Kr. 240. RbOKiMmentS'Bedlngunsen; ConnemenlS- PreiZ tiiflraimetanio; SinteslShrl. ZL0 Mi, m-n-tl. 1.!0 Mi, wöchentlich 23 Pfg. frei inä Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Sctlage.Die Reue Well" lv Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Mari pro Monat. Eingetragen in die Post.Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland z Marl pro Monat. PostabonnemeMS nehmen an: Belgien, Dönemari, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rulnänien. Schweden und die Schweiz. 24. Jahrs CridKiit«glich inikr moniM«. Verlinev VolkSblettk. Die Infertlont'GebObr BthSgl für die sechSgespaltene kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., fii politische und g-werischaMche»erewe und Bersammlungs-Anzeigen SO Psg, „Uleine Anreigen". da» erste(seit- gedrulkte) Wort 20 Pfg, jedeS weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen-Nnzeigen das erste Wort 10 Psg, jedes weitere Wort» Pfg. Worte über »«Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächst- Nummer müflen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: „SozIaHUmoknt Mist»". Zentralorgan der fozialdemohrati fchen Partei Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68. Lindcnstraoae 69. Fernsprechcr: Amt IV. Nr. 1V8S. Expedition: 8Rl. 68» I-inäenstvass« 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. ISSt. Der Parteivorstand hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, die Ver- Handlungen des Leipziger Hochverrats- Prozesses gegen den Genossen Liebknecht in einer billigen Massenbroschnre zu ver- breiten. Hochverrat! Leipzig. RS. Oktober. Karl Lieb- k n e ch t wurde heute vom Reichsgericht des Hochverrats für schuldig erklärt und zu einem Jahre sechs M on a tcn Festung verurteilt. DaS Ungeheuerliche ist geschehen: Genosse Liebknecht ist wegen Hochverrats zu l'/g Jahren Festnug ver- urteilt worden l Er ist verurteilt worden, trotzdem das Neichsgericht die krampfhafte, groteske Beweisführung des Vertreters der Anklage, des Oberreichsanwalts O l s h a u s e n mit nonchalanter, fast geringschätzig anmutender Weise einfach zur Seite schob. Der Obcrreichsanwalt hatte das eigentliche Moment des Hochverrats darin erblickt, daß Liebknecht durch seine Broschüre einen Ueberfall Frankreichs auf Deutschland vorbereiten wolle, um dann die im W a f f e n g e b r a u ch geübte Sozialdemokratie den„ordnungstreuen" Teil der Armee massakrieren zu lassen. Auch er konnte zu dieser absurden Auffassung nur durch die Entdeckung eines„Druck- f e h l e r s" gelangen, der Liebknechts Auffassung ins direkte Gegenteil verzerrte. Diesen wunderbaren Zdeenirrgängen der oberreichsanwaltlichen Beweisführung erklärte das Urteil nicht folgen zu können. Es erklärte diese„vorbereitende Handlung zur Vorbereitung des Hochverrats" für nicht festgestellt! Damit war die ganze Anklage in sich zusammen� gebrochen. Denn übrig blieb nichts als eine theoretische, parteitaktische Abhandlung über die geeignetste Form der sozialistischen Aufklärung über das Wesen des klaffen staatlichen Militarismus! Eine Abhandlung. die Hervss Auffassung ablehnte, den Militärstrcik verwarf und ausdrücklich verlangte, daß die nur unter der nicht ihrer Militärpflicht genügenden Jugend zu betreibende Agitation sich durchaus im Rahmen des Gesetzes zu halten habe I Und trotzdem die Verurteilung Liebknechts wegen Hoch Verrats! Und trotzdem kein Schrei der Entrüstung in der frei. sinnigen Presse; dafür aber hämische Schadenfreude, ja un verhüllter Aerger darüber, daß Liebknecht so„milde' davongekommen, d. h. nicht mit der infamiereude» Zuchthaus strafe belegt worden seil Welches Uebermaß der politischen Verkommenheit unseres „liberalen" Bürgertunis l Die Allfnahme des Urteils innerhalb unserer Bour geoisie beweist eben, wie recht Liebknecht hatte, als er sich als Opfer der„Staatsraison" bezeichnete. Der Prozeß war eine politische Aktion, bestimmt,, der sozialdemo kratischen Agitation einen Stoß ins Herz zu versetzen. Er erscheint als Versuch einer Aechtung der Deniokiatie, einer Unterbindung der freien Kritik des herrschenden Klassenstaates, als die Proklamierung der Unantastbarkeit und Unveränderlich keit des kapitalistisch-absolutistischen Herrschaftssystems! Es war ein Akt der Klassenjustiz. Freilich nicht der Klassenjustiz in jener kindlichen Form, wie sie sich der Ober. reichsanwalt Olshausen vorstellt, der da meinte, er, der An. klägcr, und Liebknecht, der Angeklagte, gehörten doch derselben „Klasse" an. dem— Juristenstande I Nein, die Klassenjustiz braucht Wirklich nicht den kleinlichen Charakter persönlicher Ranküne oder einer jämmerlichen Standesvoreingenommenheit zu wagen, um Klassenjustiz zu sein. Die Klassenjustiz besteht einfach darin, daß die Funktionäre der herrschenden Klassen, hier also die Richter, so sehr in den Anschauungen der Herr- schenden Klassen leben, daß sie die historische Behingt- h e i t aller staatsrechtlichen und juristischen Normen verkennen, das zeitlich Gegebene für unabänderlich halten und dem- gemäß im Namen eines vermeintlich absoluten„Rechts" alles verdammen, was gegen die heutige Staats- und Gesell- schaftsordnung ankämpft. Die Urteilsbegründung selbst beweist, daß der Prozeß eine politische Aktion im eminentesten Sinne war. Sein A und O ist die Sicherung der heutigen Verfassung, wonach der Monarch als oberster Kriegsherr unumschränkt über Krieg und Frieden, ja selbst über die Verwendung der Armee gegen den„inneren Feind" verfügen soll. Und dieser Tatbestand, der selbst im Vergleich mit der Verfassung anderer Kultur st aaten als modern, lv ahrhaft konstitutionell, geschweige denn als demokratisch nimmermehr gelten kann, soll ewig, unabänderlich sein! Diese Auffassung schlägt zwar aller historischen Erfahrung ins Ge- ficht, sie widerspricht sogar aller theoretisch staats- rechtlichen Auffassung— aber sie beherrscht nun einmal das Reichsgericht derartig, daß es sich gar nicht vor- zustellen vermag, daß eine friedliche Aenderung dieses Zu- standes, ein organischer Fortschritt auf dem Wege der E v 0- lution möglich wäre. Denn wenn das Reichsgericht diesen Gedanken der Evolution nicht rundweg verneinte, hätte es unmöglich zur Verurteilung Liebknechts gelangen können I Welches ist der Gedankengang des Urteils? Liebknecht will die Verfassung ändern. Und zwar will er sie gewaltsam ändern. Die Jugendorganisationen sollen das Werkzeug sein, um den Militarismus zu unter graben. Und zwar dergestalt, daß die Armee in einem Falle, wo es sich um eine Aktion des„obersten Kriegsherrn" handelt, die mit dem Willen des Volkes in Widerspruch st e h t, den Dienst versägt. Damit ist ein Konflikt gegeben, dessen Auswag zur Gewaltsamkeit führt. Inwiefern führt das Urteil nicht aus. Vermutlich denkt es sich die Vorgänge ähn lich wie der Oberreichsanwalt: der oberste Kriegs. Herr wird Gewalt anwenden und dieser Gewalt wird Gewalt entgegengesetzt werden! Das der Gedankengang des Urteils. Aber in Lieb knechts Broschüre steht nichts von alledem! Liebknecht verwirft im Gegenteil, wie das Urteil selbst zugeben muß, den von H e r v s empfohlenen M i l i t ä r st r e i k. Er stellt sich vielmehr, wie das Urteil wiederum zugibt, auf den Stand Punkt der Stuttgarter Resolution, die jede Fest legung auf irgendwelche illoyale Aktionen ausdrücklich ablehnt Liebknecht ist glso wegen Hochverrats verurteilt worden, weil das ihn verurteilende Tribunal den Gedanken des fried lichen Fortschritts, den Gedanken der Evolution ablehnt, weil das Reichsgericht es für völlig ausgeschlossen hält, daß von den herrschenden Mächten jemals der noch so deutlich und noch so eindringlich sich bekundende Wille ver Mehrheit des Volkes respektiert werden könnte. Und weil diese für das Pflichtgefühl und die soziale Ein ficht der herrschenden Klasse so überaus beschämende Auffassung gewissermaßen zur fixen Idee des Reichsgerichts geworden ist. unterstellt es der Broschüre Liebknechts Ab. sichten, die nicht nnr der sozialdemokratischen Taktik, sondern der ganzen sozialistischen Weltanschauung ins Gesicht schlagen! Mit Recht berief sich Karl Liebknecht auf das Wort Wilhelm Liebknechts, daß die Gewalt niemals ein Knltnrfnktor sei. Vergebens legte Karl Liebknecht mit feuriger Beredsam keit dar, daß die von ihm gewünschte antimilitaristische Propaganda gerade die Gewalt aus der gesellschaftlichen und politischen Entwickclung ausschalten, jeden brutalen Macht- konflikt unmöglich machen solle. Vergeblich appellierte er an den Glauben an die Menschheit, der die Annahme ge statte, daß die herrschenden Mächte soviel soziales Pflicht. g e f ü h l besäßen, sich der unaufhaltsamen Entwickclung der Menschheit zu höheren Fonnen nicht mit brutaler Gewalt zu widersetzen. Alles vergebens! Das Urteil bekannte sich zu dem furchtbaren Pessimismus, daß der menschliche Fortschritt auch künftig seinen Weg über Leichen nehmen werde I Und diesem trübseligen Fatalismus fiel Liebknecht zum Opfer I Aber der Streich galt nicht der Person, er galt der Sache! Wir täuschen uns nicht einen Augenblick darüber. Man glaubt, das Urteil sei ein Bollwerk gegen die sozialdemokratische Agitation, gegen die Jugendorganisation, gegen die Aufklärung über das Wesen des Militarismus. Aber die heulende bürger- liche Preßmeute sollte sich nicht darüber täuschen, daß der Streich nur ein Lufthieb ist! Die Sozialdemokratie wird sich in ihrer Aufklärungs- arbeit über das Wesen des Klassenstaates und seines für sakrosankt erklärten Werkzeuges, des Militarismus, keinen Augenblick beirren lassen. Im Gegenteil, der Leipziger Prozeß bietet uns gerade ein vortreffliches Mittel, denjenigen die Augen über das Wesen unserer Klassenherrschaft zu öffnen, die sich bisher noch holden Illusionen Hingaben! Die in die Massen geworfene Prozetzverhandlung wird uns als»»schätz- bares Aufklärungs- und Agitationsmittel dienen. Die blöde Reichsvcrbandshetze. die mit dem abgehauscsten Schivindel arbeitet, warf uns vor, den„gewaltsamen Umsturz" zu erstreben. Wir brauchen jetzt bloß den Spieß umzukehren I Hat doch der Oberreichsanwalt, hat doch das Urteil des Reichsgerichts die Gewalt für den letzten Vernunfts- grund der Herrschenden erklärt! Keine Staatsrechtstheorie erklärt Verfassungen fiir unabänderlich. Keine Staatsrechtstheorie wagt zu leugnen, daß der Zweck der staatlichen Herrschaft nicht die Interessen des Herrschers, sondern die des B e- herrschten, des Volkes, sind l Es ist das historische, es ist das juristische Recht des Volkes, rückständige, absolutistische und oligarchische Staatsgebilde in der Richtung der Demo- kratie und der allgemeinen Wohlfahrt zu entwickeln. Das er- strebt die Sozialdemokratie, und zwar durch die Mittel der Aufklärung, der Belehrung über die wahren Interessen des Volkes. S i e ist es, u n d sie a l l e i n, die mit geistigen Waffen für die Rechte der All- g e m e i n h e i t kämpft. Sie ist die Vertreterin des Rechts, der Kultur, der Humanität. Und sie hofft, kraft ihres historischen und fornialen Rechts, kraft ihrer moralischen lieber- legenheit die Masse des Volkes zu gewinnen und damit dem Kulturfortschritt die Gasse zu bahnen. Aber da erklärt trotz aller Wenns und aber das Reichs- gerichts die Staatsraison: Der kulturelle Fortschritt bedingt die Verfassungsänderung. Und Verfassungsänderung ist Hoch- verrat! Hochverrat, weil die Privilegierte» und Herrschende» ihre Vorrechte mit Gewalt verteidigen werden, und sich der Fortschritt deshalb ebenfalls der Gewalt bedienen muß I Wir danken für diese Belehrung! Aber wir lassen uns nicht abschrecken! Wir gehen getrost unseren Weg I Die geistigen Waffen der Sozialdemokratie sind stärker als alle Machtmittel der Herrschenden I Die Aufklärung der Massen windet den Herrschenden ihre Machtmittel aus der Hand, auch die Waffe des Militarismus I Die Armee ist keine Maschine, sie besteht auS den Söhnen des Volkes. aus Menschen, die fühlen und— denken! Und das Denken der Massen wird auch die Herrschenden denken, b e- denken lehren I Einstweilen mögen sie es mit allen Mitteln versuchen, von denen sie sich Erfolg versprechen. Mag der Kampf Opfer fordern I Die Opfer werden so stolzerhobenen Hauptes, mit so lächelnder Siegeszuversicht den Fuß in den Kerler setzen wie Karl Liebknecht! Die Prelle über den„Hochverrat". Soweit sich bis jetzt die Presse zum Urteil des Feldkriegs« gerichts gegen Liebknecht äußert, zeigt eS sich, daß die eine reaktionäre Masse ein Herz und eine Seele ist, vom Freisinn des „Verl. T a g e b l." bis zum Scharfmachertum der.R h e i n.« West f. Ztg." und der antisemitischen„Tagt. Rundschau". dem„Biatt des Kaisers". Aber bei den fteisinnigen Organen ist es besonders widerwärtig, daß sie das Urteil damit zu rechtfertigen suchen, daß sie Liebknecht gewissermaßen zu einer deutschen Ueber- setzung Hervös zu machen suchen. Die Leute wissen genau, wie erlogen daS ist; aber sie brauchen die Lüge, dürfen sie doch nicht aufmucken gegen die Anklage. Olshausens Chef ist ja auch der ihrige— der Fürst Bülow. Hier zu kritisieren, wäre ja Hochverrat an der Oberkommandogewalt des Kanzlers über den Block. Dazu konimt, daß die— Herren- und wahrlich mit Recht— fürchten, daß daS Urteil auch den Stumpf« sinnigsten zeigen wird, was der Block bedeutet; aber wenn dieLibe- ralen meinen, durch die Feigheit, mit der sie jede Kritik unter- drücken, die Wirkung deS Urteils noch verstärken zu müssen, so kann es unS recht sein. Heißt eS doch, daß nicht nur die Reattion jetzt schalten und walten kann, wie sie will, sondern daß sie auch nicht mehr die ge« ringste Rücksicht zu nehmen hat, auf die sogenannte öffentliche Meinung, soweit sie von der bürgerlichen Presse gemacht wird. CS ist auch bezeichnend, daß die juristische Konstruktion der Anklage und deS Urteils keine Verteidigung findet. AuS guten Gründen. Hielt es ja selbst die„Rhein.-Wests. Ztg.", die ein allzu optimistisches Urteil über die deutsche Justiz hegte und einen Moment an der Berurteilung gezweifelt zu haben scheint, für bedenklich, gerade jetzt einen„Märtyrer zu schaffen, wo der Tatbestand des Hochverrates nicht direkt und sonnenklar juristisch vorliegt." Dadurch tritt offen hervor, daß daS Verfahren gegen Liebknecht ein Ausfluß der RegicrungSpolitik war. Man kann das nicht offener zugeben, als daS„B e r l. T a g e b l." selbst, wenn eS schreibt:„Kam eö einmal zur Anklage, dann war eS so gut wie fichcr, daß auch eine Verurteilung erfolgen würde." Das Blatt meint zwar, daß man in Liebknechts Berhalte» nichts finden wird, was als ehrlos charakterisiert werden könnte, findet aber, daß man ihn nicht einmal bedanern kann(worauf Liebknecht wirklich Pfeifen wird), da„man sich sagen mußte, daß seine Propaganda für seine Anhänger schlimme Konsequenzen nach sich ziehen würden". Das freisinnige Blatt vergißt nur hinzuzuftigen, daß diese schlimmen Konsequenzen durch die famose Justiz Deutschlands und nicht durch Liebknecht herbeigeführt wurden. Was soll man aber dazu sagen, daß das Blatt 1'/, Jahre Festung eine„milde Strafe" nennt I 1>/, Jahre für ein paar aus dem Zusainmenhang gerissene Stellen— milde, wenn man nur wüßte, warum sich diese Leute, die sich Preßfreiheit überhaupt nicht vor« stellen können, Freisinnige nennen. Interessant ist aber daS Geständnis, daß Fürst Bülow aufatmen wird, jetzt von dem Alp befreit zu sein, ein AuS« nahmegesetz gegendieAnti militari st en empfehlen zu müssen! Das also schlummerte im Hintergrund der Block« Politik I Aber die deutsche Justiz ist heute soweit, daß nian gegen die Sozialdemokratie kein Ausnahmegesetz mehr braucht. M i t solcher Justiz kann ein jeder Bülow regieren! Wie das„Verl. Tagebl.', urteilt der stockkonservative.Reichsbote", der das Urteil„auffallend milde" nennt. Die guten Christen I Die„Post" triumphiert, ihre Sehnsucht ist endlich befriedigt. Nur komnit bei ihr der Appetit mit dem Essen und wenn sie sich bei Liebknecht noch mit Festung begnügt, so erschauert ihre schmutzige Phantasie vor Wollust bei dem Gedanken, die ihr„widerwärtigen" Redakteure des„Vorwärts" und der„Leipziger BolkS« zeitung" nächstens wegen Hochverrats im Zuchthaus zusehen. Schrecklich I Aber auch die„Post" behandelt den Prozeß als das, was er ist, wenn sie sagt: „Der Hochverrat muß nicht allein unter dem j u r i st i s ch e n Gesichtswinkel gesehen werden, sondern auch unter dem politischen." Die„Post" darf zufrieden sein. Die„Voss. Z t g." drückt sich wenigstens noch um eine Kritik herum, sie sucht nur einen Gegensatz zwischen Liebknecht und der Sozialdemokratie zu konstruieren. Nach der glänzenden Darlegung Liebknechts über sozialdeinokratischen Antimilitarismus und der klaren Zengenaussage Bebels ist es nicht nötig, Me Sozialdemokratie gegen den Versuch, sie zur Eides- Helferin für das Reichsgericht zu mißbrauchen, erst noch zu verteidigen. Uebrigens findet die„Nordd. Allg. Z t g." am Schluß eines jener unmanierlichen Artikel, wie sie nachgerade beim Bülow-Blatt ständig werden, daß Bebel vor Gericht einen Stand- Punkt vertreten hat,„der in der Sache genau der gleiche ist, wie ihn Liebknecht sich zu eigen gemacht, d. h. nichts anderes als Verrat am eigenem Lande". Dabei werden endlich wieder unsere französischen Genossen als Patrioten uns vorgehalten. Uns kann es ja recht sein. Aber merken denn die Auftraggeber des dummen Blattes nicht, wie merkwürdig es im Ausland berühren muß, Bebel, der wenn er spricht, im Namen von drei Millionen spricht, immer des Vaterlandsverrats zu beschuldigen? Die„National-Zeitung" ist juristisch einverstanden, waS bei der Sachvcrständigkeit dieses Blattes nur in Ordnung ist und unsere Meinung über das Urteil bekräftigt. Aber über die Zweckmäßigkeit steigen diesem weisen Blatt schwere Bedenken auf, so daß es schließlich den köstlichen Vorschlag macht, den Ver- urteilten zu b e g n a d i g e n, ehe er Zeit hätte, sich zum Märtyrer zu machen. Da ist doch die.Tägl. Rundschau" anderer Ansicht. Sie schreibt: „Liebknecht ist danach mit einer verhältnismäßig sehr milde» Strafe davongekommen und man wird die Begrün- dung des Urteilsspruchs abzuwarten haben, um daraus vor allem zu erkennen, warum diesem Angeklagten die custoäia honesta zuerkannt worden ist. Trotz des geringen Strafmaßes aber wird die Tatsache der Verurteilung niit Genllgtuung zu begrüßen sein, weil hiermit zum erstenmal das höchste deutsche Gericht der sozialdemo- k ratischen Agitation Maß und Grenze gesetzt und ihr gezeigt hat, daß sie im Begriff steht, die feine Scheide- linie zwischen der„Verbreitung hochverräterischer Grund- sähe" und der„Vorbereitung zur hochverräterischen Hand- lung" zu überschreiten, d.h. über das vom Gesetz allenfalls noch Geduldete hinauszugehen und die Bahn des Verbrechens zu betreten." Und zum Schluß des giftigen, mit Dummheit ausgepichten Artikels heißt es: „Die Milde des Leipziger Urteils ist von schwerer Bedenklichkeit, da dieser Spruch kaum geeignet ist, die höchsten Interessen des Staates zu schützen, der durch das Eindringen hochverräterischer Ideen in die Armee schwer gefährdet ist. Die Sozialdenrokratie ist nur dann im Zaume zu halten, wenn sie weiß, daß jeder ihrer Versuche, das Gesetz zu verletzen, mit rücksichts- loser Härte geahndet wird, wenn sie Monarchie und Staat in der Ueberzeugung gegenübersteht:„Vor diesem Tiere hüte dich, greift man es an, so wehrt es sich I" In einem Blatt, das dem Kaiser vorgelegt wird, sollte man doch nicht Monarchie und Staat mit: Tier bezeichnen. Das ist doch taktlos I ver Zar facht Geld. Der russische Finanzminister reist nach Berlin. WaS will er? WaS anders als Geld? Aber in den Zeitungen läßt er berichten. Rußland brauche keine neue Anleihe, Rußland habe viel mehr Geld mit.hejden Händen zum Fenster hinauszuschmeißen. Soeben war er in Paris. Seiner Reise ging das Gerücht voran, es handle sich um einen neuen Pump von 100 Millionen Rubel. Und bevor Herr Kokoffzeff Paris verlieh, kam auch schon die Nachricht, die Anleihe habe sich zerschlagen. Vor seiner Abreise ließ ihn die„Neue freie Presse" in Paris interviewen. Oh, er habe die schönsten Eindrücke mitgenommen— erklärte der russische Finanzministcr. Clemcnceau sei ein sehr weiser Mann; schade nur. daß seine, Kokoffzeffs Zeit so knapp bemessen gewesen sei, er hätte aus den internen Besprechungen mit dem französischen Premier sonst viel profitiert. Voller Weisheitssprüche, aber mit leerem Beutel zog der russische Finanzminister von Paris ab. Weshalb war er denn nach Paris gekommen? Nur seiner Ge- sundheit wegen— erklärte er dem Interviewer. Das muß eine recht interessante Krankheit sein, die ihn plötzlich von Petersburg nach Paris treibt und von hier nach Berlin fortschnellt I Geld braucht Rußland keines! Aber, warf der boshafte Zeitungsmann dazwischen— habe er denn nicht selbst in seinem Budgetbericht er- klärt, Rußland könne gegen Jahresschluß nicht ohne neue An- leihen auskommen? Ja, nein— antwortete Kokoffzeff— gewiß, aber die Steuereingänge seien gestiegen. Die Steuereingänge sreigcn bekanntlich in Rußland immer, wenn die Regierung keine neue Anleihe bekommt. Die Steuereingänge— das ist in der Hauptsache das Schnapsmonopol. Was der russische Finanzminister verschweigt, ist, daß, wenn man noch so sehr den Schnaps ver- wässert, dadurch noch längst kein Ausgleich der Staatseinnahmen und Ausgaben geschaffen wird, daß der Staat seit Jahren die Eisenbahnen ausraubt und hier ein latentes Defizit geschaffen hat, das sich bald auf eine Milliarde beläuft, und daß die nötigsten Ausgaben, selbst die Armeeausgaben bis zum äußersten eingeschränkt werden. Geht doch gerade in diesem Augenblick die ungemein charakteristische Nachricht durch die Presse, Rußland habe beschlossen, seine sämtlichen Kriegsschiffe selbst zu bauen— keine mehr im Auslande. Was bedeutet das? Wie ist die russische Schiffsbau- tcchnik auf einmal so leistungsfähig geworden? Sollte vielleicht durch die jüngste Havarie des Zarenschiffs der Beweis erbracht worden sein für die maritime Ueberlegenheit Rußlands? Oder waren die Rcgierungswerften bis jetzt untätig, während Kriegs- schiffe im Auslande gebaut wurden? Nein, sie waren beschäftigt, soweit ihre Leistungsfähigkeit reichte! Wie sollen sie nun dazu kommen, jetzt auch noch die ausländischen Aufträge zu erledigen? Man weiß es in Deutschland wie in den anderen Staaten rech: gut, welche gewaltigen Anlagen zu einem modernen Kriegsflotten- bau gehören und wie lange es dauert, bis man eine leistungs- fähige Panzerplattenindustrie entwickelt hat. Es handelt sich einfach darum: Rußland kann keine Panzerschiffsbauten im Auslände mehr vergeben und muß sich auf seine eigenen recht armseligen Docks beschränken— denn die zarische Regierung hat kein Geld mehr für Flottenbautcn. Und doch hat sie sich es nach dem Krieg zur Ehrenaufgabe gemacht, die verlorene Flotte rasch wiederherzu� stellen! Es sieht böse aus um die russischen Finanzen, wenn die zarische Regierung sich nach dieser Richtung hin Beschränkungen auferlegt. Wie steht eS um die Duma— wollte der neugierige Bericht- crstatter wieder wissen. Die Duma? In Rußland— äußerte de: Minister— seien die politischen Unterschiede nicht so scharf ge- prägt; die Linke stimme manchmal für die Rechte und umgekehrt, man könne deshalb noch nicht wissen, wie die dritte Duma zu- sammengesetzt sein werde. Diese albernen Verlegenheitsphrasen zeigen deutlich genug, wie in Wirklichkeit die Dinge stehen. Es unterliegt denn auch schon jetzt nach den vorliegenden Wähler- gebnissen keinem Zweifel mehr, daß die Wahlen eine blamable Schwäche der Rechten zeigen werden. Trotz der Einschränkung des Wahlrechts, trotz des hohen Drucks der Regierung— trotz der Unterbindung jeder Wahlagitation, trotz aller Schikanen und Be- cinflussungen, trotz des parlamentarischen Jndifsercntismus, de: durch die Kosakenpolitik der beiden Dumas großgezogen wurd-, wird es sämtlichen monarchischen Partejen kaum gelingen, etliche Tausend Stimmen zusammenzubringen und es sieht sehr danach aus, daß sie auch in der dritten Duma in der Minorität bleiben werden. Ohne Geld, ohne Anhang im Volk, ohne Kriegsflotte und ohne kriegstüchtige Armee hat die zarische Regierung auch bereits in der auswärtigen Politik alle Machtansprüche des Reichs aufge- geben. Der Weg zum Stillen Ozean ist durch Japan verlegt; in Zentralasien hat Rußland sich vollständig England unterworfen; auf der Balkanhalbinsel überläßt es unter der Form eines ge- meinsamcn Vorgehens Oesterreich die Oberhand. Der Zar hat nichts mehr abzugeben, seine Freundschaft ist nichts mehr wert und seine Minister klopfen vergebens an alle Türen, um die Gunst der Regierungen und einen Zehrpfennig für die Reise zu erbetteln. Das Wort von den Schnorrern und Hausierern, mit dem der deutsche Reichskanzler einst die russischen Revolutionäre belegte, paßt jetzt viel mehr auf die reisenden Minister des russischen Zaren. Parvus. Gin freilinnlger äber DlocKpoIitiK. Im„Morgen" macht Professor Dr. Hugo P reust, ein Frei- sinniger, der erstens etwas von Geschichte, zweitens etwas von wirklich bürgerlicher Politik versteht und sich drittens noch eine ge- wisse Sehnsucht nach Demokratie bewahrt hat und daher aus all diesen Gründen unter dem Freisinn keinen Einfluß besitzt, ein paar treffende Bemerkungen über die Blockpolitik.„Sollen sich, meint Pxeuß,„die Liberalen mit Regierungshülfe aufschwingen, aber nicht gegen die Konservativen, so kann es nur gegen das Zentrum sein." Da tut vielleicht doch das Junkertum bis zu einem gewissen Grade mit. „Mobiler wird dies freilich wider den anderen Gegner, wider die Sozialdemokratie. Zu solcher Gegenleistung ist aber das Bürgertum mit so freudiger Begeisterung bereit, daß seine Hülfe ganz den Charakter einer Gegenleistung verliert und ihm zum Selbstzweck wird. Die Fahne freiheitlicher Ideale wird unentwegt in die Höhe gehalten im Kampfe wider die Schergen römischer Geistcsknechtung; aber dieser Kampf bleibt sehr abstrakt, weil man an besagte Schergen in eonereto leider nicht heran kann; dafür entladet sich der KampfeSmut sehr konkret gegen die Ver- treter der organisierten Arbeitermassen, die man in greifbarer Nähe hat und mit denen man weniger in der Höhe der Ideale, als in den Niedeningen der materiellen Interessen karamboliert." Diese Politik ist aber, wie Preuß nachweist, nicht nur gegen alle liberalen Prinzipien, sondern vor allem urdumm. Denn soll der Block überhaupt etwas zustande bringen, so können es nur Kompromisse sein. Damit aber Kompromisse, die auch nur be- scheidenen liberalen Ansprüchen genügen, möglich sind, darf„daS Kompromisieln niemals zum Prinzip werden". „Das Kompromiß kann das Ende eines ernsten Kampfes für daS Prinzip sein; das Prinzip des Kompromisses vor dem Kampf ist die Kapitulation. Daß eine Partei, die nicht die Macht hat, der Gesetzgebung ihre Forderungen zu diksieren, schließlich auch für eine Lösung zu haben ist, die ihr Programm zwar nicht erfüllt, sich aber ihm annähert, das ist so selbstverständlich, daß die ausdrückliche Proklamierung dieser Selbst- Verständlichkeit die Bedeutung hat, die Programmforderung von vornherein zu eliminieren und die Möglichkeit des Erreichbaren auf ei» um so tieferes Niveau herabzudrückcn. ES war die un- verzeihliche Sünde der Nationalliberalen in ihrer Blütezeit, nicht, daß sie Kompromisse schlössen, sondern daß sie Stümper in dieser Kunst waren, indem sie das Kompromiß zum Prinzip erhoben. Ob der Liberalismus im Block kunstverständiger geworden? Die erste Probe, die Jnstradierung der preußischen Wahlreform, be- rechtigt zu den allerschlechtesten Erwartungen; wie bei dem Pferde mit den ädilizischen Mängeln ist ungefähr alles da, was nicht da sein sollte." Das ist eine sehr treffende Verurteilung der Taktik der Frei- sinnigen Volkspartei in der pteußischen Wahlrechtsfrage, zu der diese sich unter der Führung des unglaublich ungeschickten F i s ch b e ck verleiten ließ. Wieder hat Preuß recht, wenn er meint, daß es dem Freisinn an Persönlichkeiten fehlt—„von ihnen reden, ist Ver- legenheit". Die Konservativen haben zwei Möglichkeiten: sie können mit'dem liberalen oder mit dem Zentrnmskalbe pflügen. Der Liberalismus muß gerade, wenn er im Block irgendetwas bedeuten wollte, sich die Möglichkeit wahren, die Konservativen und die Regierung jederzeit vor einen Block der Linken zu stellen. Oder wie Preuß sagt:„Eben deshalb ist es für den Liberalismus auch im Block und gerade im Block eine Lebensfrage, die Fühlung nach links, mit der Sozialdemokratie, nicht völlig zu verlieren, so sehr ihm dies gerade als vornehmste Be- dingung seiner Blockpolitik angepriesen wird." Aber die Freisinnige Volkspartei will von solcher Politik nichts wissen und bleibt in den „Niederungen der materiellen Interessen". Daß der Block auch keine noch so bescheidene liberale Polisik machen, sondern die r e- aktionäre noch steigern wird, muß gerade in den letzten Tagen die Rede Bassermanns auch den unverbesserlichsten Op- timisten gezeigt haben. Nicht nnt den heutigen unfähigen Führern der Freisinnigen Volkspartei, sondern nur gegen sie wäre eine wirkliche bürgerliche Demokratie in Deutschland möglich. Aber sehlt es auch da nicht an Persönlichkeiten? Wenn Herr Dr. Preuß meint, es sei„begreiflich, wenn Charaktere, deren politische Individualität in einer festen Weltanschauung wurzelt, darob(ob des Blocks) tiefstes Mißbehagen empfinden und nicht mit- tun mögen", sondern nur beiseite treten können, so muß er doch in aller Bescheidenheit darauf aufmerksam gemacht werden, daß dieses mutlose Beiseitetreten mit ein Grund ist. daß sich in Deutschland eine bürgerliche Demokratie, die für die deutsche poli- tische Entwickelung, wie wir immer betont haben, nur ein Vorteil sein könnte, nicht gebildet hat! Politische Ucbevücht. Berlin, den 12. Oktober 1907. Ein seltsamer Willkommensgruh. Die„Times" leistet sich als Präludium für den geplanten Besuch des Kaisers bei seinem lieben Onkel in England einen höhnischen Ausfall gegen den Reichskanzler Fürsten Bülow und eine Auslandspolitik, obgleich sicherlich England dieser Politik, die es nicht nur aus seiner„splenckick isolation" herausgeholfen, sondern ihm auch wieder das unbestrittene politische Uebergewich: in Europa verschafft hat, sehr dankbar sein sollte. Das englische Blatt versichert, dgß der Kaiser als Enkel der Königin und Neffe des Königs ein höfliches und reichliches Will- kommen beim englischen Volke finden werde. Die Wichtigkeit der bei monarchischen Zusammentreffen statfindcnden Unterredungen hänge von Umständen ab. Die Anwesenheit des Reichskanzlers im Gefolge des Kaisers könnte als ein wichtiger Umstand aufge- 'aßt oder als solcher ausgebeutet werden. Es sei wahr, daß Fürst Bülow in letzter Zeit eine freundlichere Haltung gegenüber England eingenommen habe, aber es feien Gründe da, die ihn dazu veranlaßt haben. Die englisch-französische Entente, die englisch-russische Konvention und noch andere Entdeckungen hätten ihn veranlaßt, seine Ansichten über die Macht Englands zu revidieren. Möglich sei es aber, daß er das Falsche seiner früheren wenig freundschaftlichen Haltung England gegenüber«ingesehen habe. Einen Beweis seiner Freundschaft könnte Fürst Bülow geben, wenn er„unseren französischen Freunden" entgegenkäme. „Unsere Politik und unsere Haltung hat sich nicht geändert, seitdem der gegenwärtige Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten erklärt hat, daß eine Besserung in den Beziehungen zwischen Deutschland und uns nur dann eintreten könne, wenn die Be- Ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich gut und fair sind." Wirkungen d:r Zollwucherei. Das Zentrum und der Reichsverband zur Verleumdung der Sozialdemokratie dürfen sich gratulieren, daß wir die Reichstags- wähl hinter uns haben. Würde heute gewählt, das Resultat würde anders ausfallen. Der Kolonialrummel zieht nicht mehr; was aber wesentlicher ist: der„Segen" der noudeut scheu Zollpolitik macht sich immer schärfer fühlbar. Wie einen Hohn empfinden es daher die katholischen Arbeiter, daß der Arbeitervertreter G i e s- berts die Schuld des Zentrums an dem Zustandekommen des neuen Tarifs rühmend hervorhebt! Wie durch die Zollpolitik den Arbeitern der Brotkorb höher gehängt wird, das empfindet am deutlichsten die Bevölkerung an der Grenze, die früher kleine Mengen Fleisch, Brot usw. zollffei herüberholen konnte. AuS Bocholt schreibt man uns: Vor Inkrafttreten der neuen Zollgesetze machte die Bocholter Bürgerschaft in großem Umfange von der Vergünstigung Gebrauch, von den an der Grenze aus holländischem Gebiete errichteten Fleisch- Verkaufsbuden Fleisch in zollfreien Quantitäten(4 Pfund pro Tag und Haushalt) einzuführen. An Sonntagen zählte man nicht selten 400—500 Personen, die den zweistündigen Spaziergang nach der Grenze machten, um dort je 4 Pfund Fleisch(also zusainmen 1600 bis 2000 Pfund) und andere billige Lebensmittel(Reis, Mehl, Stuten usw.) zu hole»; an Wochentagen waren es wenigstens 100, an den schulfreien Mittwoch- und Soimabendnachmittagen sicher 200—300 Personen. Man zahlte damals an der Grenze pro Pfund Speck 60 Pf., Rindfleisch 45—50 Pf., Schinkenspeck 70 Pf., Roll- schinken 75 Pf., Schweinefleisch 60 Pf., Kalbflesich 40—46 Pf. In Boibolt zahlte man seinerzeit dagegen für das Pfund Speck 80 Pf.. Rindfleisch 75 Pf., Schinkenspeck 1,10 M., Rollschinken 1,10 M., Schweinefleisch SO Ps., Kalbfleisch 80— 90 Pf., durchschnittlich war also das Pfund Fleisch an der Grenze etwa 30 Pf. billiger als i» Bocholt. Wer 4 Pfund holte, waS jeden Tag für jeden Haushalt einmal geschehen konnte, halte an Fleisch 1,20 M. gespart. Kein Wunder, daß die Minderbemittelten in hellen Scharen nach Holland gingen, um dort billiges Fleisch zu kaufen. Vielfach verdienten sich arme Kinder einige Groschen, indem sie für andere Familien Fleisch usw. von der Grenze holten. Wenn man nun an- nimmt, daß eine Arbeiterfamilie von 5 Personen zweimal in der Woche jemanden zur Grenze schickte und pro Woche also 8 Pfund Fleisch zollfrei holen ließ, so stellte dies eine Ersparnis von achtmal 30 Ps.— 2,40 M. pro Woche oder 124,80 M. pro Jahr dar. Nimmt man ferner an, daß nur für 1500 Haushaltungen von dieser Vergünstigung Gebrauch gemacht lvurde, so ergäbe dies löOOmal 124,80 M.— 187 200 M. Ersparnis pro Jahr für die Einwohnerschasl der Stadt Bocholt, die 22 000 Einwohner zählt. Diese Summe gehl also der Bocholter Einwohnerschaft, insbesondere der Arbeiter- schaft pro Jahr durch die neue Zollgesetzgebung verloren. Nun find aber auch seit dem Vorjahre bezw. seit dem Inkrafttreten der neuen Zollgesetze alle anderen Lebensmittel sowie Mieten, Kleidung und andere Gebrauchsartikel so erheblich im Preise gestiegen, daß da- gegen die geringen Lohnaufbesserungen in einzelnen Betrieben gar nicht in Betracht kommen. ES bleibt also der Arbeiterbevölkerung nichts anderes übrig, als die bedeutenden Mehrausgaben auf Koste» der Ernährung zu bestreiten, oder mit anderen Worten: daS Fleisch ist ein Leckerbissen geworden und kommt nur noch selten auf deu Tisch des Arbeiters. Es ist zweifellos in hiesiger Gegend, wo in der hier dominierenden Textilindustrie bekanntlich nur geringe Arbeitslöhne gezahlt werden, eine Unterernährung eingetreten, und hierdurch wird ebenso zweifellos die Volkskraft geschädigt. DaS ist der„Segen" der neuen Zollgesetzgebung. So wirkt sie an der deutsch-holländischen Grenze I— Herv« gegen die Eseleien der Tante Vost. Nach Schluß des Plaidoyers des OberreichSanwaltS verlas Liebknecht folgende Depesche Helvös, die ihm soeben zugegangen war und die sich auf die bewußten Zitate aus der„Vosstschen Zeitung" bezog: Je n'ai jainais ecrit cette aneria(Liebknecht et moi noris suffisons ponr detraire l'idee de patrie) envoyez moi rarticlc gazetto voss. Bonne chance. Gustave Hervö, 89 rue vaugirard, Paris. Deutsch: Ich habe niemals diese Eselei geschrieben(Lieb- knecht und ich genügten, um die Idee deS Vaterlandes zu zer- stören). Schickt mir den Artikel aus der.Vossischen Zeitung". Viel Glück! Gustav Herve, 89 Rue Vaugirard, Paris. Ein bescheidener Vorschlag. Herr Barth hat sich einige Monate lang in Amerika vom deutschen Freisinn erholt und feiert heute seine politische Auf- erstchung in einem Artikel im„Berk. Tagebl.", worin er dem Freisinn ein Ultimatum stellt. Barth will noch einmal ein Experiment niit dem Block machen, obwohl er selbst darin eine bedenkliche politische Verirrnng sieht. Die„ P i c p m e i e r", wie er seine vorsichtigeren freisinnigen Blockbrüder tituliert. will er noch einmal voranzutreiben suchen. Die alten Methoden, meint Barth, nützen nichts. „Ein erneuter Hinweis, daß man die Forderung der Heber- tragung des ReichstagSwahlrcchts auf Preußen seit einem M e n s ch e n a l t e r im Programm führe und unentwegt an dieser Forderung festhalte, ist eindruckslos. Auch mit Anträgen im jetzigen preußischen Abgeordnetenhause, die i» der Richtung einer Erfüllung dieser Forderung liegen. werden die Freisinnigen keinen Erfolg erzielen; sind doch nickit einmal sämtliche Nationalliberale für die Unterstützimg des frei- sinnigen Verlangens nach der geheimen Stimmabgabe zu haben. Anders läge die Sache, wenn die preußische Regierung bewogen werden kann, ihrerseits mit einer Wahlreform- vorläge zu kommen. Man kann sich kaum ein bescheideneres liberales Ansinnen denken als die Belohnung ihrer treuen Dienste im Block durch eine Abschlagszahlung seitens des Fürsten Bülow auf die ja auch von ihm im Prinzip als nötig anerkannte Wahlreform. Man wiirdc den guten Willen. die Freisinnigen nicht nur mit leeren Ncdeiisarteu abspeisen zu wollen, schon er- kennen können, wenn er in dieser letzten Session des preußischen Landtages vor den Neuwahlen eine Art Notgesetz zwecks Ein- führnng der geheimen Stimmabgabe vorlegen würde. Gesetzgeberische Schwierigkeiten, die in der Sache selbst lägen, gibt es nicht. Die Formulierung eines Gesetzentwurfs, der für Urwähler und Wahlmänner das Abstimmungsgeheimnis sichert, ist leicht und einfach. Legt die Regierung einen solchen Entwurf vor.' so müßte auch die nationalliberale Partei dafür stimmen, denn sie kann nicht weniger liberal sein als die Regierung. Das Zentrum ist bereits durch seine frühere Haltung genötigt, zuzustimmen. Damit wäre selbst im gegenwärtigen preußischen Abgeordneten- hause eine Majorität gesichert." Wir gestehen, wir haben uns das Fanfarenblascn, don dem Naumann einst im Mai sprach, etwas schmetternder vorgestellt. Von dem gleichen direkten und geheimen Wahlrecht, das Naumann forderte, soll jetzt nur daS geheime ge° fordert werden. Barth ist bescheiden, aber schließlich er- zieht der Blockfreisinn nun einmal zur Bescheidenheit. Wir denken, daß es übrigens nichts schaden kann, wenn es Barth gelingen sollte, das Experiment wirklich zu machen. Es ist sehr gut, wenn dadurch festgestellt wird, daß auch der Block dazu nicht fähig ist, weil es die Herren des Blocks, dicJunker, nicht gestatten werden. Herr Fischbeck hat doch sich und seine Partei nahezu verpflichtet, zu tanzen, wie jene pfeifen. Wir aber werden schon zur rechten Zeit den Block vor die Frage nicht nur des geheimen und direkten, sondern vor allem auch des gleichen Rechts zu stellen wissen. Denn auch für die Politik gilt die Regel: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Vermehrung des Silbermünzenumlaufes. Wie die„Nordd. Allg. Ztg." offiziös mitteilt, sind die in einem Teil der Presse verbreiteten Behauptungen über Erhöhung des für die Silbermünzprägung bestimmten Höchstbetrages um fünf Marl für den Kopf der Bevölkerung und über die Verwendung des au» den vermehrten Prägungen sich ergebenden Münzgewinnes nicht richtig. Es sei zwar eine Erhöhung der gegenwärtigen Kopfquote (13 Mark) erwogen, jedoch eine bestimmte Entschließung nach dieser Richtung überhaupt noch nicht getroffen.»Damit widerlegen sich", fügt das Blatt Hinz«,»auch die jeder Unterlage entbehrenden An- gaben über die beabsichtigte Verwendung jenes Münzgewinnes zur Deckung ordentlicher Ausgaben. Auch über die Schaffung eines neuen handlichen FünfmarlstückeS sind die Erwägungen noch nicht abgeschlossen. Daß diese Münze die Bezeichnung»Neichstaler" er- halten soll, ist amtlich nicht bekannt." Bülow gegen Brand. Der Schriftsteller Adolf Brand, gegen den bekanntlich das Er- mittelungsverfahren auf Grund der Strafanzeige Bttlows eingeleitet ist, hatte am Freitag feine erste Vernehmung vor dem Anitsrichter Herrn Matz am Köpenicker Amtsgericht. Brand verweigerte die Angabe jeglichen Beweismaterials, erklärte, für Verfasserschaft und Verbreitung des inkriminierten Flugblattes„Fürst Bülow und der Z 173" allein verantwortlich zu fein, bestritt die beleidigende Absicht und behielt sich für alles, was er geschrieben und behauptet, die Beweise für die Hauptverhandlung vor. Er betonte auch, daß er den Fürsten einer strafbaren Handlung nicht bezichtigt habe. Die Verteidigung Brands hat dem Vernehmen nach Herr Rechtsanwalt Barnau übernommen.— Die Haagcr Friedensposse. Die Haager Friedenskonferenz liegt in den letzten Zügen. Nachdem sie nacheinander fast alle wichtigeren Anträge abgelehnt hat, ist nun das obligatorische Schiedsgericht gefallen und endgültig zu Grabe getragen. Wochenlang haben die Vertreter der Mächte lauge Reden gehalten und schöne Prinzipien konstatiert, doch her- ausgekommen ist dabei nichts als Zeitvcrschwendung. Der in der ersten Kommission gestellte russische Antrag, die Majoritäts- bcschlüsse über das obligatorische Weltschicdsgericht der Konvention von 1899 als„acte ackclitioncl" beizufügen, wurde, da Deutschland. Lcsterrcich-Uiigarn, Nordamerika, die Türkei, Belgien und Ru- mänicn dagegen stimmten, von Martens zurückgezogen. Darauf beantragte der österreichisch-ungarische Delegierte Mereh die Ab- stimmuug über die von ihm vor Monatsfrist im Komitee eingc- brachte Resolution, d'erzufolge die Regierungen, da eine Einigung über bestimmte Anwcndungsfälle der obligatorischen Schieds- sprcchung nicht erzielt worden sei, die Angelegenheit in eingehendster Weise prüfen und daS Ergebnis ihres Studiums innerhalb einer bestimmten Frist durch Vermittclung der holländischen Regierung einander mitteilen sollten. Bei der Abstimmung stimmten 29 gegen, 14(Deutschland, Oesterrcich-Ungarn, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Italien, Luxemburg, Montenegro, Holland, Rumänien, Rußland, Serbien, Türkei) dafür. Sieben Mächte enthielten sich der Abstimmung. Nun beantragte der italienische Vertreter, Graf Tormelli, die Konferenz solle sich darauf beschränken, die großen Prinzipien zu konstatieren, über welche sich völlige Einigkeit ergeben habe, nämlich das Prinzip der obligatorischen Schiedssprechung sowie das Prinzip, daß es gewisse Gebiete in den internationalen Beziehungen gebe, wo die obligatorische Schiedssprechung ohne jede Reserve angewendet werden könne. Ter Antrag wurde gutgeheißen unter der Bedingung, daß für diese Prinzipien eine entsprechende Formel gefunden werde. Das ganze Ergebnis des monatelangen Geschwätzes ist also eine inhaltsleere Kautschukformel. Weniger kann man wirklich nicht verlangen. Blockmanöver. Die„Köln. Volksztg." bringt genauere Angaben über den ge- planten volkswirtschaftlichen Verein, der„statutengemäß alle christlich und konservativ gerichteten Elemente der rechtsstehenden Parteien— genauer: die christlichen Elemente aus Zentrum, Konservativen und Liberalen— gegenüber Radikalismus und Sozialdemokratie zusammenfassen soll". Danach lagen die Borbereitungen in der Hand desjenigen hohen Staatsbeamten, ivclcher die Aktion gegen das Zentrum bei den jüngsten Rcichstagswahlen in der Rheinprovinz geleitet hat. Dieser Beamte ist i» Fühlung mit hohen Berliner Stellen vorgegangen. Rtitbeteiligt sind hauptsächlich solche Kreise, welche in der„national- tatholischen" Bewegung bei den Rcichstagswahlen standen. Es ist jedoch davon abgesehen, denjenigen niederrheinischen katholischen Adeligen in den Vordergrund treten zu lassen, welcher diese Aktion gegen das Zentrum mit wenig Geschick und unzureichendem Erfolg geleitet hat. Diese Angaben klingen nicht unwahrscheinlich. Sie sind aber deshalb interessant, weil sie zeigen, daß die Zusammen- fassung aller katholischen Elemente ohne Ans- „ahme, also auch der des Zentrums, trotz der angeblich gegen daS Zentrum gerichteten Blockpolitik keinen Moment lang ruht. Es handelt sich eben beim Block nicht um den Kampf gegen klerikale Geistesknechtung, sondern um die materiellen Interessen d er herrschenden Klassen, zu denen eben auch die Kapitalisten im Zentrum gehören. Diese sucht man zu gewinnen, um so endlich die Einheit des Besitzes gegen das Proletariat verwirklichen zu können und dann ungehindert durch jede Rücksicht auf proletarische oder mittelständlerische Interesse» die imperialistische Politik nach außen, die Niederhaltung der Besitzlosen im Innern besorgen zu können.— Kaplan Dasbach. Im Marienhospital in Bonn ist gestern abend der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Georg Friedrich Dasbach ge- st o r b e n. Zn der lebten Zeit hieß es in klerikalen Blättern, er befindet sich in der Besserung und gedenke sich bald wieder an den parlamentarischen Arbeiten zu beteiligen. Der Tod hat jedoch diese Hoffnungen jäh zerstört. Kaplan Dasbach gehörte zu den streitbarsten Mitgliedern der »Lcclesi» militans"(kämpfende Kirche). Schon als junger Kaplan in Trier cutfaltete er eine eifrige publizistische Tätigkeit. Im Jahre 1873 gründete und redigierte er das St. Paulinusblatt, das rasch große Verbreitung fand. Der Erfolg bestimmte ihn zu einer Reihe anderer Zeitungsgrüudun-Mui: lo entstand die„Trierische Landcszeitung", heute das vcrbrciteteste politische Organ im Trierer Bezirke, die„St. Jöhann-Saarbrücker Volkszcitung", die„Neun- kirchcner Zeitung" und die„Rhein- und Wiedzeitung". Seine politische Tätigkeit verschaffte ihm alsbald ein Reichs- tags- und Landtagsmandat. Er vertrat von 1ß89— 1898 den Wahlkreis Hünfeld-Gersfeld im preußischen Abgcordnetenhause und von da ab den Wahlkreis Tier Stadt und Land. Im Jahre 1898 wurde er für den Wahlkreis Aachcn-Land-Eupen in den Reichstag gewählt, 1993 und 1907 vom Wahlkeis Daun-Prüm-Bitburg. Auch schrift- stellcrisch hat Dasbach sich mehrfach betätigt; Schriften von dauern- dem Wert hat er jedoch nicht hinterlassen. frankmeb. Unentwegt zweideutig. Paris» 11. Oltober.(Eig. Ber.) Der radikale Kongreß hat die erlösende Formel gefunden, die dem„Patriotismus"— der heuchlerischen Demagogie, womit man gegen die Sozialisten weiter operieren Ivill— Rechnung trägt, aber andererseits die Radikalen nicht in die Lage bringt, sich von den Rechtsparteien Mandate abknöpfen zu lassen. Die Resolution, die in einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig angenommen wurde, war von Radikalen verschiedener Richtung eingebracht, darunter Pelletan, B u i s s o n, M e r s i n u y und C r u p p i. Die Resolution des Seine- Departements, die bekanntlich die schriftliche Erklärung der sozialistischen Kandidaten gegen den Generalstreik und die Insurrektion als Bedingung ihrer Unter- stützung im zweiten Wahlgange aufstellte, war zu ihren Gunsten zurückgezogen worden. Der Beschluß lautet:„Der Kongreß ver- pflichtet die Parteimitglieder, ihre Stimmen allen Kandidaten zu versagen, die die Desorganisation der Armee predigen, sei eS durch Desertion in Friedenszeiten, fei es durch den Generalstreik und die Insurrektion vor dem Feinde. Unter diesem Vorbehalt weist der Kongreß jedeS Kompromißfimt den Parteien des sozialen Konservativismus zurück und erklärt, daß die Partei bei ihrem Entschluß verharrt, mit allen Elementen des Blocks der Linken für die versprochenen sozialen, fiskalischen und politischen Reformen zu arbeiten." Die„gemäßigte" Presse wird natürlich über diesen Beschluß wütend sein. Der„TempS" spricht heute in seiner Voraussicht schon vom„Bankrott des Radikalismus". Der Ausdruck ist sicher richtig. aber nur in einem anderen Sinne, als das betrübte Organ der Großkapitalisten meint. Der Kongreß hat näm- lich schon in seinen ersten Sitzungen gezeigt, daß die bürgerliche Demokratie nicht mehr die Kraft und den Willen hat. die Republik auf der Bahn der Reformen zu erhalten. Zwar hat man die von einem ungeschickten Kongressisten beantragte Begrüßung des Ministeriums unter den Tisch fallen lassen, aber zu konstatieren, daß die Partei durch Unterstützung der jetzigen Regierung tatsächlich reaktiv- näre Politik betreibt, hat niemand den Mut gehabt. Dafür lizitierte man einander in patriotischen Erklärungen hinauf. General Andre forderte gar, daß man im Augenblick der Mobilisation alle Anti- Patrioten nach Kriegsrecht erschieße— gleich- gültig, ob sie erklärte Propagandisten seien oder nicht! Dieser Patriot predigt also selbst für den Kriegs- fall den Bürgerkrieg.— Italien. Generalstreik in Mailand. Die Proklamierung des Generalstreiks, die wir in der gestrigen telegraphischen Meidimg als in Aussicht stehend verzeichneten, ist erfolgt. Und der Proklamation ist die Tat gefolgt— der Generalstreik in Mailand, der empörte Protest gegen die Arbeiter metzele! ist Tatsache geworden. Und er beschränkt sich nicht mehr auf Mailand allein, schon ist Bologna gefolgt! Ob der Ausstand noch weitere Kreise ziehen, ob er noch ans andere Städte überspringen wird, daS läßt sich noch nicht erkennen, doch hat sich das Exekutivkomitee der Mailänder Ar- beitskammer gegen einen Generalstreik in ganz Italien aus- gesprochen. Die Meldungen lauten: Mailand, 11. Oktober. Heute abend sind nur die Straßen, wo elektrisches Licht brennt, erleuchtet. Der Ausstand der Gasarbeiter ist wieder aufgenoinmen worden. Straßenbahnen fahren nicht. Mailand, 12. Oktober. Der Generalstreik ist proklamiert. Infolgedessen ruht die Arbeit in den großen industriellen Werken, die Straßenbahnen verkehren nicht. Trotzdem fast alle Eisenbahner feiern, hat der Expreßzng Venedig— Turin ebenso wie der Nordbahnzug ab- gelasseil werden können, so daß sie fahrplanmäßig ankommen konnten. Einige kleinere Etablissements halten den Betrieb aufrecht, gewöhn- liches Fuhrwerk verkehrt weiter, die Läden sind geöffnet. Die Stimmung in der Stadt ist erregt, doch ist die Ruhe nicht gestört. Mailand, 12. Oktober. Die Lage ist hier unverändert; die Börse tritt regelmäßig zusammen. Sämtliche Läden sind geöffnet und der Wagenverkehr ist nicht unterbrochen; man verkauft Zeitungen ans Genua und Turin, da in Mailand selbst keine Zeitungen erschienen sind. Am Nachmittage nahm infolge einer öffentlichen Versammlung in der Arena auch die Zahl der Arbeiter in den kleinen Betriebe» ab, da sich eine große Menge derselben dorthin begab. Die öffentlichen Gebäude, der Bahnhof, die Fabriken usw. werden bewacht. Nachmittags fand eine Sitzung des Exekutiv- komitees der Arbeitskammer statt. � in welcher sich dasselbe gegen einen Generalausstand in ganz Italien aussprach. In Bologna ist der Generalausstand für die Dauer von vlcrnndzwanzig Stunden verkündet worden, um die Uebereinstimmung mit den Mailänder Ausständigen zum Ausdruck zu bringen. Mailand, 12. Oktober. Die Annahme, daß bei den gestrigen Zusammenstößen zwischen Arbeitern und Carabinieri nur Ber- l e tz u n g e n vorgekommen sind, hat sich als falsch erwiesen. Vielmehr sind bei den Unruhen zwei Personen getötet worden. Die Angestellten der Mailänder Eisenbahn sind ebenfalls in den Ausstand getteten. Um Mitternacht hat sich auch das Personal der Simplonbahn ihrem Beispiel angeschlossen. Die Eiscnbahnzüge mußte« angehalten werdet»._ Die Sozialiste« und die römischen Miunzipalwahlen. Nom, 9. Oktober.(Eig. Ber.) Die städtischen Wahlen vom Juni dieses Jahres, die der Liste dcS demokratisch-liberalen Blocks eine Majorität von 3090 Stimmen brachten, haben einen entscheidenden Abschnitt für die Verwaltungs- gcschichte Roms herbeigeführt. Wie erinnerlich, erwies es sich als unmögsich. bei der Ver- tcilung der klerikalen und antiklerikalen Stimmen, die einander fast das Gleichgewicht hielten, einen Stadtrat zu wählen, und die Stadtverwaltung mußte daher aufgelöst und eine provisorische Ver- waltung durch einen königlichen Kommissar gebildet werden. Jetzt naht nun die Periode der N e u w a h l e n. die wieder auf der- selben Basis stattfinden werden: Liberale, Radikale und Sozialisten auf der einen, Konservative und Klerikale auf der anderen Seite. Die Stärke der beiden Blocks hat sich in den letzten Wahlen er- proben können: die Antiklerikalen vereinigten auf ihre Liste 12 814 bis 15 227 Stimmen, während die Klerilalen ein Minimum von L(KX> und ein Maximum von 10 000 erreichten. Wenn nicht ganz unvorhersehbarc Verhältnisse eintreten, werden also die Neu- wählen dem antiklerikalen Block einen zweiten Sieg bereiten und ihm die Verwaltung der Hauptstadt erobern, Daher tritt für die Sozialisten eine Frage in den Vordergrund die vor der Blockbildung für die hiesigen Parteigenossen recht akademisch war: Sollen die Sozialisten an der Bildung de! neuen Stadtrats teilnehmen oder nicht?— Sollen von den 12 ver» mutlich in die neue Verwaltung eintretenden Genossen einige in den Stadtrat selbst eintreten und Acmtcr übernehmen?— Ucbcr diese Frage hat im„A v a n t i" eine lange Diskussion stattgefunden. Einige Genossen, so der Lokalredaktcur des„Avanti". Genosse S g a r b i. hielten dafür, daß die Sozialisten Sitze im Stadt. rat nicht annehmen sollten. Ihnen läge es ob, als Kontrolle und Ansporn zu wirken, ohne aber direkt an der Verwirklichung des Block-Programms mitzuarbeiten, da dieses sich nicht mit dem Minimalprogramm unserer Partei decke. Es war auch geltend ge« macht worden, daß es für Sozialisten schon deshalb nicht ratsam sei, in den Stadtrat einzutreten, weil Rom als Hauptstadt oftmals in die Lage komme, fremde Souveräne zu empfangen; für du Empfangsfeierlichkeiten werden Gelder bewilligt, und die sozio. Iistischcn Stadtratsmitglieder könnten natürlich nur gegen ciiu solche Bewilligung stimmen, was unter Umständen in sehr un> gelegenem Moment und auf einer dem Gros der Bevölkerung unsympathischen Plattform zu einer Krise führen könnte. Demgegenüber wurde von anderer Seite ausgeführt, daß der Bündnispakt des Blocks die Teilnahme aller Verbünderen Parteien am Stadtrat einschließe. Wenn die Sozialisten erklärten, lediglich als K o n t r o l l- Organe fungieren zu wollen, so geben sie da- durch ihren Verbündeten ein Mißtrauensvotum; denn sie setzten voraus, daß diese der Kontrolle bedürfen. Nach reiflicher Diskussion in der Parteipresse hat nun heute die hiesige Partcisektion zu der Frage Stellung genommen, und zwar, indem sie sich für den Eintritt in den Stadtrat erklärte. Mit großer Mehrheit gelangte folgende Tagesordnung zur An« nähme: „In Erwägung, daß die liberal-demokratische Stadt» Verwaltung kein wirtschaftliches oder politisches Problem lösen könnte außerhalb des Rahmens des gemeinsamen Programms und der gesetzlich vorgeschriebenen Normen, beschlieht die römische Parteisektion, daß ihre Bertretcr in den Stadtrat eintreten können zur sofortigen Verwirklichung dieses Programms, das den ernsten und dringenden Bedürfnissen der Bevölkerung Roms entspricht." *** Man mag über diesen Beschluß denken, wie man will, sopick steht fest: Arbeit genug wird die neue Verwaltung vorfinden; denn all die Mißstände, zu deren Bekämpfung der antiklerikale Block geschlossen wurde, sind seit dem Juni in geradezu erschreckender Weise gewachsen. Die Lebensmittel, soweit sie für den Massen- konsum in Betracht kommen, haben Aufschläge um 20 und mehr Prozent erfahren— alles infolge der Tätigkeit einer Handvoll kapitalkräftiger Zwischenhändler. Die Wohnungsnot ist— besonders für die Arbeiterfamilien— so groß, daß alle Augenblicke ein« exmittierte Familie ihre jämmerlichen Habseligkeiten auf der Piazza Colonna oder Venezia oder einem anderen der eleganten Plätze Roms ablädt und nur durch die Dazwischenkunft der Polizei sich davon abhalten läßt, dort zu kampieren: eine beschämende Illustration zum römischen WohnungSelcnd. Eltie Stadt- Verwaltung, die hier nicht Wandel schafft, kann sicher sein, daß die Wähler sie fallen lassen. Jeder Versuch, den die bürgerlichen Parteien im Block machen könnten, ihrem Wahlprogramm untreu zu werden, würde einem politischen Selbstmordversuch gleich- kommen. Die Lebensverhältnisse in Rom drücken nicht nur die Arbeiterschaft; sie sind auch für die so zahlreiche kleine und mittlere Bourgeoisie nahezu unerträglich geworden. Längst, ehe sich die Parteien gegen die Klerikalen zusammenschlössen, haben sich die Bc- wohner der Hauptstadt gegen die Nahrungs- und Wohnungs- Wucherer solidarisch gefühlt. Dieser Block ist zur Kontrolle der künftigen Stadtverwaltung berufen. Entspräche diese Stadt- Verwaltung den Erwartungen nicht, löste sie ihre Versprechungen nicht ein, so würde in die Debaklc der Liberalen und Demokraten auch unsere Partei mit hineingezogen werden. Darüber müssen sich die Genossen, die für den Eintritt in den Stadtrat stimmten, klar sein.— perHen. Die Berfassuug. London, 12. Oktober. Nach einer.Zeitungsmeldung auS Teheran vom gestrigen Tage beschränkt die vom Schah unter- zeichnete Konstitution die Vorrechte der Krone sowie die Macht der Geistlichkeit, gewährt Freiheit des Gewissens, der Person und deS Nnterrichts, Presse- und Redefreiheit, sowie daö Vcrsamm- lungsrecht, und umgrenzt die Rechte des Parlaments und die Verantwortlichkeit der Minister. Das Parlament geht, nach dem- selben Blatt, mit der Absicht um, verschiedene Ländcrcicn politischer Persönlichkeiten zu konfiszieren und die Hoflcute zu einem Beitrag von 400 000 Pfund Sterling für die Nationalbank, zu deren Leitung ein Franzose berufen worden ist, zu zwingen, GeiverkfcbaftUcke�. Auf dem Wege zur Einignug. Wir sind in der Lage, Erfreuliches zu melden. Die Stimmung für eine Einigung mit den Zentralverbändcn wächst bei den Mitgliedern der Freien Vereinigungen, den sogenannten Lokalorganisationen, namentlich unter denen der größeren. In der Freien Vereinigung der Zimmerer wird zurzeit eine Urabstimmung über die"Frage eines Zusammen- schlusscs mit dem Verband der Zimmerer vorbereitet. Der Ausschuß und die Gcschäftsleitung der Vereinigung haben die Entscheidung der Mitglieder angerufen. Zur Information über die Materie hat Theodor Fischer im Einverständnis mit dem Ausschusse eine Broschüre verfaßt, die allen Mitgliedern jder Vereinigung zugestellt werden soll. Ist dies geschehen, so werden allgemeine Mitgliederversammlungen sich mit der aufgerollten Frage beschäftigen. Ferner soll in diesen Versammlungen Stellung zur Abhaltung einer außer- ordentlichen Konferenz genommen»verde», die nach Vorschlag der Gcschästsleitung am 1. und 2. Dezember stattfinden wird mit der Tagesordnung: Stellungnahme zur Ein» heitsorganisation im Zimmerergewerbe. Ausschuß und Geschäftsleitung der Vereinigung der Zimmerer schließen ihren Aufruf an die Mitglieder: „Kameraden! Der schwere Kampf, den»vir mit dem geeiitten Unternehmertum zu führen haben, ztvingt uns geradezu zur Be- sprechung dieser Angelegenheit. Sei sich deshalb ein jeder bewußt, daß es den richtigen Weg zu finden gilt, um evcnt. die deutschen Zimmerleute in eine Organisatton zu vereinigen!" Die den Mitgliedern vorgelegte Broschüre gibt eine Heber- ficht über die historische Entwickelung beider Organisafionen im Zimmerergewerbe und geht auch einer sachlichen Erörte- rung der Zwistigkeiten nicht aus dem Wege- Schließlich kommt Genosse Theodor Fischer in seinen Schlnßbetrachtungcn jedoch zu dem Ergebnis: »Die Verhältnisse in Deutschland haben sich zuungunsten des organisatorischen Aufbaues der losen Zentralisation gestaltet, das gestehen wir nach diesen sachlichen Erwägungen ruhig ein und glauben dabei auch Verständnis bei unseren Mitgliedern zu finden." g: Wichtiger ist fast noch, daß Fischer auch seine P r i n z i- P i e l l e n Bedenken gegen den Zusammenschluß mit dem Zcntralverband schwinden sieht, indem er schreibt: „Aber noch ein anderer Grund ist es, der uns veranlaßt, der durch den Mannheimer Parteitag in Fluß gebrachten Frage näher zu treten. Seit dem Bestehen der Vereinigung hat sich dieselbe ausgesprochen auf den Boden der Sozialdemokratie gestellt, deren Taktik und Programm also als richtig anerkannt. Das ist auch noch, wie schon festgestellt, auf der letzten Konferenz geschehen. Diese Stellung bedingt aber ein Unterordnen unter die Beschlüsse der Parteitage. Da außerdem auch auf der letzten Generalversammlung des Zentralverbandes die Zusammengehörigkeit von Partei und Gewerkschaften betont ist und die Beschlüsse der Parteitage Anerkennung gefunden haben. glauben wir. daß die Borbedingungen zur Verschmelzung beider Organisationen soweit legeben sind, daß die Einheitsorganisation >ei gegenseitigem guten Willen geschaffen werden kann." Aber nicht nur bei den Zimmerern, auch in anderen Berufen und bei Organisationen, die sich dem ersten Ruf des Parier Vorstandes gegenüber ablehnend verhielten, soll eine Wand' lung der Anschauungen vor sich gehen, und bei manchen von ihnen dürfte der Parteivorstand heute eine andere. bessere Antwort erhalten. Ursache dazu ist der Verlauf des internationalen Kongresses in Stuttgart und namentlich die Behandlung, welche die„Loralisten"-Frage auf dem Parteitage in Essen erfuhr. Sollte das zur Folge haben, daß der leidigen Gewert schaftszcrsplitterung in Deutschland ein Ende gemacht wird, so dürfte dieser Parteitag, der nach außen hin so unscheinbar in die Erscheinung trat, sich nachträglich noch als einer der markantesten Wendepunkte in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung entpuppen. Wir, die wir stets die Einigung in der Gewerkschafts. bcwegung als notwendig betonten, nicht ohne oft grundlos von beiden Seiten der„Bevorzugung" der einen oder anderen Richtung angeklagt zu werden, würden mit besonderem Stolz auf ein Werk blicken, an dem auch der„Vorwärts" stets, wenn auch nicht aufdringlich und augenfällig, aber mit zäher Energie gearbeitet hat! Berlin und llmgegend. Arbeitgeberschutz-Posaunenengel. Ein neuer Arbeitgeber-Schutzverband in der Gelbmetall I n d u st r i e hat sich gebildet. Die Blasinstrumcuten-Fabrikanten Teutschlands haben beschlossen, einen solchen Verband zu gründen. ES führt den Namen„Schutzverband der Blasinstrumenten. Fabrikanten Deutschlands". Sein erster Vorsitzender ist der Fabrikant C. Moritz, Berlin. Das Bureau befindet sich Dresdener- ftraße III und der Geschäftsführer ist natürlich Generalsekretär Dr. Nasse. Sein Hauptzweck ist, die„übertriebenen" Forderungen seiner im Metallarbeiterverbande organisierten Arbeiter zurück. zuweisen. Die Böhmischen Blasinstrumenter haben ihre Sym. pathie zu dieser Gründung ausgesprochen und sind eventuell bereit, diesem Verbände beizutreten._ Eine Versammlung der Zementierer» welche die Sektions. leitung der Gips- und Zementbranche des Maurerverbandes ein. berufen hatte, tagte am Freitag im Gewerkschaftshause. Der Referent Wilhelm Fritzsch unterzog sich der Aufgabe, den Versammelten vor Augen zu führen, welchen Nutzen die gewerk schaftliche Organisation den Arbeitern bietet. Unter anderem ver wies er darauf, daß im Jahre 1885 der Stundenlohn der Zemen tierer 35 Pf. betrug, während er jetzt 73� Pf. beträgt. In der selben Zeit ist der Lohn der in der Zemcntvranche beschäftigten Flcchtcr ebenfalls von 35 Pf. auf Pf. gestiegen. Der Lohn der Einschaler stieg von 42V3 Pf. auf 62% Pf. und der Lohn der Hülfsarbeitcr von 25 Pf. auf 65 Pf. Die Arbeitszeit, welche früher 15 Stunden betrug, ist für alle diese Kategorien auf 9 Stunden herabgesetzt worden. Diese Verbesserung ihrer Lage haben die Arbeiter in erster Linie der Tätigkeit der Organisation zu danken. Es müsse die Aufgabe der Arbeiter sein, ihre Organi- sation zu stärken, damit sie gegenüber der starken Unternehmer- organisation die Interessen der Arbeiter mit Nachdruck vertreten kann. DeutfcKes Reith. Der Bergarbeitcrstreik in der Nieberlausitz. Senftenberg, den 12. Oktober. sEig. Berh Nach den eingezogenen Erkundigungen und Feststellungen ist der Fall des ISjährigen Arbeiters Kucza, welcher nach Extra. blättern der lokalen Winkelpresse— Mord— oder Körperverletzung mit tätlichem Ausgang?— als eine Tat des allerschlimmsten Terrorismus Streikender hingestellt wurde, ganz anders zu beurteilen. Die„Lausitzer Zeitung", ein Blatt, welches im Streik von je den gehässigsten Standpunkt gegen die Ausständigen eingenommen und als direktes Unternehmcrorgan zu betrachten ist, kommt der Wahrheit am nächsten, indem es schreibt: „Als am 3. Oktober die Kunde von dem Transport Arbeitswilliger in Senftenberg 2 verbreitet wurde, zogen gegen 39 Streikende nach der Haltestelle. Jedoch, als sich die Siachricht nicht bewahrheitete, zogen sie nach dem Werke zu, an dem Kaufladen von Lehnigk vor- über, woselbst mehrere Arbeitswillige sich im Laden befanden. Man lockte diese nun heraus; während es nun zwei Arbeitern gelang, sich rechtzeitig zurückzuziehen, wurden der Arbeiter Juraczik und Kucza zuerst gestoßen und darauf geschlagen. Kucza erhielt einen derben Schlag auf den Kopf. K. legte der Verletzung zu- nächst keine große Bedeutung bei, als jedoch die Schmerzen zunahmen, verließ er am anderen Tage die Arbeit und begab sich in ärztliche Behandlung. Der Arzt ordnete dann die Ueberführung nach dem Krankenhause an, da Schädelbruch vorlag. Sein Zustand verschlimmerte sich, so daß er Donnerstag nacht seinen Verletzungen erlegen ist. Einer der Streikenden ist bereits verhaftet. Es kommen vier Personen in Frage, die geschlagen haben." An der Affäre unbeteiligte Zu- schauer erklären, daß es sich um eine ganz gewöhnliche Schlägerei gehandelt habe, wie sie in den beteiligten Kreisen leider üblich sind. Der Kucza habe zuerst geschlagen! Daß der Sache von Anfang keinerlei Bedeutung beigelegt worden ist, daß K. selbst sich weder unschuldig noch belästigt, noch verletzt fühlte, beweist, daß zunächst keinerlei Anzeige erstattet wurde, daß K. vielmehr seiner Arbeit am nächsten Tage wie gewöhnlich nachging. Später erst hat er sich in ärztliche Behandlung begeben, ist dann nach dem Krankenhause gebracht und darin allerdings verstorben. Die ge- samte Reichslügenpresse wird nicht verfehlen, den„Fall" gegen Partei und Gewerkschaften auszuschlachten. Es ist deshalb not- wendig, zunächst die Wahrheit der äußeren Begebenheiten fest- zunageln. Aufklärung wird die Untersuchung und der Prozeß b'-' igen. Die Räumungsklagen gegen 40 Inhaber von Werkswohnungen, deren Termin gestern vor dem Senftenbergcr Gericht anstand, haben — soweit seitens einer Grube die Klagen nicht zurückgezogen waren — mit Verurteilungen geendet. Bis 15. d. M., also innerhalb drei Tagen, müssen die Wohnungen geräumt sein. Die „Wohlfahrtseinrichtungen" und„Arbciterfürsorge" der Werks- Herren haben sich demnach als fürchterliche Waffe gegen die Arbeiter. massen erwiesen. Es ist eine reine Unmöglichkeit, die ganzen Familien unterzubringen. » Ein baldiger Friedensschluß steht in Aussicht. Die Arbeiter hatten auf die Antwort des Bergmeisters Richter hin, daß pie Unternehmer mit den Ausschüssen gern zu Verhandlungen bereit seien, die im Ausstände befindlichen Ausschußmitglieder aus den Streikenden ergänzt. Für 23 Werke wurden je drei Mann von den Ausständigen am Freitag früh 9 Uhr zu den Direktoren zwecks Anbahnung von Verhandlungen geschickt. Die Unternehmer traten sofort in Senftenberg zu einer Sitzung zusammen. Nach mittags resp. heute früh wurde den Mitgliedern der Kommissionen und Ausschüsse die Antwort zuteil. Heute nachmittag finden über das ganze Revier Versammlungen statt, in denen die Berichte ent. gegengenommen und über Abbruch oder Fortführung des Kampfes definitiv beschlosien wird. Der Kampf um das Koalitionsrecht in Annaberg-Buchholz dauert mit ungeminderter Heftigkeit in den dortigen Präge. anstalten fort; selbst die Vcrmittelung des Bürgermeisters Tftudolph von Annaberg hat hieran nichts zu ändern vermocht, d«n auch bei den unter seinem Borsitz am 1(1. Oktober stattgefundenen Ver Handlungen blieben die Fabrikanten auf ihrer Forderung bestehen: Austritt der Arbeiter und Arbeiterinnen aus dem Deutschen Buch binderverband. Es ist geradezu ein Skandal, wie in einem„Rechtsstaat" die Jndustriefeudalen auf den den Arbeitern gesetzlich zustehenden Rechten herumzutrampeln vermögen. Erst in den letzten Tagen wurde in Berlin ein Buchbinder zu vier Wochen Gefängnis ver- urteilt, weil er einen Mitarbeiter durch die Drohung gegenüber dem Werkführer: nicht mit ihm zusammen arbeiten zu wollen, wenn er nicht in den Buchbinderverband eintrete, außer Arbeit gebracht haben soll. Trotzdem der Werkführer als Zeuge dies be. stritt und die Entlassung auf ungenügende Leistungen des be- treffenden Unorganisierten zurückführte, so erfolgte doch die Ver urtcilung. Aber dort im„sächsischen Hungerlande", in Annaberg- Buchholz, können die Fabrikanten, unter ihnen ein königlich sächsischer Kommerzienrat, durch Drohungen und Entlassungen die Arbeiter ungestraft zwingen wollen, aus dem Verbände auszutreten. Und das alles, trotzdem die Arbeiter nicht die geringsten Forde. rungen aufgestellt haben, sondern lediglich, weil die Herren fürchteten, wie in der Kartonnageindustrie, so könnten sich auch „ihre" Arbeiter zu einer Lohnbewegung aufraffen. Die Arbeiter halten mit bewundernswerter Einigkeit zu sammen; ja selbst die Arbeiterinnen weisen die von ihnen verlangte Streikarbcit zurück, und legten aus diesem Grunde in der ver. flossenen Woche zirka 59 Arbeiterinnen die Arbeit nieder. Die Er. rcgung über das durch nichts gerechtfertigte, die Rechte der Arbeiter mit Füßen tretende Gebaren der Fabrikanten ist eine große und selbst in bürgerlichen Kreisen fürchtet man um das Reichstags. mandat des jetzigen Abgeordneten Dr. Stresemann, General. sekretärS der nationalliberalen Partei Sachsens. Der Herr will daher in den nächsten Tagen in Annaberg eine Volksversammlung abhalten, wozu ihn seine Wähler durch Eingesandts in bürgerlichen Zeitungen aufgefordert haben. Man darf gespannt sein, ob er an- gesichts der brutalen Matzregeln der Fabrikanten den erzgcbirgi. scheu Arbeitern das Wort des Königs von Sachsen nach der dies. jährigen Reichstagswahl zuzurufen den Mut haben wird:„Es ist eine Lust, in heutiger Zeit zu leben!" Der Buchbinderverband ist fest entschlossen, den Kampf um das Koalitionsrecht in Annaberg-Buchholz bis zum siegreichen Ende durchzuführen und wir hoffen, daß überall für Vermeidung des Zu zuges nach-Annaberg-Buchholz gesorgt wird. Deutscher Buchbinderverband. Der Kampf umS Knappschaftsstatut. Bochum, 19. Oktober. Der Kampf um das neue Knappschafts- statut ist in ein neues Stadium eingetreten. Die Werksvertreter haben dank dem einigen Vorgehen der Bergleute sich bereit er- klärt, die in der Presse bekannt gegebenen 19 Verschlechterungen fallen zu lassen und den alten Stand wieder herzustellen. Gestern nachmittag wurde den Aeltesten und Herksvertretern ein neuer 5. Satzungsentwurf zugestellt, der die Aenderungsvorschläge ent- hält. Heute wird die gemeinsame, von den Wcrksbesitzern und den Arbeitern gewählte Kommission, sowie die seit dem Streik be stehende Siebenerkommission Stellung dazu nehmen. Die end gültige Entscheidung fällt in der morgen(Sonnabend) stattfindenden Generalversammlung._ Eine heilsame Lektion erteilten organisierte Maurer dem Unternehmer Sukowski in G r a u d e n z. Weil Zimmerer auf einem Neubau eine Balkenlage heraufzubringen hatten, mußten die Maurer einen Tag feiern. Als sie am folgenden Morgen um 6 Uhr früh wieder zur Arbeit erschienen, waren die Zimmerer noch nicht fertig. Nach zwei Stunden konnten die Maurer ihre Arbeit erst wieder aufnehmen. Für die beiden Stunden des Wartens verlangten die Maurer Bezahlung. Das ging dem Unternehmer wider den Strich. Er schimpfte auf seine Leute:„Ihr seid ja toller wie das größte Vieh!— Aussauger!" Selbstverständlich ließen die Maurer sich das nicht gefallen. Einmütig legten sie die Arbeit nieder. Erst als der Unternehmer, nach voraufgegangenen Unterhandlungen mit dem Zentralverband, am Tage nach der Schimpferei die Beleidigungen auf der Baustelle vor den ver- sammelten Maurern widerrufen hatte, wurde weiter gearbeitet. Die Holzarbeiter(Tischler und Lackierer) von Neu-Isenburg stehen jetzt schon vier Wochen im Streik. Trotzdem hat sich die Situation noch wenig verändert. Den Arbeitgebern ist noch nicht gelungen. Arbeitsllnllige heranzuziehen. Aber den Arbeitern ist es gelungen, trotz der schwarzen Listen, welche die Unternehmer in alle Wcltgegenden versandt haben und aller sonstigen Machi- Nationen, 82 Mann anderweitig unterzubringen. Für das Geld, das die Herren Arbeitgeber schon für das Heranziehen von Ar- beitswilligen ausgegeben haben, hätten sie die Forderungen der Arbeiter für ein paar Jahre bewilligen können. Zuzug ist nach wie vor fernzuhalten. Hnstanck. Die Spannung in Antwerpen. Antwerpen, 11. Oktober.(Eig. Bcr.) Nun ist die Frist von 14 Tagen abgelaufen, innerhalb welcher nach den Zusagen des Bürgermeisters die Docker die Lohn- erhöhungen bewilligt erhalten würden.... Wir haben berichtet, daß die„Föderation" ihren Standpunkt auch weiterhin betont hat, alle Forderungen der Docker— die diese mittlerweile nun auch in aller Form überreicht haben— der„kknion pour la protection du travail" zur Begutachtung und Entscheidung zuzuweisen. Doch, Ivie gesagt, die Frist, auf die sich die Docker nach dem Wortlaut des Briefes stützen dürfen, ist verstrichen, und die Gärung ist naturgemäß da. Die auf den Schiffen des Reeders Gylsen arbeitenden Docker verließen gestern, als man ihnen die 59 Cent Aufbesserung nicht auszahlte, die Arbeit. Nach einer Intervention der Schichtmeister bei den Unter- nehmern wurde sie jedoch gewährt und sie nahmen die Arbeit wieder auf. Die Docker der„Bittoria", die dieselbe Forderung geltend machten, erhielten hingegen die Lohnerhöhung nicht— und zwar infolge des Einwirkens der„Födöration"— und verließen die Arbeit. Da die„Union" erst in 14 Tagen zusammentritt, ist nicht abzusehen, welche Zwischenfälle die nächsten Tage bringen, ja ob nicht eine ernste Siwation sich vorbereitet.— Genosse C h a p c l l e hat heute morgen den streikenden Dockern die Aufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen angeraten. Falls Dienstag die 69 Cent verweigert würden, müsse er selbst allen raten, den Streik aufs neue aufzunehmen.— Morgen versammeln sich die Reeder, die einer Aufbesserung zum größten Teil ge- neigt sein sollen, zumal sie die von den Engländern eingeführte „Sabotage" befürchten, wenn sie die 59 Cent verweigern. Auch das Streikkomitee der Docker hat eine Sitzung ein- berufen, um über die Lage zu beraten. Ehe aber noch von irgend einer Seite ein Beschluß gefaßt wurde, hat die„Föderation" schon für alle Fälle ihre ewig parate Drohung der Aussperrung lancieren lassen. ». � Brüssel» 12. Oktober. Ein Privattelegramm meldet unS: Die Reedersektion der„Union pour la protection du travail" beschloß, den Holz- und Getreideverladern 59 Cent Lohnerhöhung zu be» willigen, sprach sich aber gegen Lohnerhöhung für Docker bei der allgemeinen Warenverladung aus. Der Konflikt im Eiscnbahndienst. London, 19. Oktober.(Eig. Ber.) In dem Kampfe des Eisen- bahnerverbandes um die Anerkennung der Organisation ist noch nichts entschieden. Die Presse tritt zum größten Teil zugunsten der Forderung der Eisenbahner ein, aber die Bahndirektoren sind allem Anschein nach geneigt, es auf einen Streik ankommen zu lassen. Der Sekretär der Eisenbahner Richard Bell machte den Direktoren den Vorschlag, eine gemeinschaftliche Konferenz einzu- berufen, um sich über das Prinzip und die Bedeutung der gewerk- schaftlichen Anerkennung auszusprechen. Der Vorschlag war klug. Denn gehen die Direktoren auf diesen Vorschlag ein, so haben sie durch die Tatsache allein, daß sie Bell als den Vertreter des Ver- bandes anerkannten, das Prinzip der gewerkschaftlichen Aner- kennung gebilligt. Selbstredend sehen dies die Direktoren ein und haben bis jetzt auf den Vorschlag Bells keine Antwort ge» geben. Die Ansicht ist allgemein verbreitet, daß eine Antwort nicht erfolgen wird, wohl aber eine Erklärung an die Presse, daß die von Bell gewünschte Konferenz nicht stattfinden könne. Von dieser Voraussetzung ausgehend, traten gestern die Ver- tretcr der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung Englands zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen und faßten folgenden Beschluß: „Falls die Antwort der Eisenbahndirektoren den Vorschlag der Eisenbahner ablehnt, so werden die Mitglieder des parlamentarischen Komitees des Tradc-Unionskongresses, des Ausschusses des allge» meinen Verbandes der Gewerkschaften und der Leitung der Ar- beiterpartei zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammentreten» um über die notwendigen Maßnahmen zu beraten." Sollte es zu einem Streike der Eisenbahner kommen, so dürfte ein Sympathiestreik aller im Transport beschäftigten Ar- bcitcr nicht ausgeschlossen sein. Die Eisenbahner halten diese Woche in Middlesbrough ihre Jahreskonfcrcnz ab, die selbstverständlich ganz unter dem Ein- drucke des Konfliktes steht. Trotz aller über diesen Gegenstand vorhandenen Informationen, die genau und reichlich sind, läßt sich über den Ausgang dieses Konfliktes noch nichts sagen. Nur soviel darf man erklären, daß die Leitung des Verbandes außerordentlich vorsichtig vorgeht und sich der ernsten Folgen eines Streiks bewußt ist. Es dürften noch immerhin eine oder zwei Wochen vergehen, ehe der Konflikt zur Entscheidung gelangt. Letzte JVacbncbtcrs und Dcncfchcn. Protest gegen Metzeleien. Rom, 12. Oktober.(B. H.) Die Oppositionsblätter teilen mit, daß die Mailänder Abgeordneten eine Protestnote an den Kabi- nettschef in Sachen des gestrigen Zwischenfalles zwischen Kara- binieri und den Kundgebern gerichtet haben. Sie verlangen die Bestrafung der Karabinicri, welche von ihrer Waffe Gebrauch ge- machten haben. '.' (Privattelegramm des„Vorwärts"): Extrablätter melden die Verhaftung sämtlicher am Blutbad schuldiger Karabineri. Die Nachricht wurde in Arbeitcrkreisen mit größter Befriedignng aufgenommen. Generalstreik als Antwort. Rom, 12. Oktober.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Als Protest gegen das gestrige Blutbad wurde in Mailand der General- streik beschlossen und durchgeführt. Straßenbeleuchtung, Zeitung, Vrot fehlen. Die Eisenbahner hal>en die Abfahrt der Züge nach Mailand eingestellt. Nur drei Züge sind ausgelaufen. Zluch in Bologna ist der Generalstreik durchgeführt, lieber die Durchführung in ganz Italien fehlt der Beschluß der zuständigen Instanz. Grubenunglück. Grünberg in Schlesien, 12. Oktober.(B. H.) Ein schwere» Grubenunglück hat sich auf dem Karlsschacht der konsolidierten Grünbergcr Grube ereignet. Beim Hinwegzichen eines Seiles in einem abgebauten Stollen wurde der Häuer Rüge aus Schweidnitz von niederbrechendcn Gcsteinsmasscn verschüttet. Ein ganzer Teil des Stollens stürzte ein und begrub den Unglücklichen. Nach an- gestrengter Arbeit von 24 Stunden gelang es, die Leiche des Ver, unglücktcn hervorzuziehen. Man hat ihn— vieleicht. Eilenburg, 12. Oktober.(B. H.) Ein hier wegen BettelnS festgenommener Landstreicher ist stark verdächtig, das Strausberger Attentat verübt zu haben. 6s ist dies der 21 jährige Gustav Becker, der aus Rixdorf stammt; ein für sein Alter außergewöhnlich starker Mensch. Er ist schon vielfach vorbestraft und hinkt am linken Fuße. lieber seinen Aufenthalt will er nichts Bestimmtes angeben.� Der Verdacht wird dadurch noch verstärkt, daß der Festgenommene be, reits mehrere Fluchtversuche unternommen hat. Keine Knappschaftsreform. Essen a. d. Ruhr, 12. Oktober.(W. T. B.)' Die„Rheinisch. Westfälische Zeitung" meldet aus Bochum: Die heutige General- Versammlung des KnappschaftSvercins lehnte die ihr vorgeschlagenen Statuten ab. Zum 1. Januar 1908 wird die Regierung neue Statuten zwangsweise festsetzen. Wirkung der Resistenz. Prag, 12. Oktober. Die Staatseisenbahngesellschaft mußte infolge der Resistenz der Eisenbahner den Güterverkehr auf der Strecke Kralup-Aussig und über diese Strecke hinaus, sowie die Auf- und Abgabe sämtlicher Güter einstellen. Die Kohlcnwerle können nur stundenweise fördern» da Wagen fehlen. Serantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sozialpolitische Lüge. Haag, 12. Oktober.(B. H.) Bei den Ersatzwahlen zu dem bisher von dem Sozialisten Tak innegehabten Sitze siegte der So- ziatist van Zutphin. In Amsterdam ist der Sozialist Oudeieerte zum Gemeinderate gewählt worden. Derselbe hat im Jahre 1992 den Eisenbahnerausstand organisiert. En königliches Geschäft. Brüssel» 12. Oktober.(B. H.) Der Kongostaat(d. i. der König) hat soeben von der Krondomäne(d. i. der König) die Immobilien in Belgien käuflich übernommen, die nach Schätzung Gattiers einen Wert von 17 Millionen Franken vorstellen. Diese Uebertragung im Augenblick der Anncxionsverhandlungen findet in der Presse starke Verurteilung._ Hierzu 5 Beilagen, 8'- 240. 24,1.1(5««!!. 1. KMgt fe0„MMilltg" StlÜlttl Pollölslütt. Z-Wl.g. lZ, Awn IM?. Die vertelÄlgungzreÄen Im ISo(])verrat$prozeß. Nachstehend geben wir ausführlich die don uns bereits am Freitag auf Grund telegraphischer Meldungen kurz skizzierten Reden der Verteidiger und des Angeklagten wieder. Das Ungeheuerliche der Anklage und Verurteilung, der moralische Zusammenbruch der Anklage und die Vernichtung des Anklägers tritt aus ihnen Plastisch entgegen. Plaidoyer des Verteidigers Rechtsanwalt Haase. Sie alle sind gestern mit gespannter Aufmerksamkeit der Ver- kesung der Schrift des Angeklagten gefolgt, und jeder von Ihnen, der den Inhalt bewußt oder unbewußt auf sich einwirken ließ, wird den Eindruck gewonnen haben, daß diese Schrift eine ernssr wissen- ichaftlichc Darlegung ist, in der der Angeklagte seine Meinung zum Ausdruck bringt und dabei allerdings Möglichkeiten erwägt, die in Zukunft vorkommen könnten. Nehmen Sie es vom rechtsphiloso- phischen, geschichtsphilosophischen Standpunkt. Ich glaube nicht, daß die Ausführungen des Oberreichsanwalts irgendwie imstande „»�sen sind, diesen Eindruck zu verwischen oder gar zu zerstören. iU-r ObcrrcichSanwalt hat zunächst einen großen Teil des Plaidoyers seiner eigenen Berteidigung gewidmet, ohne daß es ihm gelungen ist, etwas Wesentliches zu seiner Rechtfertigung vorzubringen. Wie hat er die Anklage zitiert! Es ist richtig, daß der Oberreichsanwalt einen Teil der in- kriminierten Schrift wörtlich wiedergegeben hat. Wenn er dann nver in indirekter Rede fortfuhr, dann erforderte eS die einfachste Pflicht, sich zu bemühen, ein getreues Bild von dem zu liefern, was der Angeklagte in der Schrift angegeben hatte. Der Oberreichs- anwalt hat aber nicht bloß die Ausführungen des Angeklagten ver- zerrt, sondern ein Phantasiebild geliefert. Er hat angekündigt, daß er alles aufrecht erhalte. Ich habe darauf geantwortet, daß er wenigstens den Versuch unter- nehmen werde, einen Beweis dafür zu erbringen, daß dasjenige, was der Angeklagte mit Recht entschieden zurückgeivhesen hat, dennoch in der Schrift enthalten ist. Er hat nicht den leisesten Ver- such dazu gemacht. Er hat den Versuch nicht unternommen, denn er hätte scheitern müssen an dem Wortlaut der Schrift selbst. Es heißt da, der Angeklagte habe die Absicht gehabt, durch revolutionäre Aufreizung der Arbeiter beider Länder einen An- griff Frankreichs auf Deutschland zu fördern oder anzuzetteln. Wie diese Auffassung auch nur entstehen konnte, ist mir unklar. In der Entstehungsgeschichte, die der Angeklagte geliefert hat, ist vielleicht der Schlüssel zu finden. Nur so erklärt es sich, wenn man annimmt, daß der Beamte, der dem Oberreichsanwalt die Broschüre zur Verfolgung gebracht hat, ihn geradezu hypnotisiert, ihm bei dieser Unterredung sofort die Auffassung beigebracht hat: daö ist l.'ochverräterisch. Wer aber auch nur oberflächlich die Schrift liest, ivcr nur eine Ilhnung hat von dem Streben der Sozialdemokratie, insbesondere des Angeklagten, der kann es nicht für möglidThalten, daß er auf den Wahnwitz hätte kommen können, daß ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland angezettelt werden sollte. Tie Schrift ist vom ersten bis zum letzten Wort der Aufgabe gewidmet, de» Krieg namentlich zwischen Kulturvöltern unter allen Umständen uumöglich zu machen. Der Angeklagte will ja gerade, daß alle �politische Kraft des Proletariats entfaltet werde, um dieses Ziel erreichen. Wie kann man da behaupten, daß dieser Angeklagte, dessen Schrift durchtränkt ist von dem Bestreben, die Kriege zu verhindern, meinen könnte, einen Krieg anzetteln zu sollen zwischen diesen beiden Kulturvölkern! Der Oberreichsanwalt hat aber vor allen Dingen auch nicht den Beweis zu führen unternommen, daß in der Schrift steht, lvas die Anklageschrift in wesentlichen Stellen von ihr behauptet. Es heißt in der Anklage, die beschlagnahmte Broschüre sage: das Proletariat sei reif für eine derartige Propa- ganda, die Zeit sei nahe herbeigekommen zur Beseitigung des iöccrcs. Wo steht in der Broschüre auch nur etwas AehnUches? Nirgends eine Andeutung davon! Im Gegenteil, es steht darin. daß die Beseitigung des Heeres leider nach Auffassung der An- geklagten noch in sehr, sehr weiter Ferne liege. Es ist das letzte Ziel des Antimilitarismus die Beseitigung des Militarismus mit allen Erscheinungen, die im Grunde genommen die Existenz des Xxeres darstellen. Wann dieses Ziel erreicht iverden kann, hat der Angeklagte auf Seite 112 mit aller Deutlichkeit angegeben. In- dessen betrachtet die Sozialdemokratie die Beseitigung des Mili- iarismus allein für unmöglich. Nur mit dem Kapitalismus, der letzten Klassenherrschaft, kann der Militarismus fallen. Wie kann man sich deutlicher ausdrücken? Kann man klarer sprechen, daß die Beseitigung des Heeres nicht ein Gegenstand der näheren Zukunft sein kann ohne Beseitigung der ganzen Gesellschaftsordnung, die, wie der Angeklagte in anderen Partien des Buches sagte, noch fest be- gründet ist! Er sagt deutlich: Der Militarismus ist eine Erbsünde dcS Kapitalismus, die zwar hier und da gebessert werden kann, von der uns aber erst das Fegefeuer des Sozialismus befreien kann. Wer aber auch nur obenhin die Broschüre gelesen hat, wie kann der behaupten, in der Broschüre sei ausgesprochen, die Zeit zur Beseitigung des Heeres sei nahe herangekommen! Der Oberreichs- anwalt ist den Beweis schuldig geblieben, daß das darin steht, und er mußte diesen Beweis schuldig bleiben, weil da§_Gegenteil zutrifft. Genau so verhält es sich mit der Behauptung des Oberreichs- anwalts, der Angeklagte habe verlangt, daß der treu bleibende Teil von den übrigen Truppen überwältigt werden müsse. Die An- llageschrift gibt als Extrakt der Schrift des Angeklagten am Schlüsse als dessen Ziel an: das Proletariat, das schon im ganzen dafür reif sei. auszubilden in den Waffen, um gegebenenfalls, nötigenfalls ' unter Anwendung von Waffengewalt, die treu gebliebenen Truppen niederzukämpfen. Auch dieser Gedanke ist in der Broschüre nicht enthalten, nichts davon, keine Spur! Der Oberreichsanloalt hat wenigstens für einen Teil seiner Behauptung hier einen Beweis zu erbringen versucht, aber er mußte negativ ausfallen. Der Oberreichsanloalt bezieht für seine Be- hauptung sich auf das Kapitel: Entstehung und Grundlage des Militarismus. Wenn gcschichtsphilosophische Darlegungen an einer Stelle enthalten sind, dann sind sie hier. Hier stellt der Angeklagte Betrachtungen an über Vergangenheit und Zukunft des Heeres. Da steht aber nichts von dem, n>as der Oberreichsanwalt herausgelesen bat.� Da heißt es: Die gleichmäßige Bewaffnung der gesamten Bevölkerung kann nur dann eine dauernde sein, wenn die Waffen- crzcugung selbst Allgemeingut ist. Aus dem Allgemeingut der Waffenerzeugung macht der Oberreichsanwalt im Handumdrehen ei» Berlangen nach Herstellung von Waffen durch das Proletariat. Bei der entscheidenden Stelle dieses Abschnittes da hört er zu lesen enf, und doch ist diese Stelle überaus wichtig, um das zu wissen, ivas der Angeklagte meint. Er sagt nämlich: Und in der Tat tonnen wir damit rechnen, daß, wenn auch in einer fernen Zu- kunft, die Technik, die leichte Beherrschung der gewaltigen Natur- fräste durch den Menschen eine Stufe erreichen wird. die. eine Anwendung der Mordwerkzeuge unmöglich macht, weil sie die Vernichtung des Menschengeschlechtes bedeuten würde. Ich brauche hiernach über diese Ausführungen des Obcrreichsanwalts kein Wort iveiter zu verlieren. Der Oberreichsanloalt hat gemeint, daß diese Worte gar nicht mißverstanden werden können; ich glaube das auch, aber im anderen Sinne als der Obcrreichsanwalrl Der Oberreichsanwalt behauptete von vornherein. cS bestehe Nicht der geringste Zweifel, daß die Anklage rechtlich fest begründet !c(. Der Oberreichsanwalt ist auf diese Sicherheit seines Gefühls doch wohl erst im Lgüse des ganzen Verfahrens gekommen, Denn während des Laufes zeigten sich manche Zweifel. Zunächst muß man zugeben, daß eine Aufforderung zur Vornahme einer ein hoch- verräterisches Unternehmen vorbereitenden Handlung regelmäßig noch nicht strafbar ist. Ter Oberreichsanwalt will eine Ausnahme konstatieren, nämlich dann, wenn die Aufforderung die Entfaltung einer selbständigen Tätigkeit zur Ermöglichung des hochverräterischen Unternehmens darstellt. Da? ist sehr gewunden. Ich kann nicht finden, daß darin eine klare Rechtslage zum Ausdruck kommt. Woher nimmt aber der OberreichsanwaU die Unterscheidung zwischen der Regel und der von ihm konstatierten Ausnahme? In dem§ 8ö ist dazu gar kein Anhalt gegeben, und wie falsch diese Darlegung ist, das ergibt die einfachste Betrachtung. Man nenne mir einen konkreten Fall, in welchem die Aufforderung zur Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens nicht die Entfaltung eines selbständigen Unternehmens ist! Ich weiß nicht, wie man sich das denken soll. Wir wollen prüfen, ob die Auffassung, die Lassalle in feinem Prozeß 1864 hatte, wirklich so falsch ist, wie der Obcmichs- anwalt darlegte. Ich weiß sehr wohl, daß es Theoretiker gibt, die der Meinung gewesen sind, diese Auffassung sei irrig. Aber ich be- streite mit aller Entschiedenheit, daß das Reichsgericht selbst sich schon mit dieser Frage beschäftigt hat. Die beiden vorgeführten Fälle betreffen einen anderen Akt. In dem Falle in Band 8 handelte es sich um ein Plakat, das war hergestellt, worin un- mittelbar zu einem hochverräterischen Unternehmen aufgefordert war. Was hat das mit dieser Frage zu tun? Und die Entscheidung in Band 5 ist so, daß eine Reihe von Personen teilgenommen batte an der Bildung eiuer Gruppe, die die Aufgabe hatte, die Verfassung zu stürzen. In ßZ 83 und 84 locrdcn bestimmte Arten der Vor- bereitung des Hochverrats getroffen, nun kommt dazu die bestimmte Art, daß jemand durch Schriften oder durch Reden zu einer straf- baren Handlung auffordert. Die Aufforderung ist ein besonderer, vorbereitender Akt und ist mit einer bestimmten Strafbestimmung belegt. Dann kommt schließlich die Bestimmung in§ 86: Jedes andere Unternehmen wird bestraft! Da kann das doch nur bedeuten: Eine Handlung, die nicht schon in den früheren Paragraphen be- sprachen worden ist, sondern die etwas Neues ist! Wenn der Oberreichsanwalt sich nun auf den Straßburger Professor Calker beruft, so ist andererseits bemerkenswert ein Ur- teil des Professors Calker über den§ 86: Daß es ein schlimmes Ueberbleibsel sei aus einer Zeit, die unserer rechtlichen lieber- zeugung nicht mehr entspricht. Dann haben wir erst recht allen Grund, zu prüfen: Welches sind die Kriterien dieses Paragraphen? In der«Deutschen Juristcnzeitung" hat eine Besprechung ge- standen, in der aufgefordert wird, daß die Verbindung zwischen der zu bestrafenden Handlung und dem hochverräterischen Unternehmen selbst strafbar und enger sein sollte. Wo ist denn hier in diesem Falle das straffe und enge Band zwischen der vorbereitenden Hand- lung und dem unterstellten hochverräterischen Unternehmen? Es fehlt dieses Band. Der Fall Liebknecht liegt hier ganz anders als irgend ein Fall von Hochverrat, der jemals die Gerichte beschäftigt hat, anders als der Fall Johann Jacoby, Lassallc, Bebcl-Licbknccht usw. Es verlangt der Angeklagte, die Partei solle sich mit der Gründung von Jugendorganisationen beschäftigen, die durch kein Gesetz verboten sind. Da habe ich die Empfindung gehabt nach den Ausführungen des OberrcichSanwalts, daß er schon die Gründung der Jugendorganisationen als ein moralisches Verbrechen ansieht. der Angeklagte will erst einen ZcntralauSschnß einsetzen, der von der sozialdemokratischen Partei beschlossen werden soll. Solcher Be- schluß ist legal. Der Angeklagte fordert auf zur Gründung don Jugendorganisationen, daß ein Zentralausschuß gegründet wird, daß diese Jugendorganisation unter Leitung einer Zentrale die jugendlichen Arbeiter mit Klassenbewußtsein erfülle. Auch diese Tätigkeit ist gesetzlich durchaus zulässig; wenn die gegenwärtigen Jugendvereine etwas Strafbares bezweckten, würden sie ja nicht einen Tag existieren können. Die Personen, die unter dem Ein- fluß dieser Erziehung stehen— später, wenn sie Soldaten geworden sind und wenn noch andere geschichtliche Voraussetzungen gegeben sind, dann werden sie nach Annahme des Oberreichsanlvalts einen Militärstreik machen! Für diesen Gewaltakt macht man den An- geklagten haftbar! Man mache sich das an einem Beispiele aus einer anderen Sphäre klar. Wenn Privatpersonen aus gebildeten Kreisen der Bevölkerung zusammentreten, erwägen, ob man nicht einen Ausschuß gründen solle, der seinerseits wiederum Schulen gründet, in der die russischen Kinder mit Freiheitsgedanlcn erfüllt werden gegenüber den Anschauungen des Absolutismus, so würde man ganz genau so diese Personen als Hochverräter im Sinne des 8 86 auf die Anklagebank bringen; denn wenn die so erzogenen Kinder später in einen Konflikt mit der russischen Staatsgewalt kommen, so wären wir davon die Urheber gewesen! Man kommt in dieses uferlose Gebiet, wenn man nicht dem ß 86 festere Grenzen zieht. Aber man mag diese Grenzen ziehen so tveit man will: Trotzdem und alledem, die Boraussetzungen für§ 86 sind nicht vorhanden. Der Oberreichsanwalt hat die Schale seines Zornes ausgegossen über den Angeklagten, weil er die Beseitigung des Heeres in der jetzigen Form verlangte, weil er dem Militarismus den Krieg dis aufs Messer angesagt hat. Ich darf wohl sagen, daß dieser Ausdruck nur bildlich gemeint ist, daß man einen energischen, vollen Kampf führen solle. Wenn man den Oberreichsanwalt heute hörte, mußte man annehmen, an dem Militarismus darf nicht gerührt werden. Nun, ist denn der Kampf gegen den Militarismus verboten? Der Angeklagte versteht darunter die Durchtränkung des ganzen Lebens mit militärischem Geiste, es ist ein Komplex von An- schauungen in allen militärischen Staaten, und diesen Komplex will er zunächst durchbrechen. Nun macht ihm der Oberreichsanwalt den Vorwurf, daß er mit so großem Fanatismus als ehemaliger Soldat gegen diese gesellschaftliche Erscheinung aufgetreten sei. Ja, ohne einen hochfliegenden Idealismus ist eine durchgreifende Aenderung in den Staatsordnungen niemals herbeigeführt worden, und der hochflirgende Idealismus des Angeklagten hat mit gutem Recht dafür gekämpft, die Erscheinungen zu beseitigen, die nach seiner Meinung unser öffentliches � Leben belasten. Es ist sein gutes Recht, es ist sogar seine moralische Pflicht, nach seiner Heber- zeugung die Jugend des Proletariats zu erfüllen mit dem Nüst- zeuge, daß es einer bestimmten Klasse angehört, die dazu berufen ist, entscheidend einzuwirken auf die ökonomische, soziale Uin- gcstaltung unserer Gesellschaftsordnung. Der OberreichSanwalt hat den Rekrntenabschted herangezogen und alle möglichen Auslassungen über den Kapita- lismus. Ja, ist denn die Erzeugung von Haß etwas Strafbares? Diesen Rekrutenabschied hat man in Parallele gestellt mit einem Aufsatze von Hcrvä» Diese beide« haben miteinander nichts gemein als die äußere literarische Form; innerlich sind sie grundverschieden von einander, wie der Standpunkt des Angeklagten grundverschieden ist von dem des Herve. Das hat schließlich sogar der Oberreichsanwalt zu- gegeben. Auch hier hat der Oberreichsanwalt, um die Tätigkeit des Angeklagten zu charakterisieren und daraus einen vorbereitenden Akt für die zukünftigen Gewalttätigkeiten herzuleiten, Bezug ge- nommen auf die Erklärung des Angeklagten in Stuttgart, auf seine Tätigkeit in verschiedenen Kongressen, namentlich bei dem inter- nationalen Bildungskongreß, und wenn irgend etwas gegen den Standpunkt des Anklägers zeugt, so ist es gerade diese Tätigkeit des Angeklagten auf den verschiedenen Kongressen. Es ist dem An- geklagten der Vorwurf gemacht worden, der Angeklagte habe zur Kasernenagitation aufgefordert. Das kann niemand sagen, der aufmerksam sein Buch liest. Der Angeklagte hat auf Seite 124 mit einer Deutlichkeit, die gar nicht übextxpffev feg&s ksno, avsgcjührt, dgß die Frgge der Propaganda im Heere von vornherein auszuscheiden habe, was der Angeklagte nicht nur an dieser einen Stelle vertritt. Das be- weisen seine Ausführungen auf den Parteitagen. Wenn nun der Reichsanwalt den Mut hat, zu behaupten, baß sich der Angeklagte nur die Maske vor das Gesicht genommen habe, so glaube ich, würde ich mein BerhältniS zum Angeklagten völlig mißverstehen, ihn beleidigen, wenn ich hieraus ein einziges Wort erwiderte! Seite 125 verlangt der Angeklagte, die Agitation soll nie und nirgends zu militärischem Ungehorsam auffordern, weder direkt noch indirekt. Ucbcrall fordert er, daß die Tätigkeit der Jugend- organisationen geschehen soll im Rahmen des Gesetzes. Seite 126 begründet er sein Verlangen nach Einsetzung eines Zentralaus- schusies, weil nur ein solcher alle gesetzlichen Organisationsmöglichkeiten ausnutzen könne. An dieser Stelle bitte ich, prüfen zu wollen, welche Aufgaben denn der Angeklagte diesem Zentralausschusse zu- gewiesen wissen wollte. Auch darüber hat der Oberreichsanwalt einfach hinweggelesen. Es heißt ausdrücklich Seite 126: Die Auf- gaben, die zu erfüllen sind, sind drei gesetzliche Aufgaben: die Dar- stellung von den Zuständen im Militärwesen, von den Besoldungs- Verhältnissen im Militär, die Herausgabe von gesetzlichen Flug- schriften. Das will er dem Zcntralausschutz aufgetragen haben. Nun hat der Oberreichsanwalt heute ausgesprochen: Der An- geklagte sei bestredt gewesen, sich auf den Boden des Gesetzes zu stellen. Wenn der Angeklagte dieses Bestreben hatte, bei der Ab- fassung der Schrift, wie kann er da noch in seinem Willen auch nur den eventuellen Willen aufgenommen haben, das Strafgesetzbuch zu verletzen? Die„Gewalttätigkeit". Der Obcrreichsanwalt hat den Angeklagten als einen Sozial- demokraten ganz besonderer Art zu beleuchten versucht und darum einen schroffen Gegensatz zwischen ihm und Vollmar und Bebel konstruiert. Wie das möglich ist, verstehe ich nicht. Der Ober« reichsanwalt findet in Vollmars Rede, die hier verlesen wurde, ganz genau die Gedanken wie in den Forderungen des Angc- klagten, daß die Sozialdemokratie die Jugend mit sozialistischen Anschauungen erfüllen muß, weil dadurch nach seiner Meinung das Ziel der Sozialdemokratie erreicht werden kann. Der Gegen- spt- reduziert sich auf eine verschiedene taktische Auffassung. Bebel ha: gesagt, er fürchte, daß der Kampf gegen den Militarismus zu einseitig geführt werden würde, wenn man sich speziell dafür interessiere. Das hat auch schließlich der Obcrreichsanwalt an- erkannt, daß das verwerfliche Streben des Angeklagten noch nicht strafbar sei, wenn es aus verfassungsmäßigem Wege erfolge. Der Angeklagte als Sozialdcniokrat geht ja gerade davon aus, daß diese Forderungen jetzt schon ausgeführt werden können. Dem slngeklagten muß nun nachgewiesen werden, daß er Gewalttätig- ketten beabsichtige. Das Zeugnis wird ihm auch der Oberreichs.- anwalt nicht versagen können, daß er stets den Mannesmut gehabt hat, alles zu verantworten, was er getan und ausgesprochen hat. Er hat nicht ein Wort sachlich von dem zurückgenommen, was er geschrieben hat. Er hat lediglich erklärt, daß der Schrift formale, literarische Mängel anhaften. Wenn es richtig ist, daß der An- geklagte in llcbcrcinstimmung mit der Sozialdemokratie Gewalt- tätigkeitcn verwirft— und es ist richtig— wenn es richtig ist, daß der Angeklagte eine friedliche Entwickelung mit allen Kräften durchsetzen wkll— und das ist richtig— das folgt nicht bloß aus seinen heutigen Darlegungen, sondern auch aus der Broschüre selber, dann kann man doch unmöglich behaupten, daß der Ange- klagte gewollt hat, mit Gewalt Verfassungsänderungen herbeizu- führen. Aber ich möchte doch darauf hinweisen, daß nicht nur die Slusführungen Engels, die als sein politisches Testament bekannt sind, beweisen, daß die Sozialdemokratie ans Prinzip auf dem Boden des Gesetzes bleiben will, sondern auch KautSky, der ancr- kannte Theoretiker der Sozialdmokratie, hat mit einer Schärfe sondergleichen dieser Meinung beigestimmt: der Gegensatz zwischen Reform und Revolution liegt nicht darin, daß in dem einen Falle Gewalt angewendet wird, in dem anderen nicht! Dieser Satz wird einen Eindruck zerstören, den Sie alle aus Ihren Zeitungen aufgenommen haben! Kautsky sagt klipp und klar: Der Gegensatz zwischen Reform und Revolution liegt keineswegs in der An- Wendung der Gewalt. In der Broschüre sagt der Angeklagte: Ich stelle nicht dar, waS geschehen soll, sondern untersuche, was kommen wird. Wenn Sie die Stellen lesen, die sich auf die Intervention in Rußland und auf die Intervention in Frank- reich beziehen, dann finden Sie nichts anderes, als was von Kautsky und anderen Theoretikern des wissenschaftlichen Sozialist mus ausgesprochen ist. Liebknecht will den Krieg nicht, nament- lich den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland will er mit aller Gewalt vermeiden, er will auch die Intervention in Rußland vermeiden. Er sagt, wir würden die Verantwortung für den Aus- bruch eines Krieges mit zu tragen haben, darum arbeiten wir mit Anspannung aller Kräfte, um den Krieg zu vermeiden. Nun komme ich zu der Stelle Seite 163, die dem Ober- reichsanwalt ganz besonders mißfallen hat. Da entwickelt er ein Gedankenspiel. Er erörtert die Frage nach allen Seiten und macht einen Unterschied zwischen dem, was er herbeiführen will und dem, was nach dem Resultat des Nachdenkens möglich erscheint. Er spricht von einem Kriege zwischen Schweden und Norwegen und nun folgt der entscheidende Satz, den Sie nur zusammenstellen wollen mit dem Satz, den der Oberreichsanwalt ausgesprochen hat. Er sagt: Das ist nicht das Normale der Enwicklung, auf das wir doch unsere Taktik grundsätzlich einzurichten haben. Was hier über die Taktik gesagt ist, bezieht sich auf die normale» Fälle und nicht auf die Ausnahmefälle. Die Gründung der Jugendorganisationen usw. hat nichts zu tun mit den Ausnahmefällen, die in Ungewisser Zukunft vielleicht einmal eintreten können, wegen dieser Ausnahme- fälle würde er nicht das Buch geschrieben haben, nein, er sagt: Wir können unsyre Taktik doch nur auf die normalen Fälle auf- bauen. Das verstehe ich wohl, daß es dem Reichsanwalt nicht paßt, wenn der Angeklagte sagt:„Ungünstigere Verhältnisse gibt eS nicht als einen Krieg!" Darum sagt er, das Gegenteil wolle der An- geklagte gemeint haben. Der Angeklagte sagt: Was ich geschrieben habe, habe ich auch so gemeint; der OberreichSanwalt sagt: Nein, ich sage, Du mußt ander? sagen, und dann bringe ich Dich um! Und wenn Du auch anders sagst als ich will, Du wirst doch geköpft, weil ich behaupte. Du sollst das sagen, was ich will!!! Wohin sollte man wohl kommen, wenn jemand etwas ausspricht und der Ankläger sagt: Du hast Dich nur versprochen und ich nehme daS zur Grundlage, was ich Dir unterstelle, gesagt zu haben! ES handelt sich nicht einmal um ein ganzes Wort, sondern um zwei kleine Buchstaben» mit denen der Oberreichsanwalt dem Angeklagten den Strick drehen will. Das erinnert an das Wort des PolizeiministcrS Faucht Gib mir zwei Worte von einem Menschen, und ich bringe ihn a» den Galgen. Dem Herrn Obcrreichsanwalt genügen schon zwei Buchstaben, und nicht mal Buchstaben, die der Angeklagte wirklich gesagt hat, sonder» von denen der OberreichSanwalt behauptet, daß er sie hätte sagen sollen!!! Kann das logisch richtig sein, was der Obcrreichsanwalt behauptet? Der Angeklagte sagt: Wir müssen das Proletariat bearbeiten in allen Ländern, das Gefühl der Soli- dgrität dergrt verstärken, dgs Bewußtsein der Zusammengehörigkeft Herart festschmicden, daß eS unmöglich ist. einen Krieg anzuzetteln Wenn es aber nicht gelungen ist, einen Krieg zu verhindern, dann wird es erst recht nicht gelingen, einen Krieg in seinem weiteren Verlaufe aufzuhalten, denn ungünstigere Verhältnisse zur Entfaltung der proletarischen Macht gibt es nicht. Ist der Krieg populär, dann ist der Furor erwacht, der Patriotismus entzündet — dann sind das nngiinstige Verhältnisse zur Entfaltung der proletarischen Macht, dann wäre es Wahnwitz, wenn man es nach Ausbruch eines Krieges versuchen wollte. Der Ober- reichsanwalt legt dem Angeklagten dafür schlankweg unter: Er chabe den Krieg herbeiführen wollen, weil er einen günstigen Zeitpunkt zur proletarischen Macht bedeute. Wenn Sie die Meinung ins Auge fassen, die der Angeklagte wirklich gehabt hat und die ich vorgetragen habe, dann verstehen Sie auch, wie der An- geklagte es meint: An der Sozialdemokratie beider Länder ist es, den Eintritt dieses Zeitpunktes zu beschleunigen! Den Zeitpunkt meinen wir, in dem das Solidaritätsgefühl zu stark entwickelt ist, als daß ein Krieg möglich wäre. Und wenn man an die Broschüre herangeht mit dem Bestreben, dem Angeklagten möglichst gerecht zu werden, dann kann man zu keinem anderen Resultat kommen, am wenigsten nicht zu der Auslegung, die der Oberreichsanwalt gewalt- samerweise diessem Satze gegeben hat. Nun wundert es mich, daß der Oberreichsanwalt aus den Eni. scheidungen die einzige Stelle nicht erwähnt hat, welche für diesen Fall schlagend zutrifft, obwohl sie enthalten ist in der von ihm heute zitierten Entscheidung: Danach würde die Verbreitung von Grundsätzen, die an sich oder in ihrer weiteren EntWickelung, wenn sie in der Folge Leben gewinnen, zu gewaltsamen Angriffen jener in den 88 80 und 81 gekennzeichneten Art für den Tatbestand des § 8ö allerdings noch nicht ausreichen. Damit fallen alle Aus- führungen des Oberreichsanwalts glatt zusammen. Es soll, sagt der Oberreichsanwalt, durch die Jugendorganisation die Zer- mürbung des militärischen Geistes herbeigeführt werden. Ganz gewiß, der Angeklagte will das; ist das ein Verbrechen? Nein. Es ist ein geistiger Prozeß, und das ist nicht verboten. Der Angeklagte will nur aus den Geist einwirken. Wenn eine solche Zersetzung und Zermürbung des militärischen Geistes an sich oder in ihrer weiteren Entwicke- lung platzgreift, dann ist der§ 86 nicht gegeben, selbst wenn es zu gewaltsamen Angriffen kommt. Wenn also der Oberreichsanwalt sagt, der Angeklagte müsse verurteilt werden, denn es könne später einmal zu gewaltsamen Angriffen kommen, so setzt er sich in Widerspruch mit diesem fundamentalen Grundsatz des Reichs- gerichts, und der muß aufgehalten werden, weil sonst die Freiheit jeder Forschung aufgehalten wäre. ES darf niemandem verwehrt sein, seine Anschauungen zu verbreiten, selbst wenn diese Anschauungen, wenn sie einmal Leben gewinnen, später zu gewaltsamen Angriffen Anlaß geben, wenn eine kurzsichtüge Minorität über die Majorität herrschen will. Der Oberreichsanwalt sagt, dem Angeklagten mühte nach. gewiesen werden, daß er die Gewalt als Mittel konkret inS Auge gefchßt hatte. Der Angeklagte habe sich sagen müssen, daß seine Lehren, wenn sie Boden gewinnen, vielleicht einmal zu ge» waltsamen Angriffen führen könnten. Das ist aber kein konkretes Mittel. Daß sein ganzes Streben ein friedliches gewesen ist, das hat. er so klar ausgesprochen, daß daran nicht zu rütteln ist. Er ßagtr: Schwächung des Militarismus heißt Förderung der Möglichkeit friedlicher, organischer Fortentwickelung oder wenigstens Einschränkung der Möglichkeit gewaltsamer Zu- sammenstötze. Der Angeklagte erklärt also: Wenn ich den Militarismus nur schwächen kann, dann habe ich schon etwas getan für die ftiedliche organische Fortentwickelung der Gesell- schaft oder wenigstens für die Einschränkung der Möglichkeit ge- waltsamer Akte. Daraus geht hervor, daß er nicht einmal den Gedanken von Zusammenstößen haben konnte. Soll ich nun noch den Angeklagten gegen den Vorwurf in Schutz nehmen, daß er aus ehrloser Gesinnung die Broschüre geschrieben habe? Kann man hoffnungsfroher und frischer der Ueberzeugung Ausdruck geben: Wir wollen alle unsere Kräfte anspannen, um eine ftiedliche EntWickelung durchzuführen! Wo er von Zersetzung und Zermürbung spricht, spricht er von einer organischen Zersetzung, also von einer geistigen Reorganisation. Mit wenigen Worten gehe ich noch ein auf die Rechts- auffassung, die der Präsident gestern vorgetragen hatte. Es braucht nicht weiter dargelegt zu werden, daß man ihm unmöglich den Gedanken unterschieben kann, der Angeklagte habe eine Revolution herbeiführen wollen, um auf diese Weise die HcereSverfassung umzuwälzen. Wir haben bewiesen, daß wir eine gewaltsame Revolution nicht wollen. Aber man sagt: Der Angeklagte hat die Kommandogewalt des Kaisers beschränken wollen, auch dadurch könne§ 86 verletzt werden. Der Angeklagte hat nicht einen gewaltsamen Zusammenstoß herbei. führen wollen, sondern er fürchtet im Gegenteil, daß die Staats- streichgelüste von einflußreichen Personen und Zeitungen zu einem Angriff aus das Volk führen. Gesetzt diesen Fall; wäre dann das Gewalt im Sinne des 8 86? Der Obcrreichsanwalt ging schnell darüber hinweg. Er sagt: Nein, die bloße Verteidigung der Ver- fassung ist noch nicht Gewalt, aber wenn ein Befehl nickt aus- geführt wird, kommt eS eben zur Gewalt. Selbst Herbe, der den Militärstreik will, hat in seiner Broschüre ausgeführt, daß es gar nicht zu Gewalttätigkeiten kommen soll und nicht kommen kann. Denn in einem solchen Falle wird die Truppe beschäftigt sein und die Polizisten werden nicht genügen, die Leute zum Heere zu bringen. Wenn in einzelnen konkreten Fällen ein Teil der Truppen den Gehorsam verweigert, so wird damit die Heeresver- fassung, das stehende Heer, die Fundamentaleinrichtung, doch nicht beseitigt; es wird lediglich ein Akt der Kommandogewalt verletzt. Wenn man genau prüft: Welche« sind die wahren, nicht durch Parteilridenschaften verzerrten Ansichten des Angeklagten? dann kann man aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen zu keinem anderen Resultat kommen, als den Angeklagten frei- zusprechen. Der Oberreichsanwalt hat in seiner Anklageschrift tatsächlich einen anderen Standpunkt eingenommen, als in dem Eröffnungsbeschluß. Er hat gestern wieder einen anderen Stand- Punkt eingenommen, gestern kam ein neuer dazu. Die Tatsachen haben sich aber nicht geändert, auch nicht die Beweisaufnahme, geändert hat sich nur die rechtliche Beurteilung. Da verstehe ich es sehr gut, daß der Beamte, der die Anklage veranlaßt hat, seiner- seits von vornherein angenommen hat, daß 8 � 3ur Anwendung kommen könnte. Aber ich verstehe nicht, wie man 8 86 gegen den Angeklagten nach Kenntnisnahme des Buches hat zur Anwendung bringen können. Ich verstehe es nur. wenn man unter dem Eindruck steht: Das ist strafbar, also welches ist der rechtliche Gesichtspunkt. aus dem heraus man eine Bestrafung eintreten lassen kann? Das ist aber nicht der Standpunkt, den Sie, meine Herren, einnehmen, und so werden Sie dahin kommen, den Angeklagten freizusprechen. Plaidoyer des Rechtsantvalts Hezel. Hohe Senate! Ich werde es im Gegensatz zu den Ausführungen meines Herrn Vorverteidigcrs, deren Wucht nach der Richtung der zentralen Bcweisfrage lag, für meine Aufgabe erachten, vor Ihnen, die Sie gewohnt sind, als Richter eines mehr Kassationszweckcn ge- widmeten Urteils hier zu sitzen, mehr zur Anklage in thesi(b. h.: gesetzten Falls die in der Anklage aufgestellten tatsäcklichen B e- hauptungen treffen zu) zu sprechen. Die Verteidigung stellt sich zunächst im Anschluß an die Ausführungen des Oberreichs- anwaltes vor die Frage: Ist dir Anklage— von der BeweiSsrage gänzlich abgesehen— vielleicht nicht schon in tstesi abzuweisen? Die Verteidigung kommt Zu einer Bejahung dieser Frage, wobei ste von vornherein betont, daß sie felbstverständlich sich jedes «ophismas zu enthalten auf das eifrigste bestrebt ist. daß sie es c>?e u uur für ihre Aufgabe halten kann, gemeinsam mit �hnen beizutragen zur Findung dessen, was recht ist. Der Loerrelchsanwalt hat in dieser Richtung angezogen die Vertcidi- gung, die Ferdinand Lassalle am 12. März 1864 vor dem preußischen StaatSger-chtshofe für sich selbst als Angeklagten ausführte. Ich darf diese Verteidigung in ihrem gesamten Inhalt und deren recht- «chen Deduktionen, losgelöst vom konkreten Anklagestoff, als notorisch betrachten. Der Oberreichsanwalt hat sehr richtig aus- geführt, datz� das damals geltende System des Reichsstrafgesetz- Luches dergestalt identisch ist, daß Erwägungen über das innere Verhältnis der Paragraphen zueinander, die damals unter der Geltung des preußischen Strafrechtes richtig sind, auch noch heute müssen. Und nun nimmt in der Tat die Verteidigung für sich zum Schutz des Angeklagten in Anspruch eine Ausführung dahin, daß sie sich den Satz zu eigen macht: Aufforderung zur Bor- bereitung von Hochverrat ist nicht strafbar. Die Verteidigung macht sich den Satz zu eigen, den man im Sinne der Ausführungen 1™). �-vßalle die exceptio Lassalleana prima(erster Einwand �assalles) nennen könnte. Die Verteidigung wird sich nicht damit aufhalten, Ihnen nochmals zu wiederholen, von welchen Er- wagungen ausgehend sie diesen Einwand für durchschlagend er- achtet, sie begnügt sich, Ihnen als gewiegten Kassationsrichtern gegenüber einfach auf diesen Einwand zu verweisen. Das ist der erste rechtliche Einwand, den die Verteidigung zu machen hat. Im Anschluß daran wird sich die Verteidigung jetzt mit der Frage beschäftigev, in welchem Verhältnis der Eröffnungsbeschluß in Hinsicht seiner rechtlichen Anschauung mit dem von Haase bereits gestrelften zentralen Entscheid in Band 6, Seite 60, steht. Die Verteidigung hat auf das eingehendste erwogen, ob die Frage zu bezahen oder zu verneinen sei, daß der Eröffnungsbcschluß genau aus dem Boden dieser Entscheidung steht oder ob man etwa ge- neigt sei, den Boden dieser Entscheidung zu verlassen und Rechts- Grundsätze sich zu eigen zu machen, die über die dort entwickelten Anschauungen hinausgehen. Die Verteidigung wird sofort bc- zeichnen, aus welchem Grunde ihr in dieser, Richtung ein Zweifel beigekonunen ist. Der Eröffnungsbeschluh formuliert so: Die vor- bereitende Handlung wird darin gesehen, daß der Angeklagte ein Buch verfaßt hat und zur Drucklegung und Verbreitung gebracht hat, in dem er eintritt für die Organisierung einer über das ganze Reich zu verbreitenden antimilitaristischen Propaganda zwecks organischer �Zersetzung des militärischen Geistes. Nun folgt der Satz im Eröffnungsbeschluß, als deren notwendige Folge sich dann im Falle eines unpopulären kriegerischen Unternehmens(wie jetzt schon in besonderen Ausnahmefällen) der Militärstreik und die etwaige Aktivierung der Truppen für die Revolution ergeben werde. Der Verteidigung ist bei wiederholter Lektüre dieses Eröffnungs- beschluffes ein Zweifel gekommen, und der ist jetzt noch nicht völlig zerstört: Ob die Worte, als deren notwendige Folge sich ergeben werde, so auszulegen sind: Als deren notwendige und gleichzeitig vom VorstellungSkreiS des Angeklagten vor Abfassung der Schrift aufgenommene Folge sich das und das ergeben werde; oder ob etwa eine abgeschwächte Auffassung diese Worte dahin verstehen lassen will: daß der Angeklagte ohne eine derartige Folge zu bc- absichtigen, sich nur vorgestellt habe, sein Buch werde, könne eine solche herbeiführen. Wobei die Verteidigung toeiter noch erwogen bat, ob, wenn das der Sinn des EröffnungSbeschluffes wäre, der Zeitpunkt, zu dem beim Angeklagten derartige Erwägungen, der- artige interne Akte eingetreten sind, liegen soll vor der Abfassung des Buches oder etwa später. Die Zweifel, die in dieser Richtung für die Verteidigung bestanden haben und noch bestehen, haben eine besondere Verstärkung erfahren dadurch, daß im Fortgang des Eröffnungsbeschlusses es heißt: Der Angeklagte habe die Mittel und Wege nicht nur nachgewiesen, sondern auch direkt zur An- Wendung dieser Mitel aufgefordert, welche bestimmt und geeignet erscheinen, die Verwirklichung deS oben bezeichneten hochverräteri- fchen Erfolges zu ermöglichen. Der Verteidigung fällt auf, daß hier das Wort erscheinen gebraucht wird, daß man nicht sagt: Mittel und Wege, die geeignet sind. Ich würde diese Zweifel nicht herausgeholt haben, wenn nicht die heutige Anklagcbegründung des Oberreichsanwaltes mir diese Zweifel wiederum in eigen- artiger Weise verstärkt hätte. Wenn ich den Oberrcichsanwalt richtig verstanden habe, so will er letzten GrundeS den Boden der zentralen Entscheidung, die ich vorhin anzog, verlassen, und er will noch weiter gehen und sagen: Selbst dann, wenn bei der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens die Folge, in der sich das Unternehmen darstellen würde, nicht ckolo directo(direkter Vorsatz) intendiert, sondern nur ckolo eventuali, als möglicherweise eintretend vorgestellt ist, in kausalem Folgezusammenhang mit den Handlungen, in denen die Vorbereitung des Hochverrats gesehen würde: selbst dann würde eine Frage deS hochverräterischen Unternehmens zu bejahen sein. Die Verteidigung hat infolgedessen Veranlassung, auf diesen Punkt zum Schutz des Angeklagten präsentiv, rein in tbesi, einzugchen und nimmt aus dem innersten Sinn und Geist des Hochverrats- delikts heraus de» Standpunkt ein, daß eine derartige Konstruktion gänzlich abzulehnen ist. Nur dann, so sagt die Verteidigung in tbesi, wenn dasjenige Hochverratsunternehmen, welche? im Sinne einer Vorbereitung unter Anklage steht, bereits bei dem ersten Beginn der Handlung, in denen die Vorbereitung erblickt war, beabsichtigt war als etwas zu Erreichende?, was ckolo directo erreicht werden sollte, nur dann ist der betreffende Akt, der als VorbereitungSakt angesprochen werden soll, wirklich in tbesi als ein Vorbereitungsalt ansprechbar. Es ist möglich, daß ich den Sinn des Eröffnungs- bcschlusses damit nicht gestreift habe. Ich weiß nicht, wie er ge- meint war, aber jedenfalls hat die Verteidigung streng den Stand- Punkt einzunehmen: Es muß mindestens in dem Zeitpunkt, zu dcoi der erste äußere Tätigkeitsalt gesetzt wird, in dem die Vorbereitung des Unternehmens gefunden werden soll, mindestens in diesem Zeit- Punkt das hochverräterische Unternehmen vollkommen im Sinne eines hinreichend konkret umrissenen BildcS in die WillenSfphäre des Aiigeklagten aufgenommen sein. Wenn w>r nun einmal die Anklage als eine in tbesi haltbare annehmen wollen, wird zur BcweiSfrage folgendes generell auszu- führen sein: Wenn bestimmte Handlungen als vorbereitende Hand- lungen eines hochverräterischen Unternehmens unter Anklage gestellt werden, so kann man(wenn man den Kreis der Möglichkeiten all- gemein überschaut) zwei Gruppen von Fällen klar unterscheiden, nämlich solche Fälle, in denen der Beweis für das zur Anklage stehende hochverräterische Unternehmen nur gefunden werden soll in den BorbereitungSakten, die gekennzeichnet sind, oder aber— das ist die andere Gruppe— in denen der Beweis, daß ein solches Unternehmen geplant wird, geführt wird nuS Momenten, die nicht sich decken mit dem, was als konkrete Vorbereitungshandlung hervortritt. Als ich gestern von der Vorbereitung eines Fürsten- mordcS sprach, ging mir durch den Kopf: Wenn sich jemand Eisen kauft, um daraus eine Höllenmaschine für einen Fürstenmord zu konstruieren, dann wird man ihm aus der Tatsache des Eisen- kaufes noch nicht beweisen können, daß er einen gürstenmord be- gehen wolle, und ebenso wird man, wenn der VorbereitungSakt für das unter Anklage stehende behauptlich vorbereitete Unter. nehmen bestand in der Tatsache der Drucklegung und der Ver- breitung einer Schrift, zwar in gewissen Fällen möglicherweise aus der Schrift allein, aus ihrem Inhalt, mit absoluter Evidenz gleich. zeitig den Beweis führen können dafür, daß mit dieser Schrift vor- bereitet werden solle ein hochverräterisches Unternehmen, wenn etwa die Schrift eine Aufforderung zu unmittelbarem Hochverrat im Sinne des 8 85 sein würde. In anderen Fällen wird man aber aus der Schrift nicht immer allein den Beweis zu führen auch nur unternehmen wollen, daß ein hochverräterisches Unter- nehmen geplant worden ist. Nun weiß ich nicht, welches in dieser Richtung die Stellung ist, die die Anklage zur Beweisführung ein- nimmt. Glaubt die Antlajje. mit dem bloßen Hinweis auf Inhalt, innere Substanz der Schrift auszukommen, oder glaubt sie, noch andere Momente zur Beweisführung hereinziehen zu müssen? Laflalle hat feinerzeU in dem gestreiften Prozeß mit höchster geistiger Scharfe darauf hingewiesen, daß in einem solchen Falle, wenn eine Schrift inkriminiert ist, die als vorbereitende Handlung eines hoch- verräterischen Unternehmens angesprochen ist, selbstverständlich nicht die Schrift das corpus ckeücti(Gegenstand des Vorwurfs) ist, corpus delicti ist das hochverräterische Unternehmen; die Schrift ist nur ein Beweisstück, und so ist nun für uns die Frage auf- geworfen: Genügt der Inhalt der Schrift allein, um einen Beweis gegen den Angeklagten zu führen? Und da wird in tbesi der Grundsatz aufzustellen sein: Wenn eine zur Drucklegung und Ver- breitung kommende Schrift angesprochen wird als die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, und wenn man dem An- geklagten, der diese Schrift zur Drucklegung und Verbreitung gebracht hat, nicht außerhalb dieser Schrift den Beweis liefert, daß er das hochverräterische Unternehmen geplant habe, dessen Vor- bereitung diese Schrift zu dipnen bestimmt sei, dann wird man zu sagen haben in tbesi: Nur dann, wenn Inhalt und Substanz der Schrift mit einer jeden Zweifel ausschließenden Sicherheit dazu führen bei ihrer Betrachtung, daß ein konkretes hochverräterisches Unternehmen gerade durch diese Schrift vorbereitet werden sollte, nur dann ist es möglich, eine solche Schrift zu benutzen als Beweis- stück, das ein hinreichendes Ueberführungsstück sein soll. Nun hat die Anklage auch nicht den Schatten eines Versuches gemacht, uns außerhalb der Tatsache der Abfassung und Verbreitung der Schrift selbst einen Beweis dafür zu erbringen, daß diese Schrift bestimmt sei, ein hochverräterisches Unternehmen vorzubereiten, daß diese Schrift in ihrer praktischen Zwecksetzung sich darin er- schöpfe oder mindestens ihre wesentliche, ihre ganz überwiegende praktische Zweckbestimmung darin habe, daß sie ein hochverräterisches Unternehmen vorbereiten solle. Und in diesem Sinne bedauert die Verteidigung, dem Ankläger rundweg erklären zu müssen: Gemessen am Inhalt der Schrift, deren Analyse Haase vortrefflich rekapituliert hat, steht dir Anklage tatsächlich als ein vollkommen — nicht nur beweislos gestelltes, sondern überhaupt von vornherein uns nicht einmal mit einem ernstlichen Beweisanerbieten entgegen- gebrachtes hohles, reines Phantasiegebilde da, von dem man sagen kann: Ziehe dich in das durchbohrende Gefühl deines Nichts zurück. Die Schrift, die als einziges Beweisstück für das angeblich intendierte hochver- räterische gewalttätige Unternehmen uns vorgelegt wird, ist ihrem gesamten klaren Inhalt nach nichts als eine geistige Propagandaschrift. Sie ist ein Lehrbuch. Es wird in ihr nicht nur ein Wissen dar- gelegt, sondern sie läuft selbstverständlich auf Aufforderungen zu gewissen praktischen Handlungen, gewissen Organisationspläncn hinaus, aber sie ist doch in der ganzen Substanz, obwohl sie sich ein derartiges Ziel setzt, nicht anders zu bezeichnen, denn als ge- dankenentwickelnde Schrift. Darum sagt richtig der Angeklagte in der Vorrede: Sie hat den Zweck, den antimilitaristischen Ge- danken zu fördern. Alse nichts anderes soll gefördert werden, als ein Gedanke. Die Schrift will auf Hirne und nicht auf Fäuste spekulieren. Wenn das aber der�Zweck der Schrift ist— und ich wiederhole: Tie Betrachtung der Schrift kann zu keinem anderen Resultat führen— dann frage ich nun weiter zur Beweisfrage: Sind wir denn dann nicht, wenn die Llnklage den Versuch macht, aus dieser ohne Zweifel gedankenentwickelnden Schrift dem Angeklagten eine verbrecherische Absicht nachzuweisen, zunächst gezwungen, wenn wir Besonnenheit üben wollen, daß wir bei der Frage danach, ob etwa eine Schrift, trotzdem, daß sie primär(in erster Linie) eine ge- dankenentwickelnde sst, vielleicht noch eine andere Tendenz in sich trägt, uns bei einer Untersuchung in dieser Richtung mit aller Strenge und aller Billigkeit zu stellen auf den Boden derjenigen Anschauungen, die die Anschauungen des Verfassers dieser Schrift sind? Und in dieser Richtung hat, die Verteidigung zu erkläret': Daß alles und jcdcS au diesem Erfordernis bei der Anklage zu, vermissen ist. Es ist nicht der Versuch gemacht, auch nicht im entferntesten zu fragen: was sind denn auS der Schreibart, aus der Denkart für a priori Feststellungen zu gewinnen, lvas mag der Angeklagte bei der Abfassung der Schrift gewollt haben? Nichts ist in dieser Richtung vorgebracht worden. Die Schrift stellt sich für jeden, der ein elementares Wissen auf dem Gebiete der Gcsellschaftswissen- schaft hat» von ihrer ersten bis zur letzten Zeile dar als eine Emanation eines Mannes, der mit glüheirdem EthoS auf dem Boden einer evolutionistischen Weltanschauung steht. Dann aber ist es unmöglich zu sagen, der Angeklagte wolle mit einer solchen Schrift, deren zentralster Inhalt gerade der glühendste Sin» für Evolution ist, vorbereitet haben— was? einen gewaltsamen Um- stürz einer einzelnen Staatsverfassung! Etwas, daß nicht den: Hirne und den Nerven eines Marxisten, eincö Evolutionisten ent- fließen kam», sondern nur der erregten Pathologie eines Putschisten, eines Anarlhisten. Nein, sagt die Verteidigung, jede einzelne Untersuchung in dieser Richtung ist überflüssig. Nachdem man den zentralen Charakter des Buches festgestellt hat, es hieße in das innerste Herz deS Buches und deS unter ihm glühenden Ethos stoßen, wenn man mit einem Atom eines Gedankens eine Unter- stellung dem Angeklagten»nacht, wir eS die Anklage tut. Ich lehne es ab, mich im einzelnen auseinanderzusetzen mit den Versuchen, die der Oberreichsanwalt gemacht hat, das Buch auf eine Seite zu werfen, das Buch dem Anarchist»»»»? oder dem Anarcho- sozialismus oder einer derartigen Spielart zuzuweisen, und zwar deshalb, weil ich das als einen untauglichen Versuch bezeichnen müßte. Der Reichsanwalt hat heute, indem er bei der gestrigen Kontra- vcrsc, ob es an einer gewissen Stelle heißen solle und müsse: Un- günstige oder Günstige Verhältnisse, eine Auslegung aufrecht- erhalten, dir für meine Anschauung derart absolut unmöglich ist, daß ich nach dieser Probe im übrigen keine einzige Wiederlrgung vorzubringen habe. Das Geschick der Anklage— die Verteidigung gestattet sich jetzt, den BcweiSfrageboden zu verlassen— ist in der Tat, wie mein Defendent Liebknecht bemerkt hat, ein fohr fragwürdiges. Die Verteidigung stellt fest, und sie kann nicht umhin, es auszusprechen, daß die Einsetzung des UntcrsuchungS- und Anklageverfahrenö nicht stand auf festgewurzelter, aber auch nicht auf prima vista-Ueber- zeugung und-Anschauung(Anschauung nach oberflächlichem Lesen), daß hier ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet werden solle, daß sie nicht ausging von dem Gedanken: Liebknecht schrieb das Buch, wenn man das sieht, wird man inne, daß er damit Hock,. verrat ganz ernstlich beabsichtige; also sei auf der Hut! Nein, die Anklage ist unzweifelhaft auch nicht von einer solchen priina vista- Erwägung ausgegangen, und das ist die Veranlassung, daß ich sage: Man giirg von der Erwägung aus, das ist ein gefährliches Buch, dagegen muh etwas geschehen! Und die Verteidigung bedauert es. aussprechen zu müssen: Daß der Oberreichsanwalt heute früh in den überwiegenden Partien seiner Anklagebegründung den juristi- scheu Boden verlassen hat. Es ist auch nicht ein versuch gemacht worden» im Sinne dessen, was uns als Juristen interessiert und bewegt, mit der Kantenschärfe der juristischen Wissenschaft dem Buche beizukommen, sondern der Ankläger selbst ist es»etvesen. der sich auf den Boden von rein moralisierenden Betrachtungen zurückgezogen hat. Wie wir uns alle selbst stellen, wie Sie sich stellen, wie sonst jemand sich stellt zu der»nneren Godankensubstanz, zu der Frage, ob das. was der Angeklagte anstrebt, sittlich, weltpolitisch, weit- moralisch wünschenswert ist, das geht uns nichts an, das geht uns gar nichts an. Und»vir alle, Sie, meine Herren Richter, wie die Verteidiger, die sich nur als grundehrliche Koopcratorcn betrachten in der Findling dessen, was rechtens ist, Sic müssen mit dieser Besonnenheit herangehen an die Würdigung de« Büches» iu dem Sinne, daß abgelehnt wird eine stimmungsmäßige Stellungnahme zu dem, was der Angeklagte hier«» Tendenzen vorauSblickcnd in die Zukunft der Gesellschaft politischer» wirtschaftlicher» vSlkerrecht- licher Entwickelung vertritt. Das alles rührt uns nicht. Und noch eines ist zu sagen. Gewiß wird man dem Ange- klagten zuerkennen müssen: Das, was er vertritt, das vertritt er nicht mit der pathologischen Gereiztheit enieS Anarchisten; er ist nicht ein Fürsprech eines jäh ausbrechenden persönlichen Einzel- willen?, sondern in ihm glüht ein tiefstes Ethos, welches ruht auf einer destimmten Art der sozinlwissenschastlichcn Erlenntnis. Ob wir uns diese Erkenntnis selbst zu eigen machen oder nicht; ob jeder einzelne von Ihnen auf einem ganz anderen Boden steht als der Angeklagte: das ist gleichgültig, und es darf uns nicht hindern, inne zu werden, daß hinter dem Buch ein tiefstes, soziales, sittliches Ethos steht. Wenn aber die Dinge so liegen, dann wirft die Verteidigung die Frage auf: Warum diese Anklage? Tie Verteidigung bedauert aber— das bemerkt sie frei und fröhlich— bedauert diese Anklnge nicht, denn diese Anklage wird gewiß nach ihrer unerschütterlichen Ueberzeugung zurülkgewiesen werden. Dieser Anklage wird in Zukunft eine tiefe, große Gewalt- samkeit zugesprochen werden müssen. Sie wird in der Geschichte der HochberrratSprozcsse wieder einmal einen der schönen Mark- steine bilden-, an denen inne ward, daß man sich Anklagen verbittet, in denen man die RechtSzonr mit der Moralzone verwechselt hatte. Die moralischen Anschauungen, die Ethik, alles, was der Angeklagte ausspricht, ist dem Boden des Rechts entzogen, und Sie» meine Herren, sind bestimmt als die Edelsten und Höchsten in unserem Reiche der Pflege des Rechts zu dienen. Die Wirkung dieser An- klage— seien Sie überzeugt— wird eine große und gewaltige sein. Die Verteidigung geht noch einen Schritt weiter. Sie stellt sich objektiv, geistig überschauend, auch auf den betrachtenden Stand- Punkt, derart, daß sie in eine Prüfung eintritt: Wie steht es mit denjenigen politischen und moralischen Tendenzen, auf deren Boden diese Anklage erwuchs? Die Verteidigung ist selbstverständlich objektiv genug, zu er- klären, daß sie es sich vorstellen kann, daß man aus einer tiefernsten Sorge, politischer, moralischer, rcichsmoralischer Art, sich zu dieser Anklage verstanden hat. Die Verteidigung kann nicht verkennen, daß ein großer Teil unserer VolkSgcnoisen, unserer Beamtenschaft, unserer Verwaltungsbehörden durch die Schrift dcS Kollegen Liebknecht mit einer schwerwiegenden Sorge erfüllt werden konnte. Das weiß selbstverständlich die Verteidigung. Aber cS wäre gut gewesen, wenn man vor Ergreifung des Anklagewegcs erwogen hätte, ob diese politische Sorge eine Sorge ist, die mit den Mitteln des positiven Rechts beschwichtigt werden kann; und darauf ist ein bc- dingungsloses Nein zu erklären! Was Liebknecht will, ist eine anti- militaristische Propaganda. Der Angeklagte, der als gänzlich freier Bekenner dessen, was er ist, aus seinem Hirn und seinem Herzen kein« Mördergrube macht, hat Ihnen restlos enthüllt, wie das Wort Antimilitarismus in sich zusammenfaßt die Kampfmethode, die er anwenden will, und das ist eine ausdrücklich loyal unter das Gesetz sich stellende, und ich bitte, es nicht als eine banale Phrase zu be- trachten, wenn ich an den Fall aus dem Altertum erinnere, daß ein Mann wie Sokrates sehr wohl inne wurde und seinen Schuler» sagte: Ich gebe jedem den innersten Geist und Sinn unsere? Staates, so wie er jetzt vcrtvcten ist; aber ich sage Euch, Ihr Schüler, gehorcht diesen Gesehen, wartet ab der gedanklichen Ent- Wickelung, und auf diesem Wege werden wir handeln, nicht mit Fäusten, sondern mit Hirnen. Erst wenn die Hirne befruchtet sind und die Mehrheit haben, dann ist die reale Revolution möglich, die wir wollen. Sagte man von Sokrates, daß er die Jugend ver- führ«, so ist eS mir vollständig klar, daß man vom Standpunkte des Rechts aus weder nach rechts noch nach links zu schauen hat. Wohl weiß die Verteidigung, daß es eine besorgte Anschauung der Rechts- vartei. eine große Sorge der Regierung ist. Aber ich kann nur wiederholen: Alles, was der Angeklagte tut, wa« er will, intendiert, das ist entrückt in seiner Betrachtung dem Boden des Rechts, das liegt in der Zone des Ethos, und dafür ist er nicht den Gcsebcu, sondern nur sich selbst und einer höheren Verantwortung unterworfen. Diese Verantwortung hat er zu tragen; eine rechtliche Verantwortung hat er nicht zu tragen. Und es ist ein fröhliches Wissen der Verteidigung, daß Ihnen, meine Herren Richter, die Sie gewohnt sind, als Kassationsrichter zu fungieren, daß Sie schlechthin zu keinem anderen Ergebnis kommen können, als daß Sie sagen: Auch nicht ei» Schatten eines Beweises kür ein hochverräterisches Unternehmen im Sinne de« Gesetzes ist erbracht worden! Es mögen die verbündeten Regierungen, wenn sie ein Interesse daran haben, zusehen, was sie erreichen, wenn sie ein Gesetz einbringen, welches den Inhalt hat, daß die antimili- taristische Propaganda als solche, soweit sie auch nur idcologisiercnd ist, verboten werden mag. Die Stimmung der Zeit und dir Kultur- stufe unseres Volkes würden die Emanation eines solchen Gesetzes doch verhindern. Aber nur mit einem solchen speziellen Gesetz würden sie des Angeklagten Schrift treffen können; mit dem Hoch- verratSparagraphcn kommen sie ihr nicht bei. Nulls poena sine lege— jiistitia lundamentuin regnorum.(Keine Strafe ohne Gesetz— Gerechtigkeit ist das Fundament der Königreiche). Das walte Gott. Der ObcrrcichSanwalt nimmt in höchster Erregung das Wort zu einer Replik, in der er behauptet, daß die Anklagebehörde mit derselben Unbefangenheit an die Prüfung der Anklage gegangen sei, wie die Herren auf der anderen Seite, und die Anklagebehörde habe die Genugtuung, daß wesentlich nach ihren Angaben das Verfahren eröffnet sei. Mag der Ausgang des Prozesses sein wie er wolle, darin sebe die Anklage- behörde schon eine Genugtuung, daß sie mit der Anklage die An- crkennung dcS Fcrienscnats gesunden hat. Der Oberreichsanwalt versichert nochmals, daß er vollkommen ans dem Boden des Gesetzes stehe, und wenn er auch aus seiner moralischen Entrüstung über den Angeklagten kein Sehl gemacht habe, so sei das für ihn nicht aus- schlaggcbcnd gewesen, gegen ihn vorzugehen. Tie Verteidiger verzichteten dem OberreichSanwalt gegenüber auf eine Erwiderung. Nach einer viertelstündigen Pause ergriff Genosse Liebknecht das Wort zu folgender Schlußrede: Zunächst möchte ich mir einige juristische Ausführungen gc- statten, weil ich glaube, daß der juristische Ertrag noch nicht ganz erschöpft ist. Ich will mich zuvörderst befassen mit den einzelnen Merkmalen der S§ 81 und 86. Es ist auf das Gesetz zurückzugehen. DaS Gesetz ist hier, wie mir scheint, immerhin bestimmt, und die Judikatur hat diese Bestimmtheit doch nicht vollständig verwischen können. In§ 82 ist der Begriff des Unternehmens in einer Weise definiert, die unbedingt maßgebend sein muß, wo immer nur das Wort Unternehme» an anderer Stelle des Strafgesetz- bucheS vorkommt. Dort heißt es: Unternehmen ist eine Handlung, burch die das Vorhaben unmittelbar zur Ausführung gebracht werden soll. DaS ist sogar, nach allgemeiner Ansicht, enger als der Versuch. So ist das Wort auch zu verstehen in 8 861 ES muß also nach 8 86 eine Vorbereitung vorliegen in bezug auf ein Unternehmen, d. h. auf eine Handlung, durch die das Vorhaben unmittelbar zur Ausführung gebracht werden soll. Damit ist meines ErachtcnS dargelegt, daß man nun nicht plöblich im 8 86 an Stelle des in 8 82 fest formulierten Begriffes„Unternehmen" irgend etwas Nebelhaftes setzen und sagen kann: Es ist nur not- wendig ein Ziel, und dir Absicht, da« Ziel ,u verwirklichen! Nein! Wenn im A 82 der Begriff des Unternehmens definiert ist, so ist da» bindend auch für den§ 86. Und wenn die Judikatur bisher leger gewesen sein und den Begriff unbestinimt gefaßt haben sollte, s» widerspricht das dem klaren Wortlaut des Gesetzes. O weh! Herr OberreichSanwalt! Ich romme zu dem Verhältnis von§ 85 zu 86, will mich hier aber nur noch befassen mit einer Einwendung» die gegen die von der Anklage vertretene Anwcnb- barkeit diese» Paragraphen von einem h-changesehenen Juristen gemacht worden ist. In dem mir hwr vorliegenden bedeutsamen Kommentar ist in Note 1 zu ß 83 ausgeführt:„während durch eine vorbereitende Handlung, die zwar den Anfang der Ausführung nicht enthält, immerhin die eigne Ausführung vorbereitet werden muß, betrifft§ 85 lediglich die an dritte Personen gerichtete Aufforderung zur Ausführung einer nach§ 82 strafbaren Handlung. Diese Auf- forderung ist von der Vorbereitung so verschieden wie die An- stiftung von der Tat." Und es ist bekannt, daß§ 85 vielfältig auch sonst als nicht in das System hinein, sondern zu den§Z III, 112 gehörig bezeichnet worden ist. Daraus ergibt sich folgendes: Z 86 spricht von einer vorbereitenden Handlung. Wenn ich also diesem hoch angesehenen Juristen in seinen Deduktionen folgen darf... Präsident: Wer ist dieser Juri«? Liebknecht: Das ist der Herr Oberreichsanwalt Olshausen! (Große Heiterkeit und Bewegung.) Wenn also in z 86 geschrieben steht von der vorbereitenden Handlung, so ergibt sich daraus, daß es sich handeln muß um eine Handlung, die als eine eigne vor- genommen werden soll, daß es sich hier nicht handeln darf um ein fremdes Unternehmen, sondern um ein eignes Unternehmen des Hochverrats, daß also eine Handlung, die darin besteht, andre aufzufordern, ihrerseits vorbereitende Handlungen zu unternehmen, nicht unter§ 86 fällt, weil durch das Medium der Aufforderung das Band zwischen der eignen Tat und dem, was beabsichtigt wird, zerrissen wird. Ich glaube, daß damit der Anklage juristisch der Boden entzogen wird, und ich möchte wissen, ob der Oberreichs- anwalt» der selbst diese Auffassung vertreten hat, nicht am Ende aus diesen seinen eignen Darlegungen heraus die Ueberzeugung von der UnHaltbarkeit der Anklage entnimmt und infolgedessen die Anklage fallen läßt. Vorbereitung? Damit sind die juristischen Bedenken noch nicht erledigt. Was will ich zunächst? Ich agitiere für einen Ausschuß. Ich erreiche vielleicht, daß sich auf einem Parteitage der deutschen Sozialdemo- kratie ein Ausschutz bildet. Der Ausschuß agitiert vielleicht, er wird eS aber wohl nicht selber tun, sondern wieder andere Per- st-nen dazu anstellen. Was wird geschehen? In welchem Sinne wird agitiert? Im Sinne derjenigen Aufklärung— Stimmungs- mache will ich daö einmal nennen—, die ich hier niedergelegt habe. Wenn diese Stimmung erzeugt ist, dann genügt das noch nicht. Es genügt nicht, wenn ich eine Jugendorganisation habe, um da» zu erzielen, was bezweckt wird, sondern es ist dann erst not- wendig, daß der weit überwiegende Teil der Bevölkerung von diesem antimilitaristischen Geiste durchtränkt wird, ehe es möglich ist, etwas zu machen, ehe der Erfolg der Unmöglichmachung des Krieges eintritt. Und nicht einmal nur das: Sondern in beiden Ländern(so führe ich aus), die für einen Krieg in Betracht kommen, muß diese Zersetzung gleichmäßig erfolgt sein. ES Handel» sich also nicht um eine Borbereitung zu einer Borbcreitung, sondern um eine Borbereitung zu einer Borbereitung zu einer Bor- brreitung zu einer Vorbereitung zu einer Borbereitung— zu einer Aktion, die demnächst vielleicht die Stimmung erzeugen kann, den Krieg unmöglich zu»nachen. Der Begriff Vorbereitung darf über- baupt nicht logisch gefaßt tverden. Nehmen Sie au, ich hätte diese Schrift nicht geschrieben, sondern nur das Papier gekauft, in der Absicht, sie zu schreiben. Das ist unzweifelhaft eine ganz wesent» liche Vorbereitung zur Abfassung. Logisch ist gar nichts dagegen einzuwenden, daß dies eine Vorbereitung zu dem hochverräterischen Unternehmen sei. Mit demselben Recht darf man auch sagen: Tic Erzeugung von Kindern sei eine Vorbereitung zum anti- militaristischen Hochverrat. Logisch ist dagegen nichts einzuwenden. Praktisch ists natürlich lächerlich, das gebe ich zu, aber man kann doch die Absicht haben, daß die Kinder später antimilitaristisch wirken sollen. Aus alledem folgt, daß der Begriff der„vor- bereitenden Handlung" nicht logisch, sondern in einer praktisch verständigen Begrenzung gefaßt werden muß. Wann nehme ich nun an. daß der Erfolg eintritt, daß der Krieg unmöglich wird? Zunächst setze ich den Fall, es soll sich um einen Ltrieg zwischen Frankreich und Deutschland handeln. Ein solcher Krieg ist niöglich, aber glücklicherweise nicht wahrscheinlich; erste Unbestimmtheit. Was ist weiter notwendig? Die Schöpfung einer bestimmten geistigen Disposition. Um diese Disposition zu schaffen, müssen sechs bis acht Zwischenglieder, die ich eben bc- schrieben habe, durchlaufen werden und muß eine unendliche Arbeit geleistet werden. Der OberreichSanwalt meint hierbei immer: Es steht in der Schrift: Die Zeit ist reif! Darauf ist so viel herumgetreten worden. Ich kann schlechterdings nicht ein- sehen, wie inan dieses Wort so fundamental hat mißverstehen können. Es ist nirgends ein Zweifel in der Schrift gelassen, daß ich dieses Wort ausschließlich verstanden habe dahin: Die Zeit ist reif, es ist dringende Zeit, die antiinilitaristische Propaganda energisch zu beginnen; nur auf diese Weise ist es möglich, die lang- wicrige, mühselige Arbeit zu verrichten, als die sich die Aufklärung der Massen darstellt. Die Sozialdemokratie besteht seit über 40 Jahren. AIS L a s s a l l e 1863 sein Offenes Antwortschreiben erließ, sprach er die Ueberzeugung aus: Die Zeit ist reif für eine proletarische Agitation und Organisation! Im übrigen sage ich an der entscheidenden Stelle ausdrücklich: DaS Proletariat ist noch längst nicht reif! ES ist noch alles zu tun übrig! Wir sind noch in den Kinderschuhen!— Meines ErachtenS kann also keine Rede davon sein, daß ein bestimmtes Unternehmen von mir geplant worden. Gnade vor Recht. . Run haben wir gestern und heute früh mehrfach die Wechsel- weise, abenteuerliche Geschichte und den jetzigen Zustand der An- klage zu erörtern gehabt. Nachdem ich annehmen muß, daß daS bisherige Verfahren in eine ausreichende bengalisch« Beleuchtung gesetzt worden ist, will ich a»iS einen« chevaleresken Gefühl heraus jetzt zu diesen vielen Angriffen nicht mehr hinzuhäufen. Ich bin zwar der ain meisten Betroffene; diese Aktion bezweckt ja nichts weniger, als»nich ins Zuchthaus zu bringen. Aber ich will Gnade vor Recht ergehen lasse». Ich habe mich hier abzufinden mit der Tatsache, daß jetzt eine ganz neue Anklage gegen mich erhoben ist. Mit der Anklage deS OberreichSanwaltö habe ich mich befaßt; die kommt aber kaum mehr in Frage, sie ist ja von den, Prozetzlcitcr eigentlich überhaupt nicht mehr zur Erörtc- rung gestellt worden. Die Anklage wiederum, die mir vom Richter- tische entgegengehalten wurde, weicht beträchtlich ab von der An- klage der Anklagebehörde. � Wir sehen uns in dieser Verhandlung vor einer sehr außergewöhnlichen Dissonanz zwischen Anklage- behörde und Richtcrkollegium, die einander geradezu bekämpfen; und ich stehe in der Tat vor der Notwendigkeit, mich nicht gegen den Ankläger zu verteidigen, sondern gegen eine Formulierung, die mir vom Richterttsch aus entgegengehalten wird. DaS Reichsgericht ich wohl imstande, von feinen eigenen Beschlüssen abzugehen. Ich muß infolgedessen gegenüber dem Beschluß von heut morgen nochmals betonen, daß kein Zweifel obwalten kann, daß mir die Formulierung, die mir der Präsident gestern vorgehalten hat, eine andere Tat zum Vorwurf macht, als die Anklage und der Eröffnungsbeschluß. ES ist bisher nirgend die Rede gewesen davon, daß mein Zweck darauf gerichtet sei, die Kommandogewalt dcS Kaisers zu beseitigen. DaS ist ein Novum. Allerdings stützt cS sich auf Stellen meiner Schrift, aber dies rein äußerliche Faktum ist absolut nicht imstande, ttie nötige Identität der Tat herzustellen. Das ergibt sich schon daraus, daß zu jedem konkreten Hochverrat ein konkretes Ziel gehört, und wenn an Stelle de» Ziele», da» mir imputiert worden war, Abschaffung deS stehenden Heeres, nunmehr gesetzt wird die Aufhebung der Kommandogewalt des Kaisers, dann ist das ein neues Ziel, und ich stehe vor einer neuen Anklage, und wenn ich daraufhin verurteilt werde, dann bin ich rechtswidrig verurteilt worden. Wenn eine andere Handlung vorliegt, danv können Sie mich gar nicht verurteilen, weil dann die Preßverjührung eingetreten ist. Deshalb ist es für mich eine wichtige Frage, ob die Herren, die bisher der Meinung waren, daß es dieselbe Tat sei, wirkilch noch auf diesem Standpunkt stehen. Ich fordere also als Angeklagter— es handelt sich um meine Freiheit,— nicht um meine Ehre, den» die unterliegt nicht der Macht des Gerichts, die könnte mir durch einen Spruch dcS Gerichts nicht genommen werden— ich fordere, daß ich insoweit wegen Verjährung außer Verfolgung gesetzt werde. Wie stehts nun aber mit dieser neuen Anklage, wenn ich sie zugrunde lege? Danach soll ich die Kommandogewalt des Kaisers zu vernichten geplant haben, und �>oar mit Gewalt. Ich habe jedoch im wesentlichen von Staatsstreichen gesprochen. Es ist natür- lich, daß für einen solchen Fall alles zu Boden fällt, weil eine jtaatsstreichlerische Gewalt nicht legitim ist und das Volk nicht bindet, weil ihre Abwehr Verfassungsschutz, nicht Hochverrat ist. Aber nehmen wir einmal an, daß es zu Unruhen kommt. Setzen wir den Fall von Hildburghausen, wo 1904 Militär gegen „rebellierende" Techniker requiriert worden war. Wer hatte damals das Militär kommandiert? Es war ein blutjunger Leutnant, der auf polizeiliche Veranlassung einschritt. Ja, der Leutnant ist doch nicht der Inhaber derjenigen Kommandogewalt, von der in der Verfassung die Rede ist! Truppen sind bei dem Bergarbeiterstreik von 1889 in Rheinland-Wcstfalen vorgegangen. Wer hat sie herbei- gerufen? Nicht der Kaiser— der Obcrpräsident der Provinz; und der war dazu berechtigt. Wenn ich unter diesen Truppen agitiert hätte— etwa im Sinne der RevolutionSromantik der Neichsanwalt- schaft— um sie zu veranlassen, nicht zu schießen, würde ich sie damit veranlaßt haben, einem Befehle des Kaisers nicht zu folgen? Soll man denn wirklich noch nötig haben, sich gegen eine solche Idee zu verteidigen? Nun nahmen wir einmal an, daß ein riesenhafter General- streik über ganz Deutschland ausbricht, der Kaiser erklärt den Be» lagerungSzustand, Truppen werden konsigniert, sollen losschlagen, und nun will ein Teil der Truppen nicht gehorchen. Der Vor- sitzende meint, unter diesen Umständen könne dadurch Blutvergießen entstehen, daß nunmehr die gehorsanien Truppen jene Truppen, die in passiver Resistenz stehen, durch Gewalt nötigen sollen, ihre Pflicht zu tun. Aber dann kommt ia doch die Gewalt hinterher, dann ist ja doch die Lähmung der Kommandogewalt vollzogen, be- vor die Gewalt kommt, und die Gewalt findet statt, um sie wieder herzustellen. Daran ist doch gar nicht zu zweifeln. Diese Unter» stellung, diese legendäre Möglichkeit, von der hier die Rede ist, sie setzt den Fall so, daß die Gewalt geschieht nicht zur Lahmlegung der Kommandogewalt des Kaisers, sondern hinterher, nachdem die Lahmlegung vollzogen war. Auch auS diesem Grund« kann ich sagen: Die Anklage ist schon rechtlich von Grund auS haltlos. Die Jugendorganisationen sollen Erkenntnis verbreiten. DaS dürfen siel DaS darf ichl Weshalb soll ich das nicht? Weil ich die Ueberzeugung hege, daß die Verbreitung von Aufklärung unter Umständen zu revolutionären Ereignissen führen könnte. WaS wollen Sie aber gegen die Ver- brritung von Aufklärung machen? ES gibt keine Macht der Welt, die sie verhindern könnte. Auch ein Spezialgesetz, von dem der eine Verteidiger sprach, könnte das nicht verhindern. Auch eine fundamentale Vcrfassungsbestimmung garantiert das förmliche Recht dazu. Ich will diese Aufklärung und verspreche mir von ihrer Verbreitung eine moralische Disposition der Bevölkerung, die kulturwidrige Gewalt unmöglich macht. Also weil ich meiner- seits eine Hoffnung knüpfe an eine Handlung, die ich vornehme, darum wollen Sie mich bestrafen! Im 5. Bande seiner Ent- scheidungen hat daS Reichsgericht den Fall erwogen, daß jemand fein Kind et Iva dahin unterweist: Wenn eS geschehen sollte, lieber Junge, daß man gegen das Proletariat Gewalt anwenden wollte, dann ist es notwendig, wenn du erwachsen bist, daß du wieder Ge. walt anwendest! DaS ist nach dieser Entscheidung des Reichs- gerichts nicht strafbar. Aber ich fordere gar nicht einmal eine Er- fiehung zu revolutionären Grundsätzen in diesem Polizeisinn, ondern nur im Sinne der Slufklärung, der Belehrung. Das ge- niigt vollauf. Die Erkenntnis ist eS, die uns die Leute bringt. Wissen ist Macht! Niemand kann hindern, daß daS Wissen ver- breitet werde, und damit ergibt sich, daß nichts von mir geschieht, was gehindert werden könnte. Das einzige gefährliche ist die Perspektive, die ich eröffnet habe. Wenn die Erkenntnis, die ich wünsche, verbreitet wird, dann ist das gefährlich für die Barbarei »»»serer gegenwärtigen Zustände. Diese Perspektive aber ist bei- leibe kein hochverräterisches Unternehmen. Ich bin nicht daran schuld, daß die Aufklärung über daS Wesen unserer Gesellschafts- ordnung gefährliche Stimmungen zeitigen kann! Das ist die Schuld der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung. ES gibt ein auS- gezeichnetes Mittel, diese Gefahren zu beseitigen, die Ihnen drohen: Sorge man dafür, daß an Stelle deS gegenwärtigen HeercSsystemS ein unserer Kultur entsprechendes System eingeführt werde, daß das Heer nicht gebraucht werde gegen den inneren Feind, daß die militärischen Lasten sich vermindern, daß die Soldatcnmißhand- lungen verschwinden und alles das, was unseren Militarismus zu einer Kulturschmach macht. Dann würde mein« Aufklärungsarbeit Ihnen unschädlich platt zu Boden fallen. ES handelt sich hier um das Faktum, daß durch die Verbreitung einer geistigen Klarheit. einer moralischen Auffassung, einem Lebensbedürfnis, die notwendig im Widersatz stehen zu der Unvernunft, Unkultur und Ungercchtig- keit unserer sozialen Zustände, ein Antagonismus erzeugt wird, der den herrschenden Klassen Schwierigkeiten bereitet. Diese An- klage will jenes Hohnwort Lassalles zur Wahrheit machen: daß die Verbreitung von Brrnunst bereit? Hochverrat sei. So liegt die Sache in der Tat! Dieser mein Prozeß ist ein Tendenzprozeh im eigentlichsten Sinne de» Worte», ein Prozeß, gerichtet nur gegen meine Tendenz, gegen meine Gedanken und Wünsche, hervorgegangen aus den politischen Wünschen meiner politischen Gegner. Jede Handlung. die von mir unternommen wird, erschöpft sich in der Verbreit, mg von Vernunft und ist an und für sich legal, ganz offenbar legal! Durch die Hoffnungen und Erwartungen, die ich an sie knüpfe. mögen sie sein, welche sie wollen, kann sie nimmermehr ungesetzlich werden. Die Feigheit deS Angeklagten. Natürlich hege ich nicht den geringsten Zweifel, daß alles daS» jenige, was ich antimiltaristisch tue. sehr weiten Kreisen höchst un- angenehm ist. Ich wußte, daß ich mir sehr mächtige Feinde zuziehen werde durch das, was ich tat, und ich habe es getan im vollen Be- wußtsein dessen, eine Welt von wohlgelvappneten Feinden �nen mich aufzurufen. Angesichts dieser Tatsache, angeMstS meines Verhaltens bisher, nicht nur in diesem Prozesse, hat der OberreichSanlvalt heute den Geschmack besessen, mir zu imputieren, daß ich mir eine Maske aufsetze. Der Verteidiger Haase hat diesen Anwurf bereits so erledigt, wie er meines Eft achtens nur erledigt werden darf. ES ist etwas viel ernsteres, als Rechtsanwalt, als Familienvater, als gänzlich vermögensloser Mensch, der von seiner persönlichen Arbeit lebt, sich in den Strudel der Politik hineinzuwerfen und anzubinden mit den webr- haften Vertretern unserer heutigen Zustände. Da» ist viel gefährlicher, als Anklagen zu erheben» und ich weiß nicht, woher der ObcrrcichSanwalt die Legitimation entnimmt, auch nur den Schatten eines Vorwurfes gegen miWzu erheben, der dahin zielt, als ob ich feige sei. Ach, Herr Oberrcichsanwalt, ich bin nicht feige! Ich stehe zu meinen Taten! Ich bin nie feige gewesen, und ich meine, daß es eiuco Sozialdemokraten unwürdig ist, auf den Barwurf der Feigheit überhaupt zn antw.vrten. Und nunl Wie ist die Situation hier in diesem Eaaltl Ich habe schon töleBethett fietont, such außerhalb dieses KauseS: Dieser Prezeß ist ei» GetteSzeschenkl Ja, ist da» nicht richtig? Ist das kein Gottesgeschenk, daß ich mich einer solchen Anklage, einer solchen gerichteten Anklage gegenüber sehe, daß es uns möglich ist, daß es gerade mir möglich ist, hier vor der ganzen Welt meinen antimilitaristischen Standpunkt zu ent- wlckeln! Das ist in der Tat etwas, was ich nicht genug preisen iannl Und wenn ich wenigstens einer wohlgewappneten Anklage gegenüberstände! Aber einer Anklage gegruiiber, die nichts anderes zu erregen imstande ist als Mitleid— da könnte ich keine Regung der Feigheit haben, selbst wenn ich ein Hasenherz wäre! Ei« systematischer Feldzug. Aus den Vorgängen der letzten Zeit geht klar herbor: Es gilt einen systematischen Feldzug gegen den Antimilitarismus und die Jugendbewegung! Und dies hier ist die erste große Kavallerieattacke. Wir haben ja gehört, wie ernst man den Antimilitarismus an ein- flußrcichen Stellen auffaßt. Man begann mit den Jugendorgani- fatwnen. Wir sahen wie vor fast Jahresfrist in Königs- ? c c,n Familienvater unter dem Weihnachtsbaum weg verhaftet wurde, ohne jede begründete Veranlassung, zu einer Strafvollstreckung, nachdem er schwer ver- urteilt worden war, well er Leiter einer Jugendorganisation ge- Wesen ist. Demnächst kamen die Verfolgungen der Berliner Or- ganisation, der anderen norddeutschen Organisationen, offenbar rechtswidrige Akte der Polizei in großer Zahl. Da bin ich gern bereit vor Gericht zu beantworten. Ein Landrat aus der Umgebung Berlins gibt nicht, wie es seiner Pflicht entspricht, dem Vertreter der Jugendorganisation auf seine gehörige und wohlbegründete Beschwerde eine pflichtgemäße, sachliche Antwort, sondern fertigt den Beschwerdeführer wie einen Schulbuben mit ungezogenen Redensarten ab. Und dieser Hochverratsprozeß steht nicht allein. Schon schweben drei oder vier derselben Art. Wem unter diesen Umständen nicht schon klar wurde, daß man hier ein bestimmtes Ziel im Auge hat, das Ziel, die antimilitaristische Agitation zu vernichten. die Jugendorganisationen abzutun, der mußte schon mit Blindheit geschlagen sein. So ging die Geschichte los. Da kommt meine Broschüre. Aha, sie muß gefaßt werden. Ich weiß nicht, wer dem Oberreichsanwalt die Schrift als besonderes Präsent unterbreitet hat, aber das ist klar, daß dieser Jemand ein sehr robustes Gewissen haben muß, wenn er dem Oberreichsanwalt die Auslegung und den Auszug suggeriert hat, die in der Anklage enthalten sind. Präsident(unterbrechend): Diese Betrachtungen sind schon von anderer Seite ausreichend angestellt worden. Wir haben es doch wohl kaum damit zu tun. Ich möchte bitten, zur Sache zu kommen. Liebknecht: Ich war bereits entschlossen, damit genug sein zu lassen des grausamen Spieles. Es ist für mich klar, daß der Zweck, den ich nieinerseits verfolge, nur bezeichnet werden kann mit den kurzen Wvrten: Verwirklichung der Verfassung! nicht aber Ver- nichtung der Verfassung! Mein Zweck ist, anstelle der Kriegs- begeistcrung zu setzen eine höchst intensive Friedensbegeisterung. Das ist die Konsequenz und der Kern meiner gesamten Dar- lcgungen. Der Oberreichsanwalt hat gemeint, daß ich ganz offen- sichtlich Gewalt anwenden wolle. Ich will diese Behauptung nicht nochmals widerlegen, nachdem sie von meinen Verteidigern wider- legt worden ist. Ich will nur noch einige wenige Punkte heraus- greifen. Die klassische Ausführung des Oberreichsanwalts zu meinen Bemerkungen über die Waffentcchnik hat Haase berührt. Wenn ich dort die ZukunftsauSsicht ausmale, daß die Waffenerzeugung wiederum Allgemeinhcitssache werde, rede ich natürlich von der So- z'.alisierung der Waffenprodultion, nicht von ihrer Monopolisierung durch das Proletariat oder dergleichen. Wenn der Oberrcichs- anwalt mir vorhält, daß ich dem Militarismus den Krieg bis aufs Messer erkläre, so ist mir nach gewissen Erfahrungen nicht ganz klar, ob der Oberre'chsanwalt das nicht vielleicht doch wortwörtlich genommen hat. Ich muß damit rechnen, daß er am Ende meint, ich wolle mit Messern und allen möglichen Instrumenten gegen den Militarismus vorgehen. Das wäre ein köstliches Pendant zu dem berühmten revolutionären Bierseidel aus dem Lassalleschcn Hochverratsprozeß. Nun habe ich gesagt: Li vis pacem. pars bellum, nämlich gegen den Militarismus! Und das soll für gewalttätige Absichten sprechen! Ja, wenn ich gegen den Militarismus„rüste", so tue ich es, um Frieden zu haben, nicht Krieg. Dann hat der Ober- reichsanwalt auf Seite 30 meiner Schrift hingewiesen; dort zeige sich, daß mir der Gedanke einer bewaffneten Revolution geläufig sei. Aber der ist doch der Geschichte gcläukjg. Die gar zu absonder- liche Umredigierung des Wortes„ungünstig" ist bereits gebührend abgefertigt und kann mir keinen Anlaß zu weiteren Auseinander- fetzungen geben. Aber gerade hier sehe ich vielleicht den psychologi- schen Schlüssel zum Verständnis der ganzen ungewöhnlichen An- klageschrift. Ich habe geglaubt, daß die Anklage nicht böswillig gewollt sei, daß sie manche Qualitäten enthalte, die ich. um imRahmen des Parlamentarischen zu bleiben, hier nicht hinreichend kenn- zeichnen will. Aber nach jener Jnterpretationslcistung möchte ich sast doch mit der Möglichkeit rechnen, daß alle Unsäglichkeiten der Anklageschrift in gutem Glauben zustande gekommen sind. Ich soll zu Gewalttätigkeiten aufreizen? Ich, der ich mich am die äußerste Verschärfung der planmäßigen Agitation gegen den Krieg und alle Gewalt nach Kräften mühe? Der wirkliche Grund der Anttage ist klar- Dieser Grund ist nicht juristisch, sondern Politisch. ES ist schwer, diese Anklage juristisch anzufassen. Sie ist kurz- weg ein Akt der Staatsräson, nicht ein Akt der Justiz. In einer Schrift, die den Zweck verfolgt, Frieden zu säen anstatt Krieg, Friedhaftmachung der Weltpolitik erstrebt, die sich wendet gegen den waffenstarrenden Militarismus, gegen dasjenige Instrument der Gesellschaft, dessen Zweck und Wesen die Gewalt ist; in einer solchen Schrift soll— indem man den Spieß umkehrt— die Vor- bereitung zum Versuch von Gewalttätigkeiten gefunden werden! Oh nein! Die Gewalt wird verteidigt durch diese Anklage gegen die Versuche zur Beseitigung der Gewalt. So liegt die Sache in Wirklichkeit. Ich will den Frieden, der Oberreichsanwalt aber die Gewalt. Ich verfolge den Zweck, die Entscheiduno über Krieg und Frieden aus dem Dunkel der Kabinette und Diplomaten herauszuholen und an das Licht der Oeffentlichkeit zu ziehen. Das fassen die Herren ganz besonders bös auf. Ich will, daß die Entscheidung über Krieg dem Willen des ganzen Volkes unterstellt werde. Ich weiß, daß man das sehr unangenehm empfindet, und daß man die zünftige Diplomatie hier gern weiter ihres Amtes walten lassen möchte. Nichtsdestoweniger ist es Pflicht jedes kulturell empfinden. den Menschen, dafür zu sorgen, daß hier eine Aenderung geschaffen wird, daß das Volk, das die Lasten des Krieges zu tragen hat, auch über den Krieg zu entscheiden habe. So viel von meiner Schrift und der Anklage. Nun noch ein Wort zur Abgrenzung der Anklage. Angeklagt ist meine Schrift, die Verfassung. Drucklegung und Verbreitung meiner Schrift. Was »ußerdcm geschehen ist, gehört nicht hierher. Nun ist im Laufe der Verhandlung viel Material herangebracht wollen, was sich mit anderen Vorgängen befaßt. Darüber müssen wir uns absolut klar sein, daß eine scharfe Grenze zu ziehen ist zwischen deni, was vor und nach meiner Schrift liegt. Slll das gehört nicht zur Straf- tat. die Sie abzuurteilen haben. Ich hatte nichts dagegen, daß alles das zur Kenntnis des Hauses gebracht wurde, ich habe diese Kenntnis meinerseits selbst herbeigeführt. Wer die Tat, die hier zu beurteilen ist, erschöpft sich in der Schrift, beginnt mit der Niederschrift des ersten Wortes und endet mit der Verbreitung, soweit ich aus sie Einfluß geübt habe; alles andere gehört nicht hinein. Ehrlvse Gesinnung. Der Oberreichsanwalt hat sich erlaubt, wich auch persönlich hineinzuziehen und meinen Charakter anzugreifen. Der Ober- verantwortlicher Redakteur: Sans Weber. Berlin. Für den reichsantssalt hat den Antrag gestellt auf zwei Jahre Zuchthaus, wenn ich mich nicht irre— ich habe nicht genau hingehört— und wohl auch auf Ehrverlust; er hat mir ehrlose Gesinnung nachgesagt. Ja, meine Herreu. Ehrlose Gesinnung— Sie können glauben, daß ich sie habe. Es ist möglich; meinethalben; ich kann Ihnen den Glauben nicht nehmen. Ich stehe mit verschränkten Armen vor Ihnen. Was i ch von meiner Gesinnung zu halten habe, das weiß ich. Meine Ehre ist mein, und wenn Sie alle Fünfzehn der Auf- fassung sind, daß ich eine ehrlose Gesinnung habe, und wenn Sie mich ins Zuchthaus schicken und mir die Ehrenrechte absprechen: Ich bin innerlich nicht berührt. Das wird von mir abprallen, und wird für meine Ehre sein wie ein Hauch auf einen blanken Spiegel! Aber dem Oberreichsanwalt ganz besonders möchte ich nach dem, was hier zutage getrete» ist, jede Legitimation absprechen, von meiner Ehre auch nur zu reden! Im übrigen hat dieser Prozeß die denkbar beste Wirkung, mag das Resultat sein wie es wolle. Sie können meine Existenz vernichten und die meiner Kinder; das ist möglich. Aber im politischen Kampfe werden die Familien oft geopfert. Der Dienst im politischen Kampf ist ein rauher Dienst, ganz wie der Kriegsdienst. Und wie der Soldat, der in den Krieg zieht, auf die Kugel gefaßt ist, die ihn niederwirft, so weiß der Sozialdemokrat, der sich aufs Schlachtfeld der Politik begibt: jeden Augenblick kann er dahingerafft werden. Manch einer bleibt auf der Strecke. Es ist ein Mann über Bord; es wird ein anderer an feine Stelle treten! Sagen Sie Mann über Bord? Hier ist für meine antimilitaristischen Gedanken eine glänzende Propaganda gemacht worden. Unserer Justiz ist, wie mir scheint, kein großer Dienst erwiesen worden, mag das Resultat sein wie es wolle. Und es hat sich aber hier von neuem gezeigt, was im polittschen Prozeß die Regel ist,: der Pfeil kehrt sich gegen den Schützen und trifft den Schützen! Ich fühle mich hier nicht als Angeklagter, wenn ich auch verurteilt werde. Der Präsident verkündigt die Fortsetzung der Verhandlung auf Sonnabend 11 Uhr._ Die ruffilche Revolution. „Echt-russische� Wahlagitation. Die russischen Zeitungen beschäftigen sich viel mit der Agitation, die der berüchtigte Pogromheld Kruschewan bei den Wahlen in Kischinew Wieb: Vor dem Gebäude des Stadthauses agitierten die.Verbändler' ungehindert. Versammelten sich in Gruppen, zerrissen viele Wahl- knverts, prüften bei Licht genau alle Aufrufe, ersetzten sie durch die ihrigen, wenn sie ihnen nicht paßten und.unterrichteten" nach ihrer Art alle Wähler. Die Trottoirs waren mit zerrissenen Zetteln be- sät. Selbst vor Mißhandlungen anders gesinnter Wähler schreckten die Verbändler nicht zurück. In noch größerer Anzahl als bei den früheren Wahlen er- schienen längst Verstorbene an der Urne und wählten usw. Kischinew mußte eben seinen Kruschewan haben, dessen Wahl denn auch so gut wie sicher ist. Die.Ehre" der Stadt Kischinew ist somit gerettet.— Straßeukämpfe in Lodz. Warschau, 12. Oktober. In Lodz kam es vorgestern gegen 10 Uhr vormittags in der Nähe des Kalischer Bahnhofes zu blutigeu Zusammenstößen zwischen Militär und Terroristen, die einen Ucber- fall der Geldpost vorbereitetem Man wechselte Salve». Wie bisher festgestellt wurde, gab es auf beiden Seiten drei Tote und sieben Verwundete, doch ist die Zahl der Opfer sicher bedeutend größer. In der Stadt herrschte eine unbeschreibliche Panik. Hud der parte!« Der Hochverratsprozeß gegen den Genossen Liebknecht wird von der Buchhandlung Vorwärts als Broschüre herausgegeben, die für die M a s s e n- Verbreitung bestimmt ist. Die Broschüre wird in wenigen Tagen erscheinen. Bestellungen bittet die Buchhandlung Vorwärts schon jetzt aufzugeben. Die Demonstration der Genossen Kolb and Frank. Genosse Kolb sucht in einem Leitartikel des.Karlsruher Volksfreund" die Beteiligung am großherzoglichen Trauerzuge zu rechtfertigen. Wir entnehmen dem Artikel als Wesentliches das Folgende: Kolb stellt zunächst fest, daß der Vorsitzende der badischen sozial- demokratischen Landtagsfraktion schon einige Tage vor der Beisetzung von einem der beiden in Frage kommenden Genossen um die An- beraumung einer Fraktionssitzung zur Beratung der Beteiligungs- „Frage" aufgefordert worden sei, aber die Anberaumung unterlassen habe. Deshalb hätten die Genossen Kolb und Frank sich im letzten Augenblick zur Beteiligung entschließen müssen und sich mit ihren Frakttonskollegen nicht mehr verständigen können.(Der Fraktions- Vorsitzende wird wohl mit gutem Recht die Abhaltung einer FraktionS« sitzung wegen der Beteiligungs-„Frage" für eine sinnlose Ver- schwendung an Zeit und Geld gehalten haben. Red. d..Vorw.".) Der Versuch der sachlichen Rechtfertigung besteht kurz zusammen- gefaßt in folgendem. Kolb schreibt: „Daß daS Erscheinen der Genossen Frank und Kolb bei der BeisetzungSfeier„verblüffend" gewirkt hat, soll zugegeben werden. Am meisten verblüfft" waren wohl die Herrschaften vom Zentrum, die im Geiste bereits ihren Fraktionsvorsitzenden auf dem Präsidentenstuhl der Zweiten badischen Kämmer sitzen sahen. Wenn dem badischcn Zentrum irgend etwas gelegen kommen konnte, so ein Konflikt zwischen dem liberalen Block und der Sozialdemokratie, der in seinen Konsequenzen eine andere Zu- sammensetzung des künftigen Präsidiums der Zweiten Kaminer als die vom Landtag 1905 auf 1906 zur Folge hätte haben könneit. Das wäre dem Zentrnm nicht nur an sich äußerst angenehm gewesen, sondern vor allem auch mit Rücksicht auf die polittschen und taktischen Folgen eines solchen Konflikts für die komni enden Landtags wählen. Das Zentrum hat keinen sehnlicheren Wunsch, als eine Wiederholung der Partei- konltellation bei den Laudtagsstichivahlen vom Jahre 1905 un- möglich zu machen. Diese Tatsache sieht allen AbleugnungS- versuchen des Zentrums zum Trotz u n u m st ö ß l i ch fest, denn nienials ist dem Zentrum eine unangenehmere Ueberraschung be- reitet worden, als durch das Stichwahlabkommen zwischen dem liberalen Block und der Sozialdemokratie bei den badischen Landtagswahlen im Jahre 1905. In wenigen Wochen tritt der badische Landtag wieder zu» sannncn und die Frage, wie das Präsidium zui ammengesetzt werden soll, ist abermals akut. Daß es im Hinblick auf die politischen Verhältnisse unseres Landes auch der Sozialdemokratie nicht gleichgültig sein kann, wie das Präsidium zusammengesetzt wird, ob als erster und dritter Präsident ein Vertreter des Zentrums oder als erster ein Vertreter des liberalen Blocks und als zweiter„Vize" ein Angehönger der sozialdemokratischen Fraktron gewählt wird, bedarf wohl keiner langen Erörterungen. So wenig Hoffnungen wir auch auf den liberalen Block setzen dürfen, noch viel weniger dürfen wir durch takttsche Miß- und Fehlgriffe dem Zentrum die kommenden Landtagswahlen erleichtern helfen... Nichts anderes als die Erfüllung einer Pflicht allgemein menschlichen Taktes und Anstandes habe» die Ge- Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drück».Verlag.'Vorwärts nassen Dr. Frank und Kolb mit ihrer Beteiligung o« der Beisetzungsfeier für den verstorbenen Großherzog im Auge gehabt. Es ist uns einfach unverständlich, wie man aus der Erfüllung einer solchen Pflicht allgemein menschlichen Taktes und Anstandes in, Handumdrehen eine sozialdemo- krattsche Fürstenchrnng machen kann. War dem, die offizielle Beteiligung des Mannheimer Stadtrats bei der BeisetzungSfeier für unseren Genoffen Dreesbach und die Rede, welche der Mann- heimer Oberbürgermeister bei dieser Gelegenheit hielt, unvereinbar mit den politischen Prinzipien der nationalliberalen, zentrnm- lichen usw. Beteiligten an dieser Beisetzungsfeier für den Sozial- demolraien Dreesbach?" ■ Der Mannheimer Oberbürgermeister hat mit dem Stadtrat Dreesbach jahrelange geschäftliche und wohl auch persönliche Be- rührung gehabt I Welche geschäftliche oder persönliche Beziehung verknüpft die Landtagsabgeordneteu Kolb und Frank mit dem ver- storbenen Großherzog? Keine! Seit wann gebieten.all» gemein menschlicher Takt und An st and", einem Menschen die letzte Ehre zu erweisen, zu dem man gar keine näheren Beziehungen gehabt hat? Schließlich sucht Kolb gar noch den Genoffen Bebel an seinen Karren zu spannen, indem er eine Stelle aus der Etatsrede Bebels vom 23. Januar 1903 anfühtt, in der gesagt wird, daß— wir Gegner der Monarchie, aber nicht Gegner der F ü r st e n sind, d. h. daß unser Kampf dem monarchischen System, nicht der Person des Monarchen gilt. Emphatisch erklärt Genosse Kolb dazu:.Ich unterschreibe diese Ausführungen des Genossen Bebel Wort für Wott l l" Kunststück! Wir möchten den Sozialdemokraten sehen, der daS nicht tun würde I Daß aber in diesen Motten Bebels eine Rechtfertigung der Beteiligung an der Ehrung eines Monarchen liegt, daS kann nur ein Mensch behaupten, der nicht logisch zu denken vermag! Was aber gar die„politische Rechtfertigung" anlangt, so ist sie einfach undiskutabel. Und wenn Genosse Kolb selbst in einer Zuschrift an den„Vorwärts", die im wesentlichen mit dem Artikel des „Volksfreund" übereinstimmt, noch bestimmter schreibt: .... Denn soviel ist auch für den, der die politittschen ver- Hältnisse Badens nicht aus eigener Wahrnehmung kennt, klar, daß wenn der liberale Block und die Sozialdemokratte bei der bevor- stehenden Wahl des Präsidiums der zweiten Badischen Kammer sich nicht einig werden und das Zentrum infolgedessen den ersten Präsidenten zu stellen in die Lage käme, damit zugleich auch dir klerikal-konservative Mehrheit bei den kommenden LandtagSwahlen absolut sicher wäre... und wenn er an anderer Stelle fragt: .... Welches Interesse die Sozialdemokratte daran haben haben soll, der Reaktion in Baden den Weg bahnen zu helfen, be» greife ich nicht..." so haben wir darauf nur zu erwidern, daß die Sozialdttnokratie daran natürlich gar kein Interesse hat, daß ste aber nicht aus Kosten ihrer Grundsätze und ihrer Würde Politik treiben darf I Wenn die Liberalen Badens mir dann mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen bereft find, venu diese ihre Grundsätze verletzen und ihre Würde gering achten, s» steht die.Großblock"politik auf sehr wackligen Füßen und wird ohnehin nicht lange Bestand haben können. Wir meinen, das Selbst» bewußtfein der badischen Sozialdemokratte müßte sich dagegen sträuben, unter solchen entwürdigenden Bedingungen nur zur 2Ät- arbeit mit den Liberalen zugelassen zu sein und sie müßte lieber Reaktion ertragen und unter ihr, auf die eigene Kraft gestellt, dahin arbeiten wollen, daß sie allein die Macht gewinnt, die ReaMo» zu stürzen. Wenn die Genossen Kolb und Frank dafür kein Empfind« haben, so wird es hoffentlich doch die große Mehrheit d« badisch« Genossen haben. � � In der bürgerlichen Presse wird die Meld«« verbreitet, daß eine Karlsruher Organifatton den Antrag gestellt habe, die Genossen Frank und Kolb aus der Partei auszuschließen. In der badischen Parteipresse finden wir weder Bestätigung noch Dementi dieser Meldung. Dagegen teilt die Mannheimer „Volks stimme" mit, daß die Affäre demnächst die Partei/ i n st a n z e n beschäftigen werde. Hiis der frauenbewegirng. Mehr Leben! Was gut ist bei den Gegnern, soll man anerkennen. Und gut ist bei den bürgerlichen Frau« das Bestreben, der Eifer, ihre Be« wegung zu fördern, Anhänger zu gewinnen. Durch weitgehende Inanspruchnahme der Presse, durch Versammlungen und sonstige Veranstalttmgen suchen sie fortgesetzt die Gewonnenen für die Sache zu interessieren und Verbindung mit bisher noch Indifferent« zu gewinnen. Sie verschmähen es auch nicht, dabei recht kräftig die Reklametrommel zu rühren. Zu einem.Fortschritt« in der gemäßigt« Frauenbewegung' betitelten Artikel in der oberscharfmacherischen„Post" heißt eS zum Schluß: „Eine ganze Reihe von besonderen Preßorganm dient heute schon den verschiedenen Richtungen der Frauenbewegung; die größeren polittschen Zeitungen haben der Erörterung der Frauen- frage ihre Spalten zum Teil in weitem Umfange geöffnet. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Bewegung in stetem Wachstum begriffen ist und sich schon auf die ganze Frauenwelt erstreckt. Man wird der Frauenbewegung also vermehrte Auf- merksamkeit schenken und möglichst dazu beitragen müssen, daß sie sich von den radikalen Bahnen fernhält und nattonale und christ- liche Ziele verfolgt, statt sich mit den utopischen Gedanlm der Frauenemanzipation einzulassen." Auch der Bund für Mutterschutz scheint eS für nötig zu halten, Tamtam zu machen. So gibt der Bund jetzt bekannt, daß er den be— rühmten Exjesuiten Grafen Hoensbroech zu einer Versammlung engagiert habe. Das Thema„Soziale EntwickelungSfteiheit und römisches Papsttum" scheint uns ziemlich weit ab zu liegen von den eigentlichen Aufgaben des Bundes und die Wahl des Referenten erscheint uns auch Mittel zum Zweck— der Reklame zu fem. Auf diesem Ge- biete wollen wir den bürgerlichen Frauen nicht folgen. Aber unsere Bewegung muß mehr nach außen dringen, sie ist noch viel zu wenig Faktor im öffentlichen Leben. Vielfach existiert die Frauen» bewegung für die Parteipreffe überhaupt noch nicht. Und es würde sicherlich nichts schaden, wenn auch die Gewerkschaftspreffe mehr wie bisher der Aufklärung und Organisierung der Arbeiterinnen dienen wollte. Alhir die Genossinnen sollen nicht nur fordernd kritisier«, sie vor allem selbst sollen für stärkere und eindrucksvollere Lebensbekundung der Frauenbewegung Sorge tragen. In allen Versammlungen, zu denen Genossinnen Eintritt haben, sollten Genossinnen erscheinen und in irgend einer Form die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Frauenbewegung lenken. Das muß geschehen neben der stilleren Hausagitation und Werbung und Aufklärung im kleinen Kreisen, im persönlichen Verkehr mit HauS- und ArbeitSgenoffen. Und wo nur die Gelegenheit sich bietet, da muß für Verbreitung unserer vornehmsten Waffe gesorgt iverden. Jede Genossin sollte es sich zur Pflicht machen, der„Gleichheit" ständig neue Leserinnen zu» zuführen und dem„Vorwärts", der die Francnbewegung ebenfalls nach besten Kräften fördert, neue Abonnenten zu gewinnen. Mehr Leben überall I__ vuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co., Berlin SW. »m 2. jifilflit iles Jornigtle" gwliiift flaltoliliill. Der Mverratsprozeß Ciebknecßt Letzter Verbandlungstag und örteU. Die Verhandlung am Sonnabend brachte zunächst die Ueberraschung, daß der Oberreichsanwalt nochmal das Wort ergriff. Seine Ausführungen waren eine Klage eines Mannes, der erst über Nacht zu der klaren Besinnung gekonimen zu sein schien, daß nicht nur seine Anklage kurz und klein ge- schlagen sondern auch an seiner Person gezeigt war. wie die ..Staatsraison" sogar einen ehemals wissenschaftlich strebenden Mann beeinfluffen kann. Wie klägliche Vorwürfe eines sich hüls- los Fühlenden gegen den Vorsitzenden und das Gericht dar- über, daß sie seine Abfuhr dem Gesetz entsprechend zugelassen hatten, hörte sich seine Deklamation an. Ihr erwiderte kurz, sarkastisch und schlagfertig Genosse Liebknecht. Als Lieb- knecht erklärte, er würde seine Stellung nicht mit der deS ObcrreichsanwaltS tauschen, da raunte es durch den Saal: wir auch nicht I Dann fällte die„Staatsraison" durch den Spruch der 15 Richter ihr ungeheuerliches Urteil, lieber die Verhandlung bringen wir nachstehenden tclegraphischen Bericht aus Grund stenographischer Aufzeichnungen. «.' Leipzig, den IL. Oktober. (Telegraphischer Bericht). DaS Urteil. Im großen Sitzungssaals des Reichsgerichts fand heute mittag unter ungeheurem Mcnschenandrangc die lloteilsvcrkündung in dem Hochverratsprozeß gegen Dr. Karl Liebknecht statt. Auf den Korridoren und Treppen des Reichs- gcrichts hatte sich lange vor der festgesetzten Stunde eine große Menschenmenge angesammelt, die bei oer Oeffnung der Türen zum sitzungssaale sich hineinzudrängen suchten. ES wurde jedoch eine strenge Kartenkontrolle geübt. Trotzdem war der geräumige Zuschauerraum im Nu bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch die Logen waren überfüllt. Auf dem großen Platze vor dem Reichs- gerichtsgebäude hatte sich eine vieltausendköpsige Menschenmenge angesammelt, die durch ein Echutzmannsaufgebot nur mühsam zurückgehalten wurde. Kurz nach 11 Uhr erschien der Gerichtshof. Der Vorsitzende Senatspräsident Dr. T r e p I i n fragte die Pro- zeßbeteiligten. ob sie noch Erklärungen abzugeben hätten.— Oberreichsanwalt Olshausen: Der Herr Angeklagte, dem am letzten Verhandlungstage das letzte Wort erteilt worden war, und der annehmen konnte, daß nach dem grwöhnlichen Gange der Verhandlung ich nicht mehr in der Lage sein würde, noch etwas auf seine Ausführungen zu er- widern, hat eingehend juristische Darlegungen und eingehende "olitische Ausführungen gemacht. Es liegt mir ganz fern, hier im einzelnen Curaus einzugehen. Auf die politischen Ausführungen, von denen der Herr Angeklagte deutlich zu erkennen gab, daß er sie machte, um in diesem Gerichtssaal Propaganda für seine Zdecn zu machen, gehe ich nicht ein, weil sie nach meiner Auf- iassung überhaupt nicht zur Sache gehören. Auf die juristischen Ausführungen im einzelnen gehe ich nicht ein, weil sie in der Hauptsache derartig irrtümlich waren, daß ich nicht genötigt bin, ein Wort darüber zu sagen. Er hat aber geglaubt, den Kommentar OlShausen ausspielen zu können gegen den Oberreichsanwalt OlS- uaufen. Er hat aus einem Kommentar von mir eine Stelle zur Verlesung gebracht, die angeblich in Widerspruch steht mit dem, was ich hier persönlich ausgeführt habe. Er hatte damit bei einem Teile des Publikums einen Heiterkeitscrfolg zu verzeichnen. Ich glaube, es wäre richtiger gewesen, wenn der Herr Angeklagte, statt aus einer älteren Auflage hier etwas zur Berle,ung zu bringen, zu der neuesten Auflage gegriffen hätte. Er hätte an» sehen müssen, daß das, was ich früher vertreten habe, in der neuesten Auflage ich nicht mehr vertrete. Mit der mir in solchen Dingen immer eigenen Offenheit habe ich in der neuesten Auf- .age ausdrücklich darauf hingewiesen, daß ich auf Grund eingehendsten Studiums zu einer anderen Ansicht gekommen bin. Ich habe besondere Studien über diese schwierige Materie gemacht »ud bin auf Grund hervorragender Arbeiten, so z. B. auf Grund der Arbeit von Binding. zu einer veränderten Auffassung ge- kommen. Wenn der Herr Angeklagte das getan hätte, dann würde er allerdings keinen Heiterkeitserfolg gehabt haben. Er hätte dann nicht sagen können, daß der Oberreichsanwalt OlShausen hier nicht seine loisscnschaftliche Ueberzeugung vertreten habe. Der Herr Angeklagte hat behauptet, ich hätte ihm Feigheit vorgeworfen und bat dabei auf sein mutiges Benehmen hier in diesem Saale hin- gewiesen. Ich habe ihm nicht den Vorwurf der Feigheit gemacht, sein Verhalten habe ich nicht kritisiert. Das, was ich getan habe, ist, daß ich ausführte, daß er sich in seiner Schrift, die nach meiner Auffassung eine Vorbereitung zum Hochverrat darstellt, verschiedene Male, namentlich in den Schlußkapitcln, die Maske der Gesetz. Mäßigkeit angelegt hat. Das ist auch jetzt noch meine Ansicht und das ist etwas ganz anderes als der Vorwurf der Feigheit. Da- gegen habe ich behauptet, daß der Angeklagte aus ehrloser Ge- üunung heraus gehandelt habe. Der Angeklagte hat dagegen pro- testiert und er hat mir die Legitimation abgesprochen, mit einer Wendung, die nicht nur nach meiner Auffassung, sondern auch nach der Auffassung deS„Vorwärts" eine persönliche Spitze gegen mich U'�Der„Vorwärts" hat in seinem Bericht durchaus richtig wieder- gegeben, daß der Angeklagte gesagt hat:„Nach dem. was in diesem Saale vorgegangen ist, spreche ich dem Oberreichs- anivalt jede Legitimation ab, über meine Ehre a u ck nur mit einem Worte zu sprechen." Darauf er- widere ich folgendes(mit erhobener Stimme): Ich habe nichts.zu scheuen von dem, was hier zutage getreten ist, und der Angeklagte weiß, daß ich als Vertreter der Staatsanwaltschaft hier stehe und als solcher pflichtgemäß auch das Strafmaß zu erörtern� habe. Er weiß, daß ich mich mit dem§ 20 des St. G. B. beschäftigen mußte, und er weiß auch, daß es zur Aufgabe der Staatsanwaltschaft gehört, über die anzuwendende Strafe zu sprechen. Es war meine Pflicht, einen bestimmten Strafantrag zu formulieren. Wenn ich nach der Prüfung des ganzen Materials zu der Ueberzeugung kcmme, daß hier ein Verbrechen vorliegt, und wenn ich weiter sage, daß dieses Verbrechen einer ehrlosen Gesinnung entspringt, so tue ich nichts als meine Pflicht, so unangenehm es dem Ange- klagten auch sein muß, daß ich hier vor aller Oeffentlichkeit das aussprechen mußte, so kann ich doch daran nichts ändern. Der Angeklagte hat schließlich geglaubt, mit einer gewissen Emphase auf sich hinweisen zu können und zu fragen: Wo steht hier der Ankläger und Ivo der Angeklagte? Bei den letzten Worten hat er auf diese Bank hingewiesen. Ich muß das auf daS entschiedenste zurückweisen. Ich stehe hier kraft kaiserlicher Ernennung als Ver- tretcr der Anklagebehörde. Ich lasse mir diesen Posten nicht streitig machen. Der Einzige, der hier angeklagt ist, steht da. wo er hingehört(auf Dr. Liebknecht weisend) das ist Dr. Karl Liebknecht. Weiter habe ich nichts zu sagen.— Dr. Liebknecht: Herr Präsident, ich bedauere, aus den Worten des Herrn Obcr- ecichSanwalts entnommen zu haben, daß er von einer richtigen Ansicht zu einer unrichtigen Ansicht sich entwickelt hat. Ich hege ein gewisses Gefühl der Pietät gegenüber dem Vertreter der Anklagebehörde, weil der Oberreichsanwalt uns Juristen allen viel Gutes gelehrt hat. Auö diesem Ge- fühle der Pietät tat es mir innerlich sehr wehe, das zu sagen, was zu sagen ich für notwendig gehalten habe. Trotz allem habe ich aber von dem, ivas ich gesagt habe, nicht ein Wort zurück- zunehmen und muß insbesondere auch jetzt noch einmal be« tonen, daß ich lner in diesem Saale meine Stelle nicht taiischen würde mit der Stelle des Herrn Oberreichsanwalts.(Anhaltende Bewegung.)— Hierauf zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Nach etwa halbstündiger Beratung verkündet der Senatspräsident Treplin folgendes Urteil: Der Angeklagte ist schuldig der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und wird mit Festungshaft von einem Jahr und sechs Monaten bestraft. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Alle im Besitze des Verfassers, Druckers, Herausgebers, Verlegers oder eines Buchhändlers befindlichen Exemplare der beschlagnahmten Schrift„Militarismus und Antimilita- rismus" sowie die öffentlich ausgelegten oder öffentlich an- gebotenen Exemplare dieser Schrift, desgleichen die zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen find unbrauchbar zu machen. In der Begründung führt der Vorsitzende auS: DaS Gericht hatte zunächst zu prüfen, ob der Einwand des Angeklagten, er stände einer ganz neuen Anklage gegenüber und er könne wegen der hier neu gegen ihn erhobenen Anklage nicht verurteilt werden, weil in- zwischen Verjährung eingetreten sei, richtig war. Der Gerichtshof hat diesen Einwand zurückgewiesen. Nach dem Gesetz bildet den Verhandlungsstoff die in dem Eröffnungsbeschlusse bezeichnete Tat. Tie Tat, der der Angeklagte beschuldigt ist, ist die im Eröffnungs- beschluß bezeichnete Tat des Verbrechens gegen§ 86 in Ver- bindung mit.§ 81 Absatz 2 des Strafgesetzbuches. Das Gericht ist der Ansicht, daß die Verhandlung sich im Rahmen des Eröffnungsbeschlusses gehalten hat. Denn nach 88 268. 153 St.-Pr.-O. waren wir nicht behindert, neben der im Eröffnungsbeschluß vorgenommenen Individualisierung der Tat auch noch andere Gesichtspunkte geltend zu machen. In der Sache selbst hat der Gerichtshof zunächst in eine Beratung darüber ein- zutreten, ob die Tatbestandsmerkmalc einer vorbereitenden Hand- lung zum Hochverrat gegeben waren. Der Gerichtshof ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß daS TatbestandSerfordernis vorliegt. Es muß eine vorbereitende Handlung vorliegen, cS muß eine Hand- lung vorliegen, die ein hochverräterisches Unternehnien vorbereitet. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, dann war der Tatbestand erfüllt. WaS das Tatbestandsmcrkmal der Vorbereitung anbetrifft, so kann kein Zweifel darüber bestehen, daß cS in der Verhandlung er- schöpfend nachgewiesen ist. Es muß andererseits eine Handlung vorliegen. Tie Verteidigung und der Angeklagte haben ein- gewendet, eine solche Handlung liege nicht vor, es handele sich um ein lehrhaftes Buch, um eine Darlegung von poli- tischen Grundsätzen, um eine politische Gesinnung. Es ist der Verteidigung zuzugeben, daß, wen» diese Boraussetziiiig gegeben wäre, eine Berurteilung nicht hätte erfolgen känneii. Aber es ist dem nicht so. Es ist richtig der Standpunkt der Verteidi- gung, daß Gesinnungen niemals Gegenstand einer strafrechtlichen Berurteilung sein können. Es mutz vielmehr eine Handlung vorliegen, die äußerlich in die Erscheinung tritt. ES müssen bestimmte Interessen verletzt oder gefährdet sein. Nach der Ansicht des Gerichtshofes ist daS für den vorliegenden Fall nachgewiesen. Es müssen nun weiter Mittel nachweisbar sein, durch welche die Handlung verwirklicht werden soll. Als solche Mittel sind in anderen Fällen z. B. die Sammlungen von Geldern für einen Nationalfonds usw. angesehen worden. Es ist von einer Seite hier eine vorbereitende Handlung darin gefunden worden, daß in der Broschüre die Forderung eines Krieges mit Frankreich zu erkenne» fei, daß es sich ferner darum handele, sich in den Be- siü von Waffen z» sehen und diese später auszunützen. Das hat der Gerichtshof nicht als festgestellt erachtet. Die Mittel, durch welche der Angeklagte eine Vorbereitung zum Hochverrat betätigt hat, sind die Jugendorganisationen. Richtig ist auch, daß ein bloßer Hinweis auf daS Bestehen der Jugendorganisationen nicht genügt. Tie Jugendorganisationen können z. B. sich die Einrichtung von Arbeiterschulen und die Or- ganisierung der Jugend zum Ziel machen. Das Bestreben, Jugendorganisationen zu bilden, genügt also nicht. Der Inhalt des BncheS aber läßt mit unzweifcl- haftcr Gewißheit erkennen, daß der Angeklagte gerade im Gegenteil zu derartigen allgemeinen Bestrebungen eS sich zur Aufgabe gemacht hat, die Jugendorganisationen zu dem ausgesprochenen Zweck und Ziel der Bekämpfung des Militarismus zu benutzen. Es handelt sich auch nicht um unbestimmte Pläne, die sich der Angeklagte ge- setzt hat, sondern um bestimmte Vorschläge, die sich als Vor- bercitung zum Hochverrat darstellen. Er hat diese Organisationen bis inS Einzelne gegliedert, er hat ein bestimmtes Arbeitsgebiet vor- gesehen, innerhalb dessen er arbeiten will. Die Jugendorgani- sationen sollen sich besonders der Jugend im Alier von 15 bis 17 Jahren annehmen. Er hat auch eine Arbeitsteilung nach Maß- gäbe des vorhandenen Materials für notwendig erachtet, und es ist davon gesprochen worden, daß möglichst diejeiiigen Leute in der Jugendorganisation auftreten sollen, die besonders gewandt und mit den Bestimmungen des Gesetzes vertraut seien, so daß sie die Schlauheit besitzen, sich nicht von den Angeln des Gesetzes fassen zu lassen. Der Zweck soll die systcma- tische Durchglühung von Haß bei der Jugend sein. Diese Auffassung findet ihren prägnanten Ausdruck in einer Stelle der Broschüre, wo gesagt wird: Wir müssen die Menschen zähmen, wie man die Tiere zähmt. Nun wird nach Maßgabe- des Gesetzes als Tai» bestandsmomcnt zu den Voraussetzungen für ein hochverräterisches Unternehmen auch der Nachweis gefordert, daß ein bestimmtes hochverräterisches Unternehmen vorliege, daß das Unternehme» nicht in nebelhafter Ferne, sondern in klaren Umrisse» vorhanden sein mutz. Nichtig ist, daß nicht eine konkrete Gestaltung des Bildes in allen Einzelheiten verlangt wird. Es genügt, daß sich in den Vorstellungen des Angeklagten ein Gesamtbild dargestellt hat. Daran fehlt es hier aber nicht. Nun soll das hochverräterische Unternehmen darin bestehen, daß der Angeklagte eine Aendcrung der Verfassung beabsichtigt, und zwar eine gewaltsame Aenderung. Wenn von einer Aenderung der Verfassung deS Deutschen Reiches die Rede ist, so mutz dabei betont werden, daß es sich nicht um eine Aenderung der gesamten Verfassung zu handeln braucht. ES können auch Aenderungen von einzelnen Te i l c n der Verfassung in Frage komme». Hierbei ist wiederum zu be- toneii, dag nicht jeder Teil der Aenderung der Ver- fassung den Tatbestand des Gesetzes darstellt. Es erfüllen zum Beispiel die Aenderungen von nebensächlichen Bestimmungen, wie die Aenderung ocr Kauffahrteiflagge, der Uniformen usw. den Tat- bestand des Gesetzes nicht. Es handelt sich aber hier nicht um eine solche Aenderung, es handelt sich hier um eine Aenderung der verfassungsmäßig gegebenen Grundlagen für das Reich, um eine Aenderung der berfassungSmätzig gcgcbcncn Grundlagen für das RcchtSlcbcn: nämlich einerseits des Kaisers, andererseits des Volkes und des Reichstags. Vom Reichs- tag spricht der Angeklagte nicht, wohl aber von den Rechten des J Kaisers. Die gesamte verfassungsmäßige Wehrvcrfassung, das ist das Objekt, gegen das sich die vorbereitende Hand- lung zum Hochverrat richtet. Der Kaiser hat als oberster Kriegsherr unbedingten Anspruch auf Gehorsam der Armee im Kriegsfälle und die Entscheidung über Krieg und Frieden. Eine Ausschaltung dieser suiidamentalen Be- stimmung ist erforderlich zur Erfüllung des Tatbestandes. Nicht genügen würde in einem einzelnen Falle eine Hemmung dieser Grundsätze, erforderlich ist eine generelle Ausschaltung. Diese liegt beim Angeklagten vor. Es handelt sich bei ihm nicht nur um eine Ausschaltung dieses Rechts des Kaisers im Falle eines Krieges nach außen, sondern auch um eine Nusschaltniig im Falle einer Wehrhaftmachung des Militär? nach innen. Der Angeklagte unterscheidet grundsätzlich diese beiden Fälle. Es ist weiter notwendig, daß diese Verfassungsänderung eine gewait- fame sein muß. Ter Gerichtshof hat keine Bedenken getragen, das für n a ch g e w i c i e n zu halten. Die Voraussetzungen dafür brauchen nicht in allen Einzelheiten dargestellt zu seni, sondern es genügt ein Gesamtbild, wie sich die Verfassungsänderung im einzelnen Falle gestaltet, ob durch Meuterei, durch unmittcl» baren Angriff, durch Fahnenflucht oder sonstwie, das ist gleich. Daß dieser Vorgang und diese Aendcrung nur gewaltsam vor« genommen werden können, das folgert der Gerichtshof aus der logisch historischen EntWickelung der Dinge. Es muß anerkannt werden und ist auch nicht anders denkbar, daß die Verwirklichung der Gedanken deS Angeklagten notwendig die Ge- walt zur Konsequenz hat. Der Angeklagte verkennt das auch selbst nicht. Das geht aus Seite 114 der Schrift hervor, wo aus- geführt wird, der Militärstreik sei ebenso wie die etwaige Aktivierung der Truppen für die Revolution nur als eine logisck, und psychologisch notwendige Konsequenz der Zersetzung des militärischen Geistes zu betrachten. Es kommt in dieser Beziehung auch die Partei- stellung des Angeklagten in Frage. Einmal sein Standpunkt zum HerbeismuS. ES ist richtig, daß der Angeklagte in seinen Bestrebungen nicht mit Herve identifiziert werden kann, es ist auch richtig, wenn vom Zeugen Bebel hier gesagt wurde, daß der Angeklagte vom HerveiSmuS abgerückt sei. Aber der Unterschied ist nur ein solcher, der die Sache selbst nicht berührt. Wenn Hervö unter allen Umständen den Militärstrcik proklamiert, so ist das zwar nicht die Meinung des Angeklagten. Er meint, daß in, einzelnen Fall zu unterscheiden sei. Er drückt sich aus: distingno, er will sich die Entscheidung vorbehalten. Er steht in dieser Beziehung auf dem Standpunkt der Resolution Vaillant, die in LimogcS proklamiert wurde, und auf dem Stuttgarter Kongreß diskutiert wurde. In dieser Resolution ist ausgesprochen, daß in jedem einzelnen Falle zu erwägen sein würde, welche Momente?ln- Wendung finden sollen, und als ein solches Moment wird auch der Militärstrcik angeführt. Der Angeklagte hat an einer Stelle seiner Broschüre diese Resolution ge- billigt und damit hinreichend zum Ausdruck ge- bracht, daß mit der Möglichkeit de» Militär- streiks in einzelnen Fällen zu rechnen ist. Die Parieistcllung des Angeklagten war aber weiter zu prüfen mit Rücksicht auf die Stellung, die er auf den verschiedenen Partei- tagen und Kongressen eingenommen hat. Daraus hat das Gericht gefolgert, daß der Angeklagte jahrelang in bewußtem Gegensatz zu den Führern seiner Partei die Aestrebniigen verfolgt hat, die er auch in der Broschüre vertrat. In dieser Beziehung sind in Erwägung genommen die Darlegungen, die vom Zeugen Bebel hier gemacht sind, daß iviederholt gegen den Angeklagten Front gemacht ist, und ferner auch die hier verlesene Aeußerung eines anderen Führers. des Abgeordneten v. V o l l m a r, der insbesondere auch da- gegen protestierte, daß nicht zuzugeben sei. wenn der Angeklagte be- hauptete, mit der Stuttgarter Resolution sei ein gute? Stück vorwärts auf seiner Bahn gemacht worden. Neben dem Militari?- nius nach außen scheidet der Angeklagte grundsätzlich den Militaris- mus nach innen. Auch dabei ist festgestellt, daß der Angeklagte in dieser Beziehung Gewalt zur Anwendung bringen will. Er spricht von einem Staatsstreich und spricht auch von der Möglichkeit von Arbeiterunruhen, und in dieser Beziehung von der Verwendung des Militärs. Er meint, solche Möglichkeit müsse mit Stumpf und Stiel»ans pbrase ausgerottet werden. Es ist aber auch notwendig, daß die Handlung des Angeklagten nicht in einer völlig unabsehbaren Zeit verwirklicht werde, sondern in einer abzusehenden Zeit. Auch an diesem Erfordernis fehlt es nicht. Tendenz und Gesamtinhalt der Schrift lassen keinen Zweifel, daß der Angeklagte auf dein Standpunkt steht, daß die Wcltpolitik ungezählte Konflikt? Möglichkeiten i n s i ch b i r g t: er weist auf die Kolonialpolitik und andere? hin. Bei dieser Sachlage rechnet der Angeklagte mit der Tatsache, daß kriegerische Verwickelungen sich in absehbarer Zeit entwickeln könne», und diese Möglichkeit liegt nicht in weiter Ferne, und dieser Möglichkeit müsse beizeiten ein Hindernis durch die Beseitigung des Militarismus bereitet werden. Der Gerichtshof hat hiermit kein Bedenken getragen, alle Tat- bcstandsmerkmale für vorliegend zu erachten. Der 8 86 des Strafgesetzbuches ist nur in Verbindung mit 8 26 zu vcrstelzcn. Danach ist Zuchthaus unzulässig, wenn festgestellt ist, daß die strafbare Handlung aus einer ehrlosen Gesimiung eiu- sprungen ist. Der Gerichtshof ist nicht der Ansicht, daß eine ehr» lose Gesinnung vorliegt. Er ist dabei davon ausgegangen. daß es sich für den Fall der Annahine ehrloser Gesinnung um Motive handeln müßte, die außerhalb des Tatbestands. merkmals selbst liegen. Als solche Motive hat er ehr» lose Gesinnung nicht finden können. Vielmehr ist der Gerichts- Hof zu der Ansicht gekommen, daß der Angeklagte aus einer politischen Ueberzengniig herau» gehandelt hat, die, mag sie verkehrt sein oder nicht, den Voraus- setzungen, die das Gesetz für eine ehrlose Gesinnung verlangt, nicht entspricht. Die Entscheidung über die Kosten ergab sich aus§ i97 der Strafprozeßordnung. Was den H a f t a n t r a g deS Oberreichsanwalts anlangt, so hat der Gerichtshof mangels Vorliegens eines Fluchtverdachtes diesem Antrage nicht stattgegeben. Darauf schloß Vorsitzender RcichSgerichtS-Scilatspräsident �.r. Treplin die Sitzung. Auf den Korridoren und auf der Straße hatte sich inzwischen die Menge noch vergrößert und besprach lebhaft daS Urteil. Vor dem Reichsgericht hatten sich über tausend Menschen, vorwiegend Arbeiter in Arbeitskleidung, auch viele Arbeiterinnen angesammelt, die den Genossen Liebknecht bei seinem Er- gjeinen mit lebhaften, nicht endcnwollenden Hochs empfingen. erfchiedenc Zurufe bekundeten die Ueberzeugung,' daß trotz der Verurteilung der eigentlich Geächtete nicht Liebknecht, sondern die Anklagebehörde ist, und daß unser Genosse Liebknecht mannhaft und erfolgreich für die Sache der Befreiung der Arbeiterklasse und für seine Ueberzeugung eingetreten ist. iversammlungen— Veranstaltungen. Schoneberg und Umgegend. Montag, den 14. Oktober. Vortrag. Herr Dr Zadel:„Franenlcide»". Adlcrshof. Montag, den 14. Oktober: Generalversammlung bei Wöllstein, Bismarckstr. 24. RummclSburg. Mittwoch, den 16. Oktober, 8'/- Uhr bei Tempel. Alt-Boxhagen 66. Referent Herr Dr. Ehrifteller:»Frauen- krankheiten und ihre Verhütung". ftiit de» Jnlialt der Jnjerate nber»i»lmt die Redaktto« dem Piiblik«»! gegenüber keinerlei Berantwortnng. cheatcr. Sonntag, den 13. Ottober. Kreie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr: 12./13. Abteilung: im Neuen Schaulpielhaus«: Fuhr- mann Hcnschel. 5.16. Abteilung: im Berliner Theater: Freiwild. Neue Freie Volksbühne. Nach- mittags 2'l, Uhr: 7. Abteilung: im Deutschen Theater: Der Re- visor. 10. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Die Möwe. 13. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Schiller-Theater 0: Trau- mulus. 17. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Friedrich- Wilhclmstädttschen Schauipielhause: Jugend. 20. troll). 21.(20 701-21 000) 216. teilung: nachmittags 3 Uhr: im Schiller-Theater Charlottenburg: Monna Vanna. Montag. 14. Oktober, abends 8 Uhr: 3. Abteilung im Lorhing-Theater: Die lustigen Weibe? von Windsor. Llnsang 7-/, Uhr. tiönigl. Opernhaus. Madama Butterfly. Montag: Fidelis. Königl. Schauspielhaus. Der letzte Funke. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Neues konigl. Operntheater. Sherlock HolmeS im Gebirge. Nachmittags 3 Uhr: Der Protzen- baucr. Montag: Sherlock Holmes im Ge> birgc. Deutsches. Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kammersptele. Frühlings Er- wachen.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Liebelei.(2lnsang 3 Uhr.) Ansang 8 Uhr. Schiller«.(Wallner- Theater.) Rosmcrsholin. Nachmittags 3 Uhr: TraumuluS. Montag: Götz von Berltchtngen. Schiller(tharlotteuburg. Das vierte Gebot. Nachmittags 3 Uhr: Monna Banna. Montag: RoSmerSholm. Neues Schauspielhaus. Judith. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lessing. DerÄi:nd der Jugend. Nachmittags T Uhr: Die Weber. Montag: Der Bund der Jugend. Berliner. Die tanzenden Männchen. Montag: Der PastorSsoHn. Friedrich- Wilhclmstndt. Schau- spielhaus. Der blinde Passagier. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag: Nachtasyl. Neues. Die Wasscn wieder I Montag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Maria Magdalen«. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Ein idealer Gatte. Lortiing. Die lustigen Weiber Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Martha. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Zentral. Unsere blauen JungenS. Nachmittags 3 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Unsere blauen Jungens. Komische Oper. Tiefland. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Hossmanns Erzählungen Svesten. Die lustige Witwe. Nachm. 3'/, Uhr: Frühlingslust. Montag: Die lustige Witwe. Lustspiclbaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Sein Alibi. Montag: Husarenfieber. Residenz. Ganz der Papa. Nachmittags 3 Uhr: gcmahl. Montag: Ganz der Papa. Drianon. Fräulein Josetie— meine Frau. Nachmittags 3 Uhr: Madam« X. Montag: Fräulein Josette— meine Frau. Thalia. Ihr ScchS-Uhr-Onkel. Nachmittags 3'/, Uhr: CharlehS Tante. Montag: Ihr SechS-Uhr-Onkel. Luisen. Hosfmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Muttersegen. Montag: Mutterseaen. Beruhard»tose. Spree-Athener. Nachmittags 3 Uhr:.Wilhelm Tell. Montag i Maria Stuart. Theater an der Spree. Der 2lkticnbudiker. Nachmittags 3 Uhr: Der Aktien budiker. Montag: Der Aktienbudiker. Mctrovol. DaS mich man seh'n. Nachmittag? 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Montag: DaS muß man seh'n. Slpollo. Sylvester Sch äffer. Spe zialitäten. Montag: Dicscwc Vorstellung. Walhalla. Spezialitäten. Folies Gaprice. Geteilte Liebe. Montag: Dieselbe Borstellung. Cafino. Die wilde Jagd. Nachm. 4 Uhr: Nick Carter. Montag: Die wilde Jagd. Gebr. Hcrrnfeld. Madame Wig. Wag. Es lebe das Nachtleben. Nachmittags 3 Uhr: Ein verrücktes Hotel. Vorder: Hayfisch geht zur Jagd. Montag: Madame Wig-Wag. ES lebe baC Nachtleben. Passage. Danny Gürtler. Spezia- litäten. Wintergarten. Ruth St. Denis. Spezialitäten. Prater. Der Widerspenfttgen Zäh- mung. Na�mittagS 3 Uhr: Bühne und Montag: Der Widerspenstigen Zähmung. rast. Ein glänzender Reinsall. Spezialitäten. von er Prinz Reichshallen. Stetttner Sänger. Carl Haverland. Spezialitäten. Urniiia. Tauveustraße 4K(49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Montag 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Im Hörsaal 8 Uhr: Pros. Rathgen Emsühruna w die anorg. Expcri« mental- Chemie. 1. TeU: Die Nichtmetalle. Einleitung.— Der Sauerstoff. Sternwarte, Jnvalidenstr. 67/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Ansang 8 Uhr. Montag: Der.. Dienstag: Die tanzenden Männchen. Heues Theater. 2Ibends 8 Uhr: Die Muffe« wikder! Montag: Die Waffen wieder I Dienstag: Die Waffen Wiederl Kleines Thealer. Nachmittag» 3 Uhr: Nachtasyl Anfang 8 Uhr: Acnes Sorm Maria Magdalene. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag: Vater und Sohn. Hier. aus zum erstenmal: Sankt Helena. Tkester des Westens. Sonntag nachm. 3'/, Uhr halb« Preise: Frtidliiicslart. 8 Uhr: Pie Instige Wltvre. Lustspielhaus Nachmittags 3 Uhr: Sei» Alibi. Täglich 8 Uhr: Hufarenfieber. Lortimg-IteJler. Naibm. 3 Uhr: Tturtha. . Abend» 8 Uhr: Die lustigen Weiber v. Windsor rrieilelcd-lVildelmstäütiscdes Schauspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Jagend. SlbendS 8 Uhr: Der blinde Pastagier. Montag: Nachtasyl. Dienstag: Der blinde Paffagier. Lnisen-Tiieater Reichenbergcrstr. 34. Nachmittags 3 Uhr: Uuttersegen. Abends 8 Uhr: Premier«: Hsffmanns Erzählmigkn. Montag: Mutterscgcn. Dienstag 3. Opern-Gostsplel: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Die beiden Reichenmüller. Donnerstag: Slmcrikasepp'I. Zentral-Theater. Nachm. 3 Uhr: Robert und Betram. Abends 8 Uhr: Unsere binnen Jnngens. Vaudeville in 3 Sitten. -ü--' MM-NiM. ü" Direktion: Richard Alexander. Ganz der Papa. Schwank in 3 Akten von MarS und DeSvatlliöres. Deutsch v. M. Schönau. Baron dcS AubraiS: R. Sllexander. Heues Urogramm Heute nachmittag 8 Uhr und folgende Sonntage Ronzerle von Johann Straass au» wie (GO Hann Orchester). Preise: 0,50 M., 1 M-, 1,50 M. j Passage-Theater. 4 Heute zwei Vorstellungen.» J Nachm. 3-7(ermäßigte Preise). J Abends 8—11 Uhr.£ Statmy Gürtler der König derBohöme und das kolossale Oktober-Progranun. SchUIer-Theater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeater). Sonntag, nachm. 3 Uhr: llCranninlns. Schauspiel in 5 Sitten von Arno Holz und Oskar Jerschke. Sonntag, abends 8 Uhr: Resmershelm. Schauspiel in 4 Ausz. v. Henrik Ibsen. Deuffch von Wilhelm Lange. Montag, abend« 8llhri Götz von Berllchlngen. Dienst a g, abends 8 Uhr: Die täehmnggler. Schiller-Theater Charlottenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Honna Vanna. Schauspiel in 3 Aufzügen von Maurice Maeterlinck. Deuffch von F. v. Oppel-Bronikowski' Sonntag, abends 8 Uhr: Has vierte Gebot. Volksstück in vier Atten von Ludwig Anzengruber. Montag, abends 8 Uhr: Hosmersholm. DienStag, abends 8 Uhr: Das vierte Gebot. I J Scblller-Saal— Schiller-Theater Charlottcnbnrg Charlottenburg, Am Knie, Eingang BiSmarckftr. 120. Sonntag, 8 Uhr: Fontaue-Abend. Eintrittskarten ewschließl. Garderobe und Programm 50 Ps. Montag, 7-/,— 8'/, Uhr: Vortrag von Dr. Max Osborne: Alt. und Neu-Berlin. Die künstterffche Entwickelung der Reichshaupfftadt. Montag, 9— 10 Uhr: Vortrag von Gdnard Bernstein: Staats- und Gesellschaftsideale im Laufe der Jahrhunderte. Preis für neun Vorträge 4,50 M., für den einzelnen Vortrag 80 Pf. 2 2 ZitBSdMM Heute Sonntag, den 13. Oktober, nachm. 31/, Uhr und abends 7st, Uhr pSe anßerortlentüeliß CalHorsisip. Nachm. auf allen Plätzen ohne Ausnahm«»4144 4444444 44 444 4 Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise(außer Galerie). Abends jedoch volle Preise. In beiden Borstellunge», nachmittaas ti. abends: Die Diegenden Mensehen LesHonbars. SmÄ: George Bonbair-Troppe ständig neue irische Vorführungen. Amerikas beste komische Akrobat. Sämtliche Spezialitäten, Clowns u. Auguste mtt ihren neuesten urkonrffch. Enirees, sowie die besldreeeierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Um O'/a Uhr: Zum 16. Male: Eine Fortsetzung der berühmteste» und p o p n l ü r st e n Pantomime: Sie luztigen JkeiSsiderger. Voll Witz und Humor. <�&ufdemNeckar »MlWIM Gr. Franffurlerftr. 132. Spree-Athener von Schwarz-Reiflingen. Ansang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Wilhelm Teil. Theater Nolles Caprice Unienstr. 132, Ecke FriedrichstraBo. > Geteilte Liehe• Autidnellante»— Bunter Teil« _ Ansang 8 Uhr._ —— XIII. Saison Zirkus Bnscli I Bahnhof Börse. Sonntag, den 13. Oktober: O große Gala- t> �V orstellnngen1� Nachmittags 4 Uhr und abends i 71lt Uhr. Nachmittags zahlen l Kinder nnter 10 Jabren aus allen I Sitzplätzen halbe Preises außer i Galerie. I» beiden Vorstellungen: Hon«. Caroll, FakirkBnste. In beiden Vorstellungen:! Herrn Willz- Hanns Vlundor-I ololanion. I» beiden Vorstellungen: Die Manegonkomiker Jim und tarn In beiden Vorstellungen: i Fercncey Truppe, Orlgn. Ung. Akrobaten. I» beiden Vorstellungen:, Geschw. msslntl. Reitkünstler. I» beiden Vorstellungen: Die neueng. Clowns Gavalli als Stierkämpfer. Miß Beasy, j dressierte Katzen. In beiden Borstellungen: Vorführen und Reiten der best dressierten Schul-, Freiheits- und! Springpferde. In beiden Vorstellungen: Austreten sämtlicher Oiewns mit[ ihren neuesten Witzen u. Entrees. Abends 71/, Uhr: Auf der Hallig!; Diesjährige große AusstattnngS- Pantomime des Zirkus Büschs in 4 Bildern. Besonders hervorzuheben: Lsz fhänotnen der tauchenden Sirenen! I 15 Minute» unter Wasser! Trinnon-Ihenlei'. Fpaaleifl Josette- meine Frau. _ Ansang 8 Uhr. Panoptikum W Cl 9 ä. Ifl S 165 Friedrichstr. 165 Mr. Leu, der künstliche Mensch. gÄsement feSäJe,». m Sonntag, den 13. Oktober: Große bumortftifchc Soiree der s�ViktorlanSänger4*. Nach der Soiree: PM- GroBcr Ball.' 90 Anfang 5'/, Uhr. Empfehle meine sehenswerten Prachtsäle zu allen Versammlungen und Festlichkeiten._____ 324L —«AGG»»®*»— wmiiiz. Neue Welt. Hasenheiile Bo. 108-112. Heute Sonntag: GriWung der Vintersaison 1907)08. Großes Militär-Streich-Konzert mit Harfenbegleitung, unter Mitwirkung des Berliner Damen» Voka!= Quartetts: Margarete Freund, Elisabeth Schulz, Else Vetter-Günther, Sonja Seeg. Familien-Kränzchen. Nach dem Konzert; Anfang 5 Uhr. In don hinteren Sälen von 4 Uhr an Entree 30 Pf, Großer Ball. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr; lieber den Brenner nacb Venedig Montag 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen: Einführung in d" rimental-ChGmie. NiohtmetaUe. Einleitung— Der Sauerstoff. Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelstome, Nebelflocke. ! Heute p A llf Kinder 9 Sonntag Nil Hj nnt.lOJahr.- Eintritt" W I i. die Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Militär-Konzert. Morgen, sowie täglich: Großes Konzert. Rixdorfer Theater Bürgersäle, Bergstraste Nr. 147 Sonntag, den 13. Oktober 1907: Zapfenstreich. Drama fn 4 Atten von Franz Adam Beyerlew. _ Ansang 7'/, Uhr._ Metropol-Thealer Nachmittags 3 Uhr: mniiA. Abends 8 Jhr: Gr. Revue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. .11 B. DamdalE.IMhneyal r.GianiroJseplii Rauchen überall gestattet. Ab 8 Uhr: Das feolojfalf pragramm. Um 91/, Uhr: Sylvester Schäffer jr, Eier weltberübmte llnfrersalkünstler. Gebr. Herrnfeld-i Theater. 57 Kommaiidantenstraße Nr. 67. Ansang 8 Uhr. Vorverkaus 11— 2.| Die erfolgreichsten Lach- K omö dien :: seit 17 Jahren:: Jfodatnefig-Wagi Operelten-BurleSke, Musik j von L. Jtal. 85ichc dasKachtlchcn! Separee-Slffäre in 2 Akten. f Beide Stücke mit den Autoren| Anton und Tonat Herrnfeld.! Nachmittags 3 Uhr(halbe Preise), Einlaß 2'/, Uhr: Ein verrücktes Hotel und Hayfisch geht zur Jagd | mit Anton und Donat Hcrinseld yontag: Madame Wig-Wag. Es lebe das Nachtleben! Theater des Zentrums. Sophien- Säle, Sophienshaßc 17/18. Kis früh uüi Muse V.Krcn U. Lippschütz, Mustk v. P. Lincke. Slnfang 8 Uhr. Kleine Preise. Kasteeo-Theater. Lothringerstr. 37. Täglich S Uhr: pur noch kurze Zeit! vis filzte Ja�d. Lustspiel in 4 Akten v. Ludwig Fulda. In Vorbereitung: Bicderleutc. sountag nachm. 4 Uhr: Nick Eorter. alhallb' Variete-Theafer V/einhergsweg 19 20, Rosanth.Tor. Heute; Ä Vorstellungen, Nachmittags S'jz Uhr: Sehr llcinc Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei. Ahenits 8 Uhr In beiden Vorstellungen: Das vatlMlldigt Programm 4/4 internationale BariStC- -tU Künstler. Im Tunnel: Doppel-Konzert. F. Theaterbesucher freie« Eintritt. 243E' Ausstellungshalle am!so s.-»o. Olitvdcr 07 Allgemeine Ausstellung für Büro= Bedarf geöffn. r. 10 bis 10 Uhr täglich v. 4—7 Uhr VÖRfiS MISKA' Konzert unter persönL Leitung. Eintritt 1 Mark von 8 Uhr ab 50 Pf. > W.JJoacks Theater Direktion: Roh. Dill. Brunnenttr. l«. Der verkaufte Schlaf. Kom. Volksstück-Märchen mit Gesang Ansang 7 Uhr. Entree 30 Ps. Nach der Vorslellung: Ta»?:. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Lumpensammler von Paris. daSpizs Köpeuiekerstraste 68. Abends 8 Uhr. Zum 44. Male: Der Aktienbudiker. M- Berliner Gesangsposse. Original- Dekorationen und Kostüme der 50er Jahre mit Josefine Dora. Täglich: Der Slllienbudiker. keledsdsliev-flieAtef.j Täglich: Im Süff. Ans. Wochent. 8, Britton als Rute im Familien. bad Wannsee. Sonntags 7 Uhr. Lruliiieii-Tllealer Äadstraße 58. Direkt.: Bernd. Kose. Heute Sonntag, den 13. Oktober 1907, nachmittags 3 Uhr: Die llönclie. Lustspiel in 3 Akten von 21. Tenelli. Abends 7 Uhr: Nnreift od«: Das Ende der Pompadour. Trauerspiel in 5 Akten von 21. E. Brachvogel. Vorverkauf von 10 Uhr ab. I-Tiiealer Palast' Burgstraste 34. Heute l/z8 Uhr. Entree 50 Pf. Der brillante Shtober-Stiielplan. U. o.: Paula Dnrals Hunde-Dressur. Die 5 Rammoneurs Damen-Ensemble. Ein glänzender Reinfall Posse. ngphagen Moritzplatz. Täglich Borstellung wem»er-' Slnsang 8 Uhr. Enlree 30 Ps. Sonntags 7 Uhr.(Sonntags reserviert 1 M.. Entree 30 Ps.) Familienbilletts a 10 Ps. täglich Wlilär-Könzerl. Becker, PrzywarSli, Görisch, Renmann, Offeney und Lültich. decken Sonntag: l Ivel VorLlellungen. \ Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr Prater- Theater Kastauien-Allee 7—9. Nachmittags 3 Uhr zu halben Preiten: Bnhne und Welt. Schausviel in 4 2ll:erl von P. Har.kel. Abends 7'/- Uhr: Her Widerspenstigen Zähmung. Lustspiel in B Alien von Shakespeare. Morgen Montag: Ter Wider- spenstigen Zähmung._ AI h ambra Mallner-Theaterstraße 15.• Großer Bali Großes Orchester. Llnsang Sonntags 5 Uhr. A.-Louroltat, Restaurant eierksettafis- *k Haus. � - Engel-Ufer 15.- SVIenu 73 Pf. Heute Sonntag: Ochsenschwanzsuppe. Hecht grün oder Spinat mit Schnitzel. Lammbraten mit Sahnensauce oder KalbZteuIe. KermunisprseZilZAe Chausseestr. 110. Karl Richter. Jeden Sonntag: Otto Steiders Hamburger Sänger. Vollständig ncueZ Programm. Ansang 6 Uhr. Eintritt 50 Ps. mit anschlietz. Eamiiien- Kräneehen.— Von 5 Ulir nb im weißen Saal: Ball, Jeden Mittwoch: Otto Steiders Hamburger Sänger und Freitanz. Badstranc 10. Jeden Montag: Pcti-l's unvergleichl. Norddeutsche Sänger. Anfang 3 Uhr. Enfree 30 Pf. Jnh. d. Annonce pro Pcrs. Pf. Nach der Soiree: Prcl-Taais. Gesellschast Sonnabends frei für Vereine, Gewerlschasten. Adresse: Rirdcrf, Lahnstr. 3. 5452* Ober-Schöneweide a. d. Obersprcc. Jnh.: �lld. lllovravr (Neues Konzerthans). 14622*1 Heute: Extra-Reunion (Leitung: Tanzlehrer Sachs). Für Bereine und Äe>ver4- schaffen im Sommer noch Sonnabende zu vergeben. Bedingungen in bekannter kulanter Weise. Empfehle allen Freunden und Bc- kannten mein neu eingerichtetes Bierlokal mit 3 VcreiuSzmnnern. E. Königin Zlugnstastraste Skr. 8Z, an der PolSdamcr Brücke.* Gknoffe» u-id Frev'.ideu zur gcsälligcu Mitteilung, da� ich Box- Hägen- Rniiiinelsburg. Gärtner- sirafze 11. wieder ein �ifltnUmilt eröffnet babe. AchinngSvoll Oarl Sti-«»IZ, früher Lödi'crftraße 6. itsstsure»!, gi'SjiieüZll'. ll>Z ledon Sonntag: f* (iemätl. Heisanimensein und Taaz. Q a.f e üfeyer M55' Dresdener- s(r jgs 29. Kadse lOn. 15 llier. l-elln. duut. lO-f.r. ca. SOZeltuiHisn: 2 Cütards ild.40;-r. Zahlstelle der ri-cien VoUsüillino.+ l'tafe Iiüüer >ciio KoßstraBc>5» an der Allen lakobstraBe. Warme u. falle Speisen u. Getränke zu jeder Tagc-.?,eit. Voniigl. f.füiags- iseh 50 Fl." 0 SiÜards(mit Kerfan bände) Stunde 40, abends 50 Pf. Zeitungen n. Journale gr. Auswahl. Sa Baer . Ecke '•Prinz.-Allee Herren- und Knaben- Moden, Berufskloidung, lEleg.Palo'ois u Jsppen. 1 üroBcs Lager hin- und ausländischer Fjloffo zur Anfertigung - nach Ma8.• llarbllllgtl», ilreng feite Preise. Kompott oder Salat. X keiclihaltixe Abendkarte. X Wochentözlich: Grosicr bürgerlicher �WM!!jic«.L!Z?l. Ilm zahlreichen Besuch bittet alle Genossen � Rieh. Augustin. Saisssowci Sn; 7!r.: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donncrslag: RokkillWzRiii'lld.Zzggei' u. Vaasikrltaschca. Hochinteressantes Progr. Nene Gesang- und En- semble Szenen. Sonnt.Bcg.5. wochent. 811. Morgen Montag: Elite-Soiree und Tanz. Dienstag; Berliner Volksbühne: Die Königstochter als Bettlerin. liHtami,.>s.„Deutscher Hof". Apoiiii-saai. Sonnabend, den 19. Oktober: Großes Kerbst- Vergnügen arrangiert von den" ig. g�gust lS04. beschlossen in der Generalversammlung vom 0. Juni s 13 Absatz 1 Ziffer 3 erhält sol- gendc Fassung: im �allc der Erwerbsunfähigkeit vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab, ausschließlich der Sonntage, täglich drei Fünftel des ini§ 12 scsfgesctzteii durchschnitilichen Tagclohnes, und zwar: a) sürdieMitglicdcrder I Klaffe 1,80 M. b)... II.. 1,20. e)... III.. 0,90. 6)... IV.. 0,00. Der Vorstand der Orts-Kraiikeiikaffe für den Gemeindebezirk Weißens«. K. Fuhrmann. G. Peukerl H. Brotkorb. W. Zlesing. H. Kittlor. Fr. Content. Rob. Fandel. Fritz Eberl. Rieh. Oaeschner.. „.. Genehmigt Potsdam, den 22. August 1907. Namens des VezirksausschusseS: Der Vorsitzende. (I.. 8.) In Vertretung B. 8902. gez. Büttner. Verösienilicht Weißensee. den 7. Ollobcr 1907. Der Vorstand. 276/15* K. Fuhrmann, Vorsitzender Muster an jedermann franko! VieleTausend Meter UA'XUUUU amtondSeide Das reelle Seidon-Engros-Haus Elermaim Herzog, Berlin. Beipziger- sl raße 79, verkauft diese Woche viele Tausend Meter Seide und Samt direkt an Private. Serie I: Braut- u. Hochzoits-Seiden 1.25, 1,50, 2,00, 2,50 Mark. Serie II: Viele einzelne sohw. Damast- Roben 15, 20, 25, 30 Mark per Robe. Serie III: Elegante Blusen- und Futter-Seiden 1,25, 1.50, 2,00, 2, oO Mark. Serie IV: Samte für Kostüme und Blusen 1,00, 3,50, 2,00, 2,50 Mark. Viele Reste für Krawatten und Pompadours durchschnittlich 75 Pf. Ein Posten reinseidene Damaste deuxtous anstatt 4,— Mark jetzt 1,50 Mark. Adresse genau beachten: V.. Seiden-Herzog, Berlin, e Leipziger Str. 79, I m MM Verein für f rauen u. JVIädcbeti der Arbeiterklasse. Montag, den 14. Oktober, abends 8'/z Uhr, im„Neuen Klubhause", K o m rn a n d a n t c n st r. 72: 36/- „Zonale und uiutschasttiche Pirfenngrn der Kartelle." Referent; Gäste willlommcn. �Vtlhclm Düucll. Der Vorstand. jlrbeiter-Biliinngssckle Berti Sonntag, den 13. Oktober 1907, abends 7 Uhr, im großen Saale der„Berolina■ Säle", Schönhauser Allee No. 28; Vortrag des Genossen Max Grunwald über: „Ein Jahrhunderl preußischer Wirtschaftsgeschichte," (Zur Erinnerung an das preußische Bauernedikt vom 9. Oktober 1807.) Nach dem Vortrag: Gemütliches Bcisainiucnseln and Tanz, m Eintritt 20 Pf. 4/20+ Garderobe frei. Zwei naturwissenschafll. Lichtbilder-Vorträge Montag, den 91. Oktober, in Froyers großem Festsaal, Koppenstraße 29. Thema;„Die Abstammungslehre"(Deszendenz- Theorie) und ihre Beweise. Mittwoch, den LS. Oktober, in den ,, Germania-Prachtsälen'' (weißer Saal), Ohausseestraße 110. Thema:..Die Darwinsche Zuchtwahllehre und ihre modernen Ergänzungen. Vortrag,nd.r: Hill M, H, öS-Z-, toff'ÄSÄ Anfang 8 Uhr. Eintrittskarte 20 Pf. 62/1* Im Auftrage der Freireligiösen Gemeinde: Der Ausschuß. Arbeiter-Radfahrerbund Freiheit' I. Kreis Provinz Brandenburg, 2. Bezirk. Sonntag, den 20. Oktober: 6p. ßczfpks-fcst im 2okale des Herrn Haberecht in Zllt-Glienickc bei AdlerShos, bestehend in hionzert, Theater. Reigenfahren und Ball. Um 2 Uhr: Korsofahrt durch den Ort.— Ansang des Konzerts nachmittags 3 Uhr, Kaffencröffnuiig 2 Uhr.— Billett SS Pf.— Herren. ivelche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Ps. noch.— Aufbewahrung der Räder kostenlos.— Samtliche Bundesgenossen sind hiermit eingeladen. 22/2 DaS Komitee. 8 Aerztl. Lichtiieü- und elektr. med. Institut. di-ml Guttmanns Baut-. Bura-, Ceseiileeiils-, iSSffittäVÄSSri fes?«. Alexanderplatz,('.ÄlPS »I, Sonntag 9—1. Teilzahlung!! wöchentlich I Mk. Herren-.Damenuhrcii, Regulateure, Frcischwlnger, Wecker. Kelten, Broschen, Ohrringe, Svez. Phono.' grnphcn, Plaltcnsprechmaschinen. Zithern. Har- inonikaS usw.VcrkausvonHomophon-n.ZolloPhon- Platten, Edijon- Walzen, Nadeln, Rcpmalurteilen Reparaturen jeder Act. 2311':' Pilzecker& Spittler, Bcusselstraße 57a I, nahe Bahnhof. Partei- Speditionen: Kentram I: Fritz Zinke. Manerstr. 89. Zontram II: Albert Hahnisch, Anguststr. 50, Eingang Joachimstraßc. L. Wahlkreis, Westen: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hoch» parterre. . Süden und Südwesten: Hermann Werner, Gneiscnaustr. 72, Laden. S. Wahlirrels: St. Fritz, Prinzenstr. 3l, Hos rechts Part. 4. Wahlkreis: Ott e u: Robert W e n g e 1 s, RüdcrSdorserstr. 3, am Küstrincrplatz.— Wilhelm Mann, Petersburgerplatz 4(Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15 (Laden). 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12(Hos). V. Wahlkreis(Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, SalzlrcKlcrstr. 8, in: Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchftraße 49. Hosenthaler und Oranlcnbnrgcr Vorstadt: Hermann R a s ch k e, Slckerstr. 36. Eingang Anklamerstraße. tSesa ndbrnnnen: F. Trapp, Stettinerstr. 10. 8cliünlia.nser Vorstadt: Karl SBaiä, Lhchcncrstr. 123. Alt-GIicnickc: ZVilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. vharlottenbarg: Gustav Scharnb erg, Scscnheimcrstraße 1, Ecke Gocthestraße, Laden. Wiln.ersdoi-F- llalensee: Georg Frese. Berltnerslr. 46, Laden. Uehtenberg, Prledrlchsfcldo, Wllhelmsbcrg: Otto Seikel, Kronprinzenstraße 50, I. Hnmmelsbarg, Roxhagen:A. Rosenkranz, Alt-Boxhage» 56. HrMnan: Olto Schröder, Köpenickerstr. 1. Rixdorf: M. Heinrich, Reckarstraße 2, im Laden. Gehmargen dorf: Gustav K a in i n S k y, Eunostraße 2. 8ehijneberg: Wilhelm Bau m l er, Martin Lutherstr. 51, im Laden Tcmpelliof: M. Müller. Bcrlinerstr. 41/42. Obcr-8cIiUncn'cidc: JulinS G r n n o m, Edisonstr. 10, I. Kledcr-Selinncwcidc: BonakowSky, Hasselwerderstr. 6. Jobannlstbal: Franz Hüuold, Bismarckstr. 7. Adlershof: Erich Steuer, Hnckcnbcrastr. 5, II. KUnigs-Wnstcrliausen: Friedrich Saumann, Luckenlvalder« ftranc 4b. Kbpenlek: Friedrich W o i ck, Kictzerstr. 6, Laden. IVIedenaa- Steglitz-SUdcndc: H. öernsee, Schloßstc. 119, Hoj i, in Sieglitz. Beslaliimgci! nehmen entgegen II! Steglitz: H. M o h r, Düppeljlr. 32, und Fr. S ch e l l h a s e, Ahornstr. loa. Mariendorf: Pau! Müller, Beigstr. 35. Hoj I. Ranmschnlenvv cg: Stock, Ernst skr. 2, II. Treptow: Ziob. Gram eng. Kieshotzstraßc 412, Laden. Bieu-Welßensee: Kurl Fuhrmann, Scdanslr. 105, parterre. Helaiekeiidorf- Ost, W'llbelmsrah und 8el,daholz: P. G u r s ch. Vrovinzstraßc-Ecke Grünerweg(Eingang Grünerwcg). Tegel. Borsigwalde, Wltteaaa. Wnldmannsliist, llernisdort und Reinickendorf- West: Paul SVieuaft, Borsigwalde, Räuschsirntza 10. Pankow-Viederschunliaascn: G. F r e i lv a l d t. Mühlcnstr. 73. Bcrnaa-Hdntgental: Heinrich B r o s e, Hohesteinstr. 74, Part. Hlchwalde, Kenthen, Miersdorf und' Hankcls Ablage: NlsonS G r ä tz, Eichlvalde, Kronprinzenstr. S2, I. Teltow: Wilhelm Keßler, Hohersleimveg 7. Vowawes: Wilhelm I ap P e. Priesterftr. 46. Spandan: K ö p p e n. Jagolvstr. 9. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlicher Werke dort zu haben Zlktch werde» Jitserate fiir de»„Vorwärts" entgcgengeiwttlmc». NU-- Ritte aasschaeldc». ölj Press-Serie„Hedwig" Kompotteller............... 6 Pf. Kuchentellerö, 12, 18,35,45 Pf. Kompotieren 12, 18, 35, 45 Pf. Butterdosen.............. 25 Pf. Käseglocken.............. 45 Pf. Zuckerschalen............ 18 Pf. Kompotteller oiivenschiitr 20 Pf. Kompotierenoiiven40,50 bis 1.10 Käseglocken geschliffen.... 60 Pf. Butterdosen geschliffen..... 95 Pf. Sturzflaschen geschliffen.... 45pr. Sturzflaschen glatt......... 25 Pf. Wasserbecher geschliffen.. 20 Pf. Bierbecher Orgeischiitr..... 23 Pf. Kaiser-Bierbecher"z?,°� 25 Pf. Porzellan weiss Kaffeekannen............. 20 Pf. Kaffeekannen f.6od,i2Pers.38 Pf. Milchkannen...... 8, 12, 16 pr. Zuckerdosen......... 12, 15 Pf. Kuchentellermit Henkel 23 Pf. Kaffeetassen mit Untertassen 10 Pf. Kinderbecher...... 7, 9, 12 pf. Rasierbechcramerikan.Form 10 Pf. Kaffeetassen m. Untert.,dQnn 18 Pf. Speiseteller verach., L»ch 10 Pf. Speiscteller Formen' tief 12 Pf. Dessertteller verach. Formen 6 Pf. Mehlspeiseformen 45, 65, 85 KaffeetaSSenm.Untertass.gr. 15 Pf. Kompotieren...... 6, 8, 10 Pf. Butterdosen......... 48, 65 Pf, �PORZELLAN Montag, Dienstag, Mittwoch Glas Press-Serie„Triumph" Kompotteller.......... 12, 15 Pf. Kuchenteller..... 35, 65, 85 Pf. Kompotierenrondl5,20bis75 Pf. Kompotieren viereckig 23 bis 85 Pf. Butterdosen............... 45 Pf. Honigdosen............... 40 Pf. Selterbecher glatt Kristall.. 15 Pf. Bierkannen gepresst... 35, 45 Pf. Hyazinthengläser......... 9 Pf. Gambrinus-Biertulpen.. 30 Pf. Wasserbecher Tonnenform. 10 Pf. Wasserbecher gepresst...... 6 Pf. Teeod.Bierbecherm.Bordarel2Pf. Römer„Traube"............ 38 Pf. Likörgläser silberschliff..,. 23 Pf. PorZCllail dekoriert Milchtöpfe Satz e stock 85, 1.35 Kompotieren sÄt* 1.65 Kaffee- od. Teetassen*tkonr 20 pf. Kaffeekannen 55, 75, 95 pf. Kuchenteller Rosendekor... 40 Pf. Speiseteller 25 Pf. Kaffeeservice 5 Teile mit hübschen Dekoren Kaffeeservice 0. für 6 Personen, 9 Teile...., Z.IO Kaffeeservice für ö Person, 9 Teile O"TC"X OS. moderne Formen..£./ 0-d,0 Kaffeeservice__ für 12 Personen, 16 Teile... Meissener Porzellan Tafelgeschirre Speiseteller flach 52 tief. 57 Pf. Dessertteller............. 38 pr. Kompotteller............. 35 Pf. Terrinen 3.50, 5.30, 6.45, 7.45 Kartoffelschüsseln 1.50bis3.60 Saucieren..... 1.75, 2.00, 2.15 Saucieren mit klein. Fehlern 95 Pf. Buttersaucieren..... 65, 85 Pf. Salatieren rund....... 40bisl.75 Bratenschüsseln oval 90 bis 5.25 Bratenschüssel rund 1.35 bis 2.05 Tassen m.Untertass. 50, 60, 65 Pf. Kaffeekannen 1.10, 1.30, 1.70 Teekannen.... 1.10, 1.35, 1.80 Milchtöpfe........... 40 bis 1.65 Zuckerdosen...... 70. 90, 1.05 Teebüchsen........... 95, 1.25 Butterdosen... 1.50, 1.75, 2,20 Eierbecher............... 30 Pf. Kuchenteller.......... 90, 1.00 Fruchtschalen ohne Fuss... 1.75 Fruchtschalena.Fuss2.90 bis 4.00 Konfektschalen... 70, 80, 1.00 Porzellan mit moderner grüner Kante Speiseteller tief oder flach. 45 Pf. Dessertteller..... 25, 30, 35 Pf. Terrinen............ 4.25, 5.75 Ragoutschüsseln.... 3.00, 3.50 Bratenplattenoval 90, 1.25, 1.85 Bratenplatten rund, flach od.tief2.25 Kompotieren deck. 85, 1.00, 1.20 Beilageschalen........... 95 Pf. Saucieren............ 1.85, 2.35 Kaffee- oder Teetassen 60 Pf. Steingut Vorratstonnen......... Gewürztonnen........ Essig- od. Gelflaschen Salz- od. Mehlmesten Milchtöpfe Satz 6 Stück Butterbrotplatten..... Küchenuhren......... 0 38Pt 723 Pf. "38 Pf. ° 1.10 | 2.15 ? 18 Pf- 1 2.65 Person. 95 pf Tafelservice für 6 Personen modÄriS 7.50, 11.50, 13.50 Tafelservice für 12 Personen 60 Teile, in neuesten'ia Cf> AO S,r\ Dekoren............ Ot.OSJ, Wasch-Garnituren W'°�1.95, 2.45, 3.00, 3.75, 5.50 Ein grosser Posten Prima Panzer-Emaille Gasschmortöpfe.... 1.25, 1.45, 1.60, 1.90 2.35 Schmortöpfe.............. 1.10, 1.35, 1.50, 1.70 Kasserollen......... 95, 1.05, 1.20, 1.45, 1.65 Wasserkessel ohne Sack....... 1.55, 1.75 bis 3.00 Wasserkessel mit Sack........ 1.90, 2.20 bis 3.00 AVFhAVT De* TTEMT Kaffeeservice mit Tablett, 4 teilig, Prima Nickelplattiert.......... 8. 50 e.n.DJ-i ALLQNIö£ VERKAVFTJTELLE DET W�RENHÄ/fEf fVR DEVTTCHE BEATTTE □EHLIM 1 Ipochbaugelande. 1 4€iagent geschlossene Bauordnung direkt autehlieteend an den ot jr»,■ unweit der Bahnhof ÄOCgfCtCltl n ö O Gasanstalt, Gälerbahnh. vor- U /T. von O JYIK» an, banden. Ort in grässter und schnellst- Entwickl. begriffen. yjuskunft im£ahnliof-t(estaurani �eegejeld. Schönste?pochwald~ u. XandparzeUen am M_ a. d. Strasse nach Bahnhof»adowa n O iSS Trfls Günstigste Sohlungsbedin- LJ»|« von' V an. gungen, Gas- uiWasserleitung. ytuskunft im Restaurant T)Shring,€xner, Ger/ach in Jfeu- Sadowa und Restaurant Götze,)(autsdorf. Nieschalke& Nitsche, wJZf1s£ig™:,6. »ei« el'» cdil uiigartschcr Wacholder-Extrakt„neiiico" Eine Hark wöchentliche Teilzahlung Uetere elegante, tertige gerren-MoHe»- Krsotz tür JHaaN. Mass-Anfertigung leixisite Verarbeitung. tiaruutic&aeicnel,E1.enb°hnitr.'4. iy. 4751, 4752, 4753. | Wo in den llrogsrien u. Apotheken iiichl erhättl., Zusdg. hier srci Haus. Man verlange ans-'"'hnic keinesfalls briutlich Marke ,,lilCtHtU andere Küllungeu. Möbel Stube und Küche Anz. 1.5 ML Moderne Schlafzimmer, bunte Küchen, bessere Wohnungseinrichtungen, jedem Geschmack entsprechend, in kolossaler Auswahl zu billigsten Preisen. 3991» = Einzelne Möbelstücke= Anz. S M., wöchentlich J M. M. Beiser I Neuer Stabtteil au der Schinchaiiser Allee. Läden und herrliche 1, 2 Jimmer-Wobnungen mit Bad, Balkon und Loggien usiv. KB Zwei Monate mietefrei mm Ueekermünberstraste svcrtänaerte Jtotpischcftr.l. teinnlanbische- strafte(verlängerte Gzarnlkaustraftc», einige Ainiitcn von den Ringbahnhöfen Schönhauser Slllee�unb� Äefunbbrunnen cnt- scrnt; ganz besonders preiswert, � � f � t, eventuell per 1. Januar 1908 zu vermieten. SS99L» Nähere Auskunft beim Verwalter. Ueckermänderstr. 5(Laden). Spezial- �Edit 4"Aii Möbel -Geschäft Besonders leistungsfähig für bürgert. Einrichtungen von 250— 4000 M. Kulante Bedingungen. Da keine Ladcnmiete, billige, aber feste Preise! Bar oder Teilzahlung. Wilhelm Misch stFirnfirSr"«/« und II. Stock. Grosser Jlasverkanf Die aas einer" Kon kar anlasse herrübrenden Bestbestande: Teppiche, Gardinen, Portieren, Diwane, Tisch- u. Steppdecken sollen für die s Hälfte des Preises= total geräumt werden. ■V Dieser Ausverkauf findet nur kurze Zeit statt.-W> Teppicfe-Idler m« billiges Angebot für diese Wethe! o oo Gostüme Unsere KonlekUon zeichnet sich ans durch beste Ver- arboitnng von nar guten Stötten und tadellosen Sitz. Dnerreicnt billige nnd teste Preise. Grössle Auswahl WM för die Herbst- u. Her-Saisoa mm, 15.011-75.00 Jacketts, 8.75-50.00 Paletots. 8.50-60.00 Tuch io.5H5.oo ruibiviw« otuiicti ki ncucbicn Uesens j>\ usju uweww AM-Iiänlel 18.oo-78.oo Kiinoao-MäDlel, Havelocks, tu�21""15- und engl. Stoffe, ganz neue rasson' Mü-PtSilll«.NalliiUiMtel. 7c nn inn reich best für die süiksie tieur vorrätig M. dJ.Oü HJU Knttflmrnrlre htssfrel neuest«Ktros, n Fallen UililuJi Ulli! u. Samtslreif., lange, schwarze. 3 ir ausTuch, Samt u.Taft. ganzhervorr Ausw M. 1.95 43.00 P"(DU Wolle Tüll, Samt und Seide in den elf- 4 in DIIDCU, gantesten n. schicksten Ausführungen.Nk I.ZJ— HJ.OO a? Z.u-ZO.oo i in Tuch, Satin u. Seide, reich garniert Scheidemann& Cassel �hbp Kommandantenatr. 70.71, parterre u. I. Etage. Gegründet 1886. Sonntag» geSffnct v. 8—10 u. 12-2 v Königsir. 20-21, ,SlJ!Sr. *¥ - Straße 6T _ Freie Lieterung ins Haus mit eigenem tiespann. Bann______________ Nerantwortlicher Redakteur: Sans Weber. Berlin, �ür den Inseratenteil vcrantw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck u.Verlaa: Vorwärts Buchdruckerci u. Äerlagsansta!: Paul Singer Lc Co., Berlin 5V/. ilr.240. 24. Iflljrrjßiijj. 3. Knliiff i>ks Jornitb" Sftliiict PcksdlM Smnliiti, IB. Skfolitr 1007. NirtichsMicher Wochenbericht. Berlin. 12. Oktober 1907. Getrcidepreise— Flcischprcise— Börscnnotierungcn. Die Annahme, dah die Hausse an den Getreidebörsen sich weniger scharf auf die Märkte übersetzen würde und dag die Preissteigerung bald wieder abflauen werde, wird durch die bisherige Eutwickelung nicht gerechtfertigt. Seit einem Jahre gehen die Preise fast un- tiuterbrochcn von Monat zu Monat in die Höhe, und diese Aufwärts- bewegung ist anscheinend auch jetzt noch nicht zun» Stillstand ge- tominen. Nach den Zusammenstellungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes über die Durchschnittspreise, die auf einer grosten Reihe deutscher Marltorte bei den umgesetzten Mengen erzielt wurden, geben wir folgende Uebersicht: Durchschnittspreis pro 100 Kilogr. in Mark Oktober November Dezember Januar Februar März April Vtai Juni Juli August September 1907 Die Zahlen ermöglichen ein allgemeines Urteil. Die von der Erhebung erfaßten annähernd 100 Märkte erstrecken sich über das ganze Reich. Bei allen Gctreidesorten, mit Ausnahme, bei Hafer ist der Preis im September dieses Jahres gegenüber dem Vormonat weiter hinaufgegangen. Der Rückgang stellt sich bei Hafer auf 4,4 Proz.; bei Weizen ergibt sich' ein Aufschlag von 3,7 Proz., bei Roggen von 1,8 Proz. und bei Gerste von 8 Proz. Der Preis für Weizen erreichte im September d. I. den höchsten Stand, dagegen hatte Roggen den höchsten Preis im Juni init 19,73 Mg der höchste Preisstand für Gerste und Hafer wurde ebenfalls im Juni erreicht, Gerste war bis auf 17,49 M., Hafer bis auf 19,69 M. hinauf geklettert. Von ihrem Höchststande haben iin September eingebüßt: Haser lö.8 Proz., Gerste 4,1 Proz. und Roggen 3,6 Proz. Ganz beträchtliche Steigerungen ergeben sich für September d. I. gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Der Aufschlag beträgt bei Weizen....?6,5 Proz. Roggen.... 25,9 m Gerste..... 8,1, Hafer..... 14,3 H An den verschiedenen Marktorten differieren die Preise ziemlich erheblich und die Bewegung ist auch durchaus nicht einheitlich. Am 4. Oktober kostete z. B. Weizen(Durchschnittspreisj in Thorn und Emden 20,00 M., in Saargemünd 24,14 M., in Goch 23,89 M., in Glogau 22,30 M. Roggen kostete in Thorn 19,08 M., in Saar- gemün.d 20,73 M., in Pullendorf 18,80 M. und in Goch 20,30 M. Auch an der Börse sist das Getreide immer noch starken Preis- schwankungen unterworfen! die Tendenz dabei weist aber fort- gesetzt nach oben. An der Berliner Börse notierte Oktober 14. Aug. 9. 11. 12. Weizen(Dezember). 200,73 231,23 234,0 233,30 Roggen... 180,50 204,23 206,3 207,73 llugünstige Ernteberichte haben die Hanssetendenz befruchtet. Die Bewegung der Fleischpreise ist durchaus uneinheitlich. Bei Schweinen ist die Schivankung anherordentlich groß, doch läßt sich die Tendenz der Preissenkung nicht verkennen, während ander- seits bei Rindern die Kurve der Preisbewegung unverkennbar nach oben strebt. Wir geben über die Bewegung der Preise aus dem Berliner Viehhof folgende Uebersicht: Durchschnittspreise in Mark für Rinder, Kälber und Hannnel pro 100 Kilogramm Schlacht- gewicht, für Schweine 100 Kilogramm Lebendgewicht mit 20 Proz. Tara. Januar. Februar. März.. April.. Mai.. Juni.. Juli.. August.. September Für Rinder sind die Höchstpreise des Vorjahres allerdings nicht wieder erreicht, aber im Jahresdurchschnitt läßt der diesjährige den vorjährigen Preis doch noch ziemlich weit hinter sich zurück. Bei Kälbern herrscht die abschwächende Tendenz vor, bei Hammeln geht die Preiskurve ziemlich parallel nrit der für Rinder. Anders ist die Bewegung der Schiveincprcise. Vorübergehend haben im August die Preise zwar recht scharf angezogen, im September jedoch schon wieder unter �"' dieser Bewegung gehen Kleinhandel. Nur im _. gingen das Niveau der Augustsätze hmab. sie Mit nicht gleichen Schritt die Preise im rühjahr bequemten sich die Fleischermeister zu einer Preisrcdiiktion, bald aber ließen sie die Preise wieder hinaufgehen und stehen diese heute im allgemeinen noch auf dem- selben Stande, wie zur Zeit der größten Fleischnot. Das ist ein Mißstand, der dringend der Abhülfe bedarf.— Die nun allseitig eingestandene Abschwächung am Eisenmarkt und die sich daraus ergebenden Konsequenzen haben die Kurse der Dividendenpapiere, die im September nach langer Zeit wieder in die Höhe gingen. teilweise schon stark gedrückt. Die KurSentwickelung einiget viel gehandelter Papiere gestaltete sich folgendermaßen: Phönix..... Rhein. Stahlwerke Ronibacher Hütten Wests. Drahlindustrie Wests. Stahlwerke. Wittener Gußstahl Jlse-Bergbau.. Bochumer Gußstahl Arenberg-Bergbau Bei Beurteilung einzelnen Gesellschaften Verein hat seine dieser Ziffern inüssen mit'....... die Veränderungen bet berücksichiigt werden. Der Bochumer hat seine Zubuße erfordernden Zechen abgestoßen, der „Phönix" fusionierte sich mit dem Härder Verein und dem„Nord- slern". Im allgemeinen haben sich die Kohlenkurse noch am besten behauptet. Die festverzinslichen Werte erzielten im September gegen den Vorinonat durchweg Avancen. Nach einer Berechnung in der„Franks. Ztg.", die die Hälfte aller gehandclte» Werte um- faßt, ist der Kurs deutscher Staatsanleihen von 88,76 im August auf 90,47 hinaufgegangen; bei den deutschen Provinzial- und Äreisanleihcn ging der Kurs von 91,83 aus 92,32 hinauf. bei deutschen Kommunalanleihen von 94,10 aus 94,43! ausländische Staats- und Koinmunalanleihen avancierten von 87,00 ans 87,31. Der DurchschnittsknrS der gesamten Papiere mit einem Kurswert von 33Vz Milliarden Mark stieg von 89,27 auf 90.03. Für die Dividenvenpapiere, deren Kurswert 3�/,� Milliarden Mark betrug, stellt sich der Dlirchschnittskurs im August auf 143,21 und erreichte im September den Satz von 149,10. Die Jndustriepapiere habe» ihre Avancen nicht behaupten können. Selbst der schön frisierte Situationsbericht des Stahlverbandes hat die Skepsis der Börse nickit überwinden können. v. Winter- Paletots Tadellos sitzende, ausgeprobte Passformen. Unübertroffen reichhaltige Sortimente neuzeitiger Stoffe und Fassons. Viele Tausende Exemplare. Nur eigen» Erzeugnisse. IS Mk. 75.- 70.- 65.- 60.- 55.-£0.- 45.- 40.- 36.- 30.- 27.- 24.- 21.- 13- ■■■ Winter-Anzüge Kleidsamste, bestsitzende Fassons. Enorme Auswahl und vielseitigste Ausmusterungen neuzeitiger Stoffe mit hochmodernen Abarbeitungen. Nur eigen« Erzeugnisse. Viele Tausende Exemplare. 65— 60— 55— 50— 45— 40—•fß 36- 30- 27- 24- 21— 18- Jj Mk. B B■ Feine Mass-Arbfeit. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes. Chausseestrasse 29-30» 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. D9r Haupt- Katalog No. 32(Kotiesle Wodcn 1907-08) auf Wunscli- kostenlos und portofrei. Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestraße 70/71. Sonder sAnsebot. fKB'rew-Stoff-Rofew Serie I ?50 Serie II A5Ö Serie III jso Serie IV JS50 Serie V rtso fterren-Hnzwgc und CSeberzldKf, die während des Umbanes durch Staub gelitten, bringen wir— soweit Vorrat— bis zur ====== Hälfte des regulären Wertes zum Verkauf. 1 ?aul Töbs» Schneid ermeisler Singer A 76,00, •B, versenkbar, 105,00 Bobbin, Adler etc. 12,00, s. mm Kleiststrasse 81, am Wittenbergplatz. Bcllealliancest. 107 Hallcsclies Tor. Chansseestrasse 80, an der Boyenstrasse. Frankfurterstr. 115, an der Andrcasstrssse. Oranicnstrassc 31, an der Adalbertstrasse. Beusselstrasse 18, an der Tumislrassc. Invalldenstr. 160, an der Brunnenstrasse. Brnnnenstrasse OL, an der Rügencrslrassc. ..• Aul Wunsch rröß, Ratenzahlnngea bis bei festen Ksisa> Preisen für Näh-Maschlnen aoa. v. 4,00 U» Brennnbor Jockey etc., Specialrad, von 65,00 an. für Kinder 7—60,00, für Erwachsene 8-100,00. Sportwagen 3.50, 6,25-50.00. EUESTOiaSTLEe-ORCHESTE Dirigent: Franz Hollfelder, Alle Jakobsfr.65, 1. Konservatorium für alle Zweige der Musik Musik In jeder Besetzung■ Bestollungen zeitig erb. Teilzahluug wßchsnllich nur TjfliT Bramme phone, Phonographen, Sploldosen u. Musik- waren(od Art Seofe- Cafl" tr.SJInttent'.Oircrr.. nioptjon,, Zonopben.. Homophon.. Ghifom, Sialjcnnfto- gntctcrlcile it Separat. biatgf;.1 Juhre's Musik-Speziai-Gesctiälle Berlin N'., Teinminerfir. 2, an Brunneustr. SO. SJnperltt. 10, am NoNbnser ior. SV. JlPlwtftrür.??, am Bghniet Beullelltr. Kronleuchter-Fabrik für Gas u. Petroleum M• Größte Auswahl.• 500 Kronen von lO— 300 Mark Verkauf zu billigslen Fabrikpreisen an Private. Auf Wunsch kulante Zah 1 n n gsb e di ns"" gon ohne Preisarhöhung. Siegel& Co., Prluzcnstraßc 33. "Wjvu, naa'mB>wuiuvu uivu«»••»» w ko« Lieferant dos Posf-Spar- u. VorsohuC�Vcreins, Bezirks v. Norden etc. Lebens- Versichening. VICTORIA zu BERUH. Lebens-Versicherungsbestand: Uber t Milliarde u. 395 Mill. Mk. Gesamt-Vermögen: rund 600 Millionen Mk. Prämien- und Zinsen-Einnahme in 1906; 123 777 086 Mk. Pro 1906 erhalten die Versicherten 24 366 296 Mark Uebersohuß als Dividende. Volks- Versicherung. VICTORIA. 5030L* FEUER- VEKSICUEKUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT. Ganz neue liberalste Bedingungen. Feuer- Versicherung. Qkftattc mir hierdurch, mein 1S9S Im Dbcrbnich gcflrünb., Icßt Brunnenstr. 171 bosindlicheS Bettledcrn- Spezialgeschäft In empfehlende Erinnerung zu dringen. Uebcr 20 Sort. ged. u. Tannen iowie gr. AnSw. in sarbechien u. fcderdichitU In leiten ftclä am Lager. BefonderS empf. meine Oderbrucher Bettleder, ».welcher ich jähri. Ober 1000 Ztr. direkt u. den Oderbrucher Mtiftereien einkaufe u. teiiip. in meiner eig. Anstalt fliUsertig her- richte u. dann ohne f ede» Zwischenhandel direkt a.d.Kundsch.abgebe. Auch mache a.m. BiWeilern-Rßiiiifliiiig milÄr- aufmerksam. In mein. Anstalt wert). d.Fed, durch zwei erprabie Spezialmasch, grund. lich ausgesiebt, entstäubt u. ausgedampft. also radikale Tappelreinigung, sc dast selbst alte zusaiiunengekluinpl» Betten wieder leicht und voll werden. «U» Urohn(fest 1905) 8rumienslr.171, gegenüber iandorl. Tel. Ami III.». 4221. Korsett ZU tadelloser jji/ Ansgleichung I/\ /A Vlifi' ungleicher * X Pigur durch Hohlraum, leicht, ohne Einlage, macht schlank. Rücken, schlanke Hüfte u. gerade Haltung. Preis v. 15 Mark an. BeFlinW.,FrauSchaefer,LinkSlP. 21. — Berlin, Alle Jakobstr. 124.' Elektro-Teciinlkuml gegr. 1874. Eig. Fabrik. Elckwo- Mäschincii-, Bau-, Ingenieur-, Techniker-, Werkineiiiei-, Mou- teur-, Chausseur-AaSbildung.» lieuei kbgRlIIttii8ii8. Prospekt kesfenfrel. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Dmgepd. Dienstag. 15. Oktober, 8*4 Uhr abends: Versammlungen der Wablvereine. I. üreis Dräsels Festsäle, Neue Friedrichstraße 35. Referent: Genosse Dr. I-eo droits. II. Kreis Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg(großer Saal). Referent: Genosse Fritz Ebert. III. Kreis Gewertschastshaus, Engel-Ufer 15. Referent: Genosse Wolfgang Heine. IN. Kreis Breuers Salon, Große Frankfurterstr. 117. Referent: Genosse Paul Singer. ¥. Kreis Altes Schtttzenhaus, Linienstraße 5. Referent: Genosse Eeopolcl Eiepmann. ¥1. Kreis Baltschmieders Festsäle, Vadstr. 16. Referent: Genosse(Zeorg EeÄebour. Wieikensee. „Zum Prälaten", Lehderstraße. Referent: Genosse Emil Boeske. Tages-Ordnung tu allen Versammlungen: 1. Der preußische Parteitag. 2. Eventuelle Anträge zu demselben. 3. Diskussion. 4. Wahl der Delegierten. 5. Partei und Vereins-Angelegenheiten. In allen diesen Bersammlnngen legitimiert das Mitgliedsbnch des betreffenden Wahlvereins. .W" Sei der Wichtigkeit der Tages-Ordnung ist vollzähliges erscheinen der Mitglieder eine unbedingte ftlicht."MW 809,8*____ Die Pereins-Vorstände. Die Starke der wirtsehaftlieh Sehwaeben liegt in der Vereinigung! Fortgesetzt fühlt jede Hausfrau, jeder Arbeiter und Arbeiterin, wie durch die Preissteigerung die notwendigsten Lebensmittel das Einkommen nicht mehr genügt und Entbehrungen der verschiedensten Art ertragen werden müssen. Der Organisation der Produzenten muß deshalb die Organisation der Konsumenten gegenübergestellt werden. Auch in Berlin mit seinen bevölkerten Vororten muß es erreicht werden, daß jede Arbeiterfamilie JYnigUed eines Konsumvereins wird. Der Beitritt zu einem Konsumverein kann in nachstehenden Verkaufsstellen erfolgen: Adlerabof(Konsumgenossenschaft): Adlershof, Hackenbergstr. 29. Alt-Glienicke, Köponickorstr. 82. Grünau, Königstr. 2. Ober-Schöneweide, Edisonstr. 18. Berlin(Berliner Konsumverein)! Michaelkirchplata 4. Markusstr. 87. Zorndorferstr. 61, Büschingstr. 12. Forsterstr. 20. Liebigstr. 7. Kopernikusstr. 33. Rostockerstr. 35. Knjdenerstr. 50. Havelbergerstr. 6. Erasrausstr. 5. Stralauer Allee 20a. Bummelsburg, Türrschmidtstr. 6. Lichtenberg, Kronprinzenstr. 1. „ Prankf. Chaussee 103. Karlshorst, Qundelflngenerstr. 51. Berlin(Konsumgenossenschaft): ßwinemünderstr. 11. Greifenhagenerstr. 84. Prinzen- Allee 85. Willdenowstr. 30. Oartenstr. 3. Wiclefstr. 31. Ebelingstr. 14. Arndts tr. 5. GrSfestr. 40. Maxstr. 13 a. Winsstr. 64. Tempelhof, Berlinerstr. 41/42. Schöneberg, Apostel Paulusstr. 27. „ Gothenstr. 1. Weißensee, Priedriohstr. 12. Rixdorf, Weisestr. 65/66. Berlin(Bäckerei-Genossenschaft): Glogauerstr. 28. Bödikerstr. 30. Yorkstr. 65. Hohenlohestr, 18. Forsterstr. 20. Rixdorf, Falkstr. 1. „ Steinmetzstr. 109. « Isuislr. 11. Britz(Käuforverein): Britz, Werderstr. 33. Charlottcnbnrg(Konsumverein): Wilmersdorferstr. 27. Tauroggenerstr. 10. Potsdamerstr. 12. Weimarerstr. 29. Charlotten bnrg(Bäckerei- Genossenschaft„Produktion"); Christstr. 18. Tauroggenerstr. 10. Cauerstr. 27. Bleibtreustr. 2. Lieferung frei Hans. FrlcilrichtihnBcn(Konsum- Genossenschaft): Friedrich shagen, Fricdrichstr. 93. Erkner, Königstr. 55. Friedenau(Konsumverein): Moselstr. 7. Groß-Licht er fei de(Spar- u. Produktiv- Genossenschaft); Dürerstr. 37. Lankwitz, Frobenstr. 12. Kbnlgs-Wastcrhaniien(Konsum-Qe- nossenschaft): Berlinerstr. 26. Ufowawes-Sfeacndorf(Konsumverein); Lindenstr. 38, Priesterstr. 29. Potsdam(Konsumgenossenschaft„HoS- nüng"): Junkerstr. 15. Bomstädt L. II. Spandan(Konsumverein„Merkur"); Mittels tr. 13. Tegel(Konsumverein): Tegel, Schlioperstr. 70. Boreigwalde, Schubertdtr. 21. Hermsdorf, Berlinerstr. 16 a. Reinickendorf, Eichhorns tr. 15. Zchlendorf(Konsum-, Produktiv- UQd Sparverein): Zehlondorf a. d. Wannseebahn. Teltoworstr. 1. O. Wahlkreis. Sonntag, den 13. Oktober, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon(B. Naabe), Kolbevgcvstravc 23: Bersamlnlttng für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffcii Adolf Hoffmann über.Freisinnige Reden und Talent 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beismumensem mit Tanz. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Itio Abtcllnngsfuhrcr. Sozialdemoliratifcher TH I � ------ Maklverein------- UT.K�TK�DK Ä» Mittwoch, de» lv. Oktober, abends 8Vz Uhr, im Lokal von Hoppe, Hermannstrasie: Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Kassenbericht. Anträge. Vereins angelegen- heiten. Verschiedenes. WM- Mitgliedsbuch legitimiert.— Uul zahlreiches Erscheinen ersucht 22t� verein äer Kerliner kuchllrucker unä Zchrittgieker. Den dcrehrlichctt Mitgliedern bringen tvir hiermit zur gefälligen Kenntnis, daß die Bercinsversanimlnng am Mittwoch ausfällt und dafür die Fortsetzung der General- Versammlung stattfindet. Die Vertrauensleute werden gebeten, die Mitglieder Hierbon zu verständigen. Den Delegierte» znr Generalversammlung gehe» bis spätestens Dienstag die alten Lcgitimationskarte», sowie die zur Tagesordnung gestellten Anträge gedruckt zu. Oer tZativorstand. Achlunp! Putzer! Achtung! Zentral-Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. Am MitNvoch, den IN. Ottoder, abends 8 Uhr, finden in den be- saunte» Lokalen für Berlin und Umgegend die Bezirks- Sitzungen statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen, Kollegen!?lgltiert aus den Bauten sowie in den Pause» für den guten Bcsnch der Sitzungen und Ber» sninmlmigen.— Für Gesundbrunnen finden von jetzt ab die Sitzungen Biesenthalerstr. S bei Bachgänger statt. IMe Oblente. I. A.: E. S ch u l z e. 133/1_ Achtttna'. Bauhandwerker! Die Töpfer Berlins befinde»» sich im Generalstreik, MK Jeder beim Arbeiten angetroffene Töpfer ist »ltt �tv»vei11srielr. MIP als Streikbrecher zu betrachten. Wir bitten die Genossen, wenn sie irgend wissen, wo Töpfer arbeiten, uns dies bekannt zu geben. Die Streikleitung. Zentralstreikburea»: Gewerkschaftshaus, Amt 4 Nr. 9807. Bezirk Cliarlottenburg. Mittwoch, den 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im O1* im Volkshause, Rvfinenstr. 3: ▼ dÄZlllIfllES115$e TageS-Ordnung: 1. Kontmunalwahlen und moderne Gewerkschaftsbewegung. Referent: Gen. Flemming. 2. Stellungnahme zu den freien Fortbildungskursen für Arbeiter. 3. Bezirksangelegcnheiten. 201/4 Zahlreichen Besuch erwartet Die Verbandsleitung. It Zahlstelle Berlin. Rahmenvergolder! Montag, den H. Oktober, abrndS 7 Uhr: Nkrsnntmlmlg der Wtrkßatt-DertllUlenstente bei Branner, Eiigel-Ufer 13. Jede Werkstatt m»b vertreten sein. Dienstag, den 1». Oktober, abends 8 Uhr: Bersa»»»»»ll»»»»g der Nahme»»vergolder im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer IS. Saal 7. Sämtliche Kollegen müssen in dieser Versammlung erschesnen. �_____ Der«rauchenlciter. Kilderrahmenmacher Mittivoch. den rv. Oktober er., abends Ii Uhr: Vertra»te»»s,»,ä»»»»er- Versa»»»»»tll»ng bei Kbbler, Brandenbnrgstr. 22. Pünliliches und vollzähliges Erscheinen der Vertrauensleute ist dringend notwendig. _____ Tic Kol» Mission. Zentral-Menkasse tolapezierer ■ Filialen Berlins. Am Freitag, den 18. Oktober, abends 8'/, Uhr: Gnartals- Nerjamiuluugen. Filiale l bei Meier. Oranienstrasic 103. l. Kassenbericht vom dritten Ouarlal. 2. NeliNintzl des ersten Kassierers. 173/13 Filiale II bei Stöwer. Elisabethlirchstragc 14. Kassenbericht vom drillen Ouartal. VerschiedencS. Filiale III Gngel-Ufer 18, Saal S. Vortrag des Dr. Sl. Bern- stein über:.Die sozialc Frage, beleuchtet vom bugienischen Standpunkt'. Btf~ Frauen und Gäste haben Zutritt. Aecht zahlreichen Besuch wünschen Die Ortsvcrtvaltnngen. Allgemeine Orts-Kriuiken- Kasse zn Sellin. (Scmasj der Vorschrift des§67deS Statuts geben wir hiermit bekannt, dag die in der Generalversammlung vom 23. April d. I. beschlossene II.»nd IV. Abänderung zum Slatut die behördliche Genehmigung erhallen haben, wahrend der III. Ab- änderung die Genehmigung versagt wurde. Die in der II. Abänderung vor- genommenen Aeiiderungen der KH 10, 12, 15, 25, 3l, 32, 36, 49, 50, 52, 59, 02 und 63 enthalten Ergänzungen verwalluiigstcchiiischer Art. Im Ä 31 wird für die Einzahlung der Beitrage an Stelle des»Sonn abend' der„Montag' als Fölligleits tcrmin gesetzt. Während die Wahlen bisher in 4 Abteilungen vorgenommen wurde». schreiben die tztz 49 und 50 die Wahl der Vertreter der Kassenmitglieder in 2 Abteilungen(rechts- und linksseitig der Spree) vor. Sämtliche Vertreter müssen in beiden?lbteilungen gewählt werden. Das Mahnversahren gegen Arbeitgeber iurni nach§ 62 künftig eist bann_ eingeleitet werden, wenn die Beiträge 14 Tage»ach der im§ 32 sestgesctztcn vierwöchcntlichen Frist nicht gezahlt sind. Die Ii'. Abänderung, welche nun- mehr als III. genehmigt ist. enthält eiiicn Zusatz zu si 14 der bestimmt, dasi den in einem Kranlenhause untergebrachten itasseiimitgtledern, welche den Lebensunterhalt von An- gehörigen nicht besliittcn haben, ein Achtel des im§ 13 Ziffer 3 festgesetzten Krankengeldes zu gewähren ist. Diese Aenderiing tritt— und zwar auch für die bereits schtvebenden Unter- stützungSsälte— mit dem 14. Oktober d. I., die II. Abändcrung mit dem Tage der Bckaiiiiimachung in Kraft. Berlin, den 12. Oktober 1907. Der Borstand. 276/18 Wkillieim PieHI. Vorsitzender. Achtung! Achtung! Hansfrauen! Arbeiter! Bürger! Boykottfreie Bäckereien! In die letzte Liste sind folgende Bäckereien als bewilligt nachzutragen: Bllggciihagcncrstr. 3, MchlS. Emdencrstr. 49, Bernau. Graunstr. 37, Müller. 1 HcnnigSdorscriir. 13, Paulisat. tsiubeucrstr. 49, Kehrberg. I FriedrichSselderstr. 17, Schön. Grüiithalerstr. 51, Bär. Kopcnhagenerstr. 49, Kurth. ZioiiSlirchstr. 2, Henze. Die Bewilligung seit der letzten Liste zitrückgezogen resp. durchbrochen haben: Graunstr. 5, Schenk. Grcijciihagcllcrstr. 15, Mickasch. Korsörerstr. 2, Surel. Schiiemamistr. 3t, Hanke. Swlncmünderstr. SO, Prusi. Die organisierte Arbeiterschaft machen tvir auf daS Holländische Cafe. Beuthstr. 19. besonders aufmerksam, da mindestens zlvci Drittel der bezogenen Backwaren auS««bewilligte» Bäckereien stammen. Woher, war nicht zn ermitteln, da unserem Kontrolleur die Auskunst verweigert wurde; angeblich könne der Inhaber ohne diese Ware nicht auskommen. HaussrauEn! Arbeiter! Unterstützt Sie um ihre JUensehenreebte hämptemien Bäckergesellen! 45/20 Tie Lohnkommisfiou der Bäcker. Bureau: Auauststr. ZK. F.-Zl. II», ISIS. Bureau: Engel-Ufer IS, Zimmer 36. Filiale Berlin. etc. Delepho»- Amt IV,»72«. Hierdurch machen wir unsere Kollegen darauf aufmerksam, daß laut§ 1 des Lohntarifes die Arbeitszeit vom 13. Oktober bis IS. November§*" 8 Stunde»"VE beträgt. Jede weitere Ausdehnung der Arbeitszeit gilt als Ueb erstünde. 74/18_ Die OrtaverwaUnng. und verwandten Gewerbe zu Berlin. Gemäss§ 48 a Absatz 4 unseres StatuiS findet für die im Lause der Wahlperiode ausgeschiedenen Ver- treter der Arbeitnebiner zur Gc< nernlversammlung eine Ergänzungs- wahl stakt. Zu wählen sind 116 Ver- treter Mr 1907— 1908/ Zur Vornahme der Wahl laden wir die Mitglieder hiermit ein und zwar findet dieselbe statt am Mittwoch, de» 23. Oktober IS«? im „Gewerbeedatlstiaua", Sag) I, Engel-User 15. Der Wahlakt beginnt um 8 Uhr abends und wird pünktlich um 10 Uhr geschlossen. Danach Feststellung deS WahlrcsultalS und Verkündung des- selben. 276/17 Die Wahl ist geheim«nd er- folgt durch Stimmzettel. Wahlberechtigt und wählbar find»ach 8 48 Absah 4 deS Statuts nur diejenigen Mit- gliedcr. welche grostjährtg und im Besitze der bürgerlichen Ehren- rechte stnd. Die Mitgliedskarte legitimiert. »er Vorstand, G. Sänger, Vorsitzender. W. Ditlmann, Schriftführer. 29 Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallflr. 29 Flur-Eing. - Stoff- hat fertige Anziige nach Matz 2« M. Tadelloser Sip, halibarc Fnltersnchen. Bei Slofflieseruttg billigste Preise. Franko, Ackcrftrajje 143, 142L* Ecke Znvc lidenstrotze. W3 W. Hermann Müller, I Magazinstr. 11. itava-Zumalradeelcen! mit schönen, hellbraunen Farben und tadellosem Brande Nr. 5966 b. 2,80\ pro Pfund Nr. 5967 a 2.50/ verzollt. riiiii m Achtung! IN (ostöM- und 5*1! Mnster-Sekeider und Sehneiderinnen! Montag, de» 14. Oktober 1907, abends 8'/, Uhr, im Neue» Klnbhause. Kommnndautenstr. 72: OeLSentNcke Versammlung TageS-Ordnung: Wie können wir unsere wirtschaftliche Lage verbessern'.' Rescrentin: Frau Dr. Zepter. 166/13 Kollegen und Kolleginnen! Wer noch ein Interesse an der Besser- gestaltung unserer Verhältnisse hat, erscheint in dieser Versammlung. Der F.tnbcrnter. Verband deutscher Gastoirlsgehuljen. (Sitz Berlin, Gr. Hamburgerstr. 18—19.1 Ortsverwaltnng Charlottenburg. Fraunhoserstr. 13, A. Ch. 1933» umfasit die Stadt- und Landbezirke: Charlottcnburg. Wilmersdorf. Schmargendorf. Steglitz. Friedenau. Grunewald, Spandau, Hakenfelde. Itufutöfltlidjfr ArbeitgilllltstUtis Insbesondere empfehlen wir: Oberkellner, Hotel-«. RestanrationS. kellncr. Köche, Büfettiers, Hausdiener, Bierzapfcr usw. für fest und zur Aushülfe. ver Arbeitsnachweis Ist für Arbeitgebor und Arbeitnehmer kostenlos. Ausierdem leisten wir sür unsere Mitglieder eine Garantie von 30 Mark. Die Herren Gastwirte in den betreffenden Bezirken werden höflichst gebeten, doch ihr Personal von hier zn entnehmen. 298/5 OrtSvcrwaltung Charlottenbnrg. Arbeiter- Samariter--f» Kolonne« WlntcrknrsnB 1007—1008. In dieser Woche beginnt der Kursus in der 2. Abteilung bei Da»e, Brunnenstraffe 154, am Montag: in der 3. Abteilung bei Wieloch, Grunewaldstr. 110, in Schöne« berg, und 4. Abteilung bei I.indner, Gründet gerstr. 10, in Lichten« berg-NummcISburg am Donnerstag. Jedesmal 9 Uhr abends beginnend. Der erste Vorlrag in jeder Abteilung lautet: „Ucbcr Anatomie(Bau des menschlichen Körpers)"» Der Besuch deS ersten Abends steht jedem als Gast frei. Einschreihegeld 25 Pf. Monatsbeitrag 25 PI. Die Bibliotbek steht den Mitgliedern zur freien Versügung. Um regen Besuch wird gebeten.. Der Vorstand. Sillige Roblabake. Max Jacoby, Streiitzerstr. 52 j Heinrich Franck Berlin m., Brunneiistr. 185.[ Decke ffg1 2,10 Ps- 1 Vit Pfd. Deckkr., hell, schneew. Br. I CdlzäblÜDd monatlich, 10 M. liefere Herren. Gar- derodo nach Mag(billigste Preise). I Tomporowski, 8i,2.c&e1.10' Nahe Bcllcallianceplatz. Kasse 10°/« billiger.* 4- WLKSISSSI'-�«I't»'KF' � morgen Montag, abends 8'/-. Badstr. 10: Nturusshtuie, Nkrvru- u. Gemiitsleideu iu lüort u. Kild. Refer.: Kurdirektor Brnndniana. Die Lichtbilder sind Naturausnahmen und erscheinen in einer Schärfe und Plastik, so dag sich jeder selbst erkennen kann. Um zahlreiches Erscheinen bittet Naturheiloerein Rejorm. Äuranstnlt Hackcscher Hos. Rosenthalcrstr. 40. Naturärztl. Sprechstunden. 11—2, 6—8, Sonntags 10— 12.— Eintritt nebst illllstr. Broschüre 20 Ps. ff! tlMDill>!!>!!>! MWWWlW>MliMiMWWsUWWIjWMW>WW>M 7| Vl� Tcilzahlnae wOchcntl. 1 IIb. IV» Vollh. schmerzloses Zahnziehen I Mk. Plomben 1,50 M. Keporafc. sofort. Umarbeitung schlecht sitz. Gebisse. Zahnarzt Wolf, T,olpzliCcrstr. 130. Sproohstunden 8— 7 Uhr. Umpfehle allen Freui-den und Bekannten zum bevorstehenden Umzüge nsw. mein* Glas-, Porzellan-, Steingut-, Nippes-, Lampen- und Emaillewaren-Geschäft sowie fduntliche KUchcn-ArtikcI zu den billigsten Preise*. Hug/wst IVlidert, teÄm Wm WÄAMÄW G.m, b. H. Frankfurter Allee 109- letzt HERMANN TIETZ Frankfurter Allee 109-111 Diese Woche— soweit Vorrat: ca. 3000 Blusen enorm billig. Blusen aus Barchent und Velour Unstern, Vorderteil in B 1 ü SG fl varelient, In neuest. Raiten, mit Knöpfen besetzt Dil ic Qn*• Barchent, guter Qnsi.,"165 DlUoCll neue Streifen n. Karos 85 Pf. neue Streifen n. Karos ans Vclonr• Barchent, Blusen schwere Qualität, bell und dunkel gestreift......... Dlnoon ens banmwoii. Sammet- viusen Velour, mit Kalten und Sammetpaspei............. 265 340 Woll- Blusen Blusen einfarbiger n. gemusterter Cheviot und Idoiton, in Falten.... DIlic>c>ri te Molton in Streifen und /so D i U O G 1 1 schottischen Mastern... i Dllioon"'ttwere Wo 11 s to f fe, D I ü 0 G Ii hübsche Muster mit Säumchen und Falten............. D! lipon F�hna Wollstoff in den DlUoGIl neuesten Farbenstellungen(SSO mit Taffet oder Sammet garniert. 5 40 Seiden-Blusen B I U S 6 D aus Messallne mit Spitzen A Qg garniert,>/, Aermei.......... R 1 1 1 0 D n aus Ta,,et'«ewttert, mit p 50 D i U O U 1 1 Passe und Spitzen.... 0 BlüSCn aus la Taflet, gefüttert,"785 in schönen Lichtfarben........ I BlUSen einzelne Modelle erhehlleh 1175 unter Preis......... durchweg I I Blusen aus Sammet und Spitzen R 1 1 1 0 Q n ias Bammet. schwere Qua- DlUoGll»tat. mit Falten, Taffet- K4Q kragen u. Cravatte............ J85 R 1 1 1 0 O n ans 11 Sammet, einfarbig n. DlUoCil gemustert, hübsch garniert BlüSen ans fa Panns nnd Veivet, D 75 aparte Formen............... 3 Eleg. Spachtel- Bluse Q75 mit seidenen Blenden.......... ca. 1000 Kostflmrocke und jupons Kostümröcke...„8,. 290 S90 540 875| Kostümröcke 725 9751250 Kostümröcke..n c»..... 3�4" 725 i Kostümröcke I— ��r'. m."7',,f!'.".odr 1050 1350 1675 I■ aus Melton und Velour, schwarz und farbig, 165 0 85 /I 25 K85 1. Iiit-a/�rto aus Moir6e, Halbtuch und Kloth In vielen Farben, C\7S Q 50 1�50 UUpOnS hübsch garniert, mit breitem Volant..... I � UUpUllO la. Qualität....................... W O Iw In der II. Etage: Conteetioß Sehr preiswerte neue Kleiderstoffe Einfarb. reinw. Cheviots 8Chwarzu Ä 95pf. I25 I60| Schwere Kostümstoffe br*": � 95 pn I25 Einfarb. Satin- Lastings ca90<110cmMberteeirt I35 190 260 Eleg. Germania-Tuche ÄÄÄ 325 390 Moderne Blusenstoffe bre�KT:dÄ; 95 Pf I25 Gestreifte Flanelle für engl. Hemdblusen Meter 9 5 Pf. 1 1 Schwere Idauskleiderstoffe �'�7ter 75 95??. I25 ca. 2000 Meter Seidenstoffe Moderne Kostümstoffe Ä."°kXrtTM°to Moderne Blockkaros w°"""■"0'I95 Halbseidene Futterstoffe ÜaCkenfutter halbseidene Serge in allen Farben... Meter Jackenfutter halbseid. DamassS in allen Farben... Meter 145 235 I10 185 nur moderne Farben und Muster Preis für den Coupon von 4 Meter...... 985 490 yoo 3 Posten Strümpfe unter Preis Damenstrümpfe"TR j Damenstrümpfe QR Herrensocken QR reine Wolle, deutschlang.......... I Pf- reine Wolle, engl, lang, med. Ringel.. Pf. reine Wolle, la. Qualität,......... Pf. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■«■■■■■■■■■■■■■■■■laBIXBaHniBBHBIBSBHIHBBHBBaMIBIHBHIHHBUaiBanMnnUHHUmHBnnBmnHua GARNIERTE DAMENHÜTE in neuesten Formen, Farben u. Garnituren, von 550 725 Q75 1250[ | Engl, garnierte Damenhüte........ l25«. IS08 Ungarnierte Damenhüte 1" Ibbi und Farben neuesten Formen OQO KOO .. bis BBBBnBBBBBBBBBBBIBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBESBBBEBBIlBBEüBBBBaHBaESBBBEBSKBBfflBBBBBBBBBBBBBBBBBBSBaBBBBBBBBBBBBBBflaflBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB Berantwortkicher Redakteur: Hans Weber, BerluL Für den gnseratemeil verantw.: Th. Glocke, lverlin. Krück u. Verlag i Vorwärt? Buchdruckerei u..BerlagSanjtal�Haul Kinger Li Co., Aorlw SW, lt. 240. 24. 4. Kilsze drs Jtmiö#' Krlim lolMlott Somifag, 13.©liteiitt 1907. Zur Kommunalwablbewegung. Freisinnshoffnung auf Wahlsiege. Von den sechzehn Wahlbezirken dritter Wteilung, die an den diesjährigen Stadtverordnetenwahlen teilnehmen, sind dreizehn im Besitz der Sozialdemokratie und drei noch im Besitz des Freisinns. Der Freisinn macht sich große Hoffnungen, daß er nicht nur seine drei Bezirke behaupten, sondern auch noch der Sozialdemokratie ein Paar Bezirke wieder abnehmen werde. Unter andere?.', richtet er sein Augenmerk auf die Wahl- bezirkeS und 10, die zum zweiten Reichstagswahl- kreis gehören und im östlichen Teil der Tempelhofer Vor- stadt liegen. In einer Versammlung des freisinnigen..Bezirks- Vereins Hasenheide" wurde erklärt, es sei„eine Ehrenpflicht des Freisinns", die Sozialdemokratie aus diesen Bezirken zu ver- drängen, man werde„alle Kraft einsetzen", die beiden Mandate zurückzuerobern, der Freisinn„wolle und muffe siegen". Die Frei- finnigen Pflegen ja vor den Wahlen den Mund ein bißchen sehr voll zu nehmen,, und das tun sie auch hier wieder. Aber wahr ist, daß die Bezirke 0 und 10 noch lange nicht zu denen gehören, deren Mandate wir als absolut sicheren Besitz betrachten dürfen. Der Wahlbezirk 9 umfaßt die Stadtbezirke 64, Kö, 66, 76 und war im Rathause bisher durch unseren Genossen Dr. Alfred Bernstein vertreten. Stadtverordneter B e r n st e i n ist hier auch diesmal wieder als Kandidat der Sozialdemokratie aufgestellt worden, und cS wird nun Aufgabe unserer Genossen im 9. Bezirk �ein, den Ansturm des Freisinns abzuschlagen, damit der Bezirk im Besitz der Sozialdemokratie verbleibt. Die Freisinnigen wollen im 9. Bezirk als ihren Kandidaten einen Mann aufstellen, der da unten in der Tempelhofer Vorstadt bereits als Durchfalls- kandidat bekannt ist. Ihr Auserkorener ist Herr Huff aus der Johanniterstraße, der im Herbst vorigen Jahres bei einer Nachwahl in einem Nachbarbezirk erfolglos kandidierte. Dieser Herr Huff wurde damals mitunterstützt vom Reichslügenverband, dessen Hilfe von den„entschieden freisinnigen Männern" der Tempelhofer Borstadt mit Kußhand angenommen wurde. Voraussichtlich wird diese Paarung sich jetzt wiederholen, damit die Welt aufs neue sehe, wie weit die Blockbrüder des Berliner Freisinns politisch ver- lumpt sind. Der Wahlbezirk 10 besteht auS den Stadtbezirken 76, 77, 78. Im Rathause war er bisher durch unseren Genoffen Zubeil vertreten, doch ist diesmal hier als Kandidat der Sozialdemokratie der Stadtverordnete Genosse Gottfried Schulz aufgestellt worden, der jetzt seinen bisherigen Bezirk mit Zubeil austauscht. Auch diesen Wahlbezirk 10 will der Freisinn uns noch nicht ohne Kampf überlassen, unsere Genossen»Verden daher auf dem Posten sein müssen, um den Bezirk zu behaupten. Als Kandidat der Frei- sinnigen ist in Aussicht genommen ein Herr Linke, wohl der Maurermeister Linke aus der Gräfcstraße. Wir wissen im Augen- blick nicht, ob auch er schon mal als Durchfallskandidat fungiert hat. Dem Ausgang des Kampfes um die Tempelhofer Vorstadt sehen besonders die Hausagrarier niit großer Spannung entgegen. Sic leisten dem Freisinn eifrige Mitarbeit, weil sie ivissen, daß im Rathause jede Schwächung des Einflusses der Sozialdemokratie eine Stärkung der Macht des Hausagrariertums bedeutet. Möge die Tempelhofer Vorstadt die Hoffnungen des hausagrarischcn Stadtfreisinns zuschanden machen! sin die Blalssvereinsmltglleder Groß-Berlins. Preußischer Polizeigcist hat den Genossen Hilferding und Pannckoek die weitere Lehrtätigkeit an der Parteischule unter- sagt.— Die Genossin Rosa Luxemburg mußte helfend eintreten und ist dadurch gezwungen, einen Zyklus der unS zugesagten nationalökonomischen Vorträge fallen �u lassen; sie wird nur an den Freitagabenden im Deutschen Hof, Luckauerstraße, sprechen. In dankenswerter Weise hat sich Genosse Reichstags- abgeordneter Molkenbuhr bereit erklärt, den für Montags in den Germaniasälen. Chausieestr. 110, angesetzten Zyklus zu übernehmen, so daß ein vollwertiger Ersatz geschaffen ist und trotz der so überaus kleinlichen Polizeimaßregel das vor- gesehene Lehrprogramm innegehalten werden kann. Wir erlvarten, daß die Inhaber der Eintrittskarten in beiden Sälen pünktlich zur Stelle sind. Am Dienstag, den 15. Oktober, 8'/z Uhr abends, finden in den sechs Berliner Kreisen und in Weißensee die Ver- sammlungen statt, welche sich mit dem Preußischen Parteitag und Wahl der Delegierten zu demselben beschäftigen. Diese Versammlungen sollen die erste Grund- läge für einen energischen Kampf «m das allgemeine, gleiche, direkte«nd geheime Wahlrecht für Preußen bilden und die Richtlinien für Organisation dieses Kampfes feststellen. Es darf kein Mitglied der Wahl- vereine in diesen Versammlungen fehlen. Am Mittwoch, den 1k. Oktober, abends 8 Uhr, spricht Genosse August Bebel in Kellers Festsälen, Äoppenstr. 29 in einer Volksversammlung zu den Genoffen Berlins über das Thema „Der nationalliberale Parteitag und die Sozialdemokratie". Für zahlreichen Besuch dieser Versammlung ist Sorge zu tragen. Am Donnerstag, den 17., von 7 Uhr abends an findet eine Massenverbreitung des„Vortvärts" statt, welcher in 1100000 Exemplaren in Groß-Berlin ver- breitet wird.— Hierbei heißt es gleichfalls„Alle Mann a u f D c ck". damit die Arbeit rasch und sicher von statten geht. Am Sonntag, den 20. Oktober, von früh 8 Uhr an sollen die Empfänger der Agitationsnumnier besucht und zum Abonnc- ment und Eintritt in die Wahlvereine aufgefordert werden, eine Arbeit, welche Eifer und Geschick erfordert und die, wie wir hoffen, so erledigt wird, daß der gewollte Zweck, Abonnenten für unser Parteiblatt zu gewinnen und neue Genossen für die polittsche Organisation zu werben, in vollem Umfange erfüllt wird. Daß daneben die Agitation zu den Stadtverordneten- Wahlen auch nicht einen Moment ruhen darf, ist selbswerständlich. Es muß alles aufgeboten werden, den sogenannten Freisinn aus seinen letzten Positionen in der dritten Wählerabteilung herauszuwerfen, die innehabenden Mandate mit steigenden Stinnnenzahlen zu behaupten. Es sind hohe Anforderungen, welche in diesen Tagen au- Arbeiter haben seit Jahren ihre Wünsche und Forderungen den zu- die Opferwilligkeit der Berliner Genossen gestellt werden. Wir! ständigen Körperschaften unterbreitet und im Warten auf die Er- sind sicher, daß unser Appell auf guten Boden fällt und daß Mu»g ihrer berechtigten Forderungen eine wahre Lammsgeduld die notwendige Arbeit so geleistet wird, wie es der Ehre der! Warum es noch„geraume Zert dauern soll, brs die Vor« Parteigenossenschaft Groß-Berlins und ihrer gewohnten Pflicht-°rb-Ne� fur� e.n- �ycherdung.beende, fem werden",.st uns. un- erfüllung entspricht. Der AktionS-AuSschuß. Partei-?ZngelegenkeLten. Zweiter Wahlkreis. Heute, Sonntag, 13. Oktober, früh 8 Uhr, findet im 4., 9. und 10. Kommunalwahlbezirk eine Flugblatt- Verteilung statt. Es i st Pflicht eines jeden Genossen, pünktlich zu erscheinen. Diejenigen Bezirke, welche an der Wahl nicht beteiligt sind, haben sich zur Verfügung zu stellen.— Alle Anfragen, die Stadtverordnetcnwahl betreffend, sind an Gc- nassen Fritz S ch w c m k e, Grimmstr. 26 IV, zu richte». Der Vorstand. Achtung! 4. Wahlkreis. Wegen der am Mittwoch, den 16. d. M. stattfindenden Demonstrationsversammlung, sind die wissenschaftlichen Vortragsabende auf Mittwoch, den 23. und Mittwoch, den 30. d.!W. verlegt worden. Wir bitten dieses zu beachten. Der Vorstand. Rixdorf. Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam gc- macht, daß Mittwoch, den 16. Oktober, abends 814 Uhr, im Lokal von Hoppe, die Generalversammlung des Wahlvercins stattfindet. «arge jeder für regen Besuch. Der Vorstand. Mariendorf. Am Dienstag, den 16. Oktober, hält der Wahl- verein seine Mitgliederversammlung im Lokale von Borgfeld. Feld- straße 44, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Bericht vom Parteitag in Essen. Referent: Gen. Zietsch. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahl zur Speditionskommission. 4. Wahl der Delegierten zur General- Versammlung von Groß-Berlin. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich 814 Uhr eröffnet. Gäste und Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Britz-Buckow. Am Dienstag, den 16. Oktober, abends 149 Uhr, findet bei Weniger, Rungiusstr. 3, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Berichte. 2. Be- richt vom Parteitag. Referent: Genosse Block. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Trcptow-Baumschulcnwcg. Morgen, Montag, den 14. d. M., findet eine Flugblattverbreitung statt. Wir ersuchen die Partei genossen, sich recht zahlreich in den bekannten Lokalen einzufinden. Nieder-Schönewcide. Der Wablverein hält am Dienstag, den 16. d. M., abends 8'/z Uhr. beim Genossen Hielscher, Berliner- und Fcnnstraßen-Ecke, seine Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. Referent: Genosse Stiefenhofer. 2. Bericht der Füirferkommission. 3. Vorstands- und Kassenbericht. 4. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Schmargendorf. Am Mittwoch, den 16. Oktober, abends 814 Uhr, findet im Restaurant„Cafe Pein", Hubertusbader- straße 8-10, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Brückner-Bertin über das Thema:„Hat die Arbeiterklasse im heutigen Staate Gleichberechtigung" sprechen wird. Die Genossen werden ersucht, für zahlreichen Besuch der Versammlung eifrig zu agitieren und selbst pünktlich zu erscheinen. Auch Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. AdlerShof. Heute, Sonntag, nachmittags 214 Uhr, findet im Lokal von R. Beyer, Bismarckstr. 10, eine öfsentliche Versammlung statt. Die Tagesordnung lautet: 1.„Arbeiter und Religion." Re- ferent Kurt Hcinig. 2. Diskussion.— Im Anschluß daran findet ein Herbstfest statt. Am Dienstag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, spricht Genosse Zubeil in einer öffentlichen Versmnmlung im Lokal von O. Wöll- stein, Bismarckstraße, über:„Achttmg, der Staat ist in Gefahr!" Parteigenossen, erscheint alle in der Versammlung, keiner darf fehlen. Zeigt, daß Ihr nicht einverstanden seid mit der Bevor- mundung. welche die Behörde gegen uns jetzt auszuüben gedenkt. Der Vorstand. Zernsdorf. Auf die heute nachmittag 2 Uhr stattfindende öffentliche Versammlung des Wahlvereins für Wtäimer und Frauen machen wir nochmals aufmerksam und ersuchen um zahlreiche Be- teiligung. Genosse Albrecht Fülle- Berlin referiert über: Die positiven Leistungen der Sozialdemokratie. Der Einberufer. Teltow. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die nächste Mit- gliederversammlung des Wahlvereins erst am Dienstag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, im Lokale des Genossen W. Bonow, Zchlen- dorferstraße 4. stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag und Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. Nie- mand darf in dieser Versammlung fehlen. Auch Gäste haben Zu- tritt. Der Vorstand. Weißensee. Dienstag, den 16. Oktober er., findet im„Prälaten", Lehderstr. 122, die nächste Wahlvereinsversammlung statt. TagcS- ordnung: Referat des Stadtverordneten Gen. Boeske-Rixdorf über den Preußcntag. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahlen zur General- Versammlung von Groß-Berlin. 4. Stellungnahme zu der nächsten Gemcindevcrtreterwahl. 6. Vereinsangclegenheitcn. Um regen Besuch ersucht Der Vorstand. Tegel. Dienstag, den 16. Oktober, abends 814 Uhr, findet im Lokal des Genossen Götz, Schloßstr. 7/8, die Gcneralversanimlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen Johann Haß über:„Der Wert der Bildung unter den Arbeitern", Diskussion. Vereinsangctegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Reinickendorf-Wcst. Dienstag abend 8l/3 Uhr bei Otto. Ber- linerftraße 113/114: Mitgliederversammlung deö WablvereinS. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Genossen Freiwaldt-Pankow. 2. Bericht von der Kreiskoiifcreilz. 3. Vereinsangelegeuheiten. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht. __ Der Vorstand. Berliner JVacfmcbten* Neuregelung der städtischen Arbeitcrverhältnisse. Jedesmal, wenn die Stadtverordnetxmvahlei! vor der Türe stehe», macht eine Notiz in der bürgerlichen Presse die Rimde. wonach der Magistrat in eine Beratung der Verhältnisse der städtischen Arbeiter eingetreten ist. Wvs aus diesen Beratungen heraus- gekommen ist, wissen die städtischen Arbeiter am besten. Auch jetzt kehrt eine derartige Meldung wieder. ES heißt, eS sei uuter dem Vorsitz deS OberbürgcrmeisierS eine aus Mitgliedern des Magistrats bestehende Kommission zusammengetreten,„um über ein Reform- werk zu berate», das die Verhältiiisse der von der Stadt beschäftigten Arbeitnehmer neu regeln soll". Die Beratungen über diese Reform datieren längere Zelt zurück. Arbeitsdauer, Urlauböverhäktnisse, wächentliche Ruhepausen. Pensions- und Jnvaliditätsverhält- nisse, Bedingungen der Anstellung und der Kündigung und nicht zuletzt die Lohnzahlung bildeten die zu erwägenden Fragen. Die Kommission stehe erst am Anfang ihrer Tätigkeit und es werde geraumer Zeit bedürfen, ehe die Vorarbeiten für eine Ent- scheidmig beendet sein werden." ES wird unserer Meinwig nach die höchste Zeit, daß etwas Greifbares aus den Beratungen herauskommt. Die städtischen erfindlich. Die sozialdemokratische Fraktton hat schon im Vorjahre den Weg gezeigt, auf dem man sehr schnell— wenn man überhaupt will— die Wünsche der Arbeiter erfüllen kann. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetcn-Versanlinlung hat beschlossen, folgenden Antrag zu stellen:„Die Stadtverordneten-Versammlung wolle beschließen, einen ständigen Ausschuß für soziale Angelegen« heiten einzusetzen." Bekannt dürfte sein, daß solche Ausschüsse in verschiedenen deutschen Städten bestehen, noch in jüngster Zeit wurde ein solcher in Dresden beschlossen. Ob unsere Rathausfreisinnigen sich diesem Antrage anschließen werden, steht bei ihrem Verständnis für soziale Fragen dahin; sie könnten eher einen Ausschutz für soziale Rück- ständigkeit gebraucheil._ Das Ende des Eisenbahners. Amtlich wird gemeldet: Heute lSonnabend) vormittag 10 Uhr 16 Min. wurde aus der Stadtbahn zwischen Zoologischer Garten und Savigny-Platz der Hülfsbahnwärter Sommer der XU Bahnmeisterei, wohnhast Charlottenburg, Fritzsche- straße 68, als er beim Revidieren des Gleises der Richtung Savigny« Platz— Zoologischer Garten einem ihm vom Savigny-Platz entgegen« kommenden Stadtbahnzuge auswich aber nicht weit genug nach dem Ferngleis zurücktrat, von der Maschine des Zuges angestoßen und zur Seite gcivorfen, wobei ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. Da Sommer noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er mittels Krankcilkorbes der Unfallstatton Zoologischer Gatten zugeführt. Hier konnte jedoch nur noch der inzwischen eingetretene Tod festgestellt werden. Sofortige Untersuchung ist eingeleitet. lieber die Zurückziehung der Lokomotivführer auf der Strecke Berlin— Groß-Lichterfclde ist die Eisenbahndirektion anoerer Ansicht, als wir dieser Tage dargelegt haben. Nicht Sparsamkeit sei die Ursache zu dieser Maßnahme, sondern der Umstand, daß die Führer bei den elektrisch betriebenen Zügen keine Gelegenheit hätten, ihre im Lokomotivdienst erworbenen Kenntnisse voll auszunutzen. Während der Lokomotivführer und der ihm beigegebene Heizer in der Lage sein müssen,«Schäden an den Lokomotiven und Wagen in kurzer Zeit zu beseitigen, würde dies von den Führern der elekttisch be« triebenen Züge nicht verlangt. Deshalb seien die Lokomotivführer in pflichtgemäßer Beachtung der Forderungen einer ordentlichen Wirt- schaftSführung durch Wagenflihrer ersetzt. ES würden auch nicht ungelernte Leute eingestellt, es seien vielmehr mit der Bedeutung der Signale genau vertrantc Zngfnhrcr ausgewählt ivorden. Die Ausbildung für diesen verantwortungsvollen Dienst geschähe in der auf 4 Wochen bemessenen AusbildungSfrist unter der Aufsicht eines geprüften Wagen- fübrerS. Die Anzustellenden hätten ihre Befähigung zur selbständigen Führung clektriscki betriebener Züge durch eine Probefahrt vor dem Vorstände der Maschiiieninspektion sowie in mündlicher Prüfung vor einer Kommission darzutun. Die Eisenbahndirektion will eS auch nicht wahr haben, daß auf der genannten Strecke die Führer ihre Not mit dcni Bremsen haben sollten. Wie eS kommt, daß die Züge öfter, wie jeder Passagier beobachten kann, weit über die Station hinausfahren, wie dies erst noch am 31. September 6 Uhr 26 in Südende geschah, darüber erfahren wir nichts. Was das Eisenbahnunglück am 26. September betreffe, so sei eS richtig, daß der beteiligte, übrigens schwer verletzte Wagenführer nach achttägiger Fahrzeit geprüft wörden sei. Das sei aber geschehen, weil er bereits früher reichlich Gelegenheit gehabt habe, sich mit der Einrichtung der Motorwagen vertraut zu machen. Der Unfall sei nicht ans ungenügende Ausbildung, überarbeitetes Personal oder be- sonders schwierige Streckeiiverhältnisse zurückzuführen, sondern aus- schließlich auf die von ihm selbst zugestandene Unaufmerksamkeit deS Wagenführers. Er habe das Hattzcichen nicht beachtet und somit einen Fehler begangen, den auch jeder als Wagenführer nicht be- sonders ausgebildete Zugführer hätte vermeiden müssen. Wir haben uns darauf beschränkt, im vorstehenden die Dar« legungen der Eisenbahndirektion nahezu wörtlich wiederzugeben, >veil sie für das fahrende Publikum von erheblichem Interesse sind. Sie bestätigen unsere Behauptung, daß die Lokomonvführer auf der genannten Strecke ersetzt worden sind aus dem Zugbegleitungs« personal. Die Gründe der Eisenbahndirektion gehen dahin, daß diese Maßnahme„in pflichtgemäßer Beachtung der Forderungen einer ordentlichen Wirtschaftsführling" erfolgt sei. Die Direktton hätte sich deutlicher ausdrücken und die Frage beantworten sollen: Be« koininen diese Wagenführer das gleiche Gehalt wie vordem die Lokomotivführer, oder nickit? Erst nach Beantwortung dieser Frage hätte die Eisenbahndircklion unsere Behauptung von dem Spar» lystem bestreiten können. Kann sie das? Wir glauben: nein. Und das ist der springende Punkt, lieber die Frage der Ueberarbeitung des Personals werden wir uns mit der Eisenbahndirektton nicht verständigen können. Sie wird in allen Fällen der Meinung sei», daß das Personal nicht überanstrengt werde, während wir die Arbeitszeit der Eisenbahnbediensteten für viel zu lang halten. Aerztlichc Hülfe auf dem Bahnhof. Zu dieser in unserer Nummer vom 16. Oktober er. enthaltenen Notiz schreibt UNS der Vorstand der königlichen Eisenbahndirektion folgendes: „Der verletzte Streckenwärter wurde von der Station Tier» garten, alsbald'nachdem er auf der Strecke gefunden war. nach Bahnhof Zoologischer Garten mittels Krankenkorbes überführt, damit er von dort sofort nacki der in der Nähe des Bahnhofes gc- tegenen Unfallstation gebracht wüvdc, nicht aber aus dem Grunde. weil auf Tiergarten kein Bahnhofsarzt ist. Der für Tiergarten und gleichzeitig auch für Zoologischer Garten zuständige Bahn- arzt ltmrde zu Hause nicht angetroffen. Diese Nachricht wurde indessen nicht abgewartet, sondern inzwischen ein in der Nähe befindlicher Privatarzt hinzugerufen, der die Uebersührung zur Unfallstation guthieß, worauf die Uebersührung nach dort auch alsbald bcioirkt wurde. Von der Unfallstation wurde der Verletzte mit Koppschen Krankenwagen nach dem Krankenhause in Westend gebracht. ES rrifft nicht zu, daß in derartigen Fällen laut Vorschrift nur der Bahnarzt zu berufen sei. Im Gegenteil ist die Heranziehung der schnellsten ärztlichen Hülfe vorgeschrieben." Diese Zuschrift bestätigt im wesentlichen unsere Angaben, nur wird betont, daß in derartigen Fällen die Heranziehung der schnell- sten ärztlichen Hülfe vorgeschrieben sei. Das ist ja sehr erfreulich, ändert aber nichts daran, daß ein Beamter andere Auskunft gc» geben hat.� Nichtsdestoweniger bleibt unverständlich, daß nicht schon nach der Station Tiergarten, wo der Streckenwärter verunglückte, sofort ein Arzt geholt wurde. AuS dem Fenster gestürzt ist gestern vormittag die 73jährigo Frau Bautelin, Gartenstr. 73, wohnhaft. Die Greisin sah gegen 9 Uhr aus dem Fenster ihrer in der ersten Etage des genannten Hanfes belegencii Wohnung auf die Straße, bog sich dabei zu weit hinaus, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den Bürgerlteig hinab. Ein Schutzmann brachte die befinnungSloS Gewordene nach ihrer Wohnung. Frau B. hatte, wie der von der Unfallstation IX in der Eichendorffstraße hinzugerufene Arzt feststellte, schwere innere Verletzungen erlitten._ Unglücksfälle im Straßenverkehr. Bei einem Zusammenstoß mit einem Si raßenbahnwagen ist gestern abend der Mechauikerlehrling Hans Schüler, Rantestr. 33 wohnhaft, schwer verletzt worden. Der junge Mmin war in der Nurfürstenstratze auf einem Zweirade hinter einem Strahenbahn- ivagen der Linie g3 hergefahren. An der Haltestelle bog er nach dem Nebengleis ab, auf dem aus entgegengesetzter Richtung ein Motorwagen der Linie S4 herangefahren kam. Sch. sties; nun mit solcher Gewalt mit seinem Rade gegen die Vorderplattform deS Straßenbahnwagens, daß er in weitem Bogen auf den Fahrdamm geschleudert wurde. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und an- scheinend auch innere Verletzungen.— An der Haltestelle der Straßenbahn in der Linkstraße hat sich gestern abend ein bedauer licher Unglücksfall ereignet. Mehrere Schaffner hatten einen An Hängewagen an einen Motorwagen der Linie A herangeschoben und der Schaffner Hüber, Wittenbergplatz 3 wohnhaft, wollte die beiden Wagen zusammenkoppeln. Durch ein verhängnisvolles Versehen geriet er zwischen die beiden Puffer. Schultern und Beine wurden dem Verunglückten zusammengedrückt. Der rechte Oberschenkel wurde bei dem Unfall schrecklich zugerichtet und die linke Schulter wurde vollständig ausgerenkt. Nachdem H. auf der Rettungswache in der Mauerstraße die ersten Notverbände erhalten hatte, wurde er nach der Charite gebracht.— Gegen 9 Uhr wollte die in der Courbierestr. 1 wohnende 36 Jahre alte Kaufmannsfrau Meta Reinecke den Lützowplatz an der Ecke der Schillstraße überschreiten. geriet dabei gegen ein um die Ecke sausendes Geschäftsautomobil und wurde überfahren. Frau R., die eine schwere Gehirnerschüttel rung und Rippenbrüche erlitten hatte, wurde zunächst nach der Unfallstation XX am Zoologischen Garten und von dort nach dem Krankenhause Moabit gebracht, wo sie kurz»ach ihrer Einlicferung verstarb.— Von einem Geschäftswagen wurde gestern abend gegen 16 Uhr in der Gerichtstratze am Hochplatz eine unbekannte, etwa 49 Jahre alte �rau überfahren. Vorder- wie Hinterräder gingen der Frau über Brust und Beine hinweg. Die Verunglückte wurde nach der Unfallstation VI in der Lindowerstraße gebracht, woselbst der anwesende Arzt schwere innere Verletzungen, Brust- und Bein quetschungen, feststellte. Von dort wurde die Frau in hoffnungs losem Zustande nach dem Krankenhause Moabit übergeführt. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Heute abend T1/» Uhr: Vortrag deS Genossen Max Grunwald über:„Ein Jahr hundert preußischer Wirtschaftsgeschichte; zur Erinnerung an da« preußische Bauernedikt vom Oktober 1807', nn großen Saale der„Berolina-Säle", Schönhauser-Allee 28. Vom 14. Oktober ab nehmen die verschiedenen Kurse ihren Anfang. Montag: National O e k o n o m i e.(Einführung in die theoretische National-Oekonomie. Erster Teil.) Vortragender: Max Grunwald. Montag in Tempel- Hof bei Mokulh, Berlinerstr. 9: National-Oekonomie.(Ein- führung in die National-Oekonomie. I.) Vortragender: Julian Borchardt. Dienstag: Soziale Gesetzgebung. Vortragender: Dr. S. Rosenfeld. Mittwoch: Gesetzeskunde(Deutsches Staatsrecht). Vortragender: Simon Katzenstein. Donnerstag: Nedn erschul e. Vortragender: Max Grunwald. Donnerstag: Fortschritts- kurfus inNationalökonomie(Marx Kapital). Vortragender! Julian Borchardt. Freitag: Literaturgeschichte(Von Ro- mantik zu Romantik). Vortragende: Frau Regina Rüben. Freitag, den£5. Oktober, in Steglitz bei Schellhase, Ahomstr. lös,: Geschichte(Die Märzrevolution, ihre Ursachen und ihre Wirkungen). Vortragender: Heinrich Schulz. Sonnabend Geschichte(Moderne Revolutionen bis zum Jahre 1789). Vor tragender: Dr. A. Eonrady. Sonnabend: Naturerkenntniö im Saale 1 deS GewerkschaftshauseS. Engel-Ufer 15. Vor tragender; Emanuel Wurm.— Durch Umgestaltung der B i b l i o< t h e k muß dieselbe bis auf weiteres geschlossen bleiben. Arbeiter und Arbeiterinnen! Beteiligt Euch zahlreich an den Kursen der Arbeiter-BildungSschule! Born Montag, den 14. Oktober ab sind Lesehalle und Bibliothek der Korporation der Kaufmannschaft im Börsengebäude wieder ununterbrochen von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends ge- öffnet. Das soeben erschienene Verzeichnis der Zeitungen, Zeit- schriften, Fachblätter und Nachschlagewerke ist dort unentgeltlich zu haben. Feuernachrichte». In der borletzten Nacht hatte die Wehr drei Schornsteinbrände zu beseitigen, und zwar in der Nnklamerstr. 15, Prinzenstraße 20 und am Mariannenplatz 16. In der Prinzen- straße hatten außerdem noch der Fußboden, die Balkenlage und die Schaldecke Feuer gefangen. Eine Waschküche brannte dann in der Pintschstraße 1 und ein Keller in der Warschauerstraße 70. Außer dem mußte noch in der Krautstraße 20 in einer Kesselschmiede ein Feuer abgelöscht werden, das Schränke, Holzwände und daS Holzdach ergriffen hatte. Gestern mittag hatte die zweite Kompagnie der Wehr lange Zeit in der L a n d s b e r g e r Allee 27a, Ecke der Tilstterstraße, zu tu», wo der Dackstuhl mit den Bodenverschlägen in Flammen stand. Zur Ablöschung mußten drei Schlauchleitungen in Tätigkeit treten, die über die Treppen nnd zwei mechanische Leitern hintoeg« geführt wurden. Auch ein Sauer st offschutzhelm kam zur Anwendung. Arbeiter-Samariterkolonne. Morgen, Montag abend 9 Uhr, Beginn des Kursus in der 2. Abteilung bei Dase, Brunnenstr. 164. ES spricht Herr Dr. R. Hirsch über Anatomie(Bau deS menschlichen Körpers). Daran anschließend Fragenbeantwortung. E« wird um rege Beteiligung ersucht. Ueber den Beginn deS Kursus in der 3. und 4. Abteilung ersuchen wir das Inserat in der heutigen Nummer des»Vorwärts" zu beachten. Vorort- l�acd richten. Charkottenburg. Das Charlottenburger Schillertheater als sozialdemokratische Propagandastätte. Eine eigenartige, in die Aera der konservativ-liberalen Paarung so recht hineinpassende Hetze gegen ein Bildungsinstitut wurde vor einigen Tagen von dem freikonservativen Berliner Scharfmacher- blatt»Die Post", in holder Eintracht mit dem freisinnigen Cbar- lottenburger Scharfmacherblatt„Die neue Zeit" ins Werk gesetzt. Anlaß dazu gab die in den Augen aller braven Spießbürger unglaubliche Tat, daß die Direktion des Schillertheaters u. a. auch unserem. Parteigenossen Eduard Bernstein für einen Vor- tragSzhkluS im Schillersaal gewonnen hat. Dies bietet den Scharf- machern den erwünschten Vorwand, in ihrer bekannten, jedem An- standSgefühl hohnsprechenden Weise gegen das Institut und nament- lich gegen dessen Direktor vorzugehen. Herr Direktor Dr. Löwen- feld wird sogar— und das soll ein ganz besonders schweres Verbrechen sein— als Anhänger der sozialdemokratischen Partei bezeichnet. Ob daS wahr ist, wissen wir nicht. Bisher haben wir von der Hinneigung Dr. LöwenfeldS zur Sozialdemokratie nichts gewußt, und noch vor wenigen Jahren hat Dr. Löwenfeld in Char- lottenburg bei den Stadtverordnetenwahlen für den Freisinn kan- didiert. Sollte er inzwischen seine politische Ueberzeugung geändert haben, so würde uns das allerdings bei dem Verhalten des Freisinns weiter nicht wundernehmen. WaS die Scharfmacher dem Direktor des Schillertheaters vorwerfen, ist, daß er ein von der Stadt fubvenKonierteS Institut nicht von„sozialdemokratischer Verseuchung" fernhält. Diese „sozialdemokratische Verseuchung" soll darin bestehen, daß Eduard Bernstein einen Zyklus von 10 Vorträgen über Staats- und Ge- sellschafts ideale im Laufe der Jahrhunderte hält. Schon die In- haltLangabe der Vorträge läßt erkennen, dah von einer Agitation für die Sozialdemokratie kaum die Rede sein kann. Aber selbst wenn die Sozialdemokratie die Räume deS Schillertheaters zur Propaganda für ihre Bestrebungen benutzen würde, so würde sie damit nur das tun, was auch die übrigen politischen Parteien tun, die, wenn auch nicht im Schillersaal, so doch in einem anderen Saal dieses EtabkisfementS politische AgitationSversammlungen zu den Reichstagswahlen abgehalten haben und auch jetzt wieder bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahren hiervon reichlich Ge- brauch machen. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Da5 sollten selbst die scharfmacherischen Organe einsehen. Geradezu lächerlich wirkt es, wenn der Redakteur deS Organs des Charlotten burger Kommunalfreisinns, dem Herrn Direktor Löwenfeld mit vollem Recht den Vorwurf der Denunziation gemacht hat, davon faselt, die Charlottenburger Presse könne nicht stillschweigend zu sehen, wenn unter gütiger Mitwirkung des Direktors die Sozial demokratie mit Pauken und Trompeten Einzug ins städtische Char lottenburger Schillertheater hält. Das Geschrei wird der Char- lottenburger Presse herzlich wenig nützen. Im übrigen verkennt der Redakteur des Blattes die Situation vollkommen, wenn er glaubt, die städtischen Behörden könnten hiergegen einschreiten Ebensowenig wie die städtischen Behörden Charlottenburgs ein Recht haben, der Direktion des Schillertheaters etlva vorzuschreiben, ob sie ein ihr eingereichtes Theaterstück aufführen soll oder nicht, ebensowenig steht ihnen ein Recht zu, der Direktion die Abhaltung irgendeines Vortragszyklus im Schillersaal zu verbieten. Eine Veranlassung, sich mit dem Schillertheater zu befassen, hätten die Gemeindebehörden nur dann, wenn es die Direktion sich etwa ein- fallen ließe, bestimmten Klassen der Bevölkerung wegen ihrer po litischen Anschauungen die Benutzung der Räume zu verbieten. Anarchie, Polizei, Müllkutscher. Seit der Zeit, wo der Char lottenburger Oberbürgermeister, Herr Schustehrus im Stadt- Parlament anläßlich der Aussperrung der Müllkutscher den Aus druck Anarchie in Charlottenburg eingeführt hat, bemächtigt sich unserer lieben Polizei eine ungeheuere Aufregung, schon wenn sie einen Zettel in die Hände bekommt, durch welchen die Müllkutscher zu einer Betriebssitzung eingeladen werden. Zum Freitag, den II. Oktober, waren die Müllkutscher zu einer Betriebsversammlung nach dem Lokale des Herrn Bahlow geladen worden, um sich über die Strafen, welche jetzt im Betriebe über die Arbeiter verhängt werden, auszusprechen. Um nun dieses Staatsverbrechen zu der hüten, erschien schon eine dreiviertel Stunde vor Stattfinden der Sitzung ein Kriminalbeamter im Lokale und erkundigte sich, was wohl von den Angestellten geplant worden sei. Um 8 Uhr ertck, dann ein Polizeileutnant mit einem Schutzmann, während draußen vor dem Lokale der Herr Werner, sowie noch ein Inspektor Posto faßten. Trotz diesem Polizeiaufgebot und der treuen Hülfeleiswng der Direktion war alle Mühe umsonst, denn die Arbeiter hatten Wind bekommen, daß sie von der Behörde über- rascht würden und hatten sich deshalb in letzter Minute nach einem anderen Lokale begeben, wo sie ungestört ihre Beratung pflegen konnten. Dem Polizeipräsidium ist es doch zu empfehlen, seine Beamten zu informleren, daß Betriebsversammlungen nicht dem Vereinsgesetz unterstellt sind. Dem hiesigen Arbeiter-Schwimmverein„Freie Schwimmer" ist eS gelungen, die Schwimmhalle der städtischen Volksbadeanstalt zur alleinigen Benutzung an den Donnerstagabenden von 8 Uhr ab zu erhalten. Denjenigen, welche sich für den Schwimm, und iBadefport interessieren, ist dadurch Gelegenheit geboten, sich dem Schwimmverein anzuschließen. Nichlschwinimern wird das Schwimmen gelernt. Der Verein unterhält auch eine Jugend- und Schülerabteilung, eS werden deshalb besonders die jungen Leute und Schüler darauf aufmerksam gemacht, das Schwimmen recht- zeitig zu erlernen. Die Damenabteilnng badet ebenfalls an den Donnerstagen von 7 Uhr ab. Da es vielen Arbeitern nicht möglich war, schon um 7 Uhr in der Badeanstalt zu sein, so ist durch die Einrichtung des besonderen Badeabends einem Bedürfnis abge- halfen. Der Verein hofft, da ihm große Kosten entstehen, daß recht viele von dieser Vergünstigung Gebrauch machen und sich dem Verein anschließen. Auskunft erteilt gern der Vorsitzende, E. Stein, Kaiser Friedrichstr. 40 IV, oder Franz Schmidt, Wilmersdorfer- straße 130, im Zigarrengeschäft. Die Anmeldung kann auch an dem Badeabend bewirkt werden. Roch ein Bersammlungsverbot im Kreise Teltow! Jede Versammlung, von der die Behörde glaubt, daß in ihr über.Jugendorganisation" gesprochen werden könnte, wird vorher verboten. So hat jetzt auch Tempelhof ein derartiges Verbot erhalten. Genosse Maschk« hatte zum Sonnabendabend bei Müller, Berlinerstraße, eine Versammlung angemeldet und erhielt neben der Bescheinigung zugleich folgende Nachricht vom Amtsvorsteher: Die pp. Versammlung»des Vereins der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend verbiete ich hiermit." Nun ist einfach»eine Verfammlniig' angemeldet worden, aber keine Bereinöversammlung. Doch was geht das die Behörde an.— lieber die Maßnahmen des Landrats lagern Beschwerden seit Anfang des Jahres beim RegiernngSpräsidente». Sollten die hohen Herrschaften noch immer auf RechtfertigungSgrimde nachsinnen? Adlershof. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins er- tattete Genosse Stieffenhofer Bericht über den Essener Parteitag. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Horlitz, Hildebrandt und Steuer. Zur Generalversammlung Groß-Berlins wurden die Genossen Göpel, Otto, Riemann, Ligner, Schindhelm und Schliefke delegiert. Im Anschluß an die zuletzt aufgelöste Protestversamm- lung findet, wie der Vorsitzende bekannt machte, am Dienstag, den 15. Oktober, de» Wöllstein eine Protestversammlung statt, in der Genosse Z u b e i l referiert. Ferner findet am Sonntag, den 13. Oktober, bei Beyer eine öffentliche Volksversammlung betreffs Austritt aus der Landeskirche, mit darauffolgendem Herbstfesi tatt. Auf die am 17. Oktober stattfindende»Vorwärts"agitation wurde noch besonders hingewiesen. Neu aufgenommen wurden 15 Genossen. Tempelhof» Mariendorf und Umgegend. Montag, den 14. Oktober, abends 9 Uhr, beginnt der Kursus der Arbeiter-BildungSschule in Nationalökonomie(Ein- ührung in die Nationalökonomie. I) im Lokale von Mokulh, Ber- iinerstraße 9 in Tempelhof. Wir erwarten, daß die Parteigenossen und Genossinnen sich zahlreich daran beteiligen. In der letzten Mitgliederversammlung deS Wahlvereins Tempelhof gab Genosse M. Grunwald in eingehender Weife den Bericht vom Essener Parteitag, welcher von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Folgende Resolution gelangte ein- limmig zur Annahme: Die heute im Lokal von Müller tagende Versammlung des hiesigen Wahlvereins erklärt sich mit dem ver- halten der Delegierten auf dem Essener Parteitage sowie mit den Beschlüssen desselben einverstanden und verpflichtet sich, im Ginne der Beschlüsse tätig zu sein. Zur BerbandSvcrsammlung für Groß- Berlin wurden die Genossen Schieritz und Lentschu delegiert. Als Bezirksführer für den dritten Bezirk wurde der Genosse Jrrgang, als Stellvertreter der Genosse Häbecker gewählt. Weistenfee. Aus der Gemeindevertretung. Für den von hier verzogenen Ge- Nossen Schmutz fand eine Ersatzwahl zum Kreistage statt. Gewählt wurde der Fabrikant Springer, so daß der Niederbamimer Kreistag wieder frei von den Sozi» rft. Der Landrat hat Schwein, äußerte ein bürgerlicher Bertteter, als der Genosse Schmutz seinen Verzug nach außerhalb anmeldete. Als Bürgerdeputierter in die Tiefbau- kommifsion wurde der Genosse Haufschild gewählt für den eben- äfls nach außerhalb verzogenen Genossen Scholz.— Dem besoldeten Schöffen Dr. Klnmroth wurde der Titel.Beigeordneter" verliehen.— für die vor einiger Zeit beschlossene Errichtung eine? Leihamtes ist >ie Genehmigung von der Regierung eingetroffen. DaS Leihamt oll zum 1. April 1903 errichtet werden. Eine außerordentlich inter- essante und längere Debatte veranlaßte die Bewirtschaftung unsere« RieselguteS Birkholz. Veranlassung gab hierzu daS selbstherrschende Auftreten deS«ingesetzten Dezernenten gegenüber der Rieselfeld- kommifsion. Auf Einladung der Mehrheit der Mitglieder dieser Kommission hatten eine Anzahl Gemeindevertreter � daS Riesel- gut besichtigt und den Rückstand der Felder in der Be- ivirtschaftung sowie des Viehbestandes bemängelt. Die Haupt- chuld an den mißlichen Zuständen wurde oem Dezernenten auferlegt, während dieser wiederum den angestellten Inspektor be- schuldigte. Die oft sehr stürmische Debatte endete damit, daß die Rieselfeldkommission durch einen sachverständigen Landwirt verstärkt wird»ud eine Dienstordnung für den Inspektor sowie Dezernenten geschaffen werden soll. Das Auftreten deS Vorsitzenden der Kommission, Schöffen Dr. Klamroth, wirkte sehr komisch, denn er sprach den Mitgliedern der Kommission sowohl wie den Mitgliedern der Verlretung das Recht ab, das Gut ohne amtlichen Auftrag zu betreten; er würde als Dezernent ohne weiteres den Zutritt zum Gute verwehrt haben. Den Hinweis auf Z 103 der Landgemeindeordmmg, wonach der Gemeindevertretung das Recht der Kontrolle über die Verwaltung zusteht, erkenne er nicht an, da nur einzelne Mitglieder der Gemeindevertretung die Besichtigung vorgenommen haben. Potsdam. Die Stadtverordneteuwahlen finden für die dritte Abteilung am 25. und 26. November statt. Diese stehen diesmal völlig im Zeichen deS ReichsverbandeS zur Bekämpfung der Sozialdemokratie; ist doch als Kandidat für die dritte Abteilung der Vorsitzende desselben auf« gestellt. ES können sich deshalb die Genoffen in diesem Wahlkampf auf eine neue reichsverbändlerische Verleumdungskampagne gefaßt machen. Durch einen Ausschuß sind die übrigen Mandate bereits verteilt. Teils hat man neue Kandidaten aufgestellt, teils sollen die Ausscheidenden wiedergewählt werden. Die letzte Stadtverordnetenversammlung galt zunächst der Ein« führung des zum Bürgermeister gewählten Herrn Rodig auS Forst. Bezeichnend war, wie der Oberbürgermeister VoSberg in seiner Ansprache die Gegensätze zwischen Forst und Potsdam schilderte. In Forst hohe rauchende Schornsteine, die Jagd nach Profit in der Industrie und die politischen Gegensätze— hier in Potsdam Villenstadt, langsamer und abgewägter Geschäftsgang und bei fast allen Bürgern die durch Traditionen gepflegte Vaterlands- liebe und die Liebe zu Kaiser und Reich.(Das ist ja richtig, im Rathaus kennt man nur die konservativen Richtungen, aber die bei der letzten ReichStagSwahl abgegebenen Stimmen: Konservativ (mit Einschluß der Freisinnigen) 6400 und sozialdemokratisch 3900 sollte doch der Oberbürgermeister nicht außer acht lassen; freilich im Rathaus haben diese 3900 Stimmen keinen Vertreter, vielleicht gelingt's aber bei der diesjährigen StadWerordnetenwahl.)-> Unter Geschäftlichem wurde eine Eingabe der städtischen Steuer- beamten(zur Erhebung der Schlacht- und Fleischsteuer) um Er» höhung ihrer Gehälter zur Kenntnis der Versammlung gebracht. Die Petenten werden damit vertröstet, daß seitens des Magistrats in Kürze eine Vorlage gemacht wird, die die Auf» besserung aller städtischen Beamten berücksichtigen wird.— Bei der Vorlage, betreffend die noch nicht genehmigten Etat? über» schreitungen für 1906 stellte sich heraus, daß fast sämtliche Etats infolge der Lebensmittelverteuerung sowie der Erhöhung der Preise für Brennmaterialien und nur teilweise wegen Er- höhung der Löhne überschritten worden sind. Im ganzen wird die Ueberschreitung von 50 516 M. bewilligt. Die beiden Etats der Straßenbahn- und SchlachthauSverwaltung wurden noch abgesetzt, weil die gegebenen Begründungen usw. der Versammlung nicht ge- nügten.— Dann folgten zwei Punkte, wo die Versammlung Geld zu bewilligen hatte für bereits ausgeführte Arbeiten, die vorher nicht genehmigt waren. Die betr. Dezernenten hielten die Sache natürlich für so dringend, daß die Arbeiten vor der Bewilligung ausgeführt werden mußten. In dem einen Falle handelte eS sich um die P f l a st e r u n g e i n e r F a h r st r a ß e auf dem Grund, stück des städtischen Wasserwerks II(Kosten 934,51 M.); hier ist die Notwendigkeit dadurch begründet, daß durch die Benutzung deS nngepflasterte» WegeS und den dadurch berurfachten Staub die Maschinen deS Werkes leiden sollten, natürlich ist es jahrelang vorher so gegangen. Der andere Punkt betraf die Herstellung einer Kehricht- und Kiesgrube in der Neuen ftönigstraße(Nachbewilligung von 500 M.). Man hatte vorher für eine solche 500 M. bewilligt, natürlich wurde diese schon beim Bau als zu klein be- funden und gleich größer gebaut. Außerdem wollte man— wie das hier des öfteren so üblich ist— die Maurerarbeiten durch die Feuerwehr ausführen lassen. Beide Punkte wurden bewilligt und folgender Antrag, der eigentlich selbstverständlich ist. angenommen: Den Magistrat zu ersuchen, Geldbewilligungen der Versammlung rechtzeitig mitzuteilen. Wie Stadtverordneter Pauli mitteilte, ist ein solcher Antrag schon des öfteren angenommen, habe aber nur immer auf kurze Zeit geholfen.(Der Magistrat wird wohl die Versammlung zur Genüge kennen.) Hermsdorf i. M. Gemeindevertretersitzung. Genehmigung eines Entwurfes zum Bau einer höheren Mädchenschule war der erste Punkt der Tagesordnung. Es waren seinerzeit drei Arrbitektcn zur Ein» reichung von Entwürfen aufgefordert worden. Der von Stadtbaurat Hoffmann eingereichte wurde genehmigt. Der- selbe erfordert eine Bausumme von 48 000 Mark. In dieser Summe mit einbegriffen war auch�der Bau einer Turnhalle von nur geringem Umfange. Genosse Soyrauer protestierte daraufhin gegen den Bau der Turnhalle, welche nur den Kindern der höheren Mädchenschule zur Verfügung stehen sollte. Er betonte, daß er gern für den Bau einer Äemeinde-Turnhalle zu haben sei. diese mühte jedoch auch den Kindern der Gemeindeschule zugänglich sein und dann gleich einen größeren Umfang haben. Der Antrag wurde angenommen und die Anregung betreffend Bau einer Gemeinde- Turnhalle dem Gcuieindevorstand überwiesen. Die Aufstellung der Bedingungen bei Entnahme von Gaö von der neuen Gasanstalt der Gemeinde, welche am 16. Oktober betriebsfähig wird, hatte der Schöffe Cheum ausgearbeitet und legte sie der Gemeinde- Vertretung vor. Ein Antrag vom Genossen Sohrauer, die aufgestellten Bedingungen erst drucken zu lassen und den Gemeinde- Vertretern je ein Exemplar zugehen zu lassen, um dann darüber abstimmen zu können, fand einstimmige Annahme. Alsdann stand eine beim Gemeindevorstand von drei Bürgerlichen eingereichte Interpellation zur Debatte; dieselbe betraf die Verlegung de» Bahnhofes. Zu ihrer Begründung nahm einer der Interpellanten da» Wort und meinte, daß einzelne Geschäftsleute in der Nähe deS jetzigen Bahnhofes durch die Verlegung Schaden haben wurden. Der Schöffe Saroschewski legte nun in längerer Ansführung klar, was den Gemeindevorstand dazu bewogen hätte, dem Projekte der Eisenbahndirektion zuzustimmen und daß es ihm nicht möglich ge- Wesen sei, den Bahnhof an der jetzigen Stelle zu erhalten. Person- lich bemerkt er noch, daß eS für die Gemeinde von großem Vorteil sei, wenn der Bahnhof dort zu liegen kommt. Auch unser Genosse griff in die Debatte ein und meinte, daß die werktätige Bevölke- rung und der größte Teil der Einwohner Hermsdorfs kein so großes Interesse daran hätten, daß der Bahnhof an seiner jetzigen Stelle belassen bleibe, da es sich bei der Verlegung nur um Ver. längerung des Wege? von zwei Minuten handele. Lediglich Inter- esse hätten sie nur insofern, als der Gemeinde bei dem neuen Pro- jekt bedeutende Kosten erspart bleiben und außerdem die Anlegung des Bahnhofes sich künstlerischer gestalten würde. Ein Antrag auf Uebergaug zur Tagesordnung, der angenommen wurde, machte der Debatte ein Ende. In der hierauf folgenden Dringlichkeitssitzung wurde die Aufnahme einer neuen Anleihe für den Bau der höhereu Mädchenschule gegen die Stimmen unseres Genossen beschlossen. Serickts- Deining. 308 560 M. unterschlagen. Der jugendliche Bankdeftaudant W e g n e r. dessen ungeheueren Unterschlagungen bei dem Bankbaus« Friedländer u. P o l l a ck in der Potsdamerstraße s. Z große« Aussehen erregt hatten, mußte sich gestern vor dem Gtrafrichter verantworten. A„S der Untersuchungshaft wurde der am 9. Iuui 1884 zu Lindeuberg geborene Baulbeamte Ecuft W e g n e r der vierte» Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt, vor welcher er sich unter der Anklage der Unterschlagimg von SOöööO M. und der schweren Urkundenfälschung in zw« FZVen verantworten multe.— Der AngeNa�te, welcher von Anfang an ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich selbst der Polizeibehörde gestellt hatte, ist der einzige Sohn eines früheren Schankwirts, der sich in seinem Gewerbe einige Tausend Mark er- spart hat und von den Erträgnissen dieses kleinen Vermögens sowie durch die Berlvaltung mehrerer Häuser lebt. Nach Absolvierung der zweiten Realschule, bei welcher der Angeklagte die Berechtigung zum einjähria-freiwilligen Dienst erwarb, trat er als Lehrling in das seit 1885 bestehende Bank- und Wechselgcschäft von Friedländcr u. Pollack in der Potsdamerstraße 141 ein. Trotzdem eine Lehrzeit von drei Jahren vorgesehen war. rückte er schoir nach 1>/z Jahren, als der langjährige Buchhalter der Firma austrat, in dessen Stellung ein. Dem gerade zwanzig Jahre alt gewordenen jungen Manne wurde Handlungsvollmacht erteilt, auch ivurde er Börsenvertreter und Kassierer des Bankgeschäfts. Trotz seiner Jugend und Unerfahrenheit wurde er schlicglich auch noch Giro- Verwalter. Als solchem unterstanden ihm sämtliche Effekten und das Girobuch, so dah er einfach durch Scheck über die Herausgabe der Effekten verfügen konnte, welche die Firma bei der Bank des Berliner Kassenvereius ins Depot gegeben hatte. Auf diese Weise wurde der zwanzigjährige junge Mensch in die Lage versetzt, über Hunderttausende in bar und Papieren nach seinem Er- messen zu verfügen. Die Folge war, daff der Angeklagte von einer Art Großmannssucht befallen wurde. Er spekulierte auf eigene Rechnung, gewann erst, verlor dann Tausende, Hunderttausende, ja war mit 1»/» bis 2 Millionen Mark bei Banken engagiert. Dann unterschlug er, fälschte Schecks usw., um Defizits zu decken, sein üppiges Leben zu bestreiten und immer toller zu spekulieren. Auf der Börse, zu welcher der Angeklagte als Angestellter einer Bank nach dem Börsengesetz überhaupt nicht zugelassen werden konnte, war er bald eine bekannte Erscheinung und ein Heer von Maklern stand ihm jederzeit zur Seite. Die Folge dieser wüsten Spekulationen waren ungeheure Verluste, die der Angeklagte auf die raffinierteste Weise durch neue Defraudationen zu verdecken verstand. Da sich die Inhaber des geschädigten Bankin st ituts, in dem ausschließlich nur Lehrlinge beschäftigt wurden, sich, wie vor Gericht festgestellt worden, nur in sehr unzulänglicher Weise um das Geschäft be- kümmerten, so wurde dem Angeklagten die Ver- deckung der Unterschlagungen seinen Chefs gegenüber auch noch sehr leicht gemacht. Wie der Vorsitzende bemerkte, hätte der Chef des Angeklagten nur nötig gehabt, seinen Geldschrank zu öffnen und sich von dem Vorhandensein der Effekten zu überzeugen. Die Veruntreuungen kamen erst zur Entdeckung, als am 1. April d. I. der Referendar D. v. Krentzki als Volontär in die Finna Fried- länder u. Pollack eintrat. Dieser erkannte auf den ersten Blick das Fehlen von Effekten und fragte den Angeklagten nach dem Verbleib. Als dieser sich erkannt sah, entfernte er sich sofort ans dem Geschäft und schrieb, nachdem er die Nacht umhergeirrt war. an seine Chefs einen Brief, in welchem er feine Schuld in vollem Umfange eingestand. Am nächsten Morgen stellte er sich in dem Moabiter Untersuchungsgefängnis. Er hat 000«) M. bareS Geld und 21850p M. in Effekten ver- «ntreut. Gegen verschiedene Bankfirmen, die sich entgegen den Be- stimmungen des Börsengesetzes mit dem Angeklagten als Angestellten einer Bank in Geschäfte eingelassen hatten, schwebt zurzeit ein Ver- fahren.— Vor Gericht war der Angeklagte in vollem Um- fange� geständig. DaS Gericht erkannte auf drei Jahre Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft._ Zum BereinS-Unrecht. (Ein Nachspiel zum BreSlauer Blutbad vom 19. April 1908). Der Polizeipräsident von Breslau und seine vorgesetzten Be. Hörden haben eine empfindliche Schlappe vor dem Oberverwaltungs» gericht erlitten.— In sieben öffentlichen Volksversammlungen. einberufen vom sozialdemokratischen Parteisekretär Neukirch, sollten in Breslau am 28. April 1808 auch die bekannten blutigen Vor- gängc in der Nicolaivorstadt und speziell auf dem Striegauer Platz, bei denen die Hand des Arbeiters Biewald dem Polizeisäbel zum Opfer fiel, besprochen werden. Außer der Steuer- und Welt» Politik Deutschlands stand auf der Tagesordnung:„Das Blutbad am 19. April und die Abrechnung mit der Polizei und ihren Auftraggebern." Der Polizeipräsident verbot sämtliche sieben Ver- sammlungrn im Hinblick auf§ 19 II 17 deS Allgemeinen preußischen Landrechts, wonach die Polizeibehörde die nötigen An- stalten zur Aufrcchterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicher- heit zu treffen und das Publikum vor Gefahren zu schützen hat. Beschwerden des Einbcrufers beim Negieruogspräsidente» und beim Oberpräsidenten hatten keinen Erfolg. Der erste Senat deS OberverwaltungSgerichtS verhandelte am Freitag in der Sache, nachdem Neukirch Klage gegen den Ober- Präsidenten erhoben hatte. Dem Senat lagen u. a. zwei Nummern der„Volksmacht" vor, die in einem der Beschwerdcbescheide vom Regierungspräsidenten erwähnt worden waren mit den Worten: ..Berücksichtigt man die aufreizende Art und Weise, in welcher die Vorgänge am 19. April in der„Volksivacht" zum Gegenstande der Erörterung gemacht worden sind, so scheint die Annahme gerecht- fertigt, daß mit der Einberufung jener Versammlungen ein straf. barer Zweck, nämlich die Anregung zur Rache gegen die Polizei, zum Widerstände gegen die Staatsgewalt und zu sonstigen Gewalttätigkeiten gegeben werden sollte." Rechtsanwalt Wolfgang Heine, der die Klage vor dem Senat vertrat, wies auf die prinzipielle Bedeutung des Falles hin. Grund. sählich stehe er auf dem Standpunkt, daß die Polizei kein Recht in Anspruch nehmen dürfe, Versammlungen im Voraus wegen einer Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu verbieten. Wenn auch die Polizei im allgemeinen die Befugnis hätte, für Ordnung und Gesetzlichkeit beim öffentlichen Zusammensein einer größeren Zahl zu sorgen. Nach ausführlicher Begründung der Revision durch Rechts- anwalt Wolfgang Heine fetzte das Oberverwaltungsgericht die«er- sammlungSverbote außer Kraft. Es führte auS: Die Befugnis der Polizei, gegen Versammlungen einzuschreiten, sei durch Artikel 29 der Verfassung und durch das zu seiner Ausführung ergangene VereinSgesetz beschränkt. Insbesondere könne daraus, daß die zu erwartenden Erörterungen die Gefahr nahelegen, eS könnten Störungen der öffentlichen Ordnung entstehen, ein vorhergehendes Verbot der Versammlungen nicht hergeleitet werden. Es könne deshalb dahingestellt bleiben, ob die vorausgegangenen Umstände im vorliegenden Falle die Annahme der Polizei rechtfertigten, daß die Erörterungen, die gepflogen werden sollten, zu Ausschreitungen führen könnten. Dieses allein berechtigte nicht zum Verbot auf Grund des A 10 Ii 17 des Allgemeinen Landrechts, weil die Be- fugniffe der Polizei Versammlungen gegenüber durch die bereits angeführten Gesetze beschränkt seien. Diese Gesetze(Verfaffungs- und VereinSgesetz) hinderten allerdings nicht das Verbot einer Versammlung, die einen offenbar gegen Strafgesetze verstoßenden Zweck verfolge. Vorliegend sei das aber nicht festzustellen. Denn selbst wenn die Kritik, die geübt werden sollte, sich in derselben Richtung bewegt haben würde, wie es in der sozialdemokratischen Zentung„Volkswacht geschehen sei. so würde doch nicht der Ver» dacht daraus folgen, daß die Versammlung den Zweck hatte, zur Begehung strafbarer Handlungen aufzufordern, oder daß die Er- örterungcn selber strafbare Handlungen darstellen würden. Die Versammlungsvcrbote wären darum außer Kraft zu setzen. Der Prozeß Hau vor dem Reichsgericht. Gestern stand in dem Prozeß gegen den vom Schwurgericht Karlsruhe wegen Ermordung feiner Schwiegermutter zum Tode ver- urteilten Rechtsanwalt Hau vor dem 1. Strafsenat des Reichsgerichts die Reviftonsverhandlung an. Nach mehrstündiger Ver- Handlung, in der der Verteidiger die Aufhebung des Urteils aus prozessualen Gründen, der R e i ch S a n w a l t die Verwerfung der Revision beantragten und eingehend begründeten, wurde die Urteilsverkündung auf Dienstag, den IS. Oktober, mittags 1 Uhr. vertagt. Vermischtes. lauf. ginn dag Hofe Typhusepideinie in Velten. Seit einigen Wochen herrscht in dem benachbarten Jndustrieorte Velten eine TypnSepidcmie. Aerztlicher- seitS wird angenommen, daß die Weiterverbrcitung erfolgt ist durch Frauen, die berufsmäßig Backwaren von Hans zu HanS tragen. Bis jetzt sind 30 Fälle gemeldet. Die Kranken befinden sich zum Teil in Berliner Krankenhäusern, zum größeren Teil in Baracken, die das Rote Kreuz der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Die Epidemie nimmt anscheinend einen leichten Ver- Todesfälle sind bisher nicht vorgekommen. Im Be- der Epidemie war die Ansicht allgemein verbreitet, die Berliner Müllwagen, die auf dem Veltener Bahn- rangiert werden und bisweilen bis zu 24 Stunden Mangel- hast mit Plänen bedeckt stehe» bleiben, zur Entstehung der Krankheit Anlaß gegeben hätten. Diese Müllwagen haben einen derartigen unangenehmen Geruch und eine so entsetzliche Fliegenplage hervor- gerufen, daß die Anwohner des Bahnhofes in geradezu ekelerregender Weise davon belästigt werden. Wenn setzt auch die Meinung durch- gedrungen ist, daß ein ursächlicher Znsammenhang zwischen dem Müll und den» TyphnS nicht besteht, wäre eS doch in der Ordnung, wenn die in Belracht kommenden Organe mit der Eisenbahn- Verwaltung in Verbindung treten und für schleunige Beseitigung dieses Uebelstandes Sorge tragen würden. Auf die Dauer ist dieser Zustand unerträglich. Ein Familiendrama. Die Ehefrau de? Schncidenneisters Marten in Göttingen sprang nach einem Familienstreit mit ihrer Tochter in den Leinelanal; beide ertranken. Zehn Kinder verbrannt. Ein gewaltiger Brand kam, wie auS Petersburg gemeldet wird, vorgestern in einem entfernten Vororte Petersburgs, dem Dorfe Smolenskoje, nachts zum Ausbruch. Er forderte zahlreiche Menschenopfer. Bisher sind zehn Kindesleichen geborgen worden. Doch sollen unter den Trümmern des ganzen Häuserviertels noch mehr Leichen verborgen sein. Ueber zwanzig Schwerverletzte wurden in das Hospital geschafft. Ortsveretn der Buchdrucker und Schriftgießer für Rixdiirf Britz. Heut- nachmittag 2 Uhr im Lokale des Herrn Hoppe, Hermann- slraße: Vereinsversammlung. Freie Gemeinde Spandau. Heute nachmittag 5 Uhr bei Schröter, PIchclSdorserstr. b: Vortrag. Gäste willkommen. Allgemeine Familie»-Strrbekasse. Heute: Zahltag Ackerstr. 123 bei Wiesenthal von 3—6 Uhr. Mocden-Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Madame Butterfly. Montag: Fldelio. Dienstag: Lohengttn.(Anfang 7 Uhr.)� Mittwoch: Madam- Butterfly. Donnerstag: Der Freischütz. Freitag: Sinsoniekonzert der tgl. Kapelle. Sonnabend: Manon. Sonntag: Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Salome.(Ansang 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der letzte Funke. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. DienSlag: Der letzte Funke. Mittwoch: Die Rabcnfteinertn. Donnerstag: Der letzte Funk«. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der letzte Funke. Sonniagmittag 12 Uhr: Maiinec. Konzert. Sonntagabend: Viel Larm um nichts. Montag: Der letzte Funke. Neues königl. Opern. Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der ühllngS rühitngS onn- Dorspfarrer. Sonniagnachmittag 3 Uhr: Sherlock Holme? im Gebirge. Abends: Der Dorspfarrcr. Montag:«herlock HoimeS im Gebirge. Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Prinz giie Homburg. Dienstag: Ein Sommcrnachtstraum. Mittwoch Friedrich von Homburg. Donnerstag: Was ihr wollt.(Ansani Freitag: Romeo und Julia. Sonnabend und Sonntag: WaS ti Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Deutsches Theater(Kamm erspiele). Sonntag: Erwachen. Montag: Liebelei. Dienstag: Gespenster. Mittwoch!. Erwachen. Donnerstag: GygeS und sein Ring. Freitag: Liebelei. abend bis Montag: Frühling? Erwachen. Berliner Theater. Sonntag: Di« tanzenden Männchen. Montag: Der Pastorsfohn. Dienstag bis Freitag: Die tanzenden Männchen. Sonnabend: Der Parasit. Freund Fritz. Sonntag: Der PastorSsohn. Montag: Die tanzenden Männchen.' Lessing-Thratcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Der Bund der Jugend. Montag: Der Bund der Jugend. Dienstag: Die Stützen der Gefellschast. Mittwoch: Vom andern Ufer.(Ansang TL Uhr.) Donnerstag: Venn wir Toten erwachen. Freitag: Der Bund der Jugend. Sonnabend: Vom andern User. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. Abends: Vom andern User. Montag: Die Stützen der Gcsellschast. �„ Neues Theater. Allabendlich: Die Waffen wieder. Neues Schauspielhaus. Sonnlag und Montag: Judith. Dien? tag und Mitlwoch: Alt-Heldeiberg.(Anfang 7>/,. Uhr.) Donnerstag: Raffles. Frcilag, Sonnabend und Sonntag: Judith. Montag: M-Heidel- berg.(Ansang 7'/, Uhr.) Kleines Theater. Sonniagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Maria Magdalcne. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag: Vater rurd Sohn. St. Helena. Mittwoch und Donnerstag: Maria Magdalene. Frei- tag: Bater und Sohn. St. Helena. Sonnabend: Maria Magdalene. Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Ein idealer Gatte. Mon- tag: Vater und Sohn. St. Helena. Trtanon-Theaier. Allabendlich: Fräulein Josette— meine Frau. Sonniagnachmittag 3 Uhr: Madame X. Romische Oper. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Carmen. Abends: Ties- land. Montag: Hoffmannö Erzählungen. Dienstag: HoffmannZ Er- Höhlungen. Mittwoch: Tiefland. Donnerstag: Werther. Freitag: Tiesland. Sonnabend: Carmen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: FigaroS Hochzeit. Abends: Tiefland.'"""----° Theater des Allabendlich: Die Frühlingslust. Lnftspielhaus. Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Sein Alibi. Abend? und Montag bis Donnerstag: Hnsarenfieber. Freitag und Sonnabend: Im Speriingsnest. Sonntag, den 20., nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte. Abends und Montag: Im Speriingsnest. Schiller- Theater O. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: TraumuluS. WendS: RoSmersholm. Montag: Götz von Berlichingen. DicnStag: Die Schmuggler. Mittwoch: Götz von Berlichingen. Donnerstag: Die Schmuggler. Freitag: Götz von Berlichingen. Sonnabend: Der Herr S-nalor. Sonntagnachmittag'3 Uhr: TraumuluS. Abends und Monlag: Götz von Berlichingen. Schiller. Theater Eharlotteuburg. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Monna Vamra. Abends: Das vierte Gebot. Montag: RoSmersholm. Dienstag: Das vierte Gebot. Mittwoch: Der Herr Senator. Donnerstag: Da» vierte Gebot. Freitag: RoSmersholm. Sonnabend: Da« vierte Gebot. Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Monna Vanna. AbendS: Die Schmuggler. Montag: RosinerSholm. Friedrich-WtlhelmstitdtischeS Schauspielhans. 3 Uhr: Jugend. Abends: Der blinde Passagier. Montag: Nachtasyl. DIenStag: Der blinde Passagier. Mittwoch: Die Nibelungen. Donnerstag und Frettag: Nachtasyl. Sonnabend: Brüderchen. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Jugend. Abends: Brüderchen. Montag: Der blinde Passagier. Nesidenz-Theater. Sonntagnachmiltag ii Uhr: Der Prinzgemahl. Allabendlich: Ganz der Papa. Sonntag, den 20.. nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Zentral-Theater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Robert und Bertram. Allabendlich: Unsere blauen JungenS.«onntag, den 20., nachmittags 3 Uhr: Unsere blauen Jungens. Abends und Montag: Dieselbe Vor» stcllima. Thalia-Theater. Sonniagnachmittag 3 Uhr: Eharleys Tante. All- abendlich: Ihr SechS-Uhr-Onkel. Sonntag, den 20., nachm. 3 Uhr: Der Veilchensresser. Lortzing.Theater. Sonntagnachmlttag 3 Uhr- Martha. Abend» und Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Lnisen-Theater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Muttersegen. AbendS: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Muttcrscgen. Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Die beiden Rcichenmüllcr. Donnerstag: Ameriknsepp'l. Freitag: Bartel Turascr. Soiniabcndnachmittag 4 Uhr: f änsel und Grelcl. AbendS: Tic beiden Reichenmüller. Soimtagnachmittag Uhr: Carmen. AbendS: HossmannS Erzählungen. Montag: Mutlerscgen. Bernhard Rose> Theater. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Wilhelm Teil. Abend: Spree-Atbener. Montag: Maria Stuart. Dienstag: Spree- Athener. Mittwoch: Die Zauberflöte. Donnerstag und Freitag: Spree« Sonnabendnachmittag mittag 3 Sonntagnachmittag 4 Uhr: Aschenbrödel. AbendS: 3 Uhr: Maria Stuart. AbendS: Spree« Spree« Atbener. Aiyener. Athener. Theater an der Spree. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Aktien- budikcr. Abends und Montag bis Mittwoch: Der Aktienbudiker. Donners- tag bis Sonnabend: Tclephongcheimnifle. Sonntag, den 20., nach« mittag» 3 Uhr: Der Aktienbudikcr. AbendS: Telephongcheimniffe. Mctropol-Thcatcr. Allabendlich: Das muß man sch'n I Npotto>Thea»er. Allabendiich: Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalla-Theater. Spezialitäten. Passage-Thcater. Allabendlich: Danny Gürtler. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Zintb St. Denis. Speziantäten. Easino-Theater.«onntagnachmlnag 4 Uhr: Nick Carter. All« abendlich: Die wilde Jagd. Sonntag, den 20., nachmittags 4 Uhr: Nick Carter. Gebr. Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Madame Wig-Wag. ES lebe das Nachtleben. Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Ein verrücktes Hotel. Vorher: Haysisch geht zur Jagd. Figarö-Theater. Allabendlich: Paris. Die Klaue. Unterm Bett. Prater-Tlicatcr. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Bühne und Welt. Abends und Montag: Der Widerspenstigen Zähmung. DIenStag: Dorf und Stadt. Mitlwoch: Der Widerspenstigen Zähmung. Donnerstag: Die Logenbrüder. Freitag: Hamlet. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag« nnchnittag 3 Uhr: Bühne und Welt. Abends:'S Lorle. Montag: Die Logenbrüder. Carl Haverland-Theater. Spezialitäten. Ans. 3 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Sieichshalleit- Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Nrania-Theater. Tanbcnswasie 48/19. Allabendlich: Ueber den Brenner nach Venedig. Monlag, abends 8 Uhr(im Hörsaal): Pros. Dr. Rathgen: Einsührung in die anorg. Experimental-Chcmie. I.Teil: Die Nichtmetalle. Einleitung— Der Sauerstoff. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Zur Beobachtung: Mar», Saturn, Doppclsteme, Nebelflecke._ Berliner Marktpreise. SU:» dem amtlichen Berich» der städtischen Marktballen-Direttion.(Großhandel.) Ochscnfleisch la 68—70 br. 100 Pfd., IIa 62-67, Ula 57-60, Bullenfleisch la 62-67, Ha 50—59, Kühe, fett 50— 58, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen» dän. 54—62, do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppellendcr 105—120, Mastkälber la 82—92, Na 73—79. Kälber ger. gen. 54—68, do. Holl. 43—54, dän. 0,00. Hammelfleisch Mastlänuner 76—78, Hanimel la 70—74, Na 64—69, ungar. 0,00, Schase 48—62. Schweinefleisch 54—61. Rehbock la per Psund 0,60— 0,95. IIa 0,40—0,50. Rothirsch la per Psd. 0,30—0,45, do. Na 0,10—0,20. Damhirsch 0,35—0,60. Wildschweine p. Psd. 0,00. Frischlinge 0,00. Kanwcken p. St. 0,20 bis 0,90. Hasen, groß, p. Stck. 2,50-3,50, da., mittel u. klein. Stck. 1,00-2,40. Wildenten per Stück 1,00—1,50. Krickenten per Stück 0,50—0,60. Rebhühner. junge große 1,00—1,50, mittel u. kleine 0,40—0,90, alte 0,60—0,90. Fasanen» Hähne la 1,25—2,25, do. IIa 0,50—1,00. Fasanenhennen 0,60—1,50. Bekassinen 0,40—0,60. Waldschncplen 2,20—2,75, do. IIa 1,00—2,00. Krammetsvögel 0,20—0,30. Hühner, alte, per Stück 1,40—2,50, Na 0,80—1,30, do. junge 0,50—1,18. Tauben 0,20—0,50. Enten per Stück 1,00—2,50. dito Hamburger per Stück 8,00. Gänse per Psund 0,48—0,60. dito per Stück 2,00-3,50, do. Hamburger per Psund 0,75—0,80, do. Oder« brucher per Psd. 0,50—0,62. PoulctS per Stück 0,80—1,35. Deutsche Poularden per Stück 0,00. Hechte per 100 Psd. 92-102, do. matt 82-87, do. Nein 0,00, do. mittel 0,00, do. groß 0,00. Zander 0.00, do. Nein 0,00, dito mittel 0,00. Schleie, groß-mittel 116—124, do. ticin 119—132, do. uns. 131 do. mittel 0,00. Aale, groß 0,00, do. Nein u. mittel 0,00, d». mittel 98—104, do. unsorttert 112, do. groß-mittel 10l, klein 0,00. Plötzen 60—73. Roddow 0,00. Karpfen 20—25«: 90, 30— 40er 0,00, do. 75, do. 50er 0,00. Bunt- Fische 44—80. Bars«, groß 0,00, matt 0,00. Karauschen 80—94. Bleie 47. Wels 0,00. Barbe 0,00. Aland 0,00. Quappen 0,00. Raap 0,00. Amerik. Lachs la neuer, per 100 Psd. 110—130, do. IIa ncner 90—100, do. NIa 0,00. Seelachs 10—20, Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, mittel Kiste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 5—6, IIa 2—4. Bücklinge, Kieler per Wall 3—4, Stralsunder 2,00, Bornh. 0,00. Aale, grog per Psd. 1,10 bis 1.40, mittelgroß 0.80—1,10. kletn 0,60—0,80. Heringe per Schock 5— 9. Schellsische Kiste 3—4.00, Kiste 1,75-2,25. Sardellen. 1902er per Anker 98, 1904« 93, 1905er 93, 1906« 90—95. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40—44, fuU. 38— 40,__rned._ 36— 42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatseS, per 1,50—1,60. Bratheringe Faß 1,! Neunaugen, Echocksaß 11, do. per Schock 0,00, große 0,00, o. unsortiert 0,00, Gallzier, To. 50—120. Sardinen, ruff., Faß 9—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Keine 5—6, do. Riesen» 14. Krebse do. mittelgroße 0,00, do. Keine 2,90, groß 0,00, do. unsorttert 0,00. Eier, Land», unsorltttt per Schock 3,60— 3,80, do. große 4,00—4,40. Butter per 100 Psd. la 124-126, IIa 116-120, Ula 110-113, abfallende 90-95. Saure Gurten, neue, Schock 4,00. Psessergurtcn 4,00. Kartoffeln per 100 Pid. Dabersche 2,75—3,25, weiße runde 2,50—3,00, blaue 0,00, Rosen» 0,00, mag. von. 2,76—3,25. Porree, Schock 0,50—1,00. Meerrettich, Schock 5—12. Spinat per 100 Psund 5—10. Sellerie, per Schock 5.00-10,00. Zwiebeln per 100 Psd. 2,00—3,75, do. Perl- 40,00—100,00. Chaiotten 40,00—100.00. Petersilie, grün, Schockbund 1,00—1,25. Kohlrabi Schock 0,50—1,00. Rettich, bahr., neuer Stück 0,03-0,10, hiesiger Schock 2,50-3,50. Mohrrüben, 100 Psund 2,00 bis 3.50. Karotten, hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl per Schock 3,00 bis 10,00. Rotkohl, Schock 4-10. Weißkohl 2-2,50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5-14, do. Hamburger 100 Stück 0.00. do. Ersurter 100 Stück 7-15.. Rosenkohl, per 100 Psd. 20-25. Grünkohl 4-6. Kohlrüben, Schock 3,00—6,00. Petersilienwurzel», Schockbund 3,00— 4,00. Schoten per 100 Psd. 20-30. Schnittlauch 1,00-1.25. Pscffcriinge per 100 Psd. 8-14. Steinpilze per l00 Pfund 25—40. Radieschen per Schockbund 0,75—1,25. Salat per Schock 1,50—2,50. Gurken, Einmache-, Schock 15—40. Bohnen, grüne, 100 Pfund 15—35. Tomaten per 100 Psund 12—16. Rote Rüben, per 100 Pfund 2,50—3,00. Rübchen. Beelitzer, per 100 Psd. 8—10. Kürbis per 100 Psd. 3—4. ESkarol per Schock 5—6. Endwien per Schock 3—6. Preißeweeren per 100 Psd. 24—30, schwedische 29—32. Kronsbeeren per 100 Pfd. 18—20. Birnen, per 100 Psd. Italiener 0,00, Tiroler 10—25, hiesige Most- 0,00, Kochbirncn 3—8, Tasclbirncn la 10—20, do. IIa 4—10. Pfirsiche, hiesige per 100 Psd. 3—20, do. italienische, per 100 Psund 26—32. Aepsel, per 100 Psund, Tiroler la 18—45, IIa 13-20, Most-, hiesige, 3-4, Koch. 5-10, Tascläpscl la 15-23, do. IIa 7—12, Amerikaner, per Faß 15—25. Wallnüsse, per Schock 1,00—2,00, do. Nein 0,40—0,50, do. sranz. 100 Psd. 0,00. Pflaumen. pr. 100 Psd. hiesige 10—14, serbische 10—16. Weintrauben, italienische per 100 Psd. 15-22, türkische 18-20. AnanaS I. per Psund 70-1,00, do. U 0,00. Bananen, gelb, per 100 Psd. 14,00—20,00. Kokosnüsse per 100 Stck. 15—24. Maronen, ital., 100 Psd. 14—20. Freigen, Kranz, per 100 Ps. 22-05. Zitronen, Meistna. 300 Stück 11,50-20.00. do. 360 Stück 12,00-16.00, do. 200 Stück. 12,00-16,00, do. 150 Stück 7,00-10,00. WitterungSsiberstcht vom IS. Oktober 1907. ■«Un 766 WSW 768 SW 768 NO 770 I 771 Still 2 heiter 3 wölken! 2 wolkig 3 wolkig 1 heiter leitet ti StalUnm LS > S L. II HaParandas760SW Petersburg 767 SSW Scilly Werde«: Pari» 763 SSW 752 SW 763Sttll aettn 4 Nebel 1 bedeckt 4wolkig 2 wolkig jwolkcnl tfsi c% ii 8 S 11 11 6 Wetter. Prognose für Sonntag, den 13. Oktober 1997. Wolkig doch vielfach heit«, bei mäßigen südwestlichen Winden ctttoS kühl«; keine oder geringe Niederschläge. Berliner Wetterbur»»» Wafferstnnds.Nachrlchten der Lmidesaiistalt sür Gewässerkunde, miigeteilt vom Berlin« Wetterbureau. Wasserstand M e m e l. Tilsit P r« g e l, Jnsterburg W e t ch s e I. Thorn Oder, Rattbor » Krossen _» Franksurt Warthe, Schrimm „ Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitincritz , Barby . Magdeburg Saal«, Grochlitz Wasserstand Havel, Spandau . Rathenow') Spree, Spremberg , Becskow Weser, Münden Minden Rhein, Waldshut Kaub , Köln Neckar, Heilbroin» Main, Wcrtheim Mosel, Trier am U.10 cm 92 144 HO 162 —99 —17 108 82 21 09 1 r""» seit 10.10. cm1) - 1 0 0 0 +j -"ö — 2 + 1 + 2 0+ bedeutet Such»,— Fall.— Uaterpegel. ..\ Ehe tasohen 85, Muschelkleiderspind, Brautleute eich ihre Möbel-Ansstattung kaufen, sollten sie unter keinen Umständen unterlassen, faul Surovus JWÖbel-7abrik, Sindenstr. 105 (Nähe Hallesches Tor) zu besichtigen� Zur Anschaffung von Ergänzuhgsstüoken »liehen gew. ML (Nähe Hallesohes Tor) zu besichtigen. Moderne bürgerliche Wohnungs- Einriohtungen schon für 200, 300, 400 M., hochelegante von 500— 10000 M. gerade große Posten verl besonders zu empfehlen, da Möbel, darunter ganze Zimmereinrichtungen, am Lager stehen. Auszngsofa 30, Paneelsofa mit Sattel- Muschelvertiko 39, Muschelbetteteile m. Matratze 40, Chaiselongue, Schreibtisch, Säulentrumeaus 38 M., Salongamitur sowie komplette englische Schlafzimmer für 220 M., Altmahagoni-Salon mit Umbau elegant 545 M., farbige Küchen 65 M., sowie Speisezimmer und Herrenzimmer in allen Stilarten. geöffnet. Teilzahlungen gestattet. Gekaufte Möbel werden Kostenlos aufbewahrt. Sonntags 8— 10 und 12— 2 Uhr •' 4983L» § Eins Dam« erzählt es der anderen, dass Oktia Coraet- Sohutzstangan«In guter Artikel Ist— Oberau wo Oktls Betragen werden, geht das Wort Oktls von Mund zu Mund.— Oktls haben das Corset-Tragen In Jeder Welse angenehm gemacht.— Sie geben eine gerade Figur und eine grazlöse Taille; r Sie verdoppeln die Haltbarkeit des verseta. 1 sie sind aus rostfreien Zalrold-Flnlsgen hergestellt j & können folgedessen die Wasche nicht beschmutzen.— Die Bequemtlohkeltund Sicherheit, j ' welche sie geben, sind mehr wert als der geringe ! preis den die Damen dafür anlegen. Damit Sie vor minderwertigen Nachahmungen geschützt sind, verlangen Sie stets„Oktls." ouso Bitte gut zu beachten. s s a « u Ceneralvertreter für DeutscMaml und die Sehweiz Levinger& Feibel, Frankfurt a. M. Gcgrüudäf 1861,> Pelzwaren- Fabrik Keae Scnigstr.Zl. (Ordonnanzhau«.) Kein Laden II. Etage Einzelverkauf wie alljährlich nach beendeter Engros-Saison. Pelz-Stolas, Muffen etc. zu fabelhaft billigen Preisen. Reparaturen billigst.— Spezial- 'Möbel-Hall� [59 Moritzplatz 591 1 Ecke Statisch reiberstraSa. i 1 Nicht zu vergleichen mit! j Abzahlungs- Geschäfte«. 1 | welche Gerderobe nsw| führen. Extra-ibteilang («erRehen gewesener MSbe � WSchentliohe ed. monatl Teilzabiniig gestattet 8812* CctifccUm [Dflitientuche I Paletots, Jacketts, Abendmäntel, Lfamcuiuwuc Costumes■ Stoffe, neueste-..-. r>-, Muster, Astrachans, Krimmer, Trikotstoffe, COStnines, COStumeS-KOCke Seiden-PIDsch, Sammet, Seide etc. I in größter Answahl._ lcn'rlU9wll| Oaillillüij öuiuo OVv.| XU glL»JgvOX xa uo tt txxxx, C. Pelz, Kottbuserstr. 5. ♦T Erprobt und bewährt! 841L* Lampen und Brenner. Centrale für Spiritus-Verwerthung, BERLIN NWf. 7, Friedrichstr. 86, gegenüber dem Central-Hotel. Illnstrlerte Preisliste kostenlos! ZaMiiit..-»DZ...- Olga Jacobson,.',7.'.'.�. 5699L« Phänomen- Nach Egyptisctior Art feinste Handarbeit. Zigarettenfabrik„NAMKORI" irammopljon' Zentrale (ä) Hlexanderplatz, iäi gegenüber dem Bahnhof, Eingang Königsgraben, t Treppe. "Te n!: A■ fn fh menn'„DaS muk MSN svk'n Enorm bUNxl So lauge Vorrat km Posten Enorm bHHxt platten- Spreehmasehinen In tadelloser AnafOhmng M. 16.50 20.- 25.- [■ Der billigen Preise wegen werden diese Apparate an Wiedercerkaoler eicht abgegehee. I Echte Edi80iiaQoldj?uß> Walzen kosten jetzt 1.— Markl Gana besonderes Angebot: KonZCrtePhonOgraph /a q= M.' tadellos spielend unter Garantie mit 5 echten GoldgnB-Walzen, komplett e00 Zur gell. Beachtung! Jeden Dienstag und Freitag von IVa— S'/a SVOrammophon-Frel-Konsert.'W Eintrittskarten bei Jacob Katz, Alexanderplatz, gratis erhältlich. Soantag» hla 2 Uhr gegftnet.— Jeder Apparat wird bereit*, umgetauscht oder Betrag zurDckbezahlt. t I h inffallend hilliiies Ängebol! Hochelegante Herren-Anzüge und Winterpaletots aus feinsten Maßstoffen Hochvornehme Herren-Beinkleider aus besten englischen und deutschen Stoffen Vorjährige Anzüge und Paletots bedeutend unter Preis. Verkauf Sonnabend und Sonntag- 25 bis 40 M. 9 bis 12 M. tm* Versandhaus Germania BERlilN W.9 Unter den Linden 21, ll. Etage, Fahrstuhl. Spezialhaus für vornehme HerrensModen fertig und nach Maß. Verantwortlicher Redakteur: Hans Wehre, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: TH.Glßike, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co, Berlin SW> Nr. 240. 24. Jahrgang. 5. KilM des Joiiüärto" Stilintt WIKsM Sonntag, 13. Oktober 1907. Soziales. Zur Lage der Metallarbeiter in Schlesien �ibt uns der soeben erschienene Geschäftsbericht der Schlesischen Eisen- und Stahlberufsgenossenschaft sehr interessante Aufschlüsse. Oberschlesien ist das Gebiet der Großindustrie, wie nachstehende Ziffern beweisen werden. ES waren versichert: Sektion I Breslau m Et Beuthcn Anzahl der Betriebe lgOti 1905 1588 1595 407 409 Durchschnittliche Zahl der Versicherten 1906 1905 38 677 35 679 70 629 65 222 Zusammen 1995 2004 109 306 100 901 Vollarbeiter zählt der Bericht 105 897 gegen 98 114 im Jahre 1905. Die Zahl der Betriebe ist also um 9 gegen das Jahr 1905 zurückgegangen, während die Zahl der Versicherten um fast 9000 ge- stiegen ist! Und erst die Löhne! Der Bericht bemerkt, daß die Zahl der versicherten Personen »infolge der Hochkonjunktur" so gestiegen sei. Trotz dieser.Hochkonjunltnr" war der Durchschnittslohn eines schlesischen Metallarbeiters 9Z4.V6 M. Die Durchschnittslöhne stellten sich wie folgt: Sektion I Breslau auf 901,80 M.<874,61 M. im Jahre 1905), Sektion II Beuthcn auf 980,86 M.(932,13 M. im Jahre 1905). Von einer„Hochkonjunktur" konnten also diese Gelohnten wahr- lich nicht reden, und in welch langer Arbeitszeit diese„Riesenlöhne" verdient worden sind, wird auch nicht verraten. Der Bericht be- merkt aber entschuldigend und etwas verlegen:„Bei Feststellung der ans einen Vollarbeiter entfallenden Durchschnittslöhne sind auch die weiblichen Personen und die Lehrlinge berücksichtigt." Gewiß! Bei anderen Berufsgenossenschasten doch auch. Es entsteht deshalb die Frage: Werden denn dann in Schlesien Frauen und Lehrlinge in so großer Zahl zu noch viel niedrigeren Löhnen ausgebeutet, daß diese Dnrchschnittsziffern sehr beeinträchtigt werden? Aufschluß über diese wichtige Frage könnte doch die Berufsgenossenschaft auf Grund der Lohnlisten sehr leicht geben. Schweigen I lind das Los dieser„gut gelohnten" Arbeiter? ES wurden insgesamt Sö88 Unfälle gemeldet, gegen 9464 im Jahre 1905. Auf 1000 Versicherte entfielen somit durchschnittlich 88. SZ Verletzte!! Entschädigt wurden nur l69S Unfälle! Der Bericht versucht auch die„Ursachen" dieser Unfälle zu erklären. Demnach sind entstanden: durch„Schuld von Mitarbeitern": 53 Unfälle, durch Gefährlichkeit des Betriebes: 164 Unfälle, durch mangelhafte Betriebseinrichtungen: 26 Unfälle, durch Nichtbenutzung von Schutz- Mitteln: löä Unfälle, durch Ungeschicklichkeit der Arbeiter: 644 Unfälle, durch zusammenwirkende Ursachen: 37 Unfälle, durch Zufälligkeiten usw.: 608 Unfälle. Dazu wird übrigens bemerkt:„AuS vorstehender Uebersicht geht hervor, daß von den 1906 entschädigten 1695 Unfällen: a) auf Verschulden der Arbeitgeber: 26 Fälle— 1,53 Proz., b) auf Verschulden der Arbeiter und Mitarbeiter: 866 Fälle — 50,74 Proz., c) auf sonstige Ursachen: 809 Fälle— 47,73 Proz. zurückzuführen sind." Pnnktum! Das ist eine feine„Unternehmer- statistik"! Schade nur, daß dann darauf der Bericht über das Er- gcbnis der Vctriebsrevision, wenn auch nur flüchtig, berichten muß. Es wurden 673 Betriebe revidiert und davon 483 Be- triebe— 71,8 Proz. bemängelt, wie folgende Ziffern beweiset werden: ES wurden revidiert in Sektion 1: 379 Betriebe, davor bemängelte Betriebe: 320; Sektion II: 294 Betriebe, davon bemängelte Betriebe: 162. Welche Heuchelei, wenn man dann eine Zeil» weiter gegen den„Alkoholmißbrauch" loszieht! Interessanten Aufschluß erhalten wir auch über daS Resultat der Entscheidungen der Unfallklagen. Erledigt wurden nach dem Bericht. 843 Bernsimgen an das Schiedsgericht und davon wurden 765 zu- gunsten der Berufsgenossenschaft und nur 31 zugunsten der Ver- letzten entschieden— 96,11 Proz.— 3,89 Proz. Gemäß§ 88 des U.-V.-G. hatte die Bcrufsgenvssenschaft selbst 99 Anträge auf Herab- setzung der Rente gestellt und hatte 92 Siege und 6 Verluste zu verzeichnen. Die Verletzten hatten dagegen 36 Verluste und nur 1 Sieg! Das ReichS-Versicherungsamt machte daS Maß voll und entschied in 5 Fällen zugunsten der Berufsgenossenschaft, in 5 Fällen gegen sie. Die Rekurse der Verletzten dagegen wurden in 278 Fällen abgewiesen und nur in 51 Fällen zugestimmt I Der Bericht bemerkt zu diesem Resultate:„der hohe Prozentsatz der von den Schiedsgerichten zugunsten der Berufsgenossenschasten entschiedenen Berufungen erklärt sich daraus, daß sehr viele Berufungen eingelegt werden, die von vorn- h er ein a u S sich tSl o s sind." Natürlich! Auch eine AuSrede! 1SSI.» * Räumungspreis r- Eine Partie imlt. Teppiche kX' echter Perser von wunderbarer Farbenpracht auf beiden Seiten benutzbar. Ungefähre Größe: 90X185cm5I. 3,75(Wert 6,00) 130X200 8,25) 1C0X23O. n 8,75<, 12,75) 200X300„„ 12,76(„ 18,50) 250X350„„ 21,50< 28,50) 300X400,„ 28,50(„ 39,00) Passende Bett* u. Pütt-Teppiche Stück 75 Pf., 1,00 und 1,50 M. Nach auswärtsperNacbnahme'. Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158. tfabe nirgends Filialen! Pracht-Katalog 600 Abbildungen in künstlerischer Ausstattung gratis u. franko. Wunsch Extra billig! diu. Teppiche kleinen Webfehlern! Diese Schutzmarke Kseiet'wirklich Schutz h Sie bewahrt da» aufmerksame Publikum vor Täuschung durch minderwertige Nach» ahmungen und zweifelhafte Fabrikate, die sich auch„Malzkaffee" nennen, aber an Genuß- und Gesundheitswert tief unter Kathreiners Malzkaffee stehen. Denn der echte „Rathreiner"— an dem geschlossenen j)aket in der be» kannten Ausstattung mit Bild und Unterschrift des Pfarrers Rneixp und der Firma Rathreiners Malzkaffee-Fabriken leicht kenntlich— ist der ausgiebigste und wohlschmeckendste Malzkaffee der lvelt. Darum gibt die kluge Hausfrau dem.echten„Rathreiner", der zum wohlbesindeg dey ganzen Familie beiträgt, stets den Vorzug Hoffnung Berliner Schneiderei- Genossenschaft E. G. m. b. H. Zwischen Rasenthaler v«,««««»»» dQc Zwischen Rosenlhaler I Tor u. Invalidenslr. CnilUlCilSir. IÖO Tor u. Invalidenstr. Gegr. i. Februar 1906 v. organisiert. Schneidergehülfen Berlins. 5Ä Meilern, Parteigenossen und lllltburgem zu, Anfertigung eleganter Herren-iKnabengarderobe 1 Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder-Anzüge. > Große Auswahl in Winter-PaletolS, Joppen, Radlaltranziigen n. Fant.-Weslen in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter= Berufskleidung. Diese Woche täglich, Sonntag, rerkanfen, wir nls Golegenluntskauf für| Herren jeden Stande» an Preisen wie»oloho enorm billig au« faintta» uasaatotran teil! aal Bald* gefertigte, hoshvoraalime. Herren- UI rtcr, med. Bock-, Jackott- Anzöge Paletots deren eonetlger Maaaprele 40-70 M. iet, Jetzt 18—& M. (tehrocknniage jetzt 28-46 M, Harren-Hosen Jetzt 7— Ii M. | Deotaobe* Vcrsandbano. Jltgerstr. 03. 1 Trappe.* Die HerstcIImiß unserer Fabrikate erfolgt in | eigenen BctriCbSWCrkStättdl unter den von unserer Organisation festgelegten Bedingungen. i Lieferanten der > Konsam-GcnosscnMChart Ucrlins u. Umgegend, dos Berliner Konsum- Vcrelnssowio des Charlottenburger Konsum-Vereins. Man 9»« bn Milch clnfii ftajfcclfiffel voll Bw-Malz zu und rühre gut um. So bat man im Nu«in#«nj toft- lirbti GeirSnk von rrMIchrndvmWoblak- ichmack, ivelchr» die n Tose j.— M,>/t Tose i.M M. Illustrierte Broschüre versendet graii« _ ffbem. gabrik tlabr. fatarmann, Sriedenau verlt» 85 iw? WM» W"", ![ ist ein sattes, nineS Gesicht, rosiges, jugenottt�ches«ussehen, weiße, sammetweichc Haut und schöner Teint. Alles dieS erzeugt die echte 5teckenpserck-LiUenmil6)>Seife von Kergmann& Co.Nadebeni. 5 Stück so Pf. überall zu dabei, Die Kliüev. sobicle garnierte Oamonhiito, Baretts Herren-Mützen und Pelzkragen, Knaben- und Mädchen-Ganu- turon, FuDsäcke, Jagdtaschen, Wagendecken, Pelzteppiche und Bettvorleger. Nur eig. Fahrikal Große Auswahl. Bestes Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Sämtliche gangb. Pelzarten am Lager. F. Kaiman,'iä"'" 21 KoinniaiiiMensMslSI. (gegenüber Bouthstraßo). Verkauf auch Sonntags. XVoebon- tags bis 9 Uhr abends- Tel. I. 3317. Eine mark «ichentlichc Teitsdblung liefet« elegante leriige 15523 Henen-GiitUen 9t[af für itiiaad. Anlertlunat) nneta Maaaa. Tadellose Anisührung. Julius Fabian, £d»neibetmciftcv, Gr. Frankfurtefslr. 37, a Clngang Etraubberger Pla). Advl ganze WolltinitgS-Elnrichtiittgen sowie eiiizrlitvTtiickrnusjrrft billig. Ggeue Tiisrhierci-Worfstatt. »«Hin O.,» Wuceeati Z Pet erSburgerst.62 �»Hygienische öeüansartl/öl. Neuest Katalog in. Bmp fehl. viel. Aerste u.Prof. grat. Uiif ß. Vnzer, CnmmiK'arenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasa a 91/93. direkt aus dar Fabrik. Kein Laden I Nach becndeler Enjros-Saieon von Ai SßhlllZ, 5 Reichenbergefstf. 5 empsiehlt Wotznungs-Eliirfchtu ngen von L40-1V 000M in nur anerkannt gediegener AuSsnhnmg in jeder Holz» und Stilart sowie auch Polstorwareii eigener Fabrikation zu äußerst billigen Preisen. Streng reelle und gewissenhasie Be» dienung. Kulante Zahlungen. Tel. Amt IV 6877.»8022" üebergang: Paletots. Capes AhendmSntel Kostüme Kostüm-RScke .Mädchen- Paletots Pelz-Stoias Robert Baumgerlcn Hansvogtel PIatz II. I. Etage (an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung dieses Inserates an der Kasse werden 5 Proz. Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet i Arbeiter-ßlldungssciiule Berlin, Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Tr. Sehrplan für das 4. Quartal ISO?. Montag: KTatlonalttkonotnle(Einführung In die theoretische NatlonalöKonomie. Erster Teil). 1. Die Nationalökonomie als selbständige Wissensobaft. Ihre Kinteilung und ihr Objekt. 2. Die Entwickelung zur kapitalistischen Woltwirtschaft; Entstehung und Wesen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. 3. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise. 4. Der Gebrauchswert und der Tauschwert der Waren. 5. Geld: Preis. 6. Die Verwandlung von Geld in Kapital. 7. Die Erscheinungsformen des Kapitals. Vortragender: Max Qrun ■ al d. Montag: XationalUkonomle(Einführung In die Nationalökonomie. I.) Bogriff und Aufgabe der Nationalökonomie. Ihre Methode. Kauf und Verkauf. Ware, Preis und Geld. Der Wert, Gebrauchswert und Tauschwert. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wert und Arbeit. Die gesellschaftlich notwendige Arbeit. Das Maß des Wertes. Die verschiedene Intensität der Arbeit. Der Wert des Grund und Bodens sowie der ursprünglichen Rohstoffe. Woher kommt der Profit. Profit'und Handel. Die Produktionskosten und der Wert. Der Arbeitslohn. Die Lehre vom Mehrwert. fc Vortragender: Julian Borohardt. Dieser Kursus findet in Tempelhof bei Mokuly, Berliners tr. 9, statt. Dienstag: Soziale Gesetzgebung. Begriff der sozialen Gesetzgebung. Der Arbeitsvertrag. Die Bestimmungen des bürgerlichen Rechts. Das Lohnbeschlagnahmegesetz. Das Gesetz betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Das Armenrecht. Arbeiterschutzbostimmungon"der Gewerbeordnung. Schutzbestimraungen für Frauen und jugendliche Arbeiter. Das Gewerbegenchts verfahren. Krankenversiohe- rungsgesetz. Unfallversicherungsgesetz. Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz. Vortragender: Dr. S. Bosenfeld. Mittwoch; Gcsctzcsknnde(Deutsches Staatsrecht). I. Die Entwickelung des deutschen Staatswesens. II. Die Grundlagen des heutigen Staatsrechts. Die Entstehung des Reichs. III. Die Reichsverfassung. 1. Das Wesen des Bundesstaats. Der Bundesrat. 2. Preußen als Vormacht. Der Kaiser. 3. Der Reichstag. 4. Die Zweige der Reichsverwaltung. 5. Grundrechte und Ausführungsgesetze. IV. Die Einzelstaaten. 1. Das Wesen der konstitutionellen Monarchie. 2. Die Landtage und das Landtagswahlrecht. 3. V Olksgrundrechte. Versprechen und Verwirklichung. 4. Die Grundlagen der Wer- waltung. 5. Die freien Städte. V. Verfassung. Gesetz. Verwaltung. Macht und Recht. VI. Sozialismus und Staat. Die Sozialdemokratie und das geltende Staatsrecht. V ertragender: Simon Katzenstein. Donnerstag: Rcdnersclinle. 1. Die Rede in Form und Inhalt. Dispositionslehre. Die rhetorische Gewandtheit. Die Aufgaben der verschiedenen Arten von Reden. 2. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max G r u n w a 1 d. Donnerstag; Fovtscbrlttsknrsns In Nationalökonomie (Marx' Kapital). Gedrängte Wiederholung des ersten Bandes von Marx' „Kapital": Die Lehre vom Mehrwert. Die Umwälzung der Produktionsweise durch das Kapital. Die soziologischen Wirkungen des Kapitalismus. Die Akkumulation des Kapitals, Dann Studium des zweiten Bandes: Der Zirkulationsprozeß dos Kapitals. Gemeinsame Lektüre und selbständige Ausarbeitungen unter Anleitung dos Lehrers. Vortragender: Julian Borohardt. Freitag: Lltcratargcschlclitc(Von Romantik zu Romantik). Der Ausgang der romantischen Dichtung. Griechen- und Polendichter. Heine. Das junge Deutschland. Die Revolutionslyrik. Nach der Märzrevolution. Butzenscheibonromantik. Vortragende; Frau Regina Ruhen. Freitag: Gosclilchte(Die Märzrevolution, Ihre Ursachen und Ihre Wirkungen). Die vormärzliche Reaktion. Die Romantik auf dem Throne. Entwickelung der Industrie. Hungeraufständo. Marx und Engels. Das Kommunistische Manifest. Die Märzereignisse. Der Verrat der Bourgeoisie. Der Kölner Kommunistenprozeß. Jahre der Reaktion. Kapitalismus und Liberalismus. Sozialismus. Vortragender: Heinrich Schulz.(Dieser Kursus findet in Steglitz bei Schellhase, Ahomstr. 15a, statt. Sonnabend: Gcscbicbte(Moderne Revolutionen bis zum Jahre 1789). 1. Allgemeines über Revolution, Evolution, Klassenkampf. Niederländischer Aufstand. 2. Vorgeschichte der englischen Revolution. 3. Die Anfänge dos langen Parlaments und der große Bürgerkrieg in England. 4. Presbyterianer und Indepen- donten, Granden und Levellers, Prozeß und Tod Karls t 5. Die Klassenkämpfe zur Zeit der englischen Republik. 6. Protektorat und Restauration. 7. Wilhelm von Oranion und die glorreiche Revolution. 8. Die britischen Inseln nach der glorreichen Revolution. 9. Englische Kolonialwirtschaft und amerikanische Revolution. 10. Die Anfänge der industriellen Revolution. Vortragender: Dr. A. C o n r a d y, Sonnabend; STutnrcrkcnntnis. 1. Die Elemente. 2. Das Weltall. 3. Die Entstehung der Erde, 4. Die Entwickelung der Lebewesen. 5. Darwinismus. 6. Die Abstammung des Menschen. Vortragender: Emanuel Wurm. Dieser Kursus findet Gewerkschaftsliause, Engel-Ufer 15, Saal I, statt. In Berlin beginnt der Unterricht in Sfattonalöbonomic: Montag, den 14. Oktober; Soziale Gesetzgebung: Dienstag, den lä. Oktober; Gesctzeshunde(Deutsches Staatsrecht): Mittwoch, den 16. Oktober; Redncrschule: Donnerstag, den 17. Oktober; FortschrittskursuB in Nationalökonomie: Donnerstag, den 17. Oktober(kl. Saal); Idteratnrgeschlchtc: Freitag, den 18. Oktober; Gesehlchte: Sonnabend, den 16. Gk «uhur; Natnrerkenntnio: Sonnabend, den 10. Oktober, im Gnworkschaftshaus, Engel-Ufer 15(Saal 1). Nationalökonomie in Tempemaf; Montag, den 14. Oktober; Geschlchto in Steglitz: Freitag, den S5. Oktober. Zum Fortschrlttsknrsns werden nur zirka 30 Teilnehmer zugelassen, welche mindestens einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Meldungen hierzu müssen bis zum 8. Oktober beim Vorsitzenden erfolgt sein. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um'/,!! Uhr. Die reichhaltige Uiöllothck ist an diesen Abenden von 8—0 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadlerntraüc 37, Hof gcrndözn 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Götter. 8cr Vorstand. Seinen und Wäsche jeder Ari. HerbstsNeuheiten: Morgenröcke aas Seide, Barchent, Velour, Flansch- flanell in geschmackvollen Formen. Unterzeuge für Damen, Herren und Kinder in sehr reicher Auswahl. Handarbeiten in Leinen, Fantasie- und Javastoflen anfgezeichnet und angefangen, Blusen ans deutschen und englischen Flanellen, lach, Seide usw. Unterröcke aus Moirefte, Tuch, Velours, Seide in allen Farben. Blusenflanelle deutsche und englische Fabrikate, reiche Musterwahl. Gardinen In Tüll.. von M. Z.7S bis 22.00 in Spachtel. von M. 10.50 bis 62.90 in Erbstfill. von AI. 10.00 bis 95.00 Stores in allen Ansiührungeti das Stück.. von M. 2.10 bis 85.00 Vorhangstoffe In allen Breiten und vielen Stoifartea. Aeltere Muster und Restbestände bedeutend unter Preis. Braut-Ausstattungen stets zur Besichtigung. Bitte die Hauptpreisliste No. 563 zu verlangen. Proben von Stoffen zu Diensten. BERLIN W., Leipziger Str. 20/21. F. V. Srnnfeld Landeshoter Leinen- und Gebiid-Weberei. □: Pigr~ Vorwand von Sö.fpii-h an Uostonf rot.<�'4- -| 1882-1907[■ Nie wiederkehrende Gelegenheit! tf ASnLI Amt III, 5684, Berlin N, nemattn rlßlll, Schwedterstr. 10 10. Haus von der Schönhauser Allee. 59L* �fühpl',»(.Wohnungseinrichtungen vonÄOO— IOOOO Markstets a.Laser (sowie] ganze vonÄOO— IOOOO Markstets a.Lager Anläßlich des 25jährigen Bestehens meines Geschäfts gebe ich beim Kauf einer Einrichtung von 750 M. an IZ1 2 komplette Fensterdekorationen gratis. 5°/o Rabatt bei jedem Einkauf. Kulante Zahluugsbeding. !! Mo 85 laufe ich Preiswert für mich Stoff j. Herrenanzug? Bei Ludwig Engel, Prenzlauerstr. 23, II, Alexander-Platz. Gegründet 1892. GrogeS Stolilager. Neueste Muster Aachener Fabrikate, reinwollene Stoffe, Reste tum 5 M. au Per?)ieter. Spoübllligl 11 mw 11 fertigt mir eilten Herrenanzug, wenn ich Stoff habe? Ludwig Engel, Prcnzlauerslr. 23, II, Alexander-Platz, für 20 SOI., feinste Zutaten, 2 An- proben, für guten Sitz befani goldene Medaille. Ein Versuch fuhrt zu dauernder Kundschaft. II Ohne Konkurrenz!! � Sehnt- u. 7achsehul- Reißzeuge in bekannter, nur präziser baltbarer Arbeit, in großer Auswahl zu billigen Preisen. ctucrMax Michaelis Brunnenstraße 178 direkt gegenüber Jandorf. WBSSfiGS von 1,80 m. an # Kabinetts„ 4,80 M.. v in guter Ansfiilirnng liefert OSCHB* Qoetze, Photograph. 1. Geschäft: Paul=Straße 26, 275/3* Dresdener Straße 135. „ Friedrich=Straße 91/92, „ Charlottenburg, Nehringstr. I. : Srotnsilber-Vergröjlerung bis Mensgröjle. 2. 3. 4. crliiilt Jeder Besteller eine Semi-Emalllc- d HB«# Broche oder Nadel, also ganz miiNonMt! Geöffnet von morgens 8 Ohr bis abends 6 Uhr. K>er Senn- und Festtage den ganzen Tag geöffnet.'9S Möbel Bürgerliclie Wolmmigs- Eiiiriciitungen. Elnzelse iliel. Entgegenkommende Zablangswelse. ,ALLB TAGE ANDERS" direkt am Nottolbeck-PlaU&837L* Pank?, Gerichts und Reinickendorler> Straßen3 Ecke. Für Zirameröfen und Mbenle. Wo nicht vertret. gegen Einsend. M. 1,125 fr. d. Krtels Pafcnt- sparheiz-Platten-Verwertnng. G. m. b. H., Berlin W. ID. MW o. Oofstermriu kauft matt am reellsten bei 574511* Theodor Knorn,*©"!?/�" Reichhaltigstes Lager in 1 u. 2 Zimmsr-Einrichtungsn, kompl. Küchen von 50 M. an. Fünfjährige Garantie. Allen voran! I 245L* % Kein Zwang zur Abnahme! Diese Zusicherung möge eine Garantie bieten für tadellosen Sitz der bei mir auf Grund eingehendster Beobachtungen des individuellen Körperbaues sowie vieljährigcr Erfahrungen in England und Amerika aus l! am Donnerstag unser treues Mitglied, der Maurer Antos* üöEte im 19. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags ll Uhr, vom Kirchhofe in den Kisseln aus statt. 143/20 Um zahlreiche Beteiligung er- sucht Vvr Voristm,«!. 1 Todes- Anzeige. Hiermit zur Nachricht, daß der Kollege Karl Nerrlich plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- > balle des MarkuStirchhoseS in | WilhelmSberg aus. statt. K06b Der Borstand >dtr Freien Vereinignng der Möbelpolierer. Am 10. Oltober entschlief nach schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Restauratenr lMumull Baldin im 60. Lebensjahre. Im Namen der Hinter- bliebenen Frau Witwe Ottilie Baldin Karl Baldin und Frau. Die Beerdigung sindet am Montag, den 14. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des St. Georgen-Ktrchhojcs, Landsberger Allee, aus statt. j607b der freien Gast- und SeMwirte Oeiitsclilands. Ortsverwaltung Rixdorf, Nach langem schwerem Leiden verstarb am Freitag, den 11. d. M., srüh unser Kollege Ulbert Kutsehera im 40. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. d. MtS., nachmittags 21/» Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Rixdorser Kirch- boseS am Mariendorjer Weg aus statt. 70,'19 Um rege Beteiligung ersucht Hei' Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Partim Eichwald sagen allen Verwandten, Freunden und Bekannten, auch den Kolleginnen der Firma Reinhold unseren lies- gcsühlten Dank. 694b Karl Gruner ,md Frau. vi». Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslp�UtiÄ 10—2, 5—7. Sonntags 10—12, 2—1. Dr. Schünemann Spezial-Arzt für 1492* Hont- und llurnleidcn, Frauenkrankheiten. Fricdrichstr. 203, Ecke Schützenstr. 10—2, 5-7, Sonnt. 10-1« Uhr. Die Harnleiden Ihre Oefohren, Verbatung und Desettigung von Dr. med. Scheper, BERLIN- Preis 1 Mark. ■ sie» tausend> BfurBaoSÄ Ich bin von Köpenickerstraße 21 nach Rdalbertstraste 1« verzogen. Sprechstunden 8— 10, 3—5. 5 30b Dr. Adolf Glaser praktisch l Mi f er Arzt und Spezialarzt für Magen- und Darmkranke. � Werkzeug- ü. Maschinenfabrik G. m. b. H. Telephon VI 7396. Bülowstr. 66. Gewindebohrer, Fg�aSOI*) Reibahlen, ab Lager lieferbar. Spezialanfertigung gegen b i ll i g st e Berechnung. Zaknräüsr Aussührung._ � MARKE SflLflMRNDER Das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Schuh■ Industrie Einbeitspreu fir 1 O CO Damen u. Herren � 1/ � Luxusamführunf Itk. 16�� SflLflMflNDER Centrale W. Filcdrlch-Str. 182 C. Konig-Str. 47 SW. Fricdrich-Str. 221 Fordern Sie Musterbuchs Am I.Oktober verlege ich meine liomöop. Poliklinik nach Elsasserstr.l9.5tB.7-8U5t Dr. med. Sehaper, �7' Spezialarzt für Haut-, Harnleiden, Frauenkrankheiten. 'teppdecken Sj billigst direkt in der Fabrik> 72. W uliNtr. 72. Ivo nitch alte Steppdecken ansgcarbcitct iverden. Bernhard Ttroftmuudel« Lerti» 8 I«. Jllustr. Katalog gratis. beiMhurc H. Graft Uerlin SW., Bcnthstr. 5. Brillanten, Uhren, öoldwaren. 1 25—60 Proz. unter Ladenpreis. Klumn- und firainblndlm von Aug. Krause Wienerstraße 7. VcreinSkränze.Palmeii-ArrnngemenIS, Gnirlandcn usw. liefere zu den billigsteu Preisen._ 3869L' Zahnärztliche Klinik KeDtoItilillttstr. M' Zahnziehen unentgeltl. Bei künstl. Zähnen, spez. Kronen-». Brücken-PIombcn?c. werden nur die ZluSlagcn berechnet. 872� Geöffnet 9—6, Sonntags 9—12 Uhr. 1?Rark. - ..Xui l'eilzsaklunx! Wöchentlich»» r 1 ÄU a rk. Uhren jeder Art so wie Goldwar., Zilhern,! Phonograph..Platten- iprechmaschine», Har- mouilaS, Mandoliucn, Geige» usw. Graste Auswahl in Platten, echte Edison-'Apparate und Salzen zu Original-Preise». Juhre& König, Warschanerstr. 78, 1. Etage. Reinickcndorfcrstr. 101, 1. Etage. bei der Deutschen Bank deponiert, verpflichten wir uns an die Annen Berlins zu zahlen, wenn dieses Angebot nicht strenjj reell ist und anf Wahrheit beruht. Wer sich hlNlx- und gnt kleiden will, der kaufe nur die von unserer Kundschaft nicht abgeholten, eleganten MaB-Anziige nud Paletots, welche wir 33% d» SO% unter Preis abgeben, damit unsere guten Sachen nicht den Rarasohorn zum Opfer fallen. Infolge unseres ausgedehnten Versandgeschäftes hat sich wieder ein großer Posten angesammelt, so daß jeder etwas nach seinem Goschmacko findet. Andere Waren kommen mit znm Verkauf. Kein Kanfsnang:, unbehelligtes Aussuchen. 269L* Qebr. Keinemattn, Mittelstr. 46, 1 Tr., kein Laden. Geschäftszeit: 8— 12, 2—7 Uhr. An Sonn- u. Feiertagen während der Verkaufszeit geöffnet. Kunst- Stoöfsr eil anzöge, ssüsää ... I nur b. Handwerker, Schneide, instr. L°>ser!pvt«rs..»r77t--.V7.> Holzmarktstr. 18. iUormkrts Neftanrant. Sgaavau, Schömvolderst. 80 I Einzigstes Parteilokal u. Bundeseinkcbr-» stelle aus dem Wege zum Sportpark. I leoen 8onataig ge. Kall. Paul Klunke.I gr. 1894 � Selm Vorzeigen äieses�nserats�h�llaba�� Mm zpsreiiGell!! ISSTEEzivHEr" 1 Posten S Paletots§,19.12, 18, 2ßM- 1 Post.fiiehpaletßtskmnt!ol!!i,d,ml8-§Ö» IFost.Bi�)w.BölEröS'\,;uLi1thojfs9-l8M- S" Seltener Gelegenheitskauf; j j I Posten hocheleg. Modelle 1 1 jetzt zu jedem mmcljm boren Preise. I 1 Posten Backfisch-Paletots Sfiio 10M. j 1 Post, hocheleg. Kindern-äntol 0 Qß u in allen Farben u. Gröben v. i'Lv 1 Posten Kostüme, Wert l>islö0M.,jedt1 5,2V, 25, 3V.40tz Spezialität;..... 1— Braune Samt• Liftboys 12-24 M. Extrawsiten f. starke Damen! Paletots, Jacketts und Capes. Engros-Lager Kein Laden. Max Mosozylz, Lamislierprstr.§9. Achten Sie in Ihrem eigenen Interesse auf die Hausnummer. eine Treppe, a.Alexanderpl. Staatspreise. Goldene Medaillen. Ehrenpreise. 374L* BERLIN SO. CARL ZOBEL BERLIN SO. KSpenickerstr. 121, Eckhaus. gwwBBB» eat&pwbtBa Köpenickerstr. 121, Eckhaus. Beste Herren« und Knaben«Qarderoben der Gegenwart, Alle Großen, auch für korpulente Herren, in reichster Auswahl vorrätig. Für jedes bei mir gekaufte Kleidungsstück übernohmo ich voF Ankleidezimmer in jeder Abteilung. 4» i-o U o s SfafTlago»- l'iir 21altari»oIt. Der gute Huf meuiej�Firma bürgt für gewissenhafte nml billi volle Garantie. Fostc I'reisc. Werkstätten im Hause. ge Betlipnun��Bj����j�JjjgohneKaufzwanff�ostattct Ecke Alexandriner air. Ltciercmn Hcrllu u. Vi»ri>f. 2823K� TotalaiiSverkniif meine« Engros- und FilialenIagerS: Tuch- und Plüsch- decken, Velvetinc- und Ptüschporticreu Steppdcckeu, Fabrikiniistcr, Stück 3,26, 3.?5, 4.86, 6.50. 6,60. 8.60 uslv. G. Weisteubergs Tcppichhaus, Greste Frantsurterstroße 126. 282ÖSI+ Betten, igtmtbl 1,00, zweischläfrig 16,00, Gubcncrstraste 3/4, Pfandleihe. 10,00, Deckbett. Uulcrbclt. Kissen. rolroin ilulctl. Pjmibicihe Andreas- slrai.e 38. 2641.«» Lai-dbetr. Zwei Dedbetlen. ztoel Kisien, zweischläfrig, 18.00. Aussteiicr Dauinstbeziige, graste Laie» Psandleibe tkudreasitrastc 38. 1,00. * Baueriidcckbetf, Uinerbc». zwei «isseu 27.00. Graste Frcischwiugcr, Rcgulalore 9.00. Pfandleihe Andreas- slrastr 38. Fahrgeld ivird vergütet._ Teppiche niitiiarveiifedtrinFavrit« niederiagr Gl»de ,>!«ukii»!e>li>»l>e 9, paririre kein Laden. 2>ianerhoff. 41 dSardinruha»» Grotzeütaiitiiirier- st» äste 0. parlerre. Kein Laden. MnuerHoft. lf Steppdrrke» billigst Febril Grast» Frauklurlerstrastc S. parlerre tzl Möbel sowie ganze Kohunugs- Eillnchtungen erhalten solide Leute zu Kasfapreiscu. bei geringer Au- zahliiug aus Teilzahlung Mobeljabrik A. Krause, Schntzenslraste 73/74.* Möbelkänfe sind vorteilhast im Mbbclspelcher Bninnenstraste 182 Hof. (stanze Einrichtnilgen von 2>Ä,— an. Gclegcnhcitskänfc irenig gcbranchtcr wie neuer Möbel. Plüschgarnituren, Schreibtische, PaneelsosaS, Säulen- trunicaus, NnstbaumbüsettZ, Muschel- schränke, englische Spicgci'chränke. sttlufchelvertikos 28.—, Salin- und Mahagoni- Schlafzimmer, Teppiche, Spiegel, Spiegelspuidchen, Englisch- betten, Musdiclbctlen, Taschenlosas, Marniprtojletteu, Komoben, Cosa- tische. Ausziehtische 10,—, Garderoben- spind, Flurgarderoben, moderne Küchen und viele andere spottbillige ZusallSkänse. Sonntags geöffnet.' DepPielirk(sehlerbasle) in alle» «röste» für die Hälste de» Wette« >1» Zeppichlnger Brünn, Hackeicher Mar« 4. Bahnhof Börse.__ 261/1* Fabrik 2167«* Steppdecken spottbillig Groste Fraiiksnrlerslraste Nähmaschinen. 4 Stück, 12,00 bis 20,00, Prinzcnstraste 77. 79/3* Federbetten. Stand 11,00, groste 16.00, Wäsche, Gardinen, Portieren, Steppdecken. Uhrctt, Goldsachen, Silbersachcn. Anzüge spottbillig Pfand- lelhhaus, Küstrinerplatz 7. 2648K G.ii»dratrute 20 Mark an, Zehn- Psennigtour, Linie 96 Bchrenstrnstc— Mariendors, Endstation Lichtenradcr Chaussee. Brrkäuscr daselbst, Nestau- rant Erdmmm, Mariendors, Chaussee- slraste 41a. 234/6» Schäfte und Unterleder. Spezialität Escheugerbung, Lcdcrhandlung Nübl, Schönebcrg. Bahustraste 43. ylOQ* Gassparkocher 1,00, Zwciloch 3.00. GaSpläIteijen2,2ö, Bügclapparate Hochstraste 43._ 476b* Abessinirrpumpenb.OObiSIOO.OO, Sauger 2,50, Flügelpumpen, Garten- spritze». Gartenschläuche. Pumpen. sabrik Schröder, Hochstrastc 43. 477b* Flottes Obst-, Gcnmsegeschäst, Rolle, krankbcilshalbcr sofort preis- wert verkäuflich Landsbcrgerstraste 69. Bilder, Spiegel ohne Anzahlung, Uhren, Steppdecken, Tischdecken. Por- iiercu, Gardine», Teppiche, Polster- lvarcn, Gaskronen, Herren-Kousektion, Teilzahlung von 0,60 pro Woche an. licicr! Weber. Prenzlauersiraste 49.* Bliimenftrafte•> Möbel, Spiegel, Polsterlvarcn spoltbillig. Äöbcllager Nelken.. 287/10* Biainn»(hohes, krcuzsailig), 140,— Mark. Turmstraste 8, 1. 79/0 Ncstnurativn krankheitshalber billig. Geichäflsgegend. Elbingersiraste 78.* 80 Pf.- Tour. An gep/lnstertcr Strastc Parzelle 1900 Marl. Herr- lichc Lage. Bezahlung nach Belieben in jüttf Lahre». Caternbcrg, Mark- graseiidanim 11._ 6506* Reifcnillster. Anzüge und Pa- letotS für Herren nud Lüligliuge bedeutend unter Ladenpreis. Mast- ausertigimg ohne-Ausschlag. Lc- Ileidungs-Jndustric,.'Krünerweg 8 I. Einzeluerknuj nur Soiiiiabeild und Sonntag./ 549b* Spottbilligst oersalleue Psänder, Gardiiieiiverkaus, Betleuncrkaiis, Teppichperkaus, AllSstenerwäsche, Uhrenverkaus, Garderoben. Pfand- leihhauS, Weidcnweg neunzehn.-j32* Nähmaschinen, vergüte bis 20,00 wer Teilzahlung kauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Postkarte genügt. Lieferung sofort. Brauser, Franksuricr Allee tOi, Laden._ j-39" Kanarienroller. 6,00, verlaust Sei), KopernikuSstraste 3.>39 Knnaricn, Knorrhähne billig. Wullschlüger, Rixdorf, Pannicr- straste 18. 6l3b Kanarienhähne. Sciserlftamm, Gesangspind verlaust Kowalski, Kreutzigcrstraste 20.-fi31 Kauaricuhähne. Vorschläge:, Selbstzucht. Mahnke, Görlitzerstrnste 32. Seifertvogcl, Vorschläger, billig' Krämer, Löwesirastc 20._ j 125 Kanarienvögel. Heck-, Ungbaucr Franke, Evtheninsstraste 13.-177 Damenfavrra� fuie neu, 45,00. Holz, Blumen strabe Zkb. Ntoiiatönnziigc und Winten txiletolS sowie Joppen von 5,00, Hoje» oon!,50, GeboockanzOge vo» ZO.OO, Fincks von 2,50, sowie für kor pulciiie Figuren. Nene Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Vsandleiheu vcrjallene Sachen kaust man am billigsten bei Nag, Mulalk siratze 14. 528b' PfaiidleibbauS! Heriuaunplatz sechs. Allerbilligste Eiukaussquelle l Bcitenvcrkaus.AuSsleucrwäschc, Brauk bcitcu, Bettsiüllc, VermictungSbett, Bcliinlcite, Bettwäsche, Exlrabilliger Gardiueuoerkaus, Teppichverlauf, Stcppdcckcnverkaus, Psänderverkaus, Nübniaschiucn.PIüschtischdccken.Ubren verkauf, Freischwinger, goldene Taschen- nhrcn, Kelienvcrlauf, Rmgcvcrkauf, Schmucksachen, hochmoderne Gehrock- auzügc, Jacketiauzuge, Wintcrpaletols, SominerpaleiotZ. slauneudbillig. Krantstraste 50 Möbel, Spiegel, Volsicrwaren spottbillig. Mobclspcicher Saalseld._ 512b' Ninderwagr», Kinderbeltstellen Sportwagen, gebrauch le, zurückgesetzie spolibillig. Schneider. Kurjurste»- straste 172. 2247K' Teppiche, Gardinen, Portieren TüllsiorcS, Divandecken, PIllschtisch- decken, Läuserstosse, spoitbillige Ge» Icgenhcilen. NicsenanSwahI. Pots- damerstraste 100, Konrad Fischer. Herrmmin Schlesinger, Turm- siratze 58, ist die reellste und billigste Bezugsquelle für bessere Herren- und Knabenkonscktion, sowie sür Berufs- und Arbciierkleiduug zu streng festen Preisen. Lieferant des Berliner Kon- sumvereins und der Konsumgenossen schaft Berlin und Umgegend. Fahr- geld wird vergütet! 2549K' SOlöbelfnbrif, Oranienstratze 58 direkt Woritzplatz. In meinen fünf Etagen stehen komplette Wohnungs einrichlungen in jeder Preislage vom Eiiisachsten bis zum Elegantesten Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, sast neuen Möbeln, die bedeutend herabgcsetz sind. Besichtigung erbeten, ohne Kauf- zwang. Ausfallend billig verkause ich neue Chaiselongues 20, Schlas sosa M. Satteltaschensosa 45, Paneelsosa 55, hochelegante Gar- nitur 75, Säulentrumcau 33. Bettstelle mit Matrahe Iii, AuSzieh- tisch 18. Muschelspind, Bertiko 30. Gekaufte Möbel können drei Monate kostenfrei lagern. Teilzahlung ge stattet. Kein Laden, direkt Fabrik, Auch Sonntags geöffnet. Muster- buch gratis._'201310' Teppiche, wegen Umbau spoit- billig, Gardinen, Portieren, Stepp decken, Schlafdecken ebenfalls bc deutend herabgeseht, Stochr. Münz- strahc 17, Eingang KönigSgraben,' Möbelansstattniig. 0 Zimmer, Küche, viele Plllschteppiche, Trümeau, äCelgemälde, Uhren, Bronzekronen, Salongarnitur, Gelegenheit. Auktions aimahme Nasch. Grünerweg 3.' Gaskronen, drciflammig 4.50, Bronzckronen 7.50, Gaszuglampen 8.00, Lyren 1.45, Wandarme 0.55. FabriklaaerGrotzeFranksurterslratzc 92, Filiale Naveuestratze 6. 272051* MödelfabrikOnmicnstratzc 172/173, Brautleute, die gediegene Möbel lausen ivollen, sollen nicht versäumen, meine bedeutenden Lager zu besichtigen. Billiger als Händler. Einrichtungen von 285,00 bis 438,00, clcaautc 650,00, englisches Schlafzimmer 272,00, eichenes Herrenzimmer, Speisezimmer, Salons, Nutzbaum oder Mahagoni, Taschcnsofa 60,00, Trumcau 38,00, Kleiderschrank, Vertiko 45,00, Küchen, moderner Anstrich 58,00. Verliehene und zurückgesehtc spottbillig. Auch Teilzahlung._ 268451' Vorjährige Herrenanzüge, Pale totS, Hosen, neu nach Mag bestellt, nicht abgeholt, verkaufe Hälfte Kosten- preis. Prenzlauerslratzc' 23 II, Alex- anderplatz._' Möbel, S Grau, Gneiscnau- slratzc 10, billigste und beste Bezugs- auclle. Kassa nud Teilzahlung. Herren- Garderobe nach Mag saubere Arbeit, grotzcs Stosslagcr, Paletot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand werkerverdicnen. Teilz ahlung gestattet. F. Dörge, Drcsdcnerstratze 109. Nufsbaumtrumea» 65,00, anstait 100,00. Rappold, Nitterswatze 112. Metallbetten, zwei prachtvolle, spoilbittig, Nitlerstratze 112 II. 76,3' Sprcchmaschine, wundervolle Wiedergabe, 50,00, Ritterstratze 112, II. Pianino verlaust Strclltzcrstratze72 Oucrgebäude I rechts. Sonntag vor- mittags. 283b Teppiche. Großer NäumungS- AuSverkans. Prachtstücke von 5,50 an, zurückgesehtc Gardinen, Plüsch- Portieren, Steppdecken, spottbillig. SpezialHaus Dresdenerstratze 8(Kotl- buscrtor). 2791.K' TrehroUen(Teilzahlung) Berliner Drchrollcn-Fabrik. Watzmannstratze29. -ZaloiitrPPichc, cxtragrotzc Pracht- excmplare, 26,00. wunderschöne Zimmerteppichc 8,00, hocheleganter sacetticrtcr Säulentrumcau 30,00, rcichgestickte Uebergardincn, Spachtel- ftores, Tüllgardinen, Steppdecken, Salonbilder. Salon uhren, Diwan- decken, Plüschtischdccken 5,00, gediegene Nutzbaummöbcl, Plüschgarnituren, PancelsosaS, Küchenmöbel, vollständige Einrichtungen werden nachmittags 2 bis 8 im Anhalter Bahnspeichcr Möckernstratze 25, direkt Hochbahn- station Möckcrnbrücke, spottbillig ver- tauft. 2782� LcihhanS Prtnzenstratze 28, 1, Ecke Ritterstratzc: verfallene Pfänder, Brillanten, Goldsachcn, Uhren, Ketten spottbillig zujedcrGclcgcnheit. s2805K Reichgestickte Portieren, Viktoria- tuch 4.15, Wolle 4,50, Plüsch 8,35 pro Fenster, Extraangcbot, TepPichhauS Emtl Lefövrc, Oranienstratze 158. Möbeltischlerei liefert gediegen, Wohnllngscinrichtimgen äntzerst billig Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Harnack, Tischlermeister, Dresdenerstratze 124, nahe Kottbuser Tor. Genossen erhalten 3 Prozent.* Noscnberg, Kottbuserdamm 98. Ich mache aus meine Riesenauswahl in Damenjackctts, englischen Damen- paletotS, Abcndmäntel ausmerksam i ebenso MSdchenkleidcr, Mädchcujacken, Knabenanzüge, Knabenpaletots. Ich verkaufe zu wahrhaften Spottpreisen. Enorme Auswahl Astrachan, Breit« schwänz zu Damenjacketts, Eisbär- stosse zu Kindermänteln, feinste Tuche zu Kostümen zu Spottpreisen: gerippte Samtreste zu Knaben- anzügen. 28t4K' Gnskocherhaus!!! Geschlossene Zweilochgaskocher 5.00. Gasbüge!- apparatl Gasplätteisen I Schneider- eisen!! spottbillig I Gaskronen! 6,00, Gaslyrcn! 1'/,. Wohlaner, Walliier- theatexstratze 32. 2318K' Nebrrzählige Herrenpalctots, Herrenanzüge, nur hochfeinste Aus- sührung, ausvertaust EngroSsabrtk einzeln zu Engrospreisen. Enonne Gekcrsparnis. 2—4 geschlossen. Neue Friedrich stratze 37, III_ 287/6' Fahrrad, wenig gefahren, 35,—, verknust PensionSanstalt, Kantstratze 55. TommerPaletotö.Monalsanzüge, wenig getragene, von 5 Mark an, grotze Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Gardprobe aus erster Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider. meister Paul Fürstenzeit, nur Rosen- thalerstratze 10. Fernsprecher Amt III 5117. 262/16' GaSkronen, Pelroleumkronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. LouiSBöttcher sselbst): Boxhagenerstratze 32(Bahnverbindung Warschauerstratze), Rei- nickendorserftratzc 116, Schönhauser Allee 80, Potsdalnerstratze 81, Rix- dors, Kaiser Frirdrichstratze 247. Hochvornehme Herrenanzüge, Herrenpalctots, feinsten Mabstossen herrührend, 18—38,00. Täglich, Sonn- tagsverkauj. Deutlchis Versandhaus. Jäg-rsteatze 63, I. 2778K' Halbrenner, Damenrad, 25,00, tadellos, nie wiederkehrende Gelegen heit, verlaust Koppenstratze 33, Fahrst gebäude parterre._+39 Lichtenrade» nur noch einige Parzellen, Quadratrutc 14 Mark, kleine Anzahlung. Berlhahn, Zosscner stratze 11. 552b Müggelsee, Spree- ünh Land Landparzcllen, dicht am Wasser, von 15 Mark Ouadratrute an, kulante Bedingungen. Rotzbach, Rahnsdorf Mühle, Bahnhosstratze 19_+07 Restanrations-Grundstück, Partei lokal bei Potsdam, mit Saal, am Wasser gelegen, Ausschank jährlich 200 Tonnen, bei 8000 Mark An- zahlinig zu verkaufen. Offerten Werder postlagernd 115. 5516 Rcftanratrurc erhalten Ein richtungen, 5taiishültsgclder, Ab- lösungen erslttassigc Akticirbrauerei Offerte Aktienbranerei Postamt 22. Liköressenzen zur billigen Selbst- bereitung für den Haushalt direkt aus der Fabrik von Wilhelm Stahl, Charlottenburg, Gocthestratze 60. Gebrauchsfertig iu 60 Sorten Flasche 30 lind 75 Pseimige. 544b Zigarrengeschäft, 10 Jahre bestehend, gutgehend, verkaust billig Proskaucrstratzc 31.+125 Haarfärbemittel, unübcrtrosscn, un'chädlich,Probeslasche0,50. G rietzler, Charlotlcnstratze 5. 6016 Anzüge, PaletotS, zurückgebliebene Matzbestcllungen weit unter Preis. Anzüge, PaletotS aus feinsten Matz- stoffen. Deutsche Fabrikate 20—40, englische 30— 60 Mark. Bluhm u. Co., Friedrichstratze 212 I. Kein Laden! Haarfärbemittel, unübertroffen schon. Probeslnschcn 0,40. Winterscldt, ltisasserstratze 20. 617b Gardinen, Teppich, Ucbergardin en, Steppdecken. Stores. GaSkrone, Tüll- bettdecken, Wäsche, Betten spottbillig. Hostman», Naunynstratze 52. 6i1b Bettstelle, Matrahe zu verlausen. Fischer, Mclchlorslratze 14. 79/11 Kleiberschrairk, Vertiko, Säulen trumcan, Plüschsofa, Muschelbctten, AuSziehlisch, Regulator, Küchensachen, gut erhalten, Dresdenerstratze 28, Seitciistügcl parterre. 596b Säulentrnmeaii, Plüschsofa billig Kottbuserdamm 21, WiSnieivSki. Achtung Tischler I Junger An- fänger kann Tischlerwerkstatt mit Maschinen preiswert kaufen. Näheres Göbcl, Jerusalemerslratze 65. 6046 Schauklokal, gangbar, mit Vereine». preiswert verlnujlich Chodowickistratzc 3 (Greifswalderstratzc)._ 608b Verschiedene Möbel, billig, Aenstergerling, Ersenacherstratze 17. Stuben-, Küchencinrichtung, mir Betten, sofort zu verlaufen. Görlitzer- stratze 43 II._ 5686 Gasmotor, Benzinmotor, kleiner, dillig. Golloug, Scharnweberstratze 11. Milch-, Backwaren-, Konfitüren- Geschäft verfetziingShalber billig verkäuflich. 600.00, Miete 50,00, zivcl grotze Stuben, Küche. Boxhagen, Gärtnerstratze 28.+143 Plüschsofa mö, Schlassosa, 20,00, Bettstelle. Matratze 15,00, Palisadenstratze 23, Tapezierer. 79/14 Teppiche. Grotze Panien Tcppiche mit Webcfcblcrn 200X300 11.75, 250X350 16,50, 300X400 20.00. Tcppichhaus L. Lesövrc, nur PotS- damerslratze 106B(kein Laden). 79/15 Jntelligeuter Mmm mit mindstenZ 1000 Mark kann tleincs Fabrikgeschäst ohne Branchenkennwis übernehmen. Ziesche, Wasfcrtorstratzc 40._ 5796 Lieferwagen und alleSorten Räder Palisadenstratze 101. 618b Gutgehendes Zigarrengcschäst umständehalber verkäuflich. Existenz. Stratzburger 30. 621b Seltene Gelegenheit! Neu ein- gerichtetes Obst- und Räucherwaren- Geschäft mit anschließender schöner Wohnung, wegen schwerer Krankheit billig zu verkaufen. Auskunft Müller. stratze 120 vorn I, Bartels. 625b Seifcngcschäft umständehalber zu vcrkauscn Kopenhagenerstratze 42. Nähmaschinen, mehrere gebrauchte. verkaust Kurzner, Swinemünder- stratze 105.- 620b Raunihalder Plüschsofa billig Müller, Gubcncrstratze 6, Hos III. Mahagonimöbel, Nutzbaum möbcl, Küchcnmöbcl, Schlafzimmer, Büfett, Schreibtisch, komplette Woh- nungseinrichtungen jeder Preislage, einzelne Möbel staunend billig nur Kastanicn-Allee 50. 6lZb Papierhandlnilg. Buchhandlung. Leihbibliothek, süns Jahre bestehend, gut gehend, anderer Unternehmungen wegen zu verkanten(3500).„Buch- Handlung", Hauptpost Rixdorf.+150 Herrenfahrrad 30,00, Frcilaus, Rücktrittbremse. Dahn, ZionSkirch- ftratze 16, II._ 622b Fahrrad, hochelegant, umstände halber spottbillig Schönhauser Allee 9, Oucrgebäude II. Bettstellen(zwei) mit Feder- Matratze verkaust Grotzmann, Wrangel- stratze 105, Hos IV._+17 Plüschsofa, Bettstellen, Vertiko, Muschelklciderschrank 26,00, Stühle, AuSzugtisch, großer Muschelsplegel 10,00, Antzbaumviano, Säulen« lrumeau, Uhr. Bilder, Küchenein- richtung verkaust spottbillig Schuh- mann, Waldemarstratze 27, vorn I. Land- und Waldparzclleii, nahe Bahnhos Fredersdorf, verkauft, weil aus erster Haud, QsRute noch von 7 Mark an. Otto Breseke, Peters- Hägen.___ 5036 Plüschsofa, hochmodern, Muschel. sosa billig. Sund. Waldemarltr. 63 Hängelampe, Bronze, verkaust Dietzc, Fidicinstratze 41. 591b Haldreuncr, hochmodern, vertäust wegen Arbeitslosigkeit Czaplewski, Koppenstratze 42, Ouergebäude III Versäume niemand die nicht wiederkehrende Gelegenheit, sich in herrlich gelegener Kolonie, 20 Pfg.- Tour, hoch, gesund, am Wald, eine Parzelle zu erwerben, Stcttincr Bah» bis Buch. Beste Pstanzzeit jetzt. Näheres nur Kroll, Restaurant an der Bah», oder Vertreter Krause da- selbst, oder Kolonie. 5g9b Destillation mit sieben Zahlstellen unter günstigen Bedingungen billig zu verkaufen. Näheres Admiral- ftratze 30, Wurstgeschäst. 587b Grainmopho» billig. Pauly, Alt Boxhagcn 24._+143 Restaurant umständehalber verkäuflich. Näheres Becker, Reichen- bergerfttatze 123, Automatenvcrtticb. Restaurant lvegcn Kranlkcit der Frau zu verkaufen. Erforderlich 800 Mark. Zu ertragen Waldemar- stratze 66, Schneidergcschäst.+18 Restaurant verkaust Manteustcl- stratze lll.+18 jlücheirschrank. sast neu, billig zu verkaufen. Nitz, Caprivistratze 23 I. Schueidcrplatte ist billig zu ver- kaufen Glogauerstratze 32, Wilkc.+18 Kohleugeschäst sojort billig zu verlausen. Erfragen Rcichenberger- stratze 145/46, Resiairraut._+17 Damcnhemdc», Hcrzsasfon, mit gestickterPasse 1,25, Herrenhemden 1,30, Bettbezug nebst zwei Kopfkissen 4,75. Normalwäsche, Arbciterhcmden, Io< wie einzelne Reisemuster spottbillig. Wäschesabrit SalomonSky, Dircksen- stratze 21, Alexanderplatz. 234/7 Herrenfahrrad 35,00, stratze 24 c, parterre rechts. Pank- + 101' Fahrrad vertäust dringend Schmidt, Badslratze 34.+100 Milchgeschäft mit Rolle 700,00. Rixdors, Wlldenbruchplatz 4._+104 Restaiiratiou mit Zahlstelle ver- kaust Familienzwistes halber. Näheres Rixdors, Weserstratze 167, Barbier. Grünkramgcschäft, günstig für Ausänger, 700, Grünthalerstratze 2. Ntilchgeschäft, gutgehend, preis- wert zu verlausen. Zu erfragen bei Schönseld, Swinemünderslraize 79. Menzenhaner Guitarrzither, 8,00 Skrabci, Briumenstratze 84,+I0l Gclegenhcttskänfe: PalelolS, An zügc, Hosen, Koster, Revolver, Teschings, Uhren, Goldsachen, Kefscl. spottbillig. Lücke, Oranienstratze 131. Reisegläser, Operngläser, Reitz- zenge, Regulatoren, Freischwinger, Harinonikas, Geigen, Zithern. Bilder, Teppiche, spottbillig. Lnckc.Oranieii- strage 131. 5756' Littauer- Nähmaschinen olme An- zahlung, wöchentlich 1,00, gebrauchte 12,00, Wienerstratze 1—6, Warschauer- stratze«7. Ackcrstratze III. 585b Kredit jedermann l Slähmaschinen ohne Anzahlung, Woche 1,50, ge- brauchte 12,00, vortcilhast nur Große Franksurtcrstratze 30, Köpenicker- stratze 60/61, Prcnzlauerstratze 59/60 Grniikramgeschäft, konkurrenzlos, verkäujlich. Zu erfragen im Seifen- gcfchäst Nazarcthtirchstratze 40,+84 Grünkramgcschäft zu verkaufen Malplaquctstratze 41._+84 Nähmaschinen. Zahle höchste Ver- gütung. Alle Frister u. Rotzmann- Systeme Kleinste Abzahlung. Hruda, Roienthalerstratze 19, Chormerstr. 26. Postkarte genügt._ 5626 Tischlerei, auch Existenz. Konkurs- masse, selten günstig, billig, sast mietclrei, sofort verkäuflich. Verkaufe auch die fertigen und unsertigen Möbel, Holz- Vorräte, Hobelbänke, Schraubböcke, Furniere, Handwcrkzeugc usw., im ganzen und einzeln. Kausltebhaber wollen sich morgen Montag 0— 12, 2—5 in Moabit Tischlerei, Havclbcrger- stratze 38, cinsinden." 573ß Kastenregal verlaust Stiller, Lausitzerstratze 21, Hos.+17 Kartoffeln billig, gut! 10 Pfund rote 28 Pf., Zentner 2,60. 10 Pfund weiße 27 Ps., Zentner 2,55. Frei Haus 20 Pf. mehr pro Zentner. Für Wiedcrverkäufer in größeren Posten sehr billig. Eugen Naschinski, Stein- metz stratze 113._+104 Federbetten, zwei, wirklich preis- wert und gut, a 25,00. Röhrner, Gipsstratze 3 I._ 5826 Zigarrengeschäft, gangbares, Friedenau, Rheinstratze, neben Goerz, für 1500 Mark verkäuflich. War? nach Faktura zu jeder Höhe. 287/6 Versdriedenes. Volksquartett„Gerhardh", vor- zügliche Humoristen, Wrangelstr. 22. VolkSductt Bogadowski, Gaudy stratze 16.+56' Volkssänger- Gesellschajt Hugo „Anke", Swinemündcrslratzc 17.' Abendkurse in Elektrotechnik sTbcorie, Laboratorium) und Maschinenbau. Prospekte frei. Tech- nische Akademie Berlin(vormals Technikum Elektra), Markgrasen- stratze 100. 205/12' Maurer bildet zum Polier aus ohne Vorkenntnisse. Einzelner Unter- richt abends. Zu erfragen Spedition, Lychcnerstratze 123,+56' Lernt die Mutlersprache beherrschen I Erjoigreichen, leicht satzlichen Unterricht in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewissenhafter Privatlebrer. Die Stunde kostet eine Mark. Eine Unter. richtSstunde wöchentlich genügt. Ge- fällige Angebote sind unter Cl. 4 an Expedition des„Vorwärts" zu richten. Paieiiranwal« Wessel. Giliwiiier- stratze 94a. 2555K' Kunststopferei von Frau Kokoskh. Charlottcnbnrg, Goctbeitratze 84, I.' Pfandleihe Markusstratze 27. Tanzschule Euler, Kommandanten- stratze 48. Privatunterricht. Prospekte. VcrcinSzimmcr mit Pianino, Telephon usw. zu vergeben. Dasselbe eignet sich zu Zahlstellen, Bureau usw. August Arlt, Gastwirt, Brunnen- stratze 30,____+94* Freundliches VcrcinSzimmer mit Pianino für 20—30 Personen ist noch srei Gubcncrstratze 36, dicht bei der Stadtbahnstation Warschauerbrücke.' Alte Bücher, Lexika, Platcu und andere laust Beyer, Oranien- stratze 133. 526b' Tanzinstitut Willy Portzig. Bc- ginn neuer Somitagskurse, Wochen- tagSknrse. Honorar Herren 6 Mark, Damen 3 Mark.'Anmeldung täglich vormittags 10 bis abendS 10 Uhr Skaiitzei+lratzc 130._ 281051* Feiifäle» Vereinszimmer. Sonn abende srei. Annensiratze 16. 234/1' KScr Stost hat? Fertige Herren anzrlge 15,00, Winterübcrziehcr 15,00, Wagner, Schneidermeister, Llchlen- bergerstratzc 9.__ 79/2* aiBcn Freunden und Bekannten zur Nachricht, datz ich Libaucrstr. 13 ein Lokal übernommen habe. Albert Poppe._+125 Dainenhüte werden umgeformt Palm, Hutmacher, Grünancrstratze 6. Gänseausfchicdcn jeden Montag, Ricgert, Wraugelstratze 86._______+17 Handtuch- Verleih- Geschäft, eine Tour zu kaufen gesucht. Offerten mit Preis: II. 3, Expedition dieses BlalteS. 578b Bolkshumorist stratze 106. Hol«. rschul- +84 Wäsche wird ohne Chlor sauber gewaschen, im Freien getrocknet, Laken, Leibwäsche. 4 Taschentücher 0,10. Abholung Mittwoch. Zademach, Köpcn ick. Elisäbethstratze 9._ 2829K „Schmcltzers" Volkssänger- Ge sellfchast. Vorzügliches Programm. Stcttincrstratze 67._+101 ZluStritt aus der Landeskirche. Formulare und SluSkunst gratis. Restaurant Leu, Boeckhstratze 7. Wer Stoff bringt, zahlt 20 Mark für gutsitzenden Anzug. Knschcwski. Anneilstratzc 2. 61 5b Droschkenkutscher wird gebeten, seine Adresse unter S. 3 an die Expedition abzugeben, welcher Dame in blauem Kostüm diesen Frchtagabcnd »/,12 bis Landsbergerstratzc-Ecke und Landsberger Platz gefahren hat.[597b Gesangverein nimmt noch Mit gliedcr aus. FricdrichSseldcrstratze 6 (Restaurant).+39 Wer erteilt Unterricht aus der „Concertina"? Llntworten erbittet. Hupka, Grünauerstratze 4, Seiten- stügcl parterre. S23b Vermietungen. �Vodouoxea. Gesundbrunnen, Schweden- swatze 18a, SUlbe, Küche, Zubehör, von 18'Mark an. 440b' M Prächtige B-rlkouwohnungcn so- fort, Soldinerstratze 32. 2808K' Prachtwohnungctt. Gelegenheit. Trockene, renovierte, grotze Räume, Bad, eigenes Klosett, 2 Zimmer 26,00, 3 Zimmer 44,00, sofort. Berlin Norden, Koloniesttatze 68. 237/13 Kleinwohnungen, gesunde, helle, Lichtenberg, RummelSburgerstratze 38, sofort billig vermietbar._ 287/11 Balkonwohnung, 2 Stuben 30 Mark 50, eine Stube 23 Mark sofort Seclowerstratze 8, Arnim-Platz, Stadtbahn. 234/6 Rixdorf. Saubere Wohnung, Stube, Küche, sosort, jeden Preis zu vergeben. Schellenberg, Weisest?. 62. Gartciiwohuungen, 1—2 Stuben, Balkon sowie Lagerwerkswttkellcr, GaSanlage, billig, sofort Tilsiterstratze 25.4. 234/8 Zimmer. Möbliertes Zimmer, 1-2 Herren, berrliche Aussicht, Baumschulenweg. Trojanstratze 6 II, Bahnhos. 1894b Möbliertes Zimmer für 2 Herren, Nostizstratze 52, vorn IV links. 413h Möbliertes Balkonzimmer, Flur- eingang, vermietet Witwe Schulze. Pappel-Allee 82 II.+56 Freundliches Balkonzimmer, zwei Herren, 12'Mark. Witwe Speiser, Licbigstratze 9, vorn IIb____+125 Zimmer. möbliert, stratze 59, vorn II. Waffertor- 541b Möbliertes Zimmer, 18 Marl strefcmann, Schmidstratze 10. b83b Möbliertes Zimmer sosort oder später. Stormer, Wilmersdorf,>sig- maringenstratze 30, Gartenhaus III. 'Freundlich möbliertes Ziminer, Herr, allein, 12 Marl. Glowienke. Rixdorf, Herrfurthplatz 12. 576& Sander möbliertes Zimmer, 1 oder 2 Herren, 14 Mark mit Kaffee. Göttel. Kreuzbergstratze 48, parterre. 605b Möbliertes Vorderzimmer zum November an zwei solide Herren zu vermieten, Wraugelstratze 108, II links. Möbliertes Zimmer, 15 Mari inllusivc, zum 15. Oktober. Gund- lach, Rirdors, Rcuterstratze 37, Garten. haus III._+17 Ginfach möbliertes Zimmer sofort zu vermieten. Lohse, Oranien- stratze 40/41._+17 Teilnehmer zu freundlichem einfach möbliertem Zimmer gesucht. Separater Eingang.:Fchrbelliner. stratze 42 II._+17 Sofort oder zum 15. möblierte, zweisenstrige swbe sür zwei Genoffen (am Bahnhos Wcdding) bei Durst. Dalldorscrstratze 15, vorn IV._+94 Zwei Chambregarnis, 13, separat. Elisabethuser 49, Hochparterre._+136 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle, Ballon- zimmer, Badegelegenheit, 1l,00,Urban- stratze 65, vom, rechter Ausgang II links. 47b Möblierte �chlasstclle vermietet Ante, Stargarderstratze 28 III.+56 Schlafstelle, Herren oder Damen, Schmidt, Bemauerstratze 45.+56 Möbliert« Schlafstelle, 1 Herrn, Luisenuscr 46, Hos II, Gutsch«. 572b Schlafstelle, Herren, bei Witwe Labedzki, Wrangclslratze 14, 2. Quer- gebäude IV. 569b Schlafstelle sür einen Herrn, Erdmanski, Lindenstratze 60/61, Hos rechts IV. 598b Mitbewohner findet saubere, möblierte Schlasstelle Planufer 92 c, Gartenhaus I, bei Langer(unweit Kottbuscrbrücke). 5g5b Schlafstelle sosorl, Rixdorf, Weise. stratze 21, Höhne.__+150 Möblierte Schlafstelle sür Herrn mit Badbcnutzung bei M. Günther, Cadinerstratze 5 III.+39 Möblierte Schlasstelle sür zwei Herren,'Höchstcstratze 50, Vorderhaus I, Junge.'_+140 Möblierte Schlasstelle, allein, vcnnietct sofort Kiewttt, Grcisswalder. stratze 220, Oucrgebäude III.+140 Möblierte Schlafstelle, separat, 2 Herren, Oranieiistratze 14, vorn IV links, Heinrichsplatz._ 5026 Möblierte Schlafstelle für zwei Herren. Mariann enstratzc 31 II links. Genosse findet sreundlichc Schlaf- stelle Annenstratze 36 IV rechts. K09b Gute Schlafstelle, separat, Reichen- bergerslratze 43, Hos I, Röthig. 614b Mädchen findet Schlasstelle Man, teusselstratze 60, linker Seilenflügel III. Schlafstelle sofort, Herrn. Witwe Wäscher, Rügenerstratze 3, Hos II. Freundliche Schlasstelle, 1—2 Herren. Ouitzowslratze 125, Seilen- slügcl IN, Nahe Puttlitz-Bahnhos._ Möblierte Schlafstelle. Dahlie, Briumenstratze 53, vorn III.+94 Alkeiuige Schlasstelle. Ehrisliauiastratze 10. Huschte. +101 Freundliche Schlafstelle für Herrn. Riimmelsburg, Weserstratze 47, Seiten- slügel II, Müller._+143 Freundliche Schlasstelle, einen oder zwei Herren, Pücklerstratze 11, Oucrgebäude III links.+17 Freundliche Schlasstelle, separat, Herrn, Libaucrstrahc 6, Ouergebäude III, nahe Bahnhof Warschaucrstratze. Bratzke.+17 Schlafstelle sür zwei Herren bei TropS, Pücklerstratze 39, Oucrgcb. IV, Schlafstelle für Herm vermietet sofort Lehmann, Rcichenbergcrstr. 154. Alietszesvche» Möbliertes sauberes Zimmer per 1. November gesucht. Offerten mit Preisangabe unter P. 3 Expedition des„Vorwärts". 5KKb Alleinstehender älterer Bureau« gebüise sucht kleines, ruhiges, möbliertes Zimmer. P. K., Postamt 26. 574ü Junger Mann sucht 1. November alleinige separate Schlafstelle, Räbe Gesundbrunnen. Offerten, Preisangabe„dl. Li. 2" Spedition dieses Blattes, Lychenerstratze 123.+56 Sofort möblierte Schlasstelle zu vermieten bei Jenisch, Skalitzer- stratze 29 a, vom III._+17 Stellengesuche. Junger Mann, 22, welcher seinen Berus aufgeben will, sucht dauemde Beschäftigung irgend welcher Art. Offerten unter A. T., post- lagemd O. 17._ 2828K Blinder SMdlstechier biilei um Arbeit. Stühle werden abgehull und zitrückgeliesert. A. Gläler, Mulack- ittatze 27._ 14681 Stellenangebote. Buchbinderlehrling Verlan gl Frydrychowiez, Grünstratze 4. 57t b Former und Vulkanisenr sucht Stempelfahrik F. Grohmann Nchi.. Berlin 0., Poststratze 4. 79/10 Arbeitergesangverein verlangt tüchtigen Dirigenten(Klavier) sür Mittwoch oder Donnerstag. Offerten bitte an Herm Walter Frentz, Restau- rant, Weihensee, Königchaussee, Ecke Lehderstratze._+131 Korbmacher verlangt E. Leiilofi. Teltowerstratze 46. 584> Schlofferlehrlins» der bei elek- irischem Betriebe auch Dreherei er- lemt, sosort unter günstigen Be- dingungen gesucht. Fahrgeld vergütet. Aug. Teuber, Friedrichsselde, Luise», stratze 16a._ 681 b Lehrling sür 5kunstschlosserci. Kronleuchter verlangen Hoffmann u. Co., Brandenburgstratze 6. 234/2 Schablouenschiieidcr aus Postkarten verlangt Pieper, Prwz Eugen- stratze 15._+84 Fardigmacher verlangt, Boxhagc». Gärtnerstratze 17.+143 Metallschletfer aus Schaufenster verlangt Schlosserei Blume, Chor- lottcnburg, Schtllerstratze 97._+129 Tüchtigen Rahmenmacher verlangt L. Lechner, Alexandrinenstratze Nr. 93/94, I. 589b Tüchtigen Bilderetnrahmer ver- langt L. Lechner, Mexandrinenstraße Nr. 93/94, 1.__ 6886 Nabiiipnyer werdm verlangt bei Wcrmter, Rixdorf, Hermannstratzc3>. Geübten Ausschläger aus Leder- waren(Portetrcsors) bei dauemdcr Beschäftigung. Julius Schloß, Köpc- ntckcrstratze 55. SILb Näherinnen und Lehrmädchen ans Damcnhemden oerlangt Sebekow. Prinzen-Allee 23.+101' Im Arbeitsmarkt durch besondere» Druck Hervorgehobeue Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Janger Partkigeuosst, mit der Sozialgcsetzgchnng voll- kommen veriraut, bisher im Neben- amt als Arbetirrsekreiär tätig. sticht Stellung als solcher, eventuell als Berichterstatter für kl. Partei- zeitung oder sonstigen'Vertrauens, Posten. Offerten find mit dem Per- merl„Vorwärts" an da? Arbeiter- sekretariat in Neu-Ruppin, Schulzen- stratze 4, zu richten. Arbkittchlmtlir für Kons gesucht. Durch den Eintritt des bisherigen ArbcilcrsekretärS in die Redaktion der„Reutzischcn Tribüne" macht sich die sofortige Neubesetzung dieser Stelle notwendig. Rcslcktantcn müssen mit der Sozialgesetzgebung und dem bürgerlichen Recht völlig vertrau! sein. Bewerber, die solchen Stellen schon vorgestanden haben, werden bevorzugt. agsp Offerte» erbitten unter Beifüg�ip einer gedrängten schristlichcn Arbei, über die'Ausgaben eines Arbeiter- sckrctärS, des kurz gesatzten Lebens- laufes solvie Mitteilung Über die bis- herige Tätigkeit in der Arbeiterbewegung bis zum 20. Oktober a» Hermann Fischer, Gera, Colliierstraste 16. Tllclitige Händler verdien, m. mein, eingeführt, n. überall leicht verkänfl.Spezial. ca. 10 Mark(ägiieli (Kräut.-Tces, Hienfong-Kssenz etc.) Preisl.u.Prosp. kostonlos. Jahns Teehaus, Cr.-Uchterfelde 1. Bei der unterzeichneten OrtSkrankenkaffe ist zum I. November d. I. die Stelle eines OOOb Bureaubeamten zu besetzen. Derselbe mutz flotter Schreiber und Rechner sein. Reflektanten wollen ihre Bewerbung bis 20. d. MtS. schriftlich einreichen. Mitglieder werden bevorzugt. Ortskrankenkasse der Hulmaclier etc. Hcndelssobnstr. IS. Hermann Lenk, Vorsitzender. Wir suchen zu baldigstem Eintril! tüchtige, gclcmtc Wickler, die imstande sind große Gcncralorcii für Hochspaiiniing und raschlausende Anker mit Stabwickeliiiig selbständig n• wickeln. Bildungsgang und seugnisabschristcii unter Ö. 3 an die sxpedition des„Vorwärts", 1052- Ter Gesamt-Auflage unserer hentigcu Nummer liegt ein Prospekt der Buchhandlung Hark Block, Breslau I, Bohrauerstr. 5, betr.»Plate«, Die neue Hetlmethobe' bei. Berantwortlichcr Rcdaktcur: Hans Weber, Berlin. Für den«nleratenteil verantw.: Th. Glocke» Berlin. Krück u. Verlag: Penvärt» Buchdruckeret u. Berlagsanstalr Paul Singer& Co.. Berlin SW#