Nr. 229. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Redaction Vorwärts" 24. Jahrg. Laudepabr 00 Die Infertions- Gebühr Vorwärts Berliner Volksblaff. beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition if bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. An die Partei! Parteigenossen! Die deutsche Sozialdemokratie hat in den beiden letzten Monaten zwei Tagungen gehabt, auf die sie mit großer Genugtuung zurüdblicken darf: den Internationalen Arbeitertongreß zu Stuttgart und den Parteitag zu Essen. I Dienstag, den 1. Oftober 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die neue Blockherrlichkeit wird mit dieser Maßregel gegen unsere feines Wesens die Herzen eroberte. 1863 machte er als Parteigenossen sozusagen inauguriert. Man hat offenbar an der Delegierter des Crimmitschauer Vereins auf dem Stiftungsentscheidenden Stelle die Zuversicht, daß der Liberalismus selbst die fest des Leipziger gewerblichen Bildungsvereins die Bekanntgehäßigsten Polizeimaßregeln in den Kauf nimmt, um die Block schaft Bebels und einige Jahre später die von Liebknecht und herrlichkeit nicht zu gefährden. Diese unsere Auffassung wird durch Rob. Schweichel, zu denen er in intime freundschaftliche Bedie Haltung der liberalen Presse bestätigt. ziehungen trat. Nun, wir haben die Gewaltära des Fürsten Bismarck überAn der lebhaften Agitationsarbeit innerhalb der Arbeiterwunden, wir überwinden auch die Blodkära des Fürsten Bülow. Der freise, die mit dem Auftreten Lassalles im Jahre 1863 begann, preußisch- deutschen Reaktion wird in der Blockära unter dem Gespött beteiligte sich Motteler mit der ganzen Lebhaftigkeit seines der ganzen Kulturwelt ein scheinliberales Mäntelchen umgehängt, Naturells, zunächst als Gegner der Lassalleschen Bewegung. Beide Tagungen haben nicht nur unsere Erwartungen erfüllt, das niemand täuscht. Unermüdlich hielt er Reden und Vorträge in Vereinen und beide haben sie übertroffen. Beide boten ein Bild der Wir haben gegen eine solche Totengräberarbeit, die Versammlungen und betrieb die Gründung von ArbeiterEinigkeit und der Uebereinstimmung der inter- die Gewalthaber an ihrem System vollziehen, nichts einzuwenden. vereinen, die zu jener Zeit namentlich innerhalb der Gebiete, nationalen und der nationalen Bestrebungen in den verschiedenen Parteigenossen! Dem Drud von oben haben wir die heute den 16., 17., 18. und 19. sächsischen ReichstagswahlLändera, das uns mit den schönsten Erwartungen für die Zukunft erfüllt. den Drud von unten entgegenzufeßen. Maßregeln, treis bilden und im angrenzenden Thüringen ins Leben gerufen Tiefe Eindrücke, neue Hoffnungen und steigende Begeisterung wie die gegen die genannten Genossen, müssen unseren Mut, unsere wurden. Drei jener Bezirke, der 17., 18. und 19. sächsische für unsere große Sache, die die Sache der leidenden Menschheit ist, Arbeitslust und unsere Opferwilligteit nur steigern; Wahlkreis wurden denn auch bei den Wahlen im haben wir aus diesen Verhandlungen mit in die Heimat genommen. fie befestigen nur unsere Ueberzeugung, daß die herrschenden Bu- Jahre 1867 erobert. Die Beteiligung an dieser WahlIndem der Parteitag zu Essen seine einmütige Zustimmung stände nicht bleiben können, nicht bleiben dürfen. agitation foftete Motteler seine Stellung; sein Chef zu den Beschlüssen des Internationalen Arbeiterkongresses zu Stutt Unsere Parteigenoffen haben überall und namentlich dort, konnte nicht verwinden, daß der 18. sächsische Wahlkreis, gart gab, hat er ein Zeugnis der Solidarität mit den übrigen wo es sich um die Eroberung des allgemeinen, Crimmitschau- Zwickau, der jungen sächsischen Volkspartei, wie Bruderparteien der Welt gegeben, das von diesen mit Genugtuung gleichen, diretten und geheimen Wahlrechts für sie sich damals nannte, zugefallen war, ein Sieg, der in erster begrüßt werden wird. Und indem ferner der Parteitag zu Essen den Landtag handelt, sich um so nachdrücklicher Linie Mottelers Verdienst war. Motteler gründete nunmehr nach ebenso fachlichen wie gründlichen Erörterungen zu den ver für die kommenden Kämpfe vorzubereiten. eine Spinn- und Webgenossenschaft in Crimmitschau, deren schiedenen Punkten seiner Tagesordnung Stellung genommen hat Parteigenossen! Männer und Frauen! Die kaufmännischer Leiter er wurde. Es charakterisiert seinen und ebenfalls einstimmig oder mit an Einstimmigkeit grenzenden Fahnen hoch! Geht allerwärts ohne Bögern an Idealismus, daß er damals versuchte, in Süddeutschland und Mehrheiten alle wichtigen Beschlüsse faßte, gab er ein Bild innerer die Arbeit! der Schweiz eine Anzahl Schneidergenossenschaften unter den Einheit und Geschlossenheit, das von den besten Folgen für die Genossen ins Leben zu rufen, die von seiner Spinn- und Webfernere Tätigkeit der Partei sein wird. genossenschaft die Tuche bezogen. Er hoffte fo nach zwei Seiten in diesen Genossenschaften der Bewegung eine Stüße zu geben. Hier hatte ihm aber sein Idealismus einen Streich gespielt; er unterschätte die geschäftlichen und Hoch die Sozialdemokratie! Berlin, im September 1907. Gewiß: Meinungsverschiedenheiten über diesen und jenen Punkt waren auch in Essen vorhanden, und sie werden und müssen stets vorhanden sein, weil es alle Zeit auch bei uns Menschen mit verschiedenem Temperament, verschiedenen Charaktereigenschaften und Bebel. Fähigkeiten gibt und daraus eine Verschiedenheit in den Auffassungen resultiert, deren sachliche Erörterung nur dem gemeinen Besten dient. Die Partei der Niedergerittenen" hat mit diesen beiden Tagungen bewiesen, daß sie hocherhobenen Hauptes ten " Der Parteivorstand. Eberhardt. Ebert. Gerisch. Moltenbuhr. Müller. fozialen Existenzbedingungen dieser Genossenschaften. Mehrere Pfannkuch. Singer. Wengels. Parteigenossen! Die Stonstituierung des Parteivorstandes ist Kämpfen der Zukunft entgegengeht und ihre geschichtliche Mission erfolgt. Alle für uns bestimmten Zuſchriften sind mit der Adresse: verwirklichen wird: Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrüdung des Menschen durch den Menschen; Schaffung einer Staats- und Gesellschaftsorganisation, in der es zu versehen. nur noch Freie und Gleiche gibt. W. Pfannkuch, Berlin S.W. 68, Lindenstr. 69, Alle Geldsendungen sind dagegen nur an den Barteikassierer A. Gerisch, Berlin S.W. 68, Lindenstr. 69, Parteigenossen! Kein Fortschritt, fein Erfolg ohne Kampf, das heißt ohne schwere, ausdauernde, zielbewußte Arbeit. Agitation, Organisation, Aufklärung der Massen und unserer selbst durch raft zu richten. Bur Kontrolle des Parteivorstandes und als Beschwerdeinstanz lose Verbreitung von Wissen und Einsicht in das Wesen der staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen, in die ist die aus 9 Mitgliedern bestehende in§ 24 des OrganisationsGesetze, die sie beherrschen, die Mittel, die sie umzugestalten ver- ftatuts vorgesehene Kontrollkommission gewählt. Alle Buschriften, mögen, muß nach wie vor das A und D unserer Tätigkeit sein. Beschwerden usw. für dieselbe sind an Die kommenden Wintermonate müssen in erhöhtem Maße mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften ausgenutzt werden. zu adreffieren. A. Kaden, Gohlis bei Dresden, gingen nach furzer Zeit mit großen Verlusten für das Muttergeschäft ein, und als infolge der Haltung, die Liebknecht und Bebel im deutsch- französischen Kriege im Reichstage eingenommen hatten, sich die Erbitterung der Bourgeoisie gegen alles richtete, was mit der Partei in Verbindung stand, wurde der Spinn und Webgenossenschaft der Banktredit gekündigt und sie wurde gezwungen, zu liquidieren. Motteler opferte bei diesem Zusammenbruch sein Vermögen, um mit Ehren aus der Affäre zu kommen. Er selbst stand auf der Straße. Er trat nunmehr in die Leipziger Genossenschaftsdruckerei ein, in der ,, Der Volksstaat", das Zentralorgan der 1869 gegründeten sozialdemokratischen Arbeiterpartei gedruckt wurde. 1874 wählte ihn der 18. sächsische Wahlkreis zu seinem Vertreter in den Reichstag; seine Hauptrede in jener Periode richtete sich gegen die Kinderarbeit, die damals in den Fabriken seines Wahl1877 wurde er treises ganz besonders stark verbreitet war. aufs neue gewählt, als aber 1878 unter dem Attentatsschrecken Bismarck den Reichstag auflöfte und eine Hatz gegen liberalen Gegner. " Der Bericht des Parteivorstandes an den Parteitag zu Effen Gleichzeitig geben wir bekannt, daß die Adresse des Bildungs- die Partei einsetzte, ähnlich der von 1907, erlag er seinem hat trot unserer angeblichen Niederlage bei den letzten allgemeinen ausschusses wie seither lautet: Ne ichstagswahlen eine sehr erhebliche Steigerung der Zahl der organi fierten Parteigenossen, wie eine sehr erhebliche Steigerung der Abonnentenzahl der Parteipreffe und der Leser der Parteiliteratur gezeigt. Aber daran dürfen wir uns nicht genügen laffen. Der nächstjährige Rechenschaftsbericht muß ähnliche Erfolge aufweisen. We'r raftet, der rostet. Und wir wollen weder raften noch rosten. Eitt ungeheueres Arbeitsfeld liegt vor uns, und noch Millionen An hänger fönnen gewonnen nnd müssen gewonnen werden, wollen wir user Ziel erreichen. 1 Leicht wird uns diese Arbeit nicht. Unsere Gegner werden in Steigenham Maße alles aufbieten, um uns die Arbeit nach Möglichfetit zu erschweren. Sei es! Nur im Kampfe zeigt sich, upas taugt und lebensfähig ist. H. Schulz, Berlin S.W. 68, Lindenstr. 3. Barteigenossen! Eine bis in das Detail durchgebildete Drganifation ist Voraussetzung durchschlagenden Erfolgs. Wir ersuchen die Genossen deshalb dringend, dem Ausbau der Organisation die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Bon jeder Adressenänderung in der Kreis- oder Bezirksleitung sowie den Landesvorständen, ist dem Parteivorstand unverzüglich Mitteilung zu machen. Der Parteivorstand. Tulius Motteler t Das Sozialistengesetz und die ihm folgende Unterdrückung aller sozialistischen Preßerzeugnisse veranlaßte bekanntlich die Gründung des Sozialdemokrat" in Zürich. Julius Motteler übernahm 1880 die Leitung der Expedition des Blattes und in dieser Stellung erwarb er sich Verdienste, die ihm die Partei niemals vergessen wird. Hier erwarb er sich auch den Scherznamen der rote Postmeister, der ihn mit Stolz erfüllte. Und in der Tat konnte kein Besserer an seinem Posten stehen. Auf viererlei tam es hier an. Auf Kaltblütigkeit, Scharfsinn, Findigkeit und intensives Mißtrauen gegen jeden, der sich als Neuling den geheiligten Räumen der Expedition, mit denen zugleich seine Privatwohnung verbunden war, am Oberen Wolfbach in Zürich näherte. Die ge nannten Eigenschaften waren notwendig, weil die Hinausschaffung des Blattes über die Schweizer Grenze nach Deutschland sich von Jahr zu Jahr schwieriger gestaltete. Längs der Schweizer Grenze, von Lindau bis nach dem Elsaß, Täuschen nicht alle Anzeichen, so wird man in der nächsten Zeit mit schärferen Waffen gegen uns vorzugehen versuchen. Die Androhung der Ausweisung gegen zwei Männer der Wissenschaft, unsere Parteigenossen Hilferding und Bannekoek, die eintreten soll, falls sie ihre Tätigkeit an unserer Am Morgen des 29. September starb nach längerem, schwerem stand ein Heer von Beamten, das im Abfangen des„ SozialParteischule fortsetzen, deutet an, aus welcher Richtung Leiden unser alter Julius Motteler, der„ rote Postmeister", demokrat" feine vornehmste Tätigkeit sah. Immer neue der Wind weht. Für uns besteht kein Zweifel, daß diese Maß- nachdem er am 18. Juni d. J. das neunundsechzigste Lebens- Kombinationen für den Schmugglerdienst mußten gefunden regel auf Anordnung der höchsten Stelle in der preußischen Staats- jahr vollendet hatte. werden, um diesem Beamtenheer die ersehnte Beute fernverwaltung ausgeführt worden ist. Der Grundsatz der preußischen Mit ihm ist wiederum einer unserer ältesten Genossen, zuhalten. Aber mit dem Beamtenheer an der Grenze beVerfassung: die wissenschaft und ihre Lehre ist frei, einer der ältesten in der deutschen Arbeiterbewegung ins Grab gnügte man sich in Deutschland nicht. Ein Heer von Polizeiist wie so mancher andere Verfassungsgrundsatz in bürgerlichen gestiegen. spigeln in allen möglichen Gestalten überschwemmte die Staaten eine hohle Phrase. Das hat uns schon zur Julius Motteler wurde als Rind bemittelter Eltern in Schweiz und speziell Zürich und suchte sich in die Züricher Genüge der Fall Arons gezeigt. Je wissenschaftlicher, das heißt Eßlingen in Württemberg geboren. Er genoß eine gute Er- Parteiorganisation und in die Druckerei und Expedition des gründlicher und fachlicher die Aufklärungsarbeit der Arbeiterklasse ziehung, widmete sich später dem Kaufmannsfach und er- Sozialdemokrat" Eingang zu verschaffen. Unter diesen betrieben wird, ie gefährlicher erscheint sie den Herrschenden. In lernte praktisch ein Jahr lang die Tuchweberei, um in dem Spigeln befanden sich auch nicht selten Parteigenossen, dieser Maßregel erscheint aufs neue der alte Geist, der Breußen gewählten Fach firm" zu sein. Anfang der sechziger Jahre die dem Klange des Metalls, das die deutsche Polizei vor hundert Jahren an den Abgrund brachte und fam Motteler nach Crimmitschau in Stellung. Die politische reichlich spendete, nicht widerstehen konnten. Die Stellung der noch jetzt in den maßgebenden Kreisen herrscht und den Haß Bewegung ging zu jener Zeit hoch und die Arbeiterbewegung, Mottelers war eine sehr verdienstvolle, aber auch eine sehr and die Verachtung aller Aufgeklärten und Freis die damals überall mit der Gründung von Arbeitervereinen aufregende, die Nerven von Stahl erforderte und schließlich auch bentenden gegen ein Staatswesen hervorruft, in dem einsetzte, ergriff auch die Crimmitschauer Arbeiter. Julius diese ruinierte. Diese Stellung, die Motteler bis 1888 in sie leitenden Gesichtspunkte der inneren Politit die engherzigsten, Motteler war einer der ersten, der sich der proletarischen Be Zürich und dann, nach der Ausweisung des Sozialdemokrat“ Jeinlichsten und kulturfeindlichsten sind. wegung anschloß und in den Crimmitschauer Arbeiterverein aus der Schweiz, in England bis zum Fall des SozialistenEs ist derselbe Geist, der vor nahezu sechzig Jahren das eintrat, wo er sofort eine leitende Stellung erhielt. Er er gesetzes, Ende September 1890, bekleidete, hat die Kräfte des preußische Bolt zur Empörung und auf die Barrikaden trieb; es ist wies sich nicht nur als ein gewandter Redner, sondern auch ungemein zähen und widerstandsfähigen Mannes start anderselbe Geist, der Ferdinand Freiligrath in seinem be- als Geselligkeitsmensch ersten Ranges, der, mit einer fünft gegriffen. Er konnte. die Stellung so lange auch nur dadurch rühmten Gedicht„ Abschiedsworte der„ Neuen Rheinischen Zeitung" lerischen Aber ausgestattet, dabei wikig und geistreich, sich ausfüllen, daß eine Anzahl zuverlässiger Genossen ihm zur zum 19. Mai 1849" die zornigen Worte in die Feder diktierte: schr rasch die Sympathien aller erwarb. Seite stand, die die mit ihm getroffenen Dispositionen Kein offener Hieb in offener Schlacht Es fällen die Nücken und Tücken, Es fällt mich die schleichende Niedertracht Der schmuzigen West- Kalmüden! " Diejenigen, die Motteler in den letzten Jahrzehnten seines zur Ausführung brachten. Wer in den achtziger Jahren Lebens tennen lernten, fönnen sich keine Vorstellung machen als Parteigenosse in Zürich verkehrte, weiß, daß der Hauptvon dem jungen Motteler, der mit seinem Enthusiasmus für unterhaltungsstoff in den dortigen leitenden Streisen die Er-* alles Große, mit seiner Dpferfreudigkeit und der Heiterkeit zählung der Abenteuer bildete, die die Verbreitung des Sozialdemokrat" und der sozialistischen Schriften immer wieder zeitigte und die Motteler in unnachahmlicher Weise humorvoll zu schildern verstand. " Das ist nun heute, wo die Kurien im Reichstate ausgerottet die ihre Vorrechte antasten. 58 Abgeordnete werden im allworden sind, natürlich unmöglich: wenn auch die Privilegierten gemeinen Wahlrecht gewählt, und zwar sämtliche 48 der Stadt nicht gänzlich aus den Landtagen gescheucht werden können, so muß Wien und 10 im Lande. Das Land behält nebstdem noch Nach 20 jähriger Abwesenheit von der Heimat wurde Julius doch der Stern der Landtagswahlordnungen das allgemeine und eine alte Städte- und Bandkurie mit 46 Mandaten in welcher Motteler mit Eduard Bernstein, dem langjährigen Redafteur gleiche Recht werden, müssen die Brivilegien auf ein bescheideneres die Wahlberechtigung an eine Steuerleistung von 10 Stronen des, Sozialdemokrat", und Genossen Tauscher, dem Bertführer der Blätzchen daneben reduziert werden. Es ist nämlich nicht geknüpff ist. Druckerei, die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht. In den letzten ganz leicht, die Kurien in den Landtagen abzuschaffen und wäre Die besondere Kunstfertigkeit der Christlich- Sozialen zeigt Jahren seines Lebens beschäftigte sich Motteler mit der nur unter gewaltigen Kämpfen möglich, vor denen einerseits das sich in der Verteilung der Mandate. Wien besteht beSammlung älterer sozialistischer Schriften, die er mit Eifer geringfügige Objekt abschreckt, zu denen aber die Städtes und Land- fanntlich aus 21 Gemeindebezirken, die in ihrer Bevölkerungsbetrieb. 1903 wählte ihn Leipzig zu seinem Vertreter in den gemeindeabgeordneten, die ja auch Privilegierte sind, natürlich keine zahl sehr ungleich sind, und zwar sind die proletarischen BeReichstag. Bei den Wahlen dieses Jahres wurde er abermals Luft haben. Die Abänderung der Landtagswahlordnung kann zirke fehr groß, die kleinbürgerlichen und bürgerlichen beals Standidat der Partei aufgestellt, er verzichtete aber dann nämlich nach den Landesverfassungen nur in Anwesenheit von trächtlich fleiner. Die Reform gibt nun den einzelnen Be auf diese Stellung, da die Folgen eines Sturzes, den er vor drei Vierteln aller Mitglieder eines Landtages erfolgen: zirfen eins bis fechs Mandate: den großen aber einigen Jahren in der Nacht auf dem Heimweg erlitt, seine Ge- die Höchstprivilegierten, die Großgrundbefizer und Handels- wenige, den kleinen viele Mandate. Mit welcher zynifundheit schwer geschädigt hatte und er sich den Anstrengungen fammerabgeordneten haben es daher überall in der Hand, durch schen Unbekümmertheit diese Wahlgeometrie" in der christder Wahlagitation nicht mehr gewachsen fühlte. Im Laufe bloßes Nichterscheinen, also auf die unverfänglichste Weise, das lich- sozialen Reform praktiziert wird, sollen zwei Bahlen dieses Sommers nahmen die Schwächezustände zu. Auf Zustandekommen jeder Reform zu hindern, die ihre Vorrechte an illustrieren: Bei den letzten Reichsratswahlen haben zwölf dringendes Anraten seines Arztes entschloß er sich wider- tastet. Die Wahlreformen in den Landtagen würden sich also not. Gemeindebezirke eine christlich- soziale, neun Gemeindebezirke willig zu einem Aufenthalt in der Sommerfrische die er gedrungen in der Richtung bewegen müssen, daß die Parasiten eine fozialdemokratische Mehrheit ergeben. Wie ist nun das früher nie aufgesucht hatte in der Nähe Leipzigs. Es war furie des Großgrundbesitzes( die in den meisten Landtagen Verhältnis der Bevölkerungs- und Mandatzahl der chriftlichzu spät. Ein Gehirnschlag, der sein Bewußtsein trübte übrigens ziemlich ungefährlich geworden ist) vorläufig verschont sozialen Bezirke zu den sozialdemokratischen? Die Bezirke und ein schweres Hämorrhoidalleiden, das sich einstellte, bleibt, aber sonst der Landtag auf Grundlage des allgemeinen und mit christlich- sozialen Majoritäten haben 826 400 Einwohner und erhalten 36 Mandatel Die Begwangen seine Frau, ihn einer Heilanstalt zu übergeben, in gleichen Wahlrechts aufgebaut wird. der er am 29. September früh nach tagelangen unsäglichen Bisher hat sich dieser Gedanke zu einer Vorlage nur in zirke mit sozialdemokratischen Majoritäten haben Schmerzen verschied. Der Tod war eine Erlösung für ihn. Niederösterreich, dem Lande der Christlichsozialen, ver- 701 300 Einwohner und erhalten 12 Mandate!! Motteler hinterläßt eine trauernde Gattin, mit der er dichtet. Hier soll folgende Wahlreform ins Leben treten: Die Oder: In den christlich- sozialen Bezirken kommt ein mehr als dreißig Jahre in glücklicher Che lebte, die seine Sturie der Großgrundbesitzer, Handelstammerräte und Virilisten, Abgeordneter auf rund 23 000 Einwohner! In den Freuden und Leiden teilte und ihm tapfer zur Seite stand. insgesamt 23 Abgeordnete unter 112, foll intatt bleiben. Die sozialdemokratischen Bezirken kommt ein AbgeordEin Kind aus dieser Ehe ein Anabe starb, noch che es Stadt Wien fol! 88 Abgeordnete im allge neter auf rund 58 000 Einwohner!! Man begreift, das schulpflichtige Mter erreichte. meinen Wahlrecht wählen. Das flache Land soll 41 Ab- daß diese Wahlgeometrie" den glänzenden Sieg" der ChristDie Partei wird das Andenken Julius Mottelers allezeit geordnete in einer Zenfuskurie und 10 Abgeordnete in einer all- lich- sozialen schon in das Wahlgesetz hineinbringt! Wozu als in Ehren halten; er hat wacker gekämpft und gestritten als gemeinen Wählerflaise wählen. Der Wert der Reform besteht also besondere Unverschämtheit noch die Einführung der Listenein Soldat der sozialistischen Bewegung, für die er, wenn es darin, daß für die Hauptstadt das allgemeine Recht eingeführt wahl kommt. Von den 21 Stadtbezirken erhalten nicht gefordert worden, sein Herzblut hergegeben hätte. wird, die Teilung der Wählerschaft in eine privilegierte und weniger als fünfzehn mehr als ein Mandat; aber die Gein eine allgemeine Sturie unterbleibt ein Wert, dem schon als meindebezirke werden nicht, wie es selbstverständlich sein in der Reichsrats. Wahlordnung für vorbildlichen Muster seine große Bedeutung zufommt. Allerdings sollte und das ganze Reich und ausnahmslos geschah, in haben die Chriftlichsozialen nicht verabsäumt, auch hier ihre tüdischverlogene Natur zu offenbaren: sie wollen die Allgemeinheit des Wahlbezirke geteilt, sondern wählen in einer Wahlrechts in Wien durch die Bedingung der Gemeinde Wahl alle Abgeordnete. Diese schon jenseits aller politischen mitgliedschaft abschwächen, wenn nicht aufheben; denn Moral stehende Erwürgung der Minoritäten, die Wahlrechtserfordernisse wie Heimatsberechtigung in der Gemeinde vor allem die Liberalen trifft und einer vollständigen Nullieder Steuerleistung( welche nach dem österreichischen Gemeinde recht fizierung dieser einst herrschenden Partei gleich kommt, ergibt die Gemeindemitgliedschaft begründen) sind schon Erforderniffe, in der Bilanz zugunsten der Chriftlich- Sozialen einen Raub Aus Wien wird uns geschrieben: bei denen vom allgemeinen Recht nicht geredet werden kann. von wenigstens zwölf Mandaten:" was sich im Verzeichnis Das Wahlreformproblem pocht an die Tore der Landtage. Es ist aber anzunehmen, daß der entschiedene Einspruch der Wiener Wahlgeometrischer Künste schon sehen lassen kann! Aus einer in Arbeiter und man weiß, daß die Wiener Arbeiter sehr ent- der Zahl der Wähler sehr bescheidenen Mehrheit weiß die chriftlichNachdem das Bolf in der Reform der Wahlordnung für das Abschieben zu protestieren wissen- das tüdische Attentat auf das soziale Wahlgeometrie" eine überwältigende Mehrheit der geordnetenhaus sein Recht im Reiche erkämpft, seinen Anspruch allgemeine Recht zunichte machen und daß die Wahlreform die Mandate zu schinden! Sie haben eben die Klinke der Gesetzim Staate durchgefeht hat, geht es nun daran, die ständischen, Allgemeinheit und Gleichheit des Wahlrechtes wenigstens in Wien gebung" in der Hand und mißbrauchen sie rücksichtslos zu auf Privilegien rückständigster Art aufgebauten 2andtage zu wirklich enthalten wird Jedenfalls befindet sich das allgemeine ihrem Parteivorteil. modernisieren und fich Sis und Stimme in ihnen zu erkämpfen. und gleiche Wahlrecht auch für die Landtage auf dem Marsche, Daß es unmöglich ist, im Staate das allgemeine und gleiche und daß es balb ans Biel gelangt, das wird die nächste Leistung Wahlrecht als Grundgeseb zu geben, in den ändern aber an der Sozialdemokraten in Desterreich sein. Wahlformen festzuhalten, die mehr oder minder völliger Entrechtung der breiten Arbeitermassen gleichkommen, das ist eine Wahrheit, der sich in Oesterreich niemand verschließt. Die Landtagsherren selber vermögen sich nicht der Erkenntnis zu entziehen, daß die Landtage ihre Geltung und Bedeutung im Verfassungsleben nur erhalten fönnen, wenn sie sich den demokratischen Tendenzen anpassen und als Boltsvertretung wenigstens er scheinen. Eine Einsichtslosigkeit, wie sie der herrschenden Klasse ctwa in Preußen eigen, dürfte in Oesterreich nicht einmal mehr bei der galizischen Schlachta angetroffen werden. Die Beerdigung des roten Postmeisters findet am Mittwoch nachmittag in Leipzig statt. Um 23 Uhr versammeln sich die Genossen im Pantheon; um 8 Uhr seht sich von dort aus der Trauerzug in Bewegung. Abends 8 Uhr findet im Boltshause eine Trauerfeier statt. Candtagswahlreformen in Oesterreich. Allgemeines Landtagswahlrecht für Wien! " einen Sozialdemokraten vielleicht zehn einziehen werden, Dennoch wird der künftige Landtag, in den statt des ein anderer Landtag fein, als es der niederösterreichische in feiner ganzen bisherigen Geschichte war. Zwar ist auch der eine Sozialdemokrat, Genosse Seiß, in seiner Tätigkeit int Landtage wahrlich nicht unbemerkt geblieben, aber eine reguläre sozialdemokratische Opposition wird das zweideutige, forrupte Treiben der Chriftlich- Sozialen oft durchkreuzen fönnen. Die Sozialdemokraten, die in den Landtag kommen, werden den Landtag und seine Verfassung bald zu ändern Wien, 21. September.( Eig. Ber.) Der niederösterreichische Landtag hat die Wahlreform in einer einzigen Sizung erledigt, und das wichtigste Ergebnis dieser Verhandlung ist, daß die christlich- soziale Mehrheit in der Hauptfrage, in der Frage der Allgemeinheit des wissen. Wahlrechts für Wien, den Rückzug angetreten hat " Politifche Ueberficht. Berlin, den 30. September 1907. Eine märchenhafte Ausrede. des Plan, das allgemeine Wahlrecht durch die Bedingung Die österreichischen Landtage haben in der Geschichte des der Gemeindemitgliedschaft( Heimatsberechtigung in Wien österreichischen Stonstitutionalismus einmal eine große Rolle ge- oder Bahlung einer direkten Steuer) zu berfälschen, fallen spielt; fie hatten in der österreichischen Verfassung ursprünglich ließ. Richtiger: fallen lassen mußte; denn ohne das bas rimat inne, was sich schon in den Worten der ersten Ver- allgemeine Wahlrecht in Wien, ohne dieses Minimum einer Wie eine Anekdote erzählt, soll ein morgenländischer Fürst eins fassungsurkunde, des Oktoberdiploms vom Jahre 1860, ausspricht, Wahlreform, wäre die Vorlage, ob sie der Landtag auch mit mal von seinem Hofnarren verlangt haben, er möge eine Entwelche verkündet, daß vom Monarchen das Recht, Gesetze zu geben, der größten Majorität beschlossen hätte, nicht möglich ge- schuldigung erfinden, die schlimmer fei als eine arge Tat. Der HofGesetze abzuändern und aufzuheben, fortan nur unter Mit wefen, wäre fie nie Gesetz geworden, hätte sie die Zustimmung narr schlich sich hinter den Thron des Fürsten und kniff ihn derb in wirkung der gesetzlich versammelten Landtage beziehungs- der Regierung, die Sanktion der Krone nicht finden können. die Wade. Als der morgenländische Serenissimus daraufhin den weise des Reichsrates" ausgeübt werden wird. Die Landtage Leicht ist dieser Berzicht den Christlich- Sozialen, denen die Sofnarren grimmig anschnaubte, wie er sich unterstehen könne, eine standen in erster Linie, und der Reichsrat war nur eine Maiwahlen die Lust an dem allgemeinen Wählen so gründ- folche Frechheit zu begehen, antwortete der Narr demütig:„ Verzeiht, Delegation der Landtage; wurden doch die Abgeordneten zum lich verdorben haben, nicht geworden, und mit allzu großer allergnädigster Herr! Ich glaubte, es wäre Hochdero Gemahlin." Reichsrat nicht unmittelbar von den Wählern gewählt, vielmehr von Bubersicht verlassen sie die schüßende Kurie" nicht, die sie An diese Anekdote erinnert uns die heutige Entschuldigung der den Landtagen aus ihrer Mitte nominiert. Tatsächlich ist das vor dem Angriff der breiten Massen so sorgfältig behütet hat.& reifinnigen Zeitung". Nur daß das brave Blatt des österreichische Verfassungsleben von 1861 bis 1873 von dem Stampfe Aber da auch ihr Parteiinteresse an die Wahlreform geknüpft Herrn Wiemer natürlich einen unfreiwilligen Wiz macht. der Länder gegen das Reich erfüllt, in welchem Stampfe es eines ist, die die Mandate und mit ihnen die Gelegenheit zur Wir hatten von dem Blatte, das sich so pathetisch gegen unseren der schärfsten Mittel war, daß viele Landtage die Entfendung von Versorgung reichlich vermehrt, und da ihre politische Borwurf des Wahlrechtsschachers berivabrte, verlangt, es möge unsere Abgeordneten in den Reichsrat überhaupt verweigerten! Erst im Reputation durch das Fiasko sehr beschädigt worden wäre, Vorwürfe des schamlosen Kuhhandels doch einfach dadurch entkräisten, Jahre 1873 befreite sich der Staat von dieser Vormundschaft der das ein Scheitern der Aktion bedeutet hätte, so mußten sie baß es mindest forderungen nenne, von denen der Freisinn Länder, stellte er sich auf eigene Füße, indem er das unmittel der Hauptstadt des Reiches nun auch das allgemeine und reis. 8tg."? Unter allerlei Liebenswürdigkeiten, wie„ nid, ts. den bitteren Bissen schlucken, mit dem den Arbeitern in unter feinen Umständen abweiche. Was entgegnet darauf die bare Reichsratswahlrecht schuf: daß die Abgeordneten zum Reichsrate von den Wählern unmittelbar gewählt werden, gleiche Wahlrecht zum Bandtage gegeben wird. nutige Unterstellungen"," Berleumdungen" Dies ist die Bedeutung der Wahlreform, die im übrigen Borwärts", verweigert sie die Nennung der Minimalforderungen der Reichsrat von den Launen der Landtage unabhängig wurde. ein Flicwerk von besonderer Unsauberkeit darstellt, und diese damit, daß sie doch nicht so töricht sein werde, Minimalforderungen Bon da an ist es mit der Bedeutung der Landtage rasch bergab ge- Bedeutung ist sicherlich nicht gering. Die Mandate der gangen, und heute sind sie recht unbeträchtliche, ziemlich hilflose Stadt Wien sind noch nicht der niederösterreichische Landtag, 3 stellen, um nicht einer möglichst weitgehen den und gar nicht gefährliche Landesversammlungen geworden, denen und der niederösterreichische Landtag wäre nur einer unter 23a hIreform vorzubeugen! jeder Ehrgeiz, gegen den zentralistischen" Staat zu rebellieren, ge- siebzehn: aber dennoch bedeutet die Einführung des allgeDas ist wirklich eine märchenhafte Entschuldigung, die die des schwunden ist. Gesiegt hat aber der Staat über die Länder vor meinen Bandtagswahlrechtes in Wien, daß in die Mauer der Sofnarren weit in den Schatten ſtellt! nehmlich durch die wirtschaftliche Entwidelung: indem Aurienlandtage Bresche geschlagen worden ist, daß die Mög junterliche Reaktion würden mehr wahlrecht be Denn: entiveber bildet sich der Freisinn ein, Regierung 1md diese die zwei modernen Klassen hervorbrachte, die Bourgeoisie und lichkeit und Zweckmäßigkeit des allgemeinen Wahlrechts nun willigen, als selbst der Freifinn zu hoffen und zu fordern wagt, oder unterliche Reaktion würden mehr Wahlrecht beschaftsgebiet bedingt und die Grenzen und Schranken der Länder der Surien auch für die Landesversammlungen an Wien, unter dem, was die Agrarier und der agrarische Kanzler z das Proletariat, und indem diese Entwickelung ein großes Wirt auch für die Landtage, die Ueberflüssigkeit und Unsinnigkeit villigen, als selbst der Freifinn zu hoffen und zu fordern wagt, oder die Minimalforderungen des Freisinns würden so sehr selbst demoliert; stecken die Länder, da der Staat alle Steuerquellen also einem nicht zu übersehenden Beispiel, demonstriert wird. unter dem, was die Agrarier und der agrarische Kanzler in Beschlag nahm und ihnen nur ein bescheidenes Zuschlagsrecht Die 48 Abgeordneten, durch welche Wien im niederöster- leiſten geneigt find, zurückbleiben, daß sich der Freifinn durch vorüberläßt, doch alle in Schulden( es wird jetzt eine eigene Attion reichischen Landtage fortan vertreten sein wird, werden nun zeitiges Aufdecken der Karten bis auf die Knochen zu blamieren zur Sanierung der Landesfinanzen geplant), unb die Landtage gewählt im allgemeinen und gleichen Wahlrecht: die Teilung fürchten müßte! müssen froh sein, wenn ihnen zwischen den Sommerferien und der der Wählerschaft in eine Steuerfurie und eine Bettelfurie 23ir hatten dem Freisinn vorgeworfen, daß er sich von Herbstfession des Reichsrates eine bescheidene Tagung be ist beseitigt, das Wahlrecht ist allgemein geworden, und den agrariern allauviel abhandeln lassen werde. Der Freisin jedem Wähler eignet dasselbe Recht. Die Reform für verwahrt sich aber gegen diese nichtsnuzige Unterstellung" damit, Dennoch fönnten die Landtage im österreichischen Verfassungs- Wien wird ihre werbende und beweisende Straft für alle bak ja möglicherweise das ostelbische Junkertum wahlrechtsfreundliche: leben eine ganz nütliche Tätigkeit entfalten, auf zwar fleinem, Ränder üben, und so liegt ihre wahre Bedeutung darin, fein könne als der Freifinn selbst! aber doch fruchtbarem Felde ernstlich arbeiten. Borbebingung daß die Möglichkeit jener Abfindung mit dem allge dafür ist jedoch, daß sie von der modernen Kraft der Demokratie meinen Wahlrecht der allgemeinen Surie neben der SteuerDas Urteil im Roeren- Prozeß. belebt werden. Deshalb ist die Reform ihrer Verfassung, furie aus dem Gebiete der Landtagswahlreform schlecht- Die am Sonnabend erfolgte Verurteilung Geo Schmidts die Wahlreform, auch eine Bedingung ihrer Entwickelung. Heute hin beseitigt ist. Wohl ist gestern nur ein Anfang gemacht au 100 Mark Geldstrafe haben wir bereits mitgeteilt. Das beruhen die Landtage durchwegs auf den vier Kurien, die worden; aber ein Anfang ist gemacht, von dem aus weiter. Urteil selbst ist so ausgefallen, daß es sowohl von den vor der Wahlreform auch die Grundlage des Abgeordnetenhauses gekämpft und weitergebaut werden kann und werden wird. Gegnern des Zentrums, wie vom Zentrum ausgeschlachtet waren: der Kurie des großen Grundbesizes, der Handelskammern, der Städte und der Landgemeinden, die in den 2ändern noch ein Denkmal jener spezifischen Sabgier der chriftlichSonst ist die niederösterreichische Wahlreform allerdings werden kann. Jämmerlich benehmen sich natürlich wieder die schärfer ausgeprägt und durch allerlei ständische Ueberreste( 8. 2. sozialen Partei; so unverschämt allerdings hat sich das freisinnigen Blätter. Sie begeifern Roeren, weil es Birifftimmer für die großen Pfaffen) ausgestaltet" sind. Storrigieren der Wahlchancen, das man Wahl geome- ihm nicht gelungen ist, in allen Puntten einen völligen Nur in einigen( bisher vier) Ländern ist diesen Privilegienturien trie" nennt, wohl noch niemals ausgetobt als in dieser Wahrheitsbeweis zu erbringen. Ein lückenloser Wahrdie von Badeni erfundene allgemeine wählert lasse, christlich- sozialen Reform. Der niederösterreichische Landtag, heitsbeweis läßt sich selbst bet Prozessen, denen Vorgänge in die unter dem Namen fünfte Surie" so berüchtigt geworben der jett 78 Mitglieder zählt, wird nach der Reform aus Deutschland selbst zugrunde liegen, fast niemals erbringen. ist, angefügt worden, und zwar nur in dem bescheidensten Aus- 127 Mitgliedern bestehen, für welche übermäßige Vermehrung Wie wäre das da möglich bei einem Prozeß, der sich um maße, wie es sich aus dem früheren Verhältnis der fünften Sturie auch nicht die geringste Notwendigkeit sprach. Von diesen toloniale Gerichtsurteile dreht! zu den privilegierten Kurien im Abgeordnetenhause( 72 zu 353 Ab- Abgeordneten gehören 23 den eigentlichen Privilegierten an Das muß auch die freisinnige Presse wissen, auch die geordneten) ergab. In der Anfügung" diefer echten Bettel( Großgrundbesib, Handelskammern und Biriliften), deren off. 3 tg.", die hämisch über Noeren herfällt. Als ob furie haben sich bisher auch die Landtagswahlreformen erschöpft; Mandate durch die Landesverfassung fast unangreifbar ge- das ben Müller Sagan und Ablaß anders ergangen mit den Forderungen der Zeit sich auf bie billigste und deshalb macht sind, da diese Abgeordneten wie gesagt durch ihre wäre, falls sie ebenfalls den Wahrheitsbeweis für ihre Kolonialbequemste Weise abzufinden, war bisher der Landtagsreformen bloße Abwesenheit imstande sind, jede Reform zu hin- tritit im Reichstage hätten erbringen sollen. Aber der FreiAnfang und Ende. dern. und sicherlich werden fie doch stets diejenigen hindern, sinn wird ia sobald nicht wieder in folonialen Enthüllungen willigt wird. 27 " machen, deshalb kann die Freisinnspresse getrost auf Roeren] herumpaufen! Hat die" Post" andere Quellen für die von ihr versuchte Vertuschung der gräßlichen an Rohlau verübten Greueltat: In dem Urteil selbst ist das Kölner Gericht mehrfach zu heraus damit. Daß unsere Darstellung jederzeit vor Gericht erhärtet einem non liquet gekommen oder hat aus formalen werden kann, ist bereits am 8. September von uns betont und ist Gründen überhaupt auf wichtige Feststellungen verzichtet. übrigens den dem Morde an Nohlau nahestehenden Personen durchSo auf die wichtigste Feststellung, ob Geo Schmidt über- aus bekannt. haupt berechtigt war, die 40 Eingeborenen zur Zwangsarbeit zu pressen. Das Gericht erklärte, diese Frage ,, Die Heuchelei im Haag." bedürfe überhaupt„ teiner Entscheidung", weil Die Richtigkeit der sozialdemokratischen Auffassung über die Schmidt nicht behauptet habe, daß Roeren in dieser Beziehung Haager Konferenz wird von keinem geringeren bürgerlichen Organ wider besseres Wissen gehandelt habe. Das Urteil als der" Times" bestätigt. Unter dem Titel:„ Hypocrisy at The untersucht deshalb gar nicht, ob Schmidt zur Verhängung der Hague"(" Die Heuchelei im Haag") sagt sie: Prügelstrafe berechtigt war, sondern nur, ob die Prügelstrafe borschriftswidrig grausam ausgeführt worden sei. Aber auch in diesem Punkte gelangt es zu keiner Feststellung, da sich die Zeugenaussagen, deren Glaub würdigkeit auf beiden Seiten nicht zu beanstanden seien, diametral gegenüberständen. Man sieht, wie sich Geo Schmidt ,, rehabilitiert"! Als festgestellt erachtete das Gericht, daß Geo Schmidt unberechtigterweise die Mädchen zum nächtlichen Tanze tommandierte; nur die Strafandrohung wird dem schwarzen Ausrufer Schmidts zur Last gelegt. Auch die tolle Weiberwirtschaft Geo Schmidts, sein Haremstreiben gilt als festgestellt. Die Notauchtsaffäre gegen die minderjährige Abdjao und andere Mädchen wird als nicht festgestellt erachtet. Auf eine Untersuchung über die rechtswidrige Verhaftung der Missionare hat sich das Gericht aus formalen Gründen gleichfalls nicht eingelassen. Die Reinigung des Schmidt ist also, trok der hämischen Glossen der Freisinnspresse gegen Roeren, völlig borbeigelungen! Das hindert aber natürlich die, Rh. Weft f. 8tg." nicht, zu verlangen, daß der„ berdiente" Kolonialpascha Geo Schmidt schleunigst wieder für den kolonialen Dienst angestellt werde! Das Blatt handelt dabei freilich ganz logisch: solche Leute wie Peters und Geo Schmidt eignen sich am besten für die Kolonialpolitit, wie sie unser tapitalistisches Ausbeutertum für notwendig hält! Das bayerische Budget. zu trennen, ihre Bemühungen dahin richten, ihr Jdeal zur Geltung zu bringen. Man dürfe nicht Sozialismus und Revolution mit einander verwechseln. Den Reaktionären erwidere er, daß die Sozialisten jederzeit bereit seien, Frank reich zu verteidigen und daß es ein Verbrechen wäre, sich von demselben abzuwenden, wenn es bedroht sei. Der Hervéismus sei keine Lehre der Sozialisten, sondern der Anarchisten. Ihr widersetzten sich die schärfsten Sozialisten. Die deuts schen Sozialisten hätten jemand, der für die Ideen Hervés eintrat, aus der Partei ausgeschlossen". Nächst der Frage des Patriotismus würden es die Fragen des Parlamentarismus und des allgemeinen Wahlrechts sein, mit denen sich die geeinigten Sozialisten gegenüber dem Eindringen der AnBriand sagte weiter, daß archisten zu beschäftigen hätten. die Arbeiterklasse von gewaltsamen Bewegungen nichts zu erwarten habe; sie könnten im Gegenteil Anlaß zu reaktionären Schritten werden. Die Rede wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Die Versammlung nahm einstimmig eine Reso= lution an, in der die Erklärungen Briands gebilligt und die antipatriotischen Theorien zurückgewiesen werden. Briand nahm hierauf an einem allgemeinen Bankett teil. So lange es sich um die Acußerung frommer Wünsche oder um die Ausarbeitung von mehr oder weniger theoretischen Plänen handelt, so sind die auf der Konferenz vertretenen Mächte gerne bereit, höchst beredte humanitäre Bekenntnisse abzulegen; aber sobald es zur Behandlung praktischer Fragen kommt, die etwas mehr als Worte verlangen, da schlägt die Mehrheit ihre Bekenntnisse in den Wind. Humanität ist nicht Geschäft. Oder wie die Deutschen sagen:" In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf." Den schlagendsten Beweis der Heuchelei, von Dieser Wolffsche Bericht scheint nicht übel gefärbt zu sein. der man im Haag in vielen Dingen geleitet ist, gab die Konferenz Nichtsdestoweniger zeigt er mit wünschenswertester Deutlichkeit, mit bei der Behandlung der Fragen über die Anwendung von Minen wie plumpen demagogischen Kniffen der biedere Briand gearbeitet" im Seefriege.. Im letzten ostasiatischen Kriege war nichts hat. Die Stelle von dem jemand, der für die Jdeen Hervés einschrecklicher als die Verheerung, die diese höllischen Maschinen Sie soll den Eindruck erwecken und sie hat auf die mit den trat( und) aus der Partei ausgeschlossen wurde", spricht ja Bände! lange nach Beendigung des Krieges in der Handelsmarine an gerichtet haben. Wobei zu bedenken ist, daß dieser Krieg lokalisiert deutschen Verhältnissen nicht vertrauten französischen Zuhörer war und sich in einem fernen Winkel der Erde abspielte. Wie Briands natürlich auch den Eindruck gemacht, als ob der jemand" berheerend werden erst solche Minen wirken, wenn sie in einem( Friedeberg) aus der Partei ausgeschlossen wurde, weil er Hervés Kriege zweier Seemächte auf den verkehrreichsten Meeren Ideen berirat... angewendet würden!.. Die Konferenz, die gerne bereit ist, den Insassen von Luftballonen das Schleudern von Explosivgeschossen zu verbieten eine Möglichkeit, die nicht so schnell realisiert werden dürfte, wollte nichts tun, um den grausamen Wirkungen vorzubeugen in Situationen, die bereits eine praktische Bedeutung haben.... Das geschah in der Sigung vom letzten Donnerstag. Gestern wurde die Konferenz wieder eröffnet mit einem Austausch von salbungsvollen Komplimenten über den ethischen Einfluß und die friedliche Mission dieser großen Versammlung der zivilisierten Staaten der ganzen Welt." Unser Genosse Quelch, der wegen Beleidigung der Haager Konferenz aus Württemberg ausgewiesen wurde, war derselben Meinung, nur hatte er sie etwas derher ausgedrückt. Herr Theodor Barth ist, wie das Moffe- Blatt meldet, von seiner Ameritafahrt zurückgekehrt. Db er sich nunmehr wieder an der Politik beteiligen wird, wird nicht mitgeteilt. Ostafrikanische Zwangsarbeit! Wie die Eingeborenen in den Kolonien zur Zwangsarbeit geprest werden, beweist folgender Bericht des Scherlblattes: In der Bayerischen Kammer der Abgeordneten wandte sich der Finanzminister v. Pfaff am Sonnabend, nachdem er von seinem Standpunkte aus, die allgemeine Finanzlage charakterisiert hatte ( Siche den Artikel„ Das bayerische Budget" in der Sonntags nummer), der Erörterung des Budgets für 1908/09 zu.. Das ordent liche Budget schließt, wie er ausführte, ohne Erhöhung der direkten Steuern mit rund 513 Millionen ab, also mit 45 Millionen mehr als jetzt. Das außerordentliche Budget erfordert rund 51 Millionen; dazu werden noch Beträge für Eisenbahnneubauten und für die pfälzischen Bahnen kommen. Der Minister hob eine Reihe von Einzelposten aus den Ministerialetats hervor und bemerkte, daß der Etat der Eisenbahnen trop vermehrter Aufwendungen mit einem leberschuß von rund 691/3 Millionen abfchließe, das bebeute ein Mehr von 18 Millionen. Nach Bes reitung er Anlehenszinsen und des Pensionsaufwandes könne der Eisenbahnetat noch 7 Millionen Mark an die Staatskasse abführen, ebenso liefere Sie Bostverwaltung, der Forstetat und andere Etats einen erheblicher Mehrüberschuß. Der Das ist Arbeitssflaverei der nacktesten, unerhörtesten Art! Die außerordentliche Etat enthalte erhebliche Posten für die Bergwerks- 90 Tage Zwangsarbeit fallen natürlich in die Beit, wo auch bie verwaltung, sechs Millionen für die Vervollständigung des Telephon- Gingeborenen Erntearbeiten zu verrichten haben. Trozdem müssen netzes und große Summen für Neubauten. Das Budget enthaltene dann 90 Tage fronden! Uns scheint, der raffinierteste Jesuitenhäuptling könnte bon diesem Briand noch viel, sehr viel lernen. Im Anschluß an die oben wiedergegebene Meldung dürfte für unsere Leser auch noch die folgende von Interesse sein: feine Tagung mit der Annahme einer Tagesordnung, worin er Touluse, 30. September. Der radikale Kongreß schloß gestern lärt wird, daß infolge der antipatriotischen Neden einer Anzahl Ranch die sozialistische Partei ben Bundesvertrag mit der radikalen seiner Führer sowie durch die Abstimmung des Kongresses au Partei aufgelöst hat und daß die radikale Partei mit den geeinigten Sozialisten nicht mehr Hand in Hand gehen kann. Perfien. ,, Konstitutionelle" Vorspiegelungen. Teheran, 30. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Mit Wissen und Billigung des Schahs erschienen 25 der angesehensten Sirdars, Emire und Edeln im Parlament und erklärten dort, daß sie unentwegt zur Stonstitution und dem Parlament hielten. Die anwesenden Abgeordneten und Ulemas beglüdwünschten sie zu diesem Entschluß. Die Sizung wurde unter allgemeinen Beifallsfundgebungen und Hochrufen auf den Schah und das BarTament geschlossen. Man glaubt allgemein, daß sich die Lage befferr werde. Majd el Mült ist zum Handelsminister, Neyer el Mül zum Unterrichtsminister ernannt worden. Die ruffiiche Revolution. Neue Gärung im Heere? Wilhelmstal, 29. September. Der gestrige gesellige bend in Wilhelmstal gestaltete sich zu einem ganz besonders intereffanten Ereignis. Die hiesigen Ansiedler Hedde, Huhle, Philipps und Jnlich trugen dem Staatssekretär Dernburg im Namen und im Auftrage ihrer Kollegen Wünsche und Beschwerden vor. In der so wichtigen Arbeiterfrage ist der Bezirk WilHelmstal den anderen Bezirken durch Ausgabe von Arbeits. farten seitens des Bezirksamts etwas(!) voraus. Durch diese Die Tage von Odessa und Sewastopol find noch in der Er Karten sind die Eingeborenen genötigt, 90 Tage im innerung aller, die bisher die wechselvollen Ereignisse der russischen Jahre für irgend einen Europäer zu arbeiten, wodurch sie von Revolution mit Aufmerksamkeit verfolgt haben. Man hat von den Arbeiten für das Gouvernement befreit werden. Gouber Matrofen der Schwarzmcerflotte, von den revolutionären Soldaten neur von Rechenberg versprach, daß diese Ein- Südrußlands lange nichts mehr gehört bis auf die letzten Tage, richtung bestehen bleiben solle." da allerlei zurzeit noch unsichere Meldungen über neue Unruhen an die Deffentlichkeit bringen. Auf einigen Kriegsschiffen sollen wieder Meutereien vorgekommen, mehrere Offiziere sollen getötet, andere verwundet, Artilleristen von der Landbefestigung sollen mit den revoltierenden Matrofen im Bunde, einige Kriegsschiffe in jedem Reffort eine große Reihe. nener Forderungen, trobem tönne Sofieht die Erziehung" der Eingeborenen zur Arbeit, zur unter dem Kommando der siegreichen Revolutionäre in See genoch von dem Ueberschuß des ordentlichen Budgets der Betrag Stultur" aus! Richt die Erziehung zur Arbeit zum eigenen ftochen, und es soll gar die Stadt Odessa in Furcht sein, daß ihr von 8 Millionen für die Aufbefferung der Beamtengehälter ver- Borteil, die durch angemessene Bahlung für gelieferte ein Bombardement aus den Feuerschlünden der„ roten" Schiffe wendet werden, deren Notwendigkeit von allen Seiten anerkannt Arbeits produkte erfolgreich angeregt werden könnte wozu es drohe. sei. Es handele sich dabei um mehr als 65 000 Beamte und Be- nicht einmal eines kolonialen Protektorats bedurfte!- sondern zur dienstete. In dem neuen Gehaltsregulativ werde die Zahl der Fronarbeit für die weißen Kolonialausbeuter! Gehaltsklassen vermindert, das Anfangsgehalt erhöht und eine rasche. und ausgiebige Gehaltsvorrückung festgesetzt. Der Minister betonte sodann die Notwendigkeit einer durchgreifenden Steuerreform, deren ersten Schritt die Einführung ber Ungarn. Der Massenstreik am 10. Oktober. Einkommensteuer bilden solle, doch könne Bisher find beim Sekretariat der sozialdemokratischen der Staat vorläufig daneben noch nicht ganz auf die Er- Partei aus zirka 100 Städten und Gemeinden tragssteuer verzichten. Die neber der allgemeinen Ein- Berichte über Versammlungen eingelaufen, laut denen die kommensteuer noch beibehaltenen Steuerarten sollen aber ganz er- Arbeiterschaft am 10. Oktober für das allgemeine Wahlrecht heblich ermäßigt werden. Den Gemeinden solle die ganze Hunde- streifen wird. Außerdem sind noch etwa 120 Voltsversammfteuer zugewiesen werden, auch sollen ihnen neue Einnahmequellen lungen in verschiedenen Gegenden des Landes angemeldet, eröffnet werden durch Geseze über die Warenhaus- die sich sicherlich gleichfalls für den Massenstreik erklären stener, ertzuwachs steuer und andere Maß- werden. nahmen. Da die ganze Steuerreform neue Gesetzentwürfe umfasse, werde die endgültige Fertigstellung noch einige Beit er fordern. der Erwiderung hinzugelogen: " Auch bürgerliche Streise stehen der Massenkundgebung zum Teil nicht unsympathisch gegenüber. Ein einflußreiches Mitglied des Landesbundes der Fabrikindustriellen zum Beispiel beantragte, daß der Ausschuß des Landesbundes die Arbeitgeber auffordere, sie möchten die Arbeiter nirgends bindern, am 10. Oktober am Massenstreit teilzunehmen. werden sich dem Streit anschließen, und in der GesamtDie Handelsangestellten, selbst die unorganisierten, kaufmannschaft Budapests ist eine Bewegung im Zuge, wonach am 10. Oktober sämtliche Kaufläden geschlossen bleiben sollen. All diese und weitere ähnliche Meldungen hüllen sich wie gefagt einstweilen noch in Dunkel; denn die russische Telegraphenzenfur läßt natürlich keine Meldung durchschlüpfen, die der werten Regierung nicht in den Kram paßt. Nur folgende amt liche Mitteilung durfte bisher die Grenze passieren: Sewastopol, 29. September.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Heute früh drangen drei unbekannte, in Offiziersuniform gekleidete Personen in die Stajerne des Brestschen Regiments und erklärten der wachthabenden Kompagnie, daß ihr Kommandeur getötet und die Offiziere festgenommen worden seien. Sie forderten dann die Wache auf, unverzüglich die entwaffneten Offiziere zu befreien. Der Feldwebel erstattete feinen Vorgesezten Meldung über das Erscheinen der Unbekannten. Diese begaben sich auf den Hof und der Kompagnicoffizier rief aus: Glaubt ihnen nicht, das sind Betrüger!" Die Eindringlinge gaben hierauf mehrere Schüsse ab und verwundeten den Bataillonskommandeur sowie den Kompagnieoffizier. Zepterer befahl dem Tambour, Alarm zu schlagen. Sämtliche Offiziere liesen, sobald sie die Schüsse hörten, auf den Hof; gleichzeitig nahm das Regiment in vollster Ordnung Aufstellung. Die Eindringlinge suchten schnell einen Ausgang zu erreichen und wurden, da sie behaupteten, daß sie die Schießenden verfolgten, von der Wache durchgelassen. Die Berfolgung verlief ergebnislos. Die Lage des Kompagnie offiziers ist hoffnungslos. P Väterchen begnadigt seine Verbandsbrüder. Petersburg, 30. September.( Muff. Korr."). Die Charkowsche offizielle Gouvernements- Zeitung bringt eine Mitteilung folgenden Wortlautes, bie charakteristisch ist für das Verhalten der Behörden den Bogromtiften gegenüber: den Bogromiſten gegenüber: Eine deutsche Edelmannsbestie. Am 8. September berichteten wir eingehend über die feige Er mordung des Lettischen Revolutionärs Nohlau durch Baron Ropp und Henkel und legten dar, daß die von uns gegebene Darstellung jederzeit vor Gericht erhärtet werden kann. Die" Post" erwidert jetzt in ihrer Nummer vom 28. September auf unseren Merkwürdig, höchst merkwürdig, daß brei unbekannte, in Artikel. Sie überschreibt die Erwiderung Sozialdemokratische Offiziersuniform gekleidete Personen" ein ganzes Regiment Auch der Zentralausschuß der sozialdemokratischen Partei attionsunfähig machen können! Die nächsten Tage dürften geLügen" und leitet sie mit den Worten ein: Man schreibt roatiens und Slavoniens richtete An die arbei- nauere Einzelheiten über die mysteriösen Vorkommnisse bringen. uns aus Livland". Die angebliche Zuſchrift an die" Post" ist ein tende Nation" eine Broflamation, welche ähnlichen Inhalts ist man sagt: o Rauch ist, da ist Feuer" und zwischen dem wortgetreuer Abbrud aus der fattsam bekannten„ Dina"-Beitung wie die der ungarischen Partei. Die Sozialdemokratie Geschwafel der amtlichen Depesche aus Sewastopol scheinen uns in vom 25. beziehentlich des" Nigaer Tageblatt" und der„ Baltischen Kroatiens- Slavoniens wird ihre Solidarität mit der der Tat revolutionäre Flämmchen emporzuzüngeln. Tageszeitung vom 27. September, in Wahrheit alo teine Zuſchrift" ungarischen Sozialdemokratie durch eine für Sonntag, den an die„ Post". In den baltischen Blättern, deren Behauptungen die 6. Oktober, in Agram abzuhaltende öffentliche Monster" Post" als" Zuſchrift" an fie bezeichnet, wird der Hergang bei der versammlung, an der Delegierte aus allen Organisationen des Ermordung Rohlaus so wiederholt, wie er bereits früher von den Landes teilnehmen, dokumentieren. Blättern der baltischen Edelmannsleute erlogen war. Neu wird in Die Regierung verhält sich bisher im allgemeinen gegen macht sie Schwierigkeiten. Die klassenbewußten Eisenbahnüber dem Maffenstreit paffib, nur bei den Eisenbahnarbeitern arbeiter von 33 Städten befchloffen nämlich, an der Kundgebung vom 10. Oktober teilzunehmen. Der Handelsminister verfügte nun, daß die Arbeiter unter Hinweis auf die Dienstpragmatik darauf aufmerksam zu machen sind, daß ihre Arbeitseinstellung Entlassung nach sich ziehen würde! Sollte die Regierung die Dienstpragmatik in Anwendung bringen wollen, so ist es nicht ausgeschlossen, daß sich alle Weder ist das bezeichnete Flugblatt unsere Duelle gewesen, Eisenbahnarbeiter solidarisch erklären und die Herausnoch überhaupt uns bekannt. Ob ein solches Flugblatt existiert, forderung des Handelsministers mit einem Gesamtstreit bewissen wir nicht. Eristiert es, so wäre damit, da unsere Duelle antworten.... eine andere und absolut einwandsfreie ist, der gleichfalls von folchem Flugblatt nichts bekannt ist, erwiesen, daß genau dieselbe Schilderung, wie die von uns gegebene, auch noch durch andere als .den uns zu Gebote stehenden Beugen erwiesen werden kann. Die " Post" nahm wohl an, wenn sie die wahren Quellen" die baltischen Junkerblätter für ihre unrichtige Sachdarstellung genannt hätte, daß selbst ihre Leser dieser Quelle den Glauben bersagt hätten und dichtete deshalb ihren Abdruck in eine„ Zuschrift aus Livland" um. Die wahre Duelle für den Vorwärts" ist der Verband Lettischer Sozialdemokraten", der unter dem Titel Deutsch baltische Edelmannsbestien" aus London ein Flugblatt verbreitet, bas den obigen angeblichen Borfall mit allen erlogenen Details enthält, den Beinigern und Henkern" Nache schwört und dem lieben Freund und braven Streiter" die Versicherung weiteren Stampfes gibt. Auch deutschen Blättern ist aus London( Stadtteil Boplan) ein Exemplar dieses ekelhaften Machwerks übersandt worden." frankreich. Der reisende Nenegat. find die drei Herren Laptew, Golowkow und Lukin, welche vom Auf Grund der Fürbitte des Verbandes des russischen Volkes Charkowschen Bezirksgericht wegen der Ermordung des revolutionären Juden Shoeb berurteilt wurden, begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen worden. Gewerkschaftliches. Und willst Du nicht mein Bruder sein... Wiederholt hatten wir schon Gelegenheit, auf den Terro rismus, christlicher Gewerkschaftler gegenüber den Mitgliedern der freien Gewerkschaften hinzuweisen. Aufs neue zeigt bies wieder ein Fall, der sich in einer christlichen Gärtnerversamm St. Charmond( Dep. Loire), 29. September.( W. T. B.) Unter den zu dieser Bersammlung geladenen Gästen befanden sich lung in Französisch Buchholz bei Berlin abspielte. Minister Briand hielt heute im sozialistischen Verbande des Wahlkreises eine Rede, in der er sagte, gegenwärtig, wie bisher, auch zwei Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins fei eine Mitarbeit der sozialistischen Partei mit den anderen( freigewerkschaftlicher Nichtung). Diese wollte der Beamte bes Parteien der Linken eine unerläßliche Bedingung des politischen, christlichen" Deutschen Gärtnerverbandes, Müller, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts. Die französische so- für seine Organisation gewinnen. In dem sich dabei ergebenden aialistische Partei müsse, ohne sich von den anderen Rebublifanern Disvat über beide Verbände wurde der christliche Beamte Müller derartig erregt, daß er einem der beiden Mitglieder deZ Allgei».einen Deutschen Gärtuervereins erklärte,.ihn an den Schlund zu fassen und hinauszuwerfen". Auf die„christliche" Phrase„Liebe deinen N ä ch st e n w i e d i ch s e I b st", wirst dieser Vorfall jedenfalls ein bezeichnendes Schlaglicht. ScrUn und dingegend. Achtung, Elcktromontcure! Die Firma Gutknecht aus Hamburg versucht, für die Aus- führung ihrer Berliner Dloutage hiesige Elcktromonteure und Hülfsmontcure zu engagieren. Da unsere Hamburger Kollegen bei dieser Firma wegen Nichtanerkennung des Tarifs sich im Streik befinden, so ist es Pflicht eines jeden Kollegen, etwaige Arbeits- angeboten bei der Firma Gutknecht zurückzuweisen. Deutscher Metallarbeitervcrband. Ortsverwaltung Berlin. Die Tarifbewcgung im Töpfcrgcwcrbe Berlins wird, wenn es nicht noch bis Mitte dieser Woche zu einer Einigung 'ommt, zu einem allgemeinen Kampf führen. Die Gehnlfenschaft will sich bei den immer mehr steigenden Preisen aller Lebensbedürf- nisse selbstverständlich nicht statt Verbesserung eine bedeutende Ver- schlechrerung ihrer Lohnverhältnisse gefallen lassen. Die Unternehmer haben nun zwar ihre Tarisvorlage insoweit abgeändert, daß die .Herabsetzungen, statt bis zu 4l) Proz.,„nur" bis zu 3l) Proz. be- tragen, aber sie haben zugleich beschlossen, diesen Tarif am 1. Ok- tober allgemein einzuführen und die Gehnlfen zu entlassen, die sich dem entgegenstellen, also eine allgemeine Aussperrung vorzunehmen. Bei den letzten gemeinsamen Verhandlungen kamen die Gehülfen- Vertreter den Unternehmern so weit entgegen, daß sie anfragten, ivie sich die Unternehmer zu einer Verlängerung des alten Tarifs auf weitere zwei Jahre stellten. Aber auch das wurde rundweg abgelehnt. Die Unternehmer bestanden auf Anerkennung ihrer Vor- läge, ließen wohl durchblicken, daß sie„vielleicht" noch etwas ab- lassen würden, aber erst wollte man die Anerkennung des, wie ge- sagt, um bis zu 30 Proz. reduzierten Tarifes. Darauf einzugehen, waren die Gehülfeuvertreter selbstverständlich nicht berechtigt. So scheiterten die Verhandlungen auch diesmal. Nun hat jedoch am Sonnabend eine Besprechung zwischen dem Obermeister Thiele und dem Verbandsvorsitzenden D r n n s e l stattgefunden. Hier machte Herr Thiele den Vorschlag, daß am Mittwoch nochmals eine Verhandlung zwischen den Vertretern beider Parteien stattfinden solle, nachdem am Montag eine JnnungSversammlnng sich mit der Tariffrage beschäftigen werde. Der alte Tarif solle dann vorläufig bis zum Mittwochabend, also bis zum 2. Oktober, verlängert werden. Inzwischen fand am Sonntagvormittag eine außerordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen Filiale des Töpferverbandes statt, in der S e g a w e den Bericht der Lohn- kommission gab. Als der Redner den Vorschlag, am Mittwoch noch- mals zu verhandeln, vorbrachte, machte sich eine lebhafte Entrüstung in der imposanten Versammlung geltend, die den großen Saal der Brauerei Königstadt am Schönhauser Tor bis auf den letzten Platz füllte. Man hatte es offenbar gründlich satt, sich noch länger von den Unternehmern hinhalten zu lassen. Der Redner empfahl jedoch in der untenstehenden Resolution, auf diesen Vorschlag einzugehen. In der lebhaften Diskussion sprachen sich mehrere entschieden dafür aus, am 1. Oktober in den Generalstreik zu treten. Andere, unter ihnen der VerbandSvgrsitzende Drunsel sowie Mitglieder der Lohnkommission, des Filialvorstandes und des Gesellenausschusses, ermahnten jedoch die Versammlung, nochmals auf Verhandlungen einzugehen, entsprechend dem allgemeinen Brauch in der GeWerk- schaftsbewcgung, solange wie nur irgend möglich auf friedlichem Wege eine Einigung anzustreben. Die Versammlung nahm denn auch schließlich die folgende Resolution an: „Die von zirka 2500 Töpfern besuchte außerordentliche Mit- gliederversammlung des Zentralverbandes der Töpfer, Filiale Berlin, beschließt: um der Oeffentlichkeit zu beweisen, daß die Töpfer Berlins ehrlich bestrebt sind, auf friedlicher Basis einen neuen Tarif zustande zu bringen, von einer Arbeitsniederlegung am 1. Oktober Abstand zu nehmen und noch einmal mit den Unternehmern zu verhandeln. Sie erwartet aber, daß der Ober- meister Thiele sein gegebenes Wort, daß der neue Unternehmer- tarif am 1. Oktober nicht in Kraft treten soll, einlöst. Gleich- zeitig kann von einer Verständigung nur die Rede sein, wenn die Unternehmer ihren neuansgearbeiteten Tarif, der einen Abzug von bis zu 30 Proz. bedeutet und jeder Verständigung Hohn spricht, zurückziehen und einem Tarif zustimmen, welcher zwei Jahre Gültigkeit hat und dem bisher bestehenden mindestens gleichkommt. Sollte wider Erwarten dies nicht eintreffen, so ist vom Donners- tag, den 3. Oktober ab der Generalstreik als beschlossen zu betrachten, damit jeder Verschleppung der Bewegung von feiten der Unter- nehmer vorgebeugt ist. Die Kollegen werden verpflichtet, sich mit ihrer Arbeit so ein- zurichten, daß sie am Mittwoch, den 2. Oktober, fertiggestellt ist, damit am Donnerstag früh auf der ganzen Linie die Arbeit ein- gestellt werden kann. Gleichzeitig ist es notwendig, daß die Kollegen, wenn ihnen der Unternehmertarif zur Anerkennung vor- gelegt wird, dies energisch zurückweisen und dem Bureau melden, ' damit sofort die nötigen Schritte eingeleitet werden können." Am Donnerstagvormittag wird eine neue Mitgliederversamm- lnng stattfinden, die sich mit dem Ergebnis der Verhandlungen be- faßt. Es wurde der Antrag gestellt, hierzu auch die lokalorgani- sierten Töpfer einzuladen. Das wurde jedoch abgelehnt, nachdem Segawe erklärt hatte, daß die Lokalisten von Anfang an zu den Tarifverhandlungen geladen waren, sich aber nicht darum bekümmerten. Achtung, Schuhmacher! Der Schuhfabrikant G. Klauß, Stallschreiberstrahe 4, entließ am vorigen Sonnabend sämtliche Zwicker und vier Maschinenarbeiter. Die Entlassung der Zwicker begründete er mit der Aufstellung einer Ueberhol- Maschine, und bemerkte dem Fabrikausschutz gegenüber, denjenigen, welche er noch gebrauchen könne, werde in einigen Tagen per Post Mitteilung zugehen. Für die entlassenen Maschincnarbeiter konnten stichhaltige Gründe nicht angeführt werden. Arbeitsmangel ist keineswegs vorhanden, denn schon am Sonntag suchte Herr Klautz in einem hiesigen Blatte neue Arbeitskräfte. Fast sämtliche Ent- lassenen sind schon jahrelang in diesem Betriebe tätig, und ist daher die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, datz diese Massen- entlassungeu nur vorgenommen werden, um später Lohn- reduzierungen durchzuführen. Wir ersuchen daher, den Zuzug fernzuhalten. Schuhmacherverband. Ortsverwaltung Berlin. Die Tarifbewegung der Steinhauer. Die im Zentralverband der Steinsetzer organisierten Stein- Hauer nahmen in einer stark besuchten Mitgliederversammlung den Bericht über den Stand der Verhandlungen zum Tarif entgegen. Es wurde berichtet, datz seit der letzten Versammlung eine Sitzung mit den Arbeitgebervertretern stattgefunden habe, in der leider auch diescsmal nichts Positives zu erreichen war. Es wurde schlietzlich eine Subkommission gewählt, in der die Beratungen fort- gesetzt werden sollen. In der sehr erregten Diskussion wurde betont, daß es scheine, als wollten die Unternehmer durch ihre Verschleppungstaktik lediglich den Abschluß eines Tarifs hinter- treiben. Die Tarifverhandlungen haben im November 1306 be- gönnen, und es sei nicht einzusehen, welche Arbeiten seitens der Subkommission erledigt werden sollen. Die Lohnkommission wurde beauftragt, nunmehr sofort mit den einzelnen Firmen in Unter- Handlungen zu treten, um eventuell den Abschluß des Tarifs durch partielle Streiks zu erzwingen, da die als solide bekannten Firmen die im Tarif geforderten Löhne bereits zahlen. Am Dienstag, den 8. Oktober, sollen in einer Versammlung bei Sachse weitere Matz- nahmen beschlossen werden._ In der Schokoladenfabrik von Kurb u. Knpfner, Reinickendorfer- straße 53, ist es zum Ausstand gekommen, da den Arbeitern eine Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Jnseratenteil berantw. Teuerungszulage verweigert wurde. Die Arbeiterlunen fangen jetzt mit einem Wochenlohn von 7 M. an und verlangten 0 M., die Arbeiter erhalten jetzt einen Minimallohn von 23 M. und ver- langen mindestens 24 M. Zuzug von Arbeitern und Arbeiterinnen der Branche ist fern zu halten. Dcntfcbes Reich. Mosaikbilder ans der Nicderlausitz. Senftenberg, den 30. September.(Eig. Ver.) Die Unternehmer versuchen mit allen Mitteln des Terrorismus und der Ueberrednngskuust auf die Streikenden einzuwirken, um sie ins alte Joch zurückzutreiben. Den Beweis, datz es den Herreu höllisch unter den Nägeln brennt, liefert folgende Bekanntmachung. „Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß im Laufe der allernächsten Tage bereits die erste große Anzahl von Arbeitern hier eintrifft, welche als Ersatz für die ausständigen Arbeiter den vom Ausstande betroffenen Werken zugeteilt werden sollen. Nach der Einstellung dieser Ersatzarbciter wird es ausgeschlossen sein, den größten Teil der streitenden Arbeiter wieder zu beschäftigen. Diejenigen ausständigen Arbeiter, welche auf eine Wieder- beschäftigung in ihrer letzten Arbeitsstelle rechnen, werden daher gut tun, s i ch allerschlcimigst bei dem Betriebsführer zu melden und die Arbeit wieder aufzunehmen." Bahnbeamte als Polizei. Am Sonnabend wollte der Bezirksleiter�Adamek deS Berg- arbciter-Verbandes vom Bahnhof Senftenberg abreisen. Im Warte- saal trifft er eine Anzahl angeworbener Polen. Ein Bahnassistent kommt hinzu und verbietet ihm die Unterhaltung mit den Leuten. Darauf aufmerksam gemacht, daß der Wartesaal ein öffent- licher Ort sei und jeder sich dort unterhalten könne, mit wem er wolle, erklärte der Beamte, dann müsse er sich dazwischen setzen, bis Polizei käme. SprachS und tats.' bis ihn dann der Gendarm„ablöste". Doch aller Liebe Mühe war umsonst: die Arbeitswilligen reisten wieder ab, ohne datz sie nur den Warte- saal verlassen hatten. Es war dem Genossen Adamek un- möglich, den Namen deS übereifrigen Beamten zu erfahren, obgleich er sich an den Bahnhofswirt und an drei Beamte wendete. Der Gendarm heißt Schulz VII. * Ei» Denunziantcnstückchen. In einem Wagen IV. Klasse befanden sich Arbeitswillige. Eine Genossin trat herzu, versuchte die Leute in der höflichsten Form auf- zuklären und ließ sich u. a. von einem der Ankommenden das Verbandsbuch geben. Als der Zug in Senftenberg hielt, sprang der ledige Postbote Schneider, stationiert in Senftenberg Ü, der die Fahrt im Wagen in Zivil mitgemacht hatte, heraus, ging zum Gendarmen und denunzierte die Frau, sie habe Arbeitswillige von der Arbeit abhalten wollen I Tatsächlich wurden denn auch die Per- sonalien der Genossin notiert. Unter den Fahrgästen herrschte aller- stärkste Entrüstung wegen dieses Demmziantenstückchens. » Wie Arbeitswillige transportiert werde». Sonntagnachmittag traf ein Trupp wahrscheinlich in Ober- schlesien geworbener und für die Bcrgbaugewerkschaft Louise II- Meurostolle bestimmter Arbeitswilligen ein. Sie wurden— 35 Mann stark— auf 2 Wagen verladen, Gendarmen setzten sich dazu; Schuppenketten unterm Kinn, die Hand am Sä'belknauf, folgten„Berittene", so datz 11 Gendarmen den Trupp begleiteten. Im schärfften Trabe ging die Kavalkade ab. Als sie durch die Schranke der Bahnhofstratze gefahren waren, wurden die Schlagbäume heruntergelassen und die Straße ge- sperrt. Wie die wilde Jagd gings dem Meurostollen zu. In Sauo war Frauenversammlung. Die Anwesenden wurden durch das un- gewöhnlich starke Geräusch der vielen galoppierenden Pferde auf. merksam— den Zug sehen und Radfahrer ihm nachsetzen war eins! Auf Umwegen wurde der Zug überholt, die Leute trotz stärk st er Bedeckung aufgeklärt und werden diese jedenfalls nicht arbeiten. SHrkste Erregung bemächtigte sich aber angesichts des Schauspiels der überfüllten Versammlung. Uebcrhaupt ist eine Gärung in der Bevölkerung wie nie vorher. » Augenblicklich weilt ein Vorarbeiter hier, der nebst 20 Mann in V a l d o i e. einem Orte im Territorium Belfort in Frank- reich, für Meurostolle um einen Wochenlohn von 40 M. ge- worden wurde. Der Mann depeschierte seinen Kollegen sofort ab und erklärte, den Agenten in Frankreich verklagen zu wollen.— Die 35 Mann, die gestern das größte Aufsehen erregten, haben die Werkskasernen in der Nacht bereits verlassen und sind früh mit dem ersten Zuge abgereist, ohne sich irgendwo zu melden. * Die Knappschaftskrankenkasse hilft ebenfalls den Unternehmern Arbeitskräfte zutreiben. Wer sich krank meldet, mutz entweder ins Krankenhaus— oder er wird für gesund und arbeitsfähig erklärt. Außerdem ist im Krankenhause selbst „fürchterliche Musterung" gehalten worden und sämtliche Kranke, die halbwegs konnten, wurden wieder zur Arbeit geschickt. So sind alle Faktoren vereinigt, um sich der Arbeiterschaft entgegen- zustemmcn. Die Grndenherren in Nicderschlesien gestehen jetzt indirekt ein, daß die Situation infolge der massenhaften Kündigungen der Arbeiter sehr e r n st geworden ist. Da ihre in die bürgerliche Presse lancierten Schimpfartikel und Milchmädchenrechnungen über„hohe Löhne" nebst den üblichen Verleumdungen der„Streikhetzer" und „roten Agitatoren" nicht mehr ziehen, wenden sie sich jetzt direkt an „ihre" Arbeiter. Sie erlassen eine„Bekanntmachung", die das dreisteste mit ist, das je von protzenhaften Kapitalisten gegen Arbeiter geleistet wurde. Darin behaupten die Herren mit gottesfürchliger Frechheit, die Bewegung der Bergleute sei„von der sozialdemokra- tischen Partei" inszeniert»nd zwar, weil die Partei befürchte, den Reichstagswahlkreis Waldenburg bei der nächsten Wahl zu verlieren I Es wird weiter in diesem Dokument behauptet, die sozialdemo- kratische Partei sei im Kreise Waldenburg im Rückgänge begriffen, und um nicht den letzten sozialdemokratischen Wahlkreis, den Schlesien noch habe, zu„gefährden", inszeniere sie(also die Partei!) die Lohn- bewegnng l! Es verlohnt sich nicht, ernstlich auf diese absurden Stilblüten kapitalistischen Wahrheitsfanatismus einzugehen. Wenn der Schwindel o dick aufgetragen wird, richtet er sich selber. Interessant ist aber noch, wie der Troß der Protzen doch, in etwas nachzugeben sich herbeiläßt. Sie erklären jetzt, nachdem ie sehen, wie e r n st es den Bergleuten mit ihren Kündigungen ist, datz sie bereit seien, wenn auch nicht mit der Lohnkommission, so doch mit den A r b e i t c r a u s s ch ü s s e n zu verhandeln. Ja, noch mehr: Man will sogar den Arbeitervertretern Einblick in die Geschäftsbücher der Verwaltungen gewähren, damit sich die Arbeiter überzeugen, daß— die Herren„nicht imstande"(!) sind, höhere Löhne zu zahlen! Nun, die Arbeitervertreter werden Einblick nehmen und den Herren dann eine Rechnung aufmachen, die frei von Zahlenjonglierereien und Börsenjobberadditionen die wahre Lage der Arbeiter widerspiegelt. Drollig und naiv dazu liest sich in der Leibpresse der Gruben- Herren, wie z. V. der„Schles. Ztg." vom Sonntag, ein wütender Schimpfartikel gegen die„verhetzten" Bergarbeiter, der u. a. folgenden Satz enthält:_ : Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt „Wie wenig den Agitatoren an dem NoHI der Arbeiter liegt, läßt sich daraus ersehen, daß sie angesichts der bestimmten Er- klärung der Gruben, nach Lage der Verhältnisse zurzeit Lohn- erhöhungcu überhaupt nicht bewilligen zu können, immer weiter versuchen, die Arbeiter zu derartig hohen Forderungen zu veranlassen, deren Nichtbewilligung unter den vorgetragenen Verhältnissen von vornherein außer Zweifel steht. Die Agitatoren wissen genau, daß die Gruben augenblicklich, namentlich auch an- gesichts der starken Anwerbung westfälischer Zechen im hiesigen Revier, mit ihren Löhnen so hoch gegangen sind, wie eben nur möglich, um- stärkeren Abwanderungen nach Westfalen vorzubeugen. Trotzdem wird aber weiter geschürt, um die Belegschaften weiterhin zu verhetzen und Mitglieder zu ge- Winnen...." Diese Ereignisse beweisen aufs neue, daß es der Sozial« d e m o k r a t i e nur darauf ankommt, ihre Stellung in dem bei der letzten Reichstagswahl nur mit Mühe behaupteten Wahlkreis zu festigen." Das Blatt verkündet damit den ersten Paragraphen des zu« künftigen Kapitalistengesetzbnches, der da lautet:„Wenn ein Unter- nehmer sagt, er kann Arbeiterfordernngen nicht bewilligen, so haben die Arbeiter das zu glauben und das Maul zu halten. Zuwider- Handelude werden zum Lesen der Kapitalistenblätter verurteilt." Es ist. doch gut, daß der Humor bei dieser Auffassung einigermaßen auf seine Rechnung kommt. ?Zu stand. Die Aufnahme der Arbeit. A n t w e r p e n, 29. September.(Eig. Ber.) Die Scharfmacherdeklamationen der Föderation haben weder ihr selbst genutzt, noch den Hafenarbeitern geschadet. Denn ihre Tiraden werden keinen Menschen überzeugen, daß sie„gesiegt" hat, so wenig wie es ihr gelungen ist, die Docker damit irrezuführen, datz man sie als die vom Bürgermeister und den„bezahlten Fuhrern" Genas- führten hinstellte und zu erregen suchte. Die neuerlich bestätigten Zusagen des Bürgermeisters sowie die Zusagen der Einzelunter- nehmer an die Streikführer setzen im Gegenteil die Absichten der „Föderation" erst recht in die richtige Beleuchtung. Die Arbeiter haben demnach in voller und berechtigter Zuversicht die Arbeit auf- genommen und außer einigen Dutzend„Gelben", die die „Födöration"„für alle Fälle" als„Reserve" ankündigen läßt, ist Antwerpen von den Engländern gesäubert und die einheimischen Docker sind vollzählig an der Arbeit.— In einem recht bezeichnenden Gegensatz zu den scharfmacherischen und giftigen Kundgebungen der Födöration, die Unmut, Bitterkeit und schließlich Arbeitsunlust zu erzeugen berechnet waren, ruft die sozialistische Dock- arbeiterorganisation, indem sie auf die errungenen Erfolge verweist, die Hafenarbeiter auf, nun allen guten Willen an die Arbeit zu setzen und zu zeigen, daß sie die Aufbesserung auch verdienen. In der Tat sahen in den ersten Tagen die englischen Stellvertreter mit sichtlicher Verwunderung den spielenden Bewegungen der belgischen Arbeiter zu, die, wie allerlei statistische Ausstellungen während des Streiks bezeugten, das drei-, vier- und mehrfache noch leisten als die aus den Spelunken Londons geholten Engländer. Was die „Födöration" nicht hindert zu erklären— sie versendet ja jeden Augenblick ihre„Communiguös" wie eine richtige Regierung— daß sie bei der geringsten Unebenheit wie Boykottage, Veränderungen in der Arbeitszeit usw. den Unternehmern sofort die ckls Reserve zurückbehaltenen Engländer zur Verfügung stellen würde. Indes, trotz der Aufhetzereien der„Föderation" wird die un- geheure Arbeitsmaschinerie des Hafenbetriebes bald im altgewohnten Geleise laufen und nicht zuletzt— o Ironie des Kapitalismus!— dank dem ruhig-energischen Eingreifen der Führer und der Organi- sation, die auch den errungenen Sieg den Dockern gegen alle Intrigen und allen böfen Willen zu schützen wissen werden. Letzte JVachricbten und Depelcbca Der Wahnsinn der kapitalistischen Produktion. Köln» 30. September.(W. T. B.) Die„Kölnische Zeitung� meldet aus Hagen: In der heute hier abgehaltenen Sitzung der Feinblechwalzwerke wurde einstimmig beschlossen, den Betrieb im Oktober vorläufig auf acht Tage einzustellen, ferner nach Abwicke- lung der bestehenden Bezugs- und Lieferungsverpflichtungen den Betrieb gänzlich einzustellen, wenn die jetzigen ungünstigen Markt- Verhältnisse sich nicht bessern sollten. Landtagswahl in Renst j. L. Gera, 30. September.(Privatdepesche deS'„Vor, wärt S".) Bei der heutigen Wahl zum Landtage wurden die Genossen Leven und Betterlein gewählt. Die Genossen Böttger und Drechsler kommen in Stichwahl. Ein Kreis ist uns ver» loren gegangen._ Die Furcht vor der Demonstratio». Budapest, 30. September.(W. T. B.) Die Direktion der Staats- bahnen gibt bezüglich der für den 10. Oktober geplanten sozialistischen Kundgebung für das allgemeine Stimmrecht eine Verordnung bekannt, in welcher den Angestellten der Staatsbahnen unter Berufung aus die Dienstpragmatik erklärt wird, daß für den erwähnten Tag sowie für den vorangehenden oder folgenden Tag kein Urlaub gewährt wird- In der genannten Verordnung wird hervorgehoben, daß die Eiscnbahndirektion berechtigt ist, die Arbeitseinstellung mit sofortiger Entlassung zu bestrafen und daß die Anstifter oder Mit» glicdcr deS OrgnuifationsauSschusses nicht wieder in den Eisenbahn- dienst aufgcnammen werden können. Wie verlautet, haben die Dirck- tionrn der Privatbahnen eine gleiche Verordnung erlassen. Eisenbahners Los. Glciwitz, 80. September.(B. H.) Auf dem Personenbahnhofe lehnte sich der Rangierer Z y b i l l a, auf dem Trittbrett stehend, zu weit vornüber und zerschmetterte sich an einer vorstehenden Laterne den Kopf. Er war sofort tot._ Untergegangener Dampfer. Geestemünde, 30. September.(B. H.) Der hiesige Fisch» dampfer„Blexen" ist mit der gesamten Besatzung von 11 Man» bei Island untergegangen._ DaS Vaterland in Gefahr. Leipzig, 30. September.(B. H.) Auf Veranlassung des. Reichs- gerichts wurde die Nr. 3S des anarchistischen Organs„Der. freie Arbeiter" vom 21. September d. I. wegen des Leitartikels„Au- archisnms und AutimilitarismnS" beschlagnahmt. Ein nngctrencr Rendant. Esseg, 30. September.(W. T. B.) Der Direktor der Spar- lasse in der Stadt N i e m c e> Mathias Zivkowitsch, ist flüchtig geworden. Er hat Unterschlagungen in Höhe von einer Viertel- Million Kronen begangen. Die Sparkasse ist in Konkurs geraten. Ihre Verbindlichkeiten betragen über eine halbe Million. Schiffskollision. Provincetown(Massachusetts), 30. September.(W. T. B.) (Auf deutsch-atlantischem Kabel.) Der Kreuzer„Des Maines" kollidierte während eines Sturmes mit dem Proviantschiff„Gla- cier"; ein Offizier wurde dabei getötet, mehrere Matrosen wurden über Bord geschlendert. Maul Singer LiEollBerlin L W. Hierzu 4 Beilagen«. Unterhaltnngsblatt Ar. 229. 24. Jahrgang. Fünfte deutsche Natianalkouftren? der internationaltn Kkkämpfilng des Mädchenhandels. Am Donnerstag und Freitag vergangener Woche tagte in Dussel- fcorf der in der Ueberschrist bezeichnete Verein unter Vorsitz des ireikonserbativen Wgeordnetcn von Dirksen. Der Kampf gegen die Mädchenhändler, wie er von Leuten geführt wird, die auf der- selben moralischen und politischen Tiefe stehen wie ein Peters, ist lediglich ein Scheinkampf. Hohle Sittlichkeitsphrasen, aber keinerlei Taten zur Hebung der Ursachen der Prostitulion. Im Gegenteil, Leute von dem politischen Standpunkte des Vorsitzenden, mit ihren Bestrebungen gegen bessere Schulbildung, gegen Besserung der Wohnungsverhältnisie, für Verschlechterung der Ernährungsweise und Lebenshaltung der großen Menge, für A u s w u ch e r u n g der Kinder zu gewerblicher und ländlicher Arbeit, gegen Arbeiterschutz und für Arbeitertrutz der- größern die Hauptursachen der Prostitution und damit auch des schandbaren Mädchenhandels. Als ein kleiner, immens kleiner Fortschritt kann es bezeichnet werden, daß der Vorsitzende und der Geschäftsführer, ein Major a. D. Wagner- Berlin, sich nach ihren Aeußerungen auf der Versammlung wenigstens zu d e r freilich recht leichten Erkenntnis durchgerungen zu haben scheinen, daß der Mädchenhandel und die Bordelle in engstem Zusammenhange stehen. Die Haltung von Bordellen und die Duldung von Bordellen in Deutschland ist nach den Darlegungen in der Presse, im llleichstag und in der Literatur sowie nach der Anschauung des Reichsgerichts eine mit schwerer Strafe bedrohte Hand- I» n g, die hochmögenden Herren Pastoren. Majore, RegienmgS- beamte des Vereins wissen das. Aber sie waren weit entfernt. Be- slrafung der Bordellinhaber und ihrer polizeilichen Dulder mit Ent- schiedenheit zu verlangen. Aus den Verhandlungen, insbesondere aus dem sehr kenntnisreichen Referate des Lizentiaken Bo hn ergibt sich, daß die Bordelle in Deutschland von hochgestellten Stützen der Gesellschaft gehalten, unterstützt und geduldet , werden. Der Referent Lizentiat B o h n ließ sich über das Thema Bordelle und Mädchenhandel wie folgt aus: Es könne heute nicht seine Aufgabe sein, die ganze Frage der Prostitution, der Reglementierung und Bordellierung aufzurollen, er ivolle sich lediglich mit dem Zusammenhang von Bor- bellen und Mädchenhandel beschäftigen. Es gebe drei verschiedene Formen der Prostitution in Deutschland. Ersten? eine geheime Prostitution. Diese sei in den mittleren, ganz besonders aber in den größeren Städten Deutschlands stark vertreten. Nach den geringsten Schätzungen habe sie den zehnfachen Um- fang der polizeilich beaufsichtigten Prostitntion. Die zweite Form sei die reglementierte, das heißt die von der Polizei beaufsichtigte Prostitution, die sich frei bewege auf der Straße, in Balllokalen. Nachtcafes, Kneipen, in der eigenen »ud in der Wohnung der sie dingenden„Herren" im Absteige- und Kuppelei-Ouartier. Die dritte Form sei die reglementierte polizeilich beaufsichtigte Prostitution, die zugleich von der Polizei gezwungen werde, in bestimmten, polizeilich kon- zcssionierten Kuppcleiquarticren. Häusern, Straßen, Stadtteilen Wohnung zu nehmen, die sich dort von den Kunden aufsuchen lasse 'und nur dort ihr Gclverbe ausüben dürfen. Für die Feststellung eines Zusammenhanges zwischen Prostitution und Mädchenhandel komme nur die letzte Form der Prostitution in Betracht. Die konzessionierten Bordelle seien, obwohl sie als iveithin zersetzend wirkende Pestbeulen am Volkskörper er- wiesen seien, anscheinend schon völlig mit dem Vollsleben verwachsen. Der Bürgermeister', welcher in einer kleinen Stadt der Provinz Sachsen die Konzession zu dem dortigen Bordell erteilt habe, könne Mitglied der Proviuzialsynode sein. Ein Prauereidirektor, der in einer anderen Stadt den Vertrag der Brauerei, die das Bordell finanzierte, unterschrieben habe, sei Mitglied deS Gemeindekirchenrats.st«s, l. mmt im Gegensätze und Widersprüche» die naturgemäß auch in unseren Reihen vorhanden sind, weiter unter der Fahne des Vereins zu marschieren. Neben den öffentlichen Fragen liegt der Hauptwert unserer Tagung darin, daß sie einen Austausch der Meinungen bringt, namentlich zwischen den Universitätslehrern, und dann ist das wichtigste: der Verein ist zu einer Akademie der sozial- politischen Wissenschaft geworden. Er hat Erhebliches in seinen Vorarbeiten für unser öffentliches Leben und für die Gesetzgebung zuwege gebracht. Nach Ehrung der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Vcrcinsmitglieder, zu denen Dr. v. Rottcnburg gehörte, durch Er- heben von den Plätzen, wählte die Versammlung den Staats- minister a. D. Freiherrn von Berlepsch zum Vorsitzenden. Begrüßungsreden hielten der Oberpräsident v. Wilmowski, Oberbürgermeister Dr. L e n tz e- Magdeburg und der Vorsitzende der Magdeburger Handelskammer Kommcrzienrat Arnhold. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Die berufsmässige Borbildung der volkswirtschaftlichen Beamten spricht Prof. Dr. Karl Bücher- Leipzig. Er hebt einleitend hervor, daß über diese Frage entgegen den sonstigen Gepflogen- heilen de» Vereins keine Erhebungen veranstaltet worden sind. Dagegen hat der Deutsche volkswirtschaftliche Verband eine Um- frage veranstaltet, die allerdings erst vor 14 Tagen bekannt ge- worden ist. Der in rascher EntWickelung begriffene Stand der volkswirtschaftlichen Beamten erscheint zurzeit bei weitem noch nicht genügend abgeschlossen und einheitlich durchgebildet, um bereits eine gleichmäßige Ausgestaltung und Regelung der beruf- lichen Ausbildung zu gestatten. Eine solche kann nur soweit in Frage kommen, als es sich um die Erlangung der für die allgc- meinen Aufgaben der betreffenden Berufsstcllen erforderlichen wissenschaftlichen Befähigung handelt. Zu diesem Ziele können sehr verschiedene Wege gangbar sein, und es erscheint ebensowenig angezeigt, den ausgesprochenen Talenten pedantische Regeln vor- zuschreiben, als die in Betracht kommenden Körperschaften sich der- bieten lassen werden, einen tüchtigen Mann zu nehmen, wo sie ihn finden. Dagegen mutz es auch diesen erwünscht sein, bei der Stellcnbesctzung über die Art und das Mindestmatz der nachzu» weisenden wissenschaftlichen Befähigung sowie über den zu ihrer Erlangung bei mittlerer Begabung notwendigen Bildungsgang genau unterrichtet zu sein. Endlich besteht ein erhebliches all. gemeines Interesse an der gründlichen Durchbildung dieser Gruppe von mittelbaren Staats- und Privatbeamten. Es ist heute all- gemein anerkannt, daß die große Masse dieser Beamten einer akademischen Ausbildung bedarf, deren Mittelpunkt und Grund- läge das Studium der politischen Oekonomie und der verwandten Fächer der Staatswissenschaftcn bildet. Zur Erlangung derselben ist ein Hochschulbesuch von mindestens sechs Semestern erforderlich. Vor Beginn des Studiums ist die Maturität einer neunklassigen Mittelschule nachzuweisen. Von dem Betriebe eines allgemein bildenden volkswirtschaftlichen Unterrichts auf den Mittelschulen hat das akademische Studium keine wesentliche Förderung zu er- warten. Als diejenige Hochschule, welche dem Volkswirt die viel- scitigste Ausbildung ermöglicht, wird die Universität anzusehen sein. Daneben kommen für spezielle Berufsstellungen auch ganz besonders fachliche Hochschulen in Betracht, Handelshochschulen, vokkswirtschaftliche Landcsschulen und das Polytechnikum. Der Vortragende geht dann im einzelnen auf die Aufgaben der Aus- bildung speziell ein. Den Abschluß des Studiums wird voraus- sichtlich auch in Zukunft die Doktorpromotion bilden. Immerhin kann die Aufstellung einer Prüfungsordnung, in der das Maß der in den einzelnen Fächern zu stellenden Anforderungen genau festzustellen wäre, durch eine aus Theoretikern und Praktikern zu- fammengefetzte freie Kommission versucht werden. Als zweiter Referent zu demselben Thema sprach Handels- kammersyndikus Dr. Behrendt- Magdeburg. Er kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: Die neuerdings unter dem Begriff praktische Bokkswirte zusammengefaßten Beamten von Wirtschaft- lichen Körperschaften, freien Vereinen usw. bilden noch keine durch überall deutlich erkennbare Grenzen von anderen Berufen ab- geschlossene Berufseinheit. Trotzdem ist es angebracht, daß wir, die in den modernen Formen des Wirtschaftslebens groß werden, untersuchen, welche Forderungen sie etwa an die Universitäten, die Stätten ihrer wirtschaftlichen Vorbildung, zu stellen haben. Redner geht sodann ebenfalls auf die einzelnen praktischen Vorschläge ein. Wie überall im Leben schließlich Charakter und Anlage, vor allem die Lust zur ruhigen Arbeit und zum Vorwärtskommen die Haupt- fache sei, so sei dies auch für den praktischen Volkswirt der Fall. Den Hauptvorteil des geforderten akademischen Studiums würden die Juristen haben, denen man nicht mehr den Vorwurf rein for- maler Bildung machen könnte. Doch würde dadurch auch das An- sehen des Standes der praktischen Volkswirte gehoben, insbesondere der wünschenswerte Ucbergang von einem Berufe zum anderen erleichtert werden. Die Forderung der Einführung eines Kameral» Assessorcxamens auf Grund einer etwa dreijährigen Praxis bei den Handelskammern, Landwirtschaftskammern usw. sei diskutabel. Der Korreferent verficht die Ansicht, daß für eine ganze Reihe von Verwaltungsbcamten das juristische Studium unerläßlich sei, so zum Beispiel bei der Bearbeitung der Anträge, bei Gesetzes- vorlagen. Wenn z. B. Juristen das Börsengesetz gemacht hätten, würde es eine ganz andere Form erhalten haben, während eS heute nicht nur wirtschaftliche Fehler, sondern auch juristische Un- gcheuerlichkciten aufweise. Der Jurist werde nicht um seiner selbst willen bevorzugt, sondern wegen seiner besseren Verwertbarkeit. Der Jurist dürfe allerdings dem volkswirtschaftlichen Denken nicht weltfremd gegenüberstehen und nicht rein formalistisch ausgebildet sein, wie es heute der Fall sei. Deshalb sei eine Verbindung zwischen volkswirtschaftlichem und juristischem Studium notwendig. Diese Gemeinsamkeit des Studiums werde dem Juformalismus verkommenden sogenannten Assessorismus überwinden und auch den Volkswirten die soziale Gleichstellung mit den Juristen weit eher bringen als alle anderen Bestrebungen auf diesem Gebiete. In der Diskussion wünscht Geheimer Landcsökonomicrat Woelbling, Geschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts- gesellschaft, daß vor dem Hochschulstudium eine praktische Vor- bildung der volkswirtschaftlichen Beamten stattfinde, wie es bei den Landwirtschaftskammern der Fall sei. Prof. Dr. Picrstorff- Jena bestreitet, daß für die größere Masse der volkswirtschaftlichen Stellungen der Jurist geeigneter sei. Im Gegenteil, für viele Stellen sei gerade volkswirtschaftliche Bildung notwendig, und nur eine gewisse allgemeine Kenntnis auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens brauche der Nationalökonom, während er über privatrecht- liche Fragen gar nicht zu entscheiden habe. Wenn man aber nicht eine Reform des juristischen Examens durchsetze, dann werden alle Bestrebungen einer größeren volkswirtschaftlichen Vorbildung der Juristen zwecklos sein. Stadtrat F i s ch b e ck- Berlin tritt im wesentlichen dem Vorredner bei. Die heutigen Verwaltungs- beamten feien viel zu sehr mit juristischen Kenntnissen belastet, die sie gar nicht verwerten können. Den Verwaltungsbeamten fehle zu sehr die staatswissenschaftliche Grundlage und die Kenntnis des volkswirtschaftlichen Lebens. Es sei allerdings nicht zu leugnen, daß auch dem Nationalökonom die juristische Bildung mangele. Aber man müsse auch berücksichtigen, �>atz die Kenntnis der Rechts- gebiete, die für unsere Verwaltung in Frage kommt, bei dem Juristen, wenn er in die Verwaltung eintrete, gleichfalls seh? gering sei. Wenn man über mangelhafte Gesetze klage, so ver- weise er darauf, daß es gerade die Juristen seien, welche eine Aus- legung der Gesetze geben ohne jede Kenntnis des Volkswirtschaft- lichen Lebens, und wie sie ein Nationalökonom niemals begreifen könne. Warnen müsse er davor, daß man dem Nationalökonont nun auch noch die Kenntnis der Pandekten und Aehnlichcs zumute. Gerade das„rückschrittliche Berlin"(stürmische Heiterkeit) habe von dem Grundsatz, nur Juristen in der Verwaltung anzustellen« Ab« stand genommen. Gerade die Kommunen werden immer mehr genötigt, Natiorialökonomen anzustellen, je mehr ihre Aufgaben wachsen und je mehr Betriebe sie in eigene Verwaltung nehmen. Bei einem etwaigen Beschlüsse solle man sich dahin aussprechen, daß die Verwaltungsbeamten genügende staatswifseaschaftliche Vor- bildung besitzen. Dr. B o r g i u s, Sekretär des Handelsvertragsvereins, hält im Gegensatz zu den Referenten und den meisten Diskussions- rednern juristische Vorbildung durchaus nicht für ausschlaggebend. Die volkswirtschaftliche Bildung müsse aber mehr eine praktische sein. In den Kartellen, wirtschaftlichen Vereinen und charitativen Vereinigungen habe sich oft genug gezeigt, daß die Juristen eine geradezu rührende Hülflosigkeit an den Tag legten. Geh. Rat Prof. G i e r ck e- Berlin: In der Frage des Rechtsstudiums der Beamten sttmme er dem Grundgedanken der beiden Referenten zu. Das Ideal wäre allerdings die Ausbildung auf beiden Gebieten, dem juristischen und volkswirtschaftlichen. Aber dieses Jd.eal liege noch in weiter Ferne. Dasz der Jurist mehr als bisher sich Volks- wirtschaftliche Kenntnisse aneignen müsse, habe er stets betont, ebenso dah die Vorbildung unserer Verwaltungsbeamten manche Lücken aufweise. Aber darauf wolle er hier nicht eingehen, denn das stehe nicht auf der Tagesordnung. Es werde aber vielleicht ein dankenswertes Thema für eine spätere Versammlung sein. Die nationalökonomische Vorbildung der Verwaltungsbeamten und der staatliche Verwaltungsdienst werde aber immer auf juristischer Grundlage beruhen müssen, wenn wir nicht in den Polizcistaat verfallen wollen. Wenn aber den Verwaltungsbeamten juristische Vorbildung enrp fohlen werde, so müsse sie ausgehen von privat- rechtlichen Grundrechten. Höchst gefährlich sei jedenfalls die juristische Halbbildung bei einem volkswirtschaftlichen Beamten. lBcifall.) Reichstagsabgeordneter Dove(Syndikus der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft) pflichtet den Ausführungen Prof. Gierckes bei. Er ergänzt dieselben durch einige Beispiele aus der Praxis. Das Wort: Qermama docet!(Deutschland lehrt!) müsse übersetzt werden mit: Deutschland mache Lehrpläne.(Heiterkeit.) Man könne sich heute sehr leicht populär machen in Deutschland, wenn man auf die Juristen schimpfe, und auf die Stadt Berlin. (Große Heiterkeit.) Die großen Städte hielten sich jetzt schon eine doppelte Garnitur von Juristen und Volkswirten, aber entbehren könne man die Juristen nicht. Der Formalismus sei etwas sehr Notwendiges. Seinem Blockgenossen und Kollegen Fischbeck wolle er erwidern, dasjenige, was die wirtschaftlichen Interessengruppen an sozialem Empfinden haben, verdanken sie allein ihren Beamten. Neulich habe man in Berlin den sehr bedauerlichen Beschluß in der Zuwachssteuer gefaßt. In der Kommission habe man zum Zwecke der Verdünnung mit dem Begriff Rückwirkung operiert. Da seien eS gerade die sozial gesinnten Juristen gewesen, die sich dagegen wandten. Wenn Fischbcck sagt, wir haben ein schönes Börsengesetz gemacht, aber das Reichsgericht hat es uns ver- schlimmert. dann glaube ick. daß sie sich beide in den Ruhm teilen können.(Heiterkeit.) Vielleicht wäre daS Gesetz auch anders gc- worden, wenn Sie unsere Gerichte besser gekannt hätten. Wir sollten uns freuen, daß es Berufe gibt, in denen tüchtige Leute Unterkunft finden, aus welchem Beruf sie auch kommen mögen. (Beifall.) Prof. K n a p p- Straßburg: Ich habe mich zum Wort gemeldet, weil hier auf einen Punkt bisher nicht hingewiesen ist. Ich bin seit 1872 Mitglied und spreche heute zum ersten Male. (Heiterkeit.) Ich wollte darauf hinweisen, daß der Hauptwert der Universitätsbildung in der wissenschaftlichen Durchbildung, in der Heranbildung des logischen Denkvermögens liegt. Glauben Sie nicht, daß man nur dazu Jurisprudenz studiert, um zu wissen, was im Bürgerlichen Gesetzbuch steht. Die Verbindung der National- ökonomie mit der Jurisprudenz ist notwendig, sonst bilden wir nur hülflosc Praktiker heraus. Dr. Soetbeer. Generalsekretär des Deutschen Handelstages, spricht auS einer 20jährigen volkswirtschaftlichen Beamtenpraxis heraus in demselben Sinne wie der Vorredner. Prof. Dr. v. Halle-Berlin gibt die Ergebnisse der vom Deutschen volkswirtschaftlichen Verband in dieser Frage erhobenen Umfrage bekannt. Er tadelt, daß die Beamten der Arbeiterverbände die Anfrage nicht beantwortet hätten. Die Herren Lcgien und Molkenbuhr hätten sich nicht einmal die Mühe genommen, zu antworten. Sie seien wohl der Meinung, daß sie hier nichts zu lernen hätten, und daß das Trifolium, das jetzt die Kurse für Arbeiterbeamte in Berlin abhalte. Franz Mehring. Rosa Luxemburg und Stadthagen, die geeignetste Instanz für die Ausbildung sei.. Der Redner bedauert werter, daß man sich be, der Umfrage nicht an die Arbeitgeber und Verbände, wie wirtschaftliche Kartelle gewandt habe.— In der weiteren Debatte nahm noch daS Wort Geheimrat Professor Dr. Adolf W a g n e r- Berlin: Den Wert der juristischen Ausbildung schätze er so hoch, daß er meine, daß sie beim Nationalökonomen stärker als bisher betont werden müsse. In der formal-juristischen Ausbildung haben wir eine logisch? Schulung, die ganz unentbehrlich ist. Bedauerlich ist, daß die histo- rische Richtung in der Nationalökonomie heute darauf zu wenig Rücksicht nimmt. Einige Gebiete könnten bei der juristischen Aus- bildung ausscheiden, aber die künftige praktische Nationalökonomie könne die Kenntnis der rechtlichen Grundlage nicht entbehren. Die Folge des Fehlens einer formal-juristischen Bildung se,, daß die Gesetze, die unsere Parlamente sckiaffen, häufig so schlecht ausfallen. Aufgabe der akademischen Lehrer wird es sein, auf eine Reform des Examens hinzuwirken. Es muß auch gesagt werden, daß die allgemeine Ausbildung der preußischen Beamten nicht genügte. Es ist eigentlich unerhört, wie in dem führenden deutschen Staate die theoretische Ausbildung der Beamten vernachlässigt wird. Sie steht weit zurück hinter fast allen größeren deutschen Staaten. Die Aus- bildung in Oesterreich ist eine weit vielseitigere. Bei uns wird zu wenig verlangt, namentlich heute, wo die Arbeiterklasse nicht selten so bedeutend juristische Aufgaben stellt, muß weit mehr geschehen. (Lebhafter Beifall.) Ich glaube, daß diese beiden Referate uns ganz vortreffliche Grundlagen geben. Lehrpläne brauchen wir nicht ausarbeiten, aber die Anregungen können wir dankbar anerkennen. (Lebhafter Beifall.) Es sprechen noch Prof R o s i n- Freiburg, Prof. B a l l o d- Berlin und eine Reihe von Beamten Volkswirt- schaftlicher Vereine. Prof. H a r f f- Jena weist darauf hin, daß auch die VerwaltungSbeamten redaktionell ausgebildet sein müssen. Manche Beamte könnten nicht einmal den Kurszettel einer Handels- zeitung lesen. Generalsekretär Krüger- Berlin hält für nötig, daß aus den Gymnasien etwas mehr volkswirtschaftliche Unter- Weisung stattfinde. Es sei eine kaum glaubliche Tatsache, daß in Berlin von 1ö Abiturienten nur ö den Unterschied zwischen Reichstag und Abgeordnetenhaus kann- t e n.(Heiterkeit.) Generalsekretär H a r t m a n n vom GeWerk- verein der Maschinenbauer und Metallarbeiter verweist darauf, daß es Arbeiter gebe, die befähigt seien, denen aber die Mittel fehlten, sich akademisch auszubilden. Diesen solle man nicht die Möglichkeit entziehen, Verwaltungsstellen im Arbeiterversicherungswesen zu be- kleiden. Auck Georg Bernhard- Berlin ließ durch folgende Darlegungen seine Licht leuchten: Obwohl er nicht mehr der sozial- demokratischen Partei angehöre, halte er sich fiir verpflichtet, Molkenbuhr gegenüber den Angriffen des Professor Halle in Schutz zu nehmen; wenn keine Antwort gegeben worden sei auf diese Frage, so liege das daran, dah die Arbeiterbewegung kein Interesse daran habe. Die Arbeiter hätten ihre eigene Schule in Berlin, an der Bernstein, Calwer und er, Redner, obwohl nicht mehr zur Partei gehörig, Lehrer seien. Das sei ein Beweis, daß das von Halle erwähnte Trifolium nichts zu sagen habe. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Auf der heutigen Tagesordnung steht das Thema:„Verfassungs- und Verwaltungsorganisation der Städte", über das in erster Linie Geh. Justizrat Prof. Dr. Loening- Halle sprechen wird. Ein etwas weniger tiefes Niveau als der Verein für Sozial- Politik in dieser Diskussion zeigte, hätten wir nach den früheren verdienstvollen Arbeiten einiger seiner Mitglieder denn doch er- wartet. Das Vernünftigste, was der Verein tat, war die Unter- lassung eines Beschlusses durch eine Versammlung, deren Redner offenbarten, wie hoch sie von sich denken und wie wenig sie ein Recht hierzu haben. Erwiderung. Auf den Artikel„Davids Revision der Kolonialbeschlüsse" brauchte ich kein Wort zu erwidern, wenn der„Vorwärts" meinen Artikel über das„Erträgnis der Kolonialdebatte", gegen den sich jene Auslassungen wenden, zunächst abgedruckt hätte. Die Leser wären dann in der Lage, sich ein selbständiges Urteil über meine angeblich„vom Standpunkt der Partei abweichende Ansicht" zu bilden und ich brauchte nicht zu fürchten, daß sie die schiefe und irreführende Darstellung, die der„Vorwärts" vom Inhalt meines Artikels gibt, für bare Münze nähmen. Es ist mir gar nicht eingefallen,„eine prinzipielle An- erkennung der kapitalistischen Kolonialpolitik" auszu- sprechen. Der kapitalistischen Kolonialpolitik gegenüber vertritt mein Artikel vielmehr genau denselben ablehnenden Stand- punkt, den ich in Stuttgart, in Essen und überall vertreten habe. Die Zitierung der Mainzer, Amsterdamer und Pariser Kolonial- resolutioncn gegen mich ist darum vollkommen sinnlos. Worum es sich im ersten Teil meines Artikels dreht, ist die p r i n z i p i e I l e Anerkennung einer sozialistischen Kolonialpolitik. Ich stelle dort die Bcbelsche Reichstagscrklärung. den Passus betr. Kolonialpolitik aus dem Wahlaufruf der Reichstagsfraktion und den Stuttgarter Delegationsantrag nebeneinander und behaupte, daß sich jene drei Fassungen dem Sinne nach vollkommen decken. Als die in allen Fassungen gleicher- maßen enthaltenen Grundgedanken bezeichne ick folgende: 1. Die Sozialdemokratie anerkennt die Notwendigkeit, die Naturschätze aller Länder zu heben und zu entfalten. 2. Die Sozialdemokratie betrachtet es als eine zivilisato- rische Pflicht der Kulturvölker, die Eingeborenen unentwickelter Gebiete zu Kulturmenschen zu erziehen. 3. Die Sozialdemokratie verwirft darum nicht prinzipiell jede Kolonialpolitik; sondern sie stellt der kapitalistischen, aus gewinnsüchtigen Motiven und mit brutalen Gewaltmitteln be- triebenen Kolonialpolitik eine sozialistische Kolonial. Politik gegenüber, die jene Kulturmission mit humanen Mitteln zu betreiben hat. Gegen diese Thesen, in denen ich unsere positive Stellungnahme zum kolonialen Problem umschrieben finde, müßte der„Vorwärts" polemisieren, wollte er eine sachliche Kritik üben. Er erwähnt diese in meinem Artikel sehr markant herausgehobene prinzipielle Präzisierung nicht einmal, geschweige denn, daß er den Versuch machte, sie sachlich zu widerlegen. Statt dessen spricht er um meinen Artikel herum und sucht mich in Gegensatz zu der Bebelschen Erklärung— aus der ich doch zu allererst die Anregung zu dem Stuttgarter Antrag entnommen habe— zu bringen. Was weiter den zweiten Teil meines Artikels betrifft, so stelle ich dort die Frage, ob die„Abschaffung der Kolonien",— was im internationalen Sinne nur heißen kann: plötzliche Zurückziehung der Verwaltungs- und Rechtseinrichtungen der Mutterländer aus den kolonialen Gebieten mit halbwilder Bevölkerung— eine von uns zu erhebende Forderung sei. Ich beantworte diese Frage mit Nein. Ter„Vorwärts" verschweigt die Begründung dafür. Statt dessen erklärt er, die Sozialdemokratie fordere„die Beseitigung der kapitalistischen Kolonialpolitik", sie wolle„durch ihren prinzipiellen Kampf der Kolonialpolitik so rasch als möglich den Garaus machen". Dunkel ist der Rede Sinn. Soll das heißen, wir erheben die„Abschaffung der Kolonie n", in dem oben erwähnten internationalen Sinn, als Forderung an den Gegenwartsstaat? Dann soll das der„Vorwärts" klar aussprechen, und wir werden darüber zu diskutieren haben. Oder soll es nur heißen, wir verlangen, daß die Bvhandlung der Eingeborenen und die ganze Kolonisationsmethode in unserem Sinne humanisiert werde? Dann sind wir alle einver- standen. Als Ziel einer solchen kolonialen AumanisierungSpolitik bezeichne ich die Emanzipation der Kolonien. Sie kann nicht durch einen Sprung, sondern nur durch schrittweise Verselbständi- gung ereicht werden. AuS dieser Erwägung heraus sage ich, for- derte auch die A m st e r d a m e r Resolution nicht die„Abschaffung der Kolonien", sondern«für die Eingeborenen das Maß von Freiheit und Selbständigkeit, das ihre EntWickelung ver- tragen kann". Auf welchem Wege aber diese allmähliche Eman- zipation zu erstreben sei. das fasse ich am Schlüsse meines Artikels in folgenden Worten zusammen: „Schaffung sicherer RechtSgarantien für die Eingeborenen, Heraufbildung derselben durch Schulen, durch landwirtschaft- liche und gewerbliche Unterweisungsanstaltrn, Heranziehung derselben zur Rechtspflege, zur Verwaltung und Gesetzgebung, Fortbildung der kolonialen Berfassung bis zur völligen Selbst- Verwaltung— das sind die Mittel und Wege einer positiven, sozialdemokratischen Kolonialpolitik. In diesem Sinne haben wir unsere hohe Kulturmission den tiefer stehenden Völkerschaften gegenüber zu erfüllen. Und daS ist keine bloße Zukunftsauf- gäbe. Im Interesse der Eingeborenen und des Fortschritts der Gesamtkultur haben wir heute schon nach Maßgabe unseres Einflusses mit aller Energie eine„sozialistische Kolonialpolitik" zu betreiben." Der„Vorwärts" wird nun vielleicht einwerfen: Aber das haben wir ja auch seither schon getan und niemand ist dagegen. auch weiterhin in diesem Sinne mit aller Energie zu arbeiten. Das ist auch meine Meinung. Eine Meinungsverschiedenheit über unsere Pflicht, im Interesse der Eingeborenen auch heute schon koloniale Reformsorderungen zu erheben, ist nicht vorhanden. Nur hinsichtlich der prinzipiellen Begründung dieser Reform- tätigkeit herrschen Meinungsverschiedenheiten respektive Unklar- heitcn. Diese Unklarheiten aber sind nicht auf meiner Seite. Eduard David. .,» Genosse David hätte gewünscht, daß wir seinen ganzen Artikel abgedruckt hätten. Daran hinderte uns schon der Umstand, daß der Raum des„Vorwärts" auch noch anderen Zwecken zu dienen hat, als dem Austrag von Meinungsdifferenzen innerhalb der Partei. Der„Vorwärts" hat es trotzdem jederzeit für seine Pflicht gehalten, Ansichten, gegen die er sich wendete, so ausgiebig wie irgend möglich zum Wort kommen zu lassen. Wenn David aber behauptet, wir hätte.i seine Ausführungen in irreführender Weise wiedergegeben, so müssen wir dem wider- sprechen. David erklärt, eS sei ihm gar nicht eingefallen,„eine prinzipielle Anerkennung der kapitalistischen Kolonialpolitik" auszusprechen. Er habe nur die prinzipielle Anerkennung einer sozialistischen Kolonialpolitik gefordert. Dabei wiederholt David seine Ans- sassnng, daß die Sozialdemokratie nickt die L b s ch a f f u n g der kapitalistischen Kolonialpolitik fordern dürfe. DaS ist eben die prinzipielle Anerkennung der kapitalistischen Kolonialpolitik I Denn daß die kapitalistischen Staaten bei allen Erfolgen sozialdemokratischer Reformarbeit keine sozialistische Kolonialpolitik treiben werden, wird ja wohl auch David zugeben! Nun sucht sich David damit herauszureden, daß seine Anerkemmng dieser kapitalistischen Kolonialpolitik insofern doch keine prinzipielle sei, als diese Anerkennung der kapitalistischen Kolonialpolitik nur eine„Forderung an denGegen- wartsstaat" sei. Das von uns wiederholt angezogene Beispiel mag ihm die UnHaltbarkeit dieses Scheinarguments beweisen. Wir haben auch für die kapitalistische Gesellschaft ein Gegenwartsprogramm aufgestellt. Aber nirgends in unserem Programm steht, daß wir den Kapitalismus „nicht prinzipiell und für alle Zeiten" bekämpften, ein Satz, den David als theoretischen F u n d a m e n t a l s a tz an die Spitze der Stuttgarter Kolonialresoluton gestellt haben wollte! Im Gegenteil: unser Programm beginnt mit der vrinaiviellen Verwerfung des Kapitalismus l Und wie der Sozialismus prinzipiell die kapitalistische Produktionsweise verwirst, so verwirft er auch die kapitalistische Kolonialpolitik! Auch bereits für den Gegenwartsstaat! Die von uns gestern zitierten Resolutionen von Mainz, Paris und Amsterdam sollten doch David hinlänglich darüber aufgeklärt haben I Nur soweit diese prinzipielle Forderung nicht realisierbar ist, ist sie bestrebt, die Bestialitäten der Kolonialpolitik wenigstens nach Möglichkeit zu mildern! David jedoch steht auf dem Standpunkt, daß die Kolonien nicht nur deshalb nicht aufgegeben werden könnten, weil die Sozialdemo- kratie dazu einstweilen nicht die politische Macht besitze, sondern auch deshalb nicht, weil die Eingeborenen zunächst noch durch Bevormundung zur Selbständigkeit erzogen werden müßten. Das ist, sofern Worte überhaupt einen Sinn haben, eine prinzipielle Anerkennung der kapitalistischen Kolonialpolitik. Und das war zu beweisen. Die erneute Wortklauberei über die„sozialistische" Kolonial- Politik im Sinne einer Kolonialpolitik des siegreichen Sozia- liSmus schenken wir dem Genossen David. Dieser Streit um des Kaisers Bart wäre wirklich Zeit- Vergeudung._ Parteitag der Süddenttchen volksparte!. Am Sonnabend ist in Konstanz der Parteitag der Deutschen Volkspartei zusammengetreten. In dieser Partei kämpfen die ehrlichen Demokraten wenigstens noch gegen die StaatsmannSsucht ihrer Führer, der Herren Payer und Haußmann. Herr Pahcr redete links und redete rechts. Der Block sei zwar, meinte er, an sich den liberalen Herzen zuwider, doch beruhe vorläufig alle Hoffnung der Liberalen auf politischen Fortschritt nur auf diesem Block. Eine konservativ-liberale„Paarung" sei unmöglich, denn es seien zu große prinzipielle Gegensätze vorhanden. Das schließe aber nicht auS, daß man sich, wie auch schon in der Vergangenheit, zur planmäßigen Verfolgung gewisser Ziele vereinigen könne. Herr Payer wünscht also für die Schutztruppe des Regierungs- absolutismuS, den Block, einen neuen Namen. DaS Wort „Paarung" gefällt ihm nicht, aber die Sache will er mitmachen. Jedoch die Hoffnung auf politischen Fortschritt kann Herr Payer ruhig begraben. Nach dem Parteitag der Freisinnigen VolkSpartci haben die Junker es wahrlich nicht nötig, die Lakaiendicnste, die ihnen gratis— nein, gegen eine Börsenreform— angetragen worden sind, noch politisch zu honorieren. Die Herren Fischbcck, Müller und Konsorten haben ja ausdrücklich erklärt, daß sie die preußische Wahlreform vor allem verfechten wollen gegen ihre— Anhänger, gegen die Sozialdemokratie, beileibe aber nicht gegen ihre Gegner, die Junker und ihre Geschäftsstelle, die preußische Regierung. Herr Payer hat gewiß recht, wenn er daS preußische Drei- klassenwahlrecht die„schlimmste politische Krankheit Teutschlands" nennt; aber eben deswegen genügen zur Her- stellung der Gesundheit nicht elende Kurpfuschereien, wie sie die Nationalliberalen und Frcikonservativen und im Innern ihrer Seele auch die Herren Fischbeck und Müller wünschen, sondern nur die Radikalheilung: das allgemeine» gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Sehr wenig demokratisch scheint eS uns zu sein, wenn Her? Payer seine optimistische Blockbeurteilung auf Hoffnungen stützt, die er auf die Krone setzt:„Bülow werde wahrscheinlich nicht so- bald zurücktreten, denn die höhere Stelle, die der Reichskanzler mit seiner Verantwortlichkeit decke, habe wohl nicht infolge einer bloßen Augenblickslaune neue Bahnen in der inneren Politik ein- geschlagen." DaS ist echter deutscher Liberalismus! Aller Segen kommt von oben! Die ganze Geschichte des deutschen Liberalismus ist die ewige Enttäuschung dieser Hoffnungen. Nicht von der eigenen Kraft, nicht von der Zusammenfassung aller demokratischen Elemente und dem unablässigen rücksichtslosen Kampf gegen jede Reaktion erwartet man den politischen Fortschritt, sondern die Bescheiden- heit soll zur Belohnung von der kaiserlichen Gnade ein paar politische Freiheiten erhalten, etwa wie Kommerzienräte für reich- liche Kirchcnspenden einen Orden. Herr Payer kommt wirklich immer mehr auf das Niveau der Fischbeck und Müller herunter! Aber freilich, worauf soll Herr Payer denn noch hoffen? Muß er doch selbst gestehen:„Leider ist es heute noch ganz verfehlt, zu glauben, daß süddeutsches Wesen und demokratischer Geist im Norden maßgebend geworden ist." Wenn dem aber so ist, und diesmal hat Herr Payer sicherlich recht, wozu denn der Block? ES ist nicht nur daS Verdienst Herrn VenedehS, diese Frage neu aufgeworfen zu haben, sondern sie auch in richtiger Weise be- antwortet zu haben.' Vcncdcy meinte, auch er stehe dem Block kühl biS ans Herz hinan gegenüber. Konservativ und liberal seien unvereinbare Gegensätze wie Feuer und Wasser. Der Block sei sicherlich eine vorübergehende Erscheinung, hoffen t- l i ch werde er aber rasch vorübergehen. Für die nächste Reichs- tagsscsston werde man ja noch abwarten müssen, waS der Block leiste. Er glaube aber nicht, daß er irgend etwas Befriedigendes und Erfreuliches für die liberale Sache wirken werde. Die an- gekündigten Reformen seien sämtlich keine rein politischen Fragen. Es seien keine Fragen, in denen man dem Libera- l i s m u s entgegenkomme, sondern es seien durchweg nur Staats- Notwendigkeiten, die die Regierung ohnedies auf irgend einem Wege hätte durchführen müssen. Ein wirklicher Fortschritt im freiheitlichen Sinne werde auch in Deutschland nur durch die Zusammenfassung aller liberalen und demokratischen Elemente ein- schließlich der Sozialdemokratie und im Kampfe gegen die Konservativen erreicht werden können. Deutschland müsse entweder liberal oder reaktionär regiert werden. Der Block bedeute zwar die Befreiung vom Zcntrumsjoch, aber ihm sei im Herzen ein badischcr Zentrumsmann immer noch lieber als ein kon- servative Junker auL O st Preußen. Die Junker seien die grundsätzlich st en, erbittertsten und gefährlich st en Feinde des politischen Fort- s ch r i t t S. Diese paar hundert Familien, die die Klinke der Gc- setzgebung in der Hand haben, weil sie alle Stellen der Ver- waltung besetzten, und die durch die Kamarilla auch das Ohr des Monarchen hätten, seien die größte Gefahr für Deutschlands politische Zukunft. Die politische Misere in dem hochentwickelten deutschen Volke komme daher, daß es in Deutschland noch nicht wie in Frankreich und England gelungen sei, die Kluft zu über- brücken, die zwischen dem bürgerlichen Liberalismus und der Ar- beiterdemokratie bestehe. Jeder Tag, an dem der Block des Fürsten Bülow noch bestehe, schieb? die Erreichung dieses besten Zieles länger hinaus und vertiefe die Kluft zwischen Demokratie und Liberalismus noch mehr. Was Herr Vcnedeh mit diesen Worten skizzierte, ist nicht nul ehrliche Politik, es ist auch die einzig Erfolg versprechende Politik. Aber eben deswegen fürchten wir, daß Herr Vcnedey innerhalb des bürgerlichen Liberalismus wenig Gefolgschaft finden wird, denn die Herren Fischbeck und Müller sind zu einer ehrlichen und der Herausgeberin Miß Mary Macarthur, in dem sie unter energischen Politik unfähig. Nicht durch die fortwährende Pro- Jordnetenvorsteher und Landtagsabgeordnete der männlichen Linie,| Erzählung, Gedichte, Gewerkschaftenachrichten und einen Artikel pagierung einer Einigung aller sogenannten„ liberalen Elemente", Reruth, zur Seite. sondern in der Sammlung der demokratischen Elemente des Bürgertums und ihrem Anschluß an den Kampf der Sozialdemokratie um die demokratische Entwickelung in Deutschland und Preußen liegt die Zukunft der deutschen Demokratie! Ob diese Entwickelung in Deutschland noch möglich ist, wollen wir nicht entscheiden. Die Erfahrung wird's lehren. Aber für diejenigen, die außerhalb der Sozialdemokratie ein Interesse an der demokratischen Entwickelung haben, für die ist es politische Pflicht, sich dieser Aufgabe zu unterziehen! Soziales. Verfammlungen. Einen besonders drastischen Beweis für ihren tiefgründigen anderem sagt: Seid Ihr außerhalb der Organisation, tretet ein; dies ist Gure Haß gegen die bescheidensten sozialen Forderungen lieferte die in Danzig herrschende Freisinnsclique am 24. September. Seit etwa Pflicht gegen Euch und die anderen. Warte nicht und bist Du erst einem Jahr ist in Danzig endlich mit Ach und Krach die sonntäg- Mitglied, ruhe nicht eher, als bis alle Eure Kameraden und alle liche Geschäftszeit, außer für die großen freisinnigen Handels- Eure Bekannten, die für Lohn arbeiten Eurem Beispiele folgen proßen, deren Ausbeutungsrecht fürsorglich unbeschnitten blieb, und ebenfalls eintreten. Ich lege hauptsächlich allen Indifferenten durch Ortsstatut mit wenigen Ausnahmen auf den Vormittag be- diese Mahnung ans Herz, denn fürzlich fragte ich einen Mann, der schränkt. Den Inhabern einiger größeren Konfitürengeschäfte sich als Sozialist ausgab, welcher Gewerkschaft er angehöre, worauf mißfiel diese Regulierung aber durchaus. Unter Führung eines er erwiderte feiner! der ersten Freisinnsethiker, dem Vorsteher der frei- religiösen Ge- Der ersten Nummer liegt eine Reproduktion des Bildes meinde, suchten sie den Regierungspräsidenten gegen die Sonntags. Heilige Mutterschaft" bei, das im letzten März für die Heimruhe scharf zu machen. Sie fielen erfolglos ab, nachdem eine arbeiterausstellung in Chicago gemalt war, im Auftrage der Umfrage unter den vorhandenen 35 Geschäften der Branche keine Frauengewerkschaftsliga von Amerika. Eine Frau, in Lumpen Mehrheit für die gewünschte Mittagsverkaufszeit ergab. Darauf gehüllt, figt an einer Nähmaschine, ein Kind an der Brust. Zwei Zum Kampf der Hausagrarier gegen Wohnungsfürsorge. wurden der Magistrat und die Stadtverordneten neuerdings mit andere, schmutzige, halbnackte, abgehärmte Kinder, denen das Zeichen Eine Attacke gegen die Wohnungsfürsorge ritten die der Zumutung berannt, die kümmerliche Sonntagsruhe wieder um- der Armut und des Elends auf die Stirn geschrieben ist, spielen Hannoverschen Hausagrarier in einer Sizung der städtischen zustürzen. Nur 11, also noch nicht einmal ein volles Drittel der daneben. Sie ist eine verheiratete Frau und hat ihren Chering Das ist eine der Heimstätten, die wir Kollegien vom 27. September. In Hannover besteht seit gut einem Geschäfte, forderten durch eine Petition auch die Mittagsverkaufs- noch auf dem Finger. Jahre eine Wohnungsordnung, die gar nicht den Beifall der Haus- zeit von 11½ bis 1½ Uhr. Gegen diese Forderung sprach in der ausrotten wollen. Das Bild, obwohl grausam naturgetreu, überbefizer hat. Sie verhindert diese angenehmen Herrschaften zum Stadtverordnetenversammlung, außer dem Stadtrat Maher und treibt jedoch nicht im geringsten. Versammlungen Beispiel, sogenannte Wohnungen mit 10-15 Stubifmeter Luftraum dem Bürgermeister kein einziger Freifinniger. Ein Konservativer Veranstaltungen. pro Kopf des Bewohners( womit nach dem Ergebnis der amtlichen betonte, daß nur Profitfucht die Triebfeder der Betenten war. Die Wohnungsuntersuchung vom Jahre 1904 fast ein Fünftel der Gesamt- sozialen Paradepolitiker der warmherzigsten Volksfreundlichkeit, Rigdorf. Mittwoch, den 2. Oktober: Generalversammlung. Vortrag. Genosse Störmer: Einige Abrissie aus der Entwickelungslehre". einwohnerschaft Hannovers fich begnügen mußte) weiter zu ver- Münsterberg und Keruth, hatten kein Wort zum Schutz der mieten und so das gesundheitliche und sittliche Elend dieser Höhlen- Sonntagsruhe übrig! Mit dem klerikalen Zentrumsreaktionär und Reinickendorf- Oft. Mittwoch, den 2. Oftober, 8%, Uhr, bei Gründer, dem Gros der Konservativen stimmten dafür aber die Herren Hoppestr. 24: Generalversammlung. Neuwahl des Gesamtbewohner in blinkendes Gold umzumünzen. Münsterberg und Keruth die Sonntagsruhe nieder. Als die vorstandes. Für die armen Hausagrarier legte sich Bürgervorsteher Dr. Meher namentliche Abstimmung, weil die Zahl der Freisinnigen, welche ins Zeug. Die Wohnungsordnung sei gar nicht rechtswirtsam. Sie verstoße gegen das Prinzip der Freizügigkeit, und ähnliche aus agitatorischen Gründen siken bleiben mußten, doch etwas zu Logische Bocksprünge führte der Justizrat auf, um die Wohnungs- genau bemessen war, nur zur Stimmengleichheit führte, gab Herr ordnung, deren Rechtswirksamkeit ein Erkenntnis des Ober- zustehenden entscheidenden Doppelftimme endgültig den Todesstoß. Keruth der verhaßten Sonntagsruhe mit der ihm als Vorsteher Die in Brauereien beschäftigten Maler und Anstreicher hatten verwaltungsgerichts anerkennt, juristisch totzureden. Der Die Interessen der jetzt vom Freisinn besonders lebhaft umworbenen am Donnerstag eine Versammlung, die von der Ortsverwaltung preußische Wohnungsgefeßentwurf, der ja auch Entwurf geblieben ist, faufmännischen Angestellten wurden von der Versammlung so hoch des Malerverbandes einberufen war." Der Tarifvertrag in den habe die Hauswirte auch milder angefaßt als die kommunale eingeschätzt, daß man sie aus lauter Warmherzigkeit überhaupt Brauereien und unsere Stellung dazu", so lautete das Thema, Wohnungsordnung. Damit hat er recht. Jener Entwurf wollte ja nicht erwähnte. auf dem Umwege der Begünstigung des Baues fleiner Wohnungen So klärt der sozialgetaufte Riberalismus", dort wo er seine handwerker Anfang des Jahres hatten auch die Maler teilden Grundbesitzern sogar ein Extrabenefiz zuschanzen, und es war erhabenen Grundsäke praktisch betätigen kann, die Arbeiterschaft genommen. Die Organisation der Maler trat aber zurück bezty. nur die blindwütige Borniertheit der Hausagrarier, die sie darüber auf, daß er nichts anderes als die Klassenpartei des versagte die Unterschrift, weil es in langen Verhandlungen nichi sogar dieses Gesetz als ein attentat auf ihr wohlerworbenes Handels- und Börsentapitals und damit die unentwegte Schutz- gelungen war, die Forderungen der Maler durchzusetzen. Man Unrecht ablehnen ließ. Der Hannoversche Sozialpolitiker Meyer verblüffte die Welt zuguterlegt mit der Klassischen Frage: Wo ge- truppe des verhärtetsten Manchestertums und der rohesten Aus- fonnte es nicht verantworten, mit einer Storporation einen Tarif beutung ist. abzuschließen, der in den Lohnsäßen erheblich zurückstände hinter deihen die Säuglinge besser, in den Säuglingsden mit den Arbeitgebern des Malerberufs tariflich vereinbarten. heimen, die nach allen ärztlichen Wenn man sich in den Brauereien mit weniger als den Minimaldes Ar eingerichtet find, oder in der Rammergriffen beiters?" Und die noch verblüffendere Antwort, die er sich gleich in Borbeck, indem es die Eisenhütte Phönig verurteilte, 3 te i gegeben hätte, würden die Meister Grund zu Vorwürfen haben. Eine prinzipielle Entscheidung traf gestern das Gewerbegericht löhnen von 65 Pf. für Maler und 60 Pf. für Anstreicher zufrieden felber gab, lautete, die Vorsehung"(!) habe es so gefügt", daß Drittel der zu der Pensionstasie gezahlten Bei- Wan sei verpflichtet, den im Gewerbe eingeführten Minimallohn auch aus den engen Wohnungen und Straßen der Altstadt gesunde träge einem ausgeschiebenen Arbeiter zu ersetzen. auch da durchzudrücken, wo er noch nicht bezahlt werde. Daß in Menschen hervorgingen! Bir glauben, selbst die modernen, Das eine Drittel ist für die Verwaltungskosten in Abzug gebracht. den Brauereien besondere Umstände vorlägen, widerlegt Redner reaktionär entarteten Aerzte, die jemals ihre honorigen Nasen Tie Verhältnisse liegen hier gleich wie bei der Firma Krupp. Das in längeren Ausführungen. Er teilt einen Briefwechsel zwischen in die Massenquartiere der Großstadt gesteckt haben, werden Gewerbegericht in Friemersheim hat bekanntlich die Pensionstasse der Ortsverwaltung und dem Syndikus des Vereins der Brauereien über die hauseigentümlichen Ansichten des Selbst im dunkelsten schädigung abgelehnt. Juristen die Köpfe schütteln. Hannoverschen für erfaßpflichtig erklärt, das Gewerbegericht in Effen jebe Ent- mit, woraus hervorgeht, daß die Brauereien dabei blieben, nicht Hannover gibt es fein Wohnungselend! dröhnte der hausagrarische Wortführer zum Schluß. Er beantragte, auf die Wohnungen, die bei Inkrafttreten der Wohnungsordnung bereits vorhanden gewesen, deren Bestimmungen nur Anwendung finden zu lassen in Fällen öffentlich- rechtlichen Interesses, und zweitens, die Wohnungsinspektion fünftig ausüben zu lassen durch ehren amtliche Wohnungspfleger" und" Wohnungspflegerinnen"; erst wenn Rat, Ermahnung und Belehrung erfolglos waren, folle zwangs weise Abstellung von Mißständen zulässig sein. " " " Wohlfahrtseinichtungen. Aus Induftrie und Handel. Vereinigte Königs- und Laurahätte. Das mit 27 Millionen Mark Attienkapital arbeitende Unternehmen erzielte im letzten Geschäftsjahre einen Bruttogewinn von 8 878 547 M. Die Abschreibungen wurden auf 4 700 839 m. bemessen; die Dividende beträgt 14 Proz. In den letzten 10 Jahren mußten sich die Aktionäre mit folgenden Entbehrungsdividenden begnügen: 1897/98 Broz. Broz. 13 1902/03 11 De 1898/99 15 1903/04 11 1899/00 16 1904/05 10 1900/01 14 1905/06 1901/02 10 12 14 mehr zu bewilligen, als sie erst zugestanden hatten. Daß seitens der Organisation inzwischen nichts geschehen sei zur Durchführung der Forderungen der Maler in den Brauereien, erklärt Redner aus der Situation. Man wolle das auf eine günstigere Zeit ver schieben. Als solche sei der Herbst auch nicht anzusehen, wegen der bevorstehenden Konjunkturveränderung im Malerberuf. Anfang März oder Ende Februar erscheine als der günstigste Beitpunkt, die Forderungen durchzusehen. Bis dahin müsse tüchtige Organisationsarbeit geleistet werden. Ein Teil der Kollegen sei Vom Magistratstische erfuhr der Justizrat der Hausagrarier eine in der Sektion II des Brauereiarbeiterverbandes organisiert, was im Interesse der Einheitlichkeit nicht gut sei. Indessen hoffe man, erfreuliche Abfuhr. Senator Dr. Blathner entgegnete ihm, die„ Er baß im Falle eines Kampfes die Kollegen der Sektion II sich ben bitterung" der Hausbesizer sei erklärlich, wenn sie die Mieter in den Beschlüssen des Malerverbandes anschließen würden. Die Nichtelendesten Quartieren haufen ließen und dann erleben müßten, daß das die organisierten seien dem Malerverbande zuzuführen. BetriebsStadt nicht dulde und dagegen die nötigen sanitären und baulichen fizungen, wo die Kollegen ihre Verbandsbücher vorweisen, müßten Anordnungen treffe. Gebe es doch Hausbesizer, die jahrelang ihre regelmäßig stattfinden, und die Maler jebes Brauereibetriebes Wohnungen immer mehr geteilt hätten, und sei es durch Bretter hätten einen Vertrauensmann au wählen, der im Februar etwa wände, nur um mehr Miete herauszuholen, ganz unbekümmert um der Ortsverwaltung über die Organisationsverhältnisse usw. zu den gesundheitlichen Schaden des Mieters. Einer habe auf diese berichten hätte. Wenn jeder seine Schuldigkeit tue, werde im FrühWeise 18 Prozent Berzinsung erzielt und vernachlässige Die Gesamtsumme der in den aufgeführten 10 Jahren ge- jahr der Versuch gewagt werden können, die tarifmäßigen Säße dabei die allernötigsten Aufwendungen!- Stadtdirektor zahlten Dividenden beträgt 33 615 000 Mart, die Abschreibungen in auch in den Brauereien durchzusetzen.- Die folgende Diskussion Tramm meinte, die Stadt treffe höchstens der Vorwurf, nicht derselben Zeit belaufen sich auf 37 Millionen Mart. Die Bahr ergab die lebereinstimmung der Versammlung mit dem entschon längst gegen das Wohnungselend Schritte unternommen zu worfenen Programm. Бабен. In Alt- Hannover hätten in der Tat himmel- der beschäftigten Arbeiter stellt sich im Jahresdurchschnitt auf rund schreiende Zustände geherrscht.( Sie herrschen auch 20 000 Mann. Da in den 10 Jahren rund 78 Millionen Mark Wohnungsordnung den Wert Uebersch uß herausgewirtschaftet wurden, entfällt auf den Kopf der eines Palliativs!) Manche Besizer hätten die Mietpreise ständig ge- Arbeiter pro Jahr ein Ueberschuß von 390 m. Jedenfalls ein steigert, aber 10-20 Jahre lang nichts für ihren Besitz aufgewandt ganz anständiger Durchschnitt. und ihre Häuser total verkommen lassen. Eine Ansicht, wie die, die alten zerfallenen Häuser und Straßen wären ebenso gesund", wie die(„ beſſere") Hohenzollernstraße, sei einfach nicht biskutabel Der Antrag Meyer wurde vom Magistrat einstimmig, von den Bürgervorstehern bei Stimmengleichheit mit der ausschlaggebenden Stimme des Worthalters abgelehnt. noch; die hat eben nur Bon einer sozialen Bodenpolitik zur Bekämpfung des Wohnungswuchers und von dem Bau billiger Wohnungen in städtischer Regie will aber auch der wohnungsfürsorgliche Magistrat nichts wissen. Denn das wäre ja ein„ Radikalmittel", das heißt: es könnte helfen, und alles Radikale" ist in Preußeu verpönt. Danziger Kommunalfreifinn, 1906/07 Preisermäßigung für Halbzeug. Daß die Lage auf dem internationalen Eisenmarkt abgeflaut hat und mit weiterer Abschwächung gerechnet wird, ist nach der Haltung des deutschen Stahlverbandes nicht anzunehmen. Anders fällt das Urteil aus, wenn man das Vorgehen des belgischen Verbandes würdigt. Wie gemeldet wird, hat der belgische Stahlverband am 30. September folgende Preisermäßigungen vorgenommen: Für Barren von 115 auf 110 Fr., für Luppen von 127 auf 120., für nüppel von 135 auf 127,50 Fr.; die Preise für Träger blieben unverändert 167,50 Fr. Da der deutsche Verband am 10. Dktober eine Sigung abhält, dürfte er sich angesichts der vorstehenden Meldung doch wohl dazu entschließen, die bisher abgelehnten Ausfuhrvergütungen zu genehmigen. = = = Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben bas 52. Heft des 25. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Die Komödie von Norderney. Der Essener Parteitag. Bon K. Kautsty. Der Marrismus und die neueste Revolution in den Naturwissenschaften. Bon Josef Diner- Dénes. Die Gefängnisarbeit. Von Dr. Siegfrieda. Das Wesen der Religion. Von Ant. Bannekoek.- Literarische Rundschau: Karl Bolfo, Soziale Klippen. Von R. Größsch. handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 m. pro Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchDuartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Pf. -Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Berlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 20 des 17. Jahr ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Aufruf an die Parteigenossen Preußens zum zweiten preußischen Parteitag. Aufruf an die Der Genossinnen Deutschlands zur außerordentlichen Frauenkonferenz. Parteitag zu Effen. Weibliche Gewerbeaufsicht in Sachfen. Bon E. N. Die freisinnige Sozialpolitik feierte jüngst im Danziger StadtDer Handelsverkehr der Schweiz. Soeben gelangt der vom Ein landwirtschaftliches Kulturbild. Bon W. D. Von der parlament eine ihrer glänzensten Triumphe. Bon Helene Rolfs. Beschlüsse des Die Kommune Danzig wird vollständig von einem kanonen- Vorort des schweizerischen Handels- und Industrievereins erstattete Hamburger Dienstbotenbewegung. Aus der Bewegung: Bon der Agitation. und flottentollen Mischmaschliberalismus beherrscht, den Wasser- Bericht über Handel und Industrie der Schweiz im Jahre 1906 zur Parteitages zu Essen. Von der Organisationen. Mitarbeit der Frauen am Parteitag. stiefler und Wadenstrümpfler mit etwas Nationalliberalismus in Versendung. Danach betrug der Gesamthandel im genannten Jahre Ernstes und Heiteres vom Kampfe zwischen den Noten" und trauter Harmonie bilden. Diesem freisinnigen Kommunalblod ist 2543,9 Millionen Frant, hat sich mithin gegen das Vorjahr Schwarzen" in Bayern. Politische Rundschau. Von H. B. Gewerk 8,3 Broz. gehoben. Die Einfuhr wies fchaftliche Rundschau. Aus der rheinischen Textilindustrie. Genossens eine unbedeutende oppositionelle konservative Gruppe beigesellt. Der um 194,7 Millionen Frank Notizenteil: Dienstbotenfrage. Danziger Freifinn hat die uneingeschränkte Gelegenheit, den Beweis mit 1469,1 Millionen Frant einen Zuwachs von 89,2 Millionen schaftliche Rundschau. Von H. Fl. 6,5 Proz. auf, die Ausfuhr mit 1074,8 Millionen Frank Frauenstimmrecht. Verschiedenes. Fürsorge für Mutter und Kind. für die soziale Vorzüglichkeit des praktischen Liberalismus zu Frant 10,8 Proz. Den Feuilleton: Sturmgedanken. Von Franz Diederich.( Gedicht.) Weiße liefern. Die Folge ist, daß die Kommune Danzig in sozialer Rück- eine Zunahme von 105,5 Millionen Frank Schmiede. Von Franz Diederich. ständigkeit fast unerreicht dasteht. Einrichtungen, die heute in einer wesentlichsten Anteil an dem schweizerischen Handel nahm Deutsch- Aftern. Von Klara Bohm- Schuch. ( Gedicht.) Das Signal. Von W. M. Garschin. Großstadt zu den unbestrittensten Selbstverständlichkeiten gehören, land mit 756,4 Millionen Frant 30 Broz. des Gesamthandels. Für unsere Kinder: Heraus! Bon Robert Reinid.( Gedicht.) müssen in Danzig erst durch die Triebkraft der Beitsche der konser- Dieser Anteil hat sich seit dem Vorjahre noch vergrößert. 1905 be Von kühnem Leben. Von A. Fendrich. Der Ahornbaum. Ein vativen Aufsichtsbehörde durchgesetzt werden! Selbst ein städtischer trug der Gesamthandel der Schweiz mit Deutschland nur Märchen aus Amerika. Von Hebe. Dlicb, so lang du lieben kannst! 28,6 Proz. des schweizerischen Gesamt- Von Ferdinand Freiltgrath.( Gedicht.) Die Blinden. Von Heinrich Arbeitsnachweis primitivster Art gelangte erst vor einigen Jahren 672,8 Millionen Frank Der Das verlogene Niglein. Von Anny Geißler- Lee. auf diesem Wege zur Einführung. In Rücksicht auf die Interessen handels. Gegen 1905 hat er sich um 83,6 Millionen Frank gehoben, Scharrelmann. Dabei hatte die deutsche Einfuhr nach Schneiderjunge von Krippstedt. Von August Kopisch. Die drei Schwestern. der„ liberalen" privaten Gesindevermieter, wird dort aber Gesinde d. f. 12,4 Broz. Der Kapitän. Von Jakob Loewenberg. nicht bermittelt. Und selbst den Gastwirtsgehülfen wird zum der Schweiz von 440,8 Millionen Frant auf 479,5, also um Bon Robert Reinid.( Schluß.) Schutz des Agentenprofites der dringend gewünschte paritätische 38,7 millionen Frank 8,8 Proz. zugenommen, die Ausfuhr von der( Gedicht.) Schweiz nach Deutschland von 232 Millionen Frank auf 276,9 Millionen 10 Pf., durch die Bost bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Facharbeitsnachweis verweigert. Obgleich das skandalöse Danziger Wohnungselend weltbekannt grant. Das macht eine Steigerung um 44,9 Millionen Frank gleich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Streuzband 85 Pf. Jahresabonnement Nächst Deutschland ist Frankreich am Handel mit der 2,60 m. ist und selbst ein leibhaftiger, von seinen Zunftgenossen aber als 19,4 Proz. Sein querköpfiger Eigenbrödler bemitleideter Kommerzienrat den Rat- Schweiz mit 390,9 Millionen Frant am stärksten beteiligt. hausbeherrschern häufig die entrüstete Anklage vorhielt, daß die Handel ist insgesamt etwas zurückgegangen gegen das Vorjahr, weil elenden Wohnungszustände in Danzig jährlich 800 Menschenleben die Einfuhr nach Frankreich aus der Schweiz um 10 Millionen nach In weiterer Reihe folgen dann Großbritannien und mehr als in anderen Großstädten fordern, rührt das kommunale gelassen hat. Manchestertum auch nicht einen Finger für die Armen, die in den Irland mit einem Gesamthandel von 261,3 Millionen Frant, Italien standalösen Wohnhöhlen körperlich und moralisch verkommen. Da- mit 247,3 Millionen Frant, die Vereinigten Staaten von Amerika für erhöhten aber die sozialliberalen Beherrscher der Kommune mit 195,2 Millionen Frant, Desterreich- Ungarn mit 155,5 millionen den Leihamtszins von 12 auf 18 Proz. Als einzige Wohnungs- Frant, Rußland mit 104,2 Millionen Frant usw. Der Handels reform echt liberaler Art wird in Danzig noch, was selbst im ge- verkehr mit den vier Grenzländern der Schweiz umfaßte über zwei lobten Lande Preußen wohl chne Beispiel dasteht, eine Wohnungs- Drittel des Gesamthandels. Steuer erhoben und so der Steuerzuschlag von 196 Proz. auf 214 Proz. erhöht! Das gleichwertige Gegenstück dieser erhabenen Freisinnspraris zeigt sich ferner in dem zirka 500 000 m. und ähnlichen Liebesgaben, die den verkrachten Spekulanten der famosen „ Nordischen Elektrizitäts- und Stahlwerke"- selbstverständlich „ auf dem Altar des Vaterlandes und der selbstlosesten Arbeiter- Als offizielles Organ der Nationalföderation der englischen freundlichkeit" geopfert wurden. Arbeiterinnen ist die erste Nummer dieser Zeitung erschienen. Die Der leitende Geist dieser vornehmen Kommunalwirtschaft ist Arbeiterin" soll dazu dienen, Einigkeit zu predigen, die Arbeitsder Landtagsabgeordnete Münsterberg, der in der Berliner Junker- verhältnisse zu verbessern und alle Fragen zur Distussion zu stellen. fammer flingende Reden über das an der Prostitution begangene die Bezug auf die Interessen und die Wohlfahrt der Frauen haben soziale und polizeiliche Unrecht zu halten pflegt. Diesem Führer Die erste Nummer enthält einen Artikel von Sir Charles Dilke, des weiblichen Freisinns steht durchaus vollwertig der Stadtver- leine biographische Skizze von Gertrud Fuckwell. eine kurze Aus der Frauenbewegung. " Die Arbeiterin". Bom Wahren Jacob" ist uns soeben die 20. Nummer des 24. Jahre ganges zugegangen. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die beiden farbigen Bilder Was der Barismus erhofft" und Das berhaßte Rot", sowie die weiteren Jllustrationen" Der Lohn der guten Tat", Mit Boll " Der Agrarier",„ Nach der Monarchenbegegnung", bampf voraus!", Vesperpause"," Der Zukunftstrieg"," Fahrendes Volk"," Das Zentrum und der Zolltarif" und" Aus dem preußischen Hundeleben"." Der tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte Marotto"," Breußischer Wahlrechtslampf", Die päpstliche Garde",„ Das Greifswalder Mädchenheim"," Die Luftflotte", " Die Enterbfen" von Baul Enderling,„ Mißerntelied" von Stlara Bohm, " Leuchtendes Beispiel"," Der Planet"," Berlorene Liebesmühe"," Die unterirdische Stadt" von Max Eitelberg( illustriert) und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons Briefe von der Reife Dernburgs", Ueber das Leben" von Anton Fendrich,„ Das Nilpferd ( illustriert) und die Fortsetzung der Abhandlung Bur Geschichte ber Ramarilla" von Wilhelm Blos. Der Preis der 16 Seiten starken Nummer ist 10 f. „ Elektron", Zeitschrift für die Fortschritte der elektrotechnischen Braris, herausgegeben von Dipl.- Ing. B. Wangemann. Erscheint vom 1. Oktober ab in Carl Heymanns Berlag, Berlin W 8. Kießlings Berliner Berkehr. Westentaschen Kursbuch sämtlicher Berliner Verkehrsmittel. Winter Ausgabe. 40 f. 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Verkaufsstelle für Abonnements- Marken der Grossen Berliner Strassenbahn 8.50 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Druck u.Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Hr. 229. 24. Jahrgang. 2. ßdlnjE des Jotiiiürto" ßttlintt Jloltislilntt. Dienstag, 1. Oktober 1907. IParttitag der deukchen Sozialdemokratie in oelterreich. (Telegraphischer Bericht.) Wien, den 30. September. In dem neu ervauten praqugen Arbeiterheim in Ottakring ist heute der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie in Oester- reich zusammengetreten. Anwesend sind 207 Delegierte. Der letzte Gcsamtparteitag der österreichischen Sozialdemokratie rief im Oktober 1905 die Vertrauensmänner des österreichsichen Prole- tariats in ZLien zusammen. Die gewaltigen Kämpfe um die Wahl- reform nahmen die Kräfte auch der deutschen Partei so ausschlief- lich in Anspruch, datz es im Jahre 1900 nicht möglich war. den deutschen Parteitag einzuberufen. An seiner Stelle fand am 27. und 28. Januar 1907 eine Reichskonferenz statt, die die organisatorischen Vorbereitungen für den Wahlkampf traf In der Vorbesprechung, die dem Parteitage am Sonntag- jbend vorausging, wurde als Tagesordnung festgesetzt: 1. Bericht der Parteileitung. Berichterstatter Parteisekreatr S k a r e t und Parteikassterer Ellenbogen. 2. Bericht der Kontrollkommission. 3. Berichs über die parlamentarische Tätigkeit. Berichterstatter E. R i c g e r. 4. DaS neue Organisationsstatut der Partei. 5. Die nächsten Aufgaben der Sozialdemokratie im Parlament. Berichterstatter Dr. Viktor Adler. 6. Die Wohnungsfrage. Berichterstatter Leop. WinarSky. 7. Die Wahl der Parteileitung. 8. Der Stand der Parteipresse. 9. Das Wahlrecht für die Landtage und die Gemeinde- Vertretung. 10. Der Kampf gegen die Lebensmittelverteuerung. Referent Dr. Karpeles-Wien. Die Versammlungen des Parteitage? sind wie immer auf Grund des§ 2 des Versammlungsgesetzes einberufen.(Persön- liche Einladung, so daß eine polizeiliche Ucberwachung wegfällt.) Dem Parteitage liegen eingehende Berichte der Fraktion und der Parteileitung vor. Der � Bericht über die parlamentarische Tätigkeit des sozialdemokratischen Verbandes umfaßt einen Zeitraum von rund drei Jahren, vom Herbst 1904 bis Sommer 1907. Am An- fang dieser Zeitspanne steht noch das Privilegienparlament, am Ende das Parlament des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts Diese Gegenüberstellung zeigt am deutlichsten den gewaltigen Schritt nach vorwärts, der sich in der inneren Politik Oesterreichs vollzogen hat. Im Herbst 1904 stürzte der Minister Körber, an seine Stelle trat Gautsch. Unter ihm brach im September 1908 das Sturmgewitter der russischen Revolution aus. Der 28. November dieses Jahres bleibt für die Geschichte Oesterreichs und der österreichischen Arbeiterbewegung für alle Zeiten denkwürdig. An diesem Tage bekannte sich die Regierung des Herrn v. Gautsch im Parlament zum allgemeinen Wahlrecht, und während Herr v. Gautsch im SitzungSsaale dieses BekenptniS zur Vernunft ablegte und für Februar 1906 eine Wahlrechts- rcformvorlage ankündigte, feierten in allen Jndustrieorten Oester- reich? die Arbeiter und zog das Proletariat WienS— eine viertel Million Köpfe— im endlosen Zuge ernst und schweigend am ParlamentSgcbäude vorbei. So begann unter dem Eindruck der Sicgcsnachrichten der russischen Revolution der heroische Wahl- rechlskampf der österreichischen Arbeiter. Am 23. Februar 1906 erschien die Wahlrechtsrcformvorlage. Sofort setzten die Intrigen der gehässigsten Feinde der Wahlreform, besonders der polnischen Schlachta, gegen v. Gautsch ein, und am 2. Mai mußte er seine Demission nehmen. Es kam das kurze Zwischenspiel des Ministeriums Hohenlohe, das einer Intrige der magyarischen AdelSclique erlag und im Juni dem Ministerium Beck Platz machen mußte. Diesem Ministerium war es beschieden, die Wahlrechts- reform durchzuführen. Die neue Regierung, die noch heute am Ruder ist, war ein zur Hälfte parlamentarisches Ministerium, die parlamentarische Regierung erschien al» Vorfrucht doS gleichen Stimmrechts. Trotz allem wurde im Wahlreformausschuß des Abgeordnetenhauses kostbare Zeit vergeudet. Zweieinhalb Monate wurde im Ausschuß geredet, ohne daß es auch nur zu einer ein- zigcn Abstimmung gekommen wäre. Die Obstruktion der Wahl- rcchtsfeinde sollte das Reformwerk töten. Freiherr v. Beck hielt sein Wort. Aber ob es ihm möglich gewesen wäre, das Werk zu vollenden, wenn die Arbeiterschaft mit verschränkten Armen dem Treiben der offenen und versteckten Gegner der Reform zugesehen hätte, ist mehr als zweifelhaft. Die Arbeiterklasse bolte zum ent- scheidenden Schlage auS. Die Gesamterekutive der Partei kündigte an. daß. falls im WahlrcformauSschuß die Verschleppung fort- '~ e, in Wien als letztes Warnungssignal eine gesetzt werden sollte....______■. i dreitägige ArbeitSruhe eintreten werde. Die Entschlossenheit der Arbeiter blieb nicht ohne Eindruck. Der WahlreformauSschuß fing zu arbeiten an. langsam und widerwillig zwar, aber eS ging doch vorwärts. Das Ende deS JahM 1906 brachte dann den großen und endgültigen Sieg der Wahlreform. Am 1. Dezember 1906 triumphierte das allgemeine Wahlrecht, am 28. Januar 1907 fand die letzte Sitzung des Privilegienparlaments statt, und am 17. Juni begann die erste Session des Parlaments des allgemeinen Wahl- recht?. Der erste ScssionSabschnitt. der bis zum 24. Juli reichte, war fajr ausschließlich von politischen Debatten erfüllt. Die Mah- rcgelung von Staatsbeamten, die deshalb erfolgt war. weil sie für den Reichsrat kandidiert hatten, die krassen Wahlmißbräuche in Galizien und die Frage des allgemeinen, gleichen Wahlrecht» für die Landtage bildeten außer der Erledigung deS Budgetprovisoriums den politischen Beratungsstoff. Der Bericht der Parteileitung gibt zunächst gleichfalls eine Uebersicht über die WahlrechtSbewe gung. Mit besonderer Genugtuung hebt er die volle Einmütigkeit zwischen politischer Partei und Gewerkschaften hervor, die sich im AahlrechtSkampf gezeigt habe: die Lokalkomitee«, die den Massen- streik vorbereiten sollten, wurden überall von den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen gewählt. In Wien, das dazu auSerschen war. den ersten Schlag zu tun, wurden alle Einzelheiten. Branche für Branche, sorgfältig beraten. Kurz, die großen Aktionen während des WahlrechtSkampfcs wurden von der Partei und den Gewerkschaften gemeinsam geleitet. Im Wahlkamps haben die ae- werkschaftlichen Organisationen ihre volle Schuldigkeit getan. An- dercrseitS hat der politische Kampf die Massen de» arbeitenden Volkes aus träger Ruhe aufgerüttelt und dadurch die gewerkschaft- liche Bewegung erheblich gekräftigt. So fällt das Wachstum der politischen Macht der Arbeiterklasse zusammen mit dem Erstarken hrer gewerkschaftlichen Organisationen. Als der Wahlrechtskampf siegreich beendet war, stürzten sich die Genossen mit Feuereifer in den Wahlkampf. In allen deutschen Wahlbezirken, außer in zwei tiroler Landgemeinden, in denen keine organisierten Genossen leben, wurden Kandidaten aufgestellt. Der Wahlkampf wurde dazu benutzt, um da» ganze Programm den Wählermassen zu enthüllen. Keine Forderung ve» Parteiprogramms blieb in diesem Wahlkampfe unbcsprochen. So konnte das große Werk der Erziehung der proletarischen Massen zum Klassenbewußt» sein, zu sozialistischer Erkenntnis und zu sozialistischem Wollen im Wabikampf wirksam gefördert werden. Während der Wahlbewe- gung wurden im Auftrage de» ZentralwahlkomiteeS in Wien Flug- blätter in einer Auflage von 260000 Exemplaren gedruckt und im ganzen Reiche verbreitet. Weit größer war die Auflage der von den einzelnen WahlkreiSorganisationen herausgegebenen Flug- W> I blätter. Das Wahlergebnis zeigte, daß sich die industrielle Ar- beiterschaft im ganzen Reiche freudig zur Sozialdemokratie bekennt, datz breite Schichten der Angestellten und der öffentlichen Beamten iuh ihr angeschlossen haben und daß der Sozialismus sich auch be- »reits den Weg zu Tausenden von Landarbeitern, Kleinbauern und Häuslern zu bahnen gewußt hat. Auch in einzelnen Schichten des vom Kapitalismus abhängigen Kleinbürgertums, das in Oesterreich und auch sonst, wo es das Opfer nationaler Demagogie war, die Stütze der politischen Reaktion gewesen ist, fand die österreichische Sozialdemokratie Eingang, und am 14. Mai 1907, an dem Tage der Hauptwahl, wurden 811483 Stimmen in den deutschen Wahl- bezirken für die Sozialdemokratie abgegeben. 34 deutsche Sozial- demokraten wurden gewählt, in 84 Wahlbezirken kamen deutsche Sozialdemokraten in die Stichwahl. An dem gewaltigen Wahlsiege hatten aber auch die Genossen der anderen Nationen ihren Teil. Insgesamt wurden 88 Sozialdemokraten gewählt und 113 Kandi- baten kamen in die Stichwahl. 936 673 Wähler bekannten sich bei der Hauptwahl zur Sozialdemokratie. Die Stichwahltaktik der Parteileitung richtete sich in erster Linie gegen die Klerikalen und Christlichsozialen.„Der Schwarze", so hieß es in dem Aufruf,„ist in allen Fällen das größere Uebel. Wir werden, wo zwischen bürgerlichen Parteien zu entscheiden ist, gegen die agrarische Partei stimmen. Diese Grundsätze stellen wir ohne jede Rücksicht auf Gegen- leistung auf." Mit musterhafter Disziplin wurde diese Wahlparole im ganzen Reiche befolgt. Insgesamt wurden nach Abschluß der Stichwahlen 87 sozialdemokratische Abgeordnete, darunter 80 deutsche Sozialdemokraten, gewählt. In 22 deutschen Wahl- bezirken hatte die Sozialdemokratie zwischen deutschbürgerlichen und klerikalen Kandidaten zu entscheiden. In 19 Wahlbezirken hat sie die Klerikalen zu Falle gebracht. Der Bericht wirft dann einen Rückblick aus die Gcmeindewahlen und teilt mit, daß insgesamt in 249 deutschen Gemeinden in Oesterreich 897 Genoffen in den Ge- meinderat gewählt sind. Der Feier des 1. Mai wurde gleichfalls durch die großen Kämpfe der beiden letzten Jahre das Gepräge gegeben. 1906 war die Maifeier eine gewaltige Wahl- rechtsdemonstration, 1907 stand sie im Zeichen der Reichsratswahlen. Heber die Parteiorganisation teilt der Bericht mit. daß ihr Ausbau große Fortschritte gemacht habe. Doch hat die Wahlkreisorganisation den durch die neue Wahl- ordnung veränderten Bedürfnissen der Partei nicht überall voll- kommen entsprochen. Hier die Grundsätze für eine neue und dauernde Organisation zu geben, wird eine Aufgabe deS Partei- tages sein. Die deutsche Partei in Oesterreich verfügt über 23 Partei- blätter, wovon die„Arbeiterzeitung" in Wien und„Der Arbeiter- Wille" in Graz täglich erscheinen. Drei Blätter erscheinen dreimal wöchentlich, acht Blätter zweimal wöchentlich, neun Blätter sind Wochenblätter und die„Arbeiterinnenzeitung" in Wien erscheint 14tSgig. Die Auflage der Parteipresse ist während des Wahlrechts- kampfes und des Wahlkampfes beträchtlich gestiegen. Am Tage der Wahlrechtsdemonstration, am 23. Mai 1908, hatte die„Arbeiter- zeitung" eine Auflage von 100 900 und die der Extraausgabe 159 000. Die„Arbeiterinnenzeitung" hat seit 1904 ihre Auflage verdoppelt. Auch die Gewerkschaften sind dank der günstigen Wirt- schaftlichen Konjunktur der letzten Jahre erstarkt. Im Jahre 1906 stieg die Zahl der Mitglieder von 323 099 auf 443 270 und 20 Proz. der industriellen Arbeiter sind jetzt organisiert. Die Einnahmen der Gewerkschaften stiegen von 4 641 727 Kronen im Jahre 1908 auf 6 982378 Kronen. Die Gewerkschaften verfügen über 94 Fach- blätter, darunter 46 deutsche. Auch die Organisation der jugendlichen Ar- b e i t e r hat Fortschritte gemacht. Die Genossen widmen sich der für die Zukunft so wichtigen Aufgabe der Erziehung des Nach- Wuchses mit wachsendem Eifer. Die Zahl der Ortsgruppen der jugendlichen Arbeiter ist im letzten Jahre um 26 gestiegen. Die Organisation der Arbeiterjugend hat sich trotz der Kürze ihres Be- standeS bereits als treffliche Schule der Partei und der Gewcrk- schaftcn bewährt. Auch die GenossenschaftSbewegung zeigt große Fortschritte. Dem Verband der Konsumvereine gehörten Ende 1906 414 genossenschaftliche Organisationen an. Durch die 1908 gegrün- dete Groß-EinkaufSgesellschaft der österreichischen Konsumvereine ist die Leistungsfähigkeit der Konsumentenorganisationen erheblich ge- steigert worden. Die Beziehungen zu den anderen nationalen Parteien innerhalb der Gesamtpartci waren, wenn auch Mei- nungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen nationalen Or- gamsationen einzelner Orte nicht gefehlt haben, doch im allge- meinen durchaus gut. Die Arbeiter aller Nationen in Oesterreich haben ihren großen und siegreichen Kampf einheitlich und einmütig geführt. Die deutschen Genossen haben während des Wahlkampfes die polnischen, ruthenischen, südslavischen und italienischen Ge- nassen wiederholt moralisch und materiell unterstützt. Auch die Pflichten, die die internationale Solidarität des Proletariats mit sich bringt, sind voll erfüllt worden. Insbesondere sind die russi- schen Revolutionäre, die die Schergen des Zarismus zur Flucht ins Ausland gezwungen haben, gegen polizeiliche Schikanen geschützt und nach Kräften materiell unterstützt worden. Andererseits haben aber auch die Genossen im Auslande die Kämpfe der österreichischen Genossen wirksam gefördert. So hat die deutsche Sozial- demokratie dem allgemeinen Wahlfonds 30 000 M. überwiesen. Der Bericht schließt mit einer Erinnerung an Jgnaz Auer:„Der schwere Schlag, der unsere Genossen in Deutschland durch den Tod Jgnaz Auers traf, erfüllte auch die österreichischen Arbeiter mit lebhafter Teilnahme; war doch Auer einer der Besten, die das erwachende deutsche Proletariat aus seiner Mitte hervorgebracht hat. Auch sein Name bleibt eingc- schreint im großen Herzen der Arbeiterklasse." Der große Aufschwung, den die Parteiorganisation überall genommen hat, drückt sich auch im Bericht de» Parteikassierer» Dr. Ellenbogen aus. Die Reichsparteisteuer'(2 Heller monatlich von jedem Organisierten) hat von 1904—1906 rund 81 722 Kronen aus best Steuern der deutschen Organisation er- gebenj; beigesteuert haben 1346 Organisationen. Tue Steigerung gegenüber der letzten Berichtsperiode beträgt fast 46Vi Proz. In der Zeit vom 1. Juli 1906 bis 30. Juni 1907 sind an Reichs- parteisteuer rund 37 600 Kronen eingelaufen. Die Gesamtein- nahmen der Parteikasse belaufen sich für die Zeit vom 1. Juli 1906 bis 80. Juni 1907 auf rund 802 252 Kronen, denen eine Aus- gab« von rund 282 608 Kronen gegenübersteht, so daß ein Ueber- schütz von 19 647 Kronen vorhanden ist. Darunter sind für den Wahlfonds rund 168 122 Kronen eingegangen, während die Wahl- kosten rund 183 811 Kronen betragen haben. An der Spitze de» auS 87 Mitgliedern bestehenden sozialdemokratischen Verbände» im ReichSrat (der Fraktion) steht ein zwölfaliedriger Vorstand (Adler, Pernerstorfcr, Resel, Seitz, Seliger, Hybe», Nemec, Soukup. Diamand, Hudee, Vittoni, Wityk). der zugleich die Funktion einer parlamentarischen Kommission versieht. Der Gesamtverband gliedert sich in folgende nationale Gruppen: 1. Klub der deutschen Sozialdemokraten(50 Mitglieder); L. Klub der tscheschischen Sozialdemokraten(2t Mitglieder); 8. Gruppe der polnischen Sozialdemokraten(6 Mitglieder); 4. Gruppe der italienischen Sozialdemokraten(5 Mitglieder), ö. Gruppe der ruthenischen Sozialdemokraten(2 Ritglieder)'. In nationalen Angelegenheiten ist jede der Gruppen autonom. An der Spitze dcs deutschen Klubs steht ein s i c b e m. gliedriger Vorstand(Adler,.David, Eldersch, Ellenbogen, Pernerstorfer, Schäfer, Seitz). Der Verband bildet im Reichsrat die z w e i t st ä r k st e Partei. Im Präsidium dcs Hauses hat der Verband eine Schriftführcrstelle inne(Schuhmeier), und es erscheint, wie der Fraktionsbericht Hervorhebt, nicht ausgeschlossen, daß bei der Vermehrung der Vizepräsidenten st ellen, die angestrebt wird, ein Parteigenosse du Funktion eines Vizepräsidenten erhält. Die Fraktion hat in der Zeit vom 17. November 1904 bis zum 28. Januar 1907(Privilegienparlament) 441, und in der Zeit vom 17. Juni bis 24. Juli 1907(Parlament des allgemeine» Wahlrechts) 118 Interpellationen eingebracht. Außerdem wurde» vom 17. Juni bis 24. Juli 1907 24 Initiativanträge überreicht. Davon sind drei politischer, elf sozialpolitischer Natur, und je vier entfallen auf Schule und Militarismus. Auch über die politisch« Arbriterinnenbewcaunn liegt ein Bericht vor. Das Frauenreichskomitee sagt darin: „Die Genossinnen, welche es unternommen haben, für die Partei agitatorisch und organisatorisch zu arbeiten, haben bei ihrer Tätigkeit alle jene erschwerenden Ilmstände zu überwinden, die der Frauenarbeit im allgemeinen anhaften. Die Genossinnen können sich nicht auf ein Gebiet konzentrieren, um dort Hervorragendes zu leisten, sie müssen ihre Kräfte zersplittern auf jede Form der proletarischen Organisation. Nur wenige Genossinnen sind unab» hängig von Lohnarbeit und Haushalt; wenn sie trotzdem An- erkennenswertes leisten in der politischen Agitation sowie in der Propaganda für die Gewerkschaften und für die Konsumgcnossen- schaften, so gibt das Zeugnis sowohl von der großen Wacht, die der Sozialismus auszuüben vermag, als auch von der Ausopferung und Hingabe, die von den in der Partei tätigen Genossinnen be- kündet wird. Die letzten zwei Jahre haben der Arbeiterinnen- bewegung eine Vermehrung der Agitatorinnen gebracht, über die aber fast nur lokal verfügt werden kann, da sie in abhängigen Berufsstellungen sind. Hier Wandel zu schaffen, ist eine der brennendsten Fragen für da» FrauenreichSkomitee. Die Lösung ist nur auf finanziellem Wege möglich; jedoch wird jede Ausgabe. die der Partei aus diesem Gebiete erwächst, durch die Erstarkung der Organisation wettgemacht. Befruchtend und aufrüttelnd hat der Wahlrechtskampf gewirkt; die dem Frauenreichskomitee zur Verfügung stehenden LMfte müßten sich vervielfachen, um allen Ansprüchen nach Agitationsvcrsammlungen und nach Gründung von Organisationen nachzukommen. Immer dringender werden die Anforderungen nach politischen Frauenorganisationen. Das FrauenreichSkomitee hat darüber beraten und mit Zustimmung der Parteivertretung und der Gewerkschaftskommission ein Regulativ ausgearbeitet, nach welchem freie politische Frauenorganisationen gegründet werden sollen. Daß auch die„Arbeiterinnenzeitung" einen erfreulichen Aufschwung genommen hat und in einer Auflage von 12 000 Exemplaren verbreitet wird, sei noch hervorgehaben. Während dcs WahlrechtSkampfcs wurde vom FrauenreichSkomitee ein Flugblatt an die Frauen der arbeitenden Bevölkerung WienS herausgegeben, das in einer Auflage von 180 000 Exemplaren verbreitet wurde und außerordentlich gute Wirkung tat. Während dcs Wahlkampfes erschien einmal die„Arbeiterinnenzeitung" illustriert als Wahl» nummer und wurde ebenfalls in größerer Auflage verbreitet. Vor den Stichwahlen am 23. Mai gaben die Genossinnen ein Flugblatt an die Frauen der Wähler heraus, um dies« zur Unter- stützung der sozialdemokratischen Kandidaten anzufeuern. Die erprobtesten Genossinnen Wiens wurden am Stichwahltage plan- mäßig in dem bestrittensten Bezirk(FünfhauS) zusammengezogen, um an dem sozialdemokratischen Sieg über den christlich-sozialen Kandidaten mitzuhelfen. Wie brav und hingebend die Genossinnen gearbeitet und der Partei gedient haben, wurde von den Genossen rückhaltslos an- erkannt. Wenn das Frauenreichskomitee Wert darauf legt, dies alles in dem Bericht an den Parteitag zu sagen, so deshalb, weil uns daran liegt, den Genossen die Ucberzengung beizubringen. daß die Erkenntnis von der Bedeutung politischer Rechte nicht nur bei einzelnen Frauen vorhanden ist, sondern daß tatsächlich große Scharen deS weiblichen Proletariats reif genu� sind, sich politisch M betätigen, und daß diese Tatsache die Gewähr bietet, daß die grauen auch reif genug sind, selbst politische Rechte zu besitzen. l?ie Genossinnen haben während des ganzen Wahlrechtskampfes und am 28. November 1905 in jeder Situation und im ganzen Reiche ihre volle Pflicht getan und haben sich bestrebt, der Partei zu dienen und zu nützen.' Zu Vorsitzenden des Parteitages wurden in der Besprechung am Sonntagabend die Genossen Abg. T o m s ch i ck (Vorsitzender des großen Eiscnbahner-VerbandeS), Abg. Perner» storfer und Abg. Schäfer-Reichenberg bestimmt und Schuft gegen Richter. Am 13. Juli berichteten wir über die ungerechte Verurteilung und die noch viel unberechtigtere Behandlung deS Stukkateurs Alfred Bredschneider durch den Amtsrichter Dr. Stargard u» Mittenwalde. Der Stukkateur Alfred Bredschneider wurde von der Polizei« Verwaltung in Teupitz mit einer Strafverfügung bedacht, weil er in Teupitz sozialdemokratische Broschüren verbreitet hatte, und da« bei die Broschüren auch in dem Polizeibureau und beim Polizei- sergeanten abgegeben hatte. Seinen Einspruch verwarf da» Schöffengericht zu Mittcnwalde unter Vorsitz deS Amtsrichter» Dr. Stargard, indem es annahm. B. habe der Erlaubnis der Polizeibehörde zu der Verteilung auf Grund des alten preußischen Prcßgesetze» bedurft, weil das Polizeibureau ein öffentlicher Ort sei, und ebenso die Hausflure auf dem Lande, in denen B. vielfach feine Broschüren abgegeben hatte. Wir sprachen bei Kritik dcs Urteils die Ansicht auS, daß die höheren Rechtsinstanzen das un- gerechte Urteil aufheben werden. Die Strafkammer des Landgerichts II Berlin, vor der gestern B.S Berufung gegen das schöffengerichtliche Urteil verhandelt wurde, sprach denn auch den Angeklagten frei. Das Gericht nahm mit dem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Hcrzfrld an, daß eS uncr- heblich sei, ob daS Polizeiburcau und die Hausflure öffentlich- Orte feien. Jedenfalls feien sie gcschlassene Räume im Sinne des 8 43 Abf. 8 der ReichSgewerbc-Ordnung. Nach dieser Bestimmung sei aber zur nicht gewerbsmäßigen Verteilung von Druckschriften in geschlossenen Räumen eine Erlaubnis nicht erforderlich. UebrigenS fei auch die Verurteilung selbst auf Grund de» 8 10 des preußischen PreßgcsetzeS nicht gerechtfertigt. Denn diese habe nur noch insoweit Geltung, als zur öffentlichen unentgeltlichen Vcr. teilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen eine Er» laubniS der OrtSpolizei erforderlich fei. Die Broschüren, welche Angeklagter verteilt habe, seien aber keine Bekanntmachungen. Plakate oder Aufrufe, außerdem sei nicht dargetan, daß der An- geklagte die Verteilung unentgeltlich vorgenommen habe. Ob die Hausflure öffentliche Orte seien, könne deshalb dahingestellt bleiben. Sollte der Staatsanwalt gegen diese» Urteil Revision einlegen, so wird bei der Klarheit der Rechtslage ja selbst da» Kammer- gericht den Freispruch bestätigen. Aber dem Angeklagten ist nicht Gerichts- Zeitung. Zurechnungsunfähigkeit wegen Liebeskoller. Tomohini Stabto Stadtbahnfleiderer. nur durch die Anklage und Verurteilung in erster Instanz Unrecht| Bisher war er ferner dem Verband fortschrittlicher Frauenvereine| den Geifteszustand des Angeklagten abgegeben hat, ist erst am geschehen, sondern noch mehr durch die ihm seinerzeit auferlegte angegliedert, da dieser seine ereptionelle Stellung aufzugeben und 28. September vom Urlaub zurückgekehrt und hat noch keine GelegenOrdnungsstrafe und durch das Verhalten des Amisrichters dem dem Bunde deutscher Frauenvereine beizutreten gedenkt, wird be- heit gehabt, über die Frage der Verhandlungsfähigkeit des AnAngeklagten gegenüber im Gefängnis. Wir erinnern daran: Bred- schloffen, für den Fall, daß dieser Anschluß perfekt wird, gleichfalls geklagten neuerdings ein Gutachten abzugeben. Zwecks Herbeischneider wurde mit einer Ordnungsstrafe von 3 Tagen Haft dem Bunde beizutreten. führung eines solchen auf Grund abermaliger Beobachtung des bestraft, weil er die eigenartige Frage des Amtsrichters mit wem Angeklagten wurde die Hauptverhandlung vertagt. sind Sie verheiratet?" dahin beantwortete:„ Herr Amtsrichter, ich weiß nicht, wie soll ich das verstehen?" Er wurde dann sofort in das Gefängnis abgeführt. Ein Brief an seine Frau, der er feine Verhaftung mitteilte, wurde erst am folgenden Tage auf seine besondere Bitte abgeschickt, nachdem der Amtsrichter vorher erklärt hatte, er schicke den Brief nicht ab, weil ihm sein Inhalt nicht passe! Ein Brief Bredschneiders an einen Charlottenburger Genossen, in seiner Sache die erforderlichen Schritte zu tun, wurde überhaupt nicht abgeschickt. Zu dem Verhafteten äußerte der Amtsrichter Dr. Stargard, als er zur Revision ins Gefängnis kam:„ Schen Sie, das sind die Folgen davon, daß man sich von gewissen Leuten so verheten läßt." Seiner Zeit haben wir von diesen gesetzwidrigen Handlungen des Amtsrichters Mitteilung gemacht. Hat der Justizminister von dem völlig haltlosen Urteil des Amtsgerichts und von dem geschilderten Verhalten des Amtsrichters Kenntnis genommen? Ist er mit dieser Art des Ersatzes richtiger Rechtsansichten durch unreife politische Erwägungen, die sich in der widerlichsten, plumpesten Weise breit machten, einverstanden? 11. Generalversammlung des deutschen Verbandes für Frauenftimmrecht. " Einer der gefährlichsten Stadtbahnräuber hatte sich gestern Der Ingenieur Alfred Neubner war wegen Bedrohung, Be- schon wieder einmal vor dem Strafrichter zu verantworten. Wegen leidigung und versuchter Erpressung angeklagt. Die 1. Straf- Diebstahls im wiederholten strafverschärfenden Rückfalle mußte fich kammer des Landgerichts I hatte ihn seinerzeit zu 4 Monaten der ehemalige Schlosser Rudolf Vigoureur aus Elbing vor der Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der selbst verheiratet vierten Straffammer des Landgerichts I verantworten. Der Anist, war zu einer Frau in Beziehungen getreten, die sich mit ihrem geklagte ist ein der Polizei seit mehreren Jahren bekannter StadtEhemann entzweit hatte. Die Frau versöhnte sich wieder mit ihrem bahnfledderer, auf dessen Konto die verwegensten Räubereien fallen, Ehemann und versagte von da an jede weitere Zusammenkunft mit bei welchen er häufig eingeschlafene Fahrgäste mittels Chloroform dem Angeklagten. Dieser versuchte immer wieder, zu ihr zu ge- vollends betäubte. Am 8. August d. J. wurde Vigoureux nach Verwurde aber immer wieder abgewiesen. Nun steckte er beleidi- Tage später saß der gefährliche Bursche infolge der Aufmerksamkeit langen. Wohl an 20mal erschien er vor ihrer Wohnungstür, büßung einer längeren Strafe aus dem Zuchthause entlassen. Drei gen de Zettel in den Briefkasten, der sich an ihrer Wohnungstür eines Beamten der Stadtbahnpatrouille schon wieder hinter Schloß befand, und drohte ihr darin, alles Borgefallene ihrem Che- und Riegel. In der Nacht zum 11. Auguft gegen 1 Uhr fuhr der manne mitzuteilen, wenn sie sich mit ihm nicht anssprechen würde. Volontär B. vom Bahnhof Friedrichstraße nach dem Schlesischen Die geängstigte Frau beichtete darauf ihre Verfehlungen ihrem Bahnhof. Unterwegs schlief er ein, so daß der auf dem Schlesischen Ehemann und erhielt dessen Verzeihung. Der Angeklagte Bahnhof auf schlafende Fahrgäste ausspähende Vigoureur in dem forderte dann zum letzten Male die Frau durch einen Zettel auf, jungen Manne ein passendes Opfer zu finden glaubte. Im letzten ein Rendezvous an der Thomaskirche mit ihm abzuhalten, widrigen Augenblic sprang er in den schon fahrenden Zug und ging sofort falls etwas geschehen würde, woran sie zeitlebens denken sollte. an die Arbeit". Mit einer haarscharfen Schere schnitt er dem Gleichzeitig machte er eine Rechnung dessen auf, was er bei trau- Schlafenden die Beinkleidtasche auf und eignete sich das Portelichen Zusammenkünften verausgabt habe und verlangte Rückgabe monnaie an. Einen nicht geringen Schreck bekam er jedoch, als sich des Geldes! Als er zu der von ihm festgesetzten Zeit an der plötzlich von hinten eine Hand auf seine Schulter legte und ihm Thomaskirche erschien, wurde er durch einen Kriminalbeamten, die wohlbekannte Marke eines Kriminalbeamten vor das Gesicht Die letzte Sitzung des Verbandes erledigt zunächst geschäftliche an den sich die Frau gewandt hatte, festgenommen. Es erfolgte gehalten wurde. Der Kriminalschutzmann Brückner hatte vom Angelegenheiten. Die Wahl des Vorstandes ergibt die Wiederwahr dann seine Verurteilung. Spätere Beobachtungen des Geistes- Nebenabteil mit Sülfe eines Spiegels den ganzen Vorgang beder alten Vorstandsmitglieder, denen neu hinzugewählt wird: zustandes des Angeklagten durch Sachverständige führten zur obachtet und den Dieb auf frischer Tat überrascht. Als Vigoureur Frau Dr. Lindemann- Stuttgart, die Frau des be- Wiederaufnahme des Verfahrens. Im gestrigen sah, daß jeder Fluchtverfuch aussichtslos war, ließ er sich ruhig von fennten Genossen und Abgeordneten Dr. Hugo Lindemann. Termin bekundeten Nervenarzt Dr. Friz Leppmann und dem Beamten abführen, nachdem er zu diesem geäußert hatte: Dr. Popert- Hamburg begründet jodann den Antrag des Gerichtsarzt Dr. Strauch übereinstimmend, daß der Angeklagte„ Na, wenn der Mensch Pech hat, so hat er es eben gründlich!" Mit Rücksicht auf die vielfachen Vorstrafen des Angeklagten für das Gemeindeverbotsrecht( Lokaloption), der lautet:" Der eine gewisse unreife zeige. Es handle sich nicht um einfache und sein überaus gemeingefährliches Treiben erkannte die Strafdeutsche Verband für Frauenstimmrecht wolle den Kampf für das Neurasthenie, sondern es träten noch verschiedene Krankheitszüge kammer wiederum auf eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr Gemeindeverbotsrecht gegen den Alkohol( Lokal- Weto, Lokaloption) hinzu und das Pathologische gude aus allen Eden hervor. Unter und 6 Monaten sowie 2 Jahren Ehrverlust und Stellung unter als für ein Recht der Gesamtheit der volljährigen männlichen und den einzeln angeführten charakteristischen Momenten wurde auch Polizeiaufsicht. weiblichen Gemeindemitglieder in sein Programm aufnehmen." erwähnt, daß der Angeklagte am Tage seiner Hochzeit kurz vor Nicht im Interesse der Abstinenzbewegung, sondern im Interesse der Trauung plöblich ohne Angabe von Gründen verschwunden des Frauenstimmrechts sei diesem Antrage stattzugeben, da war und erst nach einigen Stunden wieder zum Vorschein kam. Wegen Verkaufs von Pferdefleisch mußte sich gestern der Jn. überall, wo das Gemeindeverbotsrecht eingeführt, dieses für Männer Die Sachverständigen hielten die Annahme für berechtigt, daß haber eines sog.„ billigen Fleischverfaufs zu Markthallenpreisen" und Frauen gelte. Seine Einführung sei also ein direkter Sieg dieser Mann in der fraglichen Zeit, wo er infolge Stellenlosigkeit, vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I verantworten. des Frauenstimmrechts. Bei diesem Kampfe würden auch jene häuslicher Verhältnisse und feiner unüberwindlichen Zuneigung Unter der Anklage des Betruges und des Vergehens gegen das Frauen gewonnen werden, die nur Mütter sein wollen und im zu der betreffenden Frau nicht Herr seiner selbst war, nicht ver- Fleischbeschaugesez stand der Schlächtermeister Hugo Hang= übrigen den Zielen der Bewegung für das Frauenstimmrecht nicht Staatsanwalt beantragte trotzdem 2 Monate Gefäng: Rirdorf einen Hausflur gemietet und in diesem einen Fleisch mann. Der Angeschuldigte hat in dem Hause Berlinerstr. 85 zu allzu sympathisch gegenüberstehen. Es gelte eben, möglichst alle Kräfte hierfür mobil zu machen, seien doch der philisterhaften nis, das Gericht erkannte aber unter Anwendung des§ 51 auf verkaufsstand zu besonders billigen Preisen errichtet. Der Zulauf Gegner noch gar viele. Ein Vorkommnis aus der Hamburger Freisprechung. der Kundschaft war auch infolge dieser überaus billigen Preise Bürgerschaft sei eine hübsche Illustration hierzu: Der Ausschuß Wiederaufnahmeverfahren in einem Mordprozeß. ein enorm großer. Am 1. Dezember v. J. kaufte eine Frau. für Armenpflege habe befürwortet, Frauen mit heranzuziehen. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I sollte gestern die aus Rigdorf bei dem Angeklagten 1½ Pfund Rindfleisch. Als sie Die Sozialdemokraten hätten leider diesen erneute Verhandlung gegen den Fabrikarbeiter Poul& ippte am nächsten Tage das Fleisch zubereiten wollte, fiel ihr die eigensehr vernünftigen Antrag wiederum den Bürger- stattfinden, der am 12. Juni 1902 feine Ehefrau erschossen hat tümliche rotbraune Farbe des Fleisches auf. Verschiedene andere lichen vorweg genommen. Die Armenpfleger hätten und deshalb am 9. März 1903 von den Geschworenen des Merkmale führte Frau F. zu dem Verdacht, daß es Pferdefleisch diesen Antrag bekämpft und da er von den Sozialdemokraten tam, Mordes schuldig erklärt und vom Gerichtshofe zum Tope fei. Sie ging zunächst zu einem Tierarzt, der das Fleisch als verseien auch viele Bürgerliche dagegen gewesen. Allerdings sei verurteilt worden ist. Neue Tatsachen haben die Vermutung nahe- dächtig bezeichnete und ihr riet, es der Polizeibehörde zu überer nach eingehender Debatte schließlich doch angenommen. Der gelegt, daß Lippke, der seither in verschiedenen Frrenanstalten ge- geben. Am Tage darauf stellte der Direktor des staatlichen Antrag Bopert findet Annahme, ebenso eine Resolution von weilt hat, schon zur Zeit der Tat sich in einem Zustande krankhafter Nahrungsmitteluntersuchungsamtes Prof. Dr. Judenad fest, Dr. Breitscheit, die alle Mitglieder und angeschlossenen Vereine Störung der Geisteskräfte befunden habe, durch welchen seine freie daß das bei Hanßmann getaufte Fleisch tatsächlich Pferdefleisch verpflichtet, mit allem Nachdruck diejenigen Parteien zu unter- Willensbestimmung ausgeschlossen war. Infolgedessen ist das war. Die Folge war die jezige Anklage gegen den Verkäufer. stüßen, die jetzt in den Kampf um die Erringung des allgemeinen, Wiederaufnahmeverfahren angeordnet worden. Der auf den Das Schöffengericht Rigdorf sah die Sache sehr milde gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen eintreten. gestrigen Tag angefeht gewesene Termin zur Hauptverhandlung an und erkannte nur auf eine Geldstrafe von 50 Mart. Sie haben dabei zu betonen, daß sie unter allgemeinem Wahlrecht mußte aufgehoben werden, da Zweifel obwalten, ob sich der An- Die Straftammer erfannte gestern auf eine Woche Ge= das Wahlrecht beider Geschlechter verstehen. geklagte zurzeit in einem berhandlungsfähigen Zustande befindet. fängnis und 50 Mark Geldstrafe event. noch zehn Tage Der Verband tritt dem Weltbund für Frauenstimmrecht bei. Medizinaleat On Stormer, der schon früher ein Gutachten über Gefängnis. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 1. Oktober. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Butterfly. Madame Königl. Schauspielhaus. Biel Lärm um nichts. Deutsches. Prinz Friedrich von Homburg. Kammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Mujang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Raffles. Schiller 0.( Wallner Theater.) Rosmersholm. Schiller Charlottenburg. von Berlichingen. Gök Friedrich Wilhelmstädt. Schans spielhaus. Die Nibelungen. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Die tanzenden Männchen. Mittwoch: Der Pastorssohn. Donnerst.: Die tanzenden Männchen. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Rosmersholm. Gastspiel von Johanne Dybwad aus Kristiania: Mittwoch, 2./10.: Nora. Donnerstag, 3./10.: Gespenster. antwortlich für die Straftat gemacht werden könne. Der Schiller- Theater Schiller- Theater 0.( Ballner- Theater)., Dienstag, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Schauspiel in 4 Aufz. b. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Herr Senator. Donnerstag, abends8Uhr: Rosmersholm. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Schauspiel in fünf Auszügen von Johann Wolfgang v. Goethe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das vierte Gebot. Donnerstag, abends 8Uhr: Monna Vanna. Pferdefleisch- Betrug. #Urania.{ Wissenschaftliches Theater. Nachmittags 4 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Abends 8 Uhr: 3937A 50 Rixdorfer Theater Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Direktion: Julius Türt. Mittwoch, den 2. Oftober 1907: Ueber den Brenner nach Venedig. Ein idealer Gatte. Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Lustspiel in 4 Aften von Oskar Wilde. Doppelsterne, Nebelflecke. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater Theater an der Sprea Haben Sie schon as muß man seh'n!! Que die ditu anges Kleines Theater. Deutschen Konzerthallen, Abends 8 Uhr zum 69. Male: Vater und Sohn. Mittwoch: Vater und Sohn. Donnerstag: Vater und Sohn. Freitag 3. 1. Male: Maria Magdalene. Refer. Die tanzenden Männchen. Theater des Westens. Leffing. Der Bund der Jugend. Neues. Rosmersholm. Kleines. Vater und Sohn. Lorking. Martha. Sentral. Unsere blauen Jungens. Komische Oper. Zierpuppen. Flotte Burschen. Westen. Die lustige Witwe. Lustspielhaus. Husarenfieber. Residenz. Haben Sie nichts zu vers zollen? Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Dnkel. Luisen. Undine. 8 Uhr: Die lustige Witwe. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Frühlingsluft. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Anfang 8 Uhr. An der Spandauerbrücke 3, besucht??? Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Dienstag, den 1. Oftober, abends präzise 72 Uhr: Extra- Galavorstellung zum Die Nibelungen. Eine Fortfchung der berühinteften Mittwoch: Der blinde Passagier. Donnerstag: Der blinde Passagier. Bernhard Nose. Der Held des Tages. 8 Uhr Theater an der Spree. Der Aktienbudiker. und populärsten Pantomime: Die Residenz- Theater lustigen Heidelberger. Direttion: Richard Alexander. 8 Uhr Metropol. Das muß man feh'n. Haben Sie nichts zu verzollen? Dipollo. Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Geteilte Liebe. Antiduellanten. Bunter Teil. Casino. Die wilde Jagd. Sebr. Herrnfeld. Madame BigWag. Es lebe das Nachtleben. Passage. Lona Nansen. Spezialitäten. Wintergarten. Anne Dancrey. Annie Dirkens. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Brater. Logenbrüder. Carl Haverland. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Nachm. 4 Uhr: Von der Zugspike zum Wahmann. Eternwarte, Jnvalidenftr. 57/62. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Robert de Trivelin: Rich. Alexander. Sonnabend, den 5. Oktober: Ganz der Papa. Sonntag, 6. Oktober, nachm. 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Zentral- Theater. Abends 8 Uhr: Unsere blauen Jungens. Baudeville in 3 Atten. a pollo Ein Fest auf dem Neckar. Humoristische Bilder aus dem modernen Studentenleben bon August Siems, Großherzogl. hess. Hofballettmeister. Borher: Gala- Programm die für hier vollständig neuen Spezialitäten. Dienstag, den 1. Oktober 1907, präzise 7, Uhr: Große Vorstellung. Auf der Hallig! Diesj. gr. Ausstatt.- Pantom. in 4 Bildern. Im 1. Bilde: Mr. D. Bruce. Ridpath. Produktionen im Kanoe in 4 Mtr. Wassertiefe. Kentern und Aufrichten des Bootes. Sport- und Schwimm- Evolutionen. Ferner: Mons. Caroli, Fakirkünste. Herr W. Manns, Wunderelefanten. Herr BurkhardtFoottit, Schulreiter. Geschw. Pissinti. Reitkünstler. Les Bastiens, Akrobaten zu Pferde sowie das große Programm. Passage- Theater. Heute Première: CPOLLO Luisen- Theater Danny Theater 25 8 Uhr: Debüts der neuen Spezialitäten! Um 9, Uhr: Das Tagesgespräch Berlins: Sylvester Schäffer jr. der weltberühmte Universalkünstler. Reichenbergerstr. 34. Undine. Anfang 8 Uhr. Trianon- Theater. Fräulein Josette meine Frau. Anfang 8 Uhr. Gürtler der König der Bohéme und das kolossale Oktober- Programm. Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Köpenickerstraße 68. Nachmittags 3 Uhr: Der Goldonkel. Täglich 8 Uhr: Der Attienbudiker. Alt- Berliner Gesangspoffe v. D. Kalisch. In Originalkostümen und Defe rationen der fünfziger Jahre. G. Thielscher a. D. F. Massary ERNHARD ROSE THEATER B. Darmand a. D. E.Withney a.D Bender. Giampietro. Josephi. Anfang präzise 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonntag, den 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Dienstag, den 1. Oktober: WINE ARTEN Ruth St. Denis Neues Programm. und Sonntag, den 6. Oktober, und folgende Sonntage, nachmittags 3 Uhr: Populäre Konzerte von Johann Strauss aus Wien 00 ( 50 Mann Orchester). Preise: 0,50 M, 1 M., 1,50 M. Gr. Frankfurterstr. 132. Heute: Der Held des Tages. Von Kurt Matull. Anfang 8 Uhr. WochentagspreiseLortzing Theater Anfang 8 Uhr. Martha. Mittwoch: Undine. Donnerstag: Lustige Weiber. Freitag: Martha. Sonnabend: Die beiden Schüßen. W. Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16. Zertretenes Glück. Schauspiel in 5 Aften nach dem gleichnamigen Roman d.„ Berl. Morgenp.". Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren- und Vorzugskarten gültig! Sonnabend z. 1. Male: Die Schuld. Prater Theater = Kaftanien- Allee 7-9. Jm Abonnement! Die Logenbrüder. Schwank von Laufs und Kraaz. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Bühne und Welt. Theater Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. 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Hiermit sagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie dem Deutschen Metallarbeiter- Verband für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung Zentrum II: Albert a hnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. meines lieben Gatten, unseres guten 2. Wahlkreis, esten: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hoch- Baters unseren herzlichsten Dank. parterre. Süden und Südwesten: Hermann Werner, Gneisenaustr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Frib, Brinzenstr. 31, Hof rechts part. 4. Wahlkreis: Often: Robert engels, Nüdersdorferstr. 3, am Küstrinerplay. Wilhelm Mann, Petersburgerplaz 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufigerplaz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 3ucht, Immanuelfirchstr. 12( of). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. 1912 Marie Lisse nebst Kindern. Danksagung. Teilnahme bei der Beerdigung meines Für die vielen Beweise herzlicher Chamrol, sowie für die Stranzunvergeßlichen Mannes Johann spenden sage allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der 2. Abteilung der Berliner Straßenreinigung, dem Herrn WaldeckManasse für seine trostreichen Worte, fratischen Reichstagswahlkreises, sowie dem Gesangverein meinen innigsten Dant. 3556 Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann den Genoffen des 5. sozialdemo Raschte, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen: Trapp, Stettinerstr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Nudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Die trauernde Witwe nebst Kindern. Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Georg Feese, Berlinerstr. 46, Laden. Kranken- u. Begrähniskasse d. Vereins Unserem Bezirksführer Paul Kaersten nebst Frau zu seiner Vermählung die herz 3599b lichsten Glückwünsche. Die Genossen des 521. Bezirks. Allen werten Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegerund Großvater, der Schrauben dreher 1922 August Henkel nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet die trauernde Witwe Anguste Henkel geb. Elsner nebst Kindern. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2.Dftober, nachmittags 1, Uhr, vom Trauerhause Koppenstraße 17 hof) statt. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Dtto der deutschen Kutscher( E. H. No. 83) nad ebrichsfelde( 3entral- FriedSeitel, Kronprinzenstraße 50, I. Rummelsburg, Boxhagen: A. Rosenkranz, Alt- Borhagen 56. Grünau: Otto Schröder, Köpenickerstr. 1. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstraße 2, im Laden. Gustav Cunostraße 2. zu Berlin. Montag, den 4. November, im Ver fammlungslokale Große Frankfurterstraße 47: 297/7 Reichshallen Theater. Schöneberg Biljelm Bäst mlet, Martin Zutherstr. 51, im Laben. Ordentl. General- Versammlung Sozialdemokrat. Wahlverein Täglich: Stettiner Sanger. Britton als Aute im Familienbad Wannsee. Fröbels Allerlei- Theater Unf. Wochent. 8. Sonntags 7 Uhr. Schönhauser Allee 148/149. Heute Dienstag, den 1. Oftober 1907: Die Mönche oder Die Musketiere im Nonnenkloster. Lustspiel in 3 Aufz. von M. Tenelli. Stasseneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Theater des Zentrum. Sophien Säle, Sophienstraße 17/18. Bis früh um Fünfe v. Stren u. Lippschüß, Musit v. P. Linde. Sujang 8 Uhr. Kleine Preise. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Das vollst. neue Oftober- Programm. Nur Attraffionen 1. Ranges. Die wilde Jagd. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. A Direktion: Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Gastspiel der Berliner Volksbühne: NEine Hochzeitsnacht. SS Bolkstümliche Preise. Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Sonnt. Beg. 5, wochent. 8 Uhr. 3 uggenhagen, Moritzplatz. Inh. Albert Böhme. Täglich: Die 7 Schwaben moderne Volks- Sänger. quitibiel in Ludwig Fulda. Martin Bendix 4 Akten v. Sonntag nachm. 4 Uhr: Nick Carter. Palast- Theater. Burgstraße 24. Heute 8 des Uhr: als Sherlock Holmes aus Treuenbrietzen. im unteren } Saal täglich: Militär- Konzert Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Sanatorium Premiere Bilz Oktober- Spielplans. 12 Nummern 12 Entree 20 Pfennige. Valhalla W Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Das Sensations- Programm arabische Springer 16 Edi Blum, 16 der beliebte Komiker. Anfang 8 Uhr. Tunnel: Konzert f. Theaterbef. frei. Dresden- Radebeul ,, Schloss Lössnitz", Herrl. milde Lage. Sächs. Nizza Prospekto Obst-, Trauben- u. Herbstkuren frei. Günstige Hellerfolge. 3 Aerzte. Direktor Alfred Bilz. Chefarzt Dr. Aschke. Internat. Besuch. Goldne Lebensregeln Künstl. ausgest. 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Tell- und Volksausgabe, 60 Pfg. Gegen Einsendung von Mk. 2.10, bezw. 65 Pfg. für das Inland, Mk. 2.20 bezw. 70 Pfg. für das Ausland, werden die Broschüren portofrei vom Verfasser Kaufmann Michael Proestler in Würzburg ver sandt, wenn in Buchhandlungen nicht erhältlich. Man verlange ebendaselbst Flugschriften und Prospekte. Bekanntmachung. Auf unsere Veranlassung veranstaltet das„ Theater an der Spree", Köpenickerstraße 68, am nächsten Sonntagnachmittag eine Sonder- Vorstellung der Alt- Berliner Posse„ Der Aktienbudiker". Wir haben hierfür sämtliche Plätze gekauft und verkaufen sie zu folgenden Preisen: Jeder Platz im Parkett, I. Rang und Logen. 1,00 Mark. II. Rang 0,50 Wir bitten die Mitglieder der begüterten Kreise ausdrücklich, hiervon keinen Gebrauch zu machen. Andere Vereine, Fabriken, Geschäfte usw., die eine größere Anzahl Billetts benötigen, wollen sich direkt mit uns in Verbindung setzen. Der Vorstand der Lessing- Gesellschaft für Kunst u. Wissenschaft Eingetragener Verein. Billettverkauf in unserem Bureau: West- Buchhandlung Kantorowicz. Potsdamerslr. 135, allen Warenhäusern Wertheim und an der Theaterkasse, Köpenickerstr. 68. 74/ 20* Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonstr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerderstr. 8. Johannisthal: Franz Hünold, Bismarckstr. 7. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Anfang Punkt 8%, Uhr. Tages- Ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Entlastung des Borstandes und des Ausschusses. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Ludenwalder 3. Erledigung von Beschwerden über straße 4b. Köpenick: Friedrich Woid, Rickerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende: H. Bernsee, Schloßstr. 119, Hof I, in Steglitz. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellbase, Ahornstr. 15 a. Mariendorf: Paul Müller, Bergstr. 35, Hof I. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: Nob. Gramen z, Kiefholzstraße 412, Laden. parterre. den Borstand. 4. Regelung der Entschädigung für den Vorstand und den Ausschuß. 5. Wahl des gesamten 6. Erhöhung der Beiträge auf Antrag und des Ausschusses. Vorstandes des Ausschusses. 7. Geschäftliches und Fragen. Der Vorstand. J. A.: Gust. Alisch. für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Stralauer Viertel). ( Bezirk 336.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schrauben dreher August Henkel gestorben ist. 263/9 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Neu- Weißensee: Rurfuhrmann, Sebant. 105, banholz: Dr. Simmel mittags 1, Uhr, bom rauerReinickendorf Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: Tegel, Spezial- Arzt P. Gursch, Provinzstraße- Ede Grünerweg( Eingang Grünerweg). Waidmannslust, Borsigwalde, Wittenau Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul sienast, für Haut- und Harnleiden. Borsigwalde, Näuschstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: G. Frein albt, Mühlenstr. 73. Bernau- Röntgental: Heinrich Brose, Sobeſteinſtr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Teltow: Wilhelm e Bler, Hohersteinweg 7. Alfons Graz, Eichwalde, Kronprinzenſtr. 82, I. Nowawes: Wilhelm Jappe, Priesterstr. 46. Spandau: öppen, Jagowstr. 9. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte BF Bitte ausschneiden. verwechseln Sie meinen Mode- Salon nicht mit Waren Kredithäusern!! Sie können lachen denn schon mit 1 Mark wöchentl. Teilzahlung erhalt. Sie bei mir elegante fertige Herren- Garderobe Woa unter Garantie für tadellosen schicken Sitz Massanfertigung. 3917 Feinste Verarbeitung. Werkstatt im Hause. Hauptgeschäft: Rosenthalerstr.40-41 J.Kurzberg, Hackeschen Markt Am II. Geschäft: A. d. Jannowitzbrücke 1,1. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. 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Dr. med. Schaper, at, Spezialarzt für Haut-, Harnleiden, Frauenkrankheiten. Blumen- und Kranzbinderei vou Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. hause Koppenstr. 17 aus nach dem Bentral Friedhofe in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Buchdruder Julius Michulski wohnhaft Reichenbergerstr. 166, Bezirk 88/171 II gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. 263/8 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 28. September verstarb unser Mitglieb, der Möbelpolierer Richard Schwahn Dberbergerstr. 14. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am ygienische Mittwoch, den 2. Oktober, nach Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. 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F.Kalman, Kürschner Verein Berliner Hausdiener Jetzt Kommandantenstraße 15 I. nur: ( gegenüber Beuthstraße). Verkauf auch Sonntags. Wochentags bis 9 Uhr abends. Tel. I. 3917. Man tauft fämtl. Bettartikel, namentlich Oderbrucher Bettfedern, überaus vorteilhaft im großen, 1894 im Dderbruch gegründeten BettfedernSpezialgeschäft von Otto Krohn ( feit 1905), Brunnenstr. 171, gegenüber Janborf( Zel. IIIa 4221), woselbst auch in eigen. Bettfedern- Reinigung m.elektr.Betrieb durch zwei erprobte Spezialmaschinen alte, zusammengefumpte Betten rabilal aufgearbeitet werden, so daß fie nach ber Reinigung wieber leicht und voll find. Mitgliedschaft I des Deutschen TransportarbeiterVerbandes. Nachruf. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Oskar Habermann verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am Montag auf dem Dorotheenstädtischen Kirch hof in Reinickendorf statt. 75/15 Die Ortsverwaltung I. Danksagung. Prachtsäle des Ostens. 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Redakteur des" Freien Arbeiter" Destreich wegen Hochverrats Gestern früh ist auf Anordnung des Oberreichsanwalts der verhaftet worden. Auflagen wegen Hochverrat scheinen jezt in Mode fommen zu sollen. Bei der am Sonntag auf der Havel herrschenden frischen Brise In die Kaminräder einer Falzmaschine geraten ist am Sonnabend um 5 Uhr eine 15jährige Arbeiterin, die in der Buchbinderei von Frydrychowicz, Grünstraße 3-4, beschäftigt war. Dem jungen Mädchen wurde der Zeigefinger der rechten Hand zermalmt, im Krankenhause Bethanien mußte der Finger abgenommen werden. Wie wir hören, fehlte die Schußvorrichtung, als das Unglüd passiert war, wurde sie angebracht. Der Chef soll dann noch geschimpft haben, daß ihm durch den Vorfall Kosten entstehen. Zwei folgenschwere Unglücksfälle sind am Sonntag durch vorzeitiges Aufspringen resp. Verlassen in der Fahrt befindlicher Straßenbahnwagen verursacht worden. Der in der Choriner Straße 38 wohnende Künstler Johannes Balerius versuchte in der Schönhauser Allee vor dem Hause Nr. 84 den ersten Anhängewagen eines Straßenbahnzuges der Linie 57 zu befteigen, glitt von dem Trittbrett ab und fiel so unglücklich zu Boden, deß er mit dem rechten Bein unter den Schußrahmen des zweiten Anhängewagens geriet. Dem Unglücklichen wurde das Fleisch von dem Oberschenkel bis auf die Knochen losgerissen und auch der Schenkelknochen beschädigt. Er wurde zunächst nach der Unfallstation II in der SchönHauser Allee gebracht und von dort nach dem Lazarus- Krankenhause übergeführt, wo ihm das Bein abgenommen werden mußte. Beim Absteigen von einem in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 35 vor dem Hause Schwedenstr. 12 stürzte ein 35jähriger unbekannter Mann, dessen Personalien auch bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnten, so unglücklich, daß er eine schwere Gehirnerschütterung, innere Verlegungen und einen Bruch des linken Oberschenkels erlitt. Er wurde nach der königlichen Klinik in der Biegelstraße übergeführt. Durch Einatmen von Leuchtgas suchte sich gestern der beschäftigungslose Arbeiter Karl Bormann aus Zoppot das Leben zu Albrechtstraße nach der Prinz Eugenstraße 24 gezogen war, öffnete nehmen. Der 33jährige Mann, der erst am Sonnabend von der in der Nacht den Kortverschluß einer durch sein Schlafzimmer führenden Gasleitung. Durch den intensiven Gasgeruch, der sich selbst auf den Treppen bemerkbar machte, wurden Hausbewohner aufmerksam gemacht, die den Wirt benachrichtigten. Dieser ließ, als ihm auf Klopfen nicht geöffnet wurde, die Tür der Bormannschen Wohnung erbrechen, und nun wurde der Arbeiter besinnungslos aufgefunden. Man brachte den Lebensmüden nach der Unfallstation VI in der Lindower Straße, wo es den ärztlichen Bemühungen gelang, ihn wieder in das Leben zurückzurufen. Dann wurde der Schwerkranke nach dem Virchow- Krankenhaufe übergeführt. Aus einer an den Vater des B., einen Rentier, adressierten Starte war zu entnehmen, daß der Mann wegen Arbeitslosigkeit den Selbstmordversuch unternommen hatte. Die durchschnittliche Körpergröße und das Gewicht der Berliner fenterte bei Papenberge ein Segelboot mit drei Insassen. Während Volksschulkinder sind in einer vergleichenden Tabelle festgehalten, es unter großer Anstrengung gelang, einen älteren Herrn und einen die wir in dem soeben erschienenen Taschenbuch für die Schulärzte Knaben zu retten, ertrant ein etwa zwanzigjähriger junger Mana finden. Die Schulkinder der Reichshauptstadt schneiden im Vergleich und konnte trob eifrigen Suchens nicht geborgen werden. zu anderen Städten gar nicht so übel ab. Wenn ein Berliner Eine große Menschenansammlung gab es gestern mittag an der beschütze im Durchschnitt 113,6 Zentimeter groß und 20,1 Kilo Dranienbrüde. Dort war ein anscheinend den besseren Ständen ans gramm schwer ist, so hat es sein Altersgenosse in Halle nur auf gehörender Mann, nachdem er sich seiner Oberkleider entledigt hatte, 110 Zentimeter und 19 Kilogramm gebracht. Aus Kiel und Lübeck, in den Landwehrkanal gesprungen. Sofort wurden Rettungsversuche aus Freiberg und Posen fehlen die Gewichtsangaben, aber die unternommen, die auch von Erfolg gefrönt waren. Noch lebend Der Stadtfreifinn macht alles". entsprechenden Zahlen für die Größen find 109,3, 111,7, 108,6 und wurde der Lebensmide aus dem Wasser geholt und in einer Droschke Unentwegt fährt die Freisinnige Zeitung" fort, für die 106,9 Bentimeter. Selbst die sechsjährigen Kinder in den Dorf nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. Agitation zu den Stadtverordnetenwahlen sich jener schulen Hinterpommerns stehen mit 112,4 Zentimeter durchschnittKampfesweise zu bedienen, in der sie seit langent unerreicht dasteht licher Körperlänge hinter den Berliner Altersgenossen zurück. Auch und durch die sie sich ihren üblen Ruf geschaffen hat. Sie sucht Breslau kann sich mit Berlin nicht messen, da hier die Kinder nur jetzt ihren Lesern vorzuschwaßen, dem" Vorwärts" sei es recht 106 Zentimeter groß und 18,7 Kilogramm durchschnittlich schwer unangenehm", daß sie( die Freis. 8tg.") aufgedeckt" habe, wie sind. Diese Verhältnisse bleiben im wesentlichen durch alle Altersdie Sozialdemokratie weiter nichts tun könne, als sich stufen dieselben, und nur in den beiden letzten Schuljahren, bei den liberale Reformborschläge anzueignen". Unangenehm? 13- und 14jährigen Voltsschülern tritt eine Verschiebung zu unAch nein! Uns ist es allezeit überaus angenehm gewesen, daß das gunsten Berlins ein. Da zeigen sich z. B. die Schultnaben in verlegen- berlogene Freisinnsblatt nicht davon lassen mag, mit interpommern mit einer durchschnittlichen Größe von 148,6 Bentidiesem Vorwurf" krebsen zu gehen. Wir können uns nur darüber meter den Berliner Altersgenossen um 2 Zentimeter überlegen. freuen, wenn liberale Wähler so durch ihre eigenen Preßorgane Alle diese bisher angeführten Zahlen gelten aber nur für die zum Nachdenken angeregt und förmlich darauf gestoßen werden, Volksschulen. Es besteht nämlich ein wesentlicher Unterschied daß in der Stadtverordnetenversammlung Berlins der Liberalismus zwischen Körperform und Gewicht eines Volksschülers und eines erst durch die Sozialdemokratie dazu gedrängt Böglings der höheren Lehranstalten, und zwar zu ungunsten der worden ist, sich wieder mal der alten liberalen Forderungen" zu Volksschüler. In Berlin befinden sich die Kinder der weniger beerinnern und endlich die eine oder die andere zu erfüllen. güterten Klassen hierin in einem ganz erheblichen Nachteil. Während Die Freis. 8tg." stellt sich dumm und tut so, wie wenn sie ein 12jähriger Gymnasiast im Durchschnitt 145,4 Zentimeter groß ist aus dem Vorwärts" die Behauptung herausgelesen hätte, daß in und 37,1 Kilogramm wiegt, hat es der gleichaltrige Volksschüler unserer Gemeindeverwaltung überhaupt noch keine Reformen nur auf 139,7 Zentimeter und 32,9 Kilogramm gebracht, und ähnzustande gekommen seien. Mit Verlaub: wenn dieser Unsinn liche Distanzen lassen alle Altersklassen erkennen. Die Ursachen jemals von uns behauptet worden wäre, dann könnten wir es den für diese Erscheinungen werden in dem Vorwort zu den Tabellen Breßorganen des Stadtfreisinns wirklich nicht verübeln, daß sie von Dr. Samosch( Breslau) damit erklärt, daß die sozialen Verschwäßen, man brauche die Sozialdemokratie nicht im Stadt- hältnisse für das Wachstum der Kinder von großer Bedeutung sind. parlament. Wir haben aber oft genug hingewiesen auf die Fort= schritte zum Besseren, die in der Gemeindeverwaltung Die Berliner politische Polizei will wieder einmal ihre DaseinsBerlins allmählich doch gemacht worden sind, nachdem der Anstoß berechtigung beweisen. Sie hat den österreichischen Staatsangehörigen dazu immer wieder" bon links", d. h. von der Sozialdemokratie, Schriftsteller Rudolf Großmann, der dieser Tage nach Berlin fam, gekommen war. Diese Reformanfänge, die Berlin dem Mahnen um mit seinem Verleger zu verhandeln, als" lästigen" Ausländer und Drängen der sozialdemokratischen Stadt- den Ausweisungsbefehl zugestellt. Großmann hat sich nichts zu verordnetenfraktion zu danken hat, sind ja auch für schulden kommen lassen, er ist aber Anarchist und das genügt der die Kommunalwähler dritter Abteilung Grund geworden, fich Bolizei, ihn schnell wieder abzuschieben. immer mehr der Sozialdemokratie zuzuwenden, damit ihr Einfluß auf die Gemeindeverwaltung immer weiter gesteigert werde. Die Freis. 3tg." möchte allerdings möglichst die Legende aufrecht erhalten, daß der Stadtfreisinn alles macht"( wie ein geflügeltes Wort sagt), und zwar alles aus eigenem Antrieb macht. Auch in dem Kampf gegen das Straßenbahn- Der plöbliche Tod einer Näherin in der Stralsunder Straße monopol wären wir noch um feinen Schritt weitergekommen, läßt es zweifelhaft erscheinen, ob hierbei ein Mord oder ein Selbst wenn nicht Sozialdemokraten in der Stadtverordnetenversammlung mord vorliegt. Sonntagnachmittag meldete der am 28. Dezember fäßen. Das Flugblatt zu den bevorstehenden Kommunalwahlen, 1868 zu Berlin geborene Bügler Alfred Hensel dem 89. Polizeidas von unseren Genossen im zweiten Reichstagswahlkreis ver- revier, daß sich seine Braut, die ledige Näherin Frida Meding, breitet worden ist und über das die Freis. 3tg." sich so sehr erbost geboren am 3. April 1880 zu Schloppe, bei der Hensel seit dem hat, erinnert mit Recht daran, daß im Rathaus die Forderung 1. September d. J. unangemeldet wohnte, in ihrer im ersten Stock der Sozialdemokraten, die Stadt folle selber des Quergebäudes Stralsunder Straße 21 belegenen Wohnung um Straßenbahnen bauen und betreiben, lange bei der 5% Uhr nachmittags erhängt habe. Hensel will im Bett gelegen freifinnigen Mehrheit auf zähen Widerstand stieß, der erst in und geschlafen haben, plöglich aber von einem dumpfen Fall erneuester Beit endlich aufgegeben worden ist. Und ebenso mit Recht wacht sein. Er sei gleich aufgesprungen und habe die nach seiner sagt das Flugblatt:" Es sei uns die Frage gestattet, ob die Ver- Angabe an Ohnmachten leidende und wie er annahm wieder fammlung es gewagt hätte, gegen den Stachel zu löken, wenn ihr ohnmächtig gewordene Meding auf der Schwelle zum Rebenzimmer mittag die Feuerwehr nach der Köslinerstr. 10 gerufen. Das EckWegen eines großen Dachstuhlbrandes wurde am Montagnachnicht die Sozialdemokratie den Rüden gestärkt hätte." liegen sehen, sie gleich mit Wasser begossen und auf ihr Bett ge- haus an der Wiesenstraße gegenüber dem Humboldthain stand in tragen. Darauf habe er den Arzt Dr. Weinstock gerufen, der aber großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten an dem Inhalt der nur noch den Tod habe feststellen können. Eine fest um den Hals Bodenberschläge, besonders an dem Hausrat der Mieter und an dem der Meding gezogene Schnur, die er aber leicht abnehmen konnte, Gebält reiche Nahrung gefunden. Der 16. Bug mußte mit drei will pensel erst bemerkt haben, als er das Mädchen aufs Bett Schlauchleitungen längere Zeit träftig Wasser geben, um eine weitere gelegt hatte. In Gegenwart des Dirigenten der Kriminalabteilung Ausdehnung des Brandes zu verhitten. Der Schaden ist erheblich; Oberregierungsrats Soppe wurde die Leiche durch den Gerichts- die Entstehung konnte noch nicht aufgeklärt werden. arzt Dr. Fräntel untersucht. Nach dem Befunde liegt die Möglich-. teit der Erdrosselung durch fremde Hand, aber auch die Wahrschein- Auf der Hallig betitelt sich die Pantomime, die Zirkus Busch lichkeit des Selbstmordes vor. Genaueres kann erst die Obduktion in diesem Jahre bringt. Der Verfasser, Herr Burkhardt- Foottit des Leichnams ergeben. Spuren eines Kampfes vor dem Tode will uns nach der nordischen Inselgruppe der Halligen führen und waren nicht zu finden, andererseits war auch nicht zu sehen, auf uns das armselige, mühevolle Beben der Bewohner veranschaulichen. welche Weise das Mädchen den Selbstmord begangen oder wo und Ihr Leben ist ein ständiger Kampf mit dem nassen Element, dem wie sie die Schnur befestigt hatte und wie das Zubodenfallen des sie ja ihre Nahrung abringen müssen. Natürlich spielt eine LiebesKörpers hatte veranlaßt werden fönnen. Die Leiche ist zunächst in geschichte die Hauptfache. Eine Fischerstochter besteigt während der Wohnung belassen worden, die polizeilich bewacht wird. Hensel eines Sturmes den Kahn, um ihrem Geliebten, der draußen auf ist vorläufig in Haft genommen. hoher See ist, Hülfe zu bringen. Das Univetter läßt das Boot fentern und sie wird ein Opfer des rasenden Meeres. Eine Taucherin den Garnisonkirchen Berlins vollzogen werden, erhalten gewöhn- von allerlei Ungetier; fie findet das Mädchen, bringt es an die Nicht standesgemäß? Die Konfirmationsfeiern, die expedition steigt hinab in die graufige Tiefe, in der es wimmelt lich dadurch eine besondere Weihe, daß man bei solchen Gelegen- Oberfläche, wo es wieder ins Leben zurückgerufen wird. Natürlich heiten unter den Konfirmanden auch etliche hoffnungsvolle Junker ist letteres nirgends anders als in einer Zirkuspantomime möglich. bestaunen kann. Am letzten Sonntag gab es in der Alten Gar- Die Ausstattung war diesmal weniger auf möglichst glänzende nisonkirche( Neue Friedrichstraße) eine Konfirmationsfeier. Brachtentfaltung der Kostüme gelegt als auf das Dekorative. Die an der sogar ein volles Dubend Junkersprößlinge Manege war in das Meer" verwandelt und in einem Falle schien beteiligt waren. Außer ihnen sollte nur ein einziger uns der„ Kampf" mit dem„ tosenden" Element mehr eine gemütliche Bürgerlicher mit eingesegnet werden, ein Unglückskind, dem Spielerei zu sein, allein der Schlußakt versöhnte uns wieder. die Rolle des Dreizehnten zugefallen war. Dieser Dreizehnte war Möven, Wassernigen, alles was dazu gehört, ist vertreten Walter Ahleit, ein Sohn des Kastellans Ahleit, der und glänzende Beleuchtungskunst tut ein übriges. bei der Oberstaatsanwaltschaft beschäftigt ist. Die Feier begann, und ein Militärpfarrer hielt vor den andächtig lauschenden Kon firmanden und ihren Angehörigen die Predigt. Wovon, sprach er? fannt. Er muß aber von einer ganz besonderen Art gewesen sein; Der Text, den er seiner Predigt zugrunde legte, ist uns nicht bedenn der Herr Pfarrer exemplifizierte beständig auf die zwölf Junkerchen. Nur auf die zwölf, nicht auch auf den dreizehnten, der ja tein Junterchen war! Als es dann ans Ginsegnen ging, traten die zwölf" Edelſten" in Paaren vor, ein Paar nach den anderen, und kriegten ihren Segen. Der Dreizehnte aber. Der Vorstand. der Sohn des Kastellans, blieb übrig und kein Mensch beachtete ihn. Seine Angehörigen waren erstaunt und bestürzt. Hatte der Vater, der doch Soldat gewesen war, fein Anrecht darauf, seinen Jungen in der Garnisonkirche eingesegnet zu sehen? Hatte der Junge irgend etwas verbrochen, was ihn unwürdig erscheinen ließ, mit den anderen zusammen den Segen zu empfangen? Nach Schluß der Feier trat Herr Ahleit an den Pfarrer heran und fragte, warum man ihm seinen Jungen nicht mit eingesegnet habe, wie es doch in Aussicht gestellt gewesen sei. Der Pfarrer soll ihm geantwortet haben, auf Anordnung einer höheren Instanz habe er den Jungen nicht mit einfegnen dürfen. Während mun der Vater noch mit dem Pfarrer debattierte, verließ Walter die Stirche, lief nach Hause, ließ sich vom Dienstmädchen 3 M. geben und Sonntag in der Mittagstunde. Noch in den Nachmittagsstunden des Montags war er nicht wieder nach Haus zurückgekehrt. Was aus ihm geworden ist, ist bis jetzt nicht bekannt, bekannt ist nur, daß er sich die ihm gewordene Zurückseßung sehr zu Herzen genommen hat. Um diese Tatsache drückt sich die Freis. 8tg." herum. Statt deffen schildert sie die Vorgänge bei Verlängerung des Straßenbahn bertrages so, daß ihre Lefer geradezu glauben müssen, die Sozial demokraten im Rathaus seien eigentlich eine Schustruppe der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft. Bielleicht wird das Lügenblatt des Kommunalfreisinns in feiner unverwüftlichen Dreistigkeit nächstens erzählen, nur den Sozialdemokraten habe die Große" es zu verdanken, daß der Stadtfreifinn dem Straßenbahnmonopol nicht längst ein Ende bereitet habe. Partei- Angelegenheiten. Wilmersdorf. Heute abend 8%, Uhr findet im Luisenpark" die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht vom Parteitag in Essen. Berichterstatter: Genosse Siedow- Ketschendorf. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten. Barteigenossen! Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht es allen zur Pflicht, vollzählig zu erscheinen. Diese Versammlung darf feinen solch schlechten Besuch aufweisen, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Gäste, auch Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Steglit. Mittwoch, 8½ Uhr: Versammlung des Wahlvereins im Restaurant Schellhase. 1. Der Effener Parteitag. Referent: H. Schulz. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom III. Quartal. 4. Beratung des Verbandsstatuts. 5. Berschiedenes. Genoffen! Das Versammlungsleben muß wieder seinen Anfang nehmen. Wir erwarten regen Besuch. Treptow- Baumschulenweg. Heute, Dienstag 8 Uhr, finden neun öffentliche Bersammlungen statt. Fortsetzung der Tagesordnung der Versammlungen vom Montag. Die Vers fammlungen finden in folgenden Lokalen statt. In Baumschulenweg bei Schäfer, Christ, Krause, Käding, Kubisch, in Treptow bei Wernide( Rennbahn), Schmidt, Mohlau und Schröder. Wildau- Hohenlehme. Den Parteigenoffen oben genannter Orte zur Kenntnis, daß am Mittwoch, den 2. Oktober, pünktlich 8 Uhr im bekannten Lokale der Bahlabend stattfindet. Zahlreiches Erscheinen der Parteigenossen ist dringend nötig. Der Bezirksführer. Nordend. Mittwoch, den 2. Oktober, abends 8 Uhr, findet im Lokale des Genossen Schüßler die Versammlung des Wahlvereins statt. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist notwendig. Der Vorstand. Wilhelmsruh. Am heutigen Dienstag, abends 8%, Uhr: Mit gliederversammlung des Wahlvereins bei Barth. Tagesordnung: 1. Bericht vom Internationalen Kongreß. Referent: Genoffe Freiwaldt. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Verschiedenes. Die Parteitagslisten sind am Dienstag abzurechnen. Potsdam. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Mittwoch, den 2. Oftober, abends 82 Uhr, bei Ladenthin, Kaiser Wilhelmstr. 38, statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag in Essen, Neuwahl des gesamten Vorstandes, Vereinsangelegenheit und Verschiedenes. Bei dieser wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Genossen, zu erscheinen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. - verschwand. Das war am " Im Zirkus Schumann fand am Sonnabend die Erstaufführung einer neuen Pantomime statt. Das Stüd nennt sich„ Ein Fest brei Abteilungen von August Siems, inszeniert vom Direktor auf dem Neckar", humoristische Bilder aus dem modernen Studentenleben, mit plastischen Darstellungen auf dem Wasser, in Albert Schumann und ist als Fortseßung der bekannten Panto mime Die lustigen Heidelberger" gedacht. Spekulation mit Frauenfleisch und Trikot; natürlich fehlt das Diese neue Burleske hält sich ziemlich frei von der üblichen Ballet nicht, aber der hübsche Tanz der Schwäbinnen im ersten Aft wirbelnden und rödefliegenden Ballettfarcen mißbraucht worden. ist erfreulicherweise nicht zu einer jener abgeschmackten rödes wirbelnden und röckefliegenden Ballettfarcen mißbraucht worden. Trotzdem bietet die Szenerie ein äußerst belebtes Bild und die zahlreichen komischen Intermezzos, besonders während des plötzlich hereinbrechenden Blazregens im ersten Akt, werden dieser neuen Burleste sehr viel Beifall eintragen, wenn erst die Sache einmal, wie man in Schwaben ſagt, am Schnürchen geht". Das war sehr in Unordnung. Im zweiten Akte, der auf dem Neckar spielt, am Sonnabend noch nicht der Fall, da waren die Schnüre noch etwas und wo von der Höhe herab auf einem Echienengleise sechs Flöße mit allegorischen Gruppen Altertum, Byzanz, Mittelalter, Reeinen Schienendefelt. Glüdlicherweise ohne tragischen Ausgang, jeformation, 18. Jahrhundert, Neuzeit formation, 18. Jahrhundert, Neuzeit herabgleiten, gab es sogar doch mit einem ganz programmwidrigen Anfang. Das erste Floß blicb auf halber Höhe steden und als man es endlich glücklich wieder in Beins Banten, tippte nach vorne um und die ganze Gruppe, Pallas wegung gebracht hatte, kam das Fundament des Altertums erheblich Athene in weitem Bogen voraus( wie es sich für die Göttin der Wissenschaft ja auch gebührt), stürzte kopfüber in die Fluten des Nedar. Erfreulicherweise bestand der ganze Schaden in dem unfreiwilligen Sturzbad der Pallas Athene und ihrer Gefährten. Als beim zweiten Floß dasselbe Unheil drohte, wurde von verschiedenen Seiten aus dem Publikum der Ruf laut„ aufhören". Die Regieleitung ließ sich jedoch bei ihren Reparaturarbeiten nicht beirren und so tam alles schließlich doch noch zu einem guten, freilich auch sehr späten Ende. Bei einer Segelfahrt ertrunken ist am Sonntag der Student med. Felix Bott, der bei seinem Onkel, dem Arzt Dr. Raab, in Heiligensee sich besuchsweise aufhielt. Dr. R. ist Besizer eines Segelbootes und unternahm mit seinem 10jährigen Sohn und seinem Neffen gegen 3 Uhr nachmittags eine Ausfahrt auf die Havel. Der gleichmäßige gelinde Wind ließ an teine Gefahr denken. Plößlich erhob sich jedoch über dem Wasser ein ziemlich starker Wirbelwind, der die Segel erfaßte und das Boot umlegte. Zahl- Radrennen zu Spandau, 29. September. Leider sollte es in dem reiche in der Nähe befindliche Ruderer cilten sofort den VerWir machen nochmals auf den Lehrplan der Arbeiterunglückten zu Hülfe und es gelang auch Dr. Raab und dessen Sohn hochdotierten Großen Preis der Stadt Spandau", der in zwei Läufen Wir machen nochmals auf den Lehrplan der Arbeiter zu retten, während Bott, anscheinend von einem Schlaganfall be- über 40 und 60 Kilometer ausgefahren und von den Fahrern P. Guignard Bildungsschule in der heutigen Ausgabe des Vorwärts" auftroffen, sofort untergegangen war. Troß mehr als einstündigen N. Walthour, Salzmann, Vanderstuhft, John und Menus Bedell bes mertsant und empfehlen ihn der Beachtung der Parteigenossen. Suchens nach der Leiche gelang es nicht, diese aufzufinden ftritten wurde, zu einem beklagenswerten Sturz kommen, bei dem Arbeiter- Bildungsschule. " " 01% sein. Beim Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein in Wilmersdorf Einen bösen Reinfall erlebte der Bädermeister Franz Reinide, die Fahrer Walthout und Guignard, die Schrittmacher Hofmann die Versammlung nach Erledigung einiger geschäftlichen An- 1 Wilmersdorf. und Stiploschet mehr oder minder schwer verletzt wurden und ein gelegenheiten. Mitglied der Sanitätstolonne, allerdings durch eigene Schuld, zu Den Bericht vom Parteitage nahm eine weitere Wahl- beging sein zweites Stiftungsfest durch eine würdige Veranstaltung Tode kam. Der erste Lauf war glücklich beendet, als beim zweiten bereinsversammlung entgegen, die am 27. September tagte. Genosse eines Heine- Abends. Frau Lily Braun hielt die Festrede, in welcher in der 52. Runde der Guignardsche Motor durch Reifenschaden Tätigkeit des Effener Barteitages sei eine rubige, organisatorische ge- Leben gab. In reicher Abwechselung folgte nun Gefang- ReziMay Grunwald referierte. Er führte etwa folgendes aus: Die sie einen sehr interessanten Ueberblick über Heines Wirken und famt Schrittmacher und Fahrer zu Fall tamen. Der zu Hülfe wesen. Der Geschäftsbericht sei geeignet, hohe Befriedigung zu ertation- Klavierspiel. Die von Schumann und Schubert kompoherbeieilende Samariter rannte unglücklicherweise gerade wecken. Zeige er doch, daß der ungünstige Ausfall der letzten nierten bekannten Lieder Heines, von Fräulein Völferling in den nun folgenden Motor Walthours hinein, hinein, dadurch Reichstagswahlen nicht im geringsten imstande gewesen sei, die Entden Sturz des Schrittmachers Hofmann und Walthours veranlaffend. widelung unserer Partei zu hemmen. Die sehr befriedigenden Fort- gejungen, übten eine tiefe Wirkung auf die Zuhörer aus. Die ausDer unvorsichtige Samariter erlitt einen Schädelbruch und starb schritte unserer Organisationen im letzten Jahre legten Beugnis ab gezeichnete Rezitatoren Frau Johanna Meher bot eine nach wenigen Minuten; auch Walthour 30g fich eine Gehirn von der ungebrochenen Werbekraft des sozialistischen Gedankens und Fülle der schönsten Poesie Heines. Sie brachte in gleich hervorragender Weise die Liebesglut, die Gewalt der Empörung, den erschütterung zu, die seine Ueberführung nach dem Kranken- boten die Gewähr für eine rüftige, auf sicherer Basis ruhende Schmerz wie den satirischen Humor des Dichters zur Geltung. hause nötig machte. Stiploschet trug eine Quetschung des Bruft das Streben nach Bildung bemerkbar, und das Interesse, das flangvollen Grotian- Steinwey- Flügel wurde der so einheitlich geAller Orten mache sich Durch das vortreffliche Spiel des Herrn Leo Kerstenberg auf dent fastens und Hofmann eine Verlegung des Beines davon, während diesen Bestrebungen entgegengebracht werde, zeige, wie sehr staltete Abend zu voller künstlerischer Wirkung gebracht. So hat Guignard am glimpflichsten mit Abschürfungen aus dem Unfall her- die Partei die Wichtigkeit erkannt habe. Die Früchte auch diese Veranstaltung wieder gezeigt, daß es durchaus nicht borging. Das so schön begonnene Rennen wurde von den vier dieser Arbeit würden später zum Wohle der Partei ausschlagen. unverlegt gebliebenen Fahrern beendet; aber die Freude an dem Die Diskussion über den parlamentarischen Bericht zeitigte eine nötig ist den Arbeitern, wie noch vielfach üblich, die Koſt ſeichter Unterhaltung zu bieten, sondern daß die wahre große Kunst den sportlichen Schauspiel war gestört. Ginige Rennen für die Flieger gründliche Aussprache über die sogenannte„ Flintenrede" des Genossen tiefsten und nachhaltigsten Eindruck zurückläßt. bervollständigten das Programm. Noste. Es handle sich hierbei um eine prinzipielle Frage, die aktuell werden könne. Für die Sozialdemokratie sei nicht die Frage zu Lichtenberg. Sportpark Treptow. Das Stundenrennen" mit der stellen, Angriffs- oder Abwehrkrieg, sondern Krieg und Arbeiterilaffe! Teilnahme von Nat Butler, Demte und Przyrembel verfehlte nicht, Die Diskussion in Essen habe gezeigt, daß absolut teine Stimmung Frankfurter Chauffee, Ede Sagenstraße. Als die Wogen des Bäderder kleinen Bahn ein volles Haus zu bescheren. Leider war das vorhanden war, etwa den Standpunkt von Noste oder auch von Ergebnis kein einwandfreies und gab es Zwischenfälle mancherlei Bebel als Programını anzuerkennen. Es sei zu begrüßen, daß die streiks hoch gingen, wollte sich auch Herr Reinicke über den Stand Art. Sieger blieb Nat Butler mit 68,400 Kilometer vor Stuttgarter Resolution feinerlei Angriffe erfuhr. Deshalb fönne der Bewegung unterrichten, gebrauchte allerdings dazu ein Mittel, Brahrembel, 65,100 Kilometer; Demte nach dem 53. Kilometer auf- man mit dem Ausgange der Auseinandersetzung zufrieden das nicht alle Tage angewendet wird. Wohl wissend, daß der gegeben. Berichte bom Internationalen Kongreß Vorwärts" seine Leser über den Stand des Streits genau inDie Fliegerrennen" hatten wie stets ein starkes Feld an sei es nochmals zu prinzipiellen Auseinandersetzungen über formierte, wollte auch der Herr Bäckermeister seine Information den Start gebracht, doch vermochten die Matadoren nicht, fich die Kolonialfrage gekommen. Befremdend sei hierbei, daß die aus dem„ Vorwärts" schöpfen. Anstatt nun den einzig richtigen glänzend zu erweisen. Das Hauptfahren gewan Nabe vor entschiedenen Gegner der gegen ihren heftigen Widerstand in Weg zu gehen, sich ein Abonnement des Blattes zuzulegen, glaubte Hoffmann, Moretti und Pawke. Im Vorgabefahren siegte Stuttgart zustande gekommenen Resolution, so der Genosse David, er billiger dazu fommen zu können, indem er einem Abonnenten Birtholz( 70 Meter) vor Keil( 90), Errleben( 60) und Horch( 70), nicht auch in Essen mit derselben Energie ihren Standpunkt vertreten des Vorwärts" seine Zeitung stahl. Befagter Abonnent underte während die Malleute Rabe und Moretti unplaziert endeten. Im hätten. Erst durch das Eingreifen des Genossen Ledebour sei über sich, daß ihm drei Tage hintereinander sein Vorwärts" fehlte. Prämienfahren errang Schmittchen den ersten Preis vor haupt eine Diskussion in Fluß geraten. Man könne daraus nur Nachfrage bei der Botenfrau ergab, daß dieselbe die Zeitung immer Birkholz und Nicoleiszig. Birkholz und Steil kamen kurz vor dem schließen, daß diese Genossen zu anderer Ansicht gekommen seien. pünktlich abgegeben habe. Er legte sich nun auf die Lauer und Biel zu Fall und lief Birkholz über das Zielband. Jedenfalls habe der Parteitag durch einmütige Anerkennung des fonnte zu seinem Erstaunen feststellen, daß obiger Bädermeister, Radrennen in Steglitz. Der Besuch am Sonntag war durch die Stuttgarter Beschlusses zum Ausdruck gebracht, daß er eine Aenderung der Frühstück im Hause austrug, der Liebhaber seiner Zeitung gleichzeitigen Veranstaltungen in Spandau und Treptow etwas be in der Stellungnahme gegen die Kolonialpolitik nicht vorzunehmen war. Nachdem er demselben den Vorwärts" abgenommen und einträchtigt. Immerhin wohnten über 10000 Menschen dem gewillt ist. Wie bisher müsse die Partei strikte ablehnend der gegen ihm fühlbar mitgeteilt, daß man sich Informationen auf einem " Großen Preis von Europa" bei. Durch die Teilnahme wärtigen getvaltsamen Kolonialpolitik gegenüberstehen. Dadurch freieren Wege beschaffen kann, hielt er die Angelegenheit für ervon Dickentmann, Robl, Nyser, Schipfe und dem neuen Stern Ver- würde natürlich nicht berührt werden der Versuch, wie es schon ledigt. Dieser Vorfall sprach sich in der Nachbarschaft herum und bist versprach das 100 Stilometer- Rennen sehr interessant zu werden. bisher wie beim Militarismus, so auch bei der Kolonial- nun drohte der Herr Bädermeister dem Genossen Kindler, so heißt zu wirken. Eingeteilt in zwei Läufe über 40 und 60 Kilometer gelang es jedes- politik der Fall sei, verbessernd Bur Mai- der Abonnent des„ Vorwärts", ihn wegen Verleumdung, gerichtlich der Beschluß der mal dem Belgier Verbist, feine Gegner glänzend zu schlagen und feierfrage sei in Essen Stuttgarter zu belangen. Das ging dem Genossen Kindler denn doch über die in der Zeit von 1 Stunde 13 Minuten 01% Sefunden die Gesamt- Delegation bestätigt worden; Parteivorstand und General Hutschnur. Er übergab die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft. strecke hinter sich zu bringen. 2. Robl 93,370 Stilometer, 3. Schipke Unterstügungsfrage eine Regelung herbeizuführen. Die Diskuffion der Herr Bäckermeister, den Vorwärts" gestohlen zu haben, ja strecke hinter sich zu bringen. 2. Robl 93,370 Kilometer, 3. Schipke fommission seien beauftragt, bis zum nächsten Parteitag in der In der Verhandlung vor dem Schöffengericht in Lichtenberg leugnete 91,130 Kilometer, 4. Didentmann 90,580 Stilometer, 5. Ryser über den Bericht zeitigte eine ziemlich lebhafte Oppofition gegen den er leugnete, das Haus, in dem sich der Vorgang abspielte, überhaupt sogenannten Bremserlaß des Parteivorstandes. Die Stellung betreten zu haben; durch Zeugen mußte seinem schwachen Gedächtnis Im Bernhard Rose Theater muß die für Mittwoch, den 2. Ofnahme der Partei zur Alkoholfrage sei durch das großzügige, na- erst nachgeholfen werden. Er wurde zu einem Tag Gefängnis tober angesetzte Opernaufführung" Der Troubadour" ausfallen, mentlich auf die soziale Seite der Frage eingehende Referat des und Tragung der Kosten verurteilt. Bei einem Abonnement des statt dessen wird der Freischütz", romantische Oper von Carl Genossen Wurm sowie durch die vorgelegte und einstimmig an Vorwärts" wäre der Herr billiger fortgekommen. Maria von Weber in Szene gehen. genommene Resolution zum flaren Ausdruck gebracht worden. Das Das Berliner Aquarium hat eine Reihe neuer, feltener Tiere, Erfreuliche sei, daß auch die Arbeiterabſtinenten ihre Zustimmung zu der versammlung des Wahlvereins entgegen. Der Referent Genoffe die den Klassen der Weichtiere, Reptilien, Affen u. a. angehören das Verhalten der Geschäftskommission der Freien Vereinigung gegen- Paul Brühl gab in kurzen Zügen einen Ueberblick über die VerResolution erteilt hätten. Bur Lokalistenfrage nannte Redner zunächst und aus Mittel- und Südamerika, Indien und dem Mittelmeer über den Einigungsverhandlungen ein unwürdiges. Die Einigung sei handlungen und Beschlüffe des letzten Parteitages und kam zum gebiet stammen, erworben. Eine recht bemerkbare Lücke füllen einige foeben durch die Adriaftation Rovigno eingelieferte Erem eine Notwendigkeit. Obwohl in den Zentralverbänden vieles zu Schluß seiner Ausführungen zu dem Resultat, daß wenn auch der plare eines achtfäßigen Tintenpolypen aus, dessen Arme im tritifieren sei, berlange doch die kapitalistische Entwickelung gebieterisch lebte Barteitag teine neuen grundlegenden Beschlüsse gefaßt habe, Gegensatz zu denen des großen Kraken( Octopus) mit nur einer eine straffe zentralistische Organisation der Gewerkschaften, als die aus seinen Verhandlungen doch hervorgehe, daß von einem NiederReihe Saugnäpfe besetzt sind und dessen Fleisch wegen des an- einzige Form, die den Arbeitgeberorganisationen gegenüber den gerittenwerden nicht die Rede sein könne. Die Versammlung erhaftenden Mofchusgeruches nur von ärmeren Leuten gegessen wird. wirksamisten Widerstand zu leisten imstande sei. Die hierzu an- lärte sich einstimmig mit den auf dem Parteitage gefaßten WeIhre absonderlichen Bewegungen und andere biologische Eigen genommene Resolution sei nur zu billigen; jeder andere Beschluß schlüssen einverstanden. heiten machen die Tintenfische zu den, anziehendsten Lebewesen. tören.- Dit dem Gesamtresultat des Barteitages, schloß Hebner, wäre nur geeignet gewesen, die schwebenden Verhandlungen zu In Mittelamerika heimatet eine im hintersten Glashaus der Schlangengalerie rechterseits bei dem nur auf Haiti vorkommen- fönne man vollauf zufrieden sein; die Wirksamkeit des Parteitages Aus der Gemeindevertretung. An Stelle des Apothekers Roth, den riesigen Rhinozeros- Leguanen untergebrachte große Echse, der war eine fammelnde und klärende, darum werde sie von bleibendem welcher sein Amt niedergelegt hat, wurde für den Rest der Wahlperiode der Gemeindevorsteher Ungewitter zum Streistagsabgeordneten Stammleguan, der sich von seinem ebengenannten Familiengenossen Wert für die Partei sein. durch einen großen hängenden Sehlsad mit Stachelkamm, durch An der Distuffton beteiligten sich die Genoffen Stahlert, gewählt. Wit 20 gegen 2 Stimmen stimmte die Bertretung dem Als Waisenrat das Fehlen des Stirnhorns und der gewölbten Nasenplatten, Gollnick, Fritsch und Engbert. Vom Gen. Gollmick wurde dem Statut des Zweckverbandes für Groß- Berlin zu. durch die lebhaftere, im wesentlichen grün, blau und braun getönte Referenten der Vorwurf einseitiger Berichterstattung gemacht, was für den 2. Bezirk wurde Herr Lehrer Wahlfe gewählt. Die feitens Färbung des Schuppenkleides unterscheidet, meist auf Bäumen lebt Gen. Grunwald entschieden zurückwies. Im übrigen brachte die der Berliner Elektrizitäts- Gesellschaft gemachten Anerbietungen beund hier allerhand Pflanzenstoffe verzehrt. Diskussion lebhafte mehrmalige Auseinandersetzungen zwischen den treffs Benutzung der Transformatorsäulen wurden vorläufig abGenossen Gollmick, Fritsch und Grunwald zu den Fragen Militaris- gelehnt. Die Mittel für zwei neu einzustellende Beamte, Feuerwehrbericht. Am Sonntag abend kam während der Vor- mus, Kolonialpolitik und Lokalisten. Die ersteren entwickelten dem barunter einen Kalkulator, wurden nach kurzer Debatte stellung im orgingtheater Feuer aus, das von der an- Referenten entgegengesezte Ansichten, während dieser nochmals seinen genehmigt. Genosse Pinseler nahm alsdann Verwesenden Sicherheitswache auf seinen Herd beschränkt werden Standpunkt begründete. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Esanlaffung, an den Gemeindevorsteher in einer heiflen Angelegenheit fonnte. Jm Kellerschacht der Hinterbühne waren Lumpen und folgten geschäftliche Mitteilungen. Der Vorsigende forderte auf zu eine Frage zu richten. Die Kanalisationskommission hatte in den Papier in Brand geraten. Das Publikum blieb ruhig. In der reger Beteiligung zu dem am 12. Oktober in der Schloßbrauerei letzten Sizungen verschiedene Maßnahmen beraten, um die Rebuserstraße 1 tam nachmittags in einem Sinomatographen- stattfindenden„ Humoristischen Abend", zu welchem Billetts bei den Gemeinde bei Abnahme der Kanalisation vor Schaden zu bewahren. theater ein Brand zum Ausbruch, Filmsstreifen usw. Bezirksführern und in der Spedition zu haben sind. Ferner wies Die schon länger gehegte Befürchtung, daß der Unternehmer und hatten sich unter großer Qualmentwickelung entzündet. Zum Glück er auf die in den Speditionsräumen untergebrachte Vereins- seine Hintermänner von allen Maßnahmen der Kommission, deren ist bei der Flucht des Publikums niemand ernstlich verlegt worden. bibliothek hin, die den Genossen den ganzen Tag über zur Ver- Geheimhaltung den Mitgliedern empfohlen war, unterrichtet wurde, war Kräftig Wasser geben mußte die Feuerwehr bei einem Brande auf fügung steht. Gen. Küter schloß mit der anfeuernden Aufforderung, nach der letzten Sigung zur Gewißheit geworden. Der Gemeindevorsteher dem Hofe Linienstraße 121, wo Müll brannte. Nachts um 2 Uhr während der bevorstehenden Wahlbewegung sich Mann für Mann in fowie andere Vertreter geißelten diesen Vertrauensbruch ebenfalls. stand am Johlschen Weg auf dem Wollantschen Felde am Bahnhof den Dienst der Partei zu stellen." Es wurde in Aussicht gestellt, sämtliche Gemeindevertreter darüber Gesundbrunnen eine große Laube in Flammen. Vorher war in einer Badestube in der Thomasiusstraße 9 Feuer ausgekommen. Ein aufregender Borgang hat sich Sonntagnachmittag in der zu befragen, ob sie die Judiskretion begangen haben. Ob diese Ein Schaldeckenbrand mußte Chauffeestraße 80 gelöscht werden. Ein Ebersstraße zugetragen. In dem vierten Stockwerk des Hauses 31 Herren den Mut haben, offen Farbe zu bekennen, fann man nach anscheinend Geisteskranker alarmierte gestern die Wehr nach dem hatte sich das vierjährige Töchterchen der Baschitschen Eheleute ohne dem Borangegangenen bezweifeln. Es geht aber zur Evidenz hieraus Rottbuser Ufer 44. Ferner liefen noch Alarme aus der Rigaer Wissen der Mutter in das offene Fenster gelegt und auf die Straße hervor, mit was für Gegner diejenigen Vertreter zu kämpfen haben, Straße 74, Lothringer Straße 67, Dirdjenstraße 50, Bülow- hinabgefehen. Es beugte sich dabei zu weit vor und stürzte plöglich mit eisernem Besen müssen die nächsten Gemeindewahlen sowie straße 24, Wrangelstraße 113, Gubener Straße 87, Unter den in die Tiefe hinab. Wehrere Personen, die den Borfall beobachtet auch Schöffenwahlen solche„ Gemeindevertreter" hinweg fegen. Linden 47, Briber Straße 1, Straße 9 Nr. 3, Sidingenstraße 72, hatten, glaubten nichts anderes, als daß die Kleine mit zervom Ererzierplatz an der Schwedterstraße und anderen Stellen Schmetterten Gliedern unten liegen werbe. Das war zum Glüd ein. Fleisch, Hängeböden, Möbel, Bäume usw. brannten dorf. nicht der Fall. Das Kind wurde in einer in der zweiten Etage Turnverein Fichte". Auf die heute, 8% Uhr abends, statt. befindlichen Ballonmartiſe förmlich aufgefangen und blieb völlig der jüdische Friedhof heimgesucht. Die Täter haben an atvei Erb88,400 Kilometer. findende Gröffnung der 15. Männer- Abteilung in der Turnhalle Stottbuser Ufer 51 feien Freunde des Turnens besonders hin- Behlendorf. gewiesen. Die Aufnahme neuer Mitglieder findet in der TurnHalle statt. Auskunft über die in allen Stadtteilen befindlichen Abteilungen erfolgt durch die Geschäftsstelle des Vereins, Berlin O. 17., Koppenstraße 24. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Den Bericht über den Effener Parteitag nahm die MitgliederFriedrichsfelde. Weißenfee. Von Vandalen wurde in der vorgeftrigen Nacht wieder einmal begräbuissen Zerstörungen ausgeführt. Wertvolle Bronzeteile nahmen die Burschen mit. Es handelt sich bei diesen Frebeltaten, die sich in der legten Zeit wiederholt haben, anscheinend um Racheatte. Nieder- Schönhausen. Unhaltbare und schwere gesundheitliche Gefahren in sich bergende Zustände bestehen in der Art der Beseitigung der Abwässer am Ort. Wie in einigen größeren Orten des Kreises bestehen auch hier noch Gruben zur Ansammlung der Schmußwässer. Sind dieselben ge= Die lette Gemeindevertreterfibung hatte sich nochmals mit der füllt, so werden sie mittels Dampftraft betriebener Pumpe in in der letzten Sigung abgelehnten Nachforderung von 14 000 m. für Tonnenwagen entleert. Die Pumpe, Dampfmaschine und die die Amtsverwaltung zu beschäftigen. An Stelle der geforderten Tonnenwagen sind Eigentum der Gemeinde. Nun hat hier die 14 000 M. find nun nur noch 5000 m. beantragt; es ist jedoch eine Landhaus Wohnungsgesellschaft einen größeren Komplex an der weitere Nachforderung in der Höhe von 7-8000 M. in Aussicht Annoftraße gekauft und dieses Terrain mit zwölf Landhäusern be- gestellt. Der Bürgermeister Abraham machte die Gemeindevertreter baut, deren Wohnungen zum allergrößten Teil bewohnt sind. Jedes bezüglich ihres ablehnenden Standpunktes darauf aufmerksam, daß Mit den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen beschäftigte sich einzelne Haus ist mit einer der oben erwähnten Gruben versehen eine nochmalige Ablehnung eine Zwangsetatisierung durch den bie ordentliche Mitgliederversammlung des Wahlvereins am und schon bei normalen Zeiten muß mit besonderer Sorgfalt dar Landrat nach sich ziehen würde, die unbedingt bewilligt werden 24. September. Genosse Obst erstattete den Tätigkeitsbericht unserer auf geachtet werden, daß die Entleerung dieser Gruben rechtzeitig müßte. Ferner sei nicht anzunehmen, daß die gesamte NachfordeFraktion. Nebner besprach zunächst die Zusammensetzung des gegen beantragt wird. Die Kosten für die Abfuhr mit pro Tonne 3 M. rung eine laufende und dauernde Ausgabe sein werde. Nach langer wärtigen Stadtverordnetenfollegiums. Des weiterer: würdigte er hat der Grundbefizer in diesem Falle also die Landhaus- Woh Diskussion wurden die einstweilen geforderten 5000 M. bewilligt.fritisch die Haltung der einzelnen bürgerlichen Fraktionen, wobei nungsgesellschaft zu tragen. In letter Zeit ist nun zwischen der Beschlossen wurde die Eingemeindung des Gutsbezirks Niederer namentlich schonungslos mit dem voltsfeindlichen Verhalten der Gemeinde und der oben erwähnten Gesellschaft ein Streit darüber Schönhausen und der Kolonie Schönholz nach Möglichkeit zu för Hausbefizerfrattion ins Gericht ging, jener Partei, die ihre Stellung entstanden, ob eine bestimmte Summe, man spricht von 1100 M., andern. Da die Stadt Berlin in der Abwäfferfrage fich sehr ablehnend nahme unter Außerachtlassung der Interessen der Allgemeinheit Abfuhrgeldern bezahlt worden ist oder nicht. Die Gemeindeverwal- verhält, soll aufs neue berhandelt werden; es besteht die Meinung, Lediglich einrichte auf eine rigorose Vertretung des Geldsackprivilegs. tung erklärt, obige Summe nicht erhalten zu haben und stellt ein- daß Berlin in dieser Angelegenheit doch noch einen anderen Stand. Demgegenüber habe unsere Frattion stets mit Energie für die fach die Abfuhr ein. Anstatt sich auf andere Weise schadlos zu punft einnehmen werde.- Die Berliner Straßenbahn( Siemens Hebung der Lage der breiten Volksmassen einzutreten sich bestrebt. halten, greift sie zu einem Mittel, unter dem nicht unmittelbar der u. Halste) hat nun dem Gemeindevorstand mitgeteilt, daß sie ihren. Zum Teil sei die Arbeit unserer Genossen von Erfolg gekrönt Grundbesizer, sondern in erster Linie die Mieter zu leiden haben. Anspruch auf Eintritt in den zwischen der Gemeinde Nieder- Schönworden und die Pflicht der Wähler namentlich der Arbeiterklasse sei Die Schmutzivässer treten in das Erdgeschoß zurück und verbreiten Hausen und der Großen Berliner Straßenbahn geschlossenen Ver. es, bei den kommenden Wahlen burch machtvolles Eintreten für die im ganzen Hause einen peftilenzialischen Geruch, der durch das trag fallen laffe. Die Große Berliner Straßenbahngesellschaft wird Arbeiterkandidaten für eine möglichst große Stärkung unserer Fraktion augenblicklich warme Wetter nur noch unausstehlicher wird. Wenn nun sofort die Konzession für die neu einzurichtenden Linien berm zu wirken. Lediglich dadurch würde es gelingen, daß unsere Ver- man bedenkt, daß sich in jedem Erdgeschoß awei Wohnungen be- Berliner Polizeipräsidium nachsuchen; die Vorarbeiten werden so treter einen größeren Einfluß auf die Stadtverwaltung im Intereffe finden, die am allermeisten unter dieser Kalamität zu leiden haben, weit gefördert, daß nach erfolgter Genehmigung der Verkehr sofort der Arbeiterschaft erlangen. Der Bericht wurde in der Diskussion weil die Schmuzwässer die Wände durchziehen und in den Woh- aufgenommen werden kann. Es erübrigt sich nochmals, auf die noch durch die Genossen Stadtverordneten Küter, Däumig und nungen Nässe und Gestank verbreiten, so ist es erst recht unbegreif- minimalen Vergünstigungen hinzuweisen, die der Gemeinde durch Bäumler ergänzt. Es folgte dann auf Vorschlag des Vorstandes lich und leichtfertig, die Gesundheit der hier wohnenden Familien den Vertrag zu teil werden, da sie bereits an anderer Stelle bea die einstimmige Aufstellung der folgenden Kandidaten: Für den aufs Spiel zu sehen. Die Polizeiorgane, die sonst alles sehen, ber- tanntgegeben worden find. Bezüglich der Auszahlung des Kauf1. Bezist: die Genossen Magnan und Thielte; für den 2. Bez.: nehmen hier nichts von diesen standalösen Zuständen. Wo ist die preises für das Schulgrundstück in der Charlottenstraße wurde be. Gen. Obst; für den 5. Bez.: Gen. Moltenbuhr; für den 6. Bez.: Sanitätsfommission, die unseres Wissens nach noch immer besteht schlossen, daß für die Summe von 7880 M. Stundung bis zum Gen. Bäumler; für den 8. Bez.: Gen. Wolfram und Stüter; für und sich aus verschiedenen Herren der Gemeindebertretung zu 1. Oftober 1910 unter Zahlung von 4 Prog. Zinsen in Anspruch ge den 10. Bez.: Gen. Bernstein und Gabriel. Mit fernigen, an fammenfeßt? Es ist doch wahrlich die höchste Beit, diesen unhalt- nommen werden soll. Hierauf fand eine nichtöffentliche Sigung feuernden Ansprachen der Genossen Mollenbuhr und Stüter schloß baren Zustand zu beseitigen. statt. Nummelsburg. In der Mitgliederversammlung deS WahlveremS erstattete am Freitag Genosse John den Bericht vom Parteitage in Esten. Der Referent schilderte zunächst die Schwierigkeiten, mit der die Essener Parteigenosten zu kämpfen hatten betreffs Erlangung eines geeigneten Lokals. Ueber die Verhandlungen gab er einen nmfastenden Bericht, lvorin er sich im allgemeinen nnt dem Ergebnis derselben ein- verstanden erklärte. Nur betreffs der Wiesentbalschen Angelegenheit könne er den Genosten Bebel nicht verstehen. Man durste auf diesen Orgairisationszersplitterer keine Niicksicht nehmen, sondern muhte ihn ohne weiteres aus der Partei ausschliefen. In der Diskussion. die sich an den mit Beifall aufgenommenen Vortrag an- schloß, verurteilte Genoste Moser die von Genossen David, Bernstein usw. befürwortete Kolomalpolitik solvohl wie die NoSkesche Militäretatsrede und forderte zu radikalerem Vor- gehen auf. Genosse Frenzel konnte sich mit dem Referat WurmS über die Alkoholfrage nicht ganz einverstanden erklären und vertrat den Standpunkt der Abstinenten. Unter Bereinsangelegenheiten teilte Genoste Nollstadt mit, daß seit der letzten Versammlung 56 neue Mitglieder eingetreten wären, daß jedoch eine große Anzahl gestrichen werden mußte, eine Erscheinung, die zu einer regeren Agitation veranlassen sollte, um keinen Rückgang zu erleiden. Nach- dem die Anwesenden sich zu Ehren des verstorbenen Genossen Gustav Valley von den Plätzen erhoben hatten, erfolgte Schluß der mäßig besuchten Versammlung. NciuickcndorfWest. Das Thema:„Die christliche Kirche und das Ideal der christ- lichen Bruderliebe" behandelte am Donnerstag Genosse Adolf Stern in einer gut besuchten Volksversammlung bei Gördes. Redner wies zunächst nach, wie das alte griechische Testament durch mannigfache Abschreibung gefälscht und den ökonomischen Verhältnissen der ver- schiedencn Zeiten angepaßt worden sei. Das Fehlen der Buch- druckerkunst sei dieser FälschungSmethode förderlich gewesen. Auf diese Weise sei die heutige Bibel entstanden, die weniger in den höheren Lehranstalten als vielmehr in den Volksschulen als wich- tiges Lehrbuch in Anwendung komme. Der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag klang aus in der Aufforderung, für die sozialistische Bewegung zu agitieren, denn nur in dieser fände daS wahre Christentum seine Verkörperung. In der sich hieran an- schließenden Diskussion wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß dieser Vortrag bei der größten Mehrheit der Versammlung zu dem Entschluß führen möge, aus der Landeskirche auszutreten, um erstens einmal keine Kirchensteuer zu zahlen, und zweitens dem Bauen neuer Kirchen Einhalt zu tun. Besonders der- urteilt wurde es, daß der Staat der Kirche aus den allgemeinen Steuern Zuschüsse zahle. Der Referent bedauerte zum Schluß, daß der zu dieser Versammlung geladene Herr Pfarrer HerbrcchtSmcier es abgelehnt habe, zu erscheinen. Trotzdem ihm volle Redefreiheit zugesichert worden sei, halte er eine VolkSver- sammlung nicht für den Ort, wo man sachlich diskutieren könne. Die Meinung des Herrn Pfarrers erklärte indes der Referent als irrig; er wünschte, dem Herrn beweisen zu können, wie sachlich und ruhig Sozialdemokraten zu diskutieren pflegen. Mit einem Hoch auf die sozialistische Bewegung wurde die imposante Versammlung � schlössen. rauieaburg. Mit gebundenen Füßen in seinem Park in einem noch nicht 50 Zentimeter tiefen Teich tot aufgefunden wurde am Sonntag- abend der Rentier Rudolf Eilers, Schützenstr. 22. Die Lage der Leiche und ein am Schauplatze der Tat aufgefundener Pantoffel geben der Vermutung Raum, daß ein gräßliches Verbrechen vor- liegt. Die Leiche des Verstorbenen, der im 66. Lebensjahre stand, wurde von der Polizei beschlagnahmt. Nolvawes. Eine originelle Antwort hat die Regierung dem Gemeinde- vorstand in NowawcS auf den Antrag um Aenderung des OrtS- namenö übermittelt. Nach der Vereinigung der beiden Orte No- wawcS-Neucndorf hatte die Gemeindevertretung bei der Re- gicrung beantragt, der neuen Gemeinde, welche den Namen No- wawcS weiterführen sollte, den Namen„Friedrichsmark" zu ver- leihen, da die Ncucndorfer Einwohner— die Arbeiter natürlich ausgeschlossen cö mit ihrer echt deutschen Gesinnung nicht glaubten vereinbaren zu können, daß die Gemeinde den alten böhmischen Namen Nowawes weiterführen sollte. Die Antwort der Regierung lautet nun dahin, daß sich die Gemeindevertretung nach 6 M o n a t c n nochmals mit der Namensänderung befassen möge, da von anderer Seite um Beibehaltung des Namen Nowawes petitioniert worden fei; falls sich dann die Vertretung nochmals in übergroßer Mehrheit für eine Namensänderung ausspricht, ist der Minister nicht abgeneigt, eine solche beim Kaiser zu befür- warten. Für jeden, der lesen kann, bedeutet dieser salomonische Bescheid eine ziemlich höhnische Ablehnung der Namensänderung. Die„alteingesessenen Neuendorfer Bürger" denken natürlich ander» über die Sache; sie wollen sich bei dieser Antwort nicht bc- ruhigen, sondern nunmehr beantragen, daß der Name NowaweS in„Nowawcs-Neucndorf umgeändert wird, so daß sich die Ge- mcindevcrtrctung nochmals mit dieser nichtigen Angelegenheit wird beschäftigen müssen. Gerickts-�eitung. Schauspieler und Direktor. r Zwischen dem Schauspieler Rudolf Schildkraut und dem Direktor des Deutschen Schauspielhauses Baron von Berger war im Jahre 1002 ein Vortrag abgeschlossen worden, demzufolge sich Rudolf Schildkraut für die Jahre 1904 bis Ivo? am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg verpflichtete, bei einer jährlichen Gage von 12 000 M. Nachdem im Jahre 1905 der Vertrag bis zum Jahre 1909 mit der Bedingung von 15 000 Zulage für die weiteren 5 Jahre verlängert worden war, kam es insofern zu Differenzen zwischen Schildkraut und dem Direktor, als Schild- kraut zur Herstellung seines zerrütteten Gesundheitszustandes um längeren Urlaub bat. sowie um Aufhebung deS Engagements, da er auf unbestimmte Zeit nicht mehr auftreten könne und von dem Direktor nicht verlangen wolle, daß er ihm die Gage weiter zahle. Baron von Berger verlangte ärztliche Atteste und veranlasste selbst ein ärztliches Gutachten über Schildkrauts Gesundheitszustand. Diese» Gutachten ging nun dahin, daß Schildkraut nach wie bor ohne größere Anstrengungen auftreten könne. Schildkraut erklärte jedoch, daß er auf keinen Fall die ihm zugeteilten Rollen spielen wolle und könne. Es kam somit zur Beschreitung des Klageweges, indem Schildkraut für den Monat rückständige Gage in Höhe von 1000 M. forderte, sowie Feststellung dahin verlangte, daß sein Vertrag mit dem Deutschen Schauspielhaus als gelöst zu gelten habe. Dahin- gegen berief sich Baron von Berger auf die festgesetzte Kon- ventionalstrake von 15 000 M. für den Fall des unberechtigten Rücktrittes und bestritt auch, daß er die Zulage von 3000 M. pro Jahr auch dann zahlen müsse, wenn der Kläger seinen Vertrag nicht bis 1909 erfülle. Das Landgericht Hamburg entschied dahin, daß der Vertrag als aufgelöst zu gelten habe, und verurteilte den Schauspieler Rudolf Schildkraut auf die Widerklage des Direktors von Berger zur Zahlung von 1904,27 M. Gegen dickes Urteil hatte der Be. klagte Berufung eingelegt. Das ObrrlandeSgcricht Hamburg hob außer den bereits gezahlten 1904,27 M. weitere 333.33 M. zu zahlen. Diese» Urteil wurde vom dritten Zivilsenat be» Reichsgericht» auf die Revision des Schauspieler» Schildkraut hin bestStigt-, Ist das Berliner Ortsstatut über Untersuchung bcS Fleisches gültig? Berlin hat auf Grund des SchlachthauSgefetzeS durch Ge- meindebefchluß vom 17. Februar 1894 bestimmt, daß alles nichi auf dem Berliner Viehhof ausgeschlachtete frische Fleisch in Berlin nicht eher feilgeboten werden darf, bis es durch einen Sack- verständigen gegen eine Gebühr untersucht worden ist. Für die Regelung der Untersuchung wurde ein Regulativ vor- gesehen. Dies Regulativ bestimmt nun. daß die Untersuchung durch einen Tierarzt zu geschehen hat. Gegen diese Vorschriften sollte sich der Kaufmann Petznick zu Berlin vergangen haben. Der Angeklagte, der mit Wild und frischem Fleisch handelt, erhielt Ende vorigen JahreS aus Löpel zwei Haidesthnucken, die er, ohne das in Löpel bereits misgeschlachtete Fleisch in der Berliner Unter- suchungsstation untersuchen zu lassen, an ein Berliner Hotel ver- kaufte. Das Fleisch war zwar in Löpel bereits untersucht worden, aber nicht von einem Tierarzt.— TaS Landgericht Verlin ver- urteilte den Angeklagten wegen Uebertretung deS Gemeinde- bcschlusseS und Rcgulativis in Verbindung mit dem Schlachthaus- gesetz. ES nahm an, daß das Reichsgesetz vom 3. Juni 1900 jene Vorschriften nicht berühre. TaS Kammergericht als NevifioiiSinstanz hat jedoch jetzt das Urteil aufgehoben und die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an daS Landgericht zurückverwiesen. Begründend wurde ausgeführt: Der Gemeindebcfchluß spreche nur von einem Feilhalten frischen Fleisches usw. Das Landgericht habe aber nur festgestellt, daß das Fleisch verkauft worden sei. Feilhalten und Verkaufen sei nicht dasselbe. Es könne ein Verkauf stattfinden, ohne daß ein Feilhalten voraufgegangen sei. Bei einem Liefe- rungSvertrage oder bei einer Bestellung scheide das Feilbieten aus. Das Landgericht müsse deshalb nähere Nachprüfungen in der Ziichtung vornehmen und noch einmal entscheiden. Ob diese mehr spitze als richtige Unterscheidung zwischen Feil- halten und Verkaufen eine Aenderung des OrtSstatuts notwendig machen wird, wird sich erst aus den schriftlichen Gründen ersehen lassen. Der hygienische Zweck des OrtSstatuts will selbstveriränd- lich nicht nur das Feilhalten, sondern den Verkauf und den Koufmn gesundheitsgefährdenden Fleisches verhüten. Vermischtes. Eisenbahnnnfalle und kein Ende! Nach einer Meldung auS München, riß gestern nacht vor der Station Allach die Kuppelung eines Güterzuges. Der abgerissene Zugteil rollte dem voran- fahrenden auf starkem Gefälle nach und stieß am Bahnhof Dachau mit solcher Geivalt auf den vorderen Teil, daß acht von den ab- gerissenen 20 Wagen entgleisten und fast völlig zertrümmert wurden. Zwei Bremser sind leicht verletzt. Beide Gleise sind ge- sperrt. Der Verkehr wird durch Umleitung aufrecht erhalten. In Bar-le-Duc fand der gestern früh 3� Uhr von Nancy kommende Zug kein Einfahrtssignal vor und verminderte infolge- dessen seine Fahrgeschwindigkeit. Der 10 Minuten nach ihm folgende Orient-Expreßzug sah im dichten Necbl keine Signale und fuhr in den Schnellzug hinein. Die Lokomotive des Expreß- zuges wurde vollständig zertrümmert, der Kohlenwagen und der Schlafwagen sind schwer beschädigt. Der Lokomtivführer ist ge- tötet, der Zugführer und mehrere Reisende erlitten Verletzungen. Der Verkehr konnte erst am Abend im vollen Umfange wieder auf- genommen werben. Vorgestern abend fuhr in der Nähe von Newport ein Personen- zug in einen Güterzug. Der Führer deS Güterzuges ist getötet, mehrere Reisende sind verletzt. Nach einer Meldung aus Wheeling(West-Virginia) erfolgte gestern bei Bellaire ein Zusammenstoß zwischen einem von Chicago nach Wheeling fahrenden Schnellzuge und einem Güter- zuge der Baltimore and Ohio-Bahn, bei dem 15 Personen getötet und zahlreiche andere zum Teil schwer verletzt wurden. Die Pest in Oran. Eine Mitteilung de» Gcneralgouverneurs von Algier besagt: Der Hafen von Oran ist amtlich als pestverseucht erklärt worden. Die Epidemie brach zuerst im unteren Teile der Stadt aus. Zwei Todesfälle sind festgestellt. Die Zahl der Er- krankten beträgt nach einigen Angaben vier, nach anderen elf. Als Herd der Seuche sind vermutlich die Schuppen der Handelskammer zu betrachten, in denen die Erkrankten arbeiten und in denen auch Ratten aufgefunden wurden. Energische sanitäre Matzregeln werden getroffen. Alle Kriegsschiffe verlassen Oran, ebenso der Tranöportdgmpfer„Nive", der nach Mers-el-Kebir geht. Die Opcrationsbasis ist nach Algier verlegt worden. Eine spätere Meldung aus Oran besagt: Die Einschleppung der Pest wird einem hier von Indien eingetroffenen Schiffe zur Last gelegt. Bis jetzt sind vier Todesfälle zu verzeichnen; die Zahl der Erkrankten beträgt zwölf. DI« Ueverschwcmmung in Frankreich. Eine Meldung aus Paris besagt: Die Regengüsse im Süden, besonders im Herault- Tale, dauern an, die Ueberfchwcmmungen nehmen zu. Man meldet, daß Rhone und Ardeche bei ihrem Zusammenfluh über die Ufer getreten sind. Aus Agde wird berichtet: Das Meer hat mehrere Leichen ans Ufer geschwemmt. ES handelt sich um die Opfer der Ueberschwemmungen, welche bis ins Meer getrieben worden sind. Aus Beziers wird vom gestrigen Tage gemeldet: DaS Hochwasser hat zahlreiche Baulichkeiten in Thibry und Servian zum Einsturz gebracht. Die Regengüsse haben aufgehört und ein leichtes Fallen des Wassers ist zu verzeichnen. In Agde hat das Wasser in einer Fabrik chemischer Produkte zirka 2 Millionen Frank Schaden angerichtet. 500 Arbeiter sind brotlos geworden. Der in zehn Gemeinden angerichtete Schaden ist unberechenbar. Unter anderem sind 2 Millionen Hektoliter Wein vernichtet worden. Ein verhängnisvolles Autorennen. Aus New Dork wird ge- meldet: Bei einem Dauerrennen in MorvyS platzte der Reifen eines Automobils bei voller Fahrt. Der Wagen durchfuhr die Absperrungsvorrichtungen und rannte mitten in die Zuschauer hin- ein. 20 Personen wurden verletzt, darunter mehrere tödlich. Der Chauffeur ijt bereits seinen Verletzungen erlegen. Eingegangene Druckschriften. Liberalismus als Kulturpolitik. Von Dr. H Pachnlcke. 1 M. Verlag Roscnbaum u. Horst. Berlin IV. KS. Wollen und»ollen von F. Beck. Preis 2,70 M. Verlag O. Wigand in Leipzig. Geschäftsbericht 1306/07 de» KonfumvcrcinS L-Plagivitz und Umgegend. 32 Seiten. Selbstverlag. Berliner Marktpreise. Au« dem amlNchen verlchl der flildlllchen Viarlthallen-Dtrettto».(Großhandel.) Ochsensleisch la S8— 70 pr. 100 Pfd., TU 62-67, IIU 57-60, Bullenflessch I» 62-67, IIa 50-59, Kühe, fett 50—58, fco. mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen, dän. 54—62, da. Holl 0,00. Nalbslclsch. Dopp-Il-nd-r 100-115, Mastkälber la 75-85, lla 66—72. Kälber ger, gen 48—60, do, Holl, 48—54, dän. 0,00. Hammelsleisch Mastl'nlimcr 74—76, Hammel la 68—72, IIa 62—67, rmgar, 0,00, Schale 45—60. Schweineflellch 57—68, Nchbock la per vsund 0,60—0,35, IIa 0.40-0.58, Rothirsch la per Psd. 0.32-0.40. do, IIa 0.20-0,30.' Damhirsch 0,40, Wildschweine 0,00. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,50—0,85. Wildenten per Stück l, 40— 1,60. Krickenten per Stück 0,50—0,70. Rebhühner. junge große 1,00—1,80, mittel u. deine 0,50—0,90, alte 0,60—0,80. Fasanen. Hähne 1,75—3,70. gasanenhenncn 2,00—2,50. Waldschnepfen 0,00, Krammetsvögel la 0,35—0,40. Hübner. alle, per Stck. 1,40—2,00, IIa 6,70—1,30. do. junge 0,40—0,80. Tauben 0,25—0,45, ltallenlsch« 0,00. Eulen per Stück 1,40—1,80, dito Hamburger per Stück 3,00. Gänse per Pfund 0,50—0,60, do. per Stück 2.00—2,80, do. Hamburger per Pfund 0,00, do. Oder. brncher per Psd. 6,50—0,60. Ponlet» per Stück 0,86—1,20. Poularden per Psd. 0,00. Hecht« per 100 Psd. 105-112. do. malt 10t— 101. dein 0.00, groß 0,00, do. groß und mittel 0,00. Zander 0,00, do. dein 0,00, dito Mittel 0,00. Schlei«, groß 0,00 dein 0,00, do. unsortiert 120-144, do. mittel 0,00,«alt, groß 0,60, do. Nein und Nüttel 0,00, d». mittel 0,00, do. unsortlert 6,66, do............ 6,66. Noddow 6,00. 50— 70cr 0,00. Bunte Fische 41—71. Bars«, 0,00, do. klein 0,00. Karauschen 0,00. Wels 0,00. Bleie, matt 0,00. Barbe 0,00. Aland 67. Quappen 0,00, Raap 0,00. Anicril. Lachs U neuer, per 100 Psd. 110—130, do. Ha neuer 90—100, do. lila 0,00. Seelachs 10—20, Flundern. Kieler, Stiege la 2—6, mittel Kiste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 9,00, IIa 2—4. Bücklinge, Kieler Per Wall 2—4, Strali. 2—3.00, Bornh. 0,00. Aale, grog per Psd. 1,10 bis 1.40. mittelgroß 0.80—1,10, klein 0,00—0,80. Heringe per Schock 5—9. Schellsiichc Kiite 3—4.00,'/, Kiste 1,75—2,00. Sardelle». 1902« per Anker 98. 1304« 98. 1905er 98, 1906« 00—95. Schottische Vollhering 1905 0,00, largo 40— 14, füll. 38—40, rood. 36— 42, deutsche 37— 44. Heringe, neue MatjeS, v« a/, To. 50—120. Sardinen, russ., Faß 1.50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40-1,70. Neunaugen, Schocksaß 11, do. deine 5—6, do. Riesen» 14. Krebse per Schock 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 8,00, do. deine 0,00 do. unsortiert 0,00. Galizier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-. unsorticrl per Schock 3,60—3,30, do. große 4,40. Butt« per >00 Psd. la 122-124. lla 112-113. lila 100-108. abfallende 90-93. Saure Gurke», neue, Schock 4,00. Pjessergurkcn 4.00. Kartoffeln per 100 Bid. Dabersche 2,75—3.00, weiße runde 2,50—2,73, blaue 0,00, Rosen- 2,23—2,50, mag. dem. 2,30—2,75. Porree, Schock 0,50—1,00. Meerrettich. Scholl 5—12. Spinat per 100 Psund 10—18. Sellerie, p« Schock 2,00—8.00. Znnebetn per 100 Psd. 2,50—3,50, do. Perl- 40.00-100,00. Chalotten 40,00-100,00. Petersilie. grün, Schockbnnd 1.00—1,23. Koblrabi Schock 0,80—1,00. Rettich, baqr., neuer Stück 0.07-0,10, hiesiger Schock 2,30-3.50. Mohrrüben, 100 Psund 2,00 bis 3.30. Karotten, hiesige, Schockbnnd 2,00—3,00. Wirsingkohl per Schock 4,00 bis 12.00. Rotkohl, schock 4—10. Weißkohl 2—2,50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5—14. do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100«lück 7—18. Rosenkohl, per 100 Psd. 20—30. Grünkohl 4—6. Kohlrübe», Schock 3,00—6,00. Delersilienwurze!», Schockbund 3,00— 4,00. Scholen per 100 Psd. 20—35. Schnittlauch 1,00—1,25. Psesjerlinge per 100 Psd. 10—12. Steinpilze per 100 Psund 15—30. Radieschen per Schockbund 0,75—1.23. Salat per schock 1,23—2,50. Gurken, Einmache-, Schock 13—23, do. böhm. schock 0,00, do. Liegnitz« Schock 2,73—3,00, do. Rothenburger 2—2,30. Bohnen, grüne, 100 Pfund 12—30. Wachsbohnen, per 100 Pfund 18—33. Tomaten per 100 Pfund 8-12. Rote Rüben. per 100 Psmid 2,30-3,00. Rübchcn, Beelitzer, per 100 Psd. 8,30—12. Kürbis 5—7. Preißelbeeren per 100 Pfd. 18—24, schwedische 26-28. Birnen, 100 Psd., Italiener 8-17. Tiroicr 15—30, hiesige 0,00, Salander 0,00. Kochbirnen 3—8, Taselbirnen la 10—20, do. IIa 4—10. Pfirsiche, hics. per 100 Psd. 8—16, ital. in Kistchcn zu 12 Stück 1,30—1,75, do. in Körben la per 100 Psd. 15—25, do. IIa in Körben per 100 Psund 10—13. Aepsel, italienische, Ver 100 Psund 11—12. hiesige 0,00, Gravenslciuer la 0,00, do. IIa 0,00. Tiroler la 20—45, IIa 15-18, Most-, hiesige, 3-4, Koch- 4-10, Tajcl- la 15-23, do. IIa 7-12. Wallnüsse per Schock 1,00—2,00. Pflaumen, pr. 100 Psd. hiesige 6—11, ungarische 0,00, Baden«, Früh-. 0,00, serbische 10—12. Weintrauben, ital., per 100 Psd. 16— 22, französische 18—20, türkische 14—16. Ananas I, per Psd. 70—1,00, do. II 0,00. Zitronen. Meisina, 300 Stück 12,00-20.00, do. 360 Stück 12,00—16,00, do. 200 Stück, 12,00—16,00, do. 150 Stück 7,50 bis 9,00. Bananen, gelb, per 100 Psd. 18.00—20,00, grün 0,00. Melonen, per 100 Psd. hiesige 25-30, ital. 10-15, Holl. 0,00, spanische 5-8, ungarifche 10—12. Witterungsiibersicht vom 30. September 1907. eiaNonen se = e Sä «3 5 €§ s« UeUn Swinemde erlin FrantfaM München Wien 759 ONO 759 WSW 758 SO 758 O 760 S 761 StA 1 wolkig 1 Dunst 1 halb bd. 3 Nebel 3 Nebel — wolkig >«« e— ä 0 - u» Skakionen I paparanda 1 762 StA ßeterSburg 765» Scilly 'Ab erbten Paris 756 OSO 759 S 756 StA S Well« — wolkenl 1 Nebel 1 Dunst 1 Nebel —bedeckt ws C 5. St S* N& 4 7 13 9 13 Wetter-Prognose für DieuStag, den 1. Oktober 1007. iclfach wolkig, am Tage kühle ekwas Regen und Geivittemeigung. ' V Vielfach wolkig, am Tage kühler, bei schwachen jüdwcsllichen Winden; itwl'~ BerlinerWetterbureau. Wasserstands-Nachrichten der LandeSanstalt ssir Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrburrau. >)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Uuterpegel. oß-mtttel 107—109, do. Nein 75-76. Plötzen arpfen 30— 40er 67—71, do. 80-100et 71, Inferatt für«lle nächste Kummer motten rpäieftens Wo 5 Dhr nachmittags cleo vorherigen Cagco in. unserer Cxpeclition abgegeben werden. Größm Hnzdgen far die \ Sonntags-fftimtmr,* erbitten dagegen schon bis frdtag nachmittag 5 Ohr, da nur in dickem falle die Hufnahme garantiert werden bann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 4. September, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: 3 1. Bericht der Obleute. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die in den Vororten arbeitenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden ersucht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner- Versammlungen ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt aus am nächsten einberufene Bezirksvertrauensmänner- Versammlung. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. 1 Mitgliedsbuch legitimiert. Tischler. Die Bersammlungslokale sind folgende: Süd- Westen: bei Schulz, Mittenwalderstr. 15. Süden: bet Gliesing, Waffertorftr. 68. Südosten 1( wischen Adalbert und Manteuffelstraße) bei Muhs, Manteuffelstr. 95. Maschinenarbeiter in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21. Modell- und Fabrik= Tischler Südosten II( awiſchen Manteuffelstraße und Görliner Ufer) bei Mothes, Suffitenstr. 40. bei Muhs, Manteuffelstr. 95. Osten I( vifchen Zentrum und Fruchtstraße) bei Walter, Andreasstr. 21. Osten II( wischen Fruchtstraße und Friedrichsberg) bei Litfin, Oestliche Vororte: bei Memelerftr. 67. In dieser Versammlung werden die Werkstattfragebogen aus: gegeben. Bodenleger Wildner in Friedrichsberg, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Friedrich Karlstr. 11. bei Obiglo, Nordosten bei Boeker, Weberstr. 17. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt Schwesterftr. 23 Wedding und Moabit: bei Fahrow, Ravenöſtr. 6. Bautischler. Süden, Westen, Südosten, Bez. 1: bei Möhring, Admiralstraße 18c. Osten, Bez. 2: bei Zietz, Warschauerstr. 61. Norden, Bez. 3: bei Karl Hube, Kopenhagenerftr. 74. Wedding u. Moabit, Bez. 4: bei Fortanier, Tegelerstr.56. Möbelpolierer. Osten: bei Boeker, Weberstr. 17. Südosten: imärkischen Hof", Admiralstr. 180. Norden: bei Maaß, Brunnenstr. 196. Möbelmagazinarbeiter u. Beizer bei Grapentin. Skalizerstraße 102. NB. Die Kontrollscheine über den Besuch der Versammlungen werden an die Vertrauensleute ausgegeben. Drechsler u.Treppengeländer- Branche. Norden: bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Osten: bei Schneider, Friedenftr. 67. Diese Versammlung beginnt um 8 Uhr. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Firma Damke; ferner die Kollegen Schlichting, Kohfeld und Makowiak eingeladen. Bilderrahmenbei Pahl, Brandenburgstr. 22. macher Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Stockarbeiter bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Jalousie- Arbeiter bei Mühle, Mariannenstr. 41. Vergolder Stellmacher in Dietrichs Festsälen, Dresdenerstr. 116. bet Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57. Kistenmacher bei Bandach, Breslauerstr. 28. Einsetzer im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Kammacher bei Walter, Adalbertstr. 62. Sihung der Kommission mit Bertrauensmännern. Perlmuttarbeiter Südosten u. Südwesten: bei stramm, Ritterstr. 123. bei Hoffmann, Oppelnerstr. 47. MusikinstrumentenArbeiter abends 8 Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15, Saal 5. Tages Didnung: Die Streits und Differ enzen in unserem Beruf.. Deutscher Metallarbeiter- Verband Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amit 3, 1239. Charitéstraße 3. Sof III. Amt 3, 1987. Mittwoch, 2. Oktober, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung für Königs- Wusterhausen und Umgegend im Lokal von Pürschel, Königs- Wusterhausen, Bahnhofstraße 1. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 153/12 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Korbmacher bei Hoffmann, Koppenstr. 47. Bürstenmacher bci Schubert, Naunhustr. 14. SpezialCREDIT An ALLE Möbel Besonders leistungsfähig für bürgerl. Einrichtungen von 250-4000 M. Kulante Bedingungen. -Geschäft Da keine Ladenmiete, billige, aber feste Preise! Bar oder Teilzahlung. Berlin NO., Zentralverband der Lederarbeiter. Wilhelm Misch Gr. Frankfurterstr. 45/46 Filiale I Berlin. Donnerstag, den 3. Oktober 1907, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Marienbad, Badstraße 35/36. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Einführung der Erwerbslosen- Unterstützung. 2. Borstandsbericht. 3. Wahl eines Ersagmannes im Zentralvorstande, eines Agitationsmitgliedes und Bergnügungskomitees. 4. Vereinsangelegen heiten und Berschiedenes. 144/5 I. und II. Stock. Kratz echter Husten- u. Schnupfen- Heil ( Wulfiskräutersaft) ist vorzüglich und bewährt gegen Heiserkeit, Husten, Schnupfen, Influenza, Katharrfieber, Schleimfieber, Nasenpolypen usw. Niemals lose, sondern nur in m. plombierten Originalfl. a 1.75, 1, L. 1.00, Probe 50 Pf. Falls in Ihrer Drogerie noch nicht vorhanden, gegen Einsendung von Marten( Porto extra) durch Drogerie 382* Fritz Kratz, Berlin N., Reinickendorferstr. 119, Fernspr. II, 2631. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Tr. Lehrplan für das 4. Quartal 1907. Montag: Nationalökonomie( Einführung in die theoretische Nationalökonomie. Erster Teil). 1. Die Nationalökonomie als selbständige Wissenschaft. Ihre Einteilung und ihr Objekt. 2. Die Entwickelung zur kapitalistischen Weltwirtschaft; Entstehung und Wesen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. 3. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise. 4. Der Gebrauchswert und der Tauschwert der Waren. 5. Geld; Preis. 6. Die Verwandlung von Geld in Kapital. 7. Die Erscheinungsformen des Kapitals. Vortragender: Max Grunwald. Montag: Nationalökonomie( Einführung in die Nationalökonomie. 1.) Begriff und Aufgabe der Nationalökonomie. Ihre Methode. Kauf und Verkauf. Ware, Preis und Geld. Der Wert, Gebrauchswert und Tauschwert. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wert und Arbeit. Die gesellschaftlich notwendige Arbeit. Das Maß des Wertes. Die verschiedene Intensität der Arbeit. Der Wert des Grund und Bodens sowie der ursprünglichen Rohstoffe. Woher kommt der Profit. Profit fund Handel. Die Produktionskosten und der Wert. Der Arbeitslohn. Die Lehre vom Mehrwert. Vortragender: Julian Borchardt. Dieser Kursus findet in Tempelhof bei Mokuly, Berlinerstr. 9, statt. Dienstag: Soziale Gesetzgebung. Begriff der sozialen Gesetzgebung. Der Arbeitsvertrag. Die Bestimmungen des bürgerlichen Rechts. Das Lohnbeschlagnahmegesetz. Das Gesetz betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Das Armenrecht. Arbeiterschutzbestimmungen der Gewerbeordnung. Schutzbestimmungen für Frauen und jugendliche Arbeiter. Das Gewerbegerichtsverfahren. Krankenversicherungsgesetz. Unfallversicherungsgesetz. Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz. Vortragender: Dr. S. Rosenfeld. Mittwoch: Gesetzeskunde( Deutsches Staatsrecht). I. Die Entwickelung des deutschen Staatswesens. II. Die Grundlagen des heutigen Staatsrechts. Die Entstehung des Reichs. III: Die Reichsverfassung. 1. Das Wesen des Bundesstaats. Der Bundesrat. 2. Preußen als Vormacht. Der Kaiser. 3. Der Reichstag. 4. Die Zweige der Reichsverwaltung. 5. Grundrechte und Ausführungsgesetze. IV. Die Einzelstaaten. 1. Das Wesen der konstitutionellen Monarchie. 2. Die Landtage und das Landtagswahlrecht. 3. Volksgrundrechte. Versprechen und Verwirklichung. 4. Die Grundlagen der Verwaltung. 5. Die freien Städte. V. Verfassung. Gesetz. Verwaltung. Macht und Recht. VI. Sozialismus und Staat. Die Sozialdemokratie und das geltende Staatsrecht. Vortragender: Simon Katzenstein. Donnerstag: Rednerschule. 1. Die Rede in Form und Inhalt. Dispositionslehre. Die rhetorische Gewandtheit. Die Aufgaben der verschiedenen Arten von Reden. 2. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Donnerstag: Fortschrittskursus in Nationalökonomie ( Marx' Kapital). Gedrängte Wiederholung des ersten Bandes von Marx' Kapital": Die Lehre vom Mehrwert. Die Umwälzung der Produktionsweise durch das Kapital. Die soziologischen Wirkungen des Kapitalismus. Die Akkumulation des Kapitals. Dann Studium des zweiten Bandes: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals. Gemeinsame Lektüre und selbständige Ausarbeitungen unter Anleitung des Lehrers. Vortragender: Julian Borchardt. Freitag: Literaturgeschichte( Von Romantik zu Romantik). Der Ausgang der romantischen Dichtung. Griechen- und Polendichter. Heine. Das junge Deutschland. Die Revolutionslyrik. Nach der Märzrevolution. Butzenscheibenromantik. Vortragende: Frau Regina Ruben. Freitag: Geschichte( Die Märzrevolution, ihre Ursachen und ihre Wirkungen). Die vormärzliche Reaktion. Die Romantik auf dem Throne. Entwickelung der Industrie. Hungeraufstände. Marx und Engels. Das Kommunistische Manifest. Die Märzereignisse. Der Verrat der Bourgeoisie. Der Kölner Kommunistenprozeß. Jahre der Reaktion. Kapitalismus und Liberalismus. Sozialismus. Vortragender: Heinrich Schulz.( Dieser Kursus findet in Steglitz bei Schellhase, Ahornstr. 15 a, statt. Sonnabend: Geschichte( Moderne Revolutionen bis zum Jahre 1789). 1. Allgemeines über Revolution, Evolution, Klassenkampf. Niederländischer Aufstand. 2. Vorgeschichte der englischen Revolution. 3. Die Anfänge des langen Parlaments und der große Bürgerkrieg in England. 4. Presbyterianer und Independenten, Granden und Lévellers, Prozeß und Tod Karls I. 5. Die Klassenkämpfe zur Zeit der englischen Republik. 6. Protektorat und Restauration. 7. Wilhelm von Oranien und die glorreiche Revolution. 8. Die britischen Inseln nach der glorreichen Revolution. 9. Englische Kolonialwirtschaft und amerikanische Revolution. 10. Die Anfänge der industriellen Revolution. Vortragender: Dr. A. Conrady. Sonnabend: Naturerkenntnis. 1. Die Elemente. 2. Das Weltall. 3. Die Entstehung der Erde. 4. Die Entwickelung der Lebewesen. 5. Darwinismus. 6. Die Abstammung des Menschen. Vortragender: Emanuel Wurm. Dieser Kursus findet im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I, statt. In Berlin beginnt der Unterricht in Nationalökonomie: Montag, den 14. Oktober; Soziale Gesetzgebung: Dienstag, den 15. Oktober; Gesetzeskunde( Deutsches Staatsrecht): Mittwoch, den 16. Oktober; Rednerschule: Donnerstag, den 17. Oktober; Fortschrittskursus in Nationalökonomie: Donnerstag, den 17. Oktober( kl. Saal); Literaturgeschichte: Freitag, den 25. Oktober; Geschichte: Sonnabend, den 19. Oktober; Nationalökonomie in Tempelhof: Montag, den 14. Oktober; Geschichte in Steglitz: Freitag, den 25. Oktober. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 30 Teilnehmer zugelassen, welche mindestens einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Meldungen hierzu müssen bis zum 8. Oktober beim Vorsitzenden erfolgt sein. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engel- Ufer 15; Schellhase, Steglitz, Ahornstr. 15a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S. 59, Freiligrathstr. 3, Quergebäude IV, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. Bahlreiches sowie pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Mr. 229. 24. Jahrgang. 4. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Generalversammlung des Kreifes Miederbarnim wurde am Sonnabend im Saale von Gorgas in Rummelsburg abgehalten. Der Vorsitzende Freiwaldt erstattete den Geschäftsbericht des Vorstandes Dienstag, 1. Oktober 1907. die preußische Wahlrechtsschmach zu kennzeichnen und Mittel wurde beschlossen, daß Anträge auf Aenderung des Statuts minund Wege zu finden zum Kampf für das allgemeine gleiche destens 4 Wochen( der Entwurf sieht 3 Wochen vor) vor der GeneralWahlrecht. Es werde harte und schwere Kämpfe geben, um an versammlung eingereicht werden. Ein Antrag Bankow:" Bei wich[ die Stelle der kulturwidrigen Verhältnisse in Preußen Zustände tigen Anlässen hat auf Antrag von drei Kreisen eine Urabstimmung zu sehen, welche Preußen zu einem Kulturstaat machen. In diesem stattzufinden", wurde abgelehnt. Zeichen werde der preußische Parteitag seine Arbeiten vollziehen, Als letter Punkt stand die Berichterstattung vom Essener Als Delegierte zur preußischen Landeskonferenz wurden Parteitag auf der Tagesordnung. Der vorgerüdten Zeit wegen sah Sonnenburg- Friedrichshagen, Freiwaldt- Pankow und die Versammlung von der Entgegennahme des Berichts ab und Rubig- Pankow gewählt. Als Ersahmann wurde Jakobsen überließ es den Bezirken, sich durch die Delegierten Bericht erstatten bestimmt. zu lassen. Aus demselben Grunde wurden auch sechs vorliegende für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres. Er führte unter Den Bericht der Mandatprüfungskommission erstattete Ausschlußanträge zurüdgestellt und die Beschlußfassung anderem aus: Nach den materiellen Opfern, welche die Reichstags- Sonnenburg. Die Generalversammlung darf von 125 De- über dieselben der erweiterten Vorstandssitung übertragen. wahl und dann die wirtschaftlichen Kämpfe der letzten Monate er- legierten besucht werden, es sind aber nur 86 anwesend, 39 fehlen forderten, sind die Einnahmen naturgemäß zurückgegangen. Im also. Außerdem sind zugegen 11 Vorsitzende, 7 Mitglieder des Februar wurde ein Flugblatt zur Agitation für den Vorwärts" Zentralvorstandes, 1 Revisor, 1 Mitglied der Lokalkommission und verbreitet. Jm Oktober soll wieder eine derartige Agitation ins der Reichstagsabgeordnete. Werk gesetzt werden, die hoffentlich eine Steigerung der Zahl der ,, Vorwärts"-Abonnenten bringen werde, was namentlich im Hinblick auf die bevorstehende Wahlrechtsbewegung in Preußen zu wünschen ist. Die Maifeier hat im Kreise einen guten Verlauf genommen. Ein Flugblatt zugunsten des Bäckerstreifs wurde verbreitet und die Rede Fischers in Broschürenform gelangte in 33 000 Exemplaren zur Verbreitung. Der Vorstand hielt 9 engere und 5 erweiterte Sitzungen ab. Der Kassenbericht weist eine Einnahme auf von 9116,25 M.( einschließlich eines Bestandes von 5397,55 m.). Ausgegeben wurden 6369,67 M., und zwar an Groß- Berlin 2000 m., Agitationszuschuß an die Bezirke 540 M., für Kalender, Broschüren und Parteitagsprotokolle 2834 M., Delegationen 996 M. Der Redner schloß mit der Aufforderung an die Genoffen, zu agitieren und die Organisation zu stärken, damit uns die bevorstehenden Wahlrechtskämpfe in jeder Hinsicht gerüstet finden. Seitel erstattete den Bericht der Bezirkskassierer. Gingenommen wurden 5254,54 M. für Vereinsbeiträge, dazu ein Bestand von 3197,54 M., macht eine Gesamteinnahme von 8452,08 m. Ausgegeben find 6562,30 M., davon 6500 M. an Groß- Berlin. Ueber die preußische Landeskonferenz und ihre Aufgaben sprach Stadthagen. Der Redner besprach den vorliegenden Organisationsentwurf für Preußen und die sonstige Tagesordnung der Konferenz. Weiter führte er aus, die Konferenz sei von außerordentlich großer politischer Bedeutung, denn sie stehe unter dem Gesichtspunkt der Erkämpfung des allgemeinen gleichen Wahlrechts für Preußen und des Frauenwahlrechts. Es gelte Zum Briefkasten der Redaktion. Die juriftifche Sprechstunde Lindenstr. Nr. 3, zweiter Hof, Eingang III, 4 Treppen, Dr Fahrstuhl Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit der Beratung des Verbandsstatuts für Groß- Verlin. Aus Karlshorst lag ein Antrag vor, der die Abschaffung des Mit- findet vom 1. Oktober nicht mehr Friedrichstr. 16, sondern teilungsblattes bezweckt. Nachdem mehrere Redner für und gegen Zu den Antrag gesprochen hatten, wurde derselbe abgelehnt. der Bestimmung des§ 3, wonach die Beschlüsse des Verbands- wochentäglich von 7%, bis 9, Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnborstandes für die Kreiswahlvereine bindend sein sollen, wird von abends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe Pankow beantragt, daß sich diese Bestimmung nur auf die im§ 3 und eine Zahl als Mertzeichen anzufügen. Briefliche Antwort wird nicht ausdrücklich benannten Aufgaben des Vorstandes beziehen soll. erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Auch dieser Antrag wurde nach kurzer Diskussion abgelehnt. Liesbet 83. Solchen Berein gibt es nicht, wenden Sie sich direkt an Angenommen wurde eine redaktionelle Aenderung zu den§§ 7 und das Theater. J. W. 99. Wegen Erteilung eines Auslandspasses müssen 9a, danach soll statt„ Berliner Parteiorganisation" gesetzt werden Sie sich an das Bezirkskommando und an die Polizeibehörde wenden. Eine längere Debatte W. B. 32. Nein. Boraussichtlich werden Sie aber zurüdgestellt. Parteiorganisation von Groß- Berlin". E. B. Sch. 0133. 1. bis 3. Ja. 4. Wenden Sie sich an einen Anentstand über§ 12 des Entwurfs, welcher besagt, daß die Generalmalt. 2. B. 101. Ohne Kenntnis des Wortlauts des Vertrages ist versammlung des Verbandes durch 500 auf die Kreisvereine pro- es unmöglich, Ihnen mitzuteilen, welche Rechte Ihnen aus dem Vertrage zentual zu verteilende Delegierte beschickt wird. Hierzu wurde zustehen.. R. 22. 1. Nein, nochmals zahlen brauchen Sie nicht. ein aus Bankom gestellter Antrag angenommen, welcher besagt: 2. Nein. 3. Verlangen Sie Herausgabe. Lenchen 1. Klagen Sie bei Auf je 100 Mitglieder ist ein Delegierter zu wählen." Zu§ 15 dem Amtsgericht, Schleunige Anfragen werden am besten in der Sprech wurde beschlossen, daß nicht nur für jede Beitrags-, sondern auch für ſtunde erledigt. Jeder Abonnent kann die Sprechstunde ohne besondere jede Eintrittsmarke 10 Pf. an die Verbandskasse zu entrichten Borladung besuchen. G. B. 11. Eine Anzeige würde feinen Erfolg 1. Nein. 2. Ja. Bu§ 16 nahm die Versammlung einen Antrag Karlshorst haben. 3. Ja. sind. an, welcher lautet:" Der gedruckte Jahresbericht muß mindestens 6. Ja. 7. Nein. 8. Nein. 9. Ja. 10. bis 15. Beerbt wird nur der Nachlaß, nicht das eigene Bermögen. 16. Nein. Nabsty. Lohnforderungen 14 Tage vor der stattfindenden Generalversammlung ben örtlichen verjähren in zwei Jahren. 2. G. 15. 1. Sie können für jedes Kind Wahlvereinen zugestellt sein." Ferner wurde beschlossen, das Ge- 50 M., ferner die Versicherungsgelder, auch Krankenversicherung und Inschäftsjahr am 30. Juni schließen zu lassen. Bu§ 17 beschloß validenversicherung abziehen. 2. Ja. die Versammlung auf Antrag aus Reinickendorf, daß das Mitteilungsblatt auch den Kreisdelegierten zuzustellen ist. Zu§ 18 Wohnungswechsel M. M. 79. 4. Nein. 5. Nein. 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