Nr. 1. Erscheint täglich außer Montags.. Preis pränumerando: Bierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich= Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. In der Post- Zeitungs- Pre: sliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fernsprech- Anschlug Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Neujahr! Sonntag, den 1. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. haben zum Sozialismus und zur Gründung der sozial- dies keine Prinzipienfrage, sondern eine Frage der Praxis demokratischen Partei geführt, die, weil in allen Kultur- ist, und daß die Entscheidung in jedem Fall von den UmDie Beit zwischen zwei Jahren", die von allen Völkern ländern die gleichen Uebel zu finden, ihrem Wesen nach ständen abhängt. Nichts ist verkehrter als Prinzienreiterei gefeiert wird, stimmt auch jeden Menschen feierlich und international sein muß. da wo kein Prinzip in Frage fommt in rein praktischen zwingt ihn zu einem Rückblick auf das scheidende Jahr, in Das Jahr, an dessen Ende wir stehen, war in Fragen. die Bergangenheit, und zu einem Vorblick in das anbrechende höherem Maße noch als das vorausgegangene ein Jahr Das Gleiche gilt von den Fragen des Boykott nnd der Jahr, in die Zukunft. Selbst die Natur feiert nach einer Le- des Ringens und des Leidens für die Arbeiterklasse. Die Kontrollmarke. Der Boykott, wie der Streit, ist eine zweigende des Alterthums: der geheimnißvolle Vogel Halcyon, Geschäftskrisis, die infolge der folossalen Steigerung der schneidige Waffe, die, bei ungeschicktem und urtheilslosem das verwandelte Kind des Sturmgottes Aeolus, kommt Produktion bei zunehmender Pauperisirung und Kaufunfähig Gebrauch den Arbeitern noch schaden kann, und zur Jahreswende um zu nisten, und während er brütet, feit des Volkes chronisch und permanent( dauernd) geworden die Kontrollmarke, so nüßlich sie unter Umständen ist, kann läßt der Sturmgott die Winde ruhen. Das alte Jahr liegt ist, verschärfte und vertiefte sich noch, das Bestreben des doch nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Jedes Kampfim Sterben, das neue will in's Leben treten; und friedliche Kapitals, die ganze Last der Krise auf die Arbeiter abzu- mittel, feins ausgenommen, hat nur eine bedingte Wirk Stille herrscht in der Natur. Die menschliche Gesellschaft wälzen, äußerte sich in Lohnreduktionen, aus denen zahl- samkeit: die Hauptsache ist und bleibt: die Organisation. aber, die zu einem großen Schlachtfelde mit zwei feindlichen reiche Aussperrungen und Streits hervorgingen. In Eng- Sammlung und Schulung der Kräfte, Hinlenkung auf das Armeen geworden ist, fennt feinen Frieden. Der Kampf land, dem ältesten Industrieland, veranstaltete das Unter- gemeinsame Ziel, welches da ist: Befreiung der Arbeiterklasse, zwischen den Besizern der Arbeitsmittel und den Besitzlosen, nehmerthum selbst in dem Kohlenbetrieb, und neuerdings Uebergang der Arbeitsmittel in den Besitz der Gesammtheit, Um zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Kapital und auch in der Baumwollenindustrie, riesenhafte Arbeitsein gestaltung der kapitalistischen zur sozialistischen Gesellschaft. Arbeit hat keine Ruhepause, keinen Waffenstillstand. Wohl stellungen einzig, weil der Kapitalismus in der bis- Und hierzu genügt nicht die gewerkschaftliche Organisation. sind die Redetourniere der gesetzgebenden Körper unter- herigen Weise nicht mehr fortwirthschaften tonnte, und Sie ist nothwendig, aber nicht ausreichend. Sie muß ergänzt brochen, wohl schlummert die hohe Politik der hohen Herren, durch seine planlose Produktion mit der unvermeidlichen werden durch die politische Organisation. Die vollkommenste allein unaufhaltfamimäht die Sichel des Elends. Ohne Raft, Ueberproduktion" sich in eine Sackgasse verrannt hat und Gewerkschafts- Organisation ohne politische Kampforganisation ohne Ruh schleicht der Wolf Hunger um die Hütten des nicht mehr aus und ein weiß. In Amerika ist ohnmächtig gegenüber den Ausbeutungsgesehen des Kapiarbeitenden Boltes, und hier, dort, allenthalben findet er hat der Klassenkampf sich zu offenem blutigem Bürgerkrieg talismus; fie fann den Arbeitern gewisse materielle Bor offene Thüren. Und erbarmungslos bohrt die Schraube zugespizt und der Bürgerkrieg ist die wildeste, zer- theile sichern, allein die Ketten der Lohnsklaverei kann ste ohne Ende der kapitalistischen Ausbeutung sich in das Fleisch störendste Form des Krieges. Millionen von Arbeitern sind nicht brechen. Das kann nur das zur politischen Partei des Lohnsklaven, die Knochen zermalmend und das Mart in dem„ reichen jungen Amerika" brotlos, und rohe Men- organisirte Proletariat. auspressend. schen, von niedrigstem Charakter, die in ihrem Leben nie Die nächste Zukunft verspricht Rämpfe von außer Keine Halcyon- Tage des Friedens für die Menschheit! etwas Gutes gethan, nie etwas Edles empfunden haben, ordentlicher Tragweite. Die bürgerliche Gesellschaft ist in Statt eine große Familie von Brüdern und Schwestern zu wie der kürzlich verstorbene Jay Gould, raffen Tausende des Auflösung, der Schmug des Panama Standals piss bilden, ist sie in zwei Nationen gespalten, die, entgegen- von Millionen zusammen, die bis auf den legten Pfennig über die ganze Kulturwelt. Der Korruption des politischen gesetzten Zielen zustrebend, von entgegengesetzten Interessen das Produkt der Arbeit Anderer find, Anderen geraubt. Lebens in Frankreich durch den Panamafonds entspricht die beherrscht, einander grimmiger hassen und befehden, als Genau die nämliche Unvernunft und Ungerechtigkeit herrscht Korruption des politischen Lebens in Deutschland durch den triegführende Staaten; denn zwischen Staaten giebt es nur bei uns, wenn auch die Auswüchse nicht zu so gewaltigem Welfenfonds; und die Prozesse Heinze, Baare, Ahlwardt zeitweise Zusammenstöße der Interessen, wohingegen die Umfang angeschwollen sind. Hunderttausende von Arbeitern haben gezeigt, daß die soziale Fäulniß bei uns so schlimm beiden internationalen Nationen der modernen bürgerlichen sind entlassen, Millionen von Arbeitern in ihrem Verdienst ist, wie nur irgendwo anders. Heilung ist nur möglich Gesellschaft fortwährend im Interessenkampf stehen, und gekürzt worden nicht weil sie schlechte Arbeiter wären durch eine soziale Neugeburt. die Quelle der Zwietracht und Feindschaft durch die Ver- oder weniger arbeiteten, sondern weil der Kapitalismus in Die alte Gesellschaft fühlt, daß sie den Tod im Leib hat, hältnisse mit ihren täglichen, stündlichen Konflikten fort- seiner tollen Profitgier ins Blaue hinein Waaren hat an- doch sie will ihr Leben möglichst verlängern, und zu einem während genährt wird. fertigen lassen, die das verarmte Bolt nicht zu kaufen im letzten Verzweiflungskampf rafft sie all ihre Macht zu Wie im vorigen Jahre um diese Beit wandert Stande ist, so nöthig es sie brauchte. sammen. Der Militarismus, in dem der deutsche Junkers auch jetzt das Gespenst der Arbeitslosigkeit durch Deutsch- Und das Elend, welches der Geschäftskrise entsprang, und Klassenstaat seine festeste Stütze sieht, soll land und die übrigen Kulturländer, und eine un- ist noch verschärft worden durch die eigennützige Schutzzoll- tolossal verstärkt und dem deutschen Volk eine Last gewöhnlich reiche Ernte hat nicht vermocht, dem Noth- politit, namentlich die verderblichen Kornzölle, die zum aufgebürdet werden, die es nicht tragen kann, ohne stand zu steuern. Was die Natur Gutes schafft, Vortheil der Großindustriellen und Großgrundbefizer die auf seine Stellung als Kulturvolt zu verzichten. Regt das das verderben die schlechten Gesellschafts- Einrichtungen, Preise aller Lebensmittel in die Höhe getrieben und dem Volt sich, erhebt es seine Stimme, so wird der Reichstag welche die Erzeugung der Güter( Gebrauchsgegenstände) zu Volk im wahrsten Sinne des Wortes den Brotkorb hoch die Militärvorlage ablehnen, und das Frühjahr bringt einer Sache der Spekulation, des persönlichen Profits ge- gehängt haben. uns die Auflösung und den Wahlkampf. Und Wahlkampf macht), und das Wohl der Gesammtheit der Selbstsucht und Die deutschen Arbeiter haben den Ernst der Lage bes heißt eine Million Stimmen mehr für die Sozialdemo Habgier einzelner Individuen geopfert haben. Statt daß griffen und die Hände nicht in den Schooß gelegt. Ohne fratie! Sei Jeder vorbereitet! Und die beste Vorbereitung jeder seine Arbeitskraft der Gesammtheit weiht, muß er sie Organisation keine Rettung! Der Gewerkschaftskongreß von des Sieges ist die Organisation! in den Dienst Einzelner stellen, und so kommt es, daß die Halberstadt bemühte sich, eine einheitliche Organisations- Noch auf größere, auf entscheidendere Ereignisse müssen Arbeit, die Schöpferin alles Reichthums, ihren Reichthum Grundlage für sämmtliche Gewerkschaften zu finden. Der wir vorbereitet sein. In Frankreich haben die Dinge sich blos jenen Auserwählten giebt, und daß die Masse gerade müßige Streit: Bentralisation oder Lokalorganisation wurde so zugespitzt, daß der Zusammenbruch des tapitalistischen die Erzeuger des Reichthums, der Armuth überliefert sind. richtig dahin geschlichtet, daß weder Zentralisation noch Regiments jeden Augenblick erfolgen kann. Unsere Ge Die Unvernunft und Ungerechtigkeit solcher Zustände Lokalorganisation das immer und absolut beste sei, daß noffen find dort auf dem Posten. Und der Zustand vor Feuillefont. Bel- Ami. Nadbrud verboten.) [ 52 Ein dichtes Gewühl am Buffet hemmte seine Schritte. fich über unbekannte Gesichter lustig zu machen. Saints Endlich hatte er sich durchgedrängt, da stieß er gerade auf Botin ging an ihnen vorüber, den Aufschlag seines Frackes Herrn und Frau Marelle. mit zahlreichen Orden gepflastert. Ein ehemaliger Gesandter, der hinter ihm herkam, trug eine viel geringer ausgestattete Ordensreihe. Die Frau sah er regelmäßig nach wie vor, aber den Gatten hatte er schon lange nicht mehr gesehen. Herr von Marelle bot ihm beide Hände:" Herzlichen Dant, Ein netter Salat!" meinte Du Roy. lieber Freund, für den guten Rath, den Sie mir durch Boisrenard, der ihm die Hand reichte, trug auch Roman von Guy de Maupassant. Clotilde haben geben lassen. Fast hunderttausend Franks das grün und gelbe Bändchen im Knopfloch, das er an Ein Herr begrüßte Susanne, ein großer, schlanker habe ich an der marokkanischen Rente verdient. Ihnen jenem Duellmorgen getragen hatte. Mensch mit blondem Backenbart, start gelichtetem Haupt- verdanke ich Sie. Ihre Freundschaft ist wirklich unbe- Die gewaltige Figur der Gräfin von Bercemur jaß im haar und einem Dugendgesicht, wie man es überall in der zahlbar." höchsten Staat in dem kleinen Boudoir im Geschmack Louis XVL Gesellschaft trifft. Georges hörte seinen Namen: Marquis Herren drehten sich nach der hübschen, eleganten und plauderte mit einem Herzog. Brünette um. Als Gegenleistung, lieber Freund," er widerte Du Roy, nehme ich Ihnen Ihre Frau, oder ich biete ihr vielmehr meinen Arm an. Gatten soll man immer scheiden." von Cazolles, und wurde plöglich eifersüchtig auf den Mann. Seit wann mochte sie ihn kennen? Natürlich erst, seit sie reich geworden war. Er witterte einen Bewerber. " Jemand faßte ihn am Arm. Es war Norbert von Barenne. Der alte Dichter spazirte mit seinem fetten Haar Herr von Marelle verneigte sich: Gewiß. Wenn ich und abgetragenen Frack müde und gleichgiltig durch die Sie aus den Augen verlieren sollte, so treffen wir uns hier Menge. in einer Stunde wieder." " Ein galantes Tête- à- Tete", flüsterte Georges. Als sie aber den Wintergarten durchschritten, sah er seine Frau neben Laroche- Mathieu an einem lauschigen von Pflanzen fast ganz verdeckten Pläßchen ſizen. Wir haben uns hier ein Stelldichein gegeben," schienen sie zu sagen, ganz öffentlich ein Stelldichein. Denn was geht uns die Meinung der Welt an." Frau von Marelle fand, daß dieser Jesus von Karl Marcowitch recht erstaunlich sei. Dann kehrten sie um. Der Gatte war ihnen abhanden gekommen. " Ist denn Laurine noch immer böse auf mich?" Das heißt nun Vergnügen!" sagte er. Gleich wird Die beiden jungen Leute tauchten in den Menschenstrom das Tanzen losgehen und dann geht man zu Bett, und die unter, und der Gatte folgte ihnen. Was für Glückspilze diese fleinen Fräuleins sind selig. Trinken Sie ein Glas Cham- Walters find!" meinte Clotilde, das ist eben so viel werth pagner, er ist ausgezeichnet." wie wirkliches Geschäftsgenie!" Ach was!" erwiderte Georges. Tüchtige Menschen fragte er. kommen so oder so immer weiter". " Ja, mehr als je. Sie will Dich nicht sehen und ver " Die beiden Mädchen haben nun jedes zwanzig bis läßt das Zimmer, wenn von Dir die Rede ist." dreißig Millionen", plauderte sie weiter." Dabei ist Susanne noch hübsch". Er ließ sich ein Glas füllen und stieß mit Du Roy, der ein anderes ergriffen hatte, an:" Ich trinke auf die " Nicht weil sie mich bei andern stören," fügte er mit sanfter Stimme hinzu, noch weil ich sie darum beneide. Nein! Ich protestire aus Brinzip." Georges hörte gar nicht mehr auf seine Worte. Er suchte Susanne, die eben im Begriff war mit dem Marquis von Cazolles zu verschwinden, ließ Norbert von Varenne plöglich stehen und verfolgte das junge Mädchen. Er erwiderte nichts. Daß nun ein anderer Mund seine eigenen Gedanken aussprach, störte ihn. Sie hatte Jesus auf dem Meere" noch nicht gesehen. Er schlug ihr vor, sie hinzuführen. Dabei vergnügten sie sich damit, sich Bosheiten über Bekannte zuzuflüstern und Er erwiderte nichts. Die plötzliche Feindschaft des fleinen Mädchens bekümmerte und. bedrückte ihn. An einer Thürecke traf sie Susanne. Ach, da sind Sie ja!" rief sie. Nun müssen Sie allein bleiben, Bel- Ami. Ich entführe Ihnen die schöne Clotilde, um ihr mein Bimmer zu zeigen." Und die beiden eilten hinweg und schlüpften mit gerückter Auflösung, in welchem die Welt des Kapitalismus sich überall befindet, verspricht uns, daß das Jahr 1893 feines ruhmreichen Vorgängers des Jahres 1793, des Siegesjahres der großen Revolution, würdig sein wird. Die alte Gesellschaft wälzt sich in ihren liften, im Gold und im Schmuhund, wie bei Ritter DlafHenker steht vor der Thür." Die Todtengräber und Erben der find bereit. Und nun luftig ins neue Jahr! Vorwärts! Neujahrsmumpit. ist 820 im Durchschnitt" recht hohe Löhne herauszubekommen. 741 951,18 Dann Dort, wo der Morik der„ Voff. 3tg." sich genöthigt sieht, Deutschland die kapitalistische Korruption bis in den doch etwas zuverlässiger" zu werden, enthüllt er übrigens innersten Nero des politischen Lebens gedrungen die schließlich die Herkunft seiner famosen Statistik. Er schreibt Stipendiaten des Welfenfonds sind mindestens so zahlreich nämlich auch noch: Leider fehlt es an einer ausreichenden wie die des Panamafonds, und beide sind sich ebenbürtig Branchen, in denen die törperliche Arbeitsleitung bei weitem und einander werth. Der richtige„ Herkules des neunLohnstatistik in Deutschland, wir sind auf eingelne industrielle betrug nach den betreffenden Geschäftsberichten bei der: überwiegt, angewiefen. Der burchschnittliche Arbeitslohn( in Mart) zehnten Jahrhunderts" wird die einen so gut wegfegen, wie die anderen, wenn es an die Reinigung des Augias1891/92 1890/91 1889/90 1888/89 ftalles geht. Königs- und Laurahütte 867 856 Harte Kämpfe und harterkämpfte Triumphe hat das Bergwerksgef. Hibernia 1270,81 1199,30 1112,41 Die Welfenfonds Quittungen. Die NationalJahr 1892 uns gebracht. Härtere Kämpfe wird das Dortmunder Union 1071,83 1047,75 1072,65 984,83." Beitung" beschäftigt sich mit den von uns in unserer Jahr 1893 uns bringen. Machen wir die Kämpfe zu Also bei den Herren Unternehmern holt sich der Moriz der gestrigen Nummer veröffentlichten Hundert Quittungen des Siegen! Es ist in unserer Hand. Das nächste Welt Boff. 3tg." feine Lohnstatistiken! Nun ja, deshalb find sie auch Welfenfonds". parlament der Arbeit, das nach Zürich berufen ist, finde danach. Durchschnittliche" Arbeitslöhne aus Geschäftsberichten ein einiges, fampffrohes und sieghaftes Proletariat! Die National Beitung" hat gewiß alle Ursache, fich - du lieber Gott, das ist dieser Weisheit Schluß. Danach muß der Stipendiaten des Welfenfonds anzunehmen; daß das das durchschnittliche Verständniß der wirthschaftlichen Mitarbeiter Organisation! Einigkeit! Opfermuth! Und der Sieg der Boff. 3tg." auf einer schauberhaft niedrigen Stufe stehen. nationalliberale Organ aber sofort zur Regierung läuft und fann uns nicht fehlen- bis die Ketten der Arbeit ge- Es ist doch ein von der Sohnstatistit längst aufge sich versichern läßt, daß Quittungen über die Zahlungen aufge= sich brochen sind, und der glücklichen Menschheit das Dreigestirnge bener Say, daß man mit Durchschnittsziffern etwas an aus dem Welfenfonds nicht existiren, deutet mehr auf den der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit lacht. fangen tann, welche die Arbeiter weder nach Alter noch nach Be- Wunsch hin, eine Anzahl politischer Größen sicherzustellen, fchäftigung in einzelne Gruppen trennen. Dr. Moriz Meyer als auf fluge Erwägungen; oder glaubt die National tennt noch nicht einmal das beliebte Kunststück solcher industrieller Beitung", die Regierung werde ihr auf die Nase binden, Geschäftsberichte, die mit Vorliebe die Löhne der Werkmeister, was in den verschwiegenen Archiven über die Verwendung Aufseher und Vorarbeiter in ihre Lobuftatinit" einbeziehen, um des Welfenfonds ruht? Oder, wenn es teine solchen fehlen ja auch alle Angaben über die letzten Dreivierteljahre Quittungen giebt, dann konnten doch auch teine verbrannt 1892, die den Arbeitern gerade die schlimmsten Entbehrungen werden, wie seinerzeit doch versichert wurde. brachten. Und schließlich: wenn die Ziffern wirklich sou Der Schreck über die Veröffentlichung der Quittungen treffend wären, wie sie es nicht sind was bewiefen fie? ift der National- Beitung" so in die Glieder gefahren, daß In abgelegenen Gegenden unseres lieben Vaterlandes hatte Gerade das Gegentheil von demjenigen, was der Moris der sie sogar einen Vergleich der Welfenfonds- Affäre mit dem fich noch eine Art Neujahrsaberglauben erhalten. Da heißt es, Voss. 3tg." beweisen will daß die Lage der deutschen Ar- Panama- Standal riskirt. daß man in der Sylvefternacht zu einer gewiffen Stunde hell in better auch 1892 eine außerordentlich elende und kümmerliche war! die Zukunft sehen könne, und um dem Aberglauben ein greif- Will uns das finanz- ökonomische Genie der„ Voff.3tg." vielleicht bares Sleid zu geben, so muß zu jener Stunde eine bestimmte vormachen, wie man mit Weib und Kind jährlich von 1270 oder Verrichtung vorgenommen werden: hier holen die Mägde Waffer, 867 M. zivilifirt leben fann? Er mag sich die niedrige oder dort gießt Alt und Jung heißes Blei in faltes Waffer und die höhere Summe wählen, er mag sein Experiment in OberLieft aus den entstehenden Figuren die Zukunft heraus. fchlesien oder in Berlin anstellen wir wollen ihm das Geld Was sonst an diesen Dingen blutiger Ernst war, bazu aus der Parteikasse zur Verfügung stellen. Aber wir Wenn die National- Beitung" fich damit tröstet, daß ist jetzt meift Scherz und Unterhaltung geworden, und Jeder fürchten, er hat das Experiment nach den ersten Tagen gründlich wir keine Namen genannt haben und ihre Sorge durch macht den Mumpit zur Erhöhung der Festfreude mit. fatt. Unfere Bourgeoisie hat sich an die beispiellos niedrigen starke Entrüftungsausdrücke wie Frechheit" und Frivolität Nun scheint aber von gewiffer Seite der Mumpit zu Neujahr Lohnziffern deutscher Arbeiter so gewöhnt, daß sie diefelben maskirt, so können wir der Vertreterin der Großbourgeoisie wieder umgekehrt den gläubigen Leuten als Ernst aufgebunden bereits wie etwas Selbstverständliches hinnimmt und werden zu sollen. Denn was die bürgerlichen Blätter jest viel- nicht mehr darüber nachdenkt, wie ein fultivirter Mensch des nur den Rath geben, fein ruhig zu warten. Wlit der Zeit fach zum Jahreswechsel in ihren Rückblicken" auf das verflossene neunzehnten Jahrhunderts mit diesem Hungereinkommen werden ihre dahingehenden Wünsche alle befriedigt werdent Jahr ihren Lesern austischen, das geht ja beinahe ins Aschgraue. leben soll. Und nicht einmal der Rücblid" auf das vorläufig hat's genügt, das beweist mehr wie deutlich das Sollte das wirklich Jemand im Ernste glauben? Das Tollfte leiftet Maffenelend des Jahres 1892 zum Jahreswechsel mahnt fie an Angstgeheul der National- Beitung". Vivat sequens! bie gute Boffische 8tg." in ihrem Börsentheil, wo ja freilich alles thre Riesenschuld! Das Verhängniß foll und muß eben fommen. erlaubt ist. Aber die Probe ist zu bezeichnend und köstlich, als Der Moris der„ Voss. Stg." rühmt noch die„ Ruhe" der Als berechtigte Eigenthümlichkeit, die sorgsam daß sie nicht näher gekennzeichnet werden sollte. Arbeiter im abgelaufenen Jahre, die erkannt" hätten, baß die konservirt werden muß, scheint die Reichsregierung die Ein Dr. Morig Meyer hat da den Rückblick" auf das Beitläufe ihren Bestrebungen nicht günstig sind", er giebt schließ schärfften willkürbestimmungen der reaktionärsten Perioden Wirthschaftsjahr 1892 mit einem ersten Artikel eröffnet. lich auch zu, daß es ohne Betriebsreduktionen nun freilich nicht Frankreichs bis zu Napoleon III. zu betrachten. Weber bie Man höre nun, wie dieser kleine Schäfer die Lage der Arbeiter abgegangen" fei, wohlbemerkt, die einzige Stelle, an welcher der Breß geseggebung in Elsaß Lothringen im abgelaufenen Jahre, das doch ein echtes und rechtes Leidens- fatte Herr überhaupt der hungernden Arbeitslosen gedenkt, bie sonst schreibt die Colmarer Beitung": jahr für die Proletarier war, schildert: nicht für ihn vorhanden sind, und er erwähnt schließlich Was die sozialen Verhältnisse, besonders die Arbeiterklaffe in demselben Ideengange der guten Ernte" und des anbelangt, so treten diese Fragen in einer Zeit niedergehender Zurückgehens der Lebensmittelpreise", als ob diefe übrigens Ronjunttur naturgemäß in den Hintergrund(?). Die Lage der von ihm weit übertriebenen Thatsachen für diejenigen arbeitenden Klaffen hatte überdies in den Jahren 1889 und 1890 viel bedeuteten, die eben mit ihrem Verdienst weit unter das unter dem Einfluß steigender Löhne eine Aufbesserung erfahren, Niveau des Allernothwendigsten gedrückt sind. Halten wir uns wie folgende Aufstellung lehrt. Es wurden in Deutschland zufolge bei den Einzelheiten dieses Neujahrs- Mumpiges nicht länger auf! einer zuverlässigen Schäzung an Löhnen gezahlt: Es sollte nur gezeigt werden, daß die bürgerlichen Blätter auch 1889 1888 1887 1 zum Sylvester, ähnlich wie zum Weihnachtsfeste, zum Schaden, ben die Arbeiter tragen, auch noch den indiretten Spott fügen. Das sind lauter Anzeichen des äußersten Verfalls. Der einzige, der sein Neujahr nicht mit Mumpit, Lug und Erug feiert, ist eben der flaffenbewußte Arbeiter geblieben. Er macht sich und anderen teine Jllusionen, er weiß, daß es noch harte Kämpfe tosten wird, aber er tritt in das neue Jahr mit der Gewißheit: Es muß doch Frühling werden!" " i.. 4145 3678 3280 in ben preußischen Montanbezirken allein: 1890 1889 1888 284,7 113,9, 164,8." " H " Politische Ueberlicht. Also in einer Zeit niedergehender Konjunktur" waren die Arbeiter allein so glücklich, ihren Verdienst unverändert beibehalten fönnen! Um nun zu beweisen, daß dieser Verdienst schon früher gestiegen" und aufgebessert" war, werden alte Bahlen aus den Vorjahren herangezogen. Mancher lieit ja darüber weg, glaubt eine ganz neue Statistit für 1892 vor fich zu haben und hat den guten Eindruck" gewonnen, daß sich die Löhne stetig befferten" also ist in dieser besten der Welten wieder einmal alles aufs trefflichste eingerichtet! In Wahrheit ist die ganze Statistit des luftigen Morih der Voss. 3tg." eite! Flunterei! Die Zahlen für 1888, 1889 und 1890 befagen boch Berlin, den 31. Dezember. gar nichts für 1892, und sie beruhen außerdem auf einer zuverlässigen Schäßung"! Nun möchten wir einmal den- Die Papierchen les petits papiers welche in jenigen sehen, ber die in Deutschland gezahlten Löhne so dem Panama Standal eine so große Rolle gespielt haben zuverlässig von Jahr zu Jahr schäßen kann, daß sich und noch spielen, haben unseren deutschen Pharisäern ein irgend welche zuverläffige" Vergleiche zwischen den einzelnen außerordentliches Vergnügen bereitet. Wir glauben kaum, Jahren anstellen laffen. Das giebt es gar nicht; das fann daß die Papierchen, welche wir gestern veröffentlichten und es vielleicht bei fauberen Börsengeschäftchen geben, wo Borräthe" die den Schmutz des Welfenfonds an sich tragen, ihnen und andere Dinge auf diese zuverlässige" Weise geschäzt" ebenso viel Freude bereiten werden. Ob der Schmutz des werden, damit Dumme daran glauben, das ist aber unmöglich bei Lohnfummen für ein ganzes Land. Und mit diesem Sahlen- Welfenfonds oder des Panamafonds der dicere, tiefere und unfug soll die Lage der arbeitenden Klaffen beleuchtet werden! schmutzige re ist, das mögen die Sachverständigen entscheiden, Man weiß wirklich nicht, ob die Unwissenheit oder die Un- uns will es schier bedünken, daß sie beide stinken." verfrorenheit dieses Neujahrsmumpizes größer ist. Wie drüben im wilden Frankreich, ist hüben im zahmen = welliger, schlangenartiger Bewegung überall durch, wie es Bitte nicht dramatisch", erwiderte er ruhig, oder ich die Frauen im Gebränge zu machen wissen. verlasse Dich sofort." Faft unmittelbar darauf flüsterte eine Stimme: eine Stimme: Sie war ihm um den Hals gefallen und Lippe fest an Georges!" Es war Frau Walter. Dh wie grausam Sie Lippe sagte fie: Aber was habe ich Dir denn gethan? find!" fuhr fie leise fort. Wie unnüz laffen Sie mich Weshalb behandelst Du mich denn so schlecht? Was habe Leiden. Ich habe Susanne beauftragt, Ihre Begleiterin zu ich Dir denn gethan?" entführen, damit ich mit Ihnen reden tann. Hören Er suchte sie zurückzustoßen. Du hast Haare von Dir Sie, ich muß Sie ich muß Sie durchaus noch um meine Knöpfe gewickelt, als ich Dich letztes Mal sah, heut Abend sprechen. Oder ich weiß nicht, und das hätte beinahe einen Bruch mit meiner Frau herbei was ich sonst thue. Gehen Sie in den Winter- geführt." garten. Lints finden Sie eine Thür ins Freie, in Sie war überrascht, dann aber schüttelte sie Sen Garten. Gehen Sie den Weg gerade hinunter. An den Kopf: Nein, Deine Frau macht sich nichts daraus. seinem Ende ist eine Laube. Erwarten Sie mich dort in zehn Eine Deiner Geliebten wird Dir eine Szene gemacht Minuten. Wenn Sie nicht darauf eingehen, so mache ich Ihnen haben." hier sofort eine Szene, ich schwöre es." " Ich hab teine Geliebten." Das war nicht nöthig, denn so gar unbekannt find in Deutschland Gründungsspesen" nicht, und die NationalBeitung" braucht nur zwanzig Jahre zurückzudenken, um zu finden, daß auch in Deutschland Futtertröge à la Panama geftanden haben. Wie bunt es in unserer Breßgefehgebung aussieht, das geht schon daraus hervor, daß alle französischen Breßvorschriften von vor 1870, die somit bei uns noch Geltung haben, an Ge sehen, Ordonnangen, Senatstonfulten und Ministerialzirkularen, die erkleckliche Anzahl von 110 000, fchreibe Hundertund. zehntausend betragen. Jedes dieser Gefeße umfaßt im Durchschnitt 40 000 Artitel, schreibe Bierzigtausend: folg lich macht das: 4400 000 Befezesvorschriften; fage und schreibe: Vier Millionen vier mal hundert. tausend einzelne Vorschriften. Hierbei haben wir die zahlLosen Geseze, Ordonnanzen und Editte von vor 1789, aus dem ,, ancien régime" gar nicht mitgezählt. Auch diese sind noch in Geltung soweit sie nicht ausdrücklich aufgehoben worden find; deren Sammlung beträgt allein zwei dice Ottavbände. Das elsässische Blatt hatte schon früher einmal diese Angaben mitgetheilt und da dieselben von einigen Berliner Blättern als Phantasmagorie bezeichnet waren, giebt sie die Quelle ihrer Angaben an. Sie sind einer Arbeit der Rechtsgelehrten Duboy und Jacob, zwei Autoritäten in diesem Fach in Frankreich, entnommen. Der Religionszwang für Kinder der Diffidenten und die Entscheidung des sich auf den Boden des bes tannten Zedlig'schen Erlasses stellenden Kultusminister Dr. Boffe, fanden in einem von uns bereits besprochenen offiziösen Artikel der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" ihre Bertheidigung. Gegen diesen so wie gegen den Religionszwang wendet sich die ultramontane Rölnische Bolts- Beitung", sich, abgesehen von ihrem speziellen religiösen Standpunkt, im wesentlichen unseren Ausführungen anschließend. Sie schreibt: Man muß zugeben, daß es durchaus wünschenswerth ist, daß kein Kind ohne Religionsunterricht bleibe, und daß Staat und Gesellschaft hieran ein erhebliches Intereffe haben. Sie legte ihre beiden nackten Arme auf Georges schwarzen Frack und flüsterte: Wenn ich Dich nur wieder sehe, vermag ich alles..." Also abgemacht!" sagte er. Freunde, reine Freunde." Abgemacht," stammelte fie. Lippen:" Nur noch einen Kuß. Er drängte sie sanft zurück. Abmachungen halten. Wir sind von nun au Dann bot sie ihm ihre den letzten." Nein. Wir müssen unsere Er nahm den kleinen Pack und steckte ihn in die Sie wandte sich ab und zerdrückte zwei Thränen, dann zog sie einen Back Papiere aus ihrem Korsett, die von einem rothen Seidenbändchen zusammengehalten wurden und bot sie Du Roy: Hier! Es ist Dein Theil von dem, was wir an den Maroflanern verdient haben. Ich war so froh etwas für Dich zu verdienen. Hier! So nimm doch!.. Gut," erwiderte er herablaffend. In zehn Minuten" Schweig doch nur. Aber weshalb besuchst Du mich Er wollte sich weigern." Nein. Das Geld nehme ich bin ich am verabredeten Ort." nicht mehr. Warum willst Du nicht mehr einmal wöchent auf keinen Fall." Das empörte sie. Nein, damit kommst Du jetzt nicht Sie trennten sich. Aber Jacques Rival hätte ihn bei- lich bei uns speisen? Oh, wie Bitteres muß ich leiden. nahe aufgehalten. Er hatte ihn am Arm genommen und Ich liebe ich mit allen meinen Gedanken, nur Dich durch. Es ist Dein Geld und bleibt Dein Geld. Nimmſt erzählte ihm allerlei mit sehr exaltirtem Gesicht. Er kam fehe ich, nur von Dir tann ich sprechen. Ach, Du ver- Du's nicht, so werf ich es in den Schmutz, Das thust Du Es tommt mir vor, als wenn Du mir doch nicht an, Georges!" gewiß gerade vom Buffet. Endlich ließ ihn Du Roy unter stehst das nicht. Frau Marelle's Händen, die er zwischen zwei Thüren mich Deinen Klauen gepadt und in einen Gad wieder getroffen hatte, und eilte weg. Er mußte sich noch gesteckt hättest, oder so ähnlich. Immer ist Dein Bild mir Tasche. Wir müssen zurück", sagte er, sonst erkältest Du in Acht nehmen, von seiner Frau und Laroche nicht gesehen gegenwärtig, die Erinnerung an Dich würgt mir die Kehle zu werden. Es gelang ihm, denn sie schienen sehr in su, zerreißt mir etwas in der Brust unter dem Busen. Go Dich!" schwach bin ich dann, daß ich nicht zu gehen vermag. Wie Was schadet es?" flüsterte sie. Ach wenn ich doch einander vertieft, und er befand sich im Garten. Die kalte Luft draußen berührte ihn wie ein Eisbad. ein Thier bleib ich dann den ganzen Tag in einem Sessel sterben könnte." Sie ergriff seine Hand, tüßte sie mit liegen und denke an Dich." wilder, hoffnungsloser Leidenschaft und eilte in das Haus Verdammt, ich hol mir noch eine Erkältung bei der Ge- Er sah sie erstaunt an. Nicht mehr die dicke, zurück. schichte," dachte er und band sich sein Taschentuch um närrische, alte Person, ein verzweifeltes, hoffnungsloses Nachdenklich und langsam folgte er. Als er aber den Hals. Dann ging er langsam den Weg hinunter, Weib stand vor ihm, dem alles zuzutrauen war. wieder in den Wintergarten trat, lag ein hochmüthiges den er nach dem hellen Licht der Salons schlecht ertannte. Ein unbestimmter Gedanke entstand indessen in seiner Lächeln auf seinen Lippen. Zur Rechten und Linken unterschied er entblätterte Seele. Dleine liebe Virginie", erwiderte er, die Liebe dauert Seine Frau und Laroche waren nicht mehr da. Die Bäume, deren nackte Zweige zu frieren schienen. Graues eben nicht ewig. Man hat sich eine Zeit lang, und dann verläßt Menge verminderte sich. Bum Ball wollte man nicht Licht floß durch ihre Neste, das von den Fenstern man fich. Geht es aber so wie bei uns, dann wird die Liebe bleiben, soviel war flar. Er bemerkte Susanne am Arm des Palastes fam. Er sah mitten auf dem Wege vor eine schreckliche Kugel am Fuß. Ich will nicht mehr. Das ihrer Schwefter. Sie tamen beide auf ihn zu und baten sich etwas Weißes, und Frau Walter stand mit ist die ganze Sache. Doch wenn Du vernünftig zu sein ihn mit dem Grafen von Latour- velin die erste Quadrille nackten Armen und unbedecktem Halsausschnitt vor ihm und und mich rein als Freund aufzunehmen und zu behandeln anzuführen. stammelte mit zitternder Stimme: vermagst, will ich wie früher zu Euch tommen. Traust Du Dir das zu?" Ach! Da bist Du! Willst Du mich tödten?" Exp ( Fortsetzung folgt.) «8 ist auch zuzugeben, daß der.Religionsunterricht", wie ihn Sozialdenwiraien und freireligiöse„Prediger" ertheilen, kein ReligibNkUNterricht ist. Gleichwohl können wir grundsätzlich den Erlaß nicht billigen. Es ist Sache der Eltern, zu de- fn innren, in welcher Religion das Kind erzogen werden soll: es rst nicht Äufgade deo Staates. Religionsunterricht zu er- Iheilen, oder zu entscheiden, welcher Unterricht als Re- ligivnsunterricht anerkannt werden soll. Gerade wir Katdolilcn nüissen uns hier gegen jeden Zwang und jede Einmischung verwahren. Es� ist noch in aller Erinnerung, welche Wirrfale der Allkalholizisnuis im Religionsunterrichte angerichtet hat. Da wurde ein von einem altkatholischcn Lehrer ertheilter Religionsunterricht als katholisch bezeichnet, obschon die Eltern davon nichts wissen wollten. Wie leicht ist es in solchen Fällen, die Kinder für Dissidentcnkinder und den nichtschulplan- inähipen Religionsunterricht für ungenügend zu erklären! Die „Norddeutsche Slllgeineine Zeitung" berust sich für den Erlaß aus die VersnssUug, der es durchaus entsprechend sei, wenn jedes Kind Religionsunterricht gemeße» müsse. Das steht nun wohl nicht so in der Bersasjung, indeß das ist Nebensache; die Hauptsache ist: der Staat hat nicht zu bestimmen, waö als Religion und Religionsunterricht anerkanntwerdensollodernicht." Berössentlichnng der Kommnnal-Einkonimensteuer- Liste». Die Niinister des Innern und der Finauzen haben entschieden, daß der von den Stadtverordneten beschlossenen Verösteutlichnng der Koinnlunal-Einkommeustcuer-Listen von Aufsschls wegen nicht entgegengetreten werden soll. Ohne die Orsfnittichkeit dieser Listen, ivelche die Grundlage dcS Klassen- Wahlsystems bilden, würde die Ausstellung der Wählerlisten jeder Kontrolle entbehren.— Tie Zlugriffe auf die Bermögcnsstener, sowie gegen die Sclbstcinschätzung zur Einkommensteuer, die in der kapitalistischen Presse und in zahlreichen Petitionen von Handelskammern u. s.>v. erhoben werden, gehen durch- gehends von der an sich richtigen Anschauung aus, daß unsere ganze kapitalistische Wirthschaft so vollständig auf Schwindel beruhe, daß sie keinerlei offene Klarlegung vertragen könne. Es ist jedenfalls ein Vorzug der so bc- kämpften Steuern, daß sie der Bourgeoisie dieses Selbst- bekemitmß abzwingen.— Die Moloch- Anbeter nützen die Weihnachtsferien nach Kräften aus, um für die Militärvorlagc Stimmung zu machen. Wir werden förmlich mit Reptilien-Waschzetteln überschüttet, die uns die Annehmlichkeiten der Weißblutung schildern. Das Geschreibsel ist nicht Werth, gelesen zu werden. Wer einem Volk sagt:„Du mußt Dich zu Grunde richten, weil es mir nolhwendig erscheint," der ist kein guter Nathgeber. Weg mit solchen Rathgebern! Weg mit der Militärvorlage! Und weg mit jedem Abgeordneten, der sür sie stimmt!— Osfiziösc Augstmacherei. Die»Norddeutsche Allge- meine Zeitung" schreibt: ,Der Abgeordnete Dr. Lieber hat sich gegenüber der Mög- lichknt, daß die verbündeten Regierungen, wenn die Müilär- vorläge im Reichstag nicht zur Annahme gelangt, im Sinne der»kleinen aber guten Armee' zur vollen dreijährigen Dienst« zeit zurückkehren könnten, aus die am 24. Juni tKSO vom Reichskanzler abgegebene Erklärung, wonach die Zahl der Tispositions-Urlauber um etwa Kllvo vermehrt werde» würde, drrusen. Er wird darin Recht haben, daß sich, falls die Mililärvorlage nicht angenommen wird, die deutschen Militär- Verwaltungen bis zum Ablauf des Septennals lür gebunden hallen würden. Warum sie es aber noch darüber hinaus sein sollten, ist nicht abzusehen." Es fragt sich nur, ob die Negierung noch einen Reicks- tag finden wird, der ihr die Mittel zu ihren Plänen oe- willigt? Oder will sie es auf einen Staatsstreich ankommen lassen?— Tie Vorbildung zum Offizier. Als einen Vorzug des Offizierkorps, des„ersten Standes", betrachtet das frei- konservative„Deutsche Wochenblatt" das Wahlrecht der einzelnen Ossizierkorps bei der Aufnahme seiner Mitglieder. Diesem Vorrecht sei es allein zuzuschreiben, daß bisher kein Jude Offizier wurde und der Osfizierstand von der Zu« laffung„anders gearteter Personen" frei blieb, unter der heute Richter, Aerzte, Lehrer und andere Berufszweige „leiden".„Leider" aber käme zu diesem Vorzug des Offizierstandes ein Mangel: „Die Bildungsstufe feiner Mitglieder ist— selbstverständ- lich vom Durchschnitt gesprochen— nicht der Zeit entsprechend fortgeschritten, sie ist hinter den Ansorderungea an die übrigen gebildeten Stände zurückgeblieben." Wozu braucht der„erste Stand" des Staate? eine höhere Bildung? Die„Schneidigteit" würde durch dieselbe nicht gewinnen, und es stände traurig mit dem„ersten Stande", wenn er Abbruch an der„Schneidigkeit", welche durch keine Bildung ersetzt werden kann, erlitte.— Die Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Dirschau- Verent- Stargard für den verstorbenen Abgeordneten von Kossowski(Pole) ist auf den 26. Februar anberaumt. Als polnischer Kandidat ist Herr Michael von Kalkstein auf- gestellt, dessen Wahl nicht zweifelhaft ist.-- Die Mucker- und Geldsack-Allianz in Stuttgart, welche bei der Oberbürgermeister-Wahl schmählich unterlag, sieht jetzt auch ihre letzte Hoffnung aus die Nichtbestätigung Rümelin's vernichtet. Die Bestätigung durch die Regierung ist erfolgt. Daß eine Partei eine Niederlage erleidet, ist keine Schmach und kann unter Umständen der Be- siegte sogar die größere Ehre beanspruchen. Hier aber haben sich die Unterlegenen durch ihre Machinationen, die Bestätigung des Gewählten zu vereiteln, mit dem größten Schmutz besudelt. Sie, die besonders„Respektablen" und„Frommen", welche mit ihrer„deutschen" Gesinnung und ihrem„Patriotismus" prunkten, suchten die Person des Gewählten, der seit Jahrzehnten ein höheres Staats- amt bekleidet, durch das Aufstöbern seines Privatlebens bis in die früheste Jagend, wobei sie vor Lügen und Vcr- leumdungen nicht zurückschreckten, herabzuziehen. Und in dieser gemeinen Thätigkeit wirkten mit die beiden Kollegien, Magistrat und Bürgcrausschuß, wenigstens in ihrer großen Mehrheit. Von der Wahlniederlage hätte die geschlagene t artet sich wieder erholen können, aber niemals von der chmach, mit der sie sich selbst beladen hat.— Tiefer hangen! In Chemnitz hatte eine Ver- sammlung Arbeitsloser den Beschluß gefaßt, sich an den Stadtrath um Beschaffung von Arbeit zu wenden, und einen Ausschuß gewählt, der dem Stadtrath die Lage vorstellen sollte. Aus die betreffende Eingabe erwiderte der Stadt- rath: Auf die Eingabe, welche Sie dem unterzeichneten Ober- büraermeistcr am 20. d. M. namens einer am IS. d. M. im Gasthaus Wiesentbal abgehaltenen Versammlung überreicht haben, erwidern wir Ihnen, daß wir Bedenken tragen, uns mit einer Versammlung angeblich Arbeitsloser in eine Er- örterung über die Frage einzulassen, ob und welche Maß- regeln von uns zwecknmßigerweise getroffen werden können, um einzelnen Arbeilslosen Arbeit zu verschaffen. Durch die Behandlung in öffentlichen Versammlungen wird dem Interesse der Arbeiter unseres Erachtens nicht gedient. Auch das, was im einzelnen Falle für den einzelnen Arbeiter etwa geschehen kann und geschieht, wird durch die Behandlung der Sache in öffentlichen Versammlungen nicht gefördert, sondern weit eher erschwert. Wir werden, was wir thun können, wie bisher, so auch ferner thun, müssen es aber ablehnen, mit dem in derge- dachten Versammlung erwählten Ausschuß in eine weitere Er- örterung über die Fürsorge für Arbeitslose einzutreten. Chemnitz, den 22. Dezember 1892. Der Rath der Stadt Chemnitz. A n d r 6, Dr., Oberbürgermeister. Diese bureaukratische Unfehlbarkeit, die auch das Elend besser zu kennen vermeint als die Elenden selbst, ist außer in Deutschland höchstens noch in China möglich.— Lothar Bücher über Bismarck. In„Schorer's Familienblatt" hat ein Freund Lothar Bucher's Aeuße- rungen desselben über die letzten Jahre der Aera Bismarck und über das klägliche Nachspiel veröffentlicht. Daß Bucher seinem„Chef"„nioralische Kurzsichtigkeit"(Blindheit wäre richtiger gewesen) zuschrieb, haben wir schon mitgetheilt. Interessant sind aus den Aufzeichnungen des Freundes noch folgende Stellen: „Kurz nach Vismarck's Sturz sah ich Lothar Bucher. Er nahm lebhaften Antheil an dem weltbedeutenden Ereigniß, machte aber auch kein Hehl aus seiner Ueberzeugung, daß der Fürsi die Haupts chäi ld an der Katastrophe selbst trage. Bucher erkannte ebenso wie andere objektive Beobachter an, daß die Lage in den letzten Jahren Bismarck's unhaltbar geworden sei. Die fortwährenden Niederlagen nach innen und außen, die Verhetzung aller Klassen und Parteien, die vollständige Direktionslosigkeit der Regierungsorgane hätten einen Umschwung geradezu unvermeidlich gemacht. -- Wie Bucher erzählte, beschäftigte er sich nach Bismarck's Sturz als Gast in Friedrichsruhe hauptsächlich damit, das Material für Bismarck's Memoiren zusammenzutragen und dessen mündlich mitgetheilte Erinnerungen zu fixiren. Zu diesem Zwecke hatte er seine stenographischen Kenntnisse wieder aufgefrischt. Nach dem Frühstück pflegte der Fürst ebenso wie zu der Zeit, wo er noch im Amte war, am liebsten zu arbeiten. Er ließ sich dann in das allgemeine Frühstückszimmer die Aktenstücke bringen und gab, unbekümmert um etwaige fremde Anwesende, hier seine Ordres. Erst nach vielen Vorstellungen Bucher's und nachdem mehrfach Indiskretionen vorgekommen waren, ließ sich Bismarck einst bestimmen, in einem anderen Zimmer zu arbeiten. In Friedrichsruhe that er es in einem Räume, der nur durch eine Glasthür vom Frühstückszimmer ge- trennt war. Hier pflegte er nun in den letzten Jahren, während er seine Pfeife rauchte, anknüpfend an irgend ein Tagesereigniß seine Erinnerungen im Kopfe zu sammeln und zu erzählen. Er kam dabei oft vom Hundert st en ins Tausend st e und beging sehr erhebliche Jrrthümer, da ihm alles urkundliche Material fehlte. Bucher notirte geduldig alles der Reihe nach stenographisch. Dann mußte es der Sekretär um- schreiben und nun ging Bucher daran, daS Notirte unter das bereits Vorhandene«inzuordnen und dann nachzuprüfen. Zu diesem Zwecke benutzte er die Privatkorrespondenz Bismarck's und arbeitete eifrig in der Berliner Bibliothek. Wie er sagte, war die Arbeit eoeuso schwierig wie peinlich, denn der Fürst sei meist um so fester von einerThatsache über- zeugt, je mehr er sich im Jrrthum befinde. Sehr bedauerte der Geheimrath wiederholt, daß Bismarck alles, was festgestellt sei, s o f o r t in die Oeffentltch- k e i t gebe. Fast alles Neue in den Memoiren habe er ver- schiedenen ihn besuchenden Redakteuren mitgetheilt, die es mehr oder weniger entstellt verbreitet hätten. Es bleibe sonach sehr wenig Werthvolles übrig. Von der großen Gesprächigkeit des Fürsten und den vielen Interviews, die er Journa- listen gewährte, war Bucher nichts weniger als erbaut. Nach feinen Aeußerungen hatte sowohl die Fürstin als die übrige Familie den Kanzler davon abzubringen versucht, aber umsonst. Auch Bucher lenkte gelegentlich einmal das Gespräch auf die Sache und meinte, es sei doch viel klüger und politischer zu schweigen. Aber da kam er schön an. Bis- marck musterte ihn von oben bis unten und rief:„Lieber Bucher, das verstehen Sie nicht. Wenn mich einer haut, hau« ich chn wieder l" Die„Kreuz-Zeiwng", welche diese Aufzeichnungen abdruckt, fügt am Schluß die Bemerkung hinzu: Unsere Leser werden in diesen Aufzeichnungen den psycho- logischen Schlüffel für Ereignisse der jüngsten Vergangenheit finden, die dem Uneingeweihten wie ein Rälhsel erscheinen. Lothar Bucher aber war ein Eingeweihter und Voreingenommen« heil gegen oen Fürsten Bismarck wird ihm niemand vorwersen können. DaS ist bitter. Und wir wissen, daß Bucher sich über den„Chef" noch viel— kräftiger geäußert hat, als die„Aufzeichnungen des Freundes", der sich auch hofmännischer Sprache befleißigt, es erkennen lassen.— Nachdem wir Vorstehendes geschrieben, erhalten wir die„Hamburger Nachrichlen" mit einem Artikel gegen die „Aufzeichnungen" in„Schorer's Familienblatt". Die stereotypen Kraftausdrücke(„Giftmischerei gegen Fürst Bis- marck":c.) verrathen den Urheber, und wer den Urheber kennt, weiß, was dessen Ableugnungen werth sind.— Dem iuternationaken Arveiterkongreß zu Zürich wird sich eine Reihe von internationalen Gewerk- schafts-Kongressen anschließen. Zu den bereits be- kannten ist nun auch der der H u t m a ch e r gekommen. Die österreichischen, sranzösischen, englischen, belgischen und deutschen Kollegen haben sich geeinigt, und in den nächsten Tagen wird der Aufruf erscheinen.— Die Hoffnung der Unternehmer und ihrer„unabhängigen" Hofnarren, daß der Londoner Gewerkschaftskongreß dem Züricher Arbeiter- kongreß Abbruch thun tverde, wird sich nicht erfüllen. Der Londoner Gewerkschaftskongreß wird ein Rnmpfkongreß sein und durch sein Fiasko nur den Niedergang des alten Trades» Unionismus aller Wett anschaulich machen. Die sozialistischen Gemeindcräthe Frankreichs an der Arbeit. Mau schreibt uns aus Pari», den 2S. Dezember: Bei der Debatte über die Verwirklichung der einzelnen For- derungen des Lyoner Gemeindewahl-ProgrammS wurde aus dem Kongresse zu Marseille die Frage aufgeworfen, woher die Kom- munen die Mittel zur Beffergestaltung des Arbeiterlooses in der heutigen Gesellschaft nehmen sollten; die zur Verfügung stehenden Gelder, hieß es, reichten nicht aus, und neue Steuern würden die Bevölkerung der Städte mit segtaUstischer Verwaltung bald so erbittern, daß es den sozialistischen Etadträthen binnen kurzem unmöglich sein würde, die Geschäfte in gedeihlicher Weise weiter- zuführen. Darauf erwiderte Genosse L a f a r g u e in sehr zu- treffender Weise, wenn man von„Bevölkerung" spreche, so dürfe man dabei nicht die Klassengegensätze vergessen; so lange die Bourgeois die Herrschaft in den Händen gehabt, hatten sie sich nicht im mindesten genirt, den Haupttheil der Steuer- lasten auf das arbeitende Volk abzuwälzen; nun die Arbeiter eine Reihe Rathhäuser erobert hätte», sei es nicht mehr wie billig, daß die Bourgeoisie gehörig zur Tragung der Steuern herange„ogen würde, die Sozialisten möchten dabei keine Zag- hastigkeit an den Tag legen, sondern den Klassenkamps, wie ihn nun einmal die heutige Gesellschaftsordnung mit sich bringe, auch auf diesem Gebiete mit aller Energie führen. Kürzlich ist dieser Rath unter anderem in M o n t l u? o n in Thalen unr- gesetzt worden. Es handelte sich um die Miethssteuer. Der Sladlrath von Montluyon beschloß, diejenigen Einwohner, die unter 300 Franken Miethe zahlen, gänzlich von dieser Steuer zu befreien und den Aussall im Budget durch eine stark progreslwe Besteuerung der höheren Mielhsbeträge zu decken. So wurde festgesetzt, daß die Miethssteuer verdoppelt und verdreifacht werden sollte, wenn die Miethe sich auf mehrere Tausend Franken beliefe, und mit Haarsträuben las der entsetzte Bourgeois in allen darob in ein wahres Wuthgeheul ausgekrochenen kapitalistischen Organen, daß man bei einer Miethe von 1000 Franken statt 139,52 künftig 243,90 Fr., bei 2000 statt 279.03 künftig 740,39 und bei 8000 statt 429.70 künstig 1111,04 Franken bezahlen solle. Es ist auch zu schrecklich, daß die Bürger, welche allein für die Mielhe so viel ausgeben, als mehrere Arbeiterfamilien zusammen zu ihrem ganzen Levensunterhalte brauchen, etwa ein Drittel des Mielhsbetrages als Steuern hingeben sollen, um die Lasten ihrer ärmeren Mitbürger etwa? zu erleichtern. Höhnisch weisen die Blätter, welche, wie alle republikanischen Organe, neben der „Freiheit" die„Gleichheit" und ,/Lrüderlichkeit" aus ihre Fahne geschrieben haben, die„Ironie" des MaireS von Mouttu�on zurück, der in einem Ausruf die Hoffnung ausgedrückt hatte. „daß bei dieser Gelegenheit der Geist der Brüderlichkeit der wohlhabenden und reichen Bevölkerung von Montluyon auf der Höhe der Opfer sein würde, die man von ihr verlangte." Glücklicher Weise für die Bourgeois schlief der von der Regierung bestellte Wächter der kapitalistischen Aus- beutung, der Präfekt, nlcht; ein passender Gesetzesparagraph ließ sich entdecken; und schleunigst annullirte der Regierungsvertreter die vom sozialistischen Gemeinderalh gefaßten Beschlüsse. Die Bourgeoisie athmet noch einmal auf und versucht jetzt, den energi- scheu Mai« von Montlugon, Genossen D o r m o y, der bekannt- lich auch kürzlich die Unverletzlichkeit der Polizei antastete, zu Unbesonnenheiten zu provoziren, um ihn seines Amts entsetzen zu können. DaS wird chr jedoch nicht so leicht gelingen.— Wie die Bourgeoispreffe gegen die sozialistischen Gemeiuderäthe vorgeht, dafür ein anderes Beispiel. Kürzlich brachte der „Temps" einen langen Entrüstungsartikel über die schlecht« Verwaltung der Stadt R o u b a i x. Bei den geschäft- ltchen Angelegenheiten fehle den Sozialisten jede Sachkenntniß, ihre Versprechungen, d. h. die Durchführung des Lyoner Pro- gramms, könnten sie nicht halten; die Volksbildung würde von ihnen vernachlässigt, man hätte Lehrkurse unterdrückt und Lehrer im Gehalte geschmälert; ein hervorragender Sozialist von Roubair hätte irgendwo geäußert, man würde beim Sladtbud�et «ine Million sparen können, und jetzt seien es blos lumpcge 40 000 Franken u. s. w. u. f. w. Daraufhin theilt das Organ unserer Freunde Guesde und La sarg ue folgendeSrnU: Zunächst können die im Mai zur Herrschaft gekommenen Sozialisten noch nicht viel ausrichten, weil ihnen anfangs die Hände durch das von den Opportunisten festgesetzte Budget gebunden sind. Trotzdem hat der Stadtralh von Roubair schon in diesem Jahre gegen IS 000 Franken, d. h. mehr alS sechsmal so viel wie sein Vorgänger, darauf verwenden können, die dedürstiaen Schulkinder mit Kleidungsstücken zu verse'—„Fe:..-->,»> er an zwei Schulen Schülerspeiseballen eingerichtet; die anderen Schulen sollen so bald wie möglich in gleicher Weise ausgestattet werden. Die Armuth ist in der großen Industriestadt Roubaix so vorherrschend, daß von 11 705 Kindern 8532 als bedürftig bezeichnet werden mußten und auf städttsche Unkosten in der Schule eine Mahlzeit erhalten sollen. Von den 34 l 230 Frauken jähr- licher Betriebskosten der Schülerspeisehallen hat der Sladlrath bereits den größten Theil, nämlich 213 000 Franken, ins Budget aufnehmen können: und den Rest hofft man auch bald aus- zubringen. Was die Vernachlässigung des Schulunterrichtes be- trifft, so verhält es sich damit folgendermaßen: Von 29 außer» ordentlichen Kursen hat der Stadtrath 4 unterdrückt, weil die- selben nur von einem oder von zwei Schülern besucht wurden. Dafür hat er drei Zufchneidekurse neu eingerichtet. Durch die Unterdrückung der genannten 4 Kurse find allerdings die Gehälter einiger Direktoren und beffer gestellten Lehrer geschmälert worden; dafür beschäftigtstch aber der Sta blrath gerade jetzt damit, die Lage der Unterlehrer, welche oft von den Direktoren schamlos ausgebeutet werden, zu verbessern. So steht eS in Roubair. und ähnlich geht es in allen sozialistischen Kommunen zu. Ehe aber die Be- richligung der falschen Nachrichten erfolgt, machen die entstellten und meistens absichtlich verlogenen Berichte die Runde durch die ganze Presse, so daß der arglose Leser zu der Anstcht kommen muß, in den sozialistischen Gemeinden sei man weder seiner Börse noch seines Lebens sicher. Man verleumdet recht wacker, in der Hoffnung, daß doch immer etwas hängen bleibt. Jedoch muß hervorgehoben werden, daß die radikale Presse, in der vielfach Sozialisten thülig sind, nicht in dieses Hetzgeschrei mit ein- stimmt: im Gegentheil, es kommt nicht selten vor. daß Blätter wie die„Justice", das Organ von Clemenceau und Pelletan, oder die„Petite Republiqu» franyaise" die sozialistischen Gemeiuderäthe in Schutz nehmen. Die sranzösischen Radikalen unterscheiden sich in dieser Beziehung sehr vortheUhast von den deutschen„Freisinnigen". Ueber den Kongreß der holländischen Sozialisten erfahren wir nachträgiich noch, daß die Mehrheit sich,„im Gegensatz zu der Taktik der deutschen, belgischen und fraa- züsischen Sozialisten für die revolutionäre Taktik aus- gesprochen hat, weil sie— die Mehrheit— nicht an die fortschreitende Entwickelnng der gegenwärtigen Ordnung der Dinge zum sozialistischen Staat glaubt."„Die sozialistische Partei muß den Umsturz der bestehenden Gesellschaft mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln anstreben." Der Kongreß hat außerdem eine, mit unserem Programm wesentlich übereinstimmende,„Prinzipien-Erklärung" an- genommen, und zu gleicher Zeit, da es mit dem„revolutio- nären gewaltsamen Umsturz" nicht so rasch geht, die Aus- arbeitung eines„praktischen Programms" beschlossen, welches— dem nächsten Kongreß vorgelegt werden soll. Es scheint daraus zu erhellen, daß der Kongreß den„re- volutionären gewaltsamen Umsturz" vorläufig für nicht praktisch hält, was etwaS stark nach„Opportunismus" und „schwächlicher Rechnungsträger«" riecht.— J England. Aus London wird unter dem heutigen Tage tetegraphirt: Die Regierung beschloß die Einsetzung einer königlichen Kommission, bestehend auS Mitgliedern aller Parteien unter dem Borsitz» des Prinzen von Wales, zum Zweck der Feststellung von Maßregeln sur die Altersversorgung von Arbeits- unfähigen und Greisen. Hoffentlich nimmt man sich das deutsche Altersoerjlche« rungs-Gesetz zum abschreckenden Beispiel.— Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, 1. Januar. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Montag: Bastien und Bastienne. Schauspielhaus. Der Deputirte. Montag: Die Jungfrau von Orleans. Leffing- Theater. Die große Glocke. Montag: Sodom's Ende. Berliner Theater. Dora. Montag: Kean. Wallner- Theater. Drientreise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Norma. Borher: Der Schwur. Montag: Der Schwur. Marie, die Regimentstochter. Deutsches Thenter. Zwei glückliche Tage. Montag: Faust. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rendenz Theater. Familie BontBiquet. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Der verlorene Sohn. Montag: Diefelbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Millionenonkel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Circus Renz. ( Karlstraße.) Sonntag, den 1. Januar 1893: 2 große Fest- Vorstellungen. In beiden Vorstellungen Auftreten sämmtl. Künstlerspezialitäten I. Ranges, sowie Vorführen und Reiten der bestdressirten Freiheits- und Schulpferde. Außerdem: Nachmittags 4 Uhr( 1 Rind unter 10 Jahren frei.) Zum Schluß: ,, Die lustigen Heidelberger". Abends 712 Uhr: Vorstellung des gesammten Damenpersonals wie in der EröffnungsVorstellung. E Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Zum Schluß: Auf Helgoland. Ballet von 82 Damen. Neue Einlage: U. a. Aufzug der Leib- Garde- Artillerie. Gr. Brillant- Feuerwerk. Morgen, Montag 74 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm und ,, Auf Helgoland". Billet Vorverkauf an der Zirkuskasse und beim Invalidendant, Markgrafenstr. 51a. 4 Fr. Renz, Direktor. Feen- Valast Burgstraße, neben der Börse. Welt- Lokal Berlins, 5000 Pers. fassend. Täglich: Spezialitäten Vorstellung P mit großem Programm. Auf. Wochent. 7½ Uhr, Sount. Adolph Ernst- Theater. Modernes 6 Uhr. Kaffeneröffnung 1 Std. vorher. Babylon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der Nothhelfer. Montag: Der Prozenbauer. National Theater. Welfer. . Philippine Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplate Theater.. Das bemooste Haupt, oder: Der lange Israel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. litäten- Vorstellung. ftellung. Theater der Reichshallen. Spezia Winter- Garten. Spezialitäten- BorKaufmann's Variótė. SpezialitätenGebrüder Richter's Variété. SpeBorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 8. Male: Modernes Babylon. Gesangspften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise Entree 50 Pf. Kaufniann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Aft. The Maakwoods, MephistoBarnum mit seinen 7 drefsirten Doggen. preisgefr. 3 Geschw. Peretti, seunst- Radfahrerinnen. stehenden Leiter. taliftin. Braselli, Produktion á. d. freiMadmlle. Clara, men Nappo- Jessy,& quilibristen. The Lee's, zweier achte Momente Theod. Zierrath, OriginalPannemann bildschöne Lilly Welling, Soubrette. Anfang Wochentags 8 Uhr. Mittwoch, 11. Januar: Die Kunst dem Volke! Die Kunst dem Volke! Letzte Vorstellung. Circus Corty- Althoff. ene freie Volksbühne. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstraße. Sonntag, den 1. Januar 1893 ( Neujahrstag): 2 Gala- Festvorstellungen. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind frei.) Aus dem reichhalt. Programm hervorzuheben: Mr. Thompson mit seinen 5 dress. Elefanten. Der Elefant Medoc als Pianist. Abends 71/2 Uhr: Jncroyable, sowie 55 Hengste, vorgeführt vom Direktor Althoff. Baronesse de Walberg m. d. Schulpferd Norfolk. Vorführen der 5 dress. Elefanten. Elefant Medoc als Pianist. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Morgen, Montag 71/2 Uhr: GalaBenefiz- Vorstellung für die Geschwister Adele u. Clotilde Rossi. Vorf. der dressirten Elefanten 2c. Reichert's Festsäle, Müllerstraße 7.[ 35041 Der Saal( 600 Personen fassend) ist noch am Sonnabend, 14. Januar 93, frei. Den gefl. Vereinen zur Kenntniß. Märkischer Hof Admiralstr. 18c. Heute, am Neujahrstag sowie Nene Vorstellung für die II. Abtheilung am Sonntag, den 15. Januar, um 2 Uhr. Die Verloosung der Pläge beginnt um 1 Uhr. Das Tumpengekindel, Tragikomödie von Ernst von Wolzogen. Regie: Herr Emil Lessing. Mitglieder der 1. Abtheilung, welche diese Vorstellung noch einmal sehen wollen, zahlen 60 Pf. nady. Am 22. Januar: Matinée bei Buggenhagen( Moribplat) um 12 Uhr. Billets à 20 Pf. für Mitglieder, à 30 Pf. für Nichtmitglieder. Ges fangsterzett dreier hervorragender Künstlerinnen, Tenorsolo, Streichquartett 2c. Regie: Herr Kapellmeister Victor Holländer. Am 29. Januar: Kein Hüsung". Vorstellung für die 1. Abtheilung. Am 5. Februar: Kein Hüsung". Vorstellung für die 2. Abtheilung. In Vorbereitung: ,, Die Macht der Finsterniss" 11 von Leo Tolstoj. 7846 Die 1. Abtheilung ist überfüllt. Wer zur 2. Abtheilung nocy Bu tritt erlangen will, möge sidy baldigt an einer unserer Bahlstellen einschreiben lassen. Auch im Theater finden, soweit der Raum reicht, Aufnahmen statt. Unser Gesangverein hat seine erste Uebung am Donnerstag, den 5. Januar, in der Aula des Königstädtischen Gymnasiums, Elisabethstr. 57, um 8 Uhr für die Damen, um 9 Uhr für die Herren. Der Vorstand. Dr. Max Halbe, Schriftführer, Friedenau. Dr. Bruno Wille, Vorsitzender, Friedrichshagen. Robert Bertelt, Kassirer, Holzmarktstr. 50. Achtung! jeben Sonntag im prachtvollen Für die Genossen des II. Wahlkreises. Spiegel- Saal: Großer Fest- Ball. Anfang 4 Uhr. 34982 Mein Saal ist zu allen Festlichkeiten, Hochzeiten und Versammlungen zu ver geben. Unserm Werkführer, Herrn Robert Stephan, zu seinem heutigen Geburtstage ein donnerndes Hoch sendet 776 b Das Fabrikpersonal. Ein sausendes Hoch zum 25. Wiegen Da die Differenzen auf dem Bock in Güte beigelegt sind, so steht einem recht zahlreichen Besuch zu dem heute Abend 6 Uhr stattfindenden gemüthlichen Beisammensein mit Tanz nichts im Wege. 872/5 Der Vorstand des Wahlvereins f. d. 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 3. Januar, Abends 8½ Uhr, feste unserem Freunde und Genossen im Lokale Königsbank, Große Frankfurterstr. 117: Josef Werner. 772 b Meinen werthen Kunden und Bekannten zum Jahreswechsel ein Prosit Neujahr! Julius Lindenbaum, Grosse Frankfurterstr. 139. Herren- Garderobe. Allen lieben Vereinskollegen vom General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Unsere politische Lage. Referent: Genoffe P. Singer. 2. Diskussion. 3. Bericht des Kassirers u. des Vorstandes. 4. Wahl des gesammten Vorstandes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht 876/6 Der Vorstand. Bekanntmachung. Die Beiträge für die 779b von G. Görss. Mufit von G. Steffens. Gratweil's Bierhallen Beerdigungs- Verein Berliner Zimmer- Orts- Krankenkasse der Kürschner und Berufsgenossen zu BerlinIn Szene gefegt von Adolph Ernst. Mumme: Adolph Ernst. Felig: Hugo Hasskerl. Else: Angela Virag. Dr. Pappe: Paul Hambrock. Stella: Elly Bender. Tamberlik: Oscar Löber. Pieper: Carl Weiss. Bumfei: Guido Tielscher. Olga Schnörkel: Anna Bäckers. Freia: Jda Schlüter. Hulda: Lilly Roger. Manda: Olga Engel. Gr. Auguste: Alma Seemann. Buze: Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Nach der Vorstellung: Großer Sylvester- Ball. Frühstücks- u. Mittagstisch. We Bwei Säle Heinrich Fischbach. Haselhuhn: Ed- zu Versammlungen und Vergnügungen. mund Schmason. Frau Bennewitz: fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, Rosa Lid. Wilhelm Herz: Ernst Kettner. Raffen Eröffnung 6% Uhr. Anfang A der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksmund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Geschwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bauchredners Blank und der Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. ACTIE RAUERE FRIEDRICHSHAIN leute wünscht ein frohes und gesundes sind vom 1. Januar 1893 ab wie folgt feftgeſetzt: neues Jahr! Wilhelm Bandelow, 788b 1. Für erwachsene männliche Mitglieder. Langestr. 13. Zum Jahreswechsel hiermit meinen werthen Kunden und Geschäftsfreunden meine herzlichsten Glückwünsche, mit der höft. Bitte um ferneres Wohlwollen. 47/5 Carl Bayer, C. 25 Am Königsgraben 11. Charlottenburg. Meinen werthen Runden u. Genossen die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr. H. Werner, Barbier und Heilgehilfe, Krummeftr. 22. F. Sodtke. AktienBrauerei 770b Friedrichshain Charlottenburg. Allen meinen Abonnenten ein Profit am Königsthor. Neujahr. Heute, Neujahrstag: G. Beyer, Leibnizstr. 7. Prosit Neujahr! Seinen werthen Kunden wünscht im Instrumental- neuen Jahr viel Glück der Grosses Konzert W. Böhme unter Mitwirtung der neuen großen Konzert- Orgel. De Anfang 4 hr. 2 Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Etablissement 783 b 2. weibliche Mitglieder 0,39 M. 0,27 " • 0,18 07 0,12 Der Vorstand. 3. Für männliche Mitglieder unter 16 Jahren und für Lehrlinge 4. Für weibliche unter 16 Jahren Berlin, den 1. Januar 1893. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. ( E. H. Nr. 3) Hamburg. Mitglieder- Versammlungen sämmtlicher Verwaltungen Berlins u. Umg. am Sonntag, den 8. Januar 1893. Tagesordnung: Erläuterungen und Besprechung über das am 1. Januar 1893 in Kraft getretene Statut der Rasse. 300/4 Dieselben finden in folgenden Lokalen statt: Berlin A im Lokale des Herrn Roll, Adalbertstr. 21, Vormittags 10 Uhr. Stiefel- Pascha Berlin B im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45, Vormittags 10 Uhr. Schuh- u. Stiefelfabrik engros u. endetail Don A. Atzler, Berlin C., 48/49 Alte Schönhauserstr. 48/49 2. Geschäft: 31a. Gollnowstraße 31a. Bei meiner Abreise nach Amerika fage allen Freunden und Bekannten Morihein herzlich Lebewohl. Plaz. Mathilde Wilschke. zu 15 Castan's a Buggenhagen. Wa Panoptikum. Neue Illusion: Lotosblume. Fantoche- Theater. Moriz Play. Täglich: Instrumental- Konzert. 777b ist Berlin C in Habel's Brauerei, Bergmannftr. 4/7, Vormittags 10 Uhr. Berlin D in der Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/49, Vormitt. 10 Uhr. " 2. Punkt: Wahl eines Kassirers. Berlin E im Lofal des Herrn Wilte, Hochstr. 32a, Vormittags 10 Uhr. Berlin F im Lokal des Herrn Keller, Bergstr. 68, Vormittags 10 Uhr. Berlin G im Lokal 3 um Freischüß, Fruchtstr. 36, Vormittags 10 Uhr. Berlin Him Lokal d. Hrn. S ch weißberger, Köpnickerstr. 3, Borm. 10 Uhr. Britz im Lokal des Herrn a ma, Chauffeestraße, Vormittags 10 Uhr. Charlottenburg im Lotal des Herrn Krause, Bismarckstraße 74, Nach. mittags 4 Uhr. Großer Frühstücks- u. Wattage Vereinszimmer auf Personen Weißenfee im Lokal des Herrn Schulz, Königs- Chauffee 55, Nachm. 5 Uhr. tisch. Spezial- Ausschant von Paten- Woche noch zu vergeben. Brandenhofer Lagerbier, hell und dunkel. burgstr. 6 parterre. 791b An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Allen Bekannten u. Genossen empfehle Sälen statt. mein Weiß u. Bairisch- Bierlokal, Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. bis 2 Uhr Nachts geöffnet! Versammlungen, Pf. Festlichkeiten 2c. Mariendorf im Lotal des Herrn Hilgert, Aderstr. 14, Nachmittags 3 Uhr. Reinickendorf im Lokal des Herrn Lüdete, Amendestr. 1, Vorm. 10 Uhr. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1892. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist im eigenen Interesse dringend nothwendig. Die Ortsverwaltungen. Borstellungen v. 11-1 u. v. 4-9% Uhr Säle für Bersang tungen, Kommerse, Güte. Bereinszimmer zu vergeben. Achtung! stündlich. Extra- Entree. Pf. Entre 50 P., Binder 25 Vr. Welt- Restaurant PassageS. Dresdenerstr. 97. Panopticum. Die Militärvorlage Norddeutsche Sänger, 7 Pers. 2. Saal: Hr. Schauss, Frls. Fiori, 1-2-3 Melanie, Sternau. H. Rohr, Naunynftr. 78. 774b Gauverein Berliner Bildhauer. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser treuer Rollege und Mitglied, der Holzbildhauer Arthur Burkowitz am 29. d. M. nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 20 Jahren verAnf. in der Woche 7 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. storben ist. 116/12 Täglich große Weihnachtsmesse. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 1. Januar, Vorm. 11% Uhr, Bom 1. Januar 1893 verlege ich meine vom Trauerhause, Elbingerstr. 23, aus Nachmittags- Sprechstunde( statt 5-6) statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Vereinszimmer mit Piano zu ver- auf 4-5 Uhr. Dr. Ed. Flatow, Der Vorstand. geben O. Baat, Fruchtstr. 31. 7816 NO., Große Frankfurterstr. 87, 1 Treppe. neues Wunder. J. A.: P. Haseloph, Grünauerstraße 2. Korbmacher. Achtung! Oeffentliche Derfammlung für die Korbmacher aller Branchen am Montag, den 2. Januar 1893, Abends 8 Uhr, in den Zentral- Festfälen, Oranienstr. 180. Alle selbständig arbeitenden Korbmacher werden dringend ersucht, zu er cheinen. [ 194/8] Das Streik- Komitee. Frauen- Bildungsverein f. Berlin n. Umg. Mittwoch, den 4. Januar, Abends 81/2 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandanten- Strasse No. 20: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über:„ Die Ethik der Frauenfrage". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 156/2 Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 1. 1782- 1892. Ich halte es für richtig, die folgenden Thatsachen der allIch halte es für richtig, die folgenden Thatsachen der allgemeinen Kenntniß und öffentlichen Erörterung zu unterbreiten. Gestern, am 24. Dezember, Morgens, wurde mir folgende Verfügung zugestellt: Staatsanwaltschaft bei dem Königl. Landgericht. Es wird gebeten, bei der Antwort das Aktenzeichen angeben zu wollen. II, J. 306/92 14 202 Hannover, den 20. Dezember 1892. Euer Wohlgeboren ersuche ich in Gemäßheit anliegenden Gerichtsbeschlusses am 3. Januar 1893 bei der Direktion der Provinzial Frrenaustalt in Göttingen behufs Aufnahme in diese Anstalt zur Beobachtung Ihres Geisteszustandes auf die Dauer von 6 Wochen sich gestellen zu wollen. Rönigliche Staatsanwaltschaft. ( Arabeste statt Unterschrift.) An den Schriftsteller Herrn Dr. jur. de Jonge zu Markgrajenstr. 99, III. Berlin, Hannover den 10. Dezember 1892. Der bezogene Gerichtsbeschluß lautet: Sonntag, den 1. Januar 1893. " 10. Jahrg. Offenherzigkeit immer wieder an die traurige aber wahre Thatsache erwiesen ist,( und warum nicht auch mit demselben Rechte eine erinnert werden, daß die heutige Justizpflege nicht das rücksichtslose einzige angeblich beleidigende mündliche Aeußerung oder gar Vertrauen des Voltes befigt! Der Artikel erregte in Hannover irgend eine angebliche harmlose Uebertretung", etwa eine ungeheueres Aussehen, in juristischen Kreisen, wie ich voraussah, Straßenpolizei- Kontravention?) Anlaß werden kann, einen StaatsDie äußerste Erbitterung, bei zahlreichen anderen Berfonen da bürger in das Irrenhaus einzusperren, oder doch das allgemeine gegen die höchite sittliche Genugthuung und freudigste zu Rechtsgefühl soweit gefundet ist, daß im gegebenen Falle die ftimmung. So bemerke ich zum Beispiel, daß der Verleger der Donnerstimme des öffentlichen Gewissens die Schuldigen ohne Zeitung, Kaufmann Albert Westen, sofort an den Er- Unterschied der Person zu Boden schmettern würde! Beides erpeditionschef Winter eine Karte schrieb, er möge noch 5000 warte ich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mehr, und Exemplare der Nummer zur Verbreitung als Flugblatt drucken werde ich mich an den traurigen Gedanken gewöhnen müssen, lassen, der Artikel sei der beste, der in der Hannoverschen das Gebiet meines Vaterlandes für immer verlassen zu haben. Post" erschienen sei, so lange fie exiftire"! Aehnlich äußerten Ich unterlasse es, wie ich dies bei früheren Anlässen ähnam folgenden Tage( ich zitire wörtlich): Durch diesen Artikel Protest zu schließen und in Worten lobernder Entrüstung an die fich andere Personen; so erklärte mir z. B. ein höherer Beamter licher Art that, die obige Mittheilung mit einem flammenden haben Sie sich an Muth hoch über alle deutschen Zeitungen ge- öffentliche Meinung zu appelliren! Ich habe mich überzeugt, daß stellt!" Nach etwa zwei Wochen wurde mein obengenannter dies zwecklos ist, und da ich ein inneres Bedürfniß, meine tiefsten Mitangeklagter Wiechmann, der pro forma als verantwortlicher Empfindungen Menschen gegenüber zu äußern, nicht habe, so ver Redakteur zeichnete, polizeilich geladen und nach dem Verfasser schließe ich den unbeschreiblichen sittlichen Zorn, der mich erfüllt, des Artikels gefragt. Er lehnte es ab, dessen Namen zu nennen. in meinem Innern! In tiefer, christlicher Ruhe, die durch AnIch meinerseits hielt es aber dann für meine Pflicht, mich als griffe von außen, mögen sie noch so satanisch sein, so wenig erAutor zu bekennen, was auch sofort in einem Schreiben an die schüttert werden kann, wie ein Granitfelsen durch Nadelstiche, fgl. Polizeidirektion geschah. Mit Spannung wartete ich nun auf beseelt von dem Geiste Dessen, dessen Menschwerdung die Christendie Einleitung des gerichtlichen Verfahrens, gerichtlichen Verfahrens, welches mir heit heute feiert, und darum auch von unendlichem Mitleid mit Gelegenheit bieten sollte, für die Berechtigung meiner dem Jammer unseres Geschlechts erfüllt, richte ich alle meine Kritik vor Gericht einzutreten und den Beweis für die Anklagen, Beschwerden, und vor allem meine Bitten um Schutz Richtigkeit der am Schlusse meines Artikels behaupteten und Hilfe an eine Instanz, die höher steht und mehr vermag, " Thatsache" an der Hand eines leider nur zu reichen, mir in als alle Zeitungen, Gerichte und sonstigen irdischen Instanzen den letzten Jahren zugänglich gewordenen Materials zu er zusammengenommen! Dort finden sie Gehör! Dessen bin ich bringen. Ende Juni wurde ich dann in Göttingen, wohin ich sicher! Anfang Mai übergesiedelt war, um dem inzwischen verstorbenen Professor von Jhering seiner Aufforderung gemäß bei der Fortführung seiner Werke durch redaktionelle Mitarbeit zu assistiren, Welche Zukunft erhofft man für eine Gesellschaft, deren im gerichtlichen Ermittelungsverfahren vernommen, welches ein- Säulen anstatt auf ewig ehernem Fundament, auf dem die ganze geleitet worden, nachdem des Justizministers Exzellenz Mitte unendliche Welt beruht und auf dem allein auch die Reiche auf Mai Strafantrag wegen angeblicher Beleidigung der preußischen Erden wahrhaft sicher ruhen können, nicht auf Gerechtigkeit gestüt find?! Mir ertheilt die Antwort auf diese Frage klar und darauf, zu erklären, daß ich keinerlei beleidigende Absicht gehabt, untrüglich die Geschichte! Das mir gegenüber geübte Verfahren im übrigen durch Veröffentlichung des Artikels nur meiner Pflicht ist nicht neu! Nur der Name ist neu! Es bestand bereits zur als deutscher Schriftsteller, dem das Wohl seines Vaterlandes Beit des ancien régime in Frankreich! Die" Gutachten" hießen Bastille! Zur Vorbereitung eines Gutachtens über den Geisteszustand am Herzen liege, zu genügen geglaubt habe. Ende Auguft wurde damals lettres de cachet und die Irrenhäuser des Angeschuldigten de Jonge wird auf Antrag des Sachverstän- ich dann in Charlottenburg, wo ich die Universitätsferien zu ver- Dieses Verfahren wurde erst durch einen Beschluß der Nationaldigen Sanitätsraths Dr. Jastrowih in Berlin( des früheren bringen gedachte, nochmals vernommen und zwar in der Bor- versammlung vom 23. Juni 1789, also drei Wochen vor dem eigentDirektors der Neuen Bastiue in Schöneberg während meines untersuchung" deren Eröffnung inzwischen beschlossen worden lichen Ausbruch der Revolution, beseitigt. Gerade im letzten JahrAufenthalts daselbst vom Oktober 1889 bis Juni 1890), fowie war. Ich bestätigte nur meine erste Aussage. Am 3. September zehnt vor der Revolution stand es im höchsten Flor. Mirabeau wurde mir dann die Nachricht, daß die Voruntersuchung ge- war es dann, der im Jahre 1782 in feinem Essai sur les nach Anhörung des Bertheidigers des Angeschuldigten de Jonge, Rechtsanwalts Dr. Roscher in Hannover( mir völlig unbekannt) schlossen worden sei. Am 11. Oktober wurde mir auf eine An- lettres de cachet et les prisons d'état" mit der ganzen Sprach angeordnet, daß Angeschuldigter de Jonge in eine öffentliche der Sache mitgetheilt, daß die Voruntersuchung wieder eröffnet fame Geheimverfahren in seiner ganzen düsteren Wirklichkeit vorfrage an die Staatsanwaltschaft nach dem derzeitigen Stadium gewalt seines martigen Stils der Deffentlichkeit dieses gewalt Frrenanstalt gebracht und dort beobachtet werde. Die Verwahrung in dieser Anstalt darf die Dauer von sechs Wochen nicht worden sei. Am 8. Dezember empfing ich dann, gerade auf einer führte! Reise befindlich, die Nachricht, daß die wieder eröffnete" Vorübersteigen. Tie Auswahl der Anstalt unter denen der angegebenen Art untersuchung wieder geschlossen" fei, und dann am heiligen bleibt der Staatsanwaltschaft oder dem Untersuchungsrichter Abende die obige mir ebenso überraschende wie interessante Aufüberlassen, je nachdem eine Wiedereröffnung der geschlossenen forderung! Boruntersuchung stattfindet oder nicht. Hätte ich dieser Aufforderung Folge geleistet, so wäre ich gez. Busse. aller Wahrscheinlichkeit nicht in die Lage gekommen mein Recht Kirchner. vor einem ordentlichen Gericht zu finden. Königliches Landgericht Straffammer IIa II. J. 306/92 II. 6842 Beschluß in der Straffache gegen 1. den Schriftsteller Dr. jur. Christoph Moriz de Jonge jetzt zu Justizbehörden gegen mich gestellt hatte. Ich beschränkte mich Berlin, Markgrafenstr. 99 III. 2. den Gustav Wiechmann in Hannover, Emilienstr. 2 p. ( Stempel) 10101107.30 Grundmann. Ausgefertigt Hannover, den 10. Dezember 1892. Kaltwasser, Gerichtsschreiber Königl. Landgerichts. War der Ferienaufenthalt in Göttingen zunächst auch nur auf 6 Wochen berechnet, so ist doch nicht ausgeschlossen, daß der felbe sich auf Lebenszeit ausgedehnt hätte. Diese Möglichkeit liegt um so mehr vor als meine angeblichen„ Wahnideen", nämlich der Kampf gegen die heutigen Justizzustände wirklich un heilbar find. Mich der freundlichen Fürsorge des der Göttinger Jrren Anstalt Direktors anzuvertrauen, Aber eine bange Frage möchte ich zum Schluß zugleich mit meiner Antwort auch hier aussprechen: Und mancher scharf und klar blickende Beobachter der Zeitverhältnisse und Menschen, der mit aufmerksam lauschendem Ohr in die Zukunft hinaushorchte, mochte wohl schon damals in der Ferne das Rollen und Grollen der herannahenden Revolution hören, welche die Verbrechen der alten Gesellschaft blutig fühnte. Berlin, am Chrifttage 1892. Dr. jur. Christoph Morris de Jonge Obenstehender Zusendung des Herrn Dr. de Jonge geben wir Raum, weil der Verfasser, wie er uns schreibt, von seinen bisherigen politisch- religiösen Freunden zurückgewiesen, in der bürgerlichen Presse teine Möglichkeit findet, seine Sache a Diesem Beschluß liegt folgender Thatbestand zu Grunde: Am führen und weil die von ihm erörterte Angelegenheit einen seh 8. April d. J. veröffentlichte ich in der Hannover'schen Post", möchte ich schon deswegen nicht ristiren, weil ja gerade wunden Punkt unferes öffentlichen Lebens berührt. deren Chefredakteur ich damals war, einen längeren, drei Boll- ich infolge der besonderen Aufmerksamkeit, die ich in Wir haben Herrn Dr. de Jonge bisher nur als Gegner ge spalten der Zeitung faffenden Artikel unter der Ueberschrift: den letzten Jahren unseren Jrrenärzten geschenkt habe, dafür fannt; nichtsdestoweniger veröffentlichen wir seine Buschrift, da Fiat justitia pereat mendax! Der Artikel unterzog unfere auch nieinerseits auf besondere Aufmerksamkeit von ihrer Seite wir es als unsere publizistische Pflicht erachten, allen Ver heiligen Justizzustände und die Art unserer Rechtspflege einer glaube rechnen zu dürfen. folgten welche politisch- wirthschaftlichen und religiösen Anscharfen Kritit. Im weiteren entwickelte der Artikel den Gedanken, Ich habe keine Lust, mich hinter die Mauern einer Frren- fichten dieselben auch vertreten mögen die Möglichkeit eines daß lügnerische Schönfärberei und heuchlerische Vertuschung die anstalt zu beschaulicher Inaktivität zurückzuziehen. Ich bin viel- Appells an die Deffentlichkeit zu gewähren. Redaktion des Vorwärts". schweren Schäden, an denen unser Volt in so vielen Richtungen mehr entschlossen, den Kampf für Wahrheit und Recht und alle frankt und die nachgerade ein öffentliches Geheimniß geworden, ewigen Ideale gegen Lüge, Gewissenlosigkeit, schnöde Gewalt und nur verschlimmern müsse. Der Artikel sprach nur mit flaren alle teuflischen Mächte, deren Träger, wie ich schon lange überWorten das aus, was Tausende und Hunderttausende fühlen, zeugt bin, gleichermaßen unter Christen wie unter Juden, unter ohne doch den Muth zu finden, es offen zu sagen, und führte Ariern" wie unter Semiten zu finden sind, mit eiserner Festigzum Schluß ungefähr aus: Soll Darum die foziale feit, soweit und so lange Gott mir hilft, fortzuführen und Reformarbeit entschlossen und zielklar in die richtigen sollte ich darüber zu grunde gehen. Da dies aber aus der AbBahnen gelenkt werden, soll nicht Etückwerk geliefert geschlossenheit einer öffentlichen Frrenanstalt nicht wohl möglich Protestversammlungen gegen die Militärvorlag werden mit allerlei Ileinen Mittelchen, die nimmer ist, so habe ich es für richtig gehalten, mein Domizil nach der sind ferner abgehalten worden in Mainflingen( Ref. Galm mehr die soziale Noth auch nur zum fleinen Theil beseitigen Schweiz zu verlegen, in deren Gebiet ich mich bei Veröffent- Seeligenstadt) und Travemünde bei Lübeck( Ref. Reichi tönnen, mögen es nun Arbeiterschutz oder Arbeiterversicherungs- lichung dieser Mittheilung bereits befinde. Von dort tags Abgeordneter Schwart), 2udenwalde( Refere Gesetze sein, soll von Grund aus neu gebaut und der Neubau auf würde ich erst dann zurückkehren können, wenn ent Stabernad Berlin), Sangerhausen( Ref. Bauber. ehernen Fundamenten errichtet werden nach dem Sage: Justitia weder unsere Gesetzgebung soweit reformirt ist, daß nicht Apolda). est fundamentum regnorum!, dann muß bei jeder gebotenen eine einfache Preßbeleidigung, die zudem noch nicht In Soran ist, wie das dortige, Wochenblatt" mittheilt, di Gelegenheit nachdrücklich und rücksichtslos mit unbarmherziger einmal zur öffentlichen Verhandlung gelangt, geschweige denn am zweiten Weihnachtsfeiertage abgehaltene Versammlung, Keimende Saat. Parteinachrichten. grüßen. Erheben Sie Ihre Gläser und stoßen Sie mit mir ar Das neue Jahr und die alte Ordnung, sie leben hoch!" " Liebknecht, Singer und wie die Malefizkerls alle heißen! Bei meinen Ahnen, nicht gemuckst haben sie sich mehr, nicht gemuckst! Eine Schande ist es, daß solche Leute als Voltsvertreter zugelassen" Hoch! Und nochmals hoch!" ertönte es im Kreise, und Eine Neujahrsgeschichte von A. F. Thiele. werden. Aber daran ist nur das allgemeine Wahlrecht schuld. treuen Diener des Baron von Strohkopf drängten sich, um Die Weihnachtsferien des Reichstages waren da und die Aber wartet nur, ich werde schon dafür sorgen, daß dieses un- zustoßen mit dem gnädigen Herrn, geschmeichelt durch das Reichsboten eilten auf Dampfesflügeln nach allen Richtungen der erhörte Recht dem dummen Bolte wieder genommen wird, daß das ihnen soeben aus seinem Munde geworden war. Windrose der lieben Heimathstätte zu. Auch Baron von Stroh- wieder vernünftige Zustände Platz greisen, daß sie hinausfliegen Und nun, meine Herren," meinte Herr von Strohtopf, topf hatte sich auf sein ererbtes Stammgut Stlavenhorst begeben, aus dem Reichstage, aus dem Lande, diese Volksvergifter! dem das Gehoche sein Ende erreicht hatte, lassen Sie uns h um in feinem Schlößchen auszuruhen von den Strapazen des Ueberall schleichen sie umher und streuen die böse Saat der Un- gehen zu den braven Leuten und sie auch beglückwünschen Sesseldrückens und Kopsnickens im Reichstage. Er war noch zufriedenheit aus. Jezt fangen sie auch schon an, die Land- neuen Jahre, damit sie sehen, daß wir in dieser hochwie unbeweibt und konnte deshalb ungestört seiner Bequemlichkeit bevölkerung zu rebelliren, uns unsere Leute abwendig zu machen! Stunde auch ihrer gedenken und anerkennen ihre Treue, leben, für die Verwaltung seines Eigenthums sorgten ja seine be- Aber sie sollen nur tommen! Sie sollen es nur wagen! Ich und Anhänglichkeit." zahlten Beamten. Heute am Sylvesterabend hatte er diese um sich werde ihnen schon einen Empfang bereiten, daß ihnen die Luft versammelt, um sich als gnädiger Herr zu zeigen und einen zum Wiederkommen vergehen soll!" Gemächer des Schlosses saßen mit ihm der dicke Gutsverwalter Beweis seiner Popularität zu geben. In einem der behaglichen Und wie zur Bekräftigung dieser Drohung stürzte er von oder Herr Amtmann", wie er sich gern tituliren ließ, der Rent- neuem ein Glas des feurigen Weines die trocken gewordene Kehle hinunter. meister, der Herr Oberförster" und der Wirthschaftsinspektor." Ich will doch nicht hoffen, Herr Verwalter," wandte er Auch der Wirthschaftsschreiber, sowie der Forst- und der Wirthschaftseleve waren hinzugezogen worden und schwelgten in dem sich dann an diefen, daß etwa auch bei uns hier in StlavenGlücke der ihnen widerfahrenen Ehre. Alle sprachen wader einer horst schon derartige Versuche gemacht worden sind?" Seien Sie ohne Sorge, Herr Baron!" entgegnete dieser mächtigen Bowle zu, die der Gutsherr mit allfeitig anerkannter Uns tommt so leicht kein Sozialdemokrat ins Gehege. Meisterschaft gebraut hatte, dampften wie die Schornsteine und devot. laufchten andächtig den Darlegungen des Herrn Barons, Unsere Leute sind viel zu große Tölpel, die scheeren fich den welcher von seinen Ruhmesthaten im Reichstage erzählte, von Teufel um Politit, find froh, wenn fie für den gnädigen Herrn den parlamentarischen Kämpfen, die er ruhmvoll verschlafen, von arbeiten können und das liebe Leben haben. Auf die können wir den Reden, die er nie gehalten hatte. Mit hohem Ber- uns verlassen. Nicht wahr, meine Herren?" ständniß legte er seinen Getreuen die Nothwendigkeit der Die übrigen Beamten gaben pflichtschuldigst ihre Ueberein Vermehrung des Militärs, der Polizei, der Erhöhung der Bierstimmung mit der geäußerten Ansicht des Gutsverwalters zu erund Branntweinsteuer klar und wetterte aus Herzensgrunde auf tennen. Der ausgesprochene Wunsch des Gutsherrn war nat Befehl für die anderen, und unter Vorantritt des Herrn v. St fopf stiegen die Herren alsbald, unter strenger Innehaltung Rangordnung, im Gänsemarsch hinab zur Gesindestube. Dort ging es auch lustig her. Die Knechte und Mägde u etliche Tagelöhner des Gutes Stlavenhorst waren dort versamm und feierten nach ihrer Art Sylvester. Die herrschaftliche Kü hatte heute Verge von belegten Butterbroten geliefert, dazu B Quantitäten warmer Punsch aufgetragen. So hatte der He und Branntwein, und Abends spät wurde auch in grof es befohlen. Er wollte seinen Leuten auch einmal eine vergni Stunde bereiten. Die Stimmung war allgemach eine recht anim Stunde bereiten. Die Stimmung war allgemach eine recht anim geworden. Soeben hatte einer der Knechte eine A an die Versammelten gehalten, welche ihre Uebereinstimm dem Gesagten durch lautes Bravorufen befundeten. Und c Herr Baron jetzt die Thüre öffnete und mit seinem Gefo Gesindestube betrat, da tönte ihm ein vielstimmiges Ho gegen. Doch nicht ihm galt dieses Hoch, denn es mad die vermalebeiten Sozialdemokraten, diese Aufrührer, Rebell en Nun, das freut mich, freut mich, meine Herren!" meinte Herr und seine Gefolgschaft erstarren. und Vaterlandsfeinde, welche sich der Erfüllung seiner Wünsche von Strohtopf gnädig. Ich kenne Sie ja als treue Beamte und" Hoch die Sozialdemokratie! hoch! hoch!" schallte es i und Ideale so hartnäckig in den Weg stellen, Staat und Kirche weiß mein Eigenthum in guten Händen. Aber auch Sie, meine Herren, entgegen. untergraben und die heutige so vortreffliche Gesellschaftsordnung werden gewiß nicht die Vortheile Ihrer Stellung, die Vorzüge der Was soll das bedeuten? Was geht hier vor?" über den Haufen werfen wollen. heutigen Ordnung der Dinge verkennen und deshalb schon im Herr von Strohkopf indignirt den Verwalter. Und wa " Ja, meiue Herren, Sie können es mir glauben," rief der eigenen Interesse fortfahren, mit Fleiß und Eifer darüber zu das?" fragte er, zum Tische tretend. redselige Herr von Strohkopf, und stellte das geleerte Weinglas wachen, daß die althergebrachte Ordnung auch auf meinem Seine Hand erfaßte ein ganzes Bündel sozialdemokrat flirrend auf den Tisch." Es war ein heißer Tanz, den wir dort väterlichen Erbe aufrecht erhalten und in keiner Weise gestört Schriften. aufführten! Aber eine Freude war es auch, wie wir sie zu Paaren werden. Und da die alte. Schloßuhr foeben die Mitternachts-" Hah! das ist Verrath! Empörend!" schrie Herr von getrieben haben! In's Mäuseloch sind sie gekrochen, die Bebel, Istunde verkündet, so laffen Sie uns fröhlich das neue Jahr be- kopf zornentbrannt und warf das erfaßte Buch voller Ing 0 als welcher Genosse H. Stolpe Grünberg über die Militär- Frauenbewegung ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und dieselbe| Wahl- Flugschriften und Stimmzettel gut von statten ging. vorlage und den Parteitag referirte, aufgelöst worden, weil Ge event. nach Kräften zu unterstützen. Einige fleine Episoden natürlich abgerechnet, wie sie aber überall noffe Hartung durch eine Aeußerung gegen die Staatsregierung vorkommen, wo sich unsere Genossen agitatorisch in derartigen aufgereizt" haben soll. Aus Elbing wird uns geschrieben: Etwas verspätet geben Wahlkreisen blicken lassen. wir nachstehend einen Bericht über unsere Thätigkeit bei der Gemeindewahlen. Sächsische Wahlergebnisse. legten Reichstagswahl in unserem Kreise. Wir fegen dabei Die Schwäbische Tagwacht" stellt eine Betrachtung über In Cotta bei Dresden errangen unsere Kandidaten in der voraus, daß es für die Genossen, welche in Kreisen und Pro- die Neunstunden- Angelegenheit der Frankfurter Boltsstimme" Klasse der Unansässigen einen glänzenden Sieg. Von den Un- vinzen wohnen, in denen unsere Bewegung schon tiefere Wurzeln und die in einer Berliner Buchdruckerversammlung zu Tage ge ansässigen wurden insgesammt 403 Stimmen abgegeben. Davon geschlagen hat und weiter fortgeschritten ist, wie bei uns im tretene bekannte Meinungsäußerung an und theilt dabei folgende entfielen auf die Kandidaten des Arbeitervereins 348 Stimmen. Die Junter- Eldorado, nicht ohne Intereffe fein wird, zu erfahren, interessante Neuigkeit mit:" Nach dem Buchdruckerfireit im wie Gegner erzielten 59 und 61. Bei den Ansässigen gelang es zum mit welchen Schwierigkeiten für uns Arbeiter die selbständige Jahre 1873 wurde in Stuttgart behufs Unterbringung der Opfer ersten Mal, einen Genoffen als Erfagmann durchzubringen. Der Theilnahme an einem Wahlkampf hier verknüpft ist. Bei Beginn des Streits die Vereinsdruckerei gegründet, die selbe erhielt 45 Stimmen gegen 15 Stimmen bei der vor zwei des Wahlkampfes versuchten wir einen sehr gemäßigt gehaltenen Mitglieder des Unterstübungsvereins Jahren stattgehabten Wahl. In Radebeul wurde ein Wahlaufruf für unseren Kandidaten Otto Jochem in Danzig Aktionäre aufnahm und stets unter der Leitung von Leuten Sozialdemokrat zum Vertreter der Unangefeffenen gewählt. Er in die im Kreise erscheinenden Blätter als Annonce zu bringen. war, die im Dienste des Gehilfenvereins standen. erbielt 92, der Gegner 67 Stimmen. In der ersten Klasse der Mit Ausnahme eines einzigen Blattes lehnten sämmtliche Gegenwärtiger Borsigender des Aufsichtsraths ist Herr Arndts, Ansässigen erhielten wir 12, die Gegner 81 Stimmen; in der gleichgiltig welcher Parteirichtung den Aufruf ab. Das eine der Verwalter der Zentral- Invalidenkaffe der Buchdrucker zweiten Klaffe 16 und 18, die Gegner 26 und 42 Stimmen. Blatt aber, das ihn aufnahm, bat den Fehler, daß es nur eine gehilfen; Geschäftsführer der Druckerei ift ein früheres fehr geringe Verbreitung im Kreise hat. Versammlungen einzu- Mitglied des Zentralvorstandes Des Unterstützungsvereins, Parteifonferenzen. Am 27. Dezember hielten die Partei- berufen, scheiterte an dem Mangel von Lokalen. Wo wir es ver- Herr Leiser. In dieser Vereinsdruckerei wurden bis genoffen aus dem Reichstags- Wahltreise Nordbaufen in suchten, in den Versammlungen der Gegner zum Wort zu kommen zur Ueberfiedelung des Vereins nach Berlin alle Galza eine Konferenz ab, die sehr stark besucht war. In der wurde uns dasselbe unter der Angabe, daß wir nicht in dem Druckarbeiten des Unterſtügungsvereins Deutscher Buchdrucker felben sprach Genoffe Reißhaus Erfurt über die Militär- interessirten Wahlkreise wohnhaft wären, fofort entzogen. hergestellt, wie die Invalidenkaffe und die Stuttgarter Gehilfen vorlage, worauf die Versammlung fich einstimmig gegen jenes Auf eine mündliche Agitation, etwa durch Agitation in den vereine heute noch eine gute Kundschaft bilden, so daß seit vielen neueste Produkt des Militarismus erklärte. Um die Agitation einzelnen Häusern, oder durch persönlichen Verkehr mit den Jahren hohe Dividenden bezahlt werden konnten und das Geschäft und Organisation wirksam betreiben zu können, wurde ein Wählern, konnten wir uns der großen Entfernung hier und in der Lage war, sich nach allen Seiten hin vergrößern und verBentral Agitationskomitee gewählt. Verschiedene ungefeßliche der dadurch entstehenden hohen Rosien wegen von nicht sehr ein- beffern zu können. Diese Firma also, die ihre Entitehung und Handlungen einzelner Behörden des Kreises riefen scharfe Kritit laffen. Es würde uns aber auch, abgesehen davon, an der lange Zeit ihre Prosperität dem Unterstüßungsverein der Buchhervor und man beschloß, künftig gegen alle Rechtsbeugungen dazu nöthigen, für eine derartige Agitation geschickten Anzahl drucker mit verdankte, hat bei Ausbruch des letzten BuchdruckerBeschwerde zu führen. von Genossen gemangelt haben. Nun erhielten wir von dem streits nur bedingt die Forderungen der Gehilfen genehmigt, Die Parteigenoffen des Saaltreises hatten den am Westpreußischen Agitationskomitee Berlinfeinige siebenzig Adressen; und sofort nach Beendigung des Buchdruckerstreiks ist in der 27. Dezember in Halle stattgehabten Kreistag mit 29 Dele- als wir dieses Adressenverzeichniß faben, wußten wir wohl gleich, Stuttgarter Vereinsbuchdruckerei die zehnstündige Arbeitsgirten beschickt, welche 20 Orte vertraten. Der Bericht daß die darin Angegebenen von unserer Sache teine Ahnung zeit wieder eingeführt worden, während dies in verschiedenen erstatter, Bertrauensmann Jäbnig- Halle, theilte mit, daß haben tönnen und daß diefelben ihrer Sinnesart nach sowohl Privatdruckereien erst 14 Tage später geschah! Die sozialistische die Zahl der Vertrauensmänner im abgelaufenen Verwaltungs- als auch gezwungen durch die Erwerbsverhältnisse uns cher Druckerei in Frankfurt a. M. dagegen wirft nicht nur teine fahre von 19 auf 26 gestiegen ist. Der Boykott habe seinem feindlich entgegenstehen würden. Trotzdem wir dieses alles uns 15prozentige Dividende ab, sondern sie laborirt seit ihrer 3wed nicht fo entsprochen, wie dies bei früheren Gelegenheiten voraussagten, schrieben wir in der Annahme, daß Frren mensch Gründung an einem beträchtlichen Defizit. Wir empfehlen Ser Fall gewesen; deshalb sei namentlich die Landagitation der lich sei, an fämmtliche uns angegebene Abreffen, legten fämini- den Berliner und Stuttgarter Buchdruckern, ihr Augenmerk auch Buntt, auf welchen die Parteigenossen das Hauptgewicht zu legen lichen Briefen Briefbogen und Franko- Kouverts ein und der einmal auf die nichtsozialistischen" Gehilfendruckereien zu richten, hätten. Die Einnahmen des Kreises betrugen 8789,11 M., die Erfolg war der, daß sieben, schreibe ganze fieben Anworten ein- in welchen frühere und jezige Führer und Mit. Ausgaben 8367,43 m., es blieb fonach ein Ueberschuß von liefen, wovon drei in zusagendem Sinne, die andern aber in ab- glieder des Gewertvereins maßgebend find, und welche 371,68 M. Der Berichterstattung folgte ein Vortrag des Ge- fagender Weise lauteten. Die Erfolglosigkeit dieser Art schrift sehr wohl in der Lage wären, das Beispiel einer ganzen Annoffen Gerisch Berlin über die wirthschaftliche Lage des Pro- licher Agitation war einleuchtend, trotzdem sandten wir an zahl sozialistischer Druckereien nachzuahmen und fürzere Arbeitsletariats, welcher mit Beifall aufgenommen wurde. In der Dis- fämmtliche Adressen Packetsendungen mit Flugblättern und zeit einzuführen." Tussion sprachen mehrere Redner über die gegenwärtige Nothlage, Stimmzetteln, nach dem Sprüchworte: Hilft's nichts, so schadet's wobei die Stellung getadelt wurde, welche der Berliner Partei auch nichts, hauptsächlich aber aus dem Grunde, um alles Mög: tag gegenüber der Halle'schen Forderung einnahm, wonach die liche unsererseits zu thun, ein möglichst gutes Resultat für uns Fraktion im Reichstage die sofortige Einführung des Acht herbeizuführen. Nun tam das Vertheilen der Flugblätter und stundentages verlangen sollte. Gerisch vertheidigte die Stimmzettel an die Reihe. Wir waren dazu, im ganzen an die Haltung des Parteitages. Nach Schluß der Auseinander- dreißig Genoffen, bereit, es erhielt ein jeder Genosse freie Fahrt sehungen wurde einstimmig eine Resolution angenommen, und ein Ausgabe- oder Behrgeld von 2 M. pro Tag. Unsere Ortsvorstandschaft der Buchdruckergehilfen- Organisation über die inhalts deren der Kreistag Kreistag di: Fraktion zum ent- lieben Genossen, die sich bei dieser Affäre sehr thätig und geschiedensten Eintreten für die Einführung des Achtſtunden- schickt benommen, konnten leider der schlechten Erwerbsverhältnisse tages auffordert, um den im Elend lebenden arbeitslosen wegen die Reise und Zehrkosten nicht aus eigener Tasche opfern. Brüdern und Schwestern Arbeitsgelegenheit zu verfchaffen und Da die dreißig Mann nicht ausreichend waren, den ausgedehnten bie jeßige traurige wirthschaftliche Lage des Proletariats zu be Wahlkreis an einem Tage zu durcheilen, so wurden zwei Sonnfeitigen." Es folgte dann eine Besprechung der Preßverhält tage vor dem Wahltage, also der 20. und 27. November, zum niffe, welche zur Annahme folgender Resolution führte: Der Austheilen der Stimmzettel und Flugblätter benutzt. Es wurden Kreistag erachtet es als unumgängliche Pflicht, für die Aus- Flugblätter auch bis in die entjerntesten Orte des Kreises breitung und Kräftigung der Parteipreffe( für Halle und den verbreitet. Saalfreis, des Boltsblatts") mit aller Energie einzutreten, und Mit welchem Erfolg unsere Thätigkeit belohnt wurde, ist den dies sowohl in der Heranziehung neuer Abonnenten, wie auch Lesern des Vorwärts" aus dem seinerzeit veröffentlichten WahlDurch wahrheitsgetreue Berichte über etwaige Vorkommnisse von resultat bekannt. Wenn die Genossen erwägen, daß wir an den In Hörde( Westfalen) tagte am 25. Juli eine Bersammlung, allgemeinem Interesse, die in jedem Falle mit thunlichter Be- beiden Sonntagen schon um 4 Uhr Morgens mit der Bahn von die sich mit einer rein gewerkschaftlichen Frage zu beschäftigen chleunigung einzusenden sind, zu bethätigen. Der Kreistag Hause fort mußten, um, je nachdem 10-20 Meilen an die betr. hatte. Bei dieser Gelegenheit konfiszirte der überwachende erflärt sein Einverständniß mit der bisherigen geschäftlichen und Station zu fahren, und dann noch ca. 5-7 Meilen zu Fuß zu Beamte ein ganz harmloses Schriftstück. Ale Genosse Lehmannprinzipiellen Haltung des Boltsblatts" und giebt für die laufen, um dann um 2 Uhr Nachts wieder in Elbing zu sein, so Dortmund diese ungesetzliche Handlung einer fachlichen Kritik Bufunft seinen Erwägungen dahingehend Ausdruck, daß ist es uns wohl nicht zu verargen, wenn wir das Wahlergebniß, unterzog, löfte der Beamte die Versammlung auf. Auf die das affelbe auch ferner mit der nöthigen Energie und Beim Verhältniß zu der aufgewendeten Mühe und den verausgabten gegen eingelegte Beschwerde fam folgender Bescheid zurück. nenheit die Interessen des Proletariats wahren und vertreten Mitteln, nicht für ein entsprechendes halten. " Ihre Beschwerde ist unbegründet. wird, um damit dasselbe seiner endgiltigen Emanzipation ent Nun erlaube ich mir noch etwas über meine beim FlugblattDer tönigliche Zandrath." gegenzuführen." Bum Puntt Agitation und Organisation" gab vertheilen gesammelten Erfahrungen mitzutheilen. Zunächst Mit dieser spartanischen Antwort, deren Kürze in unserer Genosse Jähnig eine Uebersicht der Gesichtspunkte, nach denen wollten viele Arbeiter und fleine Leute überhaupt nicht mehr rede und schreibeseligen Zeit eigentlich doppelt wohlthuend die Agitationskommission seinerzeit gewählt war und von wählen. Sie meinten:" Wir haben schon so oft und immer wirken sollte, wollten sich die Genossen dennoch nicht zufrieden benen fie geleitet wurde, und brachte dann einen An- Herren gewählt und es ist, je öfter wir gewählt haben, immer geben. Sie wandten sich an die königliche Regierung zu rag der Genossen des Mansfelder Seefceises zur Kennt schlechter geworden. Ich hätte bei derartigen Gelegenheiten. Arnsberg, worauf beinahe fünf Monate nach der stattgefundenen niß der Versammlung, nach welchem diese sich dem Herrn Wessel, den bisherigen Vertreter des Kreises, manches mal Versammlung, am 21. Dezember, folgendes Schriftitüd einlief: Saaltreise anzuschließen wünschen. Weiter wurde seitens der gerne zur Stelle gehabt.- Andere Wähler sagten uns, Giebichensteiner Genoffen ein Antrag eingebracht, nach welchem daß sie wohl mit den sozialdemokratischen Ideen ver- Der Regierungs- Präsident. der Vertrauensmann für den Saalkreis an solchen Orten, wo ein traut wären und dieselben auch billigten, daß sie aber Vertrauensmann existirt, nur durch diesen mit den Parteigenossen nicht im Stande wären, falls sie von ihrer Umgebung nicht geächtet ber betr. Orte in Verbindung zu treten hat. Letzterer Antrag und werden dem Verderben durch Entziehung des Broterwerbes fand Annahme; der den Anschluß des Mansfelder Seekreises anheim fallen wollten, sich zu äußern. Ja, die Leute sind so ein treffende wurde zurückgezogen; statt dessen gelangte eine Re- geschüchtert und ängstlich, daß als ich mit einem Manne, auf lution zur Annahme, in der die Solidarität der Interessen einem Dorfe, welches au der Chaussee liegt, vor seinem Häuschen eider Kreise betont und die Hilfsbereitschaft der Genossen des sprach, derfelbe gang ängstlich nach allen Seiten Ausguck hielt, Saalfreises gegenüber den Parteigenossen aus dem Mansfelder ob auch Niemand uns sähe. Ich gab ihm den Rath, wenn ich reise ausgesprochen wurde. Die Neuwahl der Agitationsfom- von ihm ginge, so solle er mir mit der Faust nachdrohen, nichtsmiffion wurde alsdann nach längerer Diskussion den Halle'schen bestoweniger seine Stimme aber für Jochem abgeben. Parteigenoffen übertragen. Weiter ermächtigte man den Ver- Dieses in furzem ein Bildchen von der Wahlagitation im rauensmann für den Saalkreis im Falle der Auflösung des Stuhm- Marienwerder Reichstags- Wahlkreise. Bemerken muß ich Reichstages fofort einen Provinzial- Parteitag einzuberufen. Die noch, daß trotz aller Verhegung der Provinzialpresse und alles Agitationsfommission wurde noch verpflichtet, der gegenwärtigen Wüthens der freiseingefeffenen Bourgeois die Bertheilung unserer in einen Winkel." Herr Verwalter, ich fordere von Ihnen ftrenge Rechenschaft! Ich erwarte Sie in meinem Arbeitsjimmer!" Damit stürmte er aus der Gesindestube hinaus. Der Herr Amtmann" erholte sich langsam von seinem chrecken. Welch ein Standal! Schauderhaft!" platte er nun hervor. Serr Inspektor! Ich mache Sie für Alles verantwortlich! rr, wozu find Sie Inspektor? Ich erwarte alsbaldige Aufrung von Ihnen." Zu Befehl, Herr Baron! Sie werden sich erinnern, daß wir besonders in diesem Sommer zur Ernte großen Mangel an Arbeitskräften litten. Ich wandte mich deshalb an den Herrn Baron und der Herr Baron hatten die Güte, mir aus Berlin eine Anzahl Arbeiter zu senden!" Ich weiß, ich weiß! Hier fehlt es an Arbeitern und dort laufen sie zu Haufen ohne Arbeit herum. Das muß auch anders werden!" Diese Leute sind nach der Ernte wieder fortgemacht, ihnen behagte das Leben hier nicht, trozdem fie es doch so gut hatten! Nur zwei sind geblieben, die ich als Pferdeknechte einstellte, und diese Zwei Diese Zwei...?" Die deutschen Buchdruckergehilfen werden sich hoffentlich beeilen, ihre Thätigkeit für den Neunstundentag auf das oben genannte und vielleicht auch noch andere Geschäfte ihrer Berufsgenoffen zu konzentriren, wo fie, nach der Mittheilung der„ Schwäb. Tagwacht" zu schließen, vermuthlich am nöthigsten wäre. Ber wunderlich ist jedenfalls, daß die ganze Zentral, Gau und Stuttgarter Gehilfendruckerei schwieg, während sonst auch die geringste Unebenheit, die in sozialdemokratischen Buchdruckereien vorkommt, der öffentlichen Erörterung nicht zu entgehen pflegt. In Wien hat, wie der off. 3tg." geschrieben wird, die Sozialdemokratie den Boykott gegen drei der größten Gasthaus fäle Wiens, darunter des befannten Saales Schwender's Ko losseum", beschlossen, weil die Wirthe ihre Räume nicht mehr zu sozialdemokratischen Versammlungen hergeben wollen. Polizeiliches, Gerichtliches te. Arnsberg, den 2. Dezember 1892. J.-Nr. A 7966. Auf Ihre am 22. und 29. September hier eingegangenen Beschwerden über den Bescheid des königlichen Landraths zu Hörde vom 18. September d. J., betr. Auflösung und Beschlagnahme eines Schriftstückes in derselben, gereicht Ihnen zum Bescheide, daß ich das Verfahren des mit der Ueberwachung der Versammlung beauftragten Polizeibeamten nicht für gerechtfertigt erachtet und demselben eine entsprechende Eröffnung habe machen lassen. In Vertretung.( Name unleserlich.)" Spät fommt Ihr, doch Ihr kommt, tein weiter Weg ents schuldigt Guer Säumen! fönnte man hier( schreibt die RheinischWestfälische Arbeiter- Zeitung") versucht werden, die Worte Schillers zu parodiren. Erst nach fünf Monaten fann im lieben Deutschen Reiche dem ungefeßlich behandelten Bürger das Recht gegeben werden. Damit stampfte auch er aus der Gesindestube und mit ihm chwanden auch der Rentmeister und der Oberförster". An der ganzen verdammten Wirthschaft find Sie schuld!" ubte nunmehr der Inspektor den Wirthschaftseleven an. Sind die Schuldigen, Herr Baron, verkappte Sozialdemo haben direkt mit den Leuten zu thun gehabt. Sie mußten traten, die mit den Berlinern in Berbindung standen, Beitungen 2. M, was vorgeht. Jegt fönnen Sie die Suppe ausessen, die und Schriften empfingen und in heimlich schlauer Weise sie eingebrockt haben! Suchen Sie den Schuldigen heraus. Ich agitirten." barte Sie auf meinem Zimmer." Damit verschwand auch der Inspektor. „ Sie allein sind schuld!" schnauzte nunmehr der junge Mann en alten Hofmeier an. Statt sich als Vorgesetzter der Leute u fühlen, stecken Sie mit ihnen unter einer Decke und mißrauchen das in Sie gesetzte Vertrauen. Schämen sollten Sie ch! Aber die längste Beit sind Sie hier Meier gewesen, die erficherung gebe ich Ihnen. Jezt gehen Sie sofort mit mir b beichten die ganze Sache!" Tokales. Gesammteinnahme. Mithin Ueberschuß . " Von dem Kassirer des Lokalkomitees zum hiesigen Parteitag, Genossen Kröhn, erhalten wir folgende Abrechnung: 1. Einnahme beim Rommers 1481,50 M. Extra- Einnahme. 1, 1482,50 Hiervon ab die Ausgaben Ginnahme durch verkaufte Eintrittskarten 484 m. ab Ausgaben. Mithin Ueberschuß Bum Teufel! Da hätte ich mir gar felber den Wolf in meinen Schafstall geholt? Das soll sich Einer träumen laffen. Der Gesammtüberschuß beträgt demnach Diese verdammten Sozialdemokraten! Aber fort müffen fie, aus Die Richtigkeit der Abrechnung wird von den Revisoren meinem Hause! Nicht eine Stunde länger dulde ich sie hier. Die Wilhelm Börner, Vertrauensmann für den 8. Wahlkreis, Kontrakte sind doch so gefaßt, daß jederzeit eine sofortige Ent- Wilhelm Erbe, Vertrauensmann für den 4. Wahlkreis und laffung möglich ist?" Clemens Mager, Vertrauensmann für den 5. Wahlkreis, beGewiß, Herr Baron!" ftätigt. 774,60 657,90 17 41" 443 M. . 443, " 1100,90 m. 11 • . Dann schnell an's Werk! Beranlassen Sie das Erforderliche! Morgen muß mein Haus rein sein!" Wegen Verübung von grobem ufug"(§ 860, 11 Und der alte Mann, dem thatsächlich um seine Stellung und Und der Herr Amtmann, von Herzen froh, so mit einem R.-St.-G.-B.) erhielten dieser Tage die Genoffen Alfred Rosenne Zukunft bange wurde, ging mit und beichtete. Der junge blauen Auge davon gekommen zu sein und einen Sündenbock ge- franz und Wilhelm Weigel in Rummelsburg je ein Strafmandat ann lief zum Inspektor, der Inspektor zum Verwalter und funden zu haben, veranlaßte das Erforderliche. über 9 M. Geldbuße event. 3 Tage Haft zugestellt vom Amtsner Stunde trat dieser in das Arbeitszimmer des Herrn Bu Mittag des Neujahrstages hatten die beiden Miffethäter gericht II, Berlin. Diefelben werden beschuldigt, am 28. Auguft Strohkopf. ihr dürftiges Ränzel geschnürt und schüttelten den Sllavenhorster dieses Jahres dadurch groben Unfug verübt zu haben, daß sie Das sind ja schöne Dinge, die ich da erleben muß!" empfing Staub von ihren Pantoffeln. Wohl blickten die Knechte und als Borsigende des sozialdemokratischen Vereins der Arbeiter lefer sehr ungnädig. Während ich im Reichstag size und Mägde den Scheidenden theilnahmsvoll nach, wohl stieg ein für Rummelsburg und Umgegend" geduldet haben, daß der fir das Wohl der Arbeiter aufopfere, werden daheim meine grollendes Gefühl über deren Entlassung wallend in ihnen empor, Verein trotz des polizeilichen Verbotes in bewußter demonaufgewiegelt von nichtsnußigen Agitatoren, ohne daß doch wagten sie noch nicht, demselben Ausdruck zu geben, offen itrativer Weise mit einer rothen Fahne durch Rummelsburg no Jemand eine Ahnung davon hat. Ünerhört! Ganz un für die Hinausgejagten einzutreten. Doch diese zogen leichten marschirt fet. Genosse Weigel wird als„ Leiter" des Vereins an Herzens von dannen, in den eifigen, flaren Wintertag binein, gegeben, während er nur zum Leiter des Zuges bestimmt, auch Ich bitte tausend mal um Entschuldigung, Herr Baron- fich anderwärts Arbeit zu suchen. Auch Herr von Strohtopf fab von ihm die Anmeldung an die Polizeibehörde ergangen war. " Aber vielleicht ist noch nicht alles verloren; und ich will fie gehen und athmete erleichtert auf. Nun tann noch alles gut Es handelt sich um folgenden Vorfall: Dem Verein war feiner starter Hand eingreifen, so lange es noch Zeit ist. Die Auf- werden! Zeit von der Polizei erlaubt worden, unter den Klängen ler sollen bestraft werden, das wird den Anderen einen Ja, es tann noch alles gut werden; benn ob jene auch der Mujit vom Borchmann'schen Lotale aus die Hauptstraße amen Schreden einjagen. Haben Sie die Schuldigen heraus- gingen, zurück ließen sie doch den ausgeftreuten, fruchtbringenden entlang nach der Köpenicker Saibe im Buge zu marschiren. Das den?" Samen, der bereits aufgegangen war zur teimenden Saat. Tragen des entrollten Bereinsbanners war untersagt worden. Srt!" Diefem Verbot wurde Folge geleistet, das Banner wurde nicht zu laffen, daß der Wirth, wenn die Miether ihren Verpflichtungen I Der Gerichtshof berücksichtigte, daß die ganze Zukunft des aufgerollt. Der beim Abmarsch anwesende Gendarm war hier- nachgekommen sind, aus einem eventuellen Urtheil feine Ansprüche Angeklagten verdorben sein würde, wenn derfelbe zu einer Frei durch aber noch nicht zufrieden gestellt, er wollte das Banner mehr zu erheben hat. Im anderen Falle fizzt der Miether, wie heitsstrafe verurtheilt würde, das Urtheil lautete daher auf eine überhaupt nicht im Zuge mitgeführt wissen. Um den Abmarsch die vorstehende, lehrreiche Geschichte beweist, stets wie der Sper- Geldstrafe von 150 M. nicht noch mehr zu verzögern, wurde das Banner verhüllt und ling auf dem Dache und ist stets von der guten oder schlechten dann konnte abmarschirt werden. Der Zurückmarsch erfolgte am Laune des Herrn Hauspafchas abhängig. Spätabend, es war schon finster. Beim Einmarsch in das Borchmann'sche Lokal war dann das Banner allerdings entrollt und auf die Thatsache stützt sich wohl das Strafmandat. Da einer der daran Betroffenen Widerspruch erhoben hat, wird sich das Gericht noch mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. Versammlungen: Einiges Aufsehen dürfte eine Verhaftung verursachen, welche vorgestern Abend seitens der Kriminalpolizei von Charlotten burg vorgenommen worden ist. Sie betrifft, wie der„ LokalAnzeiger" mittheilt, den Schriftsteller und früheren Redakteur Genosse Rosenkranz ist in der letzten Beit überhaupt mit Dr. Bruno Mertelmeyer, der früher Vorsitzender des AufsichtsIn der öffentlichen Versammlung der Tischler und ver einem wahren Playregen von Strafmandaten bedacht worden. rathes der Schöneberger Brauerei war und angeblich noch jetzt wandten Berufsgenossen für Rigdorf und Umgegend, die am Anfang November tamen gleich zwei Stück auf einmal à Stück Direktor der Märkischen Bank und Vorsitzender des Aufsichts- Dienstag Vormittag tagte, stand auf der Tagesordnung die 1 M. Geldstrafe ev. 1 Tag Haft. Ausstellerin war die Rummels rathes der Aktien- Gesellschaft zum Prälaten" ist. Die Be Stellungnahme zum deutschen Tischlerverband. Kollege Wiede burg- Borhagener Polizeibehörde. Es handelte sich um die Zeit vom fchuldigung lautet auf Betrug und Unterschlagung und begründet mann- Berlin referirte über diesen Punkt und führte den An1.- 15. und vom 19.- 29. September, während welcher Zeit R. fich darauf, daß Mertelmeyer, als die Dekonomie des bekannten wesenden in überzeugender Weise die Nothwendigkeit der gewerk feinen Sohn nicht zum Religionsunterricht entfandt hatte. Am Restaurants Bum Prälaten" in diesem Jahre aufs Neue verschaftlichen Organisation vor Augen. Er legte dar, wie die 23. Dezember trafen wieder zwei Strafbefehle ein. Wiederum pachtet werden sollte, von drei Bewerbern zusammen 18000 M. er Arbeitslosigkeit sich von Jahr zu Jahr steigert; die Fabrikhandelte es sich um die Nichtentsendung des Kindes in den halten hat, die als Depot bezeichnet wurden und zurückgezahlt geschäfte arbeiteten z. B. mit einer dreifachen Ueberproduktion Religionsunterricht und zwar für die Beit vom 17. bis 31. Oktober werden sollten, wenn der Einzahler mit seiner Bewerbung nicht und richteten sich durch die übergroße Konkurrenz selbst zu Grunde. und 1. bis 15. November. Nach alledem müßte man eigentlich durchkäme. Gegenüber jedem diefer drei Bewerber hat Mertel- Was nun den Verband selber betreffe, so ständen uns die etwaigen annehmen, daß der Junge nur immer einen halben Monat den mener sich verpflichtet, feinen Einfluß zu seinen gunsten geltend früheren Bedenten nicht mehr im Wege. Die GeneralversammReligionsunterricht nicht besucht hatte und die übrige Zeit dem zu machen, aber feiner von ihnen hat die Pacht erhalten. Eroglung des Fachvereins der Tischler habe gegen drei Stimmen den felben beigewohnt hätte. Das ist aber durchaus nicht der Fall: dem waren bei allen die Bemühungen, das Geld zurück zu er- Uebertritt beschlossen; auch für die Rixdorfer sei es daher in das Kind hat an feiner Religionsstunde theilgenommen und halten, vergeblich. Der verhaftete Mertelmeyer behauptete bei jeder Beziehung zweckmäßig, sich dem Beschluß zu fügen und für nimmt auch jetzt noch an feiner solchen Theil. Da gegen die feiner Vernehmung, daß ihm das Geld als Darlehn gegeben neue Mitglieder fleißig zu agitiren. In der Diskussion sprachen ersten Strafmandate Widerspruch erhoben worden ist, wird auch worden sei; die Bewerber hätten ihm damit eine Gefälligkeit für mehrere Kollegen, sowie auch Drechsler, Maler und andere Bauin diesen Fällen das Gericht das letzte Wort zu sprechen haben. feine Bemühungen zu ihren Gunsten erweisen wollen. Die handwerker. Jonas( Mitglied des Drechslerverbandes) tadelte Untersuchung wird noch fortgesetzt. Mertelmeyer ist seit gestern die allzu großen Kosten der Verwaltung und wünschte, daß Konfiszirt wurden die Nummern 3 und 5 der im Verlage Vormittag in das Untersuchungsgefängniß Moabit eingeliefert fämmtliche Branchen einem Verband beitreten möchten, um so Don D. Harnisch, Yorkstr. 43, erscheinenden Halbmonatsschrist worden. sparen zu können. Thomas, der auf dem Halberstädter Kongreß Lichtstrahlen". Die Volts- Zeitung" berichtet hierüber: In der war, erklärte, daß dieser Punkt dort nicht erledigt werden Druckerei von Hugo Ginzel in der Vorkstraße und in dem eben Ueber die Uhren und die meteorologischen Aufzeich fonnte; es sei beschlossen worden, zuerst die Branchen daselbit befindlichen Verlage wurde seitens der Kriminalpolizei nungen an den Uraniasäulen wird dem Reichs Anzeiger" an zentralisiren, um dann später einen Industries zwei Mal eine Haussuchung vorgenommen, aber kein Exemplar von fachverständiger Seite mitgetheilt, daß seit dem Beginn der verband zu gründen. Koblenzer( Tischler) erläuterte die Ser gesuchten Nummern vorgefunden. Hingegen wurden in einer Wintertälte sich einige Schwierigkeiten ergeben haben, wie es bei Beschwerde über die großen Verwaltungstoften dahin, daß jetzt, wo Buchhandlung in der Louisenstadt fünfzig Exemplare von den neuen Einrichtungen, die ihren ersten Winter auf offener Straße nur wenige Mitglieder in jedem Verbande sind, die Kosten ebenso beiden Nummern beschlagnahmt, ebenso eine größere Anzahl in durchmachen, sehr erklärlich ist und noch in erheblicherem Grade hoch feien, als wenn sämmtliche Branchen in einem Verbande der Sortiments Buchhandlung von Abel in der Sebastianstraße. vorgekommen war. Sicher wird es gelingen, aller dieser Schwierig tönnten dann ebenfalls durch Wertreter im Vorstand gewahrt der Sortiments Buchhandlung von Abel in der Sebastianstraße. in den ersten Jahren tes Betriebes der städtischen Normaluhren vertreten sein würden. Die Interessen der einzelnen Branchen Die Konfistation erfolgte auf Anordnung der hiesigen feiten Herr zu werden, wie es mit einigen derselben schon ge- werden. Kollege Wiedemann machte noch bekannt, daß nächstes Staatsanwaltschaft wegen des Abdruckes eines in franzöfifcher Sprache erschienenen und von dem Schriftsteller fchehen ist. Es erschien jedoch rathfam, auf die Unvermeidlichkeit Jahr ein Holzarbeiter- Kongreß stattfinden wird, welcher sich mit Bernhard Kampffmeyer in Friedrichshagen übersetzten Buches: folcher Entwickelungsstufen sogar der bestbedachten Einrichtungen der in der Bersammlung aufgeworfenen Frage beschäftigen und La conquete du pain, welches den bekannten, jetzt in London auch in diesem Falle hinzuweisen und eine nachsichtige Beurthei- voraussichtlich beschließen werde, sämmtliche Organisationen in lebenden russischen Anarchisten Fürst Peter Krapoifin zu seinem lung der bezüglichen, fehr vereinzelten und die Gesammtleistung einen Industrieverband zu verschmelzen. Folgende Resolution, Verfasser har. Gegen den Uebersetzer der Schrift und gegen den der Einrichtung nicht beeinträchtigenden Vorkommnisse zu befür die vorher mit in der Diskussion besprochen worden war, gelangte verantwortlichen Redakteur der" Lichtstrahlen" ist Anklage er- worten. Die jetzt in dieser Beziehung zu machenden Erfahrungen einstimmig zur Annahme: hoben worden. Die Anklagebehörde erblidt in dem fortlaufend werden auch der Einrichtung der noch aufzustellenden Säulen zu in den„ Lichtstrahlen" erscheinenden Buche ein Bergehen gegen gute fommen. A Die Versammlung erklärt sich mit dem Referenten einverstanden, und verspricht, mit aller Energie dahin zu wirken, daß sich fämmtliche Kollegen dem deutschen Tischlerverband, 3ahlstelle Berlin, anschließen, um durch einmüthiges Bor gehen eine beffere Lebenshaltung zu erringen." Regerau( Maler) verpflichtete sich, seinen sämmtlichen Abon nenten auf den Vorwärts", sowie auf das Teltower„ Boltsblatt" auch die Neue Tischler- Zeitung", die jedes Berbandsmitglied er hält, gratis zu besorgen. " das Strafgesetzbuch: da in demselben die Expropriation Unserer heutigen Auflage liegt für unsere Leser der des Eigenthum 3 gefordert wird und da fich die Besigenden Wandkalender für das Jahr 1893 bei. Mögen für alle unsere dies nicht gefallen lassen würden, sondern da fie Freunde und Genossen auf dem Kalender nur frohe Tage vervielmehr einem solchen Versuche einen Kampf bis auf das zeichnet stehen! Blut entgegen segen würden, so liege hierin eine Anempfehlung von Gewaltmaßregeln vor. Der Polizeibericht. Am 30. v. M., Vormittags, fiel ein Mann Buchdruckereibefizer Otto Harnisch ist bereits als verantwortlicher vor dem Hause Großgörschenstr. 20 zur Erde und erlitt eine so Verleger der Zeitschrift in dieser wider Kampffmeyer und Ge- bedeutende Berlegung des Oberschenkels, daß er nach ber Charitee noffen gerichteten Straffache gegen§ 130 des Reichs- Straf- gebracht werden mußte. Beim Betreten der Schankwirthschaft versammlung ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erläuterte Die Möbelpolirer hielten am 19. b. M. ihre Berbandss gesetzbuches vernommen worden( Aufforderung zu Gewalthätig- im Keller des Hauses Jägerstr. 12 fiel ein Kutscher in der Kollege Weber das neue Statut. Daffelbe wurde nach einigen teiten). Trunkenheit von der Treppe, zertrümmerte dabei mit der Hand Abänderungen angenommen. Ein Antrag, die streikenden Korb Freigelaffen. In der Bolts Zeitung" lesen wir: Der Scherben anscheinend die Pulsader, fodaß seine Ueberführung fammlung, der Antrag des Kollegen Fässe, das Mitglied Bebr die Glasscheibe der Eingangsthür und verlegte sich an den macher zu unterstützen, fand ebenfalls die Zustimmung der Ver vor etwa einer Woche in Untersuchungshaft gezogene Maler nach der Charitee erforderlich wurde. In der Nacht zum auszuschließen, wurde der Kommission überwiesen. Nachdem noch Gustav Lint, der in der Bewegung der unabhängigen Sozialisten" 31. v. m. versuchte ein Posthilfebote in seiner Wohnung, in der der Vorsitzende den Streit der Londoner Kollegen geschildert und eine ziemlich bedeutende Rolle spielte, ist am Freitag Nachmittag Josephstraße, fich mittels Blausäure zu vergiften und mußte nach vor der Annahme von Arbeit nach dorthin gewarnt hatte, schloß wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Seine Verhaftung erfolgte dem Krankenhause Bethanien gebracht werden. Am 30. v. M. derselbe die Versammlung. deshalb, weil die Anklagebehörde in einem von ihm gehaltenen fanden fünf fleine Brände statt. Referat in einer Arbeitslosenversammlung in der Brauerei Friedrichshain am 2. Dezember Aufforderungen zu Gewaltthätigfeiten gefunden hatte. Link hat aber trotz seiner Freilassung immerhin noch eine Anflage zu gewärtigen wegen Vergehens wider§ 130 des Reichs- Strafgesetzbuches. B 0 " " Gerichts- Beifung. und am 8. Privat- Theatergefellfdjaft und Artistenklub, umer". Gor Die Posamentiere hielten am 14. Dezember ihre Mitglieder versammlung ab. Der erste Punkt: Abrechnung vom 3. Quarta ergab eine Einnahme von 186,48 M., eine Ausgabe von 44,84 an die Zentralfasse sind eingesandt 82,12 M 188 Mitgliede waren am Schluß des Quartals vorhanden. Nach Berlesun Die Trunksuchts Statistik, welche Professor Siemer: der Abrechnung fand Neuwahl des Vorstandes und Wahl eine fing auf grund seiner Ermittelungen, betr. die während der Einen recht häßlichen Jahresschluß hat der Student der Mitgliedes in die Arbeitsnachweis- und Fachkommission statt In Jahre 1888, 1889 und 1890 in der Charitee aufgenommenen Veterinär- Medizin, Georg 3., gehabt, welcher gestern unter der Vorstand wurden gewählt die Kollegen E. Müller zum 1. 2260 Trunkfüchtigen aufgestellt hat, ermöglicht wiederum einen Anklage des Betruges und der Unterschlagung vor der 126. Ab- Friz Berger zum 2. Vorsitzenden, Schein zum 1., Bebms fleinen, aber sehr traurigen Einblick in die heutigen fozialen theilung des Schöffengerichts stand. Der Angeklagte verkehrte in 2. Rassirer, Jasper zum Schriftführer. Zu Revisoren wuri Verhältnisse. Professor Siemerling stellt zunächst fest, daß es sich diesem Jahre viel mit einem Studiengenossen, dem Sohn des die Kollegen Wilhelm Rohn, Frl. Müller und Steinbrecher in den vorliegen den Fällen ganz vorwiegend, nur mit vereinzelten Juweliers... Er fand auch in dessen Familie Zutritt. gewählt. Ferner wurden gewählt in die Arbeitsnachweis- Kommissi Ausnahmen, um Schnapstrinker handelt. Die Ermittelungen über Eines Tages erschien der Angeklagte bei feinem Freunde im Kollege Wilh. Kohn, in die Fachkommission Roll. Mahlte. Zum Bur die Berufsangehörigkeit der dem Schnapsteufel Verfallenen hat rack und weißer Binde. Er erzählte ihm, daß er im Begriffe Statistitfommission" legte Rollege C. Müller den von derselb folgendes Ergebniß: Bei 66 war der Beruf nicht zu ermitteln. ſtehe, den Schluß des Staatsexamens zu machen. Nach ausgearbeiten Fragebogen zur Ansicht vor, unterzog die z Von den Anderen waren: Arbeiter 700, Handwerker 859, Gewerbe- einigen Stunden fehrte er freudestrahlend zurück, er erklärte Beantwortung gestellten Fragen einer genauen Erläuteru treibende 236, Bedienstete 227, Kaufleute 89, Beamte 45, Sol- seinem Freunde, daß er nun durch" sei. Der Freund, der empfahl folgende Don der Kommission gestellt dateen 9, Landleute 8, Gelehrte, Künstler 21. Faßt man die die hohe Befähigung des Angeklagten tannte, zweifelte Anträge zur Annahme: 1. Annahme der Frageboge 8. Januar abzugeben, bis zu einzelnen Berufe: Arbeiter, Handwerker, Gewerbetreibende, Be- nicht daran. An demselben Abend hielt der Angeklagte 2. dieselben Diese Anträge gelangten zur dienstete unter dem allgemeinen Sammelnamen Arbeiter" zu um die Schwester seines Freundes an. Die Mutter gab das 1. Juli auszufüllen. fammen, fo ergiebt sich, daß die arbeitende Bevölkerung den Jawort, der Vater befand sich auf einer Geschäftsreise und war nahme. In kurzen Worten wies der Vorsitzende darauf hin, weitaus größten Prozentsaz der Truntfüchtigen gestellt hat, dem unterwegs erkrankt. Der Angeflagte bewarb sich bei ihm schrift in der nächsten Sigung die Statuten des Textilarbeiter- Verbanve gegenüber auf die übrigen Berufe nur ein verschwindend kleiner lich um die Hand der Tochter; der Brief trug das Motto: Wer zur Vertheilung gelangen und daß das obligatorisch eingeführt Prozentsaz entfällt. Die fatten Moralisten und frömmelnden die Wahrheit fennt und übet sie nicht, der ist fürwahr ein er Fachorgan bis auf Weiteres im Arbeitsnachweis in Empfan Eugendbolde werden diese Thatsache als willkommenes Material bärmlicher Wicht." Der Vater hatte teine Bedenten und bald genommen werden kann. benutzen für ihre Beweisführung der Verlumptheit der unteren darauf wurde Verlobung gefeiert. Der Juwelier B.... zeigte Die in der Filzschuhbrauche beschäftigten Arbeiter Schichten" der Bevölkerung, der Nothwendigkeit von Trunksuchts- sich seinem zufünftigen Schwiegerfohn gegenüber von der noblen Arbeiterinnen hielten am 1. Weihnachtstage eine öffent. gefeßen, Mäßigkeitsvereinen und anderer schönen Dinge mehr. Seite, er fchenfte ihm eine goldene eine goldene Uhr nebst Kette, Versammlung ab, in der Fräul. Baader über das Ther Thatsächlich ist aber auch diese fleine Statinit nur ein weiterer Ringe und andere Pretiofen, auch gab er ihm auf Laffet die Kindlein zu mir tommen", unter großem Beifall Beweis für die Verkehrtheit der heutigen Zustände. Es steht Wunsch fleinere Beträge in baar. Bald darauf kamen der rirte. Nach Beendigung der Diskussion folgte ein gemüthli unzweifelhaft fest, daß die arbeitende Bevölkerung eines Reiz- Braut und deren Angehörigen höchst mißliche Dinge über den Beisammensein, das die Anwesenden bis zum frühen Mo mittels bedarf bei der Ausübung ihrer aufreibenden Thätigkeit. Angeklagten zu Ohren. Derselbe hatte nicht nur sämmtliche Ge- beisammenhielt. Bei der herrschenden Massenarmuth, welche ein Werk der herrschen- schenke bald nach dem Empfang verkauft oder versetzt, sondern den Klassen ist, dient erklärlicherweise der Schnaps vorwiegend auch der Verlobungsring war denselben Weg gegangen, der An- den 1. Januar, Punti 6 Uhr: General Gigung im Restaurant Ber als Reiz- und Betäubungsmittel und bei der immer schlechter geklagte sollte ihn einem Kellner in den Konzerthallen von Brandenburgstraße 60. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes. Fir werdenden Lebenshaltung und Lebenslage der arbeitenden Be- Schippanowsti als Pfand für eine Beche gegeben haben. Die Tanz. völkerung kann es nicht ausbleiben, daß der Alkoholgenuß immer ganze Lebensweise des Bräutigams war eine solche, daß die s uhi, bet Bollschläger, Blumenstraße 78: Sigung mit Damen. St Vergnügungsverein Borufka". Sonntag, den 1. Januar, verheerendere Wirkungen ausübt, der Schnapsteufel immer mehr Eltern der Braut annahmen, er habe die Verlobung nur in Borträge. Opfer erhält. Durch die immer höhere Besteuerung des Brannt. Szene gefeßt, um in den Besitz der Geschenke zu gelangen. Blumen- und Putfederbrande. Montag, den 2. Januar, weins, welche in demselben Maße eine Verschlechterung desselben Dazu stellte sich noch heraus, daß der Angeklagte noch feines- präzise 8% Uhr, annenstr. 10: Generalversammlung. zur Folge hat, werden die verderblichen Wirkungen des Altohol wegs das Staatsexamen bestanden hatte, er war vielmehr mit genuffes naturgemäß verschlimmert und beschleunigt. Die vor dem Schluß desselben zurückgestellt worden, weil er noch stehende Trunksucht statifit ist also feineswegs dazu angethan, einige Schulzeugnisse zu beschaffen hatte. Die empörten Eltern die Berliner arbeitende Bevölkerung zu verunglimpfen, fie hoben die Verlobung auf und stellten gegen den Angeklagten fann vielmehr nur mit dazu beitragen, die herrschenden Klaffen Strafantrag wegen Betruges. Der Gerichtshof glaubte nun dem zu veranlassen, dem Branntweingenusse zu steuern, allerdings Angeklagten, der nachträglich wirklich das Staatsexamen benicht durch die bekannten und beliebten Mittel, sondern dadurch, standen hat, daß ihm nicht von vornherein die Absicht inne daß sie der arbeitenden Bevölkerung ermöglichen, ihre Lebens- gewohnt habe, die Braut und deren Eltern in gewinnsüchtiger haltung zu verbessern, zu erhöhen, anstatt, wie es jetzt geschieht, Absicht zu betrügen und daß er vielmehr das Opfer seines bodendieselbe noch immer tiefer herunterzudrücken. der Angeklagte daher freigesprochen. Anders lag es dagegen Die Rebaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum Als ein ganz besonderer Fall hausherrlicher Hart mit den beiden Fällen der Unterschlagung. Der Bruder abzugeben ist, dem Publifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgen herzigkeit wird uns Folgendes berichtet: Die Wittwe Louise der Braut war von dem Angeklagten in recht schmählicher Intereffes aur Verfügung; fte wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mi Büttner, Hochmeisterstraße 16 wohnhaft, war ihrem Hauswirth, Weise hintergangen worden. Eines Tages, bald nach der VerJabalt beffelben identiftatet au werben. dem Herrn A. Schmidt, Treschowstraße 15, im Laufe des lobung, befand 3. sich in einer Kneipe mit Damenbedienung, An die Sommers an rückständiger Miethe 54 Mark schuldig geblieben. wofelbft er schon mehrere Tage auf Kosten eines Freundes gelebt Buchbinder und verwandten Berufsgenos Herr Schmidt tlagte auf Ermission und erftritt natürlich ein hatte. Der Lettere versagte weitere Unterstützung. Der Ange- In der letzten Generalversammlung der Kran obfiegendes Erkenntniß. Er ließ das Urtheil nicht vollstrecken, flagte fchrieb einen Brief an feinen Freund und zukünftigen Begräbnißtaffe der Buchbinder und verwandten Beru weil es der Wittwe gelang, den nothleidenden Hauswirth noch Schwager, worin er bat, ihm ein Instrumenten- Bested zu leihen,( eingefchriebene Hilfskaffe Nr. 24) wurde das Statut, g im letzten Augenblick zu befriedigen. Fm Monat Dezember war da er eine fleine Operation vorzunehmen habe. Sein Wunsch Beschluß der Generalversammlung vom 18. Juli 1892 die arme Wittwe, deren Mann übrigens unter dem Sozialisten wurde erfüllt. Der Angeflagte hatte nichts Giligeres zu thun, ändert, daß die Kasse als eingeschriebene Hilfskaffer gefeg aus Berlin ausgewiesen und schließlich in Dresden als das Bested, welches 65 Mart gekostet hatte, für 10 Mart stehen, aber dem§ 75 des Gefeßes, die Krankenversicht in der Untersuchungshaft gestorben war, mit der im zu versehen. In dem zweiten Falle versette der Angeklagte terffend, nicht entsprechen soll. Dieselbe besteht mithin as Boraus zu zahlenden Miethe im Rückstand geblieben. Der eine Anzahl Bücher, die ihm sein Freund geliehen. Der schußtaffe im Sinne der Allgemeinheit weiter. Die Leiftur mitleidige Birth hatte nun nichts Giligeres zu thun, als das Beuge B. gab den Gesammtschaden, den er durch die unglückliche der Kasse sind: 1. Gegen Zahlung von 30 Pf. wöchentlic Erkenntniß vom Juni d. J., welches seine Rechtskraft noch nicht Verlobungsgeschichte gehabt, auf ca. 700 M. an. verloren hat, hervorzusuchen und der Wittwe durch einen Ge- Der Staatsanwalt ging mit dem Angeklagten streng ins richtsvollzieher ohne Weiteres die Sachen abpfänden zu laffen. Gericht, das Motto, deffen der Angeflagte fich in seinem Briefe Da derartige Fälle häufiger vorkommen, möchten wir unseren bedient, müsse gegen ihn selbit Anwendung finden. Er beantragte Lefern rathen, sich von den Birthen stets die Bescheinigung geben I gegen ihn einen Monat Gefängnis lofen Leichtsinns geworden sei. Von dem Betruge wurde Freie Vereinigung der Graveure, Biseleure und verw Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 2. bends 8% Uhr: Generalversammlung im Vereinslotal, Dresdenerf evtforenwahl. 3. Anträge auf Statutenänderung Tagesordnung: 1. Entgegennabine der Halbjahrsberichte. a. Borita Sprecisaal. Beitrag 12 M., und gegen Zahlung von 40 Pf. wöchentli Beitrag 15 Mart Krantenunterstützung. Arbeitsfähige erhalten gegen Beibringung der Quittungen und Rezepte 3,90 refp. 4,80 M. Entschädigungen, auch liefert die nach Bedarf Brillen, Bruchbänder und sonstige Heilmittel. f zahlt die Rasse gegen einen wöchentlichen Beitrag von 5 Pf. 1 Eisenbahnunglück. Crefeld, 30. Dezember. Das Betriebs-| Auf die Zeit der Herbstübungen, die in diesem Jahre besonders 90 Mart und gegen einen wöchentlichen Beitrag von 10 Pf. amt Grefeld macht bekannt: Personenzug 458, von Homberg heißen Monate August und September, entfielen 106 Erkrankungen 150 Mark Sterbegeld. Beitrittserklärungen nimmt entgegen: fommend, fuhr zu weit auf Haltestelle Trompeh und zertrümmerte mit 6 Todesfällen gegen 55 mit 2 Todesfällen im Vorjahre. Fr. Freudenreich, Reichenbergerstr. 3, Karl Dingler, Manteuffel- 8 Wagen eines sehr langen Güterzuges. Personen wurden nicht straße 58 I., Bruno Gröblehner, Hollmannstr. 39 IV., verlegt. Die Reise um die Welt. Noch nicht allgemein bekannt ist es, daß man jezt die Reise um die Welt in 64 Tagen machen Robert Haase, Alte Jakobstr. 65, H. IV., Julius Lochte, Boech Todesfall. Bremen, 29. Dezember. Der bekannte Schrift- tann. Man fährt nach New- York, von dort mit der Kanadischen Straße 21,§. IV., Hugo Fritsch, Naunynstr. 67, H. I., Karl fteller Aug. Lammers ist im Alter von 61 Jahren ge- Pacificbahn nach Vancouver, wo man sich auf einem der neuen Mieje, Admiralstr. 34 IV., Sente, Gräfeſtr. 35 IV., Seine, Man- torben. Er hat sich namentlich um die Frage der Bekämpfung Pacific- Brachtdampfer einschifft, welche den Reisenden nach Japan teuffelstraße 108 III. Als Publikationsorgan der Kasse gilt der der Trunksucht und um verwandte Fragen der Volkswohlfahrt bringen. Die Weiterreise macht man mit einer der Orientlinien Borwärts". Alle Forderungen an dieselbe sind beim Kassirer Verdienste erworben. über Suez und Brindisi nach dem Ausgangspunkte in Europa. Herrn Gröblehner zu erheben. Fr. Freudenreich. Der bekannte Verne'sche Weltumsegler ist also weit in den Schatten gestellt. Bei Obigem ist allerdings zu berücksichtigen, daß die Reise nicht den Aequator, sondern einen weit nördlicheren Breitengrad verfolgt. Dagegen weicht die Fahrt von der geraden Linie bedeutend ab. Literarisches. Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns fobeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns so eben die Nr. 26 des 2. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt diefer Nummer heben wir hervor: Dreieinhalb Monate Fabrik arbeiterin. Aus dem Reichstage. Böhmische Stuben- und Café- Mädchen. Vor Carl Spöhmann. Weihnacht. Von Clara Stockinger. Feuilleton: Am Nordpol. Nach dem Englischen von P. Olliverio.( Fortsetzung.) Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Notizen. -Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Zeitungsliste für 1892 unter Mr. 2561 a) vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband$ 5 Pi. Juferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Schiffsuntergang. Hamburg, 29. Dezember. Hamburg, 29. Dezember. Bei San Lucas ist das Schiff Maria Teresa untergegangen; von der Besatzung sind acht Mann ertrunken. Depeschen. Aus der blutigen Maiwoche. Eine eigenthümliche Entdeckung wurde vor einigen Tagen in den Kellern eines Weinhändlers in Paris gemacht. Der Händler hatte einige Arbeiter beauftragt, in einem seiner Keller mehrere Flaschengestelle an aubringen. Als nun einer der Arbeiter zu diesem Zwecke Nägel in die Wand schlug, stürzte plöglich ein Theil der Mauer ein, und ein schmaler Gang wurde sichtbar. Neugierig drangen die Arbeiter mit Laternen in dem Dunkel vor und stießen nach einigen ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) zwanzig Schritten auf einen Brunnen. Ein Arbeiter wurde hinabBerlin, 31. Dezember. Der Abgeordnete Peter Reichensperger Schädeln und Knochen ein Chassepot und ein Perkussions gelaffen und fand unten in einem Haufen von ist heute Abend 6 Uhr 50 Minuten gestorben. Madrid, 31. Dezember. Hier fand heute eine öffentliche gewehr. Ter Weinhändler wurde fofort benachrichtigt Rundgebung beschäftigungsloser Arbeiter statt. Die Polizei zerund ließ Die Waffen zum nächsten Polizeikommissar streute dieselben mit der blanken Waffe. bringen, welcher durch Umfragen bei allen Bewohnern des ( Depeschen des Bureau Herold.) Stadtviertels folgendes ermittelte: Beim Sturz der Kommune, Saarbrücken, 31. Dezember. Die Zahl der Streifenden ist gleich nachdem die Barrikade am Place de la Bastille von den nicht genau anzugeben, da von früherher Feierschichten angesagt Versaillern genommen war, flüchtete sich eine Anzahl Föderirter waren; jedoch werden amtlich die Streitenden zwischen 15 000 in die erwähnten Kellereien. Da man die Geflüchteten nicht und 18 000 geschätzt. Auf der Zeche Maybach sind in letter wiedersah, so hatte man angenommen, daß es ihnen geglückt sci, Nacht fleine Erzesse vorgekommen. zu entkommen. Statt dessen waren die Unglücklichen in den Brunnen gestürzt und hatten dort einen schrecklichen Tod ge funden. Der Gang war kurz darauf vermauert worden, und der jetzige Besitzer des Geschäfts, der dasselbe erst vor wenigen Jahren gekauft hat, kannte seine Existenz überhaupt nicht. Die Berichtigung. In die Erklärung unseres Genossen Stadts Echiffezusammenstoß. Danzig, 30. Dezember. Nach hier Gebeine der Unglücklichen sollen in die Katakomben übergeführt hagen, betr. dessen Ausschließung aus der Rechtsanwaltschaft eingetroffenen Nachrichten ist der Danziger Schraubendampfer werden. ( Nr. 306, 2. Beilage) hat sich ein sinnstörender Druckfehler einAlma gestern bei Gonteville an der Seine mit dem französischen Hitschlag in der Armee. Die Gesammtzahl der während geschlichen. In der zweiten Spalte, zweiten Absatz von unten, Dampfer Emilie euſammengestoßen. Der Schraubendampfer ist der Monate April bis September 1892 bei den 16 der preußischen letzte Beile muß es nämlich heißen: ein Verfahren nicht an gänzlich verloren; der zweite Maschinist ist ertrunken. Kontingentsverwaltung angehörigen Armeekorps von Higschlag hängig gemacht". In dem Artikel war das Wörtchen n befallenen Mannschaften betrug, wie der Reichs- und Staats- fortgelassen und dadurch eine falsche Darstellung des Sachverhaues Anzeiger" mittheilt, 198. Von den Erkrankten ftarben 11. Im gegeben. vorigen Jahre betrug die Zahl der während des gleichen Zeit- H. W. 25. Das Bellengefängniß in Moabit ist ein Zuchts raumes vorgekommenen Erkrankungen 121 mit 6 Todesfällen. haus. Dermisdites. Aus Mainz berichtet die„ Köln. Ztg.", daß die beiden Anarchisten, welche nach der bekannten Arbeitslosen- Verfammlung verhaftet wurden und sich Geißler und Derterer nannten, Brüder sind und den letzteren Namen führen. Kranken- und Sterbekasse der Berliner Hausdiener, G.§. 61. Erste ordentliche Straßen- Ecke. Briefkaffen der Redaktion. Burg- u. Wolfgang- Feen- Palast. Burg-. WolfgangStraßen- Ecke. Sonnabend, den 21. Januar 1893: 2. Stiftungs- eff der General- Versammlung Arbeiter- Bildungs- Schule Berlins am Donnerstag, den 19. Januar 1893, Abends 9 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Jahresbericht. 3. Wahl des Borstandes(§ 15). 4. Wahl des Ausschusses(§ 20). 5. Feſtſeßung des Gehalts für den Kassirer und Entschädigung der übrigen Vorstandsmitglieder und des Ausschusses. 6. Erledigung eingegangener Anträge. 7. Fragetasten. Nur großjährige Mitglieder haben Zutritt. Quittungsbuch legitimirt. Die neuen Quittungsbücher sind im Staffenlokal abzuholen. Der Vorstand. Albert Reßler, Nollendorfstraße Nr. 2. 780b verbunden mit Konzert und Ball. Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten W. Liebknecht. Festspiel: Die französische Revolution. Episch dramatische Dichtung in 12 lebenden Bildern von C. M. Scävola. 1. König Ludwig XVI. und feines Thrones Stützen. 2. Der Schwur Fachverein der Tapezirer Berl. u. Umgeg. im Ballhaus. 3. Camille Desmoulins im Garten des Palais Royal. Montag, den 2. Januar cr., Abends 8½ Uhr, Versammlung in Boltz' Fest- Sälen", Alte Jakobstrasse No. 75. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Friedländer. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 311/7 Der Vorstand. General- Versammlung 1 " " Versammlung für Männer und Frauen H Heute am Neujahr Abends 6 Uhr, Beuthstraße 22 I. Zages Ordnung: 1. Vortrag über Freie Liebe". Freie Liebe". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 785b Nachher: Gemüthliches Beisammen sein mit Tanz arrangirt vom Sozialist. Lese- und Diskutir- Club. Gesangv. Berliner Buchdruder. Sonntag, den 1. Januar 1893, Abends 6 Uhr: Weihnachtsfeier im Lokale des Herrn Th. Boltz, Alte Jakobstraße 75. Um rege Betheiligung der Mitgliedet Der Vorstand. Achtung! Rigdorf. Achtung! 4. Die Erstürmung der Bastille. 5. Die Verhaftung des Königs. 6. Marat, und deren Angehörigen ersucht Danton und Robespierre. 7. Erstürmung der Tuillerien. 8. Ministerrath 8. Ministerrath 157/15 bei Danton. 9. Ludwig XVI. auf dem Gange zum Schaffot. 10. Marie Antoinette nach ihrer Verurtheilung. 11. Der 9. Thermidor im Konvent. 12. Die neue Gesellschaft im Triumph der Freiheit. Das Konzert sowie die musikalische Begleitung zu den einzelnen Bildern Den Maurern und Putern zur Nach( Die Marseillaise Litolf's Duverture zu Robespierre"- Berliog' Sym- richt, daß von jest ab jeden Sonntag Sym- richt, phonie phantastique Saint- Cents Todtentanz" 2c.) werden von der Freien Vormittag im Restaurant von Mag Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt. 402/2 Niclas, Lessing- u. Ziethenstraßen- Ecke, Anfang 8 Uhr. Entree 30 f. Der Vorstand. Nr. 15, Morgensprache stattfindet. Also Vom 1. Januar 1893 ab vereinige ich mich mit Herrn Rechtsanwalt 787b Kollegen, Einigkeit macht start. Mehrere Kollegen. Reellste und billigste Uhrmacherei Berlins Verkauf z. Engrospreisen Silb. Remontoir- Uhren v. 13 M. an, goldene DamenRemontoir, 14 tar. Gold, v. 22 M. an. Regulateure der Maler, Ladkirer, Auftreicher 1. v. B. Georg Morris. Unser gemeinsames Bureau befindet sich Filiale III( Ost) am Dienstag, den 3. Januar, Abds. 81/2 Uhr, bei Henke, Blumenstr. 38. 213/3 Tages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. Filialangelegenheiten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. Der Vorstand. Freie Vereinigung der Graveure, Ciseleure und verw. Berufsgenossen Berlins und Umg. General- Versammlung n Montag, 2. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Vereinslokal, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Entgegennahme und Genehmigung Halbjahrsrechnungen und Berichte. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Anträge f Statutenänderung. Antrag des Kollegen Bommer: Falls der FachLandsbergerstr. 62, II( am Alexanderplatz), ( früheres Bureau des Herrn Rechtsanwalts Arthur Stadthagen). Daneben behalte ich bis Ende Januar mein altes Bureau Neue Friedrichstrasse 19, part. Ich bin zu sprechen Nachm. 4-5 Landsbergerstr. 62, " 5-7 Neue Friedrichstrasse 19. Wolfgang Heine, Rechtsanwalt. Produktiv- Genossenschaft der toffe" eingeht, den Beitrag auf wöchentlich 10 Pf. zu ermäßigen. 5." Baht vereinigten Bäckerei- Arbeiter Berlins u. Umg. Revisoren. 6. Verschiedenes. 18 Der Vorstand. Verband deutscher Zimmerleute 51 Lokal- Verband Berlin. Mittwoch, den 4. Januar 1893, Abends 81/2 Uhr, bei Bolz, früher Feuerstein's, Alte Jakobstr. 75: Monats- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über das Thema: Wird das Elend siegen?" Referent nosse Roland. 2. Stellung von Anträgen zum diesjährigen Handwerker3. 3. Aufstellung der Kandidaten zum Handwerkertag. 4. Wahl eines ertrauensmannes für den Süden. 5. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht € 8. 360/6 an. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 1. Januar, Abends 7% Uhr: ( Eing. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht.) An die zielbewußten Arbeiter Berlins! Da in letzter Zeit an unferen organisirten Kollegen wieder neue Maßregelungen vorgenommen worden sind, so ersuchen wir sämmtliche Arbeiter Berlins bei Bedarf von Brot uns berücksichtigen zu wollen, um den Entlassenen einen neuen Zufluchtsort zu gewähren. 181/2 Wir verpflichten uns ein gesundes, nahrhaftes Roggenbrot zu liefern und schicken dasselbe an Privatleute frei ins Haus. Händlern gewähren wir 121/2 pCt. Rabatt. Alle Bestellungen erbitten wir nach Ryte str. 3 in unser Komtoir. Der Vorstand. E. H. Kretschmer. J. Schlüter. W. Most. Meinen werthen Kunden und Freunden zum Jahreswechsel herzlichste Gratulation! 3499L Der feine Reisner, Friedrichstr. 244. mit Schlagwerk, 14 Tage gehend, von 15 M. an. Wecker von 2,50 M. an. Eine Uhr zu reinigen toftet nur 1 W., bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. MariannenStrasse 50, Ede der Naunynstr.( früher Naunynstr. 15 part.). Otto Eleser, Uhrmacher( Fachmann). WinterValetots u. 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