Ur. 223. Bbonntmtnts-Bedlngungei»: RS onn f menlä• PrelZ pränumerando j VieneljShrl. 5�0 Ml, monatl 1,10 Sit, wöchentlich 28 Psg. frei inj HauS. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- BeUage.Die Neue Seit' 10 Pfg. Polt- Wonnemenl: 1.10 Marl pro Monat Eingetragen in die Post-ZcitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn 2 Marl, sür da? übrige Ausland 2 Marl pro Sionat. Postabonnementz nehmen an: Belgien. DAnemart Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumünien, Schweden und die Schwei» 24* Jahrg. CrfdKlRt tiglliS anBir Clontia». Vevlinev Volkesblerkk. Zentralorgan der fozialdemokrati fchen parte! Dcutfchlands. Die InlertlonS'Gebüljr deträgt für die sechSgespaltene Kolonel- Seile oder deren Raum 50 Plg, für politische und gewerkschastNche BereinS- und BerfammlungS-Anzeigen M Pfg. „Klein» Hnitigen", das erst«(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellengefuche und Schlaf- ftellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg, jede? weitere Wort k Pfg. Worte übe IS Buchstaben zählen für zwei Wort« Inserate für die nächste Nummer müsse« WS S Uhr nachmtrragS in der Expeditior »»gegeben wer'"'». Die Expedition H bis 1 Uhr abends geöffnet. Telegramm. Adresse: �»lälllemshnit Belli»-. Redaktion: 8M. 68, Lindcnstrasee 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 24. September 1907. Expedition: SRI. 68, Lindcnetraaec 69» Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Das(Proletariat und die Kolonialpolitlk. L Die einzelnen Erscheinungen der kapitalistischen Eni- Wickelung hängen miteinander zusammen und fließen aus einer gemeinsamen Quelle; man kann sie nicht auseinandernehmen lote ein Bündel Reisig. Darum ist es ein aussichtsloses Ver- fahren, die einzelne Handlung oder die einzelne Forderung der kapitalistischen Politik im Sinne des Sozialismus um- kehren zu wollen. Man kann nicht dem kapitalistischen Militarismus einen sozialistischen Militarismus, der kapita- listischcn Kolonialpolitik eine sozialistische Kolonialpolitik und der kapitalistischen Prostitution eine sozialistische Prostitution entgegensetzen. Das wäre keine positive Arbeit, viel eher positive Narrheit. Anderseits gibt es keine Erscheinung der kapitalistischen Enttvickclung, die nicht das Lebensinteresse des Proletariats berührt. Um dieses Interesse in jedem einzelnen Fall wirksam wahrzunehmen, muß man aber eben dieZusammen- hänge berücksichtigen und das Ganze in Beziehung bringen zur Klassenstellung des Proletariats. Wollen wir unsere Stellung zur Kolonialpolitik Präzisieren, so müssen ivir also die Kolonial Politik in ihrem Verhältnis zur kapitalistischen Entwickelung und zum pro- letarischen Klassenkampf erfassen. Wir finden vor allem als Ansporn und Triebkraft der Kolonialpolitik die kapitalistische Sucht nach Märkten und Kapital- anlagen. Das ist für uns keine neue Erscheinung. Wir begegnen ihr in den ewigen Konkurrenzklagen des Unternehmertums sowohl im politischen wie in dem gewerkschaftlichen Kampf. Man verlängt von uns neue Absatzmärkte und verlangt niedrige Arbeitslöhne, um auf diesen Märkten konkurrieren zu können. Wir wissen. daß der steigende Kapitalüberschuß, der das nie zu stillende Ausdehnungsbcdürfnis der kapitalistischen Industrie bedingt, nicht der Sparsamkeit der Kapita listenklasse, sondern den Ent- behrungen der Arbeiterklasse entspringt, und setzen den kapi- talistischen Klagen über Absatzmangel die proletarische Forde- ning der Lohnerhöhung entgegen. Sind Loherhöhungen im Interesse der Kapitalistenklasse? Abgesehen von Spezial- fällen, nein I Smd sie im Interesse der Produktionsentwicklung? Ja, selbst in der kapitalistischen Gesellschaft I Denn, indem der erhöhte Arbeitslohn den fatalen kapitalistischen Ueber- schuß mindert, schmälert er keineswegs den Warenmarkt, sondern, im Gegenteil, er erweitert ihn durch die gesteigerte Warennachfrage der Arbeiter. Wüßten wir selbst keine Antwort, so könnten wir sie den Agrariern entnehmen, die, wenn es sich um ihr Sonder- interesse handelt, dem Export gegenüber stets auf die Bedeutung des inneren Marktes verweisen.„Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt". Bei der gegen- wärtigen sozialen Gliederung paßt das noch mehr auf den Arbeiter. Soviel aber steht auf alle Fälle fest, daß jede Mark in der Tasche des europäischen Arbeiters, der darauf sieht, sich feinere Kleidung, Möbel, Wohnung zu verschaffen, die industrielle Entwickelung mehr fördert, als die Mark in den Händen des Negers oder Mongolen, der sie für einen primi- tiven Bedarf verwenden, der dazu noch zu einem großen Teil durch einheimische Produktion(Nahrungsmittel usw.) befriedigen wird. Der Existenzmangcl, den die Kapitalistenklasse erzeugt, erscheint in ihren Augen als Menschenüberfluß. Sollen nun die Arbeiter Kolonien erobern, um die Auswanderung zu fördern? Oder sollen sie vielmehr die Ausbeutung beseitigen, die sie aus der Heimat treibt? Ueberdies sind die Ansiede lungsgebiete, soweit sie für Europäer in Betracht kommen, längst keine eigentlichen Kolonien mehr, sondern mehr oder weniger selbständige Staaten. Wir stehen vielmehr vor einer ganz anderen Frage: vor der asiatischen Einwanderung. die durch die kapitalistische Erschließung der Kolonien aktuell geivorden ist. Die Kapitalistenklasse sucht in den Kolonien. >vaS sie zu Hause immer mehr vermißt: billige und willige Arbeitskräfte, eine Arbeiterschaft, die sie nach Belieben pressen und knechten kann,— ist es im Interesse des Proletariats, ihr dabei mit seinen Knochen die Wege zu ebnen? Ein anderer Grund des kolonialen Drangs der kapi- talistischen Industriestaaten liegt in den Wcltzusammcnhängen der Produktion. So ist z. B. Europa aus die Einfuhr ver- schiedcner überseeischer Artikel, wie Baumwolle, Kautschuk, Kaffee, angewiesen. Da diese Länder ihrerseits der Warenzufuhr aus Europa bedürfen, so entwickelte sich denn auch in den bckanten gigantischen Dimensionen die Ozeanschiffahrt und der über- seeische Handelsverkehr. Aber mit demselben Ausbeutungs- interesse, mit dem die Kapitalistenklasse in jedem einzelnen Lande durch Niedrighaltung der Arbeitslöhne die Entwickelung des inneren Marktes zurückhält, hat sie in den meisten Industriestaaten Schutzzölle geschaffen, um die Warenpreise hochzuhalten, und dadurch ebensoviele Schranken der Ent- Wickelung des Weltmarktes in den Weg gestellt. So gegen- einander durch Zollinien verbarrikadiert, erscheint jedem Industriestaat sein Zusammenhang mit dem Weltmarkt als lästige Abhängigkeit. Darum schafft man sich Kolonien, um selbst die nötigen Rohstoffe und exotischen Genußmittel zu produzieren, worauf man sie dann— wenn es nicht schon bis dahin geschehen und jedenfalls stärker als zuvor— mit Schutzzöllen belegt. Das ist der I m p e r i a l i s m u s. Er schließt mit Gewalt Produktionsgebiete zusammen, die nicht zueinander gehören, und zerstört mit Gewalt die Zusammenhänge, die sich aus der Weltmarktsentwickelung ergeben. Darauf kann unsere Antwort offenbar nur die sein: die Zusammenhänge der Welt Produktion wieder herzustellen, die die Konkurrenz der cm zelnen kapitalistischen Staaten untereinander durch Schutzzölle zerstört. Wie mit den Kräften und Wechselwirkungen der kapita listischen Entwickelung überhaupt, so müssen wir auch mit deren jeweiligen Größen rechnen. Haben wir die algebraische Formel gewonnen, so müssen wir ihre Zahlenwerte einsetzen, wenn wir handeln wollen. Nach den jüngsten Tarife änderungen in Europa und Amerika haben die Zölle eine derartige Höhe erreicht, daß sie zu einer starken Hemmung der industriellen Entwickelung und einer noch größeren Belastung des Volkes geworden sind. Diese Wirkungen werden aber noch eminent ge- steigert durch die Telterung auf dem Weltmarkte im allgemeinen und die Aufwärtsbewegung des Getreide- Preises im besonderen. Zieht man diese quantitativen Verhältnisse in Betracht, so wird man leicht zu der Ueber- zcugung kommen, daß die Aenderung der Handelspolitik im Sinne des Ueberganges zum Freihandel ganz außerordent- liche Kräfte der industriellen Entwickelung auslösen wird, und daß diese rein kapitalistische Maßregel— die nötige Energie seitens der Arbeiterklasse vorausgesetzt— innerhalb kurzer Zeit ganz bedeutend die Lage der breitesten Volksmassen zu heben imstande ist. Erwägt man ferner, daß die Lohnbewegung im allgenieinen der Bewegung der Industrie folgt, so hat man die Erklärung, warum der Uebergang zum Freihandel den Arbeitern in England steigende Löhne gebracht hat. und braucht nur noch die Nutzanwendung einer geschicht lichen Tatsache auf Europa und Amerika zu machen. Die Forderungen der Arbeiter nach billigerem Brod und höheren Löhnen lassen sich gegenwärtig in den schutzzöllnerischen Industriestaaten in die eine Formel faffen: Freihandell Es sind demnach höchst reale Gegenwartsforderungen, die das Proletariat der Kolonialpolitik entgegenzusetzen hat. nur liegen sie auf einem anderen Boden— auf dem Boden der Sozialpolitik und Handels- Politik. Wir ignorieren keineswegs die kapitalistische Ent- Wickelung, wir holen uns vielmehr aus dieser unsere Antwort, nur sehen wir sie anders, weil wir sie uns vom prole- tarischen Gesichtspunkte aus ansehen. Verlangt man neue Absatzmärkte, so antworten wir:„Zahlt höhere Löhne, so habt ihr die wirksam st e Eriveiterung des Markte s." Verlangt man billige Rohstoffe. so antworten wir:„Zu dem Zwecke sich teuere Kolonien anzuschaffen, wäre das denkbar verkehrte st e Verfahren; kauft billige Rohstoffe in den billigen Ländern." Hält man uns den Imperialismus entgegen, so antworten wir:„Freihandel". Diese letztere Forderung ergibt sich so sehr aus der kapitalistischen Produktionsentwickelung, daß die moderne Kolonialpolitik selbst nichts anderes ist als ein ebenso verzweifelter wie aussichtsloser Versuch, diesem Gebot zu entgehen. FreiHnnlge Korruptionshchlcr. Das„Berliner Tageblatt", das neben der „Freisinnigen Zeitung" gerade das Blatt war, das sich vor der Berufung Dernburgs von der Kolonial- korruption nährte, wie die Made vom Speck, wirft sich heute zum Verteidiger des Harems-Besitzers und Prügel-Kolonisators Geo Schmidt auf I Wie hat sich das„Berliner Tageblatt" sittlich entrüstet über Herrn Jesko v. Pilttkamer und seine „Cousine". Und der„tolle Jesko" war doch eigentlich nur ein Waisenknabe gegenüber dem Sedcz-Pascha Geo Schmidt I Jesko hatte sich eine„Cousine" mit nach Kamerun gebracht, der er nachher ein falsches Personalattest ausstellte. Das war ja gerade kein Beweis für Gewissenhaftigkeit, aber es war doch ein relativ harmloses Vergehen gegenüber den Taten des Geo Schmidt. Die weiße„Cousine" hielt doch wenigstens das Seim des Gouverneurs a.D. rein, sie duldete keine schwarzen öttinncn neben sich, sie verhütete die Schaffung eines Harenis aus gepreßten Negerdirnen jugendlichsten Alters. Geo Schmidt, der Schutzbefohlene des Mosse-Blattes, dagegen„verheiratete" sich nicht nur überall da, wohin er kam, sondern er schuf sich auch noch außerdem— obwohl er doch nicht Gouverneur, sondern nur Bezirksleiter war, seinen„Harem", den er selbst aus Reisen mit sich führte I Es ist also höchst erstaunlich, daß das Mosse-Blatt. das im Falle Puttkamer eine so sittenstrenge Miene aufsetzte, auf einmal so tolerant egen den Geo Schmidt ist. Selbst gegen seine Engros- rügeleien I Das hat nun freilich seinen besonderen Grund. Den Puttkamer nahm sich der Freisinn aufs Korn— wohlverstanden, als noch nicht die Berufimg des Börseaners Dernburg vorlag, als sich der Freisinn noch nicht mit den Agrariern prostituiert hatte l Den Geo Schmidt dagegen brachte Herr R 0 e r e n zur Strecke, derZentrumsmannI Und da der Freisinn seinen Wählern vorschwindelt, bei der Blockpaarung handele es sich nicht um die Paarung der Interessen des Agrariertums mit den Jnter- essen der Börse, um einen Raubzug auf die Taschen des Volkes unter paritätischer Gewinn- beteiligung von Krautjunkern und Börsenjobbern, sondern um liberale„Kulturpolitik" gegen das Zentrum, darf Herr Roeren natürlich auch nicht über Geo Schmidt den Sieg davontragen. Mag Geo Schmidt noch so belastet sein, er ist immerhin noch das kleinere Uebel gegenüber Herrn Roeren I Diese Politik ist um so dümmer, als ja das Zentrum Herrn Roeren seinerzeit fallen gelassen hat. als es feierlich im Reichstag erklärte. Herr Roeren sei auf eigene Faust gegen die Kolonialkorrüption vorgegangen. Sie ist um so törichter, als inzwischen die katholische Mission auch in Togo längst ihren Frieden mit der Kolonialverwaltung geschlossen hat! Die Inschutznahme deS Geo Schmidt ist also nicht einmal mehr ein politischer Schachzug, sondern nur eine alberne Reminiszenz jener Wahl- Kulturkampfpaukerei, die von der Regierung sofort gründlichst deS- avouiert wurde! Auch wir haben ja die Herren PatreS nicht ge- schont. Wir haben im Gegenteil nachgewiesen, daß diese geistlichen Kulturträger dem System Geo Schmidt erst dann ernsthafte Opposition zu machen begannen, als sich der Paschawahn des besagten Schmidt dazu verstieg. die Missionare selb st ins Gefängis zu werfen! Wir haben die Herren Patres selbst der kolonialen Korruptionshehlerei bezichtic;t. Tranken sie doch den Sekt des Herrn Schmidt so lange, schäkerten sie doch so lange mit den schwarzen Dirnen, bis sie Herr Schnudt, der Weiber- und Prügelheld, selb st ins Loch steckte! Aber es ist doch etwas ganz anderes, mm den Geo Schmidt, wie das im„Berl. Tagebl." geschieht, gewisser- maßen als den berufenen Verfechter seiner„Ehre" hinzu- stellen I Aber das Moffe-Blatt hat sich nun einmal bedingungslos zur Kolonialpolitik bekehrt. Wer aber die Kolonialpolitik will, der muß auch ihre Methoden wollen. Geo Schmidt mit seinem Harem und seiner Prügelpädagogik gehört nun einmal zu diesem System. Deshalb muß er gegen die schwarzen „Kolonialgespcnster" in Schutz genommen werden. So schließt denn das Mosse-Blatt seinen Artikel mit den Sätzen: »Es war höchste Zeit, daß am Ende des vorigen JahreZ dieses Zentrumsjoch abgeschüttelt wurde. Jetzt gilt es. die Kolonialverwaltung äußerlich und innerlich zu k 0 n- folidieren, damit nie wieder die schwarzen Nachtgespenster sich lähmend auf die deutsche Kolonialpolitik legen können." Diese Mahnung ist höchst überflüssig. Es wird, wie wir schon am Sonntag ausführten, nie wieder einD aterMüller gegen einen Geo Schmidt vorgehen l Die katholischen Missionare werden sich künftig mit den Geo Schmidts auch bei den tollsten Chosen vertragen! Und der Freisln» wird erst recht nicht mehr in KorruptionSenthüllungen machen. wie— vor Dernburgs Zeit! nfci'Mo. Der Protest der französischen und spanischen Sozial- demokratie. Paris, 23. September.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die„Humanitö" veröffentlicht ein Protestmanifest des Nationalrats der spanischen Sozialistenpartei und der französischen Partei gegen die Marokkoexpedition. Das Manifest beruft sich auf den Stuttgarter Beschluß gegen die Kolonialpolitik und sagt: Wir Pro- letarier Frankreichs und Spaniens müssen als erste diese Pflicht erfüllen, da es die Unseren sind, die die ersten Opfer der kapitalistischen Aktion in Marokko sind. Möge unserem Protestschrei in beiden Ländern eine energische Aktion antivorten, um neue Verbrechen des Kapitalismus zu verhüten. Keinen Mann nnd keinen Groschen für Marokko! Vor unserem Widerstand müssen die Regierungen zurück- weichen! Die Arbeiterklasse aller Länder wird uns unter- stützen, wissend, daß die Marokkoexpedition für sie nur neue Militärlasten und neue Gefahren inter� nationaler Konflikte herbeiführt. Darum Arbeiter Frankreichs und Spaniens, erhebt Euch, um gemein- sam unsere brüderliche Solidarität kundzugeben! Nieder mit der Marokkoexpedition! Hoch die Arbeiterinternationale! Die„Humanits" zeigt an, daß die Kampagne durch gleichzeitige Meetings in P'a ris und Madrid eröffnet wird. In Paris wird ein Delegierter der spanischen Arbeiterpartei, in Madrid ein Franzose sprechen. Keine Unterwerfung! Neue Kämpfe! Paris. 22. September.(W. T. 83.). Ein hier eingetroffenes Tele- gramm von General Drude meldet, daß er gestern morgen um 4 Uhc »ach Sidi-Brahim marschiert ist und die dortige Äiahalla zer- streut hat. Das Lager wurde verbrannt. Ungeachtet der großen "sitze, welche den Marsch beschwerlich machte, legten die Truppen eine emerkenswerte Ausdauer an den Tag: die Marschlefftung deS Tages Betrug vierzig Kilometer. Auf französischer Seite hatte man nur einen Toten leinen Goumier) und fünf Berlvundcte, darunter einen Leutnant. Paris, 22. September.(W. T. S5.) Die„Slgencc H ci v a S" meldet ans Caiablauca von gestern: Jn Sidi-Brahim wurden nur einzelne Zelte vorgefunden, die vor der Ankunft derTr Uppen bereits verlassen worden waren. Die Goumiers steckten sie in Brand. DaS Gefecht war nicht heftig, da der Feind sich weit entfernt hielt und nur ge- ringen Widerstand leistete. Die AngrisiSkolonne kehrte um ö Uhr nachmittags in das Lager zurück. Die Berlufte des FeindeS find unbekannt. Ei» Schreibe» Mulay Hafids. Tanger, 22. September.(Meldung der A g e n c e H a b a S.) In einem Schreiben, welches heute früh den Vertretern verschiedener Mächte zugegangen ist. erklärt Mulay Hafid, er habe seinem Minister des Aeustereu Siab del Kibir den Auftrag erteilt. Schritte zu tun, um seine An- erkennung als Sultan seitens der europäischen Mächte zu erreichen. Er sei von den heiligen NechtSgelehrten Süd-Marokkos zum Sultan ausgerufen worden auf Grund der Bestimmungen des Korans, in welchem der Fall der Unfähigkeit des SulianS vorgesehen sei. Für den Fall, dast die Mächte eS ablehnen sollten, mit ihm in Beziehmigen zu trete», bittet sie Mulay Hafid, zu warten, bis er von dem ganzen Lande Besitz ergriffen habe oder sämtliche Stämme zu ihm übergegangen seien. Er verspricht für die völlige Sicherheit der Europäer in den Gc- bieten, die ihn anerkannt haben, ebenso wie auch für un- beschränkte Freiheit des Handels sorgen zu wollen. poUrtfcbe Clcbcrfkbt Berlin, den 23. September 1907. Ministerwechsel. Bon einer seltsamen Aenderung im ReichSfchatzamt weiß die »Dortmunder Zeitung* zu berichten. Freiherr v. Stengel wird, wie sie behauptet, noch vor dem 15. Oktober seinen Abschied nehmen, und zwar deshalb, weil er seine Beziehungen zum Zentrum«ach wie vor aufrechterhalten habe und dadurch die Blockpolitik gefährde. Zu seinem Nachfolger soll der Generaldirektor des Nord- deutschen Lloyd, Wiegand, ausersehcn sein, der bekanntlich kürzlich zum Besuch beim Reichskanzler in Norderney weilte. Sehr glaubwürdig erscheint die Meldung gerade nicht, doch ist eS nicht ganz ausgeschlossen, daß Fürst Bülotv in seinem Be- streben, einen„Liberalen*, wenn auch einen von zweifelhafter Güte, für irgendeinen Ministerposten auszutreiben, aus den General» direktor des Norddeutschen Lloyd verfallen ist; eine andere Frage ist steilich, ob Dr. Wiegand die Neigung und Naivität besitzt, seine Direktorstelle mit dem ziemlich einflußlosen Posten eines Staats- sekretärs de» Reichsschatzamts zu vertauschen.— Fürst Hohenlohes Entlassung. In der Stuttgarter Monatsschrift„Der Türmer* veroffent, licht I. Heckler Erinnerungen an den Fürsten Hohenlohe, die einiges neues Material zu dem Thema liefern:„Wie in Preußen- Deutschland Reichskanzler purzeln.* Heckler erzählt. wie der Ehinafeldzug den Fürsten Hohenlohe um sein Amt gebracht hat— denn als der Trubel in China losging, blieb der Fürst zunächst ruhig in Ragaz. anstatt sofort seine dortige Kur zu unterbrechen und zu Wilhelm II. zu fahren. Trotz der Ungnade des Kaisers gedockte Fürst Chlodwig zunächst noch im Amte zu bleiben; und als Heckler ihn am 10. Oktober 1000 in Berlin besuchte, fand er den Reichskanzler gut aufgelegt mit Bor« arbeiten für die nächste ReichLtagZkompagne beschäftigt. „Ich verließ," schreibt Heckler,„den Fürsten unter dem Ein- druck, daß er sich schon stark gemacht hatte für die bevorstehende Wintersession— zum Schluß der Unterredung, die noch eine Reihe anderer Fragen betraf, war er bei ausgezeichneter Laune—, und doch ließ er sich noch am letzten Tage vor setner Abreise nach Homburg, wo er mit dem Kaiser den Termin zur Einberufung des Reichstages vereinbaren wollte. breitschlagen, sein Entlassungsgesuch zu schreiben und gleich mit- zunehmen. Am 18. Oktober veröffentlichte der„Reichanzeiger* den Kanzler- Wechsel.... AlS der Fürst»ach mehreren Wochen von seiner Reise nach Homburg, Baden und Schillingssürst nach Berlin zurück- gekehrt war, erbat ich mir noch eine Unterredung, die er wiederum umgehend gewährte. Ich fand ihn in behaglicher, gelassener Stimmung. Ich forschte nach den Gründen, die ihn zu meiner Ueberraschung nun doch bestimmt hätten, seine Entlassung zu nehmen und deutete an, daß wohl seine Beziehungen zum Kaiser gelitten hätten. DaS wollte der Fürst nicht wahr haben.... Dann habe er wohl einem Wunsche seiner Familie stattgegeben, als er sein Eutlassuiigsgesuch überreichte; worauf er bemerkte, er habe seiner tapferen Frau und seinen Kindern niemals einen Einfluß auf seine Entschließungen eingeräumt. Scherzweise er- zählte ich ihm, wie man hier und da in Berliner Journalisten- kreisen sich die„Geschichte* erkläre: Bülow sei des langen Wartens auf den Reichskanzlerposten müde g e Iv e s e n und habe sich gesagt: Jetzt oder nie I Der Fürst erwiderte:„Bülow selbst sagte mir, er hätte gewünscht, ich wäre den Winter über noch iin Amte geblieben, und ich glaube, das war aufrichttg gemeint.* Ich bemerkte � weiter, im Reichstage würde es am Ende gar nicht so schlimm geworden sein. „Das glaube ich auch*, entgegnete er. Ich berichtete dem Fürsten, in der Presse sei allgemein die Meinung zum Ausdruck gekommen, daß er nicht vor dem Reichstage geflüchtet sei. Selbst der„Vorwärts* habe geschrieben, er könne unmöglich glauben, daß Fürst Hohenlohe auS Furcht vor dem Reichstage die Flinte ins Kor» geworfen habe.„Das freut mich anßerordeutlich*, versetzte der Fürst,„daß auch der „Vorwärts* von mir diese Meinung nicht hat.* Ich war nun immer noch so klug als zuvor.„Eure Durchlaucht müssen doch besondere Gründe zu dem Entlassungsgesuche gehabt haben!* „Allerdings bin ich etwas schwerhörig geworden...*(Ich lächelte ungläubig.)„Ich meine: besondere politische Gründe!* Da sagte er denn:„Die Gründe für mein Eni- lassungsgesuch lagen in der ganzen Situation. das Ami des Reichskanzlers ist ohnehin schon schwer, aber wenn man nicht einmal mehr in die Geheimnisse der Politik eingeweiht wird und doch die Verantwortung für alles tragen soll...* Graf v. Bülow brauchte nicht länger zu warten. Er wurde NeichSkanzler.—_ Stndt Skr. 2. AlS Herr Holle zum Nachfolger StudtS aufrückte, wurde von der liberalen Presse entdeckt, der neue KultuSmimster sei eigentlich liberal oder doch beinahe dreiviertel liberal. Wie eS um diesen Liberalismus des Herrn Holle bestellt ist, zeigt eine von ihm erlassene Verfügung, die sich gegen das Bestreben der im Arbeiterturnbund zusammengeschlossenen Turnvereine richtet, schulpflichtige Knaben und schulentlassene jugendliche Personen zu ihren Jugendabteilungen heranzuziehen. Nach der eigenartigen Logik des Herrn Holle der- folgen die Turnvereine dabei die Absscht, die jugendlichen Köpfe mit sozialdemokratischen Ideen zu erfüllen und so ihren späteren Anschluß an die sozialdemokratische Partei zu fördern. Der Minister macht den Aufsichtsbehörden znr Pflicht, derartige „staatsfeindliche* Bestrebungen der Jugend fernzuhalten. Die BezirkSregierungen werde» deshalb angewiesen, gegen Ueber- tretungen der Kabinettsorder vom 10. Juni 1834 und der Ministerialinstruktion vom 31. Dezember 1830, wonach zur Erteilung von Turnunterricht an jugendliche Personen die Erlaubnis der Ortsschulbchorde erforderlich ist, gegen sozialdemokratische Per- sonen unnachsichtlich mit Strafen vorzugehen.* Der neue KultuSmimster muß eine sehr furchtsame Natur sein, oder die Austeckungskraft der sozialdemokratischen Lehre beträchtlich überschätzen, wenn er meint, schon durch das Springen oder Turnen am Reck unter Leitung eines sozialdemokratischen Turnlehrers würden die Köpfe der Turnenden mit sozialdemokratischen Ideen erfüllt. Doch seltsam spiegelt sich in Ministergehirnen die Welt. iliü Vltaeltte und Volksvoblfaitrt! Das preußische Proletariat steht bor dem Wahlrechtskampf! Die Arbeiterklasse soll sich heute erkämpfen, was ihre Vorfahren vor zwei Mcnschcnaltern bereits auf den Barrikaden zum guten Teil erkämpft hatten! Der 18. März 1848 hatte den Erfolg, daß das vom Vcr- einigten Landtag beschlossene Wahlgesetz allen 24 Jahre alten Preußen das allgemeine, gleiche Wahlrecht verlieh; nur war die Wahl eine indirekte. Als die Reaktion aber nach dem Verrat der Bourgeoisie wieder oben aufkam, wurde das heutige Drciklasscnwahlsystcm oktroyiert, das„elendeste aller Wahlsysteme", das 83?roz. der Seoölkerung völlig rechtlos macht l Jetzt nun soll, um dem Freisinn für seine schmachvollen Block-HelferZdienste, für seine Duldung des Brot- und F l e i s ch>v u ch e r s, für seine Unterstützung der Kolonial- und Flottenpolitik wenigstens ein kleines Zugeständnis zu machen, von der Regierung eine „Wahlreform" gemacht werden. Diese„Reform" soll nicht die Entrechtung der arbeitende» Klasse beseitigen, sondern ein nenes Klassenwahlttnrecht schaffen, bei dem die Bourgeoisie den Agrariern gegenüber etwas besser fährt, bei dem aber die 85 Prozent Nichtbksiücnder zu dauernder Einflutzlosigkeit verdammt sind l Der Freisinn will sich auf diesen jämmerlichen Kuh- Handel einlassen. Auch das Zentrum rührt keinen Finger für das allgemeine und gleiche Wahlrecht! Sache der Eni- rechtete« selbst ist cS also, den Kampf mit üntzerfter Tatkraft zu führen. Die sozialdemokratische Presse wird in diesem Wahlrechtskampfe das Banner vorantragen! Darum, all Ihr Entrechteten und Verratenen, schart Euch um dies Bann e rt Wttbt Mtttämpfek, tn- dem Ihr Abonnenten für den„Vorwärts" werbt! Die politische Rechtlosigkeitist die Ursache Eurer ökonomischen Ausbeutung! Ihr leidet unter einer allgemeinen Lebensmitteltenerung! Die Fleischpreise sind teilweise unerschwinglich ge- worden I Die Brotprcise sind gewaltig gestiegen! Ebenso die Preise für Kartoffel» und andere Lebensmittel. Dazu kommt die Kohlenteuerung, eine Folge des von der Gesetzgebung be- günstigten Kohlenwuchers des Kohlensyndikats! Auch die MietS- preise steigen immer mehr l Proletarier, wollt Ihr darben, während die Reich- tümer der Kapitalisten immer gewaltiger an- wachsen, während die Berliner Bourgeois ein paar hundert fiark für el» theaterbillett ausgeben? 1 Es handelt sich um den Kamps für Eure Rechte,- Eure Interessen, Enre Ehre! Wer in diesem Kanipf beiseite steht, tritt nicht nur sein eigenes Wohl mit Füßen, er übt auch Verrat am Gemeinwohl! Will das entrechtete Volk aber den Kampf aufnehmen, so muß es sich zu Haus scharen, sich in die Armee der Klassen- streiter eingliedern, so muß es seine wuchtigste Waffe imterstutzen: seine Presse! Danim, Ihr Entrechteten Groß-BerlinS. tretet unver- züglich ein in eine wirksame Agitatton für Euren Vorkämpfer! Werbt Zehntausende neuer Mitstreiter, nener Abonnenten für den „Vorwärts"! Der Anbau von Brotgetreide hat im Jahr 1S07 im Deutschen Reich einen Rückgang erlitten, der vornehmlich auf die starke AuS« Weiterung der Saaten zurückzuführen ist. Ein bedeutender Teil der ursprünglich mit Wintersaat bestandenen Fläche, die umgepflügt werden mußte, ist mit Sommersaat bestellt, aber immerhin hat die gesamte Roggenfläche im Deutsckcn Reiche, wie der„Reichsauzeiger' meldet, um nahezu 60000 Hektar, die Weizenfläch« sogar um 180000 Hektar abgenommen. Dagegen ist, hauptsächlich wohl infolge des hohen Preisstandes, die Fläche der Sommergerste um 57000, die des HaferS um 155 OOO Hektar gestiegen. Der Anbau von Klee zeigt einen Rück- gang um 104 000 Hektar. Im ganzen hat sich die Anbaufläche des Reiches um 158 000 H e ktar v e rmind ert. ES läßt das darauf schließen, daß ein nicht geringer Teil der ausgewinterten Fläche un« bestellt geblieben ist.-- 1 Flottentreiber-Wünsche. Das Organ des Flottenvereins schließt einen Artikel über den„Ausbau der deutschen Flotte* bescheiden mit de: Forderung: „Fassen wir noch einmal das Programm für den Ausbau des Floite, wie es den weliwirlschaftlichen und politischen Bedürfnissen der Nation entspricht, zusammen, so ergibt sich folgendes: Der Ersatz der vorhandenen minderwertigen Schiffe hat möglichst rasch zu erfolgen, die Ersatzschiffe müssen nündestenS dieselbe Größe haben wie die neuesten Schiffe anderer Nationen und mit den s ch w e r st e n Geschützen(30,5 Zentimeter) armiert, ferner wie iin Artikel „Schneller bauen*(Augustnummer) bereits ausgeführt, nicht in drei bis vier Jahren, sondern in zwei oder höchstens zweieinhalb Jahren erbaut werden. Dan», aber auch nur dann, kann von einem wirklichen Ausbau der deutschen Flotte die Rede sein, wie ihn der Deutsche Flottenverein schon fest Jahren anstrebt." Deutschland hat keine in Betracht kommende Kolonie, eS hat nur eine kleine Küste, eS ist ein Binnenland, für das die kriegerische Entscheidung jederzeit auf dem L a n d e fallen muß— und trotzdem soll es mit den ersten See- und Kolonial- mächten gleichen Schritt halten! Aber freilich: Freisinn«nd Zentrum habe» ja bereits der»eucn Flotteiworlagy ihre» Segen erteilt:— Ter schwarze Peters. In unserer Sonntag-Nummer haben wir gezeigt, wie jämmer- lich zu Leipzig wieder der neueste Säuberungsversuch dem Ueber- menschen und Kolonialheros PeterS bczw. seinem Antvalt mißglückt ist. Ob er nun in München oder Leipzig, in Köln oder Berlin das Reinigungsbad zu nehmen sucht, die Mohrenwäsche bleibt nutzlos: Dr. Peters entsteigt der Wanne von Bad zu Bad nur schwärzer und schwärzer. Es ist eben Naturfarbe, und gegen d i e hilft keinerlei Justizselfe, kein Staatsanwalts-Schwamm, keine Per- teidiger-Bürste. In Leipzig hat das Urteil des DiSziplinarhofS wieder die ihm gebührende Rolle gespielt. Wir zitieren auS diesem Urteil folgende, bisher kaum bekannt gewordene Stellen: ..... Nach Kuhnerts Aussage waren die Gestraften nach an- fänglichcm Heulen und Schreien so erschöpft, daß sie nur noch leise stöhnten. Durch den mit Blut getränkten Lcibschurz raun das Blut herab. Alle drei hatten Wunden, die die Anlegung von Vcr- bänden und Behandlung notwendig machten. Noch nach Wochen litten vie Weiber an den Folgen der NuSpcitschung..." „DaS Schlagen auf die noch nicht verheilten Wunden stellt sich als e i n e u n in e n s ch l i ch e, g r a u s a m e Quälerei dar, zu der nur der fähig ist, der sich von Slrausam- keit und Roheit nicht fernhält, und der deshalb der Achtung, die sein Berus erfordert, nicht mehr würdig bleibt.. „... Irgend ein Beweis für die Konspiration der Jagodia ist nicht erbracht... Gerechtfertigt ist die Todesstrafe a u f keinen Fall...* .. Wer so, wie der Angeklagte getan, die ihm in amtlicher Eigenschaft zustehenden Machtmittel>» den Dienst persönlicher Interessen gestellt hat, wer so die obersten Grundsätze jeder Ber- waltung, Gerechtigkeit, Anstand und Wahrheitsliebe verleugnet und sich so unfähig erwiesen hat, vor allem Strenge gegen sich selbst zu üben, der kann nicht Beamter bleiben, mögen seine Ber- dicnste noch s» groß fein..." Zu dem Konsul B a u m a n n äußerte der Angeschuldigte: „Ich bin ein stiller, ernster Pastoren söhn, wer aber mein« Frauenzimmer belästigt, den hänge ich auf!"— • Wenn dei�„stille, ernste Pastorsnsohn* noch viel herumklagt, dann wird man statt„schwarz wie ein Rabe* oder dergl. bald sagen: „fdhlvatz tefe m Peter s". HanS Lutze von Wurmd. Einer der ärgsten Hasser der Sozial- demokratie, der wetniarische Minister des Aeußercn Hans Lutze von W u r m b, ist am Sonnabend in Weimar gestorben. Mehr wie ein anderer unserer Gegner hat er eS im Landtage als Abgeordneter und während der acht Jahre seiner Ministertätigleit fertig gebracht, in persönlich gehässiger Weise unsere Genossen anzugreifen. Er war ein Bollblntagrarier im wahrsten Sinne des Warles. Die konservative Presse hat plönlich an ihm eine„vornehme Gcsiunniig" entdeckt. Ja man geniert sich sogar nicht, zu behaupten, daß er dein politischen Gegner die Achtung nie versagt habe und tolerant gegen- über andere» Anschauungen gewesen sei. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß daS Gegenteil richtig ist. Mit Händen und Füßen stemmte er sich gegen jede dem Geist der Zeit entsprechende Neuerung.— Soldatenmißhandlung; Bor dem Breslauer Kriegsgericht der elften Diviston unter Vorsitz des Majors Grafen Rittbcrg stand der Unterosfizier Josef Kaczmar et vom Infanterieregiment 5t der M> ß h a n d l u n g eines lbn t e r g e b e n e n angeklagt. Der Nnteroffizier hatte eines TageS dem Grenadier K z i b a r r a mehrere Ohrfeigen gegeben. Der Anklagevertreter, KriegSgerichtSrat Esche, beantragte acht Tage gelinden Arrest; der Verteidiger, ein Offizier, die mindeste Arreststrafe nur Ivegen vor- schristswidriger Behandlung. Der Unteroffizier habe dem Mann in der Erregung nur leichte Schläge auf den Hinterkopf gegeben, die wohl nicht irgendwelche Schmerzen verursachten. Da» Kriegs- geeicht erblickte aber doch in der Handlung eine Soldateiimißhand- lung und erkannte auf eine Woche gelinden Arrest.— dngarn. Der 10. Oktober. Der Kampf ums Wahlrecht wird diesmal in llngarn noch ge- waltigcr, in noch größeren Dimensionen geführt als vor zwei Jahren. Wenn man die Zahl der Städte, in denen bereits öffentliche Per- sammlungen abgehalten wurden, ferner die bisher angemeldeten Bersammlungen betrachtet, so läßt sich schon jetzt voraussehen, daß sick in Ungar» am 10. Oktober eine bisher noch nie dagewesene politische Demonstration abspielen wird. Bisher ist in einigen 40 Städten für den 10. Oktober die all- gemeine ArbcitSruhe proklamiert worden. Die Leitung der sozialdemokratischen Partei Ungarns hat in Millionen Exemplaren eine, in allen Landessprachen gedruckte Massen-Flugschrist„Au die vatcrlaudSloseu Gesellen" herausgegeben. fNmiland.* Liebesdienst für„Väterchen". Der Geueralgouverncur hat die Polizei- und Magistrats- behörden angewiesen, zu verhindern, daß die Vertreter der russischen Sozialdemolratie in Finnland künftig Zusammenkünfte abhalten.— Sgypten. Los von England. Kairo, 22. September.(W. T. B.) 116 Notabeln, unter denen sich auch der Vizepräsident des Gesetzgebenden Rates befand, haben unter dem Vorsitze von Haffan Pascha Racik eine Versammlung abgehalten. Hassan Pascha hat den Vor- schlag gemacht, daß die Versammelten sich die Bezeichnung Begründer der Volkspartei beilegen und das folgende Programm annehmen sollten, um auf geeignetem Wege die Autouomie und wenn möglich, die Unabhängigkeit des Landes zu erreichen. Das Programm verlangt: Ausbau der be- stehenden repräsentativen Einrichtungen, Reform deS gegen- wärtigen Erziehungssystems, Erweiterung der Gesellschaft für Ackerbau, Vermehrung der Industrieschulen und Förderung des Handels und Gewerbes. Die Zeitung bemerkt, daß der Vorschlag einstimmig angenommen wurde.__ Die ruMche RmlatloB. Arbeiterblnt. Lodz, 28. September. Heute früh wurden sieben Arbeiter und eine Arbeiterin der Silberstciiischcn Fabrik wegen der Ermordimg SilbcrstcinS standrechtlich zum Tode verurteilt und sofort erschossen. Die Nrwahlen. Aus Petersburg wird dem„B. T." vom 23. September telegraghiert: Die gestrigen Wahlen der Bevollmächtigten im Gonverne- ment Petersburg haben den vollen Sieg der Opposition und die Niederlage des Oktoberverbandcs gebracht. Diese Wahlen müßten auch den blindesten Fanatiker von der Zwecklosigkeit der Senatscrklärung über die Abänderung des Wahlgesetzes überzeugen, zumal die Administration alles getan hat. um dem Oktoberverband den Erfolg zu sichern. Gleichzeitig verdient besonders die große Gleichgültigkeit der Be Völker ung gegen die Wahlen hervorgehoben zu werden. In der Wahlversammlung der Kleingrundbesitzer er schienen von 1629 Wählern nur 64.— Die Orte der Wahl Versammlungen waren freilich möglichst ungünstig gewählt worden. Auch auf verschiedenen Wahlversamm lungen der mittleren Grundbesitzer waren nicht mehr als sieben Prozent der Wähler erschienen! Gewählt wurden als Bevollmächtigte von den Kleiw grundbesitzern im Petersburger Keife sechs Kadetten, im Peterhofer Kreise fünf Progessisten, im Kreise Zarskoje-Selo vier Progessisten. In den Kreisen Schlüsselburg, Gdow und Nculadoga sind die Wahlen ausgefallen, weil keine Wähler erschienen waren. Der mittlere Grundbesitz wählte 38 Kadetten, 12 noch weiter links als die Kadetten Stehende, 12 linksstehende„Parteilose". In 28 von 57 Fabriken, in denen Arbeiterwahlen stattfinden sollten, sind die Wahlen »vegen Nichterscheinens der Arbeiter ausgefallen: in den anderen 29 Fabriken wurden 41 Bevollmächtigte gewählt, davon sind 16 Sozialdcuwkrate«, 22 Parteilose von der Linken, drei sonstige Parteilose. Rußlands Verschuldung. Die«Summe aller von der Regierung" garantierten Anleihen erreicht jetzt eine Höhe von fast 2>/z Milliarden Rubel. Darunter sind zu verzeichnen: Eisenbahnobligationen— 1110 Millionen Rubel, Pfandbriefe der Adelsagrarbanl— 700 Millionen Rubel, Schuldscheine der Bauernagrarbank— SSO Millionen Rubel. Die Emission der letzteren findet jetzt für ungeheuere Summen statt, um dem Junkertum die Liquidation seines.angestammten" Besitzes zu ermöglichen. Die garantierten Anleihen gehören nicht zur allgemeinen Staatsschuld. Diese allein erreicht jetzt die Höhe von 8,9 Milliarde» Rudel(19 Milliarden Mark). Hua der parteu Ueder das Versammlungsvcrbot in Halle a. S.» über das wir bereits telegraphisch berichteten, wird uns noch mitgeteilt: Seit Jahren, auch nach dem Oktober IVOS(Erlaß der Ber« frommungsverordnnng). haben hier in Halle, auch' außerhalb der Wahlzeit Sonntags früh unbeanstandet öffentliche Versammlungen stattgefunden. Wir erinnern an die Frühversammlungen vom«roten Sonntag" usw. Selbst vor vierzehn Tagen noch fand der sozial« demokratische Kreistag ungestört statt. Erst am Sonnabendnachnnttag gegen ö Uhr, als in der Presse über daS Nichtstattfinden der nun einmal einberufenen Versammlung nichts mehr gesagt werden konnte, kam daS vom Ersten Bürgermeister Dr. Rinn unterzeichnete Verbot. Daß dieser Polizeistreich am Sonntag im Volkspark allgemeine Ent- riistung hervorrief, ist erklärlich. Man hat es hier anscheinend mit einer«Neuerung' deS Ersten Bürgermeisters, dem Schwiegersohn des Berliner Oberbürgermeisters, zu tun. Unser neues Stadtober« Haupt wurde, als er hier auftauchte, von den„Unentwegten" als ein guter.FreisinnSmann" Richterscher Observanz bezeichnet. Als solcher betätigt er sich nun hier, und das ist unser einziger Trost. Der kantonale Parteitag der sozialdemokratischen Partei deS Kantons Zürich findet am 17. November in Oerlikon bei Zürich statt. DaS Parteiprogramm der schweizerischen Sozialdemokratie ist nun als zwölfseitige Broschüre zu», Preise von 10 Rappen von der Grüllibuchhandlung in Zürich herausgegeben worden, was zu be« grüßen ist.(100 Exemplare werden zum Preise von vier Frank ab- gegeben.) Das Protokoll deS St. Gallcr Parteitages der schweizerischen Soziaidciuokratie ist im Verlage der Crütlibuchhandlung in Zürich zum Preise von 60 CtS. erschienen. polireiUebes» GemhtUches ufw. Bor dem Alteuburger Schöffengericht hatte sich am Donnerstag voriger Woche Genosse Di kreiter, der Verantwortliche der «Alteuburger Voltszeitung", wegen angeblicher Beleidigimg eines Redakteurs der reichsverbandlerischen„Alteuburger Zeitmig" zu der- antworten. Genosse Dikreiter hatte diesem Herrn verschiedene Dinge gesagt, die ihm nicht behagten, und feiiisühlig. wie die Herren „Kollegen" von der„liberalen" Richtung sind, war der Herr zum Kadi gelaufen. Neben einigen anderen Ausdrücken hatte sich der Kläger durch den Ausdruck„dieser Bursche" schwer gekränkt gefühlt. Genosse Dikreiter bestritt, daß dieser Ausdruck eine Beleidigung ent« halten könne. Er habe den Ausdruck dem Sprachschatz der .besten" Gesellschaft entnommen. Zum Beweise seines guten GlaiibeiiS, daß dieser Ausdruck zum guten Ton in der sogenannten gebildetsten Gesellschaft gehöre, berief er sich darauf, daß Freiherr v. Stumm» Halberg 1VÖ1 im preußischen Herrenhause von.Lausejungen", ein Nationaliberaler von„grünen Jungen", von. u n- brauchbarem Gesindel" und«unbrauchbaren Sub- j e k t e n', Herr v. Mendel-StcinfelZ von, u n s ä h i g e n grünen Jungen und Burschen" gesprochen habe, ohne daß der Präsident deS Herrenhauses diese Ausdrücke rügte. Er habe daher geglaubt, daß er den mildesten dieser Ausdrücke nnbedeiiklich anwenden könne. Im Petersprozeß in München sei mitgeteilt worden, daß der KabinettSches deS Königs von Württemberg. Herr v. Soden, den Peters ebenfalls als„dieser Bursche' bezeichnet habe, und Herr v. Liebert, der als Vorsitzender deS Reichsverbandes doch eine Autorität für den Kläger darstelle und eine anerkannte Autorität deS guten TonZ innerhalb und außerhalb des Gerichts- saaleö sei, habe erklärt, wenn Herr v. Soden sagt:„dieser B u r s Ä e". so sei daS kein Schiuwstvort. Er habe sich daher gedacht. wenn er, der er kein s o gebildeter Mann sei wie der Kabinettschef des Königs von Württemberg, sagt:„dieser Bursche", so sei das ebenfalls kein Schimpfwort. Vollends ausgeschlossen aber sei es, daß der Ausdruck„dieser Bursche" eine Beleidigung sei angesichts des Um- standeS, daß ihn ein Staatsanwalt gegenüber einem sozial- demokratischen Redakteur ungestraft in Anwendung ge- bracht habe. Es sei am 2. Juli in einer Verhandlung vor dem Dortmunder Landgericht gewesen, da habe der Staatsanwalt Dr. Weißmann gegenüber dem Redakteur Heise bon der„Nieder- rheinischen Arbeiterzeitung" geäußert:„Dieser Mensch mit seiner Volksschulbildung, so ein junger Bursche" und so weiter. Es sei also gänzlich ausgeschlossen, daß der Aus« druck„dieser Bursche", wie er ihn gegen den Kläger gebraucht habe, irgendwie für diesen beleidigend sciii könne. Das von ihm Vor- getragene müsse jedermann in der Ansicht bestärken, daß der sragliche Ausdruck in den sogenannten gebildeten Klassen zum guten Ton gehöre, und er sei sich nicht bewußt, daß er durch An- Wendung dieses Ausdrucks, den er dem Sprachschatz dieser ge- bildeten Klasse entlehnt habe, irgendwen beleidigen könne. Was im Parlament und im Gcrichtssaal un gerügt aus- gesprochen werden dürfe, das könne unmöglich eine Be- leidignng sein. Diese Beweisführung ließ das Gericht merkwürdigerweise nicht gelten. Es erkannte, daß der fragliche Ausdruck eine B e- leidigung enthalte und vernrteilte den Genossen Dikreiter, dessen nnter Klage gestellten Bezeichnungen in keiner Beziehung an die von den„Edelsten und Besten der Nation" angewendeten heranreichen, zu einer Geldstrafe von ISO M., eventuell 80 Tage Gefängnis. Sozialeo. (Siehe auch 1. Beilage). Abgewiesene Denunzianten. Die unverfrorene Denunziation, welche der preußische Landes- verband der Haus- und Grundbesitzervereine an den Berliner Magistrat gegen die Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kausleute, Handelsleute usw. richtete, weil diese die verdienstvollen Wohnungsenqueten veranstaltete, ist durch nachfolgend wiedergegebenen Bescheid des Magistrats ablehnend beschieden: Auf die Eingaben vom 22. April und 17. Juli 1907. Die Wohnungsenqucte, welche die Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker Vor- genommen hat, war uns seit einer Reihe von Jahren bekannt und haben wir bisher eine Veranlassung gegen eine solche ein» zuschreiten nicht sehen können. Diese unsere Anschauung wird auch durch die dortigen Eingaben vom 22. April und 17. Juli d. I. nicht erschüttert. Zunächst können wir dem Preußischen Landesverband der Haus- und Grundbesitzervereine eine besondere Legitimation in der Angelegenheit Beschwerde zu führen, nicht zugestehen. Selbst wenn Mitglieder der Ortskrankenkasse der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker dem Verbände als Mitglieder an- gehören, so hätte der Verband als solcher nicht die Vollmacht. deren Interessen wahrzunehmen. Selbstverständlich bleibt dein Verbände unbenommen wie jeder anderen Person, die Aufsichte- behörde aus Verstöße gegen Gesetz oder Statut von feiten einer Krankenkasse aufmerksam zu machen. Von diesem Gesichtspunkte aus ist denn auch eine Prüfung der Handlungsweise der Orts» krankenkasse der Kaufleute. Handelsleute und Apotheker vor» genominen worden. Nach dieser Richtung hin muß zunächst darauf hingewiesen werden, daß die Aufsichtsbehörde der Kasse eine Handlung, die mit den gesetzlichen statutarischen Vorschriften nicht in Widerspruch steht, nicht untersagen kann. Die Möglich- kcit also, der Kasse eine Publikation, wie sie hier vorgenommen ist, selbst wenn sie Uebertreibnngen oder Unrichtigkeiten enthalten sollte, zu untersagen, besteht nicht. Es würde sich also»Kr fragen, inwieweit die aufgewendeten Kosten etwa den Vorschriften des 8 29 des Krankenversichcrungsgesetzes zuwider aufgewendet worden sind. Nur in dieser Richtung konnte ein Verbot sich be« wegen. Wir haben uns aber nicht überzeugen können, oah in dieser Rücksicht gefehlt worden ist, denn durch die Enquete selbst Sind unzulässige Kosten nicht erwachsen. Diese ist vielmehr durch >ie Kassenorgane bei Gelegenheit des Besuchs der Kranken neben- bei aufgenommen. Die Feststellung der WohnunaB» Verhältnisse ist aber für die Krankenkassen in- soweit von Bedeutung, als in vielen Fällen von der. Wohnung die Entscheidung abhängt, ob Krankenhauspflege, Ueberweisung in Heil» stätten oder in Erholungsstätten stattfinden soll, oder ob der Patient in der Wohnung bleiben darf. Wenn die Ergebnisse dieser Enquete zusammengestellt den KasseA« Vertretern, den Kassenmitgliedern und damit auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht und wenn für diesen Zweck Druck- kosten aufgewendet werden, so können wir darin einen Verstoß gegen das Gesetz und damit einen Grund zum Einschreiten nicht anerkennen. Wir müssen es demnach ablehnen, dem dortigen Antrage, den Ortskrankenkassen die Veranstaltungen von WohnungS» erhebungen und die Veröffentlichung ihrer Resultate zu unter- sagen, Folge zu geben. gez. Friede!« An den Preußischen Landesverband der HauS- und Grund- besitzervereine zu Spandau, Potsdamerstr. 29. Der vorstehende ablehnende Bescheid war vorauszusehen, weil das Ansinnen des Landesverbandes der Haus- und Grundbesitzer- vereine ein schamloser Versuch war, die Aufsichtsbössorde zu ver- anlassen, Mißbrauch ihrer Amtsgewalt zuungunsten der hygienischen Verhältnisse der arbeitenden Klasse anzuwenden. Für gerechtfertigt würden wir ein strafrechtliches Einschreiten gegen die antisozialen Denunzianten der HauS- und Grundbcsitzett'creine wegen versuchter Verleitung zum Amtsmißbrauch halten. GeWerKfcbaMicbeo. Ein Kämpfer für Disziplin! Herr Georg Bernhard kann sich rühmen, ber Sozial- demokratie einmal gedient zu haben; das war an dem Tage. als er seinen Austritt aus der Partei erklärte. Diese an- scheinend selbstlose Handlung geschah freilich nicht ganz aus freien Stücken. Der Herr agierte in der Rolle des Raub- Mörders, der in dimkler Mitternacht den Hosenträger als Schlinge um den Hals windet, weil ihm vor dem blinkenden Beil des Nachrichters graut. Herrn Bernhard drohte nämlich ein Verfahren wegen Disziplinbruchs, dessen Ausgang nicht zweifelhaft war. Immerhin, wir wollen'S anerkennen: er hat die Sozialdemokratie von feiner Person befreit. Daß er aber mit dieser Vergangenheit absolut über Disziplinbruch philosophieren muß, will uns nicht einleuchten Und doch tut er's aus Anlaß des von uns gemeldeten wilden Streiks in der„Morgenpost", oder vielmehr nicht aus diesem Anlaß, sondern nnter diesem Vorwand. Was er im Eingang seines Artikels im allgemeinen über den„Tarifbruch" sagt, ist wahr, denn es ist nicht von ihm. Was er am Schlüsse über„ein radikales Grüppchen innerhalb der sozialdemo- kratischen Partei"(das ihm seinerzeit seinen Disziplinbruch versalzte!) sagt, ist sein geistiges Eigentum und deswegen natürlich nicht wahr. Dicscrhalb also brauchten wir uns mit Herrn Bernhard nicht weiter einlassen. Aber er schadet durch beweisloS erhobene Ver- d ä ch t i g n n g e n der Gewerkschaftsbewegung. Und dagegen haben wir die Pflicht, diese zu verwahren. Aus Anlaß eines doch gewiß recht vereinzelten Vorkommnisses wagt er zu schreiben: «ES häufen sich die Fälle, daß die Arbeiter über die Köpfe ihrer OrgonisationSleiter hinweg und gegen deren Rat handeln." Die Beweise dafür spart sich Herr Bernhard, kann er sich auch sparen. Die Scharfmacher werden dieses Zeugnis des„ehemaligen hervorragenden sozialdemokratischen Partei- führers" auch ohne Beweise natürlich mit Wonne gegen die Gewerkschaftsführer ausnutzen, wenn diese im Auftrage ihrer Kollegen zu unterhandeln kommen. Aber was kümmert das Bernhard, ber noch innerhalb der Partei— der bürgerlichen Presse gegen diese Waffen lieferte, was kümmert Bernhard die durch jhn verursachte Erschwerung der Gewerkschaftstätigkeit. Er wollte ja nicht der Geiverkschastsbewegung dienen, sondern lediglich sein Rachegefühl befriedigen I Lerlln unck rlmgegenck. Konflikte im Dachdeckcrgeiverbe. Die Dachdecker versammelten sich am Sonntagmargen bei Feind in ber Weinstraße. Karl Görnitz legte die Abrechnung von der letzten Lohnbewegung vor. Unter den Einnahmen, die insgesamt 87 592.98 M. betrugen, stehen in erster Reihe: 60 510,93 M. vom Zentralvorstand erhallen und aus dem Berliner Streikfonds 2l 390 M. Unter den Ausgaben ist die Streiknntcrstützmig mit 85 807,40 M. verzeichnet. Aus Antrag von einem Revisor wurde dem Leiter der Kassengeschäfte, Görnitz, Decharge erteilt. Die Beratung über den Anschluß an den Maurerverband wurde zurückgestellt und wird eine Exlravcrsammlung sich damit be- schnfiigen, da die Angelegenheit der Firma Werntcke die Versammlung zu sehr in Anspruch nahm. Görnitz erstntteie Bericht über den Verlauf der Dinge bei jener Firma. Dort hatten fünf Dachdecker, dem Druck der Unternehmer nachgebend, ihren Austritt aus dem Verbände erklärt und von einem sechsten, der ebenso wie die anderen Polier geworden Ivar, wird der Rücktritt erwartet. Daraufhin legte ein Teil der dort angestellten organisierten Dachdecker die Arbeiter nieder, denn sie wollten mit jenen Leuten nicht länger zu- sammen arbeiten. Der Arbeitgeberverband nahm sich nun der Sache an und suchte sie zu seinem Nutzen auSzirikuten. Er drohte in einem Briese an den Zentralverband der Dachdecker mit einer Generalaussperrung aller organisierten Gesellen und mit einer Forderung ans Schadenersatz. Die Unternehmer behaupten, daß eine Sperre über die Firma Wernicke verhängt sei und daß ein Tarifbruch vorliege. Der Vorstand wies diese Anschuldigungen entschieden zurück, denn es handele sich nur um eine fteiwillige Enlschließung der bei Wernicke arbeitenden Gesellen, die'über ihre Mitarbeiter entrüstet waren, als diese plötzlich der Organisation den Rücken kehrten. Diese Entrüstung gab sich auch in der Versammlung kund. Man gab der Ansicht Aus- ruck, daß die Unternehmer gern einen Streit vom Zaune brechen möchten. Der Tarifvertrag ser ihnen sehr unbequem geworden, sie nehmen großen Acrger daran, seitdem die Maurer mit ihren Forde- rungen keinen vollen Sieg errungen haben. Dem Borstand urnede die weitere Regelung der Angelegenheit überlassen, die zunächst die Schlichtungskommission beschäftigen wird. Der Vorstand soll auch, wie beschlossen wurde, den Ausschluß der sechs Abtrüimjgen aus der politischen Organisation beantragen. Streikbrecher für Scnftenverg sucht in ber Berliner Umgebung die Grube„Elisabethglück", deren Direktor uns noch vor wenigen Tagen versicherte, daß die Zahl der Streikenden dort unerheblich fei. Vor uns liegt folgender Ardcitervertrag. Ich Endesunterzeichneter verpflichte mich durch meine Unter- schrift, bei der Grube»Elisabethglück" unter nachstehenden Be- dingungen die Arbeit anzutreten: § 1. Bei der Annahme bin ich von dem Vertreter obitzcn Werkes in Kenntnis gesetzt worden, daß auf demselben gestreikt wird. 8 2. Ich erkläre, daß ich während meiner Bcschäftignngsz'eit auf dem obigen Werke keinem Verbände, iusdcsonbcre nicht dem Deutschen Bergarbeiteroerbande zu Bochum angehören werde. 8 8. Die mir übertragene Arbeit ist eine dauernde und ist auf Dauer von einem Monat im T a g e l o h n, als- dann im Akkordlohn auszuführen. 8 4. Der Schichtlohufatz pro Stunde beträgt 60 Pf., doch wird in der Grube„Elifabethglück" nach vier Woche» lediglich in Akkord gearbeitet. Bei den gegenwärtigen Akkordsätzen verdienen die jetzt beschäftigte» Arbeiter 6 bis 0 M. pro Tag je nach de» Leistungen. Die gleichen Akkordsätze und die gleichen Arbeiten werden mir zugesichert. Die Arbeitszeit ist eine zwölfstüiidige nüt " Pausen von zusammen zwei Stunden. 8 5. Für gemeinschaftliches Unterkommen hgt der Arbeit- geber zu sorge». § 6. Die Arbeitszeit richtet sich nach den Bedürfnissen des Betriebes und unterwerfe ich mich der für die Grube„Elisabeth- glück" bestehenden Arbeitsordnung. • oen••••,»•■ 1007. Der Streikbrechercigent, der auf diesen Kontrakt„Arbeitswillige" sucht, ist Herr Otto Kliesch, Unternehmer für Ticfbohrungen in L u ck a u. Die WerkSlciwng von„Elisabethglück" rechnet offenbar damit, die jetzt gern gesehene»„Arbeitswilligen" nach einem Monat mit sanftem Druck wieder loS.zu werden. Darum bietet sie ihnen jetzt 60 Pf. Stundenlohn, nach vier Wochen Akkord- arbeit an, welche die deS Bergbaues Unkundigen dann zur schleunigen Flucht aus der„dauernden" Besthäftigimg ver- anlassen muß. Ob der Herr Unternehmer für Tiefbohrungen die Gimpel, welche er fangen will, auch auf die Tiefen dieses„ArheitSpertrageS" aufmerksam macht? Jedenfalls: Haltet Zuzug von Senftenberg fem I Achtung. Schuhmacher! Die Schuhwarenfirma Gustav Fleischer, Skalitzerstr. 143, ist seit einigen Wochen in die Hände eines Herrn Jakob übergegangen. Seine erste Tat war, die Kün- digung sämtlicher alten Arbeiter, um eine Lohnreduzierung durch- führen zu können. Sein Vorgänger hat den vom Verbände fest- gelegten Lohntarif anstandslos bezahlt. Herr Jakob hofft aber durch größere Ausbeutung armer Schuhmachergesellen ein höheres Eintonimen zu erzielcm Wir ersuchen deshalb, den Zuzug fern- zuhalten und das Geschäft zu meiden, bis der neue Inhaber Ein- ficht gewinnt. Ortsverwaltung Berlin. veutkehes Reich. Der Bergarbeiterstreik in der Niederlausitz. Senftenberg, 23. September 1907. Die Unternehmer verharren auf dem Stand» punkte der„Gesetzlichkeit"! Im Verlaufe der ver- mittclnden Tätigkeit seitens des zuständigen Rcvierbeamten war eine Abmachung getroffen worden, nach welcher die Streikenden die Arbeiterausschüsse als ihre Vertreter nicht betrachteten. Sie schlugen vielmehr vor, aus den eigenen Reihen Kommissionen sür die einzelnen Werke zu wählen. Diesen sollte die Aufgabe zufallen, mit den Werksleitungen zu verhandeln. Den Vorschlag hat der Bergmeister Richter entgegengenommen und ihn dem Verein der Niederlausitzer Braunkohlenwerke unterbreitet. Es stand sonach zu erwarten, daß die Bewegung durch gegenseitiges Entgegen- kommen beendet werden würde. An der Halsstarrigkeit der Unter- nchmer ist die Einigung vorläufig als gescheitert zu betrachten. Unter dem 20. September ist dem Vorsitzenden der Lohnkommission folgendes Schreiben zugegangen: „Der Herr Vorsitzende deS Vereins der Niederlausitzer Braunkohlenwerke hat mir heute mitgeteilt, daß die Vereins- werke die aus den Streikenden der Einzelworke zu wählenden Kommissionen als berechtigte Vertreter der Belegschaften nicht anzuerkennen vermögen. Falls von den Ausständigen eine Ber» Mittelung gewünscht würde, so sei dieselbe nur innerhalb der gesetzlichen Organe, der Werlsverwaltungen und der Arbeiter» auSschüsse. möglich. Sollten die Ausständigen stch mit einer Ver» Mittelung zwischen den Werksverwaltungen und den Arbeiter« ausschüffen einverstanden erklären, so bitte ich um weitere Mit- t-ilung. Richter." Die ArbeiterauSschüsse sind aber nirgendwo so absolut be- bcutungSlos, wie im Niederlausitzer Kohlenrevier. Die fort» währende Fluktuation, der inunerwähreude Wechsel in den Beleg- schaften hat es mit sich gebracht, datz nur ein kleiner Teil der Ar» beiter berechtigt war, an den Wahlen zu den Arbeiterausschüsien teilzunehmen. Infolgedessen haben die„gesetzlichen Organe", die ArbeiterauSschüsse, nur einen winzigen Bruchteil der Belegschaften hinter sich. Abgesehen davon, daß die Mitglieder der Arbeiter- auSschüsse zum grötztcn Teile arbeitswillig sind und deshalb ganz von selbst als ungeeignet erscheinen, ihre Kameraden, denen sie in den Rücken fallen, zu vertreten. Es finden heute im Reviere mehrere Versammlungen statt, in denen die Situation erörtert wird. Nach den Erfahrungen an anderen Orten ist kaum anzu» nehmen, daß die Streikenden die Vertretung ihrer Forderungen an die Arbeiterausschüsie abgeben werden. Der Kampf geht also weiter. Zu den bis jetzt im Ausstande sich befindenden Werken ist heute die Grube„Saxonia" bei Bernsdorf gekommen. Die Unter- nehmer bemühen sich krampfhaft. Ersatz für die Streikenden zu bekommen. So sollte ein Schachtmeister 40 Mann aus Polnisch- Lissa bringen, weiter wurde ein Transport von ISO Arbeitswilligen über Berl.n signalisiert. Es sind aber nur einige Italiener eingetroffen, deren Führer sie als Maurer deklarierte. Die Unterbeamten üben schlimmsten TerroriSmus gegen die Ausständigen. So hat man in Arbeiterkasernen logierenden Polen sogar die Decken von den Betten weggenommen. Aus den Werks- Wohnungen ist bisher ein einziger exmittiert worden. Die Ab� Wanderungen fremder Ausständiger werden diese Woche jedenfalls größeren Umfang annehmen. Morgen werden an die Anfang voriger Woche in den Streik getretenen Belegschaften die ersten Streikunterstützungen gezahlt._ Die Bewegung der niederschlesischen Bergarbeiter beschäftigte eine Konferenz, die am Sonntag in Sorga» tagte. In früher Mittagsstunde schon eilten die Bergarbeiter scharenweis nach Sorgau in das Konferenzlokal, so daß um 3 Uhr nachmittags der Saal dicht gedrängt besetzt war un� der obligate Apfel nicht zur Erde fallen konnte. An der Konferenz nahmen zirka 70 Delegierte sowie der Be- zirksleiter T h o l l und der Vertreter deS Verbandsvorstandes, Genosse Husemann- Bochum, sowie der Bezirksleiter Schlegel- Breslau vom Metallarbeitcrverbande teil. Der weite Saal ist von mindestens 1000 Bergarbeitern als Gäste besetzt. Der Verbandssekretär Husemann vertrat als Referent den Standpunkt, daß noch nicht gleich das Aeutzerste Dewagt werden dürfe und daß man auch noch das letzte Mittel, dle Vorschiebung der ArbeiterauSschüsse anwenden müsse. In einer solchen ernsten Frage dürfe nicht das Gefühl, sondern müsse die Vernunft ent scheiden. Auch müsse die Position der Bergarbeiter noch mehr ge stärkt und noch bedeutend mehr Kündigungszettel beigebracht werden. Diese Ausführungen fanden bei einem großen Teile der Konferenzteilnehmer und besonders bei den Zuhörern keinen An- klang, und wurde von einer Reihe von Diskussionsrednern ver- langt, daß der Schlag jetzt gewagt werden müsse. Die Berg- arbeiter wollten die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben und was der Gegengründe mehr waren. Eine kleine Minorität der Redner war aber der Ansicht Husemanns. Nachdem noch die Genossen Tholl, Schlegel, Joch m a n n-Alstaden und Husemann-Bochum ihren Standpunkt vertreten hatten, siegte die Ueberlegung und wurde nachstehende Resolution mit 64 gegen 3 Stimmen angenommen: „Die am 22. September d. I. im„Eisernen Helm" tn Sorga» tagende Konferenz der Bergarbeiter des Waldenburger Reviers nimmt Kenntnis von dem Bericht der Lohnkommission und Organisationsleitung, und erklärt: I. Da die Werksverwaltungen in ihren Schreiben� an das Berggewerbegericht fortwährend auf die ArbeiterauSschüsse, als die allein berechtigten Vertreter der Belegschaften, hinweisen und nur bereit sind, mit diesen zu verhandeln; 2. um aber auch den Werkbesitzern daS letzte Mittel zu nehmen, indem sie bei einsm eventuellen Streik auf die ni Inanspruchnahme der gesetzlich eingerichteten Arbeiterausschüsse hinweisen könnten, fordert die Konserenz die ArbeiterauSschüsse auf. sofort bei ihren Grubenverwaltungen die Einberufung einer Sitzung des ArbeiterausschusscS mit folgender Tagesordnung zu beantragen: a) Die Forderung der Bergarbeiter um eine Lohnerhöhung von 60 Pf. pro Schicht für alle Arbeiter. b) Die Erhöhung des wöchentlichen Abschlag? um 8 M. Die Belegschaften der einzelnen Gruben werden aufge- fordert, diesem Konferenzbeschlusse beizutreten und nicht eher zu ruhen, bis die traurige Lage der schlesischen Bergarbeiter verbessert ist. Um dieses aber zu ereichen, bedarf eS einer starken Organisation, und werden sämtliche Bergarbeiter aufgefordert, sich dem Bergarbeiterverbande anzuschließen. DaS Refultat der Ausschutzsitzungen wird bis spätestens zum 6. Oktober erwartet, damit dann endgültig Beschluß gefaßt werden kann. Um aber die Situation in jeder Weise zu klären, fordert die Konfernz alle Kameraden, die bisher Kündigungszettel noch nicht abgegeben haben, auf, dies unverzüglich, spätestens aber bis zum 1. Oktober zu tun. In den Belegschaften, wo bis zu diesem Tage die Kündi- gungszettel nicht oder nur ungenügend abgegeben wurden, ist bis zum 6. Oktober zu prüfen, ob diese Belegschaften sich an de? Lohnbewegung überhaupt beteiligen sollen." � Mit diesem Beschluß haben die Bergarbeiter nochmals doku» mentiert. daß sie den Frieden wollen. Scheitert auch dieser Versuch an der Hartnäckigkeit der Werksbesitzer, so steht zu erwarten, daß es am 6. Oktober in der erneuten Konferenz zu dem Beschlüsse der Einreichung der Massenkündiguno kommen wird. Die Stimmung der Bergarbeiter läßt keine andere Deutung zu, mögen die Werksbesitzer nun entscheiden. Kommt eS zum Streik, dann dürfte eS einen der erbittertsten Kämpfe geben, den Schlesien gesehen hat._ Tie Erfurter Bauarbeiter haben den seit Anfang Mai dauern- den Ausstand, nach dem Wolffschen Bureau, für beendet erklärt. Die Steiger nnd die Grubcnprotzen. Aus dem Rnhrrevier wird geschrieben: Der ncugegründete Steigerverband im Ruhrrevier hat soeben sein erstes Geplänkel mit den Grubenprotzen gehabt. Die Zechenverwaltungen fahren nämlich mit den Maßregelungen organi- sierter Steiger fort. Auch auf der Zeche.Zollern" bei Dortmund wurden Steiger entlassen, wie angenommen wird, wegen ihrer Agitation für den Verband. Tarauf hat die Leitung deS Steigerverbandes eine Eingabe an den Bergbau- lichen Verein gerichtet, in welchem dieser ersucht wird, auf die Zechenverwaltungen einzuwirken, daß solche Maßregelungen ver- hindert werden. Ferner wird in der Eingabe betont, daß die Steiger eS sich nicht länger gefallen lassen könnten, willen- und wehrlose Werkzeuge in den Händen roher Vorgesetzten zu sein. Eine solche unwürdige Stellung sei mit ihrer Verantwortung für das Leben und die Gesundheit der Arbeiter unvereinbar. Wenn die Grnbenherren nicht man« st ä n d i g e r Weise ihren Forderungen Rechnung tragen würden, würden sie sich an alle Parteien wenden, von den Konser- vativen bis zu den Sozialdemokraten, und die Oeffentlichkeit auf die Vorgänge aufmerksam machen _ Daraus hat nun der Bergbauliche Verem geantwortet in einer Weise, die man erwarten konnte und die den Bergleuten nicht unbekannt ist. Zunächst wird gesagt, daß der Bergbauliche Verein garnicht das Recht und die Macht habe, auf die Zechenverwaltungen einzuwirken. So ähnlich lauteten auch innner die Antworten an die Bergleute. Und doch weiß alle Welt, daß den Zechenverwaltungen die Ver« h a l t u n g s m a ß r e g e l n vom Bergbaulichen Verein diktiert werden! Dann heißt es weiter in der Antwort, daß der Bergbauliche Verein den Steigerverband nicht als geeignete Vertretung der Interessen der Steiger betrachten könne. Die„berechssgten Interessen" der Steiger würden schon durch den Verband der Vereine der technischen Gruben» beamten vertreten. Die Vereine der technischen Grubenbeamtcn tanzen nämlich nach der Pfeife der Grubenprotzen; in ihnen herrscht das Scharfmacherwm und der Hurrapatriotismus, aber eine freie Meinung kann in ihnen nicht aufkommen. Eine solche Organi- sation lassen sich die Grubenherren schon gefallen, aber die Steiger wollen nichts mehr von ihr wissen. Ucbrigens ist auch den Berg- arbeiterorganisationen wohl schon hundert Mal gesagt worden, daß sie als Vertretungen der Bergarbeiter nicht anerkannt werden können. Schließlich wird in der Antwort des Bergbaulichen Vereins noch gesagt, daß die ganze Art der Eingabe sowie die Ankündigung, sich eventuell auch an die Sozialdemokraten wenden zu wollen, den Bergbaulichen Verein veranlasse, zu erklären, daß Mitglieder des Steigerverbandes ungeeignet erschienen, Beamtenposten zu bekleiden. Da haben wir es: Maßregelungen verhindern kann der Bergbauliche Verein nicht, wohl aber kann er Maßregelungen empfehlenl Denn die Antwort des Bergbaulichen Vereins ent hält in der Schlußerklärung ganz unzweideutig die in- direkte Aufforderung an die Zechenverwaltungen, die Mitglieder des Steigerverbandes zu maß regeln. aufs Pflaster zu werfen! So liefert gerade die Antwort des Bergbaulichen Verein? wieder einen Beweis für die Notwendigkeit der Steigcrorganisation. Die Organisation ist notwendig, um die Steiger aus der u n- würdigen Stellung des Sklaventreibers zu befreien. Mögen die Grubenprotzen nur weiter maßregeln, sie schmieden da- durch die Organisation nur noch fester. Die Bergarbeiterorganisation ist der Beweis dafür. Auch der Bergarbeiterverband ist mit den schofelsten Mitteln bekämpft worden und doch wurde er groß und stark dabei. Man kann ihn heute nicht mehr igno« r i e r e n. sondern muß mit ihm rechnen. Und so wird auch ganz sicher die Zeit kommen, wo die Grubenprotzen mit der Steiger- Organisation werden rechnen müssen. Man darf gespannt darauf sein, was mm dle in Kampfstellung gedrängten Steiger den Grubenprotzen antworten werden. I» der Möbelindustrie zu Neu-Isenburg bei Frankfurt a. M. herrscht ein Konflikt. Dort stehen 300 Tischler seit dem 14. und siebzig Lackierer seit 20. September im Streik. Sie verlangen Verkürzung der Arbeitszeit von zehn auf neun Stunden, 10 Proz. Lohnerhöhung, Festsetzung von Mindestlohnsätzen, Regelung der Akkordarbeit und bessere Bezahlung der Ueberstunden. Die Unternehmer sind im Ver- band der Möbelfabriken und Möbelschreinereien Mittel- und West deutschlands organisiert, und durch diesen dem Arbeitgeber-Schutz verband der Holzindustrie angeschlossen. Sie lehnten jede Verhaud- lung rundweg ab. Um Fenihaltung deS Zuzuges von Schreinern, Lackierern und Anstreichern nach Neu-Isenburg wird dringend gebeten.— Alle aroeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Sämtliche Küfergeselle» in Stuttgart sind in den AuS- stand getreten. Hueland. „Die Freiheit der Arbeit." Antwerpen. 22. September.(Eig. Ber.) Das Sonnabcnd-Meeting der Streikenden brachte insofern eine Wendung, als in demselben Genosse Chapelle die Erklärung abgab, daß im Einverständnis mit der Dockerorganisation und zu den von ihr genehmigten Bedingungen die Gruppen der Erz- und Kohlenverlader sowie die Sack- träger die Arbeit aufnehmen und 6 Proz. ihres Lohnes dem Widerstandsfonds zuwenden werden. Dieser Beschluß, den übrigens die Unternehmer so ausschroten, als hätte damit der Streik ein Ende erreicht, beweist nur, daß die Streikenden— wie übrigens von allem Anfang an immer betont wurde— unter möglichen Bedingungen arbeiten wollen. Man hat sich nämlich im Laufe des Kampfes daran gewöhnt, immer nur von„Streikenden" zu reden, dieweil richtige Streikende stets nur die Holz- und Gc- treideverlader waren— alle übrigen aber Ausgesperrte, die durch die Starrköpfigkeit der Unternehmer am Arbeiten verhindert wurden. Die„Streikenden" aber bleiben, wie die Dinge liegen, nach wie vor im Ausstand, wie das auch Chapelle in dem betreffenden Meeting verkündete. Alle anderen Darstellungen der Situation sind un- richtig und tendenziös, und von den Unternehmern nur zu dem Zweck in Umlauf geseht, etliche Streikende und die Be- völkerung irre zu führen. Herr St ein mann mag hundertmal erklären", daß dieser Beschluß„für ihn" das Ende des Streiks bedeutet. Herr Steinmann vergißt, daß von Anfang an der Kampf sich immer nur um die zirka 3000 Holz- und Ge- treideverlader drehte und der letzte Beschluß nur in der Linie deS bisherigen Kampfes liegt. Die sozialistische Docker. Organisation will die Arbeitsaufnahme— sie wünscht nichts anderes, sagte bezeichnenderweise Chapelle in der Versamm- lung;— wer nicht will. daS sind die Unternehmer! DaS sollte noch einmal mit aller Klarheit auseinandergesetzt sein, damit gewisse böswillige Mißdeutungen, die infolge des Beschlusses vom Sonnabend kursieren, von vornherein abgetan seien.— Jedenfalls ist es recht bezeichnend, daß im Gegensatz zu der immerzu ent- gegenkommenden Haltung der Streikführer Herr S t e i n m a n n gleich nach dem Beschlutz verkünden ließ, man werde, falls sich die Holz- und Getreideverlader nicht zur Arbeit melden, die anderen — also die Erz- und Kohlenverlader!— zum Holz- und Getreide- verladen verwenden, eventuell im Falle der Weigerung eine neue Aussperrung verhängen! Bemerkenswert ist, wie selbst die enragierteste Kapitalisten- presse nach gesetzlichen Matznahmen ruft, um dem Unter. nchmerverband, der durch sein Vorgehen gegen die Firma DreyfuS in unerhörter Weise die Freiheit der Arbeit verletzt hat. daS Handwerk zu legen. Da ist z. B. die Chronique", ein Blatt, das in der borniertesten Weise jahraus, jahrein mit manchesterlichen Argumenten gegen die Arbeiter operiert und aus dicfem Grunde auch einer der bissigsten Feinde der Sonntagsruhe, der gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit usw. ist.— Dieses Blatt nun stellt die Frage, warum man nicht jenen sonst nur gegen die Arbeiter n Anwendung kommenden Z 310 d eS Strafgesetzes heranzieht, der jede Beeinträchtigung der Freiheit der Arbeit durch Drohung. Einschüch- terung, Gewalt usw. von einem bis zu zwei Jahren Ge- fängnis und Geldstrafen von 50 bis 1000 Frank ahndet. Was die Unternehmerbereiniguttg im Falle DrehsuS gelan— vk« Kapitäne und Gesellschaften beeinflußt, damit die Firma nicht ihre Waren verladen und die Arbeiter nicht arbeiten lassen kann—, das ähnelt im Wesen verflucht jenem„Delikt" der Beeinträchtigung der Freiheit der Arbeit, dessentwegen sonst die Streikenden bestraft werden, und das oft nur in ruhigen Ansammlungen vor dem Fabrikstor besteht, um dadurch die„Gelben" vom Arbeiten abzu- halten. Und nach einigen schlagenden Argumenten meint das Blatt — wohlgemerkt: ein engherzig kapitalistisches!—, daß nicht ein- zusehen ist, warum der§ 310 nur gegen Arbeiter und nicht auch gegen die Unternehmer Anwendung finden sollte!... Nebenbei besagt der Wortlaut des S 310, daß sich seine Bestimmungen ebenso gegen Arbeitgeber wie gegen Arbeitgeber richten. Die Praxis freilich hat bis jetzt nur daF letztere ergeben, weshalb auch die belgische Sozialdemokratie auf seine Abschaffung dringt. Da auch der Arbeitsminister sich für den„Fall Drehsus" interessiert und seine Intervention beim Justizminister versprochen hat, darf man immerhin gespannt sein, welchen Ausgang die Sache nimmt, zumal auch die Firma Schritte unternommen hat. Daß die Unternehmcrbereinigung nirgend mehr einen Freund hat, erweist jeder Tag aufs neue. Der angesehene Präsident des Jndustrierats, Herr Strauß, empfiehlt u. a., um die Hafen- interessen gegen die Unternehmervereinigung zu wahren, die strenge Anwendung jenes Reglements, das die Fristen für die Verladungen festsetzt; ferner die Durchführung jener Sanitäts» bcstimmungen, die die Einquartierung der Hafenarbeiter an Bord der Schiffe betrifft— Vorschläge, auf welche übrigens auch das Streikkomitee und der„Peuple" verwiesen haben und deren Durch- führung die Sprödigkeit der Unternehmer doch einigermaßen matt setzen würde. Von der Londoner„Algamated StcvedoreS protection" de Leager" hat das Streikkomitee 60 Pfund Sterling erhalten und eine blies- liche Mitteilung verspricht eine fortlaufende wöchent» liche Unter st ützung von 1500 Frank» Letzte J�aebnebten und Depefebea Autoraserei. Hamburg, 23. September.(W. T. B.) Durch ein in schnellem Tempo fahrendes Automobil wurde aus der Ahrensbürger Chaussee bei Hamburg ein Arbeiter namens Mündt überfahren und getötet. München, 23. September.(B. H.) Im Forstenrieder Parke stieß ein unbeleuchtetes, mit Schnrllzugsgcschwindigkeit nach München fahrendes Automobil mit einem Bauernfuhrwerk zu- saminen. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Das Automobil wurde stark beschädigt, ein Pferd getötet und das Bauernfuhrwcr! zertrümmert._ Ueberfahren und getötet. Essen a. d. R., 23. September.(W. T. B.) In dem Essen benachbarten Kray fuhr ein mit zwei Personen f ssehtes Gig in einen Haufen Schulkinder. Zwei derselben wurde:, sofort getötet« an dem Aufkommen eines dritten wird gezweifelt: Ter Polizeisäbel. MSrs, 23. September.(W. T. B.) In einer hiesigen Wirk- schaft entstand gestern bei einer Festlichkeit eine Schlägerei. Zwei Polizeibeamte wurden zu Boden geworfen und waren genötigt, zur Waffe zu greifen. Bei der Rauferei wurden zwei Zivilisten schwer verletzt, einer von ihnen blieb tot. Die Polizisten wurden gleich- falls schwer verletzt._ 3000 Gteftereiarbeiter auSstandig. Wien, 23. September. In 43 Wiener Eisengießereien sink» heute 3000 Eisengießer in den Streik getreten. Sie fordern eins 20prozentige Lohnerhöhung sowie die Anerkennung des Vertrauens- männersystcms in den einzelnen Unternehmungen. Teilweise Unterwerfung in Marokko. Paris, 23. September.(Meldung der„Agence HabaS".! De« Regierung ging heute nachmittag die Nachricht zu, daß infolge der gestrigen Verhandlungen in Casablanca zwischen den Abgesandten der Stämme Uladtejan, Senata und S Y a i d a und Gc» neral Drude, Admiral P h i l i b e r t sowie dem französischen Konsul Malpertuh diese drei Stämme sich unterworfen haben. Die Hauptbedingungen für die Unterwerfung sind folgende: Die Feindseligkeiten sollen mit dem heutigen Tage aufhören, General Drude soll im Gebiete der Stämme, die sich unterworfen haben, militärische Rekognoszierungen vornehmen rönnen, um sich von der vollständigen Herstellung der Ruhe zu überzeugen. Tie Stämme verpflichten sich, alle Ansammlungen von Bewaffneten, die sich in ihren Gebieten bilden sollten, zu zerstreuen und zu strafen. Ein- geborene, die bewaffnet in einem Umkreise von 15 Kilometer« bei Casablanca angetroffen werden, sollen verhaftet und mit einer Geldstrafe in Höhe von hundert Duros bestraft werden. Die Ab- gesandten der drei Stämme verpflichten sich, die Urheber der am 30. Juli gegen Europäer begangenen Attentate auszuliefern, ihre Güter sollen verkauft werden. Die Schaujas sollen eine Ent- schädigungssumme von zwei Millionen und außerdem einen Tribut für die Arbeiten im Hafen von Casablanca bezahlen. Schließlich sollen zwei der angesehendsten Männer von den Stämmen als Geiseln gestellt werden. Der Markt von Casablanca soll am 25. d. M. wieder eröffnet werden. Unwetter. London, 23. September.(W. T. B.)„Daily Mail" meldet aus New U o r k: Hier brach gestern ein Unwetter herein, das all- gemeine Bestürzung hervorrief. Das Sankt-Katharinen- Hospital und die Sankt-NikolaSkirche wurden vom Blitz getroffen. Unter den Patienten und den Kirchenbesuchern brach eine Panik aus. Ein großes Mctallkrcnz auf dem Dache deS Hospitals wurde vom Sturm erfaßt und zur Erde geschleudert. Die Kirche, in der die Patres Hoffmann und Bender die Beichte ab- nahmen, wurde in ihren Grundvesten erschüttert und die Gemeinde stürzte in wilder Flucht auf die Straße. Zu derselben Zeit schlug ein Blitz in den unfertigen Bogen der neuen Brücke nach BlackwcllS Island, der mit krachendem Geräusch ins Wasser stürzte. Näheres über MorengaS Ende. Npington, 23. September.(Meldung des Reuterschen BureauS.) Ter Schlutzkampf, in welchem Morcnga getötet wurde, spielte sich folgendermaßen ab: Morcnga mit zehn Hottentotten entschlüpfte den Truppen an der deutschen Grenze. Diese entdeckten aber seine Spuren, worauf Major Elliot mit 60 Mann ihn durch einen Wasser- losen Landstrich 48 Stunden verfolgte. Er fand Morenga in einer Stellung auf einem Kopje. Dieser eröffnete aus 1000 Pnrds Ent- fernung daS Feuer und setzte es zwei Stunden hindurch fort. Dann stürmte Inspektor ManderS mit Iß Mann das Kopje, gedeckt von dem Feuer der Hauptabteilung. Ter Korporal Henwood wurde zehn Dards vom Feinde getötet, und der Mann, welcher ihn erschoß. wurde dann sofort von einem Kameraden des Korporals getötet. Nach Eroberung der Bergsvitze fand man Morenga von Schüsseu durchbohrt._ 50 Personen verletzt. Pittsville, 23. September.(W. T. SB.) Eine Windsbraut von orkanartiger Gewalt zerstörte gestern eine große Tribüne, auf der 100 Personen, Zuschauer eines Fußballspieles, vor dem Regen Schutz gesucht hatten. Fünfzig Personen trugen Berlctzungeu da» von, von denen vier schwerer Natur sind. verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Zh.Glocke, Berlin. Druck«.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul SingerLcCo., Berlin ZW. Hierzu 2 Beilagen u.UnterbaltunaSblat» Ar. 223. 24. Jahrgang. L KeilM des Jotmiirts" Krlnier UelistG 24. Ztptmbtt 1907. Die IParteipreHe über den Parteitag. C. „Hamburger Echo": ..Es gereicht uns zur besonderen Freude, in Uebereinstimmung mit der erdrückenden Mehrheit des Parteitages, konstatieren zu iönnen, daß es nicht so gekommen ist, wie der„Willkommen"- rlrtikelschreiber des Dortmunder Parteiblattes mit seinen Aus- führungcn beabsichtigt hat. Das Gegenteil von dem, was er völlig unmotivierterwcise verlangte, ist eingetreten: sowohl der Bericht und die Debatte, betreffend die parlamentarische Tätigkeit der Reichstagsfraktion, wie auch und zwar hauptsächlich der in jeder Hinsicht vorzügliche Vortrag Bebels über die letzten Reichstags- Wahlen und die politische Lage und die daran sich schließende De- datte haben eine nicht hoch genug zu schätzende weitere Klärung für die Stellung der Partei zu den Fragen des Militarismus und der Kolonialpolitik bewirkt. Das Hauptverdienst daran ist dem Genossen Bebel zuzuerkennen. Die Art und Weise, wie er es verstand, ohne überflüssige Schärfe des Tones, aus der Fülle seiner reifen und reichen Erfahrung heraus, die Unzulässigkeit und Schädlichkeit der übertrieben radikalen neuen antipiilitaristischen Rick>""ig, zu der einige wenige Parteigenossen sich bekennen, zu beweisen, war eine seiner besten Leistungen, vor allem eine Leistung des nüchtern und klar erfassenden und erwägenden poli- tischen Verstandes, die nach unserem Ermessen von weittragender Wirkung sein wird. Bebel in erster Linie gehört ja mit zu denen, die im Namen der Partei sagen dürfen und zu sagen vcr- pflichtet sind:„Wir haben nicht umsonst Jahrzehnte hindurch Er- fahrungen gesammelt; wir haben gelernt, uns vor un- i luger Taktik zu hüten. Aufklärung. Verbreitung von Wissen und Erkenntnis ist das große Mittel, womit die Sozialdemokratie vorwärts kommt.'"' �frankfurter Bolksstimme": »Tie Einsicht in die ungeheuere Mannigfaltigkeit und Verwickeltheit politischer und sozialer Tatsachen, denen wir gegenüberstehen, je tiefer wir in Regierung und .Verwaltung eindringen, das Recht der Betätigung der verschieden- sten Temperamente und Köpfe innerhalb der sozialistischen Welt- anschauung, die Notwendigkeit, immer neue Intelligenzen und Arbeitermasien anzuziehen, die uns die letzten Reichstagswahlen gelehrt haben, schließlich auch der auf das Praktische gerichtete Einfluß der Gewerkschaften wirkten wohl zusammen, um das er- frculiche Ergebnis zu zeitigen, daß die selten» und schablonenhafte Behandlung großer Fragen zurücktrat vor der verständig-nüchternen. auf das harchelnde Eingreifen be- rechneten Art, welche die Essener Beratungen und Beschlüsse be- herrschte. Nicht, als ob dadurch die proletarische Prinzipienfestig- reit und der revolutionäre Schwung unserer Bewegung zurück- gedrängt worden wären. Sie haben sich kräftig genug Geltung verschafft, wie wir gleich sehen werden, wie überall, wo die prole- tarischen Massen ihr geschichtliches Interesse vertreten. Aber sie wurden in den Dienst einer klugen Disziplin gestellt, die es ver- meidet, dem Gegner Blößen und Schwächen zu zeigen, die er wider uns ausnutzt... Am schärfsten platzten die Geister aufeinander bei der Er» örterung der Militär» und Kolonialfrage. Abseits von dem durchsichtigen Bestreben, mancher Unzufriedenheit über etwas zu kraftlose Militärreden im Reichstage die Richtung gegen die „Revisionisten" der Partei zu geben, machte der Parteitag mit dem achtunggebietenden Ernst der Massen ganze Arbeit und sagte allen, die es anging, daß eS für ihn keinen Frieden mit dem deutschen Reichsmisitarismus gebe. Und der gleiche Versuch. manche noch unausgeglichene Meinungsverschiedenheit in Sachen der K o l o n i a l p o l i t i k zu einem Ketzergericht für Genossen zu machen, die nach neuen Zielen suchen, die vielleicht irren, die aber das Beste der Partei wollen und ihre Geltung auch in der auswärtigen Politik durch kräftige Aktionen zu verschaffen streben, wurde namentlich durch Bebel vereitelt. Unser greiser Führer ist sich der Schwierigkeit der kolonialpolitischen Probleme Vesser bewußt, als diejenigen, die in ihnen den Anlaß zu neuen leiden- schaftlichen Partcikontroversen sahen. Die deutsche Partei will freilich keine Weltgendarmcnpolitik, darin sind wir uns alle einig. Sie will aber auch nicht tatenlos beiseite stehen, wenn sich die großen Kulturproblcme der Angliederung fremder Erdteile an die tapitalistische Kultur vollziehen. Sie will dabei mitwirken, um die Schäden des Eroberungskapitalismus zurückzudrängen und die lortschrittlichen Tendenzen der zivilisierenden Menschheitsentwicke- lang besser und reiner herauszuarbeiten. So hat auch der Partei- tag entschieden, wenn wir ihn recht verstehen." BrcSlauer„VolkSwacht": „In den Annalcn der Parteigeschichte wird der Essener Kongreß nicht unter den großen, bedeutsamen Kundgebungen des deutschen Proletariats rubrizieren, aber er wird auch frei sein von allen unangenehmen Erinnerungen, sie einzelne seiner Vorgänger begleiten. Er wird von diesen un- angenehmen Erinnerungen frei sein, trotzdem er der erste Parteitag nach der„großen Wahlniederlage" von 1907 gewesen ist und die Möglichkeit harter Auseinandersetzungen über die Ursachen deS „Rückschlages" nicht allzufern lag. Wie die angeblich nieder- geworfene und niedergerittene Partei in unerschütterter Kampf- linie ihre alten Schastzen behauptet, wie sie in Ruhe zurückschauend die Situation noch einmal übersieht, die alten Waffen prüft und ergänzt und sich neue Gewißheit über Ziele und Wege ihres Kampfes verschafft, das muß auch auf Fernstehende den guten Eindruck der Sicherheit und Festigkeit machen... Vielleicht trifft es zu, daß der Parteitag etwas allzuflüchtig über die organisatorischen Fragen des ersten Tages hinweghuschtc. Eine Beschäftigung mit Parteischule und Bildungs- ausschutz, mit den technischen Einrichtungen der Organisation wäre unseres ErachtenS fruchtbarer gewesen, als die etwas weit gc- triebencn Haarspaltereien, die an das Wort Kolonial-, Kultur- oder Zivilisatiouspolitik anknüpften oder den Ton einer Militär- rede nachprüften. Die Agitation für Presse und Partei läßt Fragebogen um Fragebogen durch die Städte schwirren, daS ein- heitliche Mitgliedsbuch war von zehn Vereinen beantragt, an beiden Dingen aber ging der Parteitag stillschweigend vorüber. Unseren Regierungen deutlich zu machen, daß der sozial- demokratische Kampf gegen den Militarismus und den Krieg mit ungeschwächtcr Kraft fortgeführt wird, war gewiß nicht über- flüssig, doch hatte man irrtümliche Schlüsse, die an Noskcs Rede im Reichstage geknüvst worden sind, auch mit etwas weniger Eifrigkcit im Abschlachten dieses Genossen zerstreuen können. Gut aber bleibt es für alle Fälle, daß die herrschende Klasse erfährt, wie wenig Verantwortung wir ihr gegenüber zu übernehmen bereit sind,- V enn sie uns gegenüber keine Verantwortung trägt. Etwas viel ist sicherlich auch an„Richtigstellungen" zum Stuttgarter K o- lonialbeschluß geleistet worden; wie geringe Gegensätze hier -m vereinen sind, hat Singer in seiner zusammenfassenden Vcr- urteilung der kapitalistischen Kolonialpolitik hervorgehoben, es kam aber auch in der Tatsache zum Ausdruck, daß Bebel zu gleicher Zeit mit Kautsky die Stuttgarter Resolution billigte und doch die Worte sagen konnte:„Daß wir die Kolonialpolitik treiben können, behaupte ich allerdings, und daß wir sie einmal treiben müssen, glaube ich ebenfalls. Aber die Frage ist gar nicht aktuell." Sie lohnt den„Streit der Meinungen" heute kaum." Magdeburger„Bolksstimme": „Wir halten es daher im„Falte N o S k e" mit Bebel, der ihn verteidigte und ihn besonders gegen den absurden Vorwurf in Schutz nahm, er bätte„Hurra- Patriotismus" getrieben. Scheidet man aus dieser Debatte aber das Persönliche aus. das in teilweise starken und verletzenden llebertreibungen zum Vorschein kam, so bleibt als sachlicher Gewinn bestehen, daß unsere einmütige Kampfstellung gegen den Milita- rismus aufs neue vor aller Welt mit aller wünschenswerten prin- zipiellen Schärfe dokumentiert worden ist�unb daß wir zum zweiten diesen Kampf mit den alten Mitteln' führen wollen, die denn doch einmal bei zäher Anwendung aus innerer Notwendigkeit zum Siege führen müssen. In der Wertung der Kolonialdebatte, die in den Personen wie in den Motiven mancherlei innere Ver- wandtschaft mit der Erörterung der Noske-Bebelschen Rede aufweist, stehen wir ebenfalls zu Bebels Urteil: es war ein Streit um des Kaisers Bart, es waren Wortklaubereien. Wir ge- sellen uns auch zu Singer, der den häuslichen Streit bedauerte und seinen Nutzen für die Partei bestritt. Daß die Debatte kommen würde, haben wir nach Stuttgart vorausgesagt. Daß sie kommen mußte— etwa zur Klärung unserer Begriffe oder zur Beseitigung von Differenzen—, werden außer den drei oder vier Genossen, die in der Stuttgarter Delegation von 289 Köpfen in der Minderheit standen, höchstens noch drei oder vier inzwischen von ihnen Bekehrte beteuern. Denn Klarheit hat die Debatte schon um deswillen nicht gebracht und bringen können, weil es an Klarheit darüber bei uns gar nicht gebricht. Es ist sich jeder deutsche Sozialdemokrat darüber klar, daß es gegen die räuberische, mörderische deutsche Kolonialpolitik der Eroberung, Unterjochung und Dezimierung fremder Völker nichts als Kampf, erbitterten Kampf gibt. Damit ist nicht gesagt, daß d.ie Mittel, die von unserer Seite bisher gegen sie angewandt worden, die beste und letzte Gegenwehr erschöpft hätten. Wenn wir hier nach„neuen Mitteln" Umschau halten, so tun wir dasselbe, was im Kampfe gegen den Militarismus von denselben Genossen eifrig propagiert wird, die sie hier bekämpfen, nur mit dem bedeutungsvollen Unter- schied, daß hier die„neuen Mittel" die Partei in keine Gefahr bringen."... „Nein, Ledebour und die paar Genossen, die ihm hier zur Seite stehen, sie dürfen beruhigt sein. Die deutsche Kolonial- Politik ist für die deutsche Sozialdemokratie keine F.r a g e, sondern eine Barbarei, die einmütig bekämpft wird. Anders liegt es aber mit dem internationalen Kolonial Problem, das in Stuttgart zur Erörterung stand und das zu vielgestaltig ist, als daß man es lediglich mit deutschem Maßstab messen dürfte. Hier aber ist mit der Stuttgarter Resolution gerade erst das erste Wort gesprochen." „Leipziger BolkSzeitung": „Der von Bebel betonte Gegensatz von Angriffs- und Verteidigungskriegen gehört zu jcn�n A n t- agonismen der Klassengesellschaft, die, so- lange diese Gesellschaft besteht, vollständig unlösbar sind. Diese Gesellschaft beruht in letzter Instanz auf der Gewalt, und deshalb sind Kanonen ihr ultimo rstio. Der Krieg ist nichts als die Entscheidung von Interessengegensätzen, die unter der Voraussetzung der Klassengesellschaft weder mit Gründen des Rechts noch mit Gründen der Vernunft mehr zu entscheiden sind. Deshalb läßt sich mit Gründen des Rechts und der Pcrnunft nie entscheiden, wer in einem Kriege das Recht und die Vernunft auf seiner Seite hat. Man kann nur sagen: Jeder hat eS oder keiner hat es. Seit hundert Jahren ist eine unermeßliche Literatur darüber erstanden, wer in dem Kriegszeitalter, das die große französische Revolution über Deutschland heraufbeschwor, der Angreifer ge Wesen ist. Die scharfsinnigsten Köpfe haben sich darüber gestritten. und die Frage steht heute auf demselben Flecke wie vor hundert Jahren. Wir wollen uns hier nicht bei der abgeschmackten Ein bildung aufhalten, die vor fünfzig Jahren noch selbst in sogenannten demokratischen GeschichtSwcrkeN grassierte, als ob Napoleon aus der unersättlichen Eroberungslust eines größenwahnsinnig ge wordenen Despoten über die Nachbarvölker hergefallen sei. Aber auch die historisch verständlichere Auffassung, als sei Napoleon als Erbe und Testamentsvollstrecker der Revolution der ewige An areifer gewesen, hat sich inzwischen in dem Maße, wie die geheimen Aktenstücke jener historischen Periode ans Tageslicht kommen, um so hinfälliger erwiesen. Gerade in der bürgerlichen Geschichte schrcibung macht sich seitdem die Tendenz geltend, Napoleon in den Kontinentalkriegen, die er als Kaiser führte, als den ewig An- gegriffenen hinzustellen, eine Tendenz, die in ihrer Art ebenso weit von der historischen Wahrheit entfernt ist, als die entgegcw gesetzte. Gelegentlich tauchte freilich auch in der bürgerlichen Ge� schichtsschreibuna die richtige Erkenntnis auf, so wenn der alte Ranke sagte: Llngrifsskrieg hin, Angriffskrieg her: mit dem Siege der Revolution in Frankreich standen sich in Europa zwei Welten gegenüber, die mit der elementaren Gewalt der Naturkräfte auf einanderstoßen mußten, aber so sehr sonst die Autorität Rankes in der bürgerlichen Welt anerkannt wird, so blieb er in diesem Punkte der Prediger in der Wüste. Jedoch wozu dieses Schweifen in der Vergangenheit? Bebel selbst hat gegen seine heutige Auffassung gezeugt, indem er sich auf seine und Liebknechts Haltung im Juli 1879 berief. W sagten sie denn anderes, als daß in dem deutsch-französischen Kriege weder von einem Angriffs- noch von einem Verteidigungskriege die Rede sein könne, sondern beide Teile vom sozialistischen Stand- punkt aus in der gleichen Verdammnis seien. Dieser Fall war aber keineswegs, wie Bebel heute zu meinen scheint, ein besonderer Fall, sondern er ist der typische Fall in jedem Kriege. Wir unterschreiben vollständig, wenn KautSkh sagte, Bebels und Liebknechts damalige Haltung gehöre zu den ruhmvollsten Taten der Parieigcschichte. Aber die Konsequenzen, die heute Genosse Bebel aus der Lage in jener Zeit zieht, können wir deshalb doch nicht unterschreiben. Er sagte in Essen, seine und Liebknechts Haltung sei ja nicht überall in der eigenen Partei anerkannt worden; sogar ihre eigene Parteileitung, der Braunschweiger Aus- schuß, habe gegen si- mobil gemacht. Aber seitdem seien wir dreißig Jahre älter und so viel klüger geworden, und es wäre doch traurig, wenn Männer, die die Politik sozusagen zu ihrem Berufe gemacht hätten, nicht sollten entscheiden können, ob im gegebenen Fall ein Angriffs- oder ein Verteidigungskrieg vorliege. Worauf zu er- widern ist, daß, wenn wir dreihundert und selbst dreitausend Jahre älter und in demselben Maße klüger werden, wir— selbstverständlich solange die Klassengesellschaft besteht— niemals entscheiden können, ob ein Angriffs» oder ein Ver- teidigungSkrieg vorliegt, weil diese Unterscheidung zu den Antagonismen der Klassengesellschaft gehört, die auf ihrem Boden völlig unlösbar sind. Und so einfach, wie Genosse Bebel heute annimmt, lag die Sache damals im Juli 1870 doch nicht. Wir wollen nicht auf die ent- gegengesetzte Taktik der Lassallcaner hinweisen, deren damaliger Führer Schweitzer von Bebel ja nicht als integrer Sozialist anerkannt wird. Wir wollen auch den Braunschweiger Ausschuß preisgeben, dessen Opposition gegen Bebel und Liebknecht allerdings noch stark von bürgcrlich-nationalen Vorurteilen gefärbt und in- sofern hinfällig war. Aber wie stand es dann mit dem General- rat der Internationalen und seinem leitenden Kopfe Karl Marx? Erklärte der Generalrat nicht, der Sturz BonaparteS sei gleicher- maßen das Interesse des französischen und deutschen Proletariats, und deshalb hätten die deutschen Arbeiter, solange eS sich um diesen Sturz handele, auch unter Bismarcks Fahne zu marschieren? Der Gcneralrat der Internationalen berkrat damals die Auffassung, die Kautsky in Essen vertreten hat: die I n t e r- essen des internationalen Proletariats ent- sckeiden allein leine Taktik im Falle eines Krieges. Die da- maligen Erfahrungen sollten wir uns aber zur Warnung dienen lassen, denn wenn 1870 der vorhandene Zwiespalt durch den über- raschend schnellen Gang der Kriegsereignisse ausgeglichen wurde, so können wir nicht immer mit gleich glücklichen Zufällen rechnen. Man sagt nun, es sei ein Hindernis der Propaganda, wenn wir nicht rundweg erklärten, im Falle eines Angriffskrieges das Vaterland verteidigen zu wollen. Hiergegen ist schon in Essen ein- gewandt worden, es sei den Massen doch nicht so schwer beizubringen, daß auch im Falle eines Krieges ihre eigenen Interessen zu ent- scheiden hätten, und nicht die Interessen der herrschenden Klassen. Aber selbst wenn man davon ganz absieht, was gewinnen wir denn mit diesem Zugeständnis an bürgerliche Anschauungen? Erstens eine gnädig-herablassende Anerkennung durch den Militarismus, wie sie der Kriegsminister v. Einem dem Genossen Noske gespendet hat, eine Anerkennung mit dem durchaus begreiflichen und be- rcchtigten Hintergedanken: Trau euch der Teufel; mit Recht ist in Essen gesagt worden, solange wir den Etat verweigerten, pfiffen die herrschenden Klassen auf solche Versicherungen, wie sie Genosse Noske abgegeben hat. Dann aber nähren wir mit jener Unglück- lichcn Vokabel in den Massen völlig unklare Vorstellungen über das Wesen des Krieges in der Klassengesellschaft. Endlich aber, wenn wir uns auf diesen Standpunkt festlegen, so haben wir beim Ausbruch eines Krieges, wo die geschlossene Einheit der Partei notwendiger ist als je, einen nicht zu schlichtenden Streit in ihren Reihen über die unlösbare Frage, ob ein Angriffs- oder ein Ver» teidigungskrieg vorliegt. Deshalb ist es freudig zu begrüßen, daß auf dem Essener Parteitage mit der Redewendung vom Angriffskriege, der jedem Sozialdemokraten die Flinte auf den Buckel lege, reiner Tisch ge- macht worden ist. Sie wird nicht wieder auftauchen, wofür in erster Reihe der stürmische Beifall sprach, den die Ausführungen der Ge- nossin Zetkin fanden. Genosse Bebel meinte zwar, ihre Rede sei nicht die beste gewesen, die sie gehalten habe. Das ist möglich; unsertwegen mag es selbst ihre schlechteste Rede gewesen sein. Aber sie traf historisch und politisch den Nagel auf den Kopf, und das ist schließlich das allerbeste an jeder sozialdemokratischen Rede." Parteitag der Schweiber Sozial- demobratle. Zug, 22. September. sEig. Der.) Den außerordentlichen Parteitag, der sehr zahlreich besucht ist, eröffnete Genosse Reimann, Präsident der schweizerischen sozial- demokratischen Partei, mit einer Ansprache, in der er daran erinnerte, baß der St. Galler Parteitag die Einberufung eines Parteitages beschloß, um zur Mi l i t ä r v o r l a g e Stellung zu nehmen/-Reimann wurde sodann als Präsident, Seidel-Zürich als Vizepräsident gewählt. Genosse Dr. Brüst lein»Bern referierte zunächst für die Militärvortage. Er gibt zu, daß die Sozialdemokratie keine Ver- anlassmtg habe, sich für die neue Militärvorlage zu begeistern und für sie einzustehen. Trotzdem plädiert er dafür, die Stimme frei» zugeben, also nicht direkt einen Beschluß zur Verwerfung zu fassen.— Es könnten, so führt er u. a. aus, entgegen der üblichen Anschauung, doch einmal Angriffe des Auslandes auf die Schweiz aus politischen Gründen erfolgen, z. B. wenn hier zuerst der Sozialismus verwirklicht würde; ferner könnten bei kriegerischen Verwickelungen zwischen anderen Staaten, beispielsweise zwischen Deutschland und Frankreich, militärische Einbrüche in die Schweiz erfolgen. Des weiteren führte Brüstlein aus: Der Umstand, daß der heutige Staat ein kapitalistischer ist, ist kein Grund, ihm die Ver» befferung seiner Wehrverfassung zu versagen. Zuzugeben ist. daß die JnstrnktionSzeit von sechs Wochen zu kdrz ist, ebenso die zwei- jährigen WiederholungSkurse ungenügend sind, also alljährlich statt- finden sollten. Diese Neuerungen bedeuten eine Verbesserung der Armee. Mit der Stellungnahme gegen die Militärvorlage werden wir uns viele Elemente entfremden und dann aus dem Kampfe geschwächt hervorgehen, mag sein Ausgang sein, wie er wolle. Man möge also auch daran denken, wie die Situation aussehen werde nach voll- brachter Tat.(Beifall.) Der Korreferent Walter- Winterthur gab einleitend in Ueber« einstimmung mit Brüstlein zu, daß kriegerische Gefahren für die Schweiz nicht ausgeschlossen seien. Aber wenn heute die Verwerfung der Militärvorlage beschlossen würde, so bedeute das nichts anderes als das Festhalten an den von allen militärischen Autori- täten im Jahre 1896 dem Schweizervolke gegebenen Erklärungen und Versprechungen. Das Verhalten der herrschenden Partei, eine ganze Reihe von Vorgängen aller Art haben die Stimmung der Arbeiterschaft dem Militarismus gegenüber nicht verbessert. Die Militärvorlage ist ein bloßes Rahmengesetz: wichtige Einzelheiten sind der Regelung durch die Behörden vorbehalten, so daß daS Schweizervolk nach der eventuellen Annahme dazu nichts mehr zu sagen hätte. Mindestens hätte die Vorlage z. B. doch die Grund- iätze für die Besoldung der Mannschaft entHallen sollen, aber sie enthält darüber nichts. Und ebenso öffnet bezüglich aller Verhältnisse der Heeresorganisation die Vorlage der Willkür der Behörden Tür und Tor und entfernt sich so sehr vom demokratischen Boden, daß wir, alS demokratische Partei, sie schon aus diesem Grunde zurückweisen müssen, weil sie eine Verminderung der Volksrechte bedeutet statt einer Vermehrung. Bestimmungen, die den Diensttuenden vor Entlassung schützen und ihm seinen Lohn sichern, enthält die Vorlage ebenfalls nicht! Ferner erschwert sie es dem einfachen Mann, Offizier zn werden. Jir die Vorlage wurde auch nicht aufgenommen die Lieferung der Offiziersuniform durch den Bund, um dem Luxus und dem Gigcrltum entgegenzuwirken. Man müßte aber gerade in all diesen Dingen erst Ordnung schaffen, ehe man dem Soldaten neue Zumutungen stellt. Walter erinnerte sodann an die Militäranfgebote gegen streikende Arbeiter und an die Unmöglichmachung von EisenbahnerstreikS durch die Proklamation des Kriegsrechts. Eine solche Macht darf dem Bundesrat nicht weiter anvertraut werden. Die öffentlichen Betriebe sollen nur Musterbetriebe sein, dann besteht für sie auch keine Streikgefahr. Nicht gleichgültig ist eS auch, ob die Sozialreform gefördert wird oder nicht. Ferner, ob 6 Millionen Frank jährlich für das Militär mehr ausgegeben werden oder nicht. Findet doch der Bundesrat selbst, daß daneben die Mittel für die Finanzierung der Kranken- und Uufallversicherung sehr knapp und für andere neue Zwecke überhaupt nicht mehr vorhanden sein werden! Die Bersichermig ist also durch die Militärvorlage gefährdet. Walter schloß: Bon allen Seiten betrachtet, ist für UNS die Militärvorlage unannehmbar und wir fürchten uns auch vor den Folgen der Verwerfung nicht. Mehr Sozialpolitik und Volksfürsorge und Demokratie, dann kann vielleicht in Zukunft einmal un- beschadet unserer theoretischen Anschauungen einer Verbesserung unserer Armee zugestimmt werden.(Anhaltender, stürmischer Beifall.) In der kurzen Diskussion wandte sich Fürholz noch gegen die Vorlage, während Negierungsrat Ernst- Zürich sie befürwortete. Em Antrag auf Freigabe der Stimme erhielt nur etwa ein Dutzend Stimmen, während mit 271 gegen 8 Stimmen folgende Resolution angenommen wurde: „Der Parteitag der sozialdemokratischen Partei der Schweiz in Zug empfiehlt dem Volke die Verwerfung des eidgenössischen Wehrgesetzes aus folgenden Gründen: 1. Die vorgesehene vollständige Zentralisation deS Heerwesens durch bei» Bund entbehrt der verfassungsmäßigen Grundlage, und die gefährlich große Kompetenz der Bundesversammlung für tief- greifende Erlveiterungen und Aenderungen der Heeresorganisation (neue Festungen, neue Didisionskreise und Waffengattungen) eilt zieht dem Bolle jede? direkte Mitbestimmungsrecht in diesen wichtigen Fragen und ist ein Niicfschritt von der reinen Demolratie zum überwundenen Repräsentativsystem. 2. Sie unterstellt das grosze Heer der Angestellten und Arbeiter der eidgenössischen Betriebe und aller öffentlichen Berkehrsanstalten der militärischen Gewalt und gefährdet dadurch das Vereins- und Streikrecht derselben. Sie erweitert die Kluft zwischen Offizier und Soldaten und begünstigt ein weiteres Umsichgreifen des Sondergeistes im Osfizierkorps. 3. Die neue Organiiation belastet das Militärbudget mit vielen Millionen und gefährdet dadurch jede wirksame Sozial- Politik, vorab die Kranken- und Unfallversicherung. Sie legt auch dem Soldaten, entgegen den bestimmten Versprechungen der politischen Führer und hoher Militärs, durch Berlängerung der Dienstzeit neue und empfindliche Opfer auf, ohne ihn gegen Arbeitskündigung und Lohndrückerei infolge der vermehrten Wieder holungskurse zu schützen." Hierauf wurde der Parteitag geschlossen. l». Mernatlonaler Kongreß für Miene und Demographie. Gestern mittag wurde im Neuen königlichen Opemhause der von mehreren Tausend Gelehrten und Fachleuten, Aerzten, Sozial Politikern usw. aus aller Welt besuchte und von fast allen Kultur staaten mit offiziellen Vertretern beschickte 14. Internationale Kongrefi für Hygiene und Demographie mit einer kurzen Ansprache des Prinzen Schönaich-Carolath eröffnet. Der Saal und die Logen waren dicht gefüllt, ein buntes Völkergemisch war es, das alle Räume des Krollschen Etablissements durchflutete. Die Reichs� regierung und die preußische StaalSregierung waren durch eine Reihe Staatssekretäre und Minister verlreten. Der Kronprinz hatte in Begleitung des Staatssekretärs Freiherr« v. Stengel und des Handelsministers Delbrück in der Kaiserloge Platz genommen. Nach einem durch Prinz Schönaich-Carolath ausgebrachten Kaiser- hoch nahm namens der Reichsregierung zur Begrüßung des Kon- greffeS das Wort Staatssekretär von Bethmann-Hollweg: Dem Internationalen Kongreß für Hygiene und Demographie, der soeben unter dem besonderen Schutze Ihrer Majestät unserer allergnädigsten Kaiserin feierlich eröffnet worden ist, lassen Seine Majestät der deutsche Kaiser hierdurch seinen kaiserlichen Gruß ent bieten. Im Vereine mit seinen hohen Verbündeten, den Fürsten und Freien Städten deS Reiches heißen Seine Majestät den Kongreß in der deutschen Reichshauptstadt willkommen und hegen den Wunsch, daß die Arbeiten, zu denen Staaten und Gemeinden, Wissenschaft und Forschung, praktischer Beruf und opferfreudige Liebestätigkeit so viel hervorragende Vertreter aus allen Ländern der Erde hierher entsandt haben, reiche Erfolge für die Fortschritte der Menschheit zeitigen mögen. Mit der zunehmenden kulturellen EntWickelung der Völker ist die Bedeutung von Hygiene und Demographie gewaltig gewachsen. Wenn die Kultur der Ge samtheit der Menschen höhere Fiele weiß und jedem einzelnen günstigere Lebensbedingungen zu schaffen trachtet, so ist es ihr wohl gelungen, manchen Feind der Menschheit aus dem Felde zu schlagen, der in roheren Zeiten ungehindert elementare Verwüstungen im Volkskörper anrichten konnte. Aber zugleich hat sie, indem sie ein äußerlich gedrängteres und nervös gespannteres Leben schuf, neue Feinde erstehen lassen, die niedergeworfen werden miisien, wenn sich ihr Segen nicht in Unsegen verkehren soll. Sie hat den Anspruch aus Schutz auch allen denjenigen Aermsten und Schwächsten erworben, über die das bald rohe, bald naive Gefühl unentwickelter Zustande mitleidlos hinwegschritt. Mit jedem Fortschritt, den die Kultur macht, verschärst sie ihre Ver- antwortung sowohl gegen die Gesamtheit wie gegen den einzelnen In Erfüllung der so von Tag zu Tag wachsenden Pflichten sucht die Hygiene die physische und moralische Widerstandskrast der Mensche» zu stählen, indem sie dem Krankhaften seinen Nährboden entzieht, die SchädlingSkeime im Entstehen vernichtet, wo dies nicht gelang, sie lokalisiert, vom Gesiniden fernhält und dadurch dieses kräftigt. Sie schreitet um so sicherer vorwärts, je weniger sie ihre Ei»! richtungen als Selbstzweck behandelt, je mehr sie die Erhaltung und die Erzeugung eines unverzärtellen und mannhaften Geschlechts als das Ziel ihrer Bestrebungen fest im Auge behält. Im Einklänge mit dem Umfang ihrer Aufgaben und der Weite ihrer Ziele sieht sich die öffentliche Gesundheitspflege auf die sorg- sanie Beobachtung und Registrierung aller Erscheinungen des Volks lebenS angewiesen, ohne an den Grenzen der einzelnen Länder Halt machen zu können. Deshalb haben auch die internationalen Kongresse für Hygiene und Demographie seit jeher die Arbeiten auf diesen Gebieten in besonderer Weise gefördert. Dem ersten Kongresse, der vor öS Jahren in Brüssel tagte, folgt beute der vierzehnte, auf deutschem Boden der erste. Auch ihm eröffnet sich ein reiches Arbeitsfeld, auch auf ihm sollen im friedlichen Wett streite der Nationen Fragen beraten iverden, deren Lösung alle Völler gleichmäßig berührt. Wenn ich Sie im Austrage des Herrn Reichskanzlers namens der Reichsregierung herzlich begrüße, so geschieht dies mit dem Wunsche, daß Ihre Arbeiten und Beratungen der Kraft und Gesundheit der Völker, als der Vorbedingung jedes menschlichen Fortschritts, wahrhaft dienlich sein mögen. Weitere Begrüßungen richteten an den Kongreß Kultusminister Holle und Gciicralstabsarzt der Armee Dr. S ch j e r n i n g namens des KriegSministerS. Dann nahm nochmals das Wort Prinz Schönaich-Carolath, um näher auf die Ziele und Zwecke des Kongresses ein- zugehen. Ohne Uebertreibung kann man sagen: alle Berufe, unser ganzes öffentliches Leben rufen täglich lauter und eindringlicher nach Hygiene. In Deutschland hat die kaiserliche Botschaft die Wege vorgezeichnet. Nur einige kurze Beispiele: Mehr als 140 000 Un- fälle wurden im letzten Jahre aus gewerblichen und land- wirtschaftlichen Betrieben als entschädigungspflichtig anerkannt. Mehr als eine Million Personen haben im vorigen Jahre als Verletzte oder als Hinterbliebene von getöteten Personen Unfall- entschädigung erhalten, deren Gesanitsumme über 140 000 000 M. betrug. Die Entschädigungen ans den Invalidenversicherungen be- trugen 1906 etwa 166 000 000 M. In den ersten 15 Jahren sind Entschädigungen im Betrage von 1 162 169 923 M. gezahlt worden. Die Höhe der Aufwendungen sämtlicher Krankenkassen Deutschlands für Arzt, Arzeiiei, Krankengelder usw. beträgt pro 1905 232 243 886 Mark. Gewiß gewaltige Ziffern. Ich gebe der zuversichtlichen Hoff- nung Ausdruck, daß reicher Segen von diesem Kongreß ausstrahlen möge. Diese unsere gemeinsamen Bestrebungen werden meiner Ueber- zeugung nach ein festes Band um die Völker der zivilisierten Welt knüpfen! ich darf sogar ohne Uebertreibung sagen: ein unzerreißbare? Band. Unsere Arbeiten verkünden allen, die es hören wollen, mit beredten Worten die großen unzerstörbaren und trotz aller Gegner- schaft immer wieder siegreich aufleuchtenden und ewigen Gedanken der Gemeinschaft der Völker, des Friedens, der Eintracht, der Barm- Herzigkeit und der Nächstenliebe. Unsere Arbeit gilt allen Völkern, gilt der Menschheit. In diesem Zeichen werden und wollen wir siegen, galus xoneris sinmanis suprema lex esto! (Das Wohl des menschlichen Geschlechts sei unser höchstes Gesetz.) (Lebhafter Beifall.) G e h e i m r a t B u m m, Präsident des kaiserlichen Gesundheit?- anttes, spricht namens deS Organisationskomitees. ES handelt sich hier nicht um einen politischen Kampf, auch nicht um den Streit, welche Nation zuerst die Hygiene gefördert hat, auch nicht, welche heute noch vorn an steht. Der allgemeinen Humanität zu dienen, soll hier der Wettstreit sein.— Nach den Mitteilungen deS Organi- sationökomiteeS sind über 100 offizielle Referate ange- meldet. Im ReichStagShause ist eine Ausstellung ver- anstaltet. Die Reichs- und deutschen Staatsregierungen find im ganzen durch 27 Delegierte vertteten. Aus 38 Staaten sind die be- deutendsten Männer der Wissenschaft als Delegierte erschienen. Die ausländischen Regierungen sind durch zweihundert Dele- gierte vertteten, ferner Behörden, Stadtverwaltung, Universitäten durch 150 Delegierte, im ganzen sind bereits 8000 Teilnehmer sin gezeichnet. Der Sekretär des internationalen hygienischen Komitees Professor Dr. Loeffler gedenkt der Verdienste Brouardels— Geheimrat W a l d e y e r als Vertreter der Akademie der Wissen schaften verweist darauf, wie sich die Wirksamkeit der Hygiene immer mehr ausdehne.— Dann folgen Ansprachen des Rektors der Berliner Universität, Professor Dr. Kaftan, des Rektors der Technischen Hochschule usw. An diese Ansprache reihen sich die der Vertreter der ausländischen Regierungen. An die Eröffnungssitzung schließt sich zugleich die Eröffnung der Ausstellung auf der gegenüber- liegenden Seite de? Königsplatzes im Reichstagshause an. Am Nach mittag konstituieren sich die acht Sektionen. AuS dem weiteren Verlaufe der Hauptversammlung ist noch mitzuteilen, daß auf Borswlag deS Vorsitzenden an das Kaiserpaar eine Huldigungsdepesche geschickt wurde. Darauf schritt man zur Wahl der Ehrenpräsidenten. Zu solchen wurden ernannt der Staats- sekretär im Reichsamt des Innern StaatSminister v. Bethmann- H o l l w e g, der preußische Kultusminister Holle und der preußische Kriegsminister v. Einem- Rotmaler, der Ministeriab direktor A Ith off, der frühere Präsident des Reichsgesundheitsamts Dr. Köhler. Prof. Robert Koch, Prof. Dr. B u m m, Generalstäbsarzt Dr. S ch j e r n i n g und von ausländischen Ge lehrten Lord Li st er, Prof. Levasseur, Ritter v. Grub er und Prof. G o l g i. In der großen Wandelhalle des Reichstages fand mittags 1 Uhr die feierliche Eröffnung der Hygiene-Ausstellung statt. Geheimrat Dr. Rüben er hielt die Festrede, in der auf die Entwickelung der hygienischen Wissenschast lief einging und ein an- schauliches Bild entwarf. Durch innige Bande niit Hygiene ver- bunden sei die Demographie, die den Nachweis erbringen soll, aus welchen Elementen die menschliche Gesellschaft sich aufbaut, wie ihre Glieder leben und sich erneuern. Für die Hygienekongresse bedeuteten die Ausstellungen dazu notwendige Ergänzungen. Kultus- minister Holle erklärte dann die Ausstellung für eröffnet. Die An- weseuden unternahmen darauf einen Rundgang durch die AuS stellung. Ju der Ausstellung selbst wurden die Präparate der experi mentellen Abteilung deS hygienischen Instituts Marburg, die unter der Leitung des bekannten Tuberkuloseforschers v. Behring hergestellt sind, viel vermerkt. DaS B o v o v a k z i n, der Schutzimpfstoff gegen die Perlsucht der Rinder, und die Tuberkulose, die durch Behandlung von Tuberkelbazillen mit Chloralhydrat gewonnen wird, nahmen das größte Interesse der gelehrten Versammlung in Anspruch. Ferner sind serumtherapeutische Präparate. Antikulose, Diphtherie- Heilserum usw. ausgestellt. Stereoskopische Aufnahmen veranschau lichen Tuberkulosebazillen in verschiedenem Wachstumszustande. Die Hauptarbeit des Kongresses liegt in Sektionen. Gestern nachmittag tagten nach ihrer Konstituierung bereits kurze Zeit einige der acht Sektionen, von welchen mehrere noch Unter sektionen hatten. Die eigentliche Tätigkeit wird aber erst heute stüh um 9 Uhr ausgenommen werden. Wir werden über die interessantesten Borttöge aus den Sektionen berichten. Bon wichtigen Thematen heben wir folgende hervor: t. Seuchenbekämpfung: übertragbare Genickstarre, Wnrmkrankheit, Ursachen und Bekämpfung der Tuberkulose, neuere Forschungen über Syphilis! 2. Säuglingshygiene! 3. Unfallverhütung; 4. Fabrikinspektion(Staubverhütting, hygienische AuS bildung der Fabrikinspektoren, gewerbliche Bleivergislung usw.); 5. Ermüdungsgrenzen durch Berufsarbeit; 6. Besondere Gefahren der Angestellten im Verkehrsgewerbe lNervosttät der Bahnbediensteten u. dergl.); 7. Hygienische Schäden der Heimarbeit; 8. Wohnungsfrage; S. Schulhygiene; 10. Volks- und Fabrikbäder; 11. Nahrungs mittelgefetzgebung; 12. AlkoholiSmuS! 13. Hygienische Einrichtungen auf Schiffen (Ueberwachung der Häfen. Gefahren deS Heizerberufs); 14. Abwässer und Kanalisation; 15. Bevölkerungsstatistik. Huö Induftm und Handel Die liebe Unschuld. Natürlich versuchen nun auch die Kohlenhändler sich von der Schuld an der Kohlenteuerung weiß zu waschen. Der Zentral- verband der Kohlenhändler Deutschlands, Sitz Hamburg, versendet an die Presse ein Zirkular, in dem er der Händler Unschuld— be- hauptet. Zunächst wird da? Vorhandensein eines Kohlengroßhändler- rings geleugnet. Dann aber heißt es weiter: .Dagegen nehmen auch Kohlenhändler das Recht in Anspruch. sich durch Vereinigungen vor schädigender illegitimer Konkurrenz eingangs gedachter Art zu schützen. So haben insbesondere einig« Großstädte, in erster Reihe Berlin, auf Anregung des mittleren und kleinen Kohlenhandels sogenannte.Kohlenhandelstonventionen geschaffen, daS heißt mit Hülfe des Großhandels wie überhaupt der ersten Hand Vorkehrungen zur Unterbindung deS geschilderten wilden Kohlenhandels getroffen. Gleichzeitig sind Somnierpreise und Winterpreise geschaffen worden, die gemäß der bergbaulichen Verhältnisse(gleiche Förderung im Sommer und Winter) einen billigeren Sommerbezug ermöglichen. Ferner be- kämpfen diese Konventtonen den unlauteren Wettbewerb im eigenen Stande, indem sie das Publikum vor Oualitätsverschleierung durch exakte Markenbenennung schützen Ueber die Kohlenteuerung und den Kohlenmangel selbst ist nur zu sagen, daß die außerordentlich günstige Konjunktur in allen Branchen und auf dem gesamten Weltmarkte, ferner die andauernde große Nackfrage der Industrie sowie der leidige Wagenmangel die Kohlenpreise auf ein höheres Niveau brachten bezw. Kohlenmangel verursachten. Zu bedenken ist serner, daß die Lebensmittelpreise, die Preise für Rohmaterialien aller Art, Arbeitslöhne, Ausgaben infolge der sozialen Gesetzgebung gleichen Schritt mit der Kohlen- Verteuerung hielten!" Ob die Händler durch Ringe oder Konventionen, in Gemein- schaft mit den Werken, die Preise in die Höhe tteiben, ist wirklich von untergeordneter Bedeutung. Wenn die Konsumenten durch Konventionen geplündert werden, dann ist das ebenso un- angenehm für sie, als wenn das durch einen Ring geschieht. Und der arme Teufel friert nicht weniger, wenn ihm nun durch eine Händlerkonventio» der Kohleneimer fo hoch gehängt wird, daß er ihn nicht mehr herunterlangen kann. In welcher Weise im Laufe eines Jahres die Kohlenpreise hinaufgetrieben worden sind, haben wir bereits m Nr. 204 des.Vorwärts' nachgewiesen. Wie speziell in Hamburg und seinen Vororten die Kleinhandelspreise gestiegen 'ind. zeigt diese Zusammenstellung. ES kosteten frei HauS 100 Kilo- gramm: 1906 M. Brittsche Kaminkohlen...... 2,40 Breite grobe Nußkohlen..... 2,30 Prima Nußkohlen........ 2,10 Kleine,(Singles).... 1,75 Grobe GaS-Cinder....... 2,95 Kleine„....... 2,95 Sachs. Braunkohlenbriketts 1000 Stück 8,50 Das find respektable Aufschläge. Wen» tatsächlich, wie der Kohlenhändlerverband behauptet, die Lebensmittelpreise in dem« selben Verhältnis gestiegen sind, dann ist das jedenfalls kein Trost 1907 Steigerung M. in Proz. 12,5 6,5 14,3 11,4 15,2 20,3 5,9 2,70 2,45 2,40 1,95 3,40 3,55 9,00 für die Konsumenten. Bekommen wir einen strengen Winter, dann wird in manchen armen Mannes Stube das Feuer fehlen, um die nicht vorhandenen Fleischstücke zu braten. Zum Hunger gesellt sich der Frost, eine Folge der vaterländischen Politik der Fleisch-, Brot- und Kohlenwucherer._ RoggenpreiS und Roggenernte. Die Getreidepreise haben in den letzten Wochen eine geradezu ungewöhnliche Hausse durchgemacht, dabei sind sie hauptsächlich nur auf die bloße Befürchtung einer knappen Versorgung hin gestiegen; wenn nun erst tatsächlich eine solche nach der Ernte sich ergeben sollte, so wäre die Preissteigerung im Jahre 1908 gar nicht ab- zusehen. Dazu bemerkt die„Arbeitsmarkt- Korrespondenz": Wie haltlos nun aber die Grundlagen der gegenwärttgen Preishausse am Getreidemarkt sind, zeigt sich am besten bei einer Prüfung der Marktlage für Roggen. Für den europäischen Konsum find zwei Länder maßgebend: Rußland und Deutschland. An den wichtigsten Roggenmärkten dieser Länder stellte sich der Preis für 1 Tonne Roggen in Mark Mitte September auf: Deutschland: 1906 1097 Berlin..... 156 198—201 Danzig..... 149-150 190—192 Mannheim.... 163 210 Rußland: Odessa. 93,75 154,35 Worauf basiert diese ganz gewaltige Preissteigerung? Natürlich auf den Berichten von Interessenten, die den Ausfall der diesjährigen Ernte anzugeben suchen. Hält man sich für beide Länder an die amtlichen Unterlagen, um das wahrscheinliche Ernteergebnis im Ver- gleich zum Vorjahre festzustellen: für Teutschland an den letzten Saatenstaudsbcricht für Mitte August, für Rußland an die vom zeniralasiatischen Komitee vorgenommene Schätzung des Ertrages, so läßt sich die Gestaltung der Roggenernte im Vergleich zum Vorjahre wie folgt kennzeichnen: Deutschland(SaatenstandSnote) 1906 1907 Winterroggen..... 2,6 2,6 Sommerroggen.... 2,3 2,0 Rußland(mutmaßliche Ernte in 1060 Tonnen): Winterroggen.... 16452 20333 Sommerroggen... 456 415 In Rußland wird danach die Ernte ganz erheblich größer ans- fallen als 1906 und auch»och umfangreicher als im Jahre 1905. Der Preis aber ist in Odessa um beinahe 70 Proz. höher als 1906. Die Behauptung, die in der landwirtschaftlichen Fachpresse aufgestellt wird, daß die russischen Exporteure so unzuverlässig seien, daß auf eine stärkere Versorgung deS Weltmärkte« trotz der größeren Ernte nicht zu rechnen fei, ist nicht stichhaltig, denn dann dürsten die Preise in Rußland selbst nicht so gestiegen sein. Für Deutsch- land sind die Eruteaussichten etwas weniger günstig als für Rußland, aber nur insosern, als kein größerer, sondern nur ein fast so großer Ertrag wie im Vorjahre zu erwarten ist. Daß indes damit das Hinaufschnellen des Preises von einem Jahre zum anderen um zirka 30 Proz. motiviert werden künn te, das erscheint denn doch sehr zweifelhaft. Geht man die Preisbewegung am Roggenmarkt während der letzten zwanzig Jahre durch, so findet sich nur ei» einziges Jahr, das noch die gegenlvärtige Höhe überschreitet, und zwar daS Jahr 1891, das eine allgemeine Getreidetcuernng brachte. Damals ging auch der Weizen- und Hakerpreis auf eine ungewöhnliche Höhe hinauf. Der Weizenpreis allerdings ist kaum noch von der damaligen exorbitanten Höhe entfernt; er steht gegen- wärtig an den bedeutendsten Marktplätzen bereits um annähernd 30 Proz. über dem vorjäbrigen und damit höher als in jedem vorangegangene» Jahre außer 1891." Ein Urteil über die deutsche Stahlindustrie. Der soeben von einer längeren Europareise heimgekehrte höchst- gestellte Beamte der größten Jnduslriegesellschaft der Vereinigten Staate», Richter Grrry voU'cheril. S. Srcel Corp-, hat sich über die in Deutschland gemonuenen Eindrucke einem Vertreter der.New Forker Handelszenüng" gtg'estüfter iii folgender Weist ausgesprochen: Auf einer ansgedehnten Automobilfahrt durch den Kontinent und Großbritannien hatte ich reichlich Gelegenheit, über die oll- gemeine geschäftliche Lage drüben Beobachtmigen zu machen, und ist mir dabei besonders aufgefallen, in welch ausgezeichneter Lage die Stahlindustrie Deutschlands sich befindet. Gefordert wird dieselbe durch da? Verhalten der Stegieruug. welche im Gegensatz zu der Bundesregierung industrielle Juteresseugeuteiuschafteu begünstigt. Auf Grund solcher Politik ist die deutsche Stahlindustrie sehr erfolgreich und progressiv. Wir beauipruche» hier zwar gewisse Superioriltät, aber die Demscheii huldigen dem Fortschritt, sie sind fleißig und keine Mühe scheuend und daher auch erfolgreich. Die Verlängerung der Syndikätvereinbarung innerhalb der deutschen Stahlbrauche erweist sich für alle Teile als sehr wohltäiig. Die Beziebnngen der II. S. Steel Corp. zu dem deutschen Stahlsyndikat schließen keine formellen Abmachungen ein, doch fiilden bezüg- lich der Allslandinteressen unserer Gesellschaft häufig Beratungen zlvischen Vertretern derselben und solchen des Syndikats statt. Deutschland ist wunderbar unternehmend n»d erfolgreich und hat in der Stabttndnstrie England überflügelt. Auch in Europa beginnt bei dem Bau von großen Ge- bänden Stahlmaterial eine ähnliche hervorragende Rolle zu spielen, wie das hierzulande der Fall ist. was allein für stete Vermehrung des Stahlkonsums beste Aussichten eröffnet. BrttiebSstockungcu machen sich auf den rulstschen Eisenbahnen, besonders den im Süden bemerkbar. So lagern auf der Siid-West- Bahn zirka 2500 Wagen Roggen, der nicht befördert werden konnte und nun zum Teil schon verdorben ist, auch an der deutscheu Grenze lagern auf der Station Grajewo ganze Ladungen von Getreide, weil eS angeblich an schistalspurigen Wagen mangelt. Soziales. Eine sozialpolitische Dekoration. In Bayern besteht seit kurzer Zeit beim Ministerium des Aeußern eine in drei Abteilungen gegliederte„Zentralstelle für Ge- werbe. Industrie und Handel", deren dritte Abteilung sich mit sozialpolitischen Fragen befassen soll und der auch Vertreter der Arbeiterorganisationen angehören. Die Einrichtung scheint aber nichts weiter als ein Schaustück zu sein, mit dem die Regierung Staat machen will. Die Mitgliedschaft Nürnberg der dritten Ab- teilung stellte jüngst beim Ministerium den Antrag, sofort die Ab- teilung einzuberufen, um über Matznahmen gegen die WohnungS- not zu beraten und Stellung zu den enorm hohen Getreidepreisen zu nehmen. Das Ministerium lehnte den Antrag ab, weil schon im April dieses Jahres die erforderlichen Matznahmen zur Hebung der Wohnungsnot in Nürnberg und Furth eingeleitet worden seien. Be- züglich der Cietreidepreise wird empfohlen, die bisher günstig ver- laufene Ernte im Inland abzuwarten. Nun ist zur Hebung der Wohnungsnot in Nürnberg und Fürth bisher fast noch gar nichts geschehen, obwohl die Zustände zum Himmel schreien und Prole- tarierfamilien in den unglaublichsten Gelassen hausen müssen. Der Stadtmagistrat Nürnberg hat nichts weiter getan, als daß er die Bauvorschristen zugunsten der Hausbesitzer verschlechterte und— eine Anzahl Armenwohnungen beschaffte, deren Inanspruchnahme mr die Betreffenden den Verlust politischer Rechte zur Folge hat. Außerdem soll den Erbauern von Kleinwohnungen ein Teil der Straßenhcrstellungskosten usw. nachgelassen werden. In Fürth ver- hindert das Gemeindckolleginm alle Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot. Das alles wäre Anlaß genug gewesen, die Ab- teilung einzuberufen, damit sie diese liberalen Stadtverwaltungen an ihre Pflichten erinnerte. Auch an den Getreideprcisen werden die Ernievcrhaltnisse in Bayern wenig ändern, da hier die Welt- Marktverhältnisse maßgebend sind. Wenn das für die Zentralstelle keine Gründe sind, sich mit diesen Fragen zu befassen, dann ist sie tatsächlich nur eine Dekoration, die für das Volk nicht den geringsten Wert hat. Für de» Inhal« der Iuierate iiberiiimui» die Redaktto» dem Vubliti»» aeftcnülier ieiuerlei Veranttvortuug. Cbcatcr. Dienst ag. 24. September. Anfang VI, Uhr. Aönigl. Opernhaus. Salome. S Ubr.) iel Viel »tgj Lärm um Nichts. Deutsches. Prinz Friedrich von Homburg. Kltmmerspiele. Liebelet.(Auf. 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Alt- Heidelberg. Anfang 8 Uhr. Schiller O.«Dallner-Theater.) Monna Vanna. Schiller Charlottenburg. Der Herr Senator. Friedrich- Wilhelmstadt. Schauspielhaus. Die Nibelungen. Berliner. Di« tanzenden Männchen. Lessing. Der Bund der Jugend. Neues. LbavalMthe. Liebe. Kleines. Vater und Sohn. Zentral. Unsere blauen Jungens. Komische Oper. Figaros Hochzeit. Westen. Die lustige Winne. y n st>l>ielhi> us. Husarenficber. Residenz. Haben Sie nichts zu ver- zollen? Trianon. Fräulein Josette— mein« Ihr SechS-Uhr-Onkel. Luisen. Amerilascppcl. Bernhard Rose. Ter Schlotjunker. Theater an der Spree. Der Attienbudikcr. ivteirouot. DaS mutz man seh'n. Slpollo. Sylvester Schäfser. Spe- zialitäten. Wallialla. Sveziatitälen. Folies Eapric«. Geleilte Liebe. AntidneUanten. Bunter Teil. Casino. Die wilde Jagd. Gebr. Hmnfeld. Madame Wig. Wag. ES lebe das Nachtleben. Wa singe. Lona Nansen. Spezialitäten. Wintergarten. Anne Dancrey. Annie DirlenS. Spezialiläten. Reichshallen. SleUmer Sänger. Prater. Bühne und Welt. Carl Havcrlaud. Spezialitäten. Ilr.int». T»»l-e»ktr»he i» t». Abends 8 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die EiSzeil unserer Heimat. Sternwarte. Javalldenltr. 57/SS. Kcrdiiian«!(tun na Berliner Thealer. Ansang 8 Uhr. Mittwoch, Donnerstag: Die tanzenden Männchen. Heiies Theater. Anfang 8 Uhr. lliayatrathe. Hieraus: ILticbe, Mittwoch: Jhavalrathe. Liebe. Donnerstag: Der Dieb._ Kleines Theater. Abends 8 Uhr zum 63. Male: Vater und Sohn. Mittwoch: Vater und Sohn. DonnerSlag: Vater und Sohn. Freilag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Vater und Sohn. liieslep llss Westens. 8 Ubr: Die InMtiire Witwe. Sonntag nachm. 3'L Uhr Halde Preise! L'rlllillnzxnlukr._ Friedrich- Wiihelmst. Abend« 8 Uhr: Die Nibelungen. Mittwoch zum l. Male: Der blinde Passagier. Lustspiel in 3 Akten von Oskar Blumcnthal u. G. Kadcwnrg. Donnerstag: Der blinde Passagier. Lusispielhaus. Täglich 8 Uhr; Hnsarenfieber. — Beirtater.---- Direllion: Riehard Alexander. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Allen von Maurice Hennequin und Pierre Veber. Robert de Trioelin: Nich. Alexander. Sonntag, den LS. September. nachmiliagS 3 Uhr: Der Schlafwageukontrolleur. lentrsl-lltester. Abends 8 Uhr t Unsere binnen Jansens. Vaudeville in 3 Akten. Luisen-Theater Anfang 8 Uhr. 'I. Mittwoch: Gebildete Menschen. Donnerstag: Carmen. Freitag zum 4. Male: Muttersegen. Sonnabend 4 Uhr: Nindervorstellnng: Prinzelsin von Marzipan. AbendS: Di« beiden Reichenmüller. Sonntag nachm.: Carmen. Abends: Muttersegen. Urania. �VisssusohnMichss Theator. Abends 8 Uhr: Die Cletscher ierflochjehlrie oaii die Eiszeit unserer Heimat. Invaüdenstr. 67—63; Sternwarle Tägl. geöffnet von 7'/,— 11 U. abds, Z0610CISCHER GARTEN i Täglich ab nachm. 4 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 Mk., von abends 6 Ühr ab 50 Pl., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. ffieakzmSaSpw Köpeuickerftrafte 68. Täglich 8 Ubr: Der Aktienbudiker. Alt-Berlinel GesangSposse o. D.Kaliich In Lriginalkostiiinc» nnd Teko ratioven der fünfziger Jahre. UixMs Theater Bürgersitte. vcrgftrahe Nr. Ii7 Direllion: Julius Türk. MIltwoch, den LS. September 1907, abends 8 Ubr: Die Kreuze! schreiber. Bauernkomödie mit Gesang in drei Akten von Anzengruber. Melropol-Thealer Zum 11. Mala; Gr. Revue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Sohultz. Bio Mttr a. D. BJaniulWiievai UBiami MJesepl FrllzlMassar) Fritzi Scheie, L. fiaskel-t°. Diript: Kapellmeister M. Roth. Anfang präzise 8 Ohr. Rauchen überaU gestattet. Ab 8 Uhr: DaS kolossale Programm i 9>l, Uhr: rjr. der weltberühnitB liniversalkunstep, I Passage-Theater, Sona. Kansen. 1 ij 14 erstklassige Nummern.{ Thealer des Zentrum. Sophien. Säle. Sophienslratze 17/18. Kis früh im Lllilfe. v.llren u. Lippschütz, Musik o. P. Lincke. Ansang 8 Uhr. Kleine Preise. Kehr. Herrnfeld- Theater. 57 lkommaudanlenstrahe Nr. 67. Ansang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2. Die erfolgreichsten Lach> 8 omüdien :: seit 17 Jahren:» JtadaraeWig-Vlag Operetten-BurleSke, Musik von L. Jtal. 5s!ede HssZisMeden! Separce-Afjäre in 2 Alten. Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrufeld. Sonntag nachmiltag 3 Uhr: Ein verrücktes Hotel und 1 Hayfisch geht zur Jag! mit Anton und Donat Herrnsei Sehiller- Sohlller.Theator 0.(Wallner-Tbeaierz. Dienstag, abends 3 Uhr: Illoiiim Tanna. Schauspiel in 3 Auszügen von Maurice Maeterlinck. Deutsch von F. o. Oppein-BronikowSki. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. DonnerSlag. abeiidsSUhr: _ Die Schinwgslor._ Theater. Schiller-Theater Charlettenburg, Dienstag, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Auszügen von Franz p. Schönthan u. Gustav Kadelburg. Mittwoch, a b c n d S 8 U h r: Zum ersten Male: Da» vierte Gebot. Danneritag, abendS8Uhri Das vierte Gebot. Zirkus Schumann Heute Dienstag, den 24. September, abends präzis« VI, Uhr: U. a. vierlache hohe Schule, geritten von den Damen HatblUle Renz, Dora Schumann und den Herren Ernst Rena, C. Rcao. Herr Ernut Schumann aus dem Vollblüter.Adrea-. Ee» 6 OIracs, komische Akrobaten. Kensmiis-Aiiiidrillc von l6 Pserdcn, dressiert und vorgeführt von Dir. Albert Sohumaim. The HonbarH, die phänomenalen Lustvoltigeure. Die weltberühmte Veorak ikarilch-akrobaiische Vorführungen. dem: Die grotzartigei Spezialitälcn. Autzerd je Zonlisir-Iruppö ' obaiisch« Vorführungen. Die giotzarttgen neuen HtimlWkllikM Gr. granktiirlerftr. 132. Heute: Der Held des Tages. Von Kurt Mama! liilsang 8 Uhr.— Wochentagspreise. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der grofte Unbekannte. ■— XIII. Saioou Zlrkns Ilasch Bahnhof Börse. Heute abend VI, Uhr: Große Vorstellung. Möns. E. Caroli in seinen Fakirkünsten. Herrn Willy Planus Wunder. elesnnten. Erstes Austreten v. Fräulein Martha Mohnhe. Herrn E. Schumanns Neu» dressuren sowie Austreten sämtl. neucngagierten Künstler und KünstlcAnnen. Eaü Wclßensee«snaj DienStag, 81. September, abends 8'l, Uhr, im„Prälaten«, Lehderstrasie 188: Oeflentliehe Versammlung. Tagei-Ordnung: 1. Der Boykott der Schneider und tvclche Lehren ziehen«vir daraus. 2. Diskussion. 3. Der Bäckcrboykott und seine Folge». 4. Diskussion. ES ist Pflicht der Genossen und besonders deren Frauen, zu erscheinen. RSilS» Das Gewerkschaftskartcll. Palast-Theater. 1 Burgftraste 84. Heut» 8 Uhr. Entree 60 Pf. 9as setoiraraende Theater. Die S Marnos The l�nnas und zehn erstklassige Nummern. mit.Am»« Dancrey, Olga Preobrajenaky, Le Boy, Talma and Bosco und anderen Glanznuramen». W.Koacks Theater virekliaii: Hob. Olli. Bruinienitr. 16. Die Rastelbinder. VolkSstück mit Gesang von Kaiser. Llnsang 8 Uhr. Enlree litt Pf. Ehren- und Vorzugskarten gültig I Sonnabend: Zertretenes Glück. Nach dem Ztoman d.»Verl. Morgenp.-. iL WSTiETiFfl Variete-Thdater Weinbergoweg 19/20. Nvienth.Tor. —— Ansang 8 Uhr.— DaS originell« Sept.-Piagramm. Auto Atlas, der Athlet hebt ein Automobil mit ilen Zlihnen. Tunnel: Kvnzcrl s. Tbcaterbes. frei. Idesler?o!!es Gspriee hinievstr. 132, Lclie erledriehstralle Täglich 8 Uhr abend»; Geteilte Eiebo. Ol« Antidnellaaten. Bunter Teil. Martens, Fleischmann, Grllnsokar In den Hauptro llen. Vorveri. Theater- _ lasse 10—2 und bei Werlheim. Kasitto-Theater. Loibringerftr. 87. Täglich 8 Uhr: Die niiihe Illssd. v" Ludwig Fulda. Vorher b. glänz. ErösinunaZ- Progr. Sonntag 4 Uhr: Nick Carter. prater-Theater Kasianien.Allee 7-9. BiiHne und Welt. Schauspiel in 4 Akten von P. Hantel. Ansang 8 Ubr. Morgen tt folg. Tage: Bühne n. Welt. Diese verhindern dir Ermüdung und stärken die 5cbkra& Preis pro Paar Mk. 1.50. Brillen und Kneifer in klicket von Mk. in Clcctro-Qold von Mk. 2.5(1 in Doubit-Qold v. Mk. 4,50. in echtem Qold v. Mk. 10.- a» Mit Optal-Qldscrn ca Mk. I.- mcht Optiker Ruhnke Berlin S.. 0 mnienstr» 47■ � Von außerhalb verlange man meine Broschüren 1 „Auge und Brille" und„Optal-GIäsor" nebst An-*< Ö9y Weisung zur Selbstbestimmung genau passender 1 ' Augengläser, gratis und franko. Optiker Ruhnke, l ' X X X Berlin 8., Oranionstr. 47. X X X""i Trianon-Theater. Fräulein Josette- meine Frau. _ Ansang 8 Uhr._ Sanssouci, S"' Direktion: Wilhelm Reimer. Heute DienStag: Gastspiel der Bert. Bolksbühne: Maria Magdalrna. Schauspiel von Hebbel. Volkstümliche Preise. Sonnlag, Montag, Donnerstag: Dn(i« h i>a n»e h e n. Sonnt. Beg. 5, wochent. 8 U. Spezial- Möbel-Halle' Fröbels Allerlei-Theater Schönhauser Allee 148(149. Heute DienStag, den 24. September: Gastspiel des Bernh.te-Tlieater- EnsembleS: Othello der Hohr von Venedig. Othello... Dir. Bernhard Rose. Kasseneröffn. 7 Uhr. Ansang�Uhr.|| ZY MoHtZpIatZ 59j Ecke Stallseh relberstraBe. f Nicht zu vergleichen mit I Abzahlungs- Geschäften, r welche Garderobe usw.| führen. Extra-Abteilung Britton verliehen gewesener Mflbel. alS Wöchentliche od. monatl./ ÄiÜ VeüziMMijesWltl., bad Wannsee. Ans. Wochent. 8, Sonntag» 7 Uhr. Reichsbailen- Theater. nggenhagen, Üoritzptatz. Ind. Albert Bödme. Täglich: Einige Sonnabende und Sonn- tage noch frei im November. 36L" Klnblians, Kommandantenstr. 78. II moderne Volks-Sängor. Martin Beinlix als Sherlock Holmes aus Treuenbrietzen. sä") liUr-lnnert Anfang 8 Uhr. Entree 50 Ff. Münzstr. 17 Eingang Kttnlgsgrabcn. Einige Sonnabende im November und Dezember ist mein grotzcr Pracht- saal sowie lleinere Festräume zu ver- geben. Vereinszimmer jeder Grötze zu Sitzungen und Perlammlungen unentgeltlich. 70L" SchnellnZhei'- flfrana- USHmalchlnei» empsichlt G. A. RÜttllCr A/exalderstrUd jetzt Andreasstraße 79, Ecke Holzmarftstraste.__• Beste � zur Oamenmäntel-Konfektlon und| et Kindergarderobe. � Fotterseiden u. Besatzartikel. � Fertige Damen-Jacketts, Capes. � KostUmröcke. 8Si» ä Reste zu ganzen Kostümen, farbig I = u-fchmarj. Stets Gelegenheilskauf Wichtig für Schneiderinnen und Damenschneider. iPanl Karle. I(1 Min, v. d.Hochbahnft.Schl.Tor.)| KSW �llalltüeratr. 07. ksiilih-l'lillilisiüi empfiehl iseln Lager In Beuohdandagaa, heihhinden. Garailehaltern, Sprilzen. Suspensorien sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. dieser, f. Ort»- u.HüIsS-Krantentallem Berlin C., 6801 L» 30. Fliiirii-Strajjt 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe> loten, angenehm u. weich am Körper. Auf Teilzahlung! Wöchentlich nur 1 Mark. Uhren jeder Art so-, wieGoIdwar.,Kilhern.! 1 Phonograph, Platten-" I iprechmaschinen, Har» inonitas, M-mdolinen, Geigen usw. Grotzc Auswahl in Platten, echte Edison- Apparate und Walzen zu Original. Preisen. dluhnv& König, Warschauerstr. 78. 1. Etage. Reinickendorferstr. 101, 1. Etage. Goldne Lebensregeln KUniti. auBgeit. Prachtwerk, 80 muatrailon.. 6 Kunst- br Hägen.- Allseitig� begeiKtert»uf- Pro* genommen.— feBaoreu Preis nur 6*�� Doktoren n. 2 Mk. Press« haben dafi -* Buch anerkennend besprochen. Zu bez. durch RUzVerlHg�ladebeul ii.Lelrzlg ._ u. allen Buchhandluncen.- Gesundheit, Glück u. Lebensfreude Jedennanni v. 5 im der Geist,/, Uhr nachmittags. Die ArbeitSlosrnkarten werden jedoch nur einmal täglich und zwar vormittags abgestempelt. Dl« Branchenhommlsslon. Einsetzer. DienStag, den 84. September 1907, abends 8'/, Uhr» Brauchen- Versammlung bei Boeker, Weberstraste Nr. 17. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen fsnäol über:„Die positive Arbeit der Sozialdemokratie". 2. � Zu dieser Versammlung besonders«inge gen rouovi llvcr:„iic pvurioe utrncii vrr Sranchcnanaelegenheiten. 3. Verschiedenes. find die Kollegen vom Bau Krauscustraste besonders eingeladen. Mittwoch, de« 88. September, abendS 8'/, Uhr: vertrsuellzmänner-vel'iswwlllgg der Euxusmebel-> Branche im Lokale de» Herrn Stramm, Ritterstr. 123. TageS-Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 8. ver» bandS- und Branchenangelegetiheiten. Jede Werlstatt mutz von jed er Branche Vertrauensleute entsenden. _ Die Koniiulsalon, Jalousie- Arbeiter. Mittwoch, den 25. September 1907, abends 8'l, Uhr» Branchen- Versammlung im EewerkschaftShans«, Engel-User 15, Saal 8. TageS-Ordnung: 1. Der Ablauf deS Tariss und unsere Stellungnahme zur eventuellen Kündigung. 2. Verschiedenes. JMT Der wichtigen Tagesordnung wegen müssen alle Kollege» in d« Versammlung erscheinen. i-!>. m Mittwoch, de« 85. September 1967, abends 6 Uhr: Branchen- Versammlung tt» Eewerkschaftshaufe, Engel-User 15, Saal 5. TageS-Ordnung: 1. Die Konserenz der Knopsarbeiter Deutschlands. 2. Die Lohn» blsserenzen bei Drcßler u. Kurzmann. 3. Die OrganisationSverhältnisse w unserer Branche. 4. Werkstattangelegenheilen und Verschiedenes. Achtung! Achtung! Juslhtitibn und Milkibrnnilku. Die nächste Sitzung findet Freitag, de» 87. September 1967, abends 8'/, Uhr. bei Dräsels, Neue Friedrichstr. 35, statt. TageS-Ordnung- 1.„Kulturelle Bedeutung der Arbeiterbewegnng*. Referent: Kollege Miras. 2. Bericht der TaristiberwachungS-Kommission vom Ob- mann Kollegen Klein. 3. Verschiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen, also niemanv sehle an diesem Slbend. 166/6 Die Ortsvenraltang. gfÄseraenf MmM» Rcpertorium der bevorstehenden Saison. SonntagZ:„Vlktorin-Sanger", Direktion Otto Gürn. Dienstags: Wilhelm Wolfis„Bambargcr SUnger". Freitags:., Spree-Athener", Direktion Max Zerner. Prachtvoll— Sehenswort. Im Wilhelm Bnscb- Uestaurant täglich; Künstler- Frei- Kouzert mit Harmonium-Beglritnng. Sonnabende für Vereine._ Fernsprecher Amt 13 Nr. 645. Kammacher. Mittwoch, den 85. September 1667, abends präzise 8'/, Uhr» Branchen- Versammlung der Kammcher und aller in der Jelluloidchaurschmulk' brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen t» Boekers Festsälcn, Webcrstraste Nr. 17. TageS-Ordnung: 1. Vortrag de» Kollegen 8. Sendet über:„Die positive Arbeit der Sozialdemokratie". 2. Diskussion. 3. Wcrkstattangelegcnheite». 4. Wer» schiedcneS._ Aehlnng! Sodenleger! Mittwoch, den 85. September, abends 8 Uhr i Versammlung � im Gewerkschastshause, Engel-Ufer 16, Saal 1. TageS-Ordnung: 1. Halbjährlicher Bericht der Kommission, Abrechnung vom FondS. 2. Branchenangelegenheit. 3. Verschiedenes. ES ist Pflicht, das) alle Kollegen in dieser Verfammlimg erscheinen. Die Kommission, ITIaschineeiarbelter. Mittwoch, den 85. September. abendS SV- Uhr, in den AndreaS« Festsälcn. AndreaSstraste 81: Sraneben»Vev5ammlung. TageS-Ordnung: 1. Neuwahl der Branchenleitung. 2. Branchenangelegenbeiten. 8. Ver» schiedcneS._ 91/15 ESP" Mitgliedsbuch legitimiert. ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. _ Die Kommission. Donnerstag, den 86. September 1967, abends 8V, Uhr. im Rose«. thaler Hof. Rosenthalerstraste 11—12: Kraiichtliiikrstüliiiiiiiig der Stkilincher. TagcS-Ordnuitg:* 1. Vortrag deS Redakteurs Genossen Wilb. Dliwell über:„Preustische Zttstäude". 2. Diskussion. 3. Brancheiiangelegenheiten. 4. Verschiedenes. _ Die BrunchenkonimlsMlon. verantwortlicher Redakteur: HanS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u-Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, tum 2u»w z. Stiltzt des„Uölllililts" Kerliiler Aldsbllllt. � � w parte!- Hngetegenbeiten« «chtung. vierter WahikreiS. Der Wahlverein veranstaltet am tS. Oktober in Kellers Festsälen einen Kunstabend. Billettö a SV Pf. setnschlieblick Garderobe) sind bei den BezirkSsührern zu haben. Die Abtetiungssührer. die die Billetts noch nicht erhalten haben, bitten wir. sich dieselben umgehend vom Bureau abzuholen. Am Mttwoch, den 2S. und Donnerstag, den 2S. d. M. bleibt das Bureau des Um- zugeS wegen geschlossen. Bom 27. d. Dl. ab befindet sich das Wahl- vereinsdureau Stralauerplatz iß, vorn II, geöffnet von 9—2 vormittags und 5—8 abends. Der Vorstand. SchSarberg. Die Versammlung de« sozialdemokratischen Wahl- verein« findet am heutigen Dienstag, abends 8'/, Uhr in E. Obst's Festsälen. Meiningerstr. S. statt. Die Tagesordnung lautet: t. �rrhjbt der Stadtverordneten. Referent Genosse E. Obst. 2. Auf- steklung der Kandidaten. 3. BereinSangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Parteigenosten I In letzter Zeit war der Besuch der Versammlungen sehr mangelhast; dies muß aufhören und eine stärkere Beteiligung eintreten. Die Wichtigkeit der Wahlen machen da« Erscheinen aller not« wendig. Such gilt eS, kraftvoll die Machinationen der Gegner zu bekämpfen. Der Vorstand. Lankwitz. Heut« abend 8'/, Uhr findet bei Rettger. Calandrelli- straße 27/29 die Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung: Vortrag des Genosten Rehbein, BereinSangelegenheiten und Ber- fchiedeneS. Pankow. Seute Dienstag, abends pünktlich'/.S Uhr. findet bei RoSzycki, Kreuzstr. 8— 4, die auf der letzten Mitgliederversammlung beschlostene außerordentlich« Generalversammlung statt. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen der Ge- nossen dringend notwendig. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mit- gliedSbuches. Der Borstand. Rieder-Schönhausen. Am heutigen DienStag, abends 8'/, Uhr, findet in ,Neu-Carlshof�, Beuth-, Ecke Charlottenstraße, eine außer- ordentliche Generalversammlung deZ Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahlen zum Vorstand, 2. Vcrcinsangelegen- heiten, 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist besonders notwendig, da sehr wichtige Punkte zur Verhandlung ge- langen. Der Vorstand. die Bibliothek sind auch die Tegel. Den Parteigenosten zur Nachricht, daß Dienstag abends von 8—9 Uhr geöffnet ist, dort ZeiUmgen vom internationalen Kongreß zu haben. Zossen. Wir machen nochmals auf die morgen, Mittwoch, abends Uhr, stattfindende Wahlvereinsversammlung auftnerksam. Tagesordnung: t. Vortrag über Gemeindepolttik, 2. Ausschluß eines Mitgliedes, 3. Verschiedenes. Der Borstand. Berliner JVaebriebten. Die„Zuverlässigkeit" der Gemeindewählerliste erscheint immer noch vielen Wahlberechtigten als über allem Zweifel erhaben, so daß es eine unnöttge Mühe sei, sie in der Zeit ihrer Auslegung zu kontrollieren. Allerdings ist diese Vertrauensseligkeit in den letzten Jahren doch mehr und mehr ins Wanken gekonimen, und besonders in diesem Jahre hat eine so große Zahl von Personen, wie wir es bisher in Berlin noch nicht erlebt hatten, die ausgelegte Liste geprüft. Wir�haben vor etlichen Wochen darüber berichtet, daß von den 56 674 Personen, die diesmal Einblick in die Liste ge- nomincn hatten, nicht weniger als 1063 Personen sich entschlossen, eine Berichtigung der Liste zu beantragen. Der Wahl- Prüfungsausschuß, dem die 1063 Einsprüche überwiesen wurden, hat nunmehr eine recht erhebliche Zahl dieser Einsprüche als berechtigt anerkannt. Schon der Magistrat hatte den Anträgen zahlreicher Wähler auf Berichttgung von Irrtümern in der Namcnschreibung, der Äerufsangabe usw. sowie auf Umtragung nach der jetzigen Wohnung ohne weiteres zustimmen müssen. Der Ausschuß hat sich ihm hierin angeschlossen, wie zu er- warten war. Er hat aber weiter von den 876 Personen, die sich überhaupt nicht in der Liste gefunden und n a ch t r ä g- l i ch e Aufnahme gefordert hatten, für fast die Hälfte— 416 Prrsoiic»— diese Forderung als begründet angesehen. ES hat sich herausgestellt, daß in diesen 416 Fällen die Voraussetzungen, die zur Weglassung aus der Liste geführt hatten, nicht zutreffend waren. So hatte man z. B. 17 Personen versehentlich zu den Stenerrcstanten gerechnet. 34 Personen irrtümlich ivegen„Unterstützung" gesttichen, 34 Personen fälsch- lich für Nichlprcußen gehalten, 176 Personen grundlos als Schlafburschen behandelt usw. usw. DaS sind Zahlen, die zu denken geben. Man sieht, wie nötig es ist, sich beizeiten um die Wählerliste zu kümmern. Groß ist freilich auch die Zahl derjenigen, deren Einspruch zurückgewiesen werden mußte. Unter ihnen sind besonders viele Stcuerrestanten, denen ja bei den Gemeindewahlen das Wahlrecht nicht zusteht, auch viele Personen, die als Schlaf- burschen angesehen werden mußten und deshalb das Gemeinde- Wahlrecht nicht haben, ferner nianche, die ihr Wahlrecht ein- büßten, weil sie als im letzten Jahre„unterstützt" galten, unterstützt zum Teil nur durch Krankenhauspslege für ihre Angehörigen. Es patzt dem liberalen Bürgertum in seinen Sham. daß es fast immer nur Arbeiter und Sozial- demokraten sind, die von Wahlrechtsverlusten betroffen werden._ Da» Projekt der A. E. G. Ueber daS Projekt einer Hoch- und Untergrundbahn Gesund- brunnen— Rixdorf macht die Allgemeine Elektrizitätsgefellschaft Wlgcndc Mitteilungen: »Die elektrische Schnellbahn Gesundbrunnen— Rixdorf mit einer gesamten Länge von 13.07 Kilometer, von denen 2,46 Kilo- meter als Untergrundbahn gebaut werden, nimmt ihren Ausgang an der großen nördlichen Avenue der Christianiastraße, dort, wo diese von der Schwedenstraße gekreuzt wird; sie läuft die Schwcdenstraße hinab, erreicht durch die Badstraße den Gesund- brunnen, überbrückt die Ringbahn und gelangt in die breite Brunnenstraße, die sie bis zur Veteranen)traße benutzt. Hjier wird in Fortsetzung der Zehdcnickerstraße von der Stadlgemcinde Berlin eine neue Straße gcfcbaffen. In dieser Straße geht die bisher als Hochbahn verlaufende Strecke zur Untergrundbahn über, derart, daß sie am WeinbcrgSweg bereits untcriroffch verläuft. Von hier geht die Bahn unter der Rosenthalerstraße bis zum Hackefchen Markt, unterführt den Stadrbahnhof Böqe, gelangt durch die Spandauerftraße am Rathaus vorüber zum Molkenmartt und unter der Stadtvogtei fort unter die neue Ufer- straße. Hier steigt sie wiederum zur Hochbahn auf, kreuzt die Spree bei der Waisenbrücke und läuft am jenseitigen Sprpe- ufer bis zur Jannowitzbrücke. Von der Jannowitzbrücke an liegen die bisher nebeneinander verlaufenden Gleise übereinander und gelangen in zweistöckigem Aufbau in die MichaeTkirchstraße hinein. Am Michaelkirchplatz werden die Gleise wieder in die alte Lage gebracht, laufen von dort das Elisabethufer entlang, biegen vom Oranienplatz in die Dresdenerstraße ein, kreuzen bei der Skalitzerstrahe die Hochbahn, über die sie hinwcggeführt werden, und verlaufen durch die Kottbuserstraße, Kottbuserdamm, Hermannsplatz, Kaiser Friedrichstraße, Reutcrstraße, Berliner- straße, Bergstraße über die Ringbahn hinweg bis zur Endhalte- stelle an der Grenz-Allee. Diese, wie gesagt, 13,67 Kilomeftcr lange Strecke erhält einschließlich der beiden Endstationen 1b Haltestellen, so daß auf rund 935 Meter eine Haltestelle kommt. Sie liegen an der Christianlastraße, an der Ringbahn(die Uelwr- brückung der Ringbahn als Haltestelle ausgebildet), an der Volte. straße, der Bernauerstratze, am WeinbergSweg-Rosentbaler Tor, unter dem Stadtbahnhof Börse, am Rathaus, an der Jannowitz- brücke, am Michaelkirchplatz, am Oranienplatz, an der Kottbuser- brücke, am Hermannsplatz, am Ausgang der Berlinerstraße in unmittelbarer Nähe des Rixdorfer Rathauses, vor dem Ringbahn- hos an der Bergstraße, an der Grenz-Allee. Von diesen 15 Haltestellen liegen drei. Wcinbergsweg-Roscnthaler Tor, Börse, Berliner Rathaus, unter der Erde, die 12 weiteren oberirdisch. Von der Haltestelle Gesundbrunnen bis zum Ringbahnhof Rixdorf, die beide mit Endkehrcn versehen werden, ist, um eine etwaige Verlängerung der Bahn über ihre jetzigen Endpunkte hinaus zu ermöglichen, ein dichterer Verkehr vorgesehen." An Verkehrsprojelten fehlt es in Berlin nicht. Je mehr solcher Projekte aber geschaffen werden, desto langsamer entwickelt sich das Verkehrswesen selbst. Die Folge ist nämlich, daß diese Projekte immer wieder geprüft werden müssen, und dadurch die Ausführung älterer Pläne in immer lveiteve Ferne gerückt wird. Eine gute und schnelle Verbindung der Stadt Rixdorf mit dem Norden Berlins ist sicher eine dringende Notwendigkeit; es liegt nach dieser Richtung allerdings das Schnellbahnprojekt vor und der Ausführung einer Probestrccke in der Brunnenstraße ist bereits die Zustimmung erteilt. DaS Projekt der A. E. G. ist den Städten Berlin und Rixdiorf sowie dem Polizeipräsidenten eingereicht. Zum Achtuhr-Ladenschluß hat der Zentralausschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine eine Resolution gefaßt, in der er sich gegen den Achtuhr-Ladcnschluß erklärt. Die Gründe sind die üblichen, die schon in früheren Jahren bis zum Ueberdruß vorgebracht wurden, sie sind indes durch ihr Alter keineswegs besser geworden. In der Re- solution heißt eS u. a.; »Der Zentralausschuß ist der Ansicht, daß den ohnedies schon schwer belasteten Ladeninhabern die Möglichleit erhalten werden muß. ihre Geschäftsräume innerhalb der gesetzlich gestatteten Grenzen auszunützen und daß es eine Unbilligkeit und eine durch nichts zu rechtfertigende Härte wäre, wenn alle diejenigen steuerzahlenden Gewerbetteibenden, die durch den Achtuhr-Ladenschluß schwer ge- schädigt würden, durch diejenigen vergewaltigt werden dürsten, die an der Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes kein gleich- starkes Interesse haben. Aber nicht nur die Existenzsähigkeit eines großen Teiles der Detailgeschäfte erfordert die Beibehaltung des Neunuhr-Ladenschlusses, sondern auch all der zahlreichen Käufer, die erst nach 8 Uhr in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu decken." Wie kurzsichtig der Zenttalausschuß doch ist! Er sieht gar nicht, daß die Existenzfähigkeit eines großes Teiles der Detailgeschäfte nur gehoben werden kann durch größere Kom'umsähigkeit des Publikums. Wenn alle Ladeninhaber um 8 Uhr schließen müssen, wird sich daS kaufende Publikum schon daran gewöhnen, seine Bedürfnisse während des Offenhaltens der Läden zu befriedigen. Die vom Zentral- ausschuß geltend gemachten„Gründe" und noch„schwerwiegendere" wurden auch schon gegen die Einführung der Sonntagsruhe vorgebracht. Und doch sehnen sich heute die Ladeninhaber nicht nach den Zeiten zurück, da sie ihre Läden bis 16 Uhr abends geöffnet hielten._ Der Berliner Lehrerverein beschäftigte sich am letzten Freitag mit den Bauplänen zu seinem Vercinshause. DaS Vereinshaus des Berliner Lehrervereins wird am Alcxanderplatz gegenüber dem Polizeipräsidium errichtet. Es erhält mehrere Säle, deren größter zirka 1666 Personen fassen wird. Für daS deutsche Schulmuseum, das mit seiner reichhaltigen Bibliothek gegenwärtig in der 49. Ge- meindcschule— Blumenstraße— notdürftig untergebracht ist, werden an der zweiten Front des Grundstücks in der Kurzenstraßc Vücherräume sowie ein Lesesaal geschaffen. Haltestellentafeln für die Automobilomnibusse. Anzeigetafeln an den Haltestellen und Grenzen der Teilstrecken der Automobil- omnibusse werden jetzt von der Allgemeinen Omnibusgesellschaft an- gebracht. Einige dieser Tafeln sind schon jetzt am Pariser Platz und einigen anderen Stellen probeweise aufgestellt worden. Sobald sie ihre endgültige Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde gefunden haben, werden sie an allen Linien, die mit Automobilomnibusten be- trieben werden, angebracht. Die Tafeln bestehen in einem weißen Emailschild, das die Aufschrift„Kraftomnibus" in schwarzen Buch- stabcn trägt. DaS Schild ist rot umrändert. An seinem äußeren Ende ist eine runde Scheibe in roter Farbe angebracht. Auf dieser Scheibe steht, je nach ihrer Bestimmung,„Haltestelle" oder„Teil- strecke". Die Tafeln sind an kurzen Armen befestigt, die ihrerseits wieder an den Trägermasten der städtischen Beleuchtung angebracht sind, seien dies die Masten der Gastandelaber oder die Trägermasten für die elektrischen Bogenlampen. Die Tafeln sind ein dringendes Bedürfnis, da im Publikum vielfach Unklarheit über die genaue Lage der Haltestellen der Automobilomnibusse besteht. Eine LiedeStragSdie hat sich gestern vormittag in der Wörtherstr. 16 abgespielt. Dort schoß der 22jährige Uhrmacher Alexander Anger ans der Skalitzer- straße 67 dreimal auf seine Braut, die 24jährige Charlotte Hentschel und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Die Verletzungen, die das junge Mädchen erlitten hat. sind lebensgefähr« lich. Anger war seit etwa zwei Jahren mit Charlotte Hentschel ver- lobt. Das junge Mädchen wollte sich aber in letzter Zeit von ihm lossagen, da es einsah, daß ein Zusammenleben mit Anger nicht zu ihrem Glücke sei. Dem Bräutigam blieb die Absicht seiner Geliebten nicht unbekannt. Ohne Wortwechsel zog er gestern vormittag in der Wohnung der Braut plötzlich einen Revolver und feuerte drei Schüsse auf das Mädchen ab. das schwergetroffcn Boden sank. Dann richtete Anger die Waffe gegen sich selbst. Der Schuß ging durch die Schläfe und wirkte sofort tödlich. Die Leiche wurde nach dem Schau- hause gebracht, während daS Mädchen im Krankenhause am Friedrichs- Hain Aufnahnre fand._ Auf der Suche nach dem Eisenbahnfrevler. Eine Korrespondenz berichtet:„Von dem Urheber der Eisenbahnkatastrophe bei StrauS- berg fehlt noch immer jede Spur. Zur Ermittelung des Eisenbahn- frcvlers macht jetzt die Staatsanwaltschaft beim Landgericht III einen neuen, umfangreichen Versuch. Zur Erledigung der vielen Anzeigen, die noch eingegangen waren, wurden alle Veroächligten auf dem Polizeipräsidtum den 12 Personen, die den Schlüsselbesteller gesehen haben, gegenübergestellt. Keine einzige Anzeige ergab einen Anhalt zur Ennitielung des Tälers. Jetzt wurden alle Angaben über die Person- lichkeit des Verbrechers noch einmal geprüft. Hiernach stellte man dann eine Personenbeschreibung auf, der jetzt die weiteste Verbreitung gegeben werden soll. In vielen tausend Exemplaren wurde gestern eine Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft an Amts- und Ge- mcindeporstehcr. Landratsämter, Konsulate, Bahnhöfe. Gast- und Schankwirte versandt oder durch Ordonnanzen verteilt. Diese Bekanntmachung auf rotem Papier soll überall ausgehängt werden. Wenn auch diese Maßnahme nicht zum Ziele führt, dann wird man die Ermittelung deS Verbrechers wohl dem Zufall über« lassen müssen." Nach diesen Mtteilungen steht die anfänglich als ziemlich sicher angenommene Täterschaft deS Schuhmachers Leistner aus Strausberg doch wieder in Frage; man muß viclniehr annehmen, daß ein Mann wieder einmal unschuldig in einen schweren Verdacht gekommen ist. Zwei schwere Unglücksfälle im Straßcnbahnverkciir, darunter einer mit tödlichem Ausgang, werden uns gemeldet. Durch die alte Unsitte, während der Fabrt die Wagen zu besteigen, hat am Sonnabendabend der 24 Jahre alte Schlosser Max Kochmann aus der Glogauerstr. 4 sein Leben eingebüßt. An der Ecke der Neuen Schönhauser- und Weinmeifterstraße versuchte K. aus den in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen Nr. 2644 der Linie 47 auf- zuspringen. Er kam dabei zu Fall, stürzte auf das Sttaßenpflaster und zog sich einen Schädelbruch zu, an dessen Folgen er bald darauf starb.— Auch der zweite Unfall trug sich im Betriebe der Linie 47 zu. An der Ecke der Schonhauser-Aliee und Bornholmerstraße wurde der 26 jährige Paul Jänsch aus Pankow von einem Straßen- bahnwagen in dem Augenblick, als er den Promenadcnweg betreten wollte, angefahren und auf den Fahrdamm geschleudert. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und fand in bedenklichem Zustand im Weißenseer Krankenhaus Aufnahme. Zu besonderer Borficht mahnt ein Unglücksfall» durch welchen vorgestern die in der Schlegelftr. 3 wohnende Frau HanSwig in ernste Gefahr geriet. Sie war mit Plätten beschäftigt und bediente sich eines mit Holzkohle erhitzten PlätteifenS. Frau H. atmete die der Holzkohle entströmenden giftigen Gase ein und brach be> sinnungSlos zusammen. Dan Bemühungen des Arztes auf der Unfallstation IX in der Eichendorfsstraße gelang eS, Frau H. wieder m das Leben zurückzurufen. Im Untersuchungsgefängnis erhängte sich der 73 jährige Schuh- macher Ernst Nickel aus Oberschöneweide, der am Freitag wegen Verbrechens an einem Schulmädchen verhaftet worden war. Wie sich herausstellte, hatte sich N. noch an einem zweiten Mädchen ber- gangen. Er hat sich der irdischen Gerechtigkeit dadurch entzogen, daß er sich an fernen Hosenträgern erhängte. N. wurde gestern früh als Leiche aufgefunden. Eine schwere Bluttat hat sich am Sonntagabend in der Freien» walderstraße zugetragen. Im Hause Freienwalderstr. 11 geriet das Ehepaar Hilpert mit dem 42jährigen Arbeiter Albert Obst in Streit, bei dem H. den Obst dermaßen mißhandelte, daß O. blutüberströmt und bewußtlos liegen blieb. Die Schädeldecke war dem Unglücklichen durch einen Beilhieb eingeschlagen worden. Auch das Nasenbein ist ihm zerschmettert worden. In einer Droschke wurde er nach dem LazarrrS-Krankenhause gebracht. Sein Zustand ist so gut wie hoffnungslos. „ES liegt ein Sterbender am Wege!" So rief man sich, wie uns ein Leser schreibt, am Sonnabend in der sechsten Abendstunde beim Eingang zum H u n> b o l d t h a i n an der Wicsenstraße zu, Dort war ein scheinbar dem Arbeiterstande ungehöriger, ziemlich sauber gekleideter, etwa 46 jähriger Mann wenige Schritte von der Turnhalle zusammengebrochen und lag nun, aus dem Rücken auö- gestreckt, am Boden, wo das einer klaffenden Kopfwunde entströmende Blut eine Lache bildete. Eine aus Frauen, Kindern und einigen den sogenannten„besseren Ständen" ungehörigen Herren bestehende, schnell anwachsende Menge Neugieriger umstand den Be- wußtlosen, der nur ganz schwach atnicte, und erörterte die Frage, ob der Mann tot oder ob eS„noch nicht ganz aus" sei nnt ihm. Trotz eifrigsten AuSschauenS anderer war im ganzen Ilmkreise kein Schutzmann zu entdecken, der den Unfallwagen hätte requirieren können. So lag denn der Bedauernswerte, der, wie es hieß, von der Treppe eines Hauses abgestürzt sein' sollte, dessen Identität aber niemand festzustellen vermochte, geraume Zeit h ü l f 1 o S da, bis zwei des Weges kommende junge Männer sich seiner erbarmten, ihn aufhoben und auf eine Bank niederlcgteu, um sich dann nach weiterer Hülfe umzusehen. Jedenfalls war der Zustand des Mannes recht bedenklich und möglichst schnelle Hülfe am Platz. Es bemächtigte sich der Umstehenden berechtigter Unwille ob deS Nichtvorhandenseins eines Polizeibeamten in emem so kritischen Falle und an einer Stelle wie im Humboldthain, in dessen verschlungenen Pfaden es ja ohnehin mit Eintritt der Dunkelheit ein„bißchen— unsicher" fem soll. Wenn in der Gegend auf irgend einer Arbeitsstelle ein Streik oder eine Aussperrung gewesen wäre, hätte man sofort gewußt, wo ein Schutzmann zu finden gewesen wäre. ArbeitcrbildungSschule. Ein Irrtum hat sich in die Annonce vom Sonntag eingeschlichen. Der Kursus in Tempelhof(Ein- sührung in die Nationalökonomie I, Vortragender Julian Borchardt) findet nicht Donnerstags, sondern Montags statt und beginnt aw 14. Oktober. Radrennen in Steglitz. Der Sportpark hatte am Sonntag wieder seinen üblichen Massenbesuch. In dichten Scharen zogen die Schaulustigen hinaus und hielten wohl an 16 666 Menschen die Bahn umiäumt. Das Programm wies zwei Dauerrennen über 166 Kilometer auf. eingeteilt in drei Läufe zu 26, 86 und 56 Kilo- meter und erfolgt die Gesamtklassierung nach der Zahl der ge» fahrenen Kilonielcr. Die Preise sind: 3666, 2566,2266,2666, 1866, 1666, 1466, 1266, 1666 und 86>6 M. Der Verlauf der Rennen zeitigte ein eigentümliches Ergebnis; Guignard, der wie ein Rasender fuhr und ein brillantes Nennen lieferte, plazierte sich hinter Schipke, der nur sehr mittelmäßig war und auch Przyemrbel kam erst an fünfter Stelle, trotzdem seine Leistung hervorragend war. Auch Dickeutinann, der einzige, der 166 Kilometer zurücklegte, mußte seinen Platz an Nobl abtreten, da seine Fahrweise nicht emwandfrei war und auch seine gefahrene Zeit schlechter gewesen ist. Die übrigen Teilnehmer: Demke. Salzmann, Hiibcr, Bruni und Butler kamcir nicht über daS Mittelmaß hinaus, wobei allerdings Demke und Butler unter dem Versagen ihrer Motore zu leiden hatten. Das Ergebnis ist folgendes: 1. Nennen. 1. Lauf(26 Kilometer): 1. Guignard 14 Min. 22� Sek., 2. Robl 18.846 Kilometer, 3. Demke 18.796 Kilon, eter. 4. Butler 18,746 Kilometer. 5. Salzmann 18.616 Kilometer. Guignard fertigt seine Gegner glatt ab. 2. L a u f <36 Kilometer): 1. Robl 21 Min. 42'/, Sek., 2. Demke 27 886 Kilo« meter, 3. Butler 26,836 Kilometer, 4. Guignard 26.736 Kilomeier» Salzmann 25,836 Kilometer. Guignard erleidet in der 26. Runde Ketten- bruch und büßt außerdem durch Motorwechsel bedeutend an Boden ein. Demke und Butler fahren zeitweise recht schön. 3. Lauf (56 Kilometer): 1. Guignard 35 Min. 46>/i Sek.. 2. Nobl 49,826 Kilometer, 3. Butler 43,966 Kilometer. 4. Salzmaun 43,446 Kilo- meter. 5. Demke 41,526 Kilometer. Heißer Kampf zwischen Guignard und Robl; letzterer nähert sich dem Franzosen bis aus zirka 75 Meter, läßt dann aber nach und dieser kann nahezu eine Runde gutmachen. 2. Rennen: 1. Lamf(26 Kilometer): 1. Dicke ntmann 14 Min 362/, Sek.. T Przyrembel 19,756 Kilometer. 3. Schipke 19,766 Kilometer, 4. Bruni 18,466 Kilometer, 5. Huber 17,830 Kilometer. Der Holländer siegt leicht: Kampf zwischen den beiden Berlinern, der sich zugunsten von Przyrcmbel entscheidet. 2. Lauf<36 Kilometer): 1. Dtckentmaun 22 Min. 24'/, Sek., 2. Bruni 28,166 Kilometer, 3. Schipke 27.686 Kilometer, 4. Huber 26,566 Kilometer. 5. Przhrembcl 24,436 Kilometer. Ohne Kampf gewonnen, da Przyrembel in der 25. Runde durch Motor- schaden weit zurück endet.— Die anderen Teilnehmer fuhren ohne Interesse. 3. Lauf(56 Kilometer): 1. D i ck e n t in a n n 37 Min. 29'/, Sek., 2. Przyrembel 49,966 Kilometer. 3. Schipke 49,656 Kilo- meter, 4. Bruni 42.576 Kilometer. 5. Hubcr 42,636 Kilometer.— Der ganze Laus fast ein unausgesetzter Kampf und Angriff auf Dickeutmann von feiten Przyrembel, dem es in der 45. Runde ge- linat, an dem Holländer vorbeizukommen, dann aber von feiner Führung abfällt. Alle weiteren Angriffe bleiben erfolglos. Zchiple begnügt sich, hinter beide« zu bleiben und erringt da- durch den S. Platz. Huber und Bruni weit zurück. Gesamt- ergebniS: 1. Robl 98,660 Kilometer in I Stunde 11 lllliu. r.OY, Sek., 2. Dickentmann 100 Kilometer in 1 Stunde 12 Min. 46 Sek., 3. Schipke 97,080 Kilometer, 4. Guianard 06,730 Kilometer, 5. Przlzrembel 94,140 Kilometer, 6. Butler 89,949 Kilometer, 7. Bruni 89,010 Kilometer, 8. Demle 83,140 Kilometer, v. Salzmann 87,280 Kilometer, 10. Huber 85,940 Kilometer. Radrennen z« Treptow. Sonntag, den 22. September. Ein kleines Rennen, trotzdem bei den niedrigen Eintrittspreisen guter Besuch. Das Match Helle mann-Rabe-Stabe<300, 200, 160 M.i in 6 Läufen ergab folgende Placierung: 1. Hellemann (5 Punkte); 2. Stabe(6 P.); 3. Rabe(7 P.) Ein Malfahren über 900 Meter(20, 15, 10, 6 M.) wurde von Götze vor Powke, Schnittchen und Theiß gewonnen. Nach dem Nennen wurde von den Dauerfahrern fleißig trainiert. Orgelkonzert. Mittwoch, den 25. September, abends 7� Uhr, veranstaltet der königliche Musikdirektor Bernhard Irr- gang in der S t. Marienkirche, Neuer Markt, das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Fräulein Manon Desire? Jansen(Sopran). Herrn Robert Maitland(Bariton) und Herrn Otto FabriciuS(Celloi. Orgelkomposttionen von Bach, M. Reger (Pafsacaglia a. d. Monologen) und Wolfrum. Der Eintritt ist frei! Feuerwrhrbericht. Wegen eines großen Kellerbrandes wurde am Sonntag der 7. Zug nach der Ebeliugstraße 8 gerufen. Im Keller de» Borderhaufes unter dem Kolomalwarengeichäft von E. Hanke brannten Fässer mit Petroleum, Kisten, Packmaterial, Türen u. a. Die Flammen mit dickem Qualm vermischt schlugen der Feuerwehr bei ihrem Eintreffen entgegen. Brandmeister Lange ließ sofort mit mehreren Schlauchleitungen unausgesetzt Wasser geben. Um an den Brandherd vorzudringen, mußten die Rohrsührer mit Rauchschutz- kappen ausgerüstet werden. Schließlich gelang es, den Brand zu lokalisieren und auf den Lagerkeller zu beschränken. Das in oem Keller eingedrungene Wasser wurde wieder ausgepumpt. Die Entstehung des BraudeS wird auf Unvorsichligkeit zurückgeführt. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr mittag« nach der Dessauerstr. 6 zerufen, wo der Fußboden unter einem GaSofen in Brand geraten war. Ferner hatte die Wehr am Sonntag in der Palifadenstr. 42 zu tun. Dort war ein Pferd in einen Keller geraten. Die Wehr holte den Gaul gesund wieder heraus. Nicht weit davon mußte der 7. Zug iiy der Frankfurter Allee 144 einen Brand löschen, der im Kesselhause ausgekommen war. Späne brannten dort und im Exhaustor. Außerdem waren noch Brände in der Königsberger- straße 14(Eisenwarenlellcr), Tnrmstraße und an anderen Stellen zu löschen.__ Vorort-]Vacbncbtem Schönebera. Hülfe für die Liberalen. Den diesjährigen Stadtverordneten-Wahlen in Schöneberg sehen die Liberalen nicht ohne Besorgnis entgegen. Sie schreien nach Hülfstruppcn— nicht nur nach Wählern auß der werktätigen Bevölkerung, deren Stimmen der Liberalismus für sich einfangen möchte, sondern vor allem auch nach Personen, die den Liberalen bei der Wühlarbeit helfen könnten. Für die Ilebernahme all der kleinen Dienstleistungen, ohne die keine Wahl- agitation und kein Wahlkampf erfolgreich durchzuführen ist. suchen sie jetzt die Frauen dcZ Bürgertums zu gewinnen. Zum Sonnabend hatten sie sich bei der sogenannten „Liberalen Frauen Partei" eine öffentliche Versammlung bestellt, in der die Frauen mobil gemacht und die nötigen Hülfs- krüftc ans ih�en Reihen geworben werden sollten. Eingeladen hatte man„Frauen aller Stände", aber gekommen waren nur— Damen. Im übrigen jedoch verlief alles programmgemäß. Der liberale Stadtverordnete Dr. Voßberg sprach über die bevor- stehenden Stadtverordneten-Wahlen in einem Vortrag, der ein einziger LobcShhmnuS auf die vermeintlichen Ruhmestaten der liberalen Fraktion des Schoncbcrger Stadtparlaments war. Und dann wurde von Fräulein LischncwSka, der Vorsitzenden der „Liberalen Francnpartei", den Versammelten dringend an? Herz gelegt, sich als Helferinnen den Liberalen zur Verfügung zu stellen. DaS ist nun nicht sonderlich überraschend; denn eS verstand sich ja von selber, daß die Danicn der„Liberalen Fraucnpartei" trotz allem radikalen Getue sich nur zu Ihresgleichen hingezogen fühlen würden. Wir brauchten über diese Versammlung auch nicht viele Worte zu machen, wenn sie nickst noch ein gewisses Interesse bc- anspruchte infolge einer Auseinandersetzung, die der Liberalismus mit einem anderen seiner Bundesgenossen hatte. Dieser andere Bundesgenosse des Liberalismus stst der „Reichs verband gegen die Sozialdemokratie". Zwar wehklagte Herr Dr. Voßberg, daß der Reichsverband jetzt in Echöneberg bei den Stadtverordnetcnwahlen gegen den Liberalismus zu Felde ziehen wolle. Auch fein�FraktionSkollege, Stadtverordneter Gottschalk, der in der Titknssion mitredete, wiederholte diese Klage, wobei er in drolliger Großsprecherei sich selber als den geeignetsten Sozialistcntöter anpries. Hinterher aber vernahmen wir'S aus dem Munde eine» maßgebenden RcichsvcrbändlerS, daß der schein- bare„Gegner" deö Liberalismus nichts anderes als ein schnöde verkannter Bundesgenosse ist. Diese tröstliche Versicherung wurde de» jammernden Liberalen gegeben von einem Redakteur Sommerberg, der bei der Schöneberger Ortsgruppe des Reichs. lügcnvcrbandcS das Amt eines Geschäftsführer» inne hat und in der Versatnmlung liberaler Damen das Wort ergriff. Ein Bundes- genösse will der ReichSlügenverband dem Liberalismus wenigstens für die Stadtverordneten-Wahlen dritter Abteilung sein. In der zweiten und der ersten Abteilung, für die ja die Sozialdemokratie, nicht in Frage kommt, mag wohl der Kampf der Lügen»« rbändler gegen den Liberalismus gehen, gegen den Liberalismus zugunsten der Hausbesitzer, der Mittelständler usw., denen die liberale Fraktion im Rathaus von Schöncberg nicht reaktionär genug scheint. Aber in der dritten Abteilung wollen die Verbändler samt ihrer hauSbesitzcrlich-mittelständlerischen Bundesgenossenschaft dem Libera- lismuS die Möglichkeit schaffen, mit ihrer Hülfe in etwaigen Stich- wählen uns Sozialdemokraten zu besiegen. Das verhieß den Liberalen der genannte Herr Sommerberg. Er bat sie, in diesem Streit„unnötige Schärfen zu vermeiden", damit eS den getrennt marschierenden Arme«« deS Bürgertums nicht un- möglich gemacht werde, schließlich doch noch vereint die„Partei deS Umsturzes", den gemeinsamen Gegner, zu schlagen. Man sieht, daß der ReichSlügenverband». eS gegen die Liberalen wirklich nicht so bös« meint, wie diese glauben. Und auch die schmollenden Liberalen stehen ihrem verkannten Bundesgenossen nicht so fern, wie sie jetzt unS glauben machen wollen. Sie sind würdig der Hülfe, die er ihnen für die Wahlen dritter Abteilung da zusichert, wo es etwa zur Stichwahl kommt. Wir hoffen allerdings, daß die Wähler aus der werktätigen Bevölkerung den freisinnig-reichsverbändlerifchen Bundesbrüdern«inen Strich durch die Rechnung machen werden, indem fie für den Sieg der Sozialdemokratie gleich in der Hauptwahl Sorge tragen. Ei» Famillendrama. Ehezwistigkeiten haben zu einem erschütternden Familiendrama geführt, das sich in der vorgestrigen Nacht in Schöneberg abgespielt hat. In der Gustav greytagstr. 5 Vergiftete die 87jährlge Ehefrau Marke des Gastwirts Richard Tietz ihre beiden sieben und drei Jahre alten Söhne Erich und Willi und dann sich selbst mit Lysol. Während die Kinder den Wirkungen des Giftes erlagen, ist die Mutter noch am Lebe».— Vor acht Jahren heiratete baS Tictzsche Ehepaar. Der Mann arbeitete früher als Maurer, übernahm aber am 23. Juni in der Gustav Freytagstraße 5 ein Restaurant. Die Ehe war keine glückliche. Am Sonn- abendnachmittag war es zwischen dem Paare zu einer AnS- einanderfetznng gekommen, in deren Verlans Frau T. von ihre», Manne einen Backenstreich erhalten haben will. Der Mann bestreitet dies. Abends kurz vor 9 Uhr sagte die Frau zu ihrem Manne, sie wolle zum Schlächter gehen und für den Sonntag Fleisch bestellen. Ahnungslos ließ er sie gehen. Aber anstatt zum Schlächter ging sie nach der benachbarten Drogerie und kaufte sich dort eine Flasche mit Lysol, das sie angeblich zum Aufwischen der Stuben benutzen wollte. Das Lysol versteckte sie im Bett. Um 11 Uhr verließ sie das Nestau- rant unter dem Borwande, sie sei mside und wolle sich zu ihren Kindern ins Bett legen. Als dann der Ehemann nach 12 Uhr gleichfalls das Schlafzimmer aufsuchen wollte, fand er die Tür verschlossen. Er rief seine Frau an, erhielt aber keine Antwort und ließ, BöseS ahnend, das Türschloß gewalisam aufbrechen. Auf ihren Betten lagen röchelnd Frau T. und die beiden Knaben. Die Frau hatte ihre Kinder und sich vergiftet. Die Flasche war bis auf den letzten. Tropfen geleert. Der sofort hinzugerufene Arzt Dr. Schnelle wandte alle notwendigen Gegenmittel an und. veranlaßte die Ueberführung nach dem Auguste Viltoria-Krankenhaus. Aber bereits auf dem Transport starb dnS jüngste Kind und zehn Minuten nach der Emlieferung auch der ältere Knabe. Der Znstand, der Mutter ist hoffnungslos. Nixdorf. Ruf dem Wege vom Boddinvlatz durch die Boddinstraße, Isar-, straße, Neckarstraße zum Lokal Grövler, Rixdorfer Theater, ist am Sonntag eine goldene Kette mit Medaillon verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung bei Fr. Türk, Boddinstr. 42 abzugeben. Steglitz. Die Geuieindevertrctung hatte am Freitag in der ersten Sitzung nach den Ferien eine Tagesordnung von 30 Punkten zu erledigen. Da indessen alle Sachen wenig aufregender Natur waren, war die Arbeit in knapp zwei Stunden bewältigt. Zu- nächst widmete Bürgermeister Buhroiv'. dem kürzlich verstorbenen Schöffen F l e m m i n g, der sein Schössenamt 13 Jahre verwaltet hat, einen ehrenden Nachruf. Hierauf wurden die neugewählten Vertreter Genner und Radtke eingeführt. Die nächsten acht Punkte betrafen sämtlich unsere Lehranstalten. Die steigeside Sckiülerzahl machte die Errichtung neuer Oberlehrer-, Rektor- und Lehrerstellen nötig, der die Versammlung zustimmte. Die bis- herigen zwei ttlassen für schwachbegabte Kinder haben eine Schülerzahl von 59 aufzuweisen; die Errichtung einer dritten Klafft wurde beschlössen, um sich nicht zu weit von der festgesetzten FrcqucNzzahl 20 zu entfernen. Desgleichen macht der Haüft- haltungSnnterrirht die Einrichtung einer dritten Abteilung er- fordetlich. Für die Mädebcnschulen wurde die Beschaffung von Feuerlöschapparaten beschlossen. Aus den übrigen Verhandlungen sei noch erwähnt die Bewilliguna von 300 M. an den Empfangs- auSschuh oes demnächst hier tagenden 8. Verbandstages der deutschen Mietervcrcine und cher Beschluß auf Beteiligung der Gemeinde an der ebenfalls hier stattfindenden Gartenbau-AuSstellung. Die in letzter Zeit sich häufenden Einbruchsdiebstähle mußten zur Bc» gründung eines Antrages auf Vermehrung der Polizeibcamten herhalten. Ob die neu anzustellenden zwei Kriminalbeamten und ein Polizcisergcant den Herrn Einbrechern ihre Tätigkeit er- schweren werden, muß die Zukunft lehren. Lichtenberg. Bei den am 18., 19. und 20. September stattgekundenen Wahlen der Delegierte» zur Lichtenberg« OrlSkrankenkasse wurden die seitens der Gewerlschaften anfgestellten Kandidaten gewählt. Gegner beteiligten sich nicht an der Wahl. Diedrichshagen. Ei» rätselhafter Vorgang beschäftigt zurzeit die Behörden. Der ?!ährittan» Karl KaniSli aus Hangelsberg batte am 20. d. M. ier den Zirkus besucht und ist auf dem Rückwege nach seiner Wohnung spurlos verschwunden. Er war an dem Abend mit dein Schiffer Koichnicki zusammen gewesen und wollte um 2 Uhr nachts aus einem in der Nähe der Brauerei verankercen Ltahn nach Hanse fahren. Koschnicki erbot sich, das Fahrzeug zu führen, doch lehnte die» der Fährmann ab. Er zog sich die Schuhe aus, sprang in das Boot, worauf der Schiffer, ohne sich um den Abfahrenden weiter zu bekümmern, sich nach seiner Wohnung begab. Vorgestern morgen wurde der Kahn auf der Spree treibend aufgefunden. In demselben lagen die Schuhe und die Weste deS Vermieten. Auch die Ruder lagen in dem Fahrzeug, während von Kanisft jede Spuhr fehlt. Neinickendorf. Geldschrankknacker haben in der vorletzten Nacht der Selterwasser- fabril Günther u. Co., Provinzstr. 107,«inen unwillkommenen Besuch abgestattet. Die Einbrecher waren durch den Wagcnschuppen, dessen Türen sie gesprengt hatten, in da§ ans dem Hofe belegene Kontor gedrungen. Hier öffneten fie den Geldschrank in der Weise, daß sie die Türe durchbohrten und dann die Schlösser aussprengten. Sie erbeuteten 553 M. in Gold Und Silber, ließen jedoch Wertpapiere zurück. Weiftensee. Schwer verunglückt ist am Sonntag der Radfahrer Paul Gcnsch, Berlinerstr. 150 wohnhast. Er versuchte, aus der Wisbycrstraße kommend, aus einem Zweirade vor einem Straßenbahnzug der Linie 47 HZ die Schönhauser Allee zn kreuzen, wurde von dein Motorwagen umgerffsen nnb geriet unter die Plattform. G.. der einen Schädelbruch, Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Hinterkopf erlitten hatte, wurde zunächst nach der llnfallstation II in der Schönhauser Allee und von dort mittels TransportwagcnS nach dem hiesigen Krankenhause gebracht. Bernau. Die Stadtverordneten-Bcrsmnmlung hatte sich nochmals mit der Wahl eines Schiedsmannes für den 5. und 6. Stadtbezirk zu be- fassen, da der in vorige r»Versammlung gewählte Ka»fmann Mädler eS ablehnte, dieses Amt zu bekleiden; die Wahl siel auf Herrn Daiinemann. Der MagistratSvorlaae wegen der Weiterpflasterung der Hohensteinstraße bis zum Ackerichen Hanse gab die Veriamm- lung ihre Zustimmung. Desgleichen bewilligte die Versammlung die Anfstellung eines neuen Brunnens in der Brüderstraße. Die Arbeiten wurden dem Brunneichauer Krähe ans Bernau als Mindest- fordernden übertragen. Sodann wurde das Vermächtnis de» verstorbenen Baumeisters Julius Garleb angenommen, welcher testamentarisch bestimmt hatte, daß zwei Fünftel seines 200 000 M. betragenden Berniögens als eine JulinS Garleb-Stiftmig der Stadt zufallen soll, dt« Zinsen alljährlich am 20. März dem' Geburtstage des Verstorbenen, an zehn bedürftige, arme ehrbare Familien zu' verteilen sind, jedoch Juden und Katholiken davon ausgeschlossen werden sollen.— Zwei Anträge unserer Genossen, deren erster die Wahlzeit bei den Stadtverordneten- wählen von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr festgesetzt wissen will, während der andere mehr Lehrkräfte verlangt, wurden für die nächste Tagesordnung festgesetzt. Sparveretn für Freidenker zur AiiSfühnmg der Feuerdestattung. Mittwoch, den 25. d. M., abends Uhr, bei Strobach, Marieiivmgcrstr. 25- Versammlung. Berichts-Leitung. Abermal» das Wahlflngblatt am Sonntag. Die VcrfrommungLverordnung vom 27. März 1903 sollte de» Parteigenosse David dadurch übertreten haben, daß er am Sonntag, den 20. Jqnuar, vor der katholischen Kirche in der Lützowstraßs zu Charlottenburg polnische Wahlflngblätter der sozialdemokra- tischen Partei verteilte. Das Landgericht veurteilte ihn auch auf Grund der Bestimmung, wonach an Sonn- und Feiertagen öffentlich bemerkbare Arbeiten verboten sind.— Angeklagter legte Revision ein, die Rechtsanwalt Dr. Herzfeld am iRontag vor dem ersten Strafsenat de» Kammergerichts vertrat. Er verwies darauf, daß das Landgerichtsurtcil den Begriff der Arbeit verkenne. Das Kammergericht verlange immer einen gewissen Aufwand der Kräfte für die Feststellung einer Arbeit, während borliegend daS Land- gericht sage, es komme nicht darauf an, daß das Verteilen keinen besonderen Kraftauswand erforderte. Indessen sei nicht daS der Hauptgrund der Revisionseinlegung. Vielmehr wende er sich hauptsächlich �gegen die Nichtanwendung des Z 43 Abs. 3 und 4 der Gewerbeordnung, wonach bei den Wahlen zu gesehgebenden Körperschaften in der Zeit von der amtlichen Bekanntmachung bis zur Beendigung des Wahlaktes keine polizeiliche Erlaubnis zur Verteilung von Stimmzetteln und Druckschriften zum Zlvecke der Wahl erforderlich sei. Er kenne die Praxis des KammergemchtS, das die Verordnungen über die äußere Heilighaktung der Sonn- und Feiertage durch§ 43 Abs. 3 und 4 nirberührt glaube. Er möchte um. ejiie nochmalige Nackiprüfung d�r Frage bitten. Die Entstehungsgeschichte der Bestiminuiigen müsse beachtet werden. Der Abgeordnete Träger, der die Bestimmungen mit schaffen half, habe damals im Parlament- dargelegt,' daß man bewußt über den eigentlichen Rahmen der' Gewerbeordnung hinausgegangen sei, indem man auch das nicht gewerbsmäßige Verteilen berücksichtigte. Träger habe im Zusammenhang damit gesagt: Der wesentliche Zweck sei der Schuh der Freiheit der Wahlagitation; man wolle chie so wichtige Materie aus dem Rayon der Polizeibcfugniffe, viel- leicht auch der Polizeischikane fernhalten.— Der Verteidiger leitete ans diesen und anderen Ausführungen bei den parlamen- tarischen Verhandlungen her, daß für die Druckschriftenverbreitung im Sinne des§ 43 Abs. 3 und 4 der Gewerbeordnung auch die Hemmnisse der Verordnungen über die äußere Heflighaltung der Sonn- und Feiertage wegfielen. Das Kawinergericht hob das Urteil auf und verwies die Sacht zu nochmaliger Verhandlung an das Landgericht zurück. Unter anderem wurde miSgeführt: Die Verordnung sei rechtsgültig. Nun bestehe der wesentlichste Angriff der Revision darin, daß ß 43 der Gewerbeordnung in den Mahlzeiten für Verteilung von Stimm- zetteln und Druckschriften zum Zwecke der Wahl vollständige reiheit von allen polizeilichen Beschränkungen eingeführt habe. ur so könne es verstanden werden. Im Wortlaut des Z. 43 finde diese Ansicht keinen Boden. Der Absatz 1 spreche von der Er- laubnis, die für die gewerbsmäßige Verteilung, Feilhaltung usw. notwendig sei. Im dritten Absatz komme dann die Bestimmung von der Wahlzeit, wo die Erlaubnis nicht erforderlich fei für Stimmzettel usw., und dann folge, daß das auch von der nicht» gewerbsmäßigen Verteilung gelte. Es sei damit also nur gesagt. daß die Notwendigkeit der Erlaubnis für die näher umgrenzten Wahlzeiten wegfalle. Wenn etwas anderes in parlamentarischen Reden zum Ausdruck gekommen sei, so wäre es doch in das Gesetz nicht ausgenommen worden, und der Senat könne sich nur ein das halten,' was daS Gesetz selber sage. Eine Befreiung des Zettel» verteilens von allen polizeilichen Beschränkungen, die der Gesetz- geber nicht gewollt hätte, würde auch zu den unnioglichsten Konsequenzen führen. Auf einer Brücke, wo der gewöhnliche Mensch rechts gehen müsse, würde der Zettelverteiler links gehen können. Die verkehrspolizeilichen Vorschriften und alle Ordnungsvorschriften würde er nicht beachten brauchen. DaS könne der Gesetzgeber nicht gewollt haben und daS habe er auch im Gesetz nicht gesagt. Also hätte Angeklagter die Polizeiverovdnung über die äußere Heilig- Haltung der Sonntage beachten müssen, wenn eS sich auch iun Wahlflugblätter und um die Zeit der Wahl handelte.— Die Vorentscheidung sei aber wegen nicht richtiger Würdigung deS Begriffs der Arbeit aufzuheben. Es wäre zur Verurteilung erforderlich die Feststellung, daß die Flugblattverteilung mit einer gewissen körperlichen Anstrengung verbunden gewesen sei. Da» Landgerichk müsse nachprüfen, ob- solche Anstrengung vorgelegen habe.? DaS ärztliche Ehrengericht al» Kläger. Wegen Beleidigung deS Vorsitzenden und der Mitglieder de» ärztlichen Ehrengerichts für Berlin und die Provinz Brandenburg hatte sich gestern Dr. med. HanS Fischer in Charlottenburg vor der l. Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten. Der Angeklagte ist wegen Herabsetzung des ärztlichen Standes vom ärztlichen Ehrengericht zu Geldstrafen verurteilt worden. Er hat seinerzeit auch unter dem Pseudonym HanS v. d. Wörnitz ein Buch „Aerztliches. AllzuärztlicheS" verfaßt, welches in ärztlichen Kreisen unliebsames Aufsehen erregt hat.— Am 3. Juni d. I. hatte der „Simplicissimus" ein von Th. Th. Heine gezeichnetes Bild gebracht. welches eine Gruppe von 5 Aerzten zur Darstellung brachte, von denen einer ein bluttriefendes Messer in die Höhe hob.. Unter dem Bilde standen die Worte:„Die moderne Wissenschaft gewährt unS die Möglichteit, Operationen auszuführen, an die noch vor kurzem nicht einmal der kühnste Chirurg zu denken wagte. Heute haben wir z. B. einem Kollegen die Ehre abgeschnitten. Die betreffende Nummer deS„Simplicissimus" sandte der Angeklagte mit einigen dem Bilde zugefügten Randglossen an daS Berliner Aerztliche Ehrengericht. In den Randbemerkungen waren Hinweise auf Bücher enthalten, welche die ärztliche Zünftelei abfällig besprechen, wie z. B. SchweningerS„Arzt" und HanS v. d. Wörnitz„Aerzt- licheS, AllzuärztlicheS" und folgende Worte hinzugefügt:„Der Fluch der Lächerlichkeit folgt der geistigen Impotenz auf dem Fuße — so der„Simplicissimus" der ärztlichen SeparatstandcSehrel HanS v. d. Wörnitz." Daraufhin stellten die Mitglieder deS Aerztliche» EhrengerichlS den Strafantrag wegen Beleidigung.— Im gestrigen Termin führte RechtSanwatt Dr. James Friebländer aus, daß der Angeklagte nicht der Verfasser deS„SiMplicissimuS"-WitzeS sei und sich Bild und Text gar nicht auf das Ehrengericht in Berlin, sondern auf das Müncbener Ehrengericht und den vielbesprochenen Selbstmord. deS Dr. Hutzler in München beziehe. Der Angeklagte habe mit seiner Randglosse auch das Berliner Ehrengericht � nicht beleidigen, sondern die Ehrengerichte im allgemeinen warnen wollen. Ihm stehe der ß 193 zur Seite. Das Gericht nahm eine Beleidigung als vorliegend an und verurteilte den An- geklagten zu 390 Mark Geldstrafe eventuell 30 Tagen Gefängnis. Huq der frauenbcmguncf. Genossinnen! Es sei nochmals auf die Leseavende aufmerksam gemacht. Zu» tritt zu den Kursen hat jede Genossin, die Interesse für Weiter- bildnng hat. Die VertrauenSpcrsonen der Genossinnen, Frau Wcngels, Warschaucrstr. 20; Frau Zeipert. Marienburgerstr. 22 II; Frau Wulff, Kirchstr. 6; Frau Panzeram, Pappelallee 76 1; Frau Matschke. Wolgasterstr. 8 I; Frau Hoppe. Bandclstr. 40 II, nehnien Meldungen entgegen. Auch im Bureau der sozialdemokratischen Frauen Deutschland», Lindcnstr. 8, erster Hof, Eingang II, 4 Treppen. werden Anmeldungen entgegengenommen. Lefeabende finden in der- schiedenen Etadtgegenden statt, so daß niemand weite Wege zurück« zulegen hat._ Unentgeltliche GeturtShülfe in der Schweiz. Die Lnzerner Ar- teiterunion bat beschlossen, ein Jnitiativbegehren zur Einführung der unentgeltlichen Gebnrtshülfe aufzustellen. In der Stadt Zürich will sie der Stadtrat durch Erweiterung der städtischen Poliklinik sowie durch ein Abkommen mit den kau- toitalen Behörden über Erweiterung der gcburtshülflichen Klinil und s 2aildeZ!irche auZtr-Ien woven. DaZsclde tut Ihre Frau für sich. .»i-i-i.* t-ü— im: i.- i-- citlüvcn Sie und Ihre Frau(ohne eine Vorladung abzuwarten) Zelt vom 29.'"~---- Aufnahme von in der Stadt wohnhaften Wöchnerinnen in größerer Zahl einführen. Versammlungen— Veranstaltungen. Teltow. Donnerstag, den LS. September: Vortrag. Tcgcl-Borjigwalde. Mittwoch, den 2ö. September, S'/z Lokal des Herrn Schmidt in Tegel, Schlieperftr. L4: Versammlung. Vortrag Frau Zeetze:»DaS Heim einst und jetzt." Wilhelmsruh. rm Uhr. General der Fran onnerStag. den LS. September, S'/z Uhr, Bei Barth. VermilcKtes. Fencr in Anisterda«— sieden Personen tot! Gestern nacht brach in einem von der ärmeren Bevölkerung bewohnten Stadtviertel Amsterdams ein Feuer aus. bei dem sieben Personen, darunter ein Ehepaar mit zwei Kindern, den Tod fanden, und eine Person schwer verletzt wurde. In Elbing brach, wie die„Elbinger Zeitung" meldet, in der letzten Nacht in einem Hause ein großes Schadenfeuer aus. Zwei Handlungsgehülfen und ein Dienstmädchen, die im dritten Stodl werk wohnten, sprangen aus dem Fenster und erlitten schwere Ser letzungen. Nach demselben Blatt find in den Schichau-Werken am Sonm abend ein Formermeister, ein Oberformer und ein Ingenieur infolge SchadhaftwerdenS einer Gußform durch flüssiges Metall schwer ver- letzt worden. Der Typhus in Antonienhütte. Dem„KönigShütter Tageblatt wird auS Antonienhütte gemeldet: Gester» sind vier neue Fälle von Erkrankung an Typhus zur Anzeige gekommen, so daß nach amtlicher Bekanntgabe die Zahl der Erkrankungen auf 75 gestiegen ist. Noch ein Absturz in den Bergen. Gestern nachmittag machte der Bnchdruckereibesitzer Dickel aus München eine Bergtour auf die B-nediktenwand, stürzte ab und blieb tot liegen. Ein neuer Ozean-Wiudhund. Der neue Cunarddampfer„Mann tania" hat, wie aus London berichtet wird, soeben seine inoffizielle Probefahrt vollendet; einige Zeitungen behaupten, daß die erzielte Turchschnittsgeschindigkeit Lö�, die Höchstgeschwindigkeit LT8/., Knoten brlrage. andere dagegen geben die Durchschnittsgeschwindigkeit auf LZ Knoten an. AnS der Stapelwiege ins Wassergrab. Ron, er Abendblätter inelden aus Genua, daß beim gestrigen Stapellauf des neuen großen transatlantischen Dampfers„Principessa Jolanda" der Dampfer, als er kaum ins Wasser hinabgelassen war. sich auf die linke Seite neigte und bald darauf sank. Dank dem Umstände, daß sich zahlreiche Barken in der Nähe des Schiffes befanden, konnten alle auf dem Schiffe Anwesenden gerettet werden. Die Ursache des Unfalles ist wahrscheinlich der Bruch eines wesentlichen Bestandteiles der Grundlage des Dampfers. Das Wasser drang durch die Luke in das Innere und beschleunigte das Sinken. Mehrere Taucher sind mit den Bergungsarbeiten beauftragt. Der Schaden wird aus eine Million Frank veranschlagt. Eingegansene Druchrcfmftai. Von der„Neuen Zeit«(Stuttgart, Paul Singer) ist soeden da» 5l. Heft des 25. Jahrgangs erschienen. Anhalt des HesteS: Der Kongreß der Sozialisti/chen Partei in Nancy. Von Eh. Nappoport(Paris).— Die t, ich« Frage. Von B. Weingartz(London).— Die südfranzösilche Wein- f»*»S K(m«,»,«»».> I)»» CT}»««?/'/>l ,4\ f•• f«\ von Paul Groß(Montpellier).(Schluß).-~ W. Düwell.— Literarische Rundschau: Viktor kiilc und'die Regierung. Von Löhne und Warenpreise. Bon Eathrein, 3. J., Der Sozialismus. Von Lb. Eduard Engel, Geschichte der deutschen Literatur von den Ansängen bis in die Gegenwart. Von I''. dl.— Notizen: Zentralisierung der Ärbeiterbibliotheken. Bon Bernhard Schuster, Berlin. Die.Neue Zelt' erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch liaiidlungen, Postansiallen und Kolporleure zum Preise von 3,25 M. pro f.ü.n'lo! zu beziehen: jedoch kann dieieibe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Süddeutscher Posttllon. Nr. 20 ist soeben erschienen und bringt, wie immer, eine Fülle von Vollbildern wie bumoristisch-satirlschen Textes Titelbild„Nix ze handeln' gibt in trefflicher Weise einen Ausblick für die konimcnde Ncichstagsveriode. Da» Mittelbild zeigt uns den Kamps Noose vclls mit dem Truit-Drachen. Da« Schlußbttd reizt zu erneuter Kraft gegen den Kassernblock. Der Staatsanwalt von v. ist eine gelungene Studie aus unsere Rechtshüter. Im Texte ist besonders hervorzuheben das Leitaedicht: Norderney.— Biedermeier bringt unS eine köstliche Begebenheit über Militaria in Sachsen.— Die.Damuka' tot.(Ged)— Macht geht vor Recht.(Ged.)—„Wenn zive! dasselbe tun' von N. Schreiter, eine Er- Zählung über daS gleiche Recht für Arm und Reich.— PeterS der Gekränkte und noch viele» andere. Preis pro Nummer 10 Pf. Daun . W.■.. in _ bis 42. Zage nach Eingang der Anmeldung zu Protokoll des Gerichts, daß Sie und Ihre Kinder auS der Landeskirche ausscheiden.— Treuer Abonnent 004. Sie können nur Beseitigung des Mißstandes verlangen, androhen, daß Sie evenwcll aus Kosten des Wirtes den Miß stand beseitigen lassen werden und Ihre Drohung ausführen.— F. A. 400 Wenn�SIe Handlungsgehülsin sind, ist Ihnen der Lohn zu zahlen. Wieder ho-eii Sie event. Ihre �rage unter Darlegung, welche Stellung Sie innehaben. — G. M. 20. So lange die Ehe nicht gerichtlich getrennt ist, ist die neue Ehe unzulässig, ungültig und der Ehcabschluß als Bigamie mit schweren Strafen auch dann bedroht, wenn die Ehe im Ausland gelchlossen wurde. — A. T. R. 1 und 2. Sofern der Wortlaut des Vertrages dem nicht entgegensteht, kann aus Entschädigung geklagt werden. 3. DaS Gewerbe- gencht ist zuständig.— A. B. 54. Die Karte können Sie beanspruchen — Unfallreute. Es muß bewiese» werden, daß der Bruch die Folge eines Unfalles war. Die Rente würde etwa 200 M. jäbrlich betragen. Liegt der Uiisall länger al» 2 Jahre zurück, so ist der Anspruch leider verjährt.— P. G. 27. 4. Der Vater hat daS Recht und die Pflicht, sein Kind zu er- ziehen und zu unterhalten. 2. Der Ehemann hat sür den Unterhalt seiner Ehefrau auch außerhalb des Hauses sür den Fall zu sorge», daß er mit dem Getreiintlebcii einverstanden ist oder daß dicS gerichtlich zugelassen ist. - S»t.®. 35. Ja: 3 bis 3'U Proz.— Kattowi«. 1. Nach§§ 1620 ff, B. G B, ist der Vater verpflichtet, einer Tochter im Fall ihrer Verheiratung zur Etmichtung des Haushaltes eine angemessene Aussteuer zu gewähre». sofern er bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen ohne Ge- fährdung seines standeSmäßigen Unterhalts dazu im stände ist und nicht die Tochter ein zur Beschassung der Aussteuer ausreichendes Vermögen hat. 2. Die AuSeinanderietzung können Sie durch eine Klage anfechten und die richtige Teilung verlangen. Den Beweis der Unrichtigkeit der damaligen Unterlagen usw. haben Sie zu führen. 3. Nach dem zu l. Dargelegten wäre eine Klage aus Zahlung des Geldes aussichtslos. — 400. R. S. und F. M. 29. Leider nach der neuen von uns wieder holt besprochenen Fassung des§ 23 des Eiiikonimenlleuergesetzes: ja.— F. R. 400. Eine Festnahme der Person wäre unzulässig. Sie könnten lediglich versuchen, einen Arrcstbeschl rauszubringen, wenn Gründe sür eine» solchen vorliegen. Die Beschlagnahme des etwaigen künftigen Erbteils ist nicht zulässig.— 500. 1. Magistrat. Attest ist nich! erforderlich, aber wünschenswert. 2. Der Anwall ist verpflichtet, die 1,50 M. zurückzuzahlen. Senden Sie ihm die GerichtSquiltung ein und verklagen Sie ihn eventuell auf Zahlung.— F. W. 43 Dem Manne steht nach dem Gesetz das Ziecht zu.— W. B. 22. Leider hätte cwe Klage aus Entschädigung wenig Aussicht aus Erfolg. Der Betressende sollte das Armenrecht nachsuchen: in dem Antrage loäre unter Beweis zu stellen, daß der Besitzer den Austrag erteilt hatte. Allein cmS diesem Austrag wäre eine Verpflichtung deS Besitzers abzuleiten._ ßmfhaftcn der Expedition. Patienten in Berlitz. Buch usw. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, wollen uns wegen der Ucberweisung von Freiexemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. ßnefhaften der Redaktion. Die fiirlftltrti« eprechsinnd« findet F v I e b r i if) f» r. 10, Stiifgana 4, eine Trebbe(.ficmbelsftftfte PelieaNiance, Durchgaiin auifi ttiubcuftr. 101), nwifieuinallri) bell 7Y, di» O'/t Ubr abends statt. tfieiiffuei 7 Uhr. «£ist«in Vuchftabc und eine Zahl als Alerkzeichen deiznfügeii. Prieiliche Antwort wird utih» erteil«. Gilige Kranen traut mau in der Sbreihstnud« bot. Heilstätte E. 233. Wenden Sie sich an die Zentralkommissio» der Krankenkassen, Engel-Uler 15.— W. u. M. 400. 1. Ihr Vater hat den Autrag aus Militärinvalidenrente an den Landrat zu richten. 2. DaS ist iniinöglich, weil Ihr Onkel älter als 40 Jahre ist.— H. B. 42. (Siudeucrfir. Ja.— F. T. Der Bescheid der Behörde entspricht leider dem Gesetz.— Schedlrr. Gesetze löuuen Sie i» de» össentlichen Bidlio- theken einlehen. Schon der Raum verbietet den von dem einen oder anderen Leier geimusschten Abdruck bestimmter Paragraphen an dieser Stelle.— it. Z. 400. Nein- H. K. 47., Heiischke. Leider ja.- G. 47. 1 Nach Maßgabe de» Nachlasses ja. 2. Bis am 2. Oktober um t2 Uhr luil'.ags. Sie müsse» aber ein Zimmer bereits am 4. Oktober dem neuen Mieter freistellen.— Bostel. Ost ist an dieser und andere» Stellen de» „Vorwärts' dargelegt: wer im Jahre 1906 aus der Kirch« aus- tri», hat nur bis zum 31. Dezember 1907 Kirchensteueni zu zahlen. — I. N. SO. Ei« könnie» bestraft werden.— 01. H. 88. Die Belressende müßte mitteilen, daß sie aus dem angeführten Grunde den Dienst nicht an- irrten und eine Stellvertreterln stellen wird.— W. M. 24. Das Geld kann aus die Sparkasse gelegt werden, die Stadt hat leinen Anspruch aus Ei satz.— B. 31. Ihre Darlegungeii ergeben nichts, woraus aus eine Un- gülligkeit der Klauiel zu schließen wäre.— Lucaö. t. Psändung ist zu- lässig. In einer WiderspruchSllage müsse» Sie Ihr Eigentumsrecht beweisen. 2 Ter Antrag wäre abzuweiien.— O. T. 4077. 4. und 2. Nein.— A. K. 40.®. 4000.«. W. 8. Sodomiterei. New.- Leibuitz 8V. Klage» Sie gegen den Wirt und den Mieler.— Woudersee 402. Be- zirkSkommando.— W. E. 89. Bis mittags um t2 Uhr.— R. L. 94. 1. Eine bestimmte Stundenzahl kennt das Gesetz nicht. Es verlangt, daß „augeniessene Zell' gewährt werden muß. Kommt eine Einigung darüber, was.angemessen' ist. unter den Parteien nicht zu- stand«, sa hat der.Richter aus Anrufen zu entscheiden.— 2. Nein. — I L II. 4. Der von Ihnen angeführte Grund berechtigt nicht zur Llushebung de» Vertrages. 2. Ist nichts vereinbart, dann können monatS- weis« Miel« zahlende Schlasbnrscheu, Chambregarnisten usw. am 15. zum 1. kündigen.— A. ivt. 40. 1. Uebcr Eiuiprüche entscheidet die Stadt- verordnetenversammlung. 2. Für die Klage lst daS Amtsgericht des Tat- orte» sowie der Wohnort der Beklagten zuständig. DaS Armenrecht ist bei t'cjffn Gericht(unter Beifügung der magislratiichen Belcheinlguiig über das Unvermögen die Kosten zu tragen) anzilbringen.— M.®. 29. 1. Nein. 2. Die Vcrjährunassrist beträgt zwet Jahre, aber in dem vorliegenden Fall liegt in der Abrechnung ein Verzicht.— Windmühle. 1. und 2. Nein. - Of. H. 12. 1. In der katholsschen Kirche lLOOM. 2. 20 Proz. 3. u. 4. Ja. — P. 2«. Leider besteht hier eine solche Anstalt n cht.— O. G. i» Br. Elwaige Ansprüche Ihrer grau sind verjährt.— B. 23. 1. Die Kündigung ii rechlzcllig. 2. Nein.— G. K 999.>. Wenden Sie sich an einen Arzt! L. Da jeinerzeit«in Zeugnis ausgestellt war. würden Sie ein zweite» Zeugnis nicht verlangen können.— A. L. 109. Das von Ihnen Auge. fichrte berechtigt sie nicht zur vorzeitigen Aushebung des Vertrages.— .K. 40. 4. Ja. 2. Rein.— R. X. 33. 1. Wenn Ihre Frau au» der schreiben an das Amtsgericht, in Ihre Kinder(Namen) ouS der Kirche nicht ausgetreten ist: ja. 2. Sie dessen Bezirk H,e wohnen, daß Sie und Berliner Marktpreise. Ans dem amilichen Berich! der städliichen Marklhallen-Direktion.(Großhandel.) Ochseufleilch l» 70— 72 vr. 100 Psd. IIa 64- 69. lila 59 62, Bullcnflcisch la 63-68, IIa 51-60, Kühe, fett 50—58, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bulle», dän. 65—63, bo. Holl 0,00. Kaldflciich, Doppellender 100—115, Maillälber la 75-85. IIa 66—73, Kälber ger. gen.' 48—60, do. Holl. 52—56, dän. 0,00. Hammcllleillb Mastläinmer 78— 80, Hammel la 72-76, IIa 66— 71, ungar. 0,00, Schale 54—66. Schlveilieilelich 57—63. Rehbock la per Pfund 0,70—1,05. IIa 0.60-0,65. Rothirsch la ver Psd. 0.45—0,60, do. IIa 0,25—0,33. Damhirsch 0,40 bis 0,60. Wildichweiue 0,33. Frischlinge 0,63. Kaninchen per Stück 0.50— l, 00. Wildenten per Stück l,25— 1,75. Krickenten per Stück 0,50—0,60. Rebhühner, junge große 1,10—1,40, mittel», kleine 0,50—1,00, alte 0,75—0,83. Hildner. alle, per Stück 1.60—2,50, IIa 1,00— 1,50, do. junge 0,50—1,40. Tauben 0,25—0,52, italienische 0,00. Eulen per Stück 1,25—2,25, do. Hamburger per Stück 0,00. Gänse per Psund 0,55—0,62. do. ver Stück 2,00—3,50, do. Hamburger per Psd. 0,75, do. Oder» bruchcr per Psd. 0,53—0,60. Poulets per Stück 0,30—1,25. Poularden per Pfd. 0,00. Hechle per 100 Psd. 98—109, do. matt 0,00, klein 0,00, groß 0,00, do. groß und mittel 89. Zander 0,00, d». klein 0,00, dito mittel 0,00. schieie, groß 0,00, klein 0,00, bo. unsort. 141, do. malt 0,00. Aale, groß 0,00, do. klein und mittel 0,00, do. mittel 104—105, do. unsortiert 0,00, do. groß-mittcl 0,00, do. klein 0,00. Plötze» 71. Roddoio 73—81. Karpfen 0,00, do. 35er 0,00, do. 40— 50er 0,00, 50— 60er 0,00. Bunte Fische 68—73. Bars« 0,00, do. klein 64. Karauichen 0,00. Wels 0,00, Bleie 0,00. Barbe 0,00. Aland 0,00. Quappe» 0,00, Raap 0,00. Anierik. Lach» la neuer, per 100 Pfd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila 0,00. seclach» 10—20, Flundern, Kieler. Stiege la 2—6, mittel Kiit« 1—2. Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3. pomm. la schock 9,00, IIa 2—4. Bücklinge, Kieler per Wall 2.00, Strall. 2—3,50, Bornh. 0,50. Aale, grog per Pld. 1,10 bis l.40, mittelgroß 0.80—1,10. tlein 0,60—0.80. Heringe per Schock 5—9. Schellfische Kiste 3—4.00,>/, Kiste 1.50—2,00. Sardelle». ISOLer per Anker 98, 1904er 98, 1905er 98, 1906er 90—95. Schollilche Pollhertlige 1905 0,00, larjf« 40—44, füll. 38— 40, med. 36—42, deutsche 37— 44. Heringe, neu« Malje», ver'I, To. 50—120. Sardinen, russ.. Faß 1,50—1,60. Bratberinge Faß 1,20— t,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen, Schocksaß lt. do. kleine 5—6, do. Nlesen- 14. Krebie per Schock, große 000, do. mittelgroße 0,00, do. llcliie 2, 70-72, 90, do. unsortiert 4,00, Gallzier, groß 0,00, do. unsort. 0,00. Eier. Land-, unsortiert per Schock 3,60—3,80, do. große 4,00. Butte» pe» 100 Psd. la 122-124, IIa 112-118. Illa 100-108. alffallende 90-95. Saure Gurken, neue. Schock 4,00. Psessergurte» 4.00 Kartostel» ver 100 Pld. Dabcrsche 2,75—3,00, weiße runde 2,25—3,25, blaue 3—3,75, Rosen- 2,25-2,50, Nieren- 0,00. Porree, Schock 0,50-1,00. Meer- retlich. Schock 5—12. Spinal per 100 Psund 12—15. Sellerie. ver Schock 2,00-8.00. Zwiebeln ver 100 Psd. 3,00-4.50. do. Perl. 40,00— 60,00. Cbalotten 40,00— 50,00. Peiersilie, grün. Schockbund 1.00—1.25. Kohtrabi Schock 0,80-1,25. Rettich, banr., neuer Stück 0.07— O.tO, hiesiger Schock 2,50—3,60. Mohrrübe», 100 Psund 2,00 bis 3,00. Karotte», hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wlrftiigtohl per Schock 4.00 bis 10,00. Rolkvbl. schock 6-10. Weißkohl 2-2.50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5—14, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erjurter 100 Stück 10—18. Rosenkohl, per 100 Psd, 25—30. Kohlrüben, Schock 4,00—6,00. Petersilienivurzelu. Schockbund 3,00—4,00. Scholen per lOO Psund 20—35. Schniitlauch 1,00—1.25. Psefferllnge per 100 Pfd. 6—15. Steinpilze per 100 Psund 15—25. Radieschen per Schockbund 1—1,25. Salat per Schock l.OO 2,00. Gurken, Einmache-, Schock 10-25, do. böhm. schock 0,00, do. Licgnitzei schock 2,75—5,00, do.Rvthenbniner 2—2.50. Bohnen. grüne, 100 Pfund 10—20. Äachibohnen, per 100 Pfund>5-30. Tomale» per 100 Pfund 10—16. Rote Rüben, per lOO Pfund 2,50—3,00. Rübchen, Beelitzer, per 100 Pfd.>0-12. Kürbi» 4—6. Prclßclbeeren per 100 Pfd. 18—24, schwedische 25-27. Birnen, 100 Pfd., Italiener 8—15, Tiroler 10— 25, hiesige 0,00, Salander 0,00. Kochbirnen 4— 8, Taselbirnen la lO— 18, do. Ila 4—8. Pfirsiche, htes. per 100 Psd. 8—20,»al. in Kistche» zu>2 Stück 1,60—1,75, do. in Körben la per 100 Psd. 15—22. do. IIa tn Körben per 100 Psund 10—15.«epsel, italienische, per 100 Psund 7—10. hiesige 0,00, Graveusteliier la 0,00. do. IIa 0,00. Tiroler la 20— 45, Ila >6-30, Most-, hiesige. 3-4. Koch. 4-8. Tasel- la 15-23, do. Ila 7-12. Pflaumen, ital. pr. 100 Psd. 0.00, Reineclauden 0,00, hiesige 5—10, ungarische 0,00, Badener, Früh-, 0,00, serbische 0,00. Weintrauben. italienische, per 100 Psd. 13—30, staiizösssche l7— 23. Anana» I, per Pid. 0.85. do. II 0,40. Zitronen. Mcisiiia. 300 Stück 12,00-16,00, do. 360 Stück 12,00—18,00, do. 200 Stück. 12,00-16,00, do, 150 Stück 7,50 bis 9,00._ Bananen, gelb, per 100 Psd, 18.00—20,00, grün 0,00. Melonen, Witteruugsüversicht vom 33. September 1997. per 100 Psd, hiesige ungarische 10—12. 25-30, ital 10—15, Holl. 0,00, spanische 5—8, Wasserstands-Nachrichten der LandcSausialt für Gcwässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand e m e I, Tilsit P r e g e l, Jnstcrburg Weichsel. Thorn Oder, Ratibor t Krassen „ Frankfurt a r t h e,«chrimm , Laudsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitinerltz „ Barbh . Magdeburg Saale, Grochlitz ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. Statt»nen LS ? S »'S Bf Vetter WK s 11 g» & Swinemde Hamburg verlin Frankf.aM. München Wien 770 W 771 WSW 771 WSW 770 NW 770 NO 772 NO 2 heiter 2wolkeiil 2 heiter 3 heiter 3NebeI 1 wolkeul Slatwven ii Bf Haparanda!750N Petersburg 760® Sctllq Aberdeeu Paris Vetter 2 heiter 3Negen 768 OSO l 4 wollig 765 SSW 769 NNO 2 halb bd 1 wollen! ---> z ck a& 14 13 1 Metter- Prognose für DicnStag, den 34. September 1907. Zunächst Trübung und etwas Regen bei ziemlich lebhasten südwestlichen Winden, wärmerer Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur; spater wieder zeitweise heiter. kiÄöLrti'stizelierMirt für don 4. Berliner Reichstap-ffalilkreis. (Itralauer Viertel.) Bezirk Nr. 351 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Bleigläser RieM Mendiscb gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. d. M,, nach- mittag» 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas-Kirchhoses in Nixdors, Hermannsti aße, aus statt, Um rege Beteiligung, ersucht Der Vorstand Berliner Wetterduieau Unserem Bezirkssührer »ans Mielitz zu seinem 30. Geburtstage die herzlichste Gratulation. 163b Genossen des 900. Bezirks. rifllen Freunden und Bekannten •*1 die traurige Nachricht, daß am 23, d, M, nach längerem Leiden mein lieber Mann und treuer Gatte, der Buchdrucker VVilkelm lUppickt im 53. Lebensjahre saust ent- schlasen ist. Um stille, Beileid bittet Die trauernde Witwe l-alav Kupplcht geb. Engelmann, Norduscr 10. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Sepleinbcr, pünktlich nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth« Kirchhofes, Reinickendorf- West, Kegelstraße auS statt. MlileinollrMderVMerein so» iL Berlioet1 IMreisfis. Todcü-Anzelwe. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 23. d. M, unser lang. iährigeS Mitglled, der Buchdrucker Wllielm Kappicht im 53. LebenSjahie verschieden ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth> Kirch- hoseö, Reinickcndors-West, Kegel- straße aus statt. 266/11 Dor Vorstand. Spandau. Am 22. d§. Mts. verstarb nach kurzem, schwerem Krankenlager mein inniggeliebtcr guier Mann Lodert Wentel im 32. Lebensjahre. 792 Die Beerdigung findet am 25. d. Mts., nachmittags 4>/, Uhr vom Friedhose in den Kisseln aus statt. l)!o tesueeml« llsttln und Kind, osuisekök �stgllgsdsltsss-Vgsdgnl!! BerwaltungSstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, l daß unser Mitglied Rodert Wenzel gestorben ist. 153/4 1 Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am| Mittwoch, 25, September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Spandauer Kirchhofes j in Spandau aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die OrtSverwaltung. Vevlsehei' Rollsrdeller-Vsi'vsvö! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kolleg«, Stockarbeitcr Paul Grosser am 21. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. September, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- kirchhoses üi Rtariendors aus statt. 94/18 Um rege Beteiligung ersucht Die Orisverwallung. Deutscher Holz�dler-Verband! Den Mitgliedern zur Nachricht, I daß der Kollege, Maschinenarbetier s Johann Pade am 22. September verstorben ist.| Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am I Mittwoch, den 25. September,»ach- mittags 5 Uhr, von der Leichen, j balle des Einmauskirchhoses uiSIlx« dors, Hermanstraße, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 94/17 Die Ortöberwattung. Ceutsciier Transportarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Köpenick und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend unsere Kollegin prau Ber-ta Ring im Alter von 39 Jahren ver- starben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitlwochnachmittag 4 Uhr vom Trauerhause. ParisiuSstraße 12, an» statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 75/13 Die Ortsverwaltung. Infolge Schlagansalls verschied plötzlich am Sonnabend, 21. sep- tember, im 56. Lebensjahre mein innig geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Bruder, Onkel Robert Pflanz. Um sttlleS Beiletd bitten DI« trauernden ttinlorbliebeiien. Rixdors, Friedelstraße 5. Die Beerdigung findet am IMittwochnachmittag 3 Uhr von der Halle des neuen Rixdorser Kirchhosc», Mariendorjer Weg, au« statt. 167b Für die viele» Beweise derz- licher Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei dem plötzlichen und unerwarteten Hinscheiden : meines lieben Bruder» Oiuil tzfvilai», Retoucheur, sage ich allen Kollegen und insbesondere Herrn Bcnesch meinen allcrherz. | iichstcn Dank. 173b lUctrnrd Scholx. Zemral-ferbanil der Maurer Dsutselilauds. Zwcigvercln Berlin. Am Sonnabend, den 21. d. M., verstarb im Alter von 66 Jahren an der Lungenschwindsucht unser Mitglied /Xuxust LIidrich. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. d. M., nach. mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle deS Virchow-KrankenhauscS aus statt. 143/12 Um rege Beteiligung ersucht Die BerbandSleituug. Danksagung. Für die vielen Beiveise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung ihres lieben sohneS, Bruder« und Schwager» sagt allen Freunden und Bekannten, insbesondere der Arbeiter- schalt der Firma Orenstein u. Koppel sowie dem Turnverein»Freiheit" ihren Innigsten Dank _ Familie ITccIrert. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahm« sowie Kranzspenden bei dem Begräbnis meines lieben ManncS Heinrich Hanke sage ich im Namen aller Angehörigen den Freunden und Bekannten, speziell Harn Waldeck Manasse sür seine irost- reichen Worte sowie den Mitgliedern deS RauchtlubS„Ohne Zwang', des vierten Reichstags- Wahlkreises und 304./30ö. Wahlbezirk meinen herzlichen Dank. Wwe. Berta Hanke. 782 yaieniscfii® Kedarfsartihul» Gurnrniwaren, 1000s Anerlc. V. Prof. u. Aeret.«mpk.. bltl. Apoth. S. Sehweitzera Fab. hyg. Präp. Berlin 0., Hol-. markt, str. 69-70. Off, verlang. Ktnmn- itnb Cumnbitibrrri von Robert Mejer,. nur Mlimimn-Sttlißt 2, kosten 2 Teller vorziigliolier (Mehr als 30 Sorten) Mau verlange ausdrücklich ZuppSZA Z mit dem lirearstera kürzester Waffer herzustelle«« A. Schaf* Ben. gegründet 1863. Brtinnensfr. 160 Eingang Anklamerstr. H.& P.Uder, lÄVI; Pabrik-Lager sämtlicher gangbarer Kautobake. ialil; Mordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros-Preisen. 6346L* Amt 4. 3014. Wer viel Geld verdienen will richte sich ireder nach den falschen Ansichten der Tief- spcknlanten an den ProdnktenbOrsen, noch nach den albernen, einseitigen sinn- und gedankenlosen Berichten der Handels- und Bttrsenzeitnngen, sondern beachte den Inhalt der Broschüre Proestler. Das Wlrtsebaftsblld der Gegenwart and der Zakaafl Ist tu bezichen durch eile Buchhandlungen(Kommissionär: Otto Webe� Leipzig). Broschüre A, vollständige Ausgabe, Mk. 1.— Teil- und Volks« ausgäbe, 60 flg. Gegen EioseuUung von Mk. 2.10, bezw. 65 Ptg. für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 P fg. für das Ausland, werden die BroschQrea portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestler in Wilrxbur* versandt. wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekt«. tv «* ® © © Komplette Wohnungs-Einrichtungen in| allen Stil- und Holzarten.© Einzelne MSbel als Ergänzungsslueke.| Woohenrata l.oo. SflonL Alte Schönhauserstr. 3 1 • W»»»D Am ScbSnhaaser Tor. 752* S Kratz echter Kesten- u. Schnupfen (SSulfiofräuterloft) ist vorzüglich und bewährt gegen Heiserkeit» Huste». Schnupfe». Jiifluciiza, Katharrstrber, Schleimfieber. Rasenpolypen usw. Niemals lose, sondern nur in m. Plombierten == Originalst, a 1.76,>/, FI. 1.00. Probe 50 Pf.=== Falls in Ihrer Drogerie noch nicht oorbanden, gege« Em- sendung von Marken(Porto extra) durch Drogerie 382* " Prlt» Kratz, Berlin H., HBlnictcenilorlorstr. 1 19, Fernspr. ll, 2631.( Dr. SchUnemann Spezial-Slrzt für 54272* Haat- nnd llaritleiden, Pranenkrankbcltcn. Friedrichstr. 203, Ecke SchüNenstr. 10-«, 5—7, Sonnt. 10-1» Nbr. � ti�gieliiscke ßeatnsarujiei. iseuait Katalog Q. Empfehlriel. Aertio uProf, grat. uäS H. ünger, Gunmiwarealabröj Sariin NW.. Friednchaira»«• 91/92. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Ptg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.i das erste Wort (fettgedruckt) 10 Plg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN Steppdecken, Uhren, Goldsachen, Silbersachen, Anzüge spottbillig Pfand. leibhaus, Küftrinerplatz 7, 2S48K A'erro»»nlirrad, wie iieii, 45,00. straße 36 h. Dameniabrrad, Holz, Blumen. 2515K* Möbel sowie ganze Wobnungs. Einrichtungen erhalten solide Leute zu Kassapreisen bei geringer An« »ahlung aus Teilzahlung MSbclsabril il. Krause, Schuhenstraße 73)74. I Tcppiche!(sebierbasle) in allen Größen sür die Häiste de» WerleS im Teppichlager Brünn, Hackeicher Markt 4, Babnbos Börse. 261/1« Möbelkänfe sind vorieilhast im Möbclspeicher Brunnenslraß« 182 Hos. Ganze Einrichtungen von 2o0,— an. GeicgcnheitSkäilse wenig gebrauchter wie neuer Möbel, Plüschgarnituren, Schreibtische, PaneclfosaS, Säulen. trumeauS, Nnßbaumbüsetts, Muschel. schränke. englische Spiegelschränke, MuschelbertikoS 28,—, salin- und Mahagoni» Schloszimmer, Teppiche, Spiegel, Spi�-zelspindchcn. Englisch- betten, M uschelbelten, Taschensosas, Marmorloiletten, itomoden, Sosa- tische, Ausziehtische 10,—, Garderoben. fpind, Flurgarderoben, moderne Küchen und viere andere spottbillige AusallSkärise. Sonntags geöffnet.* " GaskocherhauS!!! Geschiosfene ZweilochgaSkocher! 5,00. GaSbratöien I 8,00, GasbügeiapparatI Schneider- eisen I spottbillig! Gasbronzekronen l EaSlhren I 1'/,. Wohlauer, Walliier- theaterstraße 32._ 2691K* Mödelsabrik. Oranienstraße 63 direkt Moritzplatz. In meinen süns Etagen stehen komplette WohnungS» einrichtimgen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, fast neuen Möbeln, die bedeutend herabgesetzt sind, vcfichtigung erbeten, ohne Kauf. zwang. Auffallend billig oerkanse ich neue ChaiselongucS 20, Schlaf« sösa 30, Satleltaschensosa 45, Paneclsosa 55, hochelegante Garnitur 73, Säulcnlruineau 33, Bettstelle mit Matratze 16, AuSzieh. fstch 18. Muschelsplnd, Vertiko 30. («elausle Möbel können drei Monate tostensrei lagern. Teilzahlung ge« stattet. Kein Laden, direkt Fabrik. Auch Sonntags geöffnet. Muster- buch gratis.__ 2613K* Kinderwagen, Kinderbcttstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Sommer. Wienerstraße 51. verantwortlicher Redakteur: Salonteppiche, extragroße Pracht. exemplar«, 26,00, wunderschöne Zimmerieppiche 8,00. hocheleganter sacetttcrter Säulentrumeau 30,00, reichgestickte Uebergardtnen, Spachtel- stores, Tüllgardinen, Steppdecken, Salonbilder, Salonuhren, Diwan- decke», Plüschtischdecken 5,00, gediegene Nußbaummbdel, Plüschgaruiluren, PaneelsofaS, Küchenmöbel, vollständige Einrichtungen werden nachmittags 2 bis 8 im Anhalter Bahnipeicher Möckernstraße 25, direkt tzochbatm- ftation Möckenibrücke, spottbillig Oer- kaust. 267SK* Fahrrad, hochmodern, stabil Gummi tadellos), sosori, 85,—. lenfionSanftalt, Kantstraße 65.■(•128* GelegenheitS kaufe: Paletots. Anzüge, Holen, Koffer, Reoolver, TeschingS, Uhren, Goldsachen, Kessel, spottbillig. Lücke, Oranienstraße 131. Kinderwagen, Kinderbeltslellen Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kurfürsten. straße 172._ 2247K* Möbeltischlerei liefert gediegen, Wohnungseinrichtungen äußerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Tischlermeister. Drcsdcnerstraße 124. nahe Kattbuser Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* Gaskrouen, Petroleumkronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. LouiSBöttcher (selbst): Boxhagcnerstraße 32(Bahn- Verbindung Warschauerstraße), Res- nickendorscrstraße 1 16, n-chönhauser Allee 80, Potsdamerstraße 81, Rix- dors, Kaiser Friedrichstraße 247. Totalansverkans meines EngroS. und FilialeniagerS: Gardinen, StorcS, Tüllbettdecken 10 bis 20 Prozent Rabalt. E. KeißenbergS Teppich. hauS, Große Franksurterstraße 125. Teppiche mit Farbensehlcrn zum vollständigen AuSverkaus jetzt mit 10 Prozent Extratubott. Große Franksurterstraße 125. 272gK* Dotalauöverkauf meines EngroS. und Filialenlagers: Tuch- und Plüsch. decken, Velvetinc- und Plüschportieren in allen Preislagen durchweg mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Frank- surierstraße 125. 273051* Steppdecken, Fabrikmuster, Stück 3.25. 3.85, 4,85, 5,50, 6,50, 8,50 usw. E. WeißenbergS TeppichhauS, Große Franksurterstraße 125._ 273151* GaSkrouen, dreiflammlg 4.50, Bronzekronen 7.50, Gaszuglampcn 8.00, Lyren 1.45, Wandarme 0.55. FabriklaaerGroßeFrauksurterstraße 92, FU lale Raoiiiöstraße 6._ 27205t* Herreu. Garderobe nach Mag, saubere Arbeit, großes Stofflager, Paletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand. werker oerdienen. Teilzablung gestaltet. F. Dörge, DreSdcnerslraße 109.* Milchgeschüftseinrichtunacn. Emaillierte ÄerkaussgefSße, Milch. können, Miichmaße, Miichsiebe, Wiege- schalen. Jordan, Michaeliirchstraße 21. Schuapeck, Linienstraße 248, stets große Auswahl in Mouaisanzügen 6M Hosen 1,50, Jacketts 2,—, nur herrschastliche Kleidungsstücke. 262/7* Spottbilligst verfallene Pfänder, Gardiuenverkaus, Bettenvcrkaus, Teppichverkaus, AuSsteuerwäsche, Uhrenverkaus, Garderoben. Psand- leihhaus. Weidenwcg neunzehn. ff32* Spottbillig gebrauchte und neue Teppiche, Gardinen, Betten, Stepp- decken, Portieren, Tischdecken. Regu- lateure, Remontoiruhren. Operngläser, Spiegel, Bilder. Lücke, Gruner. weg 113.__ 856* Reiseglöicr, Operngläser, Reiß. zeuge, Regulaloren, Frcischwingcr, tarmonikaS, Geige», Zithern, Bilder, eppiche, spottbillig. Lücke, Oranien- straße>31.-_ 104b* Sensationelle Ni Phönix. Hamburg. Koppenstraße 13, Rl est! Automat öeneralvertrieb cstaurant. ß44' Gardinen, StorcS, Portieren, Tischdecken kaust man billigst im Gardinen» Spczialgeschäst, Bruno Güther, Grüner Weg 80, parierte, kein Laden.* Herrmann straße 53, hat anzüge. Schlesinger, die besten Turm- Arbeits. 2574L* Steppdecke» Große Franksurterstraße Fabrik 2167K* Sofa verkaust 8 Mark Solta. straße 18 III, Werth.__________+93 Eckrcstauration sofort verkäuflich. Einrichtung, elektrisches Piano, Waren- bestand sür 3000 Mark. Miete 1800, Brauerei bilsl. Matyker, Schlächter, Rixdors. Weisestraße 17-18.+119 Zigarrengeschüft. rentabel, ver. kaust Pankow, Florastraße 34.+137 Bettstellen, 5tlelderspind, vertiko 26,00, Plüfchsola, trumeau, AuSzugltsch, Studie, großer Muschelspiegel 10,00, llhr, Bilder, Paneelbreit, Küchensachen verkaust schleunigst Schuhmann, Waldemar. straße 27, vorn I.+13 Niöhairplüsch-Tischdccken, großer RäumungsauSoerkaus, Stück 5,75, 6,75, zurückgesehte Gardinen, Tcppiche, Steppdecken spottbillig. SpezialHaus Dresdenerstraße 8(Kottbusertor). 10,.">0 große Betten, rotrosa Inlett, Oberbett, Unterbett, zwei Kiffen. E. Becker, LandSbergerstraße 41.* Metallbctteich komplette, hoch- elegante. Paar 85,00. Becker, Lands- bergerstraße 41. 2702K* Zigarrengeschäft verkäuflich, seltene Gelegenheit. Rügenerstraße 2l. I75b Nähmaschinen, vier nähend. 12,00-20,00. straße 77. Stück, gut- Prinzen. 71/14 Anzüge, PaletotS, zurückgebliebene Maßbestellungen, weit unter Preis. Anzüge, PaletotS aus feinsten Maß» stoffcn. Deutsche Fabrikate 20— 40 Marl, englische 30—60 Mark. Bluhm u. Co., Friedrichstraße 212 I. Kein Laden. Tameniacketts. PaletotS, Mäntel, Kostüme, Blusen, Kostümröcke(Reise. muster), teils aus Seide, durchweg 9 Mark. Julius Neumann, Belle. alliancestraße 103._ 271551* Nähmaschinen, bis 20,00 öeS güte, wer kaust oder nachweist. Sämt. liche erstklassige Systeme. Früher Brauser, jetzt Trojan, Franksurlcr Allee ,01. Laden._+124« Ecklokal, ringsum Bauten, ist plötzllch zn verkaufen, eventuell Brauereibülse. Charlotteniurg, Tau- raggenerslraße 40. 275bK Pfandteibhaus! sechs. Erstbilligste Hermannpiatz EinlaufSquelle! trstbillig er Bettcnv erlauf. Braut betten" Bettslücke, VermietungSbett, Betlinielte, Bettwäsche, Slussleuer. Wäsche, Gardinenoerkaus, Portieren- verkauf. Teppichverlaus, Steppdecken, Plülchtischdeckcn, Psänderverkauf, Näh- malchincn.Uhreuverkauf.Freifchwinger, goldene Taschenuhren, Ketten, Ringe, Schmucksachcu, Festgcjchenle, staunend- billige Jackettanzüge, Gehrockanzüge, Sommerpaletots, Wintcrpaletots. Sonntags ebenfalls geöffnet,-st>9* Nähmaschinen. Zahle bis 15,00 reell, wer Teilzahlung kauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Alle Maschinen nehme hoch in Zahlung. Postkarte genügt. Lieseruiig sofort. Brauset, Romintenerstraße 30a, Lager parterre, nahe Warschauerstraße.* Bäckereiniederlage, bessere, Um. ständehalber billig zu oerkaufen Swineniünderstraße 13._+13 Steppdecke», volle Größe, Erc- tonne 3,00, Trikot 4,25, Similiseide 4,25, Wollatlas 5,50. Normalschlas. decken 1,85, Sonderangebote. Teppich. Haus Emil Lescvre, Oranienstr. 153._.________ ScmS Weber. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Ecklokal ist wegen Krankheit so. sort zu oerkausen Rixdors, Wilden. bruchpkttz 4/5.___+119 Wichtig für Tischler 1 Junger An. sänger kann eine vollständig ein- gerichtete Tischlerwerkstatt billig lausen. Nähere« Göbel, Jerusalemerstraße 65. Ränmuiigshalber oerkaufe Vertiko 15,00, Muschelspind 26,00, Muschel. betten, Ausziehtisch. Säulentrumeau, Waschtoilette t8,00, Plüschsosa, Küchen. fachen spottbillig, Winkelmann, DreS. denerstraße 28._+67 Mehlhandinng. sehr gute Existen� auS Gesundheitsrücksichten oerkaufliä Miete mit Wohnung 1050 Mark, erstraße 33. Wittig, Pücklerftraße +13 Gebranchte Betlstellen mit Ma. trotzen und Bellvorsteller billig, Boß, Reichsnbergerstraße 56, II.+13 Verschiedenes. Lernt die Mutlersprache beberrschenl Ersotgreichen, leicht faßlichen Unterricht in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewiffenhaster Privatlebrer. Dte Stunde tostet eine Stark. Eine Unter« richtSstunde wöchcnttich genügt. Ge- fällige Angebote sind unter