Nr. 3. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Pretstifte für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Saferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle ober deren Staum 40 Pfg., für Veretns- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expeditton ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sernfprech- Ansching Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Nochmals die Mittwoch, den 4. Jannar 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. bem das aber was dem arbeitenden Volke frommt, wie sie beffer in den überständen! In puncto Entstellung muß man feinen Hotels von St. Johann und Saarbrücken speisen, amtlichen Bergmannsfreund" also zweifellos Wenn " Sachverständniß" zuerkennen. Muster- Arbeitsordnung" auf den während der Bergmann draußen in den elenden Berg- höchſte arbeiternestern seine Kartoffeln mit Schnaps hinunterwürgt. Kritiken und Beschwerden gegen die Maßnahmen Staatlichen Saar- Kohlengruben. Wir sind von dem Vorwurf der Sachunkenntniß auch um ber staatlichen Grubenverwaltung in öffentlicher fou so weniger unangenehm berührt, als er mit uns einem trollirbarer Diskussion so behandelt werden, wie mag es Sie haben geseffen, unsere Hiebe, die wir der staatlichen" Dr. juris und Redakteur einer großen Beitung" gemacht dann den internen Beschwerden der Arbeiter im bureauBergwerks- Verwaltung im Saarrevier wegen der neuen wird, gegen den die staatliche Verwaltung noch einen Vor- tratisch geheimen Instanzenwege gehen? Kein Wunder, daß Arbeitsordnung am 14. Dezember verabreichten, zugleich rath alten Grolls vom Streitjahre 1889 her in petto zu sich der Zündstoff massenhaft anhäufen mußte! vor einem unüberlegten Streit warnend. Der Streit ist haben scheint. Frren wir nicht, so ist damit der einzige Und dann kommt der ganze sachliche" Inhalt der nun doch ausgebrochen, weil die Verbitterung der Leute Redakteur eines bürgerlichen Blattes gemeint, der es damals amtlichen Erwiderung! Dieselbe kann nichts markten und eine namenlose gewesen zu sein scheint. Und ganze 14 Tage der Mühe werth hielt, die Lage der fiskalischen Bergleute nichts mäkeln an unserer Feststellung, daß die Schichtdauer nach Erscheinen unserer Kritit tommt jetzt das zur Be- bei diesem selbst zu studiren und der auf Grund dieser für die einzelnen Arbeiterklassen neun, zehn und zwölf lehrung" der Bergleute seitens der fiskalischen Bergbehörde Studien eine Reihe von Briefen aus dem Saarrevier in der Stunden betragen soll, fie erklärt die Arbeitsdauer furzweg im Saarrevier eigens herausgegebene Blatt, um unsere Artikel Beitung veröffentlichte, der er damals angehörte, deren Mit- für nothwendig", für nicht zu lange". Sie thut, als zu widerlegen"! Nun, die Hiebe haben eben so gesessen, daß theilungen geradezu zum Himmel schrieen. Die königliche wenn das Ein- und Ausfahren der Bergleute eigentlich die fich die Bergverwaltung durch nicht weniger als zehn volle Grubenverwaltung hat damals fein Wort der Erwiderung reine Spielerei wäre, bei der man womöglich noch Kräfte Spalten ihres Blättchens hindurchwindet und dreht, um die oder Berichtigung gefunden oder finden können. Es ist sammelt, fie verschweigt, daß die Leute vielfach summarische Kritit zu entkräften, die wir in wenige, kräftige daher begreiflich, daß sie einen tiefen Groll über die Sach- außerdem noch halbstündige Wege vor und nach Säße zusammenfaßten. Es genügte eigentlich dieses untenntniß" ihrer Kritiker im Busen bewahrt hat. Und der Ein- und Ausfahrt von der Wohnung bis jämmerliche Schauspiel aufzuzeigen, das die Wirkung es wäre schade, wenn er nicht bei diefer paffenden Gezur Grubenöffnung zurückzulegen haben, und ste unserer Kritik ist, und im übrigen das Blättchen, deffen legenheit sich doch endlich Luft gemacht hätte! nimmt auch noch das System der zweiftündigen Inhalt den Bergarbeitern im Saarrevier immer ein heiteres Endlich lassen wir beiseite die geschmacklosen An- Ueber- und neunstündigen Nebenschichten in Schutz, das die Lachen abnöthigt, sich selbst zu überlassen. Aber um der spielungen auf den Geschäftsbetrieb des Borwärts", durch staatliche Grubenverwaltung, wenn sie will, jede Woche anGrundsäge einer föniglich preußischen Arbeitsverwaltung die das Grubenblättchen seinen Fammer in Etwas mildern wenden tann! Durch eine Entstellungskunst, die bei Auswillen, die in den 10 Spalten mit herrlichster Naivität ge- zu müssen glaubt. Das Organ der königlichen Gruben- legung des Textes der Arbeitsordnung dem geriebensten offenbart werden, wäre ein Uebergehen des Jammer verwaltung im Saarrevier befindet sich da in der Gesellschaft Advokaten Ehre machen würde, will das amtliche Blatt bandwurms wirklich schade. Der Verfasser liefert uns der„ Unabhängigen" und Anarchisten; lassen wir es in dieser 3. B. glauben machen, daß nur ausgefallene Stunden und nämlich freiwillig die klare und nette Erklärung schönen Kumpanei! Schichten" nachgearbeitet zu werden brauchen, wenn infolge " " dafür, warum ber unbesonnene Streit auf In der Hauptsache also, sagten wir oben, giebt ber von force majeure nicht gefördert werden konnte, eine Ausden Saargruben ausbrechen mußte bei Saarbrüder Bergmannsfreund" die klare und nette Erlegung, die sich übrigens die Arbeiter hoffentlich gut solchen Grundsägen der staatlichen Verflärung für die namenlose Verbitterung, die unter den merken, während in der Arbeitsordnung ausdrücklich be10 altung. Und dafür müssen wir dem Jammer Bergarbeitern des Saarreviers herrscht. Erstlich durch die merkt ist, daß infolge von Betriebsunfällen, wegen blättchen im Saarrevier dankbar sein; es hilft Art, wie das amtliche Drgan sachliche Einwände behandelt. M angels an Eisenbahnwagen zur Vera am Beginn einer Bewegung, die wiederum unsägliche Es hütet sich nämlich wohl, den Bergleuten unseren ganzen ladung oder aus anderen ähnlichen Gründen" Noth und Misère in den Kreisen braver Arbeitsleute Artikel mitzutheilen der Eindruck könnte doch zu fatal Ueberschichten und Nebenschichten verfahren werden aufbecken wird, die Verantwortlichkeiten geschichtlich festein! Es zerreißt ihn hübsch in einzelne Theilchen, um müssen, welche die regelmäßige Arbeitszeit stellen. Das ist viel werth in Augenblicken, in denen am seine Wirkung abzuschwächen. Gott sei Dank ist die Rech erhöhen"!!! Die Arbeitsordnung, diese MusterLiebsten sofort der Säbel hauen und die Flinte schießen" nung ohne den Wirth gemacht die Bergarbeiterpreffe leistung fistalischer Sozialpolitik, der sich ihre Urmöchte. sorgt schon dafür, daß den Leuten der innere Zusammenhang heber offenbar zu schämen beginnen, spricht also Ganz beiseite laffen wir das auch aus den Zechen- aller Zumuthungen klar wird, die in der Muster- Arbeits- nicht blos von force majeure und außerdem von Ueberblättern Rheinland- Westfalens sattsam bekannte Lied von ordnung" an fie gestellt werden. Und dann unterdrückt und schichten, die zur regelmäßigen Arbeitszeit hinzus dem mangelnden Sachverständniß" aller Kritiker der schönen entſtellt das amtliche Drgan diejenigen Stellen unserer tommen, sie nicht blos ersehen. Aber warum sich bei und herrlichen Zustände, die in den deutschen Kohlenrevieren Kritik, die ihm nicht paffen. Nur ein Beispiel! Wir solchen Wortklaubereien aufhalten! Die staatliche Grubenherrschen, ein Refrain, mit dem auch das Blättchen der hatten hervorgehoben, daß derjenige Arbeiter sofort ent- verwaltung tritt eben genau wie Krupp, Stumm und Baare ftaatlichen Saar- Grubenverwaltung wieder weiblich krebst. lassen werden kann, der einen Grubenbeamten beleidigt für Arbeitszeiten ein, die von Hygienikern und Technikern Warum dann wohl volle 10 Spalten zur Widerlegung" oder sich einer besonderen Rohheit wie dem berühmten Tunnelbauer Rziha für übermäßig er der Sachunkenntniß" verwendet werden?? Uebrigens müssen schuldig macht", während dem Arbeiter das Recht zum klärt worden sind, die ihre entartende Wirkung bereits auf ja natürlich Berg- Assessoren, die so kurze Zeit wie möglich sofortigen Austritt nur bei einer Beleidigung durch die Gesundheit der Königlichen" Bergleute im Saareinmal unter der Erde gearbeitet haben und seitdem durch einen Grubenbeamten gegeben ist; die besondere Robbe it" revier äußerten, die aber trotzdem vom christlich- sozialen" das nöthige Schimpfen auf die Arbeiter in- und außer eines Betriebsführers steht natürlich nicht unter den Aus- Regimente beibehalten werden sollen und wie zum Hohn halb der behaglichen Verwaltungsbureaus zur absoluten trittsgründen, so schrieben wir. Der" Bergmannsfreund" noch mit dem Interesse des Arbeiters" entschuldigt Sachverständniß avancirt sind, mit ihren glänzenden läßt einfach die Hauptsache, den Sah, in welchem von der werden. Das amtliche Blatt proflamirt es ferner als sozialpolitischen Kenntnissen und ihrem warmen Empfinden besonderen Rohheit" des Arbeiters die Rede ist, weg, und feststehenden Grundsatz der staatlichen Grubenverwaltung, für die Arbeiter so sicher besser urtheilen können über das, behauptet frischweg, daß sich gleiche Bestimmungen gegen- daß, wie überall in der ganzen Welt", der Arbeiter keinen Feuilleton. Bel- Ami. Nagbru verboten.) [ 54 Roman von Guy de Maupassant. Der Droschtengaul setzte sich in langsamen Trab, und Du Roy ließ die Vorhänge im Wagen herunter. Sobald er fich seiner Hausthür gegenüber befand, ließ er sie nicht mehr aus den Augen. Nach zehn Minuten Wartens sah er Madeleine herauskommen und den äußeren Boulevards zugehen. Sobald fie fern genug war, fteckte er den Ropf zum Schlage hinaus und rief: Borwärts!" " Mann in militärischer Haltung herein, der trotz seiner Jugend schon graue Haare hatte. Du Ron begrüßte ihn und sagte: Wie ich vorher sah, dinirt meine Frau heute mit ihrem Liebhaber in der möblirten Wohnung, die sie in der Rue des Martyes gemiethet haben, Herr Polizeikommissar." Der Beamte verneigte sich: Ich stehe zu Ihrer Berfügung." Bis um neun Uhr haben wir Zeit, nicht wahr?" fuhr Georges fort. Später dürfen Sie in eine Privatwohnung nicht mehr eindringen, um einen Ehebruch feftzustellen." Nein, bis sieben Uhr im Winter, bis neun vom 31. März ab. Heut haben wir den fünften April, wir tönnen also bis neun warten." Mein Wagen wartet unten, Herr Kommissar, wir tönnen also wohl Ihre Begleitmannschaften holen und dann ein wenig vor der Thür warten. Je später wir kommen, desto mehr Aussichten haben wir, sie bei der That abaufaffen." Ganz wie Sie wünschen." Die Droschte setzte sich in Bewegung und sehte ihn vor bem" Fasanen", einem im Viertel bekannten, bürgerlichen Restaurant, ab. Georges ging in den Speisesaal, setzte sich zu Tisch und begann in aller Ruhe zu speisen. Nur sah er von Zeit zu Zeit nach der Uhr. Es war halb acht geworden, als er Kaffee getrunken, zwei Gläschen Kognak Der Kommissar ging hinaus und kam dann im Ueberfine champagne darauf gesezt und eine gute Bigarre lang sam aufgeraucht hatte. Er verließ das Restaurant, rief eine leer vorüberfahrende Droschte heran und ließ fich nach der Rue La Rochefoucauld bringen. rod wieder hinein, der seine dreifarbige Schärpe verbarg. Er bemühte sich, Du Roy vorangehen zu lassen. Aber der Journalist, der zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt war, wollte nicht zuerst hinausgehen und sagte immer: Nach Ihnen... nach Ihnen." Ohne den Portier zu fragen, stieg er in dem angegebenen Hause bis zum dritten Stock empor, klingelte und fragte das öffnende Dienstmädchen: Herr Guibert bin ja hier zu Hause." de Lorme ist doch zu Hause?" " Ja." Gehen Sie nur voran," erwiderte der Beamte.„ Ich Nun erst verneigte sich Du Ron und gab die Thür frei. Sie holten zunächst im Revierbureau drei Schuhleute Fang vor sich gehen sollte. Einer der Männer letterte zu dem Kutscher auf den Bock, die beiden anderen stiegen in die Droschke ein, die sie nach der Rue des Martyrs brachte. " Ich habe den Plan der Wohnung," sagte Du Noŋ. Sie liegt im zweiten Stock, besteht aus drei Zimmern und hat nur einen Ausgang. Ein Schloffer wohnt in der Nachbarschaft. Er ist bereit, falls Sie ihn requiriren sollten." Es war erst viertelneun, als sie vor dem angegebenen Hause anlangten. Schweigend warteten sie zwanzig Minuten. Gegen dreiviertel sagte Georges: Jeht vorwärts!" Sie stiegen die Treppe hinan, ohne sich um den Portier zu fümmern, der sie übrigens auch garnicht bemerkte. Ein Schuhmann blieb auf der Straße, um die Thür zu bewachen. Im zweiten Stock machten die vier Männer halt, und Du Roy preßte erst sein Ohr an die Thür, dann sein Auge ans Schlüsselloch. Er hörte und fah nichts. Er flingelte. Bleiben Sie hier und halten Sie sich bereit, wenn ich. Sie rufe," sagte der Polizeitommiffar zu seinen Leuten. Sie warteten wieder. Zwei oder drei Minuten ver strichen, dann zog Georges mehrmals hintereinander die Klingel. Ein Geräusch drang aus der Tiefe der Wohnung heraus. dann näherte sich ein leiser Schritt. Jemand suchte durch's Schlüsselloch zu spähen. Da flopfte der Journalist mit gebogenem Finger heftig gegen das Holz der Thürfüllung. il Eine Stimme, es war eine Frauenstimme, die sich zu verstellen suchte, fragte:„ Wer ist da?" ,, Deffnen Sie im Namen des Gesetzes!" erwiderte dert Beamte. Er wurde in den Salon geführt und mußte einige in Zivil ab, die schon auf sie warteten, denn Georges hatte ich Augenblicke warten. Dann trat ein großer, ordengeschmückter schon im Laufe des Tages mitgetheilt, daß am Abend der Wer sind Sie?" fragte die Stimme wieder. " Ich bin der Polizeikommissar. Deffnen Sie, oder ich laß die Thür aufbrechen." Was wollen Sie hier?" fragte die Stimme weiter. Lohn bekommt, wenn gefeiert werden muß— eS verschweigt aber unsere Gegenüberstellung, daß fich der Arbeiter trotz- dem zwei Feierschichten lang zur Verfügung halten muß, um nicht auch noch„kontraktbrüchig" zu werden. DaS amt liche Organ geht mit Stillschweigen über unsere Fest stellung hinweg, daß die Arbeiterausschüsse der staatlichen Gruben wohl g e hört, aber m keinem Fall« e r hört zu werden brauchen— dieses Schweigen ist das Beste und Bezeichnendste, was eS thun konnte. Dafür behauptet es, die Mitglieder der Ausschüsse würden»in freier Wahl" gewählt: unter der»Leitung" des BergwerksdirektorS nämlich nach einem von diesem»geregelten Verfahren"(Z der Bekanntmachung vom 21. Februar 1890). Wahlberechtigt sind nur Bergleute, die»seit wenigstens drei Jahren" in den Saargruben arbeilen, wählbar nur solche, die»seit wenigstens fünf Jahren aus einer und derselben Grube in Arbeit stehen", den Wahltag be stimmt die Verwaltung, die Einladung zur Wahl kann sie erst einen Tag vor dem Wahlakt erlassen— und das nennt der amtliche Artikelschreiber»freie Wahl von Ver- trauensmännern!" Aber es giebt eben nichts Werth- volleres, als solche Kundgebungen, die bereits zum Beginne des Streiks zeigen, was die staatliche Verwaltung unter der „Freiheit" der Arbeiter versteht. Sir hat sogar die Stirn, sich mit ihrer Liberalität gegen den bergmännischen Rechts- schutzverein zu brüsten und die zahllosen— Maß- regelungen todtzuschweigen, die sich Angehörige des- selben gefallen lassen mußten. Diesen Dingen reiht sich schließlich würdig an das Geständnis, daß die staatliche Verwaltung»gar keinen Grund hat, über die»vollständig ausreichenden" Gcsetzesbestim- mungen bezüglich der Sonntagsruhe und jugendlicher Ar- beiter hinauszugehen— natürlich: diese mageren Be- stimmungen sind ja mit den Schlotbaronen gemacht, um der Ausnutzung möglichst wenig hinderlich zu sein. Das amt- liche Organ der Grubenverwaltung tritt ausdrücklich für die vier- bis sechswöchentliche Lohnfrist ein, eS erklärt die Bestreitung aller Betriebsauslagen für Pulver, Werkzeuge, Oel und Sicher�eitslampen für»nothwendig", weil sonst »ein Biktorraschießen in den Gruben anheben" oder „unnöthig mit der Sicherhcitslampe gespielt" würde; es vertheldigt dir ausdrückliche Aufnahme deS Rechtes zum Lohnabzug m die„Musterarbeitsordnung", wohl in süßer Erinnerung an frühere Gebräuche, welche die 1889er Enquete feststellte, nach der die Bergleute von der Ver- waltung wegen Steuerrückständen sogar~ entlassen wurden; es hat die Stirne, die Bestrafung etwaiger Unpünktlichkeiten mit dem Lohnverlust ganzer Tage mit dem»Interesse des fleißigen Arbeiters gegenüber dem leichtsinnigen' zu entschuldigen und setzt seinem Artikel bandwurm dadurch die Krone auf, daß es die— Durch- schnittstöhnr im Saarrevier preist; von den wirklichen Löhnen zu sprechen, schämt es sich offenbar. Nochmals: wir heißen diese zeilgemäße Ausklärung über den nackten Unternehmer-Standpunkt der staatlichen Gruben- Verwaltung aufs beste willkommen. Wer Augen' hat, zu sehen, muß jetzt wissen, weshalb sich die Verhältnisse im Saarrevier so zugespitzt haben. Der Streik der Bergleute ist ein unbesonnenes, aber menschlich entschuldbares unter- nehmen, jdenn die staatliche Grubenverwaltung huldigt nach wie vor ganz ofsen— dem Moloch Kapitalismus und äußerster ArbeiterauSbeutung!— Volikisthe AeberNrvk. Berlin, den 3. Januar. - Die NothstnndS- Interpellation der sozialdemo- kratischc» Fraktion liegt jetzt dem Reichstage offiziell vor. Wir wiederholen hier den Wortlaut derselben: Die Unterzeichneten richten an den Herrn Reichskanzler die Frag«: Welche Maßregeln haben die verbündeten Regierungen er- griffen oder gedenken sie zu ergreisen, um dem notorisch vor- handenen Slothstaude entgegenzuwirken, welcher infolge an- dauernder Arbeitslosigkeit, vielfach vorgenommener Herabsetzung der Arbeitslöhne, sowie der allgemein gedrückten Erwerbs« Verhältnisse in den weitesten Voliskreisen herrscht. Die Stellung, welche der Reichstag und die Regierung zu dieser Interpellation nehmen werden, ist uns nicht „Ich bin eS," rief Du Roy. oischen, »Jeder Versuch, uns zu entwischen, ist nutzlos." Der leichte Schritt entfernte sich wieder, kam aber nach einigen Sekunden zurück. »Wenn Sie nicht öffnen wollen," sagte Georges,„er- brechen wir die Thür." Er rüttelte an dem kupfernen Thürgriff und stieß langsam mit der Schulter an die Thür. Keme Antwort erfolgte. Plötzlich gab er der Thür einen so kräftigen und starken Stoß, daß das alte Schloß der Garniswohnung auf- sprang. Die Schrauben sprangen aus dem Holz, und der junge Mann wäre beinahe auf Madeleine gefallen, die, ein Licht in der Hand, im Vorzimmer stand. »Sie ist es, wir haben sie!" rief er und stürzte ins Zimmer. Der Polizeikommissar nahm seinen Hut ab und folgte ihm. Bestürzt kam die junge Frau hinter ihnen her und leuchtete. Im Eßzimmer zeigte der nicht abgedeckte Tisch die Uebereste eines Mahles: leere Champagnerflaschen, eine offene Gänseleberterrine, ein Geflügelgcrippe und angebissene Brotschnitte. Auf einem Seitentischchen lagen Hausen Austernschalen in zwei Schüsseln. Eine Schale voll Theegcbäck, eine Flasche Chartrense und zwei halbgefüllte Liqueurgläschen standen aus dem Kamin- sims. Die Broncefigur der Standuhr war durch«inen großen Dlännerhut verdeckt. Der Polizeikommissar drehte sich rasch um und sah Madeleine scharf an: „Sie sind doch Frau Klara Madeleine Du Roy, recht- mäßige Gattin des Journalisten Herrn Prosper Georges Du Roy, der hier zugegen ist?" „Ja," erwiderte sie mit gepreßter Stimme. „Was thun Sie hier?" Sie gab keine Antwort. „Was thun Sie hier?" fragte der Beamte noch einmal. „Ich finde Sie in fremdem Hause in einer nwblirten Woh- nung... Was hatten Sie hier zu suchen?" Er wartete einige Augenblicke. Als sie noch immer schwieg, sagte er:„Wenn Sie nicht gestehen wollen, muß ich ias Weitere feststellen." zweifelhaft. Die Regierung und die Regierungsparteien werden gegenüber den neuen Riesenanforderungen für den Militarismus nicht umhin können, den Nothstand nicht anzuerkennen und die wirthschaftliche Lage in möglichst rosigem Lichte zu sehen. Warnt doch die»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" wiederholt davor, daß das Volk seine Kraft nicht in»träger Beschaulichkeit erlahmen laffe, daß wtr uns nicht»in d a S stille Thal ruhiger, gesättigter Beschaulich- k e i t" führen laffen. Giebt«B«neu grimmigeren Spott als der Hinweis auf die»träge gesättigte Beschaulichkeit der großen Masse deS mit der größten Roth kämpfenden Volkes? Es wird unbewußt verrathen, wen man offiziös unter„Volk" versteht. DaS ist eben nur das Häuflein der»satten" Existenzen, der oberen Zehntausend, für welche Politik und„Patriotismus" nur eine Art„Sport" ist, der angenehme Aufregung, Ansehen, Gewinn und Karriere schafft. In die»träge Beschaulichreit" der Champagnergelage mögen Krieg und Kriegsgeschrei eine erfrischende An- regung der abgestumpften Nerven bringen. Aber wenn diese gesättigten Existenzen der Anregung bedürfen, dann mögen sie auch die Kosten derselben tragen. Aber man muthe diesen Schwadroneuren, denen man im Reichstage schon den Beinamen der schweren Kavallerie beilegt, dem Herrn Stumm und den sonstigen Säbelrafflern zu, die Kosten der Militärvorlage durch eine Steuer von auch nur einem Prozent der höheren Einkommen zu decken, dann fühlen diese Herren, welche dem Volke die höchsten Lasten ausbürden, die Belastung mit einem Prozent ihres Ueber- flusses schon als etwas, was das ganze Reich an den Ab- grund des Verderbens führt. Tie sozialdemokratische Jnter- pellation verlangt Brot für das Volk, und soll es statt dessen nur den Stein, als welchen wir die Militärvorlage ansehen, empfangen?— Die Hieschäfts- und RechmingSergebnisse der Alters- und Jnvaliditäts-Versicherungsanstalten sind heute dem Reichstage zugegangen.— Unser« MittheiUmgen«der die WelfenfondS- Quittungen haben auf das Volt der Welsen- und Reptil- fondS-Slipendiaten gewirkt wie ein paar sausende Peitschen- hiebe aus eine Meute von Hunden. Nun— das war vorausgesehen nnd beabsichtigt. Eine Freude wollten wir den Betroffenen und Getroffenen nicht machen. Wenn nun hintennach Reptilblätter wie die„Kölnische Zeitung" und Verwandtes sich in die Brust werfen und, als Theater-Catone von uns verlangen, wir sollten jetzt auch die Namen all' nennen und noch Sonstiges mittheilen,- so lachen wir die Herren einfach aus und be- merken ihnen, daß der Bube, der gezüchtigt wird, nicht darüber zu bestimmen hat, wie die Züchtigung zu ver- abreichen ist. Wir werden die Züchtigung so verabreichen, wie es uns gut dünkt, und wie es den Züchtlingen am Schmerzhaftesten ist. Und wenn die Herren von„Anstand", „journalistischer Pflicht" reden, so haben wir ihnen nur zu sagen, daß sie gar kein Recht haben, solche Worte in den von denen Mund zu nehmen, und daß sie die letzten sind, Anstand zu lernen. Namen! Ei! Weiset nicht jeder mit Fingern ans die Empfänger der Reptilgelder? Ueber wen ist denn etwa ein Zweifel? Die Organisatoren der m i l i t ä r i s ch e n Spionage interessiren uns vorläufig nicht. Aber die Herren Patrioten, die schon vor 1866 im Auftrage und Solde Bismarck's die Annexion der Kleinstaaten vorbereiteten, Hochverrath gegen dir eigene Regierung, Landesverrath gegen ihren He:mathstaat übten— nnd die dann noch aus den» Reptilienfonds schöpften— sind sie etwa unbekannt? Oder wollen die»besten Männer" etwa leugnen? Wo ist die Peitsche? Ja— aber das geschah für die gute Sache. Gute Sache hin, gute Sache her. Die Stipendiaten des Panamafonds ließen sich auch für die gute Sache be- zahlen; sie verwandten das gestohlene Geld»im Interesse der Republik". Und die französische Republik ist doch wahrhaftig so viel werth wie die bismarck'sche Reptilwirth- schaft. Und die Herren, welche beim vorigen König von Bayern thätig waren, ihn für das Bismarck'sche Spiel ein- dangen und zu gebrauchen hatten, sind s i e etwa un- annt? Tragen sie das Brandmal nicht blutroth auf der Stirne? Und die Legion der kleineren Spitzel und Der Beamte trat inS nächste Zimmer und rief:»Wer ist hier?" Alles blieb still. Du Roy sprang hinzu und zog einen Menschen hinter der Thür hervor. Das bleiche Gesicht Larochc-Mathieu's tauchte auf. Ter Journaltst stürzte sich auf ihn, als wenn er ihn am Hals packen und erdrosseln wollte. »Haben Sie wenigstens den Muth Ihrer Gemeinheit!" „Wer sind Sie?" fragte der Beamte wieder. Der bestürzte Mann schwieg. »Ich bin Polizeikomirnffar und fordere Sie auf, mir Ihren Namen zu nennen!" „Antworten Sie doch, Sie Feigling!" schrie Georges vor thierischer Wuth zitternd,„oder ich nenne ihn sonst." „Herr Polizeikommissar," stotterte der Mann,„Sie dürfen mich von diesem Individuum da nicht beleidigen laffen. Habe ich mit Ihnen oder ihm zu thun? Muß ich Ihnen oder ihm Rede stehen?" Er sprach, als wenn er keinen Speichel mehr im Munde hätte. „Mir haben Sie zu antworten," erwiderte der Beamte, „mir allein. Ich fra�e Sie also, wer Sie sind?" Der Mann schwieg noch immer. Seine kleinen, nach oben gestrichenen Schnurrbartspitzen sahen schwarz in seinem bleichen Gesicht aus. »Wollen Sie nicht antworten?" fuhr der Beamte fort. „Dann muß ich Sie verhaften." Madeleine hatte inzwischen ihre Kaltblütigkeit wieder gewonnen. Sie sah, daß alles verloren war und scheute sich nicht alles zu wagen. Höhnischer Trotz leuchtete aus ihren Augen, sie kniffte einen Fidibus und begann wie zu einem feierlichen Empfange die zehn Kerzen anzuzünden, die in zwei häßlichen Kandelabern in den Ecken des Kaminsimses standen. Dann lehnte sie sich an den Marmor des Kamins, wärmte ihre Füße an dem verlöschenden Feuer, nahm eine Zigarette aus einer rosa Papierschachtel, zündete sie an und begann zu rauchen. Der Kommissar war an sie herangetreten nnd wartete dort, ob ihr Komplice sich eines Besseren besinnen würde. sonstigen Gesindel?? Peitsche her! Sie wolle« genannt sein? SÄ Und nun, Ihr Zffchtlinge in die Ecke. Di« Peitsche wird wieder geschwungen--- jedoch nicht eher als es unS gefällt. Und nun, wartet ans die nächste Portion!— Die NenjahrsSusiernng des Kaiser» muß jetzt für die Mititärvorlage werben; in der offiziösen und besonders in der nationalliberalen Presse muß sie als wichtigstes Ar- gument dienen, obwohl die Stellungnahme des Kaisers doch wohl niemandem unbekannt gewesen und also auch an der gegebenen Situation nichts ändern kann. Der Kaiser hat seine Meinung, daS ist sein Recht; aber ebenso hat das Volk eine Meinung. Der Kaiser verlangt, was er nur mit Bewilligung des Volkes erlangen kann; weigert sich das Volk in seiner Reichstagsmajorität, dann muß eben der Kaiser verzichten. Appellirt die Regierung durch eine ReichstagSauflösung direkt an daS Volk, dann wird das Volk durch die Neuwahlen diese Appellation noch deutlicher beantworten. In Verlegenheit kommen nur die Dreh- scheibenpolitiker, die jeder Regierung gern z« Willen sind und zugleich Angst haben, bei der Wahl vom Volke verworfen zu werden. Für uns ist diese Entscheidung nur eine erfüllte Hoffnung. Unsere Parole bleibt in jedem Fall: Für den Militarismus keinen Mann und keinen Groschen!— Gegen die Jesuiten! heißt jetzt die Parole der nationalliberalen Weichthiere, die in dieser Zeit des Kampfes nichts Besseres zu thun wissen, als kindisch« Reitübungen auf dem alten, lendenlahmen Kulturkampfklepper zu machen. Protestversammlungen und Petitionen gegen die Zulassung der Jesuiten sind an der Tagesordnung. Und was ist denn so Erschreckliches an den Jesuiten? Sie haben gesagt: „Der Zweck heiligt das Mittel!" Aber was haben die Herren Nationalllberalen denn hieran auszusetzen? War das nicht, so lange sie etwas zu sagen hatten, ihr stiller Wahlspruch? Haben sie nicht im Namen der deutschen Einheit Hoch- und Landesverrath, Verrath an Freiheit und Volksrecht geschäftsmäßig verübt? Haben sie nicht dem Fälscher der Emser Depesche zugejubelt? Suchen sie nicht noch heute die schmutzigsten Handlungen der sogenannten nationalen Politik zu beschönigen? Nein, da sind uns die richtigen Jesuiten denn doch noch hundert Mal lieber. Solcher Niedertracht haben sie sich noch niemals schuldig gemacht. Und sie sind Männer.— Arbeit und Gottvertrauen! Diese Parole giebt das Organ des Kanonenlieferanten Krupp und de? Steuerhinter- ziehers Baare, der auS der StempelfälschungS- und Schienen- flicker-Affäre so»reinlich und zweifelsohne" hervorging, ,zum Jahreswechsel" aus.„Unser Leben soll ganz und voll gestellt sein in den Dienst der G e r e ch t i g k e i t und der Lte b e, der Treu« und der W a hrheit" gelobt sie, und ihre Anhänglichkeit an die Millionäre beruht gewiß nur darauf, daß sie bei diesen ihre Ideal« vorzugsweise verwirklicht findet. Dieselben mögen ja auch ihre Mängel haben— aber, das sind alles nur„Schönheitsfehler". Ganz anders sieht es in Frankreich aus, in der„materialistischen" Republik, wie das Schienenflicker-Organ schreibt. Von Frankreich sagt es: „Geld giebt überall Macht; Macht giebt vielfach Ehre. In dem Frankreich der dritten Republik aber ist Geld ipso tacro Ehre. Der Unterschied ist so sein nicht, wie es den Anschein hat. In der Verwischung vtcse« Unterschiedes liegt der Grund zu der heute über die Franzosen hereingebrochenen Katastrophe. Für Geld war den Herren der Re- publik alles feil, und für Geld ist schließlich alles kauf- lich geworden.„Geld machen" wurde also die Parole für jung nnd alt. für reich und arm, für vornehm und gering, für dumm und klug." In den Kreisen, deren Organ daS rheinisch-wrstfälische Blatt ist, gelten dieselben Grundsätze, wie in Frankreich; sie haben vor der französischen Bourgeoisie nur die größere Heuchelei und Protzenhaftigkeit voraus.—- In der schwarzen Liste, welche ans Veranlassung deS Korpskommandeurs Ritter v. Xylander über die neu ein- gestellten pfälzischen Rekruten aufgestellt wurde, figurirte auch als„agitatorischer Sozialdemokrat" der Sohn des Werkmeisters Siegel. Da der junge Mann nun nicht? weniger als ein Sozialdemokrat ist, sich auch niemals irgendwie politisch bemerkbar gemacht hatte, führte sein »Treiben Sie oft so ein Hnndwerk?" fragt« sie frech. „So wenig als möglich", versetzte er ernst. Sie lachte' ihm ins Gesicht.»Viel Glück dazu! Sauber ist es nicht!" Sie that so, als sähe sie ihren Gatten gar nicht. Der Polizeioffizier wendete sich wieder an ihren Ge- uossen. „Wollen Sie mir jetzt sagen, wie Sie heißen?" Wieder keine Antivort. „Dann bin ich gezwungen, Sie zu verhaften." Da schrie der Mann plötzlich:„Rühren Sie mich nicht an! Ich bin unverletzlich!" Du Roy stürzte aus ihn zu, als wollte er ihn zu Boden schlagen und schnauzte ihn an: „Sie sind in iksranti ertappt... in flagranti.... Ich kann Sie auf der Stelle verhaften laffen, wenn ich will; ja ich kann." Und mit schwingender Stimme fügte er hinzu:„Der Mensch hier heißt Laroche-Mathieu und ist Minist« der auswärtigen Augelegeilheiteii!" Der Polizeikommissar trat höchst erstaunt zurück und stotterte:„Sind Sie es wirklich?" Der Mann entschloß sich und sagte mit Anstrengung: „Ein für alle Mal, der Llimp da hat nicht gelogen. Ich bin der Minister Laroche-Mathieu." Dann deutete er mit dem Arm nach der Brust deS Redakteurs, wo ein kleiner rother Punkt leuchtete und setzte hinzu:„Der Schuft trägt noch das Kreuz der Ehrenlegion, das ich ihm verliehen habe." Du Roy war bleich geworden. Mit raschem Griff riß er das rothe Bändchen aus dem Knopfloch und warf es ins Feuer:„Soviel ist ein Orden werth, der von Schwein- Hunden Ihrer Sorte herrührt!" Mit geballten Fäusten standen sich die Wüthrnden gegenüber, als wenn sie sich fressen wollten: Der Eine mager, mit fliegendem Schnurrbarl, der andere fett, de»: Schnurrbart zusammengedreht. Rasch trat der Kommissar zwischen sie und trennte sie mit den Händen:„Meine Herren, meine Herren, Sie ver- geffe» sich! Bewahren Sie de» Anstand b" SSotft Beschwerde tn dk WmgRcht Negierung in Speyer. Nach der„Franks. Ztg.« wurde ihm dieser Tage eine Ent- schließung dieser Behörde durch das königl. Bezirksamt er- öffnet, wonach die Eintragung seines Sohnes in die „schwarze Liste' auf einen Jrrthum zurückzuführen sei. Der junge Mann kann sich bei der Sozialdemokratie be- danken, welche die schwarze Liste an die Oeffentlichkeit brachte; sonst würde er noch heute in derselben stehen und gar nicht wiffen, wie er zu der bevorzngten BeHand- lung, welche die Sozialdemokraten beim Militär genießen, kommt.— AuSschreitunge«. Bezüglich des Bergarbeiter- Uus- standes im Saarbrücker Kohlenbecken wußte der Telegraph von„Ausschreitungen' der Ausständigen zu vermelden. Yetzt haben wir in der gegnerischen Presse briefliche Nachrichten, aus denen erhellt, daß die Feiernden hier und da „Ausschreitungen' beging m, indem sie„schrieen, sozial- demokratische Lieder sangen und Revolverschüffe abfeuerten". Wohlgemerkt blinde! Wer in jenen Gegenden bekannt ist, weiß, daß bei jeder Gelegenheit, wo Menschen sich im Freien versammeln, bei Jahrmärkten, Kirmessen, in den Wein- lesen u. s. w. tüchtig geknallt und gesungen wird. Die Aus- ständigen waren also nur in— festlicher Stimmung. Und daraus macht man„Ausschreitungen'! Freilich,„sozial- demokratische" Lieder! Das hat manchem vermuthlich nicht so schön geklungen, wie irgend eines der Zotenliedrr, wie sie in den„Ferienkolonien" gelehrt werden.— Nach den heutigen Telegrammen soll eS zu„ernsten Exzessen" gekommen sein. Warten wir die näheren Nach- richten ab! Die„Exzesse" werden sich vermuthlich ebenso in Nichts auflösen, wie die„Ausschreitungen".— Die Hochburg des Nationakliberalismus, Leipzig, ist zugleich die Sumpfstätte der gemeinsten Korruption. Inder Stadt der Winkelmann und Jerusalem bietet die„ehrsame", „respektable" Bürgerschaft das Schauspiel der höchsten Ge- sinnungslumperei und Protzenhaftiakeit und dabei einer liederlichen Zügellosigkeit und ekelhaften Genußsucht, die sich auch durch den Mantel der Heuchelei nicht mehr verdecken läßt. Die Fäulnißgeschwüre brechen an allen Stellen auf und kein Parfüm kann verhüten, daß der Gestank merkbar werde. Wie sich die Bourgeoisie amüsirt, daS zeigte erst vor einigen Monaten eine Gerichtsverhandlung gegen einen Klub von„Lebemännern". Gegenwärtig geht durch die Presse wieder die Mittheilung von umfassenden Kuppel- Prozessen. Wirthe und Wirthinncn von 14 sashionablen Abstclgequarticren, tn denen den„Lebemännern" der Bour- geoisie die Töchter anständiger Bürgerfamilien als leckere Kosihappen angeboten wurden, sind in Untersuchung gezogen. Leioer werden die traurigen Folgen der Oeffentlichkeit nur die armen Opfer der Lüstlinge zu tragen haben und diese selbst nach wie vor mit der MaSke der„Ordnungsparteilich- reit" gegen die Umstürzler, welche Ehe, Familie und Eigen- thum zerstören wollen, zu eisern fortfahren.— Nationalliberale Unwissenheit«nd der Panama- Skandal. In der„Nationalliberalen Korrespondenz' be- findet sich ein(wohl vor den Welsenfonds-Enthüllungen geschriebener) Waschzettel, der die Hoffnung ausspricht, Frankreich werde durch die— Armee gerettet werden. Ja, was hat diese staatsmännische Mannesseele denn für Bor- stellungen von Frankreich und der französischen Armee? Offenbar verwechselt der Herr Bolksbelehrcr Frankreich mit Spanien. Nur in den verkommensten Ländern. wie Spanien, kann die Armee eine politische Rolle spielen. Soll die französische Armee etwa von selbst ein Pronuncia- mento machen? Für Wen denn? Für Was denn? Die „Nationalliberale Korrespondenz' hofft offenbar auf einen Staatsstreich ä I» Bonaparte. Aber die Armee von heute ist eine Volksarmee, und die Armee des Staatsstreichs war ein systematisch korrumpirteS Prätorianerheer. Und wer soll die Armee denn jetzt zu einem Pronunziamento ver- anlassen? Det Präsident, die Regierung? Aber sie werden doch kein Pronunziamento gegen sich selbst machen. Oder glaubt die„Nationalliberale Korrespondenz' an den„Stern" der zwei„grünen Jungen", so sich„Prinz Napoleon' und „Herzog von Orleans" nennen? Sollten diese sauberen Thunichtaute sich beikommen lassen, vor der Front eines sranzösischen Regiments zu rufen: Hoch das Kaiserreich! oder: Hoch das Königthum!.— sie würden im Hand- Sie schwiegen und machten auf den Hacken Kehrt. Madeleine stand noch immer unbeweglich am Kamin und rauchte lächelnd ihre Zigarette. Der Polizei-Ofsizier wandte sich an Laroche:„Ich habe Sie hier allein mit Frau Du Roy getroffen. Wollen Sie zu- geben, in welchem Verhältnisse Sie zu ihr stehen?' „Ich habe nichts zu sage»,' murmelte Laroche-Mathieu, „thun Sie Ihre Pflicht.' Der Kommissar wandte sich an Madeleine: „Geben Sie zu, daß der Herr Ihr Liebhaber ist?' „Ich leugne es nicht," erwiderte sie fest,„er ist mein Liebhaoer." „Das genügt." Hierauf machte sich der Beamte einige Notizen über den Zustand, in dem er die Wohnung angetroffen. Als er mit dem Schreiben fertig war, fragte ihn der Minister, der den Paletot über dem Arm und den Hut in der Hand dastand: „Brauchen Sie mich noch, muß ich noch etwas thun, oder kann ich mich entfernen?" Du Roy wandte sich ihm zu und lächelte ihm frech inS Gesicht.„Weshalb denn? Wir sind ja fertig, wir können ja gehen. Sie können hier bleiben. Wir lassen Sie ruhig allein." Er legte seinen Finger auf den Arm des Polizei- Offiziers und sagte:„Ziehen wir uns zurück, Herr Kom- misiar, wir haben an diesem Orte nichts mehr zu schaffen." Ein wenig überrascht folgte ihm der Beamte; auf der Thürschwelle aber blieb Georges stehen, um ihn vorangehen zu lassen. Ter Andere weigerte sich aus Höflichkeit. „Nach Ihnen, nach Ihnen!" sagte Du Roy beharrlich. „Nach Ihnen", erwiderte der Kommissar. Da verneigte sich der Journalist und sagte im Tone ironischer Höflichkeit: „Tiesmal sind Sie an der Reihe, Herr Polizeikommissar. Ich bin ja hier beinahe in nieinen eignen vier Pfählen." Dann schloß er mit diskretem Gesicht sacht die Thür hinter sich. Eine Stunde später trat Georges Du Roy in die Re- daktionsräume der„Vie Fran?aise". Herr Walter war bereits da, denn nach wie vor leitete umdrehen am Kragen gepackt»nd auf die nächste Pakizei- wache geführt werden. Nein— die französisch« Armee giebt sich zu derartigen „verbrecherischen Thorheiten" nicht mehr her. Und was sie beim bevorstehenden KehrauS thun wird, daS«ollen wir abwarten.— Die ansserordenkliche Wirkung deS Panama- fkandals auf das französische Volk erklärt sich dadurch, daß viele Millionen der Bevölkerung in d i r e k- tester, greif- und fühlbarer Weise geschädigt worden sind. Durch die regelmäßig« Arbeit der kapita- listischen Ausbeutung und durch die Schutzzoll-Poliiik wird das französische Volk jedes Jahr um mehr betrogen, als der Panamaschwindel im Laufe einer Reihe von Jahren geraubt hat,— aber das wird nicht so unmittelbar empfunden, das kommt nicht so zum Bewußtsein. Es ist wie bei den indirekten Steuern, die deshalb den Fiuanz- leuten so bequem sind, weil daS Boll den Aderlaß nicht inerkt, während es die direkten Steuern schwarz aus weiß hat. Die anderthalb Milliarden Mark, welche die Panama- kompagnie dem Volk aus der Tasche genommen hat, sind auf t eller und Pfennig nachzurechnen, und auf Heller und fennig weiß jeder Bestohlene, um wie viel er bestohlen ist. Das stachelt den Zorn. auf. Und die Zahl der Bestohlenen mit ihren Familien sind mindestens 5 Millionen, mehr als der achte Theil des sranzösischen Volks!--> Aus Dänemark. AuS Kopenhagen schreibt man UNS d. d. 30. Dezember: Der Reichstag hat in seiner dreimonatlichen Dauer wenig Interessantes geboten. Desto größeres Interesse erregen die hauptstädtischen Angelegenheiten. Drei wichtige Fragen, an denen auch die Sozialdemokratie regen Antheil nimmt, nehmen die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch: die neue Einkommen- steuer, die Erbauung von acht neuen Kirchen und ein« Aenderung des kommunalen Wahlrechts. Zuerst die Steuerfraa«! Die Bevölkerung und die Einnahmen der Sladt wachsen, aber in noch größerem Umfang« wachsen die Ausgaben. Wie nun daS Defizit decken? Eme progressive Ein- kommensteuer wäre das einfachst« Mittel. Aber, meint der Magistrat: Das geht nicht, alle reichen Leute würden aus der Stadt flüchten! Man dacht« an die Beneuerung der Hunde, der Forte- pianos, der Luxuspferde, der herrschaftlichen Equipagen u. s. n>, aber das reicht alles nicht, um eine Million aufzubringen. Schließ- lich ist man auf eine Miethssteuer verfallen, und dort hat man Anker geworfen. Gegen diese MiethSsteuer hat die Sozialdemokratie tn einer Reihe Versammlungen Protest erhoben; wenn größere Einnahmen erforderlich sind, sollen sie durch eine progressive Einkommensteuer gedeckt werden. Eine diesbetreffende GesetzeSvorlage haben wir seiner Zeit auch im Reichstage eingebracht. Die Kommunal-Ber- waltung beharrt jedoch vorläusig bei der Hausmiethesteuer,«nd hat diese bei der Regierung befürwortet. Den Protesten der Sozial- demokratie aber schließen sich jetzt zahlreiche bürgerliche Korpo- rationen an, und selbst das reaktionäre Wochenblatt„Ugevlad for Nöires Slrbeider- y Volgerforeninaer", welches das Organ der konservativen und reaktionären politischen Bereine tn Dänemark ist, sagt in seiner letzten Nummer:„Lieber progressive Einkommen- steuer als Miethssteuer!" Und nun gar erst daS verlangen nach S neuen lkirchen I Die Erbauung derselben beansprucht IV, Millionen Kronen, und überdies werden für die Erhaltung derselben und die Löhnung der neuen Pastoren nrcht weniger als 60« 000 Kronen(666 000 Mark) jährlich berechnet. Und solche Forderungen werden zu einer Zeit gestellt, wo unter den Arbeitern der Hunaer wüthet und die Kommune kein Brot für die hungernden Schulkinder hat. In einer großen Volks- Versammlung legte der Vorsitzende des Komitees der zentralistrten Fachvereine Kopenhagens, I. Jensen, die Stellung der Sozial- demokratie dar. Mehrer« anwesende Priester und Theologen versuchten vergebens, die Partei der Kirche zu nehmen. Nach vierstündiger Debatte nahm die Versammlung mit allen gegen zwei Stimmen folgende Resolution an: „Die Versammlung protestirt energisch dagegen, daß die Bürger Kopenhagens zu einer Steuer für neue lkirchen und eine vermehrte Priesterzahl herangezogen werden, gleichviel, ob man dieselbe auf direktem oder indirektem Wege erhebe." Vor allem aber erregt die beabfichttgt« Aenderung deS kom- munalen Wahlrechts böseS Blut. Bisher waren alle wähl- berechtigt, die das 26. Levensjahr vollendet und ein Einkommen von mindestens 1000 Kronen(1126 Mark) hatten. Nach dem Magistratsproiekt soll ein Klassen-Wahlgeseh eingeführt werden; die eine Hülste der Bürger- Deputirten soll von den Höchst- besteuerten, die andere Hälfte von den übrigen 26 jährigen Ein- wohnern, soweit sie direkte Steuern zahlen, gewählt werden. Selbstverständlich bekämpft die Sozialdemokratie sowohl das bis- und überwachte er sorgfältig seine Zeitung, die eine große Verbreitung gewonnen hatte und die wachsenden Unter- nehmungen seines Bankgeschäftes begünstigte. Ter Direktor blickte auf und fragte:„Sie hier? Sie sehen ja so komisch aus. Warum haben Sie denn nicht bei mir gespeist? Woher kommen Sie denn?" Der junge Mann, der des Eindrucks seiner Mittheilung sicher war, erwiderte unter nachdrücklicher Betonung jeder Silbe: Ich habe eben den Minister deS Auswärtigen gestürzt!" Walter glaubte, er spaße. „Gestürzt?... Wie?" „Ich veranlasse einen Kabinetswechsel. WaS weiter? ES war Zeit genug die Bude auszuräuchern." Der erstaunte Alte dachte, sein Redakteur sei betrunken. „Sie sind wohl verrückt?" murmelte er. „Durchaus nicht. Eben habe ich Herrn Laroche- Mathieu beim Ehebruch mit meiner Frau in üuKranti ertappt. Der Polizeikommissar hat alles festgestellt. Der Minister ist futsch! Bestürzt schob Walter seine Brille auf die Stirn« und fragte:„Sie machen sich wohl über mich lustig?" „Durchaus nicht. Ich will vielmehr jetzt selber eine Notiz darüber schreiben." „Aber was beabsichtigen Sie denn?" „Den Schuft zu stürzen, den Lumpen, den öffentlichen Uebellhäter!" Georges stellte seinen Zylinder auf einen Seffel und fügte hinzu: „Gnade Gott allen, die sich mir in den Weg stellen! Ich kenne keine Verzeihung." Dem Direktor ging erst allmälig daS richttge Der- ftändniß auf.„Aber... Ihre Frau?" flüsterte er. „Morgen früh reiche ich die Scheidungsklage ein. Ich schicke sie dem seligen Forestier nach." „Scheiden wollen Sie sich lassen?' „Zum Teufel auch, ja! Alle Welt lachte schon über mich. Aber ich mußt« mich dumm stellen, um sie zu über- raschen. Jetzt Hab ich sie. Ich bin Herr der Lage." (Fortsetzung folgt.) herige«ahssyftem ak? das projekttrte neue Wahlrecht. Dieses wird wohl auch kaum im Reichstage auf eine Majorität rechnen können. Im nächsten März finden nen« Kommunalwahlen statt, und hat bei diesen, trotz deS hohen ZenfuS, die Sozialdemokratie größere Aussichten, wie je vorher. Auf dem Lande setzen wir unsere Agitation mit verdoppelter Kraft fort, was freilich den Gutsbesitzern und größeren Bauern nicht gerade sehr erfreulich ist.— Holland ist e« an verschiedenen Orten zu bluttgen Zusammenstößen zwischen Arbeitslosen und der Polizei gekommen. In jedem Falle war die Polizei der angreifende Theil, indem sie, dem Landesgesetz zuwider, die Menschenansammlungen gewaltsam verhindern wollte, und, wenn die Menge sich nicht sofort zerstreute, mit Revolvern scharf schoß. Mehrere Menschen sind auf diese Weise ge- tödtet, viele verwundet worden.— Der Dnbliner Dynamttstreich ist nicht von Freunden der irischen Sache ausgegangen— schrieben wir gleich nach Bekanntwerden der Nachricht. Jetzt haben wir eine Spur, die zu den Urhebern führt. Der berüchtigte O'Donnovan R o s s a ist plötzlich aus dem Dunkel emporgetaucht, und hat die„große Thai' verherrlicht. Herr O'Donnovan Rossa ist ein Kollege des Spitzels Le Caron; er wurde seiner Zeit entlarvt, hat jedoch, wie all' diese Spitzel, wieder ein paar Gimpel gefunden, die ihm auf den Leim gingen. Wir sagten auch sofort, Herr Le Caron werde Bescheid wissen. Man frage ihn nur. Le Caron aber ist nicht mehr in Gladstone's Diensten, sondern in denen der Konservattven.— Kort mit dem Polizeisäbel! Die irische Regierung hat für die Polizei, die bisher Seitengewehre trug, den Säbel abgeschafft und statt seiner den englischen Polizei- knüppel eingeführt. Es darf dies als ein Beweis dafür betrachtet werden, daß die Regierung nicht an eine„Frnkti- fizirung' deS Dubliner Attentats denkt.— Paffciitcufjt'irfifcn. Gewerbegerichts» Wahlen. Bei den Wahlen zum A p o l d a e r Gewerbegericht wurden in der Klasse der Arbeiter- Vertreter die sozialdemokratischen Kandidaten gewählt, davon drei einstimmig. Parteikonfer««,. Für den'», anhaltischen Reichstags- Wahlkreis findet am IL. Februar ein Parteüag in Sanders- leben statt. «» Parteifiuanze«. Altona: Jahresetnnahme inklusive 2272.81 M. früheren Bestandes 10906,38 M., Ausgabe 8844,61 M., Kassenbestand 1461,72 M «nS Kobnrg wird der.fränkische« TageSpofl' folgend« lustige Geschichte mitaetheilt: Ein Hauptmann findet in seiner Rocktasche eine sozialistische, fürs Land bestimmte AgitattonS- schrist. Wie diese in seine Tasche gekommen, ist ihm nicht er- klärlich. A»S Aerger darüber läßt er seine Kompagnie zusammen- treten und liest den Leuten dm ganzen Inhalt der Schrift vor, mit der Bemerkung, daß so, wie dl« Verhältnisse darin geschildert seien, es doch unmöglich werden könne. Dann munterte er die Soldaten auf, sie sollten die Sozialdemokraten bekämpfen wo und wie sie nur könnten. Wie der Redaktion des genannten Partei- Organs am zweiten Feiertag von Soldaten persönlich mitgetheilt wurde, hat aber die Schrift durch ihre Objektivität bei den Soldaten einen guten Eindruck gemacht und sie haben dm Wunsch, der Herr Hauptmann möchte ihnen öfters so etwas vorlese«. »» Wie sich Post«nd Polizei in Oesterreich tn die Hände arbeiten, schildert die Wiener„Arbeiterzeitung" drastisch in folgender Mittheilung:„In Prag«rschim vor einig« Tagen in czechisch"? Sprache d:e K a u t s k y'sche Broschüre„Grundsätze und Fort klugen der Sozialdemokratie'(Erläuterungen des Er- furtcr Programms). Mit dem Erscheinen war allerdings den czechischen Genossen nicht gedient, die Broschüre sollte auch ver- breitet werden. Zu diesem Behuf« sandten die Herausgeber ca. 200 Exemplare, in einem Koffer wohlverwahrt, per„Eilgut" nach Wien. Um mit unserem empfindlichen Preßgesetze nur ja nicht in Be- rührung zu kommen, kamen sie auf die Idee, den Inhalt des Koffers als„Kleider" zu deklarrrm. Es ist das eine Prattik, die mit Rücksicht auf unser kulturwidriges Preßgesetz bei uns usuell geworden ist. Jeder Herausaeber einer Druckschrift muß zu sol- chen Nothlügen sein« Zuflucht nehmm, will er sein Geistesprodukt unter das Volk bringen. Trotz dieser Borsicht gelangte der Koffer nicht an seine richtige Adresse. Die Bahnpolizei schläft nie!— Konnte der Koffer in unserer unruhigen Zeit nicht noch gefähr- lichere Sachen mthalten, alZ zensunrte Druckschristen? Dieser Gedanke veranlaßt« ein findiges Finanz-Wachorgan, den„ver- vächtigen" Koffer bei seiner Ankunft in Wien dem Bahn-Kom- niissariate zu avisiren und als der Adressat, Genosse Kr., den Koffer auf der Bahn in Empfang nehmen wollte, wurde ihm be- deutet, die Polizei hätte ein großes Interesse für den Inhalt des Koffers gehabt, sie habe� ihn deshalb ausmachen lassen und er werde fem„Eilgut" erhalten, bis eS die Polizei erlaubt." Polizeiliche», Gerichtliches re. AuS Halle wird uns unterm 2. Januar berichtet: Hmü hatte sich vor dem Halle'schen Landgericht wieder einmal der Redakteur des hiesigen„Volksblatts", Richard Jllge wegen Beleidigung zu verantworten. Auch in diesem Falle sollte» wieder Militärpersonen beleidigt worden sein. Ten Anklage- gegenständ bildete ein Artikel, in welchem gesagt ist, daß im Hofe der Kasernen an der Keilstraße ein Soldat beim Herab- springen von einem Eskaladiergerüst ein Bein gebrochen habe und dann etwa eine halbe Stunde liegen gelassen worden wäre, während welcher Zeit jedenfalls weiter geübt worden fei. Von anderer Seite, so heißt es in dem Artikel weiter, sei der Redaktion mitgetheilt worden, daß der verunglückte Soldat hinabgestoßen worden sei. Die Beweis- aufnähme ergab, daß dem Verunglückten sofort die nöthige ilfe geleistet worden und die Kompagnie sofort abgetreten war. uch konnte die Angabe nicht bewiesen werden, daßder Soldat von dem Gerüste herabgestoßen worden war. Die Mittheilung war dem Redakteur Jllge von zwei Seiten gemacht worden. Der Staatsanwall beantragte zwei Monate Gefängniß, das Gericht erkannte auf einen Monat, welche Strafe mit einem früher gegen Jllge erkannten Monat in eine Gesammlstrase von einem Monat drei Wochen zusammengezogen ivurde. Das Gericht be- zeichnete den Artikel als tendenziös. Der Angeklagte da- gegen führte aus, daß mit der inkriminirten Notiz nur ein Unglücksfall registrirt worden, der sganz sachlich wievergegeben sei. D-m Strafantrag gegenüber verwies Jllge auf das Urtheil in dem Ahlwardtprozeß, in welchem auf nur 6 Monate erkannt worden fei. Für den Inhalt der Inferate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenber feinerlet Verantwortung f Theater. ittwoch, 4. Januar. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Die Lochter des Regiments. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Seleng- Cheater. Die große Gloce. Berliner Theater. Rönig Richard III. Wallner- Theater. Orientreise. Brok's Theater. Norma. Dentfches Theater. Faust's Lod. Viktoria- Theater. Die Reife um bie Welt in achtzig Lagen. Beßdens- Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Der verlorene Sohn. Friedrich- Wilhelmstädt. Cheater. Der Millionenontel. dolph Ernst- Sheater. Babylon. Modernes Thomas- Theater. Der Progenbauer von Tegernfee. National- heater. Die Rönigstochter als Bettlerin, oder: Die Schule des Lebens. Aleranderplak- Cheater. und Liebe. Apollo Theater. Borstellung Rabale SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Banfmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Adelph Ernst- Theater. Jun 11. Male: Circus Renz. ( Karlstraße.) Mittwoch, den 4. Januar 1893: Abends 74/4 Uhr: Gr. Extra- Vorstellung. Todesanzeige Den Mitgliedern des Cogtatbemo fratischen Wahlvereins des 4. Berliner Arbeitslosen- Versammlung Reichstags: Wahlkreises zur Nachricht, der Bäcker, Schlächter, Konditoren, Pfefferküchler, daß der Genoffe Georg Koch Müller, Brauer, Kellner Freitag, den 6. Jannar 1893, Nachmittags 4 Ahr, im großen Saale des Herrn Joël, Andreastraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Ursachen und Folgen der Arbeitslosigkeit in der Nahrungsmittel- Industrie. Referent E. Kretschmer. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Erftes Auftreten der Schul- am 2. Januar an der Proletariertrankam reiterin Mlle. Mertens mit dem Schul- heit geftorben ist. Die Beerdigung findet pferò Ben Azed. Debüt des Luft- Donnerstag, Nachm. 3 Uhr, von der trios Geschw. Reisley. Mr. James Fillis Pallisadenstraße 84 aus nach Wilhelmsmit dem Schulpferde Germinal. Vier berg statt. Fahnenpferde, vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Auftreten fämmtl. Künstler: 376/8 Spezialitäten erften Ranges. Zum Schluß: Auf Helgoland. Ballet von 82 Damen. Neue Einlagen: U. a. Aufzug der Lefb- Garde- Artillerie. Morgen, Donnerstag, Ab. 714 Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm und Auf Helgoland". Billet Borverkauf an der Zirkustasse u. beim Invalidendant, Markgrafenftr. 51a. Fr. Renz, Direktor. Mittwoch, 11. Januar: Letzte Vorstellung. Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich- Karl- fer, Ecke Karlstraße. Mittwoch, den 4. Januar 1893, Abends 71/2 Uhr: Große Extra- Vorstellung. " Bum 2. Male: Das fliegende Pferd Good Boy", fowie das Springpferd, Gand", vorgeführt vom Direktor Althoff. Baronesse de Walberg mit dem Schulpferd Szabadka. Borführen der 5 dress. Elefanten des Mr. Thompson. Elefant Medoc als Pianist. Troika, geritten vom Direktor Althoff. Auftr. fämmtlicher Spezialitäten. Morgen, Donnerstag: BenefizBorstellung für die Familie Cooke. Modernes Babylon. Feen- Valast Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobsen und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gefegt von Adolph Erast. Anfang 7 Uhr. Morgen: Diefelbe Borstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksmund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Gefchwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bandhrebners Blank und der Brokenwohner oder: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Borgang im Keller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. Castan's Burgstraße, neben der Börse. Welt- Lotal Berlins, 5000 Perf. fassend. Zäglich: Spezialitäten Borstellung D mit großem Programm. Anf. Wochent. 72 Uhr, Sount. br. Raffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Gratweil's Bierhallen Gratweil's Bierhallen Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Der Einberufer: E. Gutschew, Saarbrüderftr. 83, Fachschule 128/2 Den Mitgliedern des Deutfchen der Vereinig. der Maler sämmtl. Filialen Berlins. Tischler- Verbandes Berlin zur Nachricht, daß das Mitglied Georg Koch am 2. Januar an der Lungenschwindsucht verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. d. M., Nachmittags 8 Uhr, vom Trauerhause, Pallisadenstraße 84, aus nach Wilhelmsberg statt. Die Ortsverwaltung. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Lacirer Rudolf Held, an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am 5. d. Mts., Nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Manteuffelstr. 26, aus nach dem Emmaus804b Kirchhof statt. Clara Held geb. Reaper. Danksagung. Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sagen wir allen, welche dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre erwiesen haben, sowie dem Deutschen Raucherbund, dem Rauchflub ,, Meritaner" und dem Gesangverein " Deutsche Linde" unsern innigften Dank. Wwe. Zimmermann. . Mewes nebst Frau. 807b Moritz Blaz. Etablissement Buggenhagen. Morit Play. Täglich: Instrumental- Konzert. tisch. Spezial- Ausschank von PahenGroßer Frühstücks- u. Mittagshofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet bas Ronzert in den øberen Sälen statt. Kommandantenstraße 77-79, Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Rinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstijdj. Bwei Säle zu Bersammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. 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Januar, Nachmittags 22 Uhr, findet für die III. Abtheilung eine Vorstellung im Lessing- Theater" statt. Bur Aufführung 862/16 gelangt: Die arme Löwin, Schauspiel in 5 Atten von Emile Augior. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Damen Sauer und Wagen, der Herren Brandt, Reicher und Sauer. Die Verloofung der Plätze beginnt um 11½ Uhr. Mitglieder für die dritte Abtheilung werden noch in allen Zahlstellen gegen Zahlung des Einschreibegeldes von 50 Pf. aufgenommen. Die 1. und 2. Abtheilung ist vorläufig geschlossen. Den Mitgliedern der 1. und 2. Abtheilung steht es frei, die Vorstellung gegen Nachzahlung von 75 Pf. noch einmal zu sehen. Die Mitglieder werden gebeten, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen. Für die 1. Abtheilung findet am 15. Januar, für die 2. Abtheilung am 22. Januar je eine Vorstellung im National- Theater" statt. Zur Aufführung gelangt beide Male:" " Andere Beiten, Schauspiel in 4 Atten von Paul Baber. Die Hauptrollen liegen in den Händen des Frl. Detschy und des Herrn Brechtler vom Leffing- Theater und der Herren Dir. Samft und Stiel vom National- Theater. Außer den Annoncen werden von nun an die Vorstellungen einen Tag vor der Vorstellung auf den Säulen- Plakaten des Leffing- resp. NationalTheaters und am Tage der Vorstellung unter der Rubrik" Theater" auf der erften Seite des Vorwärts" angekündigt werden. " Kinder dürfen nicht ins Theater geführt werden. E Von heute ab liegen wieder Deckel für die Mitgliedskarten in den Bahlstellen bereit. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Zürt, SW., Solmsstr. 24. Schöneberg. Große öffentliche Volksversammlung für Schöneberg und Umgegend am Donnerstag, den 5. Januar 1893, Abends 8 Uhr, im Saale der Schloßbrauerei", Hauptstraße Nr. 60-63. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der beiden Gemeindevertreter über ihre bisherige Thätigkeit. 2. Diskussion. 3. Vorschlag eines Randidaten zur Gemeindevertretung. 4. Neuwahl der Lokalkommission. Zur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters resp. Wählers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Fabrikraum z. verm. Gitschinerftr. 64.1341/ 4 Vom 4. Januar eröffnen wir einen weiten monatlichen Rurfus im praktischen Ornamentmalen und Beichnen, sowie in der Holz- und MarmorMalerei. Anmeldungen werden während des Unterrichts in der Aula der 87. Ge 211/6 meindeschule Mariannen- Ufer 1a, entgegengenommen. 200 Verlag des Die Fachschul- Kommission. ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW, Beuthstrasse 2. Folgende Gefeyes- Ausgaben unferes Berlages empfehlen wir zur Anschaffung: Das Vereins- und Versammlungsrecht in Deutschland in ausführlichen Erläuterungen zum Breußischen Vereinsgefet vom 11. März 1850 und einer Uebersicht des Bereins- und Versammlungsrechts nach den reichsgefehlichen und landesrechtlichen Vorschriften. Mit einem Anhange, enthaltend: eine Zusammenstellung des Zertes der in den einzelnen Bundes ftaaten bestehenden Bestimmungen über Vereins- und Ber fammlungsrecht und alphabetischem Sachregister. VIII w. 210 Seiten, 8°. Preis elegant geheftet 2,50 M., in braunen Bädeckerband gebunden 3 M. Unentbehrlich für die Vorstände der politischen Bereine und Gewerkschaften in allen bentschen Bundes. ftaaten. Ferner: Kranken- Versicherungs- Geseh vom 15. Juni 1883 in der Faffung der Novelle vom 10. April 1892. Mit erläuternden Anmerkungen, einem Anhange, enthaltend: die Ausdehnung der Unfalls und Kranten- Versicherung, die Unfall- und Kranten- Bersicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, und das Gesetz über die eingeschriebenen Hilfskaffen, und alphabetischem Sachregifter. Taschenformat. Eleg. cart. 285 Seiten. Preis 1,20 MR. Mit dem 1. Januar 1893 erlangt die Krankenversicherungs- Novelle Gefeheskraft. Gesetz, betr. die Gewerbegerichte. Vom 29. Juli 1890. Mit erläuternden Anmerkungen, einer Uebersicht des Jnhalts des Gefeges and alphabetischem Sachregister. Taschenformat.- Eleg. cart. 96 Seiten. Preis 50 f Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869 in der Fassung des Reichs- Gesetzes vom 1. Juli 1883 und unter Berücksichtigung der durch die Gefeße vom 8. Des zember 1884, 23. April 1886, 6. Juli 1887 und 1. Juni 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen und ausführlichem Sacregifter. Zweite, durch die Ausführungs- Bestimmungen des Bundesraths vermehrte Auflage. Taschenformat. Elegant cart. 306 Seiten. - Preis 1 M. Verfassung des Deutschen Reichs nebst Wahlgesetz für den Reichstag und Wahlreglement. Taschenformat.- Eleg. cart. 64 Seiten. Preis 30 Pf. Die Juvaliditäts- und Altersversicherung der Arbeiter nach dem Reichsgefek vom 22. Juni 1889 furz und übersichtlich dargestellt. Zum Handgebrauch für alle bei der Ausführung des Gefehes Betheiligten. Mit ausführlichem Sachregister und den Uebergangs- Bestimmungen des Gesetzes. 68 Seiten. Preis broschirt 25 Pf. -Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von außerhalb wolle man den Betrag( Porto extra) beifügen. Zahnarzt Rob. Wolf, Brunnenstr. 4( Rofenth. Th.). Künstl. Zähne v. 2 M. an Plomb. v. 1,50 M. an. Schmerzl. Zahnz. u. Reinig. d. Zähne 1 M. Sprechst. 8-7. Hierzu eine Beilage. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 3. Mittwoch, den 4. Jannar 1893. 19. Jahrg. Uom KergardeiterstreiK. Wie die„Saale-Zeitung" wissen will, soll„sicherem Vornehmen Nach" der Minister für Handel und Gewerbe der Saarbrücker Bergwerksdirektion aufgegeben haben, die streikenden Bergleute mit ihren Forderungen auf das entschiedenste zurückzu- weisen. Das wäre zwar sehr bedauerlich, aber nicht verwunder- lich. Im Reiche der„Sozialreform" ist man ja an weit Stär- leres gewöhnt. Die Bergleute werden hoffentlich bei den Wahlen hieraus die ihnen allein angemeffene Konsequenz ziehen, indem sie nur solchen Kandidaten ihre Stimmen geben, welche dem Herr- sehenden System nicht einen Mann und nicht einen Groschen be- willigen. Nach der„Kölnischen Volks-Ztg." fand in Saarbrücken am 3. Januar ein« Konferenz des Handelsministers v. Berlepsch mit wem Oberpräfidenten Naffe, dem Regierungspräsidenten von Trier und den bethelligten Landräthen und Bergdirektoren statt. — Alle» Maschinenwärtern sei mitgetheilt worden, daß, wer nicht arbeite, sofort und für immer entlassen werde. Einem sonst interesselosen Artikel der„Münchener Neuesten Rachrichten" mag die Angabe entnommen sein, daß die söge- nannten„B a u e r n- B e r g l e u t e" am ersten mit in den Streik »ingetreten seien,„die. da sie aus ihrem landwirthschaftlichen Besitze die nöthigen Nahrungsmittel erzielen, es am ersten einige Wochen aushalten können, ohne zu verdienen." Das abgefeimteste Kapitalistenblatt, die Dortmunder „R h e i n i s ch- W e st f. � t g.", will dem Publikum weiß machen, als wenn gerade die„Verständigsten und Wohlmeinendsten" es an der Zeit fänden, mit dem alten Schmied von Ruhla der Berg- werksdirektio» zu empfehlen: Landgraf werde hart! Die ultramontane Bochumer„Wests. V o lks- Ztg." be- müht sich, gerechter zu urtheilen.„Wir wissen", sagt sie.„daß m den Bergarbeiterkreisen eine hochgradige Erregung vorhanden ist und geben zu, daß sehr gewichtige Gründe für die täglich größer werdende Unzufriedenheit beigebracht werden können. Da ist. um nur zwei Punkte herauszugreifen, die Knappschafts-An- Gelegenheit, welche sich immer ungünstiger fiir die Bergleute ge- staltet, so zwar, daß man trotz der Arbeiterschutz-Gesetzgebung beinahe von einem Rückschritt gegen früher sprechen kann. Da ist ferner der geringe, vielfach kaum mehr zum Leben ausreichende Verdienst, dessen Sätze in manchen Fällen die im April 18ö9 gezahlten Löhne nicht mehr erreichen, ohne daß die«ohlenpreise auch nur annähernd auf den frühern Satz hinuntergegangen wären. Wir erkennen diese Uebelstände an und geben den Bergarbeitern Recht, wenn sie über dieselben unzufrieden sind. Sie dürfen aber nicht ver- gessen, daß erstlich der Herr Minister eine nochmalige Prüfung des neuen Knappschafts-Statuts sich vorbehalten hat, es also noch nicht zu spät ist, ihm die diesbezüglichen Wünsche der Berg- leute zur Kenntniß zu bringen. Was die Lohnfrage betrifft, so ist es sa richtig, daß die Löhne zur Zeit recht niedrig sind; dies- bezüglich ist jedoch zu bemerken, daß nicht allein die Arbeiter der ander» Branchen unter demselben Uebelstände ebenfalls leiden, Kdern auch die Handwerker und die übrigen Gewerbetreibenden ausnahmslos in bedrängter Lage sich befinde». Es ist eben «in allgemeines Darniederliegen von Handel und Wandel zu ver- zeichnen, von welchem die Bergleute ebenso, aber nicht wesentlich mehr, als die üdnge» Arbeiter berührt werden. Ein Ausstand könnt« die Lage nur verschlimmern, darum rathen wir den Berg- leuten, von etlichen Schreiern sich nicht verlocken zu lassen." Die„Frankfurter Zeitung" meint, die Lage der Streikenden sei so ungünstig wie nur möglich, auch verdiene ihr vorgehen den Tadel, der ihm von allen Seiten sehr reichlich zutheil geworden, andererseits müsse erwartet werden, „daß die Behörden sich des Kitzels, die Arbeiter nun einmal recht gründlich die Uebermacht der Gruben fühlen zu lassen, erwehren werden. Königliche Behörden haben doch wohl andere Aufgaben, als sich den Beifall deS Organs der rheinisch- westfälischen Grubenbesitzer zu erwerben. Es muß wiederholt gesagt werden, daß die Beschwerden der Arbeiter durchaus nicht »n Bausch und Bogen zu verwerfen, sondern zum Theil sicher be- rechtigt sind. Die Behörden haben bekanntlich in der letzten Zeit wiederholt Lohnberechnungen veröffentlicht, welche darthun sollten, daß die Bergleute im Saarrevier die Höchstbezahltcn in Deutsch- land seien und daß es, wie das Organ der Grubeiwerwaltung sich geschmackvoll ausdrückte,„eine Unverschämtheit" sei, wenn die Arbeiter sich über ihre Löhne beklagten. Abgesehen davon, daß der Werth solcher Lohnangaben ein recht problematischer ist, wenn nicht die Arbeitsleistungen gegenübergestellt werden, ist in der letzten Zeit vielfach von glaubwürdiger Seite über Lohnherab setzungen berichtet worden, die uiitunter sehr erheblich gewesen sein sollen. Das Organ der Verwaltungen thäte gut, hierüber einmal authentischen Aufschluß zu geben. Auch über die Zu- Iammensetzung der Aroeilerausschusse, von deren Einver- tändniß mit dem hauptsächlichsten Stein des Anstoßes, der neuen Arbeitsordnung in einem Theil der Presse viel Auf- Hebens gemacht wird, verlauten eigenthümliche Ding«, denen zufolge man diese Ausschüsse nur mit großer Vorsicht«ine Vertretung der Arbeiter nennen dürfte. Manche Bestim mungen der neuen Arbeitsordnung lassen es allerdings auffällig erscheinen, daß Arbeitervertreter aus völlig freien Stücken ihre Zustimmung dazu gegeben haben sollen, so z. B. die von den Slreikenden besonders in den Vordergrund gestellte, daß die Ar- beiler ihr Gezähe selbst zu liesern haben, ferner, daß Hauer un- beschadet der für ihre Klasse eintretenden Lohnberechnung zur Echlepvcrarbeit im Nothfalle verwendet werden können u. a. m. Daß die Grubenverwaltung in bezug auf die Hauptforderung der Slreikenden, wonach die Arbeiiszeit einschließlich statt aus- schließlich der Ein- und Aussahrzeit acht Stunden betragen soll, irgendwie nachgeben werde, ist allerdings durchaus nicht zu er- warten, in diesem Punkte dürften der Verwaltung die Hände von höherer Stelle aus gebunden sein; dagegen würde sie sich wohl schwerlich etwas vergeben, wenn sie in anderen, minder wich- tigen Punkten die Arbeitsordnung einer Revision unterzöge und sich dabei von jenem arbeiterfreundlichen Geiste leiten ließe, der den Herrn Minister Berlepsch bei der Ausarbeitung der Berg- gcsetznovelle und auch noch bei deren Berathung im Abgeordneten h nise so lange beseelte, bis in ihm jene vielbesprochene wunder bare Wendung sich vollzog, an der in erster Linie die rheinisch wesisnlischen Grubenagenten ihr großes Wohlgefallen hatten." Eine im jottvollsten preußischen Beamtendeutsch abgefaßte Depesche des Wolff'schen Büreaus hat folgenden Wortlaut: Saarbrücken. 3. Januar. Seit gestern wird in sämmd lichen Gruben nur auf einer um S Uhr früh beginnenden und Nachmittags 4 Uhr schließenden Schicht gearbeitet, damit die zur Arbeit anfahrenden Arbeiter besser geschützt werden können.— Tie Zahl der Streikenden beläust sich nach den letzten Nachrichten aus 23—24 000. Die Forderungen der Bergarbeiter, welche sie in der großen Versammlung auf dem Bildstock aufstellten, und über welche die Bergbehörde es abgelehnt hat zu unter- handeln, lauten: ß 1. Achtstündige Schichtdauer für sämmtliche Arbeiter unter Tage und sämmtliche dem Förderbelriebe angehörige Arbeiter.(Einschließlich Ein- und Ausfahrt.) —§ 3. Normalgedingsätze(das heißt«in festes Ge- dinge), wo nicht nach Willkür abgebrachen werden kann; in dieser Zeit und mit diesen Normalgedingsätzen soll dann, nach Mittelkraft betrachtet, der Bergmann(Hauer) im Akkord 4,50 M. verdienen.—§ 4. Hauer unter und' über Tage, was in Schichtlohn arbeitet, soll 3,50 M. verdienm. Zimmerbauer, Verbauer, soweit sie nicht in Akkord arbeiten, Schichtlohn von 3,80 M.—§ 5. Schlepper sollen auf die Dauer von 3 Jahren Schichten abgesetzt bekommen, d. h. ein Sechstel der Schicht soll ihnen weniger angerechnet werden, als den Hauern. Schlepper unter und über Tage im Schichtlohne, das heißt: Abzieher, Bremser, Pferdeknechte, Bergeversetzer, Schlemmer u. s. w. im ersten Jahre 2.20 M., im zweiten Jahre 2,50 M. und im dritten Jahre 2,70 M.— tz 6. Pferdeknechte sind angelegte Bergleute, das heißt, können weder von einem Uebernehmer an- und abgelegt werden, respektive bezahlt oder gestrast werden; sie dürfen nicht vor und nach der Schicht Arbeiten verrichten, ohne Extra- Vergütung.— Z 8. Tie Bergmannslinder müssen vor den übrigen angelegt werden, der Reihefolge nach. — Z 9. Alle Bergarbeiter und Kameraden, die seit dem Streik 1889 eine zweite Strafe(Ablegungsstrafe) erlitten haben, sollen wieder angelegt werden.—§ 10. Wir verlangen ein Schieds- gericht, das in allen Schäden in und auf der Grube mitzusprechen und an der Festsetzung der Normalsätze der Gedinge mitzusprechen und zu berathen hat. Das Schiedsgericht darf nur von den Bergleuten gewählt werden; die Wahl muß aber unbeschränkt 'ein.—§ 12. In unverschuldeten Fällen dürfen keine Strafen erfolgen, das heißt: wenn ein Arbeiter Schichten seiern muß, oll ihm vor allen Dingen Urlaub gewährt werden, jedoch bleiben sie Gewohnheitsbummler nicht von Strafen ausgeschlossen; die Strafe darf aber den Schichtlohn nicht übersteigen.— 8 13. Wir wünschen, daß em Strafreglement für die Beamten, welche Arbeiter mißhandelnoderschlagen.indie Arbeitsordnung ausgenommen wird.— ß 15. Verkürzung der Arbeitszeit für die Arbeiter über Tage: Zehnstündige Schichtdauer mit Morgens von 3 bis 8Vs Uhr und Mittags von 12—1 Uhr Ruhepause.— tz 16. Arbeiter, welche in Akkord arbeiten, sollen 4 M. und darüber verdienen können. Für die Schichtlöhner, was Hauer sind, verlangen wir 3,50 M. pro Schicht. Für Schlepper verlangen wir 2,70 M. pro Schicht. — tz 18. Im Maschinenbetrieb verlangen die Arbeiter acht- stündige Schichtdauer.— 8 13 enthält weitere feste Lohnforde- rungen für Maschinenwärter:c.—§ 20. Für Schmiede, Schlosser resp. Maurer verlangen wir eine zehnstündige Schichtdauer mit einer Ruhepause von Morgens 8 bis OVs und Mittags von 12 bis 1 Uhr.— 8 22. Art. 1. Beim Anlegen der Arbeiter ver- langen wir 2,50 M. pro Schicht, soll steigen bei dreijähriger Arbeitszeit bis zu 3 M., von 3 bis 6 Jahren 3,50 M., von 6 bis 10 Jahren 3,80 M., von 10 Jahren und darüber 4 M. Im Gedinge verlangen wir, nach Mittelkraft betrachtet, 4,50 M. zu verdienen.— 8 23. Art. I. Die Arbeiter sollen auf ihren Wunsch in die Grube verlegt werden können. Das sind die„umstürzlerischen" Forderungen der Arbeiter, hinter denen die„Kreuz-Zeilung" den Anarchismus wittert und ege» deren Vertretung der Bischof Korum in einem Extra- sirtenbrief wettert. Arbeiter, welche vor Mißhandlungen und schlügen durch ihre Borgesetzte geschützt sein wollen, gegen solche „Revolutionäre" muß neben der irdischen freilich auch die ge- schettelte und tonsurirte Gendarmerie ins Tressen geführt werden. Schönfärberei. Das alte Spiel, den Arbeitern Löhne auf- zulügen, welche diese niemals erhalten haben oder welche, selbst wenn sie einmal bezahlt werden, eben nurvereinzelt vorkommen, wird jetzt, ans Anlaß des Streiks im Saarrevier wieder gespielt. Während die Arbeiter an der Spitze ihrer Forderungen für die Hauer einen Schichtlohn von 4,50 M. fordern, veröffentlichen die Blätter jetzt untenstehende Ausstellung, aus der sich ergeben soll, daß die große Mehrzahl der Hauer bisher schon mehr verdiente, als diese in ihren„Forderungen" verlangen. Darnach müßte man also an- nehmen, daß die Bergleute nur aus purem Uebermuth die Arbeit niedergelegt haben, oder daß sie selbst nicht wüßten, was sie wollen. Wir denken, dies genügt, um den Werth der nachstehenden Auf- stcllung, den die Bergbehörde in die„Köln. Ztg." lancirt hat, gebührend zu schätzen. Die Aufstellung lautet: Für den Monat Oktober, den letzten, für welchen die ge- naueren Berechnungen schon abgeschlossen sind, betrugen die Durch schnitlslöhne für die 16 000 Hauer 4,55 M. für die Schicht, für die 30 000 Mann Gesammlbelegschaft einschließlich der Schlepper und Jungen 3,90 M. für die Schicht. Von den 15 319 Hauern haben verdient zwischen 2,60 M. und 2,80 M. 8 Mann oder 0,02 pCt., • 2,80„„ 3,00„ 17„„ 0,11. . 3,00.. 3,40„ 165„ 1,04. „ 3,40..„ 4,00, 1477„.. 9,34„ „ 4,00„. 5,00„ 11928..„ 75,40. « 5,00,„ darüber 2 229„„ 14,09„ allem in den staatlichen Betrieben,„deren Eigenschaft als Muster« anstaltm von allen unbefangenen Seiten anerkannt wird", eben derartig wohl, daß sie in ihrem Uebermuth anders keinen Rath wüßten, als zu streiken. Nun, mit dem offiziösen Organ kann man bekanntlich über derartige Dinge nicht diskutiren, man hat da eben einfach die Pflicht, dessen ungeheure Frivolitäten ge- bührend festzunageln. 15 819 Mann oder 100,00 pCt., also nur 10,51 pEt. oer Hauer verdienten unter 4 M., 14,09 über 5 M. und 75,40 pCt., also über drei Viertel sämmtlicher Hauer, zwischen 4 und 5 M. Der alte Schwindel. In der„National-Zeitung lesen wir:„Davon, daß die Bergbehörde in Unterhandlungei irgend welcher Art mit dem sozialdemokratischen Vorstand de .Rechtsschutzvereines" eintritt, kann keine Rede sein; darüber sind sich auch die Führer vollständig im Klaren gewesen." Das ist der alte Schwindel, dem wir jedesmal begegnen, sobald den Unternehmern zugemuthet wird, mit den Arbeitern zu unterhandeln. Unter den Mitgliedern des Rechtsschutzvereins befindet sich nicht eines, das nicht von Haus aus Bergarbeiter gewesen wäre. Daß sie eS heut« nicht mehr sind, hat seinen Grund nur darin, daß sämmtliche von den Gruben abgelegt wurden, weil sie von ihren Kollegen mit der Wahrung ihrer Interessen betraut waren. Das gleiche Schicksal droht jedem Bergmann, sobald er sich wählen ließe, um für seine Kollegen mit den Bergbehörden zu unterhandeln. Den Arbeitern bleibt also gar keine andere Wahl, als sich durch bereits gemaßregelte Kollegen vertreten zu lassen. Aus dieser Zwangslage aber den Anlaß herzuleiten, daß man mit diesen Arbeiter- Vertretern nicht verhandeln will, ist einfach eine heuchlerische Umschreibung der brutalen Herrschsucht des Kapitals, welches im Arbeiter nur den willenlosen Sklaven sieht, welcher, bei Gefahr deS Ver- hungerns, zu schweigen und zu gehorchen hat. Eine faustdicke Lüge ist eS auch, von einem„sozialdemokratischen Borstand" zu reden. Der Vorstand des Rechtsschutz- Vereins hat nicht drei Mann in seiner Mitte, welche sich zu unserer Partei bekennen. 'Allerdings aber hoffen wir, daß die Art. wie die Arveiter des Saarrevrers auch jetzt wieder von allen Seiten, denen sie bisher Vertrauen entgegenbrachten, behandelt werden, ihnen die Augen öffnen und sie zu der einzigen Partei führen wird, wo sie schon längst hingehört hätten: zur Sozialdemokratie. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung bringt an der Spitze ihrer heutigen Abendnummer einen Dithyrambus auf die sogenannte Arbeiterschutz-Gesetzgebung. die nur den einzigen Fehler habe, daß sie,„wie zahlreiche und ge wichtige Stimmen schon vor dem Streik verlauten ließen," zu weil gegangen sei. Zu weit natürlich nicht in der Bedrückung der Arbeiter, sondern in der Arbeiterfreundlichkcit. Die Arbeiter fühlen sich nach dem offiziösen Sprachrohr unter der Ueberfülle des Segens, den die Sozialresorm aus sie herabgegossen hat, vor Vmmmmnlcs. Tagesordnung für die Sitzung der StadwellvtdKÜvt« Versammlung am Donnerstag, den 5. Januar d. I» Nachmittags 5 Uhr. Wahl des Vorstehers und des Bor« teher-Stellvertreters, desgl. von drei Beisitzern und drei Stell- Vertretern derselben.— Berloosuna der Mitglieder in die Ab- theilungen.— Beschlußfassung darüber, an welchem Tag« und zu welcher Stunde die ordentlichen Sitzungen der Versammlung im Jahre 1893 stattfinden sollen— desgl. über die Nenwahl des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamben, des Ausschusses zur Begutachtung der Vorlagen wegen Anstellung, bezw. Pension, rnng von besoldeten Gemeinde- beamten und Lehrern und des Ausschuffes für Petitionen— desgl. über die nach 8 i? der Geschäftsordnung etwa sonst noch zu wählenden Ausschüsse— desgl. in bezug auf die Zutheilung der Stadtbezirke an die Mitglieder der Versamm- lung behufs der Ausführung von Recherchen k.— desgl. über die Neuwahl derjenigen Ausschüsse, welche im Jahre 1892 zur Vorberathung einzelner Gegenstände ernannt, den ihnen ertheilten Auftrag noch nicht erledigt haben— desgl. darüber, welche Gegenstände im laufenden Geschäftsjahre an das Ende der Tagesordnung zu bringen sind— Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betr. die für die Vororte von Berlin erlassene Bau-Polizei-Ordnung, sowie die Festsetzung von Baufluchtlinien für die Verlängerung der Kaiser-Wilhelmstraße— Nachtrags- vorläge, betr. das zwischen den Stadtgemeinden Berlin und Charlottenburg zu treffende Abkommen— Vorlage, betr. die Ueberschreitung der für die Einrichtung von Zentesimalwaagen in Blankenfelde vorhandenen Mittel— desgl., betreffend die Festsetzung des Feuerkassenbeitrages pro 1. Oktober 1391/92— desgl., betr. die Erwerbung der zur linksseitigen Spreeuferstraße zwischen Jannowitz- und Schillingsbrücke erforderlichen Grund- stücke— zwei Unterstütziingssachen. Ookrales. Eigenthümlich ist es, in welch« Weise der Magistrat Oe» kanntmachungen erläßt. Schon bei Gelegenheil der Bekanntgabe des Termins zur Eintragung in die Wählerlisten für die Ge- werbe-Gerichtswahlen gab der Magistrat genau einen Tag vor dem Beginn der Eintragung den Termin den Wahlb«echttgten bekannt. Es wurde damals schon bittere Klage darüb« geführt, daß diese ganze Sache so überraschend und urplötzlich den Ber- liner Arbeitern über den Hals kam. Jetzt, bei d« Kontrolle der Wählerlisten, beobachtet MagistrawS genau dieselbe Praxis. Von gestern, also vom 3. Januar ab, findet die Kontrolle der Wähler- listen statt und gestcri, wurden die in die Wählerkisten Ein« getragenen durch Säulenanschlag benachrichtigt, daß vom 3. Januar ab die Kontrolle der Wählerlisten stattfindet. Auf Grund des 8 k3 des Ortsstatuts ist jeder Arbeit«, welch« sich in die Wählerlisten eintragen ließ, berechttgt, in d« Zeit vom 3. bis einschließlich 9. Januar, und zwar an den Wochentagen von Abends 5—3 Nhr, an Sonntagen von MUtags 12—3 Uhr zu kontrolliren. Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerlisten sind bis zum 9. Januar geltend zu machen. Die Kontrolle selbst findet in folgenden Lokalen statt: 1. Für die Wahlbez. 1-4(Stadtbez. 1—2. 22-25) im Wahlbureau Poststr. 16. Außerdem liegen daselbst für alle Stadtbezirke(1-326) die Listen aus. 2. Für die Wahlbez. 5—11(Stadtbez. 21, 26—78) Gemeinde- Schule, Tempelhofer Ufer 2(Turnhalle). 3. Für die Wahlbez. 17—21(Stadtbez. 114—144) Gemeinde- Schule, Schmidstr. 33(Turnhalle). 4. Für die Wahlbez. 12—16(Stadtbez. 79—113) Gemeinde- Schule. Skalitzerstr. 55/56(Turnhalle). 5. Für die Wahlbez. 22-29(Stadtbez. 145—201) Gemeinde- Schule, Strausbergerstr. 9(Turnhalle). 6. Für die Wahlbez. 30—34(Stadtbez. 202—215, 218—228, 255—259, 265—269) Gemeinde-Schule. Gipsslr. 23»(Turnhalle). 7. Für die Wahlbez. 35-37(Stadtbez. 229-254, 260-264) Gemeinde-Schule, Kastanien-Allee 82(Turnhalle). 8. Für die Wahlbez. 33. 41. 42(Stadtbez. 270—278, 805 biS 326) Gemeindeschule Pankstr. 7/8, Turnhalle. 9. Für die Wahlbez. 39. 40(Stadtbez. 216, 217, 279— Sl») Gemeindeschule Thurmstr. 86, Turnhalle. In seiner alles umfassenden Fürsorge hielt es d« Maßistrat auch für überflüssig, den Zeltungen von dem Vorstehenden irgend eine Mittheilung zugehen zu lassen, auch das Gemeiudeblatt schwieg sich mit eisiger Reserve über das bier oben Gesagte aus, so daß dem Neugierigen, der Interesse an der Sache hatte, nichts übrig blieb, als sich die Angaben von den öffentlichen Anschlag- säulen abzuschreiben. Was wir hiermit zu Nutz und Frommen unserer Leser gethan haben. Das Sparsystem der TtaatSbahnen. Die„Post"«hält nachstehende Mittheiluna und die„Volks-Zeitung" druckt sie ruhig nach: Von den Reisenven, welche auf der Linie Berlin-Breslau- Oderberg verkehren, hört man seit längerer Zeit Klagen üb« den mangelhasten Zustand, in welchem em Schlafwagen sich be- findet, der in dem Nachtkurierzuge aus dieser Strecke läuft. Wer das Unglück hat, in einer gewissen Abtheilung I. Klasse unter- gebracht zu werden, kann sicher sein, eine schlaflose Nacht zuzu- bringen, denn unter seiner Ruhestätte erhebt sich bei Abfahrt des Zuges ein Stoßen und Poltern, das jeden Schlummer verscheucht. Die typische Antwort auf Beschwerden bei dem Zugpersonale lautet: „Ja, das ist die Bremse!" und damit wird der klagende Fahrgast zur Ruhe verwiesen. Am 28. Dezember erreichte dieser verrufene Schlafwagen von Berlin aus nur die Station Frankfurt a. O. Dort konnte er nicht mehr weiter und die Reisenden mußten um Mitternacht in der eisigen Winterkälte hinaus in einen anderen Waggon. Zum Umsteigen wurde den aus dem ersten Schlafe Aus- geschreckten nur die knappste Zeit gewährt und mit Abfahrt des Zuges gedroht, wenn sie nicht rasch umstiegen. Als Trost er- fuhren sie noch, daß auf beiden vorangehenden Fahrten der- selbe Schlafwagen nicht einmal bis Frankfurt gelangt sei, sondern schon in Fürstemvalde seinen Lauf einstellen mußte. Die Qualen der Nachtfahrt waren damit aber noch nicht er- schöpft. Der neue Wagen, in den die beklagenswerthen Reisenden eingezwängt wurden, erwies sich von so bezammernswerther Be- schaffenheit, daß sie glücklich waren, als auch dieser in Kohlsurt nicht mehr weiter fonnte und wiederum um 3 Uhr Nachts ein| bahnverwaltung von den Tuchen verschafft hatte, von denen ein länderin wegen Majestätsbeleidigung, und zwar die auf dem Wagenwechsel befohlen wurde. Theil gestohlen worden. Als die Staatsanwaltschaft endlich die meerumschlungenen Eiland wohnende Ehefrau Friederike Adolfine Das Sparsystem, welches auf den Staatsbahnen zur Zeit im Erlaubniß zur Vornahme einer Haussuchung gab, wurde bei Cichon Gefine Marie Wichers, geb. Hindermann, vor der Straffammer Schwange it, treibt doch wunderbare Blüthen, und der Nieder- und seinem Schwiegervater Seiffert, der sich im Augenblick der des Landgerichts I zu Altona zu verantworten hatte. Die Angeklagte gang des Verkehrs fann wahrhaftig nicht mehr Wunder nehmen. Haussuchung aufgehängt hat, ein ausgedehntes Lager von Waaren hat, als sie wegen rückständiger Miethe ausgesetzt werden sollte, Ist es nicht auch geradezu unglaublich, daß die am 15. Juli der verschiedensten Art gefunden. Außerdem fanden sich im Besiz getobt und geschimpft und soll bei dieser Gelegenheit unehrerbietige unter dem Orient- Expreßzuge zum Theil eingebrochene Neisse- des Cichon zahlreiche Dietriche und zwei große Schlüffelbunde. Aeußerungen über den deutschen Kaiser gethan haben. Troh Brücke bei Löwen heutigen Tages noch nicht wieder hergestellt ist Das eine dieser Schlüsselbunde, das nach dem Glanze der ihres hartnäckigen Leugnens wurde die Helgoländerin für überund dort auf einem bohen Damme an der gefährlichsten Stelle, Schlüffel au urtheilen, regelmäßig im Gebrauch gewesen sein führt erachtet und wegen Majestätsbeleidigung zu einer Gefängnißwelche die oberschlesische Hauptbahn aufzuweisen hat, nur ein muß, enthält Koffer- und Kaffettenschlüffel von allen Größen und strafe von 3 Monaten verurtheilt. Durch derartige Vorkomm Gleis fahrbar ist und über doppelte Weichen die Züge, welche Formen, in einfachster wie in tunstreichster Ausführung, wodurch nisse wird die Liebe zu Kaiser und Reich auf dem rothen Eiland das andere Gleis benutzen, hinüber geleitet werden müssen? der Verdacht auch noch nach einer anderen Richtung gelenkt wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreichen. Merkwürdig wäre es Wie gefährlich ein solcher Gleiswechsel auf hohem Damme worden ist. Häufig sind der Bahnverwaltung Klagen zugegangen, übrigens, wenn ein Weiser einmal die Verurtheilungen wegen und über eine halb zerstörte Brücke aber ist, braucht nicht dar- daß Koffer, welche der Bahn zur Beförderung übergeben und Majestätsbeleidigungen, die unter dem englischen Regime stattgelegt zu werden, dennoch dauert diefer jämmerliche Zuftand nun anscheinend völlig unversehrt an den Adressaten gelangt sind, der fanden, zusammenstellen würde, um sie mit dem einen deutschen ein halbes Jahr. Das Sparen" an dem Holzgerüfte dieser darin enthaltenen Werthfachen beraubt waren, während minder Fall zu vergleichen. In den fünfundsiebzig Jahren englischer Brücke, welches mit einigen Tausend Mark erneut werden konnte, werthiger Inhalt unberührt schien. Die Untersuchung dürfte sich Verwaltung fam tein Fall vor, in zwei Jahren deutschen Regi aber für ausreichend noch auf ein Jahr befunden wurde, rächt sehr umfangreich gestalten, namentlich wenn es gelingt, auch die ments blickt man siegreich auf eine bestrafte Frau zurück. Fest fich durch einen Schaden, der nach Hunderttausenden zu bemessen Komplicen zu ermitteln, was in diesem Augenblicke vielleicht steht und treu die Wacht... sein dürfte. Die alte Lehre, daß Sparen am unrechten Orte die schon geschehen sein dürfte. unwirthschaftlichste und verschwenderischste Maßregel ist, drängt sich mit vollster Schärfe bei diesen Vorgängen auf. F. K. zu H. " Die Nothwendigkeit des Neubaues der Brücke fönnen wir nicht beurtheilen aber die eine Frage möchten wir uns gestatten: Wenn derartige Dinge schon am grünen Holz der ersten Klaffe und der Schlafwagen vorkommen, was soll dann an den dürren Aesten der vierten Wagenklaffe erst geschehen! Die Aufschrift an unseren Eisenbahnwaggons flingt doch zu schön 40 Mann oder 6 Pferde!" 4 werden. Die Redaktion." Wie Wahlen gemacht werden. Mit einer alten Wahl Sechzehn Mal ist die Feuerwehr feit vorgestern Nach- geschichte aus dem Wahlkreise des Rektors AhIwardt hatte mittag alarmirt worden. Ernstere Gefahren lagen nur an zwei sich die erste Straffammer des Landgerichts I zu beschäftigen. Stellen vor. In der Kahlerstraße 3 war vorgestern Abend ein Alls im August 1890 in dem Wahlkreise Friedeberg- Arnswalde größerer Dachstuhlbrand zu löschen. In der Taubenstr. 36 ent- die Stichwahl zwischen Herrn v. Forckenbeck und dem Kammerftand gestern früh um 5 ühr ein Feuer im zweiten Stock, das herrn v. Brandt stattfand, tauchte in dem Dertchen Klein- Beliz fich durch den auch hier wieder so verderblichen Lichtschacht bis das Gerede auf, daß es bei der dortigen Wahl nicht mit rechten zu dem zwei Stock höher liegenden Dachgeschoß ausdehnte. Dingen zugegangen sein tönne. Man staunte nämlich darüber, daß 20 Stimmen für Herrn von Brandt und nur Selbstmord im Bolizeigefängniß am Alexanderplat. 17 für Herrn von Fordenbed gezählt worden waren, Der Stadtverordueten- Vorsteher Dr. Stryd hat an die Unter dem Verdacht des schweren Diebstahls war der Linden während eine weit größere Zahl von Wählern er= Stadtverordneten Versammlung ein Schreiben gerichtet, in wel- ftraße 88 in Wohnung gewesene Schuhmachermeister Adolf tlärte, für von Forckenbeck von Forckenbeck gestimmt zu haben. Man chem er für das ihm als Vorsteher der Versammlung bewiesene Röppen am Montag durch die Polizei verhaftet worden, um in behauptete weiter, daß zeitweise im Wahllokal nur der WahlBertrauin dankt und zugleich ihr die Mittheilung macht, daß er das Untersuchungsgefängniß übergeführt zu werden. In der leiter, Gemeindevorsteher Faltenburg, anwesend gewesen sei, unter den obwaltenden Umständen sich nicht in der Lage befinde, vorigen Nacht ist es ihm gelungen, sich zu entleiben; man fand während die übrigen Beisitzer in einem Nebenzimmer zu Mittag falls feine Wiederwahl beabsichtigt werde, diefelbe anzunehmen. ihn früh in seiner Belle erhängt als Leiche vor. Zu der An- gegessen hätten, und man wollte schließlich auch einen brandigen -Herr Stryck hätte sich die Mühe des Schreibens sparen gelegenheit erfahren wir weiter, daß Köppen einer Verbrecher Geruch, wie von verbranntem Papier, im Wahllotale wahr tönnen so sehr wird sich selbst die Berliner Stadtvertretung familie angehört und vorbestraft ist. Im Herbst v. J. wurde genommen haben. Auf Grund dieser Thatsachen erfolgte damals nicht blamiren, um Herrn Stryck wieder zum Stadtverordneten bei dem Händler S. in der Rathhausstraße Leder im Werthe gegen den Gemeindevorsteher Falkenburg eine Denunziation Borsteher zu wählen. von 1300 M. und in der Nacht zum 18. v. M. im Geschäft wegen Wahlfälschung, welche aber weitere Folgen nicht nach sich Der Reichsbote" hat sich eine eigene Druckerei zugelegt, leber im Werthe von 2000 m. unter Anwendung falscher geschildert, und das energische Auftreten der Belizer Wähler von D. in der Propststraße mehrere Ballen mit Rips und Noß- zog. Diese Vorgänge wurden in einem Artifel des Berl. Egbl. was er an der Spize des Blattes folgendermaßen fund und zu Schlüssel gestohlen. Borgeftern erzählte ein Schuhmacher 2. auf der wurde anderen Wählern zur Nachachtung empfohlen, da nur auf wissen thut: Unseren Lesern können wir mit Dant gegen unseren gnädigen Gott, dem wir dienen, die freudige Mittheilung machen, Schuhmacherbörse, daß ihm zu auffallend niedrigem Preise Leder diese Weise den sich souverän bünkenden Borstehern fleiner länd gnädigen Gott, dem wir dienen, die freudige Mittheilung machen, durch Köppen angeboten sei. Das Polizeirevier erhielt Mitlicher Gemeinden das Handwerk gelegt werden könne". Auf daß es uns unter feinem Segen gelungen ist, für den Reichs- theilung, nahm eine Durchsuchung bei Köppen vor und fand im Grund dieses Artikels hatte der Gemeindevorsteher Faltenburg boten" in befter Stadtgegend Dessauerstr. 37- ohne jebe ohne jede fremde Hilfe oder Unterstügung ein eigenes Heim zu erwerben eller eine Menge Leder, das Köppen von einem Unbekannten den Strafantrag gegen den Redakteur Harich gestellt, die Ver frembe Hilfe oder Unterstügung ein eigenes Heim zu erwerben gekauft haben wollte. Er wurde festgenommen. Bei feiner handlung der Sache mußte aber wiederholt vertagt werden, weil und auf eigenem Grundstück eine in allen Theilen völlig neue Beibesdurchsuchung versuchte er einen Bettel zu verschlucken, auf die Beugen zumeist dem Schifferstande angehören und ihren Druckerei mit neuen Maschinen und Schriften zu errichten, dem Bleinotizen standen. Dies gelang nur zum Theil, ein Theil Aufenthaltsort fortgesetzt wechseln. R.-A. Mosse behauptete die welche mit dem heutigen Tage in Betrieb gesezt ift. Möge Gottes Segen auch fernerhin auf unserer Arbeit ruhen. Da wurde ihm entrissen. Als gestern der Gefangenenwärter in die Wahrheit der behaupteten Thatsachen und stützte sich auf eine wir auch andere Sachen drucken, so bitten wir unsere verehrten Belle tam, fand er die Leiche schon erfaltet. vorliegende schriftliche Erklärung von 25 Wählern, welche sämmtlich Lefer, uns im gegebenen Falle mit Druckaufträgen versehen zu wollen, die stets prompt, gut und zu soliden Preisen ausgeführt sich au ebener Erde das Konfektionsgeschäft von M. Lewin; mächtige Korrektur des Wahlergebnisses zuzutrauen sei, da der Gadexplosion. In dem Hause Friedenstraße 79 befindet versicherten, ihre Stimme für v. Forckenbeck abgegeben zu haben. Gr behauptete auch, daß dem Gemeindevorsteher eine eigenbarüber im ersten Stock liegt die Kunsthandlung von Hansstängl. felbe troß seiner Eigenschaft als Wahlkommissar die ihm durch Sobald das Geld im Kasten flingt, In dem L.'schen Laden war vor einiger Zeit das Gaslicht durch den Gendarmen vom Landrath zugestellten Wahlzettel für Herrn Die Seele in den Himmel springt! elektrisches ersetzt worden. Dabei scheint man es unterlassen zu Arbeiter werden nicht angenommen. Bei der zur haben, das abgeschnittene Gasrohr mittels eines Stöpsels zu vers v. Brandt vertrieben habe. Der Gemeindevorsteher Faltenburg Winterszeit naturgemäß erhöhten Arbeitslosigkeit im Baugewerbe schließen. Gestern hatte man in dem Geschäfte eine Gasflamme und seine damaligen Beisiger erklärten das ganze Gerede für un und der allgemein herrschenden Arbeitsnoth findet erklärlicher- nöthig und öffnete den noch vorhandenen Gasmesser. Auf diese wahr, vermochten die Differenz in der Bahl der vorhandenen und der angeblich von den Wählern Fordenbed's abgegebenen Stimmen weise eine sehr starke Nachfrage nach Arbeit durch Arbeitsuchende Weise brang das Gas durch das nicht abgeschlossene Rohr in die nicht aufzuklären. Herr Faltenburg meinte, es feien mehrere Ber auf öffentlichen Bauplägen statt, auf denen auch während des von innen geschlossenen Schaufenster. Wie hier die Entzündung fonen im Dorfe, die nicht lesen und schreiben tönnen und vielleicht Winters gearbeitet wird. Zur Abwehr des massenhaften An- bewirkt worden ist, steht noch nicht fest. Gegen 5 Uhr Nach den von ihren Frauen ihnen zugesteckten Wahlzettel abgegeben gebotes unanftellbarer Arbeitskräfte dient jetzt allgemein ein ziem- mittags flogen plöglich beide Spiegelscheiben unter fürchterlichem hätten, ohne zu wissen, was darauf steht. Der Staatsanwalt lich drastisches Mittel. Auf Bauzäunen, Thüren 2c. derartiger Krachen auf die Straße. Ob Vorübergehende durch umher hielt eine Beleidigung, für vorliegend und beantragte 300 m. Arbeitspläge findet man vielfach in primitiver Weise mit Kreide fliegende Glassplitter verlegt worden sind, ist noch nicht bekannt; Geldbuse, Rechtsanwalt Woffe dagegen die Freisprechung event. geschrieben den furzen Bermerk: Arbeiter werden nicht an- im Geschäft hat niemand Schaden erlitten. Jufolge des ge- Erweiterung der Beweisaufnahme. Der Gerichtshof hielt nur genommen! An anderen. Stellen ist wieder ein Blatt weißes waltigen Luftdrucktes zersprang auch eine Fensterscheibe in dem eine Dronungswidrigkeit insofern für erwiesen, als das WahlBapier angeheftet, welches in ungelentigen Schriftzügen die Sunstladen des ersten Stodes, und eine Anzahl ausgestellter lokal wider die Vorschrift vorübergehend ohne Aufsicht gelassen ominöfe Inschrift trägt: Arbeiter werden nicht angenommen! Bilder fielen in den inneren Raum. Die Feuerwehr war am worden war. Den Schlußfaz des Artikels hielt der Gerichtshof Jezt hat bereits die Industrie sich dieses Umstandes bemächtigt Blaze. für beleidigend, den Fall aber für sehr milde liegend und ver und saubere, weiß lacirte Blechtafeln bekannter Art auf den Markt gebracht, welche in schwarzem Druck stilvoll verkünden: Nenjahrsschüffe. Die Neujahrsnacht hat, fo ruhig fte im urtheilte deshalb den Angeklagten zu 100 M. Geldbuße. Arbeiter werden nicht angenommen! Gin derartiges Schild hat Allgemeinen auch verlaufen ist, doch hie und da ihre kleinen und Wegen Uebertretung des elterlichen Züchtigungsrechts man beispielsweise an dem Zugange zu dem Dombauplage zu größeren„ Knalleffekte" gehabt. Die oft verpönten Schießbelufti- war eine Beamtenfrau Hermann seiner Zeit vom Schöffengericht bewundern Gelegenheit. Bei der permanenten Arbeitsnoth gungen haben in einigen Fällen sehr schlimme Folgen gehabt, zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden. Anfänglich war dürften derartige Schilder bald ein recht gangbarer Artikel Der Ciseleur Fischer, Waldemarstr. 63, wollte einen Freudenschuß auch der Ehemann unter Anklage gestellt worden. Er war be= werden. Aber einen Nothstand giebt es nicht. in die Nacht hinausfeuern. Gerade als er das Fenster feiner im fchuldigt worden, seine Tochter Martha, welche in der Person britten Stock belegenen Wohnung öffnen wollte, entlub sich sein der Angeklagten eine Stiefmutter erhalten hatte, brutal miß Revolver und die Kugel ging dem Neujahrsschüßen in den kleinen handelt zu haben. Das Mädchen hatte von dem Vater eines Finger. Fischer mußte die Sanitätswache aufsuchen, wo ein Arzt Tages tüchtige Siebe mit einem Rohrstod bekommen, weil sie, das Geschoß durch einen operativen Gingriff entfernte. Gin nachdem sie vorher schon verschiedene dumme Streiche gemacht, zweiter Unglücksfall ereignete sich, wie uns mitgetheilt wird, in wahrheitswidrig in der Schule behauptet hatte, daß sie täglich der Großen Frankfurterstraße 120. Dafelbst schoß der Sohn des ohne Kaffee und Frühstück in die Schule geschickt werde. Das Dr. Regen aus dem Fenster, der Revolver plagte und verwundete Mädchen war nach dieser Szene von Hause fortgelaufen, wurde den jungen Mann so schwer am Arm, daß eine Amputation dann aufgegriffen und da sie behauptete, daß sie namentlich wahrscheinlich nothwendig fein wird. Ein dritter Vorgang, von ihrer Stiefmutter unmenschlich geprügelt werde, so wurde der schlimmere Folgen hatte, ereignete sich in Pforzheim in der ihr ein Vormund und Pfleger bestellt. Derselbe ließ durch einen selben Nacht. Ein Goldarbeiter wurde in die Stirn getroffen Sanitätsrath starte Striemen am Körper des Kindes feststellen und blieb todt, der Polizeimeister Haas erhielt einen Schuß in und stellte sodann den Strafantrag gegen das Hermann'sche GheIn der Straffache gegen den Kaufmann Leo Cohn den Schenkel. paar. Der Ehemann bestritt feineswegs, das Kind sehr enerwegen versuchter Vergiftung einer hiesigen Köchin ist vorgestern noch eine zweite Verhaftung erfolgt. Es handelt sich um die Marktpreise in Berlin am 2. Januar, nach Ermitte. Bifch gezüchtigt zu haben, behauptete aber, daß diefe Strafe sehr mehrfach erwähnte vergiftete Torte, als deren Absender der lungen des Bolizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von wohl am Plage gewesen sei und daß seine Frau die StiefKriminalpolizei hatte nun die vertrauliche Mittheilung erhalten, 14,60-14,20 M. Roggen per 100 kg, guter von 13,40-13,10 27., Gerichtshof verurtheilte nur die Ehefrau zu 1 Woche Gefängniß, Kaufmann Cohn aus Stettin ermittelt worden war. Die hiesige 15,50-15,10 m., mittlerer von 15,00-14,70 M., geringer von tochter niemals über Gebühr geschlagen habe. Der Vormund 9. nahm darauf den Strafantrag gegen den Ehemann zurück und der daß ein Vetter des verhafteten Cohn, ber 18jährige Schneider mittlerer von 13,00-12,80 M., geringerer von 12,70-12,50. weil eine Freundin der verstorbenen ersten Frau des Angeklagten Laib Wolff bei dem Verbrechen betheiligt sei und daß dessen Fa- Gerste per 100 kg. gute von 16,50-15,50 m, mittlere von versicherte, daß das Kind wiederholt über Mißhandlungen seitens milie plane, den Mitschuldigen ins Ausland zu schaffen. Man 15,40-14,50., geringe von 14,40-13,50. Safer per 100 kg. der Stiefmutter geklagt habe. In der Berufungsinstanz, in schenkte daher den Reisen Wolffs die entsprechende guter von 15,80-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,80 welcher der betreffende Schul- Rettor dem Rinde fein fonderlich Aufmerksamkeit und nahm ihn feft, als er gestern geringer von 14,20-13,50 M., Stroh, Richts per 100 Kg. von günstiges Beugniß ausstellte, beantragte Rechtsanwalt Flatau Berlin pafsiren wollte, um nach Rotterdam Erbsen bie Einstellung des Verfahrens, da in einer einheitlichen AuflageLaib Wolff tann eine Betheiligung bei der Affäre zwar per 100 Rg. von 40,00-25,00. Speisebohnen, weiße per nicht in Abrede stellen, doch behauptet er, daß seine Mit- 100 Kg. von 50,00-20,00 M. Linsen per 100 kg. von 80,00 fache die Zurücknahme des Strafantrages gegen den einen Anwirtung unschuldiger Natur sei. Er habe, wie er erzählt, im bis 80,00 m. Kartoffeln per 100 Rg. von 6,00-4,00 M. Rind- Betlagten auch für den anderen gelte. Event. hielt der VerAuftrage feines Betters Leo Cohn bei einem Konditor in Stettin fleisch von der Neule per 1 Rg. von 1,60-1,10 M. Bauchfleisch welche in erster Instanz selbst der Staatsanwalt eingetreten war, theidiger die Freisprechung der Angeklagten für geboten, für die Geburtstagsorte für 2 M. getauft und auch eine runde per 1 Kg. von 1,40-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Rg. von bie aber in zweiter Instanz der Staatsanwalt lebhaft bekämpfte. Schachtel für ihre Verpackung besorgt. In der Schachtel habe 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 Rg. von 1,60-0,90 M. Hammel. Der Gerichtshof erkannte auf Einstellung des Verfahrens und er bann die Zorte dem Sohn übergeben, fie aber nach einigen fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 legte die Kosten desselben dem Antragsteller auf. Tagen von diesem wieder bekommen und in deffen Auftrage bis 1,80 M. Gier per 60 Stück von 6,00-3,00 M. Fische per noch nach Altdamm mitgenommen, als Geschäfte ihn dorthin ge- 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 m. Aale von 2,80-1,20. Wie Schiebungen gemacht werden. Einen Beitrag zu führt hätten. In Altdamm habe er die Schachtel mit der Zorte Bander von 2,40-0,80 m. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche dem unerschöpflichen Thema: Wie in Berlin Häuser gebaut auf die Poft gegeben, an men aber die Sendung gerichtet gewesen von 1,80-0,70. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 werden" lieferte eine Betrugsantlage, welche vor dem hiesigen fei, wisse er nicht, da er deutsch nicht lesen tönnn. bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 8,00-2,00 m. Schöffengericht gegen den Maurerpolier Albert Hennig verhandelt wurde. Der Vater des Angeklagten hatte schon früher Ueber umfangreiche Diebstähle auf dem Bahnhof Tempel- Polizeibericht. Am 1. b. M. fiel ein Tischler auf dem einmal, obgleich er völlig mittellos war, mit Hilfe eines Geldhof theilt ein Gerichts- Berichterstatter folgendes mit: Die ersten Hofe des Grundstücks Friedenstr. 54 infolge der Glätte zur Erde mannes Namens Stern ein Grundstück erworben und auf dem größeren Diebstahle wurden im Februar und März des ver- und brach den Unterschenkel, sodaß er nach dem Krankenhause selben ein Haus gebaut, welches natürlich zum Schaden der Baugangenen Jahres bemerkt, in dem erstgenannten Monate waren am Friedrichshain gebracht werden mußte. In gleicher Weise handwerker bald verfrachte. Nun folgte der gleichfalls mitteles diverse Ballen Zuche, im zweiten Monat große Poften verunglückte in der Nacht zum 2. d. M. an der Ecke der Willis lose Sohn dem Beispiele feines Vaters; auch ihm verkaufte Zigarren. Alsdann wiederholten sich die Diebstahle in furzer bald- Alexis- und Heimstraße ein Herr; er erlitt einen Bruch des der Geldmann Stern ohne jede Anzahlung eine Reihenfolge und häufig wurden Frachigüter vermißt, von denen Fußgelenks. Am 2. d. M., Nachmittags, versuchte ein Mechaniker, ftelle für 39 000 Mart, durch Eintragung der gesammten eigentlich außer ganz speziellen Interessenten niemand Gebrauch sich in einer Droschte während der Fahrt am Engel- Ufer zu er Summe als Resttaufgeld blieb aber Herr Stern der eigentliche machen konnte, wie Eisengitter, Wagenwellen und Achsen 2c. ichießen. Die Kugel drang in die Schläfe und verlegte ihn fo Besitzer des Grundstücks. Derselbe hatte sich verpflichtet, BauG3 war eine Zeit der höchsten Unruhe für die Beamten. schwer, daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause Bethanien gelber in 14 Raten à 4000 M2. zu zahlen und Hennig baute Die Vorsteher der Stationen Ringbahn- Tempelhof" und erforderlich wurde. Vor dem Hause Friedrichstr. 200 fiel Abends frisch drauf los. Nachdem Herr Stern acht Raten bezahlt hatte, " Rangirbahnhof Anhalter Bahn" bezichtigten ihr Personal ein unbekannter junger Mann zur Erde und erlitt eine bedeutende schien er zu weiteren Zahlungen teine Luft zu haben und ber gegenseitig, aber trotz der größten Wachfamkeit war fein Verlegung am Hinterkopfe, sodaß er bewußtlos liegen blieb. Er Angeklagte fah fich nach anderen Geldquellen um. Ein Herr Dieb zu ermitteln. Jetzt ist das Räthsel gelöst. Die wurde nach der Charitee gebracht.-Am 2. d, M. und in der Söhne ließ fich dazu bewegen, als Geldgeber einzuspringen, nachs von einer Bahn zur anderen überzuführenden Güterwagen darauffolgenden Nacht fanden 16 Brände statt. halten auf dem Anhalter Rangirbahnhofe häufig an einer ganz finsteren Stelle hinter einem auf der Schöneberger Feldmark liegenden Maschinenschuppen. Hier konnte der Dieb, als welcher ber Rangirmeister Gichon ermittelt wurde, mit Hilfe feiner Romplicen, die er zweifellos gehabt haben muß, unbehelligt die Diebstähle ausführen. Der Berdacht lenkte fich auf Cichon, als dieser und seine Frau im Dezember Winterkleider zu tragen begannen, deren Stoffe den Proben glichen, welche fich die EifenDie Wursthändler Berlins, die Nacht3 verspäteten Schwärmern ihr Warm sind sie noch" entgegenrufen, haben sich ebenfalls eine Art von Organisation gefchaffen. Sie wollen nicht mehr unter dem schwarzen Verdacht stehen, daß der Inhalt ihrer Labfale etwa mit Hufnageln oder Hundemarken vermischt sei, und beziehen jetzt ihre Würste von einem Fleischermeister, bei welchem fie Garantie für Lieferung reeller Waare zu haben glauben. An ihrem Kaften tragen sie ein Schild, welches lautet: Mitglied des Bereins der Wursthändler Berlins- Verkauf reeller Wurst aus Rind- und Schweinefleisch". Also, warm find se noch!" zu fahren. Mart. Heu per 100 Rg. von Mart. Gerichts- Beitung: dem er sich die Baugelder, die Stern zahlen sollte, hatte zediren laffen. Er ging auch persönlich zu Stern hin, um sich fiber die Verpflichtung desselben zur weiteren Zahlung von Geldern zu vergewissern. Aus den unbestimmten Aeußerungen desselben glaubte Höhne entnehmen zu können, daß Stern thatsächlich noch Berpflichtungen gegen den Angeklagten habe und fo zahlte er Die Segnungen des Neuen Kurses bleiben auch unseren denn nach und nach 5400 M., um dann auf wiederholte Anfragen neuesten Landsleuten nicht erspart. Aus Altona wird nämlich bei Stern zu erfahren, daß lekterer feinen Pfennig mehr zu berichtet, daß sich am 29. Dezember zum ersten Male eine Helgo: Izahlen verpflichtet sei. Das Ende vom Liebe war das gewöhn fiche: Der faft fertig geftellte Bau tam zur Subhaftation und[ ber Unternehmer welche durch die jüngst erfolgts Gefang des Liebes ber Arbeit" und unter Hochrufen auf bie damit billig in die Hände des Herrn Stern, während Höhne Schaffung des Verbandes aller Industriellen Desterreiche internationale Sozialdemokratie gefchloffen. nichts zu retten vermochte. Was aus den Forderungen der bereits eine solche Höhe erreichte, daß aus ihr ihr den Bauhandwerker geworden, darüber wurde in der Gerichts- Arbeitern eine immenfe Gefahr erwächst, wenn diefe Letzteren Ueber die Ursache des in der Fabrik von Bederer u. verhandlung, welche Söhne durch seine Betrugsanzeige gegen nicht ohne allen Zeitverlust und mit dem Aufgebote aller Energie Borges in Königsfeld bei Brünn ausgebrochenen Streits Hennig veranlaßte, leider nichts mitgetheilt. Troß der Ber- bahin trachten: der Organisation der Unternehmer eine gleiche, theilt der Brünner Volksfreund" folgendes mit: Den Arbeitern ficherungen des Herrn Stern, daß ihm von der Vermögenslosigkeit umfassende und daher gleich mächtige Organisation entgegen war nach Beendigung des früheren Streits versichert worden, des Angeklagten nichts bekannt gewesen, daß er in feiner zustellen, beschließt der heutige Eisen- und Metallformer- Kongreß: daß in den nächsten sechs Monaten niemand entlassen werden Weise ein unreelles Geschäft beabsichtigt und dem Zeugen Von der Schaffung abgesonderter Fachorganisationen Abstand würde. Die Firma hielt jedoch dieses Bersprechen nicht, sondern Höhne auch durchaus teine falschen Borstellungen über seine zu nehmen und den Genoffen Allerorts zu empfehlen, fich ben fündigte ca. 50 Gießerei- Arbeitern. Als Grund der Kündigung Zahlungspflichten erweckt habe, hielt der Gerichtshof dafür, daß alle Branchen umfassenden Metallarbeiter- Gewerkschaften ein- gab sie nothwendige Reparaturen" an. es fich hier nur um eine Schiebung" handele, bei welcher der zufügen, eventuell Die Arbeiter erblickten an Angeklagte die Rolle des Strohmannes gespielt habe. Der Vor- Wirkungskreise." Die Budapester Delegirten gaben bie Gr: Arbeiter bezwecke, die sich bei dem früheren Streit besonders als Fachsettionen mit felbständigem barin nur ein Scheinmanöver, welches die Entlaffung derjenigen fizende des Gerichtshofes nahm Beranlassung, dieses ganze Bau- flärung ab, daß die ungarischen Kollegen sich rückhaltlos für den hervorgethan hatten. Das übrige Personal- ca. 400 Mann geschäft" des Herrn Stern sehr scharf zu charakterisiren, und der Anschluß an die öfterreichischen Organisationen aussprächen. legte demzufolge die Arbeit am Sylvefter nieder und beabsichtigt Gerichtshof nahm von einer Vereidigung beffelben Abstand. Der Bezüglich des Bunftes, Arbeiterschus" schloß sich der Kongreß die Firma in Anklagezustand versezen zu laſſen. Zuzug ist ftreng Angeklagte erschien dem Gerichtshofe zwar nicht als der Haupt- einstimmig den am letzten Brünner Metallarbeiter- Kongres ge fernzuhalten. Unterſtüßungen sind dringend nöthig und schuldige, mit Rücksicht auf den immer mehr überhand nehmenden faßten Refolutionen voulinhaltlich an und trat in einer speziell Die Redaktion des„ Bolfsfreund", Brünn, Josefstadt 26, zu senden. Bauschwindel wurde die Strafe aber doch auf 4 Monate Ge- gefaßten Resolution energisch für eine radikale Umgestaltung und fängniß festgesezt. Der„ Correspondent" für Deutschlands Buchdrucker Verbesserung unserer Gewerbe- Inspektion ein. Hinsichtlich der Fachpresse" wurde beschlossen, die beiden Blätter Desterreichischer and Schriftgieker trat am 1. Januar in das 31. Jahr feines Bestehens. Metallarbeiter" und ,, Kakoucko kovoldelnik" als Fachblätter anzuerkennen und für deren weiteste Verbreitung respektive obli- In Leeds( England) ist ein Streit der Glasarbeiter gatorische Einführung, sowie durch rege Mitarbeiterschaft, durch ausgebrochen. Bestellung von ständigen Korrespondenten in allen Provinzorten, nachdrücklichst einzutreten. Der Rongreß wurde nach fast dreitägigen, mit hohem Ernst geführten Verhandlungen mit dem ve dil tod 100 gold sed jun Soziale Lteberlicht. An alle Stellmacher Berlins und Umgegend. Kollegen! Schon wieder ist ein Jahr verflossen und noch immer steht die große Masse von Euch der Organisation fern. Wohl wenig Gewerke find so schlecht organisirt, wie gerade die Stellmacher Berlins. Betrachten wir unsere schwere und lange Arbeitszeit gegenüber dem tärglichen Lohn, ferner den Arbeitsnachweis, welcher gewissen einflußreichen Personen untersteht, sowie die Behandlungsweise, welche uns in manchen Fällen zu Theil wird, dann muß wohl einem jeden denkenden Menschen der Gedanke kommen, daß es nothwendig ist, uns bessere Lebenss bedingungen zu verschaffen. Daß die Gunst bei dem Arbeitsnachweis eine Hauptrolle mitspielt, wissen wohl diejenigen, welche fich schon monatelang nach demselben bemüht haben, ohne eine Stellung zu erlangen. Wir verlangen den fostenlosen Arbeitsnachweis, wie er bereits bei vielen Gewerkschaften, sowie bei unferen Kollegen anderer Städte in der Art eingeführt ist, daß er von seiten der Kollegen selbst geleitet wird. Weshalb müssen wir erst für eine Stellung eine gewisse Summe opfern, um furge Zeit darauf wieder entlassen zu werden, wo dann dasselbe Spiel von neuem beginnt? Dies alles nur um bis auf das äußerste ausgebeutet zu werden! Kollegen, es ist unsere Pflicht, diesen Uebelständen abzuhelfen. Eine feste und starte Organisation im Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung ist das einzige Mittel, durch welche wir bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erzielen können. Ferner richten wir an alle Vorstände der Lese- und Rauch flubs, in denen viele Stellmacher Mitglieder sind und sich ziel bewußte Arbeiter nennen, aber der Organisation fernstehen, die dringende Bitte, darauf hin zu wirken, daß auch sie sich der Organisation der Stellmacher anschließen mögen. Die nächste Versammlung findet am Sonntag, den 8. Januar, Rosenthalerstr. 38 statt. Näheres Inserat. Der Vorstand des Fachvereins ber Stellmacher Berlins und Umgegend J. A.: J. Cäsar. An alle Schneider Berlins! Der Magiftrat giebt durch Säulenanschlag bekannt, daß vom 3. bis 9. Januar die Wählerlisten zu den Gewerbegerichtswahlen öffentlich zur Einsicht ausliegen. Wie ein jeder Berliner Arbeiter einsehen wird, ist diese Frist wiederum derart furz bemessen, daß es den meisten faum möglich sein wird, ihre Pflicht der Kontrolle zu erfüllen. Dennoch muß dieser turze Zeitraum von denen, die sich in die Listen haben eintragen laffen, fleißig benutzt werden, und fordern wir daher unsere Kollegen insbesondere auf, die Wählerlisten eifrig nachzusehen. Aber auch an die Kolleginnen, denen eine reaktionäre Gefeßgebung das Wahlrecht ja bekanntlich versagt hat, richten wir die Bitte, die Säumigen anzuspornen, damit in der kurzen Zeit eine möglichst weitgehende Kontrolle geübt werden tann. Im Auftrage der Agitation3 Rommiffion der Schneider und Schneiderinnen Berlins H. Möbius. An die Töpfer Berlins und Umgegend. Kollegen! Mit dem 1. Januar ist für dieses Jahr die neue Sammelfarte für den Agitations- und Unterstützungsfonds der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands in Kraft getreten. Laut Kongreßbeschluß behält die grüne Karte, ebenso wie das bisherige Martensystem auch ferner seine Giltigkeit, Kollegen, bes denkt die fortwährenden Lohnreduzirungen, welche sich immer häufiger an verschiedenen Orten bemerkbar machen und steuert fräftig zu obengenanntem Fonds bei. Sammelfarten sowie Marken in beliebiger Höhe find in allen Zahlstellen der Filiale Berlin, sowie in der Wohnung des Unterzeichneten zu haben, auch werden daselbst alle Wünsche, das Fachorgan betreffend, entgegen genommen. Das Fachorgan tann laut Rongreßbeschluß nur an solche Kollegen unentgeltlich abgeliefert werden, welche Mitglieder des Allgemeinen deutschen Töpfervereins sind und sich auch regelmäßig an den obengenannten freiwilligen Sammlungen betheiligen. Rege Betheiligung an der Gesammtorganisation ift dringend erforderlich. Mit solidarischem Gruß J. A.: Carl Manthe, Putbuserstr. 17, Hof II. Krankenkaffenwesen. Auf Grund des§ 75a des Krankenversicherungs- Gesetzes ist der Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Kutscher und verwandten Berufsgenossen zu Berlin" vom Reichstanzleramt die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 des Gesetzes genügt. In Wien tagten während der Weihnachtsfeiertage bie erften Kongreffe der Holzarbeiter und Eisen- und Metallformer Defterreich- Ungarns. Der Kongreß der Solzarbeiter beschloß neben anderem die Gründung eines Verbandes. Aus den Situationsberichten ift mitzutheilen: In Wien beträgt die Gesammtzahl der Bautischler 1000( organifirt 160), ber Holzbildhauer 850( organisirt 212), Binder( Böttcher) 1800( 1000), Holzdrechsler 600( 350), Musik- Instrumentenmacher 1100( 400), Stod- Drechsler 500( 462), Zapezirer 750( 100), Tischler 10 000( 1400), Vergolder 450( 170). Wagner 250( 70), Zimmerer 1900( 800). Jn Prag giebt es 3000 Holzarbeiter, 800 organisirte, in Budapest ca. 10 000 Holzarbeiter, deren Vereine bisher behördlich nicht genehmigt wurden. Anwesend waren auf dem Kongreß 24 Wiener und 12 Provinzbelegirte, welch' lettere Tyrol, Vorarlberg, Salzburg, ferner die Orte Rathrein bei Troppau, Preßburg, Budapest, Graz, Prag, Boitsberg, Brünn, M.- Neustadt vertraten. Zum& ifen und Metallformer Rongreß hatten Delegirte entsandt: Niederösterreich inkl. Wien 13, Ungarn 2, Mähren 7, Böhmen 4, Schlesien 1 und Steiermark 2, zusammen 29 Delegirte. Bertreten waren die Orte: Prerau, Budapest, Bieliz- Biala, Wiener- Neustadt, Leobersdorf, Prag, Brünn, Mürz zuschlag, Stockerau, Göblasbrud, Ternih, Baden, Roffis, Königgräß und Wien. Besonders lebhafte Debatte verursachte der Borschlag eines Anschlusses der Eisen- und Metallformer- Orga nisationen an den Verband der Eisen- und Metallarbeiter Defterreichs, was insbesondere von den Provinzvertretern energisch verfochten wurde. Der hierüber angenommenen Resolution entnimmt die Arbeiter Beitung" folgende Stelle: Erwägung, daß die ftets fortschreitende Organisation • in " 1. Ziehung der 1. Klaffe 188. Königl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 3. Januar 1893, Bormittags. Nur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 63 997 1219 83 306 567 72 662[ 30000] 73 921 90 2019 53 206 329 424 38 560 86 701 21 810 995 3020 166 255 311 59 464 541 660 67 740 919 4057 266 70 530 606 46 5141 97 348 703 33 837 56 6190 99 2.9 543 82 763 68 970 7295 319 485 533 608 32 74 724[ 100] 39 885 124 243 68 558 605 10 51 53 75[ 200] 729 894 961 79[ 100] 9084 147 492 680 795[ 200]+88 986 10009 236 406 565[ 200] 640 54[ 1501 759 81 845 933 11039 91 103 618 741[ 100] 72 12041 45 67 219 94 445 591 687 912 27 34 52 56 13013 30 137 317 72 412 17 79 85 95 96 528 644 874 945 14033 [ 100] 35 74 254 65 66( 1001 86[ 100] 94 821 52 85 98[ 200] 477 890 15097 179 214 362 409 19 46 694 606 57 751 837 53 932 70 16065 116 261 61 344 85 460 524 72 643 725 848 17057 112 20 238 41 64 528 91 965 18379 315 556 66 642 93 785 820 89 928 46 19047 445 626 712 892 933 55 20140 92 255 540 603 857 925 47 21017[ 100] 143 49[ 100] 53 62 243 49 388 748 22084 144 443 78 587[ 100] 707 858 945 47[ 150] 86 23316 52 86 94[ 15000] 660 720 933 24096 114 327 57 416 607[ 150] 81 849 90 914 25 25109 30 201 420 98 605 19[ 150] 51 768[ 100] 803 88 99 20003 51 86 109 29 95 294 412 49 501 61 609 49 60 965 27 31 142 62 422 74( 100) 697 761 892 28023 142 63 416 788 92 858 99 29126 214 43 415 585 748 803 52 55 990 80078 119 47 601 50( 500) 907 20 21( 100) 94 81071 85 144 210 71( 100) 79 337 601 720 28 69 83 600 19 83 32023 28 234 309 44 427 734 839 53 61[ 200] 77 908 33003 8 23 269 350 441 742 818 82 87 34064 101 41 98 254 325 30 417 528 633 64[ 100] 708 865 85181 805 445 95( 200) 624 732 44 54 800 61[ 100] 995 36 26 65 68 89 321 58 98 404 5.2 51 686 739 51 93 955 79 37028 32 109 14 63 94 204 25 55 365 452 54 76 78 809 88182 93 323 32[ 100] 53 55 476 730[ 100] 912 53 96 39033 242 96 410 60 76 562 90 616 890 96 988 40132[ 100] 206 44 466 514 617 21 763 842 41012 167 79 248 82 373 83[ 200] 590 627 43 884 981 42061 338 469 584 982 48132 86 202 43 519 461 602 806 13 1100] 91 906 17 44186 88 208 47 64 331 93 490 555 845 908 45058[ 100] 159 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Ziehung der 1. Klasse 188. Königl. Brenf. Lotterie. Siehung vom 8. Januar 1893, Nachmittags. Rur bie Gewinne über GO Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 161 406 733 806 41 913 1058 167 504 935 2028 305 79 91 448 532 3106 508 60 77 636 768 78 979 88 4245 49 89 96 803 20 485 91 564 608 51 84 705( 150) 64 81 890 947 96 5003 5 17[ 100] 116 37 47 301 436 590 768 874 6043 49 115 379 407 8 18 94 575 687 944( 1001 71 7045 131 38 53 238 77 473 500 6 30 607 9 64 726 38 75 964 8154 222 305 456[ 100] 501 602[ 150] 83 803 936 9681 719 68 834 985 10008 213 17 95 355 726 871 977 11046 54 147 57 267 76 813 77 409 806[ 150] 54 94 96 931 12114 92 210 48 321 47 549 843 62 925 13116 424 645 706[ 100] 14 873 979 14075 124 324 80 548 672 787 914 28 15058 274 358 431 40 552 613 732 97 820 30 16210 56( 100) 438 84 530 32 77 824 17079 328 405 520 65 67 85 609 20 26 34 58 883 901 45 18009 50 383 456 519 30 77 80 663 64 739 854 96 19009 151 82 234 360 682 869 969[ 150] 74 20003 13 14 161 232 306 47 55 67 72 512 702 21164 246 3501 400 73 500[ 100] 895 901 14 22162[ 100] 78 251 409 83 87 577 690 782 812 23074 110 244 52 306 81 451 53 552 x2 656 847 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577 709 88 950 275 673 705 36 821 904 72[ 200] 56036 84 86 131 97 303 631 77 57024 127 346 465 647 61 804 907 39 70 58103 57 250 300 33 68 427 578 71 93 813[ 100] 46 905 20 76 59051 470 89 733 825 921 60047 70 467 86 91 522 89 603 67 730 77 804 962 61067 156 272 91( 100) 370 511 20 618 787 818 87 947 60 62059 111 276 498 554 630 11501 46 768 883 89 937 93 63044 75[ 150] 84 175 328 434 502 71 723 960 64155 440 68 620 26 733 71[ 100] 65001 44 46 197 230 315 86 415 541 53 98 735 838 912 27 66005 211 63 358 450 523 693 860 67246 310 73 96[ 100] 411 65[ 100] 956 58 68112 64[ 100] 227 313 63 451 514 16 621 771 954 69195 300 76 89 509 78[ 160] 842 944 89 70040 50 92 174 98 203 74 304 64 84 455 525 678 731 37 822 29 956 76 71016 20 238 70 359 401 13 646 750 807 29 48 62 905 26 55 71 72101 67[ 150] 261 63( 100) 431 67 537 620 33 776 836 44 923 25 46 73066 74 116 73 76 260 639 840 976 74009 162 220 83[ 150] 437 79 529 616 723 931 46 69 75012 118 319 65 72 493 95 506 74 647 801 907 76034 132 96 203 366 640 88( 100) 847 73 929 50 77205 56 439 741 943 78014 89 214 80 357 678 666 723 43( 100) 834 929 79024 60[ 100] 231 57 763 854 67 73 78 995 S0034 119 231 407 88 558[ 100] 76 756 961[ 100) 81056 70 164[ 100] 227 342 1100] 447 718( 150) 2 91 852 911 64 72 82006 37 209 17 40 373 75 422 29 68 578 654 782 898 949 88 83074 82 129 94 98 229 41 85 339 51 70 461 515 93 682 712 58 4 835 84022 461 614 90 627 925 95337 44 68 419 35 662 64 702 817 29 983 86141 312 33 49 441 77 542 621 710 84 842 94 87030 119 283 324 84 543 52 619 95 810 41 58 81 920 88035 39 249 313 576 744 63[ 200] 80 863 77 920 89172 358 616 51 73 828 937 94 90008 134 66[ 100] 419 23[ 100] 45 597 710 913 90 01030 35 39 769 930 66 152079 151 67 233 307 56 85 509 50 638 848 70 153015 150000 68 82 83[ 100] 102 230[ 200] 151011 192 271 428 584 686 43 185 261 348 63 594 762 95 947 50 154121 97 234 76 378 400 20 70 6.8 746 874 969 87 97 155030 51 68 108 319 516 77 800 54 932 156008 115 49 75 290 332 425 48 55 79 593 655 726 84 830 157019 107 275 90 371 532 59 75 870 909[ 100] 158001 49 107 50 72 304 78 491 532 751 63 159031 89 104 62 214 366 70 89 97 407 46 65 73 775 160024[ 200] 67 214 97 812 28[ 100] 925 161578 91[ 100] 623 90 749 66 879 90 162338 56 415 19 53 568 648 703 44 71 92 914 85 163056 87 191 200 57 887 518 625 67 702 64 164088 167 216 46 899 408 64 78 508 24 71 82 703 866 911 165237 323 545 70 680 912 88 166153 81 282 363 509 68 694 975 167041 59( 300) 100 210 428 620 35 41 881 928 165079 355 64 81 1100] 621 44 769 949 88 169112 [ 200] 13 40 59 340 522 98 806 939 60 170005 287 317 23 444 531 72 93 630 758 59 822 45 929 171074 [ 100] 120 61 219 348 74 526 52 622 71 998 172440 535 638[ 150] 772 89 860 961 178076 173 79 256 402 528 30 4 71 714 60 81 838 64 ( 100) 935 174063 78 150 443 544 47 649 842[ 100] 175068 165 212 341 89 548 707 76 879 920[ 100. 26 170098 200 850 83 430 521 655 93 792 861 95 177048 345 614 716 17 47 857 178307 20 439 70 778 803 41 929 179109 36 349 438 621 22 31( 100) 703 955 70 180113 60 335 579 663 774 930 181447 72 613 32 951[ 1500] 1: 82077 265 388 565 821 183070[ 100] 231 60 65 85 384 401 618 98 7114( 200) 96 820 904 184071 287 318 604 775 827 42 63 98 903 47 54 185043 133 324 65[ 150] 455 762 186013 31 219 95 317 505 23 600 969 187009 22 25 371 484 576 654 83 863 182030 157 85 518 62. [ 150] 832 908 169057 61 169[ 100] 236 334 91 92 535 655 67 955 1001 62 71 bald Damen in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20. 1 Rauchtlub Roochloch, Abends 9 Uhr, bet Sterftein, Admiralstr. 83.Rauchklub af falle, Abends, bei Lod, Friedrichsbergerftr. 11.- Rauchflub - Humoristischer Rauch= Rothe Nette, bet Steuer, Weinftr. 22. Rauch flub Sans: lub, Abends 9 Uhr, bet A. Niemann, Görligerftr. 42. fouci, Boechstraße 51. Rauchflub Dhne 8wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinftr. 28. Rauchfluh Grüne Quafte, Abends 9 Uhr, bet Rauchklub Bultan, Abends 9 Uhr bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchlub, Goldeneaua ft e", bends 9 Uhr -30 Sittler, Mariannenstr. 48. Rauchtlub gutgesinnter Freunde, Abends buret Neumann, 8 Uhr bet Neumann, Höchfteftr. 28.- Rauchflub Schmotes Berte, Röpentderstraße 121a bet Schöbel. Waldemarstraße 74 bet George. Abends ühr, lofterstraße 83, betm Genoffen W. Salzwebel. GU Rauchtlub Borwärts GD." Humoristische Pfeifenbrüder Rauchtlub Deutsche Eich e, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarftr. 53. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee so. Bühnenverband Othello Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringer werden. Vermischtes. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Die Norbmacher hatten am 2. Januar eine Bersammlung, dann morgen schon die Erfolge fichtbar wären. Diejenigen, Carter, Dresonera.- revifiber, bet Gumlich, Rettenberger ftraße 149.- tbele Brüber, bei 8. Mrofe, Bachmannftr. 5.- Touristens In welcher Herr Reller über den Verlauf des Streits der Kugel welche sich nun mit aller Gewalt einer vernünftigen Ansicht ver verein ret eg, Abenbühr bei Steblutab, Manteuffelftr. 66. torbarbeiter Bericht erstattete. Auf die Einladung des Streit schließen, müßten durch ihre Gesellen gezwungen werden, der Bergnügungsverein Auftig- Froh, Mittwoch Uhr, Märkischer Hof, Tomitee's hin waren auch die Kleinmeister zahlreich erschienen. Organisation beizutreten. Wir werden ihnen, so äußerte sich Admiralfir. 18c. Sigung. Aus der Berichterstattung und der lebhaften Diskussion ging Rahmig zum Schluß, nöthigenfalls die Gesellen abtreiben. folgendes hervor: Den geforderten Satz von 50 Bf. pro fleinen Lucas führte an, daß in dieser Woche der Beitritt der RixKugelforb haben die Firmen Kempte und Jungnickel bewilligt, dorfer Filiale 2 zum Textilarbeiter Verband erfolgen während die beiden in Betracht kommenden Firmen, Anding und solle. Der Redner macht die Anwesenden mit den EinStarte, nur 40 und 45 Pf. zahlen. Alle Verhandlungen zwischen richtungen des Verbandes bekannt; ferner führte derselbe an, daß ihnen und dem Streiffomitee verliefen resultatlos. Bei Anding bereits die 25 maßgebendsten" Meister in Rixdorf sich der ift insofern eine Besserung eingetreten, als eine größere Sorte Filiale 2 angeschloffen hätten; er legte weiter dar, daß wenn die von Rörben mit 70 Pf. pro Stück jetzt bezahlt wird, wofür es Arbeiter zur Wahl gehen, sie nur ihre Stimme demjenigen geben, bislang nur 60 Pf. gab. Die Ursache davon war, daß mehrere der ihre Interessen vertritt, und da in Rixdorf die Meister auch Arbeiter die Arbeit niederlegten, weil ihnen 60 Pfennige eben nichts anderes feien, als Arbeiter, so müßten fie auch dem zu wenig waren, und weitere drohten, ihrem Beispiel gemäß handeln. Nachdem die Herren Lucas und Rahmig au folgen, Dem Streiffomitee machte Herr Anding den noch einige Mittheilungen über die Abholung der Mitglieder Borschlag, er wolle unter der Bedingung 2% Pfennig zulegen, beiträge, sowie über Lieferung der Textilarbeiter- Beitung gemacht ftraße 101. daß die betreffenden Arbeiter bis aulegt bei ihm aushalten. Er hatten, wandte sich Genosse Schlittler in längeren Auswolle so lange dies Geld für sie sparen. Dieser Vorschlag wurde führungen gegen die heutige Produktionsweise. Die Herren mit Entrüftung zurückgewiesen. Von verschiedenen Rednern Schreck und Schulz betheiligten sich außerdem uoch an der Disavurden die anwesenden selbständigen Rorbmacher aufgefordert, tussion und führt lekterer einige Mängel des Arbeitsnachweises an. jeßt, da Herr Anding beginne, an die Kleinmeister Aufträge für Verband deutscher Zimmerleute. 2otalverwaltung Berlin. Mittwoch, Mord und Selbstmord. Rottbus, 2. Januar. Nachdem die Herstellung von Rugelförben zu vergeben, den Gehilfen nicht den 4. Januar, Abends 8% Uhr, bet Bolz( früher Feuerstein), Alte Jakobhinderlich zu sein bei der Durchführung ihres Kampfes. Einige ftraße 76, Monatsversammlung. Bortrag:" Wird das Glend flegen? Se der auf der hiesigen Eisenbahnstation angestellte Wagenmeister Lehmann seine Frau ermordet hatte, ließ er fich durch der Meister, die für Anding Arbeit angenommen, hätten ver- ferent Genoffe Roland.( Näheres Inferat.) Spiel- und Gesellschaftskinberg". Gente Mittwoch 8% Uhr Sigung einen Rang irzug überfahren. Ein Motiv für die That fehlt sprochen 50 Pfennige zu zahlen. Schwer zu begreifen fei, wie sie mit Damen. Sonntag 6% Uhr Elifabethtirchstr. 14 Fidelitas. dies bei dem Preise tönnten, den Anding mit ihnen festgemacht. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Am gänzlich. Sylvester- Ausschreitungen. Dortmund, 1. Januar. Das Sie follten sich an diesen wenden, damit er etwas zulege. Das Januar Wanderversammlung im Often bei Saberecht, Große Frankfurter Straße 80. Tagesordnung: 1. Mittheilungen. 2. Bortrag des Genoffen alte Jahr schloß hier mit zwei scheußlichen Blutthaten. Lönne er ganz gut, denn er zahle ihnen nur 1,40 M. pro Stück, Seberecht. wovon schon ca. 90 Pf. für Material abgingen, während die Ge- Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner m Berlin. Mittwoch, In der neuen Nadstraße stach am Sylvesterabend ein Pole einen Der Ge schützgießerei ihm 1,75 M. gebe. Die Gehilfen würden unter ben 4. Januar, Abends 8% Uhr, große Versammlung ber Landsleute mit anderen ohne irgend welche Veranlassung nieder. 50 Pfennige nicht arbeiten. An der Debatte nahmen auch einige Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Güd: ftochene vermochte nur noch zur Polizei zu gehen, wo er sterbend Ein anderer junger Mensch wurde, halbMeister theil. Meister Schade hielt das von den Gehilfen Schule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Geschichte( alte); Sub- Dit, zusammenbrach. Verlangte für nicht zu viel. Er wisse noch nicht, wie er mit hule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( oberes), Logit, Rechnen entkleidet, auf der Straße mit einer schweren Kopfwunde auf( unteres). Oft Schule, Martusstraße 81: Unterricht in Deutsch( mittel), gefunden. Polizeibeamte sorgten für die Ueberführung des Ver den Körben fahren werde. Fiebig, ebenfalls Meifter, warf Nord- Schule, Müllerstraße 179 a: Unterricht in Deutsch( mittleres; den Gehilfen vor, daß sie nicht genügend gethan hätten, um zu Mathematit und mathematische Geographte. In alle Lehrfächer tönnen noch legten in das Krankenhaus, wo er, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, gestorben ist. verhindern, daß überall Streitbrecher arbeiten. Jetzt solle man Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Gemesters, eintreten. Lese- und Diskutirkiubs. Mittwody. Bereinte raft, bend wicht den selbständigen Kollegen die Schuld in die Schuhe 8% uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Friz faieben, wenn diese zugreifen, wo ihnen Arbeit geboten wird. feb. Wionats, ab. 8% Uhr, im Restaur. Grube, Mariendorferfir. 10.- GefundSiegte, Schwebterstr. 33. Seine, jeben Mittwoch vor dem 1. und 15 Feldmann( Meifter) erklärte, bei dem Wenigen, was er von brunnen, Abends 8% Uhr, bei Haferland, Bellermannftr. 87.- Gletch M. bekomme, feinen Gesellen nur 40 Pf. geben zu können, wäh- heit, abends 8% Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. Emanzipation rend Grunow betonte, die Gehilfenforderung anerkennen zu bends 8% uhr, bei Beiler, Knesebeat- und Herrmannstraßen- Ede.- Otto Abends 8% Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenstr. 6. Seine, Nixdorf wollen. Herr Keller wünschte, wie auch andere Redner, daß eimer jeden Mittwoch bet A. Brosch, Wilhelmshavnerstraße 23. Paris, 3. Januar. Dem Vernehmen nach wird die gegen die kleinen Meister sich mit den Arbeitern solidarisch erklären Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen die Administratoren der Panamatanal- Gesellschaft eingeleitete geund einige Zeit warten sollten, wenn Anding nicht mehr geben im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. wolle. auch Dieser wie Starte müßten doch Arbeiter- Sänger- Sund Berlins und Umgegend. Mittwody. Uebungs- richtliche Untersuchung zwischen dem 10. und 15. d. M. geschloffen ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siedesfreiheit 1, felbft den Gehilfen wie ihnen kommen, weil ihre Lieferungs- Andreasstr. 26, bet Schiamacher. Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser- Belgrad, 8. Januar. Dem Vernehmen nach wird die AufSilaritas, Hochstraße 32 a, bei friften nur bis zum 1. April reichten. Folgende Resolution nahmen ftraße 22-23, Bögow's Braueret. Echo lösung der Stupschtina am 5. d. M. erfolgen. Die Neuwahlen Deutsche Eich e, Blumenstraße 46, bet Went. Wilte. bie anwesenden Gehilfen einstimmig an: Die Korbmacher- Bantow, Schulzefir. 27.-Lerche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beit- follen auf den 9. März festgesetzt, die neugewählte Stupfchting gehilfen verpflichten sich, in feiner Werkstatt Rugelförbe unter geift Gefangverein der Stein mesen, Johannisstr. 20, bei Müller. wird voraussichtlich Anfang April einberufen werden.) Stetnnelte, Röslinerstraße 17, bei Wendt. 2yra 1, Raupach50 Pf. das Stück zu machen und den Streit fortzusehen. Im ftraße 6, bei Stachel. Euphonia, bet Elhaus, Brückenstraße 2. Verschiedenen" wurde noch beschloffen, folgenden Tarif auf- Hand in Hand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Pägoldt. austellen: 50 Pfennig für Rörbe, welche bei einem Durch- Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, bet Briefkaffen der Redaktion. Unverdrossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindowerstr. 26. messer von 12 Bentimeter 40 Bentimeter hoch sind und solche, die Glafer. - Flöter'scher Gefangverein, Koppenstraße 48c, bei Lorenz. Rütlt, bei einem Durchmesser von 15 Zentimeter 42 Zentimeter hoch Friedenau im Kurhaus. A. B. Die Erörterung von Differenzen, die zwischen Vors Borwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei find; 65 Pfennig für Rörbe mit 21 Zentimeter Durchmesser Lerche. Freundest reue( Gemischter Chor), Grenadierftr. 33, bet See- ftandspersonen und Vereinsmitgliedern spielen, gehört in die Lorbeertrana, Lichtenbergerstr. 21 bei Heise. Südost, 1. Vereinsversammlungen, nicht in den Vorwärts." Das war der und 40 Zentimeter Höhe und 75 Pfennig für solche mit felbt. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich Grund der Ablehnung. 15 Zentimeter Durchmesser und 75 Zentimeter Höhe. Das Komitee Röpnickerstr. 191, Restaurant. Karlstraße 34, bei Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golz wurde noch beauftragt, bei den Selbständigen" betreffs der Be- ftraße 43, bei Siegeler. Gesangverein der Kupferschmiede, W. Jäger. Nachdem die Versammlungen, die in dieser ftraße 11 bei Feind. Bergißmeinnicht, Schulstraße 29, im Angelegenheit tagten, den Plan wieder fallen gelassen haben, zahlung der kleinen Körbe Umschau zu halten. Webbing Kasino. Concordia", Dieffenbachstraße 53 Holz. Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bet halten wir es nicht für zweckmäßig, die Sache jetzt schon wieder Die Rigdorfer Webermeister hielten am Montag Abend netder. Gefangverein Botos blume, alte Jakobfir. 96-97, bet tal- aufzunehmen. Wir rathen Ihnen daher, diese Einsendung Gefangverein Freiheitstlänge Alte Satobftraße 68. zurückzuziehen. eine öffentliche Versammlung ab, in welcher der Genosse towšty. Männer- Gesangverein ibertee 1, Guvryftraße 24, bei Ttelsch, Schlittler über seine Agitationstour nach Treuen und UmE. W., Antwerpen. Frei Rußland" erscheint in der Un verzagt Langeftr. 65 bet Tempel.- Gesangverein Sorbeertrans 2. gegend Bericht erstattete. Nach diesem Bericht werden in Treuen Drantenstraße 190 bet Ratsch. Gefangverein Stebeslut in Fürstenwalde Buchhandlung des Schweizerischen Grütlivereins in Zürich. Sängerchor ber maler, Alte Abonnent des Vorwärts". Sie meinen, alle Fremdwörter 620 Webstühle auf Fantasiewaaren betrieben. An Lohn pro bet Haupt, Müncheberger Chauffee. Kilo Waare werde den Arbeitern 65-70 Bf. bezahlt, also weit Fatobftraße 83. Fretheits- Gruß, Schönhauser Allee 46 bet Buffe. und alle Sprüche( Bitate 2c.) in fremben Sprachen müßten im weniger als in Berlin, Nixdorf u. f. w. Gin Rixdorfer Fabri esangoerein" offnung 3", Brandenburg a. 6. bet Weidner. sang Berein„ Litania Gefangverein Vorwärts" vermieden werden, da derselbe doch für Leser be. tant Sander habe dort eine Fabrit eingerichtet und versuche Gangesblüthen Blumenftr. 38 bet sente. Gefangveretno abit, ftimmt sei, die Fremdwörter und fremde Sprachen nicht vers Männer- Gefangverein Sieberlust, stünden. Bis zu einem gewiffen Grabe ist das richtig; aber selbst diesen niedrigen Lohn noch herunterzudrücken, jedoch den Wilhelmshavenerstr. 23 bet stuba. Treuener Meistern und Gesellen wären, genau wie den Rir. Fichteftr. 29 bei S. Kröfche. Sund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend.( Bu auch nur bis zu einem gewiffen Grade. Die sozialistische Partei dorfer, die Lohndrückereien des Herrn Sander zuwider. Außerdem schriften find zu richten an B. Bentel, Bergmannstraße 21, of 8 r.) besteht nicht blos aus Arbeitern, wenn diese auch die Maffe feien in Treuen die Arbeiter selbst zu dem Entschlusse gelangt, itted Stauchttub Frisch auf, Fürstenwalderstr. 13 bei hula. ausmachen, und der Vorwärts" hat auch zu wissenschaftlich gePollack Klub Lustige Brüder, Manteuffelftr. 48 bei Stewald. ihre Kinder nicht mehr Weber lernen zu lassen. In Falkenstein Theaterverein Broletariat, Naunynftr. 63 bei Röhn. Gefellt ger schulten Elementen zu reden. Allerdings, wenn Fremdwörter und Ellenfeld seien die Verhältnisse ebendieselben wie in Treuen. Berein Fridolin, Brunnenftr. 35 bet Wolff. Privat- Theater- Berein oder fremdsprachige Säge 2c. vorkommen, ift ftets für Erklärung Touristen( Verdeutschung) zu forgen. Geschieht dies nicht, fo Für die Gewerkschafts- Organisation habe Redner einen guten Durch Nacht zum Licht, Dresdenerstr. 116 bet Gründel. flub Nachtfalter, Frankfurter Allee 56 bei Burmann. Tambourveretn ift Boden gefunden, und in nächster Zeit würden auch dort Filialen Borwärts( Rigdorf), Hermann- und Banzlichstraßen- Ede bet Rober. Allein ein Bersehen. solche Versehen find Sumoristischer bei au natürlich. des deutschen Textilarbeiter- Verbandes errichtet werden. Durch Rauchtlub Gijerne fetfe, Triftstr. 1 bet Hoffmann. ber Schnelligkeit der Herstellung nur Die Redaktion befleißigt sich übrigens nach Möglichkeit, Fremddie Organisation in Treuen und Umgegend könnten sehr wohl auchflub, Görligerstr. 42 bet Bicht. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwo. Gefangverein wörter zu vermeiden, deren Gebrauch, wo irgend ein gleichdie Löhne in die Höhe gebracht werden. Rahmig, Meister, nos pe, abends uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. meinte, die niedrigen Löhne, welche in Treuen gezahlt würden, musttverein orwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Sangeftraße 108 werthiges deutsches Wort vorhanden ist, wir stets für Unfug ge= Männer- Gesangverein Waldtapelle 3, Abends subr, halten haben. Leider ist in sehr vielen Fällen ein solches nicht bildeten eine Gefahr für diejenigen Drte, an denen höhere Löhne bet Rebelt n. Restaurant Kayfer, Stalizerstr. 22. üblich seien; deshalb sei es nothwendig, sobald wie möglich Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Man- vorhanden, und Ausdrücke wie sozial, sozialistisch, Rapital, tapidie Organisation in Treuen und Umgegend zu schaffen. Der teuffelftr. 9. Straftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonn- talistisch u. f. w. sind zwar Fremdwörter, aber nicht durch deutsche Turnverein Gesund Ausdrücke zu ersetzen. Die Parteigenoffen müssen sich derartige Redner forderte die Rigdorfer Meister auf, sich an die Filiale II abend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughofstr. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends Ausdrücke flar machen. An Hilfsmitteln fehlt es ja nicht. Zum Gesellen gemeinsam in der Zurnhalle, Fretenwalderstraße 39. Rixdorf anzuschließen und mit den gegen das Herunterdrücken der Löhne Front zu machen; der Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Steichenbergerstraße 78a. Schluß sei noch bemerkt, daß Lassalle, dessen Agitationsschriften Stolz, den mancher Meister noch besize und der ihn veranlaffe, athleten berein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Universum, zu den populärsten gehören, auf jeder Seite mehr Fremdwörter fich über den Gesellen erhaben zu dünfen, müsse fallen. Früher Theater- und Vergnügungs- Berein Sumanttas Abends sy uhr bet gebraucht hat, als sich in einer ganzen Nummer des Vorwärts" feierten die Meifter in der Innung ihr Quartal und anderes, Reed, Lothringerstr. 94. Theaterverein Bultania 2", Abends 9 Uhr, finden. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Bremerhaven. In Rotterdam tennen wir keinen Ber bas habe sich jedoch heute überlebt; heute sei der Kampf gegen Bergstr. 12, Restaurant Rehliz. Restaurant Lothringerstr. 101. die Ausbeutung an der Tagesordnung. Man dürfe freilich nicht Geselliger Bergnügungsverein Regta, Abends 9 Uhr, tm Restaurant trauensmann. Schreiben Sie an die Redaktion des„ Recht voor erwarten, daß wenn man heute der Organisation beitrete, daß Sommer, Grünstraße 21.- Samoristischer Berein Arminta, Dresdener: Allen", Roggeveenstreet 54, 3'Gravenhagen( Haag), Holland. " " Brunnenstr. 119. und Sterbekasse der Zentral- Kranken- und Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. ( E.. Nr. 3) Hamburg. Mitglieder- Versammlungen Cuvryftr. 48 bet Seibler. Wein bet Ges Kraftturnverein Berolina, Volksversammlung es am Donnerstag, den 5. Januar, Abends 814 Uhr, im großen Saale Rosenthalerstr. 38( nahe dem Hacke'schen Markt). Zages Drdnung: sämmtlicher Verwaltungen Berlins u. Umg. der Schul- Religionsunterricht", am Sonntag, den 8. Januar 1893. 2agesordnung: Erläuterungen und Besprechung über das am 1. Januar 1893 in Kraft getretene Statut der Kaffe. 300/4 Dieselben finden in folgenden Lokalen statt: Berlin A im Lokale des Herrn Roll, Adalbertstr. 21, Vormittags 10 Uhr. Berlin B im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45, Vormittags 10 Uhr. Berlin C in Habel's Brauerei, Bergmannstr. 4/7, Vormittags 10 Uhr. Berlin D in der Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/49, Bormitt. 10 Uhr. 2. Punkt: Wahl eines Kassirers. Berlin E im Lokal des Herrn Wilte, Hochstr. 32a, Vormittags 10 Uhr. Berlin F im Lokal des Herrn Keller, Bergstr. 68, Vormittags 10 Uhr. Berlin G im Lokal 3 um Freischüß, Fruchtstr. 36, Vormittags 10 Uhr. Berlin Him Lokal d. Hrn. Schweißberger, Röpnicerftr. 3, Worm. 10 Uhr. Brih im Lokal des Herrn 2 ama, Chauffeestraße, Bormittags 10 Uhr. Charlottenburg im Lokal des Herrn Krause, Bismarckstraße 74, Nachmittags 4 Uhr. Mariendorf im Lotal des Herrn Hilgert, Aderstr. 14, Nachmittags 3 Uhr. Reinickendorf im Lofal des Herrn Lüdete, Amendestr. 1, Borm. 10 Uhr. Weißensee im Lokal des Herrn Schulz, Königs- Chauffee 55, Nachm. 5 Uhr. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1892. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist im eigenen Interesse dringend nothwendig. Falkenstein Clubhaus Straße 41. Die Ortsverwaltungen. J. A. F. Haseloph, Grünauerstraße 2. Vortrag von E. Vogtherr über: Die Dissidenten- Kinder und 151/16 Nach dem Vortrage Diskussion. Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Großer Ausverkauf Clubhaus ,, Süd- Ost" 3094L von „ Süd- Ost" FalckenfteinGeöffnet bis 12 Uhr Nachts. Straße 41. Filz- u. Leder- Schuhwaaren zu noch nie dagewefenen Preisen weg. Weiß- Bairisch- Bier- Lokal. C. Trittelwitz.ulofung meines Geſch. Alte Schön2 Vereinszimmer mit Biano. Fr. Billard. 2 Winter- Regelbahnen. Warme und falte Speifen zu jeder Tageszeit zu soliden Preisen. 50, Ecke Schendelgasse, und Friedrichstr. 240. Wiederverki. hohen Rabatt. Auf Hausnummer achten. 5 31 45 3510 L fund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8, Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. 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