Nr. 246. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. " Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 20. Oktober 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Der chriftlichnationaler Arbeiter- underſche Generalrat Jente bankend ab. Im übrigen war lischen Arbeitervereine ſtehen den chriftlichen Gewerkschaften Kongreß. " bereine, 75 000 " " " " wird. arbeitet Die christlichnationale Arbeiterschaft verlangt an erster Stelle die gesetzlichen Reformen, die durch den Frankfurter Kongreß ge= fordert worden sind. Leider ist von diesen bis heute noch keine einzige Gesetz geworden." " Organisationen in Frankfurt zu vereinigen. Aber der Hirsch beschimpfen sich im unerreichten Sauherdenton. Die evangeman nicht wählerisch. Unter den Teilnehmern des bestenfalls gleichgültig, meist aber feindlich gegenüber, ersten ,, Deutschen Arbeiterkongresses" fanden sich Vertreter von und aller christlichnationalen" Brüderlichkeit zum Trok Organisationen, über deren Zugehörigkeit zur Arbeiter- liest man im Evangelischen Arbeiterboten" die lieblichsteit bewegung man hier zum erstenmale hörte. Da war z. B. der Kulturkampfartikel im Zone des Evangelischen Bundes. Nur Vor vier Jahren, im Sommer 1903, wurde die Kunde Deutsche Gruben- und Fabrikbeamtenverein mit 13 000 Mit eines eint die christlichnationalen Organisationen: die KampfTaut von dem Stattfinden eines Deutschen Ar- gliedern; der Deutsche Kellnerbund mit 7000 Mitgliedern; bereitschaft der Sozialdemokratie gegenüber. beiterkongresses", an dem sich die gesamte nichtsozia- ein Verband der Kutscher Rheinlands und Westfalens und Wir haben mit ihnen als geschlossenem Feind zu rechnen und listische Arbeiterschaft Deutschlands beteiligen werde. Als andere Organisationen und Organisatiönchen, die sicher selber das sichert ihnen die Beachtung von unserer Seite. Wir Zweck des Kongresses wurde angegeben: erstens die auf„ christ- erstaunt waren, als sie die Einladung nach Frankfurt er- wissen, daß diese Gegnerschaft nicht ewig dauern, daß sie vor erwachenden lichem und nationalem Boden" stehenden Arbeiterorgani- hielten und zur„ christlichnationalen" Arbeiterbewegung ge- dem Klassenbewußtsein schwinden sationen einander näher zu bringen und auf diese Weise eine rechnet wurden. Und die christlichnationale" Arbeiterbewegung der sozialistischen Arbeiterbewegung an Macht und Einfluß Jedenfalls aber zählten sie mit, und so brachte man denn selber mit daran, dieses Klassenbewußtsein zu wecken und zu ebenbürtige Gegenbewegung der christlichnationalen" Ar- 620 000 christlichnationale Arbeiter zusammen, die angeblich in fördern. Sie ist ja doch aufgetreten in der Einbildung, beiter zu schaffen; zweitens sozialpolitische Forderungen zu er- Frankfurt auf dem ersten Deutschen Arbeiterkongreß" ver- burch den Ausweis guter Gesinnung Regierung und Parteien heben und die Sozialreform zu fördern dadurch, daß sich der treten waren. Selbstverständlich unterließ man anzugeben, zur Fortführung der Sozialreform, zur Bewilligung der„ beRegierung und den Barteien eine zum praktischen Zusammen- daß in diefer Statistit zahlreiche Arbeiter doppelt gezählt rechtigten Forderungen" der Arbeiter zu gewinnen. Der arbeiten auf dem Boden der bestehenden Staats- und Gesell- waren, weil sie verschiedenen Organisationen zugleich an- Frankfurter Kongreß hat seine Beschlüsse( Erweiterung des schaftsordnung willige Arbeiterbewegung zur Verfügung gehörten, z. B. den konfessionellen Arbeitervereinen und den Koalitionsrechts, Errichtung von Arbeitskammern, Rechtsstellte. Der Kongreß sollte der Regierung und dem Parla- christlichen Gewerkschaften; man unterließ auch anzugeben, fähigkeit der Berufsvereine) durch eine Abordnung dem Reichsment das Mißtrauen vor der Arbeiterklasse nehmen; er sollte daß zahlreiche Mitglieder der konfessionellen Arbeiter- fanzler übermittelt und Bülow, in seinem nie versagenden beweisen, daß es außer der Sozialdemokratie noch breite bereine, der evangelischen noch mehr als der katholischen, Wohlwollen, hat den christlichnationalen Arbeitern die ErArbeiterschichten gebe mit guter, staatserhaltender Gesinnung, Nichtarbeiter: Unternehmer, Handwerker, Kleine Beamte und füllung ihrer Wünsche zugesagt. In welcher Weise er sein die des Vertrauens und der Fürsorge durch Staat und Ge- Geschäftsleute sind. Jedenfalls darf man, um zu einer Wort gehalten hat, beweisen die Worte des Abgeordneten sellschaft würdig seien. richtigen Würdigung des ersten Deutschen Arbeiterkongresses" Behrens in der Reichstagssigung vom 4. März 1907: Außer diesen Gründen, die man offen bekannte, haben zu kommen, die oben genannte Zahl um ein Beträchtliches auch noch andere bei dem christlichnationalen" Unternehmen fürzen. Jetzt soll gar, wie man in ultramontanen und mitgespielt. Ueber das Stattfinden des ersten Deutschen Ar- christlichsozialen Blättern lieft, die christlichnationale Arbeiterbeiterfongresses war schon etwa ein Jahr verhandelt worden; bewegung bedeutend gewachsen sein und für den zweiten, offenbar bestand die Absicht, ihn vor den Wahlen von 1903 Deutschen Arbeiterfongreß, der heute, Sonntag, in Eine der Forderungen des Frankfurter Kongresses hat zusammen zu bringen; der Termin mußte gewisser Schwierig- Berlin zusammentritt, rechnet man mit einer Vertretung Bülow zu erfüllen unternommen: die Verleihung der Rechtsfeiten wegen mehrmals hinausgeschoben werden. Jedenfalls von über eine Million christlich nationaler" fähigkeit an Arbeiterberufsvereine. Aber diese Erfüllung gehaben die Ereignisse der Folgezeit bewiesen, daß die Macher Arbeiter. Diese setzt sich, wie Herr Behrens jüngst auf schah in einer Weise, daß selbst die christlichen Arbeiter sich Ser„ chriftlichnationalen" Bewegung stark von politischen Er- der Essener Tagung der inneren Mission vorgerechnet hat, wie vor der Regierungsvorlage befreuzten. Und zuguterletzt hat Fürst Bülow fein Wohlwollen für die gutgefinnten Arbeiter wägungen und Berechnungen getrieben worden sind. Die folgt zusammen: ultramontanen wie die christlichsozialen Arbeiterführer streben 320 248 Getvertschaftler, 103 000 deutschnationale Hand- dadurch betätigt, daß er Graf Pojadowsky, der besonders hoch nach politischer Macht, nach Mandaten in Parlamenten und lungsgehülfen, 126 000 evangelische Arbeitervereinler, 15 000 in der Gunst der christlichnationalen" Arbeiter stand, ins Stadtvertretungen. Aus freien Stücken zeigen sich die Mitglieder evangelischer Gefellenvereine, 310 000 fatholische Dunkel des Privatlebens beförderte. Solche Erfolge" der christlichnationalen Arbeiterbewegung bürgerlichen Parteier, trotz aller zur Schau getragenen Ar- Arbeitervereinler, 16 000 Mitglieder katholischer ArbeiterinnenMitglieder katholischer Gesellenvereine, heben einen guten Zeil des Schadens wieder auf, der durch beiterfreundlichkeit", nicht im mindesten geneigt, ihrem Arbeitergefolge den Zugang zu den Parlamenten zu öffnen. 15 000 Mitglieder katholischer Knappenvereine und 30 000 derartige Sonderbestrebungen der Sache des Proletariats zuWollten die christlichen Führer hier Wandel schaffen, wollten Mitglieder anderer Organisationen in Summa 1010 248 gefügt wird. Es find Lehren, die nicht ohne günstige Wirkung sie sich ihren Blaz in den bürgerlichen Parteien erobern, dann auf" chriftlichnationaler" Grundlage organisierte Arbeiter. bleiben können, indem sie zeigen, daß mit der guten Geman, nachdem die sozialdemokratische sinnung" und" christlichnationalen" Bescheidenheit nichts für ging das nur, wenn sie durch die Macht ihres Anhanges im- Diesmal ist den Christlichnationalen" die Arbeiter zu erreichen ist, daß hier nur eines hilft: Kraft ponierten, wenn sie bei Wahlen ihr Gewicht in die Wagschale Presse auf die bisher von Yegten, wenn sie den Parteien eine genügend starke Wahlhülfe, betriebene doppelte Buchführung hingewiesen hat, so vorsichtig, Entschiedenheit und Einigkeit! namentlich gegen die Sozialdemokratie, bieten fonnten, um gleich 100 000 Arbeiter, die mehrfach organisiert sind, preisdamit Arbeiterkandidaturen zu erkaufen. Und dazu war zugeben. Immerhin, so verkündet die Stöderpresse, bleibt nötig eine Annäherung der ultramontanen und evangelischen ein Heer bon 900 000 Mann, das sich zum Arbeiterorganisationen, die gegenseitige Förderung und zweiten Rongreß nach Berlin in Bewegung Unterstützung, der Zusammenschluß aller auf„, christlicher" und fett. Aber auch diese Zahl bedarf einer bedeutenden Ein- Die Angst vor der Verbreitung des Wissens scheint der Regierung " nationaler" Grundlage stehenden Arbeiter, wie er durch schränkung. Es ist oben schon gesagt worden, daß ein be- arg im Nacken zu fizen. Statt die Bestrebungen, die darauf gerichtet den„ Deutschen Arbeiterkongreß" herbeigeführt werden sollte. trächtlicher Teil der konfessionellen Arbeitervereine ebenso sind, die Verbreitung von Wissen und Bildung zu fördern, zu unterDie Umstände haben die Erfüllung dieser Pläne bei den wie der evangelischen Gesellenvereine aus Nichtarbeitern stützen, hindert sie diese. Das neueste auf diesem Gebiet ist folgendes wir glauben ihren Anteil Wahlen von 1903 verhindert, später sind sie dann um so bestehen; Gesamtreiben der Potsdamer Regierung, Abteilung eifriger betrieben worden. bestande auf ein Drittel schätzen zu dürfen, so daß für seirchen- und Schulbildung. Am Freitag abend sollte 450 000 Mitgliedern Bezeichnend ist die Tatsache, daß bei dem„ christlich von den diefen Organisationen die Arbeiterbildungsschule in Potsdam mit einem Kursus eröffnet nationalen" Unternehmen die Stöckerleute eine so bedeutende 150 000 abzurechnen wären. Der Rechentünstler Behrens gibt werden, den der Genosse Katzenstein über Deutsches Reichs- und Rolle spielen. Auf der letzten Hauptversammlung der Freien 75 000 Mitglieder des katholischen Gesellenvereins an. Diese Landesverfassungsrecht abhalten wollte. Darauf erhielt er folgende firchlich- sozialen Konferenz, die im April in Karlsruhe tagte, Bahl ist richtig, soviel Mitglieder zählt allerdings der Gesellen am 17. Oktober gezeichnete Verfügung der königlichen Regierung, führte der Vorsigende D. v. Derzen aus:„ Der beste Be- berein. Aber der Gesellenverein ist eine internationale Abteilung für Kirchen- und Schulwesen: weis, daß die kirchlich- soziale Konferenz praktisch und nüchtern Organisation, er erstreckt sich außerhalb Deutschlands, auf arbeite" und mit beiden Füßen auf dem realen Boden der. Desterreich, Ungarn, die Niederlande, der Schweiz usw. In Gegenwart stehe, sei die Entstehung und das Wachs- Deutschland zählt der Gesellenverein mur 55 000 Mitglieder, tum der großen christlich nationalen Ar- 20 000 find also dem Deutschen Arbeiterkongreß hinzugeschwindelt beiterbewegung". Diese Bewegung, die jetzt eine worden. Und wie sieht es, abgesehen von der zahlenmäßigen Stärke, Million Arbeiter umfasse, wäre nicht das, was sie sei, ohne die Kirchlich soziale Konferenz und deren mit der Brauchbarkeit mancher dieser Drganisationen für die unermüdlichen Sekretär, iz entiat Mumm." Die Kirch- Arbeiterbewegung aus? Es ist noch gar nicht so lange her, lich- soziale Konferenz ist eine Stöckersche Gründung; Lizentiat daß in christlichen Gewerkschaftsblättern die katholischen Mumm ist Stöders Vertrauensmann, für den als schlichten Arbeitervereine als ,, Kleinkinderbewahr= Mann" Herr Franz Behrens, christlichsozialer Reichs- an ft a Iten" bezeichnet wurden, und wer gar einen Blick in tagsabgeordneter, Generalsekretär des christlichen Berg- die evangelischen Arbeitervereine getan hat, der arbeiterverbandes und eifriger Agitator für die christlich weiß, daß die meisten nicht über die Stufe von Vergnügungsnationale Sache tätig ist. Die Stöckerpartei, die unter den bereinigungen, von Stat- und Kegelflubs hinauskommen. In verfassungswidrige. Sie verstößt u. a. gegen die Artikel 20 und 22 Arbeitern seit lange ausgespielt hatte, sah in der christlichen den evangelischen Arbeitervereinen gebietet der Herr Pfarrer, fowie 29 und 30 der Verfassung. Im Artikel 20 heißt es:„ Die Arbeiterbewegung eine Gelegenheit, wieder von sich reden zu und dieser wiederum richtet sich nach den potenten Wissenschaft und ihre Lehre ist frei". Artikel 22 geht dahin: machen; sie verbrüderte sich unter„ christlichnationaler" Firma Gönnern das Arbeiterelement Vereins; erteilen und Unterrichtsanstalten tommt, Unterricht zu erteilen mit den Ultramontanen und hat durch den Eifer und die nicht mal im Innern, in der Leitung und Verwaltung des zu gründen und zu leiten steht jedem frei, wenn er seine Aufdringlichkeit der Mumm, Behrens und Genossen in der Vereins, geschweige denn nach außen, als tätige und treibende sittliche, wissenschaftliche und technische Befähigung den beZat einen bedeutenden Einfluß in der christlichen Arbeiter Kraft, zur Geltung. Welche Berechtigung hat der Deutsche treffenden Staatsbehörden nachgewiesen hat." Es kann dahinbewegung erlangt, den sie nach Kräften für ihre Günstlinge Eisenbahnhandwerker- und Arbeiterverband gestellt bleiben, ob gegenüber diesem Artikel 22 die Kabinettsorder auszunuzen bestrebt ist. ( Trier), dessen höchste Leistung in einer untertänigsten Petition von 1834 und der Staatsministerialbeschluß von 1839 überkapi An dem ersten Deutschen Arbeiterkongreß", der am 25. besteht, sich als Arbeiterorganisation zu betrachten? Was noch Geltung haben. Zweifellos beziehen sich diese Vorschriften and 26. Oktober 1903 in Frankfurt a. M. stattfand, waren nützen die katholischen Arbeitervereine( Si lediglich auf den Unterricht der Jugend. Privatunterricht vor allem beteiligt die christlichen Gewerkschaften, die fa- Berlin), die den Streit grundsäglich verwerfen und diese Erwachsenen zu erteilen, steht jedem frei. Daß die tholischen und die evangelischen Arbeiterbereine, die Gesellen- Anschauung durch rührigen Streifbruch betätigen, der Arbeiter erwähnte Kabinettsorder. lediglich auf die schulpflichtige fann, ist von bereine, die Knappenvereine und die deutschnationalen Hand- bewegung, und was soll man halten von dem Evan Jugend sich beziehen fämtlichen Staatslungsgehülfen, die sich sonst mit Händen und Füßen dagegen gelischen Arbeiterbund( Bochumer Richtung), der rechtslehrern anerkannt, ja fogar auch in einem Ministeria! sträuben, zu den Proletariern gerechnet zu werden, die aber sich auf der Pfingstversammlung der Vaterländischen Arbeiter- resfript vom 27. Februar 1862. Wenn trotzdem die königliche Nediesmal im Interesse der guten Sache", we es gegen die vereine( Hamburg) durch einen Abgesandten vertreten und der gierung durch Herrn Lehmann dem Genossen Katzenstein gegenüber Sozialdemokratie ging, sich gern der chrisdichtcationalen" Ar- gelben Gesellschaft seine Sympathie ausdrücken läßt! die Verordnung von 1834 in Anwendung zu bringen suchte, so hat beiterbewegung einfügten. Auch auf die Hirsch- Dunckerschen Und um ein Drittes zu erwähnen: wie steht es mit der sie gegen die Verfassungsbestimmungen über LehrGeperfvereine war es abgesehen; man legte sogar besonderen Einigkeit im christlichnationalen" Millionenheer? Die reiheit aufs eminenteste berstoßen. Gleichzeitig Wert auf fie; erstens wegen ihrer 130 000 Mitglieder, dann christlichen Gewerkschaften liegen sich mit den Fachabteilungen hat sie das durch Artikel 29 und 30 der Verfassung ge der Vollständigkeit wegen, um möglichst alle nichtsozialistischen seit Jahren in den Haaren und die Führer bekämpfen und währleistete Versammlungs- und Vereinsrecht völlig unberechtigt " des am Umiturz der Verfaffung. Nach einer Anzeige in Nr. 240 der Brandenburger Zeitung" beabsichtigen Sie, bei W. Ladenthin hierselbst, Kaiser Wilhelmstraße 38, staatsrechtliche Unterrichtsstunden zu geben. Zu einer solchen Unterrichtserteilung bedarf es der schulaufsichtlichen Genehmigung nach der Kabinettsorder vom 10. Juni 1834 in Verbindung mit der Staatsministerialinstruktion vom 31. De zember 1839. Da Ihnen bisher eine solche Genehmigung nicht erteilt worden ist, untersagen wir Ihnen die hierselbst beabsichtigte Unterrichtserteilung bei Vermeidung einer Gretutibstrafe von 100 Matt für jede begonnene Stunde erteilten Unterrichts. gez. Lehmann. Diese Verfügung der königlichen Regierung ist eine gesetz- und und gesetzwidrig verlegt. Zu der Androhung einer Eyekutiv-| Wähler, bewahrt die Wähler vor der Gefahr, daß sie von ihren strafe für den Fall der Nichtbeachtung der Verfügung war die Re- Vertretern getäuscht werden und diese Vertreter Korrumgierung durchaus nicht berechtigt; strafrechtlich betrachtet qualifiziert pierungsversuchen von irgendwelcher Seite allzuleicht erliegen. sich das Vorgehen der Regierung als ein völlig unberechtigter Eins Unferes Erachtens und im Interesse der Sache hätte der von der Verfügung Betroffene durchaus recht gehabt, wenn er der Verfügung ungeachtet die Unterrichtsstunden aufgenommen hätte. Doppelter Wahlrechtsverrat! also bereiteln. Politische Ueberlicht. Eine demokratische Stimme. einen, und auch flügere Taktiker find, die einsehen, daß der VerEinzelne bürgerliche Politiker, die es mit der Demokratie ernst immer wieder, ob es nicht doch möglich ist, die freisinnigen Führer rat des Freisinns ihn selbst unheilbar schädigen wird, versuchen vorwärts zu treiben. Einer von ihnen, Herr Dr. Breitscheid, sprach gestern in einer Versammlung, die vom Sozialliberalen Berein für Berlin einberufen worden war, über:„ Das preußische aller Wahlsysteme und forderte die endliche Beseitigung des WahlDrciklassenunrecht und seine Beseitigung." Der Redner geißelte bortrefflich die Rüdständigkeit und Widerfinnigkeit des elendesten unrechts, auch wenn der Block darüber zugrunde Berlin, den 19. Ottober 1907. Nun ist es eine lindische Verwechselung, diese Kontrolle griff in das verfassungsmäßig gewährleistete Lehr- und Vereinsrecht der Gewählten durch ihre Wähler zu berwechseln mit der Der übereilige Oberreichsanwalt. des Bürgerlichen Gesetzbuchs! öffentlichen Stimmabgabe der Wähler selbst. Denn Wie überaus eilig der Oberreichsanwalt es mit det wenn es bei den Gewählten gerade darauf ankommt, daß sie sich Strafvollstreckung gegen den Genossen Liebknecht hat, das im großen und ganzen nach den Wünschen ihrer Wähler richten, zeigt die Tatsache, daß er ihn bereits seit mehreren Tagen die Möglichkeit der Kontrolle der Gewählten geradezu eine Grund- zum Strafantritt aufgefordert hat, während das Urteil des bedingung jeder Demokratie, jedes Repräsentationssystems ist, ist Reichsgerichts bis heute noch nicht zu Papier gebracht war! es umgekehrt ebenso eine Grundbedingung dieses Systems, daß der Wähler unbeeinflußt durch äußeren 3wang, nur Unsere Nachricht von der Komödie, die in der Frankfurter heim, seine Stimme abgibt. Es ist ja der Zwed der Wahl, die seiner Ueberzeugung folgend, un kontrolliert, also ge= Einigungsversanumlung mit verteilten Rollen gespielt werden soll, findet ihre Bestätigung in den verlegenen darf es der geheimen Abstimmung der Wähler ebenso, wie der Ueberzeugung des Wählers zum Ausdruck zu bringen. Dazu beStillschweigen der freisinnigen Presse. Dieses Stillschweigen hat drei Gründe. Erstens fann nicht bestritten öffentlichen der Gewählten, sonst fönnten ja diese immer werden, daß diese Absicht bei den freisinnigen Drahtziehern gegen die Ueberzeugung der Wähler stimmen, den Zweck der Wahl besteht. Zweitens: würden aber die freisinnigen Blätter zum Vorschlag Barths Stellung nehmen, so müßten sie damit ihren jeder Art: geheime Abstimmung der Wähler, öffentliche der VerEs ist also prinzipielle Forderung des Repräsentationssystems Lesern zugleich ihr Totschweigesystent enthüllen. Wir wollen treter. Dies ist auch überall der Fall. Wenn man von der öffentnun der freisinnigen Presse zu Hülfe kommen. Barths Vorschlag entspricht nämlich genau dem, was niemand anders lichen Abstimmung der Gewählten oft absieht, so deshalb, weil die ginge. Dieser Block sei ohnehin für jeden wirklichen Demeals der berühmte Herr Fischbed auf dem Partei- Stellungnahme der Vertreter meist ohnehin bekannt ist. Nun find frafen völlig wertlos. Es sei eine elende Ausflucht, wenn als der berühmte Herr Fischbeck auf dem Partei- die Knappschaftsältesten nichts als Vertreter der Arbeiter und gesagt werde, man müsse den Block unterstüben, um die Zentrumstage der Freisinnigen Volkspartei selbst ge die Arbeiter müssen natürlich wissen, wie ihre Vertreter stimmen. Politik mit dem Zentrum gemacht, jetzt werde dieselbe Politik herrschaft zu vermeiden. fordert hat. Diefer famose Tattifer führte damals Das ist so selbstverständlich, daß wir glaubten, uns ersparen au fortgescht ohne das Zentrum. Dafür ließe sich der Liberafolgendes aus: fönnen, daß der Freis. 3tg." erst sagen zu müssen. Diese lismus durch die Rücksicht auf den Block an der Durchsetzung seiner „ Man muß deutlich scheiden, was ist unser Programm, mußte doch das Unhaltbare der Ausführungen ihres Mitarbeiters Forderungen hindern, die nur erreicht werden könnten durch ge= und wie machen wir unsere aktif. Unser Programim fordert bei einiger Ueberlegung selbst begreifen. Daß die„ Tägl. Rund- meinsamen Kampf aller demokratischen Ele= das Reichstagswahlrecht für die Einzelstaaten, und unsere Taktik muß darauf lossteuern, dieses Wahlrecht einzuschau" auf diesen Unsinn hineingefallen ist, war natürlich in mente einschließlich der Sozialdemokratie. In führen. Ich erinnere an frühere Anträge aus der Fortschritts- Ordnung. Was soll man aber dazu sagen, daß die„ Nord d. einer einstimmig angenommenen Resolution wird von den freipartei, die Anträge Stern und Uhlendorf betreffend Sicherung der Allgem. 3tg." so unverschämt wird, uns eine Moral mit sinnigen Parteien eine lebhafte Agitation im ganzen Lande zur geheimen Wahl und an die freisinnigen Anträge betreffend Neu- doppeltem Boden vorzuwerfen, weil die Knappschaftsältesten langt. Zum mindesten müßten sie dafür sorgen, daß der komGrringung des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts vereinteilung der Wahlkreise. Sollen wir das alles jetzt für töricht namentliche Abstimmung beantragt haben! Bei diesem Blatt, das mende Landtag nicht mehr aus den die öffentliche Meinung fälhalten und, wenn etwa die Regierung sich zu solchen Reformen doch schließlich wissen muß, daß im Deutschen Reichstag auch auf schenden öffentlichen Wahlen hervorgeht. entschließen sollte, ihr sagen:„ Nein, alles oder nichts, Antrag von Sozialdemokraten unzähligemal nament- müßte nicht nur der prinzipielle Standpunkt betont werden, sonIn Frankfurt wir lehnen es ab." Das würde geradezu Unsinn sein. Wenn wir ein Stück bekommen, so ist es unsere Aufgabe, ich abgestimmt wurde, obwohl das Reichstagswahlrecht geheim ist, dern auch der Weg für Erreichung einer günstigen Zusammendahin zu arbeiten, mit Hilfe diefes Bugeständnisses mehr kann das doch kaum mehr bloße Dummheit sein. Es scheint dem fetzung des neuen Landtags bestimmt werden. hereinzubekommen um endlich das elendeste aller Wahl- Stanzlerblatt wirklich kein Mittel mehr schlecht genug zu sein, um systeme zu beseitigen. Das ist unser Standpunkt." die Konkurrenz mit dem Lügenverband halten zu können! " Die Antwort des Proletariats. Eine Legion bon Sympathiekundgebungen ist Die Parteigenossen von Potsdam geloben, daß fie trotz des lassenurteils wie immer ihre Stimme geben werden ihrem Kan didaten Dr. Karl Liebknecht. die Gozialdemokratie werde jede Bartei unterstützen, die für das In der Diskussion sprach auch Genosse Arons, der erklärte, gleiche Recht ämpfen wolle. Allerdings mußte er dem Refcrenten prophezeien, daß er zunächst wohl den schwersten Stampf gegen Leute aus seinem eigenen Lager werde führen müssen.Niederreiten in Teltow- Beeskow? Herr Werner, Amtsgerichtssekretär in Kirchhain, sendet uns auf Grund des§ 11 des Preßgefezes folgende Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß mir vom Ministerium zu einem fogen. Agitationsausbildungskursus des Neichsverbandes Urlaub bewilligt wurde. Durch einen von meiner Aufsichtsbehörde auf meinen Antrag für einige Tage erteilten Urlaub sind der Staatskasse Stellvertretungskosten nicht erwachsen. " Wir haben die Nachricht, die auch in andere Berliner Blätter übergegangen ist, der Hessischen Landeszeitung" entnommen. Die Unterstübung des Reichsverbandes durch die Regierung geht durch die Beteiligung von im aftiven Staatsdienst befindlichen Beamten als Lehrer, über die wir heute berichtet haben, genügend deutlich hervor. zur Ehre dieser Herren möchten vir nämlich annehmen, daß sic unter einem mehr oder minder sanftem Regierungsdruck sich zu Helfershelfern des sauberen Verbandes hergeben! Nun genau dasselbe hat Barth vorgeschlagen! Barth entscheidet sich nur dadurch von Fischbeck, daß er seine Forderung auch wirklich durchsetzen will. In dem Moment aber, wo Barth nun die Durchsetzung fordert, dasselbe fordert, was Herr Fischbeck als allein taktisch dem Genossen Karl Liebinecht nach seiner Berurteilung zu- Die Nationalen des Wahlkreises Teltow- Beeskow äußern die richtige Forderung aufgestellt hat, drückt sich Herr Fischbeck gegangen, Kundgebungen von Organisationen und einzelnen Ge- Hoffnung, daß die Wahl 8ubeils, die von konservativer und und drückt sich seine Partei. nossen, alle durchglüht von heller Begeisterung ob der entschiedenen werden müßte. Sie hoffen weiter, daß dann durch Aufstellung eines liberaler Seite angefochten worden ist, für ungültig erklärt Es ist aber durchaus nötig festzustellen, wie sich die frei Weise, in der Liebknecht die Sache des Proletariats verfochten hat, gemeinsamen Kandidaten der Sozialdemokratie der Wahlkreis entrissen sinnige Volkspartei in der preußischen Wahlrechtsfrage ber alle zeugend von dem festen Entschluß der deutschen Sozialdemo- werden könne. halten hat, um daran zu erkennen, wie rasch die Politik fraten, den Kampf entschoffen fortzuführen, dem Genosse Liebknecht die Führer dieser Partei böllig torrumpiert in einigen Tagen für 18 Monate entzogen wird. Abivarten! Selbst im Falle einer ungültigkeitserklärung würde die Sozialdemokratie zeigen, daß fie in Teltow- Beestow tros Block hat. Noch vor Naumann hatte die Freis. 8tg." geschrieben: Wir greifen aus der großen Zahl der Telegranime und Briefe und Reichsverband fest auf den Beinen steht! Die Regierung hat eingefehen, daß es wie bisher nicht mehr die der politischen Organisationen und Versammlungen heraus und weitergehen famn. Aber es scheint, als wollte man den Termin bedauern nur, daß uns der knappe Raum nicht erlaubt, alle in ihrem Diefer bringenden Reform möglichst weit hinausschieben. Die von prächtigem Kampffeuer durchlodertem Wortlaut zu geben. Eine Berichtigung. Freisinnige Boltspartei wird demgegenüber nicht oder lassen in ihren Bemühungen Der Kreisvorstand des Wahlkreises Potsdam- Ofthavelland zu um Einführung des Reichstagswahlrechts in Belten grüßt den Kandidaten des Wahlkreises und hofft,„ daß wir Breußen... Wir erivarten alsbald eine Aufllärung, wie noch recht lange gemeinsam mit Ihnen für die Ziele der Soziales mit den Plänen des Fürsten Bülow inbezug auf die demokratie in unserem Kreise wirken können". preußische Wahlreform steht, und zwar fönnen wir uns nicht mit einer bloßen generellen Erklärung" zufrieden geben, sondern verlangen klipp und klar Auskunft darüber, wie sich die Regierung im Zeichen des Blocks die Durchführung der preußischen Wahlreform dentt." Festlich versammelte Genossen und Genossinnen zu Hilspe Erst auf diese Auslassung hin hatte Naumann, der Zu Erst auf diese Auslassung hin hatte Naumann, der Zu-( Wahlkreis Hagen) telegraphieren:... Die Propaganda des Antistimmung der Partei gewiß, seinen bekannten Artikel im„ Berl. militarismus marschiert trotz alledem! Nieder mit dem Militarisim ,, Berl. Lagebl." geschrieben. Darauf wurde er auf dem Parteitage mus! Hoch der Sozialismus!" von den Herren Fischbeck und Konsorten angegriffen, obwohl Kämpfer herzliche Grüße. Viele Wurzener Genossen senden dem tapferen, unerschrodenen eine Anzahl Mitglieder der Partei, z. B. Herr Traeger, Herrn Naumann ihre begeisterte Zustimmung ausgedrückt Freien Jugendgruß senden die Ortsgruppen Stuttgart hatten. Damals erfand Herr Fischbeck das Wort von Alles und Degerloch der freien Jugendorganisation. oder nichts", um aus Angst um den Block und aus Angst händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend hofft am Schluffe Die Generalversammlung der Freien Vereinigung der Straßenvor der Sozialdemokratie, vor der sich Piepmeier" allerdings einer längeren Kundgebung, daß Sie nach Verbüßung noch recht händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend hofft am Schlusse zu fürchten allen Grund haben, das gleiche Wahlrecht auf zugeben. Aber er forderte noch das geheime und direkte lange zum Wohl der Partei im Sinne Ihres unvergeßlichen Waters Wahlrecht als sofortige Abschlagszahlung. Nach dieser Ver- wirken mögen". schlechterung der Aussichten der Erlangung des gleichen WahlEinen poetischen Gruß schickten die Buchdrucker und Buchbinder rechts durch die voreilige Preisgabe auf dem Parteitag, ent- der Firma C. Kühn u. Söhne, Berlin. schloß sich Herr Barth, um zu retten, was nach seiner allzu ist durch mehrere Kundgebungen vertreten. Die Juternationale pessimistischen Meinung nach zu retten war, nämlich war, nämlich das geheime Wahlrecht als sofortige Abschlagszahlung. Das Internationale Sozialistische Bureau zu Brüssel hat seine Deshalb sollte diese Forderung gleichsam Ulti Grüße gefendet. als matum aller Liberalen Der Verband der österreichischen sozialdemokratischen Abgeordneten an den Fürsten Bülow gerichtet werden. Und nun wird dieser Vorschlag, den fandte folgendes Sympathietelegramm: Herr Fisch bed selbst als Mindestforderung aufgestellt hatte, totgeschwiegen, und die liberale Einigungsversammlung soll verhindert werden, diesen Vorschlag auch nur zu diskutieren! Um den Block zu erhalten, hat so die Freifinnige Volkspartei von der wichtigsten Forderung ihres Programms nach einander verraten erst das Dem opfermütigen Kämpfer gegen den völkermordenden gleiche und dann das geheime und direkte Wahlrecht! Militarismus sendet die Kundgebung seiner Sympathie der Verband Die Herren hüllen sich in Schweigen! Desto Lauter wird ingenblicher Arbeiter Desterreichs. die Sozialdemokratie vor allen den freisinnigen Arbeitern zu erzählen haben, wie der Freifinn die Junkerherrschaft erhält! " 1 Elende Sophiitik. " 17 " Dem tapferen Vorfämpfer des deutschen Proletariats sendet anläßlich seiner Verurteilung der Sozialdemokratische Verband des österreichischen Abgeordnetenhauses in seiner ersten Sigung den Ausdruck herzlichster Sympathie und brüderliche Grüße. Pernerstorfer als Vorsitzender. Außerdem liefen Zuschriften ein von einer antimilitaristischen Organisation in England, von einer Versammlung tschechischer Genoffen in Böhmen, von der Redaktion des Prager tschechischen Parteiblattes Pravo Lidu". Zahlreich sind auch die Resolutionen von Partei- und Boltsversammlungen. Ein intereffanter Dreibund". zugleich äußerst charakteristische Szene konnte man anläßlich des Aus Breslau wird uns geschrieben: Eine niedliche und uftretens von St arl Peters beobachten. Wie der Vorwärts" bereits mitgeteilt, waren die Veranstalter der Peters- Vorstellung Juden. Ja, jogar dieselben Juden, die sonst von den Peters- Leuten öffentlich als sittlich minderwertig" beschimpft werden. Auf dem Podium aber faßen- Offiziere und Aristokraten, u. a. der befannte Freiherr Nede Vollmarstein usw. Jm Parkett wiederum zeigte sich die ganze Reihe hoher Beamten und der Damen, die Peters wegen seiner interessanten" Weiberwirtschaft vergöttern. Noch deutlicher aber seigte sich eine gewisse Konnexion zwischen dem Börsen- und dem feudalen Kapital, als Peters geendet. Da benüßte er nämlich ihm zur Rechten saß ein preußischer Offizier und die Equipage des Warenhausbesikers Barasch. Neben außerdem nahm ein hochadeliger preußischer Assessor im Wagen Plaz. Augenzeugen hatten die Empfindung, als sollte diese auffällige Plazierung eine Demonstration sein, bei der der Jude, der Aristokrat und der Offizier die Ums rahmung zu martieren hatten. Solonialpolitik ist ein Gea schäft, nichts weiter." So sagte Peters! " Anleitung zu Kasernenstilblüten. Aus Altenburg wird der„ Germania" geschrieben: .. In letzter Zeit wurde beim hiesigen Regiment das Büchlein: , Eideshart und treufe st. Ein Freund und Führer in attiver Dienstzeit wie im Beurlaubtenstande. Ein Hülfsbuch für den jungen Offizier" von Guido v. Gillhausen, Hauptmann im Kaiser Franz Garde- Grenadierregiment Nr. 2, verteilt... Im zweiten Teil: Treue heißt es auf Seite 91: " Dagegen aber hat das Zwillingspaar Zentrum und Sozial und das darf nicht verschwiegen werden zur underweltlichen Schmach und Schande seiner selbst und unseres Reichstages unseren schivarzen Feinden Schergendienſte geleistet... So erbärmlich, so undeutsch hier jene Sippe im Reichstage fich gezeigt, fo glänzend, so hehe, fo deutsch hat fich dort jeder Südwester bewiesen. Vergessen wir der Helden nie! Ein jeder draußen war ein Held! Bubörderst sei Ser vielen unserer Brüder gedacht,. die da droben über dem Sternenbild des süblichen Kreuzes wohl zu Anflägern jener Sippe mangelnden Nationalitätempfinden, mangelnden Menschlichfeitsgefühls, mangeln. der Bruderliebe geworden sind!! Dank sei ihnen auch, daß sie die schmähliche Erbärmlich feit nahezu berräterischer Schurterei, die dabeim durch 8 entris und Sozis fich breit zu machen anschickte, an die Wand drückten!!" Donnertvetter! Die reine Janitscharenmusik! Eine große überfüllte Versammlung fand am Donnerstag in Neulich fand im Allgemeinen knappschaftsverein Königsberg statt; die Genossen Rechtsanwalt Haase und Redakteur in Bochum eine Abstimmung über die durch die neue preußische Mard wald referierten. Die begeisterte Versammlung nahm die Gesetzgebung notwendig gewordene Sahungsänderung Resolution einstimmig ant. statt. Auf Antrag der Arbeitervertreter war die Abstimmung bemokratie In Dresden tagten am Freitag zwei gewaltige Versammlungen. namentlich. Der Freis. 8tg.", die darüber berichtete, Die eine, in der Genosse Gradnauer sprach, wurde polizeipassierte das Malheur, daß sie diese Forderung auf namentliche Lich aufgelöst, weil die Versammlung die Annahme der NeAbstimmung als einen Widerspruch zu unserer Forderung auf Be- solution mit donnerndem Beifall aufnahm! Auch ein seitigung der öffentlichen Stimmenabgabe bei ben Auflösungsgrund! Landtagswahlen bezeichnete. Wir sprechen von einem In Hameln protestierte eine Versammlung des sozialdemokratischen Malheur, weil wir unmöglich annehmen können, daß ein Blatt, das Vereins in einer Resolution auf das entschiedenste gegen die Aufmit den elementarften Anfangsgründen des parlamentarischen fassung des Reichsantvalts Dishausen, als habe der Genosse Lieb. Verfahrens bekannt ist, eine solche Behauptung nach einiger fnecht bei Abfassung seiner inkriminierten Schrift aus ehrloser GeUeberlegung hätte aufstellen fönnen. Die namentliche finnung gehandelt." oter öffentliche Abstimmung bei allen wichtigen Fragen ist für die Gewählten gana selbstverständlich! Es gibt fein Barlament und feine Vertretungsförper, in denen nicht auf Wunsch einer geringen Mehrheit bereits die Abstimmung öffentlich sein Auch das Ausland ist bereits mit einer Protestversammlung bermuß. Ganz selbstverständlich! Der Wähler muß doch wissen, wie treten. In Genf sprachen am Donnerstag auf einem impofanten fein Vertreter stimmt! Denn erstens hat er ihn doch gewählt, weil internationalen Protestmeeting Genosse Karl Erdmann jr. in er eine bestimmte Art der Abstimmung erwartet, zweitens Deutscher Sprache, Genosse Michailoff im Auftrage der hängt die Entscheidung bei der Wiederwahl davon ab, ob der fozialdemokratischen Partei Rußlands, Belki im Wähler findet, daß sein Vertreter nach seinen Wünschen Auftrage der russischen Sozialistenrevolutionäre, bieljährigem Bitten und Drängen gelungen, die Leitung der gestimmt hat! Und drittens ist diese öffentliche Wahl ein Genosse Nicolet in franzöfifcher, Montonari in Sentrumspartei zu bewegen, daß ihnen ein Sibfage und notwendiges Mittel der Kontrolle der Gewählten durch die litalienischer und Manoff in bulgarischer Sprache. i schreibe ein Sih im Stadtverordnetenkollegium augestanden In Mittweida( Sachsen) sprach Genoffe Reichstagsabgeordneter Stüdlen in einer startbesuchten Versammlung, die einmütig gegen das Leipziger Urteil protestierte. Zentrumsarbeiter und Zentrumsphilister. Den fatholischen Arbeitern in Aachen ist es endlich nadj wurde. Gegen diese Stonzession, die in ihrer Minzigkeit doch ihn selbst darum Bäte! Hätte sich Herr Behras biefer demütigenden| gliedern zu erheben, soweit sie hierzu imstande sind. Auch will nahezu eine Verhöhnung der zahlreichen Aachener Arbeiter- Bumutung gefügt, so wäre ihm also das peinliche Erlebnis von vor- man trachten, außergewöhnliche Mitglieder, also auch Nicht- Gebevölkerung darstellt, beginnen die besseren" Kreise des Zentrums gestern erspart geblieben. meinderatsmitglieder zu bekommen. Sturm zu laufen. Es haben bereits scharfe Zusammenstöße stattgefunden. Infolgedessen führte der Vorsitzende Vossen in der jüngsten Sibung des ultramontanen Zentralwahlfomitees unter anderem aus: Serbien. Verfassungskonflikt. crklärt habe. # Das Organ des Vereins„ De Gemeente" deckt noch nicht ganz ihre Kosten. Sein Informationsbureau für Gemeindeangelegenheiten, das die Arbeit unserer Genossen erleichtern soll, wird mit dem Sekretariate vereinigt, welche beide Genosse F. M. Wibaut, Amsterdam, zu übernehmen sich bereit erklärte. An Stelle Taks wurde Vliegen zum Vorsitzenden gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Belgrad, 19. Dftober. Die Stupfchtina ist heute bis zum Es soll von einigen Personen nicht ganz angenehm 4. Dezember vertagt worden. Bei Verlesung des Vertagungsempfunden worden sein, daß an erster Stelle beschlossen worden ufajes erhebt die Opposition stürmischen Protest. Der Ministerpräsident ist ein erledigtes Mandat mit einem Herrn aus dem Ar- Paschitsch verliest den Ukas unter I autem Lärm und verläßt dann beiterstande zu besetzen... Es soll aber schon hier und den Saal. Die Opposition bricht in den Ruf aus: Nieder 14 Tage Gefängnis wegen Beleidigung eines boykottierten da unangenehm empfunden werden, wenn ein mit Paschitsch!" Der Aufforderung des Abgeordneten Gastwirts. In Bodwik dem Mittelpunkt einer großen BraunArbeiter das Wort nimmt. Man warnt vor der Begehr- Markowitsch gegenüber, sich in den Königspalast zu begeben, da man fohlen- und der Lauchhammerschen Eisenindustrie führen unsere lichkeit" der Arbeiter und sagt, wenn man ihnen den Ukas des Königs nicht gehört habe, erklärt der Abgeordnete Genossen seit reichlich zwei Jahren einen äußerst intensiven Kampf einen Finger gebe, würden sie die ganze Hand verlangen.... Welifowitsch unter lautem. Beifall, die Opposition habe dort um Versammlungslokale. Dieser Kampf wirkt für Partei und Wenn man bedenkt, daß ein Arbeiter unter 39 Stadt- nichts mehr zu suchen, da sich die Krone mit dem neuesten Gewerkschaften und für die Verbreitung unserer Presse( Hallesches verordneten siten soll, dann ist dieses Schlagwort von vorn- Gewaltakte cinverstanden Abgeordnete Bolfsblatt") erfreulicherweise sehr fördernd, er hat aber schon große herein als gänzlich haltlos gekennzeichnet." Bojinowitsch will mit dem Sessel auf Uzonowitsch stürzen, Opfer gefoftet. Genosse Arno Reichard, der erst kürzlich zu drei Herr Vossen legte dann dar, daß die Arbeiterschaft ein Inter- der lärmende Zwischenrufe macht, wird aber von Partei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, stand am Freitag wiederum effe daran habe, fich im kommunalen Leben zu betätigen. Er ird ein Antrag angenommen, demzufolge sämtliche oppositionelle leidigung eines Gastwirts zu verantworten. Aus Anlaß des genoffen zurückgehalten. Nachdem endlich Ruhe eingetreten ist, vor dem Schöffengericht zu GI sterwerda, um sich wegen BeWenn die Arbeiter später kommen und unbilliges Parteien behufs Stellungnahme zu der Bertagung je einen Dele- Boykottpostenstehens hat er einem Grubenaufseher, der das berlangen würden, was ich nicht voraussetze, dann würde es an gierten wählen sollen. Diese Delegierten werden nachmittags im Saale boykottierte Lokal besuchen wollte, zugerufen:" Du wirst uns doch nicht in den Rüden fallen, nicht zum Judas werden." Diese Aeuße dem Wahlfomitee liegen, folche unbilligen Forderungen ab der Stupsahtina zusammentreten. rung wird von einem als Zeugen vernommenen Genossen bestätigt. zuweisen; denn die Mehrheit im Wahlkomitee haben sie nicht." Der Grubenaufseher erklärte dagegen, Reichard habe gesagt:„ Du Man merkt es dieser ganzen Rede an, wie sehr die Herren bom arbeiterfreundlichen" Bentrum die Arbeiter als ein notwirst doch nicht zu dem Judas gehen." Das nimmt trop der anderen wendiges Uebel betrachten, die gut genug als Stimmbieh sind, gegenteiligen Zeugenaussage das Gericht auch für erwiesen an und und denen man nur hier und da einen Bettelbrocken hinwirft, mit der Begründung, daß ihn als einflußreichen Führer der Bock, verurteilte den Genossen Reichard zu 14 Tagen Gefängnis um die bescheidenen Leute zufrieden zu halten. Wo das Zentrum wißer Bewegung eine besonders harte Strafe treffen müsse.-Invie in Aachen unbeschränkt herrscht, offenbart es feine wahre zwischen haben sämtliche Wirte des ganzen Bezirks beschlossen, ihre Natur und feinen Charakter als Bourgeois- und AgrarierSäle in Zukunft allen Parteien zur Verfügung zu stellen. Die partei. Opfer sind also nicht umsonst gebracht. führte aber schließlich aus: Die Haager Friedenskonferenzposse hat am Freitag im Haag ihr unrühmliches Dasein mit der Ans " ahme einer Dantdevesche an den Blutzaren würdig geendet. Der abfolute Mangel irgend eines praktischen Ergebnisses Hat die Herren Diplomaten nicht gehindert, zum Schluß in hoch trabenden Worten ihr Wert" zu feiern. n Vaterländischer Geist und die Hamburger Volksschullehrerschaft." Im August d. 3. veröffentlichte der Hamburgische VolksschulTehrer Harder als Mitglied der Friedensgesellschaft in der„ Badas gogischen Reform" einen Artikel, in dem er sehr vernünftige Gründe gegen die Sedanfeier ins Feld führte. Dieser Artikel hatte es den bekanntlich Vernunftgründen nie zugänglichen Hamburger Nachrichten angetan, die einige Tage später unter der Ueberschrift Vaterländischer Geist und die Hamburger Boltsschullehrerschaft" einen wütenden Ausfall gegen Herrn Harder unternahmen, der mit Ausdrücken wie Gefaset", Schulmeister" usw. regaliert wurde. H. zitierte den für den politischen Teil des Scharfmacherorgans verantwortlichen Redakteur Hofmann tegen Beleidigung vor Gericht, das den Verfechter des vaterländischen Geistes" zu einer Geldstrafe von 30 M. oder 6 Tagen Gefängnis verurteilte. Preußenkurs im Herzogtum Gotha. In Arisberg ist einem zum Beigeordneten gewählten Bürger immerling H vom Landrat die Bestätigung berweigert worden, weil ihm als sozialistischer Agitator die besondere Befähigung mangele. Die Eigenschaft des sozialdemofratischen Agitators wurde darin erblickt, daß Kümmerling Sassierer der Filiale des Glasarbeiterverbandes ist! Das Boltsblatt für Gotha" fündigt an, daß gegen die Beriveigerung Klage am Verwaltungsgerichtshof erheben wird, um festzustellen, ob die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft einen makelLosen Mann zum Bürger II. Klasse macht. Oesterreich. Vom Militarismus. Alien. Das neue Barlament der Philippinen ist am Mittwoch eröffnet worben. Der Kriegssekretär der Vereinigten Staaten und ehekommen, um die Eröffnung vorzunehmen. In seiner Ansprache malige Gouverneur der Philippinen, Taft, war nach Manila geerflärte er, daß er großes Bertrauen zu den Filipinos habe und glaube, daß sie die Notwendigkeit einsehen werden, die amerikanische Regierung zu unterstützen! Er bestritt entschieden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten irgendwelche Absichten habe, die Philippinen zu verkaufen. Bis die Eingeborenen zur vollen Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten„ reif" seien, darüber fönne wohl noch eine Generation hingehen, so meinte er, aber die Entscheidung darüber läge beim Kongreß in Washington. beschränktes Recht zur Mitarbeit an der Regierung erhalten. Der Durch das Parlament haben die Eingeborenen nur ein sehr Gouverneur und die Philippinen- Kommission, die von Washington Die Presse vor der Revisionsinstanz. Auf einen Straf aus eingesetzt werden, sind die maßgebenden Faktoren. Im neuen antrag des Reichskanzlers Fürst Bülow hin ist am Barlament ist die Partei der den Amerikanern feindlichen Nationa- 15. März der Genosse Ernst 3orn vom Saalfelder Boltslisten" in der Majorität; das ist der Proteft der Eingeborenen gegen blatt" zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden, bie Willkür, mit der sie vom Kongreß behandelt wurden. Sind weil ein Artikel des„ Voltsblattes" die Kolonialpolitik scharf fritisiert doch allein schon durch die amerikanische Zollpolitik die Interessen und den Kanzler dafür verantwortlich gemacht hatte. Das Reichsder Eingeborenen schwer geschädigt. gericht verwarf am Freitag die Revision Zorns. Aus der Partei. Zum Gedächtnis Karl Grillenbergers. Straffonto der Preffe. Wegen Beleidigung zwveier Fabrikanten, angeblich begangen in einem Artifel über Mißstände in dem betreffenden Betriebe, wurde Genosse Hoffmann von der Freien Presse zu Elberfeld zu dreihundert Mart Geld. strafe verurteilt. " " Ueberstanden hat Genosse Martin von der Mülhauser Volkszeitung" eine Gefängnisstrafe bon zwei Monaten. Unser Mülhauser Parteiblatt kann erfreulicherweise mitteilen, daß er die Haft verhältnismäßig gut überstanden hat. Soziales. Bevölkerung in Stadt und Land. Die städtische und ländliche Bevölkerung in Deutschland hat sich seit 1871 bis 1900 in folgender Weise gehoben: Städtische Bevölkerung Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern in Proz. der überhaupt Gef. Bevölkg. Ländliche Bevölkerung Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern in Proz. der Gef- Bevölkg. 63,9 fiberhaupt 36,1 26 219 352 41,4 26 513 531 58,6 47,0 26 185 241 53,0 54,3 25 784 103 45,7 1871: 14 790 798 1880: 18 320 530 1890. 23 243 229 1900: 30 633 075 Hieraus ergibt sich, daß der Anteil der Gemeinden mit weniger cine allerdings etwas als 2000 Einwohnern, die in der Statistik - einfach der ländlichen Bevölkerung" gleich grobe Unterscheidung gefegt find, zirka 63,9 Proz. der Gesamtbevölkerung in 1871 auf 45,7 Prog. in 1900 gesunken ist, während der der Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern dementsprechend von 36,1 auf 54,8 Proz. gestiegen ist. Trotzdem ist der absolute Bestand der ländlichen Bevölkerung fast vollkommen stabil geblieben: 26 219 352 im Jahre 1871 25 734 103 im Jahre 1900. Wenn also auch der ganze Bevölkerungszuwachs den städtischen Gemeinden" zugute gekommen ist, so kann doch von einer eigentlichen Entvölkerung" des platten Landes keine Rede sein. Umsoweniger, wenn man bedenkt, daß eine ganze Reihe von Gemeinden zwischen den beiden Zähl perioden die Einwohnerzahl von 2000 überschritten haben mögen, ivodurch sie mit einem Schlage in der Statistit aus der ländlichen Bevölkerung herausfallen und die städtische bereichern, obwohl sie doch in Wirklichkeit ihren rein ländlichen Charakter vielleicht gar nicht verändert haben. Am gestrigen 19. Oktober ist ein Jahrzehnt verfloffen seit dem Tage, da Karl Grillenberger in der Vollkraft der Jahre cines plöblichen Todes verstarb. Nicht nur die Sozialdemokratie, fendern das ganze bayerische Bolt hat Anlaß, Karl Grillenbergers 3u gedenken; der, als ein rechter Held, mitten in der Schlacht fiel, im Kampfe um eines der obersten Rechte des Voltes. Wenn heute das baherische Volk endlich das direkte Wahlrecht erlangt hat, so hat fie dics zu einem großen Teile dem unermüdlichen Wirken Start Grillenbergers mit zu verdanken, der während des Vierteljahrhunderts, das er im Dienste der Oeffentlichkeit tätig ivar, fortgesetzt dieses Recht von den Herrschenden gefordert und seine Bedeutung dem Volte angezeigt hat. Und als er dann Ende September 1893 mit vier anderen Genoffen als die erste sozialdemokratische Vertretung in die baherische Kammer einzog, da war es seine erste Tat, daß er dem Präsidium einen Antrag auf Einführung des direkten Wahlrechts übergab, den er bei den späteren Verhandlungen auch mit einer eindrucksvollen Rede begründete und verteidigte. Der Antrag erzielte zwar nur eine Minderheit bon 17 Stimmen, aber die Bahn war einmal gebrochen, und als givei Jahre später in. der nächsten Session ein neuer Antrag fam, war die Minderheit schon auf 58 Stimmen angewachsen. Bei der Wiederkehr des Antrags in der dritten Session zeigte sich, daß die Sache tüchtig in Fluß gekommen war. Das Zentrum wollte den Wien, 18. Dltober. In der weiteren Verhandlung des Ab- Antrag verschleppen und in einen Ausschuß berweisen. In der geordnetenhauses über den Dringlichkeitsantrag Debatte darüber hielt am 19. Oktober 1897 heute vor 10 Jahren Grillenberger jene wuchtige Rede, die dadurch zu noch Refel( Soz.) treten mehrere Redner für die Dringlichkeit ein: Der Abgeordnete Schuhmeier( Soz.) greift den Landes- größerer Bedeutung gelangt ist, daß sie zugleich auch seine letzte verteidigungsminister aufs schärfste an, daß er fein Wort des Be war. Schon während der Nede hatte ihn ein heftiges Unwohlsein bauerns über die Angelegenheit selbst sowie darüber gesprochen habe, ergriffen, das sich bis zum Schluß der Sigung beängstigend daß er seinerzeit selbst düpiert wurde, den Abgeordneten unrichtige steigerte. Seine Freunde wollten ihn zu einem benachbarten Arzt Angaben bei der Beantwortung der Jnterpellation gemacht und heute geleiten. Sie erreichten ihn nicht mehr, im Hausflur fant Grillenweder über die Angelegenheit Schröttner, noch über die bereits er- berger von einem Gehirnschlag getroffen zusammen. Er starb, folgte Benfionierung des Stadtkommandanten Mitteilung ge- ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu haben, noch am Abend macht habe. Schuhmeier schloß mit dem Ruf: Abzug des gleichen Tages. Dieser tragische Tod des unermüdlichen VerLandesverteidigungsminister!" in dem die Sozialdemokraten fechters der Wahlreform hat damals wohl auch Einfluß darauf gestürmisch einstimmten. Der Abgeordnete Sternberg wendete habt, daß die Kammer den Antrag, der seinen Namen trug, nicht Ueber die Ergebnisse der in diesem Jahre vorgenommenen dagegen ein, daß die Sozialdemokraten einzelne, in der Armee an den Ausschuß verties, sondern in Verbindung mit Anträgen Statistit hat bas mecklenburgische statistische Amt ein vorläufiges borgefommene Fälle generalisieren und die Armee herabsetzen. Der anderer Fraktionen schon im Plenum annahm. Zwar verweigerte Ergebnis veröffentlicht, das für Mecklenburg eine 8 unahme der Dringlichkeitsantrag wurde schließlich einstimmig angenommen.(!!) die Kammer der Reichsräte ihre Zustimmung, doch war endgültig Bevölkerung auf dem Lande ergeben würde. Indes darf man auf Das Haus lehnte nach furzer Debatte den Dringlichkeitsantrag Bresche geschlagen. Die Wahlreform war nicht mehr aufzuhalten, Teilergebnisse der Statistit und auf deren vorläufige, oft wesentSelofac ab. in dem verlangt wird, daß der Wehrausschuß mit den sie wurde auch in der nächsten Legislaturperiode durch Annahme lichen Korrekturen unterworfene Ermittelungen fein erhebliches Gemißhandelten Soldaten direkt in Brrbindung trete oder deren Vor- der bekannten Grundzüge durchgescht. In diesem Herbst, zehn wicht legen. Die Beschleunigung einer Veröffentlichung der ladung vor den Ausschuß veranlasse. Jahre nach Grillenbergers Tod, trat der erste auf Grund des gesamten Ergebnisse der letzten Berufszählung ist dringend Die nächste Sigung findet am Dienstag statt. Auf der Tages- direkten Wahlrechts gewählte Landtag zusammen ein Ziel, für wünschenswert. ordnung steht die erste Lesung des Ausgleiches mit Ungarn. Bei das er sein Leben lang gefämpft, das er aber nicht mehr erleben Schluß der Sigung interpellierte der Abgeordnete Malit wegen sollte. Im Hinblick auf seine großen Verdienste um die WahlAusgabe eines Sonderbulletins über den Zustand des Monarchen an benten. Die Nürnberger Parteigenossen haben sein Denkmal auf an- reform in Bayern ist es wohl angebracht, seiner ehrend zu geder Börse durch das Finanzministerium. dem westlichen Friedhofe, das die Urne mit seiner Asche enthält, reich geschmüdt. Die" Fränkische Tagespost" veröffentlicht Er innerungen an Grillenberger und einen Auszug aus seiner letzten Rede. frankreich. Nach preußischem Muster. Paris, 17. Oftober.( Eig. Ber.) Gemeindewahlflege. Die Nationalliberalen Die schmachvolle Behandlung eines wegen Breßbergehens verIn Kostheim bei Mainz errangen bei der Gemeinderatswahl urteilten Journalisten hat in allen Parteilagern große Entrüstung wachgerufen. Herr Beyras, der Redakteur eines nationalistischen unsere Genoffen einen glänzenden Sieg. Die fech& aufgestellten Provinzblattes, war wegen Beleidigung des regierungsparteilichen Sozialdemokraten wurden gewählt; 771 Stimmen wurden Erdeputierten Brillier au 15 tägigem Arrest verurteilt worden. abgegeben, davon fielen durchschnittlich 420 Stimmen auf die sozialBor zwei Tagen wurde er, ohne vorher eine Aufforderung zum demokratischen Kandidaten, 330 auf die des Zentrums. In Finthen bei Mainz wurden bei der Gemeinderatswahl Strafantritt erhalten zu haben, am Morgen von zwei Polizeifergeanten arretiert und in den Bolizeiarrest abgeführt. Man er drei Sozialdemokraten gewählt. Laubte ihm nicht einmal, Effelten irgend welcher Art mitzunehmen. und das Zentrum stellten eine gemeinschaftliche Liste auf. Sie beIm Arrest wurde er durchsucht und gemessen! Wan nahm haupteten drei Size. ihm sein Geld ab und sperrte ihn in eine Belle, in der er den ganzen Kongreß der sozialdemokratischen Gemeinderatsmitglieder Hollands. Tag bleiben mußte und die Kost der gemeinen Sträflinge bekam! Schreibzeug verweigerte man ihm! Im 6 Uhr abends wurde er dann trotz seiner Proteste im grünen Wagen zusammen mit Zuhältern und Dieben ins Gerichtsgefängnis abgeliefert. Erst am nächsten Morgen bekam er seine Freiheit wieder. Amsterdam, 15. Oftober. 12 Am Sonnabendabend und am Sonntag hielt der Verein sozialbemokratischer Gemeinderatsmitglieder" feine Jahresversammlung au Amsterdam ab, die von nahezu 100 Gemeinderatsmitgliedern besucht war. Die für diesen Standal verantwortlichen Gerichtsbeamten haben In seinem Jahresbericht wies der Schriftführer, Genosse teine andere Rechtfertigung, als daß fie vergaßen", die Polizei von W. S. Bliegen, auf den großen Sprung hin, den die Anzahl der der Art der Verurteilung in Kenntnis zu setzen. Aber sicher sozialdemokratischen Gemeinderatsmitglieder bei den Wahlen im hätten doch auch die amtierenden Polizeibeamten den Protesten des vergangenen Sommer gemacht hat, nämlich von bisher 43 auf über Mißhandelten Gehör schenken müssen, wenn sie nicht vom Düntel 100. Trotzdem aber ist die Partei erst in 53 Gemeinderäten ver der Routine beherrscht wären und ihr Handwert nicht mit so maschinen treten. Von großer Bedeutung fei, daß unsere Genossen dieses mäßiger Gedankenlosigkeit verrichteten. Clémenceau, bei dem Jahr zum ersten Male in einem Gemeinderate Hollands die Mehrder Berlegte sowie eine journalistische Berufsvereinigung Be- heit erzielten, nämlich zu Goor; auch zu Leeuwarderadeel sei eben schwerde erhoben haben, ist als alter Journalist über den Vor- falls in Bälde eine sozialdemokratische Mehrheit zu erwarten. fall wirklich aufgebracht, und er wird wohl auch die unmittel- Dieser Kongreß sei speziell aur Information der vielen neuen bar schuldigen Personen zur Rechenschaft ziehen. Aber darum sozialdemokratischen Gemeinderatsmitglieder veranstaltet, ein Vorwird der wahrhaft Schuldige, jener Geist der Bureaukratie, fchlag, der noch dem verstorbenen Genossen P. L. Tak zu danken allen Systemtechseln zum Troße zum Troße feit dem Skaiser- sei, dessen Vliegen noch in chrenden Worten gedachte, und dessen reiche immer derfelbe geblieben ist, weiter walten. Uebrigens Schriften über Gemeindepolitik dem speziellen Felde des Dahinspielt auch in diefer Affäre die Korruption der Bourgeois geschiedenen von dem Vereine gesammelt und herausgegeben Semokratie eine Rolle: Der beleidigte Erdeputierte hatte nämlich zu werden verdienten. dem Verurteilten angeboten, den Nachlaß der Arreststrafe beim Beschlossen wurde, zur Deckung der Vereinsunkosten 1 Gulden Justizminister zu bewirken unter der Bedingung, daß der Verurteilte Vereinsbeitrag von den sozialdemokratischen Gemeinderatsmits der Kommunalfürforge. in Düsseldorf der Oberbürgermeister Marg eine Verfügung er zur Ausführung des§ 626 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat lassen, durch die bei Strankheitsfällen eine erweiterte Fürsorge für die städtischen Angestellten eingeführt wird, welche Beamteneigen schaft nicht befizen. Es heißt in den Bestimmungen: Die im Dienste der Stadt Düsseldorf ohne Beamteneigen. schaft angestellten oder zur Arbeit angenommenen Personen, welche ihre Vergütung( Gehalt usw.) oder ihren Lohn in jähr= lichen oder monatlichen festen Säßen beziehen, ist, falls sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in ihrer Person liegenden Grund ohne ihr Verschulden an der Dienstleistung berhindert werden, die Vergütung oder der Lohn unter Anrechnung etwaiger Kranten- oder Unfallgelder nach folgenden Grundsäßen weiter zu zahlen: Bei Erkrankung Fortzahlung allgemein bis auf die Dauer bon 6 Wochen. Unter besonderen Umständen kann die Fortzahlung bis auf weitere 3 Monate verlängert werden. Angestellte, welche 10 Jahre lang ununterbrochen im Dienste der Stadt stehen oder das 35. Lebensjahr vollendet haben, erhalten diese Vergütung ohne weiteres. Im Falle sonstiger vorübergehender Verhinderung z. B. bei Zeugenbernehmung vor Gericht, bei Ausübung eines Ehrenamtes, wird die Vergütung oder der Lohn ohne Abzug gezahlt. Gehalt stehenden Angestellten der städtischen industriellen Werke Die Maßnahme betrifft in der Hauptsache die im monatlichen ( Gas-, Elektrizitäts- und Wafferwerke) Straßenbahn usw. Beharrliche Weigerung als Entlassungsgrund. Gegen den Inhaber eines naturhistorischen Instituts Dr. Müller flagte Frl. G. beim Berliner Gewerbegericht auf Bahlung einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Es wird Verweigerung ber Arbeit eingewendet. Klägerin hat Spiritus nicht heraufholen wollen. Das Heraufholen hatte bisher eine andere Ars beiterin, die erkrankt war, besorgt. Die Klägerin entschuldigt Weigerung ihrem leibenden ihre Zustande. Eine Beugin des Beklagten befundet: Die Klägerin habe zuerst gesagt, sie ließe sich nicht von einer Arbeit zur anderen stoßen, nachher habe sie gefagt, fie sei frant. Die Weigerung der Klägerin wurde dem Beklagten mitgeteilt. Darauf entließ sie dieser. Die Arbeit der Stlägerin in dem Institut bestand im wesentlichen im Aufstellen von mit Präparaten. Durch dreijähnge Tätigkeit in einem ähnlichen Institut ist sie hierzu vorgebildet. Die Kammer 8 verurteilte den Beklagten, die geforderte Entschädigung der Klägerin zu zahlen. Die Be- gri'nidung ging dahin: Die Klägerin ist keine gewöhnliche Hand- arbeitertn. sondern für das Präparieren vorgebildet und auch wesent- lich damit beschäftigt worden. Demnach ist das Herauftragen von Spiritus überhaupt keine Arbeit gewesen, die ihr oblag. Sie war dazu noch weniger verpflichtet, weil sie an Lungenspitzenkatarrh litt. Schon aus diesen Gründen lag eine Berechtigung zur plötzlichen Entlassung nicht vor. Aber auch wenn der Klägerin das Holen von Spiritus nach dem Arbeitsvertrag obgelegen hätte, wäre die Klage abzuweisen gewesen. Denn nach§ 122 Ziffer 3 der Gewerbe- ordnung liegt ein sofortiger Entlaffungsgrund gegen einen gewerb- lichen Arbeiter nur vor. wenn er den nach dem Arbeitsvertrag ihm obliegenden Verpflichtungen nachzukommen beharrlich sich weigert, also, was für die abgeurteilte Sache nicht zutrifft, wieder- holt, nicht nur einmal die Arbeitsleistung verweigert hat. Sewerk rchaftUchc�. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierte» Arbeiter in den wichtigsten Ländern beträgt nach den neuesten Angaben, die zu erlangen sind: Zahl der Organisierten in Prozent Zeit in absolut der Gesamt- Bevölkerung letzte vorletzte Zahlen 1900 ca. 2 800000 i. 1906 1906 1906 2215 165 3,61 8,23 1 887 823 836134 448 270 426 184 246 272 153 332 148 483 126 272 100 626 99 052 57 300 37 721 36 557 27 714 25 000 4,50 2,13 1,62 1,27 0,75 2,10 2,86 2,64 3,80 1,63 0,70 0,19 3,4 1,06 in den 4,50 2,00 1,24 0,80 0,37 1,92 1,92 2,64 3,71 1,44 0,73 0,31 3,58 0,73 Ver< Vereinigten Staaten und Kanada..... Deutschland..... Grobbritannien und Jr land...... Frankreich......1 Oesterreich..... 1. 1. 1907 Italien....... 1906/07 Rusiland.... Frühjahr 1907 Ungarn....... 1. 1. 1907 Belgien...... 1.1. 1906 Schweden...... Nov. 1906 Australien...... 1.1. 1904 Dänemark..... 1.1. 1907 Schweiz...... 1906 Niederlande..... 1004 Spanien...... März 1906 Neu Seeland.... 1904 Norwegen...... 1.1. 1907 Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften einigten Staaten können nur ungefähr angegeben werden, weil zahlreiche Organisationen keine Zahlen über ihr Ge- schäftsgebaren veröffentlichen und viele für ihre Zahlen auch keine besondere Genauigkeit beanspruchen. Sogar die „A-inerican Federation of Labor" veröffentlicht keine genauen Berichte über ihre Mitglieder. Die Gesamtzahl der ihr angeschlossenen Mitglieder belief sich Ende September 1906 auf 1444 200: dazu kommen 261500 Mitglieder der Strasienbahnerorganisationen, die der„Federation" nicht an- geschlossen sind, sowie manche anderen Organisationen. Im ganzen werden dort 1 970 700 organisierte Gewerkschafter ge- schätzt. Der absoluten Zahl der in den Gewerkschaften organi- sierten Arbeiter nach steht also das Deutsche Reich mit 2,21 Millionen an der Spitze: dann folgen die Vereinigten Staaten und England. Zum Vergleiche der einzelnen Länder unter sich sind in der letzten Spalte die Prozentsätze der Organisierten an der Gesamtbevölkerung für das vorangehende Jahr angegeben. Danach nehmen den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in Großbritannien und Irland ein mit 4.5 Proz. Unter je 22 Einwohnern ist einer gewerkschaftlich organisiert. Dann folgt Dänemark mit 3,8 Proz. Organisierten, das Deutsche Reich mit 3,61 Proz., Neu-Sceland mit 3,4 Proz. usw.— Großbritannien, das nur wenig mehr bevölkert ist als Frankreich, hat weit über doppelt so viel Gewerkschaftsmitglieder wie dieses Land. Das kleine Dänemark weist viel mehr organisierte Arbeiter auf als das große Spanien. Ersreulich sind die Fortschritte in der Bewegung, die fast überall zu verzeichnen sind. Namentlich Deutschland, Oester- reich. Ungarn, Italien und Rußland weisen große Fort- schritte auf. Das allgemeine Bild, das die Zahlen trotz ihrer Mangel- haftigkeit darbieten, ergibt den enormen Vorsprung der ger- manischen Länder vor den romanischen auf dem Gebiete des Gewcrkschaftswesens. Naturgemäß ist das zum Teil nur ein Ausdruck für die stärkere Industrialisierung der germanischen Länder. Doch werden andererseits in den romanischen Ländern teils andere Arbeitergruppen von der gewerkschaft- lichen Organisation ergriffen. Zudem ist auch in den Ländern, in denen die gewerkschaftliche Bewegung noch ver- hältnismäßig neu ist, in den letzten Jahren ein außerordent- licher Fortschritt zu beobachten. Noch im Vorjahre hatten die englisch sprechenden Länder die Führerschaft in der Gewerkschaftsbewegung. Es war aber schon zu bemerken, daß andere Länder so stark vorwärts schritten, daß sie berufen erscheinen mußten, an die Spitze zu treten. Jetzt steht Deutschland dank der eifrigen Arbeit der freien Gewerkschaften an der Spitze, aber auch dank der Haltung des Bürgertums, die die Arbeitermassen aneinander schweißen hilft. Noch vor einigen Jahren hatten die deutschen Gewerkschaften nicht eine Million Mitglieder. nun sind sie schon über die zweite Million hinaus, und hoffent- lich haben sie die freien Gewerkschaften allein auch bald er- reicht. Auch Ocsterreicht hat in wenigen Jahren die Zahl seiner gewerkschaftlich organisierten Arbeiter verdoppelt, und Ungarn und Italien haben ihre Gewerkschaften überhaupt erst in den letzten fünf Jahren geschaffen.— Die Ursache dieser Verschiedenheiten liegt ja klar zutage. In den letzt- genannten Ländern haben es die Arbeiter verstanden, sich eine unabhängige und kräftig emporstrebende politische Vertretung zu verschaffen, während die rein wirtschaftliche Arbeiter- bewegung in dem klassischen Lande des Gewerkschaftswesens. in England, sich glatt auf den Sand gesetzt sehen mußte. Erst allmählich begreisen die englischen Arbeiter ihre Lage und fangen an, sich nach politischer Macht umzusehen und sich von der Bourgeoisie loszusagen. Sei-lln und Umgegend. Achtung, Firmer und Gießereiarbeiter! Bei der Firma Aichele u. Bachmann, Berlin dl., Brunnenstr. 115, haben die Kollegen wegen Differenzen die Arbeit niederlegen müssen. Der Betrieb ist bis auf weitere? gesperrt. Da die Firma ver- sucht, Kollegen aus der Provinz, speziell von Luckenwalde und Torgelow, unter Verschwcigung des wahren Sachverhalts nach Berlin zu locken, so wird hiermit vor Zuzug ausdrücklich gewarnt. Deutscher Metallarbciterverband. OrtSvcrwaltung Berlin. Ein Terrorist der Dnukelkammer. Der Deutsche Photographcngehülfen-Verband schreibt uns: Herr Photograph Ad. H a y n n in Lichtenberg, postalisch Berlin O. 112, Frankfurter Allee 198, betreibt außerdem noch eine Filiale in RummelSburg bei Berlin, Viktorjaplatz 1. Herr Hayn n hält die Sonntagsruhe nicht ein und fordert eine Arbeitszeit bis zu 12 Stunden, während diese im Durchschnitt 9>/z Stunden beträgt. Auf unsere demgemäße Mitteilung in unseren, Verbandsorgan hat dieser Herr unsere Kolleginnen und den Kollegen bei Drohung der Entlassung zum Austritt aus unserer Organisation gezwungen. Achtung, Glasarbeiter! Die Firma F. G. Häußler(In- Haber Otto Pfütze), Dresden, kündigte aus Anlaß eines Konfliktes der Kollegen mit dem Ausschneider Max Glöckner sämtlichen Glasschleifern, Polierern, Belegern, Bclegerinnen und Hülfs- arbeitern. Die Werkstatt ist vollzählig organisiert. Wir bitten arbeiterfreundliche Blätter um Abdruck. Zentralverband der Glasarbeiter und-Arbeiterinnen. Die von den Potsdamer Schuhmachcrgehülfen vor 14 Tagen eingereichte Kündigung ist nunmehr abgelaufen und treten dieselben, da von den Meistern, mit einigen Ausnahmen, noch keine Zugeständnisse gemacht worden sind, Montag in den Ausstand. Die geforderte Lohnerhöhung beträgt 10— 15 Proz. Die Meister haben versucht, von auswärts Streikbrecher heranzuholen, und leider ist dies zum Teil von Erfolg gewesen. Doch dies wird die Schuhmachergehülfen Potsdams nicht abhalten, mit allem Nach druck für die Besserstellung ihrer Lebenslage einzutreten, um so mehr, da ja die Minderwertigkeit der Streikbrecher in technischer wie in moralischer Hinsicht bekannt ist. Die Lohnbewegung der Rahmenvergolder. Ueber die Verhandlungen, welche mit den Vertretern der Arbeitgeber geführt worden sind, erstattete der Branchenleiter S p ä t h e in der am Sonnabend abgehaltenen Versammlung der Rahmenvergolder Bericht. Die ursprünglichen Forderungen waren 10 Proz. Lhnzuschlag. Erhöhung des Mindestlohnes auf 65 Pf pro Stunde, Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 49� Stunden. Bei den Verhandlungen ist eine Vereinbarung zustande gekommen, wonach in der Hauptsache folgende Vcrbesse rungen im Lohn» und Arbeitsverhältnis eintreten sollen: Die ocstehenden Löhne werden um 7 Proz. erhöht. Der Mindestlohn beträgt pro Stunde 65 Pf., tüchtige Arbeiter erhalten einen höheren als den Mindestlohn. Bei Arbeiten nach Feierabend werden die ersten drei Stunden mit 25 Proz., die spätere Zeit mit 50 Proz. von 11 Uhr ab mit 100 Proz. Zuschlag bezahlt. Für Arbeiten außer dem Hause ist ein Zuschlag von 10 Pf. pro Stunde und Fahrgeld zu gewähren. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 51 Stunden. Wo eine kürzere Arbeitszeit besteht, bleibt sie in Gültigkeit. Diese Vereinbarungen sollen vom 19. Oktober d. I. bis zum 30. September 1909 gelten. Die Versammlung stimmte den Vereinbarungen zu unter der Voraussetzung, daß sie auch von den Arbeitgebern unverändert angenommen werden. Anderenfalls dürfte cS jedenfalls zum Streik kommen. Deutfcbcs Reich. An die Gewerkschaftskartelle. Die Aussperrung der Tabakarbeiter in Gießen ist nunmehr beendet. Die Kartelle werden ersucht, die Sammlungen sofort ein- zustellen und die Restbeträge an den Unterzeichneten einzusenden. Die Generalkommission. I. A.: Hermann Kube. Berlin 30. 16, Engelufer 15. Former, Schlosser, Dreher und Metallarbeiter aller Art, gebt auf die Anwerbungen für die Harzer Werke in Blankenburg i. Rübeland i. H., Zorge i. H. und Sangcrhausen acht. Die Direktion lehnt jede Verhandlung mit den Arbeitern ab. Sie will wider "pruchslose Annahme der reduzierten Löhne erzwingen. In den verschiedensten Orten versucht die Firma Former und andere Arbeiter anzuwerben, die als Arbeitswillige benutzt werden 'ollen. Zur Information weisen wir darauf hin, daß in den Orten sehr teuere Lebensbedingungen vorherrschen, die mit den chlechten Löhnen und Verdiensten nicht zu bestreiten sind. Außerdem ist die Wohnungsfrage an den Plätzen schwierig. LogiS gibt es nicht. Aus dem Grunde muß die Direktion die Arbeitswilligen in den Werksräumcn plazieren, wo die Leute sich als Gefangene fühlen müssen. In den abgelegenen Orten im Ge birge wird ihnen in den kommenden kurzen Wintcrtagen keine Freude blühen. Ein Tor ist der Metallarbeiter, der auf Arbeits willigenlockrufe hineinfällt. Susland. Den bestehenden Zentralverbänden in der Schweiz hat sich ein neuer angegliedert, der Verband der Handels- und Transportarbeiter, der schon zirka 1800 Mitglieder in 10 Sektionen zählt. Der Beitrag wurde auf 40 Cts. die Woche festgesetzt, davon entfallen 10 auf die Lokal-, 30 auf die Zentralkassc. ES wurde auch eine Arbeitslosenversicherung in die Statuten aufgenommen. Zu- gleich mit der Gründung des ZcntralverbandeS wurde auch die Schaffung eines Zentralorganö beschlossen, das allwöchentlich einmal unter der Redaktion von Arbeilersekretär Grimm in Basel erscheint. Als Vorort wird Basel bestimmt, lieber die Unterstützungen bei Streiks soll ein besonderes Reglement erlassen werden. Auch bei Maßregelungen und in besonderen Notfällen sollen Unterstützungen verabfolgt werden. Einen weiteren Zuwachs hat auch der Verband der Lebens- und Gemißmittelarbeiter erhalten; der Verband der schweizerischen Gcnosscnschaflsangcstellten hat in seiner am letzten Sonntag in Luzer» abgehaltenen außerordentlichen Delegiertenversammlung mit Einstimmigkeit beschlossen, dem erstgenannten Verbände beizutreten, wodurch dieser einen Mitgliederzuwachs von zirka 600 erfahren hat und dadurch in der Erzielung giinstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen leistungsfähiger wird. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Die Aussperrung in sämtlichen dänischen Zündholzfabriken, die 3 Monate gedauert hat, ist durch eine bis 1912 geltende Ueber- einkunft beendigt worden. Die Arbeit wurde sofort wieder auf- genommen._ Der Konflikt im englischen Eisenbahndienst. London. 17. Oktober. In den letzten Tagen hat der Eisenbahnkonflikt eine Verschärfung erfahren. Die Bahn- direktoren antworteten Bell, daß sie den Zweck der Ver- anstaltung einer Konferenz nicht einsehen könnten, da sie die Be- deutung der„Anerkennung der Organisation" wohl verständen. ES sei hier darauf hingewiesen, daß es sich in diesem Konflikt einzig und allein um die gewerkschaftliche Anerkennung handle. Die zu Anfang dieses JahreS von den Eisenbahnern gestellten Forderungen über Lohn und Arbeitszeit wurden vorläufig fallen gelassen, um vor allem ein einheitliches Vorgehen zu ermöglichen. Eine Voranstellung der Arbeitsbedingungen würde nur zur Zer- splittcrung des unter großen Opfern aufgebauten Verbandes ge- führt haben. Die Vorbereitungen zum Streik sind auf beiden Seiten um- fassend. Die Bahndirektoren bauen Schuppen zur Beherbergung von Streikbrechern. Die A.itwer pener Streikbrecher werden für den leichteren Bahndien st gedrillt. Unsichere Bahnangestellte, die sich dem Streik eventuell anschließen könnten, werden entlassen. Beschäftigungslose Vahnarbeitcr werden aufgesucht und in Reserve gehalten. Der Verband der Eisenbahner nimmt gegenwärtig dke ttt* abstimmung über die Erklärung oder Nichterklärung des Streiks vor. Das Resultat wird erst am 1. November bekannt sein. Bis dahin dürfte also, wenn nicht besondere Provokationen eine Be- schleunigung des Konfliktes zur Folge haben, keine Entscheidung getroffen werden. Die Lage des Verbandes der Eisenbahner ist k e i n e leichte. Man darf sich im Auslände keinem überschwänglichen Optimismus hingeben. Der Verband zählte im Mai dieses Jahres 70 000 Mit- glieder. Seit der Strcikagitation soll er um über 30 000 zu- genommen haben, so daß er nach Angabe der Führer nunmehr über 100 000 Mitglieder zählt. Im Eiscnbahndienst des Ver- einigten Königreiches sind über eine halbe Million Personen be- schäftigt. Diese Zahl schließt indes auch die in Bureaus und Werkstätten der Bahnen tätigen Personen ein. Im eigentlichen Bahndienst, das heißt in den Bahnzügen und auf den Strecken sind etwa 335 000 Personen beschäftigt, und nur diese Personen können Mitglieder des Verbandes werden. Der Verband vertritt also noch nicht ein Drittel dieser Personen. Nun kommt noch ein für den Verband ungünstiger Umstand hinzu. Es gibt eine besondere Organisation der Maschinisten und Heizcr, die etwa 20 000 Mitglieder zählt. Diese Organisation steht dem Verbände feindlich gegenüber. Man hört hier und da, daß Bell eine schlechte Taktik ver» folge, indem er die Streikagitation so lange hinausziehe und den Bahndirektoren die Gelegenheit gebe, Reversen heranzuziehen und für den Dienst zu drillen. Mein dieser Aufschub ist nur dem Umstände geschuldet, daß Bell eben die sonderbündlerische Organisation der Heizer und Maschinisten für ein Zusammengehen mit dem Verbände gewinnen möchte und mit ihr unterhandelt. Die in Gcwcrkschaftssachen geübten Leser dieser Notiz werden sich aus den hier gegebenen trockenen Tatsachen und Ziffern schon ein Bild von den Schwierigkeiten des Verbandes machen können. In Schottland beschlossen die Verbqndöbeamten. die älteren Bahnarbeiter von der Pflicht der Streikbeteiligung zu be- freien, da sie im Falle von Maßregelungen die ersten Opfer sein würden und auf eine Wiedereinstellung nicht mehr rechnen könnten. Die Mitglieder deS Parlamentarischen Komitees deS Trade- Unions-Kongresses hielten vorgestern eine Sitzung ab, in der sie eine Resolution annahmen, die ihr Bedauern über die ablehnende Antwort der Bahndirektorcn ausspricht und ihnen die Verantwort- lichkeit für die mit einem Bahnstreik verbundenen Störungen des Wirtschaftslebens zuschiebt. Am 4. und 5. November werden die Führer des Trade- Unions-Kongresses, des Allgemeinen Verbandes der Gewerkschaften und der Arbeiterpartei zu gemeinschaftlichen Sitzungen zusammen- treten, um über eine Hülfsaktion zugunsten der Eisenbahner zu beraten._ Letzte JVaebnebten m\d Depefeben, Polenprozest. Posen, 19. Oktober.(W. T. B.) Vor dem hiesigen Landgericht fand heute die Verhandlung gegen den Reichstagsabgeordneten Rechtsanwalt von Chrzanowski, Kaufmann von R z e- p e ck i und weitere zehn Angeklagte wegen der am 22. Ok- tober 1905 im Park von Miloslaw abgehaltenen Versammlung des Sokolvereins statt.(Vergehen gegen das Vcreinsgesctz.) Es wurden verurteilt von Chrzanowski und von Rzcpecki wegen Vergehens und Uebertretung zu 25 M., Josef von Koscielski (Mitglied des Herrenhauses) zu 20 M., 8 weitere zu Geldstrafen von 5 bis 20 M. Der Gastwirt Jcziolkowski und Smielccki wurden freigesprochen. Einer vom Block. Hannover, 19. Oktober.(B. H.) Die Hauptangekkagtcn im Hcldprozesse, der Redakteur L a n g w o st und Dr. jur. Krüger wurden von der Beschuldigung, dem Reichs- und Landtagsabgeordnetcn Held in beleidigender Weise den Bor- Wurf betrügerischer Manipulationen im Geschäftsverkehr mit dem berüchtigten Schwindler Terlinden gemacht zu haben, freigesprochen. Das Gericht nahm an, daß der von ihnen angebotenen Wahrheitsbeweis im wesentlichen erbracht sei Widerklagcverfahren wurde der Abgeordnete Held wegen Beleidigung der beiden Angeklagten in 5 Fälle» zu 390 M. Geldstrafe eventuell 3V Tage Haft verurteilt. Auch wurde die Publikationsbefugnis erteilt. Der in dem Prozeß so schmählich verurteilte Reichstags- abgeordnete Theodor Held vertritt seit dem Jahre 1903 den Reichstagswahlkreis Hannover 6; er ist Mitglied der nationalliberalen Partei und sitzt seit dem Jahre 1898 im Zentralvor stände dieser Partei! Begnadigt. Osnabrück» 19. Oktober.(B. H.) Der zweimal zum Tode ver- urteilte Mörder Tesnow wurde zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: TZ. Glocke, Berlin. Druck v. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanstalt Paul Singer Li Co.. Berlin SW," Die Eiscnbahnerbewegung in Italien. Rom, 19. Oktober.(W. T. 23.) In einer heute stattgehabten Versammlung des Komitees der Leitung der sozialistischen Partei und der Vertreter der allgemeinen Arbeitervereinigung wurde eine Tagesordnung angenommen, in der erklärt wird, daß ein Aug- stand der Eiscnbahnangestellten zwecklos sei, weil man ohne Zweifel auf den Widerstand der gesamten vereinigten bürgerlichen Gesell- schaft stoßen werde, die um die Macht im Staate in Händen zu halten, die Proletarierorganisation den Repressalien der Reaktion aussetzen würde. In der Tagesordnung wird ferner festgestellt, es sei Pflicht der Leiter der Prolctaricrpartcien und Proletarier- organisationen, zu verhindern, daß man sie der Reaktion ausliefere und es wird demgemäß das Proletariat aufgefordert, für die be- Iraftcn Eifenbahnangestellten einen gemeinsamen Fonds anzulegen, aber dem Eisenbahnersyndikat angeraten, im Interesse des Prole- 'tariats nicht in den Ausstand zu treten. Ueberschwemmung. Pavia, 19. Oktober. Durch außerordentliches Steigen des Tefsins ist ein Dammbruch veranlaßt und die Vorstadt über- chwemmt worden; die Behörden treffen Maßregeln zur Hülfe. Der BerfassungSkonflikt in Serbien. Belgrad, 19. Oktober.(2B. T. 23.) In der heute nachmittag abgehaltenen Sitzung der Delegierten aller Oppositionsparteien wurde beschlossen, in einer gemeinsamen Kundgebung gegen die Vertagung der Sknpschtina zu protestieren.(S. a. unter Politische tlebersicht.)_ DaS Wüten der Cholera. Petersburg, 19. Oktober.(W. T. B.) Vom 16. Juli bis zum 15. Oktober d. I, sind in den verschiedenen Orten des Reiches 8299 Cbolcrafälle festgestellt worden» von denen 3995 tödlich ver, laufen sind. Hierzu 5 Beilagen, Mr. 246. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 20. Oktober 1907. Die ruffiiche Revolution. Die Polizei bei der Arbeit. Maskau, 19. Oftober.( Privatdepesche des„ Vorwärts"). n Die Pontzei überrumpelte eine Konferenz der Gewerk- in der Nr. 285 des„ Vorwärts" steht wörtlich zu lesen, daß der fchaften und verhaftete sämtliche Teilnehmer. Die Wahlen. Petersburg, 19. Dftober.( Frantf. 8tg.") Von 257 36 Gouvernements zu wählenden Abgeordneten gelten gegen als der Oppofition gesichert. Zur Berichterstattung über den württembergischen Landesparteitag. 100 Zu dieser Angelegenheit resp. zur Haltung des Parteitages zur Etatsbewilligung der Landtagsfraktion wird uns von dem Verfasser unferes Berichts geschrieben: Hus Induftrie und Handel. Erheblich verschlechtert. Aus der Frauenbewegung. Die Schäden des Alkohols. sprechenden Leitartikel der Schwäbischen Tagwacht" zweifelhaft erscheinen. Sehr unrichtig muß uns auch des Verfassers Behauptung erscheinen, daß die Landtagsfraktion nichts unternommen habe, was als eine Beeinflussung der Landesversammlung in ihrem Sinne hätte gedeutet werden können. Im Vericht des Verfassers Auf dem Essener Parteitage hat Genosse Wurm die Ursachen und Schäden des übermäßigen Alkoholgenusses beleuchtet. Wenn Referent, Genosse Landtagsabgeordneter Lindemann, in seinem wir heute darauf zurüdfommen, so deshalb, um unsere Leserinnen Schlußwort sagte: Die Resolution Stayser sei, wie er auf Grund mit den Schäden des Alkohols, besonders für die Kinder, bekannt eines einstimmigen Beschlusses der Fraktion zu erklären habe, für zu machen. Die Fraktion beanspruche die Bein die Frattion unannehmbar. Dem übermäßigen Alfoholgenuß wird bekanntlich in jenen ist, wie uns in mehreren Buschriften aus Württemberg ausdrücklich sind, am meisten gefrönt. Dort, wo die Arbeiterschaft sich während wegungsfreiheit, die ihr die Parteitagsbeschlüsse ermöglichen." Das Gegenden, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse am schlechtesten pegungsfreiheit, die ihr die Parteitagsbeschlüsse ermöglichen." wir möchten fast sagen: zum lleberfluß- bestätigt wurde, allgemein vieler Arbeitsstunden in Staub und von Hize und Dunst ges als die Drohung aufgefaßt, im Falle der Annahme der Resolution schwängerten Räumen aufhalten und noch obendrein start anzu demissionieren. Redaktion des„ Vorwärts". strengende körperliche Arbeit verrichten muß, wird gar oft die gefüllte Fuselflasche als„ Kräftespender" betrachtet. Auch dort, in jenen Gegenden, wo die Arbeiterschaft in schlechten, modrigen und gesundheitsschädlichen Wohnräumen haust, wo kaum genügend Luft und Licht hineindringt, wo jede Spur von Behaglichkeit fehlt, weil neben dem schwer ums tägliche Brot ringenden Bater auch die In der Generalversammlung des Gußstahlwerks Witten führte Mutter von früh bis spät in der Fabrik, in der Landwirtschaft der Borsigende aus, die Geschäftslage habe sich seit Drucklegung des oder als häusliche Hülfskraft bei Fremden Verdienst suchen muß, Es trifft zu, daß ich eine nach Lage der Dinge für die Geschäftsberichtes Charakteristik der Situation auf der Landesversammlung gänzlich also in den letzten 14 Tagen- erheblich ver- dient der Alkohol nur allzu oft als„ Sorgenbrecher". Dabei wird nebensächliche Resolution in meinem Berichte nicht erwähnt schlechtert. Die Rhein.- Westfäl. 8tg." schreibt in ihrer Sonnabend- leicht der durch vieljährige Unterernährung geschwächte Körper ein habe. Aber erstens fann ein zum Zwecke prompter Bedienung des Morgenausgabe: Opfer der Alfoholvergiftung und statt Kräftigung tritt eine um " Vorwärts" im Augenblid der Erörterungen selbst abgefaßter Bericht" Bom rheinisch- westfälischen Eisenmarkt. Die Marktverhältnisse o größere Erschlaffung ein, die zum dauernden, körperlichen über eine mehrstündige in Details eingehende Verhandlung nicht zeigen in der letzten Zeit eine Entwickelung, die ernste Bedenken Siechtum führt und den Betreffenden hindert, seine geistigen Kräfte zur Entfaltung zu bringen. alle Einzelheiten berücksichtigen, sondern muß sich auf das in sich schließen und den Glauben an eine ruhige WeiterWesentliche beschränken; zweitens hat die Redaktion des Vor- entwidelung allmählich schtvinden lassen. Diesem Zustande, der vom volkswirtschaftlichen Standpunkt wärts" schon mehrfach aus Raumrüdsichten Streichungen an meinen greift auf alle Marktgebiete über und hat fich zu einer Höhe eines Volfes bringt, kann nicht durch Trunksuchtsgesetze, wie Die Zurückhaltung betrachtet, enormen Schaden für die Produktivkraft und die geistige Korrespondenzen vorgenommen und mich dadurch selbst immer greift auf wieder zu möglichster Abkürzung angespornt. Hätte ich natürHätte ich natür absoluten Geschäftslosigkeit gesteigert. Desto größer wird das sie die bürgerlichen Abstinenten anstreben, gesteuert werden. lich ahnen können, welche Schlußfolgerung daraus Arbeitsbedürfnis bei den Werken, die ihren Auftragsbestand mehr strafungen treffen zwar das Opfer, schaffen aber nicht die Ursachen werden würde, so hätte ich auch diesen Vorgang ganz und mehr zusammenschrumpfen sehen, ohne ausreichenden Erfaß für der Trunfsucht aus der Welt und müssen außerdem als Ausnahmegern geschildert, denn ich hatte nicht das geringste die Beschäftigung ihrer erweiterten Betriebe beschaffen zu können. gefeße gegen die ärmere Bevölkerung betrachtet werden, da die Interesse daran, ihn zu verschweigen. Der Stutt Der Wettbewerb um Aufträge hat Formen angenommen, wie sie Bestimmungen entziehen können. Trinker der besser situierten Klassen sich leicht solchen Gefeßen und garter Einsender und mit ihm im Verein die Redaktion des felten zu verzeichnen waren und die Werksdirektoren gehen bereits haupt nicht als Verbrecher zu bestrafen, sondern als Kranker vom Ein Trunksüchtiger ist über. " Vorwärts" machen mir nun den Vorwurf, die Leser des Vorwärts" selbst auf Reisen, um Aufrräge, wo sie sich zeigen, hereinzuholen. Arzt zu behandeln. durch meine Auslassung getäuscht" zu haben, aber es charakterisiert Sändler und Konsumenten werden daher von den Werksdie Unbefangenheit" der Seite, von welcher dieier Vorwurf ausgeht, daß sie sich im gleichen Atemzuge einer noch viel bertretern überlaufen, und sie nutzen diese Jagd nach Aufträgen schlimmeren Täuschung der Parteigenossen schuldig dann auch weidlich in den Preisen aus, die heute in den nicht macht. Dhne den Lesern den Wortlaut der Resolution und die fyndizierten Artikeln nicht mehr allmählich, sondern sprungweise nach gepflogene Debatte mitzuteilen, wird behauptet, daß es sich bei ihr unten gehen.... um ein uneingeschränttes Vertrauensvotum für die Die Abschwächung hat auf der ganzen Linie zugenommen, die Fraktion gehandelt habe, dessen Ablehnung also einer Breise gehen start nach unten, die Werke beginnen auf Lager zu Desavouierung der Frattion gleichzusegen arbeiten. Am schlimmsten ist der Markt in Stabeisen und Blechen toare. Darin aber liegt weit mehr als eine inobjettive umstritten. Wenn den Preisunterbietungen hier nicht durch irgend Darstellung", darin liegt vielmehr eine objektive unwahre heit, die gerade mit Rüdsicht auf spätere Debatten nachgewiesen ein Mittel Einhalt geboten wird, tommen in gar nicht langer Zeit werden muß. auch die Stahlwerke unter ihre Selbstkosten." gezogen Die Resolution Red Sulz, um die es sich hier handelt, hat folgenden Wortlaut: 9 Da kann der Fiskus stolz sein, er hat seine Aufträge ja zu erheblich erhöhten Preisen vergeben. Die Börse Diese Tatsache demonstriert am nachdrücklichsten die Gefähr lichkeit des Alkoholgenusses. Die alte Sitte, bei Unpäßlichkeiten, speziell bei Schwangerschaften und beim Stillen der kleinen, unt gewisse: Gerichte besser verdauen zu können, ein Schnäpschen oder einen Rognaf zu trinken, muß überwunden werden. Der Alkohol mürbendes Gift und fann bereits das werbende Leben im Mutterist kein Heilmittel, fondern wirft als Körper und Geist zerschoße verseuchen und lebensunfähig machen. verwenden, daß dem Kinde bei festlichen Gelegenheiten, bei SonnDie größte Aufmerksamkeit hat die Mutter auch darauf zu tagsausflügen usw. fein Alkohol gegeben wird. Wie oft sieht man, daß Kindern aus dem Glase der Erwachsenen Wein, Bier, ja sogar Schnaps zu trinken gegeben wird. Mütter! Solches Tun ist ein Verbrechen an euren Lieblingen! Dieselben Wirkungen, die der übermäßige Alkoholgenuß auf Erwachsene ausübt, bewirken Tropfen Alkohols bei Kindern. Gebt Genuß von Schokoladenkonfekt kann Alkoholvergiftung entstehen, auch auf die Näschereien der Kinder acht, denn selbst durch den wie folgender Fall beweist: Der Parteitag in Essen forderte zur Bekämpfung des AlkoholVerkürzung der Arbeitszeit auf mindestens 8 Stunden und ausreichende Löhne; ferner Beseitigung aller die Lebenshaltung berfeuernden indirekten Steuern, sowie Verbot des Boden- und Wohnungswuchers. Verbot der Nachtarbeit, genügende Ruhepausen während der Arbeit und durchgreifende gewerbliche Hygiene der Werkstätten und Arbeitsmethoden, Schuß für Kinder, Jugendliche und Frauen; sowie Aufklärung über die Schädlichkeit des Alkoholgenusses in der Schule. sachen des Alkoholmißbrauches, und da dies Forderungen der Vorstehende Forderungen drängen auf Beseitigung der Urpolitischen und gewerkschaftlichen Organisationen der flassen bewußten Arbeiterschaft sind, so dürfte wohl der Beweis erbracht sein, daß die moderne Arbeiterbewegung einen energischen Kampf gegen die Alkoholgefahr führen muß. alles, was die Trunksucht fördert, aus den Arbeiterheimen zu verUm diesen Kampf intensiver zu gestalten, um Not, Elend und bannen, ist die Mitarbeit der Frau zur zwingenden Notwendigkeit geworden. Die Frau und Mutter ist nicht nur berechtigt, sondern aus wirtschaftlichen Gründen und im Interesse einer gesunden Fortpflanzung der Menschheit verpflichtet, am Kampfe des Prole. tariats teilzunehmen. Die Landesversammlung spricht der Landtagsfraktion ihr volles Vertrauen aus für ihre Tätigkeit im Landtag. Die Versamm lung hätte aber gewünscht, daß die Zustimmung hat in den letzten beiden Tagen sich erfreut an der Richterhöhung zum Etat mit einer entsprechenden Begründung des Reichsbankdiskonts. Noch in seiner Freitag- Morgennummer stellte bersehen gewesen wäre." das B. T." die Erhöhung von 5% auf 6 Proz. in sichere Aussicht. Wie man sieht, handelt es sich nur um ein bedingtes Ver- In der am Nachmittag stattgefundenen Sigung des Zentral- dem Genuß von Schokoladenbohnen und Pralinees. Nach FestIn Dortmund erkrankte vor kurzem plöglich eine Dame nach trauensvotum. Und warum verschweigt der gewissenhafte Stritifer ausschusses stand die Frage der Diskonterhöhung auch zur Erörte ftellung des Arztes war dieses Naschwert mit ordinärstem Fusel meines Berichts ferner, daß der Referent, Genoffe Dr. Linderung, es wurde jedoch verneinend entschieden. Neichsbankpräsident gefüllt und hatte die Dame mit 50 Stück solcher Pralinees mehrere mann, sich gegen diesen Schlußfaz wendete und aus Dr. Koch äußerte sich dahin, daß die Ansicht, die Ansprüche der In- Schnapsgläser Fusel genossen. führte, daß nach Lage der Dinge eine solche Begründung nicht dustrie hätten nachgelassen, bestätigt werden durch die wesentliche hätte gegeben werden können, weshalb er den Antragsteller Entlastung des Wechselfontos. Der Metallbestand habe um genusses: aufforderte, den Schlußiaz feiner Resolution 37 981 000 Mart gegen 45 761 000 Mart bor einem und Weshalb verschweigt er schließlich, daß 32 182 000 Mart vor zwei Jahren zugenommen. zurüdzuziehen? Der Metalldie Ablehnung der Resolution erfolgte, weil der Antrag bestand übersteige die Bergleichsziffer des Borjahres um steller sich weigerte, der Aufforderung Linde etwa 46 Millionen Mart, während er sich um etwa 19 millionen manns zu entsprechen und daher die meisten Parteigenossen Mart niedriger stellt als in der zweiten Oktoberwoche 1905. Die sich außer stande sahen, für die Resolution zu stimmen, welche der steuerfreie Notenreserve sei um 234 489 000 m. gegen 395 327 000 m. Fraktionsredner abgelehnt hatte? Alle diese Einzelheiten hätte ein in der Vorwoche überschritten. Troß der immer noch sehr gespannten objektiver" Berichterstatter wiedergeben müssen, um den wahren Lage tönne von einer Diskontherauffegung abgesehen werden. Man Sinn der Ablehnung dieser sogenannten Vertrauensresolution" rechnet in den beteiligten Streifen also mit weiterer Erleichterung verständlich zu machen. Aber das hatte mein Kritiker nicht nötig, er auf dem Geldmarkte. Die Börse hat, wie bemerkt, auf das günstige fonnte sich damit begnügen, gegen mich den Borwurf der Täuschung Prognostikon auch sofort reagiert. Ob aber unter den augenblicklichen zu erheben und die Redaktion des Vorwärts" übergab diesen allgemeinen Berhältnissen eine bessere Gestaltung der Geldverhält Borwurf ohne weiteres der Deffentlichkeit, ohne daß sie ihren feit niffe und Aufhebung der durch die Schwierigkeiten auf dem herigen Berichterstatter auch nur mit einem Worte darüber befragt Geldmarkt sehr gelähmten Unternehmungsluft eine fühlbare Verhätte, warum er so, wie geschehen, gehandelt habe. änderung auf dem Arbeitsmarkt eintreten wird, ist faum anzus Das politische Charakteristikum der Landesversammlung war nehmen. Am Sonnabend kam sogar die Ansicht zur Geltung, die - und ob das die Redaktion des Vorwärts" mit Befriedigung er- Reichsbank habe mit ihrem Beschluß nicht den tatsächlichen Verfüllt oder nicht, kann dabei gleichgültig sein die demon hältnissen Rechnung getragen. Weiter wirkte deprimierend das ans strative und mit Beifall aufgenommene bhaltende Nachlassen des Kupferpreises und Befürchtungen, der Hamlehnung der Resolution Kayfer, welche das burger Krach werde noch weitere Streife ziehen. Bedauern über die Budgetannahme aussprach. Mein Kritiker bemängelt weiter, daß ich die Mehrheit gegen diese Eine Anfrage. Die Nordischen Elektrizitäts- und Stahlwerke Resolution als eine Bierfünftel- Mehrheit bezeichnet hätte. Es sei in Danzig, die mit staatlicher Subvention gegründet wurden, um Eine Kreisversammlung der sozialdemokratischen Frauen nur eine Dreiviertel- Mehrheit gewesen. Dieser Streit ist wirklich den Often zu industrialisieren, kommen nun unter den Hammer. Niederbarnims tagte unter zahlreicher Beteiligung am Freitag müßig. Nach meiner Beobachtung, die denselben Anspruch auf Schon zu Beginn dieses Jahres war der Konkurs über die Gefell- bei Weigel in Rummelsburg. Genoffe Adolf Hoffmann Objektivität erheben kann als die eines Parteigenossen, der sich schaft eröffnet worden. Es bildete sich damals eine Betriebs- hielt einen Vortrag über:" Die moderne Ghe". Nach einer Kenn lebhaft an der Bekämpfung der Fraktion beteiligt hatte, erhoben sich gemeinschaft der Hypothekengläubiger unter der Firma Ostdeutsche zeichnung der Ehen in den allerhöchsten" Streifen, wo die Verlobung für die Resolution Kayser bei der Gegenprobe etwa 70 Hände, was Stahlwerke G. m. b. S., und zwar zu dem Zweck, die Stahlwerfe oft erfolge, wenn Bräutigam und Braut noch in den Windeln bei 830 Delegierten nach Adam Riese etwa einem Fünftel gleich für einen etwaigen Stäufer in Betrieb zu halten. Gesellschafter lägen, beleuchtete er fritisch die Staufehe, wie fie in den Oberschichten tommt. Ich bedaure jezt nur, daß das Bureau der Landesversamm der Ostdeutschen Stahlwerfe G. m. b. H. wurden: Seehandlung der Gesellschaft gang und gäbe sei und sich auch im Mittelstande lung den Antrag Göhring- Ulm nicht mehr annahm, der die Stimmen 1 950 000 m., Stadt Danzig 250 000 M., Privat- Attienbant vielfach vorfinde. Es heirate das Adelsdiplom den Geldsack und der ausgezählt wissen wollte. Dann wäre ein solcher Streit nicht möglich 325 000 M., Aft.- Gef. Holm 325 000 M., Nordd. Kredit- Anstalt Geldsad das Adelsdiplom. Rang und Stellung und Geld feien das, gewesen. 75 000 M., Oberschl. Gifenb.- Bed.- Gef. 87 100 M., Oberschl. was den Ausschlag gebe. Daß eine so aus Berechnung geschlossene Schließlich und das ist eigentlich das gröbste, was sich der Eisenind.- Ges. 182 000 m., Oberschl. Bismard- Sütte 55 900 M. Ehe von vornherein brüchig sei, wäre selbstverständlich, da ihr ja Stuttgarter Einsender leistet behauptet er, die Stimmung" der Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich der beherrschende die Grundlage einer Ehe fehle: die gegenseitige Achtung und Landesversammlung sei daraus zu erkennen gewesen, daß von allen" Einfluß der Seehandlung, das heißt des preußischen Fistus. Die Neigung. Dazu tamen dann die fonventionellen Lügen, die Diskussionsrednern nur einer" die Haltung der Fraktion gebilligt Danziger Neuesten Nachrichten" erklären nun, die Seehandlung Heuchelei. In der Ehe selbst sehe sich das so zusammengefügte aar habe. Er, der mir den Vorwurf fehlerhafter Berichterstattung macht, trage die Schuld daran, daß Verhandlungen, die wegen eines Ver- nicht nur im leiblichen, sondern auch im geistigen Negligee. Gr verschweigt, daß eine große Anzahl Wort- faufes der Ostdeutschen Stahlwerke schwebten, sich zerschlagen gehe bald feinen alten Neigungen nach, und sie tröste sich schließ meldungen noch borlag, nach meiner Erinnerung mindestens haben. Das Blatt erwartet Antwort auf folgende Frage: lich mit einem Hausfreund. Die Ehen im Kleinbürgertum sähen fünfzehn, daß aber nach dem siebenten Redner ein Antrag auf Aus welchen Gründen wurde ein Sanierungsvorschlag, der ja anders aus, aber auch nicht viel besser. Nur allzu oft sei auch Schluß der Debatte Annahme fand, also gar keine in die Ostdeutschen Stahlwerke weitere sieben Millionen Mart hier die Berechnung mit Bezug auf Stellung und das, was Sie Möglichkeit besteht zu sagen, ob nicht weiterhin steden wollte und beabsichtigte, aus ihnen ein hochbedeutsames mitbringe, ausschlaggebend. Gar nicht davon zu sprechen, daß die mindestens ebenso viele Redner für die Frattion Wert zu schaffen, ein Sanierungsvorschlag, der ausging von Frau im Steinbürgerstande oft ihr Leben lang nicht anderes fei, als eingetreten wären, als vorher gegen sie gesprochen hatten. Der Einsender nimmt weiter teine Notiz davon, daß die Landtagsfraktion einem unserer prominentesten rheinisch- westfälischen Groß- die Magd der Familie. Redner zeigt eingehend die verschieden industriellen und dem Leiter einer bedeutendsten deutschen Groß- artigsten bösartigen Erscheinungen, die einer unnatürlich auf das ußer Dr. Lindemann feinen weiteren Redner vorschickte, gerade um den reedereien, Namen, die allein schon eine Gewähr dafür bieten, rein Materielle aufgebauten Ehe entsprießen. Der einzelnen Barteigenoffen Gelegenheit zu möglichst unbeschränkter Kritik zu geben, daß aus ihm sich ein Werk entwickeln fönnte, das den ersten Entwickelung, die bewirkt habe, daß von einer heiligen oder idealen fönnten teine Vorwürfe gemacht werden. Es sei unfere moderne daß sie also auch rein gar nichts unternommen hat, was feiner Art zur Seite stehen würde, zurückgewiesen?" als eine Beeinfluffung der Landesversammlung in ihrem Sinne, Auf die Antwort darf man gespannt sein. Einrichtung nicht die Rede sein könne. Wenn er nun zur Ehe des wozu fie im übrigen ja berechtigt gewesen wäre, hätte gedeutet Arbeiters, des armen Mannes fomme, solle man nicht etwa er werden können! Der Hamburger Krach. Die Banken in Hamburg haben eine warten, daß er ihr ein Loblied fingen werde. Wollte er das, müßie Es würde sich der Mühe nicht gelohnt haben, alle diese Dinge Unterstügungsaftion eingeleitet, um weitere Fallissements als Folge er lügen. Auch die Arbeiterklasse stehe ja unter dem Einfluz auseinanderzusetzen, wenn es nicht geradezu charakteristisch wäre, der Insolvenz des Bankhauses Haller, Söhle u. Go. zu verhindern. unserer gesellschaftlichen Einrichtungen. Der Arme habe unter wie vieler Täuschungen" mein Kritiker sich schuldig machen mußte, Es scheint aber doch noch zu weiteren Zahlungseinstellungen zu arbeitenden Volk die Bildung vorenthalten werde, und es schwer diesem Einflusse noch mehr zu leiden. Es komme hinzu, daß dem um den Lesern des Vorwärts" erzählen zu können, daß ich sie ge- fommen. Dem B. T." wird aus Lübeck gemeldet, daß dort eine täuscht hätte! Nicht um ihn zu widerlegen, sondern um der Leser industrielle Firma schiver in Mitleidenschaft gezogen sei. Die darum zu kämpfen habe, mehr Bildung zu erlangen. Das Verdes" Vorwärts" und der ganzen Parteiöffentlichkeit willen war ich Böhmisch- Wesselner Stoks- und Caumacitwerke in Aussig, Seestadel langen, materielle Vorteile aus der Eheschließung zu ziehen, trete daher genötigt, diese Zeilen der Abwehr zu schreiben. und Schwaz sind ebenfalls in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Ehen in Frage. Oft sei es die ungenügende Erkenntnis, an der hier sehr selten hervor. Dafür kämen andere Ursachen unglücklicher Ferner find in Mitleidenschaft gezogen die Kladnoer Brikettfabrit, Bater und Mutter die Schuld trügen, weil sie in törichter Scham, die Stettiner Anthrazitwerke, die Lübecker Saatmühle, Terrainunternehmungen in Berliner Vororten und die Zementfabrit Saturn angesteckt durch die konventionelle Heuchelei, nicht die Tochter und den Sohn aufklärten. Eine vernünftige Aufklärung im Elternhause in Brunsbüttel. würde übrigens auch manches junge Mädchen der Arbeiterklasse da vor bewahren, ein Spielball der Launen eines Angehörigen der herrschenden Sippe zu werden. Auch ein falscher Ehrbegriff, ebenfalls übernommen aus dem heuchlerischen Moralkoder unserer heutigen Gesellschaft, führe in vielen Fällen zu den unglücklichften Ehen. Es werde alles getan, die Ehe möglichst noch vor der Gee " " B. H. " " " Wir lönnen dem Verfasser nicht darin zustimmen, daß das Einbringen und die Ablehnung des„ bedingten" Vertrauensvotums eine unwesentliche Episode gewesen ist, die aus dem Bericht weggelassen Beibehaltung der Teuerungszuschläge. Die Vereinigung der werden durfte. Db der Verfasser recht hat mit seiner Behauptung, deutschen Elektrizitätsindustrie hat in ihrer letzten Sigung bedaß die Vertrauensresolution deshalb abgelehnt wurde, weil der schlossen, an den bestehenden Teuerungszuschlägen festzuhalten. BeSprecher der Landtagsfraktion sich gegen den Schlußsay gewendet gründet wurde der Beschluß mit dem Mißverhältnis zwischen Gehatte, will uns nach dem Bericht und dem den Landesparteitag be- ftehungskosten und Verkaufspreisen, manm Abends: Hans Heiling. Gurt des eventuell zu erwartenden Kindes zustande zu bringen. Das| Donnerstag: Liebelei. Freitag: Frühlings Erwachen. Sonnabend und Lorking- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und Bimmer Mädchen oder der Mann erkennen aber inzwischen, daß sie gar Sonntag: Der Diener zweier Herren., Montag: 2febelet. Montag: Die lustigen Weiber von Berliner Thenter. Sonntag: Der Pastorssohit. Montag und Windsor. Dienstag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Hans Helling. nicht so zu einander paßten, um ein ganzes Leben gemeinsam zu Mittwoch: Der Pastorsfohn. Donnerstag: Bar und Zimmermann. Freitag: Undine. Sonnabend: berbringen. Trotzdem werde geheiratet, damit das Mädchen nicht Dienstag: Die tanzenden Männchen. wehrlos" erscheine. Dann sei das Unglück da, und je mehr Kinder Freitag: Die tanzenden Männchen. Abschied vom Regiment. Hans Heiling. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Der Parasit. Der Präsident. Sonnabend: Sherlock Holmes. übends: Hans Heiling. Montag: Bar und Zimmermann. gewohnheitsmäßig fämen, je schlimmer werde es. Da fei offen Sonntag: Die Jungfrau von Orleans. Montag: Unbestimmt. niien- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Hoffund ehrlich zu erklären: Viele unserer unglücklichen Ghen würden Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Der Biberpels. Abends: manus Erzählungen. Montag: Mutterfegen. Dienstag: Er muß laub vermieden werden, wenn in solchen Fällen Mann und Weib zwar Bom andern Ufer. Montag: Die Stügen der Gesellschaft. Dienstag: sein. Carmen. Mittwoch und Donnerstag: Die beiden Reichenmüller. ihre Schuldigkeit gegenüber dem Kinde täten, aber nicht die Ehe Bom andern Ufer. Mittwoch: Nora. Donnerstag: Bom andern User. Freitag: Bartel Turafer Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Aschenbrödel. schlössen, wenn sie merkten, daß sie nicht zu einander passen und Freitag: Der Bund der Jugend. Sonnabend: Bom andern User. Abends: Die beiden Reichenmüller. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Muttergehören. Zu verwerfen wäre auch, was in Arbeiterkreisen öfter Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Bom andern Ufer. fegen. Abends: Berlin wie es weint und lacht. Montag: Mutterſegen. Bernhard Rofe Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. vorkomme, schnell zu heiraten, ohne sich erst näher zu kennen, weil Montag: Rosmersholm.( Anfang 7, Uhr.) Neues Theater. Alabendlich: Die Waffen wieder. Abends und Montag: Sprce- Athener. Dienstag: Maria Stuart. Mittem bißchen Gerümpei, eine kleine Wirtschaft" bem einen Teil geNeues Schauspielhaus. Sonntag: Judith.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Undine. Donnerstag und Freitag: Spree- Athener. Sonnabendnachmittag höre. Redner berührt dann noch das traurige Kapitel von dauernder t- Heidelberg.( Anfang 7 Uhr.) 4 Uhr: Däunling. Abends: Spree- Athener. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Not, gefördert durch Krankheiten in der Familie, worunter eine Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Carmen. Abends: Spree- Athener. große Zahl von Ehen leiden bei den heutigen Verhältnissen. Er Gin idealer Gatte. Montag und Dienstag: Maria Magdalene. Mittwoch: Theater an der Spree. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Aktienschließt den Vortrag mit einem Ausblick auf die Zukunft.( Leb- Bater und Sohn. Von Donnerstag bis Sonnabend: Stapitän Braßbounds buditer. ullabendlich: Telephongeheimnisse. Sonntag, den 27., nachhafter Beifall.) Bekehrung.( Anfang 7 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. mittags 3 Uhr: Der Aktienbudiler. Abends: Telephongeheimnisse. Metropol- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Herren von Abends: Kapitän Braßbounds Befehrung. Montag: Unbestimmt. Trianon Theater. Allabendlich: Fräulein Josette meine Frau. Marim. Allabendlich: Das muß man seh'n! Sonntag, den 27., nach. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Madame X. mittags 3 Uhr: Die Herren von Marim. Den preußischen Parteitag betraf der nächste Punkt der Tagesordnung. Die Kreisvertrauensperson, Genossin Neumann, gab eine Uebersicht über die Tagesordnung des Parteitags und empfahl die Anträge der Genoffinnen von Groß- Berlin zur Annahme, die bereits aus Anlaß ihrer Annahme in der Berliner Versammlung im Vorwärts" veröffentlicht wurden. Nachdem die Genossinnen Buchmann und Neumann die Anträge näher begründet hatten, stimmte ihnen die Versammlung einhellig zu. Als Delegierte zum preußischen Parteitag jowie zur Dienst botenkonferenz wurde einstimmig Genoffin Neumann gewählt. Nach Erledigung einiger Fragen der Agitation trennte man sich mit begeisterten Hochrufen auf die völkerverbrüdernde Sozialdemokratie. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Tristan und folde.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Madame Butterfly. Mittwoch: Rigoletto. Donnerstag: 8ar und Zimmermann. Freitag: Aida. Sonnabend: Madame Butterfly. Sonntag: Lucia von Lammermoor. Montag: Madame Butterfly. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Lief land. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Tiefland. Freitag: Carmen. Sonnabend: Tosca. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 34 Uhr: Frühlingsluft. allabendlich: Die lustige Witive. Sonntag, den 27., nachmittags 3 Uhr: g Frühlingsluft. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag Uhr: Unsere State. Abends und Montag: Im Sperlingsneft. Dienstag: Husarenfieber. Mittwoch: Im Sperlingsneft. Donnerstag: Husarenfieber. Freitag: Jm Sperlingsnest. Sonnabend und Sonntag: Husarensieber. Montag: Unbestimmt. Schiller Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Traumulus. Abends und Montag: Göz von Berlichingen. Dienstag: Rosmersholm. Mittwoch: Götz von Berlichingen. Donnerstag und Freitag: Der Herr Senator. Sonnabend: Reiterattade. Sonntagnachmittag 8 1hr Das vierte Gebot. Abends: Reiterattade. Montag: Die Schmuggler. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Banna. Abends: Die Schmuggler. Montag: Rosmersholm. Dienstag: Das vierte Gebot. Mittwoch: Der Herr Senator. Donnerstag: Königl. Schauspielhaus. Sonntagmittag 12 Uhr: Matinee. Konzert. Die Hermannschlacht. Freitag: Monna Banna. Sonnabend: Die Hermann Sonntagabend: Biel Lärm um nichts. Montag: Der legte Funke. schlacht. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Vanna. Abends und Montag: Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Der letzte Funke. Donnerstag: Die Hermannschlacht. Die Rabensteinerin. Freitag: Wilhelm Tell. Sonnabend: Die Raben- Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag steinerin. Sonntag: Der letzte Funke. Montag: Biel Lärm um nichts. 3 Uhr: Jugend. Abends: Brüderdhjen. Montag: Der blinde Passagier. Neues fönigl. Opern Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Dienstag und Mittwoch: Brüderchen. Donnerstag: Nachtafyl. Freitag: Herrgottschniger bon Ammergau. Abends: Der Dorfpfarrer. Montag: Brüderchen. Sonnabend: Die Nibelungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sherlod Holmes im Gebirge. Dienstag: Der verkehrte Hof. Mittwoch: Winterschlaf. Abends: Der blinde Passagier. Montag: Brüderchen. Sägerblut. Donnerstag: In der Sommerfrisch'n. Freitag: Der verfehrte Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die 300 Tage. Hof. Sonnabend:' s Riefert vom Schliersee Sonntagnachmittag 3 Uhr: Alabendlich: Ganz der Papa. Sonntag, den 27., nachmittags 3 Uhr: Jägerblut. Abends: Amerikajeppl. Montag: Unbestimmt. Der Schlafwagenkontrolleur. 0 Deutsches Theater. Sonntag: Was ihr wollt. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Dienstag und Mittwoch: Was ihr wollt. Donnerstag: Romeo und Julia. Von Freitag bis Sonntag: Was ihr wollt. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Zentral- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Robert und Bertram. Allabendlich: Unsere blauen Jungens. Sonntag, den 27., nachmittags 3 Uhr: Die Puppe. Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Beilchenfresser. Alabendlich Ihr Sechs- Uhr- Dnkel. Sonntag, den 27., nachm. 3 Uhr: Deutsches Theater( Sammerspiele). Gonntag: Frühlings Erwachen. Montag: Liebelei. Dienstag und Mittwoch: Frühlings Erwachen. Der Veilchenfresser. T Apollo Theater. Allabendlich: Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. AU Vaffage Theater. Allabendlich: Danny Gürtler. Spezialitäten. Wint rgarten. Allabendlich: Ruth St. Denis. Spezialitäten. Casino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Nid Carter. abendlich: Die wilde Jagd. Sonntag, den 27., nachmittags 4 Uhr: Mid Carter. 0 Gebr. Herrnfeld Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gin verrücktes Hotel. Borher: Hayfisch geht zur Jagd. Alabendlich: Madame Big- Bag. Es lebe das Nachtleben. Figaro Theater. Allabendlich: Paris. Die Klaue. Unterm Bett. Prater- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Albends:' 8 Lorle. Montag: Die Logenbrüder. Dienstag: Hamlet. Mittwoch:' 3 Lorle. Donnerstag: Der Beilchenfresser. Freitag und Sonnabend: Die zärtlichen Verwandten. Sonntagnachmittag 3 Uhr: ' s Lorle. Abends und Montag: Hamlet. Carl Haverland- Theater. Spezialitäten. Anf. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Allabendlich: Brenner nach Venedig. Montag, abends 8 Uhr( im Hörsaal): Prof. Dr. Rathgen: Der Wasserstoff und das Wasser. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62." Bur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Rebelflede. Eingegangene Druckschriften. leber ben Süddeutsche Monatshefte. Heft 11. Herausgegeben von P. N. Coßmann. Einzelheft 1,50 m. Selbstverlag in München. Genossenschaftliche Boltsbibliothet. Seit 6. Die Klaffenlampf. theorie von Dr. H. Müller. Berlag: Verband schweizerischer Konsumbereine in Basel. Wie schützt sich ber Kapitalist vor Berluften an der Börse? 8. Band. Herausgegeben von H. Schreiber. Deutsche Verlagsanstalt Patria", Berlin, Artillerieſtr. 36b. Tarifverträge im Berliner Braugewerbe. Bon D. Meyer und Florian Troger. 30 Seiten. Verlag E. Streisand, Berlin, Alte Jakobstr. 120. Warenhaus Hermann Tietz Frankfurter Allee 109-111 vormals Max Mannheim G. m. b. H. Diese Woche, soweit Vorrat Grosser Verkauf in ausserordentlich billigen Preisen Grosse Posten Echtes Porzellan Speiseteller flach und tief ... 9PL. Dessertteller..... 6 PL 8 PL Pf., 4PL. Kaffee- od. Teetassen... 6PL. Compotteller... Kuchenteller 17 cm ... 6 PL Milchtöpfe Satz= 6 Stück... 58 Pf. ... Suppenschüsseln 95P.| Kaffeekannen... 45 PL. mit Deck. mit Kartoffelschüss. Deck. 55. PL. Teekannen.... 45 Pl Bratenschüss. v. 28-75P. Sahnengiesser.. 9 PL Gemüseschüss..38-48P Zuckerdosen Zuckerdosen... 12 Pr Butterdosen... 35 PL Salatieren F15-55P Butterdosen Saucieren..... 35PL. 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Daß Langmann zur alten Technik zurückgriff, indem nicht durch die Natur gegeben, sie sind nichts Unabänderliches. er die Schuld- und Sühnetragödie eines einzigen Helden" gestal Durch menschliche Einrichtungen sind sie erzeugt, sie sind Menschen- tete, ist schließlich kein Fehler. Für die dichterisch wirksame Be tverk und doch steht ihnen die bürgerliche Gesellschaft vollkommen zwingung des Problems war das Vorbild eines Anzengruber entgewalten handelte. Wir stehen hier vor den Folgen einer an- Rüdbeugung ins schwächlich Moralische nicht ohne gewisse Rührarchischen Wirtschaftsweise, die der heutigen Gesellschaft über den seligkeiten unternommen wurde, für die am Ende doch das leicht Stopf gewachsen ist. Das ist der Grund, weshalb wir die Verhält- überquellende Gemüt des Oesterreichers verantwortlich zeichnet. nisse des Wirtschaftslebens wissenschaftlich untersuchen müssen. Die Das Milieu" ist liebevoll getroffen. Es sind eben gebrochene Wissenschaft soll uns den Schlüssel zur Erklärung der Erscheinungen Menschen und gebrochene Kleinverhältnisse; die Zeit, da die Ar im Wirtschaftsleben geben. Es ist klar, daß eine Wissenschaft, welche beiterschaft ihre Schicksalsveränderung aus eigener solidarische berufen ist, Aufschluß zu geben über die Erscheinungen der kapitali- Kraft in die Hand nimmt, stand damals noch ferne, obwohl sie scho ftischen Wirtschaft, nicht eher da fein fonnte wie diese selbst, und in Zukunftsverheißungen wetterleuchtet. Der Angelpunkt der Tra daß sie auch nicht länger dauern fann wie der Kapitalismus. Die gödie ist jedenfalls fest, wenn auch feineswegs neu, da Jbsen auf nationalökonomische Wissenschaft flärt uns nicht nur auf über die den Autor nicht ohne Einfluß geblieben ist. Nehmen wir nun Erscheinungen der kapitalistischen Wirtschaft, sondern sie zeigt uns Bartel Turaser" als echte Zeichnung hin, so erscheinen uns die auch die Tendenzen, welche den Untergang der fapitalistischen Wirt- weiblichen Naturen doch etwas problematisch, wenn wir sie uns schaft bedingen. Hiernach wird man verstehen, daß die National- entfernt vom Helden denken, unter dessen Schicksal sie mit zu leiden ofonomie eine Klassenwissenschaft ist. Eine solche Wissenschaft kann haben. Doch der dramatische Accent der Handlung, zuweilen wahr. haft elementarer Wucht und poetischer Tiefe nicht entbehrend, macht kein Auditorium bei den herrschenden Klassen finden. Mancher wird fragen, was hat denn die Wissenschaft mit dem das Drama zu einer Leistung, der wir auch noch heute unsere volle Achtung zollen müssen. Klassentampf zu tun. Es gibt auch in unseren Reihen Leute, die den Zusammenhang der Wissenschaft mit dem Klassenkampf leugnen. Diese haben weder von dem Inhalt der Nationalökonomie noch von dem Inhalt der anderen Wissenschaften eine Ahnung. Steht doch auch die moderne Naturwissenschaft in schroffem Gegensatz zu der tatholischen, feudalen, absolutistischen Anschauung, und deshalb war sie ein Stampfmittel der aufstrebenden Bourgeoisie gegen die katholisch- feudal- absolutistische Welt. über Tationalökonomie ratlos gegenüber, als ob es sich um unbezwingbare Glementar- fcheidend. Das rein Menschliche wird herausgehoben, obwohl die " nahm am Freitag ihren Anfang. Der große Saal des Lokals " Deutscher Hof" in der Lucauerstraße war von einer aus Frauen und Männern bestehenden Zuhörerschaft bis auf den letzten Platz gefüllt. Genoffe Ernst eröffnete die Versammlung mit einem furzen Hinweis auf die Bedeutung der belehrenden Vortragszyklen, mit denen im vorigen Jahre der Anfang gemacht wurde und die nun mit den Vorträgen über Rationalökonomie fortgesetzt werden. Die Vortragende, Genoffin of a Luxemburg, erörterte nun in gweistündigen Ausführungen ungefähr folgenden Gedankengang. Wir wollen uns zunächst flar machen, was Nationalökonomie ist. Die Beantwortung dieser Frage ist nicht so einfach wie es scheinen fönnte. Die offiziellen Vertreter der Nationalofonomie, bie bürgerlichen Brofessoren, sind sich am wenigften flar über diese Frage. Die Ansicht darüber, ivas Nationalökonomie ist, bildet schon cinen gewaltigen Streitpunkt strischen den Marristen und den bürgerlichen Nationalökonomen. Was ist bom margistischen im Mit„ Bartel Turafer" ist die getroffene Einrichtung von Unterschied zum bürgerlichen Standpunkt unter Nationalötonomie Abendvorstellungen recht glücklich eingeleitet worden. Die Auffüh zu verstehen? Schon über die Frage, wie alt die nationalökono: rung war gut, dank vorzüglicher Darstellung der Hauptrollen. Mit mische Wissenschaft ist, herrschen unter den Nationalökonomen die der schlichten, ergreifenden Verkörperung Turasers durch Josef verschiedensten Ansichten. Der Franzose Adolf Blanqui schrieb Klein, der in Helene Bük- Rosener( Albine) eine gleich 1837, schon bei den alten Griechen und Römern habe es eine wetteifernde Partnerin fand, die namentlich in der leberredungsNationalökonomie gegeben. Eugen Dühring verlegte den Anzene, sodann in dem Streit mit Marie Zelber( Juliane Bohlfang der nationalökonomischen Wissenschaft in die zweite Hälfte mann) fraftboll- eindringlich hervortrat, dürfen wir sehr wohl zudes 18. Jahrhunderts. Lassalle fchrieb 1864, die Nationalöko Wo die bürgerlichen Nationalökonomen aufgehört haben, da hat frieden sein. Der unverfälschte österreichische Dialekt, mit dem foa nomie sei eine erst am Anfang stehende Wissenschaft. Karl Mary Mary weitergebaut. Seine Lehre ist demnach ein Kind der wohl diese beiden Darsteller als auch Richard Carlo ihre dagegen bezeichnete sein„ Stapital", dessen erster Band 1867 erschien, bürgerlichen Gesellschaft, diese aber will ihr Kind nicht anerkennen. Rollen umgaben, erhöhte nur noch die Wirkung. Daß die Chaals Kritik der politischen Oekonomie. Er betrachtete also die Deshalb wendet sich Marr mit seiner Lehre an das Proletariat. raftercharge des alten Adolf wirklich fein herausgearbeitet wurde, Nationalökonomie als etwas bereits Fertiges, das er nun kritisierte. und hier findet er das Verständnis, welches den Gelehrten der will ich übrigens nicht unterlassen besonders anzuerkennen. TeilDie Bezeichnung Nationalökonomie', au deutsch: Bolkswirt: bürgerlichen Gesellschaft infolge ihres Klasseninteresses verschlossen weise recht Annehmbares boten dann noch Mar Anschütz ( chaftslehre, ist irreführend, denn kein Bolt, keine Nation führt ist. Die Vorläufer des heutigen Sozialismus, die Utopisten, er-( Meirner), Hermann Bartels( Maßwetter), Hans Pauli eine in fich abgeschlossene Wirtschaft, sondern in Wirklichkeit ist es gingen fich in scharfer Kritik des Kapitalismus, aber sie glaubten,( Bacharias), Robert Trebore( Rechtsanwalt) und Gisa so, daß alle Volfer miteinander eine gemeinschaftliche Wirtschaft fie tönnten dadurch zum Sozialismus kommen, daß sie den Menschen Stoide. Die Regie Adolf Steinerts war vortrefflich. führen. Die bürgerlichen Nationalofonomen nehmen gewöhnlich ein sozialistisches Ideal zeigten und sie aufforderten, dasselbe zu e. k. an, der urständige Boden des wirtschaftlichen Lebens sei das Bolt, verwirklichen. Aber es fehlte die Brücke, auf der die Menschheit Lustspielhaus:" Jm Sperlingsnest", Lustspiel in Im die Nation; die Bedürfnisse würden in der Hauptsache durch die dies Jdeal erreichen konnte. Deshalb verhallten die Worte der brei Aften von Walter Stein und. Ludwig Wirtschaft eines jeden Volkes selbst befriedigt und nur der Ueber- Utopisten ohne Erfolg. Dann kam Marr und wies nach, daß Schuß von Produkten werde an andere Wölfer abgegeben. Diese der Sozialismus nicht nur ein schönes Jdeal ist, sondern daß er eller. Das Angebot im Schwant- und Lustspielfache muß. Anschauung ist jedoch nicht zutreffend. Welche große Bedeutung der die Konsequenz ist, die sich aus der kapitalistischen Wirtschaft mit was Qualität der Ware anlangt, wohl zurzeit noch ein gut Teil unter das sonstige Niveau herabgegangen sein, wenn die Direktion Güteraustausch im wirtschaftlichen Leben der Völker hat, das läßt Notwendigkeit ergibt, und daß wir deshalb zum Sozialismus des Lustspielhauses ein Produkt wie das der Herren Stein und sich unter anderem besonders an der Baumwollindustrie nachweisen. kommen müssen, wohin der Weg nicht nur durch die wirtschaftliche, Heller in den Kauf zu nehmen bereit war. Das Publikum, das Sie begann im 18. Jahrhundert in England und setzte bald die sondern auch durch die politische Entwickelung führt. Mary hat anfangs über die mageren, an den Haaren herbeigezogenen Handweberei auf den Aussterbeetat. Den Rohstoff für die Baum- unser Ideal, das sozialistische Endziel, auf einen wissenschaftlichen Späßchen gelacht hatte, fam fich zuguterlegt, als die beiden Liefe wollindustrie in England lieferten die Plantagen in den nord- Boden gestellt; aber er hat uns zugleich auch einen Wegweiser ge- ranten aber auch jede Pointe schuldig blieben, denn doch düpiert amerikanischen Südstaaten. Für die schwere Arbeit in den Baum- geben, der uns auf Schritt und Tritt in den gegenwärtigen Ver- vor und verweigerte dem auf seine Geduld gezogenen Wechsel das wollplantagen wurden die aus Afrita eingeführten Regerfllaven hältnissen des wirtschaftlichen und politischen Kampfes zurechtweist. Atzept. Den fonventionellen Premierenapplaus unterbrach ein verwendet. Der Sflavenhandel entwickelte sich infolgedessen so start, Tas Studium der Nationalökonomie ist demnach nicht nur als energisches Bischen. Die Rolle des alten Valentin Sperling, des daß bis zum Jahre 1864 4000 000 Regerfflaven in Amerita eingeführt Grundlage für unser Zukunftsideal notwendig, sondern auch zur Mannes mit der schmelzend weichen Millionärsseele, der sich aus worden sind. Eine Folge der Sflavenarbeit war der Bürgerkrieg Erkenntnis der Verhältnisse der Gegenwart. Die Nationalökonomie lauter väterlicher Liebe seinem Adoptivsohn, dem Maler Willy, vnzwischen den Nord- und Südstaaten Nordamerikas. Der Krieg ver- ist die Wissenschaft aller Wissenschaften; sie bereitet den Boden, auf ausstehlich macht, schien Georg Engels extra auf den Leib geanlaßte eine starte Verminderung der Baumwollausfuhr. Die dem wir in das Land der Zukunft marschieren. schrieben; wohl in Erwartung, daß die Kraft seiner Komit als VorFolge davon war eine große Strise der englischen Baumwollindustrie, spann auch den schwerfälligsten Karren noch in Bewegung bringen maffenhafte Arbeiterentlassungen, Rot und Elend. Das Zurückfönne. Er tat sein Bestes, schöpfte in erfindungsreicher munterer halten der Baumwollausfuhr von Amerika nach England hatte nun Laune alle irgend im Rahmen der Figur gegebenen Gelegenheiten wieder die Folge, daß die Engländer in Indien große Baumwollzu drolligen Nüancen aus. Aber die Räder gingen darum doch plantagen anlegten. Dadurch wurde die Anbaufläche für den Reis bedeutend vermindert, der Reisbau zum großen Teil eingestellt, von Philipp Langmann. Genau zehn Jahre sind es her, Handlung Freie Bolksbühne( im Luisentheater): Bartel Turaser" nicht von der Stelle. Die Malerfreunde Willys, der- das ist die dem väterlichen Protektorat durch eine Heirat entdie indische Bevölkerung litt deshalb Mangel an ihrem notwendig, da dies Proletarierdrama erschien und nun rasch die Runde über fomunt, find aus ein paar dürftigen Einfällen im Stil der" Flie ften Nahrungsmittel, Teuerung und Hungersnot in Indien war die meisten Bühnen machte. Man wird sich den Zeitpunkt seines genden zusammengeleimt, bei den heiratenden Damen ist auch die Folge, so daß im Jahre 1866 eine Million Hindus am Hunger- Entstehens zu merken haben. Damals stand der Naturalismus in diese Mühe noch gespart. Mit Ausnahme eines jungen Anfängers, tobe starben. Die Länder, welche sich an den Verbrauch von Baum- Flor, und Gerhart Hauptmanns" Weber"-Drama aus den vierziger der feinen Willy offenbar furchtbar ernst nahm und wie ein wollwaren, die sie aus England bezogen, gewöhnt hatten, gingen Jahren hatte in der Brust mancher jungaufstrebenden Dichter Heldenjüngling donnerte, wurde geschickt und routiniert gespielt nach und nach selbst zur Herstellung von Baumwollfabrikaten über, talente die soziale Note zum kurzen Scheindasein erweckt. Daß die sogar den englischen Waren in Indien Konkurrenz machten. unter allen Nachtretern Hauptmanns diefer Brünner Poet der An diesem Beispiel fehen wir, daß es feine Wolkswirtschaft mehr fräftigste und selbständigste war, läßt sich nicht bloß am Mißerfolg gibt, sondern daß eine Weltwirtschaft herrscht. Karl Marx ge- bieler Weber"-Nachahmer beweisen. Langmann hatte sich schon braucht deshalb auch niemals den Ausdruck Nationalökonomie, von Beginn seiner Dichterlaufbahn an Stoffen aus dem Arbeiterfondern er spricht stets bon politischer Dekonomie. Was National- leben feiner mährischen Heimat novellistisch versucht, bevor ihm Stationen ofonomie genannt wird, ist nicht Bolkswirtschaftslehre sondern dieser dramatische Erstling gelang. Gine nicht bloß zufällige oder Weltwirtschaftslehre. oberflächliche Vertrautheit mit dem Notleben der Handarbeiter war Warum müssen wir die Nationalökonomie als besondere ihm bereits eigen, und aufrichtiges soziales Mitgefüht desgleichen. Wissenschaft studieren? Solange die wirtschaftlichen Verhältnisse Damit allein ist allerdings noch feine soziale Tragödie zu schaffen. Hamburg 760 SGD 4 bebedt noch einfache waren und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budem sind erschütternde Proletarierdramen bom Schlage der Berlin den Menschen sich ohne Schwierigkeiten regelten, bedurften diese Weber", die recht eigentlich eine furchtbare Zeit gedichtet hat, doch Franfi.a.m. 762 S Beziehungen feines wissenschaftlichen Studiums. Mit dem Beginn alizu spärlich geblieben, oder aber, es fehlt noch, froh Hauptmann, München 764 D der kapitalistischen Wirtschaftsweise ist das anders geworden. Als der große Dramatiker, der die Kraft besaße, sie zu gestalten. Einst- ten 765 S Begleiterscheinung dieser Wirtschaftsweise treten Arifen auf. Auch weilen müssen wir uns mit guten Abschlagszahlungen begnügen. Wetter Prognose für Sonntag, den 20. Oktober 1907. die Arbeitslosigkeit ist eine ständige Erscheinung in der heutigen und Langmanns Bartel Turafer" gehört in diese Kategorie; denn Beitweise etwas nebelig, sonst meist heiter und troden, nachts ziemlich Gesellschaft. Ebenso die täglichen, ja tündlichen Breisschwankungen, dies Drama verrät ein sehr starkes Talent, das leider nur mit fühl, um Mittag warm bei mäßigen südöstlichen Winden. durch die der eine, ohne einen Finger zu rühren, in furzer Zeit diesem einzigen Wurf eine nachhaltige Bühnengeltung zu erringen Berliner Wetterbureau Stolas. Kolliers, Krawatten Mullen, schick garnierte Damenhüte, Baretts Herren- Mützen und Pelzkragen, Knaben- und Mädchen- Garnituren, Fußsäcke, Jagdtaschen, Wagendecken, Pelzteppiche und Bettvorleger. Nur eig. Fabrikat. Große Auswahl. Bestes Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Sämtliche gangb. Pelzarten am Lager. F.Kalman, Kirschnermeister. Jetzt Kommandantenstraße 15 1. nur: ( gegenüber Beuthstraße). Verkauf auch Sonntags. Wochentags bis 9 Uhr abends. Tel. I. 3917. teppdecken billigst direkt in der Fabrit 72. Wallstr. 72. wo auch alle Steppdeden aufgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel, Berlin S 14. 3uftr. Statalog gratis. 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Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Die Möwe. 14. Abteilung: nachmittags 3 uyr: im Schiller- Theater O: Traumulus. 93 18. Abteilung nachmittags 3 Uhr: im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhause: Jugend. 21.( 20 001-20 700), 22.( 21 00121 500) Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Schiller- Theater Charlottenburg: Monna Banna. Montag, 21. November, abds. 8 Uhr: 4. Abteilung im Lorking- Theater: Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Tristan und Sfolde. Anfang 7 Uhr. Montag: Salome. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Sonntag, nach m. 3 Uhr: Traumulus. Schauspiel in 5 Aften von Arno Holz und Dstar Jerschke. Sonntag, abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Schauspiel in fünf Aufzügen von Johann Wolfgang v. Goethe. Montag, abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Dienstag, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Monna Vanna. Schauspiel in 3 Aufzügen von Maurice Maeterlinc. Deutsch von F. v. Oppel- Bronikowski. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Schmuggler. Komödie in 4 Alten v. Artur Dinter. Montag, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Dienstag, abends 8 Uhr: Das vierte Gebot. Boltsstück in vier Akten von Ludwig Anzengruber. Schiller- Theater Charlottenburg Abends 8 Uhr: Auf vielfachen Wunsch: Heine- Abend. Montag 7-8 Uhr: Vortrag von Dr. Max Osborn: Berlin die Hauptstadt dcs jungen Königreichs. Drier Vortrag des gyflus: Schiller- Saal Der Pastorssohn. Alt- und Berlin. Montag u. Dienstag: Die tanzenden Männchen. Mittwoch: Der Pastorssohn. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Die Waffen wieder! Montag: Die Waffen wieder! Dienstag: Die Waffen wieder! Kleines Theater. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends zum 221. Male: Königl. Schauspielhaus. Biel Lärm Ein idealer Gatte. um Nichts. Mittags 12 Uhr: Matinee. Konzert. Montag: Der letzte Funke. Neues fönigl. Operntheater. Der Dorfpfarrer. Montag: Maria Magdalene. Dienstag: Maria Magdalene. Mittwoch: Vater und Sohn. Nachmittags 3 Uhr: Der Herr Theater des Westens. gottschniger von Ammergau. Montag: Sherlock Holmes im Ge birge. Deutsches. Was ihr wollt. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Stammerspiele. Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Liebelei.( Anfang 8 Uhr.) Theater an der Spree. Telephongeheimnisse. Sonntag nachm. 34 Uhr halbe Preise: Frühlingsluft. 8 Uhr: Die lustige Witwe. Lortzing Theater Nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann. 2lbends 8 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Der Attien Hans Heiling. budiker. Montag: Telephongeheimnisse. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Judith. Montag: Alt- Heidelberg. Anfang 7 Uhr. Lessing. Bom andern Ufer. Nachmittags 3 Uhr: Der Biberpelz. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft. Schiller 0.( Wallner Theater.) Göt von Berlichingan. Nachmittags 3 Uhr: Traumulus. Montag: Göz von Berlichingen. Schiller Charlottenburg. Schmuggler. Die Nachmittags 3 Uhr: Monna Banna. Montag: Rosmersholm. Berliner. Der Pastorssohn. Montag: Die tanzenden Männchen.. Friedrich Wilhelmstädt. Schan spielhaus. Brüderchen. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag: Der blinde Passagier. Neues. Die Waffen wieder! Montag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Ein idealer Gatte. Nachmittags 3 Uhr: Nachtashl Montag: Maria Magdalene. Lorking. Hans Heiling. Nachmittags 3 Uhr: Bar und Zimmermann. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Komische Oper. Tiefland. Nachmittags 3Uhr: Figaros Hochzeit. Westen. Die lustige Witwe. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Nachm. 3, Uhr: Frühlingsluft. Montag: Die lustige Witwe. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Hans Heiling. Friedrich Wilhelmstädtisches Montag 9-10 Uhr: Bortrag von Ednard Bernstein: Die sozialen Ideale des rchristentums. Dritter Vortrag des Byflus: Staats: und Gesellschaftsideale im Lauf der Jahrhunderte. Castan's Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Mr. Leu, der künstliche Mensch. Zirkus Schumann. Hente Sonntag, 20. Oftober, nachm. 3, Uhr, u. abends 72 Uhr: 2 Extra- Gala- Vorstellungen. Nachmittags: Ein Kind frei. In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Nur kurzes Gastspiel! The great Lafayette aus New York. Außerdem: Jn beiden Vorst. gleich reichhaltiges, abwechselndes Programm, fämtl. Spezialitäten, Clowns u. Auguste und um 9½ Uhr: Gin Fest Auf dem Neckar die diesjährige große Wasserpantomime. pollo Metropol- Theater Theater 216 8 Uhr: Das koloffale Programm. Um 92 Uhr: Berlins größte Sensation: Sylvester Schäffer jr. Freie Volksbühne NachmittagsDie Mitglieder der abteilungen können die Abendvorstellungen besuchen, ohne nochmals Einschreibe. geld bezahlen zu müssen. Mitgliedskarten sind in allen Zahlstellen zu haben. Vorstellungen der 22.( II.) Abendabteilung: Freitag, den 25. Oktober. 23.( III.) Freitag, den 15. November. 24.( IV.) Freitag, den 22. November. 37 Bartel Turaser. Die Opernserie im 23.( III.) Abendabteilung: 21.( I.) 24.( IV.) 22.( II.) 99 99 " Lortzing- Theater " Freitag, 25. Oktober, 8 Uhr. Freitag, 1. November, Freitag, 8. November, Freitag, 15. November, Undine. " 9 D Die Mitglieder der Nachmittagsabteilungen können ohne besondere Nachzahlung eines Einschreibegeldes eine Abendkarte in einer Zahlstelle lösen und die Opern ebenfalls für den Beitrag von 1 Mark besuchen. Nächste Opern: ,, Hans Heiling"," Figaros Hochzeit" ,,, Die weiße Dame" ,,, Die Königin von Saba". Die Abendkarten müssen sofort bestellt und aus den Zahlstellen abgeholt werden. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Montag 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Nachmittags 3 Uhr: Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Die Herren von Maxim. Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Revue in 4 Akten( 12 Bildern) Schauspielhaus. der weltberühmte Universalkünstler. Gr. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Albends 8 Uhr: Brüderehen. Montag: Der blinde Passagier. Dienstag: Brüderchen. Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte. Abends 8 Uhr: Im Sperlingsneft. BU Residenz- Theater, Uhr 8 Uhr 8 Direttion: Richard Alexander. Ganz der Papa. Schwank in 3 Atten von Mars und Desvaillières. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: R. Merander. WINTERGARTEN Anfang 8 Uhr. Ruth St. Denis Neues Programm. Heute nachmittag 3 Uhr: Populäres Konzert von Luisen- Theater Johann Strauss aus Wies Reichenbergerstr. 34. Nachm. 3 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Luitipieltaus. Im Sperlingsnet. Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Stäte. Montag: Jm Sperlingsnet. Residenz. Ganz der Papa. Nachmittags 3 Uhr: Die 300 Tage. Montag: Ganz der Papa. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Nachmittags 3 Uhr: Madame X. Montag: Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Onkel. Nachmittags 3 Uhr: Der Beilchenfreffer. Montag: Ihr Sechs- lihr- Onkel. Zentral. Unsere blauen Jungens. Nachmittags 3 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Unsere blauen Jungens. Luisen. Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Mutterjegen. Bernhard Nose. Spree- Athener. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag; Spree- Atbener. Metropol. Das muß man seh'n. Nachmittags 3 Uhr: Die Herren bon Mayim. Montag: Das muß man seh'n. Apollo. Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Folies Caprice. Geteilte Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Cafino. Die wilde Jagd. Nachm. 4 Uhr: Nid Carter. Montag: Die wilde Jagd. Gebr. Herrnfeld. Madame WigWag. Es lebe das Nachtleben. Nachmittags 3 Uhr: Ein verrüdtes Hotel. Borher: Hahfisch geht zur Jagd. Montag: Madame Wig- Wag. Es lebe das Nachtleben. Montag: Mutterſegen. Dienstag: Carmen. Borher: Er muß taub sein. Mittwoch: Die beiden Reichenmüller. Donnerstag: Die beid. Reichenmüller. Freitag: Bartel Turaser. Geschlossene Vorstellung. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7( ermäßigte Preise). Abends 8-11 Uhr. Danny Gürtler der König der Bohème und das kolossale Oktober- Programm. Trianon- Theater. Fräulein Josette meine Fran. Anfang 8 Uhr. Walzer- Revue ( 50 Mann Orchester). Preise: 0,50 M., 1 M., 1,50 M. von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. G.Thielscher a.D., F. Massary B. Darmanda. D. E. Whithney a. D. Bender, Giampietro, Josephi Rauchen überall gestattet. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Spree- Athener bon Schwarz- Reiflingen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Marie Stuart. Theater des Zentrums. Sophien- Säle, Sophienstraße 17/18. Bis früh um Fünfe v. Kren u. Lippschüß, Musik v. P. Linde. Anfang 8 Uhr. Kleine Preise. Haben Sie schon die Deutschen Konzerthallen, An der Spandauerbrücke 3, besucht??? Oranien- Salon, Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen: Der Wasserstoff und das Wasser. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. COOLOGISCHER Z CARTEN Heute Sonntag Eintritt 50 Pl. Kinder unt.10 Jahr. 1. die Hälfte. 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Pissinti, Gladiat.- Akt. In beiden Vorstellungen: Les Bastiens, Akrobaten zu Pferde. In beiden Vorstellungen: Manegenkomiker Jim u. Jam, Clowns Cavallini, Miß Beasy, dressierte Katzen. In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der best dressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde und Auftreten sämtlicher Clowns mit ihren neuesten Witzen und Entrees. Abends 7 Uhr: Auf der Hallig! Diesjährige große AusstattungsPantomime des Zirkus Busch in 4 Bildern. Jm legten Bilde: Das Phänomen der tauchenden Sirenen! 15 Minuten unter Wasser! Straße 6. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Sanssouci Kobuser. Nur noch bis 30. Oktober. Die wilde Jagd. Lustspiel in 4 Aften v. Ludwig Fulda. Am 31. Oftober zum erstenmal: Biederleute. Sonntag nachm. 4 1hr: Nick Carter. Oranienstr. 170. Gr. BALL Palast- Theater 9 Einige Sonnabende, 200-300 Bers., zu vergeben. Mullerstr. 142 Etablissement ,, Pharus- Säle" Mullerstr.142 Vergangenen Sonntag Besucherzahl über 5000. Theater an der Spree Borussia- Festsäle 7! 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Nach dem Konzert in beiden Sälen TANZ Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Kindern unter 14 Jahren ist der Eintritt nicht gestattet. Anfang präzise 9 Uhr. Einlaßkarte 50 Pfennig. Kassenverkauf findet nicht statt! 267/ 6* Das Komitee. Schwarzer Friedrichsberg Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh.: Gebr. Arnhold. Fernspr. Friedrichsberg No. 8. Jeden Sonntag im Königsaale: Großer Ball Anfang 4 Uhr. unter Leitung des Herrn O. Bürger. Anfang 4 Uhr. Jeden Montag: 232L* Soiree der Apollo- Sänger. Anfang 8 Uhr. Gee Nach der Vorstellung: Tanz- Kränzchen. Gewerkschaften! Achtung! Vereine! Neubau Armin- Hallen Kommandantenstraße 58/59 eröffnet seit Sonnabend, den 5. Oktober cr. Säle, verschiedener Größe bis 1100 Personen fassend und 5 Vereinszimmer, zu Festlichkeiten, Versammlungen usw. empfehlen Gebrüder Mielitz. Telephon. Amt IV. 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In den hinteren Gr. Ball. Sälen v. 4 Uhr an: Moerners Blumengarten Ober- Schöneweide a. d. Oberspree. Jub.: Alb. Moerner ( Neues Konzerthaus). 14622*] Heute: Extra- Reunion ( Leitung: Tanzlehrer Sachs). Für Vereine und Gewerk. fchaften im Sommer noch Sonnabende zu vergeben. Bedingungen in bekannter tulanter Weise. Bei H. Stramm, Berlin, Ritterstraße 123. Großer Frühstück-, Mittag- und Abendtisch. Mittag mit Bier 60 Pf., abends à la carte in reicher Ausw. zu sol. Preisen. Gr. Fremdenlogis a Bett 40 pf. 2 Vereinszimmer( 20 u. 60 Pers.) auch mit Pianino Telephon Amt IV 2366. 55292* Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis. Sonntag, den 27. Oktober 1907, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35: Herbst- Fest zur Feier des 18jährigen Bestehens des Wahlvereins. Mitwirkende: Solisten- Ensemble unter Leitung des Kapellmeisters Vogel. Harmonium- Künstler Herr Kämpf. Gesangverein Typographia. Rezitator: Herr Karl Stripp. Festrede: Genosse Heinrich Schulz. Nach dem Konzert: >>> BALL. eeee Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Einlaẞ 5 Uhr. Anfang präzise 6 Uhr. Billet 30 Pfennig. 235/ 13* Das Komitee. Zwei naturwissenschaftl. Lichtbilder- Vorträge Montag, den 21. Oktober, in Freyers großem Festsaal, Koppenstraße 29. Thema:„ Die Abstammungslehre"( Deszendenz- Theorie) und ihre Beweise. Mittwoch, den 23. Oktober, in den, Germania- Prachtsälen" ( weißer Saal), Chausseestraße 110. Thema:„ Die Darwinsche Zuchtwahllehre und ihre modernen Ergänzungen. Dozent für Biologie an der Vortragender: Herr M. H. Baege, freien Hochschule zu Berlin. Anfang 8 Uhr. 62/ 1* A. R.B Eintrittskarte 20 Pf. Im Auftrage der Freireligiösen Gemeinde: Der Ausschuß. Arbeiter- Radfahrerbund, Freiheit' I. Kreis Provinz Brandenburg, 2. Bezirk. Sonntag, den 20. Oktober: Gr. Bezirks- fest im Lokale des Herrn Haberecht in Alt- Glienice bei Adlershof, bestehend in Konzert, Theater, Reigenfahren und Vall. Um 2 Uhr: Korsofahrt durch den Ort.. Anjang des Konzerts nach mittags 3 1hr, Kasseneröffnung 2 Uhr. Billett 25 Pf. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach.- Aufbewahrung der Näder fostenlos. Sämtliche Bundesgenossen sind hiermit eingeladen. 6815 Das Komitee. NB. Bon gewiffer Seite wird versucht, dies Fest illusorisch zu machen. Also Bundesgenossen! Die Parole am Sonntag, den 20. Oktober 1907, Die Kreisleitung. sei für jeden: Auf nach Alt- Glienicke. wwwwwwwwwww Fort mit den Privilegien der Anwälte hochaktuell! Soeben erschienen! Enthüllungen aus der Praxis der deutschen Rechtsanwälte. En Beltrag zur Frage der Justizreform von K Birkenwald. !! Wo!! Preis 1 Mark zu beziehen von Tr. Bartholomäus Verlag Erfurt oder durch jede Buchhandlung. www !! Wer!! Taufe ich preiswert für mich Stoff 3. fertigt mir einen Herrenanzug, wenn Herrenanzug? Bei Ludwig Engel, ich Stoff babe? Ludwig Engal, Prenzlauerstr. 23, II, Alexander- Blag. Prenzlauerstr. 23, 11, Alexander- Plaz, Gegründet 1892. 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Petroleumkannen Laternen Briefkasten Waschtische Waschständer Wärmflaschen verzinnt, starke Qualitat Teelöffel Britania- Metall 7,10Pf. Verdichtungsstränge Teelöffe! Alpacca- Metall 15, 25 Pf. Kaffeekannen Wetzsteine Esslöffel Britania- Metall 12, 20 PL. Tassensiebe Vorratsbüchsen Delftmuster 18, 25 Pf. Esslöffel Alpacca- Metall 35, 48 Pf. Ofenvorsetzer Gaskocher 1 Kochflamme 1.25, 65, 80, 95 P. 1.50, 1.95, 2.50, 2.85 Wannen oval 1.00, 1.25. 1,65, 1.95, 2.45 Gaskocher Gaskocher 3 Kochflammen 3.95 Eimer 65 PL grau neublau 85 Pf. marmoriert 95 PC. 4 Kochflammen 4.95 Eimer 2 Gasplätten mit Erhitzer 4.95 Elmer Messingbagel and Knopf ff. dekoriert, mit Deckel ff. dekoriert, mit Deckel, 1.95 Schöpflöffel zum Aussuchen Esslöffel weiss emailliert 2.75, 3.50 Teller sortierte Holländische Blumenzwiebeln Hyazinthen Farben, St. 10, 18 Pr. Tulpen Dutzend 30 Pt. Verzinkte Wannen Crokus Dutzend 25 PL. Narzissen Dutzend 55 Pf. Schneeglöckchen Dtz. 15 Pt. Hyazinthendüten Dtz. 14Pt. ca. 45 50 55 60 65 70 1.45 1.75 2.10 2.45 2.75 3.25 Verzinkte Eimer 23 cm 78 Seifenhalter far die Wasser- Leitang Wasserkannen la Qualität Wasserkannen Porzellanform Wasserkannen konische Form Kummen 25, 35, 45 PL. 13 Pt. 15 Pf. 95, 1.15 1.15 ca. 8-10 Liter 1.25, 1.45 5, 8, 10, 12 PL 10, 15 Pl. 5Pt. 8, 10, 12, 15 PL. Einzelne Seifnäpfe chasseln zum Anhängen für Wasch- 10 PL. verzinnt, extra Waschtöpfe were Qualitat 2.25, 2.95, 3.50 Waschtöpfe grosse Form, neublau od. grau 3.45, 3.95 Ascheimer neublau oder grau 1.05, 1.25, 1.45 Toiletteneimer gestanzt mit Korbbagel ca. 2.95 28 cm 78 ca. 30 cm 95 cm. com 1.25 32 oval mit Fuss Tischlamped grünem Schirplatte 2.75, 3.25 Tischlampe mit Metallfuss, 1.75, 2.25, 2.75 Tischlampe mit mattem Messingfuss, 14" 3.95, 4.95 Küchenlampe mit Messingblende 45, 60P. Beleuchtungs- Artikel Buddha" Küchenlampe Spiegelblende m.dek. Bassin 95,1.25,1.451.95 Boudoir- Lampe Messing 1.35 vernickelt 1.55 Glühstrümpfe 9, 17, 22, 28 Pf 30Pt. Glühstrümpfe Ideal Glühstrümpfe Auer 33 P Gas- Cylinder doppelt gekühlt Gas- Selbstzünder Gasglühlichtbrenner Pf. Bewe 38 PL Dutzend 65, 85 PL. 40 Pt. 38 Pt. ( Blakerzünder) Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 246. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 20. Oktober 1907. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Millionengeschenk Block- Drud Berlin, 19. Ditober 1907. Arbeitsmarkt Warenpreise. Speises Kars Reichstagswahlrecht für Preußen. Bülow winkte und die libe- Speziell in Färbereien soll der Auftragsbestand stark nachgelassen ralen und agrarischen Häupter wallfahrteten nach Norderney. Die haben. Auch im Geschäftsleben macht sich die Verschlechterung von den liberalen Wählern erwartete Wahlrechtsbewegung wurde der Konjunktur bemerkbar, die Zahl der Konkurse nimmt underan der Leine der Kompromisselei aufgehängt. Dafür ergößte den hältnismäßig zu. Durch den Krach auf dem Kupfermarkt ist bes Börsenliberalismus die Zusage der Börsenreform. Die Junker reits eine der bedeutendsten amerikanischen Banffirmen insolvent Insolvenzen haben ihre Freude an hohen Getreidepreisen und die Regierung geworden. Umfangreiche Engagements in Kupfergeschäften sollen sieht mit verschränkten Armen dem Hinaufschnellen der Getreide- auch an dem Bankrott der Hamburger Firma Hallo, Söhle u. Ko. Die Erscheinungen der letzten Zeit am Wirtschaftsmarkt sind preise zu. Durch Suspensierung der Zölle könnte sie entgegen die unmittelbare Ursache haben. Die Passiven der Firma werden meist aerfreulicher Natur. Geit Anbruch der vielgepriesenen wirken und die Liberalen waren immer start im Wortkampf auf 30 Millionen Mart geschätzt, denen Aktiven von 20 Millionen Blodsolitik haben Produzenten und Konsumenten schon manche gegen die agrarische Bollwucherei. In ihrer Zirkus Busch- Ver- Mark gegenüberstehen. Die herrschende Tendenz am Getreide Soffnung begraben müssen. Der Arbeitsmarkt hat fein glän- fammlung, nach der Norderneyer Wallfahrt, haben sie jedoch die markt beeinflußt auch die übrigen Warenpreise. Im Monat Sepzenderes Gepräge bekommen und die Lebenshaltung der Arbeiter Aufgabe des Kampfes gegen die bestehenden Zölle feierlich gelobt. stiegen. Nach den Zusammenstellungen der„ Statistischen Korresp." tember sind die Preise der meisten wichtigsten Artikel weiter ges und Kleinbürger wird durch die Warenteuerung in immer schärferer und nun können die Getreidepreise zu schwindelnden Höhen fosteten nach dem Durchschnitt der Preise an 23 Marktorten Weise bedroht. Bei Weizen haben wir die Hungersnotpreise von hinaufflettern. Allerdings so ganz selbstlos ist das Börsenkapital 100 Kilogramm Mart: 235-236 M. und bei Roggen von 205-207 m. pro Tonne erreicht. nicht, daß es sich begnügte mit dem Versprechen einer BörsenSchrippen und Brot werden bald nur noch in Miniaturausgabe reform, von der man immer noch nicht weiß, was sie bringen Beizen Roggen Gerste Hafer Erbsen bohnen Linsen toffeltt zu haben sein. Gleichzeitig greift der Fiskus in die Tasche der wird. Sehr viel wird es sicher nicht sein, dafür sorgen die liberalen Septbr. 1906 171 153 152 152 240 326 554 50,1 Steuerzahler und schenkt den Kohlen- und Eisenkönigen einige Blockgenossen, die Junker. Das Börsentapital ist jedoch auch hervor- August 1907 208 188 172 190 255 317 593 61,6 Dußend Millionen Mark. Die dem Kohlensyndikat zugestandenen ragend bei der Großindustrie interessiert. Die jetzt herausgeschlagenen Septbбr. 1907 213 193 172 173 257 319 598 58,8 Aufschläge für Brennmateriallieferungen an die Staatseisen- höheren Preise sichern dem Börsenkapital diverse Millionen MehrAlso bei allen Artikeln gegenüber dem Vorjahre ein sehr fräf bahnen machen pro Tonne im Durchschnitt 1,25 M. aus. Von dem gewinn, die man als Erfolg des guten Einvernehmens mit dem tiges Hinaufgehen der Preise. Die Hauffe in Getreide hat sich Gesamtbedarf entfällt auf das Kohlensyndikat ein Quantum von Fiskus buchen kann. Dazu werden durch die günstige Preisgestal- auch auf Hülsenfrüchte übertragen. Ja, im September sind auch ungefähr 6 Millionen Tonnen. Demnach stellt sich die Verteuerung tung die Kurse der großen Werke, bei denen die Banken start be- die Preise für Fleisch wieder über den Stand in August, hinauss für die dreijährige Vertragsdauer auf zirka 20 Millionen Mark. teiligt sind, günstig beeinflußt. Und diese Seite der Sache ist für gegangen. Der Durchschnittspreis stellt sich für ein Kilogramm in Selbstverständlich muß der Fiskus nun auch den anderen Liefe- die Banken gerade nicht von ganz nebensächlicher Bedeutung; die Pfennig: ranten höhere Preise bewilligen. Die Mehrausgabe für Eisenbahn- Höhe der Kurse spielt bei den Bilanzen eine wichtige Rolle. Das Rindfleisch Oberbaumaterial erreicht nicht ganz dieselbe Höhe wie das Ge- Börsenkapital wird der Blockpolitik bie Note: befriedigend" ausvon der vont Keule Bauche schenk an die Grubenbefizer. Schäßungsweise wird die Eisenbahn- stellen. Den Wählern aber, die sehnsuchtsvoll nach liberalen Reverwaltung in den nächsten drei Jahren zirka 700 000 Tonnen formen auf kulturellem, politischem und wirtschaftlichem Gebiete Schienen und annähernd 400 000 Schwellen vom Stahlverbande ausschauen, können sich an den bisherigen Erfolgen des Blockverbeziehen. Für Schienen beträgt der jekt bewilligte Aufschlag hältnisses jedenfalls nicht deleitieren. Durch die gekennzeichnete 8 M. und für Schwellen 6 M. pro Tonne, sodaß den Stahlwerken Politik hat der preußische Eisenbahnfiskus die Preistaltit des Butter gewann 7 Pfennige pro Kilogramm, Eier wurden pro Schock allein aus diez a beiden Bosten eine Mehreinnahme von 8 Millionen Kohlensyndikats und des Stahlverbandes kräftig unterſtüßt und um 32 Pfennige teurer. Diese allgemeine Preissteigerung muß Mark zufliek. Dazu kommen noch Einnahmeerhöhungen aus damit geholfen, die Wirtschaftsverhältnisse in Deutschland un- einen empfindlichen Druck ausüben auf die Lebenshaltung der Aranderen Artikeln, deren Lieferung dem Stahlverbande ebenfalls günstig zu beeinflussen. Nicht nur werden die Steuerzahler be- beiter. Vielleicht darf man für die nächsten Monate mit einem zugestanden worden ist. Es ist sicher nicht zu hoch gerechnet, wenn lastet, das Festhalten an den hohen Rohmaterial- und Halbzeug- Sinken der Fleischpreise rechnen, aber das wäre dann doch nur eine man die Mehrbelastung der Staatskasse zugunsten der Kohlen- preisen lähmt auch die Konkurrenzfähigkeit der jene Materialien vorübergehende Erscheinung, der im nächsten Jahre eine empfindund Stahlfönige auf 30 Millionen Mark schäßt. Es kann aber landsmarkt. Die höheren Preise auf der einen reizen zu Rohn- auch für Futtermittel teilweise erheblichen Ausfall. Für Deutschverarbeitenden und verbrauchenden Industrien auf dem Aus- liche Teuerung folgen würde. Die diesjährige Ernte verzeichnet gar feinem Zweifel unterliegen, daß die Eisenbahnverwaltung brud auf der anderen Seite, sie verschlechtern die Verhältnisse auf land, das selbst nicht genug Futtermittel produziert, besteht die sowohl beim Bezug der Brennmaterialien als auch der Eisen- und dem Arbeitsmarkt. Es ist klar, daß die Industrien, die die Gefahr, durch Ausfuhrverbote in anderen Staaten im Bezuge dieses auf dem offenen Markt das Angebot stürmischer hervortritt, das Preise für ihre eigenen Erzeugnisse den Aufschlag nicht auf diese ihre Bestände reduzieren, der jebige Preis ließe sich nicht halten. höheren Materialienpreise anlegen müssen, bei Abflauung der Artikels auf Schwierigkeiten zu stoßen. Die Viehzüchter würden Ausland die Preise für Halbzeug um 10 Proz. und mehr herabjekt, zeigt der preußische Fiskus eine ganz außerordentliche Gebe- Herstellungskosten einen Ausgleich zu finden. Und bei wachsender Erfahrungen nicht auf großen Vorteil hoffen, Händler und Fleischer übergehen lassen können, versuchen werden, durch Reduktion der Allerdings, die Konsumenten dürfen nach den bisher gemachten faune; er bewilligt höhere Preise. Mit 20 Millionen Mark pro Bahl der Arbeitslosen finden dann solche Bestrebungen nicht den würden sich in den Schaden" teilen. Um so eiliger wird man Jahr ist die Summe, die der Eisenbahnfiskus durch seine Ab- nötigen Widerstand. Leider muß konstatiert werden, daß die Ar- nachher aber wieder sein, den Konsumenten höhere Preise aufzuschlüsse mit dem Kohlensyndikat und dem Stahlverbande den beitslosigkeit in den letzten Wochen weiter gewachsen ist. Das gilt paden, wenn die Bestände der Vichzüchter reduziert und das An. Interessenten in die Tasche steckt, sicher nicht zu hoch geschäßt. besonders für verschiedene Zweige in der Bauindustrie. Ferner gebot abschwächt. Man braucht kein Pessimist zu sein, um der Dafür ist man auf der anderen Seite eifrig auf der Steuersuche, hat sich in der Metallindustrie das Verhältnis auf dem Arbeits- Entwickelung auf dem Wirtschaftsmarkt mit Sorgen entgegenzuMichel muß blechen und die Stahl- und Kohlenkapitalisten preisen markt weiter zuungunsten der Arbeiter verschoben, die Nachfrage sehen und sehr wohl ist die Mahnung an die Arbeiter am Blaze: die günstige Konjunktur. Es könnte gefragt werden: was hat das schwächt ab, das Angebot wächst. Auch in der Textilindustrie, für sorgt durch Stärkung Gurer gewerkschaftlichen und politischen Macht alles mit der Blockpolitik zu tun? Etwas auf jeden Fall! Um welche die Lage bisher als unvermindert günstig galt, beginnt es für die nötige Widerstandskraft, damit nicht auf Gure Schultern den liberalen Wählern wenigstens einen Schimmer von den ver- zu kriseln. Aus verschiedenen rheinischen Orten wird bereits über allein die Folgen der Veränderungen am Wirtschaftsmarkt abge. Heißenen Reformen zu zeigen, fofettierte man etwas mit dem Arbeiterentlassungen und Einschränkung der Arbeitszeit berichtet. laden werden. .> " Ges Schweines Kalb Hammel ränch. fleisch fleisch fleisch fleisch Spec August 1907.. 162 138 158 164 171 Septbr. 163 139 159 165 175 Aber auch andere Artikel der Ernährung sind teurer geworden. 162 165 D. Winter- Paletots Tadellos sitzende, ausgeprobte Passformen. 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Dktober, abends 8% Uhr Zahlreiches Erscheinen erwartet Ortskrankenkasse August Bebel. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 17/1 in der Pasenhofer Brauerch kurmiſte. 25,25, der Hutmacher Houthuraiuren- und Verband der Kürschner 25/26. für den 44. Wahlbezirk Bortrag des Stadtverordneten Hermann Schubert über:„ Unſere kommunalen Forderungen". Dienstag, den 22. Oftober, abends 8%, Uhr für den 45. Wahlbezirk W im Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63. Vortrag des Rechtsanwalts Stadtverordneten Dr. Karl Liebknecht über: Sozialdemokratie und die freisinnige Stadtverwaltung. In belden Versammlungen nach den Referaten freie Distuffion. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Achtung! Der Vorstand. 267/7 Berlins und Umgegend. Filzwarenverfertiger zu Berlin. Geſchäftsstelle und Arbeitsnachweis: Gollnowstr. 5. Tel.- Amt VII, Nr. 318 I. Außerordentliche Mitglieder- Versammlung der Arbeitgeber am Dienstag, den 29. Oftober 1907, abends von 7-8 Uhr, im Kaffenlofal, Mendelssohnstraße 12. Zages Drdnung: Ersatzwahl von 66 Arbeitgeber Achtung! Delegierten zur Generalversammlung Arbeiterinnen der Metall- Industrie! Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends 8 thr: Drei große große öffentliche Versammlungen aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiterinnen in folgenden Lokalen: Andreas- Festsäle, Andreas- Straße Nr. 21, 7216 (§ 46 des Statuts). Letzte Beitragsquittung legitimiert. II. Außerordentliche Mitglieder- Versammlung der Arbeitnehmer Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends 8½ Uhr, im Alten Schützenhause, Linienstr. 5: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1907. 2. Vortrag mit Rezitation des Genoffen Karl Alb. Stripp über: ,, Heinrich Heine". 3. Dis tuffion. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiche Beteiligung der Mitglieder erwartet 102/15 Der Vorstand. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Achtung! Herrenkonfektion. Achtung! am Mittwoch, den 30. Oftober 1907, Morgen Montag, den 21. Oktober, abends 8%, Uhr, bet abends 7-9 Uhr, Wendt, Rönigsgraben, Ecke Münzstraße: im Feſtaurant Feind, Weinstraße 11. Tages- Ordnung: Erfazwahl von 155 Arbeitnehmer Delegierten zur Generalversammlung. Eintritt haben nur die groß Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: Welche Schritte schlagen wir ein, um zu einer tariflichen Lohns Bernhard Rose- Theater, Bad- Straße Nr. 58, hibaren weitglieder gegen Bor, regelung in allen Geſchäften zu kommen? Referent: Stollege Mähr. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49. Zagesordnung: Der Internationale Arbeiterkongreß und die Organisation der Arbeiterinnen. Referenten find die Genoffinnen: Fräulein Ida Altmann, Frau Emma Ihrer, Frau Lily Braun.. Kollegen und Kolleginnen! Sorgt für starken Besuch dieser Versammlungen. Der Einberufer: Adolf Cohen, NW. Charitéstraße 3. 154/9 Gemeinde- Arbeiter Gemeinde Arbeiter von Groß- Berlin! 5 öffentl. Versammlungen Tages- Ordnung: Arbeiterpolitik in der Kommune und die Forderungen der Arbeiter zu den Etats für 1908. Montag, 21. Oktober, abends pünktlich 8 für die Arbeiter der Stadt Schöneberg in der Schloßbrauerei, Hauptstr. Referent: Stadtverordneter Ernst Obst. Mittwoch, 23. Oktober, abends pünktl. 8 für die Uhr, zeigung des Mitgliedsbuches. Der Vorstand gez. Hermann Lenz, Gneisenaustr. 102. Achtung! Die Konfektionsschneider der nicht tariflich geregelten Firmen werden zu zahlreichem Besuch aufgefordert. 166/14 Der Einberufer. Achtung! Hausfrauen! Arbeiter! Bürger! Boykottfreie Bäckereien! In die letzte Liste sind folgende Bäckereien als bewilligt nachzutragen: Bugenhagenstr. 3, Mehls. Buttmannstr. 5, Fr. Hanke. Emdenerstr. 49, Bernau. Graunstr. 37, Müller. Hennigsdorferstr. 13, Baulifat. Gubenerstr. 49, Kehrberg. Friedrichsfelderstr. 17, Schön. Grünthalerstr. 61, Bar. Stopenhagenerstr. 49, Kurth. Storförerstr. 2, Surel. Holländisches Café, Benthstr. 19, ist jetzt boykottfrei. Lhnarstr. 27, Rappmann. Noftizstr. 2, Köppe. Schwedenstr. 11, Fr. Hanke. Soldinerstr. 71, Fr. Hante. Bionstirchstr. 2, Henze. Die Bewilligung seit der letzten Liste zurückgezogen resp. burchbrochen haben: Dunderstr. 75, Hante. 90, 112/114. Graunstr. 5, Ghent. Uhr, Arbeiter der Stadt Berlin im großen Kellerschen Saale, Stoppenstr. 29. Referent: Stadtverordneter J. Sassenbach. Für die Arbeiter der Stadt Rixdorf in Thiels Saal, Bergstraße 151/152. Referent: Stadtverordneter Wilhelm Conrad. Für die Arbeiter der Gemeinde Lichtenberg bei Gürseh, Franks. Chaussee 128. Referent: Gemeindevertreter Oswald Grauer. Greifenhagenerstr. 15, Mickasch. Linienstr. 156/57, Remnig. Schliemannstr. 31, Hante. Swinemünderstr. 80, Pruß. Charlottenburg. Kanalstr. 15, Heine. Spreestr. 11, Bella Nacht. Rummelsburg. Neue Bahnhofstr. 27, Hanisch. Tegel. Schulftr. 1, Lienig. Zur besonderen Beachtung! Meister Barth, Palisadenstr. 58, hat sein Geschäft seit dem Streit fast verdreifacht, darum glaubt er anscheinend sein gegebenes Wort brechen zu dürfen, da er schon seit einiger Zeit die Verbandsbedingungen nicht mehr einhält, vielmehr unserem Kontrolleur erklärte, ,, er ließe sich nicht mehr dreinreden und mache das so, wie ihm das passe". Hausfrauen! Arbeiter! Freitag, 25. Oktober, abends pünktlich 8% thr, Unterstützt die um ihre Menschenrechte für die Arbeiter der Stadt Charlottenburg im ,, Volkshaus", Rosinenstr. 3. Referent: Stadtverordneter Paul Hirsch. Kollegen! Es gilt, unseren Anträgen zu den Etats für 1908 wuchtigen Nachdruck zu verleihen! Sorgt deshalb für massenhaften Besuch der Versammlungen! Keiner darf fehlen alle Mann zur Stelle! 298/8 Oeffentliche 46/1 kämpfenden Bäckergesellen! Die Lohnkommission der Bäcker. Bureau: Auguststr. 36. F.-A. III, 1243. Die Einberufer. Wollen Sie etwas hervorragend Feines trinken? Frauen- Versammlung Dienstag, den 22. Oktober, abends 9 Uhr, in Schmidts Festfälen, Gartenstr. 6. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Georg Ledebour über: 1/ 16+ Die Fran in Staat und Gesellschaft. 2. Diskussion. Bahlreiches Erscheinen erwartet G Die Einberuferin. manianrajnschutzmarke Weingeist Kognak, Rum, fowie alle Riföre rühmlichst weltbekannten, preisgekrönten echten Noa's Original- Extrakte so bereiten Sie fich Shren usw. ſelbſt unter Verwendung der Preis p. Fl. je nach Sorte 25, 35, 40, 50, 60, 75 Pf. usw. Nach beigegebener, einfachster Vorschrift bereitet, ergeben dieselben zirka 2, Liter vollkommen echte und wahrhaft reine Getränke von köstlichem Aroma und exquisitem Wohlgeschmack. Die so bereiteten Liköre usw. sind allseitig als mustergültig anerkannt und den feinsten u. teuersten Qualitäten der Welt in jeder Hinsicht vollkommen gleich, nur bis um das Zehnfache billiger. 4072 Ein einziger Versuch überzeugt! Lassen Sie sich nichts anderes als ebenso gut oder gar besser aufreden. 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A.: Emil Rausch, Goßlerstr. 30. Reichstags- Abgeordneter Richard Fischer Zentralverband de Schuhmacher Deutschlands und Dr.Karl Liebknecht. Freie Diskussion. Erscheint in Massen. Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Buchbinder- Verband. 味 Zahlstelle Berlin. KF Einsetzer. Dienstag, den 22. Oktober 1907, abends 8½ Uhr: in Lokal, Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal 4: Branchen- Versammlung Bekka General- Versammlung. Tarifs. Zages Ordnung: Weberstraße 17. Die Taktik unserer Arbeitgeber zieds Durchführung des neuesten Berbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 96/6 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Stollege Nölte, zweiter Obmann, wohnt Helmholtzstraße Nr. 27. Maschinenarbeiter. Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends 6½, Uhr: Die Tagesordnung wird in den Bezirks- Versammlungen. Bersammlungen bekanntgemacht. Bezirt Norden bei Wilke, Brunnenstraße 188. Südwest bei Nevi, Blücherstraße, Ede Fontane- Promenade. Südost im Reichenberger Hof", Reichenbergerstraße 147. Ost, Nordost im Ost- Rafino", Frankfurter Allee 106. Rixdorf bei Ernst Kutsch, Bannierstraße 59. Mitgliedsbuch mitbringen. Die Branchenkommission. Bäckereigenossenschaft Berlin Eingetrag. Genossenschaft m. beschr. Haftpflicht. Sonntag, den 27. Oftober 1907, nachmittags 2 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung bet Krone, Liegniterstraße Nr. 18. Tages Ordnung: 1. Bericht über den Abschluss vom 28. Juli 1907. 2. Allgemeines. Der Vorstand: G. Geisler. 2. Ertl. Stukkateure! Montag, den 21. Oktober, abends 8%, Uhr, bei Meier, Sebastianstraße 39: General- Verfammlung. Zages Drdnung: 7145 1. Abrechnung vom 3. Quartal und Neuwahl eines Revisors. 2. Feststellung der Arbeitslosigkeit auf Grund des Versammlungsantrages vom 26. September 1907. 3. Die Stofsforb- und Fensterfrage. 4. Verschiedenes. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Pünktlichen und zahlreichen Besuch erwartet 175/4 Die Ortsverwaltung. Dr. med. Guttmanns Aerztl, Lichtheil- und elektr. med. Institut. Unterleibs-, Nerven-, Innere Haut-, Harn-, Geschlechts-, Lelden bet Männern u. Frauen. Alexanderplatz, gegenüber d. Bahnhof. Eingang am Königsgraben.= 9-1, 4-79 Sonntag 9-1. Tages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht vom Verbandstag. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 25/2 Zahlstelle Berlin. Bureau: Waßmannstr. 32a, Hof part. Telephon: Amt 7 Nr. 6920 Montag, den 21. Oktober, abends 8, 1hr, in den„, Musiker. Sälen", Kaiser Wilhelmstr. 18m: Oeffentl. Schuhmacher- Verfammlung. Zages Ordnung: Die Arbeitszeit in der Schuhindustrie, die Notwendigkeit deren Verkürzung im Interesse der inateriellen und geistigen Wohl: fahrt der Kollegenschaft. Referent: Nollege Göller- Frankfurt a. M. Am Sonntag, den 9. November, fiudet im Schweizergarten bas 17. Stiftungsfest des Berbaudes statt. Billetts find im Bureau zu haben. Die Harnleiden thre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. Stes Tausend Verlag Max Richter Frankfurt( Oder) Buschmühl.- Chaussee Photographie Ferdinand Schwalbert Schönhauser Allee 150 I. 12 Visitbilder 1,80 an. Kabinett 5,80 an. Empfiehlt sich Gruppen und Vereinen; auch Amateuren. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. NB. Die Billetts vom„ Guten Montag", der Urania- Borstellung und Bromfilber- Vergrößerungen von D. D. dem Kabarett- Abend müssen bis zum 23. Oktober abgerechnet fein. jedem Bilde. Verband der Capezierer. Wichtig für Vereine! Filiale Berlin. mit Bühne elektrisch Licht für 200-1000 Berfonen ist noch einige Sonnabende unter günstigen Donnerstag, 24. Oktober, abends 8 Uhr, bei Wendt, Beuthstr. 21: Bedingungen zu vergeben. Quartals- Versammlung. Tages Ordnung: Treptower Luftgarten, strane, Park2, Haltestelle der Siemens- Bahn. 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Bericht des Kassierers. 8. Verbands: Sub.: Chr. Fennel, borm. Bade. angelegenheiten. Was Mitgliedsbuch legitimiert. Um bollzähliges Erscheinen ersucht 178/20 Die Ortsverwaltung. Wer seine Kinder lieb hat und den Wunsch hegt, sie gesund und blühend zu erhalten und ihnen ein reiches Kapital an Straft und Widers ftandsfähigkeit für des LebensStürme und Kämpfe mitzugeben, ber gebe ihnen Bio- Malz, einen hochkonzentrierten Saft aus Gerstenmalz mit phosphorfauren Kaltsalzen( absolut altoholfrei). BioMalz ist das natürlichste, von schäd lichen Chemikalten gänglich frete, nur ben größten Nußen gewährende Ge nuß und Nährmittel der Jugend. Machen Sie einen Bersuch, et toftet nicht viel tann aber anendlich viel nügen. Bio- Malz ist zu haben in Apotheken, Drogerien. Breife: Dofe 1 m., 1/ 1Dofe 1.90 m Illustr. Broschüre versendet gratis Chem. Fabrik Gebr. Patermann, Friedenau- Berlin 85 Zu verkaufen. In Appenzell a. 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ZtA." hqrten die Antragsteller„insbesondere eine Gelegenheit gesticht, um sich mit dein Stadtrat Fischbeck wegen seiner Ausstchrrungen in der Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik in Magdeburg über die Mtarbeit von Sozial- demokraten'.' in den Kommunen auseinandersetzen zu können". ..Tie /Parteibudiker und sonstigen Kostgänger der aus Arbeiler�rbschen zusammengebrachten Fonds"— so schreibt das..anpändige" Freisinnsorgan—„drangen in der sozial deinokrgtjschxu Fraktion der Stadtverordnetenversammlung daraich daß vor aller Welt kundgetan tvürde, welchen hohen praktischen Wert ihre Mitarbeit in der Gemeinde habe." Mit der ihr in sozialdemokratischen Angelegenheiten eignen verlogenen Frechheit hat die„Freisinnige Zeitung ssch die„Entstehungsgeschichte des Antrages" aus ihren schmutzigen Redaktionsfingern gesogen. Niemanden ist es ein- gefallen,— auch dem„Vor'.värts" nicht— die„bedeutende" Persönlichkeit des Herrn Fischbeck in irgend eine Beziehung zu diesem Antrag zu bringen, dessen Tendenz schon früher wiederholt von den Vertretern der Sozialdemokratie im Rat haus angeregt und befürwortet worden und dessen jetzige Einbringung bereits vor der„berühmten" Magdeburger Rede Fischbecks von der Fraktion beschlossen war. Die„Freisinnige Zeitung", die seit langer Zeit, nüf die völlige Unbekanntschaft ihrer Leser mit den Tatsachen spekulierend, die dümmsten, niederträchtigsten und verlogensten Nachrichten über die positive Tätigkeit der Sozialdemokratie in die Welt setzt, sollte sich ihres Schützlings, des Herren Fischbeck, nicht gar zu eifrig annehmen, denn was dieser Berliner Stadtrat über die Sozialdemokratie in Magdo bürg gesagt hat, steht im grellsten Widerspruch mit wieder holten, der Wahrheit die Ehre gebenden Aeusterungen des Oberbürgermeisters Kirschner, der im Gegensatz zu Fischbeck die praktische Arbeit der sozialdemokratischen Stadtverordneten 'Berlins dankend anerkannt hat. Wenn Herr Fischbeck in Magdeburg von dem„Budiker Niveau" der sozialdemokratischen Stadtverordneten gesprochen hat, so erklärt sich das wohl ungezwungen daraus, daß der �Redner in jener Stunde vermutlich von den Einwirkungen des eigentümlichen, in„Budiken" sich häufig entwickelnden �Dunstes nicht ganz frei war. Nach der„Freisinnigen Zeitung" chat Herr Fischbeck am letzten Donnerstag dagesessen,„lauernd 'aus den Augenblick, wo ihm die Möglichkeit geboten würde, .seine in Magdeburg getanen Ausführungen an der Hand vo n Tatsachen zu beweisen". : Nun, dem Manne kann geholfen werden. Wir glauben 'stur, daß die Tatsachen des Herrn Fischbeck von derselben Dualität sein iverden— wie die Tatsachen, die die„Frei- sinnige Zeitung" ihrer„Entstehungsgeschichte" des sozialdemo- rkratischen Antrages zugrunde gelegt hat— nämlich Luftgebilde freisinniger Phantasie oder, deutlicher gesagt, freisinniger 'Schwindel. Den Gipfel der Unverschämtheit und lügenhaften Verdrehung Erreicht die„Freisinnige Zeitung", indem sie ihre Sudelei mit wen Worten schließt:„Wir können nur dankend für die im !„VorwärtS" öffentlich kundgetane Feigheit der sozialdemo- Akratischen Berliner Stadtverordnetenfraktion quittieren". i Wer lacht da? Der Liberalismus von der Sorte der .'„Freisinnigen Zeitung" wirft der Sozialdemokratie„Feigheit" wor— diese Fallstaffpolitik verträgt keine ernsthafte Wider- Icgung sondern löst nur fröhliche Hesterkeit aus.— Aber damit die„Tapferkeit" des Berliner Rathausfreisinns männiglich anerkannt wird, wollen wir das neueste Werk der liberalen Mannesseelen aus dem Dunkel eines nichtöffentlichen Ve- schlusses an das Licht der Oeffentlichkeit bringen, hoffend, daß wir damit dem bei den konservativen Blockteilen immer ,11 och nicht zweifelsfreien liberalen Blockpartikelchen eine bessere Position schaffen. Vor sieben Jahren erging aus Anlaß der Beantwortung einer von der Stadtverordnetenversammlung an die Kaiserin gerichteten Geburtstagsadrcsse durch den damaligen Ober- Hofmarschall v. Mirbach ein Schreiben an die Versammlung, welches Veranlassung gab, auf weitere Uebersendungen von Gcburtstagsadressen an die Kaiserin zu verzichten. Das soll nun anders werden. Am vorigen Donnerstag wmde in nichtöffentlicher Sitzung der Beschluß gefaßt, der Kaiserin zum Geburtstage wieder zu gratulieren und der Wortlaut eines vorbereiteten Entwurfs genehmigt. Nun wird es dem Reichskanzler gewiß noch leichter werden, die junkerlichen Blockbrüder von der Zweckmäßigkeit liberaler Politik in: Reiche und in Preußen zu überzeugen. Der„Freisinnigen Zeitung" aber gratulieren wir zu dem Eifer ihrer Gesinnungsgenossen im Berliner Rathause, die den sieben Jahre lang geübten„Bürgerstolz vor Königsthronen" der konservativ-liberalen Paarung geopfert haben. « Kommunalwahlerversammkimgen. Ein paar Schlupfwinkel des Berliner StadtfreisinnZ sind bisher noch die Komm»» alw ahlbezirke 29 und 41 dritter Ab- teilung, die zum fünften R e i ch s t a g s w a h l k r e i s gehören und migrenzende Teile des sechsten beziehungsweise des ersten ReichstagSwahlkreises mit umfassen. Die Sozialdemokratie wird dies- mal den Versuch erneuern, auch aus diesen Bezirken den Freisinn endlich verdientermaßen hinauszutreiben. Sie empfiehlt den Wählen: als ihre Kandidaten für den 29. Wahl- bezirk den Kaufmann �onas Stahl und für den 4t. Wahl- bezirk den Töpfer Richard Babiel. Die erste Kommunal- wähler-Verfammlung, die für diese beiden Bezirke von unseren Genossen am vorigen Freitag im„Rosentaler Hof" gcvlant worden war, wurde bekanntlich vereitelt durch eine sürforgliche Polizei, die just noch zu rechter Zeit erkannt hatte, daß der Saal für eine solche Versammlung sich nicht mehr eigene. Die zweite Kommunalwählcr- Versauimlung für die Bezirke 29 und 41, die an diesem Freitag nach den„Borussia-Sälen" in der Ackerstraße einberufen worden war, wurde von der Polizei nicht verboten, aber sie stand unter einem so starken polizeilichen„Schutz", daß einem beim Anblick all' der Pickel- Hauben anders werden konnte, In imserer Sonnabendmmimcr ist bereits unter den letzten Nach- richten geschildert worden, ivelche Sympathiekundgebmig dem„Hoch- Verräter" Genossen Liebknecht, der als Referent angekündigt war, von der«rbeiterbevollerung Berlins bereitet wurde. Liebknechts Referat war eine flammende Anklage gegen die Mißwirtschaft des Berliner Kommuna'lfreisinns, die diesem im Raihause ermöglicht wird, weil das Dreiklassensystem des Gemein de Wahlrechtes ihm die Herrschaft sichert. Treffend hob der Redner hervor, daß das weitestgehende Wahlrecht, wenn jemand überhaupt eine Ungleichheit des Wahlrechtes als zulässig ansehen wolle, nicht den Wohlhabenden gebühre, denen durch ihren Geldsack ohnedies Macht genug verliehen werde, sondern den Minder- bemittelten, den Wählern aus der werktätigen Bevölkerung, die gegen- über der Interessen Wirtschaft der Geldsacksbesitzer fast wehrlos sei. Liebknecht betonte scharf die Pflicht aller Wähler dritter Abteilung, nicht in gleichgültiger Wahlsaulheit auch noch das geringe Wahlrecht preiszugeben, das unter dem Dreiklassensystem ihnen gnädigst gewährt wird. Er schilderte den Druck, den die besitzende Klasse durch die Oeffentlichkeit der Stimmabgabe nicht nur auf Arbeiter auszuüben sucht, sondern mehr noch auf kleine Gewerbetreibende und Unterbeamte. Sehr vielen Wählern dieser Bevölkerungs- schichten gehe eS sehr wider über ihre Ueberzeugung, für d i e Männer zu stimmen, die man ihnen von dort ans als ihre „geeignetsten Vertreter" aufdrängen wolle. Der Einfluß, der im Siadtparlament den Besitzenden durch das Dreiklasiensystem garantiert wird, erfährt noch eine Steigerimg durch das Hausbesitzer- Privileg. Die Gemeingefährlichkeit dieses Privilegs wurde vom Redner besonders an dem Schicksal der Wertzuwachssteuer nach- gewiesen, die durch die Machinationen der hausagrarisch- freisinnigen Stadtverordnetenmehrheit zu Falle gebracht worden ist. Durch die Verhinderung der Einführung einer Wert- zuwachssteuer hat der Freisinn unserem Gemeinwesen eine Einnahmequelle abgeschnitten, deren Erschließung der Stadt Berlin eine Reihe dringend notwendiger Reformen ermöglicht hätte. Wie viel in dieser Hinsicht zu tun noch übrig ist, das zeigte Liebknecht an Beispielen aus dem Gebiete der Schulpolitik. der Arbeitersürsorge, des Wohnungswesens, der Armenpflege usw. Wenn der Freisinn sich zu irgendwelchen Reformen in der Kommune bequeme, so folge er lediglich dem Druck, den die Sozialdemokratie auf ihn ausübt. Deshalb bandle die Wählerschaft 3. Abteilung nur in ihrem allereigensten Interesse, wenn sie am 6. November ihre Stimmen abgebe nicht für die Feinde der werktätigen Bevölkerung, sondern für die Sozialdemokratie.— Auf das Referat folgten kurze Ansprachen der Kandidaten der Sozialdemokratie, des Genossen Kaufmann Jona? Stahl für den 29. Bezirk und des Genossen Tögser Richard Babiel für den 41. Bezirk. Der Versammlungsleiter Genosse Wels schloß mit einem kräftigen Appell an das Pflichtgefühl aller Genossen, deren Aufgabe es fei, am 6. November auch diese beiden Bezirke dem Freisinn zu entreißen. Ueber die Aufgaben der Kommune sprach Genosse Artur Stadthagen am Freitag in der öffentlichen Kommunalwähler- Versammlung für den 36. und 48. Bezirk. Ballschmicders großer Saal war voll besetzt, und die Versammlung folgte mit größter Aufmerksamkeit den ebenso lehrreichen wie anfeuernden Worten des Redners. Man suche ja jetzt, sagte der Redner, die Tätigkeit der Sozialdemokratie als Hochverrat zu brandmarken. Nun, jeder Sozialdemokrat der beiden Bezirke werde durch die offene Stimm- abgäbe für die im Kampf erprobten Kandidaten der beiden Bezirke, der Genossen Leid und Wurm, beweisen, daß er bereit ist, in diesem Sinne Hochverrat gegen die Interessen der herrschenden Klasse zu üben. So verwerflich die öffentliche Stimmabgabe samt dem ganzen, aller Gerechtigkeit hohnsprechenden Dreiklassenwahl- system auch sei, habe doch jeder Arbeiter die Pflicht, sein bißchen Wahlrecht gegen die Herrschaft des Geldsacks auszunützen. Der Redner schilderte dann die Ungeheuerlichkeiten dieses von den Freisinnigen für unentbehrlich erachteten Wahlunrechts und be- merkte treffend, daß doch der Wohlstand der Stadt auf der Arbeit der großen Menge beruht, daß Berlin in sich zusammenfallen würde, wenn die Arbeiter auswandern wollten. Aufgabe der Sozialdemokraten im roten Hause sei es, gegen die Interessen- Politik der Besitzenden Sturm zu laufen. Aus der Fülle der kom- munalen Tätigkeit hob der Redner dann einige besondere Gebiete hervor und zeigte an Beispielen, wie die Vertreter des Geldsacks Anträge der Sozialdemokraten immer wieder als unerfüllbar, als Versuche zur Untergrabung des Privateigentums, gleichsam als eine Art Hochverrat gegen die Interessen der Stadt hinstellten, aber doch dann im Laufe der Jahre manches davon zugestehen mußten. So sei gerade jetzt solch ein„hochverräterisches Unternehmen" vom Magistrat beschlossen, das schon im Jahre 1887 von der Sozial- demokratie geplant war, nämlich die Gebührenfreiheit für gesetzlich angeordnete Desinfektion. Der Redner wies ferner darauf hin, wie die Sozialdemokratie schon seit 1899 die Eingemeindung der Vororte verlangte, wie aber die Freisinnigen dieses Streben zum Schaden Berlins zu hintertreiben wußten. Im Verlauf seiner Darlegungen ging Redner auf die Geschichte der Wertzuwachs- steuer ein und kritisierte dann unter Anführung beweiskräftiger Tatsachen das schofle, inhumane Verhalten der Kommune als Arbeitgeber. Eine besondere Kritik erfuhr auch das Schulwesen. Tun doch die Geldsacksvertreter so, als ob sie und ihre Wähler den Gemeindcschülcrn und deren Eltern wunder was für Geschenke machten, obwohl ein Gemeindeschüler der Stadt jährlich nur un- gefähr 82 Mark kostet, ein Realschüler aber 172, ein Gymnasiast gar 183 Mark, sodaß selbst wenn, den Forderungen der Sozialdemo- kratie entsprechend, die Lehrmittel allgemein unentgeltlich, Früh- stück und Mittagessen, sowie Kleidung den Gemeindeschülern auf Kosten der Stadt gewährt würden, kaum die Summe erreicht werden würde, die der Gymnasiast der Stadt kostet. In seinem Schlußwort betonte der Redner, daß nur die Sozialdemokratie die Interessen der großen Masse der Bevölkerung vertritt und den Kampf führt für den sozialen Fortschritt und Kultur. Bei der Wahl gilt es, die Tausenbe aufzurütteln, die dessen noch bedürfen, ihnen klar zu machen, daß sie ihre Stimmen nur der Sozialdemo- kratie geben. Die Masse der Wählerschaft aber hat zu verlangen von ihren Stadtverordneten, daß sie„Hochverrat" üben gegen die Jntcressenwirtschaft der Geldsacksvertreter. Der Vortrag fand stürmischeu Beifall. Zur Dislussion meldete sich niemand. Nach einigen zu eifrigster W-ahlarbeit anspornenden Worten des Vorsitzenden wurde die Versammlung mit Hochrufen auf die Sozialdemokratie geschlossen. Partei- �Zngelegenbeiten. Montag, den 21. Oktober, 8 Uhr abends, findet in der Neuen Welt, Hasenheide, eine Volksversammluna statt, in welcher die Genossen Richard Fischer und Karl Liebknecht über den„ H o ch v e r r a t s P r o z e ß in Leipzig" referieren. Der Aktionsausschuß. Erster Wahlkreis. Sonntag, den 27. Oktober, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 85: Herbstfest zur Feier des 18jährigen Bestehens des Wahlvcreins._ Auserlesenes Programm. Die Festrede wird gehalten vom Genossen Heinrich Schulz.— Billetts a 30 Pf. sind bei den Kassierern Bittner und Weihnacht sowie bei den Bezirksführcrn zu haben. Anfang präzise 6 Uhr. Zahlreichen Besuch ertvartet Das Komitee. Dritter und vierter Kreis, 12. Kommunalwahlbezirk. DienS- tag, den 22. Oktober, findet im„Märkischen Hof", Admiralstr. 18c, eine öffentliche Wählcrversammlung statt, in welcher Reichstags- abgeordneter F r i ü Z u b e i l über:«N n s e r e k o m munalen Forderungc n" sprechen wird. Das Wahlkomitce. Schönebcrg. Am Dienstag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, findet in der Schloßbraucrci, Hauptstr. 112, eine Versammlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung:«Die Auf- gaben der Sozialdemokratie". Referent: Reichstags- abgeordneter Genosse August Bebel. Erscheint rechtzeitig in der Versammlung. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Mariendorf-Marienfelde. Unsere Parteispedition befindet sich. da Genosse Paul Müller verzogen ist, jetzt beim Genossen Hermann Reichardt, Chausseestratze. Alle Bestellungen und Beschwerden über unregelmäßige Zustellung des„Vorwärts" sind dort abzu- geben. Für Marienfelde nimmt Bestellungen entgegen der Genosse Ad. Berger, Kirchstraße. Der Vorstand. Lichtenberg. Dienstag, den 22. Oktober, abends 8% Uhr, findet im Lokal„Schwarzer Adler"(Inhaber: Gebr. Arnhold), Frankfurter Chaussee 5, eine außerordentliche Generalversamm- lung statt. Tagesordnung: 1.„Kommunalverwaltung und politische Parteien". Referent: Gen. Grauer. 2. Ergänzungswahl zum Vorstand. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Ver- einsangelegenheiten. Parteigenossen! Angesichts der bevor- stehenden Stadtverordnetenwahlen wird erwartet, daß jeder Partei» genösse zur Stelle ist. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Köpenick. Dienstag, den 22. Oktober, abends 8l-h Uhr, findet im Lokale des Genossen Seidel, Grünauerstr. 31, die regelmäßige Versammlung des Wahlvereins statt. Referent: Genosse Pagets. Zahlreiches Erscheinen dringend nötig. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Am Dienstag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, findet im Lokale des Herrn Gottlieb Fröhlich die Generalber- sammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht der Funktionäre. Vortrag des Genossen Stiefenhofcr über:„Der Essener Parteitag." Pflicht eines jeden Genossen ist cS, pünktlich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Groß-Bcsten und Umgegend. Am heutigen Sonntag, nach- mittags 2 Uhr, findet im Lokale von Hermann Meinccke eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt. Tages- ordnung: Vortrag des Reichstagsabgeordneten Fritz Zubeil. Nach der Versammlung: Familienkränzchen nebst Komikcr-Vorträgcn. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufcr. Nowawes. Mittwoch, den 23. Oktober, abends 8% Uhr, findet im Lokale von Singer(„Volksgarten"), Priesterstr. 31, eine Volks- Versammlung für Männer. und Frauen statt. Genosse Wilhelm Pfannkuch referiert über:„Die gegenwärtige politische Lage." Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufcr. Spandau. Am Mittwoch, den 23. Oktober, findet ein Extra- zahlabcnd statt. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, da äußerst wichtige Fragen zu beraten sind, zu erscheinen. Der Vorstand. ßerUmr j�achricbten. Anständige Leute. Aus Anlaß der Verbreitung unserer Agitationsnummer sind uns verschiedene Zuschriften zugegangen, die von blödsinnigsten Schimpfe« reien strotzen. Wir sind das gewöhnt und wundern uns nicht weiter darüber, sind sie doch für uns ein Beweis, welche Verheerungen die bürgerliche Presse in den Köpfen dieser Leute anrichtet. Das Interessanteste an diesen Zuschriften ist, daß verschiedene Verfasser dieser Schimpfergüsse sich zu den anständigen Leuten rechnen, sogar großes Gewicht darauf legen. Da die meisten Schreiben anonym eingegangen sind, so haben wir dieselben unserem Grundsatz gemäß dem Papierkorb überantwortet; von besonderem Mut der Absender zeugt es nicht, daß sie sich nicht getrauen, ihren Namen zu nennen. In einem Falle ist unS aber eine Karte mit Unterschrift zugegangen, die unS wert erscheinen läßt, sie im vollen Wortlaut tviederzugebcn; sie lautet: 18. 10. 07. In den letzten Tagen ist cS wiederholt borgekommen, daß Exemplare des„Vorwärts" in meinen Briefkasten gesteckt wurden. Ich ersuche Sie, Ihre Expedition anzuweisen, in Zukunft der- artige Unverschämtheiten zu unterlassen. ES ist ja traurig genug, daß ein solches Schundblatt, das in jeder seiner Nummern die Seele unserer Arbeiter systematisch vergiftet, ihnen die hiriiverbraimtesten Lügen auftischt, um den armen Leute» ihre sauer verdienten Groschen aus der Tasche zu locken, überhaupt gedruckt werden darf. Daß sich aber Ihre Expedition untersteht, dieses Blatt anständigen Leuten in das Haus zu schicken, trotzdem sie doch weiß, daß dieselben derartige Schmutzblätter kaum mit der Feuerzange anfassen, das übersteigt den Gipfel aller Frechheit. von Reichenbach, Major a. D. Ueber den Inhalt dieses Elborats wollen wir mit dem Herrn Major a. D. nicht diskutieren, er richtet sich von selbst. Er läßt vermuten, daß der Herr seine tägliche geistige Kost aus der„Post" bezieht und da muß man schon von voniherein für mildernde Umstände plädieren; für die Leser dieses ScharfmacherblatteS haben ivir immer in echt christlicher Nächstenliebe daS Gefühl des Be- dauernS übrig. Ueber den Begriff„anständige Leute" werden wir uns mit dem Kartenschreiber auch nicht verständigen können. In einen» MajorS- Hirn a. D. spiegelt sich dieser Begriff anders als in einem Arbeiter- Hirn, aber lernen könnte dieser„gebildete" Herr auf diesem Gebiete noch manches von den„ungebildeten" Arbeitem. Der Magen der Kirche ist unersättlich. Das geht am besten daraus hervor, daß die Kirche bemüht ist, überall, wo es nur irgend geht, Geld locker zu machen. Eine der hauptsächlichsten Geldquellen bildet die Kirchensteuer. Es verschlägt der Kirche nicht im geringsten. Geld auch von denen zu nehmen, die gar nichts von ihr wissen wollen; sie bezieht sich dabei auf das Gesetz, nach dem sie Steuern erheben kann von Leuten, die auch nur der Form nach der Kirche angehören, sonst aber Kirche Kirche sein lassen. Nur wer gerichtlich seinen Austritt aus der Landeskirche erklärt hat. ist von der Zahlung der Kirchen- steuer befreit. Wie wir schon wiederholt gezeigt haben, läßt die Kirche aber auch diese Personen, von denen sie nichts zu fordern hat, keineswegs in Ruh. Die Kirchenbücher sind so sehr in „Ordnung", daß zahlreiche Personen als Gläubige geführt werden, die oft seit Jahrzehnten ihren Austritt aus der Kirche erklärt haben. Es befinden sich Personen in den Kirchenbüchern, die nie die Taufe empfangen haben und die von Eltern geboren wurden, die der Kirche nie angehörten. Wie kommen diese Personen in die Bücher? Dieser Tage nahmen wir Einsicht in zwei von der Stadtshnode ausgegangenen Steuereinschätzungen, die ehemaligen Juden zugegangen waren. Wie kommen diese in die evangeli- scheu Kirchenbücher? Nebenbei bemerkt, waren diese Personen auch bereits seit einigen Jahren aus der Kirche amtsgerichtlich ausgeschieden. Mit der katholischen Kirche sieht es nicht besser aus. Besonders die St. Scbastian-Kirchcngemeinde scheint in der Heranziehung zur Kirchensteuer etwas los zu haben. Aus dieser Gemeinde liegen uns heute gleich zwei Fälle von unberechtigter Veranlagung vor. Ein Arbeiter in der Utrechterstraßc ist seit Lebzeiten mit Frau und Kindern stets evangelisch gemeldet, die katholische Gemeinde will von ihm Steuern haben. Wie kommt sie dazu, diese Familie als katholische Kirchcnmitglicder zu führen? Unser Parteispeditcur in der Ackcrpraße ist seit' Wenn in dieser Weise die Ordnung" in den Kirchenbüchern geführt wird, so haben wir wohl ein Recht, die Statistik über die Bugehörigkeit zu den einzelnen Kirchengemeinden, die amtlich auf gemacht wird, für vollkommen mangelhaft und unzuverlässig zu bezeichnen. Die Kirchenbehörden sagen sich einfach: flappt es, dann flappt Die Kirchenbehörden sagen sich einfach: klappt es, dann klappt eal die Hauptsache ist, daß wir recht viel Geld in den Beutel bekommen. Ein schweres Brandunglück 24 Jahren aus der evangelischen Kirche ausgeschieden, schadet| An dem Fundort wurde eine Flasche entdeckt, die anscheinend Gift nichts, die St. Sebastiangemeinde schickt dem Genossen einfach eine enthalten hat. Es ist daraus zu entnehmen, daß die jungen ereignete sich gestern abend im Hause Turmstr. 58. Dort wollte die Zuschrift, daß er als Mitglied der Kirchengemeinde 3,20 M. Mädchen, bevor sie sich in das Wasser stürzten, Gift tranfen. Die Frau des Stuffateurs Engel eine Mischung von Spiritus und Steuern bezahlen soll. Leichen der jugendlichen Selbstmörderinnen konnten bisher noch Seife kochen, die zum Bestreichen von Bäumen dienen sollte. Dabei nicht gelandet werden. fingen die Spiritusdämpfe Feuer und im Nu standen auch die Kleider der Frau in Flammen. Hülferufend stürzte die Unglückliche Vom Automobil des Prinzen Eitel Friedrich überfahren. In aus ihrer im vierten Stock des Seitenflügels belegenen Wohnung der Nähe des Bahnhofs Tiergarten wurde Freitagabend gegen die Treppen hinab, wo sie erschöpft auf dem Podest des ersten 10 Uhr ein Radfahrer, der 43 Jahre alte Monteur Eduard Sandke Stodes zusammenbrach. Hausbewohner eilten herbei und erFriedrich überfahren und erheblich verletzt. Der Pring wollte mit verlegtem Zustande wurde sie nach dem Moabiter Krankenhause ge aus der Kantstraße 63, von dem Automobil des Prinzen Eitel stickten das Feuer an dem Störper der armen Frau. In schwerseiner Gemahlin von Berlin nach Potsdam fahren. Nahe am schafft. Auch ihre Tochter, die Hülfe bringen wollte, erlitt schmerz Das entstandene Bahnhof Tiergaten erfaßte das sehr schnell fahrende Automobil hafte Brandwunden. enter wurde von der alarmierten Feuerwehr bald gelöscht. Warnung. Der Polizeipräsident teilt mit: In hiesigen und den Radfahrer und warf ihn mit großer Gewalt auf den Asphalt. auswärtigen Beitungen wird feit einiger Zeit von der Firma Poel Sandte erlitt vier große Quetschwunden am Stopf und an der Feuerbericht. Gestern früh um 7 Uhe Hand auf freiem Felde mann in München Plobners neuverbesserte Hörtrommel" für Süfte. Der Prinz ließ sofort halten und den Verwundeten in an der Ecke der Soldiner- und Wriezenerstrahleng Schuppen in Schwörhörige sowie gegen Ohrensausen und nervöses Ohrenleiden feinen Wagen tragen. Er brachte ihn dann zur Unfallstation 11 Flammen. Um diese zu löschen, mußte dieeeehr fräftig angepriesen. Da der zum Preise von 10 M. angebotene einfache nach der Berlinerstraße 48a und wartete dort eine halbe Stunde, trichterförmige, innen mit einer Membran versehene Apparat uns bis der Verwundete von Dr. Jakobius verbunden war. Dann verhältnismäßig teuer ist, die ihm von der Firma beigelegten fuhr Brinz Eitel Friedrich den Verunglückten nach dessen Wohnung Birkungen nicht befizt, unter Umständen sogar schädlich wirken kann, in der Kantstraße, hatte aber unterwegs noch das Pech, daß ihm wird vor dessen Anlauf hierdurch gewarnt. das Benzin ausging. Er mußte dreiviertel Stunden auf der Straße warten, ehe neue Essenz herangeschafft war. " Bandalentätigkeit auf der Eisenbahn. Nach einer am torgestrigen Tage erfolgten Bekanntmachung der Eisenbahndirektion Berlin sind im Betriebe der Stadt-, Ringbahn und des Das schnelle Fahren der Hofautomobile ist schon längst Vorortverkehrs wieder Eisenbahnfrevler tätig, welche der Ver- allgemein beklagt worden. Es ist nur ein Wunder, daß waltung empfindlichen Schaden zufügen. So werden die Rahmen nicht schon mehr Unglüd angerichtet worden ist. Kürzlich ging der im Innern an den Türen befindlichen Klassen- und Wagen uns bereits eine Zuschrift zu, in der über das schnelle Fahren bezeichnungen und Meffingbügel gestohlen, die hanfgeflochtenen des Kronprinzen Klage geführt wurde. Hoffentlich nehmen die Gepädneke, Leberriemen sowie in den zweiten Wagentlassen die Beteiligten nach diesem Unglüd Veranlassung, die Chauffeure ihrer Bolster zerschnitten und in den Raucherabteilen die Aschbecher zer- Wagen zu einem weniger schnellen Fahren anzuhalten. trümmert oder auch gänzlich losgeschraubt. Die Türen werden auf den in der Fahrt befindlichen Zügen aufgerissen, damit sie von den aus entgegengesetter Richtung kommenden Trains zugeschleudert und zerschmettert werden. Die Bahnverwaltung feht auf die Ermittelung der Täter Belohnungen von 20 bis 100 m. aus. Die Höhe der Prämie ist von der Bedeutung des zur Kenntnis der Behörde gebrachten Falles abhängig. Artig! Der schwarze Mann kommt! Bringt 20 Pfennige mit! Uns wird geschrieben: In unseren städtischen Schulen geht " " Aus der Welt, in der man nicht- arbeitet. und sonstigen deutlichen und undeutlichen Empfehlungen folgendes Die„ Vossische Zeitung" bringt fawischen Maniture-, MasseusenInferat: Caruso. 29. April Arda II. Rang Brosz.- Roge 1. 1 Platz, 50 Mart, zu verkaufen. Adr. unter T. G. 1 Erped. dieser Zeitung. jurban spid Wasser geben. Vor dem Hause Schulstraße 103 brannte machts ein Automobil. Der 16. Zug löschte die Flammen mit einer Schlauchleitung, doch war das Auto nicht mehr zu retten. her. Roch straße 70/71 war die Holzverkleidung eines Schallbreite für eine ein Brand gelöscht werden, der in einer Waschfüche ausgekommen elektrische Leitung in Brand geraten. Schlesischestraße 1 mußte bar. Ferner hatte die Wehr in der Lützowstraße 56, Styrestraße 42 und anderen Stellen zu tun. Arbeiter- Samariterkolonne. Montagabend 9 Uhr: prtfetzung des Kursus in der 1. Abteilung, Dresdenerstr. 45. Wor trag über Physiologie. Neue Mitglieder können noch jederzeit eintreten. Einschreibegeld 25 Pf., Monatsbeitrag 25 Pf. Gäfte haben einmaligen freien Zutritt. Am Donnerstag Fortjehung des Kursus in der 3. und 4. Abteilung. Rydorf. Vorort- Nachrichten. Sussid g HD and atomindalo Der Wahlverein hielt am 16. Oftober seine gut besuchte Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken 7 verstorbener Genossen in der Für 50 M. muß ein fleißiger Arbeiter zwei Wochen schwer üblichen Weise. Genosse 3irtel gab in seinem Vorstandsbericht augenblicklich der" schwarze Mann" um, aber nicht um den arbeiten und es gibt tausende Familien, die im ganzen Monat nicht einen Rückblick auf das verflossene Quartal. Er hob hervor, daß Kindern bange zu machen, sondern um sie zu belehren, und so viel für ihre Lebenshaltung ausgeben können. Nichtarbeiter, die der Vorstand von der Veranstaltung zweier Versammlungen in stvar über die Fruchtbarkeit unserer afrikanischen Kolonien". Begonnen hat der schwarze Blodbruder nach dem bekannten biblischen Ausspruch auch nicht effen sollten, einem Monat des 2. Quartals wegen des schwachen Besuchs Abin dem Gymnasium( Realgymnasium); jest tommen die Real- geben 50 M. für eine Augenweide oder Dhrenschmaus aus. Gött stand genommen habe. Auch in diesem Quartal habe der Besuch zu wünschen übrig gelaffen. Nur die beiden öffentlichen Versamm schulen daran und dann wahrscheinlich die Gemeindeschulen. Damit liche Weltordnung. lungen, bei Hoppe, in der Genosse Eisner den Petersprozeß und ist die Tätigkeit der schwarzen Weisheit" noch keineswegs Der unbekannte Lebensmüde. Den Schlußatt eines Liebes- unsere Afrikaner fritisch beleuchtete, und die Versammlung in der erschöpft, denn die Spielschulen und Kindergärten dürfen auf dramas scheint ein Selbstmord zu bilden, den ein unbekannter Neuen Welt, die sich mit den Verkehrsverhältnissen Nixdorfs bee feinen Fall übergangen werden; im Gegenteil muß man der Mann auf dem Tempelhofer Felde beging. Er hatte aus allen schäftigte, machten eine rühmliche Ausnahme; daß für lektere Ber Meinung sein, daß mit den Dattelfiftengeschichten bei unseren Sachen, die er besaß, fein Namenszeichen herausgeschnitten. Dann anstaltung sich auch die Behörden interessierten, geht aus dem Kleinsten hätte begonnen werden müssen, da bei ihnen das meiste schoß er sich auf freiem Felde eine Kugel in den Kopf. Im Kranten- Schreiben der Direktion der Stadt- und Ringbahn hervor, in dem Berständnis für recht phantasievolle Märchen vor- haus Am Urban starb er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu sich dieselbe entschuldigte wegen Beitmangel feinen Vertreter enthanden ist. Daß man angesichts der neuesten Berichte über Baum- haben. Aus Briefschaften geht hervor, daß er am 2. September fenden zu können und gleichzeitig um einen Bericht ersuchte. Dieser wolle und Kaffeebau in den afrikanischen Kolonien felbft in geboren ist. Eine gewisse Betty sandte ihm zu diesem Geburtstage fei auch gegeben worden. Ob sich dadurch etwas bessern würde, steht bürgerlichen Zeitungenes wagt, zu solchen Mitteln zu greifen, ihren leßten Gruß und nannte ihn ihren lieben Paul. Der Brief noch nicht fest. Den Bildungsbestrebungen habe der Vorstand ents um der mehr denn anrüchig gewordenen Kolonialpolitik wieder ist aus Berlin datiert, der Bogen trägt das Monogramm B. H. gegenzufonimen gesucht, indem er zwei Lehrkurse eingerichtet habe. zu Ansehen zu verhelfen, wenn auch nur bei den Schulbuben, ist Bei der Leiche des Mannes fand man sonst nur noch einen Gepäck- Ferner habe der Vorstand das Nixdorfer Theater unter Leitung des cbenso bezeichnend als die Tatsache, daß die freisinnige Blocherr- schein von der Aufbewahrungsstelle des Stettiner Bahnhofes. Er Herrn Türk für vier Sonntagnachmittage gepachtet. Die erste Bors lichkeit sich des schwarzen Mannes" bedient, um Schul- lautete auf einen Regenschirm. Der Unbekannte ist ein Mann stellung," Emilia Galotti", habe allgemein Anerkennung gefunden. buben von der Richtigkeit ihrer Kolonialpolitik zu überzeugen. Wir von etwa 30 Jahren. Er trug einen dunkelblauen Jadettanzug Am kommenden Sonntag findet die zweite Vorstellung, Anzen glauben aber, auch diese werden auf solche Sputgeschichten nicht und einen schwarzen steifen Hut. grubers Kreuzglschreiber", statt. Der Vorstand erledigte seine Gee mehr hineinfallen; selbst der schwarze Mann" zieht nicht mehr. " Nachträgliches zur Bebel- Versammlung. Man schreibt uns: Am Mittwoch ging es in der Brauerei hilfebein, Koppenstraße 68, ganz besonders hoch her. Man konnte es den Leitern der Brauerei schon am Nachmittag ansehen, daß etwas ganz Außergewöhnliches im Anzuge war. Während die Arbeiter keine Ahnung hatten, was eigentlich bevorstand, füllte sich fura vor 6 Uhr der ganze Hof mit Schußleuten, die darauf warteten, daß die Arbeiter ihre Aufenthaltsräume so schnell wie möglich verlassen sollten, um diese dann als Wachtstube oder Notquartier beziehen zu können. Den Leitern des Betriebes konnte man ja auch denn das beruhigende Gefühl der Sicherheit aus den Augen lesen, das ein solcher Schutz ganz sicher gewährt. Wer sollte auch in den bürgerlichen Klassen teine Angst vor Ruheſtörungen und Revolutionen" haben, ist doch der Hochverrat in Permanenz durch die einfache Existenz der Sozialdemokratie gerichtsnotorisch" geworden. Konnte man denn wissen, ob nicht Bebel in seinem Referat zur gewaltsamen Niederwerfung des Klassenstaates aufforderte? Vielleicht schon Anleitung zur Bombenfabrikation erteilte? Auf jeden Fall ist Vorsicht geboten und für einen richtigen Weißbierspießer ist dies auch selbstverständlich. Es ist deshalb nicht mehr wie ohne, daß man sich so eine Schußgarde etwas often lägt. Eine Zonne Bier ist schließlich auch für 50 bis 60 Schuhleute nicht zu viel. Daß die Leiter der Brauerei den Arbeitern gegenüber so spendabel sind und ihnen in solch besonderem Maße ihr Wohlwollen bekunden, ist nicht bekannt. Aber schließlich find sie auch keine Polizeibeamten, und wenn sie das Dier der Brauerei nur verkonsumieren, so genügt dies vollständig; mehr will man auch gar nicht mit ihnen zu tun haben. Einen Kunstabend veranstalten am Sonnabend, 26. Dttober die Ge- fchäfte in 12 Sigungen. Zum Zwecke der Kenntnis des Landtags. noffen in Moabit( 6. Wahlfreis) im großen Saal der Kronen- Brauerei, Alt- wahlrechtes sei beschlossen worden, Vortragskurse abzuhalten. Bor Moabit 47-49. Da den Genoffen durch die Gewinnung des Neuen allen Dingen sei es notwendig, daß alle Parteigenossen, die nihi Tonkünftler- Orchesters unter der Mitwirkung des Rezitators Schauspielers Wenderly- Lebius ein genußreicher Abend bevorsteht, so wird ersucht, fich zeitig mit Billets zu versehen, die bei den Bezirksführern zum Preise von nur 50 Pfennig erhältlich sind. Die Unterrichtskurse für Arbeiter, veranstaltet von der Freien Studentenschaft der Berliner Universität, beginnen demnächst ihr fiebentes Halbjahr, in dem wieder Arbeitern und Arbeiterinnen, besonders solchen, die nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen tönnen, Gelegenheit geboten wird, sich in Deutsch, Rechnen, Geometrie, Geographie und Schönschreiben eine gründliche Ausbildung zu erwerben. Der Unterricht wird erteilt von Studenten der Berliner Universität im Gebäude des Zentralarbeitsnachweises, Rüderstr. 9, in der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Niederwallstr. 12, und in der VII. Realschule, Mariannenstr. 47. Die Anmeldungen zu allen Kursen werden am 24., 25. und 26. Oktober, abends 8 bis 9% Uhr, Rückerstr. 9( Kantine) entgegengenommen. Die Hörer des vorigen Halbjahres können sich schon am 22. und 23. Oftober, abends 8 bis 9% Uhr, melden. Am Donnerstag, den 31. Oktober, 8 Uhr abends, findet eine allgemeine Hörerversammlung im großen Saale des Zentralarbeitsnachweises, Eingang Gormannstr. 13, statt, in der die Teilnehmer nähere Mitteilungen über die Art des Unterrichts und die Organisation des Unternehmens erhalten. Der Unterricht beginnt am 4. November und bauert bis zur zweiten Woche des Monats März 1. J. Preußen find, schnellstens ihre Aufnahme in den preußischen Staatsverband nachsuchen. Zur Sülfeleistung hierzu feien die Spediteure gern bereit. Der Mitgliederbestand betrug am 30. Sep tember 7126 gegen 7555 am Schlusse des vorigen Quartals. Eingetreten sind 353. Dieser Zunahme steht aber eine Abnahme von 982 gegenüber. Es mußten wegen Nestierens der Beiträge nicht weniger als 612 gestrichen werden. Gewiß fein Zeichen großer Ueberzeugungstreue. Der Abonnentenstand des Vorwärts" iit gleich geblieben; er beträgt 10 550. Der Kaffenbericht ergab eine Einnahme von 9206,85 M. Davon sind an den Streis abgeliefert 6991,20 M. Die Ausgabe am Ort betrug 1553 M.; es bleibt demnach ein Bestand von 662,65 M. Der Kassierer ermahnte die Bea zirtsführer, die Mitglieder mehr auf ihre Verpflichtungen hinzuweisen. Die Bibliothek hat einen Bestand von 1026 Bänden und ist fleißig benukt worden. In der lebhaften Diskussion sprachen die meisten Redner ihre Befriedigung mit den Maßnahmen des Vorstandes aus. Genosse Hoffmeister regte an, die Vorträge in Broschürenform herauszugeben und an die Mitglieder eventuel gratis abzugeben. Genosse Miet gab seinem Bedauern Ausdrud, daß der Vorstand die Abmachungen mit den Gewerkschaften in bezug auf die Versammlungsabende nicht innehalte. Genosse Sherwat wünschte, daß der Schulbuchhandel in der Spedition aufrecht erhalten werden möge. Genosse 3irkel ging auf die gemachten Borschläge ein und versprach, daß der Vorstand sich mit denselben beschäftigen werde. Die beiden letzten Versammlungsabende Großfeuer fam Freitagabend nach 6 Uhr in Reinidendorf in hätten leider nicht anders verlegt werden können. Im übrigen fei der Residenzstraße 110, Ede Bankower Allee, gegenüber dem See- der Vorstand sich seiner Pflichten den Gewerkschaften gegenüber bade Reinickendorf, aus noch nicht aufgeklärter Ursache zum Aus- boll betwußt. Der Schulbuchhandel sei unrentabel und belastet die Das Schicksal des Drehorgelspielers. Mit Schweinfurter Grün bruch. Weithin leuchtende Flammen verkündeten, daß Gefahr Spediteure zu schr. Einem Antrag, das Ausschlußverfahren gegen den Werkzeugmacher Lemke einzuleiten, wurde zugestimmt. Dem hat sich gestern der 59 Jahre alte Drehorgelspieler Reinhold Tesche, im Verzuge fei. Die Meldung, daß Menschenleben in Gefahr Protest gegen die Aufnahme des Gastwirts Weise wurde nicht statt Weidenweg 44, vergiftet. Der alte Mann zog mit seinem Leiertasten schwebten, veranlaßte das Ausrüden der Berliner Wehr, der freigegeben, während das Verfahren gegen die Bauarbeiter Donath von Haus zu Haus und da er oft an Stellen spielte, an denen er willigen Feuerwehr von Ost- und West- Reinickendorf, von Wittenau, und Liebach zurückgestellt wurde. Eine Anfrage:" Welche Schritte keine Erlaubnis hatte, erhielt er recht viel polizeiliche Strafmandate. Tegel, Wilhelmsruh u. a. Die beiden freiwilligen Wehren von gedenkt der Vorstand gegen die Bigarrenhändler, die Parteigenossen Dadurch wurde ihm das Leben recht schwer gemacht. Auch kürzlich Ost- und West- Reinickendorf waren die ersten zur Stelle und sind und die die Karten für den Achtuhr- Ladenschluß nicht unterhatte er wieder ein Strafmandat erhalten. Jetzt faßte er den Entschluß, fich das Leben zu nehmen. Er vergiftete fich mit Schwein- griffen mit fünf Schlauchleitungen an. Der Brandherd lag im schrieben haben, zu unternehmen?" wurde dem Vorstand zur Eine Resolution, die Genosse furter Grün und wurde in hoffnungslosem Zustand in das Kranken- Dachstuhl einer fünfstödigen Mietstaserne. Der Angriff war ins Weiterverfolgung überwiesen. folge großer Hiße und Berqualmung der Treppenaufgänge sehr bitionen und die Gründung der offenen Handelsgesellschaft; diefe Schertat begründete, protestiert gegen die Zentralisation der Spe haus am Friedrichshain eingeliefert. Zum Salon der Humorisien, der im Gebäude der Sezession erschwert. Mit Hülfe einer großen mechanischen Leiter wurde wurde nach erregter Debatte angenommen. In den Vorstand wurde untergebracht ist, stehen den Organisationen ermäßigte Eintrittstarten aber so wirksam vorgegangen, daß es gelang, den großen Brand an Stelle des verzogenen Genossen Herm. Schmidt der Genosse zu 80 Pf. statt 50 Pf. zur Verfügung. Die Karten sind im Bureau in verhältnismäßig kurzer Zeit zu löschen. Schon nach 7 Uhr Nimrich gewählt. Der Vorsitzende verwies noch auf die Theaterdes Gewerkschaftshauses und im Bureau der Gewerkschaftskommission konnten die meisten Wehren wieder abrüden. Der Dachstuhl des borstellung am Sonntag. in Empfang zu nehmen. Die Karten werden nur an Beauftragte der Organisationen abgegeben. Aus der Anstalt Wuhlgarten entflohen. Eine günstige Gelegenheit zu entfliehen benugten am Freitagabend drei Insassen der An stalt Wuhlgarten. An genanntem Abend war Tanzvergnügen im Austaltsiaal. Als abends die Anstaltsinfassen wieder in die Anstalt zurückgeführt werden sollten, machten sich plöglich drei derfelben aus dem Staube. Bei der Dunkelheit war es den Wärtern nicht möglich, eine Verfolgung der Flüchtlinge aufzunehmen. Einer der brei, Albert Springmann, wurde gestern früh in einer hiesigen Kaschemme wieber ergriffen und eingeliefert. Ein doppelter Einbruchsdiebstahl ist in dem Hause Reuterstraße 76 vecübt worden. Die dortselbst wohnenden Frauen Hirsemann und Heinemann waren gemeinsam nach Berlin gefahren, um verschiedene Einkäufe zu machen. In der Zeit ihrer Abwesenheit wurde in beiden Wohnungen eingebrochen und fämtliche Schränke und Behälter gewaltsam geöffnet. Die Diebe, die anscheinend nach barem Gelbe suchten, erbeuteten nur 15 M., die sie aus der Woh die Einbrecher unberührt. Von den Dieben, die den Raub am nung der Frau Heinemann stahlen. Wertsachen und Wäsche ließen hellen Tage vollführten, fehlt bisher noch jede Spur. Lichtenberg. acht Fenster Front und ziemlich tiefen Gebäudes ist total niedergebrannt. Auch hat das Gebäude selbst durch Wasserschaden gelitten. Bemerkenswert ist, daß die vielen Mieter des Hauses, trok der großen Gefahr, ruhig in ihren Wohnungen verblieben, in Vertrauen auf die Hülfe der von allen Seiten herbeigeeilten Wehren. Die Aufräumungsarbeiten wurden von der freiwilligen Feuerwehr von Oft- und West- Reinickendorf ausgeführt und hielten bie Mannschaften noch bis in die späte Nachtstunde an der Brandftelle beschäftigt. Infolge des Brandes war der Verkehr am Treff punkt der Residenzstraße, Bankower Allee und Marchstraße längere Beit gestört worden. Das Feuer hatte natürlich eine große Das Drama der sechzehnjährigen Freundinnen. Um einen Menschenmenge herbeigelodt, die stundenlang den Arbeiten der Doppelselbstmord handelt es sich zweifellos bei einem Vor- Feuerwehr, wie es schien, mit großem Bergnügen zuschaute. tommnis, das sich an der Fähre am Wendenschloß abgespielt hat. Geit einer Reihe von Tagen wurden zwei hiesige junge Mädchen Für Dienstmädchen, Waschfrauen und Aufwartefrauen ist zum bermißt. Es waren dies die 16 Jahre alte Martha Biebell aus Sonntag, den 27. Oftober, nachmittags 6 Uhr, nach Beckers Fest fälen in der Kommandantenstr. 62 eine Versammlung einberufen, der Admiralstraße 23 und deren gleichaltrige Freundin Salzer, in der Genosse Baul John über das Thema:„ Du sollst den Feierderen Eltern in der Forsterstraße wohnen. Die beiden jungen tag heiligen" sprechen wird. Es handelt sich darum, energischen Mädchen verschwanden gemeinsam aus den elterlichen Wohnungen. Protest gegen die mittelalterliche Gefindeordnung einzulegen, die den Im Hinblick auf die bevorstehenden Stadtverordnetentvahlen Am Ufer der Uebergangsfähre am Wendenschloß sind nun vorgestern Dienstboten in ein menschenunwürdiges Sllavenverhältnis zwingt. aber ist es von Wert, die Stellung unserer führenden Kommunal Kleidungsstüde von jungen Mädchen gefunden worden, die aller politifer zu dieser Vermögensfonfistation" fennen zu lernen. Der Wahrscheinlichkeit nach den Vermißten gehören. Ein Brief, der Zeugen gesucht. Personen, welche am 16. August früh von Schöffe Herr Bledman: Der Grund und Boden des Bauern ebenfalls an der erwähnten Stelle gefunden wurde, war von einem 6-7 Uhr die Ringbahn benugten und auf Station Zentral- Biehhof resp. des Ansässigen hat überhaupt feinen Wert; erst wenn der Schöffe Herr der Mädchen geschrieben und von beiden unterzeichnet worden. Der Finger durch Zuschlagen der Coupétür seitens eines Beamten Glaschte: Was die Terrainspekulanten anbetrifft, so erschließen der Mädchen geschrieben und von beiden unterzeichnet worden. gesehen haben, daß einem Arbeiter in einem überfüllten Wagen Unternehmer tommt, bekommt er Wert.(!!) In dem Schreiben, das nur sehr schlecht entziffert werden konnte, eingeflemmt wurde, werden gebeten, ihre Adresse abzugeben sie überhaupt erst den Grund und Boden der Bebauung. Der Anteilen die beiben mit, daß sie gemeinsam in den Tod gingen. Ian Robert Belding, Rigdorf, Weserstraße 160, 2 Treppen. fäffige tut dafür überhaupt nichts!- Fabrikbefizer Gemeindeber Die Wertzuwachssteuer ein sozialdemokratisches Experiment"! Giner der vielen Grundbesitzervereine am Orte hat sich von einem Herrn Dr. Pabst über das Wesen der Wertzuwachssteuer unterrichten lassen. Daß der Herr Doktor, der als einer der besten Kenner der Steuer bezeichnet wurde, diese nur ba zulassen will, wo dem Grundbesig" andererseits" Entlastung" zu feil wird, wie etwa durch Wegfall der Umsatzsteuer, der Umlagen nach§ 9 des Kommunalabgabengesetzes usw., sei nur nebenbei erwähnt. DA frcfct Hirsch: Fabrikanten werden Terrain nur da kaufen wo die wenigsten Steuern zu zahlen sind!— Herr GcmeindevcD , reter Rechtsanwalt Schachtel: Tie Wcrtzuwachsstcuer ist durch und durch ungerecht. Man möge sich auch hüten, die Tätigkeit der Terrainspckulanten zu gering einzuschätzen! Interessant sei es ja und bezeichnend, daß es die Sozialdemokraten waren, die in der Gemeindevertretung eine Interpellation über die Einführung der Aertzuwachsstcucr einbrachten. Es mus; davor gewarn� werden, sozialdemokratische Experimente zu machen, denn die Steuer ist ihreni ganzen Wesen nach sozialdemokratisch! Herr Amtsrichter Easpari spricht seine Verwunderung über die besondere Vorliebe des Herrn Rechtsanwalt und Notar Schachtel für die Tcrrainspekulantcn' aus. Kennt denn Herr Easpari die beiden Sozien der ncuerstandcncn „Grunderwerbsgesellschaft Prinzenallee" nicht? Es gibt eben keine Terraingesellschaft in Lichtenberg, die nicht für ihre würdige Ver tretung in der Gemeindevertretung gesorgt hat! Wird die Wählco schaft mit diesem Jntercssenklüngel aufräumen? Wollen die Mieter- und Gastwirtevereine solche Kandidaten unterstützen? Schwer verunglückt ist gestern der auf dem Neubau von Kusche, Oderstratze 27. beschäftigte 25 Jahre alte Malergehülse Joseph Legat, als er damit beschäftigt war, im dritten Stockwerk Jenstergitter zu streichen. Dieselben waren von dem Schlosser mit Draht verbunden, damit beim Streichen derselben kein Un glück geschehen konnte. L. scheint nun den Willen gehabt zu haben. seine Arbeit recht sauber auszuführen, weshalb er den Draht abband. Der Aermste ahnte nicht, daß er dadurch sein Unglück vorbereitete. Als er bei der Arbeit war, lockerte sich mit einem Male das Gitter und Legat stürzte mit demselben aus dem dritten Stockwerk herunter. Er hatte schwere innere Verletzungen und den Bruch des Nasenbeins davongetragen. In bedenklichem Zu- stände wurde er nach dem Rummelsburger Krankcnhause gebracht. In Rückficht auf die exorbitanten Preise, die die vereinigten Pflastermeister den Gemeinden abzwingen wollen, sind die Arbeiten am Weißenseer Weg einem Nichtfachmann als dein Mindestfordernden übergeben worden. Die Pflasterarbeiten der Hohenschönhausener Straße sind ausgeschrieben. Die Offerten bewegen sich zwischen 52 000 und t>4 000 M. Das Mindestangebot eines der Vereinigung angehörenden Meisters bleibt etwa 5000 M. hinter der Forderung eines Nicht- vsrbändlerS zurück. Die übrigen Verbandsmeister halten auf Preise. Offensichtlich gilt eS das reudige Schaf zu stellen. Die Affaire aber hat das eine Gute, daß neben der Ersparnis an Geld die Einsicht sich iniiner mehr befestigt, daß auch ohne Pflastermeister gepflastert werden kann. Mit Beginn der neuen Bausaison wird Lichtenberg eine Kolonne Pflasterarbeiter als Gemeindearbeiter haben. Die Erlangung geeigneter Projekte über die Verwendung des von der Gemeinde erworbene» etwa 50 Morgen großen Dottischen Terrains wird Gegenstand eines öffentlichen Wettbewerbes sein. Sieben der Erhaltung von zirka 5—6 Hektar Parkanlage als Ge- meindepark wird die Errichtung eines Gymnasiums, einer Volks schule, eines Volksbades usw. geplant. Pankow. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich vorgestern nachmittag auf dem Güterbahnhof zugetragen. Der Arbeiter Julius Seefeld, ffiermaiinstr. 45 wohnhaft, war mit dem Abladen von Kantholz von einem Güterwagen beschäftigt, als er das Gleichgewicht verlor und kopfüber auf den Bahndamm stürzte. Er zog sich schwere innere Verletzungen zu und wurde in recht bedenklichem Zustande in das Virchow-KrankenhauS gebracht. Hermsdorf i. M. Gemeindevertreterfitzung. Wieder einmal kam es zu einem Zusammenstoß zwischen unserem Genossen Sohraucr und den bürgerlichen Vertretern bei Erteilung des Zuschlages für den Bau der höheren Mädchenschule. Unser Genosse hielt das Verfahren der Ausschreibung für nicht ganz einwandsfrei und erklärte, daß er Submissionen, an denen Gemeindevertreter sich beteiligen dürfen, überhaupt verwerfen müsse. Die Ausführungen unseres Genossen waren von einigen Herren persönlich aufgefaßt worden, wie es ja leider fast immer geschieht. Sohrauer erwiderte, daß es ihm fern- gelegen habe, irgend jemand persönlich treffen zu wollen, trotzdem aber an seinen Ausführungen nach wie vor festhalte. Schnelle Er- lcdigung fand die Feststellung der Bedingungen für die Abgabe von Gas zum Pribatgebrauche, welche den Gemcindcvertretern gedruckt vorlagen und einstimmige Annahme fanden. Zu einer lebhafteren Debatte kam es bei dem Punkt: Sonstige Beschaffung für die Gas- anstalt. Unser Genosse stellte hier den Antrag, eine bestimmte Summe anzusetzen für die Beschaffungen von Glühstrünipfeii, Zylindern usw. für den Einzelverkauf. Die Gegner meinten, es dürfe nicht gestattet werden, daß den hiesigen Geschäftsleuten hier- durch Konkurrenz geschaffen werde. Genosse Sohraucr erwiderte, wenn es in seiner Macht läge, müßte die Kommune noch viel mehr in ihre Hände nehmen; im übrigen würde er, wenn sein Antrag nicht angenommen würde, denselben bei einer passenden Gelegen heit wieder einbringen. Bernau. Die Stabtvembnetenwahlen finden in diesem Jahre am Donnerstag, den 14. November, von vormittags 10 bis abends 7 Uhr. statt. WahUokal ist das Restaurant „Elhfium". Genossen! Nützt die kurze Spanne Zeit, die uns noch zur Verfügung steht, aus, um in jeder Weise für unsere Sache agitatorisch tätig zu sein. Denn nur wenn jeder einzelne seine Pflicht tut, wird es uns gelingen, am 14. November den Sieg an unsere Fahnen zu heften. Borsigwalde. Die erste große Volksversammlung, welche die Borsiglvakder Parteigeiwssen veranstalten konnten, tagte am_ Montag, den 14. Oktober, in dem neuerbauten Borsigwalder Festsaale. Der Vor- sitzende, Genosse Kotterba, wies einleitend darauf hin, daß dieser neuerbaute Saal nicht nur dazu bestimmt sein könne, Vergnügungen zu veranstalten, sondern daß es uns dadurch auch endlich ermöglicht sei, die Agitation intensiver als bisher entfalten zu können. Er richtete einen feurigen Appell an die zahlreich Erschienenen, auch ihrerseits ihre Schuldigkeit zu tun. Ein Volkslied, gesungen vom Gesangverein „Waldchor", gab dann der Versammlung ein feierliches Gepräge. Hierauf referierte Stadtverordneter Genosse Bor(j mann- Berlin über„Preußen in Dcutscbland voran". Seine Aussührnngen zeigten den Anwesenden so recht deutlich, daß„Preußen" nicht voran stehe, sondern insbesondere in bezug auf Wahlrecht, Gesindeordnung. �Schule, Volkserziehnng usw. erheblich anderen sogenannten„kleinen Ländern" nachhinke. Das arbeitende Volk in Preußen müsse jetzt endlich einmal daran denken, diesen Zuständen ein Ende zu machen, indem es sich das preußische Dreiklassenwahlrecht vom Halse schaffe; erst dann wird cS gelingen, die Herrschaft der Junker zu sprengen, um somit den Weg freizumachen, welcher uns einer besseren Zukunft entgegen bringt. Um dies aber zu erreichen, sei eS notwendig, immer zu agitieren, zu organisieren, für die Ausbreitung der Arbeiterpresse zu sorgen und der Erfolg könne nicht ausbleiben. Nach einer lebhaften Diskussion im Sinne des Referenten schloß die imposante Versammlung mit dem vom Gesanavereine vor- qettagenen Liebe„Erwache Volk, erwache l"— Senck)ts> Leitung. Brudermord. Eine Anklage, der ein Streit zwischen Brüdern und der Tod i eS einen zugrunde lag, beschäftigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts III.' Ter Arbeiter Max Sandow aus Spandau wurde beschuldigt, in der Nacht zum 15. Mai d. I. seinen eigenen Bruder, den Nestaurateur Alfred Sandow, mit einem Messer derartig miß- handelt zu haben, daß der Tod als Folge der erlittenen Vcr- lctzungen eintrat. Der 30jährige Angeklagte ist völlig unbescholten und wird als ein sonst durchaus ruhiger und nüchterner Mensch geschildert. Am 14. Mai d. I. hatte Alfred S. die Konzession für sein Schankgcwerbc erhalten, nachdem er vorher das Lokal mit der Konzession seines Vorgängers betrieben hatte. Aus Freude darüber hatte er mit mehreren Bekannten eine Bierreise durch vcr- schicdenc Lokale in Spandau unternommen und war schließlich gegen acht Uhr abends in seiner eigenen Schankwirtschaft gelandet. Hier hatte sich während seiner Abwesenheit sein Bruder, der jetzige Angeklagte, an den vorhandenen Spirituosen gütlich getan und u. a. nicht weniger als für 70 Pfennige Getrcidekümmel zu sich genommen. Alfred S. legte sich sofort ins Bett, um seinen Rausch auszuschlafen, während der Angeklagte weiter zechte. Als Alfred Sandow gegen 11 Uhr wieder in sein Lokal zurückkehrte, fand er seinen Bruder in schwer bczechtem Zustande vor. Er versuchte, den Angetrunkenen zu bewegen, die gemeinsame Wohnung anfzu- suchen, stieß jedoch auf Mdcrstand. Hierdurch entstand schon in dem Lokal ein Streit, der sich später in der Wohnung fortsetzte und schließlich zu einem Handgemenge führte. Plötzlich schrie Alfred S. laut auf und rief seiner im Nebenzimmer befindlichen lt."chrigen Nichte zu:„Ich muß sterben, hole schnell einen Arzt!" Der in demselben Hause wohnhafte Heilgchülfe Krüning stellte fest, baß Alfred S. einen anscheinend von einem Messer her- rührenden klaffenden Schnitt am Unterleibe hatte. Der Gestochene erklärte, er sei von seinem Bruder gestochen worden, trotzdem dieser selbst am Hinterkopfe eine Stichwunde erhalten hatte. Der hinzu- gerufene praktische Arzt Dr. Dörth ordnete sofort die Uebcr- führung des Verletzten in das Krankenhaus an. Hier verstarb Alfred S. nach drei Tagen infolge einer hinzugetretenen citrigen Bauchfellentzündung. Dieses nächtliche Vorkommnis hatte ein Gerücht von einem Brudermorde zur Folge und der Angeklagte wurde unter dem Verdacht, seinen Bruder erstochen zu haben, verhaftet, obwohl er von Anfang an seine Unschuld beteuerte und behauptete, sein Bruder sei auf ihn niit einem Küchcnmesser ein- gedrungen und sei selbst in das Messer gestürzt. Im gestrigen Termin bekundeten der Mcdizinalrat Dr. Jaenicke, der Oberstabs- -rrzt Dr. Rabitz und der praktische Arzt Dr. Dörth aus Spandau als Sachverständige, daß nach der Lage des Stiches es möglich sei. daß der Getötete sich während des Kanipfcs im Dunklen den Stich beigebracht habe. Ferner habe der Angeklagte selbst eine Stich wunde davongetragen und außerdem bekundete der Oberstabsarzt Dr. Rabitz, daß der Bcrstorbrne im Krankeiihnuse kurz vor seinem Tode erklärt habe, daß er selbst in das Messer gefallen sei. Staats- anwalt Elsner hielt nach diesen Feststellungen die Anklage nicht mehr aufrecht und stellte die Freisprechung des Angeklagten anHeim. Die Geschworenen verneinten auch die Schuldsrage, sodaß der An- geklagte freigesprochen und sofort aus der Haft entlassen wurde. Die Voruntersuchung hätte dasselbe Bild zeitigen können, wenn nicht die Verteidigung des Angeschuldigten in der Voruntcr- suchung so stark beeinträchtigt wäre. Durch eine auch auf die Verteidigung des Angeklagten gerichtete Voruntersuchung hätte die Erhebung der hinfälligen Anklage sich erübrigt. Zurechnungsfähig? Vor der Strafkammer des Landgerichts II fand gestern eine Verhandlung gegen den Schauspieler JuliuS Wiese wegen Vor nähme unzüchtiger Handlungen an Kindern unter 14 Jahren statt. Der Angeklagte ist erst im Frühjahr d. I. aus der Bremer Strafanstalt entlassen worden, wo er wegen eines gleichen Vcr- gehcns drei Jahre Gefängnis verbüßt hat. Er beging die straf- baren Handlungen in der Weise, daß er in den Badeanstalten junge Leute, denen er Schwimmunterricht gab, unsittlich berührte. Z» der gestrigen Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, waren als Sachverständige Mcdizinalrat Dr. Hoffmann, Gerichtsarzt Dr. Marx und Dr. Magnus Hirschfrld geladen. Sie erachteten übereinstimmend ein schweres physisches Leiden auf Grund hochgradiger erblicher Belastung für vorliegend. Der Staatsanwalt beantragte sechswöchige Beobachtung des Ange- klagten in der Charit«. Das Gericht beschloß dementsprechend- Eisenbahngefährdung? Die Neigung mancher Landgerichte, für jeden Eisenbahnunfall einen unteren Beamten strafrechtlich verantwortlich zu machen, geht manchmal selbst dem Reichsgericht zu weit. Das zeigte auch folgender am Freitag vor dem 4. Strafsenat abgeurteilter Fall. Wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes war ani 19. April vom Landgericht Leipzig der Lokomotivführer Heinrich Bode in Bitterfeld zu einer Geldstrafe von 150 M. verurteilt worden. Er hatte am 11. Dezember v. I. vom Eilcnburgcr Bahnhofe in Leipzig einen Zug nach Bitterfcld zu führen. Bei Schöncfcld kreuzen sich die preußische und die sächsische Bahn. Dort ist ein Signal ange- bracht, welches zeigt, ob das andere Gleis frei ist. Es wird durch ein Vorsignal angekündigt, das 500 Meter vorher steht. Es ist 500 Meter vorher sichtbar. Das Hauptsignal ist zweimal zu sehen, 450 und 55 Meter vorher. An jenem Tage kam vom bayerischen Bahnhofe ein Güterzug. Für den Angeklagten stand Vor- und Hauptsignal auf Halt. Das Landgericht nimmt in seinem Urteil an, der Lokomotivführer habe gar nicht auf die Signale geachtet, sondern sei weitergefahren. Auf 50 Meter Entfernung habe er erst das Hauptsignal gesehen. Den VcrteidigungSantrag, das Seh- vermögen des Angeklagten durch einen Sachverständigen zu unter- suchen, um festzustellen, daß der Angeklagte das Signal nicht früher sehen konnte, hat das Landgericht abgelehnt. Nach der Sachdar- tellung des Urteils hat der Lokomotivführer dann trotz Bremsens wn in voller Fahrt befindlichen Zug nicht zun: Stehen bringen können, sondern fuhr dem sächsischen Zuge in die Seite, so daß meh- rere Wagen entgleisten und beschädigt wurden. Personen wurde» nicht verletzt. Der Angeklagte, so wird im Urteil ausgeführt, hatte viel Unglück gehabt und am Tage vorher noch ein Kind verloren. Er hatte deshalb für den nächsten Tag Urlaub bekommen und mag seelisch sehr bedrückt gewesen sein, aber das hat seine Fähigkeit zur Aufmerksamkeit nicht gemindert.— Auf die Revision des Ange- klagten hob am Freitag das Reichsgericht das Urteil auf und ver- lvics die Sache an das Landgericht zurück. Die Aufhebung er- olgte, weil der Antrag, einen Sachverständigen mit der Unter- üchung des Sehvermögens des Angeklagten zu beauftragen, vom Landgericht abgelehnt war._ Bater Staat auf der Anklagebank. Ein armer Teufel saß am Freilag in der Person deS Sattler- zehülfcn Jakob Adelwarth wegen eines Verbrechens im Amte auf der Anklagebank des obcrbayerischen Schwurgerichts. In der trügerischen Annahme, mit seiner„Existenz bis ins hohe Alter hinein gesichert" zu sein, trat der junge Mensch in den Staats- dienst. Er wurde dein Postamte Lcngrics als Aushülfspostbote zu- geteilt und als kgl. bayerischer Beamter verpflichtet. Sein monat- lichcs Gehalt betrug, sage und schreibe 47,50 M.— mit Worten iebcnundvierzig Mark fünfzig Pfennig—. Ein Jahr lang brachte es der Slngeklagte fertig, ehrlich zu bleiben, was bei diesem Hunger- lohn gewiß nicht jedem gelingen würde. Als er den Hungcrricmen nicht mehr enger ziehen konnte, da vergriff er sich an amtlichen Geldern im Gesamtbetrags von 169,50 M. und unterließ die dies- bezüglichen Einträge. Der kgl. bayerische Beamte wurde verhaftet und wegen eines Bcrbrechcns im Amte vor das Schwurgericht ver- wiesen. Er war geständig und berief sich auf seine Notlage. Da der Präsident die Geschworenen aber dahin belehrte, das Gesetz kenne keine Not als Strafausschließungsgrund, so bejahten die Ge- chworenen die Schuldfrage, worauf der„k. b. Beamte" unter An- mhme mildernder Umstände zu der gesetzlich zulässigen Mindest- träfe von 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der Mitschul- dige— das kgl. bayerische Verkehrsministerium— glänzte durch Zlbwesenheit._ Ter Dekan im Konfirmaubciluntrrricht. Vor der Strafkammer des Hofer Landgerichts hatte sich am Mittwoch der 1846 geborene Dekan Konrad Lauter, Vater von acht Kindern im Mter von 8 bis 82 Jahren, wegen mehrerer Verbreche» wider die Sittlichkeit zu verantworten. Erwiesen wurden zwei Fälle, in denen der Angeklagte mit Konfirmandinnen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen hatte, vier weitere Fälle, in denen er das gleiche gegen über 14 Jahre alte Konfirman» Vinnen verübt hatte, mutzten aus der Verhandlung ausscheiden, weil die Eltern auf Bitten des Pfarrers von Zell den Strafantrag zurückgezogen hatten. Ter Kreismedizinalrat begutachtete, daß der Herr Dekan zwar nicht verrückt, aber geistig minderwertig sei, während Landgerichtsarzt Dr. Pfeifer dem auf das entschiedenste widerspricht. Die Verhandlung wurde vertagt, um ein Ober-Gitt- achten über den Geisteszustand des als Sozialistenfresser bekannter GottesmanneS einzuholen. Zentral-Kranken- und BegräbniSkafle für Frauen und Mädchen Deutschlands(E. H. 2ö, Offenbach w M. Verwaltungsstelle Berlin I). Sonntag, den 20. Oktober, abends Gh. Uhr, im GerwerkschastShause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Hauptversammlung. ßriefhaften der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet Livdcnstrnßc Nr. 3. zweiter Hof, dritter Eingang, vier Treppen, MM- Fahrstuhl OKI wochciitäglich da» 7'li bis O'/a Uhr abends statt. Eeäsfnet? Uhr. Sonnabeiid? beginn« die Sprechstunde um 02-67, Dia 57-60, Bullcnsleisch la 62-67, Na 50-59. Kühe, fett 50—58, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen, dän. 54—62. do. Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppclieiider 105—120, Mastkälhcr la 85—95, IIa 75—82. Kälber gcr. gen. 56—71, do. Holl. 48—54, dän, 0,00. Hamnielfleiich Mastlämmer 76— 73, Hammel la 70— 74, Na 64— 69. ungar. 0,00, Schafe 48—62. Schweinefleisch 54—01. Rcbbock la per Pfund 0,60—0,95. IIa 0,00. Rothirsch la per Pfd. 0,80—0,50, do. Na 0,20—0,25, do. Kälber 0,55-0,55. Damwild 0,40 diS 0,55. Wildschweine p. Pfd. 0,30 bis 0,40. Frischlinge 0,56. Kaninchen p. St. 0,20 bis 0,90. Hasen, groß, p. Stck. 3,00—4,00, do., mittel«. klein, Stck. 1,50—2,50. Wildenten per Stück 1,25—1,50. Krickenten per Stück 0,40—0,60. Rebhühner, junge große 1,00—1,40, mittel u. kleine 0,40—0,90, alte 0,60—0,90. Fasanen» hähne la 1,50—2,73, do. IIa 0,50—1,25. Fasanenhenncn 0,60—2,00. Bekassinen 0,40—0,85. Waldschnepskn 2—2,75, do. IIa 1—1,50. Krammets- vögcl 0,20—0,40. Hühner, alle, per Stück 1,10—1,50, Na 0,60—1,00, do, junge 0,50—1,25, Tauben 0,30—0,55. Enten per Stück 1,00—2,40. dito Hamburger per Stück 3,00. Gänse per Psnnd 0,48—0,58, dito per Stück 1,40—3,80, do. Hamburger per Psund 0,75—0,80, do. Oder» brucher per Psd. 0,48—0,6-1. PouletS per Stück 0,40—1,25. Deutsche Poularden per Stück t,70— 2,30. Hechte per 100 Pfd. 73— 81, do. malt 66—72, do. klein 0.00. do. mittel 64-71, do. groß 0,5l. Zander 0,00, do. klein 0,00, dito mittel 0,00. Schleie, ticin 0,00, do. uusort.. 135—142, do. mittel 113, do. groß 129. Aale, groß 110, do. klein u. mittel 81—93, do. mittel 86—96, do. uns. 84—90, do. groß-intttcl 0,00, klein 0,00. Bleisisch 0,00, Plötzen 0,00. Noddow 0,00. Karpfen COcc 86—71, do. 30— 40« 0,60, do. 0,73, do. 50er 68—72. Bunte Fische 41—80, do. matt 24—37. WAS 0,00.Barse 0,00. Karauschen 82—83.«Icic, 36—49, do. klein 18—22, Aland 57—67. Quappen 0,00. Barbe 0,00. Amerik. Lachs la neuer, per 100 Pfd. 110—130, do. IIa neuer 90—100. Seelachs 10—20. Flunder», Kieler, Stiege In 2—6, Mittel Kiste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, balbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 3—4, IIa 2—3. Bücklinge. Kieler per Wall 3—4, Strali. 0,00. Sprotten, Danziger, Kiste 0,70—0,80, do. Rügcnwalder, Kiste 0,80—0,90. Aale, grog per Pfund 1,10— t,40. mittelgroß 0,80—1,10, Nein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schcllsische, Kiste 3,00-4,50. Kiste 1.75-2.50. Sardellen. 1902 er per Anker 98, 1904« 93.>905« 98, ,906er 90-95. Schottische Vollhering« 1905 0,00, largo 40—44, füll. 38—40, med. 36— 42, deutsche 87—44. Heringe, neue MatjeS, per•/« To. 50—120. Sardinen, rusi., Faß 1,50—1,60. Bratheringe Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunauge», Schocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Niesen- 14. Krebse per Schock 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, do. kleine 10— 11 cm 27,70—2,80, do. unsortiert 4,50, Gallzier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,60—3.80, do. große 4,00—4,40. Butter per >00 Psd. ta 120-130, IIa 118-122, lila 110-116, absagende 90-95. Lame Gurken, neue. Schock 4,00. Pseffergurken 4.00. Kartoffeln per 100 Psund Dabcrsche 2,50—3,25, weiße runde 2,50—2,75. mag. bon. 2,50—3,00. Porree, per Schock 0,50—1,00. Meer. rettich, Schock 4—12. Spinat per 100 Psund 5—10. Sellerie, per Schock 5,00—8.00. Zwiebeln per 100 Psd. 2,00—3,00, do. Perl. 40,00-100,00. Chalotten 40,00—100,00. Petersilie. grün. Schockbnnd 1,00—1.23. Kohlrabi Schock 0,50—1,00, Rettich, bayr., neu« Stück 0,03—0,10, diesiger Schock 2,50—3,50. Mobrrüben, 100 Psund 2,00 bis 3.00. Karotten, hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl ver Schock 3,00 bis 8.00. Rotkohl, Schock 4-8. Weißkohl 1,50-2,50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 5— 10, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stück 7—15. Rosenkohl, per 100 Pjd. 20—25. Grünkohl 4— 6. Kohlrüben, Schock 3,00—6,00. Petersilienwurzeln, Schockbund 3,00—4,00. Schoten per 100 Pfd. 20—30. Schnittlauch 1,25—1,50. Pfifferlinge per 100 Psd. 12—18. Steinpilze per 100 Psund 0,00. Radieschen per Schockdund 0,75—1,25. Salat per Schock 1,50—2,50. Gurken, Einmache-, Schock 15—40. Bohnen, grüne, 100 Psund 15—30. Tomaten per 100 Psund 10—16. Rote Rüben, per 100 Psund 2,50—3,00. Rübchen, Beelitzer, per tOO Psd. 3—8. Kürbis per 100 Pfd. 3—5. ESkarol per Schock 5—6. Endivien per Schock 3—6. Preißelbecrcn per 100 Psd. 24—30, schwedische 27. Birnen, per 100 Psd. Tiroler 17—25, hiesige Most- 0,00, Kochbirnen 3— g, Taselbirnen la 10—25, do. IIa 4—10. Psirsich«, hiesige per 100 Pjd. 0,00, do. italienische, per 100 Psund 15—24. Aepsel, per 100 Psnnd, Tiroler la 18—40, IIa 13-20. Most-, hiesige. 3-5, Koch- 5-15, Taselöpsel la 10-25, do. IIa 7—12, Amerikaner, per Faß 15—25. Wallnüsse, per Schock 1,00-2,00, do. klein 0,40-0,50. do. sranz. 100 Pjd. 0,00. Pflaumen. pr. 100 Pfd. hlcsige 8-18, serbische 0.00. Waffcrstands-Rachrichtcn der LanieSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wctterburcau. Wasserstand Memel, Tilsit P r e g e l, Jnitervurg Weichsel, Thor» Oder, Ratibor „ Krossen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leilmeritz „ Bnrby , Magdeburg Saale, Grochlitz Wasserstand Habel, Spandau . Rathenows Spree» Sprcmbng » BccSkow Weser» Münden » Minden Rhein, WaldShut , Kaub » Köln Neckar, Heilbron» Main, Wertheim Mosel, Trier am 18.10. cm 89 130 HO 155 —86 -22 101 79 20 95 seit 17.10. cm') 0 - 1 0 — 1 +16 0 — 1 — 3 - 3 0 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. ie Onrad Tack& Burg b.Mago. Alteste a. bedeutendste Schuhwaren- Fabrik Deutschlands. Unsere Spezialität welche ausschliesslich eigene Geschäfte unterhält. 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Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Budbruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 246. 24. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 20. Oktober 1907. Ider Tabakindustrie durchführbar ist, ehe die Generalfommission Friz Geher- Leipzig: Redner gibt eine chronologische Gewerkschaftskongreß damit befaßt werden. Wird alles be- Darstellung des Kampfes der organisierten Tabatarbeiter gegen Machklänge vom Streik in den Siemens- tüdsichtigt, was hier in bezug auf die Lattik bei Lohnbewegungen die Bausarbeit. Die Geschichte der Bewegung der Tabalarbeite Werken. gefagt worden ist, dann wird Ihre Organisation Vorteil davon jaben und, wie ich es wünsche, mehr erstarken. beweise, daß man die Hausindustrie stets als Krebsschaden der Industrie betrachtet habe. Beim Unternehmertum sei das GegenSchnell Gießen: Es ist nicht richtig, was Genoffe Nube teil zu fonstatieren. Die höhere Besteuerung 1879 veranlaßte die bezüglich der Beteiligten an der Gießener Aussperrung sagte, daß Unternehmer, die Hausindustrie noch mehr auszudehnen. Die nicht alle vollberechtigt gewesen seien, die die statutarische Ver- Regierung tat nichts, um den Bestrebungen des Unternehmertums bandsunterstützung erhalten haben. Aber wir müssen oft Nicht entgegenguarbeiten. Bei Enqueten habe sich die Regierung mitglieder mit unterstüßen, wenn wir eine Lohnbewegung erfolg wohl an das hausarbeitfreundliche Unternehmertum gewandt, aber reich gestalten wollen, besonders dann, wenn die Unternehmer in nicht an die Arbeiter. Die Regierung verschleppte die ganze Anentfernten Orten Filialen haben, deren Arbeiter zur Solidarität gelegenheit. Redner wendet sich dem vorliegenden Gefeßentwurf mit den Ausständigen angehalten werden müssen. Redner erklärt der Regierung zu. Letterer beschäftige sich ausschließlich mit der näher die Ursachen und den Verlauf des Gießener Kampfes. Die Hausindustrie innerhalb der Zigarrenindustrie. Von einem VerUnternehmer gedachten unsere Organisation zu zerschmettern, diese bot der Hausindustrie, wie solches stets von den organisierten Absicht ist vereitelt worden, und das ist ein nennenswerter Erfolg. Labatarbeitern und den Vertretern der Arbeiter im Parlament Der Ausgang des Kampfes ist auch ein Hindernis, Streifbrecher- berlangt wurde, ist beim Entwurf keine Spur. Der Entwurf filialen in entlegeneren Orten so leicht, als sonst, zu gründen. wolle die Hausindustrie verewigen. Die Wünsche der Unternehmer Auch das ist ein Erfolg; ein weiterer ist der, daß keine Maß- seien berücksichtigt, die der Arbeiter aber völlig ignoriert. Redner regelungen erfolgen dürfen. Eine zu lange Karenzzeit würde geht auf die umfangreiche Arbeit des Geheimrat Dr. Bittmann nicht nur notwendige Lohnkämpfe verhindern, sondern auch die über die Heimindustrie in Baden ein. Diese Arbeit enthalte AusMitgliederwerbung erschweren. Der Kampf dauerte so lange, sprüche von Fabrikanten, welche die Hausarbeit in der Tabaks weil die kapitalfräftigsten Unternehmer vielleicht auch zur industrie für verwerflich erklären und die Abschaffung durch einiges Schwächung fleinerer Fabrikanten ihn in die Länge zogen. Vorgehen der Fabrikanten möglich sei. Daß das Unternehmertum Die UnterWir haben alles getan, um ihn so bald als möglich zu beenden und hierzu schreite, werde natürlich niemand erwarten. immer und immer wieder auf den Frieden hingewirkt. Bei solchen nehmer fänden in der Hausindustrie geeignete AusbeutungsAussperrungen müssen die gesamten organisierten Arbeiter zu- objekte. Es sei bezeichnend, daß die Fabrikanten die Demagogie sammenstehen, um sie abzuschlagen. Das ist bezüglich des Gießener so weit treiben und den Hausarbeitern die Erhaltung der HausStampfes in danfenswerter Weise geschehen. arbeit als in deren Interesse liegend erklären. Die Regierung folge dem Unternehmertum auch hierin. Es liege die Vermutung nahe, daß die Regierung die in Aussicht stehende Tabaksteuererhöhung den Fabrikanten dadurch schmackhaft zu machen suche, daß sie diese auf die Hausindustrie verweise. Anders sei der GeAber Regierung und Unter. sebentwurf nicht zu verstehen. nehmertum mögen nicht glauben, daß die organisierten Arbeiter ihren Manipulationen gegenüber rat- und machtlos feien. Redner geht kurz auf die Tabaksteuerprojekte ein. Es stehe zu befürchten, Laß, die Blodparteien auch der Banderolefteuer zustimmen werden. Beim Gesezentwurf betr. der Heimindustrie sei dasselbe zu befürchten, auch von den Freisinnigen könne das erwartet werden. Die Stellung der Tabafarbeiter sei klar. Diese vernachfolgender Resolution: werfen den ganzen Entwurf. Redner empfiehlt die Annahme In einer Metallarbeiterversammlung am 3. Dezember 1900 wurde das Verhalten der Polizei gegen die Streifposten besprochen. Bei dieser Gelegenbeit sagte der Referent and ke unter anderem, ihm sei mitgeteilt worden, daß Polizeibeamte zu arbeiterinnen, die sie wegen Streifpostenstehens fiftierten, unsittliche Redensarten gebraucht haben sollen. Wenn diese Mitteilung wahr wäre, so hatten sich die betreffenden Beamten einer Ungehörigkeit schuldig gemacht. Diese Aeußerung brachte dem Genossen Handke eine Anflage wegen eleidigung von Polizeibeamten. Mit ihm zugleich ist der Metallarbeiter Kramm angeklagt, von dem die betreffende Mitteilung herrührt. Am Sonnabend wurde die Anklage vor der Straftammer des Land gerichts I verhandelt. Sandte bezog sich zur Rechtfertigung seines Berhaltens auf die Situation, welche durch das Vorgehen der Polizei gegen die Streikposten geschaffen war. Durch Beamte der Berliner, Charlottenburger und Spandauer Polizei feien alle Zugangswege zu den Siemenswerken besetzt und für die Streit posten völlig gesperrt worden. Zahlreiche Siftierungen von Streifposten seien erfolgt, dabei seien die Schuhleute sehr oft in unstatthaft schroffer Weise vorgegangen. Auch seien Sistierte oft längere Zeit auf der Polizeiwache festgehalten worden. Eine Deputation der Streifenden sei beim Charlottenburger Polizeipräsidenten gewesen und habe um Abstellung der beklagten Vorgänge ersucht. Es sei jedoch nichts darauf erfolgt. Auch in der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung sei diese Angelegenheit zur Sprache gebracht worden, aber Abhülfe sei nicht erfolgt. Ferner habe die Polizei eine Versammlung der Streifenden zwei Stunden vor Beginn derselben verboten, auch zwei andere Lokale, in denen die Streifleitung ihre Sizungen abhielt, seien von der Polizei für die weitere Abhaltung von Sizungen verboten worden. Um alle diese Vorgänge zu besprechen sei dann die Versammlung am 3. Dezember einberufen worden. Handte, als zweiter Vorsitzender des Metallarbeiterverbandes, habe in der Versammlung referiert. Beim Eintritt in den Sail sei ihm ein Zettel überreicht worden, auf dem die erwähnte Mitteilung stand. Er habe diese Mitteilung zur Kenntnis der Versammlung gebracht und dazu bemerkt, toen n Arbeiterinnen anwesend feien, welche die Richtigkeit dieser Mitteilung bestätigen können, dann sollten sie sich melden, damit nochmals auf tattische Maßnahmen bei Lohnfämpfen ein. Er sei v. Im geht auch in seinem Schlußwort zu seinem Antrage das weitere veranlaßt werden könne. Handke betonte vor Gericht, auch bei dem Hamburger Ausstand fein Draufgänger gewesen, wie er habe an die Möglichkeit, daß die Mitteilung zutreffend fei, behauptet wurde. Auseinandersetzungen zwischen führenden Gewohl glauben können, da ja die Streifleitung eine große An- nofsen über taktische Maßnahmen vor den versammelten Auszahl von Fällen festgestellt hatte, wo Schub- ständigen müssen unterbleiben, sie sollen in engerem Zirkel erleute in unstatthafter Weise vorgegangen folgen, vor der Oeffentlichkeit muß die Leitung einig und gefeien. Er habe mit der Mitteilung nur die Absicht verfolgt, die schlossen auftreten. Bei uns liegen die Verhältnisse so, daß wir Wahrheit zu ermitteln, aber nicht die Polizei zu beleidigen. eine veränderte Taktik einschlagen müssen. Die Kassenverhältnisse zu stärten, ist unbedingt nötig. Mein Antrag bezweckt, bezüglich der Einführung der Schußmarte die größte Borsicht walten zu lassen. Die Solidarität der Arbeiter ist freilich für die erfolgreiche Einführung der Schuhmarke nötig. Die Richtigkeit der fraglichen Mitteilung fonnte vor Gericht nicht festgestellt werden. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hat es den Anschein, daß Kramm, welcher der Streifleitung die Mitteilung gemacht hat, das Opfer eines Jrrtums geworden ist. b. Elm: Die Kassenverhältnisse des Verbandes müssen bei Gröffnung großer Kämpfe mehr berücksichtigt werden, wie von mehreren Seiten betont wurde. Es müssen die Arbeiter immer besser geschult werden, dann werden dergleichen Kämpfe leichter und weniger kostspielig geführt werden können. Große Worte nüßen uns nichts, es ist ein Kampf von Macht zu Macht, der fühl berechnet werden muß. Ich gebe zu, daß das, was in Gießen in ideeller Beziehung erreicht worden ist, hoch zu schäßen ist. Aber auch das foll uns beranlassen, immer vorsichtiger zu handeln, damit unsere Schlagkraft erhöht wird. Denn die Tabatarbeiterschaft befindet sich in der ungünstigsten Situation. Ein Schlußantrag wird angenommen. " In Erwägung, daß der vom Reichsamt des Innern dem Reichstag vorgelegte Gefeßentwurf betreffend die Herstellung bon Zigarren in der Hausarbeit die gesundheitsschädlichen Wirkungen, sowie die materiellen Nachteile der Hausarbeit für die Tabatarbeiter nicht beseitigt, vielmehr den Hausarbeitern neue, schwere Lasten auferlegt, und die Fortwucherung der Hausarbeit zum Schaden der gesamten Tabakindustrie gesetzlich ermöglicht, beschließt die Generalversammlung des Deutschen Zabalarbeiterverbandes, an den Beschlüssen früherer General bersammlungen festzuhalten, die das gänzliche Verbot der Hausarbeit in der gesamten Tabakindustrie fordern." Auf Antrag wird beschlossen, keine Diskussion über das Referat stattfinden zu lassen. Die Resolution Geher wird darauf angenommen. Es folgt Punkt 4 der Tagesordnung: ,, Beratung aller auf Statutenabänderung vorliegenden Anträge." Auf Antrag von Deichmann wird beschlossen, sich zunächst Der Staatsanwalt beantragte gegen Handke zwei Eberle Bremen behauptet gegenüber Hufung, daß ein Wochen, gegen Kramm drei Monate Gefängnis. Tarifvertrag in der Kautabatindustrie mehr im Interesse der Rechtsanwalt Dr. Heinemann als Verteidiger des An- Unternehmer liege, als der Arbeiter. Einzelne Maßnahmen können geflagten andke plädierte für Freisprechung. Er führte unter vorteilhaft für die Zigarren- oder Zigarettenindustrie sein, aber anderem aus, nachdem der Staatsanwalt dem Angeflagten guten für die Rautabatindustrie nicht und umgekehrt. Es ist ganz Glauben zugebilligt habe, fönne doch von Gefängnisstrafe teine richtig, wie Elm sagt, daß Kämpfe bei vorauszusehender Erfolg. Rede sein. Aber dem Angeklagten stehe auch der Schutz des§ 193 losigkeit abgebrochen werden sollen, aber oft versagt der Wille mit den Anträgen zu§§ 11 und 11a zu beschäftigen( Unterstüßung zur Seite. Das Ausstellen von Streitposten sei auch nach der Auffassung des Reichsgerichts-- für die siegreiche Arbeiter der Großstädte gestatten eine andere Tattit, als die erft plädiert für Streichung der Unterstützung für die drei ersten wegen des Widerstandes der Kämpfenden. Die längst organisierten an erwerbsunfähige Mitglieder). Deichmann begründet die Anträge des Vorstandes. Gr Durchführung eines Streifs notwendig und auch erlaubt. Im neu gewonnenen, ungeschulten, männlichen und weiblichen Gevorliegenden Halle handele es sich um einen Streit, an dem auch nossen auf dem Lande. Schablonenhaft ist auch dieser Gedanke Krankheitstage; wenn die Generalversammlung hier nicht folge, biele Arbeiterinnen beteiligt waren. Deshalb set das Ausstellen nicht durchzuführen. Es ist leicht gesagt, die Kassenverhältnisse zu müßten noch höhere Beitragserhöhungen eintreten. Weiter müsse weiblicher Streitposten eine Notwendigkeit gewesen. Wenn Polizei- stärken; nötige Stämpfe fönnen nicht unterbleiben und sie ver- an Stelle des Kalenderjahres das Unterstützungsjahr treten. Sobeamte gegen weibliche Streifpoften schroff vorgehen und sie zehren Mittel. Wenn es möglich ist, sollen Differenzen im fried- dann müssen Abänderungen der Unterstützungssäße der für infistieren, so würden sich die Arbeiterinnen dadurch vielleicht nicht lichen Wege von Unterhandlungen mit den Unternehmern aus- valide erklärten Mitglieder eintreten. abschreden lassen, Streifposten zu stehen. Anders aber sei es, wenn geglichen werden. Gründung von Genossenschaften protegieren Ueber alle diese Anträge entspinnt sich eine umfangreiche fie befürchten müßten, daß anläßlich einer Sistierung auch ihre wir nicht, warnen vielmehr davor, weil wir mehrfach ungünstige Debatte. weibliche Ehre verlegt werden könne. Bei solchen Aussichten würden Erfahrungen mit Genossenschaften machten. Nicht die besten Ersich die Arbeiterinnen weigern, ferner als Streitposten verwendet fahrungen machten wir auch mit manchen Konsumvereinen. zu werden. Wenn also das Verhalten des Angeklagten darauf ge- Redner geht auf die Aeußerungen v. Elms auf dem Genossenrichtet war, der Wiederholung angeblicher Beleidigungen der weib- schaftstage in Düsseldorf ein und kritisiert den Rat v. Elms zur lichen Ehre der Arbeiterinnen vorzubeugen, damit sie nicht vom Mäßigung. Diese Mäßigkeitspolitik habe uns noch keinen Pfiffer Streitpostenstehen zurüdtreten, so habe er als Vorstandsmitglied Ing eingebracht. Genossenschaften sind nötig, aber sie müssen die des Metallarbeiterverbandes ohne Zweifel berechtigte Interessen besten Einrichtungen für die Arbeiter haben. Gewerkschaftliche vertreten und müsse deshalb freigesprochen werden. Forderungen müssen von den Genossenschaften berücksichtigt werden, Rechtsanwalt Werthauer, der den Angeklagten Kramm denn den Kern der Genossenschaften bilden doch die Gewerkschaften. berteidigte, plädierte ebenfalls für die Anwendung des§ 193 und Den christlichen Gewerkschaften gegenüber müssen wir bedenken, für Freisprechung daß wir in Kämpfen der Arbeiter gegen Unternehmer oft in einer Reihe mit ihnen stehen müssen. Die Zukunft wird uns mehr Stämpfe bringen, darum müssen wir unsere Organisation unter allen Umständen stärken. Das Gericht verurteilte Handle wegen Beleidigung gu 100 M. und Aramm wegen verläumderischer Beleidigung zu einem Monat Gefängnis. In der Begründung hieß es, es sei erwiesen, daß von allem, was Kramm der Streifleitung mit teilte, nichts wahr ist. Hier könne also von Wahrnehmung berechtigter Interessen feine Rede sein. Auch dem Angeklagten Handke habe der Schuh des§ 193 nicht zugebilligt werden können, denn die Versammlung habe nur den Zwed gehabt, die Interessen der Arbeiter als Streifposten zu vertreten. Die Mitteilung, den Arbeiterinnen gegenüber seien durch Beamte unfittliche Redens arten gebraucht, liege auf einem anderen Gebiet. Durch diese Mitteilung habe er nicht berechtigte Interessen vertreten, sondern der Polizei etwas anhängen wollen. Der Angeklagte Kramm sei Gewissen. Deshalb sei, obwohl ihm mildernde Umstände zugebilligt, der größere Sünder, er habe auch den Angeklagten fHandke auf dem auf Gefängnisstrafe erkannt' worden. Für Handke wird, weil ihm der Schutz des§ 193 versagt wurde, Revision eingelegt werden. 13. Generalversammlung des Deutschen Tabakarbeiter Verbandes. Bielefeld, 17. Oftober. Vermischtes. Ein geheimnisvoller Vorgang. Aus Wanne( Westfalen) wird folgendes gemeldet: Vergangenen Sonnabend abend wollte cine im Hotel Singen angekommene holländische Dame zu Fuß nach Reffe gehen. Auf Anraten des Wirtes bestellte sie ein Fuhrwerk. Der Kutscher dieses Fuhrwertes tam nach einiger Zeit mit Bere legungen zurück und gab an, überfallen zu sein. Polizeiliche Nachforschungen ergaben nichts Bestimmtes. Die Polizei nimmt jedoch an, daß der Kutscher geschlafen hat, und als der Wagen über eine holperige Stelle fuhr, vom Bock gefallen und überfahren ist. Das Pferd und der Wagen wurden später auf Reffer Gebiet aufgefunden. Die Dame ist wahrscheinlich ausgestiegen und allein Deichmann- Bremen verwahrt sich in einer Erklärung weitergegangen. Sie hatte den Kutscher beauftragt, sie zu einem gegen die Art und Weise, wie v. Elm auf dem Genossenschaftstage Bäckermeister nach Refse zu bringen, deffen Namen sie nicht angab. einen Ausspruch von ihm, Deichmann, aus dem Zusammenhange Polizeiliche Nachfragen bei den Bädermeistern in Refse ergaben, gerissen und zur Anschwärzung seiner Person benutzt habe. Er daß bei feinem von ihnen eine Dame erwartet wurde oder angefagte nach dem stenographischen Bericht:" Wenn wir erklären, daß kommen ist. Ueber den Verbleib der Dame ist nichts bekannt. Die wir nicht so viel bezahlen fönnen, werden die allerschärfsten Töne Polizei bezweifelt, daß es sich um einen lleberfall handle. gegen uns angeschlagen. Der Leiter des Tabatarbeiterverbandes fagte uns in einer Verhandlung:" Wenn die Konsumvereine das nicht bezahlen können, dann ist es geit, daß man die ganze Genoffenschaftsbewegung auf den Scheiterhaufen bringt." In Wirk Konsumbereinen nicht allzu viel Neigung vorhanden sei, anlichkeit habe ich nun gesagt:" Richtig sei es wohl, daß in den gemessene Preise für die Zigarren zu zahlen, da Dividendenjägerei als oberstes Prinzip in diesen Vereinen herrsche. Wenn in diesen Vereinen keine Renderungen zum Besseren eritieren, sei es besser, man bringe sie auf den Scheiterhaufen." Möge nun dem sein, wie ihm wolle; anzunehmen sei immer noch, daß, wenn die Genossenschaftsleitung für Ruhe und zufriedenstellende Verhältnisse in ihren Betrieben sorge, durch gemeinsames Wirten in den Konsumvereinen ein besseres Verständnis für die bescheidenen Forderungen der Bigarrenarbeiter erwirkt werden könne. In der Abstimmung wird der Antrag b. Elms bezüglich des Minimallohnes und der Schutzmarke dem Vorstand zur Berücsichtigung überwiesen. Die Anträge, Minimallohn betreffend, werden dem Vorstande überwiesen. Ferner wird folgende Resolution angenommen: Bierter Verhandlungstag. tube, Vertreter der Generalfommission, ist ebenfalls der Ansicht, daß eine bestimmte Taktik für alle Fälle nicht festgelegt Antrag Burgwedel, Abschaffung von Ueberzigarren betreffend, werden kann. Eine Reihe von Anforderungen ist allerdings bei wird dem Vorstande überwiesen. allen Kämpfen zu erfüllen, z. B. strenge Disziplin, geordnete Der Antrag: Mitglieder, die Fabrikanten sind, müssen den Rassenverhältnisse, Organisationsfragen usw. Die Tabatarbeiter Minimallohn zahlen, wird angenommen; ebenso der Antrag, daß des Deutschen Tabatarbeiterverbandes sollten etwas vorsichtiger diese Mitglieder verpflichtet sind, nur organisierte Arbeiter zu behinsichtlich der Durchschleppung jener Elemente bei Streits sein, schäftigen, widrigenfalls sie zu streichen. die der Organisation fernbleiben und nur bei Lohnbewegungen fich herandrängen. Es genügt meiner Ansicht nach eine Karenzzeit von 1 Jahr nicht, um für alle Leistungen des Verbandes, speziell bei Streiks, bollberechtigt zu sein. Redner geht auf den Gießener Ausstand und auf aus ihm gewonnene Erfahrungen ein. Besonders die Kassenverhältnisse müßten bei solchen Kämpfen schr berüdsichtigt werden. Die Unternehmer suchen die Gewerkschaften finanziell zu ruinieren und uriernehmen daher gelegentlich große Borstöße gegen unsere Organisationen, wie z. B. in Gießen. Alle Erfahrungen bei großen Kämpfen, so z. B. auch bei dem großen Maurerstreit in Berlin, weisen darauf hin, daß immer wieber neue Maßnahmen bei Gröffnung von Lohnbewegungen zu treffen sind. Tarife find als Schutz gegen Lohnbrüderei aufgefaßt twerden. Je nach den Konjunkturen bedrohten die Unternehmer die Arbeiter mit Lohnherabdrückungen. Das sollte verhindert werben. Bezüglich der Schuhmarke bin ich der Ansicht, daß doch Thre Organisation zunächst prüfen sollte, ob die Schuhmarke in hat das Referat " In Erwägung, daß die Arbeiterklasse in neuerer Zeit die Idee der Organisation des Konsums immer mehr zur praktischen Durchführung bringt und in weiterer Erwägung, daß es im Interesse der Arbeiterklasse im allgemeinen, folie im befonderen Interesse derjenigen Berufe liegt, die solche Verbrauchsartikel produzieren, bei denen der Arbeiter als direkter Konsument in Betracht kommt, durch die Konsumvereine eine Einwirkung auf das Lohn- und Arbeitsverhältnis auszuüben. Die General versammlung empfiehlt deshalb den Tabatarbeitern dort, wo die Möglichkeit vorhanden, Konsumbereine auf obiger Basis zu gründen resp. bestehende in diesem Sinne auszubauen, mit ganzer Kraft dafür einzutreten." Zum dritten Punkt der Tagesordnung: " Der Heimarbeiterschutz in der deutschen Tabakindustrie" Eine Wetterfatastrophe. Aus Laibach wird berichtet: Bei einer schweren Wetterkatastrophe, die vorgestern das ganze Herzogtum Krain heimsuchte, wurden die tiefer gelegenen Stadtteile Laibachs burch den andauernd strömenden Regen unter Wasser gefeßt. Aus ein, die an Häusern und auf den Feldern durch das Hochwasser durch den andauernd strömenden Regen unter Wasser gesezt. Aus tielen Orten des Landes treffen Nachrichten über große Schäden angerichtet wurden. Mehrere Flüsse sind über die Ufer getreten, Brücken sind weggeschwemmt worden, und der Eisenbahnverkehr ist stellenweise unterbrochen. Soweit bisher bekannt, find fünf Perfonen durch Blitzschlag getötet worden. sonen durch Blitzschlag getötet worden. Der tägliche Bahnunfall. Salzwedel. Meldung zufolge entgleiste gestern mittag gegen 12 Uhr bei der Ausfahrt aus Bahn. hof Goltendieck der drittlepte Wagen vom Güterzuge 7646 aus un bekannten Gründen. Die Strede Soltendied- Wieren wurde hier. durch gesperrt. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufs rechterhalten. Die Personenzüge 406, 916, 463 und die Schnellzüge 83 und 84 erlitten hierdurch 1 bis 1½stündige Verspätung. Pers sonen sind nicht verlegt. Nachmittag 5 Uhr war die Strede wieder fahrbar. Untersuchungen sind eingeleitet. Wegen Falschmünzerei und Ausgabe gefälschter Münzen wurde gestern in Schwelm ein in Bochum wohnhafter Arbeiter verhaftet. Bei einer vorgenommenen Haussuchung wurden eine größere Anaahl falscher Fünfmarkstücke und verschiedenes Falschmünzerwerkzeug vorgefunden. Rettungslos verloren. Jede Hoffnung, daß die beiden am ber gangenen Dienstag in Bordeaux aufgestiegenen Luftschiffer, der deutsche Kaufmann Scharff und der Börsenmakler Belmann, gerettet werden könnten, ist jetzt aufgegeben. Der Ballon ist zweifel. los durch den Sturm weit aufs Meer hinausgetrieben worden. Hochwasserschäden in Südtirol. Nach einer Meldung aus Innsbrud durchfrißt infolge des unaufhörlichen Regens das Hochwasser bei Neumarkt und Salurn die Etschdämme. Die Sarntalerstraße ist durch die Talfer auf eine größere Strede zerstört und für den Wagenverkehr gesperrt. In Wangen ist ein Haus eingestürzt. Auf der Ueberetscher Bahn bei Kaltern fanden Erdabrutschungen statt; der Zugverkehr blieb gestern teilweise unterbrochen. Bei Burgstatt ist die Reichsstraße überschwemmt. Bei Noncogno sind die Gleise der Valsuganabahn unterspült, bei Primoer find ich rere Brücken fortgerijsen. Soeben erschienen: Die Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung in Amerika bon Hermann Schlüter. Preis broschiert 3 M., geb. 4 M. Ferner machen wir unsere Leser aufmerksam auf das vor einigen Monaten erschienene Wert von Morris Hillguit über: Die Geschichte des Sozialismus in den Vereinigten Staaten. Autorisierte Ueberlegung von Karl Müller- Wernberg. Preis broschiert 2,50 M., geb. 3 M. 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Sozialdemokratisch. Wahlverein für Treptow- Baumschulenweg. Nachruf. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Hermann Richter am 15. Dtt. im vollendeten 60. Rebensjahre plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 202/17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Paul Schmidt am 18. b. Mts. an Rungenschwindsucht gestorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhofes in Nordend aus statt. Ein Geistlicher geht nicht mit. Rege Beteiligung erwartet 154/10 Die Ortsverwaltung. Zentralverband d. Lederarbeiter ( Filiale I, Berlin). Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den 17. 6. M., unser langjähriges Mitglied, der Lederarbeiter Gustav Mauke nach längeren Leiden verstorben ist. Er ruhe sanft! Die Beerdigung findet Sonntag den 20. d. Mts., nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls Kirchhofes in der Seestraße aus statt. Bahlreiches Geleit erwartet 144/6 Der Vorstand. Arbeiter- Raucher- Band Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Max Hirschfeld aus Slub Mehr Dampf", Jobannistal, am 17. d. Mts. berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn tag, den 20. Oftober, nachmittags 4 Uhr, der Leichenhalle des Brizer Gemeinde- Friedhofes aus statt. 3/18 bon Der Vorstand. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutter Elisabeth Meißner sanft entschlafen ist. Karl Meißner nebst Sohn. Die Beerdigung findet Montag, den 21. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Rigdorfer Kirchhof, Mariendorfer Weg ans stait. 4322 Allen Verwandten und Befannten die tieftraurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unfere liebe Mütter und Großmutter 4032 Anna Lorenz geb. Lehmann an Lungenentzündung verftorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. Oftober, nachm. 3 Uhr, von der Charité aus nach dem Dankestirchhof statt. Dies zeigen mit der Bitte um stilles Beileid an die tiefbetrübten Hinterbliebenen A. Lorenz und Kinder. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kernmacher Otto Nixdorf am 19. b. M. an Mastdarmfiftel gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Oftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Michael- Kirchhofes in Rigdorf, Maviendorfer Weg, aus ftatt. 154/11 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und fostbaren Stranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwieger- und Großvaters sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Stollegen der Firma Nössemann u. Kühne: mann unseren innigsten Dant. 7556 Wwe. A. Vollprecht. Max Hügeler. 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Tiefgerührt von den überaus zahlreichen Beweisen weitester und herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers Willy Wiese sprechen wir hierdurch den Chefs der Bergbrauerei sowie dem gesamten Personal nebst Freunden und Bekannten, die des Verstorbenen und unser so liebevoll gedachten, innigsten Dant aus. Witwe Wiefe. Ella Wiese. Otto Wiese. Mizzi Wiese geb. Brudered. Etablissement Ballschmieder Badstraße 16. Jeden Montag: Petri's unvergleichl. Norddeutsche Sänger.. 20 Pf. Anjang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Inh. d. Annonce pro Pers. Nach der Soiree: Frei- Tanz. Gesellschaft Sonnabends frei für Vereine, Gewerkschaften. Adresse: Rixdorf, Lahnstr. 3. 5452* Germania- Pracht- Säle Chausseestr. 110. Karl Richter. Dr. Simmel Seben Sonntag: Otto Steidel's Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Zahn- Klinik. Olga Preise* beliebige Teil. zahlung. 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