eine grotze Anzahl roter und bläulich verfärbter Striemen in der Gegend des GesätzeS, und namentlich an der rechten Gesätzhälfte im oberen Teile eine handtellergrotze, blau verfärbte Stelle, die geschwulstartig' etwas verdickt war. Diese Stelle erwies sich als sehr stark schmerzempsindlich auf Druck. Der Knabe gibt an, nicht sitzen zu können. Er klagt ferner über Ohrensausen und Herabsetzung der Hörfähigkeit, sowie Schwindel- gefühl. Das Trommelfell ist beiderseits leicht rötlich verfärbt. DaS Ticken der Uhr vermag der Knabe nur zu hören, wenn die Uhr dicht vor das Ohr gedrückt wird. Es handelt sich also im vorliegenden Falle um Zeichen grober Mihhandlung in der Gegend des Gesätzes und am Kopf(Ohrfeigen)." Welche Schandtat war von dem Jungen, den der prügelnde Lehrer R. so zugerichtet hat, verübt worden? Man höre! Als Herr R. am vorigen Sonntag zufällig das Haus der 259. Schule betrat, bemerkte er auf dem Flur einige Jungen, bei denen auch K. stand. ES handelt sich, wie schon gesagt, um ein Mietshaus, in dem noch zahlreiche Familien wohnen. K. war wegen eines Regengusses hier untergetreten: die anderen Jungen sollen sich mit Kartenspiel die Zeit vertrieben haben. K., der zur 259. Schule gehört, zog die Mütze, die anderen Jungen aber stagten:„Ist das ein Lehrer?" Um die Frevler zur Rechenschaft ziehen zu können, langte Herr R. sich den ihm bekannten K. und fragte ihn auS, zu welcher Schule die anderen gehörten. Als K. antwortete, das wisse er nicht, befahl Herr R.. er habe sich am anderen Tage bei ihm in der Klasse einzufinden und eventuell seine Strafe in Empfang zu nehmen. K. ist Schüler einer Klasse III, Herr R. aber hat eine Klasse V. Am anderen Tage fehlte K. Am Dienstag war er wieder da, und nun lietz Lehrer R. sich ihn aus Klasse III nach seiner Klasse V holen. Er stellte mit dem Jungen von neuem ein Verhör über die Personalien der anderen an. Ms K. keine befriedigende Auskunft gab. hieb Herr R. auf ihn ein. Ab- wechselnd wurde gefragt und gehauen und wieder gefragtund wieder gehauen. Schlietzlich war der Junge mürbe geworden und sagte, was er wutzte. Hier wird mancher meinen, datz Lehrer R. geprügelt habe, um aus K. eine Aussage herauszupressen, ein Verfahren, das an die Folterkünste des heutigen Rußland oder des früheren Deutschland erinnere. Doch Herr R. wird sicherlich nicht zaudern, zu antworten, er habe den Jungen „nur für sein Lügen bestraft. Nebenbei bemerkt: Diese ganze Prügel- exekution spielte sich während deS Unterrichtes ab. Während des Unterrichtes war der Junge mit Zustimmung feines Lehrers aus seiner Klasse heraus zu einem fremden Lehrer in eine fremde Klasse geholt worden, um dort verhört und verhauen zu werden. Man sieht, was alles in einer Berliner Gemcindeschule möglich ist. Als K. nach Hause kam und seine Mutter an ihm die Spuren der Erziehungstätigkeit des Herrn Eduard Radtke sah, war sie entsetzt. Am Mittwoch baf sie einen Arzt um Untersuchung und Begutachtung und begab sich dann zum Rektor. Sie wurde dort dem Prüglcr gegenübergestellt. Als Herr R. im Attest die Angabe über Herabsetzung der Hörfähigkeit las, versuchte er abzustreiten, datz er auch Ohrfeigen gegeben habe. Nur zögernd gab er schlietzlich zu, dah es„möglich" sei. Frau K. ging. Kaum war sie zu Hause angekommen, so fand sich auch schon Herr R. bei ihr ein. GcmeindeschuUehrer haben sonst nicht die Gewohnheit, den Eltern ihrer Schüler Visiten zu machen. Herr R. bat, man möge ihn nicht beim Gericht anzeigen; er sei erregt gewesen, man solle daS verzeihen, er wolle auch das Attest bezahlen. Frau K. wies ihn ab. Am Donnerstag schickte er dann den Eltern durch einen Bruder deS geprügelten Knaben einen Brief, in dem ein paar Geldstücke verlockend klimperten. Der Brief wurde uneröffnet zurückgeschickt mit dem Bemerken, R. möge sich am nächsten Sonntag(also heute) noch einmal persönlich her- bemühen, da werde er den Vater antreffen, und dann werde sich daS weitere finden. So weit ist die Affäre bisher gediehen. Wir sind nicht sehr neugierig darauf, wie sie enden wird. Lehrer sind rasch bereit, Eltern dem Gericht zu überliefern, wenn sie einmal in der Er- regung ein Wort zu viel gesagt haben. Eltern lassen sich leicht bewegen, einen Lehrer zu schonen, wenn er ihnen ein Kin'» zerhauen hat und dann um Gnade bettelt. Herr Eduard Radike hat übrigens als Einjähriger gedient und soll sogar der Ehre teilhaftig geworden sein, zum Reserveoffizier gewählt zu werden. Anscheinend hat er selber das der Frau K. zu verstehen gegeben. Wird einer so erbarmungslos fein, einen Reserveoffizier als Prügellehrer vor Gericht zu schleppen? DaS neue Sparkassenftatnt. Die letzte Magistratssitzung wurde fast ganz von der Beratung deS neuen Sparkasscnstatuts ausgefüllt. Die zur Vorbcratung des Statuts eingesetzte MagistratSkommission hatte borgeschlagen, den Höchstbetrag für täglich kündbare Einzahlungen, der jetzt 1666 M. beträgt, auf 3000 Mk. festzusetzen. Der Magistrat stimmte diesem Vorschlage zu; die von anderer Seite beantragte Erhöhung auf 5666 M. wurde abgelehnt. Außerdem sieht das neue Statut einige Erleichterungen im Verkehr mit dem Publikum vor. Zwei neue Filialen der Sparkasse sollen im Nordwesten, in der Markthalle auf dem Arminiusplatz, und im Südosten in der Pücklerstratze errichtet werden._ Die Bescheidenheit des Oberbürgermeisters in Sachey der Grunewaldfrage wird von der„Staatsbürgerzeitung« wie folgt verspottet: „Aus diesen Worten(datz man sich mit dem Bescheid zu» frieden geben könne) geht doch hervor, daß Herr Kirschncr sich der gar nicht zu überschätzenden Bedeutung des Grunewaldes nicht hinreichend bewußt ist. Er sollte sich an seinem christlich-sozialen Kollegen in Wien ein Beispiel nehmen. Herr Dr. Lueger hat sich mit ganz anderem Eifer bemüht, für seine Wiener an Wald und Wiese zu retten, was noch zu retten war. Wenn der Wille da wäre, würde auch bei uns der Weg sich finden." Und ganz schüchtern rafft sich selbst die„Freisinnige Zeitung" zu folgenden Bemerkungen auf: „Der eine oder andere wird aus der Antwort deS Herrn OberbürgcuneisterS entnommen haben, daß derselbe sich immer noch seines unverwüstlichen gesunden Optimismus erfreut. Für den Dirigenten eines so großen Gemeinwesens muß dieser Opti- mismus als eine sehr wertvolle Charaktereigenschaft gelten. Andererseits wäre es zu begrüßen, wenn aus der Stimmung der Stadtverordneten und dem Verlauf der Debatte der Magi- strat den Entschluß schöpfen wollte, jedenfalls auf der Hut zu sein und sich nicht schweigend und resigniert zu verhalten, fall? jene Versprechungen von oben seinerzeit durch die Tatsachen eine „authentische Interpretation" erhalten sollten, die in wesent- lichen Punkten hinter den Hofsnungen der Optimisten zurück. bleibt." Wir selbst haben schon kürzlich über die Bescheidenheit deS Herrn Kirschner das Nötige gesagt. Die Bekämpfung der freien Jugendorganisatien hat sich vornehmlich der Landrat de? Kreises Teltow-BceSkow, Herr v. Stubenrauch zur Aufgabe gemacht. Es gelüstet ihn offenbar danach, auf diesem Gebiet Lorbeeren zu ernten. Dazu benutzt der Herr Landrat das einfache Mittel, die ihm unterstellten Polizei- bchördcn des Kreises anzuweisen, die Zusammenkünfte der Mit» glicder der freien Jugendorganisation einfach zu verbieten. Die Ortspolizeibchörden lassen sich das auch nicht zweimal sagen. Die Handhabe ist leicht gefunden. Man betrachtet ohne weiteres die in den Versammlungen des Vereins der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter erörterten ThemataS als politische, mögen die SWträge sich auf einen noch so unpolitischen Gegenstand beschränken. Hatte da der LehrlingSvcrein(Abteilung Steglitz) im Juni die Lehrlings- frage verhandelt, flugs erfolgte die Auflösung der Versammlung, weil nach dem Bericht der Polizcibeamten nicht die Lehrlingsfrage. sondern Zwecke und Ziele der Fortbildungsschulen erörtert worden seien. Diese aber zählen, so deduzierte der Hochwohlweise Amts- Vorsteher von Friedenau auf eine gegen die Auflösung der Der- sammlung eingereichte Beschwerde, zu den staatlichen Einrichtungen und durfte in der Versammlung in Anwesenheit von Lehrlingen nicht darüber verhandelt werden. Nach dieser Argumentation dürfte es kaum ein Thema geben, das nicht unter den Begriff„politische Angelegenheiten" zu ru- lrizieren wäre. Was ist dann eigentlich noch unpolitisch? Dieser Ansicht war auch der Versammlungseinderufer und so wandte er sich beschwerdeführend an den Landrat v. Stubenrauch. Die Antwort, die auf diese Beschwerde einlief, ist so klassisch, daß eS sich verlohnt. dieselbe durch Wiedergabe deS vollen Wortlauts der Mit- und Nach- weit zu überliefern. Sie kautet: Berlin �V. 10, den 26. August 1967. Der Landrat des Kreises Teltow. „Die Beschwerde vom 6. August er. über die Verfügung deS Herrn AmtSvorstehcrs von Friedenau vom 24. Juli er. weise ich alS unbegründet zurück. Ucber die in der Beschwerde erörterten Fragen, ob„die Schlußfolgerung des Herrn Amtsvorstehers eine irrtümliche und mit der Spruchpraxis der Gerichte in Widerspruch stehende ist", ob„es nicht richtig ist, daß eine staatliche Einrichtung mit dem Begriff politischer Gegenstand identisch ist", ob„der Standpunkt des Herrn Amtsvorstchcrs sowohl in rechtlicher Beziehung als auch in seinen Konsequenzen unhaltbar ist", habe ich keine Neigung, mich mit einem Lehrling zu unterhalten. Auch habe ich nicht die Absicht,„den Herrn Amtsvorsteher dahingehend zu belehren, daß derartige Maßnahmen seitens der behördlichen Organe in Zu. kunft nicht mehr vorkommen dürfen", wohl aber habe ich die Absicht, Ihren Meister zu bitten» daß er Sie belehrt, wie sehr Ihre rednerische und schriftstellerische Tätigkeit geeignet ist, Sie von einer ordentlichen und rechtschaffenen Erlernung Ihres Hand- Werkes abzuhalten.� Unterschrift. Wäre die Antwort nicht so verflucht gescheit, man wäre versucht, sie herzlich dumm zu nennen. Sachlich geht der Herr Landrat gar nicht auf die Beschwerde ein. Wußte er etwa auf die Eingabe eines Lehrlings nichts Sachliches zu sagen? DaS ließe tief, sehr tief blicken. WaS Sachliches in der Antwort enthalten ist, bezieht sich nicht auf die Beschwerde, sondern auf daS Arbeitsverhältnis deS Beschwerdeführer». Nun liegt nach dieser Richtung hin die Sache so, daß das Lehrverhältnis basiert auf dem Lchrvertrag, der geschlossen wird zwischen Lehrherrn einerseits und Vater oder Vormund und Lehrling andererseits. Entstehen aus diesem Verhältnis Streitig- keiten, so haben in diesem Falle nur die angerufenen Gerichte und Behörden zu entscheiden, sonst hat niemand das Recht und die Be- fugNis, sich in dieses Lehrverhältnis einzumischen, auch nicht, wenn der dritte Landrat v. Stubcnrauch heißt. Aber eine Frage: Wie würde sich der Herr Landrat stellen, wenn der Lehrling ein treues Mitglied der evangelischen Jünglingsvereinc wäre? U. A. w. g. Für be» Achtuhtlndenschlusi demonstrierte eine stark besuchte Versammlung, die der Käufer- bund am Freitag nach dem Bürgersaal des Rathauses berufen hatte. Der Käuferbund ist eine Vereinigung, welche wohlmeinende Leute aus bürgerlichen Kreisen vor einige» Monaten gründeten, um das kaufende Publikum zur„KonsumeNtenUtoral", daS heißt zur Rücksichtnabme auf gewisse soziale Forderungen der Handels- angestellten und Arbeiter zu erziehen. Die gegenwärtige Ver- sammlung war die erste, mit welcher sich der Käuferbund an die Ocffentlichkeit wandte. In drei kurzen Referaten wurde die For- derung des AchtuhrladenschlusseS befürwortet Herr H o t h o r n begründete dieselbe vom Standpunkte des selbständigen Kauf- manncS, Fräulein D a n n e h t vom Standpunkte der Handels- angestellten Und Fräulein Else Lüders sprach als Vorstands- Mitglied des KäNferbuNdes. Sie wandte sich an das kaufende Publikum, besonders an die Frauen, mit dem Ersuchen, nicht mehr nach 8 Uhr abends einzukaufen, um dadurch zu zeigen, daß ein längeres Offenhalten der Geschäfte Nicht Nötig ist und die Geschäftsinhaber so veranlaßt werden, für den Achtuhrschlütz zu stimmen.— Den Referaten folgte eine lebhafte, zeitlich jedoch sehr beschränkte Diskussion, denn mit Rücksicht darauf, daß nach einer Anordnung des Magistrats der Saal um 16 Uhr gekäUMt werden sollte, wurden den ersten Rednern je 16, den folgenden sogar NNt (3 Minuten Redezeit zugebilligt. Doch die Zahl der Redner War so groß, daß sich die Debatte trotz der Einschränkung bis 11 Uhr hinzog. Zunächst wäre» es Meinungsverschiedenheiten über den AchtuhrladeNschluß selbst, welche zum Austrag gebracht wurden. Einige Geschäftsinhaber sprachen gegen den AchtUhkschluh. Sie brachten die bekannten, kleinlichen und nichtssagenden„Gründe", welche schon seinerzeit geltend gemacht lourden, als die Be- schränkung der Verkaufszeit aü de» Sonntage» auf der Tages- ordnung stand, vor, Diesen Rednern traten nicht Nur Handels- angestellte, sondern auch eine Anzahl selbständiger Kaufleute mit sehr treffenden Gründen entgegen. Schließlich kam es noch zu einer die Sache nicht gerade fördernden Auseinandersetzung zwischen Vertretern der verschiedenen Handlungsgehülfen-Organi- sationen. Ein Hinweis von Frau Friedländer auf die von den Zentralverbänden der Handlungsgehülfen und der Transport- arbeiter vorgenommene Abstimmung der Geschäftsleute gab einigen Vertretern der deutschnationalen und der Hirsch-Duncker- schcn Organisationen Veranlassung, wutschnaubend über die Ver- anstaltung der Zentralverbändc herzufallen und ihnen den Vorwurf zu machen, sie hätten durch ihr Vorgehen, namentlich aber dadurch, daß sie dabei die Hülfe der Sozialdemokratie in Anspruch nahmen, die Bewegung für den Achtuhrschluß geschädigt. Ukro vom Zentralverbaud der Handlungsgehülfen antwortete darauf, das Vorgehen seines Verbandes sei notwendig gewesen, weil die Kom- Mission der anderen Organisationen nichts Nennenswertes für den Achtuhrladcnschlutz getan habe. Die Ablehnung des Achtuhrladen- schlusses sei bis jetzt immer damit begründet worden, daß mit Rücksicht auf die kaufenden Arbeiter ein längeres Offenhalten der Geschäfte notwendig sei. Dadurch, daß der Zentralverbaud bei seiner Umfrage die Hülfe der Arbeiterschaft in Anspruch nahm, fei dieser Grund widerlegt, denn wenn die Arbeiter selbst die Geschäftsleute ersuchen, für den Achtuhrladenschluß zu stimmen, dann könne derselbe nicht mehr mit Rücksicht auf die Arbeiter ab- gelehnt werden. Die Versammlung nahm zum Schluß mit allen gegen zwei Stimmen eine Resolution an, welche die baldige Einführung des Achtuhrladenschlusses im Interesse der Geschäftsinhaber und An- gestellten fordert und an das kaufende Publikum die Mahnung richtet, diese Forderung dadurch zu unterstützen, daß es seine Ein- käufe vor 8 Uhr abends besorgt und dadurch beweist, daß die Gc« schäftsleute durch den Achtuhrschluß nicht geschädigt werden. Bier große Protrstvcrsammlungen haben sich kürzlich mit der Bekämpfung der freien Jugendorganisationen durch die Behörden bescbäftigt. In allen Versammlungen wurde das Verhalten der Behörden— Schulbehördcn wie Polizeibehörden— und das der Arbeitgeber ins rechte Licht gerückt. In der Versammlung in der Oranienstraße kam es zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen dem Referenten und dem Pastor Le Seur, der glaubte, für feine christlickien Jünglingsvereine Proseltsten macben zu können, er fiel aber böse ab. Beim Bau des Bahnübergangs über die Wannsecbahn bei der Station Großgörschenstratze ist gestern der 18jährige Klempner- lehrling Karl Kuhlig schwer zu Schaden gekommen. Der junge Mann war auf der Brücke beim Verlöten einer Zinkrinne be- schäftigt, und stürzte dabei infolge einrs Fehltritts 16 Meter tief auf den Bahnkörper hinab. Kuhlig erlitt schwere innere Ver- lctzungcn und Quetschungen, und wurde zunächst nach der Unfall- station IV in der Hervertstraße und von dort in die Dr. Speyersche Klinik übergeführt. Durch daS Antomotil drr Prinzessin von Sachsrn-Meiningrn ist vorgestern abend ein scbwerer Unglücksfall herbeigeführt ivorden. Die Prinzessin war mit threm Auto durch die Behrenstraße gefahren. In der Nähe der Deutschen Bank versuchte der Buchhalter Bertold Karplus aus der Schloßstratze 2ö in Charlottenburg einer vorüber- fahrenden Droschke beim Ueberschreiten des Fahrdammes auszu- weichen und er geriet dabei gegen das Automobil. Er wurde um- gerissen und überfahren. Die Prinzessin, die den Unfall mit an- gesehen, wurde ohnmächtig und sie wurde mitsamt dem Ver- «»glückten in dem Automobil nach dem Hotel Kaiserhof gefahren. K. erhielt auf der Rettungswache in der Mauerstraße die erste ärzt- liche Hilfe. Er hatte am Kopf mehrere erhebliche Verletzungen, so- wie starke Rippenquetschungen erlitten. Zusammenstoß zwischen einem Leichenwagen und einem Sttaßen- bahnzuge. In der Frankfurter Allee hat sich ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnzuge und einem Leichen- wagen ereignet. Der Kutscher August Littke aus der Forsterstr. 16 hatte eine Leiche nach dem Zentral-Miedhof transportieren wollen. Als er von der Warschauerstraße in die Frankfurter Allee einbog, kam von rechts ein Lastwagen entgegen und von der anderen Seite nahte ein Straßenbahnwagen. Die beiden Gefährte kamen so dicht an den Leichenwagen heran, daß es dem Kutscher nicht mehr ge- lingen konnte, sein Fuhrwerk sicher hindurchzubringen. Zwischen dem Motorwagen und dem Leichengefährt kam es dann zu einem heftigen Zusammenstoß. L. wurde durch den Anprall vom Bock heruntergeschleudert und fiel unter den Leichenwagen, desien Räder ihm über die Brust hinweggingen. Er trug schwere innere Ver- letzungen davon und muhte mittel» Krankenwagens nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. Am Straßen- bahnwagen war die Vorderplattform total eingedrückt worden. Auch der Leichenwagen hatte Schaden gelitten. Die Leiche mußte von einem Ersatzkutscher nach dem Friedhof transportiert werden. Zwischen Lastwagen und Torweg. Ein entsetzlicher Unglücks- fall hat sich gestern nachmittag in einem Hause in der Bülow- straße zugetragen. Der 2bjährige Telegraphenarbeiter Wilhelm Lehmann, Schlegelstraße 9 wohnhaft, war in dem Torweg mit der Anlage einer Telegraphenleitung beschäftigt. Er übersah dabei einen Lastwagen, der in den Torweg hineinfuhr. Bevor er den Kutscher auf die Gefahr, in der er schwebte, aufmerksam machen konnte, war der Wag�n herangekommen und drückte ihn mit solcher Gewalt gegen die Wand, daß ihm der Brustkasten vollständig em- gequetscht wurde. In recht bedenklichem Zustande fand L. im Krankenhaus Moabit Aufnahme. Ein Kind überfabren. Schrecklich zugerichtet wurde vorgestern abend die 7jährige Schülerin Emma Lubitzki, Frankfurter Allee IIa. Die Kleine hatte mit anderen Kindern auf dem Bürgersteig bor dem Elternhause Ball gespielt. Während des Spielens fiel der Ball auf den Fahrdamm und die L. eilte hinterdrein. Sie geriet gegen einen vorüberfahrcnden Butterwagcn und wurde unter die Räder gerissen, die ihr über Arme und Beine hinweggingen. Der rechte Oberarm wurde dem bedauernswerten Kinde zerfleischt und der recküe Fuß sowie die rechte Hcrni» wurde ihm gebrochen. An tett Knöcheln trug es starke Quetschungen davon. In einem Krankenwagen wurde die Kleine nach dem KrutAenhaus Am Friedrichshain gebracht. August Endell veranstaltet in seinem Atelier, Fasanenstr. 43, eine Ausstellung von Schülerarbeiten am 22. bis 25. September von 16 vi» 6 Nhk. Zcugcngesuch. Diejenigeü Personen, welche am 17. Dezember v. Js. im Reinickendorfer Echützenhause bei Leder gesehen haben, wie drei angetrunkene Leute das Lokal betreten wollten, werden gebeten, ihre Adresse an G. Günther, GrüNthalerstr. 56, 2 Treppen, abzugeben. Die Straße Am Kupfrrgrnbcn von der Georgenstrnße bis zur Dorotheenlttaße(ausschließlich Kreuzvamm) wird behufs Asphaliiening vom 25. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke Und Reiter gesperrt. Im Bernhard Rose-Thenter findet am Dienstag, den 24. d. M., die Uraufführung von Paul Hansels Schauspiel„Der Schlot- j u N k e r" statt.— Am Mittwoch gastiert das Belowsche Opern- cnscmble mit de? Oper„Zar und Zimmermann". Vorort- ssiacbricbten. Nixdorf. „Die nencste Polizeiaktion in Rixdorf und das Perbot des Kinöerttirncns in der Freien Turnerschaft Rixdorf>Vritz" lautet das Thema, über das der Stadtverordnete Emil W u tz k h in einer am Dienstag, abends 3'/, Uhr, bei Thieh Bergstr. lol/ISS, stattfindenden Protestversammlung referieren wird. Angesichts der Eingriffe von Polizei und Regierung, den Eltern das Recht der geistigen und körperlichen Erziehung zu entreißen, wird ersucht, für einen Massen- besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Eine zu heute abend 6 Uhr nach dem Thielschen Lokale, Berg� straße 151/132, einberufene öffentliche Versammlung wird Stellung nehmen zu der von uns mitgeieilten Aeußerung des Lehrers Wandtke, welche dieser gegenüber dem Sohn des tödlich ver- unglückten Kutschers G e r l a ch in Gegenwart der Schüler und Schülerinnen der Klasse tat. Außerdem steht ein Vortrag des Ge- Nossen Stürmer über„Die wahre Gestalt des Christentums" auf der Tagesordnung. In Anbetracht der Wichtigkeit der Versammlung wird reger Besuch erivartet. Charlottenburg. Schwer verunglückt ist am Sonntag, den 15. d. M., nach. mittags IV2 Uhr, der Porzellandreher und Schaukelbcsitzcr Wilhelm Kasulke auf dem Volksbelustigungspark des Restaurants„Wald- kater", Charlottenburg, Tegeler Weg 46, am Bahnhos Jungfern- Heide, durch Explosion des Kessels der Acetylenanlage, so daß seine sofortige Uebcrfiihrung in das Krankenhaus Westend erfolgen mußte. Den Schwerverletzten, der außer einem komplizierten Beinbruch auch schwere innere Verletzungen, unter anderem eine Zerreißung der Leber erlitten hatte, erlöste nach kurzem Leidens- lager am Donnerstag, den 19. d. M., der Tod. Kasulke. ein lang. jähriger Parteigenosse, hinterläßt-in-«rau und fünf unmündige Kinder. Ichöneberg. Ein Automovilnnfall mit tödlichem Ausgang trug sich gestern nachmittag in der Motzstraße zu. Der 58 Jahre alle Kaufmann Hermann Bauer aus der Motzstraße 51 war einem Straßenbahn- wage» nachgerannt und da er ihn nicht mehr erreichen konnte, blieb er auf dem' Fahrdamm stehen. In diesem Augenblick kam von hinten ei» Droschkenautomobil herangejagt und ehe sich B. in Sicherheit bringe» konnte, war er von dem Kraftwagen erfaßt und nieder- gerissen worden. DaS Hinterrad ging ihm über die Brust hinweg. In bewußtlosem Zustande wurde der Vecam glückte nach ei»em in der Nähe wohnenden Arzt gebracht. Auf dem Wege dorthin erlag B. den schweren Verletzungen, die er sich bei dem Unfall zu- gezogen halt». Weiftensee. Der zwischen Berlin und Weißensc« geschlossene Vertrag, wonach in nächster Zeit durch die Uckerinarlstraße zwei Druckrohre geführt werde», um in Buch zu enden, ist von der Gemeindevertretimg mit kleinen Acnderungen genehmigt worden. Die Forderung einer größeren Geldsumme von Berlin ist seitens der Gemeinde fallen gelassen, jedoch gestattet Berlin als Gegenleistung die Verlegung von Druckrohren gleicher Größe durch das Berliner Rieselland Wartenberg, so daß Weißensee, um nach seinem Riesellande Birkholz zu kommen, eine Ersparnis von einigen tausend Meier hat, ebenso tritt Berlin eine kurze Strecke Straßenland an Weißensee ab. um nach dem neu erworbenen Wartenberger FriedhofSgelände zu ge- langen. Ferner wurde noch der Wunsch ausgesprochen, der Magistrat von Berlin solle die Regulierung der GreifSwalder-»nd Kniprode- straße mehr beschleunigen. Zu unserer Mitteilmig, daß der Vorstand deS WahlvereinS den Gemeindevertreter Porteck aufgefordert hat, fein Mandat nieder- zulegen, weil er u. a. in diesem Jahre noch keine Beiträge bezahlt habe, veröffentlicht die„Weißenseer Zeitung" eine Notiz, in lvelcher dem.Vorwärts"-Berichterstatter geraten wird, sich in Zukunft besser zu informieren. Hierzu ist zu bemerken, daß Porteck, als er von dem Beschluß deS Vorstandes ikenntnis erhielt, flugS seinen Beitrag für daS ganze Jahr 1967 bezahlte. Porteck vcranlaßte nun die „Weißenseer Zeitung", die unsere Notiz übernommen hatte, eine Art Mohrenwäsche vorzunehmen. Da indes daS Blatt auch auf die anderen in der Notiz angeführten Gründe, die den Vorstand zu seinem Beschluß veranlaßten, nicht reagiert, so dürfte der„Vorwärts"» Berichterstatter ein»besseres Informieren' nicht notwendig haben. Spandn». Schauergeschichten vom„sozialdemokratischen TmorisinuS" weiß das Organ des Vereins„königstreuer Männer", das„Span- dauer Tageblatt" von Zeit zu Zeit zu erzählen. Wenn aus der Kloake des ReichsverbandeS Unrat verteilt wird, so wird auch das „Spandauer Tageblatt" immer prompt bedient; verfolgt doch dieses Blatt den Zweck, die Staatsarbeiter bor der Sozialdemokratie graulich zu machen. Doch auch diese wissen bereits, was sie von solcher„Aufklärungsarbeit" zu halten habe». Sie haben bereits erkannt, daß in den Spalten des„Spandauer Tageblattes" nur allzu oft systematisch zurecht gestutzte Lüge» Unterschlupf finden, die nur den Zweck verfolgen, die Sozialdemokratie zu verleumden. In der gestrigen Nummer erst bringt das Blatt wieder einen Artikel, in welchem das Los„eine s" nationalgesinnten Arbeiters geschildert wird, der in einem heiß umstrittenen Wahlkreise zu- gunsten des nichtsozialdcmokratischen Kandidaten aufgetreten sei. Daß es sich in diesem Fall um eine plumpe Lüge handelt, geht schon daraus hervor, daß weder Name des„treuen und fleißigen Arveiters", noch dessen Wohnung angegeben ist. Es könnte ja sonst der Schwindel urkundlich nachgewiesen werden, und davor hat das königstreue Organ heillosen Respekt. Im Zusammenhang mit dieser Schauermär wird auch auf den Seitzschen Boykott verwiesen und zum so und sovielten Male betont, daß man den Mann der Willkür der Genossen ausliefere, die Sonntags die Schützenstrahe belagern und jeden von dem Besuch des Lokals fernzuhalten suche». Selbstverständlich geht dem Schleifstein die Polizei noch nicht scharf genug vor. Das Blatt scheint gar nicht zu ahnen, wie sehr es durch seine Scharfmacherei unseren Genossen den Erfolg erringen hilft. IN der gleichen Nummer wird dem„Vorwärts" angedichtet, er hätte sich eine Blöße gegeben, indem er in Nr. 218 über eine Gerichtsverhandlung berichtet und dabei Herrn Schladitz beleidigt haben soll. Man mutz sich schon auf daS Niveau des„Spandauer Tageblatts" begeben, um im genannten Bericht eine beabsichtigte Beleidigung des Herrn Schladitz herauszulesen, lieber die Ver- Handlung ist nicht nur vom„Vorwärts", sondern auch von anderen Blättern in gleicher Weise berichtet worden. Von einer uns cm- gekündigten Beleidigungsklage dürfte wohl schwerlich die Rede sein. es sei denn, daß sich Herr Schladitz vom.Spandauer Tageblatt" inspirieren ließe. Die Sperre über daS Seitzschc Lokal, die von der Spandaner Arbeiterschaft verhängt ivorden ist. weil Herr Seitz sich hartnäckig weigert, sein Lokal den Arbeitern zur Verfügung zu stellen, scheint ehr gute Wirkung auszuüben. Herr Seitz hat eine einstweilige Verfügung des Landgerichts III herausgebracht, die 15 Genossen nntersagt, Zettel oder Druckschriften zu verteilen, die zum Boykott des Seitzschen Lokales auffordern. Weiter ist den 15 Genossen der Aufenthalt in der Nähe des Seitzschen Lokale? und das Fernhalten von Gästen bei einer Haftstrafe von drei Tagen für jede Zuwiderhandlung verboten. Der Beschluß, der den 15 Genossen de, Aufenthalt in der Nähe deS Seitzschen LokälS verbietet, ist zwar recht originell, aber selbst beim besten Willen nicht durchführbar. Wohnen doch einige von den 15 in der Schützenstraße, in allernächster Nähe de§ Lokals. Und das Gericht wird doch nicht wollen, daß diese wegen des Herrn Seitz ausziehen. Natürlich wird Herr Seitz mit dieser einstweiligen Verfügung seinen Zweck, daß die Spandäuer Arbeiter ihm Gelegenheit zum GeldberdieneN geben, ebensowenig erreichen wie bisher. Die SpändaUer Arbeiterschaft betrachtet das Seitzsche Lokal sö lange als gesperri, bis Herr Seitz die Arbeiter als gleichberechtigt mit den anderen Äevvlkernngsklassen betrachtet und seinen Saal frei gibt. DieS wird um so eher erreicht, wenn jeder klassenbewußte Arbeiter es sich zur Ehrenpflicht macht, daS Seitzsche Lökal in der Schützen straße streng zu meiden. 1 SoziaideiDoMctiJalilYereiDi Charlottenburg. Todes-Anzeige. iien Mitgliedern zur Nachricht, dab am Donnerstag, den 19. Scp. lember, an den Folgen eines Un- glückssalles, der Genosse Wilhelm Kasulhe Porzellandreher verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montagnachmittag b'/j Uhr von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhojes(Fürstenbrunner Weg) aus statt. Der Vorstand. .-----_---------- i Verein Berliner Bnebdruek-Masebinennieihter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Wilhelm �näers am IL. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute (Sonntag), den 22. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Kirchhofes in Stolpe, an der Nordbahn, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht l19b Der Vorstand. DeUök Metallarbeiter-Verband BerwaltungSstelle Berlin. Todes-Anzelge. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner tPmil Scholz am 17. d. M. insolge Absturzes gestorben ist. 153/2 Ehre seinem Andenke«. Die Beerdigung findet am Sonntag, 22. September, nach- mittags ö Uhr, von der Leichen- Halle dcS Steglitzer Kirchhofes In Steglitz, Schlofislrafie, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Tie Ortsvermaltung. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Verwaltungsstelle Berlin II. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Hausdiener Willibald Terjung| (aus Köln a. Nh) am 17. d. M. im Alter von 23 Jahren plötzlich durch Bctriebsunsall(Sturz in den Fahrstuhlschacht) gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 23. d. M., nach- inittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des ThomaS-Kirchhoscs in | Dlir.boVf, Hcrmannstrafie, aus statt. UM zahlreiche Beteiligung bittet 75/10 Die Ortsverwaltung II. ZentralveFtiand der Handels-, Transporl-, Yerkehrsarbeiter ! und ArbeiteriiineD Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. Den Mitgliedern hiermit zur I Nachricht, dag unser Kollege, der s Lagerarbeiter 75/11 Kalle MI j nach langem Leiden an der Pro- I letarierkrankheit gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am ! Montag, den 23. d. M., nach- mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, j Ackerstrafie 88, aus statt. Die Orlsverwallung Berlin II , AM 18. d. M. verschied nach s schwerem Leiden mein lieber Mann Paul Kostmann. Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von dersälle des Sebaftian-Kirchhofes, ÄeiniSendors-West, aus statt. Um stilles Beileid bittet slbDb Die trauernde Witwe Emilie Koslraaitn. Allen Freunden und Bekannten irnurtge Nachricht, daß Plötz- I lich und unerwartet am Donners- Itag, nachmittags 4 Uhr, meine 1 innigyetteotc Frau und gute Mutter Martha Przypisny geb. Krause im Alter von 29 Jahren zu Rix- dors, Donaustr. 105, verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Den trimcrmlc Gatte iJoh. Przypisny nebst Tochter. lag und Zeit der Beerdigung I wird bekannt gegeben. 73L Danksagung. Für die vielen Bdwtisi hcizlichcr Teilnahme soioie Kranzspenden bei dem Behräbnis meines lieben ManneS .lulln« Walter sagt ich im Namen aller Angehörigen allen Jreimden lind Velannten speziell dem Kegelklub.Freundschaft', Steglitz, meinen herzlichen Dank. 1096 Ww. Berta Wtilfer. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes, des Schleifers Xdoli Seide sag? ich allen Verwandten und Be- kannten sowie dem Deutschen Metall- arbeiter-Verband und den Kollegen und Kolleginnen der Firma Siegmund Engelmann, Manteufielftr. 125, meinen tiesgejühltesten Dank. 72L Eltern und GesQlwIster. fcih-pcherd aüW Konit 1,50, Lesekirten 15 Nr. 3 M. Deb. 20000 Bd stetsvorriiig, Katg.HOPt I. M. Spätli, gegenttber d. Eatbause. 29 GardiiicnhauS Bernhard Echwartz Wallstr. 29 Flur-Eing. Arbeiter- Blldlingsschliie Berlin. BcbuIIekai: Grenadierstr. 37, Kot geradezu I Tr. Sehrplan für das 4. Quartal 1907. Montag: TVatlonalökonomle(Einführung In die theoretische Nationalökonomie. Erster Teil). 1. Die Nationalökonomie als selbständige Wissenschaft. Ihre Einteilung und ihr Objekt. 2. Die Entwickolnng zur kapitalistischen Weltwirtschaft; Entstehung und Wesen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. 3. Die Ware als Elementartorm der kapitalistischen Produktionsweise. 4. Der Gebrauchswert und der Tauschwert der Waren. 5. Geld; Preis. 6. Die Verwandlung von Geld in Kapital 7. Die Erscheinjungsfonuen des Kapitals. V ortragender: Mas Grunwald. Dienstag: Sonlologie(Hlatoriteher Materlallamas). 1. Die Produktionsverhältnisse. 2. Die Produktivkräfte. 8. Die Rechtsverhältnisse. 4 Die politischen Verhältnisse. 6. Die Klassen. 6. Der Klassenkampf. Vortragender: Wird noch bekannt gemacht. Mittwoch: Gesetzeskonde(Deutsches Staatsrecht). I. Die Entwickelung des deutschen Staatswesens. II. Die Grundlagen des heutigen Staatsrechts. Die Entstehung des Reichs. III. Die Reichsverfassung. 1. Das Wesen des Bundesstaats. Der Bundesrat. 2. Preußen als Vormacht. Der Kaiser. 3. Der Reichstag. 4. Die Zweige der Reichsverwaltung, 6. Grundrechte und AuBführungsgesetzo. IV. Die Einzels tasten 1. Das Wesen der konstitutionellen Monarchie. 3. Die Landtage und das Landtagswahlrecht, 8. Volksgrundrechto. Versprechen und Verwirklichung. 4. Die Grundlagen der Verwaltung. 5. Die freien Städte. V. Verfassung. Gesetz. Verwaltung. Macht und Recht VI. Sozialismus und Staat. Die Sozialdemokratie und das geltende Staatsrecht. Vortragender: Simon Kataenstoin: Donnerstag: Rednepscholc. 1. Die Rede in Form und Inhalt. Dispositionslehre. Die rhetorische Gewandtheit. Die Aufgaben der verschiedenen Arten von Reden. 2. Praktische Uebungen im Beden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Donnerstag: Fortschrlttskarsus In Nationalökonomie (Marx' Kapital). Gedrängte Wiederholung des ersten Bandes von Marx �Kapital': Die Lehre vom Mehrwert Die Umwälzung der Produktionsweise durch das Kapital. Die soziologischen Wirkungen des Kapitalismus. Die Akkumulation des Kapitals. Dann Studium des»wetten Bandes; Der Zirkulatiotis- prozeß des Kapitals. Gemeinsame Lektüre und selbständige Ausarbeitungen unter Anleitung des Lehrers. Vortragender: Julian Borohardt, Freitag; LltoratnrgcOohlehto(Von Romantik zu Romantik). Der Ausgang der romantischen Dichtung. Griechen- und Polen- dichter. Heine. Das junge Deutschland. Die Revolutionslyrik. Nach der Märzrevolution. Butzensohoibenromantik. Vortragender: Heinrich Schulz. Sonnabend: GeBcklctate(Moderne Revolutionen feil zum Jahre 1789). 1. Allgemeines über Revolution, Evolution, Klassenkampf. Niederländischer Aufstand. 2. Vorgeschichte der englischen Revolution. 3. Die Anfänge des langen Parlaments und der große Bürgerkrieg in England. 4. Presbytorianer undlndepen -lenten, Granden und LAveUors, Prozeß und Tod Karls I. 5. Die Klassenkämpfe zur Zelt der englischen Republik. 6. Protektorat und Restauration. 7. Wilhelm von Oranien und die glorreiche Revolution. 8. Die britischen Inseln nach der glorreichen Revolution. 9. Englische Kolonialwirtschaft und amerikanische Revolution. 10. Die Anfänge der industriellen Revolution, m Vortragender: Dr. A. 0 o n r a d y, Donnerstag: National• Oekonomle.(Einführung in die Nationalökonomie. I.) Begriff und Aufgabe der Nationalökonomie. Ihre Methode. Kauf und Verkauf. Ware, Preis und Geld. Der Wert, Gebrauchswert und Tauschwert. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wert und Arbeit. Die gesellschaftlioh Notwendige Arbeit. Das Maß des Wertes. Die verschiedene Intensität der Arbeit. Der Wert des Grund und Bodehs sowie der ursprünglichen Rohstoffe. Woher kommt der Profit. Profit und Handel Die Produktionskosten und der Wert. Der Arbeitslohn. Die Lehre vom Mehrwert. Vortragender: Julian Borohardt. Dieser Kursus findet in Tempelhof bei Mokuly, Berliners tr. 9, statt. Freitag: Natlonalükonomlo(Deutsche Wirtschaftsgeschichte). 1. Kommunistische Wirtschaft zur Zeit Casars und Taoitus. 2. Die Markgenossenschaft. 3. Entstehung und Wesen der Grundherrschaft. 4. Die Entwickelung der Grundherrschaft, die Anfänge des Handwerks. 5. Die Stadt und ihre Entwickelung; der mittelalterliche Handel. 6. Die Zünfte und Gilden. 7. Die feudale Gesellschaft. 8. Die Auflösung der feudalen Gesellschaft und die Entstehung dos Kapitalismus. 9. Die Entwickelung der kapitalistischen Gesellschaft. Vortragender wird noch bekannt gemacht. Dieser Kursus findet in Steglitz bei Schellhate, Ahornstr. 46a statt. Der Unterricht beginnt in NatlonalUkonomle Montag, den 14. Oktober) Soelologlc Dienstag, den 15. Oktober; Rcdncrnchnle Donnerstag, den 17. Oktober; Foi-tnchpltts- kurfliiN in NationnIOhnnomlB Donnerstag, deh 17. Oktober; l-lterntnpgesohlchfo Freitag, den S3. Oktober; CJeschlchtc Sonnabend, den lO. Oktober; NatlonalUkonomle in Tempelhof Donnerstag, den 17. Oktober; NationalUkononilc in Steglitz Freitag, den 18. Oktober. Zöth FortnohrltfaknrsilB Werden nur zirka 20 Telltibhmer zugelassen, welche mindestens einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Sämtliche Meldungen müssen bis zum 8. Oktober beim Vorsitzenden erfolgt sein. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich nm 9 lThr und endet pünktlich um>/,ll I'llr. Die reichhaltige Uibllotlicb ist an diesen Abenden von 8—0 Ebl' geöffnet. Dey Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 95 Pf.; das Uöterriobts- v—d für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kufsus im Söbullokal Urenailiei-BtraOe 87, Hör geraueMu 1 Troppo, und in naehstehendon Zahlstellen: (■ottrr. SchiilK, Admiriustr. 40a; Roul, Bamimstr. 42; Vogel, Lortzingstr, 37; Eahrovr, Ravcnestr. 6; Hoi-scb, Engel-Ufer 15; Schcllhaso, Steglitz, Ahorns tr. 45a. Allo Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann l-nmniS, Berlin S, 50, Freiligrnthstr. 8, Quergebäude lY, Geld» sefidtitlgeh ah den Kassierör H. Ktfnlga, Serlin S. 69, Hasen' beide 6«, SU senden.[4/14] Der VoratanM. i In die letzte Liste der boykottfreien Bäckereien sind folgende Bäckereien Berlin. Admiralstr. 37, Otto Benz. Anklamerslr. 19, Dobrin. , 35, Sommerseld. Beusselstr. 45, GretHlein. Bremerstr. 43, Filiale von Vesterllna. Brüsselei str. 43, Janezet. Driesenerstr. 15. Wen dt. Ebelingstr. 15, Filiale von Nachtigall. Ebertystr. 23, Nachtigall. Emdenersir. 21, Hollunder. Esmarchstr. 20. A. Czok. Eylauerstr. 18, Broisabrik Berolina. Falckensteinstr. 20. Johann Fischer. , 34, Kriitzinach er, jrüber Piufichstr. 4. . 37, ManthSh. Friedrichsfelderstr. 17, Kunz. Göbenstr. 18, Brotfabrik Berolina. Gräsestr. 12, Haute. Greisswalderstr. 29, Bartsch. Gubenerstr. 42, Smrjkal. Heidenseldstr. 7, Auer. Hennigsdorserstr. 37. Müller. Jnvalidenstr. 156, Paul Hanke. Kamerunerstr. 50, Fiebiger. Kesselstr. 42, Tarier, Mfichgeschäst, lieserl bohkottsreie Backivare. Kochhaunstr. 34, Wolsram. Köpenickerstr. 23, Paul Hanke. Kremnienerstr. 15. SoSnowski. Langrstr. 46. Peter. Ltbaiicrslr. 17, Oeck. Liebruwalderftr. 34a. Reimer. Linienstr. 156/157, Kemnitz. als bewilligt nachzutragen: Mirbachstr. 46, Psclffer. � I Boxhagen-Rittlimclsburs. Müllerstr. 152, Huschke(Eingang Luxemburgstrabe). Prcnzlaucrstr. 43, Paul Hanke. Prinzen-AIlee 10, Paul Haute. Prinzen-Allee 13, Fuhrmann. Rcinickendorferstt. 98, Dobrin. Rbinawrrstr. 7, Wrtttke. Rudeplatzstr. 27, Gürlncr. Stbeererstr. 1, Gärtner. Schwcdeystr. 19, Kappler. Schwedlerstr. 25, Winkclman». Sorauerstr. 18, Rciuccke. Sparrstr. 9, Niederlage von Fritz Hanle. StcNincrstr. 7. Paul Hanle. Sttautzbergerstr. 33. schicke. Swiucmrinderstr 119, Weih. Tcgclerstt. 32. Voigt. Turm str. 54, Bernau. Usedomstr. 7, Dtzbrin. Warschauerstr. 8, Sck/ild. WeinbergSwcg 9, Schrämt«. WcinbcrgSweg 7, Paul Hanke. WilSnackerstr. 33, Paul Hanke. Kionskirchstr. 2, Hcntze, früher Regen. Zorndorserstr. 4, Hammel. Britz. Werderstr. 89, Pernikacz. Werderstr. 33, Käuser-Vereln. (Wiedcrverfäuser und Kunden- sammelslelle.) Lichtenberg. Weserstr. 22, Janz. Die Bewilligung zurückgezogen resp. Anklamcrstr. 57, Eder. Anlonstr. 48. Beusselstr. 42, Langulh. Biescuthalerstr. 2, Mcnfing. Büschingstr. 17, Graich. Chodoivickistr. 1, Müller. Danztgcrstr. 8, Konrad. Dunckerstr. 2, Chcrwcnka. Elbingerstr. 32, Mensch. Fennstr. 51, Fritz Hanke. HenMgsdorserstr. 13, Paulisat. Hochmcistcrstr. 20. Höchstädterstr. 23, Zahl. Kowrrgerstr. t, F>. Hanke. Memrlerstr. 77, Etamowsky. Pallsadcustr. 5«. Barih. Pappel-Allec 18®(8öcken. Triststr. 28/29, Sprigade. Boxhagencr Chaussee 5b, Schubert. Neue Bahnhosstr. 34, Riedel. Mozartstr. 4, Werkmeister. Pankow. Florastraße 41, Schneider(Vertreter Walter). Reinickendorf, Etchbcrnsir. 35, Kube. Justusstr. 29, Oertel. Rixdorf. Bergstr. 73, Kahlert. Donaustr. ItS, Höhland. Elsenstr. 52, Pielsch. Fallstr. 20, Wohlgemuth(Nachfolger von Susat; letzterer Herr war gezwungen, zu verkaufen.) Heidetbergerstr. 30, Filiale. Prinz Handjerhstr. 38, Raschick. Siegsrlrdstr. 44, Brückner. Weichselstr. 34, Schulz. Schöneberg. Sieafriedstr. 1, Brotfabrik Berolina. Kaiser Friedrichstr. 4,.„ Steglitz. Marksteiustr. 3, Stratzman»(Wteder- verkäuser). Treptow. Herzbergstr. 13, Filiale. Liststr. 69, Mihatjch. durchbrochen haben: WilhelmShavenerstr. 13, Heese Nachs. Eharlottenburg. Pestalozzistr. 12, Walter. Rixdorf. Steinmetzstr. 131, Lorenz. Rummelsburg. Kanlstr. 18, Mägdesrau. Liste derjeiiigeil Kiirfuvlireii-, Milch- und Geiliiisegeschüstt, die nachweislich Ware von unbe willigten Bäckereien beziehen. Amdtstr. 24, Kleiwe. Alexandrinenstr. 19. Pohl. Alt-Moabst 76, Babel. Andreashalle, Stand 123. Alt-Boxhagen 33,''Wurnigreit. Caprivistr. 20, Jahrmarkt. Chaufseestr. 37, Kiepernik. „ 104, Wachsmann. „ Brückner. Ehorinerstr. 42, Milchgeschäft. . 53, Bieillard. Cremmenerstr. 2, Motzkus. Dersslingerstr.?, Rentzsch. 29, Schulz. Emdenersir. 48, Blume. Fehrbellinerstr. 39. Klatte. , 50, Krähe. , 87, Voigt(Brnschma- Brot). Feldzeugmelsterstr. 4, Funke. 7. Fuchs. -orsterstr. 4, Hauß. iranksmter Alle« t85, Höhlte. )r. Fronlsurterstr. 90, GebrSialenow. ruchlstr. 70, Wunder. ienterstr. 69, Hochmayer. Gollnowstr. 13, Franke. � Greisswalderstr. 191, Bartz. Gropiusstr. 2, Wolfi(Braschma-Brot). Grünauerstr. 8, Kinder. Gürtelstr. 29, Borchart. Gr. Hamburgerstr. 26, Stengle. Hochstr. 32 a, Müller. wchmeisterftr. 21, Rheims. mIsitcnstr.22,Stübbc(Braschma-Brot). »vaiideiistr. 67, Grünkramgeschäst. Jstardstrabe, Ecke Gleimstr., Grün. Jagowstr. 24, LaNgner. Kastanien-Allee 68, Geitzler. Kopenhagenerstr. 18, Meyer. Koppenstr. 3, Dörnfeld. , 4, Gericke. , 47, Gräber. Kochhannstr. I, Ragowky. KönigSbergerstr. 23, Schröder. Kopenhagenerstr. 5, Werner. Kopernilusstr. 15, Friebe. , 28, Urban. Körnerstr. 23, Sieivert. LanbSbcrgerstr. 113, Buchwald. Langestr. 2, Puscherat. Laufitzerplatz 12 wlchgeschäst. Lehrterstr. 43, Verfick. Lychenerstr. 19, Kottenne. Malplaquetstr. 8, Arndt. . 38. Gariipp. . 14/16, Ganzer. i 24.»lichter. Mariannenplatz 22, KonatloWSkh. Maxstr. 13. Milchaeschäst. „ 13e, Herzsprung. Molkenmarkt 18/18, Eing. Motkinstr. GrüulralNgeschäst. Mllhlinstr, 6l, WenS. Müllerstr. 56, Grülling. , 61, Gabronn. , 131, K. Kühn. , 133a, Lorenz. Oldenburgerftr. 7, Schulze. Opvelnerstr. 32, Werner. Rathenowerstr. 27, Strehmel Rcicheiibergerstr. 127, Kohlmal«. Rlltnflc. 117, Milchgeschäst. Romintencrltr. 16, Vetter. Ruppinerstr. 40, Riemer. Saarbrückerstr. 10, Janke. Schliemannstr. 16, Weber. „ 25, Milde, Kaufmann. Schönhauser Allee 26, Milchgeschäft. Schulzendorferstr. 3, Boddem. Schwartzlopffstr. 20, Schneider. 37. Milchgeschäft. Schwedterstr. 252, Milchgeschäst. 268, Geschäst. Skalitzcritr. 147a, Grünkramgeschäst. Stallschreiberstr. 4, Kreburg. Staraarderstr. 64, Aunschiitz. Stcphanstr. 39, Paschkewitz. Strastburgerstr. 39, Klante. Strafimaimstr. 17, Kleinod. Tresckowstr. 49. Milchgeschäft. Usedomstr. 26a, Schulze. Vctcranenstr. 5, Milchgeschäft. , 9, Gerlach. . 17, Bruchniüller. Waldcmarstr. 75, Haase. Wattstrabc, Ecke Vvltastrabe, Raddatz. Weidenweg 27, Davidsohn. Weitzenburgerstr. 33, Lupke. . 84, Rade. WilhelmShavenerstr. 41, Kroll. . 54, Schröder. Waffertor- Ecke Fürstenstrabe, Geschäft. ZionSklrchftr. 55, Kuhnke. Zwlnglistr. 11, MarowSky. - 45/18 Die Firma Heinrich Wittler hat vom Landgericht III einen Einhaltsbefehl erwirkt, dem zufolge wir vorläufig verhindert sind, die Sperre über seine Fabrik in der von uns für notwendig erachteten Form bekannt zu geben. Sämlllche Filialen der grobe» Buttergeschäsl« von Atzman». Holz. Klawe. Ladewig. Gebr. Manns, Schröter und Zander beziehen nach wie vor Brot auS«nbewtftlgten Bäckereien. Desgleichen: Bernauerstr. 96, Brucksr. Danzigcrstr. 97, Lecljewitr. Emdenersir. 14, Schwertfeger. ~ütsttn6cvgcrffr. 13/14, Wollenberg. rankfurter Allee 84, Steinbock. iabclsbergcrstr- 2. Krüger. Gerlchtftr. 3. Graudenzerstr, 10, Lehmann. Gubenerstv. 25, Zenchert. Koppcnstt. 47, Gräber. Kottbuserstr. 15, Brandenburg. Littauerstr. 7, Mews. Lychenerstr. 131, Andree. Mcmelerstr. 11, Wobbs. Am tzslbahnhol 12, Beyer. Am Ostbahnhos 18, Dannenberg. Putbuserstrabe, Schuld. Ramlevftr. 35. Arndt. Rheni Svergerstt. 31, Warmbier. Schöilfiicberslr. 16, Kettke. Soldtnerstr. 38, Volkmann. 73, Rute. Stralsunderstr. 51, Nltschke. Streiitzerstr. 19, WIHlg. Strelcherstr. 47, Böttcher. Stromstr. 89. Beyer. Swinemündelslr. 5. Urbanstr. 28, Weber. Wallstr. 3, Richter. Werueuchenerstr. 0, Ohaohe. Weißenburgerstr. 54, Franke, Butter» hafidlUitg. Zcrndorserstr. 48, Klent. Ttralsunderftt. 30, Näneeli, war irrtümlich unter den aus ttiibe- bewilligten Bäckereien beziehenden Händlern. Ehaklotteiivnrg. Helmholtzstr. 15, Niedert. Tchöneberg. Bahnstr. 17. Blank. Ebersstr. 82, Gahlke. Gotbenstr. 3, Warlenberg. Merseburgerstr. 5, A. Gärtner. Lichtenberg. Atzpcdlenstr. 2, Erdmann. Gürtelstx. 7, Henschel. Rixdorf. Allerstr. 40, Sonn. Knesebeckstr. 103, Eschendorf. Pannierstr. 31, Simlon. Rummelsburg. Boxhagenerstr. 35, Hein. Boxhagencr Chaussee 8, Schwanz. Reinickendorf-West. Schlllingstr. 24, Lenz. Weitzeusee. Friedrichstr. 36, Wache. Die Firma Vallentin, Buttergeschäfte, hat unS erklärt, ihre Filialen angewiesen KU haben, bis auf weiteres von Mittler, Müllerstraße, kein Brot mehr zu entnehmen. Jlclllnng! Für viele Anfragende folgendes zur Beachtung: Akbtungl H a n k e s Blickereien sind nicht cinheitlich zu behandeln. Boykottfrei sind alle Bäckereien von H S k a r Hauke und Paul Hanke. Fritz Hanke dagegen hat nicht einheitlich für alle Geschäfte bewilligt, sondern dies seinen Vertretern überlassen. Wir bitten deshalb für letztere Firma sich nur nach der„Vorwärts"-Liste zu richten. Hausf pftuen I Aräeitop I Unterstfitzt die um ihre Ktensehenreehte kämpfenden Säeherpeselten! Die Lohnkommission der Bäcker. Bureau: Auguststr. SS. F.-A. III, ISIS. 1) jylontag, 23.$epiember früh$ Ifhr kommen(Haren aus der �r. Pfingst'sehen Konkursmasse und andere grosse Gelegenheitsposten staunend billig zum Berkauf. Parterre Kurzwären Handschuhe Posamenten Strümpfe Herrenwäsche Krawatten Herrenbüfe Parfämerie Bijouterie Lederwaren Schreibwaren Trikotagen Galanterie Bücher Wollwaren 1. Etage Kleiderstoffe Seidenwaren Leinenwaren Tischwäsche Kinderwäsche Korsetts Blumen Kinder-Mützen Tapisserie Teppiche Steppdecken Portieren, Möbel- Weisswaren Sammefe Baumwollwaren Taschentücher Damenwäsche Schürzen Federn, Putz Schirme u. Stöcke Gardinen Tischdecken • u. Läuferstoffe Spitzen 2. Etage Dambn- Konfektion Kosfü/SPdckb Blusen Kinder- Konfektion Schuhwaren Herren- Garderobe Erfrischungsraum Unterröcke Morgenröcke Pelzwares 3. Etage Steingut, Glas, Porzellan Wirtschaftsartikel Lampen Spielwaren Nickel- und Bronzewaren Photographische Artikel Abteilung für Lebensmittel Konserven Weine Liköre U. Etage Holzgalanterie Korbwaren Beitfedern Bettstellen Komplette Kücheneinrichtung Fahrstühle bis zur U, Etage 33 JCönig- Strasse 33 Ecke Neue Friedrich Strasse* direkt an der Zentral-Markthalle. Verantwortlicher Redakteur: HanS Weber. Äerlin. Nr. 222. 24. Jahrgang. 5. Ktilsge Ks Jotnöttf Kerlim WUlüdlM ZMtag, 22. Stptelubtr19l)7. Sie srauelifrsge auf Äew listholikentsg au Aüradurg. Die Frauenfrage stand zwar nicht auf der Tagesordnung einer der öffentlichen Versammlungen des letzten Katholikentags, aber dennoch hat dieser ihr als einem der wichtigsten Teile der so- zialen Frage seinen Tribut zollen müssen. Mehr als eine Aeutze- rung, mehr als ein Vorgang bestätigte, dag der Klerikalismus der Frauenbewegung steigende Aufmerksamkeit zuwendet, die nicht nur wachsendes Verständnis für den Wandel des geschichtlichen Lebens kündet, sondern auch den Wunsch, gesellschaftliche Neuerscheinungen, die sich nicht zurückhalten lassen, den Interessen der katholischen Kirche nutzbar zu machen. Die Diener der katholischen Kirche haben allezeit ein feines Empfinden für Wandlungen und Bewegungen gehabt, die sich nicht mehr unterdrücken lassen, mit denen sich viel- mehr abzufinden gilt. Mehr und mehr verstummen die Bann- flüche, mit denen der strenggläubige Katholizismus früher das Heraustreten der Frauen aus der Enge des häuslichen Lebens, ihre berufliche Tätigkeit— gewerblicher oder sogenannter liberaler Art— außerhalb der vier Pfähle, die verschiedenen Lebensäußc- rungen und Kampsesziele der Frauenbewegung als widernatür- liches, sittliches und göttliches Gebot verstoßend zu belegen Pflegte. Die Frauentage hat begonnen, für ihn ein Gegenstand des Stu- diums zu werden, der Frauenbewegung wendet er Fürsorge und Förderung zu. Das aber zu dem ausgesprochenen Zweck, zu ver- hindern, daß ein verständnisloser Widerstand gegen zwingende Bc- dürfnisse die katholischen Frauen zum Anschluß an..unchristliche" soziale Strömungen treibt. Die Frauenbewegung soll dem Dienst der katholischen Kirche eingegliedert, ihm fruchtbar gemacht werden. Der Katholikentag mit seinem Drum und Dran spiegelte den sich durchsetzenden Wandel der Auffassung wider. Mit sichtlicher Befriedigung verzeichnet die Zentrumspresse die große Zahl der „Frauen aller Stände"— unter denen jedoch die Damen des„hohen Adels" und der Bourgeoisie bei weitem überwogen—, die an den öffentlichen Versammlungen des Katholikentages teilnahmen. Und obgleich dessen Satzungen die Frauen von den Beratungen und Abstimmungen ausschließen, wurde doch zum ersten Mal in einer geschlossenen Versammlung eine Frau als„Gutachterin" gehört. Frau Emmy Gordon-Würzburg erhielt das Wort, um einen An- trag zu begründen, der den Zusammenschluß der katholischen Frauen und Jungfrauen zu einem großen Bunde forderte, und der Anlaß zu Debatten über die Frauenftage gab. Frau Gordon empfahl dem Klerus das eingehende Studium der Frauenfrage und befürwortete, daß die katholische Frauenbewegung unterstützt und gefördert werde. Man möge darauf hinwirken, daß bereits bestehende Frauenvereine sich dem katholischen Frauenbund an- schließen. Die katholischen Zeitungen vermelden nicht, daß Wider- fpruch erhoben worden sei gegen die Zulassung der„Gutachterin" und deren Ausführungen. Umgekehrt verzeichnen sie, daß Reichs- tagsabgcordneter Heim sich in der Debatte als warmer Freund der Frauenbewegung bekannte und erklärte, auch für das Frauen- stimmrecht einzutreten. Der Katholikentag stimmte noch anderen Anträgen zu, die ftüher niemand einzubringen und zu begründen gewagt hätte. Der neugegründete. Studienverein katholischer Frauen— der Hildegardisverein— soll der Befürwortung durch Professor Faulhaber entsprechend der Unterstützung und Förderung empfohlen werden. Die Förderung der katholischen Arbeiter- und Arbeiterinncnvereine wurde beschlossen, die Gründung von Mädchenvereinigungcn, als Vorschulen für die Arbeiterinnen- vereine, und von katholischen Dienstbotenvereinen, ferner das Ein- treten für die Anstellung weiblicher Beamten bei der Gewerbe- inspektion und für bessere hauswirtschaftliche Ausbildung der heranwachsenden weiblichen Jugend. Nicht nur der bürgerlichen Frauenfrage, sondern vor allem auch der Arbeiterinnenfrage erkennt also der Klerikalismus steigende Bedeutung zu. Dafür spricht die zuletzt angeführte Gruppe von Beschlüssen, die zugleich eins klar in Erscheinung treten lassen: daß es der zielbewußte Klassenkamps des Proletariats ist, welcher die Klerikalen zur Beschäftigung mit der Arbeiterinnenfrage anpeitscht. Alle Maßnahmen, für die der Katholikentag sich aussprach, um die Lage der Arbeiterinnen, Arbeiterfrauen und Dienstboten zu ver- bessern: sind gleichzeitig als Kampfmittel zur Abwehr der„roten Gefahr" gedacht. Unter den erhobenen Forderungen bsfindet sich auch nicht eine einzige, die nicht schon seit lange von der Sozial- demokratie, von den freien Gewerkschaften vertreten worden wäre— wenn auch zum Teil in anderer Form— und die nicht als„Gegen- gift" gegen den Zusammenschluß der Ausgebeutete� in klassenbewußten Organisationen wirken sollte. Im Anschluß an den Katholikentag fand eine große Fest- versamtr'-vig des katholischen Frauenbundes statt, die von zirka (500 Teilneymerinnen besucht war. unter denen die Damen des bayerischen Hochadels besonders zahlreich vertreten waren. Ihr fehlte weder die höfische Weihe durch ein Telegramm einer baye- rischen Prinzessin, noch der kirchliche Segen durch ein Telegramm des Papstes, der„auf das liebreichste jede einzelne" der tagenden Frauen segnete. Die Versammlung wurde vom Vizepräsidenten des Katholikentags, Freiherrn v. Franckenstein, begrüßt, der ausdrücklich hervorhob, es sei das erstemal, daß ein Mitglied des Präsidiunis zu einer großen Fraucnversammlung spreche. In seiner Rede klangen recht vernehmlich die Gründe wieder, welche die sich wandelnde Auffassung des Klerikalismus in der Frauenfrage vcrur- fachen. Die Frauenbewegung, so sagte er, sei eine Tatsache, die, wenn auch manchem unangenehm, sich doch nicht mehr wegdispu- tieren lasse. Sogar in kleinen Landstädtchen Oberfrankens habe bereits die ungläubige Frauenbewegung eingesetzt... Demgcgen- über dürften die katholischen Frauen nicht passiv bleiben. Geheim- I rat Würmeling-Berlin habe einmal gesagt, daß es Aufgabe der deutschen Katholiken sei, allen neuen Anregungen und neuen Idealen den christlich-katholischen Einschlag zu geben. Dies gelte ; auch für die Frauenbewegung. Der Redner betonte, daß auch die ; Mitglieder der Orden und Kongregationen strebsam an der weiteren ' Ausbildung der Frauen im modernen Sinne mitwirken müssen. Bedeutsamer als alles scheint uns jedoch, daß Reichstags- abgeordneter Heim— wie w,r bereits anführten— auf dem Katholikentag über die Berechtigung des Frauenstimmrechts sprechen konnte, ohne daß sich ein Sturm der Entrüstung gegen diese „Ketzerei" erhoben und nachträglich den Wald der katholischen Blätter durchbraust hätte. Eine veränderte Stellungnahme zuni Frauenwahlrecht findet auch in den katholischen Kreisen zwei erfolg- reiche Bahnbrecher. Der erste davon ist das zunehmende Bedürfnis zahlreicher katholischer Frauen und Mädchen, sich außerhalb der Familie ein Wirkungsfeld zu suchen, das dem Leibe Unterhalt, dem Geiste Befriedigung gewährt, ein Bedürfnis, das das andere nach dem Besitz politischer Rechte nach sich zieht. Der zweite starke Pionier ist der unaufhaltsam fortschreitende und sich zuspitzende Klassenkampf zwischen der ausbeutenden Minderheit und den aus- gebeuteten Massen. Er läßt je länger je mehr auch im deutschen Zentrum wie in den klerikalen Parteien des Auslandes das Frauen- Wahlrecht statt als Teufelsspuk als rettendes Mittel erscheinen, die durch den Vormarsch des sozialistischen Proletariats bedrohte po- litische Macht zugunsten des kapitalistischen Besitzes zu befestigen. Die wachsenden klerikalen Sympathien für die politische Eman- zipation des weiblichen Geschlechtes wurzeln in Zukunftsrechnungen aus die politische Rückständigkeit der Frau und ihre Beherrschung durch die Geistlichkeit. Sobald der Klerikalismus glaubt, diese Rückständigkeit im öffentlichen Leben dank des Stimmzettels seinen Zwecken besser nutzbar machen zu können als im Dunkel des Beicht- stuhles allein: wird er nicht zögern, als Dogma zu verkünden, daß die Frau in der Gemeinde reden und nicht schweigen soll. Einst- weilen freilich wachsen die klerikalen Bäume frauenrechtlerischer Neigungen noch nicht in den Himmel. Bei der erwähnten Fest- Versammlung des katholischen Frauenbundes schüttete der Würz- burgcr Bischof v. Schlör etwas Wasser in den sonst kredenzten Wein einer kirchcnnützlichen Frauenrechtsfreundlichkeit. Er erklärte, daß es der Zweck des Frauenbundes sein müsse, nicht neue Rechte zu erwerben, sondern die alten Rechte wieder zu sichern, die Hinder- nisse zu beseitigen, welche den Gebrauch der den Frauen von Gott eingeräumten Rechte hemmen und die Anerkennung dieser ihrer Rechte auch durchzusetzen. Es gäbe Parteien, welche auch von dem Schutze der Frauenrechte sprechen, aber die Rechte, die von diesen gesucht würden, seien höchst bedenklicher Natur, weil sie in ihrem Gefolge die Verletzung der Frauenpflichten hätten. Der Klerikalismus führt einstweilen zwei Pfeile in seinem Köcher, von denen der eine das überkommene Dogma von der Stellung der Frau schützt, der andere zur Verteidigung ihrer neuen Pflichten und Rechte vom Bogen geschnellt werden kann. Be- grciflich genug. Die Kirche hat so lange im Namen ihres Gottes die Ziele verfemt, welche die geschichtliche Entwickclung der Frauen- bewegung steckt, daß sie nicht über Nacht anbeten kann, was sie noch gestern verfluchte. Aber die Zeichen mehren sich, daß auch ihr starrer Sinn sich vor der allgewaltigen Macht des historischen Lebens beugen muß, das ihre steinernen Gesetzestafeln in Trümmer schlägt. Das Bewußtsein der Ohnmacht, dem geschichtlichen Ver- gehen und Werden Halt zu gebieten, wird allmählich den Kleri- kalismus die Formel finden lassen, den alten Glauben mit den neuen Notwendigkeiten zu versöhnen. �„Gleichheit.") Versammlungen. In der Ortskrankenkasse für die Wäschebranche herrschen Zu- stände, die ein Hohn auf die Selbstverwaltung sind. Die in einigen Wochen stattfindenden Delegiertenwahlen geben den Kassenmit- gliedern, welche es mit der Wahrnehmung ihrer Rechte ernst nehmen, Gelegenheit, solche Delegierte zu wählen, die bestrebt sind, bessere Zustände in der Verwaltung der Kasse herbeizuführen. In diesem Sinne zu wirken, war die Aufgabe einer Versammlung von Ar- beitern und Arbeiterinnen der Wäschebranchc, die am Donnerstag in Bökers Saal in der Weberstratze tagte. Nach den Ausführungen, welche der Referent. Arbcitersekretär Bauer machte, ist das Statut >der genannten Kasse so abgefaßt, daß dieselbe völlig unter dem Einfluß der Arbeitgeber steht und die Arbeiter tatsächlich keinen Einfluß haben. So bestimmt das«tatut, daß der Vorsitzende stets ein Arbeitgeber sein mutz. In den Vorstand können nur solche Arbeitnehmervertreter gewählt werden, die mindestens ein Jahr ununterbrochen Mitglieder der Kasse sind. Die Delegiertenwahlen finden nicht, wie bei anderen Ortskassen in allgemeinen Mitglieder- Versammlungen statt, sondern die Fabriken bilden Wahlabteilungen, welche auf je(50 Mitglieder einen Delegierten lväblen. Noch eine Reihe anderer Bestimmungen sind darauf zugeschnitten, die Rechte der Arbeiter nach Möglichkeit zu beschneiden. Auch in ihren Leistungen steht die Kasse weit hinter anderen zurück, was unter den bezeichneten Umständen durchaus begreiflich ist, da in der Verivaltung den Arbeitgcbervertrctern stets so viele gefügige Ar- beitervertreter zur Seite stehen, daß die Unternehmerinteressen in jedem Falle gewahrt werden. Hinsichtlich der ärztlichen Behand- lung besteht in dieser Kasse noch ein System, mit dem fast alle Krankenkassen längst gebrochen haben, nämlich das System der festangestellten 5 Kassenärzte, welches keineswegs im Interesse der Versicherten liegt.— In der Diskussion wurden die Zustände in der Kassenverwaltung noch näher beleuchtet. Es wurde darauf hingewiesen, daß die„Medizinische Reform" schon vor einigen Jahren diese Zustände treffend kritisierte, namentlich wurde der nock) heute bestehende Zustand gerügt, datz der auf Lebenszeit ange- stellte Rendant Donath im Einverständnis mit den Arbeitgebern ein fast unbeschränktes Regiment führt; die Kasse f/t gewissermaßen eine Versorgungsanstalt für die Familie Donath, denn auch seine Frau sei in der Kasse angestellt, so datz beide zusammen ein Jahresgehalt von mehr als 8000 Mark beziehen, ferner befinde sich eine Verwandte Donaths ebenfalls in einer gut besokdeten Kassenstellung, während im übrigen nur Hülfskräfte, darunter junge Leute und Lehrlinge im Kassenbureau beschäftigt werden.— Es gebe Wahlabteilungen, die in der Generalversammlung gar nicht vertreten sind, denn sowohl der Delegierte wie dessen Stellvertreter seien durch Wechesel der Arbestsstelle aus der Kasse ausgeschieden und eine Ersatzwahl sei nicht vorgenommen worden.— Die wenigen Delegierten, welche in der Generalversammlung die Interessen der Arbeiter mit Entschiedenheit vertreten, könnten nichts ausrichten. weil die gegenwärtigen Beherrscher der Kasse immer eine gefügige Mehrheit hinter sich haben. Ebenso sei es auch im Vorstande.— Es soll nun unter'den Kasscnmitglicdern, besonders den Arbeite- rinnen, welche die überwältigende Mehrheit bilden, Aufklärung darüber verbreitet werden, daß sie bei der bevorstehenden Dcle- giertenwahl ihre Rechte wahrnehmen und nur für solche Vertreter stimmen, welche bereit sind, die hestchendcn Mißstände zu beseitigen und für bessere Zustände zu sorgen. Insbesondere sollen durch die Generalversammlung folgende Forderungen verwirklicht werden: Ergänzung der ausscheidenden Delegierten in allen Abteilungen, Einführung eines Wahlmodus, der den modernen sozialen Anschau- ungen entspricht, jährliche Herausgabe einer Aufstellung über die Art der vorgekommenen Krankheiten, Zulassung von Aerztinnen, besonders für Frauenkrankheiten, Abschaffung der Lehrlinge und jugendlichen Personen im Bureau, statt dessen Einstellung von fähigen Beamten, die der Kontrolle der Generalversammlung unter- stehen. Die Fleischergesellcn hielten am Mittwoch eine gut besuchte öffentliche Versammlung ab. Hensel referierte über:„Die Ver« bindung der Berliner Fleischergesellcnvereine zum Zwecke der Be- kämpfung des Zentralverbandes und Verhinderung von Lohn- bewegungen und Streiks." Redner schilderte zunächst die Bewe- gung der hiesigen Schlächtergesellen in den letzten zwei Jahr- zehnten. Schon zur Zeit des Lokalvereins habe sich ein Teil Kol- legen unter Führung christlicher Gewerkschaftsführer zum Ver- räter und Quertreiber mißbrauchen lassen. Seit der Gründung des Zentralverbandcs seien die Christlichen bemüht, unter den Schlächtern eine christliche Gewerkschaft zu gründen. Jedoch bis jetzt seien diese Gründungen von kurzer Lebensdauer gewesen. Kurz schildert er hierauf die Quertreibereien bei der Lohnbewegung 1004 und die Gründung des Streikbrechcrvereins Berlin dl. W. Jetzt versuchten nun diese„Gelben", was ihnen auch gelungen sei, die acht Gesellenvereine unter ihre Führung zu bekommen, um so ge- meinsam die Organisation zu bekämpfen. Die erste Tat dieser „Meistertreuen" soll darin bestehen, in diesem Herbst die Organi» sation aus der Krankenkassenverwaltung zu drängen. Jetzt sei eS Pflicht aller Kollegen, darauf hinzuarbeiten, daß dies unmöglich werde. Jeder müsse der Organisation beitreten. In der Tis- kussion schilderte zunächst Bergmann die Taktik der„Christ- lichen" bei Lohnbewegungen und Streiks. Bei der Krankenkassen- Wahl müsse alles ausgeboten werden, den„Mcistertreuen" eine Schlappe beizubringen, an der sie aus Jahre genug hätten. Die anderen Diskussionsredner geißelten ebenfalls fchars das Ver» halten dieser Auch-Kollegen. Ein Brüderschaftler versuchte seinen Verein von diesen schweren Vorwürfen rein zu waschen. Unter großem Beifall wurden seine Ausführungen durch eine Anzahl Be- weise widerlegt. Zum Schluß warnte Bergmann noch davor, das Vergnügen der Brüderschaft zu besuchen, da die„Philharmonie" gesperrt sei. Ehrensache müsse es für jeden denkenden Kollegen sein, dieses Lokal nicht früher zu betreten, bis es auch der Arbeiter- schast zu Versammlungen zur Verfügung stände. � Der Verband der Maler, Lackierer und Anstreicher hielt am Donncrstagbcnd eine Mitgliederversammlung in Dräsels Festsälen ab. A. T o b l e r- Hamburg referierte über den Internationalen Kongreß in Stuttgart. Er besprach die einzelnen Punkte der Tagesordnung in großen Zügen und erklärte, daß die Arbeiter mit den gefaßten Beschlüssen sehr zufrieden sein könnten. Von den Beratungen über die Maifeier innerhalb der deutschen Dele- gatioo fei eine gute Wirrung zu erwarten. Die Ansicht, daß die Maifeier durch dre Hervorhebung der finanziellen Seite eingedämmt werden könnte, teile er nicht. Manche befruchtende Anregung werden die Beschlüsse über das Verhältnis zwischen Partei und Ge- werksckmsten den organisierten Arbeitern geben. Der Redner empfahl den Mitgliedern das Studium der darüber gehaltenen Reden auf dem Kongreß. Die Gewerkschaften sollten auf dem Wirt- schaftlichen Gebiete bleiben, so betonte er, aber sie sollten nicht versäumen, ihren Mitgliedern den Rat zu geben, sich der Partei an- zuschließen, wo sie sich die politische Aufllärung holen müßten, die ihnen die Gewerkschaft nicht geben könne. Die Gewerkschaft dürfe allerdings die Aufnahme in ihren Verband nicht von der Zuge- Hörigkeit zur Partei abhängig machen, denn es sei schon ein Gewinn, lvcnn der abseits stehende Arbeiter erst mal für die Gewerkschaft herangezogen werde. Der Redner beleuchtet die Resolutionen über die Ein- und Auswanderung, über die Kolonialpolitik, die Militär- fragen und spricht sich sehr befriedigend aus über den Verlauf der Beratungen. Den aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten, z. B. über die Kolonialpolitik, lege er keinerlei besondere Bedeutung bei; denn darüber werde erst die Zukunft Klärung bringen. Nach einer kurzen Diskussion wurde die folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen bei Internationalen Kongresses einverstanden. Gemäß dem Grundsatz, daß Partei und Gewerkschaft nur gemeinsam in allen Ländern den Sozialismus zur Verwirklichung bringen können, machen wir es uns zur Pflicht, in einem solche» Sinne weiter zu wirken." IOOOhwI haben Kie s schon gelesew IftO�mal haben Sie s schon gehört haß Aathreiners Malzkaffee der beste MalzkaffeeM.�Aber�ben Sie ihn auch schon einmal probiert? wenn nicht,-so tun?öie.e5 gleich, dann-werden Sie sich davon/'überzDen��daß�er�der •n:.....-e.:.er.....S TTTrtllPZffc� mit Bildend Namenswad«" „Rathreinet?Malzkaffee-FaW�n� UMMl Olga Jacobson, i. Catt Meyer Dresdener- Str. 128/29. Kaffee fO u. 15, Bier, hell». dunk. 10 Pf. cn. 50 Zeltungen; 2 Billards wtd.«0 Pj. 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