Ar. 235. BfcennfmfntS'Bedlngnngen: SBonnnnrnlä- Preis pränumerando» «ierteliährl.»Lv Mr., monatl. l.l0 Mk.. wöchentlich W Pfg. frei in» Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Somitagz. Vellage»Die Neue Welt' 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post.Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien. Luxeinburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schwei». Crfdittat tigllch außtf Olootaat. 24* Jahrg. Berliner Volksblnlk. vle InseMonz-Ledahr beträgt für die sechSgcspaltene Kolonei« »eile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerlschaftliche PereinS« und Versammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnzeigen". das erste(fett- gedrucktes Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellcn-Anzeigcn das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöfsnet. Zelegramm. Adresse: ,,S»»I»l!limsl!l»t Kerlia". Zentralorgan der fozuldcmokrati fehen Partei Deutfchlands. Redaktion: SSI. 68, binden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr.»S8Z. Expedition t SSI. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Kulturpolitik? c Schluß.) Nachdem Genosse Bernstein uns durch Zitate zu wider- legen versucht hat, kommt er uns auch mit Tatsachen. Aber diese Tatsachen sind leider nur ebensowenig beweiskräftig, wie seine Zitate. Daß Kolonialpolitik auch wahrhafte"ad notwendige Kulturpolitik sein könne, beweise das V ru Oesterreichs iu Bosnien und der Herzegowina, Frankrc.�o in Tunis und Englands in Aegypten. Namentlich Englands Kulturwirken in Aegypten wird gefeiert. Sei doch durch England die Lage des Fellahs erleichtert, eine geordnete Verwaltung eingeführt und ein Knltnrtvcrk wie das Stauwerk zu Assuan geschaffen worden.„Bildet sich jemand ein", fragte Bernstein,„daß die Paschaherrschaft das zustande gebracht hätte?" Diese Frage Bernsteins beweist, wie wenig er die Ge- schichte Aegyptens im neunzehnten Jahrhundert kennt! Gerade Aegypten entwickelte in der ersten Hälfte des vorigen Jahr- Hunderts eine politische und. ökononiische Regsamkeit, die geradezu außerordentlich genannt werden muß. Wenn Bernstein auf die Nilsperre bei Assuan verweist, durch die Sumpfgebiete in fruchtbares Land verwandelt worden sind, so braucht demgegenüber nur auf die Tatsache verwiesen zu werden, daß Mehemed Ali in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts durch gewaltige Kanalisierungs- bauten unvergleichlich Größeres leistete. Vermehrte er doch die 2'/z Millionen Morgen urbaren Landes, die 1808 vorhanden waren, auf 6'/z Millionen Morgen im Jahre 18-tOsI Auch mit dem Gedanken der Dnrchstechung des Isthmus be- schäftigte sich bereits der 1848 gestorbene Mehemed Ali. Daß der Lau des Snezkanals unter seinem Nachfolger sich ver- zögerte, lag nicht an der Paschawirtschaft, sondern an den Ouerlreibercicn der Mächte, namentlich Englands l Die Ein- griffe der M ächte verhinderten auch �ie gewaltige Expansion Aegyptens, dessen siegreiche Heere Syrien unterworfen hatten und sogar Konstantinopel bedrohten! Man sieht, wie sehr gerade Aegypten„hinter der Geschichte liegen geblieben" war. Richtig ist, daß Mehemed Ali ein Despot war, daß er die Fellachen bis aufs Blut aussog. Ob aber diese Ausbeutung eine so viel schlimmere war, als die B a u e r n a u s b e u t u n g unter Friedrich dem Großen, darüber dürfte sich noch streiten lassen I Es würde zu weit führen, alle die Tatsachen im einzelnen aufzuführen, die beweisen, daß die„Paschaivirtschaft", die wir ja nicht verherrlichen, sondern nur gegen Bernsteins un- verdiente Geringschätzung in Schutz nehmen wollen, auch ans den: Gebiete der Verwaltung, der Justiz und des Schul- wcsens gar mancherlei geleistet hat. So besaß Aegypten unter Mehemed Ali 110 von der Regierung unterhaltene Schulen, deren 9000 Schüler ans Staatskosten vollständig unterhalten wurden. Aegypten besaß damals nur drei Millionen Einwohner. Auch studierten 1840 über hundert Aegypter an der Pariser Universität. Und wie Konsul Neumann in seinem Werke:„Das moderne Aegypten" erwähnt, war es um die öffentliche Sicherheit so gut bestellt, daß es zum Spruch- wort geworden lvar, daß man mit einem Sacke Goldes in der Hand von Kairo bis Chartum gehen könne, ohne belästigt zu werden. Man sieht, Bernsteins Frage verrät wirklich keine allzu genaue Sachkenntnis! Zugegeben soll werden, daß auch die Lage der Fellachen, deren Hebung sich auch vor der englischen Okkupation ver- schiedene Paschas angelegen sein ließen, etwas gehoben hat. Doch stimmen gerade die Kenner des Landes darin überein, daß sie noch immer eine höchst traurige ist. Das versteht sich von selbst, denn das englische und internationale Kapital will in Aegypten Geschäfte machen, aber keine Kulturmission erfüllen. So hat England den Baumwollbau künstlich forciert, den Tabakbau aber einfach verboten, um den impor- Herten Tabak mit einem Zoll belegen zu können, der 1904 26 Millionen Mark einbrachte. Nach alledem ist es mindestens fraglich, ob Aegypten sich nicht noch kräftiger vorwärts ent- imckelt hätte, wenn es nicht fortwährend von den Mächten daniedergeyalten und schließlich von England okkupiert worden wäre. Von einer Unkenntnis der Dinge zeugt auch die Ve- hauptung Bernsteins.� daß die K'olonialpolitik inzwischen humaner geworden wäre. Englands Kriege in Südafrika, im Sudan, in Indien; die holländischen und französischen Kolonialkriege, der Boxcrkrieg und nicht zglevt auch die deutschen Kolonialkriege haben das Blut der Eingeborenen in Strömen vergossen. Zehntanscnde von Menschenleben sind in Südafrika geopfert worden, Zehntauscnde in Kamerun und Ostafrika. Und das Ende dieser blutigen Schlächtereien ist hier nicht abzusehen! Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre, selbst wenn der koloniale Optimismus Bernsteins ebenso berechtigt wäre, wie er unberechtigt ist: die Sozialdemokratie hat die Kolonial- Politik nicht von einem ideologischen humanitäre» oder all- gemeinen„Kultur"-Standpunkte aus zu beurteilen, sondern vom Standpunkte ihres K l a s s e n i n t e r e s s e s aus! Dies Klasseninteresse gebietet aber den: Proletariat die nachdrücklichste prinzipiellste Bekämpfung der Kolollialpolitikl Wenn schon die w e r t v 0 l l st e n Kolonien, wie B r i t i s ch- I n d i e n und Algier für das Mutterland keinen wirtschaftlichen Vorteil bedeuten— was ja Bernstein verschiedentlich selbst zugegeben hat!— um wieviel weniger erst die kleinen Kolonien! Ten Vorteil von der Kolonial- Politik hat nur das Kapital, das, statt das Inland zu be- fruchten, in die Kolonien auswandert— man erinnere sich der Ausführungen van Kols! Die Massen müssen die Kosten für die Kolonialpolitik aufbringen! Hinzu kommt, daß die Kolonialpolitik die Weltpolitik gebiert, die u n- geheuren Marinelasten, daß die Weltpolitik die Mächte untereinander verfeindet! Die Welt- Politik verschärft das Schutzzollsystem, das die normale Entwickclung der Industrie verhindert und die Massen ausbeutet. Der inwerialistische Kampf um die Futterkrippe für das ausbcutungslüsterne Kapital stärkt im Innern die Re- aktion und lähmt den proletarischen Klassenkampf! Darum gibt es für das sozialistische Proletariat nur die eine Losung des schärfsten, unversöhnlichsten prin- zipiellsten Kampfes gegen die Kolonial- Politik. Nun gibt es allerdings auch innerhalb der Sozialdemo- kratic einige Leute, die die Umwälzung der Gesell- s ch a f t nicht vom proletarischen Klassenkampfe erwarten, sondern von dem unbegrenzten Sich ausleben des Kapitalismus, dessen Entwickelungsmöglichkeiten noch lange nicht erschöpft seien. Diese guten Leutchen vergessen nur, daß unter solchen Umständen manche Länder, die heute an der Spitze der EntWickelung marschieren, gar leicht auch einmal ins Hintertreffen geraten können. Denn schließlich haben Amerika, Rußland und China ganz andere Entwickelungsmöglichkeiten als Deutschland, Frankreich und England. Soll aber etwa die Sozialisierung der Gesellschaft vertagt werden, bis der ganze Erdball alle Stadien der kapitalistischen Entwickelung durchlaufen hat? Ein paar Worte über die praktische koloniale Reform- arbeit, auf die unsere Revisionisten auf einmal ein so großes Gewicht legen. Warum haben sie denn nicht selbst bisher solche Reformarbeit geleistet?! Statt an den sozialistischen Grundsätzen so emsig zu revidieren und an Kongreßbeschlüsfen talmudistisch zu deuteln und zu drehen, hätten sie ja die kolo- nialen Verhältnisse studieren, ein koloniales Reformprogramm entwerfen können! Wenn sie jetzt stolz auf ihr„Programm" verweisen, das gemeinnützige Arbeiten, hygienische Maß- nahmen, Errichtung von Schulen usw. verlangt, so ist das nichts als ein wohlfeiles Plagiat an der Amsterdamer Kolonialresolution! Uebrigens erklärte van Kol selbst in Amsterdam, daß positive Maßnahmen sehr schwer vorzu- schlagen seien, weil die kolonisierten Länder nach ökonomischer Entwickelung und Rasse zu verschieden seien. Genau könne man deshalb die positiven Maßnahmen noch nicht angeben. Also! Mögen sich die kolonialen Reformisten erst einmal auf die Hosen setzen! Tie Marxisten speziell in Deutschland haben bisher ihre Schuldigkeit in der Bekämpfung der kolonialen Greuel und Ausbeutung getan: sie werden sie auch ferner tun. Aber es wird ihnen deshalb nicht einfallen, die wichtigste Auf- gäbe irgendwie zu vernachlässigen: die nachdrück- lichste, prinzipiell st e Führung des Klassen- kampfes im eigenen Lande! Denn die möglichst rasche U eberwind ung des Kapitalismus ist und bleibt das beste Mittel zur Ausrottung auch des kolo nialen Unrechts!_ Das Spiel der Kamarilla. Als Mitte Juni der„Kamps der Kamarillen" tobte und jede die Eulenburg-Asfäre zur Mattsetzung der Gegenpartei auszunützen suchte, schrieben wir, daß Biilow neben der Eulcnburg-Clique einen weit gefährlicheren Gegner an einer dritten Clique habe: an der Minister« oder richtiger der Bureaukratenclique, die wir folgcndermatzcn charalteriiierten:„Sie sieht die Ucberstüssigkeit der gelvaltsamen Methode bei dein Verfall der bürgerlichen Parteien in Deutschland ein. Ihre All- macht ist genügend gesichert durch ein Kartell der real- tionären Parteien, der Konservativen, Nationalliberolen und vor allein des Zentrums. Sie ist konsequent und wünscht für das Reich dieselbe Politik wie in Preußen. Sie haßt Büloiv und seine diplomatischen Mätzchen... Seine Methode widerspricht nach ihrer Ansicht der borniert-preußischen, junkerlichen Tra- d i t i 0 n, die auch nur das bloße Heucheln liberaler Anwandlungen verschmäht und in der Tat bei der Bedeutungslosigkeit der Liberalen diese Heuchelei auch nicht nötig hat." Und da diese Clique nach Bülows Sieg fortbestand, verhießen wir, daß das Intrigenspiel bei nächster Gelegenheit seine Fortsetzung finden werde. Diese Voraussage hat sich sehr schnell erfüllt. Vor einigen Wochen erschien eine Flugschrift des Schriftstellers Adolf Brand in Wilhelmshagen, in der behauptet wurde, hinter der Hardenschen Intrige gegen den Fürsten Eulenburg habe Fürst Bülow gesteckt, und nur weil sich Herr Scherl, der Besitzer des „Berliner Lokal« Anzeiger", in seinem Edelmut nicht zu der Preß- kampagne gegen die Liebenbergsche Tafelrunde hergeben wollte, sei fein Blatt in Mißkredit geraten und die„Tögl. Rundschau" zum Kaiser- b l a t t avanziert. Dann wurde erzählt, daß Gehcimrat S ch a e f e r dem Fürsten Bülow nach Norderney gefolgt sei, von„glücklich verbrachten schönen Schaeferstunden" gefprochen und schließlich die Frage aufgeworfen:«Wann wird dem Reiche ein Kanzler kommen, der keine Enthüllungen zu fürchten hat und der es darum wagt, dem Kaiser die Liste des Berliner Polizeipräsidiums vorzulegen, die, nach den Angaben im Reichstage, mehr als 20 000 Homosexuelle enthält, die der Polizei als solche bekannt geworden sind? I" Wir haben damals dieses Flugblatt völlig ignoriert; denn da so manches an dieser schönen Erzählung nicht stimmt, vor allem die Motive, die den„Verl. Lokal-Anz." bewogen haben, sich gegen Bülow zu wenden und sich in den Dienst der oben gekennzeichneten Bureaukratenclique, die in dem Freiherrn v. Rheinbaben ihr Ideal erblickt, zu stellen, völlig unrichtig geschildert sind, so erschien uns die Erzählung des Herrn Brand als zu unwahrscheinlich, um ihre Erwähnung zu rechtfertigen. Anders dachte die Bureaukratenclique, der die Beratungen Bülows mit liberalen Parlamentariern in Norderney höchst ver» dächtig erscheinen, da sie das heutige Dreiklassenwahlrecht erhalten zu sehen wünscht. So tauchten denn in einigen kleinen Sensationsblättern allerlei Anspielungen auf Herrn Brands Behauptungen auf, bis plötzlich kürzlich nach jahrelanger Pause Herrn Joachim GehlsenS „Deutsche Reichsglocke" wieder erschien und in ihrer ersten Nummer sofort die Brandschen Erzählungen und Andeutungen nach allen Regeln der Kunst sensationell ausschlachtete, und zwar in einer Weise, die deutlich die Absicht bekundete, in den sogenannten„aller- höchsten" Regionen Aufmerksamkeit zu erregen. Herr Gehisen scheint nach den ihm von seinen Gönnern ge» wordenen Informationen so sicher auf Erfolg seines Artikels ge« rechnet zu haben, daß er in der gestrigen Nummer seines BlattcS Bülow bereits als„gehenden Mann" behandelte und den von ihm im voraus zum Reichskanzler beförderten Herrn v. Bethmann- Hollweg folgenden Begrüßungsgesang spendete: Und als Herr v. Bethmann-Hollweg auf Norderney erschien, um sich über den Stand des Blockbreies unterrichten zu lassen» da war Fürst Bülows Schicksal so gut wie besiegelt und er konnte seinem Nachfolger die Freundschaftshand um so wärmer drücken. Herr b. Bethmann-Hollweg hat als alter preußischer Beamter durch seine Karriere erwiesen, daß er ein kluger resolvierter Gentlemcn ist und hat sich auch das ganz spezielle Vertrauen des Kaisers erworben und seit langem erfreut. Hoffen wir. daß. wenn ihm auch die Bürde des Reichskanzler. amtes zugefallen ist, er auch im Sinne der groß- zügigen Politik seines kaiserlichen Herrn es verstehen wird, Deutschland und Preußen vor allen Differenzen zu bewahren, in politischer wie sozialer Richtung die Fahne der Einheit und Einigkeit hochzuhalten, dem Volke die Wohltaten zu schaffen, welche im Rahmen der monarchischen Verhält- nisse zur Entwickelung von Freiheit und Pa- triotismus gegeben sind.. Doch Herr Gehisen muß schlecht informiert worden sein, denn heute abend bringt die„Nordd. Allgem. Ztg." folgende sensationelle Meldung:. „Wie wir hören, wiinfjjK der kaiserliche Staathaltcr in Elsaß- Lothringen mit Rücksicht.üf szin Alter demtüichst von seinem Posten zurückzutreten und hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Zum Nachfolger des Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg ist der kaiserliche Botschafter in Wien Graf von Wedel ausersehen, der auf diesem Posten durch den Staatssekretär des Auswärtigen Amts Herrn von Tschirschky ersevt werden soll. An die Spitz« des AnSwärtigcii Amts wird der kaiserliche Botschafter in Peters- bürg von Schoen treten." Ein Sieg Bülows! Herr von Tschirschky geht nach Wien und an seine Stelle tritt als Staatssekretär der gefügigere und mit Bülows Auffassungen mehr übereinstimmende Herrn von Schorn.. Danach scheint die Hoffnung der Burcaukraten-Kamarilla, den Kanzler zur Strecke bringen zu können, sich diesmal noch nicht er- füllen zu sollen. Aber wie lange wird er sich des kleinen Sieges freuen? Unter dem persönlichen Regiment wechseln oft schnell die Entschließungen._ ilaumaim als Crpretier! Der nationalliberale Parteitag, der am 5. und 6. Oktober in Wiesbaden stattfand, hat kein neues Licht auf die Nationalliberalen geworfen. Sie bleiben, was sie waren: die unbedingteste Schutztruppe des Regicrungs- absolutiSmns, die Feinde jeder demokratischen Entivickelnng. Gesteigerter Militarismus und Marinismus, Ausnahmegesetze gegen die Polen, Begünstigung der gelben Gewerkschaften»>.> Eiffetzung des Drciklassenwahlrechts durch ein Vierllassenwahl- recht, das ist so das Aktionsprogramm dieser angesehenen Vertreter der Vereinigung von Großkapital und Großgrund« besitz. Sie haben daher durchaus recht, wenn sie sich als Kern des konservativ-liberalen Blocks be- zeichnen, dessen Schale der Freisinn bildet. Gerade aber auf den Freisinn fällt Helles Licht durch die Reden, die die Nationalliberalen hielten, und wir können mit Befriedigung konstatieren, daß die Nationalliberalen sich unsere Kritik der Freisinnigen Volkspartci völlig angeeignet haben, wenn sie dieser Kritik auch ein wenig andere Worte leihen als wir. In einer.,Volks"-Vcrsammlung, die im An- schluß an den Parteitag stattfand, ließ sich der heilige P a a s ch e also vernehmen: „Erfreulich sei die Schwenkung, die die Linkslibe- ralen gemacht haben. Man entsinne sich»och der Aenßerung Eugen Richters vor einigen Jahren, daß es keine ver- hängnisvolleren Politiker gebe, als die National- liberalen. Heute klinge eS aus freisinnigem Munde anders. Auf dein Berliner Parteitage hörten wir eine so ver- ständige Aeiißenlng. daß man nicht mit dcu�Kopf durch die Wand gehen könne und f i ch m i t dem Erreichbaren begnügen wolle. Das war immer unser Standpunkt.... Wir werden nach wie vor nationale Politik treiben und freuen uns dabei be- sonders, d aß uns die freisinnigen Führer unter- st ü y c n." Das ist genau dasselbe, was wir gesagt haben: Seit dem Parteitage der Freisinnigen Volkspartei ist der Unterschied zwischen Paasch« und Bassermann einerseits, den Fischbeck, Siopsch und Müller andererseits verschwunden I Der Freisinn ist aus der Opposition abgcpascht, und Herr Paasche, der darin sachverständig ist, spricht ihn heilig. Allerdings: wunder- liche Heilige, die sich ihre Heiligkeit durch perverse Paarungs- brunst erwerben I Fast könnte es sogar scheinen, daß Herr Paasche, der Agrarier, noch mehr Mut findet, den Ueberagrariern entgegen- zutreten, als die Frcisinnsrencgaten. Vor den Folgen der Wuchcrzöllc wird selbst einem Paasche bange: „Wir freuen uns der jetzigen günstigen Konjunkwr, die es zuwege gebracht hat, das; von einer Not der Land- Wirrschaft nicht mehr die Rede sein kann. Viel eher konnte man die Frage auswerfen, ob die Preise heute nicht zu sehr gestiegen seien." Nun, die Arbeiter haben diese„Frage" längst beantwortet und sie werden noch sehr energisch die Herren im Parlament um die Antwort darauf drängen, was sie gegen den un- erträglich hohen Stand, den die Getreidepreise heute in Teutschland erreicht haben, zu tun gedenken! Fand Paasche, daß die Herren von der freisinnigen Volks- Partei ganz nationalliberal gesprochen und gehandelt haben, so stattete ihnen der preußische Landtagsabgeordncte Schiffer dafür sogleich den Dank ab. Indem er über Naumann und das„Verl. Tagebl." herfiel, erfüllte er das geheime Sehnen der Fischbeck und Konsorten. Herrn Naumanns wahrlich nicht allzu konsequenten und allzu kühnen Wünsche, den Freisinn zur Erfüllung seines wichtigsten Programmpunktes, des gleichen geheimen Wahrcchts in Preußen, zu bewegen, charakterisierte dieser Nationalliberale blockbrüder- lich also: „Was Naumann aber getan hat, das hat der Wahlrechts- reform nickt nur nichts genützt, sondern direkt geschadet.(Sehr richtig!) Es war eine Art Revolverpolitik, die weder liberal noch loyal ist, und gegen diese Art und Weise, die uahe an Erpressung grenzt, legen wir hiermit Verwahrung ein." Wir gcstchen, wir beneiden Herrn Naumann und seine Gesinnungsgenossen in der Freisinnigen Volkspartei nicht uni die Gefühle, die sie haben müssen, während sie mit solchen Leuten gemeinsam Politik machen I Die Ncaktionäre ersparen ihren neuen Gefolgsleuten wirklich keine Demütigung, keine EriiiedriguiiAl De» Dauineu auf dem Auge «ud das Knie auf der Brujt, so liegt der Freisinu am Bode»! Es ist charakteristisch, mit welchem Uebermut und mit welcher absichtlich provozierenden Unverschämtheit die Neaktio- näre aller Sorten ihre Forderungen stellen, je näher die Parlamentseröffnung rückt.'Man hat dem armen Freisinn gestattet, so lange die Sommerferien währten, mit allerlei Hoffnungen seine Wähler einzulullen, nach dein famosen Rezept des Freiherrn v. Zedlitz, den Liberalen ihre Phrasen gnädigst zu v er statten. Die Ferien sind jetzt vorbei, der liberalen Reden sind genug gewechselt, nun läßt man das Volk die reaktionären Taten sehen. Man kann es uin so ruhiger tun, da die famose Taktik der Freisinnigen Volkspartei die Herren im voraus darüber be- ruhigt hat, daß sie sich keinen Zlvang aufzuerlegen brauchen. AlleS mit dem Block, nichts init der Sozialdemokratie— bei dieser Parole der Fischbeck und Müller hat die Reaktion im vornhin ein gewonnenes Spiel, und im Auftrumpfen waren die Herren ja nie schüchtern. Der nationalliberale Parteitag hat das Verdienst, die Klarheit über die Blockpolitik, von deren Verdunkelung der Freisinn politisch lebt, noch vergrößert zu haben. Wer noch eine Spur demokratischen Empfindens sich bewahrt, kann heute nicht mehr im Zweifel sein, daß Demokratie und B l o ckp o liti k u n v e r s ö h n b a r e Gegensätze sind. Die Unterstützniig der Blockpolitik ist Verrat an der Demokratie! Zeh» fahre Wischer Meilerbund. Am 8. Oktober 1907 begeht der Allgemeine jüdische Arbeiterbund vie Feier seines zehnjährige» Bestehens. Im Herbst 1897 war es, als sich die lokalen sozialdemokratischen jüdischen Organisationen, die in zahlreichen Städten Litauens und Polens die sozialistische Arbeit in den jüdischen Massen führten, zu einer einheitlichen Organisation zusammenschlössen. Die ersten geheimen Zirkel, in denen den besten Elementen der jüdischen Arbeiterschaft der Sozialismus gepredigt wurde, datieren vom Jahre 1387. Jedoch war das Charalteristische an diesen, von einzelnen jüdischen Intelligenten geleiteten Organisationen, daß sie, obwohl sie im jüdischen Proletariat wirkten, nichts Jüdisches an sich hatten, sondern einzig und allein auf die russischen Verhältnisse, die russische Kultur zu- geschnitten waren. Dieser Zustand konnte naturgemäß nicht lange dauern. Sobald die Betvegnng die Masse n ergriff, änderte sich ihr Charakter zusehends: Die dem jüdischen Proletariat fremde russische Sprache mußte durch seine Muttersprache ersetzt, eS mußte eine jüdische Literatur geschaffen werden. Die Organisationen sahen sich vor neue Aufgaben gestellt: es fiel ihnen nunmehr auch der Kainps gegen jene besonderen Formen der Unterdrückung dcS jüdischen Proletariats zu, die aus seiner Stellung als Angehörige der rechtlosesten Nation des russischen Reiches resultieren. Gleichzeitig begann die bisher vorwiegend ökonomische Bewegung immer mehr und mehr in? politische Gebiet überzugreifen und die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung dieses dreiseitigen Kampfes des jüdischen Proletariats, eines engeren Zusammenschlusses im Kanipf für feine Rechte als Proletarier, Bürger und Jude, machte sich immer mehr geltend. So entstand im Jahre 1697 der„Bund". Mit Stolz und Genugtuung darf jetzt der„Bund" auf die Früchte seiner Arbeit zurückblicken. Dem jüdischen Proletariat, diesem„Paria unter den Proletariern", den am brutalsten Unter- drückten und Geknechteten der rechtlosen Bürger Rußlands, hat er das Bewußtsein seiner Kraft und Würde gebracht. Die weithin leuchtende Fackel des Sozialismus hat er ihm in die Rechte gedrückt und es in die vordersten Reihen der Kämpfer für Rußlands Freiheit gestellt. Nichtumsonst wird bereits im'Jahre 1396 imVericht der russischen Sektion an den internationalen Kongreß die jüdische Arbeiter- bewegung„die Avantgarde der revolutionären Bewegung in Ruß- land" genannt. Auch weiterhin hat daS unter der Fahne des „Bundes" organisierte jüdßche Proletariat eS verstanden, diesen ehrenvollen Platz zu behaupten— um den Preis zahlloser schwerer, aber freudig gebrachter Opfer. Durch die Entfesselung des wildesten Rassenhasses, durch die Organisation verbrecherischer Mordbanden, hat die russische Regierung die revolutionäre jüdische Arbeiter- bewegung niederzuknüppeln gesucht. Und hier gebührt dem„Bunde" da« hohe Verdteilst, Pen wahren Charakter der Pogrome aufgedeckt und daS jüdische Proletariat gelehrt zu haben, mit der Waffe in der Hand sein Leben und seine Ehre zu verteidigen. Der„Bund" war es, der als erster die Organisation des bewaffneten Selbstschutzes schuf, der einen Wendepunkt in der Geschichte der Juden- Verfolgungen in Rußland, eine völlige Umwälzung in der Psychologie des russischen Judentums bedeutet. Hochbedeutend ist ferner die Rolle, die der„Bnnd" bei der Be- kämpfung der nationalen Strönumgen im Judentum gespielt hat. Erst vor kurzem hat der zionistische Kongreß in Haag den völligen Zusammenbruch des Zionismus demonstriert, und dem„Bunde" ge- bührt die Ehre, ihm die tiefften Wunden geschlagen zu haben. Selbst daS sozialistische Mäntelchen, das der Zionismus sich in letzter Zeit umhängt, vermag nicht ihm nennenswerten Einfluß auf die jüdischen Arbeiter zu sichern. Diese ganze mächtige Arbeit hätte aber der„Bnnd" nickt leisten können, wenn er nicht, mitten im Kanwf stehend, eine Waffe ge- schmiedet hätte, die gleichzeitig eine wertvolle kulturelle Errungenschaft ist: die jüdische Sprache verdankt ihre jetzige Gestalt in hohem Maße dem„Bunde". Vor 19— IS Jahren war sie nicht mehr als ein Idiom, das zum Ausdruck nur der elementarsten, alltäglichen Begriffe geeignet war. Heute aber steht sie auf einer Höhe, die den jüdischen Massen die herrlichsten Schätze der internationalen Kunst und Wissenschaft zugänglich macht. Um so höher ist dieieS Werk der Umgestaltung der Sprache zu bewerten, als sie der„Bund" unter den erschwerenden Existenzbedingungen einer illegalen Partei, niit den unzureichenden Mitteln einer geheimen Presse geleistet hat, be- gleitet einerseits von den wütendsten Verfolgungen, andererseits vom Hohn und Achselzucken der jüdischen Bourgeoisie, die einer jüdischen Kultur jede Existenzberechtigung abspricht. Das starke nationale Bewußtsein, das der„Bund" stets zur Schau getragen, hat sich immer mit einem tiefenipstnidenen Gefühl der Solidarität mit dem gesamte» Proletariat Rußlands gepaart, an dessen Seite er— wenn auch vorübergehend organisatorisch ge« schieden für die Befreiung des Landes kämpft. Und jetzt, als der „Bund" wiederum ein vollberechtigtes Mitglied der sozialdemokrati- schen Partei Rußlands ist, nimmt er den regsten Anteil an ihren: inneren Lebe», im Bestreben, die sie zerfleischenden Zwistigkeiten, wie er selbst sie glücklicherweise nie gekannt, zu schlichten und zu beseitigen. Hand in Hand mit dem Proletariat Rußlands hat das jüdische Proletariat seinen Heldenkampf geführt. Der schönste Glückwunsch, den wir dem„Bunde" an dem erhebenden Festtag seines Jubiläums darbringen können, ist der, daß dieser Kampf in naher Zukunft mit einem vollen, ungetrübten Siege enden möge l ffiaroMlO. Jglesias' Ausweisung. Auch frühere Ministerpräsidenten haben ausländische Politiker als„gefährlich für die öffentliche Ordnung" ausgewiesen. M e l i n e hat Bebel und Bueb.Combes zuletzt noch dem Abbe D e l s o r den Aufenthalt auf französischem Boden untersagt. Aber der eine Minister war ein ausgesprochener Reaktionär, der andere in den Diktaturtraditionen der ersten Republik politisch erwachsen, kein anarchistischer Individualist, kein— Clemcnceau! Und dann— für den erbitternden Akt haben jene doch nicht die gehässigste, geringschätzigste Form gesucht, wie sie dem„Aestheten" Clemenceau beliebte. Daß aber Clemenceau die gehässigste, geringschätzigste Form wirklich gesucht hat, darüber ist kein Zweifel möglich. Er hat sich doch selbstverständlich sagen müssen, daß das Verfahren gegen Jglesias mit dem ungleich höflicheren der deutschen Regierung gegen Jaures verglichen werden würde, zumal da der Anlaß hier wie dort der gleiche war: die Absicht eines sozialistischen Redners, vor Parteigenossen des anderen Landes eine Propaganda- rede für die sozialistische Friedenspolitik zu halten. Nun sind wir wahrhaftig weit entfernt davon, aus der größeren„Artigkeit" der deutschen Reichsregierung in jenem Falle auf eine Ueberlegen- heit in Politik und Manieren bei der deutschen Diplomatie zu schließen. Die Kulturschminke, die sie gegenüber dem berühmten Redner und ehemaligen Vizepräsidenten der französischen Dcpu- tiertenkammer aufzulegen sich verpflichtet fühlte, verschwindet ja, sobald sie es etwa mit— Russen zu tun hat. Und JglesiaS ist bloß ein in jahrzehntelanger Arbeit für das Proletariat er- grauter schlichter Pionier des Sozialismus, nicht eine Berühmtheit auch im Sinne schöngeistiger Diplomatensalons. Aber immerhin — daß der Vergleich gezogen werden würde, das hat Clemenceau boraussehen müssen, und darum kann man eben sagen, daß er ihn gesucht hat. Nun ist ja zu begreifen, daß Clcmenceaus Nervosität einen solchen Grad angenommen hat, daß er irgend eine jähe Aus- l ö s u n g für sie sucht. Die Situation in Marokko ist heute so, daß die französische Regierung weder vorwärts noch zurück kann, das erste nicht, weil sie ja doch vor den Gefahren eines inter. nationalen Konflikts zurückscheut, das zweite nicht, weil die nach- drängenden Stämme das Land in Anarchie stürzen werden. Aber daran sind doch wahrlich nicht die Sozialisten schuld, die von Anfang an gegen das marokkanische Abenteuer Einspruch erhoben! Clemenceau hat allerdings den trübseligen Versuch gemacht, in einem Gespräch mit einem bürgerlichen Journalisten die Maßregel gegen Jglesias mit dem„Antimilitarismus"(worunter offenbar der„AntiPatriotismus" verstanden sein soll) in Verbindung zu bringen. Aber wen will der Minister wohl glauben machen, daß der Erobernngszug in Afrika ohne Hindernis von statten gegangen wäre, wenn die Sozialisten ihm nicht opponiert hätten? Und wie soll daS Bemühen der Sozialisten, jeder Kriegsgefahr vorzu- beugen, mit dem Hervöismus identifiziert werden, der doch, wo- fern er konsequent ist, gar nicht das Interesse hat, sie zu be- seitigen, da er den Augenblick der Kriegserklärung als das Datum der Revolution festsetzt? Aber wenn der nervöse Zorn dcS Ministerpräsidenten nicht nach einem zureichenden Grunde gefragt hat, so hätte ihm doch einige ruhige Ueberlegung sagen müssen, daß die rücksichtslose Be- Handlung � des Spaniers JglesiaS auch vom Standpunkt seiner Politik aus ein schwerer Fehler war, da doch in eben diesem Augen- blick die Verstimmung der Spanier aller Parteien über das kost- spielige und aussichtslose marokkanische Abenteuer überhand nimmt und eS an Reibungsflächen auf dem afrikanischen Schauplatz doch wahrlich nicht fehlt! Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die spanische Regierung der französischen den Gefallen erwiesen hat, ihrerseits die zur Madrider Versammlung gekommenen fran- zösischen Redner auszuweisen. Ob die Politik der radikalen Re- gierung eine lange Fortsetzung solcher blinden Ausbrüche persön- lichcn Aergers aushält, wird sich zeigen. Daß jedoch die Aktion der Sozialisten für den Weltfrieden und gegen die kapitalistische Kolonialpolitik durch sie nicht gehemmt und nicht geschwächt wird, darüber wird den Herrschenden bald kein Zweifel bleiben. ».' Die Protestversammlung der Pariser Sozialisten. Wie vorauszusehen war, hat die Ausweisung Pablo Jglesias' der Versammlung am Sonnabend keinen Eintrag getan, sondern im Gegenteil die Erbitterung der Versammelten und ihren cncr- gischen Entschluß verstärkt, mit der kapitalistischen Abenteuer- Politik in Afrika auch das Willkürregimcnt im Inland zu be- kämpfen. Den Vorsitz führte Lafargue, der in einer feurigen An- spreche die Deueste Tat des EleWüllSüsche« KttrseL chargkterisierte. Ihm folglcn die Deputierken DüböiZ, Gröussie?, Me?» Ii c r und Sembat, endlich Genosse Tarbouriech. Be» sonders scharf sprach Sembat: Die Politik der radikalen Rc- gierung hat Frankreich, so führte er aus, in das Dilemma gebracht. entweder sich freiwillig aus Casablanca zurückzuziehen und Marokko dadurch erst recht den Stämmen preiszugeben oder aber zu bleiben, auf die Gefahr hin, von Teutschland eines Tages zur Räumung aufgefordert zu werden, was auf einen europäischen Krieg oder ein zweites Faschoda hinausliefe.„Aber alle Faschodas der Welt", so rief der Redner,„sind mir lieber als ein Krieg! Wenn wir einen Fehler begangen haben, so müssen wir ihn ohne falsche Scham wieder gut mache u." Die Versammlung beschloß schließlich zwei Resolutionen, von denen die erste gegen die Ausweisung Jglesias' protestiert, die zweite, an den Beschluß des Stuttgarter Kongresses über die sozialistische Friedensaktion erinnernd, die Solidarität des fran- zösischen und des spanischen Proletariats und der ganzen sozia- listischen Internationale im Kampfe gegen die kapitalistische Kolonialpolitik verkündet. Die Versammlung ging nach dem Gesang der"„Internationale" ruhig auseinander, ohne daß die in Massen bereitstehenden Polizeischaren Gelegenheit gefunden hätten, zur „Rettung des Staates" mit ihrer Muskelkraft beizutragen »»» Madrid, 7. Oktober. Gestern fand hier eine Kundgebung gegen die Marokko-Erpedition statt, an der stch etwa 2000 Personen beteiligten. Es wurden Reden gehalten, in denen gegen die Ausweisungen aus Paris und Madrid protestiert und erklärt wurde, die spanische und die französische Regierung hätten das Völkerrecht verletzt; der Krieg in Marokko sei ver- dammnngswürdig. Schließlich wurde eine Resolulion gefaßt, in der von der Regierung verlangt wird, sie solle die spanischen Truppen zurückziehen und die Unabhängigkeit Marokkos achten. Zwischenfälle ereigneten sich nicht. poUtifebe üebcrSicbt Berlin, den 7. Oktober 1807. Lebensmittelverteuerung. Einen interessanten Beitrag zur Frage, wie stark in den letzten Jahren die Verteuerung der wichtigsten Lebensbedürfnisse gestiegen, liefert eine Statistik, die jüngst der„Preußische Beamtcnvcrein in Breslau" aufgenommen hat. um die Notwendigkeit einer Erhöhung der Beamtenbesoldung nachzuweisen. Als Grundlage für die Aufstellung dienten AnSkünftc, die bei Firmen und Geschäftsleuten eingeholt sind, sowie die von Vereins- Mitgliedern seil vielen Jahren geführten Wirtschaftsbücher. Die „Schles. Ztg." bringt über die Erhebung folgende Mitteilungen: Die Preissteigerungen für Brot, Fleisch und Milch brauchten nicht ermittelt zu werden, da aus anderen Erhebungen feststeht, daß sie um 10 bis 20 Proz. gestiegen sind. Von den sonstigen Lebensmitteln sind teurer geworden Butter um durchschnittlich 25 Proz., Eier sind gestiegen um 23, Kartoffeln um 22, Mehl um 10, Obst um 14, Hülsenfrüchte um 27 bis 85, Gegräupe um 11 bis 20, Hirse um 45, Semmel um 27, Zwieback um 17, Heringe um 20 Proz. Die Preise für FeucrungSmatenal find um IS bis 22, für HauSgeräte um 15 bis 20 Proz. in die Höhe gegangen. Ebenso erfordert die gesamte Kleidung erheblich höhere Aus- gaben. Männer- und Kindcrhüte sind um 10 bis 25. Fraucnhüte um 80, Leibwäsche um Lg'/z, baumwollene Unterkleidung um 20 bis 25, wollene um 13 bis 28, Lberkleidung um 20 b:S SO, Schuhwerk um 10 bis 25, Schirme, Halbschuhe u. dergl. um 25 bis 28 Proz. teuerer geworden. Außerdem sind die Wohnungen im Preise(um fast 25 Peoz.), das Schulgeld ist um 20 Proz. erhöht, die Bücher sind durch Wegfall des Rabatts um 5 du 10 Proz. teuerer geworden. Die„Tägl. Rundschau" bemerkt zu dieser Aufstellung:„Die Veröffentlichung dieser statistischen Erhebungen kommt gerade zur rechten Zeit. Sie wird hoffentlich bei den endgültigen Beratungen in den Ministeren noch die gebührende Beachtung finden." Würde ein Arbeiterverein diese Preisstatistik aufgenommen uild daraus die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung gefolgert haben, so würde das edle„Kaiserblatt" über Unverschämtheit der Arbeiter schimpfen.----_ Ein„Unglückstag". Emen„Nnglückstag" nennt die„Kreuz-Ztg.". das führende konservative Organ den 13. Dezember 1900, den Tag der ReichstagSauslösimg I Seit das Zentrum aus blindem Partei- fanattSmus die Regierung gezwungen habe, den„sogenannten ent- schiedencn Liberalismus" zu Hülfe zu rufen, habe„ein Wettbewerb der Demokratie mit der Sozialdemokratie um die Gunst der Masten eingesetzt, der der Regierung selbst Angst und Sorge machen könne. Die„Kreliz-Ztg." bekämpft dann namentlich die liberalen Forderungen auf den: Gebiete des Schulwesen s. Eine nette konservativ-liberale Paarung! Noch hat die Ne- gierung dem Liberalismus nicht die kleinste Konzession gemacht, noch hat das Junkertum nicht das kleinste Opfer zu bringe!: brauchen— und schon nennt das führende Organ der Konservativen den Vcnnählungstag der Blockbettgeuossci: einen U n g l ü ck S t a g! Trotzdem glauben wir nicht, daß der Tag-der Scheidung schon so nahe ist. Der Freisini: wird sich durch die leitende Gardinen- predigt seiner stärkeren Hälfte noch mehr einschüchtern und mit noch jämmerlicheren Alimenten abfinden lassen! Selbst ein gelegentliches Tral�ament mit der Reitpeitsche wird ihn nicht vctanlassc», seinem rüden EhcgesponS davonzulaufen.— ZentrnmS-Hticincn. Im bayerischen Zentrum hat die Richtung Pichlcr v. Ko. über Dr. Heim und seine klerikal-radikale Gefolgschaft einen vorläufige!: Sieg errungen. Während bisher Dr. Heim als Vertreter seiner Fraktion den: Finanzausschuß des bayerischen Landtages angehörte. ist er diesmal bei der Eröffnung des Landtages nicht Ivieder in diesen Ausschuß gewählt worden. Darauf hat kurz entschlossen Dr. Heim den ihn von der sogenannten„höfischen" Richtung des bayerischen Zentrums hingeworfenen Fehdehandschuh aufgenommee. und seinen Anstritt aus dein FraktionSvorstande erklärt. Das klerikale„Bayerische Vaterland' schreibt zu diesen: Rivalitätsstreit: Die Absägung Dr. HeimS im Finanzausschuß hat in allen Kreisen rößtelleberraschung und peinliches A u f s e h e i: ervorgerufen. Denn die Absägung dcS hochverdienten Parlamen- tarierS wurde in verletzendster Form in Szene gesetzt. Dr. Heim hat aber die Konsequenzen des Dankes von: Hause Habs- bürg resp. Pichler m Komp. gezogen und hat auch seinen Austritt aus dem Vorstande der Zentrumspartei erklärt. Dr. Heim ist mit berechtigter tiefster Verstimmung am DonnerStagmittag für längere Zeil' nach Regensburg abgereist. Inzwischen sinnen die bekannten Zentriimshyäncu- Parlamentarier gegen Dr. Heim auf neue Rachepläne. Vorläufig hat demnach Dr. Heim den kürzeren gezogen; aber io leicht wird eS den Pichler und Schädler nicht werden, ihn matt zu setzen, denn Dr. Hein: hat nicht nur den größten Teil der bayerischen Bauernschaft, sondern auch der niederen Geistlichkeit hinter sich.—_ Ostafrikauische Preszbummler als Kulturverbreiter. In dem Ullstein-Blatte erzählt einer der joumalisttschen Ost- asrika-Bliinmlcr, die Derubura ans seiner Spritztour begleiteten, tmk auch er �ut Verbreitung der Prügelkultur bereits beigetragen habe. Conrad Alberti hci�t der journalistische Kulturpionier. Er beklagt sich darüber, daß die ihn begleitenden Träger. Leute von der K ü st e, beim Ersteigen deS Gebirges furchtbar gestöhnt hätten. Namentlich der Kräftigste von ihnen habe sich angestellt, als ob er unter der Last zusammenbreche. Er habe ihn aber der Behörde übergeben, die ihm 25 aufgezählt habe, und da sei es andern Tages wunderhübsch gegangen! Im übrigen vergleicht Herr Alberti die Jammerlappen von schwarzen Wägern mit Tiroler Bergsteigern, die ganz anderes leistetenen. Dieser Rcisebrief zeigt, wie leicht ein Eingeborener in Ost- afrika zu Prügeln kommen kann! Irgend einem landesfremden Touristen braucht es nur einzufallen, seinen Träger der Faulheit zu bezichtigen, und dieser erhält prompt seine Fünfundzwanzig I Zu- gleich zeigt der Vorfall, wie rasch selbst ein im Vaterland so be- scheidenes, ja demütiges Lebewesen, wie ein deutscher Journalist, sich in den Kolonien zum„Herrenmenschen" entwickelt! Wie wirkliche Landeskenner über die Leistungen oft- afrikanischer Träger urteilen, beweist der Reisebrief eines anderen journalistischen Dernburg-Trabanten, der im„Hamburg. Korrespondenten" wiedergegeben ist. ES heißt da: „Die Träger tragen 60—70 Pfund" ist ein Satz, den man in jedem Afrikawerk lesen kann, aber wer hat wohl schon mal darüber nachgedacht, was das eigent- lich heißt und welchen eiioriiicn Aufwand von Kraft, Ausdauer und Energie das erfordert! Wer von allen Astikarcisenden hat schon mal solche Last auch nur eine Tagereise weit geschleppt! Ich habe es einmal getan im Jahre 1885, da trug ich eine Last von Ngerengere nach Koh, wenn ich mich recht erinnere, etwa fünf Marsch stunden. Ich war damals ein Niesen- kerl an Kraft und Ausdauer, aber ich gestehe, daß ich schon nach den ersten zwei Stunden mein Unterfangen ver- fluchte und zähneknirschend meine La st weiter trug, nur weil ich vor meinen Leuten nicht klein bei- geben wollte. Damals habe ich den Träger und seine un- glaublichen Leistungen erst so recht schätzen gelernt, nachdem ich am eigenen Leibe erfahren hatte, wie es tut." So urteilt ein alter Afrikaner, der selbst einmal die Arbeit als Träger probiert hat I Vielleicht macht Herr Alberti auch einmal den Versuch— und zwar in der Ebene und in der Sonnenglut, die er ebensogut gewohnt ist, wie ein Küsten- träger das Bergeklettern!— Eine Münzkur. Eine in früheren Zeiten von kleinen Raubstaaten oft angewandte Methode den LandeSftnanzen aufzuhelfen, hat nach der Versicherung der„Milit.-Pol.-Korresp." aufs neue die Reichsrcgierung entdeckt. Sie will im kommenden Winter dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorlegen, der den Betrag der umlaufenden Silbermllnze um 5 Mark pro Kopf der Bevölkerung erhöht. Ursprünglich hatte, so meldet die betreffende Korrespondenz, die Regierung eine Erhöhung der Silber- münzquote um 2 Mark auf den Kopf der Bevölkerung beabsichtigt. Es besteht jedoch Neigung, eine Erhöhung von 5 Mark Pro Kopf, also um rund 310 Millionen Mark eintreten zu lassen. Der Reichskanzler steht dem Projekt, das von feiten der Heeresverwaltung aus Gründen des finanziellen Mobilmachungsbedürfnisses(Auszahlung der Mannschaftslöhnung an das Bier- Millionenheer) lebhaft unterstützt ivird, auch schon deshalb sympathisch gegenüber, weil nach dem heutigen Silberstande der Gewinn deS Reiches auf diese vermehrte Ausprägung 40 Prozent, also etwa 125 Millionen Mark, betragen und„mit einem Schlage die drohenden Schwierigkeiten des ReichshaushaltsvoranschlageS von 1008/00 beheben würde." Eine wahrhaft geniale Idee, die Reichsfinanzen zu der- bessern.—•_ Liebert schwatzt aus der Schule. Herr Liebert, der ReichsverbandsgeneralissimuS und der Adjutant BülowS, hielt am Sonnabend in Borna eine Rede, aus der einige Stellen festgehalten zu werden verdienen. Er tadelt zunächst Bülow wegen seiner Marokkopolitik. Man hätte mit Frankreich ein Abkommen treffen sollen, nach dem die eine Hälfte Marokkos Deutschland, die andere Hälfte Frankreich zuzufallen sei. Die AlgeciraSakte fei absolut wertlos. Liebert vertrat dann weiter den Stand- ppnkt. daß Deutschland England den Rang ablaufen müsse. Zu diesem Zweck müsse eS auf die Verbreitung der deutschen Sprache im Auslände das höchste Gewicht legen. Namentlich müßte eine Vermehrung der deutschen ausländischen Schulen angestrebt werden. Selbstverständlich plädierte der Reichsverbandsgcneralissimus auch für eine uferlose Weltpolitik. Bis 1917 sei Deutschland zur See so gut wie wehrlos, wenn nicht der Flottenbau beschleunigt werde. Interessant war auch, daß Liebert bemerkte, daß der Graf Posadowsky wegen politischer Differenzen mit Bülow„gegangen worden" sei. Ferner: daß die Einführung der Witwen- und Waisen Versicherung noch ungewiß sei. Sei doch kaum anzunehmen, daß der Plan, aus den Einnahmen des Zolltarifs dafür jährlich 40 Millionen zurückzulegen, ausgeführt werden könne. Liebert ist ja nicht nur der Vertraute BülowS, sondern auch der gesamten Reaktion. Was er ungeniert und zuweilen mit geradezu täppischer Offenheit ausspricht, denken die K r e i s e, m deren Dienst sich der Rcichslügenverband gestellt hat!— Mit der Selbsthülfe des Offizierssävels droht dse„DeutscheTageszeitun g". Sie gibt folgenden Bericht der„Hamburger Nachr." aus Lübeck wieder: „Vor einigen Wochen stellte ein hiesiger Offizier bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag gegen einen Bau- arbeit er, weil dieser, als der Offizier an dessen Arbeits- stelle vorüberging.„Brüse witz"! gerufen hatte. Der be- treffende Offizier ließ die Persönlichkeit des Bauarbeiters sofort durch einen Schutznrann feststellen, was zur Folge hatte, daß der Arbeiter noch am Tage deS Vorfalles den Offizier zwei- mal in dessen Wohnung aufsuchte, um flehentlich um Entschuldigung zu bitten. Der Osfizier zog in- dessen den Autrag nicht zurück und zwar, weil er nicht in seiner Person, die dem Bauarbeiter gänzlich unbekannt war, beleidigt war, sondern die Beleidigung sich gegen den Stand richtete, dem er angehört. Dieser Tage nun wurde vor dem hiesigen Schöffengericht der Fall verhandelt und endigte mit der Freisprechung des Bauarbeiters. Sie erfolgte, einmal weil der angeklagte Arbeiter und zwei seiner Genossen, diese unter ihrem Eid, aussagten, einer von ihnen habe den Spitznamen „Brüse loitz" u»d sei bei dem Vorfall gemeint gewesen und sodann, weil das Gericht der Behauptung des Angeklagen Glauben schenkte, den Osfizier nichr gesehen zu haben und überhaupt nicht zu wissen, wer Brüse witz ge- w e s e n sei. Endlich maß das Gericht auch noch dem Umstände Gewicht bei, daß der beklagte Bauarbeiter erwiesenermaßen selb st gerne Soldat gewesen sei, da er sich über alle nicht gedienten Kollegen als„NeichSkrüppel" lustig mache." Trotzdem also ertviesen war, daß der Angeklagte nicht den Offizier, den er gar nicht gesehen hatte, sondern einen Arbeitskollegen„Brüscwitz" tituliert hatte, trotzdem der Angeklagte- gar nicht wußte, ivas das Wort bedeutete und obendrein alles andere als Gegner des Militarismus war, nennt das Agrariertum den Freispruch„befremdend". Ja, es meint, daß durch solche„Milde"(!) des Gerichts „die Selb st hülfe geradezu herausgefordert" werde I Das Oertel-Blatt animiert also förnilich zur— Brüsewitzereil Nun, gegen solche Selbsthülsc des SäbclS gäbe es schließlich auch noch— Selbsthülfe l Oeftemidv�liigarii. Der„Ausgleich", diese berühmte Seeschlange, soll nun doch noch glücklich in den Hafen gebracht werden. Wie ein Wunder ist dies Resultat über Nacht vom Diplomatcnhimmcl herabgefallen; denn am Sonnabend mittag hieß es noch, die Chancen des„Aus- gleichs" ständen schlimmer als je. Dann aber— des Abends— fand man urplötzlich doch noch die rettende„mittlere Linie", auf der sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern für die nächsten 10 Jahre sollen regeln lassen. Vom 9. September 1906 bis zum 5. Oktober 1907 haben die VerHand- lungen gewährt, deren letzte formale Stadien augenblicklich noch in Ofen zu passieren sind, für die jedoch nach übereinstimmenden offiziellen Aeußcrungen von verschiedenen Seiten keinerlei Weiterungen mehr befürchtet werden. Der österreichische Rcichsrat ist auf den 16. Oktober einberufen, an welchem Tage diesem Parlament sowohl wie dem ungarischen Rcichsrat die Ausgleichscntwürfe vorgelegt werden sollen. Der 10. Oktober. Budapest, 6. Oktober. Falls das Verbot der Demonstration bei der Eröffnung des ungarischen Reichsrats am 10. Oktober aufrechterhalten ivird, beabsichtigen die Korporationen, in kleineren Trupps vor das Parlament zu ziehen. Budapest, 7. Oktober. Der Minister deS Jimcrn hat die Eni- scheidung des Polizeichcfs, welche de» Sozialdemokraten cincn DcnioustrationS-llmzug vor dem Parlamente am 10. d. M. verbietet, b e st ä t i g t. Die Parteileitung wird in einer heute stattfindenden Konferenz hierzu Stellung nehmen.— frankmck. Paris, 7. Oktober. Ter Reserveoffizier Biville, der sich gc- lveigert hatte, die Rcgimentsfahne zu tragen, wurde, nach einer Meldung aus Caen, zu vierzehu Tagen strengen Arrests ver- urteilt.— Dänemark. Kopenhagen, 7. Oktober. Der Reichstag ist heute zusammen- getreten. Der Folkething hat sein bisheriges Präsidium wieder- gewählt. Der Landsthing wählte a» Stelle des Konferenzrats Hansen(freikonservativ) den Gencralauditenr Stcffenscn(frei- konservativ) zum Präsidenten. Zum ersten Vizepräsidenten wurde Madsen Mygdal l Reformpartei der Linken) wiedergewählt, zum zweiten Vizepräsidenten Brcinholt(freikonservativ) anstatt Steffenscns. Die Linke und die Freikonservativen stimmten bei den Wahlen zusammen gegen die Rechte.—- Indien. Unruhen in Calcntta. In den letzten Tagen haben, wie englische Blätter nach Reuter zu berichten wissen, in Calcntta blutige Zusammen- stöße zwischen Polizei und Bevölkerung stattgefunden. Es wurden Fensterscheiben und Gaslaterncn eingeschlagen und verschiedene öffentliche Gebäude mit Steinen bombardiert. Gegen 40 Polizisten sollen verwundet sein. Die Zeitungen Bengalcns machen die Polizei für die Unruhen ver- antivortlich, da ihr brutales Vorgehen die Bevölkerung provoziert habe. Ein Blatt spricht den Verdacht aus, man habe die Sache in Szene gesetzt, um Kkir Hardie zu dis- kreditiere«.— perfien. Der englisch-russische Vertrag. Wie einem Londoner Blatt aus Teheran gemeldet wird, würde am Sonnabend der englisch-russische Vertrag im Parlament ver- lesen. Ein Abgeordneter besprach die Bedeutung des Vertrages für die Unabhängigkeit Persiens: Die Perser seien England und Rnß- land gleich freundlich gesinnt, könnten aber nicht anerkennen, daß Verträge auswärtiger Mächte für persische Angelegenheiten maß- gebend seien. Die Fortsetzung der Debatte fand in geheimer Kom- missionssitzung statt.—»__ 6cwcrl?rchaftUcbc� Arbeiter und Arbeiterfrauen! Seit Jahren kämpfen die Handelsangestelltcn zwecks Verkürzung der überlangen täglichen Arbeitszeit um die allgemeine Einführnng des Achtnhr-Ladenschlnsscs. An eine Erreichung dieses Zieles durch die gewerkschaftliche Aktion ist in An- betracht der Organisationsverhältnisse unter den Handels- angestellten zurzeit nicht zu denken, der Achtuhr-Ladenschluß kann gegenwärtig nur durch eine Maßnahme der Gesetz- g c b n n g erreicht werden. Nach der Gewerbeordnung kann zwar der Achtuhr-Ladenschluß auf Antrag der Geschäftsinhaber durch Ortsgesetz eingeführt werden, was dank der unausgesetzten Be- mühungen der Angestellten verschiedentlich auch geschehen ist. aber in den meisten Orten leistet das kurzsichtige und egoistische Unternehmertum energischen Widerstand. Die Angestellten fordern daher den rcichsgesetzlichen Achtuhr-Ladenschluß. Auch hiergegen wehren sich die Unternehmer, und zwar berufen sie sich darauf, daß mit Rücksicht auf die konsumierende Arbeiter- schaft der Achtuhr-Ladenschluß nicht eingeführt werden könne. Dasselbe behaupten sie von der Sonntagsruhe. Die Arbeiterschaft kann aberrnhig zusehen, Wiedas heuchlerische Ilnter- nchmertum, das sonst nicht nach den Interessen der Arbeiter- schaft fragt, eine Kategorie der arbeitenden Bevölkerung gegen die andere ausspielt. Die unterzeichnete Kommission erklärt daher, daß sie den Forderungen der Handelsangestellten durchaus sym- p a t h i s ch gegenübersteht. Sie erwartet, daß die Wünsche der Angestellten und speziell ihre Forderungen nach dem reichsgesetzlichen Achtuhr- Ladenschluß und der Sonntagsruhe bei der Gesetzgebung endlich die gebührende Berücksichtigung finden. An die Arbeiterschaft richten wir daS Ersuchen, die Handelsangestcllten in ihrem Kampfe dadurch zu unter- stützen, daß jeder Einkauf nach acht Uhr abends unterlassen wird und auch die Sonn tagsein kaufe vermieden werden. In den Konsumvereinen möge jeder Arbeiter und jede Arbeiterfrau auf die Durchführung des Achtuhr-Ladenschlusses und der Sonn- tags ruhe hinwirken— soweit diese Forderungen nicht bereits erfüllt sind— und im übrigen bei Einkäufen solche Kaufleute bevorzugen, die ihren Angestellten die Sonntagsruhe gewähren und den Achtuhr-Ladenschluß eingeführt haben. Arbeiter und Arbeiterfrauen, kaust nicht nach 8 Uhr abends und nicht Sonntags ein. Die Partei- und Gewerkschastsprcsse wird gebeten, dieser Aufforderung durch Abdruck die weiteste Verbreitung zu sichern. Die Generalkommissio» der Gewerkschaften DentschlandS. C. Legten- Berlin und rlmgezena, Der Streik bei A. Jandorf u. Co. In der am Montagvormittag abgehaltenen Stceikversammlung haben sich 153 Streikende zur Kontrolle gemeldet. Die Streikleitung bemerkte dazu, diese Zahl umfasse nicht alle Streikenden, denn viele derselben seien auf der Suche nach anderer Arbeit und deshalb nicht in die Versammlung gekommen.— Ueber die Situation des Streiks wurde berichtet, daß die Firma sich bemüht, unter Deckadressen Ar» beitswillige zu finden. Auch der Zentralverein für ArbeitSuackiweiS hat nach Ausbruch deS Streiks eine größere Zahl von Arbeitswilligen an die Firma Jandorf vermittelt. Die betreffenden Arbeiter wußten nicht, daß bei der Firma gestreikt wird, sie waren deshalb zum Teil den Aufklärungen durch die Streikposten zugänglich, andere aber, die unbemerkt in die Betriebe gebracht werden konnten und den Vertrag unterzeichnet haben, sind nicht zur Arbeitsniederlegung zu bewegen. Natürlich sind die Arbeitswilligen, welche die Firma be- kommt, gänzlich unzureichende Arbeitskräste. De» Zuzug brauch- barer Arbeitskräfte haben die Streikenden bis jetzt hindern können. — Im Kaufhaus des Westens, welches von allen Geschäften der Firma I a n d o r f die meisten HülfLarbeiter hat, war ein großer Teil der Hausdiener usw. erst kurze Zeit organisiert; diese haben in großer Zahl die Arbeit wieder aufgenommen. In diesem Geschäft haben sich auch die HandlungSge hülfen nicht gescheut, Hausdienerarbeiten zu verrichten. Im Geschäft in der Brnimenstraße hat sogar der Inspektor Sonntags- wache ausgeübt. Zahlreicher wie im Kaufhaus des Westens ist die Beteiligung am Streik in den anderen Geschäften der Firma I a>i d o r f. Starke Aufgebote von Schutzleute» sind vor diesen Geschäften aufgestellt, welche die Tätigkeit der Streikposten in der bekannten Weise hindern. In der Bellealliancestraße erregte die große Zahl der vor dem Jandorsschcn Geschäft postierten Schutzleute so großes Aufsehen beim Publikum, daß die uniformierten Beamten zurückgezogen, aber durch eine doppelt so große Zahl von Nicht- uniformierten ersetzt wurden. Hier versuchte auch ein Mann, der sich als Arbeitswilliger zu geben suchte, mit den Streikposten in Berührung zu kommen. An seinem Leibesumfang und an seinen Stiefeln konnte man jedoch ohne weiteres erkennen, daß eZ sich um einen verkleideten Beamten handelt. Die Streikenden mieden ihn deshalb.— Ueber die allgemeine Lage wurde seitens der Streikleitung aus- geführt: Der jetzige Kampf gegen die Firma Jandorf sei allem Anschein nach erst der Anfang eines große» Kampfes, den der Verband der Warenhausbesitzer gegen die Hülfsarbeiter führen werde. Ein Vertrag mit derselben Klausel, welche der Jandorfsche Vertrag enthält, soll jedenfalls in allen Warenhäuser» eingeführt werden. Einein Gerücht zufolge soll auch die Firma H. Tietz heute einen solchen Vertrag den Hausdienern usw. zur Unterschrift vorlegen wollen. Unter diesen Umständen sei der Kampf mit der Firma A. I a n d o r s entscheidend für den Ausgang deS großen Kampfes, welchen der Verband der Warenhausbesitzer gegen den TranSporlarbeiter-Verband führen wolle. Wenn die Arbeiter der Firma I a n d o r f den Sieg erringen, dann würden es die anderen Warenhausbesitzer nicht erst zum Kampfe kommen lassen. Es gelte deshalb, den Kampf bei Jandorf mit aller Energie zu führen und alle erlaubten Mittel anzuwenden, um den Sieg zu erringen. Die Situation fei keineswegs ungünstig. Mit den Arbeitswilligen kömie die Finna Jandorf nicht auskommen. Es seien auch Ver- Handlungen im Gange mit anderen Instanzen der Arbeiterbewegung, um den Boykott über die Geschäfte der Firma Jandorf zu ver- hängen. Die Solidarität der gesamten Arbeiterschaft werde die Pläne der Warenhausbesitzer zu schänden machen. Die Firma Jandorf sendet uns eine Zuschrift, in der sie er- klärt, es sei unwahr, daß sie Diener mit geringeren als den bis- her gezahlten Löhnen eingestellt habe. Wir nehmen davon Notiz. Uns ist diese Mitteilung aus dem Kreise der Beteiligten gemacht worden._ Der Streik der Töpfer. Der allgemeine Lohnkamps im Ofensctzcrgewcrbe Berlins war, wie seine EntWickelung deutlich genug erkennen ließ, von den Unternehmern beabsichtigt. Sie haben sich sicherlich auch von An- fang an aus den Kamps vorbereitet und wenden zetzt alle Mittel an, um ihr Ziel, die Verschlechterung der Lohnverhältnisse.� zu:r- reichen. Auch mit den Äacholfabrikanten haben sie sich zu' diesem Zwecke in Verbindung gesetzt und, wie verlautet, ist dieser Tage bei einer Besprechung mit btr Meißener und Veltener Fabrikanten von einer allgemeinen Aussperrung die Rede gewesen. In Bellen ist den Kacheltöpfern bereits in 16 Fabriken gekündigt worden. Diese Arbeiter sollen also erst einmal dafür büßen, daß die Ofen- setzcr Berlins sich keine unverschämten Lohnherabsetzungen gefallen lassen wollen. Daß das Unternehmertum derartige Mittel an- wendet, ist für die Gchülsenschaft selbstverständlich keine Ueber- raschung; man hat von Anfang an damit gerechnet, und demgemäß wird auch die Aussperrung in der Kachciindustrie keinen Einfluß auf die Durchführung des Kampfes ausüben können. Die Gchülsenschaft ist natürlich auch nicht unvorbereitet in den Kampf gezogen. Wußte man doch nach der Kündigung des Tarifs durch die Unternehmer, nach Vorlegung ihres Tarifent- wurfs mit Lohnherabsetzungen bis zu 40 Prozent, sowie aus der Verschleppung der Tarifverhandlungen nur zu gut, daß die Unter- nehmer eine friedliche Einigung nicht wollten. Der Kampf wird denn auch von der GeHülfenschaft mit voller Kraft durchgeführt. Das herausfordernde Verhalten des Unternehmertums mußte natürlich dazu mitwirken, daß die Gehülfcn um so einiger und cnt- schlossener dastehen. Auch die Aufforderung an die Unverheirateten, das Streikgebict zu verlassen, wird gern und willig befolgt. Schon in den ersten beiden Ströiktagen sind 150 Verbandsmitglieder ab- gereist. Da tagtäglich auf dem Filialbureau des Verbandes Ofensetzer nach auswärts verlangt werden, ist cS den jungen Leuten ja auch um so leichter gemacht, abzureisen. Die Zahl der streikenden Verbandsmitglieder beträgt, soweit bis jetzt festgestellt ist, rund 1800, die der streikenden Mitglieder des Vereins der Töpfer ungefähr 350. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß ein erheblicher Teil der in Berlin organisierten Töpfer außerhalb des TarisgebieteS arbeitet, also vom Streik nicht berührt wird._ Kupfervruckerstreik. Bei der Firma L. A n g e r e r ist ein Streik ausgebrochen. Die Firma verlangte von jedem Kupfer- drucker die Unterschrift eines Reverses, laut dessen sie der Organi- sation, solange sie im Betriebe der Firma beschäftigt sind, nicht angehören dürfen. Acht Kupferdrucker weigerten sich dessen und wurden Sonnabend, den 5. Oktober entlassen. Zuzug ist fernzu» halten._ Achtung, Fensterputzer! Um die Erringimg besserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse führen die Fen st erputzer Hamburgs einen erbitterten Kampf mit dem dortigen Unternehmertum. Wir haben nun in Erfahrung ge- bracht, daß im Zigarrengeschäst von Juhl, Ecke Bad« und Vuttmannstraße, arbeitswillige Fensterputzer für Hamburg gesucht werden. An die Arbeiterschaft und insbesondere an sänNliche Fensterputzer richten wir deshalb das Ersuckien, Zuzug von Fenster« Putzern nach Hamburg auf das strengste fernzuhalten und auf die Arbeitsvermittelung bei Juhl. Ecke Bad- und Buttmaimstraß«, ein wachsames Auge zu richten. Deutscher TranSportarbeiter-Verband. NachNSage vom Streik in ve»„Motgenßost". In der letzten Nummer der„Solidarität", dem Organ des Verbandes der Buchdruckereihülfsarbeitcr, werden in einem Artikel, »Der wilde Streik bei Ullstein u. Co.", Vorwürfe gegen den„Vor» rsärts" erhoben, er habe die Leser über den Streik falsch infor- rniert. Worin die Belichtung falscher Tatsachen zu finden ist, ist freilich aus dem Artikel nicht zu erfahren. Die„Solidarität" glaubt aber noch einen besonderen Trumpf ausspielen zu können, indem sie schreibt, datz wir bei einem Streik der Hülfsarbeiter bei der fjfirma Hempel u. Co. im Jahre lSOS einen Bericht über den Streik erst dem Vorsitzenden des Buchdruckerverbandes vorgelegt Und ihn in Verfolg dessen abgelehnt hätten. Die Redaktion der „Solidarität" sollte doch wissen, daß es nicht angängig ist, sehr heftige Angriffe einer organisierten Arbeitergruppe gegen eine andere Gruppe organisierter Arbeiter im„Vorwärts" aufzunehmen, nur um dem lachenden Dritten, dem Unternehmer, ein Extraver» gnügen zu bereiten. Weiter ist die Redaktion der„Solidarität" „eigentümlich berührt", datz in dem Ullsteinschen Falle die Rc- daktion des„Vorwärts" den Bericht, der nach Meinung der„Soli- darität" augenscheinlich von der Streikleitung verfaßt sei, abge- druckt habe, ohne beim Vorstand der Hülfsarbeiter Erkundigungen einzuziehen. Erstens ist der Bericht von einem Redaktionskollegen verfaßt, der sich durch Augenschein von der Tatsache des Streiks inforniierte und zum anderen glauben wir nicht, datz Sonn» abends nachts um Uhr die Organisationsleitung der Hülfsarbeiter zu erreichen ist. Zumuten wird uns die„Solidarität" doch wohl auch nicht, datz wir an einem Streik, der das Erscheinen eines an Abonnentenzahl grotzen Blattes in Frage stellt, achtlos vorüber gehen. Uebrigens ist in unserer Notiz nur die Tatsache des Streiks und die Ursache angegeben, und ausdrücklich hervor» gehoben, datz der Ausstand gegen den Willen der Organisations- leitung erfolgte. Die Anzapfung des„Vorwärts" durch die„Soli- darität" ist daher ebenso unangebracht wie unverständlich. Achtung, Schuhmacher!„Die Hunde müssen hungern lernenl" sagte der Schuhmachermeister V o tz aus Potsdam in der am Don» nerstag stattgefundenen Versammlung der dortigen Schuhmacher- meister, welche von der Innung einberufen worden war, um zu den Forderungen der Gehülfen Stellung zu nehmen. Er hatte mit diesem Ausdruck dem größten Teile der Anwesenden auS dem Herzen gesprochen, denn auch der Obermeister der Innung, Herr Schneider, meinte:„Wir wollen sie die Straße fegen lassen!" Letzteres wäre kein grohes Unglück für Schuhmachergehülfen, da Straßenkehrer im allgemeinen besser entlohnt werden. Der Aus- druck zeugt nur von der Geringschätzung, mit welcher diese Jnnungs- grötze auf ehrliche Arbeiter herabsieht. Bei der ganzen Stimmung ver Versammlung war die Ablehnung der Gehülfenforderungen nicht zweifelhaft. Die am selben Tage stattgefundene Versammlung der Schuhmachergehülfen beschloß deshalb, in Erkenntnis der ganzen Sachlage, die Kündigung zum Sonnabend, den b. Oktober, einzu- reichen. Es kann somit zum IS. Oktober zur Arbeitsniederlegung kcmmen, denn nach solchen Ausdrücken ist eine Verständigung fast ausgeschlossen. Die Schuhmachermeister Potsdams hoffen, in Berlin und Vororten Arbeitskräfte anwerben zu können, und ersuchen wir daher die Kollegen, sich nicht irre führen zu lassen. Zcntralverband der Schuhmacher. Gauverwaltung Berlin. Deirtfcbes Reich. Kollektiv-Streikklausel in der Textilindustrie. Die deutschen Textilindustriellen sind seit Jahren bemüht, sieb gegen Erfatzanfprüche, soweit diese aus infolge Streiks oder Aus- spcrrung unmöglich gewordener Jnnehaltung der Löhnungsfristcn entstehen, durch Einsiigung der Streikklausel in die Kaufverträge zu schützen. Seit langem hat sich eine aus Industriellen und Kon- fektionären zusammengesetzte Kommission mit der Frage be- schäftigt. Diese Kommission, welcher Vertreter aus allen Teilen Deutschlands angehörten— unter ihnen sehr bekannte Scharf- macher— hat jetzt einen Vertragsentwurf ausgearbeitet. Der Entwurf soll den verschiedenen Organisationen der Unternehmer, den Einzelfirmen der Konfektion usw. zur Anerkennung vorgelegt werden. Sowohl die Presse der Fabritanten, wie die Presse der Konfektionäre läßt keinen Zweifel, datz der Entwurf bei den be- treffenden Kapitalisten die günstigste Aufnahme finden wird. Der Entwurf scheidet sich in zwei Teile. Der erste Teil betrifft Fälle, in welchen als Lieferer und Abnehmer nur Fabrikanten der Textilindustrie in Frage kommen. Der zweite Teil betrifft Fälle, bei denen es sich um Fabrikanten als Lieferer und Konfektionäre oder Händler als Abnehmer handelt. Die Bestimmungen sind im wesentlichen für beide Teile gleich lautend. Zunächst steht dem Lieferer wie dem Abnehmer, dessen Betrieb eine Störung infolge Streiks oder Aussperrung er- leidet, ohne weiteres das Recht zu, die Lieferungs- oder Abnahmepflicht um 3 Wochen hinauszuschieben. Ist nach 3 Wochen die Sache noch nicht erledigt, so ist jeder der beiden Kontrahenten berechtigt, von dem ursprünglichen Kauf- vertrag, soweit dieser noch nicht erfüllt ist, zurückzutreten. Die Absicht, vom Kaufvertrag zurückzutreten, mutz jedoch sofort nach Ablauf der dreiwöchentlichen Frist dem anderen Teil angezeigt werden. Erfolgt eine solche Anzeige nicht, so wird die Lieferungs- oder Abnahmefrist um die ganze Zeitdauer der weiteren Störung des Betriebes verlängert. Die letztere Bestimmung wird fast ausschließlich den Fabrikanten zugute kommen. Die meisten Streiks finden bekanntlich in Zeiten aufsteigender oder in der Hoch- konjunktur statt, wie wir das seit einigen Jahren in der Textil- industrie wieder beobachten konnten. Die Fabrikanten sind seit langem nicht in der Lage, alle Aufträge ausführen zu können. Die Konfektionäre können nicht genug Ware bekommen. Die Lieferungs- fristen sind immer größer geworden. Die Produktion der Fabriks- betriebe ist oft auf länger als 1 Jahr ausverkauft. Im Falle eines Streiks oder einer Aussperrung kann es also dem Konfektionär gar nicht einfallen, vom Kaufvertrag zurücktreten zu wollen. Er weiß ja nicht, wer ihn die ausfallende Ware ersetzen soll. So rechnet er lieber mit baldiger Beendigung des Lohnkampfes. Die Bestimmungen des Entwurfs sollen auch gelten, wenn Fälle höherer Gewalt im Sinne des§ 27b des B. G.-B. vorliegen. Streitigkeiten zwischen den Parteien entscheidet ein S ch i e d s- g e r i ch t. Dasselbe soll aus fünf Mitgliedern bestehen. Zwei werden von dem Verbände ernannt, dem die Partei angehört oder den die betreffende Partei für sich als zuständig betrachtet. Als Vorsitzender fungiert der stellvertretende Geschäftsführer der Hauptstelle Deutscher Arbeitgeberverbände, Regierungsrat a. D. Professor Dr. Leidig-Berlin. Die�Entscheidung des Schiedsgerichts ist endgültig. Soweit es sich uni Streitigkeiten wegen Streiks oder Aussperrungen handelt, wird jedoch das Schiedsgericht wenig zu entscheiden haben. Es heißt ausdrücklich im Entwurf: Hat der Arbeitgeberverband, dem der von der Störung des Betriebes Be- troffene angehört, den Streik für unberechtigt oder die Aus- sperrung für berechtigt anerkannt, so i st dessen E n t- scheidung hierüber für das Schiedsgericht bin- d c n d. Auch Streiks in dritten Betrieben können zur Hinaus- schicbung oder Aufhebung der Lieferung oder Abnahme berechtigen. Im Zweifelsfalle entscheidet das Schiedsgericht. Angenommen eine Websabrik kann infolge eines Metallarbeiterstreiks die bestellten Webstühle nicht erhalten. Sie kann infolge dessen ihre ein- gegangenen Verpflichtungen den Konfektionären gegenüber nicht nachkommen. Die Streikklausel kann dann angewandt werden. Die deutschen Textilarbeiter haben alle Ursache, diese Vor» gänge im feindlichen Lager aufmerksam zu verfolgen. Im all- gemeinen können sie diese Entwickelung nur begrützcn. Die Kapitalisten der Konfektion sind ja noch niemals den Arbeitern in ihren Kämpfen mit den Fabrikanten zu Hülfe gekommen. Wie der Arbeiter zum Arbeiter, so mutz notwendig auch der Kapitalist zum Kapitalisten neige». Immerhin mag bisher noch mancher an die Möglichkeit geglaubt haben, datz die Konfektionäre im Falle eines Streiks auf Lieferung bestehen. Die Arbeiter wissen für ' Berantw. Redakteur: HanS Weber» Berlin. Inseratenteil verantw. die Zukunft, daß das nkchk der Fall ist. Nut eine stärke schlag- fertige Organisation kann ihnen helfen, Der Bergarbeiterstrrik in der Niedcrlausitz. Senftenberg, 7. Oktober. Auch der ArbeitSwilligentransport von 50 Mann, die in Posen unter Assistenz cincS Steigers Konrad ans Reppist bei Senften- berg von einem Agenten geworben waren, ging unter Schwierig- leiten vor sich. Auf jeder Station wurden Schnaps und Bier in Mengen vertilgt. Kaum konnte man die Leute wieder in den Wagen IV. Klasse, der dem Zuge angehängt war, bekommen. Hinter Neuen- dorf hielt der Zug plötzlich: die Arbeitswilligen hatten hie Notleine gezogenl Nachdem in Senftenberg die Verteilung vor sich gegangen war, ging das Weglaufen auch wieder los. Bis am Abend war kaum noch ein Mann auf den Gruben. 14 Mann meldeten sich in Senftenberg obdachlos. Sie wurden ins Gerichtsgefängnis abgeführt zum Uebernachten. Hätten die Be- Hörden das gleich so gemacht, die Unruhen von voriger Woche wären vermieden worden! Ein anderer Transport ging unter starker Be- wachung in Finsterwalde ins Gefängnis„Notqnartier" zu beziehen. Anderen Tages machte die Polizei einen guten Fang: Es befand sich unter dem Transport ein lange gesuchter st eck- brieflich verfolgter schwerer Verbrecher. Der Mann steht im Vergachte, an der deutsch-österreichischen Grenze einen Mädchenmord begangen zu haben. Es wurde ihm ein großer sechsläufiger Revolver mit Selbstspannung sowie ein Dolch- messer abgenommen. Eine Anzahl Verhafteter behauptet, von Polizeiorganen miß- handelt worden zu sein. Einer der Leute ging sofort zum Arzt. Dieser lehnte aber Untersuchung und Behandlung ab, da er nicht mehr Mitglied der Ortskrankenkasse seil In der Tat war er abgemeldet worden, obgleich die Beiträge bis 6. bezahlt und er sich nur einen Tag Urlaub zum Umzug erbeten hatte. Kurzum, es war dem Manne unmöglich gemacht, weil er mittellos war, ein ärztliches Zengnis zu erlangen. Der Bürger- meister riet ihm, die total verschwollenen und zerschlagenen Hände usw. mit Baseline einzureiben, dann würde alles wieder heilen! Der Direktor Junghann hat bei dem Ueberfall außer sonstigen Verletzungen am Kopfe, schwer an der einen Hand gelitten. ES sind mehrere Sehnen durchschnitten und die ganze Hand ist entzündet. Die Aerzte hoffen aber, ihn ganz wieder herzustellen.— Die Hoffnung der Unternehmer, datz am Montag eine Anzahl Streikender die Arbeit aufnehmen würden, ist kläglich zuschanden geworden. Die Zahl der Streikenden ist eher noch größer geworden! Die Werkspresse läßt durchblicken, daß nach Wieder- aufnähme der Arbeit die Verwaltungen zu Unterhandlungen bereit sein würden. Davon kann nun allerdings keine Rede sein und so geht der Kampf eben weiter. Entlarvter TcrrorisniuSschwindel. Aus Halle a. S. berichtet man uns unterm 7. Oktober: Gelegentlich des letzten Bauhand- Werkerstreiks wurden den Streikenden von der hiesigen Verleumder- und der Reichsverbands-Lügenpresse allerhand Perbrechen in die Schuhe geschoben. So schrieb man auch, der„streikende" Maurer Landgraf habe einen tugendhaften arbeitswilligen Maurer- lehrling Weber auf der Nietlebener Chaussee überfallen und schwer mißhandelt. In der heutigen Schöffengerichtssitzung, in der Landgraf nun wegen Körperverletzung angeklagt war, stellte sich nun erstens heraus, datz Landgraf kein Streitender, sondern ein Arbeitswilliger war, und datz die Sache mit dem Streik auch nicht das geringste zu tun hatte. Und noch mehr. Der von der Schwindelpresse so sehr gelobhudelte„Lehrling" Weber hatte sich am Tage der Tat besoffen und nach seinem ar- beitswilligen Gesellen mit dem Messer gestochen, ja, wollte jene Tat als Zeuge auch noch unter dem Eide in Abrede stellen, wurde ober durch vier einwandfreie Zeugen überführt. Landgras kam mit 10 Mark Geldstrafe davon. Q selig, o selig, ein Arbeitswilliger zu sein._ Ein Kampf um den Arbeitsnachweis wird gegenwärtig im Bremer Holzgewerbe ausgefochten. Am 30. September war nämlich der paritätische Arbeitsnachweis für das Tischlergewerbe sanft entschlafen, nachdem es die Arbeiter abgelehnt hatten, auf Forderungen der Unternehmer einzugehen, die eine wesentliche Verschlechterung des bisherigen Zustandes dar- stellen. So verlangten die Meister aus dem Regulativ des paritä- tischen Arbeitsnachweises die Beseitigung eines Paragraphen, nach dem jeder neueingestellte Arbeiter im Verlauf von einer Woche seine Stellung ohne weiteres wieder verlassen konnte, wenn er sich nicht mit dem Unternehmer über die Höhe des Lohnes einigte. Beim Arbeitsnachweis wurde der betreffende Arbeiter in solchen Fällen wieder an der vorher eingenommenen Stelle registriert. Ob dieser Passus dazu beigetragen hat, datz mancher Krauter mehr Lohn bezahlen mutzte, als ihm lieb war, bedarf keiner weiteren Erwägung. Genug, die Herren Scharfmacher beabsichtigen nun die Einführung eines Entlassungsscheines, auf dem autzer der Dauer der Beschäftigung auch die Höhe des zuletzt be» zogenen Lohnes vermerkt ist. Auf diesen plumpen Trick antworteten die Arbeiter mit der Gründung eines provisorischen Arbeitsnach- weises, nachdem der„Arbeitgeber- Schutzverband der Tischler- meister" es abgelehnt hatte, die früheren Bestimmungen des paritätischen Arbeitsnachweises bestehen zu lassen. Die Unter- nchincrorganisation hat daraufhin beschlossen, datz derjenige Tischlermeister eine Konventionalstrafe von 100 M. zu zahlen hat, der den Arbeitsnachweis des Holzarbeiterverbandes benützt. Ferner sollen in Zukunft nur noch solche Arbeiter eingestellt werden, die einen Entlassungsschein von der letzten Arbeitsstelle aufzuweisen haben. Die organisierten Holzarbeiter werden nun den vom„fried- liebenden" Unternehmertum vom Zaun gebrochenen Kamps mit aller Schärfe durchführen, handelt es sich doch um die Bekämpfung eines Mittels, das zur Niederdrückung der Löhne bestimmt ist. Hiislanck. Die passive Resistenz unter den österreichischen Eisenbahnangestellten dauert fort und scheint einem siegreichen Abschluß entgegenzugehen. Auf dem Nord- westbahnhofe kamen die Güterzüge mit acht bis zehn und die Personenzüge mit drei bis vier Stunden Verspätung an; auch die Abfahrt der Züge verspätet sich. Mit noch größeren Verspätungen treffen die Züge der Staatseisenbahn ein. Infolge der passiven Resistenz stellte die StaatScisenbahn- gesellschast auf der Strecke Wien— Brünn und auf der Strecke Wien— Bruck den Verkehr von sieben lokalen Personenzügen ein. Die Verzögerungen im Güterverkehr haben die Einstellung zahl- reicher Lastzüge zur Folge. Zahlreiche Fabriken m Wien und Um- gcbung haben wegen Kohlenmangel den Bettieb eingestellt. Auf Intervention des Eisenbahnministerinms sind zwischen Ver- trauensmännern der Eisenbahner und Vertretern der Verwaltung der StaatSeisenbahngesellschast und der Nordwestbahn informative Besprechungen wegen Beilegung der passiven Resistenz erfolgt. Es verlautet, daß die Verhandlungen der Bediensteten der Staats- eisenbahn mit der Dircktton einen sehr befriedigenden Fortgang nehmen._ Der Streik im Hafen von Rotterdam. Bei dem Kampf, den die Getrcideverlader im Rotterdamer Hafen führen, nimmt die Unternehmervereinigung einen ebenso Th.Glöcke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Büchdr. u. Berlagsansjalt unb'ersöhnlichen Skandpunkk ein ivie jüngst die Föderation Set Antwcrpcner Hafcnkapitalisten. Auf den ihnen entgegenkommenden Beschluß, den die Streikenden vor 8 Tagen faßten, antwortete die Unternehmcrvereinigung, datz sie zu verhandeln erst dann bereit sei, wenn die Arbeit in vollem Umfange wieder aufgenommen worden sei, und die Getreidearbeiter sich schließlich verpflichteten, mit wen es auch sei, also auch mit allen möglichen Streikbrechern, zusammenzuarbeiten. Bei dieser Haltung dar llnternehmer konnte selbstverständlich von einer Einigung keine Rede sein.— Inzwischen suchte man Streikbrecher in Massen heranzuziehen; welcher Nationalität, ist den Herren natürlich gleichgültig. Wie berichtet wird, sind am Dienstag 350 Streikbrecher aus Deutschland angekommen, die meisten betrunken, wie das ja bei richtigen Streikbrechern so Sitte ist. Unterwegs sollen sie D i e b st ä h l e verübt und Prügeleien angefangen haben. Sie wurden zunächst nach den Leichterschiffen gebracht, wo Hunderte von Streik- blechern in einem Raum dicht beieinander auf Strohsäcken ihre Schlafstelle haben. Die Zustände in diesen elenden Schlafräumen werden natürlich dadurch noch verschlechtert, datz die Insassen auf recht niedriger Kulturstufe stehen. So halten es z. B. einige dieser Lieblinge des Unternehmertums für ratsam, ihr Wasser morgens gegen die aufgestellten Strohsäcke abzuschlagen. Der Gestank ist denn auch morgens so scheußlich, daß vielen übel wird. Wie der Korrespondent von„Het Volk" erfährt, ist jetzt bei der Polizei Klage über die Zustände auf diesen Schiffen eingereicht worden. Bis jetzt erblickt die Polizei freilich ihre einzige Aufgabe darin, unterstützt von Militär, gegen die Streikenden vorzugehen. Husaren werden verwandt, um die Hafengegend von Streikposten„zu säubern". Am Donnerstag wurde auch einmal gegen Streikbrecher mobil gemacht, allerdings in dem Glauben, es handle sich um Streikende. Es waren Amsterdamer Streikbrecher, die sich nach dem Kontor des Stauereiunternehmervereins begeben hatten, um aus der Arbeit zu treten, wie die bürgerliche Presse berichtete, weil sie gegen die Streikenden nicht genügend beschützt würden. tatsächlich aber, weil sie die Zustände in den Logierschiffen nicht mehr ertragen konnten. Das Kontorpersonal glaubte, eS mit Streikenden zu tun zu haben, tclephonierte, offenbar bange gemacht durch allerlei dumme Räubergeschichten, wie sie die Feinde der Arbeiterbewegung über Streikende zu verbreiten pflegen, sofort nach der Polizei und holte auch ein gerade vorbeimarschierendes Detachement Festungsartillerie herbei. Die polizeilichen Schutz» engel kamen natürlich auch schleunigst in großer Anzahl und schwer bewaffnet. Hunderte von Neugierigen versammelten sich und hatten ihren Spatz, als die kriegerische Aktion der Lächerlichkeit verfiel. Soziales. (Siehe auch 1. Beilage). Ein KolturbUd aus Ostpreuße«. Am 4. September berichteten wir darüber, daß der 19 jährig» Sohn des JnstmanneS L. von dem Gutspächter der dem Grafen Lehndorf gehörigen Domäne Ragitten im Keise Fischhausen, einem Herren Schadwinkel, mit Fäusten und einem Peitfchenstock verprügelt ivar, daß dann gar noch der als Amtsvorsteher fungierend« Land» schaftsrat und Gutsbesitzer Kühn dem Mißhandelten einen Straf» befehl wegen„Verweigerung der Arbeit ohne gesetzlichen Grund" in Höhe von 10 Mark eventuell drei Tagen Hast zugehen und vollstrecke» ließ. Wir hatten damals dargelegt, daß der Strafbefehl ein rechtswidriger sei und datz es angebracht wäre, daß die Rechtswidrigkeit durch einen Prozeß gegen den Amtsvorsteher festgestellt würde. DieAngelegen- heit kam am 4. Oktober vor dem Königsberger Schöffengericht zur gerichtlichen Beurleil/z Monate Gefängnis und 2291 M. Geldstrafe und Kosten. Drei Wochen Gefängnis und 259 M. Geldstrafe ist die Rechnung, die die„Arbeiterzeitung" in Dortmund für den Essener Teil der Zeitung zu begleichen hat. Ain gelindeste» kam die.Volkstribüne* in Krefeld davon, sie brauchte nur 29 M. zu zahlen, doch schweben noch zwei Prozesse. Bemerkt wird in dem Bericht, daß in den meisten größeren Orten BildnngsauSschüsse gebildet wurden, die die wissenschafllichen und künstlerischen Bestrebungen zu fördern haben. Die Jubilänmsnummrr der„Neuen Zeit". Die soeben erschienene, drei Bogen starke Nuinmer 1 des 26. Jahrgangs würdigt das Jubiläum der Zeitschrift in einem knappen, instruktiven Rückblick. MottelerS GedächniS feiert M. G. Von den sonstigen tresslichen Beiträgen, die an anderer Stelle einzeln verzeichnet sind, möchten wir besonders auf den des Genossen Karl Renner- Wien über die„Möglichkeiten deS Klassenkampfes* hinweisen, einen Artikel, der um deswillen Beachtung verdient, iveil der Verfasser das taktische Verhalten unserer österreichischen Genossen in den denkwürdigen Kämpfen der jüngsten Vergangenheit erörtert und sich zugleich mit dem Genossen Schippe! auseinandersetzt, der kürzlich Renner gegen die»Orthodoxen* in unserer Partei aus- zuspielen versucht hatte._ Ein neues Monatsblatt. Die erste Nummer des„Wies- badener Bolksboten", sozialdemokratisches Monatsblatt für den Wahlkreis Wiesbaden, ist erschienen. Die einzelne Nummer kostet bei Abholung 5 Pf., der Halbjahrsbezug bei freier Zusendung 59 Pf. Die Redaltion führt der Genosse Bogtherr- Wiesbaden. Einen glänzenden Sieg errangen unsere Genossen in Urberach (Hessen). Bei der am Sonnabend vollzogenen Gemeinderatswahl eroberten sie drei Mandate. Der Kampf war heiß. Nahmen doch von 386 Wahlberechtigten nicht weniger als 374 an der Wahl teil. Die Zentrumspartei hat eine empfindliche Niederlage erlitten. Eine possibilistische Revue. Paris, 4. Oktober.(Eig. Ber.) Die Zahl der sozialistischen Zeitschriften soll wiederum durch eine Neugründung vermehrt werden. Oder eigentlich ist es eine Auferstehung. Dr. Paul B r ous se kündigt an, daß er das einst von ihm und Josfrin herausgegebene Blatt„Le Prolötaire* wieder erscheinen lassen wird. Dieser Name, heißt es in seiner Anzeige, sei ein Programm. In der Tat handelt es sich um den Versuch, dem alten Possibiliömus wieder ein Organ zu schaffen. Brousse, der einstige Gefolgsmann Baku» in L und nachherige Gründer der posjibilistischen, zur schwächlichsten Reformpolitil geneigten Partei, hat auch als Angehöriger der ge- einigten sozialistischen Partei seine alten Grundsätze nlcht verleugnet und besonders eifrig die Politik der scharfen parlamentarischen Oppositton bekämpft. Trotzdem erinnert sein Ausruf an die ge- frorenen Trompetentöne Münchhausens. Was soll die Wieder- aufweckung des Possibilisnms heute noch! Die geeinigte Partei hat nie einen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß sie sofort be- reit sein würde, die Bürgerlichradikalen zu unterstützen, sobald sie begönnen, die sozialpolitischen Versprechungen ihres Programms zu erfüllen. Und„Sozialisten*, die gar nicht erst so lange warten, gibt es doch— wenn auch wenig in der Arbeiterschaft des Landes, so doch in der Kammer: in Gestalt der„parlamentarischen Sozia- listen" und sogar im Ministerium: in der Person der Herren B r i a n d und V i v i a n i. Allerdings, über ein theoretisches Organ verfügte diese Richtung nicht, wenngleich die von Fourniöre geleitete„Revue Socialiste* ihr eigenrlich näher steht, als den heute in der geeinigten Partei herrschenden Anschauungen. Daß inner- halb der geeinigten Partei füv eine etwaige Erneuerung der organisatorischen Separattonsbestrebungen der Possiblliften kein Boden ist, deS kann man gewiß sein. Genosse Dr. Fcrroul ist am Sonnabend zum Bürgermeister der Stadt Narbonne gewählt worden. Ferroul hat bekanntlich zur Zeit der südfranzösischen Weinkrisis eine führende Rolle gespielt. poll-elUckes, ßerlchtilcheo ukw. Strafkonto der Presse. Wegen Beleidigung des ArchidiakonuS Oertel in Crimmitschau wurde der Verantwortliche Redakteur des „Sächsischen VolköblatteS* in Zwickau, Genosse Robert Müller, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Soziales. Gemeingcfährlichkeit des Streikdrecherschntze». Die Sucht, glaubwürdige Arbeiter auf gemeine, unwahre Denunziationen von Streikbrechern hin anzuklagen, ist geradezu zu einer gemeinschädlichen Gefahr geworden, die nicht scharf genug bekämpft werden kann. DaS zeigte ein Schwurgcrichtsprozeß, der sich am Sonnabend in Nürnberg abspielte. Dort hatten sich völlig schuldlos und unschuldig die Arbeiterinnen Birkelbach und Rupprecht wegen Verbrechens des Meineides zu verantworten. Sie sollen in zwei Streilprozessen die Unwahrheit unter Eid ausgesagt haben. Die beiden Angeklagten waren im Sommer vorigen JahreS an einem Streik in der Plankschen Spiclwarenfabrik beteiligt und wurden mehrfach als Streikposten verwendet, bei welcher Ge- legenheit sie arbeitswillige Kolleginnen dadurch„zur Teil- nähme an einer gewerblichen Koalition zu nötigen versucht" haben sollen, daß sie vor diesen ausspuckten. Die Rupprecht wurde vom Schöffengericht wegen zweier solcher Vergehen zu vier Tagen Gefängnis verurteilt. Die Sache ging dann an die Strafkammer als Berufungsinstanz. In der Vcr- Handlung vor dem Landgericht wurde die Angeklagte Birkelbach als Zeugin vernommen. Sie erklärte unter Eid, es sei unwahr, daß sie jemals vor Arbeitswilligen ausgespuckt habe, auch habe sie nicht gesehen, daß die Rupprecht ausspuckte. Die Arbeitswillige und Kronzeugin Braun, vor der ausgespuckt worden sein soll, beschwor jedoch das Gegenteil. Auch gegen die Birkelbach wurde später Anklage wegen Streik- Vergehens erhoben, in welcher Sache die Rupprecht als Zeugin vernommen wurde, die unter Eid bekundete, die Birkelbach habe nicht ausgespuckt, auch wisse sie nicht, ob sie selbst ausgespuckt habe, sei dies aber geschehen, so habe sie eS unbewußt getan; sie leide an Zahngeschwüren, wodurch sie zum öfteren Ausspucken gezwungen sei. Gegen die Birkelbach und die Rupprecht wurde auf Grund dieser Aussagen, weil sie mit denen der Kronzeugin Braun in Widerspruch standen, Untersuchung wegen Meineids eingeleitet und Anklage erhoben! Die Verhandlung am Sonnabend zeigte evident, daß völlig Schuldlose angeklagt sind und, wenn eine Meineidsklage zu erheben war, diese gegen die Arbeitswillige sich hätte richten müssen. In der Verhandlung ließ dieAngeklagte Rupprecht durch einen Zahntechniker, der als Sachverständiger fungierte, besläligen, daß sie an einem Zahnleiden laboriert, das vermehrte Speichelabsonderung mit sich bringt. Die arbeitswilligen Zeuginnen konnten fast gar nichts Belastendes gegen die Angeklagten aussagen, nur die Kronzeugin Braun be- hauptete mit aller Bestinuntheit, daß ostentativ vor ihr ausgespuckt worden sei, um die Verachtung gegen sie zu bekunden. Die Qualität dieser Zeugin wurde durch einen dramatischen Zwischenfall in hellste Beleuchtung gerückt. Vorher hatte eine andere Zeugin, die an dem bewußten Tage die Rupprecht auf der Straße traf, deponiert, die letztere habe allerdings ausgespuckt, aber jedenfalls nicht absichtlich, die Braun habe es jedoch sofort aus sich bezogen und fürchterlich geschimpft, wie:„Du Drecksau, Du Saumist, spuck vor Dir aus" usw. Die Braun leugnete entschieden, diese Au sd rücke gebraucht zu haben; auch als ihr die Ettlinger gegenübergestellt wurde und ihre Aussage ruhig und bestimmt wiederholte. Es wurde dann aus den Akten konstatiert, daß die Braun dem recherchierenden Schutzmann gegenüber zugegeben hatte, diese Ausdrücke gebraucht zu haben; auch das leugnete sie nunmehr ab, ebenso die weitere Behauptung einer Zeugin, sie, die Braun habe erklärt, sie wolle die Rupprecht meineidig machen. Durch diese Feststellungen brach das windige Kartenhaus der Anklage vollends zusammen. Die Geschworenen verneinten sämt- liche Schuldfragen, worauf beide Angeklagten freigesprochen werden mußten. Wie konnten bei dieser Sachlage zwei ehrliche Arbeiterinnen zu- nächst ungerecht wegen Streikvergehens angeklagt und verurteilt und dann gar noch die Schuldlosen wegen Meineids aus die Anklagebank gezerrt werden I Wenn unsere Gerichtsorganisation in Deutschland eine solche Behandlung ehrlicher Arbeiterinnen zuläßt, so ist diese Möglichkeit eine Schimpf und Schande für einen Kultur- staat, der Schutz dem Unschuldigen, nicht aber Verfolgung bieten sollte. Wird nun wegen der unwahren Behauptungen der Krön- zeugin Braun gegen diese eingeschritten und wird den von der Staatsgewalt zu Unrecht Angeklagten Genugtuung gegeben werden? Bom Schlachtfeld der Straßenvahner. Die Zahl der versicherten Betriebe der Straßen- und Kleinbahn- BernfSgenossenschaft hat sich nach dem soeben erschienenen Bericht in: Jahre 1996 gegen daS Jahr 1995 nur um 7 erhöht und beträgt jetzt 428, die insgesamt 87 515 Arbeiter beschäftigten. Die Zahl der Vollarbeiter betrug im Jahre 1996 dagegen nur 64 584 und ist um 3645, die der Versicherten überhaupt um 6321 gestiegen. Straßenbahnen mit elektrischem Betrieb sind jetzt vorherrschend, beschäftigen auch die meisten Versicherten. Es waren nach dem Ge- schäftSbenchl beschäftigt in Straßenbahnen mit elektrischer Kraft: 68 799 Arbeiter: Straßenbahn-, Feld-, Forst-, Rutschbahnen mit Dampfbetrieb: 17 413: Straßenbahnen mit tierischer Zugkraft, Berg- bahnen usw.: 1941; Anschlußbahnen mit Dampfbetrieb: 139; An- schlußbahnen mit tierischer Zugkraft: 123 Arbeiter. Der JahrcL- arbeitsverdienst betrug durchschnittlich 1188,99 M., bei Straßenbahnen mit elektrischer Kraft: 1247,84 M., mit tierischer Kraft: 965.35 M. Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug 4574 gegen 4253 im Jahre 1995. Auf 1990 Versicherte entfielen 70,8 Unfälle. Entschädigungspflichtig wurden nur 481 1 Als Folgen der Unfälle bezeichnet der Bericht: in 42 Fällen Tod, in 27 Fällen völlige, in 806 Fällen teilweise und in 106 Fällen vorübergehende Erwerbs- Unfähigkeit. Die Verletzten hatten wieder sehr wenig Glück an den Schiedsgerichten. ES wurden 208 Berufungen zugunsten der Berufsgcnoiseiischaft und nur 83 zugunsten der Verletzten entschieden, so daß also 28 Proz. aller Berufungen nur für die Verletzten günstigen Ausgang hatten. Wie bescheiden die Verletzten sind, ergibt sich daraus, daß nur eine geringe Zahl von Berufungen erhoben wurden. Die Berufs- genossenschasl würdigte dies höhnisch wie folgt:„Auf die erteilten 1473 Bescheide ergibt dieser Erfolg nur eine Abänderung von 6,1 Proz. gegen 7,2 Proz. im Vorjahre. Durch die den Klägern nicht selten ungünstigen Rekursentschei- düngen wird der Erfolg aber noch weiter ver- mindert!* Die BernfSgenossenschaft hat leider recht! Die Verletzten haben auch noch 60 Rekurse verloren und nur 26 von ihren eigenen Rekursen gewonnen. Dagegen hatte die Berufsgenossenschast mit ihren eigenen Klagen 21 Erfolge und 22 Mißerfolge! Interessant ist aber auch, daß als Vertreter der BerufSgenossenschaften an den Schiedsgerichten die Herren Direktoren der Straßenbahnbetriebe gegen die Verletzten auftreten! Das dem Bericht bei- gefügte Verzeichnis zeigt uuS 74 dieser Herren als Vertreter! Würden die Straßenbahner in erheblicherer Anzahl als heute der Gewerkschaft der VerkehrSarbeiter angehören und rechtzeitig die Hülfe der Arbeikerselretariate in Anspruch nehmen, so würde wohl ein ganz Teil ungünstiger Urteile weniger ergehen. Die Unfalllasten sind der Berufsgenossenschast schon zu hoch, obschon pro Kops der Versicherten nur ein JahreSbetrag von 9,82 M. als Unfallumlage gezahlt wird. Es heißt im Bericht darüber: „Wir sind der Ueberzeugung, daß, wenn wiederholte Be- st r a s u n g e n der Versicherten zur Kenntnis gebracht werden, dann auch die Zahl der auf eigene Verschulden beruhenden Unfälle nach- lassen wird." Deshalb strenge Strafe für die Krüppel I Daß die meisten Verletzten selbst an ihrem llnglücke schuld sind, ist dem Auf- sichtSbeamlen der Berufsgenossenschast natürlich klar, denn er schreibt: „Der weitaus größte Teil derUnfällehättesich viel n, ehr durch etwas mehr Ausmerk samleit und Besonnenheit der Arbeiter vermeiden lassen.*! Nach seinem Berichte waren 36 Proz. aller Unfälle„auf Unachl- s a m k e i t und Leichtsinn der Verletzten* zurückzuführen, durch .Betriebsgefahren* sind 42 Proz., durch Schuld an Neben- arbeiten 12.3 Proz., durch höhere Gewalt, Zufall usw. 5.8 Proz. und in- folge„mangelhafterBetriebs einrichtungen* gar nur 3.9Proz. der Unfälle enlstandenl Ja. die Unternehmer wissen zu berichten! Dabei muß der AufsichtSbeamtc selbst berichten, daß er 307 Betriebe revidiert habe, und„in 112--- 36,5 Proz. der besichrigten Betriebe waren Ausstellungen nicht zu machen; in den übrigen 195 Betrieben =° 63,5 Proz. waren insgesamt 535 Mängel zu verzeichnen." Also! Weshalb dann die Beschuldigung, daß die Verletzten weitaus selbst Schuld an ihren Unfällen haben? Interessant ist es auch, was der Beamte über die Ordnung in den Betrieben schreibt: „Die in den Werkstätten befindlichen Verbands- kästen wurden leider meistens in solchem Zu- stände vorgefunden, daß man ernste Bedenken tragen muß. mit dem vorgefundenen Material Wunden zu berühren."„Vielfach sind die Kästen nicht genügend staubdicht, nicht verschlossen gehalten. Die Verbandsmaterialien werden häutig mit beschmutzten Fingern ihren Umhüllungen entnommen und dann ohne Verpackung in den Kasten g e w o r f e n." Wo bleiben da die vielgerühmten sanitären Einrichtungen unserer Straßenbahnvcrwaltung?_ Zur Feuerbestattung. Am Sonntag fand im ReichitaaSgebäude eine Versammlung der Vorstände der preußischen Feuerbestattungsvercine statt. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde einstimmig nachstehende Reso- lution beschlossen:„Die beutige Versammlung der zablreich erschienenei' Vertreter der Vorstände der preußischen Feuer- bestattungsvereine ist der Ansicht, daß die bekannte, dem Hagener Vcrein für Feuerbestattung auf Veranlassung der Ministerien des Kultus und des Innern zugegangene polizeiliche Verfügung, welche Feuerbestattungen untersagt, von unrichtigen tatsächlichen und recht- lichen Voraussetzungen ausgeht. Sie widerspricht dem Empfinden weiter Volkstreise und lästt die Gründe der Entscheidung des preußischen Oberverwaltungsgerichts vom 16. März 1906 un- beachtet. Die Versammlung betont, daß die Feuerbestattung einen Fort- schritt in gesundheitlicher, schönheitlicher und wirtschaftlicher Be- ziehung bedeutet, daß sie keinen Glaubenssatz verletzt, und daß es vom Standpunkte der Strafrechtspflege bei zwingender Leichenschau stichhaltige Einwendungen nicht gibt. Die Ehrung des Andenkens der Toten ist den Freunden der Feuerbestattung eine heilige Sache. Die Einführung der Feuerbestattung ist in zahlreichen Bundes- staaten erfolgt: irgendwelche Mißstände sind dabei nicht hervor- «treten. Die Gefühle der Freunde des Erdgrabes können auch in Preußen nicht verletzt werden, da es sich um die unverbindliche Feuerbestattung handelt. Diese Leitsätze sollen mit eingehender sachlicher Begründung den zuständigen Ministerien zur Kenntnis gebracht werden, gleich- zeitig mit dem Antrage, die beregte Verfügung aufzuheben und Anordnungen in die Wege zu leitem welche die Feuerbestattung ermöglichen. Diese könne im Wege der Verordnung(Baden, Württemberg) erfolgen."___ Hud Induftrie und ftandel* Die gute Konjunktur garantiert. Nun kann man beruhigt aufatmen, der Weiterbestand der un- berändert guten Konjunktur ist gesichert. Garantie dafür bietet in ihrer letzten Nummer die.Deutsche Arbeitgeber-Ztg.", denn sie selbst sagt es. Und das sollte ja eigentlich bei den rühmlich bekannten Volks- wirtschaftlichen Kenntnissen des Blattes genügen. Dazu ist seine Beweisführung von der bewährten zwingenden Logik Reiswitzscher Argumentation. Zunächst macht das Blatt einige einfältig weise Bemerkungen über Statistik und Pseudostatistik. Dann macht es allem Zweifel über die Konjunttur ein Ende. Es dekretiert: „Die Statistik spricht von der unveränderten Dauer einer glänzenden Konjunktur. Freilich hat sich in den letzten Monaten ein merklicher Rückgang der Ausfuhr in Roheisen feststellen lassen, aber dieses Moment verschwindet, wenn man die statistischen Angaben über die Zunahme der Einfuhr von Kohlen, von Eisenerzen, von Rohmaterialien für die TeM- industrie in Betracht zreht. Der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr läßt erkennen, daß das Fundan, ent der wirtschaftlichen Lage unerschüttert geblieben ist. Die Betriebseinnahmen der Eilenbahnen führen zu dem gleichen Ergebnis, denn die Statistik des Reichs-Eisenbahnamtes erklärt, daß im Monat August im deutschen Güterverkehr für jeden Kilometer 164 M.. das heißt 6,18 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres� vcr- einnahmt worden sind. Das Zahlenmaterial ließe sich häufen. Auf allen möglichen Gebieten konnte man mit Leichtigkeit nach- weisen, daß der Markt andauernd von frischein Leben erfüllt und daß demnach zu irgendwelchen Besorgnissen keinerlei Anlaß vor- Händen ist." Da sind wir ja fein heraus I Das auffällige Exportbedürfnis der amerikanischen Eisenindustrie, das Sinken der Eisenpreise, die Not der reinen Werke, das Zusammenschrumpfen der Auftrags- bestände, die Verminderung des Kohlenversandes, alles das gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Wir fürchten aber, daß, wenn jemand. auf daS Urteil der.Arbeitgeber-Zeitung" bauend, zu Schaden kommt und er wollte dann das Blatt regreßpflichtig machen. Herr Reis- witz einwenden würde, er fei ein— unverantwortlicher Ratgeber. Bewegung der Brotpreise. Seit Mitte September gehen die Brotpreise an vielen Orten recht kräftig in die Höhe. Seit IS. September hat sich für Frankfurt a. M. und Umgegend der Brotpreis uin einen Pfennig pro Psund erhöht: nur die Bäckerei des Konsumvereins verkauft etwas billiger. In vielen Orten deS unteren Westerwaldes ist der Preis für ein vierpfündiges Brot durchschnittlich um 2 Pf. hinaufgesetzt worden, so daß der Preis zirka um 10 bis 11 Proz. höher ist als vor einem halben Jahre. In Schwäbisch- Gmünd ist vom 1. Oktober ab eine Brotpreiserhöhung eingetreten: 3 Pfund Weißbrot kosten 43 gegen bisher 38 Pf., 3 Pfund Schwarz- brot 43 gegen 36 Pf., 1 Paar Wecken 6 gegen 5 Pf. Aber nicht nur im Westen und Süden Deutschlands, sondern auch in anderen Gegenden ziehen die Brotpreise an. Die Bäckermeister von B e u t h e n(Schlesien) lassen zum IS. Oktober einen Ausschlag ein- treten. In Bremen ist der Fünfzigpfennig-Laib um zirka 200 Gramm innerhalb Jahresfrist leichter geworden. Ebenso steigt der Brotpreis in Berlin, wo das Kilogramm Roggenbrot schon im Juni zirka 31 Pf. kostete gegen 27 im Jahre zuvor. Biehpreise. In den verflossenen neun Monaten dieses Jahres find die Preise für auf dem Berliner städtischen Viehhof zu Markt gestelltes Vieh einem ständigen Wechsel unterworfen gewesen. Der Durchschnittspreis für Rinder war am Anfange dieses Jahres 142 M. für 100 Kilogramm Schlachtgewicht. Es erfolgte dann ein Rückgang bis auf einen Durchschnittspreis von 127 M. in den Mvnaten Mai und Juni. Seit dieser Zeit ist der Preis aber wieder auf 141 M. gestiegen. Für Kälber waren die Preise im Januar seit langer Zeit die höchsten. Der Durchschnittspreis war 168 M., fiel im folgenden Monat auf 150 M., stieg in den nächsten beiden Monaten auf 154 resp. 156 M., um drei Monate später bis auf 133 M. zurückzugehen. Jedoch zogen die Preise im vergangenen Monat wieder bis auf 144 M. an. 142 M. war im Januar der Durchschnittspreis für Hammel, er ging dann im nächsten Monat um 2 M. hinauf, fiel aber in den beiden folgenden Monaten auf 137 M. Mit dem Monat Mai setzte eine Steigerung ein, die im August ihren diesjährigen Höhepunkt erreichte, es wurde ein Durchschnittspreis von 158 M. erzielt. Der September brachte einen Rückgang auf 152 M. Zu Anfang des Jahres war der Durchschnittspreis für Schweine 114 M. für 100 Kilogramm Lebendgewicht mit 20 v. H. Tara. Die folgenden vier Monate brachten einen ständigen Rückgang bis auf 91 M. Dann zogen die Preise wieder bis auf 126 M. an; im letzten Monat erfolgte dann wieder ein Rückgang auf 113 M. Prcis-Rückgang. Nach den Notierungen der New Uorker Börse ist Nördliches Gießereieisen seit dem 1. Mai um Dollar pro Tonne und Kupfer um 0— ll'/z Cent pro Pfund gesunken. Nörd- liches Gießereieisen notierte am 1. Mai 24,75— 2S,77, am 4. Oktober 19,25—20,00, Kupfer 25,00—25,50 resp. 14,25-14,75. Man hört aus allem nur das„Nein". Die„Rhein.-Westf. Ztg." dient dem Stahlverband als Spracbrohr für folgende Ableitung: Man wird sich vielleicht zu der Gewährung einer Exportunterstützung entschließen. Keinesfalls wird aber eine Herabsetzung der Halbzeug- preise eine Mehrheit unter den VcrbandSmitgliedern finden, da man die daraus entstehenden Folgen auf die'Gestaltung der Markt- Verhältnisse im Inlands sowohl wie im Auslande für sehr be- denklich hält. Stabcisenpreise. An der Düsseldorfer Börse am Sonnabend wurde für gewöhnliches Stabeisen aus Flußeisen ein„offizieller" Preis von 130—132 M.(gegen 132,50—140 M. am 20. September) festgesetzt. Dieser Preis ist aber, wie die„K. VolkS-Ztg." schreibt, mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht in Einklang zu bringen; denn, wie wir hören, liefern„gemischte" Werke Stabeisen der an- gegebenen Art bereits zum Preise von 125 M., frei Werk. Auch die Feinblechpreise von 135 M. entsprechen nicht den wirklichen Erlösen, da Feinbleche in großen Posten bereits zu 130 M. und darunter angeboten werden._ Huö der frauenbewegung« Borbercitung der Frauen für daS politische Leben. Die schwedische „Landesvereinigung für politisches Frauenwahlrecht" beginnt in diesem Monat, zunächst in Stockholm, mit Unterrichtskursen, die dazu dienen sollen, unter den Frauen das Interesse und das Verständnis für politische und kommunale, wirtschaftliche und soziale Fragen zu wecken und zu fördern. Die Kurse erstrecken sich auf National- ökonomie, Kommunalpolitik, Staatspolitik und aktuelle Fragen. Daneben werden Diskussionsstunden, fingierte Stadtratssitzungen usw. veranstaltet, um die Frauen für die praktische Tätigkeit in derartigen Körperschaften vorzubereiten. Man rechnet darauf, daß auch die gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen sich lebhaft an diesen Kursen und Veranstaltungen beteiligen und hat deshalb dem „Frauen-Fachverband" Teilnehmerkarten zu ermäßigten Preisen zur Verfügung gestellt. Versammlungen— Veranstaltungen. Friedenau. Dienstag, den 8. Oktober findet die Versammlung nicht statt. Charlotteniurg. Mittwoch, den 16. Oktober, abends 8l/3 Uhr. im Volkshaus, Rosinenstraße 3: Generalversammlung. Vortrag: „Die Bausteine des Lebens". Wahl des Vorstandes. 19. Ottober Stiftungsfest im Bolkshaus. Slngegangene Druckfcbriften. Don der„Neuen 1. Hest des 26. wir hervor: Julius Zeit«(Stuttgart, jS erschienen. Aut otteler zum Gedächtnis Paul Singer) ist soeben daS Aus dem Inhalt des Heltes heben Von bl. G.— Ein Vierteljahrhundert.— liehet den Marxismus in Rußland.(Zum sünsundzwanzig« jährigen Jubiläum der„Neuen Zeit".) Von Trotzky.— Möglichkeiten des Klassenkampies. Das Verhältnis des Proletariats zur Monarchie. Von Karl Renner.— Die Geschichte eines BucheS. Von Otto Bauer.— Sozial- demokratische Randbemerkungen zu den Vorarbeiten der Strasrechtsresorm. Von Michael Sursky-Petersburg. I.— Sozialismus in der amerikanischen Poesie. Von Henriette Rolond-Holst.— Literarische Rundschau: Der Kamps. Sozialdemokratische Monatsschrist. Redaktion: Otto Bauer, Adols Braun, Karl Renner. Verlag: G. Emmerling, Wien VI. Von r. h. Dr. Rudolf Wassermann, Beruf, Konsession und Verbrechen. Von Dr. W. A. Bonger. Amsterdam. Viitonü Social, Monatliche Revue der rumänischen Sozial- demokratie, redigiert von Dr. C. Rakovski, Georg Grigorovtci und M. Gh. Bujor. Redaktion und Administration: Jassy, Str. Ss. Teodor 31. Von x. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch« Postanstalten und Kolporteure zuin Preise von 3,25 M. pro cn; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal DaS einzelne Hest kostet LZ Pf. Probcnummern stehen jederzeit zur Verfügung. Der„Süddeutsche Posttllou«(Verlag: M. Ernst, München) bringt in seiner soeben erschienenen Nr. 21 in drei farbigen Vollbildern die neueste» politischen und gcsclljchastlichen Ereignisse zum Ausdruck: Frankreich und Marokko, die FricdcnSkonserenz und das Ideal der deutschen Jungsrau, die den beiden Kärtchen(Hau und Peters) je einen Kranz spendiert, weil beide Karl„unschuldig" sind. Das Leitgcdicht geißelt den gelobten Lreisinn�mit ,■ m zählung, Lncifer, Lucas Lucanus, betitelt, sowie eine Menge kleinerer Bei- träge macht die Nummer sehr interessant und sollte von jedem Parteigenossen gelesen werden. Preis 10 Pf Zu haben bei allen Kolporteuren und Buch- Handlungen. „Zeitfragen«, Nr. 46. Wochenschrist sür deutsches Leben. Herausgeberi F. Blei. Einzelpreis: 36 Ps. Deutscher Schristenverlag, Berlin SW. 11. Mitteilungen der Deutschen Onent-Gcsellschast zu Berlin. Nr. 34. Selbstverlag: Berlin, Viktoriastr. 33. <3 9 w W -GEEEEHH»«»»ÄöiAÄÄ Unserem Genoffen Ulbert I(oka zum 60. GeburtStage die'" herzlichsten Glückwünsche.. � Möge er noch lange zum© Wohle der Armen und Ent- M erbten wirken I Seine alten Freunde. H 1 4 Unserem verehrten Zlrbettsucher,| j dem d schönen Heinrich: ! auS Friedenau, Nubensstraße, zu fc seinem heutigen Geburtstage ein| I dreimal donnerndes Hoch!» l Heinrich laß gießen!» j 4976 Die Arbeitswilligen. J SozIaldemokratisciierWalilierein des 2. BerliDer Wahlkreises. Bezirk 106. Am Sonntag, den 6. Ottober, verstarb nach langen Leiden unler langjähriges Mitglied, der Schritt. gießet Wl/l Paul Merseburger. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den S, Oktober, nach. mittags 5'/, Uhr, von der Leichen- ball« des Christus- KirchboseS, Lichtenrader Chauffee, auS statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. De? Vorstand. SozialdenokratiseherWaiilverein für den i. Berliner Reiehsiags-Wahlkreis, (Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern zur Nachricht. laß unser Genosse, der Arbeiter Etfnard Kunisch vohnhast Forsterstr. 39(Stadt« iejlrf 112b) gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Nittwoch, den 9. Oktober, nach- nittag« 2>/, Uhr, von der Leiche». falle des EmmauS> Kirchhoses ms statt. !S3/!2 Nee Voeiianck. Danksagung. Für die wohlwenden Beweise herz« lichcr Teilnahme bei dem plötzlichen Hinscheiden unseres Neben Sohnes »an« sagen wir hierdurch allen Verwandten und Belamiten, WS- besondere dem Gesangverein„Einig- keit lll« unseren innigsten Dank. Jobaan Krumm nebst grau. SozialdemokratiseherWalilYerelD des 6. Berliner MMes. Xachrnf! Am 30. September verstarb unser | Mitglied, der Hutmacher LmH Rade Bernauerstr. 88. Ehre seinem Andenken! 1 266/19 Der Vorstand. SoziaWemokratisElier Wahlierein des 6. Berliner Wahlkreises. Am Freitag, den 4. Oktober, verstarb msolge AbstürzenS unser Mitglied, der Hausdiener Cfrnst Weber Anklamerstr. 19. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch- nachmittag 4 Uhr von der Leichen- balle der Zions-Gemcwde, Nieder- Schönhausen-Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Borstand. Deutscher Transportarbeiter-Verband. VerwaltungssteKe Berlin II. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser lang- jähriges IreueS Mitglied Weber an den Folgen eines UnsalleS am Freitag, den 4. Ottober, ver- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. balle des Kirchhofes der ZionS- Gemeinde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht Die Orlsverwaliung II. Danksagung. iir die Beweise liebevoller Teil- nähme, die mir bei dem Tode und der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, unseres guten, treusorgeuden Vaters erwiese» worden find, sage ich hiermit auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. 2S6L Frau Witwe Aug. Borwert nebst Kindern, Eltern und Geschwister. Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Ehefrau unseres Mitgliedes Winkler auS Klub.Veilchendust" am 3. d. Mts. verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Diens- tag, den S. Oktober, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Philippus-Stpostel-KIrchhoseS, Müllerstraße 44/45, auS statt. 3/16 Der Voratand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin, Todes-Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Kar! Xlbrecdt am 6. d. MtS. an Leberleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke». Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Nieder«Schönhausener Kirchhoses, Buchholzcrstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 153/17 Die Ortsvorwaltung. Zentrai-lferein öer Malier DentseWs. (Verwaltung Berlin.) Den Kollegen hierdurch zur Nachricht, daß am Freitagabend unser langjähriges, treues Mit- glicd, der Steinbildhauer Alfred Wolff nach langer Krankheit im Alter von 43 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Städtische» Friedhofe in der Müllerstraße Ulio statt: Eingang durch den Philippus> Apostel« Kirchhof. 26,16 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. � Hygienische ßE(UrfctruJHJ. Neuest. Katalog i. Empfehl.viel Aerate u.Prof. gr«t. tkfj L. On«r, fionimiwaiciilabrflc Berlin NW* FriodjicNstiaas v 91/98. Sozialdemokratisch. WahlvereinS Rlxdorf. Todca- Anzeige. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter MnibvBm Giese (15. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rixdorser Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 221/1 Der Borstaud. Verband der Wäsche-, Krawatten- arhelter und-arheiterlniien Beutsehlands. Filiale Berlin. Todea- Anzeige. Am 30. September verstarb an den Folgen einer Brandverletzung unsere Kollegin, die Plätterin Marie Klawitter (Firma Arndt). Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Oktober, nach- mittags 1>/, Uhr, von der Halle des Zentrat-FnedhoseS in Fried- richsfelde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Aorstand. Dauksexuux» Für die liebevolle Tellnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei derBeerdigung meines lieben ManneS, unseres guten VaterS Friedrich Hartmann sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. 4956 Die trauernden HinterbHebenen. Or. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Priüzeustr.4l,„dieriupiau, 10— a, 6—7. Sonntags 10-12, 2-1. W.Koacks Theater Cueftiun: Rod. Dill. Brumiciutr. 16. Ble Nclmld. Schauspiel in 4 Auszügen o. Müllner. Ansang 8 Uhr. Entree 30 Ps. Ehren- und Vorzugskarten gültig I Freitag zum erstenmal: Der ver- kaufte Schlaf. In neuer Auflage erschien vor kurzem Sie Sntoiekelimg des Sozialismus von der (Kopie zur QlilTcnrcbaft von Frledrlcb Engel». Mit einem Vorwort von KarlKantSkh. Diese Schrift ist eine der vorzüglichsten der sozialistischen Literatur und kann jedem Arbeiter zum Studium bestens cmpsohlen werden. 224/12» Der Prpis beträgt 40 Pf., für die besser«l- sgeführte Llnsgabe 1 Mark. Expedition des„Vorwärts", Berlin SW., Lindenstrafie 69. Laden. Reicbshallei-Tliealer. Britton als Ante im Familien« bad Wannsee. Ans. Wochent. 8. Sonntags 7 Uhr. ss Uebermorgen Ziehung!= Keine Ziehungsverlegung 1 ------ Aolteste und günstigste— Quedlinburger Lotterie SSy Eos 1.— Mk. (11 Stück 10 M.) Gewinne i. W. v. 27000 Mk. Für jeden Gewinn sofort Elap-fiekl! Lose empfehlen H.Kulke&Co., BUnzaitraUo 1, Ecke Neue Schönhauserstraße, sowie sämtliche Lotterie« und Zigarrengeschälte. 7S/9 Damenhüte sehr büiig! von den emsachsteu bis zu den ele< gantesten. Ausarbeitung von 50 Ps. an. Abonnementen erhalten Rabatt. Rammlerltr. 2. Vntiaesttiitft. immxmm sohict garnierte DamenhUte, Barette Herren-Mützen uud Pelzkragen, Knaben- und Mädchen-Qami- turen, FuBsftcke, lagdtaaohen, Wagendecken, Pelz- tepplehe und Bett- vorlagor. dar elg. Fabrikat GroBe Auswahl. Bestes Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Sämtliche gangb. Pelzarten am Lager. F. Kaiman,"�","' KoiwnilaglanslrallgM (gegenüber Bonthstraße). Verkauf auch Sonntags. Wochentags bis 9 Uhr abends. Toi. 1. 8817. H. Pfau C., Klosterstratze 30(T. L 6347). Bruchbänder und Bandagen, Gerade« Halter, Leibbinden, Orthopäd. Apparate, künstl. Glieder. Korsett« u. alle Artikel zur Krankenpflege. Für Damen auf Wunsch weibliche Bedienung. Lieferant sür alle Krankenkassen. Mus JWcyer Restaurant, ßraiiiensir. 103 Jeden Sonntag:[* QemOtl. Beisammensein und Tanz. J LEIPZIGER STRASSE Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, soweit Vorrat ALEXANDERPLATZ Einfarbig u, gestreift, nur neueste Muster u. Fa?ons in gediegener und geschmackvoller Ausführung grSsstsnieils zur Hälfie des regul. Preises Verkäufe. rotalauSverkauf meines En gros. und Filialenlagers: Gardinen, Stores, Tüllbettdecken 10 bis 20 Prozent Rabatt. E. WeitzenbergS Teppich- Haus, Grobe Frantjurterftraße 125.* Teppiche mit Farbenfehlern zum vollständigen SluSverkaus jetzt mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Frankfurterstraße 125_ 2802S+ Totalausverkauf meines Engros- und Filialenlagers: Tuch, und Plüsch- decken, Velvetine» und Plüschportieren in allen Preislagen durchweg mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Frank- surterstraße 125. 28035!� Steppdecken. Fabrikmuster, Stück 3.25, 3,85, 4,85, 5.5Y, K,50. 8,50 usw. E. Weißenbergs TeppichhauS, Große Franksurterstraße 125._ 2804JH+ 10,00. Deckbett, Unterbett, Kissen, rotrosa Inlett. Psandleihe Andreas- straße 33. 2641H* Laiiddett. Zwei Deckbetten, zwei Kissen, zweischläfrig,>8,00. Aussteuer. Darnaslbeziige, große Laken 1,00. Psandleihe AndreaSslraße 38.* Bauerndeckbett. Unterbett, zwei Kissen 27,00. Große Freischwinger, Regulatore 9,00. Psandleihe Andreas- straße 38. Fahrgeld wird vergütet. TeppichemttFarbeniehlernFabrit» Niederlage Große Frankinrterttraße S, parterre kein Laden. Mauerhost, ft Gard»»e»v»»s GroßeFranklnrier. straße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhost. l-f Steppdecken billigst gobrtk Große Franksurterstraße 9, parterre. tl Möbel sowie ganze WohnungS- jalten solide Leute Einrichtungen erhal zu Kastapreisen bei geringer Am zahlung aus Teilzahlung Mobelsabrik A. Krause, Schützenslraße 73/74.+ Teppiche!(sebierhaste) in allen Größen sür die Hälste des Wertes tm Teppichlager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhos»irse. 251/1« Herrenfahrrad, Damensahrrad, wie neu, 45,00. Holz, Blumen- straße 358._• Steppdecken spottbillig, Fabrik Große Franksurterstraße 50. 2157K« Möbeltäufe find vorteilhast im Möbelspeicher Brunnenstraße 182 Hos. Ganze Einrichtungen von 2ö0,— an. Gelegenheitskäufe wenig gebrauchter wie neuer Möbel, Plüschgarnituren, Schreibtische, PaneelsosaS, Säulen- IrumeauS, NußbauinbüsettS, Muschel- schränke, englische Spiegelschränke, MuschelvertikoS 28,-r, Satin- und Mahagoni. Schlaszimmer, Teppiche, •Spiegel, Spiegelspindchen, Englisch- betten, Muschelbetten, Taschenjosas, Marmortoiletten, Komoden, Cosa- tische, Ausziehtische 10,—, Garderoben- spind, Flurgarderoben, moderne Küchen und viele andere spottbillige ZufallSkäuse. Sonntags geöffnet.* Metassbetten, komplette, hochelegante, Paar 85,00. Becker, Lands- bergerstraße 41. 2702K« _ IÖ,5Ö große Betten, rotrosa Inlett, Oberbett, Unterbett, zwei Kissen. k. Becker, LandSbergerstraße 41.* Möbelfabrik, Oranien straße 68 direkt Moritzplatz. In meinen fünf Etagen stehen komplette WohnungS- einnchtungen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, säst neuen Möbeln, die bedeutend herabgesetzt find. Befichttaung erbeten, ohne Kauf. zwang. Auffallend billig virkause>ich neue EhaiselongueS 20, Schlas. sosa 30, Satteltaschensosa 45, Paneelsosa 55, hochelegante Gar. nitur 75, Säulentrumeau 33, Bettstelle mit Matratze 15, AuSzieh. tisch 18. Muschelsptnd, Vertiko 30. Gekauste Möbel können drei Monate kostenfrei lagern. Teilzahlung ge. stattet. Kein Laden, direkt Fabrik. Auch Sonntags geöffnet. Muster buch gratis._ 2613K* MilchgefchäftSeinrichtungen, Emaillierte PerkausSgesäße, Milch. kannen, Milchmaße, Milchsiebe, Wiege- schalen. Jordan, Michaelkirchstraße 21. PfandiellihauS! Hennamiplas sechs. Erstbilligste EinkausSauelle Extragroßer Bettenoerkaus, Braut betten, Bettstücke, VermietungSbett BettWIette, Bettwäsche, Aussteuer, Wäsche, Gardinenvertaus, Portieren- verkauf. Teppichverkauf, Steppdecken, Plüschtischdecken, Psänderverkaus, Nähmaschinen, Uhrenverkauf, Freischwinger, goldene Taschenuhren, Ketten, Ringe, Schmucksachen, Festgeschenke, staunend- billige Jackettanzüge, Gehrockanzüge, SommerpaletotS, WinterpaletotS. Sonntags ebenfalls geöffnet, st 125« Gaskrone«, drei stämmig 4.50, Bronzekronen 7.50, GaSzuglampen 8.00, Lyren 1.45, Wandarme 0.55. Fabriklager GroßeFranksurterstraße 92, Filiale Ravenöstrage 5. 2720K« Möbel, S. Grau, Gneisenau- straße 10, billigste und beste Bezugs- quelle. Kassa und Teilzahlung.« Gaökronen, Petroleumkronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. LouiSBöttcher sselbst): Boxhagenerstraße 32 sBahn- Verbindung Warschauerslraße), Ret- nickendorserslraße 116,•Schönhauser Allee 80, Potsdamerstraße 81, Rix- dorf, Kaiser Friedrichstraße 247._" Möbeltischlerei liefert gediegen, Wohnungseinrichtungen äußerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Tischlermeister, Dresdenerstraße 124, nahe Kottbuser Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* Kinderwagen, Kinderbettslellen Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kursürsten- straße 172. 2247K« Herren. Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, großes Stofstager, Paletot, Anzug 35 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand» werkerverdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109.« Salonteppiche, extragroße Pracht. exemplare, 26,00, wunderschöne gimmerteppiche 8,00, hocheleganter s aeettierter Säulentrumeau 30,00, reichgestickte Uebergardinen, Spachtel- storeS, Tüllgardinen, Steppdecken, Salonbilder, Salonuhren, Diwandecke», Plüschtischdecken 5,00, gediegene Nutzbaurnniobel, Plüschgarnituren, PaneelsosaS, Küchenmöbel, vollständige Einrichtungen werden nachmittags 2 bis 8 im Anhalter Bahnspeicher Möckernstraße 25, direkt Hochbahn- statton Möckenibrücke, spottbillig ver- tauft. 2792K« Hochvornehme Herrenanzüge, HerrenPaletotS, feinsten Maß/losten herrührend, 18—38,00. Täglich, Sonn. tagSverkauf. Deutsches Versandhaus, Jägerstraße 63. X. 27783« Leihhaus Prinzenstraße 28, 1, Ecke Ritterstraße: verfallene Pfänder, Brillanten, Goldsachen, Uhren, Ketten spottbillig zujederGelegenheit. s2305K Pianino, gebrauchtes, tadellos, billigst Pücklerstraße 33. I links, tl«' Spottbilligst verfallene Pfänder, Gardinenverkauf, Bettenoerkaus, Teppichverkaus, AuSsteuerwäsche, Uhrenv erkauf, Garderoben. Pfand- leihhauS, Weidenweg neunzehn.+32« Kinderwagen, Kinderbelistelle, Sommer, Wienerftraße 51. 2555K« Gelegenheitskäufe: Paletots, An. züge, Hosen, Koffer, Revolver, TeschingS, Uhren, Goldsachen, Kessel, spottbillig. Lücke, Oranienstraße 131. Reisegläser, Operngläser, Reißt zeuge, Regulatoren, Freischwinger, Harmonikas, Geigen, Zithern, Bilder, Teppiche, spottbillig. Lücke, Oranien- straße 131. 445b« Steppdecken, volle Größe, Cre. tonne 3,00, Trikot 4,25, Suniliseide 4,25, WollatlaS 5,50, Normalschlaf decken 1,85, Sonderangebote. Teppich bauS Emil Lesävre, Oranienstr. 158. Sensationelle NeuheitI Automat Phönix, Hamburg. Generaloertrieb Koppenstraße 13, Restaurant._+44« Gardinen, StoreS, Portteren, Tischdecken kaust man billigst im Gardinen- Spezialgeschäft, Bruno Güther, Grüner Weg 80, parterre, kein Laden.« Herrmann straße 53, hat anzüge. Schlesinger, die besten Turm- Arbeits. 25742* Mohairplüfch-Tischdeckcn, großer RäumungSauSverkauf, Stack5,75, 5,75, zurückgesetzte Gardinen, Teppiche, Steppdecken spottbillig. SpezialhauS Dresdenerstraße 8(Kottbusertor).• A« gepflasterter Straße Parzelle, 1900 Mark. Bezahlung nach Wunsch. 20 Psennig-Tour. Caternberg, Mark- grasendamm 11. 492b Mehlwürmer, zwei Schock 0,15, Kanarienvögel, Flugbauer, Heckbauer billig. Ruffenie, Birkenstraße 55. f?? Restaurant verkäuflich, gutgehend, umständehalber, billige Miete, Usedom- straße 10, Postverkehr._ 498b Seisengeschäft umständehalber zu verkaufen Kopenhagenerstraße 42. Pianino, hohes, Turmstraße 8 t 100,— Mark, _ 78/10 Stnben- und Kücheneinrichtung sortzugShalber sofort billig zum Ver- kauf, Görlitzerstraße 43, 2 Treppen. Eckrcstaurant, Rixdorf, sofort ver- käuflich.'Auskunft Rixdorf, Elbe- straße 14 im Restaurant. fl04 Ein altes, seit 15 Jahren bestehendes Kohlengeschäst billig wegen umständehalber verkäuslich Gubener- straße 51 bei Dobbrow.+38 Möbliertes Zimmer sür 2 Herren, Nostizstraße 52, vorn IV links. 413b Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle, Balkonzimmer, Badegelegenheit, 11,00, Urban- straße 55, vorn, rechter Ausgang II links, 47b f/z Uhr findet bei R. Kaul, BiSmarckftr. 16, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. iTagcSordnilng: Bericht vom Essener Parteitag. Berichterstatter Gc- nosse Stieffenhofer. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, auch Frauen, «haben Zutritt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist e§ Pflicht eines jeden Parteigenossen in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Königs-Wusterhauftn und Umgegend. Den Parteigenossen zur KennMiS, daß die nächste Wahlvereinsversanimlung nicht am Mltt- stioch, den' 9. Oktober, sondern am Sonntag, den 13. Oktober, nachmittags 3>/z Uhr, in Neue Mühle im Lokal des Herrn Thor- mann stattfindet. Die Parteigenossen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Französisch-Buchholz. Die ordentliche Mitgliederversammlung deS Wahlvereins findet Mittwoch, den 9. Oktober, abends 8'/z Uhr, bei Kähne, Berlinerstr. 39, statt. Tagesordnung: 1. Bericht von der .Kreisgeneralversammlung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegen» heiten, Anttäge. 4. Verschiedenes.— Pflicht jedes Parteigenossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Die örtlichen Verhältnisse erfordern eine eingehende Diskussion. Der Vorstand. berliner I�acdriebten. Eine Gemcindcschulc, die zur Auflösung bestimmt ist. Wir meldeten bereits vor einigen Wochen, daß die Schulverwaltung unserer Stadt wieder eine der älteren Gemeindeschulen als überflüssig ansieht und sie zur allmählichen Auslösung bestimmt hat. Herankommen soll diesmal die 4 9. Gemeindes chule, die jetzt nahezu vier Jahr- zehnte alt ist. TZie wurde im Oktober 1808 gegründet, mußte da- mals zunächst in dem Mietshaus Blnmeustr. 28 untergebracht werde» und siedelte dann im Oktober 1871 in ihr eigenes SchnlhauS Blumen st r. 63a über, indem sie noch heute sich befindet. Der Auflösungsprozeß beginnt schon mit diesem Winterhalbjahr, das am heutigen Dienstag eröffnet wird. Die 49. Schule darf schon jetzt keine Sechsjährigen mehr als Schulrekruten auf- nehmet». Die Kinder dieses Alters, die aus dem betreffenden Stadtteil jetzt zurEinschnlung kommen, werden von vornherein au andere Schulen abgeschoben. Manchem Kind wird da ein längerer Schulweg zu- gemutet werden, als die Elrern eS sich gedacht hatten. Aber danach öagt doch die Schulverwaltung unserer lieben Stadt Berlin nicht, wenn sie sich in den Kopf gesetzt hat, daß eine Schule„überflüssig" sein soll! '.NeverflNsflg' i st mm allerdings die 4S. Schule noch keines Noch für das Sommerhalbjahr, das eben zu Ende gegangen ist, weist die amtliche Frequenzstatistik die folgenden Klassenfrequenzen nach: in zwei achten Klassen 53 und 51 Kinder, in zlvei siebenten Klassen 51 und 50. in zwei sechsten 49 und 47, in zwei fünften 52 und 61, in zwei vierten 50 und 45, in zwei dritten 42 und 40, in zwei zweiten 42 und 42, in einer ersten 37 Kinder, in der ganzen Schule 682 Kinder. Man sieht: dieSchule hat noch ein recht hübsche Frequenz. Sie befitzt Doppelklafien für sämd liche Stufen, mit Ausnahme der ersten Stufe, für die nur eine Klasse vorhanden ist. Das ist in Berlin der normale Zustand unserer Ge meindeschulen. Auch die Besetzung der einzelnen Klassen ist so, dasj man noch lange nicht sagen kann, die Schule leide an Frequenz schwindsucht und sei mithin„überflüssig".„Ueberflüssig" mutz sie aber in absehbarer Zeit werden, da ihr nunmehr der Nachwuchs entzogen wird. Es genügt schon, datz jetzt die Aufnahmeklasse weggenoinmen wird: da müssen dann nach einem Jahre, zwei Jahren, drei Jahren usw. auch die folgenden Klassen, die siebenten� sechsten, fünften usw., von selber wegfallen. Gewöhnlich erspart aber die Schulverwaltung den zur Auflösung bestimmten Schulen dieses langsame Absterben, indem sie sie im abgekürzten Verfahren erdrofielt. Wahrscheinlich wird in der 49. Schule über» Jahr nicht nur die siebente Stufe wegfallen, sondern gleich auch die sechste mit beseitigt werden. Oder vielleicht reitzt man der Schule auch den Kops weg. indem man ihr vorzeittg die erste Klasse nimmt. Und über zwei oder drei Jahre wird dann mit einem Schlag die ganze Schule aufgelöst, weil sie ja doch„nicht mehr vollständig" sei und„nur noch ein Bruchstück" darstelle. So un- gefähr haben fie'S in anderen Stadtteilen bei Auflösung von Schulen gemacht, so werden fie'S auch in der Blumcnstratzengegend machen. Da gibt es dann Umschulungen engroS; denn selbst verständlich müssen die Kinder der vorzeitig aufgelösten Klassen in anderen Schulen desselben Stadtviertels hineingestopft werden. Die minderbemittelte Bevölkerung des„Frankfurter Viertels darf für die nächste Zeit sich aus„angenehme" Schulzustände gefatzt machen. Sie wird bald merken, wie dort in den übrigen Schule» die Frequenz der ohnedies nicht zu knapp besetzten Klassen noch zu nehnien wird, weil der Ueberflutz aus der angeblich„überflüssigen" Schule der Blumenstrahe dorthin absttömen mutz. Schon jetzt, bei der Einschulung der Sechsjährigen, dürfte es sich fühlbar machen, datz die 49. Schule ihre unter ste Klaffe verliert. Doch das alles stört unsere Schulverwaltung nicht in ihrem Eifer, in Beachtung der Wünsche des Stadtfreisinns immer mehr Gemeinde schulen ausfindig zu machen, die sie für„überflüssig" erklären kann. Wann und wo wird die nächste herankommen? Wertzuwachssteuer und Grundstücksverkäufe in Berlin. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat bekanntlich kürzlich mit allen gegen zwei Stimmen eine Magistratsvorlage abgelehnt, die beim Besitzwechsel von Grundstücken einen klemen Prozentsatz des sich hierbei gegenüber dem letzten Erstehungspreis ergebenden Wert- zuwachses der Gemeinde zuführen wollte, nachdem diese Vorlage bereits in der Ausschutzberatung durch die liberale Majorität zu einem„Messer ohne Heft und Klinge" gemacht worden war. Um welch wichtige Einnahmequelle sich dadurch die Gemeinde gebracht hat. geht aus folgender vom Stattstischen Amt veröffentlichten Zu- sammenstellung der im Jahre 1906/07 in Berlin stattgefuudenen Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken hervor: Bebaute Grundstücke Unbebaute Grundstücke Verkaufswert Verkaufslvert Zahl Mark Zahl Mark . 160 37 511013 56 5 691059 50 13 810 535 82 3 065106 . 175 64 801217 46 6 826131 . 212 67 475 661 52 9 736 521 . 94 29 199 294 30 4 253 011 Monat 1906 August. September Oktober. November Dezember 1907 Januar» Februar. März.. April.. Mai.. Juni.. Juli 191 124 68 183 152 155 174 53 611 133 41 310 112 18 248 237 59 529 333 60 022 769 51 548 615 54 955 764 562 023 683 50 73 39 34 11 37 22 "482" 6 221 685 7 314 327 4 662 459 4 256 797 1920 700 5 272627 5 686 306 64 955 728 Zusammen 1733 Wenn auch aus dieser Zusammenstellung natürlich nicht der seit dem letzten Besitzwechsel erfolgte Wertzuwachs ersichtlich ist, so deuten die ungeheuren Zahlen doch schon an, datz eS sich hier um viele Millionen handelt, die bei einer zweckentsprechenden Wertzuwachs- steuer der Gemeinde, deren Einrichtungen und Entwicklung die kolossale Wertsteigerung der städtischen Grundstücke doch in erster Linie zu verdanken ist, zuflietzen könnten. Die schmähliche Haltung des Berliner KommnnalfreisinnS und die krasse Privllegienmg der Hausbesitzer durch daS Berliner Stadtverordnetenwahlrecht, das ihnen die Hälfte aller Sitze einräumt, haben das verhindert. Gegen die LehrlingSzüchterei. Die Gewerbedeputation des Magistrats hat bekanntlich wiederholt Gelegenheit gehabt, auf Grund der Bestimmung des K 128 der Gewerbeordnung gegen die sogenannten„Lehrlingszüchter", die in Berlin in grotzer Zahl ihr sauberes Handwerk treiben, scharf vorzugehen. In 9 Käuen hat sie in den letzten 7 Jahren angeordnet, datz die Zahl der Lehrlinge bedeutend herabgesetzt werde. So wurde unter anderem bereits im Jahre 1900 einem Herrn L. Hennig. welcher in der Neuen Friedrichstratze die Fabrikation mechanischer und elektrotechnischer Apparate mit einem„W erkführer" und 26 Lehr- lingen betrieb und der sich für die„Ausbildung" seiner Lehr- linge in zwei- oder dreijähriger Lehrzeit ein Lehrgeld von 1000 bezw. 600 M. zahlen lietz, aufgegeben, künftig nur noch 8 Lehrlinge halten zu dürfen. Aehnliche Verhältnisse herrschten bei der Firma Juliu» Schlich, nur datz da« Lehrgeld hier auf 300 bis 500 M. bei ein. bis dreijähriger Lehrzeit bemessen war. Die Firma P. Jemsch u. Boehmer, Telegraphen, und Telephonfabrik, hielt zeitweilig nicht weniger als 47 Lehrlinge, für deren„Ausbildung" ein Werkführer und ein Vorarbeiter sorgten. Das Lehrgeld betrug 100 M. Ihr wurde aufgegeben, die Schar ihrer Lehrlinge aus 10 herabzusetzen. Aehnlich lagen und liegen noch heute die Ver- Hältnisse in einer ganzen Reihe anderer Betriebe. Gehülfenlohn wird nicht gezahlt, weil keine GeHülsen beschäftigt werden, das von den Angehörigen der Lehrlinge zu zahlende Lehrgeld aber ist eine recht erkleckliche Einnahme für die Herren Lehrlingszüchter. DaS Lehrlingswesen, oder richtiger gesagt, das Lehrlingsun- Wesen bildet ja heute noch einen grotzen Krebsschaden, der je eher, je besser beseitigt werden mutz. Hier würde sich auch den Gewerk. schaften ein Feld dankbarer Tätigkeit eröffnen, da ja auch die Interessen der Gewerbegehülfen durch die Lehrlingsausbeutung arg geschädigt und der Lohn- und PreiSdrückerei. durch die geschilderten Mitzstände Tür und Tor geöffnet werden. Leider hat die Gewerbedeputation verhältnismätzig selten Ge- legenheit zum Einschreiten. Die meisten Mitzstände auf diesem Gebiete entziehen£ch ihrer Kenntnis. Es fehlt ihr an der nötigen Uebersicht; eine ständige Kontrolle der Lehrwerkstätten findet nicht statt. Allein diesem Umstände dürfte eS zuzuschreiben sein, datz die„LehrlingSzüchterei" so üppig inS Kraut geschossen ist. Fast ohne Ausnahme waren eS Denunziationen von Kon- kurrenten, welche sich durch die PreiSdrückereien der Lehrlings- züchter bedroht fühlten, die der Gewerbedeputation Kenntnis der vorhandenen Mitzstände und Gelegenheit zum Einschreiten boten. Datz dies kein gesundes Verhältnis ist, liegt auf der Sand und wird dies auch von der Gewerbedeputation anerkannt. Diese hat sich in ihrer letzten Sitzung wiederum mit der Angelegenheit beschäftigt unb beschloß, eine aus 9 Mitgliedern der Gewerbe- destuiatson bestehende Kommission mit beb Aufgabe zu beltauen Mittel und Wege in Vorschlag zu bringen, die es der Deputation ermöglichen, der Lehrlingszückterei wirksamer entgegentreten zu können, als dies bisher möglich gewesen. Bereits im Jahre 1901 hat die Gewerbcdeputation auf An trag unseres Genossen Bürgcrdeputiericn Tutzauer beschlossen, in Sachen der Bekämpfung der LehrlingSzüchterei auch ein Gutachten des Berliner Gewerbegerichts einzufordern. Da die Angelegenheit jetzt akut geworden, dürste es an der Zeit sein, datz sich der Aus. schütz des Gewerbegerichts mit der Sache beschäftigt. Die Ordnung in den Büchern der Stadtslinode haben wir durch Veröffentlichung einiger besonders charakteristischer Fälle aus den vielen uns mitgeteilten— wiederholt beleuchtet. Ans der selben erhellt, datz zahlreiche Personen in den Kirchenlisten zu Un recht geführt werden, zu Unrecht deshalb, weil diese Leute längst der Kirche den Rücken gekehrt haben, indem sie gerichtlich ihre» Austritt erklärten. Die zu Unrecht in der Kirchenliste Geführten werden zur Kirchensteuer veranlagt und es wird bei Nichtzahlung Pfändung angedroht, wodurch vielen Leuten erhebliche Scherereien erwachsen. Ein besonders krasser Fall wird uns heute berichtet Der Schankwirt Emil Lindemann erklärte am 13. Februar 1893 bor dem Berliner Amtsgericht seinen Austritt aus der evan- gelischen Kirche. Nach 7 Jahren wird L. von der Stadtshnode zu Kirchensteuer veranlagt. L. weigert sich zu zahlen, da er Dissident sei. Ihm wird geantwortet, datz er in den Listen des Einwohner-Meldcamtes als evangelisch geführt werde. Seine gerichtliche Austrittserklärung bewies aber, datz diese Buchungen nach 7 Jahren noch unberichtigt waren; er brauchte nun nicht zu zahlen. Vorläufig hatte L. Ruhe. Es vergingen wieder 7 Jahre, Da erhält L. vom Kirchenvorstand St. Hedwig die Mitteilung, datz er als Mitglied der St. Hedwigsgcmcinde mit 6,20 M. zur Kirchensteuer veranlagt sei. L. war nicht wenig erstaunt, wie er nunmehr in die katholischen Kirchenbücher geraken ist. Ob auch hier das Einwohner-Meldeamt wieder unrichtig gebucht und un- richtig weiter gemeldet hat, ist nicht bekannt. Da wir einmal dabei sind, die Fehlerhaftigkeit der Melde register zu beweisen, so wollen wir gleich einen anderen Fall registrieren, mit dem die Kirchengemeinden nichts zu tun haben, der aber insofern in einem gewissen Zusammenhange mit der obigen Angelegenheit steht, als er die Ordnung in unserem Ein wohnermeldeamt beleuchtet. Ende November 1906 wurde ein Kom misssonär Th. aus Warschau aus Berlin ausgewiesen und er zog nach Petersburg. Pflichtschuldigst erfolgte anfangs Dezember die polizeiliche Abmeldung. Nichtsdestoweniger wurde Th. zur Steuer veranlagt und als er nicht zahlte, weil er eben schon längst fort war, wurde im Oktober 1907 an seine ehemaligen Wirtslcute auch noch der Mahnzettel abgegeben. Vom Dezember 1906 bis Oktober 1907 hätte die Abmeldung doch an das Einwohner-Meldc' amt und von hier an die Steuerdeputation gelangt sein können Die Generaldirektion der Museen gab kürzlich bekannt, datz die Benutzung der Kolonaden des Museums für das Publikum geschlossen werden würde, wenn es sich wieder- hole, bah Stullenpapier in die Anlagen geworfen würde, Hierzu schreibt uns ein Leser:„Auf meinem fast täglichen Gang durch die Museumstratze mache ich gewöhnlich einen Umweg nach dem Pergamon- Museum, um aus der altertümlichen Bank, welche dort im Freien aufgestellt ist, mein Frühstück zu verzehren. So halte ich es schon seit' vorigem Sommer, nie ist mir m den Sinn gekommen, daS Stullenpapier fortzuwerfen; ich habe auch nie gemerkt, datz dort solches herumlag, und wenn ein Kinderfräulein merkte, datz ihre Schutz- befohlenen wirklich etwas wegwarfen, so mutzten diese es schleunigst wieder aufheben; eS herrschte auf dem Platze Zimmer die peinlichste Sauberkeit. Als ich nun vergangenen Sonnabend mein Frühstück wieder atz kam der dort angestellte Aufseher auf mich zu und sagte:„Früh stücken ist hier nicht erlaubt." Als ich ihn erstaunt ansah, meinte er „ES ist verboten, weil daS Stullenpapier immer weggeworfen wird.' Als ich darauf vor lauter Erstaunen keine Worte fand, kam schar und schneidig das Wort„Verstanden?" heraus. Daß das Wegwerfen von Papier verboten wird, ist in der Ordnung, datz einem aber das Essen verboten wird, ist mir' doch ungeheuerlich." Die obige Zuschrift scheint uns zu bestätigen, datz die General direttion der Museen sehr schwarz gesehen haben mutz, wenn sie ihre Warnung vor eventuellem Schlietzen der Anlagen sürS Publikum mit der starken Verunreinigung der Anlagen durch Wegwerfen von Stullenpapier begründete. Wir find auch von anderen Seiten bereits darauf aufmerksam gemacht worden, datz in diesem Falle stark über- trieben worden ist. Wir billigen eS gewitz nicht, wenn öffentliche Aulagen und Erholungsplätze verunziert werden, allein die Art der Behand- lung, die der Einsender erfahren hat, wird deshalb keineswegs ge- rechtfertigt._ Wegen Verdachts der Täterschaft des StrauSderger Eisenbahn ftrvrlS sind wiederum zwei Verhaftungen erfolgt; wahrscheinlich hat man wieder daneben gegriffen. Ehriftlicher Abonnentenfang. DaS Stöckerblatt„Das Reich' macht alle Anstrengungen, seinen Abonnentenstand in die Höhe zu bringen. Kürzlich hat es sich eine Massenverbreitung in Moabit geleistet und jetzt ist der Verlag auf die Idee gekommen, sich an die christlichen Gewerkschaften zu wenden, um ihre Mitglieder zu Abonnenteii des„Reich" zu bekommen, Ein solche? an die Christlichen gerichtetes Schreiben ist auch an den Vorsitzenden des Fabrikarbeiterverbaiides in Hannover, an den Genossen Brey gelangt und hat folgenden Inhalt: Berlin, den 3. Oktober 1907. SW. 11, Königgrätzerstr. 40. Sehr geehrter Herr l Wir fragen hierdurch ergebenst an. ob Sie gewillt find, mil olgenden Prospekt Ihrem Fachorgan beizulegen und zwar möglichst ohne Kosten für uns. Soll„Das Reich" das führende Tages blatt der christlichen Gewerkschaften sein, so mutz es m alle evam gelischen Kreise des Volkes dringen, und dazu erbitten wir die tatkräftige Förderung der Herren Vorsitzenden der deutschen Zentral- vereine. Wir find bereit, für jeden Abonnenten auS Ihrem Verbände und gegen Rückgabe der Abonnementsquittung 25 Pf. monatlich zu v e r g ü t e n, die Sie entweder im Interesse Ihres Verbandes,»der wie es Ihnen sonst gut diinkt, verwenden können. Ihren werten Nachrichten entgegensehend zeichnen wir hochachtungsvoll Verlag„Das Reich" G. m. b. H. I. B-: Mertinat. Mutzte der Verlag nicht, daß er hier an die falsche Adresse kam, oder glaubte er mit der Zusicherung der versprochenen Vergütimg einen Mann ködern Zu können, der eS als seine Ausgabe betrachtet, die Dunkelmänner des„Reich" und ihren verderblichen Einflutz auf die Arbeiter zu bekämpfen? Wirklich, eine starke Zumutung an den Vorsitzenden eines Verbandes! Selbstverständlich verzichtet Genosse Brey auf den einträglichen Abonnentenfang für„DaS Reich". Der christliche Scheck lockt ihn nicht._ Zwei Ardeiterinnen bei einer Aethcrexplofion verunglückt. Gestern nachmittag wurde die Feuerwehr nach der Elsafferstr. 59 gerufen. wo sich die Fabrik für medizinische Verbandsstoffe von Max Kahnemann befindet. Im Dachgeschotz des OuergebäudeS war dort in einem Raum neben dein Laboratorium die Arbeiterin Emilie Klanitta aus der Ackerstr. 118 mit Umfüllen von Aether be- chästigt, als plötzlich die Flüssigkeit an einer offenen Flanime Feuer ing und explodierte. Umherspritzende Feuerteile verletzten die Ar- beiterin im Gesicht und an beiden Annen derart, datz sie nach der Tharitö geschafft werden mutzte. Auch die in der Nähe stehende Arbeiterin Marie Seh mann aus der Schulstr. IIS erlikk Brandt Verletzungen im Gesicht. Ein schwerer Automobilunfall trug sich gestern nachmittag in ded Chaussecstratze zu. Der Arbeiter Friedrich Fischer. Frankfurter» Allee 45 wohnhaft, war auf einem Zweirade von der Jnvalidenstratz« in die Chausseestratze eingebogen und hatte dabei das Unglück, mit einem Privatautomobil zusammen zu stotzen. Er wurde von den» Rade herunter geschleudert und fiel unter die Räder des Kraft» wagenS, die über ihn hinweg gingen. Mit schweren Verletzungen fand der Verunglückte in der königl. Klinik in der ZiegelstratzK Aufnahme. Großes Unheil hat eine jener Frauen angerichtet, die'ihr« „Kunst" im Inseratenteil der bürgerlichen Presse marktschreierisch ankündigen. Die 23 Jahre alte Frau Marie des Fabrikarbeiters Hermaiiii R, aus der Residenzstratze 133 zu Reinickendorf war seit vier Jahren verheiratet und Mutter eines drei Jahre alten Sohne» Karl. Das Paar lebte in glücklicher Ehe, bis die junge Frau vo» einigen Monaten ohne Grund eifersüchtig wurde. Seitdem besucht» sie oft eine Kartenlegerin in der Bergstratze, die sie in ihrem halt« losen Verdacht, datz ihr Mann sie hintergehe, bestärlte. Vor WoSeez äusserte sie schon zu Nachbarn, dah sie nicht länger leben wolle. Umsonst versuchte man ihr diese Gedanken auszureden. Währen!» ihr Mann am Nachnüttag auf Arbeit sich befand, vergiftete sie ifl der Wohnung ihr Kind und sich. R. mutzte abends, als er heim« kehrte, ein Fenster einschlagen, um in die Wohnung zu gelangen» Unter den Händen eines Arztes starb die Frau nach kurzer Zei»' Gestern nachmittag erlag auch das Kind der Vergiftung. Der Direktor der Treptow-Sternwarte, Professor Dr. Archen« hold, teilt im„Weltall" mit, datz die für den Bau des Vortrags» saales gesammelte Summe den erforderlichen Betrag von 100000 M. schon um 1641 M. überschritten habe. Die noch ein« gehenden Spenden sollen daher zur Bestreitung der innere» Ein» richtung Verwendung finden. Bon einem Schimpansen und einem Löwen gebisien. Aufregend« Szenen haben sich am Sonntagabend im Zoologischen Garten und aus eine», Rummelplatz im Norden der Stadt abgespielt. In« Affenhaus« des Zoologischen Gartens befindet sich ein zahme« Schimpanse, der hm und wieder von einem Wärter im Innern de» Gebäudes herumgeführt wird. DaS Tier, das sich bisher noch nie« mals etwas zuschulden kommen lietz, mutz am Sonntag wohl von einem der zahlreichen Besucher gereizt worden sein, dem» plötzlich fiel es über den 13 jährigen Sohn des Justizratt Chrellitzer aus der Oranienburgsrstratze 22 her und schleudert« ihn zu Boden. Der Affe warf sich auf den Knaben und bitz au� ihn ein. Ehe es dem Wärter gelang, das wütende Tie« von seinem Opfer hinwegznreitzen, hatte es dem Knaben zwei Vitz« wunden an der rechten Hand beigebracht. Ein Arzt in der Nachbar« schaft legte dem Verletzten die ersten Notverbände an.— Ein zweite« ausregender Vorgang spielte sich aus einem Rummelplatz an de« Miillerstratze ab. Der Kaufmann Karl Riedel, Rostockerstratze wohn« hast, war mit seinen Kindern nach dem Vergnügungsplatz gegangei» und hatte eine Löwenbude besucht. Ilnvorsichtigerweise wagte e» sich nahe an einen der Löwenzwinger heran und versuchte, eines de« Tiere zu streicheln. Der Löwe verstand dies jedoch falsch und schluß mit der Pranke nach R. Es erfatzte seine rechte Hand und zei? fleischte sie derartig, datz blutige Fetzen herunterhingen. Feuer auf einem Berliner Riesclgut. Am Sonnabendabend un? 'Uli Uhr brach auf dem der Stadt Berlin gehörenden Rieselgut» Malchow ein Brand aus. Das Feuer vernichtete eine Feldscheune, die mit 3000 Zenwer Roggen gefüllt war. Die Wehren sahen sich auf der Brandfielle einem Feuer gegenüber, bei dem nichts zu helfeit und nichts zu retten war. Da andere Gebäude nicht in der Näh« lagen und Nieselwärter die Brandwache übernahmen, rückten di« Wehren bald wieder ab. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Freie Bolksbiihne veranstaltet vom 18. Oktober a» (Freitag abends 814 Uhr) geschlossene Abendvorstellungen. Sil richtet dafür die 21., 22„ 23. und 24. Abendabteilung ein. Diese Abendvorstellungen finden unter künstlerischer Leitung des Direktor? Adolf Steinert, unter Mitwirkung hervorragender Gastspielkräst» abwechselnd im Luisen-Theater und im Lortzing-Theatcr statt. Zu» nächst gelangt Philipp Langmanns Drama„B a r t e l T u r a s e r zur Ausführung. Am 19, Oktober ist für die Mitglieder und deren Familien ein Robert Schumann- Abend im Mozartsaal an« beraumt und am 25. Oktober wird Marcell Salzer als Vor» tragender bei einem Ludwig Thom a-Abend im Gewerkschafts« Hause mitwirken. Als dritte Serie der NachmittagsaufsührungcL im Neuen Schauspielhause ist Hebbels„Judith" angesejst. Da? Walhalla-Bariötö-Theater am Weinbergsweg' hat nun gleichfalls die Wintersaison eröffnet und das neue Programm kann sich sehr wohl sehen lassen. Einen breiten Raum nimmt die Akrobatik ein. Ein Wagehals sondergleichen ist Herr L e Th rö, der eine auf einer Kugel in beträchtlicher Höhe befindliche Leiter betritt und s« balanziert. Als Pyramidensteller produzierte sich die aus 16 Personen bestehende Mohamed Ben Ali-Truppe, die etwas ganz Besondere? im Springen leistet. Nigger-Sänge und»Tänze bringen die Georgi« Pickeninnies, di« damit das Plantagenleben in Amerika ver» anschaulichen wollen. Als vorzüglicher Violinvirtuose erweist sich Herr Regnis in seiner Szene:„Der Geigenmacher von Cremona". Einige neue Sachen brachte Herr Erdi Blum, der Komiker de? Hauses, und der unvermeidliche Velograph macht den Schlutz det Abends. Radrennen zu Treptow, 6. Oktober. Spannende Kämpfe in den beiden Dauerrennen, die sich ohne jeden Unfall abspielten, be« retteten den zahlreich anwesenden Zuschauern ein Vergnügen, baf diesmal bis zum Ende ungestört blieb. In dem Grotzen 50 Kilometer-Rennen mit Motor» ührung(400, 300, 200 M,) siegte W. H u b e r in 44 Min. 29 Sek. vor H a b e r e r, 190 Meter, George, 640 Meter, und H u g« . r z y r e m b e l 5780 Meter zurück. Huber und Haberer waren während des ganzen Rennens kaum mehr als 50 Meter auseinander, n»r zuletzt hatte Huber seinen Vorsprung etwas ausgedehnt. George hatte bis zum 32. Kilometer standgehalten und dann nur 2 Runden cingebützt; Przyrembel war als Neuling seinen Gegnern nicht ggf wachsen, er war von Anfang an zurückgeblieben. Das Kleine 50 Kilometer-Rennen(250, 200, 15kk 100 M,) wurde von C. Moritz in 47 Min. 41s/s Sek, gewonnen. ehetner(Wien) endete 560 Meter, Langen 910 Meter und chadebrodt 10 490 Meter zurück. Letzterer war durch Reifen- chaden benachteiligt: er setzte eine Zeitlang, bis sein Rad aus« gebessert war. aus, griff dann aber wieder ein; er hatte bis zum 12. Kilometer die Führung, wurde dann von Zehewer abgelöst, denk wieder Moritz beim 33. Kilometer die Spitze entteihen konnte. Ein Hauptfahren für die Flieger über 1500 Meter<20, 15, 10, 5 M.) wurde von P a w k e, vor Srxlebcn, Götze und Theitz ge- Wonnen. 25 Fahrer in den Vorläufen. Zeugengesuch. Am 26. August, abend? 6—6'/, Uhr,»ourde in der Kommandantenstatze, Ecke Alte Jakobst ratze, ein Mann von einem OmnibuS über die Hand gefahren. Die Zeugen dieses Vor- alles werden gebeten, ihre Adressen an Jorden, N.W., Sparzf stratze 21 tu, avzugreben._ Vorort- JVaebnebte!!« Rummelsburg. Die letzte Genteindevertretersitzung, die erste Sitzung nach de» Ferien, hatte fast nur Schulangelegenheiten zu erledigen. DaS vorgelegte OrtSswtut für die zu errichtende kaufmännische Pflicht» Fortbildungsschule wurde mit der von unseren Vertretern boe antragten Abänderung, die dahin geht, datz autzcr Handlungs- gehülfen auch gewerbliche Arbeiter, die nach dem Statut zum Schulbesuch nicht verpflichtet find, zur Teilnahme am Unter» richt zugelassen werden können� genehmigt. Die UnterhaltungM kosten der Schule werden, abgesehen bon den Kosten für Heizung und Beleuchtung sowie für die benötigten Schulräume, die die Gemeinde Rummelsburg trägt, don der Potsdamer Handels- kammer, der die Schule auch unterstellt ist, getragen. Das Schul- geld darf vierteljährlich höchstens 4 Mark betragen. Die Schaffung zweier Oberlehrcrstcllen bei dem Realprogymnasium zum April 1008 wurde einstimmig beschlossen. Ebenso die Schaffung zweier Oerlehrerstellen und einer technischen Lehrcrinstellc bei der höheren Mädchenschule zum April 1903 gutgeheißen. Desgleichen Ivurde für die Knabenmittelschule die Schaffung zweier Lehrerstellen und für die Hülfsschule die Schaffung einer Lehrerstelle beschlossen. Ferner wurde der Schaffung der notwendigen Lehrerstellcn bei den Volksschulen zugestimmt. Zur Erweiterung der Schülerinnen bibliothek der höheren Mädchenschule bewilligte die Gemeinde- Vertretung die Summe von 1000 Mark und zur Ausstattung der höheren Mädchenschule die Summe von 5000 Mark. Ebenso wurde zur Beschaffung von Lehrmitteln für die fünfte und achte Ge incindeschule der Betrag von 2870 Mark bewilligt.— In nicht öffentlicher Sitzung wurde hierauf beschlossen, von dem Bauunter- nchmer und Gcmeindevertreter Gaedicke wegen verspäteter Fertig- stellung der katholischen Schule eine Konventionalstrafe in Höhe von 1000 Mi< einzuziehen. Gaedicke hatte das katholische Schub gebäutx statt vertragsmäßig zum 1, Oktober 1006 erst zum 1. Januar 1907 fertiggestellt. Stralau. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung fand die Fest- stellung der Jahrcsrechnung für das Rechnungsjahr 1906 statt. Danach betrug die Einnahuie 233 211,12 M., die Ausgabe 181 173,93 M.. so daß ein Uebcrschuß im Betrage von 52 032,19 M. zu verzeichnen ist. Den Hauptanteil des Ueberschusses hat die Umsatzsteuer mit einem Mehr von 37 000 M. gebracht.— Nachdem die Anschaffung eines neuen Turngerätes für die Schule bewilligt, wurde beschlossen, eine Krankcnpflegestation für die Gemeinde zu errichten. Zur Erledigung der Vorarbeiten wurde die Angelegen- hcit dem Gemeindcvorstand überwiesen. Stolpe. lieber den Essener Parteitag sprach am Mittwoch abend im Wahlverein Genosse Heinrich Schulz. Die leider sehr schwach besuchte Versammlung quittierte mit allseitigem Beifall über das sehr ausführliche und sachliche Referat. Tie kurze Diskussion be- schäftigte sich mehr mit dem schwachen Versammlungsbesuch als mit dem Parteitag, von dessen Verlauf man befriedigt zu sein schien. Nach Aufnahme von 8 neuen Mitgliedern gab der Kassierer den Bericht vom dritten Quartal, der eine Einnahme von 495,23 M. aufwies; die Ausgaben betrugen/, bis O'/i Uhr abends statt. Geöffuet V Uhr. Souuabciids beginnt dt- Sprechstunde um« Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und»ine Zahl alS vicrkzeichc» beizufügen. Briefliche Autwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. — K. Lvvv. 1. Nein. 2. Ja. Einen anderen Weg als die Slngaben durch Ihren Anwalt richtig stellen zu lassen, gibt eis nicht. 4. Zum Termin können Sie ohne Vorladung erscheinen. 5. Wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren.— G. 100. Ihr Mann hat sür sich keine Kirchensteuern zu zahlen. Sind Sie aber noch nicht ausgetreten, so miiy der aus Sie eiitsallendc Teil bezahlt werden. Das macht etwa 4 M. jährlich. Der ilns» tritt lostet mit Schreibgebühren usw. g,S0 im. Treten Sie in diesem Jahre aus, so haben Sie vom 31. Dezember 1903 leine Kirchensteuer» mehr zu zahlen. W. N. Berlin. Nein.— K. S. Nixdors. Daö Amtsgericht, in dessen Bezirk der Wirt wohnt, ist zuständig. Die Uhr wird sür unpsänd« bar erachtet. Bezirk 330. t. Ja. 2. Ja. 9. Rixdors, Rathaus, Berliner- siratze.— W. H. 86. Die technische,« Einzelheiten sind unS nicht bekannt.— M. S. 43. 1. Sosern Sie selbst Einkommen hat, ja, sonst nicht. 2. Rein. 3. Keine von beiden.— O. Nein. — N. 13. Lassen Sie sich von der königlichen Bibliothek die Bestimmungen geben. Sic kömien Leser werden, wen» L-ie einen Bürgen stellen können. — A. D. 80. Nene Friedrichstraste 9/10.— R. Schonheil» 4. Im Jahre 1890.— W. 5. 1. Das uneheliche Kind beerbt seine Mutter genau so wie das eheliche. 2. Wenn lei» Testament vorliegt, erbt in dem von Ihnen erwähnten Falle, falls die Nlutter nicht die Nachlaßregulierung nach märkischem Erbrecht verlangt, die Tochter drei Viertel, die Mutter ein Viertel. 3. Nor dem Tode der Mutter bat der künftige Erbe lein Recht, Necheiischast und dergleichen zu verlangen. Die Mutter kann mit ihrem Vermögen machen, was sie will. Dem Kinde steht das Pflichtteilsrecht zu, das Heilst das Recht aus die Hälfte der Erbportion, die ihm zufallen würde. wenn kein Testament vorliegen würde. Die Höhe des Erbteils wird nach dem wirklich vorhandenen Nachlast(Aktiva und Passiva), nicht nach dem berechnet, was der Erblasser bei Lebzeiten besessen hat.— K. E. Die Höhe der Reiste must sich aus dem Feststellmigsbescheid ergeben. In Ihrem Fall scheint eine Kinderrente in Höhe von je 20 Proz. sestgesctzt zu sein. Ist das der Fall, so würde den drei Kindern auch im Fall Ihrer Wiederverheiratung dieselbe Reiste zusammen zusallen, die jetzt Ihnen in Gemcinschast mit den Kindern zusällt. — Roseman«. Die Ziuilliste des Königs von Preußen beträgt löfl« Millionen, genauer 15 719 209 M., als deutscher Kaiser erhält der König von Prcusten keinen Entbehrungslohn.— Diff. 88. 1. Wer im Jahre 1905 aus' der Landeskirche ausgetreten ist, hat seit dem 1. Januar d. I. Kirchen» steuer nicht mehr zu zaiilcn. 2. Nach einer Entscheidung des Kammer- gerichtS vom Dezember 1905 ist im Gegensatz zu der srüheren Rechtsprechung der Vater berechtigt, den Kirchenaustritt sür seine minderjährigen Kinder zu erklären.— O. S. Wir können Ihnen nur empsehlen, mit dem Direktor der Handwerkerschule mündlich Rücksprache zu nehmen.— At. E. 87. 1. 375 M. 2. Der Rcumchr-Ladeiischliist ist durch die Gewerbeordnungs- Novelle vom 30. Juni 1900 seit dem 1. Oktober 1900 eingeführt. 3. Gegen 20 Millionen.— F. 8. Eine Klage hätte wenig Aussicht aus Erfolg, da des Arbeitsoerhältilisscs als eine Abrede über Aus« l. und I. 0. Ja, die Abrede bei Eingang des Arbeitsoerhältilisscs als eine schlust der KündigungSsrist betrachlci werden kann.— Z. Berliner Marktpreise. Ans dem amtlichen Bericht der städtischen Marlthallen-Direktion.(Grosthandel.) Ochseiifleisch la 68—70 pr. 100 Pfd.. na 62-67, nia 57-60, Bullensleisch Ja 62-67, IIa 50—59, Kühe, fett 50—58, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen, dän. 54—62, do. Holl. 0,00. Kalbsleisch, Doppeliender 100—115, Mastkülber la 78—88, IIa 69—75. Kälber gcr. gen. 50—64, do. Holl. 48—51. dän. 0,00. Hammelfleisch Mastlämmer 76-79, Hammel la 70-74, IIa 64-69, nngar. 0,00, Schafe 48—62. Schweinefleisch 57—63, Rehbock la per Pfund 0.60-0,95. IIa 0,40—0,60. Rothirsch la per Psd. 0,28—0,40, do. IIa 0,20—0,25. Damhirsch 0,25-0,40. Wildichweine 0,35. Frischlinge 0.00. Kaninchen v. St. 0.20-0.80. Hasen, grast, p. Stück 2,50—3,00, do., mittel und klein, p. Siück 1,00—2,00. Wildenten per Stück 0,00. Krickenten per Stück 0,00. Rebhühner, junge graste 1,00—1,35, mittel n. kleine 0,50—0,90, alte 0,60—0,80. Fajaneu- hähn» 1,00—2,50. Fasaiienhemicn 0,60—1,60. Bekasinen 0,50—0,70. Waldschnepfen 2,50—3,30, do. IIa 1,00—2,00. Krammctsvögcl 0,20 bis 0,25. Hübner. alte, per Stück 1,40—1,70, IIa 0,60—1,30,' do. junge 0,40—1,15. Tauben 0,25—0,55. Enten per Stück 1,40—2,75, dito Hamburger ver Stück 3,00. Gänse per Pfund 0,50—0,62, do. per Stück 2.00—3,80, do. Hamburger per Psund 0,68, do. Oder- brucher per Psd. 0,48—0,62. PoistetS per Stück 0,75—1,00. Perlhühner per Stück 0,00.' Hechte per 100 Psd. 92—93, do. matt 0,81, do, grost-msttel 0,00, do. grast 0,00, do. mittel 0.00. Zander 0,00, do. klein 0,00, dito mittel 0,00. Schleie, grost und mittel 0,00, do. klein 0,00, do. unsort, O.OO do. mittel 0,00. Aale, grost 0.00, do. klein u. mittel 0,00, do. mittel 0,00, do. unsortiert 0,00, do. grost-mittel 0,00, do. klein 0,00. Plötzen 0,00. Roddow 0,00. Karpfen 60— 80er 0,00, 30— 40er 0,00, do. 80— lOOct 0,00, do. 50er 0,00. Bunte Fische 66—76. Barse 0.00. do. klein, matt 0,00. Karauschen 0.00. W-lS 0,00. Bleie, matt 0,00. Barbe 0.00. Aland 0,00. Oiiappen 0,00. Raap 0,00, Amerik. Lachs la neuer, per 100 Psd. 110—130', do. Ha neuer 90—100, do. lila 0,00. Seelachs 10—20, Flundern, Kieler, Stiege la 2—6. mittel Kiste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomim la Schock 9,00, IIa 2—4. Bücklinge, Kieler per Wall 2—4, Strals. 1,50-2,00, Bornh, 0,00. Aale, grog per Psd. 1,10 bis 1.40. mittclgrost 0.80-1,10. Nein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5— 9. Schellfische Kiste 3-4.00, Kiste 1,75-2,00. Sardellen, 1902er per Anker 98. 1 904er 93, 1905er 93, l 906er 90—95. Schottische Vollberinge 1905 0,00, large 40—14, füll. 38—40, med. 36—42, dcnlsche 37—44. Heringe, neue Maises, per To. 50—120, Sardinen, ruft., Fast >,50— 1,60. Bratheringe Fast 1,20-1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40-1,70. Neunaugen, Schocksast 11, do. kleine 5—6, do. Riesen- 14. Krebse per Schock 0,00, graste 0.00, do. mlttelgroste 0,00, do. k!e!ne 2,50, do. unsortiert 0,00, Galizier, grost 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,60—3,80, do. graste 4,00—4,40. Butter per 100 Psd. la 122-124, IIa 112-118, lila 100—108, abfallende 90—95. Saure Gurken, neue, Schock 4,00. Psesterglirken 4.00. Kartosseln per 100 Psd. Dabersche 2,75—3,50, meiste runde 2,50—3,00, blaue 0,00, Rosen» 0,00, mag. bon. 2,75— 3,25. Porree, Schock 0,50— 1,00. Meerrettich, Schock 5—12. Spinal per 100 Psund 7—18. Sellerie, per Schock 2,00-8.00. Zwiebeln per 100 Psd. 2,50-3,75, do. Perl. 40,00—100,00. Chalotten 40.00-100,00. Petersilie, grün. 'Schockbund 1,00—1.25. Kohlrabi schock 0,80—1,25. Rettich, bahr., neuer Stück 0,03—0,10, hiesiger Schock 2,50—3,50. Mohrrüben, 100 Psund 2,00 bis 3.50. Karotte», hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl per Schock 4,00 bis 12,00. Rotkohl, Schock 4—10. Weißkohl 2—2,50.»Bliiinenkohl. hiesiger 100 Stück 5—14, do. Hamburger 100 Stflck 0,00, do. Erfurter 100 Stück 7—17. Rosenkohl, per 100 Psd. 20—30. Grünkohl 4—6. Kohlrüben, Schock 3,00—6,00. Petersmenwurzelu, S�-bund 3,00—4,00. Schoten per 100 Pjo. 20—35. Schnittlauch 1,00—1».'. Pfesferlinge per 100 Psd. 15—22. Steinpilze per 100 Psund 25— 40. Radieschen per Schockbtmd 0,75— 1,23. Salat per Schock 1,25—2,50. Gurken, Einmache-, Schock 15—40, do. böhm. Schock 0,00, do. Liegnitzer Schock 0,00, do. Rothenburg«? 0,00. Bohnen, grüne, 100 Pfund 12—30. Wachsbohnen, per 100 Pfund 0,00. Tomaten per 100 Pfund 8—12. Note Rüben, per 100 Pfund 2,50—3,00. Rübchen, Beelitzer, per 100 Psd. 5,00—12. Kürbis 3—7. Preistelbeeren per 100 Psd. 24—30, schwedische 30—32. Birnen, 100 Psd., Italiener 0)00, Tiroler 10—25, hiesige 0,00, Kochbirnen 3—8, Taselbirncn la 10—20, do. IIa 4—10. Pfirsiche, hiesige per 100 Psd. 3—20, ttah in Kistchen zu IL Stück 0,00, do. in Körben la per 100 Psd. 0,00, do. IIa in Körben per 100 Psund 0,00. Aepscl, italienilche, Per 100 Psund 11—12,, hiesige 0,00, Gravensieiner la 0,00, do. IIa 0,00. Tiroler la 15—45, IIa 13—20, Most-, hiesige. 3-4, Koch- 5—10, Sasel- la 15—23, do. Na 7—12. Wallnüsse per Schock 1,00—2,00, do. klein 0,40—0,50. Pflaumen, pr. 100 Pfd. hiesige 10—16, serbische 10—16. Weintrauben, iial., per 100 Pjd. 15—22, sranz. 14—20, türk. 15—18. Ananas I, per Psd. 70—1,00, do. II 0,00. Zitronen. Messina. 300 Stück 11,00-20,00, do. 360 Stück 10,00—16,00, do. 200 Stück. 12,00-16,00, do. 150 Stück 7,00-10,00. Bananen, gelb, per 100 Psd. 14,00-20,00. Witterungsübersicht vom 7, Oktober 1907. «UtUnra Zwlnemde. Hamburg Berlin Frants.a.M München Wien Slakwnen w S a a iE BS iaflatanbal757 Still setersburg 757SO Scillh Aberdeen Paris 752 NW 746 WNW 758SW Heiter bedeckt 1 Regen 4bedeckt 1 wölken! Lbedeckt t»a «a 8 10 13 5 15 Etwas kühler, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit Reget» schauern und ziemlich srischen südwestlichen Winden. Wasserstands-Nachrichte« der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Weiterbureau. Wasserstand Memel. Tilsit P r e g c l, Jnstervurg Weichsel, Thom Oder, Raiibor , Krossen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Bordamm Elbe, Lciimeritz , Barby , Magdeburg Saale, Grochlitz am 6. 10. cra 122 30 64 102 88 97 82 28 14 -47 69 seit 5. 10. cm') — 2 — 4 0 4 3 3 1 + 1 H- 3 + 3 + 4 + + 73- 1 Wasserstand Havel, Spandau . Rathenow') Spree, Spremberg Beeslow Weser, Münden . Minden Rhein, WaldShut , Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, W'ertheim Mosel, Trier ')-j- bedeutet Wuchs,— Fall.—«) Unterpegel. Kur den Juiiull Srr Juieratr überiiiiilint die Redaktion dem Vnblitnin gegenüber keinerlei Berantworrnng. Hdearer. Dienstag, den S. Oktober. Ansang VI, Uhr. önigl. Opernhaus. Salome. An- sang 8 Uhr. öni�ltchcs Schauspielhaus. Viel Slarm um Nichts. leucö königl. Opcrutheater. Der Amerikaseppl. Ans. 8 Uhr. Deutsches. Prinz Friedrich von Homburg. Kammerspiele. Liebelet. An- sang 8 Uhr. Ansang 8 Uhr. Kcues Schauspielhaus. Rasfles. »chilier O. lWallner-Thealer.) Götz von Berlichmgen. chiller Charlottenburg. NosmerS- Holm. Friedrich> Wilhelmstädt. Schau- spielhaus. Der blinde Passagier. berliner. Der Pastorssohn. Lessing. Der Bund der Jugend. �teues. Die Waffen wieder I kleines. Maria Magdalene. orhing. Undine. jentral. Unsere blauen JungenS. tomische Oper. Wcrlher. BZesten. Die lustige Witwe. S istspielhans. Husarenfieber. Kesidenz. Ganz der Papa. Trianon. Fräulein Josette— meine Frau. Thalia. Ihr SechS-Uhr-Onkel. Luisen. Der Zigeunerbaron. Bernhard Rose. Spree-Athener. Theater an der Spree. Der AMenbudiker. Metropol. DaS muß man seh'n. Apollo. Sylvester Schäffer. Spe zialitäle». Walhalla. Spezialitäten. Kolies Caprice. Geteilte Liebe. Casino. Die wilde Jagd. Gebr. Hcrrnfcld. Madame Wig. Wag.(ZS lebe das Nachtleben. Passage. Danny Gürtler. Spezlw litäten. Wintergarten. Nuth St. Denis. Spezialtläten. RetchShallcn. Sleltiner Sänger. Prater. Der Widerspenstigen Zäh mung. Carl Havcrland. Spezialitäten. llealit». Taubenstrafie Nachm. 4 Uhr: Dr. P. Schwahn Einsiihrung in die Erdkunde. Abends V Uhr: Dr. P. Donath Optik. Abends 8 Uhr: lleber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Jnvalidenfir. S7/e2. Ursmi». Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: lieber den Brenner nach Venedig. 6 Uhr; Dr. B. Donath: Optik. 4 Uhr: Dr. P. Schwahn: Einführung in die Erdkunde. (Stiftungsfonds der Berliner Ge- weroo-Ausstellung 1879.) Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsterne. Nebelflecke. Lortzing-Theater. Abends 8 Uhr: Uitdine. Mittwoch: Zar und Zimmermann. Donnerstag: Lustige Weiber. Freitag: Der Waffenschmied. Sonnabend: Martha. mmosETiM Gr. Fraiiksnrterstr. 132. Spree-Athener von Schwarz-Reislingen. Ansang 8 Uhr. Wochentagspreise. Mittwoch Gastspielabend deS Opern- Ensembles, Direktor Below: Der Troubadour. Ferdinand Uunn« Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Der Pastorssohn. Mittwoch: Die tanzenden Männchen. Donnerstag: Der Pastorssohn. Neues Theater. Zum ersten Male: Die Mliffti! iliieder. Ansang 7'/, Uhr. Mittwoch: Die Waffen wieder. Donnerstag: Die Waffen wieder. deines Theater. Ansang 3 Uhr: Axne» Sorma. Maria Magdalene. Mittwoch: Maria Magdalene. Donnerstag: Vater und Sohn. Freitag: Maria Magdalene. Ivester lies Westens. 8 Uhr: Die lustige Witwe. Sonntag nachm. 31/, Uhr Halde Preise: _ FrUhlingBluft._ Friedricb-Wilbelmstädtiscbes üchauspielhaus. Abends 8 Uhr: Der Winde Paflagier. stittwoch: Nachtasyl. Donnerstag: Die Nibelungen. Freitag: Nachtasyl._ .uslspielhaus. Täglich 8 Uhr: Hnsarenfieber. Zentral-Theater. Abends 8 Uhr: Unsere blauen Jnngens. Vaudeville in 3 Akten. — BesisMealer. � Direktion: Richard Alexander. Ganz der Papa. schwank in 3 Akten von MarS und DeSvatlliörcs. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: R. Alexander. Metropol-Theater Luisen-Ttieater Rcichenbergerstr. 31. 2. Opernvorstellung. Zigennerbaron. Ansang 8 Uhr. Mittwoch: Don Earlos. Donnerstag: Muttersegen. Freitag zum erstenmal: Hoffmanns Erzählungeu. Sminabend nachm. 4 Uhr: Aschen- brödel. Abends 8 Uhr: Gebildete Menschen. Gr. Revue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor HoUaender. In Szene gesetzt von Direktor Bichard Schultz. G. Thielscher a. D. F. Massary B-Darmandal E.Whithney a.D. Bender. Giampietro. Joseph!. Anfang präzise 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 13. Okt., nachm. 3 Uhr: Die Herren v. Maxim. Ab 8 Uhr: Tie neuen Spezialitäten! Um 9>i, Uhr: Das Tagesgespräch Berlins: Schlllös Schäffer jr. der weltberiihnite Ilniversalkiinstfer. Henriette de Serris, lebende Bilder. Lindsajr, Peitschenmanipulator. Werner Alberti, kgl.Kammersänger. Grays Aftendressur. Der Biograph. Arlette Dorgere, Sängerin. De Bltre, Zauberkünstler. Empire comedy four, amerikanisches Gesangsquartett. Leris Loyal, Reitakt. Die vier Gordons, Akrobaten. 'JficolcuwiSaSpzea Köpcnickerstrafte 68. Abends 8 Uhr. Zum 38. Male: Der Aktienbudiker. Alt-Berliner Gesangspoffe. Original- Dekorationen und Koltilmen der över Jahre mit Joseftne Dora. Täglich: Der Altienbudiker._ Fröbels Allerle j-Theater Schönhauser Allee 148/149. Heute Dienstag, den 8. Oktober 1907: Narziß-der: Das Ende der Pampadanr. Trauerspiel in 5 Akten von A. E. Brachvogel. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Ans. 3 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Gebr. Herrnfeld- Theater. 57 Kommandantenstrafie Nr. 57. 1 Ansang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2.| Die erfolgreichsten Lach-Komödien :: seit 17 Jahren:: MadameWig-lM Operetten-Burleske, Musik von L. Jtal. 85 lebe das Kachtlebenil L-eparec-Affärc in 2 Akten. Beide Stücke mit de»'Autoren j Anton und Donat Herrnfeld. � Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein verrüittes Hotel und Hayfisch geht zur Jagd mit Anton und Donat Herrnscld. I KeMUer Schiller-Theater 0. kWallner-Tbeaier). Dienstag, abends 8 Uhr: Giitx von Berlicbingen. Schauspiel in fünf Auszügen von Johann Wolsgang v. Goethe. Mittwoch, abends 8 Uhr: IMonna Vanna. Donnerstag, abcndS8Uhr: GOfx von Berllcblngen. Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: TtosmerNhoIm. Schauspiel in 4 Ausz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Mittwoch, abends 8 Uhr: Rouinei-stbolni. Donnerstag, abendSS Uhr: I Der Herr Senator. Schiller-Saal— Schiller-Theater Charlottenbnrg Charloltcuburg, Am Knie, Eingang Bismarckitr. 129. Mittwoch abend 8 Uhr: Vortrag Dr. k.tax Osborn: Max Liebermann ——» mit Lichtbildern.• Preis für jeden Zyklus 4,50 M., für den einzelnen Vortrag 60 Pst Selleläesliebrellscb. WMmm Rixdorf. Sonnabend, den 26. Oktober 1907, im großen Saale der Kencn Welt, Hascnhelde: 1 |ferbst»pest unter Mitwirkung des „Berliner Sinfonie- Orchesters" 42 Künstler, Kapellmeister Maximilian Fischer. Millöcker« Abend. Mitwirkende: Frl. Jenny Doeber, Operetten-Soubrette, � Frl. Margarete Joseph, Konzertsängerin, Hr. Ernst Grenzebacb, Konzertsänger, und Herr Amadeas Wandelt, Pianist. ' Nach dem Konzert: O£8 1 9 bei doppeltem Orchester. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 PI. Anfang prilz. S'/i Ehr. Billett SO Pf. Kindern unter 10 Jahren kein Eintritt. X Die Saaltüren( werden während des Konzerts geschlossen. X Getränke werden nur in den Pausen verabfolgt. X Frogramm gratis X X X X X Raachen nicht gestattet. X X X X X Billetts sind für unsere Mitglieder und deren Angehörige I ! in allen Zahlstellen und in der Parteispeditioh, Neckar-, Straße 2, zu haben. \ i Sonntag, den 20. Oktober, i nachmittags präzise Uhr, i in GrSplers Festsälen, Bergstraße: Die Kreuzelschreiber« I Bauernkomödie in drei Akten von Ludwig Anzengruber. In Szene gesetzt von Julius Türk. 235/20 Der Vorstand. Zirkus Schumann Heute Dienstag, den 8. d. MtS., abends präzise 7'/, Uhr: �SÄT" Zum eisten Male �W(B Mit btispitliostm Erfolgt. Wahre Lachsalven ertönch, all- abendlich bei dem durch einen richtigen Gewitterregen unter- brocheuen Festzug. Eine Fortsetzung der berühmtesten und populärsten Pantomimen: Sie luZligen Zteillelderger. tim Fest Auf dem Neckar. Humorist. Bilder aus dem modernen Studenlenleben von Hosballettmeister A. Siems. Vorher: DaS anerkannte Sensations-Programm._ Theater des Zentrums, Sophien- Säle, Sophienstrafie 17/18. Kis stilh»in Fünft o.Kren u. Lippschütz, Musik o. P. Vincke. Ansang 8 Uhr. Kleine Preise. XJUI. blalMon. ZirkuH Busch| Dienstag, den 8. Oktober 1907, präzise 7'/i Uhr: Grolle Vorstellung. Herrn Willy Manns Wunder- 1 elefanten. Möns.£. Caroli.[ Fakierkünste. Um 91/, Uhr: Auf der flalli££.| Diesj. gr. Ausstatt.-Pantom. des Zirkus Busch in 4 Bildern.| Im 2n 3. und 4. Bilde: Sturm.— Schilfsuntergang. Die Wunder derflefsce I sowie das große Programm. I Trianon-Thealer. Fräulein Josette- meine Fran. Anfang 8 Uhr. Kastno-Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Das vollst, neue Oktober-Programm. Nur Attraktionen 1. Ranges. vis wilde Jagd. 4UK v" Ludwig Fulda. Sonntag nachm. 4 Uhr: Nick Carter. Paul Singer, Verlagsanstalt und Buchdruckerei ======== in Stuttgart===== je neue Zeit □ iüorijfnfdjrift der Aeutscheu SoMldemokratie uz Redigiert von Karl Kautsky. Die Neue Zeit erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft kostet 25 Pfennig. Durch die Post bezogen beträgt der vierteljährliche Abonnementspreis 3,25 M.(ohne Bestell- geld). Bei direktem Bezug unter Kreuzband innerhalb Deutschlands und Oesterreich-Ungarns vierteljährlich 3,9(1 M., innerhalb des Weltpostvereins vierteljährlich 4,55 M. Die Neue Zeit darf als unentbehrliiche Zeitschrift für alle diejenigen bezeichnet werden, welche ein mehr als flüchtiges Interesse für die große Tagesfrage der sozialen EntWickelung haben. Die Eleichheit Zkitslhrist für die Illttltsskll der Arbkiterilllleu Redigiert von Klara Zetki«. Ml den Beilagen: für untere JVIütter und Rausfraucn für untere Kinder.\ Erscheint olle vierzehn Tage in Nummern a 10 Pfennig oder bei Postbezug vierteljährlich 65 Pfennig(inklusive Bestellgeld). » Illustrierte humoristisch- satirische Zeitschrist mst einer Unterhaltungsbeilage. Redigiert von B. Heymann. Erscheint alle vierzehn Tage in Nummern a 10 Pfennig oder bei Postbezug vierteljährlich 65 Pfennig(ohne Bestellgeld). 224/11» □ □ □ Probenummern auf Verlangen gratis. CD □ H! E Bi Charlottenburg» Fs Volksbühne. Im Schiller-Theater Charlottenburg: TheateFYorsteflung. I. Abteilung: Sonnabend, de» UJ. d. M., abends 8 Uhr. II. Abteilung: Freitag, de» 11. d. M.. abends 8 Uhr. 291/14 Zur Aufführung gelangt: „Das vierte Ledot". Volksstück von L. Anzengruber, Rixdorfer Theater BürgersSle. Bergstraste Nr. 117. Mittwoch, den 9. Oktober 1907: Ftachsmau» als Erstchcr. Ein Komödie in 3 Men o. O. Ernst. Anfang 8 Uhr. rrfeckrlclisderg. Fernsprecher Nr. 8. Dienstag, den 8 Abends 8'/, Uhr. IVauhttii-tei- Chaussee 6. Oktober: Kaffeneröffnung 7'/, Uhr. KäLiZpin! des Serlinsr Sehanspiel-Gnsembles (Leitung Felix Mensow): ABt-Heidelbergs Schauspiel in 5 Akten von Meyer-Förster. Billett- Borverkauf im„Stchsvacsen Adler". Passage-Theater.; Danny Gürtler der KSnlg der Bohbme und das Weinbergsweg 19/20, Roscnth. Tor. Das Sensations-Program Iß arabische Iß iö Springer Edi Bhim, der beliebte Komircr. Ansang 8 Uhr.— Tunnel: Konzert f. Theaterbes trei. [-Theater Palast- Burgstraste 21. Täglich 8 Nhr. Entree 50 Pf. Der brillante Oktober-Spielplan. U. a.: Paula SlitTals Hunde-Dressur, Die 5 Rammoneurs Damen-Ensemble. Ein glänzemier Reinfall P°ls°. kolossale ßklober-Prograinin. Theatep Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke Friodrichstraße.' • Geteilte Liebe• Antidnellanten— Bunter Teil. Ansang 3 Uhr. Ssnssvuvi, s°'Ä Direktion: Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Gastspiel der Berliner Bolksbnhne. Sherlock Holmes. Deteltiv-Kömödie. Volkstümliche Preise. Sonuiag, Montag, Donnerstag: u. Vanslti-Unschcn. Somit. Beg. 5, wochent. 8 11. ngpihasen Moritzplats. Täglich Vorstellung rtaettto- ftW» Ansang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Sonntags 7 Uhr.(Sonntags reserviert 1 M., Entree 50 Pf.) st FamilienbillettZ a 40 Pf. j täguch �ililär-Xonierl.! g Becker, PrzywarSli, Görisch, I Neumann, Offeney und Lüttich. Prater= Theater Kastanien-Allee 7—9. Im Abonnement: Dot Widerspenstigen Zähmung. Lustspiel in 5 Strien von Shakespeare. Ansang 8 Uhr. Mittwoch: Bühne und Welt. Kerantioortlichor Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer Sc Co» Berlin SW- Dr. 235. 24. Jahrgang. 3, Keilme Ks.Awiirts" Fnlim MMR Dieustag. 8. Oktober 1907. Soziolißische Presse Deutschlands. IV. Quartal 1007. Zentral-Organ. ,V>>rwSrtS" Berliner Volksblatt, stratze öS. Täglich erscheinend. Wissenschaftliche Wochenschrist. ,Die Neue Zeit", Revue des geistigen und öffentlichen LebenS. Stuttgart, Furtbbachstr. 12. Redaktion: Berlin-Friedenau, Niedstr. 11. Leipzig„Leipziger BolkSzeitung' Tauchaerstr. 13—21. „Volkszeitung für das Muldenthal" Tauchacv straffe 10—21. Lüdenscheid.Volksstimme", Luisenstr. IS. LudwigShafen„Psälzische Post' Maxstr. SS. Lübeck„Lübecker Volksbotc' Johannisstr. 50. Lüneburg„Lüneburger VolkSblatt' Schröderstr. 11. SW. 68, Lindeu-'M�gdeburg.Volksstimme' Große Münzstr. 3. Mainz.Volkszeitung' Zanggasse 13. Mannheim.VolkSftimme'« 3, 14. Mülhausen t. E..Mülhauser VolkSzeiwng' Drei- königsstr. 37. Mühlhausen i. lkh..VolkS-Blatt' JüdcnfKaffe 3. ' München„Münchcner Post' Wittelsbacherplatz 2. Rordhausen„Nordhäuser Volkszeitung' Wolsstr. 14. Nürnberg„Fränkische Tagespost" Luitpoldstr. S. Kommunalpolitifche Wochenschrift. Offenbach„Offenbacher Wendblalt" Groffe Marktstr. 25. »Kommunale Praxis". Wochcnschrist sür Kommunal- Remscheid„Remschcider Arbeiterzeitung" Neustraffe 2. Politik und G-mcindesozialiSmus. Berlin LW. 68, Rostock„Mecklenburgische Volkszeitung' Doberanerstr. 6. Lindenstraffe 69.� Redaktioil: Berlin XV. 10, Kaiserin Taaksel».VolkSblatt' RoSmaringaffe IS. Gtwkrkschastspresse Dkatschlands. 16.- 16 Augustastraffc 58. 22. Täglich erscheinende Zeitungen. Sllicnbnrg„Mcnburger VolkSzeiwng" Kunstgasse 12. Augsburg„Schwäbische VolkSzeiwng" Maximilian straffe B 31. Bant„Norddeutsches Volksblatt' Peterstraffe 20/22. Bayreuth„Fränkische Volkstribüne" Kulmbacherstr. 20. Bielefeld„Volksmacht" Schulstr. 20. Bochum„Volksblalt" Südhellweg 1. Brandenburg„Braudelibur'ger Zeitung, Märkisches VolkSblatt" Krirstr. 73. Braunschwcig„Braunschweigcr Lolkssreund' Schloff- stratze 2, Ecke Ochffchlagern. Bremen„Bremer Bürger-Zeitung" Hankenstr. 21—22. Bremerhaven„Norddeutsche VolkSstimme' Am Hasen 49. Breslau„DolkSwacht" Neue Grmipenftr. 6. Gaffel„Volksblatt sür Hessen und Waldeck" Wolshagerstr. 7. Chemnitz„Volksstimme" Userstt. 14. Cottbus„Märkische VolkSftimme" Am AmlZIeich 13. Crcfeld„Nicdcrrhcinischc Volkstribüne" Breitestr. 62. Dessau„Volksblatt sür Anhalt" Askanischestr. 107. Dortmund„Slrbciter-Zcitung" Kielstr. 5. Dresden„Sächsische Arbeiter-Zeitung" Zwingerstr. „Sächsischer Volkssreund" Zwingerstr. Düsseldorf„Volks-Zeiwng" Benratherstr. 6. Duisburg„Niederrheinischc Arbcitcr-Zeiwng', Friedrich Wilhewistr. 76. Elberfcld-Barmen„Freie Presse" Robertstr. 8» Erfurt„Tribüne" Kleine Arche 1. „Thüringen" Kleine Arche 1. Frankfurt a. Dl.„Volks stimme" Grotzer Hirfchgrabw 17. Fürth„Fürther Bürger-Zcttung' Moftstt. 7. Gera„Rcutzische Tribüne" Alte Schlotzgasse 11. Glesien„Oberhcssische Volkszeitung" Neustadt 14. Görlitz.Görlitzer VolkSzeiwng' Teichstr. 6. Greiz„Rcutzische Volkszettung" Untere Silberstr. 2. Gotha„Volksblatt sür die Herzogtümer Loburg Gotha" Mohrcnberg 7. Halle a. Z.„Borksblatt sür Halle' Harz 42/43. Hamburg„Hamburger Echo", Hamburg I, Fehlandstr. 11. Harburg„Volksblatt" Großer Schippsee 4, Part. Hannover„Volkswillc" Münzstr. 5. Hos.Oberfränkische Volkszeitung" Karolinenstr. 89. Jena„Wcimarischc VolkSzeiwng', Schlotzgasse 19. Iserlohn„Volkszeitung", Mühlengang 15. Karlsruhe„Volkssreund" Luisenstr. 21. Kiel„SchleswigdHolsteinische VolkS-Zeiwng' Bcrgstr. 11, Köln„Rheinische Zeitung" Ursulaplatz 6. Königsberg i.Pr..KönigSbergerVolkS-ZeiWng' Vorder« Roffgnrten 50. und Zt. Johann.Saarwacht' Hafenstr. 7— v. Solinge»„Bergische Arbettcrsttmme' Hohegaste 7. Sonneberg„Thüringer Volkssreund' Coburgcr Allee 7o. Stettin„VolkS-Bote" Schillerstr. 10. Strastburg i. E.„Freie Presse für Essatz-Lothrlngen" Finkmattstade» 2. Stuttgart„Schwäbische Tagwacht" Furlhbachstr. 12. Zwickau t.®.„Sächsisches VolkSblatt' Bosenstr. 16. Wöchentlich dreimal erscheinend. Kattowitz„Gazetta Robotnicza(Polnisch), RathauSstr. 12. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. Langenbielau„Der Proletarier aus dem Eulengebirge' imd„Grünberger Polksstimme', Ober-Langenbtelau, 2. Bezttk. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Cassel„Der Wegweiser" Hohenthorstr. 2. Dresden„Der arme Teufel" Falkenstr. 10. Köln„Rheinische Zeitung'(WochenauSgabe) Ursulaplatz 6. Lörrach, Baden„Arbeiterzeilung" Rawstraße. Offenburg„Volksblatt" Gerberstr. 3. Sttittgart.Schwäbischer Volkssreund' Furthbachstr. 12. Allee 14 Tage erscheinend. Stuttgart„Die Gleichhett' Zeiffchrist sür die Interessen der Arbeiterinnen, Furthbachstr. 12. Monatlich zweimal erscheinend. Königsberg.Der Ostpreutzische Landbote' Porder-Rotz- gatten 50. Monatlich einmal erscheinend. Berlin„Die Fackel' 80. 33 Relchenbergerstr. 123. Dessau„Volksparole für Anhalt' ASkanffchestr. 107. Dortmund„Die Wahrhett' Kielstr. 6. Elberfeld.Da» Morgenrot' Robertstr. Stettin.Der Pommer' Schillerstr. 10. Wiesbaden„Wiesbadener volksbote' Helenenstr. L. Witzblätter(Erscheinen aller 14 Tage). München„Süddeuffcher Posttllon" Seneselderstr. 4. Stuttgart„Der wahre Jacob' Furthbachstr. 12. Illustrierte Unierhaltnngöblätter. Berlin„In freien Stunden" 8 XV. 68, Ltndenstr. 69. Er- Ichcint in Wochenhesten. Hamburg„Die Neue Welt' Hamburg I. Fehlandstr. 11. Erscheint wöchentlich einmal. Nedaktton: Berlin 8 XV. 38, Lindenstr. 69. IXr. Quartal 1907. Zentral-Organ: „Correspondenzblatt der Generalkommtssion Gewerkschaften Deutschlands«. Berlin 80. Engel-llfcr 15. A. Presse der Zentralorganisationen: Asphaltcure.„Der Asphaltarbeiter'. Berlin 80. Engcl-User 15 I. Bäcker und Konditoren.„Deuffche Bäcker« und Kon- ditoren- Zeltung". Hamburg I, Besenbinderhos 57/66. Für Bäckereiarbeiter Berlins„Der Weckrus". Berlin 0. 54, Auguststr. 36. Barbiere»nd Friseure.„Friseurgehülfen-Zelwng", Hamburg 19, Osterstratze 166. Bnuhülfsarbcitcr.„Der BanhülfSacbeiler'. Hamburg I, Klostenur 8 I. Bergarbeiter.„Bergarbeiter> Zeitung'. Bochum, Wiemelhauscrstr. 38/40. Bildhauer.„Bildhauer-Zeiwng'. Berlin 3. 53, Berg- mannstr. 68. Blnineuarbeiter.„Der Blumcn-Arbeiter'. Nieder« Schönhausen-Berliu, Matthastr. 10. Böttcher.„Deuffche Böttcher« Zeitung". Bremen, Geerc» 47/49, GcwerkschastShauS. Braucrctarbeiter.„Brauereiarbetter- Zeitung". Han- nover, Münzstr. 5. Buchbinder.„Buchbinder-Zeiwng". Berlin 3. 59, Kott- buserdamm 23 I. Buchdrucker.„Korrespondent«. Leipzig, Salomonstr. 8. Buchdruckerei-HülfSarbeiter.„Solidarität*, Berlin 8. 59, Witzmannstr. 20. Bureauangestellt«.„Der Bureau-Angestellte'. Berlin 80. 16, Schmidstr. 33 pt. Dachdecker.„Dachdecker-Zeitung". Hanau, Mühlderge 14. Eisenbahncr.„Weckrus der Eisenbahner". Redaltton: DrcSdcn-A., Alt-Löbtau 3. Expedition: Hamburg 15, Spaldinostr. 150 s. Fabrikarbeiter.„Der Proletarier". Hannover, Münz stratze 5 III. Fleischer.„Der Fleischer'. Berlin 80. 16, Wuster hausenerstr. 18/19, pari. Gärtner.„Allgemeine deuffche Särwer.Zeldmg'. Berlin, N. 37, Metzerstr. 3. Gastwirtsgehülfen.„Der Gastwirtsgehllse'. verlin d>0. 18. Eibingerstr. 21. Gemeiudcarbeiter.„Die Gewerkschaft' und.Die Sanitätswartc". Berlin XV. 30, Winterfeldtstr. 24. Glasarbeiter.„Der Fachgenosse". Dresden, Falten> stratze 10. Redaktton: Berlin 0. 17, Gotzlerftr. 29. Gloser.„Glaser-Zeitung". Karlsruhe i. B., Wilhelm- stratze 47. Hafenarbeiter.„Der Hasenarbeiter', Hamburg 1, Besen« binderhos 57—66. Handlungsgehütfen..Handwngsgehülsen-vlatt', Ham« bürg 1, Besenbinderhos 57—66. Handschuhmacher.„Der Handschuhmacher", verlin bl. 58. Malmöerftr. 24 I. Holzarbeiter..Holzarbetter-Zeitung". Swttgatt, Adlern Portefeuille»..Pottefeniller.Zeiwng'. Offenbach a. R. Waldstr. 8 I. Porzellanarbeiter..Die Ameise'. Eharlottenburg, Charlottenburger User 56 IV. w Sattler..Sattler-Zeitung". Berlin 30. 16, Adalbert« stratze 56. Dchisfszimmcrer..Der Schiffszimmerer*. Hamburg 7, Banlsstr. 144. Schirmmacher.„Correspondenzblatt". Hamburg 3, Eich« holz 17. Schmiede..Schmtede-Zettung'. Hamburg 1, Besen» binderhos 57—66. Schneider..Fachzeitung sür Schneider". Berlin 80. 16, Köpenstkcrstr. 126. Schuhmacher..Schuhmacher-Fachblatt'. Gotha. W. Bock. Seeleute.„Der Seemann'. Hamburg 1, Besenbinder« hos 57—66. Steiuarbeitcr.„Der Stetnarbetter". Leipzig, Zcitzer» straffe 32. Steinsetzer.„Allgemeine Slcuisetzer-Zcjwlig'. Berlin NW. 21, Wiclcsstr. 16 1. Stukkateure..Der Stukkateur'. Hamburg 22, Fctzler» straffe 9 II. Dabakarbeiter..Der Taöakarbetter'. Leipzig, Tauchaer- schaffe 19/21. Tapezierer.„Correspondenzblatt sür Tapezierer'. Berlin 80. 16. Michaclkirchplatz 1. Textilarbeiter.„Der Textilarbeiter'. Berlin 0. 27, AndreaSstr. 61. Töpfer.„Der Töpfer". BerlinLO. 16, Engel-Ufer 15 III. Transportarbeiter.„Der Courier", Lerttn 80. 16, Engel-Ufer 21.„Der Straffenbahilcr", Berlin 80. 16, Enqel-User 21. Wäschcarbeiter.„Der Wäschc-Bote'. Berlin 170. 42, Neue Königsch. 7, Hos. Xylographen.„Zeiffchrist sür Thlographen". Leipzig, Kronprinzftt. 35 1. Zigarrensvrticrcr.„Der Organisator'. Hamburg 1, Besenbinderhos 57—66. Zimmerer.„Der Zimmerer'. Hamburg 1, Besenbinder- hos 57-66. Zivilmusiker.„Fachzeiwng sür Zivilmusiker'. Berlw 17. 31, Schalsunderstr. 36. Für die in Zeniralverdänden Organisierten erschewen serner in italienischer Sprache.l,'0porsio ItsUsno", Homburg I, Besenbinderhos 56, und in polnischer Sprache .OLwiats", Posen, Schieffstr. 3. schaffe 43. >oteldi Hoteldiener.„Der Holelblener". Berlw NW, 7, Am Weidendamm 1». Hutmacher..Korrespondent'. Altenburg, S.-A., Nord- straffe 57. Kürschner.„Der Kürschner«. Hamburg 22, Holst. Kamp 39s!. Kupferschmiede..Der Kupferschmied'. Berlw N. 4, Garienstr. 101, Seitenfl. I. Lagerhalter..MonatS-Blätter'. Leipzig, Zeitzerstr. 32 II. Lederarbeiter..Lederarbeiter-Zeitung'. Berlin 80. 16, Adaiberistr. 56 II. Lithographen und Steindrucke»..Graphische Presse'. Berlin 8. 59, Hasenheide 92. Maler..BercinS-Nnzeiger'. Hamburg 22, Schmalen beckerstr. 17 l Maschinisten und Heizer..Deuffcher Maschinist und Heizer'. Berlin 80. 33, Pücklerstr. 45. Maurer..Der Grundstein'. Hamburg 1, Vesenbwdev hos 56. Metallarbeiter..Metallarbeiter-Zeiwng'. Ewttgarl, Rötestr. 16d. Mühlenarbeiter..Mühlenarbeiter- Zeitung". Altenburg S.-A., Zwickauersch. 12. Notenftecher.„Der Notensiecher«. Leipzig. Talflr. 27 I. »tographengehülfen.„Phoiographischer Mitarbeiter". erlw 80. 16. Josephstr. 7 l. B. Blätter anderer Gewerkschaften und sonstiger Organisationen. Berlin.„Der abstinente Arbeiter«, Organ des deuffche» Arbeiter-?lbsttncnte»bundcs, 0. 17, Langestr. 11. Redaktion: 170. 55. Pasteurslr. 13. .Der Bühnenarbeiter", Organ des Verbände» de» tech- nlschen Bühnenpersonals. 0. 34, Warschauerstr. 68. .Die Einigkeit", Organ der freien Vereinigung deutscher Gewerkschaslen. C. 54, Alte Schönhauser- straffe 20 I „Deutschet Metallarbeiter«, PublitallonSorgan deS All- gemeinen deuffche» MetallarbeiierverbandeS. Stein- straffe 38. .Die arbeitende Jugend'. 80. 26. Waldemarsttaffe 75. „Der freie Gastwirt". 3. 59, Schönlewstr. 6. „Kürschnerwachi". 170. 43, Gollnowstr. 5. „Deutscher Zeichner. 170. 55, Braunsbergerstr. 12 III. .Poltstümliche Zeiffchrist für praktische Arbeilerversiche- rung". Organ des Verbandes der VerwalwngS- beamien der Krankenkassen, BerusSgenossenschasteu usw. 17. 58, Schönhauser Allee 27. Redaktton: Magdeburg, Wittenbergerstr. 30. Elberfeld.„Zeitschrist sür Graveure der Stogdmck- Industrie", Neue Gcrstenstr. 20. pztg.„Der Lithograph". L.-Neustadt, Marktstr. 1 b. Mannheim„Die junge Garde", Organ de» Verbände» junger Arbeiter. Q 5, 1. Redaktion 0 2, 4. Nürnberg.„Süddeutsche Eisenbahner-Zeitung", Au- straffe 3 II. Wilmersdorf.„MonatSschrist de» Verew« sür die Interessen der Hausangestellten", Kaiserplatz 17. ' Obige Zusammenstellung veröffcnllichen wir zu ve- ginn jede» Ouarial». In der Zwischenzeit sich ergebende Adreff- oder sonstige Veränderungen bitten wir un» zur Vormerwng mitteilen zu wollen. Berlin, den 7. Oktober 1907. Der Partetvorstand. >" und Polstervaren. HkSW' Kolossale Auswahl. Einzelne Möbelstücke � ' �>v.; Anzahlung von irlil Kulanteste Zablongswelse. D.Lechneii BrunnenslraOe 192 Otes Haas vom Bosenthaler Tor. Sonntags von 8—10 u. 12—2 Uhr geöffnet. ■ienische edarfsartlbcl, Gummiwaren, 1000s Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf.. bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp. Berlin 0., Holz- marktstr. 69-70. Off. verlang. Dr. SchUnemann Spezial-Arzt für 4492* Hant- and Harnleiden, Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schützenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Krats echter Austen- u. Schnupfen«Keil (SulfiSkrautersaft) ist vorzüglich und bewährt gegen Heiserkeit, Husten, Schnupfen, Influenza, Katharrsteber, Schletmfiedcr. Stascnpoltzpen usw. Niemals lose, sondern nur in m. Plombierten Originalfl. a 1.75,'/, Fl. 1.00, Probe 50 Ps.- Falls in Ihrer Drogerie noch nicht vorhanden, gegen Ein- sendung von Marken(Porto extra) durch Drogerie SSL' * frltzs Kratz, Berlin N., Reinickendorferitr. 1)9, Fernspr. II, 26311' �Sftd-Ost, Russ.-röm. Elektrische Dampfkasten- Lohtannin Massage Simtl. medizin. Bruch-Pollmann «mtnchltsein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden. Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien sowie samtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefet, f. Ort», u. Hülss-Krankentassen. Berlin C., 58012* 80. Finikn-Straßk 80. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe< loten, angenehm u. weich am Körper. Klnmk»- oiii) KiallibiildtM von Robert Meyer,. nur Mnrianiltn-Aroßt 2. MsnIeuM,. Russ.-röm. Elektrische nnd Massagebäder für Damen. täglich von 1—8 ühl abends. nnd Wannenbäder. Man tauft fämtl. Bettartikel, namentlich Oderöruclier Bettledern, Nberan» oorteltbaft Im groben, 1894 im Oderbruch gegründeten Bettfedeen- Spezialgefchäft von«tt» aeokn (seit igvsX.Ürunnsnelr. 171, gegenüber?ian> darf(rcl. III» 4Wl /.woselbst auch in eigen. Bettsedern.Reinigungm.eieklr.Selrieh durch zwei erprobte Spezialmaschincn alte, znsannncngclluinpie Bellen radikal ausgearbeilcl werden, so daß sie nach der Reinigung wieder leicht und voll sind. Empfehle allen Freunden und Be- kannte» mein neu eingerichtete» Bierlokal mit 2 Vereinszimmern. U. Ulammert, Königin Slugustastratze Nr. SS, an der Polsdamer Brücke.* rerveedseln Sie meinen Mode-Salon nicht mit Waren- KredlthänscrnU Sie köailen lachen< denn achon mit 1 Mark wOetLC&tL TdUahlung erhalt. Sie bei mir ale�ante Intige Herren-GarJerolie uter larastte tue tadellosen echickea Sitz lUostafcrtigwt.,,„ feinste VemWtnng. ----—*-- in 0ao»e. j.Rurzliers, HanptgeaehSft: enthalcrt ■osenthalorstr. 40-41 Am Hackescdea Markt II. Geschäft: A. 4. JsonowitzbrUcka 1,4. \4 Goldne Lebensregeln KUniU. auigeit Prachtwerk« 80 llluatratloD., 6 Kunat- b el lagen.— Allseitig_ begeistert 4uf- Pro- genommen.— feasoren Preis nur �--�7 Doktoren u. 2 Mk. Presse haben das Buch auerkennernl be- sprechen. Zu bez. durch BllzTerlag.Radeheul u. Leipzig u. allen Bucbbandlungen.- Qosund- -! hell, Glück u. Lebensfreude Jederinami! Das ist der Geist.d. dies. Buch durchweht. BilzNaturheilbuch 1,5ü0ü00verk. Sofastofle Rissenauswahl aller QualitSten. Wolle- Doetat Mocqnetts. Plüsch-UCölC* Satteltaschen. Master b. näh. Angabe franko. Eniii Lelfim, o" nÄ. 188. Gänse, Enten» 1907er Spezialgeflügel, groff u.schlacht- reif, garanttcri lebende Antunst, franko überall per Nachnahme: 6 Gänse oder 14 Enten oder l5 baldlcg. ilal. Zucht- Hühner 22,— Pl.— Kuhmilch-Nalur» Butter 10 Pfund-Kistc franko 7,— M. i0 230.■ Branche der Vergolder! Donnerstag, de» 10. Oktober, abends präzise 8 Uhr- Versammlung Rahmenvergold er im Lokale Mvrkoxvslrl, AndreaSstr. SS. 95/14 TageS-Ordnung: 1. Unsere Statistik und Stellungnahme zu unserer Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen dieser Branche ist e». pünktlich z« er- scheinen. Der Branchenleiter. NB. Die diesjährige Matinee findet°m Sonntag, den 13. Oktober, mittags IS Uhr. in der Alhumbru statt. Auösuhrcnde: Hoffiiianus Nordd. Sänger. Direktion: F. Fanlher Billetts a 30 Pf. bei den Vertrauensleuten sowie im Bureau Gcwerl- schastShau», eine Treppe, Zimmer 10, erbältltch. D. O. Orls-Krankenkasse für das Buehdruckgewerbe zu Berlin. Wahl der Vertreter zur General-Versammlung, Nach§§ 44 und 45 des Kassenstatnts besteht die General- Versammlung aus Vertretern der Kaasenmitglieder und der Arbeitgeber. Die Kassenmitglieder haben die Vertreter aus ihrer Mitte in einem Wahlgange zu wählen, während die zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber auch Geschäftsführer oder Betriobsbeamte zu Vertretern wählen und in der Wahlversaiumluiig sich durch solche vertreten lassen können. Für 1907/1908 sind zu wählen; von den Kassenmitgliedem 218 Vertreter von den Arbeitgebern 105„ Die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder findet am Sonntag, den 20. Oktober er., vorm. präz. lOVll1� Uhr, im großen Saale des Gewerkschaflshauses, Engel-Ufer 15, statt.(Um 1t>/: Uhr wird der Wahlakt geschlossen.) Der Vorstand ladet zu zahlreicher Beteiligung hierdurch er- gebenst ein. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kassenmitglieder, welche großjährig und im Besitz der Dürgerliohon Ehrenrechte sind. Zur Legitimation dient das Quittnngsbuch bez. die Quittungskarte und werden die Herren Druckoreikassierer gebeten, selbige den oben aufgeführten Mitgliedern behufs leilnahine an der Wahl auszuhändigen. Ohne tjulttnngsbnch bes. Onittangskarte Ist die Teilnahme un de? HVnnl ausgeschlossen. Die Arbeitgeber wählen ebenfalls in ungeteilter Wahlversammlung am !, den 10. Oktober er,, abends 8 Uhr, im Papierhanse(Buchgewerbe-Saal), Dessauerstraße 2, und ladet der unterzeichnete Vorstand ebenfalls zu zahlreicher Beteiligung ein. Berlin, den 21. September 1902. 276/14 Der Vorstand der Orts-Krankenkassc für das Buehdruckgewerbe zu Berlin. J. Blenz, Vorsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer._ H.& P. Uder, Kerlin SO. 16, engcl-Ofcr 5. Fabrik-Lager sämtlicher gangßarer Kautabake. il: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros-Preisen. 127L* ____'Ami 4, 3014. W�rqgrf____________ 500 Personen sassend, neu renoo., Bühne mit 23 Berwandl., noch mehrere Sonnabende in diesem und nächsten Jahre jrel, ?ritz Wilke, srnnnenstr. 188, mofcÄ™*«. verantwortlicher Redakteur: Sans Weber. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u.Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.